diff --git "a/json/Mishnah/Modern Commentary on Mishnah/German Commentary/Seder Moed/German Commentary on Mishnah Chagigah/English/Mischnajot mit deutscher \303\234bersetzung und Erkl\303\244rung. Berlin 1887-1933 [de].json" "b/json/Mishnah/Modern Commentary on Mishnah/German Commentary/Seder Moed/German Commentary on Mishnah Chagigah/English/Mischnajot mit deutscher \303\234bersetzung und Erkl\303\244rung. Berlin 1887-1933 [de].json"
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+ "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH002378149/NLI",
+ "versionTitle": "Mischnajot mit deutscher Übersetzung und Erklärung. Berlin 1887-1933 [de]",
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+ "license": "Public Domain",
+ "versionNotes": "Ordnung Seraïm, übers. und erklärt von Ascher Samter. 1887.
Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "heTitle": "פירוש גרמני על משנה חגיגה",
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+ "Modern Commentary on Mishnah",
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+ "Seder Moed"
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+ "text": {
+ "Introduction": [
+ "\nEinleitung.\n„Dreimal im Jahre sollen alle deine Männer vor dem Ewigen, deinem Gotte, an dem Orte erscheinen, den er erwählen wird: am Feste der ungesäuerten Brote, am Wochenfeste und am Feste der Hütten; man erscheine aber nicht leer vor dem Ewigen, sondern jeder mit dem, was seine Hand gemäss dem Segen, den der Ewige, dein Gott, dir gewährt hat, spenden kann“ (5 B. M. 16, 16—17). Hier ist für jeden Mann in Israel klar und deutlich die Pflicht ausgesprochen, Jahr für Jahr an den drei Freuden esten das Heiligtum mit einer Opfergabe aufzusuchen. Dieses Besuchsopfer (ראייה oder ראיון) ist ein Ganz- oder Brandopfer (עולה; 3. B. M. 1, 3—13). Das Blut wird auf den Altar gesprengt, das Fell erhalten die Priester, das Fleisch wird nebst dem Fette auf dem Altar verbrannt.\nAn einer andern Stelle (2. B. M. 23, 14) heisst es wieder: Dreimal im Jahre sollst du mir eine Opferfeier (חג) veranstalten. Aus diesem Schriftworte, wird die Verpflichtung abgeleitet, an den oben genannten drei Festen ausser dem Besuchsauch noch ein Festopfer (הגיגה) darzubringen. Dieses gehört zur Klasse der Friedensopfer (שלמים; 3. B. M. 3, 1—7). Das Blut und das Fett wird dem Altar geweiht, das Fleisch aber vom Eigentümer, seinen Angehörigen und seinen Gästen in Reinheit verzehrt.\nReicht das Festopfer nicht für sämtliche Mahlzeiten des Festes, so sind noch andere Friedensopfer darzubringen, bis der ganze Bedarf gedeckt ist. Sie werden als Freudenopfer (שלמי שמחה) bezeichnet. Denn die wahre Freude besteht in dem Empfinden der Gottesnähe, das mit Rücksicht auf den Charakter dieser drei Feste durch den Genuss des Opfermahls geweckt werden soll, wie es heisst: Schlachte Friedensopfer und geniesse sie dort, auf dass du vor dem Ewigen, deinem Gotte, dich freuest (5. B. M. 27, 7). Demnach sind die Freudenopfer keine Pflichtopfer im strengern Sinne wie etwa das Besuchs- und das Festopfer: sie sind aber auch keine freiwilligen Opfer, die ganz dem Belieben jedes einzelnen anheimgegeben wären. Vielmehr stehen sie zwischen beiden in der Mitte Einerseits können sie abweichend von den Pflichtopfern, aus Mitteln des zweiten Zehnt (5. B. M. 14, 24—25) erworben oder auch durch anderes Opferfleisch ersetzt werden, andererseits darf man sie im Gegensatz zu den freiwilligen Opfern auch am Feiertage darbringen.\nAlle drei Opfer, mindestens aber die beiden Pflichtopfer sollen, wenn irgend möglich, gleich am ersten Feiertage dargebracht werden. Fällt dieser auf einen Sabbat, ist die Opferhandlung am nächsten Werktage (Sonntag) zu vollziehen. Nach der Schule Schammais muss die Darbringung des Besuchsopfers auch sonst auf den zweiten Tag des Festes verschoben werden, weil nach ihrer Meinung kein Ganzopfer ausser den öffentlichen an einem Feiertage dargebracht werden darf. War man am ersten Tage verhindert, so kann man seiner Pflicht an den folgenden Tagen, selbst am letzten Tage des Festes genügen. Das gilt nicht allein vom siebenten Tage des Pesaḥ-, sondern ebenso vom achten Tage des Hüttenfestes (שמיני עצרה), obschon dieser ein besonderes Fest für sich ist (רגל בפני עצמו). Hat man das Wochenfest, das nur einen Tag dauert, vorübergehen lassen, ohne mit seinen Opfergaben im Heiligtum sich einzufinden, können die beiden Pflichtopfer noch im Laufe der folgenden sechs Tage dargebracht werden.\nMit den in ihren Grundzügen hier umrissenen Bestimmungen befasst sich, von einigen Abschweifungen (I, 7—II, 1) abgesehen, der erste Teil unseres Traktats, der bis zur Mitte des zweiten Kapitels reicht. Der Rest behandelt einige Reinheitsgesetze, die insofern hierher gehören, als für den Besuch des Heiligtums wie für den Genuss von Opferfleisch die hierologische Reinheit (s. P’saḥim I, Anm. 26) eine unumgängliche Voraussetzung ist. Dieser zweite Teil enthält fast nur Verordnungen und Vorschriften rabbinischen Ursprungs, von denen aber die meisten sehr hohen Alters sind. An einer Stelle (II, 7) wird Josef ben Jo‘ezer genannt, der im Beginne der Makkabäerzeit lebte. Demselben Namen begegnen wir auch im ersten Teile und zwar bei einer Streitfrage, die als einzige aus jenen Tagen in der Mischna überliefert ist.\n"
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+ [
+ "Alle sind zum Besuche. An den drei Freudenfesten im Heiligtume mit Opfergaben sich einzufinden (s. Einl.).",
+ "verpflichtet mit Ausnahme von Taubstummen. s. T’rumot I 2: חרש שדברו בו חכמים בכל מקום חוא שאינו שומע ואינו מדבר. Eine Baraita im bab. Talmud schliesst aber auch Taube, die sprechen, und Stumme, die hören, von der Besuchspflicht aus.",
+ "von Verwachsenen. טמטום, der Form nach wie קדקוד gebildet, ist Palpel von טמם (arab. طم) und verwandt mit אטם = verstopfen, verschliessen. Das Wort bezeichnet einen Menschen, dessen Geschlechtsorgane infolge einer Missbildung so verwachsen sind, dass man nicht erkennen kann, ob er ein Mann oder ein Weib ist.",
+ "und Zwittern. אנדרוגינוס ist das griechische ἀνδρόγυνος, ein Zwitter, dessen Geschlechtsorgane, wenn auch nur äusserlich, teils männlicher, teils weiblicher Art sind.",
+ "von Frauen und noch nicht freigelassenen Sklaven. Der scheinbar überflüssige Zusatz שאינם משוחררים will Halbfreie ausschliessen. Wenn ein Sklave, der mehreren Eigentümern gehört, von allen bis auf einen Teilhaber freigelassen wurde, ist er bis zur Erlangung der vollen Freiheit nicht verpflichtet, im Heiligtume zu erscheinen. — שחרר ist Schaf‘el von חרר = frei sein; vgl. בן חורים (Kohelet 10, 17 = ein Freigeborener.",
+ "von Lahmen. חיגר = lahm. Grundbedeutung: binden, umschliessen; davon abgeleitet: gürten und übertragen: hemmen, hindern, lähmen.",
+ "und Blinden. סומא, syr. ܣܰܡܝܳܐ — blind; s. auch מגלה IV, Anm. 38.",
+ "die nicht zu Fusse hinaufziehen können. die zu schwach sind, um den Weg nach der heiligen Stadt oder auch nur von dieser zur Opferhalle auf dem Tempelberge zu Fusse zurückzulegen.",
+ "Welches ist ein Kind. das man nach dem vorangehenden Satze nicht mitzunehmen braucht.",
+ "denn es heisst ja. 2. B. M. 23, 14.",
+ "Drei Wanderfeste. שלש רגלים תחג לי בשנה. Mit dem Worte רגלים, das hier anstelle des sonst üblichen Ausdrucks פעמים in der Bedeutung Mal steht, soll angedeutet werden, dass die Reise zur Opferfeier (חג) als Fusswanderung (רגל heisst eigentlich Fuss) gedacht ist."
+ ],
+ [
+ "Das Besuchsopfer. das ein Ganzoder Brandopfer ist (s. Einl.)",
+ "zwei Silberlinge. es soll mindestens einen Wert von zwei Silbergroschen haben.",
+ "und das Festopfer. das ein Friedensopfer ist, von dem nur das Fett dargebracht wird.",
+ "einen Silbergroschen. Die Ma‘a (מעה) ist der sechste Teil eines Silberdenars (דינר) und dieser wieder der vierte Teil eines heiligen Scheḳel (= סלע), dessen Wert etwa 2,60 Mark beträgt.",
+ "Das Besuchsopfer. da es ganz auf dem Altar verbrannt wird.",
+ "einen Silbergroschen und das Festopfer. da sein Fleisch gegessen wird."
+ ],
+ [
+ "nach der Schule Hillels auch vom Zehnt. Zum Verständnis dieser in ihrer lapidaren Kürze nicht ganz klaren Mischna muss vorausgeschickt werden, dass מועד auch hier wie gewöhnlich (s. Einl. zu Mo‘ed Ḳaṭan) die Werktage der Festwoche bezeichnet und daher im Gegensatz zu יום טוב im folgenden Satze steht. חולין bildet wieder den Gegensatz zu מעשר, worunter hier das Geld zu verstehen ist, gegen welches der zweite Zehnt vom Ernteertrage (P‘saḥim VII, Anm. 20) nach 5. B. M. 14, 24—25 ausgelöst wurde, wodurch sich die dem zweiten Zehnt innewohnende Heiligkeit von diesem auf das Geld übertragen bat, in dessen Verwendung man nunmehr insofern beschränkt ist, als es nur in der heiligen Stadt auf Lebensmittel ausgegeben werden darf. Nach Menaḥot VII 6 dürfen pflichtgemässe Opfer nicht von geweihtem Gelde wie מעשר dargebracht werden, sondern nur von solchem Besitz an Geld oder Geldeswert (Vieh, Tauben, Mehl, Öl, Wein), über den der Eigentümer völlig frei und ungehemmt verfügen kann, also nur von חולין. Zur Beschaffung von Ganzopfern darf man überhaupt keinen zweiten Zehnt verwenden, auch wo sie nicht als Pflicht auferlegt sind; denn dieser darf nur für Gegenstände des Genusses ausgegeben werden, während von jenen jeder Genuss untersagt ist. Daher können wohl die Freudenopfer aus dem Gelde des zweiten Zehnt erworben werden, aber weder das Besuchs- noch das private Festopfer, denn beide sind Pflichtopfer, jenes überdies ein Brandopfer. Nun wissen wir bereits aus Jom Tob II 4 (s. auch Einl. Absatz 4 und weiter unten II 3), dass über die Frage, ob das Besuchsopfer am Feiertage dargebracht werden kann, eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Schulen Scbammais und Hillels besteht. Es können demnach die Worte עולות במועד באות hier nicht in dem Sinne aufgefasst werden, als dürften die Besuchsopfer, da sie Ganzopfer sind, nur an den Werktagen des Festes, nicht aber am Feiertage dargebracht werden. Das wäre ja gegen die Ansicht der Hilleliten. Vielmehr ist unsere Mischna so zu verstehen: Brandopfer (עולות) werden an den Werktagen des Festes nur von Ungeheiligtem (חולין) dargebracht, Friedensopfer (שלמים) auch vom zweiten Zehnt (מעשר). Darin herrscht Übereinstimmung. Strittig ist nur die Frage, wie es mit den Friedensopfern am ersten Feiertage zu halten sei. Das Haus Schammai ist der Meinung, dass sämtliche Friedensopfer, die jemand an diesem Tage darbringt, es mögen ihrer noch so viele sein, als pflichtgemässe Festopfer (שלמי חגיגה) gelten und daher ausschliesslich aus חולין bestritten werden müssen. Erst die an den folgenden Tagen des Festes, also am מועד dargebrachten שלמים sind als Freudenopfer anzusehen, die auch vom Gelde des מעשר beschafft werden dürfen (s. Einl. Abs. 3). Das Haus Hillel dagegen ist der Ansicht, dass nur das erste Friedensopfer den Charakter der חגיגה hat, alle übrigen, auch wenn sie am ersten Feiertage dargebracht werden, als שלמי שמחה zu betrachten wären und daher מן המעשר erworben werden dürften. Noch mehr! Da man nur zu einem Festopfer im Werte von zwei Silberlingen verpflichtet ist, können die höheren Kosten sogar des ersten Friedensopfers aus den Beträgen des zweiten Zehnt gedeckt werden. Das Wort במועד steht hier nur, um den zwischen beiden Schulen bestehenden Meinungsstreit über die Zulässigkeit von עולות ראייה an den Feiertagen vorläufig auszuschalten. Der Wortlaut ist in geschickter Weise so gewählt, dass er beiden Ansichten gerecht wird. Im Sinne der Schammaiten liegt auf במועד ein gewisser Nachdruck: Nur an den Werktagen des Festes können עולות ראייה dargebracht werden, niemals an einem Feiertage. Trotzdem steht במועד nicht an der Spitze des Satzes, wie man als Gegensatz zu יום טוב הראשון erwarten sollte; denn der Hauptton ruht auf מן החולין. Eine Wortstellung wie במועד עולות באות מן החולין würde zu der Schlussfolgerung verleiten, am Feiertage würden die Besuchsopfer מן המעשר dargebracht. Im Sinne der Hillelschen Schule steht במועד darum an zweiter, unbetonter Stelle (עולות במועד באות מן החולין; der Satzbau wie in Mo‘ed Ḳaṭan III 8: נשים במועד מענות), weil es wie אפלו במועד aufzufassen ist: Nicht allein am ersten Tage, wo sie Pflichtopfer ist, darf die ראייה עולת nur מן החולין dargebracht werden, sondern auch zu den übrigen Besuchsopfern, die am מועד, nachdem der Pflicht schon Genüge geschehen, freiwillig geheiligt werden, muss man ausschliesslich חולין verwenden, weil es eben Brandopfer sind, deren auch nur teilweise Beschaffung aus zweitem Zehnt unstatthaft ist. — Es bleibt nur noch zu erklären, warum die Mischna gerade den ersten Feiertag des Pesaḥ hervorhebt, da doch von den übrigen Wanderfesten dasselbe gilt. Der Jeruschalmi geht an dieser Schwierigkeit vorüber. Es scheint also wirklich, dass ihm של חג statt שלפסח überliefert war, wie wir tatsächlich in der Mischna des Jeruschalmi lesen, und dass er an dieser Stelle חג nicht wie gewöhnlich in seinem engern Sinne als Hüttenfest (s. Anm. 33), sondern in dem weitern als Bezeichnung für alle drei Freudenfeste aufgefasst hat. Nicht so der bab. Talmud. Er sieht in der Betonung des fünfzehnten Nisan die Andeutung, dass die חגיגה des vierzehnten, die mit dem Pesaḥlamm zugleich geschlachtet wurde, (P’saḥim VI 3—4), da sie kein Pflichtopfer ist, auch nach der Schule Schammais vom Gelde des zweiten Zehnt gekauft werden kann. Nach derselben Quelle ist unsere Mischna übrigens lückenhaft überliefert. Könnte man annehmen, dass sie ursprünglich etwa wie folgt gelautet hat: [עולות במועד באות מן החולין ושלמים מן המעשר [חגיגת ארבעה עשר באה מן המעשר] יום טוב הראשון של פסח בית שמאי אומרים מן החולין ובית הלל אומרים מן הטעשר , so wäre dies die einfachste Lösung. Im Grunde ist es dieselbe Schwierigkeit, der wir schon früher einmal in P’saḥim (VII 4; s. das. Anm. 28, wo auf eine ähnliche Ausdrucksweise in Z’baḥim 9 b u. ö. Bezug genommen wird) begegnet sind. Wie dort unter שעירי ראשי חדשים, weil in der Tora (4. B M. 28, 11ff) das Neumondsopfer an der Spitze der Festopfer steht, diese mitbegriffen sind, so steht hier פסח synekdochisch als erstes in der Reihe der drei Freudenfeste zugleich in Vertretung der beiden anderen. [In der Tora ist die Synekdoche sehr häufig, in der Gesetzgebung beinahe die Regel. Ich erinnere nur an צל קרתי (1. B M. 19, 8) für צל ביתי, an איפת צדק והין צדק 3. B. M. 19,36) für מדת צרק und als frappantestes Beispiel an גדי בחלב אמו (2. B. M. 23,19 u. ö.), das Onkelos schlankweg mit בשר בחלב übersetzt]. יום טוב הראשון allein ohne של פסח würde auch den Neujahrstag einschliessen (vgl. Rosch haschana IV 1: יום טוב של ראש השנה), der jedoch nicht zu den hier in Frage kommenden Festen gehört Vielleicht wollte die Mischna auch mit dem Zusatz של פסח, durch den die unbedingte Verpflichtung, am ersten Pesaḥtage ebenfalls ein Festopfer darzubringen, als zweiffellos vorausgesetzt wird, sich beiläufig (טלתא אגב אורחא קמשמע לן) den Ausspruch von Ben Têma (P’saḥim 70a oben) zueigen machen, laut welchem das vorhin schon erwähnte, am Rüsttage des Festes darzubringende Friedensopfer, obschon es die Bezeichnung חגיגה trägt, zwar die שלמי שמחה des fünfzehnten Nisan ersetzen, niemals aber an die Stelle der חגיגה שלמי treten kann [was eine Rechtfertigung der Entscheidung Maimunis (Hil. Hagîga II 10) gegenüber der Berichtigung des R. Abraham b. Dawid (s. auch משנה כסף das.) in sich schlösse]."
+ ],
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+ "Die Israeliten. ישראל bezeichnet hier wie an den meisten Stellen den Nichtpriester.",
+ "genügen ihrer Pflicht. soweit es sich um das Gebot der Freudenopfer (שלמי שמחה) handelt (s. Einl. Abs. 3). Der Plural in יוצאין ידי חובתן ist dadurch begründet, dass ישראל ein Kollektivbegriff ist.",
+ "mit gelobten oder gespendeten Opfern. Verpflichtet sich jemand zu einem Ganz- oder Friedensopfer (הרי עלי עולה או שלמים) und bestimmt darauf behufs Erfüllung, seines Gelübdes ein geeignetes Tier, so ist dieses ein נדר; geht es vor der Darbringung verloren, so muss er ein anderes als Ersatz bereit stellen. Hat aber jemand von vornherein ein bestimmtes Tier zum Ganz- oder Friedensopfer geweiht (הרי זו עולה או שלמים), so ist es eine נדבה; ist es abhanden gekommen, braucht er es nicht zu ersetzen. Hier ist selbstverständlich nur an gelobte und gespendete Friedensopfer zu denken; das Fleisch der Brandopfer darf man ja nicht geniessen.",
+ "und mit Viehzehnt. 3. B. M. 27,32.",
+ "die Priester auch mit Sünd- oder Schuldopfern. deren Genuss nur den männlichen Priestern gestattet ist (4. B. M. 18, 9—10).",
+ "mit Erstgeborenen. Das Fleisch der erstgeborenen männlichen Tiere vom Rind- und vom Kleinvieh darf nur von Priestern und ihren Familienangehörigen gegessen werden (das. 17—18).",
+ "und mit der Brust- und Schulterabgabe. die der Priester von jedem Friedensopfer zu beanspruchen hat (3. B. M. 7, 31—34).",
+ "aber nicht mit Geflügel. Man genügt seiner Pflicht nur mit dem Opferfleisch solcher Tiere, die man auch als Friedensopfer darbringen kann; Tauben aber, das einzige Geflügel, das überhaupt für den Altar tauglich ist, eignen sich nur zu Ganz- und Sündopfern.",
+ "noch mit Mehlopfern. Die מנחה darf nur von männlichen Priestern verzehrt werden (3. B. M. 2, 1—10). Da sie aus Mehl besteht, kann sie שלמי שמחה nicht ersetzen."
+ ],
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+ "Wer viel Tischgenossen und wenig Güter hat. מועטים ist aus ממועטים verkürzt (vgl. מרובים) wie עוברה (Joma VIII 5) aus מעוברה.",
+ "bringt mehr Friedens. Festopfer (שלמי חגיגה).",
+ "und weniger Ganzopfer. Besuchsopfer (עולות ראייה).",
+ "was sie. unsere Lehrer in Mischna 2.",
+ "so gilt hier das Schriftwort. 5. B. M. 16, 17."
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+ [
+ "Wer am ersten Feiertage des Festes. Unter חג schlechthin sind die sieben Tage des Hüttenfestes nebst dem unmittelbar angefügten Schlussfeste zu verstehen.",
+ "nicht geopfert hat. das vorgeschriebene Besuchs- und Festopfer nicht dargebracht hat.",
+ "muss im Verlaufe der ganzen Festzeit und noch am letzten Feiertage des Festes opfern. er ist verpflichtet, sie am folgenden oder einem der nächsten Tage, selbst noch am Schlussfeste darzubringen (s. Einl. Abs. 4) — Im Jeruschalmi fehlt hier של חג.",
+ "Von ihm heisst es. Ḳohelot 1, 15."
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+ "Das ist die Begattung einer Blutsverwandten. ערוה (eig. die Blösse) ist im Hinblick auf diesen in den Keuschheitsgesetzen (3. B. M. 18,6 ff.) immer wiederkehrenden Ausdruck die Bezeichnung einer Blutsverwandten und der Ehefrau eines andern Mannes (s. auch מגלה IV, Anm. 58).",
+ "durch die ein Mamzêr. ממזר (5. B. M. 23, 3) ist ein in Ehebruch oder Blutschande erzeugtes Kind.",
+ "was früher in Ordnung war und dann sich verkrümmt hat. Der Ausdruck ist daher auf den Mamzêr nicht anwendbar, der ja von Geburt an mit einem Makel behaftet ist.",
+ "der sich von der Tora abwendet. Vielleicht eine Anspielung auf M’naḥem, von dem später (II 2) berichtet wird, dass er aus dem Synhedrion schied, um in den Staatsdienst einzutreten."
+ ],
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+ "Die Lösung der Gelübde. Die Befugnis eines Gelehrten, von der Erfüllung eines in der Übereilung ausgesprochenen Gelübdes unter Umständen zu entbinden.",
+ "schwebt in der Luft. sie ist in der heiligen Schrift nicht begründet, in der nur dem Vater seiner Tochter gegenüber und dem Gatten seiner Ehefrau gegenüber ein solches Recht, und auch dieses nur in beschränktem Masse, eingeräumt ist (4. B. M. 30,4). — אויר ist das griechische ἀήρ (Luft). פרח in der Bedeutung fliegen (syr. ܦܪܰܚ) kommt, von der etwas dunklen Stelle in J’ḥezḳêl 13, 20 abgesehen, in der Bibel nicht vor. Ob אפרח (junger Vogel) davon abzuleiten ist, steht auch nicht fest; es kann ebensogut mit פרח = blühen zusammenhängen.",
+ "sie hat nichts. als nur die Überliefernng.",
+ "worauf sie sich stützen könnte. פורחין … להם … שיסמוכו, lauter Plurale, die von einem Singular (היתר נדרים) abhängen. Was bei כל die Regel ist, dass sich das Prädikat in Geschlecht und Zahl nicht nach dem nomen regens, sondern nach dem nomen rectum richtet, findet sich ausnahmsweise auch sonst. In Bezug auf das Geschlecht hatten wir ein Beispiel in תתעבר ראש השנה שהיה ירא שמא (‘Erubin III 7; s. Anm. 64 das.); hier wieder stossen wir auf ein Beispiel in Be ug auf die Zahl. Die Plurale stehen da unter dem Einfluss von נדרים, weil man unwillkürlich bei einer Vielheit von Gelübden auch an eine Mehrzahl von Auflösungen denkt. Vgl. ורב שנים יודיעו חכמה (Ijob 32, 7 — das Prädikat männlich nach רב und Mehrzahl nach שנים), weil man nicht so sehr die Fülle der Jahre als die hochbetagten Männer im Sinne hat.",
+ "über die Festopfer. die den Gegenstand unseres Traktates bilden.",
+ "und über die Veruntreuungen. die unrechtmässige Verwendung heiligen Gutes (3. B. M. 5, 14—16).",
+ "denn sie bestehen aus wenigen Schriftworten und zahlreichen Bestimmungen. wie die Traktate zeigen, die jedem dieser Gesetze gewidmet sind: שבת und חגיגה in unserer Ordnung, מעילה im סדר קדשים.",
+ "die Vorschriften über Reinheit und Unreinheit und über Blutschande. עריות ist die Mehrzahl von ערות; s Anm. 37.",
+ "worauf sie sich stützen können. Sie alle haben in der Tora eine ebenso breite wie feste Grundlage.",
+ "sie sind Hauptstücke der Tora. Nicht גוף התורה, etwa der Kern der Tora (wie z. B. גופו של פרוזבול — Sch’bî‘lt X 4 — oder גיפו של גט — Giṭṭin IX 3 — das Wesentliche des Prosbol oder des Get bedeutet), sondern גופי תורה, etwa Körper der Tora, d. h. grössere zusammenhängende Abschnitte oder (wie das lat. corpus) Gesetzessammlungen. — Unsere Mischna, die sich wie ein Schlusswort zum ganzen Werke anhört (sie nennt Traktate aus allen Ordnungen ausser der ersten), steht in freilich nur loser Verbindung mit den Worten des R. Simon ben Joḥai in der vorigen Mischna, indem sie auf die grossen Aufgaben hinweist, die die Gesetzesforschung zu bewältigen hat, denen daher niemand, der zu ihrer Lösung berufen ist, seine Mitarbeit versagen darf. Die Tosefta hat einen ähnlich lautenden Satz sowohl hier als am Ende von Erubin. An beiden Stellen ist auch סדר זרעים vertreten, und zwar durch den Traktat מעשר שני."
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+ "Man halte keinen Vortrag über Blutschande. עריות (von ערוה) ist nach 3. B. M. 18, 6 ff. der Schulausdruck für die Blutsverwandten, mit denen der Geschlechtsverkehr verboten ist (s. Kap. I Anm. 37).",
+ "vor dreien. und erst recht nicht vor einem grössern Kreis von Zuhörern, da hier Fragen in Betracht kommen, bei denen die Unaufmerksamkeit des einen oder andern leicht zu folgenschweren Irrtümern und sittlichen Gefahren führen könnte.",
+ "über das Schöpfungswerk. Probleme der Naturphilosophie.",
+ "über den Wagen. den der Prophet J’ḥezḳêl an der Spitze seines Baches beschreibt. Die Auslegung dieses dunkeln Kapitels war der Ausgangspunkt für die Erörterung metaphysischer Fragen, insbesondere gab die Schilderung des himmlischen Thrones Veranlassung, die Rätsel der göttlichen Weltregierang zu besprechen.“",
+ "Wer vier Dingen nachgrübelt. מסתכל entspricht dem bibl. משכיל (betrachten, bedenken, erwägen).",
+ "für den wäre es erwünschter. רתה bedeutet im Samaritanischen Gnade erweisen. In der rabbinischen Literatur findet sich der Stamm sehr selten; gewöhnlich steht נוח לו für רתוי לו. In 3. B. M. 23, 24 und Esther 10, 3 hat רצוי ungefähr denselben Sinn (lieb, angenehm). Manche Handschriften lesen übrigens hier ראוי statt רתוי.",
+ "er wäre garnicht zur Welt gekommen. Man sollte אלו לא בא לעולם erwarten; כאלו (als ob er nicht geboren wäre) ist nicht recht verständlich.",
+ "Was ist oben. über dem Himmel.",
+ "Was ist unten. unter der Erde.",
+ "Was war vorher. vor Erschaffung der Welt.",
+ "Was wird nachher sein. am Ende aller Tage. Es ist unvernünftig, über die Unendlichkeit von Raum und Zeit zu grübeln. Sie ist ein transzendenter Begriff, der unserm Forschen entrückt, unserer Erkenntnis unerreichbar ist. — Der Hebräer bezeichnet die Vergangenheit mit לפנים, die Zukunft mit לאחור, weil er jener das Gesicht zuwendet und daher die Zukunft, die er nicht sieht, im Rücken hat (s. auch P’saḥim X Anm. 2. Wir sagen umgekehrt, die Zukunft liege vor uns, die Vergangenheit hinter uns.",
+ "Und wem die Ehre seines Herrn. seines Schöpfers wie קונה שמים וארץ (1. B. M. 14,19).",
+ "nicht am Herzen liegt. Der Satz greift wahrscheinlich auf den Anfang der Mischna zurück und hat die öffentlichen Vorträge über das Wesen Gottes und seine Weltordnung im Auge.",
+ "wenn er gar nicht zur Welt gekommen wäre. Unsere Mischna, die vielleicht am Ende von Megilla bessern Anschluss gefunden hätte, knüpft nicht nur äusserlich mit dem Worte עריות an die letzte und vorletzte Mischna des vorigen Kapitels an; es besteht vielmehr auch ein innerer Zusammenhang. Nachdem oben die Abwendung von der Toraforschung als ein nie wieder gutzumachendes Unrecht gebrandmarkt und durch den Hinweis auf den gewaltigen Umfang und die grossen Schwierigkeiten des Stoffes eifriges Studium der mündlichen Überlieferung und fleissiger Besuch der Lehrhäuser stillschweigend zur Pflicht gemacht wurde, wird hier empfohlen, gewisse Fragen mit der gebotenen Vorsicht und Zurückhaltung zu behandeln. Auffallend ist nur, dass dieser Zusammenhang durch die Kapiteleinteilung wieder zerrissen wurde. Vielleicht sollte die achte Mischna des vorigen Kapitels, die vermutlich in einer ältern Sammlung am Ende des Traktats (wie in der Tosefta eine verwandte Bemerkung am Ende von ‘Erubin) und damit der ganzen zweiten Ordnung gestanden hat, in der erweiterten Bearbeitung des letzten Ordners (s. oben S. 164) wenigstens den Schluss eines Kapitels bilden."
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+ "Aufstützen. Wer ein Opfertier darbringt, stützt seine beiden Hände mit voller Kraft auf dessen Kopf, ehe es geschlachtet wird. Am Feiertage ist es ebenso wie am Schabbat ein rabbinisches Verbot, sich auf ein lebendes Tier zu stützen. Daher die Meinungsverschiedenheit, wie es in dieser Beziehung mit einem am Feiertage darzubringenden Einzelopfer zu halten sei. Die Mischnalehrer, die das rabbinische Verbot im vorliegenden Falle für unwirksam erklären, sind der Meinung, das Aufstützen der Hände müsse dem Schlachten des Opfertieres unmittelbar vorangehen; die andere Gruppe, welche die Gegenansicht vertritt, hält es für statthaft, das Auflegen der Hände einen Tag vor der Darbringung, in unserm Falle also am Rüsttage des Festes, in der Opferhalle vorzunehmen.",
+ "Nittai aus Arbel. einem Orte in Galiläa, westlich vom Kinneretsee.",
+ "sagte: Aufstützen! Juda ben Tabbai sagte: Nicht aufstützen! Simon ben Scheṭaḥ sagte: Aufstützen! Sche’ma‘ja sagte: Aufstützen ! Abṭalion sagte: Nicht aufstützen ! Hillel und M’naḥem stritten nicht; aber M’naḥem schied aus. Laut einer Baraita schied er aus dem Synhedrion, um in den Staatsdienst einzutreten.",
+ "die ihnen Nachgesetzten Väter des Gerichtshofes. In jedem der hier angeführten fünf Paare war der an erster Stelle Genannte das Synhedrialoberhaupt mit dem Titel Nasî, der an zweiter Stelle erwähnte sein Vertreter im Vorsitz mit dem Titel Ab-bêt-dîn."
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+ "Man bringt Friedensopfer dar. am Feiertage, sowohl das vorgeschriebene Festopfer als auch Freudenopfer.",
+ "aber nicht Ganzopfer. nicht einmal das Besuchsopfer (עולת ראייה), das nach ihrer Meinung nur an einem der auf den Feiertag folgenden Werktage dargebracht werden kann. Selbstverständlich ist die Rede hier von Einzelopfern. Die an den Tag gebundenen Gemeindeopfer werden ja sogar am Schabbat vollzogen.",
+ "Man bringt Friedens- und Ganzopfer dar. jedoch nur die vorgeschriebenen Besuchs-, Fest- und Freudenopfer, dagegen keinerlei freiwillige Opfergaben, weder gespendete noch gelobte (נדרים ונדבות; s. Kap. I Anm. 21).",
+ "und stützt sich auch auf sie. Der ganze Wortlaut der Mischna findet sich auch im Traktat Jom Ṭob (II 4)."
+ ],
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+ "so ist nach Ansicht der Schule Schammais der Tag des Schlachtens nach Schabbat. Da die Schule Schammais laut voriger Mischna nicht gestattet, das Besuchsopfer am Feiertage darzubringen, kann es, wenn dieser auf Freitag fällt, frühestens am nächsten Sonntag geschlachtet werden. Das gilt auch am Wochenfeste (das in der Mischna den Namen עצרת trägt: s. Mo‘ed Ḳaṭan III Anm. 49), das zwar nur einen Tag gefeiert wird, aber hinsichtlich der Opfergaben einem siebentägigen Feste gleichgeachtet wird (s. Einl. Abs. 4).",
+ "Es hat keinen Schlachttag. es ist vielmehr selber der Schlachttag für das Besuchsopfer, das ja nach ihrer Meinung sehr wohl am Feiertage, hier also am Freitag dargebracht werden kann. — Im bab. Talmud lautet die Lesart: ובית הלל אומרים אין יום טבוח אחר השבת.",
+ "nach Schabbat ist. Denn am Schabbat dürfen nur Einzelopfer dargebracht werden, die an einen bestimmten Tag gebunden sind (das Pesaḥopfer am 14. Nisan und das Opfer des Hohepriesters am Versöhnungstage), aber weder das Fest- noch das Besuchsopfer, die auch noch in den nächsten sechs Tagen dargebracht werden können.",
+ "Der Hohepriester legt da seine Gewänder nicht an. die aus acht Stücken bestehende Amtstracht (Joma VII 6), die sogenannten goldenen Kleider (בגדי זהב).",
+ "das Wochenfest folge auf den Schabbat. Die Boëthosäer fochten die überlieferte Auffassung an, nach welcher unter ממחרת השבת (3. B. M. 23, 11) der auf den ersten Feiertag des Pesaḥ folgende Tag, also der 16. Nisan zu verstehen ist, indem sie das Wort שבת in seiner gewöhnlichen Bedeutung nahmen und demgemäss behaupteten, der Tag der ‘Omerschwingung müsste durchaus ein Sonntag sein (M’naḥot X 3). Da nun das Wochenfest nach dem Wortlaut der Tora (das. 15—21) auf den fünfzigsten Tag der ‘Omerzählung fällt, musste nach ihrer Ansicht auch dieses nicht anders als an einem Sonntage gefeiert werden. Um ihrer falschen Auslegung, deren Unrichtigkeit, wie Maimonides (Hil. Tem dim u-Musafim VII 11) bemerkt, aus einer Vergleichung des Berichtes in Josua 5, 11 (ויאכלו מעבור הארץ ממחרת הפסח) mit dem Verbote in 3. B. M. 23, 14 (ולחם וקלי וכרמל לא תאכלו עד עצם היום הזה) sich ergibt, wirksam entgegenzutreten, wurde angeordnet dass der Hohepriester, wenn das Wochenfest auf Schabbat fiel, am folgenden Sonntage seine Prachtgewänder nicht anziehe (mithin auch keinen Dienst verrichte) und der Tag selbst in Bezug auf Fasten und Totenklage wie jeder andere Werktag zu behandeln sei."
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+ "Man wäscht die Hände. indem man sie aus einem Gefässe mit ¼ Log (ungefähr 0,1 l) Wasser übergiesst. Für diese Art des Washens ist נטילה der Schulausdruck, wie טבילה für das Eintauchen der Hände oder das Untertauchen des ganzen Körpers, sei es in Quellwasser, sei es in eine mindestens vierzig Sea (etwa 360 l) Regenwasser enthaltende Zisterne. — Das Wort נטל bedeutet nach einer Erklärung im Mordechai (Berachot Nr. 192) erheben (שמגביה ידיו כדכתיב וינטלם וינשאם), wobei es zweifelhaft bleibt, ob er dieses מגביה wörtlich meint, weil man beim Waschen die Hände hochhalten muss (מים ראשונים צריך להגביה ידיו למעלה ), oder ob er es im Sinne des vorher (Nr. 191) angeführten Satzes: והתקדשתם אלו מים ראשונים als eine Weihe der Hände aufgefasst wissen will. Eine andere Erklärung daselbst sieht in נטל ein Denominativ von אנטל, womit im Talmud das Waschgefäss bezeichnet wird. אנטל ist das griechische; ἀντλίον; ἀντλεῖν heisst das Seewasser aus dem Schiffe hinausschöpfen, dann auch ganz allgemein entleeren, ausgiessen. Da auch im Arabischen نطل Wasser ausgiessen bedeutet und ἀντλεῖν einen fremdartigen Klang hat, nimmt man an, dass das Wort im Semitischen seine Heimat hat und von den Griechen als Lehnwort aus dem Phönikischen eingebürgert wurde. Wie dem auch sei, auf alle Fälle bezeichnet die נטילה ihrer Grundbedeutung nach kein Waschen der Hände in einer Schüssel, sondern das Übergiessen aus einem Gefässe. Sie unterscheidet sich aber nicht bloß hierin von der טבילה, die gerade das Eintauchen erfordert, sondern hauptsächlich dadurch, dass bei dieser das Wasser sich weder in einem Gefässe befinden, noch aus einem solchen herrühren darf. Das geschöpfte Wasser (מים שאובין), das für die נטילה Vorschrift ist, ja im Begriffe liegt, ist bei der טבילה unzulässig.",
+ "zu Zehnt und zu Hebe. Wenn die Hände auch rein sind, muss man sie doch vor dem Genuss von Brot (nicht allein vom zweiten Zehnt, sondern selbst von Ungeheiligtem) sowie vor der Berührung von Priesterhebe (und wären es auch nur Früchte) vorschriftsmässig waschen, weil sie infolge ihrer Geschäftigkeit achtlos und unbemerkt unsaubere Dinge angefasst haben können. — Unter תרומה (Hebe) ist die Abgabe zu verstehen, die der Priester vom Ertrage der Ernte (תרומת גרן, תרומה גדולה) und vom Brotteige (חלה) erhält, wie auch der Zehnt vom Zehnt (מעשר מן המעשר oder תרומת מעשר), den der Lewite, nachdem er den „ersten Zehnt“ (מעשר ראשון) vom Ernteertrag bekommen hat, an den Priester zu entrichten hat. Der zweite Zehnt (מעשר שני), der hier schlechthin מעשר genannt wird (5. B. M. 14, 22—26), ist keine Abgabe, bleibt vielmehr auch nach der Abhebung im Besitze des Eigentümers, muss aber in der heiligen Stadt verzehrt oder gegen einen entsprechenden Geldbetrag ausgelöst werden, der dann seinerseits in der heiligen Stadt gegen Nahrungsmittel umzutauschen ist.",
+ "zu Heiligem taucht man sie unter. Zum Genuss von Opferfleisch oder Opferbrot genügt das Waschen der Hände (נטילה) nicht; man muss sie vielmehr bis zum Handgelenk in ungeschöpftes Wasser tauchen (טבילה). — R. Hananêl zieht ולתרומה zu ולקדש und liest: Man wäscht die Hände zu Ungeheiligtem und zu Zehnt; zu Hebe aber und zu Heiligem taucht man sie unter.",
+ "In Bezug auf Sühnemittel. Unter חטאת ist hier die rote Kuh (4. B. M. 19, 9) zu verstehen, deren mit Wasser vermengte Asche auf die an einer Leiche verunreinigten Personen und Geräte zu ihrer Reinigung gesprengt wurde. Dieses Sühnungswasser, dort מי נדה, sonst auch מי חטאת (das. 8, 7) genannt, wie alles, was mit seiner Herstellung in Verbindung steht, ist gegen hierologische Unreinheit noch empfindlicher als selbst Opfergaben. Die Stufenreihe ist: Ungeheiligtes (חולין), zweiter Zehnt (מעשר), Priesterhebe (תרומה), Opfer (קדש), Reinigungsmittel (חטאת).",
+ "wenn die Hände unrein geworden. durch sekundäre Uebertragung (s. P’saḥim I Anm. 26).",
+ "am ganzen Körper unrein. Nach dem Gesetz der Tora sind Menschen nur für die erste Uebertragung empfänglich, und da ist es allerdings gleichgiltig, mit welchem Körperteil man den Herd der Unreinheit (אב הטומאה) berührt hat. Die Rabbinen haben indessen angeordnet, dass die zweite Uebertragung auf die berührende Hand eine abgestufte Wirkung haben soll. Hat man demnach z. B. für den Genuss von Opferfleisch die Hände „eingetaucht“ und hernach unreine Speisen (die niemals ein Herd der Unreinheit sein können) mit der einen berührt, so muss man, um Priestehebe anfassen zu dürfen, diese Hand „übergiessen“, und um Heiliges zu berühren, beide Hände aufs neue „eintauchen“, um sich aber mit dem Reinigungsopfer irgendwie beschäftigen zu dürfen, mit dem ganzen Körper untertauchen."
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+ "Wer für Ungeheiligtes untergetaucht ist. Er ist ins Reinigungsbad mit der Absicht gestiegen, sich für den Genuss von Ungeheiligtem tauglich zu machen. Zwar dürfen auch Unreine solches geniessen; es gab aber durch besondere Frömmigkeit ausgezeichnete Männer, die selbst ungeheiligte Speisen in Reinheit verzehrten (s. Anm. 50).",
+ "und hierbei seine Absicht auf Ungeheiligtes beschränkt hat. Unter den mannigfachen Bedeutungen von הוחזק scheint hier die der Präsumtion (חזקה) die angemessenste zu sein, zumal wenn man mit unseren Talmudausgaben nicht והוחזק, sondern הוחזק liest oder das ו in והוחזק im Sinne von „oder“ nimmt. Die חזקה ist eine durch ihre grosse Wahrscheinlichkeit zur Gewissheit erhobene Vermutung, insbesondere die Annahme der Fortdauer eines eingetretenen Zustandes bis zum Beweise des Gegenteils. Die Mischna würde also sagen: Wenn jemand für eine niedrigere Stufe die Reinheit erlangt hat, oder die Voraussetzung solcher Reinheit von früher her für sich geltend machen kann, so genügt das keineswegs für die höhere Stufe. Dann wäre aber והוחזק neben הטובל überflüssig. Wenn schon die eben erworbene Reinheit nicht ausreicht, wie erst die bloße Annahme, dass der ehemalige Reinheitszustand noch unverändert ist. Der Talmud fasst daher die חזקה hier in der sonst nicht eben geläufigen Bedeutung der Bekräftigung auf. Man kann sich nämlich, solange man noch nicht ganz dem Reinigungsbade entstiegen ist, nach der Tosefta (III 1) (איזו היא חזקה כל שעקר רגליו מן המים. עודהו רגליו במים טבל לקל שבהן והוחזק לחמור שבהן מה שעשה עשוי ) für eine höhere Stufe entschieden oder fähig machen, wenn man auch in der Absicht auf eine niedrigere ins Bad gestiegen ist. Nimmt man es z. B. nur für Ungeheiligtes, richtet aber noch während des Heraussteigens seinen Entschluss auf Opferfleisch, so ist dessen Genuss gestattet. Demnach will unsere Mischna sagen: Wer bloß mit der Absicht, für eine niedrigere Stufe rein zu sein, untergetaucht ist und auch beim Verlassen des Bades in diesem Entschlusse beharrte (wörtlich: bestärkt wurde), der gilt für eine höhere Stufe als unrein. Anders ist die Mischna nach der Lesart aufzufassen, die ‘Aruch (unter סדר 3) überliefert: טבל לחולין הוחזק לחולין ואסור למעשר טבל למעשר הוחזק למעשר ואסור לתרומה טבל לתרומה הוחזק לתרומה ואסור לקדש טבל לקדש הוחזק לקדש ואסור לחטאת (also durchweg הוחזק ohne ו und ואסור mit ו). Das kann nur den Sinn haben, dass jeder, der in Absicht auf eine niedrigere Stufe das Reinigungsbad nimmt, nur für diese Stufe als rein gilt, jedoch in Bezug auf die höhere gebunden ist. Wie sich eine solche Auffassung mit der talmudischen Diskussion (19 a) in Einklang bringen lässt, soll hier nicht erörtert werden. In der Sache ist ja zwischen dieser und unserer Lesart kein erheblicher Unterschied. Nur das Wort הוחזק erhält jetzt wieder die Bedeutung, von der wir zuerst ausgegangen sind, die es z. B. auch an Stellen wie הוחזק כפרן, הוחזקה נדה hat: auf Grund einer Präsumtion für etwas gelten.— Maimuni hat in seinem Kommentar z. St. unsere Lesart gehabt, scheint aber später in seinem Gesetzbuche (Hil. Sch’ar Abot haṭṭum’ot XIII 2) der des ‘Aruch den Vorzug gegeben zu haben.",
+ "ist in Bezug auf Zehnt gebunden. Er darf davon nichts geniessen, ehe er zu diesem Zwecke und in dieser Absicht aufs neue badet.",
+ "so ist er in Bezug auf Hebe gebunden. Er darf sie nicht einmal berühren.",
+ "so ist er in Bezug auf Heiliges gebunden. Seine Berührung macht es unrein.",
+ "so ist er in Bezug auf Sühnemittel gebunden. Er ist von jeder Mitwirkung ausgeschlossen, bis er aufs neue mit dem Entschlusse „untergetaucht“ ist, sich für diese Beschäftigung zu reinigen. R. Ḥananêl nimmt חטאת in dem gewöhnlichen Sinne = Sündopfer. Nach ihm sind unter קדש hier die Opfer von geringerer Heiligkeit (קדשים קלים) wie Friedensopfer u. ä. zu verstehen, während חטאת als Vertreter der Opfer von höherer Heiligkeit (קדשי קדשים) angeführt ist.",
+ "so ist ihm das Geringere gestattet. Wenn er z. B. in der Absicht auf Priesterhebe das vorschriftsmässige Bad genommen hat, darf er zwar kein Opferfleisch und kein Opferbrot berühren, wohl aber zweiten Zehnt geniessen.",
+ "als wäre er nicht untergetaucht. Hier könnte man הוחזק in seiner gewöhnlichen Bedeutung nehmen: Wer zwar gebadet, aber nicht die Gewissheit der Reinheit erlangt hat (es herrschen z. B. Zweifel über die vorschriftsmässige Beschaffenheit des Bades), ist so anzusehen, als hätte er nicht gebadet. Aber auch die oben allein mögliche Erklärung des Wortes lässt sich an dieser Stelle aufrecht erhalten: Wer gebadet hat, ohne sich für irgend eine der hier genannten höheren Stufen zu entscheiden, ist von allen ausgeschlossen. Als hätte er gar nicht gebadet, darf er nur Ungeheiligtes essen, das ja auch dem Unreinen gestattet ist."
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+ "Die Kleider des Landvolks. Unter עם הארץ (Volk des Landes) ist der grosse Haufe, die gemeine unwissende Menge zu verstehen. Wie aber גוי (Volk) in der Mischna vorzugsweise den einzelnen Heiden bezeichnet, so auch עם הארץ den einzelnen Ungebildeten, bald wie hier im Gegensatz zum פרוש als einen Mann, der es mit den Vorschriften über die hierologische Reinheit nicht genau nimmt, bald wieder im Gegensatz zum נאמן und zum חבר (s. Demai II 2—3) als eine Person, die in Bezug auf die Entrichtung des Zehnt vom Ernteertrage nicht zuverlässig ist.",
+ "sind Midrâs. מדרס ist ein als Sitz oder Lager geeigneter Gegenstand, der durch den auf ihn geübten Druck (דרס = drücken) von Personen, die mit einem unreinen Ausfluss oder Aussatz behaftet sind, zu einem Herd der Unreinheit gemacht worden ist (s. Jom Ṭob II Anm. 33).",
+ "für die Abgesonderten. פרושים sind Personen von strengster Enthaltsamkeit und Sittenreinheit. Sie beobachteten mit peinlichster Gewissenhaftigkeit auch nach der Zerstörung des Tempels noch die hierologischen Reinheitsgesetze und alle auf diesen sich aufbauenden rabbinischen Erschwerungen, hielten sich deshalb von der grossen Menge, die solche Vorschriften nicht mehr genau befolgte, möglichst fern und wurden deshalb P’ruschim (Pharisäer, von פרש = sich absondern) genannt. Das Wort wurde im Kampfe mit den Sadokäern und Boëthosäern zur Parteibezeichnung für die Anhänger der Schriftgelehrten, welche die Verbindlichkeit der mündlich überlieferten Lehre gegen die Angriffe jener Sekten verteidigten.",
+ "die Heiliges essen. Die meisten Ausgaben lesen בגדי קדש statt בגדי אוכלי קדש.",
+ "sind Midrâs für Sühnemittel. Mit anderen Worten: Die Kleider des gewöhnlichen Mannes, sofern sie zum Sitzen oder Liegen benutzt werden konnten, wurden von den P’ruschim für unrein gehalten, deren Tücher wieder von den Priestern, die Teruma assen, nicht benutzt wurden, weil deren Reinheit ihnen nicht genügte. So war auch die Reinheit der Kleider, deren die Priester sich bedienten, nicht ausreichend für Personen, die Heiliges zu geniessen hatten, während ihre Tücher wieder denen als unrein galten, die mit der Gewinnung der Reinigungsasche und der Herstellung oder Anwendung des Sprengwassers irgendwie beschäftigt waren, bez. (nach R. Ḥananêl) von Opfern höherer Heiligkeit essen wollten. Nach einer Ansicht im bab. Talmud z. St. ist übrigens eine Lücke in unserer Mischna. Es sollte heissen: die Kleider der Abgesonderten sind Midrâs für die, die (zweiten) Zehnt essen; die Kleider derer, die (zweiten) Zehnt essen, sind Midrâs für die, die Hebe essen (בגדי פרושים מדרס לאוכלי מעשר בגדי אוכלי מעשר מדרס לאוכלי תרומה).",
+ "Josef ben Jo‘ezer war einer der Frömmsten in der Priesterschaft. Mit dem Artikel wäre חסיד שבכהונה die in der Mischna übliche Form des Superlativs; vgl. היפה שבהן (P’saḥim IX 8), הגדול שבהן (Rosch haschana II 6), הזקן שבהם (Ta‘anijot II 1). So heisst es wohl nur: einer der Frömmsten.",
+ "und es war sein Tuch Midrâs für Heiliges. In seinem Hause wurde gewöhnlich nur der für die Priesterhebe erforderliche Grad der Reinheit streng beobachtet. Darum mussten die Tücher selbst dieses hervorragenden, über jeden Verdacht der Unachtsamkeit erhabenen Mannes, soweit sie zum Sitzen oder Liegen dienten, denen als ein Herd der Unreinheit gelten, die Heiliges zu geniessen hatten.",
+ "Joḥanan ben Godgada ass zeitlebens in Heiligtumsreinheit. All seine Speisen wurden in bezug auf hierologische Reinheit mit derselben Behutsamkeit wie Opferfleisch zubereitet und aufgetragen",
+ "und es war sein Tuch Midrâs für Sühnemittel. konnte aber mit Heiligem in Berührung gebracht werden. Folgerecht darf jemand, der selbst Ungeheiligtes nur in der für das Heilige geforderten Reinheit geniesst, wenn er in dieser Absicht gebadet hat, auch Opferfleisch essen. Der Anfang der vorigen Mischna spricht nur scheinbar dagegen. Dort ist von einem Manne die Rede, der Ungeheiligtes in Reinheit geniesst, seine Speisen also vor sekundärer Übertragung der Unreinheit in acht nimmt, hier dagegen von jemand, der sie sogar vor Unreinheit des vierten Grades zu schützen bedacht ist (s. P’saḥim I Anm. 26). Dort ein אוכל חולין בטהרה , hier ein אוכל חולין על טהרת הקודש."
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+ "Grössere Strenge waltet bei Heiligem. Opferfleisch und Opferbrot wie auch Mehl, Wein und Öl. die für den Altar geweiht sind. Zusatz: חומר בקדש מבתרומה im Sinne von חמור הקדש מן התקומה ist eine sehr beliebte, in der Mischna ziemlich häufige Konstruktion (נדרים II 2; נזירות IX 1; בבא קמא VIII 2; בבא בתרא VIII 8…) Gewöhnlich wird חומר in solcher Verbindung als Substantiv aufgefasst und חֹמֶר gesprochen. In כריתות II 4 (זה חומר החמיר) ist das zweifellos richtig. Hier aber wie an allen den Stellen, an denen ein Komparativ folgt, scheint mir diese Vokalisation bedenklich. Steigern kann man nur ein Adjektiv und ein Verbum. Man kann wohl sagen: חכם אתה מכל האדם oder: חכמת מכל האדם; man kann aber trotz ופסילהם מירושלם ומשמרון (Jes. 10,10) nicht sagen: nicht sagen: חכמתך מכל האדם, auch nicht:חכמתך מחכמת כל האדם, wenigstens nicht in der schlichten Prosa der Mischna. Eine Ausnahme bilden nur die Substantiva, bei denen der Begriff der Überlegenheit wie bei מותר und יתרון schon im Worte liegt (יתרון האור מן החשך ,מותר האדם מן הבהמה), zu denen aber חומר ebensowenig wie חכמה gehört. Auch nicht קדושה. Daherארץ ישראל מקודשת מכל ארץ ישראל מקודשת מכל הארצות und nicht: קדושת ארץ ישראל מכל הארצות, was dort nach עשר קדושות הן näher läge. Ebenso מצוה בו יותר מבשלוחו und nicht kürzer: מצוה בו מבשלוחו. Man sollte daher in solchem Zusammenhange wie in unserer Mischna nicht חֹמֶר sondern חוֹמֵר lesen, das sich von חמור (ebenso wie בוטח von אוחז ,בטוח von ,אחוז, זוכר von שוכן ,זכור von שורה ,שכון von שרוי) dadurch unterscheiden würde, dass dieses einen Zustand, jenes eine Tätigkeit ausdrückt (s. S. 229, Anm. 11). — Ist dies richtig, so löst sich die Schwierigkeit in der Verbindung קל וחומר, durch die der Schluss vom Leichtern auf das Schwerere oder umgekehrt bezeichnet wird, auf die einfachste Weise. Es heisst dann weder קַל וָחוֹמֶר, noch קֹל וָחֹמֶר, sondern קַל וְחוֹמֵר. ",
+ "als bei der Hebe. Die vom Ernteertrage und vom Brotteige dem Priester zustehende Abgabe, die gleich dem Heiligen nur in reinem Zustande und nur von reinen Personen gegessen werden darf.",
+ "aber nicht für Heiliges. Unreine Gefässe können, wenn man sie zu Hebe gebraucht, in einem grössern Gefässe vereinigt und so ins Reinigungsbad getaucht werden; will man sie dagegen zu Heiligem verwenden, muss jedes einzeln untergetaucht werden.",
+ "[Man unterscheidet] Aussenfläche. Wenn אחוריים die richtige Lesart ist (‘Aruch schreibt אחורים), erklärt sich der Dual entweder wie bei ירכתים (2. B. M. 26, 23 u. ö.) durch Begriffsübertragung vom menschlichen Körper auf leblose Dinge oder durch die Erwägung, dass jedes Gefäss zwei Aussenflächen hat, eine senkrechte und eine waagrechte.",
+ "Innenseite und Griff. בית הצביטה = Ort des Anfassens, Griff. Der Stamm צבט findet sich in der Bibel nur an einer einzigen Stelle (Rut 2,14), an der er darreichen bedeutet. Im Arabischen heisst ضبط festhalten. Eine andere Lesart lautet בית הצביעה = die Fingerstelle (צביעה von אצבע), der obere Rand, an dem man das Gefäss mit den Fingern festhält. — בית (eig. Haus) steht hier in seiner verblassten Bedeutung für Raum wie in בית סאה ,בית האילן ,בית השלחין, בית השחי ,בית הבליעה u. v. a.",
+ "aber nicht auf Heiliges. Wenn ein Gefäss an seiner Aussenseite mit Getränken vom ersten Grade der Unreinheit (P’saḥim I Anm. 26) in Berührung kam, so ist die im Innern oder am Griffe befindliche Priesterhebe rein geblieben; denn die Fähigkeit solcher Flüssigkeiten, ein Gefäss unrein zu machen, ist in der Tora nicht begründet (nach deren Gesetzen ein Gerät nur durch einen Herd der Unreinheit infiziert werden kann), beruht vielmehr nur auf einer Satzung der Rabbinen, die sie für Priesterhebe auf die Berührungsfläche beschränkt haben. Ist dagegen Heiliges im Gefässe oder am Griffe, so überträgt sich die Unreinheit der Flüssigkeiten von der Aussenfläche auch auf den Inhalt. Derselbe Unterschied zwischen Priesterhebe und Heiligem gilt sinngemäss auch für unreine Getränke der genannten Art am Griffe des Gefässes, aber nicht in dessen Innern. Ist dieses durch sie unrein geworden, so ist das ganze Gefäss, auch Griff und Aussenfläche, selbst für Priesterhebe unrein. Und es braucht nicht gesagt zu werden, dass es ohne jede Einschränkung in allen seinen Teilen unrein ist, wenn es an irgend einer Stelle von einem Herd der Unreinheit berührt wurde. Merkwürdigerweise erklärt Raschi und nach ihm R. ‘Obadja, ohne dass R. Jom Tob Heller etwas dagegen einwendet, das Gerät bleibe auch dann aussen und am Griffe rein, wenn es innen unrein geworden. Derselben Meinung begegnen wir auch noch in תפארת ישראל, obgleich die Mischna in Kelim (XXV 6) ausdrücklich sagt: כלי שנטמא אחוריו במשקין אחוריו טמאין תוכו אגנו אזנו וידיו טהורין נטמא תוכו כלו טמא . Vielleicht denkt Raschi an ein Gefäss, das auch aussen am Boden eine Vertiefung hat. Der Wortlaut in ישראל תפארת lässt eine solche Auffassung nicht zu.",
+ "Wer ein Midrâs. Ein Kissen oder Kleidungsstück, das eine mit unreinem Ausfluss oder Aussatz behaftete Person in einer Weise benutzt hat, dass es ein Herd der Unreinheit wurde (s. Jom Ṭob II Anm. 33).",
+ "darf Hebe tragen. wenn dafür gesorgt ist, dass weder das Midrâs noch er selbst sie berühren kann.",
+ "sind Midrâs für Heiliges. Die Kleider der Priester, die Hebe assen, galten denen, die mit Opferfleisch, Opferbrot, Opferwein und sonstigen geweihten Dingen in Berührung kamen, für unrein, wie bereits oben (II 7; s. auch Anm. 46 daselbst) erwähnt wurde.",
+ "untertauchen und nachher zusammenbinden. Will man unreine Stoffe durch das Reinigungsbad für Heiliges gebrauchsfähig machen, muss man sie, wenn sie zusammengebunden oder gerollt sind, erst auseinanderfalten, und wenn sie nass sind, erst trocknen, ehe man sie untertaucht und wieder faltet oder zusammenbindet. — Jeruschalmi liest nicht ומנגב. Die Erklärung des Wortes s. in Anm. 21.",
+ "bei Hebe aber kann man zusammenbinden und nachher untertauchen. Wenn die unreinen Stoffe nur für Priesterhebe benutzt werden sollen, kann man sie, wenn es so bequemer ist, sogar zum Zwecke des Untertauchens zusammenbinden, sofern der Zutritt des Wassers dadurch nicht verhindert wird."
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+ "die in Reinheit fertiggestellt wurden. von einem Handwerker, der in Bezug auf hierologische Reinheit von vertrauenswürdiger Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit ist. Vor ihrer Vollendung, also in unfertigem Zustande, sind Geräte für solche Unreinheit nicht empfänglich.",
+ "müssen für Heiliges untergetaucht werden. in ein Reinigungsbad.",
+ "was an Hebe sich in ihm befindet. Wenn mehrere Stücke Opferfleisch oder ein ganzer Haufen Räucherwerk auf einer Platte verstreut liegen und eines der Stücke oder der Körnchen von etwas Unreinem berührt wird, ist alles unrein, was auf der Platte sich befindet; wenn es dagegen Hebe ist, von der mehrere Brote nicht allein auf einem flachen Geräte, sondern selbst in einem tiefen Gefässe vereinigt sind, so ist nur das eine unbrauchbar, das von dem unreinen Gegenstande berührt wird, die anderen Brote bleiben rein.",
+ "Hebe die dritte. Die hierologische Unreinheit pflanzt sich durch Übertragung von ihrem Herde durch eine Reihe von Gliedern weiter fort (ולד הטומאה), wird aber in jedem Kettengliede abgeschwächt, bis sie sich endlich erschöpft. In Priesterhebe erlischt ihre Übertragungsfähigkeit schon im dritten, bei Heiligem erst im vierten Gliede (s. P’saḥim I Anm. 26)",
+ "wenn die eine Hand unrein geworden. durch eine nur in rabbinischer Satzung begründete Unreinheit (s. oben Kap. II Anm. 33).",
+ "die andere rein. Man braucht, um Hebe essen zu dürfen, nur die unrein gewordene Hand zu waschen, die andere auch dann nicht, wenn sie jene (in trockenem Zustande; s. Anm. 20) sogar berührt hat.",
+ "für Heiliges aber muss man beide untertauchen. Waschen (נטילה) genügt nicht zum Genuss von Heiligem; selbst zu seiner Berührung ist Baden der Hände (טבילה) erforderlich.",
+ "denn die eine Hand verunreinigt. מטמא schreiben nicht nur unsere Ausgaben, sondern auch die besten Handschriften. Es ist aber nicht m’ṭammê zu lesen, da יד weiblich ist, sondern m’ṭamma. מטמא ist nämlich aus מטמאה durch Zurückziehung des Vokals vom א aufs מ verkürzt, wie כשגגה היוצא מלפני השליט (Ḳohelet 10, 5) aus היוצאה. Diese Behandlung der ל״א nach den Gesetzen der ל״ה, die in der Bibel zu den seltenen Ausnahmen gehört, ist in der Mischna bei einigen Formen (wie z. B. קורין für קודאין und מציגו statt מצאנו schier die Regel.",
+ "die andere in Bezug auf Heiliges. Nach dem einfachen Wortsinn bedeutet der Ausdruck מטמא wie sonst überall so auch hier eine Verunreinigung durch Berührung, während aus dem Wortlaut des vorangehenden Satzes (ובקדש מטביל שתיהן) hervorzugehen scheint, dass sobald die eine Hand unrein geworden, die andere eo ipso nichts Heiliges berühren darf, bevor beide untergetaucht sind. In der Tat liest Jeruschalmi והיד an Stelle von שהיד, sodass der zweite Satz eine neue Erschwerung einführt und nicht mehr die bloße Begründung des ersten enthält, (eine solche findet sich bei keinem der hier angeführten elf Unterschiede). Es wäre nun nicht mehr von der unrein gewordenen, sondern von der Hand schlechthin die Rede, die ungewaschen stets eine Unreinheit zweiten Grades darstellt. Hat man demnach die eine Hand, nachdem man sie ins Reinigungsbad getaucht und wieder abgetrocknet hat, mit der andern berührt, so ist sie dadurch für Heiliges unrein geworden, für Hebe aber rein geblieben, falls nicht die eine oder die andere nass gewesen. Nach unserer Lesart bleibt es zweifelhaft, ob dadurch, dass die eine Hand für Heiliges unrein geworden, auch die andere es ohne weiteres geworden ist. Maimuni (Hil. Sch’ar Abot hattum’ot XII 12) bejaht es, sofern die unreine feucht war; R. Abraham b. Dawid verneint es (daselbst) auch in diesem Falle. Beide stimmen darin überein, dass die Verunreinigung der einen Hand durch die andere in trockenem Zustande und ohne gegenseitige Berührung auch in Bezug auf Heiliges ausgeschlossen ist, in feuchtem Zustande dagegen und mittels Berührung selbst für Hebe zustande kommt."
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+ "Man darf trockene Speisen mit unreinen Händen essen. אוכלים (Speisen) ist der Plural von אוכל, also Ochalim (und nicht Ochelim wie das vorangehende Partizip) zu lesen. Trotz des ו! Denn in den nachbiblischen Texten stehen die Lesemütter der grössern Deutlichkeit wegen auch für Halbvokale (s. P’saḥim VIII Anm. 42). Mit נגב übersetzt Onkelos das hebr. חרב (trocknen); syrisch ebenso ܢܓܰܒ — מסואב ist der hebraisierte Pu‘al des aramäischen Wortes סאב, das in den Targumim für das biblische טמא meist im Sinne hierologischer Unreinheit gesetzt wird. Wie in der vorigen Mischna (s. Anm. 16) ist auch hier von einer nur auf rabbinischer Satzung beruhenden Unreinheit die Rede.",
+ "wenn es sich um Priesterhebe. Früchte sind gegen hierologische Unreinheit (3. B. M.11,37) immun, solange sie nicht durch Benetzung mit einer Flüssigkeit für die Übertragung empfänglich gemacht werden (das. 38). Heilige Speisen bilden wegen ihrer besondern Empfindlichkeit (חבת הקדש) eine Ausnahme; Hebe aber kann in trockenem Zustande von den Händen, wenn diese ebenfalls trocken sind, keine Unreinheit annehmen und daher unbedenklich mit unreinen Fingern angefasst werden.",
+ "wenn es sich um Heiliges handelt. auch dann nicht, wenn man das Heilige nicht berührt, indem man es mit einer Gabel oder durch Vermittlung einer fremden Hand zum Munde führt.",
+ "Ein Leidtragender. Wer den Verlust von Eltern. Geschwistern, Kindern oder eines Gatten zu beklagen hat, darf am Todestage und in der folgenden Nacht nichts Heiliges geniessen, auch wenn er der Leiche fern geblieben, sodass er durch sie nicht unrein geworden ist. Findet die Beerdigung später statt, gilt dieses Verbot, bis der Tag der Bestattung zu Ende geht.",
+ "und ein der Sühne Unterworfener. Ein Unreiner, der die volle Reinheit erst erlangt, nachdem er an dem auf das Reinigungsbad folgenden Tage die vorgeschriebenen Sühnopfer dargebracht hat, darf ebenfalls, ehe er sich dieser Pflicht entledigt hat, nichts Heiliges geniessen.",
+ "bedürfen des Reinigungsbades für Heiliges. Wenn die Zeit, für die ihnen der Genuss des Geweihten untersagt ist, vorübergegangen, müssen sie, um Heiliges essen zu dürfen, erst im ordnungsmässigen Bade untertauchen. — Der Ausdruck כפורים מחוסר ist hier nicht genau zu nehmen. Zu der Stunde, da er untertaucht, hat er doch schon seine Opfer dargebracht, ist er mithin kein der Sühne Ermangelnder mehr.",
+ "aber nicht für Hebe. Dem Leidtragenden ist Hebe überhaupt nicht verboten, dem Unreinen nur bis Ablauf des Tages, an dem er das Reinigungsbad genommen hat."
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+ "Von der Modi‘it. Die Modî‘it liegt etwa 15 Km nördlich von Jerusalem. In der heiligen Stadt gab es keine Ziegelöfen; ihre Bewohner waren auf die Töpferwaren angewiesen, die in den Dörfern zwischen Modin und Jerusalem hergestellt wurden.",
+ "nach innen geniesst man Vertrauen in Bezug auf Tongefässe. Man kann in den genannten Orten von jedem Töpfer, ohne seine Vertrauenswürdigkeit zu prüfen, Tongefässe kaufen, um sie für Heiliges zu verwenden, aber nicht, um sie zur Hebe zu benutzen.",
+ "von der Modi‘it nach aussen. weiter nach Norden hin.",
+ "geniesst er kein Vertrauen mehr. Nicht allein von dem im bezeichneten Gebiete ansässigen Töpfer, sondern auch von jedem, der von auswärts, etwa zum Markte, dort erschienen ist darf man ohne Bedenken Tongefässe zu heiligem Gebrauch erwerben, aber nur von ihm selbst, nicht von anderen Verkäufern, denen er sie vor seiner Heimkehr dort zurückgelassen hat, ferner nur die Töpfe, die er selbst angefertigt hat, nicht solche, die seine Handwerksgenossen ihm zum Verkauf mitgegeben haben, für die er daher nicht bürgen kann, endlich nur für den eigenen Bedarf des Käufers, jedoch nicht zum Wiederverkauf oder gar zu Handelszwecken; haben jedoch die Gefässe dieses Gebiet verlassen, dürfen sie weder zu Hebe noch zu Heiligem verwendet werden. So nach der uns vorliegenden Lesart. Viel einleuchtender ist die Erklärung Maimunis, aber sie setzt eine (wenn auch nur geringfügige) Textänderung voraus. Wenn wir lesen dürften: הקדר שהוא מוכר הקדרות נכנס לפנים מן המודיעית נאמן יצא הוא הקדר והן הקדרות והן הלוקחין אינו נאמן , gäbe die Mischna einen vortrefflichen Sinn: Wenn der Töpfer, der seine Töpfe selbst verkauft, diesseits der Modî‘it eingetreten ist, geniesst er Vertrauen Sowie er hinausgezogen, geniesst derselbe Töpfer für dieselben Töpfe und bei denselben Kunden (die eben erst bei ihm gekauft haben) kein Vertrauen mehr."
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+ "Wenn Steuerbeamte. גבאין (vom aram. גבא, ܓܰܒܳܐ = erheben, eintreiben) sind hier jüdische Staatsbeamte, die mit der Einziehung der Steuern betraut, aber gleich den folgenden גנבים in Bezug auf hierologische Reinheit unzuverlässig sind.",
+ "desgleichen wenn Diebe Geräte zurückgebracht haben. aus eigenem Antriebe, in Bußfertigkeit. — החזיר ist aram. Lehnwort, verwandt mit; und הרר. Der Kal (חזר) bedeutet zunächst umhergehen, die Runde machen (s. ‘Erubin II 6), dann zurückkehren.",
+ "Wir haben nicht angerührt. Man glaubt den Dieben sogar, wenn sie von den zurückgebrachten Tongefässen versichern, sie hätten sie nur von aussen, aber nicht von innen berührt. Irdenes Geschirr kann nämlich nur von innen unrein werden.",
+ "In Jerusalem geniesst man Vertrauen in Bezug auf Heiliges. Dort kann man jedem Glauben schenken, der sich für die Reinheit seiner Tongeräte in Bezug auf Heiliges verbürgt.",
+ "und zur Zeit eines Festes. רגל ist die Bezeichnung für jedes der drei Freudenfeste: שבועות ,פסח und סכות. An diesen Festen befleissigten sich die Bewohner der heiligen Stadt, auch die sonst Unzuverlässigen besonderer Reinheit. שעה lautet im Arabischen ساعة; der st. constr. ist daher weder שַׁעַת noch שְׁעַת, sondern שׇׁעַת zu lesen."
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+ "Wer für den Bedarf des Festes seine Kanne geöffnet oder seinen Teig angebrochen hat. על גב הרגל: wörtlich auf das Fest hin, mit Rücksicht auf das Fest. Er hat am Feste Wein oder Brotteig in Jerusalem verkauft, seine Kunden, unter denen auch mancher Unwissende war, haben die Gefässe berührt, und nun ist ihm nachdem Feste ein Teil der Ware übrig geblieben.",
+ "darf nach den Worten des Rabbi Juda vollenden. Er darf den Rest auch nach dem Feste weiterverkaufen, da doch während des Festes jedermann in der heiligen Stadt als rein galt.",
+ "Er darf nicht vollenden. Die Voraussetzung allgemeiner Reinheit ist eine Vermutung, die mit dem Ablauf des Festes sowohl für die Personen als für die von ihnen berührten Gegenstände ihre Rechtskraft verliert. Aus diesem Grunde wurden auch, wie weiter berichtet wird, die Geräte des Heiligtums, die an den Festtagen von der zahlreich hereinströmen. den Menge berührt sein konnten, nach dem Feste in ein Reinigungsbad getaucht.",
+ "schritt man. Die Bedeutung von מעבירין ist an dieser Stelle etwas dunkel. Nach Raschi ist את הכלים zu ergänzen: Man entfernt die heiligen Geräte von ihrem Platze, um sie zu reinigen. Das wäre jedoch nicht nur kürzer, sondern auch klarer und einfacher mit den Worten היו פטהרין את העזרה ausgedrückt. Auch die folgende Frage (כיצד מעבירין) gibt in dieser Auffassung keinen guten Sinn. Es handelt sich doch nicht darum, wie man die Geräte wegschafft, sondern wie man sie reinigt. Der Hif‘il von עבר hat aber zuweilen die Bedeutung des Ḳal z. B. in אין מעבירין על האוכלין (‘Erubin 64 b), כל המעביר על פרותיו מעבירין לו על כל פשעיו (Joma 23 a), אין מעבירין על המצוות (das. 33a unten). In Verbindung mit על heisst העביר allerdings vorübergehen, überschreiten, es kann aber על auch nach Verben der Bewegung die Bedeutung wegen haben wie z. B. in יוצאין אף על הכלאים (Sch’ḳalim I 1), sodass מעבירין hier den Sinn von נכנסים על טהרת העזרה hätte.",
+ "zur Reinigung der Opferhalle. s. Anm. 49.",
+ "War das Fest am sechsten Tage. am sechsten Wochentage, dem Rüsttage des Schabbat.",
+ "vorüber. es endete also am Donnerstag.",
+ "schritt man wegen der Ehre des Schabbat. zu dessen würdigem Empfang die Priester in ihren Häusern die Vorbereitungen zu treffen hatten.",
+ "Auch nicht am fünften Tage. Auch am Donnerstag wurde die Reinigung nicht vorgenommen, wenn das Fest am Mittwoch zu Ende ging.",
+ "weil die Priester keine Muße hatten. Sie waren durch die Wegschaffung der Asche sehr in Anspruch genommen, die sich während der Festtage in grosser Menge auf dem Opferaltar angesammelt hatte und noch vor Beginn des Schabbat beseitigt werden sollte. — פנה bedeutet im Pi‘el wegräumen, freimachen (1. B. M. 24, 31 ein Haus; Jesaja 40, 3 einen Weg); daher פנוי = ledig (auch = unverheiratet), frei, unbeschäftigt."
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+ [
+ "wurden untergetaucht. im Reinigungsbade (s. Kap. II Anm. 28).",
+ "zu ihnen. zu den Leuten, die sich in der Halle drängten. Die Warnung wurde selbstverständlich nicht jetzt, sondern in den Tagen des Festes eingeschärft und wandte sich nach Raschi z. St. an die Priester; anderen Personen war es ja ohnehin nicht gestattet, den Raum zu betreten, in welchem der goldene Tisch mit den heiligen Broten stand (Tosafot z. St. unter שלא תגעו). Nach Maimonides (הל׳ מטמאי משכב ומושב XI 11) galt die Warnung der Volksmenge, die sich im Heiligtum drängte, um die Schaubrote auf dem goldenem Tische zu bewundern. Er scheint also mit Jeruschalmi (z. St. gegen Ende) angenommen zu haben, dass der Tisch bei dieser Gelegenheit in die Vorhalle hinausgetragen und nicht bloß hochgehoben den Leuten von fern gezeigt wurde Wie dem auch sei, bietet der Satz in dieser Auffassung einige Schwierigkeit. Zunächst die Reihenfolge. Die Mischna spricht hier von der Zeit nach Ablauf des Festes (משעבר הרגל). Sie sollte daher nicht einfach ואומרין להם sagen, sondern etwa: ובשעת הרגל היו אומרין להם . Zum mindesten aber durfte man die umgekehrte Satzstellung erwarten: אומרין להם הזהרו שלא תגעו בשלחן ותטסאוהו ומטבילין שאר הכלים שהיו במקדש. Sodann das Wort ותטמאוהו (das sich allerdings in der Mischna des bab. Talmud nicht findet; in der des Jeruschalmi fehlt sogar der ganze Satz). Da während des Festes jedermann als rein galt, mithin die Verunreinigung des Tisches durch die Berührung nicht sofort erfolgte, sondern erst nachträglich mit dem Ende des Festes wirksam wurde (Anm. 49), konnte man doch den Leuten nicht zurufen: Nehmt euch in acht, dass ihr ihn nicht verunreiniget. Man wäre daher zu glauben versucht, dass die Mahnung zur Vorsicht an die Personen gerichtet wurde, die sich anschickten, die heiligen Geräte ins Reinigungsbad zu tauchen. Da mit der Möglichkeit zu rechnen war, dass diese Gegenstände während des Festes von Leuten, die vielleicht unbewusst im Leichenzelt oder durch ein mit einem Toten in Berührung gekommenes Kleidungsstück unrein geworden, angefasst worden waren und als כלים שנגעו בטמא מת folglich einen Herd der Unreinheit bildeten (s P’saḥim I, Anm. 33), wäre der Tisch, wenn ein solches Gerät auch nur aus Versehen und für die Dauer eines Augenblicks anstiesse, dem Verdachte einer Unreinheit ersten Grades (ראשון לטומאה) ausgesetzt, durch welche auch die beiden Brote, die unmittelbar auf der Tischplatte ruhten und nicht wie die übrigen durch die goldenen Halbröhren isoliert waren, sofort infiziert würden. Dem sollte durch die Warnung vorgebeugt werden.
Dagegen war es nicht erforderlich Vorsorge zu treffen, dass der Tisch während des Festes von keinem Unreinem berührt werde, da die Priester, denen allein der Zutritt gestattet war, über jeden Verdacht der Unreinheit erhaben waren. Eine Berührung durch diese liess sich auch gar nicht vermeiden. Wurden doch an jedem Schabbat, auch an dem der Festwoche, die alten Brote entfernt und durch frische ersetzt.",
+ "dass ihr den Tisch. Die meisten Ausgaben lesen בשלחן ובמנורה. Im bab. Talmud wird aber ausdrücklich bezeugt, dass die Mischna das Wort ובמנורה nicht hat (ותנא דידן מאי טעמא לא תני מנורה). Das ergibt sich übrigens auch aus dem folgenden ותטמאוהו. Es müsste ja, auf zwei Objekte bezogen, ותטמאום lauten.",
+ "nicht betrühret und ihn verunreiniget. Tische sind im allgemeinen flache Holzgeräte ohne Hohlraum und daher nach dem Gesetze der Tora für hierologische Unreinheit schlechthin unempfänglich (פשוטי כלי עץ אינן מקבלין טומאה). Die rabbinische Satzung aber unterscheidet drei Gruppen solcher Geräte: 1) die ausschliesslich dem Menschen zu unmittelbarer Benutzung vorbehaltenen (z. B. eine Leiter); 2) die ihm bloß als Mittel für die Zwecke seiner Gebrauchsgegenstände erforderlichen (wie etwa die Konsole einer Wanduhr oder der Ständer einer Lampe); 3) die vom ihm sowohl mittelbar als unmittelbar benutzten (z. B. die als Lager und zugleich zur Unterbringung der Kissen dienende Ruhebank). Die Holzgeräte der letzten Gruppen, zu denen auch die Tische gehören, sind für Unreinheit empfänglich, die der ersten immun, die der zweiten sind empfänglich, wenn sie wie die Uhrkonsole zu dauernder Verwendung bestimmt sind, immun dagegen, wenn sie nur gelegentliche Dienste leisten, wie der Lampenständer, der nur im Gebrauch ist, solange die Lampe brennt (s. Mischne Tora הל׳ כלים IV 1). Nach רש״י (zu מנחות 96 b unter טמאה) und ר״י (Tosafot עירובין 31 a unter בפשוטי) sind Tische darum nicht immun, weil sie vermöge ihrer breiten Platte auch ohne Hohlraum aufnahmefähig sind. Der Tisch nun, auf dem die heiligen Brote im Hechal ruhten, war ein goldbelegtes Holzgerät mit glatter, aber geräumiger Oberfläche. Rings war er von einer handbreiten Leiste umgeben (2. B. M. 25, 25), von der es indessen zweifelhaft ist, ob sie oben am Rande der Platte oder unten an den Füssen befestigt war. In Sukka (5a unten) herrscht darüber eine Meinungsverschiedenheit War der Tisch von der Leiste überragt, so hatte er einen Hohlraum und war daher selbst nach dem Gesetze der Tora der Möglichkeit einer Verunreinigung ausgesetzt; war die Leiste unterhalb angebracht, so drohte diese Gefahr wenigstens auf Grund der rabbinischen Satzung. Allerdings sind auch nach dieser solche Holzgeräte, die nicht dem Transporte dienen, sondern dazu bestimmt sind, den ihnen angewiesenen Standort dauernd zu behaupten (כלי עץ העשויין לנחת), für Unreinheit unempfänglich. Beim goldenen Tische trifft jedoch diese Voraussetzung nicht zu. Es ist bereits oben (Anm. 58) erwähnt worden, dass er an den Festtagen emporgehoben, nach einigen sogar aus dem Hechal hinausgetragen wurde, um dem Volke gezeigt zu werden.",
+ "wenn die ersten unrein geworden. und dieser Fall konnte trotz aller Vorsicht auch bei dem oben erwähnten heiligen Tische eintreten. So heisst es auch in der Tosefta hier am Schlusse: שלחן שנטמא מטבילין אותו אפילו בשבת. Also gab es auch für ihn zwei goldene Ersatztische.",
+ "bedurften des Tauchbades. Dem Zusammenhange nach muss man hier nicht notwendig an die regelmässige Reinigung nach Ablauf eines jeden Festes denken; es könnte ebenso gut das gelegentliche Tauchbad nach zufälliger Verunreinigung gemeint sein. Allein der Ausdruck טעוגין טבילה deutet doch darauf hin, dass in erster Reihe von der regelmässigen Reinigung die Rede ist. Die Mischna hätte sonst wohl die Bezeichnung מקבלין טומאה gewählt (= sie sind für hierologische Unreinheit empfänglich).",
+ "mit Ausnahme des goldenen Altars. des innern Altars, auf dem morgens und abends im Hechal das Räucherwerk dargebracht wurde.",
+ "und des kupfernen Altars. des äussern Altars, auf dem im Vorhofe des von Mosche errichteten Heiligtums die Opfer dargebracht wurden. Im zweiten Tempel war der Opferaltar ein ansehnliches Bauwerk aus unbehauenen Steinen, 32 Ellen lang, ebenso breit und 10 Ellen hoch. Dieser kann hier nicht gemeint sein, denn er war am Boden festgemauert und konnte schon darum nicht von seinem Platze gerückt und in ein Reinigungsbad getaucht werden. Auch war er nicht mit Kupfer belegt und steht daher, selbst wenn man den Ausdruck מזבח הנחשת im übertragenen Sinne nehmen wollte, in keinerlei Beziehung zu der Begründung: מפגי שהן מצופין. Andererseits weist die Vorschrift טעונין טבילה (s. Anm. 62) auf den zweiten Tempel hin. Auf eine frühere Zeit ist die rabbinische Verordnung, nach jedem Feste die heiligen Geräte auf alle Fälle einer Reinigung zu unterziehen, kaum zurückzuführen. Vermutlich nimmt die Mischna an, dass der alte, bald nach dem Auszuge aus Ägypten schon angefertigte Kupferaltar, der sich noch im Tempel Salomos befand (1. Könige 8, 64), obgleich ihn dieser König durch einen grössern Opferaltar ersetzt hatte (זבחים 59 b), auch im zweiten Tempel noch vorhanden war, wo er zwar nicht benutzt, aber zur Erinnerung an den grossen Lehrer und Führer pietätsvoll aufbewahrt wurde.",
+ "weil sie dem Erdboden glichen. und daher für hierologische Unreinheit keine Empfänglichkeit besitzen. Zwar war weder der goldene noch der kupferne Altar fest mit dem Boden verbunden, sie standen aber auch nicht, wie etwa der goldene Tisch, auf Füssen, ruhten vielmehr mit ihrer ganzen Grundfläche auf der Erde und machten so den Eindruck eines kleinen Bauwerks, wie ja auch die Tora bei dem einen von seinem Dache und seinen Wänden spricht (2. B. M. 30, 3: את גגו ואת קירותיו; s. auch Jeruschalmi z. St.) und den andern als einen Erdaltar bezeichnet (das. 20,4: כזבח אדמה; s. auch Babeli z. St.).",
+ "Weil sie überzogen waren. Auf den Einwand, dass Metallgeräte infolge ihrer grössern Empfänglichkeit für טומאה deren Übertragung eher fördern als hemmen (אדרבה כיון דמצופין נינהו מיטמאי), gibt der bab Talmud hier zwei verschiedene Antworten. Nach der einen, welche die Ansicht der Weisen in einen Gegensatz zu der des R. Eli‘ezer stellt, hat וחכמים אומרים den Sinn von וחכמים מטמאים. Es soll dies keine Textänderung sein, sondern wahrscheinlich nur eine Auslegung (אימא, nicht תגי), die in מפני שהן מצופין eine Aposiopesis sieht, einen abgebrochenen Satz, zu welchem aus dem Vorhergehenden die Worte טעונין טבילה zu ergänzen sind, so dass nach ihrer Meinung auch die beiden Altäre des Reinigungsbades bedürfen. Diese Auffassung, an sich schon mit dem Wortlaut der Mischna schwer vereinbar, stösst jedoch, wie mir scheint, in שביעית X 7 auf eine erhebliche Schwierigkeit. Dort streiten dieselben Lehrer darüber, ob ein auf der Erde ruhender, aber nicht befestigter Bienenkorb (s. Tosefta עוקצין g. Ende und Jeruschalmi שביעית a. a. O.) im Hinblick auf hierologische Unreinheit und einige andere Beziehungen dem Boden gleich zu achten sei oder nicht. R. Eli‘ezer bejaht die Frage, die Weisen verneinen sie (ועל אורות הגדולה בענין זה ראה פי׳ ר׳׳ע מברטנורא שם ויש סדר למשנה ותוס׳ ר׳׳ע איגר ותפארת ישראל ומשנה ראשונה). Demnach müsste man zu der Begründung des R. Eli‘ezer (מפני שהם כקרקע) als Gegenäusserung die Worte וחכמים אומרים אינם כקרקע erwarten. Der Einwand מפני שהם מצופים könnte ja zu dem Irrtum verleiten, dass auch die Weisen die beiden Altäre dem Boden gleichstellen, ihnen aber trotzdem wegen ihres Metallüberzuges die Immunität aberkennen. — Nach der zweiten Antwort geben die Weisen zwar wiederum zu, dass der Metallüberzug weit eher Empfänglichkeit für טומאה als Immunität begründet, stimmen aber dennoch mit R. Eli‘ezer darin überein, dass der Holzkörper der Altäre keines Reinigungsbades bedurfte. Denn der Überzug lag nur lose an, so dass er leicht entfernt und ins Reinigungsbad gebracht werden konnte. Er bildete mithin ein besonderes Gerät für sich, dessen Unreinheit den Holzkern nicht infizieren konnte, da Geräte gegen sekundäre Übertragung unempfänglich sind (s. P’saḥim I, Anm. 26). Nun wären ja freilich die Altäre, hätten sie auch keinen Überzug gehabt, als Holzgeräte, die ihren Standort unverändert bewahrten (כלי עץ העשויין לנחת; s. oben Anm. 60), gegen Unreinheit gefeit. Daher meint der Talmud, die Worte der Weisen מפני שהם מצופים seien nicht als Begründung ihrer Zustimmung aufzufassen, sondern gegen R. Eli‘ezer gerichtet, der die Immunität der Altäre damit erklärt, dass sie dem Erdboden gleichen, und ihnen so den Charakter von כלי עץ העשויין לנחת stillschweigend abspricht. Ihm halten die Weisen entgegen: „Warum diese Beurteilung? Etwa weil sie überzogen sind? Ist denn ihre Hülle mit ihnen identisch? (בתמיהה דאי אמרת בניחותא נמצאו שני התירוצין סותרין זה את זה מן הקצה אל הקצה ). R. Eli‘ezer aber war vielleicht der Meinung oder rechnete wenigstens mit der Möglichkeit, dass der Überzug (durch Nägel oder sonstwie) mit dem Holzkern fest verbunden war, so dass er mit ihm eine geschlossene Einheit bildete. Wären nun die Altäre nicht dem Erdboden gleichgeachtet, so würde sich in dem Augenblicke, in welchem ein Unreiner die Hülle berührte, die Infektion sofort und unmittelbar dem ganzen Altar, auch seinem Holzkörper mitteilen. — Maimuni entscheidet in seinem Mischne Tora (הל׳ מטמאי משכב ומושב XI 11) nach dieser zweiten Antwort, gibt aber, abweichend vom Talmud, den Worten מפני שהם מצופים eine Deutung, in der sie nicht gegen R. Eli‘ezer gerichtet sind, sondern den Grund für die Ansicht der Weisen zum Ausdruck bringen. Somit steht die zweite Antwort im schroffsten Gegensatz zur ersten. Jetzt bildet der Überzug nicht mehr einen Träger der Infektion, sondern umgekehrt einen Schutz gegen die Infektion. Die Altäre bedürfen nicht etwa trotz ihrer Hülle, sondern gerade wegen ihrer Hülle keines Tauchbades. Folgerecht erklärt Maimuni daselbst an anderer Stelle (הלי כלים IV, 4). Jeder Überzug, gleichviel aus welchem Material, ist als unselbständiges Gerät unempfänglich für Unreinheit und schützt auch den von ihm umschlossenen Gegenstand vor deren Übertragung Demnach würden die Weisen mit R. Eli‘ezer in jeder Beziehung übereinstimmen, auch hinsichtlich der Immunität des Überzuges, nur nicht in der Art der Begründung. Wenn die Altäre keines Reinigungsbades bedürfen, so liegt das nach ihrer Meinung keineswegs an ihrer Verbindung mit dem Boden — das ist für sie kein ausreichender Grund — sondern lediglich an ihrem Überzuge. Warum musste nun aber der heilige Tisch, obschon auch er mit Gold belegt war, so peinlich vor Verunreinigung behütet werden? Vielleicht war bloß seine Platte, vielleicht auch nur deren Oberfläche vergoldet, die Füsse aber und die Randleiste entbehrten solchen Schmuckes und Schutzes (ואפשר שזהו מה שאמרו בתלמוד בבלי כאן שאני שלחן דרחמנא קרייה עץ וקרא דיחזקאל אסמכתא בעלמא ). Aber selbst wenn auch sie mit Gold umhüllt gewesen sein sollten, war doch die Mahnung zur Vorsicht nicht überflüssig. Man warnte: אל תגעו בשלחן, meinte aber weniger den Tisch als die Brote, die er trug. Die Nähe des Tisches sollte um der Brote willen gemieden werden.
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+ "\nEinleitung.\n„Dreimal im Jahre sollen alle deine Männer vor dem Ewigen, deinem Gotte, an dem Orte erscheinen, den er erwählen wird: am Feste der ungesäuerten Brote, am Wochenfeste und am Feste der Hütten; man erscheine aber nicht leer vor dem Ewigen, sondern jeder mit dem, was seine Hand gemäss dem Segen, den der Ewige, dein Gott, dir gewährt hat, spenden kann“ (5 B. M. 16, 16—17). Hier ist für jeden Mann in Israel klar und deutlich die Pflicht ausgesprochen, Jahr für Jahr an den drei Freuden esten das Heiligtum mit einer Opfergabe aufzusuchen. Dieses Besuchsopfer (ראייה oder ראיון) ist ein Ganz- oder Brandopfer (עולה; 3. B. M. 1, 3—13). Das Blut wird auf den Altar gesprengt, das Fell erhalten die Priester, das Fleisch wird nebst dem Fette auf dem Altar verbrannt.\nAn einer andern Stelle (2. B. M. 23, 14) heisst es wieder: Dreimal im Jahre sollst du mir eine Opferfeier (חג) veranstalten. Aus diesem Schriftworte, wird die Verpflichtung abgeleitet, an den oben genannten drei Festen ausser dem Besuchsauch noch ein Festopfer (הגיגה) darzubringen. Dieses gehört zur Klasse der Friedensopfer (שלמים; 3. B. M. 3, 1—7). Das Blut und das Fett wird dem Altar geweiht, das Fleisch aber vom Eigentümer, seinen Angehörigen und seinen Gästen in Reinheit verzehrt.\nReicht das Festopfer nicht für sämtliche Mahlzeiten des Festes, so sind noch andere Friedensopfer darzubringen, bis der ganze Bedarf gedeckt ist. Sie werden als Freudenopfer (שלמי שמחה) bezeichnet. Denn die wahre Freude besteht in dem Empfinden der Gottesnähe, das mit Rücksicht auf den Charakter dieser drei Feste durch den Genuss des Opfermahls geweckt werden soll, wie es heisst: Schlachte Friedensopfer und geniesse sie dort, auf dass du vor dem Ewigen, deinem Gotte, dich freuest (5. B. M. 27, 7). Demnach sind die Freudenopfer keine Pflichtopfer im strengern Sinne wie etwa das Besuchs- und das Festopfer: sie sind aber auch keine freiwilligen Opfer, die ganz dem Belieben jedes einzelnen anheimgegeben wären. Vielmehr stehen sie zwischen beiden in der Mitte Einerseits können sie abweichend von den Pflichtopfern, aus Mitteln des zweiten Zehnt (5. B. M. 14, 24—25) erworben oder auch durch anderes Opferfleisch ersetzt werden, andererseits darf man sie im Gegensatz zu den freiwilligen Opfern auch am Feiertage darbringen.\nAlle drei Opfer, mindestens aber die beiden Pflichtopfer sollen, wenn irgend möglich, gleich am ersten Feiertage dargebracht werden. Fällt dieser auf einen Sabbat, ist die Opferhandlung am nächsten Werktage (Sonntag) zu vollziehen. Nach der Schule Schammais muss die Darbringung des Besuchsopfers auch sonst auf den zweiten Tag des Festes verschoben werden, weil nach ihrer Meinung kein Ganzopfer ausser den öffentlichen an einem Feiertage dargebracht werden darf. War man am ersten Tage verhindert, so kann man seiner Pflicht an den folgenden Tagen, selbst am letzten Tage des Festes genügen. Das gilt nicht allein vom siebenten Tage des Pesaḥ-, sondern ebenso vom achten Tage des Hüttenfestes (שמיני עצרה), obschon dieser ein besonderes Fest für sich ist (רגל בפני עצמו). Hat man das Wochenfest, das nur einen Tag dauert, vorübergehen lassen, ohne mit seinen Opfergaben im Heiligtum sich einzufinden, können die beiden Pflichtopfer noch im Laufe der folgenden sechs Tage dargebracht werden.\nMit den in ihren Grundzügen hier umrissenen Bestimmungen befasst sich, von einigen Abschweifungen (I, 7—II, 1) abgesehen, der erste Teil unseres Traktats, der bis zur Mitte des zweiten Kapitels reicht. Der Rest behandelt einige Reinheitsgesetze, die insofern hierher gehören, als für den Besuch des Heiligtums wie für den Genuss von Opferfleisch die hierologische Reinheit (s. P’saḥim I, Anm. 26) eine unumgängliche Voraussetzung ist. Dieser zweite Teil enthält fast nur Verordnungen und Vorschriften rabbinischen Ursprungs, von denen aber die meisten sehr hohen Alters sind. An einer Stelle (II, 7) wird Josef ben Jo‘ezer genannt, der im Beginne der Makkabäerzeit lebte. Demselben Namen begegnen wir auch im ersten Teile und zwar bei einer Streitfrage, die als einzige aus jenen Tagen in der Mischna überliefert ist.\n"
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+ "Alle sind zum Besuche. An den drei Freudenfesten im Heiligtume mit Opfergaben sich einzufinden (s. Einl.).",
+ "verpflichtet mit Ausnahme von Taubstummen. s. T’rumot I 2: חרש שדברו בו חכמים בכל מקום חוא שאינו שומע ואינו מדבר. Eine Baraita im bab. Talmud schliesst aber auch Taube, die sprechen, und Stumme, die hören, von der Besuchspflicht aus.",
+ "von Verwachsenen. טמטום, der Form nach wie קדקוד gebildet, ist Palpel von טמם (arab. طم) und verwandt mit אטם = verstopfen, verschliessen. Das Wort bezeichnet einen Menschen, dessen Geschlechtsorgane infolge einer Missbildung so verwachsen sind, dass man nicht erkennen kann, ob er ein Mann oder ein Weib ist.",
+ "und Zwittern. אנדרוגינוס ist das griechische ἀνδρόγυνος, ein Zwitter, dessen Geschlechtsorgane, wenn auch nur äusserlich, teils männlicher, teils weiblicher Art sind.",
+ "von Frauen und noch nicht freigelassenen Sklaven. Der scheinbar überflüssige Zusatz שאינם משוחררים will Halbfreie ausschliessen. Wenn ein Sklave, der mehreren Eigentümern gehört, von allen bis auf einen Teilhaber freigelassen wurde, ist er bis zur Erlangung der vollen Freiheit nicht verpflichtet, im Heiligtume zu erscheinen. — שחרר ist Schaf‘el von חרר = frei sein; vgl. בן חורים (Kohelet 10, 17 = ein Freigeborener.",
+ "von Lahmen. חיגר = lahm. Grundbedeutung: binden, umschliessen; davon abgeleitet: gürten und übertragen: hemmen, hindern, lähmen.",
+ "und Blinden. סומא, syr. ܣܰܡܝܳܐ — blind; s. auch מגלה IV, Anm. 38.",
+ "die nicht zu Fusse hinaufziehen können. die zu schwach sind, um den Weg nach der heiligen Stadt oder auch nur von dieser zur Opferhalle auf dem Tempelberge zu Fusse zurückzulegen.",
+ "Welches ist ein Kind. das man nach dem vorangehenden Satze nicht mitzunehmen braucht.",
+ "denn es heisst ja. 2. B. M. 23, 14.",
+ "Drei Wanderfeste. שלש רגלים תחג לי בשנה. Mit dem Worte רגלים, das hier anstelle des sonst üblichen Ausdrucks פעמים in der Bedeutung Mal steht, soll angedeutet werden, dass die Reise zur Opferfeier (חג) als Fusswanderung (רגל heisst eigentlich Fuss) gedacht ist."
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+ "Das Besuchsopfer. das ein Ganzoder Brandopfer ist (s. Einl.)",
+ "zwei Silberlinge. es soll mindestens einen Wert von zwei Silbergroschen haben.",
+ "und das Festopfer. das ein Friedensopfer ist, von dem nur das Fett dargebracht wird.",
+ "einen Silbergroschen. Die Ma‘a (מעה) ist der sechste Teil eines Silberdenars (דינר) und dieser wieder der vierte Teil eines heiligen Scheḳel (= סלע), dessen Wert etwa 2,60 Mark beträgt.",
+ "Das Besuchsopfer. da es ganz auf dem Altar verbrannt wird.",
+ "einen Silbergroschen und das Festopfer. da sein Fleisch gegessen wird."
+ ],
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+ "nach der Schule Hillels auch vom Zehnt. Zum Verständnis dieser in ihrer lapidaren Kürze nicht ganz klaren Mischna muss vorausgeschickt werden, dass מועד auch hier wie gewöhnlich (s. Einl. zu Mo‘ed Ḳaṭan) die Werktage der Festwoche bezeichnet und daher im Gegensatz zu יום טוב im folgenden Satze steht. חולין bildet wieder den Gegensatz zu מעשר, worunter hier das Geld zu verstehen ist, gegen welches der zweite Zehnt vom Ernteertrage (P‘saḥim VII, Anm. 20) nach 5. B. M. 14, 24—25 ausgelöst wurde, wodurch sich die dem zweiten Zehnt innewohnende Heiligkeit von diesem auf das Geld übertragen bat, in dessen Verwendung man nunmehr insofern beschränkt ist, als es nur in der heiligen Stadt auf Lebensmittel ausgegeben werden darf. Nach Menaḥot VII 6 dürfen pflichtgemässe Opfer nicht von geweihtem Gelde wie מעשר dargebracht werden, sondern nur von solchem Besitz an Geld oder Geldeswert (Vieh, Tauben, Mehl, Öl, Wein), über den der Eigentümer völlig frei und ungehemmt verfügen kann, also nur von חולין. Zur Beschaffung von Ganzopfern darf man überhaupt keinen zweiten Zehnt verwenden, auch wo sie nicht als Pflicht auferlegt sind; denn dieser darf nur für Gegenstände des Genusses ausgegeben werden, während von jenen jeder Genuss untersagt ist. Daher können wohl die Freudenopfer aus dem Gelde des zweiten Zehnt erworben werden, aber weder das Besuchs- noch das private Festopfer, denn beide sind Pflichtopfer, jenes überdies ein Brandopfer. Nun wissen wir bereits aus Jom Tob II 4 (s. auch Einl. Absatz 4 und weiter unten II 3), dass über die Frage, ob das Besuchsopfer am Feiertage dargebracht werden kann, eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Schulen Scbammais und Hillels besteht. Es können demnach die Worte עולות במועד באות hier nicht in dem Sinne aufgefasst werden, als dürften die Besuchsopfer, da sie Ganzopfer sind, nur an den Werktagen des Festes, nicht aber am Feiertage dargebracht werden. Das wäre ja gegen die Ansicht der Hilleliten. Vielmehr ist unsere Mischna so zu verstehen: Brandopfer (עולות) werden an den Werktagen des Festes nur von Ungeheiligtem (חולין) dargebracht, Friedensopfer (שלמים) auch vom zweiten Zehnt (מעשר). Darin herrscht Übereinstimmung. Strittig ist nur die Frage, wie es mit den Friedensopfern am ersten Feiertage zu halten sei. Das Haus Schammai ist der Meinung, dass sämtliche Friedensopfer, die jemand an diesem Tage darbringt, es mögen ihrer noch so viele sein, als pflichtgemässe Festopfer (שלמי חגיגה) gelten und daher ausschliesslich aus חולין bestritten werden müssen. Erst die an den folgenden Tagen des Festes, also am מועד dargebrachten שלמים sind als Freudenopfer anzusehen, die auch vom Gelde des מעשר beschafft werden dürfen (s. Einl. Abs. 3). Das Haus Hillel dagegen ist der Ansicht, dass nur das erste Friedensopfer den Charakter der חגיגה hat, alle übrigen, auch wenn sie am ersten Feiertage dargebracht werden, als שלמי שמחה zu betrachten wären und daher מן המעשר erworben werden dürften. Noch mehr! Da man nur zu einem Festopfer im Werte von zwei Silberlingen verpflichtet ist, können die höheren Kosten sogar des ersten Friedensopfers aus den Beträgen des zweiten Zehnt gedeckt werden. Das Wort במועד steht hier nur, um den zwischen beiden Schulen bestehenden Meinungsstreit über die Zulässigkeit von עולות ראייה an den Feiertagen vorläufig auszuschalten. Der Wortlaut ist in geschickter Weise so gewählt, dass er beiden Ansichten gerecht wird. Im Sinne der Schammaiten liegt auf במועד ein gewisser Nachdruck: Nur an den Werktagen des Festes können עולות ראייה dargebracht werden, niemals an einem Feiertage. Trotzdem steht במועד nicht an der Spitze des Satzes, wie man als Gegensatz zu יום טוב הראשון erwarten sollte; denn der Hauptton ruht auf מן החולין. Eine Wortstellung wie במועד עולות באות מן החולין würde zu der Schlussfolgerung verleiten, am Feiertage würden die Besuchsopfer מן המעשר dargebracht. Im Sinne der Hillelschen Schule steht במועד darum an zweiter, unbetonter Stelle (עולות במועד באות מן החולין; der Satzbau wie in Mo‘ed Ḳaṭan III 8: נשים במועד מענות), weil es wie אפלו במועד aufzufassen ist: Nicht allein am ersten Tage, wo sie Pflichtopfer ist, darf die ראייה עולת nur מן החולין dargebracht werden, sondern auch zu den übrigen Besuchsopfern, die am מועד, nachdem der Pflicht schon Genüge geschehen, freiwillig geheiligt werden, muss man ausschliesslich חולין verwenden, weil es eben Brandopfer sind, deren auch nur teilweise Beschaffung aus zweitem Zehnt unstatthaft ist. — Es bleibt nur noch zu erklären, warum die Mischna gerade den ersten Feiertag des Pesaḥ hervorhebt, da doch von den übrigen Wanderfesten dasselbe gilt. Der Jeruschalmi geht an dieser Schwierigkeit vorüber. Es scheint also wirklich, dass ihm של חג statt שלפסח überliefert war, wie wir tatsächlich in der Mischna des Jeruschalmi lesen, und dass er an dieser Stelle חג nicht wie gewöhnlich in seinem engern Sinne als Hüttenfest (s. Anm. 33), sondern in dem weitern als Bezeichnung für alle drei Freudenfeste aufgefasst hat. Nicht so der bab. Talmud. Er sieht in der Betonung des fünfzehnten Nisan die Andeutung, dass die חגיגה des vierzehnten, die mit dem Pesaḥlamm zugleich geschlachtet wurde, (P’saḥim VI 3—4), da sie kein Pflichtopfer ist, auch nach der Schule Schammais vom Gelde des zweiten Zehnt gekauft werden kann. Nach derselben Quelle ist unsere Mischna übrigens lückenhaft überliefert. Könnte man annehmen, dass sie ursprünglich etwa wie folgt gelautet hat: [עולות במועד באות מן החולין ושלמים מן המעשר [חגיגת ארבעה עשר באה מן המעשר] יום טוב הראשון של פסח בית שמאי אומרים מן החולין ובית הלל אומרים מן הטעשר , so wäre dies die einfachste Lösung. Im Grunde ist es dieselbe Schwierigkeit, der wir schon früher einmal in P’saḥim (VII 4; s. das. Anm. 28, wo auf eine ähnliche Ausdrucksweise in Z’baḥim 9 b u. ö. Bezug genommen wird) begegnet sind. Wie dort unter שעירי ראשי חדשים, weil in der Tora (4. B M. 28, 11ff) das Neumondsopfer an der Spitze der Festopfer steht, diese mitbegriffen sind, so steht hier פסח synekdochisch als erstes in der Reihe der drei Freudenfeste zugleich in Vertretung der beiden anderen. [In der Tora ist die Synekdoche sehr häufig, in der Gesetzgebung beinahe die Regel. Ich erinnere nur an צל קרתי (1. B M. 19, 8) für צל ביתי, an איפת צדק והין צדק 3. B. M. 19,36) für מדת צרק und als frappantestes Beispiel an גדי בחלב אמו (2. B. M. 23,19 u. ö.), das Onkelos schlankweg mit בשר בחלב übersetzt]. יום טוב הראשון allein ohne של פסח würde auch den Neujahrstag einschliessen (vgl. Rosch haschana IV 1: יום טוב של ראש השנה), der jedoch nicht zu den hier in Frage kommenden Festen gehört Vielleicht wollte die Mischna auch mit dem Zusatz של פסח, durch den die unbedingte Verpflichtung, am ersten Pesaḥtage ebenfalls ein Festopfer darzubringen, als zweiffellos vorausgesetzt wird, sich beiläufig (טלתא אגב אורחא קמשמע לן) den Ausspruch von Ben Têma (P’saḥim 70a oben) zueigen machen, laut welchem das vorhin schon erwähnte, am Rüsttage des Festes darzubringende Friedensopfer, obschon es die Bezeichnung חגיגה trägt, zwar die שלמי שמחה des fünfzehnten Nisan ersetzen, niemals aber an die Stelle der חגיגה שלמי treten kann [was eine Rechtfertigung der Entscheidung Maimunis (Hil. Hagîga II 10) gegenüber der Berichtigung des R. Abraham b. Dawid (s. auch משנה כסף das.) in sich schlösse]."
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+ "Die Israeliten. ישראל bezeichnet hier wie an den meisten Stellen den Nichtpriester.",
+ "genügen ihrer Pflicht. soweit es sich um das Gebot der Freudenopfer (שלמי שמחה) handelt (s. Einl. Abs. 3). Der Plural in יוצאין ידי חובתן ist dadurch begründet, dass ישראל ein Kollektivbegriff ist.",
+ "mit gelobten oder gespendeten Opfern. Verpflichtet sich jemand zu einem Ganz- oder Friedensopfer (הרי עלי עולה או שלמים) und bestimmt darauf behufs Erfüllung, seines Gelübdes ein geeignetes Tier, so ist dieses ein נדר; geht es vor der Darbringung verloren, so muss er ein anderes als Ersatz bereit stellen. Hat aber jemand von vornherein ein bestimmtes Tier zum Ganz- oder Friedensopfer geweiht (הרי זו עולה או שלמים), so ist es eine נדבה; ist es abhanden gekommen, braucht er es nicht zu ersetzen. Hier ist selbstverständlich nur an gelobte und gespendete Friedensopfer zu denken; das Fleisch der Brandopfer darf man ja nicht geniessen.",
+ "und mit Viehzehnt. 3. B. M. 27,32.",
+ "die Priester auch mit Sünd- oder Schuldopfern. deren Genuss nur den männlichen Priestern gestattet ist (4. B. M. 18, 9—10).",
+ "mit Erstgeborenen. Das Fleisch der erstgeborenen männlichen Tiere vom Rind- und vom Kleinvieh darf nur von Priestern und ihren Familienangehörigen gegessen werden (das. 17—18).",
+ "und mit der Brust- und Schulterabgabe. die der Priester von jedem Friedensopfer zu beanspruchen hat (3. B. M. 7, 31—34).",
+ "aber nicht mit Geflügel. Man genügt seiner Pflicht nur mit dem Opferfleisch solcher Tiere, die man auch als Friedensopfer darbringen kann; Tauben aber, das einzige Geflügel, das überhaupt für den Altar tauglich ist, eignen sich nur zu Ganz- und Sündopfern.",
+ "noch mit Mehlopfern. Die מנחה darf nur von männlichen Priestern verzehrt werden (3. B. M. 2, 1—10). Da sie aus Mehl besteht, kann sie שלמי שמחה nicht ersetzen."
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+ "Wer viel Tischgenossen und wenig Güter hat. מועטים ist aus ממועטים verkürzt (vgl. מרובים) wie עוברה (Joma VIII 5) aus מעוברה.",
+ "bringt mehr Friedens. Festopfer (שלמי חגיגה).",
+ "und weniger Ganzopfer. Besuchsopfer (עולות ראייה).",
+ "was sie. unsere Lehrer in Mischna 2.",
+ "so gilt hier das Schriftwort. 5. B. M. 16, 17."
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+ "Wer am ersten Feiertage des Festes. Unter חג schlechthin sind die sieben Tage des Hüttenfestes nebst dem unmittelbar angefügten Schlussfeste zu verstehen.",
+ "nicht geopfert hat. das vorgeschriebene Besuchs- und Festopfer nicht dargebracht hat.",
+ "muss im Verlaufe der ganzen Festzeit und noch am letzten Feiertage des Festes opfern. er ist verpflichtet, sie am folgenden oder einem der nächsten Tage, selbst noch am Schlussfeste darzubringen (s. Einl. Abs. 4) — Im Jeruschalmi fehlt hier של חג.",
+ "Von ihm heisst es. Ḳohelot 1, 15."
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+ "Das ist die Begattung einer Blutsverwandten. ערוה (eig. die Blösse) ist im Hinblick auf diesen in den Keuschheitsgesetzen (3. B. M. 18,6 ff.) immer wiederkehrenden Ausdruck die Bezeichnung einer Blutsverwandten und der Ehefrau eines andern Mannes (s. auch מגלה IV, Anm. 58).",
+ "durch die ein Mamzêr. ממזר (5. B. M. 23, 3) ist ein in Ehebruch oder Blutschande erzeugtes Kind.",
+ "was früher in Ordnung war und dann sich verkrümmt hat. Der Ausdruck ist daher auf den Mamzêr nicht anwendbar, der ja von Geburt an mit einem Makel behaftet ist.",
+ "der sich von der Tora abwendet. Vielleicht eine Anspielung auf M’naḥem, von dem später (II 2) berichtet wird, dass er aus dem Synhedrion schied, um in den Staatsdienst einzutreten."
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+ "Die Lösung der Gelübde. Die Befugnis eines Gelehrten, von der Erfüllung eines in der Übereilung ausgesprochenen Gelübdes unter Umständen zu entbinden.",
+ "schwebt in der Luft. sie ist in der heiligen Schrift nicht begründet, in der nur dem Vater seiner Tochter gegenüber und dem Gatten seiner Ehefrau gegenüber ein solches Recht, und auch dieses nur in beschränktem Masse, eingeräumt ist (4. B. M. 30,4). — אויר ist das griechische ἀήρ (Luft). פרח in der Bedeutung fliegen (syr. ܦܪܰܚ) kommt, von der etwas dunklen Stelle in J’ḥezḳêl 13, 20 abgesehen, in der Bibel nicht vor. Ob אפרח (junger Vogel) davon abzuleiten ist, steht auch nicht fest; es kann ebensogut mit פרח = blühen zusammenhängen.",
+ "sie hat nichts. als nur die Überliefernng.",
+ "worauf sie sich stützen könnte. פורחין … להם … שיסמוכו, lauter Plurale, die von einem Singular (היתר נדרים) abhängen. Was bei כל die Regel ist, dass sich das Prädikat in Geschlecht und Zahl nicht nach dem nomen regens, sondern nach dem nomen rectum richtet, findet sich ausnahmsweise auch sonst. In Bezug auf das Geschlecht hatten wir ein Beispiel in תתעבר ראש השנה שהיה ירא שמא (‘Erubin III 7; s. Anm. 64 das.); hier wieder stossen wir auf ein Beispiel in Be ug auf die Zahl. Die Plurale stehen da unter dem Einfluss von נדרים, weil man unwillkürlich bei einer Vielheit von Gelübden auch an eine Mehrzahl von Auflösungen denkt. Vgl. ורב שנים יודיעו חכמה (Ijob 32, 7 — das Prädikat männlich nach רב und Mehrzahl nach שנים), weil man nicht so sehr die Fülle der Jahre als die hochbetagten Männer im Sinne hat.",
+ "über die Festopfer. die den Gegenstand unseres Traktates bilden.",
+ "und über die Veruntreuungen. die unrechtmässige Verwendung heiligen Gutes (3. B. M. 5, 14—16).",
+ "denn sie bestehen aus wenigen Schriftworten und zahlreichen Bestimmungen. wie die Traktate zeigen, die jedem dieser Gesetze gewidmet sind: שבת und חגיגה in unserer Ordnung, מעילה im סדר קדשים.",
+ "die Vorschriften über Reinheit und Unreinheit und über Blutschande. עריות ist die Mehrzahl von ערות; s Anm. 37.",
+ "worauf sie sich stützen können. Sie alle haben in der Tora eine ebenso breite wie feste Grundlage.",
+ "sie sind Hauptstücke der Tora. Nicht גוף התורה, etwa der Kern der Tora (wie z. B. גופו של פרוזבול — Sch’bî‘lt X 4 — oder גיפו של גט — Giṭṭin IX 3 — das Wesentliche des Prosbol oder des Get bedeutet), sondern גופי תורה, etwa Körper der Tora, d. h. grössere zusammenhängende Abschnitte oder (wie das lat. corpus) Gesetzessammlungen. — Unsere Mischna, die sich wie ein Schlusswort zum ganzen Werke anhört (sie nennt Traktate aus allen Ordnungen ausser der ersten), steht in freilich nur loser Verbindung mit den Worten des R. Simon ben Joḥai in der vorigen Mischna, indem sie auf die grossen Aufgaben hinweist, die die Gesetzesforschung zu bewältigen hat, denen daher niemand, der zu ihrer Lösung berufen ist, seine Mitarbeit versagen darf. Die Tosefta hat einen ähnlich lautenden Satz sowohl hier als am Ende von Erubin. An beiden Stellen ist auch סדר זרעים vertreten, und zwar durch den Traktat מעשר שני."
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+ "Man halte keinen Vortrag über Blutschande. עריות (von ערוה) ist nach 3. B. M. 18, 6 ff. der Schulausdruck für die Blutsverwandten, mit denen der Geschlechtsverkehr verboten ist (s. Kap. I Anm. 37).",
+ "vor dreien. und erst recht nicht vor einem grössern Kreis von Zuhörern, da hier Fragen in Betracht kommen, bei denen die Unaufmerksamkeit des einen oder andern leicht zu folgenschweren Irrtümern und sittlichen Gefahren führen könnte.",
+ "über das Schöpfungswerk. Probleme der Naturphilosophie.",
+ "über den Wagen. den der Prophet J’ḥezḳêl an der Spitze seines Baches beschreibt. Die Auslegung dieses dunkeln Kapitels war der Ausgangspunkt für die Erörterung metaphysischer Fragen, insbesondere gab die Schilderung des himmlischen Thrones Veranlassung, die Rätsel der göttlichen Weltregierang zu besprechen.“",
+ "Wer vier Dingen nachgrübelt. מסתכל entspricht dem bibl. משכיל (betrachten, bedenken, erwägen).",
+ "für den wäre es erwünschter. רתה bedeutet im Samaritanischen Gnade erweisen. In der rabbinischen Literatur findet sich der Stamm sehr selten; gewöhnlich steht נוח לו für רתוי לו. In 3. B. M. 23, 24 und Esther 10, 3 hat רצוי ungefähr denselben Sinn (lieb, angenehm). Manche Handschriften lesen übrigens hier ראוי statt רתוי.",
+ "er wäre garnicht zur Welt gekommen. Man sollte אלו לא בא לעולם erwarten; כאלו (als ob er nicht geboren wäre) ist nicht recht verständlich.",
+ "Was ist oben. über dem Himmel.",
+ "Was ist unten. unter der Erde.",
+ "Was war vorher. vor Erschaffung der Welt.",
+ "Was wird nachher sein. am Ende aller Tage. Es ist unvernünftig, über die Unendlichkeit von Raum und Zeit zu grübeln. Sie ist ein transzendenter Begriff, der unserm Forschen entrückt, unserer Erkenntnis unerreichbar ist. — Der Hebräer bezeichnet die Vergangenheit mit לפנים, die Zukunft mit לאחור, weil er jener das Gesicht zuwendet und daher die Zukunft, die er nicht sieht, im Rücken hat (s. auch P’saḥim X Anm. 2. Wir sagen umgekehrt, die Zukunft liege vor uns, die Vergangenheit hinter uns.",
+ "Und wem die Ehre seines Herrn. seines Schöpfers wie קונה שמים וארץ (1. B. M. 14,19).",
+ "nicht am Herzen liegt. Der Satz greift wahrscheinlich auf den Anfang der Mischna zurück und hat die öffentlichen Vorträge über das Wesen Gottes und seine Weltordnung im Auge.",
+ "wenn er gar nicht zur Welt gekommen wäre. Unsere Mischna, die vielleicht am Ende von Megilla bessern Anschluss gefunden hätte, knüpft nicht nur äusserlich mit dem Worte עריות an die letzte und vorletzte Mischna des vorigen Kapitels an; es besteht vielmehr auch ein innerer Zusammenhang. Nachdem oben die Abwendung von der Toraforschung als ein nie wieder gutzumachendes Unrecht gebrandmarkt und durch den Hinweis auf den gewaltigen Umfang und die grossen Schwierigkeiten des Stoffes eifriges Studium der mündlichen Überlieferung und fleissiger Besuch der Lehrhäuser stillschweigend zur Pflicht gemacht wurde, wird hier empfohlen, gewisse Fragen mit der gebotenen Vorsicht und Zurückhaltung zu behandeln. Auffallend ist nur, dass dieser Zusammenhang durch die Kapiteleinteilung wieder zerrissen wurde. Vielleicht sollte die achte Mischna des vorigen Kapitels, die vermutlich in einer ältern Sammlung am Ende des Traktats (wie in der Tosefta eine verwandte Bemerkung am Ende von ‘Erubin) und damit der ganzen zweiten Ordnung gestanden hat, in der erweiterten Bearbeitung des letzten Ordners (s. oben S. 164) wenigstens den Schluss eines Kapitels bilden."
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+ "Aufstützen. Wer ein Opfertier darbringt, stützt seine beiden Hände mit voller Kraft auf dessen Kopf, ehe es geschlachtet wird. Am Feiertage ist es ebenso wie am Schabbat ein rabbinisches Verbot, sich auf ein lebendes Tier zu stützen. Daher die Meinungsverschiedenheit, wie es in dieser Beziehung mit einem am Feiertage darzubringenden Einzelopfer zu halten sei. Die Mischnalehrer, die das rabbinische Verbot im vorliegenden Falle für unwirksam erklären, sind der Meinung, das Aufstützen der Hände müsse dem Schlachten des Opfertieres unmittelbar vorangehen; die andere Gruppe, welche die Gegenansicht vertritt, hält es für statthaft, das Auflegen der Hände einen Tag vor der Darbringung, in unserm Falle also am Rüsttage des Festes, in der Opferhalle vorzunehmen.",
+ "Nittai aus Arbel. einem Orte in Galiläa, westlich vom Kinneretsee.",
+ "sagte: Aufstützen! Juda ben Tabbai sagte: Nicht aufstützen! Simon ben Scheṭaḥ sagte: Aufstützen! Sche’ma‘ja sagte: Aufstützen ! Abṭalion sagte: Nicht aufstützen ! Hillel und M’naḥem stritten nicht; aber M’naḥem schied aus. Laut einer Baraita schied er aus dem Synhedrion, um in den Staatsdienst einzutreten.",
+ "die ihnen Nachgesetzten Väter des Gerichtshofes. In jedem der hier angeführten fünf Paare war der an erster Stelle Genannte das Synhedrialoberhaupt mit dem Titel Nasî, der an zweiter Stelle erwähnte sein Vertreter im Vorsitz mit dem Titel Ab-bêt-dîn."
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+ "Man bringt Friedensopfer dar. am Feiertage, sowohl das vorgeschriebene Festopfer als auch Freudenopfer.",
+ "aber nicht Ganzopfer. nicht einmal das Besuchsopfer (עולת ראייה), das nach ihrer Meinung nur an einem der auf den Feiertag folgenden Werktage dargebracht werden kann. Selbstverständlich ist die Rede hier von Einzelopfern. Die an den Tag gebundenen Gemeindeopfer werden ja sogar am Schabbat vollzogen.",
+ "Man bringt Friedens- und Ganzopfer dar. jedoch nur die vorgeschriebenen Besuchs-, Fest- und Freudenopfer, dagegen keinerlei freiwillige Opfergaben, weder gespendete noch gelobte (נדרים ונדבות; s. Kap. I Anm. 21).",
+ "und stützt sich auch auf sie. Der ganze Wortlaut der Mischna findet sich auch im Traktat Jom Ṭob (II 4)."
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+ [
+ "so ist nach Ansicht der Schule Schammais der Tag des Schlachtens nach Schabbat. Da die Schule Schammais laut voriger Mischna nicht gestattet, das Besuchsopfer am Feiertage darzubringen, kann es, wenn dieser auf Freitag fällt, frühestens am nächsten Sonntag geschlachtet werden. Das gilt auch am Wochenfeste (das in der Mischna den Namen עצרת trägt: s. Mo‘ed Ḳaṭan III Anm. 49), das zwar nur einen Tag gefeiert wird, aber hinsichtlich der Opfergaben einem siebentägigen Feste gleichgeachtet wird (s. Einl. Abs. 4).",
+ "Es hat keinen Schlachttag. es ist vielmehr selber der Schlachttag für das Besuchsopfer, das ja nach ihrer Meinung sehr wohl am Feiertage, hier also am Freitag dargebracht werden kann. — Im bab. Talmud lautet die Lesart: ובית הלל אומרים אין יום טבוח אחר השבת.",
+ "nach Schabbat ist. Denn am Schabbat dürfen nur Einzelopfer dargebracht werden, die an einen bestimmten Tag gebunden sind (das Pesaḥopfer am 14. Nisan und das Opfer des Hohepriesters am Versöhnungstage), aber weder das Fest- noch das Besuchsopfer, die auch noch in den nächsten sechs Tagen dargebracht werden können.",
+ "Der Hohepriester legt da seine Gewänder nicht an. die aus acht Stücken bestehende Amtstracht (Joma VII 6), die sogenannten goldenen Kleider (בגדי זהב).",
+ "das Wochenfest folge auf den Schabbat. Die Boëthosäer fochten die überlieferte Auffassung an, nach welcher unter ממחרת השבת (3. B. M. 23, 11) der auf den ersten Feiertag des Pesaḥ folgende Tag, also der 16. Nisan zu verstehen ist, indem sie das Wort שבת in seiner gewöhnlichen Bedeutung nahmen und demgemäss behaupteten, der Tag der ‘Omerschwingung müsste durchaus ein Sonntag sein (M’naḥot X 3). Da nun das Wochenfest nach dem Wortlaut der Tora (das. 15—21) auf den fünfzigsten Tag der ‘Omerzählung fällt, musste nach ihrer Ansicht auch dieses nicht anders als an einem Sonntage gefeiert werden. Um ihrer falschen Auslegung, deren Unrichtigkeit, wie Maimonides (Hil. Tem dim u-Musafim VII 11) bemerkt, aus einer Vergleichung des Berichtes in Josua 5, 11 (ויאכלו מעבור הארץ ממחרת הפסח) mit dem Verbote in 3. B. M. 23, 14 (ולחם וקלי וכרמל לא תאכלו עד עצם היום הזה) sich ergibt, wirksam entgegenzutreten, wurde angeordnet dass der Hohepriester, wenn das Wochenfest auf Schabbat fiel, am folgenden Sonntage seine Prachtgewänder nicht anziehe (mithin auch keinen Dienst verrichte) und der Tag selbst in Bezug auf Fasten und Totenklage wie jeder andere Werktag zu behandeln sei."
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+ "Man wäscht die Hände. indem man sie aus einem Gefässe mit ¼ Log (ungefähr 0,1 l) Wasser übergiesst. Für diese Art des Washens ist נטילה der Schulausdruck, wie טבילה für das Eintauchen der Hände oder das Untertauchen des ganzen Körpers, sei es in Quellwasser, sei es in eine mindestens vierzig Sea (etwa 360 l) Regenwasser enthaltende Zisterne. — Das Wort נטל bedeutet nach einer Erklärung im Mordechai (Berachot Nr. 192) erheben (שמגביה ידיו כדכתיב וינטלם וינשאם), wobei es zweifelhaft bleibt, ob er dieses מגביה wörtlich meint, weil man beim Waschen die Hände hochhalten muss (מים ראשונים צריך להגביה ידיו למעלה ), oder ob er es im Sinne des vorher (Nr. 191) angeführten Satzes: והתקדשתם אלו מים ראשונים als eine Weihe der Hände aufgefasst wissen will. Eine andere Erklärung daselbst sieht in נטל ein Denominativ von אנטל, womit im Talmud das Waschgefäss bezeichnet wird. אנטל ist das griechische; ἀντλίον; ἀντλεῖν heisst das Seewasser aus dem Schiffe hinausschöpfen, dann auch ganz allgemein entleeren, ausgiessen. Da auch im Arabischen نطل Wasser ausgiessen bedeutet und ἀντλεῖν einen fremdartigen Klang hat, nimmt man an, dass das Wort im Semitischen seine Heimat hat und von den Griechen als Lehnwort aus dem Phönikischen eingebürgert wurde. Wie dem auch sei, auf alle Fälle bezeichnet die נטילה ihrer Grundbedeutung nach kein Waschen der Hände in einer Schüssel, sondern das Übergiessen aus einem Gefässe. Sie unterscheidet sich aber nicht bloß hierin von der טבילה, die gerade das Eintauchen erfordert, sondern hauptsächlich dadurch, dass bei dieser das Wasser sich weder in einem Gefässe befinden, noch aus einem solchen herrühren darf. Das geschöpfte Wasser (מים שאובין), das für die נטילה Vorschrift ist, ja im Begriffe liegt, ist bei der טבילה unzulässig.",
+ "zu Zehnt und zu Hebe. Wenn die Hände auch rein sind, muss man sie doch vor dem Genuss von Brot (nicht allein vom zweiten Zehnt, sondern selbst von Ungeheiligtem) sowie vor der Berührung von Priesterhebe (und wären es auch nur Früchte) vorschriftsmässig waschen, weil sie infolge ihrer Geschäftigkeit achtlos und unbemerkt unsaubere Dinge angefasst haben können. — Unter תרומה (Hebe) ist die Abgabe zu verstehen, die der Priester vom Ertrage der Ernte (תרומת גרן, תרומה גדולה) und vom Brotteige (חלה) erhält, wie auch der Zehnt vom Zehnt (מעשר מן המעשר oder תרומת מעשר), den der Lewite, nachdem er den „ersten Zehnt“ (מעשר ראשון) vom Ernteertrag bekommen hat, an den Priester zu entrichten hat. Der zweite Zehnt (מעשר שני), der hier schlechthin מעשר genannt wird (5. B. M. 14, 22—26), ist keine Abgabe, bleibt vielmehr auch nach der Abhebung im Besitze des Eigentümers, muss aber in der heiligen Stadt verzehrt oder gegen einen entsprechenden Geldbetrag ausgelöst werden, der dann seinerseits in der heiligen Stadt gegen Nahrungsmittel umzutauschen ist.",
+ "zu Heiligem taucht man sie unter. Zum Genuss von Opferfleisch oder Opferbrot genügt das Waschen der Hände (נטילה) nicht; man muss sie vielmehr bis zum Handgelenk in ungeschöpftes Wasser tauchen (טבילה). — R. Hananêl zieht ולתרומה zu ולקדש und liest: Man wäscht die Hände zu Ungeheiligtem und zu Zehnt; zu Hebe aber und zu Heiligem taucht man sie unter.",
+ "In Bezug auf Sühnemittel. Unter חטאת ist hier die rote Kuh (4. B. M. 19, 9) zu verstehen, deren mit Wasser vermengte Asche auf die an einer Leiche verunreinigten Personen und Geräte zu ihrer Reinigung gesprengt wurde. Dieses Sühnungswasser, dort מי נדה, sonst auch מי חטאת (das. 8, 7) genannt, wie alles, was mit seiner Herstellung in Verbindung steht, ist gegen hierologische Unreinheit noch empfindlicher als selbst Opfergaben. Die Stufenreihe ist: Ungeheiligtes (חולין), zweiter Zehnt (מעשר), Priesterhebe (תרומה), Opfer (קדש), Reinigungsmittel (חטאת).",
+ "wenn die Hände unrein geworden. durch sekundäre Uebertragung (s. P’saḥim I Anm. 26).",
+ "am ganzen Körper unrein. Nach dem Gesetz der Tora sind Menschen nur für die erste Uebertragung empfänglich, und da ist es allerdings gleichgiltig, mit welchem Körperteil man den Herd der Unreinheit (אב הטומאה) berührt hat. Die Rabbinen haben indessen angeordnet, dass die zweite Uebertragung auf die berührende Hand eine abgestufte Wirkung haben soll. Hat man demnach z. B. für den Genuss von Opferfleisch die Hände „eingetaucht“ und hernach unreine Speisen (die niemals ein Herd der Unreinheit sein können) mit der einen berührt, so muss man, um Priestehebe anfassen zu dürfen, diese Hand „übergiessen“, und um Heiliges zu berühren, beide Hände aufs neue „eintauchen“, um sich aber mit dem Reinigungsopfer irgendwie beschäftigen zu dürfen, mit dem ganzen Körper untertauchen."
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+ "Wer für Ungeheiligtes untergetaucht ist. Er ist ins Reinigungsbad mit der Absicht gestiegen, sich für den Genuss von Ungeheiligtem tauglich zu machen. Zwar dürfen auch Unreine solches geniessen; es gab aber durch besondere Frömmigkeit ausgezeichnete Männer, die selbst ungeheiligte Speisen in Reinheit verzehrten (s. Anm. 50).",
+ "und hierbei seine Absicht auf Ungeheiligtes beschränkt hat. Unter den mannigfachen Bedeutungen von הוחזק scheint hier die der Präsumtion (חזקה) die angemessenste zu sein, zumal wenn man mit unseren Talmudausgaben nicht והוחזק, sondern הוחזק liest oder das ו in והוחזק im Sinne von „oder“ nimmt. Die חזקה ist eine durch ihre grosse Wahrscheinlichkeit zur Gewissheit erhobene Vermutung, insbesondere die Annahme der Fortdauer eines eingetretenen Zustandes bis zum Beweise des Gegenteils. Die Mischna würde also sagen: Wenn jemand für eine niedrigere Stufe die Reinheit erlangt hat, oder die Voraussetzung solcher Reinheit von früher her für sich geltend machen kann, so genügt das keineswegs für die höhere Stufe. Dann wäre aber והוחזק neben הטובל überflüssig. Wenn schon die eben erworbene Reinheit nicht ausreicht, wie erst die bloße Annahme, dass der ehemalige Reinheitszustand noch unverändert ist. Der Talmud fasst daher die חזקה hier in der sonst nicht eben geläufigen Bedeutung der Bekräftigung auf. Man kann sich nämlich, solange man noch nicht ganz dem Reinigungsbade entstiegen ist, nach der Tosefta (III 1) (איזו היא חזקה כל שעקר רגליו מן המים. עודהו רגליו במים טבל לקל שבהן והוחזק לחמור שבהן מה שעשה עשוי ) für eine höhere Stufe entschieden oder fähig machen, wenn man auch in der Absicht auf eine niedrigere ins Bad gestiegen ist. Nimmt man es z. B. nur für Ungeheiligtes, richtet aber noch während des Heraussteigens seinen Entschluss auf Opferfleisch, so ist dessen Genuss gestattet. Demnach will unsere Mischna sagen: Wer bloß mit der Absicht, für eine niedrigere Stufe rein zu sein, untergetaucht ist und auch beim Verlassen des Bades in diesem Entschlusse beharrte (wörtlich: bestärkt wurde), der gilt für eine höhere Stufe als unrein. Anders ist die Mischna nach der Lesart aufzufassen, die ‘Aruch (unter סדר 3) überliefert: טבל לחולין הוחזק לחולין ואסור למעשר טבל למעשר הוחזק למעשר ואסור לתרומה טבל לתרומה הוחזק לתרומה ואסור לקדש טבל לקדש הוחזק לקדש ואסור לחטאת (also durchweg הוחזק ohne ו und ואסור mit ו). Das kann nur den Sinn haben, dass jeder, der in Absicht auf eine niedrigere Stufe das Reinigungsbad nimmt, nur für diese Stufe als rein gilt, jedoch in Bezug auf die höhere gebunden ist. Wie sich eine solche Auffassung mit der talmudischen Diskussion (19 a) in Einklang bringen lässt, soll hier nicht erörtert werden. In der Sache ist ja zwischen dieser und unserer Lesart kein erheblicher Unterschied. Nur das Wort הוחזק erhält jetzt wieder die Bedeutung, von der wir zuerst ausgegangen sind, die es z. B. auch an Stellen wie הוחזק כפרן, הוחזקה נדה hat: auf Grund einer Präsumtion für etwas gelten.— Maimuni hat in seinem Kommentar z. St. unsere Lesart gehabt, scheint aber später in seinem Gesetzbuche (Hil. Sch’ar Abot haṭṭum’ot XIII 2) der des ‘Aruch den Vorzug gegeben zu haben.",
+ "ist in Bezug auf Zehnt gebunden. Er darf davon nichts geniessen, ehe er zu diesem Zwecke und in dieser Absicht aufs neue badet.",
+ "so ist er in Bezug auf Hebe gebunden. Er darf sie nicht einmal berühren.",
+ "so ist er in Bezug auf Heiliges gebunden. Seine Berührung macht es unrein.",
+ "so ist er in Bezug auf Sühnemittel gebunden. Er ist von jeder Mitwirkung ausgeschlossen, bis er aufs neue mit dem Entschlusse „untergetaucht“ ist, sich für diese Beschäftigung zu reinigen. R. Ḥananêl nimmt חטאת in dem gewöhnlichen Sinne = Sündopfer. Nach ihm sind unter קדש hier die Opfer von geringerer Heiligkeit (קדשים קלים) wie Friedensopfer u. ä. zu verstehen, während חטאת als Vertreter der Opfer von höherer Heiligkeit (קדשי קדשים) angeführt ist.",
+ "so ist ihm das Geringere gestattet. Wenn er z. B. in der Absicht auf Priesterhebe das vorschriftsmässige Bad genommen hat, darf er zwar kein Opferfleisch und kein Opferbrot berühren, wohl aber zweiten Zehnt geniessen.",
+ "als wäre er nicht untergetaucht. Hier könnte man הוחזק in seiner gewöhnlichen Bedeutung nehmen: Wer zwar gebadet, aber nicht die Gewissheit der Reinheit erlangt hat (es herrschen z. B. Zweifel über die vorschriftsmässige Beschaffenheit des Bades), ist so anzusehen, als hätte er nicht gebadet. Aber auch die oben allein mögliche Erklärung des Wortes lässt sich an dieser Stelle aufrecht erhalten: Wer gebadet hat, ohne sich für irgend eine der hier genannten höheren Stufen zu entscheiden, ist von allen ausgeschlossen. Als hätte er gar nicht gebadet, darf er nur Ungeheiligtes essen, das ja auch dem Unreinen gestattet ist."
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+ "Die Kleider des Landvolks. Unter עם הארץ (Volk des Landes) ist der grosse Haufe, die gemeine unwissende Menge zu verstehen. Wie aber גוי (Volk) in der Mischna vorzugsweise den einzelnen Heiden bezeichnet, so auch עם הארץ den einzelnen Ungebildeten, bald wie hier im Gegensatz zum פרוש als einen Mann, der es mit den Vorschriften über die hierologische Reinheit nicht genau nimmt, bald wieder im Gegensatz zum נאמן und zum חבר (s. Demai II 2—3) als eine Person, die in Bezug auf die Entrichtung des Zehnt vom Ernteertrage nicht zuverlässig ist.",
+ "sind Midrâs. מדרס ist ein als Sitz oder Lager geeigneter Gegenstand, der durch den auf ihn geübten Druck (דרס = drücken) von Personen, die mit einem unreinen Ausfluss oder Aussatz behaftet sind, zu einem Herd der Unreinheit gemacht worden ist (s. Jom Ṭob II Anm. 33).",
+ "für die Abgesonderten. פרושים sind Personen von strengster Enthaltsamkeit und Sittenreinheit. Sie beobachteten mit peinlichster Gewissenhaftigkeit auch nach der Zerstörung des Tempels noch die hierologischen Reinheitsgesetze und alle auf diesen sich aufbauenden rabbinischen Erschwerungen, hielten sich deshalb von der grossen Menge, die solche Vorschriften nicht mehr genau befolgte, möglichst fern und wurden deshalb P’ruschim (Pharisäer, von פרש = sich absondern) genannt. Das Wort wurde im Kampfe mit den Sadokäern und Boëthosäern zur Parteibezeichnung für die Anhänger der Schriftgelehrten, welche die Verbindlichkeit der mündlich überlieferten Lehre gegen die Angriffe jener Sekten verteidigten.",
+ "die Heiliges essen. Die meisten Ausgaben lesen בגדי קדש statt בגדי אוכלי קדש.",
+ "sind Midrâs für Sühnemittel. Mit anderen Worten: Die Kleider des gewöhnlichen Mannes, sofern sie zum Sitzen oder Liegen benutzt werden konnten, wurden von den P’ruschim für unrein gehalten, deren Tücher wieder von den Priestern, die Teruma assen, nicht benutzt wurden, weil deren Reinheit ihnen nicht genügte. So war auch die Reinheit der Kleider, deren die Priester sich bedienten, nicht ausreichend für Personen, die Heiliges zu geniessen hatten, während ihre Tücher wieder denen als unrein galten, die mit der Gewinnung der Reinigungsasche und der Herstellung oder Anwendung des Sprengwassers irgendwie beschäftigt waren, bez. (nach R. Ḥananêl) von Opfern höherer Heiligkeit essen wollten. Nach einer Ansicht im bab. Talmud z. St. ist übrigens eine Lücke in unserer Mischna. Es sollte heissen: die Kleider der Abgesonderten sind Midrâs für die, die (zweiten) Zehnt essen; die Kleider derer, die (zweiten) Zehnt essen, sind Midrâs für die, die Hebe essen (בגדי פרושים מדרס לאוכלי מעשר בגדי אוכלי מעשר מדרס לאוכלי תרומה).",
+ "Josef ben Jo‘ezer war einer der Frömmsten in der Priesterschaft. Mit dem Artikel wäre חסיד שבכהונה die in der Mischna übliche Form des Superlativs; vgl. היפה שבהן (P’saḥim IX 8), הגדול שבהן (Rosch haschana II 6), הזקן שבהם (Ta‘anijot II 1). So heisst es wohl nur: einer der Frömmsten.",
+ "und es war sein Tuch Midrâs für Heiliges. In seinem Hause wurde gewöhnlich nur der für die Priesterhebe erforderliche Grad der Reinheit streng beobachtet. Darum mussten die Tücher selbst dieses hervorragenden, über jeden Verdacht der Unachtsamkeit erhabenen Mannes, soweit sie zum Sitzen oder Liegen dienten, denen als ein Herd der Unreinheit gelten, die Heiliges zu geniessen hatten.",
+ "Joḥanan ben Godgada ass zeitlebens in Heiligtumsreinheit. All seine Speisen wurden in bezug auf hierologische Reinheit mit derselben Behutsamkeit wie Opferfleisch zubereitet und aufgetragen",
+ "und es war sein Tuch Midrâs für Sühnemittel. konnte aber mit Heiligem in Berührung gebracht werden. Folgerecht darf jemand, der selbst Ungeheiligtes nur in der für das Heilige geforderten Reinheit geniesst, wenn er in dieser Absicht gebadet hat, auch Opferfleisch essen. Der Anfang der vorigen Mischna spricht nur scheinbar dagegen. Dort ist von einem Manne die Rede, der Ungeheiligtes in Reinheit geniesst, seine Speisen also vor sekundärer Übertragung der Unreinheit in acht nimmt, hier dagegen von jemand, der sie sogar vor Unreinheit des vierten Grades zu schützen bedacht ist (s. P’saḥim I Anm. 26). Dort ein אוכל חולין בטהרה , hier ein אוכל חולין על טהרת הקודש."
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+ "Grössere Strenge waltet bei Heiligem. Opferfleisch und Opferbrot wie auch Mehl, Wein und Öl. die für den Altar geweiht sind. Zusatz: חומר בקדש מבתרומה im Sinne von חמור הקדש מן התקומה ist eine sehr beliebte, in der Mischna ziemlich häufige Konstruktion (נדרים II 2; נזירות IX 1; בבא קמא VIII 2; בבא בתרא VIII 8…) Gewöhnlich wird חומר in solcher Verbindung als Substantiv aufgefasst und חֹמֶר gesprochen. In כריתות II 4 (זה חומר החמיר) ist das zweifellos richtig. Hier aber wie an allen den Stellen, an denen ein Komparativ folgt, scheint mir diese Vokalisation bedenklich. Steigern kann man nur ein Adjektiv und ein Verbum. Man kann wohl sagen: חכם אתה מכל האדם oder: חכמת מכל האדם; man kann aber trotz ופסילהם מירושלם ומשמרון (Jes. 10,10) nicht sagen: nicht sagen: חכמתך מכל האדם, auch nicht:חכמתך מחכמת כל האדם, wenigstens nicht in der schlichten Prosa der Mischna. Eine Ausnahme bilden nur die Substantiva, bei denen der Begriff der Überlegenheit wie bei מותר und יתרון schon im Worte liegt (יתרון האור מן החשך ,מותר האדם מן הבהמה), zu denen aber חומר ebensowenig wie חכמה gehört. Auch nicht קדושה. Daherארץ ישראל מקודשת מכל ארץ ישראל מקודשת מכל הארצות und nicht: קדושת ארץ ישראל מכל הארצות, was dort nach עשר קדושות הן näher läge. Ebenso מצוה בו יותר מבשלוחו und nicht kürzer: מצוה בו מבשלוחו. Man sollte daher in solchem Zusammenhange wie in unserer Mischna nicht חֹמֶר sondern חוֹמֵר lesen, das sich von חמור (ebenso wie בוטח von אוחז ,בטוח von ,אחוז, זוכר von שוכן ,זכור von שורה ,שכון von שרוי) dadurch unterscheiden würde, dass dieses einen Zustand, jenes eine Tätigkeit ausdrückt (s. S. 229, Anm. 11). — Ist dies richtig, so löst sich die Schwierigkeit in der Verbindung קל וחומר, durch die der Schluss vom Leichtern auf das Schwerere oder umgekehrt bezeichnet wird, auf die einfachste Weise. Es heisst dann weder קַל וָחוֹמֶר, noch קֹל וָחֹמֶר, sondern קַל וְחוֹמֵר. ",
+ "als bei der Hebe. Die vom Ernteertrage und vom Brotteige dem Priester zustehende Abgabe, die gleich dem Heiligen nur in reinem Zustande und nur von reinen Personen gegessen werden darf.",
+ "aber nicht für Heiliges. Unreine Gefässe können, wenn man sie zu Hebe gebraucht, in einem grössern Gefässe vereinigt und so ins Reinigungsbad getaucht werden; will man sie dagegen zu Heiligem verwenden, muss jedes einzeln untergetaucht werden.",
+ "[Man unterscheidet] Aussenfläche. Wenn אחוריים die richtige Lesart ist (‘Aruch schreibt אחורים), erklärt sich der Dual entweder wie bei ירכתים (2. B. M. 26, 23 u. ö.) durch Begriffsübertragung vom menschlichen Körper auf leblose Dinge oder durch die Erwägung, dass jedes Gefäss zwei Aussenflächen hat, eine senkrechte und eine waagrechte.",
+ "Innenseite und Griff. בית הצביטה = Ort des Anfassens, Griff. Der Stamm צבט findet sich in der Bibel nur an einer einzigen Stelle (Rut 2,14), an der er darreichen bedeutet. Im Arabischen heisst ضبط festhalten. Eine andere Lesart lautet בית הצביעה = die Fingerstelle (צביעה von אצבע), der obere Rand, an dem man das Gefäss mit den Fingern festhält. — בית (eig. Haus) steht hier in seiner verblassten Bedeutung für Raum wie in בית סאה ,בית האילן ,בית השלחין, בית השחי ,בית הבליעה u. v. a.",
+ "aber nicht auf Heiliges. Wenn ein Gefäss an seiner Aussenseite mit Getränken vom ersten Grade der Unreinheit (P’saḥim I Anm. 26) in Berührung kam, so ist die im Innern oder am Griffe befindliche Priesterhebe rein geblieben; denn die Fähigkeit solcher Flüssigkeiten, ein Gefäss unrein zu machen, ist in der Tora nicht begründet (nach deren Gesetzen ein Gerät nur durch einen Herd der Unreinheit infiziert werden kann), beruht vielmehr nur auf einer Satzung der Rabbinen, die sie für Priesterhebe auf die Berührungsfläche beschränkt haben. Ist dagegen Heiliges im Gefässe oder am Griffe, so überträgt sich die Unreinheit der Flüssigkeiten von der Aussenfläche auch auf den Inhalt. Derselbe Unterschied zwischen Priesterhebe und Heiligem gilt sinngemäss auch für unreine Getränke der genannten Art am Griffe des Gefässes, aber nicht in dessen Innern. Ist dieses durch sie unrein geworden, so ist das ganze Gefäss, auch Griff und Aussenfläche, selbst für Priesterhebe unrein. Und es braucht nicht gesagt zu werden, dass es ohne jede Einschränkung in allen seinen Teilen unrein ist, wenn es an irgend einer Stelle von einem Herd der Unreinheit berührt wurde. Merkwürdigerweise erklärt Raschi und nach ihm R. ‘Obadja, ohne dass R. Jom Tob Heller etwas dagegen einwendet, das Gerät bleibe auch dann aussen und am Griffe rein, wenn es innen unrein geworden. Derselben Meinung begegnen wir auch noch in תפארת ישראל, obgleich die Mischna in Kelim (XXV 6) ausdrücklich sagt: כלי שנטמא אחוריו במשקין אחוריו טמאין תוכו אגנו אזנו וידיו טהורין נטמא תוכו כלו טמא . Vielleicht denkt Raschi an ein Gefäss, das auch aussen am Boden eine Vertiefung hat. Der Wortlaut in ישראל תפארת lässt eine solche Auffassung nicht zu.",
+ "Wer ein Midrâs. Ein Kissen oder Kleidungsstück, das eine mit unreinem Ausfluss oder Aussatz behaftete Person in einer Weise benutzt hat, dass es ein Herd der Unreinheit wurde (s. Jom Ṭob II Anm. 33).",
+ "darf Hebe tragen. wenn dafür gesorgt ist, dass weder das Midrâs noch er selbst sie berühren kann.",
+ "sind Midrâs für Heiliges. Die Kleider der Priester, die Hebe assen, galten denen, die mit Opferfleisch, Opferbrot, Opferwein und sonstigen geweihten Dingen in Berührung kamen, für unrein, wie bereits oben (II 7; s. auch Anm. 46 daselbst) erwähnt wurde.",
+ "untertauchen und nachher zusammenbinden. Will man unreine Stoffe durch das Reinigungsbad für Heiliges gebrauchsfähig machen, muss man sie, wenn sie zusammengebunden oder gerollt sind, erst auseinanderfalten, und wenn sie nass sind, erst trocknen, ehe man sie untertaucht und wieder faltet oder zusammenbindet. — Jeruschalmi liest nicht ומנגב. Die Erklärung des Wortes s. in Anm. 21.",
+ "bei Hebe aber kann man zusammenbinden und nachher untertauchen. Wenn die unreinen Stoffe nur für Priesterhebe benutzt werden sollen, kann man sie, wenn es so bequemer ist, sogar zum Zwecke des Untertauchens zusammenbinden, sofern der Zutritt des Wassers dadurch nicht verhindert wird."
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+ "die in Reinheit fertiggestellt wurden. von einem Handwerker, der in Bezug auf hierologische Reinheit von vertrauenswürdiger Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit ist. Vor ihrer Vollendung, also in unfertigem Zustande, sind Geräte für solche Unreinheit nicht empfänglich.",
+ "müssen für Heiliges untergetaucht werden. in ein Reinigungsbad.",
+ "was an Hebe sich in ihm befindet. Wenn mehrere Stücke Opferfleisch oder ein ganzer Haufen Räucherwerk auf einer Platte verstreut liegen und eines der Stücke oder der Körnchen von etwas Unreinem berührt wird, ist alles unrein, was auf der Platte sich befindet; wenn es dagegen Hebe ist, von der mehrere Brote nicht allein auf einem flachen Geräte, sondern selbst in einem tiefen Gefässe vereinigt sind, so ist nur das eine unbrauchbar, das von dem unreinen Gegenstande berührt wird, die anderen Brote bleiben rein.",
+ "Hebe die dritte. Die hierologische Unreinheit pflanzt sich durch Übertragung von ihrem Herde durch eine Reihe von Gliedern weiter fort (ולד הטומאה), wird aber in jedem Kettengliede abgeschwächt, bis sie sich endlich erschöpft. In Priesterhebe erlischt ihre Übertragungsfähigkeit schon im dritten, bei Heiligem erst im vierten Gliede (s. P’saḥim I Anm. 26)",
+ "wenn die eine Hand unrein geworden. durch eine nur in rabbinischer Satzung begründete Unreinheit (s. oben Kap. II Anm. 33).",
+ "die andere rein. Man braucht, um Hebe essen zu dürfen, nur die unrein gewordene Hand zu waschen, die andere auch dann nicht, wenn sie jene (in trockenem Zustande; s. Anm. 20) sogar berührt hat.",
+ "für Heiliges aber muss man beide untertauchen. Waschen (נטילה) genügt nicht zum Genuss von Heiligem; selbst zu seiner Berührung ist Baden der Hände (טבילה) erforderlich.",
+ "denn die eine Hand verunreinigt. מטמא schreiben nicht nur unsere Ausgaben, sondern auch die besten Handschriften. Es ist aber nicht m’ṭammê zu lesen, da יד weiblich ist, sondern m’ṭamma. מטמא ist nämlich aus מטמאה durch Zurückziehung des Vokals vom א aufs מ verkürzt, wie כשגגה היוצא מלפני השליט (Ḳohelet 10, 5) aus היוצאה. Diese Behandlung der ל״א nach den Gesetzen der ל״ה, die in der Bibel zu den seltenen Ausnahmen gehört, ist in der Mischna bei einigen Formen (wie z. B. קורין für קודאין und מציגו statt מצאנו schier die Regel.",
+ "die andere in Bezug auf Heiliges. Nach dem einfachen Wortsinn bedeutet der Ausdruck מטמא wie sonst überall so auch hier eine Verunreinigung durch Berührung, während aus dem Wortlaut des vorangehenden Satzes (ובקדש מטביל שתיהן) hervorzugehen scheint, dass sobald die eine Hand unrein geworden, die andere eo ipso nichts Heiliges berühren darf, bevor beide untergetaucht sind. In der Tat liest Jeruschalmi והיד an Stelle von שהיד, sodass der zweite Satz eine neue Erschwerung einführt und nicht mehr die bloße Begründung des ersten enthält, (eine solche findet sich bei keinem der hier angeführten elf Unterschiede). Es wäre nun nicht mehr von der unrein gewordenen, sondern von der Hand schlechthin die Rede, die ungewaschen stets eine Unreinheit zweiten Grades darstellt. Hat man demnach die eine Hand, nachdem man sie ins Reinigungsbad getaucht und wieder abgetrocknet hat, mit der andern berührt, so ist sie dadurch für Heiliges unrein geworden, für Hebe aber rein geblieben, falls nicht die eine oder die andere nass gewesen. Nach unserer Lesart bleibt es zweifelhaft, ob dadurch, dass die eine Hand für Heiliges unrein geworden, auch die andere es ohne weiteres geworden ist. Maimuni (Hil. Sch’ar Abot hattum’ot XII 12) bejaht es, sofern die unreine feucht war; R. Abraham b. Dawid verneint es (daselbst) auch in diesem Falle. Beide stimmen darin überein, dass die Verunreinigung der einen Hand durch die andere in trockenem Zustande und ohne gegenseitige Berührung auch in Bezug auf Heiliges ausgeschlossen ist, in feuchtem Zustande dagegen und mittels Berührung selbst für Hebe zustande kommt."
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+ "Man darf trockene Speisen mit unreinen Händen essen. אוכלים (Speisen) ist der Plural von אוכל, also Ochalim (und nicht Ochelim wie das vorangehende Partizip) zu lesen. Trotz des ו! Denn in den nachbiblischen Texten stehen die Lesemütter der grössern Deutlichkeit wegen auch für Halbvokale (s. P’saḥim VIII Anm. 42). Mit נגב übersetzt Onkelos das hebr. חרב (trocknen); syrisch ebenso ܢܓܰܒ — מסואב ist der hebraisierte Pu‘al des aramäischen Wortes סאב, das in den Targumim für das biblische טמא meist im Sinne hierologischer Unreinheit gesetzt wird. Wie in der vorigen Mischna (s. Anm. 16) ist auch hier von einer nur auf rabbinischer Satzung beruhenden Unreinheit die Rede.",
+ "wenn es sich um Priesterhebe. Früchte sind gegen hierologische Unreinheit (3. B. M.11,37) immun, solange sie nicht durch Benetzung mit einer Flüssigkeit für die Übertragung empfänglich gemacht werden (das. 38). Heilige Speisen bilden wegen ihrer besondern Empfindlichkeit (חבת הקדש) eine Ausnahme; Hebe aber kann in trockenem Zustande von den Händen, wenn diese ebenfalls trocken sind, keine Unreinheit annehmen und daher unbedenklich mit unreinen Fingern angefasst werden.",
+ "wenn es sich um Heiliges handelt. auch dann nicht, wenn man das Heilige nicht berührt, indem man es mit einer Gabel oder durch Vermittlung einer fremden Hand zum Munde führt.",
+ "Ein Leidtragender. Wer den Verlust von Eltern. Geschwistern, Kindern oder eines Gatten zu beklagen hat, darf am Todestage und in der folgenden Nacht nichts Heiliges geniessen, auch wenn er der Leiche fern geblieben, sodass er durch sie nicht unrein geworden ist. Findet die Beerdigung später statt, gilt dieses Verbot, bis der Tag der Bestattung zu Ende geht.",
+ "und ein der Sühne Unterworfener. Ein Unreiner, der die volle Reinheit erst erlangt, nachdem er an dem auf das Reinigungsbad folgenden Tage die vorgeschriebenen Sühnopfer dargebracht hat, darf ebenfalls, ehe er sich dieser Pflicht entledigt hat, nichts Heiliges geniessen.",
+ "bedürfen des Reinigungsbades für Heiliges. Wenn die Zeit, für die ihnen der Genuss des Geweihten untersagt ist, vorübergegangen, müssen sie, um Heiliges essen zu dürfen, erst im ordnungsmässigen Bade untertauchen. — Der Ausdruck כפורים מחוסר ist hier nicht genau zu nehmen. Zu der Stunde, da er untertaucht, hat er doch schon seine Opfer dargebracht, ist er mithin kein der Sühne Ermangelnder mehr.",
+ "aber nicht für Hebe. Dem Leidtragenden ist Hebe überhaupt nicht verboten, dem Unreinen nur bis Ablauf des Tages, an dem er das Reinigungsbad genommen hat."
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+ "Von der Modi‘it. Die Modî‘it liegt etwa 15 Km nördlich von Jerusalem. In der heiligen Stadt gab es keine Ziegelöfen; ihre Bewohner waren auf die Töpferwaren angewiesen, die in den Dörfern zwischen Modin und Jerusalem hergestellt wurden.",
+ "nach innen geniesst man Vertrauen in Bezug auf Tongefässe. Man kann in den genannten Orten von jedem Töpfer, ohne seine Vertrauenswürdigkeit zu prüfen, Tongefässe kaufen, um sie für Heiliges zu verwenden, aber nicht, um sie zur Hebe zu benutzen.",
+ "von der Modi‘it nach aussen. weiter nach Norden hin.",
+ "geniesst er kein Vertrauen mehr. Nicht allein von dem im bezeichneten Gebiete ansässigen Töpfer, sondern auch von jedem, der von auswärts, etwa zum Markte, dort erschienen ist darf man ohne Bedenken Tongefässe zu heiligem Gebrauch erwerben, aber nur von ihm selbst, nicht von anderen Verkäufern, denen er sie vor seiner Heimkehr dort zurückgelassen hat, ferner nur die Töpfe, die er selbst angefertigt hat, nicht solche, die seine Handwerksgenossen ihm zum Verkauf mitgegeben haben, für die er daher nicht bürgen kann, endlich nur für den eigenen Bedarf des Käufers, jedoch nicht zum Wiederverkauf oder gar zu Handelszwecken; haben jedoch die Gefässe dieses Gebiet verlassen, dürfen sie weder zu Hebe noch zu Heiligem verwendet werden. So nach der uns vorliegenden Lesart. Viel einleuchtender ist die Erklärung Maimunis, aber sie setzt eine (wenn auch nur geringfügige) Textänderung voraus. Wenn wir lesen dürften: הקדר שהוא מוכר הקדרות נכנס לפנים מן המודיעית נאמן יצא הוא הקדר והן הקדרות והן הלוקחין אינו נאמן , gäbe die Mischna einen vortrefflichen Sinn: Wenn der Töpfer, der seine Töpfe selbst verkauft, diesseits der Modî‘it eingetreten ist, geniesst er Vertrauen Sowie er hinausgezogen, geniesst derselbe Töpfer für dieselben Töpfe und bei denselben Kunden (die eben erst bei ihm gekauft haben) kein Vertrauen mehr."
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+ "Wenn Steuerbeamte. גבאין (vom aram. גבא, ܓܰܒܳܐ = erheben, eintreiben) sind hier jüdische Staatsbeamte, die mit der Einziehung der Steuern betraut, aber gleich den folgenden גנבים in Bezug auf hierologische Reinheit unzuverlässig sind.",
+ "desgleichen wenn Diebe Geräte zurückgebracht haben. aus eigenem Antriebe, in Bußfertigkeit. — החזיר ist aram. Lehnwort, verwandt mit; und הרר. Der Kal (חזר) bedeutet zunächst umhergehen, die Runde machen (s. ‘Erubin II 6), dann zurückkehren.",
+ "Wir haben nicht angerührt. Man glaubt den Dieben sogar, wenn sie von den zurückgebrachten Tongefässen versichern, sie hätten sie nur von aussen, aber nicht von innen berührt. Irdenes Geschirr kann nämlich nur von innen unrein werden.",
+ "In Jerusalem geniesst man Vertrauen in Bezug auf Heiliges. Dort kann man jedem Glauben schenken, der sich für die Reinheit seiner Tongeräte in Bezug auf Heiliges verbürgt.",
+ "und zur Zeit eines Festes. רגל ist die Bezeichnung für jedes der drei Freudenfeste: שבועות ,פסח und סכות. An diesen Festen befleissigten sich die Bewohner der heiligen Stadt, auch die sonst Unzuverlässigen besonderer Reinheit. שעה lautet im Arabischen ساعة; der st. constr. ist daher weder שַׁעַת noch שְׁעַת, sondern שׇׁעַת zu lesen."
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+ "Wer für den Bedarf des Festes seine Kanne geöffnet oder seinen Teig angebrochen hat. על גב הרגל: wörtlich auf das Fest hin, mit Rücksicht auf das Fest. Er hat am Feste Wein oder Brotteig in Jerusalem verkauft, seine Kunden, unter denen auch mancher Unwissende war, haben die Gefässe berührt, und nun ist ihm nachdem Feste ein Teil der Ware übrig geblieben.",
+ "darf nach den Worten des Rabbi Juda vollenden. Er darf den Rest auch nach dem Feste weiterverkaufen, da doch während des Festes jedermann in der heiligen Stadt als rein galt.",
+ "Er darf nicht vollenden. Die Voraussetzung allgemeiner Reinheit ist eine Vermutung, die mit dem Ablauf des Festes sowohl für die Personen als für die von ihnen berührten Gegenstände ihre Rechtskraft verliert. Aus diesem Grunde wurden auch, wie weiter berichtet wird, die Geräte des Heiligtums, die an den Festtagen von der zahlreich hereinströmen. den Menge berührt sein konnten, nach dem Feste in ein Reinigungsbad getaucht.",
+ "schritt man. Die Bedeutung von מעבירין ist an dieser Stelle etwas dunkel. Nach Raschi ist את הכלים zu ergänzen: Man entfernt die heiligen Geräte von ihrem Platze, um sie zu reinigen. Das wäre jedoch nicht nur kürzer, sondern auch klarer und einfacher mit den Worten היו פטהרין את העזרה ausgedrückt. Auch die folgende Frage (כיצד מעבירין) gibt in dieser Auffassung keinen guten Sinn. Es handelt sich doch nicht darum, wie man die Geräte wegschafft, sondern wie man sie reinigt. Der Hif‘il von עבר hat aber zuweilen die Bedeutung des Ḳal z. B. in אין מעבירין על האוכלין (‘Erubin 64 b), כל המעביר על פרותיו מעבירין לו על כל פשעיו (Joma 23 a), אין מעבירין על המצוות (das. 33a unten). In Verbindung mit על heisst העביר allerdings vorübergehen, überschreiten, es kann aber על auch nach Verben der Bewegung die Bedeutung wegen haben wie z. B. in יוצאין אף על הכלאים (Sch’ḳalim I 1), sodass מעבירין hier den Sinn von נכנסים על טהרת העזרה hätte.",
+ "zur Reinigung der Opferhalle. s. Anm. 49.",
+ "War das Fest am sechsten Tage. am sechsten Wochentage, dem Rüsttage des Schabbat.",
+ "vorüber. es endete also am Donnerstag.",
+ "schritt man wegen der Ehre des Schabbat. zu dessen würdigem Empfang die Priester in ihren Häusern die Vorbereitungen zu treffen hatten.",
+ "Auch nicht am fünften Tage. Auch am Donnerstag wurde die Reinigung nicht vorgenommen, wenn das Fest am Mittwoch zu Ende ging.",
+ "weil die Priester keine Muße hatten. Sie waren durch die Wegschaffung der Asche sehr in Anspruch genommen, die sich während der Festtage in grosser Menge auf dem Opferaltar angesammelt hatte und noch vor Beginn des Schabbat beseitigt werden sollte. — פנה bedeutet im Pi‘el wegräumen, freimachen (1. B. M. 24, 31 ein Haus; Jesaja 40, 3 einen Weg); daher פנוי = ledig (auch = unverheiratet), frei, unbeschäftigt."
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+ "wurden untergetaucht. im Reinigungsbade (s. Kap. II Anm. 28).",
+ "zu ihnen. zu den Leuten, die sich in der Halle drängten. Die Warnung wurde selbstverständlich nicht jetzt, sondern in den Tagen des Festes eingeschärft und wandte sich nach Raschi z. St. an die Priester; anderen Personen war es ja ohnehin nicht gestattet, den Raum zu betreten, in welchem der goldene Tisch mit den heiligen Broten stand (Tosafot z. St. unter שלא תגעו). Nach Maimonides (הל׳ מטמאי משכב ומושב XI 11) galt die Warnung der Volksmenge, die sich im Heiligtum drängte, um die Schaubrote auf dem goldenem Tische zu bewundern. Er scheint also mit Jeruschalmi (z. St. gegen Ende) angenommen zu haben, dass der Tisch bei dieser Gelegenheit in die Vorhalle hinausgetragen und nicht bloß hochgehoben den Leuten von fern gezeigt wurde Wie dem auch sei, bietet der Satz in dieser Auffassung einige Schwierigkeit. Zunächst die Reihenfolge. Die Mischna spricht hier von der Zeit nach Ablauf des Festes (משעבר הרגל). Sie sollte daher nicht einfach ואומרין להם sagen, sondern etwa: ובשעת הרגל היו אומרין להם . Zum mindesten aber durfte man die umgekehrte Satzstellung erwarten: אומרין להם הזהרו שלא תגעו בשלחן ותטסאוהו ומטבילין שאר הכלים שהיו במקדש. Sodann das Wort ותטמאוהו (das sich allerdings in der Mischna des bab. Talmud nicht findet; in der des Jeruschalmi fehlt sogar der ganze Satz). Da während des Festes jedermann als rein galt, mithin die Verunreinigung des Tisches durch die Berührung nicht sofort erfolgte, sondern erst nachträglich mit dem Ende des Festes wirksam wurde (Anm. 49), konnte man doch den Leuten nicht zurufen: Nehmt euch in acht, dass ihr ihn nicht verunreiniget. Man wäre daher zu glauben versucht, dass die Mahnung zur Vorsicht an die Personen gerichtet wurde, die sich anschickten, die heiligen Geräte ins Reinigungsbad zu tauchen. Da mit der Möglichkeit zu rechnen war, dass diese Gegenstände während des Festes von Leuten, die vielleicht unbewusst im Leichenzelt oder durch ein mit einem Toten in Berührung gekommenes Kleidungsstück unrein geworden, angefasst worden waren und als כלים שנגעו בטמא מת folglich einen Herd der Unreinheit bildeten (s P’saḥim I, Anm. 33), wäre der Tisch, wenn ein solches Gerät auch nur aus Versehen und für die Dauer eines Augenblicks anstiesse, dem Verdachte einer Unreinheit ersten Grades (ראשון לטומאה) ausgesetzt, durch welche auch die beiden Brote, die unmittelbar auf der Tischplatte ruhten und nicht wie die übrigen durch die goldenen Halbröhren isoliert waren, sofort infiziert würden. Dem sollte durch die Warnung vorgebeugt werden.
Dagegen war es nicht erforderlich Vorsorge zu treffen, dass der Tisch während des Festes von keinem Unreinem berührt werde, da die Priester, denen allein der Zutritt gestattet war, über jeden Verdacht der Unreinheit erhaben waren. Eine Berührung durch diese liess sich auch gar nicht vermeiden. Wurden doch an jedem Schabbat, auch an dem der Festwoche, die alten Brote entfernt und durch frische ersetzt.",
+ "dass ihr den Tisch. Die meisten Ausgaben lesen בשלחן ובמנורה. Im bab. Talmud wird aber ausdrücklich bezeugt, dass die Mischna das Wort ובמנורה nicht hat (ותנא דידן מאי טעמא לא תני מנורה). Das ergibt sich übrigens auch aus dem folgenden ותטמאוהו. Es müsste ja, auf zwei Objekte bezogen, ותטמאום lauten.",
+ "nicht betrühret und ihn verunreiniget. Tische sind im allgemeinen flache Holzgeräte ohne Hohlraum und daher nach dem Gesetze der Tora für hierologische Unreinheit schlechthin unempfänglich (פשוטי כלי עץ אינן מקבלין טומאה). Die rabbinische Satzung aber unterscheidet drei Gruppen solcher Geräte: 1) die ausschliesslich dem Menschen zu unmittelbarer Benutzung vorbehaltenen (z. B. eine Leiter); 2) die ihm bloß als Mittel für die Zwecke seiner Gebrauchsgegenstände erforderlichen (wie etwa die Konsole einer Wanduhr oder der Ständer einer Lampe); 3) die vom ihm sowohl mittelbar als unmittelbar benutzten (z. B. die als Lager und zugleich zur Unterbringung der Kissen dienende Ruhebank). Die Holzgeräte der letzten Gruppen, zu denen auch die Tische gehören, sind für Unreinheit empfänglich, die der ersten immun, die der zweiten sind empfänglich, wenn sie wie die Uhrkonsole zu dauernder Verwendung bestimmt sind, immun dagegen, wenn sie nur gelegentliche Dienste leisten, wie der Lampenständer, der nur im Gebrauch ist, solange die Lampe brennt (s. Mischne Tora הל׳ כלים IV 1). Nach רש״י (zu מנחות 96 b unter טמאה) und ר״י (Tosafot עירובין 31 a unter בפשוטי) sind Tische darum nicht immun, weil sie vermöge ihrer breiten Platte auch ohne Hohlraum aufnahmefähig sind. Der Tisch nun, auf dem die heiligen Brote im Hechal ruhten, war ein goldbelegtes Holzgerät mit glatter, aber geräumiger Oberfläche. Rings war er von einer handbreiten Leiste umgeben (2. B. M. 25, 25), von der es indessen zweifelhaft ist, ob sie oben am Rande der Platte oder unten an den Füssen befestigt war. In Sukka (5a unten) herrscht darüber eine Meinungsverschiedenheit War der Tisch von der Leiste überragt, so hatte er einen Hohlraum und war daher selbst nach dem Gesetze der Tora der Möglichkeit einer Verunreinigung ausgesetzt; war die Leiste unterhalb angebracht, so drohte diese Gefahr wenigstens auf Grund der rabbinischen Satzung. Allerdings sind auch nach dieser solche Holzgeräte, die nicht dem Transporte dienen, sondern dazu bestimmt sind, den ihnen angewiesenen Standort dauernd zu behaupten (כלי עץ העשויין לנחת), für Unreinheit unempfänglich. Beim goldenen Tische trifft jedoch diese Voraussetzung nicht zu. Es ist bereits oben (Anm. 58) erwähnt worden, dass er an den Festtagen emporgehoben, nach einigen sogar aus dem Hechal hinausgetragen wurde, um dem Volke gezeigt zu werden.",
+ "wenn die ersten unrein geworden. und dieser Fall konnte trotz aller Vorsicht auch bei dem oben erwähnten heiligen Tische eintreten. So heisst es auch in der Tosefta hier am Schlusse: שלחן שנטמא מטבילין אותו אפילו בשבת. Also gab es auch für ihn zwei goldene Ersatztische.",
+ "bedurften des Tauchbades. Dem Zusammenhange nach muss man hier nicht notwendig an die regelmässige Reinigung nach Ablauf eines jeden Festes denken; es könnte ebenso gut das gelegentliche Tauchbad nach zufälliger Verunreinigung gemeint sein. Allein der Ausdruck טעוגין טבילה deutet doch darauf hin, dass in erster Reihe von der regelmässigen Reinigung die Rede ist. Die Mischna hätte sonst wohl die Bezeichnung מקבלין טומאה gewählt (= sie sind für hierologische Unreinheit empfänglich).",
+ "mit Ausnahme des goldenen Altars. des innern Altars, auf dem morgens und abends im Hechal das Räucherwerk dargebracht wurde.",
+ "und des kupfernen Altars. des äussern Altars, auf dem im Vorhofe des von Mosche errichteten Heiligtums die Opfer dargebracht wurden. Im zweiten Tempel war der Opferaltar ein ansehnliches Bauwerk aus unbehauenen Steinen, 32 Ellen lang, ebenso breit und 10 Ellen hoch. Dieser kann hier nicht gemeint sein, denn er war am Boden festgemauert und konnte schon darum nicht von seinem Platze gerückt und in ein Reinigungsbad getaucht werden. Auch war er nicht mit Kupfer belegt und steht daher, selbst wenn man den Ausdruck מזבח הנחשת im übertragenen Sinne nehmen wollte, in keinerlei Beziehung zu der Begründung: מפגי שהן מצופין. Andererseits weist die Vorschrift טעונין טבילה (s. Anm. 62) auf den zweiten Tempel hin. Auf eine frühere Zeit ist die rabbinische Verordnung, nach jedem Feste die heiligen Geräte auf alle Fälle einer Reinigung zu unterziehen, kaum zurückzuführen. Vermutlich nimmt die Mischna an, dass der alte, bald nach dem Auszuge aus Ägypten schon angefertigte Kupferaltar, der sich noch im Tempel Salomos befand (1. Könige 8, 64), obgleich ihn dieser König durch einen grössern Opferaltar ersetzt hatte (זבחים 59 b), auch im zweiten Tempel noch vorhanden war, wo er zwar nicht benutzt, aber zur Erinnerung an den grossen Lehrer und Führer pietätsvoll aufbewahrt wurde.",
+ "weil sie dem Erdboden glichen. und daher für hierologische Unreinheit keine Empfänglichkeit besitzen. Zwar war weder der goldene noch der kupferne Altar fest mit dem Boden verbunden, sie standen aber auch nicht, wie etwa der goldene Tisch, auf Füssen, ruhten vielmehr mit ihrer ganzen Grundfläche auf der Erde und machten so den Eindruck eines kleinen Bauwerks, wie ja auch die Tora bei dem einen von seinem Dache und seinen Wänden spricht (2. B. M. 30, 3: את גגו ואת קירותיו; s. auch Jeruschalmi z. St.) und den andern als einen Erdaltar bezeichnet (das. 20,4: כזבח אדמה; s. auch Babeli z. St.).",
+ "Weil sie überzogen waren. Auf den Einwand, dass Metallgeräte infolge ihrer grössern Empfänglichkeit für טומאה deren Übertragung eher fördern als hemmen (אדרבה כיון דמצופין נינהו מיטמאי), gibt der bab Talmud hier zwei verschiedene Antworten. Nach der einen, welche die Ansicht der Weisen in einen Gegensatz zu der des R. Eli‘ezer stellt, hat וחכמים אומרים den Sinn von וחכמים מטמאים. Es soll dies keine Textänderung sein, sondern wahrscheinlich nur eine Auslegung (אימא, nicht תגי), die in מפני שהן מצופין eine Aposiopesis sieht, einen abgebrochenen Satz, zu welchem aus dem Vorhergehenden die Worte טעונין טבילה zu ergänzen sind, so dass nach ihrer Meinung auch die beiden Altäre des Reinigungsbades bedürfen. Diese Auffassung, an sich schon mit dem Wortlaut der Mischna schwer vereinbar, stösst jedoch, wie mir scheint, in שביעית X 7 auf eine erhebliche Schwierigkeit. Dort streiten dieselben Lehrer darüber, ob ein auf der Erde ruhender, aber nicht befestigter Bienenkorb (s. Tosefta עוקצין g. Ende und Jeruschalmi שביעית a. a. O.) im Hinblick auf hierologische Unreinheit und einige andere Beziehungen dem Boden gleich zu achten sei oder nicht. R. Eli‘ezer bejaht die Frage, die Weisen verneinen sie (ועל אורות הגדולה בענין זה ראה פי׳ ר׳׳ע מברטנורא שם ויש סדר למשנה ותוס׳ ר׳׳ע איגר ותפארת ישראל ומשנה ראשונה). Demnach müsste man zu der Begründung des R. Eli‘ezer (מפני שהם כקרקע) als Gegenäusserung die Worte וחכמים אומרים אינם כקרקע erwarten. Der Einwand מפני שהם מצופים könnte ja zu dem Irrtum verleiten, dass auch die Weisen die beiden Altäre dem Boden gleichstellen, ihnen aber trotzdem wegen ihres Metallüberzuges die Immunität aberkennen. — Nach der zweiten Antwort geben die Weisen zwar wiederum zu, dass der Metallüberzug weit eher Empfänglichkeit für טומאה als Immunität begründet, stimmen aber dennoch mit R. Eli‘ezer darin überein, dass der Holzkörper der Altäre keines Reinigungsbades bedurfte. Denn der Überzug lag nur lose an, so dass er leicht entfernt und ins Reinigungsbad gebracht werden konnte. Er bildete mithin ein besonderes Gerät für sich, dessen Unreinheit den Holzkern nicht infizieren konnte, da Geräte gegen sekundäre Übertragung unempfänglich sind (s. P’saḥim I, Anm. 26). Nun wären ja freilich die Altäre, hätten sie auch keinen Überzug gehabt, als Holzgeräte, die ihren Standort unverändert bewahrten (כלי עץ העשויין לנחת; s. oben Anm. 60), gegen Unreinheit gefeit. Daher meint der Talmud, die Worte der Weisen מפני שהם מצופים seien nicht als Begründung ihrer Zustimmung aufzufassen, sondern gegen R. Eli‘ezer gerichtet, der die Immunität der Altäre damit erklärt, dass sie dem Erdboden gleichen, und ihnen so den Charakter von כלי עץ העשויין לנחת stillschweigend abspricht. Ihm halten die Weisen entgegen: „Warum diese Beurteilung? Etwa weil sie überzogen sind? Ist denn ihre Hülle mit ihnen identisch? (בתמיהה דאי אמרת בניחותא נמצאו שני התירוצין סותרין זה את זה מן הקצה אל הקצה ). R. Eli‘ezer aber war vielleicht der Meinung oder rechnete wenigstens mit der Möglichkeit, dass der Überzug (durch Nägel oder sonstwie) mit dem Holzkern fest verbunden war, so dass er mit ihm eine geschlossene Einheit bildete. Wären nun die Altäre nicht dem Erdboden gleichgeachtet, so würde sich in dem Augenblicke, in welchem ein Unreiner die Hülle berührte, die Infektion sofort und unmittelbar dem ganzen Altar, auch seinem Holzkörper mitteilen. — Maimuni entscheidet in seinem Mischne Tora (הל׳ מטמאי משכב ומושב XI 11) nach dieser zweiten Antwort, gibt aber, abweichend vom Talmud, den Worten מפני שהם מצופים eine Deutung, in der sie nicht gegen R. Eli‘ezer gerichtet sind, sondern den Grund für die Ansicht der Weisen zum Ausdruck bringen. Somit steht die zweite Antwort im schroffsten Gegensatz zur ersten. Jetzt bildet der Überzug nicht mehr einen Träger der Infektion, sondern umgekehrt einen Schutz gegen die Infektion. Die Altäre bedürfen nicht etwa trotz ihrer Hülle, sondern gerade wegen ihrer Hülle keines Tauchbades. Folgerecht erklärt Maimuni daselbst an anderer Stelle (הלי כלים IV, 4). Jeder Überzug, gleichviel aus welchem Material, ist als unselbständiges Gerät unempfänglich für Unreinheit und schützt auch den von ihm umschlossenen Gegenstand vor deren Übertragung Demnach würden die Weisen mit R. Eli‘ezer in jeder Beziehung übereinstimmen, auch hinsichtlich der Immunität des Überzuges, nur nicht in der Art der Begründung. Wenn die Altäre keines Reinigungsbades bedürfen, so liegt das nach ihrer Meinung keineswegs an ihrer Verbindung mit dem Boden — das ist für sie kein ausreichender Grund — sondern lediglich an ihrem Überzuge. Warum musste nun aber der heilige Tisch, obschon auch er mit Gold belegt war, so peinlich vor Verunreinigung behütet werden? Vielleicht war bloß seine Platte, vielleicht auch nur deren Oberfläche vergoldet, die Füsse aber und die Randleiste entbehrten solchen Schmuckes und Schutzes (ואפשר שזהו מה שאמרו בתלמוד בבלי כאן שאני שלחן דרחמנא קרייה עץ וקרא דיחזקאל אסמכתא בעלמא ). Aber selbst wenn auch sie mit Gold umhüllt gewesen sein sollten, war doch die Mahnung zur Vorsicht nicht überflüssig. Man warnte: אל תגעו בשלחן, meinte aber weniger den Tisch als die Brote, die er trug. Die Nähe des Tisches sollte um der Brote willen gemieden werden.
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Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "\nUebersetzt und erklärt von Dr. E. Baneth, Rabbiner in Krotoschin.\nAus dem Traktat Sabbat kann als bekannt vorausgesetzt werden, dass es am Sabbat verboten ist, Gegenstände, die in einer רשות הרבים, einer רשות היחיד oder einer כרמלית sich befinden, aus dem einen in den andern dieser Räume zu schaffen. Beschäftigt sich doch die erste Hälfte jenes Traktats grösstentheils mit diesem Verbote. Auch innerhalb einer רשות הרבים oder einer כרמלית darf man 4 Ellen weit nichts tragen, was nicht zur Kleidung gehört, innerhalb einer רשות היחיד dagegen ist der Verkehr nach dieser Richtung hin in keiner Weise eingeschränkt, und wäre es ein noch so grosser, ja selbst öffentlicher Raum wie z. B. eine Synagoge, oder gar eine rings mit Mauern umgebene Millionenstadt, deren Thore auch nur des Nachts geschlossen sind. Doch muss man auch hier zwischen geschlossenen Räumen, die zu unserer ausschliesslichen Verfügung sind, und solchen, deren Besitz oder Benutzungsrecht wir mit Anderen theilen, unterscheiden. Nur innerhalb einer und derselben רשות היחיד ist das „Tragen“ keiner Beschränkung unterworfen. Der Zwischenverkehr aber ist hier noch mehr erschwert als selbst zwischen einer כרמלית und der andern, ja selbst zwischen einer רשות הרבים und der andern. Während in diesem Zwischenverkehr wenigstens innerhalb der 4 Ellen das „Tragen“ erlaubt ist, dürfen wir nichts aus unseren Privaträumen in die eines Andern, ja nicht einmal in solche, deren Mitbesitzer wir sind, auch nur einen Schritt weit tragen. Zwei Nachbarn dürfen keinen Gegenstand aus ihrer Wohnung in den gemeinschaftlichen Flur, ans diesem in ihre Wohnung schaffen. Der von allen Seiten umschlossene Hofraum ist eine רשות היחיד, auf welche alle Einwohner gleiches Anrecht haben. In ihm befindliche Gegenstände dürfen nach Belieben von einem Ende des Hofes nach dem andern geschafft werden, da das „Tragen“ innerhalb einer und derselben רשות היחיד keiner Beschränkung unterliegt, und wäre es auch ein Mehreren gemeinsamer Privatraum; nicht aber dürfen dieselben aus dem Hofe in eine der zu ihm gehörigen Wohnungen, vielweniger in eine der Wohnungen des Nachbarhofes getragen werden. Ebenso wenig darf man Gegenstände aus der Wohnung nach dem eigenen Hofe, geschweige denn nach dem Hofe eines Andern schaffen, auch wenn man sie nicht über die Strasse tragen müsste, es sei denn, dass sämmtliche Einwohner eines oder auch mehrerer durch eine Thür oder Leiter in Verbindung stehender Höfe nur eine Familie bilden. In diesem Falle ist das Familienoberhaupt alleiniger Inhaber des ganzen Hofes bez. Höfecomplexes, die übrigen Bewohner desselben, welche von seiner Tafel ihren Unterhalt bekommen, sind nur seine Hausgenossen, obgleich jeder von ihnen seine eigenen Räume bewohnt. Die nächsten Angehörigen eines Hausvaters bilden mit der Dienerschaft eo ipso eine solche Familie; es können aber auch fremde, untereinander nicht verwandte und auch in keinem Dienstverhältniss zu einander stehende Inhaber verschiedener Wohnungen eines Hofes oder Höfecomplexes sich ad hoc zu einer Familie vereinigen, indem sie Einen von ihnen zum Hausvater wählen und dadurch, dass sie ihr Brot vor Beginn des Sabbats zu ihm bringen, zu erkennen geben, dass sie gleichsam an seiner Tafel speisen, mithin als seine Hausgenossen sich betrachten wollen, so dass alle ihre sonst getrennten Wohnräume am Sabbat zu einer einzigen, Allen gemeinsamen Wohnung, zu einer und derselben רשות היחיד sich verschmelzen. Eine so intensive Vereinigung heisst עירוב Vermischung, Verschmelzung. Sie ermöglicht den einzelnen Einwohnern, nach Belieben Gegenstände des Hofes in ihre Wohnungen und umgekehrt hinüber zu schaffen. — Hat aber auch nur Einer derselben an dieser Vereinigung nicht theilgenommen, so dürfen auch die übrigen nichts hinein- oder hinaustragen, es sei denn, dass jener auf sein Besitzrecht für diesen Tag zu ihren Gunsten verzichtet.\nWas eben von der Vereinigung zu einer Familie (עירוב) gesagt wurde, gilt auch vom Societätsverhältniss (שיתוף). Zwei oder mehrere Personen, welche einen gemeinsamen Haushalt führen, können aus der Wohnung, die jede von ihnen für sich allein inne hat, in den gemeinschaftlichen Flur, Hof oder Höfecomplex herüber und hinübertragen, falls sie keinen Fremden zum Miteinwohner haben. Wo ein solches Verhältniss nicht von vornherein in Wirklichkeit besteht, kann es vor Beginn des Sabbat ad hoc geschaffen werden, indem sämmtliche Theilnehmer ihre Zusammengehörigkeit in ähnlicher Weise wie beim עירוב zum Ausdruck bringen; nur dass dieselbe hier, wo das Verhältniss lange nicht so innig als beim עירוב ist, nicht ausschliesslich durch Brod, sondern durch fast jedes Nahrungsmittel bekundet wird, welches dann auch nicht, wie beim עירוב, in einem bewohnten Raume, sondern blos im Hofraum aufbewahrt werden muss. Diese ihrer Natur wie ihrem ganzen Charakter nach weniger intensive Vereinigung ist dafür um so extensiver. Sie findet ihre Anwendung bei der Bildung eines Societätsverhältnisses unter sämmtlichen Bewohnern einer oder mehrerer Strassen (שיתופי מבואות), welches ihnen ermöglichen soll, Gegenstände aus ihren Häusern und Höfen auf die Strasse und über diese hinweg in die Häuser und Höfe ihrer Nachbarn zu tragen, während für die weniger umfangreiche Vereinigung sämmtlicher Bewohner einer oder mehrerer in unmittelbarer Verbindung stehender Höfe die Form des עירוב vorgeschrieben ist, die innigere Verschmelzung zu einer Familie (עירובי חצרות). Beide Arten der Vereinigung sind nur dem Grade, nicht dem Wesen nach verschieden. —\nDa aber jede Strasse im günstigsten Falle eine ברמלית ist, so dass die in ihr befindlichen Gegenstände selbst innerhalb derselben nicht 4 Ellen weit, viel weniger in die Höfe und Häuser getragen werden dürfen, so muss dieselbe erst in eine רשות היחיד überhaupt umgewandelt werden, ehe man daran denken kann, sie mit all ihren Höfen und Wohnungen zu einer und derselben רשות היחיד zu machen. Dem שיתוף muss also eine jener Vorkehrungen vorangehen, welche, an allen Eingängen einer Strasse vorschriftsmässig angebracht, derselben den Charakter einer רשות היחיד verleihen. Von diesen und ähnlichen Vorkehrungen handelt das 1. und 2. Kapitel unseres Traktats.\nDas 3.—5. Kapitel beschäftigt sich mit dem תחום, der Grenzlinie, bis zu welcher man sich an Sabbat- und Festtagen von seinem Wohnorte entfernen darf. Dieselbe wird für jede einzelne Ortschaft durch genaue Messungen festgestellt, die von einem Fachmanne (מומחה) geleitet werden. Zu diesem Behufe wird zunächst um das ganze Weichbild des Ortes ein Rechteck construirt, dessen Seiten parallel sind dem „Weltquadrate“ (רבוע העולם), einem imaginären, dem Horizonte des betreffenden Ortes so umschriebenen Quadrate, dass die Mittelpunkte seiner 4 Seiten (die 4 Berührungspunkte) mit dem Ost- Süd- West- und Nordpunkte des Horizontes zusammenfallen. Das Weichbild eines Ortes (עיבורה של עיר) ist ein schmaler Streifen Landes, welcher nach innen von der äussersten Kante der letzten Häuser begrenzt wird, nach aussen aber von einer Linie, die sich in einer constanten Entfernung von 70⅔ Ellen rings um den Ort zieht. Diese Linie stellt natürlich eine den verschiedenen Bebauungsplänen verschiedener Ortschaften entsprechend wechselnde, in den meisten Fällen unregelmässige Figur dar. Durch die äussersten Punkte dieser Figur werden die Linien gezogen, welche das erwähnte Rechteck bilden, dessen Seiten nun nach beiden Richtungen um je 2000 Ellen verlängert werden (die Elle hat in unserm ganzen Traktate wie in den Traktaten Kilajim und Sukka 6 Handbreiten od. 24 Daumenbreiten; 1 D.=2 cm.) So entseht auf den 4 Seiten der Ortschaft je eine Fläche (Sabbatbezirk), deren Länge der angrenzenden Seite des Rechtecks entspricht, deren Breite aber stets 2000 Ellen beträgt. An den 4 Enden, da wo je zwei dieser Flächen zusammenstossen, bilden sich daher 4 Quadrate von je 2000 Ellen im Geviert, welche auch noch zum Sabbatbezirk gehören, und da die Diagonale eines Quadrats um etwas mehr als ⅖ grösser ist als jede Seite desselben [nach dem Pythagoräischen Lehrsatz ist das Quadrat der Hypotenuse gleich den Quadraten der beiden Katheten, mithin die Diagonale eines Quadrats =
, oder ungefähr
, dessen Quadrat (
) ja nur um 0,04 kleiner ist als 2], so kann man in der Diagonale des תחום
Ellen an Sabbat- und Festtagen gehen. In dringenden Fällen ist es gestattet, das erwähnte Rechteck so zu zeichnen, dass seine verlängerte Diagonale durch zwei der 4 genannten Punkte des Horizontes geht, um sich selbst in gerader Richtung, den Seiten des „Weltquadrates“ parallel, 2800 Ellen von seinem Wohnort entfernen zu dürfen. Um jenseits des תחום ein religiöses Gebot am Sabbat- oder Festtage erfüllen zu können, ist es sogar erlaubt, vor Beginn desselben seinen Wohnsitz für den betreffenden Tag nach einem Orte zu verlegen, welcher sowohl von dem gewöhnlichen Wohnorte, als auch von der Station, an welcher das Gebot erfüllt werden soll, erreichbar ist, also zwischen Beiden so liegt, dass er von keinem der beiden Punkte mehr als 2000 bez. 2800 Ellen entfernt ist. Wie diese Verschmelzung der Sabbatbezirke zweier 4000 bez. 5600 Ellen von einander entfernter Ortschaften zu einem Sabbatbezirk, עירוב תחומין, bewerkstelligt wird, welche Consequenzen sie hat, wie die Messungen vorzunehmen sind, und welche Folgen das Ueberschreiten des תחום hat, darüber handelt das 3.—5. Kapitel unseres Traktats. Das 6.—9. beschäftigt sich mit עירובי חצרות und שיתופי מבואות; das 10. bespricht den Verkehr zwischen רשות היחיד und רשות הרבים, unter welchen Voraussetzungen derselbe gestattet ist. Seinen Namen עירובין (Verschmelzungen) führt der Traktat von den beiden Arten des עירוב, welche er zum Gegenstande hat: עירובי תחומין und חצרות עירובי nebst שיתופי מבואות.\n"
+ ],
+ "": [
+ [
+ [
+ "Ein Strasseneingang. Die in Rede stehende Strasse ist von drei Seiten geschlossen, mithin eine כרמלית, welche durch einen an der vierten, offenen Seite (dem Eingange) angebrachten Querbalken (s. die folgende Mischna) zu einer רשות היחיד gemacht wurde.",
+ "muss niedriger gemacht werden. Der Balken, der in solcher Höhe nicht ins Auge fällt, muss tiefer gesetzt werden; hat er jedoch Verzierungen, welche geeignet sind, den Blick auf sich zu lenken, so kann er auch höher als 20 Ellen angebracht werden.",
+ "es ist nicht nötig. Er betrachtet nämlich den Balken als vierte Wand.",
+ "Ist seine Breite mehr als zehn Ellen. Vgl. Mischna 8.",
+ "muss sie verringert werden. Nach R. Juda ist es auch hier nicht nötig.",
+ "hat er aber eine Art Türrahmen. Zwei Pfosten und eine Oberschwelle, welche nicht auf den Pfosten zu ruhen braucht, sondern in beliebiger Höhe lotrecht über denselben angebracht sein kann. Die Pfosten müssen weniger als drei Handbreiten von der Erde entfernt sein und eine Höhe von mindestens 10 Handbreiten haben; sie können ebenso wie die Oberschwelle aus beliebigem Material und von minimaler Dicke sein.",
+ "obgleich er breiter als zehn Ellen. Und höher als 20 Ellen.",
+ "nicht enger. Und auch nicht niedriger.",
+ "gemacht zu werden. Mit anderen Worten: ist der מבוי breiter als 10 Ellen, so ist צורת הפתח erforderlich."
+ ],
+ [
+ "Vorschriftsmässig. Hinsichtlich des Hin-und hertragens innerhalb der Strasse; s. Anmerk. 1.",
+ "Ismael sagte ein Schüler. R. Meïr."
+ ],
+ [
+ "Der Halbziegel ist zwar die Hälfte eines Ziegels von drei Handbreiten. Im Geviert.",
+ "um einen Halbziegel seiner. Des Balkens; man muss demnach לארכה und nicht לארכו lesen. Besser ist die genügend bezeugte Lesart לרחבו, seiner (des Halbziegels) Breite nach, welche die Talmudausgaben haben.",
+ "Länge nach aufzunehmen. So dass seine Breite, welche 1½ Hand- oder 6 Daumenbreiten beträgt zu beiden Seiten des Balkens je eine Daumenbreite hervorragt, welche durch den Lehm oder Mörtel verklebt würde."
+ ],
+ [],
+ [
+ "als wäre er aus Metall. Weitere Ausführung der Ansicht des R. Juda.",
+ "was drei. Ungenau! (s. Tosafot!). Genauer und für praktische Zwecke hinreichend: 3⅐ (Maimonides z. St.); noch genauer für geometrische und astronomische Zwecke: 3,14159265358979 (Ludolfische Zahl, π). Ganz genau lässt sich das Verhältniss des Umfanges zum Durchmesser eines Kreises nicht feststellen. [Auffallend ist der Irrtum Lipschütz’s welcher in seinem תפארת ישראל z. St. das Verhältnis auf den Kopf stellt, indem er bei einem Umfange von 3 Handbreiten eine Breite (Durchmesser) von 1⅐ voraussetzt und daher die Ungenauigkeit in den Angaben der Mischna mit לחומרא לא דק rechtfertigt, obgleich schon Heller in תוס׳ יו״ט z. St. gerade hierin ganz richtig ein לקולא לא דק erblickt.]"
+ ],
+ [
+ "haben eine Höhe von zehn Handbreiten. Und darüber.",
+ "eine Breite und Dicke von beliebiger. Selbst minimaler."
+ ],
+ [
+ "sogar ein belebtes Wesen. Wenn es die vorgeschriebene Höhe von 10 Handbreiten hat und so gebunden ist, dass es nicht nur seinen Platz nicht verlassen, sondern nicht einmal sich niederkauern kann.",
+ "Als Grabdeckel kann es die Unreinheit übertragen. Auch nachdem es aufgehört hat, als solcher zu dienen."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Karavane. שירה syr. ܫܝܳܪܬܳܐ dass.; arab. سار (n. v. سير) reisen.",
+ "in einem Thale lagert und dasselbe. Vor Beginn des Schabbat.",
+ "rings mit Viehgeräten. Sattelzeug und dgl.",
+ "darf man in ihm hinundhertragen. טלטל Iterativum von טול (verwandt mit נטל = tragen).",
+ "auch dürfen die Lücken. Zwischen den einzelnen Geräten in ihrer Gesammtheit.",
+ "nicht mehr betragen als das Gebaute. Als die Gesammtlänge des Raumes, welchen die Geräte einnehmen.",
+ "ist erlaubt. Vorausgesetzt, dass die in den Anm. 25 und 26 erläuterte Bedingung erfüllt ist.",
+ "darüber hinaus aber ist sie verboten. Und wäre sie auch die einzige. Haben die Lücken eine צורת פתח (s. Anm. 6), so dürfen sie unter der in Anm. 27 angedeuteten Voraussetzung auch breiter als 10 Ellen sein."
+ ],
+ [
+ "nur darf nicht zwischen je zwei Stricken. Desgleichen zwischen dem untersten und der Erde.",
+ "(ein freier Raum von) 3 Handbreiten. Was nicht durch einen Zwischenraum von wenigstens 3 Handbreiten getrennt ist, ist לבוד — als zusammenhängendes Ganze zu betrachten.",
+ "hinsichtlich ihrer Dicke. שיעור חבלים ועובין — etwas holperige Umschreibung von עובי החבלים: die Dicke der Stricke — weil עובי nicht gern ohne Suffix gebraucht wird; möglich auch, dass שיעור an dieser Stelle Summe bedeutet.",
+ "damit alles zusammen. Die ganze Entfernung von der Erde bis zum obersten Stricke einschliesslich.",
+ "zehn Handbreiten ausmache. Da die 3 Zwischenräume zusammengenommen etwas weniger als 9 Handdreiten haben, so ist, wenn die 3 Stricke zusammen, um dieses Etwas dicker sind als 1 Handbreite, ein Zaun von der erforderlichen Höhe hergestellt."
+ ],
+ [
+ "drei Handbreiten. Was nicht durch einen Zwischenraum von wenigstens 3 Handbreiten getrennt ist, ist לבוד — als zusammenhängendes Ganze zu betrachten.",
+ "Von einer Karavane ist die Rede. Nur einer Karavane von mindestens 3 Personen ist es in der Wüste gestattet, eine Umzäunung blos durch Stricke (wagerecht) oder blos durch Stäbe (lotrecht) herzustellen; Andere müssen so umzäunen, dass die Stäbe oder Stricke sich gitterartig kreuzen.",
+ "weil gerade der Fall vorlag. Dass dies der Sinn von בהווה ist, und nicht, wie Andere glauben, „beispielsweise“ oder „weil das am häufigsten vorkommt“, geht unzweideutig aus Jebamot XV, 2. hervor.",
+ "aus Kette und Einschlag. Aus gitterartig sich kreuzenden Stäben, Stricken und dgl.",
+ "gilt nicht als Wand. Nicht einmal für eine Karavane in der Wüste.",
+ "Vier Dinge hat man im Lager. Selbst einem Eroberungsheere.",
+ "sie können Holz von jedem Orte requiriren und sind frei vom Waschen der Hände. Vor der Mahlzeit.",
+ "von דמאי. Von der Pflicht, aus den Früchten, die sie von Unzuverlässigen bekommen, die Priestergaben abzusondern (s. Demai III. 1.)",
+ "und vom עירוב. Sie dürfen auch ohne חצרות עירוב (s. die Einleitung) Gegenstände aus dem Lager in die Zelte und aus ihnen ins Lager tragen, wenn dieses vorschriftsmässig umzäunt ist."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Um die Brunnen. ביראות neuhebräischer Plural st. בּאֵרות. Ein Brunnen der eine Höhe (Tiefe) von 10 und eine Breite von 4 Hanbreiten im Geviert hat, ist רשות היחיד. Befindet er sich in einer רשות הרבים oder כרמלית, so muss eine bestimmte Fläche rings um denselben erst durch eine Umzäunung zu רשות היחיד gemacht werden, damit man von seinem Wasser am Schabbat schöpfen dürfe.",
+ "macht man einen Bretterzaun aus vier Doppelbrettern. Deren jedes aus 2 auf einander senkrecht befestigten Brettern besteht.",
+ "die wie acht aussehen. Dadurch, dass jedes einzelne einen rechten Winkel bildet.",
+ "nämlich aus vier Doppel- und vier einfachen Brettern. Die 4 Doppelbretter an den 4 Ecken und zwischen je zweien 1 einfaches.",
+ "aneinander nicht lose gebundenen Ochsen. Die Breite (Dicke) eines solchen beträgt 1⅔ Ellen. Nach R. Meïr misst der freie Raum zwischen je zwei Doppelbrettern 6×1⅔ = 10 Ellen und ist daher als ,,Eingang“ gestattet (s. K. 1. M. 8; die dort vorausgesetzte Bedingung ולא יהו פרצות יתירות על הבנין ist hier ausnahmsweise erlassen). Nur wenn der Zwischenraum mehr als 10 Ellen beträgt, fordert er ein einfaches Brett zwischen je zwei Doppelbrettern. Nach R. Juda misst derselbe 8×1⅔ = 13⅓ Ellen; ist der Zwischenraum grösser, so sind auch nach ihm Zwischenbretter erforderlich; s. die folgende Mischna!",
+ "während das andere hinausgeht. Also nicht 10 bez. 13⅓ ganz genau gemessene Ellen!"
+ ],
+ [
+ "Es ist gestattet dem Brunnen noch näher zu rücken. Und eine kleinere als die oben angegebene Normalfläche, die 12 bez. 15⅓ Ellen im Geviert hat, zu umzäunen (1 Elle = 6 Handbreiten).",
+ "nur muss die Kuh mit dem Kopfe und dem grössem Teil des Körpers. Zusammen 2 Ellen. Bei der Normalumzäunung darf also der Brunnen einen Durchmesser von höchstens 10 bez. 13⅓ Ellen haben.",
+ "es ist gestattet nach Belieben hinauszurücken. Um eine grössere als die Normalfläche zu umzäunen.",
+ "nur muss man die Zahl der Bretter vermehren. Je weiter man die Umzäunung vom Mittelpunkt des Brunnens entfernt, desto grösser werden die freien Räume zwischen den nur 6 Handbreiten oder 1 Elle in der Breite messenden Brettern; es müssen daher immer wieder Zwischenbretter eingeschoben werden, damit die Zwischenräume an keiner Stelle mehr als 10 bez. 13⅓ Ellen betragen."
+ ],
+ [
+ "Juda sagt: nur bis zu einer Fläche von zwei Maass (Aussaat. בית סאתים, abgekürzt aus בית סאתים זרע 1. Könige 18, 32, eine Fläche, die gleich dem Vorhof des משכן (100 E. lang, 50 breit — Exod. 27,18.) 5000 Q.-Ellen hat.",
+ "hat man nur hinsichtlich eines Gartens oder eines Holzplatzes. Weil sie nicht als Wohnraum umzäunt werden (לא הוקפו לדירה), sondern nur zum Schutze des darin Befindlichen, gelten für sie bei einer Fläche von mehr als 5000 Q.-Ellen die Bestimmungen über כרמלית.",
+ "einen Hinter- oder einen Vorderhof. Die sämmtlich als הוקף לדירה gelten.",
+ "so ist selbst eine Fläche von fünf Kor. Ein Kor (כור) = 30 Maass (סאה).",
+ "man darf also. Da auch die Umzäunung dieser Brunnen als הוקף לדירה anzusehen ist.",
+ "nach Belieben hinausrücken. Um eine grössere als die Normalfläche zu umzäunen.",
+ "wenn man nur die Zahl der Bretter vermehrt. Je weiter man die Umzäunung vom Mittelpunkt des Brunnens entfernt, desto grösser werden die freien Räume zwischen den nur 6 Handbreiten oder 1 Elle in der Breite messenden Brettern; es müssen daher immer wieder Zwischenbretter eingeschoben werden, damit die Zwischenräume an keiner Stelle mehr als 10 bez. 13⅓ Ellen betragen."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein öffentlicher Weg zwischen ihnen. Zwischen den Brettern, welche die Umzäunung darstellen.",
+ "muss man ihn seitwärts ablenken. So dass er ausserhalb des Zaunes an diesem vorbeiführt; sonst wird diese Art von Umzäunung durch den innerhalb derselben sich bewegenden öffentlichen Verkehr ihres Charakters als רשות היחיד beraubt.",
+ "als auch um einen Privatbrunnen. Der nie versiegt",
+ "um eine Privatzisterne aber. Von der befürchtet werden muss, dass man in ihrer Umzäunung auch dann noch hinundhertragen wird, wenn ihr Wasser bereits erschöpft ist, was bei einer öffentlichen Zisterne nicht zu befürchten ist.",
+ "muss man eine Wand. Einen Zaun, der den Vorschriften in K. 1 M. 8. genügt.",
+ "nur um einen öffentlichen Brunnen darf man diesen Bretterzaun machen. Der ja nur eine unvollkommene Umzäunung darstellt, sofern seine Lücken bei weitem mehr betragen als der durch die Bretter bedeckte Raum. Eine solch mangelhafte, regelwidrige Umzäunung kann nur ausnahmsweise gestattet sein als Erleichterung für die Pilger, welche zur Feier der drei Feste nach Jerusalem wandern (Deut. 16, 16); ihre Anwendung muss daher auf die öffentlichen Brunnen beschränkt werden, aus denen die Pilger das Wasser für ihre Tiere schöpfen. Für sich dürfen sie innerhalb dieses Bretterzaunes nicht einmal aus öffentlichen Brunnen schöpfen, müssen vielmehr hinuntersteigen um zu trinken.",
+ "um die Übrigen macht man einen Gürtel. Eine Umzäunung (nach Raschi: aus Stricken, ähnlich der in K. 1. M. 9), welche sie von allen Seiten umgiebt; s. Anm. 20."
+ ],
+ [
+ "siebenzig Ellen nebst dem Bruchteil. Welcher zu 70 addirt werden muss, wenn das Quadrat ein 5000) בית סאתים Q.-Ellen) sein soll. „Da 5000 keine Quadratzahl ist, lässt sich dieser Bruchteil nur annähernd, niemals ganz genau berechnen“ (כי לא נגיע לעולם לידיעת גדר החשבון שאינו גדור אלא בקירוב ואין זה לחסרון דעתנו אלא מפני טבע זה החשבון ) — Maimonides z. St., nach welchem er annähernd ⁵⁄₇ beträgt = 0,714285777… Genauer hat ihn R. Elia Wilner auf 4 Handbreiten, 1¹⁄₁₈ Daumenbreiten berechnet = 307/432 Ellen = 0,7106481481481… Auf 37 Dezimalstellen berechnet ist √5000 = 70,7106781186547524400844362104849039285.",
+ "oder wenigstens in der Nähe. Im Schabbatbezirk (s. Einl.)",
+ "der Ortschaft. Des Eigentümerrs.",
+ "Juda. R. Juda (ohne nähere Bezeichnung) ist R. J. bar El‘aï.",
+ "ein Graben oder eine Höhle. בור, Grube — rund; שיח, Graben — lang und schmal; מערה, Höhle — viereckig und überdacht: Baba Kamma 50b.",
+ "siebenzig Ellen und den Bruchteil im Geviert hat. Dieser Zusatz wäre überflüssig, wenn nicht R. Akiba auch hierin von R. Juda und R. Juda b. Baba abwiche. Während nämlich diese die Seite des Quadrates möglichst genau berechnet wissen wollen (s. Anm. 23), lässt jener für den Bruchteil nur die runde Zahl von 4 Handbreiten (= ⅔ Ell.) gelten. Die Differenz (0,0440114519880857734177695438182372619) beträgt etwa 1¹⁄₂₀ Daumenbreiten und ist daher allerdings eine unbedeutende (דבר מועט s. גמרא z. St. und die Erklärung Maimunis und R. Chananel’s, welcher wir gefolgt sind, im Gegensatz zu sämmtlichen neueren Mischnakommentaren, welche Raschis von den Tosafot angefochtene Erklärung aufgenommen haben). Dass aber unter dem Bruchteil, wo es auf grosse Genauigkeit nicht ankommt, ⅔ Elle zu verstehen ist, sagt Jerusalmi z. St. ausdrücklich und geht übrigens auch aus einer Vergleichung der 2. und der 3. Mischna im 5. Perek deutlich genug hervor.",
+ "wenn seine Länge auch nur um eine Elle grösser ist. אם היתה ארכה וכו׳ — Subjekt ist immer noch גנה, daher היתה (weiblich)! Wäre ארכה Subjekt im Satze, müsste es היה heissen. Grammatisch ist ארכה יתר על רחבה als ein Begriff aufzufassen, welcher die Stelle des Prädikats vertritt.",
+ "als seine Breite. Soll heissen: als das Zweifache seiner Breite. Tosefta, Gemara.",
+ "darf man in ihm nicht hinundhertragen. Obgleich sein Flächeninhalt dadurch nicht mehr als 5000 Q.-Ellen (בית סאתים) beträgt.",
+ "darf man in ihm hinundhertragen. Nach R. Jose darf die Länge 100, die Breite 50 Ellen messen; nach R. Elieser dagegen (s. Anm. 30), der unter „Länge“ die Diagonale versteht, ist das Verhältniss der beiden Seiten nicht mehr = 100:50, sondern nur = √3:1. Da auch 3 keine Quadratzahl ist, so lässt sich die Grösse der Seiten auch hier nur annähernd berechnen [ואי אפשר להוציאם בדיוק לפי שהם כולם חשבונות בלתי גדורים — Maimonides z. St, welcher für die Länge 93¹⁄₂₇, für die Breite 53⅓, für die Diagonale 107½ Ellen als ungefähre Grösse angibt. Es ist klar, dass in diesen Angaben ein Schreib- oder Druckfehler sich eingeschlichen. Schon Heller macht in seinen תוס׳ יו״ט darauf aufmerksam, dass
noch nicht 107¼ ausmacht. Obgleich nun der Umstand, dass 2×53⅓ noch nicht einmal = 107 ist, ihn darauf hätte führen können, hat er doch den Sitz des Fehlers, der nicht in 107½, sondern in 53⅓ — 1. 53⅔ — zu suchen ist, nicht erkannt, weil er Maimonides zwar nachgerechnet, sich aber nicht die Frage vorgelegt hat, wie jener zu diesem Ergebniss gelangte. Zur Beantwortung dieser Frage hier einige Fingerzeige! Berechnet soll werden die Länge (x) und die Breite (y) eines Rechtecks, dessen Diagonale (d) das Zweifache der Breite misst, und dessen Flächeninhalt (xy)=5000 Quadratellen ist.
Zahlen welche mit Maimunis Angaben ziemlich übereinstimmen.]"
+ ],
+ [
+ "Ich hörte von R. Elieser: wenn er auch die Fläche eines Kor (Aussaat. 75000 Q.-Ellen; vgl. Anm. 14) mit Anm. 11).",
+ "sich am Erub zu beteiligen. Und daher auf sein Besitzrecht für diesen Schabbat zu ihren Gunsten Verzicht geleistet hat. s. Einleitung, Ende des 1. Abs.",
+ "ist seine Wohnung hinsichtlich des Hinein- und Hinaustragens ihm verboten. Weil er dadurch sein Besitzrecht wieder geltend machen würde; vgl. K. 6. M. 4.",
+ "ihnen aber gestattet. Denn sein Verzicht beschränkt sich nicht auf sein Recht am Hofe, erstreckt sich vielmehr auch auf seine Wohnung; s. jedoch K. 6. M. 3.",
+ "dass man am Pesach mit עקרבנין. Denominativ von עקרב, ein dem Skorpion irgendwie ähnliches Kraut (Hirschzunge?) — a. L. עקרבלין ,ערקבלין ,ערקבנין.",
+ "der Pflicht. Des Bitterkrautes (מרורים — Exod. 12. 8.)",
+ "Ich machte die Runde bei allen seinen Schülern und suchte mir einen Genossen. Der diese Lehrmeinungen gleich mir aus dem Munde des Lehrers gehört hätte."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Mit Allem. Was dem Israeliten zur Nahrung dient.",
+ "kann man עירוב. Hier wie in den 2 folgenden Kapiteln ist unter עירוב die Verschmelzung der Schabbatbezirke (עירובי תחומין) zu verstehen, worüber der Schluss der Einleitung und K. 8. M. 1—2 zu vergleichen ist. Zur Verschmelzung der Wohnungen innerhalb der Höfe dagegen (עירובי חצרות) kann nur Brod verwendet werden. s. Einl. Abs. 1 u. 2.",
+ "und שיתוף. Herstellung eines Sozietätsverhältnisses unter den verschiedenen Höfen einer oder mehrerer Strassen, s. Einl. Abs. 2 u. K. 7 M. 6. ff.",
+ "alles. Was dem Israeliten zur Nahrung dient.",
+ "kann für das Geld des Zehnten. Des zweiten Zehnten; nachdem man vom Ernteertrage ein Zehntel den Leviten gegeben, wird nämlich ein „zweiter Zehnt“ — שני מעשר — abgesondert, welchen der Besitzer im 1. u. 2. Jahre jedes Trienniums (im 3. gehört er den Armen und heisst dann מעשר עני — Armenzehnt) zwar behalten darf, aber in der heiligen Stadt verzehren muss; macht ihm der Transport Schwierigkeiten, kann er ihn gegen Geld einlösen, welches er dann in der heiligen Stadt für Nahrungsmittel ausgibt (Deut. 14,22. ff.)",
+ "Wer durch ein Gelübde der Nahrung. מזון, welches Wort nur vom Getreide gebraucht wird; aber selbst wenn er einen Ausdruck gewählt hat, der jede Art von Nahrung umfasst, dürfte er doch Wasser und Salz gemessen, da diese nicht nahrhaft sind.",
+ "Für den Nazir. Der Wein nicht trinken darf: 4. B. M. 6,2.",
+ "für den Nichtpriester mit Teruma. Derjenige Teil des Ernteertrages, welcher den Priestern gegeben werden soll; zum Unterschied von תרומת מעשר (Anm. 14) heisst er תרומה גדולה.",
+ "nach Symmachus indessen. Nach welchem das zum עירוב verwandte Nahrungsmittel demjenigen geniessbar sein muss, für den der עירוב gemacht wird, und Wein bei einem Nazir nur darum zulässig ist, weil er durch Lösung seines Gelübdes sich den Genuss des Weines ermöglichen kann.",
+ "nur mit Chullin. Ungeweihtes; hier im Gegensatze zur תרומה (Anm. 7), welche geweiht ist und vom Nichtpriester nicht gegeseen werden darf.",
+ "für den Priester im בית הפרס. Ein Acker, in welchem sich ein Grab befindet; wegen der Möglichkeit, dass Knochenteile durch den Pflug verschleppt wurden, darf der Priester eine Fläche von 100 Ellen im Geviert, vom Grabe an nach derjenigen Richtung bemessen, in welcher die Furche gezogen wurde, nur mit äusserster Vorsicht betreten, damit er nicht durch Berührung eines Knochenteilchens unrein werde (s. Oholot 17. 1. ff). In einem Friedhof aber, in welchen der Priester auf keine Weise (auch nicht in einem Wagen oder einer Sänfte — da ein transportables Zelt gegen Unreinheit nicht schützt) gelangen kann, darf man den עירוב für ihn nicht machen. Dieser bedeutet ja eine Verlegung seines Wohnsitzes (s. Einl. gegen Ende); das dazu verwendete Nahrungsmittel muss ihm daher, wenn auch nicht geniessbar, so doch wenigstens zugänglich sein. Ja selbst auf ein vereinzeltes Grab, zu welchem der Priester wohl gelangen kann, darf nicht die עירוב-Speise für ihn und ebensowenig für einen Nichtpriester gelegt werden, weil man aus Gräbern keinen Vorteil ziehen darf.",
+ "wo er ja durch eine Scheidewand gedeckt. Z. B. in einer Särfte, einem Wagen, die ihn, wenn sie einen Rauminhalt von 3 Kubikellen haben, gegen Verunreinigung schützen (Oholot 8. 1), da ihnen nach seiner Meinung die Transportabilität nicht den Charakter des Zeltes raubt; die Benutzung eines Grabes hält er in diesem Falle für unbedenklich, weil man עירוב nur macht, um ein gottgefälliges Werk zu tun (s. Einl. g. Ende), an der Erhaltung seiner עירוב - Speise aber behufs späterer Nutzniessung aus derselben Niemand gelegen ist. So die Gemara, welche übrigens die Lesart hat לחוץ ולילך ולאכול, nach welcher wir übersetzt haben. Die Mischnaausgaben lesen: weil er hingelangen und durch eine Scheidewand gedeckt essen kann.",
+ "hingelangen und essen. Er hält es also mit Symmachus für Bedingung, dass die עירוב - Speise dem geniessbar sei, der sie zum עירוב benutzt."
+ ],
+ [
+ "Man kann mit Demai. Früchte eines Unzuverlässigen, der im Verdacht steht, dass er dieselben nicht verzehntet. Da in der Dämmerung, also in dem Zeitpunkte, in welchem der עירוב wirksam wird, noch gestattet ist, דמאי zu verzehnten (s. Schabbat II. Ende), so kann der Genuss dieser Früchte noch ermöglicht werden (vgl. Anm. 8); und wäre auch ihre Quantität genau auf das in K. 8, M. 2 vorgeschriebene Maass beschränkt, so dass sie das abzusondernde מעשר מן המעשר (s. folg. Anm.) nicht entbehren können so ist doch noch eine Möglichkeit, dieselben geniessbar zu machen, auf Grund von Pea III. 1 gegeben, wonach ein Armer דמאי essen darf.",
+ "mit dem ersten Zehnten. Welcher dem Leviten gegeben wird (s. Anm. 4.), und von welchem dieser den zehnten Teil (מעשר מן המעשר = ¹⁄₁₀₀ des Ganzen) als Teruma dem Priester geben muss ( תרומת מעשר).",
+ "dessen Teruma. Die תרומת מעשר, nicht aber die תרומה גדולה (Anm. 7.), welche eigentlich vor dem „ersten Zehnt“ (מעשר ראשון) abgesondert werden soll. Wenn aber der Levite dem Priester zuvorkam, als noch das Getreide ungedroschen lag, zu einer Zeit also, da es noch nicht terumapflichtig war, ist sein מעשר nach Absonderung der תרומת מעשר, obgleich noch die תרומה גדולה darin steckt, doch geniessbar und daher zum עירוב nicht ungeeignet.",
+ "mit dem zweiten Zehnten. Des zweiten Zehnten; nachdem man vom Ernteertrage ein Zehntel den Leviten gegeben, wird nämlich ein „zweiter Zehnt“ — שני מעשר — abgesondert, welchen der Besitzer im 1. u. 2. Jahre jedes Trienniums (im 3. gehört er den Armen und heisst dann מעשר עני — Armenzehnt) zwar behalten darf, aber in der heiligen Stadt verzehren muss; macht ihm der Transport Schwierigkeiten, kann er ihn gegen Geld einlösen, welches er dann in der heiligen Stadt für Nahrungsmittel ausgibt (Deut. 14, 22. ff.)",
+ "und mit Geweihtem nach ihrer Auslösung. Auch wenn sie noch nicht ganz zu Ende geführt ist, indem man zwar den Werth gegeben, aber noch nicht den fünften Teil hinzugefügt hat.",
+ "Priester auch mit Challa und mit Teruma. Challa, (der dem Priester vom Teige zukommende Anteil — Num. 15. 20), ist dem Nichtpriester ebenso wie Teruma (Anm. 7) verboten; beide eignen sich daher nach Symmachus (Anm. 8.) nur für den Priester zum עירוב; s. die Gegenansicht, nach welcher sie sich auch für Nichtpriester eignen (wie überhaupt jedes Nahrungsmittel, das irgend einem Israeliten erlaubt ist, auch dem zum עירוב dienen kann, dem es verboten ist), in Mischna 1.",
+ "aber nicht mit Tebel. Früchte, von denen noch nicht Teruma, erster und zweiter Zehnt abgesondert ist; erster Zehent, von welchem noch nicht תרומת מעשר, ein Teig von welchem noch nicht Challa abgesondert ist; selbst wenn sie diesen Abgaben nicht nach biblischer, sondern nur nach rabbinischer Satzung unterliegen, eignen sie sich doch nicht zum עירוב, weil sie immerhin allen Israeliten ohne Ausnahme verboten sind, eine Absonderung dieser Abgaben aber auch in der Dämmerung (Anm. 13) nicht mehr statthaft ist (Schabbat II. 7.).",
+ "und nicht mit dem ersten Zehnten. Welcher dem Leviten gegeben wird (s. Anm. 4.), und von welchem dieser den zehnten Teil (מעשר מן המעשר = ¹⁄₁₀₀ des Ganzen) als Teruma dem Priester geben muss (מעשר תרומת).",
+ "dessen Teruma. Hier ist nicht von תרומת מעשר die Rede — sonst wäre es ja identisch mit dem obengenannten Tebel (s. Anm. 18.) — sondern es ist die גדולה תרומה gemeint, welche noch im מעשר ראשון steckt, wenn nämlich der Levite dem Priester zuvorgekommen, als die Früchte schon terumapflichtig waren (Ma‘serot I. 5. ff.). Diesem gebührten 2% des Ernteertrages, jenem 9,8%, von denen er dem Priester 0,98% als תרומת מעשר zu geben hätte; dadurch dass der Levite seinen Anteil früher nahm als der Priester, erhielt jener 10%, dieser nur (2% des Restes, also) 1,8% des Ernteertrages. Allerdings erhält er nun von ihm als תרומת מעשר 1% statt 0,98%; es stecken aber immer noch (2,98—2,8=) 0,18% תרומה in diesem Zehnten, und solange der Levite diesen unrechtmässig erworbenen Teil dem Priester wiederzugeben sich nicht anschickt, ist sein מעשר verboten und daher zum עירוב nicht geeignet.",
+ "und nicht mit dem zweiten Zehnten. Des zweiten Zehnten; nachdem man vom Ernteertrage ein Zehntel den Leviten gegeben, wird nämlich ein „zweiter Zehnt“ — שני מעשר — abgesondert, welchen der Besitzer im 1. u. 2. Jahre jedes Trienniums (im 3. gehört er den Armen und heisst dann מעשר עני — Armenzehnt) zwar behalten darf, aber in der heiligen Stadt verzehren muss; macht ihm der Transport Schwierigkeiten, kann er ihn gegen Geld einlösen, welches er dann in der heiligen Stadt für Nahrungsmittel ausgibt (Deut. 14, 22. ff.)",
+ "wenn sie noch nicht. Oder nicht in ganz korrekter Weise — der zweite Zehent z. B. gegen eine ungeprägte Münze, das Geweihte gegen Liegenschaften. —",
+ "Schickt man seinen עירוב. Das Wort ist hier und im Folgenden noch sehr häufig auf das Nahrungsmittel übertragen, welches zum עירוב verwendet wird.",
+ "Blödsinnigen oder Minderjährigen. Damit er ihn dort niederlege, wohin man seinen Wohnsitz für den Schabbat verlegen will.",
+ "der den עירוב nicht anerkennt. Ein Sadduzäer, Karäer, oder wer sonst die Überlieferungen der Rabbinen und die Verbindlichkeit ihrer Anordnungen leugnet, zu denen auch der עירוב gehört.",
+ "denselben von ihm in Empfang zu nehmen. Damit er ihn dort niederlege, wohin man seinen Wohnsitz für den Schabbat verlegen will.",
+ "so ist es ein עירוב. Weil es nicht aufs Hinschaffen, sondern auf das Hinlegen des עירוב ankommt."
+ ],
+ [
+ "Hat er ihn auf einem Baume. Handbreiten im Geviert misst und in רשות הרבים steht.",
+ "Der mindestens 4 oberhalbzehn Handbreiten. Wo der Baum schon רשות היחיד ist.",
+ "ist sein עירוב kein עירוב. Da er ihn nicht herunterholen kann (s. Einl. Anf.), der עירוב ihm aber von dem Orte erreichbar sein muss, welchen er zu seinem Schabbatwohnsitz bestimmt hat (vgl. Anm. 10); hat er daher die Laubkrone oder das Geäste des Baumes dazu bestimmt, so gilt sein עירוב, auch wenn er höher als 10 Handbreiten liegt, da er ja ב״הש zu ihm hinaufklettern kann.",
+ "unterhalb zehn Handbreiten. כרמלית.",
+ "so ist sein עירוב ein עירוב. Zur Zeit, da er in Kraft tritt (in der Dämmerung—Anm. 13), ist es ja noch gestattet, Gegenstände aus einer כרמלית nach רשות הרבים wie nach רשות היחיד zu schaffen, was am Schabbat allerdings verboten ist (s. Einl. Anf.).",
+ "Hat er ihn in eine Grube gelegt. Welche sich in einer כרמלית befindet.",
+ "selbst hundert Ellen tief. Und mit noch so grosser Grundfläche.",
+ "ein עירוב. Vgl. Anm. 29.",
+ "hat er ihn auf die Spitze eines Rohrstabes oder eines Astes. ϰοντός: Stange, Stecken; ϰύνδαλος: Pflock, Pfahl — beides abgerissene Äste, die weniger als 4 Handbreiten im Geviert haben und mithin ein מקום פטור darstellen (einen Ort, von welchem man die Gegenstände sowohl nach רשות הרבים als nach רשות היחיד schaffen darf).",
+ "der abgerissen. Wächst er aber noch am Baume, so ist der auf ihn gelegte עירוב ungiltig, weil er nicht heruntergeholt werden darf aus Besorgniss, es könnte dabei die Spitze oder ein anderer leicht zerbrechlicher Teil des Astes (Rohrstabes) abgebrochen werden; auf einem starken Baume aber, der 4 Handbreiten und darüber im Geviert hat, ist es, wie wir gesehen haben, — da diese Besorgniss wegfällt — wohl gestattet, den עירוב niedriger als 10 Handbreiten und unter gewissen Voraussetzungen (Anm. 27 Ende) auch höher anzubringen.",
+ "ein עירוב. Obgleich der Ast oder Rohrstab in רשות הרבים eingesteckt ist. Die Begründung ist schon durch Anm. 33 gegeben.",
+ "Hat er ihn in einen Schrank getan. Dessen Schloss nach damaliger Art an einer Schlinge hängt, welche im Innern mit ihren Enden an der Wand des Schrankes befestigt ist und durch eine kleine Öffnung in der Tür nach Aussen dringt.",
+ "so ist es ein עירוב. Weil die Schlinge in der Dämmerung noch durchschnitten werden kann.",
+ "so ist es kein עירוב. Da er das Durchschneiden der Schlinge für unstatthaft hält, sieht er keine Möglichkeit eines Zutritts zum עירוב."
+ ],
+ [
+ "Wenn er aus dem תחום. Dem Schabbatbezirke seines Wohnortes (s. Einl. Abs. 4) u. z. 4 Ellen weit, so dass er am Schabbat nicht mehr zu ihm gelangen kann.",
+ "oder ein Steinhaufe. Zu dessen Wegschaffung behufs Freilegung des עירוב Werkzeuge erforderlich sind.",
+ "oder als תרומה. Taruma (Anm. 7 und 14), welche unrein wurde, ist selbst dem Priester verboten. Vgl. Anm. 18.",
+ "so ist er ein עירוב. Denn dieser tritt in der Dämmerung in Kraft und wird mit diesem Augenblicke für den ganzen Tag wirksam, weshalb er nach Anbruch der Nacht verzehrt werden kann.",
+ "es sei dies ein Kamele führender Eseltreiber. Sprichwörtliche Redensart: Das Kamel wird von dem vorausgehenden Führer am Halfter nachgezogen, der Esel von dem nachfolgenden Treiber geleitet; der Kamele führende Eseltreiber muss sich daher bald nach vorn bald nach hinten wenden, er ist auf beiden Seiten gehemmt und kommt nicht recht von der Stelle. So ist auch derjenige, über dessen עירוב Zweifel herrscht, auf beiden Seiten eingeschränkt, insofern er nur von seiner Ortschaft bis zum עירוב gehen darf, nicht aber über diesen hinaus — da er möglicherweise ungiltig ist — und ebensowenig von seiner Ortschaft aus auch nur einen Schritt in der entgegengesetzten Richtung, — da sein עירוב vielleicht doch in Kraft getreten, sein Wohnsitz mithin verlegt ist; er verliert also sowol vorne als hinten die Hälfte des תחום.",
+ "ein zweifelhafter עירוב ist giltig. weil der Status quo ante so lange als nur irgend möglich als fortdauernd vorauszusetzen und daher anzunehmen ist, dass der עירוב in der Dämmerung noch an der Stelle sich befand, auf welche er hingelegt wurde."
+ ],
+ [
+ "Man kann in Bezug auf seinen עירוב. Indem man einen im Osten und einen im Westen macht.",
+ "Kommen die Heiden. Vor denen ich fliehen muss.",
+ "sei mein עירוב nach Westen. Der andere aber ungiltig.",
+ "so sei mein עירוב nach Osten. Der andere aber ungiltig.",
+ "nach welcher Richtung ich will. Und derjenige עירוב heute schon in Kraft treten, für welchen ich mich morgen entscheiden werde, der andere aber ungiltig sein.",
+ "so sei ich wie die Leute meiner Ortschaft. Und jeder der beiden עירובין ungiltig. Bis zur Entscheidung darf er selbstverständlich in jedem dieser Fälle seine Ortschaft in keiner der beiden Richtungen verlassen, es sei denn, dass die עירובין sich nicht an den äussersten Grenzen ihres תחום befinden, so dass sie ihm einen gewissen Spielraum, welcher ihnen gemeinsam ist, freilassen (vgl. Anm. 52).",
+ "Trifft ein Weiser. Den ich hören will. Die Anhörung eines Vortrages, die Begrüssung eines Lehrers gilt als מצוה, als ein religiöses Gebot, zu dessen Erfüllung die Verlegung des Wohnsitzes durch den עירוב gestattet ist (s. Einl. g. Ende).",
+ "sei mein עירוב nach Osten. Der andere aber ungiltig.",
+ "sei mein עירוב nach Westen. Der andere aber ungiltig.",
+ "nach welchem Orte ich will. Und derjenige עירוב heute schon in Kraft treten, für welchen ich mich morgen entscheiden werde, der andere aber ungiltig sein.",
+ "so sei ich wie die Leute meiner Ortschaft. Und jeder der beiden עירובין ungiltig. Bis zur Entscheidung darf er selbstverständlich in jedem dieser Fälle seine Ortschaft in keiner der beiden Richtungen verlassen, es sei denn, dass die עירובין sich nicht an den äussersten Grenzen ihres תחום befinden, so dass sie ihm einen gewissen Spielraum, welcher ihnen gemeinsam ist, freilassen (vgl. Anm. 52)."
+ ],
+ [
+ "gleichviel ob vorn oder hinten. Und man wünscht an jedem der beiden Tage den תחום in einer andern, entgegengesetzten Richtung zu überschreiten.",
+ "kann man zwei עירובין machen. Im Osten und im Westen der Ortschaft, aber nicht an den äussersten Grenzen ihres תחום, da er in diesem Falle in der Abenddämmerung zwischen dem ersten und dem zweiten Tage, dem Zeitpunkte, in welchem sein zweiter עירוב in Kraft treten soll, zu diesem gar nicht gelangen könnte; vielmehr müssen die עירובין innerhalb des תחום liegen u. z. so, dass beide ihm an beiden Tagen erreichbar sind. Dies ist der Fall, wenn sie so nahe der Ortschaft sind, dass die Summe der beiden Entfernungen nicht mehr als einen halben תחום beträgt (2000–2800 Ellen. s. Einl. g. Ende).",
+ "wie die Leute meiner Ortschaft. In den zwei letzten Fällen macht er natürlich nur einen עירוב, an welchen er die Bedingung knüpft, dass er nur für den einen Tag (den ersten, bez. den zweiten) in Kraft trete, für den andern aber (den zweiten, bez. den ersten), an welchem er den תחום seiner Ortschaft sich gewahrt wissen, und daher auf den תחום seines עירוב verzichten möchte, keine Geltung habe.",
+ "er macht nach ein er Richtung עירוב. Nicht aber für morgen nach dieser, für übermorgen nach der entgegengesetzten Richtung.",
+ "er macht entweder für beide Tage. Nicht aber nur für den einen, während er für den andern Tag den תחום seiner Ortschaft in seinem ganzen Umfange sich erhalten will. Entweder er verzichtet auf diesen für beide Tage — dann kann er עירוב machen, und auch dann nur nach einer Richtung; oder er verzichtet nicht — dann kann er eben keinen עירוב machen; denn sowenig man für die verschiedenen Tageszeiten eines und desselben Tages seinen Wohnsitz an verschiedenen Orten festsetzen kann, um verschiedene תחומין zu gewinnen, ebensowenig kann man es für Schabbat- und Festtag, die aufeinanderfolgen. Die Heiligkeit des einen setzt sich in dem andern Tage unmittelbar und ohne Unterbrechung fort; sie bilden gewissermassen nur einen heiligen Tag (קדושה אחת). Die Konsequenz wäre, dass der עירוב, wenn er in der ersten Nacht vernichtet wurde, dennoch auch für den zweiten Tag noch in Kraft bliebe, wie er es für den ersten tatsächlich bleibt (Anm. 42). Diese Konsequenz ziehen die Weisen nicht, weil sie für die Aufeinanderfolge von Schabbat- und Festtag das Prinzip der קדושה אחת nicht wie die Weisen der folgenden Mischna für die zwei Tage des Neujahrsfestes mit solcher Sicherheit in Anspruch nehmen, dass sie es auch in erleichterndem Sinne anwenden könnten; daher die Frage: Wie verfährt er, damit ihm der עירוב nicht am ersten Tage abhanden komme und seine Giltigkeit für den zweiten verliere?",
+ "der ihn hingetragen. Im Auftrage dessen, der von ihm Gebrauch machen will; begiebt dieser sich in eigener Person dahin, so braucht er überhaupt keine Erubspeise mitzunehmen (nach R. Juda in K. 4. M. 9).",
+ "bis Anbruch der Nacht. Vgl. Anm. 42.",
+ "nimmt ihn dann und geht seines Weges. Er nimmt ihn, wenn es Festtag ist, nach Hause mit und verwahrt ihn, dass er nicht abhanden komme; ist der Tag dagegen Schabbat, wo andere als zur Kleidung gehörige Gegenstände nicht getragen werden dürfen (s. Einl. Anf.), muss er ihn dort liegen lassen und sich am folgenden Abend überzeugen, ob er noch an seiner Stelle sich befindet.",
+ "am zweiten (trägt er ihn wieder hin. מוליכו ist aus dem ersten Satze zu ergänzen. Es könnte ebensogut בשני ומחשיך עליו (mit Waw copulativum) stehen, eine Construction, die in solchen Fällen der grössern Deutlichkeit wegen vorgezogen zu werden pflegt; keineswegs ist aber בשני zum folgenden מחשיך oder gar, wie manche getan haben, zum unmittelbar vorangehenden ובא לו zu ziehen, welches ganz gewiss noch zum vorigen Satz gehört.",
+ "kann ihn aber nach Anbruch der Nacht essen. Vgl. Anm. 42.",
+ "so gewinnt er seinen Weg und gewinnt seinen ‘Erub. Dadurch, dass er ihn am ersten Abend nach Hause nimmt und verwahrt. Täte er es nicht, und der עירוב ginge vor Beginn der zweiten Nacht verloren, so würde er nicht nur die עירוב-Speise, die er jetzt essen kann, sondern auch die 2000—2800 Ellen sowohl jenseits des עירוב als jenseits seiner Ortschaft einbüssen, da es zweifelhaft ist, ob der עירוב des ersten Tages nur für diesen oder für beide Tage gilt. Er dürfte sich also am zweiten Tage nur innerhalb des Spielraums bewegen, welcher dem תחום seines Wohnortes und dem seines עירוב gemeinsam ist (vgl. Anm. 43); denn selbst nach R. J. und R. S. in M. 4, ist ein zweifelhafter עירוב nur dann giltig, wenn er durch den status quo ante (Anm. 44) unterstützt wird, der als fortbestehend angenommen werden kann, nicht aber, wo es wie hier gewiss ist, dass der frühere Zustand nicht mehr fortbesteht — wir setzen ja den Fall, dass der עירוב am ersten Tag abhanden gekommen — der Zweifel aber, ob קדושה אחת oder nicht, ob mithin sein עירוב für beide Tage gilt oder nicht, durch nichts zu seinen Gunsten entschieden wird.",
+ "aber kein ‘Erub für den zweiten. S. die vorige Anm.",
+ "Tage der Heiligkeit sind. S. Anm. 55: „Die Konsequenz wäre“, u. s. w."
+ ],
+ [
+ "Am Neujahrsfeste. ראש השנה wird hier (in dem Verbum תתעבר) als Femininum behandelt, um den Wechsel des Subjekts in שהיה ירא deutlicher zu machen und klar hervortreten zu lassen. Grammatisch rechtfertigt sich dies dadurch, dass der Anfang des Jahres ein Teil des ganzen, שנה aber weiblich ist. Wo beim Genitivverhältniss das nomen regens einen untergeordneten Begriff ausdrückt (wie מקצת ,כל, بعض, جميع, كل u. ä.), richtet sich in den semitischen Sprachen das Genus des Prädikats nicht nach dem des grammatischen Subjekts (des nomen regens — hier ראש), sondern nach dem des logischen (des nomen rectum); השנה ist hier insofern logisches Subjekt, als es immerhin das Jahr ist, welches durch den Schalttag einen Zuwachs erhält.",
+ "wenn man einen Schalttag. In der Regel wird das Neujahrsfest nur einen Tag und zwar am Neumondstag des Tischri gefeiert. Da aber dessen Festsetzung durch den Gerichtshof von Zeugenaussagen über das Sichtbarwerden des neuen Mondes abhing, so konnte dieselbe, wenn die Zeugen sich verspäteten, leicht um einen Tag verzögert werden. In diesem Falle war das Fest ein zweitägiges. Der erste Tag desselben wurde dem Monat Elul als »Schalttag« zugerechnet und erst mit dem zweiten begann der Monat Tischri.",
+ "zwei ‘Erubin. Im Osten und im Westen der Ortschaft, aber nicht an den äussersten Grenzen ihres תחום, da er in diesem Falle in der Abenddämmerung zwischen dem ersten und dem zweiten Tage, dem Zeitpunkte, in welchem sein zweiter עירוב in Kraft treten soll, zu diesem gar nicht gelangen könnte; vielmehr müssen die עירובין innerhalb des תחום liegen u. z. so, dass beide ihm an beiden Tagen erreichbar sind. Dies ist der Fall, wenn sie so nahe der Ortschaft sind, dass die Summe der beiden Entfernungen nicht mehr als einen halben תחום beträgt (2000–2800 Ellen. s. Einl. g. Ende).",
+ "wie die Leute meiner Ortschaft. In den zwei letzten Fällen macht er natürlich nur einen עירוב, an welchen er die Bedingung knüpft, dass er nur für den einen Tag (den ersten, bez. den zweiten) in Kraft trete, für den andern aber (den zweiten, bez. den ersten), an welchem er den תחום seiner Ortschaft sich gewahrt wissen, und daher auf den תחום seines עירוב verzichten möchte, keine Geltung habe.",
+ "Allein die Weisen. Nach ihnen sind die beiden Tage des Neujahrsfestes ganz entschieden קדושה אחת und daher als ein Tag zu betrachten; die Giltigkeit des עירוב erstreckt sich daher auf die ganze Dauer des Festes, auch wenn er schon am ersten Abende verzehrt wurde. Es sind hier übrigens, wie wir bereits in Anm. 55 angedeutet haben, nicht die Weisen der vorigen Mischna gemeint, welche vielmehr nach der Tosefta hier dem R. Eliezer zustimmen (s. Gemara!)"
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+ "Juda: Man kann über einen Korb (mit Früchten. Von denen noch nicht Teruma, erster oder zweiter Zehnt abgesondert ist; am Feiertage ist diese Absonderung nicht gestattet.",
+ "am ersten Feiertage eine Bedingang sprechen. „Ist heut der wahre Neujahrstag, dann seien die Früchte, die ich hier aus diesem Korbe nehme, was sie bisher gewesen — Tebel; ist er aber morgen, und heute nur sein Rüsttag, dann sei dieser Teil derselben תרומה, dieser מעשר ראשון und dieser מעשר שני“. Am zweiten Tage nimmt er dieselben Früchte und spricht: Ist heut der wahre Neujahrstag, so habe ich ja unter dieser Voraussetzung die vogeschriebenen Gaben schon gestern abgesondert; war er aber gestern, so erkläre ich hiermit diesen Teil für Teruma, diesen für מעשר ראשון und diesen für מעשר שני.",
+ "und sie dann am zweiten essen. Nicht aber am ersten, an welchem sie, falls es der wahre Neujahrstag ist, noch Tebel sind, das nicht gegessen werden darf (s. Anm. 18).",
+ "das am ersten gelegt ward. Und am selben Tag verboten ist (Tr. ביצה I 1).",
+ "kann am zweiten gegessen werden. Gleichviel, ob dieser oder der vorhergehende der wahre Neujahrstag ist, immerhin ist es nicht mehr derselbe Tag, an welchem das Ei gelegt wurde, da für ihn beide Tage nicht קדושה אחת sind.",
+ "Doch die Weisen stimmten ihm nicht bei. Vgl. Anm. 66."
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+ "ob morgen. Vgl. Anm. 65.",
+ "und am folgenden Tage sage er. In allen Gemeinden ausser dem Wohnsitze der für die Festsetzung des Neumondstages zuständigen Behörde.",
+ "Allein die Weisen stimmten ihm nicht bei. Weder betreffs dieser Klausel, noch in Bezug auf die Erwähnung des Neumondstages überhaupt."
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+ "Wen Heiden. Gegen seinen Willen.",
+ "Geist. Ein vorübergehender Anfall von Raserei oder einer andern intermittirenden Krankheit, die ihn für die Dauer der Paroxysmen der Zurechnungfähigkeit beraubt; (vgl. 1. Sam. 16, 14).",
+ "hinausgeführt haben. Aus dem תחום (Schabbatbezirk; s. Einl. Abs. 4).",
+ "der hat nur vier Ellen. In denen er sich bewegen, die er aber nicht überschreiten darf, sobald er seine Freiheit, bez. seine Besinnung wieder erlangt hat. Die verschiedenen Meinungen über diese 4 Ellen s. in M. 5,",
+ "als wäre er nicht hinausgegangen. Er darf sich also dann innerhalb des ganzen תחום seines Wohnortes frei bewegen; ist er aber freiwillig zurückgekommen, desgleichen wenn er freiwillig seinen תחום verlassen und zwangsweise zurückkehrte, so darf er nur innerhalb seines Wohnortes sich bewegen, nicht aber in dessen Schabbatbezirk, und auch in jenem nur dann, wenn er mit Mauern umgeben ist, oder sonstwie (s. K. 1 und Einl. Abs. 3) zu einer רשות היחיד gemacht wurde; andernfalls ist er auf die 4 Ellen beschränkt,",
+ "Haben sie ihn in eine andere Ortschaft. Welche רשות היחיד ist (s. die vorige Anm.).",
+ "er darf sie ganz durchwandern. Eine noch so grosse Fläche wird ihm, wenn sie umfriedet ist, für 4 Ellen angerechnet.",
+ "er hat nur vier Ellen. Eine solche רשות היחיד wird ihm nur dann für 4 Ellen angerechnet, wenn sie sein Schabbatwohnsitz ist, d. h. wenn er bei Beginn des Schabbat sich schon dort befand.",
+ "als sie aus Brundisium. Calabrische Küstenstadt mit einem bedeutenden und vortrefflichen Hafen, in welchem die Römer ihre Reisen nach dem Oriente anzutreten pflegten; jetzt Brindisi. Andere Lesart ist פלנדרסין).",
+ "kamen und ihr Schiff in die See stach. Wenn 10 Handbreiten über dem Erdboden das Überschreiten der Schabbatgrenze nicht mehr verboten ist (אין תחומין למעלה מעשרה), so kann והפליגה nicht in altum provehi bedeuten, wie Raschi meint und die anderen Erklärer, desgleichen die Übersetzer nachschreiben (in die hohe See stach, auf hoher See trieb); das Wort muss vielmehr auch die Auffassung eines Fahrens längs der Küste (מהלכת ברקק — Gemara) zulassen — also einfach: in See stechen! Ob es von πέλαγος (griechisch: die hohe See, die Mitte des Meeres) mit Raschi abzuleiten ist, dürfte demnach anzuzweifeln sein; wahrscheinlich ist es ein guthebräisches Wort. Der Stamm פלג bedeutet ebenso wie das sinnverwandte und — wenn wir vom letzten Radikal absehen — auch lautverwandte פרש (vgl. המפרש בים): Teilen, sondern, scheiden, trennen; der Hiphil also, wie in הרחיק ,הקריב und im Rabbinischen noch häufiger reflexiv, sich trennen (vom Lande), sich entfernen (בים auf dem Meere); dann auch wie das gleichfalls sinn- und lautverwandte פלא: sich auszeichnen (daher מופלג = מופלא) und transitiv: übertreiben.",
+ "El‘azar ben ‘Azarja es ganz durchwanderten. Da ja ein Schiff von Wänden eingeschlossen ist (s. Anm. 7).",
+ "indem sie es für ihre Person strenger nehmen wollten. Von Rechts wegen durften sie selbst nach ihrer Ansicht im ganzen Raum sich frei bewegen, da sie bei Beginn des Schabbat schon auf dem Schiffe waren (s. Anm. 8)."
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+ "Einst liefen sie. Am Freitag Abend.",
+ "wie sollen wir es mit dem Hinabsteigen. In den Hafen; dürfen wir uns in demselben frei bewegen, oder sind wir auf die vier Ellen beschränkt?",
+ "es ist erlaubt. Nicht allein nach meiner Ansicht, sondern auch nach der des R. Josua (in M. 1), da der Schabbat uns schon im תחום des Hafens gefunden hat; nach Jeruschalmi war es indessen ein offener (nicht umfriedeter Hafen), so dass sie selbst nach Rabban Gamliel auf die 4 Ellen beschränkt wären, wenn sie erst am Schabbat in den תחום einliefen.",
+ "denn ich habe schon früher. Als es noch Tag war.",
+ "Beobachtungen angestellt. Mit Hilfe eines Rohres (שפופרת היתה לו-babli), durch welches er einen festen Punkt an der Küste ins Auge fasste, z. B. die Spitze eines Thurmes (מצודות היו לו לרבן גמליאל שהיה משער בהן עיניו במישר -Jeruschalmi), dessen Höhe ihm genau bekannt war. Aus dem Winkel, unter welchem ihm dieselbe sichtbar wurde (Gesichtswinkel), und der durch die Neigung des Rohres gegen die Ebene des Horizontes bezeichnet wird, konnte er erkennen, wie weit sie von der Küste entfernt waren. War der Turm, nach dessen Spitze er visirte, z. B. 100 Ellen hoch, so waren sie bei einem Gesichtswinkel von 2° 2′ 44″ nicht mehr volle 2800 Ellen von der Küste entfernt, also bereits in die Diagonale ihres תחום eingelaufen; bei einem Gesichtswinkel von 2° 51‘ 45“ befanden sie sich schon in einer Entfernung von kaum 2000 Ellen vom Hafen. Die Formel für die Berechnung dieser Entfernungen lautet nämlich:
wenn unter h die Höhe des Thurmes (= 100), unter a der Gesichtswinkel verstanden wird. Ist der Gesichtswinkel a =2° 2‘ 44“, so ist:
Ist der Gesichtswinkel a = 2° 51‘ 45“, so ergiebt sich:
Das Instrument, dessen sich Rabban Gamliel bediente, war vermutlich das Astrolabium (Maimonides z. St.), welches er zu seinen astronomischen Studien (Rosch haschana II 8) verwendete, und welches er mitgenommen hatte, weil es ihm auf seiner Seereise gute Dienste leisten konnte. Für unsern Zweck genügte aber eine einfache Dioptra von der Form eines Dreiecks, welche sogar den Vorteil böte, dass die Entfernungen nicht erst berechnet zu werden brauchten, sondern ohne Weiteres von der Scala abgelesen werden könnten. Am Ende eines horizontal ruhenden Meterstabes ist ein mit Visiren versehenes Linial durch Scharniere befestigt, um deren Stift es sich wie um eine Axe drehen lässt; am andern Ende des Meterstabes ist ein lotrechtes Stäbchen verschiebbar angebracht, auf dessen oberer Kante das freie Ende des Visirlineals ruht, so dass dieses mit dem Meterstabe einen Winkel bildet, welcher grösser wird, je näher das Stäbchen dem Scheitelpunkte (den Scharnieren) zu geschoben wird. Kennt man nun das Verhältnis des lotrechten Stäbchens zum Leuchtturme, dessen Spitze eben durch die Visire sichtbar geworden, so kann man seine Entfernung vom Beobachtungspunkte am Meterstabe direkt ablesen. Hat er z. B. eine Höhe von 100 m., das Stäbchen eine von 1 cm., so bedeutet jeder cm. auf dem Stabe eine Entfernung von 100 m.; mithin sind wir 1400 m. (c. 2800 Ellen) vom Leuchtturm entfernt, wenn das Stäbchen bis zur Zahl 14, und 1000 m. (c. 2000 Ellen), wenn es gar bis zur Zahl 10 des Meterstabes zurückgeschoben werden musste, damit sein Licht in der Richtung des Visirlineals erschiene. Brauchte es aber zu diesem Zwecke gar nicht verschoben zu werden, so war die Entfernung noch 10000 m."
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+ "Wer mit Erlaubnis. Des Religionsgesetzes, z. B. als Retter in Lebensgefahr, als Zeuge über das Erscheinen des Neumonds (Rosch haschana I 9).",
+ "hinausgegangen ist. Aus dem תחום (Schabbatbezirk; s. Einl. Abs. 4).",
+ "hat zweitausend Ellen nach jeder Richtung. Von dem Orte aus gemessen, an welchem ihm die Mitteilung wurde, dass seine Hilfe zu spät kommt, oder dass man seiner nicht mehr bedarf.",
+ "war er noch im Schabbatbezirk. Des תחום seiner Ortschaft, also von dieser noch nicht volle 4000—5600 Ellen entfernt (s. Einl. g. Ende).",
+ "als wäre er nicht hinausgegangen. Er darf in seinen Heimatsort zurückkehren und über diesen hinaus noch 2000—2800 Ellen gehen, obgleich er sein Vorhaben nicht zur Ausführung brachte; geschweige wenn es ihm gelungen, seine fromme Absicht zu verwirklichen (Rosch haschana II 5).",
+ "Alle. כל ist die Lesart des Babli; andere, besser bezeugte, doch schwierige Lesart: שכל.",
+ "welche hinausgegangen sind. Aus dem תחום (Schabbatbezirk; s. Einl. Abs. 4).",
+ "um zu retten. Bei einem feindlichen oder räuberischen Einfall.",
+ "dürfen nach ihrem Orte zurückkehren. Wenn sie geschlagen wurden und sich anderwärts nicht sicher fühlen; haben sie jedoch gesiegt, so ist ihnen nur ein Weg von 2000 Ellen nach jeder Richtung hin gestattet, die Rückkehr in ihr Heim aber nur dann, wenn nach Maassgabe des in Anm. 20 Gesagten die beiden תחומין in einander übergehen. In jedem Falle dürfen sie, soweit sie gehen können, auch ihre Waffen mitnehmen."
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+ "Wer sich unterwegs. Vor Schabbat.",
+ "nachdem er. Am Schabbat.",
+ "dass er in der Nähe. Im Schabbatbezirke.",
+ "da er nicht dazu entschlossen war. Seinen Schabbatwohnsitz in ihr zu nehmen — er wusste ja vor Eintritt der Dunkelheit nicht einmal, dass er in ihrem תחום ist und daher noch hingelangen kann.",
+ "nicht hineingehen. Nach freiem Belieben, wohin und soweit er nur immer gehen mag; er darf vielmehr nur so weit in derselben sich bewegen, als der תחום seines Standortes reicht.",
+ "er darf hineingehen. Und sich dann hinsichtlich des תחום als Einwohner der Ortschaft betrachten.",
+ "ohne den Entschluss vorher gefasst zu haben. R. Tarfon wurde unterwegs vom Eintritt des Schabbat überfallen und übernachtete ausserhalb der Stadt; in der Früh trafen ihn Hirten, welche zu ihm sprachen: die Stadt liegt ja vor dir, tritt ein! Er trat ein, begab sich in das Lehrhaus und hielt den ganzen Tag öffentliche Vorträge. Auf diesen Vorfall deutet R. Juda als auf eine Stütze für seine Ansicht hin, worauf man ihm erwiderte, dass ja das Lehrhaus noch im תחום des Ortes sein konnte, an welchem er übernachtet hatte."
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+ "Wer unterwegs. Vor Schabbat.",
+ "hat zweitausend Ellen nach jeder Richtung. An dem Orte, an welchem er kurz vor Beginn des Schabbat sich befindet, erwirbt er auch ohne sein Wissen einen Schabbatwohnsitz (קונה שביתה) nach R. J. b. N. — nach den Weisen dagegen wohl ohne sein Hinzutun (vgl. die vorige Mischna, in welcher ihm selbst R. Meïr einen תחום, wenigstens von seinem Standtorte aus zuerkennt, obgleich er daselbst nicht קונה שביתה war, da ihm sonst R. Juda nicht den תחום der Ortschaft gewährt hätte), aber nicht ohne sein Wissen, in bewusstlosem Zustande.",
+ "er hat nur vier Ellen. Nach jeder Richtung, also eine Fläche von 8 Ellen im Geviert.",
+ "dass er in ihrer Mitte sich befindet. Also eine Fläche von nur vier Ellen im Geviert, deren Diagonalen sich in seinem Standpunkte schneiden müssen, deren Lage also genau bestimmt ist.",
+ "kann er sie gehen. Auch er gewährt nur eine Fläche von 4 Ellen im Geviert, deren Lage aber nicht durch seinen Standort von selbst gegeben ist, die er vielmehr nach Belieben wählen kann.",
+ "nicht mehr zurücktreten kann. Um, auf diese Verzicht leistend, wieder andere 4 Ellen zu wählen. — Die hier und anderwärts so oft genannten vier Ellen entsprechen der Länge eines mit über den Kopf gestreckten Armen am Boden ruhenden Menschen, von der Sohle bis zur Spitze des Mittelfingers gemessen. Rechnet man daher vom Scheitel bis zur Sohle 3⁵⁄₁₂ Ellen, und nimmt man als Durchschnittsmass des Menschen eine Länge von 164 cm. an, so ist die Elle (אמה) = 48 cm., die Handbreite (טפח = ⅙ Elle) = 8 cm. und die Daumenbreite (אצבע = ¼ טפח = ¹⁄₂₄ אמה) = 2 cm."
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+ "und ein Teil der Ellen des Einen ist innerhalb der Ellen des Andern. Indem sie 7— und nach R. Eliezer 3 — Ellen von einander entfernt sind, so dass 1 Elle beiden gemeinsam ist.",
+ "und das des Mittlern geht in dem der Beiden auf. Wörtlich: der Mittlere ist zwischen ihnen verschlungen; seine 4 Ellen werden von denen der Nachbaren rechts und links »absorbiert«, indem diese nur 8 — und nach R. Eliezer 4 — Ellen von einander entfernt sind, so dass sie sich in die 4 Ellen des Mittlern teilen, der wieder seinerseits zwei Ellen mit jedem von ihnen gemeinsam hat.",
+ "so ist es ihm gestattet mit ihnen, und ihnen gestattet mit ihm (zu essen. Aus ואוכלין im vorigen Satze ist hier לאכול zu ergänzen.",
+ "die Eingänge in einander und Eingänge nach dem öffentlichen Platze haben. So dass die Einwohner einerseits direkt — ohne über die Strasse zu gehen — miteinander verkehren können (sonst könnten sie überhaupt keinen עירוב miteinander machen), andererseits wieder jeder von ihnen die Möglichkeit hat auf die Strasse zu gelangen, ohne durch den Hof des Andern gehen zu müssen (sonst wäre nach R. Akiba in K. 6 M. 9 der Durchgangshof genötigt auch mit dem dritten den עירוב zu machen).",
+ "Wenn die zwei. Nicht beide zusammen, sondern jeder besonders; hätten sie es gemeinschaftlich getan, oder auch nur ihren besondern עירוב in einem und demselben Hause des mittlern Hofes und womöglich in einem Gefässe vereinigt, so würde er alle drei Höfe umfassen.",
+ "mit dem mittlern. Und nicht auch untereinander.",
+ "den ‘Erub gemacht haben. Die Verschmelzung der Höfe עירובי חצרות (s. Einl.)."
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+ "Wenn Jemand. Am Freitag.",
+ "er kennt aber einen Baum oder einen Zaun. Den er vielleicht gar nicht sieht, von dem er aber vermöge seiner Ortskenntniss weise, dass er weder von seinem Heim noch von seinem Standorte mehr als 2000 Ellen entfernt ist; auch könnte er ihn, wenn er in schnellem Laufe dahineilte, noch vor Schabbatanfang erreichen.",
+ "mein Schabbatwohnsitz sei unter ihm. Ohne genauer zu bestimmen, an welchen 4 Ellen des Zaunes, unter welchem Teil der Laubkrone, ob rechts, ob links vom Stamme.",
+ "so hat er gar nichts gesagt. Und da er jedenfalls zu erkennen gegeben, dass er an seinem Standorte seinen Schabbatwohnsitz nicht haben will, so ist er weder da noch dort קונה שביתה und hat daher nur die 4 Ellen der 5. Mischna. Beträgt jedoch die ganze Länge des Zaunes, die ganze Breite des Laubdaches weniger als 8 Ellen, so dass die Mitte desselben auf alle Fälle, er mag gewählt haben, welche 4 Ellen er will, zu seinem Schabbatwohnsitz gehört, dieser also wenn auch nicht nach seinem ganzen Umfange genau abgegrenzt, so doch wenigstens zum Teil klar und unzweifelhaft bezeichnet ist, so gelten seine Worte."
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+ "Wenn er keinen kennt. Da er in der Gegend fremd ist.",
+ "oder mit der Vorschrift. Dass er unterwegs eine Stelle, die er noch vor Beginn des Schabbat erreichen könnte, von ferne und ohne sich vorläufig hinzubegeben, als Ort seiner שביתה bezeichnen darf.",
+ "so gewährt ihm sein Standort zweitausend Ellen nach jeder Richtung in der Runde. Sein תחום ist also eine Kreisfläche, welche einschliesslich der 4 Ellen seines Standortes 4004 Ellen Durchmesser und 12591515, 92195849267916 Q.-Ellen Inhalt hat.",
+ "im Viereck gleich einer viereckigen Tafel. Umschreibung für Rechteck; Flächenraum: 16032016 Q.-Ellen.",
+ "damit er die Ecken gewinne. Den Überschuss des Quadrates über den eingeschriebenen Kreis, hier beinahe 3440500 Q.-Ellen."
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+ "der Arme macht mit seinen Füssen ‘Erub. Eine jener alten Grundlehren, die man Paroemien nennt, Rechtssätze in der knappsten und von der gewöhnlichen Ausdrucksweise abweichenden (πάροιμος) Form, wie sie die Rechtssprache aller Völker und zuweilen auch der Talmud gern anwendet. Über den Sinn streiten im Folgenden R. Meïr und R. Juda. Jener, welcher das Wort העני (der Arme) betont, hat die Auffassung: Nur der Arme macht mit seinen Füssen Erub; mit anderen Worten: es ist nur demjenigen, welcher wie der Reisende um eine ‘Erubspeise (K. 3 M. 1 Anf.) verlegen ist, dadurch ‘Erub zu machen gestattet, dass er sich persönlich (ברגליו) an den zum Schabbatwohnsitz zu bestimmenden Ort begibt, oder auch nur auf dem Wege dahin begriffen ist (החזיק בדרך). R. Juda dagegen, welcher auf das Wort ברגליו den Hauptnachdruck legt, erklärt demgemäss: Der Arme macht nur mit seinen Füssen ‘Erub; mit anderen Worten: Wer um eine ‘Erubspeise in Verlegenheit ist, der ist darauf angewiesen sich selbst hinzubemühen und dort den Einzug des Schabbat abzuwarten, es sei denn, dass er bereits wie unser Reisender auf dem Wege dahin begriffen ist, in welchem Falle es genügt, wenn er von fern den Ort seiner שביתה bezeichnet. Jeder Andere aber ist nicht darauf angewiesen; er kann sich’s bequemer machen, indem er eine ‘Erubspeise durch einen Boten (K. 3 M. 1 Ende) dahinschickt. — Die Gemara findet die Auffassung des R. Meïr dem Wortlaut entsprechender, entscheidet aber doch wie R. Juda."
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+ "um sich. Im Auftrage seiner Mitbürger mit deren ‘Erubspeise.",
+ "in welcher sie. Die Leute seines Heimatsortes.",
+ "so ist ihm. Da er bereits auf dem Wege dahin begriffen war (החזיק בדרך; vgl. Anm. 53).",
+ "zu gehen. 2000—2800 Ellen über jene Ortschaft hinaus.",
+ "allen Bewohnern der Ortschaft aber verboten. Weil sie weder ihren Auftrag ausgeführt wissen, noch persönlich sich hinbegeben haben; sie behalten aber den Schabbatbezirk ihres Heimatsortes.",
+ "ist ein Kamele führender Eseltreiber. Er hat weder den תחום jener Ortschaft, noch den seiner Heimath, sondern nur den Weg zwischen beiden. Über die sprichwörtliche Redensart חמר גמל vgl. K. 3 M. 4."
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+ "darf nicht mehr hineingehen. Hat vielmehr nur an Ort und Stelle die 4 Ellen der 5. Mischna.",
+ "R. Elieser sagt: sind es zwei (Ellen. Innerhalb derer er sich noch befindet, so dass die 2 Ellen, die ihm R. Eliezer in M. 5 an seinem Standorte nach jeder Richtung gewährt, noch in seinen תחום hineinragen.",
+ "wenn aber drei. Befindet er sich schon in der dritten Elle, so dass eine הבלעת תחומין, ein Übergang der ihm gewährten kleinen Fläche in den überschrittenen תחום, nicht mehr stattfindet.",
+ "Wen der Schabbateingang auch nur eine Elle ausserhalb des Schabbatbezirks. Einer vor ihm liegenden Stadt.",
+ "darf nicht mehr hineingehen. In die Stadt, muss vielmehr eine Elle vor derselben Halt machen; seinen Schabbatwohnsitz hat er an dem Orte, an welchem er kurz vor Beginn des Schabbat sich befunden.",
+ "da ja die Feldmesser. משוחות — die Einzahl nach der Form יָקוֺש gebildet (participiale von משח messen); die weibliche Endung ist bei Wörtern, die ein Amt, eine Würde bezeichnen, im Hebräischen nicht selten, im Arabischen ziemlich häufig.",
+ "nicht auf’s Genaueste die Messungen ausführen. מצה im Piel (eigentlich auspressen) bedeutet ebenso wie das sinnverwandte exigere im Lateinischen (wovon das Part. exakt häufig angewendet wird): ganz genau bemessen. Besonders wird es von Flüssigkeitsmaassen gebraucht, wie ביצה III 8 מפני מיצוי המדות: um die Maasse gleichsam auszupressen, bis auf den letzten Tropfen zu leeren, damit er seinen Kunden die gekaufte Flüssigkeit so genau als möglich zumesse; ähnlich הרבינה ומיצה Terumot 11. 8.",
+ "wegen der Fehlgreifenden. Die sich im Maass vergreifen (מפני טועי המדות — Gemara). Um die Messschnur fest anzuziehen, und dadurch zu spannen, müssen die Gehilfen, das Ende derselben mit der ganzen Faust erfassen und diese so gegen ihre Brust drücken (K. 5 M. 4). dass die Schnur an beiden Enden sich bei ihren Zeigefingern umbiegt, und da die Messschnur eine Länge von 50 Ellen hat (ebend.), von denen also an jedem Ende 4 Daumenbreiten für die Faust und ½ Daumenbreite für das Umbiegen der Schnur, zusammen 9 Daumenbreiten abgerechnet werden müssen, so gehen auf diese Weise
Daumenbreiten oder 15 Ellen (1 E. = 24 D. — s. Anm. 36) verloren. Andere erklären, dass der Fehlgriff von Seiten der Ortseinwohner zu fürchten ist, welche leicht den תחום aus Versehen überschreiten würden, wenn er ganz genau bemessen wäre. Darum wird das Grenzzeichen mit Absicht von den Feldmessern ungefähr 15 Ellen zurückgerückt, um ihnen die Möglichkeit einer Rückkehr offen zu halten, wenn sie sich noch rechtzeitig erinnern sollten, dass sie das Grenzzeichen bereits hinter sich haben. — Nach Jeruschalmi gewährt R. Simon diese 15 Ellen auch dem, der mit Absicht die Grenzlinie überschritten hat [was רע׳׳ב ,ר׳ יונתן und תפארת ישראל entgangen zu sein scheint, nicht aber R. Josef Karo im בית יוסף zu או״ח 405 Anf.]."
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+ "Wie stellt man das Weichbild. מעברין: Denominativ von עיבור, womit weiter unter (M. 7) das Weichbild einer Ortschaft bezeichnet wird. Es ist streitig, ob das Wort mit ע zu schreiben und von מעובר (prägnant) abzuleiten ist, so dass עיבור eigentlich das der Ortschaft Einverleibte bedeutet, oder ob es vielmehr mit א zu sehreiben und von אבר (Glied) abzuleiten ist, so dass איבור eigentlich das der Ortschaft Angegliederte bedeutet. In beiden Fällen bezeichnet das Wort das Weichbild mit seinen letzten Ausläufern und äussersten Anhängseln.",
+ "der Ortschaften her. Welches doch festgestellt sein muss, ehe man die Ausmessung ihres Schabbatbezirkes in Angriff nimmt; man kann ja auch nicht von allen ihren Ecken und Spitzen aus die Messungen vornehmen, oder gar von all den einzelnen Häusern aus, welche die Ortschaft begrenzen! Offenbar muss doch zunächst eine möglichst gradlinige, jedenfalls aber regelmässige Figur um dieselbe gezeichnet werden, wenn die Bemessung ihrer תחומין möglich sein soll!",
+ "ein Mauervorsprung. Ein Erker, ein Balkon, ein Säulengang, eine Terrasse, Estrade, Veranda, ein vorspringendes Dach oder Stockwerk und dgl.",
+ "befinden sich daselbst. In einer Entfernung von höchstens 70⅔ Ellen.",
+ "Ruinen. 2 Mauern unter Dach, oder 3 auch ohne Dach.",
+ "Brücken. Mit einer auf wenigstens 2 Wänden ruhenden Decke.",
+ "an denen eine Wohnstube. Für den Zöllner, bez. den Hüter des Grabes.",
+ "so verlängert man das Maass ihnen entsprechend. Auf der gegenüberliegenden Seite. Es kann auch übersetzt werden: man zieht die Messschnur an ihnen vorüber.",
+ "und macht es. Das Maass; oder es ist אותה als Fürwort für ein aus ערים im Anfang der Mischna herüberzunehmendes עיר aufzufassen und demgemäss zu übersetzen: man macht sie (die Ortschaft) nach Art etc.",
+ "nach Art einer viereckigen Tafel. Also zu einem Rechtecke, und nicht blos zu einem Vierecke schlechthin (Rhombus, Rhomboid, Trapez oder Trapezoid), noch weniger zu einem Vieleck, und am wenigsten zu einer Kreislinie oder einer andern krummlinigen, wenn auch regelmässigen Figur.",
+ "damit man die Ecken gewinne. Die Differenz zwischen der Fläche des Rechtecks und der Fläche des Kreises, der Ellipse, des Vielecks, des Rhombus etc., welche in dasselbe eingeschrieben werden könnten."
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+ "Man gewährt der Ortschaft einen Vorplatz. קרפף ist in K. 2, M. 3 der Platz hinter dem Hause, auf welchem gewöhnlich das Holz aufgeschichtet wurde (Holzplatz); er durfte nur 70⅔ Ellen im Geviert haben, wenn es am Schabbat erlaubt sein sollte, in ihm hinundherzutragen (s. ebend.). Daher wird auch hier die Fläche hinter der Ortschaft, welche sich bis zu einer Entfernung von 70⅔ Ellen rings um dieselbe zieht, mit קרפף bezeichnet. Derselbe gehört noch zur Ortschaft, und erst da, wo er aufhört, beginnt ihr Schabbatbezirk nach Ansicht des R. Meïr; s. Einl. Abs. 4.",
+ "Vom Vorplatz war blos zwischen zwei Ortschaften die Rede. Deren letzte Ausläufer nicht mehr als 141⅓ Ellen von einander entfernt sind, so dass beide, wie es weiter heisst, eine Ortschaft bilden, wenn man jeder von ihnen einen קרפף von 70⅔ Ellen gewährt. Sonst aber wird ein solcher nicht gewährt; die Bemessung des תחום beginnt vielmehr unmittelbar hinter der Ortschaft.",
+ "wenn die eine siebenzig Ellen nebst dem Bruchteil. S. K. 2 Anm. 23.",
+ "und die andere siebenzig Ellen nebst dem Bruchteil. S. K. 2 Anm. 23.",
+ "dass sie wie eine sind. Dass also der תחום der einen erst hinter der andern Ortschaft beginnt."
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+ "ist. Soll heissen: wenn zwischen den zwei äusseren (welche die Basis des Dreiecks bilden) die Entfernung nur so gross ist, dass das mittlere Dorf (welches die Spitze des Dreiecks bildet) von jedem der beiden anderen nicht mehr als 141⅓ Ellen entfernt wäre, falls es zwischen ihnen in derselben Graden läge.",
+ "bewirkt das mittlere. Vorausgesetzt, dass es von keinem der beiden anderen mehr als 2000, bez. 2800 Ellen tatsächlich entfernt liegt.",
+ "dass sie wie eins sind. Soll heissen: wenn zwischen den zwei äusseren (welche die Basis des Dreiecks bilden) die Entfernung nur so gross ist, dass das mittlere Dorf (welches die Spitze des Dreiecks bildet) von jedem der beiden anderen nicht mehr als 141⅓ Ellen entfernt wäre, falls es zwischen ihnen in derselben Graden läge."
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+ "Nur durch einen Fachmann. מומחה eig. bewährt, erprobt, zuverlässig. So אתמחי גברא אתמחי קמיעא (Schabbat 61 b), der Mann hat sich bewährt, das Amulett als zuverlässig sich erwiesen. Das Verbum מחה od. מחא bedeutet schlagen. Deswegen kann man aber doch nicht mit Levy (chald. Wrtb. über d. Targ. II. 22b) למחויי גברא »Jemand zu etwas prägen, schlagen« übersetzen, ebensowenig wie man für אתמחי קמיעא das »Amulet hat angeschlagen« wiedergeben dürfte. Das Hebräische kennt weder den durchschlagenden Erfolg eines Heilmittels noch das Schlagen einer Münze, vielweniger die Prägung eines Menschen. Ich erblicke in מומחה, wenn nicht eine Übersetzung, so doch wenigstens ein Analogon des griechischen ἐντριβής; der מומחה ist demnach ein »Geriebener,« aber nicht ganz in dem etwas anrüchigen Sinne, den das deutsche Wort im Volksmunde hat, sondern in dem Sinne, welchen ihm der Grieche beilegt, der damit den Begriff des Erfahrenen und Bewanderten, des Bewährten und Erprobten verbindet. Vermuthlich schwebt ihm dabei das Bild des Prüfsteines vor; doch bezeichnet schon τρίβεσϑαι (sich an etwas reiben) die eingehende Beschäftigung mit einem Gegenstande, die zur Gewandtheit und Meisterschaft führt. Die Grundbedeutung von מחה, ist nun allerdings schlagen, stossen; aber von dieser Grundbedeutung zweigen sich mannigfache Nebenbedeutungen ab (hinanreichen, verhindern, weben, zerreiben, sich bewähren, abwischen, accreditiren, vernichten und sogar: Schüssel!), bei denen man mitunter Mühe hat einen verwandschaftlichen Zug herauszufinden. In ומחה על כתף ים כנרת (Num. 34, 11) bedeutet es: hinanreichen (eig. an Etwas stossen, im Rabbinischen: hindern, verwehren, (verkürzt aus ימחא בידיה — Dan. 4, 32 — auf die Hände schlagen), im Aramäischen: weben (vom Hinundherstossen des Weberschiffchens; vgl. das deutsche Einschlag!); ferner bedeutet es: zerschlagen, zerstossen, zerreiben, zerrühren (ממחו Schabbat 140a Z. 2 — Raschi: détremper), abreiben (ממחה משקלותיו Baba B. V, 10), abschaben (מחוי קרביו Pesachim VI, 1), abwischen (den Mund, Spr. 30, 20), wegwischen (die Tränen Jes. 25,8), daher Geschriebenes auslöschen durch Radiren, Verwischen (Num. 5, 23) oder Verreiben (der Wachstafel) und übertragen: vernichten, (entweder nach Ex. 32, 32 oder nach 2. Kön. 21, 13 oder wie das deutsche »Aufreiben«, das lat. conterere u. das gr. τρίβειν). In einer intimen Beziehung zur Schüssel tritt uns der Stamm in dem Worte תמחוי entgegen, zu dessen etymologischer Erklärung man versucht wäre auf das biblische פרור hinzuweisen, welches aber schwerlich von פרר (zerbröckeln, zerreiben), eher von פאר (arab. فَارَ kochen) abzuleiten ist; פָּרוּר wäre demnach aus פָּאֲרוּר (vgl. נַאֲפוּף) contrahirt wie וַיׇּאצֶל (Num. 11, 25) aus מׇסרֶֹת ,וַיַּאֲצֵל (Ez. 20, 37) aus מַאֲסרֶֹת Fessel und מָחָר aus מַאֲחָר Folgezeit, Zukunft, morgen, nachher—Gegensatz zu אתמול (= את פנים od. מול ;לפנים, arab. مال sich neigen, ist sinnverwandt mit פנה) vorher, ehemals, gestern. Mit grösserm Recht dürfte מחבת zum Vergleich herbeigezogen werden, dessen Stamm ebenfalls »schlagen« bedeutet (vgl. חבס ,חבט u. خبط) Da nun מחבת zum Rösten von Mehlspeisen dient, חבתים Backwerk bedeutet خبز im Arab. Brot und חביצא im Rabbinischen eine Mehlspeise bezeichnet, andererseits das rabbinische מיחא (Mehl) und vielleicht auch das bibl. קמח auf eine Wurzel מח (zerreiben, zermahlen) zurückzuführen ist, der auch unser Stammwort מחה angehört, so liegt es nicht fern, die Begriffe Pfanne und Schüssel zu dem Worte Mehl in Beziehung zu bringen, so dass תמחוי ebenso wie מחבת ein Gefäss zur Bereitung von Mehlspeisen wäre. Vgl. auch מגיס Schüssel von הגיס umrühren (arab. جش zerstückeln, mahlen, جشيش grobes Mehl), an dessen Bedeutung ja auch die von מחה anklingt. Auf dem Prüfstein reiben heisst erproben, daher אתמחי gerieben werden s. v. a. sich bewähren, מומחה erprobt, zuverlässig, Fachmann, המחה als zuverlässig und vertrauenswürdig erklären, beglaubigen, accreditiren; so z. B. למחויי גברא למחויי קמיעא — Schabbat 61b — eine Person, ein Amulet accreditiren, und im eigentlichen Sinne: המחהו אצל חנוני — Baba M. IX 12 — Jemand beim Kaufmann accreditiren. Weniger wahrscheinlich, aber immerhin denkbar ist ein Zusammenhang der Bedeutung »Accreditiren« mit ממחים (markig, kraftvoll; vgl. מוֹחַ Mark מֵחׅים Vornehme, Mächtige und arab. مخ markig sein) in Jes. 25,6, sodass מומחה fast gleichbedeutend wäre mit מוחזק, von welchem es sich nur durch eine feine Nuance unterscheidet (מומחין אע״ם שאינן מוחזקין — Chullin 3b), und המחה mit החזיק einer Person od. Sache Kraft und Autorität verleihen, sie zu Ansehen und Anerkennung bringen, sich für sie verbürgen, mit einem Worte: sie accreditiren. Sicher aber ist unser מומחה nach der auch vom Aruch vertretenen Auffassung der ältesten Erklärer, weiche in unserm מומחה eine möglichst glatte und ebene Strasse erblicken, und diese Bedeutung des Wortes sehr hinfällig an ומחה על כתף ים כנרת anlehnen, von מחה »Reiben« abzuleiten (ein abgeriebener, d. h. vielbetretener und dadurch geebneter Weg; vgl. das gr. τρίβος und das lat. via trita) Nach dieser Auffassung bezeichnet מן den Ort, von dem aus die Messungen in Angriff zu nehmen sind; diese müssen מן המומחה ausgehen und hügeliges oder holperiges Terrain möglichst vermeiden; ist aber מומחה ein Fachmann, so steht hier מן ausnahmsweise nach biblischem Sprachgebrauche (vgl. ומחזינות תבעתני Ijjob 7, 14, ולא יכרת … ממי המבול Gen. 9, 11 u. v. a. St.) für על ידי, welches im spätern Schrifttum in dieser Bedeutung fast alleinherrschend geworden ist und מן vollständig verdrängt hat. Nach ר״ת bedeutet מן המומחה in ununterbrochen geradliniger Richtung, eine Auffassung, die nicht nur sprachlich (s. ריטב״א), sondern auch sachlich (s. Anm. 32) auf Schwierigkeiten stösst.",
+ "die er erweitert hat. אף למקום שרבה, interpretirt die Gemara einschränkend. Man befolgt sogar die erweiterte Strecke. Das ל in למקום ist entweder das ל der Beziehung (man gehorcht dem Fachmann hinsichtlich der Strecke etc.) oder der von שומעין abhängige und auf leblose Dinge übertragene Dativ (man gehorcht gleichsam der erweiterten Strecke). Der Sinn ist nach Maimunis einfacher und leichtfasslicher Erklärung: Die Feststellungen des Sachverständigen sind unter allen Umständen massgebend, also nicht nur da, wo er die Schabbatgrenze näher gerückt hat [מקום שמיעט], sondern sogar da, wo er sie weiter hinausgerückt hat, als es die Bewohner der Ortschaft, sei es auf Grund eigener Messungen, sei es auf Grund einer von Alters her eingebürgerten, auf Herkommen und Überlieferung beruhenden Praxis, erwartet hatten. Es sind indessen noch andere Erklärungen dieser Stelle möglich, von denen wir die des grossen Talmuderklärers, des Kommentators ϰατ’ ἐξοχήν, nicht unterdrücken dürfen. — Wie wir in der Einleitung Abs. 4 gezeigt haben, werden alle 4 Seiten des um das Weichbild der Ortschaft beschriebenen Rechtecks nach beiden Richtungen um 2000 Ellen verlängert; es werden also, um z. B. die Nordgrenze des Schabbatbezirks festzustellen, sowohl vom östlichsten Punkte A als auch vom westlichsten Punkte B 2000 Ellen nach Norden gemessen und die freien Endpunkte C und D durch eine Gerade verbunden. Dadurch wird über die Genauigkeit der Messungen eine ebenso einfache wie zweckmässige Controlle geschaffen. Stellt sich nun heraus, dass AC und BD auf der Verbindungslinie CD nicht senkrecht stehen, diese also der Nordseite des Rechtecks nicht parallel läuft, so wird dieses offenbar auf irgend einer Ungenauigkeit beruhende Versehen nicht durch Verkürzung derjenigen Geraden berichtigt, welche mit CD einen spitzen Winkel bildet, sondern durch eine entsprechende Verlängerung ihrer Parallele, weil wir die Schuld den Gehilfen zuschreiben, welche an der einen Stelle die Schnur nicht gehörig gespannt haben mochten, wodurch die Linie, welche mit CD einen stumpfen Winkel bildet, zu kurz bemessen wurde. Und selbst wenn das Versehen dem Fachmann zuzurechnen wäre, welcher bei der Verlängerung irgend einer Seite des Rechtecks vielleicht nicht ganz genau die einzuschlagende Richtung innegehalten hat, so müsste dennoch die Frage, ob die scheinbar kürzere, oder die scheinbar längere Linie richtiger gemessen ist, zu Ungunsten jener entschieden werden, welche ja nur darum kürzer erscheint, weil sie eben auf AB nicht senkrecht steht, während die scheinbar längere Linie, sofern sie auf AB senkrecht steht, in Wahrheit die kürzeste ist, welche zwischen AB und ihrer Parallele gezogen werden kann. Liegt aber die Schuld an der ungünstigen Bodenbeschaffenheit der einen Seite, welche das Durchstechungsverfahren notwendig machte und dadurch das Ergebnis der dort ausgeführten Messungen beeinträchtigte, so ist das Ergebnis der anderen Seite, auf welcher keine oder nur geringe Hindernisse zu überwinden waren, erst recht als das genauere und daher allein massgebende anzusehen. [Unerklärlich ist, wie רא״ש ,תוספות und ריטב״א dies übersehen und in ihrer Polemik gegen Raschi die Behauptung aufstellen konnten, dass auch dem durch ungünstige Bodenverhältnisse beeinträchtigten Ergebnisse der einen Seite Rechnung zu tragen ist. Diese Behauptung ist allerdings eine Konsequenz der Auffassung von מן המומחה, welche Tosafot und Rosch dem ר״ת in den Mund legen (anders wird dessen Erklärung von ריטב״א dargestellt), befindet sich aber allem Anscheine nach im Widerspruche mit dem Talmud. Dieser sagt ja ausdrücklich, dass das Durchstechungsverfahren nur dann stattfindet, wenn sich bis zur Schabbatgrenze keine Stelle findet, an welcher über das Hindernis einfach hinweggemessen werden kann (s. Anm. 25); hier aber ist eine solche Stelle schon auf der andern Seite der Ortschaft vorhanden, wie das günstigere und unstreitig genauere Ergebnis der dort vorgenommenen Messung zeigt. Und ferner! Die Gemara interpretiert ganz allgemein und für alle Fälle: שומעין אף למקום שרבה. Wie aber, wenn auf keiner Seite erhebliche Hindernisse irgend welcher Art zu sehen sind und dennoch die Resultate differiren? Soll man auch dann dem minder günstigen Ergebnis Rechnung tragen? Aus welchem Grunde? Es ist ja wahr — die Auffassung Raschi’s, so richtig sie an sich ist, so ungeschmeidig fügt sie sich dem Rahmen der talmudischen Diskussion ein. Die Gemara hat offenbar unsere Mischnastelle anders aufgefasst als Raschi; anders auch als רא״ש ,תוספות und ריטב״א, deren Auslegung die Schwierigkeiten, wie wir gesehen haben, nicht hebt, sondern erhöht, vielleicht aber wie Maimonides, dessen Erklärung wir in unserer Übersetzung gefolgt sind.]",
+ "folgt man dem Begünstigten. ובלבד שלא ירבה יותר ממרת העיר באלכסונה fügt die Gemara auch hier einschränkend hinzu (לאחר) רבה לאחד ומעט לאחד fasst sie auf, als stünde: (אחר) רבה אחד ומעט אחד, ohne jedoch eine Textänderung vorzunehmen. Sie sagt nicht תני, ja nicht einmal הכי קתני, sondern nur הכי קאמר [vgl. ב״ק 118a Z.7 !דוק ותשכח]. Auch hier gehen die Erklärungen weit auseinander. Raschi und Maimonides meinen: Wenn ein Fachmann den Schabbatbezirk weiter ausgedehnt hat als ein anderer, so hört man auf jenen, falls der Unterschied nicht grösser ist als die Differenz zwischen der Diagonale und der Seite eines Quadrats, dessen Diagonale 2000 Ellen misst, weil in diesem Falle angenommen werden kann, dass derjenige, welcher das geringere Ergebnis erzielt hat, die 2000 Ellen nicht wie vorgeschrieben in der Verlängerung der Seiten des um die Ortschaft beschriebenen Rechtecks (s. Einl. Abs. 4) gemessen hat, sondern irrtümlicherweise in der Verlängerung seiner Diagonalen. Dass diese Deutung sich in die Worte ובלבד שלא ירבה וכר׳ nicht hineinlegen lässt, erklärt Raschi in seiner liebenswürdigen Offenheit und Bescheidenheit frei und unumwunden selbst. Doch davon abgesehen! Ist es schon an sich sehr gewagt, einem sachverständigen מומחה einen solchen Irrtum, ja einen solch unverzeihlichen Verstoss gegen eine klare Vorschrift zuzutrauen, so ist es geradezu undenkbar, dass man sich bei einer so kühnen und bedenklichen Annahme ohne Weiteres beruhigen soll, da es doch so leicht ist, durch eine Anfrage bei dem Fachmanne, der zuletzt gemessen hat — und das ist nach der Reihenfolge in der Mischna gerade derjenige, welcher das geringere Ergebnis erzielte — über diesen Punkt Gewissheit zu erlangen. Wie endlich, wenn der Unterschied beider Ergebnisse, welcher nach der dafür ersonnenen Erklärung jedesmal genau so viel betragen müsste, als die Differenz zwischen der Seite und der Diagonale des erwähnten Quadrates, kaum die Hälfte, kaum ein Drittel derselben beträgt? Wie erklärt man sich dann den Mangel an Übereinstimmung? Diese Schwierigkeiten vermeidet nur zum Teil die Erklärung des R. Chananel, nach welcher die Gemara sagen will, dass der Unterschied der Ergebnisse nicht mehr betragen darf als die Diagonale der Ortschaft; unter dieser Voraussetzung könne man annehmen, dass zur Zeit, als der erste Fachmann die Schabbatgrenzen feststellte, die Ortschaft nur wenige Häuser zählte, und zwar — um ein Beispiel anzuführen — im Südwesten, später aber sich von hier aus immer weiter nach Osten wie nach Norden ausdehnte, so dass der jetzige Nordosten ihres Weichbildes fast um die ganze Diagonale derselben von dem ehemaligen entfernt ist, weshalb der zweite Fachmann, welcher den Markstein des תחום im Nordosten um die Länge dieser Diagonale weiterrückte, vollkommen im Rechte war. Diese Annahme ist natürlich nur dann haltbar, wenn die Feststellungen des ersten Fachmannes vor undenklichen Zeiten stattgefunden haben. Ferner sind bei dieser Erklärung immer die Ergebnisse desjenigen massgebend, welcher zuletzt gemessen hat. Das ist, worauf wir schon einmal hingewiesen haben, in unserer Mischa der, welcher das geringere Ergebnis erzielt hat. Es müsste also anstatt שומעין למרבה gerade שומעין לזה שמעט heissen, oder doch wenigstens — wenn man schon auf die Gruppirung der Gegensätze kein so grosses Gewicht legen will — שומעין לאחרון , da es doch garnicht darauf ankommt, wer mehr und wer weniger Ellen erzielt hat, sondern einzig und allein darauf, wer zuerst und wer zuletzt gemessen hat. Keineswegs ist שומעין למרבה am Platze, welches so, wie es hier steht, zu den schönsten Missverständnissen, ja Missdeutungen berechtigt. Auch die einschränkende Bemerkung der Gemara ist nach dieser Auffassung nicht gut stylisirt R. Ch. stützt sich allerdings auf eine Lesart, welche das Wort באלכסונה in ואלכסונה ändert. Was damit gewonnen ist, war ich jedoch zu ergründen leider nicht im Stande. Wenn er nach der Darstellung in Tosafot und Rosch der Ansicht ist, dass der zweite Fachmann soviel hinzufügen darf, als die Ortschaft in ihrer Diagonale misst, so ist באלכסונה viel richtiger als ואלבסונה. [Eine abweichende Darstellung seiner Ansicht in חרושי הריטב״א rechtfertigt zwar die Notwendigkeit dieser Textänderung, fordert aber, da sie in einer Verquickung der Ansicht Raschis und Maimunis mit der Darstellung in תוספות und רא״ש besteht, zu all den anderen Einwendungen auch noch die gegen Raschi und Maimonides geltend gemachten sämmtlich heraus]. Dagegen scheint mir sowohl יותר als מדת überflüssig und das ungelenke ἐν διὰ δυοίν in העיר ואלכסונה schier unerträglich; es hätte ובלבד שלא ירבה מאלכסון העיר stehen müssen. Wie der Text nun einmal lautet, können die Worte ובלבד שלא ירבה יותר ממדת העיר באלכסונה kaum anders als so übersetzt werden: Nur darf er nicht (irgend eine Strecke des Schabbatbezirkes) mehr vergrössern, als das Maass der Ortschaft durch ihre Diagonale (vergrössert wird). Wie der Talmud bei seinen Zeitbestimmungen nach Tagesstunden stets an den Normaltag denkt, der genau 12 Stunden hat, so schwebt ihm auch bei seinen Maassbestimmungen in unserm Kapitel stets eine Normalortschaft vor, welche rings im Kreise von einer Mauer umgeben ist, deren Durchmesser 2000 Ellen beträgt. Das geht klar und unbestreitbar aus Erubin 56b hervor. Unter dem אלכסון העיר ist die Diagonale des diesem Kreise umschriebenen Quadrates zu verstehen. Dieselbe ist nach dem Pythagoräischen Lehrsatz (s. Einl. Abs. 4) um
Ellen grösser als der erwähnte Durchmesser. Dieser Überschuss wird an der eben angeführten Stelle, wo der durch die Quadratur erzielte Gewinn beiläufig zur Anschauung gebracht wird, wo es also auf Genauigkeit nicht ankommt, mit 800 Ellen angegeben. In Wahrheit beträgt er über 828,4271247461900 Ellen. Um diese Zahl, welche die Gemara an unserer Stelle, um nicht durch Angabe einer runden Summe wie שמנה מאות אמה irrezuführen, der hier erforderlichen Genauigkeit wegen lieber als Überschuss der Diagonale über den Durchmesser der Ortschaft umschreibt, kann das Ergebnis des einen Fachmannes von dem seines Vorgängers sich unterscheiden, ohne dass einer derselben sich eine Fahrlässigkeit oder die Verletzung einer Vorschrift zu Schulden kommen liess. Wir haben bereits in der Einl. a. O. gesagt, dass die Seiten des um das Weichbild zu beschreibenden Rechtecks dem »Weltquadrate« parallel sein sollen, dass man aber in dringenden Fällen von dieser Regel abweichen dürfe (s. ש״ות נו״ב מ״ב ס׳ נ״א). Ist z. B. eine Entfernung von mehr als 2000, aber weniger als 2828½ Ellen zwischen der Grenze einer Ortschaft und der Synagoge oder dem Lehrhause ihrer Nachbargemeinde, so darf das erwähnte Rechteck so gezeichnet werden, dass die Verlängerung seiner Diagonale mit dem Wege zusammenfällt, welcher die beiden Orte verbindet, obgleich seine Seiten dann nicht parallel sind denen des »Weltquadrats«. So gewinnt man nach dieser einen Richtung bis 828½ Ellen. Der Gewinn kann auch noch grösser sein. Haben zwei Orte z. B. die Form eines Kreises, so dürfte die Entfernung zwischen ihnen, wenn die Seiten des ihnen umschriebenen Quadrates denen des »Weltquadrats« gleichlaufen müssten, bei ungünstiger Lage nur 4141⅓ Ellen betragen (von denen je 2000 auf den תחום und je 70⅔ auf den קרפף oder עבור kommen; s. M. 2 und Einl. a. O.), um den Einwohnern ein Zusammentreffen an der gemeinsamen Schabbatgrenze zu ermöglichen. So aber messen die תחומין allein fast 5657, der קרפף je 100 Ellen ungefähr, und dazu kommen noch die halben Überschüsse der Diagonale über die Durchmesser beider Orte, welche bei der Normalortschaft je 1414¼ Ellen betragen und natürlich um so grösser sind, je grösser der Umfang der fraglichen Orte ist. Stellt das Weichbild eines Ortes eine andere, sei es regelmässige, sei es unregelmässige Figur dar, so ist auch die Grösse des Gesammtgewinnes eine andere; nur was durch eine den Ortsbedürfnissen geschickt angepasste Anordnung des erwähnten Rechtecks hinsichtlich des תחום gewonnen werden kann, das allein ist keinem Wechsel unterworfen, dieser Gewinn ist von der Figur des Weichbildes unabhängig, er beträgt immer rund 828 Ellen. Von ihm allein kann hier die Rede sein, und auf ihn bezieht sich auch nur die Einschränkung, dass er nicht grösser sein darf als die Differenz zwischen Diagonale und Durchmesser einer Normalortschaft. Der Gesammtgewinn kann allerdings grösser sein. Wie gross? — Dafür giebt es eben keine allgemein giltige Berechnung, das muss in jedem einzelnen Falle mit Hilfe des Bauplanes berechnet werden. Natürlich steht dem Gewinne an der einen Stelle ein genau ebenso grosses Deficit (welches man aber, da es sich um eine für den Verkehr minder wichtige Gegend handelt, nicht als einen Verlust bezeichnen darf) auf einer andern Stelle gegenüber; denn wie immer man das Rechteck zeichnen mag, der Flächeninhalt des Schabbatbezirks bleibt immer derselbe, und — ob da oder dort — immer bildet sich an den 4 Enden je ein Quadrat, dessen Diagonale rund 828 Ellen beträgt (Einl. a. O.). Es hat daher den Anschein, als ob unser רבה לאחד ומעט לאחד identisch wäre mit dem רבה למקום אחד ומעט למקום אחר des vorhergehenden Satzes (היינו הך! Gemara). Es wurde ja dem תחום nur das wiedergegeben, was ihm an anderer Stelle abgenommen wurde, und es gilt folglich auch hier: שומעין אף למקום שרבה! Erwägt man aber, dass sämmtliche Bewohner einer Ortschaft, mögen sie wohnen, in welcher Gegend sie wollen, einen und denselben Schabbatbezirk haben (נו״ב a. O.), so kann רבה לאחד ומעט לאחד unmöglich bedeuten, dass er dem Einen zugelegt und dem Andern abgenommen hat; denn was er da zugelegt hat, wurde Allen zugelegt, was er dort abgenommen hat, Allen abgenommen. Es handelt sich hier vielmehr um eine und dieselbe Strecke, welche er dem Einen, in dessen Aufträge er die Messungen vornahm, erweitert, dem Andern aber, der ihn später aufs Neue mit der Vermessung betraute, verkürzt hat. Während also im vorhergehenden Satze sich eine Differenz an zwei verschiedenenen Stellen im Verlaufe einer und derselben Messung herausstellte, ist hier die Rede von einer Differenz, welche zwei verschiedene, zeitlich von einander getrennte Messungen hinsichtlich einer und derselben Strecke ergaben. [Vielleicht ist gar das ל in לאחד temporal wie in לערב (Gen. 49, 27), לעת ערב (das. 8, 11), ,לעתיד לשעבר und öfter, so dass לאחד — לאחד »das eine Mal — das andere Mal« zu übersetzen wäre. Vgl. ואתם תלקטו לאחד אחד in Jes. 27,12, wo לאחד אחד so viel als אחד אחד »einzelweise« bedeutet, eig. das eine Mal Einer; der st. constr. von לאחד erklärt sich hiernach wie der von מאת in Koh. 8,12.] Es ist natürlich gleichgültig, ob die zwei Messungen mit ihren widersprechenden Ergebnissen von demselben Fachmanne oder von zwei verschiedenen Fachmännern ausgeführt wurden, und die Mischna hätte eben so gut sagen können: .רבה אחד ומעט אחד. Es käme auf dasselbe heraus. Mit Absicht aber kleidet sie diesen Gedanken in den scheinbar weniger adäquaten Ausdruck רבה לאחד ומעט לאחד, um zu zeigen, dass selbst dann, wenn derselbe Fachmann bei einer neuen Vermessung ein geringeres Ergebnis auf einer Strecke erzielt hat, dennoch das frühere, günstigere Ergebnis nicht als widerrufen und durch das spätere berichtigt anzusehen ist, vielmehr auch fernerhin als vollkommen zuverlässig und zu Recht bestehend gelten darf. Wenn also, um bei dem angeführten Beispiel zu bleiben, den Bewohnern zweier Ortschaften, welche sich bisher am Schabbat gegenseitig besuchen durften, durch das Ergebnis der neuen Vermessung dieser Verkehr unmöglich gemacht würde, so brauchen sie sich nicht daran zu kehren, können sich vielmehr nach wie vor an das frühere Ergebnis halten; und selbst wenn der Fachmann auf Befragen erklärt, er habe ganz genau gemessen und sich in allen Punkten streng an die Vorschrift gehalten, so können sie ihren Verkehr dennoch — oder richtiger: gerade deswegen — aufrecht erhalten. Liegt doch in dieser Erklärung die Lösung des Widerspruchs beider Ergebnisse. Diesmal wurden streng nach Vorschrift die Seiten des um die Ortschaft zu beschreibenden Rechtecks, das erste Mal aber aus statthaften Opportunitätsgründen, wenn auch gegen die Regel, dessen Diagonale den Seiten des Weltquadrats parallel gezogen. Nur darf, wie der Talmud einschränkend hinzufügt, das zweite Ergebnis nicht hinter dem ersten um 828½ Ellen zurückbleiben. Ist das der Fall, so hat das שומעין למרבה nicht mehr unbedingte Geltung. Es muss dann erst mit Hilfe des Bauplanes nach den oben dargelegten Gesichtspunkten eine ausreichende und befriedigende Erklärung für den grossern Überschuss gesucht werden, und findet man eine solche nicht, so muss eine neue Vermessung angeordnet oder das günstigere Ergebnis preisgegeben werden. Beträgt aber die Differenz nicht mehr als 828 Ellen, dann bedarf es keines Forschens, keines Fragens, keiner Prüfung des Bauplanes — dann gilt ohne Weiteres שומעין למרבה. Denn die Verschiedenheit der Resultate erklärt sich dann so einfach wie möglich durch die verschiedene Anordnung des oft erwähnten Rechtecks, welches das eine Mal vorschriftsmässiger der Lage des »Weltquadrats«, das andere Mal mehr den localen Bedürfnissen angepasst wurde; die Frage aber, ob nicht in der Zwischenzeit die Ortschaft sich verkleinert habe, braucht — wenn sie sich nicht von selbst bejaht — nicht ernstlich in Erwägung gezogen zu werden, da eine Abnahme der Häuserzähl nur äusserst selten eintritt. Deshalb kann man ohne Bedenken dem Begünstigten folgen. (כך נראה לע״ד פירוש שמועה זו ואע״פ שאיני ברי לחלוק הנראה לע״ד כתבתי )",
+ "sondern um zu erleichtern. Kann verschieden aufgefasst werden. Zunächst kann man את הדבר auf den letzten Satz beziehen: die dort genannten Personen sind nur beglaubt, wenn sie erleichtern, also durch ihr Zeugnis die Schabbatgrenze weiter hinausrücken, nicht aber, wenn sie den Schabbatbezirk einschränken wollen. Dann müsste es aber ולא statt שלא heissen. Ferner kann man את הדבר auf die Vorschriften vom תחום überhaupt beziehen, welche rabbinischen Ursprungs sind: Die Weisen haben dieselben angeordnet mit der Maassgabe, in allen zweifelhaften Fällen nicht in erschwerendem, sondern in erleichterndem Sinne zu entscheiden; deshalb sind die genannten Personen beglaubt. Dann sollte es aber heissen; שלא אמרו חכמים להחמיר בדבר אלא להקל. Endlich kann man את הדבר auf den ersten Satz beziehen, welcher sich schon durch das klassische מן an Stelle des später gebräuchlichen על ידי als altern Bestandteil der Mischna documentirt: Die genanten Personen sind beglaubt, weil die Weisen ihre Anordnung, dass man die Messungen nur von einem Fachmann ausführen lasse, nicht getroffen haben um zu erschweren und etwa das Verlassen der Ortschaft am Schabbat zu untersagen, solange nicht durch einen sachkundigen Feldmesser die Grenze festgestellt ist, bis zu welcher man sich entfernen darf; es ist vielmehr gestattet, sich hinsichtlich der Strecke, die man am Schabbat gehen darf, auf die Aussage sonst unglaubwürdiger Personen ebenso zu verlassen, wie auf die eigene ungefähre Schätzung. Jene Anordnung bezweckt ausschliesslich eine Erleichterung des Verkehrs. Wenn man seinem Augenmaasse oder dem Zeugnis jener Personen oder selbst der örtlichen Ueberlieferung nicht trauen mag, weil man glaubt, dass genaue Messungen einen grössern Flächeninhalt oder wenigstens eine günstigere Lage des Schabbatbezirks ergeben müssten, so lasse man die Messungen durch einen Fachmann ausführen, denn nur ein solcher ist befugt, den תחום zu erweitern. Diese Auffassung ist wohl die richtige. Sie wird unterstützt durch die Anm. des Jeruschalmi: ההדיוט שרבה אין שומעין לו."
+ ],
+ [
+ "kann man ganz in den ‘Erub hineinziehen. In die Verschmelzung der Höfe und Strassen zu einer einzigen רשות היחיד (Einl. Abs. 1). Dieser plötzliche Übergang von der Verschmelzung der Schabbatbezirke, von welcher die letzten Kapitel handelten, und von welcher bald wieder die Rede sein wird, ist recht auffallend. Den Schlüssel zu diesem Rätsel gibt uns die Tosefta an die Hand. Die Tosefta ist bekanntlich eine Baraitasammlung, d. i. eine Sammlung solcher Halachot, welche von der Aufnahme in die Mischna ausgeschlossen wurden. Dort heisst es gegen Anfang des 5. Kapitels: Einer öffentlichen Ortschaft, welche verödet ist, sich aber Mauerreste von 10 Handbreiten Höbe erhalten hat, gewährt man, obgleich die Form der Eingänge (eine Oberschwelle über 2 Pfosten) nirgends zu erkennen ist, dennoch ein Weichbild (עבור Einl. Abs. 4) wie jeder anderen Ortschaft (statt כעין ist כעיר zu lesen). Daran knüpft sich in unmittelbarem Anschluss eine mit unserer Mischna verwandte und dieselbe ergänzende Bestimmung über עיר של יחיד ונעשית של רבים Es ist nun anzunehmen, dass in der Mischnasammlung des R. Meïr jene Toseftastelle (עיר של רבים שחרבה ונשתיירו בה גדודיות גבוהות עשרה טפחים אף על פי שאין צורות פתחים נכרים הרי זו מתעברת להיות כעיר) noch gestanden hat, an welche sich dann unsere Mischna anschloss. Das Bindeglied bildet die Unterscheidung zwischen עיר של יחיד und עיר של רבים. Zwar meint der Verfasser des מנחת בכורים, dass in der angeführten Toseftastelle עיר של רבים nicht buchstäblich zu nehmen ist; doch ist zu einer solchen Annahme keinerlei Grund vorhanden. Ein קרפף wird selbst nach R. Meïr (M. 2.) nur einer Ortschaft gewährt, nicht aber einem einzelnen Hause. War daher die verödete Ortschaft nur Privateigentum, so hat sie jetzt, wo sie in Trümmern liegt, doch höchstens den Charakter eines einzelnen Hauses. War sie aber ehemals öffentliches Eigentum, so behält sie den Charakter einer Ortschaft so lange, als noch Mauerreste von 10 Handbreiten Höhe vorhanden sind. Sie hat somit auch jetzt noch auf einen קרפף Anspruch. Wenigstens nach R. Meïr, welcher dieses Anrecht einer jeden Ortschaft zuerkennt. Nun hat aber R. Juda han-Nasi, als er die Mischnasammlung abschloss, der Meinung des R. Meïr die abweichende Ansicht Anderer gegenübergestellt, welche einer einzelnen Ortschaft, und wäre sie auch Gemeindeeigentum und noch so bevölkert, dieses Anrecht ganz und gar absprechen. Und da er diese Anderen unter der Bezeichnung חכמים einführt, so Teilt er offenbar ihre Meinung. Er musste mithin die Stelle über עיר של רבים שחרבה wegen ihrer Schlussworte (s. Anm. 42) aus seiner Sammlung ausschliessen, und so blieb denn unsere Mischna allein zurück, verwaist und vereinsamt, ihres Anhanges beraubt — ein Fremdling in dieser Umgebung. (s. auch Anm. 46)",
+ "nicht in ihrer Gesammtheit in den ‘Erub hineinziehen. Weil man sonst im Laufe der Jahre leicht vergessen könnte, dass man alles das, was nicht zur Kleidung gehört, nur in Folge des ‘Erub aus den Häusern in die Höfe und Strassen und aus diesen in die Häuser tragen darf, dass dies aber, wenn der ‘Erub unwirksam geworden oder wo überhaupt kein solcher existirt, unstatthaft ist.",
+ "dass man ausserhalb derselben eine Ortschaft herstellt. Der Gegensatz wäre: אלא עושין חוצה לה. Das könnte jedoch so aufgefasst werden, als müsste ein Teil der Ortschaft selbst vom ‘Erub ausgeschlossen bleiben. Die Mischna will aber sagen, dass man sie auch in ihrer Gesammtheit in den ‘Erub hineinziehen kann, wenn man will. Es genügt, wenn man ausserhalb derselben eine kleine, wenn auch selbstständige Ortschaft errichtet, welche an dem ‘Erub nicht Teil nimmt. Tatsächlich war Chadascha eine solche Ortschaft, welche den sogenannten שיור für die grosse Nachbargemeinde bildete.",
+ "wo fünfzig Einwohner. Männer, Frauen und Kinder."
+ ],
+ [
+ "wenn er. Bei Anbruch des Schabbat.",
+ "zu seinem ‘Erub aber verboten. Wenn dieser nicht im Schabbatbezirke seines Hauses liegt.",
+ "nach seinem Hause verboten. Wenn dieses nicht im Schabbatbezirke seines ‘Erub liegt.",
+ "Wer seinen ‘Erub im Weichbild. Unter עבור ist nach R. Meïr in M. 2 der קרפף zu verstehen; nach den חכמים daselbst bezeichnet עבור nur die in M. 1 aufgezählten und ähnliche Baulichkeiten in der Nähe einer Ortschaft. |Hier stösst also die im מגיד משנה (Hil. Sabb. 28,1) aufgestellte Behauptung, dass nach allgemeinem Sprachgebrauche עבור mit קרפף identisch ist, auf erhebliche Schwierigkeiten. Und wenn wir dennoch beide Begriffe selbst in der oben, Anm 35, besprochenen Toseftastelle identificirten, wo wir uns nicht mit der zur Norm erhobenen Ansicht des R. Meïr decken konnten, so geschah es nur im Hinblick auf den sonst überflüssigen Zusatz להיות כעיר.]",
+ "hat nichts getan. Das Weichbild ist ja ein integrirender Bestandteil der Ortschaft, der eigentliche Schabbatbezirk beginnt erst jenseits desselben, ein ‘Erub an dieser Stelle hat also gar keinen Sinn. Unter ‘Erub ist natürlich auch hier die ‘Erubspeise zu verstehen; s. K. III, Anm. 21. Der Zusammenhang mit dem vorhergehenden Satze ergibt sich aus der uns in ihm entgegentretenden Bestimmmung, dass der ‘Erub keine Wirkung hat, welchen jemand für mich an einer Stelle niederlegt, von der ich bei Anbruch der Abenddämmerung mehr als 2000 Ellen entfernt bin, dass also — wenn wir diese Bestimmung verallgemeinern — der ‘Erub in dem Augenblicke, in welchem er in Wirkung treten soll, auch erreichbar sein muss, und mithin ungiltig ist, wenn er ausserhalb des תחום unseres Wohnortes sich befindet. Dazu bildet nun unser Satz das Gegenstück. Dieser ‘Erub, welcher im Weichbilde der Ortschaft niedergelegt wurde, ist ebenso wirkungslos als jener, welcher jenseits ihrer Schabbatgrenze niedergelegt wurde; gültig ist nur der, welcher ausserhalb des Weichbildes, aber innerhalb des Schabbatbezirkes liegt, wovon der folgende Satz handelt.",
+ "hat er ihn aber auch nur eine Elle ausserhalb des Bezirkes. תחום ist hier ausnahmsweise nicht der Schabbatbezirk. תחומא, syr. ܬܚܽܘܡܳܐ ist nämlich die aram. Uebersetzung des hebr. גבול und bedeutet wie dieses schlechthin sowohl Grenze als Gebiet. Im rabbinischen Schriftthum bezeichnet das Wort allerdings vorzugsweise, ja fast ausschliesslich die Sabbatgrenze oder den Sabbatbezirk. Dennoch ist dieser Ausdruck hier gewählt, um anzudeuten, dass es nicht genügt, wenn der ‘Erub ausserhalb des Weichbildes liegt; derselbe muss vielmehr ganz ausserhalb des mit Rücksicht auf die Feststellung der Sabbatgreuze zu beschreibenden Rechtecks (Einl. Abs. 4) niedergelegt werden. Dieses um das Weichbild gezeichnete und das Gebiet der Ortschaft erweiternde Rechteck heisst der Ortsbezirk und wird hier תחום genannt, weil es der Figur des Sabbatbezirks vollkommen ähnlich ist und genau in dessen Mitte so liegt, dass seine Seiten den Sabbatgrenzen parallel laufen, während das Weichbild (עבור) eine meist unregelmässige Figur darstellt (Einl. das.), deren Mitelpunkt nur selten mit dem des Sabbatbezirkes zusammenfällt.",
+ "was er gewinnt. Mit anderen Worten: Sein ‘Erub tritt in Kraft. Wo dieser sich befindet, dort ist sein Sabbatwohnsitz, dort der Mittelpunkt seines Sabbatbezirkes; von hier aus darf er nach jeder der vier Himmelsrichtungen 2000 Ellen weit gehen. Ausserdem gewährt man ihm eine Fläche von 4 Ellen im Geviert als Sabbatwohnsitz (מקום השביתה), so dass sein Sabbatbezirk, genau genommen, eine Fläche von 4004 Ellen im Geviert darstellt. Liegt innerhalb desselben eine Ortschaft, so wird ihm der Weg durch dieselbe [s. ש״ות נו״ב מ״ב ס׳ ג׳] nur für 4 Ellen angerechnet. Misst also sein »Ortsbezirk« z. B. 1000 Ellen in der Richtung von Ost nach West, so dass er in dieser Richtung im Ganzen 5000 Ellen gehen dürfte, und hat er seinen ‘Erub im Osten desselben, und zwar in einer Entfernung von 1004 Ellen niedergelegt, so darf er sich nach dieser Himmelsrichtung 3004, nach Westen aber nur 996 Ellen [nach ר׳ יונתן הכהן 1000 Ellen. Der Weg durch die Ortschaft, meint er, wird ihm nicht einmal für 4 Ellen angerechnet. Dann wäre aber מה שנשכר הוא מפסיד doch nicht buchstäblich zu nehmen, und die Gemara könnte wieder fragen: הא מפסיד אותה אמה ומשתכר ארבע אמות! S. auch Tosafot z. St. s. v. כאן] von seinem Wohnorte entfernen. Die ihm gestattete Strecke misst daher einschliesslich des Weges durch den Ortsbezirk nach wie vor 5000 Ellen. Die 1004 Ellen, die er im Osten gewinnnt, büsst er im Westen wieder ein. Gewinn und Verlust betragen stets genau so viel, als die Entfernung des ‘Erub vom Wohnorte, und heben einander auf, sofern nur die Ortschaft wie im angeführten Beispiele vollständig im Sabbatbezirk des ‘Erub liegt. Ist dies nicht der Fall, so ist der Verlust um die ganze Länge, bez. Breite des Ortsbezirkes grösser als der Gewinn, weil dann der Weg durch die Ortschaft nicht mit 4, sondern mit der vollen Zahl seiner Ellen in Anrechnung gebracht wird. Liegt z. B. sein ‘Erub auch nur 1 Elle jenseits der Ostgrenze des Ortsbezirkes und ist diese von dem letzten Hause des Westendes [אין אומרין עכור להחמיר] auch nur 2003 Ellen entfernt, so darf er sich nach Osten zwar 2001 Elle. nach Westen aber auch nicht einen Schritt von seinem Wohnorte entfernen. Noch mehr! Er darf nicht einmal die Ortschaft zu Ende gehen, sondern nur so weit, als die Sabbatgrenze seines מקום השביתה sich nach Westen hin erstreckt, also nur bis zum letzten Hause. Und wenn in diesem seine eigene Wohnung sich befindet, so darf er nicht einmal zu den Seinigen mehr am Sabbat zurückkehren. Während er früher durch die ganze Länge bez. Breite des Ortsbezirkes und ausserdem noch je 2000 Ellen nach Osten wie nach Westen gehen durfte, sind ihm jetzt nach beiden Richtungen zusammen nicht mehr als 4004 Ellen gestattet; er gewinnt somit durch seinen ‘Erub nur eine Elle im Osten, verliert dagegen im Westen dadurch, dass ihm der Weg durch die Ortschaft in Anrechnung gebracht wird, fast so viel (nur 3 Ellen weniger), als die Entfernung zwischen der Ost- und der Westgrenze des Ortsbezirks beträgt. [ משתכר אותה אמה ומפסיד את כל העיר כולה שמדת העיר עולה לו במרת התחום. Man hüte sich, diesem Satze, welcher für das gewählte Beispiel allerdings zutreffend ist, eine allgemeinere Wendung zu geben, als ob unter allen Umständen dem Gewinne, welcher der Entfernung des ‘Erub von der Ortsgrenze gleichkommt, kein grösserer Verlust gegenüberstünde, als der Weg durch die Ortschaft. Das wäre ein Irrthum. Liegt der ‘Erub z. B 1000 Ellen von der Ortsgrenze entfernt, so gewinnt man in der einen Richtung höchstens 1004 Ellen, verliert aber in der entgegengesetzten Richtung nicht nur soviel Ellen, als die Länge, bez. Breite des Ortsbezirkes misst, sondern ausserdem noch 1000 Ellen. Als allgemeine Regel müsste der Satz so lauten, wie wir ihn oben in gesperrter Schrift formulirt haben, hebräisch etwa: הפסדו יותר על שכרו כמדת כל העיר כולה. In dieser Fassung gilt der Satz auch vom Verhältnis des Verlustes zum Gewinne hinsichtlich des Flächenraumes. Hat der Ortsbezirk z. B. 5000 Ellen im Geviert, und liegt der ‘Erub so, dass sein Sabbatbezirk sich nach keiner Himmelsrichtung über die letzten Häuser der Ortschaft hinaus erstreckt, so misst der Sabbatbezirk des Wohnortes 9000 Ellen im Geviert, der des ‘Erub dagegen nur 4004; es beziffert sich also der reine Verlust auf 4996 Ellen im Geviert, d. i. כמדת כל העיר כולה nahezu der Flächenraum der ganzen Ortschaft. — So nach Maimonides, R. Ascher und Karo. Nach anderen Autoritäten ist ihm auch dann, wenn das Ende seines Wohnortes mehr als 2004 Ellen von seinem ‘Erub entfernt ist, der Weg durch die ganze Ortschaft gestattet; er büsst also nur die 2000 Ellen ein, welche er sonet noch über die Ortsgrenze hinaus gehen durfte. Demnach hätte aber die oben angeführte Baraita nicht sagen sollen: ומפסיד את כל העיר, sondern: משתכר אותה אמה ומפסיד אלפים. Was dagegen im Bet Josef (I, 408), welcher zu den Vertretern dieser Ansicht auf Grund einer in einem andern Werke gefundenen Notiz auch Raschi zählt (merkwürdigerweise ohne die Stelle in Raschi selbst nachzuweisen; sie findet sich in ‘Erubin 38b u. d. W. מערב אדם שני ערובין), gegen diese Lehrmeinung angeführt wird, ist bereits in den Tosafot z. St. s. v. אין אלו widerlegt, aus denen klar hervorgeht, dass in dem Satze היה מודד ובא וכלתה מדת בחצי העיר אין לו אלא חצי העיר die Auffassung אפילו לן בה, welche sich vermuthlich darauf stützt, dass es nicht היה מודד והולך heisst, keineswegs auf festem Grunde ruht. Andererseits kann auch die Stelle in ‘Erubin 73a, durch welche die Tosafot diese Ansicht stützen wollen, gegen die Gegner derselben nicht als Einwand geltend gemacht werden, da zu den Worten והרי נותן ערובו בסוף אלפים ohne Bedenken מביתו ebeneo gut als מעירו ergänzt werden kann. Ueberdies steht in unseren Ausgaben בתוך אלפים und nicht בסוף אלפים. S. auch Anm. 47.]"
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+ "Wieso. Eine Antwort wird auf diese Frage nicht gegeben, deren Auffindung vielmehr dem Nachdenken des Lesers überlassen. Die Mischna ist kein ausführliches Lehrbuch, sondern ein kurzgefasstes Compendium, gewissermassen ein Leitfaden, den der Lehrer bei seinem Vortrage benutzen und im lebendigen Gedankenaustausch (Gemara) seinen Schülern erklären soll. Nach dem, was wir in der vorigen Anm. gesagt haben, ist die Antwort leicht zu finden. Da der Flächenraum einer Ortschaft, welche ganz innerhalb unseres ‘Erub liegt, nur für 4 Ellen im Geviert angerechnet wird, so dürfen die Bewohner der grossen Ortschaft die kleinere ganz durchwandern, wenn das entferntere Ende der letztern nicht mehr als 2000—2828 Ellen (s. Anm. 33) von der ihr zu nächstliegenden Ortsgrenze der erstern absteht; nicht aber dürfen die Bewohner der kleinern Ortschaft bis zum Ende der grössern gehen, sondern nur so weit, als ihr Schabbatbezirk in dieselbe hineinreicht. Von der Voraussetzung, dass die kleinere Ortschaft vollständig im תחום der grössern liegt, steht freilich in der Mischna kein Wort, und man könnte einwenden, dass somit die Hauptsache fehlt. Vielleicht aber schloss sich unsere Mischna in einer der älteren Sammlungen unmittelbar an M. 6 an, in der die Schlussworte von שיש bis בתים, welche eine Meinungsverschiedenheit jüngerer Lehrer über עיר חדשה enthalten, einer spätern Mischnaredaction angehören können. Wir haben bereits erwähnt (Anm. 37), dass die winzige Ortschaft Chadascha in der Nähe einer grossen Ortschaft lag; vermuthlich war sie mehr als 141⅓ Ellen (s. M. 2) von derselben entfernt. An die Bestimmung, dass ein öffentliches Gemeinwesen nur dann vollständig in den ‘Erub hineingezogen werden darf, wenn sich in der Nähe eine Ortschaft wie Chadascha befindet, knüpft nun die Mischna die Bemerkung, dass die Bewohner der grossen wohl die kleine, nicht aber die Bewohner dieser Ortschaft jene ganz durchwandern dürfen. Somit löst sich auch die Schwierigkeit, wie M. 6 überhaupt in diesen Zusammenhang gehört. M 7 mochte bei einer spätern Redaction eingeschoben worden sein, nicht so sehr wegen der äussern Aehnlichkeit, welche zwischen dem ersten Teil der 7. und dem zweiten der 8. Mischna hinsichtlich des Satzbaues besteht, als vielmehr wegen der innern Zusammengehörigkeit dieser Halachot, deren Gedankengang wir kurz wiederholen wollen: 1. Ein ‘Erub ausserhalb des תחום ist wirkungslos. 2. Desgleichen ein ‘Erub innerhalb des Ortsbezirks. 3. Liegt er ausserhalb des Ortsbezirks, doch innerhalb seiner Schabbatgrenzen, so halten Gewinn und Verlust einander die Wage, sofern er auf freiem Felde und so liegt, dass die Ortschaft in ihrer Gesammtheit zu seinem Schabbatbezirke gehört. 4. Ist letzteres nicht der Fall, so ist der Verlust grösser, denn אין אנשי עיר קטנה מהלכין את כל עיר גדולה. 5. Liegt er nicht auf freiem Felde, sondern in einer Stadt, so ist der Gewinn grösser, da es in diesem Falle erlaubt ist, durch den ganzen Wohnort, durch die ganze Stadt des Schabbatwohnsitzes und ausserdem noch 4000 Ellen in einer Richtung zu gehen. Wenn es daher ad. 1 hiess, ein ‘Erub ausserhalb des תחום habe keine Wirkung, so gilt dies nicht von תחום ביתו, sondern nur von תחום עירו (s. d. folg. Anm). So knüpft Satz 5 wieder an den 1. Satz an. — Jeruschalmi streicht übrigens das Wort כיצד, während Babli eine Ansicht überliefert, welche ואנשי statt ואין אנשי liesst, so dass das beibehaltene כיצד die Erklärung zu unserm Satze einführt.",
+ "kann sie ganz durch und über sie hinaus noch zweitausend Ellen gehen. Die Mischna scheint hier an Wortreichtum zu leiden. Ist auch בעיר קטנה und גדולה בעיר aus stylistischen Rücksichten durch die Concinnität mit dem vorigen Satze zu erklären, so scheint doch מי שהיה בעיר גדולה und מי שהיה בעיר קטנה überflüssig. Es hätte doch einfach heissen können: Wer seinen ‘Erub in eine Ortschaft legt, und wäre sie noch so gross, darf durch den ganzen Ortsbezirk und ausserdem noch 2000 Ellen nah jeder Richtung gehen (הנותן ערובו בעיר בין קטנה בין גדולה מהלך וכו׳). Die Mischna will jedoch andeuten, dass wir nicht nötig haben, am Orte des ‘Erub die Schabbatnacht zuzubringen, dass es vielmehr gestattet ist, in unserm Wohnorte zu übernachten und am folgenden Tage uns zum ‘Erub zu begeben, obgleich dessen Schabbatbezirk nur bis zur Ortsgrenze, nicht aber bis zu unserm Wohnhause sich erstreckt. Wir haben oben (Anm. 45) auseinandergesetzt, dass derjenige, welcher seinen ‘Erub auch, nur eine Elle ausserhalb des Ortsbezirkes niedergelegt hat, am Schabbat nicht mehr in seine Wohnung zurückkehren darf, wenn diese 2004 Ellen vom ‘Erub entfernt ist. Man könnte nun glauben, dass er in diesem Falle ebensowenig von seiner Wohnung zu seinem ‘Erub sich begeben darf, dass er mithin gezwungen wäre, ausserhalb des Hauses zu übernachten. Um diesem Irrtum zu begegnen, sagt die Mischna: Wer in einer noch so grossen Stadt zu Hause ist und seinen ‘Erub innerhalb ihres Schabbatbezirkes niedergelegt hat, darf am Schabbat bis zu seinem ‘Erub gehen und jenseits desselben noch 2000 Ellen, gleichviel ob er an diesem oder an jenem Ende der Stadt wohnt, und betrüge auch der Weg von seinem Hause bis zum ‘Erub Zehntausende von Ellen. Andererseits darf derjenige, welcher seinen ‘Erub in eine noch so grosse Stadt legte, obgleich er die Nacht in seinem Wohnorte zugebracht hat, dennoch am folgenden Tage die grosse Stadt ganz durchwandern und ausserhalb derselben noch 2000 Ellen weit gehen, gleichviel ob der ‘Erub an dem einen oder dem anderen Ende der Stadt liegt, und betrüge auch die Entfernung seines ‘Erub von der Grenze seines Ortsbezirkes Zehntausende von Ellen, sofern nur die beiden Orte nicht mehr als 2000 Ellen von einander entfernt sind; denn es wird ihm sein Schabbatwohnsitz — er mag so gross sein, wie er will — für nicht mehr als 4 Ellen angerechnet. [Ist unsere Auffassung richtig, so ist diese Mischna eine kräftige Stütze für die Ansicht, welche vom מגן אברהם in ר״ס ת״ח mit nicht sehr glücklichen Waffen verfochten wird. Selbst nach Maimonides und Karo (s. Anm. 45), behauptet der Verfasser, darf der ‘Erub, sofern er nur im תחום des Ortsbezirkes liegt, vom Wohnhause auch mehr als 2000 Ellen entfernt sein; allerdings könne man dann am Schabbat nicht mehr in sein Haus zurückkehren, wohl aber von seinem Hause zum ‘Erub sich begeben. Der Hinweg wäre also gestattet, der Rückweg verboten. Seine Stützen sind Maimonides und Raschi. Jener begründet den Satz המניח ערובו חוץ לתחום אינו ערוב durch die Worte מפני שאינו יכול להגיע אל ערובו, und daraus schliesst der Vf., dass unter תחום der Schabbatbezirk der Ortschaft zu verstehen ist; denn wäre der תחום des Wohnhauses gemeint, könnte man ja sehr wohl zum ‘Erub gelangen, trotzdem er חוץ לתחום ist, solange er nicht חוץ לתחום העיר liegt. Bei dieser Schlussfolgerung wird aber das erst zu Beweisende schon als bewiesen vorausgesetzt. Angenommen, der Hinweg wäre ebenso verboten wie der Rückweg, so dürfte der Besitzer des ‘Erub sich nur darum zu ihm hinbegeben, weil er ungiltig ist, והדי הוא כשאר בני העיר; träte der ‘Erub aber in Kraft, so könnte er ihn in der Tat von seiner Wohnung aus nicht erreichen, weil dieselbe mehr als 2000 Ellen von ihm entfernt ist (vgl. IV 11). Mit Recht sagt daher Maimonides auch dann, wenn תחום ביתו unter תחום zu verstehen ist: Ein ‘Erub ausserhalb des תחום ist kein ‘Erub, weil man (wenn er es wäre) nicht zu ihm gelangen könnte. Diese Beweisführung dreht sich also in einem fehlerhaften Zirkel und es bleibt somit nur noch der Beweis aus den Worten Raschi’s: כל היכא דקנה שביתה אי בביתו אי בערובו לא מצי למיזל ולמשקליה Also selbst wenn sein Schabbatwohnsitz in seinem Wohnorte wäre, könnte er zu seinem חוץ לתחום liegenden ‘Erub nicht gelangen! Daraus geht freilich klar hervor, dass nach Raschi’s Auffassung תחום עירו und nicht תחום ביתו in der Mischna III, 4 gemeint sei. Raschi ist aber, wie wir in Anm. 45 nachgewiesen haben, der Meinung, dass sogar der Rückweg gestattet ist; kein Wunder also, wenn er einen ‘Erub תוך תחום העיר חוץ לתחום ביתו anerkennt. Damit ist noch nicht bewiesen, dass auch diejenigen ihn anerkennen und den Hinweg gestatten, welche wie Maimonides und Karo den Rückweg für unstatthaft halten. Aus Tosafot ‘Erubin 60b u. d. W. אין אלו könnte man sogar schliessen, dass die vom מגן אברהם bekämpfte Ansicht des עולת שבת die richtige, und tatsächlich zwischen Hin- und Rückweg kein Unterschied ist. Sonst könnte der Satz והרי נותן ערובו בסוף אלפים וקאתי וביית בביתיה nicht als Beweis angeführt werden für die Behauptung: אפי׳ כלתה מדתו בחצי העיר בלן בה נחשבת לו כד׳ אמות להלך את כולה. Von jener Talmudstelle ist doch höchstens zu schliessen, dass der Hinweg gestattet ist! Der Ausdruck וקאתי darf uns daran nicht irre machen und den Glauben erwecken, als handelte es sich um einen מערב ברגליו im Sinne der M. IV 9. Ein solcher dürfte selbst nach Tosafot nicht nach Hause zurückkehren, denn nur בלן בה ist der Rückweg gestattet. Und wollten wir uns auch durch eine liberalere Auslegung des לן בה über dieses Bedenken leichtfüssig hinwegsetzen, wollten wir diesem Begriffe die weiteste Ausdehnung geben, indem wir ihn geradezu mit dem des Wohnortes identificiren, mit אם יש הימנו ולביתו aber in M. 7 uns ir gendwie abfin den, — unsere Erklärungsversuche würden an נותן ערובו scheitern. Diese Bezeichnung findet Anwendung auf den מערב בפת, nicht aber auf den מערב ברגליו. Offenbar ist mit וקאתי die Rückkehr am Freitag gemeint. Von einer Rückkehr nach Anbruch des Schabbat ist hier nicht die Rede, und dennoch schliessen die Tosafot aus dieser Stelle, dass sie erlaubt ist. Es ist also klar, dass sie zwischen Hin- und Rückweg keinen Unterschied anerkennen; nach ihnen ist entweder beides erlaubt, oder beides verboten. Dagegen findet diese Unterscheidung eine Stütze im Tur I, 408. Gegen die Ansicht Maimuni’s, dass demjenigen, der seinen Schabbatwohnsitz durch ‘Erub verlegt hat, nicht einmal in seinem Wohnorte oder der Ortschaft, in der er übernachtete, über den תחום seines ‘Erub hinaus zu gehen gestattet ist, macht R. Jakob daselbst geltend: Demnach wäre der Bewohner einer grossen Stadt durch seinen ‘Erub verhindert, nach Hause zurückzukehren? Er erhebt aber nicht den noch viel schärfern und schlagendern Einwand: Demnach könnte der Bewohner einer grossen Stadt überhaupt keinen ‘Erub machen? Ohne Zweifel ist er der Meinung, dass selbst nach Maimonides nur der Rückweg verboten, der Hinweg aber erlaubt ist. Bei der schwachen, ja unhaltbaren Beweisführung im מגן אברהם ist es um so auffallender, wie der oft verblüffenden Belesenheit und dem durchdringenden Scharfsinn des gefeierten Verfassers die Beweiskraft unserer Mischna und der zuletzt angeführten Stelle im Tur לפי שעה verborgen bleiben konnte. Dass die kurz vorher besprochene Talmudstelle (‘Erubin 73a), welche die Tosafot als Stütze für ihre mit Raschi übereinstimmende und im Tur zum Gesetz erhobene Ansicht anführen, die Gegenansicht Maimuni’s nicht zu erschüttern vermag, braucht jetzt kaum noch gesagt zu werden. Zugegeben, dass בסוף אלפים zu lesen und nicht מביתו, sondern מעירו hinzuzudenken ist (s. Anm. 45 Ende), so lässt sich doch, wie wir gesehen haben, aus dieser Stelle nur schliessen, dass der Hinweg gestattet ist, was Maimonides ja zugibt, nicht aber, was Maimonides bestreitet, dass auch der Rückweg erlaubt ist.]",
+ "er hat nur vom Orte seines ‘Erub aus zweitausend Ellen. Die regelmässige Wortfolge wäre: er hat vom Orte seines ‘Erub aus nur 2000 Ellen. So ist auch wirklich die Wortstellung in der folgenden Mischna. Hier wird von der Regel abgewichen, um desto schärfer den Gegensatz zwischen R. ‘Akiba und den Weisen hervortreten zu lassen. Nach diesen hat der Schabbatwohnsitz alle Rechte und Vergünstigungen des eigentlichen Wohnortes, die 2000 Ellen werden daher von der Ortsgrenze aus gemessen; nach jenem ist der Schabbatwohnsitz dem eigentlichen Wohnort nicht gleichzuachten, die 2000 Ellen sind daher vom ‘Erub aus zu messen."
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+ "Wann. Unter welcher Voraussetzung haben wir es eingeräumt?",
+ "wenn keine Bewohner in ihr sind. Wenn nicht einmal derjenige, welcher seinen ‘Erub in sie gelegt hat, als deren Bewohner angesehen werden kann; also nur unter der Voraussetzung, dass die Höhle gar nicht bewohnbar ist, gar nicht den Charakter einer רשות היחיד hat.",
+ "wenn aber Bewohner in ihr sind. Wenn sie eine רשות היחיד (ein von Wänden, die mindestens 10 Handbreiten hoch sind, umschlossener Raum von wenigstens 4 Ellen im Geviert) und mithin bewohnbar ist.",
+ "als oberhalb derselben. Liegt sein ‘Erub oberhalb derselben, auf freier Ebene, so beträgt sein מקום השביתה (Anm. 45) nur 4 Ellen im Geviert, während er, wenn der ‘Erub im Innern der Höhle liegt, sich über den ganzen Flächenraum derselben erstreckt.",
+ "von dem sie sprachen. D. h. dem obenerwähnten. — M. 7—9, in denen vom ‘Erub die Rede ist, knüpfen an die letzte Hälfte von K. IV. an, während die erste Hälfte unseres Kapitels von dem Verfahren handelt, welches bei der Feststellung des Schabbatbezirkes einer Ortschaft zu beobachten ist. Diese Bestimmungen ergänzend, heisst es nun hier am Schlusse, dass die רשות היחיד, in welcher der Schabbatbezirk sein Ende erreicht, nicht wie dessen Mittelpunkt, der מקום השביתה, für nur 4 Ellen angerechnet wird. מודד steht also im Gegensatze zu נותן ערובו. Um dem etwas unklaren Ausdruck grössere Bestimmtheit zu geben, wird durch שאמרו auf die erste Hälfte dieses Kapitels und insbesondere auf M. 4 verwiesen. לו hätte übrigens wegfallen, oder והמודד statt ולמודד stehen können. Man kann jedoch auch נותנין לו אלפים als Objektssatz zu שאמרו construiren und die folgenden Worte als abgekürzten Satz auffassen."
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+ "Wenn Einer mit einem Heiden einen Hof. Der Hofraum ist ein allen Einwohnern gemeinsames Gebiet; ohne die Verschmelzung zu einer Familie (‘Erub) sind dieselben in seiner Benutzung beschränkt, insofern sie Gegenstände aus ihren Häusern in den Hof oder aus diesem in ihre Wohnungen nicht schaffen dürfen (s. Einl. Abs. 1). Die Verschmelzung zu einer Familie ist der Natur der Sache gemäss nur mit Israeliten möglich, die den ‘Erub anerkennen. Heiden, mit denen doch eine auch nur scheinbare Familienverbindung undenkbar ist, sollten folgerichtig in Bezug auf den ‘Erub als gar nicht vorhanden angesehen werden (דירת נכרי לא שמה דירה); um aber das Zusammenwohnen mit ihnen, welches zur Nachahmung ihrer schlechten Sitten führen könnte, dem Israeliten zu verleiden, wurde diesem die erwähnte Beschränkung in der Benutzung des Hofes dennoch auferlegt, solange ihm der heidnische Einwohner nicht sein Besitzrecht am Hofe für den Schabbat vermietet, was dieser voraussichtlich in den meisten Fällen ablehnen wird. Dieselbe Vorschrift gilt solchen Stammesgenossen gegenüber, welche die Verbindlichkeit des göttlichen Gesetzes oder auch nur einer rabbinischen Anordnung nicht anerkennen, weil auch hier das Zusammenwohnen die Gefahr der Verführung zum Abfall in sich birgt.",
+ "so beschränkt ihn dieser. In der Benutzung des Hofes, u. z. in der in Anm. 1 angegebenen Weise.",
+ "dass zwei Israeliten sich gegenseitig beschränken. Mit anderen Worten: Nur wenn zwei Israeliten einander in der Benutzung des gemeinschaftlichen Hofraumes beschränken, werden sie durch den heidnischen oder ungläubigen Einwohner noch mehr beschränkt, insofern der ‘Erub, welcher die gegenseitige Beschränkung zu beseitigen vermag, in diesem Falle erst dann Geltung erlangt, wenn jener ihnen sein Besitzrecht vermietet hat; wenn aber nur ein Israelit mit einem Abtrünnigen oder einem Heiden denselben Hof bewohnt, so dass von ‘Erub nicht die Rede sein kann, ist er in der Benutzung des Hofraumes auch sonst in keiner Weise beschränkt. Man braucht ihm, dessen Leben bei der geringen Achtung, die der Heide vor dem Menschenleben hat, jeden Augenblick in Gefahr schwebt, das Zusammenleben mit ihm nicht erst zu verleiden; und dem ungläubigen Stammesgenossen gegenüber eine Beschränkung aufrecht zu erhalten, welche man dem Heiden gegenüber fallen liess, war nicht tunlich."
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+ "dass mein Vater. R. Simon ben Gamliel.",
+ "ehe er hinausträgt und Euch beschränkt. Wer sich am עירוב od. שיתוף nicht beteiligt hat und mithin die Mitbewohner in der Benützung des Hofes, bez. der Strasse beschränkt, kann dies dadurch wieder gut machen, dass er zu ihren Gunsten auf sein Besitzrecht für diesen Schabbat verzichtet (s. Einl. Abs. 1 Ende). Hat er aber dennoch, ehe die Anderen von dem cedirten Rechte durch Hinausschaffen eines Gegenstandes Besitz ergriffen hatten, etwas aus seinem Hause in den Hof, bez. die Strasse getragen, so hat er dadurch seine Cession wieder aufgehoben (s. weiter unten, M. 4). Aus dem Befehle des R. Simon b. Gamliel an seine Kinder geht nach dem eben Gesagten hervor, dass der Sadduzäer sein Anrecht auf die Strasse preisgegeben hatte, und es folgt daraus gleichzeitig, dass man von ihm das Besitzrecht nicht wie von einem Heiden zu mieten braucht; sonst wäre ja die Befürchtung grundlos, da ein Mietsvertrag nicht einseitig gelöst werden kann.",
+ "Eilet und verrichtet. Noch vor Anbruch des Schabbats.",
+ "ehe er nach Ausgang (des Tages. Des Freitags; statt יוציא ist יצא zu lesen! Gemara. Nach dieser Fassung ist ‘der Sadduzäer hinsichtlich des ‘Erub dem Heiden gleich geachtet; es genügt nicht, dass er auf sein Besitzrecht verzichtet, er muss es vermieten."
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+ "so ist sein Haus hinsichtlich des Hinein- und des Hinaustragens. Aus dem Hofe, bez. in den Hof.",
+ "ihm und ihnen verboten. Selbst wenn er ihnen sein Recht auf den Hof übertragen hat, solange er nicht ausdrücklich auch auf seine Rechte an sein Haus zu ihren Gunsten verzichtet; die Cession des Hofes erstreckt sich also nicht von selbst auch auf das Wohnhaus. Eine entgegengesetzte Ansicht vertritt R. El‘ai K. II. Ende.",
+ "die ihrigen aber ihm und ihnen gestattet. Wenn er auch nur sein Recht auf den Hof ihnen übertragen hat, weil er nach der Cession als ihr Gast und Hausgenosse anzusehen ist.",
+ "ist es ihm gestattet. Gegenstände aus seinem Hause in den Hof oder umgekehrt zu schaffen, aber nicht aus ihren Wohnräumen oder in ihre Wohnräume, wenn sie ihm nicht ausdrücklich auch das Recht auf ihre Häuser cedirten.",
+ "ihnen aber verboten. Sie dürfen nicht einmal aus seinem Hause oder in sein Haus einen Gegenstand schaffen, weil wohl Einer als Gast der übrigen Einwohner angesehen werden kann (s. Anm. 10), nicht aber die übrigen alle als Gäste des Einen.",
+ "Waren es Zwei. Denen, da sie sich am ערוב nicht beteiligten, die Übrigen ihre Rechte übertrugen.",
+ "beschränken sie einander. Und es kann keiner von Beiden die ihm cedirten Rechte dem Andern übertragen.",
+ "denn Einer kann ein Besitzrecht schenken. Den Mitbewohnern übertragen.",
+ "und ein Besitzrecht annehmen. Sich übertragen lassen.",
+ "Zwei können wohl ein Besitzrecht schenken. Den Mitbewohnern übertragen.",
+ "nicht aber ein Besitzrecht annehmen. Selbst wenn es ihnen unter der Bedingung übertragen wurde, dass der Eine auf die erworbenen Rechte zu Gunsten des Andern verzichte."
+ ],
+ [
+ "Von wann an. D. h.: Wann muss die Schenkung rechtskräftig werden?",
+ "in welchem es noch Tag ist. Also noch vor Schabbateingang, weil die in Frage stehende Schenkung die Uebertragung eines Rechtes bedeutet, ein solches aber am Schabbat nicht erworben werden darf.",
+ "von Anbruch der Dunkelheit an. Nach ihrer Ansicht bedeutet die Schenkung nichts als den Verzicht auf ein Recht; sie ist daher auch am Schabbat gestattet.",
+ "Wer sein Besitzrecht geschenkt hat und hinausträgt. In den Hof, bez. die Strasse, oder aus diesen hineinträgt in seine Wohnung.",
+ "der übt eine Beschränkung aus. Er bewirkt, dass die Anderen, falls sie noch nicht von dem ihnen übertragenen Rechte Besitz ergriffen haben (s. Anm. 5), nichts hinaus- oder hineintragen dürfen.",
+ "übt er eine Beschränkung aus. Weil er dadurch die Cession wieder aufgehoben hat.",
+ "übt er keine Beschränkung aus. Da doch bei einem Versehen von einem Widerruf des Verzichtes nicht die Rede sein kann. Das muss freilich auch R. Meïr zugeben; er fürchtet aber bei der Schwierigkeit, die Absicht von dem Irrtum zu unterscheiden, Missbrauch und Willkür."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Hausherr Teilhaber ist bei seinen Nachbarn. Mit denen er dieselbe Strasse bewohnt; zur Vereinigung der Höfe aber genügt nicht Wein oder Öl (s. Einl. Abschn. 1 und 2 und K. III Anm. 1).",
+ "bedürfen sie des ‘Erub nicht. Auch wenn die Teilhaberschaft eine zufällige ist."
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+ "Wenn fünf Parteien in einem Saale. טרקלין ist das lateinische triclinium. Gemeint ist ein Saal, welcher durch Wände, die nicht bis zur Decke reichen, in fünf (auf die Zahl kommt es natürlich nicht an) Räume geteilt ist, deren jeder seinen besondern (s. K. III Anm. 35) Ausgang nach dem Hofe hat.",
+ "ordnen Bet Schammai je einen ‘Erub für jede Partei an. Jede einzelne muss also zu dem ‘Erub beisteuern, den die Bewohner des Hofes machen.",
+ "ein ‘Erub für Alle. Der ganze Saal wird trotz seiner fünf Abteilungen als ein Wohnraum angesehen und braucht sich daher nur mit einem Beitrag am ‘Erub zu beteiligen.",
+ "wenn einige von ihnen in Stuben oder Dachkammern wohnhaft sind. D. h. wenn die Abteilungen vollständig isolirt, durch ganze Wände von einander getrennt sind. — שרי aram. = hebr. שרוי ;שכן wie שכון (Richter 8, 11) franz logé."
+ ],
+ [
+ "die am Tische ihres Vaters. Des leiblichen bez. des Hausvaters.",
+ "essen und in ihren Häusern. Die sich sämmtlich in einem Hofe befinden, in welchem auch noch Andere wohnen.",
+ "bedürfen je eines ‘Erub für jeden Einzelnen. Jede einzelne muss also zu dem ‘Erub beisteuern, den die Bewohner des Hofes machen.",
+ "muss. D. h. er kann dazu gezwungen werden, weil er keinen Schaden davon hat, da er doch ohnehin nichts aus seiner Wohnung in den Hof und umgekehrt schaffen darf.",
+ "Wann. Unter welcher Voraussetzung müssen sie zum ‘Erub beisteuern?",
+ "Wenn sie ihren ‘Erub anderwärts. In ein anderes Wohnhaus des Hofes.",
+ "wenn aber der ‘Erub zu ihnen kommt. Indem die anderen Einwohner den ‘Erub in dem Hause ihres Vaters niederlegen, so dass dieses von dem Beitrag zum ‘Erub befreit ist.",
+ "bedürfen sie keines ‘Erub. Selbst wenn sie in den eigenen Häusern essen, sofern sie nur die Kost von einem und demselben Tische erhalten."
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+ "Fünf Höfe sind gegen einander geöffnet und nach der Strasse hin geöffnet. Indem jeder einzelne zwei Ausgänge hat, von denen der eine in den Nachbarhof, der andere auf die Strasse führt, so dass man von einem Hofe in den andern, ohne die Strasse zu passiren, gelangen kann, und ebenso von jedem Hofe auf die Strasse, ohne durch den Nachbarhof gehen zu müssen.",
+ "Haben sie in den Höfen den ‘Erub gemacht. Durch welchen alle fünf Höfe nach Einl. Abs 1 zu einer Wohnung verschmelzen.",
+ "nicht aber in der Strasse den Schittuf. S. Einl. Abs. 2.",
+ "in der Strasse aber gebunden. Sie dürfen also ihre Hausgeräte selbst in die fremden Höfe schaffen und umgekehrt, jedoch nur durch die Verbindungstüren, nicht aber über die Strasse, auf welche sie nichts hinausfragen, und von welcher sie nichts hereintragen dürfen. Es ist die Ansicht des R. Meïr, welcher neben ‘Erub noch Schittuf für nötig hält.",
+ "haben sie in der Strasse den Schittuf gemacht. Und zwar nach vollzogenem ‘Erub der Höfe. So nach Rabbi Meïr, der sich auch mit שיתוף allein nicht begnügt. Die Gegenansicht der »Weisen« hält ‘Erub neben Schittuf unter allen Umständen für überflüssig, und Schittuf neben ‘Erub nur dann für nötig, wenn die einzelnen Höfe zwar innerhalb des eigenen Gebietes, nicht aber mit einander ‘Erub gemacht haben; haben dagegen die durch Türen oder Leitern in Verbindung stehenden Höfe unter einander ‘Erub gemacht, wie in unserer Mischna, so ist nach ihrer Ansicht neben diesem ‘Erub ein Schittuf überflüssig. Diese Unterscheidung ergibt sich aus dem Jeruschalmi z. St. [Da heisst es: וחכ״א מערבין בחצרות או משתתפין במבוי אם מערבין בחצרות מותרין בחצרות ואסורין במבוי ואם נשתתפו במבוי מותרין כאן וכאן, und dennoch wird daselbst unsere Mischna, ebenso wie im Babli, nach R. Meïr erklärt. Wäre nach Ansicht der חכמים ein Schittuf auch dann erforderlich, wenn die ineinander mündenden Höfe einen gemeinsamen ‘Erub gemacht haben, so könnte dieselbe sehr wohl auf dieser Grundlage erklärt werden, ohne dass man genötigt wäre, ואם נשתתפו im Sinne von ואם נשתתפו נמי aufzufassen. Auffallend ist, dass im Bet Josef zu Orach Chajjim 387 gegen Ende derselbe Unterschied zwischen עירוב במהום שיתוף und שיתוף במקום עירוב sich findet, ohne dass er durch die angeführten Worte des Jeruschalmi belegt wird]. Sie ergibt sich aber auch aus einer einfachen Erwägung: Der Schittuf ist seinem Wesen nach umfassender als der ‘Erub, er kann daher diesen entbehrlich machen; nicht aber kann umgekehrt der ‘Erub den Schittuf ersetzen, es sei denn, dass er alle die Personen umfasst, welche durch den Schittuf vereinigt werden sollen. Und wenn R. Meïr trotz des vorangegangenen Schittuf auf den ‘Erub der Höfe nicht verzichten mag, so geschieht es nicht, weil er dieser Erwägung sich entzieht, sondern nur mit Rücksicht auf das heranwachsende Geschlecht, bei welchem der ‘Erub sonst völlig in Vergessenheit geriete. Eine principielle Meinungsverschiedenheit besteht mithin zwischen ihm und den »Weisen« nur in einem Punkte. Wenn nämlich mehrere Höfe, die miteinander in Verbindung stehen, sich zu einem ‘Erub vereinigt haben, ist nach jenem das Hinaustragen auf die Strasse verboten, solange sie keinen Schittuf gemacht haben, nach diesen aber gestattet. Ein solcher Fall liegt nun in unserer Mischna vor. Dieselbe kann daher nur nach R. Meïr erklärt werden. Streicht man aber mit Rab (s. Gemara) die Worte פתוחות זו לזו, so handelt es sich um Höfe, die in keiner Verbindung miteinander stehen. Sie haben also nicht, wie bisher angenommen wurde, miteinander, sondern nur einzeln — jeder für sich — den ‘Erub machen können. Und nun kann die Mischna viel einfacher nach der Ansicht der »Weisen« erklärt werden, welche zugeben müssen, dass ein solcher ‘Erub den Schittuf nicht ersetzt. Dürfen doch die Bewohner des einen Hofes bei dieser exclusiven Art des ‘Erub, durch welche sie sich eher isoliren, als an die Nachbarhöfe anschliessen, ihre Hausgeräte nicht einmal in den andern Hof, geschweige denn auf die Strasse schaffen! Solange sie also keinen Schittuf gemacht haben, sind sie wohl in dem eigenen Hofe auf Grund ihres ‘Erub unbeschränkt, in der Strasse aber gebunden, insofern sie nichts aus ihrem Hause hinaustragen dürfen. Haben sie aber den Schittuf gemacht, so sind sie auch ohne ‘Erub hier wie dort uneingeschränkt, da der Schittuf den ‘Erub entbehrlich macht. Sie dürfen dann nicht nur in den Hof hinaustragen, sondern auch auf die Strasse und in die Nachbarhöfe. [In den Commentaren (,תפארת ישראל מלא כף נחת ,רע״ב ) herrscht hier eine kleine Confusion. Sie streichen פתוחות זו לזו und fassen dennoch ואם נשתתפו im Sinne von נשתתפו נמי auf.]",
+ "so sind sie hier wie dort unbeschränkt. Selbst nach R. Meïr. Der ‘Erub ist zwar ungiltig, wird aber durch den Schittuf ersetzt, weil hier, wo die Übrigen ‘Erub gemacht haben, nicht zu befürchten ist, dass der ‘Erub in Vergessenheit gerathen könnte (s. d. vor. Anm.)",
+ "in der Strasse aber gebunden. Selbst nach den »Weisen«, wenn פתוחות זו לזו gestrichen wird, die Höfe somit nur einzeln im eigenen Kreise den ‘Erub gemacht haben, weil ein solcher ‘Erub den Schittuf nicht ersetzen kann, dieser aber ungiltig ist, da er nicht alle Bewohner der Strasse umfasst. Wird פתוחות זו לזו beibehalten, so dass unsere Mischna die Ansicht des R. Meïr wiederspiegelt, so muss zwar unter ערבו בחצרות an der Spitze des ersten Teiles der gemeinsame ‘Erub (vgl. Anm. 39), hier dagegen, an der Spitze des zweiten Teiles, dennoch der Einzel‘erub verstanden werden [was übrigens ohnehin einleuchtet, da hier ונשתתפו במבוי, dort aber ולא גשתתפו במבוי folgt]; sonst wäre wieder ופתוחות למבוי unnütz. So aber ist diese Voraussetzung notwendig. Denn hätten nicht alle Höfe ihren eigenen Ausgang nach der Strasse, so wäre מותרין בחצרות im Schlusssatze nicht ganz correct; nach R. ‘Akiba (Anm. 51) wären ja diejenigen Höfe nicht unbeschränkt, durch welche die Bewohner des Nachbarhofes gehen müssen, um auf die Strasse zu gelangen (Jeruschalmi z. St.). Es steht demnach in dem einleitenden Satze פתוחות זו לזו wegen des ersten Teiles und פתוחות למבוי wegen des zweiten Teiles. [והרב בעל קרבן העדה שפי׳ גם ברישא שערבה כל חצר לעצמה לא דק במח״ב ראם כן מתניתן כחכמים נמי אתיא ועור פתוחות זו לזו מאי למימרא].",
+ "wie der Hof zu den Häusern. Wie der Verkehr hier ohne ‘Erub beschränkt ist, so dort ohne Schittuf; und wie jener ist auch dieser ungiltig, wenn auch nur Einer der Beteiligten sich nicht angeschlossen hat (Einl. Abs. 1 Ende und Abs. 2 Anf.)."
+ ],
+ [
+ "Hat der innere. Derjenige, welcher keinen eigenen Ausgang nach der Strasse hin hat, dessen Bewohner vielmehr, um auf diese zu gelangen, durch den andern (äussern) Hof gehen müssen.",
+ "so ist der innere unbeschränkt. Seine Bewohner dürfen aus ihm in ihre Wohnungen tragen und umgekehrt, weil sie sich gegen den äussern Hof abschliessen können.",
+ "so sind beide beschränkt. Selbst der äussere, da er sich doch nicht gegen den innern Hof abschliessen und ihm so den Durchgang verwehren kann. Dieser aber hat keinen ‘Erub gemacht, ist mithin im eigenen Gebiete beschränkt und vermag daher das Nachbargebiet zu beschränken, in welchem er ein Durchgangsrecht besitzt.",
+ "so ist dieser für sich unbeschränkt und jener für sich unbeschränkt. Obgleich sich die beiden Höfe nicht zu einem gemeinsamen ‘Erub vereinigt haben, sind doch die Bewohner des äussern Hofes durch das Durchgangsrecht des innern hinsichtlich des Verkehrs im eigenen Gebiete nicht beschränkt, da auch dieser im eigenen Gebiete nicht beschränkt ist (רגל המותרת במקומה אינה אוסרת שלא במקומה); der Zwischenverkehr ist natürlich verboten.",
+ "weil das Durchgangsrecht. דריסת הרגל, wörtlich: das Betreten mit dem Fusse.",
+ "das Durchgangsrecht beschränkt ihn nicht. Nach R. ‘Akiba übt selbst das Durchgangsrecht eines im eigenen Gebiete nicht eingeschränkten Hofes eine beschränkende Kraft auf den äussern Hof; nach den „Weisen“ wohnt eine solche Kraft nicht einmal dem Durchgangsrechte eines im eigenen Gebiete beschränkten Hofes inne."
+ ],
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+ "der äussere beschränkt. In derselben Weise und aus demselben Grunde, als wenn der äussere Hof gar keinen ‘Erub gemacht hätte (s. Anm. 47 und Einl. Abs. 1 Ende).",
+ "so sind beide beschränkt. Als hätte der innere Hof gar keinen ‘Erub gemacht (s. Anm. 48).",
+ "Haben sie ihren ‘Erub an einen Ort getan. Mit anderen Worten: haben sich beide Höfe zu einem ‘Erub vereinigt, indem sie ihre ‘Erubspeise (s. K. III Anm. 21) in einem und demselben Hause u. z. des äussern Hofes niederlegten.",
+ "sind beide beschränkt. Der äussere, weil er, wenn auch nur Einer aus dem innern Hofe sich am ‘Erub zu beteiligen vergessen bat, durch dessen Durchgangsrecht beschränkt wird; der innere, weil er, wenn auch nur Einer aus dem äussern Hofe es vergessen hat, die eingegangene Verbindung nicht mehr lösen kann, da ja die ‘Erubspeise sich im äussern Hof befindet. Befindet sie sich aber in dem innern Hofe, und es hat Einer aus dem äussern vergessen sich am ‘Erub zu beteiligen, so kann jener in der Tatdie VerbindungsTür schliessen, um nicht durch die Bewohner des Nachbarhofes beschränkt zu werden.",
+ "Sind sie je einem Einzigen zugehörig. Wird also jeder der beiden Höfe nur von einer einzigen Familie bewohnt.",
+ "bedürfen sie keines ‘Erub. Weil der Bewohner des innern Hofes als ein im eigenen Gebiete Uneingeschränkter trotz seines Durchgangsrechtes den Nachbar nicht beschränkt (s. Anm. 49). Es ist klar, dass nach R. ‘Akiba (Anm. 51) auch hier ein ‘Erub nötig ist."
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+ "Befindet sich zwischen zwei Höfen. In der gemeinschaftlichen Mauer.",
+ "ein Fenster von vier [Handbreiten] im Geviert innerhalb zehn [Handbreiten. So dass der untere Rand der Fensteröffnung weniger als 10 Handbreiten von der Erde entfernt ist. — Wo bei Längenmaassen die Maasseinheit fehlt, ist hinter dem Zahlworte, wenn es wie hier männlich ist, טפחים zu ergänzen, אמות dagegen, wenn es die weibliche Form hat; wo Daumenbreiten gemeint sind, darf das Wort אצבעות nicht weggelassen werden.",
+ "können sie gesondert. Jeder Hof für sich; dann darf aus den Häusern des einen nichts in den andern getragen werden.",
+ "können sie gemeinsam ‘Erub machen. Dann ist ihnen der Zwischenverkehr gestattet.",
+ "können aber nicht gemeinsam ‘Erub machen. Weil sie nicht mit einander in gehöriger Verbindung stehen; eine Maueröffnung von weniger als vier Handbreiten im Geviert kann doch nicht als Eingang gelten, und ebensowenig bietet ein Fenster, das höher als 10 Handbreiten liegt, die Möglichkeit eines bequemen Verkehrs."
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+ "Ist die Wand zwischen zwei Höfen zehn [Handbreiten] hoch und vier breit. Die Breite (Dicke) der Zwischenwand ist nur mit Rücksicht auf den folgenden Satz angegeben (s. Anm. 8); hier ist sie gleichgiltig. Ein noch so dünner Zaun Teilt einen Raum in zwei verschiedene Gebiete, wenn er nur 10 Handbreiten hoch ist.",
+ "machen sie gesondert den ‘Erub und können nicht gemeinsam ‘Erub machen. Weil sie zwei verschiedene Gebiete bilden, die nicht in Verbindung mit einander stehen; ist aber die Zwischenwand weniger als 10 Handbreiten hoch, bilden sie ein Gebiet und können daher nur gemeinsam den ‘Erub machen.",
+ "nur dürfen sie nichts hinuntertragen. In die Häuser, weil die Wand gemeinschaftliches Gebiet ist, aus welchem ja nichts in die Privatwohnung geschafft werden darf (s. Einl. Abs. 1); wohl aber dürfen die Früchte in den Hof hinabgetragen werden, wenigstens nach R Simon und den Weisen in K. IX M. 1. Nach R. Meïr dagegen bedeutet das vielleicht mit Absicht nicht näher bestimmte למטה in den Hof (s. das. Anm. 3). Ist jedoch die Wand weniger als 4 Handbreiten dick, so kann sie überhaupt nicht als selbständiges Gebiet angesehen werden; man darf daher die auf ihr befindlichen Früchte sogar in die Häuser hineintragen.",
+ "weil es wie ein Eingang ist. Und zwei durch einen Eingang oder sonst auf bequeme Art communicirende Höfe sowohl einzeln als gemeinschaftlich den ‘Erub machen können.",
+ "müssen sie den ‘Erub gemeinsam machen und können nicht gesondert ‘Erub machen. Wenn die Lücke grösser als 10 Ellen ist und nicht das Aussehen eines Eingangs (od. Türrahmens, צורת פתח; s. K. 1 Anm. 6 und 28) hat, bilden beide Höfe nur ein Gebiet. Ist aber die ganze Mauer eingestürzt, welche zwei Höfe scheidet, so bilden diese auch dann nur ein Gebiet, wenn der Mauerbruch selbst weniger als zehn Ellen beträgt. Und sind die beiden Höfe in derjenigen Dimension, in welcher eie aneinanderstossen, von ungleicher Grösse, so dass der Einsturz nur für den einen als einen vollständigen Durchbruch, für den andern jedoch als eine blosse Lücke sich darstellt, so muss jener zwar mit diesem, nicht aber dieser mit jenem gemeinsam den ‘Erub machen."
+ ],
+ [
+ "Ist der Graben zwischen zwei Höfen zehn [Handbreiten] tief und vier breit. Bei kleineren Dimensionen könnte man ihn leicht überschreiten, und er würde daher die beiden Höfe nicht in zwei Gebiete trennen.",
+ "selbst wenn er voll Stroh oder Häcksel ist. קש bezeichnet Stroh überhaupt; תבן, vermuthlich mit aram. תבר und arab. تبر verwandt"
+ ],
+ [
+ "welches vier Handbreiten breit ist. Jeruschalmi liest: ג׳ ע׳ נסר כל שהוא רחב א׳ ט׳. Sehr wesentlich sind die Abweichungen in רי״ף u. רא״ש.",
+ "so machen sie gesondert ‘Erub und können nicht den ‘Erub gemeinsam machen. Wenn das Brett nicht mindestens 4 Handbreiten misst, ist der Uebergang über den Graben, bez. von einem Balkon zum andern nicht bequem genug, als dass es eine Verbindung zwischen beiden Höfen im Sinne von Anm. 9 bilden könnte."
+ ],
+ [
+ "so machen sie den ‘Erub gesondert und können nicht gemeinsam ‘Erub machen. Vorausgesetzt, dass das Stroh die beiden Höfe ihrer ganzen Länge nach in der angegebenen Höhe von einander trennt.",
+ "diese dürfen von hier fressen lassen und jene von dort fressen lassen. Denn es ist nicht zu befürchten, dass die Tiere, ohne dass es beachtet wird, so viel davon fressen, dass die Höhe des Haufens in einer Länge von mehr als 10 Ellen (s. Anm. 18) auf weniger als 10 Handbreiten sinkt.",
+ "Ist das Stroh niedriger als zehn Handbreiten geworden. U. z. in einer Länge von mehr als 10 Ellen; ist aber die Stelle, an welcher das Stroh nicht mehr 10 Handbreiten hoch ist, nur 10 Ellen lang, so können sie nach Belieben den ‘Erub gemeinsam oder jeder für sich machen.",
+ "müssen sie den ‘Erub gemeinsam machen und können nicht gesondert ‘Erub machen. Haben sie aber am Freitag, als das Stroh noch die vorgeschriebene Höhe hatte, den ‘Erub einzeln gemacht, jeder Hof für sich, und der Strohhaufe ist erst am Schabbat niedriger geworden, so sind sie nach wie vor in der Benutzung ihres Hofes unbeschränkt (שבת הואיל והותרה הותרה)."
+ ],
+ [
+ "Wie macht man den Schittuf. S. Einl. Abs. 2.",
+ "Man stellt den Krug. Mit Wein, Öl, od. anderen Nahrungsmitteln. — Einl. das.",
+ "hin. In den Hof. — Einl. das.",
+ "Das sei für alle Einwohner der Strasse. Ich schenke ihnen den Inhalt, so dass jeder Einwohner einen Anteil daran hat.",
+ "und eignet es ihnen zu. Ein Geschenk, das man dem Empfänger nicht persönlich übergibt, wird erst rechtskräftig, wenn ein Dritter es für ihn, wenn auch ohne sein Wissen, in Empfang nimmt. Es ist selbstverständlich, dass diese Zueignung überflüssig ist, wenn jeder der Einwohner seinen Anteil am Inhalt des Kruges durch Kauf oder Schenkung persönlich erworben, oder gar den auf ihn entfallenden Teil dazu gegeben hat; die Mischna lehrt hier nur die bequemste, am wenigsten umständliche Art des Schittuf.",
+ "die grossjährig. Und, wenn irgend möglich, auch selbständig.",
+ "welche Hebräer sind. Ist die hebräische Magd auch minderjährig, so steht sie doch nicht unter der Gewalt ihres Herrn, sondern unter väterlicher Gewalt, also in der Gewalt eines »Dritten«.",
+ "und durch seine Gattin. Auch hier ist es wenigstens erwünscht, wenn auch nicht Bedingung, dass die Gattin in dem Erwerbe ihres Unterhaltes selbständig ist.",
+ "welche minderjährig sind. Obgleich sie für ihren Unterhalt selbst sorgen, da sie immerhin unter seiner väterlichen Gewalt stehen.",
+ "die Kena‘aniter. Leibeigene; sie werden als Kena‘aniten bezeichnet im Hinblick auf Gen. 9, 25: »Verflucht sei Kena‘an! Ein Sklavenknecht sei er seinen Brüdern!«",
+ "weil ihre Hand wie seine Hand ist. Die Zueignung ist daher illusorisch und die Schenkung mithin widerruflich."
+ ],
+ [
+ "Hat die Speise. Im Kruge. — S. M. 6.",
+ "sich vermindert. So dass das in M. 8 vorgeschriebene Quantum nicht mehr vorhanden ist.",
+ "kann er zulegen und zueignen. Ist aber die Verminderung erst am Schabbat eingetreten, so braucht, wenn auch garnichts übrig geblieben, für den betreffenden Schabbat nicht zugelegt und zugeeignet zu werden. Vgl. Anm. 19.",
+ "kamen welche zu ihnen. Zu den Strasseneinwohnern in M. 6. — ניתוספו: Stamm יסף; rein hebräisch: נוֹםְפוּ, rein aramäisch: אִתּוֹםְפוּ.",
+ "muss es aber mitTeilen. Man kann zwar, wie wir in Anm. 24 gesehen haben, auch ohne Wissen des Empfängers diesem ein Geschenk zueignen; dort ist jedoch Voraussetzung, dass die Annahme des Geschenkes mit keinerlei NachTeil für ihn verbunden, seine Zustimmung also als unzweifelhaft anzusehen ist (s. Ende d. Kapitels). Hier dagegen haben die neuhinzugekommenen Einwohner einen Ausgang auch nach einer andern Strasse hin, mithin die Wahl, deu Schittuf auf der einen oder auf der andern Seite oder (nach R. Simon in K. IV M. 6) auf beiden zugleich zu machen; es wäre daher möglich, dass gegen ihre Aufnahme in den Schittuf der einen Strasse von ihnen selbst, oder den alten Bewohnern der betreffenden Strasse Einsprache erhoben würde."
+ ],
+ [
+ "Wie gross ist ihr. Der in voriger Mischna erwähnten, zum Schittuf nothwendigen Speise. Beiläufig findet Alles, was in M. 6, 7 und 8 vom Schittuf gesagt ist, auch auf den ‘Erub der Höfe Anwendung.",
+ "Sind ihrer Viele. Mehr als achtzehn Parteien.",
+ "Kost zweier Mahlzeiten. Das ist das achtzehnfache Volumen einer getrockneten Feige.",
+ "sind ihrer Wenige. Achtzehn oder weniger als achtzehn Parteien.",
+ "das (hinsichtlich des Hinaustragens am Schabbat maassgebende. Schabbat K. VII M. 4 gegen Ende. Der scheinbar überflüssige Hinweis auf jene Mischna will vermuthlich entweder eine Begründung dafür, dass grade dieses Quantum festgesetzt wurde, oder eine Andeutung geben, dass auch hier die Schalen, Kerne und was sonst an den Früchten ungeniessbar ist, bei der Bemessung des vorgeschriebenen Volumens nicht mit gerechnet wird. In unseren Talmudausgaben, im Babli wie im Jeruschalmi, fehlen die Worte להוצאת שבת."
+ ],
+ [
+ "Wobei sind die Worte gesagt. Dass die ‘Erubspeise ein gewisses Quantum haben muss (s. Anm. 36).",
+ "aber bei den Ueberresten des ‘Erub. Wenn das bei Beginn des ersten Schabbat noch vorschriftsmässige Quantum sich später vermindert hat.",
+ "wie viel immer es ist. Der ‘Erub behauptet seine Giltigkeit, solange noch ein Minimum sich von der Speise unversehrt erhalten hat. Voraussetzung ist, wie aus dem nächsten Satze ersichtlich, dass ausser dem ‘Erub auch der Schittuf gemacht wurde; war das nicht der Fall, so ist allerdings die Giltigkeit des ‘Erub auch in der Folgezeit durch die Integrität des vorgeschriebenen Quantums bedingt.",
+ "Und. Nach anderer Lesart (לא אמרו) ist »Und« zu streichen.",
+ "sie haben nur darum angeordnet den ‘Erub in den Höfen zu machen. Nach vorangegangenem Schittuf.",
+ "um ihn bei den Kindern nicht in Vergessenheit zu bringen. Deshalb braucht man es bei bestehendem Schittuf mit dem ‘Erub nicht gar so genau zu nehmen; es genügt, wenn die ‘Erubspeise bei Beginn des ersten Schabbat unversehrt, und an den folgenden Schabbaten überhaupt noch etwas von ihr vorhanden ist. Daraus folgt, dass die Schittufspeise, sofern der Schittuf nicht durch den ‘Erub ersetzt werden kann (s. K. VI Anm. 42), vom ersten bis zum letzten Schabbat in ihrer Integrität erhalten und daher ergänzt werden muss, sowie sie das in voriger Mischna angegebene Volumen nicht mehr hat. Da nun Mischna 7 von der Schittufspeise spricht, so steht sie in keinem nachweislichen Widerspruch zu der Ansicht des R. Jose. [Das scheint תוי״ט im ד״ה אמר ר׳ יוסי ebenso übersehen zu haben, wie מהרש״ל, dessen Zusatz zu Raschi an dieser Stelle nach dem Gesagten nicht unanfechtbar ist.]"
+ ],
+ [
+ "Eli‘ezer. Nach ihm sind alle Nahrungsmittel zum Schittuf geeignet, Teilweise (nämlich Brot) sogar auch zum ‘Erub der Höfe. Alles Geniessbare kann daher entweder zum ‘Erub oder doch wenigstens zum Schittuf (und desgleichen zur Verschmelzung der Schabbatbezirke. S. K. III Anm. 2) verwendet werden, nur nicht Wasser und Salz (jedes für sich; wohl aber ist beides zusammen, zu Salzwasser vereinigt, für den Schittuf wie für ערובי תחומין geeignet).",
+ "Ein Laib ist die ‘Erubspeise. Nach ihm ist auch nicht alles Brot zum ‘Erub der Höfe verwendbar; es muss durchaus ein ganzes Laib sein.",
+ "selbst ein Gebäck von einem Maasse. Ein Maass (סאה) = ¹⁄₃₀ Kor=6 Kab ist ungefähr 8,3 Liter. [40 Maass = 3 Kubikellen (חגיגה 11a); 1 Elle=48cm. (s. K. IV Anm. 36); 1 kdm. = 1 Liter.]",
+ "wenn es ein Bruchstück. פרוסה ist als Substantiv aufzufassen; wäre es Participium, so müsste es והוא פרוס heissen, da מאפה ohne Zweifel mase, ist. Dadurch erklärt sich auch, dass hier der Ausdruck מאפה gewählt ist, während vorher und nachher von einem ככר gesprochen wird; ein Laib kann wohl zerbrochen (פרוס) aber niemals ein Bruchstück (פרוסה) sein.",
+ "ein Laib für einen Dreier. איסר ist das römische As, bei späteren Schriftstellern assarius, eine kupferne Scheidemünze im Curswerth von c. 4 Pf.; bei den Juden, welche den Denar (דינר) nicht in 16, sondern in 24 Assarien einTeilten, ist der איסר nur 2½ Pf. = 1 Dreier. Das Dreierbrötchen ist nach K. VIII M. 2 aus ungef. ⅙ Liter Mehl gebacken (s. Anm. 13 das.) Es braucht nicht erst gesagt zu werden, dass באיסר hier nicht buchstäblich zu nehmen ist, sondern nur, wie ja auch im Lateinischen, zur Bezeichnung einer kleinsten Münze dient."
+ ],
+ [
+ "Es kann Jemand einen Groschen. מעה = 4 איסר oder Asse, also ein Sesterz, bedeutet hier ganz allgemein Geldstück, wie unter dem Plural מעות meist schlechthin Geld verstanden wird. Als Münze hat die מעה einen Werth von 10 Pf. oder 1 Sgr., während der römische Sesterz 16 Pf. betrug,",
+ "dem Krämer oder dem Bäcker. Welche den ‘Erub oder Schittuf für die Uebrigen besorgen, indem sie ihnen die erforderlichen Beiträge liefern (der Bäcker Brod zum ‘Erub, der Krämer—חנות, حانوت ist im Arab. die Weinbude — Wein zum Schittuf) und bei sich aufbewahren.",
+ "dass ihm bei jedem Andern. Welcher aus dem Verkaufe von Lebensmitteln kein Gewerbe macht.",
+ "es sei denn mit dessen Zustimmung. Der innere Zusammenhang dieses Satzes mit dem vorhergehenden, als dessen Begründung er sich äusserlich präsentirt, ist so unklar, dass die meisten Erklärer, an ihrer Spitze R. Ascher, einen solchen überhaupt in Abrede stellen und שאין מערבין als selbständigen Satz auffassen, als stünde ואין מערבין. So wenig waren sie von den Erklärungen befriedigt, durch welche ihre Vorgänger nicht ohne Mühe einen nöthdürftigen Zusammenhang herzustellen versuchten. Ueberhaupt macht diese Mischna den Commentatoren viel zu schaffen; sie ist eine der schwierigsten in unserm an Schwierigkeiten so reichen Tractat. Man sieht nicht recht ein, worauf die Unterscheidung zwischen dem Kaufmann und »jedem Andern« beruht, und die Gemara, von der man Aufschluss erwartet, vermehrt nur die Schwierigkeiten, indem sie zwei neue, ebenfalls unmotivirte Unterschiede (1. zwischen מעות und כלי, 2. zwischen זכה לי und ערב לי) aufstellt. Nur wenn man bei Uebergabe des Geldes sich dem Kaufmann gegenüber des Ausdrucke bedient hat: Eigne mir den ‘Erub zu, hat es keine Giltigkeit, wohl aber, wenn man zu ihm gesagt hat: mache für mich den ‘Erub, oder wenn man ihm statt des Geldes einen Werthgegenstand als Tauschobject gegeben hat. Den Schlüssel zur Lösung dieser Räthsel glaube ich in der Erklärung zu finden, welche die Gemara den Worten des R. Eli‘ezer gibt. Nach biblischem Recht, sagt sie, ist ein Kaufgeschäft schon rechtskräftig, sobald der Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis in Empfang genommen hat; das talmudische Recht macht die Unwiderruflichkeit des Geschäftes bei Mobilien einzig und allein von einem feierlichen, dem Mancipium des römischen Rechtes einigermaassen verwandten Acte abhängig, bei welchem der Käufer den zu erwerbenden Gegenstand in die Höhe hebt (הגבהה) oder, wo dies nicht thunlich ist, ihn fortschafft (משיכה), bez. anfasst (מסירה). Dass sich das talmudische Recht bei der biblischen Form des Kaufes nicht beruhigt, hat seinen Grund in der Befürchtung, dass sonst der Verkäufer, nachdem er den Kaufpreis erhalten, kein Interesse haben würde, die verkaufte Waare vor Schaden zu behüten. Diese Befürchtung fallt nun beim ‘Erub wie beim Schittuf weg, insofern die hierzu verwendete Speise als Ausdruck der innigen Vereinigung zu einer Familie oder wenigstens, einer Genossenschaft (s. d. Einl. Abs. 1 und 2) ihrer Bedeutung wie ihrer Wirkung entsprechend Gemeingut aller Betheiligten geworden und nicht mehr von demjenigen, der den Beitrag geleistet, als sein Eigenthum angesprochen werden darf; dieser muss vielmehr darauf gefasst sein, dass sein Beitrag von irgend einem der Theilnehmer verzehrt wird, und ist er damit nicht von ganzem Herzen einverstanden, so hat eben der ‘Erub oder Schittuf gar keine Giltigkeit. Es genügt daher, meint R. Eli‘ezer, wenn Jemand dem Kaufmann ein Geldstück gibt mit der Bitte, ihm dafür den ‘Erub zuzueignen (die Worte כדי שיזכה לו עירוב sind buchstäblich zu nehmen; der Käufer hat sich in der That des Ausdrucks »zueignen« bedient); von der feierlichen Erwerbsform des talmudischen Rechts kann hier ebenso abgesehen werden, wie überall, wo die obenerwähnte Befürchtung wegfällt. Denn mit dem Augenblicke, in welchem der Käufer die bezahlte Waare als Beitrag zum ‘Erub bestimmt, hat er sich seines Einzelrechtes auf dieselbe begeben; es darf ihm gar nicht daran gelegen sein, dass sie ihm erhalten bleibe; er hat an ihrem Vorhandensein kein grösseres Interesse als der Verkäufer selbst, der ja als Miteinwohner ebenfalls am ‘Erub betheiligt ist, mithin an der verkauften Waare gleiches Recht und gleichen Antheil mit dem Käufer hat.— — Mit dem Augenblicke — allerdings, machen »die Weisen« dagegen geltend; wer aber mit den Worten זכה לי עירוב dem Kaufmann ein Geldstück übergibt, hat damit noch lange nicht die bezahlte Waare als Beitrag zum ‘Erub bestimmt. Unter ‘Erub, darauf haben wir widerholt hingewiesen, ist sehr oft nicht die Vereinigung selbst, sondern das Mittel dazu, die ‘Erubspeise zu verstehen (vgl. K. III Anm. 21). In den letzten Mischuajot war von der ‘Erubspeise die Rede; in der unmittelbar vorhergehenden Mischna bedeutet ככר הוא עירוב unstreitig die ‘Erubspeise und eine andere Bedeutung kann das Wort dem ganzen Zusammenhange nach auch hier nicht haben. Es kann ihm ja nur der Beitrag zur Vereinigung nicht diese selbst verkauft werden. Mit den Worten: »eigne mir für dieses Geldstück eine ‘Erubspeise zu« hat der Käufer vorläufig nur seinen Willen kundgegeben, einen Gegenstand zu erwerben, welcher als Beitrag zu der geplanten Vereinigung geeignet ist, allenfalls hat er die Absicht angedeutet, sich vielleicht an der Vereinigung zu betheiligen, keineswegs aber hat er sich jetzt schon in bindender Form dazu bereit erklärt. [Damit erledigt sich auf einfache Weise auch der Einwand, den R. Ascher z. St. gegen die Ansicht der Tosafot erhebt]. Der fragliche Gegenstand — eine ‘Erubspeise ϰατὰ δύναμν, aber noch nicht ϰατ’ ἐνέργειαν — ist also zunächst nur eine Waare wie jede andere, und unterliegt daher den allgemeinen Bestimmungen des talmudischen Rechts, nach welchen ein Kaufgeschäft mit der Empfangnahme des Kaufpreises noch nicht rechtskräftig geworden ist. Mithin hat der ‘Erub keine Giltigkeit, selbst wenn der Verkäufer die bezahlte Speise als Beitrag des Käufers zu den Beiträgen der übrigen Familien gelegt hat, weil eben diese Speise nicht als Beitrag des Käufers angesehen werden kann, so lange sie nicht in aller Form Rechtens sein Eigenthum ist. Ja, wenn er die Waare durch Mancipation oder in einer andern vom talmudischen Recht anerkannten Form, etwa durch eine Art Tauschgeschäft ( לא שנו אלא מעה אבל כלי קונה) erworben hätte, dann könnten wir von der Abgabe einer deutlichen Erklärung, dass er der Vereinigung beitreten und die gekaufte Waare als seinen Beitrag angesehen wissen will, völlig absehen, da der Verkäufer es ist, welcher für alle Betheiligten den ‘Erub oder Schittuf besorgt und deren Beiträge bei sich aufbewahrt. Vgl. K. VI M. 5. Und umgekehrt, wenn er in unzweideutiger Weise seinen festen Entschluss ausgesprochen hätte, an der Vereinigung theilzunehmen, wenn er mit klaren Worten bei der Uebergabe des Geldes den Verkäufer beauftragt hätte; mache für mich den ‘Erub ( לא שנו אלא דאמר לו זכה לי אבל אמר ערב לי שליח שווייה וקני), dann könnten wir in Erwägung, dass Beide an der Waare gleiches Recht und gleichen Antheil haben, von der Mancipation absehen. So aber dürfen wir ans mit der blossen Uebergabe des Geldes nicht begnügen. Im Gegentheil! Grade die Erwägung, dass die gekaufte Waare aufhört ausschliessliches Eigenthum des Käufers zu sein, sobald sie zur ‘Erubspeise wird, macht es uns in seinem Interesse zur Pflicht, solange auf der Mancipation zu bestehen und somit dem fraglichen Gegenstande den Charakter der »Waare« zu wahren, als ihm nicht unstreitig und zweifellos der Charakter der ‘Erubspeise nachgewiesen wird. Dies ist der Fall, wenn der Verkäufer, welcher die Herstellung des ‘Erub oder Schittuf in die Hände genommen hat, ein Mann ist, der mit Lebensmitteln keinen Handel treibt, der solche nur ausnahmsweise zum Zwecke der übernommenen Vereinigung aus Gefälligkeit überlässt. Hier räumen die Weisen ein, dass die Uebergabe des Geldes genügt; denn einerseits macht der Käufer keinen Anspruch darauf, dass die ‘Erubspeise — und um eine solche, nicht um eine Waare handelt sich’s in diesem Falle ohne Zweifel — ihm erhalten bleibe, andererseits hat auch der Verkäufer schon als Mitbesitzer ein hervorragendes Interesse daran, sie vor Schaden zu bewahren. Freilich erwächst aus der Vereinigung für den Käufer der Nachtheil, dass nicht nur sein Beitrag, sondern in gewissem Sinne (s. d. Einl. Abs. 1 und 2) auch seine Wohnung durch dieselbe Gemeingut aller Betheiligten wird, und wir sollten daher zum Schutze seiner Interessen auf die feierliche Erwerbsform des talmudischen Rechts doch bestehen. Es ist das jedoch ein Nachtheil, gegen welchen wir ihn auch durch die Mancipation nicht schützen können, gegen den wir ihn aber auch gar nicht zu schützen nöthig haben. »Man kann ja doch für keinen Menschen ‘Erub machen, es sei denn mit seiner Zustimmung!« Es hat ihn ja Niemand zum Beitritt gezwungen! Wollte er also die Nachtheile, welche mit der Vereinigung nothwendig und untrennbar verbunden sind, nicht mit in den Kauf nehmen, dann hätte er eben den Beitrag, der ihm nur zu diesem Zwecke vom Verkäufer abgetreten wurde, gar nicht kaufen dürfen. — R. Juda (s. d. folg. Anm.) geht noch weiter. In dem Beitritt zur Vereinigung liegt nach seiner Meinung überhaupt kein Nachtheil. Wohl werden durch sie die sonst getrennten Wohnräume aller Betheiligten am Sabbat zu einer Allen gemeinsamen Wohnung, wohl erlangt jeder von ihnen dadurch das Recht, Gegenstände aus seinem Hause in das des Andern zu schaffen; diese kleine Unannehmlichkeit kann aber ebensowenig als der Verlust des ausschliesslichen Eigenthumsrechts am Beitrage ernstlich in Betracht kommen gegenüber den grossen Vortheilen, welche jedem Einzelnen die Vereinigung gewährt, ohne welche er ja nichts aus seinem Hause auch nur in den Hof oder aus diesem in sein Haus tragen dürfte. Und wenn dem Krämer und Bäcker gegenüber die Uebergabe des Geldes dennoch nicht genügt, so hat das seinen Grund einzig und allein darin, dass Alles, was beim Kaufmann gekauft wird, und würde es auch als ‘Erubspeise verlangt, als einfache, den allgemeinen Bestimmungen über die Erwerbsformen unterworfene Waare zu betrachten ist, solange es nicht ausdrücklich als Beitrag zur Vereinigung bestimmt wurde.",
+ "Wobei sind diese Worte. Dass es der Zustimmmung aller Betheiligten bedarf. — Die Einschränkung des R. Juda richtet sich ausschliesslich gegen den letzten Satz. Was die »Weisen« vorher über die Unanwendbarkeit des biblischen Rechts dem Kaufmann gegenüber sagten, wird dadurch nicht in Frage gestellt; was sie jedem andern gegenüber einräumten, wird dadurch nur bestärkt, wie wir in der vorigen Anmerkung ausführlich dargelegt haben.",
+ "Bei dem ‘Erub der Sabbatbezirke. S. Einl. Abs. 4.",
+ "aber bei dem ‘Erub der Höfe. Wie auch beim Schittuf der Strassen.",
+ "kann man mit seiner Zustimmung und ohne seine Zustimmung. Jedoch nicht gegen seinen Willen. ריטב״א z. St.",
+ "insofern man jemand wohl einen Vorteil in seiner Abwesenheit zuwenden. זכין aramäische Form des Participe (hebr. זוכין), vermuthlich um das Wort in der Vocalisation seinem Gegensatze חבין gleich zu machen. — Beide Wörter haben eine merkwürdige Wandlung der Begriffe erfahren. Ursprünglich ist זכות Reinheit, Lauterkeit im physischen Sinne, später bedeutet es, auf das moralische Gebiet übertragen, Makellosigkeit, Unschuld, Tugend, Verdienst, letzteres zunächst nur in ethischer, bald aber auch in materieller Beziehung, daher Gewinn, Vortheil; demgemäss heisst auch das Verbum זכה rein sein, dann unschuldig, würdig, verdienstvoll sein, zuletzt verdienen, gewinnen, erlangen, erwerben, und im Pi‘el: zueignen. חוב ist nun in allen Stücken das grade Gegentheil von זכות. Es bedeutet Schuld, zunächst im materiellen dann im ethischen Sinne, aus welcher Bedeutung sich einerseits die Begriffe der Schuldigkeit und Pflicht, andererseits die des Verlustes und Nachtheils entwickeln; ebenso heisst das Verbum חב schuldig, sündig, verpflichtet, nachtheilig sein, und im Pi‘el schuldig sprechen, verpflichten. — זבין und חבין, beides ist Kal, also intransitiv; wörtlich übersetzt wäre daher זכין לאדם ואין חבין לאדם: Man kann wohl Jedermann von Vortheil und Gewinn, keinem Menschen aber nachtheilig sein.",
+ "niemand aber in seiner Abwesenheit einen Nachteil zuwenden kann. Die Verschmelzung der Sabbatbezirke gewährt keinerlei Vortheil; denn soviel Ellen man in der einen Richtung durch eie gewinnt, genau so viel verliert man durch sie in der entgegengesetzten Richtung (s. K. V M. 7. Ende). Dagegen birgt sie einen schweren Nachtheil in sich, insofern das, was man hier verliert, für Jedermann einen unvergleichlich höhern Reiz und grössern Werth hat als das, was man dort gewinnt. Nur im Nothfall wird sich jemand entschliessen, seinen Sabbatwohnsitz vermittels des ‘Erub zu verlegen, denn nur ungern gibt er einen Theil des zu seinem Wohnorte gehörigen Sabbatbezirkes preis, um ihn gegen ein entsprechendes Stück von dem eines fremden Ortes einzutauschen. Daher ist ein ‘Erub der Sabbatbezirke, welchen jemand ohne meinen Auftrag für mich macht, ungültig. Wohl aber ist ein ‘Erub der Höfe oder ein Schittuf der Strassen gültig, welchen man, ohne sich meiner Zustimmung zu versichern, ja ohne mein Wissen gemacht hat; denn die Aufnahme in eine dieser Vereinigungen kann, wie aus dem Schluss der 55. Anmerkung ersichtlich, nur von Vortheil, niemals von Nachtheil für mich sein. Vgl. Anm. 24 und 35."
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+ "Wie vereinigt man sich hinsichtlich der Schabbatbezirke. Um durch gemeinschaftliche Verlegung des Schabbatwohnsitzes (Einl. Abs. 4) den eigenen Schabbatbezirk mit dem eines andern Ortes zu verschmelzen. Diese und die folgende Mischna knüpfen an die letzten Halachot des vorigen Kapitels (M. 6 — 11), insbesondere an die Worte des R. Juda (daselbst gegen Ende) an, die Reihe der Vorschriften über die Vereinigung der Höfe und Strassen durchbrechend, zu denen M. 3 wieder zurückkehrt.",
+ "Man stellt den Krug hin. An den Ort des neuen Schabbatwohnsitzes.",
+ "Dies. Der Inhalt des Kruges, die ‘Erubspeise.",
+ "sei für alle Bewohner meiner Ortschaft. Doch muss ihnen vorher, sofern sie nicht zum ‘Erub beigesteuert haben, vom Eigentümerr der ‘Erubspeise ein Anteil an derselben nach K. VII M. 6 zugeeignet worden sein",
+ "der in das Haus der Trauer. Jenseits der Schabbatgrenze unseres Wohnortes.",
+ "oder in das Hausdes Gastmahls. D. i. ein Hochzeitshaus. Das Brautpaar durch Teilnahme an seinem Feste zu erfreuen, gilt ebenso als frommes Werk wie Leidtragende zu trösten. Ein ערוב תחומין soll nur für religiöse Zwecke gemacht werden (Einl. das.).",
+ "ist es gestattet. Hinzugehen.",
+ "falls es noch Tag war. Als ihm die Mitteilung von dem für alle Einwohner gemachten ‘Erub wurde.",
+ "verboten. Hinzugehen.",
+ "falls es schon dunkel war. Als ihm die Mitteilung von dem für alle Einwohner gemachten ‘Erub wurde.",
+ "denn man kann keinen ‘Erub machen nach Eintritt der Dunkelheit. Der ‘Erub ist hier allerdings noch am Freitag und zwar auch für ihn gemacht worden; daher genügt es ja, dass er im Laufe des Schabbat erst auf sich nimmt, in jenes Trauer- oder Hochzeitshaus jenseits des תחום zu gehen, sofern er nur vor Anbruch des Schabbat vom ‘Erub Kenntnis erhalten hat. Wenn er aber bis zum Schabbateingang nicht einmal eine Ahnung davon hatte, dass ein ‘Erub für ihn gemacht wurde, so hat er natürlich bis dahin auch nicht seinen Schabbatwohnsitz aus seinem Wohnorte verlegt. Nach Eintritt der Dunkelheit ist das aber nicht mehr statthaft, אין מערבין משתחשך, weil man ja den bei Beginn des Schabbat einmal geltenden Schabbatwohnsitz — und das ist für ihn sein Wohnort — selbstverständlich nicht mehr im Laufe des Tages beliebig gegen einen andern vertauschen kann. Ist er dagegen noch am Freitag von dem für ihn gemachten ‘Erub in Kenntnis gesetzt worden, so darf er von ihm Gebrauch machen, obgleich er erst am Schabbat zu einem festen Entschlusse gekommen, bis dahin aber sich die Wahl zwischen dem Schabbatbezirke des ‘Erub und dem seines Wohnortes offen gelassen hat (vgl. K. III M. 5), vorausgesetzt, dass er während der Zeit seines Schwankens sich nur innerhalb des dem ‘Erub und dem Wohnorte gemeinsamen Schabbatbezirkes bewegt hat (das. Anm. 49); wenn er jedoch über den ihm vom ‘Erub offengelassenen Spielraum hinaus im תחום seines Wohnortes weitergegangen ist, so hat er dadurch zu erkennen gegeben, dass er am ‘Erub keinen Anteil haben will, dieser also für ihn nicht vorhanden ist. Soviel zum bessern Verständnis des ebenso schwierigen als weittragenden und weitverzweigten Begriffes der ברירה oder der offengehaltenen Wahl."
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+ "Wie gross ist sein. Des ‘Erub. Das Suffix in שעורו vertritt das aus dem Verbum מערבין am Ende der vorigen Mischna zu entnehmende Nomen ערוב. Auf חבית am Anfang der vorigen Mischna kann es nicht bezogen werden, weil dieses Wort weiblich ist. Vielleicht aber auf זו (s. Anm. 3)",
+ "Kost zweier Mahlzeiten. Nicht volle zwei Mahlzeiten, sondern nur מזון שתי סעודות : deren Bedarf an dem zum ‘Erub verwandten Nahrungsmittel (an Brot, Wein, Öl, Essig, Gemüse, Compote od. dgl.) als Zukost.",
+ "beide aber bezwecken eine Erleichterung. Nach R. Meïr ist eine Schabbatmahlzeit reichlicher als eine Werktagsmahlzeit; denn am Schabbat sind die Speisen würziger, der Appetit ein regerer. Nach R Juda ist die einzelne Mahlzeit am Schabbat weniger reichlich; denn am Schabbat speist man dreimal, an Werktagen nur zweimal. [Anders als hier lautet Raschi’s Erklärung in כתובות 64 b.]",
+ "von welchem] vier Maass für einen Sela‘ sind. Dieselben Worte stehen Pea VIII 7. Dort ist das מ in מככר in seiner Abhängigkeit von אין פוחתין berechtigt. Hier scheint es gleich dem הא aus מעשר שני V 11 in דמאי I 4 achtlos herübergenommen (vgl. das Zitat in כתובות 64 b, welches jedoch auch sonst von der Fassung hier abweicht); desgleichen in Kelim XVII 11, wo unsere Mischna mit geringen Änderungen wiederholt ist. Doch findet diese Präposition sich dort auch bei der Maassbestimmung des R Simon: משתי ידות לככר. Ebenso im Jeruschalmi an unserer Stelle. Nun könnte man beide Angaben als termini a quo auffassen: von diesem oder jenem Quantum an und darüber ist das Maass des ‘Erub. Doch ist dieser Erklärungsversuch zu gezwungen, als dass er befriedigen könnte. Vielleicht hängt aber das störende מ von מזון שתי סעודות ab, um dessen nähere Bestimmung sich ja der ganze Streit dreht. Nach R. J. b. B. bestehen die zwei Mahlzeiten aus einem ככר בפונדיון, nach R. S. aus zwei Dritteln eines ככר משלש לקב. Der Ausdruck מארבע סאין בסלע steht elliptisch für מחטים של ארבע סאין בסלע. Dadurch erklärt sich das מ in מארבע. Das Fremdwort פונדיון ist verstümmelt aus Dupondius, dem Namen einer römischen Münze, deren Wert, wie schon der Name sagt, 2 Asse oder 8 Pf. (bei den Juden 2 איסר oder 5 Pf.) betrug. Der Sela‘, gleichwertig mit dem biblischen Schekel, hatte 48 Dupondien, die Seah (s. K. VII Anm. 49) 6 Kab. Folglich müsste ein ככר בפונדיון ½ Kab Mehl enthalten In Wahrheit hat es nur ¼ Kab. Aus einem Maass Weizen kann man ja kein Maass Mehl gewinnen, der Müller behält überdies für seine Mühe und die Benutzung seiner Mühle einen Teil zurück, etwas will der Bäcker doch auch verdienen, und so reducirt sich der halbe Kab Weizen, bis ein Brötchen aus ihm wird, langsam aber sicher auf ¼ Kab.",
+ "zwei Drittel. שתי ידות (2 Kön. 11, 7) zwei Drittel, שלש ידות drei Viertel, ארבע ידות (Gen. 47, 24) vier Fünftel…… תשע ידות (Neh. 11, 11) neun Zehntel u. s. w.",
+ "eines Laibes von dreien aus einem Kab. Also ²⁄₉ Kab. In לככר (רי״ף hat die Lesart בככר) steht das ל zur Bezeichnung des Genetivs wie in שני עבדים לשמעי 1 Kön. 2, 39 u. ö., in לקב zur Bezeichnung der Zugehörigkeit wie in יששכר לבית 1 Kön. 15, 27 u. ö.",
+ "seine Hälfte. Ist das Maass…..; השעור ist aus שעורו am Anfange der Mischna hier zu ergänzen.",
+ "beim aussätzigen Hause. Lev. 14, 33 ff. insbes. Vv. 46 u. 47. Wer das aussätzige Haus betritt, wird sofort unrein; die Kleider, die er anhat, werden jedoch erst dann unrein, wenn er so viel Minuten in dem Hause weilte, als zum Verzehren eines halben Weizenbrötchens erforderlich sind. Nega‘im XIII, 9. Unter dem halben Brötchen ist nun die Hälfte eines nach R. J. b. B. aus einem Viertel Kab, nach R. S. aber aus einem Drittel Kab hergestellten Laibes zu verstehen.",
+ "die Hälfte seiner Hälfte. Ist das Maass…..; השעור ist aus שעורו am Anfange der Mischna hier zu ergänzen.",
+ "um den Körper פסול zu machen. Wer von unreinen Speisen so viel gegessen hat, als der vierte Teil des umstrittenen Brötchens ausmacht (¹⁄₁₆ bez. ¹⁄₁₂ Kab), dessen Körper ist zwar nicht unrein, aber doch פסול, d. h. er ist untauglich, Opferfleisch und geweihte Früchte zu essen, ehe er ein Reinigungsbad genommen. Einer von den 18 rabbinischen Beschlüssen, auf welche Schabbat I 4 hingedeutet wird."
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+ "Wenn die Bewohner des Hofes. Des Erdgeschosses.",
+ "und die Bewohner des Ganges. Des obern Stockwerks, dessen Türen auf den Gang münden, von welchem eine Treppe in den Hof hinunterführt.",
+ "vergessen haben ‘Erub. Miteinander, nicht aber unter sich; s. Anm. 27.",
+ "was zehn Handbreiten hoch ist. Zugleich aber weniger als 10 Handbreiten in vertikaler Richtung vom Gange entfernt ist (Anm. 30).",
+ "zum Gange. Am Anfange der Mischna war unter מרפסת das obere Stockwerk zu verstehen. Die Bewohner des Ganges brauchen ja laut der folgenden Mischna überhaupt keinen ‘Erub zu machen. Es liegt nun nahe, dieses Wort auch hier im weitern Sinne zu nehmen. [Daher die Gemara: קא סלקא דעתך מאי מרפסת בגי עלייה]. Sachliche Gründe zwingen aber, es an dieser Stelle buchstäblich aufzufassen (אותן הדרים במרפסת ). Hof und Gang sind als שתי חצרות זו לפגים מזו im Sinne von K. VI M. 9 zu beurteilen, insofern die Bewohner des Oberstocks über den Hof gehen müssen, um auf die Strasse gelangen zu können. Da durch die Treppe eine bequeme Verbindung zwischen beiden hergestellt ist, können sie nach K. VII Anmerkung 9 sowohl einzeln als gemeinschaftlich den ‘Erub machen. Haben sie ihn nicht mit einander, sondern nur einzeln unter sich gemacht, so gehört der Hof den Bewohnern des Erdgeschosses, der Gang denen des obern Stockwerkes, und keine Partei übt auf die andere eine Beschränkung aus (K. VI Anm. 49). Ragt aus dem Hofe irgend ein Gegenstand in die Höhe, so steht er der Partei zur Verfügung, welcher er so bequem als möglich liegt. Liegt er beiden bequem oder beiden unbequem, so muss er beiden Parteien zuerkannt werden, so dass sie sich gegenseitig in seiner Benutzung beschränken. In diesem Falle darf keine Partei ihr Hausgerät auf denselben legen, vorausgesetzt, dass seine Oberfläche mindestens 4 Handbreiten im Geviert hat (K. VII Anm. 8; im ארח חיים 375 vermisse ich diese Voraussetzung, desgl. in den Mischnakommentaren). Nun liegt der Gang allerdings in der Regel nicht viel höher als 10 טפחים, die Fenster und Türen des Oberstocks aber, von welchem noch mehrere Stufen zum Gang hinunterführen, müssen naturgemäss, wenn die Stuben des Erdgeschosses nicht gar zu niedrig sein sollen, wohl mehr als 20 Handbreiten vom Hofraum entfernt sein. Ein im Hofe bis zu einer Höhe von 10 טפחים sich erhebender Gegenstand, liegt daher beiden Parteien gleich unbequem, da seine Oberfläche sowohl vom Boden des Hofes als auch von den Fenstern und Türen des obern Stockwerks 10 Handbreiten absteht. Gegenseitig machen sie daher die Benutzung derselben einander streitig. Bequem ist sie nur vom Gange aus erreichbar. Deshalb steht auch das Recht Hausgerät hinaufzulegen, den Bewohnern desselben ausschliesslich zu. Allerdings üben diese, wie die folgende Mischna lehrt, auf die Hofbewohner keine Beschränkung aus. Und in der Tat, wäre der Oberstock unbewohnt, so würde der Hof dieses Recht mit dem Gange Teilen. So aber übt das obere Stockwerk die Beschränkung auf die Hofbewohner, und der Gang bleibt der allein Berechtigte. [Dadurch löst sich nicht nur die Schwierigkeit, welche in den תוספות יו״ט zu M. 4 unter d. W. ומרפסת zu einer ebenso unnötigen als unhaltbaren Unterscheidung zwischen jenem und unserm מרפסת führt, sondern es erledigt sich auch der Einwand, welchen ריטב״א aus der folgenden Mischna gegen Raschi’s Erklärung geltend macht, und man ist nicht mehr genötigt, mit ריטב״א ,תוספות und תפארת ישראל den klaren Worten אותן הדרים במרפסת Zwang anzutun.]",
+ "zum Hofe. Dem Gesammthofe, den Bewohnern des Erdgeschosses wie denen des Ganges und des Oberstocks, weil es jenen vom Hofe aus ebenso leicht erreichbar ist, wie diesen vom Gange aus. Und da sie keinen Erub miteinander gemacht haben, hat keine Partei das Recht, ihr Hausgerät hinaufzulegen. [Man beachte, dass die Gemara diese Lage als beiden Parteien gleich bequem — לזה בפתח ולזה בפתח — und nicht wie weiter unten (s. Anm. 29) als beiden gleich unbequem bezeichnet! Demnach wäre ein Gegenstand, dessen Oberfläche vom Hofe weniger, vom Gange aber mehr als 10 טפחים in vertikaler Richtung entfernt ist, als לזה בפתח ולזה בשלשול zu bezeichnen und mithin ausschliesslich dem Hofe zuzusprechen, woraus sich eine Stütze für die Ansicht des Tur und ein Einwand gegen die des רמב״ם und des ש״ע ergibt.]",
+ "Die Umfassung der Grube. Wie sie gewöhnlich aus der ausgegrabenen und rings am Rande aufgeworfenen Erde hergestellt wird, damit die Grube mehr fassen kann.",
+ "die zehn Handbreiten hoch sind. Und deren Oberfläche 4 טפחים im Geviert hat; s. Anm. 23.",
+ "gehören zum Gange. Sofern ihre Oberfläche weniger als 10 Handbreiten senkrecht vom Gange absteht (Anm. 22), so dass sie von ihm aus ohne Mühe erreicht werden kann. Voraussetzung ist auch hier, dass Oberstock und Hof wohl unter sich, nicht aber miteinander den ‘Erub gemacht haben. Hätten sie ihn gemeinsam gemacht, so wäre es müssig, zu untersuchen, ob etwas dieser oder jener Partei zugehört, es wäre dann alles Allen gemeinsam. Hätte die eine der beiden Parteien — gleichviel welche — auch im eigenen Kreise den ‘Erub verabsäumt, so wären auf alle Fälle die Bewohner des Erdgeschosses nach K. VI M. 9 schon dadurch allein verhindert, ihr Hausgerät, das ihnen nicht einmal in den Hof zu schaffen gestattet ist, auf den Stein zu legen. Bei der Grube muss ausserdem noch vorausgesetzt werden, dass sie bis auf den Rand der Umfassung mit Dingen gefüllt ist, die man am Schabbat nicht in die Hand nehmen darf. Ist das nicht der Fall, so dürfen auch die Bewohner des Ganges kein Hausgerät hinauflegen, weil zu befürchten ist, es könnte im Laufe des Schabbat vom Inhalt der Grube soviel weggenommen werden, dass dessen Oberfläche, nunmehr 10 טפחים und darüber vom Gange entfernt, den Bewohnern desselben nicht mehr bequem genug läge.",
+ "zum Hofe. Dem Gesammthofe, den Bewohnern des Erdgeschosses wie denen des Ganges und des Oberstocks, weil es jenen vom Hofe aus ebenso leicht erreichbar ist, wie diesen vom Gange aus. Und da sie keinen Erub miteinander gemacht haben, hat keine Partei das Recht, ihr Hausgerät hinaufzulegen. [Man beachte, dass die Gemara diese Lage als beiden Parteien gleich bequem — לזה בפתח ולזה בפתח — und nicht wie weiter unten (s. Anm. 29) als beiden gleich unbequem bezeichnet! Demnach wäre ein Gegenstand, dessen Oberfläche vom Hofe weniger, vom Gange aber mehr als 10 טפחים in vertikaler Richtung entfernt ist, als לזה בפתח ולזה בשלשול zu bezeichnen und mithin ausschließlich dem Hofe zuzusprechen, woraus sich eine Stütze für die Ansicht des Tur und ein Einwand gegen die des רמב״ם und des ש״ע ergibt.]",
+ "selbst wenn es zehn Handbreiten hoch ist. אפילו היא גבוהה. So im Jeruschalmi ed. Wien 1820. Die Lesart אפילו היא גבוה ist sicher falsch. Viele Ausgaben haben aber אפילו גבוה. Demnach wäre מופלגת ,סמוכה und רחוקה auf מרפסת zu beziehen und der ganze Satz so zu übersetzen: Wobei sind diese Worte gesagt? Wenn er (der Gang) nahe ist; ist er aber entfernt, so gehört selbst 10 טפחים Hohes zum Hofe. Und wann heisst er nahe? Solange er nicht 4 Handbreiten entfernt ist.",
+ "zu Hofe. Zum Gesammthofe wie in Anm. 24; nur liegt hier der Grund der gegenseitigen Beschränkung nicht in der den beiden Parteien gleich bequemen, sondern umgekehrt in der für beide unbequemen Lage der Erhöhung; s. Anm. 23.",
+ "was nicht vier Handbreiten entfernt ist. In horizontaler Richtung; in lotrechter darf der Abstand nahezu 10 Handbreiten betragen (Anm. 27). Erinnert man sich, dass ein Erwachsener vom Scheitel bis zur Sohle mehr als das Doppelte misst, (K. IV Anm. 36), so wird die Behauptung, dass ein 10 טפחים hoher Gegenstand, dessen Oberfläche 9 טפחים vom Gange absteht, diesem bequemer liegt als dem Hofe, ohne Zweifel kein geringes Kopfschütteln hervorrufen und den Widerspruch förmlich herausfordern. Was kann es für einen erwachsenen Menschen Handgerechteres geben als eine Höhe von 80—120 cm. (vgl. Mechilta zu Ex. 16,13 und Sifre zu Num. 11,31)? Und wie wenig handgerecht ist demgegenüber eine noch so geringe Tiefe! Vermutlich denkt der Talmud hier an Hausgerät von einiger Schwere. Unstreitig ist es mühsamer und unbequemer, grössere Lasten zu heben, als sie an an einem Seile hinunterzulassen. S Raschi zu ‘Erubin 84 b unter d. W. בכומתא וסודרא, wie auch ריטב״א ebnd."
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+ "Wenn jemand seinen ‘Erub in das Torhaus. Nach Einigen = Torweg, Hausflur; nach Anderen = Thorwächterhäuschen, porterie.",
+ "die Exedra. Eine offene Halle vor dem Wohnhause, ähnlich den bedeckten Perrons unserer Bahnhöfe",
+ "oder den Gang. Ein in mässiger Höhe galerieartig rings um das Haus laufender, oder auch nur auf einer Seite desselben angebrachter überdachter Korridor, welcher einerseits zu den Türen des obern Stockwerks hinauf, andererseits mittels einer Treppe in den Hof hinunter und von diesem auf die Strasse in’s Freie führt — eine Art Treppenflur.",
+ "so ist es kein ‘Erub. Durch den ‘Erub der Höfe, und um diesen handelt es sich hier, sollen alle Beteiligten zu einer Familie vereinigt werden, alle Privaträume zu einer einzigen, Allen gemeinsamen Wohnung sich verschmelzen. Dieser Gedanke des ‘Erub kommt aber, wie er in unserer Einleitung Abs. 1 entwickelt ist, nicht zum Ausdruck, wenn das ‘Erubbrötchen in einem ohnehin gemeinsamen Raume wie Hausflur, Exedra oder Treppenflur liegt.",
+ "beschränkt ihn nicht. Da diese Räume vermöge ihrer Bestimmung und allgemeinen Benutzung als Durchgang nicht beanspruchen können, als Privatwohnung zu gelten, sind auch die etwa daselbst Hausenden nicht als Einwohner zu betrachten, sondern nur als Gäste des Hauseigentümers, die sich daher am ‘Erub nicht zu beteiligen brauchen. Nur die einzelnen Wohnungen, nicht die einzelnen Parteien, müssen ja der Vereinigung beitreten (vgl. K. VI M. 6)! Noch mehr! Wenn 10 Stuben, die von 10 verschiedenen Familien bewohnt sind, so hintereinander liegen, dass man, um von der letzten ins Freie zu gelangen, durch alle übrigen gehen muss, so brauchen blos die beiden hintersten dem ‘Erub beizutreten, alle anderen haben, indem sie diesen beiden als Durchgang dienen, den Charakter eines בית שער דרבים, eines mehreren Parteien gemeinsamen Thorweges, und sind daher der Beitragspflicht enthoben.",
+ "so ist es ein ‘Erub. Diese Räume eignen sich wohl, wenn auch nicht ihrer Bestimmung, so doch ihrer Lage und Beschaffenheit nach zur Benutzung als Privatwohnung.",
+ "beschränkt ihn. Es sind ja Privaträume, die zur ausschliesslichen Verfügung des Bewohners stehen. — Im Babli fehlt hier und am Schlusse der Mischna das Wort עליו; in dem Zitat Sukka 3b fehlt es auch im ersten Satze.",
+ "Wenn der Hauseigentümerr dort eine Handhabe hat. Wenn er irgend einen Gegenstand seines Besitzes dort liegen hat.",
+ "beschränkt er ihn nicht. »Nur muss es ein Gegenstand sein, den man am Schabbat in die Hand nehmen darf« (ובלבד דבר הניטל בשבת). Jeruschalmi. — »Nur muss es ein Gegenstand sein, den man am Schabbat nicht in die Hand nehmen darf« (דבר הניטל בשבת אוסר דבר שאינו ניטל בשבת אינו אוסר ). Babli. Und doch vielleicht kein Widerspruch. Im Babli ist die Rede von einem reichen Hausbesitzer, der alle Räume seines Hauses selbst bewohnt, dessen Ställe und Kammern voll sind seines Besitztums. Aus besonderer Rücksicht hat er irgend einem Anspruchlosen, dem es an einem Unterkommen fehlte, eine dieser Kammern eingeräumt, aber nicht ausgeräumt. Doch hat er sich auch nicht ausdrücklich bedungen, dass die in der Kammer zurückgelassenen Gegenstände daselbst bleiben müssen. Will der neue Bewohner sie ausräumen, mag er es tun (S. תוספות יו״ט z. St.). Solange indessen noch einer dieser Gegenstände in der Kammer sich befindet, ist noch der Eigentümer als Inhaber der improvisirten Wohnung zu betrachten und der Fremde als sein Gast, mit dem er keinen ‘Erub zu machen braucht. Sowie dieser aber des Eigentümers ganzen Hausrat aus der Kammer hinausgeschafft hat, אורח נעשה תושב, wird der Gast zum Einwohner, welcher ohne ‘Erub den Hausbesitzer beschränkt. Sind es nun Geräte, die man am Schabbat nicht in die Hand nehmen darf, so ist der בעל הבית gegen die Möglichkeit gesichert, dass der Gast sich am Schabbat plötzlich in einen gleichberechtigten und ihn somit beschränkenden Einwohner verwandelt. Andernfalls muss er sich schon zu einem ‘Erub mit ihm bequemen. Nicht ganz so liegt die Sache im Jeruschalmi. Hier hat der Hausbesitzer sich ausdrücklich ein Plätzchen reservirt, und wär’s auch nur ein Nagel in irgend einer Ecke, um seine Schuhe aufzuhängen (אפילו יתד לתלות בה מנעלו). Im Übrigen hat er also die Kammer ganz dem Fremden überlassen; dieser ist und bleibt der eigentliche Inhaber derselben, gleichviel ob der Hausbesitzer von seinem Recht der Mitbenutzung Gebrauch macht oder nicht. Es kann daher niemals den Gegenständen, die der Eigentümer daselbst zurückgelassen, die Bedeutung zukommen, die ihnen bei der Sachlage im Babli unstreitig innewohnt, die Bedeutung einer Unterlage für sein Hausherrenrecht auf die Kammer, denn dieses besitzt tatsächlich nicht er, sondern der Einwohner. Die genannten Gegenstände können mithin keinen andern Zweck haben, als ihm den freien Zutritt und damit die Betätigung seines Anrechtes zu sichern. Nicht darauf also kommt es hier an, dass diese Gegenstände dort einfach liegen bleiben, sondern einzig und allein darauf, dass sie ihm die erforderliche Veranlassung geben, nach Belieben bei seinem Einwohner ausundeinzugehen, ohne dass dieser eine illoyale Belästigung darin erblicken könnte. Andererseits hat sich der Hausbesitzer hier das Recht des freien Zutritts ausdrücklich Vorbehalten, und dies in einer Weise, dass keine Schnelligkeit seines Einwohners es ihm hinterrücks escamotiren kann. Es ist daher zunächst gleichgiltig, ob die zurückgelassenen Gegenstände am Schabbat in die Hand genommen werden dürfen oder nicht. Ja, er braucht überhaupt in der Kammer nichts von seinem Eigentum zurückzulassen, wenn er sich nur sonst den freien Zutritt auf Grund fester Abmachungen in einer Weise gesichert hat, dass die Bethätigung seines verbrieften Rechtes dem Andern nicht als übelwollende Schikane erscheint. So genügt es nach dem Jeruschalmi, wenn der Besitzer sich auch nur das Durchgangsrecht zu einem Nebenraume gewahrt hat, den er nicht leicht entbehren kann, zu dem aber kein anderer Weg als durch die Kammer führt. Es läuft also die ganze תפיסת יד, von der die Mischna spricht, auf einen schicklichen Vorwand hinaus, welcher dem Eigentümer die Möglichkeit gewährt, ohne unfreundlich zu erscheinen, so oft es ihm beliebt, die Kammer zu betreten. Einen solchen Vorwand bieten ihm Gegenstände des täglichen Bedarfs, für die er sich in der Kammer ein Plätzchen ausbedungen. »Nur muss es ein Gegenstand sein, den man am Schabbat in die Hand nehmen darf«. Ein anderer bietet ihm keine genügende Handhabe, jederzeit einzutreteten, da er ihm am Schabbat zu nichts nütze ist. Mit Recht würde die unnötige Belästigung seines Einwohners den Vorwurf auf ihn laden, dass er von seinem verbrieften Rechte einen wenig loyalen Gebrauch mache. Ist doch selbst der legitime Hausherr in der folgenden Mischna, von welchem anzunehmen ist, dass er am Schabbat in seine Wohnung nicht zurückkehren wird, hinsichtlich des ‘Erub als nicht vorhanden zu betrachten. Um wie viel mehr ist es ein Gegenstand, von dem es sicher ist, dass sein Eigentümer ihn am Schabbat nicht verwenden kann! Doch kann auch ein solcher unter Umständen den willkommenen Vorwand abgeben. Es hatte jemand, erzählt Jeruschalmi, eine Hühnersteige hinter der Wohnstube eines Andern, welche er ungehindert betreten konnte. Die Sache kam vor Rab, und dieser entschied: Da er doch genötigt ist, seinen Hühnern (die allerdings kein דבר הניטל בשבת sind) Wasser vorzusetzen, ist es so zu beurteilen, als wäre der Gegenstand selbst ein am Schabbat benutzbarer. Ein neuer Beweis dafür, dass es weniger auf die sonstige Verwendbarkeit oder Unverwendbarkeit des zurückgelassenen Gegenstandes ankommt, als auf seine Brauchbarkeit oder Unbrauchbarkeit zu dem erforderlichen Vorwande. Um es kurz zusammenzufassen: Wie die Dinge im Babli liegen, ist der vom Eigentümer in der Kammer zurückgelassene Gegenstand die Hauptsache Er bildet dort die Unterlage seines Hausherrenrechtes, mit welcher dieses steht und fällt. Solange derselbe in der Kammer sich befindet, ist deren Bewohner nichts als ein geduldeter Gast, auch ohne dass der Hausherr ihm das durch ungeniertes Einundausgehen fühlbar macht. Es braucht daher kein Gegenstand zu sein, welcher diesem Veranlassung gibt, ab und zu die Kammer zu betreten; wohl aber muss es ein solcher sein, welcher am Schabbat nicht weggeschafft werden kann. Bei der Sachlage im Jeruschalmi ist der zurückgelassene Gegenstand nur Mittel zum Zweck, und zwar zu einem Zwecke, zu dem sich mit wenigen Ausnahmen, die gleichfalls zulässig sind, nur solche Gegenstände eignen, die man am Schabbat in Gebrauch nehmen kann. [ולא פליגי מר אמר חרא ומר אמר חדא. Wer die תשובות מהרי״ק No 47 und 48 sorgfältig durchgeht, wird diese Unterscheidung daselbst begründet finden. Wo er von דבר שאינו ניטל בשבת spricht, ist die Rede von השכיר קצת מן הבית schlechthin; wo dagegen von פנה מיוחדת oder מעכב מקום לעצמו die Rede ist, spricht er ganz allgemein von כליו und חפציו. Der Verfasser der תוספות יו״ט hat nur den Auszug gesehen, welcher im Bet Josef aus den Worten des מהרי״ק angeführt wird, und daher a. a. O. aus denselben einen falschen Schluss gezogen. Siehe auch עצי אלמוגים zu או״ח 3702, wo bereits auf den diametralen Gegensatz zwischen Babli und Jeruschalmi aufmerksam gemacht, später auch das Missverständnis in den תוספות יו״ט aufgedeckt wird, ohne dass die Richtigstellung irgendwie für die Hebung der Widersprüche nutzbringend gemacht würde. Die dort versuchte Lösung ist nur eine Milderung, kein Ausgleich der Gegensätze. Indem sie noch einen andern, ebenso schroffen Gegensatz zwischen Babli und Jeruschalmi — es handelt sich um das בית שער im Anfange unserer Mischna, unter welchem nach B. ein gemeinsames, nach J. ein privates zu verstehen ist — auf eine gewaltsame Art in ihren Bereich hineinzieht, sucht sie zwei Knoten mit einem Schlage zu durchhauen, trifft aber natürlich keinen einzigen gehörig. Der zweiten Schwierigkeit ist nach meiner Meinung nur durch eine Emendation beizukommen. Es müssen בית שער דיחיר und בית שער דרבים gegen einander vertauscht werden, obgleich die fragliche — richtiger fragwürdige — Stelle im Jeruschalmi zu VI 6 (ed. Kr. fol. 23d oben) genau denselben fehlerhaften Wortlaut hat. Oder vielmehr gerade deswegen! Denn dort liegt der Fehler klar am Tage. Der Zusammenhang fordert daselbst folgende Berichtigung: מלתיה אמרה יש בית שער ליחיד מלתיה דרב אמרה אין בית שער ליחיד דמר ר׳ בא בר יודא בשם רב הדא דתימר בבית שער של רבים אבל בבית שער של יחיד הרי זה ערוב וכו׳. Man wird doch nicht etwa, um die vorliegende Fassung zu retten, מלתיה auf die Worte des R. Juda beziehen wollen! Ja selbst in diesem Falle entgeht man nicht der Notwendigkeit, die vorgeschlagene Verbesserung vorzunehmen. Es genügt allerdings, wenn zwei Parteien, welche nur einen Ausgang nach dem Hofe haben, sich nur mit einem Beitrag gemeinsam am ‘Erub beteiligt haben (ט״ז ס״ק ב׳ וס״ק ט׳ ועיין במשבצות), aber nicht, wenn sich nur die eine derselben — gleichviel welche — beteiligt hat. Es scheint also, dass auch R. Juda die äussere Wohnung als בית שער betrachtet und als solche von der Beitragspflicht entbindet. Auch er huldigt mithin dem Grundsatz: יש בית שער ליחיד, und R. Abahu will ihm im Grunde garnicht widersprechen, sondern nur einem Irrtum vorbeugen, zu welchem die lediglich der Concinnität wegen gewählte Ausdrucksweise: עירב הפנימי אין החיצון צריך לערב (die nichts anderes sagen will als עירב הפנימי סגי, keineswegs jedoch zu dem Schlusse berechtigen soll: הא לא עירב הפנימי החיצון צריך לערב) leicht verleiten könnte. עי״ש] — Die Beschränkung, von welcher hier und in der folgenden Mischna wiederholt die Rede ist, ist im Sinne von K. VI Anm. 1 aufzufassen."
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+ "der übt eine Beschränkung. Wenn er nicht vorher am ‘Erub sich beteiligt, bezw. sein Besitzrecht den übrigen Einwohnern vermietet hat (K. VI Anm. 1).",
+ "So die Worte des R. Meïr. Wenn er auch zugibt, dass eine Wohnung ohne Einwohner keine Wohnung ist (דירה בלא בעלים לא שמה דירה), so möchte er doch, um keinen Unterschied zu machen, der zu Irrtum und Missbrauch Anlass geben könnte, nur die wirklich leerstehenden Wohnungen als unbewohnte gelten lassen, nicht aber solche, deren Inhaber nur zeitweilig abswesend sind. Ist aber der Abwesende ein Nichtisraelit, so kommt noch דירת נכרי לא שמה דירה (K. VI ebend.) hinzu, und der verstärkten Kraft dieses Doppelargumentes vermögen auch die Bedenken R. Meïr’s nicht länger Stand zu halten. Rundweg lehnt er es daher nur hinsichtlich des Israeliten ab, einen Unterschied zwischen dem Anwesenden und dem Abwesenden zu machen; der Nichtisraelit aber beschränkt ihn abwesend nur dann, wenn die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, dass er im Laufe des Schabbat noch zurückkommt (‘Erubin 62 b).",
+ "Er übt keine Beschränkung. Abwesende, und wären sie’s auch nur auf kurze Zeit, sind als nicht vorhanden anzusehen.",
+ "Ein Nichtisraelit übt eine Beschränkung. Er könnte ja am Schabbat wiederkehren.",
+ "den Schabbat bei seiner Tochter. Buchstäblich! Ging er jedoch zu seinem Sohne, so könnte ein unfreundliches Wort der Schwiegertochter ihn leicht vertreiben. Dem Schwiegersohne gegenüber ist der Mann weniger empfindlich; vielleicht, weil er ihm weniger Rücksicht schuldet.",
+ "denn er hat es sich schon aus dem Sinne geschlagen. Den Schabbat im eigenen Hause zuzubringen."
+ ],
+ [
+ "Aus einer Zisterne zwischen zwei Höfen. Die keinen ‘Erub mit einander gemacht haben.",
+ "darf man am Schabbat nicht schöpfen. Weil dieselbe ein beiden Höfen gemeinsames Gebiet ist; vgl. K. VII Anm. 8. Auch hier ist es ohne die Scheidewand nur verboten, mit einem aus dem Hause geholten Gefäss zu schöpfen, oder das geschöpfte Wasser ins Haus zu tragen. [Was dem Verf. des תפארת ישראל hier schwierig war, habe ich zu ergründen nicht vermocht. Seine Unterscheidung zwischen פירות בבור, die man wohl, und מים בבור, die man nicht in den Hof befördern darf, ist ebenso unbegründet als unnütz. Wie man sich durch Vergleichung von שלחן ערוך I 376, mit 372,6 leicht überzeugen kann, besteht dieser Unterschied nicht. Vielmehr darf man auch ohne jegliche Vorkehrung Wasser aus der gemeinsamen Zisterne in den Hof tragen, ebenso wie man Früchte von der gemeinsamen Grube oder Mauer in den Hof schaffen darf. Wenn zwischen beiden ein Unterschied besteht, so dürfte er viel eher darin zu finden sein, dass bei מים בבור eine besondere מחיצה nötig ist, um sie ins Haus tragen zu dürfen, während bei פירות בבור vielleicht schon die Hofmauer zu diesem Zwecke hinreicht. Wäre es doch selbst dann gestattet, Früchte aus der Grube ins Haus zu schaffen, wenn die Mauer über der Grube ganz fehlte, solange die Lücke nicht mehr als 10 Ellen beträgt; und ist die Grube zwischen den Höfen länger als 10 Ellen, so schadet es auch nichts, da ja die Hofmauer über der Grube eine צורת פתח bildet (s. K. I Anm. 28). Nur von den Früchten, welche direct unter der Mauer liegen, dürfte man nicht ins Haus tragen, weil diese Stelle gemeinsames Gebiet ist.]",
+ "man hat ihr eine zehn Handbreiten hohe Scheidewand gemacht. Welche in ihrer Richtung genau der Grenzlinie folgend die Zisterne in zwei Gebiete Teilt",
+ "gleichviel ob von oben. So dass sie 1 טפח in das Wasser hineinragt. In mehreren Ausgaben fehlt בין מלמעלה (s. תוספות יו״ט z. St., wo am Schlusse ובמשנה שבסדר ירושלמי hinzuzufügen wäre).",
+ "oder von unten. So dass sie 1 טפח aus dem Wasser herausragt.",
+ "oder auch nur innerhalb ihres Beckens. So dass sie das Wasser gar nicht berührt. Demnach wäre בין מלמעלה überflüssig; s. Anm. 49.",
+ "Es kann doch keine grössere Scheidewand geben. Oder: Eine Scheidewand wird doch nicht grösser (d. i. besser, wirksamer) sein u. s. w. Der Sinn ist derselbe. [Ganz unmöglich ist dagegen die Auffassung in תפארת ישראל: die מחיצה wird doch nicht ärger sein als eine Mauer (דכותל שמפסיק בין ב׳ חצרות ועוברת על פי הבור מתרת אף שאינה נכנסת באוגנה כלל כמו כן לא נחמיר במחיצה אף שאינה חזקה ועבה ככותל וסגי בעוברת ). Dann müsste es ja heissen: לא תהא מחיצה גרועה מכותל! Und wo steht denn übrigens, dass eine Mauer nicht in das Becken der Zisterne hineinzuragen braucht? Räumen dies etwa die חכמים ein, dass auf diese Prämisse der Schluss gebaut werden könnte: folglich braucht auch die מחיצה, obgleich weniger stark und dick als eine כותל, nicht hineinzuragen? Sollte diese unhaltbare Erklärung auf einer irrtümlichen Auffassung der Worte Raschi’s beruhen?]",
+ "als die Mauer zwischen ihnen. Welche ja die beiden Gebiete auch unter der Zisterne von einander abgrenzt, diese dadurch in zwei Hälften Teilend. Wozu also noch unterhalb der Mauer eine besondere Scheidewand im Becken selbst? Die Vertreter der Gegenansichten beharren demgegenüber bei ihrer Forderung einer besondern מחיצה innerhalb des Beckens der Zisterne, nicht weil sie eine »schwebende Scheidewand« für unzulässig halten — der Grundsatz מחיצה תלויה מחרת במים steht ja unangefochten da — sondern weil sie mit Rücksicht auf den Aggregatzustand des Wassers, welcher etwaigen Übergriffen ins Nachbargebiet [im Gegensatz zu פירות בבור Anna. 47 Ende] keinen Widerstand entgegensetzen kann, neben der Hofmauer solch eine מחיצה für notwendig erachten, welcher man anmerkt, dass sie bloss des Wassers wegen und sonst zu keinem Zwecke hergerichtet wurde."
+ ],
+ [
+ "Aus einem Wasserarm. Von mindestens zehn Handbreiten Tiefe und deren vier Breite; s. Anm. 59.",
+ "darf man am Schabbat nicht schöpfen. Wasserläufe von den angegebenen Dimensionen — natürliche wie künstliche — bilden sowohl in einem Privatgebiete (רשות היחיד) als in einem öffentlichen (רשות הרבים) als auch in einem neutralen (כרמלית) ein besonderes Gebiet für sich, u. z. haben sie, da ihr Bett einerseits keinen geschlossenen Raum darstellt, andererseits dem öffentlichen Verkehre wegen seiner Breite und Tiefe ein Hindernis bietet, den Charakter einer כרמלית. Man darf daher aus ihnen vom Hofe aus, der eine רשות היחיד ist, kein Wasser schöpfen.",
+ "dass man ihm eine zehn Handbreiten hohe Scheidewand. Welche, wie oben Anm. 49 — 50 einen טפח entweder ins Wasser oder aus dem Wasser ragt.",
+ "beim Eintritt und beim Austritt gemacht hat. So dass sein Bett einen geschlossenen Raum darstellt.",
+ "Die Mauer über ihm ist als Scheidwand zu beurteilen. Die Hofmauer, welche auf beiden Seiten den Canal schneidet. Vgl. Anm 53. Übrigens fehlt dieser Satz im Jeruschalmi. S. darüber תוספות יו״ט z. St.",
+ "Weil er nicht das entsprechende Maass hatte. Er war entweder keine 10 Handbreiten tief oder keine 4 breit; ein solcher Wasserlauf bildet kein besonderes Gebiet für sich, ist vielmehr im Privatgebiete gleichfalls רשות היחיד, im öffentlichen gleichfalls רשות הרבים und im neutralen gleichfalls כרמלית. [Befremden muss es erregen, dass Raschi in Baba K. 50 b u. d. W. דדלאי, zur Begründung der daselbst stillschweigend zugestandenen und aus der Discussion als selbstverständlich sich ergebenden Voraussetzung, dass ein Feldgraben (אריתא דדלאי) weniger als 10 טפחים Tiefe hat, denselben mit der אמת המים identificirt, die er auf Grund einer Ableitung von אמה = Elle für einen Kanal von nur 1 Elle Tiefe und ebensolcher Breite hält. Hier haben wir nun eine אמת המים von mindestens 1⅔ Ellen Tiefe.]"
+ ],
+ [
+ "Befindet sich ein Balkon. Zu welchem aus dem Oberstocke eine Tür oder ein Fenster sich öffnet, und dessen Boden eine Öffnung hat, durch die man einen Eimer hinunterlassen kann.",
+ "so darf man von ihm aus am Schabbat nicht schöpfen. Weil der Balkon רשות היחיד, das Wasser aber כרמלית ist; s. Anm. 55. Geht aber weder Fenster noch Tür auf den Balkon, so ist dieser selbst neutrales Gebiet, und es ist gestattet, das Wasser aus der einen כרמלית in die andere zu schaffen.",
+ "gleichviel ob von oben. An den 3 offenen Seiten des Balkons oder wenigstens rings um die Öffnung, wenn diese vier Handbreiten im Geviert hat. Ein geschlossener Raum von 10 טפחים Höhe und deren 4 Breite ist nämlich רשות היחיד. Die Wände des Verschlages reichen zwar nicht bis zum Wasser, werden aber als nach unten entsprechend verlängert angesehen (גוד אחית מחיצתא).",
+ "oder von unten. Rings um den unterhalb des Balkons befindlichen Teil des Wassers. Die vier Wände des Verschlages werden in diesem Falle als bis zum Balkone nach oben verlängert angesehen (גוד אסיק מחיצתא). Eine andere Erklärung lässt den Verschlag immer am Balkone angebracht sein: מלמעלה in der Richtung nach oben, oder מלמטה in der Richtung nach unten.",
+ "Desgleichen. Wie oben ohne Verschlag, so ist hier ohne ‘Erub zu schöpfen verboten; oder: wie oben das Fehlen einer מחיצה das Verbot begründet, so hier das Fehlen einer מחיצה. Dies zur Erklärung der Konjunction וכן, welche Raschi (84b oben) gestrichen, Tosafot (84a unten) erhalten wissen möchte. Das Einfachste wäre, die Worte וכן שתי גזוזטראות זו למעלה מזו als selbständigen Satz aufzufassen: »Ebenso verhält es sich mit zwei Balkonen übereinander«. Wenn von beiden aus geschöpft werden soll, müssen beide mit Wänden versehen werden. Die Mischna, so könnte man wohl annehmen, hält es für nötig, dies besonders hervorzuheben, weil sonst der Irrtum entstehen könnte, als wäre bei vorhandenem ‘Erub nur für den einen Balkon — sei es an ihm selbst, sei es unten im Wasser — eine מחיצה nötig, da ja deren Wände ohnehin als verlängert und mithin auch den andern Balkon umschliessend betrachtet werden müssen. Doch stösst diese Auffassung sowohl auf formelle als auf sachliche Bedenken. In formeller Beziehung wäre auf die Zitate in ‘Erubin 84 b und 85 a hinzuweisen, welche dartun, dass die in Rede stehenden Worte zum Folgenden gehören. Sachlich wäre einzuwenden, dass in der Tat kein triftiger Grund ersichtlich ist, die Annahme, dass eine מחיצה für beide Balkone ausreicht, als einen Irrtum hinzustellen. Ist dieselbe unten im Wasser angebracht, so kann es kaum einem Zweifel unterliegen, dass sie — für den obern Balkon hinreichend, weil ideell bis zu ihm hinanreichend — für den untern erst recht genügt. Befindet sie sich am untern Balkone, so kann ebensowenig ein Zweifel darüber walten, ob ihre Wirkung sich auf den obern miterstreckt. Es wird ja nirgends verlangt, dass der Verschlag unmittelbar aus dem Balkon heraustrete; sie kann vielmehr in beliebiger Tiefe, sogar im Wasser angebracht sein — warum sollte also die מחיצה des untern Balkons nicht als ebensogut zum obern gehörig und nur in einiger Entfernung unter ihm befindlich betrachtet werden können? Noch besser! Man ist doch keineswegs darauf angewiesen, direkt vom Balkone aus zu schöpfen; man kann vielmehr den Eimer aus beliebiger Höhe durch die מחיצה ins Wasser hinunterlassen — warum sollte es also nicht gestattet sein, ihn vom obern Balkon aus durch den Verschlag des untern hinabzutauchen? Zweifelhaft ist nur, ob der Verschlag am obern auch für den untern Balkon ausreicht oder nicht. Einerseits umschliessen ja, wenn auch nicht tatsächlich, die ohnehin nach unten verlängert gedachten Wände auch den untern Balkon; andererseits aber geht der von diesem aus ins Wasser gesenkte Eimer zwischen gar keinen Wänden hindurch. Erwägt man jedoch, dass nach Raschi’s Auffassung von מלמעלה, welche den Verschlag über dem Balkon angebracht sein lässt (Anm. 63) das Schöpfgefäss so wie so auf seinem ganzen Wege die מחיצה nicht passiert, dass also im Grunde weiter nichts nötig ist, als das blosse Vorhandensein eines Verschlages, der zu keinem andern Zwecke als lediglich des Wassers wegen gemacht wurde (s. Tosafot u. ריטב״א z. St.; vgl. auch Anm. 53 Ende), so wird man auch diese Frage bejahen müssen. Schliesslich sei noch erwähnt, dass das Wörtchen וכן, welches hier vielleicht nur einer Reminiszenz aus K. VII M. 4 seine Stelle verdankt, im ר״אש fehlt, sich aber im רי״ף wie auch im Jeruschalmi findet.",
+ "wenn man von zwei Balkonen über einander an dem obern einen. Verschlag; in dem Zitat auf Seite 85a heisst es ausdrücklich: עשו מחיצה לתחתונה עשו מחיצה לעליונה ולא.",
+ "an dem untern aber keinen. Verschlag; in dem Zitat auf Seite 85a heisst es ausdrücklich: עשו מחיצה לעליונה ולא עשו מחיצה לתחתונה.",
+ "bis sie ‘Erub machen. Die Rede ist von zwei Balkonen, die schräg über einander liegen, der eine mehr rechts, der andere mehr links, jedoch so, dass ihre Horizontaldistanz (die Projektion ihrer Verbindungslinie) weniger als vier Handbreiten misst. Der Verschlag ist auf gemeinschaftliche Kosten gemacht worden, so dass auch die Inhaber des untern Balkons ein Recht auf ihn haben. Diese können die מחיצה des obern Balkons, gleichviel ob sie an ihm selbst, oder ob sie unter ihm im Wasser angebracht ist, nur indirekt, auf dem Umwege über den obern Balkon benutzen, da ja die beiden Balkone nicht in gleicher Linie über einander liegen. Es ist daher beiden die Benutzung derselben und somit das Wasserschöpfen am Schabbat ohne ‘Erub verboten. Ist der Verschlag auf gemeinsame Kosten an dem untern Balkone oder unter ihm gemacht worden, so ist seine Benutzung erst recht verboten. Das braucht die Mischna gar nicht erst zu sagen. Denn es ergibt sich von selbst, wenn man bedenkt, dass vom obern Balkon die Mitbenutzung des untern viel bequemer ist, als die Mitbenutzung des obern vom untern aus. Hat aber jeder Balkon seinen besondern, wenn auch gemeinschaftlich hergestellten Verschlag, so können sie des ‘Erub entraten. Desgleichen ist es, wenn nur eine מחיצה vorhanden ist, von dem zugehörigen Balkone aus auch ohne ‘Erub zu schöpfen gestattet, falls dieselbe ausschliesslich auf Kosten des Inhabers gemacht wurde; und falls die Horizontaldistanz 4 טפחים und darüber beträgt, ist dies sogar dann erlaubt, wenn der Verschlag gemeinschaftliches Eigentum ist. — Nach Maimonides ist die Rede von zwei Balkonen, die in grader Linie über einander liegen. Dieselben müssen durch ‘Erub vereinigt werden, wenn sie weniger als 10 טפחים von einander entfernt sind; ferner wenn die מחיצה des obern Balkons gemeinsames Eigentum ist und der untere nicht ebenfalls eine מחיצה hat; endlich wenn nur der untere einen Verschlag hat, u. z. in diesem Falle auch dann, wenn er ausschließliches Eigentum der untern Partei ist, weil der Eimer der obern durch ihre מחיצה geht. Diese Auffassung haben sich nicht allein R. ‘Obadja aus Bartinora und der Verfasser von מלא כף נחת in ihren Erklärungen zu dieser Stelle angeeignet; wir begegnen ihr auch in תפארת ישראל, dem zuverlässigsten und mustergiltigsten Mischnacommentare, obgleich die in מגיד משנה versuchte Rechtfertigung derselben, von ihrem Urheber selbst als eine sehr gezwungene bezeichnet, in כסף משנה wie auch in Bet Josef zu א״ח 355 Ende kurzer Hand mit den Worten abgefertigt wird: ואיני רואה להם יישוב »ich sehe überhaupt keine Rechtfertigung«. [So arg ist es nun freilich nicht. Wenn es verdienstlich ist, einen herben רמב״ם, wie der Schulausdruck lautet, zu verantworten, wollen wir dem aufmerksamen Leser, welcher geneigt ist, sich in den Gegenstand zu vertiefen, gern behülflich sein, sich in dieser Richtung ein Verdienst zu erwerben, indem wir ihm die zur Lösung des Problems nötigen Daten an die Hand geben. Nach den Erklärungen der Gemara spricht unsere Mischna von zwei einander naheliegenden Balkonen, für deren obern ein Verschlag auf gemeinschaftliche Kosten gemacht wurde. Ist der obere Balkon vom untern entfernt (מופלגת), so ist er auf den ‘Erub ebensowenig angewiesen, als wenn die מחיצה sein ausschliessliches Eigentum ist. Die Schwierigkeit besteht nun zunächst darin, dass Maimonides laut der Rechtfertigung im מגיד משנה unter מופלגת einen Höhenunterschied von 10 Handbreiten verstehen soll, eine Auffassung, von der schon Raschi schlagend bewiesen hat, dass sie aus mehr als einem Grunde unmöglich ist; ferner hat nach dem Talmud der obere Balkon, der den Verschlag auf eigene Kosten hergestellt hat, in keinem Falle ein Interesse am ‘Erub, auch dann nicht, wenn er ganz in der Nähe des untern sich befindet, während nach Maimonides bei einem Höhenunterschied von weniger als 10 טפחים ein ‘Erub unter allen Umständen erforderlich ist, selbst dann, wenn gar beide Balkone mit מחיצות versehen sind. Dadurch sieht sich הרב המגיד zu der Annahme genötigt, dass die Worte Rab’s לא שנו אלא בסמוכה אבל במופלגת עליונה מותרת und die des R. Scheschet (הכא במאי עסקנין כגון שעשו מחיצה בשותפות) zwei einander ausschliessende אוקימתות sind; eine Annahme, gegen welche der Zusammenhang der einschlägigen talmudischen Discussion laut protestirt. Eine Stütze scheint diese Behauptung in dem immerhin bemerkenswerten Umstande zu haben, dass R. Jizchak Alfasi nur die Ansicht Rab’s anführt (in dem Satze אבל במופלגת אפילו גבוה עשרה טפחים עליונה מותרת sind die durch gesperrte Schrift hervorgehobenen Worte, die im Talmud nicht stehen, wohl nur eine Reminiscenz aus M. 3, welche hier ganz und gar nicht am Platze ist), die des R. Scheschet dagegen mit Stillschweigen übergeht. Doch ist eine Folgerung aus dem Stillschweigen an sich schon und ihrer ganzen Natur nach ein sehr unsicherer Schluss, hier aber umsomehr, als R. Ascher auch die Worte Rab’s unterdrückt, obgleich diese Tatsache zur Not ihre Erklärung darin finden könnte, dass das zu Grunde liegende allgemeinere Prinzip אין אדם אוסר על חברו דרך אויר von ihm bereits oben zu M. 3 als maassgebender Grundsatz hingestellt wurde. Dem sei wie ihm wolle, auf alle Fälle ist es undenkbar, dass ein Kenner des Hebräischen, wie Maimonides — ganz abgesehen davon, dass es in dem Zitat auf S. 85a ausdrücklich heisst. אבל במופלגת ארבעה עליונה מותרת, worauf in der Tat nicht viel zu geben ist — mit seinem feinen Sprachgefühl es fertig gebracht hätte, die Gegensätze סמוך und מופלג, welche in der rabbinischen Literatur nur von der Horizontaldistanz gebraucht werden, auf die Vertikaldistanz zu beziehen. Es liegt aber auch gar kein zwingender Grund zu solcher Annahme vor. Maimonides fasst die Worte Rab’s im Wesentlichen genau so wie Raschi auf: לא שנו אלא בסמוכה, in der Mischna ist die Rede von zwei Balkonen, die in vertikaler Richtung zwar 10 Handbreiten und darüber von einander entfernt sind, in wagerechter aber einander so nahe liegen, dass man nur den Arm gehörig auszustrecken braucht, um vom obern aus den Wassereimer durch die Öffnung des untern gleiten zu lassen. Der Unterschied zwischen Maimuni’s und Raschi’s Auffassung liegt hauptsächlich darin, dass nach diesem, welcher die Balkone der Mischna einerseits weniger als 4 מפתים seitlich von einander entfernt, andererseits aber auch nicht genau über einander sich befinden lässt, das Wort סמוכה nicht allein zu מופלגת, sondern auch zu מכוונת einen Gegensatz bildet (s. 84b; zur Stelle dagegen: אפילו זו שלא כנגד זו genau so wie M. — וקל ליישב; s. weiter unten), während es nach jenem sinnentsprechender nur מופלגת ausschliesst. Er erklärt dem einfachen Wortsinn gemäss זו למעלה מזו: Der eine Balkon liegt genau über dem andern. Doch ist das nicht allzu streng zu nehmen. Wenn sie nur סמוך sind, so dass ihre Horizontaldistanz, ob auch nicht gleich Null, so doch eine sehr geringe ist, sind sie ohne ‘Erub ebenfalls אסור (לא שגו אלא בסמוכה). Beträgt der seitliche Abstand 4 Handbreiten, so ist die obere Partei keineswegs auf den ‘Erub angewiesen (אבל במופלגת עליונה מותרת). Desgleichen wenn diese die מחיצה auf eigene Kosten gemilcht hat, weil dann die untere Partei nicht das Recht der Mitbenutzung hat. In der Mischna muss daher die Rede von einer gemeinschaftlich hergestellten מחיצה sein ( הכא במאי עסקינן כגון שעשו מחיצה בשותפות). Allerdings ist es befremdlich, dass R. Scheschet nicht lieber sagt: Die Rede ist von einem Verschlage, welchen der Inhaber des obern Balkons zwar auf eigene Kosten, aber unten im Wasser gemacht hat, so dass der Eimer der untern Partei denselben stets, auch an Wochentagen passiren muss, da doch die Balkone der Mischna genau über einander liegen. Nach Raschi freilich, der dieselben seitlich von einander entfernt sein lässt, bleibt kein anderer Ausweg als der gemeinsame Verschlag, weil sonst die untere Partei auch auf die im Wasser befindliche מחיצה kein Recht hat. Im Sinne Maimuni’s aber muss man sich zu der Annahme bequemen, dass entweder R. Scheschet die Erklärung Rab’s schon voraussetzt, nach welcher זו למעלה מזו nicht buchstäblich zu nehmen ist, und nur מופלגות, nicht aber auch סמוכות ausschliessen will, oder dass עשו לעליונה ולא עשו לתחתונה nur auf eine am obern Balkone selbst und nicht auf eine im Wasser angebrachte מחיצה anwendbar ist (s. weiter unten). Auf gemeinschaftliche Anfertigung deutet übrigens schon der Plural in עשו hin, wenn die Lesart עשה in der ersten Hälfte der Mischna zuverlässig, und somit der Wechsel des Numerus beabsichtigt ist. So lösen sich auf die einfachste Weise alle die Schwierigkeiten, welche sich bei der in מגיד משנה versuchten Rechtfertigung Maimuni’s aus der talmudischen Diskussion ergeben. Aber nicht nur diese allein! Auch eine Schwierigkeit in der Mischna selbst, auf welche bisher noch nicht hingewiesen wurde, erledigt sich nun von selber. Wenn unter סמוכות ein Höhenunterschied von weniger als 10 טפחים zu verstehen ist, wie הרב המגיד will, warum sagt da die Mischna, die doch von סמוכות spricht, עשו לעליונה ולא עשו לתחתונה? Nach Maimuni sind doch in diesem Falle auch dann אסורות שתיהן, wenn jede ihren eigenen Verschlag hat! Es liegt mithin am Tage, dass es sich in der Mischna um Balkone handelt, die in vertikaler Richtung mindestens 10 Handbreiten von einander abstehen. Wie konnte also Maimonides die Worte לא שגו אלא בסמוכה so auffassen, wie es ihm in מגיד משנה zugemutet wird? Gerade er durfte am wenigsten in diesen Irrtum verfallen! Denn zu all den Gründen, mit welchen Raschi diese Auffassung bekämpft, kommt bei ihm noch das eben dargelegte argumentum ad hominem hinzu, welches Raschi nicht verwerten konnte, weil es eben nur denjenigen trifft, welcher wie Maimuni bei einem Höhenunterschied von weniger als 10 טפחים auch für עשו לעליונה ועשו לתחתונה einen ‘Erub fordert. Kein Zweifel mehr, רמב״ם hat die Worte Rab’s in der Hauptsache ebenso wie Raschi aufgefasst. Dieser lässt sogar den nebensächlichen Unterschied, welchen er auf S. 84b zwischen סמוכה und מכוונת macht, an dieser Stelle, wo er durch keine Rücksicht auf die dortige Diskussion gebunden ist, wie wir bereits angedeutet haben, wieder fallen, so dass hier zwischen ihm und Maimonides in der Auffassung unserer Mischna volle Übereinstimmung herrscht. Ja wie kommt denn nun aber Maimonides dazu, hinsichtlich der Verticaldistanz eine Unterscheidung zu machen, von der Raschi nichts weiss, und von welcher sich ja im Talmud keine Andeutung findet, wenn sie nicht in den Worten Rab’s liegen soll? Diese Unterscheidung ist jedoch eine Konsequenz der von Maimonides in Hilchot ‘Erubin IV 16 vertretenen Ansicht, dass unter לחצר am Schlusse der 3. Mischna unseres Kapitels אף לחצר zu verstehen ist. ר״י (s. Tosafot 84a oben) bestreitet dies mit dem Hinweise auf den Ausspruch Rab’s: אין אדם אוסר על חברו דרך אויר. Maimonides, der diesen Grundsatz ebenfalls anerkennt (das. III 23) befindet sich also im Widerspruche mit sich selbst? Keineswegs. Er dehnt nur nicht die Giltigkeit dieses Satzes auf gemeinsame Räume aus, beschränkt ihn vielmehr auf Gebiete, an welche keine der beiden Parteien oder nur eine derselben ein eigentliches, sozusagen verbrieftes Recht hat Dieser Unterschied findet sich schon in den חרושי ריטב״א, welche die Verfasser von ט״ז ,ב״ח und הגהות מהרל״ח, die sich zu א״ח 375/6 um die Lösung dieses scheinbaren Widerspruchs bemühen, nicht gesehen haben, zu den Worten מאי לחצר אף לחצר S. 84a: אבל הבא התל והעמוד משותף הוא ממש עד באן לא קאמר רב אין אדם אוסר על חברו דרך אויר אלא בדבר שאינו משותף ממש ביניהם כגון (s. 85a unten) וכיון שהם בשותפות ומשתמשין שם בחול בעמוד בשותפות בין החצר והמרפסת דאי לא לא אסרי ליה בני מרפסת על בני חצר דיש דין גזל בשבת וחורבה ההוא דג׳ חרבות שבין שתי חצרות (vgl. 88a Mitte) לאו תשמיש אויר הוא חשוב אלא תשמיש גמור מחזיר לבעליה. Nun ist aber die auf gemeinschaftliche Kosten hergestellte מחיצה unserer Mischna ebenfalls gemeinsames Eigentum. Es ist also auch hier nicht anwendbar אין אדם אוסר על חברו דרך אויר. Und wenn במופלגת dennoch עליונה מותרת, so kann nicht der auf S. 88a angegebene Grund, sondern nur die denselben ablehnende Begründung auf S. 85a für diese Entscheidung maassgebend gewesen sein: דמי כיון דלזה בזריקה ושלשול ולזה בשלשול לחודיה כלזה בזריקה ולזה בפתח. Von seinem Standpunkte aus hält ר״י (das. u. d. W. בור) dieses Argument für einen דיחוי בעלמא; Maimonides muss es consequenterweise für das einzig richtige erklären. Dieses Argument ist aber, wie aus M. 3 hervorgeht, nur bei einem Höhenunterschied von 10 Handbreiten stichhaltig (s Anm. 24 u. Jad hachazaka H. ‘Erubin IV 16). Deshalb betont Raschi hinsichtlich der Worte כיון דלזה בזריקה, dass unter זריקה sowohl זריקת אויר als auch זריקת גובה zu verstehen ist; זריקת אויר allein würde im Verein mit שלשול nicht genügen, um den שלשול der andern Partei zu einem פתח zu stempeln (vgl. 85b oben: והא מר הוא דאמר ובו׳). Wenn daher Rab sagt במופלגת עליונה מותרת, so kann er, da er sich auf die Mischna bezieht, in welcher von einer gemeinschaftlichen מחיצה die Rede ist, nur Balkone von mindestens 10 טפחים Verticaldistanz im Auge haben. Mit Recht behauptet also Maimonides in seinem Mischnakommentar, dass unsere Mischna von היה ביניהם יותר מזה השיעור spricht. Mit Recht schickt er auch in seinem Codex (das. 24) einleitend voraus, dass bei einem geringern Höhenunterschiede ein ‘Erub unter allen Umständen erforderlich ist, auch wenn beide Balkone mit מחיצות versehen sind, und selbst wenn diese nicht gemeinsames Eigentum sind. Nur in einem Falle wäre unter diesen Voraussetzungen, weil dann der Satz אין אדם אוסר על חברו דרך אויר in Betracht käme, vielleicht ein ‘Erub überflüssig (wir sagen »vielleicht«, weil die weiter unten aus חדושי הריטב״א angeführte Stelle die Giltigkeit dieses Satzes sogar in diesem Falle bestreitet), wenn nämlich die Horizontaldistanz 4 טפחים und darüber beträgt. Maimuni spricht jedoch wie die Mischna von סמוכות. Liegen aber die Balkone genau über einander oder doch annähernd in gleicher Linie, so müssen sie, wenn sie sich den ‘Erub ersparen wollen, vor allen Dingen einen Höhenunterschied von 10 Handbreiten haben, weil ein geringerer Abstand gleich Null ist, so dass beide Balkone als auf gleichem Niveau liegend und mithin als ein einziger Balkon angesehen werden müssen (שהן ככצוצטרא אחת מפני). Ist doch selbst nach Mar Samuel, der in Bezug auf ולזה בזריקה לזה בשלשול grösseres Entgegenkommen zeigt, ein ‘Erub unerlässlich im Falle דקיימין בתוך עשרה דהדדי (84b), geschweige denn nach Rab, dessen strengere Ansicht die Benutzung eines Gebietes, welches der einen Partei bequemer als der andern, aber auch jener nicht ganz bequem liegt, ohne ‘Erub beiden untersagt. Ausdrücklich bemerkt Raschi daselbst, dass der Satz כל דבר שתשמישו לזה בנחת ולזה בקשה נותנים אותו לזה שתשמישו בנחת (83b) nur dann Anwendung findet, היכא דב׳ הרשויות חלוקות בגובה י׳, sonst aber sind אפילו לזה בפתח ולזה בזריקה beide אסור, u. z. aus keinem andern Grunde, als weil אין חלוק רשות ביניהם. Sagt diese Begründung nicht mit anderen Worten dasselbe, was Maimuni durch מפני שהן ככצוצטרא אחת ausdrückt? Und bilden so die beiden Balkone ein ungeteiltes Gebiet, ist es da noch ein Unterschied, ob dieselben eine oder zwei מחיצות haben, und ob diese gemeinschaftliches Eigentum sind oder nicht? Allerdings ist Rab nicht genötigt, die Mischna so aufzufassen, wie sie Abaje dort nach Mar Samuel erklärt; immerhin bleibt doch aber הדין דין אמת! Deutlich genug lässt Raschi dies durchblicken, wenn er in seiner Begründung wiederholt mit einem gewissen Nachdruck hervorhebt, dass dieselbe nicht auf dem תשמיש השוה fusst (דטעמא דהכא לאו משום תשמיש), sondern auf der Einheit beider Gebiete (משום דאין לזו רשות בלא זו). Noch deutlicher sagt ריטב״א zu 84b: דאפילו רב לא קאמר אלא בשגבוה עשרה דהשתא בעינן שתהא סמוכה אבל בשאין גבוה עשרה אפילו במופלגת . Also nicht einmal אין אדם אוסר על חברו דרך אויר ist bei einem Höhenunterschiede von weniger als 10 Handbreiten anwendbar, so dass selbst das Vorhandensein zweier, nicht auf gemeinsame Kosten hergestellter מחיצות, die in horizontaler Richtung noch so weit abstehenden Balkone der ‘Erubpflicht in diesem tall entheben kann. Demnach könnte Maimonides in seinem Codex sogar von מופלגות ארבעה טפחים sprechen, und hätte doch in jedem Worte Recht: Solange die Vertikaldistanz der Balkone weniger als 10 טפחים beträgt, wäre unter allen Umständen ein ‘Erub erforderlich, und alle die Unterschiede zwischen מופלגות und סמוכות, zwischen שתי מחיצות und מחיצה אחת, zwischen עשתה לבדה und עשו בשותפות hätten zur Voraussetzung, dass »בין העליונה והתחתונה יותר על י׳ טפחים« ist. Nach alledem ist es nicht so sehr Maimonides als R Josef Karo, der Verfasser des כסף משנה, der einer Rechfertigung bedarf, umsomehr als er in seinem Schulchan ‘Aruch I 375:2 gegen Ende gleichfalls nach der Auflassung מאי לחצר אף לחצר entscheidet, während er das. 355:5 ausdrücklich betont, dass es auf den Höhenunterschied nicht im Geringsten ankommt. — Nur auf ein Bedenken gegen Maimuni’s Mischnaerklärung müssen wir noch hinweisen, auf eine Schwierigkeit, welche zu unserer Verwunderung von den Gegnern seiner Ansicht übersehen wurde. An der zuletzt angeführten Talmudstelle bemühen sich R. Ada b. Ahaba und Abaje, unsere Mischna, welche ja die Benutzung des Verschlages beiden Parteien ohne ‘Erub untersagt, im Sinne Mar Samuel’s zu erklären, welcher die Benutzung eines gemeinsamen Gebietes, das der einen Partei weniger bequem liegt, als der andern, ausschliesslich der letztern zuspricht. Jener meint, die Rede sei hier von Balkonen, die durch eine Leiter in Verbindung stehen, deren sich die untere Partei bedient, um durch die מחיצה der obern ebenso bequem wie diese selbst ihr Wasser zu schöpfen; dieser behauptet, wie wir gesehen haben, die Mischna spreche von Balkonen, deren Höhenunterschied weniger als 10 Handbreiten beträgt. Wozu dies alles? Da die Balkone nach Maimonides genau über einander liegen, so ist ja das Verbot der Mischna nach Mar Samuel auch dann gerechtfertigt, wenn dieselben bei noch so grossem Höhenunterschied weder durch eine Leiter, noch sonst in einer Weise verbunden sind. Gleichviel, ob der Verschlag des obern Balkons an ihm selbst oder im Wasser angebracht ist, in beiden Fällen ist seine Benutzung für die untere Partei ebenso bequem, als für die obere. Jene braucht ja nur, wie wir in der vorletzten Anmerkung nachgewiesen haben, den Eimer vom eigenen Balkon aus hinunterzulassen, da die מחיצה der obern Partei doch ohnehin als entsprechend verlängert und mithin auch den untern Balkon umschliessend angesehen wird. Und sollte uns der Beweis hinsichtlich des am obern Balkone selbst angebrachten Verschlages nicht ganz gelungen sein (s. weiter unten), was hindert uns im Sinne Samuel’s anzunehmen, dass von einer im Wasser befindlichen מחיצה die Rede ist? עשו לעליונה steht einer solchen Auffassung durchaus nicht im Wege. Heisst es doch auch in der ersten Hälfte unserer Mischna עשה לה מחיצה, und doch ist unter למטה daselbst nach Maimonides במים zu verstehen! לעליונה ist ja nicht gleich בעליונה! Es ist also klar, dass nach dem Talmud nicht Maimuni’s Auflassung die richtige ist, sondern die von Raschi, nach welchem die Mischna von schräg über einander liegenden Balkonen handelt, so dass die als verlängert betrachtete מחיצה des obern Balkons, ob sie nun an ihm selbst, ob sie im Wasser sich befinde, niemals den untern mitumfasst. — Aber auch diese Unebenheit ist nicht schwer zu überwinden. Zunächst muss man sich auch nach Raschi die Frage vorlegen, was denn eigentlich dazu genötigt hat, unsere Mischna so aufzufassen, dass Mar Samuel’s Ansicht über לזה בשלשול ולזה בזריקה zu ihr in Widerspruch trete? Warum werden in der Tat die Worte זו למעלה מזו nicht lieber in ihrem einfachen Sinne (genau über einander) genommen, damit seine Meinung mit der Mischna in Einklang stehe? Raschi, welcher in seiner Erklärung zur Mischna durch das Wörtchen אפילו andeutet, dieselbe könne auch von מכוונות sprechen, geht hier gleichwohl dieser Frage schweigend aus dem Wege. Vermuthlich, weil ihre Beantwortung zu sehr auf der Hand liegt. Ohne Zweifel waren die Worte עשו לעליונה ולא עשו לתחתונה dieser Auffassung ungünstig. Dieselben haben nur dann einen Sinn, wenn die Balkone nicht מכוונות sind. Befänden sie sich genau über einander, so wäre ja der für den obern gemachte Verschlag zugleich für den untern mitgemacht, wie aus der vorletzten Anmerkung ersichtlich. Nun haben wir es aber daselbst als zweifelhaft hingestellt, ob die untere Partei mittels ‘Erub von ihrem eigenen Balkone aus auch dann schöpfen darf, wenn die מחיצה am obern angebracht ist, obgleich in diesem Falle ihr Eimer die Wände derselben garnicht passirt. Wir haben die Frage bejaht, gestützt auf Raschi, welcher den Verschlag auch oberhalb des Balkons anzubringen gestattet. Nach Maimonides dagegen, nach welchem die מחיצה nur unterhalb desselben oder im Wasser sich befinden darf, damit der Eimer in jedem Falle zwischen ihren Wänden hindurchgehe, dürfte diese Frage in verneinendem Sinne zu entscheiden sein. Somit ist man nicht mehr zu der Annahme genötigt, dass die Balkone der Mischna auch seitlich ein wenig von einander abstehen. Vielmehr können dieselben sehr wohl genau über einander liegen, nur darf man sich nicht den Verschlag im Wasser angebracht denken. Nicht als ob der Ausdruck עשו לעליונה dem entgegenstünde — לעליונה heisst ja wiegesagt nicht: an der obern, sondern nur: für die obere — aber ולא עשו לתחתונה hätte in diesem Falle keinen Sinn. Soll die מחיצה der obern Partei nicht zugleich für die untere mitgemacht sein, so kann sie sich nur am Balkone selbst befinden. Natürlich ist sie auf gemeinsame Kosten hergestellt worden, wenn anders שתיהן אסורות gerechtfertigt sein soll. Aber selbst gemeinsames Gebiet wird ja, wo kein ‘Erub eine gemeinschaftliche Benutzung gestattet, von Mar Samuel derjenigen Partei zuerkannt, welcher es bequemer liegt! Die Frage ist also berechtigt, warum in unserer Mischna die ausschliessliche Benutzung des gemeinsamen Verschlages nicht der obern Partei zusteht, da doch diese ihren Eimer auf die bequemste Weise der Welt durch die an ihrem Balkone befindliche מחיצה ins Wasser gleiten lassen kann, während die untere Partei auch bei vorhandenem ‘Erub genötigt ist, ihren Eimer erst geschickt in die Öffnung des obern Balkons zu lanzieren, damit er die gemeinsame מחיצה passire? Darauf antwortet R Ada b. Ahaba, dass die Balkone durch eine Leiter oder sonstwie in Verbindung stehen, so dass die untere Partei ihren Eimer nicht hinaufzuwerfen braucht, sondern ihn gemächlich hinauftragen kann, um vom obern Balkone aus ebenso bequem wie die andere Partei zu schöpfen. Und Abaje meint, die Rede ist von Balkonen, die weniger als 10 טפחים in verticaler Richtung von einander abstehen, so dass sie ein Gebiet bilden und daher unter allen Umständen (אפילו לזה בפתח ולזה בזריקה) auf den ‘Erub angewiesen sind. So nach Samuel. Nach Rab, dessen Ansicht Maimonides nach dem bekannten Grundsatze הלכתא כרב באיסורא zum Gesetz erhebt, stehen natürlich die Balkone der Mischna weder irgendwie mit einander in Verbindung, noch beträgt ihr Höhenunterschied weniger als 10 Bandbreiten, und dennoch ist — סמוכות und מחיצה בשותפות vorausgesetzt — שתיהן אסורות gerechtfertigt, weil nach seiner Meinung auch bei לזה בשלשול ולזה בזריקה das Verbot beide Parteien umfasst. Doch gibt er zu, dass bei einer Verticaldistanz von weniger als 10 טפחים beide Balkone als einer angesehen werden, mithin der ‘Erub weder durch die ausschliesslich auf eigene Kosten hergestellte מחיצה, noch selbst durch zwei solcher מחיצות, ja vielleicht nicht einmal durch מופלגות überflüssig gemacht wird. Auffallend ist es freilich auf alle Fälle, ob wir nun die Mischna nach Rab oder nach Samuel, ob wir sie wie Raschi oder wie Maimonides auffassen, dass sie den Verschlag, da er doch gemeinschaftlich gemacht wurde, grade am obern Balkone angebracht haben, so dass die eine Partei gezwungen ist sich erst hinaufzubemühen, oder gar in Ermangelung einer Leiter ihren Eimer hinaufzuwerfen; warum nicht lieber am untern Balkone, wo seine Benutzung auch für die obere Partei noch sehr bequem wäre? Sie brauchte doch, selbst wenn ihr Balkon sich nicht genau über dem untern befindet, nur den Arm ein wenig auszustrecken, um ihren Eimer durch die ja kaum 4 טפחים abseits liegende מחיצה hinunterzulassen! אטו בשפטני עסקינן? Man muss annehmen, dass die Anbringung der מחיצה am untern Balkone aus irgendwelchen lokalen Gründen nicht tunlich war, sei es dass die Raumverhältnisse, sei es dass die architektonische Anlage sie nicht gestatteten. Dass sie aber nicht im Wasser gemacht wurde, möchte in der Tiefe desselben oder in seiner reissenden Strömung eine ausreichende Erklärung finden. Es kann aber auch sein, dass die obere Partei den Verschlag am eigenen Balkone ursprünglich auf eigene Kosten allein gemacht, und die untere erst später das Recht der Mitbenutzung erworben hat, obgleich der Ausdruck בשותפות שעשו מחיצה einer solchen Annahme nicht eben günstig ist. — Es bleibt uns nur noch übrig, zum bessern Verständniss der aus Maimuni’s Jad hachazaka oben angeführten Stelle (Hil. *Erubin III 23) und zur Verteidigung unserer Folgerungen aus derselben gegen etwaige Anfechtungen darauf hinzuweisen, dass daselbst die Worte אף על פי nach unserer festen Überzeugung gestrichen werden müssen. Es ist zwar ein sehr alter, aber darum keineswegs geheiligter Schreibfehler. Denn diese Worte sind höchst befremdlich, haben an dieser Stelle absolut keinen Sinn, stimmen schlecht zu ‘Erubin 85 a und stehen endlich in Widerspruch mit Maimuni’s eigenen Worten das 17. Sie sind höchst befremdlich, weil sämmtliche Autoritäten der Ansicht sind, dass אין אדם אוסר על חברו דרך אויר nur bei einer Entfernung von mindestens 4 טפחים gilt; Maimonides würde also mit seiner entgegengesetzten Meinung nicht nur allein stehen, sondern diesen Gegensatz noch unnützer Weise verschärfen, indem er ohne den Schatten einer Begründung, dafür aber mit einer gewissen Provokation durchblicken liesse, dass dieser Satz bei einer Entfernung von weniger als 4 Handbreiten erst recht Geltung hat, als wollte er gleichsam einen Trumpf darauf setzen, gar als selbstverständlich hinzustellen, was alle die Anderen bestreiten. Sie haben ferner schlechterdings an dieser Stelle keinen Sinn — das erkennt man am deutlichsten, wenn man den misslungenen Erklärungsversuch in מחצית השקל 376:2 gelesen hat. Es liegt ja doch auf der Hand, dass die Zisterne, welche beiden Parteien gleich nahe liegt, eher als gemeinsames Gebiet betrachtet werden muss, als diejenige, welche beiden gleich fern ist. M. hätte also viel mehr Veranlassung hervorzuheben, dass das Wasserschöpfen beiden ohne ‘Erub erlaubt ist, אף על פי שאינה רחוקה ארבעה טפחים, wenn er es schon einmal gestattet. Und dass jener Satz selbst eher auf grössere als auf kleinere Entfernungen anwendbar ist, braucht garnicht erst gesagt zu werden. Sie stimmen überdies nicht zu ‘Erubin 85a, denn obgleich wir auf die wohl schwerlich richtige Lesart במופלגת ארבעה in unseren Ausgaben kein Gewicht legen, soviel geht doch aus Frage und Antwort daselbst zur Evidenz hervor, dass hinsichtlich der Giltigkeit des in Rede stehenden Satzes jedenfalls ein Unterschied besteht zwischen סמוכה und מופלגת. Nach M. hätte die Antwort lauten müssen: ולטעמך בסמוכה אמאי אסורות אלא שאני הכא וכו׳! Sie stehen endlich im Widerspruche mit Maimuni s eigenen Worten das. 17, wo es ausdrücklich heisst, dass die Benutzung einer zwischen zwei Häusern befindlichen Ruine beiden verboten ist, obgleich keine andere Benutzung als das Hinunterwerfen von Gegenständen, also nur ein תשמיש דרך אויר möglich ist, da von jedem der beiden Häuser nur Fenster, von keinem eine Tür sich zur Ruine öffnet. Man könnte freilich zur Lösung dieses scheinbaren Widerspruchs bei oberflächlicher Betrachtung zwischen der Ruine, welche unmittelbar an die beiden Häuser stösst, und der Zisterne, welche von den Hofmauern auf beiden Seiten durch die Breite des Fusssteges getrennt ist, einen sehr wohlfeilen, sehr haarspaltenden Unterschied machen, der sich zum Überflusse noch in sehr schöner und gar feiner Silbenstecherei auf die von M. extra hinzugefügten Worte שבאמצע השביל, namentlich auf שבאמצע gründen liese — im übrigen aber dabei beharren, dass nach M. allerhöchstens ein הפסק רשות, beileibe jedoch keine Entfernung von 4 טפחים nötig wäre. Allein das schöne Phantasiegebilde zerfliesst in nichts, wenn man auf die Quelle (‘Erubin 85 a unten) zurückgeht, was hier allerdings um so schwieriger ist, als wir die Stelle in der Beleuchtung Raschi’s zu sehen gewöhnt sind und daher der Unbefangenheit und Freiheit des Urteils ermangeln, mit welcher wir ihr gegenüber treten müssen, wenn wir in ihr auch nur suchen sollen, was Maimonides in ihr gefunden hat. Um aus den wenigen Anhaltspunkten in seinem Codex die Auffassung zu erraten, welche er von der Stelle gehabt hat, müssen wir uns zunächst von Raschi unabhängig machen. Der Talmud überliefert eine Entscheidung Rab’s, aus welcher er den Schluss ziehen will: אין אדם אוסר על חברו דרך אויר . Drei Ruinen lagen nämlich zwischen zwei Häusern, und Rab gestattete jedem Hause die Benutzung der ihm zunächst liegenden על ידי זריקה, untersagte aber beiden die der mittlern Ruine. Ein Zeitgenosse, der von dieser Entscheidung hört, fragt ihn, ob die Mitteilung auf Wahrheit beruhe, und als dies bejaht wird, erhebt er den Einwand: Du selbst bist es ja, der da sagt, dass לזה בשלשול ולזה בזריקה שניהם אסורים! Mit anderen Worten: Gerade Du musstest doch als Vertreter der Ansicht, nach welcher die Benutzung eines Gebietes, das der einen Partei wohl bequemer als der andern, keiner aber ganz bequem liegt, beiden verboten ist, auch hier die Benutzung aller drei Ruinen beiden Häusern untersagen! Darauf antwortet Rab: Du denkst wohl, die Ruinen hätten in einer Graden gelegen? O nein, sie standen כחצובה. Wie aber, so fragen wir nun, wenn sie wirklich in einer Graden gelegen hätten? Dann wäre natürlich die Benutzung sämmtlicher drei Ruinen, auch die der zunächst liegenden verboten — würden wir unbefangen zur Antwort geben. Zu unserm Erstaunen erklärt jedoch Raschi, dass in diesem Falle die Benutzung aller, selbst der mittlern gestattet wäre; Rab hat die Benutzung dieser nur verboten, weil sie dort nicht in einer Graden, sondern in Form eines Dreiecks standen, so dass die mittlere an beide Häuser stiess, beiden also nahe lag. Wer mit der Methode des Talmud nur einigermaassen vertraut ist, muss eine solche Auffassung als mindestens ungewöhnlich bezeichnen. Maimonides folgt auch hier der gewöhnlichen, ich möchte sagen natürlichen Auffassung. Obgleich er in הלכות מכירה XXIV 3 unter חצובה ähnlich wie hier Raschi einen Dreifuss versteht, scheint er doch das Wort an dieser Stelle im Sinne von מחצב (שביעית III 5) genommen zu haben, in welchem es offenbar auch R Natan (s. ‘Aruch חצב I) in seiner ersten Erklärung zu Baba M. 25 a Ende verstanden hat. Demnach lautet die Antwort Rab’s: Du glaubst wohl, die Ruinen hätten in einer Graden, d. h. in gleicher Ebene gelegen? In diesem Falle hättest Du freilich Recht, dann wäre die Benutzung aller verboten. Nein, sie lagen wie ein Steinbruch, also terrassenartig abgestuft, so dass die unterste vom obern Hause ebenso wie die oberste vom untern 10 טפחים und darüber in vertikaler Richtung entfernt war. Deshalb ist jedem Hause die Benutzung der ihm zunächst liegenden und von seinen Fenstern weniger als 10 Handbreiten abstehenden Ruine nach dem Satze לזה בפתח ולזה בזריקה נותנים אותו לזה שבפתח gestattet; die mittlere aber darf, weil sie von beiden mehr als 10 טפחים entfernt ist — obgleich der obern Partei, die nur hinunterzuwerfen braucht, bequemer liegend als der untern, die hinaufzuwerfen genötigt ist — nach dem Satze לזה בשלשול ולזה בזריקה שניהם אסורין von keiner der beiden benutzt werden. Wie gross die horizontale Distanz zwischen der mittlern Terrasse und den beiden Häusern war, das wird nicht angegeben. Man kann daher annehmen, dass sie weniger als 4 Handbreiten betrug, und es ist mithin aus dieser Entscheidung weder für noch gegen die Lehre אין אדם אוסר על חברו דרך אויר irgendetwas bewiesen; in der Tatstellt Maimonides die Halacha von שגי בתים וביניהם חרבה (a. a. O. 17) nicht mit der von באר שבאמצע השביל (das. 23) zusammen, sondern mit denen über תשמישים שלזה בקשה ולזה בנחת (das. 15—16). Wohl aber ist diese Entscheidung, welche wir nun in allen ihren Teilen trotz der vereinfachten Form deutlich und mit Leichtigkeit in Halacha 17 wiedererkennen werden, ein Beweis dafür, dass in Hal. 23 על פי אף zu streichen ist, wenn sie nicht mit Hal. 17 in Widerspruch stehen soll. In der Quelle, aus welcher diese geschöpft ist, ist nicht von einer חרבה, sondern von dreien die Rede. Die mittlere stösst somit nicht unmittelbar an die beiden Häuser, ist vielmehr von denselben auf beiden Seiten durch die äusseren Ruinen getrennt. Und doch ist ihre Benutzung unstatthaft! Also nicht der הפסק רשות ist es, auf den es ankommt, sondern einzig und allein der horizontale Abstand von 4 טפחים. Um so auffallender ist es, dass R Josef Karo in seinem Schulchan ‘Aruch I 376:2 Maimonides dieses אף על פי nachschreibt. Will man es schon als baare Münze nehmen, will man die Behauptung, dass bei einer Entfernung von weniger als 4 Handbreiten der Satz אין אדם אוסר על חברו דרך אויר erst recht in Anwendung kommt, nicht als Irrtum gelten lassen, sondern als Maimuni’s wahre Meinung hinstellen, so durfte doch er diese Ansicht am wenigsten Teilen! Aus doppelten Gründen nicht! Erstens fasst er daselbst 3, die Entscheidung Rab’s nicht wie M., sondern wie Raschi auf. Ihm ist dieselbe daher ein triftiger Beweis für den ebenerwähnten Satz. Dennoch verbietet er die Benutzung der mittlern, wenn die drei חרבות ein Dreieck bilden, obgleich die Consequenz des wenige Zeilen früher stehenden אף על פי unstreitig verlangt, dass sie in diesem Falle erst recht gestattet sei. Sollen wir also schliesslich doch genötigt sein, zu der Forderung eines הפסק רשות unsere Zuflucht zu nehmen, um aus diesem Dilemma einen Ausweg zu finden? Zweitens bekämpft er das. 355:5 sehr energisch die bereits in כסף משנה und בית יוסף als mit dem Talmud unvereinbar hingestellte Ansicht Maimuni’s, dass in unserer Mischna der Höhenunterschied der Balkone von irgendwelchem Einfluss ist. Ihn trifft daher mit potenzirter Wucht der Einwand aus ‘Erubin 85a und 88a, wo Rab’s Anmerkung zu unserer Mischna ebenfalls auf den in Rede stehenden Grundsatz zurückgeführt wird. Den רמב״ם könnte Karo allenfalls gegen jenen Einwand noch von seinem Standpunkt aus in Schutz nehmen, nach welchem die Gegensätze סמוכה und מופלגת sich im Sinne Maimuni’s nicht auf die Horizontaldistanz beziehen, sondern lediglich auf den vertikalen Abstand. Jener Grundsatz könnte also immerhin auf eine Entfernung von weniger als 4 Handbreiten in wagerechter Richtung erst recht Anwendung finden. Wie aber will er gegen diesen Einwand sich selbst verteidigen, der ja eine solche Auffassung jener Gegensätze weit von sich weist und dennoch dieses anrüchige אף על פי von unbekannter, fragwürdiger Herkunft adoptiert? Aus den angeführten Talmudstellen, ganz besonders aus der Disussion auf S. 85a geht doch bis zur Evidenz hervor, dass אין אדם אוסר על חברו דרך אויר nur במופלגת gilt, und במופלגת heisst doch nach R. Josef Karo eingestandenermaassen und ganz unzweifelhaft: In einer Entfernung von vier Handbreiten! וצע״ג]."
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+ "welche unterhalb der Öffaung zwei Maass fasst. Zwei סאה (s. K VII Anm. 49) ist das Durchschnittsmaass des im Laufe eines Tages in den Hof gegossenen Wassers Hat der Hof einen Flächenraum von 16 Quadratellen (s Anm 69), so wird dieses Quantum von der Erde aufgesogen, andernfalls läuft das Wasser auf die Strasse und darf daher nur dann ausgegossen werden, wenn es vom Hofe in eine Grube fliesst, welche vom Boden bis zur Öffnung, durch welche das Wasser abfliesst, zwei Maass fassen kann.",
+ "von innen aber nicht zu bedecken braucht. Diese Grube muss keineswegs im Hofe selbst sein, sie kann auch draussen auf der Strasse dicht an der Hofmauer sich befinden, so dass das Wasser aus dem Hofe unmittelbar hineinfliesst; nur muss sie in diesem Falle überdeckt sein, sonst ist sie bei einer Tiefe von weniger als 3 טפחים öffentliches Gebiet (רשות הרבים), bei grösserer Tiefe aber immerhin noch neutrales Gebiet (כרמלית), sofern ihre Grundfläche 4 Handbreiten im Geviert misst [Demnach brauchte die Grube nicht bedeckt zu werden, wenn sie bei noch so grosser Länge und einer Tiefe von 3 Handbreiten und darüber keine 4 טפחים in der Breite misst (מקום פטור; s. או״ח 345:19), oder wenn sie gar bei einer Grundfläche von mindestens 4 טפחים im Geviert 10 Handbreiten tief ist (רשות היחיד; das. 11)? Die Dezisoren schweigen darüber]."
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+ "darf man am Schabbat Wasser ausgiessen. Vorausgesetzt wird, dass die Gosse 4 Ellen breit ist. Doch ist diese Voraussetzung keineswegs Bedingung. Es ist nicht erforderlich, dass die bedeckte Fläche oder der Hof in der vorigen Mischna ein Quadrat bilde; es genügt vielmehr hier wie dort eine wie immer gestaltete Fläche von 16 Quadratellen, so dass das täglich ausgegossene Wasser von ihr aufgesogen werden kann. In diesem Falle gestattet R. E. b. J. das Wasser direkt in den Teil der Gosse zu giessen, welcher im Hofe sich befindet. Misst aber die bedeckte Fläche weniger als 16 Quadratellen, so würde das ausgegossene Wasser auch in den offenen Teil der Gosse, also in eine רשות הרבים (vgl. Anm. 59) beziehungsweise כרמלית (vgl. Anm. 54 u 55) gelangen.",
+ "Selbst wenn das Dach oder der Hof hundert Ellen hat. So dass das Wasser schon von dem im Hofe befindlichen Teil der Gosse aufgesogen werden könnte.",
+ "giesse man nicht auf die Mündung der Gosse. Weil diese, unähnlich der Grube der vorigen Mischna, das Wasser nur aufnimmt, um es sofort auf die Strasse zu leiten.",
+ "sondern man giesse vom Dache aus auf’s Dach. Bez. vom Hofe in den Hof. Sonst heisst מגג לגג von einem Dach auf’s andere. Hier wäre ein solcher Sinn Unsinn. מגג steht hier nur, um einem immerhin möglichen Missverständnisse vorzubeugen. Es war von Dach und Hof die Rede. Stünde nun אבל שופך הוא לגג, so könnte das vermisste או לחצר zu dem Irrtum verleiten, dass man das Wasser nur auf’s Dach ausgiessen darf, nicht aber in den Hof. Darum heisst es ausdrücklich: vom Dache aus auf’s Dach. Vom Hofe aus dagegen — so ist zu folgern — natürlich auf den Hof. Im Jeruschalmi fehlt übrigens מגג, und statt לגג steht הגג על.",
+ "Hof und Exedra ergänzen sich zu vier Ellen. Der Hof befand sich damals nicht hinter, sondern vor dem Wohngebäude, stiess also unmittelbar an die Exedra (Anm. 32). Haben nun Hof und Exedra zusammen erst eine Bodenfläche von 16 Quadratellen, so ist doch der Forderung in Anm. 67 Genüge geleistet, und es darf daher das Wasser in den Hof gegossen werden."
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+ "Ebenso zwei Wohnungen einander gegenüber. Wenn zwei Wohnhäuser (דייטא ist das gr. δίαιτα, welches neben anderen Bedeutungen auch die einer Wohnung hat) sich in den Hofraum Teilen, so ergänzen sich die beiden Hälften ebenfalls zu den erforderlichen 16 Quadratellen, und beide Parteien dürfen ihr Wasser in den Hof giessen (auch wenn sie keinen ‘Erub gemacht haben, nur dürfen sie es in diesem Falle nicht direct hingiessen; s. die folgende Anm.). Es ist also nicht nötig, dass der Hofraum so viel mal 16 Handbreiten messe, als er Einwohner hat; es genügt vielmehr der ebengenannte Flächenraum für noch so viel Parteien (שלחן ערוך I 377 Ende), da sie doch nicht alle auf einmal ihr Wasser ausgiessen, dieses mithin Zeit hat einzusickern. Das war es, was die Mischna noch nachträglich zu sagen für nötig hielt. So erklärt sich das so schwierige וכן auf die einfachste Weise. [Die kompilierte und wohl auch etwas gezwungene Erklärung des R. Jonathan hak-Kohen beruht auf einer lexikalisch nicht zu rechtfertigenden Auffassung von דייטא — der etymologische Versuch in תפארת ישראל (דיוטא=דיו תא=חדר זוגי=עלייה) ist ja doch nicht ernst zu nehmen — und leidet ausserdem an dem Fehler, dass sie einige Worte (סמוכות זו לזו) in die Mischna hineinlegen muss, die daselbst nicht stehen, und welche gleichwohl an Stelle des überflüssigen, ja störenden זו כנגד זו besser am Platze wären. Auch müsste es erst noch bewiesen werden, dass die vorschriftsmässigen 16 Quadratellen keine zusammenhängende Fläche zu sein brauchen. Gar so selbstverständlich ist das doch keineswegs! Im Gegenteil! Wenn die beiden דייטאות kein Ganzes bilden wie sollen sie sich da ergänzen? Was nützt das Vorhandensein des vorschriftsmässigen Flächenraumes, wenn sich das ausgegossene Wasser doch nicht über die ganze Fläche auszubreiten vermag? Es kann ja gar nicht anders, als in die הרבים רשות fliessen! Und was dem Zwecke einer Vorschrift so wenig entspricht, wie sollte das der Vorschrift selbst genügen können? ואע״פ שרמ״א פסק כן בס׳ שג״ז סע׳ א׳ ואיני כדי לחלוק המחמיר לא הפסיד. Endlich ist einzuwenden, dass nach dieser Erklärung Anfang und Schluss unserer Mischna in keinerlei Zusammenhang mit einander stehen, jener sich vielmehr an das Ende der vorigen anschliesst, während dieser gar an M. 9 auknüpft.]",
+ "verboten. Dieser Satz schliesst sich, wenn wir in der vorigen Anmerkung den Sinn des ersten Satzes recht ermittelt haben, in ungesuchter Weise enge an denselben an, und die ganze Mischna erscheint wie aus einem Gusse. Der Zusammenhang ist folgender: Zwei Wohnungen in einem Hofe ergänzen einander mit ihren Anteilen am Hofraume, und es dürfen daher beide Parteien am Schabbat ihr Wasser ausgiessen. Wie aber, wenn beide Hälften zusammen noch nicht über die vorgeschriebenen 16 Quadratellen verfügen, so dass die in M. 9 vorgesehene Grube hergestellt werden musste? In diesem Falle darf nur diejenige Partei ihr Wasser ausgiessen, welche die Grube gemacht hat, die andere nicht. Zur Begründung dieses Verbotes muss vorausgeschickt werden, dass die beiden Wohnungen nicht durch ‘Erub vereinigt sind. Keiner der Einwohner darf unter diesen Umständen irgendetwas aus dem Hause unmittelbar in den Hof schaffen (Einl. Abs. 1); wohl aber auf indirektem Wege, indem er z. B. Wasser in den Küchenausguss oder auf die Schwelle der Haustür giesst, von wo es dann in den Hof ablaufen mag. Hätte nun jede Partei für sich, oder hätten auch nur beide gemeinschaftlich die erforderliche Grube gemacht, so könnten beide ihr Wasser auf diese Weise ausgiessen. So aber ist es nur derjenigen gestattet, welche die Grube — auf ihrem Terrain, wie sich von selbst versteht — ausgehöhlt hat; die andere dagegen darf ihr Wasser, weil zu befürchten ist, dass sie es aus Rücksicht auf den Nachbar, um dessen Hofraum und Wohnhaus nicht zu beschmutzen, direkt in die Grube giessen könnte, am Schabbat überhaupt nicht ausgiessen. Natürlich kommt es hierbei nicht im Geringsten auf die Lage der Wohnhäuser zu einander an. Es ist gleichgiltig, ob sie einander gegenüber oder neben einander sich befinden. Das scheinbar überflüssige זו כנגד זו ist keine Einschränkung, sondern eine Begründung dieser Vorschrift, indem es auf diejenigen Wohnungsverhältnisse hindeutet, welche zu dem Verbote die Veranlassung gegeben haben. Wenn zwei Wohnhäuser einander gegenüber liegen, also durch die ganze Breite des Hofes von einander getrennt sind, so macht es sich ganz von selbst, dass die eine Hälfte des Hofraumes wie durch ein stillschweigendes Zugeständnis mehr zu der einen, die andere mehr zu der andern Wohnung gehört; häufig genug mag eine solche Scheidung der Kompetenzen auf Grund einer ausgesprochenen Übereinkunft oder rechtskräftiger Teilung auch formell bestehen. Gleichwohl genügt es, wenn die beiden Hälften zusammen 16 Quadratellen messen, da sie durch keine Wand von einander getrennt sind, mithin im Grunde doch nur einen Hof bilden. Macht aber die eine Partei eine Grube, so ist ihr die andere um so eher die Rücksicht schuldig, deren Gebiet nicht mit ihrem Spülwasser zu beschmutzen, als der Hof in diesem Falle sehr klein ist, das ausgegossene Wasser daher unvermeidlich auch das Wohnhaus des Nachbars verunreinigen muss. Diese Verhältnisse waren wiegesagt für das Verbot maassgebend; dieses selbst aber wurde, um nicht durch subtile Unterscheidungen Verwirrung anzurichten, ganz allgemein ausgesprochen, zumal auch bei anderer Lage der Wohnungen als Regel vorauszusetzen ist, dass diejenige Partei, welche die Grube macht, dieselbe schon aus Gründen der Bequemlichkeit und Reinlichkeit — von der Rücksicht, welche sie ihrerseits dem Nachbar schuldet, gar nicht zu reden — in der nächsten Nähe ihrer Schwelle machen und dadurch der andern Partei doch wieder die Rücksicht auferlegen wird, welche die Befürchtung nahe legt, dass sie ihr Spülwasser direkt in die Grube giessen könnte. Diese zarte Rücksicht hört aber auf ein Gegenstand der Befürchtung zu sein, wenn ein ‘Erub das Hinausschaffen der Geräte aus dem Hause in den Hof gestattet. Mit der Befürchtung fällt denn auch tatsächlich das Verbot. [S. Tosafot u. d. W. לא שנו, an deren Auseinandersetzung sich unsere Begründung dieses Verbotes trotz wesentlicher Abweichungen anlehnt. Was in תפארת ישראל gegen Tosafot eingewendet wird — מדסתם הש״ס משמע אפילו קרובה להם העוקה ג״כ אסור — fällt nach unserer Darstellung in sich zusammen; was dagegen dort zur Begründung der auffälligen Unterscheidung zwischen den Inhabern der Grube und ihren Nachbarn angeführt wird — ושאני אינך רעשו עוקה דמתוך כך יזברו לבלי לטלטל ולהוריד למטה — stösst auf ein nicht unerhebliches Bedenken: Braucht die Gemara zu sagen גזרה דלמא אתי לאפוקי במאני דבתים להתם? Schon ein direktes Hinausgiessen in den Hof ist ja verboten!] — Im Jeruschalmi fehlt übrigens die Konjunktion וכן an der Spitze unserer Mischna. Nach dieser Lesart wäre zu übersetzen: Wenn von zwei einander gegenüber liegenden Wohnungen der eine Teil eine Grube gemacht hat, der andere Teil aber keine Grube gemacht hat, so ist denen u. s. w."
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+ "Alle Dächer einer Ortschaft sind ein Gebiet. Eine und dieselbe רשות היחיד im Sinne der Einl. Abs. 1. Man darf also die auf dem einen Dache (es ist natürlich von den platten Dächern des Orients die Rede) befindlichen Gegenstände auf die anderen hinüberschaffen, obgleich die zugehörigen Wohnungen nicht durch ‘Erub vereinigt sind.",
+ "nur darf kein Dach um zehn (Handbreiten. טפחים ist zu ergänzen; s. K. VII Anm, 2.",
+ "Handbreiten. טפחים ist zu ergänzen; s. K. VII Anm, 2.",
+ "niedriger sein. Als das benachbarte. Denn wenn der Abstand so beträchtlich ist, können die beiden Dächer nicht mehr als ein Gebiet angesehen werden. Bildet doch selbst in einer רשות הרבים ein vier Daumenbreiten im Geviert messender Gegenstand eine רשות היחיד, wenn er nur 10 טפחים über den Boden sich erhebt, und derjenige macht sich einer schweren Sünde schuldig, der irgendetwas von dieser רשות היחיד auf den öffentlichen Platz oder umgekehrt von dem öffentlichen Platze auf diese רשות היחיד legt. Wie leicht könnte aber eine Verwechslung zur Übertretung dieses Verbotes führen, wenn dasselbe nicht auch auf Gegenstände ausgedehnt würde, welche in einer רשות היחיד 10 Handbreiten in die Höhe ragen! Nach R. Meïr wäre daher in K. VII M. 2 nicht gestattet, die Früchte von der Mauer auch nur in den Hof hinunter zu tragen, wie wir bereits das. Anm 8 kurz angedeutet haben. Aus demselben Grunde verbietet er hier, irgendetwas vom Hofe auf’s Dach oder von diesem in den Hof zu logen, desgleichen vom niedrigen auf das höhere Dach und umgekehrt. Und dieses Hinauf- und Hinunterschaffen ist nicht nur denen verboten, die auf dem niedrigern Dache stehen, sondern auch denen, die auf dem höhern sich befinden, obgleich es im Allgemeinen sehr unbequem ist, Gegenstände aus solcher Tiefe heraufzuholen, mithin die Befürchtung nicht eben nahe liegt, welche R. Meïr zu seinem Verbote veranlasst hat. Von dem Grundsatze ausgehend, dass die rabbinischen Verbote — die ja nach dem bekannten Worte der אנשי כנסת הגדולה (Abot I 1.) nur ein Gehege sein wollen, welches das göttliche Gesetz gegen Übertretungen schützen soll — lediglich das wirklich dieser Gefahr Ausgesetzte ins Auge zu fassen, nicht aber entfernten Möglichkeiten und unwahrscheinlichen Gesetzesverletzungen vorzubeugen haben (מלתא דלא שכיחא לא גזרו בה רבנן), könnte man zu der Ansicht gelangen, dass R. Meïr sein Verbot auf den Verkehr vom niedrigern Dache aus beschränkt; darum hebt er ausdrücklich hervor או נמוך עשרה, dass das Dach, mit welchem von den Nachbardächern aus ein Verkehr gestattet sein soll, nicht allein nicht höher, sondern auch nicht niedriger sein darf um 10 Handbreiten. Ist auch das Heraufholen aus der Tiefe nicht bequem, so ist dafür das Hinunterschaffen — wenigstens bei Gegenständen, die man werfen kaum — um so bequemer. Aber auch aus stylistischen Gründen sind die Worte או נמוך עשרה nicht so überflüssig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Es ist wahr, wenn von zwei Dächern das eine um 10 טפחים höher ist, so muss das andere notwendig um ebensoviel niedriger sein. Man vergesse aber nicht, dass in גבוה allein noch kein Komparativ liegt. ובלבד שלא יהא גג גבוה עשרה gäbe den ganz falschen Sinn, dass kein Dach 10 Handbreiten hoch sein darf. Um auszudrücken, dass keines die Nachbardächer mit 10 טפחים überragen darf, hätte R. Meïr גבוה על חברו עשרה sagen müssen. Statt dessen sagt er eleganter: גבוה עשרה או נמוך עשרה.",
+ "Jedes einzelne ist ein Gebiet für sich. Auch wenn sie alle in gleicher Höhe liegen. Das Dach gehört nach ihrer Meinung zum Wohnhause. Ebenso wie unter dem Dache jedes Wohnhaus ein besonderes Gebiet für sich ist, so auch auf dem Dache. Und ebenso wie unter dem Dache Gegenstände des einen Gebietes nur mittels ‘Erub in das andere Gebiet gebracht werden dürfen, so auch auf dem Dache. Nicht aber sind Hof und Holzplatz in diesem Sinne dem Hause zugehörig. Man darf also nach dieser Ansicht Gegenstände des einen Hofes auch ohne ‘Erub in den andern schaffen, desgleichen Gegenstände des einen Holzplatzes in den andern. Selbstverständlich ist dies nach R. Meïr, der ja sogar einen Komplex von Dächern als ein Gebiet betrachtet, erst recht gestattet. Dagegen verbietet er, wie wir oben gesehen haben, ohne ‘Erub irgend etwas vom Hole auch nur aufs eigene 10 טפחים hohe Dach und umgekehrt zu legen, was wiederum nach Ansicht der Weisen erlaubt ist. Diese Meinungsverschiedenheit beschränkt sich indessen auf die Frage, ob Dach und Hof desselben Hauses ein Gebiet bilden. Darin herrscht jedoch volle Einhelligkeit zwischen ihnen, dass Hof und Holzplatz sowie Dach und Holzplatz sogar desselben Hauses zwei Gebiete bilden, zwischen denen ein Transportverkehr ohne ‘Erub unstatthaft ist.",
+ "Sowohl Dächer als Höfe als auch Holzplätze. Die Holzplätze befanden sich hinter dem Hause, und waren ebenso wie die Höfe, die vor dem Hause sich befanden, von einer Mauer umschlossen, also רשות היחיד. Nur wenn ihr Flächenraum mehr als 5000 Quadratellen betrug, wurden sie als neutrales Gebiet (כרמלית) angesehen (K. II Anm. 12).",
+ "die am Schabbat im Hause sich befinden. Man darf also ohne ‘Erub nicht nur Gegenstände des einen Hofes in den andern und solche des einen Holzplatzes in den andern (was ja sowohl die Weisen als R. Meïr schon gestatten), desgleichen Gegenstände des Daches in den eigenen Hof (was zwar nach R. Meïr verboten, aber schon von den W. erlaubt ist) oder auf ein anderes Dach (was wieder schon R. M. unter Umständen gestattet, obgleich die Weisen es verbieten), sondern sogar Gegenstände des Hofes auf fremde Dächer und Holzplätze, solche des Holzplatzes auf fremde Dächer und Höfe und solche des Daches unter allen Umständen selbst auf fremde Höfe und Holzplätze, geschweige denn auf fremde Dächer und eigene Höfe oder Holzplätze schaffen. Nur Gegenstände des Hauses — das sind solche Gegenstände, die bei Schabbateingang in der Stube waren, mögen sie augenblicklich liegen, wo sie wollen — darf man ohne ‘Erub in keinen dieser Räume bringen, selbst wenn sie zur eigenen Wohnung gehören, ebenso wie man auch umgekehrt nichts aus diesen Räumen ohne ‘Erub in die Stube schaffen darf. Denn die Wohnungen bilden als Privaträume im allerengsten Sinne unbestritten jede ein besonderes Gebiet für sich. Nur um חצר ,גג und קרפף dreht sich der Streit der Meinungen, die wir der bessern Übereicht wegen hier rekapitulierend zusammenstellen wollen. Nach R. Simon ist ein Komplex von Dächern, Höfen und Holzplätzen zusammen ein einziges Gebiet, nach R. Meïr je ein Komplex von Dächern, Höfen oder Holzplätzen, nach den Weisen ein Komplex von Höfen oder Holzplätzen, sowie Dach und Hof desselben Hauses; je zwei Gebiete bilden nach R S. zwei verschiedene Häuser (Wohnungen), Haus und Hof, Haus und Dach, Haus und Holzplatz, nach R. M. und den W. ausserdem Dach und Holzplatz, Hof und Holzplatz, dazu nach R. M. noch Dach und Hof und nach den W. noch die Dächer verschiedener Häuser."
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+ "das kleine aber beschränkt. Ein noch so hohes und noch so geräumiges Dach ist nur dann Privatgebiet (רשות היחיד), wenn man auf ihm stehend rings die Außenwände des darunter befindlichen Hauses sehen kann, in welchem Falle dieselben als nach oben verlängert betrachtet werden (vgl. den Begriff Säule in Anm. 14; וצ״ע במג״א שע״ד ה׳). Ein vorspringendes Dach ist also keine רשות היחיד, sondern neutrales Gebiet (כרמלית). Von solchem Dache kann hier nicht die Rede sein (denn in der כרמלית ist der Transport von Gegenständen ohnehin auf 4 Ellen beschränkt), es stände denn durch eine Tür oder ein Fenster (gewöhnlich stieg man an einer Leiter vom Hofe aus auf’s Dach) mit einer der Wohnstuben in Verbindung, in welchem Falle es gleichfalls רשות היחיד ist. Nach Kap. VII Anm. 10 ist nun das kleine Dach genötigt mit dem grössern den ‘Erub gemeinsam zu machen, aber nicht umgekehrt. Dort ist zugleich ersichtlich, dass unter dem kleinen Dache ein solches zu verstehen ist, dessen Breite nicht mehr als zehn Ellen beträgt. Das grössere Dach ist ein solches, welches auf beiden Seiten um mindestens je 3 Handbreiten über das kleine hinausragt. Unter dieser Voraussetzung ist das kleine Dach im Sinne von K. VI Anm. 1 durch das grössere beschränkt, d. h. man darf von ihm nichts ins Haus hinunter und keinen Gegenstand des Hauses auf dasselbe hinauftragen, solange es nicht mit dem grössern Nachbar durch ‘Erub vereinigt ist. Wohl aber darf man auch ohne diesen ‘Erub Gegenstände des Hauses auf das zugehörige grössere Dach schaffen, desgleichen das auf diesem Befindliche herunterholen. Das grössere würde durch das kleine Dach nur dann beschränkt, wenn die Berührungslinie beider mehr als 10 Ellen betrüge.",
+ "Hat ein grösserer Hof einen Durchbruch. Der schon vor Eintritt des Schabbat vorhanden war; vgl. K. VII Anm. 19.",
+ "nach einem kleinen hin. Nämlich einem solchen, dessen Breite nicht mehr als 10 Ellen beträgt.",
+ "so ist der grössere unbeschränkt. Durch die kleinere, d. h. er braucht mit diesem nicht durch ‘Erub vereinigt zu werden; es genügt, wenn seine Bewohner unter sich den ‘Erub gemacht haben.",
+ "der kleine aber beschränkt. S. K. VII Anm. 10 und vgl. Anm. 7 in unserm Kapitel.",
+ "weil er. Der Durchbruch; aus נפרצה ist hier פרצה zu ergänzen (vgl. K. 1 M. 8). Man kann aber auch היא als pronomen neutrum auffassen und demgemäss übersetzen: weil es wie ein Eingang des grössern ist. In K. VII M. 2 steht in diesem Sinne הוא. Eine gewisse, man möchte sagen unwillkürliche Rücksicht dort auf das männliche כותל, hier auf das weibliche חצר scheint bestimmend eingewirkt zu haben auf die Wahl zwischen den beiden zulässigen Formen des pronomen neutrum.",
+ "Ist ein Hof nach einem öffentlichen Gebiete hin durchbrochen. U. z. entweder vollständig oder so, dass die Lücke mehr als 10 Ellen lang ist.",
+ "weil er wie neutrales Gebiet ist. Räume von mindestens 4 טפחים im Geviert, rings von Wänden eingeschlossen, die wenigstens 10 טפחים hoch sind, selbst Säulen, Gruben und dgl. von den genannten Dimensionen sind Privatgebiet; öffentliches Gebiet sind die grossen Centren des öffentlichen Verkehrs nebst seinen Hauptadern und deren wichtigsten Verzweigungen, namentlich also die offenen Plätze und Strassen, deren Breite nicht weniger als 16 Ellen beträgt; neutrales oder Zwittergebiet sind diejenigen Räume, welche Teils die Merkmale des öffentlichen, Teils die des Privatgebietes an sich tragen, denen daher der Verkehr mit keinem dieser Gebiete am Schabbat gestattet ist, also einerseits Privatbesitz, der wie Felder, Wiesen [Wälder? עי׳ ר״מ ונושאי כליו], vorspringende Dächer (Anm. 7) u. dgl. nicht umfriedet ist, andererseits solche öffentliche Räume, welche der Strom des allgemeinen Verkehrs zu meiden pflegt, wie schmale Gässchen, Colonnaden, Wasserläufe (K. VIII Anm. 54—55), sowie diejenigen Erhöhungen und Vertiefungen auf Strassen oder Plätzen, deren Querschnitt 4 Handbreiten und darüber im Geviert beträgt, und deren Höhe weniger als 9 bezw. 10, midestens aber 3 טפחים misst. Der Vollständigkeit wegen sei hier auch noch der מקום פטור oder freie Ort angeführt, welchem der Verkehr sowohl mit privatem als auch mit öffentlichem Gebiete am Schabbat offensteht, und den wir daher als kommunes Gebiet bezeichnen wollen. Solches Gebiet darf nicht missbraucht werden, um zwischen öffentlichem und Privatgebiet den Verkehr zu vermitteln; ja selbst aus einer כרמלית darf man keinen Gegenstand auf מקום פטור legen, um ihn auch nur später (s. Babli 101b), sei es eigenhändig, sei es durch einen Andern, von dort nach רשות היחיד oder רשות הרבים zu schaffen, was freilich einige Autoritäten bestreiten. Wer einen Gegenstand aus einem Privatgebiete in ein öffentliches, aus einem öffentlichen in ein privates, oder 4 Ellen weit innerhalb eines öffentlichen trägt, ist straffällig; wer einen Gegenstand aus neutralem Gebiete, sei es in ein öffentliches, sei es in ein privates, oder umgekehrt, oder auch nur 4 Ellen innerhalb eines neutralen Gebietes trägt, ist zwar straffrei, hat aber ein rabbinisches Verbot übertreten. Wenn also die Weisen den in Rede stehenden Hof als כרמלית betrachten, so ist das Tragen eines Gegenstandes aus ihm in eine רשות היחיד ebenso straffrei verboten wie aus ihm in eine רשות הרבים und es muss daher befremdend auffallen, das sie nicht lieber mit Weglassung der Worte von מתוכה bis לתוכה ihre von dem Standpunkte des R. Eli‘ezer abweichende Stellung zur Frage einfach durch das kurze Wörtchen פטור kennzeichnen. Es liegt aber in der gewählten Form des Widerspruchs, so gespreizt sie auf den ersten Blick erscheint, eine Feinheit der Polemik, welche freilich besser empfunden als kritisch zerlegt und auseinandergesetzt werden kann. Hiesse es hier: וחכמים פוטרין מפני שהיא ככרמלית, so wäre damit allerdings das Nötige gesagt, aber noch lange nicht die ganze Schärfe des Gegensatzes zur vollen Anschauung gebracht. Man bedenke nur! R. Eli‘ezer bringt diesen Hof [oder einen bestimmten Teil dieses Hofes; s. Gemara] in den denkbar schroffsten Gegensatz zur רשות היחיד. Hätten die חכמים nun seinem חייב nichts weiter als ihr פטור entgegeuzusetzen, so würde derselbe höchstens ein wenig gemildert und die ganze Meinungsverschiedenheit ausschliesslich auf den Grad der Sündhaftigkeit beschränkt, denn sündhaft ist die Handlung auf jeden Fall. So aber tritt der Widerstreit der Meinungen energisch hervor, indem die Weisen eben das, was R. E. als רשות הרבים bezeichnet, immerhin in einen gewissen Gegensatz zur רשות הרבים stellen. Dazu kommt, dass es zwei Hauptarten von כרמלית gibt, wie wir oben angedeutet haben, eine solche, die mehr die Merkmale eines Privatgebietes an sich trägt, aber nicht alle Bedingungen einer רשות היחיד erfüllt, und eine solche, welcher wiederum eher der Charakter eines öffentlichen Gebietes zukommt, nur dass sie nicht ganz den Anforderungen an eine רשות הרבים entspricht. Ohne Zweifel gehört der streitige Hof zur ersten Gruppe. Mit Recht halten es daher die Weisen für weniger nötig hervorzuheben, dass er keine הרבים רשות ist, als zu betonen, dass er trotz alledem keine רשות היחיד ist, und auch aus diesem Gesichtspunkte erscheint es gerechtfertigt, dass das Hauptgewicht auf מתוכה לרשות הרבים או מרשות הרבים לתוכה, auf פטור aber nur ein Nebenton gelegt wird. Endlich ist eine Regel, von der es im Schabbatgesetz nur drei Ausnahmen gibt, dass in dem Worte פטור neben der Bedeutung der Straffreiheit, ebenso deutlich und ausgesprochen die der Unstatthaftigkeit liegt. Wenn die Mischna sagt: es ist etwas straffrei, so sagt sie damit zugleich: aber es ist verboten (פטור אבל אסור). Schon darum allein können sich die Weisen nicht mit einem lediglich negativen פטור begnügen, welches die von R. E. als Verbrechen gebrandmarkte Handlung zu einem blossen Vergehen stempelt; sie wollen diesem vielmehr mit der positiven Behauptung entgegentreten, dass eine nach seiner Ansicht völlig erlaubte Handlung, nämlich das Hinausschaffen von Gegenständen aus diesem Hofe in ein öffentliches Gebiet und umgekehrt, nach ihrer Meinung, wenn auch nicht strafbar, so doch verboten sei."
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+ "der an seinen beiden Seiten. Da ein Hof mehr als 2 Seiten hat, so kann unter שתי רוחותיה nur eine der Ecken verstanden werden, an denen je 2 Mauern zusammenstossen. Eine Lücke in der Mitte der Umfassungsmauer wird als Eingang betrachtet (s K. I M. 8) und ist daher gestattet, solange sie nicht grösser als 10 Ellen ist. Nicht so ein Mauerbruch in der Ecke. Ein solcher kann niemals als Eingang angesehen werden, weil man im Winkel niemals einen Eingang macht.",
+ "nach öffentlichem Gebiete hin durchbrochen wurde. U. z am Schabbat.",
+ "welches an seinen beiden Seiten durchbrochen wurde. Auch hier ist ein im Laufe des Schabbats eingetretener Mauereinsturz in einer der Ecken des Hauses gemeint. Das zugehörige Stück der Decke ist mitgerissen worden. Wäre es stehen geblieben, so würde das Haus trotz der Lücke als intact betrachtet. Desgleichen der Hof, wenn er in der eingestürzten Ecke mit einer צורת פתח versehen wäre; vgl. K. I Anm 28.",
+ "deren Balken oder Pfosten. S. K. I M. 2—7. Wie dort ersichtlich hat ein מבוי nach Bet Hillel nur eine קורה oder einen לחי. Daher will Raschi hier Subject und Prädicat in die Einzahl setzen. So ist auch wirklich die Lesart im Jeruschalmi: שנטלה קורתו או לחיו. Da es sich aber um einen Ausspruch des R. Juda handelt, lässt sich die Mehrzahl rechtfertigen, wenn man annimmt, dass von einem מבוי מפולש (s. die folg. Mischna) die Rede ist, welcher nach R. Juda zwei Balken oder zwei Pfosten hat (Anm. 26). [S. Tosafot 17a u. d. W. קורות, deren Einwand gegen unsere Lesart einigermaassen befremdlich ist; wir sagen doch sonst in solchem Falle: כוחא דהתירא עדיף!]",
+ "niedergerissen wurden. Auch hier ist ein im Laufe des Schabbats eingetretener Mauereinsturz in einer der Ecken des Hauses gemeint. Das zugehörige Stück der Decke ist mitgerissen worden. Wäre es stehen geblieben, so würde das Haus trotz der Lücke als intact betrachtet. Desgleichen der Hof, wenn er in der eingestürzten Ecke mit einer צורת פתח versehen wäre; vgl. K. I Anm 28.",
+ "sind am selben Schabbat erlaubt. Man darf in ihnen, obgleich sie jetzt nicht mehr den rabbinischen Anforderungen an eine רשות היחיד genügen, nach wie vor den ganzen Tag hindurch so verkehren, als ob sie noch immer vollkommenes Privatgebiet wären, und alle die Handlungen vornehmen, welche nur in einer רשות היחיד gestattet sind.",
+ "für die Zukunft aber verboten. Erst vom nächsten Schabbat ab treten für sie alle die Verbote in Kraft, welche in einer כרמלית gelten."
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+ "Wenn man einen Söller über zwei Häuser. Welche zu beiden Seiten einer Strasse oder einer andern רשות הרבים stehen.",
+ "hinweg baut und desgleichen Viaducte. Diese werden גשרים מפולשים, offene Brücken genannt, weil sie im Gegensatz zu den gewöhnlichen Brücken, wie sie über Wasserläufe gelegt werden, auf zwei hohen Pfeilern ruhen, zwischen welchen man hindurchgehen kann, hier sind Strassenüberführungen, Viaducte in רשות הרבים zu verstehen, unter denen der öffentliche Verkehr sich fortbewegt.— Es ist מפלּשׁ mit Schin (und nicht mit Sin) zu lesen. So ist auch die herkömmliche Aussprache (in den Tischgesängen für den Schabbatabend reimt z. B. פּלּש auf שׁׅלֵּשׁ), und so sah man es auch in den Liturgieen punktirt, bis W. Heidenheim kam und das Schin überall in Sin verwandelte. Dieser ausgezeichnete Kenner des Hebräischen hatte die Entdeckung gemacht, dass Raschi zu Ijob 37, 16 das Wort מפלשֹי durch גלויי erklärt und begründete damit an verschiedenen Stellen seines Machzor (so z. B. im Silluk des Morgengebetes für den Versöhnungstag) den von ihm gegen dieses Schin unternommenen erbarmungslosen Vernichtungskrieg, in welchem ihm die späteren Herausgeber der Festgebete — unter anderen sogar Michael Sachs — Heeresfolge leisteten. Mit Unrecht fürwahr! Das Neuhebräische hat das Sin nur in Stämmen beibehalten, welche in der Bibel so häufig sind wie שדה ,עשרה ,שמח ,עשה u. a. In selten oder gar nur vereinzelt vorkommenden Wörtern verwandelt es dasselbe in ס; vgl. z. B סכין, סחט ,חרס ,יוחסין und selbst תפס. Dazu kommt, dass מפלשי a. a. O. aller Wahrscheinlichkeit nach von פלס abzuleiten ist und hier nur ausnahmsweise für מפלסי עב (schwebende Wolken) steht, wie שערה das. 9,17 für סערה und das viermal in diesem Buche und nur in diesem Buche auftretende כעש für das in den übrigen Büchern nicht etwa vorherrschende, sondern alleinherrschende כעס. Was aber für die Beibehaltung der überlieferten Aussprache am entscheidendsten in die Wagschale fällt, ist das syrische ܦܠܰܫ (durchbrechen). Dass Raschi מפלשי für gleichbedeutend mit גלויי hält, kann nicht einmal dafür als Beweis gelten, dass in seiner Zeit מפולש mit Sin ausgesprochen wurde; denn Raschi will gar nicht die beiden Stämme identifizieren, er benutzt nur ihre Lautverwandtschaft, um durch dieselbe den Sinn des ἅπαξ λεγόμενον zu ergründen.",
+ "Juda. Nach seiner Meinung genügen die 2 Wände, um eine רשות היחיד herzustellen.",
+ "Die Weisen aber verbieten es. Nach ihrer Ansicht sind mindestens 3 Wände dazu erforderlich.",
+ "Man kann in einer offenen Strasse. Offene (wörtlich durchbrochene; s. Anm. 22 g. Ende) heissen diejenigen Strassen, die mit beiden Enden frei in öffentliches Gebiet münden, an keinem derselben verbaut sind, so dass man durch sie in grader Linie von einer רשות הרבים in die andere gelangt.",
+ "‘Erub machen. Indem man an den beiden Enden der Strasse je einen Balken oder Pfosten anbringt und dann sämmtliche Bewohner derselben durch den Schittuf (Einl. Abs. 2) vereinigt. Balken oder Pfosten sind nur von den Rabbinen als Merkmale (משום הכירא) angeordnet, um Verwechslungen mit רשות הרבים zu verhüten. Im Grunde bilden ja schon 2 Wände nach R. Juda eine רשות חיחיד (Anm. 23).",
+ "Die Weisen aber verbieten es. Balken oder Pfosten sind nach ihrer Meinung nur in Sackgassen angebracht. Ist eine Strasse auf 3 Seiten von Gebäuden eingefasst, dann genügt an der vierten, offenen Seite ein Balken oder Pfosten als Memento; ist aber wie hier die Strasse an beiden Enden offen, dann muss an dem einen eine צורת פתח (Kap. I Anm. 6) hergestellt werden, durch welche die fehlende dritte Wand (Anm. 24) ersetzt, und somit die offene Strasse gleichsam zu einer geschlossenen, blind vorlaufenden gemacht wird, so dass am andern Erde ein Balken oder Pfosten hinreicht."
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+ "Wer Tefillin findet. Auf freiem Felde oder offener Heerstrasse, wo sie der Entweihung ausgesetzt sind, von wo sie aber nicht ohne Weiteres in die Stadt geschafft werden dürfen, weil man ausser den Kleidungsstücken, mit denen man bekleidet ist, keinen Gegenstand auch nur 4 Ellen weit auf öffentlichem oder neutralem Gebiete (s. K. IX Anm. 14) tragen darf.",
+ "trage sie. Nachdem er sie vorschriftsmässig angelegt hat, so dass sie als Kleidungsstücke gelten können.",
+ "paarweise. Die eine am Arme, die andere auf dem Kopfe.",
+ "hinein. In das erste beste Haus, in welchem sie hinreichend geschützt sind.",
+ "R. Gamliel sagt: jezwei (Paare. Die Tora verbietet im 5. Buche (4, 2 und 13, 1), dem Worte Gottes etwas hinzuzufügen. Dieses Verbot kann unmöglich die Auferlegung neuer, in der Tora nicht begründeter Pflichten untersagen wollen. Denn was die freiwillig übernommenen Verpflichtungen betrifft, so hat die Tora selbst im 4. Buche 30,3 nichts gegen dieselben einzuwenden; hinsichtlich der mit allgemeiner Verbindlichkeit von der zuständigen Behörde erlassenen Anordnungen aber braucht nur darauf hingewiesen zu werden, dass die Propheten die Hinzufügung von 4 Fasttagen (Zecharja 8,19) zu dem Versöhnungstage geschehen Hessen. Auch die von den Männern der grossen Versammlung eingeführte Gebetordnung fiele unter dieses Verbot, wenn es wirklich den Sinn hätte, welchen die sich rationell nennende Auslegung in dasselbe hineinlegt. Und da das Religionsgesetz zugleich die Grundzüge eines bürgerlichen Gesetzbuches enthält, so könnte in aller Zukunft keine neue Rechtsfrage entschieden werden, denn es wäre ja kein Gerichtshof befugt, neue Rechtssätze aufzustellen. Vernunft wird Unsinn, wenn eine solche Exegese sich die vernunftgemässe nennen darf. Wie viel rationeller ist da die überlieferte Auflassung, nach welcher in Deut. 4,2 und 13,1 nur solche Zusätze verboten sind, welche entweder in eine Fälschung des Gotteswortes oder in eine Abweichung von demselben ausarten: In eine Fälschung, sofern es neue Verordnungen sind, welche mit dem Anspruch auf Göttlichkeit auftreten, Menschensatzung, die sich anmaasst, göttlichen Ursprungs zu sein; in eine Abweichung, sofern es sich um bestehende Religionsvorschriften handelt, welche bei der Ausübung derselben durch willkürliche Zuthaten mehr oder weniger in ihrem Wesen abgeändert und verunstaltet werden (רמב״ם und ראב״ד Hil. Mamrim II 9). Indem die Tora uns an beiden Stellen eine gewissenhafte Beobachtung ihrer Gebote an’s Herz legt, macht sie uns zur Pflicht, dieselben genau in der vorgeschriebenen Weise ohne jeden Zusatz wie ohne jede Weglassung zu erfüllen. Es liegt nun in der Natur der Sache, dass eine Verletzung des in Rede stehenden Verbotes ohne die Absicht, ein göttliches Gebot zu erfüllen, durch »Fälschung« undenkbar, wohl aber durch »Abweichung« möglich ist. Ein Kohen z. B., der die Gemeinde segnet und hierbei aus Versehen, Irrtum oder Unwissenheit zu den drei vorgeschriebenen Segenssprüchen einen vierten hinzufügt, hat es ohne Vorsatz übertreten, selbst wenn er dabei an das Gebot in Num. 6, 23—27 gar nicht dachte, und ihm die Absicht, es auszuüben, damals noch so fern lag; desgleichen wer am ersten Tag des Hüttenfestes statt der vorschriftsmässigen vier Pflanzenarten (Lev. 23, 40) deren fünf nimmt. Also auch derjenige, welcher zwei Paar Tefillin anlegt, und geschähe es auch ohne jeden Gedanken an das Tefillin gebot, und geschähe es auch nur, um sie vor Verunglimpfung zu bewahren? Ohne Zweifel — vorausgesetzt, dass er es nicht zu einer Zeit tut, welche der Tefillinpflicht gar nicht unterliegt. Bei der Ausübung von Geboten, welche an eine gewisse Zeit gebunden sind, ist nämlich — und auch das liegt in der Natur der Sache — ein gedankenloses Hinzutun zum Worte Gottes nur innerhalb dieser Zeit möglich; ausserhalb derselben ist es nicht mehr das Wort Gottes, welches durch die Zutat entstellt wird, es sei denn, dass die Absicht vorhanden ist, das biblische Gebot in dieser veränderten Form zu erfüllen — dann aber ist es wieder kein unbeabsichtigtes Hinzutun. Ausserhalb des Hüttenfestes ist es gestattet, den erwähnten vier Pflanzenarten so viele hinzuzufügen, als man nur irgend will, sofern man sich nicht einbildet, dadurch die Vorschrift der Tora zu erfüllen. R. Gamliel ist nun der Ansicht, dass das Tefillingebot auf die Wochentage beschränkt ist. Am Schabbat ist es daher gleichviel, ob man nur ein Paar Tefillin oder deren mehrere anlegt. Beides ist verboten, wenn man dabei die Absicht hat, einer uns von Gott auferlegten Pflicht gerecht zu werden; beides ist gestattet, wenn man sich mit den Tefillin blos schmücken oder dieselben wie im vorliegenden Falle vor Verunglimpfung bewahren will. Muss man sie zu diesem Zwecke auf freiem Felde oder gar auf öffentlicher Strasse tragen, darf man freilich nur zwei Paare zugleich anhaben, weil man sie dann vorschriftsmässig anlegen muss (Anm. 2), unter dieser Voraussetzung aber sowohl auf dem Kopfe als am Arme Dur Raum ist für je ein Paar derselben. R. Meïr dagegen ist der Meinung, dass sich das Tefillingebot auf den Schabbat miterstreckt. Wer daher an diesem Tage zwei Paar Tefillin anlegt, und tut er es auch zu ihrem Schutze, der hat in guter Absicht zwar, aber doch immerhin ein Verbot übertreten, indem er statt der vorgeschriebenen vier Bibelabschnitte deren acht um Stirn und Arm sich band. Darum gestattet er die gefundenen Tefillin nur paarweise in Sicherheit zu bringen.",
+ "so ist er dem enthoben. Tefillin, deren Verfertiger nicht als zuverlässig bekannt ist, dürfen erst nach Öffnung der Kapseln und sorgfältiger Prüfung ihres Inhalts in Gebrauch genommen werden. Solche aber, die auf freiem Felde gefunden werden, sind schon dadurch allein in hohem Grade verdächtig (vgl. Baba M. 12b unten). Gewissheit kann man sich am Schabbat nicht verschaffen, da man die Kapseln nicht öffnen darf. Man braucht daher nur alte Tefillin zu retten, denen man anmerkt, dass sie schon in Gebrauch waren, deren Heiligkeit also trotz der Möglichkeit, dass sie mittlerweile unbrauchbar geworden, nicht bezweifelt werden kann; neue dagegen kann man ruhig liegen lassen, sie sind aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht verloren, sondern als unbrauchbar weggeworfen worden. [Jeruschalmi: ישנות בדוקות וחדשות אין בדוקות ; ähnlich Babli, wo jedoch wegen einer Schwierigkeit, welche im Jer. geschickt umgangen ist, einer andern Definition von ישנות und חדשות der Vorzug gegeben wird.]",
+ "Findet er deren ganze Häufchen oder Päckchen. So dass er vor Anbruch der Nacht doch nicht fertig würde, wenn er sie nach und nach paarweise hineintragen wollte.— Zwischen צבתים und כריכות besteht nach Babli z. St. weiter kein Unterschied, als dass in diesen die Tefillin zu einem Päckchen zusammengebunden, in jenen dagegen paarweise gebunden lose über einander liegen. [Durch diese Erklärung im Verein mit der Tatsache, dass die aus zwei Teilen bestehende Zange צבת heisst, wurde Levy (chald. Wörterb. ü. d. Targumim) zu dem Irrtum verleitet, dass die Grundbedeutung paaren ist. Demgemäss übersetzt er, obgleich צבתים doch schon in der Bibel (Rut 2,10) vorkommt, לא יעשה אותן כריכות אבל מניחן צבתים (Menachot X 9): »er soll sie nicht in Gebunde, sondern die Ähren paarweise zusammenbinden.« Und diese zwecklose, ja unsinnige Arbeit soll die weniger mühsame sein und darum mit Rücksicht auf das Halbfest (es handelt sich um das am 16. Nissan darzubringende Omer — 3. B M. 23, 10 f.) vor dem Garbenbinden den Vorzug verdienen?! Schon das Wort מניחן deutet darauf hin, dass unter צבתים in der Landwirtschaft die noch nicht gebundenen Häufchen zu verstehen sind, zu welchen die Halme mit der Egge zusammengerafft werden, ehe man sie in Garben vereinigt. Der Stamm צבת, mundartlich צבט (Rut 2, 14; vgl. ושחטה שטים העמיקו in Hob. 5, 2 mit העמיקו שחתו das. 9, 9) heisst zusammenraffen. Die Wurzel ist צב mit der Grundbedeutung fassen oder greifen, welche noch sehr deutlich hervortritt in den Wörtern ضبث anfassen, צבת Zange (gr. λαβίς, lat. forceps), مضابث Kralle, אצבע Finger (ar. اصبع syr. ܨܶܒܥܳܐ; die Ableitung von صبغ eintauchen ist zu weit hergeholt), בית הצביטה (Chagiga III 1) Griff, Henkel (λαβή, capulus), צבע (2. Targ. Ester 3,7) ergreifen, ضبع Arm (davon ضبع 1. den Arm ausstrecken, 2. gewalttätig sein; vgl. בעלי זרוע) und zugleich Name eines Raubtieres (Hyäne, צבוע). Nahe verwandt ist die Wurzel צם mit derselben, in צמים (Schlinge) und ضمر IV (fassen, begreifen, concepit) noch erkennbaren Grundbedeutung, welche in den meisten der aus diesen beiden Wurzeln herausgewachsenen Stämmen sich zu der Bedeutung zusammenfassen entwickelt hat So in ضبر, ضف und ضمد IV sammeln, in צום sich versammeln (Jes. 58,4; insbesondere von Bußversammlungen, daher fasten und arab. صم sich überhaupt jeglichen Genusses enthalten), ضب IV sich ansammeln, wimmeln, צבר ansammeln, häufen, צבתים, اضمامة Häufchen, Päckchen, ضغا überströmen, צבה, ضب und ضغد XI anschwellen, צמח wachsen; in צבא sich zusammenschaaren, ضم vereinigen, צבא, ضغة und اضمامة Schaar, ضب II, ضم VIII umfassen, enthalten, ضبط festhalten, ضمز geizen; in צבט zusammenraffen, ضب II an sich reissen, ضبا IV sich bemächtigen, ضمضم wegnehmen, ضوى IV, ضمى, ضام prellen, vergewaltigen, צמת hinwegraffen (vgl. אסף sammeln und vernichten, قبض = קבץ zusammenfassen und Passiv sterben); in צפופים ,צמצם, ضف zusammendrücken, sich drängen, ضبس bedrängen, ضغن zusammenziehen, צפד sich zusammenziehen, צמק zusammenschrumpfen, צמוקים Rosnien, getrocknete Weintrauben, ضمد vertrocknen, צמד, وصم, ضغط und صغد zusammenspannen, zusammenbinden, ضاف IV verbinden, zusammenschliessen, ضبة Riegel, ضمن bürgen, haften, (d. h. sich binden; vgl. صبر binden und bürgen), צוות ,צבת sich verbinden, gesellen, ضيف Gastfreund, נצמד u. ضم VII sich eng anschliessen, anschmiegen. Aus dem Begriff des festen Anschlusses zweigen sich ab: 1) צמיד Armband, צמיד Topfdekel, صمام Stöpsel, צמה Schleier, صماء Mantel, ضماد Verband, צמד (Targ. v. חבש, Ez. 34,4 u. 16) einen Verband anlegen, צמצם verschleiern, ضمر IV verbergen, ضمس heimlich naschen, ضاب sich verstecken, ضبا IV verhüllen, צפן verdecken, צפה überziehen, צבתא, ܒܳܬܳܐ, Schminke, ضمج und ضمخ bestreichen, benetzen, צבע, صبغ, färben, eintauchen; 2) صبا hinneigen, lieben, צבי und
, begehren, wünschen (davon צבי Herrlichkeit, Zierde; vgl. חמדה und מחמד von צפה), חמד mit den Blicken verlangen (daher sowohl sehnsuchtsvoll ausschauen als lauernd spähen, dann überhaupt schauen), ضمج lüstern sein, ضبع begehren, צמא dursten, ظمئ heftig verlangen, צוה fordern, befehlen. So sehr sich auch diese beiden Wortgruppen je weiter je mehr von einander entfernen, verleugnen sie doch niemals ihren gemeinsamen Ursprung; vgl. חׇשַׁק begehren mit חׅשַּׁק verbinden, אוה wünschen mit ܐܽܘܝ vereinigen, اوصى befehlen mit وصى zusammenschliessen. — — Gegen unsere Gewohnheit haben wir uns hier die Erklärung eines Ausdrucks gestattet, welcher bereits dem Sprachschatz der Bibel angehört; einmal weil es darauf ankam, den wahren Sinn des in der heiligen Schrift nur an einer Stelle vorkommenden Wortes צבתים festzustellen, hauptsächlich aber weil die etymologische Entwicklung der zur selben Wurzel gehörigen Stämme in Gesenius’ Handwörterbuch (8. Aufl. Leipzig 1878) zu viel des Falschen und Unnatürlichen enthält.] Der Vrf. von תפארת ישראל hat die Bedeutung von צבתים richtig erkannt, konnte sich aber nicht erklären, warum die Gemara es nicht vorzieht, den mehr sachlichen Unterschied zu machen, dass unter צבתים grössere Haufen von Tefillin zu verstehen sind, welche ihrer grossen Menge wegen bis Schabbatausgang unmöglich paarweise heimgebracht werden können, unter כריכות dagegen kleinere Bündel, aus denen man wieder mit Rücksicht auf das Verbot, am Schabbat einen Knoten zu lösen, die Tefillin nicht herausnehmen kann, um sie vorschriftsmässig anzulegen. Allein abgesehen davon, dass man mit dem Sprachgebrauch nicht rechten kann, und dass es noch weniger angeht, sich denselben je nach Bedürfnis zu schnitzen und zu modeln, scheint der gelehrte Autor dem Plural in כריכות nicht die genügende Beachtung geschenkt und ausserdem auch noch übersehen zu haben, dass man die Tefillin einzeln aus dem Bündel herausziehen kann, ohne an dem Knoten auch nur zu rütteln, und dass man im Nothfalle die Schnur durchreissen, ja sogar durchschneiden darf, um dieselben vor Verunglimpfung zu schützen (s. Schulchan ‘Aruch I 314, 7—9 und Magen Abr. das. Anm. 14).",
+ "so warte er bei ihnen die Dunkelheit ab und bringe sie dann. Alle auf einmal.",
+ "in Zeiten der Gefahr. Die Geschichte unseres Volkes weiss auf mehr als einem Blatte von Zeiten zu erzählen, in denen die Anhänglichkeit an den ererbten Glauben von römischen Imperatoren mit dem Tode bestraft wurde. Die Mischna hat hier die hadrianische Zeit im Auge.",
+ "bedecke er sie. Z. B. mit Stroh."
+ ],
+ [
+ "Er gebe sie seinem Genossen. Der weniger als 4 Ellen von ihm entfernt steht; s. Anm. 1.",
+ "und der Genosse seinem Genossen. Und dieser wieder seinem Nebenmanne u. s. f., wenn zur Bildung einer Kette eine genügende Anzahl von Personen zur Verfügung steht. Genau genommen ist aber ein einziger Genosse vollkommen hinreichend, welcher die Tefillin aus der Hand des ihm zur Linken stehenden Finders in Empfang nimmt und sie ihm, nachdem dieser seinen Platz verlassen und sich zu seiner Rechten aufgestellt hat, wieder überreicht, um nun seinerseits den Platz zu wechseln und zur Rechten des Finders ihm die Tefillin wieder abzunehmen; וחבירו לחבירו ist daher nicht buchstäblich zu nehmen [וצריך עיון בבבלי דהשתא לא אוושא מלתא ]. Hat der Finder keinen Genossen bei sich, so trage er seinen Fund allein bis zur nächsten Ortschaft [siehe Tosafot u. d. W. ר׳ שמעון אומר; sowohl הרב המגיר (Hilchot Schabbat XIX 23) als auch R. Josef Karo (Bet Josef I 301) scheinen diese Stelle im Augenblick übersehen zu haben, sonst hätten sie die Entscheidung Maimuni’s nicht auf eine Weise begründet, welche seinen eigenen Worten (והלכה כר׳ שמעון) im Mischnakommentar widerspicht], nehme sich aber in Acht, dass er ihn nicht 4 Ellen hintereinander trage, bleibe vielmehr, um auszuruhen (Darche Mosche I 266 Anm. 1), jedesmal stehen, so oft er 3 Ellen zurückgelegt hat. Dieses Verfahren ist aber wegen der grossen Achtsamkeit und der fortwährenden Selbstüberwachung, die es erheischt, nur im äussersten Notfalle statthaft, wenn man sich auf keine Weise der Beihilfe einer andern Person versichern kann, und ein Ausharren am Fundorte bis Schabbatausgang geradezu unmöglich ist, sei es dass die Gegend zu unsicher ist, sei es aus anderen ebenso zwingenden Gründen. Dagegen ist die Beförderung mittels der „Kette“ unter allen Umständen gestattet, weil durch dieses Verfahren die Möglichkeit einer Gesetzesverletzung bei noch so grosser Hast nahezu ausgeschlossen ist; denn strafbar ist derjenige, welcher einen Gegenstand 4 Ellen weit auf öffentlichem Gebiete trägt, nur dann, wenn er ihn hingelegt hat, nicht aber, wenn eine andere Person ihm denselben aus der Hand nimmt, und überdies darf ja ohnehin die Entfernung zwischen den einzelnen Gliedern einer »Kette« höchstens drei Ellen betragen, wenn sie in der Lage sein sollen, den Gegenstand einander ohne grosse Anstrengung zu reichen. Mithin wendet sich R. Simon nicht gegen den unmittelbar vorhergehenden Satz, sondern gegen die ganze erste Mischna. Nach seiner Ansicht kann man sich die Mühe sparen, die gefundenen Tefillin einzeln Paar für Paar hineinzutragen, noch weniger braucht man dem Finder zuzumuten, dass er den ganzen Tag bei ihnen Wache stehe; er kann sie vielmehr alle auf einmal ohne Zeitverlust mittels der »Kette« hineinschaffen. Dem Schlusssatz aber stimmt er grade bei; denn in Zeiten der Religionsverfolgung kann ihm die Kette nichts nützen, da bleibt ihm nichts übrig, als die Tefillin ohne Aufsehen zu verhüllen und sich unbemerkt davon zu machen. Diese Vorschrift gilt an Werktagen ebenso wie am Schabbat; R. S. aber spricht ausschliesslich vom Schabbat, und sein Widerspruch richtet sich auch lediglich gegen die auf den Schabbat bezüglichen Bestimmungen der vorhergehenden Mischna. Dadurch erklärt sich auch, dass mit den Worten ר׳ שמעון אומר eine neue Mischna beginnt. [Zu dieser Auffassung, welche auf den ersten Blick mit der Diskussion im Babli nicht vereinbar scheint, bin ich durch Maimonides gelangt. In seinem Codex, Hil. Sabb. XII 17, entscheidet er, dass die Beförderung beliebiger Gegenstände mittels der Kette selbst auf öffentlichem Gebiete ohne jede Einschränkung erlaubt ist; in seinem Kommentar z. St. schliesst er mit den Worten: והלכה כר׳ שמעון והלכה כר״י, gibt also zu erkennen, dass R. S. diese Art der Beförderung ebensowenig wie R. J. auf den äussersten Notfall (סכנת לסטים) beschränkt; folglich muss man annehmen, dass R. S. dieses Verfahren an Stelle von מכניסן זוג זוג und מחשיך עליהן gesetzt wissen will. Und wenn im Babli zwischen dem Schlusssatz der 1. Mischna und den Worten des R. S. durch ein חסורא מחסרא eine künstliche Verbindung hergestellt wird, so liegt das in der Methode desselben, ist aber bekanntlich keineswegs buchstäblich zu nehmen; vgl. z. B. Gittia 74b. Um so auffallender ist es, dass Maim. das. XIX 23 den unglücklichen Finder geweihter Gegenstände bei ihnen bis Schabbatende ausharren heisst. Das ist doch eine harte Zumutung und eine unnütze Grausamkeit Wozu den armen Mann so quälen, und einen ganzen Tag fasten lassen? Noch mehr! Sind der gefundenen Tefillin nur wenige, soll er sie paarweise anlegen und so nach und nach hineintragen! Wer soll nun aber, während er das eine Paar rettet, alle die übrigen bewachen? Sollen diese inzwischen der Verunglimpfung ausgesetzt sein? Warum soll er nicht lieber sie alle, ob ihrer nun viele oder wenige sind, mit Hilfe eines oder mehrerer Genossen nach dem von R S. empfohlenen Verfahren gleich auf einmal bis zur nächsten Ortschaft befördern? Verdient diese Art der Beförderung denn nicht bei weitem den Vorzug vor der zeitraubenden Bewachung oder gar vor dem überdies auch noch unzulänglichen Verfahren des paarweisen Hineintragens? Zufolge seiner eigenen Entscheidung das. XII 17 hätte er hier die Beförderung mittels der Kette nicht als einen Notbehelf an das Ende seiner Ausführungen stellen dürfen, sondern als den ersten und zweckmäsigsten und sichersten Ausweg an die Spitze derselben; er hätte sagen müssen: דברים אמורים . . לחצר החיצונה ואם אין שם אחר כיצד הוא עושה .. היה מתירא . . פחות פחות מארבע אמות: במה המוצא תפלין בשבת ברשות הרבים נותנן לחברו בתוך ארבע אמות וחברו לחברו עד שמגיע. Aber sein Werk ist ein Auszug aus dem Talmud, und er liebt es, sich möglichst enge an denselben anzuschliessen. Der Babli bringt die Worte des R. Simon aus rein formellen Gründen mit שעת סכנה in Verbindung, obwohl dieselben sich auf die ganze Mischna beziehen, und Maimonides folgt diesem Beispiel. Durch diese allzu ängstliche Anlehnung an den Talmud hat M. auch den Schein erweckt, welchem einige Worte in seinem Mischnakommentar z. St. noch Vorschub leisten, als wollte er zwei einander bekämpfende Ansichten, die des ת״ק und des ר״ש, zum Gesetz erheben. Das ist aber — wir haben es bereits, gestützt auf Tosafot z. St., gegen הרב המגיד u. בית יוסף verteidigt — nicht der Fall; seine Entscheidung fusst vielmehr lediglich auf der Meinung des R. Simon. Auch sonst leidet diese Stelle an Härten und Unebenheiten. So z. B. der Satz ואם היה בימי הגזרה שמתירא לישב לשמרן עד הערב מפני הנכרים מכסן במקומן ומניחן והולך. Wenn es nur das ist, so braucht er die Tefillin deshalb noch nicht ihrem Schicksal zu überlassen; er kann sie ja פחות פחות מארבע אמות heimbringen! Offenbar hat M. die Worte ובסכנה מכסן והולך לו auf das unmittelbar vorhergehende מחשיך עליהן bezogen; in Wahrheit beziehen sich auch sie gleich den Worten des R. Simon auf die ganze Mischna. Es ist nicht grade die Dunkelheit der Nacht, welche בימי הגזרה mehr als sonst Gefahren in sich birgt, auch der längere Aufenthalt auf offener Heerstrasse ist es nicht; zu fürchten ist vielmehr die Möglichkeit, am lichten Tage mit den Tefillin in der Hand betroffen zu werden. מכסן והולך לו gilt daher nicht für Schabbat allein, sondern für alle Tage. כך היא הצעת הסוגיא לפע״ד]",
+ "bis man zum äussersten Hofe gelangt. Dort legt man sie an der Umfassungsmauer nieder. In den Hof, der ja Privatgebiet ist, darf man sie natürlich nicht tragen, selbst wenn der Fundort nur neutrales Gebiet ist (K. IX Anm. 14). Ist auch nach R. Simon, wie aus dem Schluss der folgenden Mischna ersichtlich, die Übertretung eines rabbinischen Verbotes gestattet, wo es sich um den Schutz heiliger Gegenstände handelt, so macht er dies Zugeständnis doch nur im Notfalle, wenn kein anderer Ausweg mehr sich öffnen will; hier aber sind ja die Tefillin an der Aussenmauer des dem Fundorte am nächsten liegenden Wohnhauses hinreichend geschützt, da sie von den auf’s Feld gehenden Fenstern aus und nötigenfalles von einem dazu bestellten Wächter beaufsichtigt werden können. [So könnte לחצר החיצונה auch in Schabbat XXIV 1 aufgefasst werden, wodurch die von מגן אברהם 266:11 geltend gemachte Schwierigkeit (s. auch Maimuni’s Mischnakommentar das.) von vornherein beseitigt wäre]",
+ "mit seinem Kinde. Welches am Schabbat auf freiem Felde geboren wurde.",
+ "und wären ihrer auch hundert. Obgleich es dem Kinde nicht zuträglich sein kann, wenn es durch so vieler Menschen Hände geht, soll man doch dieses Verfahren anwenden, weil man selbst bei einem Rettungswerke darauf bedacht sein muss, so wenig als nur irgend möglich gegen eine Vorschrift des Religionsgesetzes zu verstossen (Jeruschalmi). Bei unmittelbarer Gefahr darf man freilich nicht allzu ängstlich sein und etwa kostbare Zeit verstreichen lassen, um in dem Dilemma zwischen Lebensrettung und Schabbatgesetz einen Ausweg zu suchen, auf welchem man zwischen dieser Alternative ohne Collision geschickt hindurchschlüpfen könnte; hier ist vielmehr rasches Eingreifen, entschlossene Tat am Platze. Im vorliegenden Falle ist jedoch keine Gefahr im Verzuge. Wie schafft man nun aber das Kind ins Haus? Man kann es doch nicht wie die Tefillin bis Schabbatausgang im Freien an der äussern Hofmauer liegen lassen! Auch hier ist leicht Rath zu schaffen. Wer einen Gegenstand aus Privatgebiet in öffentliches oder umgekehrt aus רשות הרבים in רשות היחיד hinüberreicht, ist nur dann strafbar, wenn er ihn niedergelegt hat (vgl. Anm. 12). Streckt er dagegen seine Hand aus dem einen in das andere dieser Gebiete, und eine im letztern befindliche Person nimmt ihm den Gegenstand aus der Hand, so haben beide nur ein rabbinisches Verbot übertreten (s. Schabbat I 1). Dazu kommt, dass das Feld zu den Zwittergebieten gehört, denen der Verkehr mit öffentlichen sowohl, als mit Privatgebieten wiederum nur von den Rabbinen untersagt ist. Mithin dürfte man ohne Bedenken das auf dem Felde geborene Kind über die Hofmauer reichen, wo es ein Hausbewohner in Empfang nimmt (vgl. עבודת הגרשוני No. 114 u. מגן אברהם 348:4. Ist das Kind in einer רשות הרבים geboren, so muss man natürlich, um wenigstens dem Conflict mit einem biblischen Verbote aus dem Wege zu gehen, dieses Verfahren erst recht einschlagen, falls man nicht lieber, was ich vorziehen würde, die Vermittlung eines communen Gebietes (K. IX Anm. 14) — z. B. einer Stufe vor dem Eingange von mindestens 3 טפחים Höhe und weniger als 4 טפחים Breite — in Anspruch nehmen mag; einen מקום פטור verschafft man sich am bequemsten, indem man Kleidungsstücke an der Grenze zwischen רשות היחיד und רשות הרבים bis zu einer Höhe von 10 Handbreiten (Anm. 25) so übereinanderlegt, dass die oberste Schicht weniger als 4 טפחים breit ist. [Eine Höhe von 3 טפחים genügt hier nicht, weil nach Raschi Schabbat 8a unten אין כרמלית בכלים; um wie viel mehr מקום פטור בכלים אין! Zwar bildet כלי המחובר לקרקע nach Tosafot das. 11b ד״ה אלא eine Ausnahme; aber חבור לקרקע ist ja am Schabbat unmöglich ועדיין צ׳׳ע אי שרי להושיב שם כלי אף בלי חבור עיין או״ח שט״ו א׳ ואפשר דע״י הערמה כדי לישב עליו מותר.]",
+ "Es darf jemand einen Krug. Mit Wasser.",
+ "sogar über die Schabbatgrenze. Einl. Abs. 4.",
+ "Dieser. Der Krug.",
+ "darf doch nicht weiter gehen als die Füsse seines Eigentümers. Gegenstände, die einen Israeliten zum Eigentümer haben, sind auf dessen Schabbatbezirk beschränkt (ביצה V 3) und dürfen nach einem ausserhalb desselben befindlichen Orte nicht einmal von einem Bewohner desselben geschafft werden. Wie aus M. 4 das. hervorgeht, bekennt sich auch R. Juda zu diesem Grundsatze. Demnach wäre er hier mit sich selber im Widerspruche? Keineswegs! Er stützt sich hier auf eine Bestimmung in Schabbat X 5, laut welcher derjenige, welcher Speisen, die das erforderliche Quantum nicht haben, in einem Gefässe hinausträgt, auch wegen des Gefässes nicht bestraft werden kann, weil dasselbe für seinen Zweck nur nebensächlich war. Genau so verhält es sich hier. Seine Absicht ist lediglich, die Freunde, die ausserhalb seines Schabbatbezirkes von Durst gequält sind, mit Wasser zu versorgen. Dazu bedarf er eines Kruges. Dieser ist allerdings Eigentum, aber mit Rücksicht auf den beabsichtigten Zweck nur Nebensache. Hauptsache ist das Wasser, und dieses ist, weil aus dem Bache geschöpft, herrenloses Gut und mithin an keinen Schabbatbezirk gebunden (בבלי וכאוקמתא דאביי אליבא דרבא )."
+ ],
+ [
+ "Liest jemand in einem Schriftwerke auf der Schwelle. Das ist die wörtliche Übersetzung von אסקופה. Es ist aber keine Schwelle nach unseren Begriffen, der untere wagerechte Teil des Türrahmens, sondern unter freiem Himmel eine mässig hohe und ziemlich breite Estrade vor dem Eingänge, etwa eine Terrasse oder Freitreppe. In der Regel misst ihre Höhe mehr als 3 und weniger als 10 טפחים, ihre Breite 4 טפחים und darüber im Geviert, weshalb sie in der Tosefta (Schabbat I) und im Jeruschalmi (das. I 1) schlechthin zu den Zwittergebieten (K. IX Anm. 14) gezählt wird. Auch in der Mischna (das. X 2) wird stillschweigend vorausgesetzt, dass die אסקופה eine כרמלית ist; נתנה על האסקופה החיצונה heisst dort: in extremo limine posuit, er hat den Korb auf den äussersten Rand der Estrade gesetzt, so dass ein Teil seiner Früchte noch auf neutralem, der andere schon auf öffentlichem Gebiete sich befindet Die Verkennung dieses Sprachgebrauches hat die Kommentatoren genötigt, die אסקופה der zweiten Mischnahälfte nicht wie die der ersten als כרמלית, sondern im Gegensatz zu dieser als רשות הרבים anzusehen, eine Auffassung, welche auf erhebliche Schwierigkeiten stösst [ועיין היטב בבבלי שם במסקנא ויש להאריך אבל אין כאן מקומו].",
+ "und das Schriftwerk entrollt. Die Bücher hatten damals die Form einer Rolle, welche nur auf der Innenseite beschrieben war.",
+ "seiner Hand. Einzahl! Nur der einen Hand entrollte es, die andere hielt das von ihr umfasste Ende der Rolle noch fest.",
+ "darf er es zu sich heranrollen. Selbst wenn das freie Ende der Rolle den Boden der an der Estrade vorbeiführenden רשות הרבים berührt hat.",
+ "Liest er auf dem Vorderteil des Daches. Da von den platten Dächern des Morgenlandes die Rede ist, kann ראש הגג unmöglich die Spitze des Daches bedeuten. Möglich aber, dass בראש הגג weiter nichts als על הגג und höchstens oben auf dem Dache ausdrücken will. Doch spricht die grössere Wahrscheinlichkeit für die in unserer Übersetzung zum Ausdruck gekommene Auffassung. Der Vorderteil ist natürlich derjenige Teil des Daches, welcher der רשות הרבים am nächsten liegt. Das Dach ist רשות היחיד.",
+ "und das Schriftwerk entrollt seiner Hand. Einzahl! Nur der einen Hand entrollte es, die andere hielt das von ihr umfasste Ende der Rolle noch fest.",
+ "solange es noch nicht in die zehn Handbreiten. Vom Erdboden aus gemessen. Der Luftraum über öffentlichem Gebiet ist bis 10 Handbreiten Höhe רשות הרבים, darüber hinaus kommunes Gebiet (K. IX Anm. 14).",
+ "so wende er es. Da er es nicht emporrollen darf.",
+ "auf die Schriftseite. Um wenigstens die Schrift vor Staub, Regen oder Schmutz zu bewahren. Unter normalen Umständen ist es unzulässig, heilige Schriften auf die Innenseite zu wenden, es gilt dies als geringschätzige Behandlung; um die Schrift zu schützen, muss man ein Tuch über dieselbe breiten.",
+ "Juda sagt. Soll heissen: Dies die Worte des R. Juda; R. Meïr dagegen sagt (Jeruschalmi).",
+ "Wenn es auch nur eine Nadelbreite. Andere Lesart: מלא החוט, um die Breite eines Fadens.",
+ "denn es gibt nichts aus dem Begriff des Ruhegebotes. Es ist שְׁבוֹת zu vocalisiren. Das Wort ist ein substantivirter Imperativ wie מצות פרוש בעלמא (Chullin 74a oben), קום עשה ,מצות עשה ומצות לא תעשה (das. IIX 4), שב ואל תעשה (Jebamot 90a-b), דרוש וקבל שכר (Sota 44a), הושענא רבא. Solcher Imperative giebt es wohl in allen Sprachen eine grosse Anzahl; so im Deutschen: Lebewohl, Vergissmeinnicht, Stelldichein, Tunichtgut, Lugaus, Kehrab, Reissaus u. a., im Französischen: le rendez-vous, un beau venez-y-voir u. v. a. — In der Tosefta heisst es am Schlusse des 1. Kapitels von Chagiga: Die Satzungen des Schabbat …. sind wie Berge, die an einem Haare hängen und nichts haben, worauf sie sich stützen können. Daher sagte R. Josua: Die Zange (צבתא) wird mit der Zange gemacht. [Der folgende Satz — »Wer hat die erste gemacht? Diese wurde erschaffen« — gehört nicht mehr R. Josua an, sondern ist eine gelegentlich angeknüpfte Bemerkung.] Mit anderen Worten: So wie man zur Anfertigung einer Zange einer andern Zange bedarf, so waren oft behufs Durchführung eines von den Rabbinen zum Schutze des Gottesgesetzes für notwendig erachteten Verbotes (שבות) wieder andere rabbinische Verbote nötig (s. Jeruschalmi ‘Erubin Ende). Offenbar soll das Wort צבת, dessen R. Josua sich in seinem Gleichnisse bedient, an שבות anklingen, und dadurch dem Hörer andeuten, worauf das Gleichnis eigentlich hinzielt — eine neue Stütze dafür, dass unser Wort als Imperativ zu lesen ist. Ein ähnliches Wortspiel desselben R. Josua findet sich Babli Schabbat 119a. Er wurde einst gefragt: Wie kommt es, dass die Schabbatspeisen einen so vortrefflichen Duft haben? Er antwortete: Wir besitzen ein Gewürz, das heisst Schabbat; dieses mischen wir den Speisen bei und daher ihr herrlicher Duft. Hier klingt wieder das Wort Schabbat an Schâbat an; jenes ist die geistige Würze, dieses aber ist ein wirkliches Gewürz. [Dill, Anethum graveolens L.; arab. Schibitt (شبت u. شبث), gleich Schabbat (contrahirt aus שבתת) mit verdoppeltem T-Laut]. — Eine ausführliche Sacherklärung des Kunstausdrucks שבות s. Pes. VI Anm. 10.",
+ "das Stand halten könnte gegenüber den heiligen Schriften. Wäre die Rolle vollständig seinen Händen entglitten, dann dürfte er sie allerdings nicht vom Boden auf’s Dach zurücktragen; denn das Hinüberschaffen eines Gegenstandes aus öffentlichem in privates Gebiet fällt nach der Überlieferung unter den Begriff der Arbeit und somit unter das Verbot der Tora: Du sollst (am Schabbat) keine Arbeit verrichten (Ex. 20,10). Nun er aber das eine Ende der Rolle in seiner Hand behalten, wird durch das Heraufrollen des andern, am Boden liegenden Endes keine Satzung der Tora verletzt; denn das Verbot, einen zum Teil in רשות הרבים und zum Teil in רשות היחיד befindlichen Gegenstand in eines dieser Gebiete ganz hinüberzuziehen, ist nicht vom Begriffe der Arbeit abgeleitet, sondern vom Begriffe des Ruhegebots, welches den Rabbinen die Vollmacht erteilt, zum Schutze einer Schabbatruhe im Sinne und nach dem Geiste der gottgeoffenbarten Satzung, die nach ihrem Ermessen erforderlichen und nach ihrer Einsicht zweckmässigen Verfügungen zu erlassen. Es ist also lediglich rabbinischen Ursprungs, und ein solches Verbot muss zurücktreten, wo es gilt, heilige Schriften vor Unglimpf zu bewahren. Dieser Ansicht mögen R. Meïr nud R. Juda ihre Zustimmung nicht geben. Sie wollen die rabbinischen Verbote auch geheiligten Dingen gegenüber aufrecht erhalten wissen, weil sie befürchten, es könnte dieses Zugeständnis eine Verletzung des biblischen Arbeitsverbots nach sich ziehen, da ja der grossen Menge die nötige Sachkenntnis abgeht, um den Unterschied zwischen einer dem Leser auf dem Dache aus beiden Händen und einer ihm blos aus der einen Hand auf die Strasse gefallenen Rolle verständnisvoll würdigen zu können. Diese Besorgnis wird gegenstandslos, wenn der Leser sich auf einer Terrasse befindet. In diesem Falle übertritt er ja ein Verbot der Tora auch dann nicht, wenn er sich die vollständig zur Erde gefallene Rolle zurückholt. Darum ist der erste Satz unserer Mischna unbestritten. Aus demselben Grunde gestattet R. Meïr auch dem Leser auf dem Dache die Rolle an demjenigen Ende, welches noch in seiner Hand geblieben, wieder zu sich emporzurollen, solange das untere Ende noch, und wär’s auch nur um Haaresbreite, von der Erde absteht. Allerdings ist bis zur Höhe von 10 Handbreiten auch der Luftraum über öffentlichem Gebiete noch רשות הרבים; allein die Tora verbietet nur Gegenstände, die in רשות הרבים ruhen, nach einer רשות היחיד zu schaffen, nicht aber solche, welche auf öffentlichem Gebiete in der Luft schweben, und befänden sie sich auch vollständig in רשות הרבים. Diese Behauptung ist es, gegen welche R. Juda, der im Princip mit R. Meïr übereinstimmt, Einspruch erhebt. Nach seiner Meinung fällt die Beförderung schwebender Gegenstände aus dem einen in das andere dieser beiden Gebiete ebenfalls unter das Arbeitsverbot der Tora. Ist daher das untere Ende der Rolle weniger als 10 טפחים vom Erdboden entfernt, so darf dieselbe nach der Anordnung der Rabbinen, welche den Unterschied zwischen vollständig und Teilweise in רשות הרבים befindlichen Gegenständen überall aufgehoben haben, wo ein Missbrauch oder ein Missverstand dieser subtilen Distinction zu einer von der Tora verpönten Handlung führen könnten, keineswegs mittels ihres obern, in der Hand des Lesers zurückgebliebenen Endes hinaufgerollt werden. [Unsere Auffassung fusst hier durchweg auf Jeruschalmi. Viel komplizierter ist die Erklärung des Babli, nach welcher allerdings die in Anm. 28 angeführte Emendation überflüssig ist, dafür aber viele andere, noch tiefer einschneidende Änderungen im Wortlaut der Mischna notwendig werden, ohne dass gleichwohl dadurch alle Schwierigkeiten beseitigt würden. Schon Tosafot machen z St. (ד״ה אלא) auf einen schwer zu lösenden Widerspruch aufmerksam, welcher sofort verschwindet, wenn man mit Jeruschalmi statt R. Juda an dieser Stelle R. Meïr liest. Die Ansicht des R. Juda kommt in dem unmittelbar vorangehenden Satze zu Worte. Von ihm berichtet nämlich eine Baraita: תנא בשם ר׳ יודה זרק מרשות היחיד לרשות הרבים ועבר ארבע אמות ברשות הרבים חייב . In der palästinensischen Gemara (Schabbat XI, 1), wo übrigens die Worte מרשות—ועבר, welche jedoch aus dem Zitat in Babli (das. 97b oben) mit Sicherheit ergänzt werden können, aus Versehen weggeblieben sind, wird diese Behauptung in folgender Weise begründet: ר׳ יודה עבד ארבע אמות ברשות הרבים מלאכה בפני עצמה . Sie hat also mit Mar Samuel im Babli das Wort חייב so aufgefasst, dass R. Juda für die זריקה ein besonderes Sündopfer verlangt, nicht als ob er מחייב אתולדה במקום אב wäre, sondern weil er זריקה und הוצאה für zwei verschiedene Stamm tätigkeiten hält. Das genügt aber noch nicht zur Erklärung seiner Entscheidung, welche vielmehr erst dann völlig gerechtfertigt erscheint, wenn ihm קלוטה gleich הונחה ist. Die Consequenz ist, dass R. Juda, da er die הוצאה oder die הכנסה eines schwebenden Gegenstandes für eine strafbare Handlung hält, das Emporrollen des Schriftwerks משהגיע לעשרה טפחים trotz אגדו בידו wenigstens als verboten erachten muss, es aber keineswegs mit Rücksicht darauf, dass das eine Ende noch in רשות היחיד ist, völlig gestatten kann. Also nicht der Satz: אפלו אינו מסולק מן הארץ אלא כמלא מחט גוללו אצלו, welcher in unserer Mischna unter seinem Namen auftritt, sondern grade der vorhergehende spiegelt seine wahre Ansicht wieder; דר׳ יודה היא — sagt Jeruschalmi zur Stelle — להשתמש באויר עשרה טפחים דאמר אסור. Über den Sinn dieser Worte giebt uns eine andere Stelle im Jeruschalmi (Schabbat I, 1, ed. Kr. S. 1c unten, ed. Wien 1820 S. 2b oben) den erwünschten Aufschluss. Sie lautet nach Berichtigung eines den Sinn verdunkelnden Fehlers, der sich daselbst eingeschlichen: היה עומד בפנים וידו מלאה פירות. פשוטה לחוץ וקדש עליו היום אסור להחזירה. ר' אחא בשם ר' בא כמאן דמר אסור להשתמש באויר עשרה. אית תניי תני מותר. הוין בעיי מימר מאן דמר מותר בשיש שם רוחב ד'. ומאן דמר אסור בשאין שם רוחב ד'. אמר רבי יוסי בי רבי בין זה ובין זה כמאן דמר אסור להשתמש באויר עשרה. מיי כדון מאן דמר אסור למטה מעשרה. ומאן דמר מותר למעלה מעשרה. Demnach bedeutet אסור להשתמש באויר עשרה, dass es einer in רשות היחיד befindlichen Person verboten ist, einen Gegenstand, welchen sie frei in der Hand hält, aus רשות הרבים hereinzuholen. Genau derselbe Fall liegt hier vor. Der Leser auf dem Dache hält in seiner Hand die Rolle, deren unteres Ende frei in der Luft schwebt, und darf sie doch nicht heraufziehen, weil das Dach Privatgebiet ist, die Rolle aber in den Bereich des öffentlichen Gebietes hineinragt (s. Tosafot z. St. ד״ה והא לא נח; es ist auffallend, dass sie den Jeruschalmi mit Stillschweigen übergehen). Der Vf. des קרבן העדה hat in seinem Kommentar zu Schabbat, weil er לפי שעה die Stelle hier in ‘Erubin übersehen hat, den wahren Sinn von אסור להשתמש באויר עשרה vollständig verkannt; seine wunderliche Erklärung ist daselbst — כבודו במקומו מונח — völlig unhaltbar.]"
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+ "Befindet sich. Mindestens 10 Handbreiten von der Erdoberfläche entfernt.",
+ "ein Vorsprung. זיז (von זוז sich fortbewegen) entspricht genau dem frz saillie und bezeichnet in der Baukunst den Vorsprung oder die Ausladung an einem Gebäude.",
+ "darf man auf ihn legen. Gegenstände aus dem Hause. Jedoch nur zerbrechliche; andere dagegen nicht, weil zu befürchten ist, dass sie herunterfallen und von der Strasse hereingeholt werden könnten.",
+ "und von ihm nehmen. Ins Zimmer hinein.",
+ "Man darf in einem Privatgebiete stehen und in öffentlichem Gebiete hinundherschaffen. Indem man die Hand hinausstreckt und einen auf öffentlichem Gebiet liegenden Gegenstand auf einen andern, demselben Gebiete angehörenden Ort setzt.",
+ "nur darf man nicht über vier Ellen hinaus versetzen. Doch ist Privatgebiet, und wäre es noch so gross, in dieser wie in vielen anderen Beziehungen seinem ganzen Umfange nach als ein Raum von nur 4 Ellen anzusehen."
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+ "Man darf nicht in einem Privatgebiete stehen und in öffentliches. Oder neutrales.",
+ "in öffentlichem. Oder neutralem.",
+ "darf nicht vier Ellen. Auf öffentlichem oder neutralem Gebiete; vgl. Anm. 1. בש״ע לא הזכיר אלא ר״הר אבל רש״י כתב משוי הוא משמע דאף בכרמלית אסור ואין זה שלא כדרך] [.המוציאין מידי דהוי אמוציא אוכלין בפיו ומדברי הטור אין ראיה הואיל וברישא נמי לא הזכיר אלא ר״הר"
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+ "dasselbe gilt von der Kelter. Der Wein gehört zu den Bodenerzeugnissen, von denen der Eigentümer verpflichtet ist, die in K. III Anm. 7, 14 und 4 besprochenen Abgaben zu entrichten. Vor ihrer Absonderung darf man wohl innerhalb der Kelter von dem Weine trinken, nicht aber ausserhalb derselben, es sei denn, dass man mit seinem Kopfe und dem grössern Teile seines Körpers innerhalb des Kelterraumes sich befindet. Nur dieser Analogie hat die an Ma‘serot IV 4 anknüpfende Vorschrift ihre Stelle in unserer Mischna zu danken; vom Schabbat handelt sie nicht. Im Gegenteil! Es ist am Schabbat auch innerhalb der Kelter vor Absonderung der angedeuteten Abgaben vom Weine zu trinken verboten. Nach einer andern Erklärung im Babli beziehen sich die Worte וכן בגת doch auf den Schabbat und stehen im engsten Zusammenhang mit dem Vorhergehenden, indem sie das daselbst in Bezug auf öffentliches Gebiet ausgesprochene Verbot auf die Kelter ausdehnen, obgleich diese nur neutrales Gebiet ist.",
+ "Man darf vom Traufdache. Eine Leiste von mässiger Ausladung unmittelbar unter dem Dache oder doch weniger als drei Handbreiten von ihm abstehend, um das von demselben abfliessende Regenwaseer an ihrer schrägen Oberfläche über die Mauer hinwegzuleiten (מזחלה Hif‘il von זחל sich langsam fortbewegen), damit diese nicht beschädigt werde; lat. suggrunda, frz. larmier",
+ "unterhalb zehn Handbreiten. Von der Erde aus gemessen. Obgleich der Luftraum über einer רשות הרבים bis zur Höhe von 10 Handbreiten noch öffentliches Gebiet ist, das Wasser aber vom Dache, also aus einer רשות היחיד kommt, darf er es doch in seiner Hand oder in einem Gefässe auffangen. Ist es ja nach Schabbat I 1 einem auf öffentlichem Gebiet befindlichen Israeliten gestattet, ein Gefäss hinzuhalten, damit eine auf Privatgebiet stehende Person einen Gegenstand hineinlegen kann, welcher bis dahin in רשות היחיד geruht hat; um wie viel mehr muss dies hinsichtlich der aus der Wolke sich ergiessenden, von selbst herniederfallenden Regentropfen erlaubt sein, welche von Anfang an in fortwährender Bewegung waren (s. Babli Schabbat 5a unten und 5b oben). Selbstverständlich ist das Auffangen des vom Rande der Leiste herniedertropfenden Wassers in einer Höhe von 10 Handbreiten und darüber erst recht gestattet, denn dort ist ja der Luftraum communes Gebiet (Anm. 25).",
+ "von der Rinne aber darf man auf jede Weise. Hier hat man nicht nötig, das Wasser in der Luft aufzufangen; man kann das Gefäss auch an die Mündung der Rinne bringen und das Wasser unmittelbar hineinlaufen lassen, was beim Traufdach nicht erlaubt ist. Dieses ist nämlich als Bestandteil und Fortsetzung des eigentlichen Daches anzusehen, mithin gleich diesem Privatgebiet; hält man daher von der Strasse aus das Gefäss bis zum Rande der Leiste, um das Wasser hineintropfen zu lassen, so darf man es nicht mehr zu Boden setzen, wie es ja auch nach Schabbat I 1 dem auf öffentlichem Gebiete Stehenden verboten ist, einen Gegenstand zu sich herauszuschaffen, den ihm ein Anderer in die nach רשות היחיד ausgestreckte Hand gelegt hat (מה לי הטעינו חברו מה לי הטעינו שמים, Babli a. a. O.). Die Dachrinne dagegen ist nichts weniger als ein Bestandteil des Daches. Auch lässt sie das Wasser nicht wie die Leiste längs der ganzen Front abtropfen, leitet es vielmehr bis zu ihrer über das Gebäude weit hinausragenden Mündung, von wo es in grossem Bogen auf die Strasse strömt; sie ist daher, da ihre Breite in der Regel keine 4 טפחים beträgt, communes Gebiet. Hat die Rinne jedoch ausnahmsweise eine Breite von 4 טפחים und darüber, so dass sie neutrales Gebiet darstellt, darf man auch in der Tat das Regenwasser aus ihr nur in derselben Weise auffangen, als von der Dachleiste. [Die Auffassung unserer Mischna hängt wesentlich von der Lesart ab, die aber gerade hier nicht mit der wünschenswerten Sicherheit festgestellt werden kann. Jeruschalmi liest: מן הצנור ומכל מקום, Alfasi: למעלה st. למטה und ושותה st. שותה (s. auch R. Jonatan ha-Kohen das.), Maimonides vermutlich: קולט אדם מן המזחלה למעלה מעשרה טפחים ומן הצנור ומכל מקום ושותה (Hil. Schabbat XV 3; s. מגיד משנה das, der auch bei Alfasi so gelesen hat). Die uns vorliegende Lesart findet einen starken Rückhalt in der Tosefta, woselbst es in der zweiten Hälfte des 6. Kapitels heisst: לא יצרף אדם ידו עם הכותל ועם המזחלה אם רשות הגג למעלה מעשרה טפחים וישתה אבל מצרף הוא ידו לצינור למעלה מעשרה טפחים ושותה . Also auch hier der Unterschied zwischen מזחלה und צינור! Wir haben daher diese Lesart beibehalten und unserer Übersetzung zu Grunde gelegt Unsere Erklärung gibt im Wesentlichen die Auffassung Raschi’s wieder, die wir nur weiter ausgeführt und von einem neuen Gesichtspunkte aus beleuchtet haben. Nur in einem Punkte sind wir von seiner Erläuterung abgewichen. Nach Raschi müsste die Mischna von einem Dache sprechen, das kaum 13 Handbreiten (ungefähr 1 Meter) von der Erdoberfläche absteht. Solch niedrige Häuschen gehörten wohl auch damals zu den grössten Seltenheiten, und es schien uns nicht wahrscheinlich, dass just von solchen hier die Rede sein soll. Was Raschi zu dieser Annahme nötigte, war die Erwägung, dass eine höher als 10 טפחים angebrachte Rinne, sofern sie eine Grundfläche von 4 Handbreiten im Geviert hat, רשות היחיד ist. Aber schon Maimonides macht a. a. O. darauf aufmerksam, dass es trotzdem nicht zum חיוב חטאת kommen kann, da ja das Regenwasser in steter Bewegung ist (והיא גמרא ערוכה בשבת ה: ע״ש). Dazu kommt, das grade nach Raschi, welcher zwischen צינור und מזחלה unterscheidet, nicht ersichtlich ist, weshalb die Rinne, die er im Gegensatz zu Maim, da sie über das Dach hinausragt, nicht als dessen Fortsetzung betrachtet (s. auch ריטב״א z. St.) Privatgebiet sein soll. Was nützt es, dass sie in einer Höhe von 10 Handbreiten angebracht ist, da sie keine Wände hat, die 10 טפחים hoch sind? מגן אברהם (351 Anm. 5) nimmt seine Zuflucht zu den חורי רשות היחיד, um Raschi zu rechtfertigen; dieser Versuch muss aber, abgesehen von den bereits in מחצית השקל das. erhobenen Einwänden, welche der Vif. sich vergeblich zu beseitigen abmüht (s. auch פרי מגדים z. St.), schon an der einen Schwierigkeit scheitern, dass dann die Frage der Gemara: אבל מצרף לא מאי טעמא , unverständlich wäre, und die auf לבוד recurrirende Antwort keinen Sinn hätte. חורי רשות היחיד sind ja bis zu einer Entfernung von zehn טפחים Privatgebiet, wie aus מגן אברהם 353 Anm. 4 ersichtlich! Allerdings wird in מחצית השקל das. תוך י׳ in תוך ג׳ emendirt; ebenso hat auch תפארת ישראל in der גבירתא הלכתא ‘Erubin X 4 בתוך ג״ט. Doch habe ich den Grund zu dieser Berichtigung nirgends entdecken können; dagegen habe ich in den Tosafot zu ‘Erubin 89b oben die Stelle gefunden, welche dem Vrf. des מגן אברהם hier wahrscheinlich als Quelle gedient hat, und da heisst es ausdrücklich: וכן זיז היוצא לר״ה רחב ד׳ דהוי ר״הי היינו סמוך לחלון תוך עשרה דהוי כי חורי ר״הי . Am auffallendsten ist, wie die Vrf. von; מ״הש מג״א u. פ״מ übersehen konnten, dass schon R Jonatan in seinem Kommentar zu Alfasi hier an חורי רשות היחיד gedacht, diesen Gedanken aber wieder fallen gelassen und der מזחלה wie dem צינור den Charakter der חורי ר״הי abgesprochen hat. Auch die Stütze, welche die Tosafot z. St. ד״ה מן הצנור für Raschi’s Auffassung aus der Tosefta herbeibringen, ist eine schwankende. In unseren Ausgaben steht in der Tat: למעלה מעשרה טפחים ושותה, wie wir oben angeführt haben, desgleichen in der Wiener Handschrift, während die Erfurter gleich den Tosafot למטה מעשרה liest (s. die Zuckermandel’sche Toseftaausgabe). – ובהלכתא גבירתא הנוספת לספר תפארת ישראל מבן המחבר בסוף כל פרק התיר כאן לצרף מן הצינור אפלו יש בו ד׳ על ד׳ אם הוא למעלה מעשרה תהו דלא כמאן ולא ידעתי מנא ליה הא ואפשר דס״ל הואיל ואין כרמלית למעלה מעשרה הוי האי צינור מקום פטור ושבוש הוא עיין תוספות עירובין פ״ט ריש עמוד ב׳ ורא״ש שם.]"
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+ "darf man durch ein über ihr befindliches Fenster am Schabbat aus derselben schöpfen. Ist die Umfassung (K. VIII Anm. 25) weniger als vier Handbreiten von der Mauer entfernt, in welcher das Fenster sich befindet, so ist dieser Zwischenraum communes Gebiet (מקום פטור, K. IX Anm. 14), und es genügt dann, wenn Zisterne und Umfassung zusammen eine Höhe (Tiefe) von 10 Handbreiten haben, so dass der Eimer aus dem einen Privatgebiet (der Grube) in das andere (die Wohnung) durch מקום פטור befördert wird; beträgt dagegen der Zwischenraum vier Handbreiten und darüber, so ist derselbe öffentliches Gebiet, und es muss dann, wenn das Schöpfen erlaubt sein soll, die Umfassung allein 10 Handbreiten hoch sein, damit der Eimer in dem Augenblicke, in welchem er dieselbe verlässt, bereits höher als 10 טפחים in dem Luftraum über der רשות הרבים schwebe (Anm. 25). Wäre im ersten Falle die Entfernung vom obern Rande der Umfassung bis zum Boden der Zisterne geringer als die angegebene, so hätte diese den Charakter des Zwittergebiets (K. IX das.), und man dürfte daher ihr Wasser nicht in die Wohnung schaffen; hätte im zweiten Falle die Umfassung allein die angegebene Höhe nicht, so würde der Eimer, sowie er beim Austritt aus derselben sich der Mauer nähert, einen Augenblick lang in öffentlichem Gebiete schweben und dann nicht mehr in Privatgebiet befördert werden dürfen (vgl. Mischna 3; s. ריטב״א z St. und Magen Abr. 352 Anm. 4 sowie Magen David 354 Anm. 2).",
+ "darf man durch ein über ihm befindliches Fenster am Schabbat Wasser auf denselben ausgiessen. Denn er ist ebenso wie der Raum, aus welchem das Wasser kommt, Privatgebiet (רשות היחיד, K. IX das.). Ist er jedoch zugleich Privatbesitz, so darf man kein Wasser auf denselben ausgiessen, weil zu befürchten ist, dass sein Eigentümer ihn eines Tages wegräumen, der Inhaber des Fensters aber in gewohnter Weise nach wie vor sein Spülwasser auf dieselbe Stelle, also von privatem in öffentliches Gebiet giessen wird."
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+ "unter ihm hinundhertragen. Was durch keinen Zwischenraum von mindestens 3 Handbreiten getrennt ist, wird als zusammenhängend und mit einander verbunden betrachtet. Die Äste des Baumes wachsen erst in beträchtlicher Höhe aus dem Stamme heraus, die niedrigsten unter ihnen sind mehr als 10 Handbreiten von der Erdoberfläche entfernt; neigen sich dieselben nun mit ihren freien Enden so tief zur Erde nieder, dass der Zwischenraum weniger als 3 טפחים beträgt, so ist es, als berührten sie den Boden, und sie umschliessen somit (Jeruschalmi liest מיסב statt מיסך) mit ihren Zweigen und ihrem dichten Laubwerk vollständig wie mit schrägen Wänden ringsum einen Raum, welcher alle Merkmale einer רשות היחיד (K. IX Anm. 14) hat. Allerdings besitzt er nicht den Charakter eines Wohnraumes, dessen Ausdehnung keiner Beschränkung unterliegt; immerhin darf man aber, sofern seine Grundfläche nicht mehr als 5000 Quadratellen misst (K. II M. 5 u. K. V Anm. 12), anstandslos alle Gegenstände, die man am Schabbat überhaupt in die Hand nehmen darf, von einem Ende desselben bis zum andern tragen. Nur müssen die Zweige und Äste festgebunden sein, dass sie sich im Winde nicht bewegen, denn eine Wand, die nicht einmal den gewöhnlichen Winden Stand zu halten vermag, ist keine Wand.",
+ "darf man auf ihnen nicht sitzen. Eine Erweiterung des rabbinischen Verbots in Besza V 2, an Schabbat- und Feiertagen einen Baum zu besteigen; es entstammt der Besorgnis, man könnte sich in die Laubkrone setzen, der Heiligkeit des Tages vergessen, und Früchte oder Blätter abpflücken. Ragen jedoch die Wurzeln nicht einmal 3 Handbreiten hoch aus dem Boden hervor, sind sie der Erde gleich geachtet.",
+ "den Hecken an der Mauerlücke und mit Matten darf man nicht verschließen. Man beachte, dass es nicht lautet אין נועלין אותן (eine Tür schliessen heisst נעל דלת), sondern אין נועלין בהן! Es ist nämlich das Schliessen wie das Öffnen verboten, weil dabei Einschnitte in die Erde, mehr oder minder tiefe Furchen unvermeidlich sind. Denn diese Verschlussmittel hängen nicht in Angeln wie gewöhnliche Türen; in der Regel stehen sie, an das Gemäuer gelehnt, unbefestigt auf der Erde, um beim Öffnen einfach umgeworfen und nachher beim Schliessen wieder aufgerichtet zu werden, wobei natürlich der Erdboden bald hier bald dort jedesmal auf’s Neue aufgewühlt oder aufgelockert wird; zuweilen hängen dieselben mittels einer durch ihr oberes Ende gezogenen Schnur an einem Pfosten oder Pfeiler, dann bohrt sich das entgegengesetzte Ende, dem Gesetz der Schwere folgend, in die Erde, und es wird beim Öffnen wie beim Schliessen erst recht eine Furche aufgerissen.",
+ "dass sie von der Erde abstehen. So dass sie den Boden garnicht berühren, sei es, dass sie auf einer Unterlage ruhen, sei es, dass sie mittels einer sehr kurzen Schnur in entsprechender Höhe befestigt sind. Hängen sie dagegen in Angeln, so schadet es nicht, wenn sie auch mit ihrer untern Kante die Erde streifen, denn sie bewegen sich dann immer in einer gegebenen Bahn, die sie sich längst geebnet haben, so dass Einschnitte in den Boden nicht mehr zu fürchten, wenigstens nicht mehr unvermeidlich sind. Daher Jeruschalmi: מתני' בשאין להן צירין אבל יש להן צירין הדא היא דתני דלת גודרת מחצלת גודרת קנקילון גודר. פותח ונועל בשבת ואין צריך לומר ביום טוב. מחצלת הקשורה ותלויה בשבת פותח ונועל בשבת ואין צורך לומר ביום טוב (die eingeklammerten Worte fehlen in unseren Ausgaben, müssen aber mit Ausnahme vielleicht der in runde Klammern eingeschlossenen aus der Tosefta ergänzt werden; statt נודר und נודרת [einschneidend] liest Tosefta wie Babli richtiger נגרר und נגררת [schleifend], im Grunde aber kommt beides auf dasselbe heraus): „Die Mischna behandelt den Fall, dass keine Türangeln angebracht sind; sind Angeln vorhanden, so lehrt die Baraita Folgendes: Eine den Erdboden streifende Tür, eine solche Matte, ein solches Gatter (קנקילון = cancelli, ϰιγϰλίς: Gittertür) darf man am Schabbat und selbstverständlich auch am Feiertage sowohl öffnen als schliessen; mit einer Matte (welche über den Eingang eines Ladens auf der Strasse gebreitet ist) darf man, wenn sie schwebend angebunden ist, sowohl öffnen als schliessen, wo nicht (d. h. wenn sie bis zur Erde herabhängt), darf man mit ihr weder öffnen noch schliessen; hat man ihr aber eine Angel aus Rohr, Sangen, oder sonst einem beliebigen Stoffe hergestellt, so darf man mit ihr am Schabbat und selbstverständlich auch am Feiertage sowohl öffnen als schliessen.“ Dieser Schlusssatz bildet den Schlüssel zum richtigen Verständniss auch des ersten Satzes, welchem der folgende auf den ersten Blick zu widersprechen scheint, und nun werden wir auch begreifen, wie Abajê im Babli dazu kommt, die Geltung des ersten Satzes auf den Fall zu beschränken, dass Türangeln vorhanden sind, wofür ja im Satze selbst nicht der geringste Anhalt gegeben ist. Im GegenTeil! Die Worte שקשורין ותלויין בזמן, welche in Tosefta und Jer. allerdings fehlen, scheinen das Vorhandensein von Haspen geradezu auszuschliessen; denn es ist nicht einzusehen, warum Tür, Matte und Gatter an einem Strick und nicht lieber in den Angeln hängen, wenn sie wirklich mit solchen ausgestattet sind. Man müsste denn zu der Ausflucht sich entschliessen können, dass die Baraita sie mit Absicht an Stricken befestigt sein lässt, um zu betonen, dass die Benutzung dieser Verschlussmittel gestattet ist, auch wenn dieselben nicht in, sondern nur an ihren Angeln hängen. Diese Schwierigkeit war es vermutlich, welche Raba zu der Erklärung veranlasst hat, dass es genügt, wenn früher einmal Angeln vorhanden waren, durch welche die Versperrung eine Zeit lang beim Öffnen und Schliessen in einer bestimmten Richtung festgehalten wurde. Diese Richtung wird man auch jetzt noch, wo die Angeln fehlen, unwillkürlich und gewohnheitsmässig innehalten, zumal dem Öffnen und Schliessen, das sich hier so leicht und mühelos vollzieht, an jeder andern Stelle die Unebenheit des Erdbodens manch’ unbequemes Hinderniss entgegenstellen wird. Es ist daher nicht von Belang, ob die Angeln noch vorhanden sind oder nicht; nur darauf kommt es an, dass überhaupt jemals welche angebracht waren. Abajê dagegen besteht der grössern Sicherheit wegen auf dem Vorhandensein der Haspen; allenfalls können die Türbänder fehlen und durch Stricke ersetzt sein, auf die Angeln aber kann keineswegs verzichtet werden, denn an diesen müssen die Stricke befestigt sein, damit Einschnitte in die Erde um so sicherer vermieden werden. Seine Ansicht findet eine Stütze in einer zweiten von Babli angeführten Baraita, in welcher es ausdrücklich בזמן שיש להן ציר heisst (so hat רבנו חננאל und allem Anscheine nach auch ריטב״א gelesen. In unseren Ausgaben steht dafür בזמן שקשורין ותלויין. Ohne Zweifel ein Schreibfehler! Wäre diese Lesart richtig, so stünde die Baraita eher mit der Mischna als mit אביי und רבא in Widerspruch. Der Schreibfehler erklärt sich übrigens sehr leicht aus der vorhergehenden Baraita, welche in ihrem ersten Teile denselben Wortlaut hat. S. auch Dikduke Soferim z. St.); Raba giebt diesen Worten nicht ohne Zwang die Wendung: sofern sie eine Türangel hatten. [Wir haben diese kurze, aber vielumstrittene Mischna nach der Auffassung des R. Chananel erläutert, welche uns die einfachste und natürlichste schien. Alle übrigen Erklärer, an ihrer Spitze Raschi, haben unsere Mischna vom Gesichtspunkte der am Schabbat verbotenen Bauthätigkeit aus beleuchtet; nur Maimonides scheint eine Ausnahme zu bilden, er führt sie nicht im 22. K. der Hil. Schabbat auf, sondern in deren 26. K. unter der Rubrik מוקצה. Auf welchen dieser beiden Standpunkte man sich stellen mag, es wird der Unterschied zwischen נבוה מן הארץ und קשור ותלוי nicht ganz klar. Warum ist hier ein ציר erforderlich, dort dagegen nicht? Ob eine improvisirte Tür von der Erde absteht oder nicht, kann doch in Bezug auf מוקצה und בנין gleichgiltig sein, sollte man meinen! Schon dadurch allein, dass sie an den Pfosten angebunden ist, legitimirt sie sich ja hinreichend als das, wozu sie bestimmt ist! Dazu kommt der Gegensatz, in welchem unsere Mischna zu Schabbat XVII 7 steht; ר׳ זרחי׳ הלוי hat auf denselben zuerst aufmerksam gemacht und ראב״ד ,ר׳ ישעי׳ ,מלחמות (s. ריטב״א z. St.) bemühen sich denselben auszugleichen. Die Lösung des letztgenannten Autors hat den Beifall des ר״אש gefunden und ist später zur Halacha erhoben worden. Dieselbe wendet hier den Unterschied zwischen אהל עראי und אהל קבע an. Aber es steht ja auch מחצלת in unserer Mischna, und in der Baraita sind מוקצה und פרצה gar nicht erwähnt! Stellt man sich dagegen auf den Standpunkt des R. Chananel, so schwindet dieser Gegensatz sofort, die Forderung der Mischna, dass die Tür von der Erde abstehe, erscheint vollkommen begründet, und es kostet nur noch einige Mühe sich in der Gemara zurecht zu finden. Dem Einwurf, mit welchem Raschi diese Auffassung angefochten hat, ist deren Urheber in einer kurzen Andeutung zuvorgekommen, der wir gefolgt sind, und die wir in seinem Sinne weiter ausgeführt zu haben hoffen.]"
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+ "und in Privatgebiet aufschliessen. Selbst wenn der Schlüssel im Schlosse steckt, weil zu befürchten ist, dass man ihn herausziehen und aus Versehen an sich nehmen könnte.",
+ "dass man einen zehn Handbreiten hohen Verschlag angebracht hat. Durch welchen der Raum vor der Tür, bezw. der Standort des Öffnenden gleichfalls רשות היחיד wird, so dass der Schlüssel, selbst wenn das Befürchtete eintritt, nur aus dem einen in das andere Privatgebiet geschafft wird. Natürlich muss der vom Verschlage eingeschlossene Raum mindestens vier Handbreiten im Geviert messen (K. IX Anm. 14). R. Meir hält es nicht für nötig das hervorzuheben, denn es ist selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich ist aber das Erfordernis einer Höhe von zehn Handbreiten, und doch begnügt er sich nicht mit den Worten אלא אם כן עשה מחיצה. Er betont vielmehr nachdrücklichst, dass dieser Verschlag 10 טפחים hoch sein muss, damit man ja nicht zu dem Irrtum sich verleiten lasse, dass auch eine geringere Höhe des Vorschlages, bei welcher der eingeschlossene Raum neutrales Gebiet (ebend.) wäre, hinreichend sei. Daraus folgt, dass nach R. Meïr eine auf Zwittergebiet stehende Person weder in רשות היחיד noch in רשות הרבים ein Schloss öffnen, und umgekehrt kein in einer כרמלית befindliches Schloss von privatem oder öffentlichem Gebiete aus geöffnet werden darf.",
+ "dass man auf dem Geflügelmarkte. פַּטָּם (von פטם mästen) ist der Geflügelhändler; s. Alfasi z. St. und ‘Aruch, vgl. Besza 29b.",
+ "in Jerusalem nach dem Zuschliessen den Schlüssel in das Fenster über dem Eingange legte. Das Schloss, in welchem der Schlüssel steckte, war מקום פטור (K. IX Anm. 14), das Fenster war Privatgebiet. Die Strassen Jerusalems waren zwar gleichfalls רשות היחיד, denn die Stadt war mit Mauern umgeben, deren Tore nachts geschlossen wurden (Einl. Abs. 1); da man aber in der heiligen Stadt keinen Schittuf (Einl. Abs. 2) machte, so durfte man aus ihren Strassen und Gassen, ihren Plätzen und Märkten einen Gegenstand ebensowenig in die Wohnungen wie in öffentliches Gebiet schaffen. Sie hatten also in dieser Beziehung wenigstens den Charakter eines neutralen Gebietes. Wenn es nun in Jerusalem gang und gäbe war, dass man von dem Marktplatz aus den Schlüssel vom Türschloss nach dem Fenster schaffte, so muss es doch ganz allgemein gestattet sein, auf Zwittergebiet stehende Gegenstände eines andern Gebietes innerhalb desselben auf einen andern Platz zu legen. In Wahrheit ist dies nicht allein demjenigen erlaubt, der auf neutralem Gebiet steht, sondern selbst der in einer רשות היחיד oder einer רשות הרבים befindlichen Person; s. M. 4."
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+ "an dessen Ende ein Riegel. קלוסטרא (so Jeruschalmi, Maimonides und fast alle älteren Autoren; a. L. גלוסטרא) ist das lat. claustra od. clostra, auch im Sing. (claustrum) gebräuchlich, gr. ϰλεῖστρον. נגר steht in den jer. Targumim (in den bab. findet sich das Wort überhaupt nicht) bald als Übersetzung von בריח zur Bezeichnung der Balken, welche im Heiligtum zur Verbindung der Bretter dienten (Ex. 26,26-28, u. 36,31-33), bald als Übersetzung von בדים zur Bezeichnung der Stangen, welche an der heiligen Lade angebracht waren (2. Chr. 5, 8-9); in beiden Fällen waren diese Querhölzer bekanntlich durch Ringe geschoben. Im Arab. heisst نجر mit der Axt bearbeiten, davon نجار der Zimmermann, aram. נַגָּר, ܢܰܓܰܪ = hebr. חרש ein Handwerker, der Holz oder Steine behaut. Im Hebr. endlich bedeutet נגר fliessen, rinnen, rieseln. Es scheinen in diesem Stamme zwei verschiedene Wurzeln in einander geflossen. Von der Wurzel נג, welche schlagen oder hauen bedeutet (vgl. נגע und נגף), stammt نجر behauen, نجار u. נגר Zimmermann, Steinhauer; von der Wurzel גר aber, die eine langsame Bewegung ausdrückt (vgl. גרר schleifen, zerren) stammt נגר rieseln und נגר Schieber. Raschi übersetzt hier das Wort sachgemäss mit cheville (Pflock).",
+ "Eli‘ezer. Obgleich der נגר im Baba M. VIII 7 zu den handwerksmässig hergestellten Dingen gezählt wird, stellt er doch kein Gerät (כלי) im eigentlichen Sinn dar, ist vielmehr in seiner primitiven Form weiter nichts als ein einfaches Stück Holz und darf daher am Schabbat garnicht in die Hand genommen werden; die קלוסטרא, in welche er endet, ändert daran nichts nach R. E. Erst wenn er mittels einer haltbaren Schnur (ניטל באגדו) an der Tür befestigt ist, und dadurch seine Bestimmung deutlich zu erkennen gibt, darf er nach seiner Meinung am Schabbat als Riegel benutzt werden. [Eine andere sehr bestechende Auffassung von ניטל באגדו hat Maim. in seinem Codex; doch findet Raschi’s Erklärung, der wir gefolgt sind, im Jer. ihre Bestätigung.]",
+ "Jose aber gestattet ihn. Nach ihm ist der Schieber oder Pflock durch den »Riegel an seiner Spitze«, d. i. durch sein oberes, in einen Knopf oder hakenförmig auslaufendes Ende, genügend als Riegel und somit als כלי legitimirt. [Raschi erklärt diese und die folgende Mischna vom Gesichtspunkte der verbotenen Bautätigkeit. Maim. dagegen führt dieselben in seinem Codex unter der Rubrik מוקצה auf (s. auch dessen Mischnakommentar). Die Gründe, welche unsere Wahl zwischen diesen beiden Auffassungen bestimmt haben, findet der Leser in den Tosafot zu Schabbat 126a.]"
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+ "Mit einem schleifen den Schieber. Einem solchen nämlich, der mittels eines schwachen Fadens (s. Anm. 56) an der Tür so angebunden ist, dass sein unteres Ende den Boden berührt.",
+ "der liegende. Ein solcher nämlich, welcher unangebunden in irgend einem Winkel liegt.",
+ "ist dort wie hier verboten. Es ist die Ansicht des R. E. der vorigen Mischna, und das Verbot erklärt sich durch das in Anm. 56 Gesagte. Dass er es aber im Heiligtum nicht so streng nimmt, beruht auf dem Grundsatze: אין שבות במקדש, die rabbinischen Verbote haben im Heiligtume keine Geltung. Hier wie in den folgenden Halachot handelt es sich nämlich keineswegs um Satzungen der Tora, sondern lediglich um einige jener Anordnungen, welche von den Schriftgelehrten gleichsam als Schutzmauer um das göttliche Gesetz errichtet worden, im Bereich des Tempels aber, wo unter den Augen gewissenhafter und sittenstrenger Priester die Verletzung einer Toravorschrift kaum zu befürchten war, grösstenTeils ausser Kraft gesetzt waren. Nur einige wenige, die selbst im Heiligtume als notwendig erkannt wurden, sind auch dort aufrecht erhalten worden. Mehrere dieser Ausnahmen werden hier der Reihe nach aufgeführt. [Raschi scheint allerdings eine Ausnahme von dieser Regel nicht gelten zu lassen (s. Anm. 65) und will daher den Satz איו שבות במקדש auf gottesdienstliche Zwecke beschränken (M. 12 u. 13): dagegen sagt Maimonides ausdrücklich in Hil. Korban Peeach I 16: אין אסור שבות במקדש אפלו בדבר שאינו צורך עבודה אסור שבות במקדש היתר הוא. Raschi’s Ansicht dürfte sich kaum aufrecht erhalten lassen (s. Anm. 69).] Während »in der Provinz«, d. i. ausserhalb des Tempels, die Benutzung eines nur mit schwachem Faden angebundenen Riegels auch dann verboten ist, wenn er blos mit dem untern Ende den Boden streift, ist sie im Bereiche des Tempels allerdings gestattet, auch wenn er seiner ganzen Länge nach auf der Erde liegt. Aber angebunden muss er sein, und wär’s auch nur mit einem Bande, das nicht dauerhaft genug ist, um seine Last freischwebend zu tragen; sonst ist seine Benutzung, obgleich kein Verbot der schriftlichen Lehre entgegensteht, selbst im Heiligtume unzulässig. [Die Tosafot machen hier (102a oben ד״ה כי פליגי) eine sehr subtile Unterscheidung zwischen יכול לעמוד ע״י אותו חבל und ניטל באגדו, worunter יכול לטלטלו ממקום למקום verstanden sein soll; aber Jer. spricht ausdrücklich von דבר שיכול להעמידו, und davon abgesehen dürfte nun R. E. nicht den נגר הנגרר, sondern den תלוי in Gegensatz zum מונח bringen (s. Tos. Schabbat 126a ד״ה שקשור), da ja nach ihrer Ansicht auch der völlig frei schwebende Riegel verboten ist, wenn die Schnur zwar stark genug ist, ihn in der Schwebe zu erhalten, für seinen Transport aber sich als zu schwach erweist.]",
+ "in der Provinz. Auch wenn er der ganzen Länge nach auf der Erde liegt, sofern er nur angebunden oder (laut voriger Mischna) mit einem clostrum versehen ist, im Heiligtum dagegen bedarf es nach R. J. weder des einen noch des andern Erfordnisses."
+ ],
+ [
+ "Man darf die untere Angel. An der Tür eines Spindes oder andern Möbelstückes.",
+ "im Heiligtum wiedereinfügen. Wenn der Zapfen aus seinem Loch in der Schwelle herausgetreten, darf man ihn mit der Hand wieder zurückschieben; bei Haustüren oder Fensterladen fiele die Wiedereinfügung allerdings unter das Verbot der Bautätigkeit, auf Möbelstücke aber findet der Begriff des Bauens überhaupt keine [oder doch nur eine sehr beschränkte; s. R. Ascher K. III No. 5] Anwendung.",
+ "aber nicht in der Provinz. Weil dort zu befürchten ist, dass man zwischen der Tür an Möbelstücken und der an Gebäuden keinen Unterschied machen wird — eine Verwechslung, die im Bereiche des Tempels undenkbar ist.",
+ "ist dort wie hier verboten. Wenn der obere Zapfen herausgetreten, fällt die Tür um, und es bedarf dann grosser Anstrengung, sie wieder einzufügen; meist muss man sogar einen Hammer oder anderes Werkzeug zu Hilfe nehmen. Die Anwendung von Werkzeug aber ist als »handwerksmässige Verrichtung« (מכה בפטיש) strafbar; um daher der Übertretung dieses Verbotes vorzubeugen, deren Möglichkeit selbst im Heiligtum nicht ausgeschlossen war, haben die Rabbinen auch dort die Wiedereinfügung der obern Angel ganz und gar untersagt. Also wieder wie in Anm. 60 eine Ausnahme von der Regel, laut welcher אין שבות במקדש! [Anders lautet die Erklärung Raschi’s, welche sich alle späteren Commentatoren der Mischna zu eigen gemacht haben, trotzdem sie von den Tosafot (ד״ה והעליון) widerlegt wird. Ausdrücklich sagt Jer. z. St.: לא כל שבות התירו במקדש und es ist auffallend, dass sich die Tosafot diese Stütze für ihre Ansicht haben entgehen lassen.]",
+ "in der Provinz. R. J. lässt die Befürchtung, man könnte im Eifer Werkzeug zu Hilfe nehmen, nur ausserhalb des Tempels, nicht aber in dessen Bereiche gelten; die Besorgnis dagegen, dass irgend jemand die für Möbelstücke gewährte Erlaubnis urteilslos auf Gebäude übertragen wird, Teilt er überhaupt nicht. Eine solche Verwechslung ist selbst »in der Provinz« unwahrscheinlich, und da die Wiedereinfügung des untern Zapfens sich durch eine einfache Manipulation ohne alles Werkzeug bewerkstelligen lässt, so hat er gegen dieselbe keinerlei Bedenken."
+ ],
+ [
+ "Man darf ein Pflaster wiederauflegen im Heiligtum. Der Priester muss den Opferdienst mit ganz nackter Hand verrichten; desgleichen muss sein Dienstgewand durchweg seinem blossen Körper anliegen. Findet sich daher auf der innern Fläche seiner Hand oder an seinem Körper, soweit dieser vom Priesterkleide bedeckt ist, eine durch ein Pflaster geschützte Wunde, so muss er dasselbe abnehmen; es ist ihm aber gestattet, es nach vollbrachtem Dienste auch am Schabbat wieder zu befestigen. Das Auflegen eines Pflasters ist zwar mit Rücksicht darauf, dass es leicht zu »Pflasterstreichen« [מרוח, eine der von המוחק (Schabbat VII 2) ressortirenden, also unter das biblische Verbot der מלאכה fallenden Tätigkeiten; מוחק bedeutet nämlich nicht »schaben«, wie gewöhnlich auf Grund einer fälschlich als Übersetzung aufgefassten Erklärung Raschi’s das. angenommen wird, sondern »glätten«, wie die aus dieser Stammtätigkeit abgeleiteten Verbote (Schabbat 75b) beweisen. Wie bei מחה ist auch hier »schlagen« die ursprüngliche Bedeutung (Richter 5, 26), aus welcher sich unmittelbar die des Glättens entwickelt hat. Der obere Teil des Schreibstifts (מכתב), dessen flaches Ende dazu diente, die mit dem spitzen Ende des untern Teils in das Wachs der Schreibtafel (פינקס, πίναξ) eingegrabenen Zeichen wieder zu verwischen, heisst מוחק: der Glätter (Kelim XIII 2), weshalb dann מחק ganz allgemein Geschriebenes auslöschen bedeutet. Bei Maim. Hil. Schabbat XI 6 ist ohne Zweifel עד שיחליק פניהם und nicht שיחליף zu lesen] führen könnte, durch rabbinische Verordnung am Schabbat untersagt. Weil aber die Entfernung des Pflasters von der Wunde xu gottesdienstlichem Zwecke geschah, hat man ihm auch das Wiederanbringen desselben gestattet, damit er die Leistung der ihm zugewiesenen heiligen Dienstverrichtung nicht verweigere (התירו סופו משום תחלתו).",
+ "wenn es das erste Mal geschieht. Man erwartet ובתחלה statt des holperigen אם בתחלה (vgl. M. 11 u. 12). Dann aber würde sich מחזירין auch auf diesen Teil des Satzes beziehen, was nicht angeht, da מחזירין (zurücklegen) und בתחלה (im Anfange) dem Sinne nach Gegensätze sind. Es musste daher durch die Conjunction אם ein neuer Satz gebildet werden. Dagegen steht oben sehr richtig והמונח ,והעליון; denn dort ist in der Tatלהחזיר, bez. לנעול בו zu ergänzen.",
+ "ist es dort wie hier verboten. Der Grund des Verbotes ergibt sich von selbst aus unseren Ausführungen in Anm. 67. Obgleich das Auflegen eines Pflasters am Ruhetage lediglich durch die Rabbinen untersagt ist, wurde dasselbe doch nur dem Priester gestattet, welcher durch eine Dienstverrichtung gezwungen war, ein auf seiner Wunde bereits befindliches Pflaster abzunehmen. Hinsichtlich solcher Verletzungen aber, die erst am Schabbat entstanden, oder vor der Opferhandlung auch nicht durch ein Pflaster geschützt waren, haben die Rabbinen ihr Verbot aufrecht erhalten. Es ist eben auch hier das Princip אין שבות במקדש (Anm. 60) durchbrochen. [Raschi freilich stellt es in Consequenz seiner Ansicht, dass diese Regel keinerlei Ausnahme erleidet, so dar, als ob dieselbe erst durch Vermittelung von התירו סופו משום תחלתו hier in Betracht käme, ohne Weiteres jedoch in unserm Falle keine Anwendung finden könne, weil die rabbinischen Verbote angeblich nur zu gottesdienstlichen Zwecken im Tempel ausser Kraft gesetzt sind, das Wiederauflegen des Pflasters aber zum Opferdienste nicht mehr in unmittelbarer Beziehung steht. Diese Annahme stösst indes auf erhebliche Schwierigkeiten. Aus Besza 11b ist ersichtlich, dass das Auflegen eines Pflasters auch einem דלאו בר עבודה כהן im Heiligtum gestattet wäre, wenn dieses Verbot nicht eine Ausnahme von dem Grundsatze אין שבות במקדש bildete.
. Und davon abgesehen, wo ist in M. 11 ein צורך עבודה, welcher den Unterschied zwischen מקדש und מדינה rechtfertigt? Schon im M. 12 ist Raschi’s Erklärung sehr gezwungen; denn zugegeben, dass es sich daselbst um Spinde und Schränke handelt, die zur Aufbewahrung von Salz, Räucherwerk und anderen Gegenständen der Opferung dienen, ist es noch immer nicht ersichtlich, inwiefern die Entnahme dieser Gegenstände abhängig ist von der Wiedereinfügung des Türzapfens, durch welche doch nur das Schliessen einer Tür, nicht aber ein Öffnen derselben bezweckt werden kann. Für den נגר als צורך עבודה hat indessen der berühmte Kommentator nicht einmal den Versuch einer Erklärung. Wir finden, dass zum Zwecke der Opferung Türen geöffnet werden mussten (die Pforten des Hechal; Tamid III 7, Babli ‘Erubin 2a), eine Vorschrift aber, Türen vor der Opferhandlung zu schliessen, findet sich meines Wissens nur ein Mal (Pesachim V 5 in Bezug auf die Ausgänge der Vorhalle. Der Vf. v. תפארת ישראל hat dort unbegreiflicherweise דלתות העזרה mit ההיכל דלתות verwechselt; somit fällt die daselbst auf der Grundlage dieses Quiproquo in längerm Für und Wider geistvoll aufgebaute Frage haltlos in sich selbst zusammen), und auch da ist es mehr als zweifelhaft, ob dabei ein Riegel zur Verwendung kam.]",
+ "Man darf eine Saite. Die am Schabbat während des Spiels gerissen.",
+ "im Heiligtum. Unter den Musikinstrumenten, welche beim täglichen Gemeindegottesdienst während des Giessopfers den Gesang der Leviten begleiteten, werden in ‘Arachin II 3 u. 5 zwei Arten von Saiteninstrumenten aufgeführt: Laute (כנור) und Leier (נבל, νάβλα), diese nach Josephus (Archäol. 7, 12 § 3) zwölfsaitig, jene nach derselben Quelle zehnsaitig, nach Tosefta ‘Arachin II 7 jedoch nur siebensaitig. Hier handelt es sich ohne Zweifel um die erstgenannte Art [daher die Baraita im Babli: נימת כנור שנפסקה und später: שנפסקה לו נימה בכנור; ähnlich im Jer. נימה שבכנור שנפסקה], von welcher mindestens 9 Instrumente mitwirkten; nach oben aber war die Zahl unbegrenzt, und es kamen deren wahrscheinlich so viele zur Verwendung, als irgend zur Verfügung standen. Die Leier dagegen war beim Gottesdienste in mindestens 2 und höchstens 6 Instrumenten vertreten; wenn daher eines derselben durch das Springen einer Saite unbrauchbar wurde, konnte es schneller durch ein anderes Exemplar ersetzt als durch Zusammenknoten wiederhergestellt werden.",
+ "zusammenknoten. Sofern der Zweck nicht durch eine einfache Schleife erreicht werden kann. Das Verbot, einen Knoten zu machen, ist in Schabbat VII 2 unter die 39 Stammtätigkeiten gezählt; wenn aber der Knoten nicht für die Dauer bestimmt ist, so ist er nur durch rabbinische Verordnung untersagt; eine Schleife zu binden ist dagegen vollständig gestattet. In unserm Falle wird selbst durch den Knoten das Instrument nur notdürftig ausgebessert. Auf die Dauer kann es so nicht bleiben, denn der Knoten beeinträchtigt die Reinheit der Töne. Nach Ausgang des Schabbats wird er wieder gelöst werden müssen, man wird die Wirbel der gerissenen Saite aufdrehen, das kürzere Ende derselben beseitigen und das längere an den Wirbeln befestigen. Der Knoten ist also nur ein augenblicklicher Notbehelf, welchem mithin ein Verbot der Tora nicht entgegensteht. Dennoch ist er wenn irgend möglich durch eine Schleife zu ersetzen und auch, wenn eine solche den Zweck nicht erfüllt, nur dann zulässig, wenn die Saite nicht schon vor Schabbateingang gerissen war (s. Anm. 74); andernfalls ist das Verknüpfen der Enden, weil es schon am Freitag hätte geschehen können, am Schabbat untersagt [nach תפארת ישראל sogar strafbar, ja doppelt strafbar: 1. משום קושר und 2. בפטיש משום מכה. Welche Übertreibung במח״כהר! Von מבה בפטיש kann doch bei so stümperhafter Instandsetzung keine Rede sein! Und dann, warum soll dem Übertretenden nicht der Schutz des טועה בדבר מצוה ועושה מצוה zugebilligt werden?].",
+ "aber nicht in der Provinz. Aus doppeltem Grunde nicht! Erstens haben die Rabbinen auch einen Knoten, der nicht für die Dauer bestimmt ist, zu knüpfen verboten; zweitens ist gleichfalls durch rabbinische Verordnung auch die kunstlose Instandsetzung (תקון מנא) eines schadhaft gewordenen Gegenstandes, wie sie hier beabsichtigt ist, verboten. Aus letzterm Grunde ist es selbst mittels einer Schleife unstatthaft den Schaden auszubessern. [Und nur deshalb nennt auch R. Simon am Schlusse unseres Traktats (s. Babli das.) die עניבה, die er im Heiligtum gestattet, immer noch eine שבות; obgleich dieselbe an sich ja keineswegs verboten ist, so steht ihr doch in unserm Falle das rabbinische Verbot des תקון מנא entgegen. Die קשירה stösst sogar auf ein doppeltes Bedenken, denn es kommt hier zu תקון מנא auch noch das Verbot des קשר שאינו של קיימא, und darum ist dieselbe selbst nach dem ת״ק nur im Notfalle zulässig, sonst aber wenn nur irgend möglich durch עניבה zu ersetzen. Die Folgerung in תום׳ יו״ט z. St. s. v. קושרין, dass sogar עניבה nur לדבר מצוה erlaubt ist, erscheint mithin nicht stichhaltig genug; hier kann dieselbe sehr wohl lediglich wegen des mit ihr verbundenen תקון מגא ausserhalb des Tempels verboten sein.]",
+ "geschieht es zu Anfang. Noch vor Beginn des Spieles; die Saite muss also schon am Freitag beim Spiel gesprungen sein. [So glaube ich nach reiflicher Überlegung das allerdings sehr schwierige בתחלה hier auffassen zu müssen, um den noch grösseren Schwierigkeiten zu entgehen, welche sich der Erklärung entgegenstellen, dass mit diesem Worte das Aufziehen einer neuen Saite (Raschi, Bartinora) oder, was im Grunde dasselbe ist, das Wiederaufspannen der zerrissenen (Tosafot) gemeint sei. Diese Wendung liegt noch weniger im Worte und widerspricht überdies der Auffassung des Babli, wie sie sich wiederholt kundgibt in den Worten אפלו לכתחלה נמי, die gemäss der gewöhnlichen Bedeutung von לכתחלה auf die bekannte Ansicht des R. Eli‘ezer, dass מכשירי מצוה nicht nur in unvorhergesehenen Fällen (דיעבד), sondern von vornherein den Schabbat verdrängen, allem Anscheine nach Bezug nehmen, so dass die Frage wenigstens einen neuen Gesichtspunkt in die Diskussion hineinbringt, was nach Raschi und Tosafot nicht der Fall ist, da ja das Aufspannen einer Saite auch בדיעבד, ich meine שבת כשנפסקה היום דאי אפשר לעשותה מערב, verboten ist — — ואם כן התרצן מאי קסבר? Noch augenfälliger ist die Unebenheit in der zweiten Frage, welche lauten müsste: Wenn R. Juda der עניבה die קשירה vorzieht, weil diese dem Zwecke mehr entspricht, andererseits aber jene gleichfalls אב מלאכה ist, dann sollte er folgerichtig das Aufziehen einer neuen Saite, wodurch das angestrebte Ziel am besten erreicht wird, als den einzig richtigen Ausweg empfehlen, statt sich ablehnend gegen denselben zu verhalten. Wozu nach Raschi u. Tos. die Bezugnahme auf R. Eli‘ezer? Die Worte אליבא דמאן bis קאמר sind nach ihnen ganz überflüssig.] Dass auch hier (vgl. Anm. 68) das umständliche אם בתחלה steht, erklärt sich durch das neue Moment, das mit diesem Satze eingeführt wird. Bisher wurde stillschweigend vorausgesetzt, dass die Saite während des Spieles riss; darum ist jetzt, wo der neue Fall erörtert wird, dass die Instandsetzung sich von vornherein als nötig erweist, auch ein neuer Satz am Platze. ובתחלה wäre hier nur dann am rechten Orte, wenn der Gegensatz (etwa דיעבד) ausdrücklich in der Antithese stände wie z. B. oben M. 11 u. 12: הנגרר—והמונח התחתון—והעליון.",
+ "ist es dort wie hier verboten. Also wieder eine Ausnahme von der Regel: אין שבות במקדש (Anm. 60)! [Und auch hier beharrt Raschi auf seinem Standpunkte. Er sieht in der Verknotung der gesprungenen Saite die Uebertretung eines biblischen Vorbotes, welche im Heiligtum nur darum gestattet ist, weil der Opferdienst alle entgegenstehenden Schabbatverbote zurückdrängt. Seine Erklärung stösst jedoch auf manche Schwierigkeit. Wenn in unserer Mischna wirklich von einem קיימא קשר של die Rede ist, erscheint der Zusatz אבל לא במדינה doch gar zu selbstverständlich, als dass er aus der Concinnität mit den vorhergehenden und nachfolgenden Stellen eine genügende Daseinsberechtigung herleiten könnte. Ferner geht aus den Worten קשירה דאתי לידי חיוב חטאת, mit welchen Babli am Schlusse unseres Traktats zufällig auf unsere Mischna zurückkommt, deutlich genug hervor, dass hier kein dauerhafter Knoten gemeint ist, der an sich ein חיוב חטאת wäre, sondern nur ein solcher, der zu einer strafbaren Handlung führen könnte, also ein קשר שאינו של קיימא. Und wie gezwungen ist endlich Raschi’s Erklärung zu dem Streitpunkte, um welchen sich die Kontroverse zwischen R. Simon b. El‘azar und seinen Gegnern dreht. Wenn die קשירה auch ein אב מלאכה ist, wozu die Pfuscherei? Warum nicht lieber eine neue Saite aufziehen, warum nicht ganze Arbeit? Weil man dann, antwortet Raschi, dazu gelangen könnte, auch neue Instrumente am Schabbat mit Saiten zu beziehen. Eine גזרה also? Und dabei will er den Standpunkt behaupten: עבודה אין שבות במקדש לצורך?! Es ist mir unbegreiflich, wie Raschi die Stelle in Ta‘anit 27a entgehen konnte, laut welcher R. Simon b. El‘azar die Ansicht vertritt, dass bei der Tempelmusik nicht der Gesang, sondern die Instrumente die Hauptsache sind. (Dieselbe Baraita findet sich auch im Jer. z. St. mit dem Zusatz וישראל, durch welchen die von den Tosafot das. s. v. מר סבר mühsam überwundene Schwierigkeit — s. מהרש״א — auf die einfachste Weise gehoben wird.) Diese Stelle, verglichen mit Sukka 51a, wo aus den Worten דכ״ע und dem Bestreben, selbst die Behauptung לויים היו mit der Ansicht עיקר שירה בפה in Einklang zu bringen, ersichtlich ist, dass die Gegenansicht des R. S. b. E die allgemeine Billigung nicht fand (s. auch Maim. הל׳ כלי המקדש III 3), wirft nach meiner Meinung auf unsere Mischna und noch mehr auf die in der Erörterung des Babli angeführte Baraita ein neues, klares Licht. R. S. b. E. gestattet לשיטתו, die am Schabbat unbrauchbar gewordene Laute zu remontieren, weil die Instrumentalmusik einen wichtigen Bestandteil des Tempeldienstes bildet, vor welchem ja die Schabbatverbote, auch die der Tora, zurücktreten müssen. Seine beiden Gegner halten dagegen den Gesang für die Hauptsache, die instrumentale Begleitung für unwesentlich; das Aufspannen einer Saite aber fällt als handwerksmässige Herstellung eines Instruments unter den Begriff מכה בפטיש (Schabbat VII 2) und ist daher ein אב מלאכה. Es bleibt also nichts anderes übrig, als die Instandsetzung der gesprungenen Saite durch Verbindung ihrer Enden. Nur darüber, wie diese zu bewerkstelligen, gehen noch die Meinungen der beiden Gelehrten auseinander, der eine gestattet den קשר שאינו של קיימא, der andere, R. Simon, hält nur eine Schleife für zulässig, weil ein vorläufiger Knoten mit einem dauerhaften leicht verwechselt werden kann קשר שאינו של קיימא אטו קשר של קיימא) (והיינו דקאמר בגמרא מר סבר גזרינן כלומר. Trotz dieser, wie ich hoffe, einleuchtenden Begründung hätte ich es doch nicht gewagt, mich bei der Auslegung unserer Mischna zu allen Kommentatoren in Widerspruch zu setzen und mir einen neuen Pfad zu bahnen, wenn ich nicht glaubte, im Jer. eine Stütze für meine Auffassung zu finden. Es muss dort natürlich heissen: מתניתן דלא כרשב״א. Und wenn dann — scheinbar ohne innern Zusammenhang, in Wahrheit aber zur Begründung des behaupteten Gegensatzes zwischen R. S. b. E. und unserer Mischna — an den Ausspruch, welcher ein Wiederaufspannen der gerissenen Saite empfiehlt, ein anderer Ausspruch desselben Autors geknüpft wird, laut welchem die Instrumentalmusik für den Opferdienst eine unerlässliche Bedingung ist, so kann ich darin wohl eine Ermutigung erblicken, den Weg einzuschlagen, den ich für den rechten halte.]",
+ "Man darf eine Blatter. Raschi übersetzt יבלת mit demselben Worte, mit welchem er sonst שומא erklärt, mit verrue, Warze. Die Unterscheidung im Babli zwischen feuchter יבלת, die man abschneiden muss, und trockener, die sich abbröckeln lässt, scheint jedoch dieser Auffassung nicht günstig. Auch שומא dürfte nach Baba M. 27b nicht Warze, sondern etwa Muttermal bedeuten. Vergleicht man Ketubbot 75a mit Bechorot 40b, so ergibt sich ferner, dass שומא und יבלת nicht identisch sind; dieses ist beim Menschen immer ein Fehler, jenes nur unter gewissen Voraussetzungen — Im Arab, heisst وبال ganz allgemein Schaden, Beschwerde, Lästigkeit. In der Bibel kommt das Wort nur einmal vor — Lev. 22, 22 — und bezeichnet nach Bechorot das. einen fleischigen Auswuchs mit einem Kern von Knochensubstanz, also weder Warze noch Blatter. Es hat dort die Form יַבֶּלֶת und wird von vielen, auch neueren Erklärern nicht als Name des Gebrechens selbst, sondern als Bezeichnung für das mit diesem Leibesfehler behaftete Tier, also als weibl. Form eines Adj. יַבָּל aufgefasst; hier ist es ohne Zweifel Substantiv und lautet daher zum Unterschiede יבולת. So ist wenigstens die Lesart älterer Mischnaausgaben (Neapel und Pesaro), und so muss auch Raschi gelesen haben, wenn anders die Worte יבלת דקרא קרינן יבלת einen Sinn haben. Dieser freilich ist durch einen kleinen Druckfehler so entstellt, dass ihn selbst ein Lipmann Heller nicht erkennen konnte; erst wenn man יבלת am Ende des Satzes in יבולת verbessert, tritt der Gedanke klar hervor. Nach Tos. Jom Tob will Raschi hier auf den Unterschied zwischen dem Sprachgebrauch der Bibel und dem der Mischna hinweisen; in Wahrheit sagt er aber Folgendes: „Das יבלת der Bibel lesen wir Jabbelet, denn es ist kein Hauptwort, sondern wie שבור (nicht שבר) und עורת (nicht עורון) ebendaselbst ein Eigenschaftswort; das Jebolet der Mischna dagegen ist das Appellativ eines Gebrechens.“ Sicher ist יבולת die ursprüngliche Lesart, denn es lässt sich wohl verstehen, wie aus dieser Form durch die Abschreiber יבלת geworden, nicht aber umgekehrt, wie statt יבלת die sonst ganz unbekannte Form יבולת sich eingeschlichen. Der Rückschluss auf einen adjectiven Sinn des biblischen Jabbelet wäre deshalb doch ein übereilter. Die Sprache der Mischna ist ja nicht die der Bibel, und es wäre sehr wohl möglich, dass derselbe Begriff hier mit Jabbelet, dort aber (vielleicht nach aram. Sprachgebrauch) mit Jebolet bezeichnet wird; auch könnte jetzt Jabbolet gelesen werden, so dass יבלת und יבולת nur Spielarten derselben Form wären wie מכמורת — מכמרת ,משקולת — משקלת u. v. a. Raschi selbst übersetzt in seinem Pentateuchkommentar יבלת nicht etwa: verruqueuse, sondern — genau wie hier יבולת — mit verrue. Freilich erklärt er daselbst auch עורת im Widerspruch mit seinen eigenen, vorhin fast wörtlich übertragenen Ausführungen als gleichbedeutend mit עורון für ein Hauptwort.",
+ "im Heiligtum. Ein mit Blattern behaftetes Opfertier darf nach Lev. 22,22 nicht dargebracht werden; aber auch ein pustulöser Priester ist zur Verrichtung des Opferdienstes untauglich, solange die Blattern nicht — und wäre es auch nur auf mechanischem Wege, durch operativen Eingriff — beseitigt sind. Hier handelt es sich meines Erachtens um eine Blatter am Leibe des Priesters, nicht am Körper des Opfertieres. Nach ‘Arachin II 5 waren nämlich stets an genau untersuchten und als fehlerfrei befundenen Opfertieren mindestens sechs über die für den Tagesbedarf erforderliche Zahl vorrätig. Leicht konnte mithin die Verlegenheit nicht eintreten, in welcher kein Ausweg blieb als die am Schabbat immerhin bedenkliche Entfernung der Blatter. Überdies scheint aus Tamid III 4 hervorzugehen, dass die Opfertiere auch an dem ihrer Opferung vorangehenden Tage untersucht wurden (s. jedoch Maim. Hil. Temidin I 9). Sollte also ein neckischer Zufall es wirklich so gefügt haben, dass alle diese Tiere durch irgend einen Leibesfehler untauglich wurden, so konnte derselbe erst am Schabbat zu Tage getreten sein. In unserer Mischna wird aber vorausgesetzt, dass die Blatter schon am Freitag vorhanden war, wie wir in der folgenden Anmerkung zeigen werden. Es bleibt demnach nichts übrig, als die Bestimmung der Mischna auf eine יבלת des Priesters zu beziehen. Sämmtliche Priester waren in 24 Wochenabteilungen geordnet, die sich wieder in 7 Tagesgruppen gliederten, deren jede an einem Tage der Woche zum Dienst berufen war. Jeden Morgen wurden aus der Reihe der Berufenen die diensttuenden Priester ausgelost, deren Zahl sich gewöhnlich auf 13 belief. Zu diesem Behufe stellte sich die ganze Gruppe im Kreise auf, der Vorsteher nannte eine beliebige Zahl, begann bei einem beliebigen Priester zu zählen, und derjenige, bei welchem die jedenfalls sehr hoch gegriffene Zahl endete, war zum Schlachten des Opfers erkoren, während die übrigen Opferhandlungen seinen 12 Nachbarn zufielen. Bei diesem Verfahren liegt es auf der Hand, dass die Anwesenheit auch nur eines Unbefugten im Kreise die Anfechtbarkeit des Ergebnisses selbst dann im Gefolge hatte, wenn das Los auf einen am diametral entgegengesetzten Punkte stehenden Priester fiel. Fand sich daher an einem der ausgelosten Priester ein Leibesfehler, so konnte er allerdings, wenn es durchaus sein musste, durch einen andern ersetzt werden, aber das gienge nicht so ohne Weiteres. Die ganze Gruppe müsste auf’s Neue zusammentreten, um nicht allein für den als untauglich ausscheidenden Priester Ersatz zu schaffen, sondern auch für die 12 Genossen, die durch ihn unschuldig in Mitleidenschaft gezogen würden und ihre Funktionen einbüssten. Das gäbe eine sehr ärgerliche Verwirrung. Und Um einer solchen vorzubeugen, gestattete man die Abtrennung der Blatter am Schabbat, sofern dieselbe ohne Verletzung eines Verbotes der Tora möglich ist. Ausdrücklich sagt Jeruschalmi z. St., dass nur aus diesem Grunde (מפני קלקול פייסות) und nur nach vollzogener Auslosung (והן שהפיסו) die Erlaubnis erteilt wird. Nichtsdestoweniger ist unter allen Erklärern Maimonides der einzige, der unsere Mischna in diesem Sinne auffasst, und er hat diese Auffassung auch in seinem Codex zur Geltung gebracht (Hil. Schabbat IX 8). Alle übrigen meinen, dass von einer Blatter am Leibe des Opfertiers die Rede ist, und in dem Banne dieser durch nichts gerechtfertigten Annahme war selbst der Kommentator des Jeruschalmi (s. קרבן העדה z. St.) so tief befangen, dass er bei seinen Erklärungsversuchen auf Abwege sich verirrt, wo doch der rechte Weg so klar vor Augen liegt. Die Worte והן שהפיסו (nur sie, die bereits gelost haben), zu denen natürlich חותכין יבלת aus der Mischna zu ergänzen ist, lassen doch wohl keinen Zweifel über die Auffassung des Jeruschalmi, zumal die nachträgliche Entdeckung eines Leibesfehlers am Opfertiere nicht die geringste Verwickelung mit sich führt und die ursprünglichen Festsetzungen nicht im Mindesten alterirt. Bleibt doch das Ergebnis der am Morgen vorgenommenen Auslosung auch noch am Abend für das Nachmittagsopfer in Kraft, geschweige denn für ein etwa notwendig gewordenes Ersatzopfer.",
+ "ablösen. Im Pesachim VI 1 dagegen wird die Frage, ob die Notwendigkeit der Abtrennung einer Blatter am Pesachopfer das Schabbatverbot zu verdrängen im Stande ist, von der Mehrheit verneint und nur von R. Eli‘ezer bejaht. Zur Lösung dieses Widerspruchs unterscheidet Jeruschalmi zwischen Leibesfehlern der Priester und der Opfertiere; nur in Bezug auf diese sei die Frage controvers, hinsichtlich jener aber werde sie wegen der zu befürchtenden Alteration der Lose (s. vor. Anm.) einhellig bejaht. Im Babli werden ausser der bereits in Anm. 76 angeführten und auch im Jer. erwähnten Unterscheidung zwischen der feuchten Blatter, um welche sich der Streit im Pesachim dreht, und der trockenen, von welcher hier die Rede ist, noch folgende Versuche gemacht, die Schwierigkeit aus dem Wege zu räumen. R. Josef meint, die Ansichten seien dort nur darum geteilt, weil ein rabbinisches Verbot (wie die Abtrennung einer Blatter) ausserhalb des Tempels — und das Pesachlamm wurde ja von jedermann zu Hause untersucht und für die Opferung vorbereitet — selbst zu gottesdienstlichen Zwecken nicht übertreten werden darf, während hier innerhalb des Tempels, wie durch die Worte במקדש אבל לא במדינה nachdrücklich betont wird, nach dem allgemeinen Satze אין שבות במקדש (Anm 60) über die Zulässigkeit nur eine Stimme herrschen kann. R. Jose b. Chanina (s. Jer.) erklärt, es handle sich dort um die Abtrennung mittels eines Messers, die R. Eli‘ezer zwar geatattet, die Mehrheit aber verbietet, wie ja auch hier nur erlaubt wird, die Blatter mit den Fingern abzukneipen oder mit den Zähnen abzubeissen, ausdrücklich aber das Abschneiden mit einem Werkzeuge untersagt ist. Demnach käme in unserer Mischna die Ansicht der Gegner des R. E. zur Geltung. Umgekehrt behauptet Raba, dieselbe vertrete grade die Meinung des R. E. Der gleiche Ausdruck fordert die gleiche Auffassung. Wenn daher חתך hier abkneipen oder abbeissen bedeutet, so hat es wohl auch dort denselben Sinn, und da R. E. der Einzige ist, der die fragliche Operation am Schabbat gestattet, so steht unsere Mischna eben auf seinem Standpunkt und nicht auf dem der Mehrheit. Warum ist aber die Zuhilfenahme eines Messers hier verboten, da doch nach seiner Ansicht selbst die Vorbereitungen für den Opferdienst die entgegenstehenden Schabbatverbote ausser Kraft setzen? Darauf antwortet Raba: R. E. räumt ein, dass man hierbei die Übertretung strengerer Verbote, wo es nur irgend angeht, vermeiden soll. — Zieht man in Erwägung, dass die Controverse in Pesachim das. M. 2 schliesslich zu dem Ergebnis führt, die Abtrennung einer Blatter sei nur darum verboten, weil diese Operation schon vor Eintritt des Schabbat vorgenommen werden konnte, so erscheint vielleicht als der einfachste Ausweg die Annahme, dass an unserer Stelle von einer erst am Schabbat entstandenen Blatter die Rede ist. Dass aber weder Babli noch Jer. diesen Weg für gangbar hält, ist ein Beweis für die Richtigkeit unserer Behauptung in vor. Anm., laut welcher auch hier stillschweigend vorausgesetzt wird, dass die Blatter schon am Freitag zu Tage getreten. Begründet ist wohl diese Voraussetzung in dem Schlusssatz unserer Mischna; denn wäre die Blatter am Schabbat erst entstanden, dürfte sie auch mit Hilfe eines Messers abgeschnitten werden [s. Maim Hil. Korban Pesach I 18; in Hil. Schabbat IX 8 macht er freilich keinen Unterschied zwischen bereits vorhandenen und erst entstandenen Blattern, was jedoch keineswegs auffällig ist, da er sich hier nach seiner Gewohnheit lediglich an den Wortlaut des Talmud hält].",
+ "geschieht es mit Werkzeug. Dass hier בכלי ואם statt des kürzern und einfachern ובכלי steht, ist ähnlich wie in Anm. 74 zu rechtfertigen. Da mit dem Verbum חתך (schneiden), obgleich es auch von der Schärfe des Fingernagels und der Zähne gebraucht wird, in der Regel der Begriff eines Messers, einer Scheere oder eines ähnlichen Werkzeugs verbunden ist, so wäre ובכלי hier nur dann am rechten Orte, wenn in der Antithese ausdrücklich der Gegensatz חותבין ביד או בשן stünde.",
+ "ist es dort wie hier verboten. Auch hier haben wir eine Ausnahme von der Regel אין שבות במקדש (Anm. 60); denn das Abschneiden einer Blatter am Schabbat selbst mit Hilfe eines Messers ist nur von den Rabbinen untersagt. [S. Maim. Hil. Schabbat IX 8 und I 3. Die Quelle dieser kühnen Behauptung des grossen Gesetzeslehrers, welche von ראב״ד nicht angefochten wird, dafür aber in משנה מגיד grosses Befremden hervorruft und in מגן אברהם 3403 kurzerhand beiseite geschoben wird, ist nicht der Abschnitt הלוקח בהמה (Bechorot 24b — 25a?), wie im מגדל עז zwar angegeben, aber nicht näher nachgewiesen wird. Dort findet sich nichts, was ihr auch nur zur Stütze dienen könnte. Sie ist vielmehr, wie ich glaube, aus Jer. Pesachim VI 1 g. Ende geschöpft, wo der Satz חתיכת יבלתו בכלי שבות gar in Form eines Einwands der Mischna entgegengehalten wird wie etwas Selbstverständliches oder wenigstens allgemein Anerkanntes, das keinen Widerspruch zulässt und über jeden Zweifel erhaben ist. Zum bessern Verständnis dieser Stelle, welche in mehr als einem Betracht schwierig ist, muss man vor allem die Worte הבאתו חוץ לתחום שבות bis וזה עומד בשמועתו, welche offenbar versetzt sind, aus ihrer Umgebung herausheben und an die rechte Stelle vor חתיכת יבלת setzen. Es wird hier konsequent der Grundsatz durchgeführt, dass dem Pesachopfer gegenüber kein rabbinisches Verbot Stand zu halten vermag, und daher zu הרכבו bemerkt, dass dies nur ausserhalb Jerusalems in רשות הרבים verboten, innerhalb der Stadt jedoch, obgleich dieselbe des Schittuf der Strassen entbehrte (s. Anm. 54), als שהתירו במקדש שבות erlaubt ist; darauf wird aus הבאתו חוץ לתחום der Beweis erbracht für תחומין דאורייתא, und nun erst, nachdem die Diskussion über diesen Punkt erledigt ist, folgt die Abhandlung über חתיכת יבלתו, in welcher zunächst der Widerspruch mit unserer Mischna erörtert, dann aber in unmittelbarem Anschluss die Frage aufgeworfen wird: חתיכת יבלתו בכלי שבות. Es ist ein Einwand, der seine Spitze gegen R. Jose b. Chanina (Anm. 78) richtet. Wenn beim Abschneiden der Blatter auch Blutentziehung wenigstens als Nebenzweck in der Absicht lag (R. Jochanan), oder wenn die Verwundung auch ohne diese Absicht strafbar ist (R. S. b. Lakisch und R. S. b. Jakim), dann ist es freilich in der Ordnung, dass חתיכת יבלת לחה als Verletzung eines Verbotes der Tora selbst beim Pesachopfer verboten ist; wenn aber, wie R. J. b. Ch. will, keines von beiden der Fall ist, wenn die Handlung gar nicht unter dem Gesichtspunkt des חובל, von dem aus zwischen יד und כלי ja kein Unterschied besteht, sondern unter dem des גוזז zu beurteilen ist, warum ist sie da verboten? Es handelt sich doch lediglich um eine שבות! Dieser Einwand wurde ohne Zweifel schon zu Lebzeiten des R. J. b. Ch. geltend gemacht, vielleicht gar in seiner Gegenwart von einem seiner Freunde oder Schüler, und nun berichtet R. Abahu, dass jener infolge dieser Vorhaltung seine ursprüngliche Lösung aufgegeben und den Knoten einfach durchhauen habe, indem er die Worte וחתיכת יבלתו aus der Mischna strich. Damit erledigt sich von selbst die Frage in שירי קרבן s. v. אר״א, auf welche der Vrf. nur eine Antwort hat, die er selbst als unbefriedigend bezeichnet Die zweite Schwierigkeit, auf welche derselbe Autor s. v. הא חוץ aufmerksam macht, liegt meines Erachtens schon in der Mischna. Unter den Gegnern des R. Eli‘ezer befindet sich ja auch R. ‘Akiba, von dem es bekannt ist, dass er den sogenannten Schabbatbezirk für eine Anordnung der Tora hält (s. Sota V 3); und doch sagt R. E. אלו שהן משום שבות! Es liegt also auf der Hand, dass er sich dieses Ausdrucks von seinem Standpunkt aus bedient in der Voraussetzung, dass wenigstens ein Teil seiner Widersacher und insbesondere sein Hauptgegner in diesem Punkte mit ihm übereinstimmt. In der Tatfinden wir ja zwischen ihm und R. Josua eine Meinungsverschiedenheit weder über חי נושא את עצמו noch hinsichtlich des rabbinischen Ursprungs der Schabbatbezirke. Überdies ist der קל וחומר, den R. E. in’s Feld führt, nichts als ein rhetorischer Wurf, welcher seiner Polemik eine grössere Wirkung geben soll; in der Suche selbst ist es ihm gleich, ob diese Dinge שבות oder דבר תורה sind, er hätte ebensogut sagen können: מה נשתנו אלו מן השחיטה. Deshalb heisst es auch im Babli (hier in ‘Erubin) nur מתיב ר׳ יוסף, eine recht milde Form des Einwands, und nicht מתקיף לה ר׳ יוסף, wie man bei einer sonst so schlagenden, ja gradezu verblüffenden Widerlegung hier mit grösserm Recht erwarten dürfte als z. B. in Schabbat 74a. Die grösste Schwierigkeit macht jedoch die Frage, welche Stellung denn R. J. b. Ch. zu unserer Mischna einnimmt? Er kann doch hier den Satz ואם בכלי כאן וכאן אסור nicht mit demselben kühnen Federstriche aus der Welt schaffen, mit welchem er dort in Pesachim die Worte וחתיכת יבלתו eliminirt! An dieser unabweisbar sich aufdrängenden Frage geht indessen קרבן העדה ebenso still vorüber wie an dem Widerspruch, in welchem der bei הרכבו ausgesprochene und bei חתיכת יבלתו wie bei הבאתו חוץ לתחום wiederholt als unumstösslich und allgemein gültig vorausgesetzte Satz von שבות שהתירו במקדש zu den Worten במקדש לא כל שבות התירו (Jer. ‘Erubin X 11) steht. Beide Schwierigkeiten heben zum Glück sich gegenseitig auf. Wenn ich nicht irre, hat Jer. in diametralem Gegensatz zu R. Josef (s. Anm. 78) die Ansicht, die vermutlich auch im Babli von den übrigen Amoraim geteilt wird, welche die im Grunde so einfache, einleuchtende und naheliegende Lösung des R. Josef verschmähen, und zu anderen, minder glücklichen Auswegen ihre Zuflucht nehmen, die Ansicht nämlich, dass selbst da, wo die Rabbinen eines ihrer Verbote sogar im Heiligtum aufrecht zu erhalten für gut befunden haben, dasselbe dem Pesachopfer gegenüber nicht Stand zu halten vermag. Natürlich ! Es steht hier כרת auf dem Spiele, und die Stellen, wo דבריהם במקום כרת העמידו, sind gezählt, während dort, falls die Beseitigung der Blatter ohne Instrument nicht möglich ist, doch weiter kein Unglück droht als höchstens ein קלקול פייסות (s. Anm. 77). So erklärt es sich, dass R. J. b. Ch. חתיכת יבלתו, da solches selbst בכלי nur eine שבות ist, zu streichen sich veranlasst sehen kann, ohne an dem Schlusssatz unserer Mischna, in welchem er folgerichtig eine Ausnahme von der Regel אין שבות במקדש erblicken muss, den geringsten Anstoss zu nehmen. — Nun wird aber in מגיר משנה zu Hil. Schabbat IX 8 darauf hingewiesen, dass im Babli die Meinung herrscht, das Abschneiden einer Blatter am Schabbat mit Hilfe eines Werkzeugs sei von der Tora verboten, und da für die Halacha der babylonische Talmud massgebend ist, hätte Maim, also Unrecht, sich für seine Entscheidung den Jer. zur Richtschnur zu nehmen. Der berühmte Vrf. macht nicht einmal den Versuch, seinen verehrten »Meister» in Schutz zu nehmen. Seinem Scharfblick ist es offenbar entgangen, dass Maim, die Jebolet unserer Mischna, abweichend von allen übrigen Erklärern nicht auf das Opfertier, sondern auf den Priester bezieht (Anm. 77), dass mithin die von Tosafot s. v. מה לי geltend gemachte Schwierigkeit nicht allein durch die daselbst versuchte Lösung nicht gehoben ist, sondern gar insofern sich noch erhöht, als in der Mischna die Operation am eigenen Körper stillschweigend zugestanden, in der Baraita dagegen untersagt und nur am fremden Leibe gestattet wild. Man muss also notgedrungen einen andern Ausweg suchen. Maim, fand einen solchen vermutlich in der Annahme, dass R. Eli‘ezer uns in der Baraita lehrt, wie man am Schabbat von dem gewöhnlichen Verfahren abweichen müsse, in der Mischna aber die Grenze zeigt, bis zu welcher man noch gehen, die man aber nicht mehr überschreiten darf: Es ist allenfalls noch erlaubt, sich eine Blatter eigenhändig abzukneipen, wenn dieselbe den Zähnen nicht erreichbar und auf fremde Hilfe nicht zu rechnen ist; auf keinen Fall darf aber ein Messer dabei zur Verwendung kommen, weil dadurch ein biblisches Verbot unnötigerweise verletzt würde. Daraus folgt schon, dass חתיכת יבלתו nicht auf eine Stufe zu stellen ist mit נטילת צפרניו, denn das Abbeissen der Nägel ist nach R. E. ebenso strafbar als das Abschneiden derselben (Schabbat X 6). Ist aber erst einmal festgestellt, dass die Abtrennung einer Blatter nicht in demselben Umfange unter den Begriff des גוזז fällt wie die eines Fingernagels, so ist auch der Rückschluss gestattet, dass nach den Weisen, die daselbst das Abbeissen der Nägel für eine שבות erklären, חתיכת יבלת בכלי ebenfalls weiter nichts als ein rabbinisches Verbot ist. Dass dieser Schluss berechtigt ist, zeigt in ihrem ganzen Verlaufe die Erörterung, die sich an die erwähnte Baraita knüpft. Schon die Frage gleich zu Anfang בשניו אין בכלי לא lässt vermuten, dass nach den »Weisen« auch Werkzeug zulässig ist, und diese Vermutung wird zur Gewissheit, wenn wir den ursprünglichen Text wiederherstellen, welcher gegen Ende in unseren Ausgaben leider stark entstellt ist. Es herrschte gerade an dieser Stelle von jeher eine heillose Zerfahrenheit in den Handschriften, worüber schon R. Zerachja in seinem Maor klagt. Die von ihm empfohlene Lesart hat Maim. sicher nicht vorgelegen, eher die unserer Ausgaben, selbstverständlich ohne die Emendation Raschi’s, welcher in dem Satze רבנן נשקליה ניהליה בכלי ואי (so lautet derselbe nach Rabbinovicz’s Zeugnisse in der Münchener Hnds.) das letzte Wort in ביד corrigirt hat. Was ihn dazu bewogen, ist nicht schwer zu erraten. Ihm war schwierig, wie Raba auf den Gedanken kommen konnte, dass die »Weisen« hier בכלי gestatten sollen, was sie in Pesachim nicht einmal ביד erlauben. Noch leichter ist es zu erraten, wie sich Maim. diese Unebenheit aus dem Wege geräumt haben mochte. Schon Raschi bemerkt, dass im Gegensatz zu Pesachim, wo es sich bekanntlich (s. Anm. 78) um eine schon am Freitag vorhandene Blatter handelt, in der Baraita von einer am Schabbat erst entstandenen die Rede ist, und wir dürften nicht fehlgehen, wenn wir annehmen, dass diese Auffassung in dem Ausdruck שעלתה begründet ist, welcher wie das folgende חותכה sich natürlich auf den Schabbat bezieht (vgl. נימת כנזר שנפסקה ‘Erubin 102b); es hiesse sonst wohl: כהן שיש בו יבלת. Während aber Raschi die Zuhilfenahme eines Werkzeugs als biblisch verboten betrachtet und sich daher genötigt sieht, ביד an Stelle von בכלי zu setzen, kann Maim. auf seinem Standpunkte, auf welchem בכלי חתיכת יבלת nur nach R. E. ein אסור דאורייתא, nach den חכמים jedoch eine blosse שבות ist, die ursprüngliche Lesart behaupten, wie sie der Münchener Codex uns erhalten hat. Diese Hnds. liest übrigens תפשוט statt ותפשוט. Auf dieses ו kommt aber sehr viel an. Der Sinn des mit ותפשוט eingeleiteten Satzes verkehrt sich in sein genaues Gegenteil, wenn es gestrichen wird. Wir wollen es mit dem Oxforder Ms. und den ältesten Editionen beibehalten, dennoch aber auch der Variante תפשוט gerecht zu werden suchen. Ebenso wollen wir die gebührende Rücksicht darauf nehmen, dass in der Münchener Hnds auch der Schlusssatz נשקלה ניהליה בכלי lautet, obgleich wir an dieser Stelle der Lesart unserer Ausgaben נשקלה גיהליה ביד nicht so sehr aus sachlichen als aus textkritischen Gründen den Vorzug geben. Ist doch am Anfange der Diskussion, wo es nach dem weitern Verlaufe, wie Raschi ihn gestaltet, בשיניו אין ביד לא heissen müsste, in allen Editionen בכלי stehen geblieben, weil Raschi nicht konsequent genug war, auch hier zu emendiren; wäre also am Schlusse derselben die ursprüngliche Lesart בכלי, so müsste sich in Raschi’s Erklärung, welche ביד voraussetzt, auch an dieser Stelle ein הכי גרסינן finden, und es müsste ferner, da Raschi eine Textänderung hier nicht vorgenommen, in unseren Ausgaben, die sämmtlich ביד lesen, dafür בכלי stehen. Auf der Grundlage dieser Prämissen wollen wir nun versuchen den Text wiederherzustellen, wie er Maim. vorgelegen haben mochte. Wir legen den Wortlaut unserer Ausgaben als den kritisch immer noch zuverlässigsten zu Grunde und weichen von demselben nur in einem wesentlichen Punkte ab, an welchem Raschi eingestandenermassen die ursprüngliche Lesart geändert hat. Die übrigen Abweichungen, die sich ebenfalls auf die Münchener Hnds. stützen, sind geringfügig und meist unscheinbar. Die notwendigen Erläuterungen geben wir in Raschischrift. Um Verwechslungen zwischen dem Tanaïten R. Eli‘ezer (b. Hyrkanos) und dem gleichnamigen Amoräer (b. Pedat) zu verhüten, bezeichnen wir diesen Namen stets mit den Anfangsbuchstaben ר״א, während wir jenen unverkürzt schreiben. Der in Rede stehende Text lautet:
— Ob nun der einsichtsvolle Leser für diese oder jene Lesart sich entscheidet, dieser oder jener Auffassung den Vorzug giebt, in jedem Falle wird er durch unsere Erklärung die Schwierigkeit geebnet finden, auf welche der Fürst von Coucy in den Tosafot z. St. hinweist, in jedem Falle auch die Überzeugung gewinnen, dass im Babli ebenfalls die Ansicht vertreten ist, das Verbot, eine Blatter mittels eines Instruments am Schabbat abzuschneiden, sei blos rabbinischen Ursprungs. Der Vertreter dieser Ansicht ist aber Raba, dessen Urteil nach dem Grundsatz הלכתא כבתראי in diesem Falle für die Entscheidung maassgebend ist. Somit wäre der in מגיד משנה gegen Maim. erhobene Vorwurf erledigt. Aber nun könnte ein anderer Einwand mit scheinbar grösserm Rechte geltend gemacht werden: Maim. folgt in der Auffassung unserer Mischna eine Zeile später nicht der Erklärung von Raba, sondern der des R. J. b. Ch. Dieser aber scheint der Ansicht Raba’s über den Ursprung des in Rede stehenden Verbotes nicht zu huldigen; denn es wird ihm im Babli z. St. entgegengehalten, dass abweichend von הרכבתו sowohl als von הבאתו מחוץ לתחום das Abschneiden einer Blatter mittels eines Messers von der Tora verboten sei, ohne dass von der Verteidigung dem widersprochen würde, und es drängt sich daher die Frage auf, warum wohl Maim. in diesem Punkte nach Raba entscheiden mag, da er doch im Übrigen der Erklärung des R. J. b. Ch. den Vorzug gibt. Darauf antworten wir zunächst, dass in dem Meinungsaustausch über die Erklärungen des R. Eli‘ezer und des R. J. b. Ch. der gegen diesen erhobene Einwand als solcher nicht ernst zu nehmen ist. Die an sich sehr anfechtbare Voraussetzung, dass das Verbot von חתיכת יבלתו rabbinischen Ursprungs sein muss, weil es die beiden anderen sind, die mit jenem zugleich in Pesachim angeführt werden, kann höchstens als Grund dafür dienen, dass R. E. der Auffassung seines Freundes nicht beitritt, ist aber keineswegs stark genug, um als Waffe gegen diesen gebraucht zu werden. Die Verteidigung hatte leichtes Spiel den Angriff zu pariren, wenn sie die erwähnte Voraussetzung einfach ablehnte. Warum tatsie es nicht? Offenbar weil sie sich mit der Defensive nicht begnügen mag, weil sie zugleich zur Offensive übergehen will. Aus demselben Grunde aber mag sie sich auch nicht auf die Antwort beschränken: סבר חתיכת יבלת בכלי נמי דרבנן, macht vielmehr statt dessen lieber geltend, dass selbst vom gegnerischen Standpunkte aus, auf welchem einerseits die in Rede stehende Operation am Schabbat strafbar ist, andererseits die drei in einem Atem genannten Verbote gleichen Ursprungs sein müssen, das Widerstreben des R. E. gegen die Auffassung seines Freundes noch immer nicht begründet ist, da ja die beiden anderen Verbote ebenfalls im Gesetz der Tora ihren Platz haben können. Mit diesem Zugeständnis gibt sich die Verteidigung freilich im Eifer des Angriffs eine Blösse, welche — von R. Josef sofort bemerkt und zu einem Gegenangriff benutzt — den Anschein erweckt, als hätte R. J. b. Ch., auf den Maim. seine Entscheidung stützt, eine Niederlage erlitten. In Wahrheit aber ist er mit Raba der Ansicht, dass das Verbot von חתיכת יבלת בכלי als ein rabbinisches zu betrachten ist. Ja es ist nicht einmal erwiesen, dass R. E. oder dessen Anwalt über diesen Punkt anders gedacht hat als Raba. Auch dieser behauptet ja nur, dass nach den »Weisen« das Abschneiden der Blatter in der Tora nicht verboten ist; er räumt dagegen ein, dass es, mit einem Werkzeug ausgeführt, nach R. Eli‘ezer b. Hyrkan wohl unter den Begriff der מלאכה fällt. Demnach könnten die Worte דומיא דהרכבתו וכו׳ den Sinn haben, חתיכת יבלתו sei in einer Weise aufzufassen, dass es in voller Übereinstimmung mit den beiden übrigen Verboten selbst nach R. E. b. H. דרבנן ist, zumal man nicht wissen kann, ob nicht, trotzdem seine Ansicht in der Mischna dort (gegen die Regel) später aufgeführt wird, grade er es gewesen, der die Streitfrage zuerst aufgeworfen, und diese drei Dinge zusammengestellt hat. Um so wirksamer ist dann, nachdem sie alle drei als דאורייתא hingestellt worden, die Replik des R. Josef: Es ist doch aber gerade R. E. b. H., der sie als שבות bezeichnet. Schlagend ist freilich der Einwand auch so nicht, was schon, wie wir oben gezeigt haben, der Ausdruck מתיב andeutet. R. E. b. H. kann ja diese Bezeichnung vom Standpunkt seiner Opponenten aus als ein argumentum ad hominem angewendet haben! Dieser Teil der Diskussion wird übrigens in Pesachim ganz weggelassen, ein Beweis, wie wenig Gewicht auf denselben gelegt wird. Dort geht auch R. J. b. Ch. aus der Polemik als Sieger hervor, und dieser Umstand mag Maim. bestimmt haben, dessen Auffassung zum Gesetz zu erheben. Um so seltsamer erscheint es, dass Bartinora grade dort der Erklärung des R. E. den Vorzug gibt, während er hier offenbar die des R. J. b. Ch. im Sinne hat, da er sonst die Abtrennung der Blatter בכלי nichteine מלאכה גמורה nennen könnte; derselbe Widerspruch findet sich in תפארת ישראל mit dem einzigen Unterschiede, dass dort die Erklärung jedesmal der des R ‘Obadja entgegengesetzt ist. Das Seltsamste aber ist, dass in קול הרמז grosse Mühe darauf verwendet wird, nicht etwa Bartinora zu rechtfertigen — dessen Erklärung wird vielmehr ganz in der Ordnung gefunden, der Widerspruch gar nicht bemerkt — sondern Maim. gegen den Einwand zu verteidigen, dass die Ansicht des R. J. b. Ch. ja widerlegt ist. Abgesehen davon, dass die des R. E. ja erst recht widerlegt ist (nach Raschi in Pesachim schliesst sogar schon der Ausdruck חותכין in der Mischna die Annahme aus, dass von trockener Blatter die Rede sein könnte), worin besteht denn die behauptete Widerlegung? Doch nur in dem Einwurf, dass חתיכת יבלת בכלי unter den Begriff der מלאכה fällt! Ist denn aber dem gelehrten Verf. entgangen, dass Maim. selbst eine Zeile früher klar und deutlich diese Operation für eine blosse שבות erklärt, und somit jenem Einwande von vornherein der Boden entzogen ist? Dass aber Maim. zu dieser Erklärung berechtigt war, dass seine Entscheidung sich auf eine Ansicht stützt, die im Jeruschalmi als selbstverständlich hingestellt wird und im Babli keinen Geringern als Raba zum Vertreter hat, das glauben wir ebenso überzeugend nachgewiesen zu haben, wie dass es zum mindesten nicht sicher ist, dass ihr im Talmud auf irgend welcher Seite widersprochen wild. Aber selbst wenn sie wirklich bei R. Josef, bei R. E. und sogar bei R. J. b. Ch. auf Widerspruch stiesse, wäre auf Grund der für die Halacha geltenden Regeln, wie wir bereits angeführt haben, die Ansicht Raba’s maassgebend und mithin Maimuni’s Entscheidung vollkommen gerechtfertigt. Allerdings könnte es befremden, dass Maim. bald darauf in Bezug auf חתיכת יבלת במקדש zwischen יד und כלי einen Unterschied macht, hierin der Meinung des R. J. b. Ch. folgend, während nach Raba’s Auffassung die »Weisen« beides für unstatthaft halten. Andererseits aber ist die Frage noch mehr berechtigt, warum wohl Raba einen neuen, weniger einladenden Weg einschlägt, um die Mischna in Pesachim mit der vorliegenden in Einklang zu bringen, da doch grade durch die von ihm vertretene Ansicht, nach welcher jene Operation, auch mit einem Instrumente ausgeführt, nur von den Rabbinen untersagt ist, der letzte Einwand gegen die von R J. b. Ch. gegebene Lösung beseitigt wird Dieser Frage haben wir indessen bereits in Anm. 78 vorgebeugt, indem wir darauf hinwiesen, dass es unlogisch ist, demselben Begriffe an der einen Stelle einen weitern, an der andern einen engern Umfang zu geben, wie es in der Erklärung des R. J. b. Ch. geschieht. Gleichwohl hat Maim. sich dessen Auffassung zu eigen gemacht, weil er durch die von Raba, nach welcher unsere Mischna die von der Mehrheit heftig bekämpfte Ansicht des R. Eli‘ezer wiederspiegelt, noch weniger sich befriedigt fühlen mochte. In Pesachim wird der Versuch Raba’s sogar mit Stillschweigen übergangen. — Auffallend ist nur, dass Maim. im Hil. Korban Pesach I 18 das Zugeständnis, feuchte Blattern mit der Hand und trockene selbst mit Werkzeug abzutrennen, durch die Worte begründet: שאין שבות במקדש כלל, als ob das Verbot, die feuchten mit Hilfe eines Instruments zu entfernen, höherer Herkunft wäre; und noch auffallender, dass הרב המגיד, der in Hil. Schabbat den rabbinischen Ursprung dieses Verbots bestreitet, eine Waffe sich entgehen lässt, die Maim. gegen sich selbst geschmiedet. Auch in Lechem Mischne (Hil. K. P. das.), wo die angeführten Worte von einem andern Punkte aus angegriffen werden, wird der Widerspruch nicht bemerkt. Er ist aber nichtsdestoweniger vorhanden, und es werden durch ihn die Sehwierigkeiten dieser Stelle erheblich gesteigert. Schon der Vrf. des letztgenannten Werkes macht darauf aufmerksam, dass Maim. selbst gleich an Ort und Stelle das aufgestellte Princip desavouirt. Von den vier Beweisen, die er dafür erbringt, sind freilich nicht weniger als drei ganz und gar hinfällig. Da Maim. dem Satze עצמו החי נושא את die Zustimmung versagt (Hil. Schabbat XVIII 16), so könnte הרכבתו, auf öffentliches Gebiet bezogen (war doch sogar die Stadt Jerusalem eine Zeit lang הרבים רשות! S. ‘Erubin 101a unten und Tos. Pesachim 66a s. v. תוחב), ebensogut ein אסור תורה sein wie הבאתו מחוץ לתחום, sofern unter תחום eine Entfernung von 12 Mil verstanden wird (das. XXVII 1 — 2). Das ist allerdings unwahrscheinlich. Aber zugegeben, dass es sich hier um den gewöhnlichen Schabbatbezirk von 2000 Ellen, dort um רשויות דרבנן handelt, so ist damit der Grundsatz, laut welchem kein rabbinisches Verbot sich bis auf’s Heiligtum erstreckt, noch keineswegs durchbrochen. Dasselbe gilt vom מחמר, welcher als nächster Beweis in’s Feld geführt wird. Alle drei Verbote haben die gemeinsame Eigentümlichkeit, dass sie ihrer ganzen Natur nach nur ausserhalb des Tempels in Betracht kommen können, während Maim. jenes Princip ausschliesslich auf die Räume des Heiligtums beschränkt. Wenn er, wie sein gelehrter »Waffenträger« anzunehmen scheint, keinen Unterschied machte zwischen שבות דמקדש במקדש und שבות דמקדש במדינה, so brauchte er nicht in Hil. Schabbat III 15 zu בני חבורה זריזין הן seine Zuflucht zu nehmen (s. ‘Erubin 103a g. Ende). Fast sieht es aus, als ob aus demselben Grunde auch der vierte Beweis nicht stichhaltig wäre. Da man Chullin in die Opferhalle nicht bringen darf (Hil. Schechita II 3), so musste ja — könnte man meinen — das Opfertier schon vorher, also wiederum ausserhalb der Tempelräume seiner Bestimmung geweiht werden. Das wäre indessen ein sehr übereilter Schluss. Von Hillel wird rühmend hervorgehoben (Babli Pesachim 66b oben), dass er seine Opfer stets unmittelbar vor dem Schlachten an Ort und Stelle erst heiligte. Ausdrücklich erteilt Maim. z. St. den Rath, im vorliegenden Falle das Lämmchen erst in der Opferhalle zum Pesach zu bestimmen, und doch stellt er die Frage auf: Wieso ist es aber gestattet, am Schabbat ein Opfer zu weihen? Wir sehen also, dass der Satz אין שבות במקדש כלל cum grano salis aufzufassen ist. Das ist ein unanfechtbarer Beweis, dem wir als mindestens ebenso zutreffend die Stelle am Schlusse von Hil. Schabbat XXII 25 hinzufügen möchten. Indessen wäre dies die einzige Schwierigkeit, wir würden uns ebenfalls mit der Ausflucht zufrieden geben, das Wörtchen כלל sei nicht buchstäblich zu nehmen. Es kommt aber dazu, dass der ganze Satz hier gar nicht am Platze ist; denn tatsächlich ist nach R. J. b. Ch. das Abkneipen einer feuchten Blatter mit der Hand und das Abschneiden einer trockenen mittels Werkzeugs auch ausserhalb des Heiligtums beim Pesachopfer gestattet. Und nun gar noch der unlösbare Widerspruch, auf den wir zu Anfang hingewiesen haben! Am liebsten möchten wir nach alledem die Echtheit dieses unglücklichen Zusatzes anzweifeln. Leider fehlt uns dazu jede kritische Handhabe, und so müssen wir vorläufig annehmen, derselbe sei — es bleibt nichts annderes übrig — im besten Falle ein — lapsus calami. — אחרי הדברים והאמת האלה glauben wir zu der Behauptung berechtigt zu sein, dass in Magen Abraham 340:3 die Entscheidung: החותך יבלת בכלי חייב אם היא לחה unbegründet ist. In dieser apodictischen Form ist der Satz ohnehin nicht richtig; denn zugegeben, aber nicht zugestanden, dass das Abschneiden von Blattern auf gleicher Stufe stehe mit dem Abschneiden der Haare und Nägel, so hängt die Strafbarkeit immer noch von der Frage ab, ob eine verbotene Handlung auch dann bestraft wird, wenn sie nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck gewesen. Und da der Verf. diese Frage überall als eine offene behandelt, so hätte er hier sein »Schuldig« nur mit Vorbehalt aussprechen dürfen. — In תפארת ישראל wird das Verbot von חתיכת יבלת בכלי in der Einleitung (כלכלת שבת No. 12) als rabbinisches, im Commentar (z. St.) dagegen wie auch in הלכתא גבירתא (am Schlusse unseres Tractats) als biblisches bezeichnet.]"
+ ],
+ [
+ "der sich am Finger verletzt. לקה hat in der Form des Kal die bald reflexive bald passive Bedeutung eines Nif‘al. Zur Erklärung dieser auffallenden Erscheinung genügt nicht der Hinweis auf das lat. vapulare; man muss vielmehr auf die Grundbedeutung zurückgehen, die sich im Arabischen noch erhalten hat. Dort heisst nämlich لقى begegnen, treffen (ما لقيت منه was mir von ihm widerfahren, wörtlich: was ich von seiner Seite getroffen habe) und in der 5. Form: empfangen, u. z. genau so wie קבל im Pi‘el sowohl im Sinne des Bekommene (Abot I 1) als in dem des Lernens (das. 3). Auch קבל heisst ursprünglich begegnen, eine Bedeutung, die in der aram. Präposition לקבל (gegenüber) und im Hif‘il (מקבילות — 2. B. M. 25, 5 — parallel, מקביל — Abot I 15, in unseren Ausgaben falsch: מקבל — entgegenkommen, להקביל פני רבו entgegengehen, aufsuchen) deutlich hervortritt. Demnach wäre לקה mit לקח nicht nur eines Stammes, sondern auch eines Sinnes, nur dass dieses seine allgemeine Bedeutung (nehmen, holen, bekommen) beibehalten, während jenes im Volksmunde eine ganz bestimmte, etwas scherzhafte Färbung angenommen hat: Schläge bekommen, sich Prügel holen. So heisst auch ספג (in sich aufnehmen) Kilajim VIII 3: Hiebe einstecken, בלע (verschlingen) ‘Arachin 22a: Prügel verschlucken.",
+ "kann Papyrus. גמי ist vermuthlich dasselbe, was in der Bibel mit גמא bezeichnet wird: die ägyptische Papyrusstaude (koptisch Gome), deren bastähnliche Häute, wie es scheint, bei Wunden als Verband zu Heilzwecken benutzt wurden.",
+ "um denselben. Wenn es ein Finger der linken Hand ist, welche für den Opferdienst nicht in Betracht kommt. Die rechte Hand, mit welcher derselbe verrichtet wurde, musste dabei die heiligen Gegenstände unmittelbar berühren, und es durfte daher ihre innere Fläche wenigstens durch keinen noch so schmalen Verband an irgend einer Stelle bedeckt sein; vgl. Anm. 67. [Auf die äussere Fläche derselben bezogen (s. Raschi z. St.), passt der Ausdruck כורך nicht.]",
+ "aber nicht in der Provinz. Weil die Anwendung von Heilmitteln am Schabbat, wo es sich um leichte Verletzungen und geringfügige Krankheiten handelt, von den Rabbinen untersagt ist (Schabbat XIII 3—4).",
+ "um Blut herauszudrücken. Hier liegt es auf der Hand, warum statt des einfachern ולהוציא דם die schleppende Konstruktion אם להוציא דם gewählt ist. Jenes gäbe einen ganz falschen Sinn; es hiesse: Blut herauszudrücken ist hier wie dort verboten. Das wäre aber ganz selbstverständlich; denn Blutentziehung ist am Schabbat durch das Gesetz der Tora verboten, wie aus Schabbat 133b unten ersichtlich. [Obwohl der Ausdruck חלול שבת auch auf geringere Vergehen Anwendung findet (Berachot 6b, ‘Erubin 104a u. ö.), so geht doch aus dem Zusammenhange hervor, dass מציצה gegen ein Verbot der Tora stösst. Andernfalls wäre die Schlussfolgerung סכנה הוא nicht berechtigt; auch hätte sonst der Satz חבורי מחבר קמ״ל keinen Sinn, da ja hier, wo im Gegensatz zu Ketubbot 5b die Blutentziehung משום רפואה geschieht, selbst unter der Voraussetzung דם מפקד פקיד ein rabbinisches Verbot vorliegt. Befremdlich ist die Fassung, die Maim. in Hil. Schabbat XXI 25 dieser Halacha gibt. Da zwischen דחיקה בידו und מציצה בפה schwerlich ein Unterschied ist, so erwartet man: ואם דחקו בידו כדי להוציא ממנו דם חייב. Vielleicht ist aber das Suffix in ידחקנו nicht auf אצבעו, sondern auf גמי zu beziehen. Genauer drückt er sich in הל׳ כלי המקדש X 9 aus.]",
+ "ist es dort wie hier verboten. Auf indirecte Weise (יד כלאחר) Blut herauszudrücken, wie z. B. hier durch festeres Anziehen des Verbandes, ist nur von den Rabbinen untersagt. Wir haben es eben auch hier wieder mit einer Ausnahme von der Regel אין שבות במקדש (Anm. 60) zu tun.",
+ "Man darf Salz auf den Kebesch. So hiess die schiefe Ebene, welche die Stelle einer Treppe vertretend (Exod. 20, 23) zur Feuerstätte des Opferaltars emporführte (Tamid III 3). Sie stand au der Südseite desselben, und hatte eine Länge von 32, eine Breite von 16 Ellen.",
+ "streuen. Der Stamm בזק bedeutet im Aram. und Syr. zerbrechen, weshalb die Erklärer es auch hier durch Zerstossen wiedergeben. Doch fällt diese Verrichtung als eine von טוחן (Schabbat VII 2) ressortirende unter den Begriff der strafbaren מלאכה und ist daher schwerlich im Heiligtum gestattet. Nur Maim. erklärt unser Wort in seinem Kommentar durch Streuen, und das ist ohne Zweifel das Richtige. Im Arab. heisst بزق säen, und wenn auch die Grundbedeutung unstreitig Brechen ist, so ist es andererseits ebenso sicher, dass der Begriff des Trennens und Scheidens sehr gern in den des Ausstreuens übergeht.",
+ "damit man nicht ausgleite. Beim Hinaufschaffen des Brennholzes.",
+ "und Wasser schöpfen mittels des Rades. Um dessen Wellbaum eine Kette sich windet, an welcher die Eimer befestigt sind.",
+ "aus der Golazisterne und der grossen Zisterne. Namen zweier Wasserbehälter in der Tempelhalle.",
+ "am Schabbat und aus dem kalten Brunnen. Unter kalten Brunnen versteht man zum Unterschied von Zisternen die Brunnen mit frischem Quellwasser. Gemeint ist hier indessen ein ganz bestimmter Brunnen (nicht im Heiligtum, sondern in der Provinz), aus dem man schon unter den letzten Propheten nach altem Brauche an Feiertagen mittele des Rades Wasser schöpfte. Sonst ist es ausserhalb des Tempels verboten an Schabbat und Feiertagen mit Hilfe einer Maschine Wasser zu schöpfen, weil solches meist zum Zwecke der Bodenbewässerung geschieht, diese aber an den heiligen Tagen als Beförderung des Wachshums ebenso strafbar ist, wie die Aussaat selber (Schabbat VII 2)."
+ ],
+ [
+ "Ein Kriechtier. 3. B. M. 11, 29—31.",
+ "trage der Priester mit seinem Gürtel. המיין ist das persische Hemjân (هميان) = Gürtel.",
+ "um die Unreinheit nicht verweilen zu lassen. Bis eine hölzerne Zange herbeigeholt wird. Mit der blossen Hand soll er jedoch das tote Tier nicht anfassen, damit er nicht selber durch die unmittelbare Berührung unrein werde.",
+ "Mit einer Zange. Die Etymologie von צבת s. Anm. 7.",
+ "um die Unreinheit nicht zu vermehren. Der Gürtel würde durch das todte Kriechtier verunreinigt; von Holzgeräten dagegen sind nur diejenigen für Unreinheit empfänglich, welche eine Vertiefung zur Aufnahme von Gegenständen haben, nicht aber diejenigen, welche wie die Zange eine glatte Oberfläche haben.",
+ "Von wo trägt man es hinaus. An Schabbat- oder Feiertagen, an denen es sonst laut einer Verordnung der Rabbinen untersagt ist, ein solches Tier wie überhaupt alles, was weder zu den Gebrauchsnoch zu den Verbrauchsgegenständen zählt, von der Stelle zu nehmen.",
+ "Aus dem Hêchâl und aus dem Ulâm und zwischen dem Ulâm und dem Altare. Der Hechal grenzte an das Allerheiligste und war 40 Ellen lang, 20 E. breit; vom Hechal gelangte man in den Ulam (70 E. 1. und 11 E. b.), und von diesem führten 12 Stufen hinab zum Opferaltar. Zwischen diesem und der Aussenwand des Ulam betrug die Entfernung 22 E.",
+ "Wo man den Mutwillen. Prägnant für: die muthwillige Übertretung des Verbotes, welches dem Unreinen das Betreten des Heiligtums untersagt (Num. 19, 20).",
+ "mit Ausrottung und das Versehen mit einem Sühnopfer. Dem sogenannten steigenden und fallenden Opfer קרבן עולה ויורד (Lev. 5, 1—13).",
+ "von dort trägt man es hinaus. R. ‘Akiba fügt zu den in Anm. 99 bezeichneten Räumen noch die ‘Azara hinzu, jene grosse Opferhalle, welche dem Vorhof des von Mosche errichteten Zeltes entsprach; in einer Länge von 187 und einer Breite von 135 Ellen sich erstreckend, umgab sie das eigentliche Heiligtum von allen vier Seiten und führte im Osten durch das Nikanortor mittels einer Treppe von 15 Stufen in die Frauenhalle hinab.",
+ "An allen übrigen Stellen. Des Tempelbezirke, selbst in der Frauenhalle und nach R. S. b. N. sogar in der Opferhalle.",
+ "aber stülpt man einen Kübel. פסכתר ist das griechische ψυϰτήρ, der Kühler, ein grosses Gefäse, welches dazu diente, den Wein kühl zu erhalten. Bei den Juden, die beiläufig ψυχϑήρ gesprochen zu haben scheinen, finden wir die mit dem Etymon des Wortes (ψύχω = kühlen) zusammenhängende Bedeutung schon ganz verwischt und zu der allgemeinen Bedeutung eines voluminösen Kübels verblasst. Der Psykter des Tempels diente einem dreifachen Zwecke (Tamid V 5); aber nichts erinnert dabei auch nur im Entferntesten mehr an den Stamm des Wortes. Er hatte den Rauminhalt eines halben Kor, konnte mithin nahezu 1¼ Hektoliter fassen (vgl. K. VII Anm. 49.",
+ "darüber. Aber hinaustragen durfte man es nicht von dort. Also wiederum eine Ausnahme von der Regel במקדש אין שבות (Anm. 60)!",
+ "haben sie von dem Deinigen Dir gegeben. Oder: »Den Spielraum, den die Weisen dir gestattet, haben sie von dem Deinigen dir gewährt.« Der Sinn bleibt derselbe.",
+ "was vom Begriff des Ruhegebotes abgeleitet ist. Mit anderen Worten: Zugeständnisse machten sie dir nur hinsichtlich jener Verbote, welche sie selbst auf Grund des Gebotes der Arbeitseinstellung (שבות) erlassen haben. Die Worte des R. S. bilden ein zusammenfassendes Urteil über die letzten 5 Mischnajot. Wenn dieselben im Heiligtume einigen Spielraum zu freierer Bewegung offenlassen, so gestatten sie nur einiges von dem, was nach dem Gesetz der Tora ganz erlaubt wäre, und auch dieses wenige nur mit gewissen Einschränkungen. Du darfst wohl eine Tür verriegeln, aber nur wenn der Riegel an der Tür befestigt ist; die Türangel darfst du wiedereinfügen, aber nur die untere; ein abgenommenes Wundpflaster auf’s Neue befestigen, aber kein neues auflegen; eine gerrissene Seite zusammenknoten, aber nur wenn sie am Schabbat erst entzwei gerissen; eine Blatter beseitigen, doch nicht mit einem Instrument; einen Verband anlegen, aber nicht fest anziehen; ein unreines Tier hinaustragen, aber nur aus den inneren Räumen des Tempels. Alle diese Einschränkungen sind gleichwohl nichts als שבות. Also nicht einmal שלך haben sie dir im Heiligtum gewährt, sondern nur משלך. Allerdings sollte man nun שמעון אמר רבי erwarten (vgl. den Schluss von Kelim); doch findet sich eine Wortstellung wie רבי שמעון אומר oft genug auch da, wo keine Polemik in der Absicht lag, wie Heller mit erstaunlicher Belesenheit zu Bikkurim III 6 erschöpfend nachgewiesen hat. — Babli z. St. bezieht die Worte des R. S. zum Teil auf den mittlern Satz der 13. Mischna, zum Teil gar auf den Schluss des 4. Kapitels. Daran nimmt schon Edels (מהרש״א) Anstoss. Er betrachtet dieselben als Schlusswort zum ganzen Traktat und lässt durchblicken, dass die Beziehung im Babli nicht buchstäblich zu nehmen ist. R. S. mochte immerhin einen speziellen Fall im Auge gehabt haben; er hat jedoch seinen Worten eine so allgemeine Wendung gegeben, dass sie sehr wohl als Schlusswort an das Ende von ‘Erubin gesetzt werden konnten, wo sie auf mancherlei Bestimmungen des Tractats und insbesondere auf die letzten 5 Mischnajot passende Anwendung finden. Nun aber entsteht die Frage: Wozu erst einen Anknüpfungspunkt in der Ferne suchen, da sich doch das Schlusswort so leicht und ungesucht an das unmittelbar Vorhergehende anschliesst? Ich glaube daher der Bemerkung des Babli eine ernstere Bedeutung beimessen zu müssen, zumal der Ausdruck משלך tatsächlich viel besser auf die 15 Ellen in IV 11 als auf die אסורי שבות in X 11—15 passt. Die Lösung der in Rede stehenden und manch anderer Schwierigkeit finde ich in einer Beobachtung, die sich dem aufmerksamen Leser sicherlich gleich mir aufgedrängt hat, in der Wahrnehmung, dass in unserm Tractate viele Halachoth, ja ganze Kapitel eine Umstellung erfahren haben. Es ist bekannt, dass an dem Aufbau der Mischna viele Geschlechter gearbeitet haben, bis R. Juda der Heilige das Werk gekrönt hat. Die Bausteine waren von Alters her gegeben; aber ihre kunstgerechte Zusammenfügung ist ein Meisterstück minutiöser Musivarbeit, welches nur allmählich durch die Bemühungen mehrerer Jahrhunderte zustande kam. Die Mischna wurde nicht allein von den Vorgängern des R. Juda, sondern zuletzt noch von ihm selbst wiederholt überarbeitet, ehe sie die Form erhielt, in der sie uns jetzt vorliegt. Dieselbe weicht ohne Zweifel sehr wesentlich von den früheren Bearbeitungen ab. Manches ist gestrichen, anderes hinzugefügt worden, und vieles hat infolgedessen eine andere Anordnung erhalten müssen. Das zeigt sich nirgends augenfälliger als in ‘Erubin. Schon ein oberflächlicher Blick auf K. IV—V belehrt uns durch ein rein äusserliches Merkmal, dass die ersten 6 Mm. des K. V nicht hingehören. Fast sämmtliche Halachot beginnen hier — und das ist kein Zufall, sondern, wie wir bald sehen werden, in dem kasuistischen Inhalte begründet — mit dem Wörtchen מי; nur diese sechs nicht! Und forschen wir nach der Ursache dieser Erscheinung, so verraten sie sich uns sofort als Eindringlinge an diesem Orte, die den Zusammenhang auf eine gewaltsame Art durchbrechen. Im ganzen 4. und im Rest des 5. Kapitels werden lauter Specialfälle erörtert; dazwischen tritt V 1—5 eine allgemeine Vorschrift über die Bemessung und Abgrenzung des Schabbatbezirks. Und nun gar M. 6, die sich in diese wildfremde Umgebung, man weiss nicht wie, verirrt zu haben scheint (s. das. Anm. 35)! Frappanter noch ist die seltsame Gruppirung des Stoffes. Es herrscht hier ein Durcheinander wie in keinem Traktate mehr der sonst so wohlgeordneten und durch Übersichtlichkeit sich auszeichnenden Sammlung. Unsere Massechta behandelt — wenn wir vom letzten Perek absehen, welcher an den ersten von »Schabbat» anknüpfend den innern Zusammenhang dieser beiden, im Grunde ein einheitliches Ganzes bildenden Traktate auch äusserlich bekundet — in zwei Hauptstücken (A u. B) die Verschmelzung der Höfe und Strassen einerseits und die der Schabbatbezirke andererseits. Jedes dieser Stücke zerfällt in 2 Abschnitte (α"
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+ "\nUebersetzt und erklärt von Dr. E. Baneth, Rabbiner in Krotoschin.\nAus dem Traktat Sabbat kann als bekannt vorausgesetzt werden, dass es am Sabbat verboten ist, Gegenstände, die in einer רשות הרבים, einer רשות היחיד oder einer כרמלית sich befinden, aus dem einen in den andern dieser Räume zu schaffen. Beschäftigt sich doch die erste Hälfte jenes Traktats grösstentheils mit diesem Verbote. Auch innerhalb einer רשות הרבים oder einer כרמלית darf man 4 Ellen weit nichts tragen, was nicht zur Kleidung gehört, innerhalb einer רשות היחיד dagegen ist der Verkehr nach dieser Richtung hin in keiner Weise eingeschränkt, und wäre es ein noch so grosser, ja selbst öffentlicher Raum wie z. B. eine Synagoge, oder gar eine rings mit Mauern umgebene Millionenstadt, deren Thore auch nur des Nachts geschlossen sind. Doch muss man auch hier zwischen geschlossenen Räumen, die zu unserer ausschliesslichen Verfügung sind, und solchen, deren Besitz oder Benutzungsrecht wir mit Anderen theilen, unterscheiden. Nur innerhalb einer und derselben רשות היחיד ist das „Tragen“ keiner Beschränkung unterworfen. Der Zwischenverkehr aber ist hier noch mehr erschwert als selbst zwischen einer כרמלית und der andern, ja selbst zwischen einer רשות הרבים und der andern. Während in diesem Zwischenverkehr wenigstens innerhalb der 4 Ellen das „Tragen“ erlaubt ist, dürfen wir nichts aus unseren Privaträumen in die eines Andern, ja nicht einmal in solche, deren Mitbesitzer wir sind, auch nur einen Schritt weit tragen. Zwei Nachbarn dürfen keinen Gegenstand aus ihrer Wohnung in den gemeinschaftlichen Flur, ans diesem in ihre Wohnung schaffen. Der von allen Seiten umschlossene Hofraum ist eine רשות היחיד, auf welche alle Einwohner gleiches Anrecht haben. In ihm befindliche Gegenstände dürfen nach Belieben von einem Ende des Hofes nach dem andern geschafft werden, da das „Tragen“ innerhalb einer und derselben רשות היחיד keiner Beschränkung unterliegt, und wäre es auch ein Mehreren gemeinsamer Privatraum; nicht aber dürfen dieselben aus dem Hofe in eine der zu ihm gehörigen Wohnungen, vielweniger in eine der Wohnungen des Nachbarhofes getragen werden. Ebenso wenig darf man Gegenstände aus der Wohnung nach dem eigenen Hofe, geschweige denn nach dem Hofe eines Andern schaffen, auch wenn man sie nicht über die Strasse tragen müsste, es sei denn, dass sämmtliche Einwohner eines oder auch mehrerer durch eine Thür oder Leiter in Verbindung stehender Höfe nur eine Familie bilden. In diesem Falle ist das Familienoberhaupt alleiniger Inhaber des ganzen Hofes bez. Höfecomplexes, die übrigen Bewohner desselben, welche von seiner Tafel ihren Unterhalt bekommen, sind nur seine Hausgenossen, obgleich jeder von ihnen seine eigenen Räume bewohnt. Die nächsten Angehörigen eines Hausvaters bilden mit der Dienerschaft eo ipso eine solche Familie; es können aber auch fremde, untereinander nicht verwandte und auch in keinem Dienstverhältniss zu einander stehende Inhaber verschiedener Wohnungen eines Hofes oder Höfecomplexes sich ad hoc zu einer Familie vereinigen, indem sie Einen von ihnen zum Hausvater wählen und dadurch, dass sie ihr Brot vor Beginn des Sabbats zu ihm bringen, zu erkennen geben, dass sie gleichsam an seiner Tafel speisen, mithin als seine Hausgenossen sich betrachten wollen, so dass alle ihre sonst getrennten Wohnräume am Sabbat zu einer einzigen, Allen gemeinsamen Wohnung, zu einer und derselben רשות היחיד sich verschmelzen. Eine so intensive Vereinigung heisst עירוב Vermischung, Verschmelzung. Sie ermöglicht den einzelnen Einwohnern, nach Belieben Gegenstände des Hofes in ihre Wohnungen und umgekehrt hinüber zu schaffen. — Hat aber auch nur Einer derselben an dieser Vereinigung nicht theilgenommen, so dürfen auch die übrigen nichts hinein- oder hinaustragen, es sei denn, dass jener auf sein Besitzrecht für diesen Tag zu ihren Gunsten verzichtet.\nWas eben von der Vereinigung zu einer Familie (עירוב) gesagt wurde, gilt auch vom Societätsverhältniss (שיתוף). Zwei oder mehrere Personen, welche einen gemeinsamen Haushalt führen, können aus der Wohnung, die jede von ihnen für sich allein inne hat, in den gemeinschaftlichen Flur, Hof oder Höfecomplex herüber und hinübertragen, falls sie keinen Fremden zum Miteinwohner haben. Wo ein solches Verhältniss nicht von vornherein in Wirklichkeit besteht, kann es vor Beginn des Sabbat ad hoc geschaffen werden, indem sämmtliche Theilnehmer ihre Zusammengehörigkeit in ähnlicher Weise wie beim עירוב zum Ausdruck bringen; nur dass dieselbe hier, wo das Verhältniss lange nicht so innig als beim עירוב ist, nicht ausschliesslich durch Brod, sondern durch fast jedes Nahrungsmittel bekundet wird, welches dann auch nicht, wie beim עירוב, in einem bewohnten Raume, sondern blos im Hofraum aufbewahrt werden muss. Diese ihrer Natur wie ihrem ganzen Charakter nach weniger intensive Vereinigung ist dafür um so extensiver. Sie findet ihre Anwendung bei der Bildung eines Societätsverhältnisses unter sämmtlichen Bewohnern einer oder mehrerer Strassen (שיתופי מבואות), welches ihnen ermöglichen soll, Gegenstände aus ihren Häusern und Höfen auf die Strasse und über diese hinweg in die Häuser und Höfe ihrer Nachbarn zu tragen, während für die weniger umfangreiche Vereinigung sämmtlicher Bewohner einer oder mehrerer in unmittelbarer Verbindung stehender Höfe die Form des עירוב vorgeschrieben ist, die innigere Verschmelzung zu einer Familie (עירובי חצרות). Beide Arten der Vereinigung sind nur dem Grade, nicht dem Wesen nach verschieden. —\nDa aber jede Strasse im günstigsten Falle eine ברמלית ist, so dass die in ihr befindlichen Gegenstände selbst innerhalb derselben nicht 4 Ellen weit, viel weniger in die Höfe und Häuser getragen werden dürfen, so muss dieselbe erst in eine רשות היחיד überhaupt umgewandelt werden, ehe man daran denken kann, sie mit all ihren Höfen und Wohnungen zu einer und derselben רשות היחיד zu machen. Dem שיתוף muss also eine jener Vorkehrungen vorangehen, welche, an allen Eingängen einer Strasse vorschriftsmässig angebracht, derselben den Charakter einer רשות היחיד verleihen. Von diesen und ähnlichen Vorkehrungen handelt das 1. und 2. Kapitel unseres Traktats.\nDas 3.—5. Kapitel beschäftigt sich mit dem תחום, der Grenzlinie, bis zu welcher man sich an Sabbat- und Festtagen von seinem Wohnorte entfernen darf. Dieselbe wird für jede einzelne Ortschaft durch genaue Messungen festgestellt, die von einem Fachmanne (מומחה) geleitet werden. Zu diesem Behufe wird zunächst um das ganze Weichbild des Ortes ein Rechteck construirt, dessen Seiten parallel sind dem „Weltquadrate“ (רבוע העולם), einem imaginären, dem Horizonte des betreffenden Ortes so umschriebenen Quadrate, dass die Mittelpunkte seiner 4 Seiten (die 4 Berührungspunkte) mit dem Ost- Süd- West- und Nordpunkte des Horizontes zusammenfallen. Das Weichbild eines Ortes (עיבורה של עיר) ist ein schmaler Streifen Landes, welcher nach innen von der äussersten Kante der letzten Häuser begrenzt wird, nach aussen aber von einer Linie, die sich in einer constanten Entfernung von 70⅔ Ellen rings um den Ort zieht. Diese Linie stellt natürlich eine den verschiedenen Bebauungsplänen verschiedener Ortschaften entsprechend wechselnde, in den meisten Fällen unregelmässige Figur dar. Durch die äussersten Punkte dieser Figur werden die Linien gezogen, welche das erwähnte Rechteck bilden, dessen Seiten nun nach beiden Richtungen um je 2000 Ellen verlängert werden (die Elle hat in unserm ganzen Traktate wie in den Traktaten Kilajim und Sukka 6 Handbreiten od. 24 Daumenbreiten; 1 D.=2 cm.) So entseht auf den 4 Seiten der Ortschaft je eine Fläche (Sabbatbezirk), deren Länge der angrenzenden Seite des Rechtecks entspricht, deren Breite aber stets 2000 Ellen beträgt. An den 4 Enden, da wo je zwei dieser Flächen zusammenstossen, bilden sich daher 4 Quadrate von je 2000 Ellen im Geviert, welche auch noch zum Sabbatbezirk gehören, und da die Diagonale eines Quadrats um etwas mehr als ⅖ grösser ist als jede Seite desselben [nach dem Pythagoräischen Lehrsatz ist das Quadrat der Hypotenuse gleich den Quadraten der beiden Katheten, mithin die Diagonale eines Quadrats =
, oder ungefähr
, dessen Quadrat (
) ja nur um 0,04 kleiner ist als 2], so kann man in der Diagonale des תחום
Ellen an Sabbat- und Festtagen gehen. In dringenden Fällen ist es gestattet, das erwähnte Rechteck so zu zeichnen, dass seine verlängerte Diagonale durch zwei der 4 genannten Punkte des Horizontes geht, um sich selbst in gerader Richtung, den Seiten des „Weltquadrates“ parallel, 2800 Ellen von seinem Wohnort entfernen zu dürfen. Um jenseits des תחום ein religiöses Gebot am Sabbat- oder Festtage erfüllen zu können, ist es sogar erlaubt, vor Beginn desselben seinen Wohnsitz für den betreffenden Tag nach einem Orte zu verlegen, welcher sowohl von dem gewöhnlichen Wohnorte, als auch von der Station, an welcher das Gebot erfüllt werden soll, erreichbar ist, also zwischen Beiden so liegt, dass er von keinem der beiden Punkte mehr als 2000 bez. 2800 Ellen entfernt ist. Wie diese Verschmelzung der Sabbatbezirke zweier 4000 bez. 5600 Ellen von einander entfernter Ortschaften zu einem Sabbatbezirk, עירוב תחומין, bewerkstelligt wird, welche Consequenzen sie hat, wie die Messungen vorzunehmen sind, und welche Folgen das Ueberschreiten des תחום hat, darüber handelt das 3.—5. Kapitel unseres Traktats. Das 6.—9. beschäftigt sich mit עירובי חצרות und שיתופי מבואות; das 10. bespricht den Verkehr zwischen רשות היחיד und רשות הרבים, unter welchen Voraussetzungen derselbe gestattet ist. Seinen Namen עירובין (Verschmelzungen) führt der Traktat von den beiden Arten des עירוב, welche er zum Gegenstande hat: עירובי תחומין und חצרות עירובי nebst שיתופי מבואות.\n"
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+ "": [
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+ [
+ "Ein Strasseneingang. Die in Rede stehende Strasse ist von drei Seiten geschlossen, mithin eine כרמלית, welche durch einen an der vierten, offenen Seite (dem Eingange) angebrachten Querbalken (s. die folgende Mischna) zu einer רשות היחיד gemacht wurde.",
+ "muss niedriger gemacht werden. Der Balken, der in solcher Höhe nicht ins Auge fällt, muss tiefer gesetzt werden; hat er jedoch Verzierungen, welche geeignet sind, den Blick auf sich zu lenken, so kann er auch höher als 20 Ellen angebracht werden.",
+ "es ist nicht nötig. Er betrachtet nämlich den Balken als vierte Wand.",
+ "Ist seine Breite mehr als zehn Ellen. Vgl. Mischna 8.",
+ "muss sie verringert werden. Nach R. Juda ist es auch hier nicht nötig.",
+ "hat er aber eine Art Türrahmen. Zwei Pfosten und eine Oberschwelle, welche nicht auf den Pfosten zu ruhen braucht, sondern in beliebiger Höhe lotrecht über denselben angebracht sein kann. Die Pfosten müssen weniger als drei Handbreiten von der Erde entfernt sein und eine Höhe von mindestens 10 Handbreiten haben; sie können ebenso wie die Oberschwelle aus beliebigem Material und von minimaler Dicke sein.",
+ "obgleich er breiter als zehn Ellen. Und höher als 20 Ellen.",
+ "nicht enger. Und auch nicht niedriger.",
+ "gemacht zu werden. Mit anderen Worten: ist der מבוי breiter als 10 Ellen, so ist צורת הפתח erforderlich."
+ ],
+ [
+ "Vorschriftsmässig. Hinsichtlich des Hin-und hertragens innerhalb der Strasse; s. Anmerk. 1.",
+ "Ismael sagte ein Schüler. R. Meïr."
+ ],
+ [
+ "Der Halbziegel ist zwar die Hälfte eines Ziegels von drei Handbreiten. Im Geviert.",
+ "um einen Halbziegel seiner. Des Balkens; man muss demnach לארכה und nicht לארכו lesen. Besser ist die genügend bezeugte Lesart לרחבו, seiner (des Halbziegels) Breite nach, welche die Talmudausgaben haben.",
+ "Länge nach aufzunehmen. So dass seine Breite, welche 1½ Hand- oder 6 Daumenbreiten beträgt zu beiden Seiten des Balkens je eine Daumenbreite hervorragt, welche durch den Lehm oder Mörtel verklebt würde."
+ ],
+ [],
+ [
+ "als wäre er aus Metall. Weitere Ausführung der Ansicht des R. Juda.",
+ "was drei. Ungenau! (s. Tosafot!). Genauer und für praktische Zwecke hinreichend: 3⅐ (Maimonides z. St.); noch genauer für geometrische und astronomische Zwecke: 3,14159265358979 (Ludolfische Zahl, π). Ganz genau lässt sich das Verhältniss des Umfanges zum Durchmesser eines Kreises nicht feststellen. [Auffallend ist der Irrtum Lipschütz’s welcher in seinem תפארת ישראל z. St. das Verhältnis auf den Kopf stellt, indem er bei einem Umfange von 3 Handbreiten eine Breite (Durchmesser) von 1⅐ voraussetzt und daher die Ungenauigkeit in den Angaben der Mischna mit לחומרא לא דק rechtfertigt, obgleich schon Heller in תוס׳ יו״ט z. St. gerade hierin ganz richtig ein לקולא לא דק erblickt.]"
+ ],
+ [
+ "haben eine Höhe von zehn Handbreiten. Und darüber.",
+ "eine Breite und Dicke von beliebiger. Selbst minimaler."
+ ],
+ [
+ "sogar ein belebtes Wesen. Wenn es die vorgeschriebene Höhe von 10 Handbreiten hat und so gebunden ist, dass es nicht nur seinen Platz nicht verlassen, sondern nicht einmal sich niederkauern kann.",
+ "Als Grabdeckel kann es die Unreinheit übertragen. Auch nachdem es aufgehört hat, als solcher zu dienen."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Karavane. שירה syr. ܫܝܳܪܬܳܐ dass.; arab. سار (n. v. سير) reisen.",
+ "in einem Thale lagert und dasselbe. Vor Beginn des Schabbat.",
+ "rings mit Viehgeräten. Sattelzeug und dgl.",
+ "darf man in ihm hinundhertragen. טלטל Iterativum von טול (verwandt mit נטל = tragen).",
+ "auch dürfen die Lücken. Zwischen den einzelnen Geräten in ihrer Gesammtheit.",
+ "nicht mehr betragen als das Gebaute. Als die Gesammtlänge des Raumes, welchen die Geräte einnehmen.",
+ "ist erlaubt. Vorausgesetzt, dass die in den Anm. 25 und 26 erläuterte Bedingung erfüllt ist.",
+ "darüber hinaus aber ist sie verboten. Und wäre sie auch die einzige. Haben die Lücken eine צורת פתח (s. Anm. 6), so dürfen sie unter der in Anm. 27 angedeuteten Voraussetzung auch breiter als 10 Ellen sein."
+ ],
+ [
+ "nur darf nicht zwischen je zwei Stricken. Desgleichen zwischen dem untersten und der Erde.",
+ "(ein freier Raum von) 3 Handbreiten. Was nicht durch einen Zwischenraum von wenigstens 3 Handbreiten getrennt ist, ist לבוד — als zusammenhängendes Ganze zu betrachten.",
+ "hinsichtlich ihrer Dicke. שיעור חבלים ועובין — etwas holperige Umschreibung von עובי החבלים: die Dicke der Stricke — weil עובי nicht gern ohne Suffix gebraucht wird; möglich auch, dass שיעור an dieser Stelle Summe bedeutet.",
+ "damit alles zusammen. Die ganze Entfernung von der Erde bis zum obersten Stricke einschliesslich.",
+ "zehn Handbreiten ausmache. Da die 3 Zwischenräume zusammengenommen etwas weniger als 9 Handdreiten haben, so ist, wenn die 3 Stricke zusammen, um dieses Etwas dicker sind als 1 Handbreite, ein Zaun von der erforderlichen Höhe hergestellt."
+ ],
+ [
+ "drei Handbreiten. Was nicht durch einen Zwischenraum von wenigstens 3 Handbreiten getrennt ist, ist לבוד — als zusammenhängendes Ganze zu betrachten.",
+ "Von einer Karavane ist die Rede. Nur einer Karavane von mindestens 3 Personen ist es in der Wüste gestattet, eine Umzäunung blos durch Stricke (wagerecht) oder blos durch Stäbe (lotrecht) herzustellen; Andere müssen so umzäunen, dass die Stäbe oder Stricke sich gitterartig kreuzen.",
+ "weil gerade der Fall vorlag. Dass dies der Sinn von בהווה ist, und nicht, wie Andere glauben, „beispielsweise“ oder „weil das am häufigsten vorkommt“, geht unzweideutig aus Jebamot XV, 2. hervor.",
+ "aus Kette und Einschlag. Aus gitterartig sich kreuzenden Stäben, Stricken und dgl.",
+ "gilt nicht als Wand. Nicht einmal für eine Karavane in der Wüste.",
+ "Vier Dinge hat man im Lager. Selbst einem Eroberungsheere.",
+ "sie können Holz von jedem Orte requiriren und sind frei vom Waschen der Hände. Vor der Mahlzeit.",
+ "von דמאי. Von der Pflicht, aus den Früchten, die sie von Unzuverlässigen bekommen, die Priestergaben abzusondern (s. Demai III. 1.)",
+ "und vom עירוב. Sie dürfen auch ohne חצרות עירוב (s. die Einleitung) Gegenstände aus dem Lager in die Zelte und aus ihnen ins Lager tragen, wenn dieses vorschriftsmässig umzäunt ist."
+ ]
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+ [
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+ "Um die Brunnen. ביראות neuhebräischer Plural st. בּאֵרות. Ein Brunnen der eine Höhe (Tiefe) von 10 und eine Breite von 4 Hanbreiten im Geviert hat, ist רשות היחיד. Befindet er sich in einer רשות הרבים oder כרמלית, so muss eine bestimmte Fläche rings um denselben erst durch eine Umzäunung zu רשות היחיד gemacht werden, damit man von seinem Wasser am Schabbat schöpfen dürfe.",
+ "macht man einen Bretterzaun aus vier Doppelbrettern. Deren jedes aus 2 auf einander senkrecht befestigten Brettern besteht.",
+ "die wie acht aussehen. Dadurch, dass jedes einzelne einen rechten Winkel bildet.",
+ "nämlich aus vier Doppel- und vier einfachen Brettern. Die 4 Doppelbretter an den 4 Ecken und zwischen je zweien 1 einfaches.",
+ "aneinander nicht lose gebundenen Ochsen. Die Breite (Dicke) eines solchen beträgt 1⅔ Ellen. Nach R. Meïr misst der freie Raum zwischen je zwei Doppelbrettern 6×1⅔ = 10 Ellen und ist daher als ,,Eingang“ gestattet (s. K. 1. M. 8; die dort vorausgesetzte Bedingung ולא יהו פרצות יתירות על הבנין ist hier ausnahmsweise erlassen). Nur wenn der Zwischenraum mehr als 10 Ellen beträgt, fordert er ein einfaches Brett zwischen je zwei Doppelbrettern. Nach R. Juda misst derselbe 8×1⅔ = 13⅓ Ellen; ist der Zwischenraum grösser, so sind auch nach ihm Zwischenbretter erforderlich; s. die folgende Mischna!",
+ "während das andere hinausgeht. Also nicht 10 bez. 13⅓ ganz genau gemessene Ellen!"
+ ],
+ [
+ "Es ist gestattet dem Brunnen noch näher zu rücken. Und eine kleinere als die oben angegebene Normalfläche, die 12 bez. 15⅓ Ellen im Geviert hat, zu umzäunen (1 Elle = 6 Handbreiten).",
+ "nur muss die Kuh mit dem Kopfe und dem grössem Teil des Körpers. Zusammen 2 Ellen. Bei der Normalumzäunung darf also der Brunnen einen Durchmesser von höchstens 10 bez. 13⅓ Ellen haben.",
+ "es ist gestattet nach Belieben hinauszurücken. Um eine grössere als die Normalfläche zu umzäunen.",
+ "nur muss man die Zahl der Bretter vermehren. Je weiter man die Umzäunung vom Mittelpunkt des Brunnens entfernt, desto grösser werden die freien Räume zwischen den nur 6 Handbreiten oder 1 Elle in der Breite messenden Brettern; es müssen daher immer wieder Zwischenbretter eingeschoben werden, damit die Zwischenräume an keiner Stelle mehr als 10 bez. 13⅓ Ellen betragen."
+ ],
+ [
+ "Juda sagt: nur bis zu einer Fläche von zwei Maass (Aussaat. בית סאתים, abgekürzt aus בית סאתים זרע 1. Könige 18, 32, eine Fläche, die gleich dem Vorhof des משכן (100 E. lang, 50 breit — Exod. 27,18.) 5000 Q.-Ellen hat.",
+ "hat man nur hinsichtlich eines Gartens oder eines Holzplatzes. Weil sie nicht als Wohnraum umzäunt werden (לא הוקפו לדירה), sondern nur zum Schutze des darin Befindlichen, gelten für sie bei einer Fläche von mehr als 5000 Q.-Ellen die Bestimmungen über כרמלית.",
+ "einen Hinter- oder einen Vorderhof. Die sämmtlich als הוקף לדירה gelten.",
+ "so ist selbst eine Fläche von fünf Kor. Ein Kor (כור) = 30 Maass (סאה).",
+ "man darf also. Da auch die Umzäunung dieser Brunnen als הוקף לדירה anzusehen ist.",
+ "nach Belieben hinausrücken. Um eine grössere als die Normalfläche zu umzäunen.",
+ "wenn man nur die Zahl der Bretter vermehrt. Je weiter man die Umzäunung vom Mittelpunkt des Brunnens entfernt, desto grösser werden die freien Räume zwischen den nur 6 Handbreiten oder 1 Elle in der Breite messenden Brettern; es müssen daher immer wieder Zwischenbretter eingeschoben werden, damit die Zwischenräume an keiner Stelle mehr als 10 bez. 13⅓ Ellen betragen."
+ ],
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+ "Wenn ein öffentlicher Weg zwischen ihnen. Zwischen den Brettern, welche die Umzäunung darstellen.",
+ "muss man ihn seitwärts ablenken. So dass er ausserhalb des Zaunes an diesem vorbeiführt; sonst wird diese Art von Umzäunung durch den innerhalb derselben sich bewegenden öffentlichen Verkehr ihres Charakters als רשות היחיד beraubt.",
+ "als auch um einen Privatbrunnen. Der nie versiegt",
+ "um eine Privatzisterne aber. Von der befürchtet werden muss, dass man in ihrer Umzäunung auch dann noch hinundhertragen wird, wenn ihr Wasser bereits erschöpft ist, was bei einer öffentlichen Zisterne nicht zu befürchten ist.",
+ "muss man eine Wand. Einen Zaun, der den Vorschriften in K. 1 M. 8. genügt.",
+ "nur um einen öffentlichen Brunnen darf man diesen Bretterzaun machen. Der ja nur eine unvollkommene Umzäunung darstellt, sofern seine Lücken bei weitem mehr betragen als der durch die Bretter bedeckte Raum. Eine solch mangelhafte, regelwidrige Umzäunung kann nur ausnahmsweise gestattet sein als Erleichterung für die Pilger, welche zur Feier der drei Feste nach Jerusalem wandern (Deut. 16, 16); ihre Anwendung muss daher auf die öffentlichen Brunnen beschränkt werden, aus denen die Pilger das Wasser für ihre Tiere schöpfen. Für sich dürfen sie innerhalb dieses Bretterzaunes nicht einmal aus öffentlichen Brunnen schöpfen, müssen vielmehr hinuntersteigen um zu trinken.",
+ "um die Übrigen macht man einen Gürtel. Eine Umzäunung (nach Raschi: aus Stricken, ähnlich der in K. 1. M. 9), welche sie von allen Seiten umgiebt; s. Anm. 20."
+ ],
+ [
+ "siebenzig Ellen nebst dem Bruchteil. Welcher zu 70 addirt werden muss, wenn das Quadrat ein 5000) בית סאתים Q.-Ellen) sein soll. „Da 5000 keine Quadratzahl ist, lässt sich dieser Bruchteil nur annähernd, niemals ganz genau berechnen“ (כי לא נגיע לעולם לידיעת גדר החשבון שאינו גדור אלא בקירוב ואין זה לחסרון דעתנו אלא מפני טבע זה החשבון ) — Maimonides z. St., nach welchem er annähernd ⁵⁄₇ beträgt = 0,714285777… Genauer hat ihn R. Elia Wilner auf 4 Handbreiten, 1¹⁄₁₈ Daumenbreiten berechnet = 307/432 Ellen = 0,7106481481481… Auf 37 Dezimalstellen berechnet ist √5000 = 70,7106781186547524400844362104849039285.",
+ "oder wenigstens in der Nähe. Im Schabbatbezirk (s. Einl.)",
+ "der Ortschaft. Des Eigentümerrs.",
+ "Juda. R. Juda (ohne nähere Bezeichnung) ist R. J. bar El‘aï.",
+ "ein Graben oder eine Höhle. בור, Grube — rund; שיח, Graben — lang und schmal; מערה, Höhle — viereckig und überdacht: Baba Kamma 50b.",
+ "siebenzig Ellen und den Bruchteil im Geviert hat. Dieser Zusatz wäre überflüssig, wenn nicht R. Akiba auch hierin von R. Juda und R. Juda b. Baba abwiche. Während nämlich diese die Seite des Quadrates möglichst genau berechnet wissen wollen (s. Anm. 23), lässt jener für den Bruchteil nur die runde Zahl von 4 Handbreiten (= ⅔ Ell.) gelten. Die Differenz (0,0440114519880857734177695438182372619) beträgt etwa 1¹⁄₂₀ Daumenbreiten und ist daher allerdings eine unbedeutende (דבר מועט s. גמרא z. St. und die Erklärung Maimunis und R. Chananel’s, welcher wir gefolgt sind, im Gegensatz zu sämmtlichen neueren Mischnakommentaren, welche Raschis von den Tosafot angefochtene Erklärung aufgenommen haben). Dass aber unter dem Bruchteil, wo es auf grosse Genauigkeit nicht ankommt, ⅔ Elle zu verstehen ist, sagt Jerusalmi z. St. ausdrücklich und geht übrigens auch aus einer Vergleichung der 2. und der 3. Mischna im 5. Perek deutlich genug hervor.",
+ "wenn seine Länge auch nur um eine Elle grösser ist. אם היתה ארכה וכו׳ — Subjekt ist immer noch גנה, daher היתה (weiblich)! Wäre ארכה Subjekt im Satze, müsste es היה heissen. Grammatisch ist ארכה יתר על רחבה als ein Begriff aufzufassen, welcher die Stelle des Prädikats vertritt.",
+ "als seine Breite. Soll heissen: als das Zweifache seiner Breite. Tosefta, Gemara.",
+ "darf man in ihm nicht hinundhertragen. Obgleich sein Flächeninhalt dadurch nicht mehr als 5000 Q.-Ellen (בית סאתים) beträgt.",
+ "darf man in ihm hinundhertragen. Nach R. Jose darf die Länge 100, die Breite 50 Ellen messen; nach R. Elieser dagegen (s. Anm. 30), der unter „Länge“ die Diagonale versteht, ist das Verhältniss der beiden Seiten nicht mehr = 100:50, sondern nur = √3:1. Da auch 3 keine Quadratzahl ist, so lässt sich die Grösse der Seiten auch hier nur annähernd berechnen [ואי אפשר להוציאם בדיוק לפי שהם כולם חשבונות בלתי גדורים — Maimonides z. St, welcher für die Länge 93¹⁄₂₇, für die Breite 53⅓, für die Diagonale 107½ Ellen als ungefähre Grösse angibt. Es ist klar, dass in diesen Angaben ein Schreib- oder Druckfehler sich eingeschlichen. Schon Heller macht in seinen תוס׳ יו״ט darauf aufmerksam, dass
noch nicht 107¼ ausmacht. Obgleich nun der Umstand, dass 2×53⅓ noch nicht einmal = 107 ist, ihn darauf hätte führen können, hat er doch den Sitz des Fehlers, der nicht in 107½, sondern in 53⅓ — 1. 53⅔ — zu suchen ist, nicht erkannt, weil er Maimonides zwar nachgerechnet, sich aber nicht die Frage vorgelegt hat, wie jener zu diesem Ergebniss gelangte. Zur Beantwortung dieser Frage hier einige Fingerzeige! Berechnet soll werden die Länge (x) und die Breite (y) eines Rechtecks, dessen Diagonale (d) das Zweifache der Breite misst, und dessen Flächeninhalt (xy)=5000 Quadratellen ist.
Zahlen welche mit Maimunis Angaben ziemlich übereinstimmen.]"
+ ],
+ [
+ "Ich hörte von R. Elieser: wenn er auch die Fläche eines Kor (Aussaat. 75000 Q.-Ellen; vgl. Anm. 14) mit Anm. 11).",
+ "sich am Erub zu beteiligen. Und daher auf sein Besitzrecht für diesen Schabbat zu ihren Gunsten Verzicht geleistet hat. s. Einleitung, Ende des 1. Abs.",
+ "ist seine Wohnung hinsichtlich des Hinein- und Hinaustragens ihm verboten. Weil er dadurch sein Besitzrecht wieder geltend machen würde; vgl. K. 6. M. 4.",
+ "ihnen aber gestattet. Denn sein Verzicht beschränkt sich nicht auf sein Recht am Hofe, erstreckt sich vielmehr auch auf seine Wohnung; s. jedoch K. 6. M. 3.",
+ "dass man am Pesach mit עקרבנין. Denominativ von עקרב, ein dem Skorpion irgendwie ähnliches Kraut (Hirschzunge?) — a. L. עקרבלין ,ערקבלין ,ערקבנין.",
+ "der Pflicht. Des Bitterkrautes (מרורים — Exod. 12. 8.)",
+ "Ich machte die Runde bei allen seinen Schülern und suchte mir einen Genossen. Der diese Lehrmeinungen gleich mir aus dem Munde des Lehrers gehört hätte."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Mit Allem. Was dem Israeliten zur Nahrung dient.",
+ "kann man עירוב. Hier wie in den 2 folgenden Kapiteln ist unter עירוב die Verschmelzung der Schabbatbezirke (עירובי תחומין) zu verstehen, worüber der Schluss der Einleitung und K. 8. M. 1—2 zu vergleichen ist. Zur Verschmelzung der Wohnungen innerhalb der Höfe dagegen (עירובי חצרות) kann nur Brod verwendet werden. s. Einl. Abs. 1 u. 2.",
+ "und שיתוף. Herstellung eines Sozietätsverhältnisses unter den verschiedenen Höfen einer oder mehrerer Strassen, s. Einl. Abs. 2 u. K. 7 M. 6. ff.",
+ "alles. Was dem Israeliten zur Nahrung dient.",
+ "kann für das Geld des Zehnten. Des zweiten Zehnten; nachdem man vom Ernteertrage ein Zehntel den Leviten gegeben, wird nämlich ein „zweiter Zehnt“ — שני מעשר — abgesondert, welchen der Besitzer im 1. u. 2. Jahre jedes Trienniums (im 3. gehört er den Armen und heisst dann מעשר עני — Armenzehnt) zwar behalten darf, aber in der heiligen Stadt verzehren muss; macht ihm der Transport Schwierigkeiten, kann er ihn gegen Geld einlösen, welches er dann in der heiligen Stadt für Nahrungsmittel ausgibt (Deut. 14,22. ff.)",
+ "Wer durch ein Gelübde der Nahrung. מזון, welches Wort nur vom Getreide gebraucht wird; aber selbst wenn er einen Ausdruck gewählt hat, der jede Art von Nahrung umfasst, dürfte er doch Wasser und Salz gemessen, da diese nicht nahrhaft sind.",
+ "Für den Nazir. Der Wein nicht trinken darf: 4. B. M. 6,2.",
+ "für den Nichtpriester mit Teruma. Derjenige Teil des Ernteertrages, welcher den Priestern gegeben werden soll; zum Unterschied von תרומת מעשר (Anm. 14) heisst er תרומה גדולה.",
+ "nach Symmachus indessen. Nach welchem das zum עירוב verwandte Nahrungsmittel demjenigen geniessbar sein muss, für den der עירוב gemacht wird, und Wein bei einem Nazir nur darum zulässig ist, weil er durch Lösung seines Gelübdes sich den Genuss des Weines ermöglichen kann.",
+ "nur mit Chullin. Ungeweihtes; hier im Gegensatze zur תרומה (Anm. 7), welche geweiht ist und vom Nichtpriester nicht gegeseen werden darf.",
+ "für den Priester im בית הפרס. Ein Acker, in welchem sich ein Grab befindet; wegen der Möglichkeit, dass Knochenteile durch den Pflug verschleppt wurden, darf der Priester eine Fläche von 100 Ellen im Geviert, vom Grabe an nach derjenigen Richtung bemessen, in welcher die Furche gezogen wurde, nur mit äusserster Vorsicht betreten, damit er nicht durch Berührung eines Knochenteilchens unrein werde (s. Oholot 17. 1. ff). In einem Friedhof aber, in welchen der Priester auf keine Weise (auch nicht in einem Wagen oder einer Sänfte — da ein transportables Zelt gegen Unreinheit nicht schützt) gelangen kann, darf man den עירוב für ihn nicht machen. Dieser bedeutet ja eine Verlegung seines Wohnsitzes (s. Einl. gegen Ende); das dazu verwendete Nahrungsmittel muss ihm daher, wenn auch nicht geniessbar, so doch wenigstens zugänglich sein. Ja selbst auf ein vereinzeltes Grab, zu welchem der Priester wohl gelangen kann, darf nicht die עירוב-Speise für ihn und ebensowenig für einen Nichtpriester gelegt werden, weil man aus Gräbern keinen Vorteil ziehen darf.",
+ "wo er ja durch eine Scheidewand gedeckt. Z. B. in einer Särfte, einem Wagen, die ihn, wenn sie einen Rauminhalt von 3 Kubikellen haben, gegen Verunreinigung schützen (Oholot 8. 1), da ihnen nach seiner Meinung die Transportabilität nicht den Charakter des Zeltes raubt; die Benutzung eines Grabes hält er in diesem Falle für unbedenklich, weil man עירוב nur macht, um ein gottgefälliges Werk zu tun (s. Einl. g. Ende), an der Erhaltung seiner עירוב - Speise aber behufs späterer Nutzniessung aus derselben Niemand gelegen ist. So die Gemara, welche übrigens die Lesart hat לחוץ ולילך ולאכול, nach welcher wir übersetzt haben. Die Mischnaausgaben lesen: weil er hingelangen und durch eine Scheidewand gedeckt essen kann.",
+ "hingelangen und essen. Er hält es also mit Symmachus für Bedingung, dass die עירוב - Speise dem geniessbar sei, der sie zum עירוב benutzt."
+ ],
+ [
+ "Man kann mit Demai. Früchte eines Unzuverlässigen, der im Verdacht steht, dass er dieselben nicht verzehntet. Da in der Dämmerung, also in dem Zeitpunkte, in welchem der עירוב wirksam wird, noch gestattet ist, דמאי zu verzehnten (s. Schabbat II. Ende), so kann der Genuss dieser Früchte noch ermöglicht werden (vgl. Anm. 8); und wäre auch ihre Quantität genau auf das in K. 8, M. 2 vorgeschriebene Maass beschränkt, so dass sie das abzusondernde מעשר מן המעשר (s. folg. Anm.) nicht entbehren können so ist doch noch eine Möglichkeit, dieselben geniessbar zu machen, auf Grund von Pea III. 1 gegeben, wonach ein Armer דמאי essen darf.",
+ "mit dem ersten Zehnten. Welcher dem Leviten gegeben wird (s. Anm. 4.), und von welchem dieser den zehnten Teil (מעשר מן המעשר = ¹⁄₁₀₀ des Ganzen) als Teruma dem Priester geben muss ( תרומת מעשר).",
+ "dessen Teruma. Die תרומת מעשר, nicht aber die תרומה גדולה (Anm. 7.), welche eigentlich vor dem „ersten Zehnt“ (מעשר ראשון) abgesondert werden soll. Wenn aber der Levite dem Priester zuvorkam, als noch das Getreide ungedroschen lag, zu einer Zeit also, da es noch nicht terumapflichtig war, ist sein מעשר nach Absonderung der תרומת מעשר, obgleich noch die תרומה גדולה darin steckt, doch geniessbar und daher zum עירוב nicht ungeeignet.",
+ "mit dem zweiten Zehnten. Des zweiten Zehnten; nachdem man vom Ernteertrage ein Zehntel den Leviten gegeben, wird nämlich ein „zweiter Zehnt“ — שני מעשר — abgesondert, welchen der Besitzer im 1. u. 2. Jahre jedes Trienniums (im 3. gehört er den Armen und heisst dann מעשר עני — Armenzehnt) zwar behalten darf, aber in der heiligen Stadt verzehren muss; macht ihm der Transport Schwierigkeiten, kann er ihn gegen Geld einlösen, welches er dann in der heiligen Stadt für Nahrungsmittel ausgibt (Deut. 14, 22. ff.)",
+ "und mit Geweihtem nach ihrer Auslösung. Auch wenn sie noch nicht ganz zu Ende geführt ist, indem man zwar den Werth gegeben, aber noch nicht den fünften Teil hinzugefügt hat.",
+ "Priester auch mit Challa und mit Teruma. Challa, (der dem Priester vom Teige zukommende Anteil — Num. 15. 20), ist dem Nichtpriester ebenso wie Teruma (Anm. 7) verboten; beide eignen sich daher nach Symmachus (Anm. 8.) nur für den Priester zum עירוב; s. die Gegenansicht, nach welcher sie sich auch für Nichtpriester eignen (wie überhaupt jedes Nahrungsmittel, das irgend einem Israeliten erlaubt ist, auch dem zum עירוב dienen kann, dem es verboten ist), in Mischna 1.",
+ "aber nicht mit Tebel. Früchte, von denen noch nicht Teruma, erster und zweiter Zehnt abgesondert ist; erster Zehent, von welchem noch nicht תרומת מעשר, ein Teig von welchem noch nicht Challa abgesondert ist; selbst wenn sie diesen Abgaben nicht nach biblischer, sondern nur nach rabbinischer Satzung unterliegen, eignen sie sich doch nicht zum עירוב, weil sie immerhin allen Israeliten ohne Ausnahme verboten sind, eine Absonderung dieser Abgaben aber auch in der Dämmerung (Anm. 13) nicht mehr statthaft ist (Schabbat II. 7.).",
+ "und nicht mit dem ersten Zehnten. Welcher dem Leviten gegeben wird (s. Anm. 4.), und von welchem dieser den zehnten Teil (מעשר מן המעשר = ¹⁄₁₀₀ des Ganzen) als Teruma dem Priester geben muss (מעשר תרומת).",
+ "dessen Teruma. Hier ist nicht von תרומת מעשר die Rede — sonst wäre es ja identisch mit dem obengenannten Tebel (s. Anm. 18.) — sondern es ist die גדולה תרומה gemeint, welche noch im מעשר ראשון steckt, wenn nämlich der Levite dem Priester zuvorgekommen, als die Früchte schon terumapflichtig waren (Ma‘serot I. 5. ff.). Diesem gebührten 2% des Ernteertrages, jenem 9,8%, von denen er dem Priester 0,98% als תרומת מעשר zu geben hätte; dadurch dass der Levite seinen Anteil früher nahm als der Priester, erhielt jener 10%, dieser nur (2% des Restes, also) 1,8% des Ernteertrages. Allerdings erhält er nun von ihm als תרומת מעשר 1% statt 0,98%; es stecken aber immer noch (2,98—2,8=) 0,18% תרומה in diesem Zehnten, und solange der Levite diesen unrechtmässig erworbenen Teil dem Priester wiederzugeben sich nicht anschickt, ist sein מעשר verboten und daher zum עירוב nicht geeignet.",
+ "und nicht mit dem zweiten Zehnten. Des zweiten Zehnten; nachdem man vom Ernteertrage ein Zehntel den Leviten gegeben, wird nämlich ein „zweiter Zehnt“ — שני מעשר — abgesondert, welchen der Besitzer im 1. u. 2. Jahre jedes Trienniums (im 3. gehört er den Armen und heisst dann מעשר עני — Armenzehnt) zwar behalten darf, aber in der heiligen Stadt verzehren muss; macht ihm der Transport Schwierigkeiten, kann er ihn gegen Geld einlösen, welches er dann in der heiligen Stadt für Nahrungsmittel ausgibt (Deut. 14, 22. ff.)",
+ "wenn sie noch nicht. Oder nicht in ganz korrekter Weise — der zweite Zehent z. B. gegen eine ungeprägte Münze, das Geweihte gegen Liegenschaften. —",
+ "Schickt man seinen עירוב. Das Wort ist hier und im Folgenden noch sehr häufig auf das Nahrungsmittel übertragen, welches zum עירוב verwendet wird.",
+ "Blödsinnigen oder Minderjährigen. Damit er ihn dort niederlege, wohin man seinen Wohnsitz für den Schabbat verlegen will.",
+ "der den עירוב nicht anerkennt. Ein Sadduzäer, Karäer, oder wer sonst die Überlieferungen der Rabbinen und die Verbindlichkeit ihrer Anordnungen leugnet, zu denen auch der עירוב gehört.",
+ "denselben von ihm in Empfang zu nehmen. Damit er ihn dort niederlege, wohin man seinen Wohnsitz für den Schabbat verlegen will.",
+ "so ist es ein עירוב. Weil es nicht aufs Hinschaffen, sondern auf das Hinlegen des עירוב ankommt."
+ ],
+ [
+ "Hat er ihn auf einem Baume. Handbreiten im Geviert misst und in רשות הרבים steht.",
+ "Der mindestens 4 oberhalbzehn Handbreiten. Wo der Baum schon רשות היחיד ist.",
+ "ist sein עירוב kein עירוב. Da er ihn nicht herunterholen kann (s. Einl. Anf.), der עירוב ihm aber von dem Orte erreichbar sein muss, welchen er zu seinem Schabbatwohnsitz bestimmt hat (vgl. Anm. 10); hat er daher die Laubkrone oder das Geäste des Baumes dazu bestimmt, so gilt sein עירוב, auch wenn er höher als 10 Handbreiten liegt, da er ja ב״הש zu ihm hinaufklettern kann.",
+ "unterhalb zehn Handbreiten. כרמלית.",
+ "so ist sein עירוב ein עירוב. Zur Zeit, da er in Kraft tritt (in der Dämmerung—Anm. 13), ist es ja noch gestattet, Gegenstände aus einer כרמלית nach רשות הרבים wie nach רשות היחיד zu schaffen, was am Schabbat allerdings verboten ist (s. Einl. Anf.).",
+ "Hat er ihn in eine Grube gelegt. Welche sich in einer כרמלית befindet.",
+ "selbst hundert Ellen tief. Und mit noch so grosser Grundfläche.",
+ "ein עירוב. Vgl. Anm. 29.",
+ "hat er ihn auf die Spitze eines Rohrstabes oder eines Astes. ϰοντός: Stange, Stecken; ϰύνδαλος: Pflock, Pfahl — beides abgerissene Äste, die weniger als 4 Handbreiten im Geviert haben und mithin ein מקום פטור darstellen (einen Ort, von welchem man die Gegenstände sowohl nach רשות הרבים als nach רשות היחיד schaffen darf).",
+ "der abgerissen. Wächst er aber noch am Baume, so ist der auf ihn gelegte עירוב ungiltig, weil er nicht heruntergeholt werden darf aus Besorgniss, es könnte dabei die Spitze oder ein anderer leicht zerbrechlicher Teil des Astes (Rohrstabes) abgebrochen werden; auf einem starken Baume aber, der 4 Handbreiten und darüber im Geviert hat, ist es, wie wir gesehen haben, — da diese Besorgniss wegfällt — wohl gestattet, den עירוב niedriger als 10 Handbreiten und unter gewissen Voraussetzungen (Anm. 27 Ende) auch höher anzubringen.",
+ "ein עירוב. Obgleich der Ast oder Rohrstab in רשות הרבים eingesteckt ist. Die Begründung ist schon durch Anm. 33 gegeben.",
+ "Hat er ihn in einen Schrank getan. Dessen Schloss nach damaliger Art an einer Schlinge hängt, welche im Innern mit ihren Enden an der Wand des Schrankes befestigt ist und durch eine kleine Öffnung in der Tür nach Aussen dringt.",
+ "so ist es ein עירוב. Weil die Schlinge in der Dämmerung noch durchschnitten werden kann.",
+ "so ist es kein עירוב. Da er das Durchschneiden der Schlinge für unstatthaft hält, sieht er keine Möglichkeit eines Zutritts zum עירוב."
+ ],
+ [
+ "Wenn er aus dem תחום. Dem Schabbatbezirke seines Wohnortes (s. Einl. Abs. 4) u. z. 4 Ellen weit, so dass er am Schabbat nicht mehr zu ihm gelangen kann.",
+ "oder ein Steinhaufe. Zu dessen Wegschaffung behufs Freilegung des עירוב Werkzeuge erforderlich sind.",
+ "oder als תרומה. Taruma (Anm. 7 und 14), welche unrein wurde, ist selbst dem Priester verboten. Vgl. Anm. 18.",
+ "so ist er ein עירוב. Denn dieser tritt in der Dämmerung in Kraft und wird mit diesem Augenblicke für den ganzen Tag wirksam, weshalb er nach Anbruch der Nacht verzehrt werden kann.",
+ "es sei dies ein Kamele führender Eseltreiber. Sprichwörtliche Redensart: Das Kamel wird von dem vorausgehenden Führer am Halfter nachgezogen, der Esel von dem nachfolgenden Treiber geleitet; der Kamele führende Eseltreiber muss sich daher bald nach vorn bald nach hinten wenden, er ist auf beiden Seiten gehemmt und kommt nicht recht von der Stelle. So ist auch derjenige, über dessen עירוב Zweifel herrscht, auf beiden Seiten eingeschränkt, insofern er nur von seiner Ortschaft bis zum עירוב gehen darf, nicht aber über diesen hinaus — da er möglicherweise ungiltig ist — und ebensowenig von seiner Ortschaft aus auch nur einen Schritt in der entgegengesetzten Richtung, — da sein עירוב vielleicht doch in Kraft getreten, sein Wohnsitz mithin verlegt ist; er verliert also sowol vorne als hinten die Hälfte des תחום.",
+ "ein zweifelhafter עירוב ist giltig. weil der Status quo ante so lange als nur irgend möglich als fortdauernd vorauszusetzen und daher anzunehmen ist, dass der עירוב in der Dämmerung noch an der Stelle sich befand, auf welche er hingelegt wurde."
+ ],
+ [
+ "Man kann in Bezug auf seinen עירוב. Indem man einen im Osten und einen im Westen macht.",
+ "Kommen die Heiden. Vor denen ich fliehen muss.",
+ "sei mein עירוב nach Westen. Der andere aber ungiltig.",
+ "so sei mein עירוב nach Osten. Der andere aber ungiltig.",
+ "nach welcher Richtung ich will. Und derjenige עירוב heute schon in Kraft treten, für welchen ich mich morgen entscheiden werde, der andere aber ungiltig sein.",
+ "so sei ich wie die Leute meiner Ortschaft. Und jeder der beiden עירובין ungiltig. Bis zur Entscheidung darf er selbstverständlich in jedem dieser Fälle seine Ortschaft in keiner der beiden Richtungen verlassen, es sei denn, dass die עירובין sich nicht an den äussersten Grenzen ihres תחום befinden, so dass sie ihm einen gewissen Spielraum, welcher ihnen gemeinsam ist, freilassen (vgl. Anm. 52).",
+ "Trifft ein Weiser. Den ich hören will. Die Anhörung eines Vortrages, die Begrüssung eines Lehrers gilt als מצוה, als ein religiöses Gebot, zu dessen Erfüllung die Verlegung des Wohnsitzes durch den עירוב gestattet ist (s. Einl. g. Ende).",
+ "sei mein עירוב nach Osten. Der andere aber ungiltig.",
+ "sei mein עירוב nach Westen. Der andere aber ungiltig.",
+ "nach welchem Orte ich will. Und derjenige עירוב heute schon in Kraft treten, für welchen ich mich morgen entscheiden werde, der andere aber ungiltig sein.",
+ "so sei ich wie die Leute meiner Ortschaft. Und jeder der beiden עירובין ungiltig. Bis zur Entscheidung darf er selbstverständlich in jedem dieser Fälle seine Ortschaft in keiner der beiden Richtungen verlassen, es sei denn, dass die עירובין sich nicht an den äussersten Grenzen ihres תחום befinden, so dass sie ihm einen gewissen Spielraum, welcher ihnen gemeinsam ist, freilassen (vgl. Anm. 52)."
+ ],
+ [
+ "gleichviel ob vorn oder hinten. Und man wünscht an jedem der beiden Tage den תחום in einer andern, entgegengesetzten Richtung zu überschreiten.",
+ "kann man zwei עירובין machen. Im Osten und im Westen der Ortschaft, aber nicht an den äussersten Grenzen ihres תחום, da er in diesem Falle in der Abenddämmerung zwischen dem ersten und dem zweiten Tage, dem Zeitpunkte, in welchem sein zweiter עירוב in Kraft treten soll, zu diesem gar nicht gelangen könnte; vielmehr müssen die עירובין innerhalb des תחום liegen u. z. so, dass beide ihm an beiden Tagen erreichbar sind. Dies ist der Fall, wenn sie so nahe der Ortschaft sind, dass die Summe der beiden Entfernungen nicht mehr als einen halben תחום beträgt (2000–2800 Ellen. s. Einl. g. Ende).",
+ "wie die Leute meiner Ortschaft. In den zwei letzten Fällen macht er natürlich nur einen עירוב, an welchen er die Bedingung knüpft, dass er nur für den einen Tag (den ersten, bez. den zweiten) in Kraft trete, für den andern aber (den zweiten, bez. den ersten), an welchem er den תחום seiner Ortschaft sich gewahrt wissen, und daher auf den תחום seines עירוב verzichten möchte, keine Geltung habe.",
+ "er macht nach ein er Richtung עירוב. Nicht aber für morgen nach dieser, für übermorgen nach der entgegengesetzten Richtung.",
+ "er macht entweder für beide Tage. Nicht aber nur für den einen, während er für den andern Tag den תחום seiner Ortschaft in seinem ganzen Umfange sich erhalten will. Entweder er verzichtet auf diesen für beide Tage — dann kann er עירוב machen, und auch dann nur nach einer Richtung; oder er verzichtet nicht — dann kann er eben keinen עירוב machen; denn sowenig man für die verschiedenen Tageszeiten eines und desselben Tages seinen Wohnsitz an verschiedenen Orten festsetzen kann, um verschiedene תחומין zu gewinnen, ebensowenig kann man es für Schabbat- und Festtag, die aufeinanderfolgen. Die Heiligkeit des einen setzt sich in dem andern Tage unmittelbar und ohne Unterbrechung fort; sie bilden gewissermassen nur einen heiligen Tag (קדושה אחת). Die Konsequenz wäre, dass der עירוב, wenn er in der ersten Nacht vernichtet wurde, dennoch auch für den zweiten Tag noch in Kraft bliebe, wie er es für den ersten tatsächlich bleibt (Anm. 42). Diese Konsequenz ziehen die Weisen nicht, weil sie für die Aufeinanderfolge von Schabbat- und Festtag das Prinzip der קדושה אחת nicht wie die Weisen der folgenden Mischna für die zwei Tage des Neujahrsfestes mit solcher Sicherheit in Anspruch nehmen, dass sie es auch in erleichterndem Sinne anwenden könnten; daher die Frage: Wie verfährt er, damit ihm der עירוב nicht am ersten Tage abhanden komme und seine Giltigkeit für den zweiten verliere?",
+ "der ihn hingetragen. Im Auftrage dessen, der von ihm Gebrauch machen will; begiebt dieser sich in eigener Person dahin, so braucht er überhaupt keine Erubspeise mitzunehmen (nach R. Juda in K. 4. M. 9).",
+ "bis Anbruch der Nacht. Vgl. Anm. 42.",
+ "nimmt ihn dann und geht seines Weges. Er nimmt ihn, wenn es Festtag ist, nach Hause mit und verwahrt ihn, dass er nicht abhanden komme; ist der Tag dagegen Schabbat, wo andere als zur Kleidung gehörige Gegenstände nicht getragen werden dürfen (s. Einl. Anf.), muss er ihn dort liegen lassen und sich am folgenden Abend überzeugen, ob er noch an seiner Stelle sich befindet.",
+ "am zweiten (trägt er ihn wieder hin. מוליכו ist aus dem ersten Satze zu ergänzen. Es könnte ebensogut בשני ומחשיך עליו (mit Waw copulativum) stehen, eine Construction, die in solchen Fällen der grössern Deutlichkeit wegen vorgezogen zu werden pflegt; keineswegs ist aber בשני zum folgenden מחשיך oder gar, wie manche getan haben, zum unmittelbar vorangehenden ובא לו zu ziehen, welches ganz gewiss noch zum vorigen Satz gehört.",
+ "kann ihn aber nach Anbruch der Nacht essen. Vgl. Anm. 42.",
+ "so gewinnt er seinen Weg und gewinnt seinen ‘Erub. Dadurch, dass er ihn am ersten Abend nach Hause nimmt und verwahrt. Täte er es nicht, und der עירוב ginge vor Beginn der zweiten Nacht verloren, so würde er nicht nur die עירוב-Speise, die er jetzt essen kann, sondern auch die 2000—2800 Ellen sowohl jenseits des עירוב als jenseits seiner Ortschaft einbüssen, da es zweifelhaft ist, ob der עירוב des ersten Tages nur für diesen oder für beide Tage gilt. Er dürfte sich also am zweiten Tage nur innerhalb des Spielraums bewegen, welcher dem תחום seines Wohnortes und dem seines עירוב gemeinsam ist (vgl. Anm. 43); denn selbst nach R. J. und R. S. in M. 4, ist ein zweifelhafter עירוב nur dann giltig, wenn er durch den status quo ante (Anm. 44) unterstützt wird, der als fortbestehend angenommen werden kann, nicht aber, wo es wie hier gewiss ist, dass der frühere Zustand nicht mehr fortbesteht — wir setzen ja den Fall, dass der עירוב am ersten Tag abhanden gekommen — der Zweifel aber, ob קדושה אחת oder nicht, ob mithin sein עירוב für beide Tage gilt oder nicht, durch nichts zu seinen Gunsten entschieden wird.",
+ "aber kein ‘Erub für den zweiten. S. die vorige Anm.",
+ "Tage der Heiligkeit sind. S. Anm. 55: „Die Konsequenz wäre“, u. s. w."
+ ],
+ [
+ "Am Neujahrsfeste. ראש השנה wird hier (in dem Verbum תתעבר) als Femininum behandelt, um den Wechsel des Subjekts in שהיה ירא deutlicher zu machen und klar hervortreten zu lassen. Grammatisch rechtfertigt sich dies dadurch, dass der Anfang des Jahres ein Teil des ganzen, שנה aber weiblich ist. Wo beim Genitivverhältniss das nomen regens einen untergeordneten Begriff ausdrückt (wie מקצת ,כל, بعض, جميع, كل u. ä.), richtet sich in den semitischen Sprachen das Genus des Prädikats nicht nach dem des grammatischen Subjekts (des nomen regens — hier ראש), sondern nach dem des logischen (des nomen rectum); השנה ist hier insofern logisches Subjekt, als es immerhin das Jahr ist, welches durch den Schalttag einen Zuwachs erhält.",
+ "wenn man einen Schalttag. In der Regel wird das Neujahrsfest nur einen Tag und zwar am Neumondstag des Tischri gefeiert. Da aber dessen Festsetzung durch den Gerichtshof von Zeugenaussagen über das Sichtbarwerden des neuen Mondes abhing, so konnte dieselbe, wenn die Zeugen sich verspäteten, leicht um einen Tag verzögert werden. In diesem Falle war das Fest ein zweitägiges. Der erste Tag desselben wurde dem Monat Elul als »Schalttag« zugerechnet und erst mit dem zweiten begann der Monat Tischri.",
+ "zwei ‘Erubin. Im Osten und im Westen der Ortschaft, aber nicht an den äussersten Grenzen ihres תחום, da er in diesem Falle in der Abenddämmerung zwischen dem ersten und dem zweiten Tage, dem Zeitpunkte, in welchem sein zweiter עירוב in Kraft treten soll, zu diesem gar nicht gelangen könnte; vielmehr müssen die עירובין innerhalb des תחום liegen u. z. so, dass beide ihm an beiden Tagen erreichbar sind. Dies ist der Fall, wenn sie so nahe der Ortschaft sind, dass die Summe der beiden Entfernungen nicht mehr als einen halben תחום beträgt (2000–2800 Ellen. s. Einl. g. Ende).",
+ "wie die Leute meiner Ortschaft. In den zwei letzten Fällen macht er natürlich nur einen עירוב, an welchen er die Bedingung knüpft, dass er nur für den einen Tag (den ersten, bez. den zweiten) in Kraft trete, für den andern aber (den zweiten, bez. den ersten), an welchem er den תחום seiner Ortschaft sich gewahrt wissen, und daher auf den תחום seines עירוב verzichten möchte, keine Geltung habe.",
+ "Allein die Weisen. Nach ihnen sind die beiden Tage des Neujahrsfestes ganz entschieden קדושה אחת und daher als ein Tag zu betrachten; die Giltigkeit des עירוב erstreckt sich daher auf die ganze Dauer des Festes, auch wenn er schon am ersten Abende verzehrt wurde. Es sind hier übrigens, wie wir bereits in Anm. 55 angedeutet haben, nicht die Weisen der vorigen Mischna gemeint, welche vielmehr nach der Tosefta hier dem R. Eliezer zustimmen (s. Gemara!)"
+ ],
+ [
+ "Juda: Man kann über einen Korb (mit Früchten. Von denen noch nicht Teruma, erster oder zweiter Zehnt abgesondert ist; am Feiertage ist diese Absonderung nicht gestattet.",
+ "am ersten Feiertage eine Bedingang sprechen. „Ist heut der wahre Neujahrstag, dann seien die Früchte, die ich hier aus diesem Korbe nehme, was sie bisher gewesen — Tebel; ist er aber morgen, und heute nur sein Rüsttag, dann sei dieser Teil derselben תרומה, dieser מעשר ראשון und dieser מעשר שני“. Am zweiten Tage nimmt er dieselben Früchte und spricht: Ist heut der wahre Neujahrstag, so habe ich ja unter dieser Voraussetzung die vogeschriebenen Gaben schon gestern abgesondert; war er aber gestern, so erkläre ich hiermit diesen Teil für Teruma, diesen für מעשר ראשון und diesen für מעשר שני.",
+ "und sie dann am zweiten essen. Nicht aber am ersten, an welchem sie, falls es der wahre Neujahrstag ist, noch Tebel sind, das nicht gegessen werden darf (s. Anm. 18).",
+ "das am ersten gelegt ward. Und am selben Tag verboten ist (Tr. ביצה I 1).",
+ "kann am zweiten gegessen werden. Gleichviel, ob dieser oder der vorhergehende der wahre Neujahrstag ist, immerhin ist es nicht mehr derselbe Tag, an welchem das Ei gelegt wurde, da für ihn beide Tage nicht קדושה אחת sind.",
+ "Doch die Weisen stimmten ihm nicht bei. Vgl. Anm. 66."
+ ],
+ [
+ "ob morgen. Vgl. Anm. 65.",
+ "und am folgenden Tage sage er. In allen Gemeinden ausser dem Wohnsitze der für die Festsetzung des Neumondstages zuständigen Behörde.",
+ "Allein die Weisen stimmten ihm nicht bei. Weder betreffs dieser Klausel, noch in Bezug auf die Erwähnung des Neumondstages überhaupt."
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+ "Wen Heiden. Gegen seinen Willen.",
+ "Geist. Ein vorübergehender Anfall von Raserei oder einer andern intermittirenden Krankheit, die ihn für die Dauer der Paroxysmen der Zurechnungfähigkeit beraubt; (vgl. 1. Sam. 16, 14).",
+ "hinausgeführt haben. Aus dem תחום (Schabbatbezirk; s. Einl. Abs. 4).",
+ "der hat nur vier Ellen. In denen er sich bewegen, die er aber nicht überschreiten darf, sobald er seine Freiheit, bez. seine Besinnung wieder erlangt hat. Die verschiedenen Meinungen über diese 4 Ellen s. in M. 5,",
+ "als wäre er nicht hinausgegangen. Er darf sich also dann innerhalb des ganzen תחום seines Wohnortes frei bewegen; ist er aber freiwillig zurückgekommen, desgleichen wenn er freiwillig seinen תחום verlassen und zwangsweise zurückkehrte, so darf er nur innerhalb seines Wohnortes sich bewegen, nicht aber in dessen Schabbatbezirk, und auch in jenem nur dann, wenn er mit Mauern umgeben ist, oder sonstwie (s. K. 1 und Einl. Abs. 3) zu einer רשות היחיד gemacht wurde; andernfalls ist er auf die 4 Ellen beschränkt,",
+ "Haben sie ihn in eine andere Ortschaft. Welche רשות היחיד ist (s. die vorige Anm.).",
+ "er darf sie ganz durchwandern. Eine noch so grosse Fläche wird ihm, wenn sie umfriedet ist, für 4 Ellen angerechnet.",
+ "er hat nur vier Ellen. Eine solche רשות היחיד wird ihm nur dann für 4 Ellen angerechnet, wenn sie sein Schabbatwohnsitz ist, d. h. wenn er bei Beginn des Schabbat sich schon dort befand.",
+ "als sie aus Brundisium. Calabrische Küstenstadt mit einem bedeutenden und vortrefflichen Hafen, in welchem die Römer ihre Reisen nach dem Oriente anzutreten pflegten; jetzt Brindisi. Andere Lesart ist פלנדרסין).",
+ "kamen und ihr Schiff in die See stach. Wenn 10 Handbreiten über dem Erdboden das Überschreiten der Schabbatgrenze nicht mehr verboten ist (אין תחומין למעלה מעשרה), so kann והפליגה nicht in altum provehi bedeuten, wie Raschi meint und die anderen Erklärer, desgleichen die Übersetzer nachschreiben (in die hohe See stach, auf hoher See trieb); das Wort muss vielmehr auch die Auffassung eines Fahrens längs der Küste (מהלכת ברקק — Gemara) zulassen — also einfach: in See stechen! Ob es von πέλαγος (griechisch: die hohe See, die Mitte des Meeres) mit Raschi abzuleiten ist, dürfte demnach anzuzweifeln sein; wahrscheinlich ist es ein guthebräisches Wort. Der Stamm פלג bedeutet ebenso wie das sinnverwandte und — wenn wir vom letzten Radikal absehen — auch lautverwandte פרש (vgl. המפרש בים): Teilen, sondern, scheiden, trennen; der Hiphil also, wie in הרחיק ,הקריב und im Rabbinischen noch häufiger reflexiv, sich trennen (vom Lande), sich entfernen (בים auf dem Meere); dann auch wie das gleichfalls sinn- und lautverwandte פלא: sich auszeichnen (daher מופלג = מופלא) und transitiv: übertreiben.",
+ "El‘azar ben ‘Azarja es ganz durchwanderten. Da ja ein Schiff von Wänden eingeschlossen ist (s. Anm. 7).",
+ "indem sie es für ihre Person strenger nehmen wollten. Von Rechts wegen durften sie selbst nach ihrer Ansicht im ganzen Raum sich frei bewegen, da sie bei Beginn des Schabbat schon auf dem Schiffe waren (s. Anm. 8)."
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+ "Einst liefen sie. Am Freitag Abend.",
+ "wie sollen wir es mit dem Hinabsteigen. In den Hafen; dürfen wir uns in demselben frei bewegen, oder sind wir auf die vier Ellen beschränkt?",
+ "es ist erlaubt. Nicht allein nach meiner Ansicht, sondern auch nach der des R. Josua (in M. 1), da der Schabbat uns schon im תחום des Hafens gefunden hat; nach Jeruschalmi war es indessen ein offener (nicht umfriedeter Hafen), so dass sie selbst nach Rabban Gamliel auf die 4 Ellen beschränkt wären, wenn sie erst am Schabbat in den תחום einliefen.",
+ "denn ich habe schon früher. Als es noch Tag war.",
+ "Beobachtungen angestellt. Mit Hilfe eines Rohres (שפופרת היתה לו-babli), durch welches er einen festen Punkt an der Küste ins Auge fasste, z. B. die Spitze eines Thurmes (מצודות היו לו לרבן גמליאל שהיה משער בהן עיניו במישר -Jeruschalmi), dessen Höhe ihm genau bekannt war. Aus dem Winkel, unter welchem ihm dieselbe sichtbar wurde (Gesichtswinkel), und der durch die Neigung des Rohres gegen die Ebene des Horizontes bezeichnet wird, konnte er erkennen, wie weit sie von der Küste entfernt waren. War der Turm, nach dessen Spitze er visirte, z. B. 100 Ellen hoch, so waren sie bei einem Gesichtswinkel von 2° 2′ 44″ nicht mehr volle 2800 Ellen von der Küste entfernt, also bereits in die Diagonale ihres תחום eingelaufen; bei einem Gesichtswinkel von 2° 51‘ 45“ befanden sie sich schon in einer Entfernung von kaum 2000 Ellen vom Hafen. Die Formel für die Berechnung dieser Entfernungen lautet nämlich:
wenn unter h die Höhe des Thurmes (= 100), unter a der Gesichtswinkel verstanden wird. Ist der Gesichtswinkel a =2° 2‘ 44“, so ist:
Ist der Gesichtswinkel a = 2° 51‘ 45“, so ergiebt sich:
Das Instrument, dessen sich Rabban Gamliel bediente, war vermutlich das Astrolabium (Maimonides z. St.), welches er zu seinen astronomischen Studien (Rosch haschana II 8) verwendete, und welches er mitgenommen hatte, weil es ihm auf seiner Seereise gute Dienste leisten konnte. Für unsern Zweck genügte aber eine einfache Dioptra von der Form eines Dreiecks, welche sogar den Vorteil böte, dass die Entfernungen nicht erst berechnet zu werden brauchten, sondern ohne Weiteres von der Scala abgelesen werden könnten. Am Ende eines horizontal ruhenden Meterstabes ist ein mit Visiren versehenes Linial durch Scharniere befestigt, um deren Stift es sich wie um eine Axe drehen lässt; am andern Ende des Meterstabes ist ein lotrechtes Stäbchen verschiebbar angebracht, auf dessen oberer Kante das freie Ende des Visirlineals ruht, so dass dieses mit dem Meterstabe einen Winkel bildet, welcher grösser wird, je näher das Stäbchen dem Scheitelpunkte (den Scharnieren) zu geschoben wird. Kennt man nun das Verhältnis des lotrechten Stäbchens zum Leuchtturme, dessen Spitze eben durch die Visire sichtbar geworden, so kann man seine Entfernung vom Beobachtungspunkte am Meterstabe direkt ablesen. Hat er z. B. eine Höhe von 100 m., das Stäbchen eine von 1 cm., so bedeutet jeder cm. auf dem Stabe eine Entfernung von 100 m.; mithin sind wir 1400 m. (c. 2800 Ellen) vom Leuchtturm entfernt, wenn das Stäbchen bis zur Zahl 14, und 1000 m. (c. 2000 Ellen), wenn es gar bis zur Zahl 10 des Meterstabes zurückgeschoben werden musste, damit sein Licht in der Richtung des Visirlineals erschiene. Brauchte es aber zu diesem Zwecke gar nicht verschoben zu werden, so war die Entfernung noch 10000 m."
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+ "Wer mit Erlaubnis. Des Religionsgesetzes, z. B. als Retter in Lebensgefahr, als Zeuge über das Erscheinen des Neumonds (Rosch haschana I 9).",
+ "hinausgegangen ist. Aus dem תחום (Schabbatbezirk; s. Einl. Abs. 4).",
+ "hat zweitausend Ellen nach jeder Richtung. Von dem Orte aus gemessen, an welchem ihm die Mitteilung wurde, dass seine Hilfe zu spät kommt, oder dass man seiner nicht mehr bedarf.",
+ "war er noch im Schabbatbezirk. Des תחום seiner Ortschaft, also von dieser noch nicht volle 4000—5600 Ellen entfernt (s. Einl. g. Ende).",
+ "als wäre er nicht hinausgegangen. Er darf in seinen Heimatsort zurückkehren und über diesen hinaus noch 2000—2800 Ellen gehen, obgleich er sein Vorhaben nicht zur Ausführung brachte; geschweige wenn es ihm gelungen, seine fromme Absicht zu verwirklichen (Rosch haschana II 5).",
+ "Alle. כל ist die Lesart des Babli; andere, besser bezeugte, doch schwierige Lesart: שכל.",
+ "welche hinausgegangen sind. Aus dem תחום (Schabbatbezirk; s. Einl. Abs. 4).",
+ "um zu retten. Bei einem feindlichen oder räuberischen Einfall.",
+ "dürfen nach ihrem Orte zurückkehren. Wenn sie geschlagen wurden und sich anderwärts nicht sicher fühlen; haben sie jedoch gesiegt, so ist ihnen nur ein Weg von 2000 Ellen nach jeder Richtung hin gestattet, die Rückkehr in ihr Heim aber nur dann, wenn nach Maassgabe des in Anm. 20 Gesagten die beiden תחומין in einander übergehen. In jedem Falle dürfen sie, soweit sie gehen können, auch ihre Waffen mitnehmen."
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+ "Wer sich unterwegs. Vor Schabbat.",
+ "nachdem er. Am Schabbat.",
+ "dass er in der Nähe. Im Schabbatbezirke.",
+ "da er nicht dazu entschlossen war. Seinen Schabbatwohnsitz in ihr zu nehmen — er wusste ja vor Eintritt der Dunkelheit nicht einmal, dass er in ihrem תחום ist und daher noch hingelangen kann.",
+ "nicht hineingehen. Nach freiem Belieben, wohin und soweit er nur immer gehen mag; er darf vielmehr nur so weit in derselben sich bewegen, als der תחום seines Standortes reicht.",
+ "er darf hineingehen. Und sich dann hinsichtlich des תחום als Einwohner der Ortschaft betrachten.",
+ "ohne den Entschluss vorher gefasst zu haben. R. Tarfon wurde unterwegs vom Eintritt des Schabbat überfallen und übernachtete ausserhalb der Stadt; in der Früh trafen ihn Hirten, welche zu ihm sprachen: die Stadt liegt ja vor dir, tritt ein! Er trat ein, begab sich in das Lehrhaus und hielt den ganzen Tag öffentliche Vorträge. Auf diesen Vorfall deutet R. Juda als auf eine Stütze für seine Ansicht hin, worauf man ihm erwiderte, dass ja das Lehrhaus noch im תחום des Ortes sein konnte, an welchem er übernachtet hatte."
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+ "Wer unterwegs. Vor Schabbat.",
+ "hat zweitausend Ellen nach jeder Richtung. An dem Orte, an welchem er kurz vor Beginn des Schabbat sich befindet, erwirbt er auch ohne sein Wissen einen Schabbatwohnsitz (קונה שביתה) nach R. J. b. N. — nach den Weisen dagegen wohl ohne sein Hinzutun (vgl. die vorige Mischna, in welcher ihm selbst R. Meïr einen תחום, wenigstens von seinem Standtorte aus zuerkennt, obgleich er daselbst nicht קונה שביתה war, da ihm sonst R. Juda nicht den תחום der Ortschaft gewährt hätte), aber nicht ohne sein Wissen, in bewusstlosem Zustande.",
+ "er hat nur vier Ellen. Nach jeder Richtung, also eine Fläche von 8 Ellen im Geviert.",
+ "dass er in ihrer Mitte sich befindet. Also eine Fläche von nur vier Ellen im Geviert, deren Diagonalen sich in seinem Standpunkte schneiden müssen, deren Lage also genau bestimmt ist.",
+ "kann er sie gehen. Auch er gewährt nur eine Fläche von 4 Ellen im Geviert, deren Lage aber nicht durch seinen Standort von selbst gegeben ist, die er vielmehr nach Belieben wählen kann.",
+ "nicht mehr zurücktreten kann. Um, auf diese Verzicht leistend, wieder andere 4 Ellen zu wählen. — Die hier und anderwärts so oft genannten vier Ellen entsprechen der Länge eines mit über den Kopf gestreckten Armen am Boden ruhenden Menschen, von der Sohle bis zur Spitze des Mittelfingers gemessen. Rechnet man daher vom Scheitel bis zur Sohle 3⁵⁄₁₂ Ellen, und nimmt man als Durchschnittsmass des Menschen eine Länge von 164 cm. an, so ist die Elle (אמה) = 48 cm., die Handbreite (טפח = ⅙ Elle) = 8 cm. und die Daumenbreite (אצבע = ¼ טפח = ¹⁄₂₄ אמה) = 2 cm."
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+ "und ein Teil der Ellen des Einen ist innerhalb der Ellen des Andern. Indem sie 7— und nach R. Eliezer 3 — Ellen von einander entfernt sind, so dass 1 Elle beiden gemeinsam ist.",
+ "und das des Mittlern geht in dem der Beiden auf. Wörtlich: der Mittlere ist zwischen ihnen verschlungen; seine 4 Ellen werden von denen der Nachbaren rechts und links »absorbiert«, indem diese nur 8 — und nach R. Eliezer 4 — Ellen von einander entfernt sind, so dass sie sich in die 4 Ellen des Mittlern teilen, der wieder seinerseits zwei Ellen mit jedem von ihnen gemeinsam hat.",
+ "so ist es ihm gestattet mit ihnen, und ihnen gestattet mit ihm (zu essen. Aus ואוכלין im vorigen Satze ist hier לאכול zu ergänzen.",
+ "die Eingänge in einander und Eingänge nach dem öffentlichen Platze haben. So dass die Einwohner einerseits direkt — ohne über die Strasse zu gehen — miteinander verkehren können (sonst könnten sie überhaupt keinen עירוב miteinander machen), andererseits wieder jeder von ihnen die Möglichkeit hat auf die Strasse zu gelangen, ohne durch den Hof des Andern gehen zu müssen (sonst wäre nach R. Akiba in K. 6 M. 9 der Durchgangshof genötigt auch mit dem dritten den עירוב zu machen).",
+ "Wenn die zwei. Nicht beide zusammen, sondern jeder besonders; hätten sie es gemeinschaftlich getan, oder auch nur ihren besondern עירוב in einem und demselben Hause des mittlern Hofes und womöglich in einem Gefässe vereinigt, so würde er alle drei Höfe umfassen.",
+ "mit dem mittlern. Und nicht auch untereinander.",
+ "den ‘Erub gemacht haben. Die Verschmelzung der Höfe עירובי חצרות (s. Einl.)."
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+ "Wenn Jemand. Am Freitag.",
+ "er kennt aber einen Baum oder einen Zaun. Den er vielleicht gar nicht sieht, von dem er aber vermöge seiner Ortskenntniss weise, dass er weder von seinem Heim noch von seinem Standorte mehr als 2000 Ellen entfernt ist; auch könnte er ihn, wenn er in schnellem Laufe dahineilte, noch vor Schabbatanfang erreichen.",
+ "mein Schabbatwohnsitz sei unter ihm. Ohne genauer zu bestimmen, an welchen 4 Ellen des Zaunes, unter welchem Teil der Laubkrone, ob rechts, ob links vom Stamme.",
+ "so hat er gar nichts gesagt. Und da er jedenfalls zu erkennen gegeben, dass er an seinem Standorte seinen Schabbatwohnsitz nicht haben will, so ist er weder da noch dort קונה שביתה und hat daher nur die 4 Ellen der 5. Mischna. Beträgt jedoch die ganze Länge des Zaunes, die ganze Breite des Laubdaches weniger als 8 Ellen, so dass die Mitte desselben auf alle Fälle, er mag gewählt haben, welche 4 Ellen er will, zu seinem Schabbatwohnsitz gehört, dieser also wenn auch nicht nach seinem ganzen Umfange genau abgegrenzt, so doch wenigstens zum Teil klar und unzweifelhaft bezeichnet ist, so gelten seine Worte."
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+ "Wenn er keinen kennt. Da er in der Gegend fremd ist.",
+ "oder mit der Vorschrift. Dass er unterwegs eine Stelle, die er noch vor Beginn des Schabbat erreichen könnte, von ferne und ohne sich vorläufig hinzubegeben, als Ort seiner שביתה bezeichnen darf.",
+ "so gewährt ihm sein Standort zweitausend Ellen nach jeder Richtung in der Runde. Sein תחום ist also eine Kreisfläche, welche einschliesslich der 4 Ellen seines Standortes 4004 Ellen Durchmesser und 12591515, 92195849267916 Q.-Ellen Inhalt hat.",
+ "im Viereck gleich einer viereckigen Tafel. Umschreibung für Rechteck; Flächenraum: 16032016 Q.-Ellen.",
+ "damit er die Ecken gewinne. Den Überschuss des Quadrates über den eingeschriebenen Kreis, hier beinahe 3440500 Q.-Ellen."
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+ "der Arme macht mit seinen Füssen ‘Erub. Eine jener alten Grundlehren, die man Paroemien nennt, Rechtssätze in der knappsten und von der gewöhnlichen Ausdrucksweise abweichenden (πάροιμος) Form, wie sie die Rechtssprache aller Völker und zuweilen auch der Talmud gern anwendet. Über den Sinn streiten im Folgenden R. Meïr und R. Juda. Jener, welcher das Wort העני (der Arme) betont, hat die Auffassung: Nur der Arme macht mit seinen Füssen Erub; mit anderen Worten: es ist nur demjenigen, welcher wie der Reisende um eine ‘Erubspeise (K. 3 M. 1 Anf.) verlegen ist, dadurch ‘Erub zu machen gestattet, dass er sich persönlich (ברגליו) an den zum Schabbatwohnsitz zu bestimmenden Ort begibt, oder auch nur auf dem Wege dahin begriffen ist (החזיק בדרך). R. Juda dagegen, welcher auf das Wort ברגליו den Hauptnachdruck legt, erklärt demgemäss: Der Arme macht nur mit seinen Füssen ‘Erub; mit anderen Worten: Wer um eine ‘Erubspeise in Verlegenheit ist, der ist darauf angewiesen sich selbst hinzubemühen und dort den Einzug des Schabbat abzuwarten, es sei denn, dass er bereits wie unser Reisender auf dem Wege dahin begriffen ist, in welchem Falle es genügt, wenn er von fern den Ort seiner שביתה bezeichnet. Jeder Andere aber ist nicht darauf angewiesen; er kann sich’s bequemer machen, indem er eine ‘Erubspeise durch einen Boten (K. 3 M. 1 Ende) dahinschickt. — Die Gemara findet die Auffassung des R. Meïr dem Wortlaut entsprechender, entscheidet aber doch wie R. Juda."
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+ "um sich. Im Auftrage seiner Mitbürger mit deren ‘Erubspeise.",
+ "in welcher sie. Die Leute seines Heimatsortes.",
+ "so ist ihm. Da er bereits auf dem Wege dahin begriffen war (החזיק בדרך; vgl. Anm. 53).",
+ "zu gehen. 2000—2800 Ellen über jene Ortschaft hinaus.",
+ "allen Bewohnern der Ortschaft aber verboten. Weil sie weder ihren Auftrag ausgeführt wissen, noch persönlich sich hinbegeben haben; sie behalten aber den Schabbatbezirk ihres Heimatsortes.",
+ "ist ein Kamele führender Eseltreiber. Er hat weder den תחום jener Ortschaft, noch den seiner Heimath, sondern nur den Weg zwischen beiden. Über die sprichwörtliche Redensart חמר גמל vgl. K. 3 M. 4."
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+ "darf nicht mehr hineingehen. Hat vielmehr nur an Ort und Stelle die 4 Ellen der 5. Mischna.",
+ "R. Elieser sagt: sind es zwei (Ellen. Innerhalb derer er sich noch befindet, so dass die 2 Ellen, die ihm R. Eliezer in M. 5 an seinem Standorte nach jeder Richtung gewährt, noch in seinen תחום hineinragen.",
+ "wenn aber drei. Befindet er sich schon in der dritten Elle, so dass eine הבלעת תחומין, ein Übergang der ihm gewährten kleinen Fläche in den überschrittenen תחום, nicht mehr stattfindet.",
+ "Wen der Schabbateingang auch nur eine Elle ausserhalb des Schabbatbezirks. Einer vor ihm liegenden Stadt.",
+ "darf nicht mehr hineingehen. In die Stadt, muss vielmehr eine Elle vor derselben Halt machen; seinen Schabbatwohnsitz hat er an dem Orte, an welchem er kurz vor Beginn des Schabbat sich befunden.",
+ "da ja die Feldmesser. משוחות — die Einzahl nach der Form יָקוֺש gebildet (participiale von משח messen); die weibliche Endung ist bei Wörtern, die ein Amt, eine Würde bezeichnen, im Hebräischen nicht selten, im Arabischen ziemlich häufig.",
+ "nicht auf’s Genaueste die Messungen ausführen. מצה im Piel (eigentlich auspressen) bedeutet ebenso wie das sinnverwandte exigere im Lateinischen (wovon das Part. exakt häufig angewendet wird): ganz genau bemessen. Besonders wird es von Flüssigkeitsmaassen gebraucht, wie ביצה III 8 מפני מיצוי המדות: um die Maasse gleichsam auszupressen, bis auf den letzten Tropfen zu leeren, damit er seinen Kunden die gekaufte Flüssigkeit so genau als möglich zumesse; ähnlich הרבינה ומיצה Terumot 11. 8.",
+ "wegen der Fehlgreifenden. Die sich im Maass vergreifen (מפני טועי המדות — Gemara). Um die Messschnur fest anzuziehen, und dadurch zu spannen, müssen die Gehilfen, das Ende derselben mit der ganzen Faust erfassen und diese so gegen ihre Brust drücken (K. 5 M. 4). dass die Schnur an beiden Enden sich bei ihren Zeigefingern umbiegt, und da die Messschnur eine Länge von 50 Ellen hat (ebend.), von denen also an jedem Ende 4 Daumenbreiten für die Faust und ½ Daumenbreite für das Umbiegen der Schnur, zusammen 9 Daumenbreiten abgerechnet werden müssen, so gehen auf diese Weise
Daumenbreiten oder 15 Ellen (1 E. = 24 D. — s. Anm. 36) verloren. Andere erklären, dass der Fehlgriff von Seiten der Ortseinwohner zu fürchten ist, welche leicht den תחום aus Versehen überschreiten würden, wenn er ganz genau bemessen wäre. Darum wird das Grenzzeichen mit Absicht von den Feldmessern ungefähr 15 Ellen zurückgerückt, um ihnen die Möglichkeit einer Rückkehr offen zu halten, wenn sie sich noch rechtzeitig erinnern sollten, dass sie das Grenzzeichen bereits hinter sich haben. — Nach Jeruschalmi gewährt R. Simon diese 15 Ellen auch dem, der mit Absicht die Grenzlinie überschritten hat [was רע׳׳ב ,ר׳ יונתן und תפארת ישראל entgangen zu sein scheint, nicht aber R. Josef Karo im בית יוסף zu או״ח 405 Anf.]."
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+ "Wie stellt man das Weichbild. מעברין: Denominativ von עיבור, womit weiter unter (M. 7) das Weichbild einer Ortschaft bezeichnet wird. Es ist streitig, ob das Wort mit ע zu schreiben und von מעובר (prägnant) abzuleiten ist, so dass עיבור eigentlich das der Ortschaft Einverleibte bedeutet, oder ob es vielmehr mit א zu sehreiben und von אבר (Glied) abzuleiten ist, so dass איבור eigentlich das der Ortschaft Angegliederte bedeutet. In beiden Fällen bezeichnet das Wort das Weichbild mit seinen letzten Ausläufern und äussersten Anhängseln.",
+ "der Ortschaften her. Welches doch festgestellt sein muss, ehe man die Ausmessung ihres Schabbatbezirkes in Angriff nimmt; man kann ja auch nicht von allen ihren Ecken und Spitzen aus die Messungen vornehmen, oder gar von all den einzelnen Häusern aus, welche die Ortschaft begrenzen! Offenbar muss doch zunächst eine möglichst gradlinige, jedenfalls aber regelmässige Figur um dieselbe gezeichnet werden, wenn die Bemessung ihrer תחומין möglich sein soll!",
+ "ein Mauervorsprung. Ein Erker, ein Balkon, ein Säulengang, eine Terrasse, Estrade, Veranda, ein vorspringendes Dach oder Stockwerk und dgl.",
+ "befinden sich daselbst. In einer Entfernung von höchstens 70⅔ Ellen.",
+ "Ruinen. 2 Mauern unter Dach, oder 3 auch ohne Dach.",
+ "Brücken. Mit einer auf wenigstens 2 Wänden ruhenden Decke.",
+ "an denen eine Wohnstube. Für den Zöllner, bez. den Hüter des Grabes.",
+ "so verlängert man das Maass ihnen entsprechend. Auf der gegenüberliegenden Seite. Es kann auch übersetzt werden: man zieht die Messschnur an ihnen vorüber.",
+ "und macht es. Das Maass; oder es ist אותה als Fürwort für ein aus ערים im Anfang der Mischna herüberzunehmendes עיר aufzufassen und demgemäss zu übersetzen: man macht sie (die Ortschaft) nach Art etc.",
+ "nach Art einer viereckigen Tafel. Also zu einem Rechtecke, und nicht blos zu einem Vierecke schlechthin (Rhombus, Rhomboid, Trapez oder Trapezoid), noch weniger zu einem Vieleck, und am wenigsten zu einer Kreislinie oder einer andern krummlinigen, wenn auch regelmässigen Figur.",
+ "damit man die Ecken gewinne. Die Differenz zwischen der Fläche des Rechtecks und der Fläche des Kreises, der Ellipse, des Vielecks, des Rhombus etc., welche in dasselbe eingeschrieben werden könnten."
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+ "Man gewährt der Ortschaft einen Vorplatz. קרפף ist in K. 2, M. 3 der Platz hinter dem Hause, auf welchem gewöhnlich das Holz aufgeschichtet wurde (Holzplatz); er durfte nur 70⅔ Ellen im Geviert haben, wenn es am Schabbat erlaubt sein sollte, in ihm hinundherzutragen (s. ebend.). Daher wird auch hier die Fläche hinter der Ortschaft, welche sich bis zu einer Entfernung von 70⅔ Ellen rings um dieselbe zieht, mit קרפף bezeichnet. Derselbe gehört noch zur Ortschaft, und erst da, wo er aufhört, beginnt ihr Schabbatbezirk nach Ansicht des R. Meïr; s. Einl. Abs. 4.",
+ "Vom Vorplatz war blos zwischen zwei Ortschaften die Rede. Deren letzte Ausläufer nicht mehr als 141⅓ Ellen von einander entfernt sind, so dass beide, wie es weiter heisst, eine Ortschaft bilden, wenn man jeder von ihnen einen קרפף von 70⅔ Ellen gewährt. Sonst aber wird ein solcher nicht gewährt; die Bemessung des תחום beginnt vielmehr unmittelbar hinter der Ortschaft.",
+ "wenn die eine siebenzig Ellen nebst dem Bruchteil. S. K. 2 Anm. 23.",
+ "und die andere siebenzig Ellen nebst dem Bruchteil. S. K. 2 Anm. 23.",
+ "dass sie wie eine sind. Dass also der תחום der einen erst hinter der andern Ortschaft beginnt."
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+ "ist. Soll heissen: wenn zwischen den zwei äusseren (welche die Basis des Dreiecks bilden) die Entfernung nur so gross ist, dass das mittlere Dorf (welches die Spitze des Dreiecks bildet) von jedem der beiden anderen nicht mehr als 141⅓ Ellen entfernt wäre, falls es zwischen ihnen in derselben Graden läge.",
+ "bewirkt das mittlere. Vorausgesetzt, dass es von keinem der beiden anderen mehr als 2000, bez. 2800 Ellen tatsächlich entfernt liegt.",
+ "dass sie wie eins sind. Soll heissen: wenn zwischen den zwei äusseren (welche die Basis des Dreiecks bilden) die Entfernung nur so gross ist, dass das mittlere Dorf (welches die Spitze des Dreiecks bildet) von jedem der beiden anderen nicht mehr als 141⅓ Ellen entfernt wäre, falls es zwischen ihnen in derselben Graden läge."
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+ "Nur durch einen Fachmann. מומחה eig. bewährt, erprobt, zuverlässig. So אתמחי גברא אתמחי קמיעא (Schabbat 61 b), der Mann hat sich bewährt, das Amulett als zuverlässig sich erwiesen. Das Verbum מחה od. מחא bedeutet schlagen. Deswegen kann man aber doch nicht mit Levy (chald. Wrtb. über d. Targ. II. 22b) למחויי גברא »Jemand zu etwas prägen, schlagen« übersetzen, ebensowenig wie man für אתמחי קמיעא das »Amulet hat angeschlagen« wiedergeben dürfte. Das Hebräische kennt weder den durchschlagenden Erfolg eines Heilmittels noch das Schlagen einer Münze, vielweniger die Prägung eines Menschen. Ich erblicke in מומחה, wenn nicht eine Übersetzung, so doch wenigstens ein Analogon des griechischen ἐντριβής; der מומחה ist demnach ein »Geriebener,« aber nicht ganz in dem etwas anrüchigen Sinne, den das deutsche Wort im Volksmunde hat, sondern in dem Sinne, welchen ihm der Grieche beilegt, der damit den Begriff des Erfahrenen und Bewanderten, des Bewährten und Erprobten verbindet. Vermuthlich schwebt ihm dabei das Bild des Prüfsteines vor; doch bezeichnet schon τρίβεσϑαι (sich an etwas reiben) die eingehende Beschäftigung mit einem Gegenstande, die zur Gewandtheit und Meisterschaft führt. Die Grundbedeutung von מחה, ist nun allerdings schlagen, stossen; aber von dieser Grundbedeutung zweigen sich mannigfache Nebenbedeutungen ab (hinanreichen, verhindern, weben, zerreiben, sich bewähren, abwischen, accreditiren, vernichten und sogar: Schüssel!), bei denen man mitunter Mühe hat einen verwandschaftlichen Zug herauszufinden. In ומחה על כתף ים כנרת (Num. 34, 11) bedeutet es: hinanreichen (eig. an Etwas stossen, im Rabbinischen: hindern, verwehren, (verkürzt aus ימחא בידיה — Dan. 4, 32 — auf die Hände schlagen), im Aramäischen: weben (vom Hinundherstossen des Weberschiffchens; vgl. das deutsche Einschlag!); ferner bedeutet es: zerschlagen, zerstossen, zerreiben, zerrühren (ממחו Schabbat 140a Z. 2 — Raschi: détremper), abreiben (ממחה משקלותיו Baba B. V, 10), abschaben (מחוי קרביו Pesachim VI, 1), abwischen (den Mund, Spr. 30, 20), wegwischen (die Tränen Jes. 25,8), daher Geschriebenes auslöschen durch Radiren, Verwischen (Num. 5, 23) oder Verreiben (der Wachstafel) und übertragen: vernichten, (entweder nach Ex. 32, 32 oder nach 2. Kön. 21, 13 oder wie das deutsche »Aufreiben«, das lat. conterere u. das gr. τρίβειν). In einer intimen Beziehung zur Schüssel tritt uns der Stamm in dem Worte תמחוי entgegen, zu dessen etymologischer Erklärung man versucht wäre auf das biblische פרור hinzuweisen, welches aber schwerlich von פרר (zerbröckeln, zerreiben), eher von פאר (arab. فَارَ kochen) abzuleiten ist; פָּרוּר wäre demnach aus פָּאֲרוּר (vgl. נַאֲפוּף) contrahirt wie וַיׇּאצֶל (Num. 11, 25) aus מׇסרֶֹת ,וַיַּאֲצֵל (Ez. 20, 37) aus מַאֲסרֶֹת Fessel und מָחָר aus מַאֲחָר Folgezeit, Zukunft, morgen, nachher—Gegensatz zu אתמול (= את פנים od. מול ;לפנים, arab. مال sich neigen, ist sinnverwandt mit פנה) vorher, ehemals, gestern. Mit grösserm Recht dürfte מחבת zum Vergleich herbeigezogen werden, dessen Stamm ebenfalls »schlagen« bedeutet (vgl. חבס ,חבט u. خبط) Da nun מחבת zum Rösten von Mehlspeisen dient, חבתים Backwerk bedeutet خبز im Arab. Brot und חביצא im Rabbinischen eine Mehlspeise bezeichnet, andererseits das rabbinische מיחא (Mehl) und vielleicht auch das bibl. קמח auf eine Wurzel מח (zerreiben, zermahlen) zurückzuführen ist, der auch unser Stammwort מחה angehört, so liegt es nicht fern, die Begriffe Pfanne und Schüssel zu dem Worte Mehl in Beziehung zu bringen, so dass תמחוי ebenso wie מחבת ein Gefäss zur Bereitung von Mehlspeisen wäre. Vgl. auch מגיס Schüssel von הגיס umrühren (arab. جش zerstückeln, mahlen, جشيش grobes Mehl), an dessen Bedeutung ja auch die von מחה anklingt. Auf dem Prüfstein reiben heisst erproben, daher אתמחי gerieben werden s. v. a. sich bewähren, מומחה erprobt, zuverlässig, Fachmann, המחה als zuverlässig und vertrauenswürdig erklären, beglaubigen, accreditiren; so z. B. למחויי גברא למחויי קמיעא — Schabbat 61b — eine Person, ein Amulet accreditiren, und im eigentlichen Sinne: המחהו אצל חנוני — Baba M. IX 12 — Jemand beim Kaufmann accreditiren. Weniger wahrscheinlich, aber immerhin denkbar ist ein Zusammenhang der Bedeutung »Accreditiren« mit ממחים (markig, kraftvoll; vgl. מוֹחַ Mark מֵחׅים Vornehme, Mächtige und arab. مخ markig sein) in Jes. 25,6, sodass מומחה fast gleichbedeutend wäre mit מוחזק, von welchem es sich nur durch eine feine Nuance unterscheidet (מומחין אע״ם שאינן מוחזקין — Chullin 3b), und המחה mit החזיק einer Person od. Sache Kraft und Autorität verleihen, sie zu Ansehen und Anerkennung bringen, sich für sie verbürgen, mit einem Worte: sie accreditiren. Sicher aber ist unser מומחה nach der auch vom Aruch vertretenen Auffassung der ältesten Erklärer, weiche in unserm מומחה eine möglichst glatte und ebene Strasse erblicken, und diese Bedeutung des Wortes sehr hinfällig an ומחה על כתף ים כנרת anlehnen, von מחה »Reiben« abzuleiten (ein abgeriebener, d. h. vielbetretener und dadurch geebneter Weg; vgl. das gr. τρίβος und das lat. via trita) Nach dieser Auffassung bezeichnet מן den Ort, von dem aus die Messungen in Angriff zu nehmen sind; diese müssen מן המומחה ausgehen und hügeliges oder holperiges Terrain möglichst vermeiden; ist aber מומחה ein Fachmann, so steht hier מן ausnahmsweise nach biblischem Sprachgebrauche (vgl. ומחזינות תבעתני Ijjob 7, 14, ולא יכרת … ממי המבול Gen. 9, 11 u. v. a. St.) für על ידי, welches im spätern Schrifttum in dieser Bedeutung fast alleinherrschend geworden ist und מן vollständig verdrängt hat. Nach ר״ת bedeutet מן המומחה in ununterbrochen geradliniger Richtung, eine Auffassung, die nicht nur sprachlich (s. ריטב״א), sondern auch sachlich (s. Anm. 32) auf Schwierigkeiten stösst.",
+ "die er erweitert hat. אף למקום שרבה, interpretirt die Gemara einschränkend. Man befolgt sogar die erweiterte Strecke. Das ל in למקום ist entweder das ל der Beziehung (man gehorcht dem Fachmann hinsichtlich der Strecke etc.) oder der von שומעין abhängige und auf leblose Dinge übertragene Dativ (man gehorcht gleichsam der erweiterten Strecke). Der Sinn ist nach Maimunis einfacher und leichtfasslicher Erklärung: Die Feststellungen des Sachverständigen sind unter allen Umständen massgebend, also nicht nur da, wo er die Schabbatgrenze näher gerückt hat [מקום שמיעט], sondern sogar da, wo er sie weiter hinausgerückt hat, als es die Bewohner der Ortschaft, sei es auf Grund eigener Messungen, sei es auf Grund einer von Alters her eingebürgerten, auf Herkommen und Überlieferung beruhenden Praxis, erwartet hatten. Es sind indessen noch andere Erklärungen dieser Stelle möglich, von denen wir die des grossen Talmuderklärers, des Kommentators ϰατ’ ἐξοχήν, nicht unterdrücken dürfen. — Wie wir in der Einleitung Abs. 4 gezeigt haben, werden alle 4 Seiten des um das Weichbild der Ortschaft beschriebenen Rechtecks nach beiden Richtungen um 2000 Ellen verlängert; es werden also, um z. B. die Nordgrenze des Schabbatbezirks festzustellen, sowohl vom östlichsten Punkte A als auch vom westlichsten Punkte B 2000 Ellen nach Norden gemessen und die freien Endpunkte C und D durch eine Gerade verbunden. Dadurch wird über die Genauigkeit der Messungen eine ebenso einfache wie zweckmässige Controlle geschaffen. Stellt sich nun heraus, dass AC und BD auf der Verbindungslinie CD nicht senkrecht stehen, diese also der Nordseite des Rechtecks nicht parallel läuft, so wird dieses offenbar auf irgend einer Ungenauigkeit beruhende Versehen nicht durch Verkürzung derjenigen Geraden berichtigt, welche mit CD einen spitzen Winkel bildet, sondern durch eine entsprechende Verlängerung ihrer Parallele, weil wir die Schuld den Gehilfen zuschreiben, welche an der einen Stelle die Schnur nicht gehörig gespannt haben mochten, wodurch die Linie, welche mit CD einen stumpfen Winkel bildet, zu kurz bemessen wurde. Und selbst wenn das Versehen dem Fachmann zuzurechnen wäre, welcher bei der Verlängerung irgend einer Seite des Rechtecks vielleicht nicht ganz genau die einzuschlagende Richtung innegehalten hat, so müsste dennoch die Frage, ob die scheinbar kürzere, oder die scheinbar längere Linie richtiger gemessen ist, zu Ungunsten jener entschieden werden, welche ja nur darum kürzer erscheint, weil sie eben auf AB nicht senkrecht steht, während die scheinbar längere Linie, sofern sie auf AB senkrecht steht, in Wahrheit die kürzeste ist, welche zwischen AB und ihrer Parallele gezogen werden kann. Liegt aber die Schuld an der ungünstigen Bodenbeschaffenheit der einen Seite, welche das Durchstechungsverfahren notwendig machte und dadurch das Ergebnis der dort ausgeführten Messungen beeinträchtigte, so ist das Ergebnis der anderen Seite, auf welcher keine oder nur geringe Hindernisse zu überwinden waren, erst recht als das genauere und daher allein massgebende anzusehen. [Unerklärlich ist, wie רא״ש ,תוספות und ריטב״א dies übersehen und in ihrer Polemik gegen Raschi die Behauptung aufstellen konnten, dass auch dem durch ungünstige Bodenverhältnisse beeinträchtigten Ergebnisse der einen Seite Rechnung zu tragen ist. Diese Behauptung ist allerdings eine Konsequenz der Auffassung von מן המומחה, welche Tosafot und Rosch dem ר״ת in den Mund legen (anders wird dessen Erklärung von ריטב״א dargestellt), befindet sich aber allem Anscheine nach im Widerspruche mit dem Talmud. Dieser sagt ja ausdrücklich, dass das Durchstechungsverfahren nur dann stattfindet, wenn sich bis zur Schabbatgrenze keine Stelle findet, an welcher über das Hindernis einfach hinweggemessen werden kann (s. Anm. 25); hier aber ist eine solche Stelle schon auf der andern Seite der Ortschaft vorhanden, wie das günstigere und unstreitig genauere Ergebnis der dort vorgenommenen Messung zeigt. Und ferner! Die Gemara interpretiert ganz allgemein und für alle Fälle: שומעין אף למקום שרבה. Wie aber, wenn auf keiner Seite erhebliche Hindernisse irgend welcher Art zu sehen sind und dennoch die Resultate differiren? Soll man auch dann dem minder günstigen Ergebnis Rechnung tragen? Aus welchem Grunde? Es ist ja wahr — die Auffassung Raschi’s, so richtig sie an sich ist, so ungeschmeidig fügt sie sich dem Rahmen der talmudischen Diskussion ein. Die Gemara hat offenbar unsere Mischnastelle anders aufgefasst als Raschi; anders auch als רא״ש ,תוספות und ריטב״א, deren Auslegung die Schwierigkeiten, wie wir gesehen haben, nicht hebt, sondern erhöht, vielleicht aber wie Maimonides, dessen Erklärung wir in unserer Übersetzung gefolgt sind.]",
+ "folgt man dem Begünstigten. ובלבד שלא ירבה יותר ממרת העיר באלכסונה fügt die Gemara auch hier einschränkend hinzu (לאחר) רבה לאחד ומעט לאחד fasst sie auf, als stünde: (אחר) רבה אחד ומעט אחד, ohne jedoch eine Textänderung vorzunehmen. Sie sagt nicht תני, ja nicht einmal הכי קתני, sondern nur הכי קאמר [vgl. ב״ק 118a Z.7 !דוק ותשכח]. Auch hier gehen die Erklärungen weit auseinander. Raschi und Maimonides meinen: Wenn ein Fachmann den Schabbatbezirk weiter ausgedehnt hat als ein anderer, so hört man auf jenen, falls der Unterschied nicht grösser ist als die Differenz zwischen der Diagonale und der Seite eines Quadrats, dessen Diagonale 2000 Ellen misst, weil in diesem Falle angenommen werden kann, dass derjenige, welcher das geringere Ergebnis erzielt hat, die 2000 Ellen nicht wie vorgeschrieben in der Verlängerung der Seiten des um die Ortschaft beschriebenen Rechtecks (s. Einl. Abs. 4) gemessen hat, sondern irrtümlicherweise in der Verlängerung seiner Diagonalen. Dass diese Deutung sich in die Worte ובלבד שלא ירבה וכר׳ nicht hineinlegen lässt, erklärt Raschi in seiner liebenswürdigen Offenheit und Bescheidenheit frei und unumwunden selbst. Doch davon abgesehen! Ist es schon an sich sehr gewagt, einem sachverständigen מומחה einen solchen Irrtum, ja einen solch unverzeihlichen Verstoss gegen eine klare Vorschrift zuzutrauen, so ist es geradezu undenkbar, dass man sich bei einer so kühnen und bedenklichen Annahme ohne Weiteres beruhigen soll, da es doch so leicht ist, durch eine Anfrage bei dem Fachmanne, der zuletzt gemessen hat — und das ist nach der Reihenfolge in der Mischna gerade derjenige, welcher das geringere Ergebnis erzielte — über diesen Punkt Gewissheit zu erlangen. Wie endlich, wenn der Unterschied beider Ergebnisse, welcher nach der dafür ersonnenen Erklärung jedesmal genau so viel betragen müsste, als die Differenz zwischen der Seite und der Diagonale des erwähnten Quadrates, kaum die Hälfte, kaum ein Drittel derselben beträgt? Wie erklärt man sich dann den Mangel an Übereinstimmung? Diese Schwierigkeiten vermeidet nur zum Teil die Erklärung des R. Chananel, nach welcher die Gemara sagen will, dass der Unterschied der Ergebnisse nicht mehr betragen darf als die Diagonale der Ortschaft; unter dieser Voraussetzung könne man annehmen, dass zur Zeit, als der erste Fachmann die Schabbatgrenzen feststellte, die Ortschaft nur wenige Häuser zählte, und zwar — um ein Beispiel anzuführen — im Südwesten, später aber sich von hier aus immer weiter nach Osten wie nach Norden ausdehnte, so dass der jetzige Nordosten ihres Weichbildes fast um die ganze Diagonale derselben von dem ehemaligen entfernt ist, weshalb der zweite Fachmann, welcher den Markstein des תחום im Nordosten um die Länge dieser Diagonale weiterrückte, vollkommen im Rechte war. Diese Annahme ist natürlich nur dann haltbar, wenn die Feststellungen des ersten Fachmannes vor undenklichen Zeiten stattgefunden haben. Ferner sind bei dieser Erklärung immer die Ergebnisse desjenigen massgebend, welcher zuletzt gemessen hat. Das ist, worauf wir schon einmal hingewiesen haben, in unserer Mischa der, welcher das geringere Ergebnis erzielt hat. Es müsste also anstatt שומעין למרבה gerade שומעין לזה שמעט heissen, oder doch wenigstens — wenn man schon auf die Gruppirung der Gegensätze kein so grosses Gewicht legen will — שומעין לאחרון , da es doch garnicht darauf ankommt, wer mehr und wer weniger Ellen erzielt hat, sondern einzig und allein darauf, wer zuerst und wer zuletzt gemessen hat. Keineswegs ist שומעין למרבה am Platze, welches so, wie es hier steht, zu den schönsten Missverständnissen, ja Missdeutungen berechtigt. Auch die einschränkende Bemerkung der Gemara ist nach dieser Auffassung nicht gut stylisirt R. Ch. stützt sich allerdings auf eine Lesart, welche das Wort באלכסונה in ואלכסונה ändert. Was damit gewonnen ist, war ich jedoch zu ergründen leider nicht im Stande. Wenn er nach der Darstellung in Tosafot und Rosch der Ansicht ist, dass der zweite Fachmann soviel hinzufügen darf, als die Ortschaft in ihrer Diagonale misst, so ist באלכסונה viel richtiger als ואלבסונה. [Eine abweichende Darstellung seiner Ansicht in חרושי הריטב״א rechtfertigt zwar die Notwendigkeit dieser Textänderung, fordert aber, da sie in einer Verquickung der Ansicht Raschis und Maimunis mit der Darstellung in תוספות und רא״ש besteht, zu all den anderen Einwendungen auch noch die gegen Raschi und Maimonides geltend gemachten sämmtlich heraus]. Dagegen scheint mir sowohl יותר als מדת überflüssig und das ungelenke ἐν διὰ δυοίν in העיר ואלכסונה schier unerträglich; es hätte ובלבד שלא ירבה מאלכסון העיר stehen müssen. Wie der Text nun einmal lautet, können die Worte ובלבד שלא ירבה יותר ממדת העיר באלכסונה kaum anders als so übersetzt werden: Nur darf er nicht (irgend eine Strecke des Schabbatbezirkes) mehr vergrössern, als das Maass der Ortschaft durch ihre Diagonale (vergrössert wird). Wie der Talmud bei seinen Zeitbestimmungen nach Tagesstunden stets an den Normaltag denkt, der genau 12 Stunden hat, so schwebt ihm auch bei seinen Maassbestimmungen in unserm Kapitel stets eine Normalortschaft vor, welche rings im Kreise von einer Mauer umgeben ist, deren Durchmesser 2000 Ellen beträgt. Das geht klar und unbestreitbar aus Erubin 56b hervor. Unter dem אלכסון העיר ist die Diagonale des diesem Kreise umschriebenen Quadrates zu verstehen. Dieselbe ist nach dem Pythagoräischen Lehrsatz (s. Einl. Abs. 4) um
Ellen grösser als der erwähnte Durchmesser. Dieser Überschuss wird an der eben angeführten Stelle, wo der durch die Quadratur erzielte Gewinn beiläufig zur Anschauung gebracht wird, wo es also auf Genauigkeit nicht ankommt, mit 800 Ellen angegeben. In Wahrheit beträgt er über 828,4271247461900 Ellen. Um diese Zahl, welche die Gemara an unserer Stelle, um nicht durch Angabe einer runden Summe wie שמנה מאות אמה irrezuführen, der hier erforderlichen Genauigkeit wegen lieber als Überschuss der Diagonale über den Durchmesser der Ortschaft umschreibt, kann das Ergebnis des einen Fachmannes von dem seines Vorgängers sich unterscheiden, ohne dass einer derselben sich eine Fahrlässigkeit oder die Verletzung einer Vorschrift zu Schulden kommen liess. Wir haben bereits in der Einl. a. O. gesagt, dass die Seiten des um das Weichbild zu beschreibenden Rechtecks dem »Weltquadrate« parallel sein sollen, dass man aber in dringenden Fällen von dieser Regel abweichen dürfe (s. ש״ות נו״ב מ״ב ס׳ נ״א). Ist z. B. eine Entfernung von mehr als 2000, aber weniger als 2828½ Ellen zwischen der Grenze einer Ortschaft und der Synagoge oder dem Lehrhause ihrer Nachbargemeinde, so darf das erwähnte Rechteck so gezeichnet werden, dass die Verlängerung seiner Diagonale mit dem Wege zusammenfällt, welcher die beiden Orte verbindet, obgleich seine Seiten dann nicht parallel sind denen des »Weltquadrats«. So gewinnt man nach dieser einen Richtung bis 828½ Ellen. Der Gewinn kann auch noch grösser sein. Haben zwei Orte z. B. die Form eines Kreises, so dürfte die Entfernung zwischen ihnen, wenn die Seiten des ihnen umschriebenen Quadrates denen des »Weltquadrats« gleichlaufen müssten, bei ungünstiger Lage nur 4141⅓ Ellen betragen (von denen je 2000 auf den תחום und je 70⅔ auf den קרפף oder עבור kommen; s. M. 2 und Einl. a. O.), um den Einwohnern ein Zusammentreffen an der gemeinsamen Schabbatgrenze zu ermöglichen. So aber messen die תחומין allein fast 5657, der קרפף je 100 Ellen ungefähr, und dazu kommen noch die halben Überschüsse der Diagonale über die Durchmesser beider Orte, welche bei der Normalortschaft je 1414¼ Ellen betragen und natürlich um so grösser sind, je grösser der Umfang der fraglichen Orte ist. Stellt das Weichbild eines Ortes eine andere, sei es regelmässige, sei es unregelmässige Figur dar, so ist auch die Grösse des Gesammtgewinnes eine andere; nur was durch eine den Ortsbedürfnissen geschickt angepasste Anordnung des erwähnten Rechtecks hinsichtlich des תחום gewonnen werden kann, das allein ist keinem Wechsel unterworfen, dieser Gewinn ist von der Figur des Weichbildes unabhängig, er beträgt immer rund 828 Ellen. Von ihm allein kann hier die Rede sein, und auf ihn bezieht sich auch nur die Einschränkung, dass er nicht grösser sein darf als die Differenz zwischen Diagonale und Durchmesser einer Normalortschaft. Der Gesammtgewinn kann allerdings grösser sein. Wie gross? — Dafür giebt es eben keine allgemein giltige Berechnung, das muss in jedem einzelnen Falle mit Hilfe des Bauplanes berechnet werden. Natürlich steht dem Gewinne an der einen Stelle ein genau ebenso grosses Deficit (welches man aber, da es sich um eine für den Verkehr minder wichtige Gegend handelt, nicht als einen Verlust bezeichnen darf) auf einer andern Stelle gegenüber; denn wie immer man das Rechteck zeichnen mag, der Flächeninhalt des Schabbatbezirks bleibt immer derselbe, und — ob da oder dort — immer bildet sich an den 4 Enden je ein Quadrat, dessen Diagonale rund 828 Ellen beträgt (Einl. a. O.). Es hat daher den Anschein, als ob unser רבה לאחד ומעט לאחד identisch wäre mit dem רבה למקום אחד ומעט למקום אחר des vorhergehenden Satzes (היינו הך! Gemara). Es wurde ja dem תחום nur das wiedergegeben, was ihm an anderer Stelle abgenommen wurde, und es gilt folglich auch hier: שומעין אף למקום שרבה! Erwägt man aber, dass sämmtliche Bewohner einer Ortschaft, mögen sie wohnen, in welcher Gegend sie wollen, einen und denselben Schabbatbezirk haben (נו״ב a. O.), so kann רבה לאחד ומעט לאחד unmöglich bedeuten, dass er dem Einen zugelegt und dem Andern abgenommen hat; denn was er da zugelegt hat, wurde Allen zugelegt, was er dort abgenommen hat, Allen abgenommen. Es handelt sich hier vielmehr um eine und dieselbe Strecke, welche er dem Einen, in dessen Aufträge er die Messungen vornahm, erweitert, dem Andern aber, der ihn später aufs Neue mit der Vermessung betraute, verkürzt hat. Während also im vorhergehenden Satze sich eine Differenz an zwei verschiedenenen Stellen im Verlaufe einer und derselben Messung herausstellte, ist hier die Rede von einer Differenz, welche zwei verschiedene, zeitlich von einander getrennte Messungen hinsichtlich einer und derselben Strecke ergaben. [Vielleicht ist gar das ל in לאחד temporal wie in לערב (Gen. 49, 27), לעת ערב (das. 8, 11), ,לעתיד לשעבר und öfter, so dass לאחד — לאחד »das eine Mal — das andere Mal« zu übersetzen wäre. Vgl. ואתם תלקטו לאחד אחד in Jes. 27,12, wo לאחד אחד so viel als אחד אחד »einzelweise« bedeutet, eig. das eine Mal Einer; der st. constr. von לאחד erklärt sich hiernach wie der von מאת in Koh. 8,12.] Es ist natürlich gleichgültig, ob die zwei Messungen mit ihren widersprechenden Ergebnissen von demselben Fachmanne oder von zwei verschiedenen Fachmännern ausgeführt wurden, und die Mischna hätte eben so gut sagen können: .רבה אחד ומעט אחד. Es käme auf dasselbe heraus. Mit Absicht aber kleidet sie diesen Gedanken in den scheinbar weniger adäquaten Ausdruck רבה לאחד ומעט לאחד, um zu zeigen, dass selbst dann, wenn derselbe Fachmann bei einer neuen Vermessung ein geringeres Ergebnis auf einer Strecke erzielt hat, dennoch das frühere, günstigere Ergebnis nicht als widerrufen und durch das spätere berichtigt anzusehen ist, vielmehr auch fernerhin als vollkommen zuverlässig und zu Recht bestehend gelten darf. Wenn also, um bei dem angeführten Beispiel zu bleiben, den Bewohnern zweier Ortschaften, welche sich bisher am Schabbat gegenseitig besuchen durften, durch das Ergebnis der neuen Vermessung dieser Verkehr unmöglich gemacht würde, so brauchen sie sich nicht daran zu kehren, können sich vielmehr nach wie vor an das frühere Ergebnis halten; und selbst wenn der Fachmann auf Befragen erklärt, er habe ganz genau gemessen und sich in allen Punkten streng an die Vorschrift gehalten, so können sie ihren Verkehr dennoch — oder richtiger: gerade deswegen — aufrecht erhalten. Liegt doch in dieser Erklärung die Lösung des Widerspruchs beider Ergebnisse. Diesmal wurden streng nach Vorschrift die Seiten des um die Ortschaft zu beschreibenden Rechtecks, das erste Mal aber aus statthaften Opportunitätsgründen, wenn auch gegen die Regel, dessen Diagonale den Seiten des Weltquadrats parallel gezogen. Nur darf, wie der Talmud einschränkend hinzufügt, das zweite Ergebnis nicht hinter dem ersten um 828½ Ellen zurückbleiben. Ist das der Fall, so hat das שומעין למרבה nicht mehr unbedingte Geltung. Es muss dann erst mit Hilfe des Bauplanes nach den oben dargelegten Gesichtspunkten eine ausreichende und befriedigende Erklärung für den grossern Überschuss gesucht werden, und findet man eine solche nicht, so muss eine neue Vermessung angeordnet oder das günstigere Ergebnis preisgegeben werden. Beträgt aber die Differenz nicht mehr als 828 Ellen, dann bedarf es keines Forschens, keines Fragens, keiner Prüfung des Bauplanes — dann gilt ohne Weiteres שומעין למרבה. Denn die Verschiedenheit der Resultate erklärt sich dann so einfach wie möglich durch die verschiedene Anordnung des oft erwähnten Rechtecks, welches das eine Mal vorschriftsmässiger der Lage des »Weltquadrats«, das andere Mal mehr den localen Bedürfnissen angepasst wurde; die Frage aber, ob nicht in der Zwischenzeit die Ortschaft sich verkleinert habe, braucht — wenn sie sich nicht von selbst bejaht — nicht ernstlich in Erwägung gezogen zu werden, da eine Abnahme der Häuserzähl nur äusserst selten eintritt. Deshalb kann man ohne Bedenken dem Begünstigten folgen. (כך נראה לע״ד פירוש שמועה זו ואע״פ שאיני ברי לחלוק הנראה לע״ד כתבתי )",
+ "sondern um zu erleichtern. Kann verschieden aufgefasst werden. Zunächst kann man את הדבר auf den letzten Satz beziehen: die dort genannten Personen sind nur beglaubt, wenn sie erleichtern, also durch ihr Zeugnis die Schabbatgrenze weiter hinausrücken, nicht aber, wenn sie den Schabbatbezirk einschränken wollen. Dann müsste es aber ולא statt שלא heissen. Ferner kann man את הדבר auf die Vorschriften vom תחום überhaupt beziehen, welche rabbinischen Ursprungs sind: Die Weisen haben dieselben angeordnet mit der Maassgabe, in allen zweifelhaften Fällen nicht in erschwerendem, sondern in erleichterndem Sinne zu entscheiden; deshalb sind die genannten Personen beglaubt. Dann sollte es aber heissen; שלא אמרו חכמים להחמיר בדבר אלא להקל. Endlich kann man את הדבר auf den ersten Satz beziehen, welcher sich schon durch das klassische מן an Stelle des später gebräuchlichen על ידי als altern Bestandteil der Mischna documentirt: Die genanten Personen sind beglaubt, weil die Weisen ihre Anordnung, dass man die Messungen nur von einem Fachmann ausführen lasse, nicht getroffen haben um zu erschweren und etwa das Verlassen der Ortschaft am Schabbat zu untersagen, solange nicht durch einen sachkundigen Feldmesser die Grenze festgestellt ist, bis zu welcher man sich entfernen darf; es ist vielmehr gestattet, sich hinsichtlich der Strecke, die man am Schabbat gehen darf, auf die Aussage sonst unglaubwürdiger Personen ebenso zu verlassen, wie auf die eigene ungefähre Schätzung. Jene Anordnung bezweckt ausschliesslich eine Erleichterung des Verkehrs. Wenn man seinem Augenmaasse oder dem Zeugnis jener Personen oder selbst der örtlichen Ueberlieferung nicht trauen mag, weil man glaubt, dass genaue Messungen einen grössern Flächeninhalt oder wenigstens eine günstigere Lage des Schabbatbezirks ergeben müssten, so lasse man die Messungen durch einen Fachmann ausführen, denn nur ein solcher ist befugt, den תחום zu erweitern. Diese Auffassung ist wohl die richtige. Sie wird unterstützt durch die Anm. des Jeruschalmi: ההדיוט שרבה אין שומעין לו."
+ ],
+ [
+ "kann man ganz in den ‘Erub hineinziehen. In die Verschmelzung der Höfe und Strassen zu einer einzigen רשות היחיד (Einl. Abs. 1). Dieser plötzliche Übergang von der Verschmelzung der Schabbatbezirke, von welcher die letzten Kapitel handelten, und von welcher bald wieder die Rede sein wird, ist recht auffallend. Den Schlüssel zu diesem Rätsel gibt uns die Tosefta an die Hand. Die Tosefta ist bekanntlich eine Baraitasammlung, d. i. eine Sammlung solcher Halachot, welche von der Aufnahme in die Mischna ausgeschlossen wurden. Dort heisst es gegen Anfang des 5. Kapitels: Einer öffentlichen Ortschaft, welche verödet ist, sich aber Mauerreste von 10 Handbreiten Höbe erhalten hat, gewährt man, obgleich die Form der Eingänge (eine Oberschwelle über 2 Pfosten) nirgends zu erkennen ist, dennoch ein Weichbild (עבור Einl. Abs. 4) wie jeder anderen Ortschaft (statt כעין ist כעיר zu lesen). Daran knüpft sich in unmittelbarem Anschluss eine mit unserer Mischna verwandte und dieselbe ergänzende Bestimmung über עיר של יחיד ונעשית של רבים Es ist nun anzunehmen, dass in der Mischnasammlung des R. Meïr jene Toseftastelle (עיר של רבים שחרבה ונשתיירו בה גדודיות גבוהות עשרה טפחים אף על פי שאין צורות פתחים נכרים הרי זו מתעברת להיות כעיר) noch gestanden hat, an welche sich dann unsere Mischna anschloss. Das Bindeglied bildet die Unterscheidung zwischen עיר של יחיד und עיר של רבים. Zwar meint der Verfasser des מנחת בכורים, dass in der angeführten Toseftastelle עיר של רבים nicht buchstäblich zu nehmen ist; doch ist zu einer solchen Annahme keinerlei Grund vorhanden. Ein קרפף wird selbst nach R. Meïr (M. 2.) nur einer Ortschaft gewährt, nicht aber einem einzelnen Hause. War daher die verödete Ortschaft nur Privateigentum, so hat sie jetzt, wo sie in Trümmern liegt, doch höchstens den Charakter eines einzelnen Hauses. War sie aber ehemals öffentliches Eigentum, so behält sie den Charakter einer Ortschaft so lange, als noch Mauerreste von 10 Handbreiten Höhe vorhanden sind. Sie hat somit auch jetzt noch auf einen קרפף Anspruch. Wenigstens nach R. Meïr, welcher dieses Anrecht einer jeden Ortschaft zuerkennt. Nun hat aber R. Juda han-Nasi, als er die Mischnasammlung abschloss, der Meinung des R. Meïr die abweichende Ansicht Anderer gegenübergestellt, welche einer einzelnen Ortschaft, und wäre sie auch Gemeindeeigentum und noch so bevölkert, dieses Anrecht ganz und gar absprechen. Und da er diese Anderen unter der Bezeichnung חכמים einführt, so Teilt er offenbar ihre Meinung. Er musste mithin die Stelle über עיר של רבים שחרבה wegen ihrer Schlussworte (s. Anm. 42) aus seiner Sammlung ausschliessen, und so blieb denn unsere Mischna allein zurück, verwaist und vereinsamt, ihres Anhanges beraubt — ein Fremdling in dieser Umgebung. (s. auch Anm. 46)",
+ "nicht in ihrer Gesammtheit in den ‘Erub hineinziehen. Weil man sonst im Laufe der Jahre leicht vergessen könnte, dass man alles das, was nicht zur Kleidung gehört, nur in Folge des ‘Erub aus den Häusern in die Höfe und Strassen und aus diesen in die Häuser tragen darf, dass dies aber, wenn der ‘Erub unwirksam geworden oder wo überhaupt kein solcher existirt, unstatthaft ist.",
+ "dass man ausserhalb derselben eine Ortschaft herstellt. Der Gegensatz wäre: אלא עושין חוצה לה. Das könnte jedoch so aufgefasst werden, als müsste ein Teil der Ortschaft selbst vom ‘Erub ausgeschlossen bleiben. Die Mischna will aber sagen, dass man sie auch in ihrer Gesammtheit in den ‘Erub hineinziehen kann, wenn man will. Es genügt, wenn man ausserhalb derselben eine kleine, wenn auch selbstständige Ortschaft errichtet, welche an dem ‘Erub nicht Teil nimmt. Tatsächlich war Chadascha eine solche Ortschaft, welche den sogenannten שיור für die grosse Nachbargemeinde bildete.",
+ "wo fünfzig Einwohner. Männer, Frauen und Kinder."
+ ],
+ [
+ "wenn er. Bei Anbruch des Schabbat.",
+ "zu seinem ‘Erub aber verboten. Wenn dieser nicht im Schabbatbezirke seines Hauses liegt.",
+ "nach seinem Hause verboten. Wenn dieses nicht im Schabbatbezirke seines ‘Erub liegt.",
+ "Wer seinen ‘Erub im Weichbild. Unter עבור ist nach R. Meïr in M. 2 der קרפף zu verstehen; nach den חכמים daselbst bezeichnet עבור nur die in M. 1 aufgezählten und ähnliche Baulichkeiten in der Nähe einer Ortschaft. |Hier stösst also die im מגיד משנה (Hil. Sabb. 28,1) aufgestellte Behauptung, dass nach allgemeinem Sprachgebrauche עבור mit קרפף identisch ist, auf erhebliche Schwierigkeiten. Und wenn wir dennoch beide Begriffe selbst in der oben, Anm 35, besprochenen Toseftastelle identificirten, wo wir uns nicht mit der zur Norm erhobenen Ansicht des R. Meïr decken konnten, so geschah es nur im Hinblick auf den sonst überflüssigen Zusatz להיות כעיר.]",
+ "hat nichts getan. Das Weichbild ist ja ein integrirender Bestandteil der Ortschaft, der eigentliche Schabbatbezirk beginnt erst jenseits desselben, ein ‘Erub an dieser Stelle hat also gar keinen Sinn. Unter ‘Erub ist natürlich auch hier die ‘Erubspeise zu verstehen; s. K. III, Anm. 21. Der Zusammenhang mit dem vorhergehenden Satze ergibt sich aus der uns in ihm entgegentretenden Bestimmmung, dass der ‘Erub keine Wirkung hat, welchen jemand für mich an einer Stelle niederlegt, von der ich bei Anbruch der Abenddämmerung mehr als 2000 Ellen entfernt bin, dass also — wenn wir diese Bestimmung verallgemeinern — der ‘Erub in dem Augenblicke, in welchem er in Wirkung treten soll, auch erreichbar sein muss, und mithin ungiltig ist, wenn er ausserhalb des תחום unseres Wohnortes sich befindet. Dazu bildet nun unser Satz das Gegenstück. Dieser ‘Erub, welcher im Weichbilde der Ortschaft niedergelegt wurde, ist ebenso wirkungslos als jener, welcher jenseits ihrer Schabbatgrenze niedergelegt wurde; gültig ist nur der, welcher ausserhalb des Weichbildes, aber innerhalb des Schabbatbezirkes liegt, wovon der folgende Satz handelt.",
+ "hat er ihn aber auch nur eine Elle ausserhalb des Bezirkes. תחום ist hier ausnahmsweise nicht der Schabbatbezirk. תחומא, syr. ܬܚܽܘܡܳܐ ist nämlich die aram. Uebersetzung des hebr. גבול und bedeutet wie dieses schlechthin sowohl Grenze als Gebiet. Im rabbinischen Schriftthum bezeichnet das Wort allerdings vorzugsweise, ja fast ausschliesslich die Sabbatgrenze oder den Sabbatbezirk. Dennoch ist dieser Ausdruck hier gewählt, um anzudeuten, dass es nicht genügt, wenn der ‘Erub ausserhalb des Weichbildes liegt; derselbe muss vielmehr ganz ausserhalb des mit Rücksicht auf die Feststellung der Sabbatgreuze zu beschreibenden Rechtecks (Einl. Abs. 4) niedergelegt werden. Dieses um das Weichbild gezeichnete und das Gebiet der Ortschaft erweiternde Rechteck heisst der Ortsbezirk und wird hier תחום genannt, weil es der Figur des Sabbatbezirks vollkommen ähnlich ist und genau in dessen Mitte so liegt, dass seine Seiten den Sabbatgrenzen parallel laufen, während das Weichbild (עבור) eine meist unregelmässige Figur darstellt (Einl. das.), deren Mitelpunkt nur selten mit dem des Sabbatbezirkes zusammenfällt.",
+ "was er gewinnt. Mit anderen Worten: Sein ‘Erub tritt in Kraft. Wo dieser sich befindet, dort ist sein Sabbatwohnsitz, dort der Mittelpunkt seines Sabbatbezirkes; von hier aus darf er nach jeder der vier Himmelsrichtungen 2000 Ellen weit gehen. Ausserdem gewährt man ihm eine Fläche von 4 Ellen im Geviert als Sabbatwohnsitz (מקום השביתה), so dass sein Sabbatbezirk, genau genommen, eine Fläche von 4004 Ellen im Geviert darstellt. Liegt innerhalb desselben eine Ortschaft, so wird ihm der Weg durch dieselbe [s. ש״ות נו״ב מ״ב ס׳ ג׳] nur für 4 Ellen angerechnet. Misst also sein »Ortsbezirk« z. B. 1000 Ellen in der Richtung von Ost nach West, so dass er in dieser Richtung im Ganzen 5000 Ellen gehen dürfte, und hat er seinen ‘Erub im Osten desselben, und zwar in einer Entfernung von 1004 Ellen niedergelegt, so darf er sich nach dieser Himmelsrichtung 3004, nach Westen aber nur 996 Ellen [nach ר׳ יונתן הכהן 1000 Ellen. Der Weg durch die Ortschaft, meint er, wird ihm nicht einmal für 4 Ellen angerechnet. Dann wäre aber מה שנשכר הוא מפסיד doch nicht buchstäblich zu nehmen, und die Gemara könnte wieder fragen: הא מפסיד אותה אמה ומשתכר ארבע אמות! S. auch Tosafot z. St. s. v. כאן] von seinem Wohnorte entfernen. Die ihm gestattete Strecke misst daher einschliesslich des Weges durch den Ortsbezirk nach wie vor 5000 Ellen. Die 1004 Ellen, die er im Osten gewinnnt, büsst er im Westen wieder ein. Gewinn und Verlust betragen stets genau so viel, als die Entfernung des ‘Erub vom Wohnorte, und heben einander auf, sofern nur die Ortschaft wie im angeführten Beispiele vollständig im Sabbatbezirk des ‘Erub liegt. Ist dies nicht der Fall, so ist der Verlust um die ganze Länge, bez. Breite des Ortsbezirkes grösser als der Gewinn, weil dann der Weg durch die Ortschaft nicht mit 4, sondern mit der vollen Zahl seiner Ellen in Anrechnung gebracht wird. Liegt z. B. sein ‘Erub auch nur 1 Elle jenseits der Ostgrenze des Ortsbezirkes und ist diese von dem letzten Hause des Westendes [אין אומרין עכור להחמיר] auch nur 2003 Ellen entfernt, so darf er sich nach Osten zwar 2001 Elle. nach Westen aber auch nicht einen Schritt von seinem Wohnorte entfernen. Noch mehr! Er darf nicht einmal die Ortschaft zu Ende gehen, sondern nur so weit, als die Sabbatgrenze seines מקום השביתה sich nach Westen hin erstreckt, also nur bis zum letzten Hause. Und wenn in diesem seine eigene Wohnung sich befindet, so darf er nicht einmal zu den Seinigen mehr am Sabbat zurückkehren. Während er früher durch die ganze Länge bez. Breite des Ortsbezirkes und ausserdem noch je 2000 Ellen nach Osten wie nach Westen gehen durfte, sind ihm jetzt nach beiden Richtungen zusammen nicht mehr als 4004 Ellen gestattet; er gewinnt somit durch seinen ‘Erub nur eine Elle im Osten, verliert dagegen im Westen dadurch, dass ihm der Weg durch die Ortschaft in Anrechnung gebracht wird, fast so viel (nur 3 Ellen weniger), als die Entfernung zwischen der Ost- und der Westgrenze des Ortsbezirks beträgt. [ משתכר אותה אמה ומפסיד את כל העיר כולה שמדת העיר עולה לו במרת התחום. Man hüte sich, diesem Satze, welcher für das gewählte Beispiel allerdings zutreffend ist, eine allgemeinere Wendung zu geben, als ob unter allen Umständen dem Gewinne, welcher der Entfernung des ‘Erub von der Ortsgrenze gleichkommt, kein grösserer Verlust gegenüberstünde, als der Weg durch die Ortschaft. Das wäre ein Irrthum. Liegt der ‘Erub z. B 1000 Ellen von der Ortsgrenze entfernt, so gewinnt man in der einen Richtung höchstens 1004 Ellen, verliert aber in der entgegengesetzten Richtung nicht nur soviel Ellen, als die Länge, bez. Breite des Ortsbezirkes misst, sondern ausserdem noch 1000 Ellen. Als allgemeine Regel müsste der Satz so lauten, wie wir ihn oben in gesperrter Schrift formulirt haben, hebräisch etwa: הפסדו יותר על שכרו כמדת כל העיר כולה. In dieser Fassung gilt der Satz auch vom Verhältnis des Verlustes zum Gewinne hinsichtlich des Flächenraumes. Hat der Ortsbezirk z. B. 5000 Ellen im Geviert, und liegt der ‘Erub so, dass sein Sabbatbezirk sich nach keiner Himmelsrichtung über die letzten Häuser der Ortschaft hinaus erstreckt, so misst der Sabbatbezirk des Wohnortes 9000 Ellen im Geviert, der des ‘Erub dagegen nur 4004; es beziffert sich also der reine Verlust auf 4996 Ellen im Geviert, d. i. כמדת כל העיר כולה nahezu der Flächenraum der ganzen Ortschaft. — So nach Maimonides, R. Ascher und Karo. Nach anderen Autoritäten ist ihm auch dann, wenn das Ende seines Wohnortes mehr als 2004 Ellen von seinem ‘Erub entfernt ist, der Weg durch die ganze Ortschaft gestattet; er büsst also nur die 2000 Ellen ein, welche er sonet noch über die Ortsgrenze hinaus gehen durfte. Demnach hätte aber die oben angeführte Baraita nicht sagen sollen: ומפסיד את כל העיר, sondern: משתכר אותה אמה ומפסיד אלפים. Was dagegen im Bet Josef (I, 408), welcher zu den Vertretern dieser Ansicht auf Grund einer in einem andern Werke gefundenen Notiz auch Raschi zählt (merkwürdigerweise ohne die Stelle in Raschi selbst nachzuweisen; sie findet sich in ‘Erubin 38b u. d. W. מערב אדם שני ערובין), gegen diese Lehrmeinung angeführt wird, ist bereits in den Tosafot z. St. s. v. אין אלו widerlegt, aus denen klar hervorgeht, dass in dem Satze היה מודד ובא וכלתה מדת בחצי העיר אין לו אלא חצי העיר die Auffassung אפילו לן בה, welche sich vermuthlich darauf stützt, dass es nicht היה מודד והולך heisst, keineswegs auf festem Grunde ruht. Andererseits kann auch die Stelle in ‘Erubin 73a, durch welche die Tosafot diese Ansicht stützen wollen, gegen die Gegner derselben nicht als Einwand geltend gemacht werden, da zu den Worten והרי נותן ערובו בסוף אלפים ohne Bedenken מביתו ebeneo gut als מעירו ergänzt werden kann. Ueberdies steht in unseren Ausgaben בתוך אלפים und nicht בסוף אלפים. S. auch Anm. 47.]"
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+ "Wieso. Eine Antwort wird auf diese Frage nicht gegeben, deren Auffindung vielmehr dem Nachdenken des Lesers überlassen. Die Mischna ist kein ausführliches Lehrbuch, sondern ein kurzgefasstes Compendium, gewissermassen ein Leitfaden, den der Lehrer bei seinem Vortrage benutzen und im lebendigen Gedankenaustausch (Gemara) seinen Schülern erklären soll. Nach dem, was wir in der vorigen Anm. gesagt haben, ist die Antwort leicht zu finden. Da der Flächenraum einer Ortschaft, welche ganz innerhalb unseres ‘Erub liegt, nur für 4 Ellen im Geviert angerechnet wird, so dürfen die Bewohner der grossen Ortschaft die kleinere ganz durchwandern, wenn das entferntere Ende der letztern nicht mehr als 2000—2828 Ellen (s. Anm. 33) von der ihr zu nächstliegenden Ortsgrenze der erstern absteht; nicht aber dürfen die Bewohner der kleinern Ortschaft bis zum Ende der grössern gehen, sondern nur so weit, als ihr Schabbatbezirk in dieselbe hineinreicht. Von der Voraussetzung, dass die kleinere Ortschaft vollständig im תחום der grössern liegt, steht freilich in der Mischna kein Wort, und man könnte einwenden, dass somit die Hauptsache fehlt. Vielleicht aber schloss sich unsere Mischna in einer der älteren Sammlungen unmittelbar an M. 6 an, in der die Schlussworte von שיש bis בתים, welche eine Meinungsverschiedenheit jüngerer Lehrer über עיר חדשה enthalten, einer spätern Mischnaredaction angehören können. Wir haben bereits erwähnt (Anm. 37), dass die winzige Ortschaft Chadascha in der Nähe einer grossen Ortschaft lag; vermuthlich war sie mehr als 141⅓ Ellen (s. M. 2) von derselben entfernt. An die Bestimmung, dass ein öffentliches Gemeinwesen nur dann vollständig in den ‘Erub hineingezogen werden darf, wenn sich in der Nähe eine Ortschaft wie Chadascha befindet, knüpft nun die Mischna die Bemerkung, dass die Bewohner der grossen wohl die kleine, nicht aber die Bewohner dieser Ortschaft jene ganz durchwandern dürfen. Somit löst sich auch die Schwierigkeit, wie M. 6 überhaupt in diesen Zusammenhang gehört. M 7 mochte bei einer spätern Redaction eingeschoben worden sein, nicht so sehr wegen der äussern Aehnlichkeit, welche zwischen dem ersten Teil der 7. und dem zweiten der 8. Mischna hinsichtlich des Satzbaues besteht, als vielmehr wegen der innern Zusammengehörigkeit dieser Halachot, deren Gedankengang wir kurz wiederholen wollen: 1. Ein ‘Erub ausserhalb des תחום ist wirkungslos. 2. Desgleichen ein ‘Erub innerhalb des Ortsbezirks. 3. Liegt er ausserhalb des Ortsbezirks, doch innerhalb seiner Schabbatgrenzen, so halten Gewinn und Verlust einander die Wage, sofern er auf freiem Felde und so liegt, dass die Ortschaft in ihrer Gesammtheit zu seinem Schabbatbezirke gehört. 4. Ist letzteres nicht der Fall, so ist der Verlust grösser, denn אין אנשי עיר קטנה מהלכין את כל עיר גדולה. 5. Liegt er nicht auf freiem Felde, sondern in einer Stadt, so ist der Gewinn grösser, da es in diesem Falle erlaubt ist, durch den ganzen Wohnort, durch die ganze Stadt des Schabbatwohnsitzes und ausserdem noch 4000 Ellen in einer Richtung zu gehen. Wenn es daher ad. 1 hiess, ein ‘Erub ausserhalb des תחום habe keine Wirkung, so gilt dies nicht von תחום ביתו, sondern nur von תחום עירו (s. d. folg. Anm). So knüpft Satz 5 wieder an den 1. Satz an. — Jeruschalmi streicht übrigens das Wort כיצד, während Babli eine Ansicht überliefert, welche ואנשי statt ואין אנשי liesst, so dass das beibehaltene כיצד die Erklärung zu unserm Satze einführt.",
+ "kann sie ganz durch und über sie hinaus noch zweitausend Ellen gehen. Die Mischna scheint hier an Wortreichtum zu leiden. Ist auch בעיר קטנה und גדולה בעיר aus stylistischen Rücksichten durch die Concinnität mit dem vorigen Satze zu erklären, so scheint doch מי שהיה בעיר גדולה und מי שהיה בעיר קטנה überflüssig. Es hätte doch einfach heissen können: Wer seinen ‘Erub in eine Ortschaft legt, und wäre sie noch so gross, darf durch den ganzen Ortsbezirk und ausserdem noch 2000 Ellen nah jeder Richtung gehen (הנותן ערובו בעיר בין קטנה בין גדולה מהלך וכו׳). Die Mischna will jedoch andeuten, dass wir nicht nötig haben, am Orte des ‘Erub die Schabbatnacht zuzubringen, dass es vielmehr gestattet ist, in unserm Wohnorte zu übernachten und am folgenden Tage uns zum ‘Erub zu begeben, obgleich dessen Schabbatbezirk nur bis zur Ortsgrenze, nicht aber bis zu unserm Wohnhause sich erstreckt. Wir haben oben (Anm. 45) auseinandergesetzt, dass derjenige, welcher seinen ‘Erub auch, nur eine Elle ausserhalb des Ortsbezirkes niedergelegt hat, am Schabbat nicht mehr in seine Wohnung zurückkehren darf, wenn diese 2004 Ellen vom ‘Erub entfernt ist. Man könnte nun glauben, dass er in diesem Falle ebensowenig von seiner Wohnung zu seinem ‘Erub sich begeben darf, dass er mithin gezwungen wäre, ausserhalb des Hauses zu übernachten. Um diesem Irrtum zu begegnen, sagt die Mischna: Wer in einer noch so grossen Stadt zu Hause ist und seinen ‘Erub innerhalb ihres Schabbatbezirkes niedergelegt hat, darf am Schabbat bis zu seinem ‘Erub gehen und jenseits desselben noch 2000 Ellen, gleichviel ob er an diesem oder an jenem Ende der Stadt wohnt, und betrüge auch der Weg von seinem Hause bis zum ‘Erub Zehntausende von Ellen. Andererseits darf derjenige, welcher seinen ‘Erub in eine noch so grosse Stadt legte, obgleich er die Nacht in seinem Wohnorte zugebracht hat, dennoch am folgenden Tage die grosse Stadt ganz durchwandern und ausserhalb derselben noch 2000 Ellen weit gehen, gleichviel ob der ‘Erub an dem einen oder dem anderen Ende der Stadt liegt, und betrüge auch die Entfernung seines ‘Erub von der Grenze seines Ortsbezirkes Zehntausende von Ellen, sofern nur die beiden Orte nicht mehr als 2000 Ellen von einander entfernt sind; denn es wird ihm sein Schabbatwohnsitz — er mag so gross sein, wie er will — für nicht mehr als 4 Ellen angerechnet. [Ist unsere Auffassung richtig, so ist diese Mischna eine kräftige Stütze für die Ansicht, welche vom מגן אברהם in ר״ס ת״ח mit nicht sehr glücklichen Waffen verfochten wird. Selbst nach Maimonides und Karo (s. Anm. 45), behauptet der Verfasser, darf der ‘Erub, sofern er nur im תחום des Ortsbezirkes liegt, vom Wohnhause auch mehr als 2000 Ellen entfernt sein; allerdings könne man dann am Schabbat nicht mehr in sein Haus zurückkehren, wohl aber von seinem Hause zum ‘Erub sich begeben. Der Hinweg wäre also gestattet, der Rückweg verboten. Seine Stützen sind Maimonides und Raschi. Jener begründet den Satz המניח ערובו חוץ לתחום אינו ערוב durch die Worte מפני שאינו יכול להגיע אל ערובו, und daraus schliesst der Vf., dass unter תחום der Schabbatbezirk der Ortschaft zu verstehen ist; denn wäre der תחום des Wohnhauses gemeint, könnte man ja sehr wohl zum ‘Erub gelangen, trotzdem er חוץ לתחום ist, solange er nicht חוץ לתחום העיר liegt. Bei dieser Schlussfolgerung wird aber das erst zu Beweisende schon als bewiesen vorausgesetzt. Angenommen, der Hinweg wäre ebenso verboten wie der Rückweg, so dürfte der Besitzer des ‘Erub sich nur darum zu ihm hinbegeben, weil er ungiltig ist, והדי הוא כשאר בני העיר; träte der ‘Erub aber in Kraft, so könnte er ihn in der Tat von seiner Wohnung aus nicht erreichen, weil dieselbe mehr als 2000 Ellen von ihm entfernt ist (vgl. IV 11). Mit Recht sagt daher Maimonides auch dann, wenn תחום ביתו unter תחום zu verstehen ist: Ein ‘Erub ausserhalb des תחום ist kein ‘Erub, weil man (wenn er es wäre) nicht zu ihm gelangen könnte. Diese Beweisführung dreht sich also in einem fehlerhaften Zirkel und es bleibt somit nur noch der Beweis aus den Worten Raschi’s: כל היכא דקנה שביתה אי בביתו אי בערובו לא מצי למיזל ולמשקליה Also selbst wenn sein Schabbatwohnsitz in seinem Wohnorte wäre, könnte er zu seinem חוץ לתחום liegenden ‘Erub nicht gelangen! Daraus geht freilich klar hervor, dass nach Raschi’s Auffassung תחום עירו und nicht תחום ביתו in der Mischna III, 4 gemeint sei. Raschi ist aber, wie wir in Anm. 45 nachgewiesen haben, der Meinung, dass sogar der Rückweg gestattet ist; kein Wunder also, wenn er einen ‘Erub תוך תחום העיר חוץ לתחום ביתו anerkennt. Damit ist noch nicht bewiesen, dass auch diejenigen ihn anerkennen und den Hinweg gestatten, welche wie Maimonides und Karo den Rückweg für unstatthaft halten. Aus Tosafot ‘Erubin 60b u. d. W. אין אלו könnte man sogar schliessen, dass die vom מגן אברהם bekämpfte Ansicht des עולת שבת die richtige, und tatsächlich zwischen Hin- und Rückweg kein Unterschied ist. Sonst könnte der Satz והרי נותן ערובו בסוף אלפים וקאתי וביית בביתיה nicht als Beweis angeführt werden für die Behauptung: אפי׳ כלתה מדתו בחצי העיר בלן בה נחשבת לו כד׳ אמות להלך את כולה. Von jener Talmudstelle ist doch höchstens zu schliessen, dass der Hinweg gestattet ist! Der Ausdruck וקאתי darf uns daran nicht irre machen und den Glauben erwecken, als handelte es sich um einen מערב ברגליו im Sinne der M. IV 9. Ein solcher dürfte selbst nach Tosafot nicht nach Hause zurückkehren, denn nur בלן בה ist der Rückweg gestattet. Und wollten wir uns auch durch eine liberalere Auslegung des לן בה über dieses Bedenken leichtfüssig hinwegsetzen, wollten wir diesem Begriffe die weiteste Ausdehnung geben, indem wir ihn geradezu mit dem des Wohnortes identificiren, mit אם יש הימנו ולביתו aber in M. 7 uns ir gendwie abfin den, — unsere Erklärungsversuche würden an נותן ערובו scheitern. Diese Bezeichnung findet Anwendung auf den מערב בפת, nicht aber auf den מערב ברגליו. Offenbar ist mit וקאתי die Rückkehr am Freitag gemeint. Von einer Rückkehr nach Anbruch des Schabbat ist hier nicht die Rede, und dennoch schliessen die Tosafot aus dieser Stelle, dass sie erlaubt ist. Es ist also klar, dass sie zwischen Hin- und Rückweg keinen Unterschied anerkennen; nach ihnen ist entweder beides erlaubt, oder beides verboten. Dagegen findet diese Unterscheidung eine Stütze im Tur I, 408. Gegen die Ansicht Maimuni’s, dass demjenigen, der seinen Schabbatwohnsitz durch ‘Erub verlegt hat, nicht einmal in seinem Wohnorte oder der Ortschaft, in der er übernachtete, über den תחום seines ‘Erub hinaus zu gehen gestattet ist, macht R. Jakob daselbst geltend: Demnach wäre der Bewohner einer grossen Stadt durch seinen ‘Erub verhindert, nach Hause zurückzukehren? Er erhebt aber nicht den noch viel schärfern und schlagendern Einwand: Demnach könnte der Bewohner einer grossen Stadt überhaupt keinen ‘Erub machen? Ohne Zweifel ist er der Meinung, dass selbst nach Maimonides nur der Rückweg verboten, der Hinweg aber erlaubt ist. Bei der schwachen, ja unhaltbaren Beweisführung im מגן אברהם ist es um so auffallender, wie der oft verblüffenden Belesenheit und dem durchdringenden Scharfsinn des gefeierten Verfassers die Beweiskraft unserer Mischna und der zuletzt angeführten Stelle im Tur לפי שעה verborgen bleiben konnte. Dass die kurz vorher besprochene Talmudstelle (‘Erubin 73a), welche die Tosafot als Stütze für ihre mit Raschi übereinstimmende und im Tur zum Gesetz erhobene Ansicht anführen, die Gegenansicht Maimuni’s nicht zu erschüttern vermag, braucht jetzt kaum noch gesagt zu werden. Zugegeben, dass בסוף אלפים zu lesen und nicht מביתו, sondern מעירו hinzuzudenken ist (s. Anm. 45 Ende), so lässt sich doch, wie wir gesehen haben, aus dieser Stelle nur schliessen, dass der Hinweg gestattet ist, was Maimonides ja zugibt, nicht aber, was Maimonides bestreitet, dass auch der Rückweg erlaubt ist.]",
+ "er hat nur vom Orte seines ‘Erub aus zweitausend Ellen. Die regelmässige Wortfolge wäre: er hat vom Orte seines ‘Erub aus nur 2000 Ellen. So ist auch wirklich die Wortstellung in der folgenden Mischna. Hier wird von der Regel abgewichen, um desto schärfer den Gegensatz zwischen R. ‘Akiba und den Weisen hervortreten zu lassen. Nach diesen hat der Schabbatwohnsitz alle Rechte und Vergünstigungen des eigentlichen Wohnortes, die 2000 Ellen werden daher von der Ortsgrenze aus gemessen; nach jenem ist der Schabbatwohnsitz dem eigentlichen Wohnort nicht gleichzuachten, die 2000 Ellen sind daher vom ‘Erub aus zu messen."
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+ "Wann. Unter welcher Voraussetzung haben wir es eingeräumt?",
+ "wenn keine Bewohner in ihr sind. Wenn nicht einmal derjenige, welcher seinen ‘Erub in sie gelegt hat, als deren Bewohner angesehen werden kann; also nur unter der Voraussetzung, dass die Höhle gar nicht bewohnbar ist, gar nicht den Charakter einer רשות היחיד hat.",
+ "wenn aber Bewohner in ihr sind. Wenn sie eine רשות היחיד (ein von Wänden, die mindestens 10 Handbreiten hoch sind, umschlossener Raum von wenigstens 4 Ellen im Geviert) und mithin bewohnbar ist.",
+ "als oberhalb derselben. Liegt sein ‘Erub oberhalb derselben, auf freier Ebene, so beträgt sein מקום השביתה (Anm. 45) nur 4 Ellen im Geviert, während er, wenn der ‘Erub im Innern der Höhle liegt, sich über den ganzen Flächenraum derselben erstreckt.",
+ "von dem sie sprachen. D. h. dem obenerwähnten. — M. 7—9, in denen vom ‘Erub die Rede ist, knüpfen an die letzte Hälfte von K. IV. an, während die erste Hälfte unseres Kapitels von dem Verfahren handelt, welches bei der Feststellung des Schabbatbezirkes einer Ortschaft zu beobachten ist. Diese Bestimmungen ergänzend, heisst es nun hier am Schlusse, dass die רשות היחיד, in welcher der Schabbatbezirk sein Ende erreicht, nicht wie dessen Mittelpunkt, der מקום השביתה, für nur 4 Ellen angerechnet wird. מודד steht also im Gegensatze zu נותן ערובו. Um dem etwas unklaren Ausdruck grössere Bestimmtheit zu geben, wird durch שאמרו auf die erste Hälfte dieses Kapitels und insbesondere auf M. 4 verwiesen. לו hätte übrigens wegfallen, oder והמודד statt ולמודד stehen können. Man kann jedoch auch נותנין לו אלפים als Objektssatz zu שאמרו construiren und die folgenden Worte als abgekürzten Satz auffassen."
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+ "Wenn Einer mit einem Heiden einen Hof. Der Hofraum ist ein allen Einwohnern gemeinsames Gebiet; ohne die Verschmelzung zu einer Familie (‘Erub) sind dieselben in seiner Benutzung beschränkt, insofern sie Gegenstände aus ihren Häusern in den Hof oder aus diesem in ihre Wohnungen nicht schaffen dürfen (s. Einl. Abs. 1). Die Verschmelzung zu einer Familie ist der Natur der Sache gemäss nur mit Israeliten möglich, die den ‘Erub anerkennen. Heiden, mit denen doch eine auch nur scheinbare Familienverbindung undenkbar ist, sollten folgerichtig in Bezug auf den ‘Erub als gar nicht vorhanden angesehen werden (דירת נכרי לא שמה דירה); um aber das Zusammenwohnen mit ihnen, welches zur Nachahmung ihrer schlechten Sitten führen könnte, dem Israeliten zu verleiden, wurde diesem die erwähnte Beschränkung in der Benutzung des Hofes dennoch auferlegt, solange ihm der heidnische Einwohner nicht sein Besitzrecht am Hofe für den Schabbat vermietet, was dieser voraussichtlich in den meisten Fällen ablehnen wird. Dieselbe Vorschrift gilt solchen Stammesgenossen gegenüber, welche die Verbindlichkeit des göttlichen Gesetzes oder auch nur einer rabbinischen Anordnung nicht anerkennen, weil auch hier das Zusammenwohnen die Gefahr der Verführung zum Abfall in sich birgt.",
+ "so beschränkt ihn dieser. In der Benutzung des Hofes, u. z. in der in Anm. 1 angegebenen Weise.",
+ "dass zwei Israeliten sich gegenseitig beschränken. Mit anderen Worten: Nur wenn zwei Israeliten einander in der Benutzung des gemeinschaftlichen Hofraumes beschränken, werden sie durch den heidnischen oder ungläubigen Einwohner noch mehr beschränkt, insofern der ‘Erub, welcher die gegenseitige Beschränkung zu beseitigen vermag, in diesem Falle erst dann Geltung erlangt, wenn jener ihnen sein Besitzrecht vermietet hat; wenn aber nur ein Israelit mit einem Abtrünnigen oder einem Heiden denselben Hof bewohnt, so dass von ‘Erub nicht die Rede sein kann, ist er in der Benutzung des Hofraumes auch sonst in keiner Weise beschränkt. Man braucht ihm, dessen Leben bei der geringen Achtung, die der Heide vor dem Menschenleben hat, jeden Augenblick in Gefahr schwebt, das Zusammenleben mit ihm nicht erst zu verleiden; und dem ungläubigen Stammesgenossen gegenüber eine Beschränkung aufrecht zu erhalten, welche man dem Heiden gegenüber fallen liess, war nicht tunlich."
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+ "dass mein Vater. R. Simon ben Gamliel.",
+ "ehe er hinausträgt und Euch beschränkt. Wer sich am עירוב od. שיתוף nicht beteiligt hat und mithin die Mitbewohner in der Benützung des Hofes, bez. der Strasse beschränkt, kann dies dadurch wieder gut machen, dass er zu ihren Gunsten auf sein Besitzrecht für diesen Schabbat verzichtet (s. Einl. Abs. 1 Ende). Hat er aber dennoch, ehe die Anderen von dem cedirten Rechte durch Hinausschaffen eines Gegenstandes Besitz ergriffen hatten, etwas aus seinem Hause in den Hof, bez. die Strasse getragen, so hat er dadurch seine Cession wieder aufgehoben (s. weiter unten, M. 4). Aus dem Befehle des R. Simon b. Gamliel an seine Kinder geht nach dem eben Gesagten hervor, dass der Sadduzäer sein Anrecht auf die Strasse preisgegeben hatte, und es folgt daraus gleichzeitig, dass man von ihm das Besitzrecht nicht wie von einem Heiden zu mieten braucht; sonst wäre ja die Befürchtung grundlos, da ein Mietsvertrag nicht einseitig gelöst werden kann.",
+ "Eilet und verrichtet. Noch vor Anbruch des Schabbats.",
+ "ehe er nach Ausgang (des Tages. Des Freitags; statt יוציא ist יצא zu lesen! Gemara. Nach dieser Fassung ist ‘der Sadduzäer hinsichtlich des ‘Erub dem Heiden gleich geachtet; es genügt nicht, dass er auf sein Besitzrecht verzichtet, er muss es vermieten."
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+ "so ist sein Haus hinsichtlich des Hinein- und des Hinaustragens. Aus dem Hofe, bez. in den Hof.",
+ "ihm und ihnen verboten. Selbst wenn er ihnen sein Recht auf den Hof übertragen hat, solange er nicht ausdrücklich auch auf seine Rechte an sein Haus zu ihren Gunsten verzichtet; die Cession des Hofes erstreckt sich also nicht von selbst auch auf das Wohnhaus. Eine entgegengesetzte Ansicht vertritt R. El‘ai K. II. Ende.",
+ "die ihrigen aber ihm und ihnen gestattet. Wenn er auch nur sein Recht auf den Hof ihnen übertragen hat, weil er nach der Cession als ihr Gast und Hausgenosse anzusehen ist.",
+ "ist es ihm gestattet. Gegenstände aus seinem Hause in den Hof oder umgekehrt zu schaffen, aber nicht aus ihren Wohnräumen oder in ihre Wohnräume, wenn sie ihm nicht ausdrücklich auch das Recht auf ihre Häuser cedirten.",
+ "ihnen aber verboten. Sie dürfen nicht einmal aus seinem Hause oder in sein Haus einen Gegenstand schaffen, weil wohl Einer als Gast der übrigen Einwohner angesehen werden kann (s. Anm. 10), nicht aber die übrigen alle als Gäste des Einen.",
+ "Waren es Zwei. Denen, da sie sich am ערוב nicht beteiligten, die Übrigen ihre Rechte übertrugen.",
+ "beschränken sie einander. Und es kann keiner von Beiden die ihm cedirten Rechte dem Andern übertragen.",
+ "denn Einer kann ein Besitzrecht schenken. Den Mitbewohnern übertragen.",
+ "und ein Besitzrecht annehmen. Sich übertragen lassen.",
+ "Zwei können wohl ein Besitzrecht schenken. Den Mitbewohnern übertragen.",
+ "nicht aber ein Besitzrecht annehmen. Selbst wenn es ihnen unter der Bedingung übertragen wurde, dass der Eine auf die erworbenen Rechte zu Gunsten des Andern verzichte."
+ ],
+ [
+ "Von wann an. D. h.: Wann muss die Schenkung rechtskräftig werden?",
+ "in welchem es noch Tag ist. Also noch vor Schabbateingang, weil die in Frage stehende Schenkung die Uebertragung eines Rechtes bedeutet, ein solches aber am Schabbat nicht erworben werden darf.",
+ "von Anbruch der Dunkelheit an. Nach ihrer Ansicht bedeutet die Schenkung nichts als den Verzicht auf ein Recht; sie ist daher auch am Schabbat gestattet.",
+ "Wer sein Besitzrecht geschenkt hat und hinausträgt. In den Hof, bez. die Strasse, oder aus diesen hineinträgt in seine Wohnung.",
+ "der übt eine Beschränkung aus. Er bewirkt, dass die Anderen, falls sie noch nicht von dem ihnen übertragenen Rechte Besitz ergriffen haben (s. Anm. 5), nichts hinaus- oder hineintragen dürfen.",
+ "übt er eine Beschränkung aus. Weil er dadurch die Cession wieder aufgehoben hat.",
+ "übt er keine Beschränkung aus. Da doch bei einem Versehen von einem Widerruf des Verzichtes nicht die Rede sein kann. Das muss freilich auch R. Meïr zugeben; er fürchtet aber bei der Schwierigkeit, die Absicht von dem Irrtum zu unterscheiden, Missbrauch und Willkür."
+ ],
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+ "Wenn ein Hausherr Teilhaber ist bei seinen Nachbarn. Mit denen er dieselbe Strasse bewohnt; zur Vereinigung der Höfe aber genügt nicht Wein oder Öl (s. Einl. Abschn. 1 und 2 und K. III Anm. 1).",
+ "bedürfen sie des ‘Erub nicht. Auch wenn die Teilhaberschaft eine zufällige ist."
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+ "Wenn fünf Parteien in einem Saale. טרקלין ist das lateinische triclinium. Gemeint ist ein Saal, welcher durch Wände, die nicht bis zur Decke reichen, in fünf (auf die Zahl kommt es natürlich nicht an) Räume geteilt ist, deren jeder seinen besondern (s. K. III Anm. 35) Ausgang nach dem Hofe hat.",
+ "ordnen Bet Schammai je einen ‘Erub für jede Partei an. Jede einzelne muss also zu dem ‘Erub beisteuern, den die Bewohner des Hofes machen.",
+ "ein ‘Erub für Alle. Der ganze Saal wird trotz seiner fünf Abteilungen als ein Wohnraum angesehen und braucht sich daher nur mit einem Beitrag am ‘Erub zu beteiligen.",
+ "wenn einige von ihnen in Stuben oder Dachkammern wohnhaft sind. D. h. wenn die Abteilungen vollständig isolirt, durch ganze Wände von einander getrennt sind. — שרי aram. = hebr. שרוי ;שכן wie שכון (Richter 8, 11) franz logé."
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+ [
+ "die am Tische ihres Vaters. Des leiblichen bez. des Hausvaters.",
+ "essen und in ihren Häusern. Die sich sämmtlich in einem Hofe befinden, in welchem auch noch Andere wohnen.",
+ "bedürfen je eines ‘Erub für jeden Einzelnen. Jede einzelne muss also zu dem ‘Erub beisteuern, den die Bewohner des Hofes machen.",
+ "muss. D. h. er kann dazu gezwungen werden, weil er keinen Schaden davon hat, da er doch ohnehin nichts aus seiner Wohnung in den Hof und umgekehrt schaffen darf.",
+ "Wann. Unter welcher Voraussetzung müssen sie zum ‘Erub beisteuern?",
+ "Wenn sie ihren ‘Erub anderwärts. In ein anderes Wohnhaus des Hofes.",
+ "wenn aber der ‘Erub zu ihnen kommt. Indem die anderen Einwohner den ‘Erub in dem Hause ihres Vaters niederlegen, so dass dieses von dem Beitrag zum ‘Erub befreit ist.",
+ "bedürfen sie keines ‘Erub. Selbst wenn sie in den eigenen Häusern essen, sofern sie nur die Kost von einem und demselben Tische erhalten."
+ ],
+ [
+ "Fünf Höfe sind gegen einander geöffnet und nach der Strasse hin geöffnet. Indem jeder einzelne zwei Ausgänge hat, von denen der eine in den Nachbarhof, der andere auf die Strasse führt, so dass man von einem Hofe in den andern, ohne die Strasse zu passiren, gelangen kann, und ebenso von jedem Hofe auf die Strasse, ohne durch den Nachbarhof gehen zu müssen.",
+ "Haben sie in den Höfen den ‘Erub gemacht. Durch welchen alle fünf Höfe nach Einl. Abs 1 zu einer Wohnung verschmelzen.",
+ "nicht aber in der Strasse den Schittuf. S. Einl. Abs. 2.",
+ "in der Strasse aber gebunden. Sie dürfen also ihre Hausgeräte selbst in die fremden Höfe schaffen und umgekehrt, jedoch nur durch die Verbindungstüren, nicht aber über die Strasse, auf welche sie nichts hinausfragen, und von welcher sie nichts hereintragen dürfen. Es ist die Ansicht des R. Meïr, welcher neben ‘Erub noch Schittuf für nötig hält.",
+ "haben sie in der Strasse den Schittuf gemacht. Und zwar nach vollzogenem ‘Erub der Höfe. So nach Rabbi Meïr, der sich auch mit שיתוף allein nicht begnügt. Die Gegenansicht der »Weisen« hält ‘Erub neben Schittuf unter allen Umständen für überflüssig, und Schittuf neben ‘Erub nur dann für nötig, wenn die einzelnen Höfe zwar innerhalb des eigenen Gebietes, nicht aber mit einander ‘Erub gemacht haben; haben dagegen die durch Türen oder Leitern in Verbindung stehenden Höfe unter einander ‘Erub gemacht, wie in unserer Mischna, so ist nach ihrer Ansicht neben diesem ‘Erub ein Schittuf überflüssig. Diese Unterscheidung ergibt sich aus dem Jeruschalmi z. St. [Da heisst es: וחכ״א מערבין בחצרות או משתתפין במבוי אם מערבין בחצרות מותרין בחצרות ואסורין במבוי ואם נשתתפו במבוי מותרין כאן וכאן, und dennoch wird daselbst unsere Mischna, ebenso wie im Babli, nach R. Meïr erklärt. Wäre nach Ansicht der חכמים ein Schittuf auch dann erforderlich, wenn die ineinander mündenden Höfe einen gemeinsamen ‘Erub gemacht haben, so könnte dieselbe sehr wohl auf dieser Grundlage erklärt werden, ohne dass man genötigt wäre, ואם נשתתפו im Sinne von ואם נשתתפו נמי aufzufassen. Auffallend ist, dass im Bet Josef zu Orach Chajjim 387 gegen Ende derselbe Unterschied zwischen עירוב במהום שיתוף und שיתוף במקום עירוב sich findet, ohne dass er durch die angeführten Worte des Jeruschalmi belegt wird]. Sie ergibt sich aber auch aus einer einfachen Erwägung: Der Schittuf ist seinem Wesen nach umfassender als der ‘Erub, er kann daher diesen entbehrlich machen; nicht aber kann umgekehrt der ‘Erub den Schittuf ersetzen, es sei denn, dass er alle die Personen umfasst, welche durch den Schittuf vereinigt werden sollen. Und wenn R. Meïr trotz des vorangegangenen Schittuf auf den ‘Erub der Höfe nicht verzichten mag, so geschieht es nicht, weil er dieser Erwägung sich entzieht, sondern nur mit Rücksicht auf das heranwachsende Geschlecht, bei welchem der ‘Erub sonst völlig in Vergessenheit geriete. Eine principielle Meinungsverschiedenheit besteht mithin zwischen ihm und den »Weisen« nur in einem Punkte. Wenn nämlich mehrere Höfe, die miteinander in Verbindung stehen, sich zu einem ‘Erub vereinigt haben, ist nach jenem das Hinaustragen auf die Strasse verboten, solange sie keinen Schittuf gemacht haben, nach diesen aber gestattet. Ein solcher Fall liegt nun in unserer Mischna vor. Dieselbe kann daher nur nach R. Meïr erklärt werden. Streicht man aber mit Rab (s. Gemara) die Worte פתוחות זו לזו, so handelt es sich um Höfe, die in keiner Verbindung miteinander stehen. Sie haben also nicht, wie bisher angenommen wurde, miteinander, sondern nur einzeln — jeder für sich — den ‘Erub machen können. Und nun kann die Mischna viel einfacher nach der Ansicht der »Weisen« erklärt werden, welche zugeben müssen, dass ein solcher ‘Erub den Schittuf nicht ersetzt. Dürfen doch die Bewohner des einen Hofes bei dieser exclusiven Art des ‘Erub, durch welche sie sich eher isoliren, als an die Nachbarhöfe anschliessen, ihre Hausgeräte nicht einmal in den andern Hof, geschweige denn auf die Strasse schaffen! Solange sie also keinen Schittuf gemacht haben, sind sie wohl in dem eigenen Hofe auf Grund ihres ‘Erub unbeschränkt, in der Strasse aber gebunden, insofern sie nichts aus ihrem Hause hinaustragen dürfen. Haben sie aber den Schittuf gemacht, so sind sie auch ohne ‘Erub hier wie dort uneingeschränkt, da der Schittuf den ‘Erub entbehrlich macht. Sie dürfen dann nicht nur in den Hof hinaustragen, sondern auch auf die Strasse und in die Nachbarhöfe. [In den Commentaren (,תפארת ישראל מלא כף נחת ,רע״ב ) herrscht hier eine kleine Confusion. Sie streichen פתוחות זו לזו und fassen dennoch ואם נשתתפו im Sinne von נשתתפו נמי auf.]",
+ "so sind sie hier wie dort unbeschränkt. Selbst nach R. Meïr. Der ‘Erub ist zwar ungiltig, wird aber durch den Schittuf ersetzt, weil hier, wo die Übrigen ‘Erub gemacht haben, nicht zu befürchten ist, dass der ‘Erub in Vergessenheit gerathen könnte (s. d. vor. Anm.)",
+ "in der Strasse aber gebunden. Selbst nach den »Weisen«, wenn פתוחות זו לזו gestrichen wird, die Höfe somit nur einzeln im eigenen Kreise den ‘Erub gemacht haben, weil ein solcher ‘Erub den Schittuf nicht ersetzen kann, dieser aber ungiltig ist, da er nicht alle Bewohner der Strasse umfasst. Wird פתוחות זו לזו beibehalten, so dass unsere Mischna die Ansicht des R. Meïr wiederspiegelt, so muss zwar unter ערבו בחצרות an der Spitze des ersten Teiles der gemeinsame ‘Erub (vgl. Anm. 39), hier dagegen, an der Spitze des zweiten Teiles, dennoch der Einzel‘erub verstanden werden [was übrigens ohnehin einleuchtet, da hier ונשתתפו במבוי, dort aber ולא גשתתפו במבוי folgt]; sonst wäre wieder ופתוחות למבוי unnütz. So aber ist diese Voraussetzung notwendig. Denn hätten nicht alle Höfe ihren eigenen Ausgang nach der Strasse, so wäre מותרין בחצרות im Schlusssatze nicht ganz correct; nach R. ‘Akiba (Anm. 51) wären ja diejenigen Höfe nicht unbeschränkt, durch welche die Bewohner des Nachbarhofes gehen müssen, um auf die Strasse zu gelangen (Jeruschalmi z. St.). Es steht demnach in dem einleitenden Satze פתוחות זו לזו wegen des ersten Teiles und פתוחות למבוי wegen des zweiten Teiles. [והרב בעל קרבן העדה שפי׳ גם ברישא שערבה כל חצר לעצמה לא דק במח״ב ראם כן מתניתן כחכמים נמי אתיא ועור פתוחות זו לזו מאי למימרא].",
+ "wie der Hof zu den Häusern. Wie der Verkehr hier ohne ‘Erub beschränkt ist, so dort ohne Schittuf; und wie jener ist auch dieser ungiltig, wenn auch nur Einer der Beteiligten sich nicht angeschlossen hat (Einl. Abs. 1 Ende und Abs. 2 Anf.)."
+ ],
+ [
+ "Hat der innere. Derjenige, welcher keinen eigenen Ausgang nach der Strasse hin hat, dessen Bewohner vielmehr, um auf diese zu gelangen, durch den andern (äussern) Hof gehen müssen.",
+ "so ist der innere unbeschränkt. Seine Bewohner dürfen aus ihm in ihre Wohnungen tragen und umgekehrt, weil sie sich gegen den äussern Hof abschliessen können.",
+ "so sind beide beschränkt. Selbst der äussere, da er sich doch nicht gegen den innern Hof abschliessen und ihm so den Durchgang verwehren kann. Dieser aber hat keinen ‘Erub gemacht, ist mithin im eigenen Gebiete beschränkt und vermag daher das Nachbargebiet zu beschränken, in welchem er ein Durchgangsrecht besitzt.",
+ "so ist dieser für sich unbeschränkt und jener für sich unbeschränkt. Obgleich sich die beiden Höfe nicht zu einem gemeinsamen ‘Erub vereinigt haben, sind doch die Bewohner des äussern Hofes durch das Durchgangsrecht des innern hinsichtlich des Verkehrs im eigenen Gebiete nicht beschränkt, da auch dieser im eigenen Gebiete nicht beschränkt ist (רגל המותרת במקומה אינה אוסרת שלא במקומה); der Zwischenverkehr ist natürlich verboten.",
+ "weil das Durchgangsrecht. דריסת הרגל, wörtlich: das Betreten mit dem Fusse.",
+ "das Durchgangsrecht beschränkt ihn nicht. Nach R. ‘Akiba übt selbst das Durchgangsrecht eines im eigenen Gebiete nicht eingeschränkten Hofes eine beschränkende Kraft auf den äussern Hof; nach den „Weisen“ wohnt eine solche Kraft nicht einmal dem Durchgangsrechte eines im eigenen Gebiete beschränkten Hofes inne."
+ ],
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+ "der äussere beschränkt. In derselben Weise und aus demselben Grunde, als wenn der äussere Hof gar keinen ‘Erub gemacht hätte (s. Anm. 47 und Einl. Abs. 1 Ende).",
+ "so sind beide beschränkt. Als hätte der innere Hof gar keinen ‘Erub gemacht (s. Anm. 48).",
+ "Haben sie ihren ‘Erub an einen Ort getan. Mit anderen Worten: haben sich beide Höfe zu einem ‘Erub vereinigt, indem sie ihre ‘Erubspeise (s. K. III Anm. 21) in einem und demselben Hause u. z. des äussern Hofes niederlegten.",
+ "sind beide beschränkt. Der äussere, weil er, wenn auch nur Einer aus dem innern Hofe sich am ‘Erub zu beteiligen vergessen bat, durch dessen Durchgangsrecht beschränkt wird; der innere, weil er, wenn auch nur Einer aus dem äussern Hofe es vergessen hat, die eingegangene Verbindung nicht mehr lösen kann, da ja die ‘Erubspeise sich im äussern Hof befindet. Befindet sie sich aber in dem innern Hofe, und es hat Einer aus dem äussern vergessen sich am ‘Erub zu beteiligen, so kann jener in der Tatdie VerbindungsTür schliessen, um nicht durch die Bewohner des Nachbarhofes beschränkt zu werden.",
+ "Sind sie je einem Einzigen zugehörig. Wird also jeder der beiden Höfe nur von einer einzigen Familie bewohnt.",
+ "bedürfen sie keines ‘Erub. Weil der Bewohner des innern Hofes als ein im eigenen Gebiete Uneingeschränkter trotz seines Durchgangsrechtes den Nachbar nicht beschränkt (s. Anm. 49). Es ist klar, dass nach R. ‘Akiba (Anm. 51) auch hier ein ‘Erub nötig ist."
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+ "Befindet sich zwischen zwei Höfen. In der gemeinschaftlichen Mauer.",
+ "ein Fenster von vier [Handbreiten] im Geviert innerhalb zehn [Handbreiten. So dass der untere Rand der Fensteröffnung weniger als 10 Handbreiten von der Erde entfernt ist. — Wo bei Längenmaassen die Maasseinheit fehlt, ist hinter dem Zahlworte, wenn es wie hier männlich ist, טפחים zu ergänzen, אמות dagegen, wenn es die weibliche Form hat; wo Daumenbreiten gemeint sind, darf das Wort אצבעות nicht weggelassen werden.",
+ "können sie gesondert. Jeder Hof für sich; dann darf aus den Häusern des einen nichts in den andern getragen werden.",
+ "können sie gemeinsam ‘Erub machen. Dann ist ihnen der Zwischenverkehr gestattet.",
+ "können aber nicht gemeinsam ‘Erub machen. Weil sie nicht mit einander in gehöriger Verbindung stehen; eine Maueröffnung von weniger als vier Handbreiten im Geviert kann doch nicht als Eingang gelten, und ebensowenig bietet ein Fenster, das höher als 10 Handbreiten liegt, die Möglichkeit eines bequemen Verkehrs."
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+ [
+ "Ist die Wand zwischen zwei Höfen zehn [Handbreiten] hoch und vier breit. Die Breite (Dicke) der Zwischenwand ist nur mit Rücksicht auf den folgenden Satz angegeben (s. Anm. 8); hier ist sie gleichgiltig. Ein noch so dünner Zaun Teilt einen Raum in zwei verschiedene Gebiete, wenn er nur 10 Handbreiten hoch ist.",
+ "machen sie gesondert den ‘Erub und können nicht gemeinsam ‘Erub machen. Weil sie zwei verschiedene Gebiete bilden, die nicht in Verbindung mit einander stehen; ist aber die Zwischenwand weniger als 10 Handbreiten hoch, bilden sie ein Gebiet und können daher nur gemeinsam den ‘Erub machen.",
+ "nur dürfen sie nichts hinuntertragen. In die Häuser, weil die Wand gemeinschaftliches Gebiet ist, aus welchem ja nichts in die Privatwohnung geschafft werden darf (s. Einl. Abs. 1); wohl aber dürfen die Früchte in den Hof hinabgetragen werden, wenigstens nach R Simon und den Weisen in K. IX M. 1. Nach R. Meïr dagegen bedeutet das vielleicht mit Absicht nicht näher bestimmte למטה in den Hof (s. das. Anm. 3). Ist jedoch die Wand weniger als 4 Handbreiten dick, so kann sie überhaupt nicht als selbständiges Gebiet angesehen werden; man darf daher die auf ihr befindlichen Früchte sogar in die Häuser hineintragen.",
+ "weil es wie ein Eingang ist. Und zwei durch einen Eingang oder sonst auf bequeme Art communicirende Höfe sowohl einzeln als gemeinschaftlich den ‘Erub machen können.",
+ "müssen sie den ‘Erub gemeinsam machen und können nicht gesondert ‘Erub machen. Wenn die Lücke grösser als 10 Ellen ist und nicht das Aussehen eines Eingangs (od. Türrahmens, צורת פתח; s. K. 1 Anm. 6 und 28) hat, bilden beide Höfe nur ein Gebiet. Ist aber die ganze Mauer eingestürzt, welche zwei Höfe scheidet, so bilden diese auch dann nur ein Gebiet, wenn der Mauerbruch selbst weniger als zehn Ellen beträgt. Und sind die beiden Höfe in derjenigen Dimension, in welcher eie aneinanderstossen, von ungleicher Grösse, so dass der Einsturz nur für den einen als einen vollständigen Durchbruch, für den andern jedoch als eine blosse Lücke sich darstellt, so muss jener zwar mit diesem, nicht aber dieser mit jenem gemeinsam den ‘Erub machen."
+ ],
+ [
+ "Ist der Graben zwischen zwei Höfen zehn [Handbreiten] tief und vier breit. Bei kleineren Dimensionen könnte man ihn leicht überschreiten, und er würde daher die beiden Höfe nicht in zwei Gebiete trennen.",
+ "selbst wenn er voll Stroh oder Häcksel ist. קש bezeichnet Stroh überhaupt; תבן, vermuthlich mit aram. תבר und arab. تبر verwandt"
+ ],
+ [
+ "welches vier Handbreiten breit ist. Jeruschalmi liest: ג׳ ע׳ נסר כל שהוא רחב א׳ ט׳. Sehr wesentlich sind die Abweichungen in רי״ף u. רא״ש.",
+ "so machen sie gesondert ‘Erub und können nicht den ‘Erub gemeinsam machen. Wenn das Brett nicht mindestens 4 Handbreiten misst, ist der Uebergang über den Graben, bez. von einem Balkon zum andern nicht bequem genug, als dass es eine Verbindung zwischen beiden Höfen im Sinne von Anm. 9 bilden könnte."
+ ],
+ [
+ "so machen sie den ‘Erub gesondert und können nicht gemeinsam ‘Erub machen. Vorausgesetzt, dass das Stroh die beiden Höfe ihrer ganzen Länge nach in der angegebenen Höhe von einander trennt.",
+ "diese dürfen von hier fressen lassen und jene von dort fressen lassen. Denn es ist nicht zu befürchten, dass die Tiere, ohne dass es beachtet wird, so viel davon fressen, dass die Höhe des Haufens in einer Länge von mehr als 10 Ellen (s. Anm. 18) auf weniger als 10 Handbreiten sinkt.",
+ "Ist das Stroh niedriger als zehn Handbreiten geworden. U. z. in einer Länge von mehr als 10 Ellen; ist aber die Stelle, an welcher das Stroh nicht mehr 10 Handbreiten hoch ist, nur 10 Ellen lang, so können sie nach Belieben den ‘Erub gemeinsam oder jeder für sich machen.",
+ "müssen sie den ‘Erub gemeinsam machen und können nicht gesondert ‘Erub machen. Haben sie aber am Freitag, als das Stroh noch die vorgeschriebene Höhe hatte, den ‘Erub einzeln gemacht, jeder Hof für sich, und der Strohhaufe ist erst am Schabbat niedriger geworden, so sind sie nach wie vor in der Benutzung ihres Hofes unbeschränkt (שבת הואיל והותרה הותרה)."
+ ],
+ [
+ "Wie macht man den Schittuf. S. Einl. Abs. 2.",
+ "Man stellt den Krug. Mit Wein, Öl, od. anderen Nahrungsmitteln. — Einl. das.",
+ "hin. In den Hof. — Einl. das.",
+ "Das sei für alle Einwohner der Strasse. Ich schenke ihnen den Inhalt, so dass jeder Einwohner einen Anteil daran hat.",
+ "und eignet es ihnen zu. Ein Geschenk, das man dem Empfänger nicht persönlich übergibt, wird erst rechtskräftig, wenn ein Dritter es für ihn, wenn auch ohne sein Wissen, in Empfang nimmt. Es ist selbstverständlich, dass diese Zueignung überflüssig ist, wenn jeder der Einwohner seinen Anteil am Inhalt des Kruges durch Kauf oder Schenkung persönlich erworben, oder gar den auf ihn entfallenden Teil dazu gegeben hat; die Mischna lehrt hier nur die bequemste, am wenigsten umständliche Art des Schittuf.",
+ "die grossjährig. Und, wenn irgend möglich, auch selbständig.",
+ "welche Hebräer sind. Ist die hebräische Magd auch minderjährig, so steht sie doch nicht unter der Gewalt ihres Herrn, sondern unter väterlicher Gewalt, also in der Gewalt eines »Dritten«.",
+ "und durch seine Gattin. Auch hier ist es wenigstens erwünscht, wenn auch nicht Bedingung, dass die Gattin in dem Erwerbe ihres Unterhaltes selbständig ist.",
+ "welche minderjährig sind. Obgleich sie für ihren Unterhalt selbst sorgen, da sie immerhin unter seiner väterlichen Gewalt stehen.",
+ "die Kena‘aniter. Leibeigene; sie werden als Kena‘aniten bezeichnet im Hinblick auf Gen. 9, 25: »Verflucht sei Kena‘an! Ein Sklavenknecht sei er seinen Brüdern!«",
+ "weil ihre Hand wie seine Hand ist. Die Zueignung ist daher illusorisch und die Schenkung mithin widerruflich."
+ ],
+ [
+ "Hat die Speise. Im Kruge. — S. M. 6.",
+ "sich vermindert. So dass das in M. 8 vorgeschriebene Quantum nicht mehr vorhanden ist.",
+ "kann er zulegen und zueignen. Ist aber die Verminderung erst am Schabbat eingetreten, so braucht, wenn auch garnichts übrig geblieben, für den betreffenden Schabbat nicht zugelegt und zugeeignet zu werden. Vgl. Anm. 19.",
+ "kamen welche zu ihnen. Zu den Strasseneinwohnern in M. 6. — ניתוספו: Stamm יסף; rein hebräisch: נוֹםְפוּ, rein aramäisch: אִתּוֹםְפוּ.",
+ "muss es aber mitTeilen. Man kann zwar, wie wir in Anm. 24 gesehen haben, auch ohne Wissen des Empfängers diesem ein Geschenk zueignen; dort ist jedoch Voraussetzung, dass die Annahme des Geschenkes mit keinerlei NachTeil für ihn verbunden, seine Zustimmung also als unzweifelhaft anzusehen ist (s. Ende d. Kapitels). Hier dagegen haben die neuhinzugekommenen Einwohner einen Ausgang auch nach einer andern Strasse hin, mithin die Wahl, deu Schittuf auf der einen oder auf der andern Seite oder (nach R. Simon in K. IV M. 6) auf beiden zugleich zu machen; es wäre daher möglich, dass gegen ihre Aufnahme in den Schittuf der einen Strasse von ihnen selbst, oder den alten Bewohnern der betreffenden Strasse Einsprache erhoben würde."
+ ],
+ [
+ "Wie gross ist ihr. Der in voriger Mischna erwähnten, zum Schittuf nothwendigen Speise. Beiläufig findet Alles, was in M. 6, 7 und 8 vom Schittuf gesagt ist, auch auf den ‘Erub der Höfe Anwendung.",
+ "Sind ihrer Viele. Mehr als achtzehn Parteien.",
+ "Kost zweier Mahlzeiten. Das ist das achtzehnfache Volumen einer getrockneten Feige.",
+ "sind ihrer Wenige. Achtzehn oder weniger als achtzehn Parteien.",
+ "das (hinsichtlich des Hinaustragens am Schabbat maassgebende. Schabbat K. VII M. 4 gegen Ende. Der scheinbar überflüssige Hinweis auf jene Mischna will vermuthlich entweder eine Begründung dafür, dass grade dieses Quantum festgesetzt wurde, oder eine Andeutung geben, dass auch hier die Schalen, Kerne und was sonst an den Früchten ungeniessbar ist, bei der Bemessung des vorgeschriebenen Volumens nicht mit gerechnet wird. In unseren Talmudausgaben, im Babli wie im Jeruschalmi, fehlen die Worte להוצאת שבת."
+ ],
+ [
+ "Wobei sind die Worte gesagt. Dass die ‘Erubspeise ein gewisses Quantum haben muss (s. Anm. 36).",
+ "aber bei den Ueberresten des ‘Erub. Wenn das bei Beginn des ersten Schabbat noch vorschriftsmässige Quantum sich später vermindert hat.",
+ "wie viel immer es ist. Der ‘Erub behauptet seine Giltigkeit, solange noch ein Minimum sich von der Speise unversehrt erhalten hat. Voraussetzung ist, wie aus dem nächsten Satze ersichtlich, dass ausser dem ‘Erub auch der Schittuf gemacht wurde; war das nicht der Fall, so ist allerdings die Giltigkeit des ‘Erub auch in der Folgezeit durch die Integrität des vorgeschriebenen Quantums bedingt.",
+ "Und. Nach anderer Lesart (לא אמרו) ist »Und« zu streichen.",
+ "sie haben nur darum angeordnet den ‘Erub in den Höfen zu machen. Nach vorangegangenem Schittuf.",
+ "um ihn bei den Kindern nicht in Vergessenheit zu bringen. Deshalb braucht man es bei bestehendem Schittuf mit dem ‘Erub nicht gar so genau zu nehmen; es genügt, wenn die ‘Erubspeise bei Beginn des ersten Schabbat unversehrt, und an den folgenden Schabbaten überhaupt noch etwas von ihr vorhanden ist. Daraus folgt, dass die Schittufspeise, sofern der Schittuf nicht durch den ‘Erub ersetzt werden kann (s. K. VI Anm. 42), vom ersten bis zum letzten Schabbat in ihrer Integrität erhalten und daher ergänzt werden muss, sowie sie das in voriger Mischna angegebene Volumen nicht mehr hat. Da nun Mischna 7 von der Schittufspeise spricht, so steht sie in keinem nachweislichen Widerspruch zu der Ansicht des R. Jose. [Das scheint תוי״ט im ד״ה אמר ר׳ יוסי ebenso übersehen zu haben, wie מהרש״ל, dessen Zusatz zu Raschi an dieser Stelle nach dem Gesagten nicht unanfechtbar ist.]"
+ ],
+ [
+ "Eli‘ezer. Nach ihm sind alle Nahrungsmittel zum Schittuf geeignet, Teilweise (nämlich Brot) sogar auch zum ‘Erub der Höfe. Alles Geniessbare kann daher entweder zum ‘Erub oder doch wenigstens zum Schittuf (und desgleichen zur Verschmelzung der Schabbatbezirke. S. K. III Anm. 2) verwendet werden, nur nicht Wasser und Salz (jedes für sich; wohl aber ist beides zusammen, zu Salzwasser vereinigt, für den Schittuf wie für ערובי תחומין geeignet).",
+ "Ein Laib ist die ‘Erubspeise. Nach ihm ist auch nicht alles Brot zum ‘Erub der Höfe verwendbar; es muss durchaus ein ganzes Laib sein.",
+ "selbst ein Gebäck von einem Maasse. Ein Maass (סאה) = ¹⁄₃₀ Kor=6 Kab ist ungefähr 8,3 Liter. [40 Maass = 3 Kubikellen (חגיגה 11a); 1 Elle=48cm. (s. K. IV Anm. 36); 1 kdm. = 1 Liter.]",
+ "wenn es ein Bruchstück. פרוסה ist als Substantiv aufzufassen; wäre es Participium, so müsste es והוא פרוס heissen, da מאפה ohne Zweifel mase, ist. Dadurch erklärt sich auch, dass hier der Ausdruck מאפה gewählt ist, während vorher und nachher von einem ככר gesprochen wird; ein Laib kann wohl zerbrochen (פרוס) aber niemals ein Bruchstück (פרוסה) sein.",
+ "ein Laib für einen Dreier. איסר ist das römische As, bei späteren Schriftstellern assarius, eine kupferne Scheidemünze im Curswerth von c. 4 Pf.; bei den Juden, welche den Denar (דינר) nicht in 16, sondern in 24 Assarien einTeilten, ist der איסר nur 2½ Pf. = 1 Dreier. Das Dreierbrötchen ist nach K. VIII M. 2 aus ungef. ⅙ Liter Mehl gebacken (s. Anm. 13 das.) Es braucht nicht erst gesagt zu werden, dass באיסר hier nicht buchstäblich zu nehmen ist, sondern nur, wie ja auch im Lateinischen, zur Bezeichnung einer kleinsten Münze dient."
+ ],
+ [
+ "Es kann Jemand einen Groschen. מעה = 4 איסר oder Asse, also ein Sesterz, bedeutet hier ganz allgemein Geldstück, wie unter dem Plural מעות meist schlechthin Geld verstanden wird. Als Münze hat die מעה einen Werth von 10 Pf. oder 1 Sgr., während der römische Sesterz 16 Pf. betrug,",
+ "dem Krämer oder dem Bäcker. Welche den ‘Erub oder Schittuf für die Uebrigen besorgen, indem sie ihnen die erforderlichen Beiträge liefern (der Bäcker Brod zum ‘Erub, der Krämer—חנות, حانوت ist im Arab. die Weinbude — Wein zum Schittuf) und bei sich aufbewahren.",
+ "dass ihm bei jedem Andern. Welcher aus dem Verkaufe von Lebensmitteln kein Gewerbe macht.",
+ "es sei denn mit dessen Zustimmung. Der innere Zusammenhang dieses Satzes mit dem vorhergehenden, als dessen Begründung er sich äusserlich präsentirt, ist so unklar, dass die meisten Erklärer, an ihrer Spitze R. Ascher, einen solchen überhaupt in Abrede stellen und שאין מערבין als selbständigen Satz auffassen, als stünde ואין מערבין. So wenig waren sie von den Erklärungen befriedigt, durch welche ihre Vorgänger nicht ohne Mühe einen nöthdürftigen Zusammenhang herzustellen versuchten. Ueberhaupt macht diese Mischna den Commentatoren viel zu schaffen; sie ist eine der schwierigsten in unserm an Schwierigkeiten so reichen Tractat. Man sieht nicht recht ein, worauf die Unterscheidung zwischen dem Kaufmann und »jedem Andern« beruht, und die Gemara, von der man Aufschluss erwartet, vermehrt nur die Schwierigkeiten, indem sie zwei neue, ebenfalls unmotivirte Unterschiede (1. zwischen מעות und כלי, 2. zwischen זכה לי und ערב לי) aufstellt. Nur wenn man bei Uebergabe des Geldes sich dem Kaufmann gegenüber des Ausdrucke bedient hat: Eigne mir den ‘Erub zu, hat es keine Giltigkeit, wohl aber, wenn man zu ihm gesagt hat: mache für mich den ‘Erub, oder wenn man ihm statt des Geldes einen Werthgegenstand als Tauschobject gegeben hat. Den Schlüssel zur Lösung dieser Räthsel glaube ich in der Erklärung zu finden, welche die Gemara den Worten des R. Eli‘ezer gibt. Nach biblischem Recht, sagt sie, ist ein Kaufgeschäft schon rechtskräftig, sobald der Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis in Empfang genommen hat; das talmudische Recht macht die Unwiderruflichkeit des Geschäftes bei Mobilien einzig und allein von einem feierlichen, dem Mancipium des römischen Rechtes einigermaassen verwandten Acte abhängig, bei welchem der Käufer den zu erwerbenden Gegenstand in die Höhe hebt (הגבהה) oder, wo dies nicht thunlich ist, ihn fortschafft (משיכה), bez. anfasst (מסירה). Dass sich das talmudische Recht bei der biblischen Form des Kaufes nicht beruhigt, hat seinen Grund in der Befürchtung, dass sonst der Verkäufer, nachdem er den Kaufpreis erhalten, kein Interesse haben würde, die verkaufte Waare vor Schaden zu behüten. Diese Befürchtung fallt nun beim ‘Erub wie beim Schittuf weg, insofern die hierzu verwendete Speise als Ausdruck der innigen Vereinigung zu einer Familie oder wenigstens, einer Genossenschaft (s. d. Einl. Abs. 1 und 2) ihrer Bedeutung wie ihrer Wirkung entsprechend Gemeingut aller Betheiligten geworden und nicht mehr von demjenigen, der den Beitrag geleistet, als sein Eigenthum angesprochen werden darf; dieser muss vielmehr darauf gefasst sein, dass sein Beitrag von irgend einem der Theilnehmer verzehrt wird, und ist er damit nicht von ganzem Herzen einverstanden, so hat eben der ‘Erub oder Schittuf gar keine Giltigkeit. Es genügt daher, meint R. Eli‘ezer, wenn Jemand dem Kaufmann ein Geldstück gibt mit der Bitte, ihm dafür den ‘Erub zuzueignen (die Worte כדי שיזכה לו עירוב sind buchstäblich zu nehmen; der Käufer hat sich in der That des Ausdrucks »zueignen« bedient); von der feierlichen Erwerbsform des talmudischen Rechts kann hier ebenso abgesehen werden, wie überall, wo die obenerwähnte Befürchtung wegfällt. Denn mit dem Augenblicke, in welchem der Käufer die bezahlte Waare als Beitrag zum ‘Erub bestimmt, hat er sich seines Einzelrechtes auf dieselbe begeben; es darf ihm gar nicht daran gelegen sein, dass sie ihm erhalten bleibe; er hat an ihrem Vorhandensein kein grösseres Interesse als der Verkäufer selbst, der ja als Miteinwohner ebenfalls am ‘Erub betheiligt ist, mithin an der verkauften Waare gleiches Recht und gleichen Antheil mit dem Käufer hat.— — Mit dem Augenblicke — allerdings, machen »die Weisen« dagegen geltend; wer aber mit den Worten זכה לי עירוב dem Kaufmann ein Geldstück übergibt, hat damit noch lange nicht die bezahlte Waare als Beitrag zum ‘Erub bestimmt. Unter ‘Erub, darauf haben wir widerholt hingewiesen, ist sehr oft nicht die Vereinigung selbst, sondern das Mittel dazu, die ‘Erubspeise zu verstehen (vgl. K. III Anm. 21). In den letzten Mischuajot war von der ‘Erubspeise die Rede; in der unmittelbar vorhergehenden Mischna bedeutet ככר הוא עירוב unstreitig die ‘Erubspeise und eine andere Bedeutung kann das Wort dem ganzen Zusammenhange nach auch hier nicht haben. Es kann ihm ja nur der Beitrag zur Vereinigung nicht diese selbst verkauft werden. Mit den Worten: »eigne mir für dieses Geldstück eine ‘Erubspeise zu« hat der Käufer vorläufig nur seinen Willen kundgegeben, einen Gegenstand zu erwerben, welcher als Beitrag zu der geplanten Vereinigung geeignet ist, allenfalls hat er die Absicht angedeutet, sich vielleicht an der Vereinigung zu betheiligen, keineswegs aber hat er sich jetzt schon in bindender Form dazu bereit erklärt. [Damit erledigt sich auf einfache Weise auch der Einwand, den R. Ascher z. St. gegen die Ansicht der Tosafot erhebt]. Der fragliche Gegenstand — eine ‘Erubspeise ϰατὰ δύναμν, aber noch nicht ϰατ’ ἐνέργειαν — ist also zunächst nur eine Waare wie jede andere, und unterliegt daher den allgemeinen Bestimmungen des talmudischen Rechts, nach welchen ein Kaufgeschäft mit der Empfangnahme des Kaufpreises noch nicht rechtskräftig geworden ist. Mithin hat der ‘Erub keine Giltigkeit, selbst wenn der Verkäufer die bezahlte Speise als Beitrag des Käufers zu den Beiträgen der übrigen Familien gelegt hat, weil eben diese Speise nicht als Beitrag des Käufers angesehen werden kann, so lange sie nicht in aller Form Rechtens sein Eigenthum ist. Ja, wenn er die Waare durch Mancipation oder in einer andern vom talmudischen Recht anerkannten Form, etwa durch eine Art Tauschgeschäft ( לא שנו אלא מעה אבל כלי קונה) erworben hätte, dann könnten wir von der Abgabe einer deutlichen Erklärung, dass er der Vereinigung beitreten und die gekaufte Waare als seinen Beitrag angesehen wissen will, völlig absehen, da der Verkäufer es ist, welcher für alle Betheiligten den ‘Erub oder Schittuf besorgt und deren Beiträge bei sich aufbewahrt. Vgl. K. VI M. 5. Und umgekehrt, wenn er in unzweideutiger Weise seinen festen Entschluss ausgesprochen hätte, an der Vereinigung theilzunehmen, wenn er mit klaren Worten bei der Uebergabe des Geldes den Verkäufer beauftragt hätte; mache für mich den ‘Erub ( לא שנו אלא דאמר לו זכה לי אבל אמר ערב לי שליח שווייה וקני), dann könnten wir in Erwägung, dass Beide an der Waare gleiches Recht und gleichen Antheil haben, von der Mancipation absehen. So aber dürfen wir ans mit der blossen Uebergabe des Geldes nicht begnügen. Im Gegentheil! Grade die Erwägung, dass die gekaufte Waare aufhört ausschliessliches Eigenthum des Käufers zu sein, sobald sie zur ‘Erubspeise wird, macht es uns in seinem Interesse zur Pflicht, solange auf der Mancipation zu bestehen und somit dem fraglichen Gegenstande den Charakter der »Waare« zu wahren, als ihm nicht unstreitig und zweifellos der Charakter der ‘Erubspeise nachgewiesen wird. Dies ist der Fall, wenn der Verkäufer, welcher die Herstellung des ‘Erub oder Schittuf in die Hände genommen hat, ein Mann ist, der mit Lebensmitteln keinen Handel treibt, der solche nur ausnahmsweise zum Zwecke der übernommenen Vereinigung aus Gefälligkeit überlässt. Hier räumen die Weisen ein, dass die Uebergabe des Geldes genügt; denn einerseits macht der Käufer keinen Anspruch darauf, dass die ‘Erubspeise — und um eine solche, nicht um eine Waare handelt sich’s in diesem Falle ohne Zweifel — ihm erhalten bleibe, andererseits hat auch der Verkäufer schon als Mitbesitzer ein hervorragendes Interesse daran, sie vor Schaden zu bewahren. Freilich erwächst aus der Vereinigung für den Käufer der Nachtheil, dass nicht nur sein Beitrag, sondern in gewissem Sinne (s. d. Einl. Abs. 1 und 2) auch seine Wohnung durch dieselbe Gemeingut aller Betheiligten wird, und wir sollten daher zum Schutze seiner Interessen auf die feierliche Erwerbsform des talmudischen Rechts doch bestehen. Es ist das jedoch ein Nachtheil, gegen welchen wir ihn auch durch die Mancipation nicht schützen können, gegen den wir ihn aber auch gar nicht zu schützen nöthig haben. »Man kann ja doch für keinen Menschen ‘Erub machen, es sei denn mit seiner Zustimmung!« Es hat ihn ja Niemand zum Beitritt gezwungen! Wollte er also die Nachtheile, welche mit der Vereinigung nothwendig und untrennbar verbunden sind, nicht mit in den Kauf nehmen, dann hätte er eben den Beitrag, der ihm nur zu diesem Zwecke vom Verkäufer abgetreten wurde, gar nicht kaufen dürfen. — R. Juda (s. d. folg. Anm.) geht noch weiter. In dem Beitritt zur Vereinigung liegt nach seiner Meinung überhaupt kein Nachtheil. Wohl werden durch sie die sonst getrennten Wohnräume aller Betheiligten am Sabbat zu einer Allen gemeinsamen Wohnung, wohl erlangt jeder von ihnen dadurch das Recht, Gegenstände aus seinem Hause in das des Andern zu schaffen; diese kleine Unannehmlichkeit kann aber ebensowenig als der Verlust des ausschliesslichen Eigenthumsrechts am Beitrage ernstlich in Betracht kommen gegenüber den grossen Vortheilen, welche jedem Einzelnen die Vereinigung gewährt, ohne welche er ja nichts aus seinem Hause auch nur in den Hof oder aus diesem in sein Haus tragen dürfte. Und wenn dem Krämer und Bäcker gegenüber die Uebergabe des Geldes dennoch nicht genügt, so hat das seinen Grund einzig und allein darin, dass Alles, was beim Kaufmann gekauft wird, und würde es auch als ‘Erubspeise verlangt, als einfache, den allgemeinen Bestimmungen über die Erwerbsformen unterworfene Waare zu betrachten ist, solange es nicht ausdrücklich als Beitrag zur Vereinigung bestimmt wurde.",
+ "Wobei sind diese Worte. Dass es der Zustimmmung aller Betheiligten bedarf. — Die Einschränkung des R. Juda richtet sich ausschliesslich gegen den letzten Satz. Was die »Weisen« vorher über die Unanwendbarkeit des biblischen Rechts dem Kaufmann gegenüber sagten, wird dadurch nicht in Frage gestellt; was sie jedem andern gegenüber einräumten, wird dadurch nur bestärkt, wie wir in der vorigen Anmerkung ausführlich dargelegt haben.",
+ "Bei dem ‘Erub der Sabbatbezirke. S. Einl. Abs. 4.",
+ "aber bei dem ‘Erub der Höfe. Wie auch beim Schittuf der Strassen.",
+ "kann man mit seiner Zustimmung und ohne seine Zustimmung. Jedoch nicht gegen seinen Willen. ריטב״א z. St.",
+ "insofern man jemand wohl einen Vorteil in seiner Abwesenheit zuwenden. זכין aramäische Form des Participe (hebr. זוכין), vermuthlich um das Wort in der Vocalisation seinem Gegensatze חבין gleich zu machen. — Beide Wörter haben eine merkwürdige Wandlung der Begriffe erfahren. Ursprünglich ist זכות Reinheit, Lauterkeit im physischen Sinne, später bedeutet es, auf das moralische Gebiet übertragen, Makellosigkeit, Unschuld, Tugend, Verdienst, letzteres zunächst nur in ethischer, bald aber auch in materieller Beziehung, daher Gewinn, Vortheil; demgemäss heisst auch das Verbum זכה rein sein, dann unschuldig, würdig, verdienstvoll sein, zuletzt verdienen, gewinnen, erlangen, erwerben, und im Pi‘el: zueignen. חוב ist nun in allen Stücken das grade Gegentheil von זכות. Es bedeutet Schuld, zunächst im materiellen dann im ethischen Sinne, aus welcher Bedeutung sich einerseits die Begriffe der Schuldigkeit und Pflicht, andererseits die des Verlustes und Nachtheils entwickeln; ebenso heisst das Verbum חב schuldig, sündig, verpflichtet, nachtheilig sein, und im Pi‘el schuldig sprechen, verpflichten. — זבין und חבין, beides ist Kal, also intransitiv; wörtlich übersetzt wäre daher זכין לאדם ואין חבין לאדם: Man kann wohl Jedermann von Vortheil und Gewinn, keinem Menschen aber nachtheilig sein.",
+ "niemand aber in seiner Abwesenheit einen Nachteil zuwenden kann. Die Verschmelzung der Sabbatbezirke gewährt keinerlei Vortheil; denn soviel Ellen man in der einen Richtung durch eie gewinnt, genau so viel verliert man durch sie in der entgegengesetzten Richtung (s. K. V M. 7. Ende). Dagegen birgt sie einen schweren Nachtheil in sich, insofern das, was man hier verliert, für Jedermann einen unvergleichlich höhern Reiz und grössern Werth hat als das, was man dort gewinnt. Nur im Nothfall wird sich jemand entschliessen, seinen Sabbatwohnsitz vermittels des ‘Erub zu verlegen, denn nur ungern gibt er einen Theil des zu seinem Wohnorte gehörigen Sabbatbezirkes preis, um ihn gegen ein entsprechendes Stück von dem eines fremden Ortes einzutauschen. Daher ist ein ‘Erub der Sabbatbezirke, welchen jemand ohne meinen Auftrag für mich macht, ungültig. Wohl aber ist ein ‘Erub der Höfe oder ein Schittuf der Strassen gültig, welchen man, ohne sich meiner Zustimmung zu versichern, ja ohne mein Wissen gemacht hat; denn die Aufnahme in eine dieser Vereinigungen kann, wie aus dem Schluss der 55. Anmerkung ersichtlich, nur von Vortheil, niemals von Nachtheil für mich sein. Vgl. Anm. 24 und 35."
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+ "Wie vereinigt man sich hinsichtlich der Schabbatbezirke. Um durch gemeinschaftliche Verlegung des Schabbatwohnsitzes (Einl. Abs. 4) den eigenen Schabbatbezirk mit dem eines andern Ortes zu verschmelzen. Diese und die folgende Mischna knüpfen an die letzten Halachot des vorigen Kapitels (M. 6 — 11), insbesondere an die Worte des R. Juda (daselbst gegen Ende) an, die Reihe der Vorschriften über die Vereinigung der Höfe und Strassen durchbrechend, zu denen M. 3 wieder zurückkehrt.",
+ "Man stellt den Krug hin. An den Ort des neuen Schabbatwohnsitzes.",
+ "Dies. Der Inhalt des Kruges, die ‘Erubspeise.",
+ "sei für alle Bewohner meiner Ortschaft. Doch muss ihnen vorher, sofern sie nicht zum ‘Erub beigesteuert haben, vom Eigentümerr der ‘Erubspeise ein Anteil an derselben nach K. VII M. 6 zugeeignet worden sein",
+ "der in das Haus der Trauer. Jenseits der Schabbatgrenze unseres Wohnortes.",
+ "oder in das Hausdes Gastmahls. D. i. ein Hochzeitshaus. Das Brautpaar durch Teilnahme an seinem Feste zu erfreuen, gilt ebenso als frommes Werk wie Leidtragende zu trösten. Ein ערוב תחומין soll nur für religiöse Zwecke gemacht werden (Einl. das.).",
+ "ist es gestattet. Hinzugehen.",
+ "falls es noch Tag war. Als ihm die Mitteilung von dem für alle Einwohner gemachten ‘Erub wurde.",
+ "verboten. Hinzugehen.",
+ "falls es schon dunkel war. Als ihm die Mitteilung von dem für alle Einwohner gemachten ‘Erub wurde.",
+ "denn man kann keinen ‘Erub machen nach Eintritt der Dunkelheit. Der ‘Erub ist hier allerdings noch am Freitag und zwar auch für ihn gemacht worden; daher genügt es ja, dass er im Laufe des Schabbat erst auf sich nimmt, in jenes Trauer- oder Hochzeitshaus jenseits des תחום zu gehen, sofern er nur vor Anbruch des Schabbat vom ‘Erub Kenntnis erhalten hat. Wenn er aber bis zum Schabbateingang nicht einmal eine Ahnung davon hatte, dass ein ‘Erub für ihn gemacht wurde, so hat er natürlich bis dahin auch nicht seinen Schabbatwohnsitz aus seinem Wohnorte verlegt. Nach Eintritt der Dunkelheit ist das aber nicht mehr statthaft, אין מערבין משתחשך, weil man ja den bei Beginn des Schabbat einmal geltenden Schabbatwohnsitz — und das ist für ihn sein Wohnort — selbstverständlich nicht mehr im Laufe des Tages beliebig gegen einen andern vertauschen kann. Ist er dagegen noch am Freitag von dem für ihn gemachten ‘Erub in Kenntnis gesetzt worden, so darf er von ihm Gebrauch machen, obgleich er erst am Schabbat zu einem festen Entschlusse gekommen, bis dahin aber sich die Wahl zwischen dem Schabbatbezirke des ‘Erub und dem seines Wohnortes offen gelassen hat (vgl. K. III M. 5), vorausgesetzt, dass er während der Zeit seines Schwankens sich nur innerhalb des dem ‘Erub und dem Wohnorte gemeinsamen Schabbatbezirkes bewegt hat (das. Anm. 49); wenn er jedoch über den ihm vom ‘Erub offengelassenen Spielraum hinaus im תחום seines Wohnortes weitergegangen ist, so hat er dadurch zu erkennen gegeben, dass er am ‘Erub keinen Anteil haben will, dieser also für ihn nicht vorhanden ist. Soviel zum bessern Verständnis des ebenso schwierigen als weittragenden und weitverzweigten Begriffes der ברירה oder der offengehaltenen Wahl."
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+ "Wie gross ist sein. Des ‘Erub. Das Suffix in שעורו vertritt das aus dem Verbum מערבין am Ende der vorigen Mischna zu entnehmende Nomen ערוב. Auf חבית am Anfang der vorigen Mischna kann es nicht bezogen werden, weil dieses Wort weiblich ist. Vielleicht aber auf זו (s. Anm. 3)",
+ "Kost zweier Mahlzeiten. Nicht volle zwei Mahlzeiten, sondern nur מזון שתי סעודות : deren Bedarf an dem zum ‘Erub verwandten Nahrungsmittel (an Brot, Wein, Öl, Essig, Gemüse, Compote od. dgl.) als Zukost.",
+ "beide aber bezwecken eine Erleichterung. Nach R. Meïr ist eine Schabbatmahlzeit reichlicher als eine Werktagsmahlzeit; denn am Schabbat sind die Speisen würziger, der Appetit ein regerer. Nach R Juda ist die einzelne Mahlzeit am Schabbat weniger reichlich; denn am Schabbat speist man dreimal, an Werktagen nur zweimal. [Anders als hier lautet Raschi’s Erklärung in כתובות 64 b.]",
+ "von welchem] vier Maass für einen Sela‘ sind. Dieselben Worte stehen Pea VIII 7. Dort ist das מ in מככר in seiner Abhängigkeit von אין פוחתין berechtigt. Hier scheint es gleich dem הא aus מעשר שני V 11 in דמאי I 4 achtlos herübergenommen (vgl. das Zitat in כתובות 64 b, welches jedoch auch sonst von der Fassung hier abweicht); desgleichen in Kelim XVII 11, wo unsere Mischna mit geringen Änderungen wiederholt ist. Doch findet diese Präposition sich dort auch bei der Maassbestimmung des R Simon: משתי ידות לככר. Ebenso im Jeruschalmi an unserer Stelle. Nun könnte man beide Angaben als termini a quo auffassen: von diesem oder jenem Quantum an und darüber ist das Maass des ‘Erub. Doch ist dieser Erklärungsversuch zu gezwungen, als dass er befriedigen könnte. Vielleicht hängt aber das störende מ von מזון שתי סעודות ab, um dessen nähere Bestimmung sich ja der ganze Streit dreht. Nach R. J. b. B. bestehen die zwei Mahlzeiten aus einem ככר בפונדיון, nach R. S. aus zwei Dritteln eines ככר משלש לקב. Der Ausdruck מארבע סאין בסלע steht elliptisch für מחטים של ארבע סאין בסלע. Dadurch erklärt sich das מ in מארבע. Das Fremdwort פונדיון ist verstümmelt aus Dupondius, dem Namen einer römischen Münze, deren Wert, wie schon der Name sagt, 2 Asse oder 8 Pf. (bei den Juden 2 איסר oder 5 Pf.) betrug. Der Sela‘, gleichwertig mit dem biblischen Schekel, hatte 48 Dupondien, die Seah (s. K. VII Anm. 49) 6 Kab. Folglich müsste ein ככר בפונדיון ½ Kab Mehl enthalten In Wahrheit hat es nur ¼ Kab. Aus einem Maass Weizen kann man ja kein Maass Mehl gewinnen, der Müller behält überdies für seine Mühe und die Benutzung seiner Mühle einen Teil zurück, etwas will der Bäcker doch auch verdienen, und so reducirt sich der halbe Kab Weizen, bis ein Brötchen aus ihm wird, langsam aber sicher auf ¼ Kab.",
+ "zwei Drittel. שתי ידות (2 Kön. 11, 7) zwei Drittel, שלש ידות drei Viertel, ארבע ידות (Gen. 47, 24) vier Fünftel…… תשע ידות (Neh. 11, 11) neun Zehntel u. s. w.",
+ "eines Laibes von dreien aus einem Kab. Also ²⁄₉ Kab. In לככר (רי״ף hat die Lesart בככר) steht das ל zur Bezeichnung des Genetivs wie in שני עבדים לשמעי 1 Kön. 2, 39 u. ö., in לקב zur Bezeichnung der Zugehörigkeit wie in יששכר לבית 1 Kön. 15, 27 u. ö.",
+ "seine Hälfte. Ist das Maass…..; השעור ist aus שעורו am Anfange der Mischna hier zu ergänzen.",
+ "beim aussätzigen Hause. Lev. 14, 33 ff. insbes. Vv. 46 u. 47. Wer das aussätzige Haus betritt, wird sofort unrein; die Kleider, die er anhat, werden jedoch erst dann unrein, wenn er so viel Minuten in dem Hause weilte, als zum Verzehren eines halben Weizenbrötchens erforderlich sind. Nega‘im XIII, 9. Unter dem halben Brötchen ist nun die Hälfte eines nach R. J. b. B. aus einem Viertel Kab, nach R. S. aber aus einem Drittel Kab hergestellten Laibes zu verstehen.",
+ "die Hälfte seiner Hälfte. Ist das Maass…..; השעור ist aus שעורו am Anfange der Mischna hier zu ergänzen.",
+ "um den Körper פסול zu machen. Wer von unreinen Speisen so viel gegessen hat, als der vierte Teil des umstrittenen Brötchens ausmacht (¹⁄₁₆ bez. ¹⁄₁₂ Kab), dessen Körper ist zwar nicht unrein, aber doch פסול, d. h. er ist untauglich, Opferfleisch und geweihte Früchte zu essen, ehe er ein Reinigungsbad genommen. Einer von den 18 rabbinischen Beschlüssen, auf welche Schabbat I 4 hingedeutet wird."
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+ "Wenn die Bewohner des Hofes. Des Erdgeschosses.",
+ "und die Bewohner des Ganges. Des obern Stockwerks, dessen Türen auf den Gang münden, von welchem eine Treppe in den Hof hinunterführt.",
+ "vergessen haben ‘Erub. Miteinander, nicht aber unter sich; s. Anm. 27.",
+ "was zehn Handbreiten hoch ist. Zugleich aber weniger als 10 Handbreiten in vertikaler Richtung vom Gange entfernt ist (Anm. 30).",
+ "zum Gange. Am Anfange der Mischna war unter מרפסת das obere Stockwerk zu verstehen. Die Bewohner des Ganges brauchen ja laut der folgenden Mischna überhaupt keinen ‘Erub zu machen. Es liegt nun nahe, dieses Wort auch hier im weitern Sinne zu nehmen. [Daher die Gemara: קא סלקא דעתך מאי מרפסת בגי עלייה]. Sachliche Gründe zwingen aber, es an dieser Stelle buchstäblich aufzufassen (אותן הדרים במרפסת ). Hof und Gang sind als שתי חצרות זו לפגים מזו im Sinne von K. VI M. 9 zu beurteilen, insofern die Bewohner des Oberstocks über den Hof gehen müssen, um auf die Strasse gelangen zu können. Da durch die Treppe eine bequeme Verbindung zwischen beiden hergestellt ist, können sie nach K. VII Anmerkung 9 sowohl einzeln als gemeinschaftlich den ‘Erub machen. Haben sie ihn nicht mit einander, sondern nur einzeln unter sich gemacht, so gehört der Hof den Bewohnern des Erdgeschosses, der Gang denen des obern Stockwerkes, und keine Partei übt auf die andere eine Beschränkung aus (K. VI Anm. 49). Ragt aus dem Hofe irgend ein Gegenstand in die Höhe, so steht er der Partei zur Verfügung, welcher er so bequem als möglich liegt. Liegt er beiden bequem oder beiden unbequem, so muss er beiden Parteien zuerkannt werden, so dass sie sich gegenseitig in seiner Benutzung beschränken. In diesem Falle darf keine Partei ihr Hausgerät auf denselben legen, vorausgesetzt, dass seine Oberfläche mindestens 4 Handbreiten im Geviert hat (K. VII Anm. 8; im ארח חיים 375 vermisse ich diese Voraussetzung, desgl. in den Mischnakommentaren). Nun liegt der Gang allerdings in der Regel nicht viel höher als 10 טפחים, die Fenster und Türen des Oberstocks aber, von welchem noch mehrere Stufen zum Gang hinunterführen, müssen naturgemäss, wenn die Stuben des Erdgeschosses nicht gar zu niedrig sein sollen, wohl mehr als 20 Handbreiten vom Hofraum entfernt sein. Ein im Hofe bis zu einer Höhe von 10 טפחים sich erhebender Gegenstand, liegt daher beiden Parteien gleich unbequem, da seine Oberfläche sowohl vom Boden des Hofes als auch von den Fenstern und Türen des obern Stockwerks 10 Handbreiten absteht. Gegenseitig machen sie daher die Benutzung derselben einander streitig. Bequem ist sie nur vom Gange aus erreichbar. Deshalb steht auch das Recht Hausgerät hinaufzulegen, den Bewohnern desselben ausschliesslich zu. Allerdings üben diese, wie die folgende Mischna lehrt, auf die Hofbewohner keine Beschränkung aus. Und in der Tat, wäre der Oberstock unbewohnt, so würde der Hof dieses Recht mit dem Gange Teilen. So aber übt das obere Stockwerk die Beschränkung auf die Hofbewohner, und der Gang bleibt der allein Berechtigte. [Dadurch löst sich nicht nur die Schwierigkeit, welche in den תוספות יו״ט zu M. 4 unter d. W. ומרפסת zu einer ebenso unnötigen als unhaltbaren Unterscheidung zwischen jenem und unserm מרפסת führt, sondern es erledigt sich auch der Einwand, welchen ריטב״א aus der folgenden Mischna gegen Raschi’s Erklärung geltend macht, und man ist nicht mehr genötigt, mit ריטב״א ,תוספות und תפארת ישראל den klaren Worten אותן הדרים במרפסת Zwang anzutun.]",
+ "zum Hofe. Dem Gesammthofe, den Bewohnern des Erdgeschosses wie denen des Ganges und des Oberstocks, weil es jenen vom Hofe aus ebenso leicht erreichbar ist, wie diesen vom Gange aus. Und da sie keinen Erub miteinander gemacht haben, hat keine Partei das Recht, ihr Hausgerät hinaufzulegen. [Man beachte, dass die Gemara diese Lage als beiden Parteien gleich bequem — לזה בפתח ולזה בפתח — und nicht wie weiter unten (s. Anm. 29) als beiden gleich unbequem bezeichnet! Demnach wäre ein Gegenstand, dessen Oberfläche vom Hofe weniger, vom Gange aber mehr als 10 טפחים in vertikaler Richtung entfernt ist, als לזה בפתח ולזה בשלשול zu bezeichnen und mithin ausschliesslich dem Hofe zuzusprechen, woraus sich eine Stütze für die Ansicht des Tur und ein Einwand gegen die des רמב״ם und des ש״ע ergibt.]",
+ "Die Umfassung der Grube. Wie sie gewöhnlich aus der ausgegrabenen und rings am Rande aufgeworfenen Erde hergestellt wird, damit die Grube mehr fassen kann.",
+ "die zehn Handbreiten hoch sind. Und deren Oberfläche 4 טפחים im Geviert hat; s. Anm. 23.",
+ "gehören zum Gange. Sofern ihre Oberfläche weniger als 10 Handbreiten senkrecht vom Gange absteht (Anm. 22), so dass sie von ihm aus ohne Mühe erreicht werden kann. Voraussetzung ist auch hier, dass Oberstock und Hof wohl unter sich, nicht aber miteinander den ‘Erub gemacht haben. Hätten sie ihn gemeinsam gemacht, so wäre es müssig, zu untersuchen, ob etwas dieser oder jener Partei zugehört, es wäre dann alles Allen gemeinsam. Hätte die eine der beiden Parteien — gleichviel welche — auch im eigenen Kreise den ‘Erub verabsäumt, so wären auf alle Fälle die Bewohner des Erdgeschosses nach K. VI M. 9 schon dadurch allein verhindert, ihr Hausgerät, das ihnen nicht einmal in den Hof zu schaffen gestattet ist, auf den Stein zu legen. Bei der Grube muss ausserdem noch vorausgesetzt werden, dass sie bis auf den Rand der Umfassung mit Dingen gefüllt ist, die man am Schabbat nicht in die Hand nehmen darf. Ist das nicht der Fall, so dürfen auch die Bewohner des Ganges kein Hausgerät hinauflegen, weil zu befürchten ist, es könnte im Laufe des Schabbat vom Inhalt der Grube soviel weggenommen werden, dass dessen Oberfläche, nunmehr 10 טפחים und darüber vom Gange entfernt, den Bewohnern desselben nicht mehr bequem genug läge.",
+ "zum Hofe. Dem Gesammthofe, den Bewohnern des Erdgeschosses wie denen des Ganges und des Oberstocks, weil es jenen vom Hofe aus ebenso leicht erreichbar ist, wie diesen vom Gange aus. Und da sie keinen Erub miteinander gemacht haben, hat keine Partei das Recht, ihr Hausgerät hinaufzulegen. [Man beachte, dass die Gemara diese Lage als beiden Parteien gleich bequem — לזה בפתח ולזה בפתח — und nicht wie weiter unten (s. Anm. 29) als beiden gleich unbequem bezeichnet! Demnach wäre ein Gegenstand, dessen Oberfläche vom Hofe weniger, vom Gange aber mehr als 10 טפחים in vertikaler Richtung entfernt ist, als לזה בפתח ולזה בשלשול zu bezeichnen und mithin ausschließlich dem Hofe zuzusprechen, woraus sich eine Stütze für die Ansicht des Tur und ein Einwand gegen die des רמב״ם und des ש״ע ergibt.]",
+ "selbst wenn es zehn Handbreiten hoch ist. אפילו היא גבוהה. So im Jeruschalmi ed. Wien 1820. Die Lesart אפילו היא גבוה ist sicher falsch. Viele Ausgaben haben aber אפילו גבוה. Demnach wäre מופלגת ,סמוכה und רחוקה auf מרפסת zu beziehen und der ganze Satz so zu übersetzen: Wobei sind diese Worte gesagt? Wenn er (der Gang) nahe ist; ist er aber entfernt, so gehört selbst 10 טפחים Hohes zum Hofe. Und wann heisst er nahe? Solange er nicht 4 Handbreiten entfernt ist.",
+ "zu Hofe. Zum Gesammthofe wie in Anm. 24; nur liegt hier der Grund der gegenseitigen Beschränkung nicht in der den beiden Parteien gleich bequemen, sondern umgekehrt in der für beide unbequemen Lage der Erhöhung; s. Anm. 23.",
+ "was nicht vier Handbreiten entfernt ist. In horizontaler Richtung; in lotrechter darf der Abstand nahezu 10 Handbreiten betragen (Anm. 27). Erinnert man sich, dass ein Erwachsener vom Scheitel bis zur Sohle mehr als das Doppelte misst, (K. IV Anm. 36), so wird die Behauptung, dass ein 10 טפחים hoher Gegenstand, dessen Oberfläche 9 טפחים vom Gange absteht, diesem bequemer liegt als dem Hofe, ohne Zweifel kein geringes Kopfschütteln hervorrufen und den Widerspruch förmlich herausfordern. Was kann es für einen erwachsenen Menschen Handgerechteres geben als eine Höhe von 80—120 cm. (vgl. Mechilta zu Ex. 16,13 und Sifre zu Num. 11,31)? Und wie wenig handgerecht ist demgegenüber eine noch so geringe Tiefe! Vermutlich denkt der Talmud hier an Hausgerät von einiger Schwere. Unstreitig ist es mühsamer und unbequemer, grössere Lasten zu heben, als sie an an einem Seile hinunterzulassen. S Raschi zu ‘Erubin 84 b unter d. W. בכומתא וסודרא, wie auch ריטב״א ebnd."
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+ "Wenn jemand seinen ‘Erub in das Torhaus. Nach Einigen = Torweg, Hausflur; nach Anderen = Thorwächterhäuschen, porterie.",
+ "die Exedra. Eine offene Halle vor dem Wohnhause, ähnlich den bedeckten Perrons unserer Bahnhöfe",
+ "oder den Gang. Ein in mässiger Höhe galerieartig rings um das Haus laufender, oder auch nur auf einer Seite desselben angebrachter überdachter Korridor, welcher einerseits zu den Türen des obern Stockwerks hinauf, andererseits mittels einer Treppe in den Hof hinunter und von diesem auf die Strasse in’s Freie führt — eine Art Treppenflur.",
+ "so ist es kein ‘Erub. Durch den ‘Erub der Höfe, und um diesen handelt es sich hier, sollen alle Beteiligten zu einer Familie vereinigt werden, alle Privaträume zu einer einzigen, Allen gemeinsamen Wohnung sich verschmelzen. Dieser Gedanke des ‘Erub kommt aber, wie er in unserer Einleitung Abs. 1 entwickelt ist, nicht zum Ausdruck, wenn das ‘Erubbrötchen in einem ohnehin gemeinsamen Raume wie Hausflur, Exedra oder Treppenflur liegt.",
+ "beschränkt ihn nicht. Da diese Räume vermöge ihrer Bestimmung und allgemeinen Benutzung als Durchgang nicht beanspruchen können, als Privatwohnung zu gelten, sind auch die etwa daselbst Hausenden nicht als Einwohner zu betrachten, sondern nur als Gäste des Hauseigentümers, die sich daher am ‘Erub nicht zu beteiligen brauchen. Nur die einzelnen Wohnungen, nicht die einzelnen Parteien, müssen ja der Vereinigung beitreten (vgl. K. VI M. 6)! Noch mehr! Wenn 10 Stuben, die von 10 verschiedenen Familien bewohnt sind, so hintereinander liegen, dass man, um von der letzten ins Freie zu gelangen, durch alle übrigen gehen muss, so brauchen blos die beiden hintersten dem ‘Erub beizutreten, alle anderen haben, indem sie diesen beiden als Durchgang dienen, den Charakter eines בית שער דרבים, eines mehreren Parteien gemeinsamen Thorweges, und sind daher der Beitragspflicht enthoben.",
+ "so ist es ein ‘Erub. Diese Räume eignen sich wohl, wenn auch nicht ihrer Bestimmung, so doch ihrer Lage und Beschaffenheit nach zur Benutzung als Privatwohnung.",
+ "beschränkt ihn. Es sind ja Privaträume, die zur ausschliesslichen Verfügung des Bewohners stehen. — Im Babli fehlt hier und am Schlusse der Mischna das Wort עליו; in dem Zitat Sukka 3b fehlt es auch im ersten Satze.",
+ "Wenn der Hauseigentümerr dort eine Handhabe hat. Wenn er irgend einen Gegenstand seines Besitzes dort liegen hat.",
+ "beschränkt er ihn nicht. »Nur muss es ein Gegenstand sein, den man am Schabbat in die Hand nehmen darf« (ובלבד דבר הניטל בשבת). Jeruschalmi. — »Nur muss es ein Gegenstand sein, den man am Schabbat nicht in die Hand nehmen darf« (דבר הניטל בשבת אוסר דבר שאינו ניטל בשבת אינו אוסר ). Babli. Und doch vielleicht kein Widerspruch. Im Babli ist die Rede von einem reichen Hausbesitzer, der alle Räume seines Hauses selbst bewohnt, dessen Ställe und Kammern voll sind seines Besitztums. Aus besonderer Rücksicht hat er irgend einem Anspruchlosen, dem es an einem Unterkommen fehlte, eine dieser Kammern eingeräumt, aber nicht ausgeräumt. Doch hat er sich auch nicht ausdrücklich bedungen, dass die in der Kammer zurückgelassenen Gegenstände daselbst bleiben müssen. Will der neue Bewohner sie ausräumen, mag er es tun (S. תוספות יו״ט z. St.). Solange indessen noch einer dieser Gegenstände in der Kammer sich befindet, ist noch der Eigentümer als Inhaber der improvisirten Wohnung zu betrachten und der Fremde als sein Gast, mit dem er keinen ‘Erub zu machen braucht. Sowie dieser aber des Eigentümers ganzen Hausrat aus der Kammer hinausgeschafft hat, אורח נעשה תושב, wird der Gast zum Einwohner, welcher ohne ‘Erub den Hausbesitzer beschränkt. Sind es nun Geräte, die man am Schabbat nicht in die Hand nehmen darf, so ist der בעל הבית gegen die Möglichkeit gesichert, dass der Gast sich am Schabbat plötzlich in einen gleichberechtigten und ihn somit beschränkenden Einwohner verwandelt. Andernfalls muss er sich schon zu einem ‘Erub mit ihm bequemen. Nicht ganz so liegt die Sache im Jeruschalmi. Hier hat der Hausbesitzer sich ausdrücklich ein Plätzchen reservirt, und wär’s auch nur ein Nagel in irgend einer Ecke, um seine Schuhe aufzuhängen (אפילו יתד לתלות בה מנעלו). Im Übrigen hat er also die Kammer ganz dem Fremden überlassen; dieser ist und bleibt der eigentliche Inhaber derselben, gleichviel ob der Hausbesitzer von seinem Recht der Mitbenutzung Gebrauch macht oder nicht. Es kann daher niemals den Gegenständen, die der Eigentümer daselbst zurückgelassen, die Bedeutung zukommen, die ihnen bei der Sachlage im Babli unstreitig innewohnt, die Bedeutung einer Unterlage für sein Hausherrenrecht auf die Kammer, denn dieses besitzt tatsächlich nicht er, sondern der Einwohner. Die genannten Gegenstände können mithin keinen andern Zweck haben, als ihm den freien Zutritt und damit die Betätigung seines Anrechtes zu sichern. Nicht darauf also kommt es hier an, dass diese Gegenstände dort einfach liegen bleiben, sondern einzig und allein darauf, dass sie ihm die erforderliche Veranlassung geben, nach Belieben bei seinem Einwohner ausundeinzugehen, ohne dass dieser eine illoyale Belästigung darin erblicken könnte. Andererseits hat sich der Hausbesitzer hier das Recht des freien Zutritts ausdrücklich Vorbehalten, und dies in einer Weise, dass keine Schnelligkeit seines Einwohners es ihm hinterrücks escamotiren kann. Es ist daher zunächst gleichgiltig, ob die zurückgelassenen Gegenstände am Schabbat in die Hand genommen werden dürfen oder nicht. Ja, er braucht überhaupt in der Kammer nichts von seinem Eigentum zurückzulassen, wenn er sich nur sonst den freien Zutritt auf Grund fester Abmachungen in einer Weise gesichert hat, dass die Bethätigung seines verbrieften Rechtes dem Andern nicht als übelwollende Schikane erscheint. So genügt es nach dem Jeruschalmi, wenn der Besitzer sich auch nur das Durchgangsrecht zu einem Nebenraume gewahrt hat, den er nicht leicht entbehren kann, zu dem aber kein anderer Weg als durch die Kammer führt. Es läuft also die ganze תפיסת יד, von der die Mischna spricht, auf einen schicklichen Vorwand hinaus, welcher dem Eigentümer die Möglichkeit gewährt, ohne unfreundlich zu erscheinen, so oft es ihm beliebt, die Kammer zu betreten. Einen solchen Vorwand bieten ihm Gegenstände des täglichen Bedarfs, für die er sich in der Kammer ein Plätzchen ausbedungen. »Nur muss es ein Gegenstand sein, den man am Schabbat in die Hand nehmen darf«. Ein anderer bietet ihm keine genügende Handhabe, jederzeit einzutreteten, da er ihm am Schabbat zu nichts nütze ist. Mit Recht würde die unnötige Belästigung seines Einwohners den Vorwurf auf ihn laden, dass er von seinem verbrieften Rechte einen wenig loyalen Gebrauch mache. Ist doch selbst der legitime Hausherr in der folgenden Mischna, von welchem anzunehmen ist, dass er am Schabbat in seine Wohnung nicht zurückkehren wird, hinsichtlich des ‘Erub als nicht vorhanden zu betrachten. Um wie viel mehr ist es ein Gegenstand, von dem es sicher ist, dass sein Eigentümer ihn am Schabbat nicht verwenden kann! Doch kann auch ein solcher unter Umständen den willkommenen Vorwand abgeben. Es hatte jemand, erzählt Jeruschalmi, eine Hühnersteige hinter der Wohnstube eines Andern, welche er ungehindert betreten konnte. Die Sache kam vor Rab, und dieser entschied: Da er doch genötigt ist, seinen Hühnern (die allerdings kein דבר הניטל בשבת sind) Wasser vorzusetzen, ist es so zu beurteilen, als wäre der Gegenstand selbst ein am Schabbat benutzbarer. Ein neuer Beweis dafür, dass es weniger auf die sonstige Verwendbarkeit oder Unverwendbarkeit des zurückgelassenen Gegenstandes ankommt, als auf seine Brauchbarkeit oder Unbrauchbarkeit zu dem erforderlichen Vorwande. Um es kurz zusammenzufassen: Wie die Dinge im Babli liegen, ist der vom Eigentümer in der Kammer zurückgelassene Gegenstand die Hauptsache Er bildet dort die Unterlage seines Hausherrenrechtes, mit welcher dieses steht und fällt. Solange derselbe in der Kammer sich befindet, ist deren Bewohner nichts als ein geduldeter Gast, auch ohne dass der Hausherr ihm das durch ungeniertes Einundausgehen fühlbar macht. Es braucht daher kein Gegenstand zu sein, welcher diesem Veranlassung gibt, ab und zu die Kammer zu betreten; wohl aber muss es ein solcher sein, welcher am Schabbat nicht weggeschafft werden kann. Bei der Sachlage im Jeruschalmi ist der zurückgelassene Gegenstand nur Mittel zum Zweck, und zwar zu einem Zwecke, zu dem sich mit wenigen Ausnahmen, die gleichfalls zulässig sind, nur solche Gegenstände eignen, die man am Schabbat in Gebrauch nehmen kann. [ולא פליגי מר אמר חרא ומר אמר חדא. Wer die תשובות מהרי״ק No 47 und 48 sorgfältig durchgeht, wird diese Unterscheidung daselbst begründet finden. Wo er von דבר שאינו ניטל בשבת spricht, ist die Rede von השכיר קצת מן הבית schlechthin; wo dagegen von פנה מיוחדת oder מעכב מקום לעצמו die Rede ist, spricht er ganz allgemein von כליו und חפציו. Der Verfasser der תוספות יו״ט hat nur den Auszug gesehen, welcher im Bet Josef aus den Worten des מהרי״ק angeführt wird, und daher a. a. O. aus denselben einen falschen Schluss gezogen. Siehe auch עצי אלמוגים zu או״ח 3702, wo bereits auf den diametralen Gegensatz zwischen Babli und Jeruschalmi aufmerksam gemacht, später auch das Missverständnis in den תוספות יו״ט aufgedeckt wird, ohne dass die Richtigstellung irgendwie für die Hebung der Widersprüche nutzbringend gemacht würde. Die dort versuchte Lösung ist nur eine Milderung, kein Ausgleich der Gegensätze. Indem sie noch einen andern, ebenso schroffen Gegensatz zwischen Babli und Jeruschalmi — es handelt sich um das בית שער im Anfange unserer Mischna, unter welchem nach B. ein gemeinsames, nach J. ein privates zu verstehen ist — auf eine gewaltsame Art in ihren Bereich hineinzieht, sucht sie zwei Knoten mit einem Schlage zu durchhauen, trifft aber natürlich keinen einzigen gehörig. Der zweiten Schwierigkeit ist nach meiner Meinung nur durch eine Emendation beizukommen. Es müssen בית שער דיחיר und בית שער דרבים gegen einander vertauscht werden, obgleich die fragliche — richtiger fragwürdige — Stelle im Jeruschalmi zu VI 6 (ed. Kr. fol. 23d oben) genau denselben fehlerhaften Wortlaut hat. Oder vielmehr gerade deswegen! Denn dort liegt der Fehler klar am Tage. Der Zusammenhang fordert daselbst folgende Berichtigung: מלתיה אמרה יש בית שער ליחיד מלתיה דרב אמרה אין בית שער ליחיד דמר ר׳ בא בר יודא בשם רב הדא דתימר בבית שער של רבים אבל בבית שער של יחיד הרי זה ערוב וכו׳. Man wird doch nicht etwa, um die vorliegende Fassung zu retten, מלתיה auf die Worte des R. Juda beziehen wollen! Ja selbst in diesem Falle entgeht man nicht der Notwendigkeit, die vorgeschlagene Verbesserung vorzunehmen. Es genügt allerdings, wenn zwei Parteien, welche nur einen Ausgang nach dem Hofe haben, sich nur mit einem Beitrag gemeinsam am ‘Erub beteiligt haben (ט״ז ס״ק ב׳ וס״ק ט׳ ועיין במשבצות), aber nicht, wenn sich nur die eine derselben — gleichviel welche — beteiligt hat. Es scheint also, dass auch R. Juda die äussere Wohnung als בית שער betrachtet und als solche von der Beitragspflicht entbindet. Auch er huldigt mithin dem Grundsatz: יש בית שער ליחיד, und R. Abahu will ihm im Grunde garnicht widersprechen, sondern nur einem Irrtum vorbeugen, zu welchem die lediglich der Concinnität wegen gewählte Ausdrucksweise: עירב הפנימי אין החיצון צריך לערב (die nichts anderes sagen will als עירב הפנימי סגי, keineswegs jedoch zu dem Schlusse berechtigen soll: הא לא עירב הפנימי החיצון צריך לערב) leicht verleiten könnte. עי״ש] — Die Beschränkung, von welcher hier und in der folgenden Mischna wiederholt die Rede ist, ist im Sinne von K. VI Anm. 1 aufzufassen."
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+ "der übt eine Beschränkung. Wenn er nicht vorher am ‘Erub sich beteiligt, bezw. sein Besitzrecht den übrigen Einwohnern vermietet hat (K. VI Anm. 1).",
+ "So die Worte des R. Meïr. Wenn er auch zugibt, dass eine Wohnung ohne Einwohner keine Wohnung ist (דירה בלא בעלים לא שמה דירה), so möchte er doch, um keinen Unterschied zu machen, der zu Irrtum und Missbrauch Anlass geben könnte, nur die wirklich leerstehenden Wohnungen als unbewohnte gelten lassen, nicht aber solche, deren Inhaber nur zeitweilig abswesend sind. Ist aber der Abwesende ein Nichtisraelit, so kommt noch דירת נכרי לא שמה דירה (K. VI ebend.) hinzu, und der verstärkten Kraft dieses Doppelargumentes vermögen auch die Bedenken R. Meïr’s nicht länger Stand zu halten. Rundweg lehnt er es daher nur hinsichtlich des Israeliten ab, einen Unterschied zwischen dem Anwesenden und dem Abwesenden zu machen; der Nichtisraelit aber beschränkt ihn abwesend nur dann, wenn die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, dass er im Laufe des Schabbat noch zurückkommt (‘Erubin 62 b).",
+ "Er übt keine Beschränkung. Abwesende, und wären sie’s auch nur auf kurze Zeit, sind als nicht vorhanden anzusehen.",
+ "Ein Nichtisraelit übt eine Beschränkung. Er könnte ja am Schabbat wiederkehren.",
+ "den Schabbat bei seiner Tochter. Buchstäblich! Ging er jedoch zu seinem Sohne, so könnte ein unfreundliches Wort der Schwiegertochter ihn leicht vertreiben. Dem Schwiegersohne gegenüber ist der Mann weniger empfindlich; vielleicht, weil er ihm weniger Rücksicht schuldet.",
+ "denn er hat es sich schon aus dem Sinne geschlagen. Den Schabbat im eigenen Hause zuzubringen."
+ ],
+ [
+ "Aus einer Zisterne zwischen zwei Höfen. Die keinen ‘Erub mit einander gemacht haben.",
+ "darf man am Schabbat nicht schöpfen. Weil dieselbe ein beiden Höfen gemeinsames Gebiet ist; vgl. K. VII Anm. 8. Auch hier ist es ohne die Scheidewand nur verboten, mit einem aus dem Hause geholten Gefäss zu schöpfen, oder das geschöpfte Wasser ins Haus zu tragen. [Was dem Verf. des תפארת ישראל hier schwierig war, habe ich zu ergründen nicht vermocht. Seine Unterscheidung zwischen פירות בבור, die man wohl, und מים בבור, die man nicht in den Hof befördern darf, ist ebenso unbegründet als unnütz. Wie man sich durch Vergleichung von שלחן ערוך I 376, mit 372,6 leicht überzeugen kann, besteht dieser Unterschied nicht. Vielmehr darf man auch ohne jegliche Vorkehrung Wasser aus der gemeinsamen Zisterne in den Hof tragen, ebenso wie man Früchte von der gemeinsamen Grube oder Mauer in den Hof schaffen darf. Wenn zwischen beiden ein Unterschied besteht, so dürfte er viel eher darin zu finden sein, dass bei מים בבור eine besondere מחיצה nötig ist, um sie ins Haus tragen zu dürfen, während bei פירות בבור vielleicht schon die Hofmauer zu diesem Zwecke hinreicht. Wäre es doch selbst dann gestattet, Früchte aus der Grube ins Haus zu schaffen, wenn die Mauer über der Grube ganz fehlte, solange die Lücke nicht mehr als 10 Ellen beträgt; und ist die Grube zwischen den Höfen länger als 10 Ellen, so schadet es auch nichts, da ja die Hofmauer über der Grube eine צורת פתח bildet (s. K. I Anm. 28). Nur von den Früchten, welche direct unter der Mauer liegen, dürfte man nicht ins Haus tragen, weil diese Stelle gemeinsames Gebiet ist.]",
+ "man hat ihr eine zehn Handbreiten hohe Scheidewand gemacht. Welche in ihrer Richtung genau der Grenzlinie folgend die Zisterne in zwei Gebiete Teilt",
+ "gleichviel ob von oben. So dass sie 1 טפח in das Wasser hineinragt. In mehreren Ausgaben fehlt בין מלמעלה (s. תוספות יו״ט z. St., wo am Schlusse ובמשנה שבסדר ירושלמי hinzuzufügen wäre).",
+ "oder von unten. So dass sie 1 טפח aus dem Wasser herausragt.",
+ "oder auch nur innerhalb ihres Beckens. So dass sie das Wasser gar nicht berührt. Demnach wäre בין מלמעלה überflüssig; s. Anm. 49.",
+ "Es kann doch keine grössere Scheidewand geben. Oder: Eine Scheidewand wird doch nicht grösser (d. i. besser, wirksamer) sein u. s. w. Der Sinn ist derselbe. [Ganz unmöglich ist dagegen die Auffassung in תפארת ישראל: die מחיצה wird doch nicht ärger sein als eine Mauer (דכותל שמפסיק בין ב׳ חצרות ועוברת על פי הבור מתרת אף שאינה נכנסת באוגנה כלל כמו כן לא נחמיר במחיצה אף שאינה חזקה ועבה ככותל וסגי בעוברת ). Dann müsste es ja heissen: לא תהא מחיצה גרועה מכותל! Und wo steht denn übrigens, dass eine Mauer nicht in das Becken der Zisterne hineinzuragen braucht? Räumen dies etwa die חכמים ein, dass auf diese Prämisse der Schluss gebaut werden könnte: folglich braucht auch die מחיצה, obgleich weniger stark und dick als eine כותל, nicht hineinzuragen? Sollte diese unhaltbare Erklärung auf einer irrtümlichen Auffassung der Worte Raschi’s beruhen?]",
+ "als die Mauer zwischen ihnen. Welche ja die beiden Gebiete auch unter der Zisterne von einander abgrenzt, diese dadurch in zwei Hälften Teilend. Wozu also noch unterhalb der Mauer eine besondere Scheidewand im Becken selbst? Die Vertreter der Gegenansichten beharren demgegenüber bei ihrer Forderung einer besondern מחיצה innerhalb des Beckens der Zisterne, nicht weil sie eine »schwebende Scheidewand« für unzulässig halten — der Grundsatz מחיצה תלויה מחרת במים steht ja unangefochten da — sondern weil sie mit Rücksicht auf den Aggregatzustand des Wassers, welcher etwaigen Übergriffen ins Nachbargebiet [im Gegensatz zu פירות בבור Anna. 47 Ende] keinen Widerstand entgegensetzen kann, neben der Hofmauer solch eine מחיצה für notwendig erachten, welcher man anmerkt, dass sie bloss des Wassers wegen und sonst zu keinem Zwecke hergerichtet wurde."
+ ],
+ [
+ "Aus einem Wasserarm. Von mindestens zehn Handbreiten Tiefe und deren vier Breite; s. Anm. 59.",
+ "darf man am Schabbat nicht schöpfen. Wasserläufe von den angegebenen Dimensionen — natürliche wie künstliche — bilden sowohl in einem Privatgebiete (רשות היחיד) als in einem öffentlichen (רשות הרבים) als auch in einem neutralen (כרמלית) ein besonderes Gebiet für sich, u. z. haben sie, da ihr Bett einerseits keinen geschlossenen Raum darstellt, andererseits dem öffentlichen Verkehre wegen seiner Breite und Tiefe ein Hindernis bietet, den Charakter einer כרמלית. Man darf daher aus ihnen vom Hofe aus, der eine רשות היחיד ist, kein Wasser schöpfen.",
+ "dass man ihm eine zehn Handbreiten hohe Scheidewand. Welche, wie oben Anm. 49 — 50 einen טפח entweder ins Wasser oder aus dem Wasser ragt.",
+ "beim Eintritt und beim Austritt gemacht hat. So dass sein Bett einen geschlossenen Raum darstellt.",
+ "Die Mauer über ihm ist als Scheidwand zu beurteilen. Die Hofmauer, welche auf beiden Seiten den Canal schneidet. Vgl. Anm 53. Übrigens fehlt dieser Satz im Jeruschalmi. S. darüber תוספות יו״ט z. St.",
+ "Weil er nicht das entsprechende Maass hatte. Er war entweder keine 10 Handbreiten tief oder keine 4 breit; ein solcher Wasserlauf bildet kein besonderes Gebiet für sich, ist vielmehr im Privatgebiete gleichfalls רשות היחיד, im öffentlichen gleichfalls רשות הרבים und im neutralen gleichfalls כרמלית. [Befremden muss es erregen, dass Raschi in Baba K. 50 b u. d. W. דדלאי, zur Begründung der daselbst stillschweigend zugestandenen und aus der Discussion als selbstverständlich sich ergebenden Voraussetzung, dass ein Feldgraben (אריתא דדלאי) weniger als 10 טפחים Tiefe hat, denselben mit der אמת המים identificirt, die er auf Grund einer Ableitung von אמה = Elle für einen Kanal von nur 1 Elle Tiefe und ebensolcher Breite hält. Hier haben wir nun eine אמת המים von mindestens 1⅔ Ellen Tiefe.]"
+ ],
+ [
+ "Befindet sich ein Balkon. Zu welchem aus dem Oberstocke eine Tür oder ein Fenster sich öffnet, und dessen Boden eine Öffnung hat, durch die man einen Eimer hinunterlassen kann.",
+ "so darf man von ihm aus am Schabbat nicht schöpfen. Weil der Balkon רשות היחיד, das Wasser aber כרמלית ist; s. Anm. 55. Geht aber weder Fenster noch Tür auf den Balkon, so ist dieser selbst neutrales Gebiet, und es ist gestattet, das Wasser aus der einen כרמלית in die andere zu schaffen.",
+ "gleichviel ob von oben. An den 3 offenen Seiten des Balkons oder wenigstens rings um die Öffnung, wenn diese vier Handbreiten im Geviert hat. Ein geschlossener Raum von 10 טפחים Höhe und deren 4 Breite ist nämlich רשות היחיד. Die Wände des Verschlages reichen zwar nicht bis zum Wasser, werden aber als nach unten entsprechend verlängert angesehen (גוד אחית מחיצתא).",
+ "oder von unten. Rings um den unterhalb des Balkons befindlichen Teil des Wassers. Die vier Wände des Verschlages werden in diesem Falle als bis zum Balkone nach oben verlängert angesehen (גוד אסיק מחיצתא). Eine andere Erklärung lässt den Verschlag immer am Balkone angebracht sein: מלמעלה in der Richtung nach oben, oder מלמטה in der Richtung nach unten.",
+ "Desgleichen. Wie oben ohne Verschlag, so ist hier ohne ‘Erub zu schöpfen verboten; oder: wie oben das Fehlen einer מחיצה das Verbot begründet, so hier das Fehlen einer מחיצה. Dies zur Erklärung der Konjunction וכן, welche Raschi (84b oben) gestrichen, Tosafot (84a unten) erhalten wissen möchte. Das Einfachste wäre, die Worte וכן שתי גזוזטראות זו למעלה מזו als selbständigen Satz aufzufassen: »Ebenso verhält es sich mit zwei Balkonen übereinander«. Wenn von beiden aus geschöpft werden soll, müssen beide mit Wänden versehen werden. Die Mischna, so könnte man wohl annehmen, hält es für nötig, dies besonders hervorzuheben, weil sonst der Irrtum entstehen könnte, als wäre bei vorhandenem ‘Erub nur für den einen Balkon — sei es an ihm selbst, sei es unten im Wasser — eine מחיצה nötig, da ja deren Wände ohnehin als verlängert und mithin auch den andern Balkon umschliessend betrachtet werden müssen. Doch stösst diese Auffassung sowohl auf formelle als auf sachliche Bedenken. In formeller Beziehung wäre auf die Zitate in ‘Erubin 84 b und 85 a hinzuweisen, welche dartun, dass die in Rede stehenden Worte zum Folgenden gehören. Sachlich wäre einzuwenden, dass in der Tat kein triftiger Grund ersichtlich ist, die Annahme, dass eine מחיצה für beide Balkone ausreicht, als einen Irrtum hinzustellen. Ist dieselbe unten im Wasser angebracht, so kann es kaum einem Zweifel unterliegen, dass sie — für den obern Balkon hinreichend, weil ideell bis zu ihm hinanreichend — für den untern erst recht genügt. Befindet sie sich am untern Balkone, so kann ebensowenig ein Zweifel darüber walten, ob ihre Wirkung sich auf den obern miterstreckt. Es wird ja nirgends verlangt, dass der Verschlag unmittelbar aus dem Balkon heraustrete; sie kann vielmehr in beliebiger Tiefe, sogar im Wasser angebracht sein — warum sollte also die מחיצה des untern Balkons nicht als ebensogut zum obern gehörig und nur in einiger Entfernung unter ihm befindlich betrachtet werden können? Noch besser! Man ist doch keineswegs darauf angewiesen, direkt vom Balkone aus zu schöpfen; man kann vielmehr den Eimer aus beliebiger Höhe durch die מחיצה ins Wasser hinunterlassen — warum sollte es also nicht gestattet sein, ihn vom obern Balkon aus durch den Verschlag des untern hinabzutauchen? Zweifelhaft ist nur, ob der Verschlag am obern auch für den untern Balkon ausreicht oder nicht. Einerseits umschliessen ja, wenn auch nicht tatsächlich, die ohnehin nach unten verlängert gedachten Wände auch den untern Balkon; andererseits aber geht der von diesem aus ins Wasser gesenkte Eimer zwischen gar keinen Wänden hindurch. Erwägt man jedoch, dass nach Raschi’s Auffassung von מלמעלה, welche den Verschlag über dem Balkon angebracht sein lässt (Anm. 63) das Schöpfgefäss so wie so auf seinem ganzen Wege die מחיצה nicht passiert, dass also im Grunde weiter nichts nötig ist, als das blosse Vorhandensein eines Verschlages, der zu keinem andern Zwecke als lediglich des Wassers wegen gemacht wurde (s. Tosafot u. ריטב״א z. St.; vgl. auch Anm. 53 Ende), so wird man auch diese Frage bejahen müssen. Schliesslich sei noch erwähnt, dass das Wörtchen וכן, welches hier vielleicht nur einer Reminiszenz aus K. VII M. 4 seine Stelle verdankt, im ר״אש fehlt, sich aber im רי״ף wie auch im Jeruschalmi findet.",
+ "wenn man von zwei Balkonen über einander an dem obern einen. Verschlag; in dem Zitat auf Seite 85a heisst es ausdrücklich: עשו מחיצה לתחתונה עשו מחיצה לעליונה ולא.",
+ "an dem untern aber keinen. Verschlag; in dem Zitat auf Seite 85a heisst es ausdrücklich: עשו מחיצה לעליונה ולא עשו מחיצה לתחתונה.",
+ "bis sie ‘Erub machen. Die Rede ist von zwei Balkonen, die schräg über einander liegen, der eine mehr rechts, der andere mehr links, jedoch so, dass ihre Horizontaldistanz (die Projektion ihrer Verbindungslinie) weniger als vier Handbreiten misst. Der Verschlag ist auf gemeinschaftliche Kosten gemacht worden, so dass auch die Inhaber des untern Balkons ein Recht auf ihn haben. Diese können die מחיצה des obern Balkons, gleichviel ob sie an ihm selbst, oder ob sie unter ihm im Wasser angebracht ist, nur indirekt, auf dem Umwege über den obern Balkon benutzen, da ja die beiden Balkone nicht in gleicher Linie über einander liegen. Es ist daher beiden die Benutzung derselben und somit das Wasserschöpfen am Schabbat ohne ‘Erub verboten. Ist der Verschlag auf gemeinsame Kosten an dem untern Balkone oder unter ihm gemacht worden, so ist seine Benutzung erst recht verboten. Das braucht die Mischna gar nicht erst zu sagen. Denn es ergibt sich von selbst, wenn man bedenkt, dass vom obern Balkon die Mitbenutzung des untern viel bequemer ist, als die Mitbenutzung des obern vom untern aus. Hat aber jeder Balkon seinen besondern, wenn auch gemeinschaftlich hergestellten Verschlag, so können sie des ‘Erub entraten. Desgleichen ist es, wenn nur eine מחיצה vorhanden ist, von dem zugehörigen Balkone aus auch ohne ‘Erub zu schöpfen gestattet, falls dieselbe ausschliesslich auf Kosten des Inhabers gemacht wurde; und falls die Horizontaldistanz 4 טפחים und darüber beträgt, ist dies sogar dann erlaubt, wenn der Verschlag gemeinschaftliches Eigentum ist. — Nach Maimonides ist die Rede von zwei Balkonen, die in grader Linie über einander liegen. Dieselben müssen durch ‘Erub vereinigt werden, wenn sie weniger als 10 טפחים von einander entfernt sind; ferner wenn die מחיצה des obern Balkons gemeinsames Eigentum ist und der untere nicht ebenfalls eine מחיצה hat; endlich wenn nur der untere einen Verschlag hat, u. z. in diesem Falle auch dann, wenn er ausschließliches Eigentum der untern Partei ist, weil der Eimer der obern durch ihre מחיצה geht. Diese Auffassung haben sich nicht allein R. ‘Obadja aus Bartinora und der Verfasser von מלא כף נחת in ihren Erklärungen zu dieser Stelle angeeignet; wir begegnen ihr auch in תפארת ישראל, dem zuverlässigsten und mustergiltigsten Mischnacommentare, obgleich die in מגיד משנה versuchte Rechtfertigung derselben, von ihrem Urheber selbst als eine sehr gezwungene bezeichnet, in כסף משנה wie auch in Bet Josef zu א״ח 355 Ende kurzer Hand mit den Worten abgefertigt wird: ואיני רואה להם יישוב »ich sehe überhaupt keine Rechtfertigung«. [So arg ist es nun freilich nicht. Wenn es verdienstlich ist, einen herben רמב״ם, wie der Schulausdruck lautet, zu verantworten, wollen wir dem aufmerksamen Leser, welcher geneigt ist, sich in den Gegenstand zu vertiefen, gern behülflich sein, sich in dieser Richtung ein Verdienst zu erwerben, indem wir ihm die zur Lösung des Problems nötigen Daten an die Hand geben. Nach den Erklärungen der Gemara spricht unsere Mischna von zwei einander naheliegenden Balkonen, für deren obern ein Verschlag auf gemeinschaftliche Kosten gemacht wurde. Ist der obere Balkon vom untern entfernt (מופלגת), so ist er auf den ‘Erub ebensowenig angewiesen, als wenn die מחיצה sein ausschliessliches Eigentum ist. Die Schwierigkeit besteht nun zunächst darin, dass Maimonides laut der Rechtfertigung im מגיד משנה unter מופלגת einen Höhenunterschied von 10 Handbreiten verstehen soll, eine Auffassung, von der schon Raschi schlagend bewiesen hat, dass sie aus mehr als einem Grunde unmöglich ist; ferner hat nach dem Talmud der obere Balkon, der den Verschlag auf eigene Kosten hergestellt hat, in keinem Falle ein Interesse am ‘Erub, auch dann nicht, wenn er ganz in der Nähe des untern sich befindet, während nach Maimonides bei einem Höhenunterschied von weniger als 10 טפחים ein ‘Erub unter allen Umständen erforderlich ist, selbst dann, wenn gar beide Balkone mit מחיצות versehen sind. Dadurch sieht sich הרב המגיד zu der Annahme genötigt, dass die Worte Rab’s לא שנו אלא בסמוכה אבל במופלגת עליונה מותרת und die des R. Scheschet (הכא במאי עסקנין כגון שעשו מחיצה בשותפות) zwei einander ausschliessende אוקימתות sind; eine Annahme, gegen welche der Zusammenhang der einschlägigen talmudischen Discussion laut protestirt. Eine Stütze scheint diese Behauptung in dem immerhin bemerkenswerten Umstande zu haben, dass R. Jizchak Alfasi nur die Ansicht Rab’s anführt (in dem Satze אבל במופלגת אפילו גבוה עשרה טפחים עליונה מותרת sind die durch gesperrte Schrift hervorgehobenen Worte, die im Talmud nicht stehen, wohl nur eine Reminiscenz aus M. 3, welche hier ganz und gar nicht am Platze ist), die des R. Scheschet dagegen mit Stillschweigen übergeht. Doch ist eine Folgerung aus dem Stillschweigen an sich schon und ihrer ganzen Natur nach ein sehr unsicherer Schluss, hier aber umsomehr, als R. Ascher auch die Worte Rab’s unterdrückt, obgleich diese Tatsache zur Not ihre Erklärung darin finden könnte, dass das zu Grunde liegende allgemeinere Prinzip אין אדם אוסר על חברו דרך אויר von ihm bereits oben zu M. 3 als maassgebender Grundsatz hingestellt wurde. Dem sei wie ihm wolle, auf alle Fälle ist es undenkbar, dass ein Kenner des Hebräischen, wie Maimonides — ganz abgesehen davon, dass es in dem Zitat auf S. 85a ausdrücklich heisst. אבל במופלגת ארבעה עליונה מותרת, worauf in der Tat nicht viel zu geben ist — mit seinem feinen Sprachgefühl es fertig gebracht hätte, die Gegensätze סמוך und מופלג, welche in der rabbinischen Literatur nur von der Horizontaldistanz gebraucht werden, auf die Vertikaldistanz zu beziehen. Es liegt aber auch gar kein zwingender Grund zu solcher Annahme vor. Maimonides fasst die Worte Rab’s im Wesentlichen genau so wie Raschi auf: לא שנו אלא בסמוכה, in der Mischna ist die Rede von zwei Balkonen, die in vertikaler Richtung zwar 10 Handbreiten und darüber von einander entfernt sind, in wagerechter aber einander so nahe liegen, dass man nur den Arm gehörig auszustrecken braucht, um vom obern aus den Wassereimer durch die Öffnung des untern gleiten zu lassen. Der Unterschied zwischen Maimuni’s und Raschi’s Auffassung liegt hauptsächlich darin, dass nach diesem, welcher die Balkone der Mischna einerseits weniger als 4 מפתים seitlich von einander entfernt, andererseits aber auch nicht genau über einander sich befinden lässt, das Wort סמוכה nicht allein zu מופלגת, sondern auch zu מכוונת einen Gegensatz bildet (s. 84b; zur Stelle dagegen: אפילו זו שלא כנגד זו genau so wie M. — וקל ליישב; s. weiter unten), während es nach jenem sinnentsprechender nur מופלגת ausschliesst. Er erklärt dem einfachen Wortsinn gemäss זו למעלה מזו: Der eine Balkon liegt genau über dem andern. Doch ist das nicht allzu streng zu nehmen. Wenn sie nur סמוך sind, so dass ihre Horizontaldistanz, ob auch nicht gleich Null, so doch eine sehr geringe ist, sind sie ohne ‘Erub ebenfalls אסור (לא שגו אלא בסמוכה). Beträgt der seitliche Abstand 4 Handbreiten, so ist die obere Partei keineswegs auf den ‘Erub angewiesen (אבל במופלגת עליונה מותרת). Desgleichen wenn diese die מחיצה auf eigene Kosten gemilcht hat, weil dann die untere Partei nicht das Recht der Mitbenutzung hat. In der Mischna muss daher die Rede von einer gemeinschaftlich hergestellten מחיצה sein ( הכא במאי עסקינן כגון שעשו מחיצה בשותפות). Allerdings ist es befremdlich, dass R. Scheschet nicht lieber sagt: Die Rede ist von einem Verschlage, welchen der Inhaber des obern Balkons zwar auf eigene Kosten, aber unten im Wasser gemacht hat, so dass der Eimer der untern Partei denselben stets, auch an Wochentagen passiren muss, da doch die Balkone der Mischna genau über einander liegen. Nach Raschi freilich, der dieselben seitlich von einander entfernt sein lässt, bleibt kein anderer Ausweg als der gemeinsame Verschlag, weil sonst die untere Partei auch auf die im Wasser befindliche מחיצה kein Recht hat. Im Sinne Maimuni’s aber muss man sich zu der Annahme bequemen, dass entweder R. Scheschet die Erklärung Rab’s schon voraussetzt, nach welcher זו למעלה מזו nicht buchstäblich zu nehmen ist, und nur מופלגות, nicht aber auch סמוכות ausschliessen will, oder dass עשו לעליונה ולא עשו לתחתונה nur auf eine am obern Balkone selbst und nicht auf eine im Wasser angebrachte מחיצה anwendbar ist (s. weiter unten). Auf gemeinschaftliche Anfertigung deutet übrigens schon der Plural in עשו hin, wenn die Lesart עשה in der ersten Hälfte der Mischna zuverlässig, und somit der Wechsel des Numerus beabsichtigt ist. So lösen sich auf die einfachste Weise alle die Schwierigkeiten, welche sich bei der in מגיד משנה versuchten Rechtfertigung Maimuni’s aus der talmudischen Diskussion ergeben. Aber nicht nur diese allein! Auch eine Schwierigkeit in der Mischna selbst, auf welche bisher noch nicht hingewiesen wurde, erledigt sich nun von selber. Wenn unter סמוכות ein Höhenunterschied von weniger als 10 טפחים zu verstehen ist, wie הרב המגיד will, warum sagt da die Mischna, die doch von סמוכות spricht, עשו לעליונה ולא עשו לתחתונה? Nach Maimuni sind doch in diesem Falle auch dann אסורות שתיהן, wenn jede ihren eigenen Verschlag hat! Es liegt mithin am Tage, dass es sich in der Mischna um Balkone handelt, die in vertikaler Richtung mindestens 10 Handbreiten von einander abstehen. Wie konnte also Maimonides die Worte לא שגו אלא בסמוכה so auffassen, wie es ihm in מגיד משנה zugemutet wird? Gerade er durfte am wenigsten in diesen Irrtum verfallen! Denn zu all den Gründen, mit welchen Raschi diese Auffassung bekämpft, kommt bei ihm noch das eben dargelegte argumentum ad hominem hinzu, welches Raschi nicht verwerten konnte, weil es eben nur denjenigen trifft, welcher wie Maimuni bei einem Höhenunterschied von weniger als 10 טפחים auch für עשו לעליונה ועשו לתחתונה einen ‘Erub fordert. Kein Zweifel mehr, רמב״ם hat die Worte Rab’s in der Hauptsache ebenso wie Raschi aufgefasst. Dieser lässt sogar den nebensächlichen Unterschied, welchen er auf S. 84b zwischen סמוכה und מכוונת macht, an dieser Stelle, wo er durch keine Rücksicht auf die dortige Diskussion gebunden ist, wie wir bereits angedeutet haben, wieder fallen, so dass hier zwischen ihm und Maimonides in der Auffassung unserer Mischna volle Übereinstimmung herrscht. Ja wie kommt denn nun aber Maimonides dazu, hinsichtlich der Verticaldistanz eine Unterscheidung zu machen, von der Raschi nichts weiss, und von welcher sich ja im Talmud keine Andeutung findet, wenn sie nicht in den Worten Rab’s liegen soll? Diese Unterscheidung ist jedoch eine Konsequenz der von Maimonides in Hilchot ‘Erubin IV 16 vertretenen Ansicht, dass unter לחצר am Schlusse der 3. Mischna unseres Kapitels אף לחצר zu verstehen ist. ר״י (s. Tosafot 84a oben) bestreitet dies mit dem Hinweise auf den Ausspruch Rab’s: אין אדם אוסר על חברו דרך אויר. Maimonides, der diesen Grundsatz ebenfalls anerkennt (das. III 23) befindet sich also im Widerspruche mit sich selbst? Keineswegs. Er dehnt nur nicht die Giltigkeit dieses Satzes auf gemeinsame Räume aus, beschränkt ihn vielmehr auf Gebiete, an welche keine der beiden Parteien oder nur eine derselben ein eigentliches, sozusagen verbrieftes Recht hat Dieser Unterschied findet sich schon in den חרושי ריטב״א, welche die Verfasser von ט״ז ,ב״ח und הגהות מהרל״ח, die sich zu א״ח 375/6 um die Lösung dieses scheinbaren Widerspruchs bemühen, nicht gesehen haben, zu den Worten מאי לחצר אף לחצר S. 84a: אבל הבא התל והעמוד משותף הוא ממש עד באן לא קאמר רב אין אדם אוסר על חברו דרך אויר אלא בדבר שאינו משותף ממש ביניהם כגון (s. 85a unten) וכיון שהם בשותפות ומשתמשין שם בחול בעמוד בשותפות בין החצר והמרפסת דאי לא לא אסרי ליה בני מרפסת על בני חצר דיש דין גזל בשבת וחורבה ההוא דג׳ חרבות שבין שתי חצרות (vgl. 88a Mitte) לאו תשמיש אויר הוא חשוב אלא תשמיש גמור מחזיר לבעליה. Nun ist aber die auf gemeinschaftliche Kosten hergestellte מחיצה unserer Mischna ebenfalls gemeinsames Eigentum. Es ist also auch hier nicht anwendbar אין אדם אוסר על חברו דרך אויר. Und wenn במופלגת dennoch עליונה מותרת, so kann nicht der auf S. 88a angegebene Grund, sondern nur die denselben ablehnende Begründung auf S. 85a für diese Entscheidung maassgebend gewesen sein: דמי כיון דלזה בזריקה ושלשול ולזה בשלשול לחודיה כלזה בזריקה ולזה בפתח. Von seinem Standpunkte aus hält ר״י (das. u. d. W. בור) dieses Argument für einen דיחוי בעלמא; Maimonides muss es consequenterweise für das einzig richtige erklären. Dieses Argument ist aber, wie aus M. 3 hervorgeht, nur bei einem Höhenunterschied von 10 Handbreiten stichhaltig (s Anm. 24 u. Jad hachazaka H. ‘Erubin IV 16). Deshalb betont Raschi hinsichtlich der Worte כיון דלזה בזריקה, dass unter זריקה sowohl זריקת אויר als auch זריקת גובה zu verstehen ist; זריקת אויר allein würde im Verein mit שלשול nicht genügen, um den שלשול der andern Partei zu einem פתח zu stempeln (vgl. 85b oben: והא מר הוא דאמר ובו׳). Wenn daher Rab sagt במופלגת עליונה מותרת, so kann er, da er sich auf die Mischna bezieht, in welcher von einer gemeinschaftlichen מחיצה die Rede ist, nur Balkone von mindestens 10 טפחים Verticaldistanz im Auge haben. Mit Recht behauptet also Maimonides in seinem Mischnakommentar, dass unsere Mischna von היה ביניהם יותר מזה השיעור spricht. Mit Recht schickt er auch in seinem Codex (das. 24) einleitend voraus, dass bei einem geringern Höhenunterschiede ein ‘Erub unter allen Umständen erforderlich ist, auch wenn beide Balkone mit מחיצות versehen sind, und selbst wenn diese nicht gemeinsames Eigentum sind. Nur in einem Falle wäre unter diesen Voraussetzungen, weil dann der Satz אין אדם אוסר על חברו דרך אויר in Betracht käme, vielleicht ein ‘Erub überflüssig (wir sagen »vielleicht«, weil die weiter unten aus חדושי הריטב״א angeführte Stelle die Giltigkeit dieses Satzes sogar in diesem Falle bestreitet), wenn nämlich die Horizontaldistanz 4 טפחים und darüber beträgt. Maimuni spricht jedoch wie die Mischna von סמוכות. Liegen aber die Balkone genau über einander oder doch annähernd in gleicher Linie, so müssen sie, wenn sie sich den ‘Erub ersparen wollen, vor allen Dingen einen Höhenunterschied von 10 Handbreiten haben, weil ein geringerer Abstand gleich Null ist, so dass beide Balkone als auf gleichem Niveau liegend und mithin als ein einziger Balkon angesehen werden müssen (שהן ככצוצטרא אחת מפני). Ist doch selbst nach Mar Samuel, der in Bezug auf ולזה בזריקה לזה בשלשול grösseres Entgegenkommen zeigt, ein ‘Erub unerlässlich im Falle דקיימין בתוך עשרה דהדדי (84b), geschweige denn nach Rab, dessen strengere Ansicht die Benutzung eines Gebietes, welches der einen Partei bequemer als der andern, aber auch jener nicht ganz bequem liegt, ohne ‘Erub beiden untersagt. Ausdrücklich bemerkt Raschi daselbst, dass der Satz כל דבר שתשמישו לזה בנחת ולזה בקשה נותנים אותו לזה שתשמישו בנחת (83b) nur dann Anwendung findet, היכא דב׳ הרשויות חלוקות בגובה י׳, sonst aber sind אפילו לזה בפתח ולזה בזריקה beide אסור, u. z. aus keinem andern Grunde, als weil אין חלוק רשות ביניהם. Sagt diese Begründung nicht mit anderen Worten dasselbe, was Maimuni durch מפני שהן ככצוצטרא אחת ausdrückt? Und bilden so die beiden Balkone ein ungeteiltes Gebiet, ist es da noch ein Unterschied, ob dieselben eine oder zwei מחיצות haben, und ob diese gemeinschaftliches Eigentum sind oder nicht? Allerdings ist Rab nicht genötigt, die Mischna so aufzufassen, wie sie Abaje dort nach Mar Samuel erklärt; immerhin bleibt doch aber הדין דין אמת! Deutlich genug lässt Raschi dies durchblicken, wenn er in seiner Begründung wiederholt mit einem gewissen Nachdruck hervorhebt, dass dieselbe nicht auf dem תשמיש השוה fusst (דטעמא דהכא לאו משום תשמיש), sondern auf der Einheit beider Gebiete (משום דאין לזו רשות בלא זו). Noch deutlicher sagt ריטב״א zu 84b: דאפילו רב לא קאמר אלא בשגבוה עשרה דהשתא בעינן שתהא סמוכה אבל בשאין גבוה עשרה אפילו במופלגת . Also nicht einmal אין אדם אוסר על חברו דרך אויר ist bei einem Höhenunterschiede von weniger als 10 Handbreiten anwendbar, so dass selbst das Vorhandensein zweier, nicht auf gemeinsame Kosten hergestellter מחיצות, die in horizontaler Richtung noch so weit abstehenden Balkone der ‘Erubpflicht in diesem tall entheben kann. Demnach könnte Maimonides in seinem Codex sogar von מופלגות ארבעה טפחים sprechen, und hätte doch in jedem Worte Recht: Solange die Vertikaldistanz der Balkone weniger als 10 טפחים beträgt, wäre unter allen Umständen ein ‘Erub erforderlich, und alle die Unterschiede zwischen מופלגות und סמוכות, zwischen שתי מחיצות und מחיצה אחת, zwischen עשתה לבדה und עשו בשותפות hätten zur Voraussetzung, dass »בין העליונה והתחתונה יותר על י׳ טפחים« ist. Nach alledem ist es nicht so sehr Maimonides als R Josef Karo, der Verfasser des כסף משנה, der einer Rechfertigung bedarf, umsomehr als er in seinem Schulchan ‘Aruch I 375:2 gegen Ende gleichfalls nach der Auflassung מאי לחצר אף לחצר entscheidet, während er das. 355:5 ausdrücklich betont, dass es auf den Höhenunterschied nicht im Geringsten ankommt. — Nur auf ein Bedenken gegen Maimuni’s Mischnaerklärung müssen wir noch hinweisen, auf eine Schwierigkeit, welche zu unserer Verwunderung von den Gegnern seiner Ansicht übersehen wurde. An der zuletzt angeführten Talmudstelle bemühen sich R. Ada b. Ahaba und Abaje, unsere Mischna, welche ja die Benutzung des Verschlages beiden Parteien ohne ‘Erub untersagt, im Sinne Mar Samuel’s zu erklären, welcher die Benutzung eines gemeinsamen Gebietes, das der einen Partei weniger bequem liegt, als der andern, ausschliesslich der letztern zuspricht. Jener meint, die Rede sei hier von Balkonen, die durch eine Leiter in Verbindung stehen, deren sich die untere Partei bedient, um durch die מחיצה der obern ebenso bequem wie diese selbst ihr Wasser zu schöpfen; dieser behauptet, wie wir gesehen haben, die Mischna spreche von Balkonen, deren Höhenunterschied weniger als 10 Handbreiten beträgt. Wozu dies alles? Da die Balkone nach Maimonides genau über einander liegen, so ist ja das Verbot der Mischna nach Mar Samuel auch dann gerechtfertigt, wenn dieselben bei noch so grossem Höhenunterschied weder durch eine Leiter, noch sonst in einer Weise verbunden sind. Gleichviel, ob der Verschlag des obern Balkons an ihm selbst oder im Wasser angebracht ist, in beiden Fällen ist seine Benutzung für die untere Partei ebenso bequem, als für die obere. Jene braucht ja nur, wie wir in der vorletzten Anmerkung nachgewiesen haben, den Eimer vom eigenen Balkon aus hinunterzulassen, da die מחיצה der obern Partei doch ohnehin als entsprechend verlängert und mithin auch den untern Balkon umschliessend angesehen wird. Und sollte uns der Beweis hinsichtlich des am obern Balkone selbst angebrachten Verschlages nicht ganz gelungen sein (s. weiter unten), was hindert uns im Sinne Samuel’s anzunehmen, dass von einer im Wasser befindlichen מחיצה die Rede ist? עשו לעליונה steht einer solchen Auffassung durchaus nicht im Wege. Heisst es doch auch in der ersten Hälfte unserer Mischna עשה לה מחיצה, und doch ist unter למטה daselbst nach Maimonides במים zu verstehen! לעליונה ist ja nicht gleich בעליונה! Es ist also klar, dass nach dem Talmud nicht Maimuni’s Auflassung die richtige ist, sondern die von Raschi, nach welchem die Mischna von schräg über einander liegenden Balkonen handelt, so dass die als verlängert betrachtete מחיצה des obern Balkons, ob sie nun an ihm selbst, ob sie im Wasser sich befinde, niemals den untern mitumfasst. — Aber auch diese Unebenheit ist nicht schwer zu überwinden. Zunächst muss man sich auch nach Raschi die Frage vorlegen, was denn eigentlich dazu genötigt hat, unsere Mischna so aufzufassen, dass Mar Samuel’s Ansicht über לזה בשלשול ולזה בזריקה zu ihr in Widerspruch trete? Warum werden in der Tat die Worte זו למעלה מזו nicht lieber in ihrem einfachen Sinne (genau über einander) genommen, damit seine Meinung mit der Mischna in Einklang stehe? Raschi, welcher in seiner Erklärung zur Mischna durch das Wörtchen אפילו andeutet, dieselbe könne auch von מכוונות sprechen, geht hier gleichwohl dieser Frage schweigend aus dem Wege. Vermuthlich, weil ihre Beantwortung zu sehr auf der Hand liegt. Ohne Zweifel waren die Worte עשו לעליונה ולא עשו לתחתונה dieser Auffassung ungünstig. Dieselben haben nur dann einen Sinn, wenn die Balkone nicht מכוונות sind. Befänden sie sich genau über einander, so wäre ja der für den obern gemachte Verschlag zugleich für den untern mitgemacht, wie aus der vorletzten Anmerkung ersichtlich. Nun haben wir es aber daselbst als zweifelhaft hingestellt, ob die untere Partei mittels ‘Erub von ihrem eigenen Balkone aus auch dann schöpfen darf, wenn die מחיצה am obern angebracht ist, obgleich in diesem Falle ihr Eimer die Wände derselben garnicht passirt. Wir haben die Frage bejaht, gestützt auf Raschi, welcher den Verschlag auch oberhalb des Balkons anzubringen gestattet. Nach Maimonides dagegen, nach welchem die מחיצה nur unterhalb desselben oder im Wasser sich befinden darf, damit der Eimer in jedem Falle zwischen ihren Wänden hindurchgehe, dürfte diese Frage in verneinendem Sinne zu entscheiden sein. Somit ist man nicht mehr zu der Annahme genötigt, dass die Balkone der Mischna auch seitlich ein wenig von einander abstehen. Vielmehr können dieselben sehr wohl genau über einander liegen, nur darf man sich nicht den Verschlag im Wasser angebracht denken. Nicht als ob der Ausdruck עשו לעליונה dem entgegenstünde — לעליונה heisst ja wiegesagt nicht: an der obern, sondern nur: für die obere — aber ולא עשו לתחתונה hätte in diesem Falle keinen Sinn. Soll die מחיצה der obern Partei nicht zugleich für die untere mitgemacht sein, so kann sie sich nur am Balkone selbst befinden. Natürlich ist sie auf gemeinsame Kosten hergestellt worden, wenn anders שתיהן אסורות gerechtfertigt sein soll. Aber selbst gemeinsames Gebiet wird ja, wo kein ‘Erub eine gemeinschaftliche Benutzung gestattet, von Mar Samuel derjenigen Partei zuerkannt, welcher es bequemer liegt! Die Frage ist also berechtigt, warum in unserer Mischna die ausschliessliche Benutzung des gemeinsamen Verschlages nicht der obern Partei zusteht, da doch diese ihren Eimer auf die bequemste Weise der Welt durch die an ihrem Balkone befindliche מחיצה ins Wasser gleiten lassen kann, während die untere Partei auch bei vorhandenem ‘Erub genötigt ist, ihren Eimer erst geschickt in die Öffnung des obern Balkons zu lanzieren, damit er die gemeinsame מחיצה passire? Darauf antwortet R Ada b. Ahaba, dass die Balkone durch eine Leiter oder sonstwie in Verbindung stehen, so dass die untere Partei ihren Eimer nicht hinaufzuwerfen braucht, sondern ihn gemächlich hinauftragen kann, um vom obern Balkone aus ebenso bequem wie die andere Partei zu schöpfen. Und Abaje meint, die Rede ist von Balkonen, die weniger als 10 טפחים in verticaler Richtung von einander abstehen, so dass sie ein Gebiet bilden und daher unter allen Umständen (אפילו לזה בפתח ולזה בזריקה) auf den ‘Erub angewiesen sind. So nach Samuel. Nach Rab, dessen Ansicht Maimonides nach dem bekannten Grundsatze הלכתא כרב באיסורא zum Gesetz erhebt, stehen natürlich die Balkone der Mischna weder irgendwie mit einander in Verbindung, noch beträgt ihr Höhenunterschied weniger als 10 Bandbreiten, und dennoch ist — סמוכות und מחיצה בשותפות vorausgesetzt — שתיהן אסורות gerechtfertigt, weil nach seiner Meinung auch bei לזה בשלשול ולזה בזריקה das Verbot beide Parteien umfasst. Doch gibt er zu, dass bei einer Verticaldistanz von weniger als 10 טפחים beide Balkone als einer angesehen werden, mithin der ‘Erub weder durch die ausschliesslich auf eigene Kosten hergestellte מחיצה, noch selbst durch zwei solcher מחיצות, ja vielleicht nicht einmal durch מופלגות überflüssig gemacht wird. Auffallend ist es freilich auf alle Fälle, ob wir nun die Mischna nach Rab oder nach Samuel, ob wir sie wie Raschi oder wie Maimonides auffassen, dass sie den Verschlag, da er doch gemeinschaftlich gemacht wurde, grade am obern Balkone angebracht haben, so dass die eine Partei gezwungen ist sich erst hinaufzubemühen, oder gar in Ermangelung einer Leiter ihren Eimer hinaufzuwerfen; warum nicht lieber am untern Balkone, wo seine Benutzung auch für die obere Partei noch sehr bequem wäre? Sie brauchte doch, selbst wenn ihr Balkon sich nicht genau über dem untern befindet, nur den Arm ein wenig auszustrecken, um ihren Eimer durch die ja kaum 4 טפחים abseits liegende מחיצה hinunterzulassen! אטו בשפטני עסקינן? Man muss annehmen, dass die Anbringung der מחיצה am untern Balkone aus irgendwelchen lokalen Gründen nicht tunlich war, sei es dass die Raumverhältnisse, sei es dass die architektonische Anlage sie nicht gestatteten. Dass sie aber nicht im Wasser gemacht wurde, möchte in der Tiefe desselben oder in seiner reissenden Strömung eine ausreichende Erklärung finden. Es kann aber auch sein, dass die obere Partei den Verschlag am eigenen Balkone ursprünglich auf eigene Kosten allein gemacht, und die untere erst später das Recht der Mitbenutzung erworben hat, obgleich der Ausdruck בשותפות שעשו מחיצה einer solchen Annahme nicht eben günstig ist. — Es bleibt uns nur noch übrig, zum bessern Verständniss der aus Maimuni’s Jad hachazaka oben angeführten Stelle (Hil. *Erubin III 23) und zur Verteidigung unserer Folgerungen aus derselben gegen etwaige Anfechtungen darauf hinzuweisen, dass daselbst die Worte אף על פי nach unserer festen Überzeugung gestrichen werden müssen. Es ist zwar ein sehr alter, aber darum keineswegs geheiligter Schreibfehler. Denn diese Worte sind höchst befremdlich, haben an dieser Stelle absolut keinen Sinn, stimmen schlecht zu ‘Erubin 85 a und stehen endlich in Widerspruch mit Maimuni’s eigenen Worten das 17. Sie sind höchst befremdlich, weil sämmtliche Autoritäten der Ansicht sind, dass אין אדם אוסר על חברו דרך אויר nur bei einer Entfernung von mindestens 4 טפחים gilt; Maimonides würde also mit seiner entgegengesetzten Meinung nicht nur allein stehen, sondern diesen Gegensatz noch unnützer Weise verschärfen, indem er ohne den Schatten einer Begründung, dafür aber mit einer gewissen Provokation durchblicken liesse, dass dieser Satz bei einer Entfernung von weniger als 4 Handbreiten erst recht Geltung hat, als wollte er gleichsam einen Trumpf darauf setzen, gar als selbstverständlich hinzustellen, was alle die Anderen bestreiten. Sie haben ferner schlechterdings an dieser Stelle keinen Sinn — das erkennt man am deutlichsten, wenn man den misslungenen Erklärungsversuch in מחצית השקל 376:2 gelesen hat. Es liegt ja doch auf der Hand, dass die Zisterne, welche beiden Parteien gleich nahe liegt, eher als gemeinsames Gebiet betrachtet werden muss, als diejenige, welche beiden gleich fern ist. M. hätte also viel mehr Veranlassung hervorzuheben, dass das Wasserschöpfen beiden ohne ‘Erub erlaubt ist, אף על פי שאינה רחוקה ארבעה טפחים, wenn er es schon einmal gestattet. Und dass jener Satz selbst eher auf grössere als auf kleinere Entfernungen anwendbar ist, braucht garnicht erst gesagt zu werden. Sie stimmen überdies nicht zu ‘Erubin 85a, denn obgleich wir auf die wohl schwerlich richtige Lesart במופלגת ארבעה in unseren Ausgaben kein Gewicht legen, soviel geht doch aus Frage und Antwort daselbst zur Evidenz hervor, dass hinsichtlich der Giltigkeit des in Rede stehenden Satzes jedenfalls ein Unterschied besteht zwischen סמוכה und מופלגת. Nach M. hätte die Antwort lauten müssen: ולטעמך בסמוכה אמאי אסורות אלא שאני הכא וכו׳! Sie stehen endlich im Widerspruche mit Maimuni s eigenen Worten das. 17, wo es ausdrücklich heisst, dass die Benutzung einer zwischen zwei Häusern befindlichen Ruine beiden verboten ist, obgleich keine andere Benutzung als das Hinunterwerfen von Gegenständen, also nur ein תשמיש דרך אויר möglich ist, da von jedem der beiden Häuser nur Fenster, von keinem eine Tür sich zur Ruine öffnet. Man könnte freilich zur Lösung dieses scheinbaren Widerspruchs bei oberflächlicher Betrachtung zwischen der Ruine, welche unmittelbar an die beiden Häuser stösst, und der Zisterne, welche von den Hofmauern auf beiden Seiten durch die Breite des Fusssteges getrennt ist, einen sehr wohlfeilen, sehr haarspaltenden Unterschied machen, der sich zum Überflusse noch in sehr schöner und gar feiner Silbenstecherei auf die von M. extra hinzugefügten Worte שבאמצע השביל, namentlich auf שבאמצע gründen liese — im übrigen aber dabei beharren, dass nach M. allerhöchstens ein הפסק רשות, beileibe jedoch keine Entfernung von 4 טפחים nötig wäre. Allein das schöne Phantasiegebilde zerfliesst in nichts, wenn man auf die Quelle (‘Erubin 85 a unten) zurückgeht, was hier allerdings um so schwieriger ist, als wir die Stelle in der Beleuchtung Raschi’s zu sehen gewöhnt sind und daher der Unbefangenheit und Freiheit des Urteils ermangeln, mit welcher wir ihr gegenüber treten müssen, wenn wir in ihr auch nur suchen sollen, was Maimonides in ihr gefunden hat. Um aus den wenigen Anhaltspunkten in seinem Codex die Auffassung zu erraten, welche er von der Stelle gehabt hat, müssen wir uns zunächst von Raschi unabhängig machen. Der Talmud überliefert eine Entscheidung Rab’s, aus welcher er den Schluss ziehen will: אין אדם אוסר על חברו דרך אויר . Drei Ruinen lagen nämlich zwischen zwei Häusern, und Rab gestattete jedem Hause die Benutzung der ihm zunächst liegenden על ידי זריקה, untersagte aber beiden die der mittlern Ruine. Ein Zeitgenosse, der von dieser Entscheidung hört, fragt ihn, ob die Mitteilung auf Wahrheit beruhe, und als dies bejaht wird, erhebt er den Einwand: Du selbst bist es ja, der da sagt, dass לזה בשלשול ולזה בזריקה שניהם אסורים! Mit anderen Worten: Gerade Du musstest doch als Vertreter der Ansicht, nach welcher die Benutzung eines Gebietes, das der einen Partei wohl bequemer als der andern, keiner aber ganz bequem liegt, beiden verboten ist, auch hier die Benutzung aller drei Ruinen beiden Häusern untersagen! Darauf antwortet Rab: Du denkst wohl, die Ruinen hätten in einer Graden gelegen? O nein, sie standen כחצובה. Wie aber, so fragen wir nun, wenn sie wirklich in einer Graden gelegen hätten? Dann wäre natürlich die Benutzung sämmtlicher drei Ruinen, auch die der zunächst liegenden verboten — würden wir unbefangen zur Antwort geben. Zu unserm Erstaunen erklärt jedoch Raschi, dass in diesem Falle die Benutzung aller, selbst der mittlern gestattet wäre; Rab hat die Benutzung dieser nur verboten, weil sie dort nicht in einer Graden, sondern in Form eines Dreiecks standen, so dass die mittlere an beide Häuser stiess, beiden also nahe lag. Wer mit der Methode des Talmud nur einigermaassen vertraut ist, muss eine solche Auffassung als mindestens ungewöhnlich bezeichnen. Maimonides folgt auch hier der gewöhnlichen, ich möchte sagen natürlichen Auffassung. Obgleich er in הלכות מכירה XXIV 3 unter חצובה ähnlich wie hier Raschi einen Dreifuss versteht, scheint er doch das Wort an dieser Stelle im Sinne von מחצב (שביעית III 5) genommen zu haben, in welchem es offenbar auch R Natan (s. ‘Aruch חצב I) in seiner ersten Erklärung zu Baba M. 25 a Ende verstanden hat. Demnach lautet die Antwort Rab’s: Du glaubst wohl, die Ruinen hätten in einer Graden, d. h. in gleicher Ebene gelegen? In diesem Falle hättest Du freilich Recht, dann wäre die Benutzung aller verboten. Nein, sie lagen wie ein Steinbruch, also terrassenartig abgestuft, so dass die unterste vom obern Hause ebenso wie die oberste vom untern 10 טפחים und darüber in vertikaler Richtung entfernt war. Deshalb ist jedem Hause die Benutzung der ihm zunächst liegenden und von seinen Fenstern weniger als 10 Handbreiten abstehenden Ruine nach dem Satze לזה בפתח ולזה בזריקה נותנים אותו לזה שבפתח gestattet; die mittlere aber darf, weil sie von beiden mehr als 10 טפחים entfernt ist — obgleich der obern Partei, die nur hinunterzuwerfen braucht, bequemer liegend als der untern, die hinaufzuwerfen genötigt ist — nach dem Satze לזה בשלשול ולזה בזריקה שניהם אסורין von keiner der beiden benutzt werden. Wie gross die horizontale Distanz zwischen der mittlern Terrasse und den beiden Häusern war, das wird nicht angegeben. Man kann daher annehmen, dass sie weniger als 4 Handbreiten betrug, und es ist mithin aus dieser Entscheidung weder für noch gegen die Lehre אין אדם אוסר על חברו דרך אויר irgendetwas bewiesen; in der Tatstellt Maimonides die Halacha von שגי בתים וביניהם חרבה (a. a. O. 17) nicht mit der von באר שבאמצע השביל (das. 23) zusammen, sondern mit denen über תשמישים שלזה בקשה ולזה בנחת (das. 15—16). Wohl aber ist diese Entscheidung, welche wir nun in allen ihren Teilen trotz der vereinfachten Form deutlich und mit Leichtigkeit in Halacha 17 wiedererkennen werden, ein Beweis dafür, dass in Hal. 23 על פי אף zu streichen ist, wenn sie nicht mit Hal. 17 in Widerspruch stehen soll. In der Quelle, aus welcher diese geschöpft ist, ist nicht von einer חרבה, sondern von dreien die Rede. Die mittlere stösst somit nicht unmittelbar an die beiden Häuser, ist vielmehr von denselben auf beiden Seiten durch die äusseren Ruinen getrennt. Und doch ist ihre Benutzung unstatthaft! Also nicht der הפסק רשות ist es, auf den es ankommt, sondern einzig und allein der horizontale Abstand von 4 טפחים. Um so auffallender ist es, dass R Josef Karo in seinem Schulchan ‘Aruch I 376:2 Maimonides dieses אף על פי nachschreibt. Will man es schon als baare Münze nehmen, will man die Behauptung, dass bei einer Entfernung von weniger als 4 Handbreiten der Satz אין אדם אוסר על חברו דרך אויר erst recht in Anwendung kommt, nicht als Irrtum gelten lassen, sondern als Maimuni’s wahre Meinung hinstellen, so durfte doch er diese Ansicht am wenigsten Teilen! Aus doppelten Gründen nicht! Erstens fasst er daselbst 3, die Entscheidung Rab’s nicht wie M., sondern wie Raschi auf. Ihm ist dieselbe daher ein triftiger Beweis für den ebenerwähnten Satz. Dennoch verbietet er die Benutzung der mittlern, wenn die drei חרבות ein Dreieck bilden, obgleich die Consequenz des wenige Zeilen früher stehenden אף על פי unstreitig verlangt, dass sie in diesem Falle erst recht gestattet sei. Sollen wir also schliesslich doch genötigt sein, zu der Forderung eines הפסק רשות unsere Zuflucht zu nehmen, um aus diesem Dilemma einen Ausweg zu finden? Zweitens bekämpft er das. 355:5 sehr energisch die bereits in כסף משנה und בית יוסף als mit dem Talmud unvereinbar hingestellte Ansicht Maimuni’s, dass in unserer Mischna der Höhenunterschied der Balkone von irgendwelchem Einfluss ist. Ihn trifft daher mit potenzirter Wucht der Einwand aus ‘Erubin 85a und 88a, wo Rab’s Anmerkung zu unserer Mischna ebenfalls auf den in Rede stehenden Grundsatz zurückgeführt wird. Den רמב״ם könnte Karo allenfalls gegen jenen Einwand noch von seinem Standpunkt aus in Schutz nehmen, nach welchem die Gegensätze סמוכה und מופלגת sich im Sinne Maimuni’s nicht auf die Horizontaldistanz beziehen, sondern lediglich auf den vertikalen Abstand. Jener Grundsatz könnte also immerhin auf eine Entfernung von weniger als 4 Handbreiten in wagerechter Richtung erst recht Anwendung finden. Wie aber will er gegen diesen Einwand sich selbst verteidigen, der ja eine solche Auffassung jener Gegensätze weit von sich weist und dennoch dieses anrüchige אף על פי von unbekannter, fragwürdiger Herkunft adoptiert? Aus den angeführten Talmudstellen, ganz besonders aus der Disussion auf S. 85a geht doch bis zur Evidenz hervor, dass אין אדם אוסר על חברו דרך אויר nur במופלגת gilt, und במופלגת heisst doch nach R. Josef Karo eingestandenermaassen und ganz unzweifelhaft: In einer Entfernung von vier Handbreiten! וצע״ג]."
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+ "welche unterhalb der Öffaung zwei Maass fasst. Zwei סאה (s. K VII Anm. 49) ist das Durchschnittsmaass des im Laufe eines Tages in den Hof gegossenen Wassers Hat der Hof einen Flächenraum von 16 Quadratellen (s Anm 69), so wird dieses Quantum von der Erde aufgesogen, andernfalls läuft das Wasser auf die Strasse und darf daher nur dann ausgegossen werden, wenn es vom Hofe in eine Grube fliesst, welche vom Boden bis zur Öffnung, durch welche das Wasser abfliesst, zwei Maass fassen kann.",
+ "von innen aber nicht zu bedecken braucht. Diese Grube muss keineswegs im Hofe selbst sein, sie kann auch draussen auf der Strasse dicht an der Hofmauer sich befinden, so dass das Wasser aus dem Hofe unmittelbar hineinfliesst; nur muss sie in diesem Falle überdeckt sein, sonst ist sie bei einer Tiefe von weniger als 3 טפחים öffentliches Gebiet (רשות הרבים), bei grösserer Tiefe aber immerhin noch neutrales Gebiet (כרמלית), sofern ihre Grundfläche 4 Handbreiten im Geviert misst [Demnach brauchte die Grube nicht bedeckt zu werden, wenn sie bei noch so grosser Länge und einer Tiefe von 3 Handbreiten und darüber keine 4 טפחים in der Breite misst (מקום פטור; s. או״ח 345:19), oder wenn sie gar bei einer Grundfläche von mindestens 4 טפחים im Geviert 10 Handbreiten tief ist (רשות היחיד; das. 11)? Die Dezisoren schweigen darüber]."
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+ "darf man am Schabbat Wasser ausgiessen. Vorausgesetzt wird, dass die Gosse 4 Ellen breit ist. Doch ist diese Voraussetzung keineswegs Bedingung. Es ist nicht erforderlich, dass die bedeckte Fläche oder der Hof in der vorigen Mischna ein Quadrat bilde; es genügt vielmehr hier wie dort eine wie immer gestaltete Fläche von 16 Quadratellen, so dass das täglich ausgegossene Wasser von ihr aufgesogen werden kann. In diesem Falle gestattet R. E. b. J. das Wasser direkt in den Teil der Gosse zu giessen, welcher im Hofe sich befindet. Misst aber die bedeckte Fläche weniger als 16 Quadratellen, so würde das ausgegossene Wasser auch in den offenen Teil der Gosse, also in eine רשות הרבים (vgl. Anm. 59) beziehungsweise כרמלית (vgl. Anm. 54 u 55) gelangen.",
+ "Selbst wenn das Dach oder der Hof hundert Ellen hat. So dass das Wasser schon von dem im Hofe befindlichen Teil der Gosse aufgesogen werden könnte.",
+ "giesse man nicht auf die Mündung der Gosse. Weil diese, unähnlich der Grube der vorigen Mischna, das Wasser nur aufnimmt, um es sofort auf die Strasse zu leiten.",
+ "sondern man giesse vom Dache aus auf’s Dach. Bez. vom Hofe in den Hof. Sonst heisst מגג לגג von einem Dach auf’s andere. Hier wäre ein solcher Sinn Unsinn. מגג steht hier nur, um einem immerhin möglichen Missverständnisse vorzubeugen. Es war von Dach und Hof die Rede. Stünde nun אבל שופך הוא לגג, so könnte das vermisste או לחצר zu dem Irrtum verleiten, dass man das Wasser nur auf’s Dach ausgiessen darf, nicht aber in den Hof. Darum heisst es ausdrücklich: vom Dache aus auf’s Dach. Vom Hofe aus dagegen — so ist zu folgern — natürlich auf den Hof. Im Jeruschalmi fehlt übrigens מגג, und statt לגג steht הגג על.",
+ "Hof und Exedra ergänzen sich zu vier Ellen. Der Hof befand sich damals nicht hinter, sondern vor dem Wohngebäude, stiess also unmittelbar an die Exedra (Anm. 32). Haben nun Hof und Exedra zusammen erst eine Bodenfläche von 16 Quadratellen, so ist doch der Forderung in Anm. 67 Genüge geleistet, und es darf daher das Wasser in den Hof gegossen werden."
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+ "Ebenso zwei Wohnungen einander gegenüber. Wenn zwei Wohnhäuser (דייטא ist das gr. δίαιτα, welches neben anderen Bedeutungen auch die einer Wohnung hat) sich in den Hofraum Teilen, so ergänzen sich die beiden Hälften ebenfalls zu den erforderlichen 16 Quadratellen, und beide Parteien dürfen ihr Wasser in den Hof giessen (auch wenn sie keinen ‘Erub gemacht haben, nur dürfen sie es in diesem Falle nicht direct hingiessen; s. die folgende Anm.). Es ist also nicht nötig, dass der Hofraum so viel mal 16 Handbreiten messe, als er Einwohner hat; es genügt vielmehr der ebengenannte Flächenraum für noch so viel Parteien (שלחן ערוך I 377 Ende), da sie doch nicht alle auf einmal ihr Wasser ausgiessen, dieses mithin Zeit hat einzusickern. Das war es, was die Mischna noch nachträglich zu sagen für nötig hielt. So erklärt sich das so schwierige וכן auf die einfachste Weise. [Die kompilierte und wohl auch etwas gezwungene Erklärung des R. Jonathan hak-Kohen beruht auf einer lexikalisch nicht zu rechtfertigenden Auffassung von דייטא — der etymologische Versuch in תפארת ישראל (דיוטא=דיו תא=חדר זוגי=עלייה) ist ja doch nicht ernst zu nehmen — und leidet ausserdem an dem Fehler, dass sie einige Worte (סמוכות זו לזו) in die Mischna hineinlegen muss, die daselbst nicht stehen, und welche gleichwohl an Stelle des überflüssigen, ja störenden זו כנגד זו besser am Platze wären. Auch müsste es erst noch bewiesen werden, dass die vorschriftsmässigen 16 Quadratellen keine zusammenhängende Fläche zu sein brauchen. Gar so selbstverständlich ist das doch keineswegs! Im Gegenteil! Wenn die beiden דייטאות kein Ganzes bilden wie sollen sie sich da ergänzen? Was nützt das Vorhandensein des vorschriftsmässigen Flächenraumes, wenn sich das ausgegossene Wasser doch nicht über die ganze Fläche auszubreiten vermag? Es kann ja gar nicht anders, als in die הרבים רשות fliessen! Und was dem Zwecke einer Vorschrift so wenig entspricht, wie sollte das der Vorschrift selbst genügen können? ואע״פ שרמ״א פסק כן בס׳ שג״ז סע׳ א׳ ואיני כדי לחלוק המחמיר לא הפסיד. Endlich ist einzuwenden, dass nach dieser Erklärung Anfang und Schluss unserer Mischna in keinerlei Zusammenhang mit einander stehen, jener sich vielmehr an das Ende der vorigen anschliesst, während dieser gar an M. 9 auknüpft.]",
+ "verboten. Dieser Satz schliesst sich, wenn wir in der vorigen Anmerkung den Sinn des ersten Satzes recht ermittelt haben, in ungesuchter Weise enge an denselben an, und die ganze Mischna erscheint wie aus einem Gusse. Der Zusammenhang ist folgender: Zwei Wohnungen in einem Hofe ergänzen einander mit ihren Anteilen am Hofraume, und es dürfen daher beide Parteien am Schabbat ihr Wasser ausgiessen. Wie aber, wenn beide Hälften zusammen noch nicht über die vorgeschriebenen 16 Quadratellen verfügen, so dass die in M. 9 vorgesehene Grube hergestellt werden musste? In diesem Falle darf nur diejenige Partei ihr Wasser ausgiessen, welche die Grube gemacht hat, die andere nicht. Zur Begründung dieses Verbotes muss vorausgeschickt werden, dass die beiden Wohnungen nicht durch ‘Erub vereinigt sind. Keiner der Einwohner darf unter diesen Umständen irgendetwas aus dem Hause unmittelbar in den Hof schaffen (Einl. Abs. 1); wohl aber auf indirektem Wege, indem er z. B. Wasser in den Küchenausguss oder auf die Schwelle der Haustür giesst, von wo es dann in den Hof ablaufen mag. Hätte nun jede Partei für sich, oder hätten auch nur beide gemeinschaftlich die erforderliche Grube gemacht, so könnten beide ihr Wasser auf diese Weise ausgiessen. So aber ist es nur derjenigen gestattet, welche die Grube — auf ihrem Terrain, wie sich von selbst versteht — ausgehöhlt hat; die andere dagegen darf ihr Wasser, weil zu befürchten ist, dass sie es aus Rücksicht auf den Nachbar, um dessen Hofraum und Wohnhaus nicht zu beschmutzen, direkt in die Grube giessen könnte, am Schabbat überhaupt nicht ausgiessen. Natürlich kommt es hierbei nicht im Geringsten auf die Lage der Wohnhäuser zu einander an. Es ist gleichgiltig, ob sie einander gegenüber oder neben einander sich befinden. Das scheinbar überflüssige זו כנגד זו ist keine Einschränkung, sondern eine Begründung dieser Vorschrift, indem es auf diejenigen Wohnungsverhältnisse hindeutet, welche zu dem Verbote die Veranlassung gegeben haben. Wenn zwei Wohnhäuser einander gegenüber liegen, also durch die ganze Breite des Hofes von einander getrennt sind, so macht es sich ganz von selbst, dass die eine Hälfte des Hofraumes wie durch ein stillschweigendes Zugeständnis mehr zu der einen, die andere mehr zu der andern Wohnung gehört; häufig genug mag eine solche Scheidung der Kompetenzen auf Grund einer ausgesprochenen Übereinkunft oder rechtskräftiger Teilung auch formell bestehen. Gleichwohl genügt es, wenn die beiden Hälften zusammen 16 Quadratellen messen, da sie durch keine Wand von einander getrennt sind, mithin im Grunde doch nur einen Hof bilden. Macht aber die eine Partei eine Grube, so ist ihr die andere um so eher die Rücksicht schuldig, deren Gebiet nicht mit ihrem Spülwasser zu beschmutzen, als der Hof in diesem Falle sehr klein ist, das ausgegossene Wasser daher unvermeidlich auch das Wohnhaus des Nachbars verunreinigen muss. Diese Verhältnisse waren wiegesagt für das Verbot maassgebend; dieses selbst aber wurde, um nicht durch subtile Unterscheidungen Verwirrung anzurichten, ganz allgemein ausgesprochen, zumal auch bei anderer Lage der Wohnungen als Regel vorauszusetzen ist, dass diejenige Partei, welche die Grube macht, dieselbe schon aus Gründen der Bequemlichkeit und Reinlichkeit — von der Rücksicht, welche sie ihrerseits dem Nachbar schuldet, gar nicht zu reden — in der nächsten Nähe ihrer Schwelle machen und dadurch der andern Partei doch wieder die Rücksicht auferlegen wird, welche die Befürchtung nahe legt, dass sie ihr Spülwasser direkt in die Grube giessen könnte. Diese zarte Rücksicht hört aber auf ein Gegenstand der Befürchtung zu sein, wenn ein ‘Erub das Hinausschaffen der Geräte aus dem Hause in den Hof gestattet. Mit der Befürchtung fällt denn auch tatsächlich das Verbot. [S. Tosafot u. d. W. לא שנו, an deren Auseinandersetzung sich unsere Begründung dieses Verbotes trotz wesentlicher Abweichungen anlehnt. Was in תפארת ישראל gegen Tosafot eingewendet wird — מדסתם הש״ס משמע אפילו קרובה להם העוקה ג״כ אסור — fällt nach unserer Darstellung in sich zusammen; was dagegen dort zur Begründung der auffälligen Unterscheidung zwischen den Inhabern der Grube und ihren Nachbarn angeführt wird — ושאני אינך רעשו עוקה דמתוך כך יזברו לבלי לטלטל ולהוריד למטה — stösst auf ein nicht unerhebliches Bedenken: Braucht die Gemara zu sagen גזרה דלמא אתי לאפוקי במאני דבתים להתם? Schon ein direktes Hinausgiessen in den Hof ist ja verboten!] — Im Jeruschalmi fehlt übrigens die Konjunktion וכן an der Spitze unserer Mischna. Nach dieser Lesart wäre zu übersetzen: Wenn von zwei einander gegenüber liegenden Wohnungen der eine Teil eine Grube gemacht hat, der andere Teil aber keine Grube gemacht hat, so ist denen u. s. w."
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+ "Alle Dächer einer Ortschaft sind ein Gebiet. Eine und dieselbe רשות היחיד im Sinne der Einl. Abs. 1. Man darf also die auf dem einen Dache (es ist natürlich von den platten Dächern des Orients die Rede) befindlichen Gegenstände auf die anderen hinüberschaffen, obgleich die zugehörigen Wohnungen nicht durch ‘Erub vereinigt sind.",
+ "nur darf kein Dach um zehn (Handbreiten. טפחים ist zu ergänzen; s. K. VII Anm, 2.",
+ "Handbreiten. טפחים ist zu ergänzen; s. K. VII Anm, 2.",
+ "niedriger sein. Als das benachbarte. Denn wenn der Abstand so beträchtlich ist, können die beiden Dächer nicht mehr als ein Gebiet angesehen werden. Bildet doch selbst in einer רשות הרבים ein vier Daumenbreiten im Geviert messender Gegenstand eine רשות היחיד, wenn er nur 10 טפחים über den Boden sich erhebt, und derjenige macht sich einer schweren Sünde schuldig, der irgendetwas von dieser רשות היחיד auf den öffentlichen Platz oder umgekehrt von dem öffentlichen Platze auf diese רשות היחיד legt. Wie leicht könnte aber eine Verwechslung zur Übertretung dieses Verbotes führen, wenn dasselbe nicht auch auf Gegenstände ausgedehnt würde, welche in einer רשות היחיד 10 Handbreiten in die Höhe ragen! Nach R. Meïr wäre daher in K. VII M. 2 nicht gestattet, die Früchte von der Mauer auch nur in den Hof hinunter zu tragen, wie wir bereits das. Anm 8 kurz angedeutet haben. Aus demselben Grunde verbietet er hier, irgendetwas vom Hofe auf’s Dach oder von diesem in den Hof zu logen, desgleichen vom niedrigen auf das höhere Dach und umgekehrt. Und dieses Hinauf- und Hinunterschaffen ist nicht nur denen verboten, die auf dem niedrigern Dache stehen, sondern auch denen, die auf dem höhern sich befinden, obgleich es im Allgemeinen sehr unbequem ist, Gegenstände aus solcher Tiefe heraufzuholen, mithin die Befürchtung nicht eben nahe liegt, welche R. Meïr zu seinem Verbote veranlasst hat. Von dem Grundsatze ausgehend, dass die rabbinischen Verbote — die ja nach dem bekannten Worte der אנשי כנסת הגדולה (Abot I 1.) nur ein Gehege sein wollen, welches das göttliche Gesetz gegen Übertretungen schützen soll — lediglich das wirklich dieser Gefahr Ausgesetzte ins Auge zu fassen, nicht aber entfernten Möglichkeiten und unwahrscheinlichen Gesetzesverletzungen vorzubeugen haben (מלתא דלא שכיחא לא גזרו בה רבנן), könnte man zu der Ansicht gelangen, dass R. Meïr sein Verbot auf den Verkehr vom niedrigern Dache aus beschränkt; darum hebt er ausdrücklich hervor או נמוך עשרה, dass das Dach, mit welchem von den Nachbardächern aus ein Verkehr gestattet sein soll, nicht allein nicht höher, sondern auch nicht niedriger sein darf um 10 Handbreiten. Ist auch das Heraufholen aus der Tiefe nicht bequem, so ist dafür das Hinunterschaffen — wenigstens bei Gegenständen, die man werfen kaum — um so bequemer. Aber auch aus stylistischen Gründen sind die Worte או נמוך עשרה nicht so überflüssig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Es ist wahr, wenn von zwei Dächern das eine um 10 טפחים höher ist, so muss das andere notwendig um ebensoviel niedriger sein. Man vergesse aber nicht, dass in גבוה allein noch kein Komparativ liegt. ובלבד שלא יהא גג גבוה עשרה gäbe den ganz falschen Sinn, dass kein Dach 10 Handbreiten hoch sein darf. Um auszudrücken, dass keines die Nachbardächer mit 10 טפחים überragen darf, hätte R. Meïr גבוה על חברו עשרה sagen müssen. Statt dessen sagt er eleganter: גבוה עשרה או נמוך עשרה.",
+ "Jedes einzelne ist ein Gebiet für sich. Auch wenn sie alle in gleicher Höhe liegen. Das Dach gehört nach ihrer Meinung zum Wohnhause. Ebenso wie unter dem Dache jedes Wohnhaus ein besonderes Gebiet für sich ist, so auch auf dem Dache. Und ebenso wie unter dem Dache Gegenstände des einen Gebietes nur mittels ‘Erub in das andere Gebiet gebracht werden dürfen, so auch auf dem Dache. Nicht aber sind Hof und Holzplatz in diesem Sinne dem Hause zugehörig. Man darf also nach dieser Ansicht Gegenstände des einen Hofes auch ohne ‘Erub in den andern schaffen, desgleichen Gegenstände des einen Holzplatzes in den andern. Selbstverständlich ist dies nach R. Meïr, der ja sogar einen Komplex von Dächern als ein Gebiet betrachtet, erst recht gestattet. Dagegen verbietet er, wie wir oben gesehen haben, ohne ‘Erub irgend etwas vom Hole auch nur aufs eigene 10 טפחים hohe Dach und umgekehrt zu legen, was wiederum nach Ansicht der Weisen erlaubt ist. Diese Meinungsverschiedenheit beschränkt sich indessen auf die Frage, ob Dach und Hof desselben Hauses ein Gebiet bilden. Darin herrscht jedoch volle Einhelligkeit zwischen ihnen, dass Hof und Holzplatz sowie Dach und Holzplatz sogar desselben Hauses zwei Gebiete bilden, zwischen denen ein Transportverkehr ohne ‘Erub unstatthaft ist.",
+ "Sowohl Dächer als Höfe als auch Holzplätze. Die Holzplätze befanden sich hinter dem Hause, und waren ebenso wie die Höfe, die vor dem Hause sich befanden, von einer Mauer umschlossen, also רשות היחיד. Nur wenn ihr Flächenraum mehr als 5000 Quadratellen betrug, wurden sie als neutrales Gebiet (כרמלית) angesehen (K. II Anm. 12).",
+ "die am Schabbat im Hause sich befinden. Man darf also ohne ‘Erub nicht nur Gegenstände des einen Hofes in den andern und solche des einen Holzplatzes in den andern (was ja sowohl die Weisen als R. Meïr schon gestatten), desgleichen Gegenstände des Daches in den eigenen Hof (was zwar nach R. Meïr verboten, aber schon von den W. erlaubt ist) oder auf ein anderes Dach (was wieder schon R. M. unter Umständen gestattet, obgleich die Weisen es verbieten), sondern sogar Gegenstände des Hofes auf fremde Dächer und Holzplätze, solche des Holzplatzes auf fremde Dächer und Höfe und solche des Daches unter allen Umständen selbst auf fremde Höfe und Holzplätze, geschweige denn auf fremde Dächer und eigene Höfe oder Holzplätze schaffen. Nur Gegenstände des Hauses — das sind solche Gegenstände, die bei Schabbateingang in der Stube waren, mögen sie augenblicklich liegen, wo sie wollen — darf man ohne ‘Erub in keinen dieser Räume bringen, selbst wenn sie zur eigenen Wohnung gehören, ebenso wie man auch umgekehrt nichts aus diesen Räumen ohne ‘Erub in die Stube schaffen darf. Denn die Wohnungen bilden als Privaträume im allerengsten Sinne unbestritten jede ein besonderes Gebiet für sich. Nur um חצר ,גג und קרפף dreht sich der Streit der Meinungen, die wir der bessern Übereicht wegen hier rekapitulierend zusammenstellen wollen. Nach R. Simon ist ein Komplex von Dächern, Höfen und Holzplätzen zusammen ein einziges Gebiet, nach R. Meïr je ein Komplex von Dächern, Höfen oder Holzplätzen, nach den Weisen ein Komplex von Höfen oder Holzplätzen, sowie Dach und Hof desselben Hauses; je zwei Gebiete bilden nach R S. zwei verschiedene Häuser (Wohnungen), Haus und Hof, Haus und Dach, Haus und Holzplatz, nach R. M. und den W. ausserdem Dach und Holzplatz, Hof und Holzplatz, dazu nach R. M. noch Dach und Hof und nach den W. noch die Dächer verschiedener Häuser."
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+ "das kleine aber beschränkt. Ein noch so hohes und noch so geräumiges Dach ist nur dann Privatgebiet (רשות היחיד), wenn man auf ihm stehend rings die Außenwände des darunter befindlichen Hauses sehen kann, in welchem Falle dieselben als nach oben verlängert betrachtet werden (vgl. den Begriff Säule in Anm. 14; וצ״ע במג״א שע״ד ה׳). Ein vorspringendes Dach ist also keine רשות היחיד, sondern neutrales Gebiet (כרמלית). Von solchem Dache kann hier nicht die Rede sein (denn in der כרמלית ist der Transport von Gegenständen ohnehin auf 4 Ellen beschränkt), es stände denn durch eine Tür oder ein Fenster (gewöhnlich stieg man an einer Leiter vom Hofe aus auf’s Dach) mit einer der Wohnstuben in Verbindung, in welchem Falle es gleichfalls רשות היחיד ist. Nach Kap. VII Anm. 10 ist nun das kleine Dach genötigt mit dem grössern den ‘Erub gemeinsam zu machen, aber nicht umgekehrt. Dort ist zugleich ersichtlich, dass unter dem kleinen Dache ein solches zu verstehen ist, dessen Breite nicht mehr als zehn Ellen beträgt. Das grössere Dach ist ein solches, welches auf beiden Seiten um mindestens je 3 Handbreiten über das kleine hinausragt. Unter dieser Voraussetzung ist das kleine Dach im Sinne von K. VI Anm. 1 durch das grössere beschränkt, d. h. man darf von ihm nichts ins Haus hinunter und keinen Gegenstand des Hauses auf dasselbe hinauftragen, solange es nicht mit dem grössern Nachbar durch ‘Erub vereinigt ist. Wohl aber darf man auch ohne diesen ‘Erub Gegenstände des Hauses auf das zugehörige grössere Dach schaffen, desgleichen das auf diesem Befindliche herunterholen. Das grössere würde durch das kleine Dach nur dann beschränkt, wenn die Berührungslinie beider mehr als 10 Ellen betrüge.",
+ "Hat ein grösserer Hof einen Durchbruch. Der schon vor Eintritt des Schabbat vorhanden war; vgl. K. VII Anm. 19.",
+ "nach einem kleinen hin. Nämlich einem solchen, dessen Breite nicht mehr als 10 Ellen beträgt.",
+ "so ist der grössere unbeschränkt. Durch die kleinere, d. h. er braucht mit diesem nicht durch ‘Erub vereinigt zu werden; es genügt, wenn seine Bewohner unter sich den ‘Erub gemacht haben.",
+ "der kleine aber beschränkt. S. K. VII Anm. 10 und vgl. Anm. 7 in unserm Kapitel.",
+ "weil er. Der Durchbruch; aus נפרצה ist hier פרצה zu ergänzen (vgl. K. 1 M. 8). Man kann aber auch היא als pronomen neutrum auffassen und demgemäss übersetzen: weil es wie ein Eingang des grössern ist. In K. VII M. 2 steht in diesem Sinne הוא. Eine gewisse, man möchte sagen unwillkürliche Rücksicht dort auf das männliche כותל, hier auf das weibliche חצר scheint bestimmend eingewirkt zu haben auf die Wahl zwischen den beiden zulässigen Formen des pronomen neutrum.",
+ "Ist ein Hof nach einem öffentlichen Gebiete hin durchbrochen. U. z. entweder vollständig oder so, dass die Lücke mehr als 10 Ellen lang ist.",
+ "weil er wie neutrales Gebiet ist. Räume von mindestens 4 טפחים im Geviert, rings von Wänden eingeschlossen, die wenigstens 10 טפחים hoch sind, selbst Säulen, Gruben und dgl. von den genannten Dimensionen sind Privatgebiet; öffentliches Gebiet sind die grossen Centren des öffentlichen Verkehrs nebst seinen Hauptadern und deren wichtigsten Verzweigungen, namentlich also die offenen Plätze und Strassen, deren Breite nicht weniger als 16 Ellen beträgt; neutrales oder Zwittergebiet sind diejenigen Räume, welche Teils die Merkmale des öffentlichen, Teils die des Privatgebietes an sich tragen, denen daher der Verkehr mit keinem dieser Gebiete am Schabbat gestattet ist, also einerseits Privatbesitz, der wie Felder, Wiesen [Wälder? עי׳ ר״מ ונושאי כליו], vorspringende Dächer (Anm. 7) u. dgl. nicht umfriedet ist, andererseits solche öffentliche Räume, welche der Strom des allgemeinen Verkehrs zu meiden pflegt, wie schmale Gässchen, Colonnaden, Wasserläufe (K. VIII Anm. 54—55), sowie diejenigen Erhöhungen und Vertiefungen auf Strassen oder Plätzen, deren Querschnitt 4 Handbreiten und darüber im Geviert beträgt, und deren Höhe weniger als 9 bezw. 10, midestens aber 3 טפחים misst. Der Vollständigkeit wegen sei hier auch noch der מקום פטור oder freie Ort angeführt, welchem der Verkehr sowohl mit privatem als auch mit öffentlichem Gebiete am Schabbat offensteht, und den wir daher als kommunes Gebiet bezeichnen wollen. Solches Gebiet darf nicht missbraucht werden, um zwischen öffentlichem und Privatgebiet den Verkehr zu vermitteln; ja selbst aus einer כרמלית darf man keinen Gegenstand auf מקום פטור legen, um ihn auch nur später (s. Babli 101b), sei es eigenhändig, sei es durch einen Andern, von dort nach רשות היחיד oder רשות הרבים zu schaffen, was freilich einige Autoritäten bestreiten. Wer einen Gegenstand aus einem Privatgebiete in ein öffentliches, aus einem öffentlichen in ein privates, oder 4 Ellen weit innerhalb eines öffentlichen trägt, ist straffällig; wer einen Gegenstand aus neutralem Gebiete, sei es in ein öffentliches, sei es in ein privates, oder umgekehrt, oder auch nur 4 Ellen innerhalb eines neutralen Gebietes trägt, ist zwar straffrei, hat aber ein rabbinisches Verbot übertreten. Wenn also die Weisen den in Rede stehenden Hof als כרמלית betrachten, so ist das Tragen eines Gegenstandes aus ihm in eine רשות היחיד ebenso straffrei verboten wie aus ihm in eine רשות הרבים und es muss daher befremdend auffallen, das sie nicht lieber mit Weglassung der Worte von מתוכה bis לתוכה ihre von dem Standpunkte des R. Eli‘ezer abweichende Stellung zur Frage einfach durch das kurze Wörtchen פטור kennzeichnen. Es liegt aber in der gewählten Form des Widerspruchs, so gespreizt sie auf den ersten Blick erscheint, eine Feinheit der Polemik, welche freilich besser empfunden als kritisch zerlegt und auseinandergesetzt werden kann. Hiesse es hier: וחכמים פוטרין מפני שהיא ככרמלית, so wäre damit allerdings das Nötige gesagt, aber noch lange nicht die ganze Schärfe des Gegensatzes zur vollen Anschauung gebracht. Man bedenke nur! R. Eli‘ezer bringt diesen Hof [oder einen bestimmten Teil dieses Hofes; s. Gemara] in den denkbar schroffsten Gegensatz zur רשות היחיד. Hätten die חכמים nun seinem חייב nichts weiter als ihr פטור entgegeuzusetzen, so würde derselbe höchstens ein wenig gemildert und die ganze Meinungsverschiedenheit ausschliesslich auf den Grad der Sündhaftigkeit beschränkt, denn sündhaft ist die Handlung auf jeden Fall. So aber tritt der Widerstreit der Meinungen energisch hervor, indem die Weisen eben das, was R. E. als רשות הרבים bezeichnet, immerhin in einen gewissen Gegensatz zur רשות הרבים stellen. Dazu kommt, dass es zwei Hauptarten von כרמלית gibt, wie wir oben angedeutet haben, eine solche, die mehr die Merkmale eines Privatgebietes an sich trägt, aber nicht alle Bedingungen einer רשות היחיד erfüllt, und eine solche, welcher wiederum eher der Charakter eines öffentlichen Gebietes zukommt, nur dass sie nicht ganz den Anforderungen an eine רשות הרבים entspricht. Ohne Zweifel gehört der streitige Hof zur ersten Gruppe. Mit Recht halten es daher die Weisen für weniger nötig hervorzuheben, dass er keine הרבים רשות ist, als zu betonen, dass er trotz alledem keine רשות היחיד ist, und auch aus diesem Gesichtspunkte erscheint es gerechtfertigt, dass das Hauptgewicht auf מתוכה לרשות הרבים או מרשות הרבים לתוכה, auf פטור aber nur ein Nebenton gelegt wird. Endlich ist eine Regel, von der es im Schabbatgesetz nur drei Ausnahmen gibt, dass in dem Worte פטור neben der Bedeutung der Straffreiheit, ebenso deutlich und ausgesprochen die der Unstatthaftigkeit liegt. Wenn die Mischna sagt: es ist etwas straffrei, so sagt sie damit zugleich: aber es ist verboten (פטור אבל אסור). Schon darum allein können sich die Weisen nicht mit einem lediglich negativen פטור begnügen, welches die von R. E. als Verbrechen gebrandmarkte Handlung zu einem blossen Vergehen stempelt; sie wollen diesem vielmehr mit der positiven Behauptung entgegentreten, dass eine nach seiner Ansicht völlig erlaubte Handlung, nämlich das Hinausschaffen von Gegenständen aus diesem Hofe in ein öffentliches Gebiet und umgekehrt, nach ihrer Meinung, wenn auch nicht strafbar, so doch verboten sei."
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+ "der an seinen beiden Seiten. Da ein Hof mehr als 2 Seiten hat, so kann unter שתי רוחותיה nur eine der Ecken verstanden werden, an denen je 2 Mauern zusammenstossen. Eine Lücke in der Mitte der Umfassungsmauer wird als Eingang betrachtet (s K. I M. 8) und ist daher gestattet, solange sie nicht grösser als 10 Ellen ist. Nicht so ein Mauerbruch in der Ecke. Ein solcher kann niemals als Eingang angesehen werden, weil man im Winkel niemals einen Eingang macht.",
+ "nach öffentlichem Gebiete hin durchbrochen wurde. U. z am Schabbat.",
+ "welches an seinen beiden Seiten durchbrochen wurde. Auch hier ist ein im Laufe des Schabbats eingetretener Mauereinsturz in einer der Ecken des Hauses gemeint. Das zugehörige Stück der Decke ist mitgerissen worden. Wäre es stehen geblieben, so würde das Haus trotz der Lücke als intact betrachtet. Desgleichen der Hof, wenn er in der eingestürzten Ecke mit einer צורת פתח versehen wäre; vgl. K. I Anm 28.",
+ "deren Balken oder Pfosten. S. K. I M. 2—7. Wie dort ersichtlich hat ein מבוי nach Bet Hillel nur eine קורה oder einen לחי. Daher will Raschi hier Subject und Prädicat in die Einzahl setzen. So ist auch wirklich die Lesart im Jeruschalmi: שנטלה קורתו או לחיו. Da es sich aber um einen Ausspruch des R. Juda handelt, lässt sich die Mehrzahl rechtfertigen, wenn man annimmt, dass von einem מבוי מפולש (s. die folg. Mischna) die Rede ist, welcher nach R. Juda zwei Balken oder zwei Pfosten hat (Anm. 26). [S. Tosafot 17a u. d. W. קורות, deren Einwand gegen unsere Lesart einigermaassen befremdlich ist; wir sagen doch sonst in solchem Falle: כוחא דהתירא עדיף!]",
+ "niedergerissen wurden. Auch hier ist ein im Laufe des Schabbats eingetretener Mauereinsturz in einer der Ecken des Hauses gemeint. Das zugehörige Stück der Decke ist mitgerissen worden. Wäre es stehen geblieben, so würde das Haus trotz der Lücke als intact betrachtet. Desgleichen der Hof, wenn er in der eingestürzten Ecke mit einer צורת פתח versehen wäre; vgl. K. I Anm 28.",
+ "sind am selben Schabbat erlaubt. Man darf in ihnen, obgleich sie jetzt nicht mehr den rabbinischen Anforderungen an eine רשות היחיד genügen, nach wie vor den ganzen Tag hindurch so verkehren, als ob sie noch immer vollkommenes Privatgebiet wären, und alle die Handlungen vornehmen, welche nur in einer רשות היחיד gestattet sind.",
+ "für die Zukunft aber verboten. Erst vom nächsten Schabbat ab treten für sie alle die Verbote in Kraft, welche in einer כרמלית gelten."
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+ "Wenn man einen Söller über zwei Häuser. Welche zu beiden Seiten einer Strasse oder einer andern רשות הרבים stehen.",
+ "hinweg baut und desgleichen Viaducte. Diese werden גשרים מפולשים, offene Brücken genannt, weil sie im Gegensatz zu den gewöhnlichen Brücken, wie sie über Wasserläufe gelegt werden, auf zwei hohen Pfeilern ruhen, zwischen welchen man hindurchgehen kann, hier sind Strassenüberführungen, Viaducte in רשות הרבים zu verstehen, unter denen der öffentliche Verkehr sich fortbewegt.— Es ist מפלּשׁ mit Schin (und nicht mit Sin) zu lesen. So ist auch die herkömmliche Aussprache (in den Tischgesängen für den Schabbatabend reimt z. B. פּלּש auf שׁׅלֵּשׁ), und so sah man es auch in den Liturgieen punktirt, bis W. Heidenheim kam und das Schin überall in Sin verwandelte. Dieser ausgezeichnete Kenner des Hebräischen hatte die Entdeckung gemacht, dass Raschi zu Ijob 37, 16 das Wort מפלשֹי durch גלויי erklärt und begründete damit an verschiedenen Stellen seines Machzor (so z. B. im Silluk des Morgengebetes für den Versöhnungstag) den von ihm gegen dieses Schin unternommenen erbarmungslosen Vernichtungskrieg, in welchem ihm die späteren Herausgeber der Festgebete — unter anderen sogar Michael Sachs — Heeresfolge leisteten. Mit Unrecht fürwahr! Das Neuhebräische hat das Sin nur in Stämmen beibehalten, welche in der Bibel so häufig sind wie שדה ,עשרה ,שמח ,עשה u. a. In selten oder gar nur vereinzelt vorkommenden Wörtern verwandelt es dasselbe in ס; vgl. z. B סכין, סחט ,חרס ,יוחסין und selbst תפס. Dazu kommt, dass מפלשי a. a. O. aller Wahrscheinlichkeit nach von פלס abzuleiten ist und hier nur ausnahmsweise für מפלסי עב (schwebende Wolken) steht, wie שערה das. 9,17 für סערה und das viermal in diesem Buche und nur in diesem Buche auftretende כעש für das in den übrigen Büchern nicht etwa vorherrschende, sondern alleinherrschende כעס. Was aber für die Beibehaltung der überlieferten Aussprache am entscheidendsten in die Wagschale fällt, ist das syrische ܦܠܰܫ (durchbrechen). Dass Raschi מפלשי für gleichbedeutend mit גלויי hält, kann nicht einmal dafür als Beweis gelten, dass in seiner Zeit מפולש mit Sin ausgesprochen wurde; denn Raschi will gar nicht die beiden Stämme identifizieren, er benutzt nur ihre Lautverwandtschaft, um durch dieselbe den Sinn des ἅπαξ λεγόμενον zu ergründen.",
+ "Juda. Nach seiner Meinung genügen die 2 Wände, um eine רשות היחיד herzustellen.",
+ "Die Weisen aber verbieten es. Nach ihrer Ansicht sind mindestens 3 Wände dazu erforderlich.",
+ "Man kann in einer offenen Strasse. Offene (wörtlich durchbrochene; s. Anm. 22 g. Ende) heissen diejenigen Strassen, die mit beiden Enden frei in öffentliches Gebiet münden, an keinem derselben verbaut sind, so dass man durch sie in grader Linie von einer רשות הרבים in die andere gelangt.",
+ "‘Erub machen. Indem man an den beiden Enden der Strasse je einen Balken oder Pfosten anbringt und dann sämmtliche Bewohner derselben durch den Schittuf (Einl. Abs. 2) vereinigt. Balken oder Pfosten sind nur von den Rabbinen als Merkmale (משום הכירא) angeordnet, um Verwechslungen mit רשות הרבים zu verhüten. Im Grunde bilden ja schon 2 Wände nach R. Juda eine רשות חיחיד (Anm. 23).",
+ "Die Weisen aber verbieten es. Balken oder Pfosten sind nach ihrer Meinung nur in Sackgassen angebracht. Ist eine Strasse auf 3 Seiten von Gebäuden eingefasst, dann genügt an der vierten, offenen Seite ein Balken oder Pfosten als Memento; ist aber wie hier die Strasse an beiden Enden offen, dann muss an dem einen eine צורת פתח (Kap. I Anm. 6) hergestellt werden, durch welche die fehlende dritte Wand (Anm. 24) ersetzt, und somit die offene Strasse gleichsam zu einer geschlossenen, blind vorlaufenden gemacht wird, so dass am andern Erde ein Balken oder Pfosten hinreicht."
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+ "Wer Tefillin findet. Auf freiem Felde oder offener Heerstrasse, wo sie der Entweihung ausgesetzt sind, von wo sie aber nicht ohne Weiteres in die Stadt geschafft werden dürfen, weil man ausser den Kleidungsstücken, mit denen man bekleidet ist, keinen Gegenstand auch nur 4 Ellen weit auf öffentlichem oder neutralem Gebiete (s. K. IX Anm. 14) tragen darf.",
+ "trage sie. Nachdem er sie vorschriftsmässig angelegt hat, so dass sie als Kleidungsstücke gelten können.",
+ "paarweise. Die eine am Arme, die andere auf dem Kopfe.",
+ "hinein. In das erste beste Haus, in welchem sie hinreichend geschützt sind.",
+ "R. Gamliel sagt: jezwei (Paare. Die Tora verbietet im 5. Buche (4, 2 und 13, 1), dem Worte Gottes etwas hinzuzufügen. Dieses Verbot kann unmöglich die Auferlegung neuer, in der Tora nicht begründeter Pflichten untersagen wollen. Denn was die freiwillig übernommenen Verpflichtungen betrifft, so hat die Tora selbst im 4. Buche 30,3 nichts gegen dieselben einzuwenden; hinsichtlich der mit allgemeiner Verbindlichkeit von der zuständigen Behörde erlassenen Anordnungen aber braucht nur darauf hingewiesen zu werden, dass die Propheten die Hinzufügung von 4 Fasttagen (Zecharja 8,19) zu dem Versöhnungstage geschehen Hessen. Auch die von den Männern der grossen Versammlung eingeführte Gebetordnung fiele unter dieses Verbot, wenn es wirklich den Sinn hätte, welchen die sich rationell nennende Auslegung in dasselbe hineinlegt. Und da das Religionsgesetz zugleich die Grundzüge eines bürgerlichen Gesetzbuches enthält, so könnte in aller Zukunft keine neue Rechtsfrage entschieden werden, denn es wäre ja kein Gerichtshof befugt, neue Rechtssätze aufzustellen. Vernunft wird Unsinn, wenn eine solche Exegese sich die vernunftgemässe nennen darf. Wie viel rationeller ist da die überlieferte Auflassung, nach welcher in Deut. 4,2 und 13,1 nur solche Zusätze verboten sind, welche entweder in eine Fälschung des Gotteswortes oder in eine Abweichung von demselben ausarten: In eine Fälschung, sofern es neue Verordnungen sind, welche mit dem Anspruch auf Göttlichkeit auftreten, Menschensatzung, die sich anmaasst, göttlichen Ursprungs zu sein; in eine Abweichung, sofern es sich um bestehende Religionsvorschriften handelt, welche bei der Ausübung derselben durch willkürliche Zuthaten mehr oder weniger in ihrem Wesen abgeändert und verunstaltet werden (רמב״ם und ראב״ד Hil. Mamrim II 9). Indem die Tora uns an beiden Stellen eine gewissenhafte Beobachtung ihrer Gebote an’s Herz legt, macht sie uns zur Pflicht, dieselben genau in der vorgeschriebenen Weise ohne jeden Zusatz wie ohne jede Weglassung zu erfüllen. Es liegt nun in der Natur der Sache, dass eine Verletzung des in Rede stehenden Verbotes ohne die Absicht, ein göttliches Gebot zu erfüllen, durch »Fälschung« undenkbar, wohl aber durch »Abweichung« möglich ist. Ein Kohen z. B., der die Gemeinde segnet und hierbei aus Versehen, Irrtum oder Unwissenheit zu den drei vorgeschriebenen Segenssprüchen einen vierten hinzufügt, hat es ohne Vorsatz übertreten, selbst wenn er dabei an das Gebot in Num. 6, 23—27 gar nicht dachte, und ihm die Absicht, es auszuüben, damals noch so fern lag; desgleichen wer am ersten Tag des Hüttenfestes statt der vorschriftsmässigen vier Pflanzenarten (Lev. 23, 40) deren fünf nimmt. Also auch derjenige, welcher zwei Paar Tefillin anlegt, und geschähe es auch ohne jeden Gedanken an das Tefillin gebot, und geschähe es auch nur, um sie vor Verunglimpfung zu bewahren? Ohne Zweifel — vorausgesetzt, dass er es nicht zu einer Zeit tut, welche der Tefillinpflicht gar nicht unterliegt. Bei der Ausübung von Geboten, welche an eine gewisse Zeit gebunden sind, ist nämlich — und auch das liegt in der Natur der Sache — ein gedankenloses Hinzutun zum Worte Gottes nur innerhalb dieser Zeit möglich; ausserhalb derselben ist es nicht mehr das Wort Gottes, welches durch die Zutat entstellt wird, es sei denn, dass die Absicht vorhanden ist, das biblische Gebot in dieser veränderten Form zu erfüllen — dann aber ist es wieder kein unbeabsichtigtes Hinzutun. Ausserhalb des Hüttenfestes ist es gestattet, den erwähnten vier Pflanzenarten so viele hinzuzufügen, als man nur irgend will, sofern man sich nicht einbildet, dadurch die Vorschrift der Tora zu erfüllen. R. Gamliel ist nun der Ansicht, dass das Tefillingebot auf die Wochentage beschränkt ist. Am Schabbat ist es daher gleichviel, ob man nur ein Paar Tefillin oder deren mehrere anlegt. Beides ist verboten, wenn man dabei die Absicht hat, einer uns von Gott auferlegten Pflicht gerecht zu werden; beides ist gestattet, wenn man sich mit den Tefillin blos schmücken oder dieselben wie im vorliegenden Falle vor Verunglimpfung bewahren will. Muss man sie zu diesem Zwecke auf freiem Felde oder gar auf öffentlicher Strasse tragen, darf man freilich nur zwei Paare zugleich anhaben, weil man sie dann vorschriftsmässig anlegen muss (Anm. 2), unter dieser Voraussetzung aber sowohl auf dem Kopfe als am Arme Dur Raum ist für je ein Paar derselben. R. Meïr dagegen ist der Meinung, dass sich das Tefillingebot auf den Schabbat miterstreckt. Wer daher an diesem Tage zwei Paar Tefillin anlegt, und tut er es auch zu ihrem Schutze, der hat in guter Absicht zwar, aber doch immerhin ein Verbot übertreten, indem er statt der vorgeschriebenen vier Bibelabschnitte deren acht um Stirn und Arm sich band. Darum gestattet er die gefundenen Tefillin nur paarweise in Sicherheit zu bringen.",
+ "so ist er dem enthoben. Tefillin, deren Verfertiger nicht als zuverlässig bekannt ist, dürfen erst nach Öffnung der Kapseln und sorgfältiger Prüfung ihres Inhalts in Gebrauch genommen werden. Solche aber, die auf freiem Felde gefunden werden, sind schon dadurch allein in hohem Grade verdächtig (vgl. Baba M. 12b unten). Gewissheit kann man sich am Schabbat nicht verschaffen, da man die Kapseln nicht öffnen darf. Man braucht daher nur alte Tefillin zu retten, denen man anmerkt, dass sie schon in Gebrauch waren, deren Heiligkeit also trotz der Möglichkeit, dass sie mittlerweile unbrauchbar geworden, nicht bezweifelt werden kann; neue dagegen kann man ruhig liegen lassen, sie sind aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht verloren, sondern als unbrauchbar weggeworfen worden. [Jeruschalmi: ישנות בדוקות וחדשות אין בדוקות ; ähnlich Babli, wo jedoch wegen einer Schwierigkeit, welche im Jer. geschickt umgangen ist, einer andern Definition von ישנות und חדשות der Vorzug gegeben wird.]",
+ "Findet er deren ganze Häufchen oder Päckchen. So dass er vor Anbruch der Nacht doch nicht fertig würde, wenn er sie nach und nach paarweise hineintragen wollte.— Zwischen צבתים und כריכות besteht nach Babli z. St. weiter kein Unterschied, als dass in diesen die Tefillin zu einem Päckchen zusammengebunden, in jenen dagegen paarweise gebunden lose über einander liegen. [Durch diese Erklärung im Verein mit der Tatsache, dass die aus zwei Teilen bestehende Zange צבת heisst, wurde Levy (chald. Wörterb. ü. d. Targumim) zu dem Irrtum verleitet, dass die Grundbedeutung paaren ist. Demgemäss übersetzt er, obgleich צבתים doch schon in der Bibel (Rut 2,10) vorkommt, לא יעשה אותן כריכות אבל מניחן צבתים (Menachot X 9): »er soll sie nicht in Gebunde, sondern die Ähren paarweise zusammenbinden.« Und diese zwecklose, ja unsinnige Arbeit soll die weniger mühsame sein und darum mit Rücksicht auf das Halbfest (es handelt sich um das am 16. Nissan darzubringende Omer — 3. B M. 23, 10 f.) vor dem Garbenbinden den Vorzug verdienen?! Schon das Wort מניחן deutet darauf hin, dass unter צבתים in der Landwirtschaft die noch nicht gebundenen Häufchen zu verstehen sind, zu welchen die Halme mit der Egge zusammengerafft werden, ehe man sie in Garben vereinigt. Der Stamm צבת, mundartlich צבט (Rut 2, 14; vgl. ושחטה שטים העמיקו in Hob. 5, 2 mit העמיקו שחתו das. 9, 9) heisst zusammenraffen. Die Wurzel ist צב mit der Grundbedeutung fassen oder greifen, welche noch sehr deutlich hervortritt in den Wörtern ضبث anfassen, צבת Zange (gr. λαβίς, lat. forceps), مضابث Kralle, אצבע Finger (ar. اصبع syr. ܨܶܒܥܳܐ; die Ableitung von صبغ eintauchen ist zu weit hergeholt), בית הצביטה (Chagiga III 1) Griff, Henkel (λαβή, capulus), צבע (2. Targ. Ester 3,7) ergreifen, ضبع Arm (davon ضبع 1. den Arm ausstrecken, 2. gewalttätig sein; vgl. בעלי זרוע) und zugleich Name eines Raubtieres (Hyäne, צבוע). Nahe verwandt ist die Wurzel צם mit derselben, in צמים (Schlinge) und ضمر IV (fassen, begreifen, concepit) noch erkennbaren Grundbedeutung, welche in den meisten der aus diesen beiden Wurzeln herausgewachsenen Stämmen sich zu der Bedeutung zusammenfassen entwickelt hat So in ضبر, ضف und ضمد IV sammeln, in צום sich versammeln (Jes. 58,4; insbesondere von Bußversammlungen, daher fasten und arab. صم sich überhaupt jeglichen Genusses enthalten), ضب IV sich ansammeln, wimmeln, צבר ansammeln, häufen, צבתים, اضمامة Häufchen, Päckchen, ضغا überströmen, צבה, ضب und ضغد XI anschwellen, צמח wachsen; in צבא sich zusammenschaaren, ضم vereinigen, צבא, ضغة und اضمامة Schaar, ضب II, ضم VIII umfassen, enthalten, ضبط festhalten, ضمز geizen; in צבט zusammenraffen, ضب II an sich reissen, ضبا IV sich bemächtigen, ضمضم wegnehmen, ضوى IV, ضمى, ضام prellen, vergewaltigen, צמת hinwegraffen (vgl. אסף sammeln und vernichten, قبض = קבץ zusammenfassen und Passiv sterben); in צפופים ,צמצם, ضف zusammendrücken, sich drängen, ضبس bedrängen, ضغن zusammenziehen, צפד sich zusammenziehen, צמק zusammenschrumpfen, צמוקים Rosnien, getrocknete Weintrauben, ضمد vertrocknen, צמד, وصم, ضغط und صغد zusammenspannen, zusammenbinden, ضاف IV verbinden, zusammenschliessen, ضبة Riegel, ضمن bürgen, haften, (d. h. sich binden; vgl. صبر binden und bürgen), צוות ,צבת sich verbinden, gesellen, ضيف Gastfreund, נצמד u. ضم VII sich eng anschliessen, anschmiegen. Aus dem Begriff des festen Anschlusses zweigen sich ab: 1) צמיד Armband, צמיד Topfdekel, صمام Stöpsel, צמה Schleier, صماء Mantel, ضماد Verband, צמד (Targ. v. חבש, Ez. 34,4 u. 16) einen Verband anlegen, צמצם verschleiern, ضمر IV verbergen, ضمس heimlich naschen, ضاب sich verstecken, ضبا IV verhüllen, צפן verdecken, צפה überziehen, צבתא, ܒܳܬܳܐ, Schminke, ضمج und ضمخ bestreichen, benetzen, צבע, صبغ, färben, eintauchen; 2) صبا hinneigen, lieben, צבי und
, begehren, wünschen (davon צבי Herrlichkeit, Zierde; vgl. חמדה und מחמד von צפה), חמד mit den Blicken verlangen (daher sowohl sehnsuchtsvoll ausschauen als lauernd spähen, dann überhaupt schauen), ضمج lüstern sein, ضبع begehren, צמא dursten, ظمئ heftig verlangen, צוה fordern, befehlen. So sehr sich auch diese beiden Wortgruppen je weiter je mehr von einander entfernen, verleugnen sie doch niemals ihren gemeinsamen Ursprung; vgl. חׇשַׁק begehren mit חׅשַּׁק verbinden, אוה wünschen mit ܐܽܘܝ vereinigen, اوصى befehlen mit وصى zusammenschliessen. — — Gegen unsere Gewohnheit haben wir uns hier die Erklärung eines Ausdrucks gestattet, welcher bereits dem Sprachschatz der Bibel angehört; einmal weil es darauf ankam, den wahren Sinn des in der heiligen Schrift nur an einer Stelle vorkommenden Wortes צבתים festzustellen, hauptsächlich aber weil die etymologische Entwicklung der zur selben Wurzel gehörigen Stämme in Gesenius’ Handwörterbuch (8. Aufl. Leipzig 1878) zu viel des Falschen und Unnatürlichen enthält.] Der Vrf. von תפארת ישראל hat die Bedeutung von צבתים richtig erkannt, konnte sich aber nicht erklären, warum die Gemara es nicht vorzieht, den mehr sachlichen Unterschied zu machen, dass unter צבתים grössere Haufen von Tefillin zu verstehen sind, welche ihrer grossen Menge wegen bis Schabbatausgang unmöglich paarweise heimgebracht werden können, unter כריכות dagegen kleinere Bündel, aus denen man wieder mit Rücksicht auf das Verbot, am Schabbat einen Knoten zu lösen, die Tefillin nicht herausnehmen kann, um sie vorschriftsmässig anzulegen. Allein abgesehen davon, dass man mit dem Sprachgebrauch nicht rechten kann, und dass es noch weniger angeht, sich denselben je nach Bedürfnis zu schnitzen und zu modeln, scheint der gelehrte Autor dem Plural in כריכות nicht die genügende Beachtung geschenkt und ausserdem auch noch übersehen zu haben, dass man die Tefillin einzeln aus dem Bündel herausziehen kann, ohne an dem Knoten auch nur zu rütteln, und dass man im Nothfalle die Schnur durchreissen, ja sogar durchschneiden darf, um dieselben vor Verunglimpfung zu schützen (s. Schulchan ‘Aruch I 314, 7—9 und Magen Abr. das. Anm. 14).",
+ "so warte er bei ihnen die Dunkelheit ab und bringe sie dann. Alle auf einmal.",
+ "in Zeiten der Gefahr. Die Geschichte unseres Volkes weiss auf mehr als einem Blatte von Zeiten zu erzählen, in denen die Anhänglichkeit an den ererbten Glauben von römischen Imperatoren mit dem Tode bestraft wurde. Die Mischna hat hier die hadrianische Zeit im Auge.",
+ "bedecke er sie. Z. B. mit Stroh."
+ ],
+ [
+ "Er gebe sie seinem Genossen. Der weniger als 4 Ellen von ihm entfernt steht; s. Anm. 1.",
+ "und der Genosse seinem Genossen. Und dieser wieder seinem Nebenmanne u. s. f., wenn zur Bildung einer Kette eine genügende Anzahl von Personen zur Verfügung steht. Genau genommen ist aber ein einziger Genosse vollkommen hinreichend, welcher die Tefillin aus der Hand des ihm zur Linken stehenden Finders in Empfang nimmt und sie ihm, nachdem dieser seinen Platz verlassen und sich zu seiner Rechten aufgestellt hat, wieder überreicht, um nun seinerseits den Platz zu wechseln und zur Rechten des Finders ihm die Tefillin wieder abzunehmen; וחבירו לחבירו ist daher nicht buchstäblich zu nehmen [וצריך עיון בבבלי דהשתא לא אוושא מלתא ]. Hat der Finder keinen Genossen bei sich, so trage er seinen Fund allein bis zur nächsten Ortschaft [siehe Tosafot u. d. W. ר׳ שמעון אומר; sowohl הרב המגיר (Hilchot Schabbat XIX 23) als auch R. Josef Karo (Bet Josef I 301) scheinen diese Stelle im Augenblick übersehen zu haben, sonst hätten sie die Entscheidung Maimuni’s nicht auf eine Weise begründet, welche seinen eigenen Worten (והלכה כר׳ שמעון) im Mischnakommentar widerspicht], nehme sich aber in Acht, dass er ihn nicht 4 Ellen hintereinander trage, bleibe vielmehr, um auszuruhen (Darche Mosche I 266 Anm. 1), jedesmal stehen, so oft er 3 Ellen zurückgelegt hat. Dieses Verfahren ist aber wegen der grossen Achtsamkeit und der fortwährenden Selbstüberwachung, die es erheischt, nur im äussersten Notfalle statthaft, wenn man sich auf keine Weise der Beihilfe einer andern Person versichern kann, und ein Ausharren am Fundorte bis Schabbatausgang geradezu unmöglich ist, sei es dass die Gegend zu unsicher ist, sei es aus anderen ebenso zwingenden Gründen. Dagegen ist die Beförderung mittels der „Kette“ unter allen Umständen gestattet, weil durch dieses Verfahren die Möglichkeit einer Gesetzesverletzung bei noch so grosser Hast nahezu ausgeschlossen ist; denn strafbar ist derjenige, welcher einen Gegenstand 4 Ellen weit auf öffentlichem Gebiete trägt, nur dann, wenn er ihn hingelegt hat, nicht aber, wenn eine andere Person ihm denselben aus der Hand nimmt, und überdies darf ja ohnehin die Entfernung zwischen den einzelnen Gliedern einer »Kette« höchstens drei Ellen betragen, wenn sie in der Lage sein sollen, den Gegenstand einander ohne grosse Anstrengung zu reichen. Mithin wendet sich R. Simon nicht gegen den unmittelbar vorhergehenden Satz, sondern gegen die ganze erste Mischna. Nach seiner Ansicht kann man sich die Mühe sparen, die gefundenen Tefillin einzeln Paar für Paar hineinzutragen, noch weniger braucht man dem Finder zuzumuten, dass er den ganzen Tag bei ihnen Wache stehe; er kann sie vielmehr alle auf einmal ohne Zeitverlust mittels der »Kette« hineinschaffen. Dem Schlusssatz aber stimmt er grade bei; denn in Zeiten der Religionsverfolgung kann ihm die Kette nichts nützen, da bleibt ihm nichts übrig, als die Tefillin ohne Aufsehen zu verhüllen und sich unbemerkt davon zu machen. Diese Vorschrift gilt an Werktagen ebenso wie am Schabbat; R. S. aber spricht ausschliesslich vom Schabbat, und sein Widerspruch richtet sich auch lediglich gegen die auf den Schabbat bezüglichen Bestimmungen der vorhergehenden Mischna. Dadurch erklärt sich auch, dass mit den Worten ר׳ שמעון אומר eine neue Mischna beginnt. [Zu dieser Auffassung, welche auf den ersten Blick mit der Diskussion im Babli nicht vereinbar scheint, bin ich durch Maimonides gelangt. In seinem Codex, Hil. Sabb. XII 17, entscheidet er, dass die Beförderung beliebiger Gegenstände mittels der Kette selbst auf öffentlichem Gebiete ohne jede Einschränkung erlaubt ist; in seinem Kommentar z. St. schliesst er mit den Worten: והלכה כר׳ שמעון והלכה כר״י, gibt also zu erkennen, dass R. S. diese Art der Beförderung ebensowenig wie R. J. auf den äussersten Notfall (סכנת לסטים) beschränkt; folglich muss man annehmen, dass R. S. dieses Verfahren an Stelle von מכניסן זוג זוג und מחשיך עליהן gesetzt wissen will. Und wenn im Babli zwischen dem Schlusssatz der 1. Mischna und den Worten des R. S. durch ein חסורא מחסרא eine künstliche Verbindung hergestellt wird, so liegt das in der Methode desselben, ist aber bekanntlich keineswegs buchstäblich zu nehmen; vgl. z. B. Gittia 74b. Um so auffallender ist es, dass Maim. das. XIX 23 den unglücklichen Finder geweihter Gegenstände bei ihnen bis Schabbatende ausharren heisst. Das ist doch eine harte Zumutung und eine unnütze Grausamkeit Wozu den armen Mann so quälen, und einen ganzen Tag fasten lassen? Noch mehr! Sind der gefundenen Tefillin nur wenige, soll er sie paarweise anlegen und so nach und nach hineintragen! Wer soll nun aber, während er das eine Paar rettet, alle die übrigen bewachen? Sollen diese inzwischen der Verunglimpfung ausgesetzt sein? Warum soll er nicht lieber sie alle, ob ihrer nun viele oder wenige sind, mit Hilfe eines oder mehrerer Genossen nach dem von R S. empfohlenen Verfahren gleich auf einmal bis zur nächsten Ortschaft befördern? Verdient diese Art der Beförderung denn nicht bei weitem den Vorzug vor der zeitraubenden Bewachung oder gar vor dem überdies auch noch unzulänglichen Verfahren des paarweisen Hineintragens? Zufolge seiner eigenen Entscheidung das. XII 17 hätte er hier die Beförderung mittels der Kette nicht als einen Notbehelf an das Ende seiner Ausführungen stellen dürfen, sondern als den ersten und zweckmäsigsten und sichersten Ausweg an die Spitze derselben; er hätte sagen müssen: דברים אמורים . . לחצר החיצונה ואם אין שם אחר כיצד הוא עושה .. היה מתירא . . פחות פחות מארבע אמות: במה המוצא תפלין בשבת ברשות הרבים נותנן לחברו בתוך ארבע אמות וחברו לחברו עד שמגיע. Aber sein Werk ist ein Auszug aus dem Talmud, und er liebt es, sich möglichst enge an denselben anzuschliessen. Der Babli bringt die Worte des R. Simon aus rein formellen Gründen mit שעת סכנה in Verbindung, obwohl dieselben sich auf die ganze Mischna beziehen, und Maimonides folgt diesem Beispiel. Durch diese allzu ängstliche Anlehnung an den Talmud hat M. auch den Schein erweckt, welchem einige Worte in seinem Mischnakommentar z. St. noch Vorschub leisten, als wollte er zwei einander bekämpfende Ansichten, die des ת״ק und des ר״ש, zum Gesetz erheben. Das ist aber — wir haben es bereits, gestützt auf Tosafot z. St., gegen הרב המגיד u. בית יוסף verteidigt — nicht der Fall; seine Entscheidung fusst vielmehr lediglich auf der Meinung des R. Simon. Auch sonst leidet diese Stelle an Härten und Unebenheiten. So z. B. der Satz ואם היה בימי הגזרה שמתירא לישב לשמרן עד הערב מפני הנכרים מכסן במקומן ומניחן והולך. Wenn es nur das ist, so braucht er die Tefillin deshalb noch nicht ihrem Schicksal zu überlassen; er kann sie ja פחות פחות מארבע אמות heimbringen! Offenbar hat M. die Worte ובסכנה מכסן והולך לו auf das unmittelbar vorhergehende מחשיך עליהן bezogen; in Wahrheit beziehen sich auch sie gleich den Worten des R. Simon auf die ganze Mischna. Es ist nicht grade die Dunkelheit der Nacht, welche בימי הגזרה mehr als sonst Gefahren in sich birgt, auch der längere Aufenthalt auf offener Heerstrasse ist es nicht; zu fürchten ist vielmehr die Möglichkeit, am lichten Tage mit den Tefillin in der Hand betroffen zu werden. מכסן והולך לו gilt daher nicht für Schabbat allein, sondern für alle Tage. כך היא הצעת הסוגיא לפע״ד]",
+ "bis man zum äussersten Hofe gelangt. Dort legt man sie an der Umfassungsmauer nieder. In den Hof, der ja Privatgebiet ist, darf man sie natürlich nicht tragen, selbst wenn der Fundort nur neutrales Gebiet ist (K. IX Anm. 14). Ist auch nach R. Simon, wie aus dem Schluss der folgenden Mischna ersichtlich, die Übertretung eines rabbinischen Verbotes gestattet, wo es sich um den Schutz heiliger Gegenstände handelt, so macht er dies Zugeständnis doch nur im Notfalle, wenn kein anderer Ausweg mehr sich öffnen will; hier aber sind ja die Tefillin an der Aussenmauer des dem Fundorte am nächsten liegenden Wohnhauses hinreichend geschützt, da sie von den auf’s Feld gehenden Fenstern aus und nötigenfalles von einem dazu bestellten Wächter beaufsichtigt werden können. [So könnte לחצר החיצונה auch in Schabbat XXIV 1 aufgefasst werden, wodurch die von מגן אברהם 266:11 geltend gemachte Schwierigkeit (s. auch Maimuni’s Mischnakommentar das.) von vornherein beseitigt wäre]",
+ "mit seinem Kinde. Welches am Schabbat auf freiem Felde geboren wurde.",
+ "und wären ihrer auch hundert. Obgleich es dem Kinde nicht zuträglich sein kann, wenn es durch so vieler Menschen Hände geht, soll man doch dieses Verfahren anwenden, weil man selbst bei einem Rettungswerke darauf bedacht sein muss, so wenig als nur irgend möglich gegen eine Vorschrift des Religionsgesetzes zu verstossen (Jeruschalmi). Bei unmittelbarer Gefahr darf man freilich nicht allzu ängstlich sein und etwa kostbare Zeit verstreichen lassen, um in dem Dilemma zwischen Lebensrettung und Schabbatgesetz einen Ausweg zu suchen, auf welchem man zwischen dieser Alternative ohne Collision geschickt hindurchschlüpfen könnte; hier ist vielmehr rasches Eingreifen, entschlossene Tat am Platze. Im vorliegenden Falle ist jedoch keine Gefahr im Verzuge. Wie schafft man nun aber das Kind ins Haus? Man kann es doch nicht wie die Tefillin bis Schabbatausgang im Freien an der äussern Hofmauer liegen lassen! Auch hier ist leicht Rath zu schaffen. Wer einen Gegenstand aus Privatgebiet in öffentliches oder umgekehrt aus רשות הרבים in רשות היחיד hinüberreicht, ist nur dann strafbar, wenn er ihn niedergelegt hat (vgl. Anm. 12). Streckt er dagegen seine Hand aus dem einen in das andere dieser Gebiete, und eine im letztern befindliche Person nimmt ihm den Gegenstand aus der Hand, so haben beide nur ein rabbinisches Verbot übertreten (s. Schabbat I 1). Dazu kommt, dass das Feld zu den Zwittergebieten gehört, denen der Verkehr mit öffentlichen sowohl, als mit Privatgebieten wiederum nur von den Rabbinen untersagt ist. Mithin dürfte man ohne Bedenken das auf dem Felde geborene Kind über die Hofmauer reichen, wo es ein Hausbewohner in Empfang nimmt (vgl. עבודת הגרשוני No. 114 u. מגן אברהם 348:4. Ist das Kind in einer רשות הרבים geboren, so muss man natürlich, um wenigstens dem Conflict mit einem biblischen Verbote aus dem Wege zu gehen, dieses Verfahren erst recht einschlagen, falls man nicht lieber, was ich vorziehen würde, die Vermittlung eines communen Gebietes (K. IX Anm. 14) — z. B. einer Stufe vor dem Eingange von mindestens 3 טפחים Höhe und weniger als 4 טפחים Breite — in Anspruch nehmen mag; einen מקום פטור verschafft man sich am bequemsten, indem man Kleidungsstücke an der Grenze zwischen רשות היחיד und רשות הרבים bis zu einer Höhe von 10 Handbreiten (Anm. 25) so übereinanderlegt, dass die oberste Schicht weniger als 4 טפחים breit ist. [Eine Höhe von 3 טפחים genügt hier nicht, weil nach Raschi Schabbat 8a unten אין כרמלית בכלים; um wie viel mehr מקום פטור בכלים אין! Zwar bildet כלי המחובר לקרקע nach Tosafot das. 11b ד״ה אלא eine Ausnahme; aber חבור לקרקע ist ja am Schabbat unmöglich ועדיין צ׳׳ע אי שרי להושיב שם כלי אף בלי חבור עיין או״ח שט״ו א׳ ואפשר דע״י הערמה כדי לישב עליו מותר.]",
+ "Es darf jemand einen Krug. Mit Wasser.",
+ "sogar über die Schabbatgrenze. Einl. Abs. 4.",
+ "Dieser. Der Krug.",
+ "darf doch nicht weiter gehen als die Füsse seines Eigentümers. Gegenstände, die einen Israeliten zum Eigentümer haben, sind auf dessen Schabbatbezirk beschränkt (ביצה V 3) und dürfen nach einem ausserhalb desselben befindlichen Orte nicht einmal von einem Bewohner desselben geschafft werden. Wie aus M. 4 das. hervorgeht, bekennt sich auch R. Juda zu diesem Grundsatze. Demnach wäre er hier mit sich selber im Widerspruche? Keineswegs! Er stützt sich hier auf eine Bestimmung in Schabbat X 5, laut welcher derjenige, welcher Speisen, die das erforderliche Quantum nicht haben, in einem Gefässe hinausträgt, auch wegen des Gefässes nicht bestraft werden kann, weil dasselbe für seinen Zweck nur nebensächlich war. Genau so verhält es sich hier. Seine Absicht ist lediglich, die Freunde, die ausserhalb seines Schabbatbezirkes von Durst gequält sind, mit Wasser zu versorgen. Dazu bedarf er eines Kruges. Dieser ist allerdings Eigentum, aber mit Rücksicht auf den beabsichtigten Zweck nur Nebensache. Hauptsache ist das Wasser, und dieses ist, weil aus dem Bache geschöpft, herrenloses Gut und mithin an keinen Schabbatbezirk gebunden (בבלי וכאוקמתא דאביי אליבא דרבא )."
+ ],
+ [
+ "Liest jemand in einem Schriftwerke auf der Schwelle. Das ist die wörtliche Übersetzung von אסקופה. Es ist aber keine Schwelle nach unseren Begriffen, der untere wagerechte Teil des Türrahmens, sondern unter freiem Himmel eine mässig hohe und ziemlich breite Estrade vor dem Eingänge, etwa eine Terrasse oder Freitreppe. In der Regel misst ihre Höhe mehr als 3 und weniger als 10 טפחים, ihre Breite 4 טפחים und darüber im Geviert, weshalb sie in der Tosefta (Schabbat I) und im Jeruschalmi (das. I 1) schlechthin zu den Zwittergebieten (K. IX Anm. 14) gezählt wird. Auch in der Mischna (das. X 2) wird stillschweigend vorausgesetzt, dass die אסקופה eine כרמלית ist; נתנה על האסקופה החיצונה heisst dort: in extremo limine posuit, er hat den Korb auf den äussersten Rand der Estrade gesetzt, so dass ein Teil seiner Früchte noch auf neutralem, der andere schon auf öffentlichem Gebiete sich befindet Die Verkennung dieses Sprachgebrauches hat die Kommentatoren genötigt, die אסקופה der zweiten Mischnahälfte nicht wie die der ersten als כרמלית, sondern im Gegensatz zu dieser als רשות הרבים anzusehen, eine Auffassung, welche auf erhebliche Schwierigkeiten stösst [ועיין היטב בבבלי שם במסקנא ויש להאריך אבל אין כאן מקומו].",
+ "und das Schriftwerk entrollt. Die Bücher hatten damals die Form einer Rolle, welche nur auf der Innenseite beschrieben war.",
+ "seiner Hand. Einzahl! Nur der einen Hand entrollte es, die andere hielt das von ihr umfasste Ende der Rolle noch fest.",
+ "darf er es zu sich heranrollen. Selbst wenn das freie Ende der Rolle den Boden der an der Estrade vorbeiführenden רשות הרבים berührt hat.",
+ "Liest er auf dem Vorderteil des Daches. Da von den platten Dächern des Morgenlandes die Rede ist, kann ראש הגג unmöglich die Spitze des Daches bedeuten. Möglich aber, dass בראש הגג weiter nichts als על הגג und höchstens oben auf dem Dache ausdrücken will. Doch spricht die grössere Wahrscheinlichkeit für die in unserer Übersetzung zum Ausdruck gekommene Auffassung. Der Vorderteil ist natürlich derjenige Teil des Daches, welcher der רשות הרבים am nächsten liegt. Das Dach ist רשות היחיד.",
+ "und das Schriftwerk entrollt seiner Hand. Einzahl! Nur der einen Hand entrollte es, die andere hielt das von ihr umfasste Ende der Rolle noch fest.",
+ "solange es noch nicht in die zehn Handbreiten. Vom Erdboden aus gemessen. Der Luftraum über öffentlichem Gebiet ist bis 10 Handbreiten Höhe רשות הרבים, darüber hinaus kommunes Gebiet (K. IX Anm. 14).",
+ "so wende er es. Da er es nicht emporrollen darf.",
+ "auf die Schriftseite. Um wenigstens die Schrift vor Staub, Regen oder Schmutz zu bewahren. Unter normalen Umständen ist es unzulässig, heilige Schriften auf die Innenseite zu wenden, es gilt dies als geringschätzige Behandlung; um die Schrift zu schützen, muss man ein Tuch über dieselbe breiten.",
+ "Juda sagt. Soll heissen: Dies die Worte des R. Juda; R. Meïr dagegen sagt (Jeruschalmi).",
+ "Wenn es auch nur eine Nadelbreite. Andere Lesart: מלא החוט, um die Breite eines Fadens.",
+ "denn es gibt nichts aus dem Begriff des Ruhegebotes. Es ist שְׁבוֹת zu vocalisiren. Das Wort ist ein substantivirter Imperativ wie מצות פרוש בעלמא (Chullin 74a oben), קום עשה ,מצות עשה ומצות לא תעשה (das. IIX 4), שב ואל תעשה (Jebamot 90a-b), דרוש וקבל שכר (Sota 44a), הושענא רבא. Solcher Imperative giebt es wohl in allen Sprachen eine grosse Anzahl; so im Deutschen: Lebewohl, Vergissmeinnicht, Stelldichein, Tunichtgut, Lugaus, Kehrab, Reissaus u. a., im Französischen: le rendez-vous, un beau venez-y-voir u. v. a. — In der Tosefta heisst es am Schlusse des 1. Kapitels von Chagiga: Die Satzungen des Schabbat …. sind wie Berge, die an einem Haare hängen und nichts haben, worauf sie sich stützen können. Daher sagte R. Josua: Die Zange (צבתא) wird mit der Zange gemacht. [Der folgende Satz — »Wer hat die erste gemacht? Diese wurde erschaffen« — gehört nicht mehr R. Josua an, sondern ist eine gelegentlich angeknüpfte Bemerkung.] Mit anderen Worten: So wie man zur Anfertigung einer Zange einer andern Zange bedarf, so waren oft behufs Durchführung eines von den Rabbinen zum Schutze des Gottesgesetzes für notwendig erachteten Verbotes (שבות) wieder andere rabbinische Verbote nötig (s. Jeruschalmi ‘Erubin Ende). Offenbar soll das Wort צבת, dessen R. Josua sich in seinem Gleichnisse bedient, an שבות anklingen, und dadurch dem Hörer andeuten, worauf das Gleichnis eigentlich hinzielt — eine neue Stütze dafür, dass unser Wort als Imperativ zu lesen ist. Ein ähnliches Wortspiel desselben R. Josua findet sich Babli Schabbat 119a. Er wurde einst gefragt: Wie kommt es, dass die Schabbatspeisen einen so vortrefflichen Duft haben? Er antwortete: Wir besitzen ein Gewürz, das heisst Schabbat; dieses mischen wir den Speisen bei und daher ihr herrlicher Duft. Hier klingt wieder das Wort Schabbat an Schâbat an; jenes ist die geistige Würze, dieses aber ist ein wirkliches Gewürz. [Dill, Anethum graveolens L.; arab. Schibitt (شبت u. شبث), gleich Schabbat (contrahirt aus שבתת) mit verdoppeltem T-Laut]. — Eine ausführliche Sacherklärung des Kunstausdrucks שבות s. Pes. VI Anm. 10.",
+ "das Stand halten könnte gegenüber den heiligen Schriften. Wäre die Rolle vollständig seinen Händen entglitten, dann dürfte er sie allerdings nicht vom Boden auf’s Dach zurücktragen; denn das Hinüberschaffen eines Gegenstandes aus öffentlichem in privates Gebiet fällt nach der Überlieferung unter den Begriff der Arbeit und somit unter das Verbot der Tora: Du sollst (am Schabbat) keine Arbeit verrichten (Ex. 20,10). Nun er aber das eine Ende der Rolle in seiner Hand behalten, wird durch das Heraufrollen des andern, am Boden liegenden Endes keine Satzung der Tora verletzt; denn das Verbot, einen zum Teil in רשות הרבים und zum Teil in רשות היחיד befindlichen Gegenstand in eines dieser Gebiete ganz hinüberzuziehen, ist nicht vom Begriffe der Arbeit abgeleitet, sondern vom Begriffe des Ruhegebots, welches den Rabbinen die Vollmacht erteilt, zum Schutze einer Schabbatruhe im Sinne und nach dem Geiste der gottgeoffenbarten Satzung, die nach ihrem Ermessen erforderlichen und nach ihrer Einsicht zweckmässigen Verfügungen zu erlassen. Es ist also lediglich rabbinischen Ursprungs, und ein solches Verbot muss zurücktreten, wo es gilt, heilige Schriften vor Unglimpf zu bewahren. Dieser Ansicht mögen R. Meïr nud R. Juda ihre Zustimmung nicht geben. Sie wollen die rabbinischen Verbote auch geheiligten Dingen gegenüber aufrecht erhalten wissen, weil sie befürchten, es könnte dieses Zugeständnis eine Verletzung des biblischen Arbeitsverbots nach sich ziehen, da ja der grossen Menge die nötige Sachkenntnis abgeht, um den Unterschied zwischen einer dem Leser auf dem Dache aus beiden Händen und einer ihm blos aus der einen Hand auf die Strasse gefallenen Rolle verständnisvoll würdigen zu können. Diese Besorgnis wird gegenstandslos, wenn der Leser sich auf einer Terrasse befindet. In diesem Falle übertritt er ja ein Verbot der Tora auch dann nicht, wenn er sich die vollständig zur Erde gefallene Rolle zurückholt. Darum ist der erste Satz unserer Mischna unbestritten. Aus demselben Grunde gestattet R. Meïr auch dem Leser auf dem Dache die Rolle an demjenigen Ende, welches noch in seiner Hand geblieben, wieder zu sich emporzurollen, solange das untere Ende noch, und wär’s auch nur um Haaresbreite, von der Erde absteht. Allerdings ist bis zur Höhe von 10 Handbreiten auch der Luftraum über öffentlichem Gebiete noch רשות הרבים; allein die Tora verbietet nur Gegenstände, die in רשות הרבים ruhen, nach einer רשות היחיד zu schaffen, nicht aber solche, welche auf öffentlichem Gebiete in der Luft schweben, und befänden sie sich auch vollständig in רשות הרבים. Diese Behauptung ist es, gegen welche R. Juda, der im Princip mit R. Meïr übereinstimmt, Einspruch erhebt. Nach seiner Meinung fällt die Beförderung schwebender Gegenstände aus dem einen in das andere dieser beiden Gebiete ebenfalls unter das Arbeitsverbot der Tora. Ist daher das untere Ende der Rolle weniger als 10 טפחים vom Erdboden entfernt, so darf dieselbe nach der Anordnung der Rabbinen, welche den Unterschied zwischen vollständig und Teilweise in רשות הרבים befindlichen Gegenständen überall aufgehoben haben, wo ein Missbrauch oder ein Missverstand dieser subtilen Distinction zu einer von der Tora verpönten Handlung führen könnten, keineswegs mittels ihres obern, in der Hand des Lesers zurückgebliebenen Endes hinaufgerollt werden. [Unsere Auffassung fusst hier durchweg auf Jeruschalmi. Viel komplizierter ist die Erklärung des Babli, nach welcher allerdings die in Anm. 28 angeführte Emendation überflüssig ist, dafür aber viele andere, noch tiefer einschneidende Änderungen im Wortlaut der Mischna notwendig werden, ohne dass gleichwohl dadurch alle Schwierigkeiten beseitigt würden. Schon Tosafot machen z St. (ד״ה אלא) auf einen schwer zu lösenden Widerspruch aufmerksam, welcher sofort verschwindet, wenn man mit Jeruschalmi statt R. Juda an dieser Stelle R. Meïr liest. Die Ansicht des R. Juda kommt in dem unmittelbar vorangehenden Satze zu Worte. Von ihm berichtet nämlich eine Baraita: תנא בשם ר׳ יודה זרק מרשות היחיד לרשות הרבים ועבר ארבע אמות ברשות הרבים חייב . In der palästinensischen Gemara (Schabbat XI, 1), wo übrigens die Worte מרשות—ועבר, welche jedoch aus dem Zitat in Babli (das. 97b oben) mit Sicherheit ergänzt werden können, aus Versehen weggeblieben sind, wird diese Behauptung in folgender Weise begründet: ר׳ יודה עבד ארבע אמות ברשות הרבים מלאכה בפני עצמה . Sie hat also mit Mar Samuel im Babli das Wort חייב so aufgefasst, dass R. Juda für die זריקה ein besonderes Sündopfer verlangt, nicht als ob er מחייב אתולדה במקום אב wäre, sondern weil er זריקה und הוצאה für zwei verschiedene Stamm tätigkeiten hält. Das genügt aber noch nicht zur Erklärung seiner Entscheidung, welche vielmehr erst dann völlig gerechtfertigt erscheint, wenn ihm קלוטה gleich הונחה ist. Die Consequenz ist, dass R. Juda, da er die הוצאה oder die הכנסה eines schwebenden Gegenstandes für eine strafbare Handlung hält, das Emporrollen des Schriftwerks משהגיע לעשרה טפחים trotz אגדו בידו wenigstens als verboten erachten muss, es aber keineswegs mit Rücksicht darauf, dass das eine Ende noch in רשות היחיד ist, völlig gestatten kann. Also nicht der Satz: אפלו אינו מסולק מן הארץ אלא כמלא מחט גוללו אצלו, welcher in unserer Mischna unter seinem Namen auftritt, sondern grade der vorhergehende spiegelt seine wahre Ansicht wieder; דר׳ יודה היא — sagt Jeruschalmi zur Stelle — להשתמש באויר עשרה טפחים דאמר אסור. Über den Sinn dieser Worte giebt uns eine andere Stelle im Jeruschalmi (Schabbat I, 1, ed. Kr. S. 1c unten, ed. Wien 1820 S. 2b oben) den erwünschten Aufschluss. Sie lautet nach Berichtigung eines den Sinn verdunkelnden Fehlers, der sich daselbst eingeschlichen: היה עומד בפנים וידו מלאה פירות. פשוטה לחוץ וקדש עליו היום אסור להחזירה. ר' אחא בשם ר' בא כמאן דמר אסור להשתמש באויר עשרה. אית תניי תני מותר. הוין בעיי מימר מאן דמר מותר בשיש שם רוחב ד'. ומאן דמר אסור בשאין שם רוחב ד'. אמר רבי יוסי בי רבי בין זה ובין זה כמאן דמר אסור להשתמש באויר עשרה. מיי כדון מאן דמר אסור למטה מעשרה. ומאן דמר מותר למעלה מעשרה. Demnach bedeutet אסור להשתמש באויר עשרה, dass es einer in רשות היחיד befindlichen Person verboten ist, einen Gegenstand, welchen sie frei in der Hand hält, aus רשות הרבים hereinzuholen. Genau derselbe Fall liegt hier vor. Der Leser auf dem Dache hält in seiner Hand die Rolle, deren unteres Ende frei in der Luft schwebt, und darf sie doch nicht heraufziehen, weil das Dach Privatgebiet ist, die Rolle aber in den Bereich des öffentlichen Gebietes hineinragt (s. Tosafot z. St. ד״ה והא לא נח; es ist auffallend, dass sie den Jeruschalmi mit Stillschweigen übergehen). Der Vf. des קרבן העדה hat in seinem Kommentar zu Schabbat, weil er לפי שעה die Stelle hier in ‘Erubin übersehen hat, den wahren Sinn von אסור להשתמש באויר עשרה vollständig verkannt; seine wunderliche Erklärung ist daselbst — כבודו במקומו מונח — völlig unhaltbar.]"
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+ "Befindet sich. Mindestens 10 Handbreiten von der Erdoberfläche entfernt.",
+ "ein Vorsprung. זיז (von זוז sich fortbewegen) entspricht genau dem frz saillie und bezeichnet in der Baukunst den Vorsprung oder die Ausladung an einem Gebäude.",
+ "darf man auf ihn legen. Gegenstände aus dem Hause. Jedoch nur zerbrechliche; andere dagegen nicht, weil zu befürchten ist, dass sie herunterfallen und von der Strasse hereingeholt werden könnten.",
+ "und von ihm nehmen. Ins Zimmer hinein.",
+ "Man darf in einem Privatgebiete stehen und in öffentlichem Gebiete hinundherschaffen. Indem man die Hand hinausstreckt und einen auf öffentlichem Gebiet liegenden Gegenstand auf einen andern, demselben Gebiete angehörenden Ort setzt.",
+ "nur darf man nicht über vier Ellen hinaus versetzen. Doch ist Privatgebiet, und wäre es noch so gross, in dieser wie in vielen anderen Beziehungen seinem ganzen Umfange nach als ein Raum von nur 4 Ellen anzusehen."
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+ "Man darf nicht in einem Privatgebiete stehen und in öffentliches. Oder neutrales.",
+ "in öffentlichem. Oder neutralem.",
+ "darf nicht vier Ellen. Auf öffentlichem oder neutralem Gebiete; vgl. Anm. 1. בש״ע לא הזכיר אלא ר״הר אבל רש״י כתב משוי הוא משמע דאף בכרמלית אסור ואין זה שלא כדרך] [.המוציאין מידי דהוי אמוציא אוכלין בפיו ומדברי הטור אין ראיה הואיל וברישא נמי לא הזכיר אלא ר״הר"
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+ "dasselbe gilt von der Kelter. Der Wein gehört zu den Bodenerzeugnissen, von denen der Eigentümer verpflichtet ist, die in K. III Anm. 7, 14 und 4 besprochenen Abgaben zu entrichten. Vor ihrer Absonderung darf man wohl innerhalb der Kelter von dem Weine trinken, nicht aber ausserhalb derselben, es sei denn, dass man mit seinem Kopfe und dem grössern Teile seines Körpers innerhalb des Kelterraumes sich befindet. Nur dieser Analogie hat die an Ma‘serot IV 4 anknüpfende Vorschrift ihre Stelle in unserer Mischna zu danken; vom Schabbat handelt sie nicht. Im Gegenteil! Es ist am Schabbat auch innerhalb der Kelter vor Absonderung der angedeuteten Abgaben vom Weine zu trinken verboten. Nach einer andern Erklärung im Babli beziehen sich die Worte וכן בגת doch auf den Schabbat und stehen im engsten Zusammenhang mit dem Vorhergehenden, indem sie das daselbst in Bezug auf öffentliches Gebiet ausgesprochene Verbot auf die Kelter ausdehnen, obgleich diese nur neutrales Gebiet ist.",
+ "Man darf vom Traufdache. Eine Leiste von mässiger Ausladung unmittelbar unter dem Dache oder doch weniger als drei Handbreiten von ihm abstehend, um das von demselben abfliessende Regenwaseer an ihrer schrägen Oberfläche über die Mauer hinwegzuleiten (מזחלה Hif‘il von זחל sich langsam fortbewegen), damit diese nicht beschädigt werde; lat. suggrunda, frz. larmier",
+ "unterhalb zehn Handbreiten. Von der Erde aus gemessen. Obgleich der Luftraum über einer רשות הרבים bis zur Höhe von 10 Handbreiten noch öffentliches Gebiet ist, das Wasser aber vom Dache, also aus einer רשות היחיד kommt, darf er es doch in seiner Hand oder in einem Gefässe auffangen. Ist es ja nach Schabbat I 1 einem auf öffentlichem Gebiet befindlichen Israeliten gestattet, ein Gefäss hinzuhalten, damit eine auf Privatgebiet stehende Person einen Gegenstand hineinlegen kann, welcher bis dahin in רשות היחיד geruht hat; um wie viel mehr muss dies hinsichtlich der aus der Wolke sich ergiessenden, von selbst herniederfallenden Regentropfen erlaubt sein, welche von Anfang an in fortwährender Bewegung waren (s. Babli Schabbat 5a unten und 5b oben). Selbstverständlich ist das Auffangen des vom Rande der Leiste herniedertropfenden Wassers in einer Höhe von 10 Handbreiten und darüber erst recht gestattet, denn dort ist ja der Luftraum communes Gebiet (Anm. 25).",
+ "von der Rinne aber darf man auf jede Weise. Hier hat man nicht nötig, das Wasser in der Luft aufzufangen; man kann das Gefäss auch an die Mündung der Rinne bringen und das Wasser unmittelbar hineinlaufen lassen, was beim Traufdach nicht erlaubt ist. Dieses ist nämlich als Bestandteil und Fortsetzung des eigentlichen Daches anzusehen, mithin gleich diesem Privatgebiet; hält man daher von der Strasse aus das Gefäss bis zum Rande der Leiste, um das Wasser hineintropfen zu lassen, so darf man es nicht mehr zu Boden setzen, wie es ja auch nach Schabbat I 1 dem auf öffentlichem Gebiete Stehenden verboten ist, einen Gegenstand zu sich herauszuschaffen, den ihm ein Anderer in die nach רשות היחיד ausgestreckte Hand gelegt hat (מה לי הטעינו חברו מה לי הטעינו שמים, Babli a. a. O.). Die Dachrinne dagegen ist nichts weniger als ein Bestandteil des Daches. Auch lässt sie das Wasser nicht wie die Leiste längs der ganzen Front abtropfen, leitet es vielmehr bis zu ihrer über das Gebäude weit hinausragenden Mündung, von wo es in grossem Bogen auf die Strasse strömt; sie ist daher, da ihre Breite in der Regel keine 4 טפחים beträgt, communes Gebiet. Hat die Rinne jedoch ausnahmsweise eine Breite von 4 טפחים und darüber, so dass sie neutrales Gebiet darstellt, darf man auch in der Tat das Regenwasser aus ihr nur in derselben Weise auffangen, als von der Dachleiste. [Die Auffassung unserer Mischna hängt wesentlich von der Lesart ab, die aber gerade hier nicht mit der wünschenswerten Sicherheit festgestellt werden kann. Jeruschalmi liest: מן הצנור ומכל מקום, Alfasi: למעלה st. למטה und ושותה st. שותה (s. auch R. Jonatan ha-Kohen das.), Maimonides vermutlich: קולט אדם מן המזחלה למעלה מעשרה טפחים ומן הצנור ומכל מקום ושותה (Hil. Schabbat XV 3; s. מגיד משנה das, der auch bei Alfasi so gelesen hat). Die uns vorliegende Lesart findet einen starken Rückhalt in der Tosefta, woselbst es in der zweiten Hälfte des 6. Kapitels heisst: לא יצרף אדם ידו עם הכותל ועם המזחלה אם רשות הגג למעלה מעשרה טפחים וישתה אבל מצרף הוא ידו לצינור למעלה מעשרה טפחים ושותה . Also auch hier der Unterschied zwischen מזחלה und צינור! Wir haben daher diese Lesart beibehalten und unserer Übersetzung zu Grunde gelegt Unsere Erklärung gibt im Wesentlichen die Auffassung Raschi’s wieder, die wir nur weiter ausgeführt und von einem neuen Gesichtspunkte aus beleuchtet haben. Nur in einem Punkte sind wir von seiner Erläuterung abgewichen. Nach Raschi müsste die Mischna von einem Dache sprechen, das kaum 13 Handbreiten (ungefähr 1 Meter) von der Erdoberfläche absteht. Solch niedrige Häuschen gehörten wohl auch damals zu den grössten Seltenheiten, und es schien uns nicht wahrscheinlich, dass just von solchen hier die Rede sein soll. Was Raschi zu dieser Annahme nötigte, war die Erwägung, dass eine höher als 10 טפחים angebrachte Rinne, sofern sie eine Grundfläche von 4 Handbreiten im Geviert hat, רשות היחיד ist. Aber schon Maimonides macht a. a. O. darauf aufmerksam, dass es trotzdem nicht zum חיוב חטאת kommen kann, da ja das Regenwasser in steter Bewegung ist (והיא גמרא ערוכה בשבת ה: ע״ש). Dazu kommt, das grade nach Raschi, welcher zwischen צינור und מזחלה unterscheidet, nicht ersichtlich ist, weshalb die Rinne, die er im Gegensatz zu Maim, da sie über das Dach hinausragt, nicht als dessen Fortsetzung betrachtet (s. auch ריטב״א z. St.) Privatgebiet sein soll. Was nützt es, dass sie in einer Höhe von 10 Handbreiten angebracht ist, da sie keine Wände hat, die 10 טפחים hoch sind? מגן אברהם (351 Anm. 5) nimmt seine Zuflucht zu den חורי רשות היחיד, um Raschi zu rechtfertigen; dieser Versuch muss aber, abgesehen von den bereits in מחצית השקל das. erhobenen Einwänden, welche der Vif. sich vergeblich zu beseitigen abmüht (s. auch פרי מגדים z. St.), schon an der einen Schwierigkeit scheitern, dass dann die Frage der Gemara: אבל מצרף לא מאי טעמא , unverständlich wäre, und die auf לבוד recurrirende Antwort keinen Sinn hätte. חורי רשות היחיד sind ja bis zu einer Entfernung von zehn טפחים Privatgebiet, wie aus מגן אברהם 353 Anm. 4 ersichtlich! Allerdings wird in מחצית השקל das. תוך י׳ in תוך ג׳ emendirt; ebenso hat auch תפארת ישראל in der גבירתא הלכתא ‘Erubin X 4 בתוך ג״ט. Doch habe ich den Grund zu dieser Berichtigung nirgends entdecken können; dagegen habe ich in den Tosafot zu ‘Erubin 89b oben die Stelle gefunden, welche dem Vrf. des מגן אברהם hier wahrscheinlich als Quelle gedient hat, und da heisst es ausdrücklich: וכן זיז היוצא לר״ה רחב ד׳ דהוי ר״הי היינו סמוך לחלון תוך עשרה דהוי כי חורי ר״הי . Am auffallendsten ist, wie die Vrf. von; מ״הש מג״א u. פ״מ übersehen konnten, dass schon R Jonatan in seinem Kommentar zu Alfasi hier an חורי רשות היחיד gedacht, diesen Gedanken aber wieder fallen gelassen und der מזחלה wie dem צינור den Charakter der חורי ר״הי abgesprochen hat. Auch die Stütze, welche die Tosafot z. St. ד״ה מן הצנור für Raschi’s Auffassung aus der Tosefta herbeibringen, ist eine schwankende. In unseren Ausgaben steht in der Tat: למעלה מעשרה טפחים ושותה, wie wir oben angeführt haben, desgleichen in der Wiener Handschrift, während die Erfurter gleich den Tosafot למטה מעשרה liest (s. die Zuckermandel’sche Toseftaausgabe). – ובהלכתא גבירתא הנוספת לספר תפארת ישראל מבן המחבר בסוף כל פרק התיר כאן לצרף מן הצינור אפלו יש בו ד׳ על ד׳ אם הוא למעלה מעשרה תהו דלא כמאן ולא ידעתי מנא ליה הא ואפשר דס״ל הואיל ואין כרמלית למעלה מעשרה הוי האי צינור מקום פטור ושבוש הוא עיין תוספות עירובין פ״ט ריש עמוד ב׳ ורא״ש שם.]"
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+ "darf man durch ein über ihr befindliches Fenster am Schabbat aus derselben schöpfen. Ist die Umfassung (K. VIII Anm. 25) weniger als vier Handbreiten von der Mauer entfernt, in welcher das Fenster sich befindet, so ist dieser Zwischenraum communes Gebiet (מקום פטור, K. IX Anm. 14), und es genügt dann, wenn Zisterne und Umfassung zusammen eine Höhe (Tiefe) von 10 Handbreiten haben, so dass der Eimer aus dem einen Privatgebiet (der Grube) in das andere (die Wohnung) durch מקום פטור befördert wird; beträgt dagegen der Zwischenraum vier Handbreiten und darüber, so ist derselbe öffentliches Gebiet, und es muss dann, wenn das Schöpfen erlaubt sein soll, die Umfassung allein 10 Handbreiten hoch sein, damit der Eimer in dem Augenblicke, in welchem er dieselbe verlässt, bereits höher als 10 טפחים in dem Luftraum über der רשות הרבים schwebe (Anm. 25). Wäre im ersten Falle die Entfernung vom obern Rande der Umfassung bis zum Boden der Zisterne geringer als die angegebene, so hätte diese den Charakter des Zwittergebiets (K. IX das.), und man dürfte daher ihr Wasser nicht in die Wohnung schaffen; hätte im zweiten Falle die Umfassung allein die angegebene Höhe nicht, so würde der Eimer, sowie er beim Austritt aus derselben sich der Mauer nähert, einen Augenblick lang in öffentlichem Gebiete schweben und dann nicht mehr in Privatgebiet befördert werden dürfen (vgl. Mischna 3; s. ריטב״א z St. und Magen Abr. 352 Anm. 4 sowie Magen David 354 Anm. 2).",
+ "darf man durch ein über ihm befindliches Fenster am Schabbat Wasser auf denselben ausgiessen. Denn er ist ebenso wie der Raum, aus welchem das Wasser kommt, Privatgebiet (רשות היחיד, K. IX das.). Ist er jedoch zugleich Privatbesitz, so darf man kein Wasser auf denselben ausgiessen, weil zu befürchten ist, dass sein Eigentümer ihn eines Tages wegräumen, der Inhaber des Fensters aber in gewohnter Weise nach wie vor sein Spülwasser auf dieselbe Stelle, also von privatem in öffentliches Gebiet giessen wird."
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+ "unter ihm hinundhertragen. Was durch keinen Zwischenraum von mindestens 3 Handbreiten getrennt ist, wird als zusammenhängend und mit einander verbunden betrachtet. Die Äste des Baumes wachsen erst in beträchtlicher Höhe aus dem Stamme heraus, die niedrigsten unter ihnen sind mehr als 10 Handbreiten von der Erdoberfläche entfernt; neigen sich dieselben nun mit ihren freien Enden so tief zur Erde nieder, dass der Zwischenraum weniger als 3 טפחים beträgt, so ist es, als berührten sie den Boden, und sie umschliessen somit (Jeruschalmi liest מיסב statt מיסך) mit ihren Zweigen und ihrem dichten Laubwerk vollständig wie mit schrägen Wänden ringsum einen Raum, welcher alle Merkmale einer רשות היחיד (K. IX Anm. 14) hat. Allerdings besitzt er nicht den Charakter eines Wohnraumes, dessen Ausdehnung keiner Beschränkung unterliegt; immerhin darf man aber, sofern seine Grundfläche nicht mehr als 5000 Quadratellen misst (K. II M. 5 u. K. V Anm. 12), anstandslos alle Gegenstände, die man am Schabbat überhaupt in die Hand nehmen darf, von einem Ende desselben bis zum andern tragen. Nur müssen die Zweige und Äste festgebunden sein, dass sie sich im Winde nicht bewegen, denn eine Wand, die nicht einmal den gewöhnlichen Winden Stand zu halten vermag, ist keine Wand.",
+ "darf man auf ihnen nicht sitzen. Eine Erweiterung des rabbinischen Verbots in Besza V 2, an Schabbat- und Feiertagen einen Baum zu besteigen; es entstammt der Besorgnis, man könnte sich in die Laubkrone setzen, der Heiligkeit des Tages vergessen, und Früchte oder Blätter abpflücken. Ragen jedoch die Wurzeln nicht einmal 3 Handbreiten hoch aus dem Boden hervor, sind sie der Erde gleich geachtet.",
+ "den Hecken an der Mauerlücke und mit Matten darf man nicht verschließen. Man beachte, dass es nicht lautet אין נועלין אותן (eine Tür schliessen heisst נעל דלת), sondern אין נועלין בהן! Es ist nämlich das Schliessen wie das Öffnen verboten, weil dabei Einschnitte in die Erde, mehr oder minder tiefe Furchen unvermeidlich sind. Denn diese Verschlussmittel hängen nicht in Angeln wie gewöhnliche Türen; in der Regel stehen sie, an das Gemäuer gelehnt, unbefestigt auf der Erde, um beim Öffnen einfach umgeworfen und nachher beim Schliessen wieder aufgerichtet zu werden, wobei natürlich der Erdboden bald hier bald dort jedesmal auf’s Neue aufgewühlt oder aufgelockert wird; zuweilen hängen dieselben mittels einer durch ihr oberes Ende gezogenen Schnur an einem Pfosten oder Pfeiler, dann bohrt sich das entgegengesetzte Ende, dem Gesetz der Schwere folgend, in die Erde, und es wird beim Öffnen wie beim Schliessen erst recht eine Furche aufgerissen.",
+ "dass sie von der Erde abstehen. So dass sie den Boden garnicht berühren, sei es, dass sie auf einer Unterlage ruhen, sei es, dass sie mittels einer sehr kurzen Schnur in entsprechender Höhe befestigt sind. Hängen sie dagegen in Angeln, so schadet es nicht, wenn sie auch mit ihrer untern Kante die Erde streifen, denn sie bewegen sich dann immer in einer gegebenen Bahn, die sie sich längst geebnet haben, so dass Einschnitte in den Boden nicht mehr zu fürchten, wenigstens nicht mehr unvermeidlich sind. Daher Jeruschalmi: מתני' בשאין להן צירין אבל יש להן צירין הדא היא דתני דלת גודרת מחצלת גודרת קנקילון גודר. פותח ונועל בשבת ואין צריך לומר ביום טוב. מחצלת הקשורה ותלויה בשבת פותח ונועל בשבת ואין צורך לומר ביום טוב (die eingeklammerten Worte fehlen in unseren Ausgaben, müssen aber mit Ausnahme vielleicht der in runde Klammern eingeschlossenen aus der Tosefta ergänzt werden; statt נודר und נודרת [einschneidend] liest Tosefta wie Babli richtiger נגרר und נגררת [schleifend], im Grunde aber kommt beides auf dasselbe heraus): „Die Mischna behandelt den Fall, dass keine Türangeln angebracht sind; sind Angeln vorhanden, so lehrt die Baraita Folgendes: Eine den Erdboden streifende Tür, eine solche Matte, ein solches Gatter (קנקילון = cancelli, ϰιγϰλίς: Gittertür) darf man am Schabbat und selbstverständlich auch am Feiertage sowohl öffnen als schliessen; mit einer Matte (welche über den Eingang eines Ladens auf der Strasse gebreitet ist) darf man, wenn sie schwebend angebunden ist, sowohl öffnen als schliessen, wo nicht (d. h. wenn sie bis zur Erde herabhängt), darf man mit ihr weder öffnen noch schliessen; hat man ihr aber eine Angel aus Rohr, Sangen, oder sonst einem beliebigen Stoffe hergestellt, so darf man mit ihr am Schabbat und selbstverständlich auch am Feiertage sowohl öffnen als schliessen.“ Dieser Schlusssatz bildet den Schlüssel zum richtigen Verständniss auch des ersten Satzes, welchem der folgende auf den ersten Blick zu widersprechen scheint, und nun werden wir auch begreifen, wie Abajê im Babli dazu kommt, die Geltung des ersten Satzes auf den Fall zu beschränken, dass Türangeln vorhanden sind, wofür ja im Satze selbst nicht der geringste Anhalt gegeben ist. Im GegenTeil! Die Worte שקשורין ותלויין בזמן, welche in Tosefta und Jer. allerdings fehlen, scheinen das Vorhandensein von Haspen geradezu auszuschliessen; denn es ist nicht einzusehen, warum Tür, Matte und Gatter an einem Strick und nicht lieber in den Angeln hängen, wenn sie wirklich mit solchen ausgestattet sind. Man müsste denn zu der Ausflucht sich entschliessen können, dass die Baraita sie mit Absicht an Stricken befestigt sein lässt, um zu betonen, dass die Benutzung dieser Verschlussmittel gestattet ist, auch wenn dieselben nicht in, sondern nur an ihren Angeln hängen. Diese Schwierigkeit war es vermutlich, welche Raba zu der Erklärung veranlasst hat, dass es genügt, wenn früher einmal Angeln vorhanden waren, durch welche die Versperrung eine Zeit lang beim Öffnen und Schliessen in einer bestimmten Richtung festgehalten wurde. Diese Richtung wird man auch jetzt noch, wo die Angeln fehlen, unwillkürlich und gewohnheitsmässig innehalten, zumal dem Öffnen und Schliessen, das sich hier so leicht und mühelos vollzieht, an jeder andern Stelle die Unebenheit des Erdbodens manch’ unbequemes Hinderniss entgegenstellen wird. Es ist daher nicht von Belang, ob die Angeln noch vorhanden sind oder nicht; nur darauf kommt es an, dass überhaupt jemals welche angebracht waren. Abajê dagegen besteht der grössern Sicherheit wegen auf dem Vorhandensein der Haspen; allenfalls können die Türbänder fehlen und durch Stricke ersetzt sein, auf die Angeln aber kann keineswegs verzichtet werden, denn an diesen müssen die Stricke befestigt sein, damit Einschnitte in die Erde um so sicherer vermieden werden. Seine Ansicht findet eine Stütze in einer zweiten von Babli angeführten Baraita, in welcher es ausdrücklich בזמן שיש להן ציר heisst (so hat רבנו חננאל und allem Anscheine nach auch ריטב״א gelesen. In unseren Ausgaben steht dafür בזמן שקשורין ותלויין. Ohne Zweifel ein Schreibfehler! Wäre diese Lesart richtig, so stünde die Baraita eher mit der Mischna als mit אביי und רבא in Widerspruch. Der Schreibfehler erklärt sich übrigens sehr leicht aus der vorhergehenden Baraita, welche in ihrem ersten Teile denselben Wortlaut hat. S. auch Dikduke Soferim z. St.); Raba giebt diesen Worten nicht ohne Zwang die Wendung: sofern sie eine Türangel hatten. [Wir haben diese kurze, aber vielumstrittene Mischna nach der Auffassung des R. Chananel erläutert, welche uns die einfachste und natürlichste schien. Alle übrigen Erklärer, an ihrer Spitze Raschi, haben unsere Mischna vom Gesichtspunkte der am Schabbat verbotenen Bauthätigkeit aus beleuchtet; nur Maimonides scheint eine Ausnahme zu bilden, er führt sie nicht im 22. K. der Hil. Schabbat auf, sondern in deren 26. K. unter der Rubrik מוקצה. Auf welchen dieser beiden Standpunkte man sich stellen mag, es wird der Unterschied zwischen נבוה מן הארץ und קשור ותלוי nicht ganz klar. Warum ist hier ein ציר erforderlich, dort dagegen nicht? Ob eine improvisirte Tür von der Erde absteht oder nicht, kann doch in Bezug auf מוקצה und בנין gleichgiltig sein, sollte man meinen! Schon dadurch allein, dass sie an den Pfosten angebunden ist, legitimirt sie sich ja hinreichend als das, wozu sie bestimmt ist! Dazu kommt der Gegensatz, in welchem unsere Mischna zu Schabbat XVII 7 steht; ר׳ זרחי׳ הלוי hat auf denselben zuerst aufmerksam gemacht und ראב״ד ,ר׳ ישעי׳ ,מלחמות (s. ריטב״א z. St.) bemühen sich denselben auszugleichen. Die Lösung des letztgenannten Autors hat den Beifall des ר״אש gefunden und ist später zur Halacha erhoben worden. Dieselbe wendet hier den Unterschied zwischen אהל עראי und אהל קבע an. Aber es steht ja auch מחצלת in unserer Mischna, und in der Baraita sind מוקצה und פרצה gar nicht erwähnt! Stellt man sich dagegen auf den Standpunkt des R. Chananel, so schwindet dieser Gegensatz sofort, die Forderung der Mischna, dass die Tür von der Erde abstehe, erscheint vollkommen begründet, und es kostet nur noch einige Mühe sich in der Gemara zurecht zu finden. Dem Einwurf, mit welchem Raschi diese Auffassung angefochten hat, ist deren Urheber in einer kurzen Andeutung zuvorgekommen, der wir gefolgt sind, und die wir in seinem Sinne weiter ausgeführt zu haben hoffen.]"
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+ "und in Privatgebiet aufschliessen. Selbst wenn der Schlüssel im Schlosse steckt, weil zu befürchten ist, dass man ihn herausziehen und aus Versehen an sich nehmen könnte.",
+ "dass man einen zehn Handbreiten hohen Verschlag angebracht hat. Durch welchen der Raum vor der Tür, bezw. der Standort des Öffnenden gleichfalls רשות היחיד wird, so dass der Schlüssel, selbst wenn das Befürchtete eintritt, nur aus dem einen in das andere Privatgebiet geschafft wird. Natürlich muss der vom Verschlage eingeschlossene Raum mindestens vier Handbreiten im Geviert messen (K. IX Anm. 14). R. Meir hält es nicht für nötig das hervorzuheben, denn es ist selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich ist aber das Erfordernis einer Höhe von zehn Handbreiten, und doch begnügt er sich nicht mit den Worten אלא אם כן עשה מחיצה. Er betont vielmehr nachdrücklichst, dass dieser Verschlag 10 טפחים hoch sein muss, damit man ja nicht zu dem Irrtum sich verleiten lasse, dass auch eine geringere Höhe des Vorschlages, bei welcher der eingeschlossene Raum neutrales Gebiet (ebend.) wäre, hinreichend sei. Daraus folgt, dass nach R. Meïr eine auf Zwittergebiet stehende Person weder in רשות היחיד noch in רשות הרבים ein Schloss öffnen, und umgekehrt kein in einer כרמלית befindliches Schloss von privatem oder öffentlichem Gebiete aus geöffnet werden darf.",
+ "dass man auf dem Geflügelmarkte. פַּטָּם (von פטם mästen) ist der Geflügelhändler; s. Alfasi z. St. und ‘Aruch, vgl. Besza 29b.",
+ "in Jerusalem nach dem Zuschliessen den Schlüssel in das Fenster über dem Eingange legte. Das Schloss, in welchem der Schlüssel steckte, war מקום פטור (K. IX Anm. 14), das Fenster war Privatgebiet. Die Strassen Jerusalems waren zwar gleichfalls רשות היחיד, denn die Stadt war mit Mauern umgeben, deren Tore nachts geschlossen wurden (Einl. Abs. 1); da man aber in der heiligen Stadt keinen Schittuf (Einl. Abs. 2) machte, so durfte man aus ihren Strassen und Gassen, ihren Plätzen und Märkten einen Gegenstand ebensowenig in die Wohnungen wie in öffentliches Gebiet schaffen. Sie hatten also in dieser Beziehung wenigstens den Charakter eines neutralen Gebietes. Wenn es nun in Jerusalem gang und gäbe war, dass man von dem Marktplatz aus den Schlüssel vom Türschloss nach dem Fenster schaffte, so muss es doch ganz allgemein gestattet sein, auf Zwittergebiet stehende Gegenstände eines andern Gebietes innerhalb desselben auf einen andern Platz zu legen. In Wahrheit ist dies nicht allein demjenigen erlaubt, der auf neutralem Gebiet steht, sondern selbst der in einer רשות היחיד oder einer רשות הרבים befindlichen Person; s. M. 4."
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+ "an dessen Ende ein Riegel. קלוסטרא (so Jeruschalmi, Maimonides und fast alle älteren Autoren; a. L. גלוסטרא) ist das lat. claustra od. clostra, auch im Sing. (claustrum) gebräuchlich, gr. ϰλεῖστρον. נגר steht in den jer. Targumim (in den bab. findet sich das Wort überhaupt nicht) bald als Übersetzung von בריח zur Bezeichnung der Balken, welche im Heiligtum zur Verbindung der Bretter dienten (Ex. 26,26-28, u. 36,31-33), bald als Übersetzung von בדים zur Bezeichnung der Stangen, welche an der heiligen Lade angebracht waren (2. Chr. 5, 8-9); in beiden Fällen waren diese Querhölzer bekanntlich durch Ringe geschoben. Im Arab. heisst نجر mit der Axt bearbeiten, davon نجار der Zimmermann, aram. נַגָּר, ܢܰܓܰܪ = hebr. חרש ein Handwerker, der Holz oder Steine behaut. Im Hebr. endlich bedeutet נגר fliessen, rinnen, rieseln. Es scheinen in diesem Stamme zwei verschiedene Wurzeln in einander geflossen. Von der Wurzel נג, welche schlagen oder hauen bedeutet (vgl. נגע und נגף), stammt نجر behauen, نجار u. נגר Zimmermann, Steinhauer; von der Wurzel גר aber, die eine langsame Bewegung ausdrückt (vgl. גרר schleifen, zerren) stammt נגר rieseln und נגר Schieber. Raschi übersetzt hier das Wort sachgemäss mit cheville (Pflock).",
+ "Eli‘ezer. Obgleich der נגר im Baba M. VIII 7 zu den handwerksmässig hergestellten Dingen gezählt wird, stellt er doch kein Gerät (כלי) im eigentlichen Sinn dar, ist vielmehr in seiner primitiven Form weiter nichts als ein einfaches Stück Holz und darf daher am Schabbat garnicht in die Hand genommen werden; die קלוסטרא, in welche er endet, ändert daran nichts nach R. E. Erst wenn er mittels einer haltbaren Schnur (ניטל באגדו) an der Tür befestigt ist, und dadurch seine Bestimmung deutlich zu erkennen gibt, darf er nach seiner Meinung am Schabbat als Riegel benutzt werden. [Eine andere sehr bestechende Auffassung von ניטל באגדו hat Maim. in seinem Codex; doch findet Raschi’s Erklärung, der wir gefolgt sind, im Jer. ihre Bestätigung.]",
+ "Jose aber gestattet ihn. Nach ihm ist der Schieber oder Pflock durch den »Riegel an seiner Spitze«, d. i. durch sein oberes, in einen Knopf oder hakenförmig auslaufendes Ende, genügend als Riegel und somit als כלי legitimirt. [Raschi erklärt diese und die folgende Mischna vom Gesichtspunkte der verbotenen Bautätigkeit. Maim. dagegen führt dieselben in seinem Codex unter der Rubrik מוקצה auf (s. auch dessen Mischnakommentar). Die Gründe, welche unsere Wahl zwischen diesen beiden Auffassungen bestimmt haben, findet der Leser in den Tosafot zu Schabbat 126a.]"
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+ "Mit einem schleifen den Schieber. Einem solchen nämlich, der mittels eines schwachen Fadens (s. Anm. 56) an der Tür so angebunden ist, dass sein unteres Ende den Boden berührt.",
+ "der liegende. Ein solcher nämlich, welcher unangebunden in irgend einem Winkel liegt.",
+ "ist dort wie hier verboten. Es ist die Ansicht des R. E. der vorigen Mischna, und das Verbot erklärt sich durch das in Anm. 56 Gesagte. Dass er es aber im Heiligtum nicht so streng nimmt, beruht auf dem Grundsatze: אין שבות במקדש, die rabbinischen Verbote haben im Heiligtume keine Geltung. Hier wie in den folgenden Halachot handelt es sich nämlich keineswegs um Satzungen der Tora, sondern lediglich um einige jener Anordnungen, welche von den Schriftgelehrten gleichsam als Schutzmauer um das göttliche Gesetz errichtet worden, im Bereich des Tempels aber, wo unter den Augen gewissenhafter und sittenstrenger Priester die Verletzung einer Toravorschrift kaum zu befürchten war, grösstenTeils ausser Kraft gesetzt waren. Nur einige wenige, die selbst im Heiligtume als notwendig erkannt wurden, sind auch dort aufrecht erhalten worden. Mehrere dieser Ausnahmen werden hier der Reihe nach aufgeführt. [Raschi scheint allerdings eine Ausnahme von dieser Regel nicht gelten zu lassen (s. Anm. 65) und will daher den Satz איו שבות במקדש auf gottesdienstliche Zwecke beschränken (M. 12 u. 13): dagegen sagt Maimonides ausdrücklich in Hil. Korban Peeach I 16: אין אסור שבות במקדש אפלו בדבר שאינו צורך עבודה אסור שבות במקדש היתר הוא. Raschi’s Ansicht dürfte sich kaum aufrecht erhalten lassen (s. Anm. 69).] Während »in der Provinz«, d. i. ausserhalb des Tempels, die Benutzung eines nur mit schwachem Faden angebundenen Riegels auch dann verboten ist, wenn er blos mit dem untern Ende den Boden streift, ist sie im Bereiche des Tempels allerdings gestattet, auch wenn er seiner ganzen Länge nach auf der Erde liegt. Aber angebunden muss er sein, und wär’s auch nur mit einem Bande, das nicht dauerhaft genug ist, um seine Last freischwebend zu tragen; sonst ist seine Benutzung, obgleich kein Verbot der schriftlichen Lehre entgegensteht, selbst im Heiligtume unzulässig. [Die Tosafot machen hier (102a oben ד״ה כי פליגי) eine sehr subtile Unterscheidung zwischen יכול לעמוד ע״י אותו חבל und ניטל באגדו, worunter יכול לטלטלו ממקום למקום verstanden sein soll; aber Jer. spricht ausdrücklich von דבר שיכול להעמידו, und davon abgesehen dürfte nun R. E. nicht den נגר הנגרר, sondern den תלוי in Gegensatz zum מונח bringen (s. Tos. Schabbat 126a ד״ה שקשור), da ja nach ihrer Ansicht auch der völlig frei schwebende Riegel verboten ist, wenn die Schnur zwar stark genug ist, ihn in der Schwebe zu erhalten, für seinen Transport aber sich als zu schwach erweist.]",
+ "in der Provinz. Auch wenn er der ganzen Länge nach auf der Erde liegt, sofern er nur angebunden oder (laut voriger Mischna) mit einem clostrum versehen ist, im Heiligtum dagegen bedarf es nach R. J. weder des einen noch des andern Erfordnisses."
+ ],
+ [
+ "Man darf die untere Angel. An der Tür eines Spindes oder andern Möbelstückes.",
+ "im Heiligtum wiedereinfügen. Wenn der Zapfen aus seinem Loch in der Schwelle herausgetreten, darf man ihn mit der Hand wieder zurückschieben; bei Haustüren oder Fensterladen fiele die Wiedereinfügung allerdings unter das Verbot der Bautätigkeit, auf Möbelstücke aber findet der Begriff des Bauens überhaupt keine [oder doch nur eine sehr beschränkte; s. R. Ascher K. III No. 5] Anwendung.",
+ "aber nicht in der Provinz. Weil dort zu befürchten ist, dass man zwischen der Tür an Möbelstücken und der an Gebäuden keinen Unterschied machen wird — eine Verwechslung, die im Bereiche des Tempels undenkbar ist.",
+ "ist dort wie hier verboten. Wenn der obere Zapfen herausgetreten, fällt die Tür um, und es bedarf dann grosser Anstrengung, sie wieder einzufügen; meist muss man sogar einen Hammer oder anderes Werkzeug zu Hilfe nehmen. Die Anwendung von Werkzeug aber ist als »handwerksmässige Verrichtung« (מכה בפטיש) strafbar; um daher der Übertretung dieses Verbotes vorzubeugen, deren Möglichkeit selbst im Heiligtum nicht ausgeschlossen war, haben die Rabbinen auch dort die Wiedereinfügung der obern Angel ganz und gar untersagt. Also wieder wie in Anm. 60 eine Ausnahme von der Regel, laut welcher אין שבות במקדש! [Anders lautet die Erklärung Raschi’s, welche sich alle späteren Commentatoren der Mischna zu eigen gemacht haben, trotzdem sie von den Tosafot (ד״ה והעליון) widerlegt wird. Ausdrücklich sagt Jer. z. St.: לא כל שבות התירו במקדש und es ist auffallend, dass sich die Tosafot diese Stütze für ihre Ansicht haben entgehen lassen.]",
+ "in der Provinz. R. J. lässt die Befürchtung, man könnte im Eifer Werkzeug zu Hilfe nehmen, nur ausserhalb des Tempels, nicht aber in dessen Bereiche gelten; die Besorgnis dagegen, dass irgend jemand die für Möbelstücke gewährte Erlaubnis urteilslos auf Gebäude übertragen wird, Teilt er überhaupt nicht. Eine solche Verwechslung ist selbst »in der Provinz« unwahrscheinlich, und da die Wiedereinfügung des untern Zapfens sich durch eine einfache Manipulation ohne alles Werkzeug bewerkstelligen lässt, so hat er gegen dieselbe keinerlei Bedenken."
+ ],
+ [
+ "Man darf ein Pflaster wiederauflegen im Heiligtum. Der Priester muss den Opferdienst mit ganz nackter Hand verrichten; desgleichen muss sein Dienstgewand durchweg seinem blossen Körper anliegen. Findet sich daher auf der innern Fläche seiner Hand oder an seinem Körper, soweit dieser vom Priesterkleide bedeckt ist, eine durch ein Pflaster geschützte Wunde, so muss er dasselbe abnehmen; es ist ihm aber gestattet, es nach vollbrachtem Dienste auch am Schabbat wieder zu befestigen. Das Auflegen eines Pflasters ist zwar mit Rücksicht darauf, dass es leicht zu »Pflasterstreichen« [מרוח, eine der von המוחק (Schabbat VII 2) ressortirenden, also unter das biblische Verbot der מלאכה fallenden Tätigkeiten; מוחק bedeutet nämlich nicht »schaben«, wie gewöhnlich auf Grund einer fälschlich als Übersetzung aufgefassten Erklärung Raschi’s das. angenommen wird, sondern »glätten«, wie die aus dieser Stammtätigkeit abgeleiteten Verbote (Schabbat 75b) beweisen. Wie bei מחה ist auch hier »schlagen« die ursprüngliche Bedeutung (Richter 5, 26), aus welcher sich unmittelbar die des Glättens entwickelt hat. Der obere Teil des Schreibstifts (מכתב), dessen flaches Ende dazu diente, die mit dem spitzen Ende des untern Teils in das Wachs der Schreibtafel (פינקס, πίναξ) eingegrabenen Zeichen wieder zu verwischen, heisst מוחק: der Glätter (Kelim XIII 2), weshalb dann מחק ganz allgemein Geschriebenes auslöschen bedeutet. Bei Maim. Hil. Schabbat XI 6 ist ohne Zweifel עד שיחליק פניהם und nicht שיחליף zu lesen] führen könnte, durch rabbinische Verordnung am Schabbat untersagt. Weil aber die Entfernung des Pflasters von der Wunde xu gottesdienstlichem Zwecke geschah, hat man ihm auch das Wiederanbringen desselben gestattet, damit er die Leistung der ihm zugewiesenen heiligen Dienstverrichtung nicht verweigere (התירו סופו משום תחלתו).",
+ "wenn es das erste Mal geschieht. Man erwartet ובתחלה statt des holperigen אם בתחלה (vgl. M. 11 u. 12). Dann aber würde sich מחזירין auch auf diesen Teil des Satzes beziehen, was nicht angeht, da מחזירין (zurücklegen) und בתחלה (im Anfange) dem Sinne nach Gegensätze sind. Es musste daher durch die Conjunction אם ein neuer Satz gebildet werden. Dagegen steht oben sehr richtig והמונח ,והעליון; denn dort ist in der Tatלהחזיר, bez. לנעול בו zu ergänzen.",
+ "ist es dort wie hier verboten. Der Grund des Verbotes ergibt sich von selbst aus unseren Ausführungen in Anm. 67. Obgleich das Auflegen eines Pflasters am Ruhetage lediglich durch die Rabbinen untersagt ist, wurde dasselbe doch nur dem Priester gestattet, welcher durch eine Dienstverrichtung gezwungen war, ein auf seiner Wunde bereits befindliches Pflaster abzunehmen. Hinsichtlich solcher Verletzungen aber, die erst am Schabbat entstanden, oder vor der Opferhandlung auch nicht durch ein Pflaster geschützt waren, haben die Rabbinen ihr Verbot aufrecht erhalten. Es ist eben auch hier das Princip אין שבות במקדש (Anm. 60) durchbrochen. [Raschi freilich stellt es in Consequenz seiner Ansicht, dass diese Regel keinerlei Ausnahme erleidet, so dar, als ob dieselbe erst durch Vermittelung von התירו סופו משום תחלתו hier in Betracht käme, ohne Weiteres jedoch in unserm Falle keine Anwendung finden könne, weil die rabbinischen Verbote angeblich nur zu gottesdienstlichen Zwecken im Tempel ausser Kraft gesetzt sind, das Wiederauflegen des Pflasters aber zum Opferdienste nicht mehr in unmittelbarer Beziehung steht. Diese Annahme stösst indes auf erhebliche Schwierigkeiten. Aus Besza 11b ist ersichtlich, dass das Auflegen eines Pflasters auch einem דלאו בר עבודה כהן im Heiligtum gestattet wäre, wenn dieses Verbot nicht eine Ausnahme von dem Grundsatze אין שבות במקדש bildete.
. Und davon abgesehen, wo ist in M. 11 ein צורך עבודה, welcher den Unterschied zwischen מקדש und מדינה rechtfertigt? Schon im M. 12 ist Raschi’s Erklärung sehr gezwungen; denn zugegeben, dass es sich daselbst um Spinde und Schränke handelt, die zur Aufbewahrung von Salz, Räucherwerk und anderen Gegenständen der Opferung dienen, ist es noch immer nicht ersichtlich, inwiefern die Entnahme dieser Gegenstände abhängig ist von der Wiedereinfügung des Türzapfens, durch welche doch nur das Schliessen einer Tür, nicht aber ein Öffnen derselben bezweckt werden kann. Für den נגר als צורך עבודה hat indessen der berühmte Kommentator nicht einmal den Versuch einer Erklärung. Wir finden, dass zum Zwecke der Opferung Türen geöffnet werden mussten (die Pforten des Hechal; Tamid III 7, Babli ‘Erubin 2a), eine Vorschrift aber, Türen vor der Opferhandlung zu schliessen, findet sich meines Wissens nur ein Mal (Pesachim V 5 in Bezug auf die Ausgänge der Vorhalle. Der Vf. v. תפארת ישראל hat dort unbegreiflicherweise דלתות העזרה mit ההיכל דלתות verwechselt; somit fällt die daselbst auf der Grundlage dieses Quiproquo in längerm Für und Wider geistvoll aufgebaute Frage haltlos in sich selbst zusammen), und auch da ist es mehr als zweifelhaft, ob dabei ein Riegel zur Verwendung kam.]",
+ "Man darf eine Saite. Die am Schabbat während des Spiels gerissen.",
+ "im Heiligtum. Unter den Musikinstrumenten, welche beim täglichen Gemeindegottesdienst während des Giessopfers den Gesang der Leviten begleiteten, werden in ‘Arachin II 3 u. 5 zwei Arten von Saiteninstrumenten aufgeführt: Laute (כנור) und Leier (נבל, νάβλα), diese nach Josephus (Archäol. 7, 12 § 3) zwölfsaitig, jene nach derselben Quelle zehnsaitig, nach Tosefta ‘Arachin II 7 jedoch nur siebensaitig. Hier handelt es sich ohne Zweifel um die erstgenannte Art [daher die Baraita im Babli: נימת כנור שנפסקה und später: שנפסקה לו נימה בכנור; ähnlich im Jer. נימה שבכנור שנפסקה], von welcher mindestens 9 Instrumente mitwirkten; nach oben aber war die Zahl unbegrenzt, und es kamen deren wahrscheinlich so viele zur Verwendung, als irgend zur Verfügung standen. Die Leier dagegen war beim Gottesdienste in mindestens 2 und höchstens 6 Instrumenten vertreten; wenn daher eines derselben durch das Springen einer Saite unbrauchbar wurde, konnte es schneller durch ein anderes Exemplar ersetzt als durch Zusammenknoten wiederhergestellt werden.",
+ "zusammenknoten. Sofern der Zweck nicht durch eine einfache Schleife erreicht werden kann. Das Verbot, einen Knoten zu machen, ist in Schabbat VII 2 unter die 39 Stammtätigkeiten gezählt; wenn aber der Knoten nicht für die Dauer bestimmt ist, so ist er nur durch rabbinische Verordnung untersagt; eine Schleife zu binden ist dagegen vollständig gestattet. In unserm Falle wird selbst durch den Knoten das Instrument nur notdürftig ausgebessert. Auf die Dauer kann es so nicht bleiben, denn der Knoten beeinträchtigt die Reinheit der Töne. Nach Ausgang des Schabbats wird er wieder gelöst werden müssen, man wird die Wirbel der gerissenen Saite aufdrehen, das kürzere Ende derselben beseitigen und das längere an den Wirbeln befestigen. Der Knoten ist also nur ein augenblicklicher Notbehelf, welchem mithin ein Verbot der Tora nicht entgegensteht. Dennoch ist er wenn irgend möglich durch eine Schleife zu ersetzen und auch, wenn eine solche den Zweck nicht erfüllt, nur dann zulässig, wenn die Saite nicht schon vor Schabbateingang gerissen war (s. Anm. 74); andernfalls ist das Verknüpfen der Enden, weil es schon am Freitag hätte geschehen können, am Schabbat untersagt [nach תפארת ישראל sogar strafbar, ja doppelt strafbar: 1. משום קושר und 2. בפטיש משום מכה. Welche Übertreibung במח״כהר! Von מבה בפטיש kann doch bei so stümperhafter Instandsetzung keine Rede sein! Und dann, warum soll dem Übertretenden nicht der Schutz des טועה בדבר מצוה ועושה מצוה zugebilligt werden?].",
+ "aber nicht in der Provinz. Aus doppeltem Grunde nicht! Erstens haben die Rabbinen auch einen Knoten, der nicht für die Dauer bestimmt ist, zu knüpfen verboten; zweitens ist gleichfalls durch rabbinische Verordnung auch die kunstlose Instandsetzung (תקון מנא) eines schadhaft gewordenen Gegenstandes, wie sie hier beabsichtigt ist, verboten. Aus letzterm Grunde ist es selbst mittels einer Schleife unstatthaft den Schaden auszubessern. [Und nur deshalb nennt auch R. Simon am Schlusse unseres Traktats (s. Babli das.) die עניבה, die er im Heiligtum gestattet, immer noch eine שבות; obgleich dieselbe an sich ja keineswegs verboten ist, so steht ihr doch in unserm Falle das rabbinische Verbot des תקון מנא entgegen. Die קשירה stösst sogar auf ein doppeltes Bedenken, denn es kommt hier zu תקון מנא auch noch das Verbot des קשר שאינו של קיימא, und darum ist dieselbe selbst nach dem ת״ק nur im Notfalle zulässig, sonst aber wenn nur irgend möglich durch עניבה zu ersetzen. Die Folgerung in תום׳ יו״ט z. St. s. v. קושרין, dass sogar עניבה nur לדבר מצוה erlaubt ist, erscheint mithin nicht stichhaltig genug; hier kann dieselbe sehr wohl lediglich wegen des mit ihr verbundenen תקון מגא ausserhalb des Tempels verboten sein.]",
+ "geschieht es zu Anfang. Noch vor Beginn des Spieles; die Saite muss also schon am Freitag beim Spiel gesprungen sein. [So glaube ich nach reiflicher Überlegung das allerdings sehr schwierige בתחלה hier auffassen zu müssen, um den noch grösseren Schwierigkeiten zu entgehen, welche sich der Erklärung entgegenstellen, dass mit diesem Worte das Aufziehen einer neuen Saite (Raschi, Bartinora) oder, was im Grunde dasselbe ist, das Wiederaufspannen der zerrissenen (Tosafot) gemeint sei. Diese Wendung liegt noch weniger im Worte und widerspricht überdies der Auffassung des Babli, wie sie sich wiederholt kundgibt in den Worten אפלו לכתחלה נמי, die gemäss der gewöhnlichen Bedeutung von לכתחלה auf die bekannte Ansicht des R. Eli‘ezer, dass מכשירי מצוה nicht nur in unvorhergesehenen Fällen (דיעבד), sondern von vornherein den Schabbat verdrängen, allem Anscheine nach Bezug nehmen, so dass die Frage wenigstens einen neuen Gesichtspunkt in die Diskussion hineinbringt, was nach Raschi und Tosafot nicht der Fall ist, da ja das Aufspannen einer Saite auch בדיעבד, ich meine שבת כשנפסקה היום דאי אפשר לעשותה מערב, verboten ist — — ואם כן התרצן מאי קסבר? Noch augenfälliger ist die Unebenheit in der zweiten Frage, welche lauten müsste: Wenn R. Juda der עניבה die קשירה vorzieht, weil diese dem Zwecke mehr entspricht, andererseits aber jene gleichfalls אב מלאכה ist, dann sollte er folgerichtig das Aufziehen einer neuen Saite, wodurch das angestrebte Ziel am besten erreicht wird, als den einzig richtigen Ausweg empfehlen, statt sich ablehnend gegen denselben zu verhalten. Wozu nach Raschi u. Tos. die Bezugnahme auf R. Eli‘ezer? Die Worte אליבא דמאן bis קאמר sind nach ihnen ganz überflüssig.] Dass auch hier (vgl. Anm. 68) das umständliche אם בתחלה steht, erklärt sich durch das neue Moment, das mit diesem Satze eingeführt wird. Bisher wurde stillschweigend vorausgesetzt, dass die Saite während des Spieles riss; darum ist jetzt, wo der neue Fall erörtert wird, dass die Instandsetzung sich von vornherein als nötig erweist, auch ein neuer Satz am Platze. ובתחלה wäre hier nur dann am rechten Orte, wenn der Gegensatz (etwa דיעבד) ausdrücklich in der Antithese stände wie z. B. oben M. 11 u. 12: הנגרר—והמונח התחתון—והעליון.",
+ "ist es dort wie hier verboten. Also wieder eine Ausnahme von der Regel: אין שבות במקדש (Anm. 60)! [Und auch hier beharrt Raschi auf seinem Standpunkte. Er sieht in der Verknotung der gesprungenen Saite die Uebertretung eines biblischen Vorbotes, welche im Heiligtum nur darum gestattet ist, weil der Opferdienst alle entgegenstehenden Schabbatverbote zurückdrängt. Seine Erklärung stösst jedoch auf manche Schwierigkeit. Wenn in unserer Mischna wirklich von einem קיימא קשר של die Rede ist, erscheint der Zusatz אבל לא במדינה doch gar zu selbstverständlich, als dass er aus der Concinnität mit den vorhergehenden und nachfolgenden Stellen eine genügende Daseinsberechtigung herleiten könnte. Ferner geht aus den Worten קשירה דאתי לידי חיוב חטאת, mit welchen Babli am Schlusse unseres Traktats zufällig auf unsere Mischna zurückkommt, deutlich genug hervor, dass hier kein dauerhafter Knoten gemeint ist, der an sich ein חיוב חטאת wäre, sondern nur ein solcher, der zu einer strafbaren Handlung führen könnte, also ein קשר שאינו של קיימא. Und wie gezwungen ist endlich Raschi’s Erklärung zu dem Streitpunkte, um welchen sich die Kontroverse zwischen R. Simon b. El‘azar und seinen Gegnern dreht. Wenn die קשירה auch ein אב מלאכה ist, wozu die Pfuscherei? Warum nicht lieber eine neue Saite aufziehen, warum nicht ganze Arbeit? Weil man dann, antwortet Raschi, dazu gelangen könnte, auch neue Instrumente am Schabbat mit Saiten zu beziehen. Eine גזרה also? Und dabei will er den Standpunkt behaupten: עבודה אין שבות במקדש לצורך?! Es ist mir unbegreiflich, wie Raschi die Stelle in Ta‘anit 27a entgehen konnte, laut welcher R. Simon b. El‘azar die Ansicht vertritt, dass bei der Tempelmusik nicht der Gesang, sondern die Instrumente die Hauptsache sind. (Dieselbe Baraita findet sich auch im Jer. z. St. mit dem Zusatz וישראל, durch welchen die von den Tosafot das. s. v. מר סבר mühsam überwundene Schwierigkeit — s. מהרש״א — auf die einfachste Weise gehoben wird.) Diese Stelle, verglichen mit Sukka 51a, wo aus den Worten דכ״ע und dem Bestreben, selbst die Behauptung לויים היו mit der Ansicht עיקר שירה בפה in Einklang zu bringen, ersichtlich ist, dass die Gegenansicht des R. S. b. E die allgemeine Billigung nicht fand (s. auch Maim. הל׳ כלי המקדש III 3), wirft nach meiner Meinung auf unsere Mischna und noch mehr auf die in der Erörterung des Babli angeführte Baraita ein neues, klares Licht. R. S. b. E. gestattet לשיטתו, die am Schabbat unbrauchbar gewordene Laute zu remontieren, weil die Instrumentalmusik einen wichtigen Bestandteil des Tempeldienstes bildet, vor welchem ja die Schabbatverbote, auch die der Tora, zurücktreten müssen. Seine beiden Gegner halten dagegen den Gesang für die Hauptsache, die instrumentale Begleitung für unwesentlich; das Aufspannen einer Saite aber fällt als handwerksmässige Herstellung eines Instruments unter den Begriff מכה בפטיש (Schabbat VII 2) und ist daher ein אב מלאכה. Es bleibt also nichts anderes übrig, als die Instandsetzung der gesprungenen Saite durch Verbindung ihrer Enden. Nur darüber, wie diese zu bewerkstelligen, gehen noch die Meinungen der beiden Gelehrten auseinander, der eine gestattet den קשר שאינו של קיימא, der andere, R. Simon, hält nur eine Schleife für zulässig, weil ein vorläufiger Knoten mit einem dauerhaften leicht verwechselt werden kann קשר שאינו של קיימא אטו קשר של קיימא) (והיינו דקאמר בגמרא מר סבר גזרינן כלומר. Trotz dieser, wie ich hoffe, einleuchtenden Begründung hätte ich es doch nicht gewagt, mich bei der Auslegung unserer Mischna zu allen Kommentatoren in Widerspruch zu setzen und mir einen neuen Pfad zu bahnen, wenn ich nicht glaubte, im Jer. eine Stütze für meine Auffassung zu finden. Es muss dort natürlich heissen: מתניתן דלא כרשב״א. Und wenn dann — scheinbar ohne innern Zusammenhang, in Wahrheit aber zur Begründung des behaupteten Gegensatzes zwischen R. S. b. E. und unserer Mischna — an den Ausspruch, welcher ein Wiederaufspannen der gerissenen Saite empfiehlt, ein anderer Ausspruch desselben Autors geknüpft wird, laut welchem die Instrumentalmusik für den Opferdienst eine unerlässliche Bedingung ist, so kann ich darin wohl eine Ermutigung erblicken, den Weg einzuschlagen, den ich für den rechten halte.]",
+ "Man darf eine Blatter. Raschi übersetzt יבלת mit demselben Worte, mit welchem er sonst שומא erklärt, mit verrue, Warze. Die Unterscheidung im Babli zwischen feuchter יבלת, die man abschneiden muss, und trockener, die sich abbröckeln lässt, scheint jedoch dieser Auffassung nicht günstig. Auch שומא dürfte nach Baba M. 27b nicht Warze, sondern etwa Muttermal bedeuten. Vergleicht man Ketubbot 75a mit Bechorot 40b, so ergibt sich ferner, dass שומא und יבלת nicht identisch sind; dieses ist beim Menschen immer ein Fehler, jenes nur unter gewissen Voraussetzungen — Im Arab, heisst وبال ganz allgemein Schaden, Beschwerde, Lästigkeit. In der Bibel kommt das Wort nur einmal vor — Lev. 22, 22 — und bezeichnet nach Bechorot das. einen fleischigen Auswuchs mit einem Kern von Knochensubstanz, also weder Warze noch Blatter. Es hat dort die Form יַבֶּלֶת und wird von vielen, auch neueren Erklärern nicht als Name des Gebrechens selbst, sondern als Bezeichnung für das mit diesem Leibesfehler behaftete Tier, also als weibl. Form eines Adj. יַבָּל aufgefasst; hier ist es ohne Zweifel Substantiv und lautet daher zum Unterschiede יבולת. So ist wenigstens die Lesart älterer Mischnaausgaben (Neapel und Pesaro), und so muss auch Raschi gelesen haben, wenn anders die Worte יבלת דקרא קרינן יבלת einen Sinn haben. Dieser freilich ist durch einen kleinen Druckfehler so entstellt, dass ihn selbst ein Lipmann Heller nicht erkennen konnte; erst wenn man יבלת am Ende des Satzes in יבולת verbessert, tritt der Gedanke klar hervor. Nach Tos. Jom Tob will Raschi hier auf den Unterschied zwischen dem Sprachgebrauch der Bibel und dem der Mischna hinweisen; in Wahrheit sagt er aber Folgendes: „Das יבלת der Bibel lesen wir Jabbelet, denn es ist kein Hauptwort, sondern wie שבור (nicht שבר) und עורת (nicht עורון) ebendaselbst ein Eigenschaftswort; das Jebolet der Mischna dagegen ist das Appellativ eines Gebrechens.“ Sicher ist יבולת die ursprüngliche Lesart, denn es lässt sich wohl verstehen, wie aus dieser Form durch die Abschreiber יבלת geworden, nicht aber umgekehrt, wie statt יבלת die sonst ganz unbekannte Form יבולת sich eingeschlichen. Der Rückschluss auf einen adjectiven Sinn des biblischen Jabbelet wäre deshalb doch ein übereilter. Die Sprache der Mischna ist ja nicht die der Bibel, und es wäre sehr wohl möglich, dass derselbe Begriff hier mit Jabbelet, dort aber (vielleicht nach aram. Sprachgebrauch) mit Jebolet bezeichnet wird; auch könnte jetzt Jabbolet gelesen werden, so dass יבלת und יבולת nur Spielarten derselben Form wären wie מכמורת — מכמרת ,משקולת — משקלת u. v. a. Raschi selbst übersetzt in seinem Pentateuchkommentar יבלת nicht etwa: verruqueuse, sondern — genau wie hier יבולת — mit verrue. Freilich erklärt er daselbst auch עורת im Widerspruch mit seinen eigenen, vorhin fast wörtlich übertragenen Ausführungen als gleichbedeutend mit עורון für ein Hauptwort.",
+ "im Heiligtum. Ein mit Blattern behaftetes Opfertier darf nach Lev. 22,22 nicht dargebracht werden; aber auch ein pustulöser Priester ist zur Verrichtung des Opferdienstes untauglich, solange die Blattern nicht — und wäre es auch nur auf mechanischem Wege, durch operativen Eingriff — beseitigt sind. Hier handelt es sich meines Erachtens um eine Blatter am Leibe des Priesters, nicht am Körper des Opfertieres. Nach ‘Arachin II 5 waren nämlich stets an genau untersuchten und als fehlerfrei befundenen Opfertieren mindestens sechs über die für den Tagesbedarf erforderliche Zahl vorrätig. Leicht konnte mithin die Verlegenheit nicht eintreten, in welcher kein Ausweg blieb als die am Schabbat immerhin bedenkliche Entfernung der Blatter. Überdies scheint aus Tamid III 4 hervorzugehen, dass die Opfertiere auch an dem ihrer Opferung vorangehenden Tage untersucht wurden (s. jedoch Maim. Hil. Temidin I 9). Sollte also ein neckischer Zufall es wirklich so gefügt haben, dass alle diese Tiere durch irgend einen Leibesfehler untauglich wurden, so konnte derselbe erst am Schabbat zu Tage getreten sein. In unserer Mischna wird aber vorausgesetzt, dass die Blatter schon am Freitag vorhanden war, wie wir in der folgenden Anmerkung zeigen werden. Es bleibt demnach nichts übrig, als die Bestimmung der Mischna auf eine יבלת des Priesters zu beziehen. Sämmtliche Priester waren in 24 Wochenabteilungen geordnet, die sich wieder in 7 Tagesgruppen gliederten, deren jede an einem Tage der Woche zum Dienst berufen war. Jeden Morgen wurden aus der Reihe der Berufenen die diensttuenden Priester ausgelost, deren Zahl sich gewöhnlich auf 13 belief. Zu diesem Behufe stellte sich die ganze Gruppe im Kreise auf, der Vorsteher nannte eine beliebige Zahl, begann bei einem beliebigen Priester zu zählen, und derjenige, bei welchem die jedenfalls sehr hoch gegriffene Zahl endete, war zum Schlachten des Opfers erkoren, während die übrigen Opferhandlungen seinen 12 Nachbarn zufielen. Bei diesem Verfahren liegt es auf der Hand, dass die Anwesenheit auch nur eines Unbefugten im Kreise die Anfechtbarkeit des Ergebnisses selbst dann im Gefolge hatte, wenn das Los auf einen am diametral entgegengesetzten Punkte stehenden Priester fiel. Fand sich daher an einem der ausgelosten Priester ein Leibesfehler, so konnte er allerdings, wenn es durchaus sein musste, durch einen andern ersetzt werden, aber das gienge nicht so ohne Weiteres. Die ganze Gruppe müsste auf’s Neue zusammentreten, um nicht allein für den als untauglich ausscheidenden Priester Ersatz zu schaffen, sondern auch für die 12 Genossen, die durch ihn unschuldig in Mitleidenschaft gezogen würden und ihre Funktionen einbüssten. Das gäbe eine sehr ärgerliche Verwirrung. Und Um einer solchen vorzubeugen, gestattete man die Abtrennung der Blatter am Schabbat, sofern dieselbe ohne Verletzung eines Verbotes der Tora möglich ist. Ausdrücklich sagt Jeruschalmi z. St., dass nur aus diesem Grunde (מפני קלקול פייסות) und nur nach vollzogener Auslosung (והן שהפיסו) die Erlaubnis erteilt wird. Nichtsdestoweniger ist unter allen Erklärern Maimonides der einzige, der unsere Mischna in diesem Sinne auffasst, und er hat diese Auffassung auch in seinem Codex zur Geltung gebracht (Hil. Schabbat IX 8). Alle übrigen meinen, dass von einer Blatter am Leibe des Opfertiers die Rede ist, und in dem Banne dieser durch nichts gerechtfertigten Annahme war selbst der Kommentator des Jeruschalmi (s. קרבן העדה z. St.) so tief befangen, dass er bei seinen Erklärungsversuchen auf Abwege sich verirrt, wo doch der rechte Weg so klar vor Augen liegt. Die Worte והן שהפיסו (nur sie, die bereits gelost haben), zu denen natürlich חותכין יבלת aus der Mischna zu ergänzen ist, lassen doch wohl keinen Zweifel über die Auffassung des Jeruschalmi, zumal die nachträgliche Entdeckung eines Leibesfehlers am Opfertiere nicht die geringste Verwickelung mit sich führt und die ursprünglichen Festsetzungen nicht im Mindesten alterirt. Bleibt doch das Ergebnis der am Morgen vorgenommenen Auslosung auch noch am Abend für das Nachmittagsopfer in Kraft, geschweige denn für ein etwa notwendig gewordenes Ersatzopfer.",
+ "ablösen. Im Pesachim VI 1 dagegen wird die Frage, ob die Notwendigkeit der Abtrennung einer Blatter am Pesachopfer das Schabbatverbot zu verdrängen im Stande ist, von der Mehrheit verneint und nur von R. Eli‘ezer bejaht. Zur Lösung dieses Widerspruchs unterscheidet Jeruschalmi zwischen Leibesfehlern der Priester und der Opfertiere; nur in Bezug auf diese sei die Frage controvers, hinsichtlich jener aber werde sie wegen der zu befürchtenden Alteration der Lose (s. vor. Anm.) einhellig bejaht. Im Babli werden ausser der bereits in Anm. 76 angeführten und auch im Jer. erwähnten Unterscheidung zwischen der feuchten Blatter, um welche sich der Streit im Pesachim dreht, und der trockenen, von welcher hier die Rede ist, noch folgende Versuche gemacht, die Schwierigkeit aus dem Wege zu räumen. R. Josef meint, die Ansichten seien dort nur darum geteilt, weil ein rabbinisches Verbot (wie die Abtrennung einer Blatter) ausserhalb des Tempels — und das Pesachlamm wurde ja von jedermann zu Hause untersucht und für die Opferung vorbereitet — selbst zu gottesdienstlichen Zwecken nicht übertreten werden darf, während hier innerhalb des Tempels, wie durch die Worte במקדש אבל לא במדינה nachdrücklich betont wird, nach dem allgemeinen Satze אין שבות במקדש (Anm 60) über die Zulässigkeit nur eine Stimme herrschen kann. R. Jose b. Chanina (s. Jer.) erklärt, es handle sich dort um die Abtrennung mittels eines Messers, die R. Eli‘ezer zwar geatattet, die Mehrheit aber verbietet, wie ja auch hier nur erlaubt wird, die Blatter mit den Fingern abzukneipen oder mit den Zähnen abzubeissen, ausdrücklich aber das Abschneiden mit einem Werkzeuge untersagt ist. Demnach käme in unserer Mischna die Ansicht der Gegner des R. E. zur Geltung. Umgekehrt behauptet Raba, dieselbe vertrete grade die Meinung des R. E. Der gleiche Ausdruck fordert die gleiche Auffassung. Wenn daher חתך hier abkneipen oder abbeissen bedeutet, so hat es wohl auch dort denselben Sinn, und da R. E. der Einzige ist, der die fragliche Operation am Schabbat gestattet, so steht unsere Mischna eben auf seinem Standpunkt und nicht auf dem der Mehrheit. Warum ist aber die Zuhilfenahme eines Messers hier verboten, da doch nach seiner Ansicht selbst die Vorbereitungen für den Opferdienst die entgegenstehenden Schabbatverbote ausser Kraft setzen? Darauf antwortet Raba: R. E. räumt ein, dass man hierbei die Übertretung strengerer Verbote, wo es nur irgend angeht, vermeiden soll. — Zieht man in Erwägung, dass die Controverse in Pesachim das. M. 2 schliesslich zu dem Ergebnis führt, die Abtrennung einer Blatter sei nur darum verboten, weil diese Operation schon vor Eintritt des Schabbat vorgenommen werden konnte, so erscheint vielleicht als der einfachste Ausweg die Annahme, dass an unserer Stelle von einer erst am Schabbat entstandenen Blatter die Rede ist. Dass aber weder Babli noch Jer. diesen Weg für gangbar hält, ist ein Beweis für die Richtigkeit unserer Behauptung in vor. Anm., laut welcher auch hier stillschweigend vorausgesetzt wird, dass die Blatter schon am Freitag zu Tage getreten. Begründet ist wohl diese Voraussetzung in dem Schlusssatz unserer Mischna; denn wäre die Blatter am Schabbat erst entstanden, dürfte sie auch mit Hilfe eines Messers abgeschnitten werden [s. Maim Hil. Korban Pesach I 18; in Hil. Schabbat IX 8 macht er freilich keinen Unterschied zwischen bereits vorhandenen und erst entstandenen Blattern, was jedoch keineswegs auffällig ist, da er sich hier nach seiner Gewohnheit lediglich an den Wortlaut des Talmud hält].",
+ "geschieht es mit Werkzeug. Dass hier בכלי ואם statt des kürzern und einfachern ובכלי steht, ist ähnlich wie in Anm. 74 zu rechtfertigen. Da mit dem Verbum חתך (schneiden), obgleich es auch von der Schärfe des Fingernagels und der Zähne gebraucht wird, in der Regel der Begriff eines Messers, einer Scheere oder eines ähnlichen Werkzeugs verbunden ist, so wäre ובכלי hier nur dann am rechten Orte, wenn in der Antithese ausdrücklich der Gegensatz חותבין ביד או בשן stünde.",
+ "ist es dort wie hier verboten. Auch hier haben wir eine Ausnahme von der Regel אין שבות במקדש (Anm. 60); denn das Abschneiden einer Blatter am Schabbat selbst mit Hilfe eines Messers ist nur von den Rabbinen untersagt. [S. Maim. Hil. Schabbat IX 8 und I 3. Die Quelle dieser kühnen Behauptung des grossen Gesetzeslehrers, welche von ראב״ד nicht angefochten wird, dafür aber in משנה מגיד grosses Befremden hervorruft und in מגן אברהם 3403 kurzerhand beiseite geschoben wird, ist nicht der Abschnitt הלוקח בהמה (Bechorot 24b — 25a?), wie im מגדל עז zwar angegeben, aber nicht näher nachgewiesen wird. Dort findet sich nichts, was ihr auch nur zur Stütze dienen könnte. Sie ist vielmehr, wie ich glaube, aus Jer. Pesachim VI 1 g. Ende geschöpft, wo der Satz חתיכת יבלתו בכלי שבות gar in Form eines Einwands der Mischna entgegengehalten wird wie etwas Selbstverständliches oder wenigstens allgemein Anerkanntes, das keinen Widerspruch zulässt und über jeden Zweifel erhaben ist. Zum bessern Verständnis dieser Stelle, welche in mehr als einem Betracht schwierig ist, muss man vor allem die Worte הבאתו חוץ לתחום שבות bis וזה עומד בשמועתו, welche offenbar versetzt sind, aus ihrer Umgebung herausheben und an die rechte Stelle vor חתיכת יבלת setzen. Es wird hier konsequent der Grundsatz durchgeführt, dass dem Pesachopfer gegenüber kein rabbinisches Verbot Stand zu halten vermag, und daher zu הרכבו bemerkt, dass dies nur ausserhalb Jerusalems in רשות הרבים verboten, innerhalb der Stadt jedoch, obgleich dieselbe des Schittuf der Strassen entbehrte (s. Anm. 54), als שהתירו במקדש שבות erlaubt ist; darauf wird aus הבאתו חוץ לתחום der Beweis erbracht für תחומין דאורייתא, und nun erst, nachdem die Diskussion über diesen Punkt erledigt ist, folgt die Abhandlung über חתיכת יבלתו, in welcher zunächst der Widerspruch mit unserer Mischna erörtert, dann aber in unmittelbarem Anschluss die Frage aufgeworfen wird: חתיכת יבלתו בכלי שבות. Es ist ein Einwand, der seine Spitze gegen R. Jose b. Chanina (Anm. 78) richtet. Wenn beim Abschneiden der Blatter auch Blutentziehung wenigstens als Nebenzweck in der Absicht lag (R. Jochanan), oder wenn die Verwundung auch ohne diese Absicht strafbar ist (R. S. b. Lakisch und R. S. b. Jakim), dann ist es freilich in der Ordnung, dass חתיכת יבלת לחה als Verletzung eines Verbotes der Tora selbst beim Pesachopfer verboten ist; wenn aber, wie R. J. b. Ch. will, keines von beiden der Fall ist, wenn die Handlung gar nicht unter dem Gesichtspunkt des חובל, von dem aus zwischen יד und כלי ja kein Unterschied besteht, sondern unter dem des גוזז zu beurteilen ist, warum ist sie da verboten? Es handelt sich doch lediglich um eine שבות! Dieser Einwand wurde ohne Zweifel schon zu Lebzeiten des R. J. b. Ch. geltend gemacht, vielleicht gar in seiner Gegenwart von einem seiner Freunde oder Schüler, und nun berichtet R. Abahu, dass jener infolge dieser Vorhaltung seine ursprüngliche Lösung aufgegeben und den Knoten einfach durchhauen habe, indem er die Worte וחתיכת יבלתו aus der Mischna strich. Damit erledigt sich von selbst die Frage in שירי קרבן s. v. אר״א, auf welche der Vrf. nur eine Antwort hat, die er selbst als unbefriedigend bezeichnet Die zweite Schwierigkeit, auf welche derselbe Autor s. v. הא חוץ aufmerksam macht, liegt meines Erachtens schon in der Mischna. Unter den Gegnern des R. Eli‘ezer befindet sich ja auch R. ‘Akiba, von dem es bekannt ist, dass er den sogenannten Schabbatbezirk für eine Anordnung der Tora hält (s. Sota V 3); und doch sagt R. E. אלו שהן משום שבות! Es liegt also auf der Hand, dass er sich dieses Ausdrucks von seinem Standpunkt aus bedient in der Voraussetzung, dass wenigstens ein Teil seiner Widersacher und insbesondere sein Hauptgegner in diesem Punkte mit ihm übereinstimmt. In der Tatfinden wir ja zwischen ihm und R. Josua eine Meinungsverschiedenheit weder über חי נושא את עצמו noch hinsichtlich des rabbinischen Ursprungs der Schabbatbezirke. Überdies ist der קל וחומר, den R. E. in’s Feld führt, nichts als ein rhetorischer Wurf, welcher seiner Polemik eine grössere Wirkung geben soll; in der Suche selbst ist es ihm gleich, ob diese Dinge שבות oder דבר תורה sind, er hätte ebensogut sagen können: מה נשתנו אלו מן השחיטה. Deshalb heisst es auch im Babli (hier in ‘Erubin) nur מתיב ר׳ יוסף, eine recht milde Form des Einwands, und nicht מתקיף לה ר׳ יוסף, wie man bei einer sonst so schlagenden, ja gradezu verblüffenden Widerlegung hier mit grösserm Recht erwarten dürfte als z. B. in Schabbat 74a. Die grösste Schwierigkeit macht jedoch die Frage, welche Stellung denn R. J. b. Ch. zu unserer Mischna einnimmt? Er kann doch hier den Satz ואם בכלי כאן וכאן אסור nicht mit demselben kühnen Federstriche aus der Welt schaffen, mit welchem er dort in Pesachim die Worte וחתיכת יבלתו eliminirt! An dieser unabweisbar sich aufdrängenden Frage geht indessen קרבן העדה ebenso still vorüber wie an dem Widerspruch, in welchem der bei הרכבו ausgesprochene und bei חתיכת יבלתו wie bei הבאתו חוץ לתחום wiederholt als unumstösslich und allgemein gültig vorausgesetzte Satz von שבות שהתירו במקדש zu den Worten במקדש לא כל שבות התירו (Jer. ‘Erubin X 11) steht. Beide Schwierigkeiten heben zum Glück sich gegenseitig auf. Wenn ich nicht irre, hat Jer. in diametralem Gegensatz zu R. Josef (s. Anm. 78) die Ansicht, die vermutlich auch im Babli von den übrigen Amoraim geteilt wird, welche die im Grunde so einfache, einleuchtende und naheliegende Lösung des R. Josef verschmähen, und zu anderen, minder glücklichen Auswegen ihre Zuflucht nehmen, die Ansicht nämlich, dass selbst da, wo die Rabbinen eines ihrer Verbote sogar im Heiligtum aufrecht zu erhalten für gut befunden haben, dasselbe dem Pesachopfer gegenüber nicht Stand zu halten vermag. Natürlich ! Es steht hier כרת auf dem Spiele, und die Stellen, wo דבריהם במקום כרת העמידו, sind gezählt, während dort, falls die Beseitigung der Blatter ohne Instrument nicht möglich ist, doch weiter kein Unglück droht als höchstens ein קלקול פייסות (s. Anm. 77). So erklärt es sich, dass R. J. b. Ch. חתיכת יבלתו, da solches selbst בכלי nur eine שבות ist, zu streichen sich veranlasst sehen kann, ohne an dem Schlusssatz unserer Mischna, in welchem er folgerichtig eine Ausnahme von der Regel אין שבות במקדש erblicken muss, den geringsten Anstoss zu nehmen. — Nun wird aber in מגיר משנה zu Hil. Schabbat IX 8 darauf hingewiesen, dass im Babli die Meinung herrscht, das Abschneiden einer Blatter am Schabbat mit Hilfe eines Werkzeugs sei von der Tora verboten, und da für die Halacha der babylonische Talmud massgebend ist, hätte Maim, also Unrecht, sich für seine Entscheidung den Jer. zur Richtschnur zu nehmen. Der berühmte Vrf. macht nicht einmal den Versuch, seinen verehrten »Meister» in Schutz zu nehmen. Seinem Scharfblick ist es offenbar entgangen, dass Maim, die Jebolet unserer Mischna, abweichend von allen übrigen Erklärern nicht auf das Opfertier, sondern auf den Priester bezieht (Anm. 77), dass mithin die von Tosafot s. v. מה לי geltend gemachte Schwierigkeit nicht allein durch die daselbst versuchte Lösung nicht gehoben ist, sondern gar insofern sich noch erhöht, als in der Mischna die Operation am eigenen Körper stillschweigend zugestanden, in der Baraita dagegen untersagt und nur am fremden Leibe gestattet wild. Man muss also notgedrungen einen andern Ausweg suchen. Maim, fand einen solchen vermutlich in der Annahme, dass R. Eli‘ezer uns in der Baraita lehrt, wie man am Schabbat von dem gewöhnlichen Verfahren abweichen müsse, in der Mischna aber die Grenze zeigt, bis zu welcher man noch gehen, die man aber nicht mehr überschreiten darf: Es ist allenfalls noch erlaubt, sich eine Blatter eigenhändig abzukneipen, wenn dieselbe den Zähnen nicht erreichbar und auf fremde Hilfe nicht zu rechnen ist; auf keinen Fall darf aber ein Messer dabei zur Verwendung kommen, weil dadurch ein biblisches Verbot unnötigerweise verletzt würde. Daraus folgt schon, dass חתיכת יבלתו nicht auf eine Stufe zu stellen ist mit נטילת צפרניו, denn das Abbeissen der Nägel ist nach R. E. ebenso strafbar als das Abschneiden derselben (Schabbat X 6). Ist aber erst einmal festgestellt, dass die Abtrennung einer Blatter nicht in demselben Umfange unter den Begriff des גוזז fällt wie die eines Fingernagels, so ist auch der Rückschluss gestattet, dass nach den Weisen, die daselbst das Abbeissen der Nägel für eine שבות erklären, חתיכת יבלת בכלי ebenfalls weiter nichts als ein rabbinisches Verbot ist. Dass dieser Schluss berechtigt ist, zeigt in ihrem ganzen Verlaufe die Erörterung, die sich an die erwähnte Baraita knüpft. Schon die Frage gleich zu Anfang בשניו אין בכלי לא lässt vermuten, dass nach den »Weisen« auch Werkzeug zulässig ist, und diese Vermutung wird zur Gewissheit, wenn wir den ursprünglichen Text wiederherstellen, welcher gegen Ende in unseren Ausgaben leider stark entstellt ist. Es herrschte gerade an dieser Stelle von jeher eine heillose Zerfahrenheit in den Handschriften, worüber schon R. Zerachja in seinem Maor klagt. Die von ihm empfohlene Lesart hat Maim. sicher nicht vorgelegen, eher die unserer Ausgaben, selbstverständlich ohne die Emendation Raschi’s, welcher in dem Satze רבנן נשקליה ניהליה בכלי ואי (so lautet derselbe nach Rabbinovicz’s Zeugnisse in der Münchener Hnds.) das letzte Wort in ביד corrigirt hat. Was ihn dazu bewogen, ist nicht schwer zu erraten. Ihm war schwierig, wie Raba auf den Gedanken kommen konnte, dass die »Weisen« hier בכלי gestatten sollen, was sie in Pesachim nicht einmal ביד erlauben. Noch leichter ist es zu erraten, wie sich Maim. diese Unebenheit aus dem Wege geräumt haben mochte. Schon Raschi bemerkt, dass im Gegensatz zu Pesachim, wo es sich bekanntlich (s. Anm. 78) um eine schon am Freitag vorhandene Blatter handelt, in der Baraita von einer am Schabbat erst entstandenen die Rede ist, und wir dürften nicht fehlgehen, wenn wir annehmen, dass diese Auffassung in dem Ausdruck שעלתה begründet ist, welcher wie das folgende חותכה sich natürlich auf den Schabbat bezieht (vgl. נימת כנזר שנפסקה ‘Erubin 102b); es hiesse sonst wohl: כהן שיש בו יבלת. Während aber Raschi die Zuhilfenahme eines Werkzeugs als biblisch verboten betrachtet und sich daher genötigt sieht, ביד an Stelle von בכלי zu setzen, kann Maim. auf seinem Standpunkte, auf welchem בכלי חתיכת יבלת nur nach R. E. ein אסור דאורייתא, nach den חכמים jedoch eine blosse שבות ist, die ursprüngliche Lesart behaupten, wie sie der Münchener Codex uns erhalten hat. Diese Hnds. liest übrigens תפשוט statt ותפשוט. Auf dieses ו kommt aber sehr viel an. Der Sinn des mit ותפשוט eingeleiteten Satzes verkehrt sich in sein genaues Gegenteil, wenn es gestrichen wird. Wir wollen es mit dem Oxforder Ms. und den ältesten Editionen beibehalten, dennoch aber auch der Variante תפשוט gerecht zu werden suchen. Ebenso wollen wir die gebührende Rücksicht darauf nehmen, dass in der Münchener Hnds auch der Schlusssatz נשקלה ניהליה בכלי lautet, obgleich wir an dieser Stelle der Lesart unserer Ausgaben נשקלה גיהליה ביד nicht so sehr aus sachlichen als aus textkritischen Gründen den Vorzug geben. Ist doch am Anfange der Diskussion, wo es nach dem weitern Verlaufe, wie Raschi ihn gestaltet, בשיניו אין ביד לא heissen müsste, in allen Editionen בכלי stehen geblieben, weil Raschi nicht konsequent genug war, auch hier zu emendiren; wäre also am Schlusse derselben die ursprüngliche Lesart בכלי, so müsste sich in Raschi’s Erklärung, welche ביד voraussetzt, auch an dieser Stelle ein הכי גרסינן finden, und es müsste ferner, da Raschi eine Textänderung hier nicht vorgenommen, in unseren Ausgaben, die sämmtlich ביד lesen, dafür בכלי stehen. Auf der Grundlage dieser Prämissen wollen wir nun versuchen den Text wiederherzustellen, wie er Maim. vorgelegen haben mochte. Wir legen den Wortlaut unserer Ausgaben als den kritisch immer noch zuverlässigsten zu Grunde und weichen von demselben nur in einem wesentlichen Punkte ab, an welchem Raschi eingestandenermassen die ursprüngliche Lesart geändert hat. Die übrigen Abweichungen, die sich ebenfalls auf die Münchener Hnds. stützen, sind geringfügig und meist unscheinbar. Die notwendigen Erläuterungen geben wir in Raschischrift. Um Verwechslungen zwischen dem Tanaïten R. Eli‘ezer (b. Hyrkanos) und dem gleichnamigen Amoräer (b. Pedat) zu verhüten, bezeichnen wir diesen Namen stets mit den Anfangsbuchstaben ר״א, während wir jenen unverkürzt schreiben. Der in Rede stehende Text lautet:
— Ob nun der einsichtsvolle Leser für diese oder jene Lesart sich entscheidet, dieser oder jener Auffassung den Vorzug giebt, in jedem Falle wird er durch unsere Erklärung die Schwierigkeit geebnet finden, auf welche der Fürst von Coucy in den Tosafot z. St. hinweist, in jedem Falle auch die Überzeugung gewinnen, dass im Babli ebenfalls die Ansicht vertreten ist, das Verbot, eine Blatter mittels eines Instruments am Schabbat abzuschneiden, sei blos rabbinischen Ursprungs. Der Vertreter dieser Ansicht ist aber Raba, dessen Urteil nach dem Grundsatz הלכתא כבתראי in diesem Falle für die Entscheidung maassgebend ist. Somit wäre der in מגיד משנה gegen Maim. erhobene Vorwurf erledigt. Aber nun könnte ein anderer Einwand mit scheinbar grösserm Rechte geltend gemacht werden: Maim. folgt in der Auffassung unserer Mischna eine Zeile später nicht der Erklärung von Raba, sondern der des R. J. b. Ch. Dieser aber scheint der Ansicht Raba’s über den Ursprung des in Rede stehenden Verbotes nicht zu huldigen; denn es wird ihm im Babli z. St. entgegengehalten, dass abweichend von הרכבתו sowohl als von הבאתו מחוץ לתחום das Abschneiden einer Blatter mittels eines Messers von der Tora verboten sei, ohne dass von der Verteidigung dem widersprochen würde, und es drängt sich daher die Frage auf, warum wohl Maim. in diesem Punkte nach Raba entscheiden mag, da er doch im Übrigen der Erklärung des R. J. b. Ch. den Vorzug gibt. Darauf antworten wir zunächst, dass in dem Meinungsaustausch über die Erklärungen des R. Eli‘ezer und des R. J. b. Ch. der gegen diesen erhobene Einwand als solcher nicht ernst zu nehmen ist. Die an sich sehr anfechtbare Voraussetzung, dass das Verbot von חתיכת יבלתו rabbinischen Ursprungs sein muss, weil es die beiden anderen sind, die mit jenem zugleich in Pesachim angeführt werden, kann höchstens als Grund dafür dienen, dass R. E. der Auffassung seines Freundes nicht beitritt, ist aber keineswegs stark genug, um als Waffe gegen diesen gebraucht zu werden. Die Verteidigung hatte leichtes Spiel den Angriff zu pariren, wenn sie die erwähnte Voraussetzung einfach ablehnte. Warum tatsie es nicht? Offenbar weil sie sich mit der Defensive nicht begnügen mag, weil sie zugleich zur Offensive übergehen will. Aus demselben Grunde aber mag sie sich auch nicht auf die Antwort beschränken: סבר חתיכת יבלת בכלי נמי דרבנן, macht vielmehr statt dessen lieber geltend, dass selbst vom gegnerischen Standpunkte aus, auf welchem einerseits die in Rede stehende Operation am Schabbat strafbar ist, andererseits die drei in einem Atem genannten Verbote gleichen Ursprungs sein müssen, das Widerstreben des R. E. gegen die Auffassung seines Freundes noch immer nicht begründet ist, da ja die beiden anderen Verbote ebenfalls im Gesetz der Tora ihren Platz haben können. Mit diesem Zugeständnis gibt sich die Verteidigung freilich im Eifer des Angriffs eine Blösse, welche — von R. Josef sofort bemerkt und zu einem Gegenangriff benutzt — den Anschein erweckt, als hätte R. J. b. Ch., auf den Maim. seine Entscheidung stützt, eine Niederlage erlitten. In Wahrheit aber ist er mit Raba der Ansicht, dass das Verbot von חתיכת יבלת בכלי als ein rabbinisches zu betrachten ist. Ja es ist nicht einmal erwiesen, dass R. E. oder dessen Anwalt über diesen Punkt anders gedacht hat als Raba. Auch dieser behauptet ja nur, dass nach den »Weisen« das Abschneiden der Blatter in der Tora nicht verboten ist; er räumt dagegen ein, dass es, mit einem Werkzeug ausgeführt, nach R. Eli‘ezer b. Hyrkan wohl unter den Begriff der מלאכה fällt. Demnach könnten die Worte דומיא דהרכבתו וכו׳ den Sinn haben, חתיכת יבלתו sei in einer Weise aufzufassen, dass es in voller Übereinstimmung mit den beiden übrigen Verboten selbst nach R. E. b. H. דרבנן ist, zumal man nicht wissen kann, ob nicht, trotzdem seine Ansicht in der Mischna dort (gegen die Regel) später aufgeführt wird, grade er es gewesen, der die Streitfrage zuerst aufgeworfen, und diese drei Dinge zusammengestellt hat. Um so wirksamer ist dann, nachdem sie alle drei als דאורייתא hingestellt worden, die Replik des R. Josef: Es ist doch aber gerade R. E. b. H., der sie als שבות bezeichnet. Schlagend ist freilich der Einwand auch so nicht, was schon, wie wir oben gezeigt haben, der Ausdruck מתיב andeutet. R. E. b. H. kann ja diese Bezeichnung vom Standpunkt seiner Opponenten aus als ein argumentum ad hominem angewendet haben! Dieser Teil der Diskussion wird übrigens in Pesachim ganz weggelassen, ein Beweis, wie wenig Gewicht auf denselben gelegt wird. Dort geht auch R. J. b. Ch. aus der Polemik als Sieger hervor, und dieser Umstand mag Maim. bestimmt haben, dessen Auffassung zum Gesetz zu erheben. Um so seltsamer erscheint es, dass Bartinora grade dort der Erklärung des R. E. den Vorzug gibt, während er hier offenbar die des R. J. b. Ch. im Sinne hat, da er sonst die Abtrennung der Blatter בכלי nichteine מלאכה גמורה nennen könnte; derselbe Widerspruch findet sich in תפארת ישראל mit dem einzigen Unterschiede, dass dort die Erklärung jedesmal der des R ‘Obadja entgegengesetzt ist. Das Seltsamste aber ist, dass in קול הרמז grosse Mühe darauf verwendet wird, nicht etwa Bartinora zu rechtfertigen — dessen Erklärung wird vielmehr ganz in der Ordnung gefunden, der Widerspruch gar nicht bemerkt — sondern Maim. gegen den Einwand zu verteidigen, dass die Ansicht des R. J. b. Ch. ja widerlegt ist. Abgesehen davon, dass die des R. E. ja erst recht widerlegt ist (nach Raschi in Pesachim schliesst sogar schon der Ausdruck חותכין in der Mischna die Annahme aus, dass von trockener Blatter die Rede sein könnte), worin besteht denn die behauptete Widerlegung? Doch nur in dem Einwurf, dass חתיכת יבלת בכלי unter den Begriff der מלאכה fällt! Ist denn aber dem gelehrten Verf. entgangen, dass Maim. selbst eine Zeile früher klar und deutlich diese Operation für eine blosse שבות erklärt, und somit jenem Einwande von vornherein der Boden entzogen ist? Dass aber Maim. zu dieser Erklärung berechtigt war, dass seine Entscheidung sich auf eine Ansicht stützt, die im Jeruschalmi als selbstverständlich hingestellt wird und im Babli keinen Geringern als Raba zum Vertreter hat, das glauben wir ebenso überzeugend nachgewiesen zu haben, wie dass es zum mindesten nicht sicher ist, dass ihr im Talmud auf irgend welcher Seite widersprochen wild. Aber selbst wenn sie wirklich bei R. Josef, bei R. E. und sogar bei R. J. b. Ch. auf Widerspruch stiesse, wäre auf Grund der für die Halacha geltenden Regeln, wie wir bereits angeführt haben, die Ansicht Raba’s maassgebend und mithin Maimuni’s Entscheidung vollkommen gerechtfertigt. Allerdings könnte es befremden, dass Maim. bald darauf in Bezug auf חתיכת יבלת במקדש zwischen יד und כלי einen Unterschied macht, hierin der Meinung des R. J. b. Ch. folgend, während nach Raba’s Auffassung die »Weisen« beides für unstatthaft halten. Andererseits aber ist die Frage noch mehr berechtigt, warum wohl Raba einen neuen, weniger einladenden Weg einschlägt, um die Mischna in Pesachim mit der vorliegenden in Einklang zu bringen, da doch grade durch die von ihm vertretene Ansicht, nach welcher jene Operation, auch mit einem Instrumente ausgeführt, nur von den Rabbinen untersagt ist, der letzte Einwand gegen die von R J. b. Ch. gegebene Lösung beseitigt wird Dieser Frage haben wir indessen bereits in Anm. 78 vorgebeugt, indem wir darauf hinwiesen, dass es unlogisch ist, demselben Begriffe an der einen Stelle einen weitern, an der andern einen engern Umfang zu geben, wie es in der Erklärung des R. J. b. Ch. geschieht. Gleichwohl hat Maim. sich dessen Auffassung zu eigen gemacht, weil er durch die von Raba, nach welcher unsere Mischna die von der Mehrheit heftig bekämpfte Ansicht des R. Eli‘ezer wiederspiegelt, noch weniger sich befriedigt fühlen mochte. In Pesachim wird der Versuch Raba’s sogar mit Stillschweigen übergangen. — Auffallend ist nur, dass Maim. im Hil. Korban Pesach I 18 das Zugeständnis, feuchte Blattern mit der Hand und trockene selbst mit Werkzeug abzutrennen, durch die Worte begründet: שאין שבות במקדש כלל, als ob das Verbot, die feuchten mit Hilfe eines Instruments zu entfernen, höherer Herkunft wäre; und noch auffallender, dass הרב המגיד, der in Hil. Schabbat den rabbinischen Ursprung dieses Verbots bestreitet, eine Waffe sich entgehen lässt, die Maim. gegen sich selbst geschmiedet. Auch in Lechem Mischne (Hil. K. P. das.), wo die angeführten Worte von einem andern Punkte aus angegriffen werden, wird der Widerspruch nicht bemerkt. Er ist aber nichtsdestoweniger vorhanden, und es werden durch ihn die Sehwierigkeiten dieser Stelle erheblich gesteigert. Schon der Vrf. des letztgenannten Werkes macht darauf aufmerksam, dass Maim. selbst gleich an Ort und Stelle das aufgestellte Princip desavouirt. Von den vier Beweisen, die er dafür erbringt, sind freilich nicht weniger als drei ganz und gar hinfällig. Da Maim. dem Satze עצמו החי נושא את die Zustimmung versagt (Hil. Schabbat XVIII 16), so könnte הרכבתו, auf öffentliches Gebiet bezogen (war doch sogar die Stadt Jerusalem eine Zeit lang הרבים רשות! S. ‘Erubin 101a unten und Tos. Pesachim 66a s. v. תוחב), ebensogut ein אסור תורה sein wie הבאתו מחוץ לתחום, sofern unter תחום eine Entfernung von 12 Mil verstanden wird (das. XXVII 1 — 2). Das ist allerdings unwahrscheinlich. Aber zugegeben, dass es sich hier um den gewöhnlichen Schabbatbezirk von 2000 Ellen, dort um רשויות דרבנן handelt, so ist damit der Grundsatz, laut welchem kein rabbinisches Verbot sich bis auf’s Heiligtum erstreckt, noch keineswegs durchbrochen. Dasselbe gilt vom מחמר, welcher als nächster Beweis in’s Feld geführt wird. Alle drei Verbote haben die gemeinsame Eigentümlichkeit, dass sie ihrer ganzen Natur nach nur ausserhalb des Tempels in Betracht kommen können, während Maim. jenes Princip ausschliesslich auf die Räume des Heiligtums beschränkt. Wenn er, wie sein gelehrter »Waffenträger« anzunehmen scheint, keinen Unterschied machte zwischen שבות דמקדש במקדש und שבות דמקדש במדינה, so brauchte er nicht in Hil. Schabbat III 15 zu בני חבורה זריזין הן seine Zuflucht zu nehmen (s. ‘Erubin 103a g. Ende). Fast sieht es aus, als ob aus demselben Grunde auch der vierte Beweis nicht stichhaltig wäre. Da man Chullin in die Opferhalle nicht bringen darf (Hil. Schechita II 3), so musste ja — könnte man meinen — das Opfertier schon vorher, also wiederum ausserhalb der Tempelräume seiner Bestimmung geweiht werden. Das wäre indessen ein sehr übereilter Schluss. Von Hillel wird rühmend hervorgehoben (Babli Pesachim 66b oben), dass er seine Opfer stets unmittelbar vor dem Schlachten an Ort und Stelle erst heiligte. Ausdrücklich erteilt Maim. z. St. den Rath, im vorliegenden Falle das Lämmchen erst in der Opferhalle zum Pesach zu bestimmen, und doch stellt er die Frage auf: Wieso ist es aber gestattet, am Schabbat ein Opfer zu weihen? Wir sehen also, dass der Satz אין שבות במקדש כלל cum grano salis aufzufassen ist. Das ist ein unanfechtbarer Beweis, dem wir als mindestens ebenso zutreffend die Stelle am Schlusse von Hil. Schabbat XXII 25 hinzufügen möchten. Indessen wäre dies die einzige Schwierigkeit, wir würden uns ebenfalls mit der Ausflucht zufrieden geben, das Wörtchen כלל sei nicht buchstäblich zu nehmen. Es kommt aber dazu, dass der ganze Satz hier gar nicht am Platze ist; denn tatsächlich ist nach R. J. b. Ch. das Abkneipen einer feuchten Blatter mit der Hand und das Abschneiden einer trockenen mittels Werkzeugs auch ausserhalb des Heiligtums beim Pesachopfer gestattet. Und nun gar noch der unlösbare Widerspruch, auf den wir zu Anfang hingewiesen haben! Am liebsten möchten wir nach alledem die Echtheit dieses unglücklichen Zusatzes anzweifeln. Leider fehlt uns dazu jede kritische Handhabe, und so müssen wir vorläufig annehmen, derselbe sei — es bleibt nichts annderes übrig — im besten Falle ein — lapsus calami. — אחרי הדברים והאמת האלה glauben wir zu der Behauptung berechtigt zu sein, dass in Magen Abraham 340:3 die Entscheidung: החותך יבלת בכלי חייב אם היא לחה unbegründet ist. In dieser apodictischen Form ist der Satz ohnehin nicht richtig; denn zugegeben, aber nicht zugestanden, dass das Abschneiden von Blattern auf gleicher Stufe stehe mit dem Abschneiden der Haare und Nägel, so hängt die Strafbarkeit immer noch von der Frage ab, ob eine verbotene Handlung auch dann bestraft wird, wenn sie nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck gewesen. Und da der Verf. diese Frage überall als eine offene behandelt, so hätte er hier sein »Schuldig« nur mit Vorbehalt aussprechen dürfen. — In תפארת ישראל wird das Verbot von חתיכת יבלת בכלי in der Einleitung (כלכלת שבת No. 12) als rabbinisches, im Commentar (z. St.) dagegen wie auch in הלכתא גבירתא (am Schlusse unseres Tractats) als biblisches bezeichnet.]"
+ ],
+ [
+ "der sich am Finger verletzt. לקה hat in der Form des Kal die bald reflexive bald passive Bedeutung eines Nif‘al. Zur Erklärung dieser auffallenden Erscheinung genügt nicht der Hinweis auf das lat. vapulare; man muss vielmehr auf die Grundbedeutung zurückgehen, die sich im Arabischen noch erhalten hat. Dort heisst nämlich لقى begegnen, treffen (ما لقيت منه was mir von ihm widerfahren, wörtlich: was ich von seiner Seite getroffen habe) und in der 5. Form: empfangen, u. z. genau so wie קבל im Pi‘el sowohl im Sinne des Bekommene (Abot I 1) als in dem des Lernens (das. 3). Auch קבל heisst ursprünglich begegnen, eine Bedeutung, die in der aram. Präposition לקבל (gegenüber) und im Hif‘il (מקבילות — 2. B. M. 25, 5 — parallel, מקביל — Abot I 15, in unseren Ausgaben falsch: מקבל — entgegenkommen, להקביל פני רבו entgegengehen, aufsuchen) deutlich hervortritt. Demnach wäre לקה mit לקח nicht nur eines Stammes, sondern auch eines Sinnes, nur dass dieses seine allgemeine Bedeutung (nehmen, holen, bekommen) beibehalten, während jenes im Volksmunde eine ganz bestimmte, etwas scherzhafte Färbung angenommen hat: Schläge bekommen, sich Prügel holen. So heisst auch ספג (in sich aufnehmen) Kilajim VIII 3: Hiebe einstecken, בלע (verschlingen) ‘Arachin 22a: Prügel verschlucken.",
+ "kann Papyrus. גמי ist vermuthlich dasselbe, was in der Bibel mit גמא bezeichnet wird: die ägyptische Papyrusstaude (koptisch Gome), deren bastähnliche Häute, wie es scheint, bei Wunden als Verband zu Heilzwecken benutzt wurden.",
+ "um denselben. Wenn es ein Finger der linken Hand ist, welche für den Opferdienst nicht in Betracht kommt. Die rechte Hand, mit welcher derselbe verrichtet wurde, musste dabei die heiligen Gegenstände unmittelbar berühren, und es durfte daher ihre innere Fläche wenigstens durch keinen noch so schmalen Verband an irgend einer Stelle bedeckt sein; vgl. Anm. 67. [Auf die äussere Fläche derselben bezogen (s. Raschi z. St.), passt der Ausdruck כורך nicht.]",
+ "aber nicht in der Provinz. Weil die Anwendung von Heilmitteln am Schabbat, wo es sich um leichte Verletzungen und geringfügige Krankheiten handelt, von den Rabbinen untersagt ist (Schabbat XIII 3—4).",
+ "um Blut herauszudrücken. Hier liegt es auf der Hand, warum statt des einfachern ולהוציא דם die schleppende Konstruktion אם להוציא דם gewählt ist. Jenes gäbe einen ganz falschen Sinn; es hiesse: Blut herauszudrücken ist hier wie dort verboten. Das wäre aber ganz selbstverständlich; denn Blutentziehung ist am Schabbat durch das Gesetz der Tora verboten, wie aus Schabbat 133b unten ersichtlich. [Obwohl der Ausdruck חלול שבת auch auf geringere Vergehen Anwendung findet (Berachot 6b, ‘Erubin 104a u. ö.), so geht doch aus dem Zusammenhange hervor, dass מציצה gegen ein Verbot der Tora stösst. Andernfalls wäre die Schlussfolgerung סכנה הוא nicht berechtigt; auch hätte sonst der Satz חבורי מחבר קמ״ל keinen Sinn, da ja hier, wo im Gegensatz zu Ketubbot 5b die Blutentziehung משום רפואה geschieht, selbst unter der Voraussetzung דם מפקד פקיד ein rabbinisches Verbot vorliegt. Befremdlich ist die Fassung, die Maim. in Hil. Schabbat XXI 25 dieser Halacha gibt. Da zwischen דחיקה בידו und מציצה בפה schwerlich ein Unterschied ist, so erwartet man: ואם דחקו בידו כדי להוציא ממנו דם חייב. Vielleicht ist aber das Suffix in ידחקנו nicht auf אצבעו, sondern auf גמי zu beziehen. Genauer drückt er sich in הל׳ כלי המקדש X 9 aus.]",
+ "ist es dort wie hier verboten. Auf indirecte Weise (יד כלאחר) Blut herauszudrücken, wie z. B. hier durch festeres Anziehen des Verbandes, ist nur von den Rabbinen untersagt. Wir haben es eben auch hier wieder mit einer Ausnahme von der Regel אין שבות במקדש (Anm. 60) zu tun.",
+ "Man darf Salz auf den Kebesch. So hiess die schiefe Ebene, welche die Stelle einer Treppe vertretend (Exod. 20, 23) zur Feuerstätte des Opferaltars emporführte (Tamid III 3). Sie stand au der Südseite desselben, und hatte eine Länge von 32, eine Breite von 16 Ellen.",
+ "streuen. Der Stamm בזק bedeutet im Aram. und Syr. zerbrechen, weshalb die Erklärer es auch hier durch Zerstossen wiedergeben. Doch fällt diese Verrichtung als eine von טוחן (Schabbat VII 2) ressortirende unter den Begriff der strafbaren מלאכה und ist daher schwerlich im Heiligtum gestattet. Nur Maim. erklärt unser Wort in seinem Kommentar durch Streuen, und das ist ohne Zweifel das Richtige. Im Arab. heisst بزق säen, und wenn auch die Grundbedeutung unstreitig Brechen ist, so ist es andererseits ebenso sicher, dass der Begriff des Trennens und Scheidens sehr gern in den des Ausstreuens übergeht.",
+ "damit man nicht ausgleite. Beim Hinaufschaffen des Brennholzes.",
+ "und Wasser schöpfen mittels des Rades. Um dessen Wellbaum eine Kette sich windet, an welcher die Eimer befestigt sind.",
+ "aus der Golazisterne und der grossen Zisterne. Namen zweier Wasserbehälter in der Tempelhalle.",
+ "am Schabbat und aus dem kalten Brunnen. Unter kalten Brunnen versteht man zum Unterschied von Zisternen die Brunnen mit frischem Quellwasser. Gemeint ist hier indessen ein ganz bestimmter Brunnen (nicht im Heiligtum, sondern in der Provinz), aus dem man schon unter den letzten Propheten nach altem Brauche an Feiertagen mittele des Rades Wasser schöpfte. Sonst ist es ausserhalb des Tempels verboten an Schabbat und Feiertagen mit Hilfe einer Maschine Wasser zu schöpfen, weil solches meist zum Zwecke der Bodenbewässerung geschieht, diese aber an den heiligen Tagen als Beförderung des Wachshums ebenso strafbar ist, wie die Aussaat selber (Schabbat VII 2)."
+ ],
+ [
+ "Ein Kriechtier. 3. B. M. 11, 29—31.",
+ "trage der Priester mit seinem Gürtel. המיין ist das persische Hemjân (هميان) = Gürtel.",
+ "um die Unreinheit nicht verweilen zu lassen. Bis eine hölzerne Zange herbeigeholt wird. Mit der blossen Hand soll er jedoch das tote Tier nicht anfassen, damit er nicht selber durch die unmittelbare Berührung unrein werde.",
+ "Mit einer Zange. Die Etymologie von צבת s. Anm. 7.",
+ "um die Unreinheit nicht zu vermehren. Der Gürtel würde durch das todte Kriechtier verunreinigt; von Holzgeräten dagegen sind nur diejenigen für Unreinheit empfänglich, welche eine Vertiefung zur Aufnahme von Gegenständen haben, nicht aber diejenigen, welche wie die Zange eine glatte Oberfläche haben.",
+ "Von wo trägt man es hinaus. An Schabbat- oder Feiertagen, an denen es sonst laut einer Verordnung der Rabbinen untersagt ist, ein solches Tier wie überhaupt alles, was weder zu den Gebrauchsnoch zu den Verbrauchsgegenständen zählt, von der Stelle zu nehmen.",
+ "Aus dem Hêchâl und aus dem Ulâm und zwischen dem Ulâm und dem Altare. Der Hechal grenzte an das Allerheiligste und war 40 Ellen lang, 20 E. breit; vom Hechal gelangte man in den Ulam (70 E. 1. und 11 E. b.), und von diesem führten 12 Stufen hinab zum Opferaltar. Zwischen diesem und der Aussenwand des Ulam betrug die Entfernung 22 E.",
+ "Wo man den Mutwillen. Prägnant für: die muthwillige Übertretung des Verbotes, welches dem Unreinen das Betreten des Heiligtums untersagt (Num. 19, 20).",
+ "mit Ausrottung und das Versehen mit einem Sühnopfer. Dem sogenannten steigenden und fallenden Opfer קרבן עולה ויורד (Lev. 5, 1—13).",
+ "von dort trägt man es hinaus. R. ‘Akiba fügt zu den in Anm. 99 bezeichneten Räumen noch die ‘Azara hinzu, jene grosse Opferhalle, welche dem Vorhof des von Mosche errichteten Zeltes entsprach; in einer Länge von 187 und einer Breite von 135 Ellen sich erstreckend, umgab sie das eigentliche Heiligtum von allen vier Seiten und führte im Osten durch das Nikanortor mittels einer Treppe von 15 Stufen in die Frauenhalle hinab.",
+ "An allen übrigen Stellen. Des Tempelbezirke, selbst in der Frauenhalle und nach R. S. b. N. sogar in der Opferhalle.",
+ "aber stülpt man einen Kübel. פסכתר ist das griechische ψυϰτήρ, der Kühler, ein grosses Gefäse, welches dazu diente, den Wein kühl zu erhalten. Bei den Juden, die beiläufig ψυχϑήρ gesprochen zu haben scheinen, finden wir die mit dem Etymon des Wortes (ψύχω = kühlen) zusammenhängende Bedeutung schon ganz verwischt und zu der allgemeinen Bedeutung eines voluminösen Kübels verblasst. Der Psykter des Tempels diente einem dreifachen Zwecke (Tamid V 5); aber nichts erinnert dabei auch nur im Entferntesten mehr an den Stamm des Wortes. Er hatte den Rauminhalt eines halben Kor, konnte mithin nahezu 1¼ Hektoliter fassen (vgl. K. VII Anm. 49.",
+ "darüber. Aber hinaustragen durfte man es nicht von dort. Also wiederum eine Ausnahme von der Regel במקדש אין שבות (Anm. 60)!",
+ "haben sie von dem Deinigen Dir gegeben. Oder: »Den Spielraum, den die Weisen dir gestattet, haben sie von dem Deinigen dir gewährt.« Der Sinn bleibt derselbe.",
+ "was vom Begriff des Ruhegebotes abgeleitet ist. Mit anderen Worten: Zugeständnisse machten sie dir nur hinsichtlich jener Verbote, welche sie selbst auf Grund des Gebotes der Arbeitseinstellung (שבות) erlassen haben. Die Worte des R. S. bilden ein zusammenfassendes Urteil über die letzten 5 Mischnajot. Wenn dieselben im Heiligtume einigen Spielraum zu freierer Bewegung offenlassen, so gestatten sie nur einiges von dem, was nach dem Gesetz der Tora ganz erlaubt wäre, und auch dieses wenige nur mit gewissen Einschränkungen. Du darfst wohl eine Tür verriegeln, aber nur wenn der Riegel an der Tür befestigt ist; die Türangel darfst du wiedereinfügen, aber nur die untere; ein abgenommenes Wundpflaster auf’s Neue befestigen, aber kein neues auflegen; eine gerrissene Seite zusammenknoten, aber nur wenn sie am Schabbat erst entzwei gerissen; eine Blatter beseitigen, doch nicht mit einem Instrument; einen Verband anlegen, aber nicht fest anziehen; ein unreines Tier hinaustragen, aber nur aus den inneren Räumen des Tempels. Alle diese Einschränkungen sind gleichwohl nichts als שבות. Also nicht einmal שלך haben sie dir im Heiligtum gewährt, sondern nur משלך. Allerdings sollte man nun שמעון אמר רבי erwarten (vgl. den Schluss von Kelim); doch findet sich eine Wortstellung wie רבי שמעון אומר oft genug auch da, wo keine Polemik in der Absicht lag, wie Heller mit erstaunlicher Belesenheit zu Bikkurim III 6 erschöpfend nachgewiesen hat. — Babli z. St. bezieht die Worte des R. S. zum Teil auf den mittlern Satz der 13. Mischna, zum Teil gar auf den Schluss des 4. Kapitels. Daran nimmt schon Edels (מהרש״א) Anstoss. Er betrachtet dieselben als Schlusswort zum ganzen Traktat und lässt durchblicken, dass die Beziehung im Babli nicht buchstäblich zu nehmen ist. R. S. mochte immerhin einen speziellen Fall im Auge gehabt haben; er hat jedoch seinen Worten eine so allgemeine Wendung gegeben, dass sie sehr wohl als Schlusswort an das Ende von ‘Erubin gesetzt werden konnten, wo sie auf mancherlei Bestimmungen des Tractats und insbesondere auf die letzten 5 Mischnajot passende Anwendung finden. Nun aber entsteht die Frage: Wozu erst einen Anknüpfungspunkt in der Ferne suchen, da sich doch das Schlusswort so leicht und ungesucht an das unmittelbar Vorhergehende anschliesst? Ich glaube daher der Bemerkung des Babli eine ernstere Bedeutung beimessen zu müssen, zumal der Ausdruck משלך tatsächlich viel besser auf die 15 Ellen in IV 11 als auf die אסורי שבות in X 11—15 passt. Die Lösung der in Rede stehenden und manch anderer Schwierigkeit finde ich in einer Beobachtung, die sich dem aufmerksamen Leser sicherlich gleich mir aufgedrängt hat, in der Wahrnehmung, dass in unserm Tractate viele Halachoth, ja ganze Kapitel eine Umstellung erfahren haben. Es ist bekannt, dass an dem Aufbau der Mischna viele Geschlechter gearbeitet haben, bis R. Juda der Heilige das Werk gekrönt hat. Die Bausteine waren von Alters her gegeben; aber ihre kunstgerechte Zusammenfügung ist ein Meisterstück minutiöser Musivarbeit, welches nur allmählich durch die Bemühungen mehrerer Jahrhunderte zustande kam. Die Mischna wurde nicht allein von den Vorgängern des R. Juda, sondern zuletzt noch von ihm selbst wiederholt überarbeitet, ehe sie die Form erhielt, in der sie uns jetzt vorliegt. Dieselbe weicht ohne Zweifel sehr wesentlich von den früheren Bearbeitungen ab. Manches ist gestrichen, anderes hinzugefügt worden, und vieles hat infolgedessen eine andere Anordnung erhalten müssen. Das zeigt sich nirgends augenfälliger als in ‘Erubin. Schon ein oberflächlicher Blick auf K. IV—V belehrt uns durch ein rein äusserliches Merkmal, dass die ersten 6 Mm. des K. V nicht hingehören. Fast sämmtliche Halachot beginnen hier — und das ist kein Zufall, sondern, wie wir bald sehen werden, in dem kasuistischen Inhalte begründet — mit dem Wörtchen מי; nur diese sechs nicht! Und forschen wir nach der Ursache dieser Erscheinung, so verraten sie sich uns sofort als Eindringlinge an diesem Orte, die den Zusammenhang auf eine gewaltsame Art durchbrechen. Im ganzen 4. und im Rest des 5. Kapitels werden lauter Specialfälle erörtert; dazwischen tritt V 1—5 eine allgemeine Vorschrift über die Bemessung und Abgrenzung des Schabbatbezirks. Und nun gar M. 6, die sich in diese wildfremde Umgebung, man weiss nicht wie, verirrt zu haben scheint (s. das. Anm. 35)! Frappanter noch ist die seltsame Gruppirung des Stoffes. Es herrscht hier ein Durcheinander wie in keinem Traktate mehr der sonst so wohlgeordneten und durch Übersichtlichkeit sich auszeichnenden Sammlung. Unsere Massechta behandelt — wenn wir vom letzten Perek absehen, welcher an den ersten von »Schabbat» anknüpfend den innern Zusammenhang dieser beiden, im Grunde ein einheitliches Ganzes bildenden Traktate auch äusserlich bekundet — in zwei Hauptstücken (A u. B) die Verschmelzung der Höfe und Strassen einerseits und die der Schabbatbezirke andererseits. Jedes dieser Stücke zerfällt in 2 Abschnitte (α"
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Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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+ "\nEinleitung.\nIn der heiligen Schrift werden die Feste מועדי ה׳ (göttliche Zeiten) genannt, zuweilen auch schlechthin מועד (Mehrzahl: מועדים, einmal und zwar 2. Chronik 8, 13: מועדות); in der Mischna bedeutet מועד (Mehrzahl מועדות, selten: מועדים) vorzugsweise diejenigen Tage des Pesaḥ- und des Hüttenfestes, die nur Festtage und nicht zugleich Feiertage (ימים טובים) sind, die wir daher genauer als Werktage der Festwoche (חל המועד) bezeichnen. In diesem engern Sinne ist das Wort מועד in der Ueberschrift unseres Traktates zu verstehen, während es im Titel unserer Ordnung, der סדר מועד lautet, in seiner weitesten Bedeutung zu nehmen ist. Zum Unterschied von diesem trägt die Massichta den Namen מועד קטן, wie man etwa die westasiatische Halbinsel zwischen Schwarzem und Mittelländischem Meer im Gegensatz zum ganzen Erdteil Kleinasien nennt. Nach dem Worte, mit dem der Traktat beginnt, wird er in älteren Werken zuweilen unter der Bezeichnung משקין angeführt.\nVon den am Feiertage untersagten Arbeiten (s. die Einleitung zu Massechet Jom Tob oder ביצה, Abs. 2) sind an den oben erwähnten Werktagen die für den Bedarf der Festwoche erforderlichen gestattet mit Ausnahme des Haarschneidens und des Kleiderwaschens, deren Verbot trotz ihrer Dringlichkeit in Kraft bleibt, damit man diese Verrichtungen nicht auf die Mussezeit der Festwoche verschiebe, sondern zum würdigen Empfange des Feiertags noch vor dessen Eintritt erledige. Alle übrigen Arbeiten sind nur dann erlaubt, wenn ihre Ausübung keine Mühe verursacht und ihre Unterlassung einen Vermögensverlust zur Folge haben würde, wobei zu beachten ist, dass entgehender Gewinn in dieser Beziehung nicht als Vermögensverlust gilt.\nDie Anwendung dieser beiden Grundsätze auf die verschiedenen Gebiete gewerblicher, insbesondere landwirtschaftlicher Tätigkeit bildet neben dem Verbote von Trauerfeiern und Hochzeiten den Gegenstand der beiden ersten Kapitel unserer Massichta. Das dritte behandelt die Ausnahmen von dem Verbote des Haarschneidens und des Kleiderwaschens, geht dann zu den Bestimmungen über schriftliche Arbeiten über und erörtert zum Schlusse die Wirkungen des Festes auf die Trauervorschriften. \nSeinem Inhalte nach sollte der Traktat unmittelbar auf Massechet Jom Tob (ביצה) folgen, und beide müssten, da sie die allgemeinen Gesetze umfassen, denjenigen vorangehen, die wie מגלה ,סכה ,יום הכפרים ,ראש השנה ,פסחים, die besonderen Vorschriften für die einzelnen Feste enthalten. Wir haben aber schon wiederholt darauf hingewiesen, dass die Traktate nicht nach inneren Zusammenhängen geordnet sind, sondern nach der Anzahl ihrer Kapitel. Daher מועד קטן und חגיגה, die den geringsten Umfang haben — beide zählen nur je drei Kapitel — am Schlusse der Ordnung. Daher auch der Rangstreit zwischen diesen beiden letzten Traktaten. In manchen Handschriften steht מועד קטן wie auch in unseren Mischnaausgaben und in der Tosefta vor חגיגה, in anderen wie auch in den Jeruschalmiausgaben nach חגיגה. Während Maimuni in seiner Einleitung zur Mischna den Traktat חגיגה ans Ende der ganzen Ordnung setzt, meinen die Tosafot (Mo‘ed ḳaṭan 28 b u. d. W. בלע), dass מועד קטן den Schluss des Seder bildet.\nDie Einzahl im Namen unserer Massichta erklärt sich daraus, dass hier nicht von den einzelnen Festen, sondern vom Feste als solchem gehandelt wird, wie ja auch die Ueberschrift des Traktats, der die allgemeinen Vorschriften über den Feiertag enthält, מסכת יום טוב und nicht מסכת ימים טובים lautet. Dass uns aber der Name der Ordnung ebenfalls in der Einzahl entgegentritt, ist allerdings auffallend. Hier durfte man סדר מועדות an Stelle von סדר מועד erwarten, worauf wir schon in der Einleitung zu פסחים (S. 168 g. E.) hingewiesen haben.\n"
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+ "Rieselboden. בית השלחים ist dürres Land, dem die jährliche Regenmenge nicht genügt, das daher künstlich bewässert werden muss. Der Ausdruck שלחים wird im bab. Talmud z. St. mit dem aram. שלהי (ermatten) erklärt, einer Schaf‘elform von להה = לאה (schmachten; vgl. ותלה ארץ מצרים im 1. B. M. 47,13), also בית השלחים = durstiger, lechzender Boden. In Baba b. 68a dagegen wird das Wort einerseits mit ושולח מים על פני חוצות (Ijob 5,10) und andererseits mit שלחיך פרדס דמונים (Schir hasch. 4,13), dessen Bedeutung nach dem Talmud zwischen Acker- und Gartenland schwankt, in Verbindung gebracht, wonach שלחים, ähnlich dem arab. سلح, die Bewässerungskanäle und בית השלחים etwa das Rieselfeld bezeichnen würde. In Neh. 3, 15 ist השלח wahrscheinlich die Berieselung; im Hoheliede aber (a. a. O.) passt die Auffassung von שלחים im Sinne unserer Mischna („deine kargsten Beete sind ein Garten voll von Granatäpfeln nebst Edelfrüchten“) viel besser in den Zusammenhang als die Bedeutung „Wasserleitungen“ oder gar „Schösslinge“.",
+ "bewässert man am Feste. weil die Unterlassung ein Vertrocknen der Saaten, also einen Vermögensverlust zur Folge haben würde (s. d. Einleitung). Selbstverständlich ist die Bewässerung nur an den Werktagen der Festwoche gestattet, aber weder am Feiertage noch am Schabbat. Das Wort מועד bezeichnet nämlich in der Mischna vorzugsweise die Tage, die sonst חול המועד oder חולו של מועד genannt werden. Dass dieser genauere Ausdruck sich in der Mischna überhaupt nicht findet, wie in תוס׳ יום טוב behauptet wird, trifft nicht zu. Wir begegneten ihm ja erst im vorigen Kapitel (M’gilla IV 2). Vielleicht will der Verfasser mit den Worten שאין במשנה לשון חולו של מועד אלא מועד nur sagen, dass an unserer Stelle diese Bezeichnung nicht vorkommt.",
+ "und im siebenten Jahre. dem sogenannten Schabbat- oder Brachjahre, in welchem Ackerbau verboten ist (3. B. M. 25, 4—5). Die Bewässerung gehört nicht zu den von der Tora untersagten Feldarbeiten und ist auch von den Rabbinen zur Abwendung drohenden Schadens gestattet worden.",
+ "die nicht erst neu hervorgetreten ist. mit anderen Worten: Nicht allein aus einer Quelle, die vorher nicht zur Verfügung stand, sondern selbst aus einer solchen, die man vor Eintritt des Festes hätte benutzen können.
",
+ "aber man bewässere weder mit Regenwasser. weil mit jedem geschöpftem Eimer die Oberfläche des Wassers in der Zisterne tiefer sinkt, die Bewässerung daher immer mühsamer wird.",
+ "noch mit dem Wasser eines Ziehbrunnens. קילון ϰήλων = Brunnenschwengel, steht hier — pars pro toto — in der Bedeutung Ziehbrunnen. Auch diese Art der Berieselung ist wegen der Mühe, die sie verursacht, trotz des drohenden Schadens verboten (s. die Einl).",
+ "und mache keine Furchen um die Weinstöcke. weil das ebenfalls eine anstrengende Arbeit ist. עוגיות sind kleine Gräben, die man um Obstbäume zieht und mit Wasser füllt. Das Wort ist vielleicht ein Diminutiv von עוקה, womit in ‘Erubin VIII 9 u. 11 eine Grube (verwandt mit חקק = aushöhlen) bezeichnet wird, die zur Aufnahme von Wasser dient."
+ ],
+ [
+ "Man darf am Feste und im siebenten Jahre keinen Wasserarm neu herrichten. um Wasser auf die Äcker zu leiten; am Feste nicht wegen der grossen mit der Herstellung verbundenen Anstrengung, im Schabbatjahre nicht, weil es verbotener Feldarbeit (Pflügen) ähnlich sieht.",
+ "Man darf einen Wasserarm im siebenten Jahre neu herrichten. weil selbst Pflügen im siebenten Jahre nur rabbinisch untersagt ist.",
+ "und die verdorbenen am Feste instand setzen. indem man sie von Schlamm und Geröll reinigt, was ja keine übermässige Mühe verursacht.",
+ "Man darf die beschädigten Wasserrinnen auf öffentlichem Gebiete ausbessern und sie ausbaggern. Wenn קלקולי המים hier die Schäden des Wassers bedeutet, so passt וחוטטין אותן nicht. Man kann weder die Schäden noch das Wasser aushöhlen (vgl. החוטט בגדיש in Sukka I 8). Es müsste vielmehr ומנקין אותן (man reinigt es) heissen, es sei denn, dass מים hier die Stelle von אמות המים vertritt oder וחוטטין אותן prägnant für ומנקין אותן על ידי חטיטה steht. Beides ist nicht sehr wahrscheinlich. Vielleicht ist aber unser קלקולי das lat. cloaculae. Auf die Abzugsrinnen der öffentlichen Strassen bezogen, ist חוטטין (ausgraben im Sinne von Ausschlämmen) ein angemessener Ausdruck. Bemerkt sei noch, dass die erste Mischnaausgabe (Neapel 5250) כל כלי המים statt קלקולי המים liest.",
+ "Plätze und Wasserbehälter. Die Reinigungsbäder mit einem Rauminhalt von mindestens drei Kubikellen (etwa 3600 l).",
+ "bezeichnet die Gräber. indem man sie mit Kalkwasser begiesst, damit sie von allen Personen gemieden werden, die sich an Gräbern nicht verunreinigen dürfen oder wollen.",
+ "und veranstaltet auch Streifzüge wegen der gemischten Arten. Im Auftrage der Gerichtsbehörde werden Boten ausgesandt, um die in Weingärten oder sonst gesetzwidrig angebauten Mischfrüchte auszureissen (s. Sch’kalim I 2)."
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+ [
+ "Man leitet das Wasser von Baum zu Baum. in einem Obstfelde, das der künstlichen Bewässerung bedarf.",
+ "nur darf man nicht das ganze Feld bewässern. weil das überflüssige Mühe verursacht.",
+ "bewässere man nicht am Feste. damit man die Arbeit nicht absichtlich auf die Festwoche verschiebe, in der man durch den Stillstand jedes Gewerbebetriebes mehr Muße hat.",
+ "Die Weisen aber gestalten das eine wie das andere. die erstmalige Berieselung wie die Bewässerung ganzer Obstfelder."
+ ],
+ [
+ "Man fängt den Maulwurf und die Mäuse aus einem Obstfelde und aus einem weissen Felde auf ungewöhnliche Art. d. i. in einer von dem üblichen Verfahren abweichenden Weise. Beide Talmude lesen aber כדרכו = in der üblichen Weise. — Unter einem weissen Felde ist das Getreidefeld zu verstehen.",
+ "Aus einem Baumfelde. wo der drohende Schaden erheblich ist.",
+ "aus einem weissen Felde. dem diese Tiere nur geringen Schaden zufügen können.",
+ "Eine Lücke. in der Gartenmauer.",
+ "darf man am Feste vorbohlen. oder sonstwie verstopfen oder ausfüllen, auch mit lose aneinander gefügten Steinen. מקרין hängt nicht, wie in תום יו״ט vermutet wird, mit קיר zusammen; es ist vielmehr wie המקרה סכתו in Sukka I 8 ein Denominativ von קורה (Balken). Vgl. המקרה במים עליותיו Ps. 104, 3 u. לקרות את שערי הבירה Neh. 2,8.",
+ "im siebenten Jahre vermauert man sie in gewohnter Weise. desgleichen am Feste eine Lücke in der Mauer des Hofes oder gar des Wohnhauses."
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+ "Man beschaut die Ausschläge. Es handelt sich um die im 3. B. M. (13, 1—46) besprochenen Hautkrankheiten, deren Charakter der Priester nach Augenschein zu bestimmen hat. Es kommen vier Besichtigungen in Betracht. Bei der ersten wird der Ausschlag je nach dem Befunde für rein, unrein oder unentschieden erklärt, im letztern Falle die Einschliessung des Kranken auf sieben Tage verfügt. Bei der zweiten Besichtigung am siebenten Tage ordnet der Priester, wenn er ihn, da sich im Krankheitsbilde nichts geändert hat, weder für rein noch für unrein erklären kann, seine fernere Einschliessung für diese und die folgenden sechs Tage an. Bei der dritten Besichtigung am dreizehnten Tage ist der Kranke entweder für rein oder unrein zu erklären; er ist auch dann rein, wenn der Ausschlag keinerlei Veränderungen gegen den Befund der ersten Besichtigung aufweist, unrein nur in dem Falle, wenn das Exanthem sich ausgebreitet oder sonst ein Zeichen der Verschlimmerung sich eingestellt hat. In diesem Falle findet, wenn etwa nach einiger Zeit eine Besserung eingetreten scheint, eine vierte Besichtigung statt, bei der die Krankheit entweder als fortbestehend oder als geheilt zu erklären ist.",
+ "am Feste. במועד ist die Lesart in einigen Handschriften; unsere Mischnaausgaben haben dafür בתחלה, Alfasi hat beides. In den folgenden Halachot (6, 7, 9) treffen wir den Zusatz במועד auch in unseren Ausgaben an betonter Stelle; um so weniger können wir ihn hier entbehren, als in den vorangehenden Sätzen von מועד und שביעית die Rede war, während von hier an ausschliesslich an מועד zu denken ist. Wenn die Lesart חתחלה richtig wäre, könnte sie nicht nach dem gewöhnlichen Wortsinn von der ersten Besichtigung durch den Priester, sondern nur so verstanden werden, dass zunächst der Sachverständige den Ausschlag besichtigen soll, damit er im günstigen Falle dem Priester die Reinerklärung empfehle, im ungünstigen jedoch sich jeder Äusserung enthalte. Das ist indessen nicht die Auffassung des bab. Talmud, der רואין zweifellos auf den Priester bezieht, andererseits aber die unbestrittene Ansicht Rabas überliefert, dass auch nach Rabbi Meïr eine erste Besichtigung am Feste nicht stattfindet (s. Anm. 29). Und wenn auch in der Münchener Handschrift gerade dieser Satz fehlt (s. auch הל׳ יום טוב zu משגה למלך VII 16 u. d. W. ורע דבמתניתן חנן), so ist doch aus der Bekundung, laut welcher der Meinungsstreit sich um die dritte Besichtigung dreht, gleichfalls ersichtlich, dass ihm die Lesart fremd war. Der Jeruschalmi hat im Mischnatexte בתחלה nur in den aus einer G’niza veröffentlichten Bruchstücken (שרידי הירושלמי), in unseren Ausgaben wie in der Leydener Handschrift findet sich das Wort an dieser Stelle nicht; aus der talmudischen Erörterung, die allerdings irrtümlich בתחלה zitiert, geht auch dort unzweideutig hervor, dass die Amoräer des heiligen Landes diesen Zusatz ebensowenig wie die babylonischen kannten. Desgleichen folgt aus den Erklärungen von R. Ḥananel und Maimuni z. St., dass sie בתחלה hier nicht gelesen haben, denn beide beziehen mit dem bab. Talmud die Streitfrage auf die dritte Besichtigung. Auch den Kommentatoren Alfasis, R. Juda b. Berechja und R. Josef Ḥabiba (in den meisten Ausgaben lautet die Überschrift statt נמוקי יוסף fälschlich רבנו נסים), scheint diese Lesart nicht vorgelegen zu haben und, wie im משנה למלך das. gezeigt wird, den Tosafot ebensowenig wie Raschi, nicht einmal einem so späten Autor wie R. ‘Obadja. Übrigens ergibt sich aus dem Wortlaut der Mischna selbst die Unmöglichkeit der Lesart בתחלה. Wäre sie richtig, sollte es, nachdem R. Meïr ausdrücklich אבל לא להחמיר hinzufügt, in der Gegenansicht nicht לא להקל ולא להחמיר, sondern viel eher לא בתחלה ולא בסוף heissen; man müsste denn mit משנה למלך (das. g. E. u. d. W. ומה שהביאו) annehmen, dass die späteren Besichtigungen selbst auf die Gefahr der Erschwerung hin (להחמיר) am Feste vorzunehmen sind. Im Gegensatz zu diesem kaum zu behauptenden Standpunkte haben תוס׳ יום טוב und תפארת ישראל (hier aus Versehen mit der Bemerkung כך נראה לי, obschon fast wörtlich den תוס׳ יו״ט entnommen), das Wort בתחלה im Sinne von אפלו בתחלה genommen: Sogar die erste Besichtigung, deren Aufschub für den Kranken keinen Nachteil im Gefolge hat, da er ja, solange sie unterbleibt, nicht einmal ein geschlossen wird, kann am Feste vorgenommen werden, um ihn zutreffenden Falls durch eine Reinheitserklärung zu erfreuen. Gegen diesen Versuch, den Zusatz בתחלה zu retten, richtet sich der Einwand aus dem Wortlaut der Gegenmeinung mit um so grösserer Wucht. Bei der nunmehr so starken Betonung der ersten Besichtigung in dem Satze des R. Meïr musste der Widerspruch der Weisen erst recht in die Worte gekleidet werden: Weder eine erste noch eine spätere Besichtigung!",
+ "um zu erleichtern. wenn die Untersuchung durch den Priester dem Kranken nur zum Vorteil gereichen kann. Das ist bei den drei späteren Besichtigungen der Fall, bei denen der Kranke eingeschlossen oder gar schon für unrein erklärt ist. Kann ihn der Priester am Feste als rein erklären, so tut er es; wo nicht, so schweigt er, und es bleibt alles beim alten.",
+ "um zu erschweren. wenn die Untersuchung dem Kranken nur Nachteil bringen kann. Das ist bei der ersten Besichtigung der Fall. Unterbleibt sie während des Festes, so gilt er bis zum Urteilsspruch des Priesters als rein; findet sie aber statt, und der Beschauer schweigt, weil er keine Reinheitserklärung abgeben kann, so ist dem Kranken die Festesfreude getrübt. Er weiss ja nun, dass ihn nach dem Feiertage die Einschliessung oder noch Schlimmeres erwartet.",
+ "noch zu erschweren. Nach Raba (oder Rabba?) im bab. Talmud herrscht Übereinstimmung darüber, dass eine erste Besichtigung am Feste nicht stattfindet. [Dieser Satz wird, wie bereits in Anm. 26 erwähnt wurde, im משנה למלך beanstandet und fehlt in der Tat in der Münchener Handschrift. Nach unserer Auffassung der Worte אבל לא להחמיר (s. Anm. 28) ist er überflüssig, da das Einverständnis des R. Meïr deutlich in der Mischna selbst ausgesprochen ist.] Auch darin stimmen die Ansichten noch überein, dass eine zweite Besichtigung selbst am Feste vorgenommen wird. Kann der Priester den Eingeschlossenen für rein erklären, so tut er es; kann er es nicht, so schweigt er. Erst über die dritte Besichtigung gehen die Meinungen auseinander. Nach der einen findet sie mit dem Vorbehalt statt, bei ungünstigem Befunde die Entscheidung auszusetzen; nach der andern ist ein solches Verfahren in diesem Stadium unzulässig, denn hier gilt das Schriftwort לטהרו או לטמאו (3. B. M. 13,59). Hier erfolgt keine Einschliessung mehr wie bei den früheren Besichtigungen, hier heisst es: Entweder — Oder. Kann der Kranke nicht reingesprochen werden, so muss ihn der Priester als unrein erklären, zumal das Stillschweigen hier, wo es ein Drittes nicht gibt, einer Unreinheitsbekundung gleichkommt. Darum ist es besser, die Untersuchung fällt am Feste ganz aus. Von der vierten Besichtigung spricht Raba nicht Man sollte meinen, dass hier von einem Aufschub nicht die Rede sein kann, da es sich doch um die Feststellung handelt, ob der Kranke als genesen zu betrachten ist, oder — und das wäre der schlimmste Fall — noch weiter in der Unreinheit verharren muss, die ihm ohne die Besichtigung auf alle Fälle, auch in dem der Genesung, während des Festes anhaften würde. Dennoch berichtet eine Baraita, dass R. Jose auch hier im Gegensatz zu seinen Freunden die Besichtigung widerrät. Der Grund wird in der Bestimmung gefunden, laut welcher der Genesene die sieben Reinigungstage ausserhalb seines Hauses zubringen muss (das. 14, 8). Diese unerwünschte Nebenwirkung soll ihm in der Festwoche erspart werden. Demnach unterbleibt nach R. Jose die dritte Besichtigung des Kranken wegen der Möglichkeit, dass er für unrein, die vierte wegen der Möglichkeit, dass er als rein befunden werden könnte.
",
+ "Es darf jemand die Gebeine des Vaters und der Mutter sammeln. Die Leichen wurden zunächst nur vorläufig beigesetzt; erst wenn alles Fleisch verwest war, wurden die Gebeine gesammelt und zur ewigen Ruhe in Särgen aus Zedernholz gebettet.",
+ "weil es ihm eine Freude ist. Wenn auch dieser Akt der Pietät die festliche Stimmung des Tages trübt, gewährt er doch für den Rest des Festes ein Gefühl der Befriedigung und Erleichterung (Jeruschalmi). Dagegen würde im Falle des Aufschubes der Gedanke, dass den Eltern noch nicht die letzte Ehre erwiesen ist, das Gemüt der Kinder während des ganzen Festes bedrücken und die Feiertagsstimmung erst recht beeinträchtigen.",
+ "es bedeutet ihm Trauer. und ist in der Festwoche daher zu unterlassen.",
+ "Man veranstalte keine Gedenkfeier. יעורר (oder יערער) eig. erwecken, erregen, hier etwa: die Zuhörer hinreissen und sie zu Tränen rühren. Nach dem bab. Talmud z. St. lautete die Einladung zur Feier: יבכון עימיה כל מרירי ליבא. Vielleicht ging dieser Aufforderung das Wörtchen עורו voran (עורו בכו עמי כל מרי לבב = Auf, weinet mit mir alle, die ihr betrübten Herzens seid), wodurch sich der Ausdruck עורר על המת in ähnlicher Weise erklären würde wie המעוררין (Ma‘ser scheni V 15 und Sota IX 10 = die Wecker) als Bezeichnung der Sänger, die im zweiten Tempel ihren Liedern den Vers (Ps. 44, 24) עורה למה תישן ה׳ (Auf, o Gott, warum schläfst du) angliederten. Auch אעירה שחר (ich will die Morgenröte wecken, Ps. 57, 9 u. 108, 3) könnte den prägnanten Sinn haben: Ich will die Morgenröte auffordern, mit mir in das Lob Gottes einzustimmen.",
+ "und keine Totenklage. Der Unterschied zwischen Gedenkfeier (עירור) und Totenklage (הספד) besteht nach Jeruschalmi darin, dass diese einem einzelnen, jene dem Gedächtnis vieler gewidmet ist. Nach derselben Quelle beschränkt sich das Verbot auf die Veranstaltungen zu Ehren von Personen, die schon vor mehr als dreissig Tagen verstorben sind.",
+ "für seine Dahingeschiedenen dreissig Tage vor einem Freudenfeste. Unter רגל versteht man in Anlehnung an das Schriftwort (2. B. M. 23, 14), in welchem שלש רגלים (wörtlich: drei Füsse) gleich שלש פעמים (eig. drei Schritte) dreimal bedeutet, jedes der drei Freudenfeste (פסח שבועות סכות), an denen man nach der heiligen Stadt zog, um dort im Heiligtume Opfer darzubringen."
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+ "Man gräbt nicht Nischen und Grüfte. כוכין sind die in die Felswand gehauenen Gräbernischen, קברות die über dem Erdboden sich erhebenden Grabgewölbe. Über die Anlage der Begräbnishöhlen und ihrer Nischen s. Baba b. VI 8.",
+ "am Feste. weil es zu mühsam ist (s. Einl.).",
+ "aber man vervollkommnet die Nischen am Feste. indem man sie je nach Bedarf länger oder kürzer, breiter oder schmäler macht, sie mit Kalk übertüncht oder sonst in einer Weise fertigstellt und vollendet, die wenig Arbeit erfordert. — בחנכין steht hier im eigentlichen Sinne: etwas für seinen Zweck vorbereiten, die letzte Hand anlegen, vervollkommnen. Gewöhnlicher ist die übertragene Bedeutung: erziehen, den letzten Schliff geben; gebrauchsfertig machen, einweihen. Auffallend ist die häufige Wiederholung des Wortes במועד. Jeruschalmi liest: אין חופרין כוכין וקברות במועד אבל מחנכין את הכוכין ועושין נברכת וארון עם חמת בחצר.",
+ "macht auch eine Grube am Feste. Wenn נברכת mit dem Worte ברכה (Teich, bes. gleich dem arab. بركة ein künstlich angelegter) zusammenhängt, dessen Etymologie freilich nicht feststeht, das aber von ברך (Knie) ebenso abgeleitet sein könnte wie אמת המים (Wasserleitung) von אמה (der Arm) — bildet doch der Fluss da, wo er sich zum See erweitert, mit diesem ein Knie — so ist hier eine Wassergrube gemeint, in der die Leiche oder die Grabgewänder gewaschen werden sollen. Das Wort findet sich noch einmal in der Mischna, nämlich in Baba b. II 1, wo es — parallel zu אמת המים — zweifellos eine Wassergrube bezeichnet. Dort steht aber ausdrücklich נברכת כובסין (Wäschergrube). Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass נכרכת an sich nur die Grube bedeutet, an dieser Stelle demnach ein einfaches, leicht herzustellendes Grab, wie schon R. Abraham b. Dawid in seinen Berichtigungen zu Maimunis Mischne Tora (הל׳ יום טוב VIII 4) erklärt. Allerdings scheint das überflüssige במועד, das hier nun schon zum dritten Male steht, unsern Satz ebenso von dem folgenden וארון עם המת בחצר trennen zu wollen, wie das vorangehende במועד ihn von אבל מחנכין את הכוכין scheidet, als ob עושין נברכת zur Leichenbestattung in keinerlei Beziehung stände, sondern ganz allgemein die Herstellung einer Wäschergrube gestatten wollte, selbstverständlich nur den Personen, die ihre Kleider am Feste waschen dürfen (s. weiter unten III 2). Das ist die Auffassung der meisten Lehrer, u. a. auch Maimunis (a. a. O.).",
+ "und einen Sarg beim Toten im Hofe. damit die Leute sehen, dass er bald gebraucht und nicht etwa auf Vorrat gearbeitet wird.",
+ "dass er Bretter hat. Die Bretter zu diesem Zwecke erst zu sägen hält er als zu schwere Arbeit für unstatthaft."
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+ "auch die Schwagerehe. 5. B. M. 25, 5.",
+ "weil es eine Freude ist. durch welche die Festesfreude zurückgedrängt oder verdunkelt würde.",
+ "Sie soll nicht Kalk auflegen. um die Haare da, wo sie unerwünscht sind, zu beseitigen.",
+ "weil es eine Entstellung für sie ist. solange der Kalk haftet. — נוול ist eine Milderung des hebr. נבל (schänden)."
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+ "Der Ungeübte näht. wenn es für den Festbedarf erforderlich ist.",
+ "der Handwerker mit ungleichen Stichen. חדיוט ist das griechische ἰδιώτης (Pfuscher, Stümper). — מכליב wird von כלב (Hund) abgeleitet: mit Stichen, die Hundezähnen ähnlich sind. Nach einer Erklärung sind darunter grosse, weit voneinander abstehende Stiche zu verstehen; nach einer andern (im Jeruschalmi) sollen nicht mit einer Naht wie üblich mehrere Stiche hintereinander gemacht, sondern die Nadel nach jedem einzelnen herausgezogen werden. — Der Stamm כלב bedeutet im Arabischen (كلب) nähen. Hier kann er diesen allgemeinen Sinn nicht haben, da er im Gegensatz zu תפר steht.",
+ "Betten. Gemeint sind die starken Bänder, welche den Boden der Bettstellen bilden. — סרג ist das hebr. שרג (flechten, Ijob 40,17 u. Kînot 1,14; syr. ܣܪܰܚ،, arab. شرج); vgl. auch שריגים = Ranken.",
+ "darf man flechten. wenn es für den Festbedarf erforderlich ist.",
+ "Nur spannen. fest anziehen, wenn sie sich gelockert haben, aber nicht neu anbringen. Die Lesart אף ממתחין in einigen Ausgaben gibt keinen rechten Sinn."
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+ "einen Herd oder eine Mühle am Feste aufstellen. Diese drei Hausgeräte waren transportabel und wurden vor dem Gebrauch mit Lehm am Fussboden befestigt. Das ist auch am Feste gestattet. Der תנור war ein grosser irdener Topf, an dessen Wände das zu backende Brot innen angeklebt wurde; die כירים waren ein Kochherd, auf dessen Oberfläche die Speisen gargemacht wurden.",
+ "Man darf die Mühlsteine nicht zum ersten Male hämmern. Wenn die Steine zu glatt sind, um das zu mahlende Korn erfassen zu können, werden sie durch Hammerschläge rauh gemacht. מכבשין, eigentlich drücken, pressen, auch bezwingen, heisst hier: mit dem Hammer bearbeiten. Die Einschränkung בתחלה will sagen, dass nur neue Mühlsteine am Feste durch Hammerschläge nicht geschärft werden dürfen, wohl aber abgenutzte."
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+ "Man macht einem Dache oder einem Gange. מרפסת ist eine Art Gallerie zwischen zwei Stockwerken, auf welcher die Bewohner des oberen Stockwerkes, dessen Türen sämtlich auf den Gang münden, mittels einer Leiter oder einer Treppe in den Hof gelangen. Der Stamm רפס oder רפש (ברגליכם תרפשון J’ḥezḳel 34,18), syr. ܪܦܰܣ, bedeutet treten.",
+ "in kunstloser Weise. in Form einer Hecke, oder lose Steine ohne Mörtel übereinander geschichtet.",
+ "Man verklebt Spalten. mit Lehm oder dgl., damit es nicht hereinregne. — שוף, syr. ܫܰܦ, reiben, schmieren.",
+ "und verstreicht sie. ומעגילין (von עגל = runden), eigentlich: walzen oder rollen, hat hier als Denominativ von מעגלה die erweiterte Bedeutung: glattstreichen Vielleicht ist auch das biblische מעגל als glattgetretener Pfad zu erklären, wenn man nicht vorzieht, es als eine dem Wagenverkehr (עגלות) dienende Strasse aufzufassen.",
+ "jedoch nicht mit der Kelle. מחלציים übersetzt ‘Aruch mit cazzuola (Maurerkelle). Der Dual deutet aber darauf hin, dass es sich um ein aus zwei Bestandteilen zusammengesetztes Gerät handelt. Der Stamm חלץ wieder lässt vermuten, dass es dazu bestimmt war, die Steine aus der Mauer herauszuziehen (3. B. M. 14, 40 u. 43). Vielleicht ist wirklich an ein Instrument zu denken, dass dem Maurer teils als Kelle beim Bauen, teils als Hebel beim Einreissen diente.",
+ "Türband. in dessen Öffnung die Angel sich dreht.",
+ "Schloss oder Schlüssel zerbrochen. sodass die Wohnung vor Dieben nicht sicher ist.",
+ "nur darf man seine Arbeit nicht auf das Fest ansetzen. Man darf sie nicht geflissentlich auf die Festwoche verschieben, in der man mehr Muße hat.",
+ "darf man einlegen. Fische, Gemüse und was man sonst in Essig, Salzwasser oder Öl einzulegen pflegt, darf man am Feste nur dann einlegen, wenn es vor dessen Ablauf voraussichtlich schon geniessbar sein wird."
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+ "Wer seine Ölbeeren umgerührt hatte. Vor dem Feste. — Die Ölbeeren werden, ehe man sie in der Stampfmühle zerdrückt, in einem Behälter (מעטן) einer leichten Gährung überlassen, und mehrmals umgewendet, bis alle gehörig erweicht sind. Kommen sie dann nicht bald unter den Quetschbalken, werden sie schimmelig und verfaulen.",
+ "dann aber von einem Trauer- oder sonst einem Unfall betroffen. Das in der Mischna statt des klassischen קרה so häufig gebrauchte ארע ist aramäisches Lehnwort.",
+ "oder von den Arbeitern irregeführt ward. Sie sollten die Arbeit vor dem Feste verrichten, haben ihn aber im Stiche gelassen.",
+ "legt den ersten Balken auf. d. h. er quetscht sie am Feste nur einmal, um sich zunächst das zuerst ausfliessende, feinste und wertvollste Öl, das sogenannte Jungfernöl zu sichern. Erst nach dem Feste dürfen die Oliven in die Presse getan werden, in der durch starken Druck das in den Beeren noch enthaltene minderwertige Öl gewonnen wird.",
+ "und lässt ihn bis nach dem Feste liegen. Selbst das Jungfernöl darf er am Feste nicht herausschöpfen, um es in Krüge zu füllen.",
+ "Er giesst vollends aus und verspundet in seiner gewöhnlichen Weise. Er füllt das Öl bis auf den letzten Tropfen in Krüge und verstopft diese mit einem aus Lehm hergestellten Pfropfen (מגופה), alles dies am Feste genau so wie an gewöhnlichen Werktagen. — זולף (= דולף eigentlich: tropfen, träufeln) wird hier im Sinne eines langsamen Ausgiessens angewendet. גף (verschliessen) kommt in der heiligen Schrift nur einmal vor (N’ḥemja 7,8) und zwar im Hif‘il."
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+ "der seinen Wein schon in der Grube hatte. vor Eintritt des Festes. — בור (Grube) heisst der Behälter, in den der Wein aus der Kelter fliesst.",
+ "dann aber von einem Trauer- oder sonst einem Unfall betroffen oder von den Arbeitern irregeführt ward. Sie sollten die Arbeit vor dem Feste verrichten, haben ihn aber im Stiche gelassen.",
+ "in seiner gewöhnlichen Weise vollends aussgiessen und verspunden. den ganzen Wein in Krüge füllen und diese in der üblichen Weise verschliessen, damit er in der offenen Grube nicht sauer werde.",
+ "Man macht ihm ein Brettergefüge. Er bedeckt die Grube mit einem Schutzdach. לימודים sind zusammengefügte Bretter, entsprechend dem syr. ܥܡܰܕ، (verbinden, zusammenfügen), wie ja auch bei נסרים (gesägte Bretter) der Begriff des Brettes zu dem des Sägens (נסר) hinzugedacht wird. — In Kelim V 9 hat למודים aktive Bedeutung: zusammenfügende Klammern. Vielleicht ist dort lemudim zu lesen; vgl. חשוקים und חישוקים. Zusatz: Mit למד in der Bedeutung Zusammenfügen, Verbinden hängt auch לבוד zusammen (s. S. 337 Anm. 54). — Zu לימודים und נסרים vgl. כרותות (1. Kön. 6,36) = קורות כרותות."
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+ "Man darf seine Früchte wegen der Diebe einführen. vom Felde in den Speicher.",
+ "aus dem Wasserbade ziehen. Flachs wird, ehe er gehechelt wird, im Wasser erweicht, damit er geschmeidiger wird. Liegt er zu lange im Wasser, verdirbt er. — שלח, syr. ܫܠܳܐ nahe verwandt mit hebr. שלל (Rut 2,16) = herausziehen, besondere aus Flüssigkeiten.",
+ "nur darf man seine Arbeit nicht auf das Fest ansetzen. Man darf sie nicht auf die Festwoche verschieben, wenn sie vorher erledigt werden können"
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+ "der sonst nicht zu essen hätte. der zum Verkauf genötigt ist, um für den Erlös Lebensmittel zu erwerben.",
+ "Man räume nicht von einem Haus ins andere. über die Strasse hinweg.",
+ "darf aber in seinen Hof räumen. d. h in eine im selben Hofe liegende Wohnung.",
+ "Man hole keine Geräte. Unter כלים versteht man auch Kleidungstücke.",
+ "aus dem Hause des Handwerkers. um nicht dem Verdachte Nahrung zu geben, dass sie am Feste fertiggestellt wurden.",
+ "wenn man für sie fürchtet. dass sie dort abhanden kommen könnten. — חשש syr. ܚܰܫ = besorgt sein, fürchten, verwandt mit arab. حس — empfinden."
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+ "Man darf die Feigenkuchen. קציעות sind Feigen, die im Mörser zerstampft und zu einem runden Kuchen geformt werden.",
+ "mit Stroh zudecken. Damit sie nicht schmutzig werden.",
+ "Auch verdichten. מעבין (Pi‘el von עבח = dick sein) bedeutet hier nach der einen Erklärung im bab. Talmud: dicht (in Stroh) einhüllen, nach der andern: in dicken Schichten übereinander legen, aufhäufen. Nach dieser zweiten Auffassung wäre nicht auch das Verdichten, sondern nur dieses gestattet, das Bedecken mit Stroh aber verboten. Das Wörtchen אף wäre demnach zu streichen (s. Jeruschalmi).",
+ "Kleidung und Geräten verkaufen unauffällig. בצנעה = still oder bescheiden, wörtlich: in Verborgenheit, Zurückgezogenheit. Nach dem Talmud verkaufen sie in halbgeschlossenen Läden.",
+ "Griessmüller. דשושות sind Müller, die aus Weizenkörnern Griess herstellen. Eine grössere Zahl von Quellen hat überall, wo das Wort vorkommt רשושות mit ר am Anfange. Obgleich diese Lesart durch ‘Aruch bezeugt ist, dürfte דשושות mit ד doch richtiger sein, da auch die Araber eine aus Weizengriess bereitete Speise Daschîsch nennen (دشيش ist bei ihnen vermutlich ein Lehnwort). דשש wäre dann eine Nebenform von דוש (dreschen, zerstossen).",
+ "und Gräupler. גרוסות (von גרש, arab. جريش aram. גריסא, ܓܪ̈ܺܝܣܶܐ = Graupe) sind Verfertiger von Bohnengraupen. — Zur Form von דשושות und גרוסות vgl. ‘Erubin IV Anm. 65 über משוחות (Feldmesser). Ähnliche Formen sind דרוכות (Kelterer, Terumot III 4) חכורות (Pächter), לקוחות (Käufer).",
+ "Sie haben sich selbst eine Erschwerung auferlegt. ihr Handwerk in der Festwoche nicht auszuüben."
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+ "Die folgenden Personen dürfen am Feste sich scheren. Haarschneiden und Kleiderwaschen ist am Feste verboten, damit man diese Geschäfte vor dessen Eintritt erledige und nicht den ersten Feiertag mit ungepflegtem Haupthaar und unsauberer Wäsche begrüsse (s. Einleitung). Die im folgenden genannten Personen bilden nun eine Ausnahme, weil sie für die bisherige Unterlassung einen Entschuldigungsgrund haben.",
+ "Wer aus einer überseeischen Gegend oder aus der Gefangenschaft heimkehrt. und unterwegs keine Gelegenheit hatte, sich die Haare schneiden zu lassen und seine Kleider zu waschen.",
+ "wer den Kerker verlässt. und zwar in der Lage, jedoch nicht in der Stimmung war, sich um seine Toilette zu kümmern.",
+ "ein Bannbeladener. Wer mit dem Banne belegt ist, darf gleich einem Trauernden weder sein Haar schneiden noch seine Kleider waschen lassen.",
+ "den die Rabbinen befreit haben. sofern sie den Bann erst in der Festwoche aufgehoben haben.",
+ "desgleichen wer sich bei einem Gelehrten losbittet und befreit wird. wer ein Gelübde getan hatte, eine Zeit lang sich nicht scheren, beziehungsweise seine Kleider nicht waschen zu lassen und am Feste einen Gelehrten um die Lösung des Gelübdes bittet, die dieser auch bewirkt. — נשאל (sich losbitten; vgl. 1. Sam. 20, 6 u. 28, Neḥ. 13,6) ist in der Sprache der Rabbinen stehender Ausdruck für die an einen Gelehrten gerichtete Bitte um Entbindung von einem Gelübde.",
+ "der Nazîr. dessen Nazirat am Feste zu Ende geht. Solange es besteht, darf er sein Haupthaar nicht abscheren (4. B. M. 6,5).",
+ "und der Aussätzige beim Übergang von seiner Unreinheit zu seiner Reinheit. Wenn der Aussätzige von seiner Krankheit geheilt ist, unterzieht er sich einer siebentägigen Reinigung, an deren erstem und letztem Tage er sein ganzes Haar abschert (3. B. M. 14, 8—9). Fällt nun einer dieser Tage in die Festwoche, so braucht er die Reinigung darum nicht zu verschieben. — Das Wort העולה fehlt in beiden Talmuden. Maimuni liest, wie aus seinem Mischnakommentar und auch aus seinem Mischne Tora (Hil. Jom Tob VII 19) ersichtlich, והעולה (der Aussätzige und der von seiner Unreinheit zu seiner Reinheit Aufsteigende) und gestattet demgemäss das Haarschneiden in der Festwoche jedem Unreinen am Tage, da er seine Reinheit wiedererlangt, nicht bloß dem Aussätzigen, dem es vorgeschrieben ist."
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+ "Und für die folgenden darf man am Feste waschen. Haarschneiden und Kleiderwaschen ist am Feste verboten, damit man diese Geschäfte vor dessen Eintritt erledige und nicht den ersten Feiertag mit ungepflegtem Haupthaar und unsauberer Wäsche begrüsse (s. Einleitung). Die im folgenden genannten Personen bilden nun eine Ausnahme, weil sie für die bisherige Unterlassung einen Entschuldigungsgrund haben.",
+ "der aus einer überseeischen Gegend oder aus der Gefangenschaft heimkehrt. und unterwegs keine Gelegenheit hatte, sich die Haare schneiden zu lassen und seine Kleider zu waschen.",
+ "oder den Kerker verlässt. und zwar in der Lage, jedoch nicht in der Stimmung war, sich um seine Toilette zu kümmern.",
+ "für den Bannbeladenen. Wer mit dem Banne belegt ist, darf gleich einem Trauernden weder sein Haar schneiden noch seine Kleider waschen lassen.",
+ "den die Rabbinen befreit haben. sofern sie den Bann erst in der Festwoche aufgehoben haben.",
+ "der sich bei einem Gelehrten losbittet und befreit wird. wer ein Gelübde getan hatte, eine Zeit lang sich nicht scheren, beziehungsweise seine Kleider nicht waschen zu lassen und am Feste einen Gelehrten um die Lösung des Gelübdes bittet, die dieser auch bewirkt. — נשאל (sich losbitten; vgl. 1. Sam. 20, 6 u. 28, Neḥ. 13,6) ist in der Sprache der Rabbinen stehender Ausdruck für die an einen Gelehrten gerichtete Bitte um Entbindung von einem Gelübde.",
+ "Barbiertücher und Badetücher. weil sie sehr oft gewaschen werden müssen. — Die Mischna beginnt mit ואלו מכבסין במועד und nennt, im selben Satze sowohl die Personen, denen zu waschen erlaubt ist, als auch die Gegenstände, die zu waschen gestattet ist. Dieses Anakoluth wird im hebr. Text nicht störend empfunden, weil אלו מכבסין ebenso gut „diese dürfen waschen“ als „dieses darf man waschen“ bedeuten kann. — Barbiertücher (ספר = scheren ist aramäisches Lehnwort, syr.: ܣܦܰܪ) sind die Mäntel, die man beim Haarschneiden umlegt, damit die Kleider sauber bleiben. Sie dürfen wegen der Personen gewaschen werden, denen das Haarschneiden am Feste nach voriger Mischna erlaubt ist. ספוג ist aus dem Griechischen (σπόγγος) herübergenommen und bezeichnet den Schwamm; daher ספג zunächst = aufsaugen, dann auch = abwischen, abtrocknen.",
+ "Für Samenflüssige. 3. B. M. 15, 1—15.",
+ "Blutflüssige. das. 25—30.",
+ "Menstruierende. das. 19—24.",
+ "Wöchnerinnen. das. 12, 1—8.",
+ "ist es gestattet. weil die Kleider all dieser Unreinen, wenn sie auch vor dem Feste gewaschen wurden, durch ihre Berührung unrein geworden sind.",
+ "für jeden andern ist es verboten. aus dem in Anm. 1 angegebenen Grunde."
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+ "Das Folgende darf man am Feste schreiben. Eine Ehe kann durch eine die Trauungsformel enthaltende Urkunde, die der Mann einem Weibe übergibt, rechtskräftig geschlossen werden.",
+ "Trauungsurkunden. Eine Ehe kann durch eine die Trauungsformel enthaltende Urkunde, die der Mann einem Weibe übergibt, rechtskräftig geschlossen werden.",
+ "und Scheidebriefe. גטין (ein Wort dunkler Herkunft, wahrscheinlich das lateinische Akten) ist meist die rabbinische Bezeichnung für den biblischen ספר כריתות (5. B. M. 24,3). Zusatz: גט ist das assyrische Gittu = Urkunde.",
+ "Quittungen. שוברים wird im Jeruschalmi durch das griechische אומולוגין erklärt. Die Homologie (ὁμολογία) ist das Anerkenntnis, dass eine Schuld bezahlt, eine Forderung befriedigt ist. Der Name שובר erklärt sich daraus, dass durch die Empfangsbescheinigung die Rechtskraft des Schuldscheins gebrochen wird.",
+ "und Vermächtnisse. דייתיקי ist das gr. διαϑήϰη.",
+ "Schenkungen und Verjährungsunterbrechungen. פרוזבול ist eine von Hillel getroffene Vorkehrung, durch welche der im siebenten Jahre (dem sogenannten Erlass- oder Schabbatjahre) eintretenden Verjährung aller Schuldforderungen (5. B. M. 15, 1—2) vorgebeugt werden kann. Sie besteht in einer dem Gericht zu übergebenden schriftlichen Erklärung, in der sich der Gläubiger vorbehält, seine Rechte und Ansprüche jederzeit geltend zu machen (Sch’bî‘it X 3 — 6). Das Wort פרוזבול (auch פרוסבול geschrieben), das zweifellos griechischen Ursprungs ist, hat verschiedene Ableitungen gefunden. Am nächsten liegt wohl προςβολή in seiner doppelten Bedeutung als Hinzufügung und Ansturm. Der פרוזבול ist beides. Er kann zunächst als Zusatz oder Nachschrift zum Schuldschein aufgefasst werden, dessen Gültigkeitsdauer er verlängert. Zwar erstreckt sich seine Wirkung auch auf mündliche Darlehen; er ist aber doch in erster Reihe zum Schutze der Schuldscheine eingeführt worden, bei denen es sich in der Regel um grössere Beträge handelt. Andererseits bildet er einen Eingriff in die Verjährung, der er entgegentritt (προσβάλλει), und begründet zugleich einen Zugriff gegenüber den Grundstücken des Schuldners, auf die er ausgestellt ist. Wahrscheinlicher aber ist die Gleichsetzung mit πρόβολος, was Schutzwaffe und Bollwerk, überhaupt jedes Verteidigungs- und Abwehrmittel bedeutet. R. Ḥisda kennt die Bezeichnung פרוסבולי ובוטי (Giṭṭin 36b unten), die als Verstümmelung von פרוסבולי פרוסבוטי (πρὸς βουλῆ πϱεσβύτων = vor dem Rate der Aeltesten gedeutet worden ist. Allein, gerade an der einzigen Stelle, an der פרוסבוטי neben פרוסבולי vorkommt (M’gilla 15a unten), will diese Erklärung durchaus nicht stimmen. Dort wird die Äusserung Hamans (Ester 5,13), all sein Reichtum und sein Ansehen gewähre ihm keine Befriedigung, solange er Mordechaj im Hofe des Königs sitzen sehe, durch einen Ausspruch desselben R. Ḥisda beleuchtet, der einmal in einem andern Zusammenhang gesagt hat: זה בא בפרוסבולי וזה בא בפרוסבוטי . Die Worte כדרב חסדא דאמר רב חסדא zeigen, dass er diesen Ausspruch nicht in Bezug auf Mordechaj und Haman getan hat. Es scheint vielmehr eine allgemeine Redewendung zu sein, etwa in dem Sinne: Druck erzeugt Gegendruck. Kommt der eine mit Angriff (προσβολή), so kommt der andere mit Hilfsmannschaft (προςβοήϑεια oder πϱοσβώϑεια), wie ja auch die Missachtung, die Mordechaj gegen Haman zur Schau trug, dessen Freunde und Ratgeber zur Abwehr durch Errichtung des Galgens herausforderte. Demnach wäre פרוסבולי ובוטי in Giṭṭin πϱοβολή und βοήϑεια, Vorbeugung und Beistand, Schutz des Gläubigers gegen den Schuldenerlass und Hilfe für den Bedürftigen, der sich sonst vergebens um ein Darlehen bemühen würde (תקנה לעשירים ותקנה לעניים).",
+ "Schätzungsbriefe. Vollstreckungsbefehle gegen die durch gerichtliche Sachverständige abgeschätzten Güter eines säumigen Schuldners.",
+ "und Verpflegungsbriefe. Vertragliche Verpflichtungen zum Unterhalt der Stiefkinder.",
+ "Bescheinigungen über die Befreiung von der Schwagerehe. 5. B. M. 25, 7—10. Die gerichtliche Bescheinigung lautet nach Jeruschalmi z. St. (s. auch Bab. J’bamot 39 b): דקרבת קודמינא ושרת סיניה מעילוי רגליה דימינא ורקת קודמינא רוקא דמתחזי על ארעא ואמרת כנח יעשה לאיש אשר לא יבנה את בית אחיו . Sie erschien vor uns, löste seinen Schuh von seinem rechten Fusse, spie vor unseren Augen sichtbaren Speichel auf die Erde und sprach: So geschieht dem Manne, der das Haus seines Bruders nicht aufbauen mag). — שטרי ist wahrscheinlich Schetarê (nicht Schitrê) zu sprechen. So auch כתבי = Ketabê und שיירי = Schejarê. Vgl. עבדיהם (‘Abadêhem) in Ḳohelet 9,1.",
+ "und über Ablehnungen. Eine Minderjährige, die von ihrer Mutter oder ihren Brüdern verheiratet wurde, kann vor erlangter Grossjährigkeit ihre Ehe für nichtig erklären. Die ihr vom Gericht zu bescheinigende Erklärung hat nach Jeruschalmi z. St. (s. auch Bab. J’bamot 107 b) den folgenden Wortlaut: לא רעינא ליה לא שוינא ליה לא צבינא לאתנסבא ליה (Ich mag ihn nicht, ich bin ihm nicht angemessen, ich will ihm nicht angehören).",
+ "Schiedsverträge. שטרי בירורין sind schriftliche Vereinbarungen, in denen sich die Parteien in einem Rechtsstreite verpflichten, dem Urteil eines von ihnen gewählten (ברר = wählen) Schiedsgerichtes sich zu unterwerfen, im Jeruschalmi z. St. vortrefflich mit קומפרומיסין wiedergegeben und durch זה בורר לו אחד וזה בורר לו אחד erklärt (s. Sanhedrin V 1). Kompromisse sind in der Rechtssprache Schiedsverträge.",
+ "gerichtliche Entscheidungen und Briefe des Beliebens. רשות hat in der rabbinischen Literatur drei Bedeutungen, die sich aus dem Begriff der Machtbefugnis als der Grundbedeutung ableiten lassen: Gebiet, Obrigkeit, Erlaubnis. In letztem Sinne steht רשות nicht im Gegensatz zum Verbot (אסור), sondern zur sittlichen Forderung (מצוה) oder zur Pflicht (vgl. z. B. P’saḥim VI 2, Soṭa VIII g. E.) und bezeichnet das, was dem eigenen Belieben oder dem freien Ermessen anheimgegeben ist. So erklärt Jeruschalmi hier אגרות של רשות als Freundschaftsbriefe. Eine spätere Auffassung sieht in ihnen obrigkeitliche Erlasse."
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+ "Man schreibt keine Schuldscheine am Feste. weil sie nicht so dringend sind wie die in der vorigen Mischna angeführten Schriftstücke.",
+ "wenn er ihm nicht traut. der Verleiher dem Borger.",
+ "oder wenn man nicht zu essen hat. wenn der Schreiber zur Fristung seines Lebens auf den Verdienst aus der Anfertigung des Schuldscheins angewiesen ist.",
+ "Man schreibt keine Bücher. nicht einmal Torarollen.",
+ "T’fillin oder Pfostenschriften. s. מגלה I, Anm. 40—41 und IV, Anm. 47.",
+ "am Feste und verbessert. מגיהין (von נגה) heisst eigentlich erleuchten. Eine durch Schreibfehler verdunkelte Stelle wird durch die Berichtigung erhellt.",
+ "nicht einmal im Buche der Tempelhalle. aus dem der Hohepriester am Versöhnungstage vorlas (Joma VII 1). Andere Lesart: בספר עזרא, in der von ‘Ezra geschriebenen Torarolle, die allen späteren Abschriften als Muster diente. Wenn die Lesart richtig ist, kann sich die Verbesserung nicht auf Irrtümer, sondern nur auf die Erneuerung verblasster Buchstaben beziehen.",
+ "Man darf T’fillin und Pfostenschriften für den eigenen Bedarf schreiben. auch wenn man sie erst nach dem Feste benutzen will; für einen andern darf man sie nur dann anfertigen, wenn er sie am Feste selbst braucht (Jeruschalmi, der so die Ansicht vertritt, dass man an חול המועד T’fillin anlegt).",
+ "und auf seiner Hüfte. ohne Spindel, um mit Rücksicht auf das Fest von dem gewöhnlichen, werktäglichen Verfahren abzuweichen.",
+ "die purpurblaue Schnur für seine Quaste. 4. B. M. 15, 38."
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+ "Wenn jemand seinen Toten drei Tage vor einem Freudenfest. רגל ist die übliche Bezeichnung für jedes der drei Freudenfeste (פסח שבועות סכות); s. oben Kap. I Anm. 35.",
+ "ist für ihn die Satzung über die sieben Tage aufgehoben. d. h. er braucht die strengen Trauervorschriften, die für die ersten sieben Tage gelten, nicht mehr zu beobachten, sondern nur noch die milderen, die für den ganzen Trauermonat angeordnet sind. Waren aber beim Eintritt des Feiertages weniger als drei Tage seit der Bestattung verflossen, ruhen zwar die Bestimmungen über die siebentägige Trauer während des Festes, treten aber nach dessen Ablauf wieder in Kraft.",
+ "sind es acht. so dass er die strengeren Trauervorschriften vollständig, die milderen auch schon einen Tag lang erfüllt hat.",
+ "ist für ihn die Satzung über die dreissig Tage ausser Kraft. Die Trauerzeit ist also mit dem Eintritt des Festes für ihn vorüber, sofern er nicht den Tod des Vaters oder der Mutter beklagt, nach denen die Trauer volle zwölf Monate dauert.",
+ "Denn sie. Die Gesetzeslehrer.",
+ "Der Schabbat zählt mit. Obwohl am Schabbat die Trauervorschriften ruhen, wird er doch in der Zahl der sieben und der dreissig Tage mitgerechnet. — עולה ist in dieser Bedeutung vermutlich aus (המכין) עולה מן החשבון (in die Zahl aufgenommen werden; vgl. עלה במספר 1 Chr. 27, 24) verkürzt wie יצא aus יצא ידי חובתו.",
+ "bricht aber nicht ab. Er hebt die Trauer nicht auf; ihre Bestimmungen treten vielmehr nach Ausgang des Schabbat wieder in Kraft.",
+ "die Freudenfeste brechen ab. Die Trauervorschriften sind, wenn sie drei bez. acht Tage vor dem Freudenfeste innegehalten wurden, nicht allein am Feste, sondern auch später nicht mehr zu beobachten.",
+ "zählen aber nicht mit. Ist der Tote einen oder zwei Tage vor dem Feste beerdigt worden, so sind die strengeren Trauerbestimmungen noch sechs bez. fünf Tage nach Ablauf des Festes zu beobachten; dagegen gelten die milderen Trauerbestimmungen nicht etwa noch fernere 23 Tage, denn in der Zahl der dreissig Tage werden die Festtage wohl mitgerechnet."
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+ "ist das Wochenfest. עצרת ist in der Mischna der Name des Wochenfestes, wahrscheinlich weil es als Offenbarungsfest die Schlussfeier des Erlösungsfestes (חג המצות) bildet, eine Auffassung, in der man durch die in der Tora vorgeschriebene Zählung der zwischen ihnen liegenden 49 Tage bestärkt wurde.",
+ "dem Schabbat gleich. Da das Wochenfest gleich dem Schabbat nur einen Tag dauert, hebt es die Trauerzeit nicht auf, zählt jedoch mit. Als aber der Tempel noch stand, konnte man der Verpflichtung, an den drei Freudenfesten im Heiligtume mit „Besuchsopfern“ zu erscheinen (5. B. M. 16, 16—17), noch sechs Tage nach dem Wochenfeste genügen, weshalb es damals als ein siebentägiges angesehen werden konnte.",
+ "Der Neujahrs- und der Versöhnungstag sind den Freudenfesten gleich. gleich diesen verkürzen sie die Trauerzeit, indem sie sie völlig abbrechen.",
+ "vielmehr ist das Wochenfest gleich den Freudenfesten. auch nach der Zerstörung des Tempels.",
+ "der Neujahrs- und der Versöhnungstag wie der Schabbat. weil sie keine Freudenfeste sind."
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+ "die Entblössung und die Labung. Es war Sitte, dass die Freunde des Verstorbenen, die der Bahre folgten, gleich den Trauernden einen Riss in ihre Kleider machten, die Schulter entblössten und an der Labung (סעודת הבראה; vgl. 2. Sam. 3, 35) teilnahmen, die den Leidtragenden als erste Mahlzeit nach der Beerdigung von fremder Hand gespendet wurde.",
+ "beschränkt man. am Feste.",
+ "auf die Angehörigen. Eltern, Geschwister, Ehegatte, Kinder.",
+ "Auch erfolgt die Labung nur auf aufrechten Ruhebetten. Auch die Angehörigen nehmen die Labung nicht wie sonst auf umgestürzten, sondern auf den ordnungsmässig hergerichteten Ruhebetten.",
+ "sondern in Körben. Die Erfrischungen, die man den Leidtragenden während der Trauerwoche ins Haus bringt, trägt man niemals, am Feste sowenig wie an gewöhnlichen Tagen, in prunkenden Gefässen, um die Armen nicht zu beschämen, die kostbares Geschirr nicht besitzen, sich aber von der Erfüllung dieser Liebespflicht nicht ausschliessen möchten. — טבלא = tabula oder tabella; אסקוטלא = scutella: קנון = ϰανοῦν.",
+ "Man spricht nicht den Trauersegen. eine mit ברוך מנחם אבלים schliessende Benediktion, die auf dem freien Platze, auf welchem man den Leidtragenden die erste Labung reichte, im Gegenwart der Trauerversammlung gesprochen wurde. Das in K’tubbot 8b angeführte Beispiel lautet: Brüder, die ihr durch diese Trauer niedergebeugt seid, bedenket wohl, dass es ein ewiges Naturgesetz ist vom Urbeginn der Schöpfung her. Viele haben schon aus diesem Schmerzenskelch getrunken, viele werden noch trinken; wie unsere Väter es überwunden haben, werden unsere Enkel es verwinden müssen. Der Herr des Trostes tröste euch, meine Brüder. Gelobt seist Du, der Du die Trauernden tröstest.",
+ "aber man stellt sich in einer Reihe auf. wie es auch sonst nach der Bestattung des Toten üblich ist."
+ ],
+ [
+ "um keine Totenklage herbeizuführen. Sonst wurde die Bahre auf dem Wege zum Friedhofe mehrmals auf die Strasse gesetzt, um den Trägern Gelegenheit zu geben, einander abzulösen, und den Klagefrauen, ihren Gesang anzustimmen.",
+ "bei Frauen auch sonst nicht. auch an Werktagen nicht.",
+ "aus Gründen der Ehrerbietung. Die Bahre wurde von Männern auf der Schulter getragen. Wurde sie niedergesetzt, konnten sie das Gesicht des Toten mit Muße betrachten, was man bei weiblichen Leichen vermeiden wollte.",
+ "Die Frauen. die zum Klagesang bestellt sind.",
+ "sich aber nicht an die Brust schlagen. מענות, Pi‘el von ענה (arab. غنى = singen), wird besonders vom Vortrag der Klagelieder gebraucht (vgl. Ps. 88, 1); מטפחות ist Denominativ von טפח (Handfläche) und heisst in Jom Ṭob V 2: die Hände (im Takte oder beim Tanze) zusammenschlagen, hier dagegen: mit der Hand (im Seelenschmerz) an die Brust schlagen (ϰόπτεσϑαι, plangere).",
+ "Rabbi Ismael. Andere Lesart: Rabbi Simon.",
+ "die der Bahre zunächst stehenden. סמיך, eigentlich = gestützt, angelehnt, hat in der Mischna auch die naheliegende Bedeutung von benachbart."
+ ],
+ [
+ "aber hier wie dort keinen Wechselgesang anstimmen. In unseren Mischnaausgaben und ebenso im Jeruschalmi liest man hier: בראשי חדשים בחנכה ובפורים מענות ומטפחות בזה ובזה אבל לא מקוננות . Wenn diese Lesart richtig wäre, könnte בזה ובזה nur mit Bezug auf den letzten Satz der vorigen Mischna den Sinn haben: Hier (in der Nähe der Bahre) wie dort (fern von ihr) ist beides gestattet. Das entspricht aber nicht dem Wortlaut. Es unterliegt kaum einem Zweifel, dass אבל ein alter Schreibfehler ist. Das Wort fehlt in der Tat im bab. Talmud wie auch bei Alfasi und R. Ascher. בזה ובזה gehört nun zu לא מקוננות und bedeutet: Hier (an Neumonden, Ḥanukka und Purim) wie dort (an den im vorangehenden Satze behandelten Festtagen) sind Wechselgesänge nicht erlaubt. Wir haben hier wieder einmal eine schülerhafte Einteilung. Mischna 9 sollte nicht mit בראשי חדשים beginnen, sondern wie im bab. Talmud mit נשים במועד מענות.",
+ "So heisst es. Jirmeja 9, 19.",
+ "Und lehret eure Töchter ein Klagelied und eine Frau die andere den Wechselgesang. Die Hindeutung auf einen Wechselgesang wird in den Worten אשה רעותה erblickt: die eine Frau belehrt die andere, wie sie einzufallen hat.",
+ "denn der Ewige hat es verheissen. Jesaja 25, 8. Der Vers ist angefügt, um den Traktat (nach Tosafot die ganze Ordnung; s. Einl. Abs. 3) mit einem Worte froher Verheissung zu schliessen."
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+ "Introduction": [
+ "\nEinleitung.\nIn der heiligen Schrift werden die Feste מועדי ה׳ (göttliche Zeiten) genannt, zuweilen auch schlechthin מועד (Mehrzahl: מועדים, einmal und zwar 2. Chronik 8, 13: מועדות); in der Mischna bedeutet מועד (Mehrzahl מועדות, selten: מועדים) vorzugsweise diejenigen Tage des Pesaḥ- und des Hüttenfestes, die nur Festtage und nicht zugleich Feiertage (ימים טובים) sind, die wir daher genauer als Werktage der Festwoche (חל המועד) bezeichnen. In diesem engern Sinne ist das Wort מועד in der Ueberschrift unseres Traktates zu verstehen, während es im Titel unserer Ordnung, der סדר מועד lautet, in seiner weitesten Bedeutung zu nehmen ist. Zum Unterschied von diesem trägt die Massichta den Namen מועד קטן, wie man etwa die westasiatische Halbinsel zwischen Schwarzem und Mittelländischem Meer im Gegensatz zum ganzen Erdteil Kleinasien nennt. Nach dem Worte, mit dem der Traktat beginnt, wird er in älteren Werken zuweilen unter der Bezeichnung משקין angeführt.\nVon den am Feiertage untersagten Arbeiten (s. die Einleitung zu Massechet Jom Tob oder ביצה, Abs. 2) sind an den oben erwähnten Werktagen die für den Bedarf der Festwoche erforderlichen gestattet mit Ausnahme des Haarschneidens und des Kleiderwaschens, deren Verbot trotz ihrer Dringlichkeit in Kraft bleibt, damit man diese Verrichtungen nicht auf die Mussezeit der Festwoche verschiebe, sondern zum würdigen Empfange des Feiertags noch vor dessen Eintritt erledige. Alle übrigen Arbeiten sind nur dann erlaubt, wenn ihre Ausübung keine Mühe verursacht und ihre Unterlassung einen Vermögensverlust zur Folge haben würde, wobei zu beachten ist, dass entgehender Gewinn in dieser Beziehung nicht als Vermögensverlust gilt.\nDie Anwendung dieser beiden Grundsätze auf die verschiedenen Gebiete gewerblicher, insbesondere landwirtschaftlicher Tätigkeit bildet neben dem Verbote von Trauerfeiern und Hochzeiten den Gegenstand der beiden ersten Kapitel unserer Massichta. Das dritte behandelt die Ausnahmen von dem Verbote des Haarschneidens und des Kleiderwaschens, geht dann zu den Bestimmungen über schriftliche Arbeiten über und erörtert zum Schlusse die Wirkungen des Festes auf die Trauervorschriften. \nSeinem Inhalte nach sollte der Traktat unmittelbar auf Massechet Jom Tob (ביצה) folgen, und beide müssten, da sie die allgemeinen Gesetze umfassen, denjenigen vorangehen, die wie מגלה ,סכה ,יום הכפרים ,ראש השנה ,פסחים, die besonderen Vorschriften für die einzelnen Feste enthalten. Wir haben aber schon wiederholt darauf hingewiesen, dass die Traktate nicht nach inneren Zusammenhängen geordnet sind, sondern nach der Anzahl ihrer Kapitel. Daher מועד קטן und חגיגה, die den geringsten Umfang haben — beide zählen nur je drei Kapitel — am Schlusse der Ordnung. Daher auch der Rangstreit zwischen diesen beiden letzten Traktaten. In manchen Handschriften steht מועד קטן wie auch in unseren Mischnaausgaben und in der Tosefta vor חגיגה, in anderen wie auch in den Jeruschalmiausgaben nach חגיגה. Während Maimuni in seiner Einleitung zur Mischna den Traktat חגיגה ans Ende der ganzen Ordnung setzt, meinen die Tosafot (Mo‘ed ḳaṭan 28 b u. d. W. בלע), dass מועד קטן den Schluss des Seder bildet.\nDie Einzahl im Namen unserer Massichta erklärt sich daraus, dass hier nicht von den einzelnen Festen, sondern vom Feste als solchem gehandelt wird, wie ja auch die Ueberschrift des Traktats, der die allgemeinen Vorschriften über den Feiertag enthält, מסכת יום טוב und nicht מסכת ימים טובים lautet. Dass uns aber der Name der Ordnung ebenfalls in der Einzahl entgegentritt, ist allerdings auffallend. Hier durfte man סדר מועדות an Stelle von סדר מועד erwarten, worauf wir schon in der Einleitung zu פסחים (S. 168 g. E.) hingewiesen haben.\n"
+ ],
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+ [
+ [
+ "Rieselboden. בית השלחים ist dürres Land, dem die jährliche Regenmenge nicht genügt, das daher künstlich bewässert werden muss. Der Ausdruck שלחים wird im bab. Talmud z. St. mit dem aram. שלהי (ermatten) erklärt, einer Schaf‘elform von להה = לאה (schmachten; vgl. ותלה ארץ מצרים im 1. B. M. 47,13), also בית השלחים = durstiger, lechzender Boden. In Baba b. 68a dagegen wird das Wort einerseits mit ושולח מים על פני חוצות (Ijob 5,10) und andererseits mit שלחיך פרדס דמונים (Schir hasch. 4,13), dessen Bedeutung nach dem Talmud zwischen Acker- und Gartenland schwankt, in Verbindung gebracht, wonach שלחים, ähnlich dem arab. سلح, die Bewässerungskanäle und בית השלחים etwa das Rieselfeld bezeichnen würde. In Neh. 3, 15 ist השלח wahrscheinlich die Berieselung; im Hoheliede aber (a. a. O.) passt die Auffassung von שלחים im Sinne unserer Mischna („deine kargsten Beete sind ein Garten voll von Granatäpfeln nebst Edelfrüchten“) viel besser in den Zusammenhang als die Bedeutung „Wasserleitungen“ oder gar „Schösslinge“.",
+ "bewässert man am Feste. weil die Unterlassung ein Vertrocknen der Saaten, also einen Vermögensverlust zur Folge haben würde (s. d. Einleitung). Selbstverständlich ist die Bewässerung nur an den Werktagen der Festwoche gestattet, aber weder am Feiertage noch am Schabbat. Das Wort מועד bezeichnet nämlich in der Mischna vorzugsweise die Tage, die sonst חול המועד oder חולו של מועד genannt werden. Dass dieser genauere Ausdruck sich in der Mischna überhaupt nicht findet, wie in תוס׳ יום טוב behauptet wird, trifft nicht zu. Wir begegneten ihm ja erst im vorigen Kapitel (M’gilla IV 2). Vielleicht will der Verfasser mit den Worten שאין במשנה לשון חולו של מועד אלא מועד nur sagen, dass an unserer Stelle diese Bezeichnung nicht vorkommt.",
+ "und im siebenten Jahre. dem sogenannten Schabbat- oder Brachjahre, in welchem Ackerbau verboten ist (3. B. M. 25, 4—5). Die Bewässerung gehört nicht zu den von der Tora untersagten Feldarbeiten und ist auch von den Rabbinen zur Abwendung drohenden Schadens gestattet worden.",
+ "die nicht erst neu hervorgetreten ist. mit anderen Worten: Nicht allein aus einer Quelle, die vorher nicht zur Verfügung stand, sondern selbst aus einer solchen, die man vor Eintritt des Festes hätte benutzen können.
",
+ "aber man bewässere weder mit Regenwasser. weil mit jedem geschöpftem Eimer die Oberfläche des Wassers in der Zisterne tiefer sinkt, die Bewässerung daher immer mühsamer wird.",
+ "noch mit dem Wasser eines Ziehbrunnens. קילון ϰήλων = Brunnenschwengel, steht hier — pars pro toto — in der Bedeutung Ziehbrunnen. Auch diese Art der Berieselung ist wegen der Mühe, die sie verursacht, trotz des drohenden Schadens verboten (s. die Einl).",
+ "und mache keine Furchen um die Weinstöcke. weil das ebenfalls eine anstrengende Arbeit ist. עוגיות sind kleine Gräben, die man um Obstbäume zieht und mit Wasser füllt. Das Wort ist vielleicht ein Diminutiv von עוקה, womit in ‘Erubin VIII 9 u. 11 eine Grube (verwandt mit חקק = aushöhlen) bezeichnet wird, die zur Aufnahme von Wasser dient."
+ ],
+ [
+ "Man darf am Feste und im siebenten Jahre keinen Wasserarm neu herrichten. um Wasser auf die Äcker zu leiten; am Feste nicht wegen der grossen mit der Herstellung verbundenen Anstrengung, im Schabbatjahre nicht, weil es verbotener Feldarbeit (Pflügen) ähnlich sieht.",
+ "Man darf einen Wasserarm im siebenten Jahre neu herrichten. weil selbst Pflügen im siebenten Jahre nur rabbinisch untersagt ist.",
+ "und die verdorbenen am Feste instand setzen. indem man sie von Schlamm und Geröll reinigt, was ja keine übermässige Mühe verursacht.",
+ "Man darf die beschädigten Wasserrinnen auf öffentlichem Gebiete ausbessern und sie ausbaggern. Wenn קלקולי המים hier die Schäden des Wassers bedeutet, so passt וחוטטין אותן nicht. Man kann weder die Schäden noch das Wasser aushöhlen (vgl. החוטט בגדיש in Sukka I 8). Es müsste vielmehr ומנקין אותן (man reinigt es) heissen, es sei denn, dass מים hier die Stelle von אמות המים vertritt oder וחוטטין אותן prägnant für ומנקין אותן על ידי חטיטה steht. Beides ist nicht sehr wahrscheinlich. Vielleicht ist aber unser קלקולי das lat. cloaculae. Auf die Abzugsrinnen der öffentlichen Strassen bezogen, ist חוטטין (ausgraben im Sinne von Ausschlämmen) ein angemessener Ausdruck. Bemerkt sei noch, dass die erste Mischnaausgabe (Neapel 5250) כל כלי המים statt קלקולי המים liest.",
+ "Plätze und Wasserbehälter. Die Reinigungsbäder mit einem Rauminhalt von mindestens drei Kubikellen (etwa 3600 l).",
+ "bezeichnet die Gräber. indem man sie mit Kalkwasser begiesst, damit sie von allen Personen gemieden werden, die sich an Gräbern nicht verunreinigen dürfen oder wollen.",
+ "und veranstaltet auch Streifzüge wegen der gemischten Arten. Im Auftrage der Gerichtsbehörde werden Boten ausgesandt, um die in Weingärten oder sonst gesetzwidrig angebauten Mischfrüchte auszureissen (s. Sch’kalim I 2)."
+ ],
+ [
+ "Man leitet das Wasser von Baum zu Baum. in einem Obstfelde, das der künstlichen Bewässerung bedarf.",
+ "nur darf man nicht das ganze Feld bewässern. weil das überflüssige Mühe verursacht.",
+ "bewässere man nicht am Feste. damit man die Arbeit nicht absichtlich auf die Festwoche verschiebe, in der man durch den Stillstand jedes Gewerbebetriebes mehr Muße hat.",
+ "Die Weisen aber gestalten das eine wie das andere. die erstmalige Berieselung wie die Bewässerung ganzer Obstfelder."
+ ],
+ [
+ "Man fängt den Maulwurf und die Mäuse aus einem Obstfelde und aus einem weissen Felde auf ungewöhnliche Art. d. i. in einer von dem üblichen Verfahren abweichenden Weise. Beide Talmude lesen aber כדרכו = in der üblichen Weise. — Unter einem weissen Felde ist das Getreidefeld zu verstehen.",
+ "Aus einem Baumfelde. wo der drohende Schaden erheblich ist.",
+ "aus einem weissen Felde. dem diese Tiere nur geringen Schaden zufügen können.",
+ "Eine Lücke. in der Gartenmauer.",
+ "darf man am Feste vorbohlen. oder sonstwie verstopfen oder ausfüllen, auch mit lose aneinander gefügten Steinen. מקרין hängt nicht, wie in תום יו״ט vermutet wird, mit קיר zusammen; es ist vielmehr wie המקרה סכתו in Sukka I 8 ein Denominativ von קורה (Balken). Vgl. המקרה במים עליותיו Ps. 104, 3 u. לקרות את שערי הבירה Neh. 2,8.",
+ "im siebenten Jahre vermauert man sie in gewohnter Weise. desgleichen am Feste eine Lücke in der Mauer des Hofes oder gar des Wohnhauses."
+ ],
+ [
+ "Man beschaut die Ausschläge. Es handelt sich um die im 3. B. M. (13, 1—46) besprochenen Hautkrankheiten, deren Charakter der Priester nach Augenschein zu bestimmen hat. Es kommen vier Besichtigungen in Betracht. Bei der ersten wird der Ausschlag je nach dem Befunde für rein, unrein oder unentschieden erklärt, im letztern Falle die Einschliessung des Kranken auf sieben Tage verfügt. Bei der zweiten Besichtigung am siebenten Tage ordnet der Priester, wenn er ihn, da sich im Krankheitsbilde nichts geändert hat, weder für rein noch für unrein erklären kann, seine fernere Einschliessung für diese und die folgenden sechs Tage an. Bei der dritten Besichtigung am dreizehnten Tage ist der Kranke entweder für rein oder unrein zu erklären; er ist auch dann rein, wenn der Ausschlag keinerlei Veränderungen gegen den Befund der ersten Besichtigung aufweist, unrein nur in dem Falle, wenn das Exanthem sich ausgebreitet oder sonst ein Zeichen der Verschlimmerung sich eingestellt hat. In diesem Falle findet, wenn etwa nach einiger Zeit eine Besserung eingetreten scheint, eine vierte Besichtigung statt, bei der die Krankheit entweder als fortbestehend oder als geheilt zu erklären ist.",
+ "am Feste. במועד ist die Lesart in einigen Handschriften; unsere Mischnaausgaben haben dafür בתחלה, Alfasi hat beides. In den folgenden Halachot (6, 7, 9) treffen wir den Zusatz במועד auch in unseren Ausgaben an betonter Stelle; um so weniger können wir ihn hier entbehren, als in den vorangehenden Sätzen von מועד und שביעית die Rede war, während von hier an ausschliesslich an מועד zu denken ist. Wenn die Lesart חתחלה richtig wäre, könnte sie nicht nach dem gewöhnlichen Wortsinn von der ersten Besichtigung durch den Priester, sondern nur so verstanden werden, dass zunächst der Sachverständige den Ausschlag besichtigen soll, damit er im günstigen Falle dem Priester die Reinerklärung empfehle, im ungünstigen jedoch sich jeder Äusserung enthalte. Das ist indessen nicht die Auffassung des bab. Talmud, der רואין zweifellos auf den Priester bezieht, andererseits aber die unbestrittene Ansicht Rabas überliefert, dass auch nach Rabbi Meïr eine erste Besichtigung am Feste nicht stattfindet (s. Anm. 29). Und wenn auch in der Münchener Handschrift gerade dieser Satz fehlt (s. auch הל׳ יום טוב zu משגה למלך VII 16 u. d. W. ורע דבמתניתן חנן), so ist doch aus der Bekundung, laut welcher der Meinungsstreit sich um die dritte Besichtigung dreht, gleichfalls ersichtlich, dass ihm die Lesart fremd war. Der Jeruschalmi hat im Mischnatexte בתחלה nur in den aus einer G’niza veröffentlichten Bruchstücken (שרידי הירושלמי), in unseren Ausgaben wie in der Leydener Handschrift findet sich das Wort an dieser Stelle nicht; aus der talmudischen Erörterung, die allerdings irrtümlich בתחלה zitiert, geht auch dort unzweideutig hervor, dass die Amoräer des heiligen Landes diesen Zusatz ebensowenig wie die babylonischen kannten. Desgleichen folgt aus den Erklärungen von R. Ḥananel und Maimuni z. St., dass sie בתחלה hier nicht gelesen haben, denn beide beziehen mit dem bab. Talmud die Streitfrage auf die dritte Besichtigung. Auch den Kommentatoren Alfasis, R. Juda b. Berechja und R. Josef Ḥabiba (in den meisten Ausgaben lautet die Überschrift statt נמוקי יוסף fälschlich רבנו נסים), scheint diese Lesart nicht vorgelegen zu haben und, wie im משנה למלך das. gezeigt wird, den Tosafot ebensowenig wie Raschi, nicht einmal einem so späten Autor wie R. ‘Obadja. Übrigens ergibt sich aus dem Wortlaut der Mischna selbst die Unmöglichkeit der Lesart בתחלה. Wäre sie richtig, sollte es, nachdem R. Meïr ausdrücklich אבל לא להחמיר hinzufügt, in der Gegenansicht nicht לא להקל ולא להחמיר, sondern viel eher לא בתחלה ולא בסוף heissen; man müsste denn mit משנה למלך (das. g. E. u. d. W. ומה שהביאו) annehmen, dass die späteren Besichtigungen selbst auf die Gefahr der Erschwerung hin (להחמיר) am Feste vorzunehmen sind. Im Gegensatz zu diesem kaum zu behauptenden Standpunkte haben תוס׳ יום טוב und תפארת ישראל (hier aus Versehen mit der Bemerkung כך נראה לי, obschon fast wörtlich den תוס׳ יו״ט entnommen), das Wort בתחלה im Sinne von אפלו בתחלה genommen: Sogar die erste Besichtigung, deren Aufschub für den Kranken keinen Nachteil im Gefolge hat, da er ja, solange sie unterbleibt, nicht einmal ein geschlossen wird, kann am Feste vorgenommen werden, um ihn zutreffenden Falls durch eine Reinheitserklärung zu erfreuen. Gegen diesen Versuch, den Zusatz בתחלה zu retten, richtet sich der Einwand aus dem Wortlaut der Gegenmeinung mit um so grösserer Wucht. Bei der nunmehr so starken Betonung der ersten Besichtigung in dem Satze des R. Meïr musste der Widerspruch der Weisen erst recht in die Worte gekleidet werden: Weder eine erste noch eine spätere Besichtigung!",
+ "um zu erleichtern. wenn die Untersuchung durch den Priester dem Kranken nur zum Vorteil gereichen kann. Das ist bei den drei späteren Besichtigungen der Fall, bei denen der Kranke eingeschlossen oder gar schon für unrein erklärt ist. Kann ihn der Priester am Feste als rein erklären, so tut er es; wo nicht, so schweigt er, und es bleibt alles beim alten.",
+ "um zu erschweren. wenn die Untersuchung dem Kranken nur Nachteil bringen kann. Das ist bei der ersten Besichtigung der Fall. Unterbleibt sie während des Festes, so gilt er bis zum Urteilsspruch des Priesters als rein; findet sie aber statt, und der Beschauer schweigt, weil er keine Reinheitserklärung abgeben kann, so ist dem Kranken die Festesfreude getrübt. Er weiss ja nun, dass ihn nach dem Feiertage die Einschliessung oder noch Schlimmeres erwartet.",
+ "noch zu erschweren. Nach Raba (oder Rabba?) im bab. Talmud herrscht Übereinstimmung darüber, dass eine erste Besichtigung am Feste nicht stattfindet. [Dieser Satz wird, wie bereits in Anm. 26 erwähnt wurde, im משנה למלך beanstandet und fehlt in der Tat in der Münchener Handschrift. Nach unserer Auffassung der Worte אבל לא להחמיר (s. Anm. 28) ist er überflüssig, da das Einverständnis des R. Meïr deutlich in der Mischna selbst ausgesprochen ist.] Auch darin stimmen die Ansichten noch überein, dass eine zweite Besichtigung selbst am Feste vorgenommen wird. Kann der Priester den Eingeschlossenen für rein erklären, so tut er es; kann er es nicht, so schweigt er. Erst über die dritte Besichtigung gehen die Meinungen auseinander. Nach der einen findet sie mit dem Vorbehalt statt, bei ungünstigem Befunde die Entscheidung auszusetzen; nach der andern ist ein solches Verfahren in diesem Stadium unzulässig, denn hier gilt das Schriftwort לטהרו או לטמאו (3. B. M. 13,59). Hier erfolgt keine Einschliessung mehr wie bei den früheren Besichtigungen, hier heisst es: Entweder — Oder. Kann der Kranke nicht reingesprochen werden, so muss ihn der Priester als unrein erklären, zumal das Stillschweigen hier, wo es ein Drittes nicht gibt, einer Unreinheitsbekundung gleichkommt. Darum ist es besser, die Untersuchung fällt am Feste ganz aus. Von der vierten Besichtigung spricht Raba nicht Man sollte meinen, dass hier von einem Aufschub nicht die Rede sein kann, da es sich doch um die Feststellung handelt, ob der Kranke als genesen zu betrachten ist, oder — und das wäre der schlimmste Fall — noch weiter in der Unreinheit verharren muss, die ihm ohne die Besichtigung auf alle Fälle, auch in dem der Genesung, während des Festes anhaften würde. Dennoch berichtet eine Baraita, dass R. Jose auch hier im Gegensatz zu seinen Freunden die Besichtigung widerrät. Der Grund wird in der Bestimmung gefunden, laut welcher der Genesene die sieben Reinigungstage ausserhalb seines Hauses zubringen muss (das. 14, 8). Diese unerwünschte Nebenwirkung soll ihm in der Festwoche erspart werden. Demnach unterbleibt nach R. Jose die dritte Besichtigung des Kranken wegen der Möglichkeit, dass er für unrein, die vierte wegen der Möglichkeit, dass er als rein befunden werden könnte.
",
+ "Es darf jemand die Gebeine des Vaters und der Mutter sammeln. Die Leichen wurden zunächst nur vorläufig beigesetzt; erst wenn alles Fleisch verwest war, wurden die Gebeine gesammelt und zur ewigen Ruhe in Särgen aus Zedernholz gebettet.",
+ "weil es ihm eine Freude ist. Wenn auch dieser Akt der Pietät die festliche Stimmung des Tages trübt, gewährt er doch für den Rest des Festes ein Gefühl der Befriedigung und Erleichterung (Jeruschalmi). Dagegen würde im Falle des Aufschubes der Gedanke, dass den Eltern noch nicht die letzte Ehre erwiesen ist, das Gemüt der Kinder während des ganzen Festes bedrücken und die Feiertagsstimmung erst recht beeinträchtigen.",
+ "es bedeutet ihm Trauer. und ist in der Festwoche daher zu unterlassen.",
+ "Man veranstalte keine Gedenkfeier. יעורר (oder יערער) eig. erwecken, erregen, hier etwa: die Zuhörer hinreissen und sie zu Tränen rühren. Nach dem bab. Talmud z. St. lautete die Einladung zur Feier: יבכון עימיה כל מרירי ליבא. Vielleicht ging dieser Aufforderung das Wörtchen עורו voran (עורו בכו עמי כל מרי לבב = Auf, weinet mit mir alle, die ihr betrübten Herzens seid), wodurch sich der Ausdruck עורר על המת in ähnlicher Weise erklären würde wie המעוררין (Ma‘ser scheni V 15 und Sota IX 10 = die Wecker) als Bezeichnung der Sänger, die im zweiten Tempel ihren Liedern den Vers (Ps. 44, 24) עורה למה תישן ה׳ (Auf, o Gott, warum schläfst du) angliederten. Auch אעירה שחר (ich will die Morgenröte wecken, Ps. 57, 9 u. 108, 3) könnte den prägnanten Sinn haben: Ich will die Morgenröte auffordern, mit mir in das Lob Gottes einzustimmen.",
+ "und keine Totenklage. Der Unterschied zwischen Gedenkfeier (עירור) und Totenklage (הספד) besteht nach Jeruschalmi darin, dass diese einem einzelnen, jene dem Gedächtnis vieler gewidmet ist. Nach derselben Quelle beschränkt sich das Verbot auf die Veranstaltungen zu Ehren von Personen, die schon vor mehr als dreissig Tagen verstorben sind.",
+ "für seine Dahingeschiedenen dreissig Tage vor einem Freudenfeste. Unter רגל versteht man in Anlehnung an das Schriftwort (2. B. M. 23, 14), in welchem שלש רגלים (wörtlich: drei Füsse) gleich שלש פעמים (eig. drei Schritte) dreimal bedeutet, jedes der drei Freudenfeste (פסח שבועות סכות), an denen man nach der heiligen Stadt zog, um dort im Heiligtume Opfer darzubringen."
+ ],
+ [
+ "Man gräbt nicht Nischen und Grüfte. כוכין sind die in die Felswand gehauenen Gräbernischen, קברות die über dem Erdboden sich erhebenden Grabgewölbe. Über die Anlage der Begräbnishöhlen und ihrer Nischen s. Baba b. VI 8.",
+ "am Feste. weil es zu mühsam ist (s. Einl.).",
+ "aber man vervollkommnet die Nischen am Feste. indem man sie je nach Bedarf länger oder kürzer, breiter oder schmäler macht, sie mit Kalk übertüncht oder sonst in einer Weise fertigstellt und vollendet, die wenig Arbeit erfordert. — בחנכין steht hier im eigentlichen Sinne: etwas für seinen Zweck vorbereiten, die letzte Hand anlegen, vervollkommnen. Gewöhnlicher ist die übertragene Bedeutung: erziehen, den letzten Schliff geben; gebrauchsfertig machen, einweihen. Auffallend ist die häufige Wiederholung des Wortes במועד. Jeruschalmi liest: אין חופרין כוכין וקברות במועד אבל מחנכין את הכוכין ועושין נברכת וארון עם חמת בחצר.",
+ "macht auch eine Grube am Feste. Wenn נברכת mit dem Worte ברכה (Teich, bes. gleich dem arab. بركة ein künstlich angelegter) zusammenhängt, dessen Etymologie freilich nicht feststeht, das aber von ברך (Knie) ebenso abgeleitet sein könnte wie אמת המים (Wasserleitung) von אמה (der Arm) — bildet doch der Fluss da, wo er sich zum See erweitert, mit diesem ein Knie — so ist hier eine Wassergrube gemeint, in der die Leiche oder die Grabgewänder gewaschen werden sollen. Das Wort findet sich noch einmal in der Mischna, nämlich in Baba b. II 1, wo es — parallel zu אמת המים — zweifellos eine Wassergrube bezeichnet. Dort steht aber ausdrücklich נברכת כובסין (Wäschergrube). Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass נכרכת an sich nur die Grube bedeutet, an dieser Stelle demnach ein einfaches, leicht herzustellendes Grab, wie schon R. Abraham b. Dawid in seinen Berichtigungen zu Maimunis Mischne Tora (הל׳ יום טוב VIII 4) erklärt. Allerdings scheint das überflüssige במועד, das hier nun schon zum dritten Male steht, unsern Satz ebenso von dem folgenden וארון עם המת בחצר trennen zu wollen, wie das vorangehende במועד ihn von אבל מחנכין את הכוכין scheidet, als ob עושין נברכת zur Leichenbestattung in keinerlei Beziehung stände, sondern ganz allgemein die Herstellung einer Wäschergrube gestatten wollte, selbstverständlich nur den Personen, die ihre Kleider am Feste waschen dürfen (s. weiter unten III 2). Das ist die Auffassung der meisten Lehrer, u. a. auch Maimunis (a. a. O.).",
+ "und einen Sarg beim Toten im Hofe. damit die Leute sehen, dass er bald gebraucht und nicht etwa auf Vorrat gearbeitet wird.",
+ "dass er Bretter hat. Die Bretter zu diesem Zwecke erst zu sägen hält er als zu schwere Arbeit für unstatthaft."
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+ "auch die Schwagerehe. 5. B. M. 25, 5.",
+ "weil es eine Freude ist. durch welche die Festesfreude zurückgedrängt oder verdunkelt würde.",
+ "Sie soll nicht Kalk auflegen. um die Haare da, wo sie unerwünscht sind, zu beseitigen.",
+ "weil es eine Entstellung für sie ist. solange der Kalk haftet. — נוול ist eine Milderung des hebr. נבל (schänden)."
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+ "Der Ungeübte näht. wenn es für den Festbedarf erforderlich ist.",
+ "der Handwerker mit ungleichen Stichen. חדיוט ist das griechische ἰδιώτης (Pfuscher, Stümper). — מכליב wird von כלב (Hund) abgeleitet: mit Stichen, die Hundezähnen ähnlich sind. Nach einer Erklärung sind darunter grosse, weit voneinander abstehende Stiche zu verstehen; nach einer andern (im Jeruschalmi) sollen nicht mit einer Naht wie üblich mehrere Stiche hintereinander gemacht, sondern die Nadel nach jedem einzelnen herausgezogen werden. — Der Stamm כלב bedeutet im Arabischen (كلب) nähen. Hier kann er diesen allgemeinen Sinn nicht haben, da er im Gegensatz zu תפר steht.",
+ "Betten. Gemeint sind die starken Bänder, welche den Boden der Bettstellen bilden. — סרג ist das hebr. שרג (flechten, Ijob 40,17 u. Kînot 1,14; syr. ܣܪܰܚ،, arab. شرج); vgl. auch שריגים = Ranken.",
+ "darf man flechten. wenn es für den Festbedarf erforderlich ist.",
+ "Nur spannen. fest anziehen, wenn sie sich gelockert haben, aber nicht neu anbringen. Die Lesart אף ממתחין in einigen Ausgaben gibt keinen rechten Sinn."
+ ],
+ [
+ "einen Herd oder eine Mühle am Feste aufstellen. Diese drei Hausgeräte waren transportabel und wurden vor dem Gebrauch mit Lehm am Fussboden befestigt. Das ist auch am Feste gestattet. Der תנור war ein grosser irdener Topf, an dessen Wände das zu backende Brot innen angeklebt wurde; die כירים waren ein Kochherd, auf dessen Oberfläche die Speisen gargemacht wurden.",
+ "Man darf die Mühlsteine nicht zum ersten Male hämmern. Wenn die Steine zu glatt sind, um das zu mahlende Korn erfassen zu können, werden sie durch Hammerschläge rauh gemacht. מכבשין, eigentlich drücken, pressen, auch bezwingen, heisst hier: mit dem Hammer bearbeiten. Die Einschränkung בתחלה will sagen, dass nur neue Mühlsteine am Feste durch Hammerschläge nicht geschärft werden dürfen, wohl aber abgenutzte."
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+ "Man macht einem Dache oder einem Gange. מרפסת ist eine Art Gallerie zwischen zwei Stockwerken, auf welcher die Bewohner des oberen Stockwerkes, dessen Türen sämtlich auf den Gang münden, mittels einer Leiter oder einer Treppe in den Hof gelangen. Der Stamm רפס oder רפש (ברגליכם תרפשון J’ḥezḳel 34,18), syr. ܪܦܰܣ, bedeutet treten.",
+ "in kunstloser Weise. in Form einer Hecke, oder lose Steine ohne Mörtel übereinander geschichtet.",
+ "Man verklebt Spalten. mit Lehm oder dgl., damit es nicht hereinregne. — שוף, syr. ܫܰܦ, reiben, schmieren.",
+ "und verstreicht sie. ומעגילין (von עגל = runden), eigentlich: walzen oder rollen, hat hier als Denominativ von מעגלה die erweiterte Bedeutung: glattstreichen Vielleicht ist auch das biblische מעגל als glattgetretener Pfad zu erklären, wenn man nicht vorzieht, es als eine dem Wagenverkehr (עגלות) dienende Strasse aufzufassen.",
+ "jedoch nicht mit der Kelle. מחלציים übersetzt ‘Aruch mit cazzuola (Maurerkelle). Der Dual deutet aber darauf hin, dass es sich um ein aus zwei Bestandteilen zusammengesetztes Gerät handelt. Der Stamm חלץ wieder lässt vermuten, dass es dazu bestimmt war, die Steine aus der Mauer herauszuziehen (3. B. M. 14, 40 u. 43). Vielleicht ist wirklich an ein Instrument zu denken, dass dem Maurer teils als Kelle beim Bauen, teils als Hebel beim Einreissen diente.",
+ "Türband. in dessen Öffnung die Angel sich dreht.",
+ "Schloss oder Schlüssel zerbrochen. sodass die Wohnung vor Dieben nicht sicher ist.",
+ "nur darf man seine Arbeit nicht auf das Fest ansetzen. Man darf sie nicht geflissentlich auf die Festwoche verschieben, in der man mehr Muße hat.",
+ "darf man einlegen. Fische, Gemüse und was man sonst in Essig, Salzwasser oder Öl einzulegen pflegt, darf man am Feste nur dann einlegen, wenn es vor dessen Ablauf voraussichtlich schon geniessbar sein wird."
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+ "Wer seine Ölbeeren umgerührt hatte. Vor dem Feste. — Die Ölbeeren werden, ehe man sie in der Stampfmühle zerdrückt, in einem Behälter (מעטן) einer leichten Gährung überlassen, und mehrmals umgewendet, bis alle gehörig erweicht sind. Kommen sie dann nicht bald unter den Quetschbalken, werden sie schimmelig und verfaulen.",
+ "dann aber von einem Trauer- oder sonst einem Unfall betroffen. Das in der Mischna statt des klassischen קרה so häufig gebrauchte ארע ist aramäisches Lehnwort.",
+ "oder von den Arbeitern irregeführt ward. Sie sollten die Arbeit vor dem Feste verrichten, haben ihn aber im Stiche gelassen.",
+ "legt den ersten Balken auf. d. h. er quetscht sie am Feste nur einmal, um sich zunächst das zuerst ausfliessende, feinste und wertvollste Öl, das sogenannte Jungfernöl zu sichern. Erst nach dem Feste dürfen die Oliven in die Presse getan werden, in der durch starken Druck das in den Beeren noch enthaltene minderwertige Öl gewonnen wird.",
+ "und lässt ihn bis nach dem Feste liegen. Selbst das Jungfernöl darf er am Feste nicht herausschöpfen, um es in Krüge zu füllen.",
+ "Er giesst vollends aus und verspundet in seiner gewöhnlichen Weise. Er füllt das Öl bis auf den letzten Tropfen in Krüge und verstopft diese mit einem aus Lehm hergestellten Pfropfen (מגופה), alles dies am Feste genau so wie an gewöhnlichen Werktagen. — זולף (= דולף eigentlich: tropfen, träufeln) wird hier im Sinne eines langsamen Ausgiessens angewendet. גף (verschliessen) kommt in der heiligen Schrift nur einmal vor (N’ḥemja 7,8) und zwar im Hif‘il."
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+ "der seinen Wein schon in der Grube hatte. vor Eintritt des Festes. — בור (Grube) heisst der Behälter, in den der Wein aus der Kelter fliesst.",
+ "dann aber von einem Trauer- oder sonst einem Unfall betroffen oder von den Arbeitern irregeführt ward. Sie sollten die Arbeit vor dem Feste verrichten, haben ihn aber im Stiche gelassen.",
+ "in seiner gewöhnlichen Weise vollends aussgiessen und verspunden. den ganzen Wein in Krüge füllen und diese in der üblichen Weise verschliessen, damit er in der offenen Grube nicht sauer werde.",
+ "Man macht ihm ein Brettergefüge. Er bedeckt die Grube mit einem Schutzdach. לימודים sind zusammengefügte Bretter, entsprechend dem syr. ܥܡܰܕ، (verbinden, zusammenfügen), wie ja auch bei נסרים (gesägte Bretter) der Begriff des Brettes zu dem des Sägens (נסר) hinzugedacht wird. — In Kelim V 9 hat למודים aktive Bedeutung: zusammenfügende Klammern. Vielleicht ist dort lemudim zu lesen; vgl. חשוקים und חישוקים. Zusatz: Mit למד in der Bedeutung Zusammenfügen, Verbinden hängt auch לבוד zusammen (s. S. 337 Anm. 54). — Zu לימודים und נסרים vgl. כרותות (1. Kön. 6,36) = קורות כרותות."
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+ "Man darf seine Früchte wegen der Diebe einführen. vom Felde in den Speicher.",
+ "aus dem Wasserbade ziehen. Flachs wird, ehe er gehechelt wird, im Wasser erweicht, damit er geschmeidiger wird. Liegt er zu lange im Wasser, verdirbt er. — שלח, syr. ܫܠܳܐ nahe verwandt mit hebr. שלל (Rut 2,16) = herausziehen, besondere aus Flüssigkeiten.",
+ "nur darf man seine Arbeit nicht auf das Fest ansetzen. Man darf sie nicht auf die Festwoche verschieben, wenn sie vorher erledigt werden können"
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+ [
+ "der sonst nicht zu essen hätte. der zum Verkauf genötigt ist, um für den Erlös Lebensmittel zu erwerben.",
+ "Man räume nicht von einem Haus ins andere. über die Strasse hinweg.",
+ "darf aber in seinen Hof räumen. d. h in eine im selben Hofe liegende Wohnung.",
+ "Man hole keine Geräte. Unter כלים versteht man auch Kleidungstücke.",
+ "aus dem Hause des Handwerkers. um nicht dem Verdachte Nahrung zu geben, dass sie am Feste fertiggestellt wurden.",
+ "wenn man für sie fürchtet. dass sie dort abhanden kommen könnten. — חשש syr. ܚܰܫ = besorgt sein, fürchten, verwandt mit arab. حس — empfinden."
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+ "Man darf die Feigenkuchen. קציעות sind Feigen, die im Mörser zerstampft und zu einem runden Kuchen geformt werden.",
+ "mit Stroh zudecken. Damit sie nicht schmutzig werden.",
+ "Auch verdichten. מעבין (Pi‘el von עבח = dick sein) bedeutet hier nach der einen Erklärung im bab. Talmud: dicht (in Stroh) einhüllen, nach der andern: in dicken Schichten übereinander legen, aufhäufen. Nach dieser zweiten Auffassung wäre nicht auch das Verdichten, sondern nur dieses gestattet, das Bedecken mit Stroh aber verboten. Das Wörtchen אף wäre demnach zu streichen (s. Jeruschalmi).",
+ "Kleidung und Geräten verkaufen unauffällig. בצנעה = still oder bescheiden, wörtlich: in Verborgenheit, Zurückgezogenheit. Nach dem Talmud verkaufen sie in halbgeschlossenen Läden.",
+ "Griessmüller. דשושות sind Müller, die aus Weizenkörnern Griess herstellen. Eine grössere Zahl von Quellen hat überall, wo das Wort vorkommt רשושות mit ר am Anfange. Obgleich diese Lesart durch ‘Aruch bezeugt ist, dürfte דשושות mit ד doch richtiger sein, da auch die Araber eine aus Weizengriess bereitete Speise Daschîsch nennen (دشيش ist bei ihnen vermutlich ein Lehnwort). דשש wäre dann eine Nebenform von דוש (dreschen, zerstossen).",
+ "und Gräupler. גרוסות (von גרש, arab. جريش aram. גריסא, ܓܪ̈ܺܝܣܶܐ = Graupe) sind Verfertiger von Bohnengraupen. — Zur Form von דשושות und גרוסות vgl. ‘Erubin IV Anm. 65 über משוחות (Feldmesser). Ähnliche Formen sind דרוכות (Kelterer, Terumot III 4) חכורות (Pächter), לקוחות (Käufer).",
+ "Sie haben sich selbst eine Erschwerung auferlegt. ihr Handwerk in der Festwoche nicht auszuüben."
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+ "Die folgenden Personen dürfen am Feste sich scheren. Haarschneiden und Kleiderwaschen ist am Feste verboten, damit man diese Geschäfte vor dessen Eintritt erledige und nicht den ersten Feiertag mit ungepflegtem Haupthaar und unsauberer Wäsche begrüsse (s. Einleitung). Die im folgenden genannten Personen bilden nun eine Ausnahme, weil sie für die bisherige Unterlassung einen Entschuldigungsgrund haben.",
+ "Wer aus einer überseeischen Gegend oder aus der Gefangenschaft heimkehrt. und unterwegs keine Gelegenheit hatte, sich die Haare schneiden zu lassen und seine Kleider zu waschen.",
+ "wer den Kerker verlässt. und zwar in der Lage, jedoch nicht in der Stimmung war, sich um seine Toilette zu kümmern.",
+ "ein Bannbeladener. Wer mit dem Banne belegt ist, darf gleich einem Trauernden weder sein Haar schneiden noch seine Kleider waschen lassen.",
+ "den die Rabbinen befreit haben. sofern sie den Bann erst in der Festwoche aufgehoben haben.",
+ "desgleichen wer sich bei einem Gelehrten losbittet und befreit wird. wer ein Gelübde getan hatte, eine Zeit lang sich nicht scheren, beziehungsweise seine Kleider nicht waschen zu lassen und am Feste einen Gelehrten um die Lösung des Gelübdes bittet, die dieser auch bewirkt. — נשאל (sich losbitten; vgl. 1. Sam. 20, 6 u. 28, Neḥ. 13,6) ist in der Sprache der Rabbinen stehender Ausdruck für die an einen Gelehrten gerichtete Bitte um Entbindung von einem Gelübde.",
+ "der Nazîr. dessen Nazirat am Feste zu Ende geht. Solange es besteht, darf er sein Haupthaar nicht abscheren (4. B. M. 6,5).",
+ "und der Aussätzige beim Übergang von seiner Unreinheit zu seiner Reinheit. Wenn der Aussätzige von seiner Krankheit geheilt ist, unterzieht er sich einer siebentägigen Reinigung, an deren erstem und letztem Tage er sein ganzes Haar abschert (3. B. M. 14, 8—9). Fällt nun einer dieser Tage in die Festwoche, so braucht er die Reinigung darum nicht zu verschieben. — Das Wort העולה fehlt in beiden Talmuden. Maimuni liest, wie aus seinem Mischnakommentar und auch aus seinem Mischne Tora (Hil. Jom Tob VII 19) ersichtlich, והעולה (der Aussätzige und der von seiner Unreinheit zu seiner Reinheit Aufsteigende) und gestattet demgemäss das Haarschneiden in der Festwoche jedem Unreinen am Tage, da er seine Reinheit wiedererlangt, nicht bloß dem Aussätzigen, dem es vorgeschrieben ist."
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+ "Und für die folgenden darf man am Feste waschen. Haarschneiden und Kleiderwaschen ist am Feste verboten, damit man diese Geschäfte vor dessen Eintritt erledige und nicht den ersten Feiertag mit ungepflegtem Haupthaar und unsauberer Wäsche begrüsse (s. Einleitung). Die im folgenden genannten Personen bilden nun eine Ausnahme, weil sie für die bisherige Unterlassung einen Entschuldigungsgrund haben.",
+ "der aus einer überseeischen Gegend oder aus der Gefangenschaft heimkehrt. und unterwegs keine Gelegenheit hatte, sich die Haare schneiden zu lassen und seine Kleider zu waschen.",
+ "oder den Kerker verlässt. und zwar in der Lage, jedoch nicht in der Stimmung war, sich um seine Toilette zu kümmern.",
+ "für den Bannbeladenen. Wer mit dem Banne belegt ist, darf gleich einem Trauernden weder sein Haar schneiden noch seine Kleider waschen lassen.",
+ "den die Rabbinen befreit haben. sofern sie den Bann erst in der Festwoche aufgehoben haben.",
+ "der sich bei einem Gelehrten losbittet und befreit wird. wer ein Gelübde getan hatte, eine Zeit lang sich nicht scheren, beziehungsweise seine Kleider nicht waschen zu lassen und am Feste einen Gelehrten um die Lösung des Gelübdes bittet, die dieser auch bewirkt. — נשאל (sich losbitten; vgl. 1. Sam. 20, 6 u. 28, Neḥ. 13,6) ist in der Sprache der Rabbinen stehender Ausdruck für die an einen Gelehrten gerichtete Bitte um Entbindung von einem Gelübde.",
+ "Barbiertücher und Badetücher. weil sie sehr oft gewaschen werden müssen. — Die Mischna beginnt mit ואלו מכבסין במועד und nennt, im selben Satze sowohl die Personen, denen zu waschen erlaubt ist, als auch die Gegenstände, die zu waschen gestattet ist. Dieses Anakoluth wird im hebr. Text nicht störend empfunden, weil אלו מכבסין ebenso gut „diese dürfen waschen“ als „dieses darf man waschen“ bedeuten kann. — Barbiertücher (ספר = scheren ist aramäisches Lehnwort, syr.: ܣܦܰܪ) sind die Mäntel, die man beim Haarschneiden umlegt, damit die Kleider sauber bleiben. Sie dürfen wegen der Personen gewaschen werden, denen das Haarschneiden am Feste nach voriger Mischna erlaubt ist. ספוג ist aus dem Griechischen (σπόγγος) herübergenommen und bezeichnet den Schwamm; daher ספג zunächst = aufsaugen, dann auch = abwischen, abtrocknen.",
+ "Für Samenflüssige. 3. B. M. 15, 1—15.",
+ "Blutflüssige. das. 25—30.",
+ "Menstruierende. das. 19—24.",
+ "Wöchnerinnen. das. 12, 1—8.",
+ "ist es gestattet. weil die Kleider all dieser Unreinen, wenn sie auch vor dem Feste gewaschen wurden, durch ihre Berührung unrein geworden sind.",
+ "für jeden andern ist es verboten. aus dem in Anm. 1 angegebenen Grunde."
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+ "Das Folgende darf man am Feste schreiben. Eine Ehe kann durch eine die Trauungsformel enthaltende Urkunde, die der Mann einem Weibe übergibt, rechtskräftig geschlossen werden.",
+ "Trauungsurkunden. Eine Ehe kann durch eine die Trauungsformel enthaltende Urkunde, die der Mann einem Weibe übergibt, rechtskräftig geschlossen werden.",
+ "und Scheidebriefe. גטין (ein Wort dunkler Herkunft, wahrscheinlich das lateinische Akten) ist meist die rabbinische Bezeichnung für den biblischen ספר כריתות (5. B. M. 24,3). Zusatz: גט ist das assyrische Gittu = Urkunde.",
+ "Quittungen. שוברים wird im Jeruschalmi durch das griechische אומולוגין erklärt. Die Homologie (ὁμολογία) ist das Anerkenntnis, dass eine Schuld bezahlt, eine Forderung befriedigt ist. Der Name שובר erklärt sich daraus, dass durch die Empfangsbescheinigung die Rechtskraft des Schuldscheins gebrochen wird.",
+ "und Vermächtnisse. דייתיקי ist das gr. διαϑήϰη.",
+ "Schenkungen und Verjährungsunterbrechungen. פרוזבול ist eine von Hillel getroffene Vorkehrung, durch welche der im siebenten Jahre (dem sogenannten Erlass- oder Schabbatjahre) eintretenden Verjährung aller Schuldforderungen (5. B. M. 15, 1—2) vorgebeugt werden kann. Sie besteht in einer dem Gericht zu übergebenden schriftlichen Erklärung, in der sich der Gläubiger vorbehält, seine Rechte und Ansprüche jederzeit geltend zu machen (Sch’bî‘it X 3 — 6). Das Wort פרוזבול (auch פרוסבול geschrieben), das zweifellos griechischen Ursprungs ist, hat verschiedene Ableitungen gefunden. Am nächsten liegt wohl προςβολή in seiner doppelten Bedeutung als Hinzufügung und Ansturm. Der פרוזבול ist beides. Er kann zunächst als Zusatz oder Nachschrift zum Schuldschein aufgefasst werden, dessen Gültigkeitsdauer er verlängert. Zwar erstreckt sich seine Wirkung auch auf mündliche Darlehen; er ist aber doch in erster Reihe zum Schutze der Schuldscheine eingeführt worden, bei denen es sich in der Regel um grössere Beträge handelt. Andererseits bildet er einen Eingriff in die Verjährung, der er entgegentritt (προσβάλλει), und begründet zugleich einen Zugriff gegenüber den Grundstücken des Schuldners, auf die er ausgestellt ist. Wahrscheinlicher aber ist die Gleichsetzung mit πρόβολος, was Schutzwaffe und Bollwerk, überhaupt jedes Verteidigungs- und Abwehrmittel bedeutet. R. Ḥisda kennt die Bezeichnung פרוסבולי ובוטי (Giṭṭin 36b unten), die als Verstümmelung von פרוסבולי פרוסבוטי (πρὸς βουλῆ πϱεσβύτων = vor dem Rate der Aeltesten gedeutet worden ist. Allein, gerade an der einzigen Stelle, an der פרוסבוטי neben פרוסבולי vorkommt (M’gilla 15a unten), will diese Erklärung durchaus nicht stimmen. Dort wird die Äusserung Hamans (Ester 5,13), all sein Reichtum und sein Ansehen gewähre ihm keine Befriedigung, solange er Mordechaj im Hofe des Königs sitzen sehe, durch einen Ausspruch desselben R. Ḥisda beleuchtet, der einmal in einem andern Zusammenhang gesagt hat: זה בא בפרוסבולי וזה בא בפרוסבוטי . Die Worte כדרב חסדא דאמר רב חסדא zeigen, dass er diesen Ausspruch nicht in Bezug auf Mordechaj und Haman getan hat. Es scheint vielmehr eine allgemeine Redewendung zu sein, etwa in dem Sinne: Druck erzeugt Gegendruck. Kommt der eine mit Angriff (προσβολή), so kommt der andere mit Hilfsmannschaft (προςβοήϑεια oder πϱοσβώϑεια), wie ja auch die Missachtung, die Mordechaj gegen Haman zur Schau trug, dessen Freunde und Ratgeber zur Abwehr durch Errichtung des Galgens herausforderte. Demnach wäre פרוסבולי ובוטי in Giṭṭin πϱοβολή und βοήϑεια, Vorbeugung und Beistand, Schutz des Gläubigers gegen den Schuldenerlass und Hilfe für den Bedürftigen, der sich sonst vergebens um ein Darlehen bemühen würde (תקנה לעשירים ותקנה לעניים).",
+ "Schätzungsbriefe. Vollstreckungsbefehle gegen die durch gerichtliche Sachverständige abgeschätzten Güter eines säumigen Schuldners.",
+ "und Verpflegungsbriefe. Vertragliche Verpflichtungen zum Unterhalt der Stiefkinder.",
+ "Bescheinigungen über die Befreiung von der Schwagerehe. 5. B. M. 25, 7—10. Die gerichtliche Bescheinigung lautet nach Jeruschalmi z. St. (s. auch Bab. J’bamot 39 b): דקרבת קודמינא ושרת סיניה מעילוי רגליה דימינא ורקת קודמינא רוקא דמתחזי על ארעא ואמרת כנח יעשה לאיש אשר לא יבנה את בית אחיו . Sie erschien vor uns, löste seinen Schuh von seinem rechten Fusse, spie vor unseren Augen sichtbaren Speichel auf die Erde und sprach: So geschieht dem Manne, der das Haus seines Bruders nicht aufbauen mag). — שטרי ist wahrscheinlich Schetarê (nicht Schitrê) zu sprechen. So auch כתבי = Ketabê und שיירי = Schejarê. Vgl. עבדיהם (‘Abadêhem) in Ḳohelet 9,1.",
+ "und über Ablehnungen. Eine Minderjährige, die von ihrer Mutter oder ihren Brüdern verheiratet wurde, kann vor erlangter Grossjährigkeit ihre Ehe für nichtig erklären. Die ihr vom Gericht zu bescheinigende Erklärung hat nach Jeruschalmi z. St. (s. auch Bab. J’bamot 107 b) den folgenden Wortlaut: לא רעינא ליה לא שוינא ליה לא צבינא לאתנסבא ליה (Ich mag ihn nicht, ich bin ihm nicht angemessen, ich will ihm nicht angehören).",
+ "Schiedsverträge. שטרי בירורין sind schriftliche Vereinbarungen, in denen sich die Parteien in einem Rechtsstreite verpflichten, dem Urteil eines von ihnen gewählten (ברר = wählen) Schiedsgerichtes sich zu unterwerfen, im Jeruschalmi z. St. vortrefflich mit קומפרומיסין wiedergegeben und durch זה בורר לו אחד וזה בורר לו אחד erklärt (s. Sanhedrin V 1). Kompromisse sind in der Rechtssprache Schiedsverträge.",
+ "gerichtliche Entscheidungen und Briefe des Beliebens. רשות hat in der rabbinischen Literatur drei Bedeutungen, die sich aus dem Begriff der Machtbefugnis als der Grundbedeutung ableiten lassen: Gebiet, Obrigkeit, Erlaubnis. In letztem Sinne steht רשות nicht im Gegensatz zum Verbot (אסור), sondern zur sittlichen Forderung (מצוה) oder zur Pflicht (vgl. z. B. P’saḥim VI 2, Soṭa VIII g. E.) und bezeichnet das, was dem eigenen Belieben oder dem freien Ermessen anheimgegeben ist. So erklärt Jeruschalmi hier אגרות של רשות als Freundschaftsbriefe. Eine spätere Auffassung sieht in ihnen obrigkeitliche Erlasse."
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+ "Man schreibt keine Schuldscheine am Feste. weil sie nicht so dringend sind wie die in der vorigen Mischna angeführten Schriftstücke.",
+ "wenn er ihm nicht traut. der Verleiher dem Borger.",
+ "oder wenn man nicht zu essen hat. wenn der Schreiber zur Fristung seines Lebens auf den Verdienst aus der Anfertigung des Schuldscheins angewiesen ist.",
+ "Man schreibt keine Bücher. nicht einmal Torarollen.",
+ "T’fillin oder Pfostenschriften. s. מגלה I, Anm. 40—41 und IV, Anm. 47.",
+ "am Feste und verbessert. מגיהין (von נגה) heisst eigentlich erleuchten. Eine durch Schreibfehler verdunkelte Stelle wird durch die Berichtigung erhellt.",
+ "nicht einmal im Buche der Tempelhalle. aus dem der Hohepriester am Versöhnungstage vorlas (Joma VII 1). Andere Lesart: בספר עזרא, in der von ‘Ezra geschriebenen Torarolle, die allen späteren Abschriften als Muster diente. Wenn die Lesart richtig ist, kann sich die Verbesserung nicht auf Irrtümer, sondern nur auf die Erneuerung verblasster Buchstaben beziehen.",
+ "Man darf T’fillin und Pfostenschriften für den eigenen Bedarf schreiben. auch wenn man sie erst nach dem Feste benutzen will; für einen andern darf man sie nur dann anfertigen, wenn er sie am Feste selbst braucht (Jeruschalmi, der so die Ansicht vertritt, dass man an חול המועד T’fillin anlegt).",
+ "und auf seiner Hüfte. ohne Spindel, um mit Rücksicht auf das Fest von dem gewöhnlichen, werktäglichen Verfahren abzuweichen.",
+ "die purpurblaue Schnur für seine Quaste. 4. B. M. 15, 38."
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+ "Wenn jemand seinen Toten drei Tage vor einem Freudenfest. רגל ist die übliche Bezeichnung für jedes der drei Freudenfeste (פסח שבועות סכות); s. oben Kap. I Anm. 35.",
+ "ist für ihn die Satzung über die sieben Tage aufgehoben. d. h. er braucht die strengen Trauervorschriften, die für die ersten sieben Tage gelten, nicht mehr zu beobachten, sondern nur noch die milderen, die für den ganzen Trauermonat angeordnet sind. Waren aber beim Eintritt des Feiertages weniger als drei Tage seit der Bestattung verflossen, ruhen zwar die Bestimmungen über die siebentägige Trauer während des Festes, treten aber nach dessen Ablauf wieder in Kraft.",
+ "sind es acht. so dass er die strengeren Trauervorschriften vollständig, die milderen auch schon einen Tag lang erfüllt hat.",
+ "ist für ihn die Satzung über die dreissig Tage ausser Kraft. Die Trauerzeit ist also mit dem Eintritt des Festes für ihn vorüber, sofern er nicht den Tod des Vaters oder der Mutter beklagt, nach denen die Trauer volle zwölf Monate dauert.",
+ "Denn sie. Die Gesetzeslehrer.",
+ "Der Schabbat zählt mit. Obwohl am Schabbat die Trauervorschriften ruhen, wird er doch in der Zahl der sieben und der dreissig Tage mitgerechnet. — עולה ist in dieser Bedeutung vermutlich aus (המכין) עולה מן החשבון (in die Zahl aufgenommen werden; vgl. עלה במספר 1 Chr. 27, 24) verkürzt wie יצא aus יצא ידי חובתו.",
+ "bricht aber nicht ab. Er hebt die Trauer nicht auf; ihre Bestimmungen treten vielmehr nach Ausgang des Schabbat wieder in Kraft.",
+ "die Freudenfeste brechen ab. Die Trauervorschriften sind, wenn sie drei bez. acht Tage vor dem Freudenfeste innegehalten wurden, nicht allein am Feste, sondern auch später nicht mehr zu beobachten.",
+ "zählen aber nicht mit. Ist der Tote einen oder zwei Tage vor dem Feste beerdigt worden, so sind die strengeren Trauerbestimmungen noch sechs bez. fünf Tage nach Ablauf des Festes zu beobachten; dagegen gelten die milderen Trauerbestimmungen nicht etwa noch fernere 23 Tage, denn in der Zahl der dreissig Tage werden die Festtage wohl mitgerechnet."
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+ "ist das Wochenfest. עצרת ist in der Mischna der Name des Wochenfestes, wahrscheinlich weil es als Offenbarungsfest die Schlussfeier des Erlösungsfestes (חג המצות) bildet, eine Auffassung, in der man durch die in der Tora vorgeschriebene Zählung der zwischen ihnen liegenden 49 Tage bestärkt wurde.",
+ "dem Schabbat gleich. Da das Wochenfest gleich dem Schabbat nur einen Tag dauert, hebt es die Trauerzeit nicht auf, zählt jedoch mit. Als aber der Tempel noch stand, konnte man der Verpflichtung, an den drei Freudenfesten im Heiligtume mit „Besuchsopfern“ zu erscheinen (5. B. M. 16, 16—17), noch sechs Tage nach dem Wochenfeste genügen, weshalb es damals als ein siebentägiges angesehen werden konnte.",
+ "Der Neujahrs- und der Versöhnungstag sind den Freudenfesten gleich. gleich diesen verkürzen sie die Trauerzeit, indem sie sie völlig abbrechen.",
+ "vielmehr ist das Wochenfest gleich den Freudenfesten. auch nach der Zerstörung des Tempels.",
+ "der Neujahrs- und der Versöhnungstag wie der Schabbat. weil sie keine Freudenfeste sind."
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+ "die Entblössung und die Labung. Es war Sitte, dass die Freunde des Verstorbenen, die der Bahre folgten, gleich den Trauernden einen Riss in ihre Kleider machten, die Schulter entblössten und an der Labung (סעודת הבראה; vgl. 2. Sam. 3, 35) teilnahmen, die den Leidtragenden als erste Mahlzeit nach der Beerdigung von fremder Hand gespendet wurde.",
+ "beschränkt man. am Feste.",
+ "auf die Angehörigen. Eltern, Geschwister, Ehegatte, Kinder.",
+ "Auch erfolgt die Labung nur auf aufrechten Ruhebetten. Auch die Angehörigen nehmen die Labung nicht wie sonst auf umgestürzten, sondern auf den ordnungsmässig hergerichteten Ruhebetten.",
+ "sondern in Körben. Die Erfrischungen, die man den Leidtragenden während der Trauerwoche ins Haus bringt, trägt man niemals, am Feste sowenig wie an gewöhnlichen Tagen, in prunkenden Gefässen, um die Armen nicht zu beschämen, die kostbares Geschirr nicht besitzen, sich aber von der Erfüllung dieser Liebespflicht nicht ausschliessen möchten. — טבלא = tabula oder tabella; אסקוטלא = scutella: קנון = ϰανοῦν.",
+ "Man spricht nicht den Trauersegen. eine mit ברוך מנחם אבלים schliessende Benediktion, die auf dem freien Platze, auf welchem man den Leidtragenden die erste Labung reichte, im Gegenwart der Trauerversammlung gesprochen wurde. Das in K’tubbot 8b angeführte Beispiel lautet: Brüder, die ihr durch diese Trauer niedergebeugt seid, bedenket wohl, dass es ein ewiges Naturgesetz ist vom Urbeginn der Schöpfung her. Viele haben schon aus diesem Schmerzenskelch getrunken, viele werden noch trinken; wie unsere Väter es überwunden haben, werden unsere Enkel es verwinden müssen. Der Herr des Trostes tröste euch, meine Brüder. Gelobt seist Du, der Du die Trauernden tröstest.",
+ "aber man stellt sich in einer Reihe auf. wie es auch sonst nach der Bestattung des Toten üblich ist."
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+ "um keine Totenklage herbeizuführen. Sonst wurde die Bahre auf dem Wege zum Friedhofe mehrmals auf die Strasse gesetzt, um den Trägern Gelegenheit zu geben, einander abzulösen, und den Klagefrauen, ihren Gesang anzustimmen.",
+ "bei Frauen auch sonst nicht. auch an Werktagen nicht.",
+ "aus Gründen der Ehrerbietung. Die Bahre wurde von Männern auf der Schulter getragen. Wurde sie niedergesetzt, konnten sie das Gesicht des Toten mit Muße betrachten, was man bei weiblichen Leichen vermeiden wollte.",
+ "Die Frauen. die zum Klagesang bestellt sind.",
+ "sich aber nicht an die Brust schlagen. מענות, Pi‘el von ענה (arab. غنى = singen), wird besonders vom Vortrag der Klagelieder gebraucht (vgl. Ps. 88, 1); מטפחות ist Denominativ von טפח (Handfläche) und heisst in Jom Ṭob V 2: die Hände (im Takte oder beim Tanze) zusammenschlagen, hier dagegen: mit der Hand (im Seelenschmerz) an die Brust schlagen (ϰόπτεσϑαι, plangere).",
+ "Rabbi Ismael. Andere Lesart: Rabbi Simon.",
+ "die der Bahre zunächst stehenden. סמיך, eigentlich = gestützt, angelehnt, hat in der Mischna auch die naheliegende Bedeutung von benachbart."
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+ "aber hier wie dort keinen Wechselgesang anstimmen. In unseren Mischnaausgaben und ebenso im Jeruschalmi liest man hier: בראשי חדשים בחנכה ובפורים מענות ומטפחות בזה ובזה אבל לא מקוננות . Wenn diese Lesart richtig wäre, könnte בזה ובזה nur mit Bezug auf den letzten Satz der vorigen Mischna den Sinn haben: Hier (in der Nähe der Bahre) wie dort (fern von ihr) ist beides gestattet. Das entspricht aber nicht dem Wortlaut. Es unterliegt kaum einem Zweifel, dass אבל ein alter Schreibfehler ist. Das Wort fehlt in der Tat im bab. Talmud wie auch bei Alfasi und R. Ascher. בזה ובזה gehört nun zu לא מקוננות und bedeutet: Hier (an Neumonden, Ḥanukka und Purim) wie dort (an den im vorangehenden Satze behandelten Festtagen) sind Wechselgesänge nicht erlaubt. Wir haben hier wieder einmal eine schülerhafte Einteilung. Mischna 9 sollte nicht mit בראשי חדשים beginnen, sondern wie im bab. Talmud mit נשים במועד מענות.",
+ "So heisst es. Jirmeja 9, 19.",
+ "Und lehret eure Töchter ein Klagelied und eine Frau die andere den Wechselgesang. Die Hindeutung auf einen Wechselgesang wird in den Worten אשה רעותה erblickt: die eine Frau belehrt die andere, wie sie einzufallen hat.",
+ "denn der Ewige hat es verheissen. Jesaja 25, 8. Der Vers ist angefügt, um den Traktat (nach Tosafot die ganze Ordnung; s. Einl. Abs. 3) mit einem Worte froher Verheissung zu schliessen."
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+ "title": "German Commentary on Mishnah Rosh Hashanah",
+ "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH002378149/NLI",
+ "versionTitle": "Mischnajot mit deutscher Übersetzung und Erklärung. Berlin 1887-1933 [de]",
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+ "license": "Public Domain",
+ "versionNotes": "Ordnung Seraïm, übers. und erklärt von Ascher Samter. 1887.
Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "heTitle": "פירוש גרמני על משנה ראש השנה",
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+ "Mishnah",
+ "Modern Commentary on Mishnah",
+ "German Commentary",
+ "Seder Moed"
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+ "text": {
+ "Introduction": [
+ "\nEinleitung.\nMit dem Namen Rosch Haschana (Jahresanfang) bezeichnet die Mischna das Fest, das in der Tora שבתון זכרון תרועה (3. B. M. 23, 24) und יום תרועה (4. B. M. 29, 1) genannt wird. Was diesem Feiertage das besondere Gepräge gibt, sind also die Töne des Schofar, die wir an ihm zu vernehmen und auf uns wirken zu lassen verpflichtet sind. Mit ihnen stehen drei Einschaltungen in Zusammenhang, die das Musafgebet dieses Tages vor dem der anderen Feste auszeichnen: Malchujjot, Zichronot, Schofarot. Es sind drei stimmungsvolle, herzerhebende Betrachtungen über die dreifache Bedeutung des Tages als Jahresanfang, als Gerichtstag und als Schofarfest. Sie bilden den Rahmen für je zehn Bibelverse, von denen vier dem Pentateuch, drei den Hagiographen, drei den Propheten entnommen sind. In den Huldigungsversen (מלכויות) wird Gott im Hinblick auf die Schöpfung, mit der unser Fest als Jahresanfang in Verbindung gebracht wird, als Weltenkönig gefeiert; in den Erinnerungsversen (זכרונות) wird er als der liebevolle Weltenrichter dargestellt, der seiner Geschöpfe in Gnade und Barmherzigkeit gedenket; in den Schofarversen (שופרות) wird auf die erschütternde und erweckende Kraft der Schofartöne hingewiesen, wie sie insbesondere bei der Offenbarung am Sinai in die Erscheinung trat und dereinst wieder bei der Rückkehr Israels in seine Heimat sich bewähren wird.\nDie Vorschriften über den Schofar und die drei Einschaltungen bilden den wesentlichen Inhalt der letzten zwei Kapitel unseres Traktats. Die beiden ersten behandeln das Kalenderwesen. Zur Zeit der Mischna gab es den festen Kalender noch nicht, nach dem wir uns heute richten; vielmehr wurde damals und auch später noch der Monatsanfang von Fall zu Fall durch ein autoritatives Kollegium gelehrter Fachmänner auf Grund von Zeugenaussagen über das Erscheinen des neuen Mondes in öffentlicher Gerichtsverhandlung festgesetzt. Erschienen die Zeugen an dem Tage, an dessen Vorabend der neue Mond nach astronomischer Berechnung zum ersten Male sichtbar wurde, so wurden sie vom Gerichtshofe vernommen, zwei von ihnen sogar einem eingehenden Verhör unterzogen, und wenn ihre Aussagen sowohl unter einander als mit den Tatsachen am Himmel übereinstimmten, ward dieser Tag in feierlicher Weise als Monatsanfang proklamiert. War der Himmel an diesem Abend bedeckt, so wurde der nächstfolgende Tag als erster des Monats festgesetzt, gleichviel ob Zeugen an ihm erschienen oder nicht. Daher konnten sich Zeugen, die weiter als eine Tagesreise vom Sitz des Gerichtshofes entfernt waren, den Weg dahin ersparen, zumal man sich nur ungern entschloss, den einmal verkündeten Monatsanfang nachträglich auf Grund späterer Vernehmungen zu berichtigen; innerhalb dieses Umkreises aber durften Personen, die am Freitag abend das erste Erscheinen des Mondes beobachtet hatten, selbst die Sabbatgesetze, soweit als nötig, übertreten, um rechtzeitig vor dem Kollegium eintreffen zu können. War der Monatsanfang festgesetzt, so wurde er durch optische Signale Feuerzeichen), später, durch Boten, die jedoch nur in den Festmonaten sowie im Ab und im Elul ausgesandt wurden, den Gemeinden mitgeteilt. Die Monate waren, wie aus dem Vorhergehenden ersichtlich, nicht von gleicher Länge; sie zählten bald 29, bald 30 Tage. Da die durchschnittliche Dauer des synodischen Monats rund 29½ Tage beträgt, so löste meist ein „voller“ Monat (מלא oder מעובר) mit 30 Tagen einen „mangelhaften“ (חסר) mit 29 Tagen ab; doch konnten, zumal wenn der Himmel um die Zeit des Neumondes öfter bedeckt war, auch mehrere volle Monate und später wieder mehrere mangelhafte unmittelbar hinter einander folgen. Indessen vermied man es, einem Jahre weniger als vier oder mehr als acht volle Monate zu geben (‘Arachin II 2). Immerhin schwankte auf diese Art die Zahl der Tage eines Jahres zwischen 352 und 356. Aber auch in Bezug auf die Zahl der Monate waren die Jahre nicht einander gleich. Denn die Feste waren an bestimmte Jahreszeiten gebunden, insbesondere die Pesachfeier an den Frühlingsmonat (5. B. M. 16, 1), das sogenannte Mondjahr aber ist um mindestens 10 Tage kleiner als das Sonnenjahr. Man schaltete daher von Zeit zu Zeit zwischen Adar und Nisan einen dreizehnten Monat ein. Dies geschah ebenfalls durch eine mit höchster Autorität bekleidete Gerichtshehörde, nicht nach einer bestimmten Richtschnur, sondern nach freiem Ermessen, so oft die Notwendigkeit es erheischte.\nIn dem Kalender dagegen, dessen wir uns jetzt seit etwa 1500 Jahren bedienen, sind sowohl die Monatsanfänge als die Schaltjahre ein für allemal nach festen Normen geregelt, die für jedes beliebige Jahr der Vergangenheit und Zukunft eine Berechnung und Festsetzung ermöglichen. Er beruht auf der Annahme, dass die Länge des tropischen Jahres 365 Tage 5 Stunden 55 Minuten
Sekunden, die des synodischen Monats im Durchschnitt 29 Tage 12 Stunden 44 Minuten 3⅓ Sekunden beträgt, so dass 19 tropische Jahre genau 235 (=12×12+7×13) mittleren Monaten entsprechen. Es müssen daher, wenn je 19 Jahre einen Zyklus bilden, der aus 12 Gemeinjahren (פשוטות) mit je 12 Monaten und 7 Schaltjahren (מעובדות) mit je 13 Monaten besteht, die Feste nach Ablauf eines jeden Zyklus immer wieder auf dieselbe Jahreszeit fallen, und sie können auch innerhalb des Zyklus nicht allzusehr vom Normaljahre abweichen, sofern nur die Schaltjahre möglichst gleichmässig verteilt sind. Als solche sind das 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. festgesetzt. Die mittlere Konjunktion des Mondes (das ist der Augenblick, in welchem er zwischen Sonne und Erde hindurchgehen würde, wenn seine Bewegung eine gleichmässige wäre) bezeichnet man mit dem Worte Molad (מולד=Geburt). Kennt man den Molad irgend eines Monats, so kann man jeden andern leicht berechnen. Ist nämlich der bekannte Molad (also die Epoche) = E, die Zahl der seither verflossenen Monate = n, die mittlere Länge des synodischen Monats = m, so ist, wenn der zu berechnende Molad (M) auf die Epoche folgt, M = E + n m, und wenn er hinter ihr zurückliegt, M = E — n m. Gewöhnlich wählt man das erste Jahr unserer Zeitrechnung als Epoche, in welchem Molad Tischri auf Sonntag 11 Uhr 11 Minuten 20 Sekunden nachts fiel. Man bezeichnet die Wochentage (d) von Sonntag bis Sabbat mit den Ordinalzahlen 1 bis 7, beginnt den Tag um 6 Uhr abends und zählt von da an die Stunden (h) fortlaufend von 0 bis 23. Mithin ist\n
\nIn der Regel soll der Jahresanfang (Rosch haschana) auf den Tag des Molad Tischri festgesetzt werden. Er wird jedoch aus Gründen, deren Erörterung hier zu weit führen würde, auf den folgenden Tag verschoben, wenn die mittlere Konjunktion erst mittags (18h) oder noch später eintritt, wenn sie ferner auf einen Sonntag (1d), Mittwoch (4d) oder Freitag (6d) trifft, und wenn sie endlich nach einem Schaltjahre (שנה מעוברת) an einem Montage (2d) später als 15h 32m 40s stattfindet; er wird sogar um zwei Tage verschoben, wenn der Molad in einem Gemeinjahre (שנה פשוטה) an einem Dienstage (3d) später als 9h 11m 19s oder überhaupt an einem Dienstag (3d), Donnerstag (5d) oder Sabbat (7d) erst mittags (18h) oder gar nachmittags eintritt. Infolge dieser Verschiebungen hat das Gemeinjahr bald 353, bald 354, bald 355, das Schaltjahr bald 383, bald 384, bald 385 Tage. Ein Jahr mit 353 bezw. 383 Tagen heisst ein verkürztes (חסיה) ein solches mit 354 oder 384 Tagen ein ordnungsmässiges (כסדרה), ein Jahr mit 355 bezw. 385 Tagen ein verlängertes (שלמה). Die Namen der Monate sind: Nisan, Ijar, Siwan, Tammuz, Ab, Elul, Tischri, Marḥeschwan, Kislew, Ṭebet, Schebaṭ, Adar. Im Schaltjahre heisst der zwölfte Monat Adar rischon, der dreizehnte aber Adar scheni. In einem ordnungsmässigen Jahre folgt immer auf einen vollen ein mangelhafter Monat in der Weise, dass Nisan 30, Ijar nur 29 Tage zählt u. s. w. mit Ausnahme des Adar rischon im Schaltjahre, der stets 30 Tage hat, während Adar scheni wie Adar im Gemeinjahre ein mangelhafter Monat ist; in einem verkürzten Jahre hat sowohl Marḥeschwan als Kislew nur je 29 Tage, in einem verlängerten sind beide volle Monate. Hat ein Monat 30 Tage, so wird sein letzter Tag neben dem ersten des folgenden Monats als dessen Rosch hachodech mitgefeiert und auch in Urkunden so bezeichnet, z. B. לחדש ניסן שהוא ראש חדש אייר שלשים יום.\nUm nun den Kalender eines gegebenen Jahres zu bestimmen, braucht man nur folgende drei Fragen zu beantworten: 1. Ist es ein Gemein- oder ein Schaltjahr? פשוטה oder מעוברת (abgekürzt: פ oder מ)? 2. Auf welchen Wochentag fällt sein Rosch haschana? Da der erste Neujahrstag, wie oben gesagt wurde, niemals auf einen Sonntag, Mittwoch oder Freitag festgesetzt wird, so kann die Antwort nur aus einem der Buchstaben בגהז bestehen, die den 2., 3., 5. und 7. Wochentag bezeichnen. 3. Ist das Jahr ein verkürztes, ein ordnungsmässiges oder ein verlängertes? כסדרה ,חםרה oder שלמה (abgekürzt: כ ,ח oder ש)? Die drei Buchstaben, die die Antwort auf diese drei Fragen geben, bilden das Kalenderzeichen (קביעות), das den Charakter des Jahres vollständig bestimmt. Man findet die Antwort auf die erste Frage, indem man die Jahreszahl durch 19 dividiert. Ergibt sich als Rest eine der Zahlen 3, 6, 8, 11, 14, 17 oder 0, so ist das Jahr מ, sonst ist es פ. Um die zweite Frage zu beantworten, berechnet man zunächst Molad Tischri des gegebenen Jahres nach der Formel: M = E + n m und bestimmt sodann auf Grund der Verschiebungsgesetze, ob Rosch haschana am Tage der Konjunktion, oder erst am folgenden, bezw. dem zweitnächsten Tage zu feiern ist. Die dritte Frage endlich löst man, indem man in gleicher Weise den Anfang des nächsten Jahres und damit das Ende des gegebenen ermittelt. Je nachdem zwischen seinem ersten und seinem letzten Tage in einem Gemeinjahre 1, 2 oder 3 und in einem Schaltjahre 3, 4 oder 5 Wochentage liegen, ist das zu bestimmende Jahr כ ,ח oder ש.\nWir wollen z. B. den Kalender des Jahres 5674 feststellen. 5674:19 = 298, Rest 12. Demnach ist 5674 das 12. Jahr des 299. Zyklus, also ein Gemeinjahr (פ). In 298 Zyklen sind 298 × 235 = 70 030 Monate, in den 11 verflossenen Jahren des laufenden Zyklus waren 7 Gemein- und 4 Schaltjahre, zusammen also 136 Monate; mithin n = 70030 + 136 = 70166. Folglich ist\n
\nDa wir nur den Wochentag des Molad zu berechnen haben, so können wir 28 Tage (= 4 Wochen) von den 29 bei m ausser Acht lassen und uns mit dem Reste 1d 12h 44m 3⅓s begnügen. Nennen wir diese Zahl r, und setzen wir der Kürze halber 3⅓ s = 1 p, so erhalten wir, wenn wir immer wieder die vollen Wochen ausschalten,\n
\nMit Hilfe dieser Tabelle, die uns die Multiplikation wesentlich erleichtert, führen wir die Rechnung wie folgt aus:\n
\nMolad Tischri 5674 fällt demnach auf Dienstag 3 Uhr 13 Minuten 26⅔ Sekunden nachmittags, so dass der erste Neujahrstag um 2 Tage auf Donnerstag (ה) verschoben werden muss. Addieren wir zu dem eben gefundenen Molad, da 5674 ein Gemeinjahr ist, 12 Monatsreste, so ergibt sich\n
\nSomit ist das Jahr 5674, da es mit Donnerstag beginnt und mit Sonntag endet, zwischen diesen beiden Wochentagen aber 2 Tage liegen, ein ordnungsmässiges (כ). Sein Kalenderzeichen ist פ׳ ה׳ כ׳. Seine Neumondstage sind: Tischri: Do., Marḥeschwan: Fr. u. Sa., Kislew: So., Ṭebet: Mo. u. Di., Schebaṭ: Mi., Adar: Do. u. Fr., Nisan: Sa., Ijar: So. u. Mo., Siwan: Di., Tammuz: Mi. u. Do., Ab: Fr., Elul: Sa. u. So.\nEin anderes Beispiel. Maimonides starb am 20. Ṭebet des Jahres 4965. Wir wollen den Wochentag dieses Datums ermitteln. 4965:19 = 261, Rest 6, also ein Schaltjahr (מ). 261 × 235 m = 61335 m, 4 Gemeinjahre = 48 m, 1 Schaltjahr = 13 m, zusammen = 61396 m.\n
\nDa also der Molad auf Freitag fiel, war Rosch haschana 4965 am Sabbat (ז).\n
\nZwischen Sabbat, dem ersten, und Mittwoch, dem letzten Tage des Jahres 4965 liegen 3 Wochentage; es ist daher ein verkürztes Schaltjahr mit dem Kalenderzeichen מ׳ ז׳ ח׳. Maimonides starb demnach an einem Montag. Merkwort: ימי בכי אבל משה (ב = Montag, כ = 20. Tag, י = 10. Monat, בכי אבל = 65. Jahr des 50. Jahrhunderts).\nBei manchem Vorzug, den dieser Kalender besitzt, leidet er an einem grossen Fehler, der im alten System, das sich nicht auf Berechnung, sondern auf Beobachtung stützte, glücklich vermieden wurde. Er nimmt das tropische Jahr um 6, 6 Minuten grösser an, als es tatsächlich ist, eine Differenz, die schon in 100 Jahren 11 Stunden und in 218 Jahren einen vollen Tag ausmacht. Auch sonst weicht er in wesentlichen Punkten von dem frühern Verfahren ab. Nicht mehr bestimmt das erste Erscheinen des jungen Mondes den Anfang des Monats, sondern der Molad, und nicht etwa der wahre Molad, sondern nur die mittlere Konjunktion, und auch diese nur für den Monat Tischri, dem alle übrigen Monate auf Grund einer rein mechanischen Einteilung untergeordnet sind. Eine solche regelt auch die Festsetzung der Schaltjahre, die nun nicht mehr nach Maassgabe des Bedürfnisses mit Rücksicht auf Naturverhältnisse erfolgt. Beachtenswert ist ferner, dass hier die Tage nicht wie sonst mit Sonnenuntergang beginnen, sondern regelmässig, im Sommer wie im Winter, um 6 Uhr abends, und dass im bürgerlichen Leben wie bei den übrigen Kulturvölkern des Altertums die Tagesstunde dem zwölften Teil des Tagbogens und die Nachtstunde dem zwölften Teil des Nachtbogens entsprach, diese also im Winter, jene im Sommer grösser war als die Aequinoktialstunde, während hier die Stunden stets die gleiche Länge haben. Als ob sich die Moladrechnung auf den Aequator bezöge und nicht, wie man annehmen sollte, auf die heilige Stadt! Natürlich ist diese Einrichtung in dem Streben begründet, die Rechnung so viel als möglich zu vereinfachen. Ein Uebelstand kann daraus nicht erwachsen; denn wenn z. B. der Molad Tischri auf Sabbat 6 Uhr Nm. fällt und wir diesen Zeitpunkt schon als Sonntag bezeichnen, obgleich es noch heller Tag ist, so hat das doch auf die Festsetzung des Rosch haschana keinen Einfluss, da wir ja selbst dann, wenn der Molad schon am Sabbat mittag einträte, den Jahresanfang auf Montag verschieben würden. Auch ist im Tischri, auf den es ja hautpsächlich ankommt, der Unterschied zwischen 6 Uhr abends und der Zeit des Sonnenuntergangs wie auch zwischen der bürgerlichen und der Aequinoktialstunde nur gering. In den Solstitien freilich ist die Differenz zwischen der Länge des Tages und der Nacht in Jerusalem nicht unerheblich; sie beträgt dort rund 4 Stunden, so dass im Beginne des Sommers die Tagesstunde um zwei Fünftel grösser ist als die Nachtstunde, und diese wieder im Anfang des Winters um ebensoviel grösser ist als jene. Wir haben diese Verhältnisse schon in der Einleitung zum Traktat P’saḥim ausführlich erörtert und daselbst auch die Formel mitgeteilt, nach welcher der Zeitunterschied zwischen dem längsten und dem kürzesten Tage des Jahres für jeden Punkt der Erdoberfläche berechnet werden kann. Ehe wir diese Formel hier entwickeln, wollen wir zunächst die zu lösende Aufgabe zur Anschauung bringen.\n
\nFig. 1\nIn nebenstehender Figur 1 stelle der Kreis mit dem Mittelpunkte C und dem Durchmesser WK den Wendekreis des Krebses dar. A sei der Punkt, in welchem die Sonne über dem Horizont eines bestimmten Ortes aufgeht, U der Punkt ihres Untergangs; die Linie AU schneide den Durchmesser in B. Bezeichnen wir den Radius CA mit r, die Linie CB mit d, den Winkel ACU mit φ und demnach den Winkel ACK
, so ist φ der Nachtbogen jenes Ortes und
. Es wird nun behauptet, dass
, wenn β die geographische Breite des Ortes und ε die Schiefe der Ekliptik ist.\n
\nFig. 2\nBeweis: In nebenstehender Figur 2 sei der Kreis der Ortsmeridian, M der Mittelpunkt der Erde, AR der Durchmesser des Himmelsäquators, N der Nordpol, S der Südpol, HT der Durchmesser des Horizontes, WE der der Ekliptik und WK der des nördlichen Wendekreises, den HT in B und die Weltachse NS in C schneidet, so dass C sein Mittelpunkt wäre und WC sein Radius = r. Bezeichnen wir den Winkel MWC = AMW (die Schiefe der Ekliptik) mit ε, den Winkel NMT (die Polhöhe oder geographische Breite) mit β, die Linie CB mit d und die Linie CM mit a, so ist im rechtwinkeligen Dreieck MCB:\n
\nDa nun, wie oben bei Figur 1 gezeigt wurde,
, so ist
.\nFür Leser, die auch mit der sphärischen Trigonometrie vertraut sind, sei hier zum Schluss noch eine andere, kürzere und einfachere Lösung erwähnt.\n
\nFig. 3\nWenn die nebenstehende Figur 3 die halbe Himmelskugel darstellt, AR einen Halbkreis des Aequators, HT einen solchen des Horizontes, WE einen Halbkreis der Ekliptik und WK einen solchen des nördlichen Wendekreises, B den Punkt, in welchem die Sonne einem Bewohner der gemässigten Zone am längsten Tage des Jahres aufgeht (also
), O den Ostpunkt, in welchem sie in den Aequinoktien über seinem Gesichtskreise emportaucht und D den Fusspunkt eines vom Nordpol N auf den Aequator AR durch B gezogenen Quadranten, so ist im rechtwinkeligen Kugeldreieck BDO der Bogen BD = WA = ε (Schiefe der Ekliptik) und der Winkel BOD als Komplement des Winkels NOT (geographische breite) = 90° — β. Nun ist in jedem rechtwinkeligen Kugeldreieck, wenn a und b die den rechten Winkel einschliessenden Seiten sind und α den der Seite a gegenüber liegenden Winkel bezeichnet, sin b = ctg α . tg a, also in unserm Falle:\n
\n"
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+ "Mit dem ersten Nisan beginnt das Regierungs. Urkunden, in denen das Datum nach Regierungsjahren israelitischer Könige angegeben wird, beginnen mit dem ersten Tage des Monats Nisan ein neues Jahr, wenn auch die Thronbesteigung erst in den letzten Tagen des Adar erfolgt ist.",
+ "und das Festjahr. Die praktische Bedeutung des Festjahres ergibt sich aus dem Gesetz in 5. B. M. 23, 22, das nach der Überlieferung erst dann verletzt ist, wenn seit dem Gelübde die drei Feste Pesaḥ, Schabu‘ot und Sukkot vorübergegangen sind, ohne dass man es erfüllt hat. Gemäss der Ansicht eines Mischnalehrers müssen die Feste auch in dieser Reihenfolge verflossen sein. Wer also zwischen dem 15. Tischri und dem 14. Nisan ein Gelübde tut, übertritt das Verbot schon mit Ablauf des nächsten Hüttenfestes; wer aber später einen Gegenstand dem Heiligtum gelobt, übertritt es erst mit Ablauf des folgenden Hüttenfestes, weil eben das Festjahr mit Nisan beginnt, mithin Pesaḥ in der Reihe der Feste an der Spitze steht.",
+ "Der erste Elul ist der Jahresanfang für den Zehnt vom Vieh. 3. B. M. 27, 32. Es kann also, da man vom Vieh des einen Jahrgangs nicht den Zehnt für Vieh eines andern Jahrgangs absondern darf, das vor Beginn des Elul zur Welt gekommene Vieh nicht mit dem später geworfenen zusammen verzehntet werden.",
+ "Der erste Tischri. s. B’chorot IX 5—6.",
+ "Der erste Tischri bildet den Jahresanfang hinsichtlich der Zeitrechnung. Urkunden, die nach einer andern als der in Anm. 1 erwähnten Zeitrechnung (vgl. Giṭṭin VIII 5), insbesondere nach Regierungsjahren nichtjüdischer Landesherren ausgestellt sind, beginnen das neue Jahr mit dem ersten Tischri. Der Monatsname תשרי ist von שרי (beginnen) abzuleiten und bedeutet daher den Jahresanfang.",
+ "der Brach- und Jobeljahre. 3. B. M. 25, 1—13. Die Einstellung jeglicher Feldarbeit im siebenten und die Freilassung der Knechte im Jobeljahre erfolgt am ersten Tischri.",
+ "der Baumpflanzungen. Die Früchte, die der Baum in den ersten drei Jahren nach seiner Pflanzung (oder Umpflanzung) hervorbringt, sind verboten; die des vierten Jahres sind geweiht und müssen daher entweder in der heiligen Stadt verzehrt oder ausgelöst werden (נטע רבעי); erst die Früchte des fünften wie aller folgenden Jahre sind bedingungslos erlaubt (das. 19, 23—25). Wurde nun ein Baum am 15. Ab gepflanzt, so tritt er bereits mit dem nächsten Tischri, also schon nach 44 Tagen (14 Tage dauert die Wurzelfassung, und von da an muss noch mindestens ein Monat bis zum Beginn des neuen Jahres verstreichen) in sein zweites Jahr, mit dem folgenden Tischri in sein drittes und mit dem darauf folgenden in sein viertes. Die Früchte, die er im Sch’baṭ (s. Anm. 9) dieses Jahres ansetzt, gelten schon als solche des vierten Jahres (נטע רבעי), und die ein volles Jahr später (d. i. 3½ Jahre nach der Pflanzung) angesetzten sind bereits ohne weiteres gestattet. Ist er dagegen erst in der zweiten Hälfte des Ab oder im Elul gepflanzt worden, so sind die Früchte, die er volle drei Jahre hindurch bis zum ersten Tischri (nach einigen Autoren sogar bis zum 15. Sch’baṭ) des vierten Jahres ansetzt, für immer verboten. Erst die nach dieser Zeit angesetzten Früchte sind נטע רבעי und erst die nach Verlauf eines weitern vollen Jahres angesetzten bedingungslos erlaubt. Hat man ihn in der Zeit zwischen dem ersten Tischri und dem 15. Ab gepflanzt, sind seine Früchte nicht anders zu behandeln, als wenn er erst am 15. Ab gepflanzt worden wäre.",
+ "und der Gemüse. Das Wort „Gemüse“ (ירקות) steht hier im weitern Sinne und umfasst im Gegensatz zu den eben erwähnten Baumpflanzungen (נטיעות) alle Erzeugnisse des Feld- und Gartenbaues (die Sprache der Bibel dehnt den Begriff ירק sogar auf das Laub der Bäume aus — 2. B. M. 10, 15), die der Verzehntung unterliegen. Der erste Tischri hat für sie eine doppelte Bedeutung: Zunächst im Hinblick auf das Verbot, die vorgeschriebenen Abgaben (Priesterhebe, ersten und zweiten Zehnt) für die Ernte des einen Jahres aus den Erträgnissen eines andern zu leisten; sodann mit Rücksicht auf das Gesetz, nach welchem der zweite Zehnt in jedem dritten und sechsten Jahre eines siebenjährigen Zyklus an die Armen zu entrichten ist. Mithin dürfen landwirtschaftliche Produkte, die vor dem ersten Tischri geerntet wurden, nicht aus solchen, die man später vom Boden getrennt hat, und diese wieder nicht aus jenen verzehntet werden. Ebenso bildet der erste Tischri die Grenze zwischen dem zweiten und dritten oder dem fünften und sechsten Jahre, so dass der zweite Zehnt aus dem vorher Geernteten auszulösen oder in der heiligen Stadt zu verzehren ist, dagegen aus dem später Gewonnenen den Armen gegeben werden muss.",
+ "Mit dem ersten Sch’baṭ beginnt für den Baum ein neues Jahr. Was der erste Tischri für den Feld- und Gartenbau (s. die vorige Anmerkung), das bedeutet der erste Sch’baṭ nach der Schule Schammais oder der fünfzehnte nach der Schule Hillels für den Obstbau: Die Früchte, die der Baum vorher angesetzt hat, dürfen nicht aus den später angesetzten und diese nicht aus jenen verzehntet werden; aus diesen muss der zweite Zehnt im dritten und sechsten Jahre den Armen gegeben, aus jenen entweder in Jerusalem verzehrt oder ausgelöst werden. Aber auch in Bezug auf das Gesetz in 3. B. M. 19, 23—25 ist der erste bezw. der fünfzehnte Sch’bat der Jahresanfang. Wenngleich der junge Baum, wie wir in Anm. 7 gesehen haben, stets am ersten Tischri in sein viertes Jahr tritt, sind doch die Früchte, die er von da ab bis zum Sch’baṭ ansetzt, für immer verboten, weil er diese vermutlich schon vor Tischri, also noch im dritten Jahre zu bilden begonnen hat. Ebenso müssen die im fünften Jahre vor dem Beginne bezw. der Mitte des Monats Sch’baṭ angesetzten Früchte noch ausgelöst oder in der heiligen Stadt verzehrt werden. Erst die in diesem Jahre später angesetzten Früchte sind ohne weiteres gestattet."
+ ],
+ [
+ "In vier Jahresabschnitten wird die Welt gerichtet: Am Pesa. Die Mischna hat für die Feste andere Namen als die Bibel und das Gebetbuch. חג המצות heisst dort פסח, und als Abschluss dieses Festes wird חג השבועות mit עצרת bezeichnet. Aus zwei Gründen: Erstens ist das Wochenfest nicht wie die anderen Feste an einen bestimmten Monatstag gebunden; es wird vielmehr 50 Tage nach Beginn des Pesaḥfestes gefeiert. Zweitens gilt שבועות als זמן מתן תורתנו und die Offenbarung am Horeb als Krönung der Befreiung aus Ägypten (זמן חרותנו). Den יום תרועה oder יום הזכרון nennt die Mischna ראש השנה und חג הסכות schlechthin החג.",
+ "am Wochenfeste. Die Mischna hat für die Feste andere Namen als die Bibel und das Gebetbuch. חג המצות heisst dort פסח, und als Abschluss dieses Festes wird חג השבועות mit עצרת bezeichnet. Aus zwei Gründen: Erstens ist das Wochenfest nicht wie die anderen Feste an einen bestimmten Monatstag gebunden; es wird vielmehr 50 Tage nach Beginn des Pesaḥfestes gefeiert. Zweitens gilt שבועות als זמן מתן תורתנו und die Offenbarung am Horeb als Krönung der Befreiung aus Egypten (זמן חרותנו). Den יום תרועה oder יום הזכרון nennt die Mischna ראש השנה und חג הסכות schlechthin החג.",
+ "am Neujahrstage. Die Mischna hat für die Feste andere Namen als die Bibel und das Gebetbuch. חג המצות heisst dort פסח, und als Abschluss dieses Festes wird חג השבועות mit עצרת bezeichnet. Aus zwei Gründen: Erstens ist das Wochenfest nicht wie die anderen Feste an einen bestimmten Monatstag gebunden; es wird vielmehr 50 Tage nach Beginn des Pesaḥfestes gefeiert. Zweitens gilt שבועות als זמן מתן תורתנו und die Offenbarung am Horeb als Krönung der Befreiung aus Ägypten (זמן חרותנו). Den יום תרועה oder יום הזכרון nennt die Mischna ראש השנה und חג הסכות schlechthin החג.",
+ "ziehen alle zur Welt Gekommenen wie bei einer Heerschau. Die Mischnaausgaben lesen sämtlich כבני מרון; die ed. pr. des Jeruschalmi hat בבנו מרון und so lesen auch einige Mischnahandschriften. In der Wiener Handschrift der Tosefta (s. ed. Z. S. 209, Z. 25) lautet der Satz: עוברין לפניו נומרין. Aus den drei Erklärungen, die der babyl. Talmud (18a g. Ende) zu unserer Stelle gibt, könnte man entnehmen, dass in der Mischna כבנימרין die überlieferte Aussprache war. Nach der ersten Erklärung (כבני אמרנא; Jerus.: דירין [צ״ל כהלין] כהדין) wäre dieses Wort aus כבני אימרין zusammengezogen und bedeutet daher die jungen Lämmer, die der Hirt, wenn er sie zählt (vgl. Jirm. 33, 13), durch eine schmale Öffnung aus dem Pferch lässt, damit sich keines seiner Aufmerksamkeit entziehe. Die zweite Erklärung (כמעלות בית מרון, vermutlich כמעלות בית נמרין zu lesen; Jerus.: כהדא במגנימין, viell כהדא בית גימרין oder כהדא במת נימרין?) hält נימרין für den Namen eines Ortes (נמרה oder בית נמרה im Stamme Gad, jetzt Nimıîn?) mit einem engen Hohlweg, den man nur einzeln passieren konnte. Die dritte Erklärung (כחיילות של בית דוד) sieht in נימרין das lat. numeri, welches in der römischen Kaiserzeit die Truppenteile bezeichnete; auch die Listen, in denen die Soldaten eingetragen waren, hiessen numeri.",
+ "denn es heisst. Ps. 33, 15.",
+ "Der insgesamt ihr Herz gebildet. Der erste Tischri wird als Schöpfungstag des ersten Menschen angenommen. Vielleicht wird auch der Singular in לבם gedeutet: Die Herzen der Menschen insgesamt hat Gott in dem Herzen des Urvaters gebildet.",
+ "der auf alle ihre Taten achtet. Seinem Blicke entgeht keine menschliche Handlung. Daher das Bild עוברין לפניו כבנימרין.",
+ "und am Hüttenfeste. Die Mischna hat für die Feste andere Namen als die Bibel und das Gebetbuch. חג המצות heisst dort פסח, und als Abschluss dieses Festes wird חג השבועות mit עצרת bezeichnet. Aus zwei Gründen: Erstens ist das Wochenfest nicht wie die anderen Feste an einen bestimmten Monatstag gebunden; es wird vielmehr 50 Tage nach Beginn des Pesaḥfestes gefeiert. Zweitens gilt שבועות als זמן מתן תורתנו und die Offenbarung am Horeb als Krönung der Befreiung aus Egypten (זמן חרותנו). Den יום תרועה oder יום הזכרון nennt die Mischna ראש השנה und חג הסכות schlechthin החג.",
+ "werden sie in Bezug auf das Wasser. die Regenmenge."
+ ],
+ [
+ "Wegen folgender sechs Neumonde werden Boten ausgesandt. die allerorten den Tag verkünden sollen, an welchem die Behörden den Beginn des Monats festgesetzt haben.",
+ "Wegen des Nisan mit Rücksicht auf Pesa. Im Siwan war mit Rücksicht auf das Wochenfest eine Bekanntmachung nicht nötig, weil dieses nicht vom Neumondstage, sondern einzig und allein vom Pesaḥfeste abhängig ist (s. Anm. 10).",
+ "wegen des Ab mit Rücksicht auf den Fasttag. am neunten dieses Monats, תשעה באב, dem Tage schwerer Trauer ob der Zerstörung des Heiligtums.",
+ "wegen des Elul mit Rücksicht auf den Neujahrstag. Da die Bewohner der entfernteren Orte nicht so schnell erfahren konnten, an welchem Tage der erste Tischri festgesetzt wurde, feierten sie das Neujahrsfest sowohl am 30. als am 31. Elul. Hätte man ihnen aber den Beginn des Elul nicht mitgeteilt, so hätten sie vom 1. Ab 58 bis 60 Tage zählen und des Zweifels wegen das Neujahrsfest sogar drei Tage hintereinander feiern müssen.",
+ "wegen des Tischri mit Rücksicht auf die Richtigstellung der Feste. סכות ,יום הכפורים und שמיני עצרת, die sie nun, nachdem sie den genauen Tag des Neujahrsfestes nachträglich erfahren hatten, nur je einen Tag zu feiern brauchten.",
+ "wegen des Kislew mit Rücksicht auf Hanukka, wegen des Adar mit Rücksicht auf Purim. Und als das heilige Haus noch stand, zogen sie auch wegen des Ijar aus mit Rücksicht auf Pesaḥ ḳaṭan. das diejenigen feierten, die am 14. Nisan verhindert waren, das Pesaḥopfer darzubringen (4. B. M. 9, 10—12; P’saḥim IX 1—3). Da zur Zeit des zweiten Tempels der 9. Ab kein Fast- und Trauertag war, so wurden auch damals die Boten nur an sechs Neumonden ausgeschickt."
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+ "Wegen zweier Neumonde entweiht man den Schabbat. Wenn der neue Mond in einem dieser beiden besonders wichtigen Monate an einem Freitag gegen Abend wahrgenommen wurde, sollen die Zeugen trotz der Heiligkeit des Schabbat nach dem Sitze der zuständigen Behörde eilen, um dort über ihre Wahrnehmungen vernommen zu werden (s. Anm. 55). Sonst ist schon das Überschreiten des Schabbatbezirks (‘Erubin, Einl. Abs. 4) eine Entweihung des heiligen Tages. Für diesen Zweck aber sind auch schwerere Verletzungen des Ruhegesetzes gestattet (s. Mischna 9).",
+ "an denen die Boten. die allerorten den Tag verkünden sollen, an welchem die Behörden den Beginn des Monats festgesetzt haben.",
+ "nach Syrien aufbrechen. wenn es ein Werktag war. Den Schabbat durften die Boten nicht entweihen.",
+ "und nach denen die Feste richtiggestellt werden. פסח und שבועות nach dem 1. Nisan (Anm. 17), die übrigen (Anm. 20) Dach dem 1. Tischri.",
+ "entweihte man ihn auch wegen der übrigen mit Rücksicht auf die Anordung des Opfers. damit das besondere Opfer des Neumondstages (4. B. M. 28, 11—15) zur rechten Zeit, in diesem Falle am Schabbat, dargebracht werde. Würden aber die Zeugen am Schabbat nicht reisen, so könnte der Neumondstag erst am Sonntag gefeiert werden."
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+ "Ob er bei Sonnenuntergang. בעליל wird in beiden Talmuden z. St. unter Hinweis auf Ps. 12, 7 dem Sinne nach durch בגלוי oder בפיהסיא erklärt. Die eigentliche Bedeutung des Wortes ist auch an jenem Orte, dem einzigen, an dem es in der Bibel vorkommt (אמרות ה׳ אמרות טהרות כסף צרוף בעליל לארץ מזקק שבעתים), ziemlich dunkel. Ich vermute, dass es ein aram. Lehnwort ist, welches dem hebr. מבוא (Eingang) entspricht. Ziemlich sicher hat es diesen Sinn in Tosefta Soṭa IX 1 (s. auch Jer. das. IX 2 u. Bab. das. 46a oben), wo es in Bezug auf 5. B. M. 21, 1—4 heisst: Wenn der Erschlagene am Eingange der Stadt (בעליל לעיר od. בעליל העיר) gefunden wird, muss man dennoch messen. In unserer Mischna steht es vielleicht als astronomischer Kunstausdruck für השמש בוא (מיעל שמשא) = Sonnenuntergang. In dem erwähnten Psalm könnte es wieder ein Kunstausdruck des Bergbaus sein und einen Schacht oder Stollen bezeichnen: „Rein wie Silber, das schon im Eingang zur Erde schlackenlos gefunden und dann noch siebenfach geläutert wurde. Zwar findet sich das Silber im Schosse der Erde nirgends in reinem Zustande; aber dem Dichter ist eine solche Annahme wohl gestattet, durch die das Bild desto wirkungsvoller hervortritt.",
+ "schon zu sehen oder nicht zu sehen war. Wenn die Mondsichel bei Sonnenuntergang schon sichtbar ist, muss sie von der Sonne bereits so weit entfernt sein, dass sie auch am Sitze des Gerichtshofes von jedermann wahrgenommen werden kann; ist sie dagegen erst bei zunehmender Dämmerung beobachtet worden, dann ist ihr Licht noch so schwach, dass die Zeugen annehmen dürfen, sie könnte der Aufmerksamkeit anderer Personen wohl entgangen sein.",
+ "entweiht man seinetwegen den Schabbat. Vielleicht war am Orte der Behörde der westliche Himmel von Wolken bedeckt oder die Luft nicht durchsichtig genug.",
+ "entweiht man den Schabbat seinetwegen nicht. Da die Zeugen den Schabbat nur entweihen dürfen, wenn sie von dem Orte, an dem sie ihre Wahrnehmungen bekunden sollen, nicht weiter als eine Tagesreise entfernt sind (Mischna 9) ist nicht vorauszusetzen, dass die meteorologischen Verhältnisse dort weniger günstig sind als hier."
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+ "dass mehr als vierzig Paare durchzogen. um über ihre Beobachtungen Zeugnis abzulegen.",
+ "die Rabbi ‘Akiba in Lod. Stadt im Stamme Benjamin (Neh. 11, 35; 1 Chr. 8, 12), später Lydda, von den Römern Diospolis genannt, jetzt Ludd, einen Tagesmarsch nordwestlich von Jerusalem (Ma‘aser scheni V 2) auf der Strasse nach Japho gelegen.",
+ "zurückhielt. damit sie nicht unnötig den Schabbat entweihen. Es genügt ja ein Zeugenpaar.",
+ "so gibst du ihnen vielleicht Veranlassung zu einem zukünftigen Ärgernis. Sie werden ein anderes Mal, wenn es vielleicht auf ihre Aussage ankommen wird, die beschwerliche Reise unterlassen in der Annahme, dass man ihrer nicht bedarf."
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+ "sollen beide hingehen. nach dem Orte der Zeugenvernehmung, obgleich sie als Verwandte nicht zusammen als Zeugen auftreten können.",
+ "Nicht als ob sie einander ergänzen könnten. zu einem Zeugenpaar.",
+ "wenn der eine von ihnen zurückgewiesen wird. Die Grundbedeutung von פסל ist Behauen. Daher einerseits פסל und פסיל das ausgehauene Bild, andererseits פסולת das Weggehauene, der Abfall und פסול = abfällig, minderwertig, ungeeignet. Davon wieder פסל = für minderwertig erachten, als untauglich erklären.",
+ "der andere einem dritten zugeselle. der weder bescholten noch mit ihm verwandt ist.",
+ "dass er und sein Sohn und sein freigelassener Sklave den Neumond in Jerusalem beobachtet hatten und die Priester ihn und seinen Sohn annahmen. Sie teilten die Ansicht des Rabbi Simon.",
+ "seinen Sklaven jedoch zurückwiesen. Die Priester legten grosses Gewicht auf reine Abstammung.",
+ "während man den Sohn zurückwies. bloß wegen seiner Verwandtschaft mit dem andern Zeugen."
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+ "Folgendes sind die Untauglichen. die nach dem Gesetz der Tora zwar als Zeugen zuzulassen wären, von den Rabbinen aber als unglaubwürdig erklärt wurden.",
+ "Wer dem Würfelspiel ergeben ist. קוביא ist das gr. ϰυβός = Würfel.",
+ "wer Tauben fliegen lässt. wer gewerbsmässig Wettflüge veranstaltet (Buchmacher).",
+ "Handel treibt. Die Früchte des „Siebenten Jahres“, des sogenannten Brachjahres sind herrenlos (3. B. M. 25, 1—7). Es ist verboten, mit ihnen Handel zu treiben (Sch’bî‘it VII 3).",
+ "und Sklaven. solange sie nicht freigelassen sind.",
+ "für das eine Frau sich nicht eignet. Es entspricht nicht der Würde der Frauen, vor Gericht zu erscheinen (כל כבודה בת מלך פנימה; vgl. Sch’bu‘ot 30a). Darum wurde ihnen, um sie der Zeugnispflicht zu entheben, vom Gesetze die Zeugnisfähigkeit abgesprochen (vgl. Synh. 19a unten in Bezug auf den König). Nur in den wenigen, teils sehr dringenden, teils äusserst seltenen Fällen, in denen die Aussage eines Zeugen genügt, werden auch sie als Zeugen zugelassen."
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+ "wird auf einem Esel. obwohl es sonst rabbinisch verboten ist, am Schabbat auf einem Tiere zu reiten (Jom Tob V 2).",
+ "selbst in einer Sänfte. die von Israeliten am Schabbat getragen wird, was sonst sogar eine strafbare Handlung ist (s. Jirm. 17, 21 f.).",
+ "befördert. wenn auch seine Aussage als Einzelzeugnis ohne die Übereinstimmung mit den Bekundungen eines zweiten Beobachters, der vielleicht gar nicht vorhanden ist, nicht den geringsten Wert hat.",
+ "Wenn ihnen unheimlich ist. צודה nicht von צדה = nachstellen, sondern wie das aram. צדי = öde sein, bange sein, schauern; vgl. צדי לון מקמי חיותא (Jer. B’rachot I 1 Anf.) = sie haben Angst vor Raubtieren.",
+ "dürfen sie Stöcke in der Hand mitnehmen. was ebenfalls eine Schabbatentweihung bedeutet. Vgl. Anm. 48.",
+ "nehmen sie Nahrungsmittel mit. auf eine kurze Reise aber nicht; denn am Orte der Verhandlung wartete ihrer eine sehr gastliche Aufnahme (s. weiter unten II 5).",
+ "um zu einer Bekundung über den Neumond auszuziehen. Bei grösserer Entfernung dagegen hat die Reise keinen Zweck; denn die Zeugen, die den neuen Mond am Freitag gegen Abend gesehen haben, können ja doch nicht den Ort des Gerichtshofes vor Ausgang des Schabbat erreichen; am Sonntag aber ist auch ohne ihre Bekundung Neumondstag, weil kein Monat mehr als 30 Tage haben kann. An Werktagen jedoch sollen die Zeugen auch aus grösserer Entfernung kommen, damit der etwa falsch angesetzte Monatsanfang nachträglich auf Grund ihrer Aussage berichtigt werde.",
+ "Es heisst ja. 3. B. M. 23, 4.",
+ "die ihr zur rechten Zeit berufen sollt. Dieser Vers bezieht sich auf die fünf Feste, von denen dort die Rede ist. Daher darf nach Einstellung des Opferdienstes nur wegen der Neumonde des Nisan und des Tischri der Schabbat von den Zeugen entweiht werden (Mischna 4 u. Anm. 24). Solange das Heiligtum aber stand, wurde er des Neumondsopfers wegen auch sonst verletzt (daselbst u. Anm. 25). Das folgt aus 4. B. M. 18, 2, wo in Bezug auf alle öffentlichen Opfer, die an einen bestimmten Tag gebunden sind, die rechtzeitige Darbringung (להקריב לי במועדו) gefordert wird.
"
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+ "um Zeugnis über ihn abzulegen. Mit anderen Worten: Wenn der Beobachter des neuen Mondes am Orte der Vernehmung unbekannt ist, gibt ihm der Gerichtshof seines Bezirkes selbst am Schabbat einen (nach dem Talmud zwei) Zeugen als Begleiter mit, um seine Unbescholtenheit zu bekunden. Ob להעידו für להעיד עליו oder für לעשותו עד steht, mag dahingestellt bleiben.",
+ "Infolge der Freveltaten der Ketzer. welche die Behörde durch falsches Zeugnis irrezuführen suchten.",
+ "sie nur von Bekannten. מן המכירים = מאותם שמכירים. Die Bekanntschaft ist ein Verhältnis, das auf Gegenseitigkeit beruht. Der deutsche Sprachgebrauch bezeichnet den, den wir kennen und der uns kennt, als Bekannten, der hebräische als מכיר."
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+ "Anfangs wurden Feuerzeichen angewendet. um der Bevölkerung auf schnellstem Wege den Beginn des neuen Monats mitzuteilen. Das Zeichen wurde nur gegeben, wenn der 30. Tag des alten Monats zum Neumondstage geweiht worden war. In diesem Falle liess die Behörde mit Anbruch der Nacht das Feuer auf den Bergen anzünden. War der Neumondstag ein Freitag, so durfte es allerdings erst nach Schabbatausgang, also in der Nacht zum 32. Tage des alten Monats, angezündet werden. Ein Irrtum konnte dadurch nicht hervorgerufen werden, weil in den Monaten, in denen man erst den 31. Tag zum Neumondstage gemacht hatte, überhaupt keine öffentliche Bekanntgabe erfolgte. Wenn daher nach Ausgang eines Schabbats die Feuerzeichen aufflammten, wusste jedermann, dass dieser Tag zum Monatsanfang geweiht worden, wenn es der dreissigste, der Freitag dagegen, wenn Schabbat schon der 31. Tag des alten Monats war. — Die Etymologie von משיאין משואות ist dunkel, wenn משיאין wirklich Anzünden und משואות Feuer zeichen bedeutet, was der bab. Talmud z. St. zunächst als selbstverständlich voraussetzt, um es dann durch den Hinweis auf וישאם דוד (2 Sam. 5, 21) zu begründen, das vom Targum in Uebereinstimmung mit וישרפו באש ויאמר דויד (1 Chr. 14, 12) durch ואוקדינון דוד wiedergegeben wird. An anderer Stelle freilich (‘Aboda zara 44a; s. auch Tosefta das. IV g. Ende, ed. Z. 465, 18f.) wird in diesen Bibelversen ein Widerspruch erblickt und וישאם in dem gewöhnlichen Sinne (davontragen) aufgefasst. In unserer Mischna könnte משיאין ebenfalls ganz allgemein Erheben und משואה das emporgestreckte Signal bedeuten. Indessen ist die Ansicht, dass in משיאין der Begriff des Anzündens liege, doch nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. In Ri. 20, 40 erklärt sich der Satz והמשאת החלה לעלות מן העיר עמוד עשן am ungezwungensten, wenn משאת die Feuersbrunst ist und לעלות für להעלות steht (vgl. לשמע für להשמיע Ps. 26, 7; לשמד für להשמיד Jes. 23, 11 u. a.). Auch in משאת העשן מן העיר להעלותם (Ri. 20, 38) gibt rauchendes Feuer einen bessern Sinn als Erhebung des Rauches. Zu vergleichen wäre העלה, worunter unsere alten Bibelerklärer überall, wo es in Verbindung mit נר vorkommt, nicht das Aufsetzen auf den Leuchter (in M’nsḥot 88b ist es eine Streitfrage, ob die Lämpchen überhaupt abgenommen werden konnten) wie die neueren Exegeten, sondern das Anzünden der Lampen verstanden haben. Die „Siebzig“ übersetzen es viermal (2. B. M. 27, 20 u. 30, 8; 3. B. M. 24, 2; 4. B. M. 8, 3) mit Anzünden (ἵνα ϰαίηται, ὅταν ἐξάπτῃ, ϰαῦσαι, ἐξῆψε) und zweimal (2. B. M. 25, 37 u. 4 B. M. 8, 2) mit Aufsetzen (ἐπιϑσεις u. ἐπιτιθῇς), während sie an drei Stellen (2. B. M. 27, 21 u. 4. B. M. 8, 3—4) sogar יערך mit Anzünden wiedergeben (ϰαύσει, ϰαύσουσιν, ϰαύσετε). Demnach wäre והנה עלה כליל העיר השמימה (Ri. 20, 40) = die ganze Stadt loderte zum Himmel empor, שאו משאת (Jirm. 6, 1) = zündet Feuerzeichen an, להעלות חמה (Ez. 24, 8) = Zorn zu entfachen. Ganz von selbst ergäbe sich daraus die Bezeichnung עולה für das Brandopfer, das nun seinen Namen davon hätte, dass es auf dem Altar in Feuer aufgeht (3. B. M. 6, 2: היא העלה על מוקדה על המזבח כל הלילה = das die ganze Nacht…brennt), während der auch auf andere Opfer angewandte Ausdruck העלה mit הקטיר (verbrennen) gleichbedeutend wäre. Wie sich aus dem Begriffe des Aufsteigens und Erhebens in עלה und נשא durch Übertragung auf die Flamme der des Brennens und Anzündens entwickelt hat, braucht nicht erst auseinandergesetzt zu werden.",
+ "Infolge der Freveltaten der Samaritaner. die aus Bosheit zur unrechten Zeit die Feuerzeichen gaben.",
+ "dass Boten hinausziehen sollten. s. oben I 3."
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+ "Man schaffte lange Zedernzweige. כלונס ist das gr. ϰλών (ϰλῶναξ?) = ein junger Zweig (von ϰλάω abbrechen)."
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+ "Vom Oelberge. Der Oelberg, in der Bibel הר הזיתים genannt, liegt im Osten der heiligen Stadt, dem Tempelberge gegenüber.",
+ "nach Sarteba. jetzt Surtubeh, einige Meilen östlich vom Ölberge.",
+ "von Sarteba nach Agrippina, von Agriprina nach Ḥauran. Dschebel Ḥauran, östlich von Bostra (Busra).",
+ "von Ḥauran nach Bêt Baltïn. später Bêrâm, an der Grenze Babyloniens.",
+ "bis man die ganze Gola. eig. das Exil. Gemeint ist Babylonien und in erster Reihe die Stadt Pumbedita.",
+ "wie ein Flammenmeer vor sich sah. da die zahlreiche jüdische Bevölkerung an solchen Abenden auf den Dächern Freudenfeuer anzündete."
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+ "Vormals durften sie sich den ganzen Tag von dort nicht entfernen. wenn es Schabbat war und sie aus einem andern Schabbatbezirke (‘Erubin, Eial. Abs. 4) gekommen waren (vgl. das. IV 1).",
+ "dass sie zweitausend Ellen nach jeder Richtung gehen dürften. s. das. IV 3."
+ ],
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+ "Vor der Sonne oder hinter der Sonne. Beide Himmelskörper bewegen sich — die Sonne allerdings nur scheinbar — im Tierkreise von West nach Ost; während aber das Tagesgestirn kaum 1° täglich vorrückt, legt der Mond an jedem Tage rund 13° zurück. In der Konjunktion, dem wahren Molad, befindet sich der Mond zwischen Erde und Sonne. Nach Verlauf von 24 Stunden hat er jedoch bereits einen Vorsprung von 12°, und um diesen Betrag entfernt er sich nun täglich von der Sonne nach Osten hin, bis dieser Abstand sich in 15 Tagen auf 180°, also einen vollen Halbkreis beläuft. Nunmehr befindet sich die Erde zwischen der Sonne und dem Monde, und dieser nähert sich allmählich wieder von Westen her dem Tagesgestirn, bis er es am Ende des Monats erreicht und die Konjunktion aufs neue eintritt. Wenige Tage vor und nach dem Molad ist demnach die Entfernung zwischen beiden Himmelskörpern, die sogenannte Elongation, nicht bedeutend, beide stehen dann des Abends am westlichen Himmel über einander; nur dass sich vor der Konjunktion der Mond im Westen des Tagesgestirns und daher dem Gesichtskreise näher, also vor der Sonne befindet, während er nach der Konjunktion umgekehrt östlich vom Tagesgestirn, folglich weiter als dieses vom Horizont entfernt, mit anderen Worten: hinter der Sonne zu sehen ist
",
+ "Nördlich von ihr oder südlich von ihr. Mondbahn und scheinbare Sonnenbahn (Erdbahn, Ekliptik) liegen zwar in demselben breiten Gürtel, den man als Tierkreis bezeichnet, aber nicht in der gleichen Ebene; sie schneiden sich vielmehr unter einem Winkel von rund 5° in zwei Punkten, den sogenannten Knoten, so dass die eine Hälfte der Mondbahn im Norden, die andere im Süden der Ekliptik liegt. Den senkrechten Abstand der einzelnen Punkte der Mondbahn von der Ekliptik nennt man die Breite. Diese ist naturgemäss in der Nähe der Knoten am geringsten und wächst mit der zunehmenden Entfernung bis zu 5°. Je nachdem sich nun der Mond in der nördlichen oder in der südlichen Hälfte seiner Bahn bewegt, hat er eine bald grössere und bald kleinere nördliche oder südliche Breite. Bei nördlicher Breite sieht ihn der Beobachter, der sein Gesicht dem westlichen Himmel zukehrt, rechts von der Sonne (לצפונה), bei südlicher Breite dagegen links von der Sonne (לדרומה). Befindet sich der Mond in einem der Knoten, so dass er überhaupt keine Breite hat, dann sieht man ihn nach der Konjunktion genau über der Sonne an ihrer Ostseite. Die Linie, die die beiden Knoten verbindet (der sogenannte Drache), dreht sich zwar fortwährend um den eigenen Mittelpunkt; aber diese Bewegung ist so gleichmässig, dass man den Ort der Knoten in der Ekliptik für jeden gegebenen Zeitpunkt leicht ermitteln und hernach den positiven oder negativen Wert der Breite, d. i. ihre Grösse sowie ihre nördliche oder südliche Lage, berechnen kann.",
+ "Wie hoch stand er. s. Anm. 29. — Selbstverständlich können die Zeugen die Höhe des Mondes über dem Gesichtskreise nur nach ungefährer Schätzung angeben. Der Gerichtshof aber kann sie mit der wünschenswerten Genauigkeit aus der Länge und Breite des Mondes in Verbindung mit der Neigung der Ekliptik zum Horizonte des Beobachtungsortes berechnen. Unter der Länge des Mondes versteht man seinen Abstand vom Frühlingspunkte des Tierkreises, dem Kopfe des Widders (ראש טלה). Sie ist auf Grund der Gesetze der Mondbewegung zunächst zu ermitteln, denn ohne diese Vorarbeit kann der Gerichtshof nicht einmal feststellen, wann die Konjunktion eingetreten ist. Die jeweilige Neigung der Ekliptik zum Gesichtskreise muss ebenfalls durch Rechnung gefunden werden; denn während die beiden Winkel, unter denen der Himmelsäquator einerseits die Ekliptik und andererseits den Horizont schneidet (Schiefe der Ekliptik und Äquatorhöhe, jene = 23½°, diese in Jerusalem = 58¼°), unveränderliche Grössen sind, ist der Winkel, den die Ekliptik mit dem Gesichtskreise bildet, infolge der scheinbaren Bewegung der Himmelskugel einem ständigen Wechsel unterworfen. Er misst z. B. in Jerusalem 81¾° (= 58¼ + 23½), wenn der Frühlingspunkt, dagegen nur 34¾° (=58¼ — 23½), wenn der Herbstpunkt auf dem westlichen Horizonte sich befindet. Zwischen diesen Grenzen ändert sich sein Wert im Laufe eines Sterntages mit jedem Augenblicke, kann aber für jeden beliebigen Punkt der Ekliptik aus deren Schiefe, der Polhöhe und dem Abstand des gegebenen Punktes vom Frühlings- oder Herbstpunkte berechnet werden.",
+ "wohin neigte er. Diese Frage bezieht sich auf die Abendweite des untergehenden Mondes oder seine Entfernung vom Westpunkte des Gesichtskreises, sei es nach Norden, sei es nach Süden. Die Himmelskugel dreht sich in ihrer scheinbaren täglichen Bewegung um die Weltachse, die auf der Ebene des Himmelsäquators senkrecht steht. Die zahllosen Kreise, die man sich durch die beiden Pole der Weltachse und den Äquator gezogen denkt, nennt man Deklinationskreise, weil an ihnen die Abweichung (Deklination) der Himmelskörper vom Äquator gemessen wird. Alle Sterne von gleicher Abweichung haben dieselbe Abendweite. Befindet sich ein Himmelskörper im Äquator, so ist seine Deklination und also auch seine Abendweite gleich Null, er geht genau im Westpunkte unter. Je grösser aber seine Deklination, desto grösser seine Abendweite; er geht nördlich vom Westpunkte unter, wenn er an der nördlichen Halbkugel seinen Ort hat, dagegen südlich vom Westpunkte, wenn er südlich vom Äquator steht. Der Mond nun hat, wenn er nicht gerade durch den Frühlings- oder Herbstpunkt geht, also den Äquator kreuzt, je nach seiner Länge und Breite eine bald nördliche, bald südliche Abweichung, deren Lage und Grösse aus diesen beiden Elementen seiner Bahn leicht berechnet werden kann, da ja die Neigung des Äquators zur Ekliptik, wie bereits in der vorigen Anmerkung erwähnt wurde, einen feststehenden Wert hat (23½°). Noch leichter ist die Ermittlung der Abendweite des Mondes aus seiner Deklination. Beträgt jene weniger als drei Grad, so sieht der Beobachter den Mond kurz vor seinem Untergange über dem Westpunkte und seine Hörner (die Öffnung seiner Sichel) genau nach Osten gerichtet; ist die Abendweite jedoch grösser, so sieht man ihn bei nördlicher Abweichung mehr nördlich, bei südlicher dagegen mehr südlich. Im ersten Falle neigen seine Hörner nach Südosten, während sie im zweiten nach Nordosten blicken.",
+ "und wie breit war er. Auch diese Frage kann vom Zeugen nur nach Augenmass beantwortet werden. Die Breite der Mondsichel und die Stärke ihres Lichtes hängen von der Elongation oder dem Längenunterschied zwischen ihr und der Sonne wie auch vom Austrittsbogen oder dem Höhenunterschiede beider Himmelskörper ab. Je weiter sich der Mond nach Osten hin von der Sonne entfernt hat, desto breiter seine Sichel und desto heller sein Glanz; und je tiefer das Tagesgestirn unter den Horizont getaucht ist, desto erfolgreicher kann das schwache Licht des neuen Mondes gegen den mattern Schein der Abenddämmerung ankämpfen. Kennt man die Länge beider Himmelskörper, so kennt man auch ihre Elongation; hat man dazu noch die Breite des Mondes ermittelt, so lässt sich auch die Grösse des Austrittsbogens nach der in Anm. 18 gegebenen Anleitung feststellen.",
+ "ist seine Aussage nichtig. Dann hat er nicht den neuen, sondern den alten Mond gesehen, der früher als die Sonne untergeht, also dem Horizonte näher steht als diese (s. Anm. 16). Oder er hat den Mond überhaupt nicht gesehen, sondern sich durch ein schwach leuchtendes Wölkchen am Abendhimmel täuschen lassen.",
+ "damit sie nicht enttäuscht. פחי נפש = מפח נפש ist der Schmerz über eine getäuschte Hoffnung; vgl. ותקותם מפח נפש (Ijob 11, 20). Das Nomen פחי ist von einem sonst unbekannten, mit פוח ,נפח und יפת verwandten Verbum פחה wie שבי von שבה gebildet."
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+ "Ob er nun zur gehörigen Zeit wahrgenommen wurde. in der Nacht zum Dreissigsten des Monats.",
+ "oder zur gehörigen Zeit nicht sichtbar war. sondern erst in der folgenden Nacht oder, wenn der Himmel bedeckt war, überhaupt nicht.",
+ "er wird geweiht. durch den Ausruf: M’kuddasch (geweiht !).",
+ "da der Himmel ihn bereits geweiht hat. Da kein Monat mehr als 30 Tage haben kann, wird der einunddreissigste von selbst auch ohne die obrigkeitliche Genehmigung zum Beginn des neuen Monats."
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+ "Rabban Gamliel hatte Bilder von Mondgestalten auf einer Tafel. טבלא = lat. tabula.",
+ "die er den Laien. הדיוט, gr. ἰδιότης = der gemeine Mann, der in irgend einer Kunst oder Wissenschaft Unerfahrene, der Laie.",
+ "Wir haben ihn. Hier wird nicht mehr an לבנה, sondern an חדש gedacht; daher das männliche Fürwort (ראינוהו = ראינו את החדש; vgl. oben I 7—9).",
+ "des Morgens im Osten und am Abend im Westen gesehen. Vorausgesetzt wird, dass die Zeugen am Dreissigsten kamen. Das braucht die Mischna nicht ausdrücklich zu berichten, weil der Gerichtshof am 31. Tage nicht erst das Erscheinen von Zeugen abwartete, sondern schon in aller Frühe diesen Tag ohne weiteres zum Ersten des folgenden Monats erklärte. Es ist auch möglich, dass שחרית hier das Morgengrauen und ערבית die Abenddämmerung bezeichnet. Wie dem auch sei, auf alle Fälle wollten die Zeugen die Mondsichel am Neunundzwanizgsten zweimal wahrgenommen haben, das erste Mal vor Sonnenaufgang, also westlich vom Tagesgestirn, das andere Mal nach Sonnenuntergang, also östlich vom Tagesgestirn. Demnach müsste zwischen beiden Beobachtungen die Konjunktion stattgefunden haben (s. Anm. 16).",
+ "es wären falsche Zeugen. Es ist wohl möglich, dass man den Mond einige Tage vor der Konjunktion des Morgens vor Sonnenaufgang im Osten und abends vor Sonnenuntergang im Westen, oder einige Tage nach der Konjunktion des Morgens nach Sonnenaufgang im Osten und am Abend nach Sonnenuntergang im Westen sieht; aber es ist nicht möglich, dass man ihn an einem und demselben Tage vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang beobachte, denn wenn der Tag auch noch so lang ist und die Umstände noch so günstig sind, kann selbst das schärfste Auge bei tiefster Dunkelheit nicht in so kurzer Zwischenzeit den letzten Schimmer des alten und den ersten Schimmer des neuen Mondes wahrnehmen.",
+ "nahm Rabban Gamliel sie an. יבנה (2 Chr. 26, 6), identisch mit יבנאל (Jos. 15, 11), später Jamnia, jetzt Jebna, ist eine Hafenstadt zwischen Japho und Askalon und war nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer längere Zeit der Sitz des Synhedrion und die bedeutendste Pflegestätte jüdischer Wissenschaft. Der hier genannte Rabban Gamliel ist der Enkel des oben in Mischna 5 erwähnten. Er hatte durch Rechnung festgestellt, dass der neue Mond am vorangegangenen Abend schon sichtbar war, und nahm daher an, dass die Zeugen sich am Morgen geirrt und irgend ein Wölkchen für den Mond gehalten hatten.",
+ "Wir haben ihn zur gehörigen Zeit gesehen. in der Nacht zum 30. Elul.",
+ "in der Schaltnacht. in der auf den Schalttag folgenden Nacht. Der Dreissigste wird Schalttag (עבור) genannt, weil er dem abgelaufenen Monat hinzugefügt wird, wenn ihn der Gerichtshof nicht zum Ersten des neuen Monats geweiht hat.",
+ "aber war er nicht sichtbar. Es kann zweifelhaft sein, ob die Worte ובליל עבורו לא נראה noch zur Aussage der Zeugen gehören, wie Maimuni es in seinem Mischnakommentar z. St. auffasst, oder schon dem Berichte des Tradenten zuzurechnen sind, wie der Verfasser des תפארת ישראל hier behauptet. Beide Erklärungen stossen auf Schwierigkeiten. Nach der letztern hätte der Bericht lauten sollen: Die Zeugen behaupteten, den neuen Mond zur rechten Zeit gesehen zu haben, Rabban Gamliel nahm sie an, in der folgenden Nacht war aber der Mond nicht sichtbar (ועוד באו שנים ואמרו ראינוהו בזמנו וקבלן רבן גמליאל ובליל עבורו לא נראה). Nach Maimunis Auffassung ist zunächst der Wechsel des Ausdrucks auffällig: das eine Mal ראינוהו (wir haben ihn gesehen), das andere Mal: לא נראה (er war nicht sichtbar), wozu dann noch das sachliche Bedenken tritt, dass die Zeugen, die den Mond in der Nacht zum 31. Elul nicht wahrgenommen zu haben erklärten, doch frühestens am nächsten Morgen vor dem Gerichtshof erschienen sein können (in der Nacht wurden keine Zeugen vernommen), und dieser dennoch den 1. Tischri auf den 30. Elul festsetzte, während er ihn nach Kap. III Mischna 1 selbst dann auf den folgenden Tag hätte verschieben müssen, wenn die Zeugen schon am 30. Elul erschienen wären, ihre Vernehmung aber sich so lange hingezogen hätte, dass die Neumondsweihe vor Anbruch der Nacht nicht mehr erfolgen konnte. Diese Schwierigkeiten sind indessen leicht zu lösen. Die Zeugen sagten mit Bedacht: „Wir haben den Mond in der Nacht zum 30. Elul gesehen, in der folgenden Nacht aber war er nicht sichtbar,“ weil sie damit ausdrücken wollten, dass sie ihn in der zweiten Nacht nicht etwa aus Unachtsamkeit oder infolge ungünstiger Witterung nicht sahen, sondern weil er trotz heitern Himmels und aufmerksamer Beobachtung nicht zu sehen war. Dass aber der Gerichtshof, nachdem bereits der Monatsanfang auf den 31. Elul festgesetzt war, diesen Beschluss wieder aufhob und nachträglich den 30. Elul zum 1. Tischri machte, ist nach Maimuni (הלכות קדוש החדש III 15—18) nicht nur gerechtfertigt (s. oben I Anm. 53), sondern in den Monaten Nisan und Tischri um der richtigen Ansetzung der Feiertage willen sogar geboten. Der Vorfall dürfte sich demnach in folgender Weise abgespielt haben: Rabban Gamliel hatte mit Hilfe der Neumondsberechnung festgestellt, dass der neue Mond in der Nacht zum 30. Elul sichtbar sein würde. Wie alle Jahre wurde auch diesmal in Erwartung der Zeugen, die im Laufe des Tages eintreffen konnten, das Neujahrsfest am 30. Elul gefeiert. Wären die erwarteten Zeugen erschienen, so hätte das Fest mit Eintritt der Nacht sein Ende erreicht. Da aber keine Zeugen gekommen waren, so wurde der folgende Tag zum ersten Tischri bestimmt und selbstverständlich auch als Neujahrstag gefeiert. Einige Tage später, jedenfalls noch vor dem Versöhnungstage, wie aus dem weitern Berichte sich ergibt, kamen zwei Zeugen aus der Ferne, die vor dem Gerichtshofe bekundeten, sie hätten den neuen Mond in der Nacht zum 30. Elul gesehen. Da sie aber weiter als eine Tagereise von Jabne entfernt wohnten, hätten sie erst nach Ausgang des Festes aufbrechen können (Kap. I Ende, Anm. 53), wären also in der zweiten Neujahrsnacht noch zu Hause gewesen, müssten aber bekennen, dass in dieser Nacht der Mond nicht sichtbar gewesen. Darauf veranlasste Rabban Gamliel seine Kollegen zu einer nachträglichen Berichtigung des Monatsanfangs, damit der Versöhnungstag und das Hüttenfest zur rechten Zeit gefeiert würden.
",
+ "Es sind falsche Zeugen. Die Tatsache an sich, dass der Mond auch am zweiten Neujahrsabend, also in der Nacht zum 31. Elul noch nicht sichtbar war, schien ihm nicht auffällig. Wenn auch die Durchschnittsdauer des synodischen Monats rund 29½ Tage beträgt, so ist doch die Mondbahn so vielen Störungen unterworfen, dass von einer Konjunktion zur andern mitunter nur 29 und mitunter volle 30 Tage vergehen (פעמים בא בארובה ופעמים בא בקצרה). Dazu kommt, dass auch der Zeitraum, der zwischen der Konjunktion und dem ersten Auftauchen der schmalen Mondsichel verstreichen muss, erheblichen Schwankungen unterliegt. Das eine Mal genügt eine Elongation (s. Anm. 16 und 20) von 10° (20 Stunden), das andere Mal ist ein Längenunterschied von 21° (42 Stunden) erforderlich. Es ist also sehr wohl möglich, dass der neue Mond, der heute abend beobachtet wurde, das nächste Mal nach vollen 30 Tagen noch nicht sichtbar sein wird. Eine Stunde später wird man ihn vielleicht schon wahrnehmen können; aber dann ist er für unsern Horizont schon untergegangen und nur an westlicher gelegenen Orten zu beobachten. Dass er aber heute sich zeigt und morgen wieder unsichtbar macht, ist völlig ausgeschlossen.",
+ "Mir leuchten deine Worte ein. Auch er war der Ansicht, dass die Zeugen sich am ersten Neujahrsabend getäuscht hätten und Rabban Gamliel in der Rechnung sich geirrt haben musste. Dieser aber war anderer Meinung. Da nach seiner Berechnung der neue Mond in der ersten Neujahrsnacht schon sichtbar war, in Wirklichkeit aber auch in der folgenden Nacht nicht wahrgenommen wurde, hätte er sich um mehr als 24 Stunden geirrt haben müssen. Ein solcher Rechenfehler ist in der Tat unwahrscheinlich. Er nahm daher lieber an, dass die meteorologischen Verhältnisse am zweiten Abend weniger günstig als am ersten waren, oder dass die Zeugen an jenem Abend, da es nicht mehr darauf ankam, mit geringerer Sorgfalt den Himmel beobachtet und aus demselben Grunde die Bewohner von Jabne und Umgegend dem Monde überhaupt keine Beachtung geschenkt hätten. Dass ihn aber ausser den Zeugen kein Mensch in der ersten Nacht gesehen, braucht nicht erst erklärt und begründet zu werden. Das kam wohl öfter vor und liegt in der Natur der Sache. Die Mondsichel ist da noch so schmal und ihr matter Schein so schwach, dass nur ein sehr scharfes Auge unter besonders günstigen Bedingungen sie wahrnehmen kann."
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+ "Rabban Gamliel liess ihm hierauf sagen. dem Rabbi Josua. Er kann es ihm auch geschrieben haben; denn שלח bezeichnet ebenso die briefliche Mitteilung wie die mündliche Bestellung durch einen Boten.",
+ "Ich befehle dir. גוזרני ist aus גוזר אני zusammengezogen.",
+ "auf den nach deiner Rechnung das Versöhnungsfest fällt. Das ist der elfte Tischri nach Rabban Gamliels Festsetzung.",
+ "mit Stock und Geld. wie an einem Werktage.",
+ "Rabbi ‘Akiba ging hin. zu Rabbi Josua.",
+ "und fand ihn betrübt. in Gewissensnöten. מצר, Hif‘il von צרר, hier intransitiv wie in אשה מצרה (Jirm. 48, 41; 49, 22).",
+ "Gesetzeskraft besitzt. Wörtlich: getan ist.",
+ "denn es heisst. 3 B. M. 23, 4.",
+ "ich kenne keine anderen Feste als diese. Wenn man will, kann man „ich“ auf Gott beziehen. Doch ist אין לי in solchen Ableitungen aus der heiligen Schrift eine ständige Redewendung, in der das Fürwort immer den Ausleger meint. Rabbi ‘Aḳiba, der das Wörtchen אלה betont, will aus diesem Verse offenbar beweisen, dass die Festsetzung des Neumondstages durch das berufene Gericht auch dann unumstösslich ist, wenn sie auf Irrtum beruht. Nun lautet zwar der letzte Satz vollständig: אשר תקראו אתם במועדם (die ihr zur rechten Zeit berufen sollt). Indessen kann diese Mahnung nur der Behörde gelten. Diese hat die Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Feste zur gehörigen Zeit gefeiert werden. Das Volk hat sich ihrer Anordnung zu fügen, und es darf sich niemand, er mag noch so gelehrt sein, das Recht anmassen, ihre Entscheidung wegen angeblichen Irrtums anzufechten und die Feste nach eigenem Ermessen anzusetzen. Wohin sollte es auch führen, wenn jeder Fachmann die Befugnis hätte, auch nur für seine Person einen besondern Kalender aufzustellen? Immerhin ist es befremdlich, dass Rabbi ‘Aḳiba das Wort במועדם weglässt. Es ist doch nicht anzunehmen, dass die Mischna es unterschlagen hat, damit der oberflächliche Zuhörer daraus keine Waffe gegen ihn schmiede. Vielleicht liegt hier der sehr alte Fehler eines Abschreibers vor, dem der am Ende des vorigen Kapitels angeführte Vers noch im Sinne lag. Rabbi ‘Aḳiba aber stützte sich in Wahrheit auf Vers 2: מועדי ה׳ אשר תקראו אתם מקראי קדש אלה הם מועדי (Die Feste des Ewigen, die ihr als heilige Berufungen verkündet, sie sind meine Feste), wo auf dem Wörtchen אלה in der Tat ein starker Nachdruck ruht, was in Vers 4 weniger der Fall ist.",
+ "Als er. Rabbi Josua, den das Argument des Rabbi ‘Aḳiba nicht ganz beruhigen konnte. Er hatte ja nicht die Absicht, sich von der Feier des durch Rabban Gamliel festgesetzten Versöhnungstages auszuschliessen; er hätte nur auch noch den folgenden Tag gern gefeiert, was jener ihm verwehren wollte.",
+ "der von Mosches Tagen bis heute eingesetzt wurde. Mit anderen Worten: Da wir nicht imstande sind, die Entscheidungen vergangener Jahrhunderte einer Nachprüfung zu unterziehen, dürfen wir auch nicht an den Anordnungen der zeitgenössischen Behörde mäkeln. Das ist ein neues Argument, durch das sich Rabbi Josua völlig beruhigt fühlte. Während der jüngere Rabbi ‘Aḳiba, der dem verehrten Lehrer gegenüber nicht den geringsten Zweifel an Rabban Gamliels Irrtum wagt, den Satz aufstellt, dass dessen Festsetzungen, auch wenn sie auf falschen Voraussetzungen beruhen, im Kalenderwesen unbedingte Verbindlichkeit innewohnt, meint der ältere Rabbi Dosa ben Harkinas, der die Verwunderung über die Entscheidung des Gerichtshofes zuerst ausgesprochen, nunmehr in seiner Bescheidenheit: Wir dürfen nicht annehmen, dass Rabban Gamliel, bloß um seine Autorität zu wahren, hartnäckig und wider bessere Einsicht bei seinem Irrtum beharrt. Er glaubt sicherlich noch heute, dass er im Rechte ist, und wenn er dir schroff befiehlt, deinen eigenen Versöhnungstag zu entweihen, so geschieht es nur in der guten Absicht, Spaltungen in Israel zu verhüten. Wir aber dürfen uns nicht das Recht anmassen, seine Anordnungen unserer Nachprüfung zu unterziehen und ihre Rechtskraft anzutasten, wenn sie unsern Widerspruch herausfordern; denn auch wir sind nicht unfehlbar, und mit uns „wird die Weisheit nicht sterben“. Rabban Gamliel mag seine Gründe haben, wenn er auch zu stolz ist, sein Verfahren im Gerichtshofe zu rechtfertigen.",
+ "Es steht geschrieben. 2. B. M. 24, 9.",
+ "dem Gerichtshofe Mosches gleichstehen. Wenn sie auch hinter einem Mosche oder Aharon, einem Nadab oder Abihu weit, weit zurückstehen, so sind sie doch vielleicht einem der unbekannten siebzig Ältesten im Range gleich.",
+ "auf den nach seiner Rechnung der Versöhnungstag fiel. Das ist der elfte Tischri nach Rabban Gamliels Festsetzung."
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+ " Es ist sehr auffallend, dass unser drittes Kapitel, welches vom Schofar handelt, mit einer Mischna beginnt, in der noch wie in den beiden vorangehenden Kapiteln von der Neumondsweihe die Rede ist. Eine Erklärung dieser seltsamen Anordnung bietet vielleicht der allmähliche Ausbau der Mischnasammlung, der schon früher einmal erwähnt wurde (s. S. 164). In einer ältern Bearbeitung schloss sich die erste Mischna des dritten wahrscheinlich unmittelbar an die siebente des zweiten Kapitels an (ראש בית דין אומר מקודש וכל העם עונים אחריו מקודש מקודש. ראוהו בית דין וכל ישראל נחקרו העדים ולא הספיקו לומר מקודש ער שחשיכה הרי זה מעובר). Der Bericht über das Verfahren des Rabban Gamliel bei der Zeugenvernehmung, seine merkwürdigen Entscheidungen und sein strenges Einschreiten gegen den Widerspruch der Kollegen (II 8—9) ist vermutlich erst von seinem Enkel Rabbi Juda dem Heiligen, der das grosse Werk zum Abschluss brachte, hinzugefügt und am richtigen Orte eingeschoben worden. Denn II 7 bildet nur den Schluss von II 6, wo die Zeugenverhöre beschrieben und die zu stellenden Fragen aufgezählt werden. Durch diese längere Einschaltung war aber der Zusammenhang zwischen ראש בית דין אומר מקודש und ראוהו בית דין וכל ישראל zerrissen, und der Ordner hatte nun die Wahl, den Lehrsatz von der Verschiebung des Neumondstages infolge versäumter Weihe entweder am Ende des zweiten Kapitels unvermittelt an die Erzählung von der Unterwerfung des Rabbi Josua zu knüpfen, oder ihn an die Spitze eines neuen Kapitels zu setzen, um hernach ebenso unvermittelt die Vorschriften über den Schofar folgen zu lassen. Er wählte den zweiten Ausweg, damit der herzerhebende Eindruck der schönen und ergreifenden Szene, in die der Bericht über den Konflikt zwischen Rabban Gamliel und Rabbi Josua durch die Seelengrösse beider Männer ausklingt, in ungeschwächter Wirkung zur Geltung komme.
Am Ende des Kapitels ist wiederum der Zusammenhang durch eine erbauliche Betrachtung unterbrochen, die an Mischna 7 anknüpft (s. weiter unten, Anm. 34), mit dem Schluss von Mischna 8 aber, der offenbar zu Mischna 7 gehört, in keinerlei Verbindung steht. Hier endigt jedoch die eingeschobene Betrachtung mit den Worten ואם לאו היו נימוקין, die als Kapitelschluss nicht geeignet schienen.",
+ "so ist es ein Schaltmonat. Wenn der zuständige Gerichtshof selbst den neuen Mond noch vor Anbruch der Nacht beobachtet hat, ist nach dem Talmud eine Zeugenvernehmung überflüssig; er kann vielmehr den entschwindenden Tag, wenn es der dreissigste des alten Monats ist, durch sein Meḳuddasch (II 7) ohne weiteres noch zum Neumondstage weihen. Nur wenn er ihn erst nach Eintritt der Dunkelheit wahrgenommen hat, so dass die Neumondsweihe nicht sofort erfolgen konnte, weil kein Gerichtshof des Nachts seines Amtes zu walten vermag, müssen am folgenden Morgen, wenn es nicht schon der 31. Tag des alten Monats ist (s. K. II, Anm. 29), die Beobachter als Zeugen verhört werden. Der Sinn der Mischna ist daher: Sei es, dass ihn der Gerichtshof selbst gesehen, aber erst zu später Abendzeit, sei es, dass andere Personen ihn schon in der letzten Nacht gesehen, ihre Vernehmung aber sich am Tage in die Länge zog, in beiden Fällen wird, wenn die Nacht hereinbrach, ehe das Wort der Weihe ausgesprochen werden konnte, erst der folgende Tag zum Monatsanfang gemacht, so dass der alte Monat 30 Tage hat und somit zu einem Schaltmonat (מעובר) wird.",
+ "Hat ihn das Gericht allein gesehen. oder mindestens fünf Angehörige des grössern, aus 23 Mitgliedern bestehenden Gerichtshofes.",
+ "sollen zwei hintreten und vor ihnen. vor den drei Kollegen, die für die Neumondsweihe zuständig sind.",
+ "Zeugnis ablegen. wenn sie ihn erst nach Eintritt der Dunkelheit wahrgenommen haben (s. Anm. 1).",
+ "und sie bilden den Gerichtshof. mit anderen Worten, es sind keine Zeugen vorhanden ausser den drei berufenen Richtern.",
+ "sollen zwei. die Beisitzer.",
+ "ihren Sitz neben dem einen. dem Vorsitzenden.",
+ "ihren Genossen überlassen und vor ihnen Zeugnis ablegen. wenn sie ihn erst nach Eintritt der Dunkelheit wahrgenommen haben (s. Anm. 1).",
+ "denn kein Einzelner ist glaubwürdig durch sich selbst. durch seine Persönlichkeit, durch seinen sittlichen Charakter und seine geistigen Fähigkeiten. Seine Gewissenhaftigkeit, sein Scharfsinn und seine Gelehrsamkeit mögen über allen Zweifel erhaben sein und die besten Bürgschaften für eine richtige Urteilsfindung bieten, ohne die Mitwirkung der Beisitzer und den gegenseitigen Meinungsaustausch kann man doch weder zum Zeugenverhör des Vorsitzenden noch zu seiner Entscheidung das volle Vertrauen haben."
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+ "Alle Schofarot eignen sich. zur Erfüllung des Gebotes, das für den ersten Tischri das Schofarblasen vorschreibt (s. Anm. 16).",
+ "weil dieser ein Horn ist. Der Sprachgebrauch nennt das Rinderhorn niemals Schofar, sondern immer nur Ḳeren (Horn), während er auf die Hörner anderer Tiere auch die Bezeichnung Schofar überträgt, die sich in erster Reihe auf das Widderhorn bezieht.",
+ "Alle Schofarot werden ja Horn genannt. sogar der Schofar vom Widder.",
+ "beim langgezogenen Tone des Widderhorns. Josua 6, 5. Dass das Widderhorn קרן genannt wird, folgt schon aus והנה איל אחר נאחז בסבך בקרניו (1. B. M. 22, 13); er will aber beweisen, dass zwischen שופר und קרן überhaupt kein Unterschied besteht, und das ergibt sich aus der angeführten Stelle, in der vom קרן היובל die Rede ist, während vorher und nachher stets von שופרות היובלים gesprochen wird (והכהנים יתקעו בשופרות והיה במשך בקרן היובל בשמעכם את קול השופר). Die Gegenansicht entkräftet dieses Argument mit dem Einwande, dass wohl jeder Schofar ein Horn, aber nicht jedes Horn ein Schofar ist."
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+ "Der Schofar des Neujahrstages war. dereinst im Heiligtume.",
+ "zu beiden Seiten zwei Trompeten. Rechts und links vom Schofarbläser standen zwei Trompetenbläser.",
+ "die Trompeten kürzten den Ton. damit der Schofarton noch gehört werde, wenn die Trompeten schon verstummt sind.",
+ "denn das Gebot des Tages verlangt den Schofar. Das Gebot, am Neujahrstage gerade den Schofar zu blasen, findet sich zwar nicht ausdrücklich in der Tora (sowohl in 3. B. M. 23, 24 als auch in 4. B. M. 29, 1 ist nur ganz allgemein von der חרועה die Rede, ohne dass hierbei des שופר Erwähnung geschieht), wird aber durch Vergleichung mit dem תרועה שופר des Jobeljahres aus 3. B. M. 25, 9 abgeleitet."
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+ "An den Fasttagen. die in jeder Notlage, insbesondere bei Regenmangel angeordnet wurden (s. Ta‘anijot I 6 bis III 8).",
+ "waren es Widderhörner. mit denen im Heiligtume geblasen wurde. Die Bezeichnung זכרים für אילים ist unter dem Einfluss der aramäischen Sprache entstanden, in welcher der Widder דכרא heisst.",
+ "mit Silberbelegter Mündung und zwei Trompeten in der Mitte. Die Schofarbläser standen zu beiden Seiten der zwei Trompetenbläser.",
+ "die Trompeten dehnten den Ton. damit die Trompeten noch erschallen, wenn der Schofarton schon verklungen ist.",
+ "denn das Gebot des Tages verlangt Trompeten. 4. B. M. 10, 9."
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+ "Der Jobel. Der Versöhnungstag des fünfzigsten Jahres (3. B. M. 25, 9—10).",
+ "ist dem Jahresanfang hinsichtlich des Blasens und der Segenssprüche gleichgestellt. Auch an ihm wird wie am Neujahrstage (Mischna 3) auf einem Steinbockhorn geblasen; auch an ihm werden im Musafgebete die für das Neujahrsfest vorgeschriebenen (IV 5—6) und von Schofartönen begleiteten drei Einschaltungen מלכיות זכרוגות ושופרות hinzugefügt."
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+ "Ist ein Schofar gespalten. der ganzen Länge nach.",
+ "und man hat ihn zusammengefügt. im Feuer oder durch ein Klebemittel.",
+ "ist er dennoch unbrauchbar. Ist er dagegen nur zum Teil gespalten gewesen und wieder gehörig zusammengefügt worden, kann man ihn verwenden. Ist er der Breite nach gespalten, so ist er nur dann unbrauchbar, wenn sich der Spalt am obern Teile über die Hälfte des Umfanges erstreckt. Ist der Spalt weiter unten, so dass bis zum Mundstück das vorgeschriebene Mass des Schofar unversehrt geblieben, so ist er selbstverständlich ebenso zu verwenden, wie wenn der untere Teil ganz abgebrochen wäre. Die vorschriftsmässige Grösse beträgt vier Daumenbreiten, damit der Schofar in der Hand des Bläsers zu beiden Seiten ein wenig hinausrage.",
+ "wenn der Ton eine Störung. eine Veränderung."
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+ "Wenn jemand in eine Grube oder einen Keller. Zwischen בור und דות ist kein wesentlicher Unterschied; jenes ist ein gegrabener, dieses ein gemauerter Raum (אחד הבור ואחד הדות בקרקע אלא שהבור בחפירה והדות בבניין — Baraita in Baba batra 64a). Die Etymologie von דות ist dunkel. Einige Handschriften lesen החדות (so auch die Mischnaausgaben in Ahilut XI 8—9; vgl. Tosefta Pesaḥim I 3: היציע והדות mit Jer. das. I 1: והחדות היציע), das aus dem arab. خد (spalten, furchen, graben) abgeleitet werden könnte, wenn רשב״ם (in seinem Kommentar zu Baba batra daselbst) darin recht hat, dass בור eine in den Felsen oder harten Boden gehauene, דות dagegen oder richtiger חדות eine ausgemauerte oder zementierte Zisterne ist, beide aber in die Erde gegraben. Dann könnte חדות in הדוח verschrieben und aus diesem wieder, indem man ה als Artikel ansah, רות entstanden sein. Raschi hier (27a oben) und Maimonides in seinem Mischnakommentar hier wie dort halten jedoch בור für einen in die Erde gegrabenen und דות oder חדות für einen auf der Erde durch Mauerwerk errichteten Wasserbehälter. Gegen diese Auffassung, die auf den ersten Blick nicht nur in der Unterscheidung zwischen חפירה und בניין daselbst (nach רשב״ם müsste es heissen: אחד הבור ואחד הדות בחפירה אלא שהדות בבניין והבור שלא בבניין), sondern auch im Wortlaut der dortigen Mischna (IV 2): לא את הבור ולא את הדות אף על פי שכתב לו עומקא ורומא eine Stütze zu finden scheint, spricht das Wort בקרקע in der angeführten Baraita, das doch nicht zugleich in der Erde und auf der Erde bedeuten kann. Im Syrischen ist חדותא ein unterirdischer Raum zur Aufbewahrung von Getreidevorräten; in der Tosefta Baba M. VI 10 ist דות eine Art Weinkeller.",
+ "oder eine Tonne. פיטס ist das gr. πίϑος, ein grosses, bauchiges Tongefäss mit weiter Öffnung.",
+ "seiner Pflicht genügt. Man ist nicht verpflichtet, am Neujahrstage den Schofar selbst zu blasen; es genügt, die vorgeschriebenen Töne zu hören. — יצא ist aus יצא ידי חובתו abgekürzt.",
+ "hat man aber nur den Schall eines Geräusches. הברה scheint auf den ersten Blick mit dem arab. خبر = Gerücht verwandt zu sein. Diesen Sinn hat das Wort allerdings in לא ששמעו קול הברה (Giṭṭin 89 a Mitte); hier aber bezeichnet es einen undeutlichen Ton, ein verworrenes Geräusch, und es ist nicht anzunehmen, dass diese Bedeutung sich aus jener entwickelt hat. Eher ist das Umgekehrte wahrscheinlich, dass nämlich der Ausdruck für Lärm und Geräusch auf den Begriff des Gerüchtes übertragen wurde (vgl. das lat. rumor, das fr. bruit und das engl. noise). Da nun خبر in erster Linie erzählen, berichten heisst, ist eine Verwandtschaft mit הברה wenig begründet.",
+ "Ebenso. Die Übereinstimmung besteht darin, dass in beiden Fällen das blosse Hören nicht genügt, sei es, dass man zwar mit Andacht gelauscht, aber doch nur einen verworrenen Schall vernommen hat, sei es, dass man zwar klare Töne und Worte gehört, aber ihnen keine Beachtung geschenkt hat.",
+ "den Ton des Schofar oder die Vorlesung der Rolle. Der Esterrolle am Purimfeste. Das Buch Ester wird schlechthin מגלה, die Rolle genannt."
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+ "„Und es geschah, wenn Mosche seine Hand erhob, siegte Israel, und wenn Mosche seine Hand sinken liess, siegte ‘Amale. Zitat aus 2. B. M. 17, 11 — in diesem Zusammenhange wegen der den Wert der Andacht betonenden Auslegung angeführt, die das Schriftwort hier erfährt.",
+ "Können denn Mosches Hände den Kampf fördern oder den Kampf hemmen. In der Bibel heisst עשה מלחמה ganz allgemein: Krieg führen; hier aber bedeutet es, wie der Gegensatz שבר מלחמה zeigt, den Sieg erringen. Der Mischnalehrer nimmt עשה im Sinne von fördern und denkt bei dem Worte מלחמה nur an die Israeliten. Ihren Kampf fördern, bedeutet ihm den Sieg; ihren Kampf hemmen, bedeutet ihm die Niederlage. Es ist aber auch möglich, dass unter מלחמה vorzugsweise der siegreiche Krieg verstanden wurde, wie z. B. in dem mit על הנסים beginnenden Gebete, also עשה מלחמה = den Sieg herbeiführen, שבר מלחמה = den Sieg vereiteln. Vgl. ולא לגבורים המלחמה (Ḳohelet 9, 11) und שמה שבר רשפי קשת מגן וחרב ומלחמה סלה (Ps. 76, 4), wo es also nicht nötig ist, metonymisch an כלי מלחמה zu denken.",
+ "solange sie nach. כלפי ist aus כלאפי zusammengezogen.",
+ "oben blickten und ihr Herz dem himmlischen Vater zu eigen gaben. שעבד ist Schaf‘el von עבד und bedeutet daher knechten, unterjochen, belasten, verpflichten.",
+ "sonst aber unterlagen. Demnach ist Mosche hier als Vertreter, wohl gar als Verkörperung des Volkswillens aufgefasst.",
+ "Ähnlich liest du. 4. B. M. 21, 8.",
+ "War es denn die Schlange. Gemeint ist die kupferne Schlange. Dann aber kann ממית nicht seine gewöhnliche Bedeutung haben, etwa wie אין ערוד ממית אלא החטא ממית (Berachot 33 a); denn diese künstliche Schlange brauchte nicht erst zu töten, sie brauchte nur dem Tode, der durch den Biss der giftigen Schlange drohte, nicht zu wehren. Vielmehr heisst ממית hier sterben lassen, מחיה gesund machen; mit anderen Worten: hatte denn die Schlange über Tod und Leben zu gebieten?",
+ "siechten sie dahin. נִמּקִּין ist neuhebr. Nif‘al statt נְמַקִּים.",
+ "ein Irrsinniger und ein Minderjähriger kann nicht die Gemeinde ihrer Pflicht entledigen. Da sie selbst nicht verpflichtet sind, am Neujahrstage die Schofartöne zu hören, so haben auch, wenn einer von ihnen den Schofar bläst, die Zuhörer damit noch nicht ihrer Pflicht genügt. Gewöhnlich wurde der Schofar in der Synagoge nach dem Morgengebete geblasen (IV 7); darum steht hier חרבים, die Gemeinde. Es versteht sich aber von selbst, dass auch ein Einzelner, der die Schofartöne von einem dieser Unzurechnungsfähigen hörte, seine Pflicht noch nicht erfüllt hat."
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+ "blies man. den Schofar.",
+ "an heiliger Stätte. nicht nur im Tempel, sondern — wie aus der folgenden Mischna ersichtlich — in ganz Jerusalem; allerdings nur bis Mittag, solange das Synhedrion auf dem Tempelberge seine Sitzungen hielt.",
+ "Nachdem das heilige Haus zerstört worden. durch die Römer.",
+ "Rabbi Eli‘ezer. ein Schüler von Rabban Joḥanan ben Zakkai (Abot II, 8).",
+ "sagte, Rabban Joḥanan ben Zakkai hätte diese Einrichtung nur für Jabne. s. Kap. II Anm. 31.",
+ "ob Jabne oder irgend ein anderer Sitz eines Gerichtshofes. Nach dem bab. Talmud z. St. sind hier drei verschiedene Ansichten vertreten. Nach der ersten hat Rabban Joḥanan ben Zakkai die Einrichtung für jede Stadt getroffen, in der sich ein Synhedrion von dreiundzwanzig autorisierten Richtern (s. Raschi) auch nur vorübergehend aufhält; nach Rabbi Eli‘ezer nur für den Ort, an dem sich, wie damals zu Jabne, das grosse Synhedrion befindet; nach der letzten Ansicht nur für solche Städte, in denen ein Synhedrion von dreiundzwanzig Mitgliedern seinen ständigen Sitz hat. Darin aber herrscht Übereinstimmung, dass am Schabbat der Schofar nur vor dem Gerichtshofe geblasen wurde."
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+ "Und auch insofern hatte Jerusalem einen Vorzug vor Jabne. Der eine Vorzug, dass man am Neujahrsschabbat vormittags in ganz Jerusalem und nicht bloss, wie später in Jabne, vor dem Synhedrion den Schofar blasen durfte, ist schon in der vorigen Mischna dadurch angedeutet, dass die Einrichtung des Rabban Joḥanan ben Zakkai auf die Anwesenheit eines Gerichtshofes Gewicht legt, während der erste Satz der Mischna eines solchen keine Erwähnung tut. Ein anderer Vorzug bestand darin, dass es auch in den Nachbarorten, die im Schabbatbezirk (‘Erubin, Einl. Abs 4) der heiligen Stadt lagen und durch keinen brückenlosen Fluss von ihr getrennt waren, gestattet war, den Schofar am Neujahrsschabbat vormittags zu blasen, wenn man von dort aus Jerusalem sehen und die herüberschallenden Schofartöne vernehmen konnte.",
+ "in der man es sah und hörte und nahe war und die Möglichkeit hinzugelangen hatte. Keine dieser vier Bedingungen schliesst die andere in sich. Es können sogar drei von ihnen erfüllt sein und die vierte Voraussetzung doch nicht zutreffen. Liegt ein benachbarter und zugänglicher Ort im Tale, so kann man die Schofartöne aus Jerusalem hören, ohne die rings von Bergen umgebene Stadt (Ps. 125, 2) zu sehen; liegt er auf der Höhe eines Berges, so kann man umgekehrt die Stadt von dort aus sehen, ohne ihre Schofartöne zu hören. Man kann ferner von einem Orte, dessen Bewohner Jerusalem sehen und seine Schofartöne hören, ohne Hindernisse hingelangen, er liegt aber jenseits der Schabbatgrenze; umgekehrt kann ein solcher Ort innerhalb des Schabbatbezirkes sich befinden, und man kann dennoch nicht in die Stadt gelangen, weil man von ihr durch einen Fluss getrennt ist, über den keine Brücke führt."
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+ "Anfangs wurde der Feststrauss. des Hüttenfestes (3. B. M. 23, 40) Über לולב als Bezeichnung für den ganzen Feststrauss siehe oben, Sukka Kap. III, Anm. 25.",
+ "im Heiligtume. Hier ist es zweifelhaft, ob unter מקדש nur das heilige Haus oder auch die heilige Stadt zu verstehen ist.",
+ "sieben Tage und in der Provinz nur einen Tag. am ersten Tage des Festes, gemäss der Satzung: ולקחתם לכם ביום הראשון (das.). Dass man ihn an heiliger Stätte alle sieben Tage des Hüttenfestes zur Hand nahm, beruht auf dem Schlusssatz (das.): ושמחתם לפני ה׳ אלהיכם שבעת ימים.",
+ "Nach der Zerstörung des heiligen Hauses. durch die Römer.",
+ "dass der Feststrauss in der Provinz sieben Tage zur Erinnerung an das Heiligtum genommen werde und dass der ganze Tag der Schwingung. der 16. Nisan, an welchem das Erstlingsopfer vom Getreide im Heiligtum geschwungen wurde (3. B. M. 23, 10—11).",
+ "dem Verbote unterliege. das den Genuss des neuen Getreides bis zur Darbringung der Erstlingsgabe untersagt (das. 14); s. Sukka III, Anm. 46."
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+ "Anfangs nahm man die Zeugenaussage über den Neumond den ganzen Tag entgegen. Wenn am Dreissigsten eines Monats die Zeugen, die den neuen Mond wahrgenommen hatten, noch so spät vor dem zuständigen Gerichtshof erschienen, wurden sie doch verhört, und wenn ihre Aussagen als unanfechtbar sich erwiesen und die Nacht noch nicht hereingebrochen war, wurde dieser Tag zum Ersten des folgenden Monats geweiht.",
+ "Einst verzögerte sich. נשתהו, Nitpa‘el von שהה (aram. שהא, arab. سها = zögern, nachlässig sein), unterscheidet sich vielleicht darin vom Ḳal, dass dieser eine beabsichtigte Verzögerung (vgl. Berachot V 1), jener eine unfreiwillige (die Zeugen wurden aufgehalten) bezeichnet.",
+ "wodurch sich die Leviten hinsichtlich des Gesanges. Die Leviten sangen bei jedem öffentlichen Weinopfer einen Psalm (Tamid VII 3—4).",
+ "eines Verstosses schuldig machten. Auf Grund der Neumondsrechnung konnte man die Zeugen an diesem Tage erwarten; vielleicht hatte man gar schon erfahren, dass welche unterwegs waren, worauf der Ausdruck נשתהו deutet. Es wurde aber spät und später, und sie waren immer noch nicht erschienen. Zweieinhalb Stunden nach Mittag sollte das Abendopfer geschlachtet werden (Pesaḥim V 1). Vorher aber musste man, wenn es ein Neumondstag war, dessen Musaf (4. B. M. 28, 11—15) darbringen. Die Entscheidung darüber, ob es ein Neumondstag war, hing aber vom Zeugenverhör ab. Man wartete also und wartete, bis es endlich so spät wurde, dass man gerade noch Zeit hatte, das Abendopfer mit seinem Mehl- und Weinopfer vor Anbruch der Nacht zu vollziehen, aber nicht mehr den vorgeschriebenen Psalm zu singen [כן נראה לי פרוש משנתנו לפי דעת ר״מ ז״ל בהלכות קדוש החדש ג׳ ה׳ ועיין לח״מ ותיו״ט ].",
+ "dass man sie nur bis zum Spätnachmittag. dem für das Abendopfer festgesetzten Zeitpunkt. Über die Bedeutung des Wortes מנחה siehe Pesaḥim V, Anm. 2.",
+ "Wenn nun die Zeugen erst nach Beginn des Spätnachmittags kamen. also nicht mehr vernommen wurden.",
+ "hielt man diesen Tag heilig. Man feierte ihn weiter als Neumondstag oder, wenn es der 30. Elul war, als Neujahrstag, indem man sich auch nachmittags jeder an diesen Tagen untersagten Handlung enthielt.",
+ "und auch den folgenden. den Einunddreissigsten, den eigentlichen Neumonds- bezw. Neujahrstag.",
+ "dass man die Zeugenaussage über den Neumond den ganzen Tag entgegennehme. da ja der Opferdienst nun eingestellt war.",
+ "Wo immer das Oberhaupt des Gerichtshofes sich befindet. wenn auch der Vorsitzende, der das Wort der Weihe zu sprechen hatte (oben Kap. II M. 7) aus irgend einem Grunde verhindert ist, am Orte der Verhandlung zu erscheinen.",
+ "die Zeugen begeben sich doch nur nach dem Orte der Zusammenkunft. an dem der zuständige Gerichtshof seinen Sitz hat."
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+ "Was die Ordnung der Benediktionen betrifft. von denen oben Kap. III M. 5 (s. Anm. 23 das.) die Rede war.",
+ "die Heiligkeit Gottes. Von den drei Segenssprüchen, die das tägliche Gebet im engern Sinne, die eigentliche תפלה einleiten, wird der erste mit אבות bezeichnet, weil der Allgütige in ihm als Gott unserer Väter angerufen wird, der zweite mit גבורות, weil in ihm die Allmacht Gottes und seine Wundertaten gefeiert werden, der dritte mit קדושת השם, weil in ihm Gottes Heiligkeit betont wird.",
+ "und verbindet mit ihnen. Die Einschaltung findet im dritten Segensspruche, in קדושת השם statt; es wäre daher עמה richtiger. Da aber diese drei Segenssprüche als Einleitung in mancher Beziehung eine Einheit bilden, so lässt sich auch der Plural עמהן rechtfertigen.",
+ "das Huldigungsgebet. Es besteht aus zehn Bibelstellen, in denen dem Weltenschöpfer als König (מלך) gehuldigt wird. Voran geht eine erhebende Betrachtung über den Monotheismus und seine unüberwindliche, völkerbezwingende Macht, während den Schluss ein inniges Gebet für den Sieg der reinen Gotteserkenntnis bildet. Diese Einschaltung soll mit קדושת השם und nicht, wie Rabbi ‘Aḳiba will, mit קדושת היום verbunden werden, weil sie ihrem ganzen Inhalte nach sich besser dem Segensspruche eingliedert, der der Heiligkeit Gottes, als demjenigen, der der Heiligkeit des Tages gewidmet ist.",
+ "ohne zu blasen. Entsprechend den drei Einschaltungen, die das Neujahrsgebet auszeichnen, soll nur dreimal der Schofar geblasen werden und zwar nach drei aufeinanderfolgenden Segenssprüchen; deshalb soll hier noch nicht geblasen werden, sondern erst nach dem folgenden Segensspruche, dem sich die zwei letzten Einschaltungen als besondere Segenssprüche anschliessen.",
+ "hierauf die Gebete über die Heiligkeit des Tages. Das ist die allen Festtagen gemeinsame Benediktion, die mittlere der sieben Segenssprüche, aus denen die T’filla des Schabbats und der Feiertage besteht. Sie preist die Heiligkeit des Tages und heisst darum קדושת היום.",
+ "über die Vorsehung. Diese Einschaltung, die im Gegensatz zur ersten (מלכיוח) einen Segensspruch für sich bildet, besteht ebenfalls aus zehn Bibelstellen, einem ergreifenden Vorwort und einem Schlussgebet. Im Vorwort wird eindringlich auf Gottes Weltregierung hingewiesen, auf seine Allwissenheit, seine Gerechtigkeit und seine Güte. In den Bibelversen, in denen immer das Wort זכר (daher der Name זכרונות) in irgend einer Form wiederkehrt, wird die liebevolle Fürsorge hervorgehoben, mit der die göttliche Vorsehung der Menschen gedenkt und ihrer sich annimmt. Im Schlussgebete wird die Gnade Gottes für die sündige Menschheit, die schuldbeladen vor seinem Richterthron erscheint, inbrünstig erfleht.",
+ "über den Schofar. Auch diese Einschaltung bildet einen besondern Segensspruch. Sie beginnt mit einem stimmungsvollen Bilde der Offenbarung am Sinai, reiht an dieses zehn (elf) Bibelstellen über die Bedeutung des Schofar und schliesst mit dem Gebete um Rückkehr in die alte Heimat.",
+ "den Priestersegen. Von den drei Benediktionen, die den Schluss der täglichen T’filla bilden, ist die erste ein Gebet um Wiederherstellung des Opferdienstes (עבודה) in der heiligen Stadt, die zweite ein Dankgebet (הודאה) für all die Wohltaten, die wir in jedem Augenblicke unseres Lebens aus Gottes Hand empfangen, die dritte (ברכת כהנים oder שלום) ein mit dem Priestersegen (נהנים ברכת) beginnendes Gebet um Frieden (שלום).",
+ "wozu trägt man es vor. Nach seiner Ansicht haben die drei Einschaltungen nur den Zweck, auf die folgenden Schofartöne vorzubereiten, ihre Bedeutung zu erklären und das Gemüt des Zuhörers für ihre Wirkung empfänglich zu machen
Wenn daher auch zugestanden werden muss, dass das Huldigungsgebet zu קדושת השם, besser passt, soll es doch der קדושת היום eingefügt werden, weil nach Schluss dieser Benediktion, wie ja auch Rabbi Joḥanan ben Nuri anordnet, der Schofar geblasen wird."
+ ],
+ [
+ "zehn Schofarverse vor. je vier aus der Tora, je drei aus den Hagiographen (Psalmen) und je drei aus den Propheten.",
+ "Wenn man je drei von allen gesagt hat. je einen aus der Tora, je einen aus den Hagiographen und je einen aus den Propheten.",
+ "der von einem Strafgericht handelt. zum Beispiel Jeḥezḳêl 20, 33; Ps. 78, 39; Hosea 5, 8; Jirm. 4, 19.",
+ "Man beginnt mit der Tora und schliesst mit den Propheten. weil diese eindrucksvoller als die Psalmverse sind.",
+ "so hat man der Pflicht genügt. Da Rabbi Jose in einer Baraita die Ansicht vertritt, es sei besser, mit einem Verse der Tora zu schliessen (המשלים בתורה הרי זה משונה), erklärt der bab. Talmud unsere Mischna so, als wollte Rabbi Jose sagen: Man schliesse mit einer Stelle aus der Tora; hat man jedoch mit einem Prophetenverse geschlossen, so hat man seine Pflicht erfüllt (משלים בתורה ואם השלים בנביא יצא). Eine Textänderung soll das nicht sein, sondern nur eine Auslegung (הכי קאמר). Aehnlich der Jeruschalmi: כיני אומר צריך להשלים בתורה מחניתא רבי יוסי. In Wahrheit besteht auch zwischen Baraita und Mischna kein Widerspruch. Dort meint R. Jose, dass es sich empfiehlt, die vier Verse aus der Tora (Anm. 35) nicht hintereinander vorzutragen, sondern zunächst nur drei und zwar an erster Stelle, den vierten dagegen am Schlusse nach den Prophetenstellen; hier aber meint er, dass es nicht schadet, wenn man alle vier Verse der Tora zuletzt gesagt hat, und selbstverständlich erst recht nicht, wenn man sie an die erste Stelle gesetzt und daher mit den Propheten geschlossen hat. [In ähnlicher Weise verfährt der bab. Talmud mit den Worten שתחלה ניסה נפילה (Soṭa VIII 6), indem er erklärt: אימא מפני שתחלת נפילה ניסה. Auch hier keine Textänderung (תני), sondern eine Interpretation. Dem ganzen Zusammenhange nach kann die Mischna nur meinen, dass der erste, der im Kampfe die Flucht ergreift, die Niederlage herbeiführt. Mit anderen Worten: Der Beginn der Flucht ist die Niederlage. Freilich ist das eine etwas übertriebene Redewendung, die der Talmud auf das richtige Mass zurückführt, indem er ihr den Sinn unterlegt: Der Beginn der Flucht ist der Anfang der Niederlage.]"
+ ],
+ [
+ "Tritt man. als Vorbeter.",
+ "vor die Lade. in der die Torarollen aufbewahrt werden.",
+ "so lässt am Neujahrsfeiertage der zweite. der das Musafgebet vorträgt. Ursprünglich wurde der Schofar beim Morgengebet geblasen, bis einmal in aufgeregter Zeit römische Soldaten, die den Schall des Schofar für ein Signal zum Aufstand gegen das verhasste Joch der Fremdherrschaft hielten, in die Synagoge drangen und da ein Blutbad anrichteten. Da führte man ein dass den Schofar erst zu Musaf geblasen werden soll, wenn sich die misstrauischen Späher durch den ganzen Verlauf der Morgenandacht und der Toravorlesung bereits von dem friedlichen Charakter der Gebetsversammlung überzeugt haben konnten.",
+ "zur Zeit des Hallel. an den vier fröhlichen Festen. Am Neujahrs- und Versöhnungstage wird Hallel (Psalm 113—118 nicht gesagt.",
+ "dagegen der erste. der das Morgengebet vorträgt."
+ ],
+ [
+ "Wegen des Neujahrsschofar. um am Neujahrstage in den Besitz eines Schofar zu gelangen.",
+ "darf man weder die Schabbatgrenze. s. ‘Erubin, Einl. Abs. 4.",
+ "noch einen Steinhaufen lichten. Über פקח vgl. Pesaḥim, Kap. VIII, Anm. 38.",
+ "noch auf dem Wasser schwimmen. s. Jom Ṭob V 2, Anm. 9—11. Alle fünf hier angeführten Verbote sind nur rabbinische Satzung. Dennoch darf man sie nicht übertreten, um das biblische Gebot des Schofarblasens erfüllen zu können.",
+ "sei es in einer gegen ein Verbot verstossenden Weise. Mit dem Worte שבות werden die rabbinischen Schabbatverbote bezeichnet, weil sie auf dem Ruhegebot der Tora fussen; unter לא תעשה versteht man ein biblisches Verbot. Von der Tora ist das Beschneiden des Schofar dann untersagt, wenn er sonst nicht gebrauchsfähig wäre; geschieht es aber nur zur Verzierung oder zur Verstärkung des Tones, so steht dem bloss eine rabbinische Satzung entgegen.",
+ "mag er es tun. obgleich dadurch der Ton verbessert wird.",
+ "beschäftigt sich vielmehr mit ihnen. trotz der Heiligkeit des Tages, an dem sonst jede Art Musik von den Rabbinen untersagt ist (Jom Ṭob V 2, Anm. 14).",
+ "Ein so Beschäftigter. der also nur zum Zwecke des Unterrichts bläst, geschweige denn zur Übung oder gar nur zum Zeitvertreib.",
+ "genügt damit noch nicht seiner Pflicht. solange er nicht mit der Absicht, das Gebot zu erfüllen, geblasen hat.",
+ "hat damit seine Pflicht noch nicht erfüllt. wenn auch der Zuhörer selbst die Absicht der Pflichterfüllung hat."
+ ],
+ [
+ "Die Ordnung der Schofartöne erfordert dreimal je drei. und zwar jedesmal ein schmetternder Ton (תרועה) zwischen zwei gedehnten (תקיעה). In dieser Reihenfolge werden die drei Töne dreimal wiederholt.",
+ "Das Zeitmass der gedehnten Töne entspricht dem von drei schmetternden. Da der gedehnten Töne sechs, der schmetternden nur drei sind, so hat jede תקיעה das Zeitmass einer halben תרועה. Es wäre nun freilich einfacher gewesen, שיעור תקיעה כחצי תרועה zu sagen; die Mischna will aber mit den Worten שיעור תקיעות כשלש תרועות zugleich den Grund dieser Bestimmung andeuten: Obgleich die Zahl der תקיעות doppelt so gross wie die der תרועות ist, soll doch das Zeitmass der gesamten Töne hier wie dort dasselbe sein. Übrigens haben die Handschriften und die erste Ausgabe der Mischna (Neapel 5250) ebenso wie die beiden Talmude die Lesart שיעור תקיעה.",
+ "das Zeitmass eines schmetternden dem von drei Klagetönen. Es ist zweifelhaft, ob unter dem Klageton (יבבה) ein Stöhnen oder ein Wimmern zu verstehen ist. Darum wurde schon in talmudischer Zeit der noch heute bestehende Brauch herrschend, statt der vorgeschriebenen neun Töne deren dreissig zu blasen: Dreimal תקיעה שברים תרועה תקיעה, dreimal תקיעה שברים תקיעה und dreimal תקיעה תרועה תקיעה. Mit שברים bezeichnen wir das gebrochene Stöhnen, mit תרועה das anhaltende Wimmern.",
+ "Hat man den ersten Ton geblasen und beim zweiten ein doppeltes Zeitmass eingehalten. Wie bereits oben (Anm. 55) erwähnt wurde, beginnt jede Tonreihe mit einer תקיעה und schliesst mit einer תקיעה, so dass wiederholt zwei gedehnte Töne aufeinander folgen. Es hat nun jemand die zweite תקיעה der ersten Reihe, ohne abzusetzen, doppelt so lang gedehnt als die vorangegangene erste, damit sie zugleich auch als erste תקיעה der zweiten Reihe gelte.",
+ "so gilt er doch nur für einen. אין בידו אלא אוזת, wörtlich = er ist nur im Besitze einer תקיעה, d. h. sie wird ihm doch nur als Schlusston der ersten Reihe angerechnet.",
+ "Hat jemand die Segenssprüche. das Musafgebet des Neujahrsfestes.",
+ "und dann erst gelangt ein Schofar in seine Hände. נתמנה, Nitpa‘el von מנה (vgl. Jona 2, 1 u. ö.; Schebî‘ît VII 4) eig. zu Teil werden, sich treffen, sich darbieten.",
+ "einen schmettern den und wieder einen gedehnten Ton dreimal. und hat damit seiner Pflicht genügt, wenn er auch nicht im Anschluss an die Benediktionen den Schofar geblasen hat, wie es in Mischna 5 gewünscht wird.",
+ "Wie der Gemeindevertreter. der von der Gemeinde beauftragte Vorbeter.",
+ "verpflichtet ist. das tägliche Gebet zu sprechen.",
+ "so ist auch jeder einzelne verpflichtet. denn der Vorbeter trägt die Gebete nur für diejenigen laut vor, die selbst nicht beten können.",
+ "der Gemeindevertreter enthebe die Gesamtheit ihrer Pflicht. Es muss befremden, dass diese Streitfrage so plötzlich, ohne jeden Zusammenhang mit dem Vorhergehenden, hier auftaucht. Es scheint aber eine Umstellung vorgenommen worden zu sein. Die logische Ordnung des Kapitels verlangt, dass auf die Einrichtungen des Rabban Joḥanan ben Zakkai (Mischna 1—4), deren erste sich auf das Schofarblasen bezieht, zunächst die in Mischna 7, 8 und 9 a enthaltenen Bestimmungen über denselben Gegenstand und dann erst die Vorschriften über das Neujahrsgebet (Mischna 5—6) folgen, an die sich der Schluss des Kapitels (Mischna 9 b) sehr gut anschliessen würde. In diesem Falle hätte man jedoch zu dem Irrtum verleitet werden können, die Meinungsverschiedenheit zwischen Rabban Gamliel und seinen Freunden beschränke sich auf das Neujahrsgebet mit seinen drei langen Einschaltungen, die auch den Gebildeten nicht geläufig waren. In Wahrheit aber gehen ihre Ansichten ebenso hinsichtlich der Gebete des ganzen Jahres auseinander. Darum wurde unsere Streitfrage von den Bestimmungen über das Neujahrsgebet dadurch getrennt, dass diese in M. 5—6 den Vorschriften über den Schofar voran gesetzt wurden."
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Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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+ "\nAuf den Traktat Pesaḥim folgt in den Mischnaausgaben und ebenso in der Tosefta (s. ed. Zuckermandel S. 109) Massechet Scheḳalim, in den Jeruschalmi ausgaben dagegen Massechet Joma. Die Traktate der Mischna sind nicht nach ihrem Inhalte, sondern nach der Anzahl ihrer Kapitel geordnet1). Das zeigt sich nirgends deutlicher als in unserm Seder Moed, in welchem z. B. die Vorschriften des Hüttenfestes (Sukka mit 5 Kapp.) denen des Neujahrsfestes (Rosch Haschana mit nur 4 Kapp.) vorangehen. An Massechet Sabbat, die mit 24 Kapp. an der Spitze steht, schliesst sich ’Erubin mit 10 Kapp. an, die zu Sabbat eine enge innere Beziehung haben. Nun folgen aber nicht etwa die Traktate Jom Tob (5 Kapp.) Moed Ḳaṭan (3 Kapp.) und Ḥagiga (3 Kap.), die die allgemeinen Vorschriften der Feste enthalten, sondern zunächst Pesaḥim, weil diese Massichta gleich ‘Erubin 10 Kapp. hat, dann Schekalim und Joma mit je 8 Kapp. Da nun beide Traktate dieselbe Kapitelzahl haben, und keiner zum Vorangehenden eine besondere Beziehung aufweist, war es zweifelhaft, wem von ihnen der Vorrang zukäme. Einer ähnlichen Unsicherheit begegnen wir im Seder Naschim, in welchem drei Abhandlungen je 9 Kapp. haben: Nezirut, Soṭa und Giṭṭin. Dass Nezirut sich an Nedarim (11 Kapp.) anschliessen müsse, war selbstverständlich, da beide Traktate von den Gelübden handeln und daher ebenso zusammenhängen wie Sabbat und ‘Erubin; die Reihenfolge der beiden anderen aber war in der Tat schwankend. In der allgemeinen Einleitung zu seinem Mischnakommentar lässt Maimonides Soṭa auf Giṭṭin folgen und diese Massichta sich unmittelbar an Nezirut anschliessen, während aus einer Bemerkung in Babli (Anf. Soṭa), die jedenfalls ein späterer Zusatz ist und Maimuni nicht vorgelegen hat, klar hervorgeht, dass Soṭa an Nezirut anknüpft. Auf eine Anfrage, die R. Jakob b. Nissim in dieser Angelegenheit an R. Scherira gerichtet hatte („Warum steht Joma vor Scheḳalim, Sukka vor Jom Tob und beide vor Rosch Haschana?“) antwortete der Gaon: „Uns lehrte man in der Schule erst Scheḳalim und dann Joma, mag sein, dass ihr die umgekehrte Reihenfolge habt; immerhin lesen auch wir Sukka vor Jom Tob und dann erst Rosch Haschana. Mann kann wohl annehmen, dass Sabbat und ‘Erubin wegen der überragenden Bedeutung des Sabbats an der Spitze stehen, worauf Pesaḥ als erstes aller Feste folgt und im Anschluss Scheḳalim, weil die Tempelsteuer dem Pesachfeste zeitlich vorangeht (dieses wird im Nisan gefeiert, jene im Adar entrichtet) und zwischen beiden gewissemassen eine ähnliche Beziehung wie zwischen ‘Erubin und Sabbat besteht (Scheḳalim handelt von der Tempelverwaltung, ein grosser Teil des Traktats Pesaḥim vom Opferdienste). Auf Sabbat zurückgreifend, folgt nun die Abhandlung über den Versöhnungstag, weil dieser dem Sabbat gleicht, obgleich er in der Reihenfolge des Jahres dem Neujahrsfeste nachsteht“ u. s. w.2). Auch Maimonides lässt in seiner oben erwähnten Einleitung Joma auf Scheḳalim und diesen Traktat unmittelbar auf Pesaḥim folgen.\nDen Gegenstand unserer Massichta bildet die Tempelsteuer, die jeder Erwachsene jährlich vor dem 1. Nisan im Betrage eines Scheḳel (Silbermünze im Werte von etwa 1,30 M., die Hälfte eines „heiligen Schekel“) entrichten musste, und die dazu bestimmt war, die Kosten der öffentlichen Opfer im neuen Jahre zu decken. Es werden aber auch noch andere gesetzliche Bestimmungen, die mit dem Tempeldienst zusammenhängen, gelegentlich angefügt. Die beiden ersten Kapitel regeln die Einziehung, die zwei folgenden die Verwendung dieser Steuer, das fünfte handelt von der Tempelverwaltung, das sechste von den dreizehn Toren, Tischen und Opferbüchsen des Heiligtums, die beiden letzten erörtern die Frage, wann gefundene Gegenstände als heilig und wann als unheilig, wann als rein nnd wann als unrein zu gelten haben.\nMassechet Scheḳalim ist in unserer „Ordnung“ der einzige Traktat, der in den babylonischen Hochschulen nicht kommentiert wurde. Wir sind hier lediglich auf Jeruschalmi angewiesen. Die ganze Abhandlung steht mit Seder Mo‘ed nur in sehr loser Verbindung. Jedenfalls wäre sie in der fünften „Ordnung“, die von den Opfern handelt, eher am Platze als hier. Vermutlich war in der ursprünglichen, wohl schon von Hillel herrührenden Anlage von Scheḳalim nichts weiter vorhanden als die erste Mischna, welche dort den Anfang von Megilla bildete. Erst nach der Zerstörung des Tempels wurde auf diesem Grundstein allmählich unser Traktat aufgebaut, damit die Erinnerung an die Vergangenheit den späteren Geschlechtern nicht verloren gehe. Die wichtigsten Stücke dieser Abhandlung tragen die Spuren einer spätem Abfassung unverkennbar an der Stirne (התרומה מה הין עושין בה IV 1, אלו הן הממונין שהיו במקדש V 1, במקדש שלשה עשר שופרות הין VI 1 usw.) Aehnlich erklärt sich auch die Zugehörigkeit der Massechet Abot zur vierten „Ordnung.” In der von Hillel angelegten Sammlung schloss sich die erste Mischna (משה קבל תורה מסיני) nebst den folgenden Sätzen, in denen die Traditionskette bis auf seine Lehrer fortgeführt wurde, unmittelbar an Synhedrin X (XI) 1 (והאומר אין תורה מן השמים) an. Als aber die Zusätze, die jedes folgende Geschlecht machte, um die Sinnsprüche seiner Lehrer zu verewigen, immer zahlreicher wurden, hob man dieselben aus dieser Verbindung heraus, in der sie wegen ihres grossen Umfanges den Zusammenhang nur störten, und vereinigte sie zu einem besondern Traktate.\n"
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+ "": [
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+ "Am ersten Adar werden Bekanntmachungen in Bezug auf die Tempelsteuer und die gemischten Arten. 3. B. M. 19, 19; 5. B. M. 22, 9.",
+ "Rolle. Das Buch Ester; s. Megilla I 1.",
+ "setzt Wege und Strassen und Wasserbehältnisse. in denen Unreine badeten, um die Reinheit wieder zu erlangen.",
+ "wieder in Stand. sofern sie durch die Regengüsse im Winter gelitten hatten.",
+ "bezeichnet die Gräber. Damit Priester und Nasiräer sich ihnen nicht nähern, werden die im Winter verblassten Kalkzeichen (Ma‘aser scheni V 1) mit dem Beginn des Frühlings erneuert."
+ ],
+ [
+ "Anfangs riss man sie aus und warf sie ihnen vor die Füsse. um die Besitzer zu beschämen.",
+ "später. als auch das nicht mehr half, die Besitzer sich vielmehr freuten, dass man ihnen die Arbeit des Jätens abnahm."
+ ],
+ [
+ "Am fünfzehnten liessen sich Banken in der Provinz nieder. bei denen man die Scheidemünze oder ausländisches Geld gegen Schekel umwechseln konnte. Die Steuer musste nämlich in einem Schekelstück gezahlt werden.",
+ "fing man zu pfänden an. משכן ist Denominativ von משכון (arab. Miskân) = Pfand. Musafia, Levy und Kohut leiten משכון von שכן ab (wohnen, ruhen). Mir scheint die Ableitung von משך (arab. Masaka) = ergreifen, an sich nehmen wahrscheinlicher.",
+ "Proselyten und freigelassene Sklaven. wenn sie die Steuer bis dahin noch nicht entrichtet hatten.",
+ "Sklaven und Minderjährige. weil diese der Steuer nicht unterliegen.",
+ "so setzt er nicht mehr aus. פיסק bezieht sich auf אביו und nicht auf קטן.",
+ "Priester werden aus Rücksichten der Billigkeit. מפני דרכי שלום (wörtlich: wegen der Wege des Friedens, d. h. um der guten Sitte willen) ist ein weiterer Begriff als מפני השלום (um des lieben Friedens willen.) In Giṭṭin V 8—9 beruhen die mit דרכי שלום begründeten Vorschriften durchweg auf Erwägungen der Billigkeit. Allerdings gehört die Friedensliebe ebenfalls zu den guten Sitten. Hier wäre es ein Verstoss gegen die gute Sitte, wenn man die Priester zu einer Steuerleistung nötigte, die sie, wenn auch mit Unrecht, als einen Gewissenszwang ansehen (s. folgende Mischna, besonders Anm. 18). Jeruschalmi korrigiert hier מפני דרך הכבוד (= aus Ehrerbietung). Vielleicht ist es auch keine Berichtigung, sondern nur eine Erklärung. Man kann es ja wohl als einen Mangel an Billigkeitsgefühl auffassen, wenn man die Ehrerbietung gegen die Priester, die den Opferdienst unentgeltlich verrichten, so weit ausser Acht lässt, dass man von ihnen gewaltsam eine Steuer eintreibt, aus deren Erträgnissen der Opferdienst bestritten wird."
+ ],
+ [
+ "aber die Priester legen folgenden Schriftvers. 3. B. M. 6, 16.",
+ "Wären nun das ‘Omer. das. 23, 9—11.",
+ "die beiden Brote. ebend. 15—17.",
+ "und das innere Brot. 2. B. M. 25, 30; 3. B. M. 24, 5—9.",
+ "wie könnten sie gegessen werden. Mit anderen Worten: da diese drei Mehlopfer wie alle öffentlichen Opfer aus der Tempelsteuer bestritten werden, so folgt daraus, dass Priester den Schekel nicht entrichten dürfen. Sonst hätten sie ja einen Anteil an diesen Opfern, welche daher als „Mehlopfer eines Priesters“ völlig auf dem Altar verbrannt werden müssten, was gegen die Vorschrift ist."
+ ],
+ [
+ "Obwohl sie gesagt haben. oben Mischna 3.",
+ "wenn aber ein Heide oder ein Kutäer. Kutäer ist die allgemeine Bezeichnung für die von den Assyrern im Reiche Israel angesiedelten Völkerschaften, die sich später zu Gott bekehrten, aber zugleich auch ihre Götzen anbeteten. (2. B. Könige 17, 24—41).",
+ "Auch Vogelopfer. קן (eig. Nest) ist die Bezeichnung für das Taubenpaar, von dem das eine Tier als Sünd-, das andere als Ganzopfer dargebracht wird.",
+ "der flusssüchtigen Männer. 3. B. 15, 14—15.",
+ "Vogelopfer der flusssüchtigen Frauen. ebend. 29—30.",
+ "und Vogelopfer der Wöchnerinnen. das. 12. 8.",
+ "wohl aber nimmt man Spenden und Geschenke. Zwischen Spenden und Geschenken besteht ein feiner Unterschied. Spenden sind Opfer, zu denen man sich durch ein Gelübde verpflichtet (z. B. הרי עלי עולה); Geschenke sind Tiere, die man freiwillig zu einem Opfer bestimmt (z. B. הרי זו עולה). Ist das zur Erfüllung des Gelübdes bestimmte Tier abhanden gekommen, muss man an seiner Stelle ein anderes darbringen; ist aber ein als Geschenk geweihtes Tier verloren gegangen, so braucht man es nicht zu ersetzen.",
+ "Was gespendet und geschenkt werden kann. Ganz- und Friedensopfer, Mehl, Wein, Weihrauch, Holz.",
+ "was aber nicht gespendet oder geschenkt werden kann. D. h. was nicht für den Altar gespendet werden kann (pflichtmässige Opfer), wenn man es auch der Tempelverwaltung schenken kann (Geld, Geräte u. dgl.).",
+ "denn es heisst. ‘Ezra 4, 3."
+ ],
+ [
+ "Folgende sind zu einem Aufgeld. קולבון scheint ein aus der Fremde verändert heimgekehrtes semitisches Wort zu sein. Es ist das gr. κόλλυβον, welches vermutlich phönizischen Ursprungs und mit dem hebr. חלף (wechseln, tauschen) verwandt ist.",
+ "Sklaven und Minderjährige. weil diese der Steuer nicht unterliegen.",
+ "zu zweifachem. Um diese Meinungsverschiedenheit zu verstehen, muss man sich zunächst den Sinn dieses Aufgeldes klar machen und zu diesem Behufe auch die übrigen Streitpunkte zwischen R. Meïr und den Weisen in Betracht ziehen. Am Schlusse dieses Kapitels sagt R. Meïr das Aufgeld betrage 1 Mâ‘â (= ¹⁄₁₂ Schekel), also rund 8%, während die Weisen es auf die Hälfte, also 4 vom Hundert herabsetzen. In der Tosefta z. St. begegnen wir noch folgenden Meinungsverschiedenheiten: Wer die Steuer in einem Schekelstück entrichtet, muss nach R. M. das Aufgeld hinzufügen, nach d. W. aber nicht. Wer sie in einem Doppelschekel (Sela‘) entrichtet und sich einen Schekel herauszahlen lässt, zahlt nach R. M. das einfache, nach d. W. das zweifache Aufgeld (s. Anm. 31). Nach R. Meïr dient das Aufgeld denselben Zwecken wie die Schekelsteuer, nach der Ansicht seiner Freunde wurde es entweder für die Zwecke der Spendenkasse (s. unten VI, 6) oder zur Bekleidung des Allerheiligsten mit Goldplatten oder aber zur Besoldung der Geldwechsler verwendet. Diese fünf Streitfragen lassen sich sämtlich aus einem Gesichtspunkte erklären. Nach R. M. ist das Aufgeld die Differenz zwischen dem Rauh- und dem Feingewicht (Schrot und Korn) des Schekel. „Eine Münze aus Feuer zeigte Gott unserm Lehrer Mosche, als er zu ihm sagte: Eine solche sollen sie geben“ (Jeruschalmi z. St.). Da man aber keine Münze aus reinem Silber ohne Legierung herstellen kann, so ist bei der Entrichtung des Schekel das Vollgewicht zu ergänzen, daraus ergibt sich: 1. Der Zuschlag ist auch dann zu entrichten, wenn man den Schekel in einem Stück bezahlt. 2. Der Zuschlag beträgt 8⅓ vom Hundert (was ein Feingehalt von 91⅔% oder 0,916⅔ voraussetzt. In den meisten Staaten beträgt dieses jetzt bei Silbermünzen 0,900—0,925; die britischen Goldmünzen haben genau wie der Schekel 0,916⅔ Feingehalt). 3. Der Zuschlag ist ein integrierender Bestandteil des Schekel und darf daher nur für die Zwecke der Tempelsteuer Verwendung finden. 4. Wer für sich und seinen Freund einen Doppelschekel (Sela‘) entrichtet, muss auch den doppelten Zuschlag zahlen. 5. Wer dagegen einen Sela‘ hingibt und einen Schekel herausbekommt, zahlt bloss den einfachen Zuschlag. Nach den Weisen ist das Aufgeld die Differenz zwischen dem Kurse und dem Nennwert des Schekel. Da die Steuer in Schekelstücken zu entrichten war (Anm. 8), ist es selbstverständlich, dass diese im Adar erheblich im Kurse stiegen, so dass zwei Einzelschekel teuerer waren als selbst ein Doppelschekel, geschweige denn als vier Denare, die ja als kleinere Münze immer niedriger im Preise standen als die Schekelstücke. Aus dieser Auffassung folgt nun: 1. der Zuschlag ist nicht zu entrichten, wenn die Steuer mit einem Schekel gezahlt wird. 2. Entsprechend dem Agio beträgt der Zuschlag nur 4⅙ vom Hundert. 3. Er ist kein Bestandteil der Tempelsteuer und kann daher auch zu anderen Zwecken als diese, selbst zur Besoldung der Geldwechsler, deren rechtmässiger Geschäftsgewinn er eigentlich ist, verwendet werden. 4. Wer für sich und seinen Freund einen Doppelschekel hingibt, braucht nur den einfachen Zuschlag zu entrichten, weil das Agio beim Verkauf des Sela‘ nicht höher ist als beim Umtausch zweier Denare. 5. Lässt er sich aber einen Schekel herauszahlen, so muss er für diesen aufs Neue das Agio entrichten, das derjenige zu zahlen hätte, dem er den Schekel verkaufen wird.",
+ "ist er zu doppeltem Aufgeld verpflichtet. In der Tosefta ist das die Ansicht des R. Meïr, während die Weisen sich mit dem einfachen Aufgeld begnügen. Wäre diese Lesart richtig, so hätte die Mischna unsern Satz nicht vom vorhergehenden getrennt, sondern beide zusammenfassend sich etwa wie folgt ausgedrückt: ואם שקל על ידו ועל יד חברו וכן הנותן סלע ונוטל שקל חייב בקולבון אחר רבי מאיר אומר שני קולבנות . Wahrscheinlich ist in der Tosefta umgekehrt zu lesen (nach R. M. einfacher, nach d. W. doppelter Zuschlag). Da nun das einfache Aufgeld des R. M. genau so viel beträgt wie das zweifache der W., mithin in der Höhe des Betrages Übereinstimmung herrscht, übergeht die Mischna hier den Meinungsstreit, der ja doch nur formeller oder höchstens prinzipieller Natur ist und keinerlei praktische Bedeutung hat. Jeruschalmi ist leider an dieser Stelle so unheilbar verstümmelt, dass sich kein sicherer Schluss aus ihm ziehen lässt."
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+ "vom Aufgeld befreit. In diesem noch zweimal (Hullin I, 7 und Bechorot IX, 3) wiederholten Satze begegnen wir zum ersten Male dem Begriff der juristischen Person in schärfster Ausprägung. Die Erbschaftsverwaltung und die Handelsgesellschaft treten hier gegenüber den physischen Personen der einzelnen Brüder oder Gesellschafter als besondere, rechtsfähige Personen auf. Wie die Tempelsteuer laut dem Anfang unserer Mischna vom Aufgeld befreit ist, wenn eine physische Person sie für eine andere entrichtet, so auch, wenn die Erbschaftsverwaltung sie für die Brüder oder die Handelsgesellschaft für die Gesellschafter zahlt, vorausgesetzt dass nicht deren Privatkonto, sondern die Hinterlassenschaft bezw. das Gewinnkonto mit der Steuer belastet wird. Noch deutlicher kommt dieses Prinzip im Gesetz über den Viehzehnten (3. B. M. 27, 32) zur Geltung. Diesem Gesetz unterliegt nur das in eigenem Besitz geborene Vieh, nicht aber gekauftes oder sonstwie erworbenes. Haben sich nun einige Herdenbesitzer zu einer Handelsgesellschaft vereinigt, so braucht von dem Augenblicke an, in welchem der Gesellschaftsvertrag geschlossen ist, das als Geschäftseinlage übergebene Vieh nicht mehr verzehntet zu werden, genau so als wenn eine physische Person es von den Besitzern erworben hätte; dagegen müssen die Lämmer, die während der Dauer des Vertrages geboren sind, ebenso verzehntet werden, als wären sie im Besitz einer physischen Person geboren. Aus denselben Gründen braucht hinterlassenes Vieh nicht verzehntet zu werden, wohl aber das im gemeinsamen Besitz der Erben geborene. Ist das den gemeinschaftlichen Gewinn bildende Vieh bereits dem Privatkonto der einzelnen Erben oder Gesellschafter gutgeschrieben, so wird es nicht mehr verzehntet, da es den Besitzer gewechselt hat. Wir sehen also, dass Brüder und Gesellschafter, solange der Nachlass bezw. der Gewinn noch nicht verteilt ist, vom Aufgeld befreit, zur Verzehntung aber verpflichtet sind, dass sie dagegen nach erfolgter Auseinandersetzung das Aufgeld entrichten müssen, der Verzehntung aber enthoben sind."
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+ "Man darf die Schekelstücke mit Rücksicht auf die Last der Reise in Dareiken. Persische Goldmünze im ungefähren Werte von 16 Schekel.",
+ "umwechseln. צרף (eig. vereinigen, zusammenfügen) ist die Bezeichnung für den Umtausch kleinerer Münzen gegen grössere. Das umgekehrte Verfahren heisst פרט (scheiden, spalten; vielleicht auch Denom. von פרוטה, einer sehr kleinen Münze).",
+ "Wie es Büchsen. שופרות sind Büchsen mit breiterm Boden und schmaler Öffnung, die sich also dem Schofar ähnlich nach oben verjüngen.",
+ "im Heiligtum gab. um die Schekelstücke hineinzuwerfen.",
+ "wenn die Teruma. s. unten III, 1.",
+ "schon abgehoben war. als das Geld abhanden kam.",
+ "den Schatzmeistern den Eid. durch den sie sich von der Ersatzleistung befreien.",
+ "und diese müssen dann die Schekel aufs Neue entrichten. Durch die Teruma, die aus den eingelaufenen zugleich für die noch ausstehenden Steuerbeträge abgehoben wird, gehen diese, wo immer sie sein mögen, in den Besitz des Tempelschatzes über. Nach erfolgter Hebung trägt daher die Kammer den Schaden des Verlustes, vorher der Steuerzahler."
+ ],
+ [
+ "wenn die Teruma schon abgehoben war. als er den Schekel entrichtete, sodass er seine Steuer mit Tempeleigentum bezahlt hat (vgl. Anm. 8).",
+ "eine Veruntreuung an Tempelgut begangen. Dieser Ausdruck, dessen Tragweite aus 3. B. M. 5, 14—16 ersichtlich, bedeutet hier, ähnlich wie גשבעין לגזברים in der vorigen Mischna, nichts weiter, als dass der Auftraggeber den Schekel nicht aufs Neue zu entrichten braucht. Die strafrechtlichen Folgen für den Beauftragten treten erst ein, wenn aus der Teruma das erste Opfer dargebracht wurde, s. Anm. 12.",
+ "Entrichtet jemand seinen Schekel vom Gelde des Heiligtums. Er hatte solches in Verwahrung und verwandte einen Teil zur Zahlung seines Schekel.",
+ "eine Veruntreuung an Tempelgut. Wer Tempelgut für sich verwendet, aber nicht zu profanen, sondern zu heiligen Zwecken (zu Privatopfern oder zur Tempelsteuer), unterliegt den Folgen der Veruntreuung nach R. Juda (s. Me‘ila 19a oben) erst dann, wenn das Blut des Privatopfers bezw. des ersten Opfers aus dieser Tempelsteuer auf den Altar gesprengt wird. Es ist daher auffallend, dass im vorhergehenden Satze an die Voraussetzung אם נתרמה תרומה nicht ebenfalls die Bedingung הבהמה וקרבה geknüpft wird. Fasst man jedoch die Stelle genauer ins Auge, so schwindet die Schwierigkeit sehr bald. Man findet dann, dass נתרמה hier nicht Plusquamperfekt ist wie oben, sondern etwa Futurum exaktum. Oben wo נשבעין לגזברים wie auch מעל den Sinn hat, dass der Auftraggeber keinen Schaden erleidet (s. Anm. 8 und 10), muss die Teruma schon abgehoben worden sein, bevor noch das Geld abhanden kam, oder der treulose Bote den Schekel abgeliefert hatte, sonst hätten die Auftraggeber den Schaden zu tragen. Hier aber, wo das Geld von vornherein Eigentum des Tempelschatzes ist, braucht die Abhebung der Teruma keineswegs vor der Entrichtung des Schekel zu erfolgen; vielmehr treten, auch wenn die Veruntreuung schon im Adar stattgefunden, die Folgen derselben am 1. Nisan mit dem Augenblicke ein, in welchem das erste öffentliche Opfer aus der neuen Teruma dargebracht sein wird. [Mit Vorbedacht sagt daher Maimonides Hil. Me‘ila VI 12: שקלו ממעות הקדש כשיתרמו התרומה ויקנו ממנה אפלו בהמה אחת ויזרק דמה יםעול השוקל נתן , dagegen ebend. 13: לחברו לשקלו על ידו והלך ושקלו על ידי עצמו אם כבר נתרמה התרומה מעל נתנו; und ebenso, wenn auch weniger präzis, Hil. Scheḳalim III 10: ידי עצמו…אם נתרמה התרומה מעל השוקל הנותן חצי שקל לחברו … והלך ושקלו על, dagegen ebend. 11: הנותן מחצית השקל מן ההקדש התרומה ממנו נשיםתפקו ממנה יתחייב במעילה (nicht: ונתרמה (אם נתרמה]. Wäre nun den Worten אם נתרמה תרומה auch im ersten Satze unserer Mischna die Bedingung וקרבה הבהמה hinzugefügt, so könnte das gerade zu einem Missverständnis führen. Man würde entweder beide Verben als Plusquamperfektum oder beide als Futurum exaktum auffassen. Das eine wäre ebenso falsch wie das andere. Denn die Abhebung der Teruma muss bei Entrichtung des Schekel unbedingt schon erfolgt sein, sonst ist eine Versündigung an Tempelgut hier für alle Zukunft ausgeschlossen, da sich der treulose Bote dann nur an Privateigentum vergriffen hätte; die Darbringung des Opfers aber kann noch bevorstehen, da einerseits der Beauftragte nun den Folgen seiner Versündigung nicht mehr entgeht, andererseits der Auftraggeber durch die Untreue seines Boten keinen Schaden mehr erleidet, auch wenn das Blut des ersten Opfers noch nicht auf den Altar gesprengt ist, sofern nur die Teruma schon abgehoben war. Dazu kommt, dass wohl im zweiten Satze, wo נתרמה תרומה in der Zukunft liegt, וקרבה הבהמה hinzugefügt werden muss, weil erst mit der Sprengung des Blutes die Folgen der Veruntreuung eintreten, nicht aber im ersten Satze, wo נתרמה תרומה in der Vergangenheit liegt. Denn die Teruma wurde am 1. Nisan in aller Frühe abgehoben, und an diesem Tage mussten die öffentlichen Opfer schon aus der neuen Hebe bestritten werden. Wenn er nun den Schekel erst nach erfolgter Hebung entrichtet hat, ist doch wohl ohne weiteres vorauszusetzen, dass das Morgenopfer bereits dargebracht ist. [Eine geistvolle Erklärung, die in תקלין חדתין z. St. im Namen des R. Elija Wilna mitgeteilt wird, konstruiert auf Grund von Me‘ila V 1 einen künstlichen Unterschied zwischen den beiden Sätzen, indem sie das Geld als der Abnutzung (פגם) ausgesetzt ansieht, wenn es ursprünglich Eigentum des Tempelschatzes gewesen, nicht aber, wenn es von Anfang an zur Tempelsteuer bestimmt war. Das ist wenig einleuchtend und sehr anfechtbar.]",
+ "[hat er ihn] vom Gelde des zweiten Zehent. Der zweite Zehnt der Feld- und Baumfrüchte ist in der heiligen Stadt zu verzehren, kann aber bei zu grosser Entfernung gegen Geld ausgelöst werden, das seinerseits in Jerusalem verbraucht werden muss.",
+ "oder vom Gelde des siebenten Jahres. Die Früchte des siebenten oder Brachjahres dürfen je nach ihrer Eignung nur als Nahrungs-, Salbungs-, Beleuchtungs- oder Färbemittel Verwendung finden. Werden sie verkauft, so darf auch der Erlös keinen anderen als den genannten Zwecken dienen.",
+ "so verzehre er einen entsprechenden Betrag. Er nehme den Betrag eines Schekel und spreche: Das als Tempelsteuer entrichtete Geld, wo immer es sei, werde durch diesen Schekel ausgelöst. Dadurch geht die Heiligkeit des zweiten Zehnt bezw. des Erlöses aus den Früchten des Brachjahres auf jenen Betrag über, der dann nach den in Ma‘aser scheni II 1—4 bezw. Schebi‘it VIII 1—5 u. IX 8 gegebenen Vorschriften zu verzehren ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn man Geld zusammenspart und spricht dabei. wenn man den ersten Pfennig in die Sparbüchse tut.",
+ "so fällt nach Ansicht der Schule Schammais ein etwaiger Überschuss der Spendenkasse. s. weiter unten VI 6."
+ ],
+ [
+ "Für die Tempelsteuer gilt ein fester Betrag. Darum ist nach den Hilleliten ein etwaiger Überschuss in keinem Falle heilig.",
+ "für das Sündopfer dagegen ist kein Betrag festgesetzt. Darum geben sie zu, dass ein etwaiger Überschuss zu Opferzwecken verwendet werden muss, wenn jemand von vornherein erklärte: dies sei zu meinem Sündopfer. Er konnte doch nicht von Anfang an wissen, welcher Betrag für die Beschaffung des Sündopfers erforderlich sein würde.",
+ "denn als Israel aus der Verbannung heraufkam. unter Koresch.",
+ "bildeten Dareiken. Vermutlich nicht die am Anfange dieses Kapitels erwähnte Goldmünze (s. Anm. 1), sondern die persische Silbermünze gleichen Namens, deren Wert dem des Doppelschekel nahekommt.",
+ "später Doppelschekel. 1 סלע = 2 שקל.",
+ "dann wieder Schekelstücke. טבע (eig. Münze) bezeichnet vorzugsweise den Schekel.",
+ "zuletzt wollten sie Denare. 1 Silberdenar = ½ Schekel.",
+ "was jedoch nicht angenommen wurde. Das Eingeklammerte fehlt in den meisten Ausgaben der Mischna und des Jeruschalmi."
+ ],
+ [
+ "der Überschuss [über den Preis] des Efazehntels. s. 3 B. M. 5, 11—13.",
+ "des Vogelopfers der flusssüchtigen Männer. das. 15, 14—15.",
+ "der flusssüchtigen Frauen. ebend. 29—30.",
+ "und der Wöchnerinnen. das. 12, 8. Über קן s. Kap. 1 Anm. 21.",
+ "eines Pessachopfers zu Friedensopfern zu verwenden. vgl. Pesaḥim IX 6—7.",
+ "Überschüsse des einzelnen Nasiräers. aus den Ersparnissen, die er mit der Absicht angesammelt hat, sie zum Ankauf seiner Opfer zu verwenden: אלו לקרבנותי; vgl. Mischna 3: אלו לחטאתי.",
+ "liege bis Elijahu kommt. d. h. es ist zweifelhaft, ob das Geld zu Gunsten seiner Hinterbliebenen oder zur Errichtung eines Grabmals verwendet werden darf; es muss daher unberührt bleiben, bis der Prophet diesen Zweifel löst."
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+ [
+ [
+ "In drei Abschnitten vollzieht man jährlich die Kammerhebe. תרם ist ein sekundärer Stamm, aus תרומה von רום gebildet wie התחיל aus תחלה von חלל und in der Bibel תאב aus תאבה von אבה oder תעב aus תועבה von ועב = עיב (Klagel. 2, 1; vgl. عاب). — לשכה ist die Kammer, in der die Tempelsteuer aufbewahrt wurde.",
+ "im Halbmonat. פרום (von פרס = teilen, halbieren) bezeichnet die Hälfte der dreissig Tage, die einem Feste als Vorbereitungszeit vorangehen.",
+ "im Halbmonat des Wochenfestes. Mit עצרת wird in der Bibel der an das Hüttenfest sich anschliessende Feiertag bezeichnet; in der Mischna ist עצרת stets das Wochenfest (als Schlussfeier zu Pesach).",
+ "im Halbmonat des Hüttenfestes. Das Fest (חג) schlechthin ist das Hüttenfest.",
+ "Dies sind zugleich die Fälligkeitszeiten. גורן ist ein dem Ackerbau entlehnter und auf die Viehzucht übertragener Schulausdruck. Das Wort bedeutet Tenne oder Scheune, also den Ort, an welchem das Getreide die Vollendung erlangt, mit welcher die Pflicht der Verzehntung eintritt. [ ומחלוקת רמב״ם וראב״ד ז״ל בדבר זה ידועה עיין הל׳ מעשר רפ״ג]. „Das ist die Tenne für diese oder jene Frucht“, bedeutet daher: sie unterliegt nach dieser Handlung bereits der Verzehntung. Die bez. Vorschriften finden sich Ma‘aserot I 5 ff. Der Ausdruck גורן, der dort auch von Gemüse, ja selbst von Wein und Öl gebraucht wird, findet hier und in Bechorot IX 5 sogar auf das Vieh Anwendung.",
+ "für die Verzehntung des Viehstandes. 3. B. M. 27, 32.",
+ "Weil dieser ein Feiertag ist und man am Feiertage nicht verzehnten kann. weil je das zehnte Tier mit roter Farbe bezeichnet wurde."
+ ],
+ [
+ "In drei Körben von je drei Se. 3 Seâ = 1 Efa = 10 ‘Omer, etwa 28 Liter.",
+ "Gimel bezeichnet. Damit sie in der Reihenfolge der Hebung verbraucht würden (s. Tosefta K. II Anf.).",
+ "Sie waren griechisch. Aus welchem Grunde, ist nicht zu erkennen.",
+ "Gamma. גמא ist die Lesart in der Mischna des Jeruschalmi. In allen anderen Ausgaben liest man dafür גמלא (Gamla). Es ist wahrscheinlicher, dass גמלא ein Schreibfehler, als dass גמא eine Berichtigung ist.",
+ "Der mit der Hebung Betraute geht nicht in einem Ärmelkleide. פרגוד = paragauda, ein verbrämtes Oberkleid. חפת ist nach ‘Aruch der Ärmel (vgl. besonders ונלכד שלא יוציא ידו מתחת חפת חלוקו Joma 77b Mitte), also חפות = mit Ärmeln versehen. Die Wurzel חף bedeutet überdachen; davon חפה bedecken, حفظverwahren, חפיסא Handtasche. Dass der Ärmel als Tasche benutzt werden konnte, geht aus Sabbat X 3 hervor, wenn die Lesart ובחפת חלוקו (statt ובשפת חלוקו; s. Aruch unter חפת) richtig ist.",
+ "nicht mit Tefillin und nicht mit einem Amulet. Auch unterhielt man sich mit ihm fortwährend, damit er kein Geld in den Mund stecken könne (Jeruschalmi).",
+ "vielleicht wird er arm. יעני und העגי sind z. T. nach aram. Art gebildete Hif‘ilformen eines Denom. von עני = arm.",
+ "dass er ob der Versündigung an der Kammer verarmte. יעני und העגי sind z. T. nach aram. Art gebildete Hif‘ilformen eines Denom. von עני = arm.",
+ "Man muss nämlich den Menschen. בריות = בריאות (eig.: Geschöpfe, doch vorzugsweise: Menschen).",
+ "wie man Gott Genüge tun muss. יצא mit dem Akkus. (vgl. Pesaḥim X Anm. 36) ist in der Bibel selten (s. z. B. 1. B. M. 44, 4, 2. B. M. 9, 29 u. 33 und besonders Ḳohelet 7, 18) und kommt in der Mischna, abgesehen von der Verbindung mit ידי, gar nicht vor. Dieser Ausnahme begegnet man auch nur dort, wo dem Worte wie hier und in יצא ידי חובתו die Bedeutung Genügetun, gerecht werden innewohnt; dagegen steht auch in übertragenem Sinne יצא מידי, wenn der Begriff der Befreiung vorherrscht wie in מוציאתה (מוציאתו) מידי עברה (Jebamot XV 6-7) und in יוצא מידי דפיו (Pesaḥim 30b).",
+ "wenn ihr rein sein werdet vor Gott und vor Israel. Der ganze Satz lautet: Wenn jeder Wehrhafte unter euch vor dem Herrn über den Jarden zieht … und das Land erobert sein wird vor dem Herrn, wenn ihr dann erst heimkehren und rein sein werdet vor dem Herrn und vor Israel, soll dieses Gebiet euch zum Besitze werden vor dem Herrn; wenn ihr aber nicht so handelt, so sündigt ihr vor dem Herrn …“ (4. B. M. 32, 21—23). Da es aber zweifelhaft ist, ob sich der Satz: „so sündigt ihr“ auch auf die Worte: „und rein sein werdet“ bezieht, so wird zum Beweise dafür, dass es Pflicht ist, auch vor den Menschen rein dazustehen, ein zweiter Bibelvers angeführt [ ועיין תוס׳ יו״ט ד״ה ואומר].",
+ "Und finde Gunst und Anerkennung in den Augen Gottes und der Menschen. Sprüche 3, 4."
+ ],
+ [],
+ [
+ "Nach der ersten Hebung. Zu את הראשונה ist hier und weiter unten aus תרם das Nomen התרומה zu ergänzen, ebenso zu שניה und שלישית.",
+ "legte er eine Decke. קטבלא = ϰαταβολή, eine Unterlage, auf welche die später einlaufenden Steuerbeträge getan wurden, um sie von den darunter befindlichen zu trennen, von denen die Teruma schon abgehoben war.",
+ "nach der dritten legte er keine mehr auf. weil dies die letzte Hebe war; s. die folgende Anm.",
+ "an welchem die Hebe bereits vollzogen wurde. Die Begründung bezieht sich nicht auf den letzten Satz, sondern auf die beiden vorangegangenen: Er bedeckte nach der ersten Hebung im Nisan den Rest mit einer Unterlage, damit von diesem nicht aufs Neue vor dem Wochenfeste abgehoben werde, sondern ausschliesslich von den inzwischen eingezahlten Schekalim. Aus demselben Grunde verdeckte er den Rest bei der zweiten Hebung vor dem Wochenfeste. Bei der letzten Hebung im Tischri war das nicht mehr nötig, da nun keine Steuern mehr einkamen. Jeruschalmi liest ausdrücklich: ולמה היה מחפה שמא ישכח וכ׳.",
+ "Die erste Hebung. Zu את הראשונה ist hier und weiter unten aus תרם das Nomen התרומה zu ergänzen, ebenso zu שניה und שלישית.",
+ "die zweite im Hinblick auf die benachbarten. Man erwartet: המקיפין = die sie umgebenden; aber הקיף hat auch die Bedeutung nähern, daher מוקף = סמוך benachbart."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Was geschieht nun mit der Hebe. von der im ganzen vorigen Kapitel die Rede war.",
+ "Man verwendet sie zum Ankauf der täglichen. 4. B. M. 28, 1—8.",
+ "und der Musafopfer. der besonderen Opfer für die Sabbat- Neumonds- und Festtage (das. 28, 9—31 u. 29, 1—39).",
+ "nebst ihren Mehl- und Weinopfern. wie aus den angeführten Stellen ersichtlich, wurden zu all den täglichen und Musafopfern auch Mehl- und Weinopfer (מנחה ונסך) dargebracht. Zum Unterschied von den Mehlopfern (מנחות), mit denen ein Weinopfer nicht verbunden war, werden die anderen als מנחות נסכים bezeichnet, meistens aber der Kürze wegen zugleich mit dem Weinopfer unter dem Namen נסבים zusammengefasst.",
+ "des ‘Omer. Das öffentliche Erstlingsopfer, das am 16. Nisan von der Gerstenernte dargebracht wurde (3. B. M. 23, 9ff.).",
+ "der beiden Brote. Das Erstlingsopfer vom Weizen, das die Gemeinde am Wochenfeste darbrachte (das. 16—17).",
+ "des innern Brotes. Die zwölf Brote, die jeden Sabbat in zwei Abteilungen auf dem goldenen Tische des Heiligthums über einander geschichtet wurden (s. Pesaḥim VII Anm. 26).",
+ "und all der [übrigen] öffentlichen Opfer. z. B. das Räucherwerk (2. B. M. 30, 34—36) und die weiter unten (VII 5—7) erwähnten aus öffentlichen Mitteln zu bestreitenden Opfer.",
+ "Die zur Bewachung des Nachwuchses im siebenten Jahre bestellten Feldhüter. Im siebenten Jahre (שמטה) durfte der Boden nicht bestellt werden (3. B. M. 25, 2—4). Was wild wuchs, war herrenlos (das. 5—7). Um nun für die in Anm. 5—6 bezeichneten Erstlingsopfer, die nur von neuem Getreide dargebracht werden konnten (Menaḥot VIII 1), das erforderliche Mehl zu erhalten, wurden auf einem geeigneten Acker Feldhüter aufgestellt, welche die jungen Saaten vor der Beschädigung durch Tiere schützten und Personen, die sie etwa für sich mähen wollten, auf deren heilige Bestimmung aufmerksam machten.",
+ "kann sich auch als unbesoldeter Hüter zur Verfügung stellen. Die herrenlosen Früchte gehen zwar durch die Tätigkeit des Feldhüters in seinen Besitz über, und öffentliche Opfer dürfen nur aus öffentlichen Mitteln dargebracht werden; dieses Bedenken kann aber sehr leicht dadurch beseitigt werden; dass er die Früchte der Gemeinde zum Geschenk macht.",
+ "dass all das. die im ersten Teil der Mischna aufgezählten Dinge, also auch die ספיחים für das ‘Omer und die beiden Brote.",
+ "nur aus öffentlichen Mitteln dargebracht werden darf. Darum ist es angemessener, dem Feldhüter die Früchte abzukaufen, oder, was auf dasselbe herauskommt, ihn für seine Tätigkeit zu besolden."
+ ],
+ [
+ "Die Kuh. Die „rote Kuh“, deren Asche in den durch eine Leiche herbeigeführten Fällen hierologischer Unreinheit zur Wiedererlangung der Reinheit notwendig war (4. B. M. 19, 1—22).",
+ "der zu verschickende Bock. 3. B. M. 16, 10 u. 21f.",
+ "und das Kermesband. Damit die beiden Böcke des Versöhnungstages (3. B. M. 16, 5—10) nicht verwechselt würden, legte man ein rotes Band dem einen um den Hals, dem andern um den Kopf (Joma IV 2). [
].",
+ "Der Brückensteg für die Kuh. Der Viadukt, auf welchem die „rote Kuh“ zum Ölberg gelangte, wo sie geschlachtet und verbrannt wurde (Para III 6).",
+ "der Brückensteg für den zu verschickenden Bock. Der Viadukt, auf welchem der „Sündenbock“ am Versöhnungstage aus der Stadt geführt wurde (Joma VI 4).",
+ "und das Band zwischen seinen Hörnern. Joma VI 6.",
+ "der Wasserarm. der durch die Opferhalle des Tempels ging und zur Reinigung derselben diente.",
+ "die Stadtmauer und ihre Türme wie überhaupt alle Bedürfnisse der Stadt werden aus den Überschüssen der Kammer. von dem Gelde, das nach der Hebe als Rest der Tempelsteuer in der Kammer zurückblieb."
+ ],
+ [
+ "deren Erlös dem Heiligtum zufiel. Die Tempelverwaltung verkaufte diese Gegenstände wieder an Personen, die ihrer zu ihren Privatopfern bedurften (V 3—4), und unterhielt aus dem erzielten Gewinne einen ständigen Altardienst (s. Anm. 25).",
+ "noch mit Armengeld. Weil die Aussicht auf Gewinn zugleich die Gefahr des Verlustes in sich schliesst. Auch ist ein Handelsbetrieb des Tempels unwürdig, und was die Armenkasse betrifft, so könnte das Streben nach reicherem Gewinn immer grössere Beträge ihrer nächsten Bestimmung entziehen. Nach R. ‘Akiba werden die Kammerüberschüsse thesauriert, bis man ihrer bedarf."
+ ],
+ [
+ "Wie verwendet man den Rest der Hebe. Wenn die in Mischna 1 und im ersten Satz der 2. Mischna angeführten Bedürfnisse schon gedeckt sind.",
+ "Die Überschüsse der Früchte. Der Gewinn, der aus dem Mehl-, Öl- und Weinhandel erzielt wird, den er selbst (im Gegensatz zu R. ‘Akiba) in der vorigen Mischna empfohlen hat.",
+ "sind für den Nachtisch des Altars. קיץ bezeichnet nach Nedarim 61b (unten) das mit der Hand gepflückte Obst, insbesondere die Feigen, die nach der Mahlzeit als Dessert auf die Tafel kamen. Hier ist es ein bildlicher Ausdruck für die Ganzopfer, die aus öffentlichen Mitteln nach den Pflichtopfern dargebracht wurden, wenn keine Privatopfer vorhanden waren, um einen ununterbrochenen Altardienst aufrecht zu erhalten.",
+ "der Überschuss der Wein- und Mehlopfer. Ueber den Umfang des Begriffes נסכים s. Anm. 4. Im Heiligtum wurden Wein und Mehlopfer, in vollkommener Reinheit hergestellt, für etwaige Käufer bereitgehalten (V 4). Fand sich bei der abendlichen Abrechnung ein Überschuss, so hatte die Kasse den Vorteil, während ein etwaiger Fehlbetrag von dem Beamten ersetzt werden musste (das.). Ferner verkaufte zwar die Verwaltung das Mehl, das Öl und den Wein zum Marktpreise, hatte aber auch dabei, wie aus dem Ende unseres Kapitels ersichtlich, den Vorteil, dass sie durch etwaige Preisschwankungen nur gewinnen, niemals verlieren konnte. Endlich wurden die Waren in gehäuften Maassen von den Lieferanten übernommen, an die Käufer aber in gestrichenem Maasse abgegeben. Aus diesen kleinen Einkünften setzten sich die hier erwähnten Überschüsse zusammen.",
+ "Dieser wie jener räumt [einen Handel] mit Früchten nicht ein. Weder R. ‘Akiba noch R. Ḥananja stimmt mit R. Isma‘el darin überein, dass neben dem in Anm. 26 erwähnten Verkauf von Mehl, Öl und Wein noch ein schwunghafter, auf Gewinn abzielender Handel mit diesen Waren betrieben wurde, dessen Überschüsse „für den Nachtisch des Altars“ Verwendung gefunden hätten."
+ ],
+ [
+ "Wie verfährt man mit dem Rest des Räucherwerks. Vom Räucherwerk wurde morgens und abends je eine halbe Mine, täglich also eine Mine auf dem goldenen Altare dargebracht. Der ganze Jahresbedarf wurde auf einmal hergestellt. Das gewöhnliche Jahr hatte durchschnittlich 354, das ‘Ibburjahr 384 Tage. Da man aber vor Ende Adar nicht mit Sicherheit wissen konnte, ob die zuständige Behörde die Einschaltung eines dreizehnten Monats beschliessen würde, bereitete man jahraus jahrein 365 Minen und verwahrte die Überreste der Gemeinjahre für die ‘Ibburmonate. Wie verfuhr man nun mit diesen Resten beim Jahreswechsel am 1. Nisan, um der Vorschrift gerecht zu werden, laut welcher alle Opfer des neuen Jahres, wenn irgend möglich, aus der neuen Tempelsteuer bestritten werden sollen?",
+ "Man sondert davon den Lohn der Handwerker. deren Ansprüche aus der Hebe zu befriedigen sind, z. B. die Künstler, die das Räucherwerk und das innere Brot verfertigen, oder die in Mischna 1 erwähnten Feldhüter.",
+ "nachdem es gegen den ihnen zukommenden Geldbetrag. der selbstverständlich der Hebe entnommen wurde.",
+ "wieder zurück. Der kürzeste Ausweg wäre wohl, das Räucherwerk den Handwerkern in Zahlung zu geben und es ihnen aus den Mitteln der neuen Hebe wieder abzukaufen. Man zieht es aber vor, das heilige Gut in der Weise auszulösen, dass seine Heiligkeit auf einen andern Gegenstand übergeht und sucht daher das Ziel auf einem kleinen Umwege zu erreichen, indem man im Laufe des Jahres der Hebe die Geldbeträge entnimmt, die den Handwerkern auszuzahlen sind, und jedesmal einen entsprechenden Teil des Räucherwerks gegen diese Beträge auslöst, auf die nun dessen Heiligkeit sich überträgt. Das Geld fällt in die Hebe zurück und das Räucherwerk wird Eigentum der Handwerker, von denen man es beim Jahreswechsel aus der neuen Hebe zurückkauft. [
].",
+ "War die neue [Tempelsteuer. החדש ist neutrum (= das Neue) und bezieht sich auf die neue Tempelsteuer, welche die Voraussetzung für die neue Hebe (תרומה חדשה) bildet."
+ ],
+ [
+ "die sich zu öffentlichen Opfern eignen. Zu den öffentlichen Opfern wurde nur das in seiner Art Beste und Auserlesenste verwendet.",
+ "sollen sie den Handwerkern. Mit Absicht wird hier die Frage offen gelassen, welche Handwerker gemeint sind, die aus dem Tempelschatze zu entlohnenden oder die aus der Hebe zu befriedigenden? Die Antwort hängt von der Meinungsverschiedenheit zwischen R. Eli‘ezer und R. Josua in der folgenden Mischna ab.",
+ "in Zahlung gegeben werden. worauf man sie ihnen mit dem Gelde der Hebe wieder abkauft. Sie ohne weiteres als Gemeindeopfer darzubringen, geht nicht an, weil öffentliche Opfer nur aus öffentlichen Mitteln zu beschaffen sind; vgl. Anm. 12.",
+ "Das ist nicht dasselbe Maass. das in der vorigen Mischna beim Räucherwerk zur Anwendung kam. Wenn sich also die Gemeinde zum Ankauf entschliesst, muss das dort angezeigte Verfahren auch hier beobachtet werden.",
+ "Hebe wieder zurück. Der Schlusssatz וחוזרין ולוקחין אותן מתרומה חדשת bezieht sich auch auf R. ‘Akiba (s. Anm. 34). Das Wort חדשה steht wohl, wenn es nicht irrtümlich aus der vorigen Mischna herübergenommen ist, nur der Gleichmässigkeit wegen da. Oben, wo das Problem zu lösen war, wie die Überreste des alten Jahres im neuen zu verwerten sind, bedurfte man der neuen Hebe; hier dagegen, wo es sich nur um die Frage handelt, wie Privatgeschenke in öffentliches Eigentum verwandelt werden können, hat die תרומה חדשה keinen Sinn. Nach Kerêtot 6a (unten) ist der ganze Schlusssatz zu streichen."
+ ],
+ [
+ "das für den Altar geeignet ist. fehlerlose Tiere, die als Privatopfer allen Anforderungen genügen, aber nicht so tadellos sind, dass sie wie in der vorigen Mischna als Gemeindeopfer dargebracht werden könnten.",
+ "die Ganzopfer brauchen. Da לְצָרְכֵי עולות (= für die Zwecke der Ganzopfer) keinen guten Sinn gibt, so ist wohl לְצוֹרְכֵי zu lesen, und die Form als Partizip aufzufassen. Einige Handschriften haben לצריכי, was richtiger ist, da צרך im Ḳal nur selten vorkommt.",
+ "die Friedensopfer brauchen. Weibliche Tiere kommen als Ganzopfer nicht in Betracht (3. B. M. 1, 3).",
+ "der Erlös aber fällt mit den übrigen Gütern dem Tempelschatze. Nach R. Eli‘ezer sind alle Weihgeschenke im Sinne des Spenders für den Tempelschatz bestimmt. Nur dürfen altarfähige Tiere, auch wenn sie ausdrücklich dem Tempelschatz geweiht wurden, zu keinem andern Zwecke als zu Opfern verwendet werden. Deshalb wird das für den Altar geeignete Vieh zu Gunsten des Tempelschatzes an Privatpersonen zu Opferzwecken verkauft.",
+ "zu. לבדק הבית: nach 2. Kön. 12, 8 das für die Instandsetzung des Tempels bestimmte Geld, in erweitertem Sinne: der Tempelschatz.",
+ "die Männchen werden ohne weiteres als Ganzopfer. als freiwillige Privatopfer des Spenders; daher später ויביא auf המקדיש bezogen.",
+ "verkauft und für den Erlös Ganzopfer. als freiwillige Privatopfer des Spenders; daher später ויביא auf המקדיש bezogen.",
+ "während die übrigen Güter dem Tempelschatze zufallen. Nach R. Josua bestimmt derjenige, der seine Habe dem Heiligtum weiht, die altarfähigen Tiere zu Ganzopfern. Darum müssen die Weibchen, die sich dazu nicht eignen (Anm. 40), verkauft und aus dem Erlöse Ganzopfer dargebracht werden.",
+ "Eli‘ezer führt sein Prinzip gleichmässig durch. indem er sämtliche Güter, auch den Erlös der Tiere dem Tempelschatze zuerkennt.",
+ "Josua aber macht Unterschiede. indem er einen Teil des Weihgeschenks dem Tempelschatze, einen andern dem Altar zuspricht und hierbei noch einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Tieren macht.",
+ "Hat man nämlich mit ausdrücklicher Bestimmung. für den Tempelschatz."
+ ],
+ [
+ "die sich für den Altar eignen. aber nicht von solcher Beschaffenheit, dass man sich entschliessen könnte, sie zu öffentlichen Opfern zu verwenden (s. Anm. 33 und vgl. Anm. 38).",
+ "Geflügel. In einigen Exemplaren fehlt וסלתות, in anderen ועופות (s. Tos. Jom Tob z. St.). Geflügel eignet sich übrigens überhaupt nicht zu Gemeindeopfern.",
+ "verkauft und für den Erlös Ganzopfer. als freiwillige Privatopfer des Spenders; daher später ויביא auf המקדיש bezogen."
+ ],
+ [
+ "Alle dreissig Tage. אחת: für פעם אחת.",
+ "macht die Kammer ihre Abschlüsse. משעריו: eigentlich = den Preis (שער) festsetzen. Befremdlich ist die Konstruktion mit dem Akkusativ. Man erwartet משערין על גב הלשכה.",
+ "so muss er fortan zu vier liefern. Verpflichtet er sich den ganzen Monat hindurch 4 Sea Mehl für 1 Sela‘ zu liefern (Maimonides liest ausdrücklich: מארבע סאין בסלע), also 1 Sea = ¼ Sela‘, im Laufe des Monats aber steigt der Preis auf ⅓ Sela‘, so dass man jetzt für 1 Sela‘ auf dem Markte nur 3 Sea bekommt, muss er bis Ablauf der Vertragsfrist für den vereinbarten Preis liefern. Hat er dagegen die Lieferung zu ⅓ Sela‘ übernommen und der Marktpreis fällt auf ¼ Sela‘, so muss er fortan 4 Sea für den Sela‘ liefern.",
+ "wenn der Altar die Sühne bewirkt hat. Mit anderen Worten: wenn das betreffende Opfer vorschriftsmässig vollzogen ist. Zu מרצה s. Pesachim Kap. VII Anm. 40 Ende; vgl. auch ונרצה לו לכפר עליו (3. B. M. 1, 4). Im Kal heisst רצה m. Akk. = gut aufnehmen (1. B. M. 33, 10), im Nif‘al = freundlich aufgenommen werden, also im Hif‘il = gute Aufnahme verschaffen."
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+ "die im Heiligtum waren. Es werden hier fünfzehn Ämter aufgezählt und die zeitweiligen Inhaber nach einer vermutlich aus der Zeit des zweiten Tempels stammenden Liste mit Namen angeführt. Einige dieser Namen treten uns auch später als typische Vertreter ihres Amtes entgegen.",
+ "Joḥanan ben Pineḥas über die Marken. s. Mischna 3—4.",
+ "Matitja ben Schemuel über die Auslosungen. Der öffentliche Opferdienst wurde täglich durch das Los unter die zuständigen Priester verteilt (s. Joma II 1—4).",
+ "Petaḥja über die Vogelopfer. Unter קן (Nest) versteht man gewöhnlich ein Taubenpaar, die einzelne Taube wird mit פרידה bezeichnet. Von den pflichtmässigen Vogelopfern war die eine Taube zum Sünd- die andere zum Ganzopfer bestimmt, während die freiwilligen lauter Ganzopfer waren. Durch Verwechslung, Vermischung und andere Zufälle können hier (wie aus Ḳinnim II—III ersichtlich) sehr verwickelte Probleme auftauchen, zu deren Lösung besondere Sachkenntnis, viel Übung und grosse Aufmerksamkeit erforderlich ist.",
+ "[Petaḥja ist Mordechai. Wahrscheinlich ist der aus dem Buche Ester bekannte Staatsmann gemeint. Von einem geistvollen Forscher (R. Elija aus Wilna?) wurde unter Bezugnahme auf das Schriftwort והיה ראשיתך מצער ואחריתך ישגה מאד (Dein Anfang ist klein, dein Ende um so grösser — Ijob 8, 7) auf die merkwürdige Tatsache hingewiesen, dass jeder der drei ersten Buchstaben von מרדכי in seinem Zahlenwert die Hälfte der entsprechenden Buchstaben von פתחיה beträgt (מ = 40, פ = 80; ר = 200, ת = 400; ד = 4, ח = 8), während die beiden letzten Buchstaben das umgekehrte Verhältnis zeigen, also in מרדכי doppelt so viel zählen als in פתחיה (כ = 20, י = 10; י = 10, ה = 5). Solch auffallende Erscheinung kann kein Spiel des Zufalls sein. Vielmehr ist anzunehmen, dass dies Zusammentreffen die Veranlassung für die Identifikation der beiden Namen war. [Dass der Zahlenwert (גמטריא) im Midrasch eine nicht unbedeutende Rolle spielt, kann als bekannt vorausgesetzt werden; hat er doch sogar unter den 32 Regeln des R. El‘azar b. R. Jose aus Galiläa Aufnahme gefunden, und selbst die Halacha verschmäht es nicht, ihn manchmal zu verwerten (z. B. יהיה בגמטריא תלתין , Nazir 5a; אלה הדברים… אלף חד למד תלתין הא חמשה, Jeruschalmi Schabbat VII 2, vgl. auch Babli das. 70a). Ich habe gefunden, dass dieses Hilfsmittel eine weit grössere Beachtung verdient, als ihm bisher zuteil geworden. Es ist geeignet, uns das Verständnis manch dunkler Stelle in der Aggada zu erschliessen. Hier nur einige Beispiele. Wenn dem Propheten Elijahu ein sehr hohes Alter zugeschrieben wird, so erklärt sich das vielleicht aus seinen Worten: Lass es nun genug sein, o Gott, nimm mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Väter (1 Kön. 19, 4); wenn er aber geradezu mit Pineḥas, dem Enkel Aharons, identifiziert wird, so liegt der Grund dafür wahrscheinlich in der Erwägung, dass der Zahlenwert von אליהו (= 52) den vierten Teil des Zahlenwertes von פינחס (= 208) ausmacht. Wenn ferner in Schabbat (14b unten) die Einrichtung des ‘Erub und der Händewaschung auf Salomo zurückgeführt und dabei auf die Verse בני אם חכם לבך ישמח לבי גם אני und חכם בני ושטח לבי ואשיבה חרפי דבר (Spr. 23, 15 u. 27, 11) hingewiesen wird, so ist zu beachten, dass עירובין und שמח ebenso den gleichen Zahlenwert haben (348) wie נטילה und גם אני (104). Wenn endlich die Worte: Ich dachte, ich könnt’s ergründen, doch ist es mir zu fern (Ḳohelet 7, 23), im Midrasch z. St. auf die widerspruchsvollen Vorschriften über die „rote Kuh“ bezogen werden, so ist auch hier vielleicht der Anstoss in dem Umstande zu suchen, dass פרה אדומה und והיא רחוקה in ihrem Zahlenwert (341) übereinstimmen].",
+ "Weil er die Worte zu erschliessen und auszulegen pflegte. Vermöge seiner ausgedehnten Sprachkenntnisse und seiner Beherrschung der volkstümlichen Dialekte gelang es ihm, die Bedeutung dunkler oder mehrdeutiger Ausdrücke festzustellen und Missverständnisse aufzuklären, sowie die Zeichensprache der Blinden zu deuten (vgl. Jeruschalmi z. St.).—Die meisten Ausgaben lesen: פותח בדברים, was aber keinen guten Sinn gibt.",
+ "da er siebenzig Sprachen verstand. Der eingeklammerte Satz, der den Zusammenhang der Liste stört, ist offenbar ein späteres Einschiebsel: Wie aus Jeruschalmi ersichtlich, ist es nicht einmal ein Bestandteil der Mischna, sondern eine Baraita.",
+ "], Ben Aḥija über die Krankheiten der Eingeweide. Er verwaltete die Heilmittel für diese Krankheiten, an denen die Priester infolge der Erkältungen, die sie sich dadurch zuzogen, dass sie barfuss und leichtgekleidet auf dem kalten Pflaster der Opferhalle sich bewegten, wie auch infolge der überreichen Fleischnahrung, zu der sie genötigt waren, sehr häufig litten.",
+ "Gabini der Herold. כרוז = ϰήρυξ.",
+ "Ben Bêbai über die Beleuchtung. פקיע bedeutet nach Jeruschalmi die Bereitung der Dochte. Im Babli (Joma 23a Mitte) findet sich noch eine andere Erklärung, nach welcher פקיע die Knute bezeichnet.",
+ "das Haus Garmo über die Bereitung des innern Brotes. s. Kap. IV Anm. 7."
+ ],
+ [
+ "Die Zahl der Schatzmeister beträgt nicht weniger als drei und die der Vorsteher. אמרכל — dunkles Wort, gewöhnlich von arab. אמיר (Emir) und כל (alles) abgeleitet (Generaldirektor).",
+ "der Pharmazeut für Krankheiten der Eingeweide. s. Anm. 8.",
+ "und El‘azar, der Verwalter der Vorhänge, mit denen die (Mehrheit der. In einigen Ausgaben fehlt רוב."
+ ],
+ [
+ "Vier Marken gab es im Heiligtum. Nach 4. B. M. 15, 1—12 sind zu jedem Ganz- oder Friedensopfer auch Mehl- und Weinopfer darzubringen, und zwar zu Kleinvieh (mit Ausnahme des Widders): 1 ‘Omer (= ⅒ Efa) Mehl und je 3 Log (= ¼ Hin) Öl und Wein, zu einem Widder (über 13 Monate alt): 2 ‘Omer Mehl und je 4 Log Öl und Wein, zu Rindvieh (Stier, Kuh oder Kalb): 3 ‘Omer Mehl und je 6 Log Öl und Wein; nach 3. B. M. 14, 10 u. 21 bringt der Aussätzige, wenn er wohlhabend ist, 3 Lämmer als Reinigungsopfer dar, dagegen wenn er arm ist, nur 1 Lamm und 2 Tauben, im ersten Falle also 3 ‘Omer Mehl und je 9 Log Wein und Öl, im andern aber 1 ‘Omer Mehl und je 3 Log Wein und Öl. Das Mehl, der Wein und das Öl wurden im Heiligtume an Privatpersonen abgegeben, (s. Kap. IV Anm. 26), aber nicht gegen direkte Bezahlung, sondern nur gegen Marken, die man der Kontrolle wegen bei Joḥanan kaufen und bei Aḥija abliefern musste (s. die folgende Mischna).",
+ "Sünder. Bezeichnung für den Aussätzigen, dessen Krankheit als göttliche Strafe für seine Sünden — in erster Reihe für die böse Zunge — betrachtet wurde (vgl. ‘Arachin 16a: על שבעה דברים נגעים באים על לשון הרע ועל שפיכות דמים ועל שבועת שוא ועל גילוי עריות ועל גסות הרוח ועל הגזל ועל צרות העין ). Vielleicht ist auch das daselbst (15 b) von Resch Lakisch angeführte Wortspiel: מצורע = מוציא (שם) רע ältern Ursprungs.",
+ "wohlhabender Sünder. Zwar könnte man dem unbemittelten Sünder die mit der Aufschrift „Böcklein“ versehene Marke einhändigen, die ja für 1 ‘Omer Mehl und je 3 Log Wein und Öl galt; Ben ‘Azzai aber war der Meinung, dass dem Aussätzigen für seine Marke auch das besondere Log Öl geliefert wurde, dessen er nach 3. B. M. 14, 10 u. 21 ausser dem zur Bereitung des Mehlopfers erforderlichen Öl bedurfte. Demnach bekam der wohlhabende Sünder 10 Log und der unbemittelte 4 Log Öl, woraus sich ergibt, dass fünf Marken notwendig waren.",
+ "bezieht sich auf die Mehl- und Weinopfer zu den drei Opfertieren der Aussätzigen. Mit anderen Worten: eine Marke mit der Aufschrift „Kalb“ begründet einen Anspruch auf 3 ‘Omer Mehl und je 6 Log Öl und Wein, die Aufschrift „Böckchen“ auf 1 ‘Omer Mehl und je 3 Log Wein und Öl u. s. w."
+ ],
+ [
+ "zahlt das Geld ein. Die verschiedenen Marken haben natürlich verschiedene Preise.",
+ "und erhält dafür eine Marke, mit welcher er zu Aḥija geht, der wieder die Mehl- und Weinopfer verwaltet, und dem er die Marke überreicht, um von ihm die Mehl- und Weinopfer in Empfang zu nehmen. Abends kamen sie zusammen, Aḥija zeigte die Marken vor und bekam den entsprechenden Geldbetrag. Hier wird schon stillschweigend vorausgesetzt, dass die Marken mit dem Ende des Tages ihre Gültigkeit verlieren (s. die folgende Mischna); sonst würden heute die überschüssigen Beträge dem Tempelschatz zufallen, morgen aber die entsprechenden, jetzt überzähligen Marken von Joḥanan bezahlt werden müssen. Ohne diese Voraussetzung wäre eine allabendliche Abrechnung überhaupt nicht denkbar.",
+ "so fiel er dem Tempelschatze zu. weil anzunehmen ist, dass der Käufer zuviel bezahlt hat oder seine Marke aus irgend einem Grunde verfallen liess.",
+ "ergab sich ein Fehlbetrag, so musste Joḥanan aus seiner Tasche ergänzen. denn es wird vermutet, dass er aus Versehen entweder zu wenig Geld genommen oder zuviel Marken ausgegeben oder aber einen Teil der Einnahme verloren hat.",
+ "denn der Tempelschatz hat die Oberhand. Sonst würde man ihm etwaige Überschüsse als Entschädigung für die unvermeidlichen Verluste zugebilligt haben."
+ ],
+ [
+ "so vertröstet man ihn. Wörtlich: man wartet ihm. Das kann auch bedeuten, dass er nur bis zum Abend Zeit hat, die Marke zu suchen; wenn er sie bis dahin nicht findet, so hat sie ihren Wert verloren. Es kann ferner den Sinn haben, dass man ihm bis zum Abend Frist gewährt, seinen Verlust anzumelden; am andern Morgen hat er auf Rückerstattung des für die Marke gezahlten Betrages keinen Anspruch mehr. Beide Auffassungen passen aber nicht recht in den Zusammenhang.",
+ "so hatte er keine. Andere Lesart: ואם לאו לא היו נותגין לו.",
+ "Wegen der Betrüger war das Tagesdatum auf ihnen bezeichnet. Damit nicht jemand Marken verwerte, deren Giltigkeit schon abgelaufen ist, wodurch Joḥanan schweren Schaden erleiden würde (vgl. Anm. 20). Diese Erklärung wäre die einfachste und naheliegendste, wenn dieser Satz am Ende der vorigen Mischna sich fände. So aber scheint er mit der Einrichtung, laut welcher verlorene Marken ersetzt wurden, in Verbindung zu stehen. Derselbe Einwand lässt sich auch gegen Maimunis Auffassung (Jad haḥazaḳa, Hil. K’iê ham-Miḳdasch VII) geltend machen, nach welcher man befürchtete, der Käufer würde seine Marke liegen lassen, bis die Waren im Preise steigen. Und es kommt hier noch die Schwierigkeit hinzu, dass ein solches Verfahren, so sehr es auch den Tempelschatz zu schädigen geeignet ist, darum noch nicht als „Betrug“ gebrandmarkt werden darf. Besser ist eine andere Erklärung desselben Autors an seinem Mischnakommentar z. St.), ein unehrlicher Finder könnte eine Marke missbrauchen, die Aḥija oder Joḥanan nach der Abrechnung fallen liess und zu vernichten vergass, oder aber ein Käufer verloren hatte, dem der entsprechende Betrag inzwischen zurückerstattet wurde, so dass Joḥanan durch verzeihliche Achtlosigkeit oder gar durch fremde Fahrlässigkeit zu Schaden käme.
Am meisten aber leuchtet die Erklärung des R. Abraham b. Dawid ein (Berichtigungen zu Jad haḥazaḳa a. a. O.), es könnte ein Betrüger, der sich die heute gekaufte Marke in den Beutel gesteckt hat, am Abend unter falscher Vorspiegelung ihres Verlustes den eingezahlten Betrag, der sich ja bei der Abrechnung als Überschuss ergeben muss, zurückfordern und so unentgeltlich in den Besitz einer Marke gelangen, die er jederzeit gegen die entsprechenden Waren einzulösen in der Lage wäre. Diesem Gaunerkniff wird nun dadurch wirksam vorgebeugt, dass die Marke am Abend bei der Rückerstattung des Geldbetrages bereits durch den Wechsel des Datums entwertet ist. Indessen lässt sich auch die Eingangs von mir versuchte Erklärung, der ich wegen ihrer Einfachheit immer noch den Vorzug geben möchte, zwanglos aufrechterhalten. Im Grunde ist ja die in Rede stehende Vorsichtsmassregel doch nur durch die Einrichtung des Ersatzes für verlorene Marken notwendig geworden. Um dem unvorsichtigen Käufer möglichst bald Gewissheit über eine etwaige Entschädigung zu verschaffen, hat man statt der für alle Teile viel bequemern monatlichen oder wöchentlichen Abrechnung die abendliche eingeführt; infolgedessen musste die lästige Bestimmung getroffen werden, dass die Marken nur für den Tag der Ausstellung gelten sollen und dieser, um jede Täuschung auszuschliessen, deutlich auf ihnen vermerkt werde."
+ ],
+ [
+ "In die Kammer der Verschwiegenen taten zartfühlende. Wörtlich: sündenscheue.",
+ "liegen liessen. d. h. sie behielten und verwendeten es."
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+ [
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+ "Dreizehn Büchsen. Sie heissen Schofarot, weil sie einem Horn ähnlich waren: rund, gekrümmt, an einem Ende schmal, am andern breit, damit nicht jemand, der sich den Anschein gibt Geld hineinzuwerfen, welches herausnehme. Über die Bestimmung der einzelnen Büchsen wird am Ende des Kapitels berichtet (M. 5—6)",
+ "dreizehn Tische. s. Mischna 4.",
+ "Und wo die besondere. Ueber die dreizehn übrigen folgen weiter unten (M. 3) die genaueren Angaben.",
+ "Gegenüber dem Holzstoss. דיר eig.—Pferch (vgl. הכונס צאן לדיר —Baba ḳamma VI 1; davon המדייר את שדהו—Schebi‘it III, 4), hier = Holzstoss, davon מדורה = Scheiterhaufen Die Holzkammer, in welcher die zum Opferdienst untauglichen Priester das Holz für den Altar auswählten, hatte 40 Ellen im Gerviert und lag in der nordöstlichen Ecke der Frauenhalle (Middot II 5).",
+ "Sie besassen nämlich eine Überlieferung. מסורת und מסורה, wie קטורת und. קטורה von מסר (im Kal = überliefern) gebildet, ist Mesoret und Mesora zu lesen, nicht Massoret und Massora, wie man gewöhnlich schreibt und spricht, obgleich zu einer Pi‘elform gar keine Veranlassung ist, noch weniger Mâsoret, wie Abraham Geiger (Nachgelassene Schriften IV 341) vokalisiert. In Ez. 20, 37 bedeutet מָסרֶׄת nicht Überlieferung, wie Raschi meint, sondern Fessel, wie schon R. Dawid Ḳimḥi richtig erkannt hat. Es ist dort aus מַאֲסרֶׄת zusammengezogen.",
+ "dass dort die Lade verborgen liegt. Die heilige Lade mit den Bundestafeln, die ihren Platz im Allerheiligsten hatte, wurde vor der Zerstörung des ersten Tempels nach dieser Überlieferung in einem unterirdischen Gewölbe tief unter der Holzkammer verborgen. Nach einer andern Überlieferung versank sie an Ort und Stelle, nach einer dritten wurde sie vom Eroberer nach Babel gebracht (Jeruschalmi z. St. und Babli Joma 53b unten f.)."
+ ],
+ [
+ "Einst bemerkte ein dort beschäftigter. Mit der Auslese des Opferholzes (s. Anm. 4).",
+ "dass einer der Pflastersteine sich von den übrigen unterschied. Es sah so aus, als ob der Stein herausgehoben und wieder eingefügt worden wäre."
+ ],
+ [
+ "gegenüber den dreizehn Toren. Ebenso Middot II g. Ende, wo diese Ansicht von Abba Jose ben Ḥanan vertreten wird. Nach einer andern Ansicht (das. I 4) gab es nur sieben Tore in der Opferhalle, und die dreizehn Verneigungen entsprachen den dreizehn Breschen, welche die Syrer in die Tempelmauer gebrochen und die Makkabäerfürsten wieder vermauert hatten (das. II 3).",
+ "von Westen aus gezählt. סמוכים למערב = dem Westen benachbart (Plural), d. h. in einer an den Westen „sich anlehnenden“ Reihenfolge.",
+ "das oberste Tor. Der Tempelberg stieg von Ost nach West in die Höhe.",
+ "das Feuertor. Übersetzung unsicher. דלק heisst brennen und wird wie das deutsche Wort sowohl vom Schadenfeuer als von der Lichtflamme gebraucht; in der Bibel bedeutet דלק nachsetzen, verfolgen und דלקת Fieberhitze.",
+ "Weil man durch dieses den Kelch mit Opferwasser. s. Sukka IV 9.",
+ "Jacob meint. In Joma (77b 1. Z.—78a 1. Z.) ist die Lesart: מים מפכים עתידין להיות יוצאין מתחת מפתן הבית (also מים ohne ה und עתידין ohne בו ,ו aber fehlt gänzlich).",
+ "das dereinst unter der Schwelle des Tempels hervorquellen wird. In Ez. 47, 1—5 schildert der Prophet eine Vision, in der ihm ein Bächlein gezeigt wird, das unter der Schwelle des Heiligtums durchsickert, nach Osten vordringt, an der Südseite schon wie aus der Mündung eines Krügleins sprudelt (so wird der dort gebrauchte und hier entlehnte Ausdruck מים מפכים als mit פך zusammenhängend im Babli a. a. O. und im Jeruschalmi z. St. erklärt), in seinem weitern Laufe aber, immer mächtiger anschwellend, zu einem gewaltigen Strome wird.",
+ "von Westen aus gezählt. סמוכים למערב = dem Westen benachbart (Plural), d. h. in einer an den Westen „sich anlehnenden“ Reihenfolge.",
+ "Weil Jechonja. oder Jojachin, der vorletzte König von Juda, der mit den Edelsten und Tapfersten des Volkes von Nebuchadnezar nach Babel in die Gefangenschaft geführt wurde (2. Kön. 24, 8—16; 2 Chr. 36, 9—10).",
+ "als er in die Verbannung ging. und vom Heiligtum Abschied nahm."
+ ],
+ [
+ "acht aus Marmor im Schlachthause. nördlich vom Opferaltar (Tamid III 5 u. Middot III 5). Die Tische standen dort zwischen den Ringen und den Zwergsäulen (Middot V 2).",
+ "zwei im Westen der Rampe. die schiefe Ebene, auf der man zum Altar emporstieg, an dessen Südseite sie errichtet war. Sie hatte eine Länge von 32 und eine Breite von 16 Ellen (das. III 2).",
+ "einer aus Marmor und einer aus Silber [auf den marmornen legte man die Opferteile. bevor sie zum Altar befördert wurden. Auf dem kalten Marmor erhielt das Fleisch sich frischer.",
+ "zwei im Ulam innen. in der Vorhalle zum Hêchal, in welchem die drei goldenen Geräte (Altar, Tisch und Leuchter) standen. Sie mass von Nord nach Süd 100 Ellen und von Ost nach West 11 Ellen (das. IV 7). Demnach bedeutet באולם מבפנים an der innern, d. i. westlichen Seite der Vorhalle. Manche Ausgaben lesen מבחוץ statt מבפנים. Nach dieser Lesart ist מבחוץ zum folgenden על פתח הבית zu ziehen und „am äussern Eingang zum Hause“ zu übersetzen. In der Sache selbst ist zwischen beiden Lesarten kein Unterschied. Unter dem Hause ist hier der Hêchal zu verstehen.",
+ "einer aus Marmor und einer aus Gold [auf den marmornen tat man das innere Brot. s. Pesachim VII Anm. 26.",
+ "bevor es hineingetragen wurde. Es wurde erst am Sabbat auf den goldenen Tisch im Hêchal gelegt, aber schon vorher gebacken. Deshalb tat man es inzwischen auf kalten Marmor, damit es länger frisch bleibe (vgl. Anm. 20).",
+ "wenn man es hinaustrug. am nächsten Sabbat, damit die Priester es unter sich teilen.",
+ "aber nicht eine Erniedrigung angemessen ist. Es wäre für das heilige Brot eine Herabsetzung wenn man es auf einen Marmortisch täte, nachdem es eine Woche lang auf goldenem Tische gelegen hatte.",
+ "endlich ein goldner im Innern. im Hêchal.",
+ "auf dem das innere Brot ständig lag. 2. B. M. 25, 23—30."
+ ],
+ [
+ "Dreizehn Büchsen waren im Heiligtum. zur Aufnahme des Geldes, welches dem durch ihre Aufschrift bezeichneten Zwecke dienen sollte.",
+ "Gold zum Deckel. כפורת hiess der goldene Deckel auf der Bundeslade (2. B. M. 25, 17—21). Er war 2 ½ Ellen lang, 1 ½ Ellen breit und (nach Nidda 26b oben) ⅙ Elle hoch, aus lauterm Golde und überaus kostbar. Im zweiten Tempel gab es keine Bundeslade (oben Anm. 6 u. Joma V 2). Es scheint aber, dass die Absicht bestand, eine solche anzufertigen, und dass zu diesem Zwecke Gold gespendet wurde. Nach R. ‘Obadja sind hier die in Ezra 1, 10 und 1 Chr. 28, 17 als כפורי זהב bezeichneten Opferbecken gemeint. Demnach wäre לִכְפוֹרוֹת zu lesen.",
+ "die Jahr für Jahr zu entrichtenden. Wer bis zur ersten Hebe (III 1) seinen Schekel noch bei keiner Bank (I 3) abgeliefert hatte, übergab ihn später dem Sehatzmeister, der das Geld vorläufig in die Büchse warf, damit es bis zur nächsten Hebe dort verwahrt liege.",
+ "entrichtet sie im folgenden Jahre. Diese Beträge wurden den Überschüssen der Kammer (IV 2, Anm. 20) hinzugefügt.",
+ "sind lauter Ganzopfer. Nach ihrer Ansicht konnte jeder, der ein pflichtmässiges Vogelopfer (3. B. M. 5, 7; 12, 8: 14, 12; 15, 14 u. 29) darzubringen hatte, den entsprechenden Betrag in die mit קנין bezeichnete Büchse werfen und sicher sein, dass sein Opfer unverzüglich von den Priestern dargebracht werden wird, wer aber ein freiwilliges Vogelopfer darbringen wollte, warf das Geld dafür in die mit גוזלי עולה bezeichnete Büchse. Nach R. Jehuda dagegen musste derjenige, der ein pflichtmässiges Vogelopfer darzubringen hatte, die erforderlichen Tauben selbst besorgen und dem Priester übergeben; die beiden Büchsen standen nur denen zur Verfügung, die ein freiwilliges Vogelopfer darbringen wollten, und zwar die eine (קנין) für Turteltauben, die andere (גוזלי עולה) für junge Tauben. Wie aus den angegebenen Bibelstellen ersichtlich, bestanden die pflichtmässigen Vogelopfer aus zwei Turteltauben oder zwei jungen Tauben, von denen die eine zum Sündopfer, die andere zum Ganzopfer bestimmt war. Schuld- und Sündopfer konnten nicht gespendet, Friedensopfer nicht aus dem Reiche der Vögel gewählt werden; folglich konnten freiwillige Vogelopfer nur als Ganzopfer geweiht sein. Turteltauben waren nur in reiferem, andere Tauben nur in zartem Alter als Opfer geeignet (Hallin I, 5). Es muss angenommen werden, dass die Tauben einen festen Preis hatten. Wie hätten sonst die Priester wissen können, wieviel Opfer aus den der Büchse entnommenen Beträgen darzubringen sind? Es ist aber kaum anzunehmen, dass Turteltauben und junge Tauben zu genau dem gleichen Preise verkauft wurden. Wie konnte man also nach derjenigen Ansicht, welche die Beträge für beide Arten in eine und dieselbe Büchse werfen lässt, die Zahl der darzubringenden Opfer feststellen? Vielleicht hatten diese als „Hörner“ bezeichneten Büchsen keinen Boden, so dass die aussen durch die enge Öffnung hineingeworfenen Münzen, innen aus der weiten Öffnung in einen Kasten fielen, vor dem ein Priester stand, der sie sofort herausnahm und ihrer Bestimmung zuführte. Die Aufstellung dieser beiden Büchsen (und wohl auch der übrigen mit Ausnahme der für die Schekelsteuer bestimmten, bei denen eine Überwachung der Steuerpflichtigen notwendig war) hätte dann nur den Zweck gehabt, die Abfertigung zu beschleunigen und eine gewisse Verschwiegenheit zu sichern. Der Priester musste zwar die Opfer mit dem Gedanken an ihre Eigentümer darbringen, er brauchte aber deren Namen nicht zu kennen; es genügte, wenn er sagte: ich bringe dieses Opfer für die Person dar, die es geweiht hat."
+ ],
+ [
+ "dem Ewigen schuldet er die Busse. 3. B. M. 5, 19.",
+ "was wegen einer Sünde und wegen einer Schuld einkommt. Gemeint sind etwaige Restbeträge, die von Sünd- oder Schuldopfern herrühren. Wenn jemand, der zu einem solchen Opfer infolge einer Sünde oder einer Schuld verpflichtet ist, zur Aufbringung der Kosten mehr Geld, als nötig war, gespart hat, soll der Überschuss nicht etwa liegen bleiben, bis er wieder in die Lage kommt, ein gleiches Opfer darzubringen, sondern zu einem freiwilligen Ganzopfer verwendet werden, obgleich von diesem nur die Haut den Priestern zu Teil wird, während sie von den Sünd- und Schuldopfern auch das Fleisch bekommen.",
+ "den Priestern gehörig. Die erste Satzhälfte (אשם הוא) verlangt, dass die Priester einen Teil daran haben, da es ja als Schuldopfer bezeichnet wird (vgl. 3. B. M. 6, 22 u. 7, 6); die zweite Satzhälfte aber (אשם אשם לה׳) schreibt vor, dass es ganz dem Ewigen gehören soll. Beiden Forderungen wird man gerecht, wenn das Fleisch dem Altar und die Haut den Priestern übergeben wird, wie es beim Ganzopfer der Fall ist.",
+ "In diesem Sinne heisst es. 2. Kön. 12, 17.",
+ "den Priestern soll es gehören. Nach dem ganzen Zusamenhange kann dort לא יובא בית ה׳ („es soll nicht in das Haus Gottes gebracht werden“) keineswegs den Sinn haben, dass es nicht zu Opfern verwendet werden darf. Der König Joas hatte gewisse Einnahmen des Heiligtums, insbesondere die freiwilligen Geschenke an den Tempelschatz zur Ausbesserung des Gotteshauses bestimmt. Da die Priester sich saumselig zeigten, stellte der Hohepriester Jojada‘ einen verschlossenen Kasten, in dessen Tür er eine schmale Öffnung geschnitten hatte, in der Nähe des Altars auf und sorgte dafür, dass die reichlich zuströmenden Spenden keinem andern Zwecke zugeführt wurden als der Bezahlung der Maurer und Zimmerer, die den Tempel wieder in Stand setzten (das. 5—16). „Geld vom Schuldopfer aber sowie Geld von Sündopfern sollte nicht dem Hause des Ewigen zugeführt werden, das sollte den Priestern zu Gute kommen“. Dass man das zum Ankauf von Opfertieren geweihte Geld nicht seiner Bestimmung entziehen und dem Tempelschatze zuwenden darf, ist zu selbstverständlich, als dass Jojada‘ es bei dieser Gelegenheit ausdrücklich zu betonen Veranlassung gehabt hätte. Es kann sich also nur um die Überschüsse solchen Geldes handeln. Sie dürfen ebenfalls nicht zur Ausbesserung des Tempels benutzt und so den Priestern völlig entzogen werden; vielmehr müssen auch diese einen kleinen Anteil an ihnen haben. Sie können daher nur zu Ganzopfern Verwendung finden."
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+ "das zwischen der Schekel- und der Spendenbüchse. s. VI 5.",
+ "wenn es dieser näher liegt. Weil die grössere Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass es aus der Schekelbüchse gefallen ist.",
+ "so fällt es der Spendenkasse zu. Das Geld der Spendenbüchse wurde nur zum Ankauf von Ganzopfern verwendet (VI 6), die Schekelsteuer aber auch zur Befestigung der Stadt und ähnlichen gemeinnützigen Zwecken (IV 2). Folglich wohnt der „Spende“ eine höhere Heiligkeit inne. Im Zweifel aber ist in erschwerendem Sinne zu entscheiden, wie es am Schluss der Mischna heisst.",
+ "Wird es zwischen der Holz- und der Weihrauchkasse. s. VI 5.",
+ "bei gleicher Entfernung aber für Weihrauch auszugeben. Weihrauch wurde als Opfer auf den Altar gebracht, Holz aber nur als Brennstoff für die Opfer.",
+ "bezeichneten Büchse. s. VI 5.",
+ "ebenfalls zu Taubenganzopfern verwendet. Aus der einen Kasse wurden nur Ganzopfer, aus der andern auch Sündopfer dargebracht; diese aber, deren Fleisch von den Priestern verzehrt wurde, haben eine geringere Heiligkeit als jene, deren Fleisch vom Altarfeuer verzehrt wurde.",
+ "Wird es zwischen Unheiligem und zweitem Zehnt. Von Getreide, Wein und Öl wurde ausser der „Priesterhebe“ und dem den Leviten gebührenden „ersten Zehnt“ noch ein „zweiter Zehnt“ (שני מעשר) abgesondert, der in Jerusalem verzehrt werden musste. War die Entfernung zu gross, so konnte es gegen geprägte Münzen ausgelöst werden, auf die sich dann die Heiligkeit des „zweiten Zehnt“ übertrug (5. B. M. 14, 22—25). Daher wurde dieses Geld getrennt von anderm Gelde aufbewahrt.",
+ "bei gleicher Entfernung aber als zweiter Zehnt zu behandeln. Es muss also nach der heiligen Stadt gebracht und dort für Nahrungsmittel ausgegeben werden (das. 25—26)."
+ ],
+ [
+ "Wird Geld vor den Viehhändlern. in Jerusalem. Für Geld von zweitem Zehnt wurde gewöhnlich Vieh zu Friedensopfern gekauft.",
+ "so ist es stets. nicht bloss während der Festzeit (vgl. Anm. 13).",
+ "als Zehnt zu behandeln. Obgleich einer der Verkäufer es verloren haben könnte, in deren Händen seine Heiligkeit durch Übergang auf die Ware schon erloschen ist, darf es doch des Zweifels wegen, zumal die Käufer die Mehrheit bilden, nur zum Ankauf in Jerusalem zu verzehrender Lebensmittel verwendet werden; denn die Fremden, die zur Festzeit ihr heiliges Geld nach der auserwählten Stadt bringen, überlassen es, wenn sie selbst es nicht verbrauchen konnten, ihren dort lebenden Freunden und Verwandten, die es im Laufe des Jahres nach und nach in Friedensopfern ausgeben.",
+ "so ist es als Unheiliges zu betrachten. selbst während der Festzeit, weil man mit einem Geldbeutel (פונדה = funda) den Tempelberg nicht betreten durfte (Mischna Berachot g. Ende, noch deutlicher Tosefta das.: במעות הצרורות לו בסדינו). Es ist daher anzunehmen, dass das gefundene Geld einem der Kaufleute und Handwerker abhanden gekommen, die es aus der Tempelkasse für ihre Lieferungen oder Leistungen erhalten hatten (s. Jeruschalmi z. St.; anders Raschi in Pesaḥim 7a).",
+ "findet man es in Jerusalem. d. h. in den übrigen Teilen der Stadt, ausser dem Viehmarkte und dem Tempelberge.",
+ "zur Festzeit. in der die Männer aus allen Teilen des Landes nach der heiligen Stadt strömten (5. B. M. 16, 16), bei welcher Gelegenheit sie auch ihr Geld vom „zweiten Zehnt“ mitbrachten.",
+ "so ist es als Unheiliges anzusehen. selbst unmittelbar nach dem Feste, weil die Strassen Jerusalems täglich gefegt wurden."
+ ],
+ [
+ "in den zerschnittenen Stücken Sündopfer zu vermuten. Das Ganzopfer wurde nach der in Tamid (IV 2—3) beschriebenen Anordnung zerlegt. Die einzelnen Glieder mussten unzerschnitten auf den Altar gebracht werden. Dagegen wurde das Fleisch der Sündopfer (und ebenso der Schuldopfer) von den Priestern, die es unter sich teilten, in beliebige Stücke zerschnitten. Fleisch von Friedensopfern bildete in der Opferhalle die Minderheit.",
+ "findet man welches in Jerusalem. im übrigen Jerusalem, ausserhalb der Opferhalle (vgl. Anm. 12).",
+ "so ist es als Friedensopfer anzusehen. Andere Opfer durften ausserhalb des Heiligtums nicht gegessen werden.",
+ "Ob so oder so. Wo immer und wie immer es in der heiligen Stadt gefunden wurde, ob inner- oder ausserhalb der Opferhalle, ob in ganzen Gliedern oder in Stücke geschnitten, ob es nun von Ganz-, Sünd- oder Friedensopfern herrührt, kann es niemals seiner mutmasslichen Bestimmung zugeführt werden, da es inzwischen durch Unreinheit oder einen ähnlichen Makel unbrauchbar geworden sein kann. Da dies aber nicht sicher ist, kann man es auch nicht ohne weiteres wie untaugliche Opfer verbrennen, weil man Heiliges, solange es seine Weihe nicht eingebüsst hat, nicht vernichten darf. Man lässt es daher liegen, bis es sein gutes Aussehen verliert, und verbrennt es nachher.",
+ "lässt man sein Aussehen verkommen. s. Pesaḥim VII Anm. 52.",
+ "und schafft es hernach in den Verbrennungsraum. s. das. VIII Anm. 18 und IX Anm. 49.",
+ "so sind ganze Glieder als Gefallenes anzusehen. Sie sind wahrscheinlich gar nicht verloren, sondern weggeworfen worden. — „Gefallenes“ (man versteht darunter jedes tote Tier, das nicht vorschriftsmässig geschlachtet wurde) darf nicht gegessen werden (5. B. M. 14, 21); wer es berührt oder trägt, ist unrein (3. B. M. 11, 39—40).",
+ "zerschnittene Stücke aber erlaubt. Verbotenes Fleisch würde man sich nicht erst zu zerschneiden die Mühe genommen haben. Voraussetzung ist, dass die meisten Einwohner Israeliten sind."
+ ],
+ [
+ "Findet man Vieh von Jerusalem bis Migdal ‘Eder. 1. B. M. 35, 21.",
+ "sind die Männchen als Ganzopfer und die Weibchen als Friedensopfer zu betrachten. Das in der Umgebung Jerusalems weidende Vieh bestand zum grössten Teil aus Opfertieren. Unter diesen waren die männlichen meist Ganzopfer, die weiblichen aber, da sie sich zu Ganzopfern nicht eigneten (3. B. M. 1, 3), als Friedensopfer.
.",
+ "Was sich zum Pesachopfer eignet. zum Pesachopfer eignet sich nur männliches Kleinvieh im ersten Lebensjahre (2. B. M. 12, 5).",
+ "wenn es innerhalb der dreissig Tage vor dem Feste gefunden wird. Dreissig Tage vor dem Pesachfeste pflegte man schon das Pesachopfer auszuwählen und seinem Zwecke zu weihen."
+ ],
+ [
+ "damit er die zugehörigen Wein- und Mehlopfer. s. Kap. V Anm. 15.",
+ "ordnete der Gerichtshof. die höchste Behörde in religiösen Angelegenheiten.",
+ "dass die Mehl- und Weinopfer aus öffentlichen Mitteln. aus der Kammerhebe (IV 1),"
+ ],
+ [
+ "Wein- und Mehlopfer vorhanden sind. die er vor seinem Tode diesem Zwecke geweiht hat.",
+ "so werden sie aus öffentlichen Mitteln dargebracht. War es aber ein im Judentum Geborener oder auch ein Bekehrter, dem nach seinem Übertritt noch Kinder geboren wurden, so bestreiten seine Erben die Kosten der Mehl- und Weinopfer.
",
+ "Auch ist es eine Verfügung. תנאי eig. = Bedingung. Ihr Verfügungsrecht über die Tempelsteuer beruht nämlich darauf, dass sie die Verwaltung unter der stillschweigenden Bedingung übernommen haben, die öffentlichen Mittel, wo es ihnen notwendig erscheint, auch Privatzwecken zuwenden zu dürfen.",
+ "dass nach dem Tode des Hohenpriesters. bis zur Einsetzung seines Nachfolgers.",
+ "sein Mehlopfer. s. 3. B. M. 6, 13—15. Nach der Überlieferung wird dieses Opfer von den gewöhnlichen Priestern am Tage ihrer Weihe, vom Hohenpriester aber täglich dargebracht.",
+ "] Es wurde übrigens ganz dargebracht. Das ist ein selbständiger Satz, der nicht mehr von R. Jehuda herrührt. Es ist vielmehr die allgemeine und unbestrittene Ansicht, dass das Mehlopfer des Hohenpriesters, das er täglich in zwei Hälften, die eine morgens, die andere abends darbringt, nach seinem Tode, sei es von seinen Erben, sei es aus öffentlichen Mitteln, ungeteilt dargebracht wird, also ein ganzes ‘Omer (= ⅒ Efa) morgens und ein ganzes ‘Omer abends."
+ ],
+ [
+ "Ferner bezüglich des Salzes und des Holzes. das aus den öffentlichen Mitteln der Kammerhebe beschafft wurde.",
+ "dass den Priestern ihre Benutzung freistehe. zur Bereitung ihrer Speisen, jedoch nur solcher, die ihnen als ihr Anteil an den Opfern zugewiesen werden.",
+ "hinsichtlich der Kuh. s. 4. B. M. 19, 1—9.",
+ "dass ihre Asche nicht dem Gesetz über Veruntreuung. s. 3. B. M. 5, 14—16.",
+ "endlich in Betreff der untauglich gewordenen Vogelopfer. Wer ein Vogelopfer darzubringen verpflichtet war, warf einen entsprechenden Geldbetrag in die zu diesem Zwecke im Heiligtum aufgestellte Büchse (Kap. VI Anm. 32) und brauchte sich weiter nicht darum zu kümmern. Die Priester besorgten alles übrige. Wenn nun eine der Tauben vor vollendeter Opferhandlung untauglich wurde, und eine andere an ihrer Stelle dargebracht werden musste, wer soll die Kosten tragen, da die Person, der das Opfer gilt, nicht mehr festgestellt werden kann? Nach R. Simon die Kammer, nach R. Jose der Lieferant.",
+ "muss die untauglich gewordenen ersetzen. Ebenso wie er (oben Kap. IV Ende) für Wein und Öl Ersatz leistet, selbst wenn diese Waren erst nach der Übergabe verdarben."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "ist rein. In der Provinz legten die unrein Gewordenen mit Ausnahme der Priesterfamilien und einiger durch besondere Frömmigkeit ausgezeichneter Häuser (der sogenannten Ḥaberim; s. Demai II, 3) ausserhalb der Festzeiten wenig Wert auf die Wiedererlangung ihrer Reinheit. Darum musste dort jeder Speichel unbekannter Herkunft als unrein gelten. In Jerusalem dagegen, wo sehr viel Opferfleisch gegossen wurde (vgl. Kap. VII Anm. 8 u. 10), achtete die jüdische Bevölkerung, die in allen Stadtvierteln mit Ausnahme des „obern Marktes“ die überwiegende Mehrheit bildete, mit grossem Eifer darauf, die etwa verlorene Reinheit so bald als möglich wiederzuerlangen.",
+ "An den übrigen Tagen des Jahres gehen die Unreinen in der Mitte [der Strasse] und die Reinen an den Seiten. Wörtlich: sind die in der Mitte Befindlichen unrein und die an den Seiten Befindlichen rein. Es liegt wohl nahe, diese Bezeichnungen nicht auf Personen, sondern auf die im ersten Satze erwähnten רוקין zu beziehen; die Schlussworte aber (שמפני שהן מועטין מסתלקין לצדדין), in denen von Personen die Rede ist, lassen es als wahrscheinlich erscheinen, dass auch unter שבאמצע und שבצדדין solche zu verstehen sind.",
+ "denn weil ihrer nur wenige sind. An den Festtagen waren auch die zahlreich aus der Provinz herbeiströmenden Fremden frei von jeder Unreinheit."
+ ],
+ [
+ "kommen sie wieder herauf. Andere Lesart: שלא כירידתן עלייתן. Auf dem Wege zum Reinigungsbade sind die Geräte trocken, auf dem Rückwege nass. Auch pflegt man sie in der Regel mit der Spitze nach vorn zu tragen, so dass man meistens schon aus der Richtung des oberen Endes erkennen kann, ob sie auf dem Hin- oder Rückwege verloren wurden (vgl. Maimunis Kommentar z. St.). Nach Raschi (Pesaḥim 19b) ist hier דרך wörtlich zu nehmen und demgemäss zu übersetzen: „Alle Geräte, die in Jerusalem gefunden werden, sind unrein, wenn sie auf dem Wege liegen, der zum Reinigungsbade hinabführt; liegen sie aber auf dem aufwärts führenden Wege, sind sie rein. Man trägt sie nämlich nicht auf demselben Wege hinauf, auf dem man sie hinunterträgt“. Nach dieser Auffassung erwartet man aber im Hauptsatze: בדרך ירידה und בדרך עלייה mit ב sowie in der Begründung: שאין דרך ירידתו דרך עלייתו, das Suffix auf בית הטבילה bezogen.",
+ "der Schaufel. מגרפה v. גרף (Schabbat III, 1, Pesaḥim IV, 7, Jom tob IV 5 u. ö.) = zusammenscharren.",
+ "und des Spatens. מרצה v. רצץ = spalten, zerschlagen."
+ ],
+ [
+ "Vierzehnten. des Monats Nisan.",
+ "so muss es nochmals ins Reinigungsbad getaucht werden. Unreine Geräte werden in der Regel (vgl. Anm. 18 u. 21) erst nach Ablauf des Tages, an welchem sie ins Reinigungsbad getaucht wurden, wieder rein. Daher müssen die Schlachtmesser, die am Nachmittage des 14. Nisan zum Pesachopfer verwendet werden sollen, schon am vorhergehenden Tage ins Bad getaucht werden. Findet man also ein solches am Rüsttage des Pesachfestes, so darf man annehmen, dass es schon gereinigt ist; findet man es aber am 13. Nisan, so kann man das nicht voraussetzen, da die Person, die es verlor, ja noch bis zum Abend Zeit hatte die Reinigung vorzunehmen. Der Ausdruck שונה ומטביל (nochmals untertauchen) ist mit Rücksicht auf die Möglichkeit gewählt, dass der Eigentümer es doch schon gereinigt hatte, als es ihm abhanden kam.",
+ "Ein Hackmesser. קופיץ (= ϰοπίς) ist ein Küchenmesser, mit dem man insbesondere Knochen durchhackt (s. z. B. Pesaḥim VII 12), das aber auch als Schlachtmesser dienen kann.",
+ "muss man in diesem wie in jenem Falle nochmals untertauchen. wenn man es nach Anbruch der Nacht benutzen will. Selbst wenn es am 14. Nisan gefunden wird, ist nicht anzunehmen, dass es schon am Tage vorher gereinigt wurde, weil es in der Regel nicht zum Schlachten am Rüsttage des Festes, sondern erst in der Festnacht selbst gebraucht wird, so dass der Eigentümer, der es verlor, mit der Reinigung bis zum Vorabend warten konnte.",
+ "so darf man ohne weiteres damit schlachten. Am Sabbat darf man wohl das Pesachopfer schlachten, aber keine Geräte reinigen. Wenn daher der Eigentümer das Hackmesser am Feste benutzen wollte, musste er es schon am Freitag, dem 13. Nisan, gereinigt haben. Folglich darf der Finder es am 14. sofort in Gebrauch nehmen, um sein Pesachopfer damit zu schlachten.",
+ "[findet man es] am Fünfzehnten. Der 15. Nisan ist ein Feiertag, an dem man unreine Geräte ebensowenig wie am Sabbat ins Bad tauchen darf.",
+ "darf man ohne weiteres damit schlachten. Am Feiertage ist im Gegensatz zum Sabbat das Schlachten privater Festopfer und beliebiger, zum Genuss erlaubter Tiere gestattet. Vom Pesachopfer ist selbstverständlich an dieser Stelle nicht mehr die Rede.",
+ "so ist es diesem gleich zu achten. Man darf also das Hackmesser in diesem Falle sofort in Gebrauch nehmen, auch wenn der Fund am 14. Nisan gemacht wurde und dieser nicht auf Sabbat fiel."
+ ],
+ [
+ "Wurde der Vorhang. des Heiligtums.",
+ "wenn es durch übertragene Unreinheit. s. Pesaḥim Kap. I Anm. 26—29.",
+ "drinnen. in einem dazu eingerichteten Raume des Heiligtums.",
+ "ins Reinigungsbad getaucht und sofort wieder hereingebracht. Nach biblischer Satzung kann sich solche Unreinheit auf Geräte nicht mehr weiter übertragen. Mithin ist der Vorhang nur auf Grund rabbinischer Bestimmung unrein und kann daher sofort nach dem Reinigungsbade wieder an seinem Orte aufgehängt werden, ohne dass man erst den Sonnenuntergange abzuwarten brauchte.",
+ "geschah es aber durch einen Herd der Unreinheit. s. Pesaḥim Kap. I Anm. 26—29.",
+ "so wird er draussen. in einem ungeweihten Teile des Tempelberges. Unreine Geräte wurden ebensowenig wie unreine Menschen im Heiligtum und seinem Vorhofe geduldet.",
+ "untergetaucht und im Hêl. So hiess der Raum zwischen der Gitterwand und der Frauenhalle ausserhalb des Vorhofs zum Heiligtume (Middot II, 3).",
+ "da er des Sonnenuntergangs bedarf. Wurde ein Gerät durch einen Herd der Unreinheit infiziert, so war es nach biblischer Satzung unrein und konnte daher durch das Reinigungsbad erst mit Ablauf des Tages die verlorene Reinheit wiedererlangen (s. z. B. 4. B. M. 11, 32).",
+ "breitet man ihn auf das Dach des Säulenganges. s. Pesaḥim I Anm. 22."
+ ],
+ [
+ "Der Vorhang hatte die Dicke einer Handbreite. etwa 8 cm.",
+ "und war auf zweiundsiebenzig Schnüren. In Ḥullin 90b lesen unsere Ausgaben: נירין, das sind die Litzen, durch deren Ringe oder Schleifen die Kettenfäden gezogen werden.",
+ "eine Breite von zwanzig Ellen. Demnach können die Schnüre nicht rund gewesen sein. 20 Ellen sind nämlich = 120 Handbreiten; folglich musste jede der 72 Schnüre, welche die Kette des Gewebes bildeten, eine Breite von 1⅔ Handbreiten (13⅓ cm.) haben. Wäre dies ihr Durchmesser, so hätte die Dicke des Vorhangs ebenfalls 1⅔ und nicht blos 1 Handbreite betragen. Vielleicht waren die Schnüre so geflochten, dass von den 24 Fäden je vier auf die Dicke und je 6 auf die Breite entfielen. Hatte nun jeder Faden einen Durchmesser von 2 cm (= ¼ טפח) so betrug die Dicke 8 cm (= 1 טפח) und die Breite 12 cm (= 1½ טפח). Es fehlt nur noch ein ⅙ טפח (=1⅓ cm), das wohl auf Rechnung des Zwischenraumes zu setzen ist, welcher zwischen je zwei Schnüren für den Einschlag offen blieb.",
+ "und wurde von zweiundachtzig jungen Mädchen. Die Lesart ריבוא (= Myriaden), die mit Unrecht bevorzugt wird, fordert eine nähere Bestimmung, welche die Mischna vermissen lässt, und die Kommentatoren teils durch „Denare“ teils durch „Fäden“ ergänzen. 820000 Denare sind eine grosse Summe, wenn es auch nur Silberdenare und nicht, wie R. ‘Obadja will, Golddenare wären (1 Golddenar = 25 Silberdenare, etwa 16 Mark); 820000 Fäden kann man noch weniger hinnehmen, wenn man erwägt, dass zur Kette nur deren 1728 erforderlich waren.",
+ "und dreihundert Priester tauchten ihn ins Bad. d. h. wegen seiner Schwere musste die vereinte Kraft von 300 Männern in Anspruch genommen werden, so oft er in das Reinigungsbad getaucht werden sollte. Der Talmud (Ḥullin 90b) führt diesen Bericht als Beispiel dafür an, dass auch die Mischnalehrer mitunter an Übertreibungen Gefallen finden. Nach Raschi (daselbst) bezieht sich diese Bemerkung auf die Zahl dreihundert, nach Maimuni (hier) auf unsere ganze Mischna."
+ ],
+ [
+ "Wenn das Fleisch hochheiliger Opfer. Opfer höherer Ordnung sind: Ganzopfer, Sünd- und Schuldopfer, öffentliche Friedensopfer. Wenn ihr Fleisch für seine Bestimmung untauglich wurde, musste es im Heiligtum selbst durch Feuer vernichtet werden. Andererseits durfte man nichts Unreines im Heiligtume dulden. Wie soll man nun verfahren, wenn dieses Fleisch durch Unreinheit unbrauchbar wurde? Darüber gehen die Ansichten in unserer und der folgenden Mischna auseinander.",
+ "sei es durch einen Herd der Unreinheit. s. Pesaḥim Kap. I Anm. 26—29.",
+ "sei es durch übertragene Unreinheit. s. Pesaḥim Kap. I Anm. 26—29."
+ ],
+ [
+ "dort soll es verbrannt werden. gleichviel, wodurch es unrein wurde."
+ ],
+ [
+ "Die Glieder des täglichen Opfers. 4. B. M. 28, 3—4. Das geschlachtete Opfer wurde in der aus Tamid IV 2—3 ersichtlichen Weise in seine Glieder zerlegt, die aber nicht sofort von den durch das Los (Joma II 3) dazu bestimmten Priestern dargebracht, sondern zunächst auf die zum Altar hinaufführende Rampe gelegt wurden, um erst später zum Altar emporgetragen und dort verbrannt zu werden.",
+ "wurden auf der untern Hälfte der Rampe. s. oben Kap. VI Anm. 19.",
+ "im Westen. Andere Lesart: במזרח = „im Osten“.",
+ "die der Musafopfer. An Sabbat-, Fest- und Neumondstagen wurden ausser dem täglichen noch besondere Opfer dargebracht (4. B. M. 28, 9—29, 39). Diese werden Musafim genannt.",
+ "auf der untern Hälfte der Rampe im Osten. Andere Lesart: במערב = „im Westen“.",
+ "die der Neumondsopfer. 4. B. M. 28, 11.",
+ "oben auf dem Rande des Altars. Die Oberfläche des Opferaltars mass 28 Ellen im Geviert, die Feuerstätte aber nur 24 Ellen. Es blieb also ringsum nach aussen hin ein Rand von 2 Ellen Breite, der an den vier Ecken mit je einem 1 Elle messenden Würfel (den sogenannten „Hörnern“) besetzt war, so dass immer noch ein freier Raum von der Breite einer Elle auf jeder Seite des Altars zur Verfügung stand, auf dem die Priester sich bewegen konnten. (Middot III 1). Eine andere Lesart lautet: מלמטה מתחת כרכוב המזבח = „unterhalb des untern Altarrandes“. Dieser war ebenfalls 1 Elle breit und wurde durch den Sockel gebildet, auf dem der obere Teil des Altars ruhte und dessen Querschnitt 30 Ellen im Geviert hatte (Middot das.). Doch wurden die Glieder des Musafopfers nach dieser Lesart nicht etwa auf dem freien Rande des Sockels, sondern unterhalb desselben auf der obern Hälfte der Rampe vorläufig niedergelegt.",
+ "[Die Gesetze über] die Schekelsteuer und die Erstlinge. 5. B. M. 26, 1—10.",
+ "gelten nur angesichts des Tempels. d. h. solange das Heiligtum in Jerusalem steht.",
+ "dagegen sind [die Bestimmungen über] Getreidezehnt. Zusammenfassende Bezeichnung für alle von der Getreide-, Wein- und Ölernte zu entrichtenden Abgaben (Priesterhebe, erster und zweiter Zehnt).",
+ "Viehzehnt. 3. B. M. 27, 32.",
+ "und Erstgeborene. 2. B. M. 13, 11—13; 4. B. M. 18, 15—18.",
+ "so sind sie heiliges Gut. Sie bleiben in Kraft, wenn auch das Heiligtum in Trümmern liegt.",
+ "Wenn jemand Erstlinge als heiliges Gut erklärt. in unserer Zeit, nach der Zerstörung des Tempels.",
+ "sind sie dennoch nicht geweiht. können also auch von Nichtpriestern, selbst von unreinen gegessen werden."
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+ "\nAuf den Traktat Pesaḥim folgt in den Mischnaausgaben und ebenso in der Tosefta (s. ed. Zuckermandel S. 109) Massechet Scheḳalim, in den Jeruschalmi ausgaben dagegen Massechet Joma. Die Traktate der Mischna sind nicht nach ihrem Inhalte, sondern nach der Anzahl ihrer Kapitel geordnet1). Das zeigt sich nirgends deutlicher als in unserm Seder Moed, in welchem z. B. die Vorschriften des Hüttenfestes (Sukka mit 5 Kapp.) denen des Neujahrsfestes (Rosch Haschana mit nur 4 Kapp.) vorangehen. An Massechet Sabbat, die mit 24 Kapp. an der Spitze steht, schliesst sich ’Erubin mit 10 Kapp. an, die zu Sabbat eine enge innere Beziehung haben. Nun folgen aber nicht etwa die Traktate Jom Tob (5 Kapp.) Moed Ḳaṭan (3 Kapp.) und Ḥagiga (3 Kap.), die die allgemeinen Vorschriften der Feste enthalten, sondern zunächst Pesaḥim, weil diese Massichta gleich ‘Erubin 10 Kapp. hat, dann Schekalim und Joma mit je 8 Kapp. Da nun beide Traktate dieselbe Kapitelzahl haben, und keiner zum Vorangehenden eine besondere Beziehung aufweist, war es zweifelhaft, wem von ihnen der Vorrang zukäme. Einer ähnlichen Unsicherheit begegnen wir im Seder Naschim, in welchem drei Abhandlungen je 9 Kapp. haben: Nezirut, Soṭa und Giṭṭin. Dass Nezirut sich an Nedarim (11 Kapp.) anschliessen müsse, war selbstverständlich, da beide Traktate von den Gelübden handeln und daher ebenso zusammenhängen wie Sabbat und ‘Erubin; die Reihenfolge der beiden anderen aber war in der Tat schwankend. In der allgemeinen Einleitung zu seinem Mischnakommentar lässt Maimonides Soṭa auf Giṭṭin folgen und diese Massichta sich unmittelbar an Nezirut anschliessen, während aus einer Bemerkung in Babli (Anf. Soṭa), die jedenfalls ein späterer Zusatz ist und Maimuni nicht vorgelegen hat, klar hervorgeht, dass Soṭa an Nezirut anknüpft. Auf eine Anfrage, die R. Jakob b. Nissim in dieser Angelegenheit an R. Scherira gerichtet hatte („Warum steht Joma vor Scheḳalim, Sukka vor Jom Tob und beide vor Rosch Haschana?“) antwortete der Gaon: „Uns lehrte man in der Schule erst Scheḳalim und dann Joma, mag sein, dass ihr die umgekehrte Reihenfolge habt; immerhin lesen auch wir Sukka vor Jom Tob und dann erst Rosch Haschana. Mann kann wohl annehmen, dass Sabbat und ‘Erubin wegen der überragenden Bedeutung des Sabbats an der Spitze stehen, worauf Pesaḥ als erstes aller Feste folgt und im Anschluss Scheḳalim, weil die Tempelsteuer dem Pesachfeste zeitlich vorangeht (dieses wird im Nisan gefeiert, jene im Adar entrichtet) und zwischen beiden gewissemassen eine ähnliche Beziehung wie zwischen ‘Erubin und Sabbat besteht (Scheḳalim handelt von der Tempelverwaltung, ein grosser Teil des Traktats Pesaḥim vom Opferdienste). Auf Sabbat zurückgreifend, folgt nun die Abhandlung über den Versöhnungstag, weil dieser dem Sabbat gleicht, obgleich er in der Reihenfolge des Jahres dem Neujahrsfeste nachsteht“ u. s. w.2). Auch Maimonides lässt in seiner oben erwähnten Einleitung Joma auf Scheḳalim und diesen Traktat unmittelbar auf Pesaḥim folgen.\nDen Gegenstand unserer Massichta bildet die Tempelsteuer, die jeder Erwachsene jährlich vor dem 1. Nisan im Betrage eines Scheḳel (Silbermünze im Werte von etwa 1,30 M., die Hälfte eines „heiligen Schekel“) entrichten musste, und die dazu bestimmt war, die Kosten der öffentlichen Opfer im neuen Jahre zu decken. Es werden aber auch noch andere gesetzliche Bestimmungen, die mit dem Tempeldienst zusammenhängen, gelegentlich angefügt. Die beiden ersten Kapitel regeln die Einziehung, die zwei folgenden die Verwendung dieser Steuer, das fünfte handelt von der Tempelverwaltung, das sechste von den dreizehn Toren, Tischen und Opferbüchsen des Heiligtums, die beiden letzten erörtern die Frage, wann gefundene Gegenstände als heilig und wann als unheilig, wann als rein nnd wann als unrein zu gelten haben.\nMassechet Scheḳalim ist in unserer „Ordnung“ der einzige Traktat, der in den babylonischen Hochschulen nicht kommentiert wurde. Wir sind hier lediglich auf Jeruschalmi angewiesen. Die ganze Abhandlung steht mit Seder Mo‘ed nur in sehr loser Verbindung. Jedenfalls wäre sie in der fünften „Ordnung“, die von den Opfern handelt, eher am Platze als hier. Vermutlich war in der ursprünglichen, wohl schon von Hillel herrührenden Anlage von Scheḳalim nichts weiter vorhanden als die erste Mischna, welche dort den Anfang von Megilla bildete. Erst nach der Zerstörung des Tempels wurde auf diesem Grundstein allmählich unser Traktat aufgebaut, damit die Erinnerung an die Vergangenheit den späteren Geschlechtern nicht verloren gehe. Die wichtigsten Stücke dieser Abhandlung tragen die Spuren einer spätem Abfassung unverkennbar an der Stirne (התרומה מה הין עושין בה IV 1, אלו הן הממונין שהיו במקדש V 1, במקדש שלשה עשר שופרות הין VI 1 usw.) Aehnlich erklärt sich auch die Zugehörigkeit der Massechet Abot zur vierten „Ordnung.” In der von Hillel angelegten Sammlung schloss sich die erste Mischna (משה קבל תורה מסיני) nebst den folgenden Sätzen, in denen die Traditionskette bis auf seine Lehrer fortgeführt wurde, unmittelbar an Synhedrin X (XI) 1 (והאומר אין תורה מן השמים) an. Als aber die Zusätze, die jedes folgende Geschlecht machte, um die Sinnsprüche seiner Lehrer zu verewigen, immer zahlreicher wurden, hob man dieselben aus dieser Verbindung heraus, in der sie wegen ihres grossen Umfanges den Zusammenhang nur störten, und vereinigte sie zu einem besondern Traktate.\n"
+ ],
+ "": [
+ [
+ [
+ "Am ersten Adar werden Bekanntmachungen in Bezug auf die Tempelsteuer und die gemischten Arten. 3. B. M. 19, 19; 5. B. M. 22, 9.",
+ "Rolle. Das Buch Ester; s. Megilla I 1.",
+ "setzt Wege und Strassen und Wasserbehältnisse. in denen Unreine badeten, um die Reinheit wieder zu erlangen.",
+ "wieder in Stand. sofern sie durch die Regengüsse im Winter gelitten hatten.",
+ "bezeichnet die Gräber. Damit Priester und Nasiräer sich ihnen nicht nähern, werden die im Winter verblassten Kalkzeichen (Ma‘aser scheni V 1) mit dem Beginn des Frühlings erneuert."
+ ],
+ [
+ "Anfangs riss man sie aus und warf sie ihnen vor die Füsse. um die Besitzer zu beschämen.",
+ "später. als auch das nicht mehr half, die Besitzer sich vielmehr freuten, dass man ihnen die Arbeit des Jätens abnahm."
+ ],
+ [
+ "Am fünfzehnten liessen sich Banken in der Provinz nieder. bei denen man die Scheidemünze oder ausländisches Geld gegen Schekel umwechseln konnte. Die Steuer musste nämlich in einem Schekelstück gezahlt werden.",
+ "fing man zu pfänden an. משכן ist Denominativ von משכון (arab. Miskân) = Pfand. Musafia, Levy und Kohut leiten משכון von שכן ab (wohnen, ruhen). Mir scheint die Ableitung von משך (arab. Masaka) = ergreifen, an sich nehmen wahrscheinlicher.",
+ "Proselyten und freigelassene Sklaven. wenn sie die Steuer bis dahin noch nicht entrichtet hatten.",
+ "Sklaven und Minderjährige. weil diese der Steuer nicht unterliegen.",
+ "so setzt er nicht mehr aus. פיסק bezieht sich auf אביו und nicht auf קטן.",
+ "Priester werden aus Rücksichten der Billigkeit. מפני דרכי שלום (wörtlich: wegen der Wege des Friedens, d. h. um der guten Sitte willen) ist ein weiterer Begriff als מפני השלום (um des lieben Friedens willen.) In Giṭṭin V 8—9 beruhen die mit דרכי שלום begründeten Vorschriften durchweg auf Erwägungen der Billigkeit. Allerdings gehört die Friedensliebe ebenfalls zu den guten Sitten. Hier wäre es ein Verstoss gegen die gute Sitte, wenn man die Priester zu einer Steuerleistung nötigte, die sie, wenn auch mit Unrecht, als einen Gewissenszwang ansehen (s. folgende Mischna, besonders Anm. 18). Jeruschalmi korrigiert hier מפני דרך הכבוד (= aus Ehrerbietung). Vielleicht ist es auch keine Berichtigung, sondern nur eine Erklärung. Man kann es ja wohl als einen Mangel an Billigkeitsgefühl auffassen, wenn man die Ehrerbietung gegen die Priester, die den Opferdienst unentgeltlich verrichten, so weit ausser Acht lässt, dass man von ihnen gewaltsam eine Steuer eintreibt, aus deren Erträgnissen der Opferdienst bestritten wird."
+ ],
+ [
+ "aber die Priester legen folgenden Schriftvers. 3. B. M. 6, 16.",
+ "Wären nun das ‘Omer. das. 23, 9—11.",
+ "die beiden Brote. ebend. 15—17.",
+ "und das innere Brot. 2. B. M. 25, 30; 3. B. M. 24, 5—9.",
+ "wie könnten sie gegessen werden. Mit anderen Worten: da diese drei Mehlopfer wie alle öffentlichen Opfer aus der Tempelsteuer bestritten werden, so folgt daraus, dass Priester den Schekel nicht entrichten dürfen. Sonst hätten sie ja einen Anteil an diesen Opfern, welche daher als „Mehlopfer eines Priesters“ völlig auf dem Altar verbrannt werden müssten, was gegen die Vorschrift ist."
+ ],
+ [
+ "Obwohl sie gesagt haben. oben Mischna 3.",
+ "wenn aber ein Heide oder ein Kutäer. Kutäer ist die allgemeine Bezeichnung für die von den Assyrern im Reiche Israel angesiedelten Völkerschaften, die sich später zu Gott bekehrten, aber zugleich auch ihre Götzen anbeteten. (2. B. Könige 17, 24—41).",
+ "Auch Vogelopfer. קן (eig. Nest) ist die Bezeichnung für das Taubenpaar, von dem das eine Tier als Sünd-, das andere als Ganzopfer dargebracht wird.",
+ "der flusssüchtigen Männer. 3. B. 15, 14—15.",
+ "Vogelopfer der flusssüchtigen Frauen. ebend. 29—30.",
+ "und Vogelopfer der Wöchnerinnen. das. 12. 8.",
+ "wohl aber nimmt man Spenden und Geschenke. Zwischen Spenden und Geschenken besteht ein feiner Unterschied. Spenden sind Opfer, zu denen man sich durch ein Gelübde verpflichtet (z. B. הרי עלי עולה); Geschenke sind Tiere, die man freiwillig zu einem Opfer bestimmt (z. B. הרי זו עולה). Ist das zur Erfüllung des Gelübdes bestimmte Tier abhanden gekommen, muss man an seiner Stelle ein anderes darbringen; ist aber ein als Geschenk geweihtes Tier verloren gegangen, so braucht man es nicht zu ersetzen.",
+ "Was gespendet und geschenkt werden kann. Ganz- und Friedensopfer, Mehl, Wein, Weihrauch, Holz.",
+ "was aber nicht gespendet oder geschenkt werden kann. D. h. was nicht für den Altar gespendet werden kann (pflichtmässige Opfer), wenn man es auch der Tempelverwaltung schenken kann (Geld, Geräte u. dgl.).",
+ "denn es heisst. ‘Ezra 4, 3."
+ ],
+ [
+ "Folgende sind zu einem Aufgeld. קולבון scheint ein aus der Fremde verändert heimgekehrtes semitisches Wort zu sein. Es ist das gr. κόλλυβον, welches vermutlich phönizischen Ursprungs und mit dem hebr. חלף (wechseln, tauschen) verwandt ist.",
+ "Sklaven und Minderjährige. weil diese der Steuer nicht unterliegen.",
+ "zu zweifachem. Um diese Meinungsverschiedenheit zu verstehen, muss man sich zunächst den Sinn dieses Aufgeldes klar machen und zu diesem Behufe auch die übrigen Streitpunkte zwischen R. Meïr und den Weisen in Betracht ziehen. Am Schlusse dieses Kapitels sagt R. Meïr das Aufgeld betrage 1 Mâ‘â (= ¹⁄₁₂ Schekel), also rund 8%, während die Weisen es auf die Hälfte, also 4 vom Hundert herabsetzen. In der Tosefta z. St. begegnen wir noch folgenden Meinungsverschiedenheiten: Wer die Steuer in einem Schekelstück entrichtet, muss nach R. M. das Aufgeld hinzufügen, nach d. W. aber nicht. Wer sie in einem Doppelschekel (Sela‘) entrichtet und sich einen Schekel herauszahlen lässt, zahlt nach R. M. das einfache, nach d. W. das zweifache Aufgeld (s. Anm. 31). Nach R. Meïr dient das Aufgeld denselben Zwecken wie die Schekelsteuer, nach der Ansicht seiner Freunde wurde es entweder für die Zwecke der Spendenkasse (s. unten VI, 6) oder zur Bekleidung des Allerheiligsten mit Goldplatten oder aber zur Besoldung der Geldwechsler verwendet. Diese fünf Streitfragen lassen sich sämtlich aus einem Gesichtspunkte erklären. Nach R. M. ist das Aufgeld die Differenz zwischen dem Rauh- und dem Feingewicht (Schrot und Korn) des Schekel. „Eine Münze aus Feuer zeigte Gott unserm Lehrer Mosche, als er zu ihm sagte: Eine solche sollen sie geben“ (Jeruschalmi z. St.). Da man aber keine Münze aus reinem Silber ohne Legierung herstellen kann, so ist bei der Entrichtung des Schekel das Vollgewicht zu ergänzen, daraus ergibt sich: 1. Der Zuschlag ist auch dann zu entrichten, wenn man den Schekel in einem Stück bezahlt. 2. Der Zuschlag beträgt 8⅓ vom Hundert (was ein Feingehalt von 91⅔% oder 0,916⅔ voraussetzt. In den meisten Staaten beträgt dieses jetzt bei Silbermünzen 0,900—0,925; die britischen Goldmünzen haben genau wie der Schekel 0,916⅔ Feingehalt). 3. Der Zuschlag ist ein integrierender Bestandteil des Schekel und darf daher nur für die Zwecke der Tempelsteuer Verwendung finden. 4. Wer für sich und seinen Freund einen Doppelschekel (Sela‘) entrichtet, muss auch den doppelten Zuschlag zahlen. 5. Wer dagegen einen Sela‘ hingibt und einen Schekel herausbekommt, zahlt bloss den einfachen Zuschlag. Nach den Weisen ist das Aufgeld die Differenz zwischen dem Kurse und dem Nennwert des Schekel. Da die Steuer in Schekelstücken zu entrichten war (Anm. 8), ist es selbstverständlich, dass diese im Adar erheblich im Kurse stiegen, so dass zwei Einzelschekel teuerer waren als selbst ein Doppelschekel, geschweige denn als vier Denare, die ja als kleinere Münze immer niedriger im Preise standen als die Schekelstücke. Aus dieser Auffassung folgt nun: 1. der Zuschlag ist nicht zu entrichten, wenn die Steuer mit einem Schekel gezahlt wird. 2. Entsprechend dem Agio beträgt der Zuschlag nur 4⅙ vom Hundert. 3. Er ist kein Bestandteil der Tempelsteuer und kann daher auch zu anderen Zwecken als diese, selbst zur Besoldung der Geldwechsler, deren rechtmässiger Geschäftsgewinn er eigentlich ist, verwendet werden. 4. Wer für sich und seinen Freund einen Doppelschekel hingibt, braucht nur den einfachen Zuschlag zu entrichten, weil das Agio beim Verkauf des Sela‘ nicht höher ist als beim Umtausch zweier Denare. 5. Lässt er sich aber einen Schekel herauszahlen, so muss er für diesen aufs Neue das Agio entrichten, das derjenige zu zahlen hätte, dem er den Schekel verkaufen wird.",
+ "ist er zu doppeltem Aufgeld verpflichtet. In der Tosefta ist das die Ansicht des R. Meïr, während die Weisen sich mit dem einfachen Aufgeld begnügen. Wäre diese Lesart richtig, so hätte die Mischna unsern Satz nicht vom vorhergehenden getrennt, sondern beide zusammenfassend sich etwa wie folgt ausgedrückt: ואם שקל על ידו ועל יד חברו וכן הנותן סלע ונוטל שקל חייב בקולבון אחר רבי מאיר אומר שני קולבנות . Wahrscheinlich ist in der Tosefta umgekehrt zu lesen (nach R. M. einfacher, nach d. W. doppelter Zuschlag). Da nun das einfache Aufgeld des R. M. genau so viel beträgt wie das zweifache der W., mithin in der Höhe des Betrages Übereinstimmung herrscht, übergeht die Mischna hier den Meinungsstreit, der ja doch nur formeller oder höchstens prinzipieller Natur ist und keinerlei praktische Bedeutung hat. Jeruschalmi ist leider an dieser Stelle so unheilbar verstümmelt, dass sich kein sicherer Schluss aus ihm ziehen lässt."
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+ "vom Aufgeld befreit. In diesem noch zweimal (Hullin I, 7 und Bechorot IX, 3) wiederholten Satze begegnen wir zum ersten Male dem Begriff der juristischen Person in schärfster Ausprägung. Die Erbschaftsverwaltung und die Handelsgesellschaft treten hier gegenüber den physischen Personen der einzelnen Brüder oder Gesellschafter als besondere, rechtsfähige Personen auf. Wie die Tempelsteuer laut dem Anfang unserer Mischna vom Aufgeld befreit ist, wenn eine physische Person sie für eine andere entrichtet, so auch, wenn die Erbschaftsverwaltung sie für die Brüder oder die Handelsgesellschaft für die Gesellschafter zahlt, vorausgesetzt dass nicht deren Privatkonto, sondern die Hinterlassenschaft bezw. das Gewinnkonto mit der Steuer belastet wird. Noch deutlicher kommt dieses Prinzip im Gesetz über den Viehzehnten (3. B. M. 27, 32) zur Geltung. Diesem Gesetz unterliegt nur das in eigenem Besitz geborene Vieh, nicht aber gekauftes oder sonstwie erworbenes. Haben sich nun einige Herdenbesitzer zu einer Handelsgesellschaft vereinigt, so braucht von dem Augenblicke an, in welchem der Gesellschaftsvertrag geschlossen ist, das als Geschäftseinlage übergebene Vieh nicht mehr verzehntet zu werden, genau so als wenn eine physische Person es von den Besitzern erworben hätte; dagegen müssen die Lämmer, die während der Dauer des Vertrages geboren sind, ebenso verzehntet werden, als wären sie im Besitz einer physischen Person geboren. Aus denselben Gründen braucht hinterlassenes Vieh nicht verzehntet zu werden, wohl aber das im gemeinsamen Besitz der Erben geborene. Ist das den gemeinschaftlichen Gewinn bildende Vieh bereits dem Privatkonto der einzelnen Erben oder Gesellschafter gutgeschrieben, so wird es nicht mehr verzehntet, da es den Besitzer gewechselt hat. Wir sehen also, dass Brüder und Gesellschafter, solange der Nachlass bezw. der Gewinn noch nicht verteilt ist, vom Aufgeld befreit, zur Verzehntung aber verpflichtet sind, dass sie dagegen nach erfolgter Auseinandersetzung das Aufgeld entrichten müssen, der Verzehntung aber enthoben sind."
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+ "Man darf die Schekelstücke mit Rücksicht auf die Last der Reise in Dareiken. Persische Goldmünze im ungefähren Werte von 16 Schekel.",
+ "umwechseln. צרף (eig. vereinigen, zusammenfügen) ist die Bezeichnung für den Umtausch kleinerer Münzen gegen grössere. Das umgekehrte Verfahren heisst פרט (scheiden, spalten; vielleicht auch Denom. von פרוטה, einer sehr kleinen Münze).",
+ "Wie es Büchsen. שופרות sind Büchsen mit breiterm Boden und schmaler Öffnung, die sich also dem Schofar ähnlich nach oben verjüngen.",
+ "im Heiligtum gab. um die Schekelstücke hineinzuwerfen.",
+ "wenn die Teruma. s. unten III, 1.",
+ "schon abgehoben war. als das Geld abhanden kam.",
+ "den Schatzmeistern den Eid. durch den sie sich von der Ersatzleistung befreien.",
+ "und diese müssen dann die Schekel aufs Neue entrichten. Durch die Teruma, die aus den eingelaufenen zugleich für die noch ausstehenden Steuerbeträge abgehoben wird, gehen diese, wo immer sie sein mögen, in den Besitz des Tempelschatzes über. Nach erfolgter Hebung trägt daher die Kammer den Schaden des Verlustes, vorher der Steuerzahler."
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+ "wenn die Teruma schon abgehoben war. als er den Schekel entrichtete, sodass er seine Steuer mit Tempeleigentum bezahlt hat (vgl. Anm. 8).",
+ "eine Veruntreuung an Tempelgut begangen. Dieser Ausdruck, dessen Tragweite aus 3. B. M. 5, 14—16 ersichtlich, bedeutet hier, ähnlich wie גשבעין לגזברים in der vorigen Mischna, nichts weiter, als dass der Auftraggeber den Schekel nicht aufs Neue zu entrichten braucht. Die strafrechtlichen Folgen für den Beauftragten treten erst ein, wenn aus der Teruma das erste Opfer dargebracht wurde, s. Anm. 12.",
+ "Entrichtet jemand seinen Schekel vom Gelde des Heiligtums. Er hatte solches in Verwahrung und verwandte einen Teil zur Zahlung seines Schekel.",
+ "eine Veruntreuung an Tempelgut. Wer Tempelgut für sich verwendet, aber nicht zu profanen, sondern zu heiligen Zwecken (zu Privatopfern oder zur Tempelsteuer), unterliegt den Folgen der Veruntreuung nach R. Juda (s. Me‘ila 19a oben) erst dann, wenn das Blut des Privatopfers bezw. des ersten Opfers aus dieser Tempelsteuer auf den Altar gesprengt wird. Es ist daher auffallend, dass im vorhergehenden Satze an die Voraussetzung אם נתרמה תרומה nicht ebenfalls die Bedingung הבהמה וקרבה geknüpft wird. Fasst man jedoch die Stelle genauer ins Auge, so schwindet die Schwierigkeit sehr bald. Man findet dann, dass נתרמה hier nicht Plusquamperfekt ist wie oben, sondern etwa Futurum exaktum. Oben wo נשבעין לגזברים wie auch מעל den Sinn hat, dass der Auftraggeber keinen Schaden erleidet (s. Anm. 8 und 10), muss die Teruma schon abgehoben worden sein, bevor noch das Geld abhanden kam, oder der treulose Bote den Schekel abgeliefert hatte, sonst hätten die Auftraggeber den Schaden zu tragen. Hier aber, wo das Geld von vornherein Eigentum des Tempelschatzes ist, braucht die Abhebung der Teruma keineswegs vor der Entrichtung des Schekel zu erfolgen; vielmehr treten, auch wenn die Veruntreuung schon im Adar stattgefunden, die Folgen derselben am 1. Nisan mit dem Augenblicke ein, in welchem das erste öffentliche Opfer aus der neuen Teruma dargebracht sein wird. [Mit Vorbedacht sagt daher Maimonides Hil. Me‘ila VI 12: שקלו ממעות הקדש כשיתרמו התרומה ויקנו ממנה אפלו בהמה אחת ויזרק דמה יםעול השוקל נתן , dagegen ebend. 13: לחברו לשקלו על ידו והלך ושקלו על ידי עצמו אם כבר נתרמה התרומה מעל נתנו; und ebenso, wenn auch weniger präzis, Hil. Scheḳalim III 10: ידי עצמו…אם נתרמה התרומה מעל השוקל הנותן חצי שקל לחברו … והלך ושקלו על, dagegen ebend. 11: הנותן מחצית השקל מן ההקדש התרומה ממנו נשיםתפקו ממנה יתחייב במעילה (nicht: ונתרמה (אם נתרמה]. Wäre nun den Worten אם נתרמה תרומה auch im ersten Satze unserer Mischna die Bedingung וקרבה הבהמה hinzugefügt, so könnte das gerade zu einem Missverständnis führen. Man würde entweder beide Verben als Plusquamperfektum oder beide als Futurum exaktum auffassen. Das eine wäre ebenso falsch wie das andere. Denn die Abhebung der Teruma muss bei Entrichtung des Schekel unbedingt schon erfolgt sein, sonst ist eine Versündigung an Tempelgut hier für alle Zukunft ausgeschlossen, da sich der treulose Bote dann nur an Privateigentum vergriffen hätte; die Darbringung des Opfers aber kann noch bevorstehen, da einerseits der Beauftragte nun den Folgen seiner Versündigung nicht mehr entgeht, andererseits der Auftraggeber durch die Untreue seines Boten keinen Schaden mehr erleidet, auch wenn das Blut des ersten Opfers noch nicht auf den Altar gesprengt ist, sofern nur die Teruma schon abgehoben war. Dazu kommt, dass wohl im zweiten Satze, wo נתרמה תרומה in der Zukunft liegt, וקרבה הבהמה hinzugefügt werden muss, weil erst mit der Sprengung des Blutes die Folgen der Veruntreuung eintreten, nicht aber im ersten Satze, wo נתרמה תרומה in der Vergangenheit liegt. Denn die Teruma wurde am 1. Nisan in aller Frühe abgehoben, und an diesem Tage mussten die öffentlichen Opfer schon aus der neuen Hebe bestritten werden. Wenn er nun den Schekel erst nach erfolgter Hebung entrichtet hat, ist doch wohl ohne weiteres vorauszusetzen, dass das Morgenopfer bereits dargebracht ist. [Eine geistvolle Erklärung, die in תקלין חדתין z. St. im Namen des R. Elija Wilna mitgeteilt wird, konstruiert auf Grund von Me‘ila V 1 einen künstlichen Unterschied zwischen den beiden Sätzen, indem sie das Geld als der Abnutzung (פגם) ausgesetzt ansieht, wenn es ursprünglich Eigentum des Tempelschatzes gewesen, nicht aber, wenn es von Anfang an zur Tempelsteuer bestimmt war. Das ist wenig einleuchtend und sehr anfechtbar.]",
+ "[hat er ihn] vom Gelde des zweiten Zehent. Der zweite Zehnt der Feld- und Baumfrüchte ist in der heiligen Stadt zu verzehren, kann aber bei zu grosser Entfernung gegen Geld ausgelöst werden, das seinerseits in Jerusalem verbraucht werden muss.",
+ "oder vom Gelde des siebenten Jahres. Die Früchte des siebenten oder Brachjahres dürfen je nach ihrer Eignung nur als Nahrungs-, Salbungs-, Beleuchtungs- oder Färbemittel Verwendung finden. Werden sie verkauft, so darf auch der Erlös keinen anderen als den genannten Zwecken dienen.",
+ "so verzehre er einen entsprechenden Betrag. Er nehme den Betrag eines Schekel und spreche: Das als Tempelsteuer entrichtete Geld, wo immer es sei, werde durch diesen Schekel ausgelöst. Dadurch geht die Heiligkeit des zweiten Zehnt bezw. des Erlöses aus den Früchten des Brachjahres auf jenen Betrag über, der dann nach den in Ma‘aser scheni II 1—4 bezw. Schebi‘it VIII 1—5 u. IX 8 gegebenen Vorschriften zu verzehren ist."
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+ "Wenn man Geld zusammenspart und spricht dabei. wenn man den ersten Pfennig in die Sparbüchse tut.",
+ "so fällt nach Ansicht der Schule Schammais ein etwaiger Überschuss der Spendenkasse. s. weiter unten VI 6."
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+ "Für die Tempelsteuer gilt ein fester Betrag. Darum ist nach den Hilleliten ein etwaiger Überschuss in keinem Falle heilig.",
+ "für das Sündopfer dagegen ist kein Betrag festgesetzt. Darum geben sie zu, dass ein etwaiger Überschuss zu Opferzwecken verwendet werden muss, wenn jemand von vornherein erklärte: dies sei zu meinem Sündopfer. Er konnte doch nicht von Anfang an wissen, welcher Betrag für die Beschaffung des Sündopfers erforderlich sein würde.",
+ "denn als Israel aus der Verbannung heraufkam. unter Koresch.",
+ "bildeten Dareiken. Vermutlich nicht die am Anfange dieses Kapitels erwähnte Goldmünze (s. Anm. 1), sondern die persische Silbermünze gleichen Namens, deren Wert dem des Doppelschekel nahekommt.",
+ "später Doppelschekel. 1 סלע = 2 שקל.",
+ "dann wieder Schekelstücke. טבע (eig. Münze) bezeichnet vorzugsweise den Schekel.",
+ "zuletzt wollten sie Denare. 1 Silberdenar = ½ Schekel.",
+ "was jedoch nicht angenommen wurde. Das Eingeklammerte fehlt in den meisten Ausgaben der Mischna und des Jeruschalmi."
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+ "der Überschuss [über den Preis] des Efazehntels. s. 3 B. M. 5, 11—13.",
+ "des Vogelopfers der flusssüchtigen Männer. das. 15, 14—15.",
+ "der flusssüchtigen Frauen. ebend. 29—30.",
+ "und der Wöchnerinnen. das. 12, 8. Über קן s. Kap. 1 Anm. 21.",
+ "eines Pessachopfers zu Friedensopfern zu verwenden. vgl. Pesaḥim IX 6—7.",
+ "Überschüsse des einzelnen Nasiräers. aus den Ersparnissen, die er mit der Absicht angesammelt hat, sie zum Ankauf seiner Opfer zu verwenden: אלו לקרבנותי; vgl. Mischna 3: אלו לחטאתי.",
+ "liege bis Elijahu kommt. d. h. es ist zweifelhaft, ob das Geld zu Gunsten seiner Hinterbliebenen oder zur Errichtung eines Grabmals verwendet werden darf; es muss daher unberührt bleiben, bis der Prophet diesen Zweifel löst."
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+ "In drei Abschnitten vollzieht man jährlich die Kammerhebe. תרם ist ein sekundärer Stamm, aus תרומה von רום gebildet wie התחיל aus תחלה von חלל und in der Bibel תאב aus תאבה von אבה oder תעב aus תועבה von ועב = עיב (Klagel. 2, 1; vgl. عاب). — לשכה ist die Kammer, in der die Tempelsteuer aufbewahrt wurde.",
+ "im Halbmonat. פרום (von פרס = teilen, halbieren) bezeichnet die Hälfte der dreissig Tage, die einem Feste als Vorbereitungszeit vorangehen.",
+ "im Halbmonat des Wochenfestes. Mit עצרת wird in der Bibel der an das Hüttenfest sich anschliessende Feiertag bezeichnet; in der Mischna ist עצרת stets das Wochenfest (als Schlussfeier zu Pesach).",
+ "im Halbmonat des Hüttenfestes. Das Fest (חג) schlechthin ist das Hüttenfest.",
+ "Dies sind zugleich die Fälligkeitszeiten. גורן ist ein dem Ackerbau entlehnter und auf die Viehzucht übertragener Schulausdruck. Das Wort bedeutet Tenne oder Scheune, also den Ort, an welchem das Getreide die Vollendung erlangt, mit welcher die Pflicht der Verzehntung eintritt. [ ומחלוקת רמב״ם וראב״ד ז״ל בדבר זה ידועה עיין הל׳ מעשר רפ״ג]. „Das ist die Tenne für diese oder jene Frucht“, bedeutet daher: sie unterliegt nach dieser Handlung bereits der Verzehntung. Die bez. Vorschriften finden sich Ma‘aserot I 5 ff. Der Ausdruck גורן, der dort auch von Gemüse, ja selbst von Wein und Öl gebraucht wird, findet hier und in Bechorot IX 5 sogar auf das Vieh Anwendung.",
+ "für die Verzehntung des Viehstandes. 3. B. M. 27, 32.",
+ "Weil dieser ein Feiertag ist und man am Feiertage nicht verzehnten kann. weil je das zehnte Tier mit roter Farbe bezeichnet wurde."
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+ "In drei Körben von je drei Se. 3 Seâ = 1 Efa = 10 ‘Omer, etwa 28 Liter.",
+ "Gimel bezeichnet. Damit sie in der Reihenfolge der Hebung verbraucht würden (s. Tosefta K. II Anf.).",
+ "Sie waren griechisch. Aus welchem Grunde, ist nicht zu erkennen.",
+ "Gamma. גמא ist die Lesart in der Mischna des Jeruschalmi. In allen anderen Ausgaben liest man dafür גמלא (Gamla). Es ist wahrscheinlicher, dass גמלא ein Schreibfehler, als dass גמא eine Berichtigung ist.",
+ "Der mit der Hebung Betraute geht nicht in einem Ärmelkleide. פרגוד = paragauda, ein verbrämtes Oberkleid. חפת ist nach ‘Aruch der Ärmel (vgl. besonders ונלכד שלא יוציא ידו מתחת חפת חלוקו Joma 77b Mitte), also חפות = mit Ärmeln versehen. Die Wurzel חף bedeutet überdachen; davon חפה bedecken, حفظverwahren, חפיסא Handtasche. Dass der Ärmel als Tasche benutzt werden konnte, geht aus Sabbat X 3 hervor, wenn die Lesart ובחפת חלוקו (statt ובשפת חלוקו; s. Aruch unter חפת) richtig ist.",
+ "nicht mit Tefillin und nicht mit einem Amulet. Auch unterhielt man sich mit ihm fortwährend, damit er kein Geld in den Mund stecken könne (Jeruschalmi).",
+ "vielleicht wird er arm. יעני und העגי sind z. T. nach aram. Art gebildete Hif‘ilformen eines Denom. von עני = arm.",
+ "dass er ob der Versündigung an der Kammer verarmte. יעני und העגי sind z. T. nach aram. Art gebildete Hif‘ilformen eines Denom. von עני = arm.",
+ "Man muss nämlich den Menschen. בריות = בריאות (eig.: Geschöpfe, doch vorzugsweise: Menschen).",
+ "wie man Gott Genüge tun muss. יצא mit dem Akkus. (vgl. Pesaḥim X Anm. 36) ist in der Bibel selten (s. z. B. 1. B. M. 44, 4, 2. B. M. 9, 29 u. 33 und besonders Ḳohelet 7, 18) und kommt in der Mischna, abgesehen von der Verbindung mit ידי, gar nicht vor. Dieser Ausnahme begegnet man auch nur dort, wo dem Worte wie hier und in יצא ידי חובתו die Bedeutung Genügetun, gerecht werden innewohnt; dagegen steht auch in übertragenem Sinne יצא מידי, wenn der Begriff der Befreiung vorherrscht wie in מוציאתה (מוציאתו) מידי עברה (Jebamot XV 6-7) und in יוצא מידי דפיו (Pesaḥim 30b).",
+ "wenn ihr rein sein werdet vor Gott und vor Israel. Der ganze Satz lautet: Wenn jeder Wehrhafte unter euch vor dem Herrn über den Jarden zieht … und das Land erobert sein wird vor dem Herrn, wenn ihr dann erst heimkehren und rein sein werdet vor dem Herrn und vor Israel, soll dieses Gebiet euch zum Besitze werden vor dem Herrn; wenn ihr aber nicht so handelt, so sündigt ihr vor dem Herrn …“ (4. B. M. 32, 21—23). Da es aber zweifelhaft ist, ob sich der Satz: „so sündigt ihr“ auch auf die Worte: „und rein sein werdet“ bezieht, so wird zum Beweise dafür, dass es Pflicht ist, auch vor den Menschen rein dazustehen, ein zweiter Bibelvers angeführt [ ועיין תוס׳ יו״ט ד״ה ואומר].",
+ "Und finde Gunst und Anerkennung in den Augen Gottes und der Menschen. Sprüche 3, 4."
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+ "Nach der ersten Hebung. Zu את הראשונה ist hier und weiter unten aus תרם das Nomen התרומה zu ergänzen, ebenso zu שניה und שלישית.",
+ "legte er eine Decke. קטבלא = ϰαταβολή, eine Unterlage, auf welche die später einlaufenden Steuerbeträge getan wurden, um sie von den darunter befindlichen zu trennen, von denen die Teruma schon abgehoben war.",
+ "nach der dritten legte er keine mehr auf. weil dies die letzte Hebe war; s. die folgende Anm.",
+ "an welchem die Hebe bereits vollzogen wurde. Die Begründung bezieht sich nicht auf den letzten Satz, sondern auf die beiden vorangegangenen: Er bedeckte nach der ersten Hebung im Nisan den Rest mit einer Unterlage, damit von diesem nicht aufs Neue vor dem Wochenfeste abgehoben werde, sondern ausschliesslich von den inzwischen eingezahlten Schekalim. Aus demselben Grunde verdeckte er den Rest bei der zweiten Hebung vor dem Wochenfeste. Bei der letzten Hebung im Tischri war das nicht mehr nötig, da nun keine Steuern mehr einkamen. Jeruschalmi liest ausdrücklich: ולמה היה מחפה שמא ישכח וכ׳.",
+ "Die erste Hebung. Zu את הראשונה ist hier und weiter unten aus תרם das Nomen התרומה zu ergänzen, ebenso zu שניה und שלישית.",
+ "die zweite im Hinblick auf die benachbarten. Man erwartet: המקיפין = die sie umgebenden; aber הקיף hat auch die Bedeutung nähern, daher מוקף = סמוך benachbart."
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+ "Was geschieht nun mit der Hebe. von der im ganzen vorigen Kapitel die Rede war.",
+ "Man verwendet sie zum Ankauf der täglichen. 4. B. M. 28, 1—8.",
+ "und der Musafopfer. der besonderen Opfer für die Sabbat- Neumonds- und Festtage (das. 28, 9—31 u. 29, 1—39).",
+ "nebst ihren Mehl- und Weinopfern. wie aus den angeführten Stellen ersichtlich, wurden zu all den täglichen und Musafopfern auch Mehl- und Weinopfer (מנחה ונסך) dargebracht. Zum Unterschied von den Mehlopfern (מנחות), mit denen ein Weinopfer nicht verbunden war, werden die anderen als מנחות נסכים bezeichnet, meistens aber der Kürze wegen zugleich mit dem Weinopfer unter dem Namen נסבים zusammengefasst.",
+ "des ‘Omer. Das öffentliche Erstlingsopfer, das am 16. Nisan von der Gerstenernte dargebracht wurde (3. B. M. 23, 9ff.).",
+ "der beiden Brote. Das Erstlingsopfer vom Weizen, das die Gemeinde am Wochenfeste darbrachte (das. 16—17).",
+ "des innern Brotes. Die zwölf Brote, die jeden Sabbat in zwei Abteilungen auf dem goldenen Tische des Heiligthums über einander geschichtet wurden (s. Pesaḥim VII Anm. 26).",
+ "und all der [übrigen] öffentlichen Opfer. z. B. das Räucherwerk (2. B. M. 30, 34—36) und die weiter unten (VII 5—7) erwähnten aus öffentlichen Mitteln zu bestreitenden Opfer.",
+ "Die zur Bewachung des Nachwuchses im siebenten Jahre bestellten Feldhüter. Im siebenten Jahre (שמטה) durfte der Boden nicht bestellt werden (3. B. M. 25, 2—4). Was wild wuchs, war herrenlos (das. 5—7). Um nun für die in Anm. 5—6 bezeichneten Erstlingsopfer, die nur von neuem Getreide dargebracht werden konnten (Menaḥot VIII 1), das erforderliche Mehl zu erhalten, wurden auf einem geeigneten Acker Feldhüter aufgestellt, welche die jungen Saaten vor der Beschädigung durch Tiere schützten und Personen, die sie etwa für sich mähen wollten, auf deren heilige Bestimmung aufmerksam machten.",
+ "kann sich auch als unbesoldeter Hüter zur Verfügung stellen. Die herrenlosen Früchte gehen zwar durch die Tätigkeit des Feldhüters in seinen Besitz über, und öffentliche Opfer dürfen nur aus öffentlichen Mitteln dargebracht werden; dieses Bedenken kann aber sehr leicht dadurch beseitigt werden; dass er die Früchte der Gemeinde zum Geschenk macht.",
+ "dass all das. die im ersten Teil der Mischna aufgezählten Dinge, also auch die ספיחים für das ‘Omer und die beiden Brote.",
+ "nur aus öffentlichen Mitteln dargebracht werden darf. Darum ist es angemessener, dem Feldhüter die Früchte abzukaufen, oder, was auf dasselbe herauskommt, ihn für seine Tätigkeit zu besolden."
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+ "Die Kuh. Die „rote Kuh“, deren Asche in den durch eine Leiche herbeigeführten Fällen hierologischer Unreinheit zur Wiedererlangung der Reinheit notwendig war (4. B. M. 19, 1—22).",
+ "der zu verschickende Bock. 3. B. M. 16, 10 u. 21f.",
+ "und das Kermesband. Damit die beiden Böcke des Versöhnungstages (3. B. M. 16, 5—10) nicht verwechselt würden, legte man ein rotes Band dem einen um den Hals, dem andern um den Kopf (Joma IV 2). [
].",
+ "Der Brückensteg für die Kuh. Der Viadukt, auf welchem die „rote Kuh“ zum Ölberg gelangte, wo sie geschlachtet und verbrannt wurde (Para III 6).",
+ "der Brückensteg für den zu verschickenden Bock. Der Viadukt, auf welchem der „Sündenbock“ am Versöhnungstage aus der Stadt geführt wurde (Joma VI 4).",
+ "und das Band zwischen seinen Hörnern. Joma VI 6.",
+ "der Wasserarm. der durch die Opferhalle des Tempels ging und zur Reinigung derselben diente.",
+ "die Stadtmauer und ihre Türme wie überhaupt alle Bedürfnisse der Stadt werden aus den Überschüssen der Kammer. von dem Gelde, das nach der Hebe als Rest der Tempelsteuer in der Kammer zurückblieb."
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+ "deren Erlös dem Heiligtum zufiel. Die Tempelverwaltung verkaufte diese Gegenstände wieder an Personen, die ihrer zu ihren Privatopfern bedurften (V 3—4), und unterhielt aus dem erzielten Gewinne einen ständigen Altardienst (s. Anm. 25).",
+ "noch mit Armengeld. Weil die Aussicht auf Gewinn zugleich die Gefahr des Verlustes in sich schliesst. Auch ist ein Handelsbetrieb des Tempels unwürdig, und was die Armenkasse betrifft, so könnte das Streben nach reicherem Gewinn immer grössere Beträge ihrer nächsten Bestimmung entziehen. Nach R. ‘Akiba werden die Kammerüberschüsse thesauriert, bis man ihrer bedarf."
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+ "Wie verwendet man den Rest der Hebe. Wenn die in Mischna 1 und im ersten Satz der 2. Mischna angeführten Bedürfnisse schon gedeckt sind.",
+ "Die Überschüsse der Früchte. Der Gewinn, der aus dem Mehl-, Öl- und Weinhandel erzielt wird, den er selbst (im Gegensatz zu R. ‘Akiba) in der vorigen Mischna empfohlen hat.",
+ "sind für den Nachtisch des Altars. קיץ bezeichnet nach Nedarim 61b (unten) das mit der Hand gepflückte Obst, insbesondere die Feigen, die nach der Mahlzeit als Dessert auf die Tafel kamen. Hier ist es ein bildlicher Ausdruck für die Ganzopfer, die aus öffentlichen Mitteln nach den Pflichtopfern dargebracht wurden, wenn keine Privatopfer vorhanden waren, um einen ununterbrochenen Altardienst aufrecht zu erhalten.",
+ "der Überschuss der Wein- und Mehlopfer. Ueber den Umfang des Begriffes נסכים s. Anm. 4. Im Heiligtum wurden Wein und Mehlopfer, in vollkommener Reinheit hergestellt, für etwaige Käufer bereitgehalten (V 4). Fand sich bei der abendlichen Abrechnung ein Überschuss, so hatte die Kasse den Vorteil, während ein etwaiger Fehlbetrag von dem Beamten ersetzt werden musste (das.). Ferner verkaufte zwar die Verwaltung das Mehl, das Öl und den Wein zum Marktpreise, hatte aber auch dabei, wie aus dem Ende unseres Kapitels ersichtlich, den Vorteil, dass sie durch etwaige Preisschwankungen nur gewinnen, niemals verlieren konnte. Endlich wurden die Waren in gehäuften Maassen von den Lieferanten übernommen, an die Käufer aber in gestrichenem Maasse abgegeben. Aus diesen kleinen Einkünften setzten sich die hier erwähnten Überschüsse zusammen.",
+ "Dieser wie jener räumt [einen Handel] mit Früchten nicht ein. Weder R. ‘Akiba noch R. Ḥananja stimmt mit R. Isma‘el darin überein, dass neben dem in Anm. 26 erwähnten Verkauf von Mehl, Öl und Wein noch ein schwunghafter, auf Gewinn abzielender Handel mit diesen Waren betrieben wurde, dessen Überschüsse „für den Nachtisch des Altars“ Verwendung gefunden hätten."
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+ "Wie verfährt man mit dem Rest des Räucherwerks. Vom Räucherwerk wurde morgens und abends je eine halbe Mine, täglich also eine Mine auf dem goldenen Altare dargebracht. Der ganze Jahresbedarf wurde auf einmal hergestellt. Das gewöhnliche Jahr hatte durchschnittlich 354, das ‘Ibburjahr 384 Tage. Da man aber vor Ende Adar nicht mit Sicherheit wissen konnte, ob die zuständige Behörde die Einschaltung eines dreizehnten Monats beschliessen würde, bereitete man jahraus jahrein 365 Minen und verwahrte die Überreste der Gemeinjahre für die ‘Ibburmonate. Wie verfuhr man nun mit diesen Resten beim Jahreswechsel am 1. Nisan, um der Vorschrift gerecht zu werden, laut welcher alle Opfer des neuen Jahres, wenn irgend möglich, aus der neuen Tempelsteuer bestritten werden sollen?",
+ "Man sondert davon den Lohn der Handwerker. deren Ansprüche aus der Hebe zu befriedigen sind, z. B. die Künstler, die das Räucherwerk und das innere Brot verfertigen, oder die in Mischna 1 erwähnten Feldhüter.",
+ "nachdem es gegen den ihnen zukommenden Geldbetrag. der selbstverständlich der Hebe entnommen wurde.",
+ "wieder zurück. Der kürzeste Ausweg wäre wohl, das Räucherwerk den Handwerkern in Zahlung zu geben und es ihnen aus den Mitteln der neuen Hebe wieder abzukaufen. Man zieht es aber vor, das heilige Gut in der Weise auszulösen, dass seine Heiligkeit auf einen andern Gegenstand übergeht und sucht daher das Ziel auf einem kleinen Umwege zu erreichen, indem man im Laufe des Jahres der Hebe die Geldbeträge entnimmt, die den Handwerkern auszuzahlen sind, und jedesmal einen entsprechenden Teil des Räucherwerks gegen diese Beträge auslöst, auf die nun dessen Heiligkeit sich überträgt. Das Geld fällt in die Hebe zurück und das Räucherwerk wird Eigentum der Handwerker, von denen man es beim Jahreswechsel aus der neuen Hebe zurückkauft. [
].",
+ "War die neue [Tempelsteuer. החדש ist neutrum (= das Neue) und bezieht sich auf die neue Tempelsteuer, welche die Voraussetzung für die neue Hebe (תרומה חדשה) bildet."
+ ],
+ [
+ "die sich zu öffentlichen Opfern eignen. Zu den öffentlichen Opfern wurde nur das in seiner Art Beste und Auserlesenste verwendet.",
+ "sollen sie den Handwerkern. Mit Absicht wird hier die Frage offen gelassen, welche Handwerker gemeint sind, die aus dem Tempelschatze zu entlohnenden oder die aus der Hebe zu befriedigenden? Die Antwort hängt von der Meinungsverschiedenheit zwischen R. Eli‘ezer und R. Josua in der folgenden Mischna ab.",
+ "in Zahlung gegeben werden. worauf man sie ihnen mit dem Gelde der Hebe wieder abkauft. Sie ohne weiteres als Gemeindeopfer darzubringen, geht nicht an, weil öffentliche Opfer nur aus öffentlichen Mitteln zu beschaffen sind; vgl. Anm. 12.",
+ "Das ist nicht dasselbe Maass. das in der vorigen Mischna beim Räucherwerk zur Anwendung kam. Wenn sich also die Gemeinde zum Ankauf entschliesst, muss das dort angezeigte Verfahren auch hier beobachtet werden.",
+ "Hebe wieder zurück. Der Schlusssatz וחוזרין ולוקחין אותן מתרומה חדשת bezieht sich auch auf R. ‘Akiba (s. Anm. 34). Das Wort חדשה steht wohl, wenn es nicht irrtümlich aus der vorigen Mischna herübergenommen ist, nur der Gleichmässigkeit wegen da. Oben, wo das Problem zu lösen war, wie die Überreste des alten Jahres im neuen zu verwerten sind, bedurfte man der neuen Hebe; hier dagegen, wo es sich nur um die Frage handelt, wie Privatgeschenke in öffentliches Eigentum verwandelt werden können, hat die תרומה חדשה keinen Sinn. Nach Kerêtot 6a (unten) ist der ganze Schlusssatz zu streichen."
+ ],
+ [
+ "das für den Altar geeignet ist. fehlerlose Tiere, die als Privatopfer allen Anforderungen genügen, aber nicht so tadellos sind, dass sie wie in der vorigen Mischna als Gemeindeopfer dargebracht werden könnten.",
+ "die Ganzopfer brauchen. Da לְצָרְכֵי עולות (= für die Zwecke der Ganzopfer) keinen guten Sinn gibt, so ist wohl לְצוֹרְכֵי zu lesen, und die Form als Partizip aufzufassen. Einige Handschriften haben לצריכי, was richtiger ist, da צרך im Ḳal nur selten vorkommt.",
+ "die Friedensopfer brauchen. Weibliche Tiere kommen als Ganzopfer nicht in Betracht (3. B. M. 1, 3).",
+ "der Erlös aber fällt mit den übrigen Gütern dem Tempelschatze. Nach R. Eli‘ezer sind alle Weihgeschenke im Sinne des Spenders für den Tempelschatz bestimmt. Nur dürfen altarfähige Tiere, auch wenn sie ausdrücklich dem Tempelschatz geweiht wurden, zu keinem andern Zwecke als zu Opfern verwendet werden. Deshalb wird das für den Altar geeignete Vieh zu Gunsten des Tempelschatzes an Privatpersonen zu Opferzwecken verkauft.",
+ "zu. לבדק הבית: nach 2. Kön. 12, 8 das für die Instandsetzung des Tempels bestimmte Geld, in erweitertem Sinne: der Tempelschatz.",
+ "die Männchen werden ohne weiteres als Ganzopfer. als freiwillige Privatopfer des Spenders; daher später ויביא auf המקדיש bezogen.",
+ "verkauft und für den Erlös Ganzopfer. als freiwillige Privatopfer des Spenders; daher später ויביא auf המקדיש bezogen.",
+ "während die übrigen Güter dem Tempelschatze zufallen. Nach R. Josua bestimmt derjenige, der seine Habe dem Heiligtum weiht, die altarfähigen Tiere zu Ganzopfern. Darum müssen die Weibchen, die sich dazu nicht eignen (Anm. 40), verkauft und aus dem Erlöse Ganzopfer dargebracht werden.",
+ "Eli‘ezer führt sein Prinzip gleichmässig durch. indem er sämtliche Güter, auch den Erlös der Tiere dem Tempelschatze zuerkennt.",
+ "Josua aber macht Unterschiede. indem er einen Teil des Weihgeschenks dem Tempelschatze, einen andern dem Altar zuspricht und hierbei noch einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Tieren macht.",
+ "Hat man nämlich mit ausdrücklicher Bestimmung. für den Tempelschatz."
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+ "die sich für den Altar eignen. aber nicht von solcher Beschaffenheit, dass man sich entschliessen könnte, sie zu öffentlichen Opfern zu verwenden (s. Anm. 33 und vgl. Anm. 38).",
+ "Geflügel. In einigen Exemplaren fehlt וסלתות, in anderen ועופות (s. Tos. Jom Tob z. St.). Geflügel eignet sich übrigens überhaupt nicht zu Gemeindeopfern.",
+ "verkauft und für den Erlös Ganzopfer. als freiwillige Privatopfer des Spenders; daher später ויביא auf המקדיש bezogen."
+ ],
+ [
+ "Alle dreissig Tage. אחת: für פעם אחת.",
+ "macht die Kammer ihre Abschlüsse. משעריו: eigentlich = den Preis (שער) festsetzen. Befremdlich ist die Konstruktion mit dem Akkusativ. Man erwartet משערין על גב הלשכה.",
+ "so muss er fortan zu vier liefern. Verpflichtet er sich den ganzen Monat hindurch 4 Sea Mehl für 1 Sela‘ zu liefern (Maimonides liest ausdrücklich: מארבע סאין בסלע), also 1 Sea = ¼ Sela‘, im Laufe des Monats aber steigt der Preis auf ⅓ Sela‘, so dass man jetzt für 1 Sela‘ auf dem Markte nur 3 Sea bekommt, muss er bis Ablauf der Vertragsfrist für den vereinbarten Preis liefern. Hat er dagegen die Lieferung zu ⅓ Sela‘ übernommen und der Marktpreis fällt auf ¼ Sela‘, so muss er fortan 4 Sea für den Sela‘ liefern.",
+ "wenn der Altar die Sühne bewirkt hat. Mit anderen Worten: wenn das betreffende Opfer vorschriftsmässig vollzogen ist. Zu מרצה s. Pesachim Kap. VII Anm. 40 Ende; vgl. auch ונרצה לו לכפר עליו (3. B. M. 1, 4). Im Kal heisst רצה m. Akk. = gut aufnehmen (1. B. M. 33, 10), im Nif‘al = freundlich aufgenommen werden, also im Hif‘il = gute Aufnahme verschaffen."
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+ "die im Heiligtum waren. Es werden hier fünfzehn Ämter aufgezählt und die zeitweiligen Inhaber nach einer vermutlich aus der Zeit des zweiten Tempels stammenden Liste mit Namen angeführt. Einige dieser Namen treten uns auch später als typische Vertreter ihres Amtes entgegen.",
+ "Joḥanan ben Pineḥas über die Marken. s. Mischna 3—4.",
+ "Matitja ben Schemuel über die Auslosungen. Der öffentliche Opferdienst wurde täglich durch das Los unter die zuständigen Priester verteilt (s. Joma II 1—4).",
+ "Petaḥja über die Vogelopfer. Unter קן (Nest) versteht man gewöhnlich ein Taubenpaar, die einzelne Taube wird mit פרידה bezeichnet. Von den pflichtmässigen Vogelopfern war die eine Taube zum Sünd- die andere zum Ganzopfer bestimmt, während die freiwilligen lauter Ganzopfer waren. Durch Verwechslung, Vermischung und andere Zufälle können hier (wie aus Ḳinnim II—III ersichtlich) sehr verwickelte Probleme auftauchen, zu deren Lösung besondere Sachkenntnis, viel Übung und grosse Aufmerksamkeit erforderlich ist.",
+ "[Petaḥja ist Mordechai. Wahrscheinlich ist der aus dem Buche Ester bekannte Staatsmann gemeint. Von einem geistvollen Forscher (R. Elija aus Wilna?) wurde unter Bezugnahme auf das Schriftwort והיה ראשיתך מצער ואחריתך ישגה מאד (Dein Anfang ist klein, dein Ende um so grösser — Ijob 8, 7) auf die merkwürdige Tatsache hingewiesen, dass jeder der drei ersten Buchstaben von מרדכי in seinem Zahlenwert die Hälfte der entsprechenden Buchstaben von פתחיה beträgt (מ = 40, פ = 80; ר = 200, ת = 400; ד = 4, ח = 8), während die beiden letzten Buchstaben das umgekehrte Verhältnis zeigen, also in מרדכי doppelt so viel zählen als in פתחיה (כ = 20, י = 10; י = 10, ה = 5). Solch auffallende Erscheinung kann kein Spiel des Zufalls sein. Vielmehr ist anzunehmen, dass dies Zusammentreffen die Veranlassung für die Identifikation der beiden Namen war. [Dass der Zahlenwert (גמטריא) im Midrasch eine nicht unbedeutende Rolle spielt, kann als bekannt vorausgesetzt werden; hat er doch sogar unter den 32 Regeln des R. El‘azar b. R. Jose aus Galiläa Aufnahme gefunden, und selbst die Halacha verschmäht es nicht, ihn manchmal zu verwerten (z. B. יהיה בגמטריא תלתין , Nazir 5a; אלה הדברים… אלף חד למד תלתין הא חמשה, Jeruschalmi Schabbat VII 2, vgl. auch Babli das. 70a). Ich habe gefunden, dass dieses Hilfsmittel eine weit grössere Beachtung verdient, als ihm bisher zuteil geworden. Es ist geeignet, uns das Verständnis manch dunkler Stelle in der Aggada zu erschliessen. Hier nur einige Beispiele. Wenn dem Propheten Elijahu ein sehr hohes Alter zugeschrieben wird, so erklärt sich das vielleicht aus seinen Worten: Lass es nun genug sein, o Gott, nimm mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Väter (1 Kön. 19, 4); wenn er aber geradezu mit Pineḥas, dem Enkel Aharons, identifiziert wird, so liegt der Grund dafür wahrscheinlich in der Erwägung, dass der Zahlenwert von אליהו (= 52) den vierten Teil des Zahlenwertes von פינחס (= 208) ausmacht. Wenn ferner in Schabbat (14b unten) die Einrichtung des ‘Erub und der Händewaschung auf Salomo zurückgeführt und dabei auf die Verse בני אם חכם לבך ישמח לבי גם אני und חכם בני ושטח לבי ואשיבה חרפי דבר (Spr. 23, 15 u. 27, 11) hingewiesen wird, so ist zu beachten, dass עירובין und שמח ebenso den gleichen Zahlenwert haben (348) wie נטילה und גם אני (104). Wenn endlich die Worte: Ich dachte, ich könnt’s ergründen, doch ist es mir zu fern (Ḳohelet 7, 23), im Midrasch z. St. auf die widerspruchsvollen Vorschriften über die „rote Kuh“ bezogen werden, so ist auch hier vielleicht der Anstoss in dem Umstande zu suchen, dass פרה אדומה und והיא רחוקה in ihrem Zahlenwert (341) übereinstimmen].",
+ "Weil er die Worte zu erschliessen und auszulegen pflegte. Vermöge seiner ausgedehnten Sprachkenntnisse und seiner Beherrschung der volkstümlichen Dialekte gelang es ihm, die Bedeutung dunkler oder mehrdeutiger Ausdrücke festzustellen und Missverständnisse aufzuklären, sowie die Zeichensprache der Blinden zu deuten (vgl. Jeruschalmi z. St.).—Die meisten Ausgaben lesen: פותח בדברים, was aber keinen guten Sinn gibt.",
+ "da er siebenzig Sprachen verstand. Der eingeklammerte Satz, der den Zusammenhang der Liste stört, ist offenbar ein späteres Einschiebsel: Wie aus Jeruschalmi ersichtlich, ist es nicht einmal ein Bestandteil der Mischna, sondern eine Baraita.",
+ "], Ben Aḥija über die Krankheiten der Eingeweide. Er verwaltete die Heilmittel für diese Krankheiten, an denen die Priester infolge der Erkältungen, die sie sich dadurch zuzogen, dass sie barfuss und leichtgekleidet auf dem kalten Pflaster der Opferhalle sich bewegten, wie auch infolge der überreichen Fleischnahrung, zu der sie genötigt waren, sehr häufig litten.",
+ "Gabini der Herold. כרוז = ϰήρυξ.",
+ "Ben Bêbai über die Beleuchtung. פקיע bedeutet nach Jeruschalmi die Bereitung der Dochte. Im Babli (Joma 23a Mitte) findet sich noch eine andere Erklärung, nach welcher פקיע die Knute bezeichnet.",
+ "das Haus Garmo über die Bereitung des innern Brotes. s. Kap. IV Anm. 7."
+ ],
+ [
+ "Die Zahl der Schatzmeister beträgt nicht weniger als drei und die der Vorsteher. אמרכל — dunkles Wort, gewöhnlich von arab. אמיר (Emir) und כל (alles) abgeleitet (Generaldirektor).",
+ "der Pharmazeut für Krankheiten der Eingeweide. s. Anm. 8.",
+ "und El‘azar, der Verwalter der Vorhänge, mit denen die (Mehrheit der. In einigen Ausgaben fehlt רוב."
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+ "Vier Marken gab es im Heiligtum. Nach 4. B. M. 15, 1—12 sind zu jedem Ganz- oder Friedensopfer auch Mehl- und Weinopfer darzubringen, und zwar zu Kleinvieh (mit Ausnahme des Widders): 1 ‘Omer (= ⅒ Efa) Mehl und je 3 Log (= ¼ Hin) Öl und Wein, zu einem Widder (über 13 Monate alt): 2 ‘Omer Mehl und je 4 Log Öl und Wein, zu Rindvieh (Stier, Kuh oder Kalb): 3 ‘Omer Mehl und je 6 Log Öl und Wein; nach 3. B. M. 14, 10 u. 21 bringt der Aussätzige, wenn er wohlhabend ist, 3 Lämmer als Reinigungsopfer dar, dagegen wenn er arm ist, nur 1 Lamm und 2 Tauben, im ersten Falle also 3 ‘Omer Mehl und je 9 Log Wein und Öl, im andern aber 1 ‘Omer Mehl und je 3 Log Wein und Öl. Das Mehl, der Wein und das Öl wurden im Heiligtume an Privatpersonen abgegeben, (s. Kap. IV Anm. 26), aber nicht gegen direkte Bezahlung, sondern nur gegen Marken, die man der Kontrolle wegen bei Joḥanan kaufen und bei Aḥija abliefern musste (s. die folgende Mischna).",
+ "Sünder. Bezeichnung für den Aussätzigen, dessen Krankheit als göttliche Strafe für seine Sünden — in erster Reihe für die böse Zunge — betrachtet wurde (vgl. ‘Arachin 16a: על שבעה דברים נגעים באים על לשון הרע ועל שפיכות דמים ועל שבועת שוא ועל גילוי עריות ועל גסות הרוח ועל הגזל ועל צרות העין ). Vielleicht ist auch das daselbst (15 b) von Resch Lakisch angeführte Wortspiel: מצורע = מוציא (שם) רע ältern Ursprungs.",
+ "wohlhabender Sünder. Zwar könnte man dem unbemittelten Sünder die mit der Aufschrift „Böcklein“ versehene Marke einhändigen, die ja für 1 ‘Omer Mehl und je 3 Log Wein und Öl galt; Ben ‘Azzai aber war der Meinung, dass dem Aussätzigen für seine Marke auch das besondere Log Öl geliefert wurde, dessen er nach 3. B. M. 14, 10 u. 21 ausser dem zur Bereitung des Mehlopfers erforderlichen Öl bedurfte. Demnach bekam der wohlhabende Sünder 10 Log und der unbemittelte 4 Log Öl, woraus sich ergibt, dass fünf Marken notwendig waren.",
+ "bezieht sich auf die Mehl- und Weinopfer zu den drei Opfertieren der Aussätzigen. Mit anderen Worten: eine Marke mit der Aufschrift „Kalb“ begründet einen Anspruch auf 3 ‘Omer Mehl und je 6 Log Öl und Wein, die Aufschrift „Böckchen“ auf 1 ‘Omer Mehl und je 3 Log Wein und Öl u. s. w."
+ ],
+ [
+ "zahlt das Geld ein. Die verschiedenen Marken haben natürlich verschiedene Preise.",
+ "und erhält dafür eine Marke, mit welcher er zu Aḥija geht, der wieder die Mehl- und Weinopfer verwaltet, und dem er die Marke überreicht, um von ihm die Mehl- und Weinopfer in Empfang zu nehmen. Abends kamen sie zusammen, Aḥija zeigte die Marken vor und bekam den entsprechenden Geldbetrag. Hier wird schon stillschweigend vorausgesetzt, dass die Marken mit dem Ende des Tages ihre Gültigkeit verlieren (s. die folgende Mischna); sonst würden heute die überschüssigen Beträge dem Tempelschatz zufallen, morgen aber die entsprechenden, jetzt überzähligen Marken von Joḥanan bezahlt werden müssen. Ohne diese Voraussetzung wäre eine allabendliche Abrechnung überhaupt nicht denkbar.",
+ "so fiel er dem Tempelschatze zu. weil anzunehmen ist, dass der Käufer zuviel bezahlt hat oder seine Marke aus irgend einem Grunde verfallen liess.",
+ "ergab sich ein Fehlbetrag, so musste Joḥanan aus seiner Tasche ergänzen. denn es wird vermutet, dass er aus Versehen entweder zu wenig Geld genommen oder zuviel Marken ausgegeben oder aber einen Teil der Einnahme verloren hat.",
+ "denn der Tempelschatz hat die Oberhand. Sonst würde man ihm etwaige Überschüsse als Entschädigung für die unvermeidlichen Verluste zugebilligt haben."
+ ],
+ [
+ "so vertröstet man ihn. Wörtlich: man wartet ihm. Das kann auch bedeuten, dass er nur bis zum Abend Zeit hat, die Marke zu suchen; wenn er sie bis dahin nicht findet, so hat sie ihren Wert verloren. Es kann ferner den Sinn haben, dass man ihm bis zum Abend Frist gewährt, seinen Verlust anzumelden; am andern Morgen hat er auf Rückerstattung des für die Marke gezahlten Betrages keinen Anspruch mehr. Beide Auffassungen passen aber nicht recht in den Zusammenhang.",
+ "so hatte er keine. Andere Lesart: ואם לאו לא היו נותגין לו.",
+ "Wegen der Betrüger war das Tagesdatum auf ihnen bezeichnet. Damit nicht jemand Marken verwerte, deren Giltigkeit schon abgelaufen ist, wodurch Joḥanan schweren Schaden erleiden würde (vgl. Anm. 20). Diese Erklärung wäre die einfachste und naheliegendste, wenn dieser Satz am Ende der vorigen Mischna sich fände. So aber scheint er mit der Einrichtung, laut welcher verlorene Marken ersetzt wurden, in Verbindung zu stehen. Derselbe Einwand lässt sich auch gegen Maimunis Auffassung (Jad haḥazaḳa, Hil. K’iê ham-Miḳdasch VII) geltend machen, nach welcher man befürchtete, der Käufer würde seine Marke liegen lassen, bis die Waren im Preise steigen. Und es kommt hier noch die Schwierigkeit hinzu, dass ein solches Verfahren, so sehr es auch den Tempelschatz zu schädigen geeignet ist, darum noch nicht als „Betrug“ gebrandmarkt werden darf. Besser ist eine andere Erklärung desselben Autors an seinem Mischnakommentar z. St.), ein unehrlicher Finder könnte eine Marke missbrauchen, die Aḥija oder Joḥanan nach der Abrechnung fallen liess und zu vernichten vergass, oder aber ein Käufer verloren hatte, dem der entsprechende Betrag inzwischen zurückerstattet wurde, so dass Joḥanan durch verzeihliche Achtlosigkeit oder gar durch fremde Fahrlässigkeit zu Schaden käme.
Am meisten aber leuchtet die Erklärung des R. Abraham b. Dawid ein (Berichtigungen zu Jad haḥazaḳa a. a. O.), es könnte ein Betrüger, der sich die heute gekaufte Marke in den Beutel gesteckt hat, am Abend unter falscher Vorspiegelung ihres Verlustes den eingezahlten Betrag, der sich ja bei der Abrechnung als Überschuss ergeben muss, zurückfordern und so unentgeltlich in den Besitz einer Marke gelangen, die er jederzeit gegen die entsprechenden Waren einzulösen in der Lage wäre. Diesem Gaunerkniff wird nun dadurch wirksam vorgebeugt, dass die Marke am Abend bei der Rückerstattung des Geldbetrages bereits durch den Wechsel des Datums entwertet ist. Indessen lässt sich auch die Eingangs von mir versuchte Erklärung, der ich wegen ihrer Einfachheit immer noch den Vorzug geben möchte, zwanglos aufrechterhalten. Im Grunde ist ja die in Rede stehende Vorsichtsmassregel doch nur durch die Einrichtung des Ersatzes für verlorene Marken notwendig geworden. Um dem unvorsichtigen Käufer möglichst bald Gewissheit über eine etwaige Entschädigung zu verschaffen, hat man statt der für alle Teile viel bequemern monatlichen oder wöchentlichen Abrechnung die abendliche eingeführt; infolgedessen musste die lästige Bestimmung getroffen werden, dass die Marken nur für den Tag der Ausstellung gelten sollen und dieser, um jede Täuschung auszuschliessen, deutlich auf ihnen vermerkt werde."
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+ [
+ "In die Kammer der Verschwiegenen taten zartfühlende. Wörtlich: sündenscheue.",
+ "liegen liessen. d. h. sie behielten und verwendeten es."
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+ "Dreizehn Büchsen. Sie heissen Schofarot, weil sie einem Horn ähnlich waren: rund, gekrümmt, an einem Ende schmal, am andern breit, damit nicht jemand, der sich den Anschein gibt Geld hineinzuwerfen, welches herausnehme. Über die Bestimmung der einzelnen Büchsen wird am Ende des Kapitels berichtet (M. 5—6)",
+ "dreizehn Tische. s. Mischna 4.",
+ "Und wo die besondere. Ueber die dreizehn übrigen folgen weiter unten (M. 3) die genaueren Angaben.",
+ "Gegenüber dem Holzstoss. דיר eig.—Pferch (vgl. הכונס צאן לדיר —Baba ḳamma VI 1; davon המדייר את שדהו—Schebi‘it III, 4), hier = Holzstoss, davon מדורה = Scheiterhaufen Die Holzkammer, in welcher die zum Opferdienst untauglichen Priester das Holz für den Altar auswählten, hatte 40 Ellen im Gerviert und lag in der nordöstlichen Ecke der Frauenhalle (Middot II 5).",
+ "Sie besassen nämlich eine Überlieferung. מסורת und מסורה, wie קטורת und. קטורה von מסר (im Kal = überliefern) gebildet, ist Mesoret und Mesora zu lesen, nicht Massoret und Massora, wie man gewöhnlich schreibt und spricht, obgleich zu einer Pi‘elform gar keine Veranlassung ist, noch weniger Mâsoret, wie Abraham Geiger (Nachgelassene Schriften IV 341) vokalisiert. In Ez. 20, 37 bedeutet מָסרֶׄת nicht Überlieferung, wie Raschi meint, sondern Fessel, wie schon R. Dawid Ḳimḥi richtig erkannt hat. Es ist dort aus מַאֲסרֶׄת zusammengezogen.",
+ "dass dort die Lade verborgen liegt. Die heilige Lade mit den Bundestafeln, die ihren Platz im Allerheiligsten hatte, wurde vor der Zerstörung des ersten Tempels nach dieser Überlieferung in einem unterirdischen Gewölbe tief unter der Holzkammer verborgen. Nach einer andern Überlieferung versank sie an Ort und Stelle, nach einer dritten wurde sie vom Eroberer nach Babel gebracht (Jeruschalmi z. St. und Babli Joma 53b unten f.)."
+ ],
+ [
+ "Einst bemerkte ein dort beschäftigter. Mit der Auslese des Opferholzes (s. Anm. 4).",
+ "dass einer der Pflastersteine sich von den übrigen unterschied. Es sah so aus, als ob der Stein herausgehoben und wieder eingefügt worden wäre."
+ ],
+ [
+ "gegenüber den dreizehn Toren. Ebenso Middot II g. Ende, wo diese Ansicht von Abba Jose ben Ḥanan vertreten wird. Nach einer andern Ansicht (das. I 4) gab es nur sieben Tore in der Opferhalle, und die dreizehn Verneigungen entsprachen den dreizehn Breschen, welche die Syrer in die Tempelmauer gebrochen und die Makkabäerfürsten wieder vermauert hatten (das. II 3).",
+ "von Westen aus gezählt. סמוכים למערב = dem Westen benachbart (Plural), d. h. in einer an den Westen „sich anlehnenden“ Reihenfolge.",
+ "das oberste Tor. Der Tempelberg stieg von Ost nach West in die Höhe.",
+ "das Feuertor. Übersetzung unsicher. דלק heisst brennen und wird wie das deutsche Wort sowohl vom Schadenfeuer als von der Lichtflamme gebraucht; in der Bibel bedeutet דלק nachsetzen, verfolgen und דלקת Fieberhitze.",
+ "Weil man durch dieses den Kelch mit Opferwasser. s. Sukka IV 9.",
+ "Jacob meint. In Joma (77b 1. Z.—78a 1. Z.) ist die Lesart: מים מפכים עתידין להיות יוצאין מתחת מפתן הבית (also מים ohne ה und עתידין ohne בו ,ו aber fehlt gänzlich).",
+ "das dereinst unter der Schwelle des Tempels hervorquellen wird. In Ez. 47, 1—5 schildert der Prophet eine Vision, in der ihm ein Bächlein gezeigt wird, das unter der Schwelle des Heiligtums durchsickert, nach Osten vordringt, an der Südseite schon wie aus der Mündung eines Krügleins sprudelt (so wird der dort gebrauchte und hier entlehnte Ausdruck מים מפכים als mit פך zusammenhängend im Babli a. a. O. und im Jeruschalmi z. St. erklärt), in seinem weitern Laufe aber, immer mächtiger anschwellend, zu einem gewaltigen Strome wird.",
+ "von Westen aus gezählt. סמוכים למערב = dem Westen benachbart (Plural), d. h. in einer an den Westen „sich anlehnenden“ Reihenfolge.",
+ "Weil Jechonja. oder Jojachin, der vorletzte König von Juda, der mit den Edelsten und Tapfersten des Volkes von Nebuchadnezar nach Babel in die Gefangenschaft geführt wurde (2. Kön. 24, 8—16; 2 Chr. 36, 9—10).",
+ "als er in die Verbannung ging. und vom Heiligtum Abschied nahm."
+ ],
+ [
+ "acht aus Marmor im Schlachthause. nördlich vom Opferaltar (Tamid III 5 u. Middot III 5). Die Tische standen dort zwischen den Ringen und den Zwergsäulen (Middot V 2).",
+ "zwei im Westen der Rampe. die schiefe Ebene, auf der man zum Altar emporstieg, an dessen Südseite sie errichtet war. Sie hatte eine Länge von 32 und eine Breite von 16 Ellen (das. III 2).",
+ "einer aus Marmor und einer aus Silber [auf den marmornen legte man die Opferteile. bevor sie zum Altar befördert wurden. Auf dem kalten Marmor erhielt das Fleisch sich frischer.",
+ "zwei im Ulam innen. in der Vorhalle zum Hêchal, in welchem die drei goldenen Geräte (Altar, Tisch und Leuchter) standen. Sie mass von Nord nach Süd 100 Ellen und von Ost nach West 11 Ellen (das. IV 7). Demnach bedeutet באולם מבפנים an der innern, d. i. westlichen Seite der Vorhalle. Manche Ausgaben lesen מבחוץ statt מבפנים. Nach dieser Lesart ist מבחוץ zum folgenden על פתח הבית zu ziehen und „am äussern Eingang zum Hause“ zu übersetzen. In der Sache selbst ist zwischen beiden Lesarten kein Unterschied. Unter dem Hause ist hier der Hêchal zu verstehen.",
+ "einer aus Marmor und einer aus Gold [auf den marmornen tat man das innere Brot. s. Pesachim VII Anm. 26.",
+ "bevor es hineingetragen wurde. Es wurde erst am Sabbat auf den goldenen Tisch im Hêchal gelegt, aber schon vorher gebacken. Deshalb tat man es inzwischen auf kalten Marmor, damit es länger frisch bleibe (vgl. Anm. 20).",
+ "wenn man es hinaustrug. am nächsten Sabbat, damit die Priester es unter sich teilen.",
+ "aber nicht eine Erniedrigung angemessen ist. Es wäre für das heilige Brot eine Herabsetzung wenn man es auf einen Marmortisch täte, nachdem es eine Woche lang auf goldenem Tische gelegen hatte.",
+ "endlich ein goldner im Innern. im Hêchal.",
+ "auf dem das innere Brot ständig lag. 2. B. M. 25, 23—30."
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+ "Dreizehn Büchsen waren im Heiligtum. zur Aufnahme des Geldes, welches dem durch ihre Aufschrift bezeichneten Zwecke dienen sollte.",
+ "Gold zum Deckel. כפורת hiess der goldene Deckel auf der Bundeslade (2. B. M. 25, 17—21). Er war 2 ½ Ellen lang, 1 ½ Ellen breit und (nach Nidda 26b oben) ⅙ Elle hoch, aus lauterm Golde und überaus kostbar. Im zweiten Tempel gab es keine Bundeslade (oben Anm. 6 u. Joma V 2). Es scheint aber, dass die Absicht bestand, eine solche anzufertigen, und dass zu diesem Zwecke Gold gespendet wurde. Nach R. ‘Obadja sind hier die in Ezra 1, 10 und 1 Chr. 28, 17 als כפורי זהב bezeichneten Opferbecken gemeint. Demnach wäre לִכְפוֹרוֹת zu lesen.",
+ "die Jahr für Jahr zu entrichtenden. Wer bis zur ersten Hebe (III 1) seinen Schekel noch bei keiner Bank (I 3) abgeliefert hatte, übergab ihn später dem Sehatzmeister, der das Geld vorläufig in die Büchse warf, damit es bis zur nächsten Hebe dort verwahrt liege.",
+ "entrichtet sie im folgenden Jahre. Diese Beträge wurden den Überschüssen der Kammer (IV 2, Anm. 20) hinzugefügt.",
+ "sind lauter Ganzopfer. Nach ihrer Ansicht konnte jeder, der ein pflichtmässiges Vogelopfer (3. B. M. 5, 7; 12, 8: 14, 12; 15, 14 u. 29) darzubringen hatte, den entsprechenden Betrag in die mit קנין bezeichnete Büchse werfen und sicher sein, dass sein Opfer unverzüglich von den Priestern dargebracht werden wird, wer aber ein freiwilliges Vogelopfer darbringen wollte, warf das Geld dafür in die mit גוזלי עולה bezeichnete Büchse. Nach R. Jehuda dagegen musste derjenige, der ein pflichtmässiges Vogelopfer darzubringen hatte, die erforderlichen Tauben selbst besorgen und dem Priester übergeben; die beiden Büchsen standen nur denen zur Verfügung, die ein freiwilliges Vogelopfer darbringen wollten, und zwar die eine (קנין) für Turteltauben, die andere (גוזלי עולה) für junge Tauben. Wie aus den angegebenen Bibelstellen ersichtlich, bestanden die pflichtmässigen Vogelopfer aus zwei Turteltauben oder zwei jungen Tauben, von denen die eine zum Sündopfer, die andere zum Ganzopfer bestimmt war. Schuld- und Sündopfer konnten nicht gespendet, Friedensopfer nicht aus dem Reiche der Vögel gewählt werden; folglich konnten freiwillige Vogelopfer nur als Ganzopfer geweiht sein. Turteltauben waren nur in reiferem, andere Tauben nur in zartem Alter als Opfer geeignet (Hallin I, 5). Es muss angenommen werden, dass die Tauben einen festen Preis hatten. Wie hätten sonst die Priester wissen können, wieviel Opfer aus den der Büchse entnommenen Beträgen darzubringen sind? Es ist aber kaum anzunehmen, dass Turteltauben und junge Tauben zu genau dem gleichen Preise verkauft wurden. Wie konnte man also nach derjenigen Ansicht, welche die Beträge für beide Arten in eine und dieselbe Büchse werfen lässt, die Zahl der darzubringenden Opfer feststellen? Vielleicht hatten diese als „Hörner“ bezeichneten Büchsen keinen Boden, so dass die aussen durch die enge Öffnung hineingeworfenen Münzen, innen aus der weiten Öffnung in einen Kasten fielen, vor dem ein Priester stand, der sie sofort herausnahm und ihrer Bestimmung zuführte. Die Aufstellung dieser beiden Büchsen (und wohl auch der übrigen mit Ausnahme der für die Schekelsteuer bestimmten, bei denen eine Überwachung der Steuerpflichtigen notwendig war) hätte dann nur den Zweck gehabt, die Abfertigung zu beschleunigen und eine gewisse Verschwiegenheit zu sichern. Der Priester musste zwar die Opfer mit dem Gedanken an ihre Eigentümer darbringen, er brauchte aber deren Namen nicht zu kennen; es genügte, wenn er sagte: ich bringe dieses Opfer für die Person dar, die es geweiht hat."
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+ [
+ "dem Ewigen schuldet er die Busse. 3. B. M. 5, 19.",
+ "was wegen einer Sünde und wegen einer Schuld einkommt. Gemeint sind etwaige Restbeträge, die von Sünd- oder Schuldopfern herrühren. Wenn jemand, der zu einem solchen Opfer infolge einer Sünde oder einer Schuld verpflichtet ist, zur Aufbringung der Kosten mehr Geld, als nötig war, gespart hat, soll der Überschuss nicht etwa liegen bleiben, bis er wieder in die Lage kommt, ein gleiches Opfer darzubringen, sondern zu einem freiwilligen Ganzopfer verwendet werden, obgleich von diesem nur die Haut den Priestern zu Teil wird, während sie von den Sünd- und Schuldopfern auch das Fleisch bekommen.",
+ "den Priestern gehörig. Die erste Satzhälfte (אשם הוא) verlangt, dass die Priester einen Teil daran haben, da es ja als Schuldopfer bezeichnet wird (vgl. 3. B. M. 6, 22 u. 7, 6); die zweite Satzhälfte aber (אשם אשם לה׳) schreibt vor, dass es ganz dem Ewigen gehören soll. Beiden Forderungen wird man gerecht, wenn das Fleisch dem Altar und die Haut den Priestern übergeben wird, wie es beim Ganzopfer der Fall ist.",
+ "In diesem Sinne heisst es. 2. Kön. 12, 17.",
+ "den Priestern soll es gehören. Nach dem ganzen Zusamenhange kann dort לא יובא בית ה׳ („es soll nicht in das Haus Gottes gebracht werden“) keineswegs den Sinn haben, dass es nicht zu Opfern verwendet werden darf. Der König Joas hatte gewisse Einnahmen des Heiligtums, insbesondere die freiwilligen Geschenke an den Tempelschatz zur Ausbesserung des Gotteshauses bestimmt. Da die Priester sich saumselig zeigten, stellte der Hohepriester Jojada‘ einen verschlossenen Kasten, in dessen Tür er eine schmale Öffnung geschnitten hatte, in der Nähe des Altars auf und sorgte dafür, dass die reichlich zuströmenden Spenden keinem andern Zwecke zugeführt wurden als der Bezahlung der Maurer und Zimmerer, die den Tempel wieder in Stand setzten (das. 5—16). „Geld vom Schuldopfer aber sowie Geld von Sündopfern sollte nicht dem Hause des Ewigen zugeführt werden, das sollte den Priestern zu Gute kommen“. Dass man das zum Ankauf von Opfertieren geweihte Geld nicht seiner Bestimmung entziehen und dem Tempelschatze zuwenden darf, ist zu selbstverständlich, als dass Jojada‘ es bei dieser Gelegenheit ausdrücklich zu betonen Veranlassung gehabt hätte. Es kann sich also nur um die Überschüsse solchen Geldes handeln. Sie dürfen ebenfalls nicht zur Ausbesserung des Tempels benutzt und so den Priestern völlig entzogen werden; vielmehr müssen auch diese einen kleinen Anteil an ihnen haben. Sie können daher nur zu Ganzopfern Verwendung finden."
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+ "das zwischen der Schekel- und der Spendenbüchse. s. VI 5.",
+ "wenn es dieser näher liegt. Weil die grössere Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass es aus der Schekelbüchse gefallen ist.",
+ "so fällt es der Spendenkasse zu. Das Geld der Spendenbüchse wurde nur zum Ankauf von Ganzopfern verwendet (VI 6), die Schekelsteuer aber auch zur Befestigung der Stadt und ähnlichen gemeinnützigen Zwecken (IV 2). Folglich wohnt der „Spende“ eine höhere Heiligkeit inne. Im Zweifel aber ist in erschwerendem Sinne zu entscheiden, wie es am Schluss der Mischna heisst.",
+ "Wird es zwischen der Holz- und der Weihrauchkasse. s. VI 5.",
+ "bei gleicher Entfernung aber für Weihrauch auszugeben. Weihrauch wurde als Opfer auf den Altar gebracht, Holz aber nur als Brennstoff für die Opfer.",
+ "bezeichneten Büchse. s. VI 5.",
+ "ebenfalls zu Taubenganzopfern verwendet. Aus der einen Kasse wurden nur Ganzopfer, aus der andern auch Sündopfer dargebracht; diese aber, deren Fleisch von den Priestern verzehrt wurde, haben eine geringere Heiligkeit als jene, deren Fleisch vom Altarfeuer verzehrt wurde.",
+ "Wird es zwischen Unheiligem und zweitem Zehnt. Von Getreide, Wein und Öl wurde ausser der „Priesterhebe“ und dem den Leviten gebührenden „ersten Zehnt“ noch ein „zweiter Zehnt“ (שני מעשר) abgesondert, der in Jerusalem verzehrt werden musste. War die Entfernung zu gross, so konnte es gegen geprägte Münzen ausgelöst werden, auf die sich dann die Heiligkeit des „zweiten Zehnt“ übertrug (5. B. M. 14, 22—25). Daher wurde dieses Geld getrennt von anderm Gelde aufbewahrt.",
+ "bei gleicher Entfernung aber als zweiter Zehnt zu behandeln. Es muss also nach der heiligen Stadt gebracht und dort für Nahrungsmittel ausgegeben werden (das. 25—26)."
+ ],
+ [
+ "Wird Geld vor den Viehhändlern. in Jerusalem. Für Geld von zweitem Zehnt wurde gewöhnlich Vieh zu Friedensopfern gekauft.",
+ "so ist es stets. nicht bloss während der Festzeit (vgl. Anm. 13).",
+ "als Zehnt zu behandeln. Obgleich einer der Verkäufer es verloren haben könnte, in deren Händen seine Heiligkeit durch Übergang auf die Ware schon erloschen ist, darf es doch des Zweifels wegen, zumal die Käufer die Mehrheit bilden, nur zum Ankauf in Jerusalem zu verzehrender Lebensmittel verwendet werden; denn die Fremden, die zur Festzeit ihr heiliges Geld nach der auserwählten Stadt bringen, überlassen es, wenn sie selbst es nicht verbrauchen konnten, ihren dort lebenden Freunden und Verwandten, die es im Laufe des Jahres nach und nach in Friedensopfern ausgeben.",
+ "so ist es als Unheiliges zu betrachten. selbst während der Festzeit, weil man mit einem Geldbeutel (פונדה = funda) den Tempelberg nicht betreten durfte (Mischna Berachot g. Ende, noch deutlicher Tosefta das.: במעות הצרורות לו בסדינו). Es ist daher anzunehmen, dass das gefundene Geld einem der Kaufleute und Handwerker abhanden gekommen, die es aus der Tempelkasse für ihre Lieferungen oder Leistungen erhalten hatten (s. Jeruschalmi z. St.; anders Raschi in Pesaḥim 7a).",
+ "findet man es in Jerusalem. d. h. in den übrigen Teilen der Stadt, ausser dem Viehmarkte und dem Tempelberge.",
+ "zur Festzeit. in der die Männer aus allen Teilen des Landes nach der heiligen Stadt strömten (5. B. M. 16, 16), bei welcher Gelegenheit sie auch ihr Geld vom „zweiten Zehnt“ mitbrachten.",
+ "so ist es als Unheiliges anzusehen. selbst unmittelbar nach dem Feste, weil die Strassen Jerusalems täglich gefegt wurden."
+ ],
+ [
+ "in den zerschnittenen Stücken Sündopfer zu vermuten. Das Ganzopfer wurde nach der in Tamid (IV 2—3) beschriebenen Anordnung zerlegt. Die einzelnen Glieder mussten unzerschnitten auf den Altar gebracht werden. Dagegen wurde das Fleisch der Sündopfer (und ebenso der Schuldopfer) von den Priestern, die es unter sich teilten, in beliebige Stücke zerschnitten. Fleisch von Friedensopfern bildete in der Opferhalle die Minderheit.",
+ "findet man welches in Jerusalem. im übrigen Jerusalem, ausserhalb der Opferhalle (vgl. Anm. 12).",
+ "so ist es als Friedensopfer anzusehen. Andere Opfer durften ausserhalb des Heiligtums nicht gegessen werden.",
+ "Ob so oder so. Wo immer und wie immer es in der heiligen Stadt gefunden wurde, ob inner- oder ausserhalb der Opferhalle, ob in ganzen Gliedern oder in Stücke geschnitten, ob es nun von Ganz-, Sünd- oder Friedensopfern herrührt, kann es niemals seiner mutmasslichen Bestimmung zugeführt werden, da es inzwischen durch Unreinheit oder einen ähnlichen Makel unbrauchbar geworden sein kann. Da dies aber nicht sicher ist, kann man es auch nicht ohne weiteres wie untaugliche Opfer verbrennen, weil man Heiliges, solange es seine Weihe nicht eingebüsst hat, nicht vernichten darf. Man lässt es daher liegen, bis es sein gutes Aussehen verliert, und verbrennt es nachher.",
+ "lässt man sein Aussehen verkommen. s. Pesaḥim VII Anm. 52.",
+ "und schafft es hernach in den Verbrennungsraum. s. das. VIII Anm. 18 und IX Anm. 49.",
+ "so sind ganze Glieder als Gefallenes anzusehen. Sie sind wahrscheinlich gar nicht verloren, sondern weggeworfen worden. — „Gefallenes“ (man versteht darunter jedes tote Tier, das nicht vorschriftsmässig geschlachtet wurde) darf nicht gegessen werden (5. B. M. 14, 21); wer es berührt oder trägt, ist unrein (3. B. M. 11, 39—40).",
+ "zerschnittene Stücke aber erlaubt. Verbotenes Fleisch würde man sich nicht erst zu zerschneiden die Mühe genommen haben. Voraussetzung ist, dass die meisten Einwohner Israeliten sind."
+ ],
+ [
+ "Findet man Vieh von Jerusalem bis Migdal ‘Eder. 1. B. M. 35, 21.",
+ "sind die Männchen als Ganzopfer und die Weibchen als Friedensopfer zu betrachten. Das in der Umgebung Jerusalems weidende Vieh bestand zum grössten Teil aus Opfertieren. Unter diesen waren die männlichen meist Ganzopfer, die weiblichen aber, da sie sich zu Ganzopfern nicht eigneten (3. B. M. 1, 3), als Friedensopfer.
.",
+ "Was sich zum Pesachopfer eignet. zum Pesachopfer eignet sich nur männliches Kleinvieh im ersten Lebensjahre (2. B. M. 12, 5).",
+ "wenn es innerhalb der dreissig Tage vor dem Feste gefunden wird. Dreissig Tage vor dem Pesachfeste pflegte man schon das Pesachopfer auszuwählen und seinem Zwecke zu weihen."
+ ],
+ [
+ "damit er die zugehörigen Wein- und Mehlopfer. s. Kap. V Anm. 15.",
+ "ordnete der Gerichtshof. die höchste Behörde in religiösen Angelegenheiten.",
+ "dass die Mehl- und Weinopfer aus öffentlichen Mitteln. aus der Kammerhebe (IV 1),"
+ ],
+ [
+ "Wein- und Mehlopfer vorhanden sind. die er vor seinem Tode diesem Zwecke geweiht hat.",
+ "so werden sie aus öffentlichen Mitteln dargebracht. War es aber ein im Judentum Geborener oder auch ein Bekehrter, dem nach seinem Übertritt noch Kinder geboren wurden, so bestreiten seine Erben die Kosten der Mehl- und Weinopfer.
",
+ "Auch ist es eine Verfügung. תנאי eig. = Bedingung. Ihr Verfügungsrecht über die Tempelsteuer beruht nämlich darauf, dass sie die Verwaltung unter der stillschweigenden Bedingung übernommen haben, die öffentlichen Mittel, wo es ihnen notwendig erscheint, auch Privatzwecken zuwenden zu dürfen.",
+ "dass nach dem Tode des Hohenpriesters. bis zur Einsetzung seines Nachfolgers.",
+ "sein Mehlopfer. s. 3. B. M. 6, 13—15. Nach der Überlieferung wird dieses Opfer von den gewöhnlichen Priestern am Tage ihrer Weihe, vom Hohenpriester aber täglich dargebracht.",
+ "] Es wurde übrigens ganz dargebracht. Das ist ein selbständiger Satz, der nicht mehr von R. Jehuda herrührt. Es ist vielmehr die allgemeine und unbestrittene Ansicht, dass das Mehlopfer des Hohenpriesters, das er täglich in zwei Hälften, die eine morgens, die andere abends darbringt, nach seinem Tode, sei es von seinen Erben, sei es aus öffentlichen Mitteln, ungeteilt dargebracht wird, also ein ganzes ‘Omer (= ⅒ Efa) morgens und ein ganzes ‘Omer abends."
+ ],
+ [
+ "Ferner bezüglich des Salzes und des Holzes. das aus den öffentlichen Mitteln der Kammerhebe beschafft wurde.",
+ "dass den Priestern ihre Benutzung freistehe. zur Bereitung ihrer Speisen, jedoch nur solcher, die ihnen als ihr Anteil an den Opfern zugewiesen werden.",
+ "hinsichtlich der Kuh. s. 4. B. M. 19, 1—9.",
+ "dass ihre Asche nicht dem Gesetz über Veruntreuung. s. 3. B. M. 5, 14—16.",
+ "endlich in Betreff der untauglich gewordenen Vogelopfer. Wer ein Vogelopfer darzubringen verpflichtet war, warf einen entsprechenden Geldbetrag in die zu diesem Zwecke im Heiligtum aufgestellte Büchse (Kap. VI Anm. 32) und brauchte sich weiter nicht darum zu kümmern. Die Priester besorgten alles übrige. Wenn nun eine der Tauben vor vollendeter Opferhandlung untauglich wurde, und eine andere an ihrer Stelle dargebracht werden musste, wer soll die Kosten tragen, da die Person, der das Opfer gilt, nicht mehr festgestellt werden kann? Nach R. Simon die Kammer, nach R. Jose der Lieferant.",
+ "muss die untauglich gewordenen ersetzen. Ebenso wie er (oben Kap. IV Ende) für Wein und Öl Ersatz leistet, selbst wenn diese Waren erst nach der Übergabe verdarben."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "ist rein. In der Provinz legten die unrein Gewordenen mit Ausnahme der Priesterfamilien und einiger durch besondere Frömmigkeit ausgezeichneter Häuser (der sogenannten Ḥaberim; s. Demai II, 3) ausserhalb der Festzeiten wenig Wert auf die Wiedererlangung ihrer Reinheit. Darum musste dort jeder Speichel unbekannter Herkunft als unrein gelten. In Jerusalem dagegen, wo sehr viel Opferfleisch gegossen wurde (vgl. Kap. VII Anm. 8 u. 10), achtete die jüdische Bevölkerung, die in allen Stadtvierteln mit Ausnahme des „obern Marktes“ die überwiegende Mehrheit bildete, mit grossem Eifer darauf, die etwa verlorene Reinheit so bald als möglich wiederzuerlangen.",
+ "An den übrigen Tagen des Jahres gehen die Unreinen in der Mitte [der Strasse] und die Reinen an den Seiten. Wörtlich: sind die in der Mitte Befindlichen unrein und die an den Seiten Befindlichen rein. Es liegt wohl nahe, diese Bezeichnungen nicht auf Personen, sondern auf die im ersten Satze erwähnten רוקין zu beziehen; die Schlussworte aber (שמפני שהן מועטין מסתלקין לצדדין), in denen von Personen die Rede ist, lassen es als wahrscheinlich erscheinen, dass auch unter שבאמצע und שבצדדין solche zu verstehen sind.",
+ "denn weil ihrer nur wenige sind. An den Festtagen waren auch die zahlreich aus der Provinz herbeiströmenden Fremden frei von jeder Unreinheit."
+ ],
+ [
+ "kommen sie wieder herauf. Andere Lesart: שלא כירידתן עלייתן. Auf dem Wege zum Reinigungsbade sind die Geräte trocken, auf dem Rückwege nass. Auch pflegt man sie in der Regel mit der Spitze nach vorn zu tragen, so dass man meistens schon aus der Richtung des oberen Endes erkennen kann, ob sie auf dem Hin- oder Rückwege verloren wurden (vgl. Maimunis Kommentar z. St.). Nach Raschi (Pesaḥim 19b) ist hier דרך wörtlich zu nehmen und demgemäss zu übersetzen: „Alle Geräte, die in Jerusalem gefunden werden, sind unrein, wenn sie auf dem Wege liegen, der zum Reinigungsbade hinabführt; liegen sie aber auf dem aufwärts führenden Wege, sind sie rein. Man trägt sie nämlich nicht auf demselben Wege hinauf, auf dem man sie hinunterträgt“. Nach dieser Auffassung erwartet man aber im Hauptsatze: בדרך ירידה und בדרך עלייה mit ב sowie in der Begründung: שאין דרך ירידתו דרך עלייתו, das Suffix auf בית הטבילה bezogen.",
+ "der Schaufel. מגרפה v. גרף (Schabbat III, 1, Pesaḥim IV, 7, Jom tob IV 5 u. ö.) = zusammenscharren.",
+ "und des Spatens. מרצה v. רצץ = spalten, zerschlagen."
+ ],
+ [
+ "Vierzehnten. des Monats Nisan.",
+ "so muss es nochmals ins Reinigungsbad getaucht werden. Unreine Geräte werden in der Regel (vgl. Anm. 18 u. 21) erst nach Ablauf des Tages, an welchem sie ins Reinigungsbad getaucht wurden, wieder rein. Daher müssen die Schlachtmesser, die am Nachmittage des 14. Nisan zum Pesachopfer verwendet werden sollen, schon am vorhergehenden Tage ins Bad getaucht werden. Findet man also ein solches am Rüsttage des Pesachfestes, so darf man annehmen, dass es schon gereinigt ist; findet man es aber am 13. Nisan, so kann man das nicht voraussetzen, da die Person, die es verlor, ja noch bis zum Abend Zeit hatte die Reinigung vorzunehmen. Der Ausdruck שונה ומטביל (nochmals untertauchen) ist mit Rücksicht auf die Möglichkeit gewählt, dass der Eigentümer es doch schon gereinigt hatte, als es ihm abhanden kam.",
+ "Ein Hackmesser. קופיץ (= ϰοπίς) ist ein Küchenmesser, mit dem man insbesondere Knochen durchhackt (s. z. B. Pesaḥim VII 12), das aber auch als Schlachtmesser dienen kann.",
+ "muss man in diesem wie in jenem Falle nochmals untertauchen. wenn man es nach Anbruch der Nacht benutzen will. Selbst wenn es am 14. Nisan gefunden wird, ist nicht anzunehmen, dass es schon am Tage vorher gereinigt wurde, weil es in der Regel nicht zum Schlachten am Rüsttage des Festes, sondern erst in der Festnacht selbst gebraucht wird, so dass der Eigentümer, der es verlor, mit der Reinigung bis zum Vorabend warten konnte.",
+ "so darf man ohne weiteres damit schlachten. Am Sabbat darf man wohl das Pesachopfer schlachten, aber keine Geräte reinigen. Wenn daher der Eigentümer das Hackmesser am Feste benutzen wollte, musste er es schon am Freitag, dem 13. Nisan, gereinigt haben. Folglich darf der Finder es am 14. sofort in Gebrauch nehmen, um sein Pesachopfer damit zu schlachten.",
+ "[findet man es] am Fünfzehnten. Der 15. Nisan ist ein Feiertag, an dem man unreine Geräte ebensowenig wie am Sabbat ins Bad tauchen darf.",
+ "darf man ohne weiteres damit schlachten. Am Feiertage ist im Gegensatz zum Sabbat das Schlachten privater Festopfer und beliebiger, zum Genuss erlaubter Tiere gestattet. Vom Pesachopfer ist selbstverständlich an dieser Stelle nicht mehr die Rede.",
+ "so ist es diesem gleich zu achten. Man darf also das Hackmesser in diesem Falle sofort in Gebrauch nehmen, auch wenn der Fund am 14. Nisan gemacht wurde und dieser nicht auf Sabbat fiel."
+ ],
+ [
+ "Wurde der Vorhang. des Heiligtums.",
+ "wenn es durch übertragene Unreinheit. s. Pesaḥim Kap. I Anm. 26—29.",
+ "drinnen. in einem dazu eingerichteten Raume des Heiligtums.",
+ "ins Reinigungsbad getaucht und sofort wieder hereingebracht. Nach biblischer Satzung kann sich solche Unreinheit auf Geräte nicht mehr weiter übertragen. Mithin ist der Vorhang nur auf Grund rabbinischer Bestimmung unrein und kann daher sofort nach dem Reinigungsbade wieder an seinem Orte aufgehängt werden, ohne dass man erst den Sonnenuntergange abzuwarten brauchte.",
+ "geschah es aber durch einen Herd der Unreinheit. s. Pesaḥim Kap. I Anm. 26—29.",
+ "so wird er draussen. in einem ungeweihten Teile des Tempelberges. Unreine Geräte wurden ebensowenig wie unreine Menschen im Heiligtum und seinem Vorhofe geduldet.",
+ "untergetaucht und im Hêl. So hiess der Raum zwischen der Gitterwand und der Frauenhalle ausserhalb des Vorhofs zum Heiligtume (Middot II, 3).",
+ "da er des Sonnenuntergangs bedarf. Wurde ein Gerät durch einen Herd der Unreinheit infiziert, so war es nach biblischer Satzung unrein und konnte daher durch das Reinigungsbad erst mit Ablauf des Tages die verlorene Reinheit wiedererlangen (s. z. B. 4. B. M. 11, 32).",
+ "breitet man ihn auf das Dach des Säulenganges. s. Pesaḥim I Anm. 22."
+ ],
+ [
+ "Der Vorhang hatte die Dicke einer Handbreite. etwa 8 cm.",
+ "und war auf zweiundsiebenzig Schnüren. In Ḥullin 90b lesen unsere Ausgaben: נירין, das sind die Litzen, durch deren Ringe oder Schleifen die Kettenfäden gezogen werden.",
+ "eine Breite von zwanzig Ellen. Demnach können die Schnüre nicht rund gewesen sein. 20 Ellen sind nämlich = 120 Handbreiten; folglich musste jede der 72 Schnüre, welche die Kette des Gewebes bildeten, eine Breite von 1⅔ Handbreiten (13⅓ cm.) haben. Wäre dies ihr Durchmesser, so hätte die Dicke des Vorhangs ebenfalls 1⅔ und nicht blos 1 Handbreite betragen. Vielleicht waren die Schnüre so geflochten, dass von den 24 Fäden je vier auf die Dicke und je 6 auf die Breite entfielen. Hatte nun jeder Faden einen Durchmesser von 2 cm (= ¼ טפח) so betrug die Dicke 8 cm (= 1 טפח) und die Breite 12 cm (= 1½ טפח). Es fehlt nur noch ein ⅙ טפח (=1⅓ cm), das wohl auf Rechnung des Zwischenraumes zu setzen ist, welcher zwischen je zwei Schnüren für den Einschlag offen blieb.",
+ "und wurde von zweiundachtzig jungen Mädchen. Die Lesart ריבוא (= Myriaden), die mit Unrecht bevorzugt wird, fordert eine nähere Bestimmung, welche die Mischna vermissen lässt, und die Kommentatoren teils durch „Denare“ teils durch „Fäden“ ergänzen. 820000 Denare sind eine grosse Summe, wenn es auch nur Silberdenare und nicht, wie R. ‘Obadja will, Golddenare wären (1 Golddenar = 25 Silberdenare, etwa 16 Mark); 820000 Fäden kann man noch weniger hinnehmen, wenn man erwägt, dass zur Kette nur deren 1728 erforderlich waren.",
+ "und dreihundert Priester tauchten ihn ins Bad. d. h. wegen seiner Schwere musste die vereinte Kraft von 300 Männern in Anspruch genommen werden, so oft er in das Reinigungsbad getaucht werden sollte. Der Talmud (Ḥullin 90b) führt diesen Bericht als Beispiel dafür an, dass auch die Mischnalehrer mitunter an Übertreibungen Gefallen finden. Nach Raschi (daselbst) bezieht sich diese Bemerkung auf die Zahl dreihundert, nach Maimuni (hier) auf unsere ganze Mischna."
+ ],
+ [
+ "Wenn das Fleisch hochheiliger Opfer. Opfer höherer Ordnung sind: Ganzopfer, Sünd- und Schuldopfer, öffentliche Friedensopfer. Wenn ihr Fleisch für seine Bestimmung untauglich wurde, musste es im Heiligtum selbst durch Feuer vernichtet werden. Andererseits durfte man nichts Unreines im Heiligtume dulden. Wie soll man nun verfahren, wenn dieses Fleisch durch Unreinheit unbrauchbar wurde? Darüber gehen die Ansichten in unserer und der folgenden Mischna auseinander.",
+ "sei es durch einen Herd der Unreinheit. s. Pesaḥim Kap. I Anm. 26—29.",
+ "sei es durch übertragene Unreinheit. s. Pesaḥim Kap. I Anm. 26—29."
+ ],
+ [
+ "dort soll es verbrannt werden. gleichviel, wodurch es unrein wurde."
+ ],
+ [
+ "Die Glieder des täglichen Opfers. 4. B. M. 28, 3—4. Das geschlachtete Opfer wurde in der aus Tamid IV 2—3 ersichtlichen Weise in seine Glieder zerlegt, die aber nicht sofort von den durch das Los (Joma II 3) dazu bestimmten Priestern dargebracht, sondern zunächst auf die zum Altar hinaufführende Rampe gelegt wurden, um erst später zum Altar emporgetragen und dort verbrannt zu werden.",
+ "wurden auf der untern Hälfte der Rampe. s. oben Kap. VI Anm. 19.",
+ "im Westen. Andere Lesart: במזרח = „im Osten“.",
+ "die der Musafopfer. An Sabbat-, Fest- und Neumondstagen wurden ausser dem täglichen noch besondere Opfer dargebracht (4. B. M. 28, 9—29, 39). Diese werden Musafim genannt.",
+ "auf der untern Hälfte der Rampe im Osten. Andere Lesart: במערב = „im Westen“.",
+ "die der Neumondsopfer. 4. B. M. 28, 11.",
+ "oben auf dem Rande des Altars. Die Oberfläche des Opferaltars mass 28 Ellen im Geviert, die Feuerstätte aber nur 24 Ellen. Es blieb also ringsum nach aussen hin ein Rand von 2 Ellen Breite, der an den vier Ecken mit je einem 1 Elle messenden Würfel (den sogenannten „Hörnern“) besetzt war, so dass immer noch ein freier Raum von der Breite einer Elle auf jeder Seite des Altars zur Verfügung stand, auf dem die Priester sich bewegen konnten. (Middot III 1). Eine andere Lesart lautet: מלמטה מתחת כרכוב המזבח = „unterhalb des untern Altarrandes“. Dieser war ebenfalls 1 Elle breit und wurde durch den Sockel gebildet, auf dem der obere Teil des Altars ruhte und dessen Querschnitt 30 Ellen im Geviert hatte (Middot das.). Doch wurden die Glieder des Musafopfers nach dieser Lesart nicht etwa auf dem freien Rande des Sockels, sondern unterhalb desselben auf der obern Hälfte der Rampe vorläufig niedergelegt.",
+ "[Die Gesetze über] die Schekelsteuer und die Erstlinge. 5. B. M. 26, 1—10.",
+ "gelten nur angesichts des Tempels. d. h. solange das Heiligtum in Jerusalem steht.",
+ "dagegen sind [die Bestimmungen über] Getreidezehnt. Zusammenfassende Bezeichnung für alle von der Getreide-, Wein- und Ölernte zu entrichtenden Abgaben (Priesterhebe, erster und zweiter Zehnt).",
+ "Viehzehnt. 3. B. M. 27, 32.",
+ "und Erstgeborene. 2. B. M. 13, 11—13; 4. B. M. 18, 15—18.",
+ "so sind sie heiliges Gut. Sie bleiben in Kraft, wenn auch das Heiligtum in Trümmern liegt.",
+ "Wenn jemand Erstlinge als heiliges Gut erklärt. in unserer Zeit, nach der Zerstörung des Tempels.",
+ "sind sie dennoch nicht geweiht. können also auch von Nichtpriestern, selbst von unreinen gegessen werden."
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Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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+ "\nEinleitung.\nAuf den Versöhnungstag folgt Sukkot, das Hüttenfest. Es beginnt am 15. Tischri und dauert sieben Tage, nach deren Verlauf sogleich ein anderes Fest gefeiert wird, das die heilige Schrift (3. B. M. 23, 36; 4. B. M. 29, 35; Nehemja 8, 18; 2 Chr. 7, 19) als עצרת bezeichnet. Im 5. B. M. 16, 8 wird der siebente Tag dés Pesachfestes so genannt, und in der Mischna trägt das Wochenfest diesen Namen, während das Hütten- und das Schlussfest hier schlechthin unter der Bezeichnung חג zusammengefasst wèrden. Der erste Tag heisst של חג יום טוב הראשון, der achte יום טוב האחרון של חג. Es war dies wahrscheinlich die landläufige Benennung, die sich im Volke eingebürgert hatte. Dass aber der achte Tag ein besonderes Fest für sich bildet, wird im Talmud scharf betont und lässt sich, wenn man die Opfervorschriften dieses Tages (4. B. M. 29, 36) mit denen der vorangehenden Tage (das. 13—32) vergleicht, auch gar nicht verkennen.\nWährend des siebentägigen Festes ist jeder Israelit verpflichtet, wenn das Wetter es gestattet, in einer Hütte zu wohnen, d. h. in einem Raume zu essen und zu schlafen, der nach oben nicht durch ein festes Dach, sondern nur durch eine lose aufliegende Pflanzendecke abgeschlossen ist. Mit Ausnahme der Früchte dürfen alle Teile einer Pflanze, sofern sie von der Erde abgeschnitten und nicht etwa zu Geräten oder Geweben verarbeitet sind, zur Herstellung der Decke verwendet werden. Am besten eignet sich „der Abfall der Tenne und der Kelter“, also Stroh, Weinrankén, Baumzweige u. ä. Die Festhütte kann jede beliebige Form haben, wenn sie nur wenigstens zehn Handbreiten (80 cm) hoch ist und ihr Querschnitt ein Quadrat umschliesst, dessen Seite mindestens sieben Handbreiten (56 cm) misst. Die Wände müssen fest genug sein, um mässigen Winden zu widerstehen, dürfen aber im übrigen aus jedem Material bestehen, aus Holz, Eisen oder Mauerwerk ebenso wie aus Teppichen oder anderen Geweben. Drei Wände genügen auch für eine viereckige Hütte, da die vierte, offene Seite als Eingang betrachtet wird. Im Notfalle reichen zwei Wände aus, wenn sie einen rechten Winkel bilden und ein etwas mehr als vier Daumen (8 cm) breites Brett parallel der einen Wand so aufgestellt wird, dass es vom freien Rande der andern Wand weniger als drei Handbreiten (24 cm) absteht. Die drei Buchstaben, aus denen das Wort סכה besteht, veranschaulichen diese Vorschrift. Das ס bietet den Grundriss der vollkommenen, aus vier Wänden bestehenden Festhütte; das כ zeichnet die aus drei Wänden hergestellte, deren vierte Seite offen steht; das ה endlich gewährt ein Bild der mangelhaften Hütte, die nur zwei rechtwinkelig aneinander gefügte Wände hat, während die dritte nur durch ein schmales Brett angedeutet wird.\nEin ferneres Gebot des Hüttenfestes ist es, den Feststrauss zur Hand zu nehmen, der sich aus einem Palmzweig, aus Myrten- und Bachweidenruten sowie aus der Frucht des Etrogbaumes (einer Zitronenart) zusammensetzt. Ursprünglich galt diese Vorschrift nur im Heiligtume für das ganze Fest, sonst aber nur für den ersten Tag. Nach der Zerstörung des zweiten Tempels wurde jedoch von Rabban Joḥanan ben Zakkai angeordnet, dass sie überall während der ganzen Dauer des Festes täglich geübt werde.\nZur Zeit des Tempels wurde an allen Tagen des Festes beim Morgendienste ausser dem täglichen Weinopfer auch ein Becher Wasser über dem Altar ausgegossen. An den Abenden, mit Ausnahme des Sabbats und der Feiertage, erstrahlte der Tempel im Lichte zahlloser Lampen, und es herrschte in seinen Räumen grosser Jubel. Eine Beschreibung dieser festlichen Veranstaltung findet sich im letzten Kapitel unseres Traktats. Von den übrigen vier Kapiteln handelt das erste über den Bau und das zweite über die Benutzung der Festhütte, das dritte über den Feststrauss und das vierte über die Festesfeier im Tempel zu Jerusalem.\n"
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+ "deren Höhe mehr als zwanzig Ellen. Beinahe 10 m.",
+ "ist unbrauchbar. weil ein Gebäude von solcher Höhe nicht mehr dem Begriff einer Hütte entspricht.",
+ "Juda erklärt sie für geeignet. Nach seiner Meinung soll die Festhütte ebenso dauerhaft und festgefügt sein wie das Wohnhaus und sich von diesem nur durch die besondere Art der Decke unterscheiden.",
+ "Ist sie weniger als zehn Handbreiten. etwa 80 cm.",
+ "besitzt sie keine drei Wände. s. Einleitung Abs. 2.",
+ "Eine alte Hütte erklärt die Schule Schammais für ungeeignet. Sie ist der Ansicht, dass die Festhütte in dem Gedanken an ihren Zweck errichtet sein muss. Wurde sie in den letzten dreissig Tagen vor dem Feste fertiggestellt, so gilt diese Bedingung als stillschweigend erfüllt; hat man sie aber vorher vollendet, so ist sie zur Erfüllung des Festgebotes nur dann verwendbar, wenn sie von vornherein oder wenigstens beim Auflegen der Decke ausdrücklich für diesen Zweck bestimmt wurde.",
+ "die Schule Hillels für geeignet. . Sie hält jede Hütte für brauchbar, welchem Zwecke sie auch bisher gedient haben mag, sofern nur ihre Beschaffenheit den für die Festhütte geltenden Vorschriften entspricht; s. jedoch Anm. 31.",
+ "Wenn sie dreissig Tage vor dem Feste hergestellt wurde. Unter der Herstellung ist hier die Ausrüstung mit der ordnungsmässigen Decke zu verstehen.",
+ "wäre es auch am Anfang des Jahres. Da das Jahr mit dem ersten Tischri beginnt, so liegt der Anfang des Jahres nur fünfzehn Tage vor dem Hüttenfeste. Offenbar ist מתחלת השנה nur eine Redensart, die nichts anderes als „vor vielen Monaten“ bedeutet."
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+ "als ob man sie im Hause errichtet hätte. Die Zweige eines Baumes eignen sich sehr wohl zur Decke einer Festhütte, aber erst dann, wenn man sie abgeschnitten hat (vgl. Mischna 4). Solange sie am Baume wachsen, ist ihr Laubdach nicht anders als die feste Decke eines gewöhnlichen Wohnhauses zu beurteilen.",
+ "Von zwei über einander befindlichen Hütten. deren jede den gesetzlichen Anforderungen gerecht wird, so dass die untere insofern eine „Doppelhütte“ darstellt, als sie eine zwiefache Decke über sich hat.",
+ "die untere ungeeignet. Ist aber die obere weniger als zehn Handbreiten hoch, oder bietet sie nicht ausreichenden Schatten, so ist sie selbst untauglich, die untere aber brauchbar. Haben beide zusammen eine Höhe von weniger als zwanzig Ellen und jede derselben eine solche von mindestens zehn Handbreiten, so eignen sich beide zur Festhütte, sofern die obere genügenden Schatten gewährt, die untere aber ohne die andere mehr Sonne als Schatten hätte. Bietet jede der beiden mehr Schatten als Sonne, die obere aber hat eine Höhe von zwanzig Ellen und darüber, sind beide unbrauchbar, die obere wegen ihrer übermässigen Höhe, die untere als „Doppelhütte“.",
+ "Wenn die obere keine Einwohner hat. Nach der Auffassung des Talmud (Babli 10 a Mitte) ist das so zu verstehen, dass die obere unbewohnbar ist, weil ihr Boden, der die Decke der untern bildet, so schwach ist, dass er sich schon unter der Last der Teppiche und Ruhekissen biegt."
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+ "Hat man oberhalb. über der Decke.",
+ "wegen der Sonne. sei es, damit die Halme, Ranken oder Zweige, welche die Decke bilden, durch die Sonnenglut nicht verdorren und zusammenschrumpfen, sei es, damit die Bewohner von den eindringenden Sonnenstrahlen nicht belästigt werden.",
+ "oder unterhalb. unter der Decke. Das Suffix in תחתיה bezieht sich zwar ebenso wie vorher in עליה auf das Wort סכה; aber man denkt bei diesem Ausdruck, da er vom Verbum סכך (bedecken) stammt, hauptsächlich an die Decke der Hütte. Vgl. בא וישב לו תחת סכה אחרונה (Joma VI 6 und Anm. 29 das.).",
+ "wegen des Blätterfalls. Damit die Blätter oder sonstige Bestandteile der Decke nicht in die Speisen und Getränke fallen.",
+ "ein Tuch. Gewebe sind für Unreinheit empfänglich und können daher als Decke für die Festhütte nicht verwendet werden; s. die folg. Mischna und Einleitung Abs. 2.",
+ "desgleichen wenn man ein solches über das Mückennetz. קנוף (griechisch ϰωνωπεῖον, von ϰώνωψ = Mücke) ist ein zum Schutze gegen Mücken rings um das Ruhebett angebrachtes feinmaschiges Netz oder durchsichtiges Gewebe, welches an vier Säulen, die sich aus dem Bettpfosten erheben, befestigt ist.",
+ "ist sie untauglich. weil durch das Tuch die vorschriftsmässige Decke der Hütte illusorisch gemacht wird.",
+ "wohl aber darf man es über die Winkelstangen des Bettes breiten. נקליטין (vermutlich vom griechischen ϰλιτός, ἀνάϰλιτος oder ἐγϰλιτός = geneigt) sind schräg am Bett befestigte Stangen, deren freie Enden oben zusammenstossen. Ob nun alle vier Stangen sich in einem Punkte treffen und somit eine vierseitige Pyramide begrenzen, oder nur je zwei derselben einen Winkel bilden, oder überhaupt nur zwei Stangen vorhanden sind, die aus der Mitte der Vorder- und der Hinterwand emporragen, in allen diesen Fällen bildet das darüber gebreitete Tuch nicht wie beim Konopeum oder Mückennetz ein plattes, sondern ein schräges Dach über dem Ruhebette. Ein festes Dach aber, dessen First weniger als ⅙ Elle (c. 8 cm) breit ist, macht die darüber befindliche Decke der Festhütte nur dann unwirksam, wenn es zehn Handbreiten (c. 80 cm) hoch ist."
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+ "einen Kürbis oder Epheu. קסוס = ϰισσός.",
+ "über sie gerankt. הדלה (von דלה = herabhängen) findet sich in der Bibel nicht, wohl aber die davon abzuleitenden Substantive דלי (Eimer) und דלית (Ranke). Die Verwandtschaft mit תלה (aufhängen) ist offenbar; vgl. arab. دلا und تل (den Krug bezw. das Seil in den Brunnen hinablassen). Auch das hebr. דלה bezeichnet zunächst das Hinablassen des Schöpfgefässes mittels eines Seiles, zum Unterschied von dem allgemeinern Ausdruck שאב, der das (unmittelbare) Eintauchen des Kruges ins Wasser bedeutet.",
+ "so ist sie unbrauchbar. weil Pflanzen oder Pflanzenteile, die aus dem Boden noch Nahrung ziehen, als Decke nicht verwendbar sind.",
+ "wenn aber diese Stoffe überwiegen. und das Geranke so mit ihnen vermengt ist, dass man es nicht sieht.",
+ "oder man hat die Ranken abgeschnitten. und aufs neue hinaufgelegt (s. Anm. 52).",
+ "Was für Unreinheit empfänglich ist. Geräte, Gewebe, Nahrungsmittel. Unter Unreinheit ist hier die hierologische (Pesaḥim I Anm. 26) zu verstehen.",
+ "oder nicht aus der Erde wächst. Mineralien und animalische Stoffe (Felle, Knochen und dgl.).",
+ "was dagegen für Unreinheit unempfänglich und aus der Erde hervorgewachsen ist. insbesondere Stroh und Reisig, die Abfälle in Tenne und Kelter (פסולת גרן ויקב).",
+ "eignet sich als Decke. Streng genommen, gehört diese Regel nicht hierher. Nach dem Anfang der Mischna sollte man vielmehr erwarten, dass in der allgemeinen Norm Vegetabilien, die noch in der Erde wurzeln, ausgeschlossen werden sollen, also etwa: זה הכלל כל המחובר לקרקע אין מסככין בו . Alfasi lässt die Worte כל דבר שהוא מקבל טומאה ואין גדולו מן הארץ אין מסככין בו weg und liest nur: זה הכלל דבר שאינו מקבל טומאה וגדולו מן הארץ מסככין בו. Dann bezieht sich die Regel bloss auf das vorangehende כשרה und verallgemeinert die angeführten Beispiele: גפן דלעת וקסוס. Nicht allein Weinlaub als Abfall der Kelter, sondern auch Ranken von Kürbis und Epheu wie überhaupt alles, was aus der Erde wächst und für hierologische Unreinheit nicht empfänglich ist, eignet sich, wenn es abgeschnitten ist, als Decke für die Festhütte."
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+ "Holzbündel oder Reisigbündel kann man als Decke nicht gebrauchen. Wenn auch die Schule Hillels der Ansicht ist, dass die Festhütte nicht für ihre religiöse Bestimmung hergestellt zu sein braucht (Anm. 7), so fordert sie doch, dass die Decke wenigstens zu dem Zwecke aufgelegt werde, dass sie die Sonnenstrahlen abwehre und Schatten spende. Diese Bündel aber werden gewöhnlich nur zum Trocknen hinaufgetan, um später als Brennstoff dienen zu können. So nach Babli. Jeruschalmi begründet das Verbot damit, dass eine solche Hütte nicht wie ein für Menschen bestimmter Wohnraum, sondern wie eine Vorratskammer aussieht.",
+ "wenn man sie aber aufgelöst hat. Statt וכולן שהתירן liest Jeruschalmi besser: אם התירן.",
+ "Zu Wänden eignet sich alles dieses. was in den vorangehenden Sätzen als zur Decke ungeeignet bezeichnet wurde (in Bündeln vereinigte wie im Boden wurzelnde Gewächse, Mineralien und tierische Stoffe, Geräte, Gewebe und Früchte)."
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+ "Man kann die Decke aus Brettern. נסר (Pl. נסרים) = Brett, von נסר = sägen abgeleitet; vgl. משור (Jes. 10, 15) Säge.",
+ "herstellen. Das ist die Meinung des R. Juda; R. Meïr aber verbietet es. An sich erfüllen Bretter alle Bedingungen, die in der vierten Mischna hinsichtlich der Decke aufgestellt sind. Aber auch in den gewöhnlichen Wohnhäusern besteht die Zimmerdecke meist aus Brettern, und die Festhütte soll sich doch grade durch die besondere Art der Decke von jenen unterscheiden. Daher stimmen alle Ansichten darin überein, dass Bretter von vier טפח oder 32 cm Breite nicht verwendet werden dürfen. Andererseits herrscht nur eine Meinung darüber, dass Bretter von weniger als drei טפח oder 24 cm Breite sich eben so gut wie Latten eignen. Der Streit zwischen R. Juda und R. Meïr beschränkt sich demnach auf Bretter von drei bis vier טפח Breite.",
+ "Hat man ein Brett aufgelegt. am Rande der Decke, in welchem Falle es als Fortsetzung der Wand angesehen wird und die Hütte erst dann unbrauchbar macht, wenn es vier Ellen breit ist (s. Anm. 60).",
+ "so ist sie. die Hütte.",
+ "doch darf man unter diesem nicht schlafen. und ebensowenig eine Mahlzeit einnehmen. Die Vorschrift, in der Hütte zu wohnen, bezieht sich nur auf den Schlaf und die regelmässigen Mahlzeiten."
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+ "über welchem kein Estrich ist. Der Estrich besteht in der Hauptsache aus einer Lehmschicht und ist daher nach Mischna 4 (s. Anm. 28) im Gegensatz zum Gebälk (vgl. Anm. 35) an sich schon ungeeignet, der Festhütte als Decke zu dienen. — Zur Erklärung des Wortes מעזבה verweist schon Raschi z. St. (15 a oben) auf Neh. 3, 8, wo עזב wahrscheinlich pflastern bedeutet.",
+ "man müsse. wenn man den Raum als Festhütte benutzen will",
+ "es lockern. die Nägel herausziehen, durch welche die Bretter und Balken befestigt sind. — פקפק ist Palpel von פוק (schwanken, schlottern).",
+ "und einen Balken zwischen je zweien entfernen. um die Zwischenräume mit geeigneteren, unanfechtbaren Stoffen (Anm. 29) auszufüllen.",
+ "man brauche nur zu lockern oder einen Balken zwischen je zweien zu entfernen. Von vornherein ist es zwar auch nach R. Juda nicht gestattet, die Decke der Festhütte aus Brettern und Balken herzustellen, wie sie zu festen Häusern gebraucht werden (Anm. 35). weil dann zwischen Hütte und Wohnzimmer kein erkennbarer Unterschied wäre. Etwas anderes ist es aber, wenn man einen Wohnraum zur Festhütte umgestalten will. Da genügt schon eine kleine Veränderung wie das Herausziehen der Nägel, um den Unterschied zu betonen [כך היא שיטת ר״ח ורש״י ויז״ה ורמב״ן ורא״ש ז״ל אבל רמב״ם ז״ל מוקי לה בנסרים שאין בהם רוחב ארבעה ועיין ר״ן ].",
+ "brauche aber im übrigen nicht zu lockern. Nach seiner Meinung stimmen die Schulen Hillels und Schammais darin überein, dass die Entfernung der Nägel ganz unerheblich ist. Hat man die Balken abwechselnd einen um den andern beseitigt und vorschriftsmässig ersetzt, so braucht man die übrigen nicht zu lockern; hat man das nicht getan, so nützt auch das Herausziehen sämtlicher Nägel nichts."
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+ "Verwendet man Bratspiesse. Zu שפוד vgl. Pesaḥim VII Anm. 2 u. 7.",
+ "oder Seitenwände eines Bettes. deren Breite weniger als vier Handbreiten beträgt (s. Anm. 65). — ארוכות (die langen) sind die beiden Seitenwände des Bettes; die anderen beiden Wände heissen קצרות (die kurzen). S. Kêlim XVIII 5, wo zwischen ארוכות und קצרות ein sachlicher Unterschied gemacht wird. Hier besteht ein solcher nicht. ארוכות ist nur als Beispiel gewählt, weil die Seitenwände vermöge ihrer grössern Länge sich vermutlich besser als die קצרות zum „Gebälk“ eignen.",
+ "zum Gebälk. Gemeint sind die Querstangen, die man in gewissen Abständen von einander über die Hütte legt, damit an ihnen die kurzen Halme oder Zweige, welche die Decke bilden (Anm. 29), einen Halt finden. — Eherne Spiesse sind wegen ihres Materials (Anm. 28) und ihrer Empfänglichkeit für טומאה, Bettwände sind als Teile von Geräten (Anm. 27) für die Decke unbrauchbar.",
+ "der ihnen gleichkommt. so dass keine dieser Querstangen breiter ist als die Lücke zwischen ihr und der benachbarten.",
+ "so ist sie brauchbar. sofern man die Lücken mit geeignetem Material (Anm. 29) ausfüllt, das man quer über die Spiesse oder Bettwände legt, sodass seine Enden auf ihnen ruhen.",
+ "Höhlt man einen Garbenhaufen aus. חטט = graben, aushöhlen; syr. ܚܳܛ dasselbe; arab. خط = Linien ziehen, schreiben (ursprünglich wohl = eingraben).",
+ "um eine Hätte in ihm herzustellen. Statt בו liest Babli wie Jeruschalmi לו: um sich eine Hütte herzurichten.",
+ "so ist das keine Hütte. Hier haben wir ein treffliches Beispiel für die allgemein gültige Norm: תעשה ולו מן השוי. Mit diesem Schulausdruck bezeichnet man die Forderung, laut welcher überall, wo die Anfertigung eines religiösen Zwecken dienenden Gegenstandes vorgeschrieben ist, dieser durch Menschenhand direkt hergestellt werden muss und daher für seine Bestimmung untauglich ist, wenn er von selbst entstanden oder durch eine indirekte Handlung aus einem vorschriftswidrigen Zustande in den ordnungsmässigen übergeführt wurde. Wenn man aus der Mitte eines Garbenhaufens einige Bündel herausnimmt, so hat man zwar den Innenraum der Festhütte hergestellt, die Wände aber und vor allem die Decke, auf die es hauptsächlich ankommt, sind von selbst entstanden. Wenn man wie in Mischna 4 die Ranken einer noch in der Erde wurzelnden Schlingpflanze über eine Laube zieht, die man als Festhütte benutzen will, so genügt es nicht, die Ranken nachträglich abzuschneiden, man muss sie vielmehr nach ihrer Trennung vom Boden aufs neue hinauflegen (Anm. 26). In Mischna 7 meinen einige Erklärer, man müsse ebenfalls nach Entfernung der Nägel die Bretter und Balken erst abheben und wieder hinauftun; wenn die meisten und maassgebendsten davon absehen, so erklärt es sich dadurch, dass jene Stoffe an sich als Decke der Festhütte geeignet sind (vgl. Anm. 35)."
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+ "Lässt man die Wände von oben hinab. z. B. einen Rollvorhang. — שלשל ist Palpel von שול; der Hif‘îl findet sich in derselben Bedeutung (hinablassen) Jom Tob V 1, wo משילין schwerlich von נשל abzuleiten ist. Im Arab. wird سيل vom Hinabfliessen des Wassers gebraucht. In der Bibel bezeichnet שול den Kleidersaum, die Schleppe. Wir hätten demnach, da שלשל nur zu מלמעלה למטה, nicht aber zu dem folgenden מלמטה למעלה passt, ein regelrechtes Zeugma vor uns. Aus diesem Grunde haben manche, verleitet durch Raschis שהתחיל לארוג [vorher sagt Raschi ausdrücklich: כל מלמעלה למטה קרי שלשול], das Wort an dieser Stelle mit „flechten“ übersetzt. Man könnte zur Bekräftigung dieser Auffassung auf das arab. سلسل (verketten) hinweisen; doch lässt sich diese Bedeutung in der rabbinischen Literatur nicht nachweisen.",
+ "so ist sie. die Hütte.",
+ "wenn der Abstand vom Boden drei Handbreiten. Eine Lücke von weniger als drei Handbreiten (= ½ Elle, c. 24 cm) wird als unerheblich nicht beachtet. Für diesen im Talmud häufiger vorkommenden Begriff (vgl. ‘Erubin I 9—10 und Anm. 30 daselbst) ist die Bezeichnung לבוד geprägt worden, etwa: zusammenhängend, kompakt [syr. ܥܒܰܕ = verdichten, zusammendrängen; arab. لند = anhaften, IV zusammenfügen; davon לברים (Kilajim IX 9) = Filz, arab. Libd].",
+ "untauglich; [zieht man jene] von unten hinauf, so ist sie, wenn die Höhe (über dem Boden. הארץ מן fehlt in einigen Ausgaben.",
+ "brauchbar. Man könnte meinen, das stände bereits in Mischna 1. Indessen wird dort nur gesagt, dass die Hütte nicht höher als zehn Handbreiten zu sein braucht; hier aber wird gelehrt, dass die Wände nicht bis zur Decke reichen müssen. Wenn sie nur 10 טפח hoch sind, mögen sie in vertikaler Richtung noch so weit (sogar 18 Ellen) von der Decke abstehen, kann die Hütte am Feste benutzt werden. Dieser Gedanke tritt noch deutlicher hervor, wenn die Lesart מלמטה למעלה כיון שהגיע לעשרה כשרה, wie sie R. Obadja vorgelegen zu haben scheint, richtig ist. Raschi schreibt: כיון שהגביה עשרה כשרה. Vielleicht sind das Worte des Mischnatextes.",
+ "so von oben nach unten zehn Handbreiton. Nach seiner Ansicht dürfen die Wände auch vom Boden der Hütte beliebig weit abstehen, wenn nur die Decke nicht höher als 20 Ellen liegt.",
+ "Hat man die Decke drei Handbreiten. in horizontaler Richtung.",
+ "so ist sie. die Hütte."
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+ "Hat man über einem schadhaften Gebäude ein Hüttendach hergestellt. Aus dem Zusammenhang ist ersichtlich, dass es sich um ein Wohnhaus handelt, dessen Dach nebst Boden zum Teil abgetragen und an dieser Stelle durch eine für die Festhütte geeignete Decke ersetzt wurde. — פחת (gew. = verringern, abnehmen) ist im Syr. = graben, im Arab. فخت) abtrennen und = abdecken; vgl. das bibl. פחת (Grube) und פחתת (Vertiefung, schadhafte Stelle — 3. B. M. 13, 55).",
+ "ungeeignet. Wenn zwischen Wand und Decke wie in der vorigen Mischna ein leerer Raum sich befindet, so genügt schon eine Breite von drei טפח (c. 24 cm), um die Hütte als ungeeignet erscheinen zu lassen; wenn aber wie hier der Zwischenraum durch vorschriftswidriges Material ausgefüllt ist, muss dessen Breite schon vier Ellen (ca. 192 cm), also das Achtfache betragen, um die Benutzung auszuschliessen. Bei geringerer Breite werden die Reste der alten Decke als Fortsetzungen oder rechtwinkelige Verlängerungen der Wände angesehen. Man hat dafür den Kunstausdruck דופן עקומה (gekrümmte Wand.)",
+ "der von einem Säulengang umgeben ist. Die Exedra (אכסדרה = gr. ἐξέδρα) ist ein mit festem Dach versehener Säulengang, dessen Hinterwand von den Mauern der den Hofraum einschliessenden Häuser gebildet wird, während die vordere, dem Hofe zugekehrte Seite überhaupt keine Wand hat. Misst nun die Breite des Daches weniger als vier Ellen, so kann man den Hofraum dadurch zu einer Festhütte umgestalten, dass man von einem Dache zum gegenüberliegenden Stangen legt, die dem Stroh oder Reisig, welches die Decke der Hütte bilden soll, als Stütze dienen. Die Hinterwände und Dächer der Exedra stellen in diesem Falle die „gekrümmten Wände“ der Hütte dar.",
+ "Hat man eine grössere Hütte. die das vorgeschriebene Mindestmaass (sieben Handbreiten im Geviert) übersteigt",
+ "rings. um die ordnungsmässige Decke.",
+ "die sich als Decke nicht eignen. s. Anm. 24, 27 u. 28.",
+ "wenn sie einen Raum von vier Ellen. Befinden sich diese Stoffe aber in der Mitte der Decke (d. i. vier Ellen vom äusseren Rande entfernt), so genügen schon vier Handbreiten (= ⅔ Elle, ca. 32 cm) an einer Stelle, um die Hütte unbrauchbar zu machen.",
+ "unbrauchbar. Die drei Sätze dieser Mischna zeigen sämtlich nur die Anwendung des einen als דופן עקומה bezeichneten Prinzips. Es liegt aber in den einzelnen Beispielen eine fortschreitende Steigerung. Im ersten Satze gehören die Reste der eingestürzten Decke und die darunter befindlichen Wände wenigstens demselben Gebäude an und sind überdies mit einander verbunden, während im zweiten das Dach der Exedra und die dahinter stehenden Mauern eine Einheit bilden, obschon sie nicht mit einander verbunden sind, ja nicht einmal demselben Bauwerk angehören; in beiden Sätzen aber handelt es sich immerhin um Stoffe, die an sich zur Decke einer Festhütte Verwendung finden könnten (das Dach des Säulenganges besteht gleich der schadhaften Zimmerdecke aus Balken und Brettern; s. Anm. 43), während im dritten ausdrücklich von völlig ungeeigneten Stoffen die Rede ist."
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+ "Wenn man die Hütte kegelförmig macht. צריף ist eine ganz aus Ruten oder anderen zur Decke geeigneten Stoffen hergestellte Hütte, deren Querprofil ein gleichschenkeliges, mit dem Scheitel nach oben gerichtetes Dreieck bildet. Nach Raschi (z. St. und noch deutlicher zu Baba M. 42a) bezeichnet das Wort eine runde Jägerhütte. Selbstverständlich kommt es hier auf die Kegelgestalt nicht an, die Hütte könnte ebenso gut die Form eines dreiseitigen Prisma oder einer Pyramide haben; wesentlich ist nur, dass Decke und Wand der Hütte ineinander übergehen, so dass man nicht unterscheiden kann, wo die eine aufhört und die andere anfängt.",
+ "oder an eine Mauer lehnt. d. h. man stellt eine vorschriftsmässige Decke mit dem untern Rande auf die Erde in mässiger Entfernung von einer Mauer, an die sich dann die obere Kante der Decke stützt, so dass die beiden Seitenwände (und ebenso das Querprofil) die Form eines rechtwinkeligen Dreiecks haben und die Hütte einem Pultdach ähnlich sieht. Das wesentliche Merkmal ist auch hier, dass Wand und Decke unmerklich ineinanderfliessen.",
+ "weil sie kein Dach hat. Ist aber ein Dach vorhanden (wenn also im ersten Falle der Kegel oben abgestumpft ist, oder im zweiten Falle der obere Rand der Decke von der Wand absteht), und hätte es auch nur die Breite eines טפח, so ist die Hütte brauchbar.",
+ "nach den Weisen aber brauchbar. vorausgesetzt, dass sie geräumig genug ist, um ein Parallelepipedon von 10 טפח Höhe und einer Grundfläche von 7 טפח im Geviert einschliessen zu können (s. Einl. Abs. 2).",
+ "Eine grosse Schilfmatte. Andere Lesart: מחצלת קנים מחצלת גדולה.",
+ "kann sie als solche verwendet werden und ist für Unreinheit nicht empfänglich. Es gab zweierlei Matten: Kleinere (etwa von der Länge und Breite eines Menschen) zum Schlafen und grössere zum Zwecke der Bedachung. Diese entsprechen in jeder Beziehung den an die Decke der Festhütte gestellten Anforderungen; jene aber sind als Geräte für Unreinheit empfänglich (Anm. 27; s. besonders 3. B. M. 15, 4, 20, 26) und daher als Decke nicht verwendbar.",
+ "Ob klein oder gross. Ältere Lesart: אחת גדולה ואחת קטנה (s. Raschi 20a s v. אי הכי).",
+ "so kann sie als solche gebraucht werden und ist für Unreinheit nicht empfänglich. Wie die Mischna vor uns liegt, könnte sie den Sinn haben, dass nach der ersten Ansicht kleinere Matten auch dann nicht als Decke Verwendung finden dürfen, wenn sie zu diesem Zwecke angefertigt wurden, weil sie in der Regel als Lager dienen und daher zu befürchten ist, dass die unwissende Menge keinen Unterschied machen und auch die ohne Zweckbestimmung hergestellten Matten zur Festhütte verwenden wird, während R. Eli‘ezer, der dieser Besorgnis keine Bedeutung beimisst, zwischen grösseren und kleineren Matten keinen Unterschied macht. Immerhin ist es befremdlich, dass die Mischna, was sonst nicht ihre Art ist, mit einem Satze beginnt, der einen Gegensatz erwarten lässt, diesen aber unterdrückt. Nach dem bab. Talmud scheint es, dass die Mischna nicht korrekt überliefert ist [ודברי התוספות בד״ה וכאן לא זכיתי להבין דהא בהדיא תנן גדולה ברישא ועיין מהרש״א]. Sie müsste eigentlich lauten: מחצלת הקנים גדולה עשאה לשכיבה מקבלת טומאה ואין מסככיו בה נהקטנה עשאה לסכוך מסככין בה ואינה מקבלת טומאה רבי אליעזר אומר וכו׳. Demnach wäre die grössere Matte schlechthin für Unreinheit, unempfänglich und für die Festhütte als Decke geeignet, solange sie nicht ausdrücklich zum Lager bestimmt wurde, während die kleinere Matte umgekehrt ohne weiteres für Unreinheit empfänglich und daher zur Decke ungeeignet ist, sofern sie nicht ausdrücklich zum Zwecke der Bedachung angefertigt wurde; R. Eli‘ezer dagegen meint, dass beide nur dann unempfänglich sind und verwendet werden dürfen, wenn sie ausdrücklich bei der Herstellung zur Decke bestimmt wurden, denn gewöhnlich werden sie als Bettunterlage angefertigt. Allerdings ist nach dieser Erklärung das Wort לשכיבה im Satze des R. Eli‘ezer anstössig, da ja von ihnen מקבלת טומאה ואין מסככין בה auch dann gilt, wenn sie nicht ausdrücklich לשכיבה gemacht sind."
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+ "hat seiner Pflicht nicht genügt. Vgl. das Konopaion oben I, 3.",
+ "dass Sklaven von der Hütte befreit sind. s. M. 8."
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+ "ist tauglich. Über die Bedeutung des Wortes מדובללת herrschte schon unter den ersten Amoräern eine Meinungsverschiedenheit. Rab, dessen Auffassung unsere Übersetzung folgt, leitet es von der Wurzel דל (armselig, dürftig, spärlich) mit eingeschobenem ב ab und sieht in ושצלתה מרובה מתמתה einen Relativsatz: Eine Hütte, deren sonst vorschriftsmässige Decke mangelhaft ist, kann trotz der Lücken, die sie aufweist (sofern nur die einzelnen Zwischenräume nicht volle drei Handbreiten betragen; vgl. K. I. M. 9 Ende), benutzt werden, wenn sie mehr Schatten als Sonne hat. Samuel dagegen, dessen Erklärung sich Maimonides und die späteren Kommentatoren zu eigen gemacht haben, vermutet in מדובללת den Stamm בלל (vermengen, verwirren, durcheinanderwerfen) mit Vorgesetztem ד und erblickt in ושצלתה מרובה מחמתה einen besondern Satzgegenstand: Eine Hütte, deren sonst vorschriftsmässige Decke unordentlich aufliegt (die einzelnen Bestandteile befinden sich nicht in gleicher Ebene, sondern drunter und drüber, bald höher bald niedriger, wodurch die Hütte zuviel Sonne hat; sie würden aber genügenden Schatten gewähren, wenn sie alle in gleicher Höhe lägen — Raschi), ist ebenso brauchbar wie eine, die gerade noch mehr Schatten als Sonne hat (wenn ihre Decke auch noch so dürftig ist). Für Rabs Auffassung spricht der Gegensatz zwischen סכה המדובללת und dem folgenden המעובה כמין בית, für Samuels Erklärung die Lesart ושצלתה, wofür Rab wahrscheinlich שצלתה oder וצלתה überlieferte.",
+ "ist sie tauglich. Ist sie aber so dicht, dass nicht einmal ein Sonnenstrahl durchdringt, so ist sie, wie eine Baraita lehrt, zwar nach der Schule Hillels immer noch brauchbar, nach den Schammaiten jedoch untauglich. Kann indessen selbst der Regen nicht durchsickern, so ist sie, wie neuere Dezisoren meinen, nach allen Ansichten unbrauchbar."
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+ "so ist sie tauglich. und an den Mittelfesttagen auch benutzbar.",
+ "aber man darf sie am Feiertage nicht besteigen. s. Jom Ṭob V 2.",
+ "Sind zwei [Seiten] durch einen Baum und eine durch Menschenhand [gestützt] oder zwei durch Menschenhand und eine durch einen Baum. שתים באילן ואחת בידי אדם או שתים בידי אדם ואחת באילן hängt noch von העושה סבתו an der Spitze des Satzes ab. Er hat die Hütte in der Weise hergestellt, dass sich die Decke an zwei Seiten auf einen Baum stützt, während die dritte auf einer durch Menschen errichteten Wand ruht, oder umgekehrt.",
+ "aber man darf sie am Feiertage nicht betreten. Gewöhnlich befand sich die Festhütte auf dem platten Dache des Hauses, wodurch sich der Ausdruck עולין (hinaufsteigen) eingebürgert hat, der an dieser wie an mancher andern Stelle nicht buchstäblich zu nehmen ist.",
+ "ist sie tauglich und darf am Feiertage betreten werden. Demnach wäre sie auch dann am Feiertage zu benutzen, wenn sie im Ganzen nur drei Wände hat, von denen zwei durch Menschenhand errichtet wurden, sofern diese nicht einen Winkel bilden, sondern einander gegenüberstehen, sodass man von der einen zur andern Stangen legen kann, auf denen die Decke auch nach Entfernung der dritten Wand noch sicher ruht."
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+ "so dass die Bäume ihre Wände bilden. ohne dass die Decke sich auf diese stützt (sie ruht z. B. auf Säulen).",
+ "Gelegentlich. einen kleinen Imbiss und ähnliches."
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+ "es nach der Hütte hinaufzutragen. obschon sie es auch ausserhalb geniessen konnten. Ihr Beispiel wird hier angeführt, um es der Nacheiferung zu empfehlen.",
+ "nahm er sie mittels eines Tuches. weil er sich die Hände nicht gewaschen hatte. Verpflichtet ist man zur Händewaschung nur dann, wenn die zu geniessende Speise den Rauminhalt eines Hühnereies hat.",
+ "ass sie ausserhalb der Hütte und sprach nachher nicht den Segen. Wohl aber hatte er vor dem Genusse den entsprechenden Segen gesprochen; denn dieser setzt kein bestimmtes Quantum voraus, während es vom nachfolgenden Segensspruche heisst: Wenn du gegessen hast und satt geworden bist (5. B. M. 8, 10)."
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+ "Vierzehn Mahlzeiten ist man in der Hütte zu essen verpflichtet. an den sieben Tagen des Festes.",
+ "allein. In dieser muss man in der Hütte essen; sonst aber braucht man nur dann in der Festhütte zu speisen, wenn man überhaupt eine Mahlzeit halten will. — של חג fehlt in Jeruschalmi.",
+ "soll es in der Nacht des letzten Feiertages nachholen. in der Nacht des Schlussfestes. Auffallend ist, dass R. Eli‘ezer hier die erste Nacht betont (בלילי יום טוב הראשון). Da man nach seiner Meinung täglich zwei Mahlzeiten in der Hütte einnehmen muss, hätte er sagen sollen: Wer eine Mahlzeit versäumt hat, soll sie am Schlussfeste nachholen (מי שלא אכל סעודה אחת ישלים ביום טוב אחרון). Und wie, wenn er mehrere Mahlzeiten versäumt hat? Wann soll er sie ergänzen? Der Talmud meint, dass R. Eli‘ezer seine frühere Ansicht widerrufen und später eingeräumt hat, dass man nur in der ersten Nacht in der Hütte zu speisen brauche [כן נראה לי לפרש קושית התלמוד אף על פי שאיני כדי לחלוק על רש״י ותוספות ].",
+ "davon heisst es. Kohelet 1, 15."
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+ "das Haus Hillel aber für ausreichend. פוסלין heisst eigentlich nicht für „gesetzwidrig“, sondern für untauglich, מכשירין nicht für „ausreichend“, sondern für brauchbar erklären. Es sind hier zwei Sätze ineinandergeflossen: Wenn jemand (an der Schwelle einer geräumigen Festhütte) so sitzt oder liegt, dass sich sein Kopf und der grössere Teil seines Körpers zwar in der Hütte befinden, seine Beine aber nebst dem Tische in dem anstossenden Wohnzimmer, [so hat er nach Bêt Hillel seiner Pflicht genügt, nach Bêt Schammai aber nicht; ist die Hütte so klein, dass sie überhaupt nicht mehr als den grössern Teil eines mittelgrossen Menschenkörpers fasst,] so ist sie nach der Schule Schammais untauglich, nach der Schule Hillels aber brauchbar. (Babli 3 a unten).",
+ "und dass sie ihn mit Kopf und grösserm Teil des Körpers in der Hütte sitzend fanden, während sein Tisch im Zimmer stand (und sie sagten ihm kein Wort. Die eingeklammerten Worte, die in einigen Handschriften fehlen, sind mit Rücksicht auf das folgende אף הם אמרו לו besser zu streichen.",
+ "Das ist ein Beweis. Raschi fasst diese Entgegnung als Fragesatz auf. Man kann indessen auch übersetzen: Grade dieser Vorfall ist ein Beweis für uns."
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+ "Sklaven und Minderjährige sind von der Hütte befreit. Frauen und Sklaven sind von den meisten Pflichten, deren Erfüllung an eine bestimmte Zeit geknüpft ist (מצות עשה שהזמן גרמא), befreit; Minderjährige haben wie Unzurechnungsfähige überhaupt keine Pflichten.",
+ "ist zur Hütte verpflichtet. Die Eltern haben die Pflicht, ihn in der Festhütte essen und schlafen zu lassen.",
+ "dass die Schwiegertochter des alten Schammai niederkam. während des Hüttenfestes oder kurz vorher.",
+ "machte dieser einen Ausschnitt im Estrich. פחת = vermindern, verringern.",
+ "und stellte über dem Bette ein Hüttendach her. Er entfernte also einen Teil des Estrichs an der Zimmerdecke der Wochenstube und verfuhr mit dem darunter befindlichen Gebälk nach K. I M. 7.",
+ "um des Kindes willen. Schammai war der Meinung, dass die Erziehungspflicht der Eltern mit des Kindes erstem Lebenstage beginnt."
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+ "Sie haben ein Gleichnis vorgetragen. um den Übereifer derjenigen ins rechte Licht zu setzen, die trotz des eindringenden Regens in der Festhütte verharren möchten.",
+ "dieser aber giesst ihm eine Schüssel. Zu קיתון s. Joma Kap. IV Anm. 28."
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+ "Ein unrechtmässig erworbener oder vertrockneter Palmzweig ist untauglich. hinsichtlich des Gebotes in 3. B. M. 23, 40.",
+ "ein vom Götzenhain oder aus einer abtrünnigen Stadt herrührender ist untauglich. Ein dem Götzendienste geweihter Baum muss verbrannt werden, ebenso die Habe einer zum Heidentum abgefallenen Stadt (5. B. M. 12, 3 und 13, 17).",
+ "sind seine Blätter gespalten. Das Palmblatt ist in der Mitte gefaltet; wird es am Rücken aufgerissen, so spaltet sich das Doppelblatt zu zwei einfachen Blättern. Raschi erklärt נפרצו עליו in Übereinstimmung mit demselben Ausdruck in der folgenden Mischna: die Blätter sind von der Mittelrippe abgetrennt und künstlich (mittels eines Ringes oder Bindfadens) wieder befestigt.",
+ "Man binde ihn oben zusammen. damit sie wie die gewöhnlichen Palmblätter einander anliegen.",
+ "Stachelzweige des Eisenberges. eines Berges an der Benhinnomschlucht in Jerusalem, dessen Palmen so kurze Blätter hatten, dass die Spitze des einen kaum die Wurzel des nächsten bedeckte [daher צינים (Stacheln, Dornen) im Gegensatz zu לולבים, was eigentlich Blätter bedeutet]. Sind sie noch kürzer, so sind die Zweige unbrauchbar.",
+ "dass man ihn schütteln kann. Der Talmud meint, man müsse וכדי lesen (drei Handbreiten und ausserdem noch so viel, dass man schütteln kann), weil Samuel verlangt, dass der Lulab vier Handbreiten messe, und nach R. Joḥanan die Mittelrippe („das Rückgrat des Palmzweiges“) allein schon vier Handbreiten lang sein muss."
+ ],
+ [
+ "Ein unrechtmässig erworbener oder vertrockneter Myrtenzweig ist untauglich. hinsichtlich des Gebotes in 3. B. M. 23, 40.",
+ "ein vom Götzenhain oder aus einer abtrünnigen Stadt herrührender ist untauglich. Ein dem Götzendienste geweihter Baum muss verbrannt werden, ebenso die Habe einer zum Heidentum abgefallenen Stadt (5. B. M. 12, 3 und 13, 17).",
+ "Hat man sie vermindert. indem man soviel Beeren abgerissen hat, dass nunmehr die Zahl der Blätter überwiegt.",
+ "am Feiertage aber darf man sie nicht vermindern. weil man am Feiertage wie am Schabbat keinen Gebrauchsgegenstand in Stand setzen darf."
+ ],
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+ "Ein unrechtmässig erworbener oder vertrockneter Bachweidenzweig ist untauglich. hinsichtlich des Gebotes in 3. B. M. 23, 40.",
+ "ein vom Götzenhain oder aus einer abtrünnigen Stadt herrührender ist untauglich. Ein dem Götzendienste geweihter Baum muss verbrannt werden, ebenso die Habe einer zum Heidentum abgefallenen Stadt (5. B. M. 12, 3 und 13, 17).",
+ "so ist er gleich der Bergweide. Die Bergweide unterscheidet sich darin von der Bachweide, dass diese rote Zweige mit länglichen, glattrandigen Blättern hat, jene aber weisse Zweige mit runden zackigen Blättern.",
+ "ist ein Teil seiner Blätter abgefallen. und zwar der kleinere Teil.",
+ "ist er auf dem Felde gewachsen. Der Ausdruck Bachweiden (3. B. M. 23, 40) will nur die Art bezeichnen, fordert aber nicht, dass der Baum tatsächlich am Bache stehe. — Unter שדח הבעל versteht man sonst im Gegensatz zu בית השלחים (dem dürren Lande, das künstliche Bewässerung heischt) ein Feld, das vom Regen ausreichend getränkt wird. Hier kommt es auf diesen Unterschied nicht an. Wahrscheinlich gab es auf בית השלחים überhaupt keine Bachweiden."
+ ],
+ [
+ "einen Palmzweig und einen Etrog. Frucht von der Gattung der Orangen, in der Tora (3. B. M. 23, 40) als Fracht des Prachtbaumes bezeichnet, gewöhnlich Paradiesapfel genannt.",
+ "wenn auch von zweien. der drei Myrtenzweige."
+ ],
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+ "Ein unrechtmässig erworbener oder vertrockneter Etrog ist untauglich. hinsichtlich des Gebotes in 3. B. M. 23, 40.",
+ "ein vom Götzenhaine oder aus einer abtrünnigen Stadt herrührender ist untauglich. Ein dem Götzendienste geweihter Baum muss verbrannt werden, ebenso die Habe einer zum Heidentum abgefallenen Stadt (5. B. M. 12, 3 und 13, 17).",
+ "Ist er ‘Orla. So heissen die Früchte, die ein Baum in den ersten drei Jahren trägt. Sie sind nach 3. B. M. 19, 23 verboten.",
+ "oder unreine Hebe. Hebe ist die Abgabe, die vom Ertrage der Ernte an die Priester zu entrichten ist. Sie darf nur von diesen und ihren Angehörigen gegessen werden. Ist sie aber durch hierologische Unreinheit (Pesaḥim I Anm. 26) entweiht, so darf sie überhaupt nicht gegessen, muss vielmehr verbrannt werden.",
+ "so ist er ja im Grunde tauglich. Mit anderen Worten: man hat seiner Pflicht genügt. — Der Ausdruck כשר scheint hier nicht am Platze (vgl. K. II Anm. 19). Der Sinn ist aber: An sich ist ja der Etrog tauglich, da er als reine Hebe dem Priester wenigstens gestattet ist, und wenn die Rabbinen gleichwohl bestimmt haben, dass man ihn von vornherein nicht wählen soll, so geschah das nur aus dem Grunde, weil seine zarte Schale durch den Gebrauch schmutzig und unansehnlich wird, die Hebe aber als geweihter Gegenstand nicht mutwillig entwertet werden darf.",
+ "Ist er Demai. Bezeichnung für die von einem unzuverlässigen Landmann erworbenen Früchte, von denen man vermutet, dass sie nicht verzehntet sind.",
+ "erklärt ihn die Schule Schammais für untauglich. weil es verboten ist, solche Früchte zu essen, ehe man sie des Zweifels wegen verzehntet hat.",
+ "die Schule Hillels für tauglich. weil es nach ihrer Ansicht armen Leuten gestattet ist, Demai zu essen.",
+ "Ist er zweiter Zehnt. Nachdem man von der Ernte die Hebe an den Priester und den ersten Zehnt an den Leviten entrichtet hat, wird noch ein zweiter Zehnt abgesondert, der entweder ausgelöst oder nach Jerusalem gebracht und dort verzehrt werden muss. Ausserhalb der heiligen Stadt darf er unausgelöst nicht gegessen werden.",
+ "so ist er ja im Grunde tauglich. Auch hier (vgl. Anm. 16) ist der Ausdruck כשר anstössig, und auch hier ist der Sinn: Man hat seiner Pflicht genügt, da ja der Etrog an sich mit Rücksicht darauf, dass er in Jerusalem gegessen werden darf, auch ausserhalb tauglich ist, ebenso wie mit אתרוג של תרומה als einer dem Priester erlaubten Frucht auch jeder andere, der ihn zur Erfüllung des Gebotes verwendet, seiner Pflicht genügt hat. Wenn trotzdem angeordnet wurde, dass man von vornherein nicht einmal in der heiligen Stadt einen Etrog von zweitem Zehnt benutzen soll, so liegt der Grund auch hier in der Heiligkeit dieser Abgabe und der empfindlichen Zartheit der Frucht."
+ ],
+ [
+ "ist seine Rosette. Das Nägelchen, das die Wölbung an seinem obern Ende krönt.",
+ "ohne dass das geringste fehlt. Man hat z. B. einen spitzen Gegenstand hineingebohrt und wieder heransgezogen. Durch den Druck auf die Umgebung ist ein Loch entstanden, ohne dass die Frucht einen Verlust erlitten hat."
+ ],
+ [
+ "so muss man deren zwei mit einer Hand fassen können. Andere Lesart: שניהם בידו אחת = beide (Lulab und Etrog) mit einer Hand."
+ ],
+ [
+ "Man darf den Feststrauss. Das Wort לולב bezeichnet hier wie an vielen anderen Stellen den ganzen Feststrauss, dessen hervorragendsten Bestandteil eben der Palmzweig bildet.",
+ "nur mit Gleichartigem binden. also nur mit Stoffen, die von den vier zum Feststrauss gehörigen Pflanzen (Etrog, Palme, Myrte, Bachweide) herrühren."
+ ],
+ [
+ "Und wo schüttelten sie ihn. Diese Frage, die vermutlich zu den ältesten Bestandteilen der Mischnasammlung gehört, knüpft an das Ende der ersten Mischna unseres Kapitels an.",
+ "am Anfang und am Ende. des 118. Psalms.",
+ "hilf doch. Ps. 118, 25,",
+ "lass es glücken. daselbst.",
+ "selbst an seiner Tafel nehmen. d. h. wenn er es bei seiner Heimkehr vergessen und erst bei Tische sich erinnert, muss er sein Mahl unterbrechen, um über den Feststrauss den Segen zu sprechen.",
+ "denn der ganze Tag. im engern Sinne, mit Ausschluss der Nacht."
+ ],
+ [
+ "ein Weib oder ein Minderjähriger vorliest. Es handelt sich um das Hallel (Ps. 113–118), von welchem soeben die Rede war.",
+ "was sie ihm vorsagen. weil die genannten Personen das Hallel zu lesen nicht verpflichtet sind und der Vortrag eines Nichtverpflichteten den verpflichteten Zuhörer seiner Pflicht nicht entledigen kann.",
+ "und er sei verwünscht. dass er nicht lesen gelernt hat.",
+ "fällt er mit Halleluja ein. so oft der Vorleser einen Vers beendet."
+ ],
+ [
+ "wiederhole man. die letzten neun Verse des 118. Psalms.",
+ "zu vereinfachen. sie nur einmal zu lesen.",
+ "einen Segensspruch folgen za lassen. Der Segenspruch vor dem Hallel aber ist vorgeschrieben und keinem Ortsbrauch unterworfen.",
+ "Kauft jemand. Dieser Satz stand wohl ursprünglich im Anschluss an Mischna 5.",
+ "im siebenten Jahre. 3. B. M. 25. 1—7.",
+ "einen Feststrauss. Das Wort לולב bezeichnet hier wie an vielen anderen Stellen den ganzen Feststrauss, dessen hervorragendsten Bestandteil eben der Palmzweig bildet.",
+ "weil man ihn im siebenten Jahre nicht kaufen darf. Wenn hier das Verbot des Handeltreibens mit Früchten des siebenten Jahres (Scheb‘it VII 3) gemeint wäre, so müsste die Begründung lauten: weil er ihn im siebenten Jahr nicht verkaufen (למכרו) darf. Auch ist, wie aus dem Schlusssatz der angeführten Stelle ersichtlich, nur ein ständiger Handel, nicht aber ein gelegentlicher Verkauf untersagt. Vielmehr ist hier von einem in religiöser Beziehung nicht ganz einwandsfreien Verkäufer die Rede, von dem man fürchtet, dass er von dem empfangenen Gelde, welches als Erlös von Früchten des siebenten Jahres hinsichtlich seiner Verwendung gewissen Beschränkungen unterworfen ist (das. VIII 4, 5, 8), einen gesetzwidrigen Gebrauch machen könnte. Beim Palmzweig, der schon vor Beginn des siebenten Jahres gewachsen sein muss, wenn er am Hüttenfeste benutzt werden soll, fällt dieses Bedenken fort; beim Etrog aber richten sich, wie unsere Mischna im Gegensatz zu Bikkurim II 6 annimmt, die Vorschriften des siebenten Jahres nicht wie bei anderen Bäumen nach dem Jahre der Fruchtbildung, sondern wie beim Gemüse nach dem Jahre des Pflückens."
+ ],
+ [
+ "Anfangs wurde der Feststrauss. Das Wort לולב bezeichnet hier wie an vielen anderen Stellen den ganzen Feststrauss, dessen hervorragendsten Bestandteil eben der Palmzweig bildet.",
+ "im Heiligtume sieben Tage. an jedem Tage des Hüttenfestes.",
+ "und in der Provinz. ausserhalb Jerusalems. Wie man es innerhalb gehalten, ist zweifelhaft und hängt davon ab, ob man die Bezeichnung Heiligtum (מקדש) im engern Sinne auf den Tempel beschränkt oder im weitern Sinne auf die heilige Stadt ausdehnt.",
+ "nur einen Tag. am ersten Festtage.",
+ "dass der Feststrauss in der Provinz sieben Tage zur Erinnerung an das Heiligtum genommen werde und dass der ganze Tag der Schwingung dem Verbote unterliege. Gemeint ist das Verbot in 3. B. M. 23, 14. Solange der Tempel stand, durfte man bis zur Darbringung des Erstlingsopfers von der Gerstenernte, der sogenannten Omerschwingung (das. 10—11) am 16. Nisan, kein neues Getreide essen. Mit der Zerstörung des Tempels schwand das Erstlingsopfer, und das Verbot erstreckte sich nunmehr nur noch bis zum Sonnenaufgang des genannten Tages. Rabban Joḥanan ben Zakkai aber dehnte es auf den ganzen Tag aus, weil er fürchtete, das Volk würde nach dem Wiederaufbau des Tempels seine Gewohnheit beibehalten und nicht erst die Omerschwingung abwarten wollen. Nach einer andern Ansicht im Talmud ist seit der Zerstörung des Tempels der Genuss des neuen Getreides den ganzen Tag gesetzlich verboten. Die Anordnung des R. J. b. Z. bestand darin, dass er das Volk, das sich bis dahin nur am Vormittage des neuen Getreides enthalten hatte, in öffentlichen Vorträgen auf die veränderte Sachlage aufmerksam machte."
+ ],
+ [
+ "Fiel der erste Feiertag des Festes auf einen Schabbat. in welchem Falle der Segen über den Feststrauss auch am Schabbat gesprochen wurde (s. K. IV M. 2).",
+ "trugen alle Leute ihre Feststräusse. Das Wort לולב bezeichnet hier wie an vielen anderen Stellen den ganzen Feststrauss, dessen hervorragendsten Bestandteil eben der Palmzweig bildet.",
+ "zur Synagoge. vor Beginn des Schabbat, wie aus dem folgenden Satze ersichtlich. Fiel der Feiertag auf einen andern Tag der Woche, trug man den Feststrauss am Feiertage selbst zur Synagoge; am Schabbat aber darf man ausser den Kleidern, die man anhat, keinerlei Gegenstände vom Hause auf die Strasse und umgekehrt tragen. Es ist dies einer der Punkte, in denen sich der Feiertag vom Schabbat unterscheidet."
+ ],
+ [
+ "und es trug jemand aus Versehen den Feststrauss in öffentliches Gebiet. um ihn nach der Synagoge zu schaffen, wo er über ihn den Segen sprechen wollte, ohne daran zu denken, dass es Schabbat ist, oder dass man ihn am Schabbat aus privatem nicht in öffentliches Gebiet tragen darf.",
+ "so ist er frei. Er braucht nicht sein Versehen durch ein Sündopfer zu sühnen.",
+ "weil er ihn mit Fug. Der Ausdruck ברשות ist schwer zu deuten. Es sollte heissen: in guter Absicht; denn was ihn der Sühnepflicht enthebt, ist der Umstand, dass ihm das Versehen in der Ausübung eines göttlichen Gebotes zugestossen (טעה בדבר מצות). Vielleicht bezieht sich ברשות auf die Befugnis, den Feststrauss am Schabbat in die Hand zu nehmen, wenn es der erste Tag des Hüttenfestes ist, während man ihn an den anderen Tagen des Festes, wenn sie auf einen Schabbat fallen, nicht einmal von der Stelle rühren darf."
+ ],
+ [
+ "Eine Frau. obgleich das Gebot des Feststrausses für sie nicht gilt (vgl. K. II Anm. 22).",
+ "darf ihn. den Palmzweig nebst den Myrten- und Bachweidenzweigen.",
+ "am Schabbat. wenn es der erste Tag des Festes ist (s. Anm. 51).",
+ "um ihn ins Wasser zurückzustellen. damit er nicht welke.",
+ "Am Schabbat stellt man zurück. in dasselbe Wasser.",
+ "am Feiertage giesst man zu. frisches Wasser.",
+ "am Mittelfeste wechselt man. das Wasser.",
+ "muss einen Feststrauss haben. Die Eltern sind verpflichtet, ihn zur Erfüllung des Gebotes anzuhalten (vgl. K. II Anm. 23)."
+ ]
+ ],
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+ "Für den Feststrauss. s. K. III Anm. 25.",
+ "und den Weidenumzug. An den einzelnen Tagen des Hüttenfestes machten die Priester Umzüge um den Altar, wobei die Bachweide eine wesentliche Rolle spielte. Nach einigen trugen die Priester grosse Äste dieses Baumes beim feierlichen Umzuge in den Händen, um sie nachher rings um den Altar aufzustellen; nach anderen wurden die Äste schon vorher aufgerichtet, und der Zug, bei welchem die Priester den Feststrauss in den Händen hielten, bewegte sich um den so geschmückten Altar.",
+ "bald sieben Tage in Betracht. s. M. 2 und 3.",
+ "für das Hallel und die Freude acht Tage. s. M. 8.",
+ "für die Hütte und den Wasserguss. s. M. 9.",
+ "bald sechs. s. K. V M. 1ff."
+ ],
+ [
+ "Für den Feststrausssieben. R. Ascher hat die bessere Lesart: לולב ששה ושבעה כיצד.",
+ "sonst nur sechs. Es ist ein rabbinisches Verbot, den Feststrauss am Schabbat in die Hand zu nehmen. Nur für den ersten Tag des Festes, auf den das göttliche Gebot in 3. B. M. 23, 40 beschränkt ist, haben die Rabbiner ihr Verbot aufgehoben, für die übrigen Tage aber haben sie es selbst im Heiligtum aufrecht erhalten, wo der Feststrauss nach der überlieferten Auffassung der Worte ושמחתם לפני ה׳ אלהיכם שבעת ימים an allen sieben Tagen von der Tora vorgeschrieben ist."
+ ],
+ [
+ "Für den Weidenumzug sieben. Auch hier liest R. Ascher: ערבה ששה ושבעה כיצר.",
+ "sonst nur sechs. Aus Rücksicht für den Feststrauss wurde auch in Bezug auf den Weidenumzug von den Rabbinen verordnet, dass er nur dann am Schabbat stattfinde, wenn dieser mit dem bedeutsamsten Tage der Feier, dem siebenten also, an welchem sieben Umzüge gemacht wurden (s. M. 5) zusammenfällt."
+ ],
+ [
+ "Wie hält man es. am Schabbat.",
+ "trägt man. vor Eintritt des Schabbat.",
+ "Greise aber legen die ihrigen in die Kammer. damit sie am andern Morgen nicht ins Gedränge kommen.",
+ "er sei ihm geschenkt. S. die Begründung im vorigen Kapitel, M. 13. Dort war eine ähnliche Erklärung überflüssig, weil die Synagoge, von der daselbst die Rede ist, nur von wenigen Personen besucht wird, von denen jede mit Leichtigkeit den eigenen Feststrauss herausfinden kann.",
+ "Am andern Morgen finden sie sich früh dort. auf dem Tempelberge.",
+ "die Beamten werfen sie. die Feststräusse.",
+ "dass jeder ihn. den Feststrauss.",
+ "in seinem Hause nehme. dass er ihn gar nicht erst am Freitag nach dem Tempelberge bringe, sondern sich am Schabbatmorgen zu Hause seiner Pflicht entledige."
+ ],
+ [
+ "dorthin begibt man sich und schneidet daselbst Äste von Bachweiden ab. לקט (eigentlich = sammeln, auflesen) bedeutet im Neuhebräischen oft: pflücken, abschneiden. Am ersten Tage, der ein Feiertag ist, wurden die Äste selbstverständlich nicht abgeschnitten, mussten vielmehr schon am Vorabend vorbereitet werden (vgl. die folgende Mischna).",
+ "dass ihre Spitzen sich über den Altar neigen. Der äussere Altar, der in der Opferhalle stand, hatte von der Basis bis zur Oberfläche eine Höhe von 8 Ellen; die Äste wurden auf die Basis gestellt und hatten eine Länge von 11 Ellen.",
+ "An jedem Tage. vom ersten bis zum sechsten Festtage.",
+ " Ps. 118, 25.",
+ "Ani Waho. אני והו scheint aus אנא ה׳ zusammengezogen. Beide haben auch, worauf schon Raschi hinweist, denselben Zahlenwert (= 78). — Man scheute sich, den Gottesnamen auszusprechen, und selbst im Heiligtum brachte man ihn nur bei besonders feierlichen Gelegenheiten wie beim Priestersegen und beim Sündenbekenntnis des Hohenpriesters am Versöhnungstage in weihevoller Andacht und heiligem Schauer über die Lippen. Darum meint R. Juda, dass man ihn bei diesem Umzuge nicht klar und deutlich erwähnte, sondern mit dem Worte אנא so verschmolz, dass er nur durchklang. Da wir heute nicht mehr wissen, wie der Gottesname lautet (die Punktatoren setzten unter die Buchstaben, aus denen er sich zusammensetzt, die Vokale des stellvertretenden Namens אדני oder אלהים), so können wir auch nicht sagen, wie das Wort והו auszusprechen ist. Wir können nur aus der Endung jahu, mit der viele Eigennamen schliessen, und aus der Vorsilbe jeho, mit welcher andere beginnen, die Vermutung schöpfen, dass es Wahu oder Weho zu lesen ist, während אני nach dieser Auffassung Annaj auszusprechen wäre. Gewöhnlich liest man Ani Waho. [Da diese Lösung des schwierigen Problems nicht jedermann befriedigen dürfte, seien auch noch andere Erklärungen angeführt. Raschi macht auf die immerhin beachtenswerte Tatsache aufmerksam, dass die drei aufeinanderfolgenden Verse ויסע ויבא ויט (2. B. M. 14, 19—21) je 72 Buchstaben zählen. Stellt man die einzelnen Buchstaben sowohl des ersten wie des letzten Verses untereinander, die des mittlern aber in umgekehrter Folge zwischen die beiden Reihen, so erhält man den grossen aus 72 Gliedern bestehenden Gottesnamen, dessen erstes Glied והו und dessen siebenunddreissigstes אני lautet (so dass אני והו an der Spitze der beiden Hälften stehen). Nach einem der Gaonen (angeführt in Maimunis Mischnakommentar z. St.) deutet אני והו auf das Psalmwort (91, 15) עמו אנכי בצרה („Der du Israels Leiden mitempfindest, hilf doch!“); nach Maimonides selbst ist es eine Anspielung auf אני הוא in 5. B. M. 32, 39, nach Tosafot endlich ein Hinweis auf ואני בחוך הגולה in Ez. 1, 1 und והוא אסור באזקים in Jer. 40, 1 („Der Du unsere Verbannung teilst und unsere Fesseln trägst, hilf doch!“) nach Echa rabba, Einleitungen 34.]",
+ "An diesem Tage aber. dem siebenten, den schon Mischna 3 als den bedeutendsten hervorgehoben hat.",
+ "Schönheit. יופי steht hier wohl im Sinne des griechischen ϰάλλος (Huldigung), von dem das Verbum קלם (preisen, verherrlichen) gebildet wurde.",
+ "o Altar. sei Huldigung und Preis ! יופי ist aus dem vorhergehenden Satze zu ergänzen."
+ ],
+ [
+ "so verfuhr man auch am Schabbat. wenn er mit dem siebenten Tage zusammenfiel.",
+ "nur dass man sie. die Weidenäste.",
+ "schon am Vorabend des Schabbatabschnitt und in goldene Tonnen stellte. die mit Wasser gefüllt waren.",
+ "Palmwedel brachte man. Es ist zweifelhaft, ob ausser den Weidenästen (תום׳ מ״ה: ד״ה אחת) oder an deren Stelle (ר״ע ברטנורא), ob an allen Tagen des Festes oder nur am siebenten (תום׳ שם).",
+ "sie schlugen damit. am siebenten Tage [הכי משמע מדקתני בתריה ואותו היום ודברי התוס דלשון זה לאו דוקא דחוקים מאד וכי תעלהעל דעתך שהיו קורין לכל ימי החג חבוט חריות]."
+ ],
+ [
+ "Sogleich. nach den Umzügen des siebenten Tages. [Nach Raschi, der sich auf Wajjikra rabba (Abs. 37) stützt, wäre מיד mit kurzem a zu lesen und der ganze Satz wie folgt zu übersetzen: Aus der Hand der Knaben rissen sie (die Erwachsenen im Übermut des Festjubels) deren Palmzweige und verzehrten deren Etrogim.",
+ "lösen die kleinen Knaben ihre Palmzweige. Sie reissen sie aus ihren Feststräussen heraus, um damit zu spielen (sie vielleicht als Steckenpferd zu benutzen)."
+ ],
+ [
+ "dass man am letzten Feiertage des Festes. am achten Tage, dem sogenannten Schlussfeste.",
+ "ebenso zum Hallel. zum Vortrage der Psalmen 113 bis 118.",
+ "zur Freude. die durch bessere und reichlichere Mahlzeiten, insbesondere durch den Genuss des Opferfleisches angeregt wird.",
+ "und zur Ehrung. durch schönere Kleidung, Ausschmückung der Wohnräume u. dgl.",
+ "Wenn man das Mahl. die letzte Mahlzeit des siebenten Tages gegen 9 Uhr morgens.",
+ "soll man die Hütte nicht auflösen. auseinandernehmen.",
+ "doch darf man vom Eintritt des Nachmittags an zu Ehren des letzten Feiertages des Festes die Einrichtung. Teppiche und Kissen, Ruhebetten, Tische und Stühle.",
+ "hinuntertragen. Die Festhütte wurde gewöhnlich auf dem Dache errichtet (vgl. K. II Anm. 8)."
+ ],
+ [
+ "Für den Wasserguss sieben. In vielen Ausgaben fehlt das Wort שכעה.",
+ "der drei Log. 1 Log = ¼ Kab, ungefähr 0,35 Liter.",
+ "fasste, wird aus dem Schiloa. einer Quelle in Jerusalem.",
+ "Sowie man zum Wassertore. dem vierten Tore auf der Südseite des Tempels (s. Scheḳalim VI 3).",
+ "Er. der diensttuende Priester.",
+ "steigt die Rampe. die schiefe Ebene an der Südseite des Altars. Sie war 32 Ellen lang und 16 Ellen breit.",
+ "hinauf und wendet sich zur Linken. also nach Westen.",
+ "wo zwei silberne Schalen sich befinden. eine für die täglichen Weinopfer und eine für das besondere Wasseropfer des Hüttenfestes. Man nahm es aber nicht so genau und goss den Wein häufig auch durch die andere Schale.",
+ "ihr dunkles Aussehen. Die Farbe des Silbers ist matter als die des Kalks.",
+ "Sie hatten je einen Spalt in der Form zweier feiner Schnäbel. durch die der Wein und das Wasser auf den Altar flossen, von wo sie durch eine gemeinsame Öffnung in die Tiefe strömten.",
+ "damit sich beide gleichzeitig entleerten. Der Wein war dickflüssig und ergoss sich daher langsamer als das Wasser. Das Wasseropfer und das erste tägliche Weinopfer wurden am Hüttenfeste von zwei Priestern im selben Augenblicke dargebracht.",
+ "die östliche für den Wein bestimmt. Beide Schalen waren indessen nebeneinander an der südwestlichen Ecke des Altars angebracht (vgl. Anm. 47 u. 48).",
+ "Mit einem Log. und nicht mit 3.",
+ "vollzieht er das Gussopfer volle acht Tage. und nicht bloss 7.",
+ "zu. damit die Zuschauer sich überzeugen, dass er das Wasser in die Schale giesst.",
+ "denn einmal goss es einer auf seine Füsse. Er gehörte zur Sekte der Sadokäer, die das Wasseropfer verwarfen. Der Name wird hier verschwiegen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Alexander Jannai gemeint ist, von dem Josephus (Altert. XIII, 13, 5) ähnliches berichtet."
+ ],
+ [
+ "nur dass man schon am Vorabend des Schabbat. Am Schabbat selbst durfte man das Wasser nicht in den Tempel schaffen (vgl. K. III Anm. 48).",
+ "eine goldene ungeweihte Kanne. In einer geweihten Kanne würde das Wasser über Nacht zur Darbringung untauglich werden (s. Joma K. III Anm. 55). חבית (von חבה = חבא, bergen) ist ein grösserer Krug, eine Kanne; aram.: חביתא, arab.: خابية.",
+ "so schöpfte man aus dem Becken. dem grossen Wasserbecken, das im Vorhof des Heiligtums stand (2. B. M. 30, 18—21).",
+ "sind für den Altar unbrauchbar. Wenn diese Flüssigkeiten unbeaufsichtigt so lange offen standen, dass eine Schlange aus nächster Nähe herankriechen, davon trinken und sich wieder unbemerkt zurückziehen konnte, sind sie wegen der Vergiftungsgefahr dem Menschen verboten (Terumot VIII 4). Was aber ungeniessbar und daher minderwertig ist, darf im allgemeinen auch nicht geopfert werden."
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+ "Für das Flötenspiel bald fünf bald sechs. s. K. IV M. 1.",
+ "das ist das Flötenspiel von Bêt Hasche’ûba. Der Sinn dieser Bezeichnung ist recht dunkel. Schon die Lesart steht nicht fest. Sie schwankte bereits in alter Zeit, wie wir aus dem babyl. Talmud wissen, zwischen בית השואבה (richtiger בית השאובה, wie einige Mischna-Handschriften lesen) und בית חשובה. Nach allgemeiner Annahme steht das hier in den folgenden Sätzen geschilderte Fest mit dem im vorigen Kapitel beschriebenen Wasseropfer in engster Verbindung (s. Anm. 15), obschon in der Mischna selbst ein solcher Zusammenhang mit keinem Worte angedeutet ist. שואבה wäre demnach wie שומרה (Wächterhütte) gebildet und bedeutete den Ort des Wasserschöpfens. Der pal. Talmud kennt ebenfalls die Ableitung von שאב, bringt sie aber nicht zum Wasseropfer in Beziehung, sondern zu der heiligen Begeisterung und der prophetischen Inspiration, die aus diesem Feste geschöpft wurde. Nach Maimunis Mischnakommentar ist בית השאובה der Ort, an welchem der Festjubel sich abspielte. Er heisst so im Hinblick auf ושאבתם מים בששון (Jes. 12, 3). Beachtenswert ist eine neuere Erklärung, nach welcher בית השאובה (das Haus der Beleuchtung) den illuminierten Tempelraum bezeichnen soll. Im Syrischen bedeutet nämlich שובא Hitze, Glut (v. שוב = brennen; vgl. hebr. שביב = Flamme).",
+ "das weder den Schabbat noch den Feiertag verdrängt. Instrumentalmusik ist am Schabbat und an Feiertagen verboten. Es können also für das Flötenspiel von vornherein nur die sechs mittleren Tage des Festes in Betracht kommen. Trifft nun aber der Schabbat auf einen derselben (und das ist immer der Fall, wenn er nicht grade mit dem ersten und dem letzten Feiertage zusammenfällt), so kann sich der Jubel nur an fünf von den acht Tagen des Festes äussern."
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+ [
+ "Am Ausgange des ersten Feiertages des Festes stieg man in die Frauenhalle. die äusserste Halle im Osten des Tempels. Sie war 135 Ellen lang und 135 Ellen breit (Middot, II 5).",
+ "um daselbst eine wichtige Einrichtung herzustellen. Die Galerie, die sich innen auf drei Seiten um die Halle zog (Middot das. u. Tosefta hier), wurde als Zuschauerraum für die Frauen hergerichtet, damit die Geschlechter bei dieser Veranstaltung getrennt wären.",
+ "Dort waren goldene Leuchter mit je vier goldenen Schalen am obern Ende und vier Leitern. Die Leuchter waren nämlich 50 Ellen (etwa 24 m) hoch.",
+ "vor jedem Leuchter und vier Jünglinge aus der Blüte der Priesterschaft mit Ölkrügen von hundertundzwanzig Log. 42 Liter ungefähr. Nach einer Baraita war das der Inhalt aller vier Krüge, von denen jeder einzelne 30 Log (rund 10 l) fasste."
+ ],
+ [
+ "Aus den abgetragenen Röcken der Priester und aus ihren Gürteln. Es ist nicht klar, warum die Hemden der Priester und ihre Kopfbedeckungen ausgeschlossen waren, und wenn sie es nicht waren, warum es nicht einfach heisst: Aus den abgetragenen Priesterkleidern (מבלאי בגדי הכהנים).—Zu המיין s. ‘Erubin K. X Anm. 94.",
+ "der vom Licht von Bêt Hasche’ûba nicht widerstrahlte. Da die Leuchter so hoch waren und die östliche Mauer eine geringe Höhe besass (Middot II 4), konnte das Lichtmeer, das der Frauenhalle entströmte, ungehindert über die ganze Stadt dahinfluten. [Zu beachten ist die aktive Form מאירה statt der passiven מוארה: die Höfe waren nicht nur hell erleuchtet, sie reflektierten sogar noch ein starkes Licht]."
+ ],
+ [
+ "Die Frommen und die Männer der Tat führten vor ihnen. den Zuschauern.",
+ "die entsprechend den fünfzehn Stufenliedern. Ps. 120 bis 134.",
+ "des Psalters von der Halle der Israeliten. Sie lag zwischen der Priester- und der Frauenhalle und war wie diese 135 Ellen lang (von Nord nach Süd), hatte aber gleich jener nur eine Breite von 11 Ellen (von Ost nach West); s. Middot II 6.",
+ "Auf ihnen standen die Leviten mit Musikinstrumenten und sangen Lieder. der eine Teil spielte, der andere sang.",
+ "Zuletzt treten zwei Priester in das obere Tor. das sogenannte Nikanortor, nicht zu verwechseln mit dem „oberen Tor“, das in Scheḳalim VI 3 erwähnt wird; s. Anm. 25.",
+ "ein schmetternder und wieder ein gedehnter Ton erschallt. Das war nach denen, die diese Feier mit dem Wasseropfer in Verbindung bringen (s. Anm. 2), das Signal zum Aufbruch nach dem Schiloaḥ.",
+ "ein schmetternder und wieder ein gedehnter Ton. R. Eli‘ezer b. Jakob ist, wie aus einer Baraita (Babeli 54a) ersichtlich, der Ansicht, dass auf der zehnten Stufe nicht geblasen wurde.",
+ "Westen. dem Heiligtum zu.",
+ "Unsere Väter. zur Zeit des ersten Tempels.",
+ "und sie warfen sich ostwärts vor der Sonne nieder. לשמש bis אחריהם ist ein Zitat aus Ez. 8, 16, wo aber משתחויתם statt משתחוים steht.",
+ "Sie wiederholten. den Gottesnamen."
+ ],
+ [
+ "neun beim Morgenopfer und neun beim Nachmittagsopfer. s. Tamid VII, 3.",
+ "Am Vorabend des Schabbat. um die Zeit des Sonnenuntergangs.",
+ "damit das Volk die Arbeit einstelle. Beim ersten Tone hört man mit der Feldarbeit auf, beim zweiten werden die Kaufläden geschlossen, beim dritten entfernt man die Speisen vom Feuer und zündet die Lampen an.",
+ "um das Heilige vor dem Unheiligen auszuzeichnen. den Eintritt des Schabbat zu verkünden.",
+ "drei am obern Tore. am Nikanortore, durch welches man aus der Halle der Israeliten in die Frauenhalle hinabsteigt. Es wird hier wie in der vorigen Mischna das obere Tor genannt, weil es 7 ½ Ellen höher lag als das „untere“, welches in der vorigen Mischna als das nach Osten hinausführende Tor bezeichnet wurde.",
+ "drei am untern Tore. Die Mischna vertritt hier die Ansicht des R. Eli'ezer ben Jakob (Anm. 16); daher werden die auf der zehnten Stufe geblasenen Töne nicht mitgezählt.",
+ "drei beim Wasserschöpfen. K. IV M. 9.",
+ "drei am Altare. das. M. 5."
+ ],
+ [
+ "zwei Widder und einen Ziegenbock. als Musafopfer darzubringen (4. B. M. 29, 13 u. 16).",
+ "es blieben dann noch vierzehn Lämmer für acht Abteilungen zurück. Die Priester waren in 24 Abteilungen geordnet, die den Tempeldienst abwechselnd in einer bestimmten Reihenfolge (I Chr. 24, 7—18) je eine Woche lang verrichteten. Nur bei den besonderen Opfern (dem sogenannten Mûsâf) der Festtage waren sie alle gleichberechtigt (s. M. 7). Die diensttuenden Priester wurden durch das Los bestimmt (s. oben S. 153 u. 300 f.) und zu diesem alle anwesenden zugelassen, sie mochten zu weicher Abteilung immer gehören. Am Hüttenfeste aber wurden die darzubringenden Tiere wegen ihrer grössern Zahl unter den einzelnen Abteilungen nach dem nun folgenden Modus verteilt.",
+ "von denen sechs am ersten Tage je zwei und die übrigen je eines darbrachten. Zunächst erhielten 13 Abteilungen je einen der 13 Farren und 3 Abteilungen die beiden Widder und den Bock; es waren dann noch 14 Lämmer an 8 Abteilungen abzugeben, von denen die 6 ersten je 2 Lämmer bekamen und die beiden letzten je eines.",
+ "Am siebenten waren alle in gleicher Weise beteiligt. Am zweiten Tage waren nur 12 Farren darzubringen, während die Zahl der übrigen Opfer unverändert blieb. Es gab also nicht mehr 30 Tiere zum Musaf wie am ersten Tage, sondern bloß 29 (4. B. M. 29, 17—19), so dass nur 5 übrig blieben und daher nur 5 Abteilungen je zwei Lämmer erhielten. Und da die Zahl der Farren mit jedem Tage um 1 abnahm (das. 20—31), verringerte sich in demselben Verhältnis auch die Zahl der mit 2 Lämmern bedachten Abteilungen. Am siebenten Tage waren nur 7 Farren, 2 Widder, 1 Bock und 14 Lämmer darzubringen (das. 32—34), im ganzen also 24 Tiere, so dass auf jede Abteilung nur eines kam.",
+ "Am achten. an welchem es nur 1 Farren, 1 Widder, 1 Bock und 7 Lämmer darzubringen gab (das. 35—38), zusammen also 10 Tiere.",
+ "kehrte man zur Auslosung wie an den anderen Festen zurück. s. Anm. 30.",
+ "dass sie vielmehr die Runde machen. Von den 13 Abteilungen, die am ersten Tage je einen Farren dargebracht hatten, erhielt am zweiten Tage, an welchem es deren bloß 12 gab, nur die erste wieder einen Farren; die übrigen 11 bekamen die anderen 11 Abteilungen. Am dritten Tage wurden die 10 Farren von den Abteilungen 2—11 dargebracht, am vierten die 9 Farren von den Abteilungen 12—20 u. s. w. Im ganzen waren es 70 Farren, die an den 7 Tagen des Festes geopfert wurden. Es kamen mithin je 3 auf die ersten 22 Abteilungen und je 2 auf die beiden letzten. — Wenn חלילה = תחלה ist, so heisst חוזרין חלילה: sie kehren wieder zum Anfang zurück. Wahrscheinlicher aber ist, dass חלילה den Kreis bezeichnet und der Stamm חלל (als Nebenform von חול und חיל) sich drehen, winden bedeutet: vgl. ולבי חלל בקרבי (Ps. 109, 22)."
+ ],
+ [
+ "Dreimal im Jahre. Am Pesach-, am Wochen- und am Hüttenfeste.",
+ "waren alle Abteilungen gleichberechtigt bei den Festopfern. bei der Darbringung der besonderen Opfer, die durch das Fest veranlasst sind, und bei der Verteilung ihres Fleisches, ihrer Felle, ihres Brotes. אימורים steht hier in weitem Sinne und bezeichnet nicht wie sonst die auf dem Altar zu verbrennenden Fettstücke, sondern die „vorgeschriebenen“ Opfer überhaupt (s. Joma VI Anm. 34).",
+ "und bei der Verteilung des innern Brotes. der zwölf Brote (2. B. M. 25, 30 u. 3. B. M. 24, 5—9), welche die ganze Woche hindurch auf dem goldenen Tisch im Innern des Heiligtums (שלחן הפנים — 4. B. M. 4, 7) lagen und am Schabbat unter die Priester verteilt wurden (s. die folgende Mischna). Fiel ein Festtag auf Schabbat, so erhielten sämtliche anwesenden Priester, welcher Abteilung sie auch angehörten, gleichen Anteil, obschon dieses Brot keinerlei Beziehung zum Feste hat.",
+ "Am Wochenfeste. עצרת, in der Bibel die Bezeichnung für das auf das Hüttenfest folgende Schlussfest, bedeutet in der Mischna überall das Wochenfest, das ja nicht wie die übrigen Feste an einen bestimmten Monatstag gebunden ist, sondern als Schlussfest zum Pesachfeste 50 Tage nach dessen Eintritt gefeiert wird (3. B. M. 23, 15 ff.), gleichviel ob die Monate Nisan und Ijar 58, 59 oder 60 Tage haben.",
+ "da nimm Gesäuertes. Zu den besonderen Opfern des Wochenfestes gehören auch zwei Brote aus gesäuertem Teig, die als Erstlingsopfer vom Weizen dargebracht wurden (das. 16—17). Das innere Brot war ungesäuert. Fiel nun das Fest auf Schabbat, so wurde nicht etwa zunächst das innere Brot an einen Teil der Priester und dann das Erstlingsopfer an die übrigen verteilt, vielmehr erhielt jeder Priester gleichen Anteil sowohl vom ungesäuerten als vom gesäuerten Brote.",
+ "deren Dienstzeit an der Reihe ist. wörtlich: deren Zeit festgesetzt ist, nämlich für die Woche, in die der Festtag fällt.",
+ "bringt die täglichen Opfer. das Morgen- und das Abendopfer (4. B. M. 28, 1—8).",
+ "desgleichen gelobte und gespendete. Gelobte Opfer sind solche, die man auf Grund eines vorangegangenen Gelübdes (הרי עלי עולה) darbringt; gespendete sind solche, die man freiwillig dem Altar weiht (הרי זו עולה). Geht ein gelobtes Opfer vor der Darbringung verloren, so muss man es, um das Gelübde zu erfüllen, durch ein anderes Tier ersetzen; trifft dies ein gespendetes Opfer, so ist es dem Altar abhanden gekommen, und man hat nicht nötig, es zu ersetzen.",
+ "wie auch die übrigen öffentlichen Opfer. und zwar nicht allein die ständigen, wie z. B. das besondere Schabbatopfer (4 B. M. 28, 9—10), wenn der Festtag auf Schabbat fällt, sondern selbst die kasualen, wie z. B. das im 3. B. M. (4, 13—21) vorgeschriebene Sündopfer der Gemeinde. שאר bezieht sich auf תמידין, die öffentliche Opfer sind; נדרים ונדבות dagegen sind Privatopfer.",
+ "sie bringt überhaupt alles dar. sogar die für den „Nachtisch des Altars“ (s. Scheḳalim IV Anm. 25) bestimmten Opfer.",
+ "sind alle Abteilungen bei der Verteilung des innern Brotes gleichberechtigt. Beginnt das Fest mit einem Sonntag, so müssen die Priester aller Abteilungen spätestens Freitag in Jerusalem eintreffen, da man am Schabbat nicht reisen darf; schliesst es mit einem Freitag, so müssen sie aus demselben Grunde den Schabbat in der heiligen Stadt zubringen. Darum erhalten sie in beiden Fällen ihren Anteil genau so, wie wenn der Festtag mit dem Schabbat zusammenfällt."
+ ],
+ [
+ "Fällt aber ein Tag trennend dazwischen. Das Fest beginnt am Montag, die Priester hätten also Zeit gehabt, am Sonntag einzutreffen, sind aber dennoch schon am Freitag angelangt; oder es endet das Fest am Donnerstag, die Priester konnten Freitag abreisen, sind aber gleichwohl über Schabbat geblieben.",
+ "deren Dienstzeit an der Reihe ist. wörtlich: deren Zeit festgesetzt ist, nämlich für die Woche, in die der Festtag fällt.",
+ "zehn Brote und die als Gast verweilende. מתעכב (zögernd, säumig) scheint hier in einem weitern Sinne zu stehen und im Gegensatz zu קבוע (dauernd) den vorübergehenden Aufenthalt, das gastliche Verweilen zu bedeuten; denn es soll ja nicht allein die später als nötig Abgereisten, sondern auch die zu früh Eingetroffenen bezeichnen.",
+ "An den übrigen Tagen des Jahres. ausserhalb der drei Festzeiten.",
+ "nimmt die eintretende sechs und die austretende sechs. Die Abteilungen wechselten am Schabbat. Die austretende verrichtete den Morgen- und den Musafdienst, die eintretende den Abenddienst.",
+ "Bilga. 1 Chr. 24, 14.",
+ "teilte stets im Süden. Als Grund für diese Zurücksetzung wird angegeben, dass die Priester dieser Abteilung meist unpünktlich erschienen und dadurch ihren geringen Eifer für den Tempeldienst bekundeten. Laut einem andern Bericht hätte eine Frau aus diesem Geschlecht, die vom Glauben der Väter abgefallen war und einen syrisch-griechischen Soldaten geheiratet hatte, beim Einzug der Feinde in den Tempel mit ihrer Sandale auf den Altar geschlagen, indem sie rief: Du Wolf, du Wolf, wie lange noch wirst du Israels Habe fressen, ohne ihm in der Stunde der Not zur Seite zu stehen.",
+ "ihr Ring war unbeweglich. Der Hohepriester Joḥanan hatte 24 Ringe nach Anzahl der Priesterabteilungen nördlich vom Altar am Boden befestigen lassen, um die zu schlachtenden Opfertiere fesseln zu können (Middot III 5, Soṭa 48 a). Später wurde Bilga’s Ring so befestigt, dass er seinem Zwecke nicht mehr dienen konnte, wodurch diese Abteilung genötigt war, einen fremden Ring zu benutzen. Zwar kamen für das tägliche Opfer immer nur dieselben zwei Ringe in Betracht (Tamid IV 1); aber diese Bestimmung galt eben nur für das Morgen- und das Abendopfer; alle übrigen Opfer schlachtete jede Abteilung (ausser Bilga) an ihrem eigenen Ringe.",
+ "und ihre Nische vermauert. In einer neben dem Nikanortor befindlichen Kammer (Middot I 4) waren verschliessbare Nischen mit je vier Fächern, in denen die Priestergewänder aufbewahrt wurden (Tamid V 3). Jede Abteilung hatte ihre eigene Nische (Tosefta z. St.). Später wurde die für Bilga bestimmte aufgehoben, so dass diese Abteilung nunmehr auf die Priesterkleider der anderen angewiesen war. [ רש״י ז״ל והנמשכים אחריו פרשו שלסכינים היו חלונות בלשכת בית החלפות ואני לא מצאתי חלונות לסכינים אלא לבגדים וכן פירש ר״מ ז״ל]"
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+ "\nEinleitung.\nAuf den Versöhnungstag folgt Sukkot, das Hüttenfest. Es beginnt am 15. Tischri und dauert sieben Tage, nach deren Verlauf sogleich ein anderes Fest gefeiert wird, das die heilige Schrift (3. B. M. 23, 36; 4. B. M. 29, 35; Nehemja 8, 18; 2 Chr. 7, 19) als עצרת bezeichnet. Im 5. B. M. 16, 8 wird der siebente Tag dés Pesachfestes so genannt, und in der Mischna trägt das Wochenfest diesen Namen, während das Hütten- und das Schlussfest hier schlechthin unter der Bezeichnung חג zusammengefasst wèrden. Der erste Tag heisst של חג יום טוב הראשון, der achte יום טוב האחרון של חג. Es war dies wahrscheinlich die landläufige Benennung, die sich im Volke eingebürgert hatte. Dass aber der achte Tag ein besonderes Fest für sich bildet, wird im Talmud scharf betont und lässt sich, wenn man die Opfervorschriften dieses Tages (4. B. M. 29, 36) mit denen der vorangehenden Tage (das. 13—32) vergleicht, auch gar nicht verkennen.\nWährend des siebentägigen Festes ist jeder Israelit verpflichtet, wenn das Wetter es gestattet, in einer Hütte zu wohnen, d. h. in einem Raume zu essen und zu schlafen, der nach oben nicht durch ein festes Dach, sondern nur durch eine lose aufliegende Pflanzendecke abgeschlossen ist. Mit Ausnahme der Früchte dürfen alle Teile einer Pflanze, sofern sie von der Erde abgeschnitten und nicht etwa zu Geräten oder Geweben verarbeitet sind, zur Herstellung der Decke verwendet werden. Am besten eignet sich „der Abfall der Tenne und der Kelter“, also Stroh, Weinrankén, Baumzweige u. ä. Die Festhütte kann jede beliebige Form haben, wenn sie nur wenigstens zehn Handbreiten (80 cm) hoch ist und ihr Querschnitt ein Quadrat umschliesst, dessen Seite mindestens sieben Handbreiten (56 cm) misst. Die Wände müssen fest genug sein, um mässigen Winden zu widerstehen, dürfen aber im übrigen aus jedem Material bestehen, aus Holz, Eisen oder Mauerwerk ebenso wie aus Teppichen oder anderen Geweben. Drei Wände genügen auch für eine viereckige Hütte, da die vierte, offene Seite als Eingang betrachtet wird. Im Notfalle reichen zwei Wände aus, wenn sie einen rechten Winkel bilden und ein etwas mehr als vier Daumen (8 cm) breites Brett parallel der einen Wand so aufgestellt wird, dass es vom freien Rande der andern Wand weniger als drei Handbreiten (24 cm) absteht. Die drei Buchstaben, aus denen das Wort סכה besteht, veranschaulichen diese Vorschrift. Das ס bietet den Grundriss der vollkommenen, aus vier Wänden bestehenden Festhütte; das כ zeichnet die aus drei Wänden hergestellte, deren vierte Seite offen steht; das ה endlich gewährt ein Bild der mangelhaften Hütte, die nur zwei rechtwinkelig aneinander gefügte Wände hat, während die dritte nur durch ein schmales Brett angedeutet wird.\nEin ferneres Gebot des Hüttenfestes ist es, den Feststrauss zur Hand zu nehmen, der sich aus einem Palmzweig, aus Myrten- und Bachweidenruten sowie aus der Frucht des Etrogbaumes (einer Zitronenart) zusammensetzt. Ursprünglich galt diese Vorschrift nur im Heiligtume für das ganze Fest, sonst aber nur für den ersten Tag. Nach der Zerstörung des zweiten Tempels wurde jedoch von Rabban Joḥanan ben Zakkai angeordnet, dass sie überall während der ganzen Dauer des Festes täglich geübt werde.\nZur Zeit des Tempels wurde an allen Tagen des Festes beim Morgendienste ausser dem täglichen Weinopfer auch ein Becher Wasser über dem Altar ausgegossen. An den Abenden, mit Ausnahme des Sabbats und der Feiertage, erstrahlte der Tempel im Lichte zahlloser Lampen, und es herrschte in seinen Räumen grosser Jubel. Eine Beschreibung dieser festlichen Veranstaltung findet sich im letzten Kapitel unseres Traktats. Von den übrigen vier Kapiteln handelt das erste über den Bau und das zweite über die Benutzung der Festhütte, das dritte über den Feststrauss und das vierte über die Festesfeier im Tempel zu Jerusalem.\n"
+ ],
+ "": [
+ [
+ [
+ "deren Höhe mehr als zwanzig Ellen. Beinahe 10 m.",
+ "ist unbrauchbar. weil ein Gebäude von solcher Höhe nicht mehr dem Begriff einer Hütte entspricht.",
+ "Juda erklärt sie für geeignet. Nach seiner Meinung soll die Festhütte ebenso dauerhaft und festgefügt sein wie das Wohnhaus und sich von diesem nur durch die besondere Art der Decke unterscheiden.",
+ "Ist sie weniger als zehn Handbreiten. etwa 80 cm.",
+ "besitzt sie keine drei Wände. s. Einleitung Abs. 2.",
+ "Eine alte Hütte erklärt die Schule Schammais für ungeeignet. Sie ist der Ansicht, dass die Festhütte in dem Gedanken an ihren Zweck errichtet sein muss. Wurde sie in den letzten dreissig Tagen vor dem Feste fertiggestellt, so gilt diese Bedingung als stillschweigend erfüllt; hat man sie aber vorher vollendet, so ist sie zur Erfüllung des Festgebotes nur dann verwendbar, wenn sie von vornherein oder wenigstens beim Auflegen der Decke ausdrücklich für diesen Zweck bestimmt wurde.",
+ "die Schule Hillels für geeignet. . Sie hält jede Hütte für brauchbar, welchem Zwecke sie auch bisher gedient haben mag, sofern nur ihre Beschaffenheit den für die Festhütte geltenden Vorschriften entspricht; s. jedoch Anm. 31.",
+ "Wenn sie dreissig Tage vor dem Feste hergestellt wurde. Unter der Herstellung ist hier die Ausrüstung mit der ordnungsmässigen Decke zu verstehen.",
+ "wäre es auch am Anfang des Jahres. Da das Jahr mit dem ersten Tischri beginnt, so liegt der Anfang des Jahres nur fünfzehn Tage vor dem Hüttenfeste. Offenbar ist מתחלת השנה nur eine Redensart, die nichts anderes als „vor vielen Monaten“ bedeutet."
+ ],
+ [
+ "als ob man sie im Hause errichtet hätte. Die Zweige eines Baumes eignen sich sehr wohl zur Decke einer Festhütte, aber erst dann, wenn man sie abgeschnitten hat (vgl. Mischna 4). Solange sie am Baume wachsen, ist ihr Laubdach nicht anders als die feste Decke eines gewöhnlichen Wohnhauses zu beurteilen.",
+ "Von zwei über einander befindlichen Hütten. deren jede den gesetzlichen Anforderungen gerecht wird, so dass die untere insofern eine „Doppelhütte“ darstellt, als sie eine zwiefache Decke über sich hat.",
+ "die untere ungeeignet. Ist aber die obere weniger als zehn Handbreiten hoch, oder bietet sie nicht ausreichenden Schatten, so ist sie selbst untauglich, die untere aber brauchbar. Haben beide zusammen eine Höhe von weniger als zwanzig Ellen und jede derselben eine solche von mindestens zehn Handbreiten, so eignen sich beide zur Festhütte, sofern die obere genügenden Schatten gewährt, die untere aber ohne die andere mehr Sonne als Schatten hätte. Bietet jede der beiden mehr Schatten als Sonne, die obere aber hat eine Höhe von zwanzig Ellen und darüber, sind beide unbrauchbar, die obere wegen ihrer übermässigen Höhe, die untere als „Doppelhütte“.",
+ "Wenn die obere keine Einwohner hat. Nach der Auffassung des Talmud (Babli 10 a Mitte) ist das so zu verstehen, dass die obere unbewohnbar ist, weil ihr Boden, der die Decke der untern bildet, so schwach ist, dass er sich schon unter der Last der Teppiche und Ruhekissen biegt."
+ ],
+ [
+ "Hat man oberhalb. über der Decke.",
+ "wegen der Sonne. sei es, damit die Halme, Ranken oder Zweige, welche die Decke bilden, durch die Sonnenglut nicht verdorren und zusammenschrumpfen, sei es, damit die Bewohner von den eindringenden Sonnenstrahlen nicht belästigt werden.",
+ "oder unterhalb. unter der Decke. Das Suffix in תחתיה bezieht sich zwar ebenso wie vorher in עליה auf das Wort סכה; aber man denkt bei diesem Ausdruck, da er vom Verbum סכך (bedecken) stammt, hauptsächlich an die Decke der Hütte. Vgl. בא וישב לו תחת סכה אחרונה (Joma VI 6 und Anm. 29 das.).",
+ "wegen des Blätterfalls. Damit die Blätter oder sonstige Bestandteile der Decke nicht in die Speisen und Getränke fallen.",
+ "ein Tuch. Gewebe sind für Unreinheit empfänglich und können daher als Decke für die Festhütte nicht verwendet werden; s. die folg. Mischna und Einleitung Abs. 2.",
+ "desgleichen wenn man ein solches über das Mückennetz. קנוף (griechisch ϰωνωπεῖον, von ϰώνωψ = Mücke) ist ein zum Schutze gegen Mücken rings um das Ruhebett angebrachtes feinmaschiges Netz oder durchsichtiges Gewebe, welches an vier Säulen, die sich aus dem Bettpfosten erheben, befestigt ist.",
+ "ist sie untauglich. weil durch das Tuch die vorschriftsmässige Decke der Hütte illusorisch gemacht wird.",
+ "wohl aber darf man es über die Winkelstangen des Bettes breiten. נקליטין (vermutlich vom griechischen ϰλιτός, ἀνάϰλιτος oder ἐγϰλιτός = geneigt) sind schräg am Bett befestigte Stangen, deren freie Enden oben zusammenstossen. Ob nun alle vier Stangen sich in einem Punkte treffen und somit eine vierseitige Pyramide begrenzen, oder nur je zwei derselben einen Winkel bilden, oder überhaupt nur zwei Stangen vorhanden sind, die aus der Mitte der Vorder- und der Hinterwand emporragen, in allen diesen Fällen bildet das darüber gebreitete Tuch nicht wie beim Konopeum oder Mückennetz ein plattes, sondern ein schräges Dach über dem Ruhebette. Ein festes Dach aber, dessen First weniger als ⅙ Elle (c. 8 cm) breit ist, macht die darüber befindliche Decke der Festhütte nur dann unwirksam, wenn es zehn Handbreiten (c. 80 cm) hoch ist."
+ ],
+ [
+ "einen Kürbis oder Epheu. קסוס = ϰισσός.",
+ "über sie gerankt. הדלה (von דלה = herabhängen) findet sich in der Bibel nicht, wohl aber die davon abzuleitenden Substantive דלי (Eimer) und דלית (Ranke). Die Verwandtschaft mit תלה (aufhängen) ist offenbar; vgl. arab. دلا und تل (den Krug bezw. das Seil in den Brunnen hinablassen). Auch das hebr. דלה bezeichnet zunächst das Hinablassen des Schöpfgefässes mittels eines Seiles, zum Unterschied von dem allgemeinern Ausdruck שאב, der das (unmittelbare) Eintauchen des Kruges ins Wasser bedeutet.",
+ "so ist sie unbrauchbar. weil Pflanzen oder Pflanzenteile, die aus dem Boden noch Nahrung ziehen, als Decke nicht verwendbar sind.",
+ "wenn aber diese Stoffe überwiegen. und das Geranke so mit ihnen vermengt ist, dass man es nicht sieht.",
+ "oder man hat die Ranken abgeschnitten. und aufs neue hinaufgelegt (s. Anm. 52).",
+ "Was für Unreinheit empfänglich ist. Geräte, Gewebe, Nahrungsmittel. Unter Unreinheit ist hier die hierologische (Pesaḥim I Anm. 26) zu verstehen.",
+ "oder nicht aus der Erde wächst. Mineralien und animalische Stoffe (Felle, Knochen und dgl.).",
+ "was dagegen für Unreinheit unempfänglich und aus der Erde hervorgewachsen ist. insbesondere Stroh und Reisig, die Abfälle in Tenne und Kelter (פסולת גרן ויקב).",
+ "eignet sich als Decke. Streng genommen, gehört diese Regel nicht hierher. Nach dem Anfang der Mischna sollte man vielmehr erwarten, dass in der allgemeinen Norm Vegetabilien, die noch in der Erde wurzeln, ausgeschlossen werden sollen, also etwa: זה הכלל כל המחובר לקרקע אין מסככין בו . Alfasi lässt die Worte כל דבר שהוא מקבל טומאה ואין גדולו מן הארץ אין מסככין בו weg und liest nur: זה הכלל דבר שאינו מקבל טומאה וגדולו מן הארץ מסככין בו. Dann bezieht sich die Regel bloss auf das vorangehende כשרה und verallgemeinert die angeführten Beispiele: גפן דלעת וקסוס. Nicht allein Weinlaub als Abfall der Kelter, sondern auch Ranken von Kürbis und Epheu wie überhaupt alles, was aus der Erde wächst und für hierologische Unreinheit nicht empfänglich ist, eignet sich, wenn es abgeschnitten ist, als Decke für die Festhütte."
+ ],
+ [
+ "Holzbündel oder Reisigbündel kann man als Decke nicht gebrauchen. Wenn auch die Schule Hillels der Ansicht ist, dass die Festhütte nicht für ihre religiöse Bestimmung hergestellt zu sein braucht (Anm. 7), so fordert sie doch, dass die Decke wenigstens zu dem Zwecke aufgelegt werde, dass sie die Sonnenstrahlen abwehre und Schatten spende. Diese Bündel aber werden gewöhnlich nur zum Trocknen hinaufgetan, um später als Brennstoff dienen zu können. So nach Babli. Jeruschalmi begründet das Verbot damit, dass eine solche Hütte nicht wie ein für Menschen bestimmter Wohnraum, sondern wie eine Vorratskammer aussieht.",
+ "wenn man sie aber aufgelöst hat. Statt וכולן שהתירן liest Jeruschalmi besser: אם התירן.",
+ "Zu Wänden eignet sich alles dieses. was in den vorangehenden Sätzen als zur Decke ungeeignet bezeichnet wurde (in Bündeln vereinigte wie im Boden wurzelnde Gewächse, Mineralien und tierische Stoffe, Geräte, Gewebe und Früchte)."
+ ],
+ [
+ "Man kann die Decke aus Brettern. נסר (Pl. נסרים) = Brett, von נסר = sägen abgeleitet; vgl. משור (Jes. 10, 15) Säge.",
+ "herstellen. Das ist die Meinung des R. Juda; R. Meïr aber verbietet es. An sich erfüllen Bretter alle Bedingungen, die in der vierten Mischna hinsichtlich der Decke aufgestellt sind. Aber auch in den gewöhnlichen Wohnhäusern besteht die Zimmerdecke meist aus Brettern, und die Festhütte soll sich doch grade durch die besondere Art der Decke von jenen unterscheiden. Daher stimmen alle Ansichten darin überein, dass Bretter von vier טפח oder 32 cm Breite nicht verwendet werden dürfen. Andererseits herrscht nur eine Meinung darüber, dass Bretter von weniger als drei טפח oder 24 cm Breite sich eben so gut wie Latten eignen. Der Streit zwischen R. Juda und R. Meïr beschränkt sich demnach auf Bretter von drei bis vier טפח Breite.",
+ "Hat man ein Brett aufgelegt. am Rande der Decke, in welchem Falle es als Fortsetzung der Wand angesehen wird und die Hütte erst dann unbrauchbar macht, wenn es vier Ellen breit ist (s. Anm. 60).",
+ "so ist sie. die Hütte.",
+ "doch darf man unter diesem nicht schlafen. und ebensowenig eine Mahlzeit einnehmen. Die Vorschrift, in der Hütte zu wohnen, bezieht sich nur auf den Schlaf und die regelmässigen Mahlzeiten."
+ ],
+ [
+ "über welchem kein Estrich ist. Der Estrich besteht in der Hauptsache aus einer Lehmschicht und ist daher nach Mischna 4 (s. Anm. 28) im Gegensatz zum Gebälk (vgl. Anm. 35) an sich schon ungeeignet, der Festhütte als Decke zu dienen. — Zur Erklärung des Wortes מעזבה verweist schon Raschi z. St. (15 a oben) auf Neh. 3, 8, wo עזב wahrscheinlich pflastern bedeutet.",
+ "man müsse. wenn man den Raum als Festhütte benutzen will",
+ "es lockern. die Nägel herausziehen, durch welche die Bretter und Balken befestigt sind. — פקפק ist Palpel von פוק (schwanken, schlottern).",
+ "und einen Balken zwischen je zweien entfernen. um die Zwischenräume mit geeigneteren, unanfechtbaren Stoffen (Anm. 29) auszufüllen.",
+ "man brauche nur zu lockern oder einen Balken zwischen je zweien zu entfernen. Von vornherein ist es zwar auch nach R. Juda nicht gestattet, die Decke der Festhütte aus Brettern und Balken herzustellen, wie sie zu festen Häusern gebraucht werden (Anm. 35). weil dann zwischen Hütte und Wohnzimmer kein erkennbarer Unterschied wäre. Etwas anderes ist es aber, wenn man einen Wohnraum zur Festhütte umgestalten will. Da genügt schon eine kleine Veränderung wie das Herausziehen der Nägel, um den Unterschied zu betonen [כך היא שיטת ר״ח ורש״י ויז״ה ורמב״ן ורא״ש ז״ל אבל רמב״ם ז״ל מוקי לה בנסרים שאין בהם רוחב ארבעה ועיין ר״ן ].",
+ "brauche aber im übrigen nicht zu lockern. Nach seiner Meinung stimmen die Schulen Hillels und Schammais darin überein, dass die Entfernung der Nägel ganz unerheblich ist. Hat man die Balken abwechselnd einen um den andern beseitigt und vorschriftsmässig ersetzt, so braucht man die übrigen nicht zu lockern; hat man das nicht getan, so nützt auch das Herausziehen sämtlicher Nägel nichts."
+ ],
+ [
+ "Verwendet man Bratspiesse. Zu שפוד vgl. Pesaḥim VII Anm. 2 u. 7.",
+ "oder Seitenwände eines Bettes. deren Breite weniger als vier Handbreiten beträgt (s. Anm. 65). — ארוכות (die langen) sind die beiden Seitenwände des Bettes; die anderen beiden Wände heissen קצרות (die kurzen). S. Kêlim XVIII 5, wo zwischen ארוכות und קצרות ein sachlicher Unterschied gemacht wird. Hier besteht ein solcher nicht. ארוכות ist nur als Beispiel gewählt, weil die Seitenwände vermöge ihrer grössern Länge sich vermutlich besser als die קצרות zum „Gebälk“ eignen.",
+ "zum Gebälk. Gemeint sind die Querstangen, die man in gewissen Abständen von einander über die Hütte legt, damit an ihnen die kurzen Halme oder Zweige, welche die Decke bilden (Anm. 29), einen Halt finden. — Eherne Spiesse sind wegen ihres Materials (Anm. 28) und ihrer Empfänglichkeit für טומאה, Bettwände sind als Teile von Geräten (Anm. 27) für die Decke unbrauchbar.",
+ "der ihnen gleichkommt. so dass keine dieser Querstangen breiter ist als die Lücke zwischen ihr und der benachbarten.",
+ "so ist sie brauchbar. sofern man die Lücken mit geeignetem Material (Anm. 29) ausfüllt, das man quer über die Spiesse oder Bettwände legt, sodass seine Enden auf ihnen ruhen.",
+ "Höhlt man einen Garbenhaufen aus. חטט = graben, aushöhlen; syr. ܚܳܛ dasselbe; arab. خط = Linien ziehen, schreiben (ursprünglich wohl = eingraben).",
+ "um eine Hätte in ihm herzustellen. Statt בו liest Babli wie Jeruschalmi לו: um sich eine Hütte herzurichten.",
+ "so ist das keine Hütte. Hier haben wir ein treffliches Beispiel für die allgemein gültige Norm: תעשה ולו מן השוי. Mit diesem Schulausdruck bezeichnet man die Forderung, laut welcher überall, wo die Anfertigung eines religiösen Zwecken dienenden Gegenstandes vorgeschrieben ist, dieser durch Menschenhand direkt hergestellt werden muss und daher für seine Bestimmung untauglich ist, wenn er von selbst entstanden oder durch eine indirekte Handlung aus einem vorschriftswidrigen Zustande in den ordnungsmässigen übergeführt wurde. Wenn man aus der Mitte eines Garbenhaufens einige Bündel herausnimmt, so hat man zwar den Innenraum der Festhütte hergestellt, die Wände aber und vor allem die Decke, auf die es hauptsächlich ankommt, sind von selbst entstanden. Wenn man wie in Mischna 4 die Ranken einer noch in der Erde wurzelnden Schlingpflanze über eine Laube zieht, die man als Festhütte benutzen will, so genügt es nicht, die Ranken nachträglich abzuschneiden, man muss sie vielmehr nach ihrer Trennung vom Boden aufs neue hinauflegen (Anm. 26). In Mischna 7 meinen einige Erklärer, man müsse ebenfalls nach Entfernung der Nägel die Bretter und Balken erst abheben und wieder hinauftun; wenn die meisten und maassgebendsten davon absehen, so erklärt es sich dadurch, dass jene Stoffe an sich als Decke der Festhütte geeignet sind (vgl. Anm. 35)."
+ ],
+ [
+ "Lässt man die Wände von oben hinab. z. B. einen Rollvorhang. — שלשל ist Palpel von שול; der Hif‘îl findet sich in derselben Bedeutung (hinablassen) Jom Tob V 1, wo משילין schwerlich von נשל abzuleiten ist. Im Arab. wird سيل vom Hinabfliessen des Wassers gebraucht. In der Bibel bezeichnet שול den Kleidersaum, die Schleppe. Wir hätten demnach, da שלשל nur zu מלמעלה למטה, nicht aber zu dem folgenden מלמטה למעלה passt, ein regelrechtes Zeugma vor uns. Aus diesem Grunde haben manche, verleitet durch Raschis שהתחיל לארוג [vorher sagt Raschi ausdrücklich: כל מלמעלה למטה קרי שלשול], das Wort an dieser Stelle mit „flechten“ übersetzt. Man könnte zur Bekräftigung dieser Auffassung auf das arab. سلسل (verketten) hinweisen; doch lässt sich diese Bedeutung in der rabbinischen Literatur nicht nachweisen.",
+ "so ist sie. die Hütte.",
+ "wenn der Abstand vom Boden drei Handbreiten. Eine Lücke von weniger als drei Handbreiten (= ½ Elle, c. 24 cm) wird als unerheblich nicht beachtet. Für diesen im Talmud häufiger vorkommenden Begriff (vgl. ‘Erubin I 9—10 und Anm. 30 daselbst) ist die Bezeichnung לבוד geprägt worden, etwa: zusammenhängend, kompakt [syr. ܥܒܰܕ = verdichten, zusammendrängen; arab. لند = anhaften, IV zusammenfügen; davon לברים (Kilajim IX 9) = Filz, arab. Libd].",
+ "untauglich; [zieht man jene] von unten hinauf, so ist sie, wenn die Höhe (über dem Boden. הארץ מן fehlt in einigen Ausgaben.",
+ "brauchbar. Man könnte meinen, das stände bereits in Mischna 1. Indessen wird dort nur gesagt, dass die Hütte nicht höher als zehn Handbreiten zu sein braucht; hier aber wird gelehrt, dass die Wände nicht bis zur Decke reichen müssen. Wenn sie nur 10 טפח hoch sind, mögen sie in vertikaler Richtung noch so weit (sogar 18 Ellen) von der Decke abstehen, kann die Hütte am Feste benutzt werden. Dieser Gedanke tritt noch deutlicher hervor, wenn die Lesart מלמטה למעלה כיון שהגיע לעשרה כשרה, wie sie R. Obadja vorgelegen zu haben scheint, richtig ist. Raschi schreibt: כיון שהגביה עשרה כשרה. Vielleicht sind das Worte des Mischnatextes.",
+ "so von oben nach unten zehn Handbreiton. Nach seiner Ansicht dürfen die Wände auch vom Boden der Hütte beliebig weit abstehen, wenn nur die Decke nicht höher als 20 Ellen liegt.",
+ "Hat man die Decke drei Handbreiten. in horizontaler Richtung.",
+ "so ist sie. die Hütte."
+ ],
+ [
+ "Hat man über einem schadhaften Gebäude ein Hüttendach hergestellt. Aus dem Zusammenhang ist ersichtlich, dass es sich um ein Wohnhaus handelt, dessen Dach nebst Boden zum Teil abgetragen und an dieser Stelle durch eine für die Festhütte geeignete Decke ersetzt wurde. — פחת (gew. = verringern, abnehmen) ist im Syr. = graben, im Arab. فخت) abtrennen und = abdecken; vgl. das bibl. פחת (Grube) und פחתת (Vertiefung, schadhafte Stelle — 3. B. M. 13, 55).",
+ "ungeeignet. Wenn zwischen Wand und Decke wie in der vorigen Mischna ein leerer Raum sich befindet, so genügt schon eine Breite von drei טפח (c. 24 cm), um die Hütte als ungeeignet erscheinen zu lassen; wenn aber wie hier der Zwischenraum durch vorschriftswidriges Material ausgefüllt ist, muss dessen Breite schon vier Ellen (ca. 192 cm), also das Achtfache betragen, um die Benutzung auszuschliessen. Bei geringerer Breite werden die Reste der alten Decke als Fortsetzungen oder rechtwinkelige Verlängerungen der Wände angesehen. Man hat dafür den Kunstausdruck דופן עקומה (gekrümmte Wand.)",
+ "der von einem Säulengang umgeben ist. Die Exedra (אכסדרה = gr. ἐξέδρα) ist ein mit festem Dach versehener Säulengang, dessen Hinterwand von den Mauern der den Hofraum einschliessenden Häuser gebildet wird, während die vordere, dem Hofe zugekehrte Seite überhaupt keine Wand hat. Misst nun die Breite des Daches weniger als vier Ellen, so kann man den Hofraum dadurch zu einer Festhütte umgestalten, dass man von einem Dache zum gegenüberliegenden Stangen legt, die dem Stroh oder Reisig, welches die Decke der Hütte bilden soll, als Stütze dienen. Die Hinterwände und Dächer der Exedra stellen in diesem Falle die „gekrümmten Wände“ der Hütte dar.",
+ "Hat man eine grössere Hütte. die das vorgeschriebene Mindestmaass (sieben Handbreiten im Geviert) übersteigt",
+ "rings. um die ordnungsmässige Decke.",
+ "die sich als Decke nicht eignen. s. Anm. 24, 27 u. 28.",
+ "wenn sie einen Raum von vier Ellen. Befinden sich diese Stoffe aber in der Mitte der Decke (d. i. vier Ellen vom äusseren Rande entfernt), so genügen schon vier Handbreiten (= ⅔ Elle, ca. 32 cm) an einer Stelle, um die Hütte unbrauchbar zu machen.",
+ "unbrauchbar. Die drei Sätze dieser Mischna zeigen sämtlich nur die Anwendung des einen als דופן עקומה bezeichneten Prinzips. Es liegt aber in den einzelnen Beispielen eine fortschreitende Steigerung. Im ersten Satze gehören die Reste der eingestürzten Decke und die darunter befindlichen Wände wenigstens demselben Gebäude an und sind überdies mit einander verbunden, während im zweiten das Dach der Exedra und die dahinter stehenden Mauern eine Einheit bilden, obschon sie nicht mit einander verbunden sind, ja nicht einmal demselben Bauwerk angehören; in beiden Sätzen aber handelt es sich immerhin um Stoffe, die an sich zur Decke einer Festhütte Verwendung finden könnten (das Dach des Säulenganges besteht gleich der schadhaften Zimmerdecke aus Balken und Brettern; s. Anm. 43), während im dritten ausdrücklich von völlig ungeeigneten Stoffen die Rede ist."
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+ [
+ "Wenn man die Hütte kegelförmig macht. צריף ist eine ganz aus Ruten oder anderen zur Decke geeigneten Stoffen hergestellte Hütte, deren Querprofil ein gleichschenkeliges, mit dem Scheitel nach oben gerichtetes Dreieck bildet. Nach Raschi (z. St. und noch deutlicher zu Baba M. 42a) bezeichnet das Wort eine runde Jägerhütte. Selbstverständlich kommt es hier auf die Kegelgestalt nicht an, die Hütte könnte ebenso gut die Form eines dreiseitigen Prisma oder einer Pyramide haben; wesentlich ist nur, dass Decke und Wand der Hütte ineinander übergehen, so dass man nicht unterscheiden kann, wo die eine aufhört und die andere anfängt.",
+ "oder an eine Mauer lehnt. d. h. man stellt eine vorschriftsmässige Decke mit dem untern Rande auf die Erde in mässiger Entfernung von einer Mauer, an die sich dann die obere Kante der Decke stützt, so dass die beiden Seitenwände (und ebenso das Querprofil) die Form eines rechtwinkeligen Dreiecks haben und die Hütte einem Pultdach ähnlich sieht. Das wesentliche Merkmal ist auch hier, dass Wand und Decke unmerklich ineinanderfliessen.",
+ "weil sie kein Dach hat. Ist aber ein Dach vorhanden (wenn also im ersten Falle der Kegel oben abgestumpft ist, oder im zweiten Falle der obere Rand der Decke von der Wand absteht), und hätte es auch nur die Breite eines טפח, so ist die Hütte brauchbar.",
+ "nach den Weisen aber brauchbar. vorausgesetzt, dass sie geräumig genug ist, um ein Parallelepipedon von 10 טפח Höhe und einer Grundfläche von 7 טפח im Geviert einschliessen zu können (s. Einl. Abs. 2).",
+ "Eine grosse Schilfmatte. Andere Lesart: מחצלת קנים מחצלת גדולה.",
+ "kann sie als solche verwendet werden und ist für Unreinheit nicht empfänglich. Es gab zweierlei Matten: Kleinere (etwa von der Länge und Breite eines Menschen) zum Schlafen und grössere zum Zwecke der Bedachung. Diese entsprechen in jeder Beziehung den an die Decke der Festhütte gestellten Anforderungen; jene aber sind als Geräte für Unreinheit empfänglich (Anm. 27; s. besonders 3. B. M. 15, 4, 20, 26) und daher als Decke nicht verwendbar.",
+ "Ob klein oder gross. Ältere Lesart: אחת גדולה ואחת קטנה (s. Raschi 20a s v. אי הכי).",
+ "so kann sie als solche gebraucht werden und ist für Unreinheit nicht empfänglich. Wie die Mischna vor uns liegt, könnte sie den Sinn haben, dass nach der ersten Ansicht kleinere Matten auch dann nicht als Decke Verwendung finden dürfen, wenn sie zu diesem Zwecke angefertigt wurden, weil sie in der Regel als Lager dienen und daher zu befürchten ist, dass die unwissende Menge keinen Unterschied machen und auch die ohne Zweckbestimmung hergestellten Matten zur Festhütte verwenden wird, während R. Eli‘ezer, der dieser Besorgnis keine Bedeutung beimisst, zwischen grösseren und kleineren Matten keinen Unterschied macht. Immerhin ist es befremdlich, dass die Mischna, was sonst nicht ihre Art ist, mit einem Satze beginnt, der einen Gegensatz erwarten lässt, diesen aber unterdrückt. Nach dem bab. Talmud scheint es, dass die Mischna nicht korrekt überliefert ist [ודברי התוספות בד״ה וכאן לא זכיתי להבין דהא בהדיא תנן גדולה ברישא ועיין מהרש״א]. Sie müsste eigentlich lauten: מחצלת הקנים גדולה עשאה לשכיבה מקבלת טומאה ואין מסככיו בה נהקטנה עשאה לסכוך מסככין בה ואינה מקבלת טומאה רבי אליעזר אומר וכו׳. Demnach wäre die grössere Matte schlechthin für Unreinheit, unempfänglich und für die Festhütte als Decke geeignet, solange sie nicht ausdrücklich zum Lager bestimmt wurde, während die kleinere Matte umgekehrt ohne weiteres für Unreinheit empfänglich und daher zur Decke ungeeignet ist, sofern sie nicht ausdrücklich zum Zwecke der Bedachung angefertigt wurde; R. Eli‘ezer dagegen meint, dass beide nur dann unempfänglich sind und verwendet werden dürfen, wenn sie ausdrücklich bei der Herstellung zur Decke bestimmt wurden, denn gewöhnlich werden sie als Bettunterlage angefertigt. Allerdings ist nach dieser Erklärung das Wort לשכיבה im Satze des R. Eli‘ezer anstössig, da ja von ihnen מקבלת טומאה ואין מסככין בה auch dann gilt, wenn sie nicht ausdrücklich לשכיבה gemacht sind."
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+ "hat seiner Pflicht nicht genügt. Vgl. das Konopaion oben I, 3.",
+ "dass Sklaven von der Hütte befreit sind. s. M. 8."
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+ "ist tauglich. Über die Bedeutung des Wortes מדובללת herrschte schon unter den ersten Amoräern eine Meinungsverschiedenheit. Rab, dessen Auffassung unsere Übersetzung folgt, leitet es von der Wurzel דל (armselig, dürftig, spärlich) mit eingeschobenem ב ab und sieht in ושצלתה מרובה מתמתה einen Relativsatz: Eine Hütte, deren sonst vorschriftsmässige Decke mangelhaft ist, kann trotz der Lücken, die sie aufweist (sofern nur die einzelnen Zwischenräume nicht volle drei Handbreiten betragen; vgl. K. I. M. 9 Ende), benutzt werden, wenn sie mehr Schatten als Sonne hat. Samuel dagegen, dessen Erklärung sich Maimonides und die späteren Kommentatoren zu eigen gemacht haben, vermutet in מדובללת den Stamm בלל (vermengen, verwirren, durcheinanderwerfen) mit Vorgesetztem ד und erblickt in ושצלתה מרובה מחמתה einen besondern Satzgegenstand: Eine Hütte, deren sonst vorschriftsmässige Decke unordentlich aufliegt (die einzelnen Bestandteile befinden sich nicht in gleicher Ebene, sondern drunter und drüber, bald höher bald niedriger, wodurch die Hütte zuviel Sonne hat; sie würden aber genügenden Schatten gewähren, wenn sie alle in gleicher Höhe lägen — Raschi), ist ebenso brauchbar wie eine, die gerade noch mehr Schatten als Sonne hat (wenn ihre Decke auch noch so dürftig ist). Für Rabs Auffassung spricht der Gegensatz zwischen סכה המדובללת und dem folgenden המעובה כמין בית, für Samuels Erklärung die Lesart ושצלתה, wofür Rab wahrscheinlich שצלתה oder וצלתה überlieferte.",
+ "ist sie tauglich. Ist sie aber so dicht, dass nicht einmal ein Sonnenstrahl durchdringt, so ist sie, wie eine Baraita lehrt, zwar nach der Schule Hillels immer noch brauchbar, nach den Schammaiten jedoch untauglich. Kann indessen selbst der Regen nicht durchsickern, so ist sie, wie neuere Dezisoren meinen, nach allen Ansichten unbrauchbar."
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+ "so ist sie tauglich. und an den Mittelfesttagen auch benutzbar.",
+ "aber man darf sie am Feiertage nicht besteigen. s. Jom Ṭob V 2.",
+ "Sind zwei [Seiten] durch einen Baum und eine durch Menschenhand [gestützt] oder zwei durch Menschenhand und eine durch einen Baum. שתים באילן ואחת בידי אדם או שתים בידי אדם ואחת באילן hängt noch von העושה סבתו an der Spitze des Satzes ab. Er hat die Hütte in der Weise hergestellt, dass sich die Decke an zwei Seiten auf einen Baum stützt, während die dritte auf einer durch Menschen errichteten Wand ruht, oder umgekehrt.",
+ "aber man darf sie am Feiertage nicht betreten. Gewöhnlich befand sich die Festhütte auf dem platten Dache des Hauses, wodurch sich der Ausdruck עולין (hinaufsteigen) eingebürgert hat, der an dieser wie an mancher andern Stelle nicht buchstäblich zu nehmen ist.",
+ "ist sie tauglich und darf am Feiertage betreten werden. Demnach wäre sie auch dann am Feiertage zu benutzen, wenn sie im Ganzen nur drei Wände hat, von denen zwei durch Menschenhand errichtet wurden, sofern diese nicht einen Winkel bilden, sondern einander gegenüberstehen, sodass man von der einen zur andern Stangen legen kann, auf denen die Decke auch nach Entfernung der dritten Wand noch sicher ruht."
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+ "so dass die Bäume ihre Wände bilden. ohne dass die Decke sich auf diese stützt (sie ruht z. B. auf Säulen).",
+ "Gelegentlich. einen kleinen Imbiss und ähnliches."
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+ "es nach der Hütte hinaufzutragen. obschon sie es auch ausserhalb geniessen konnten. Ihr Beispiel wird hier angeführt, um es der Nacheiferung zu empfehlen.",
+ "nahm er sie mittels eines Tuches. weil er sich die Hände nicht gewaschen hatte. Verpflichtet ist man zur Händewaschung nur dann, wenn die zu geniessende Speise den Rauminhalt eines Hühnereies hat.",
+ "ass sie ausserhalb der Hütte und sprach nachher nicht den Segen. Wohl aber hatte er vor dem Genusse den entsprechenden Segen gesprochen; denn dieser setzt kein bestimmtes Quantum voraus, während es vom nachfolgenden Segensspruche heisst: Wenn du gegessen hast und satt geworden bist (5. B. M. 8, 10)."
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+ "Vierzehn Mahlzeiten ist man in der Hütte zu essen verpflichtet. an den sieben Tagen des Festes.",
+ "allein. In dieser muss man in der Hütte essen; sonst aber braucht man nur dann in der Festhütte zu speisen, wenn man überhaupt eine Mahlzeit halten will. — של חג fehlt in Jeruschalmi.",
+ "soll es in der Nacht des letzten Feiertages nachholen. in der Nacht des Schlussfestes. Auffallend ist, dass R. Eli‘ezer hier die erste Nacht betont (בלילי יום טוב הראשון). Da man nach seiner Meinung täglich zwei Mahlzeiten in der Hütte einnehmen muss, hätte er sagen sollen: Wer eine Mahlzeit versäumt hat, soll sie am Schlussfeste nachholen (מי שלא אכל סעודה אחת ישלים ביום טוב אחרון). Und wie, wenn er mehrere Mahlzeiten versäumt hat? Wann soll er sie ergänzen? Der Talmud meint, dass R. Eli‘ezer seine frühere Ansicht widerrufen und später eingeräumt hat, dass man nur in der ersten Nacht in der Hütte zu speisen brauche [כן נראה לי לפרש קושית התלמוד אף על פי שאיני כדי לחלוק על רש״י ותוספות ].",
+ "davon heisst es. Kohelet 1, 15."
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+ "das Haus Hillel aber für ausreichend. פוסלין heisst eigentlich nicht für „gesetzwidrig“, sondern für untauglich, מכשירין nicht für „ausreichend“, sondern für brauchbar erklären. Es sind hier zwei Sätze ineinandergeflossen: Wenn jemand (an der Schwelle einer geräumigen Festhütte) so sitzt oder liegt, dass sich sein Kopf und der grössere Teil seines Körpers zwar in der Hütte befinden, seine Beine aber nebst dem Tische in dem anstossenden Wohnzimmer, [so hat er nach Bêt Hillel seiner Pflicht genügt, nach Bêt Schammai aber nicht; ist die Hütte so klein, dass sie überhaupt nicht mehr als den grössern Teil eines mittelgrossen Menschenkörpers fasst,] so ist sie nach der Schule Schammais untauglich, nach der Schule Hillels aber brauchbar. (Babli 3 a unten).",
+ "und dass sie ihn mit Kopf und grösserm Teil des Körpers in der Hütte sitzend fanden, während sein Tisch im Zimmer stand (und sie sagten ihm kein Wort. Die eingeklammerten Worte, die in einigen Handschriften fehlen, sind mit Rücksicht auf das folgende אף הם אמרו לו besser zu streichen.",
+ "Das ist ein Beweis. Raschi fasst diese Entgegnung als Fragesatz auf. Man kann indessen auch übersetzen: Grade dieser Vorfall ist ein Beweis für uns."
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+ "Sklaven und Minderjährige sind von der Hütte befreit. Frauen und Sklaven sind von den meisten Pflichten, deren Erfüllung an eine bestimmte Zeit geknüpft ist (מצות עשה שהזמן גרמא), befreit; Minderjährige haben wie Unzurechnungsfähige überhaupt keine Pflichten.",
+ "ist zur Hütte verpflichtet. Die Eltern haben die Pflicht, ihn in der Festhütte essen und schlafen zu lassen.",
+ "dass die Schwiegertochter des alten Schammai niederkam. während des Hüttenfestes oder kurz vorher.",
+ "machte dieser einen Ausschnitt im Estrich. פחת = vermindern, verringern.",
+ "und stellte über dem Bette ein Hüttendach her. Er entfernte also einen Teil des Estrichs an der Zimmerdecke der Wochenstube und verfuhr mit dem darunter befindlichen Gebälk nach K. I M. 7.",
+ "um des Kindes willen. Schammai war der Meinung, dass die Erziehungspflicht der Eltern mit des Kindes erstem Lebenstage beginnt."
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+ "Sie haben ein Gleichnis vorgetragen. um den Übereifer derjenigen ins rechte Licht zu setzen, die trotz des eindringenden Regens in der Festhütte verharren möchten.",
+ "dieser aber giesst ihm eine Schüssel. Zu קיתון s. Joma Kap. IV Anm. 28."
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+ "Ein unrechtmässig erworbener oder vertrockneter Palmzweig ist untauglich. hinsichtlich des Gebotes in 3. B. M. 23, 40.",
+ "ein vom Götzenhain oder aus einer abtrünnigen Stadt herrührender ist untauglich. Ein dem Götzendienste geweihter Baum muss verbrannt werden, ebenso die Habe einer zum Heidentum abgefallenen Stadt (5. B. M. 12, 3 und 13, 17).",
+ "sind seine Blätter gespalten. Das Palmblatt ist in der Mitte gefaltet; wird es am Rücken aufgerissen, so spaltet sich das Doppelblatt zu zwei einfachen Blättern. Raschi erklärt נפרצו עליו in Übereinstimmung mit demselben Ausdruck in der folgenden Mischna: die Blätter sind von der Mittelrippe abgetrennt und künstlich (mittels eines Ringes oder Bindfadens) wieder befestigt.",
+ "Man binde ihn oben zusammen. damit sie wie die gewöhnlichen Palmblätter einander anliegen.",
+ "Stachelzweige des Eisenberges. eines Berges an der Benhinnomschlucht in Jerusalem, dessen Palmen so kurze Blätter hatten, dass die Spitze des einen kaum die Wurzel des nächsten bedeckte [daher צינים (Stacheln, Dornen) im Gegensatz zu לולבים, was eigentlich Blätter bedeutet]. Sind sie noch kürzer, so sind die Zweige unbrauchbar.",
+ "dass man ihn schütteln kann. Der Talmud meint, man müsse וכדי lesen (drei Handbreiten und ausserdem noch so viel, dass man schütteln kann), weil Samuel verlangt, dass der Lulab vier Handbreiten messe, und nach R. Joḥanan die Mittelrippe („das Rückgrat des Palmzweiges“) allein schon vier Handbreiten lang sein muss."
+ ],
+ [
+ "Ein unrechtmässig erworbener oder vertrockneter Myrtenzweig ist untauglich. hinsichtlich des Gebotes in 3. B. M. 23, 40.",
+ "ein vom Götzenhain oder aus einer abtrünnigen Stadt herrührender ist untauglich. Ein dem Götzendienste geweihter Baum muss verbrannt werden, ebenso die Habe einer zum Heidentum abgefallenen Stadt (5. B. M. 12, 3 und 13, 17).",
+ "Hat man sie vermindert. indem man soviel Beeren abgerissen hat, dass nunmehr die Zahl der Blätter überwiegt.",
+ "am Feiertage aber darf man sie nicht vermindern. weil man am Feiertage wie am Schabbat keinen Gebrauchsgegenstand in Stand setzen darf."
+ ],
+ [
+ "Ein unrechtmässig erworbener oder vertrockneter Bachweidenzweig ist untauglich. hinsichtlich des Gebotes in 3. B. M. 23, 40.",
+ "ein vom Götzenhain oder aus einer abtrünnigen Stadt herrührender ist untauglich. Ein dem Götzendienste geweihter Baum muss verbrannt werden, ebenso die Habe einer zum Heidentum abgefallenen Stadt (5. B. M. 12, 3 und 13, 17).",
+ "so ist er gleich der Bergweide. Die Bergweide unterscheidet sich darin von der Bachweide, dass diese rote Zweige mit länglichen, glattrandigen Blättern hat, jene aber weisse Zweige mit runden zackigen Blättern.",
+ "ist ein Teil seiner Blätter abgefallen. und zwar der kleinere Teil.",
+ "ist er auf dem Felde gewachsen. Der Ausdruck Bachweiden (3. B. M. 23, 40) will nur die Art bezeichnen, fordert aber nicht, dass der Baum tatsächlich am Bache stehe. — Unter שדח הבעל versteht man sonst im Gegensatz zu בית השלחים (dem dürren Lande, das künstliche Bewässerung heischt) ein Feld, das vom Regen ausreichend getränkt wird. Hier kommt es auf diesen Unterschied nicht an. Wahrscheinlich gab es auf בית השלחים überhaupt keine Bachweiden."
+ ],
+ [
+ "einen Palmzweig und einen Etrog. Frucht von der Gattung der Orangen, in der Tora (3. B. M. 23, 40) als Fracht des Prachtbaumes bezeichnet, gewöhnlich Paradiesapfel genannt.",
+ "wenn auch von zweien. der drei Myrtenzweige."
+ ],
+ [
+ "Ein unrechtmässig erworbener oder vertrockneter Etrog ist untauglich. hinsichtlich des Gebotes in 3. B. M. 23, 40.",
+ "ein vom Götzenhaine oder aus einer abtrünnigen Stadt herrührender ist untauglich. Ein dem Götzendienste geweihter Baum muss verbrannt werden, ebenso die Habe einer zum Heidentum abgefallenen Stadt (5. B. M. 12, 3 und 13, 17).",
+ "Ist er ‘Orla. So heissen die Früchte, die ein Baum in den ersten drei Jahren trägt. Sie sind nach 3. B. M. 19, 23 verboten.",
+ "oder unreine Hebe. Hebe ist die Abgabe, die vom Ertrage der Ernte an die Priester zu entrichten ist. Sie darf nur von diesen und ihren Angehörigen gegessen werden. Ist sie aber durch hierologische Unreinheit (Pesaḥim I Anm. 26) entweiht, so darf sie überhaupt nicht gegessen, muss vielmehr verbrannt werden.",
+ "so ist er ja im Grunde tauglich. Mit anderen Worten: man hat seiner Pflicht genügt. — Der Ausdruck כשר scheint hier nicht am Platze (vgl. K. II Anm. 19). Der Sinn ist aber: An sich ist ja der Etrog tauglich, da er als reine Hebe dem Priester wenigstens gestattet ist, und wenn die Rabbinen gleichwohl bestimmt haben, dass man ihn von vornherein nicht wählen soll, so geschah das nur aus dem Grunde, weil seine zarte Schale durch den Gebrauch schmutzig und unansehnlich wird, die Hebe aber als geweihter Gegenstand nicht mutwillig entwertet werden darf.",
+ "Ist er Demai. Bezeichnung für die von einem unzuverlässigen Landmann erworbenen Früchte, von denen man vermutet, dass sie nicht verzehntet sind.",
+ "erklärt ihn die Schule Schammais für untauglich. weil es verboten ist, solche Früchte zu essen, ehe man sie des Zweifels wegen verzehntet hat.",
+ "die Schule Hillels für tauglich. weil es nach ihrer Ansicht armen Leuten gestattet ist, Demai zu essen.",
+ "Ist er zweiter Zehnt. Nachdem man von der Ernte die Hebe an den Priester und den ersten Zehnt an den Leviten entrichtet hat, wird noch ein zweiter Zehnt abgesondert, der entweder ausgelöst oder nach Jerusalem gebracht und dort verzehrt werden muss. Ausserhalb der heiligen Stadt darf er unausgelöst nicht gegessen werden.",
+ "so ist er ja im Grunde tauglich. Auch hier (vgl. Anm. 16) ist der Ausdruck כשר anstössig, und auch hier ist der Sinn: Man hat seiner Pflicht genügt, da ja der Etrog an sich mit Rücksicht darauf, dass er in Jerusalem gegessen werden darf, auch ausserhalb tauglich ist, ebenso wie mit אתרוג של תרומה als einer dem Priester erlaubten Frucht auch jeder andere, der ihn zur Erfüllung des Gebotes verwendet, seiner Pflicht genügt hat. Wenn trotzdem angeordnet wurde, dass man von vornherein nicht einmal in der heiligen Stadt einen Etrog von zweitem Zehnt benutzen soll, so liegt der Grund auch hier in der Heiligkeit dieser Abgabe und der empfindlichen Zartheit der Frucht."
+ ],
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+ "ist seine Rosette. Das Nägelchen, das die Wölbung an seinem obern Ende krönt.",
+ "ohne dass das geringste fehlt. Man hat z. B. einen spitzen Gegenstand hineingebohrt und wieder heransgezogen. Durch den Druck auf die Umgebung ist ein Loch entstanden, ohne dass die Frucht einen Verlust erlitten hat."
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+ "so muss man deren zwei mit einer Hand fassen können. Andere Lesart: שניהם בידו אחת = beide (Lulab und Etrog) mit einer Hand."
+ ],
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+ "Man darf den Feststrauss. Das Wort לולב bezeichnet hier wie an vielen anderen Stellen den ganzen Feststrauss, dessen hervorragendsten Bestandteil eben der Palmzweig bildet.",
+ "nur mit Gleichartigem binden. also nur mit Stoffen, die von den vier zum Feststrauss gehörigen Pflanzen (Etrog, Palme, Myrte, Bachweide) herrühren."
+ ],
+ [
+ "Und wo schüttelten sie ihn. Diese Frage, die vermutlich zu den ältesten Bestandteilen der Mischnasammlung gehört, knüpft an das Ende der ersten Mischna unseres Kapitels an.",
+ "am Anfang und am Ende. des 118. Psalms.",
+ "hilf doch. Ps. 118, 25,",
+ "lass es glücken. daselbst.",
+ "selbst an seiner Tafel nehmen. d. h. wenn er es bei seiner Heimkehr vergessen und erst bei Tische sich erinnert, muss er sein Mahl unterbrechen, um über den Feststrauss den Segen zu sprechen.",
+ "denn der ganze Tag. im engern Sinne, mit Ausschluss der Nacht."
+ ],
+ [
+ "ein Weib oder ein Minderjähriger vorliest. Es handelt sich um das Hallel (Ps. 113–118), von welchem soeben die Rede war.",
+ "was sie ihm vorsagen. weil die genannten Personen das Hallel zu lesen nicht verpflichtet sind und der Vortrag eines Nichtverpflichteten den verpflichteten Zuhörer seiner Pflicht nicht entledigen kann.",
+ "und er sei verwünscht. dass er nicht lesen gelernt hat.",
+ "fällt er mit Halleluja ein. so oft der Vorleser einen Vers beendet."
+ ],
+ [
+ "wiederhole man. die letzten neun Verse des 118. Psalms.",
+ "zu vereinfachen. sie nur einmal zu lesen.",
+ "einen Segensspruch folgen za lassen. Der Segenspruch vor dem Hallel aber ist vorgeschrieben und keinem Ortsbrauch unterworfen.",
+ "Kauft jemand. Dieser Satz stand wohl ursprünglich im Anschluss an Mischna 5.",
+ "im siebenten Jahre. 3. B. M. 25. 1—7.",
+ "einen Feststrauss. Das Wort לולב bezeichnet hier wie an vielen anderen Stellen den ganzen Feststrauss, dessen hervorragendsten Bestandteil eben der Palmzweig bildet.",
+ "weil man ihn im siebenten Jahre nicht kaufen darf. Wenn hier das Verbot des Handeltreibens mit Früchten des siebenten Jahres (Scheb‘it VII 3) gemeint wäre, so müsste die Begründung lauten: weil er ihn im siebenten Jahr nicht verkaufen (למכרו) darf. Auch ist, wie aus dem Schlusssatz der angeführten Stelle ersichtlich, nur ein ständiger Handel, nicht aber ein gelegentlicher Verkauf untersagt. Vielmehr ist hier von einem in religiöser Beziehung nicht ganz einwandsfreien Verkäufer die Rede, von dem man fürchtet, dass er von dem empfangenen Gelde, welches als Erlös von Früchten des siebenten Jahres hinsichtlich seiner Verwendung gewissen Beschränkungen unterworfen ist (das. VIII 4, 5, 8), einen gesetzwidrigen Gebrauch machen könnte. Beim Palmzweig, der schon vor Beginn des siebenten Jahres gewachsen sein muss, wenn er am Hüttenfeste benutzt werden soll, fällt dieses Bedenken fort; beim Etrog aber richten sich, wie unsere Mischna im Gegensatz zu Bikkurim II 6 annimmt, die Vorschriften des siebenten Jahres nicht wie bei anderen Bäumen nach dem Jahre der Fruchtbildung, sondern wie beim Gemüse nach dem Jahre des Pflückens."
+ ],
+ [
+ "Anfangs wurde der Feststrauss. Das Wort לולב bezeichnet hier wie an vielen anderen Stellen den ganzen Feststrauss, dessen hervorragendsten Bestandteil eben der Palmzweig bildet.",
+ "im Heiligtume sieben Tage. an jedem Tage des Hüttenfestes.",
+ "und in der Provinz. ausserhalb Jerusalems. Wie man es innerhalb gehalten, ist zweifelhaft und hängt davon ab, ob man die Bezeichnung Heiligtum (מקדש) im engern Sinne auf den Tempel beschränkt oder im weitern Sinne auf die heilige Stadt ausdehnt.",
+ "nur einen Tag. am ersten Festtage.",
+ "dass der Feststrauss in der Provinz sieben Tage zur Erinnerung an das Heiligtum genommen werde und dass der ganze Tag der Schwingung dem Verbote unterliege. Gemeint ist das Verbot in 3. B. M. 23, 14. Solange der Tempel stand, durfte man bis zur Darbringung des Erstlingsopfers von der Gerstenernte, der sogenannten Omerschwingung (das. 10—11) am 16. Nisan, kein neues Getreide essen. Mit der Zerstörung des Tempels schwand das Erstlingsopfer, und das Verbot erstreckte sich nunmehr nur noch bis zum Sonnenaufgang des genannten Tages. Rabban Joḥanan ben Zakkai aber dehnte es auf den ganzen Tag aus, weil er fürchtete, das Volk würde nach dem Wiederaufbau des Tempels seine Gewohnheit beibehalten und nicht erst die Omerschwingung abwarten wollen. Nach einer andern Ansicht im Talmud ist seit der Zerstörung des Tempels der Genuss des neuen Getreides den ganzen Tag gesetzlich verboten. Die Anordnung des R. J. b. Z. bestand darin, dass er das Volk, das sich bis dahin nur am Vormittage des neuen Getreides enthalten hatte, in öffentlichen Vorträgen auf die veränderte Sachlage aufmerksam machte."
+ ],
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+ "Fiel der erste Feiertag des Festes auf einen Schabbat. in welchem Falle der Segen über den Feststrauss auch am Schabbat gesprochen wurde (s. K. IV M. 2).",
+ "trugen alle Leute ihre Feststräusse. Das Wort לולב bezeichnet hier wie an vielen anderen Stellen den ganzen Feststrauss, dessen hervorragendsten Bestandteil eben der Palmzweig bildet.",
+ "zur Synagoge. vor Beginn des Schabbat, wie aus dem folgenden Satze ersichtlich. Fiel der Feiertag auf einen andern Tag der Woche, trug man den Feststrauss am Feiertage selbst zur Synagoge; am Schabbat aber darf man ausser den Kleidern, die man anhat, keinerlei Gegenstände vom Hause auf die Strasse und umgekehrt tragen. Es ist dies einer der Punkte, in denen sich der Feiertag vom Schabbat unterscheidet."
+ ],
+ [
+ "und es trug jemand aus Versehen den Feststrauss in öffentliches Gebiet. um ihn nach der Synagoge zu schaffen, wo er über ihn den Segen sprechen wollte, ohne daran zu denken, dass es Schabbat ist, oder dass man ihn am Schabbat aus privatem nicht in öffentliches Gebiet tragen darf.",
+ "so ist er frei. Er braucht nicht sein Versehen durch ein Sündopfer zu sühnen.",
+ "weil er ihn mit Fug. Der Ausdruck ברשות ist schwer zu deuten. Es sollte heissen: in guter Absicht; denn was ihn der Sühnepflicht enthebt, ist der Umstand, dass ihm das Versehen in der Ausübung eines göttlichen Gebotes zugestossen (טעה בדבר מצות). Vielleicht bezieht sich ברשות auf die Befugnis, den Feststrauss am Schabbat in die Hand zu nehmen, wenn es der erste Tag des Hüttenfestes ist, während man ihn an den anderen Tagen des Festes, wenn sie auf einen Schabbat fallen, nicht einmal von der Stelle rühren darf."
+ ],
+ [
+ "Eine Frau. obgleich das Gebot des Feststrausses für sie nicht gilt (vgl. K. II Anm. 22).",
+ "darf ihn. den Palmzweig nebst den Myrten- und Bachweidenzweigen.",
+ "am Schabbat. wenn es der erste Tag des Festes ist (s. Anm. 51).",
+ "um ihn ins Wasser zurückzustellen. damit er nicht welke.",
+ "Am Schabbat stellt man zurück. in dasselbe Wasser.",
+ "am Feiertage giesst man zu. frisches Wasser.",
+ "am Mittelfeste wechselt man. das Wasser.",
+ "muss einen Feststrauss haben. Die Eltern sind verpflichtet, ihn zur Erfüllung des Gebotes anzuhalten (vgl. K. II Anm. 23)."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Für den Feststrauss. s. K. III Anm. 25.",
+ "und den Weidenumzug. An den einzelnen Tagen des Hüttenfestes machten die Priester Umzüge um den Altar, wobei die Bachweide eine wesentliche Rolle spielte. Nach einigen trugen die Priester grosse Äste dieses Baumes beim feierlichen Umzuge in den Händen, um sie nachher rings um den Altar aufzustellen; nach anderen wurden die Äste schon vorher aufgerichtet, und der Zug, bei welchem die Priester den Feststrauss in den Händen hielten, bewegte sich um den so geschmückten Altar.",
+ "bald sieben Tage in Betracht. s. M. 2 und 3.",
+ "für das Hallel und die Freude acht Tage. s. M. 8.",
+ "für die Hütte und den Wasserguss. s. M. 9.",
+ "bald sechs. s. K. V M. 1ff."
+ ],
+ [
+ "Für den Feststrausssieben. R. Ascher hat die bessere Lesart: לולב ששה ושבעה כיצד.",
+ "sonst nur sechs. Es ist ein rabbinisches Verbot, den Feststrauss am Schabbat in die Hand zu nehmen. Nur für den ersten Tag des Festes, auf den das göttliche Gebot in 3. B. M. 23, 40 beschränkt ist, haben die Rabbiner ihr Verbot aufgehoben, für die übrigen Tage aber haben sie es selbst im Heiligtum aufrecht erhalten, wo der Feststrauss nach der überlieferten Auffassung der Worte ושמחתם לפני ה׳ אלהיכם שבעת ימים an allen sieben Tagen von der Tora vorgeschrieben ist."
+ ],
+ [
+ "Für den Weidenumzug sieben. Auch hier liest R. Ascher: ערבה ששה ושבעה כיצר.",
+ "sonst nur sechs. Aus Rücksicht für den Feststrauss wurde auch in Bezug auf den Weidenumzug von den Rabbinen verordnet, dass er nur dann am Schabbat stattfinde, wenn dieser mit dem bedeutsamsten Tage der Feier, dem siebenten also, an welchem sieben Umzüge gemacht wurden (s. M. 5) zusammenfällt."
+ ],
+ [
+ "Wie hält man es. am Schabbat.",
+ "trägt man. vor Eintritt des Schabbat.",
+ "Greise aber legen die ihrigen in die Kammer. damit sie am andern Morgen nicht ins Gedränge kommen.",
+ "er sei ihm geschenkt. S. die Begründung im vorigen Kapitel, M. 13. Dort war eine ähnliche Erklärung überflüssig, weil die Synagoge, von der daselbst die Rede ist, nur von wenigen Personen besucht wird, von denen jede mit Leichtigkeit den eigenen Feststrauss herausfinden kann.",
+ "Am andern Morgen finden sie sich früh dort. auf dem Tempelberge.",
+ "die Beamten werfen sie. die Feststräusse.",
+ "dass jeder ihn. den Feststrauss.",
+ "in seinem Hause nehme. dass er ihn gar nicht erst am Freitag nach dem Tempelberge bringe, sondern sich am Schabbatmorgen zu Hause seiner Pflicht entledige."
+ ],
+ [
+ "dorthin begibt man sich und schneidet daselbst Äste von Bachweiden ab. לקט (eigentlich = sammeln, auflesen) bedeutet im Neuhebräischen oft: pflücken, abschneiden. Am ersten Tage, der ein Feiertag ist, wurden die Äste selbstverständlich nicht abgeschnitten, mussten vielmehr schon am Vorabend vorbereitet werden (vgl. die folgende Mischna).",
+ "dass ihre Spitzen sich über den Altar neigen. Der äussere Altar, der in der Opferhalle stand, hatte von der Basis bis zur Oberfläche eine Höhe von 8 Ellen; die Äste wurden auf die Basis gestellt und hatten eine Länge von 11 Ellen.",
+ "An jedem Tage. vom ersten bis zum sechsten Festtage.",
+ " Ps. 118, 25.",
+ "Ani Waho. אני והו scheint aus אנא ה׳ zusammengezogen. Beide haben auch, worauf schon Raschi hinweist, denselben Zahlenwert (= 78). — Man scheute sich, den Gottesnamen auszusprechen, und selbst im Heiligtum brachte man ihn nur bei besonders feierlichen Gelegenheiten wie beim Priestersegen und beim Sündenbekenntnis des Hohenpriesters am Versöhnungstage in weihevoller Andacht und heiligem Schauer über die Lippen. Darum meint R. Juda, dass man ihn bei diesem Umzuge nicht klar und deutlich erwähnte, sondern mit dem Worte אנא so verschmolz, dass er nur durchklang. Da wir heute nicht mehr wissen, wie der Gottesname lautet (die Punktatoren setzten unter die Buchstaben, aus denen er sich zusammensetzt, die Vokale des stellvertretenden Namens אדני oder אלהים), so können wir auch nicht sagen, wie das Wort והו auszusprechen ist. Wir können nur aus der Endung jahu, mit der viele Eigennamen schliessen, und aus der Vorsilbe jeho, mit welcher andere beginnen, die Vermutung schöpfen, dass es Wahu oder Weho zu lesen ist, während אני nach dieser Auffassung Annaj auszusprechen wäre. Gewöhnlich liest man Ani Waho. [Da diese Lösung des schwierigen Problems nicht jedermann befriedigen dürfte, seien auch noch andere Erklärungen angeführt. Raschi macht auf die immerhin beachtenswerte Tatsache aufmerksam, dass die drei aufeinanderfolgenden Verse ויסע ויבא ויט (2. B. M. 14, 19—21) je 72 Buchstaben zählen. Stellt man die einzelnen Buchstaben sowohl des ersten wie des letzten Verses untereinander, die des mittlern aber in umgekehrter Folge zwischen die beiden Reihen, so erhält man den grossen aus 72 Gliedern bestehenden Gottesnamen, dessen erstes Glied והו und dessen siebenunddreissigstes אני lautet (so dass אני והו an der Spitze der beiden Hälften stehen). Nach einem der Gaonen (angeführt in Maimunis Mischnakommentar z. St.) deutet אני והו auf das Psalmwort (91, 15) עמו אנכי בצרה („Der du Israels Leiden mitempfindest, hilf doch!“); nach Maimonides selbst ist es eine Anspielung auf אני הוא in 5. B. M. 32, 39, nach Tosafot endlich ein Hinweis auf ואני בחוך הגולה in Ez. 1, 1 und והוא אסור באזקים in Jer. 40, 1 („Der Du unsere Verbannung teilst und unsere Fesseln trägst, hilf doch!“) nach Echa rabba, Einleitungen 34.]",
+ "An diesem Tage aber. dem siebenten, den schon Mischna 3 als den bedeutendsten hervorgehoben hat.",
+ "Schönheit. יופי steht hier wohl im Sinne des griechischen ϰάλλος (Huldigung), von dem das Verbum קלם (preisen, verherrlichen) gebildet wurde.",
+ "o Altar. sei Huldigung und Preis ! יופי ist aus dem vorhergehenden Satze zu ergänzen."
+ ],
+ [
+ "so verfuhr man auch am Schabbat. wenn er mit dem siebenten Tage zusammenfiel.",
+ "nur dass man sie. die Weidenäste.",
+ "schon am Vorabend des Schabbatabschnitt und in goldene Tonnen stellte. die mit Wasser gefüllt waren.",
+ "Palmwedel brachte man. Es ist zweifelhaft, ob ausser den Weidenästen (תום׳ מ״ה: ד״ה אחת) oder an deren Stelle (ר״ע ברטנורא), ob an allen Tagen des Festes oder nur am siebenten (תום׳ שם).",
+ "sie schlugen damit. am siebenten Tage [הכי משמע מדקתני בתריה ואותו היום ודברי התוס דלשון זה לאו דוקא דחוקים מאד וכי תעלהעל דעתך שהיו קורין לכל ימי החג חבוט חריות]."
+ ],
+ [
+ "Sogleich. nach den Umzügen des siebenten Tages. [Nach Raschi, der sich auf Wajjikra rabba (Abs. 37) stützt, wäre מיד mit kurzem a zu lesen und der ganze Satz wie folgt zu übersetzen: Aus der Hand der Knaben rissen sie (die Erwachsenen im Übermut des Festjubels) deren Palmzweige und verzehrten deren Etrogim.",
+ "lösen die kleinen Knaben ihre Palmzweige. Sie reissen sie aus ihren Feststräussen heraus, um damit zu spielen (sie vielleicht als Steckenpferd zu benutzen)."
+ ],
+ [
+ "dass man am letzten Feiertage des Festes. am achten Tage, dem sogenannten Schlussfeste.",
+ "ebenso zum Hallel. zum Vortrage der Psalmen 113 bis 118.",
+ "zur Freude. die durch bessere und reichlichere Mahlzeiten, insbesondere durch den Genuss des Opferfleisches angeregt wird.",
+ "und zur Ehrung. durch schönere Kleidung, Ausschmückung der Wohnräume u. dgl.",
+ "Wenn man das Mahl. die letzte Mahlzeit des siebenten Tages gegen 9 Uhr morgens.",
+ "soll man die Hütte nicht auflösen. auseinandernehmen.",
+ "doch darf man vom Eintritt des Nachmittags an zu Ehren des letzten Feiertages des Festes die Einrichtung. Teppiche und Kissen, Ruhebetten, Tische und Stühle.",
+ "hinuntertragen. Die Festhütte wurde gewöhnlich auf dem Dache errichtet (vgl. K. II Anm. 8)."
+ ],
+ [
+ "Für den Wasserguss sieben. In vielen Ausgaben fehlt das Wort שכעה.",
+ "der drei Log. 1 Log = ¼ Kab, ungefähr 0,35 Liter.",
+ "fasste, wird aus dem Schiloa. einer Quelle in Jerusalem.",
+ "Sowie man zum Wassertore. dem vierten Tore auf der Südseite des Tempels (s. Scheḳalim VI 3).",
+ "Er. der diensttuende Priester.",
+ "steigt die Rampe. die schiefe Ebene an der Südseite des Altars. Sie war 32 Ellen lang und 16 Ellen breit.",
+ "hinauf und wendet sich zur Linken. also nach Westen.",
+ "wo zwei silberne Schalen sich befinden. eine für die täglichen Weinopfer und eine für das besondere Wasseropfer des Hüttenfestes. Man nahm es aber nicht so genau und goss den Wein häufig auch durch die andere Schale.",
+ "ihr dunkles Aussehen. Die Farbe des Silbers ist matter als die des Kalks.",
+ "Sie hatten je einen Spalt in der Form zweier feiner Schnäbel. durch die der Wein und das Wasser auf den Altar flossen, von wo sie durch eine gemeinsame Öffnung in die Tiefe strömten.",
+ "damit sich beide gleichzeitig entleerten. Der Wein war dickflüssig und ergoss sich daher langsamer als das Wasser. Das Wasseropfer und das erste tägliche Weinopfer wurden am Hüttenfeste von zwei Priestern im selben Augenblicke dargebracht.",
+ "die östliche für den Wein bestimmt. Beide Schalen waren indessen nebeneinander an der südwestlichen Ecke des Altars angebracht (vgl. Anm. 47 u. 48).",
+ "Mit einem Log. und nicht mit 3.",
+ "vollzieht er das Gussopfer volle acht Tage. und nicht bloss 7.",
+ "zu. damit die Zuschauer sich überzeugen, dass er das Wasser in die Schale giesst.",
+ "denn einmal goss es einer auf seine Füsse. Er gehörte zur Sekte der Sadokäer, die das Wasseropfer verwarfen. Der Name wird hier verschwiegen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Alexander Jannai gemeint ist, von dem Josephus (Altert. XIII, 13, 5) ähnliches berichtet."
+ ],
+ [
+ "nur dass man schon am Vorabend des Schabbat. Am Schabbat selbst durfte man das Wasser nicht in den Tempel schaffen (vgl. K. III Anm. 48).",
+ "eine goldene ungeweihte Kanne. In einer geweihten Kanne würde das Wasser über Nacht zur Darbringung untauglich werden (s. Joma K. III Anm. 55). חבית (von חבה = חבא, bergen) ist ein grösserer Krug, eine Kanne; aram.: חביתא, arab.: خابية.",
+ "so schöpfte man aus dem Becken. dem grossen Wasserbecken, das im Vorhof des Heiligtums stand (2. B. M. 30, 18—21).",
+ "sind für den Altar unbrauchbar. Wenn diese Flüssigkeiten unbeaufsichtigt so lange offen standen, dass eine Schlange aus nächster Nähe herankriechen, davon trinken und sich wieder unbemerkt zurückziehen konnte, sind sie wegen der Vergiftungsgefahr dem Menschen verboten (Terumot VIII 4). Was aber ungeniessbar und daher minderwertig ist, darf im allgemeinen auch nicht geopfert werden."
+ ]
+ ],
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+ "Für das Flötenspiel bald fünf bald sechs. s. K. IV M. 1.",
+ "das ist das Flötenspiel von Bêt Hasche’ûba. Der Sinn dieser Bezeichnung ist recht dunkel. Schon die Lesart steht nicht fest. Sie schwankte bereits in alter Zeit, wie wir aus dem babyl. Talmud wissen, zwischen בית השואבה (richtiger בית השאובה, wie einige Mischna-Handschriften lesen) und בית חשובה. Nach allgemeiner Annahme steht das hier in den folgenden Sätzen geschilderte Fest mit dem im vorigen Kapitel beschriebenen Wasseropfer in engster Verbindung (s. Anm. 15), obschon in der Mischna selbst ein solcher Zusammenhang mit keinem Worte angedeutet ist. שואבה wäre demnach wie שומרה (Wächterhütte) gebildet und bedeutete den Ort des Wasserschöpfens. Der pal. Talmud kennt ebenfalls die Ableitung von שאב, bringt sie aber nicht zum Wasseropfer in Beziehung, sondern zu der heiligen Begeisterung und der prophetischen Inspiration, die aus diesem Feste geschöpft wurde. Nach Maimunis Mischnakommentar ist בית השאובה der Ort, an welchem der Festjubel sich abspielte. Er heisst so im Hinblick auf ושאבתם מים בששון (Jes. 12, 3). Beachtenswert ist eine neuere Erklärung, nach welcher בית השאובה (das Haus der Beleuchtung) den illuminierten Tempelraum bezeichnen soll. Im Syrischen bedeutet nämlich שובא Hitze, Glut (v. שוב = brennen; vgl. hebr. שביב = Flamme).",
+ "das weder den Schabbat noch den Feiertag verdrängt. Instrumentalmusik ist am Schabbat und an Feiertagen verboten. Es können also für das Flötenspiel von vornherein nur die sechs mittleren Tage des Festes in Betracht kommen. Trifft nun aber der Schabbat auf einen derselben (und das ist immer der Fall, wenn er nicht grade mit dem ersten und dem letzten Feiertage zusammenfällt), so kann sich der Jubel nur an fünf von den acht Tagen des Festes äussern."
+ ],
+ [
+ "Am Ausgange des ersten Feiertages des Festes stieg man in die Frauenhalle. die äusserste Halle im Osten des Tempels. Sie war 135 Ellen lang und 135 Ellen breit (Middot, II 5).",
+ "um daselbst eine wichtige Einrichtung herzustellen. Die Galerie, die sich innen auf drei Seiten um die Halle zog (Middot das. u. Tosefta hier), wurde als Zuschauerraum für die Frauen hergerichtet, damit die Geschlechter bei dieser Veranstaltung getrennt wären.",
+ "Dort waren goldene Leuchter mit je vier goldenen Schalen am obern Ende und vier Leitern. Die Leuchter waren nämlich 50 Ellen (etwa 24 m) hoch.",
+ "vor jedem Leuchter und vier Jünglinge aus der Blüte der Priesterschaft mit Ölkrügen von hundertundzwanzig Log. 42 Liter ungefähr. Nach einer Baraita war das der Inhalt aller vier Krüge, von denen jeder einzelne 30 Log (rund 10 l) fasste."
+ ],
+ [
+ "Aus den abgetragenen Röcken der Priester und aus ihren Gürteln. Es ist nicht klar, warum die Hemden der Priester und ihre Kopfbedeckungen ausgeschlossen waren, und wenn sie es nicht waren, warum es nicht einfach heisst: Aus den abgetragenen Priesterkleidern (מבלאי בגדי הכהנים).—Zu המיין s. ‘Erubin K. X Anm. 94.",
+ "der vom Licht von Bêt Hasche’ûba nicht widerstrahlte. Da die Leuchter so hoch waren und die östliche Mauer eine geringe Höhe besass (Middot II 4), konnte das Lichtmeer, das der Frauenhalle entströmte, ungehindert über die ganze Stadt dahinfluten. [Zu beachten ist die aktive Form מאירה statt der passiven מוארה: die Höfe waren nicht nur hell erleuchtet, sie reflektierten sogar noch ein starkes Licht]."
+ ],
+ [
+ "Die Frommen und die Männer der Tat führten vor ihnen. den Zuschauern.",
+ "die entsprechend den fünfzehn Stufenliedern. Ps. 120 bis 134.",
+ "des Psalters von der Halle der Israeliten. Sie lag zwischen der Priester- und der Frauenhalle und war wie diese 135 Ellen lang (von Nord nach Süd), hatte aber gleich jener nur eine Breite von 11 Ellen (von Ost nach West); s. Middot II 6.",
+ "Auf ihnen standen die Leviten mit Musikinstrumenten und sangen Lieder. der eine Teil spielte, der andere sang.",
+ "Zuletzt treten zwei Priester in das obere Tor. das sogenannte Nikanortor, nicht zu verwechseln mit dem „oberen Tor“, das in Scheḳalim VI 3 erwähnt wird; s. Anm. 25.",
+ "ein schmetternder und wieder ein gedehnter Ton erschallt. Das war nach denen, die diese Feier mit dem Wasseropfer in Verbindung bringen (s. Anm. 2), das Signal zum Aufbruch nach dem Schiloaḥ.",
+ "ein schmetternder und wieder ein gedehnter Ton. R. Eli‘ezer b. Jakob ist, wie aus einer Baraita (Babeli 54a) ersichtlich, der Ansicht, dass auf der zehnten Stufe nicht geblasen wurde.",
+ "Westen. dem Heiligtum zu.",
+ "Unsere Väter. zur Zeit des ersten Tempels.",
+ "und sie warfen sich ostwärts vor der Sonne nieder. לשמש bis אחריהם ist ein Zitat aus Ez. 8, 16, wo aber משתחויתם statt משתחוים steht.",
+ "Sie wiederholten. den Gottesnamen."
+ ],
+ [
+ "neun beim Morgenopfer und neun beim Nachmittagsopfer. s. Tamid VII, 3.",
+ "Am Vorabend des Schabbat. um die Zeit des Sonnenuntergangs.",
+ "damit das Volk die Arbeit einstelle. Beim ersten Tone hört man mit der Feldarbeit auf, beim zweiten werden die Kaufläden geschlossen, beim dritten entfernt man die Speisen vom Feuer und zündet die Lampen an.",
+ "um das Heilige vor dem Unheiligen auszuzeichnen. den Eintritt des Schabbat zu verkünden.",
+ "drei am obern Tore. am Nikanortore, durch welches man aus der Halle der Israeliten in die Frauenhalle hinabsteigt. Es wird hier wie in der vorigen Mischna das obere Tor genannt, weil es 7 ½ Ellen höher lag als das „untere“, welches in der vorigen Mischna als das nach Osten hinausführende Tor bezeichnet wurde.",
+ "drei am untern Tore. Die Mischna vertritt hier die Ansicht des R. Eli'ezer ben Jakob (Anm. 16); daher werden die auf der zehnten Stufe geblasenen Töne nicht mitgezählt.",
+ "drei beim Wasserschöpfen. K. IV M. 9.",
+ "drei am Altare. das. M. 5."
+ ],
+ [
+ "zwei Widder und einen Ziegenbock. als Musafopfer darzubringen (4. B. M. 29, 13 u. 16).",
+ "es blieben dann noch vierzehn Lämmer für acht Abteilungen zurück. Die Priester waren in 24 Abteilungen geordnet, die den Tempeldienst abwechselnd in einer bestimmten Reihenfolge (I Chr. 24, 7—18) je eine Woche lang verrichteten. Nur bei den besonderen Opfern (dem sogenannten Mûsâf) der Festtage waren sie alle gleichberechtigt (s. M. 7). Die diensttuenden Priester wurden durch das Los bestimmt (s. oben S. 153 u. 300 f.) und zu diesem alle anwesenden zugelassen, sie mochten zu weicher Abteilung immer gehören. Am Hüttenfeste aber wurden die darzubringenden Tiere wegen ihrer grössern Zahl unter den einzelnen Abteilungen nach dem nun folgenden Modus verteilt.",
+ "von denen sechs am ersten Tage je zwei und die übrigen je eines darbrachten. Zunächst erhielten 13 Abteilungen je einen der 13 Farren und 3 Abteilungen die beiden Widder und den Bock; es waren dann noch 14 Lämmer an 8 Abteilungen abzugeben, von denen die 6 ersten je 2 Lämmer bekamen und die beiden letzten je eines.",
+ "Am siebenten waren alle in gleicher Weise beteiligt. Am zweiten Tage waren nur 12 Farren darzubringen, während die Zahl der übrigen Opfer unverändert blieb. Es gab also nicht mehr 30 Tiere zum Musaf wie am ersten Tage, sondern bloß 29 (4. B. M. 29, 17—19), so dass nur 5 übrig blieben und daher nur 5 Abteilungen je zwei Lämmer erhielten. Und da die Zahl der Farren mit jedem Tage um 1 abnahm (das. 20—31), verringerte sich in demselben Verhältnis auch die Zahl der mit 2 Lämmern bedachten Abteilungen. Am siebenten Tage waren nur 7 Farren, 2 Widder, 1 Bock und 14 Lämmer darzubringen (das. 32—34), im ganzen also 24 Tiere, so dass auf jede Abteilung nur eines kam.",
+ "Am achten. an welchem es nur 1 Farren, 1 Widder, 1 Bock und 7 Lämmer darzubringen gab (das. 35—38), zusammen also 10 Tiere.",
+ "kehrte man zur Auslosung wie an den anderen Festen zurück. s. Anm. 30.",
+ "dass sie vielmehr die Runde machen. Von den 13 Abteilungen, die am ersten Tage je einen Farren dargebracht hatten, erhielt am zweiten Tage, an welchem es deren bloß 12 gab, nur die erste wieder einen Farren; die übrigen 11 bekamen die anderen 11 Abteilungen. Am dritten Tage wurden die 10 Farren von den Abteilungen 2—11 dargebracht, am vierten die 9 Farren von den Abteilungen 12—20 u. s. w. Im ganzen waren es 70 Farren, die an den 7 Tagen des Festes geopfert wurden. Es kamen mithin je 3 auf die ersten 22 Abteilungen und je 2 auf die beiden letzten. — Wenn חלילה = תחלה ist, so heisst חוזרין חלילה: sie kehren wieder zum Anfang zurück. Wahrscheinlicher aber ist, dass חלילה den Kreis bezeichnet und der Stamm חלל (als Nebenform von חול und חיל) sich drehen, winden bedeutet: vgl. ולבי חלל בקרבי (Ps. 109, 22)."
+ ],
+ [
+ "Dreimal im Jahre. Am Pesach-, am Wochen- und am Hüttenfeste.",
+ "waren alle Abteilungen gleichberechtigt bei den Festopfern. bei der Darbringung der besonderen Opfer, die durch das Fest veranlasst sind, und bei der Verteilung ihres Fleisches, ihrer Felle, ihres Brotes. אימורים steht hier in weitem Sinne und bezeichnet nicht wie sonst die auf dem Altar zu verbrennenden Fettstücke, sondern die „vorgeschriebenen“ Opfer überhaupt (s. Joma VI Anm. 34).",
+ "und bei der Verteilung des innern Brotes. der zwölf Brote (2. B. M. 25, 30 u. 3. B. M. 24, 5—9), welche die ganze Woche hindurch auf dem goldenen Tisch im Innern des Heiligtums (שלחן הפנים — 4. B. M. 4, 7) lagen und am Schabbat unter die Priester verteilt wurden (s. die folgende Mischna). Fiel ein Festtag auf Schabbat, so erhielten sämtliche anwesenden Priester, welcher Abteilung sie auch angehörten, gleichen Anteil, obschon dieses Brot keinerlei Beziehung zum Feste hat.",
+ "Am Wochenfeste. עצרת, in der Bibel die Bezeichnung für das auf das Hüttenfest folgende Schlussfest, bedeutet in der Mischna überall das Wochenfest, das ja nicht wie die übrigen Feste an einen bestimmten Monatstag gebunden ist, sondern als Schlussfest zum Pesachfeste 50 Tage nach dessen Eintritt gefeiert wird (3. B. M. 23, 15 ff.), gleichviel ob die Monate Nisan und Ijar 58, 59 oder 60 Tage haben.",
+ "da nimm Gesäuertes. Zu den besonderen Opfern des Wochenfestes gehören auch zwei Brote aus gesäuertem Teig, die als Erstlingsopfer vom Weizen dargebracht wurden (das. 16—17). Das innere Brot war ungesäuert. Fiel nun das Fest auf Schabbat, so wurde nicht etwa zunächst das innere Brot an einen Teil der Priester und dann das Erstlingsopfer an die übrigen verteilt, vielmehr erhielt jeder Priester gleichen Anteil sowohl vom ungesäuerten als vom gesäuerten Brote.",
+ "deren Dienstzeit an der Reihe ist. wörtlich: deren Zeit festgesetzt ist, nämlich für die Woche, in die der Festtag fällt.",
+ "bringt die täglichen Opfer. das Morgen- und das Abendopfer (4. B. M. 28, 1—8).",
+ "desgleichen gelobte und gespendete. Gelobte Opfer sind solche, die man auf Grund eines vorangegangenen Gelübdes (הרי עלי עולה) darbringt; gespendete sind solche, die man freiwillig dem Altar weiht (הרי זו עולה). Geht ein gelobtes Opfer vor der Darbringung verloren, so muss man es, um das Gelübde zu erfüllen, durch ein anderes Tier ersetzen; trifft dies ein gespendetes Opfer, so ist es dem Altar abhanden gekommen, und man hat nicht nötig, es zu ersetzen.",
+ "wie auch die übrigen öffentlichen Opfer. und zwar nicht allein die ständigen, wie z. B. das besondere Schabbatopfer (4 B. M. 28, 9—10), wenn der Festtag auf Schabbat fällt, sondern selbst die kasualen, wie z. B. das im 3. B. M. (4, 13—21) vorgeschriebene Sündopfer der Gemeinde. שאר bezieht sich auf תמידין, die öffentliche Opfer sind; נדרים ונדבות dagegen sind Privatopfer.",
+ "sie bringt überhaupt alles dar. sogar die für den „Nachtisch des Altars“ (s. Scheḳalim IV Anm. 25) bestimmten Opfer.",
+ "sind alle Abteilungen bei der Verteilung des innern Brotes gleichberechtigt. Beginnt das Fest mit einem Sonntag, so müssen die Priester aller Abteilungen spätestens Freitag in Jerusalem eintreffen, da man am Schabbat nicht reisen darf; schliesst es mit einem Freitag, so müssen sie aus demselben Grunde den Schabbat in der heiligen Stadt zubringen. Darum erhalten sie in beiden Fällen ihren Anteil genau so, wie wenn der Festtag mit dem Schabbat zusammenfällt."
+ ],
+ [
+ "Fällt aber ein Tag trennend dazwischen. Das Fest beginnt am Montag, die Priester hätten also Zeit gehabt, am Sonntag einzutreffen, sind aber dennoch schon am Freitag angelangt; oder es endet das Fest am Donnerstag, die Priester konnten Freitag abreisen, sind aber gleichwohl über Schabbat geblieben.",
+ "deren Dienstzeit an der Reihe ist. wörtlich: deren Zeit festgesetzt ist, nämlich für die Woche, in die der Festtag fällt.",
+ "zehn Brote und die als Gast verweilende. מתעכב (zögernd, säumig) scheint hier in einem weitern Sinne zu stehen und im Gegensatz zu קבוע (dauernd) den vorübergehenden Aufenthalt, das gastliche Verweilen zu bedeuten; denn es soll ja nicht allein die später als nötig Abgereisten, sondern auch die zu früh Eingetroffenen bezeichnen.",
+ "An den übrigen Tagen des Jahres. ausserhalb der drei Festzeiten.",
+ "nimmt die eintretende sechs und die austretende sechs. Die Abteilungen wechselten am Schabbat. Die austretende verrichtete den Morgen- und den Musafdienst, die eintretende den Abenddienst.",
+ "Bilga. 1 Chr. 24, 14.",
+ "teilte stets im Süden. Als Grund für diese Zurücksetzung wird angegeben, dass die Priester dieser Abteilung meist unpünktlich erschienen und dadurch ihren geringen Eifer für den Tempeldienst bekundeten. Laut einem andern Bericht hätte eine Frau aus diesem Geschlecht, die vom Glauben der Väter abgefallen war und einen syrisch-griechischen Soldaten geheiratet hatte, beim Einzug der Feinde in den Tempel mit ihrer Sandale auf den Altar geschlagen, indem sie rief: Du Wolf, du Wolf, wie lange noch wirst du Israels Habe fressen, ohne ihm in der Stunde der Not zur Seite zu stehen.",
+ "ihr Ring war unbeweglich. Der Hohepriester Joḥanan hatte 24 Ringe nach Anzahl der Priesterabteilungen nördlich vom Altar am Boden befestigen lassen, um die zu schlachtenden Opfertiere fesseln zu können (Middot III 5, Soṭa 48 a). Später wurde Bilga’s Ring so befestigt, dass er seinem Zwecke nicht mehr dienen konnte, wodurch diese Abteilung genötigt war, einen fremden Ring zu benutzen. Zwar kamen für das tägliche Opfer immer nur dieselben zwei Ringe in Betracht (Tamid IV 1); aber diese Bestimmung galt eben nur für das Morgen- und das Abendopfer; alle übrigen Opfer schlachtete jede Abteilung (ausser Bilga) an ihrem eigenen Ringe.",
+ "und ihre Nische vermauert. In einer neben dem Nikanortor befindlichen Kammer (Middot I 4) waren verschliessbare Nischen mit je vier Fächern, in denen die Priestergewänder aufbewahrt wurden (Tamid V 3). Jede Abteilung hatte ihre eigene Nische (Tosefta z. St.). Später wurde die für Bilga bestimmte aufgehoben, so dass diese Abteilung nunmehr auf die Priesterkleider der anderen angewiesen war. [ רש״י ז״ל והנמשכים אחריו פרשו שלסכינים היו חלונות בלשכת בית החלפות ואני לא מצאתי חלונות לסכינים אלא לבגדים וכן פירש ר״מ ז״ל]"
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Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "heTitle": "פירוש גרמני על משנה יומא",
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+ "Mishnah",
+ "Modern Commentary on Mishnah",
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+ "\nAm Zehnten des Monats Tischri wird das Versöhnungsfest gefeiert. Es ist ein strenger Fasttag, an welchem Speise und Trank vom Abend bis zum Abend verboten ist. An ihm muss jede Arbeit und jede Verrichtung unterbleiben, die am Sabbat untersagt ist; die für die übrigen Feiertage eingeräumten Ausnahmen haben an diesem Feste keine Geltung. Der Tag ist dazu bestimmt, von unsern Sünden uns zu reinigen, deren Vergebung jedem zugesichert ist, der sich durch ernste Ein- und Umkehr dieser Gnade würdig macht.\nSolange der Tempel stand, erhielt dieses Fest eine besondere Weihe und Bedeutung durch den Opferdienst. Es war der einzige Tag im Jahre, an welchem der Hohepriester das Allerheiligste betrat. Eine ganze Woche bereitete er sich in stiller Zurückgezogenheit auf alle die heiligen Handlungen vor, die er am Versöhnungsfeste vorzunehmen hatte; denn nur er allein durfte an diesem bedeutsamen Tage den Dienst verrichten, der ihn vom frühen Morgen bis zum späten Abend voll in Ansprach nahm. Die kostbaren, goldstrotzenden Gewänder seiner Amtskleidung legte er nur an, um das tägliche und das Festopfer darzubringen; so oft er aber zu dem besondern Dienste des Versöhnungstages überging, vertauschte er den prunkenden Ornat mit einem schlichten Gewande aus weissem Linnen. Fünfmal wechselte er auf diese Weise die Kleider, und jedesmal stieg er ins Bad und wusch sich sowohl beim Ablegen des einen als nach dem Anlegen des andern Gewandes Hände und Füsse mit heiligem Wasser aus goldenem Becken.\nDen Höhepunkt der Feier bildete die Darbringung des Räucherwerkes im Allerheiligsten vor der Bundeslade. In goldener Schaufel holte der Hohepriester glimmende Kohlen vom Opferaltar, tat Räucher werk in einen goldenen Löffel, nahm die Schaufel in die Rechte und den Löffel in die Linke, setzte jene zwischen die Stangen der heiligen Lade, schüttete aus diesem das Räucherwerk auf die Kohlen und sprach auf dem Rückwege, während der innere Raum mit Rauch sich füllte, draussen im Hêchal ein kurzes Gebet. Die Ṣadokäer waren der Ansicht, dass der Hohepriester, sowie er den Vorhang erreicht hat, das Räucherwerk auf die Kohlen schütten soll, damit er das Allerheiligste mit rauchender Pfanne betrete. Deshalb musste er später, als diese Sekte im Kreise der Priester viel Anhänger zählte, jedesmal vor dem Versöhnungstage einen feierlichen Eid leisten, dass er nach der pharisäischen Ueberlieferung verfahren werde.\nAber auch unter den Mischnalehrern selbst herrschen über etliche Punkte Meinungsverschiedenheiten, die hauptsächlich darauf zurückzuführen sind, dass im Pentateuch die Dienstordnung für diesen Tag auf zwei Stellen verteilt ist. Ueber die Sühnopfer finden sich die Vorschriften im dritten Buche (16, 1—34), über die Festopfer aber im vierten (29, 7—11). Es fragt sich nun, in welcher Reihenfolge diese Opfer darzubringen sind. Dass die Feier mit dem täglichen Morgenopfer beginnt und mit dem täglichen Abendopfer schliesst, unterliegt keinem Zweifel; streitig ist nur, ob die Festopfer (Musafim), die an anderen Feiertagen zwischen den beiden täglichen ihren Platz hatten, diesmal gleich nach dem Morgenopfer, also vor dem Sühnopfer an die Reihe kamen, oder erst nach diesem, also nachmittags vor dem Abendopfer dargebracht wurden. Eine andere Streitfrage ist, ob der im dritten Buche (16, 5) geforderte Widder mit dem im vierten Buche (29, 8) erwähnten identisch ist, oder ob es zwei verschiedene Opfer sind.\nZur bessern Orientierung wollen wir hier den Opferdienst des Versöhnungstages in grossen Strichen skizzieren. Sowie der Morgen anbrach und der östliche Himmel sich erhellte, schlachtete der mit seinem Amtsgewand bekleidete Hohepriester das zum Morgenopfer bestimmte Lamm, fing dessen Blut in einer Schale auf und sprengte es auf den äussern Altar. Dann begab er sich in den Hêchal, wo er das tägliche Räucherwerk auf dem goldenen Altare verbrannte und auf dem goldenen Leuchter die Lampen in Ordnung brachte, worauf er zum äussern Altar zurückkehrte, um auf ihm das inzwischen zergliederte Lamm nebst dem zugehörigen Mehl- und Weinopfer (4. B. M. 28, 5 u. 7) wie auch sein persönliches Brotopfer (3. B. M. 6, 13—15; s. Scheḳalim VII Anm. 34) darzubringen. Damit war der erste Teil des Tagesdienstes zu Ende. Es folgen nun (nach R. ‘Aḳiba) die im vierten Buche (29, 7—11) vorgeschriebenen Festopfer oder Musafim mit Ausnahme des Widders und des Bockes, die erst später nach dem „Sündopfer des Versöhnungstages“, auf welchen daselbst (Vers 11) Bezug genommen wird, an die Reihe kamen. Jetzt legte der Hohepriester die weissen Gewänder an, um zum dritten, bedeutsamsten Teil des Tagesdienstes zu schreiten. Er näherte sich dem jungen Stiere, den er aus eigenen Mitteln als Sündopfer darbrachte, legte seine Hände auf dessen Kopf und sprach dae Sündenbekenntnis für sich und sein Haus. Und die Priester und das Volk, die in der Halle sich drängten, beugten das Knie und warfen sich nieder, als sie aus geweihtem Munde mit voller Deutlichkeit den heiligen Namen Gottes vernahmen, den man sonst sich auszusprechen scheute, und riefen begeistert: Gepriesen sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches für und für. Nun begab sich der Hohepriester an die Nordseite des Opferaltars, wo zwei Böcke seiner harrten, von denen er den einen für den Ewigen, den andern für ‘Azazel durch das Los bestimmte. Nachdem er diesem Bock ein rotes Band zum Kennzeichen um die Hörner, jenem um den Hals gebunden hatte, legte er die Hände zum zweiten Male auf den Kopf seines Stieres und sprach das Sündenbekenntnis für das ganze Haus Aharons. Und wieder fiel die tausendköpfige Menge aufs Angesicht und stimmte in den Ruf ein: Gepriesen sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches für und für. Darauf schlachtete der Hohepriester den Stier und fing das Blut in einer Schale auf, die er vorläufig auf die Erde setzte. Nun war der grosse, weihevolle Moment gekommen, da er das Allerheiligste betreten sollte, um vor dem goldenen Schrein, der die steinernen Tafeln des Bundes in seinem Innern barg, das Räucherwerk darzubringen. Auch im zweiten Tempel, dem jenes unvergleichliche Erbteil einer glorreichen Vergangenheit, das ehrwürdigste Denkmal aus Israels stolzer Jugendzeit schon fehlte, war dieser Augenblick sogar für die dichtgedrängte, in angstvoller Spannung draussen harrende Menge noch so aufregend, dass der Hohepriester seine Rückkehr beschleunigte und selbst im Vorraume, dem Hêchal, nur ein kurzes Gebet sprach. Dann nahm er die Schale, die er vorhin auf den Boden gestellt hatte, und begab sich aufs neue in das Allerheiligste, wo er in das Blut seines Opferstieres achtmal den Finger tauchte, um es gegen die Bundeslade hin einmal nach oben und siebenmal nach unten zu sprengen. Darauf schlachtete er in der Opferhalle den Bock, auf den das Los „für den Ewigen“ gefallen war, fing das Blut in einer zweiten Schale auf und ging zum dritten Male in das Allerheiligste, wo er wie vorhin achtmal von dem Blute in der Richtung der Bundeslade sprengte. Dieselben sechzehn Sprengungen führte er dann im Hêchal gegen die Mitte des Vorhanges aus, acht mit dem Blute des Stieres und wieder acht mit dem Blute des Bockes, worauf er die beiden Gefässe in einander leerte und mit dem gemischten Blute die vier „Hörner“ des innern, goldenen Altars je einmal, die Oberfläche aber siebenmal besprengte. Nachdem er den Rest des Blutes auf den Grund des äussern Altars gegossen, trat er an den zweiten, für ‘Azazel bestimmten Bock heran, legte seine Hände auf dessen Kopf und sprach das Sündenbekenntnis im Namen des ganzen Volkes. Und tieferschüttert sanken die Andächtigen, die in dichter Schar die Halle füllten, in die Knie, den Boden mit dem Angesicht berührend; und als der Hohepriester nun zum letzten Male in Heiligkeit und Reinheit den erhabenen Namen Gottes klar und deutlich aussprach, fielen sie wieder mit den Worten ein: Gepriesen sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches für und für. Nun wurde der Sündenbock seinem Führer übergeben, der ihn nach der Wüste bringen sollte. Viele der Edelsten Jerusalems begleiteten ihn bis zur ersten der zehn Hütten, die auf seinem Wege lagen. In der Wüste angelangt, bestieg der Führer einen Felsen, teilte ein rotes Band in zwei Hälften, befestigte die eine am Felsen und die andere an den Hörnern des Bockes, den er sodann von der Höhe des Felsens hinabstürzte. Inzwischen hatte der Hohepriester das Fett der beiden Sündopfer, des Stieres nämlich und des Bockes, deren Blut im Innern des Heiligtums gesprengt worden war, nebst dem Zwerchfell und den Nieren herausgeschnitten und in eine Schüssel getan. Während ihr Fleisch samt der Haut ausserhalb der Stadt verbrannt wurde, las er aus einer Torarolle, die man ihm feierlich hinreichte, die auf das Fest bezüglichen Stellen des dritten Buches, trug den Abschnitt aus dem vierten Buche auswendig vor und schloss mit einigen Segenssprüchen. Darauf legte er wieder sein golddurchwirktes Amtskleid an, um zunächst das im vierten Buche (29, 7—11) vorgeschriebene Festopfer (Musaf), von dem bisher nur der Stier und die sieben Lämmer dargebracht waren, mit den beiden zurückgestellten Opfertieren, dem Ziegenbocke und dem Widder, zu vollenden und zugleich den eigenen Widder zu opfern, den er nach 3. B. M. 16, 3 als Ganzopfer darzubringen hatte. Dann nahm er die in der Schüssel aufbewahrten Opferteile und übergab sie dem Feuer des äussern Altars, wonach er zum vierten und letzten Abschnitt seines Tagesdienstes, zum Abendopfer überging. Dieses bestand wie das Morgenopfer aus einem Lamm im ersten Lebensjahre und dem zugehörigen Mehl- und Weinopfer, dem der Hohepriester noch sein persönliches Brotopfer hinzufügte. Nachdem er auch dieses vollzogen hatte, vertauschte er wieder die acht Gewänder seiner Amtstracht mit den vier weissen Kleidern und begab sich zum letzten Male in das Allerheiligste, um die Kohlenschaufel und den Löffel herauszuholen, worauf er wieder das prächtige, mit Edelsteinen reich besetzte Priestergewand anlegte, in welchem er nun den Hêchal betrat, wo er das abendliche Räucherwerk auf dem goldenen Altare darbrachte und auf dem siebenarmigen goldenen Leuchter die Lampen anzündete. Damit war sein schweres Tagewerk vollbracht.\nDas ist in grossen Zügen das Bild, das uns in der Mischna von der Tempelfeier des Versöhnungstages entrollt wird. Die Darstellung der Einzelheiten nimmt in unserm Traktate, der gewöhnlich schlechthin „Joma“ (der Tag) genannt wird, den breitesten Raum ein. Die übrigen Vorschriften des Versöhnungsfestes sind auf ein einziges Kapitel, das letzte beschränkt. Im ersten Kapitel werden die sieben Tage der Vorbereitung behandelt, im zweiten die täglichen Opfer beschrieben. Alle übrigen beschäftigen sich — von gelegentlichen Abschweifungen und Unterbrechungen abgesehen — mit dem besondern Opferdienste, der diesen Tag der Sühne auszeichnet. Den Schluss bildet eine erhebende Betrachtung über die läuternde Kraft dieses eigenartigen Festes, die jeder in seinem Innersten erlebt, der mit aufrichtiger Reue den festen Willen zur Rückkehr verbindet.\n"
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+ "Sieben Tage vor dem Versöhnungsfeste lässt man den Hohenpriester aus seinem Hause nach der Kammer der Beisitzer. פלהדרין = πάρεδροι. Nach Abba Schaul (Middot V 4) war es die als לשכת העץ bekannte Kammer, die im nordwestlichen Teil der Opferhalle lag. Der Eingang war vermutlich von aussen, so dass sie nicht die Heiligkeit der Halle besass; sonst hätte der Hohepriester dort weder sitzen noch schlafen dürfen, also auch nicht wohnen können.",
+ "dass ihm etwa ein Makel. der ihn für den Dienst untauglich macht, hierologische Unreinheit oder schwere Körperverletzung.",
+ "dass seine Frau etwa stirbt. Nach Jom Tob V 2 sind Trauungen am Feiertage untersagt. Will man nicht annehmen, dass dieses rabbinische Verbot zur Zeit des zweiten Tempels noch nicht bestand, so bleibt nur die Erklärung übrig, dass die Ehe vor dem Feste unter der Bedingung geschlossen wurde, dass sie erst mit dem Tode der andern Frau in Kraft trete [
].",
+ "Er entsündige sich und sein Haus. 3. B. M. 16, 6.",
+ "dann wäre gar kein Ende abzusehen. Man müsste dann auch mit dem noch unwahrscheinlichern Falle rechnen, dass beide Frauen von einem plötzlichen Tode ereilt werden. Dagegen empfiehlt es sich, dem Hohenpriester einen Nebenbuhler an die Seite zu setzen, damit es für ihn ein Sporn zu grösserer Achtsamkeit sei, um jeder Möglichkeit einer Verunreinigung oder Verstümmelung aus dem Wege zu gehen."
+ ],
+ [
+ "In all den sieben Tagen sprengt er das Blut. des täglichen Morgen- und Abendopfers (2. B. M. 29, 38—42) auf dem äussern Altar.",
+ "verbrennt er das Räucherwerk. morgens und abends auf dem innern, goldenen Altar (das. 30, 1—8).",
+ "bringt er die Lampen in Ordnung. auf dem siebenarmigen goldenen Leuchter (das. 27, 20—21; 30, 7—8). Jeden Abend wurden die Lämpchen von einem der Priester angezündet, jeden Morgen aber gereinigt, mit Öl gefüllt und neuem Docht versehen (auch das Anzünden wird mit הטבת הגרות bezeichnet; vgl. weiter unten VII 4). In diesen sieben Tagen hatte der Hohepriester all das zu verrichten.",
+ "opfert er den Kopf und den Hinterfuss. Das geschlachtete Opferlamm wurde in bestimmte Teile zerlegt (Tamid IV 2—3), die sonst von den durch das Los dazu berufenen Priestern dem Altar übergeben wurden (das. und hier II 3—4). Kopf und rechter Hinterfuss waren die Teile, die zuerst dargebracht wurden. S. auch Tamid VII 3.",
+ "Denn der Hohepriester nimmt als Erster am Opferdienste teil. Während die anderen Priester nur in ihrer Dienstwoche (s. Kap. II Anm. 1) Opfer darbringen dürfen, öffentliche Opfer auch dann nur, wenn das Los sie begünstigt, hat der Hohepriester jederzeit das Recht, nach Belieben zu bestimmen, welches Opfer oder welchen Teil eines solchen er darbringen will.",
+ "und empfängt als Erster seinen Anteil. an dem Opferfleisch, das unter den Priestern verteilt wird. Er kann sich das Beste auswählen."
+ ],
+ [
+ "die ihm den Festabschnitt. S. weiter unten VII 1.",
+ "vielleicht hast du schon vergessen oder überhaupt nicht gelernt. Zur Zeit des zweiten Tempels wurde das Amt des Hohenpriesters nicht selten von den Machthabern einem Günstling übertragen oder an den Meistbietenden verkauft. Daher gab es öfter sehr unwissende Träger dieser Würde.",
+ "Widder und Lämmer vorführt. Vermutlich zwei Stiere, zwei Widder und neun Lämmer in der Reihenfolge, in der er sie am Versöhnungstage darzubringen hatte."
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+ "weil Nahrung Schlaf im Gefolge hat. Im Schlafe könnte eine Pollution eintreten, die ihn für den ganzen Tag aus dem Heiligtum verbannen würde (3. B. M. 15, 16)."
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+ "Die Ältesten des Gerichtshofes übergaben ihn den Ältesten der Priesterschaft und geleiteten ihn zum Söller des Hauses Abtinas hinauf. im südwestlichen Teil der Opferhalle. Dort wurde von der Famile Abtinas das Räucherwerk bereitet, und dort sollte der Hohepriester jetzt von den Ältesten der Priesterschaft die schwere Kunst lernen, es so abzuheben, dass seiner gefüllten Hand kein Körnchen entfiel.",
+ "was wir dir gesagt haben. s. Einleitung, Absatz 3.",
+ "Er wandte sich ab und weinte. weil man ihn im Verdacht hatte.",
+ "und sie wandten sich ab und weinten. weil sie ihm mit ihrem kränkenden Verdachte weh tun mussten."
+ ],
+ [
+ "hielt er einen Vortrag. damit er nicht einschlafe; vgl. Anm. 15.",
+ "‘Ezra und der Chronik. Warum grade diese Bücher gewählt wurden, ist schwer zu erraten; vielleicht nur, weil sie am wenigsten bekannt waren."
+ ],
+ [
+ "so schlugen junge Priester. פרחים sind Blüten, auf Menschen übertragen, Jünglinge. In der Form פרחח findet sich diese Übertragung, allerdings in verächtlichem Sinne, schon in der Bibel (Ijob 30, 12).",
+ "mit dem Mittelfinger vor ihm ein Schnippchen. Dass אצבע צרדה den Mittelfinger und nicht, wie Raschi z. St. meint, den Zeigefinger bezeichnet, haben die Tosafot (Menaḥot 35 b s. v. וכמה) überzeugend nachgewiesen. Die Volksetymologie erklärt das Wort צרדה als צרה דדא (Babli Joma 19 b) = die Nebenbuhlerin dieses Fingers (unter diesem ist der Zeigefinger zu verstehen, den man beim Gebrauch des Demonstrativs auszustrecken pflegt). Es scheint aber, dass צרדה (vielleicht von τρίζω, strideo = zischen ?) ein Schnippchen bedeutet, und dass man den Mittelfinger darum אצבע צרדה nennt, weil durch sein Abschnellen vom Daumen das eigentümliche Geräusch des Schnippchens entsteht. Der hier gebrauchte Ausdruck מכין wird übrigens auch auf Musikinstrumente angewendet, z. B. auf das Flötenspiel (Bikkurim III 4). Demnach könnte מכין לפניו באצבע צרדה auch bedeuten: sie spielten vor ihm mit dem Schnippfinger, um ihn dadurch zu ermuntern. Wahrscheinlich aber ist, dass sie ihre Aufforderung mit einem Schnippchen begleiteten, das ja auch bei den Römern (crepitus digitorum) als Zeichen eines Befehles galt [
].",
+ "steh auf und ermuntere. פוג bedeutet: aufhören (vgl. אל תתני פוגת לך, Klagelieder 2, 18), daher הפג: beseitigen. In Verbindung mit יין heisst הפג: den Rausch beseitigen; הפג schlechthin ist = הפג את השנה den Schlaf vertreiben.",
+ "dich einmal. אחת = einmal (vgl. אחת בשנה 3. B. M. 16, 34), ist hier ohne Betonung, ein blosses Flickwort, das noch heute im Volksmund vieler Länder gebraucht wird.",
+ "auf dem Pflaster. Das Marmorpflaster war sehr kühl und der Fuss des Hohenpriesters unbekleidet.",
+ "Und man zerstreut ihn. durch Gesang und allerlei Kurzweil."
+ ],
+ [
+ "die Altarasche ab. Nach 3. B. M. 6, 3 ist es Vorschrift, jeden Morgen die Asche vom Altar abzuheben und sie neben den Altar zu legen. Man entfernte aber nicht die ganze Asche, sondern nur etwa eine Handvoll mittels einer silbernen Pfanne, die man im Osten der zum Altar emporführenden schiefen Ebene ausschüttete. Der Rest wurde auf der Oberfläche des Altars zusammengefegt und in deren Mitte nach und nach zu einem abgestumpften Kegel aufgetürmt, den man als „Apfel“ (תפוח) bezeichnete und für eine Zierde des Opferaltars hielt. Er wurde daher so lange als möglich stehen gelassen, und erst dann (gemäss 3. B. M. 6, 4) hinweggeschafft, wenn er auf dem Altar keinen Raum mehr hatte. — Das Verbum תרם (Sekundärbildung von תרומה, Stamm: רום) mit folgendem Akkusativ bezieht sich bald auf das, was abgehoben wird (z. B. Terumot III 1), bald wie hier und Scheḳalim III 1 auf das, wovon abgehoben wird.",
+ "am Versöhnungstage schon um Mitternacht. um den Hohenpriester zu beschäftigen und ihn dadurch wach zu erhalten. Keineswegs war diese Verrichtung auf ihn angewiesen; vielmehr konnten auch am Versöhnungstage andere Priester die Aschenhebe vornehmen (s. darüber eine sehr interessante Abhandlung in den Milḥaniot des R. Mose b. Naḥman zu Joma Kap. II; s. auch Tosafot z. St. u. zu Zebaḥim 86 b s. v. משום חולשא).",
+ "an den Erscheinungsfesten beim ersten Wechsel der Nachtwache. Zum Pesach-, Wochen- und Hüttenfeste zog man nach der heiligen Stadt, um daselbst Ganz- und Friedensopfer darzubringen. Es sammelte sich daher täglich so viel Asche an, dass die Herstellung des „Apfels“ trotz der grossen Zahl der Priester geraume Zeit in Anspruch nahm, weshalb man schon sehr früh ans Werk gehen musste. Die „Nachtwache“ entspricht nach einer Ansicht dem dritten, nach einer andern dem vierten Teil der Nacht (s. Tosefta Berachot Kap. I Anf.)."
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+ "Anfangs konnte jeder. von den Priestern, deren Familie an der Reihe war. Die Priester waren nämlich in 24 Wachen (Mischmarot) eingeteilt, deren jede aus 4—9 Familien (Batê Abot) bestand. Jede Woche hatte eine andere Wache den Dienst im Heiligtum. Am Sabbat lösten sie einander ab, und für die einzelnen Tage der Woche verteilten sie den Dienst unter den Familien, aus denen sie sich zusammensetzten (Tosefta Ta‘anijot Kap. II).",
+ "der die Altarasche abheben wollte. s. Kap. I, Anm. 28.",
+ "liefen sie die Rampe. die im Süden des Altars zu diesem emporführte. Sie war 32 Ellen lang, 16 Ellen breit und 8 ⅚ Ellen hoch; die Länge des Weges betrug demnach 33, 2 Ellen, die Steigung etwa 1 : 3¾ oder 27 Prozent, der Winkel am Boden 15° 26′.",
+ "und wer den andern bei der vierten Elle. vom Altar aus gerechnet. Mit anderen Worten: Wer sich zuerst dem Altar bis auf vier Ellen näherte.",
+ "sprach der Beamte. Matitja ben Sch’muel (s. Scheḳalim V 1).",
+ "zu ihnen. nicht etwa zu den zweien, sondern zu allen am Wettbewerb Beteiligten.",
+ "Erhebet die Finger. damit das Los entscheide. Die Priester stellten sich zu diesem Zwecke in der Quaderhalle in einer Reihe auf und erhoben einen oder zwei Finger der rechten Hand, der Vorsteher nannte eine grössere Zahl, nahm dem ersten besten die Kopfbedeckung ab und fing bei diesem an, die Finger oder Fingerpaare zu zählen. Das Los fiel auf den Priester, bei dem die Zahl zu Ende ging. — הצביעו ist Denominativ von אצבע (= Finger).",
+ "Einen oder zwei. mit Rücksicht auf die Schwachen und Kränklichen, denen es schwer fällt, einen Finger allein auszustrecken.",
+ "den Daumen aber streckte man im Heiligtume nicht hervor. weil man imstande ist, den Daumen sehr weit vom Zeigefinger zu entfernen, so dass der Beamte, da es gestattet war, zwei Finger zu erheben, einen Priester für zwei zählen könnte."
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+ "Vier Auslosungen fanden dort. im Heiligtum und zwar täglich."
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+ "Die zweite Auslosung [bestimmte. Der Priester, bei dem die Zahl endete (Anm. 7), schlachtete das Opfer, sein rechter Nachbar fing das Blut auf und sprengte es auf den äussern Altar, dessen Nebenmann zur Rechten entfernte die Asche vom innern Altar u. s. w. [
]. Am Versöhnungstage wurden fast alle die hier aufgezählten gleich den in der folgenden Mischna erwähnten Verrichtungen durch den Hohenpriester allein ausgeführt. Eine Auslosung war also überflüssig. Fand eine solche dennoch statt, worüber die Ansichten auseinandergehen, so konnte sie nur den Zweck haben, die Priester zu bestimmen, die den Vorzug haben sollten, dem Hohenpriester hilfreiche Hand zu leisten (s. z. B. Kap. III Anm. 20).",
+ "wer den innern Altar entaschen. Auf dem innern Altar wurde jeden Morgen und jeden Abend das Räucherwerk dargebracht. Die erforderlichen glühenden Kohlen entnahm man dem äussern Altar. Die zurückgebliebene Asche wurde am nächsten Tage beseitigt. Diesen Dienst konnte auch am Versöhnungsfest ein gewöhnlicher Priester verrichten.",
+ "wer den Leuchter entaschen. s. Kap. I Anm. 8. Auch diese Verrichtung konnte selbst am Versöhnungstage von einem andern als dem Hohenpriester vollzogen werden. Dieser brauchte nur die Lämpchen anzuzünden.",
+ "und wer die Opferglieder auf die Rampe. die im Süden des Altars zu diesem emporführte. Sie war 32 Ellen lang, 16 Ellen breit und 8 ⅚ Ellen hoch; die Länge des Weges betrug demnach 33, 2 Ellen, die Steigung etwa 1 : 3¾ oder 27 Prozent, der Winkel am Boden 15° 26′.",
+ "Kopf nebst Hinterfuss. Gemeint ist der rechte Hinterfuss, den der Priester in der Linken hielt, während er den Kopf in der Rechten trug. Die genaueren Angaben findet man in Tamid (IV 3).",
+ "Schweif. עוקץ (eigentlich = Spitze oder auch Stiel) bezeichnet das untere Ende der Wirbelsäule mit dem Schweife.",
+ "nebst Hinterfuss. Hier ist wieder der linke Hinterfuss gemeint.",
+ "Brust nebst Schlund. samt Herz und Lunge,",
+ "die beiden Flanken. nebst Milz und Leber.",
+ "und die Eingeweide. sämtliche Verdauungsorgane.",
+ "ferner das Mehl. 4. B. M. 28, 5.",
+ "die Opferbrote. das tägliche Opfer des Hohenpriesters (3. B. M. 6, 13—15 u. Schekalim VII Anm. 34).",
+ "und den Wein. 4. B. M. 28, 7.",
+ "Dreizehn Priester waren dabei beteiligt. Zwei beim Schlachten und Sprengen, zwei bei der Reinigung des goldenen Altars und Leuchters, sechs beim Hinauftragen der Glieder und der Eingeweide, drei bei den Mehl- und Weinopfern.",
+ "In der natürlichen Reihenfolge. Wörtlich: in der Art seines Ganges, d. h. in der Reihenfolge der an der Fortbewegung des Tieres beteiligten Glieder, also zuerst der Kopf (mit dem rechten Hinterfusse), dann Brust und Schlund, hernach die beiden Vorderfüsse, darauf die beiden Flanken, zuletzt der Schweif mit dem linken Hinterfusse."
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+ "kommet und loset ums Räucherwerk. Oder: Neulinge in Bezug aufs Räucherwerk, kommt und loset. Die Darbringung des Räucherwerks war die bevorzugteste und am meisten begehrte Opferhandlung. Deshalb wurden die Priester, die es schon einmal dargebracht hatten, solange ausgeschlossen, als es noch welche gab, denen diese Gunst noch nicht zuteil geworden. Nur diese „Neulinge“ wurden aufgefordert, sich zur Auslosung einzufinden.",
+ "wer soll die Opferglieder von der Rampe zum Altar emportragen. Die Glieder des Opfertieres wurden nicht sofort nach der Zerlegung auf den Altar hinaufgeschafft, sondern zunächst auf die schiefe Ebene gebracht und von hier erst später weiter befördert (Scheḳalim VIII 8; s. das. Anm. 30)."
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+ [
+ "An und für sich durch neun. Wie die einzelnen Teile des Opferlammes von sechs und die Mehl- und Weinopfer von drei Priestern zur Rampe getragen wurden (Anm. 23), in derselben Reihenfolge und durch dieselbe Zahl von Priestern wurden sie auch auf den Altar gebracht.
",
+ "da einer einen Kelch mit Wasser in der Hand trug. Sukka IV 9.",
+ "am Nachmittag. täglich beim Abendopfer.",
+ "die zwei Scheiter Holz in der Hand hatten. um sie dem Holzstoss auf dem Opferaltar hinzuzufügen.",
+ "die in ihrer Hand die beiden Weihrauchschalen des innern Brotes hielten. 3. B. M. 24, 7—8. Als „Azkara“, wie der Weihrauch dort bezeichnet wird, wurde er auf dem Opferaltar verbrannt (vgl. das. 2, 2).",
+ "am Sabbat des Hüttenfestes trug ausserdem einer. der Zwölfte.",
+ "einen Kelch mit Wasser in der Hand. Sukka IV 9."
+ ],
+ [
+ "das Fleisch durch fünf. wie beim Lamm des täglichen Opfers.",
+ "das Mehl und der Wein durch je zwei. Das zum täglichen Opfer bestimmte Lamm durfte nicht älter als ein Jahr sein, während ein Widder 13—24 Monate zählen musste, um dargebracht werden zu können; seine Eingeweide waren daher schwerer als die des Lämmchens. Ferner betrug das zugehörige Mehl- und Weinopfer bei einem Widder 2 ‘Omer und 4 Log, bei einem Lamme nur 1 ‘Omer und 3 Log (4. B. M. 15, 4—7; s. auch Schekalim V Anm. 15)."
+ ],
+ [
+ "Kopf und Hinterfuss. Diese Nominativa absoluta sind gleich den folgenden (החזה והגרה, העוקץ והרגל) im Grunde überflüssig und nur mit Rücksicht auf Mischna 3 vorangestellt. Der Sinn ist: Was den Kopf und den rechten Hinterfuss betrifft, die sonst durch eine Person dargebracht werden, so sind hier drei Priester dabei beteiligt; was Schweif und linken Hinterfuss betrifft, u. s. w.",
+ "dieser. samt Herz und Lunge,",
+ "das Mehl. 3 ‘Omer (4. B. M. 15, 9).",
+ "und der Wein. 6 Log (das. 10).",
+ "Indessen gilt das. die Verteilung der einzelnen Verrichtungen durch das Los.",
+ "den ganzen Dienst allein verrichten. sofern er nur zu den diensthabenden Priestern gehört und der Eigentümer ihn damit betraut hat.",
+ "Hinsichtlich der Enthäutung und Zerlegung sind diese und jene einander gleich. In Bezug auf diese Verrichtungen, die auch durch Nichtpriester ausgeführt werden dürfen, fand selbst bei öffentlichen Opfern keine Auslosung statt. Anders beim Schlachten der öffentlichen Opfer, das zwar ebenfalls durch jeden Israeliten vorgenommen werden konnte, in der Regel aber von den Priestern für sich in Anspruch genommen wurde und darum auch der Entscheidung des Loses unterworfen war."
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+ "Der Beamte sprach zu ihnen. Die Mischna knüpft hier an Kap. II 1—4 an. Was hier berichtet wird, gilt also nicht allein vom Versöhnungsfeste, sondern in gleicher Weise von allen Tagen des Jahres. Der hier erwähnte Beamte ist vermutlich derselbe, der auch die Auslosungen überwachte (das. 1; s. auch Anm. 5 das.).",
+ "ob die Zeit des Schlachtens schon gekommen ist. Das tägliche Morgenopfer durfte vor Anbruch des Tages nicht dargebracht werden; wurde es vorher geschlachtet, so musste es durch ein anderes ersetzt und wie untauglich gewordenes Opferfleisch fern vom Altar verbrannt werden.",
+ "Es tagt. ברקאי, aramäische Form, vielleicht aus ברקא היא zusammengezogen oder aus ברקא אית verkürzt: es zeigt sich ein Schimmer (ברק = Blitz, Lichtschein, Glanz).",
+ "Matitja ben Schemuel. vgl. Schekalim V 1.",
+ "Bis gen Hebron. So lautet die Frage des Beamten. Es scheint, dass Frage und Antwort nicht mehr zum Berichte Matitja’s gehören, sondern auch nach der Ansicht erfolgten, laut welcher der Beobachter „Barḳai“ gerufen hat. Matitja setzt nur an Stelle dieses Wortes den Satz האיר פני כל המזרח. Dieser Ausdruck lässt es unbestimmt, ob der Lichtschein sich vom Nordpunkte bis zum Südpunkte, also über die ganze östliche Hälfte des Gesichtskreises erstreckt, oder nur von Nordost bis Südost über den vierten Teil des Horizontes. „Der ganze Ostrand“ kann beides bedeuten. Noch unbestimmter ist Barḳai: Es tagt. Darum fragt der Beamte: „Bis gen Hebron?“ Diese Stadt liegt im Süden Jerusalems beinahe auf demselben Meridian wie der Tempel. War daher der Lichtstreif bis zu dem Punkte des Horizontes vorgedrungen, hinter welchem man Hebron vermutete, so dehnte er sich bereits über die ganze östliche Hälfte des Gesichtskreises aus. Dass man vom Tempelberge aus selbst bei vollem Sonnenlicht die Türme von Hebron gesehen haben konnte, ist ausgeschlossen. Nach Bechorot 54 b (קים להו לרבנן דשתסר מילי קא שלטא בה עינא דרועה — ומסתברא דהוא באמצען קאמר תדע מדלא אמר שלטא בהו אלא בה שמע מינה דאצאן קאי) reicht das Auge des Hirten bis auf eine Entfernung von 8 Mil (etwa 8 km; s. Kap. VI Anm. 26). Allerdings sind die Türme einer Stadt nicht mit einer Viehherde zu vergleichen; aber Hebron ist 28 km von Jerusalem entfernt und liegt in einem Tale, von Bergen eingeschlossen, welche die Aussicht versperren. Wenn man dennoch grade diese Stadt erwähnte und nicht lieber eine nähere, südlich oder nördlich gelegene und vom Tempelberge sichtbare Ortschaft, so geschah es, wie Jeruschalmi z. St. erklärt, weil in Hebron die Gräber der Patriarchen und der Stammmütter sich befinden. Ich verstehe nur nicht, warum die Frage nicht einfach עד חברון lautete. Warum עד שבחברון? Oder gar עד שהוא בחברון, wie es in Tamid III 2 heisst und Raschi auch hier liest ? In einer Baraita (Babli Joma 28b oben) findet sich auch die Lesart עד בחברון, nirgends aber עד חברון."
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+ "Weil man einmal. natürlich nicht am Versöhnungsfeste (vgl. Anm. 1), an welchem ja der Mond ums Morgengrauen längst untergangen ist, sondern an einem der letzten Tage eines Monats, in denen der Mond westlich von der Sonne sich befindet und daher vor dem Tagesgestirn aufgeht.",
+ "dass der Morgen aufleuchte. Bei bewölktem Himmel kann der vom Monde ausgehende Lichtschimmer mit dem der Sonne verwechselt werden. Niemals aber kann er sich soweit erstrecken wie der von der Sonne herrührende Lichtstreifen. Darum fragte der Beamte, ob der Horizont bis gen Hebron hin erhellt ist.",
+ "das man hernach in den Verbrennungsraum schaffen musste. s. Anm. 2; über בית השרפה s. Pesaḥim VIII Anm. 18 u. IX Anm. 49).",
+ "Man führte den Hohenpriester ins Badehaus. Hier beginnt der Bericht über den Opferdienst des Versöhnungstages, der aber sogleich durch eine kleine Abschweifung unterbrochen wird, um in M. 4 wieder aufgenommen zu werden.",
+ "Wer seine Füsse bedeckt. Euphemie für Darmentleerung (vgl.) Richter 3, 24 und 1 Sam. 24, 4).",
+ "muss baden. Wo der Ausdruck טבילה von Menschen oder Geräten gebraucht wird, bedeutet er stets ein völliges Untertauchen im Wasser.",
+ "wer Wasser auswirft. Spätere Bezeichnung für die Entleerung der Harnblase.",
+ "muss sich Hände und Füsse heiligen. d. h. mit dem Wasser des heiligen Beckens waschen (2. B. M. 30, 17—21). Was den Hohenpriester betrifft, s. weiter unten (IV 5)."
+ ],
+ [
+ "ehe er ein Bad genommen. Wo der Ausdruck טבילה von Menschen oder Geräten gebraucht wird, bedeutet er stets ein völliges Untertauchen im Wasser.",
+ "vornehmen. s. Einleitung Absatz 2.",
+ "alles dies im Heiligtum auf dem Parwahause. Eine Kammer im südlichen Teile der Opferhalle (s. Middot V 3).",
+ "mit Ausnahme dieses ersten Bades. das er an ungeweihter Stätte über dem Wassertore (Scheḳalim VI 3) nahm."
+ ],
+ [
+ "Nachdem er heraufgestiegen war und sich abgetrocknet hatte. נסתפג ist Denominativ von ספוג (σπόγγος od. σφόγγος) = Schwamm.",
+ "brachte man ihm die goldenen Gewänder. Die acht Kleidungsstücke, die das Dienstgewand des Hohenpriesters bilden ( כתנת מכנסים מצנפת אבנט חשן אפוד מעיל וציץ; s. 2. B. M. 28, 2—42).",
+ "Nun brachte man ihm das tägliche Opferlamm. das. 29, 38—39.",
+ "er schlachtete es. Der ungewöhnliche Ausdruck קרצו (statt שחטו) wird hier wahrscheinlich darum gewählt, weil der Hohepriester sich damit begnügte, Luft- und Speiseröhre des Opfertieres zu durchschneiden, die Trennung der Halsadern einem andern, ihm zur Seite stehenden Priester überlassend.",
+ "und während ein anderer an seiner Seite den Schnitt vollendete. damit der Hohepriester Zeit gewinne, das Messer aus der Hand zu legen und die Schale zu ergreifen. Sonst schlachtete der eine Priester, und ein anderer fing das Blut auf (II 3); an diesem Tage aber verrichtete der Hohepriester beides.",
+ "fing er das Blut auf. in heiliger Schale.",
+ "um es sogleich zu sprengen. auf den äussern Altar in der Opferhalle.",
+ "Dann ging er dazu über. Der Ausdruck נכנם passt im eigentlichen Sinne (hineingehen) nur auf die beiden zunächst angeführten Diensthandlungen (להקטיר קטרת של שחר ולהיטיב את הנרות), die er im Hêchâl zu vollziehen hatte, aber nicht mehr zu den folgenden Verrichtungen (ולהקריב את הראש ואת האברים ואת החבתין ואת היין), deren Schauplatz wieder die Opferhalle war. Es müsste demnach heissen: „Er ging hinein, um das Morgenräucherwerk zu verbrennen und die Lämpchen in stand zu setzen, worauf er zurückkehrte, um den Kopf etc. darzubringen.“ Also ein Zeugma? Ich glaube eher, dass נכנס hier wie z. B. auch in Berachot I 1 ( משעה שהבהנים נכנסין לאכול בתרומתן) eine allgemeinere Bedeutung hat, etwa: sich anschicken, zu etwas übergehen; vgl. בא לו (VII 1 und Soṭa II 3) und das frnz. aller.",
+ "das Morgenräucherwerk zu verbrennen. 2. B. M. 30, 7.",
+ "die Lämpchen in Ordnung zu bringen. sie zu reinigen und aufs neue mit Öl und Docht zu versehen, nach Maimuni (חל׳ תמידין ומוספין פ״ג ה״י וי״ב) auch anzuzünden; s. übrigens Kap. II Anm. 13.",
+ "und den Kopf nebst den übrigen Gliedern. des Opferlammes.",
+ "samt den Opferbroten. dem täglichen Opfer des Hohenpriesters (3. B. M. 6, 13—15: s. Scheḳalim VII Anm. 34).",
+ "und dem Weine. 2. B. M. 29, 40. Das ebendaselbst vorgeschriebene Mehlopfer, sonst in dem Ausdruck נסכים inbegriffen (s. Scheḳalim Kap. IV Anm. 4), scheint hier durch יין mitbezeichnet."
+ ],
+ [
+ "Das Morgenräucherwerk. 2. B. M. 30, 7.",
+ "das Abendräucherwerk. 2. B. M. 30, 8. [
.]",
+ "War der Hohepriester alt oder schwächlich. אסטניס = ἀσϑενής.",
+ "bereitete man heisses Wasser vor. מחמין ist Hif‘il von חמין ;חמם steht elliptisch für מים חמין.",
+ "welches in das kalte gegossen wurde. מטילין ist Hif‘il von טול (= werfen), nicht von נטל; ebenso מטיל oben S. 305 Z. 2.",
+ "damit dessen Kälte sich mildere. Wörtlich: aufhöre (s. Kap. I Anm. 24)."
+ ],
+ [
+ "Darauf brachte man ihn in das Parwahaus. Eine Kammer im südlichen Teile der Opferhalle (s. Middot V 3).",
+ "das auf geheiligtem Boden stand. im Gegensatz zum Wassertore, wo er das erste Bad genommen hatte (s. Anm. 16).",
+ "Er heiligte Hände und Füsse. d. h. mit dem Wasser des heiligen Beckens waschen (2. B. M. 30, 17—21). Was den Hohenpriester betrifft, s. weiter unten (IV 5).",
+ "Nachdem er ins Bad gestiegen. Wo der Ausdruck טבילה von Menschen oder Geräten gebraucht wird, bedeutet er stets ein völliges Untertauchen im Wasser.",
+ "wieder heraufgekommen war und sich abgetrocknet hatte. נסתפג ist Denominativ von ספוג (σπόγγος od. σφόγγος) = Schwamm.",
+ "brachte man ihm die weissen Gewänder. die für den besondern Dienst des Versöhnungstages vorgeschriebenen vier Kleidungsstücke כתנת מכנסים מצנפת ואבנט — 3. B. M. 16, 4)."
+ ],
+ [
+ "Am Morgen legte er pelusisches Linnen an im Werte von zwölf Minen. 1 Mine = 100 Denare, etwa 65 Mark.",
+ "nachmittags indisches Linnen im Werte von achthundert Denaren. 1 Mine = 100 Denare, etwa 65 Mark.",
+ "Die Weisen. s. S. 210 Anm. 34.",
+ "Der Gesamtwert betrug dreissig Minen. Damit will die Mischna sagen, dass es auf das Verhältnis von 18: 12 nicht so genau ankommt. Man darf den zur Verfügung stehenden Betrag auch anders einteilen, nur soll man im ganzen nicht weniger als 30 Minen aufwenden und für das Morgenkleid mehr ausgeben als für das Abendgewand; denn dieses legte der Hohepriester nur an, um Löffel und Schaufel aus dem Allerheiligsten wieder herauszuschaffen (VII 4), während er in jenem den ganzen Dienst verrichtete, der den Versöhnungstag vor den anderen Festen auszeichnet.",
+ "Soviel wurde aus öffentlichen Mitteln bewilligt. Andere Lesart: אלו נוטל מן ההקדש = Soviel bekam er aus dem Tempelschatze."
+ ],
+ [
+ "Zunächst begab er sich zu seinem Stiere. Es waren an diesem Tage zwei Stiere darzubringen, der eine, von welchem später (VII 3) die Rede sein wird, beim Musafopfer (4. B. M. 29, 8) aus öffentlichen Mitteln, der andere, um den es sich hier handelt, aus dem Vermögen des Hohenpriesters (3. B. M. 16, 3 u. 6), weshalb er stets als sein Stier bezeichnet wird.",
+ "Dieser stand zwischen dem Ulam. So hiess der Vorsaal, der den Hêchâl (Anm. 58) von der Opferhalle trennte.",
+ "und dem Altar. dem äussern Altar in der Opferhalle. Der Raum zwischen diesem und dem Ulam mass von Ost nach West 22 Ellen (Middot III 6 u. V 1).",
+ "mit dem Kopfe nach Süden und dem Gesichte nach Westen. Ein Priester drehte dessen Kopf in der Richtung zum Hêchâl, so dass die Hörner, zwischen denen der Hohepriester seine Hände aufstützte, diesem zugekehrt waren. Hätte man den Stier mit dem Kopf nach Westen aufgestellt, so müsste der Hohepriester beim Sündenbekenntnis entweder, vor ihm stehend, dem Allerheiligsten den Rücken zukehren, oder aber, hinter ihm stehend, sich der Länge nach über den Rücken des Tieres legen. Beides wäre unangemessen. [ ובגמרא דחיק לתרץ דחיישינן שמא ירביץ נללים ולא ידעתי למה הוצרכו לכך].",
+ "das Antlitz nach Westen gerichtet. Er stand also zur Seite des Stieres mit dem Rücken zum Altar, das Antlitz dem Allerheiligsten zugewandt.",
+ "Er stützte beide Hände auf ihn. auf dessen Kopf zwischen den Hörnern.",
+ "wie geschrieben steht in der Tora deines Dieners Mosche. 3. B. M. 16, 30.",
+ "Sie aber. Die Priester und das Volk, die in der Opferhalle standen und sich niederwarfen, als sie den heiligen Namen Gottes aus dem Munde des Hohenpriesters vernahmen (vgl. weiter unten VI 2). Aus Maimunis Mischnakommentar ist ersichtlich, dass er auch hier statt והם עונין אחריו die ganze Stelle von והנהנים והעם bis ונופלים על פניהם ואומרים gelesen hat."
+ ],
+ [
+ "der Vorsteher zu seiner Rechten und das Familienoberhaupt. s. Kap. II Anm 1.",
+ "Dort standen zwei Ziegenböcke. s. 3. B. M. 16, 5 u. 7.",
+ "und eine Urne. קלפי ist das griechische ϰάλπη.",
+ "in der zwei Lose. Der Zweck dieser Lose wird am Anfange des nächsten Kapitels erklärt."
+ ],
+ [
+ "Ben Ḳâṭîn liess zwölf Hähne am Waschbecken. mit dessen Wasser die Priester Hände und Füsse wuschen, ehe sie das Heiligtum betraten oder zu einer Dienstverrichtung sich anschickten (2. B. M. 30, 18—21). Sie traten vor das Becken, öffneten einen Hahn und Hessen das Wasser über ihre Hände und Füsse laufen.",
+ "auch liess er für das Waschbecken eine Vorrichtung. מּוכּני = μηχανή.",
+ "dass sein Wasser nicht durch Übernachten unbrauchbar werde. Die Tempelgeräte heiligen alle mit ihnen in Berührung kommenden Gegenstände, zu deren Aufnahme sie bestimmt sind (2. B. M. 30, 29; Zebaḥim IX 7); was aber durch ein heiliges Gefäss die Weihe erlangt hat, wird über Nacht zu fernerem Gebrauche untauglich. Infolgedessen musste das Waschbecken, das ein sehr umfangreiches und schweres Tempelgerät war, jeden Morgen geleert und wieder gefüllt werden. Ben Ḳaṭin liess es nun an der Welle eines Rades befestigen, mit dessen Hilfe es nachts in den Brunnen versenkt wurde, um am Morgen wieder heraufgezogen zu werden.",
+ "König Monobaz. Fürst von Adiabene in den letzten Jahren vor der Zerstörung des zweiten Tempels.",
+ "liess die Griffe aller für den Versöhnungstag bestimmten Geräte. die nicht selbst aus Gold hergestellt werden konnten, wie Messer u. dgl.",
+ "Seine Mutter Helenê liess über dem Eingang des Hêchâl. So hiess der Raum, in welchem der goldene Altar, der goldene Leuchter und der goldene Tisch standen. Ein Vorhang trennte ihn vom Allerheiligsten.",
+ "auf welcher der Schriftabschnitt von der des Ehebruchs Verdächtigen. 4. B. M. 5, 11—31. Auf der Tafel standen vermutlich nur die Beschwörungsformeln, die nach Vorschrift des 23. Verses bei der Wasserprobe, der die Verdächtige unterzogen wurde, abzuschreiben waren. Was die edle Königin zu diesem Geschenke bewogen haben mag, das uns wie ein schlechter Witz mit beleidigender Spitze anmutet, ist rätselhaft. Ein dringendes, „langst und tief empfundenes“ Bedürfnis war es gewiss nicht, dem endlich abgeholfen werden musste.",
+ "Nikanor erfuhr an seinen Türen Wunder. Laut einem Berichte der Tosefta (II 4, S. 183) brachte er für das Heiligtum zwei Türen aus Alexandria. Da ein Meeresstrudel das Schiff zu verschlingen drohte, warfen die Seeleute eine der Türen über Bord. Als sie aber auch die andere ergriffen, um sie der ersten nachfolgen zu lassen, umklammerte er sie mit seinen Armen, indem er sprach: Werfet mich mit ihr in die Brandung. In diesem Augenblicke glättete sich die aufgeregte Meeresfläche, und als man glücklich in ‘Akko landete, sah man die versenkte Tür unter dem Kiel des Schiffes emportauchen."
+ ],
+ [
+ "Die Angehörigen des Hauses Garmo wollten in Bezug auf die Bereitung des innern Brotes nichts lehren. Die zwölf ungesäuerten Brote, die im Innern des Heiligtums von Sabbat zu Sabbat auf goldenem Tische ruhten (2. B. M. 25, 30 u. 3. B. M. 24, 5—9), waren sehr zerbrechlich. Sie wurden aus je 5 Liter Mehl hergestellt (2 עשרונים = 0,6 סאה; 1 סאה = 8, 3 1 — s. Erubin Kap. VII Anm. 49) und hatten eine Länge von 80 cm, eine Breite von 40 cm (Menahot XI 4; 1 טפח = 8 cm — s. ‘Erubin Kap. IV Anm. 36). Ihre Dicke konnte daher nicht viel mehr als 1½ cm betragen (80. 40. 1, 5 = 4800 ccm; 5 1 = 5000 ccm). Ueber ihre Form gehen die Ansichten auseinander. Nach der einen hatten sie die Gestalt einer runden, nach der andern die einer eckigen Klammer (Babli Menaḥot 94b oben), deren Seitenwände nach R. Juda je 20 cm, nach R. Meïr je 16 cm in die Höhe ragten (Menaḥot XI 5) und überdies an den vier freien Enden mit je einem „Hörnchen“ von 14 cm Länge verziert waren. Sie wurden wöchentlich am Freitag, mitunter schon am Mittwoch gebacken und erst am Sabbat der folgenden Woche von den Priestern verzehrt. Nur die Familie Garmo verstand es, sie so zu bereiten, dass sie acht bis zehn Tage lang ihren Wohlgeschmack bewahrten, und sie so aus dem Ofen zu heben, dass ihre Seitenwände nicht zerbrachen. — למד mit על (statt einfachem Akkusativ) = über etwas Unterricht erteilen.",
+ "Hygros ben Lewi war ein Meister der Kadenz im Gesange. פרק בשיר ist sehr dunkel. Nach dem Talmud scheint es den Triller zu bedeuten. Da nun פרק einen Abschnitt bezeichnet, so ist vielleicht die Kadenz gemeint, die dem Sänger am Schluss der Melodie beliebige Variationen und Tonschnörkel gestattet. Diese Bedeutung könnte פרק auch am Ende des Traktats Tamid haben, wo es vom Gesange der Leviten heisst: הגיעו לפרק תקעו והשתחוו העם על כל פרק תקיעה ועל כל תקיעה השתחויה. [In Rosch haschana 31a unten s. v. כולהו meint Raschi ebenfalls: והיו חולקים הפרקים בנעימת הקול להפסיק].",
+ "wollte sie aber nicht lehren; Ben Ḳamṣar wollte niemand in seiner Schreibkunst unterweisen. Von ihm wird erzählt, dass er mit vier Federn, die er sich zwischen die fünf Finger steckte, gleichzeitig vier verschiedene Buchstaben schreiben konnte. Da die hebräische Schrift auf Vokale verzichtet, so bietet dieses Verfahren eine Tachystenographie, die einen geübten Schreiber in den Stand setzt, dem schnellsten Redner mit Leichtigkeit zu folgen. Freilich erfordert solche Kunstfertigkeit nicht nur grosse Gelenkigkeit der Finger, sondern eine noch grössere Elastizität des Geistes.",
+ "Von den Erstgenannten. d. h. von Männern gleich ihnen. Man kann aber נאֹמַר lesen und dann על הראשונים und אלו על wörtlich nehmen: Von jenen sagen wir … von diesen sagen wir…",
+ "das Andenken des Gerechten ist zum Segen. Sprüche 10,7.",
+ "von diesen aber. d. h. von Männern gleich ihnen. Man kann aber נאֹמַר lesen und dann על הראשונים und אלו על wörtlich nehmen: Von jenen sagen wir … von diesen sagen wir…",
+ "der Name der Ruchlosen vergeht. daselbst."
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+ "Er schüttelte die Urne und entnahm ihr die beiden Lose. Damit wird der oben (III 9) abgebrochene Bericht wieder aufgenommen: Der Hohepriester tritt an die Nordseite des Altars, wo die beiden Böcke stehen und eine Urne mit zwei Losen sich befindet. Er schüttelt die Urne, greift mit beiden Händen hinein und zieht in jeder Hand ein Los heraus. — טרף heisst in der Sprache der Mischna schütteln, umrühren, verwirren, überhaupt durcheinander mischen (נטרפה דעתו, ביצה טרופה, ספינה המטרפת בים). Die Kommentatoren, an ihrer Spitze Raschi, fassen gleichwohl die Stelle anders auf: Hastig griff er in die Urne. Man muss zugeben, dass sich nun והעלה שני גורלות besser anschliesst; das ist aber noch kein Grund, ein Wort seiner gewöhnlichen Bedeutung zu entkleiden. Die Konstruktion mit ב erklärt sich dadurch, dass es eigentlich die Lose sind, die er mittels der Urne durcheinander schüttelt.",
+ "das Oberhaupt der Familie. s. Kap. II Anm. 1.",
+ "Sie aber. die in der Opferhalle versammelte Menge, die bei der Nennung des heiligen Namens in die Kniee sank, den Boden mit der Stirne berührend. Vgl. weiter unten (VI 2)."
+ ],
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+ "Darauf befestigte er. um einer Verwechslung der beiden Böcke sowohl unter einander als auch mit dem dritten zum Musafopfer bestimmten Ziegenbocke (4. B. M. 29, 11) vorzubeugen.",
+ "ein Band von Kermeswolle. von roter, mit Kermes gefärbter Wolle,",
+ "sowohl am Kopfe des fortzuschickenden Bockes. des für ‘Azazel bestimmten, der in die Wüste geführt und dort von einem Felsen hinabgestürzt wurde.",
+ "den er einstweilen an den Ort seiner Wegschaffung. an das Tor, durch das er aus dem Tempel hinausgeführt wurde.",
+ "als auch dem zu schlachtenden. dem durchs Los dem Ewigen geweihten. נשחט hat hier wie המשתלח gerundive Bedeutung.",
+ "an der Schlachtstelle. d. i. am Halse (s. S. 205 Anm. 5).",
+ "Dann näherte er sich zum zweiten Male. s. III 8.",
+ "seinem. das. Anm. 41.",
+ "stützte auf ihn. das. Anm. 46.",
+ "wie geschrieben steht in der Tora deines Dieners Mosche. 3. B. M. 16, 30.",
+ "Sie aber. die in der Opferhalle versammelte Menge, die bei der Nennung des heiligen Namens in die Kniee sank, den Boden mit der Stirne berührend. Vgl. weiter unten (VI 2)."
+ ],
+ [
+ "Nun schlachtete er ihn. den Stier.",
+ "damit es nicht gerinne. Es sollte nämlich erst später, nachdem der Hohepriester das Räucherwerk im Allerheiligsten dargebracht hatte, daselbst und im Hêchâl zur Verwendung gelangen. — Die Auffassung, die in unserer Uebersetzung hier zum Ausdruck kommt, zwingt den Talmud zu einer Emendation. Da sich niemand im Hêchâl (Kap. III Anm. 58) aufhalten durfte, während der Hohepriester im Allerheiligsten den Dienst verrichtete (3. B. M. 16, 17), so ist nicht שבהיכל, sondern שלהיכל zu lesen, was zur Not so verstanden werden kann, dass das Blut in der Opferhalle auf der vierten Pflasterreihe, vom Hêchâl aus gerechnet (wörtlich: die zum Hêchâl führt), umgerührt wurde. Diese Textänderung, die am Ende nicht einmal genügt [es müsste mindestens שמן ההיכל ולחוץ korrigiert werden, genauer aber: שמן האולם ולחוץ, da ja zwischen Hêchâl und Opferhalle noch der Ulam (Kap. III Anm. 42) sich befand], liesse sich vermeiden, wenn man dem Satzbau ein wenig Gewalt antut, על הרובד הרביעי שבהיכל statt auf ממרס lieber auf נתנו bezieht und demgemäss übersetzt: er stellte sie für den, der es umrühren sollte, damit es nicht gerinne, auf die vierte Pflasterreihe im Hêchâl. Er würde demnach die Schale, bevor er die Schaufel zur Hand nahm, um Kohlen für das Räucherwerk zu holen, auf die vierte Pflasterreihe des Hêchâl getan haben, von wo sie bald ein anderer Priester holte, um das Blut in der Opferhalle umzurühren. Dass der Hohepriester sie erst hineintrug, statt sie sofort an Ort und Stelle neben dem äussern Altar, an dessen Fusse er das Blut eben aufgefangen hatte, und den er nun sogleich mit der Kohlenschaufel in der Hand besteigen sollte, dem ersten besten Priester zu übergeben, könnte man damit erklären, dass es ihm wünschenswert erschien, die Schale an dieser Stelle wieder in Empfang zu nehmen, wenn er nach der Darbringung des Räucherwerks aus dem Allerheiligsten trat, im Hêchâl ein kurzes Gebet sprach und sogleich wieder in das Allerheiligste zurückkehrte, um mit dem Blute des Stieres die vorgeschriebenen Sprengungen vor der heiligen Bundeslade auszuführen. Doch darf man nicht vergessen, dass von der Opferhalle zum Ulam zwölf Stufen emporführten (Middot III 6). Was nötigte ihn, sie hinauf- und alsbald wieder hinunterzusteigen? Es wäre doch viel zweckmässiger gewesen, die Schale einem Priester in der Opferhalle mit dem Auftrage zu übergeben, sie ihm nach angemessener Zeit in den Hêchâl entgegenzubringen. Die einfachste Lösung aller Schwierigkeiten bietet Jeruschalmi z. St., der בהיכל kurzerhand in בעזרה verbessert. Will man die überlieferte Lesart, die durch beide Talmude gut bezeugt ist, aufrecht erhalten, so muss man annehmen, dass das Opferblut tatsächlich aus dem angegebenen Grunde (damit der Hohepriester nicht nötig habe, nach dem Verlassen des Allerheiligsten die erwähnten zwölf Stufen hinab- und wieder hinaufzusteigen, um die Schale aus der Opferhalle zu holen) im Hêchâl umgerührt wurde, den der damit betraute Priester nur für die kurze Zeit verliess, welche die Darbringung des Räucherwerks in Anspruch nahm. Der Vorgang hätte sich demnach wie folgt abgespielt: Nachdem der Hohepriester den Stier in der Opferhalle geschlachtet und dessen Blut in einer Schale aufgefangen hatte, reichte er diese an Ort und Stelle einem Priester, der sich nun in den Hêchâl begab und dort das Blut umrührte, während jener in der Opferhalle die goldene Schaufel auf dem äussern Altar mit glühenden Kohlen füllte und das Räucherwerk mit seinen Händen abhob, um es in den goldenen Löffel zu tun. Sowie der Hohepriester mit Löffel und Schaufel im Hêchâl erschien, entfernte sich der andere bis zur obersten Treppenstufe, wo er vor dem Eingange des Ulam sehr wohl in der Lage war, den Hohenpriester in demselben Moment zu erblicken, in welchem er aus dem Allerheiligsten heraustrat (vgl. Kap. V Anm. 15). Während dieser sein kurzes Gebet sprach, kehrte jener auf seinen Platz im Hêchâl zurück und wartete daselbst, bis der Hohepriester, der sich nach Vollendung seines Gebetes an den Eingang des Ulam begeben und dort dem unten versammelten Volke gezeigt hatte, wieder in den Hêchâl kam, um von ihm die Schale in Empfang zu nehmen, mit der er nun aufs neue das Allerheiligste betreten sollte. [Dass hier הרובד הרביעי שבהיכל (nach Middot III 6) den obersten der vier Treppenabsätze, also den vier bis fünf Ellen breiten Raum vor dem Eingange des Ulam bedeuten könnte — was ebenfalls eine glückliche Lösung aller Schwierigkeiten wäre — ist leider ausgeschlossen, weil es dann weiter unten am Ende unserer Mischna על הרובד הראשון שבעזרה heissen müsste].",
+ "schob einige Kohlen rechts und links zur Seite und nahm von den durchglühten. המעוכלות, von עכל = אבל (verzehren), sind die Kohlen, deren Holzteile schon ganz vom Feuer verzehrt sind. Sie glühen nur noch, geben aber keine Flamme mehr. Keineswegs bedeutet das Wort erloschene oder fast verglimmte Kohlen, wie diejenigen meinen, die es an dieser Stelle streichen wollen (s. תוספות יום טוב z. St.). Wenn מן המעוכלות הפנימיות fehlt, hat das vorangehende ופנה גחלים אילך ואילך keinen rechten Sinn.",
+ "stieg dann wieder hinab und setzte sie auf die vierte Pflasterreihe in der Opferhalle. um zunächst das Räucherwerk mit seinen Händen abzuheben und es in den goldenen Löffel zu tun."
+ ],
+ [
+ "die man in eine goldene leerte. s. Tamid V 5.",
+ "Täglich nahm man eine Schaufel von vier Kab und leerte sie in eine solche von drei Kab. Die silberne Schaufel, in der die Kohlen vom Opferaltar geholt wurden, fasste 4 Kab, die goldene, aus der sie auf den innern Altar im Hêchal geschüttet wurden, nur 3 Kab, beim Umleeren fiel der Rest der Kohlen auf das Pflaster der Opferhalle, von wo sie in die Wasserleitung gefegt wurden (Tamid V 5). 1 Kab = ⅙ Sea ist ungefähr 1, 4 Liter (s. ‘Erubin Kap. VII Anm. 49).",
+ "heute einen langen. Alles dies mit Rücksicht auf die Schwäche des Hohenpriesters und seinen unausgesetzten Dienst.",
+ "Täglich brachte man [vom Räucherwerk] eine halbe Mine. c. 170 g.",
+ "heute fügte er seine beiden Hände voll hinzu. Auch das tägliche Räucherwerk (2.B.M. 30,7—8) wurde am Versöhnungstage morgens und abends von keinem andern als dem Hohenpriester auf dem goldenen Altar im Hechal dargebracht, ausserdem aber noch ein besonderes Räucherwerk auf goldener Schaufel im Allerheiligsten.",
+ "heute vom allerfeinsten. d. h. das Räucherwerk war heute noch feiner zerrieben als sonst (2. B. M. 30, 36)."
+ ],
+ [
+ "Sonst gehen die Priester an der Ostseite der Rampe. Zum äussern Altar, der beinahe 9 Ellen hoch war, führten keine Stufen empor (2. B. M. 20 Ende), sondern eine schiefe Ebene, der sogenannte „Kebesch“ (s. Kap. II Anm. 3), der im Süden des Altars errichtet war. Die Priester stiegen mithin auf der rechten Seite hinauf und auf der linken wieder hinunter.",
+ "heute steigt der Hohepriester in der Mitte hinauf und in der Mitte wieder hinab. Andere Lesart: והיום עולים באמצע ויורדים באמצע.",
+ "Sonst heiligte. s. Kap. III Anm. 13.",
+ "heute aber. s. oben III 3 und Einleitung Absatz 2.",
+ "aus goldener Schüssel. קיתון = ϰώϑων, ϰήϑιον od. ϰυάϑιον."
+ ],
+ [
+ "Gewöhnlich waren dort. auf dem äussern Altar.",
+ "vier Feuerstätten. die erste zum Verbrennen der Opfer, die zweite, um Kohlen für das tägliche Räucherwerk zu gewinnen, die dritte, um ein ewiges Feuer auf dem Altar zu unterhalten (3. B. M. 6, 6), die vierte zum Verbrennen solcher Opferteile, die in der vergangenen Nacht nicht ganz zu Asche verzehrt worden waren.",
+ "heute fünf. die fünfte, um ihr die Kohlen für das im Allerheiligsten darzubringende Räucherwerk zu entnehmen.",
+ "Gewöhnlich drei. nur die drei ersten.",
+ "Gewöhnlich zwei. nur die ersten beiden."
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+ "Man brachte ihm. dem Hohenpriester.",
+ "Löffel und Pfanne. Die Pfanne enthielt 3 Minen (c. 1020 g) Räucherwerk.",
+ "ein Kleinerer gemäss seinem geringern Umfang. d. h. es gab für das darzubringende Räucherwerk kein bestimmtes Maass; dessen Menge hing vielmehr vom Umfang der Hände des jeweiligen Hohenpriesters ab.",
+ "und dem entsprach auch das Maass. Mit anderen Worten: Der Rauminhalt des Löffels war so bemessen, dass er nicht mehr und nicht weniger aufnahm, als beide Hände des Hohenpriesters fassen konnten, obgleich er des Löffels eigentlich nur bedurfte, weil er sonst keine Hand frei gehabt hätte, um gleichzeitig mit dem Räucherwerk auch die Schaufel voll Kohlen hineinzutragen. Keineswegs schüttete er dieses im Allerheiligsten aus dem Löffel unmittelbar auf die glühenden Kohlen; er leerte ihn vielmehr zunächst, nachdem er die goldene Schaufel zwischen den Stangen niedergelegt hatte, mit grosser Geschicklichkeit wieder in seine beiden Hände, was in der Baraita (Joma 49 b oben) als eine der schwierigsten Aufgaben des Opferdienstes bezeichnet wird. War schon das Abheben des Räucherwerks aus der Pfanne nicht leicht (s. Kap. I Anm. 16), so erforderte diese Leistung noch grössere Übung und Gewandtheit.",
+ "Nun fasste er die Schaufel. die er vorhin, mit glühenden Kohlen vom Altar gefüllt, auf die vierte Pflasterreihe der Opferhalle gesetzt hatte (IV 3 Ende; vgl. Anm. 17 das.).",
+ "den Löffel mit der Linken und durchschritt den Hêchâl. s. Kap. III Anm. 58.",
+ "bis er zwischen die beiden Vorhänge gelangte. Das untere Ende des äussern Vorhangs war, wie gleich berichtet wird, an der Südseite zurückgeschlagen, so dass er sofort zwischen die Vorhänge gelangte.",
+ "denn es heisst. 2. B. M. 26, 33.",
+ "] Der äussere war an der Südseite zurückgeschlagen. פרף ist Denominativ von פורפא (πόρπη) = Spange (s. Targum O. zu 2. B. M. 26, 11). Das umgestülpte Ende wurde mittels einer Spange festgehalten (vgl. Schabbat VI 7).",
+ "bis er die Lade. den heiligen Schrein, in welchem die Bundestafeln aufbewahrt lagen.",
+ "zwischen ihre beiden Stangen. 2. B. M. 25, 13—15.",
+ "Jetzt häuft er das Räucherwerk auf die Schaufel. nicht etwa mittels des Löffels, sondern mit seinen beiden Händen (s. Anm. 4).",
+ "wieder zurück. das Gesicht nach Süden, den Vorhang zur Linken. Er geht also rückwärts hinaus. [Unsere Lesart (בדרך בית כניסתו) ist nicht so gut wie die des Jeruschalmi (s. auch Babli 53a u. Ḥullin 10b), welche דרך כניסתו lautet].",
+ "und betet im äussern Raume. im Hêchâl.",
+ "damit er Israel nicht in Angst setze. Die draussen harrende Menge könnte glauben, es sei ihm im Allerheiligsten ein Unglück widerfahren, weil er nicht würdig genug war, es zu betreten. Im Hêchâl wie im Ulam (Kap. III Anm. 42) durfte sich niemand aufhalten, während der Hohepriester im innersten Raum den Dienst verrichtete (3. B. M. 16, 17); von der Opferhalle aus konnte man ihn aber nicht sehen, solange er im Hêchâl betete. Zwar waren dessen Flügeltüren vom Morgen bis zum Abend weit geöffnet (Tamid III 7), und der Eingang des Ulam hatte überhaupt keine Türen (Middot II 3); beide Räume lagen jedoch um sechs Ellen (c. 3 m) höher als die Opferhalle, von welcher zwölf Stufen emporführten (Middot III 6). Erst wenn der Hohepriester, sich dieser Treppe nähernd, im Ulam erschien, konnte die unten stehende Menge ihn erblicken. [Die Vorhänge aber, die an den Eingängen des Hêchâl und des Ulam sich befanden (Joma 54a unten, Ketubot 106a unten), dürften schwerlich die Aussicht versperrt haben; denn es ist sehr wahrscheinlich, dass sie zurückgeschlagen waren. Wie hätte sonst die Frage aufgeworfen werden können (Zebaḥim 55b Mitte), ob ein Friedensopfer als vorschriftsmässig geschlachtet gilt, wenn der Eingang zum Hêchâl zufällig durch einen Vorhang verdeckt war? Und wie konnte der Priester auf dem Ölberge (Middot II 4) den Eingang des Hêchâl sehen, wenn die Vorhänge keinen Durchblick gestatteten?]"
+ ],
+ [
+ "Nach der Entfernung der Lade. s. Schekalim VI 1 Ende und Anm. 6 daselbst.",
+ "Er wurde Schetija. Fundament.",
+ "Auf diesen setzte er sie. die Schaufel."
+ ],
+ [
+ "der es umrührte. s. IV 3 Anfang und Anm. 15 daselbst.",
+ "den er vorher betreten hatte. das Allerheiligste.",
+ "auf dem er eben gestanden. vor die Bundeslade.",
+ "der zum Schlage ausholt. Nach der Vorschrift der Tora (3. B. M. 16, 14) soll das Blut des Stieres zunächst gegen die vordere Fläche des Deckels (על פני הכפרת קדמה) und dann siebenmal vor den Deckel hin (לפני הכפרת) gesprengt werden. Das ist nicht so aufzufassen, als wäre bei der ersten Sprengung die obere, später aber die untere Hälfte des Deckels als Ziel ins Auge zu fassen. Die Bundeslade war nach 2. B. M. 25, 10 nur 1½ Ellen hoch (etwa 72 cm) reichte also dem Priester kaum bis zur Hüfte. Die Höhe (Dicke) des Deckels betrug nach der Überlieferung (Jeruschalmi Sabbat I 1, Babli daselbst 92a u. ö.) ⅙ Elle (c. 8 cm). Unter diesen Umständen wäre es kein grosser Unterschied, ob das Blut gegen die obere oder die untere Kante des Deckels gesprengt würde; in beiden Fällen müsste es der Hohepriester von oben nach unten sprengen. Der Gegensatz zwischen על פני und לפני liegt vielmehr darin, dass er das erste Mal aufwärts, nachher dagegen abwärts sprengte. Bei der ersten Sprengung richtete er die Spitze des ins Blut getauchten Fingers zur Erde und fuhr dann mit dem ausgestreckten Arm schnell in die Höhe; bei den sieben folgenden Sprengungen tauchte er den Finger jedesmal aufs neue in das Blut, erhob den Arm soweit als möglich und senkte ihn darauf mit raschem Schwung zur Erde (Baraita in Babli z. St. 55a oben). Die Handbewegungen, die er dabei ausführte, hatten grosse Ähnlichkeit mit denen eines Mannes, der jemand bald mit dem Handrücken, bald mit dem Handteller einen Streich versetzen will, weshalb auch R. Juda (s. Babli z. St. 54b unten) auf die Frage, wie das Wort מצליף in unserer Mischna zu verstehen wäre, mit einer stummen Geste antworten konnte, indem er wie zum Schlage ausholte — eine Erklärung die deutlicher als Worte spricht, und deren Richtigkeit auch durch zwei Targumstellen (zu Ps. 74, 5 u. Jonatan zu 5. B. M. 25, 3) belegt werden kann. [
]. So erklärt sich auch die sonderbare Art, in der die Sprengungen gezählt wurden. Es geschah nach einer sowohl im Babli wie im Jeruschalmi z. St. vertretenen Ansicht, damit er sich nicht irre. Da der Hohepriester jedesmal, auch wenn er abwärts sprengte, die Hand erhob, konnte es ihm leicht widerfahren, dass das Blut infolge einer aus Versehen zu energisch ausgeführten Bewegung nach oben spritzte, bevor er noch den Arm zu senken sich anschickte. Darum zählte er: eins und eins, eins und zwei, eins und drei u. s. w., zerlegte also jede der sieben Sprengungen in zwei Handlungen. Erhob er den Arm, zählte er „eins“, liess er ihn wieder sinken, nannte er die laufende Zahl. Es ist eine psychologisch begründete Erfahrung, dass man in solchem Falle auf die zweite Zahl den Nachdruck legt, die erste aber unwillkürlich bedächtiger ausspricht, was wieder auf die Bewegungen des Arms in der Weise einwirkt, dass die Hand sich langsam hebt, um dann desto schneller niederzufahren. Die erste Sprengung dagegen begleitete er nur, während er den Arm erhob, mit einem kurzen energischen „Eins“, weil er hier tatsächlich nach oben sprengen sollte.",
+ "Während er hinausging. um den durchs Los für Gott bestimmten Bock (IV 1) in der Opferhalle zu schlachten."
+ ],
+ [
+ "den er vorhin betreten hatte. das Allerheiligste.",
+ "auf dem er damals gestanden. vor die Bundeslade.",
+ "und sprengte davon einmal aufwärts und siebenmal abwärts. 3. B. M. 16, 15.",
+ "sondern wie man zu einem Schlage ausholt. Nach der Vorschrift der Tora (3. B. M. 16, 14) soll das Blut des Stieres zunächst gegen die vordere Fläche des Deckels (על פני הכפרת קדמה) und dann siebenmal vor den Deckel hin (לפני הכפרת) gesprengt werden. Das ist nicht so aufzufassen, als wäre bei der ersten Sprengung die obere, später aber die untere Hälfte des Deckels als Ziel ins Auge zu fassen. Die Bundeslade war nach 2. B. M. 25, 10 nur 1½ Ellen hoch (etwa 72 cm) reichte also dem Priester kaum bis zur Hüfte. Die Höhe (Dicke) des Deckels betrug nach der Überlieferung (Jeruschalmi Sabbat I 1, Babli daselbst 92a u. ö.) ⅙ Elle (c. 8 cm). Unter diesen Umständen wäre es kein grosser Unterschied, ob das Blut gegen die obere oder die untere Kante des Deckels gesprengt würde; in beiden Fällen müsste es der Hohepriester von oben nach unten sprengen. Der Gegensatz zwischen על פני und לפני liegt vielmehr darin, dass er das erste Mal aufwärts, nachher dagegen abwärts sprengte. Bei der ersten Sprengung richtete er die Spitze des ins Blut getauchten Fingers zur Erde und fuhr dann mit dem ausgestreckten Arm schnell in die Höhe; bei den sieben folgenden Sprengungen tauchte er den Finger jedesmal aufs neue in das Blut, erhob den Arm soweit als möglich und senkte ihn darauf mit raschem Schwung zur Erde (Baraita in Babli z. St. 55a oben). Die Handbewegungen, die er dabei ausführte, hatten grosse Ähnlichkeit mit denen eines Mannes, der jemand bald mit dem Handrücken, bald mit dem Handteller einen Streich versetzen will, weshalb auch R. Juda (s. Babli z. St. 54b unten) auf die Frage, wie das Wort מצליף in unserer Mischna zu verstehen wäre, mit einer stummen Geste antworten konnte, indem er wie zum Schlage ausholte — eine Erklärung die deutlicher als Worte spricht, und deren Richtigkeit auch durch zwei Targumstellen (zu Ps. 74, 5 u. Jonatan zu 5. B. M. 25, 3) belegt werden kann. [
]. So erklärt sich auch die sonderbare Art, in der die Sprengungen gezählt wurden. Es geschah nach einer sowohl im Babli wie im Jeruschalmi z. St. vertretenen Ansicht, damit er sich nicht irre. Da der Hohepriester jedesmal, auch wenn er abwärts sprengte, die Hand erhob, konnte es ihm leicht widerfahren, dass das Blut infolge einer aus Versehen zu energisch ausgeführten Bewegung nach oben spritzte, bevor er noch den Arm zu senken sich anschickte. Darum zählte er: eins und eins, eins und zwei, eins und drei u. s. w., zerlegte also jede der sieben Sprengungen in zwei Handlungen. Erhob er den Arm, zählte er „eins“, liess er ihn wieder sinken, nannte er die laufende Zahl. Es ist eine psychologisch begründete Erfahrung, dass man in solchem Falle auf die zweite Zahl den Nachdruck legt, die erste aber unwillkürlich bedächtiger ausspricht, was wieder auf die Bewegungen des Arms in der Weise einwirkt, dass die Hand sich langsam hebt, um dann desto schneller niederzufahren. Die erste Sprengung dagegen begleitete er nur, während er den Arm erhob, mit einem kurzen energischen „Eins“, weil er hier tatsächlich nach oben sprengen sollte.",
+ "Er nahm daher. Hier kommt die Ansicht des R. Juda zur Geltung.",
+ "und zwar von aussen. im Hêchâl.",
+ "gegenüber der Lade. also gegen die Mitte des Vorhangs, der die ganze Breite des Raumes (20 Ellen) einnahm.",
+ "einmal aufwärts und siebenmal abwärts. 3. B. M. 16, 16.",
+ "sondern wie man zu einem Schlage ausholt. Nach der Vorschrift der Tora (3. B. M. 16, 14) soll das Blut des Stieres zunächst gegen die vordere Fläche des Deckels (על פני הכפרת קדמה) und dann siebenmal vor den Deckel hin (לפני הכפרת) gesprengt werden. Das ist nicht so aufzufassen, als wäre bei der ersten Sprengung die obere, später aber die untere Hälfte des Deckels als Ziel ins Auge zu fassen. Die Bundeslade war nach 2. B. M. 25, 10 nur 1½ Ellen hoch (etwa 72 cm) reichte also dem Priester kaum bis zur Hüfte. Die Höhe (Dicke) des Deckels betrug nach der Überlieferung (Jeruschalmi Sabbat I 1, Babli daselbst 92a u. ö.) ⅙ Elle (c. 8 cm). Unter diesen Umständen wäre es kein grosser Unterschied, ob das Blut gegen die obere oder die untere Kante des Deckels gesprengt würde; in beiden Fällen müsste es der Hohepriester von oben nach unten sprengen. Der Gegensatz zwischen על פני und לפני liegt vielmehr darin, dass er das erste Mal aufwärts, nachher dagegen abwärts sprengte. Bei der ersten Sprengung richtete er die Spitze des ins Blut getauchten Fingers zur Erde und fuhr dann mit dem ausgestreckten Arm schnell in die Höhe; bei den sieben folgenden Sprengungen tauchte er den Finger jedesmal aufs neue in das Blut, erhob den Arm soweit als möglich und senkte ihn darauf mit raschem Schwung zur Erde (Baraita in Babli z. St. 55a oben). Die Handbewegungen, die er dabei ausführte, hatten grosse Ähnlichkeit mit denen eines Mannes, der jemand bald mit dem Handrücken, bald mit dem Handteller einen Streich versetzen will, weshalb auch R. Juda (s. Babli z. St. 54b unten) auf die Frage, wie das Wort מצליף in unserer Mischna zu verstehen wäre, mit einer stummen Geste antworten konnte, indem er wie zum Schlage ausholte — eine Erklärung die deutlicher als Worte spricht, und deren Richtigkeit auch durch zwei Targumstellen (zu Ps. 74, 5 u. Jonatan zu 5. B. M. 25, 3) belegt werden kann. [
]. So erklärt sich auch die sonderbare Art, in der die Sprengungen gezählt wurden. Es geschah nach einer sowohl im Babli wie im Jeruschalmi z. St. vertretenen Ansicht, damit er sich nicht irre. Da der Hohepriester jedesmal, auch wenn er abwärts sprengte, die Hand erhob, konnte es ihm leicht widerfahren, dass das Blut infolge einer aus Versehen zu energisch ausgeführten Bewegung nach oben spritzte, bevor er noch den Arm zu senken sich anschickte. Darum zählte er: eins und eins, eins und zwei, eins und drei u. s. w., zerlegte also jede der sieben Sprengungen in zwei Handlungen. Erhob er den Arm, zählte er „eins“, liess er ihn wieder sinken, nannte er die laufende Zahl. Es ist eine psychologisch begründete Erfahrung, dass man in solchem Falle auf die zweite Zahl den Nachdruck legt, die erste aber unwillkürlich bedächtiger ausspricht, was wieder auf die Bewegungen des Arms in der Weise einwirkt, dass die Hand sich langsam hebt, um dann desto schneller niederzufahren. Die erste Sprengung dagegen begleitete er nur, während er den Arm erhob, mit einem kurzen energischen „Eins“, weil er hier tatsächlich nach oben sprengen sollte.",
+ "setzte das Blut des Stieres an dessen Stelle. Hier kommt die Ansicht des R. Juda zur Geltung.",
+ "und sprengte von jenem nach dem Vorhang gegenüber der Lade. also gegen die Mitte des Vorhangs, der die ganze Breite des Raumes (20 Ellen) einnahm.",
+ "von aussen. im Hêchâl.",
+ "einmal aufwärts und siebenmal abwärts. 3. B. M. 16, 16.",
+ "sondern wie man zu einem Schlage ausholt. Nach der Vorschrift der Tora (3. B. M. 16, 14) soll das Blut des Stieres zunächst gegen die vordere Fläche des Deckels (על פני הכפרת קדמה) und dann siebenmal vor den Deckel hin (לפני הכפרת) gesprengt werden. Das ist nicht so aufzufassen, als wäre bei der ersten Sprengung die obere, später aber die untere Hälfte des Deckels als Ziel ins Auge zu fassen. Die Bundeslade war nach 2. B. M. 25, 10 nur 1½ Ellen hoch (etwa 72 cm) reichte also dem Priester kaum bis zur Hüfte. Die Höhe (Dicke) des Deckels betrug nach der Überlieferung (Jeruschalmi Sabbat I 1, Babli daselbst 92a u. ö.) ⅙ Elle (c. 8 cm). Unter diesen Umständen wäre es kein grosser Unterschied, ob das Blut gegen die obere oder die untere Kante des Deckels gesprengt würde; in beiden Fällen müsste es der Hohepriester von oben nach unten sprengen. Der Gegensatz zwischen על פני und לפני liegt vielmehr darin, dass er das erste Mal aufwärts, nachher dagegen abwärts sprengte. Bei der ersten Sprengung richtete er die Spitze des ins Blut getauchten Fingers zur Erde und fuhr dann mit dem ausgestreckten Arm schnell in die Höhe; bei den sieben folgenden Sprengungen tauchte er den Finger jedesmal aufs neue in das Blut, erhob den Arm soweit als möglich und senkte ihn darauf mit raschem Schwung zur Erde (Baraita in Babli z. St. 55a oben). Die Handbewegungen, die er dabei ausführte, hatten grosse Ähnlichkeit mit denen eines Mannes, der jemand bald mit dem Handrücken, bald mit dem Handteller einen Streich versetzen will, weshalb auch R. Juda (s. Babli z. St. 54b unten) auf die Frage, wie das Wort מצליף in unserer Mischna zu verstehen wäre, mit einer stummen Geste antworten konnte, indem er wie zum Schlage ausholte — eine Erklärung die deutlicher als Worte spricht, und deren Richtigkeit auch durch zwei Targumstellen (zu Ps. 74, 5 u. Jonatan zu 5. B. M. 25, 3) belegt werden kann. [
]. So erklärt sich auch die sonderbare Art, in der die Sprengungen gezählt wurden. Es geschah nach einer sowohl im Babli wie im Jeruschalmi z. St. vertretenen Ansicht, damit er sich nicht irre. Da der Hohepriester jedesmal, auch wenn er abwärts sprengte, die Hand erhob, konnte es ihm leicht widerfahren, dass das Blut infolge einer aus Versehen zu energisch ausgeführten Bewegung nach oben spritzte, bevor er noch den Arm zu senken sich anschickte. Darum zählte er: eins und eins, eins und zwei, eins und drei u. s. w., zerlegte also jede der sieben Sprengungen in zwei Handlungen. Erhob er den Arm, zählte er „eins“, liess er ihn wieder sinken, nannte er die laufende Zahl. Es ist eine psychologisch begründete Erfahrung, dass man in solchem Falle auf die zweite Zahl den Nachdruck legt, die erste aber unwillkürlich bedächtiger ausspricht, was wieder auf die Bewegungen des Arms in der Weise einwirkt, dass die Hand sich langsam hebt, um dann desto schneller niederzufahren. Die erste Sprengung dagegen begleitete er nur, während er den Arm erhob, mit einem kurzen energischen „Eins“, weil er hier tatsächlich nach oben sprengen sollte."
+ ],
+ [
+ "der vor Gott steht. Zitat aus 3. B. M. 16, 18.",
+ "Wenn er nun abwärts zu sprengen beginnen will. התחיל מחטא ויורד (statt: התחיל לחטא ולירד) ist eine griechische Konstruktion, die sich in der Mischna ziemlich eingebürgert hat (vgl. Pesaḥim I Anm. 23). מחטא (eig. entsündigen) wird schon im Pentateuch öfter vom Besprengen des Altars mit Opferblut gebraucht (z. B. 2. B. M. 29, 36). Insbesondere scheint das Wort die Besprengung der Altarhörner zu bezeichnen (3. B. M. 8, 15), wie sie beim Sündopfer und nur bei diesem zum Zwecke der Entsündigung vorgeschrieben ist. Liesse sich diese Vermutung mit Sicherheit feststellen, so brauchte man hier התחיל מחטא ויורד nicht als Vordersatz zu מהיכן הוא מתחיל zu ziehen, könnte es vielmehr als selbständigen Satz auffassen: Er begibt sich zum goldenen Altar und beginnt zunächst damit, dass er dessen Hörner von oben nach unten besprengt, um nachher (Mischna 6) auch die Oberfläche des Altars siebenmal zu besprengen.",
+ "An dem nordöstlichen Würfel. Auch der goldene Altar hatte „Hörner“ (2. B. M. 30, 2) die aus goldbelegten, an den oberen vier Ecken angebrachten Würfeln bestanden.",
+ "Wo man beim Sündopfer auf dem äussern Altar anfängt. s. Zebaḥim V 3.",
+ "er habe bei den Sprengungen an einer und derselben Stelle gestanden. Da der goldene Altar nur eine Elle im Geviert hat, so kann er sämtliche Sprengungen von einer Stelle aus vollziehen und braucht nicht wie beim äussern Altar, dessen Oberfläche 28 Ellen im Geviert misst, von einer Ecke zur andern zu gehen.",
+ "auf die er von oben nach unten sprengte. damit ihm nicht das Blut in den Ärmel rinne."
+ ],
+ [
+ "Nachdem er noch siebenmal die Oberfläche. טהר ist die aram. Form des arab. ظهر = Rücken.",
+ "goss er den Rest des Blutes auf den westlichen Grund des äussern Altars. vgl. 3. B. M. 4, 7: אל יסוד מזבח העלה אשר פתח אהל מועד. Die dem Eingange des Zeltes zugekehrte Seite des Opferaltars ist die westliche.",
+ "Das am äussern Altar übrig gebliebene. d. h. die Reste des auf den äussern Altar gesprengten Blutes.",
+ "goss man auf den südlichen Grund. s. Zebaḥim V 3.",
+ "Beides vermengt sich im Wasserarm. der die Opferhalle durchschneidet.",
+ "Es wird den Gärtnern als Dünger verkauft und unterliegt dem Gesetze über die Veruntreuung. 3. B. M. 5, 14—16"
+ ],
+ [
+ "ehe die Sprengungen im Innern. im Allerheiligsten.",
+ "muss anderes Blut herbeigeschafft. also aufs neue ein Opfertier derselben Art geschlachtet werden.",
+ "Ebenso im Hêchâl und ebenso auf dem goldenen Altare. Wenn das Blut während der Sprengungen im Hêchâl oder am goldenen Altar vergossen wurde, muss man sie dort bezw. hier von vorne beginnen, braucht sie aber nicht im Allerheiligsten und bezw. im Hechal zu wiederholen.",
+ "denn sie alle sind je eine Sühne für sich. Ist aber eine Sühne vollzogen, so kann sie durch etwaige Störungen, die bei einer spätern Sühnehandlung eintreten, nicht mehr beeinträchtigt werden."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Die beiden Böcke des Versöhnungstages. d. h. die dem Versöhnungstage eigentümlichen zwei Böcke zum Unterschied vom Ziegenbock des Musafopfers, der auch an anderen Festtagen dargebracht wird.",
+ "noch ehe das Los gefallen. s. IV 1.",
+ "um ihn dem zweiten zu gesellen. und nun das Los entscheiden zu lassen, welcher von beiden für den Ewigen, und welcher für Azazel bestimmt sein soll.",
+ "so sagt er. der Hohepriester, der die Lose zum zweiten Male zieht.",
+ "so sagt er. der Hohepriester, der die Lose zum zweiten Male zieht.",
+ "Den zweiten. vom zweiten Paare.",
+ "bis er untauglich wird. durch einen Leibesfehler (3. B. M. 22, 17—20). — Die eigentliche Bedeutung von מסאב ist unrein, widerwärtig.",
+ "und der Erlös fällt der Spendenkasse. deren Mittel zum Ankauf von Ganzopfern verwendet werden (s. Scheḳalim VI 5—6).",
+ "Denn ein öffentliches Sündopfer lässt man nicht umkommen. im Gegensatz zum Sündopfer einer Einzelperson, das in ähnlichen Fällen (wenn es z. B. abhanden kam und erst gefunden wurde, nachdem der Eigentümer schon ein anderes an dessen Stelle dargebracht hatte) in einen Stall gesperrt wird, wo man es umkommen lässt (vgl. Temura IV 3 Ende).",
+ "Man lässt es umkommen. in allen den Fällen, in denen man das Privatopfer umkommen lässt, soweit diese für öffentliche Sündopfer überhaupt zutreffen. In unserm Falle würde man aber nach R. Juda, wie aus dem folgenden Satze ersichtlich, nicht den zweiten Bock des zweiten, sondern den des ersten Paares umkommen lassen.",
+ "Wurde das Blut. des für den Ewigen bestimmten Bockes.",
+ "ausgegossen. bevor sämtliche Sprengungen (V 4—6) vollzogen waren.",
+ "so lässt man den wegzuschickenden Bock umkommen. schafft zwei andere Böcke herbei, lässt aufs neue das Los entscheiden, vollendet mit dem Blute des einen die Sprengungen und schickt den zweiten in die Wüste.",
+ "ist der wegzuschickende Bock umgekommen. bevor sämtliche Sprengungen (V 4—6) vollzogen waren.",
+ "so giesst man das Blut weg. schafft zwei andere Böcke herbei, lässt aufs Neue das Los entscheiden, vollendet mit dem Blute des einen die Sprengungen und schickt den zweiten in die Wüste."
+ ],
+ [
+ "Er nähert sich nun. Fortsetzung von V 6.",
+ "stützt beide Hände auf ihn. auf seinen Kopf zwischen den Hörnern.",
+ "bei dem Ewigen. Im Jeruschalmi wird ausdrücklich bezeugt, dass im Sündenbekenntnis des Hohenpriesters der erste Satz mit אנא ה׳, der zweite mit אנא בה׳ anfängt. Demnach wären unsere Ausgaben, die oben (III 8 u. IV 2) auch den zweiten Satz mit אנא ה׳ einleiten, zu berichtigen. — בה׳ ist eine Schwurformel, zu der man sich נשבעתי oder השבעתיך hinzudenkt. Ist Gott selbst der Angerufene, so hat בה׳ den Sinn: Bei deinem heiligen Namen beschwöre ich dich, flehe ich dich an.",
+ "wie geschrieben steht in der Tora deines Dieners Mosche. 3. B. M. 16, 30.",
+ "als sie den deutlich ausgesprochenen Namen hörten. den heiligen Namen Gottes, den man sonst sich auszusprechen scheute. Im Tempel wurde er zwar täglich von den Priestern ausgesprochen, wenn sie das Volk segneten (Soṭa VII 6), aber nicht so klar wie heute durch den Hohenpriester; denn der Priestersegen wurde gesungen, und im vielstimmigen Gesange kommen die Worte nicht so deutlich zu Gehör (vgl. Ḳidduschin 71a unten)."
+ ],
+ [
+ "der ihn wegführen sollte. 3. B. M. 16, 21.",
+ "aber die Priester. andere Lesart: כהנים גדולים = die Hohenpriester.",
+ "dass sie einem [gewöhnlichen] Israeliten. der nicht dem Stamm der Priester angehörte."
+ ],
+ [
+ "Und ein Brückensteg. כבש hiess auch die schiefe Ebene, die zum Altar emporführte (Middot III 3). Es scheint, dass man mit diesem Worte jede künstlich hergestellte Strasse bezeichnete. Die Grundbedeutung des Stammes ist wohl zusammendrücken (מכבש = Presse), woraus sich in übertragenem Sinne bezwingen, erobern ergibt; daher דרך כבושה: ein gebahnter Weg, aber auch: ein usurpierter Weg (vgl. das hübsche Wortspiel in ‘Erubin 53b: אמרתי לה הלא דרך כבושה היא אמרה לי לסטים כמותך כבשוה).",
+ "wurde für ihn angefertigt wegen der Babylonier. Landläufige Bezeichnung für rohes Gesindel. [בָּבֶֽל ist keine Segolatform; also nicht בַּבְלׅי sondern בָּבְלׅי wie כַּרְמְלׅי von בַּרְמֶל].",
+ "Zehn Hütten waren von Jerusalem bis zur Felsenkluft. צוק kann nicht die Felsen spitze sein, sonst müsste es am Ende der 6. Mischna מן חצוק דחייתו heissen. Maimuni hält צוק für einen Ortsnamen. Ist es aber ein nomen appelativum, so kann es nur, da der Stamm die Enge bezeichnet, eine Schlucht oder Kluft bedeuten.",
+ "je siebenundeinhalb auf ein Mil. also 90 Rês = 12 Mîl. Ein Mîl ist ungefähr 1 km (s. Anm. 26)."
+ ],
+ [
+ "hier ist Wasser. Es war demnach dem Führer gestattet, trotz des strengen Fasttages sich durch Speise und Trank zu erquicken.",
+ "deren Gäste nicht mit ihm zur Schlucht gelangten. Man darf sich an Sabbat- und Feiertagen von dem Orte, an dem man sich beim Eintritt des heiligen Tages befindet, nicht weiter als 2000 Ellen in einer Richtung entfernen. Die zehn Hütten waren nun so auf die Strecke verteilt, dass die Entfernung zwischen ihnen je ein Mîl betrug, genau soviel wie die der ersten von Jerusalem, die letzte aber 2 Mîl vom Endziel entfernt war. Die Begleiter hatten schon vor dem Versöhnungstage die ihnen angewiesenen Hütten bezogen. Daher konnten sie den Führer bis zur nächsten Hütte begleiten, mit Ausnahme der Inhaber der letzten Hütte, die nur bis zur Mitte der letzten Wegstrecke mit ihm gehen konnten. Es folgt daraus, dass ein Mîl = 2000 Ellen ist. Misst nun die Elle 48 cm (‘Erubin Kap. IV Anm. 36), so entspricht das Mîl ziemlich genau unserm Kilometer. Allerdings darf man sich in der Diagonale des „Weltquadrats“ (s. ‘Erubin, Einleitung Abs. 4) bis auf 2800 Ellen entfernen (das.); es ist doch aber nicht anzunehmen, dass sämtliche Hütten in dieser Diagonale gelegen haben."
+ ],
+ [
+ "befestigte die eine Hälfte am Felsen. oder: an einem Steine.",
+ "Dann kehrte er um. Wer die Sabbatgrenze überschritten hat, darf sonst vor Ausgang des heiligen Tages den Rückweg nicht einmal antreten (‘Erubin IV 1), und wenn ihm wie in unserm Falle der Hinweg gestattet war, so darf er sich von seinem Reiseziele nicht weiter als 2000 Ellen entfernen (das. 3). Die nächste Hütte war aber 4000 Ellen vom Felsen entfernt (Anm. 26). Dennoch wurde dem Führer dieses Zugeständnis gemacht, weil es für ihn mit Lebensgefahr verbunden war, in der öden, menschenleeren Gegend des Nachts allein den Weg zurückzulegen. Darum durfte er noch am Tage bis zur ersten Hütte zurückkehren, in der er sich geborgen fühlen konnte. Vermutlich erwarteten ihn dort seine Begleiter, um sich nach Eintritt der Dunkelheit gemeinsam mit ihm auf den Heimweg zu begeben.",
+ "und verweilte in der letzten Hütte. Der Hebräer sagt: תחת סכה אחרונה, weil er bei סכה hauptsächlich an das Dach denkt. — Gemeint ist hier die letzte der zehn Hütten, von Jerusalem aus gerechnet. Für ihn war es die erste Hütte auf dem Rückwege.",
+ "Und wann tritt bei ihm die Unreinheit der Kleider ein. 3. B. M. 16, 26."
+ ],
+ [
+ "Er. der Hohepriester.",
+ "wendet sich wieder dem Stiere und dem Bocke zu. deren Blut er im Allerheiligsten, im Hêchâl und auf den goldenen Altar gesprengt hatte (oben V 3—6).",
+ "die nun verbrannt werden sollen. 3. B. M. 16, 27.",
+ "nimmt die Opferteile heraus. das Fett, die Nieren und das Zwerchfell (3. B. M. 4, 8—10 u. 26; vgl. das. 3, 3—4 u. 14—16).— Zum Unterschied vom Partizip Amurim (אמורים) wird das Substantiv Emurim (אימורים = das Vorgeschriebene) gelesen. [Die Ableitung vom gr. μηρία halte ich aus formalen wie aus sachlichen Gründen nicht für glücklich. Aus meria wäre wohl kaum אימורים geworden. Auch hätte man einen Ausdruck, der zur Bezeichnung heidnischer Opfer diente, nicht auf die Fettstücke übertragen, die auf dem gottgeweihten Altar dargebracht wurden. Die Erklärung von B. J. Lipschütz (תפארת ישראל פסחים ה׳ ס״ו), nach dessen sprachlich unhaltbarer Ansicht das Wort aus εὐ (= gut) und μέρος (= Teil) zusammengesetzt wäre, ist nicht viel besser als die seines Vaters, der es mit אמיר (= Wipfel), und die des ‘Aruch (Art. מר 2), der es mit מר (= Herr) in Verbindung bringt, indem er darauf hinweist, dass die Opferteile die Herren über alle Glieder sind und dem Herrn der Welt dargebracht werden. Am meisten befriedigt mich noch immer die Ableitung von אמר, die Maimonides in seinem Mischnakommentar (Einl. zur 5. Ordnung) mit den Worten gibt: והדה כלהא חחסמי אימורין יעני אלאשיא אלתי אמר בחרקהא (Alles dies wird אימורין genannt, d. h. die Dinge, die er zu verbrennen vorgeschrieben hat). Dass diese Erklärung richtig ist, ergibt sich aus Sukka V 7, wo unter אימורי הרגלים nicht wie sonst die Fettstücke, sondern die vorgeschriebenen Festopfer im weitesten Sinne zu verstehen sind (s. das. Anm. 37), und wo auch der bab. Talmud den Ausdruck durch מה שאמור ברגלים erklärt. Übrigens haben die Handschriften sehr oft אמורים statt אימורים; vgl. auch Pesaḥim VIII Anm. 42.]",
+ "legt diese in eine Schüssel. Ueber מגיס s. Pesaḥim Kap. V Anm. 42.",
+ "und bringt sie auf dem Altar dar. Nach dem Wortlaut der heiligen Schrift (3. B. M. 16, 23—25) wurden sie nicht jetzt schon dargebracht, sondern erst später, nachdem der Hohepriester die weissen Gewänder mit den goldenen vertauscht hatte (weiter unten VII 3); s. Einleitung Abs. 4 und Kap. VII Anm. 22. Der Talmud korrigiert hier והקטירן in להקטירן: Er tat sie vorläufig in eine Schüssel, um sie später auf dem äussern Altar zu verbrennen. Das ist sehr einleuchtend. Wozu sollte er auch die Opferteile in eine Schüssel legen, wenn er sie sofort darzubringen hätte.",
+ "Sie selbst aber schlingt er in einander. Andere Lesart: קלען במקלות, er flocht die beiden Tiere mit Stäben ineinander.",
+ "und lässt sie nach dem Verbrennungsorte. ausserhalb der heiligen Stadt.",
+ "Und wann tritt hier die Unreinheit der Kleider ein. 3. B. M. 16, 28."
+ ],
+ [
+ "dass der Bock die Wüste erreicht habe. Früher wollte er mit der Toravorlesung (Anfang des nächsten Kapitels) nicht beginnen, weil in dem vorzutragenden Abschnitt eine Stelle sich findet, laut welcher der Bock die Sünden des Volkes in die Wüste fortträgt (3. B. M. 16, 22).",
+ "Es wurden Posten. דידכאות ist die Lesart des Jeruschalmi. Das ist wahrscheinlich der Plural von διαδοχή (= Ablösung der Schildwachen, wörtlich = Übernahme; daher die Erklärung im pal. Talmud: מאי דירכיות קבלן). ‘Aruch liest דדכאות, was Musafia als διδαχαί aufgefasst zu haben scheint, da er es als Zeichen erklärt. Die gewöhnliche Lesart lautet דרכיות, was Wegweiser bedeuten könnte, grosse Steinhaufen, auf die sich die mit Fahnen ausgerüsteten Leute stellten, um das Zeichen zu geben. Da aber solche Wegweiser stets vorhanden waren, passt nicht der Ausdruck דרכיות היו עושין. Wäre das Wort von דרך abzuleiten, so übersetzte man besser: Es wurden Stationen eingerichtet.",
+ "Von Jerusalem bis Bêt Haroro. Andere Lesarten: בית חדודו und בית חודון.",
+ "ein Mil Aufenthalt. Vermutlich warteten die Begleiter in der ersten Hütte, bis deren Inhaber die zweite erreicht hatten u. s. w. (קרבן עדה); sonst blieben ja die Hütten, während die Begleiter sich gegenseitig den Rücken zukehrten, längere Zeit ohne Aufsicht. — כדי מיל ist verkürzt aus כדי הלוך מיל: so viel Zeit, als man braucht, um 1 Mîl zu gehen.",
+ "Ein Kermesband. Ein Band aus roter, mit Kermes gefärbter Wolle.",
+ "denn es heisst. Jes. 1, 18."
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+ "Jetzt. Nachdem man ihm gemeldet, dass der „Sündenbock“ die Wüste erreicht hat (Kap. VI 8; s. Anm. 40 das.).",
+ "schickt der Hohepriester sich zum Vortrag an. zur Toravorlesung, die in der „Frauenhalle“ (עזרת נשים) stattfand und die folgenden drei auf das Versöhnungsfest bezüglichen Schriftabschnitte umfasste: 1. Aḥarê Môt (3. B. M. 16, 1—34), 2. Ach be‘asôr (das. 23, 26—32), 3. Ube‘asôr (4. B. M. 29, 7—11). Zur Zeit des zweiten Tempels war die Volkssprache aramäisch, und nur wenige verstanden noch die heiligen Urkunden. Darum wurden die drei Abschnitte, die der Hohepriester in der Ursprache vorlas, Vers um Vers ins Aramäische übersetzt. Die beiden ersten Abschnitte, die einander benachbart sind, las er aus der Torarolle; den dritten aber trug er auswendig vor, damit nicht durch die Notwendigkeit, diese entferntere Stelle in der Rolle erst aufzusuchen, eine unliebsame Pause in der Vorlesung einträte. Man hätte ihm freilich eine zweite Torarolle reichen können, in welcher der vorzulesende Abschnitt schon vorher aufgeschlagen war. Ein solches Verfahren würde aber als eine Zurücksetzung der ersten Torarolle empfunden werden, weshalb man es stets vermeidet, eine und dieselbe Person aus zwei Torarollen vorlesen zu lassen.",
+ "liest er in den Byssuskleidern. die er vor dem ersten Sündenbekenntnis angelegt (III 6—8) und bis jetzt noch nicht abgelegt hat.",
+ "liest er in einem weissen Gewande. אצטלית oder אסטלית (= στολή, stola) ist ein langes, vom Halse bis zur Ferse reichendes Gewand.",
+ "Der Synagogendiener holt eine Torarolle und übergibt sie dem Synagogenverwalter, der sie wieder dem Vorsteher reicht, damit er sie dem Hohenpriester aushändige. Der Hohepriester erhebt sich, nimmt sie in Empfang (und liest stehend. Das Eingeklammerte fehlt in den Ausgaben des bab. Talmud sowohl hier wie in Soṭa VII 7. וקורא עומד und bald darauf ומניחו בחיקו stimmen schlecht zu einander.",
+ "ist hier verzeichnet. Mit anderen Worten: Auch der Abschnitt, den ich euch jetzt auswendig vortragen werde, ist in diesem Buche niedergeschrieben.",
+ "im Buche der Musterungen. Mit חומש (ein Fünftel) wird jedes der fünf Bücher des Pentateuch bezeichnet. חומש הפקודים heisst das vierte Buch (Numeri), weil es mit einer Volkszählung beginnt.",
+ "trägt er auswendig vor. Den Grund s. Anm. 2.",
+ "über die Priester besonders und endlich ein allgemeines Gebet. So nach Maimuni (הל׳ עבודת יום הכפורים ג׳ י״א). Die Lesarten weichen an dieser Stelle erheblich von einander ab. — Die erste Benediktion ist der gewöhnliche, auch sonst übliche Segenspruch nach der Toravorlesung, die drei folgenden sind bekannte Bestandteile unserer Gebetordnung (כסדרן, wie Tosefta K. III g. E. sich ausdrückt), die nächsten drei sind für diesen Zweck wie auch für die Vorlesung des Königs (Soṭa VII Ende) besonders eingerichtet (daher der Zusatz: בפני עצמו bezw. בפני עצמן), die letzte ist ein Gebet um Hilfe und Beistand, das mit ברוך אתה ה׳ שומע תפלה schliesst."
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+ "konnte dem Verbrennen des Stieres und des Widders. s. oben VI 7."
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+ "so heiligte er nun seine Hände und Füsse. Hatte er dagegen in der Stola gelesen und somit das Byssusgewand schon vorher abgelegt, so hatte er bei dieser Gelegenheit schon seine Hände und Füsse geheiligt und brauchte daher jetzt nur noch zu baden.",
+ "entkleidete sich und stieg ins Bad hinunter. Ueber טבילה und קדוש s. oben Kap. III Anm. 11 und 13.",
+ "Nachdem er wieder heraufgekommen war und sich abgetrocknet hatte. das. Anm. 17.",
+ "brachte man ihm die goldenen Kleider. die am Ende unseres Kapitels aufgezählten acht Gewänder.",
+ "um draussen. in der Opferhalle. — ויצא ועשה steht hier in Anlehnung an die Schriftstelle ואת עלת העם ויצא ועשה את עלתו (3. B. M. 16, 24). Dort ist ויצא berechtigt, im Hinblick auf das vorherstehende ובא אהרן אל אהל מועד sowie im Gegensatz zu den vorausgegangenen Opferhandlungen, die sich im Innern des Heiligtums vollzogen.",
+ "seinen Widder. den er aus eigenen Mitteln als Ganzopfer darbrachte (das. 3).",
+ "und den Widder des Volkes. Nach R. Jehuda han-Nasi ist dieser Widder (das. 5) identisch mit dem im vierten Buche (29, 8) als Teil des Musafopfers geforderten; nach R. El‘azar b. R. Simon sind es zwei verschiedene Widder (Babli Joma 3a).",
+ "die das erste Lebensjahr noch nicht überschritten hatten. 4. B. M. 29, 8.",
+ "während der zum Ganzopfer bestimmte Stier. ebend. — Er wird hier als פר העולה bezeichnet zum Unterschied von dem Stiere, den der Hohepriester aus eigenen Mitteln als Sündopfer darbringt (פר החטאת: 3. B. M. 16, 3, 11, 14, 27).",
+ "sowie der im Aussenraume zu opfernde Ziegenbock. 4. B. M. 29, 11. — Gleich dem Bocke, auf den das Los „für den Ewigen“ gefallen (3. B. M. 16, 9), ist auch dieser Bock ein Sündopfer, unterscheidet sich aber von jenem dadurch, dass sein Blut nicht im Allerheiligsten, im Hêchâl und am goldenen Altar (V 4—6), sondern nur auf den äussern Altar gesprengt wurde, weshalb er hier als בחוץ שעיר הנעשה bezeichnet wird.",
+ "erst zur Zeit des täglichen Abendopfers. Das tägliche Abendopfer bestand ebenso wie das tägliche Morgenopfer (III 4) aus einem Lamm zum Ganzopfer, einem Omer Mehl, drei Log Wein und einem halben ‘Omer Gebäck als persönlichem Opfer des Hohenpriesters.",
+ "dargebracht wurde. Wie die Mischna vor uns liegt, können die Schlussworte (ופר העולה bis בין הערבים) nur R. ‘Akiba angehören. Es scheint jedoch, dass Babli in diesem Satze die beiden Worte היו קרבין nicht gelesen hat. Wie könnte er sonst fragen, ob ופר העולה hinauf oder hinunter zu ziehen ist, da ja in jenem Falle ein Prädikat im Plural (היו קרבין) auf ein einziges Subjekt im Singular (הנעשה בחוץ שעיר) beschränkt wäre. Streicht man aber (mit Tosefot Jeschanim z. St.) die beiden Worte, so könnte man die abweichende Meinung des R. ‘Akiba als Einschiebsel seiner Schüler und den Schlusssatz als unangefochtene, von keiner Meinungsverschiedenheit berührte Fortsetzung des ursprünglichen Berichtes auffassen. Die Mischna hätte dann folgenden Wortlaut: ויצא ועשה את אילו ואת איל העם ואת שבעת כבשים תמימים בני שנה (דברי רבי אליעזר רבי עקיבה אומר עם תמיד שלשחר היו קרבין) ופר העולה ושעיר הנעשה בחוץ עם תמיד של בין הערבים , so dass nach R. Eli‘ezer das ganze Mussafopfer (פר ואיל ושבעה כבשים לעולה ושעיר לחטאת) hintereinander zwischen dem Tagesdienste und dem täglichen Abendopfer dargebracht wurde, während nach R. ‘Akiba die sieben Lämmer noch vor dem Tagesdienste an die Reihe kamen, im übrigen aber gemäss der Überlieferung des R. Eli‘ezer verfahren wurde (s. auch Anm. 29). Viel weiter gehen die Ansichten dieser Mischnalehrer in der Tosefta (Kap. III gegen Ende) auseinander. Dort folgen auf das Morgenopfer nach R. E. zunächst der Stier und der Bock des Musaf, dann der Stier und der Bock des Tagesdienstes, hierauf die beiden Widder und die sieben Lämmer, endlich das Abendopfer; nach R. ‘A. dagegen zunächst Stier und Lämmer des Musaf, dann Stier und Bock des Tagesdienstes, hierauf der Bock des Musaf und die beiden Widder, endlich das Abendopfer. Zwei im Babli (70 a unten und 70 b oben) mitgeteilte Berichte, denen Raba daselbst wegen ihrer grössern Klarheit und Übersichtlichkeit vor unserer Mischna den Vorzug gibt, haben folgende Reihenfolge: 1. nach R. E.: Morgenopfer, Tagesdienst, Darbringung der beiden Widder, Verbrennung der Opferteile vom Stier und Bock des Tagesdienstes auf dem äussern Altar, Musafopfer mit Ausnahme des bereits dargebrachten Widders, Abendopfer [ ולא כמו שהגיהו בתוספות ד״ה דתנא אבל פר העולה כך גרם רבנו חננאל ופר העולה]; 2) nach R. ‘A.: Morgenopfer, erster Teil des Musaf (Stier und Lämmer), Tagesdienst, Rest des Musaf (Bock und Widder) nebst dem Widder des Hohenpriesters, Verbrennung der Opferteile vom Stier und Bock des Tagesdienstes, Abendopfer. [
]. Nach einer im Jeruschalmi (z. St.) erwähnten Ansicht werden alle Ganzopfer hintereinander und alle Sündopfer hintereinander dargebracht; es folgten daher auf das Morgenopfer zunächst die übrigen Ganzopfer (also die beiden Widder und das ganze Musaf mit Ausnahme des Bockes), dann die drei Sündopfer (Stier und Bock des Tagesdienstes und der Ziegenbock des Musaf), zuletzt das Abendopfer, das wieder ein Ganzopfer ist, während R. ‘Akiba, der im Grunde dasselbe Prinzip befolgt, die darzubringenden Ganzopfer so verteilt, dass die zum Musaf gehörigen auf das Morgenopfer folgen, die beiden Widder aber dem Abendopfer unmittelbar vorangehen. Demnach stimmen Tosefta, Babli und Jeruschalmi, soweit wenigstens R. ‘A. in Betracht kommt, völlig überein, nur dass Jeruschalmi von der Voraussetzung ausgeht, dass „der Widder des Volkes“ mit dem des Musaf nicht identisch ist (s. oben Anm. 17), mithin im ganzen drei Widder an diesem Tage geopfert wurden. Eine andere Streitfrage unter den Schülern des R. ‘A. bezieht sich auf die sieben Lämmer des Musaf. Nach R. Jehuda wird nach dem Morgenopfer nur eins von ihnen dargebracht, die übrigen sechs erst später vor dem Abendopfer; nach R. El‘azar b. R. Simon umgekehrt, sechs vor und eines nach dem Tagesdienste; andere wieder meinen, dass alle sieben des Morgens vor dem Tagesdienste geopfert wurden (Tosefta und babli a. a. O.)."
+ ],
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+ "entkleidete sich und stieg ins Bad hinunter. Ueber טבילה und קדוש s. oben Kap. III Anm. 11 und 13.",
+ "Nachdem er wieder heraufgekommen war und sich abgetrocknet hatte. das. Anm. 17.",
+ "brachte man ihm das weisse Gewand. aus indischem Byssus (III 7).",
+ "heiligte seine Hände und Füsse und ging hinein. in das Allerheiligste.",
+ "um den Löffel nebst der Schaufel herauszuholen. die er bei der Darbringung des Räucherwerks zurückgelassen hatte.",
+ "reichte man ihm die goldenen Kleider. die am Ende unseres Kapitels aufgezählten acht Gewänder.",
+ "Dann ging er hinein. in den Hêchâl.",
+ "um das Abendräucherwerk darzubringen. auf dem goldenen Altar (2. B. M. 30, 8).",
+ "und die Lämpchen anzuzünden. auf dem goldenen Leuchter (das. 26, 37 u. 27, 21).",
+ "wonach er seine Hände und Füsse heiligte und sich entkleidete. Es fällt auf, dass hier am Schlusse des Berichtes noch immer vom Abendopfer (Anm. 21) keine Rede ist (s. Tosafot 71 a s. v. נכנם). Es herrscht daher auch Unklarheit darüber, wann dieses eigentlich dargebracht wurde. Nach Raschi und Tosafot ging es unmittelbar dem Abendräucherwerk voran, kam also erst an die Reihe, nachdem der Hohepriester Löffel und Schaufel aus dem Allerheiligsten entfernt und zum letzten Mal die goldenen Gewänder angelegt hatte; nach Maimuni wurde es schon früher dargebracht, bevor noch der Hohepriester das goldene mit dem weissen Gewande vertauschte, um Löffel und Schaufel aus dem Allerheiligsten zu holen. Die Schwierigkeit löst sich und jeder Zweifel schwindet, wenn im Schlusssatze der vorigen Halacha die beiden Worte היו קרבין gestrichen werden (vgl. Anm. 22). Die Mischna hat dann folgenden Wortlaut: „Nachdem er die goldenen Kleider [zum zweiten Male] angelegt, brachte er draussen seinen und des Volkes Widder dar, wie auch die sieben Lämmer (so nach R. E.; R. ‘A. dagegen meint, dass diese unmittelbar dem Morgenopfer folgten); ferner den zum Ganzopfer bestimmten Stier und den im Aussenraume zu opfernden Bock nebst dem täglichen Abendopfer. Hierauf nahm er das vorgeschriebene Bad, um nach vorangegangener und nachfolgender Heiligung der Hände und Füsse das goldene Gewand mit dem weissen zu vertauschen, in welchem er nun das Allerheiligste betrat, den Löffel und die Schaufel herauszuholen. Dann vertauschte er wieder unter den vorgeschriebenen Waschungen das weisse mit dem goldenen Gewande, um im Hêchâl das Abendräucherwerk auf dem goldenen Altar zu verbrennen und auf dem goldenen Leuchter die Lämpchen anzuzünden“. Demnach hat Maimuni recht. Übrigens sagt R. Joḥanan im Jeruschalmi z. St. ausdrücklich: Alle Welt stimmt darin überein, dass Löffel und Schaufel erst nach dem täglichen Abendopfer herausgeschafft wurden ( הכל מודין בהוצאת כף ומחתה שהיא לאחר תמיד של בין הערבים), und es ist mir unbegreiflich, wie der Verfasser der Tosefot Jom Tob, der Maimuni zu rechtfertigen sich bemüht, diese Stelle sich entgehen lassen konnte, zumal er bald darauf einen andern Satz des Jeruschalmi anführt, der jenem benachbart ist und im selben Zusammenhange steht.",
+ "da er in Frieden aus dem Heiligtume heimgekehrt war. vgl. Kap. V Anm. 15."
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+ "ein anderer Priester. הדיוט = ἰδιώτης.",
+ "Kopfbund und Gürtel. 2. B. M. 29, 40 u. 42. Die Kopfbedeckung heisst dort מגבעת, während מצנפת die des Hohenpriesters bezeichnet (das. 4).",
+ "Oberkleid und Stirnbinde. Diese vier den Hohenpriester auszeichnenden Gewänder sind a. a. O. (6—38) ausführlich beschrieben.",
+ "In diesen befragen sie die Urîm und Tummîm. d. h. der Hohepriester muss mit sämtlichen acht Gewändern bekleidet sein, wenn er mittels der Urim und Tummim (das. 30) das Schicksal befragt. Beispiele solcher Fragen finden sich in der Bibel ziemlich häufig (Richter 1, 1; 20, 18, 23, 27—28; 1 Sam. 10, 22; 22, 10; 23, 2, 4, 9—12; 28, 6; 30, 7—8; 2 Sam. 2, 2; 5, 19 u. 23). Dass sie durch den Hohenpriester an dies geheimnisvolle Kleinod gerichtet wurden, ist aus 4. B. M. 27, 21 ersichtlich. Auch werden an mehreren der angeführten Stellen ausdrücklich Efod, Urim oder Priester erwähnt (Richter 20, 27—28; 1 Sam. 22, 10; 23, 9—12; 28, 6; 30, 7—8).",
+ "nicht auf Wunsch einer Privatperson. הדיוט = ἰδιώτης.",
+ "sondern. Das Eingeklammerte fehlt in manchen Ausgaben."
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+ "Am Versöhnungstage ist es verboten. Wörtlich: der Versöhnungstag ist gebunden in Bezug auf Speise und Trank etc. Der Begriff der Unfreiheit ist hier von der Person auf den Tag übertragen.",
+ "Sandalen anzuziehen. oder sonst eine Fussbekleidung aus Leder, nach Tosefta (Kap. IV Anf.) auch nicht aus gewebten Stoffen (אפלו באנפליא של בגדים).",
+ "und das Bett zu benutzen. Euphemie für den Geschlechtsverkehr. Das Verbum ist vom Nomen abgeleitet und lautet daher nicht השתמש במטה, sondern שמש את המטה, wofür bei Frauen noch diskreter שמש את הבית steht (z. B. Nidda I 7 u. X 8). Häufig findet sich in diesem Sinne שמש schlechthin, und zwar mit dem Akkus. der Person bei Suffixen (z. B. Nedarim Ende), sonst mit עם (z. B. Schebu‘ot II 4).",
+ "Ein König und eine Neuvermählte. innerhalb der ersten dreissig Tage nach der Heimführung.",
+ "eine Wöchnerin. Wörtlich: eine Genesende (so auch im Deutschen: eines Kindes genesen)."
+ ],
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+ "ihren und ihres Kerns Rauminhalt. d. i. das Volumen einer grossen Dattel, aus welcher der Kern noch nicht entfernt ist.",
+ "ist straffällig. 3. B. M. 23, 29.",
+ "Speise und Trank ergänzen einander nicht. Wörtlich: wenn jemand isst und trinkt, vereinigt es sich nicht."
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+ [
+ "so ist man zu zwei Sündopfern verpflichtet. Wer ein Verbot, dessen mutwillige Verletzung mit der Strafe der Ausrottung oder noch schwerer bedroht ist, aus Versehen übertritt, muss seinen Irrtum durch ein Sündopfer sühnen (3. B. M. 4, 27—35). Hat er dieselbe Sünde wiederholt begangen, ohne dass ihm der Irrtum inzwischen zu Bewusstsein kam, so genügt ein Sündopfer; waren es aber verschiedene Übertretungen, die aus demselben Irrtum flossen, so muss er ebensoviel Sündopfer darbringen, als er Gesetze verletzt hat. Essen und Trinken gilt nun als eine fortgesetzte Handlung, weil beides im Gesetz unter einem Begriff zusammengefasst ist; wenn man daher, uneingedenk des Versöhnungstages, Speisen und Getränke genossen hat, so ist man nur zu einem Sündopfer verpflichtet. Hat man dagegen unter derselben Voraussetzung gegessen und Arbeit verrichtet, so sind zwei Sündopfer erforderlich, weil jede dieser Handlungen unter ein anderes Verbot fällt (3. B. M. 16, 29 u. 23, 27—28, 29—30). — Unter Arbeit sind hier all die Verrichtungen zu verstehen, die am Sabbat unter dieser Bezeichnung verboten sind (s. Schabbat VII 2).",
+ "selbst wenn man Salzlake oder Pökelbrühe. מוריים = muries.",
+ "getrunken hat. also Flüssigkeiten, die man zwar nicht trinkt, aber doch als Tunke genieset.",
+ "so ist man frei. von Strafe, bezw. von der Verpflichtung der Sühne durch ein Opfer."
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+ [
+ "doch soll man sie ein Jahr oder zwei Jahre vorher. vor Eintritt der Volljährigkeit, die ein Knabe mit Vollendung des dreizehnten, ein Mädchen mit Vollendung des zwölften Lebensjahres erlangt.",
+ "damit sie mit den Geboten vertraut seien. Diese Halacha lässt verschiedene Auffassungen zu. Sie kann den Sinn haben: Minderjährige lässt man nicht fasten, aber zur Erfüllung anderer Gebote hält man sie an. Sie kann auch sagen wollen, dass man nur kleinere Kinder nicht fasten lässt, wohl aber solche, die in wenigen Jahren das Alter der Grossjährigkeit erreicht haben werden. Man kann sie aber auch dahin erklären, dass man Minderjährige den ganzen Tag nicht fasten lässt, wohl aber je nach ihrer körperlichen und geistigen Entwickelung mehrere Stunden. Im Babli wie in Jeruschalmi gehen die Meinungen hierüber auseinander, und dazu kommt, dass an einigen Stellen die Lesart nicht feststeht. Der herrschende Brauch ist hierzulande gemäss der letzten Auffassung, Kinder vor Eintritt der Volljährigkeit nur wenige Stunden fasten zu lassen."
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+ "Einer Schwangern. עוברה ist verkürzt aus מעוברה wie מועט (Ggstz. v. מרובה) aus ממועט.",
+ "die durch Gerüche erregt ist. Der Duft von Speisen hat durch Überreizung der Nerven einen Schwächeanfall bei ihr ausgelöst.",
+ "es sei genug. Im Talmud wird dieser Satz so aufgefasst: Einem Kranken gibt man auf ärztliche Anordnung zu essen, auch wenn er selbst es nicht für erforderlich hält, ohne ärztliche Vorschrift aber nur dann, wenn er es selbst als nötig erachtet. Gestatten ihm die Ärzte zu fasten, er selbst aber fühlt, dass er der Nahrung ohne Gefahr für sein Leben nicht entbehren kann, so folgt man ihm. Jeruschalmi fügt noch hinzu, dass man ihm selbst dann zu essen gibt, wenn er selbst es für überflüssig hält, der Arzt aber im Zweifel ist."
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+ "Wird jemand von Heisshunger. בולמוס (βούλιμος = Ochsenhunger) ist ein krankhafter Zustand, der Lebensgefahr im Gefolge haben, aber durch Nahrungsaufnahme schnell beseitigt werden kann.",
+ "gibt man ihm selbst unreine Dinge. wenn keine erlaubten Speisen zur Hand sind. Unrein steht hier in hosiologischem Sinne (s. Pesaḥim Kap. I Anm. 26).",
+ "so darf man ihm nicht von dessen Zwerchfell zu essen geben. Hier ist nicht vom Versöhnungsfest die Rede, sondern von allen Tagen des Jahres. Der Hund gehört zu den „unreinen“ Tieren (3. B. M. 11, 3), und das in Frage stehende Heilmittel ist nicht wissenschaftlich erprobt, sondern vom Aberglauben empfohlen.",
+ "R. Matja ben Ḥeresch aber gestattet es. weil bei schweren Krankheiten durch den Widerstand, den man dem Willen des Kranken entgegensetzt, leicht eine Verschlimmerung eintreten kann."
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+ "ob es ein Heide oder ein Israelit ist. Um einen Glaubensgenossen zu retten, entweiht man den Sabbat auch dann, wenn das Rettungswerk durch Nichtjuden vollbracht werden kann.",
+ "so lichtet man den Schutthaufen über ihm. selbst wenn alle diese Zweifel insgesamt in Betracht kommen."
+ ],
+ [
+ "Das Sündopfer. 3. B. M. 4, 27—35).",
+ "und das zweifellose Schuldopfer. So heisst das Schuldopfer, das in einigen Fällen (z. B. 3. B. M. 5, 15 u. 25) zur Sühne einer entschiedenen Gesetzesverletzung dient, im Gegensatz zum „schwebenden“ Schuldopfer (אשם תלוי, das. 17—19), das derjenige darbringt, der nicht mit Sicherheit weiss, dass er aus Versehen eine schwere Sünde begangen hat. Dieses Opfer hat nur aufschiebende Kraft. Nach erlangter Gewissheit muss man zur vollen Sühne ein Sündopfer weihen.",
+ "Der Tod wie der Versöhnungstag sühnt in Verbindung mit Umkehr. d. i. aufrichtige Reue und entschlossener Wille zur Besserung. Beim Sünd- und Schuldopfer des vorangehenden Satzes wurde die Umkehr, die auch dort Voraussetzung der Sühne ist, als selbstverständlich vorausgesetzt. Sonst hätte ja der Sünder kein Opfer dargebracht.",
+ "[Übertretung einfacher] Gebote oder Verbote. deren Verletzung nicht mit schwerer Strafe bedroht ist.",
+ "und bewirkt bei schwereren einen Aufschub. der göttlichen Strafe."
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+ [
+ "Busse zu tun. Da er nicht aufrichtig bereut, schiebt er die Besserung so lange hinaus, bis er abberufen wird und es zu spät ist.",
+ "Sünden des Menschen gegen Gott. s. Pesahim Kap. X Anm. 38.",
+ "Von all euren Sünden vor Gott sollt ihr rein werden. 3. B. M. 16, 30. — Er zieht לפני ה׳ nicht zu תטהרו („von allen euren Sünden sollt ihr vor Gott euch reinigen“), sondern zu חטאתיכם.",
+ "Denn so heisst es. Ez. 36, 25.",
+ "Und ferner heisst es. Jirm. 17, 13.",
+ "Israels Reinheitsquell. Ein im Deutschen nicht wiederzugebendes Wortspiel. מקוה bedeutet Hoffnung (1 Chr. 29, 15) und zugleich Wasseransammlung (2. B. M. 7, 19), insbesondere das Reinigungsbad."
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+ "\nAm Zehnten des Monats Tischri wird das Versöhnungsfest gefeiert. Es ist ein strenger Fasttag, an welchem Speise und Trank vom Abend bis zum Abend verboten ist. An ihm muss jede Arbeit und jede Verrichtung unterbleiben, die am Sabbat untersagt ist; die für die übrigen Feiertage eingeräumten Ausnahmen haben an diesem Feste keine Geltung. Der Tag ist dazu bestimmt, von unsern Sünden uns zu reinigen, deren Vergebung jedem zugesichert ist, der sich durch ernste Ein- und Umkehr dieser Gnade würdig macht.\nSolange der Tempel stand, erhielt dieses Fest eine besondere Weihe und Bedeutung durch den Opferdienst. Es war der einzige Tag im Jahre, an welchem der Hohepriester das Allerheiligste betrat. Eine ganze Woche bereitete er sich in stiller Zurückgezogenheit auf alle die heiligen Handlungen vor, die er am Versöhnungsfeste vorzunehmen hatte; denn nur er allein durfte an diesem bedeutsamen Tage den Dienst verrichten, der ihn vom frühen Morgen bis zum späten Abend voll in Ansprach nahm. Die kostbaren, goldstrotzenden Gewänder seiner Amtskleidung legte er nur an, um das tägliche und das Festopfer darzubringen; so oft er aber zu dem besondern Dienste des Versöhnungstages überging, vertauschte er den prunkenden Ornat mit einem schlichten Gewande aus weissem Linnen. Fünfmal wechselte er auf diese Weise die Kleider, und jedesmal stieg er ins Bad und wusch sich sowohl beim Ablegen des einen als nach dem Anlegen des andern Gewandes Hände und Füsse mit heiligem Wasser aus goldenem Becken.\nDen Höhepunkt der Feier bildete die Darbringung des Räucherwerkes im Allerheiligsten vor der Bundeslade. In goldener Schaufel holte der Hohepriester glimmende Kohlen vom Opferaltar, tat Räucher werk in einen goldenen Löffel, nahm die Schaufel in die Rechte und den Löffel in die Linke, setzte jene zwischen die Stangen der heiligen Lade, schüttete aus diesem das Räucherwerk auf die Kohlen und sprach auf dem Rückwege, während der innere Raum mit Rauch sich füllte, draussen im Hêchal ein kurzes Gebet. Die Ṣadokäer waren der Ansicht, dass der Hohepriester, sowie er den Vorhang erreicht hat, das Räucherwerk auf die Kohlen schütten soll, damit er das Allerheiligste mit rauchender Pfanne betrete. Deshalb musste er später, als diese Sekte im Kreise der Priester viel Anhänger zählte, jedesmal vor dem Versöhnungstage einen feierlichen Eid leisten, dass er nach der pharisäischen Ueberlieferung verfahren werde.\nAber auch unter den Mischnalehrern selbst herrschen über etliche Punkte Meinungsverschiedenheiten, die hauptsächlich darauf zurückzuführen sind, dass im Pentateuch die Dienstordnung für diesen Tag auf zwei Stellen verteilt ist. Ueber die Sühnopfer finden sich die Vorschriften im dritten Buche (16, 1—34), über die Festopfer aber im vierten (29, 7—11). Es fragt sich nun, in welcher Reihenfolge diese Opfer darzubringen sind. Dass die Feier mit dem täglichen Morgenopfer beginnt und mit dem täglichen Abendopfer schliesst, unterliegt keinem Zweifel; streitig ist nur, ob die Festopfer (Musafim), die an anderen Feiertagen zwischen den beiden täglichen ihren Platz hatten, diesmal gleich nach dem Morgenopfer, also vor dem Sühnopfer an die Reihe kamen, oder erst nach diesem, also nachmittags vor dem Abendopfer dargebracht wurden. Eine andere Streitfrage ist, ob der im dritten Buche (16, 5) geforderte Widder mit dem im vierten Buche (29, 8) erwähnten identisch ist, oder ob es zwei verschiedene Opfer sind.\nZur bessern Orientierung wollen wir hier den Opferdienst des Versöhnungstages in grossen Strichen skizzieren. Sowie der Morgen anbrach und der östliche Himmel sich erhellte, schlachtete der mit seinem Amtsgewand bekleidete Hohepriester das zum Morgenopfer bestimmte Lamm, fing dessen Blut in einer Schale auf und sprengte es auf den äussern Altar. Dann begab er sich in den Hêchal, wo er das tägliche Räucherwerk auf dem goldenen Altare verbrannte und auf dem goldenen Leuchter die Lampen in Ordnung brachte, worauf er zum äussern Altar zurückkehrte, um auf ihm das inzwischen zergliederte Lamm nebst dem zugehörigen Mehl- und Weinopfer (4. B. M. 28, 5 u. 7) wie auch sein persönliches Brotopfer (3. B. M. 6, 13—15; s. Scheḳalim VII Anm. 34) darzubringen. Damit war der erste Teil des Tagesdienstes zu Ende. Es folgen nun (nach R. ‘Aḳiba) die im vierten Buche (29, 7—11) vorgeschriebenen Festopfer oder Musafim mit Ausnahme des Widders und des Bockes, die erst später nach dem „Sündopfer des Versöhnungstages“, auf welchen daselbst (Vers 11) Bezug genommen wird, an die Reihe kamen. Jetzt legte der Hohepriester die weissen Gewänder an, um zum dritten, bedeutsamsten Teil des Tagesdienstes zu schreiten. Er näherte sich dem jungen Stiere, den er aus eigenen Mitteln als Sündopfer darbrachte, legte seine Hände auf dessen Kopf und sprach dae Sündenbekenntnis für sich und sein Haus. Und die Priester und das Volk, die in der Halle sich drängten, beugten das Knie und warfen sich nieder, als sie aus geweihtem Munde mit voller Deutlichkeit den heiligen Namen Gottes vernahmen, den man sonst sich auszusprechen scheute, und riefen begeistert: Gepriesen sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches für und für. Nun begab sich der Hohepriester an die Nordseite des Opferaltars, wo zwei Böcke seiner harrten, von denen er den einen für den Ewigen, den andern für ‘Azazel durch das Los bestimmte. Nachdem er diesem Bock ein rotes Band zum Kennzeichen um die Hörner, jenem um den Hals gebunden hatte, legte er die Hände zum zweiten Male auf den Kopf seines Stieres und sprach das Sündenbekenntnis für das ganze Haus Aharons. Und wieder fiel die tausendköpfige Menge aufs Angesicht und stimmte in den Ruf ein: Gepriesen sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches für und für. Darauf schlachtete der Hohepriester den Stier und fing das Blut in einer Schale auf, die er vorläufig auf die Erde setzte. Nun war der grosse, weihevolle Moment gekommen, da er das Allerheiligste betreten sollte, um vor dem goldenen Schrein, der die steinernen Tafeln des Bundes in seinem Innern barg, das Räucherwerk darzubringen. Auch im zweiten Tempel, dem jenes unvergleichliche Erbteil einer glorreichen Vergangenheit, das ehrwürdigste Denkmal aus Israels stolzer Jugendzeit schon fehlte, war dieser Augenblick sogar für die dichtgedrängte, in angstvoller Spannung draussen harrende Menge noch so aufregend, dass der Hohepriester seine Rückkehr beschleunigte und selbst im Vorraume, dem Hêchal, nur ein kurzes Gebet sprach. Dann nahm er die Schale, die er vorhin auf den Boden gestellt hatte, und begab sich aufs neue in das Allerheiligste, wo er in das Blut seines Opferstieres achtmal den Finger tauchte, um es gegen die Bundeslade hin einmal nach oben und siebenmal nach unten zu sprengen. Darauf schlachtete er in der Opferhalle den Bock, auf den das Los „für den Ewigen“ gefallen war, fing das Blut in einer zweiten Schale auf und ging zum dritten Male in das Allerheiligste, wo er wie vorhin achtmal von dem Blute in der Richtung der Bundeslade sprengte. Dieselben sechzehn Sprengungen führte er dann im Hêchal gegen die Mitte des Vorhanges aus, acht mit dem Blute des Stieres und wieder acht mit dem Blute des Bockes, worauf er die beiden Gefässe in einander leerte und mit dem gemischten Blute die vier „Hörner“ des innern, goldenen Altars je einmal, die Oberfläche aber siebenmal besprengte. Nachdem er den Rest des Blutes auf den Grund des äussern Altars gegossen, trat er an den zweiten, für ‘Azazel bestimmten Bock heran, legte seine Hände auf dessen Kopf und sprach das Sündenbekenntnis im Namen des ganzen Volkes. Und tieferschüttert sanken die Andächtigen, die in dichter Schar die Halle füllten, in die Knie, den Boden mit dem Angesicht berührend; und als der Hohepriester nun zum letzten Male in Heiligkeit und Reinheit den erhabenen Namen Gottes klar und deutlich aussprach, fielen sie wieder mit den Worten ein: Gepriesen sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches für und für. Nun wurde der Sündenbock seinem Führer übergeben, der ihn nach der Wüste bringen sollte. Viele der Edelsten Jerusalems begleiteten ihn bis zur ersten der zehn Hütten, die auf seinem Wege lagen. In der Wüste angelangt, bestieg der Führer einen Felsen, teilte ein rotes Band in zwei Hälften, befestigte die eine am Felsen und die andere an den Hörnern des Bockes, den er sodann von der Höhe des Felsens hinabstürzte. Inzwischen hatte der Hohepriester das Fett der beiden Sündopfer, des Stieres nämlich und des Bockes, deren Blut im Innern des Heiligtums gesprengt worden war, nebst dem Zwerchfell und den Nieren herausgeschnitten und in eine Schüssel getan. Während ihr Fleisch samt der Haut ausserhalb der Stadt verbrannt wurde, las er aus einer Torarolle, die man ihm feierlich hinreichte, die auf das Fest bezüglichen Stellen des dritten Buches, trug den Abschnitt aus dem vierten Buche auswendig vor und schloss mit einigen Segenssprüchen. Darauf legte er wieder sein golddurchwirktes Amtskleid an, um zunächst das im vierten Buche (29, 7—11) vorgeschriebene Festopfer (Musaf), von dem bisher nur der Stier und die sieben Lämmer dargebracht waren, mit den beiden zurückgestellten Opfertieren, dem Ziegenbocke und dem Widder, zu vollenden und zugleich den eigenen Widder zu opfern, den er nach 3. B. M. 16, 3 als Ganzopfer darzubringen hatte. Dann nahm er die in der Schüssel aufbewahrten Opferteile und übergab sie dem Feuer des äussern Altars, wonach er zum vierten und letzten Abschnitt seines Tagesdienstes, zum Abendopfer überging. Dieses bestand wie das Morgenopfer aus einem Lamm im ersten Lebensjahre und dem zugehörigen Mehl- und Weinopfer, dem der Hohepriester noch sein persönliches Brotopfer hinzufügte. Nachdem er auch dieses vollzogen hatte, vertauschte er wieder die acht Gewänder seiner Amtstracht mit den vier weissen Kleidern und begab sich zum letzten Male in das Allerheiligste, um die Kohlenschaufel und den Löffel herauszuholen, worauf er wieder das prächtige, mit Edelsteinen reich besetzte Priestergewand anlegte, in welchem er nun den Hêchal betrat, wo er das abendliche Räucherwerk auf dem goldenen Altare darbrachte und auf dem siebenarmigen goldenen Leuchter die Lampen anzündete. Damit war sein schweres Tagewerk vollbracht.\nDas ist in grossen Zügen das Bild, das uns in der Mischna von der Tempelfeier des Versöhnungstages entrollt wird. Die Darstellung der Einzelheiten nimmt in unserm Traktate, der gewöhnlich schlechthin „Joma“ (der Tag) genannt wird, den breitesten Raum ein. Die übrigen Vorschriften des Versöhnungsfestes sind auf ein einziges Kapitel, das letzte beschränkt. Im ersten Kapitel werden die sieben Tage der Vorbereitung behandelt, im zweiten die täglichen Opfer beschrieben. Alle übrigen beschäftigen sich — von gelegentlichen Abschweifungen und Unterbrechungen abgesehen — mit dem besondern Opferdienste, der diesen Tag der Sühne auszeichnet. Den Schluss bildet eine erhebende Betrachtung über die läuternde Kraft dieses eigenartigen Festes, die jeder in seinem Innersten erlebt, der mit aufrichtiger Reue den festen Willen zur Rückkehr verbindet.\n"
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+ "Sieben Tage vor dem Versöhnungsfeste lässt man den Hohenpriester aus seinem Hause nach der Kammer der Beisitzer. פלהדרין = πάρεδροι. Nach Abba Schaul (Middot V 4) war es die als לשכת העץ bekannte Kammer, die im nordwestlichen Teil der Opferhalle lag. Der Eingang war vermutlich von aussen, so dass sie nicht die Heiligkeit der Halle besass; sonst hätte der Hohepriester dort weder sitzen noch schlafen dürfen, also auch nicht wohnen können.",
+ "dass ihm etwa ein Makel. der ihn für den Dienst untauglich macht, hierologische Unreinheit oder schwere Körperverletzung.",
+ "dass seine Frau etwa stirbt. Nach Jom Tob V 2 sind Trauungen am Feiertage untersagt. Will man nicht annehmen, dass dieses rabbinische Verbot zur Zeit des zweiten Tempels noch nicht bestand, so bleibt nur die Erklärung übrig, dass die Ehe vor dem Feste unter der Bedingung geschlossen wurde, dass sie erst mit dem Tode der andern Frau in Kraft trete [
].",
+ "Er entsündige sich und sein Haus. 3. B. M. 16, 6.",
+ "dann wäre gar kein Ende abzusehen. Man müsste dann auch mit dem noch unwahrscheinlichern Falle rechnen, dass beide Frauen von einem plötzlichen Tode ereilt werden. Dagegen empfiehlt es sich, dem Hohenpriester einen Nebenbuhler an die Seite zu setzen, damit es für ihn ein Sporn zu grösserer Achtsamkeit sei, um jeder Möglichkeit einer Verunreinigung oder Verstümmelung aus dem Wege zu gehen."
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+ "In all den sieben Tagen sprengt er das Blut. des täglichen Morgen- und Abendopfers (2. B. M. 29, 38—42) auf dem äussern Altar.",
+ "verbrennt er das Räucherwerk. morgens und abends auf dem innern, goldenen Altar (das. 30, 1—8).",
+ "bringt er die Lampen in Ordnung. auf dem siebenarmigen goldenen Leuchter (das. 27, 20—21; 30, 7—8). Jeden Abend wurden die Lämpchen von einem der Priester angezündet, jeden Morgen aber gereinigt, mit Öl gefüllt und neuem Docht versehen (auch das Anzünden wird mit הטבת הגרות bezeichnet; vgl. weiter unten VII 4). In diesen sieben Tagen hatte der Hohepriester all das zu verrichten.",
+ "opfert er den Kopf und den Hinterfuss. Das geschlachtete Opferlamm wurde in bestimmte Teile zerlegt (Tamid IV 2—3), die sonst von den durch das Los dazu berufenen Priestern dem Altar übergeben wurden (das. und hier II 3—4). Kopf und rechter Hinterfuss waren die Teile, die zuerst dargebracht wurden. S. auch Tamid VII 3.",
+ "Denn der Hohepriester nimmt als Erster am Opferdienste teil. Während die anderen Priester nur in ihrer Dienstwoche (s. Kap. II Anm. 1) Opfer darbringen dürfen, öffentliche Opfer auch dann nur, wenn das Los sie begünstigt, hat der Hohepriester jederzeit das Recht, nach Belieben zu bestimmen, welches Opfer oder welchen Teil eines solchen er darbringen will.",
+ "und empfängt als Erster seinen Anteil. an dem Opferfleisch, das unter den Priestern verteilt wird. Er kann sich das Beste auswählen."
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+ "die ihm den Festabschnitt. S. weiter unten VII 1.",
+ "vielleicht hast du schon vergessen oder überhaupt nicht gelernt. Zur Zeit des zweiten Tempels wurde das Amt des Hohenpriesters nicht selten von den Machthabern einem Günstling übertragen oder an den Meistbietenden verkauft. Daher gab es öfter sehr unwissende Träger dieser Würde.",
+ "Widder und Lämmer vorführt. Vermutlich zwei Stiere, zwei Widder und neun Lämmer in der Reihenfolge, in der er sie am Versöhnungstage darzubringen hatte."
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+ "weil Nahrung Schlaf im Gefolge hat. Im Schlafe könnte eine Pollution eintreten, die ihn für den ganzen Tag aus dem Heiligtum verbannen würde (3. B. M. 15, 16)."
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+ "Die Ältesten des Gerichtshofes übergaben ihn den Ältesten der Priesterschaft und geleiteten ihn zum Söller des Hauses Abtinas hinauf. im südwestlichen Teil der Opferhalle. Dort wurde von der Famile Abtinas das Räucherwerk bereitet, und dort sollte der Hohepriester jetzt von den Ältesten der Priesterschaft die schwere Kunst lernen, es so abzuheben, dass seiner gefüllten Hand kein Körnchen entfiel.",
+ "was wir dir gesagt haben. s. Einleitung, Absatz 3.",
+ "Er wandte sich ab und weinte. weil man ihn im Verdacht hatte.",
+ "und sie wandten sich ab und weinten. weil sie ihm mit ihrem kränkenden Verdachte weh tun mussten."
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+ "hielt er einen Vortrag. damit er nicht einschlafe; vgl. Anm. 15.",
+ "‘Ezra und der Chronik. Warum grade diese Bücher gewählt wurden, ist schwer zu erraten; vielleicht nur, weil sie am wenigsten bekannt waren."
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+ "so schlugen junge Priester. פרחים sind Blüten, auf Menschen übertragen, Jünglinge. In der Form פרחח findet sich diese Übertragung, allerdings in verächtlichem Sinne, schon in der Bibel (Ijob 30, 12).",
+ "mit dem Mittelfinger vor ihm ein Schnippchen. Dass אצבע צרדה den Mittelfinger und nicht, wie Raschi z. St. meint, den Zeigefinger bezeichnet, haben die Tosafot (Menaḥot 35 b s. v. וכמה) überzeugend nachgewiesen. Die Volksetymologie erklärt das Wort צרדה als צרה דדא (Babli Joma 19 b) = die Nebenbuhlerin dieses Fingers (unter diesem ist der Zeigefinger zu verstehen, den man beim Gebrauch des Demonstrativs auszustrecken pflegt). Es scheint aber, dass צרדה (vielleicht von τρίζω, strideo = zischen ?) ein Schnippchen bedeutet, und dass man den Mittelfinger darum אצבע צרדה nennt, weil durch sein Abschnellen vom Daumen das eigentümliche Geräusch des Schnippchens entsteht. Der hier gebrauchte Ausdruck מכין wird übrigens auch auf Musikinstrumente angewendet, z. B. auf das Flötenspiel (Bikkurim III 4). Demnach könnte מכין לפניו באצבע צרדה auch bedeuten: sie spielten vor ihm mit dem Schnippfinger, um ihn dadurch zu ermuntern. Wahrscheinlich aber ist, dass sie ihre Aufforderung mit einem Schnippchen begleiteten, das ja auch bei den Römern (crepitus digitorum) als Zeichen eines Befehles galt [
].",
+ "steh auf und ermuntere. פוג bedeutet: aufhören (vgl. אל תתני פוגת לך, Klagelieder 2, 18), daher הפג: beseitigen. In Verbindung mit יין heisst הפג: den Rausch beseitigen; הפג schlechthin ist = הפג את השנה den Schlaf vertreiben.",
+ "dich einmal. אחת = einmal (vgl. אחת בשנה 3. B. M. 16, 34), ist hier ohne Betonung, ein blosses Flickwort, das noch heute im Volksmund vieler Länder gebraucht wird.",
+ "auf dem Pflaster. Das Marmorpflaster war sehr kühl und der Fuss des Hohenpriesters unbekleidet.",
+ "Und man zerstreut ihn. durch Gesang und allerlei Kurzweil."
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+ "die Altarasche ab. Nach 3. B. M. 6, 3 ist es Vorschrift, jeden Morgen die Asche vom Altar abzuheben und sie neben den Altar zu legen. Man entfernte aber nicht die ganze Asche, sondern nur etwa eine Handvoll mittels einer silbernen Pfanne, die man im Osten der zum Altar emporführenden schiefen Ebene ausschüttete. Der Rest wurde auf der Oberfläche des Altars zusammengefegt und in deren Mitte nach und nach zu einem abgestumpften Kegel aufgetürmt, den man als „Apfel“ (תפוח) bezeichnete und für eine Zierde des Opferaltars hielt. Er wurde daher so lange als möglich stehen gelassen, und erst dann (gemäss 3. B. M. 6, 4) hinweggeschafft, wenn er auf dem Altar keinen Raum mehr hatte. — Das Verbum תרם (Sekundärbildung von תרומה, Stamm: רום) mit folgendem Akkusativ bezieht sich bald auf das, was abgehoben wird (z. B. Terumot III 1), bald wie hier und Scheḳalim III 1 auf das, wovon abgehoben wird.",
+ "am Versöhnungstage schon um Mitternacht. um den Hohenpriester zu beschäftigen und ihn dadurch wach zu erhalten. Keineswegs war diese Verrichtung auf ihn angewiesen; vielmehr konnten auch am Versöhnungstage andere Priester die Aschenhebe vornehmen (s. darüber eine sehr interessante Abhandlung in den Milḥaniot des R. Mose b. Naḥman zu Joma Kap. II; s. auch Tosafot z. St. u. zu Zebaḥim 86 b s. v. משום חולשא).",
+ "an den Erscheinungsfesten beim ersten Wechsel der Nachtwache. Zum Pesach-, Wochen- und Hüttenfeste zog man nach der heiligen Stadt, um daselbst Ganz- und Friedensopfer darzubringen. Es sammelte sich daher täglich so viel Asche an, dass die Herstellung des „Apfels“ trotz der grossen Zahl der Priester geraume Zeit in Anspruch nahm, weshalb man schon sehr früh ans Werk gehen musste. Die „Nachtwache“ entspricht nach einer Ansicht dem dritten, nach einer andern dem vierten Teil der Nacht (s. Tosefta Berachot Kap. I Anf.)."
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+ "Anfangs konnte jeder. von den Priestern, deren Familie an der Reihe war. Die Priester waren nämlich in 24 Wachen (Mischmarot) eingeteilt, deren jede aus 4—9 Familien (Batê Abot) bestand. Jede Woche hatte eine andere Wache den Dienst im Heiligtum. Am Sabbat lösten sie einander ab, und für die einzelnen Tage der Woche verteilten sie den Dienst unter den Familien, aus denen sie sich zusammensetzten (Tosefta Ta‘anijot Kap. II).",
+ "der die Altarasche abheben wollte. s. Kap. I, Anm. 28.",
+ "liefen sie die Rampe. die im Süden des Altars zu diesem emporführte. Sie war 32 Ellen lang, 16 Ellen breit und 8 ⅚ Ellen hoch; die Länge des Weges betrug demnach 33, 2 Ellen, die Steigung etwa 1 : 3¾ oder 27 Prozent, der Winkel am Boden 15° 26′.",
+ "und wer den andern bei der vierten Elle. vom Altar aus gerechnet. Mit anderen Worten: Wer sich zuerst dem Altar bis auf vier Ellen näherte.",
+ "sprach der Beamte. Matitja ben Sch’muel (s. Scheḳalim V 1).",
+ "zu ihnen. nicht etwa zu den zweien, sondern zu allen am Wettbewerb Beteiligten.",
+ "Erhebet die Finger. damit das Los entscheide. Die Priester stellten sich zu diesem Zwecke in der Quaderhalle in einer Reihe auf und erhoben einen oder zwei Finger der rechten Hand, der Vorsteher nannte eine grössere Zahl, nahm dem ersten besten die Kopfbedeckung ab und fing bei diesem an, die Finger oder Fingerpaare zu zählen. Das Los fiel auf den Priester, bei dem die Zahl zu Ende ging. — הצביעו ist Denominativ von אצבע (= Finger).",
+ "Einen oder zwei. mit Rücksicht auf die Schwachen und Kränklichen, denen es schwer fällt, einen Finger allein auszustrecken.",
+ "den Daumen aber streckte man im Heiligtume nicht hervor. weil man imstande ist, den Daumen sehr weit vom Zeigefinger zu entfernen, so dass der Beamte, da es gestattet war, zwei Finger zu erheben, einen Priester für zwei zählen könnte."
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+ "Vier Auslosungen fanden dort. im Heiligtum und zwar täglich."
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+ "Die zweite Auslosung [bestimmte. Der Priester, bei dem die Zahl endete (Anm. 7), schlachtete das Opfer, sein rechter Nachbar fing das Blut auf und sprengte es auf den äussern Altar, dessen Nebenmann zur Rechten entfernte die Asche vom innern Altar u. s. w. [
]. Am Versöhnungstage wurden fast alle die hier aufgezählten gleich den in der folgenden Mischna erwähnten Verrichtungen durch den Hohenpriester allein ausgeführt. Eine Auslosung war also überflüssig. Fand eine solche dennoch statt, worüber die Ansichten auseinandergehen, so konnte sie nur den Zweck haben, die Priester zu bestimmen, die den Vorzug haben sollten, dem Hohenpriester hilfreiche Hand zu leisten (s. z. B. Kap. III Anm. 20).",
+ "wer den innern Altar entaschen. Auf dem innern Altar wurde jeden Morgen und jeden Abend das Räucherwerk dargebracht. Die erforderlichen glühenden Kohlen entnahm man dem äussern Altar. Die zurückgebliebene Asche wurde am nächsten Tage beseitigt. Diesen Dienst konnte auch am Versöhnungsfest ein gewöhnlicher Priester verrichten.",
+ "wer den Leuchter entaschen. s. Kap. I Anm. 8. Auch diese Verrichtung konnte selbst am Versöhnungstage von einem andern als dem Hohenpriester vollzogen werden. Dieser brauchte nur die Lämpchen anzuzünden.",
+ "und wer die Opferglieder auf die Rampe. die im Süden des Altars zu diesem emporführte. Sie war 32 Ellen lang, 16 Ellen breit und 8 ⅚ Ellen hoch; die Länge des Weges betrug demnach 33, 2 Ellen, die Steigung etwa 1 : 3¾ oder 27 Prozent, der Winkel am Boden 15° 26′.",
+ "Kopf nebst Hinterfuss. Gemeint ist der rechte Hinterfuss, den der Priester in der Linken hielt, während er den Kopf in der Rechten trug. Die genaueren Angaben findet man in Tamid (IV 3).",
+ "Schweif. עוקץ (eigentlich = Spitze oder auch Stiel) bezeichnet das untere Ende der Wirbelsäule mit dem Schweife.",
+ "nebst Hinterfuss. Hier ist wieder der linke Hinterfuss gemeint.",
+ "Brust nebst Schlund. samt Herz und Lunge,",
+ "die beiden Flanken. nebst Milz und Leber.",
+ "und die Eingeweide. sämtliche Verdauungsorgane.",
+ "ferner das Mehl. 4. B. M. 28, 5.",
+ "die Opferbrote. das tägliche Opfer des Hohenpriesters (3. B. M. 6, 13—15 u. Schekalim VII Anm. 34).",
+ "und den Wein. 4. B. M. 28, 7.",
+ "Dreizehn Priester waren dabei beteiligt. Zwei beim Schlachten und Sprengen, zwei bei der Reinigung des goldenen Altars und Leuchters, sechs beim Hinauftragen der Glieder und der Eingeweide, drei bei den Mehl- und Weinopfern.",
+ "In der natürlichen Reihenfolge. Wörtlich: in der Art seines Ganges, d. h. in der Reihenfolge der an der Fortbewegung des Tieres beteiligten Glieder, also zuerst der Kopf (mit dem rechten Hinterfusse), dann Brust und Schlund, hernach die beiden Vorderfüsse, darauf die beiden Flanken, zuletzt der Schweif mit dem linken Hinterfusse."
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+ "kommet und loset ums Räucherwerk. Oder: Neulinge in Bezug aufs Räucherwerk, kommt und loset. Die Darbringung des Räucherwerks war die bevorzugteste und am meisten begehrte Opferhandlung. Deshalb wurden die Priester, die es schon einmal dargebracht hatten, solange ausgeschlossen, als es noch welche gab, denen diese Gunst noch nicht zuteil geworden. Nur diese „Neulinge“ wurden aufgefordert, sich zur Auslosung einzufinden.",
+ "wer soll die Opferglieder von der Rampe zum Altar emportragen. Die Glieder des Opfertieres wurden nicht sofort nach der Zerlegung auf den Altar hinaufgeschafft, sondern zunächst auf die schiefe Ebene gebracht und von hier erst später weiter befördert (Scheḳalim VIII 8; s. das. Anm. 30)."
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+ [
+ "An und für sich durch neun. Wie die einzelnen Teile des Opferlammes von sechs und die Mehl- und Weinopfer von drei Priestern zur Rampe getragen wurden (Anm. 23), in derselben Reihenfolge und durch dieselbe Zahl von Priestern wurden sie auch auf den Altar gebracht.
",
+ "da einer einen Kelch mit Wasser in der Hand trug. Sukka IV 9.",
+ "am Nachmittag. täglich beim Abendopfer.",
+ "die zwei Scheiter Holz in der Hand hatten. um sie dem Holzstoss auf dem Opferaltar hinzuzufügen.",
+ "die in ihrer Hand die beiden Weihrauchschalen des innern Brotes hielten. 3. B. M. 24, 7—8. Als „Azkara“, wie der Weihrauch dort bezeichnet wird, wurde er auf dem Opferaltar verbrannt (vgl. das. 2, 2).",
+ "am Sabbat des Hüttenfestes trug ausserdem einer. der Zwölfte.",
+ "einen Kelch mit Wasser in der Hand. Sukka IV 9."
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+ "das Fleisch durch fünf. wie beim Lamm des täglichen Opfers.",
+ "das Mehl und der Wein durch je zwei. Das zum täglichen Opfer bestimmte Lamm durfte nicht älter als ein Jahr sein, während ein Widder 13—24 Monate zählen musste, um dargebracht werden zu können; seine Eingeweide waren daher schwerer als die des Lämmchens. Ferner betrug das zugehörige Mehl- und Weinopfer bei einem Widder 2 ‘Omer und 4 Log, bei einem Lamme nur 1 ‘Omer und 3 Log (4. B. M. 15, 4—7; s. auch Schekalim V Anm. 15)."
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+ "Kopf und Hinterfuss. Diese Nominativa absoluta sind gleich den folgenden (החזה והגרה, העוקץ והרגל) im Grunde überflüssig und nur mit Rücksicht auf Mischna 3 vorangestellt. Der Sinn ist: Was den Kopf und den rechten Hinterfuss betrifft, die sonst durch eine Person dargebracht werden, so sind hier drei Priester dabei beteiligt; was Schweif und linken Hinterfuss betrifft, u. s. w.",
+ "dieser. samt Herz und Lunge,",
+ "das Mehl. 3 ‘Omer (4. B. M. 15, 9).",
+ "und der Wein. 6 Log (das. 10).",
+ "Indessen gilt das. die Verteilung der einzelnen Verrichtungen durch das Los.",
+ "den ganzen Dienst allein verrichten. sofern er nur zu den diensthabenden Priestern gehört und der Eigentümer ihn damit betraut hat.",
+ "Hinsichtlich der Enthäutung und Zerlegung sind diese und jene einander gleich. In Bezug auf diese Verrichtungen, die auch durch Nichtpriester ausgeführt werden dürfen, fand selbst bei öffentlichen Opfern keine Auslosung statt. Anders beim Schlachten der öffentlichen Opfer, das zwar ebenfalls durch jeden Israeliten vorgenommen werden konnte, in der Regel aber von den Priestern für sich in Anspruch genommen wurde und darum auch der Entscheidung des Loses unterworfen war."
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+ "Der Beamte sprach zu ihnen. Die Mischna knüpft hier an Kap. II 1—4 an. Was hier berichtet wird, gilt also nicht allein vom Versöhnungsfeste, sondern in gleicher Weise von allen Tagen des Jahres. Der hier erwähnte Beamte ist vermutlich derselbe, der auch die Auslosungen überwachte (das. 1; s. auch Anm. 5 das.).",
+ "ob die Zeit des Schlachtens schon gekommen ist. Das tägliche Morgenopfer durfte vor Anbruch des Tages nicht dargebracht werden; wurde es vorher geschlachtet, so musste es durch ein anderes ersetzt und wie untauglich gewordenes Opferfleisch fern vom Altar verbrannt werden.",
+ "Es tagt. ברקאי, aramäische Form, vielleicht aus ברקא היא zusammengezogen oder aus ברקא אית verkürzt: es zeigt sich ein Schimmer (ברק = Blitz, Lichtschein, Glanz).",
+ "Matitja ben Schemuel. vgl. Schekalim V 1.",
+ "Bis gen Hebron. So lautet die Frage des Beamten. Es scheint, dass Frage und Antwort nicht mehr zum Berichte Matitja’s gehören, sondern auch nach der Ansicht erfolgten, laut welcher der Beobachter „Barḳai“ gerufen hat. Matitja setzt nur an Stelle dieses Wortes den Satz האיר פני כל המזרח. Dieser Ausdruck lässt es unbestimmt, ob der Lichtschein sich vom Nordpunkte bis zum Südpunkte, also über die ganze östliche Hälfte des Gesichtskreises erstreckt, oder nur von Nordost bis Südost über den vierten Teil des Horizontes. „Der ganze Ostrand“ kann beides bedeuten. Noch unbestimmter ist Barḳai: Es tagt. Darum fragt der Beamte: „Bis gen Hebron?“ Diese Stadt liegt im Süden Jerusalems beinahe auf demselben Meridian wie der Tempel. War daher der Lichtstreif bis zu dem Punkte des Horizontes vorgedrungen, hinter welchem man Hebron vermutete, so dehnte er sich bereits über die ganze östliche Hälfte des Gesichtskreises aus. Dass man vom Tempelberge aus selbst bei vollem Sonnenlicht die Türme von Hebron gesehen haben konnte, ist ausgeschlossen. Nach Bechorot 54 b (קים להו לרבנן דשתסר מילי קא שלטא בה עינא דרועה — ומסתברא דהוא באמצען קאמר תדע מדלא אמר שלטא בהו אלא בה שמע מינה דאצאן קאי) reicht das Auge des Hirten bis auf eine Entfernung von 8 Mil (etwa 8 km; s. Kap. VI Anm. 26). Allerdings sind die Türme einer Stadt nicht mit einer Viehherde zu vergleichen; aber Hebron ist 28 km von Jerusalem entfernt und liegt in einem Tale, von Bergen eingeschlossen, welche die Aussicht versperren. Wenn man dennoch grade diese Stadt erwähnte und nicht lieber eine nähere, südlich oder nördlich gelegene und vom Tempelberge sichtbare Ortschaft, so geschah es, wie Jeruschalmi z. St. erklärt, weil in Hebron die Gräber der Patriarchen und der Stammmütter sich befinden. Ich verstehe nur nicht, warum die Frage nicht einfach עד חברון lautete. Warum עד שבחברון? Oder gar עד שהוא בחברון, wie es in Tamid III 2 heisst und Raschi auch hier liest ? In einer Baraita (Babli Joma 28b oben) findet sich auch die Lesart עד בחברון, nirgends aber עד חברון."
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+ "Weil man einmal. natürlich nicht am Versöhnungsfeste (vgl. Anm. 1), an welchem ja der Mond ums Morgengrauen längst untergangen ist, sondern an einem der letzten Tage eines Monats, in denen der Mond westlich von der Sonne sich befindet und daher vor dem Tagesgestirn aufgeht.",
+ "dass der Morgen aufleuchte. Bei bewölktem Himmel kann der vom Monde ausgehende Lichtschimmer mit dem der Sonne verwechselt werden. Niemals aber kann er sich soweit erstrecken wie der von der Sonne herrührende Lichtstreifen. Darum fragte der Beamte, ob der Horizont bis gen Hebron hin erhellt ist.",
+ "das man hernach in den Verbrennungsraum schaffen musste. s. Anm. 2; über בית השרפה s. Pesaḥim VIII Anm. 18 u. IX Anm. 49).",
+ "Man führte den Hohenpriester ins Badehaus. Hier beginnt der Bericht über den Opferdienst des Versöhnungstages, der aber sogleich durch eine kleine Abschweifung unterbrochen wird, um in M. 4 wieder aufgenommen zu werden.",
+ "Wer seine Füsse bedeckt. Euphemie für Darmentleerung (vgl.) Richter 3, 24 und 1 Sam. 24, 4).",
+ "muss baden. Wo der Ausdruck טבילה von Menschen oder Geräten gebraucht wird, bedeutet er stets ein völliges Untertauchen im Wasser.",
+ "wer Wasser auswirft. Spätere Bezeichnung für die Entleerung der Harnblase.",
+ "muss sich Hände und Füsse heiligen. d. h. mit dem Wasser des heiligen Beckens waschen (2. B. M. 30, 17—21). Was den Hohenpriester betrifft, s. weiter unten (IV 5)."
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+ "ehe er ein Bad genommen. Wo der Ausdruck טבילה von Menschen oder Geräten gebraucht wird, bedeutet er stets ein völliges Untertauchen im Wasser.",
+ "vornehmen. s. Einleitung Absatz 2.",
+ "alles dies im Heiligtum auf dem Parwahause. Eine Kammer im südlichen Teile der Opferhalle (s. Middot V 3).",
+ "mit Ausnahme dieses ersten Bades. das er an ungeweihter Stätte über dem Wassertore (Scheḳalim VI 3) nahm."
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+ "Nachdem er heraufgestiegen war und sich abgetrocknet hatte. נסתפג ist Denominativ von ספוג (σπόγγος od. σφόγγος) = Schwamm.",
+ "brachte man ihm die goldenen Gewänder. Die acht Kleidungsstücke, die das Dienstgewand des Hohenpriesters bilden ( כתנת מכנסים מצנפת אבנט חשן אפוד מעיל וציץ; s. 2. B. M. 28, 2—42).",
+ "Nun brachte man ihm das tägliche Opferlamm. das. 29, 38—39.",
+ "er schlachtete es. Der ungewöhnliche Ausdruck קרצו (statt שחטו) wird hier wahrscheinlich darum gewählt, weil der Hohepriester sich damit begnügte, Luft- und Speiseröhre des Opfertieres zu durchschneiden, die Trennung der Halsadern einem andern, ihm zur Seite stehenden Priester überlassend.",
+ "und während ein anderer an seiner Seite den Schnitt vollendete. damit der Hohepriester Zeit gewinne, das Messer aus der Hand zu legen und die Schale zu ergreifen. Sonst schlachtete der eine Priester, und ein anderer fing das Blut auf (II 3); an diesem Tage aber verrichtete der Hohepriester beides.",
+ "fing er das Blut auf. in heiliger Schale.",
+ "um es sogleich zu sprengen. auf den äussern Altar in der Opferhalle.",
+ "Dann ging er dazu über. Der Ausdruck נכנם passt im eigentlichen Sinne (hineingehen) nur auf die beiden zunächst angeführten Diensthandlungen (להקטיר קטרת של שחר ולהיטיב את הנרות), die er im Hêchâl zu vollziehen hatte, aber nicht mehr zu den folgenden Verrichtungen (ולהקריב את הראש ואת האברים ואת החבתין ואת היין), deren Schauplatz wieder die Opferhalle war. Es müsste demnach heissen: „Er ging hinein, um das Morgenräucherwerk zu verbrennen und die Lämpchen in stand zu setzen, worauf er zurückkehrte, um den Kopf etc. darzubringen.“ Also ein Zeugma? Ich glaube eher, dass נכנס hier wie z. B. auch in Berachot I 1 ( משעה שהבהנים נכנסין לאכול בתרומתן) eine allgemeinere Bedeutung hat, etwa: sich anschicken, zu etwas übergehen; vgl. בא לו (VII 1 und Soṭa II 3) und das frnz. aller.",
+ "das Morgenräucherwerk zu verbrennen. 2. B. M. 30, 7.",
+ "die Lämpchen in Ordnung zu bringen. sie zu reinigen und aufs neue mit Öl und Docht zu versehen, nach Maimuni (חל׳ תמידין ומוספין פ״ג ה״י וי״ב) auch anzuzünden; s. übrigens Kap. II Anm. 13.",
+ "und den Kopf nebst den übrigen Gliedern. des Opferlammes.",
+ "samt den Opferbroten. dem täglichen Opfer des Hohenpriesters (3. B. M. 6, 13—15: s. Scheḳalim VII Anm. 34).",
+ "und dem Weine. 2. B. M. 29, 40. Das ebendaselbst vorgeschriebene Mehlopfer, sonst in dem Ausdruck נסכים inbegriffen (s. Scheḳalim Kap. IV Anm. 4), scheint hier durch יין mitbezeichnet."
+ ],
+ [
+ "Das Morgenräucherwerk. 2. B. M. 30, 7.",
+ "das Abendräucherwerk. 2. B. M. 30, 8. [
.]",
+ "War der Hohepriester alt oder schwächlich. אסטניס = ἀσϑενής.",
+ "bereitete man heisses Wasser vor. מחמין ist Hif‘il von חמין ;חמם steht elliptisch für מים חמין.",
+ "welches in das kalte gegossen wurde. מטילין ist Hif‘il von טול (= werfen), nicht von נטל; ebenso מטיל oben S. 305 Z. 2.",
+ "damit dessen Kälte sich mildere. Wörtlich: aufhöre (s. Kap. I Anm. 24)."
+ ],
+ [
+ "Darauf brachte man ihn in das Parwahaus. Eine Kammer im südlichen Teile der Opferhalle (s. Middot V 3).",
+ "das auf geheiligtem Boden stand. im Gegensatz zum Wassertore, wo er das erste Bad genommen hatte (s. Anm. 16).",
+ "Er heiligte Hände und Füsse. d. h. mit dem Wasser des heiligen Beckens waschen (2. B. M. 30, 17—21). Was den Hohenpriester betrifft, s. weiter unten (IV 5).",
+ "Nachdem er ins Bad gestiegen. Wo der Ausdruck טבילה von Menschen oder Geräten gebraucht wird, bedeutet er stets ein völliges Untertauchen im Wasser.",
+ "wieder heraufgekommen war und sich abgetrocknet hatte. נסתפג ist Denominativ von ספוג (σπόγγος od. σφόγγος) = Schwamm.",
+ "brachte man ihm die weissen Gewänder. die für den besondern Dienst des Versöhnungstages vorgeschriebenen vier Kleidungsstücke כתנת מכנסים מצנפת ואבנט — 3. B. M. 16, 4)."
+ ],
+ [
+ "Am Morgen legte er pelusisches Linnen an im Werte von zwölf Minen. 1 Mine = 100 Denare, etwa 65 Mark.",
+ "nachmittags indisches Linnen im Werte von achthundert Denaren. 1 Mine = 100 Denare, etwa 65 Mark.",
+ "Die Weisen. s. S. 210 Anm. 34.",
+ "Der Gesamtwert betrug dreissig Minen. Damit will die Mischna sagen, dass es auf das Verhältnis von 18: 12 nicht so genau ankommt. Man darf den zur Verfügung stehenden Betrag auch anders einteilen, nur soll man im ganzen nicht weniger als 30 Minen aufwenden und für das Morgenkleid mehr ausgeben als für das Abendgewand; denn dieses legte der Hohepriester nur an, um Löffel und Schaufel aus dem Allerheiligsten wieder herauszuschaffen (VII 4), während er in jenem den ganzen Dienst verrichtete, der den Versöhnungstag vor den anderen Festen auszeichnet.",
+ "Soviel wurde aus öffentlichen Mitteln bewilligt. Andere Lesart: אלו נוטל מן ההקדש = Soviel bekam er aus dem Tempelschatze."
+ ],
+ [
+ "Zunächst begab er sich zu seinem Stiere. Es waren an diesem Tage zwei Stiere darzubringen, der eine, von welchem später (VII 3) die Rede sein wird, beim Musafopfer (4. B. M. 29, 8) aus öffentlichen Mitteln, der andere, um den es sich hier handelt, aus dem Vermögen des Hohenpriesters (3. B. M. 16, 3 u. 6), weshalb er stets als sein Stier bezeichnet wird.",
+ "Dieser stand zwischen dem Ulam. So hiess der Vorsaal, der den Hêchâl (Anm. 58) von der Opferhalle trennte.",
+ "und dem Altar. dem äussern Altar in der Opferhalle. Der Raum zwischen diesem und dem Ulam mass von Ost nach West 22 Ellen (Middot III 6 u. V 1).",
+ "mit dem Kopfe nach Süden und dem Gesichte nach Westen. Ein Priester drehte dessen Kopf in der Richtung zum Hêchâl, so dass die Hörner, zwischen denen der Hohepriester seine Hände aufstützte, diesem zugekehrt waren. Hätte man den Stier mit dem Kopf nach Westen aufgestellt, so müsste der Hohepriester beim Sündenbekenntnis entweder, vor ihm stehend, dem Allerheiligsten den Rücken zukehren, oder aber, hinter ihm stehend, sich der Länge nach über den Rücken des Tieres legen. Beides wäre unangemessen. [ ובגמרא דחיק לתרץ דחיישינן שמא ירביץ נללים ולא ידעתי למה הוצרכו לכך].",
+ "das Antlitz nach Westen gerichtet. Er stand also zur Seite des Stieres mit dem Rücken zum Altar, das Antlitz dem Allerheiligsten zugewandt.",
+ "Er stützte beide Hände auf ihn. auf dessen Kopf zwischen den Hörnern.",
+ "wie geschrieben steht in der Tora deines Dieners Mosche. 3. B. M. 16, 30.",
+ "Sie aber. Die Priester und das Volk, die in der Opferhalle standen und sich niederwarfen, als sie den heiligen Namen Gottes aus dem Munde des Hohenpriesters vernahmen (vgl. weiter unten VI 2). Aus Maimunis Mischnakommentar ist ersichtlich, dass er auch hier statt והם עונין אחריו die ganze Stelle von והנהנים והעם bis ונופלים על פניהם ואומרים gelesen hat."
+ ],
+ [
+ "der Vorsteher zu seiner Rechten und das Familienoberhaupt. s. Kap. II Anm 1.",
+ "Dort standen zwei Ziegenböcke. s. 3. B. M. 16, 5 u. 7.",
+ "und eine Urne. קלפי ist das griechische ϰάλπη.",
+ "in der zwei Lose. Der Zweck dieser Lose wird am Anfange des nächsten Kapitels erklärt."
+ ],
+ [
+ "Ben Ḳâṭîn liess zwölf Hähne am Waschbecken. mit dessen Wasser die Priester Hände und Füsse wuschen, ehe sie das Heiligtum betraten oder zu einer Dienstverrichtung sich anschickten (2. B. M. 30, 18—21). Sie traten vor das Becken, öffneten einen Hahn und Hessen das Wasser über ihre Hände und Füsse laufen.",
+ "auch liess er für das Waschbecken eine Vorrichtung. מּוכּני = μηχανή.",
+ "dass sein Wasser nicht durch Übernachten unbrauchbar werde. Die Tempelgeräte heiligen alle mit ihnen in Berührung kommenden Gegenstände, zu deren Aufnahme sie bestimmt sind (2. B. M. 30, 29; Zebaḥim IX 7); was aber durch ein heiliges Gefäss die Weihe erlangt hat, wird über Nacht zu fernerem Gebrauche untauglich. Infolgedessen musste das Waschbecken, das ein sehr umfangreiches und schweres Tempelgerät war, jeden Morgen geleert und wieder gefüllt werden. Ben Ḳaṭin liess es nun an der Welle eines Rades befestigen, mit dessen Hilfe es nachts in den Brunnen versenkt wurde, um am Morgen wieder heraufgezogen zu werden.",
+ "König Monobaz. Fürst von Adiabene in den letzten Jahren vor der Zerstörung des zweiten Tempels.",
+ "liess die Griffe aller für den Versöhnungstag bestimmten Geräte. die nicht selbst aus Gold hergestellt werden konnten, wie Messer u. dgl.",
+ "Seine Mutter Helenê liess über dem Eingang des Hêchâl. So hiess der Raum, in welchem der goldene Altar, der goldene Leuchter und der goldene Tisch standen. Ein Vorhang trennte ihn vom Allerheiligsten.",
+ "auf welcher der Schriftabschnitt von der des Ehebruchs Verdächtigen. 4. B. M. 5, 11—31. Auf der Tafel standen vermutlich nur die Beschwörungsformeln, die nach Vorschrift des 23. Verses bei der Wasserprobe, der die Verdächtige unterzogen wurde, abzuschreiben waren. Was die edle Königin zu diesem Geschenke bewogen haben mag, das uns wie ein schlechter Witz mit beleidigender Spitze anmutet, ist rätselhaft. Ein dringendes, „langst und tief empfundenes“ Bedürfnis war es gewiss nicht, dem endlich abgeholfen werden musste.",
+ "Nikanor erfuhr an seinen Türen Wunder. Laut einem Berichte der Tosefta (II 4, S. 183) brachte er für das Heiligtum zwei Türen aus Alexandria. Da ein Meeresstrudel das Schiff zu verschlingen drohte, warfen die Seeleute eine der Türen über Bord. Als sie aber auch die andere ergriffen, um sie der ersten nachfolgen zu lassen, umklammerte er sie mit seinen Armen, indem er sprach: Werfet mich mit ihr in die Brandung. In diesem Augenblicke glättete sich die aufgeregte Meeresfläche, und als man glücklich in ‘Akko landete, sah man die versenkte Tür unter dem Kiel des Schiffes emportauchen."
+ ],
+ [
+ "Die Angehörigen des Hauses Garmo wollten in Bezug auf die Bereitung des innern Brotes nichts lehren. Die zwölf ungesäuerten Brote, die im Innern des Heiligtums von Sabbat zu Sabbat auf goldenem Tische ruhten (2. B. M. 25, 30 u. 3. B. M. 24, 5—9), waren sehr zerbrechlich. Sie wurden aus je 5 Liter Mehl hergestellt (2 עשרונים = 0,6 סאה; 1 סאה = 8, 3 1 — s. Erubin Kap. VII Anm. 49) und hatten eine Länge von 80 cm, eine Breite von 40 cm (Menahot XI 4; 1 טפח = 8 cm — s. ‘Erubin Kap. IV Anm. 36). Ihre Dicke konnte daher nicht viel mehr als 1½ cm betragen (80. 40. 1, 5 = 4800 ccm; 5 1 = 5000 ccm). Ueber ihre Form gehen die Ansichten auseinander. Nach der einen hatten sie die Gestalt einer runden, nach der andern die einer eckigen Klammer (Babli Menaḥot 94b oben), deren Seitenwände nach R. Juda je 20 cm, nach R. Meïr je 16 cm in die Höhe ragten (Menaḥot XI 5) und überdies an den vier freien Enden mit je einem „Hörnchen“ von 14 cm Länge verziert waren. Sie wurden wöchentlich am Freitag, mitunter schon am Mittwoch gebacken und erst am Sabbat der folgenden Woche von den Priestern verzehrt. Nur die Familie Garmo verstand es, sie so zu bereiten, dass sie acht bis zehn Tage lang ihren Wohlgeschmack bewahrten, und sie so aus dem Ofen zu heben, dass ihre Seitenwände nicht zerbrachen. — למד mit על (statt einfachem Akkusativ) = über etwas Unterricht erteilen.",
+ "Hygros ben Lewi war ein Meister der Kadenz im Gesange. פרק בשיר ist sehr dunkel. Nach dem Talmud scheint es den Triller zu bedeuten. Da nun פרק einen Abschnitt bezeichnet, so ist vielleicht die Kadenz gemeint, die dem Sänger am Schluss der Melodie beliebige Variationen und Tonschnörkel gestattet. Diese Bedeutung könnte פרק auch am Ende des Traktats Tamid haben, wo es vom Gesange der Leviten heisst: הגיעו לפרק תקעו והשתחוו העם על כל פרק תקיעה ועל כל תקיעה השתחויה. [In Rosch haschana 31a unten s. v. כולהו meint Raschi ebenfalls: והיו חולקים הפרקים בנעימת הקול להפסיק].",
+ "wollte sie aber nicht lehren; Ben Ḳamṣar wollte niemand in seiner Schreibkunst unterweisen. Von ihm wird erzählt, dass er mit vier Federn, die er sich zwischen die fünf Finger steckte, gleichzeitig vier verschiedene Buchstaben schreiben konnte. Da die hebräische Schrift auf Vokale verzichtet, so bietet dieses Verfahren eine Tachystenographie, die einen geübten Schreiber in den Stand setzt, dem schnellsten Redner mit Leichtigkeit zu folgen. Freilich erfordert solche Kunstfertigkeit nicht nur grosse Gelenkigkeit der Finger, sondern eine noch grössere Elastizität des Geistes.",
+ "Von den Erstgenannten. d. h. von Männern gleich ihnen. Man kann aber נאֹמַר lesen und dann על הראשונים und אלו על wörtlich nehmen: Von jenen sagen wir … von diesen sagen wir…",
+ "das Andenken des Gerechten ist zum Segen. Sprüche 10,7.",
+ "von diesen aber. d. h. von Männern gleich ihnen. Man kann aber נאֹמַר lesen und dann על הראשונים und אלו על wörtlich nehmen: Von jenen sagen wir … von diesen sagen wir…",
+ "der Name der Ruchlosen vergeht. daselbst."
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+ "Er schüttelte die Urne und entnahm ihr die beiden Lose. Damit wird der oben (III 9) abgebrochene Bericht wieder aufgenommen: Der Hohepriester tritt an die Nordseite des Altars, wo die beiden Böcke stehen und eine Urne mit zwei Losen sich befindet. Er schüttelt die Urne, greift mit beiden Händen hinein und zieht in jeder Hand ein Los heraus. — טרף heisst in der Sprache der Mischna schütteln, umrühren, verwirren, überhaupt durcheinander mischen (נטרפה דעתו, ביצה טרופה, ספינה המטרפת בים). Die Kommentatoren, an ihrer Spitze Raschi, fassen gleichwohl die Stelle anders auf: Hastig griff er in die Urne. Man muss zugeben, dass sich nun והעלה שני גורלות besser anschliesst; das ist aber noch kein Grund, ein Wort seiner gewöhnlichen Bedeutung zu entkleiden. Die Konstruktion mit ב erklärt sich dadurch, dass es eigentlich die Lose sind, die er mittels der Urne durcheinander schüttelt.",
+ "das Oberhaupt der Familie. s. Kap. II Anm. 1.",
+ "Sie aber. die in der Opferhalle versammelte Menge, die bei der Nennung des heiligen Namens in die Kniee sank, den Boden mit der Stirne berührend. Vgl. weiter unten (VI 2)."
+ ],
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+ "Darauf befestigte er. um einer Verwechslung der beiden Böcke sowohl unter einander als auch mit dem dritten zum Musafopfer bestimmten Ziegenbocke (4. B. M. 29, 11) vorzubeugen.",
+ "ein Band von Kermeswolle. von roter, mit Kermes gefärbter Wolle,",
+ "sowohl am Kopfe des fortzuschickenden Bockes. des für ‘Azazel bestimmten, der in die Wüste geführt und dort von einem Felsen hinabgestürzt wurde.",
+ "den er einstweilen an den Ort seiner Wegschaffung. an das Tor, durch das er aus dem Tempel hinausgeführt wurde.",
+ "als auch dem zu schlachtenden. dem durchs Los dem Ewigen geweihten. נשחט hat hier wie המשתלח gerundive Bedeutung.",
+ "an der Schlachtstelle. d. i. am Halse (s. S. 205 Anm. 5).",
+ "Dann näherte er sich zum zweiten Male. s. III 8.",
+ "seinem. das. Anm. 41.",
+ "stützte auf ihn. das. Anm. 46.",
+ "wie geschrieben steht in der Tora deines Dieners Mosche. 3. B. M. 16, 30.",
+ "Sie aber. die in der Opferhalle versammelte Menge, die bei der Nennung des heiligen Namens in die Kniee sank, den Boden mit der Stirne berührend. Vgl. weiter unten (VI 2)."
+ ],
+ [
+ "Nun schlachtete er ihn. den Stier.",
+ "damit es nicht gerinne. Es sollte nämlich erst später, nachdem der Hohepriester das Räucherwerk im Allerheiligsten dargebracht hatte, daselbst und im Hêchâl zur Verwendung gelangen. — Die Auffassung, die in unserer Uebersetzung hier zum Ausdruck kommt, zwingt den Talmud zu einer Emendation. Da sich niemand im Hêchâl (Kap. III Anm. 58) aufhalten durfte, während der Hohepriester im Allerheiligsten den Dienst verrichtete (3. B. M. 16, 17), so ist nicht שבהיכל, sondern שלהיכל zu lesen, was zur Not so verstanden werden kann, dass das Blut in der Opferhalle auf der vierten Pflasterreihe, vom Hêchâl aus gerechnet (wörtlich: die zum Hêchâl führt), umgerührt wurde. Diese Textänderung, die am Ende nicht einmal genügt [es müsste mindestens שמן ההיכל ולחוץ korrigiert werden, genauer aber: שמן האולם ולחוץ, da ja zwischen Hêchâl und Opferhalle noch der Ulam (Kap. III Anm. 42) sich befand], liesse sich vermeiden, wenn man dem Satzbau ein wenig Gewalt antut, על הרובד הרביעי שבהיכל statt auf ממרס lieber auf נתנו bezieht und demgemäss übersetzt: er stellte sie für den, der es umrühren sollte, damit es nicht gerinne, auf die vierte Pflasterreihe im Hêchâl. Er würde demnach die Schale, bevor er die Schaufel zur Hand nahm, um Kohlen für das Räucherwerk zu holen, auf die vierte Pflasterreihe des Hêchâl getan haben, von wo sie bald ein anderer Priester holte, um das Blut in der Opferhalle umzurühren. Dass der Hohepriester sie erst hineintrug, statt sie sofort an Ort und Stelle neben dem äussern Altar, an dessen Fusse er das Blut eben aufgefangen hatte, und den er nun sogleich mit der Kohlenschaufel in der Hand besteigen sollte, dem ersten besten Priester zu übergeben, könnte man damit erklären, dass es ihm wünschenswert erschien, die Schale an dieser Stelle wieder in Empfang zu nehmen, wenn er nach der Darbringung des Räucherwerks aus dem Allerheiligsten trat, im Hêchâl ein kurzes Gebet sprach und sogleich wieder in das Allerheiligste zurückkehrte, um mit dem Blute des Stieres die vorgeschriebenen Sprengungen vor der heiligen Bundeslade auszuführen. Doch darf man nicht vergessen, dass von der Opferhalle zum Ulam zwölf Stufen emporführten (Middot III 6). Was nötigte ihn, sie hinauf- und alsbald wieder hinunterzusteigen? Es wäre doch viel zweckmässiger gewesen, die Schale einem Priester in der Opferhalle mit dem Auftrage zu übergeben, sie ihm nach angemessener Zeit in den Hêchâl entgegenzubringen. Die einfachste Lösung aller Schwierigkeiten bietet Jeruschalmi z. St., der בהיכל kurzerhand in בעזרה verbessert. Will man die überlieferte Lesart, die durch beide Talmude gut bezeugt ist, aufrecht erhalten, so muss man annehmen, dass das Opferblut tatsächlich aus dem angegebenen Grunde (damit der Hohepriester nicht nötig habe, nach dem Verlassen des Allerheiligsten die erwähnten zwölf Stufen hinab- und wieder hinaufzusteigen, um die Schale aus der Opferhalle zu holen) im Hêchâl umgerührt wurde, den der damit betraute Priester nur für die kurze Zeit verliess, welche die Darbringung des Räucherwerks in Anspruch nahm. Der Vorgang hätte sich demnach wie folgt abgespielt: Nachdem der Hohepriester den Stier in der Opferhalle geschlachtet und dessen Blut in einer Schale aufgefangen hatte, reichte er diese an Ort und Stelle einem Priester, der sich nun in den Hêchâl begab und dort das Blut umrührte, während jener in der Opferhalle die goldene Schaufel auf dem äussern Altar mit glühenden Kohlen füllte und das Räucherwerk mit seinen Händen abhob, um es in den goldenen Löffel zu tun. Sowie der Hohepriester mit Löffel und Schaufel im Hêchâl erschien, entfernte sich der andere bis zur obersten Treppenstufe, wo er vor dem Eingange des Ulam sehr wohl in der Lage war, den Hohenpriester in demselben Moment zu erblicken, in welchem er aus dem Allerheiligsten heraustrat (vgl. Kap. V Anm. 15). Während dieser sein kurzes Gebet sprach, kehrte jener auf seinen Platz im Hêchâl zurück und wartete daselbst, bis der Hohepriester, der sich nach Vollendung seines Gebetes an den Eingang des Ulam begeben und dort dem unten versammelten Volke gezeigt hatte, wieder in den Hêchâl kam, um von ihm die Schale in Empfang zu nehmen, mit der er nun aufs neue das Allerheiligste betreten sollte. [Dass hier הרובד הרביעי שבהיכל (nach Middot III 6) den obersten der vier Treppenabsätze, also den vier bis fünf Ellen breiten Raum vor dem Eingange des Ulam bedeuten könnte — was ebenfalls eine glückliche Lösung aller Schwierigkeiten wäre — ist leider ausgeschlossen, weil es dann weiter unten am Ende unserer Mischna על הרובד הראשון שבעזרה heissen müsste].",
+ "schob einige Kohlen rechts und links zur Seite und nahm von den durchglühten. המעוכלות, von עכל = אבל (verzehren), sind die Kohlen, deren Holzteile schon ganz vom Feuer verzehrt sind. Sie glühen nur noch, geben aber keine Flamme mehr. Keineswegs bedeutet das Wort erloschene oder fast verglimmte Kohlen, wie diejenigen meinen, die es an dieser Stelle streichen wollen (s. תוספות יום טוב z. St.). Wenn מן המעוכלות הפנימיות fehlt, hat das vorangehende ופנה גחלים אילך ואילך keinen rechten Sinn.",
+ "stieg dann wieder hinab und setzte sie auf die vierte Pflasterreihe in der Opferhalle. um zunächst das Räucherwerk mit seinen Händen abzuheben und es in den goldenen Löffel zu tun."
+ ],
+ [
+ "die man in eine goldene leerte. s. Tamid V 5.",
+ "Täglich nahm man eine Schaufel von vier Kab und leerte sie in eine solche von drei Kab. Die silberne Schaufel, in der die Kohlen vom Opferaltar geholt wurden, fasste 4 Kab, die goldene, aus der sie auf den innern Altar im Hêchal geschüttet wurden, nur 3 Kab, beim Umleeren fiel der Rest der Kohlen auf das Pflaster der Opferhalle, von wo sie in die Wasserleitung gefegt wurden (Tamid V 5). 1 Kab = ⅙ Sea ist ungefähr 1, 4 Liter (s. ‘Erubin Kap. VII Anm. 49).",
+ "heute einen langen. Alles dies mit Rücksicht auf die Schwäche des Hohenpriesters und seinen unausgesetzten Dienst.",
+ "Täglich brachte man [vom Räucherwerk] eine halbe Mine. c. 170 g.",
+ "heute fügte er seine beiden Hände voll hinzu. Auch das tägliche Räucherwerk (2.B.M. 30,7—8) wurde am Versöhnungstage morgens und abends von keinem andern als dem Hohenpriester auf dem goldenen Altar im Hechal dargebracht, ausserdem aber noch ein besonderes Räucherwerk auf goldener Schaufel im Allerheiligsten.",
+ "heute vom allerfeinsten. d. h. das Räucherwerk war heute noch feiner zerrieben als sonst (2. B. M. 30, 36)."
+ ],
+ [
+ "Sonst gehen die Priester an der Ostseite der Rampe. Zum äussern Altar, der beinahe 9 Ellen hoch war, führten keine Stufen empor (2. B. M. 20 Ende), sondern eine schiefe Ebene, der sogenannte „Kebesch“ (s. Kap. II Anm. 3), der im Süden des Altars errichtet war. Die Priester stiegen mithin auf der rechten Seite hinauf und auf der linken wieder hinunter.",
+ "heute steigt der Hohepriester in der Mitte hinauf und in der Mitte wieder hinab. Andere Lesart: והיום עולים באמצע ויורדים באמצע.",
+ "Sonst heiligte. s. Kap. III Anm. 13.",
+ "heute aber. s. oben III 3 und Einleitung Absatz 2.",
+ "aus goldener Schüssel. קיתון = ϰώϑων, ϰήϑιον od. ϰυάϑιον."
+ ],
+ [
+ "Gewöhnlich waren dort. auf dem äussern Altar.",
+ "vier Feuerstätten. die erste zum Verbrennen der Opfer, die zweite, um Kohlen für das tägliche Räucherwerk zu gewinnen, die dritte, um ein ewiges Feuer auf dem Altar zu unterhalten (3. B. M. 6, 6), die vierte zum Verbrennen solcher Opferteile, die in der vergangenen Nacht nicht ganz zu Asche verzehrt worden waren.",
+ "heute fünf. die fünfte, um ihr die Kohlen für das im Allerheiligsten darzubringende Räucherwerk zu entnehmen.",
+ "Gewöhnlich drei. nur die drei ersten.",
+ "Gewöhnlich zwei. nur die ersten beiden."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Man brachte ihm. dem Hohenpriester.",
+ "Löffel und Pfanne. Die Pfanne enthielt 3 Minen (c. 1020 g) Räucherwerk.",
+ "ein Kleinerer gemäss seinem geringern Umfang. d. h. es gab für das darzubringende Räucherwerk kein bestimmtes Maass; dessen Menge hing vielmehr vom Umfang der Hände des jeweiligen Hohenpriesters ab.",
+ "und dem entsprach auch das Maass. Mit anderen Worten: Der Rauminhalt des Löffels war so bemessen, dass er nicht mehr und nicht weniger aufnahm, als beide Hände des Hohenpriesters fassen konnten, obgleich er des Löffels eigentlich nur bedurfte, weil er sonst keine Hand frei gehabt hätte, um gleichzeitig mit dem Räucherwerk auch die Schaufel voll Kohlen hineinzutragen. Keineswegs schüttete er dieses im Allerheiligsten aus dem Löffel unmittelbar auf die glühenden Kohlen; er leerte ihn vielmehr zunächst, nachdem er die goldene Schaufel zwischen den Stangen niedergelegt hatte, mit grosser Geschicklichkeit wieder in seine beiden Hände, was in der Baraita (Joma 49 b oben) als eine der schwierigsten Aufgaben des Opferdienstes bezeichnet wird. War schon das Abheben des Räucherwerks aus der Pfanne nicht leicht (s. Kap. I Anm. 16), so erforderte diese Leistung noch grössere Übung und Gewandtheit.",
+ "Nun fasste er die Schaufel. die er vorhin, mit glühenden Kohlen vom Altar gefüllt, auf die vierte Pflasterreihe der Opferhalle gesetzt hatte (IV 3 Ende; vgl. Anm. 17 das.).",
+ "den Löffel mit der Linken und durchschritt den Hêchâl. s. Kap. III Anm. 58.",
+ "bis er zwischen die beiden Vorhänge gelangte. Das untere Ende des äussern Vorhangs war, wie gleich berichtet wird, an der Südseite zurückgeschlagen, so dass er sofort zwischen die Vorhänge gelangte.",
+ "denn es heisst. 2. B. M. 26, 33.",
+ "] Der äussere war an der Südseite zurückgeschlagen. פרף ist Denominativ von פורפא (πόρπη) = Spange (s. Targum O. zu 2. B. M. 26, 11). Das umgestülpte Ende wurde mittels einer Spange festgehalten (vgl. Schabbat VI 7).",
+ "bis er die Lade. den heiligen Schrein, in welchem die Bundestafeln aufbewahrt lagen.",
+ "zwischen ihre beiden Stangen. 2. B. M. 25, 13—15.",
+ "Jetzt häuft er das Räucherwerk auf die Schaufel. nicht etwa mittels des Löffels, sondern mit seinen beiden Händen (s. Anm. 4).",
+ "wieder zurück. das Gesicht nach Süden, den Vorhang zur Linken. Er geht also rückwärts hinaus. [Unsere Lesart (בדרך בית כניסתו) ist nicht so gut wie die des Jeruschalmi (s. auch Babli 53a u. Ḥullin 10b), welche דרך כניסתו lautet].",
+ "und betet im äussern Raume. im Hêchâl.",
+ "damit er Israel nicht in Angst setze. Die draussen harrende Menge könnte glauben, es sei ihm im Allerheiligsten ein Unglück widerfahren, weil er nicht würdig genug war, es zu betreten. Im Hêchâl wie im Ulam (Kap. III Anm. 42) durfte sich niemand aufhalten, während der Hohepriester im innersten Raum den Dienst verrichtete (3. B. M. 16, 17); von der Opferhalle aus konnte man ihn aber nicht sehen, solange er im Hêchâl betete. Zwar waren dessen Flügeltüren vom Morgen bis zum Abend weit geöffnet (Tamid III 7), und der Eingang des Ulam hatte überhaupt keine Türen (Middot II 3); beide Räume lagen jedoch um sechs Ellen (c. 3 m) höher als die Opferhalle, von welcher zwölf Stufen emporführten (Middot III 6). Erst wenn der Hohepriester, sich dieser Treppe nähernd, im Ulam erschien, konnte die unten stehende Menge ihn erblicken. [Die Vorhänge aber, die an den Eingängen des Hêchâl und des Ulam sich befanden (Joma 54a unten, Ketubot 106a unten), dürften schwerlich die Aussicht versperrt haben; denn es ist sehr wahrscheinlich, dass sie zurückgeschlagen waren. Wie hätte sonst die Frage aufgeworfen werden können (Zebaḥim 55b Mitte), ob ein Friedensopfer als vorschriftsmässig geschlachtet gilt, wenn der Eingang zum Hêchâl zufällig durch einen Vorhang verdeckt war? Und wie konnte der Priester auf dem Ölberge (Middot II 4) den Eingang des Hêchâl sehen, wenn die Vorhänge keinen Durchblick gestatteten?]"
+ ],
+ [
+ "Nach der Entfernung der Lade. s. Schekalim VI 1 Ende und Anm. 6 daselbst.",
+ "Er wurde Schetija. Fundament.",
+ "Auf diesen setzte er sie. die Schaufel."
+ ],
+ [
+ "der es umrührte. s. IV 3 Anfang und Anm. 15 daselbst.",
+ "den er vorher betreten hatte. das Allerheiligste.",
+ "auf dem er eben gestanden. vor die Bundeslade.",
+ "der zum Schlage ausholt. Nach der Vorschrift der Tora (3. B. M. 16, 14) soll das Blut des Stieres zunächst gegen die vordere Fläche des Deckels (על פני הכפרת קדמה) und dann siebenmal vor den Deckel hin (לפני הכפרת) gesprengt werden. Das ist nicht so aufzufassen, als wäre bei der ersten Sprengung die obere, später aber die untere Hälfte des Deckels als Ziel ins Auge zu fassen. Die Bundeslade war nach 2. B. M. 25, 10 nur 1½ Ellen hoch (etwa 72 cm) reichte also dem Priester kaum bis zur Hüfte. Die Höhe (Dicke) des Deckels betrug nach der Überlieferung (Jeruschalmi Sabbat I 1, Babli daselbst 92a u. ö.) ⅙ Elle (c. 8 cm). Unter diesen Umständen wäre es kein grosser Unterschied, ob das Blut gegen die obere oder die untere Kante des Deckels gesprengt würde; in beiden Fällen müsste es der Hohepriester von oben nach unten sprengen. Der Gegensatz zwischen על פני und לפני liegt vielmehr darin, dass er das erste Mal aufwärts, nachher dagegen abwärts sprengte. Bei der ersten Sprengung richtete er die Spitze des ins Blut getauchten Fingers zur Erde und fuhr dann mit dem ausgestreckten Arm schnell in die Höhe; bei den sieben folgenden Sprengungen tauchte er den Finger jedesmal aufs neue in das Blut, erhob den Arm soweit als möglich und senkte ihn darauf mit raschem Schwung zur Erde (Baraita in Babli z. St. 55a oben). Die Handbewegungen, die er dabei ausführte, hatten grosse Ähnlichkeit mit denen eines Mannes, der jemand bald mit dem Handrücken, bald mit dem Handteller einen Streich versetzen will, weshalb auch R. Juda (s. Babli z. St. 54b unten) auf die Frage, wie das Wort מצליף in unserer Mischna zu verstehen wäre, mit einer stummen Geste antworten konnte, indem er wie zum Schlage ausholte — eine Erklärung die deutlicher als Worte spricht, und deren Richtigkeit auch durch zwei Targumstellen (zu Ps. 74, 5 u. Jonatan zu 5. B. M. 25, 3) belegt werden kann. [
]. So erklärt sich auch die sonderbare Art, in der die Sprengungen gezählt wurden. Es geschah nach einer sowohl im Babli wie im Jeruschalmi z. St. vertretenen Ansicht, damit er sich nicht irre. Da der Hohepriester jedesmal, auch wenn er abwärts sprengte, die Hand erhob, konnte es ihm leicht widerfahren, dass das Blut infolge einer aus Versehen zu energisch ausgeführten Bewegung nach oben spritzte, bevor er noch den Arm zu senken sich anschickte. Darum zählte er: eins und eins, eins und zwei, eins und drei u. s. w., zerlegte also jede der sieben Sprengungen in zwei Handlungen. Erhob er den Arm, zählte er „eins“, liess er ihn wieder sinken, nannte er die laufende Zahl. Es ist eine psychologisch begründete Erfahrung, dass man in solchem Falle auf die zweite Zahl den Nachdruck legt, die erste aber unwillkürlich bedächtiger ausspricht, was wieder auf die Bewegungen des Arms in der Weise einwirkt, dass die Hand sich langsam hebt, um dann desto schneller niederzufahren. Die erste Sprengung dagegen begleitete er nur, während er den Arm erhob, mit einem kurzen energischen „Eins“, weil er hier tatsächlich nach oben sprengen sollte.",
+ "Während er hinausging. um den durchs Los für Gott bestimmten Bock (IV 1) in der Opferhalle zu schlachten."
+ ],
+ [
+ "den er vorhin betreten hatte. das Allerheiligste.",
+ "auf dem er damals gestanden. vor die Bundeslade.",
+ "und sprengte davon einmal aufwärts und siebenmal abwärts. 3. B. M. 16, 15.",
+ "sondern wie man zu einem Schlage ausholt. Nach der Vorschrift der Tora (3. B. M. 16, 14) soll das Blut des Stieres zunächst gegen die vordere Fläche des Deckels (על פני הכפרת קדמה) und dann siebenmal vor den Deckel hin (לפני הכפרת) gesprengt werden. Das ist nicht so aufzufassen, als wäre bei der ersten Sprengung die obere, später aber die untere Hälfte des Deckels als Ziel ins Auge zu fassen. Die Bundeslade war nach 2. B. M. 25, 10 nur 1½ Ellen hoch (etwa 72 cm) reichte also dem Priester kaum bis zur Hüfte. Die Höhe (Dicke) des Deckels betrug nach der Überlieferung (Jeruschalmi Sabbat I 1, Babli daselbst 92a u. ö.) ⅙ Elle (c. 8 cm). Unter diesen Umständen wäre es kein grosser Unterschied, ob das Blut gegen die obere oder die untere Kante des Deckels gesprengt würde; in beiden Fällen müsste es der Hohepriester von oben nach unten sprengen. Der Gegensatz zwischen על פני und לפני liegt vielmehr darin, dass er das erste Mal aufwärts, nachher dagegen abwärts sprengte. Bei der ersten Sprengung richtete er die Spitze des ins Blut getauchten Fingers zur Erde und fuhr dann mit dem ausgestreckten Arm schnell in die Höhe; bei den sieben folgenden Sprengungen tauchte er den Finger jedesmal aufs neue in das Blut, erhob den Arm soweit als möglich und senkte ihn darauf mit raschem Schwung zur Erde (Baraita in Babli z. St. 55a oben). Die Handbewegungen, die er dabei ausführte, hatten grosse Ähnlichkeit mit denen eines Mannes, der jemand bald mit dem Handrücken, bald mit dem Handteller einen Streich versetzen will, weshalb auch R. Juda (s. Babli z. St. 54b unten) auf die Frage, wie das Wort מצליף in unserer Mischna zu verstehen wäre, mit einer stummen Geste antworten konnte, indem er wie zum Schlage ausholte — eine Erklärung die deutlicher als Worte spricht, und deren Richtigkeit auch durch zwei Targumstellen (zu Ps. 74, 5 u. Jonatan zu 5. B. M. 25, 3) belegt werden kann. [
]. So erklärt sich auch die sonderbare Art, in der die Sprengungen gezählt wurden. Es geschah nach einer sowohl im Babli wie im Jeruschalmi z. St. vertretenen Ansicht, damit er sich nicht irre. Da der Hohepriester jedesmal, auch wenn er abwärts sprengte, die Hand erhob, konnte es ihm leicht widerfahren, dass das Blut infolge einer aus Versehen zu energisch ausgeführten Bewegung nach oben spritzte, bevor er noch den Arm zu senken sich anschickte. Darum zählte er: eins und eins, eins und zwei, eins und drei u. s. w., zerlegte also jede der sieben Sprengungen in zwei Handlungen. Erhob er den Arm, zählte er „eins“, liess er ihn wieder sinken, nannte er die laufende Zahl. Es ist eine psychologisch begründete Erfahrung, dass man in solchem Falle auf die zweite Zahl den Nachdruck legt, die erste aber unwillkürlich bedächtiger ausspricht, was wieder auf die Bewegungen des Arms in der Weise einwirkt, dass die Hand sich langsam hebt, um dann desto schneller niederzufahren. Die erste Sprengung dagegen begleitete er nur, während er den Arm erhob, mit einem kurzen energischen „Eins“, weil er hier tatsächlich nach oben sprengen sollte.",
+ "Er nahm daher. Hier kommt die Ansicht des R. Juda zur Geltung.",
+ "und zwar von aussen. im Hêchâl.",
+ "gegenüber der Lade. also gegen die Mitte des Vorhangs, der die ganze Breite des Raumes (20 Ellen) einnahm.",
+ "einmal aufwärts und siebenmal abwärts. 3. B. M. 16, 16.",
+ "sondern wie man zu einem Schlage ausholt. Nach der Vorschrift der Tora (3. B. M. 16, 14) soll das Blut des Stieres zunächst gegen die vordere Fläche des Deckels (על פני הכפרת קדמה) und dann siebenmal vor den Deckel hin (לפני הכפרת) gesprengt werden. Das ist nicht so aufzufassen, als wäre bei der ersten Sprengung die obere, später aber die untere Hälfte des Deckels als Ziel ins Auge zu fassen. Die Bundeslade war nach 2. B. M. 25, 10 nur 1½ Ellen hoch (etwa 72 cm) reichte also dem Priester kaum bis zur Hüfte. Die Höhe (Dicke) des Deckels betrug nach der Überlieferung (Jeruschalmi Sabbat I 1, Babli daselbst 92a u. ö.) ⅙ Elle (c. 8 cm). Unter diesen Umständen wäre es kein grosser Unterschied, ob das Blut gegen die obere oder die untere Kante des Deckels gesprengt würde; in beiden Fällen müsste es der Hohepriester von oben nach unten sprengen. Der Gegensatz zwischen על פני und לפני liegt vielmehr darin, dass er das erste Mal aufwärts, nachher dagegen abwärts sprengte. Bei der ersten Sprengung richtete er die Spitze des ins Blut getauchten Fingers zur Erde und fuhr dann mit dem ausgestreckten Arm schnell in die Höhe; bei den sieben folgenden Sprengungen tauchte er den Finger jedesmal aufs neue in das Blut, erhob den Arm soweit als möglich und senkte ihn darauf mit raschem Schwung zur Erde (Baraita in Babli z. St. 55a oben). Die Handbewegungen, die er dabei ausführte, hatten grosse Ähnlichkeit mit denen eines Mannes, der jemand bald mit dem Handrücken, bald mit dem Handteller einen Streich versetzen will, weshalb auch R. Juda (s. Babli z. St. 54b unten) auf die Frage, wie das Wort מצליף in unserer Mischna zu verstehen wäre, mit einer stummen Geste antworten konnte, indem er wie zum Schlage ausholte — eine Erklärung die deutlicher als Worte spricht, und deren Richtigkeit auch durch zwei Targumstellen (zu Ps. 74, 5 u. Jonatan zu 5. B. M. 25, 3) belegt werden kann. [
]. So erklärt sich auch die sonderbare Art, in der die Sprengungen gezählt wurden. Es geschah nach einer sowohl im Babli wie im Jeruschalmi z. St. vertretenen Ansicht, damit er sich nicht irre. Da der Hohepriester jedesmal, auch wenn er abwärts sprengte, die Hand erhob, konnte es ihm leicht widerfahren, dass das Blut infolge einer aus Versehen zu energisch ausgeführten Bewegung nach oben spritzte, bevor er noch den Arm zu senken sich anschickte. Darum zählte er: eins und eins, eins und zwei, eins und drei u. s. w., zerlegte also jede der sieben Sprengungen in zwei Handlungen. Erhob er den Arm, zählte er „eins“, liess er ihn wieder sinken, nannte er die laufende Zahl. Es ist eine psychologisch begründete Erfahrung, dass man in solchem Falle auf die zweite Zahl den Nachdruck legt, die erste aber unwillkürlich bedächtiger ausspricht, was wieder auf die Bewegungen des Arms in der Weise einwirkt, dass die Hand sich langsam hebt, um dann desto schneller niederzufahren. Die erste Sprengung dagegen begleitete er nur, während er den Arm erhob, mit einem kurzen energischen „Eins“, weil er hier tatsächlich nach oben sprengen sollte.",
+ "setzte das Blut des Stieres an dessen Stelle. Hier kommt die Ansicht des R. Juda zur Geltung.",
+ "und sprengte von jenem nach dem Vorhang gegenüber der Lade. also gegen die Mitte des Vorhangs, der die ganze Breite des Raumes (20 Ellen) einnahm.",
+ "von aussen. im Hêchâl.",
+ "einmal aufwärts und siebenmal abwärts. 3. B. M. 16, 16.",
+ "sondern wie man zu einem Schlage ausholt. Nach der Vorschrift der Tora (3. B. M. 16, 14) soll das Blut des Stieres zunächst gegen die vordere Fläche des Deckels (על פני הכפרת קדמה) und dann siebenmal vor den Deckel hin (לפני הכפרת) gesprengt werden. Das ist nicht so aufzufassen, als wäre bei der ersten Sprengung die obere, später aber die untere Hälfte des Deckels als Ziel ins Auge zu fassen. Die Bundeslade war nach 2. B. M. 25, 10 nur 1½ Ellen hoch (etwa 72 cm) reichte also dem Priester kaum bis zur Hüfte. Die Höhe (Dicke) des Deckels betrug nach der Überlieferung (Jeruschalmi Sabbat I 1, Babli daselbst 92a u. ö.) ⅙ Elle (c. 8 cm). Unter diesen Umständen wäre es kein grosser Unterschied, ob das Blut gegen die obere oder die untere Kante des Deckels gesprengt würde; in beiden Fällen müsste es der Hohepriester von oben nach unten sprengen. Der Gegensatz zwischen על פני und לפני liegt vielmehr darin, dass er das erste Mal aufwärts, nachher dagegen abwärts sprengte. Bei der ersten Sprengung richtete er die Spitze des ins Blut getauchten Fingers zur Erde und fuhr dann mit dem ausgestreckten Arm schnell in die Höhe; bei den sieben folgenden Sprengungen tauchte er den Finger jedesmal aufs neue in das Blut, erhob den Arm soweit als möglich und senkte ihn darauf mit raschem Schwung zur Erde (Baraita in Babli z. St. 55a oben). Die Handbewegungen, die er dabei ausführte, hatten grosse Ähnlichkeit mit denen eines Mannes, der jemand bald mit dem Handrücken, bald mit dem Handteller einen Streich versetzen will, weshalb auch R. Juda (s. Babli z. St. 54b unten) auf die Frage, wie das Wort מצליף in unserer Mischna zu verstehen wäre, mit einer stummen Geste antworten konnte, indem er wie zum Schlage ausholte — eine Erklärung die deutlicher als Worte spricht, und deren Richtigkeit auch durch zwei Targumstellen (zu Ps. 74, 5 u. Jonatan zu 5. B. M. 25, 3) belegt werden kann. [
]. So erklärt sich auch die sonderbare Art, in der die Sprengungen gezählt wurden. Es geschah nach einer sowohl im Babli wie im Jeruschalmi z. St. vertretenen Ansicht, damit er sich nicht irre. Da der Hohepriester jedesmal, auch wenn er abwärts sprengte, die Hand erhob, konnte es ihm leicht widerfahren, dass das Blut infolge einer aus Versehen zu energisch ausgeführten Bewegung nach oben spritzte, bevor er noch den Arm zu senken sich anschickte. Darum zählte er: eins und eins, eins und zwei, eins und drei u. s. w., zerlegte also jede der sieben Sprengungen in zwei Handlungen. Erhob er den Arm, zählte er „eins“, liess er ihn wieder sinken, nannte er die laufende Zahl. Es ist eine psychologisch begründete Erfahrung, dass man in solchem Falle auf die zweite Zahl den Nachdruck legt, die erste aber unwillkürlich bedächtiger ausspricht, was wieder auf die Bewegungen des Arms in der Weise einwirkt, dass die Hand sich langsam hebt, um dann desto schneller niederzufahren. Die erste Sprengung dagegen begleitete er nur, während er den Arm erhob, mit einem kurzen energischen „Eins“, weil er hier tatsächlich nach oben sprengen sollte."
+ ],
+ [
+ "der vor Gott steht. Zitat aus 3. B. M. 16, 18.",
+ "Wenn er nun abwärts zu sprengen beginnen will. התחיל מחטא ויורד (statt: התחיל לחטא ולירד) ist eine griechische Konstruktion, die sich in der Mischna ziemlich eingebürgert hat (vgl. Pesaḥim I Anm. 23). מחטא (eig. entsündigen) wird schon im Pentateuch öfter vom Besprengen des Altars mit Opferblut gebraucht (z. B. 2. B. M. 29, 36). Insbesondere scheint das Wort die Besprengung der Altarhörner zu bezeichnen (3. B. M. 8, 15), wie sie beim Sündopfer und nur bei diesem zum Zwecke der Entsündigung vorgeschrieben ist. Liesse sich diese Vermutung mit Sicherheit feststellen, so brauchte man hier התחיל מחטא ויורד nicht als Vordersatz zu מהיכן הוא מתחיל zu ziehen, könnte es vielmehr als selbständigen Satz auffassen: Er begibt sich zum goldenen Altar und beginnt zunächst damit, dass er dessen Hörner von oben nach unten besprengt, um nachher (Mischna 6) auch die Oberfläche des Altars siebenmal zu besprengen.",
+ "An dem nordöstlichen Würfel. Auch der goldene Altar hatte „Hörner“ (2. B. M. 30, 2) die aus goldbelegten, an den oberen vier Ecken angebrachten Würfeln bestanden.",
+ "Wo man beim Sündopfer auf dem äussern Altar anfängt. s. Zebaḥim V 3.",
+ "er habe bei den Sprengungen an einer und derselben Stelle gestanden. Da der goldene Altar nur eine Elle im Geviert hat, so kann er sämtliche Sprengungen von einer Stelle aus vollziehen und braucht nicht wie beim äussern Altar, dessen Oberfläche 28 Ellen im Geviert misst, von einer Ecke zur andern zu gehen.",
+ "auf die er von oben nach unten sprengte. damit ihm nicht das Blut in den Ärmel rinne."
+ ],
+ [
+ "Nachdem er noch siebenmal die Oberfläche. טהר ist die aram. Form des arab. ظهر = Rücken.",
+ "goss er den Rest des Blutes auf den westlichen Grund des äussern Altars. vgl. 3. B. M. 4, 7: אל יסוד מזבח העלה אשר פתח אהל מועד. Die dem Eingange des Zeltes zugekehrte Seite des Opferaltars ist die westliche.",
+ "Das am äussern Altar übrig gebliebene. d. h. die Reste des auf den äussern Altar gesprengten Blutes.",
+ "goss man auf den südlichen Grund. s. Zebaḥim V 3.",
+ "Beides vermengt sich im Wasserarm. der die Opferhalle durchschneidet.",
+ "Es wird den Gärtnern als Dünger verkauft und unterliegt dem Gesetze über die Veruntreuung. 3. B. M. 5, 14—16"
+ ],
+ [
+ "ehe die Sprengungen im Innern. im Allerheiligsten.",
+ "muss anderes Blut herbeigeschafft. also aufs neue ein Opfertier derselben Art geschlachtet werden.",
+ "Ebenso im Hêchâl und ebenso auf dem goldenen Altare. Wenn das Blut während der Sprengungen im Hêchâl oder am goldenen Altar vergossen wurde, muss man sie dort bezw. hier von vorne beginnen, braucht sie aber nicht im Allerheiligsten und bezw. im Hechal zu wiederholen.",
+ "denn sie alle sind je eine Sühne für sich. Ist aber eine Sühne vollzogen, so kann sie durch etwaige Störungen, die bei einer spätern Sühnehandlung eintreten, nicht mehr beeinträchtigt werden."
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+ ],
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+ "Die beiden Böcke des Versöhnungstages. d. h. die dem Versöhnungstage eigentümlichen zwei Böcke zum Unterschied vom Ziegenbock des Musafopfers, der auch an anderen Festtagen dargebracht wird.",
+ "noch ehe das Los gefallen. s. IV 1.",
+ "um ihn dem zweiten zu gesellen. und nun das Los entscheiden zu lassen, welcher von beiden für den Ewigen, und welcher für Azazel bestimmt sein soll.",
+ "so sagt er. der Hohepriester, der die Lose zum zweiten Male zieht.",
+ "so sagt er. der Hohepriester, der die Lose zum zweiten Male zieht.",
+ "Den zweiten. vom zweiten Paare.",
+ "bis er untauglich wird. durch einen Leibesfehler (3. B. M. 22, 17—20). — Die eigentliche Bedeutung von מסאב ist unrein, widerwärtig.",
+ "und der Erlös fällt der Spendenkasse. deren Mittel zum Ankauf von Ganzopfern verwendet werden (s. Scheḳalim VI 5—6).",
+ "Denn ein öffentliches Sündopfer lässt man nicht umkommen. im Gegensatz zum Sündopfer einer Einzelperson, das in ähnlichen Fällen (wenn es z. B. abhanden kam und erst gefunden wurde, nachdem der Eigentümer schon ein anderes an dessen Stelle dargebracht hatte) in einen Stall gesperrt wird, wo man es umkommen lässt (vgl. Temura IV 3 Ende).",
+ "Man lässt es umkommen. in allen den Fällen, in denen man das Privatopfer umkommen lässt, soweit diese für öffentliche Sündopfer überhaupt zutreffen. In unserm Falle würde man aber nach R. Juda, wie aus dem folgenden Satze ersichtlich, nicht den zweiten Bock des zweiten, sondern den des ersten Paares umkommen lassen.",
+ "Wurde das Blut. des für den Ewigen bestimmten Bockes.",
+ "ausgegossen. bevor sämtliche Sprengungen (V 4—6) vollzogen waren.",
+ "so lässt man den wegzuschickenden Bock umkommen. schafft zwei andere Böcke herbei, lässt aufs neue das Los entscheiden, vollendet mit dem Blute des einen die Sprengungen und schickt den zweiten in die Wüste.",
+ "ist der wegzuschickende Bock umgekommen. bevor sämtliche Sprengungen (V 4—6) vollzogen waren.",
+ "so giesst man das Blut weg. schafft zwei andere Böcke herbei, lässt aufs Neue das Los entscheiden, vollendet mit dem Blute des einen die Sprengungen und schickt den zweiten in die Wüste."
+ ],
+ [
+ "Er nähert sich nun. Fortsetzung von V 6.",
+ "stützt beide Hände auf ihn. auf seinen Kopf zwischen den Hörnern.",
+ "bei dem Ewigen. Im Jeruschalmi wird ausdrücklich bezeugt, dass im Sündenbekenntnis des Hohenpriesters der erste Satz mit אנא ה׳, der zweite mit אנא בה׳ anfängt. Demnach wären unsere Ausgaben, die oben (III 8 u. IV 2) auch den zweiten Satz mit אנא ה׳ einleiten, zu berichtigen. — בה׳ ist eine Schwurformel, zu der man sich נשבעתי oder השבעתיך hinzudenkt. Ist Gott selbst der Angerufene, so hat בה׳ den Sinn: Bei deinem heiligen Namen beschwöre ich dich, flehe ich dich an.",
+ "wie geschrieben steht in der Tora deines Dieners Mosche. 3. B. M. 16, 30.",
+ "als sie den deutlich ausgesprochenen Namen hörten. den heiligen Namen Gottes, den man sonst sich auszusprechen scheute. Im Tempel wurde er zwar täglich von den Priestern ausgesprochen, wenn sie das Volk segneten (Soṭa VII 6), aber nicht so klar wie heute durch den Hohenpriester; denn der Priestersegen wurde gesungen, und im vielstimmigen Gesange kommen die Worte nicht so deutlich zu Gehör (vgl. Ḳidduschin 71a unten)."
+ ],
+ [
+ "der ihn wegführen sollte. 3. B. M. 16, 21.",
+ "aber die Priester. andere Lesart: כהנים גדולים = die Hohenpriester.",
+ "dass sie einem [gewöhnlichen] Israeliten. der nicht dem Stamm der Priester angehörte."
+ ],
+ [
+ "Und ein Brückensteg. כבש hiess auch die schiefe Ebene, die zum Altar emporführte (Middot III 3). Es scheint, dass man mit diesem Worte jede künstlich hergestellte Strasse bezeichnete. Die Grundbedeutung des Stammes ist wohl zusammendrücken (מכבש = Presse), woraus sich in übertragenem Sinne bezwingen, erobern ergibt; daher דרך כבושה: ein gebahnter Weg, aber auch: ein usurpierter Weg (vgl. das hübsche Wortspiel in ‘Erubin 53b: אמרתי לה הלא דרך כבושה היא אמרה לי לסטים כמותך כבשוה).",
+ "wurde für ihn angefertigt wegen der Babylonier. Landläufige Bezeichnung für rohes Gesindel. [בָּבֶֽל ist keine Segolatform; also nicht בַּבְלׅי sondern בָּבְלׅי wie כַּרְמְלׅי von בַּרְמֶל].",
+ "Zehn Hütten waren von Jerusalem bis zur Felsenkluft. צוק kann nicht die Felsen spitze sein, sonst müsste es am Ende der 6. Mischna מן חצוק דחייתו heissen. Maimuni hält צוק für einen Ortsnamen. Ist es aber ein nomen appelativum, so kann es nur, da der Stamm die Enge bezeichnet, eine Schlucht oder Kluft bedeuten.",
+ "je siebenundeinhalb auf ein Mil. also 90 Rês = 12 Mîl. Ein Mîl ist ungefähr 1 km (s. Anm. 26)."
+ ],
+ [
+ "hier ist Wasser. Es war demnach dem Führer gestattet, trotz des strengen Fasttages sich durch Speise und Trank zu erquicken.",
+ "deren Gäste nicht mit ihm zur Schlucht gelangten. Man darf sich an Sabbat- und Feiertagen von dem Orte, an dem man sich beim Eintritt des heiligen Tages befindet, nicht weiter als 2000 Ellen in einer Richtung entfernen. Die zehn Hütten waren nun so auf die Strecke verteilt, dass die Entfernung zwischen ihnen je ein Mîl betrug, genau soviel wie die der ersten von Jerusalem, die letzte aber 2 Mîl vom Endziel entfernt war. Die Begleiter hatten schon vor dem Versöhnungstage die ihnen angewiesenen Hütten bezogen. Daher konnten sie den Führer bis zur nächsten Hütte begleiten, mit Ausnahme der Inhaber der letzten Hütte, die nur bis zur Mitte der letzten Wegstrecke mit ihm gehen konnten. Es folgt daraus, dass ein Mîl = 2000 Ellen ist. Misst nun die Elle 48 cm (‘Erubin Kap. IV Anm. 36), so entspricht das Mîl ziemlich genau unserm Kilometer. Allerdings darf man sich in der Diagonale des „Weltquadrats“ (s. ‘Erubin, Einleitung Abs. 4) bis auf 2800 Ellen entfernen (das.); es ist doch aber nicht anzunehmen, dass sämtliche Hütten in dieser Diagonale gelegen haben."
+ ],
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+ "befestigte die eine Hälfte am Felsen. oder: an einem Steine.",
+ "Dann kehrte er um. Wer die Sabbatgrenze überschritten hat, darf sonst vor Ausgang des heiligen Tages den Rückweg nicht einmal antreten (‘Erubin IV 1), und wenn ihm wie in unserm Falle der Hinweg gestattet war, so darf er sich von seinem Reiseziele nicht weiter als 2000 Ellen entfernen (das. 3). Die nächste Hütte war aber 4000 Ellen vom Felsen entfernt (Anm. 26). Dennoch wurde dem Führer dieses Zugeständnis gemacht, weil es für ihn mit Lebensgefahr verbunden war, in der öden, menschenleeren Gegend des Nachts allein den Weg zurückzulegen. Darum durfte er noch am Tage bis zur ersten Hütte zurückkehren, in der er sich geborgen fühlen konnte. Vermutlich erwarteten ihn dort seine Begleiter, um sich nach Eintritt der Dunkelheit gemeinsam mit ihm auf den Heimweg zu begeben.",
+ "und verweilte in der letzten Hütte. Der Hebräer sagt: תחת סכה אחרונה, weil er bei סכה hauptsächlich an das Dach denkt. — Gemeint ist hier die letzte der zehn Hütten, von Jerusalem aus gerechnet. Für ihn war es die erste Hütte auf dem Rückwege.",
+ "Und wann tritt bei ihm die Unreinheit der Kleider ein. 3. B. M. 16, 26."
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+ "Er. der Hohepriester.",
+ "wendet sich wieder dem Stiere und dem Bocke zu. deren Blut er im Allerheiligsten, im Hêchâl und auf den goldenen Altar gesprengt hatte (oben V 3—6).",
+ "die nun verbrannt werden sollen. 3. B. M. 16, 27.",
+ "nimmt die Opferteile heraus. das Fett, die Nieren und das Zwerchfell (3. B. M. 4, 8—10 u. 26; vgl. das. 3, 3—4 u. 14—16).— Zum Unterschied vom Partizip Amurim (אמורים) wird das Substantiv Emurim (אימורים = das Vorgeschriebene) gelesen. [Die Ableitung vom gr. μηρία halte ich aus formalen wie aus sachlichen Gründen nicht für glücklich. Aus meria wäre wohl kaum אימורים geworden. Auch hätte man einen Ausdruck, der zur Bezeichnung heidnischer Opfer diente, nicht auf die Fettstücke übertragen, die auf dem gottgeweihten Altar dargebracht wurden. Die Erklärung von B. J. Lipschütz (תפארת ישראל פסחים ה׳ ס״ו), nach dessen sprachlich unhaltbarer Ansicht das Wort aus εὐ (= gut) und μέρος (= Teil) zusammengesetzt wäre, ist nicht viel besser als die seines Vaters, der es mit אמיר (= Wipfel), und die des ‘Aruch (Art. מר 2), der es mit מר (= Herr) in Verbindung bringt, indem er darauf hinweist, dass die Opferteile die Herren über alle Glieder sind und dem Herrn der Welt dargebracht werden. Am meisten befriedigt mich noch immer die Ableitung von אמר, die Maimonides in seinem Mischnakommentar (Einl. zur 5. Ordnung) mit den Worten gibt: והדה כלהא חחסמי אימורין יעני אלאשיא אלתי אמר בחרקהא (Alles dies wird אימורין genannt, d. h. die Dinge, die er zu verbrennen vorgeschrieben hat). Dass diese Erklärung richtig ist, ergibt sich aus Sukka V 7, wo unter אימורי הרגלים nicht wie sonst die Fettstücke, sondern die vorgeschriebenen Festopfer im weitesten Sinne zu verstehen sind (s. das. Anm. 37), und wo auch der bab. Talmud den Ausdruck durch מה שאמור ברגלים erklärt. Übrigens haben die Handschriften sehr oft אמורים statt אימורים; vgl. auch Pesaḥim VIII Anm. 42.]",
+ "legt diese in eine Schüssel. Ueber מגיס s. Pesaḥim Kap. V Anm. 42.",
+ "und bringt sie auf dem Altar dar. Nach dem Wortlaut der heiligen Schrift (3. B. M. 16, 23—25) wurden sie nicht jetzt schon dargebracht, sondern erst später, nachdem der Hohepriester die weissen Gewänder mit den goldenen vertauscht hatte (weiter unten VII 3); s. Einleitung Abs. 4 und Kap. VII Anm. 22. Der Talmud korrigiert hier והקטירן in להקטירן: Er tat sie vorläufig in eine Schüssel, um sie später auf dem äussern Altar zu verbrennen. Das ist sehr einleuchtend. Wozu sollte er auch die Opferteile in eine Schüssel legen, wenn er sie sofort darzubringen hätte.",
+ "Sie selbst aber schlingt er in einander. Andere Lesart: קלען במקלות, er flocht die beiden Tiere mit Stäben ineinander.",
+ "und lässt sie nach dem Verbrennungsorte. ausserhalb der heiligen Stadt.",
+ "Und wann tritt hier die Unreinheit der Kleider ein. 3. B. M. 16, 28."
+ ],
+ [
+ "dass der Bock die Wüste erreicht habe. Früher wollte er mit der Toravorlesung (Anfang des nächsten Kapitels) nicht beginnen, weil in dem vorzutragenden Abschnitt eine Stelle sich findet, laut welcher der Bock die Sünden des Volkes in die Wüste fortträgt (3. B. M. 16, 22).",
+ "Es wurden Posten. דידכאות ist die Lesart des Jeruschalmi. Das ist wahrscheinlich der Plural von διαδοχή (= Ablösung der Schildwachen, wörtlich = Übernahme; daher die Erklärung im pal. Talmud: מאי דירכיות קבלן). ‘Aruch liest דדכאות, was Musafia als διδαχαί aufgefasst zu haben scheint, da er es als Zeichen erklärt. Die gewöhnliche Lesart lautet דרכיות, was Wegweiser bedeuten könnte, grosse Steinhaufen, auf die sich die mit Fahnen ausgerüsteten Leute stellten, um das Zeichen zu geben. Da aber solche Wegweiser stets vorhanden waren, passt nicht der Ausdruck דרכיות היו עושין. Wäre das Wort von דרך abzuleiten, so übersetzte man besser: Es wurden Stationen eingerichtet.",
+ "Von Jerusalem bis Bêt Haroro. Andere Lesarten: בית חדודו und בית חודון.",
+ "ein Mil Aufenthalt. Vermutlich warteten die Begleiter in der ersten Hütte, bis deren Inhaber die zweite erreicht hatten u. s. w. (קרבן עדה); sonst blieben ja die Hütten, während die Begleiter sich gegenseitig den Rücken zukehrten, längere Zeit ohne Aufsicht. — כדי מיל ist verkürzt aus כדי הלוך מיל: so viel Zeit, als man braucht, um 1 Mîl zu gehen.",
+ "Ein Kermesband. Ein Band aus roter, mit Kermes gefärbter Wolle.",
+ "denn es heisst. Jes. 1, 18."
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+ ],
+ [
+ [
+ "Jetzt. Nachdem man ihm gemeldet, dass der „Sündenbock“ die Wüste erreicht hat (Kap. VI 8; s. Anm. 40 das.).",
+ "schickt der Hohepriester sich zum Vortrag an. zur Toravorlesung, die in der „Frauenhalle“ (עזרת נשים) stattfand und die folgenden drei auf das Versöhnungsfest bezüglichen Schriftabschnitte umfasste: 1. Aḥarê Môt (3. B. M. 16, 1—34), 2. Ach be‘asôr (das. 23, 26—32), 3. Ube‘asôr (4. B. M. 29, 7—11). Zur Zeit des zweiten Tempels war die Volkssprache aramäisch, und nur wenige verstanden noch die heiligen Urkunden. Darum wurden die drei Abschnitte, die der Hohepriester in der Ursprache vorlas, Vers um Vers ins Aramäische übersetzt. Die beiden ersten Abschnitte, die einander benachbart sind, las er aus der Torarolle; den dritten aber trug er auswendig vor, damit nicht durch die Notwendigkeit, diese entferntere Stelle in der Rolle erst aufzusuchen, eine unliebsame Pause in der Vorlesung einträte. Man hätte ihm freilich eine zweite Torarolle reichen können, in welcher der vorzulesende Abschnitt schon vorher aufgeschlagen war. Ein solches Verfahren würde aber als eine Zurücksetzung der ersten Torarolle empfunden werden, weshalb man es stets vermeidet, eine und dieselbe Person aus zwei Torarollen vorlesen zu lassen.",
+ "liest er in den Byssuskleidern. die er vor dem ersten Sündenbekenntnis angelegt (III 6—8) und bis jetzt noch nicht abgelegt hat.",
+ "liest er in einem weissen Gewande. אצטלית oder אסטלית (= στολή, stola) ist ein langes, vom Halse bis zur Ferse reichendes Gewand.",
+ "Der Synagogendiener holt eine Torarolle und übergibt sie dem Synagogenverwalter, der sie wieder dem Vorsteher reicht, damit er sie dem Hohenpriester aushändige. Der Hohepriester erhebt sich, nimmt sie in Empfang (und liest stehend. Das Eingeklammerte fehlt in den Ausgaben des bab. Talmud sowohl hier wie in Soṭa VII 7. וקורא עומד und bald darauf ומניחו בחיקו stimmen schlecht zu einander.",
+ "ist hier verzeichnet. Mit anderen Worten: Auch der Abschnitt, den ich euch jetzt auswendig vortragen werde, ist in diesem Buche niedergeschrieben.",
+ "im Buche der Musterungen. Mit חומש (ein Fünftel) wird jedes der fünf Bücher des Pentateuch bezeichnet. חומש הפקודים heisst das vierte Buch (Numeri), weil es mit einer Volkszählung beginnt.",
+ "trägt er auswendig vor. Den Grund s. Anm. 2.",
+ "über die Priester besonders und endlich ein allgemeines Gebet. So nach Maimuni (הל׳ עבודת יום הכפורים ג׳ י״א). Die Lesarten weichen an dieser Stelle erheblich von einander ab. — Die erste Benediktion ist der gewöhnliche, auch sonst übliche Segenspruch nach der Toravorlesung, die drei folgenden sind bekannte Bestandteile unserer Gebetordnung (כסדרן, wie Tosefta K. III g. E. sich ausdrückt), die nächsten drei sind für diesen Zweck wie auch für die Vorlesung des Königs (Soṭa VII Ende) besonders eingerichtet (daher der Zusatz: בפני עצמו bezw. בפני עצמן), die letzte ist ein Gebet um Hilfe und Beistand, das mit ברוך אתה ה׳ שומע תפלה schliesst."
+ ],
+ [
+ "konnte dem Verbrennen des Stieres und des Widders. s. oben VI 7."
+ ],
+ [
+ "so heiligte er nun seine Hände und Füsse. Hatte er dagegen in der Stola gelesen und somit das Byssusgewand schon vorher abgelegt, so hatte er bei dieser Gelegenheit schon seine Hände und Füsse geheiligt und brauchte daher jetzt nur noch zu baden.",
+ "entkleidete sich und stieg ins Bad hinunter. Ueber טבילה und קדוש s. oben Kap. III Anm. 11 und 13.",
+ "Nachdem er wieder heraufgekommen war und sich abgetrocknet hatte. das. Anm. 17.",
+ "brachte man ihm die goldenen Kleider. die am Ende unseres Kapitels aufgezählten acht Gewänder.",
+ "um draussen. in der Opferhalle. — ויצא ועשה steht hier in Anlehnung an die Schriftstelle ואת עלת העם ויצא ועשה את עלתו (3. B. M. 16, 24). Dort ist ויצא berechtigt, im Hinblick auf das vorherstehende ובא אהרן אל אהל מועד sowie im Gegensatz zu den vorausgegangenen Opferhandlungen, die sich im Innern des Heiligtums vollzogen.",
+ "seinen Widder. den er aus eigenen Mitteln als Ganzopfer darbrachte (das. 3).",
+ "und den Widder des Volkes. Nach R. Jehuda han-Nasi ist dieser Widder (das. 5) identisch mit dem im vierten Buche (29, 8) als Teil des Musafopfers geforderten; nach R. El‘azar b. R. Simon sind es zwei verschiedene Widder (Babli Joma 3a).",
+ "die das erste Lebensjahr noch nicht überschritten hatten. 4. B. M. 29, 8.",
+ "während der zum Ganzopfer bestimmte Stier. ebend. — Er wird hier als פר העולה bezeichnet zum Unterschied von dem Stiere, den der Hohepriester aus eigenen Mitteln als Sündopfer darbringt (פר החטאת: 3. B. M. 16, 3, 11, 14, 27).",
+ "sowie der im Aussenraume zu opfernde Ziegenbock. 4. B. M. 29, 11. — Gleich dem Bocke, auf den das Los „für den Ewigen“ gefallen (3. B. M. 16, 9), ist auch dieser Bock ein Sündopfer, unterscheidet sich aber von jenem dadurch, dass sein Blut nicht im Allerheiligsten, im Hêchâl und am goldenen Altar (V 4—6), sondern nur auf den äussern Altar gesprengt wurde, weshalb er hier als בחוץ שעיר הנעשה bezeichnet wird.",
+ "erst zur Zeit des täglichen Abendopfers. Das tägliche Abendopfer bestand ebenso wie das tägliche Morgenopfer (III 4) aus einem Lamm zum Ganzopfer, einem Omer Mehl, drei Log Wein und einem halben ‘Omer Gebäck als persönlichem Opfer des Hohenpriesters.",
+ "dargebracht wurde. Wie die Mischna vor uns liegt, können die Schlussworte (ופר העולה bis בין הערבים) nur R. ‘Akiba angehören. Es scheint jedoch, dass Babli in diesem Satze die beiden Worte היו קרבין nicht gelesen hat. Wie könnte er sonst fragen, ob ופר העולה hinauf oder hinunter zu ziehen ist, da ja in jenem Falle ein Prädikat im Plural (היו קרבין) auf ein einziges Subjekt im Singular (הנעשה בחוץ שעיר) beschränkt wäre. Streicht man aber (mit Tosefot Jeschanim z. St.) die beiden Worte, so könnte man die abweichende Meinung des R. ‘Akiba als Einschiebsel seiner Schüler und den Schlusssatz als unangefochtene, von keiner Meinungsverschiedenheit berührte Fortsetzung des ursprünglichen Berichtes auffassen. Die Mischna hätte dann folgenden Wortlaut: ויצא ועשה את אילו ואת איל העם ואת שבעת כבשים תמימים בני שנה (דברי רבי אליעזר רבי עקיבה אומר עם תמיד שלשחר היו קרבין) ופר העולה ושעיר הנעשה בחוץ עם תמיד של בין הערבים , so dass nach R. Eli‘ezer das ganze Mussafopfer (פר ואיל ושבעה כבשים לעולה ושעיר לחטאת) hintereinander zwischen dem Tagesdienste und dem täglichen Abendopfer dargebracht wurde, während nach R. ‘Akiba die sieben Lämmer noch vor dem Tagesdienste an die Reihe kamen, im übrigen aber gemäss der Überlieferung des R. Eli‘ezer verfahren wurde (s. auch Anm. 29). Viel weiter gehen die Ansichten dieser Mischnalehrer in der Tosefta (Kap. III gegen Ende) auseinander. Dort folgen auf das Morgenopfer nach R. E. zunächst der Stier und der Bock des Musaf, dann der Stier und der Bock des Tagesdienstes, hierauf die beiden Widder und die sieben Lämmer, endlich das Abendopfer; nach R. ‘A. dagegen zunächst Stier und Lämmer des Musaf, dann Stier und Bock des Tagesdienstes, hierauf der Bock des Musaf und die beiden Widder, endlich das Abendopfer. Zwei im Babli (70 a unten und 70 b oben) mitgeteilte Berichte, denen Raba daselbst wegen ihrer grössern Klarheit und Übersichtlichkeit vor unserer Mischna den Vorzug gibt, haben folgende Reihenfolge: 1. nach R. E.: Morgenopfer, Tagesdienst, Darbringung der beiden Widder, Verbrennung der Opferteile vom Stier und Bock des Tagesdienstes auf dem äussern Altar, Musafopfer mit Ausnahme des bereits dargebrachten Widders, Abendopfer [ ולא כמו שהגיהו בתוספות ד״ה דתנא אבל פר העולה כך גרם רבנו חננאל ופר העולה]; 2) nach R. ‘A.: Morgenopfer, erster Teil des Musaf (Stier und Lämmer), Tagesdienst, Rest des Musaf (Bock und Widder) nebst dem Widder des Hohenpriesters, Verbrennung der Opferteile vom Stier und Bock des Tagesdienstes, Abendopfer. [
]. Nach einer im Jeruschalmi (z. St.) erwähnten Ansicht werden alle Ganzopfer hintereinander und alle Sündopfer hintereinander dargebracht; es folgten daher auf das Morgenopfer zunächst die übrigen Ganzopfer (also die beiden Widder und das ganze Musaf mit Ausnahme des Bockes), dann die drei Sündopfer (Stier und Bock des Tagesdienstes und der Ziegenbock des Musaf), zuletzt das Abendopfer, das wieder ein Ganzopfer ist, während R. ‘Akiba, der im Grunde dasselbe Prinzip befolgt, die darzubringenden Ganzopfer so verteilt, dass die zum Musaf gehörigen auf das Morgenopfer folgen, die beiden Widder aber dem Abendopfer unmittelbar vorangehen. Demnach stimmen Tosefta, Babli und Jeruschalmi, soweit wenigstens R. ‘A. in Betracht kommt, völlig überein, nur dass Jeruschalmi von der Voraussetzung ausgeht, dass „der Widder des Volkes“ mit dem des Musaf nicht identisch ist (s. oben Anm. 17), mithin im ganzen drei Widder an diesem Tage geopfert wurden. Eine andere Streitfrage unter den Schülern des R. ‘A. bezieht sich auf die sieben Lämmer des Musaf. Nach R. Jehuda wird nach dem Morgenopfer nur eins von ihnen dargebracht, die übrigen sechs erst später vor dem Abendopfer; nach R. El‘azar b. R. Simon umgekehrt, sechs vor und eines nach dem Tagesdienste; andere wieder meinen, dass alle sieben des Morgens vor dem Tagesdienste geopfert wurden (Tosefta und babli a. a. O.)."
+ ],
+ [
+ "entkleidete sich und stieg ins Bad hinunter. Ueber טבילה und קדוש s. oben Kap. III Anm. 11 und 13.",
+ "Nachdem er wieder heraufgekommen war und sich abgetrocknet hatte. das. Anm. 17.",
+ "brachte man ihm das weisse Gewand. aus indischem Byssus (III 7).",
+ "heiligte seine Hände und Füsse und ging hinein. in das Allerheiligste.",
+ "um den Löffel nebst der Schaufel herauszuholen. die er bei der Darbringung des Räucherwerks zurückgelassen hatte.",
+ "reichte man ihm die goldenen Kleider. die am Ende unseres Kapitels aufgezählten acht Gewänder.",
+ "Dann ging er hinein. in den Hêchâl.",
+ "um das Abendräucherwerk darzubringen. auf dem goldenen Altar (2. B. M. 30, 8).",
+ "und die Lämpchen anzuzünden. auf dem goldenen Leuchter (das. 26, 37 u. 27, 21).",
+ "wonach er seine Hände und Füsse heiligte und sich entkleidete. Es fällt auf, dass hier am Schlusse des Berichtes noch immer vom Abendopfer (Anm. 21) keine Rede ist (s. Tosafot 71 a s. v. נכנם). Es herrscht daher auch Unklarheit darüber, wann dieses eigentlich dargebracht wurde. Nach Raschi und Tosafot ging es unmittelbar dem Abendräucherwerk voran, kam also erst an die Reihe, nachdem der Hohepriester Löffel und Schaufel aus dem Allerheiligsten entfernt und zum letzten Mal die goldenen Gewänder angelegt hatte; nach Maimuni wurde es schon früher dargebracht, bevor noch der Hohepriester das goldene mit dem weissen Gewande vertauschte, um Löffel und Schaufel aus dem Allerheiligsten zu holen. Die Schwierigkeit löst sich und jeder Zweifel schwindet, wenn im Schlusssatze der vorigen Halacha die beiden Worte היו קרבין gestrichen werden (vgl. Anm. 22). Die Mischna hat dann folgenden Wortlaut: „Nachdem er die goldenen Kleider [zum zweiten Male] angelegt, brachte er draussen seinen und des Volkes Widder dar, wie auch die sieben Lämmer (so nach R. E.; R. ‘A. dagegen meint, dass diese unmittelbar dem Morgenopfer folgten); ferner den zum Ganzopfer bestimmten Stier und den im Aussenraume zu opfernden Bock nebst dem täglichen Abendopfer. Hierauf nahm er das vorgeschriebene Bad, um nach vorangegangener und nachfolgender Heiligung der Hände und Füsse das goldene Gewand mit dem weissen zu vertauschen, in welchem er nun das Allerheiligste betrat, den Löffel und die Schaufel herauszuholen. Dann vertauschte er wieder unter den vorgeschriebenen Waschungen das weisse mit dem goldenen Gewande, um im Hêchâl das Abendräucherwerk auf dem goldenen Altar zu verbrennen und auf dem goldenen Leuchter die Lämpchen anzuzünden“. Demnach hat Maimuni recht. Übrigens sagt R. Joḥanan im Jeruschalmi z. St. ausdrücklich: Alle Welt stimmt darin überein, dass Löffel und Schaufel erst nach dem täglichen Abendopfer herausgeschafft wurden ( הכל מודין בהוצאת כף ומחתה שהיא לאחר תמיד של בין הערבים), und es ist mir unbegreiflich, wie der Verfasser der Tosefot Jom Tob, der Maimuni zu rechtfertigen sich bemüht, diese Stelle sich entgehen lassen konnte, zumal er bald darauf einen andern Satz des Jeruschalmi anführt, der jenem benachbart ist und im selben Zusammenhange steht.",
+ "da er in Frieden aus dem Heiligtume heimgekehrt war. vgl. Kap. V Anm. 15."
+ ],
+ [
+ "ein anderer Priester. הדיוט = ἰδιώτης.",
+ "Kopfbund und Gürtel. 2. B. M. 29, 40 u. 42. Die Kopfbedeckung heisst dort מגבעת, während מצנפת die des Hohenpriesters bezeichnet (das. 4).",
+ "Oberkleid und Stirnbinde. Diese vier den Hohenpriester auszeichnenden Gewänder sind a. a. O. (6—38) ausführlich beschrieben.",
+ "In diesen befragen sie die Urîm und Tummîm. d. h. der Hohepriester muss mit sämtlichen acht Gewändern bekleidet sein, wenn er mittels der Urim und Tummim (das. 30) das Schicksal befragt. Beispiele solcher Fragen finden sich in der Bibel ziemlich häufig (Richter 1, 1; 20, 18, 23, 27—28; 1 Sam. 10, 22; 22, 10; 23, 2, 4, 9—12; 28, 6; 30, 7—8; 2 Sam. 2, 2; 5, 19 u. 23). Dass sie durch den Hohenpriester an dies geheimnisvolle Kleinod gerichtet wurden, ist aus 4. B. M. 27, 21 ersichtlich. Auch werden an mehreren der angeführten Stellen ausdrücklich Efod, Urim oder Priester erwähnt (Richter 20, 27—28; 1 Sam. 22, 10; 23, 9—12; 28, 6; 30, 7—8).",
+ "nicht auf Wunsch einer Privatperson. הדיוט = ἰδιώτης.",
+ "sondern. Das Eingeklammerte fehlt in manchen Ausgaben."
+ ]
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+ "Am Versöhnungstage ist es verboten. Wörtlich: der Versöhnungstag ist gebunden in Bezug auf Speise und Trank etc. Der Begriff der Unfreiheit ist hier von der Person auf den Tag übertragen.",
+ "Sandalen anzuziehen. oder sonst eine Fussbekleidung aus Leder, nach Tosefta (Kap. IV Anf.) auch nicht aus gewebten Stoffen (אפלו באנפליא של בגדים).",
+ "und das Bett zu benutzen. Euphemie für den Geschlechtsverkehr. Das Verbum ist vom Nomen abgeleitet und lautet daher nicht השתמש במטה, sondern שמש את המטה, wofür bei Frauen noch diskreter שמש את הבית steht (z. B. Nidda I 7 u. X 8). Häufig findet sich in diesem Sinne שמש schlechthin, und zwar mit dem Akkus. der Person bei Suffixen (z. B. Nedarim Ende), sonst mit עם (z. B. Schebu‘ot II 4).",
+ "Ein König und eine Neuvermählte. innerhalb der ersten dreissig Tage nach der Heimführung.",
+ "eine Wöchnerin. Wörtlich: eine Genesende (so auch im Deutschen: eines Kindes genesen)."
+ ],
+ [
+ "ihren und ihres Kerns Rauminhalt. d. i. das Volumen einer grossen Dattel, aus welcher der Kern noch nicht entfernt ist.",
+ "ist straffällig. 3. B. M. 23, 29.",
+ "Speise und Trank ergänzen einander nicht. Wörtlich: wenn jemand isst und trinkt, vereinigt es sich nicht."
+ ],
+ [
+ "so ist man zu zwei Sündopfern verpflichtet. Wer ein Verbot, dessen mutwillige Verletzung mit der Strafe der Ausrottung oder noch schwerer bedroht ist, aus Versehen übertritt, muss seinen Irrtum durch ein Sündopfer sühnen (3. B. M. 4, 27—35). Hat er dieselbe Sünde wiederholt begangen, ohne dass ihm der Irrtum inzwischen zu Bewusstsein kam, so genügt ein Sündopfer; waren es aber verschiedene Übertretungen, die aus demselben Irrtum flossen, so muss er ebensoviel Sündopfer darbringen, als er Gesetze verletzt hat. Essen und Trinken gilt nun als eine fortgesetzte Handlung, weil beides im Gesetz unter einem Begriff zusammengefasst ist; wenn man daher, uneingedenk des Versöhnungstages, Speisen und Getränke genossen hat, so ist man nur zu einem Sündopfer verpflichtet. Hat man dagegen unter derselben Voraussetzung gegessen und Arbeit verrichtet, so sind zwei Sündopfer erforderlich, weil jede dieser Handlungen unter ein anderes Verbot fällt (3. B. M. 16, 29 u. 23, 27—28, 29—30). — Unter Arbeit sind hier all die Verrichtungen zu verstehen, die am Sabbat unter dieser Bezeichnung verboten sind (s. Schabbat VII 2).",
+ "selbst wenn man Salzlake oder Pökelbrühe. מוריים = muries.",
+ "getrunken hat. also Flüssigkeiten, die man zwar nicht trinkt, aber doch als Tunke genieset.",
+ "so ist man frei. von Strafe, bezw. von der Verpflichtung der Sühne durch ein Opfer."
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+ [
+ "doch soll man sie ein Jahr oder zwei Jahre vorher. vor Eintritt der Volljährigkeit, die ein Knabe mit Vollendung des dreizehnten, ein Mädchen mit Vollendung des zwölften Lebensjahres erlangt.",
+ "damit sie mit den Geboten vertraut seien. Diese Halacha lässt verschiedene Auffassungen zu. Sie kann den Sinn haben: Minderjährige lässt man nicht fasten, aber zur Erfüllung anderer Gebote hält man sie an. Sie kann auch sagen wollen, dass man nur kleinere Kinder nicht fasten lässt, wohl aber solche, die in wenigen Jahren das Alter der Grossjährigkeit erreicht haben werden. Man kann sie aber auch dahin erklären, dass man Minderjährige den ganzen Tag nicht fasten lässt, wohl aber je nach ihrer körperlichen und geistigen Entwickelung mehrere Stunden. Im Babli wie in Jeruschalmi gehen die Meinungen hierüber auseinander, und dazu kommt, dass an einigen Stellen die Lesart nicht feststeht. Der herrschende Brauch ist hierzulande gemäss der letzten Auffassung, Kinder vor Eintritt der Volljährigkeit nur wenige Stunden fasten zu lassen."
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+ "Einer Schwangern. עוברה ist verkürzt aus מעוברה wie מועט (Ggstz. v. מרובה) aus ממועט.",
+ "die durch Gerüche erregt ist. Der Duft von Speisen hat durch Überreizung der Nerven einen Schwächeanfall bei ihr ausgelöst.",
+ "es sei genug. Im Talmud wird dieser Satz so aufgefasst: Einem Kranken gibt man auf ärztliche Anordnung zu essen, auch wenn er selbst es nicht für erforderlich hält, ohne ärztliche Vorschrift aber nur dann, wenn er es selbst als nötig erachtet. Gestatten ihm die Ärzte zu fasten, er selbst aber fühlt, dass er der Nahrung ohne Gefahr für sein Leben nicht entbehren kann, so folgt man ihm. Jeruschalmi fügt noch hinzu, dass man ihm selbst dann zu essen gibt, wenn er selbst es für überflüssig hält, der Arzt aber im Zweifel ist."
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+ [
+ "Wird jemand von Heisshunger. בולמוס (βούλιμος = Ochsenhunger) ist ein krankhafter Zustand, der Lebensgefahr im Gefolge haben, aber durch Nahrungsaufnahme schnell beseitigt werden kann.",
+ "gibt man ihm selbst unreine Dinge. wenn keine erlaubten Speisen zur Hand sind. Unrein steht hier in hosiologischem Sinne (s. Pesaḥim Kap. I Anm. 26).",
+ "so darf man ihm nicht von dessen Zwerchfell zu essen geben. Hier ist nicht vom Versöhnungsfest die Rede, sondern von allen Tagen des Jahres. Der Hund gehört zu den „unreinen“ Tieren (3. B. M. 11, 3), und das in Frage stehende Heilmittel ist nicht wissenschaftlich erprobt, sondern vom Aberglauben empfohlen.",
+ "R. Matja ben Ḥeresch aber gestattet es. weil bei schweren Krankheiten durch den Widerstand, den man dem Willen des Kranken entgegensetzt, leicht eine Verschlimmerung eintreten kann."
+ ],
+ [
+ "ob es ein Heide oder ein Israelit ist. Um einen Glaubensgenossen zu retten, entweiht man den Sabbat auch dann, wenn das Rettungswerk durch Nichtjuden vollbracht werden kann.",
+ "so lichtet man den Schutthaufen über ihm. selbst wenn alle diese Zweifel insgesamt in Betracht kommen."
+ ],
+ [
+ "Das Sündopfer. 3. B. M. 4, 27—35).",
+ "und das zweifellose Schuldopfer. So heisst das Schuldopfer, das in einigen Fällen (z. B. 3. B. M. 5, 15 u. 25) zur Sühne einer entschiedenen Gesetzesverletzung dient, im Gegensatz zum „schwebenden“ Schuldopfer (אשם תלוי, das. 17—19), das derjenige darbringt, der nicht mit Sicherheit weiss, dass er aus Versehen eine schwere Sünde begangen hat. Dieses Opfer hat nur aufschiebende Kraft. Nach erlangter Gewissheit muss man zur vollen Sühne ein Sündopfer weihen.",
+ "Der Tod wie der Versöhnungstag sühnt in Verbindung mit Umkehr. d. i. aufrichtige Reue und entschlossener Wille zur Besserung. Beim Sünd- und Schuldopfer des vorangehenden Satzes wurde die Umkehr, die auch dort Voraussetzung der Sühne ist, als selbstverständlich vorausgesetzt. Sonst hätte ja der Sünder kein Opfer dargebracht.",
+ "[Übertretung einfacher] Gebote oder Verbote. deren Verletzung nicht mit schwerer Strafe bedroht ist.",
+ "und bewirkt bei schwereren einen Aufschub. der göttlichen Strafe."
+ ],
+ [
+ "Busse zu tun. Da er nicht aufrichtig bereut, schiebt er die Besserung so lange hinaus, bis er abberufen wird und es zu spät ist.",
+ "Sünden des Menschen gegen Gott. s. Pesahim Kap. X Anm. 38.",
+ "Von all euren Sünden vor Gott sollt ihr rein werden. 3. B. M. 16, 30. — Er zieht לפני ה׳ nicht zu תטהרו („von allen euren Sünden sollt ihr vor Gott euch reinigen“), sondern zu חטאתיכם.",
+ "Denn so heisst es. Ez. 36, 25.",
+ "Und ferner heisst es. Jirm. 17, 13.",
+ "Israels Reinheitsquell. Ein im Deutschen nicht wiederzugebendes Wortspiel. מקוה bedeutet Hoffnung (1 Chr. 29, 15) und zugleich Wasseransammlung (2. B. M. 7, 19), insbesondere das Reinigungsbad."
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+ "Drei Tage vor den Festtagen. אידיהן, andere LA. איד .עידיהן oder עיד (syr. ܥܰܐܕܳܐ. arab. عيد Fest) wird in der Mischna nur von heidnischen Festen gebraucht; nachdem Talmud mit Anspielung auf Deut. 32, 35, resp. Jes. 44, 9.",
+ "der Heiden. גויס (nicht עכו״ם) ist überall im Talmud zur Bezeichnung der Nichtjuden (damals vorzugsweise der Heiden) gebraucht. Der Ausdruck עכו״ם (Abbrev. von עוברי ככבים ומזלות) wurde erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts von christlichen Zensoren in die jüdische Literatur hinein korrigiert, wie dies in meiner (zuerst 1884 in der „Jüd. Presse‟ abgedruckten) Schrift: „Der Schulchan Aruch u. s. w.‟, S. 129 ff. der zweiten Aufl. (1894) bewiesen wird.",
+ "mit ihnen Geschäfte zu machen. Denn der Heide würde wegen des dadurch erhaltenen Gewinnes oder Vorteils seinem Götzen am Festtage Dank abstatten, und der Israelit hätte durch seine Handlung indirekt die Anrufung des Götzens bewirkt (vgl. Exod. 23,13).",
+ "oder von ihnen auszuleihen. שאל sich Etwas zum Gebrauche ausleihen, um dasselbe nach dem Gebrauche wieder zurückzugeben.",
+ "oder von ihnen ein solches zu nehmen. לוה ein Darlehen (in Geld oder Lebensmitteln) nehmen, um es jetzt zu verausgaben oder zu verbrauchen und später einen gleichen Betrag zu zahlen.",
+ "weil dies ihm Gram bereitet. Er hat demnach keinen Grund, dafür seinem Götzen zu danken.",
+ "so freut er sich doch I darüber] in späterer Zeit. Während seines Festes, und er bringt seinem Götzen Dank dafür."
+ ],
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+ "Vor ihren Festen. Drei Tage, den Festtag selbst mitgerechnet; während es nach dem Autor der vorigen Mischna drei Tage ohne den Festtag verboten ist (Talmud)."
+ ],
+ [
+ "Die Calenden. Andere LA. קלנדס, Calendae, der erste Tag eines jeden Monats ; hier nach Jerusch, speziell die Calendae Januarii (קלנדס יינובריס), der Jahresanfang.",
+ "Saturnalien. And. LA. סטרנלייא, (Saturnalia), das Saturnfest der Römer, das am 17. Dezember begann.",
+ "der Siegestag. קרטסיס .1 קרטסים (κράτησις Herrschaft, Sieg) nach dem Talmud יום שתפסה בו רומי מלכות der Tag au dem Rom (durch den Sieg über Kleopatra) die Oberherrschaft gewann. Gemeint ist der Sieg des Octavian bei Actium.",
+ "der Geburtstag. And. LA. גינוסיא γενέσια, Geburtstagsfeier von bereits verstorbenen Königen. Nach Jerusch, ist .יום ג. ש. מ dasselbe wie יום . הולדת של מלכים (Geburtstag der Könige), während das folgende יום הלידה den Geburtstag von Privatpersonen bezeichnet. Nach Babli ist יום ג. ש. מ. = יום שמעמידין בו את המלך, der Tag des Regierungsantritts. Dieser wurde auch natalis imperii genannt, vgl. Heinrich Lewy im Philologue B. 52, S 733.",
+ "der Geburtstag. Eines Lebenden. Nach Jerusch.: eines Privatmanns (Note 11); nach Babli: eines Königs.",
+ "und der Todestag. Eines Königs (Babli), oder auch eines Privatmanns (Jerusch.)",
+ "wobei eine Verbrennung. Wobei auch Gebrauchsgegenstände des Verstorbenen nebst Räucherwerk verbrannt werden, vgl. Jerem. 34,5; 2 Chron. 16,14; 21,19, (Talmud).",
+ "stattfindet. Weil der Verstorbene besonders angesehen war.",
+ "findet auch Götzendienst statt. An dessen Todestage.",
+ "so findet auch kein Götzendienst statt. An dessen Todestage.",
+ "an dem Einer sich den Bart oder den Schopf. בלורית, (syr. ܒܠܽܘܕܺܐ, Haarlocke) der Schopf, vgl. Lewy 1. c. S. 734.",
+ "nur an diesem Tage und gegen diesen Mann. Der das Fest begeht."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einer Stadt ein Götze ist. Und man feiert dort heute diesem Götzen zu Ehren ein Fest.",
+ "so ist außerhalb derselben [das Verkehren] erlaubt. Weil gewöhnlich außerhalb der Stadt das Fest nicht mitgefeiert wird.",
+ "so ist [es] in derselben erlaubt. Dem Israeliten, der dort wohnt.",
+ "dahin zu gehen. Am Tage des Götzenfestes",
+ "so ist es verboten. Weil es schiene, dass man dahin ginge, um das Fest mitzufeiern.",
+ "so ist es erlaubt. Denn wer ihn sieht, kann denken, er gehe nach dem anderen Orte.",
+ "und es sind dort. Außerhalb der Stadt.",
+ "ein solcher hall traf sich einst in Bet-Schean. Skythopolis, heute Beisan.",
+ "dass in den bekränzten verboten. Weil es Gebrauch war, dass von den bekränzten Läden eine Abgabe für den Götzenkultus erhoben wurde."
+ ],
+ [
+ "Folgende Dinge sind. Zu jeder Zeit.",
+ "den Heiden zu verkaufen. Weil man die folgenden Dinge dem Götzen darbrachte.",
+ "Tannenäpfel. אסטרובלין ,אצטרובלין gr. στρóβιλος, (s. B. batra IV, Note 24), die länglich runden Zapfen von Tannen oder Fichten, Tannen- oder Fichtenäpfel.",
+ "oder weiße Feigen. בנות שוח (s. Schebiit V, 1) = תאיני חיוראתא weiße Feigen (Talmud).",
+ "mit deren Stielen. ופטוטרותיהן nach Talmud wie בפטוטרותיהן zu erklären, wie der Jerusch. im Texte der M. hat. פטוטרה Fruchtstiel, vielleicht von פטר hervorbrechen, das Hervorbrechende, der Blütenstiel (wie חצוצרה von שפופרת ,חצר von שפר.)",
+ "verkaufen. Wenn der Heide viele Hühner kauft, darf man ihm auch einen weißen Hahn darunter geben, denn da er auch andere kauft, so braucht er sie gewiss nicht zum Götzendienste.",
+ "Alle andern Dinge sind unbestimmt. סתם (Verschlossenes) Unbekanntes, Unbestimmtes, d. h. wenn der Heide nicht das Gekaufte für den Götzendienst bestimmt.",
+ "bei ausdrücklicher Erklärung. Des Heiden, dass er den Gegenstand dem Götzen darbringen will.",
+ "Chazab. Einige lesen חצב statt חצב .וחצב eine Dattel art, arab. خصب, eine fruchtreiche Palme; anders חצוב in Kilajim 1,8. (das Einige mit unserem חצב identifizierten).",
+ "und Nikolaus-Datteln. נקליבס, nach Aruch נקלווס (ebenso im Talm.), eine Dattelart, die nach Nikolaus von Damaskus so genannt wird (vgl. Mussaphia im Aruch)."
+ ],
+ [
+ "darf man [es] nicht verkaufen. Vgl. II,1.",
+ "Nirgends aber darf man ihnen verkaufen Großvieh. Man hat nach dem Talmud das Verkaufen verboten, damit der Israelit nicht dazu komme, dem Heiden Vieh zu leihen oder zu vermieten. Dieser würde dann auch am Sabbat damit arbeiten, während der Israelit doch verpflichtet ist, sein Vieh am Sabbat ruhen zu lassen.",
+ "Kälber und Eselsfüllen. Vgl. Pesachim IV, 3.",
+ "mögen sie unversehrt oder beschädigt. Eig.: gebrochen, mit gebrochenen Füßen. Auch die gebrochenen Tiere kann mau zu irgend einer Arbeit brauchen.",
+ "Ben Bethera erlaubt es beim Pferde. Weil dies nur zum Reiten gebraucht wurde, was am Sabbat nur nach rabbinischer Verordnung (שבות) verboten ist, vgl. Beza V, 2."
+ ],
+ [
+ "wodurch den Leuten Schaden entstehen. Z. B. Waffen (Bart.).",
+ "Man darf ihnen nicht bauen helfen eine Basilika. Ein öffentliches Gebäude, das vorzüglich als Gerichtshaus dient.",
+ "einen Richtplatz. גרדום (von gradus) Stufe, Anhöhe des Richtplatzes.",
+ "eine Rennbahn. אסטדיא ,אצטדיא == στάδιον, die Rennbahn, wo Tierkämpfe aufgeführt wurden.",
+ "oder einen Richterstuhl. בימה == βῆμα, Rednerbühne, Richterstuhl.",
+ "man darf ihnen aber öffentliche Bäder. Die Ausgg. lesen: בימוסיאות von βωμóς eine Erhöhung, Altar, aber auch Postament einer Statue. Besser aber ist nach den älteren Zeugnissen u. Ms. München דימוסיאות zu lesen. דימוסיא = δημóσια dem Staate gehörig, gewöhnliche Bezeichnung der öffentlichen Bäder im Jeruschalmi.",
+ "wo man ein Götzenbild aufstellt. Vgl. weiter III,4."
+ ],
+ [
+ "Man. M. ed. Neapel hat nicht ואין bis בשכר מותר.",
+ "Halsketten. קטלא == catella.",
+ "Für Lohn ist es erlaubt. Vgl. Tos. 19b y. הגיע und Tos. Jom tob.",
+ "Man darf. In Palästina.",
+ "ihnen nichts am Boden Haftendes verkaufen. Denn man darf den Heiden nichts verkaufen, wodurch sie ein Eigentumsrecht am Boden Palästina’s erwerben.",
+ "nachdem es abgehauen ist. משיקצץ, ed. Neapel 1. מה שקיצץ.",
+ "Man darf ihnen im Lande Israel keine Häuser. Man hat dies verboten, damit man nicht dazu komme, ihnen Häuser zu verkaufen, s. Note 54.",
+ "noch viel weniger Felder. Bei Feldern kommt noch der Umstand hinzu, dass dadurch Hebe und Zehnten den Priestern und Leviten entzogen werden.",
+ "in Syrien. In dem von König David eroberten Syrien (2. Samuel 8,3–6), das nicht so heilig ist, wie das Land Israel, vgl. B. kamma VII, Note 38.",
+ "darf man ihnen wohl Häuser. Man hat in Syrien nicht die in Note 56 erwähnte Vorbeugungs- Bestimmung) (גזירת) getroffen.",
+ "aber nicht Felder. Nach Note 54 und 57. Wo zwei Gründe vorliegen, hat man auch in Syrien die גזירה verordnet.",
+ "im Auslande. Das vom Lande Israel entfernt ist.",
+ "darf man ihnen Häuser verkaufen und Felder vermieten. Aber nicht verkaufen, damit man nicht dazu komme, solche auch in Palästina zu verkaufen (gegen Note 54 u. 57); vgl. Note 60.",
+ "in Syrien darf man ihnen Häuser verkaufen. Nach R. Jose ist Syrien nicht heilig, weil dies als Eroberung eines Einzelnen (des Königs David), nicht als Land Israels zu betrachten ist.",
+ "und Felder vermieten. Aber nicht verkaufen, nach Note 62.",
+ "im Auslande. Das vom Lande Israel entfernt ist.",
+ "darf man ihnen Beides verkaufen. Hier hat man gar keine גזירה verordnet."
+ ],
+ [
+ "wo man erlaubt hat [dem Heiden ein Haus] zu vermieten. In Syrien. Diese M. hat R. Meïr gelehrt, da dies nach R. Jose überall erlaubt ist.",
+ "wenn er es als Wohnhaus gebrauchen will. Sondern nur, wenn es etwa als Lagerraum für Waren gebraucht wird.",
+ "weil es nach dem Namen des Eigentümers. Des Israeliten.",
+ "genannt wird. Wenn nun der Nichtjude das Bad am Sabbat wärmte, so könnte man meinen, dass er im Aufträge des Israeliten als dessen Tagelöhner am Sabbat arbeitet."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Man darf kein Vieh in die Gasthöfe. פונדקי s. Edujot IV, Note 56.",
+ "weil sie der schändlichen Vermischung verdächtig sind. Da die Bestialität auch dem Heiden verboten ist, so darf der Jude keine Veranlassung bieten, dieses Verbrechen zu verüben, nach Lev. 19,14.",
+ "Es darf keine Frau mit ihnen allein sein. Selbst wenn die Frau des Heiden dabei ist. Dass eine Frau bei einem Manne ganz allein sei (ייחוד) ist auch, wenn dieser ein Israelite ist, verboten (Sanhedrin 21 a b).",
+ "weil sie der Unzucht verdächtig sind. Der folgende beim Manne angegebene Grund (des Blut-Vergießens) geht bei einer Frau nicht an, weil man gewöhnlich einer Frau gegenüber barmherzig ist.",
+ "weil sie des Blut-Vergießens verdächtig sind. Es darf keine Israelitin einer Heidin Geburtshilfe leisten, (weil sie dadurch ein Kind für den Götzendienst gebären hilft. Die eingeklammerte Stelle fehlt in Ms. München und in ed. Neapel.",
+ "aber man darf von einer Heidin einer Israelitin Geburtshilfe leisten lassen. Nach einer Baraita nur, wenn Andere dabei sind, so dass nicht zu befürchten steht, sie werde das Kind töten.",
+ "aber man darf von einer Heidin das Kind einer Israelitin in deren eigenem Gebiete. Im Hause der Israelitin."
+ ],
+ [
+ "Man darf sich von ihnen eine Heilung des Vermögens. D. h. des Viehes.",
+ "aber nicht eine Heilung der Person. Der Menschen, s. Nedarim IV,4.",
+ "Man darf sich nirgends von ihnen scheren lassen. Weil sie mit dem Schermesser eine tödliche Verletzung beibringen könnten.",
+ "aber nicht mit ihm allein. Die Erklärer fügen hinzu, dass derartige Verbote Betreffs der Nichtjuden der Jetztzeit keine Geltung haben, da dieselben keiner Verbrechen verdächtig sind."
+ ],
+ [
+ "der bei ihnen noch Wein gewesen. Dagegen ist Essig, den der Heide vom Israeliten gekauft hat, nicht verboten.",
+ "adrianische. And. LA. אדרייני st. הדרייני.",
+ "Scherbe. Nach dem Talmud (32 a) 80 genannt vom Kaiser Hadrian, der Gefäße aus ungebranntem Thon vom Weine durchziehen Hess, diese in Scherben zerbrach, welche die Soldaten in den Krieg mitnahmen und im Wasser auflösten, so dass der Lehm sich setzte und das Wasser mit Wein gemischt wurde. Indessen erklärt Hesychios durch τά ’Αδριανά κεράμια (Thongefässe vom Adriatischen Meere) die Bezeichnung Κερκυραίοι ἀμφορεîς Amphoren von Kerkyra, die mit Wein von Kerkyra vollgesogenen Gelasse aus ungebranntem Thon; vgl Heinrich Lewy im Philol. 52, S. 571.",
+ "die dem Herzen gegenüber aufgerissen sind. Man hat dem Herzen gegenüber das Fell des noch lebenden Tieres aufgerissen, das Herz herausgenommen und dem Götzen dargebracht.",
+ "so ist es erlaubt. Da man Behufs jenes Götzenopfers stets eine runde Öffnung machte.",
+ "ist erlaubt. Wenn es der Israelit gekauft, bevor es dem Götzen dargebracht wurde.",
+ "ist verboten. Es ist gewiss bereits dem Götzen dargebracht worden.",
+ "weil es wie Toten-Opfer betrachtet wird. So werden die Götzenopfer genannt, vgl. Ps. 106,28.",
+ "die zum Götzen. תרפות (aram. תרפותא Schmach, Schande) nach Jerusch, wie תרפים, Götzenbilder. Nach einer andern LA. im Jerusch, heißt es תרבות, was dort mit תוריבס (θόρυβος, Lärm, Verwirrung) erklärt wird.",
+ "darf man keine Geschäfte machen. Weil sie ihre Götzen preisen würden, wenn sie gute Geschäfte machten, s. oben I. Note 2.",
+ "ist es erlaubt. והבאין מותרין fehlt in der M. des Jerusch.; doch hat dies der Talm. das. 41 b."
+ ],
+ [
+ "Schläuche. Aus Leder.",
+ "und Krüge. Irdene.",
+ "in denen Wein eines Israeliten eilige-füllt ist. Ohne dass die Gefäße vor dem Gebrauche vorschriftmäßig (nach Babli 33 a) gereinigt worden.",
+ "sind. Samt dem eingefüllten Weine.",
+ "auch zur Nutzung verboten. Weil die Gefäße vorher den zur Nutzung verbotenen Wein des Heiden eingesogen hatten.",
+ "verboten. Da der Wein des Israeliten durch den vorher vom Gefäße eingesogenen heidnischen Wein nicht an Wert gewonnen hat. Jedoch ist der Wein zu trinken verboten.",
+ "aber wenn sietrocken sind. Zwölf Monate, nachdem sie ausgepresst wurden.",
+ "sind sie erlaubt. Auch zu essen.",
+ "Muria. מורייס == muries, Salzbrühe, worin Thunfische und andere Fische eingemacht wurden. Man pflegte derselben Wein beizumischen; deshalb ist sie zur Nutzung verboten.",
+ "und bitynischer. בית אונייקי, ed. Neapel: ותיניקי, bitbynischer Käse, der im Auslande gesucht war (Plinius HN. 11,97). Als Grund des Nutzungs-Verbotes gibt der Talmud an, dass in jener Gegend Kälber (deren Lab man zur Bereitung der Käse verwendet) den Götzen als Opfer dargebracht wurden. — Statt גבינות בית אונייקי hat die M. des Jerusch. גבינות ותירייקי (Käse und Theriak).",
+ "Deren Nutzung ist nicht verboten. Muria nicht, weil der Wein nur dazu diente, den Schaum der Fische fortzuschaffen (Talmud 38 b); den Käse wieder hat man wegen der geringen Zahl der Götzenopfer nicht zur Nutzung verboten, da die meisten Tiere nicht den Götzen dargebracht wurden. Doch ist auch nach den Weisen Muria sowohl wie Käse zu essen verboten."
+ ],
+ [
+ "Warum hat man Käse der Heiden verboten. Zu essen, da man doch aus Milch von verbotenen Tieren keinen Käse bereiten kann.",
+ "Weil sie die Milch durch Lab-Milch. קיבה der Labmagen. Hier versteht man darunter die im Labmagen der Saugkälber versäuerte Milch.",
+ "von Aaastieren. Von nicht rite geschlachteten Tieren.",
+ "Lab-Milch vom Ganzopfer ist doch strenger verboten. Da Heiliges auch zur Nutzung verboten ist.",
+ "der sich nicht ekelt. Eig. dessen Sinn schön, gut ist; Gegensatz: אסתניס (ἀσϑενὴς) der Schwache, der sich ekelt.",
+ "darf sie roh schlürfen. שרף arab. رشف einschlürfen, syr. ܣܪܳܦܳܐ ein Trank. Es wird diese versäuerte Lab-Milch wie Mist (פירשא) betrachtet.",
+ "Dies hat man. Die Worte ולא הודו bis מזועלין sind vom Mischna-Red actor in den Berieht des R. Jehuda interpolirt, wodurch er bemerkt, dass die von R. Ismael mitgeteilte Tradition von den Weiseu nicht akzeptiert wurde; vgl. Sanhedrin VIII Note 4.",
+ "ihm. Dem R. Ismael.",
+ "Man darf sie nicht gemessen. Die Rabbinen haben es verboten.",
+ "aber man begeht dadurch. Dass man davon einen Genuss hat.",
+ "keine Veruntreuung. Da es nach der Tora nicht verboten ist.",
+ "weil man die Milch mit Lab-Milch von Götzenopfer-Kälbern. Von Götzenopfern ist selbst der Mist verboten, weil der Darbringer an dem großen Umfang der Opfer (נפחא) Gefallen hat.",
+ "warum hat mau nicht auch die Nutzung davon verboten. Da ja Götzenopfer auch zur Nutzung verboten sind.",
+ "Da führte er ihn zu einem anderen Gegenstände hin. Er wollte ihm den wahren Grund nicht mitteilen, weil noch keine zwölf Monate seit der Verordnung des Käse-Verbotes verstrichen waren und von einer neuen Verordnung gewöhnlich der Grund geheim gehalten wurde, damit dieselbe nicht von Manchen, denen der Grund nicht einleuchtet, missachtet werde.",
+ "wie liesest du. In Cant, 1,2.",
+ "כי טונים דֹּדֶי. Suff. masc.",
+ "Jener antwortete. Suff. fem.",
+ "] לריח שְׁמָנֶיךָ טוב. Wo das Suff. entschieden masc. ist. (vgl. den Schluss dieses V.’s.) — Da nun das Hohelied von den Weisen als ein Gespräch zwischen der Gemeinde Israel (כנסת ישראל) mit Gott aufgefasst wurde, so sind die Worte כי טובים דֹּדֶיךָ מיין von der Gemeinde Israel an Gott gerichtet und bedeuten nach der Erkl. des Talm. : „Angenehmer sind mir die Worte deiner Freunde (die Anordnungen der Weisen) als der Wein (die schriftliche Tora).‟ Hiermit wollte R. Josua dem R. Ismael zu verstehen geben, dass Israel mit Liebe die Verordnungen der Weisen befolgt, wenn es auch nicht den Grund derselben kennt. (Vgl. auch Tosephta Para IX,3.) — Über den eigentlichen Grund des Verbotes vom heidnischen Käse sind im Talm. (35 a) verschiedene Ansichten ausgesprochen worden."
+ ],
+ [
+ "ohne dass ein Israelit es gesehen. Da möglicher Weise Milch von verbotenen Tieren beigemischt wurde.",
+ "ihr Brod. Dies und die beiden folgenden Dinge hat man verboten, um die Verschwägerung mit den Heiden zu verhindern.",
+ "Rabbi. D. i. R. Jehuda II, der Enkel R. Jehuda I., des Mischna-Redaktors.",
+ " Die eingeklammerte Stelle ist eine spätere Interpolation.",
+ "Gekochtes. Was der Heide gekocht, selbst wenn keine verbotene Speise dabei ist; Note 53.",
+ "Eingemachtes. כבשין von כבש pressen, einlegen.",
+ "worin sie Wein und Essig zu tun pflegen. Wenn sicherlich Wein oder Essig darin ist, so ist es auch zur Nutzung verboten (Talm. 38 b).",
+ "kleingehackte Terith. טרית ist nach Raschi eine Art kleiner Fische. Hiernach wäre es wohl identisch mit θρίττα = τριγíας (eine kleine Sardellenart). In Megilla 6 a dagegen wird das Wort von Raschi als Thunfisch erklärt, wonach es der Triton ist, der nach Plinius (Η. N. 32,11,53) zum Geschlechte der Thunfische gehört. Nach Jerusch. Nedarim VI 39 d nennen Einige die טרית auch צחנה, (arab. صحناة, ein aus kleinen Fischen bereitetes Gericht). Hiernach dürfte es mit τἀριχος (Salzfische), syr. ܛܳܐܪܺܝܟܳܐ zu identifizieren sein.",
+ "Fischlake. ציר Edujot VII,2.",
+ "in der kein Fisch ist. Man pflegte in die Fischlake einen oder zwei Fische zu legen, um zu zeigen, aus welchen Fischen die Lake bereitet wurde. Wenn nun kein Fisch darin ist, so ist zu befürchten, dass dies Lake von unreinen Fischen ist (Ritba).",
+ "in der. Die eingeklammerte Stelle ist ein erklärender Zusatz aus einer Baraita im Talm. 39 b; vgl. auch Jerusch. Nedarim VI,39 c, wonach unter דגה die בלכיר zu verstehen ist.",
+ "keine Kalchit. כילבית Nach Ramban und Ritba bezeichnet dieses Wort jedes kleine Fischchen, es sei ein reines, wie hier, oder ein unreines, wie in Chullin 97 a. In der Tos. (ed. Zuckerm. S. 467) befindet sich die LA. כילבית wonach es identisch ist mit כילכיד כלכיד in Jerusch. Nedarim VI, 39 cd, dem griech. χαλκις (eine Häringsart.)",
+ "Ohilak. חילק, eine Art kleiner Fische, die zwar keine Flossen und Schuppen mit zur Welt bringen, dieselben aber später bekommen und daher rein sind. Allein es werden dieselben häufig mit unreinen Fischen vermischt, von denen sie nicht zu unterscheiden sind. Manche vergleichen חילק mit halec.",
+ "ein Stück. קורט, (von قرط zerschneiden) ein Stück, das der Heide mit seinem Messer abgeschnitten, an dem gewöhnlich verbotenes Fett klebt.",
+ "Asant. חלתית (حلتيت) stinkender Asant oder Teufelsdreck, laserpitium, das als Gewürz und als Heilmittel gebraucht wurde. Durch seine Schärfe macht es einerseits das am Messer klebende alte Fett schmackhaft, andererseits saugt es das Fett ein und ist deshalb verboten.",
+ "gewürztes Salz. סלקונטית andere LA. : סלקונרית, wohl sal conditum. מ׳ ס׳ Salz, das sai conditura genannt wird. Sales conditi wurden zur Beförderung der Verdauung und zur Verhütung von vielerlei Krankheiten gebraucht, (Apicius I,27). Es ist nach dem Talm. (39 b) verboten, weil dazu auch Eingeweide von unreinen Fischen genommen wurden (vgl. Plinius HN. 31, 7,40)."
+ ],
+ [
+ "die ein Heide im Beisein eines Israeliten. Der es nur zu sehen vermag, wenn er es auch nicht wirklich sieht (Talm.)",
+ "Honig. Wenn er auch vom Heiden gekocht wurde, ist er dennoch erlaubt, weil derselbe auch roh genießbar ist.",
+ "weiche Trauben. דברניות Nach Maimonides: Honigwaben; doch stimmt diese Erklärung nicht recht mit dem Talmud. Unter den vielerlei LAA ist am besten bezeugt: דבדבניות (viell, vom aram. דוב, fließen) weiche Trauben, aus denen der Saft herausträufelt. Dieser Saft wird nicht wie Wein betrachtet und ist deshalb nicht verboten.",
+ "macht deren Flüssigkeit nicht. Wenn eine Frucht damit benetzt wird.",
+ "zur Unreinheit geeignet. Da das Herausfließen des Saftes nicht erwünscht ist, vgl. Machsehirin I, 1 und Edujot IV, Note 38.",
+ "die nicht kleingehackt ist. Woran noch Kopf und Rückgrat ganz sind, so dass man erkennt, dass es ein reiner Fisch ist.",
+ "in der ein Fisch. Eine כלבית, s. oben Note 63.",
+ "Blätter von Asant. Die man nicht mit dem Messer schneidet.",
+ "und eingelegte Olivenkuchen. זיתי גלוסקאות, M. Jerusch. גלוסקא — .זיתי קלוסקא gr. κολλıξ syr. ܓܠܽܘܣܩܳܐ ein runder Kuchen. Über זיתים מגולגלים vgl. Edujot IV, Note 37.",
+ "die erweichten. השלוחין (Talm. השלחין), die so weich sind, dass der Kern herausfällt, wenn man sie mit der Hand fasst (Talm.). Vielleicht hat dies denselben Stamm, wie שלחין in B. mezia IX, Note 9.",
+ "sind verboten. Denn sie sind vielleicht durch Wein erweicht worden.",
+ "die aus dem Korbe. סלולה a. LA.: סלילה, arab. سليلةein kleiner Korb, aus dem sie der Krämer verkauft.",
+ "sind verboten. Denn der Krämer besprengt sie mit Wein.",
+ "die aber aus der Vorratskammer. הפתק a. LA.: אפותיק ἀποϑήκη, Niederlage, Magazin.",
+ "Dasselbe gilt hinsichtlich der Theruma. Wenn ein Priester verdächtig ist, dass er תרומה als חולין verkauft., so darf man von dem, was vor ihm liegt, nichts kaufen ; wohl aber das, was aus seinem Magazin kommt, denn er fürchtet sich da, dass die Rabbinen, falls sein Betrug entdeckt würde, das ganze Magazin für herrenloses Gut erklären würden."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Meirs. In der Heimat des R. Meir wurde jedes Bild einmal im Jahre angebetet, und da R. Meir auch die Minderheit beachtet (חייש למיעוניא), so hat er wegen seines Wohnortes auch an anderen Orten die Nutzung der Bilder verboten. Die Weisen aber richten sich nach der Mehrheit (רוב), wie oben II, Note 33 (Talm.).",
+ "Vogel oder eine Kugel in der Hand haben. Dies sind die Symbole der Weltherrschaft. — In der Tosephta werden noch hinzugefügt : Schwert, Krone und Ring"
+ ],
+ [
+ "so sind diese erlaubt. Denn es ist anzunehmen, dass der Heide selbst sie zerbrochen, wodurch er den Götzen nichtig· gemacht hat (s. weiter IV,4).",
+ "Findet man die Figur einer Hand oder eines Fußes. Und daran, dass sie eine Basis haben, erkennt man dass es keine Bruchstücke von Bildern sind.",
+ "weil dergleichen angebetet wird. Man macht oft derartige Figuren und betet sie an."
+ ],
+ [
+ "das Bild des Mondes. Nicht etwa eine runde Scheibe, als Abbild der Sonne oder ein Kreisteil als Abbild des Mondes ; sondern es sind hier Bilder gemeint, unter denen die Gestirn-Anbeter die Sonne oder den Mond sich vorstellen, wie z. B. das Bild eines gekrönten auf einem Wagen ruhenden Königs, das die Sonne vorstellte (Maimon.).",
+ "oder das Bild eines Drachen. Einer Schlange mit Flossen am Halse (Tosephta).",
+ "so muss man sie in die Salzsee werfen. Damit Niemand sie finde und benutze.",
+ "Nur wenn solche auf ansehnlichen Geräten. Wie Gold- und Silber-Geschmeide.",
+ "sind sie aber auf unbedeutenden Geräten. Wie Töpfe, Kessel.",
+ "so sind sie erlaubt. Da diese nicht als Götzen verehrt werden.",
+ "Man kann sie zerreiben und in den Wind streuen oder ins Meer. In die Salzsee.",
+ "Es würde dann. Wenn sie in den Wind gestreut würden.",
+ "ja Dünger daraus. Und man würde davon einen Nutzen haben, wenn durch den Dünger das Wachstum von Pflanzen befördert würde.",
+ "Es soll nicht das Geringste von dem Banne an Deiner Hand haften. R. Jose dagegen meint, dass die Pflanzen, die einerseits durch den Erdboden, andererseits durch den verbotenen Dünger hervorgebracht werden, nicht verboten sind ; denn ein Ding, dessen Entstehen Erlaubtes und Verbotenes zusammen bewirkt haben (זה וזה גורם), ist erlaubt (s. weiter Ende M. 8)."
+ ],
+ [
+ "Sohn des Philosophos. Wahrscheinlich ist בן zu streichen, und es heißt : „Proklos, der Philosoph‟ ; oder es müsste statt פלוספוס irgend ein Nomen proprium stehen. M. ed. Neapel hat פלוסלוס.",
+ "als dieser sich im Bade der Aphrodite. Vgl. H. Lewy im Philologue B. 52 S. 569f.",
+ "badete. S. weiter IV, 3.",
+ "Man darf im Bade nicht antworten. Da man dort unbekleidet steht und deshalb keine Tora-Worte sprechen darf.",
+ "sie. Das Bild der Aphrodite.",
+ "ist vielmehr in mein Gebiet gekommen. Das Bad war vorher da, und das Götzenbild ist erst später hineingekommen.",
+ "Man. Dies ist eine zweite Erwiderung (Raschi)",
+ "sagt nicht: „das Bad ist der Aphrodite zur Zierde gemacht worden‟, sondern: „Eine Aphrodite ist dem Bade zur Zierde gemacht worden. So dass das Götzenbild nur etwas Nebensächliches ist, während das Bad die Hauptsache ist.",
+ "Ferner. דבר אחר, eine andere Antwort.",
+ "diese aber steht an der Mündung des Kanals. בוביא ,ביב (syr. ܒܺܝܕܳܐ Wasserleitung, Kanal.",
+ "und alle Leute urinieren vor ihr. Dadurch wird das Götzenbild nichtig gemacht (מבוטל), s. weiter IV, 5."
+ ],
+ [
+ "so sind diese [zur Nutzung. Z. B. darauf zu säen.",
+ "erlaubt. Denn was am Boden haftet (מחובר) kann nicht durch Götzendienst verboten gemacht werden.",
+ "ist verboten. Wenn man dieselben etwa mit Gold oder Silber bedeckt hat, so ist dieser „Überzug‟ verboten.",
+ "denn es heißt (Deut. 7,25): „Habe kein Gelüste nach dem Silber und Gold, das auf ihnen ist, um es zu nehmen!‟ R. Jose der Galiläer, sagt: Es heißt (Deut. 12,2): „ihre Götter auf ihren Bergen,‟ aber nicht: „die Berge ihre Götter‟; „ihre Götter auf den Hügeln‟ aber nicht: „die Hügel ihre Götter. Demnach ist auch der „Überzug‟ der Berge und Hügel erlaubt. (R. Simon b. Lakisch im Talmud).",
+ "Warum ist aber ein Götzenbaum. אשרה s. weiter M. 7.",
+ "verboten. Da es doch in demselben Verse (Deut 12,2) heißt: „ihre Götter unter jedem belaubten Baume‟; so sollten wir auch daraus folgern, dass die belaubten Bäume selbst nicht als ihre Götter zu betrachten sind.",
+ "Weil Menschen ihn gehandhabt. Ihn gepflanzt.",
+ "verboten ist. Während nach dem ersten Tanna nur die Aschera verboten ist, die ursprünglich als Götze gepflanzt worden ist, meint R. Jose, dass selbst ein Baum, der erst später, nachdem er gepflanzt war, göttlich verehrt wurde, verboten ist, weil dasjenige, bei dem תפיסת ידי אדם stattgefunden hat, in Bezug auf Götzendienst nicht als מחובר (Note 28) gilt. Dagegen wird der Überzug eines Berges auch nach R. Jose (wie der Berg selbst) nicht verboten (R. Scheschet im Talm. gegen R. Simon b. L. Note 30).",
+ "Ich will [die Stelle. Deut. 12, 2.",
+ "vor dir untersuchen. אובין, s. B. mezia IX, Note 14. — M. des Jer. u. ed. Neapel haben: אני אהיה אובין st. אני אובין ואדון. Siphre Deut. 60: אני אהיה אבין. Ein Tanna im Jer. liest אוביל (st. אובין), ich will nachdenken, vgl. das aram. בל Herz, Gedanke (Dan. 6,15).",
+ "und erklären. דין richten, beurteilen (die Schriftstelle), d. h. sie auslegen.",
+ "dass dort ein Götze ist. Die Schrift will demnach nur angeben, wo man die Götzen aufsuchen solle, um sie zu vernichten vgl.. Talm. 45b)."
+ ],
+ [
+ "Wenn Jemand ein Haus neben einem Götzentempel. Lies: לבית עבודה זרה. Nach Raschi: Ein Haus, das abgötterisch verehrt wird. Doch ist diese Annahme nur wegen der folgenden Bestimmung der Verunreinigung nötig, vgl. ש״ך im י״ד 143, 1.",
+ "hat und es fällt ein. Die dicht am Götzentempel stehende Wand.",
+ "so darf er es nicht wieder aufbauen. Denn er würde damit einen Teil des Götzenhauses bauen.",
+ "Er muss in sein Gebiet (vier Ellen. ארבע אטות ist eine erklärende Glosse, die Raschi u. A. nicht haben.",
+ "hineinrücken. Sc. die Wand. — כנם hineinbringen, hineinrücken.",
+ "wenn er baut. Den freien Raum muss er mit Dornen ausfüllen (Talm.)",
+ "Gehörte die Wand zu seinem Hause und zum Götzentempel. So dass die Hälfte der Wanddicke ihm gehört.",
+ "so wird sie als in zwei gleiche Teile geteilt betrachtet. Nur die Hälfte der Wanddicke wird von den frei zu lassenden 4 Ellen abgerechnet. Ist die Wand z. B. 2 Ellen dick, so muss er noch dazu 3 Ellen frei lassen.",
+ "Deren. Der eingestürzten Wand.",
+ "Holz und Schutt verunreinigen. Selbst der Anteil des Israeliten verunreinigt, da es vor der Teilung unbestimmt war, welcher Teil dem Israeliten und welcher dem Götzendienste gehört und demnach Alles verunreinigend wurde. Wenngleich nun durch die später vorgenommene Teilung der Anteil des Israeliten genau bestimmt wurde, so hat diese spätere Bestimmung keine rückwirkende Kraft (אין ברירה); so Raschi u. R. Nissim. Doch nach Maimon, ist nur die dem Götzentempel zugehörige Hälfte verunreinigend, nicht aber die Hälfte des Israeliten ; denn da diese Verunreinigung nur eine rabbinische Verordnung ist, so gilt dabei die spätere Bestimmung des Israeliten-Anteiles ebenso, wie wenn dieser gleich von vorne herein bestimmt gewesen und gar nicht unrein geworden wäre (יש ברירה)",
+ "wie ein Kriechtier. Das nur durch Berührung verunreinigt, aber nicht, wenn es bloß getragen und nicht berührt wird, vgl. Lev. 11, 31. — Doch verunreinigt nur eine Olivengröße davon (wie beim Toten, s. Edujot III,1), nicht eine Linsengröße, wie beim Kriechtiere.",
+ "Wie eine Menstruierende. Auch wenn der Schutt nur getragen und nicht berührt wild, verunreinigt er. — Dies gilt aber nur von einem Hause, das selbst ע״ז war, s. oben Note 38.",
+ "der ihn trägt. Vgl. Sabbat IX, 1."
+ ],
+ [
+ "das man ursprünglich zum Götzendienste. Dass es selbst abgötterisch verehrt werde (Raschi).",
+ "ist verboten. Sofort, selbst bevor es angebetet wird, s. weiter IV, 4.",
+ "hat man es bloß zum Götzendienste übertüncht. Mit Kalk, סייד Denom. von סיד (Kalk).",
+ "mit Bildwerk versehen. כייר kommt oft neben סייד (tünchen) und צייר (malen) vor. Die Etym. ist dunkel; viell, stammt es von כרה = כור graben, und es hätte die Bedeutung: mit Skulpturen versehen.",
+ "oder sonst was Neues daran gemacht. Während es Anfangs als gewöhnliches Wohnhaus erbaut worden war.",
+ "so braucht man nur das Neue wegzunehmen. Und dies ist zur Nutzung verboten, während der übrige Teil des Hauses erlaubt ist, solange es nicht zum Götzendienste gebraucht worden.",
+ "hat man bloß einen Götzen hineingestellt. Für kurze Zeit, ohne dem Hause selbst abgötterische Verehrung zu erweisen, oder dasselbe ständig dem Götzendienste zu weihen.",
+ "den man ursprünglich zum Götzenbild-Gestell. בימוס S. oben I, Note 48 und weiter IV, Note 24. Nach Baschi zu Deut. 12, 3 ist בימוס identisch mit der dort erwähnten מצבה.",
+ "ist verboten. Denn das Postament wird ebenso wie der Götze selbst verehrt (Raschi).",
+ "hat man ihn blo. Nachdem er bereits ausgehauen war.",
+ "für den Götzen angestrichen. Mit Kalk, סייד Denom. von סיד (Kalk).",
+ "mit Bildwerk geschmückt. כייר kommt oft neben סייד (tünchen) und צייר (malen) vor. Die Etym. ist dunkel; viell, stammt es von כרה = כור graben, und es hätte die Bedeutung: mit Skulpturen versehen.",
+ "hat man bloß einen Götzen darauf gestellt. Für kurze Zeit.",
+ "Es gibt dreierlei Ascherot. אשרה ist nach der jüdischen Tradition ein Götzenbaum. Nach Movers (Phön. I, S. 568) war אשרה ein grader Baumstamm, dessen Äste und Krone abgehauen waren. Dieser Baum ward als Sinnbild der Astarte abgötterisch verehrt und war daher wie ein Götzenbild zu jeder Nutzung verboten.",
+ "ist verboten. Selbst bevor man ihn angebetet hat.",
+ "hat man ihn zum Götzendienste behauen. Um das, was nachwächst, anzubeten.",
+ "oder beschnitten. פסל, s. Schebiit II,3.",
+ "so braucht man nur die neuen Schösslinge wegzunehmen. Diese muss man verbrennen; das Übrige ist erlaubt.",
+ "hat man einen Götzen darunter gestellt. Und der Baum war ursprünglich zu diesem Zwecke gepflanzt worden (ר״ן).",
+ "und diesen dann nichtig gemacht. In der Weise, wie weiter IV, 5 bestimmt wird. — Maimon, liest ונטלו st. וביטלה; es genügt danach, dass man den Götzen wieder wegnimmt. Nach ריטב״א ist ביטול nur dann nötig, wenn der Götze für die Dauer darunter gestellt wurde.",
+ "so ist jener. Der Baum.",
+ "Was heißt eine Aschera. Diese Frage ist nach der vorangegangenen Lehre, dass es dreierlei Ascherot gibt, höchst auffällig! Es ist anzunehmen, dass die Lehre: איזו היא אשרה älter ist als die vorhergehende (שלש אשרות). In dieser hat der Mischna-Redaktor wie die Weisen (gegen R. Simon) entschieden, dass auch der Baum, unter dem ein Götzenbild steht, verboten ist, so lange man nicht den Götzen nichtig gemacht (resp. weggenommen) hat. Um aber zu zeigen, dass Betreffs dieser Lehre nicht Alle übereinstimmen, bringt der Redaktor nachträglich noch die ältere Mischna (איזו היא אשרה), aus der wir ersehen können, dass hierüber eine Kontroverse zwischen den Weisen und R. Simon bestand (vgl. ריטב״א).",
+ "unter dem ein Götze steht. Wenn der Baum auch nicht angebetet wird, so wird er dennoch als ein Dienst-Gegenstand des Götzen (משמשי ע״ז) verboten.",
+ "den man anbetet. Aber als משמשי ע״ז wird ein Baum, der am Boden haftend (מחובר) ist, nicht verboten.",
+ "so können wir euch den Baum erlauben. Selbst während das Götzenbild noch darunter steht (Ritba)."
+ ],
+ [
+ "Man darf sich nicht in ihren. Der Ascherah.",
+ "Schatten setzen. Selbst nicht in den schwächeren Halbschatten, צל צילה (Talm.).",
+ "hat man sich [dorthin. An eine Stelle, wo man nicht vom Baume überdacht wird.",
+ "Man darf nicht darunter vorübergehen. Unter den Zweigen des Baumes.",
+ "so ist man unrein. Da sicherlich Götzenopfer-Teile (תקרובת ע״ז) darunter sind, die, wie ein Leichnam, im Zelte (s. Edujot III, Note 14) verunreinigen (Talm.). Der Götze selbst jedoch verunreinigt nicht im Zelte (Tos. Jom-Tob).",
+ "Beeinträchtigt sie. Indem ihre Zweige nach der öffentlichen Straße geneigt sind.",
+ "die Leute. Die durch die Straße ziehen.",
+ "so ist der darunter Vorübergehende rein. Denn die Unreinheit der Götzenopfer ist nur eine rabbinische Bestimmung, die für einen solchen Fall nicht getroffen worden ist.",
+ "Man darf darunter im Winter. Da in dieser Zeit der Schatten den Kräutern schadet.",
+ "aber nicht im Sommer. Wo er vom Schatten einen Nutzen hätte.",
+ "Lattich. חזרין Lattich-Kräuter; in der Einz. חזרת, s. Pesachim II, Note 24.",
+ "[darf man] jedoch weder im Sommer noch im Winter [darunter säen. Weil diesem der Schatten zu jeder Zeit nützlich ist.",
+ "Jose sagt. Da R. Jose oben M. 3 (vgl. Note) זה וזה גורם erlaubt, so nimmt der Talmud an, dass R. Jose hier nur gegen die Weisen einen Einwand erhebt: Ihr (die ihr זה וזה גורם nicht erlaubet) solltet auch Kräuter im Winter zu säen verbieten.",
+ "weil das Laub. נמייה, and. LA. נוויה ,נבייה (von נוב == נכי, ar. نمى wachsen) Sprossen, Blätter.",
+ "darauf fällt und ihnen zum Dünger dient. Die Weisen aber erlauben es dennoch, weil der Nutzen des Düngers durch den Schaden, den der Baum durch seinen Schatten den Pflanzen verursacht, vollständig aufgewogen wird."
+ ],
+ [
+ "Hat man davon. Von der Ascherah.",
+ "eingerissen wer den. Denn da die erste Heizung den neuen Ofen fest macht, so ist dieser als durch Götzendienst-Holz hergestellt zu betrachten und daher zur Nutzung verboten. Obgleich aber bei der Benutzung des Ofens stets noch ein anderer erlaubter Gegenstand (Holz oder Kohlen) das Backen des Brotes mit bewirkt, so darf der Ofen dennoch nicht gebraucht werden, denn diese Mischna folgt der Ansicht, welche זה וזה גורם verbietet (oben M. 3, Note).",
+ "so muss man ihn auskühlen lassen. D. h. man darf bei dieser Heizung Nichts backen. Dagegen ist der Ofen nicht verboten, da ein alter Ofen durch die Heizung nicht verbessert wird.",
+ "Hat man damit. Mit dem Holze der Aschera.",
+ "so ist dasselbe zur Nutzung verboten. Nach dem Talm. (Pesachim 27 a) nur dann, wenn das Brod bei brennenden Holzstücken gebacken wurde, so dass man das Holz benutzte, während noch ein Teil desselben unverbrannt war; hat man aber erst gebacken, nachdem das ganze Holz zu Kohlen verbrannt war, so ist das Brot erlaubt.",
+ "Ist dies mit anderen [Broten] vermischt worden. Ms. München hat hier den Zusatz: ואחרות באחרות (und diese Brote sind wieder mit andern vermischt worden) vgl. Tosaphot 49 a v. נתערבה.",
+ "so sind alle zur Nutzung verboten. Das verbotene Brot geht nicht unter der Mehrzahl der erlaubten Brote auf; nach Einigen, weil die Brote so bedeutend sind, dass sie immer nach Zahl verkauft werden (vgl. Orlali III, 7); nach Andern kann das durch Götzendienst Verbotene, selbst wenn es unter tausend gleichen Dingen vermischt ist, nicht als aufgehoben (בטל) betrachtet werden.",
+ "Man soll den Nutzen. Nach Tos. Bart. u. A. den Wert des Einen beim Ascherah-Holze gebackenen Brotes; nach Raschi dagegen nur den Wert des Holzes.",
+ "Da sprachen sie. Die Weisen.",
+ "Bei Götzendienst gibt es keine Auslösung. Wie man etwa manche heiligen Gegenstände durch Zahlung eines Äquivalents auslösen kann.",
+ "Hat man davon. Vom Holze der Ascherah.",
+ "ein Weberschiffchen. כרכר .1 ,כרכר, gr. κερκις, Weberschiffchen od. Weberlade.",
+ "Ist dies mit anderen [Kleidern] und diese anderen wieder mit anderen. Einige lesen nicht ואחרים באחרים s. Tos. Jom-Tob u. oben Note 94."
+ ],
+ [
+ "In welcher Weise macht er. Der Götzendiener, s. weiter IV, 4.",
+ "sie. Die Ascherah.",
+ "Wenn er dürre. קרסם (bibl. כרסם) abschneiden; die dürren Zweige abschneiden.",
+ "oder frische Zweige. זרד (Den. von זךך Zweig) entzweigen, frische Zweige abschneiden.",
+ "Hat er sie abgehobelt. שפח glätten, abhobeln.",
+ "wenn dies ihretwegen. Um die Aschera zu verschönern.",
+ "geschah dies aber nicht ihretwegen. Sondern um Späne für den eigenen Gebrauch zu gewinnen.",
+ "so ist sie erlaubt. Weil sie dadurch nichtig wird."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Drei Steine nebeneinander. Um so mehr noch, wenn zwei Steine nebeneinander und ein dritter darüber liegt, wie man gewöhnlich die Errichtung eines Mercur-Steinhaufens begonnen hatte (Talm.)",
+ "an der Seite des Merkulis. מרקוליס der Merkur-Steinhaufen. S. Sanhedrin VII, Note 77 und H. Lewy im Philologus B. 52, S. 568 f.",
+ "sind verboten. Wenn sie auch weit weg vom Merkulis liegen, so dass anzunehmen ist, sie seien nicht von dort herabgefallen, sind sie dennoch verboten; den B. J. meint, man pflege manchmal neben dem großen Merkulis einen kleinen zu machen, wobei nur drei Steine nebeneinander gelegt werden.",
+ "die als ihm zugehörig erscheinen. Die ihm so nahe liegen, dass anzunehmen ist, sie seien von ihm herabgeiallen. Nach Jerusch, sind dies die Steine, die innerhalb 50 Ellen vom Merkulis gefunden werden.",
+ "sind erlaubt. Denn es ist nicht anzunehmen, man habe einen kleinen Merkulis neben dem großen gemacht."
+ ],
+ [
+ "Findet man auf dessen. Des Merkulis oder eines anderen Götzen",
+ "so sind sie erlaubt. Wenn die Gegenstände offenbar nicht als Schmuck hingelegt worden sind, z. B. wenn ein zusammengewickeltes Kleid auf seinem Haupte liegt. (Talm.)",
+ "aber Weintrauben - Gebinde. פרכילי Einz. פרכול (Ukzin 1,3), schwerlich vom lat. pérgula (Mussaphia) oder von φραγέλλιον (Stab); für letzteres Wort hat der Midrasch פרגל in der Bedeutung „Geißel‟. פרכל ist wahrscheinlich vom aram. פרך (binden) abzuleiten und bezeichnet die Weintraube mit einem daran befindlichen Reben Teile, wie man sie zu Girlanden oder Fruchtgebinden brauchte.",
+ "ist verboten. Als Götzenopfer."
+ ],
+ [
+ "so darf man von denselben ohne Dankesbezeugung. Gegen die Priester, so nach Raschi und Tos. 44 b v. נהנין, vgl. Edujot V, Note 20.",
+ "so darf mau sowohl mit als ohne Dankesbezeugung davon Nutzen haben. Doch darf man dafür keine Bezahlung leisten, oben I, 4 Note 27."
+ ],
+ [
+ "Der Götze eines Heiden ist sogleich. Nachdem er ihn verfertigt hat.",
+ "zur Nutzung verboten. Obgleich er ihm noch nicht gedient hat.",
+ "Ein Heide kann sowohl seinen Götzen als den seines Nächsten. Eines anderen Heiden. And. LA. ושל ישראל (und den eines Israeliten) st. ושל חברו; so hat nach dem Talm. (52 b) Rabbi in seiner Jugend gelehrt (vgl. B. mezia IV, Note 2 Ende). Der Heide kann aber auch nach dieser Ansicht nur dann des Israeliten Götzen nichtig machen, wenn er Miteigentümer desselben ist. Doch hat Rabbi in seinem Alter diese Ansicht aufgegeben und gelehrt, dass selbst wenn der Heide an einem Götzen Teilhaber ist, er dennoch nicht den Teil des Israeliten nichtig machen kann.",
+ "nichtig machen. D. h. den Götzen-Charakter aufheben. Wenn er durch einen Zerstörungsakt oder durch eine der Vernichtung preisgehende Handlung, wie dies weiter in M. 5 u. 6 angegeben ist, den Götter-Charakter aufhebt, so ist damit das Nutzungs-Verbot beseitigt.",
+ "ein Israelit aber kann nicht den Götzen eines Heiden. Und um so weniger seinen eigenen Götzen, der ja nicht einmal durch einen Heiden seines Götzen-Charakters entkleidet werden kann, Note 14.",
+ "Macht man. Ein Heide.",
+ "so hat man damit auch alle seine Dienstsachen. Selbst wenn diese sich im Besitze eines Israeliten befanden."
+ ],
+ [
+ "hat man ihn zusammengedrückt. פחס (arab. فحش hässlich sein) entstellen, durch Zusammendrücken die Gestalt zerstören.",
+ "so wird er nicht dadurch nichtig. Denn der Heide zürnt mitunter eine Zeit lang seinem Gotte, und später verehrt er ihn wieder (vgl. Jes. 8,21).",
+ "Er wird nicht dadurch nichtig. Nach einer Ansicht gilt dies nur, wenn der Heide ihn einem anderen Heiden verkauft ; nach einer andern Ansicht auch, wenn er ihn einem Israeliten verkauft hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn einen Götzen seine Verehrer zurückgelassen haben. Ohne Absicht, wieder zu ihm zurückzukehren.",
+ "wenn dies in Friedenszeiten geschehen. Denn da sie freiwillig weggezogen sind, ohne den Götzen mitzunehmen, so haben sie ihn der Vernichtung preisgegeben.",
+ "Götzengestelle. בימוס s. oben III, Note 58. — In der Tossephta VI, 6 (ed. Zuckerm. S. 468) heißt es hier: בי מוסייאות שהעמידו גוים בשעת השמד אף על פי שעבר השמד הרי אילו אסורות die בי מוסייאות, welche die Heiden während der Verfolgungszeit aufgestellt hatten, bleiben selbst, nachdem die Verfolgungszeit vorüber ist, verboten. Die Schreibung בי מוסייאות lässt vermuten, dass man βωμóς deshalb in בימוס umgewandelt hat, um dies wie בי מוס, Haus der Verabschauung (מאס == מוס, oder vom gr. μὐσος, Gegenstand der Verabschauung) zu verstehen.",
+ "der Könige. Postamente, auf welchen bei der Durchreise der Könige Götzenbilder aufgestellt werden.",
+ "Götzen darauf stellt. Und oft ziehen die Könige nicht auf diesem, sondern auf einem andern Wege und beachten den Götzen nicht, deshalb wird das Gestell nicht als Götzen-Dienstsache (משמשי ע״ז) betrachtet (Talm.)"
+ ],
+ [
+ "Man fragte. In der Tos. und im Talm.: שאלו הפלוסופין, die Philosophen fragten.",
+ "einst die Ältesten in Rom. Von einer Reise der Ältesten nach Rom weiß auch die Mischila Erubin IV,1.",
+ "so würde er. Gott.",
+ "Da sprachen jene. Die Philosophen.",
+ "so sollte er. Gott.",
+ "Dann würden wir die Verehrer dieser Dinge in ihrer Meinung bestärken. החזק ידי פ׳ eig. : Die Hände Jemands stärken, d. h. ihn ermutigen.",
+ "da sie nicht untergegangen sind. Während alle andern Götzen untergingen."
+ ],
+ [
+ "Man kann eine getretene Weinkelter. Die Weintrauben, die der Heide selbst getreten hat.",
+ "obwohl er mit der Hand [Weintrauben. Aus dem ausgepressten Traubensafte heraus.",
+ "nimmt. Und den Saft mit den Händen berührt, so wird dieser dennoch nicht verboten. Denn nur Wein wird durch Berührung des Heiden verboten; dieser Traubensaft wird aber noch nicht als Wein betrachtet.",
+ "und sie auf den Haufen. תפוח Apfel, auch Haufen, hier Trauben-Haufen (vgl. Tamid II,2 תפוח Aschenhaufen).",
+ "es kann nicht eher als Nesech-Wein. יין נסך „Trankopfer-Wein‟ im engern Sinne wird der Wein genannt, den der Heide mit seinen Händen umgerührt und dem Götzen geweiht; im weiteren Sinne versteht man aber auch darunter allen Wein eines Heiden, den der Heide berührt hat (סתם יינן), vgl. Talm. 30 b.",
+ "bis er. Der Most.",
+ "in die Kufe. בור eig. die Grube, worin die Kufe steht, in welche der Most aus dem Kelterkasten hineinrinnt.",
+ "verboten. Wenn der Heide es berührt.",
+ "das Übrige aber. Auch wenn der Heide es berührt.",
+ "erlaubt. Denn es wird nicht als Wein betrachtet. — Diese Bestimmung ist die der älteren Mischna, (משנה ראשונה), während nach der späteren Mischila (משנה אחרונה), wie Rab Huna lehrt, der Wein sobald er zu fließen beginnt (s. die Erkl. 55 b Tos. v. אמר), als יין נסך verboten werden kann (s. folgende M. Note 43)."
+ ],
+ [
+ "Man darf mit dem Heiden in der Kelter pressen. Auch für Lohn, denn der Most ist, bevor er in die Grube herabgeronnen, nicht nur zur Nutzung, sondern auch zum Trinken erlaubt. Man bewirkt auch nicht durch diese Arbeit, dass der Wein durch den Heiden unrein wird, da die Trauben bereits vorher, sobald der Heide sie zu pressen begonnen, unrein geworden waren.",
+ "aber man darf nicht mit ihm Trauben lesen. Weil man dadurch bewirkt, dass die Trauben später durch die unreinen Gefäße des Heiden verunreinigt werden.",
+ "darf man weder pressen. Weil er dabei eine Gesetzesübertretung übt, (indem er die Früchte, in denen auch Hebe und Zehnten enthalten sind, verunreinigt), und man Niemand bei einer Gesetzesübertretung Beistand leisten darf. Dagegen darf man mit dem Heiden Trauben pressen, da dem Heiden das Verun- reinigen der Früchte nicht verboten ist und er also damit keine Gesetzesübertretung verübt.",
+ "noch lesen. Betreffs der hier erwähnten Bestimmungen existiert eine Differenz zwischen der älteren Mischna und der späteren Mischna (wohl die des R. Akiba, s. Sanhedrin III,4). Der Talmud 55 b zitiert hierüber folgende Baraita: בראשונה היו אומרים ב׳ד׳ד׳ אין בוצרין עם הגוי בגת (שאסור לגרום טומאה לחולין שבארץ ישראל) ואין דורכין עם ישראל שעושה פירותיו בטומאה (שאסור לסייע ידי עוברי עבירה) אבל דוטרון עם הגוי בגת (ולא חיישינן לירב הונא) חזרו לומר ד׳ב׳ב׳ אין דורכין עם הגוי בגת (משום דרב הונא) ואין בוצרין עם ישראל שעושה פירותיו בטומאה (וכל שכן שאין דורכין) אבל ביצרין עם הגוי בגת (שמותר לגרום טומאה לחולין שבארץ ישראל). „Zuerst hatte man gesagt [3 Lehren mit den Anfangsbuchstaben] ב׳ד׳ד׳: Man darf nicht mit dem Heiden für die Kelter Trauben lesen (weil man auch die Verunreinigung der gemeinen Früchte Palästinas nicht veranlassen darf); man darf nicht mit einem Israeliten, der seine Produkte in Unreinigkeit bereitet, Trauben pressen (weil man Gesetzesübertretern nicht helfen darf); man darf aber mit dem Heiden in der Kelter pressen (indem man den Ausspruch des Rab Huna — dass der Wein, sobald er zu fließen beginnt, durch Berührung des Heiden verboten wird — nicht zu beachten braucht). Später aber hat man gesagt [3 Lehren mit den Anfangsbuchstaben] ד׳ב׳ב׳: Man darf nicht mit den Heiden in der Kelter pressen (wegen des Ausspruchs des Rah Huna) ; man darf nicht mit einem Israeliten, der seine Produkte in Unreinigkeit bereitet, Trauben lesen (um so weniger Trauben pressen); man darf aber mit dem Heiden Trauben lesen, (denn man darf die Verunreinigung von [einem Heiden gehörenden] gemeinen Früchten Palästina’s veranlassen).‟ — Die eingeklammerten Stellen sind erklärende Zusätze des Talmuds zur Baraita.",
+ "man darf aber mit ihm Fässer. Leere Fässer.",
+ "in die Kelter tragen und von der Kelter. Mit Wein gefüllte Fässer.",
+ "bringen. Nachdem der Wein verunreinigt und die Gesetzesübertretung bereits verübt ist, darf man bei den folgenden Arbeiten Hilfe leisten.",
+ "Mit einem Bäcker. נחתום, syr. ܢܰܚܬܽܘܡܳܐ, Bäcker.",
+ "darf man weder kneten noch [den Teig] rollen. ערך ordnen, zurichten, rollen mit dem Walgerholz (מערוך), s. Edujot VII, Note 45.",
+ "man darf aber mit ihm Brod in den Verkaufsladen. יפלטר (gr. πωλητήριον) Kaufladen (Tosephta Demai III, 10), dann auch der Verkäufer im Kaufladen.",
+ "tragen. Nachdem es einmal unrein geworden ist, darf man ihm bei einer anderen Arbeit helfen, Note 46."
+ ],
+ [
+ "wenn er. Der Heide.",
+ "darauf eine Schuldforderung hat. Der Israelit hat ihm diesen Wein als Hypothek gestellt.",
+ "verboten. Denn der Heide betrachtet den Wein bereits als sein Eigentum und scheut sich nicht, denselben zu berühren.",
+ "Ist er. Der Heide.",
+ "in die Weinkufe gefallen und heraufgezogen worden. Nach dem Talmud (60 b) nur, wenn er Tot heraufgezogen worden ist ; ist er aber lebend heraufgezogen worden, so ist anzunehmen, dass er zum Danke für seine Rettung den Wein dem Götzen geweiht hat, und der Wein ist zur Nutzung verboten.",
+ "oder mit dem Rohr eine Hornisse herausgeschleudert. נתז (bibl. תוז) abspringen, Hif. wegschleudern",
+ "oder auf die Öffnung des schäumenden. רתח sieden, schäumen.",
+ "Fasses mit der Hand geschlafen. טפח, den. von טפח (flache Hand), mit der flachen Hand schlagen.",
+ "der Wein soll verkauft werden. Er ist nur zu trinken verboten, aber zur Nutzung erlaubt, weil der Heide ihn entweder ganz ohne Absicht oder nicht in der Weise berührt hat, wie es bei der Libation zu geschehen pflegt.",
+ "Simon aber erlaubt ihn. Auch zu trinken.",
+ "im Zorne. Einige lesen nicht בחמתו.",
+ "dies ereignete sich einst. Nach Ein. ist hier hinzuzufügen שאן בבת, s. M. 12.",
+ "und man hat den Wein erlaubt. Auch zu trinken."
+ ],
+ [
+ "Wenn Liner den Wein eines Heiden in Reinheit bereitet. Es wird unter seiner Aufsicht der Wein des Heiden derart bereitet, dass er einem Israeliten zu trinken erlaubt sein soll, damit der Heide den Wein einem Israeliten verkaufen könnte. Die Mischna nennt dies „reinigen‟, weil sonst der Wein des Heiden nicht nur zur Nutzung verboten, sondern auch levitisch unrein ist (vgl. Talm. 30b).",
+ "erlaubt. Denn der Heide fürchtet sich, den Wein zu öffnen und zu berühren, da dies ein Israelit sehen und dann der Wein nicht von Israeliten gekauft würde. Es muss aber dieser Wein dennoch verschlossen und versiegelt sein.",
+ "wohnen aber lauter Heiden darin. Oder wenn das Haus nicht zur Straße offen ist.",
+ "welches Heiden Bereich es ist. Selbst wenn der Wein nicht im Bereiche des Eigentümers, sondern im Bereiche eines anderen Heiden sich befindet, ist in einer Stadt, wo lauter Heiden wohnen, ein Hüter nötig. Nach dem ersten Tanna ist ein solcher nur dann erforderlich, wenn der Wein im Bereiche des heidnischen Eigentümers liegt."
+ ],
+ [
+ "Wenn Einer den Wein eines Heiden in Reinheit bereitet. Es wird unter seiner Aufsicht der Wein des Heiden derart bereitet, dass er einem Israeliten zu trinken erlaubt sein soll, damit der Heide den Wein einem Israeliten verkaufen könnte. Die Mischna nennt dies „reinigen‟, weil sonst der Wein des Heiden nicht nur zur Nutzung verboten, sondern auch levitisch unrein ist (vgl. Talm. 30b).",
+ "wenn dieser. Der Heide.",
+ "ihm. Dem Israeliten.",
+ "schreibt: „Ich habe von Dir Geld empfangen . Dadurch ist der Wein vollständig Eigentum des Israeliten.",
+ "der Wein erlaubt. Selbst wenn lauter Heiden in dieser Stadt wohnen. Doch muss der Wein verschlossen und versiegelt sein.",
+ "dies ereignete sich einst in Bet-Schean. S. oben I, Note 26.",
+ "und die Weisen haben ihn verboten. Denn in diesem Falle betrachtet der Heide den Wein als sein Eigentum, den er nach Belieben öffnen kann."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn Einer. Ein Heide.",
+ "einen Arbeiter. Einen Israeliten.",
+ "bei ihm an Nesech-Wein. S. oben IV, Note 34.",
+ "so ist sein Lohn verboten. Es ist dies von den Weisen als Strafe angeordnet, worden.",
+ "st sein Lohn erlaubt. Im Talm. 65 a werden zwei Baraita’s zitiert, wonach die vorliegende Bestimmung nur gültig ist entweder, wenn er die verbotene Arbeit am Nesech-Wein erst gegen Abend, nachdem seine Arbeitszeit bereits vorbei war, verrichtet hat, oder wenn man zu dem Arbeiter z. B. gesagt hätte, er solle jedes Fass für eine Peruta transportieren. Ist dann ein Fass Nesech-Wein darunter, so nimmt er dafür keinen Lohn, und der übrige Lohn ist erlaubt. Hat aber der Heide zum Arbeiter gesagt: „Trage mir 100 Fässer für 100 Peruta’s!‟ und es ist ein Fass Nesech-Wein darunter, so ist der ganze Lohn verboten.",
+ "selbst wenn der Heide seine Flasche. Mit Nesech-Wein. לגין, gr. λάγυνος, Flasche, Krug.",
+ "der Lohn erlaubt. Obwohl er den Esel unter der stillschweigenden Voraussetzung gemietet hat, seine Speise und Flasche darauf zu legen, so wird es doch nicht so betrachtet, als hätte er ihn von Anfang an gemietet, Nesech-Wein darauf zu legen. Vielmehr ist der Lohn erlaubt, da der Heide, wenn er auch nicht die Flasche auf das Tier legte, Nichts vom Lohne abziehen würde."
+ ],
+ [
+ "so braucht man sie nur abzuwaschen. Mit kaltem Wasser.",
+ "waren sie aber aufgesprungen. Oder wenn die Beeren von ihren Stielen abgerissen sind (Jerusch.).",
+ "Ist. Die eingeklammerte Stelle fehlt in ein. Codd., s. Tos. 65 b v. ה״ג.",
+ "so sind sie verboten, wenn sie einen Geschmack vom Weine erhalten haben. Wörtlich: אם יש בהן wenn in ihnen (sc. den Feigen oder Datteln) enthalten ist, בנותן טעם ein Geschmack beigebendes [Quantum vom Weine]. Das ב׳ wird oft bei Angabe des Quantums (שיעור) gebraucht, vgl. z. B. Kelim III, 1.",
+ "Sohn Sonins. B. mezia V, 3.",
+ "und sic erklärten sie für erlaubt. Weil der beigegebene Geschmack vom Wein den Feigen zum Verderben (לפגם) gereicht.",
+ "Wenn der beigegebene Geschmack ihm. Dem Eigentümer des Gegenstandes.",
+ "zum Vorteil gereicht. Das Verbotene gibt dem Erlaubten einen guten Geschmack.",
+ "wenn Essig. Von Nesech-Wein.",
+ "auf Graupen. גרשׂ == גרים Graupe.",
+ "gefallen ist. Nach dem Talm. gilt dies nur von heissen, aber nicht von kalten Graupen."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Heide mit einem Israeliten von einem Orte zum andern Krüge. Die zugestopft sind.",
+ "wenn er als gehütet angesehen wird. Wörtlich: „wenn er in der Voraussetzung des Gehüteten (d. h. des Gehütetseins) sich befindet.‟ (חזקה, Voraussetzung, Präsumtion, vgl. B. batra I, Note 32). Diese Voraussetzung besteht, wenn der Heide zu jeder Zeit befürchten muss, der Israelit könnte auf einem krummen Seitenwege (דרך עקלתון) heran kommen.",
+ "dass er sich entferne. מפליג (von פלג teilen, trennen) scheiden, sich trennen, weit fortgehen.",
+ "um anzubohren. שתם (vom arab. ثتم lösen, eine Naht) öffnen, anbohren, vgl. das bibl. שתם העין.",
+ "[die gebohrte Öffnung wieder zu verstopfen. Mit feuchtem Kalk.",
+ "und zu trocknen. נגב (aram.) trocknen.",
+ "wieder zuspunden. גוף verschließen, mit einem Spunde (מגופה).",
+ "undes trocknen könne. Nach R. Simon hat man, selbst wenn das Fass mit einem Kalkspunde zugestopft ist, nicht zu befürchten, der Heide würde es anbohren und dann wieder verstopfen; denn wenn auch dieser Verschluss oben durch Streichen unkenntlich gemacht werden kann, so merkt der Israelit dennoch, wenn er den Spund herausnimmt, an der untern Seite desselben, dass er angebohrt worden war. Der erste Tanna aber meint, dass der Israelit, wenn er die obere Fläche des Spundes glatt und unversehrt findet, nicht daran denkt, auch die untere Seite zu untersuchen. Dagegen stimmt dieser Tanna bei einem Lehm-Spunde der Ansicht des R. Simon bei, weil dabei jede Anbohrung auch an der oberen Fläche kenntlich ist (Talm.)."
+ ],
+ [
+ "Wenn Einer seinen Wein auf einem Wagen oder einem Schiffe. S. Berachot IV, 6.",
+ "lässt. Wo sich Heiden befinden.",
+ "und selbst einen kürzere Weg. קפנרריא == compendiaria, auf einem kürzeren Wege, Berachot IX, 4.",
+ "geht. Er geht einen kürzeren Weg auf einem Fußpfade, während der Wagen den längeren Weg auf der Heerstraße nachfolgt.",
+ "oder in die Stadt. מדינה Stadt, wie im Arab.",
+ "geht und sich badet. Während unterdessen der Wagen oder das Schiff vorausfährt.",
+ "so ist der Wein erlaubt. Denn der Heide fürchtet sich den Wein zu öffnen, da der Eigentümer zu jeder Zeit kommen könnte.",
+ "Hat er. Der Israelit.",
+ "ihm. Dem Heiden.",
+ "Wenn er. Der Israelit.",
+ "ihm. Dem Heiden."
+ ],
+ [
+ "Haben. Jebamot III, 1.",
+ "so müssen letztere die Chaliza vollziehen und dürfen nicht in Leviratsehe genommen werden. Denn jede der beiden Schwestern ist mit jedem der beiden Brüder durch das Band der Leviratsehe-Pflicht verbunden (s. oben IV, Note 84); eine derart Verbundene (זקוקה) wird aber (rabbinisch) wie eine Ehefrau betrachtet, so dass deren Schwester, wie eine Schwester der Ehefrau zur Ehe verboten ist.",
+ "Haben sie dieselben voreilig geehelicht. Ein jeder der beiden Brüder hat Eine von beiden Schwestern geehelicht.",
+ "Elieser. Ms. München liest: R. Eleasar (רבי אלעזר); so las auch T. B. Jebamot 28a. Diese LA. ist der andern vorzuziehen, denn R. Eleasar (nicht R. Elieser) ist der Zeitgenosse aller bisherigen Referenten: R. Jehuda, R. Jose, R. Simon (und R. Meïr).",
+ "und nach Bet-Hillel müssen sie dieselben entlassen. Nach der Relation des Abba Saul in Jebamot 28a haben Bet-Hillel die erleichternde Ansicht; vgl. das. noch eine dritte Relation."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Requisitions-Truppe. בלשת (vom aram. בלש, suchen) eine Truppe, die Lebensmittel requiriert. — נכרים fehlt in vielen Codd.",
+ "weil dann keine Zeit. פנאי freie Zeit, Müsse, von פנה sich wegwenden (von den Beschäftigungen), sich abmüßigen.",
+ "ist Nesech-Wein zu machen. נַםֵּךֽ (Den. von נסך) den Wein durch Umrühren zu Ehren des Götzen oder durch Berührung eines Heiden als Nesech-Wein verboten machen."
+ ],
+ [
+ "dürfen zu ihm. Dem Heiden.",
+ "sagen : „gib uns stattdessen Geld. Das Geld wird nicht als Erlös für verkauften Nesech-Wein betrachtet; denn sie haben den Nesech-Wein sich gar nicht angeeignet, und der Heide war ihnen für ihre Arbeit Geld schuldig.",
+ "Ist es. Das Fass Wein.",
+ "aber schon in ihren Besitz gekommen. Sie haben es bereits als ihren Lohn angenommen.",
+ "so ist dies. Geld dafür zu nehmen.",
+ "das dafür erhaltene Geld erlaubt. Wenn der Preis bestimmt ist, so wird der Wein durch das Zumessen und die unmittelbar darauf erfolgte משיכה (s. B. batra V, Note 61 u. 62) Eigentum des Heiden, bevor er ihn durch Berührung verboten gemacht hat, so dass der Heide dem Israeliten das Geld für erlaubten Wein schuldig geworden ist.",
+ "bevor er den Preis bestimmt hatte. So lange der Preis noch nicht bestimmt ist, kann der Käufer die Ware nicht erwerben; s. B. batra Y, Note 60.",
+ "so ist das Geld verboten. Da der Wein noch als Eigentum des Israeliten zur Nutzung verboten wird.",
+ "Hat er den Trichter genommen und damit in die Flasche des Heiden. In der ein wenig Nesech-Wein war.",
+ "wenn. Während er in die Flasche des Israeliten eingemessen.",
+ "im Trichter ein Überbleibsel. עכבת (von עכב verbleiben, Piel, aufhalten) ein kleiner Rest, der in irgend einer Stelle des Trichters zurückgeblieben. Nach einer andern LA. עקבת, eine Spur, der Trichter ist noch nass von dem Heiden eingemessenen Weine. Der Jerusch, vgl. es mit עקבה מדם (Hosea 6, 8, vgl. Kimchi das.).",
+ "vom Weine. Den er dem Heiden eingemessen hat.",
+ "war. Dieses Überbleibsel ist verboten, weil der Wein im Trichter durch den Guss-Strahl (ניצוק) mit dem Weine im Gefäße des Heiden verbunden war (Talm.).",
+ "der Wein. Des Israeliten.",
+ "verboten. Weil das verbotene Überbleibsel damit vermischt ist.",
+ "Wenn man [Wein]aus einem Gef. Eines Israeliten.",
+ "in ein [anderes] Gef. Das ein Heide in seiner Hand hält, oder in dem sich Nesech-Wein befindet.",
+ "wovon man abgegossen hat. Der Wein, der im oberen in der Hand des Israeliten befindlichen Gefäße zurückgeblieben.",
+ "erlaubt. Dies scheint Note 57 zu widersprechen, wonach der verbindende Strahl auch den Wein im oberen Gefässe verboten macht. Nach dem Talm. gilt daher die vorliegende Bestimmung nur für den Fall, dass der Strahl vom oberen Gefässe bereits abgebrochen ist, während dessen unteres Ende mit dem verbotenen Weine in Berührung kommt",
+ "verboten. Und auch der Strahl, sobald dessen unteres Ende den Nesech-Wein berührt hat (Talm.)"
+ ],
+ [
+ "Nesech-Wein ist verboten und macht verboten. Dies scheint Note 57 zu widersprechen, wonach der verbindende Strahl auch den Wein im oberen Gefäße verboten macht. Nach dem Talm. gilt daher die vorliegende Bestimmung nur für den Fall, dass der Strahl vom oberen Gefäße bereits abgebrochen ist, während dessen unteres Ende mit dem verbotenen Weine in Berührung kommt.",
+ "durch noch so Wenig. Und auch der Strahl, sobald dessen unteres Ende den Nesech-Wein berührt hat (Talm.).",
+ "Wein. Den damit vermischten Wein.",
+ "Wasser. Wenn auch noch so wenig Nesech-Wein mit noch so viel anderem Weine vermischt worden.",
+ "Wein. Nesech-Wein.",
+ "unter Wasser oder Wasser. Das dem Götzen gespendet wird.",
+ "Das ist die Regel. Diese Regel gilt nach der Halacha nur von Nesech- Wein (oder Libations-Wasser) und Tebel (uuverzehnteter Frucht); dagegen machen andere verbotene Dinge sowohl Gleichartiges als Ungleichartiges nur durch Beigeben eines Geschmackes verboten. Bei Ungleichartigem, wobei der Geschmack geprüft werden kann, wird es entweder durch einen Israeliten (bei Dingen, die manchem Israeliten erlaubt sind, wie die Hebe dem Priester) oder durch einen Nicht-Israeliten festgestellt, ob das Erlaubte einen Geschmack vom Verbotenen erhalten hat. Bei Gleichartigem oder, wenn sonst der Geschmack nicht festzustellen ist, gilt das Verbotene als aufgehoben (בטל), wenn das Erlaubte sechzigmal so viel ist, als das Verbotene. Hebe gilt nur in 100, ערלה und כלאי הכרם in 200 als aufgehoben, s. Orla II, 1."
+ ],
+ [
+ "Folgende Dinge sind verboten und machen verboten durch noch so Wenig. Selbst wenn Eins mit Tausenden vermischt worden.",
+ "Nesech-Wein. Nach dem Talmud werden hier nur solche Dinge aufgezählt, die einerseits auch zur Nutzung verboten sind, andererseits so bedeutend sind, dass sie gewöhnlich gezählt werden. Unter „Nesech-Wein‟ ist daher ein Fass Nesech-Wein zu verstehen, dass mit vielen anderen Fässern Wein vermischt worden ist.",
+ "denen das Herz ausgerissen worden. S. oben II, Note 15.",
+ "der zur Steinigung verurteilte Ochse. Exod. 21, 28.",
+ "der das Genick gebrochen wird. Deut. 21, 4.",
+ "die Vögel des Aussätzigen. Lev. 14, 4.",
+ "das Haar des Nasir. Num. 6, 18.",
+ "die Erstgeburt eines Esels. Die man nicht ausgelöst, Exod. 13, 13.",
+ "in Milch gekochtes Fleisch. Exod. 23, 19; 34,26; Deut. 14, 21.",
+ "der fortzuschickende Ziegenbock. Ara Versöhnungstage, Lev. 16, 22.",
+ "welche im Tempelhofe geschlachtet worden. Solche sind auch zur Nutzung verboten, s. B. kamma VII, Note 11."
+ ],
+ [
+ "so ist das Ganze zur Nutzung verboten. Vgl. M. 8."
+ ],
+ [
+ "die ein Heide verpicht hat. Dabei pflegte man ein wenig Wein hineinzugießen, um den Pechgeruch zu beseitigen.",
+ "trockne man ab. Nach dem Talm. versteht man darunter eine zweimalige Reinigung vermittels Wassers und Asche.",
+ "Betreffs einer hölzernen. Die mehr Pech braucht und daher mehr Wein einsaugt.",
+ "Man trockene sie ab. Dies genügt, wie bei der steinernen Kelter.",
+ "Man muss das Pech abschälen. Und nachher die Kelter abtrocknen nach Note 83.",
+ "verboten. Weil der Thon an sich auch ohne Pech den Wein einsaugt. — Die bei irdenen Gelassen nötige Reinigung ist im Talmud 33 a angegeben."
+ ],
+ [
+ "Kauft Einer Geschirr. כלי תשמיש eig. Gebrauchs-Geräte.",
+ "was man unterzutauchen pflegt. Geräte von Metall oder Glas, selbst wenn sie nur zu kalten Speisen oder Getränken gebraucht, ja selbst wenn sie noch ganz neu sind. — Sind sie zu heissen Speisen gebraucht worden, so genügt das Untertauchen nicht.",
+ "untertauchen. In ein Tauchbad, in dem mindestens 40 Sea Quell- oder Regenwasser sich befinden.",
+ "was ausgekocht. הגעל eig.: auswerfen machen, bewirken, dass das Gefäß die eingesogenen verbotenen Speisen wieder ausscheide. In der Mischna wird mit diesem Ausdrucke stets das Auskochen verstanden.",
+ "wird. Z. B. metallene Kessel und Töpfe, in denen gekocht wird.",
+ "auskochen. Sie werden, nachdem sie gut gereinigt sind, in kochendes Wasser getan. Nachher müssen sie aber noch in ein Tauchbad (Note 90) untergetaucht werden.",
+ "was man im Feuer ausglüht. Das sind Geräte, die ohne Flüssigkeit am Feuer gebraucht werden, wie Bratspieße und Roste.",
+ "ausglühen. Und nachher muss man sie untertauchen, Note 90.",
+ "Bratspieße. שפוד syr. ܫܰܦܽܘܕܳܐ Spieß.",
+ "und Roste. אסכלה gr. ὲσχάρα, Rost, Bratrost.",
+ "ein Messer aber braucht man nur abzuschleifen. שוף reiben, abreiben. Nach den Erkl. abschleifen mit einem Schleifstein, oder zehnmal in harte Erde stecken. — Dies genügt aber nur, wenn man es zu Kaltem gebrauchen will (vgl. Talm.); will man es aber zu warmen Speisen verwenden, so muss es geglüht werden.",
+ "und es ist rein. Nachdem mau es noch (nach Note 90) untergetaucht hat."
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+ "versionNotes": "Ordnung Seraïm, übers. und erklärt von Ascher Samter. 1887.
Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "Teilhaber. שותף (syr. ܫܰܘܬܳܦܳܐ), socius.",
+ "Hofe. In welchem Jeder von beiden seine Wohnung hat.",
+ "eine Abteilung. מחיצה St. חוץ scheiden, teilen.",
+ "machen wollen. Sie wollen den gemeinsamen Hof teilen. Der Hof ist so klein, dass er nur mit beiderseitiger Einwilligung geteilt werden kann, s. weiter Mischna 6.",
+ "so bauen sie die Wand in der Mitte. Jeder muss von seinem Teile, den er bereits durch Besitzergreifung (חזקה = occupatio) sich angeeignet hat, die Hälfte des Raumes für eine aufzuführende Wand hergeben.",
+ "von Bruchsteinen. גויל (st. גול, verw. mit גלל, Stein) unbehauene Steine.",
+ "Halbziegeln. כפיס, Habak. 2, 11 (viell. ar. كسف pars, segmentum) ist nach dem Talm. ein Halbziegel von 1½ Handbreit in der Breite und 3 Handbreit in der Länge, = אריח Erubin I, 3.",
+ "Ziegeln. Von 3 Handbreit im Quadrat.",
+ "Alles nach dem Landesbrauche. Wenn es z. B. Brauch ist, aus Rohr oder Baumgezweige eine Wand zu machen, genügt eine solche; sie muss jedoch so dicht sein, dass man nicht von dem einen Gebiete aus in das andere hineinsehen könne, weil man sonst dem Nachbar dadurch schaden kann, dass man all sein Tun und Treiben beobachtet (היזק ראיה).",
+ "drei Handbreit. Diese Wand braucht wegen der hervorragenden Spitzen der unbehauenen Steine eine Handbreit mehr an Raum als eine Quadersteinwand.",
+ "zwei Handbreit. Je zwei Halbziegel werden durch eine Handbreit dicke Schicht Mörtel mit einander verbunden; daher muss diese Wand eine Handbreit dicker sein, als die aus ganzen Ziegeln.",
+ "anderthalb Handbreit. Die Höhe einer jeden Wand soll mindestens 4 Ellen betragen.",
+ "gehören der Platz und die Steine beiden. Selbst wenn die Steine im Gebiete des Einen sich befinden, kann sie der Andere ohne Beweis von ihm fordern."
+ ],
+ [
+ "Und ebenso. Ebenso soll man, um den Einblick in des Nachbars Garten zu verhindern, je nach dem Brauche eine Wand aus unbehauenen oder behauenen Steinen errichten.",
+ "wo es üblich ist. Nach dem babyl. Talmud ist dies ein Adjektivsatz und sagt, dass man bei einem Garten überall, wo kein bestimmter Brauch herrschend ist, voraussetzt, es sei üblich, denselben zu umzäunen. Im Jerusch. dagegen heisst es in einer Baraita: בגנה בין מקום שנהגו לגדור בין מקום שנהגו שלא לגדור כופין אבל בבקעה מקום שנהגו לגדור כופין שלא לגדור אין כופין. „Beim Garten kann man sowohl an dem Orte, wo es üblich ist, zu umzäunen, als auch an dem Orte, wo es üblich ist, nicht zu umzäunen, ihn zwingen (eine Wand zu machen); dagegen kann man im Gefilde (nur) an dem Orte, wo es üblich ist, zu umzäunen, ihn dazu zwingen, nicht aber an dem Orte, wo es üblich ist, nicht zu umzäunen.“ Jerusch. hatte vielleicht eine ähnliche LA. in der Mischna vor sich.",
+ "ihn. Den Gartenbesitzer.",
+ "verpflichten. Gemeinsam mit dem Nachbar eine Wand aufzuführen, wozu beide den Raum hergeben, wie oben Note 4. Die Mischna des Jerusch. liest יגדור st. מחייבין אותו.",
+ "bei einem Gefilde. Wo Getreidefelder sind.",
+ "wo es üblich ist. Dies ist nach Talm. babli ebenfalls Adjektivsatz; im Getreidefelde wird bei unbestimmtem Brauche vorausgesetzt, es sei üblich, nicht zu umzäunen. Die Ansicht des Jerusch. s. oben Note 14.",
+ "verpflichtet man ihn. Den Besitzer eines Feldes.",
+ "dazu. Siehe oben Note 16.",
+ "bauen. ובונה fehlt im Jerusch. und in Talmud ed. Pesaro.",
+ "und von aussen ein Zeichen. Nach den Erklärern von חזה, sehen; eine Ansicht, d. i. ein Zeichen, woran man sieht, dass die Wand ihm gehört. Nach einer Ansicht im Talmud soll er von aussen eine Elle breit mit Kalk überziehen; nach einer andern Ansicht macht er ein Gesimse nach aussen. Das Zeichen wird nicht von innen angebracht, weil dann auch der Nachbar von aussen dasselbe Zeichen machen könnte; dagegen ist nicht zu befürchten, der Nachbar würde das draussen angebrachte Zeichen entfernen, da dies zu erkennen wäre.",
+ "so bauen sie die Wand in der Mitte und machen ein Zeichen an der einen und an der andern Seite. Damit man wisse, dass beide zusammen die Wand gebaut haben."
+ ],
+ [
+ "die zweite und die dritte Seite. An der Grenze seines Nächsten.",
+ "verpflichten. Da sein Feld noch an der vierten Seite offen ist und er von den drei Wänden keinen Nutzen hat. Würde der andere ihn aber von vier Seiten umgrenzen und alle vier Seiten verzäunen, dann müsste der Eigentümer des innern Feldes auch dazu beitragen; jedoch nur zu den Kosten eines billigen Rohrzaunes, da er behaupten kann, dass ihm ein solcher genügt hätte.",
+ "Wenn er. Im Münchener Mscr. und in B. kamma 20b befindet sich die LA. אם עמד ניקף: „Wenn der Umgrenzte sich aufmacht“. Auch der Ausdruck אם עמד deutet darauf hin, dass hier vom andern, dem Besitzer des umgrenzten Feldes, die Rede ist.",
+ "so legt man ihm. Eig.: man wälzt auf ihn.",
+ "Alles. Den Beitrag zu den drei andern Wänden.",
+ "auf. Da er damit gezeigt hat, dass ihm die drei ersten Wände erwünscht sind. Nach einer andern Erklärung im Talmud bezieht sich אם עמד auf den Umgrenzenden, der die ersten drei Wände gemacht hat. Wenn dieser noch die vierte Wand dazu macht, muss der andere die Hälfte der ganzen Kosten aller vier Wände beisteuern, und er kann nicht erklären, dass ihm ein billiger Rohrzaun genügt hätte, wie der erste Tanna (תנא קמא) meint (oben Note 25),"
+ ],
+ [
+ "Wenn die Scheidewand eines Hofes. Von zwei Teilhabern.",
+ "sie bis vier Ellen. In der Höhe. So viel genügt, um jeden zu hindern, in den Hof des andern hineinzusehen (vgl. Note 8).",
+ "Hierbei wird vorausgesetzt. חזקה die Präsumtion, dasjenige, was juridisch vorausgesetzt wird, bis das Gegenteil bewiesen wird.",
+ "dass er bezahlt hat. Wenn einer vom andern den Beitrag zu der wieder aufgebauten Wand fordert und Jener behauptet, dass er bereits bezahlt habe, so wird präsumiert, dass letzterer im Rechte ist, da es allgemein bekannt ist, dass man diesen Beitrag zahlen müsse.",
+ "Über vier Ellen. Wenn der Eine die Wand höher als 4 Ellen bauen will.",
+ "verpflichtet man ihn. Den Andern.",
+ "mitzubauen. Obgleich die Wand vor dem Einsturze höher als 4 Ellen war.",
+ "Hat er aber eine andere Wand daneben. Neben oder gegenüber der neuen höhern Scheidewand.",
+ "gebaut. Um über die Wände ein Dach zu legen.",
+ "so legt man ihm Alles. Den Beitrag zur höhern Scheidewand.",
+ "auf. Da er gezeigt hat, dass ihm die höhere Wand erwünscht ist.",
+ "dass er nicht bezahlt hat. Da es hierbei nicht Jedem bekannt ist, dass er zahlen müsse, so wird, wenn der Erbauer der Wand den Beitrag fordert, präsumiert, dass der andere noch nicht bezahlt hat."
+ ],
+ [
+ "Man zwingt Jeden. Der am Hofe Teil hat.",
+ "ein Torhaus. Ein Zimmer für einen Pförtner.",
+ "und eine Türe zum Hofe. Damit derselbe Nachts verschlossen werde.",
+ "Nicht alle Höfe sind eines Thorhauses benötigt. Höfe, die nicht an der Strasse liegen, bedürfen keines Pförtners.",
+ "Man zwingt Jeden. Der in der Stadt wohnt.",
+ "Nicht alle Städte sind einer Mauer benötigt. Städte, die nicht an der Grenze liegen, bedürfen keiner Mauer.",
+ "um den Einwohnern der Stadt gleich zu sein. Insofern, dass er die städtischen Steuern bezahlen muss.",
+ "Hat man darin ein Wohnhaus gekauft. Nach einigen auch, wenn er dort eine Wohnung auf ein Jahr gemietet."
+ ],
+ [
+ "Man braucht den Hof nur dann teilen zu lassen. Ein Teilhaber kann den Andern nur dann zur Teilung des Hofes nötigen.",
+ "wenn vier Ellen. Im Quadrat.",
+ "für den Einen und vier Ellen für den Andern darin sind. Nach dem Talmud müssen noch ausserdem 4 Ellen im Quadrat für jede Türe darin sein. Ist eine Türe breiter als 4 Ellen, dann muss vor derselben ein Raum bleiben, dessen Länge gleich der Breite der Türe ist und dessen Breite 4 Ellen beträgt.",
+ "wenn neun Kab-Aussaat. Das sind 1½ Sea-Aussaat = 3750 Quadrat-Ellen, vgl. B. kamma VI, Note 29.",
+ "wenn eine halbe Kab-Aussaat. 208⅓ Quadrat-Ellen.",
+ "Ein viertel Kab. 104⅙ Quadrat-Ellen.",
+ "Man braucht nicht zu teilen einen Saal. טרקלין = triclinium. Vgl. weiter VI, 4.",
+ "einen Palast. Nach Aruch ein Warttürmchen im Garten. Vgl. Derenburg in Grätz Mtsschr. 1881 S.175. Hiernach ist, wie Tanchum erklärt מוֹרֶן (von Aram. מורן, Spies) ein runder Taubenschlag, der einem Spiesse gleicht, indem dessen Türmchen sich auf eine Stange stüzt. שובך dagegen ist ein viereckiger Taubenschlag. נִפּוֹל von נפל (wie גבור von גבר), bezeichnet ein Tier, das, wenn e sich zum Fluge erhebt, sogleich herunterfällt; so auch die Heuschreckenart ניפולא nach Tanchum.",
+ "einen Taubenschlag. Vgl. Pesachim IV, Note 21.",
+ "einen Mantel. Eine Tuchhülle.",
+ "ein Badehaus oder eine Ölpresse. B. mezia X, Note 22.",
+ "braucht man nicht teilen zu lassen. זה הכלל bis אין חולקין fehlt im Jerusch. und im Münchener Mscr. und ist einer Tosefta entnommen.",
+ "einwilligen. Dann kann Einer den Andern nicht zur Teilung zwingen; er kann aber fordern, dass der Teilhaber ihm seinen Anteil abkaufe oder sein eigene Hälfte verkaufe (גוד או אגוד = ziehe es an dich, oder ich werde es an mich ziehen.)",
+ "Heilige Schriften. Eine aus einer einzigen Rolle bestehende Bibel (Thora, Propheten und Hagiographen).",
+ "nicht teilen. Besteht die Bibel aus zwei oder mehreren Rollen, so können sie sich darin teilen."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Es darf Niemand eine Zisterne. Über שיח ,בור und מערה vgl. B. kamma V, Noten 27—29.",
+ "keinen Wasserkanal. Durch den Stromwasser fliesst.",
+ "und keinen Wäscher-Teich. נברכת = בְרֵכָה eine quadratförmige Vertiefung, worin Regenwasser gesammelt und Kleider zum Waschen gelegt werden.",
+ "dass man dieselben von der Wand. Von der Aussenseite der Zisternenwand des Nachbars, die ebenfalls 3 Handbreit dick ist. Die Dicke der Scheidewand zwischen der einen Zisterne und der andern ist demnach 6 Handbreit.",
+ "seines Nächsten drei Handbreit entfernt. Wenn auch der Nachbar keine Zisterne hat, muss man dennoch wenigstens 3 Handbreit von seiner Grenze entfernt die Vertiefung anlegen.",
+ "die Wände. Seiner eigenen Vertiefung von innen.",
+ "Man muss Öltrester. גפת, ar. جغت, die Überreste von ausgepressten Oliven.",
+ "Kalk und Feuersteine. Alle diese Dinge beschädigen die Wand durch ihre Wärme.",
+ "oder. או סד so liest Babli u. Jerusch.",
+ "Man muss die Saaten. Welche, wenn man sie auch nicht bewässert, die Wand befeuchten.",
+ "den Pflug. Selbst wenn keine Saaten dort sind, darf nicht etwa um die Bäume gepflügt werden, da dies den Grund der Wand lockert.",
+ "und den Urin. Dieser weicht die Lehmziegel auf; bei einer Wand von Steinen oder gebrannten Ziegeln genügt die Entfernung von Einer Handbreit.",
+ "Man entferne die Handmühle. Durch deren Bewegung die Wand erschüttert wird.",
+ "was vom obern Mühlstein. Der eine Handbreit schmäler als der untere ist.",
+ "vom Bauche. כליא gr. ϰοιλία, Bauch, so R. Chananel; nach Andern die Tünche, was dem gr. ϰονία (Kalktünche) entspricht.",
+ "was vom obern Rande. Der eine Handbreit schmäler als der Bauch ist."
+ ],
+ [
+ "vier Ellen Höhe bleibe. Damit das Gebälk nicht vom Feuer ergriffen werde.",
+ "so muss darunter drei Handbreit Estrich. מעזיבה s. B. mezia X, Note 13.",
+ "sein. Damit das Feuer nicht das Gebälk verbrenne.",
+ "bei einem Herde. Der zum Kochen dient und nicht so stark geheizt wird.",
+ "muss man den Schaden ersetzen. Obgleich man die vorgeschriebene Entfernung beobachtet hat."
+ ],
+ [
+ "Man darf keinen Bäcker- oder Färber-Laden. Deren Hitze den Früchten des Speichers schädlich ist.",
+ "auch (darf man dort) keinen Rinderstall (anlegen. Des schlechten Geruchs wegen.",
+ "Jedoch. באמת vgl. B. mezia IV, Note 84.",
+ "unter einem Wein-Magazine erlaubt. Da der palästinensische Wein durch die Hitze besser wird.",
+ "aber nicht einen Rinderstall. Denn der üble Geruch schadet auch dem Weine.",
+ "verwehren. מחה, vgl. Daniel 4, 32.",
+ "indem man. Jeder Bewohner des Hofes.",
+ "Wer Geräte verfertigt. Babli liest: אבל עושה כלים („vielmehr muss wer Geräte“ u. s. w.)",
+ "oder der Handmühle. Da hierbei nicht viele Fremde in den Hof kommen.",
+ "oder der Kinder. Die in der Thora unterrichtet werden. Obgleich hierbei viele Fremde in den Hof kommen, darf man es dennoch nicht verwehren, damit das Thorastudium gefördert werde."
+ ],
+ [
+ "dessen Wand an der Wand. Am Ende der Wand senkrecht.",
+ "darf nicht an jene. An das andere Ende seiner eigenen Wand.",
+ "eine andere Wand. Parallel zur Wand des Nachbars.",
+ "dass er sie von dieser. Von der Wand des Nachbars.",
+ "vier Ellen weit entfernt. Damit die Leute zwischen beiden Wänden gehen können, da die Fusstritte den Grund der Wand befestigen. Dies gilt nur in einer neuen Stadt, wo der Grund der Gebäude noch nicht genügend befestigt ist; in einer alten Stadt ist diese Entfernung nicht nötig. Ebenso bedarf eine Wand, die nicht mindestens 4 Ellen lang ist, nicht der Befestigung.",
+ "Bei Fenstern. Wenn jemand den Fenstern des Nachbars gegenüber eine Wand baut.",
+ "sowohl darüber. Ist seine Wand höher als die Fenster des Nachbars, so muss sie mindestens um 4 Ellen höher sein, damit er nicht von der Spitze seiner Wand aus ins Fenster seines Nachbars sehen könne.",
+ "als darunter. Ist seine Wand niedriger als des Nachbars Fenster, so muss sie mindestens um 4 Ellen niedriger sein, ebenfalls um היזק ראייה (s. I, Note 8) zu vermeiden.",
+ "als gegenüber. Vom gegenüberliegenden Fenster muss man die Wand 4 Ellen entfernen, damit nicht das Licht verfinstert werde."
+ ],
+ [
+ "Man entferne die Leiter vom Taubenschlage. S. Pesachim IV, Note 21.",
+ "damit nicht der Marder. Nach Andern der Iltis.",
+ "Die Wand. Die man der Dachrinne des Nachbars gegenüber baut.",
+ "von der Dachrinne. St. זחל kriechen, fliessen.",
+ "damit man die Leiter aufstellen könne. Um die Dachrinne zu reinigen.",
+ "Man entferne den Taubenschlag von der Stadt fünfzig Ellen. Weil Tauben das Gartengesäme beschädigen.",
+ "ausser wenn er fünfzig Ellen nach jeder Seite besitzt. Damit nicht die Tauben fremde Felder beschädigen.",
+ "Einen Raum von vier Kor-Aussaat. Eine Kor-Aussaat nach jeder Seite. Ein בית כור = 30 Sea-Aussaat = 75000 Quadrat-Ellen. Die Seite eines Quadrates von diesem Flächenraum hat c. 273⁶⁄₇ Ellen.",
+ "das ist der Raum des Taubenfluges. שגר Lauf, Ausflug.",
+ "Hat man ihn aber gekauft. Als er bereits fertig gebaut war.",
+ "wenn auch nur ein Raum von einer viertel Kab-Aussaat. = 104⅙ Quadrat-Ellen, oder ein Quadrat dessen Seite c. 10⅕ Ellen beträgt.",
+ "in seinem Besitzrechte. Es wird angenommen, dass der Verkäufer zur Herstellung des Taubenschlages berechtigt war."
+ ],
+ [
+ "Ein junges Täubchen. Das noch nicht flügge ist und nur hüpfen kann. Vgl. Derenburg in Grätz Mtsschr. 1881 S.175. Hiernach ist, wie Tanchum erklärt מוֹרֶן (von Aram. מורן, Spies) ein runder Taubenschlag, der einem Spiesse gleicht, indem dessen Türmchen sich auf eine Stange stüzt. שובך dagegen ist ein viereckiger Taubenschlag. נִפּוֹל von נפל (wie גבור von גבר), bezeichnet ein Tier, das, wenn e sich zum Fluge erhebt, sogleich herunterfällt; so auch die Heuschreckenart ניפולא nach Tanchum.",
+ "ausserhalb fünfzig Ellen gehört es dem Finder. Denn ein solches Täubchen hüpft nicht weiter als 50 Ellen, und es ist nicht vom Taubenschlage gekommen, sondern ein Reisender hat es verloren und, da es kein Zeichen hat, bereits aufgegeben, s. B. mezia II, 1.",
+ "Wird es zwischen zwei Taubenschlägen. Von beiden innerhalb 50 Ellen."
+ ],
+ [
+ "Man entferne den Baum fünfundzwanzig Ellen von der Stadt. Denn es ist eine Zierde für die Stadt, wenn rings umher ein freier Raum bleibt. Diese Vorschrift gilt nur für Palästina.",
+ "Caruben. Johannisbrotbäume.",
+ "und Sykomoren. B. mezia IX, Note 44.",
+ "fünfzig Ellen. Weil diese viele Zweige haben und viel Schatten machen.",
+ "Jeden unfruchtbaren. סרק leer sein (syr. ܣܪܰܩ).",
+ "Baum fünfzig Ellen. Weil er die Stadt verunziert.",
+ "so haut man ihn um und zahlt. Die Bewohner der Stadt zahlen.",
+ "um und zahlt nicht. Denn da man jedenfalls den Baum umhauen kann und es sich nur um die Bezahlung des Baumes handelt, so hat der Eigentümer des Baumes, der Bezahlung beansprucht, den Beweis zu erbringen, nach dem Kanon: המוציא מחבירו עליו הראיה (B. kamma III, 11)."
+ ],
+ [
+ "Man entferne eine ständige Tenne. In der viel Getreide geworfelt wird.",
+ "fünfzig Ellen. Weil die Spreu den Stadtbewohnern schadet.",
+ "man. Dieser Satz begründet den vorhergehenden.",
+ "dass sie nicht schade. Durch die Spreu."
+ ],
+ [
+ "Gräber und eine Gerberei. בורסקי, von בורסי, gr. βυρσεύς der Gerber.",
+ "fünfzig Ellen von der Stadt. Wegen des schlechten Geruches.",
+ "Eine Gerberei darf man nur an der Ostseite. Denn der Ostwind ist warm und nicht schädlich.",
+ "Man darf sie an jeder Seite mit Ausnahme der Westseite. Nach Jerusch, weil dort beständig der Wind weht; nach Babli weil dort die Herrlichkeit Gottes (die Schechina) residirt."
+ ],
+ [
+ "Man entferne. 50 Ellen.",
+ "die Flachsbeize. B. mezia VI, Note 6.",
+ "den Lauch. כרישה ar. كراث Poree, Lauch.",
+ "von den Zwiebeln und den Senf von den Bienen. Vom Bienenstock, weil der Senf den Bienen schadet.",
+ "Jose erlaubt den Senf (überall zu säen. Auch in der Nähe des Bienenstockes. Nach R. Jose hat der Geschädigte stets sich zu entfernen, wenn er vor Schaden bewahrt bleiben will, und es ist nach ihm auch die Entfernung der Flachsbeize und des Lauches unnötig. Doch spricht er nur vom Senf indem er erwartet, dass die Weisen ihm dies zugestehen werden, da die Bienen ebenso den Senf beschädigen, wie der Senf ihnen schädlich ist. (Talmud 18 b."
+ ],
+ [
+ "Man entferne den Baum fünfundzwanzig Ellen von der Zisterne. Weil die Wurzeln des Baumes die Zisterne beschädigen.",
+ "die Carube und Sykomore. Die viele Wurzeln haben.",
+ "sowohl von oben. Wenn eines von beiden höher als das andere liegt, indem der Baum und die Zisterne auf dem Abhang eines Berges sich befinden.",
+ "als von der Seite. Wenn beide in einer Ebene sich befinden.",
+ "um und zahlt dessen Wert. Wo der Schaden nur einen einzelnen betrifft, kann man den Baum nicht ohne Bezahlung umhauen, wie oben in Mischna 7.",
+ "nicht umhauen. Denn wer eine Forderung stellt, hat den Beweis zu erbringen, B. kamma III, 11.",
+ "und dieser pflanzt auf dem seinigen. Da der Schaden erst nach langer Zeit entsteht."
+ ],
+ [
+ "Man darf keinen Baum nahe am Felde. Es sei ein Getreidefeld oder ein Baumfeld.",
+ "es sei denn dass man ihn vier Ellen davon entfernt. Damit der Nachbar Raum habe, sein Feld zu pflügen; wo man ein Baumfeld nicht zu pflügen pflegt, ist diese Entfernung nicht nötig.",
+ "so darf dieser bis an die Mauer von dieser Seite und jener bis an die Mauer von jener Seite bebauen. Oder Bäume pflanzen.",
+ "Gräbt er. Der Herr des Gebietes, in welches die Wurzeln jener Bäume hineindringen.",
+ "so darf er bis hinab. So weit er gräbt.",
+ "und das Holz gehört ihm. Nach dem Talmud gilt dies nur, wenn er 16 Ellen oder mehr vom Baume entfernt gräbt: dagegen gehört innerhalb der 16 Ellen das Holz der abgeschnittenen Wurzeln dem Eigentümer des Baumes, da die Wurzeln bis 16 Ellen dem Baume Nahrungssäfte zuführen und zum Baume gehören."
+ ],
+ [
+ "so darf dieser so weit wegschneiden. Die untern Zweige des Baumes.",
+ "als der Rinderstachel. Der Ochsenstecken, mittels dessen man das Ackervieh antreibt.",
+ "über dem Pfluge reicht. Um unbehindert pflügen zu können.",
+ "von Carube und Sykomore. Die viel Schatten machen und dem Felde schaden.",
+ "bis an das Senkblei. D. h. Alles was über seinem Felde hangt, was an der Grenze seines Feldes durch ein Perpendikel bestimmt werden kann.",
+ "in einem Bewässerungs-Felde. S. B. mezia IX, Note 9.",
+ "darf man) jeden Baum bis an das Senkblei (beschneiden. Weil jeder Schatten einem solchem Felde schadet.",
+ "Jeden unfruchtbaren Baum (darf man) bis an das Senkblei (beschneiden. Da an der Beschneidung eines solchen Baumes nicht viel gelegen ist."
+ ],
+ [
+ "so schneidet man so viel. Von den untern Baumzweigen.",
+ "dass ein Kamel und sein Reiter (darunter) hinziehen können. R. Jehuda sagt: (Nur so viel, dass) ein mit Flachs oder Rebenbündeln beladenes Kamel (darunter hinziehen kann. Und nicht so viel, dass ein Reiter hinziehe, da der Reiter, wenn er unter dem Baume dahinzieht, sich bücken kann.",
+ "bis an das Senkblei wegen der Unreinheit. Es könnte unter dem Baume ein Teil einer menschlichen Leiche sich befinden, der jeden unter dem Baum dahinziehendem Menschen verunreinigt, s. Oholot II, 1."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Die Ersitzung. חזקה (von החזק ergreifen) bezeichnet oft die Besitzergreifung (occupatio); hier bedeutet es „Ersitzung“ (usucapio), d. i. die Erwerbung eines Gegenstandes durch den während einer gesetzlich bestimmten Zeit fortgesetzten Besitz desselben.",
+ "Höhlen. Oben II, 1.",
+ "Taubenschläge. II, 5.",
+ "Bewässerungs-Felder. II, 13.",
+ "und Sklaven. Im Talmud 36a wird zwar gelehrt: הגודרות אין להם חזקה Kleinvieh (und andere lebende Wesen) können nicht durch Chasakah erworben werden; doch ist dort unter „Chasakah“ die Besitzergreifung verstanden, nicht die usucapio. Wer von eines Andern Kleinvieh Besitz ergriffen hat, kann es nicht durch die Behauptung, er habe es gekauft, als sein Eigentum beanspruchen; wohl aber kann er dies nach einer dreijährigen usucapio.",
+ "deren Ersitzung währt drei Jahre. Wer dieselben drei Jahre ununterbrochen im Besitz gehabt, ohne dass der frühere Besitzer vor zwei Zeugen Einspruch (מחאה) dagegen erhoben hat, kann sie als sein rechtmässig erworbenes Eigentum erklären, obwohl er keine schriftliche Erwerbungs-Urkunde (שטר) besitzt. Als Grund hierfür wird im Talmud angegeben, dass man gewöhnlich nur drei Jahre, aber nicht länger, schriftliche Erwerbungs - Urkunden aufbewahrt.",
+ "Bei einem von Regen getränkten Felde. בעל (ar. بعل) heisst ein Feld, dass nicht künstlich, sondern nur vom Regen bewässert wird, und daher nur einmal im Jahre Früchte trägt.",
+ "aber nicht von Tag zu Tag (gerechnet. Das erste und letzte Jahr braucht nicht vollständig zu sein. Darüber, wie lange man es während dieser Zeit im Besitze haben muss, folgt jetzt eine Kontroverse zwischen R. Ismael und R. Akiba.",
+ "Drei Monate. Die letzten drei Monate.",
+ "vom ersten. Wenn er während dieser Zeit gesäet und geerntet hat, da manche Frucht, wie Gerste, Hafer und Linsen in 3 Monaten wächst.",
+ "drei Monate. Die ersten drei Monate.",
+ "vom letzten. Wenn er während dieser Zeit gesäet und geerntet hat, da manche Frucht, wie Gerste, Hafer und Linsen in 3 Monaten wächst.",
+ "Einen Monat. Den letzten Monat.",
+ "vom ersten. Da man auch in einem Monat Kraut und Viehfutter vom Felde gewinnen kann.",
+ "einen Monat. Den ersten Monat.",
+ "Bei einem Saatfelde. Dessen Früchte alle zu einer Zeit geerntet werden.",
+ "bei einem Baumfelde. Worin verschiedene Baumarten sind, deren Früchte zu verschiedenen Zeiten geerntet werden.",
+ "die Ölbäume abgepflückt und die Feigen. קיץ eig. Sommerfrucht, bes. Feigen.",
+ "so gilt dies wie drei Besitzjahre. Obgleich alle diese drei Ernten in Einem Jahre erfolgt sind."
+ ],
+ [
+ "Drei Länder gibt es. Palästina wird in drei Provinzen eingeteilt, vgl. Schebiit IX, 2.",
+ "Transjordanland. Auch „Peräa“ genannt.",
+ "War er. Der Eigentümer des Grundstückes.",
+ "und jemand hat in Galiläa ersessen. Das Grundstück 3 Jahre im Besitz gehabt.",
+ "so ist die Ersitzung nicht gültig. Da zwischen diesen beiden Provinzen kein starker Verkehr besteht, so würde selbst ein von Seiten des Eigentümers vor zwei Zeugen erhobener Einspruch (מחאה) dem Ersitzenden nicht bekannt werden. Dieser hätte deshalb vorsorglich sein Erwerbungs-Dokument (שטר) gut verwahren sollen, da ja der frühere Eigentümer möglicher Weise gegen seine Besetzung Einspruch erhoben hat, ohne dass es ihm zu Ohren gekommen ist.",
+ "vielmehr muss er. Der Eigentümer.",
+ "mit ihm. Dem Ersitzenden.",
+ "in derselben Provinz sein. Wenn die Ersitzung giltig sein soll. Es ist aber nicht nötig, dass beide in ein und derselben Stadt sind; denn ein vom Eigentümer vor zwei Zeugen erhobener Einspruch würde dem Usucapirenden bekannt werden, wenn dieser auch in einer andern Stadt wohnt, da es die Zeugen ihren Freunden und diese wieder ihren Freunden mitteilen, bis es schliesslich auch dem Ersitzenden zu Ohren kommt (חברך חברא אית ליה).",
+ "wenn er. Der Eigentümer.",
+ "etwa in Spanien. Wohin man zur Zeit R. Jehuda’s (um 150 p.) ein Jahr zu reisen hatte.",
+ "ist und jemand ein Jahr. Erst nach einem Jahre wird dies allgemein bekannt.",
+ "und er. Der Eigentümer.",
+ "das andere Jahr zurückkommen könne. Um seine Ansprüche geltend zu machen. Nach R. Jehuda ist auch dann die Usucapion gültig, wenn der Eigentümer in Judäa und der Ersitzende in Galiläa war."
+ ],
+ [
+ "Begründung. Einem Rechtsgrunde (justus titulus), der den neuen Besitzer zum Eigentümer eines Objektes macht, das früher Eigentum eines andern war.",
+ "Wer wegen einer Erbschaft gekommen ist. Wer ein ererbtes Grundstück 3 Jahre im Besitz gehabt.",
+ "bedarf keiner weiteren Begründung. Er braucht nicht zu beweisen, dass es der Erblasser rechtmässig erworben; jedoch muss durch Zeugen konstatiert sein, dass der Erblasser es, wenn auch nur einen Tag, besessen hat.",
+ "Die Handwerker. Die an einem Grundstück 3 Jahre lang gearbeitet und es deshalb im Besitze hatten. Jerusch. liest nicht האומנין.",
+ "die Miteigentümer. Wenn Einer von zwei Teilhabern eines Grundstückes, bei dem kein Teilungsrecht (oben I, 6) vorhanden ist, dasselbe drei Jahre besessen hat.",
+ "die Feldbauer. Vgl. B. mezia V, Note 73. Nach dem Talmud (46 b) spricht die Mischna von Familien-Feldbauern, (Erbpächter, אריסי בתי אבות), die bereits lange die Grundstücke der Familie in Pacht haben (da dieselben von Vater auf Sohn übergehen) und manchmal 3 Jahre lang den ganzen Ertrag der Felder nehmen, um in den folgenden 3 Jahren wieder den ganzen Ertrag dem Eigentümer zu überlassen.",
+ "und die Vormünder. אפוטרופוס = ἐπίτροπος.",
+ "haben kein Ersitzungsrecht. In drei Jahren bei Grundstücken. Bei Mobilien, bei denen, wenn sie nicht ausgeliehen und vermietet zu werden pflegen, der davon Besitz Ergreifende sogleich beglaubt ist zu behaupten, er habe sie käuflich erworben, gilt ebenfalls die Ausnahme, dass Personen, die zum fraglichen Gegenstande eine der hier genannten Beziehungen hatten, ohne Beweis nicht behaupten können, den Gegenstand gekauft zu haben.",
+ "Der Mann hat kein Ersitzungsrecht an den Gütern seiner Frau. An den Niessbrauch-Gütern (נכסי מלוג, Jebamot VII, 1), wovon der Mann die Früchte zu essen berechtigt ist. Selbst wenn er auf dieses Recht schriftlich verzichtet hat, kann dennoch ein dreijähriger Genuss der Früchte nicht als „Ersitzung“ gelten, da die Frau es mit dem Manne nicht genau nimmt, und ihm den Niessbrauch ihrer Güter überlässt, wenn er auch nicht dazu berechtigt ist.",
+ "und die Frau hat kein Ersitzungsrecht an den Gütern ihres Mannes. Obwohl der Mann zur Ernährung seiner Frau irgend ein Gut bestimmt hat, kann die Frau dennoch nicht ein anderes Gut durch Usucapion erwerben, da der Mann seine Frau auch da die Früchte geniessen lässt, wo sie nicht dazu berechtigt ist.",
+ "der Vater nicht an den Gütern des Sohnes. Solange der Sohn am Tische des Vaters isst, wo beide es miteinander nicht so genau nehmen.",
+ "und der Sohn nicht an den Gütern des Vaters. Solange der Sohn am Tische des Vaters isst, wo beide es miteinander nicht so genau nehmen.",
+ "Wobei sind diese Worte. Dies bezieht sich auch auf den Anfang des Abschnittes, wonach zur Usucapion drei Jahre erforderlich sind.",
+ "Beim Ersitzen. Wobei der frühere Eigentümer behauptet, dass der Ersitzende es mit Unrecht in Besitz genommen.",
+ "gibt aber jemand ein Geschenk. Und der Empfänger will es mit Einwilligung des Gebers durch Okkupation erwerben.",
+ "in einer Erbschaft. Und Jeder will sein Teil durch Okkupation sich aneignen.",
+ "oder ergreift jemand Besitz von den Gütern eines Proselyten. Der ohne Erben verstorben ist, dessen Vermögen als herrenloses Gut betrachtet wird, s. B. kamma IX, Note 66.",
+ "wenn man nur etwas verschlossen. Eine Türe oder ein Schloss daran gemacht, oder eine offene Türe verschlossen hat.",
+ "Besitzergreifung. Das ist die Chasakah (Occupatio), durch welche man Grundstücke erwerben kann, vgl. Mischna Kidduschin I, 5 und oben Note 1."
+ ],
+ [
+ "dass er es. Ein ersitzbares Objekt.",
+ "drei Jahre niessbraucht. Und so durch Usucapion erworben.",
+ "und sie werden falsch befunden. Durch Alibi-Überführung (הזמה), wie in B. kamma VII, Note 13.",
+ "so müssen sie ihm. Dem Eigentümer des Objektes.",
+ "das Ganze. Den Betrag, um den sie ihn schädigen wollten.",
+ "bezahlen. B. kamma VII, Note 14.",
+ "Zeugen) für das erste, zwei für das zweite und zwei für das dritte (Jahr. Und diese drei Zeugenpaare kommen auf einmal, so dass man sieht, dass sie Alle das Objekt dem angeblichen Ersitzer zuzueignen beabsichtigen.",
+ "so teilt man. Die aufzuerlegende Strafe.",
+ "unter sie in drei Teile. Jedes Paar zahlt ein Drittel.",
+ "Sind es. Die drei Zeugen-Parteien.",
+ "und Einer. Ein Fremder.",
+ "ihnen. So dass für jedes Ersitzungs-Jahr einer der drei Brüder und der Fremde Zeugnis ablegen.",
+ "so sind dies drei Zeugnisse. Das Zeugnis ist gültig, obgleich Brüder miteinander zu Einem Zeugnisse unbrauchbar sind; denn es sind dies drei Zeugnisse.",
+ "sie sind jedoch Ein Zeugnis hinsichtlich der Überführung. Wenn sie falsch befunden werden, zahlen sie die Strafe gemeinschaftlich, und zwar so, dass jeder Bruder ⅙ und der Fremde ³⁄₆ (= ½) bezahlt. Sie sind auch nur strafbar, wenn sie alle, vier überführt worden. Im Jerusch. und in manchen Codices fehlt das Wort להזמה."
+ ],
+ [
+ "Welches. B. mezia II, Note 1.",
+ "bei denen keine Ersitzung Statt hat. Im Folgenden handelt es sich um Usucapirung gewisser Rechte an eines Andern Grundstück (Servituten).",
+ "Hat jemand. Drei Jahre lang.",
+ "so gilt da keine Ersitzung. Nach dem Talmud spricht dies von zwei Teilhabern eines Hofes, die es miteinander nicht so genau nehmen; hat man aber drei Jahre lang obige Verrichtungen in einem fremden Hofe oder in dem Hofe eines Teilhabers, der es damit genau nimmt, ausgeübt, so kann man in Folge der Usucapion behaupten, man habe für immer das Recht dazu erkauft.",
+ "so gilt dabei eine Ersitzung. Weil solches auch bei einem Teilhaber nicht geduldet würde, wenn er nicht das Recht dazu erkauft hätte."
+ ],
+ [
+ "Betreffs der Traufrinne. מרזב ist nach den Erklärern eine kleine Rinne, die an das Ende der über die ganze Länge des Daches sich hinziehenden grossen Dachrinne (מזחילה) angebracht wird, damit die Traufe fern von der Wand hinabfalle.",
+ "aber hinsichtlich ihres Ortes gilt eine Ersitzung. Dieser dunkle Satz wird in der Tosephta (II, 13) mit folgenden Worten erklärt: צינור בחצר אין לו חזקה מקום קילוחו יש לו חזקה (Für die Rinne kann man am Hofe nichts ersitzen; dagegen gilt eine Ersitzung hinsichtlich des Ortes ihres Ergusses). Es wird hiernach bestimmt: Wenn jemand seine Traufrinne drei Jahre in den Hof des Nachbars fallen liess, so hat er zwar das Recht ersessen, seine Traufe weiterhin in jenen Hof sich ergiessen zu lassen; aber andere Verbindlichkeiten hat der Hofbesitzer betreffs der Rinne nicht. Er kann z. B. unter derselben oder neben derselben bauen, was bei מזחילה (weiter Note 71) nicht gestattet ist.",
+ "Betreffs der Dachrinne. Oben Note 68 und II, Note 43.",
+ "gilt eine Ersitzung. Auch insofern, dass der Nachbar 4 Ellen weit von seiner Dachrinne keine Wand aufführen (oben II, 5) und auch unter dieser Rinne nicht bauen darf, wenn diese dadurch beschädigt werden könnte.",
+ "Hinsichtlich einer ägyptischen Leiter. Eine kleine Leiter, die keine 4 Sprossen hat und nicht an einer Stelle befestigt ist.",
+ "gilt keine Ersitzung. Hat man diese in den Hof des Nachbars drei Jahre gesetzt, ohne dass er dagegen Einspruch erhoben, so kann man nicht behaupten, man habe das Recht dazu erkauft, da eine solche Leiter nicht beachtet wird.",
+ "hinsichtlich einer tyrischen. Einer grossen Leiter.",
+ "Betreffs eines ägyptischen Fensters. Das nach des Nachbars Hofe geht.",
+ "gilt keine Ersitzung. Es kann daher der Nachbar davor eine Wand bauen und es verschliessen. Nach einigen gilt dies nur, wenn das kleine Fenster bloß als Luftloch dient, nicht aber, wenn es des Lichtes wegen gemacht ist.",
+ "durch welches nicht der Kopf eines Menschen gehen kann. Und noch ausserdem höher als 4 Ellen vom Boden des Zimmers angebracht ist (Talmud).",
+ "Wenn dasselbe eine Einfassung. מלבן (von לבנה) eine Ziegelform, eine längliche viereckige Einfassung.",
+ "Betreffs eines Vortrittes. זיז ein Vorbau von Stein oder Holz, der an der Wand im Raume des Nachbars vorsteht.",
+ "verwehren. Weil er von da aus stets in des Nachbars Hof sehen kann.",
+ "so gilt dabei keine Ersitzung. Und es kann der Nachbar den Vortritt wegschaffen, wenn er an dessen Stelle eine Wand bauen will.",
+ "nicht verwehren. So lange man dessen Raum nicht braucht."
+ ],
+ [
+ "Es darf niemand seine Fenster in den gemeinsamen Hof. Obgleich er Teilhaber des Hofes ist; um so weniger in einen fremden Hof.",
+ "eröffnen. Weiler durch das Hinaussehen dem Nachbar schaden kann, s. oben I, Note 8.",
+ "Kauft einer ein Haus. Von welchem eine Wand am gemeinsamen Hofe liegt.",
+ "so darf er es nicht in den gemeinsamen Hof eröffnen. Weil dadurch der gemeinsame Hof mehr betreten würde, indem die Bewohner des andern Hauses ebenfalls in diesen Hof ginge.",
+ "so darf er ihn nicht in den gemeinsamen Hof eröffnen. Weil dann der gemeinsame Hof auch von den Bewohnern des Söllers betreten würde.",
+ "sondern wenn er will. Mehr Bewohner in sein Haus aufnehmen.",
+ "kann er ein Zimmer innerhalb seines Hauses bauen. Indem er ein Zimmer durch eine Wand in zwei teilt.",
+ "oder einen Söller auf seinem Hause bauen. Nach dem Talmud ist unter diesem Söller nur eine Gallerie zu verstehen, wodurch der Raum seines Hauses nicht vergrössert, sondern nur ein Teil desselben in zwei Stockwerke geteilt wird.",
+ "und in sein Haus eröffnen. Dies ist gestattet, obgleich dadurch mehr Bewohner in den Hof kommen, da es jedem freisteht, beliebig viele Bewohner in sein Haus zu nehmen.",
+ "oder ein Fenster gegenüber einem Fenster. Sondern etwas seitwärts, damit er nicht geradezu in des Nachbars Wohnung hineinschauen könne.",
+ "War sie. Die Türe.",
+ "darf er sie nicht gross machen. Weil dadurch der Einblick in des Nachbars Haus leichter wird und dieser sich vor demselben nicht schützen kann.",
+ "aus Einer darf er nicht zwei. Obwohl beide zusammen nicht grösser sind als die Eine.",
+ "machen. Da der Nachbar sich bei zwei Türen schwerer vor dem Ausblick schützen kann, als bei Einer.",
+ "gegenüber und ein Fenster einem Fenster gegenüber eröffnen. Da der gegenüber Wohnende doch ohnedies wegen der Leute, die durch die Strasse ziehen, bei seinem Tun und Treiben sich in Acht nehmen muss."
+ ],
+ [
+ "Elieser erlaubt es in der Weise. Wenn der Erdboden darüber so fest ist.",
+ "dass ein mit Steinen beladener Wagen darüber fahren kann. Die Weisen aber gestatten es auch in diesem Falle nicht, da im Laufe der Zeit die Decke schwächer werden kann.",
+ "Man darf keine Vortritte. Oben Note 79.",
+ "und Altane. גזוזטרא, auch כסוסטרא und כצוצטרא geschrieben, ist das gr. ἐξώστρα (im Syr. ܟܣܽܘܣܛܪܽܘܢ), das auch „Altan“ bedeutete. Über den Unterschied zwischen זיז und גזוזטרא s. Oholot XIV, 1, wo statt גיזרה vom Aruch גזוזטרא gelesen wird.",
+ "wenn er will. Einen derartigen Vorbau machen.",
+ "muss er (die Mauer. Seines Hauses.",
+ "in sein Gebiet hineinrücken und dann hinausbauen. So dass der ganze Vorbau im Raume seines Gebietes steht.",
+ "so bleibt er in seinem Besitzrechte. Da wir annehmen, der Verkäufer hat den Vorbau in seinem Gebiete angebracht."
+ ]
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+ "so hat er den Anbau. יציע Kammern, die als Anbau an den Wänden oder in der Dicke der Wand sich befinden.",
+ "nicht mit verkauft. Dies gilt nur dann, wenn der Anbau 4 Ellen breit ist.",
+ "welches hinter dem Hause ist. Obwohl es den Eingang im Hause hat.",
+ "Wenn dazu. Zum Dache vom Hause aus.",
+ "die Form eines Eingangs. Vgl. Erubin I, 1 Note 6.",
+ "so ist es. Das Dach.",
+ "selbst wenn es. Das Geländer."
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+ "Ferner nicht den Brunnen. בור ein gegrabener Brunnen oder eine Zisterne, die in harter Erde gegraben und nicht ausgemauert zu werden braucht.",
+ "und nicht die Zisterne. דות, auch חדות, ist eine ausgemauerte Zisterne. Nach einigen ist דות ein auf der Erde gebauter Wasserbehälter.",
+ "Tiefe und Höhe. „Des Hauses verkaufe ich dir.“",
+ "Doch muss er. Der Verkäufer vom Käufer.",
+ "sich dazu einen Weg kaufen. Denn gewiss hat er das ganze Grundstück verkauft und sich nicht einmal einen Weg zur Zisterne zurückbehalten, da jeder Verkäufer „mit günstigem Auge“ (בעין יפה, mit Freigebigkeit) verkauft.",
+ "Er braucht sich keinen Weg dazu zu kaufen. Da jeder Verkäufer „mit missgünstigem Auge“ (בעין רעה, ungünstig) verkauft und sich den nötigen Weg zurückbehält.",
+ "ausser diesen. Dem Brunnen und der Zisterne. Er hat diese vom Verkaufe ausdrücklich ausgeschlossen.",
+ "er sich keinen Weg dazu zu kaufen braucht. Denn da diese Klausel unnötig war, so wollte er damit sich auch einen Weg zurückbehalten.",
+ "Hat jemand diese. Einen Brunnen oder eine Zisterne in seinem Hause.",
+ "an einen Andern verkauft. Und das Haus für sich behalten.",
+ "Akiba sich keinen Weg dazu zu kaufen. Da er ihm mit Gunst (oben Note 12), also auch einen Weg dazu verkauft hat.",
+ "Er muss sich einen Weg dazu kaufen. Denn er hat ihm keinen Weg mit verkauft (oben Note 13)."
+ ],
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+ "so hat er die Türe. Die vermittelst der Türangeln am Hause befestigt ist.",
+ "aber nicht den Schlüssel. Selbst wenn er an der Türe befestigt ist.",
+ "mit verkauft. Da derselbe leicht losgelöst werden kann und nicht immer befestigt bleibt.",
+ "er hat den feststehenden. Am Boden.",
+ "er hat den Mühlen-Kegel. אצטרוביל u. קלת entsprechen dem שכב und רכב oben II, 1, vgl. Talmud 20b. Letztere sind die Mühlsteine der kleinen Handmühle; beide ersteren sind die Mühlsteine einer grossen Mühle, רחיים של חמור (mola asinaria) genannt. Ein solcher grosser Mühlstein hiess auch μύλος ὀνιϰός Esels-Mühlstein. — אצטרוביל = στρόβιλος (lat. meta), der Kegel, hiess der untere auf dem Boden feststehende Mühlstein mit einer viereckigen oder runden Basis, auf welcher sich ein spitzer Kegel erhob (daher den Namen אצטרוביל). קלת = ϰάλαϑος, der Korb, hiess der obere Mühlstein. Dieser hatte unten eine konkav ausgehauene Fläche, während er sich nach oben zum Behuf des Einschüttens des Getreides in gleicher Weise wie nach unten öffnete und so die Gestalt eines Korbes erhielt, weshalb er den Namen קלת führen mochte. Das oben eingeschüttete Getreide wurde durch den Umschwung des קלת um den kegelförmigen אצטרוביל zerrieben.",
+ "aber nicht den Mühlen-Korb. אצטרוביל u. קלת entsprechen dem שכב und רכב oben II, 1, vgl. Talmud 20b. Letztere sind die Mühlsteine der kleinen Handmühle; beide ersteren sind die Mühlsteine einer grossen Mühle, רחיים של חמור (mola asinaria) genannt. Ein solcher grosser Mühlstein hiess auch μύλος ὀνιϰός Esels-Mühlstein. — אצטרוביל = στρόβιλος (lat. meta), der Kegel, hiess der untere auf dem Boden feststehende Mühlstein mit einer viereckigen oder runden Basis, auf welcher sich ein spitzer Kegel erhob (daher den Namen אצטרוביל). קלת = ϰάλαϑος, der Korb, hiess der obere Mühlstein. Dieser hatte unten eine konkav ausgehauene Fläche, während er sich nach oben zum Behuf des Einschüttens des Getreides in gleicher Weise wie nach unten öffnete und so die Gestalt eines Korbes erhielt, weshalb er den Namen קלת führen mochte. Das oben eingeschüttete Getreide wurde durch den Umschwung des קלת um den kegelförmigen אצטרוביל zerrieben.",
+ "mit verkauft. Letzterer ist beweglich, ersterer feststehend.",
+ "auch nicht den Ofen und nicht den Herd. Die beweglich sind.",
+ "and. LA.: Er hat den Ofen mit verkauft, er hat den Herd mit verkauft. Nach dieser LA. spricht die Mischna von Ofen und Herd, die am Boden festsitzen.",
+ "was darin ist. „Sei dir verkauft.“",
+ "so ist alles dieses. Was in dieser Mischna steht, aber nicht das in Mischna 1 und 2 Erwähnte"
+ ],
+ [
+ "hat er die Häuser. Die im Hofe ihren Eingang haben.",
+ "Gräben und Höhlen. Die im Hause sind.",
+ "was darin ist. „Sei dir verkauft.“",
+ "so ist alles verkauft. Doch nicht die darin befindlichen Lebensmittel.",
+ "Jedenfalls. Obschon er gesagt hat: „Der Hof und alles, was darin ist, sei dir verkauft.“",
+ "hat nur den freien Raum des Hofes verkauft. Sonst nichts; nicht einmal die Häuser."
+ ],
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+ "so hat er das Becken. ים eig. Meer, nach Raschbam מיי״ם = maie, der Kelterboden, in dem die Oliven gekeltert werden.",
+ "den Reibstein. ממל (von מלל reiben) nach dem Talm. = מפרכתא (von פרך reiben), das nach Raschbam den hohlen Stein bezeichnet, in welchem die Oliven zerstossen werden. Es scheint hiernach ממל hier für בית הממל (Maaserot I, 7) zu stehen; denn ממל dürfte eher „Reiber“ oder „Stampfer“ bedeuten, wie Barten. erklärt.",
+ "und die Stangen. Die an beiden Seiten der Kelter im Boden befestigt sind und in welche der Pressbalken eingefügt ist. Nach Raschbam wurden diese jumelles (Zwillinge) oder sorores (Schwestern) genannt.",
+ "er hat aber nicht mit verkauft die Pressbretter. Die man auf die zerstossenen Oliven legt, um sie vermittelst des Pressbalkens aaszupressen. Jerusch. liest הכירים, und auch in M. Kelim XII, 8 sind כירים erwähnt, die nach den Erklärern mit עכירין identisch sein sollen; doch erklärt dort Maimon. כירים für eine eiserne Keule, mit der man die Oliven zerstösst.",
+ "das Rad. Die Winde, womit der Pressbalken hinaufgezogen und herabgesenkt wird."
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+ "so hat er nicht die Bretter. Auf welche man die Kleider legt.",
+ "die Bänke. ספסל von subsellium, Sitz-Bank. Der Talm. liest: ספלין, was gewöhnlich „Wasch-Schüsseln“, bedeutet. Vielleicht ist es aber hier vom gr. σφέλας abzuleiten und als Bänke zu fassen.",
+ "und die Vorhänge. וילון von velum, Vorhang vor dem Eingang. Nach einigen sind es „die Handtücher.“ Die Talmude lesen בילניות.",
+ "Jedenfalls hat er die Wasserbehälter. Die Wasserteiche, die das Badehaus mit Wasser versorgen."
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+ "Ölpressen-Häuser und bewässerte Ländereien. Vgl. B. mezia IX, 2, Note 9; nach dem Talm. ist hier nur von „Gartenland“ die Rede.",
+ "hat auch den Wächter. סנטר nach R. Chanannel: der Wächter (vom gr. συντηρέω), nach andern: Jemand, der die Grenzen der Felder zeigt (viell. vom σημάντωρ der Anzeiger). Nach einer Ansicht im Talmud bedeutet סנטר „die Felder rings um die Stadt.“"
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+ "die dazu gebraucht werden. Um dem Felde als Umzäunung zu dienen.",
+ "die dazu gebraucht werden. Um die Reben daran zu binden. Unter Feld ist auch ein Weinberg zu verstehen.",
+ "das noch an der Erde haftet. Obwohl es schon zum Ernten reif ist.",
+ "das Schilf - Gebüsch. מחיצת im Talm. חיצת, besser חישת vom ar. خيسة Gebüsch.",
+ "das weniger ist als ein Viertel Kab-Aussaat. 104⅙ Quadratellen.",
+ "die nicht. R. Chanannel liest hier העשויה בטיט und in der folgenden Mischna שאינה עשויה בטיט.",
+ "die ungepfropfte Carube. Den noch jungen Johannisbrotbaum; wenn der Baum älter wird, pfropft man ihn.",
+ "und die unbehauene Sykomore. Solange sie noch jung ist; wenn sie alt wird, haut man die Zweige ab und sie heisst dann סדן השקמה."
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+ "das von der Erde abgepflückt ist. Wiewohl es noch auf dem Felde trocknen muss.",
+ "das die Grösse eines Viertel Kab-Aussaat hat. Weil dies wie ein besonderes Feld betrachtet wird.",
+ "die mit Lehm befestigt ist. S. oben Note 52.",
+ "die gepfropfte Carube. Oben Note 53.",
+ "und den Sykomoren - Stamm. Oben Note 54.",
+ "die Kelter. Die Kelter befand sich gewöhnlich im Weinberge (s. oben Note 48), Jesaja 5, 2.",
+ "Er muss sich jedoch dazu einen Weg kaufen. S. oben Noten 11—19.",
+ "Er muss sich einen Weg dazu kaufen. S. oben Noten 11—19.",
+ "Worte. Dass gewisse Dinge nicht zum Felde gehören.",
+ "Bei einem Verkäufer; wenn aber jemand eine Schenkung macht, schenkt er alle diese (Dinge. Die im Felde sind.",
+ "mit. Da man gewöhnlich mit „günstigem Auge“ (בעין יפה) schenkt.",
+ "Wer sich der Güter eines Proselyten. Der ohne Erben verstorben und dessen Güter herrenlos sind.",
+ "hat auch dies alles mit geheiligt. Weil man mit „günstigem Auge“ heiligt.",
+ "hat nichts mitgeheiligt. R. Simon meint, der Heiligende ist, wie ein Verkäufer, nicht freigebig.",
+ "ausser der gepfropften Carube und dem Sykomoren-Stamm. Weil diese vom Felde des Heiligtums Nahrung saugen."
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+ "das Segel. Jesaja 33, 23.",
+ "den Anker. עוגין nach Babli von עגן (Ruth 1, 13). Jerusch. liest הוגין; arab. هوجل Anker (gr. ὄγϰινος Widerhaken).",
+ "er hat aber nicht mit verkauft die Knechte. Schiffs-Knechte.",
+ "die Säcke. מרצוף gr. μάρσυπος Sack.",
+ "und die Ladung. אנתיקי gr. ἐνϑήϰη, nach dem Talm. die Ware, die im Schiffe ist.",
+ "Wer einen Wagen. קרון gr. ϰαῤῥόν.",
+ "hat nicht die Maultiere. Die den Wagen ziehen. Nach einigen sind פרדות die Ortscheite des Wagens, an welche die Zugtiere gespannt werden.",
+ "Wer ein Joch. Welches die pflügende Rinder zusammen hält.",
+ "hat nicht die Rinder mit verkauft. Selbst an einem Orte, wo Einige mit dem Ausdruck „Joch“ auch die Rinder bezeichnen.",
+ "dass ein Joch nicht zweihundert Sus wert ist. Er hat also die Rinder mit gekauft.",
+ "Der Kaufpreis beweist nichts. Allerdings ist mitunter bei einem zu hohen Kaufpreise der Kauf ungültig, oder wenigstens der Betrag, um den man den Nächsten übervorteilt, zurückzuerstatten, (vgl. B. mezia IV, Note 21); doch gelten diese Bestimmungen nur, wenn möglicherweise der Käufer irrtümlich die Ware für so viel wert gehalten haben konnte; wo aber ein solcher Irrtum ausgeschlossen ist, da wird angenommen, der Käufer habe das Geld als Geschenk gegeben."
+ ],
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+ "hat nicht dessen Geräte. Nach dem Talmud sind hier nur die Packgeräte, wie Quer- und Mantelsack, gemeint; dagegen sind die zum Reiten nötigen Geräte, wie Sattel u. dgl., mit verkauft.",
+ "mit verkauft. Obgleich sie während des Verkaufes auf ihm liegen.",
+ "und er sprach zu ihm. Dem Eigentümer des Esels.",
+ "ist dies dein Esel. Er weiss also noch nicht, ob dieser Esel ihm gehört."
+ ],
+ [
+ "Wer eine Eselin verkauft. Und zum Käufer sagt: „ich verkaufe dir eine melkende Eselin (Talmud).",
+ "hat das Füllen. S. Pesachim IV, Note 7.",
+ "mit verkauft. Da die Milch der Eselin den Israeliten verboten ist, so hat er nur deshalb eine melkende Eselin gekauft, um die Milch für das Füllen zu gebrauchen.",
+ "Wer eine Kuh. Eine melkende.",
+ "hat ihr Junges nicht mit verkauft. Da der Käufer die Milch selbst trinken kann.",
+ "Wer einen Bienenstock. כוורת ar. كوارة, ein grosser runder Behälter, Bienenkorb.",
+ "Wenn jemand die Früchte des Taubenschlages. Was die Tauben in einem Jahre ausbrüten.",
+ "so muss er die erste Brut. Das erste Täubchenpaar, das die Tauben ausbrüten.",
+ "fliegen lassen. D. h. er darf dies nicht nehmen, sondern muss es bei den alten Tauben zurücklassen, weil diese ohne Gesellschaft (צוות) davonfliegen würden.",
+ "die Früchte eines Bienenstockes. Die Brut der Bienen von einem Jahre.",
+ "so kann er drei. Die drei ersten, welche die besten sind.",
+ "Bienenschwärme. נחיל ar. نحل Bienenschwarm.",
+ "dann kann jener. Der Verkäufer.",
+ "unfruchtbar machen. סרס, kastrieren. Nach dem Talm. geschieht dies dadurch, dass er ihnen Senf zu essen gibt. Dadurch werden sie zeugungsunfähig und beschäftigen sich nur mit der Bereitung des Honigs. Nach einer andern Erklärung im Talm. heisst ומסרס: „und er überspringt“ und das Subjekt ist der Käufer; die Mischna sagt hiernach entweder: „er nimmt drei Bienenschwärme mit Überspringen“ (d. h. den 1. 3. und 5.), oder: „er nimmt die drei ersten Schwärme, und dann überspringt er“ (d. h. er nimmt einen und lässt den andern zurück).",
+ "die Honigwaben. Die im Bienenstocke des andern in einem Jahre erzeugt werden.",
+ "so muss er zwei Waben zurücklassen. Damit die Bienen im Winter sich davon ernähren.",
+ "so muss er zwei Zweige. גרופית der Zweig eines Ölbaumes, vielleicht von גרף (fegen), wie מכבד (der Zweig einer Palme) von כַבֵּר (aus fegen). Nach Andern bedeutet שתי גרופיות „zwei Fausthöhen vom Stamme über der Erde“ (von אגרוף Faust).",
+ "zurücklassen. Um damit neue Ölbäume zu pflanzen."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand zwei Bäume. Um deren Früchte zu pflücken.",
+ "so hat er keinen Boden. Unter und zwischen den Bäumen.",
+ "grösser werden. Sich ausbreiten und durch ihren Schatten dem Eigentümer des Bodens Schaden bringen.",
+ "so darf Jener. Der Grundherr.",
+ "beschneiden. שפה glätten, hobeln, die Zweige abschneiden. Mit dem Verkaufe der Bäume hat der Grundherr zugleich seinen Grund und Boden für die Bäume, soweit sie es nötig haben, dienstbar gemacht, da ja der Käufer keinen eigenen Boden dazu erworben.",
+ "Was vom Stamme. Der über der Erde ist.",
+ "gehört ihm. Dem Käufer der Bäume. Doch muss er es abhauen und darf es nicht dort wachsen lassen; denn es könnte sich der Boden ringsumher derart heben, dass der neue Schössling von Erde bedeckt wie ein dritter Baum aussieht, und der Käufer würde dann als Besitzer von drei Bäumen auch auf Grund und Boden Anspruch erheben.",
+ "das von den Wurzeln. Die unter der Erde sind.",
+ "gehört der Boden nicht ihm. Dem Käufer der Bäume. Er kann an deren Stelle nicht andere Bäume pflanzen.",
+ "Hat er drei Bäume. zusammen.",
+ "so hat er auch Boden. Den Boden unter und zwischen den Bäumen und ringsumher soviel Raum als der Frucht-Pflücker mit seinem Korbe in der Hand braucht.",
+ "dazu erworben. Nach dem Talmud gilt diese Bestimmung nur, wenn die Bäume nicht weniger als vier und nicht mehr als sechzehn Ellen voneinander entfernt sind.",
+ "grösser werden. Sich ausbreiten und durch ihren Schatten dem Eigentümer des Bodens Schaden bringen.",
+ "darf Jener. Der Grundherr.",
+ "beschneiden. Denn da der Käufer auch Boden erworben, so hat der Verkäufer ihm nicht seinen Grund und Boden für die Bäume dienstbar gemacht; er kann daher die Zweige, die in sein Gebiet hineinreichen, abschneiden.",
+ "gehört ihm. Dem Besitzer der Bäume.",
+ "gehört ihm der Boden. Und er kann dort andere Bäume pflanzen."
+ ],
+ [
+ "Hat er die Lunge. קנח die Röhre, die Luftröhre nebst Lunge und Herz.",
+ "hat die Lunge nicht mit verkauft. Jedoch meint die Tosephta ist in Bezug auf alle derartigen Bestimmungen der Landesbrauch massgebend."
+ ],
+ [
+ "Vier. Voneinander unterschieden.",
+ "Normen. S. B. kamma VII, Note 1.",
+ "zurücktreten. Weil er übervorteilt worden ist, vgl. B. mezia IV, Note 21. Dagegen kann der Verkäufer, selbst wenn der Weizen sehr gestiegen ist, den Kauf nicht rückgängig machen.",
+ "Hat er ihn für schlecht verkauft. Indem der Käufer ihn getäuscht, dass solcher Weizen in dieser Stadt für schlecht betrachtet werde.",
+ "so kann der Verkäufer zurücktreten. Der Käufer aber nicht, selbst wenn der Weizen nachher billiger geworden.",
+ "und er wird auch schlecht. Wenn er auch nicht der allerschlechteste ist.",
+ "oder hat er ihn für gut verkauft und wird auch gut. Wenn er auch nicht der allerbeste ist.",
+ "Hat er dunkelroten. שחום wie das biblische חום (Gen. 30, 32).",
+ "so können beide zurücktreten. Weil der eine dies, der andere jenes vorziehen mag."
+ ],
+ [
+ "Verkauft jemand seinem Nächsten Früchte. Und beide sind über den Preis eines bestimmten Maasses bereits einig geworden. So lange der Preis noch nicht bestimmt ist, kann der Käufer die Früchte, selbst wenn sie ihm zugemessen werden und er sie an sich zieht, nicht erwerben; denn er ist über seinen Kauf noch nicht sicher, da ja der Verkäufer einen beliebig hohen Preis fordern kann.",
+ "und dieser hat die Früchte an sich gezogen. Er hat die Früchte durch Fortziehen von dem Orte, wo sie sich befinden, fortgeschafft. Nach Rab genügt es, wenn der zu erwerbende Gegenstand ein wenig fortgezogen wird; nach der rezipierten Ansicht Samuels dagegen muss er ihn ganz von seiner frühern Stelle fortschaffen (s. Talmud 75 b).",
+ "so hat er sie erworben. Diese Aneignungs-Form (משיכה genannt) gilt nur bei grossen Lasten, die man nicht aufheben kann und die in einem Seitengässchen (סימטא) oder in einem beiden (Käufer und Verkäufer) gehörigen Hofe sich befinden, keinesfalls aber im öffentlichen Gebiete (רשות הרבים).",
+ "Hat jener. Der Verkäufer. Wenn sie der Käufer selbst misst, so erwirbt er sie durch das Aufheben (הגבהה).",
+ "sie ihm zugemessen. Mit seinen (des Verkäufers) Geräten.",
+ "so hat er sie nicht erworben. Wenn sie aber mit des Käufers Geräten gemessen worden, hat er sie erworben.",
+ "Wenn er klug ist. Und die Ware sich aneignen will, so dass der Verkäufer nicht vom Kaufe zurücktreten könnte.",
+ "so mietet er. Falls eine Erwerbung durch Fortziehen oder Aufheben nicht möglich ist.",
+ "deren. Der Ware.",
+ "Platz. Dann erwirbt er die Ware, weil sie sich in seinem Gebiete befindet.",
+ "Wenn jemand Flachs. Den man in die Höhe heben kann.",
+ "bis er ihn von einem Orte zum andern trägt. D. h. durch Aufheben (הגבהה). טלטל fortbewegen, indem man den Gegenstand aufhebt. Durch הגבהה kann man an jedem Orte einen Gegenstand erwerben.",
+ "Ist derselbe noch am Boden haftend. Sodass das Recht von Grundstücken dabei anwendbar ist, die man durch Okkupation sich aneignen kann, vgl. oben III, 3, Note 48.",
+ "und er reisst etwas davon aus. Auf Anordnung des Verkäufers, der zu ihm sagt: Reinige mir ein Stückchen vom Felde, um hierdurch den ganzen Flachs, der auf dem Felde wächst, zu erwerben.",
+ "so hat er ihn erworben. Weil diese Arbeit als Okkupation (חזקה) betrachtet wird."
+ ],
+ [
+ "so gehört es dem Käufer. Nach dem Talmud handelt diese Bestimmung von dem Falle, wo das Maass einem Unterhändler gehört, der es Beiden geliehen hat; es ist nun anzunehmen, dass das Gefäss so lange dem Verkäufer geliehen ist, bis es gefüllt ist, nachher aber ist es dem Käufer geliehen, der durch das Gerät die Ware, die sich in einem סימטא oder in einem gemeinsamen Hofe befindet, erworben hat, s. oben Note 65 und 62.",
+ "Wenn ein Makler. סרסור ar. سرسار Sensal, Makler.",
+ "zwischen ihnen ist. Der die Ware vom Verkäufer kauft, um sie mit Gewinn an den Käufer abzugeben.",
+ "und das Fass. Das ihm (dem Makler) gehört.",
+ "so ist es zum Schaden des Maklers zerbrochen. Wir nehmen nicht an, dass der Makler bloß der Bevollmächtigte des Käufers sei, sodass letzterer den Schaden tragen müsste. Vor unserem Satze scheint eine Lücke (הסורי מיחסרא) zu sein. Nach der Tosefta (V, 2) müsste da stehen: נשברה המרה עד שלא נתמלאת נשברה למוכר משנתמלאת נשברה ללוקח ואם היה סרסור וכו׳ (Wird das Maass zerbrochen, bevor es gefüllt ist, trifft der Schaden den Verkäufer; geschieht es aber, nachdem es gefüllt ist, so trifft der Schaden den Käufer. Wenn aber ein Makler u. s. w.).",
+ "aus dem Maasse. Nachdem er es ausgeleert.",
+ "ihm. Dem Käufer.",
+ "Hat er es nachher umgebogen und die Neige gesammelt. Am Boden des Maasses. מיצה eig. ausdrücken, d. h. die letzten Tropfen sammeln.",
+ "so gehört diese dem Verkäufer. Denn der Käufer verzichtet darauf, vgl. Terumot XI, 8.",
+ "Der Krämer aber ist nicht verpflichtet. Weil er stets beschäftigt ist und keine Zeit dazu hat. Nach einer andern LA. (s. Schitta mek.) heisst es: והחנוני חייב (Auch der Krämer ist verpflichtet).",
+ "Nur am Vorabend des Schabbats bei einbrechender Dunkelheit ist er davon befreit. Weil er da keine Zeit dazu hat."
+ ],
+ [
+ "ihm einen Pondion. Lat dupondium. 1 Pondion = 2 Issar. Die Talmude lesen nicht: ופונדיון בידו.",
+ "jener. Der Krämer.",
+ "ihm um einen Issar. Gr. ἀσσάριον, lat. as.",
+ "dieses. Das Kind.",
+ "so ist der Krämer schuldig. Das Öl, den Issar und die Flasche zu ersetzen; denn er hätte dies alles nicht durch das Kind schicken sollen, vgl. B. mezia VIII, 3. Der Talmud findet es jedoch auffällig, dass der Krämer auch die Flasche bezahlen müsse, da doch der Eigentümer selbst sie dem Kinde anvertraut und so der Gefahr des Zerbrechens preisgegeben hat. Die einfachste Erklärung ist die von Rabba und Rab Joseph, dass der Krämer auch die Flasche verkauft und das Kind weiter nichts als den Pondion mitbekommen hatte. Doch findet der Talm. nach dieser Erklärung den Schluss der Mischna schwierig, und Raba erklärt schliesslich, die Mischna handle von dem Falle, dass der Krämer die Flasche genommen und für sich zum Messen benutzt hat. Er muss daher die Flasche bezahlen, weil eine Entleihung ohne Wissen des Eigentümers wie ein Raub betrachtet wird, vgl. B. mezia III, Note 47.",
+ "da Jener. Der Vater des Kindes.",
+ "es auf diese Gefahr hin. Eig.: mit dieser Bedingung.",
+ "geschickt. Die Tosefta sagt: שעל מנת כן שולח את בנו אצל חנוני על מנת שיאבד את האיסר וישבר את הצלוחית (Er hat auf diese Gefahr hin sein Kind zum Krämer geschickt, dass es den Issar verlieren und die Flasche zerbrechen soll). Nach dem Talm. braucht er deshalb auch die Flasche nicht zu bezahlen, weil nach R. Jehuda eine Entlehnung ohne Wissen des Eigentümers nicht als Raub betrachtet wird.",
+ "wenn die Flasche in der Hand des Kindes war. Nach Rabba und Rab Joseph (oben Note 90): „wenn er die Flasche mitgebracht und nicht beim Krämer gekauft hat.“ Nach Raba: „wenn der Krämer sie nicht für sich benutzt hat.“"
+ ],
+ [
+ "Der Grosshändler. Gr. σιτώνης eig. der Getreidekäufer; סיטון in der Mischna: der Grosshändler.",
+ "muss seine Maasse einmal in dreissig Tagen auswischen. Weil das Maass durch den daran klebenden Satz kleiner wird.",
+ "der Privatmann. Der nicht so oft verkauft.",
+ "Das Verhältniss ist umgekehrt. Gerade beim Händler, der sehr oft misst, bleibt weniger Satz am Maasse kleben, als beim Privatmanne.",
+ "Ein Krämer muss seine Maasse zweimal in der Woche auswischen. Weil der Krämer das Maass nicht austropfen lassen muss (oben Mischna 8, Note 84) und daher bei ihm mehr kleben bleibt.",
+ "seine Gewichte einmal in der Woche abreiben. S. Erubin V, Note 31)."
+ ],
+ [
+ "Wobei sind diese Worte. Die Reinigung der Maasse und Gewichte betreffend.",
+ "Bei feuchten Dingen. Wenn die Maasse zu feuchten Dingen gebraucht werden.",
+ "ihm eine Handbreit Ausschlag zu geben. הכרע ein Übergewicht geben. Diese Bestimmung gilt nach Jerusch. nur bei einem Gewicht von mindestens einer Litra (gr. λιτρα lat. libra, ein Pfund).",
+ "Hat er ihm aber genau. עין בעין mit gleich herabhängenden Waagschalen, die einander gegenüber liegen, wie ein Auge dem andern.",
+ "so muss er ihm seine Auswaage. גרום von גרם, kann auch „stark, reichlich“ bedeuten, daher אמה גרומה (Sebachim 62 b), eine reichliche Elle (vgl. Aruch). Das Wort dürfte mit dem ar. جرم zu vergleichen sein.",
+ "und zwar ein Zehntel. Nach dem Talm.: ¹⁄1₀ Pfund bei 10 Pfund, d. i. 1 pCt.",
+ "bei feuchten und ein zwanzigstel. Der Talm. zweifelt ob ¹⁄₂₀ Pfund bei 10 Pf. = ½ pCt., oder ¹⁄₂₀ bei 20 Pfund = ¼ pCt.",
+ "mit kleinem Maasse. D. h. jedes Maass oder jedes Pfund besonders.",
+ "darf man nicht mit grossem messen. Weil der Käufer bei jedem Maasse und Gewichte ein Übermaass resp. Übergewicht bekommt.",
+ "soll man nicht mit kleinem messen. Damit nicht der Verkäufer geschädigt werde.",
+ "soll man nicht gehäuftes Maass geben. Und sich dafür mehr zahlen lassen, weil dabei der Käufer leicht betrogen werden kann.",
+ "darf man nicht abstreichen. Wenn auch dafür weniger bezahlt wird; denn dabei ist ebenfalls leicht zu übervorteilen."
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+ ],
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+ "Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft. Ohne zu bestimmen, ob er sie zum Essen oder zum Säen verkauft.",
+ "selbst wenn es Leinsamen. Obwohl dieser von den meisten zum Säen gekauft wird, bekommt der Käufer dennoch nicht sein Geld zurück; denn wer an den andern eine Geld-Forderung stellt, hat einen vollkommenen Beweis zu erbringen, und ein Wahrscheinlichkeitsbeweis, den eine „Mehrheit“ darbietet, genügt nicht (אין הולכין בממון אחר הרוב).",
+ "die nicht gegessen werden. Die ganz und gar ungeniessbar sind.",
+ "muss man haften. Denn man hat sie gewiss zum Säen gekauft, und der Kauf ist als ein irrtümlicher nicht gültig. R. Simon ergänzt übrigens nur den ersten Satz der Mischna (Talmud)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinem Nächsten Früchte. Hier ist von Getreide die Rede.",
+ "so muss dieser. Der Käufer.",
+ "auf jedem Sea ein viertel Kab. Das ist ein ¹⁄₂₄, da 1 Sea = 6 Kab.",
+ "so muss man zehn säuerliche. קוסם im Talm. הקרים (vom ar. قزص, die Zunge beissen), säuerlich werden. Einige erklären הקרים mit „kahmig werden“, wohl nach der falschen LA. הקרים.",
+ "Fässer auf hundert übernehmen. Nach der Halacha gilt dies nur, wenn der Verkäufer gesagt hat: ich verkaufe dir diesen Wein, zum Kochen“ (wozu man nur guten Wein benutzen konnte). Fehlt das Wort „diesen“, so muss er ihm lauter guten haltbaren Wein liefern. Fehlt die Bestimmung „zum Kochen“ so kann er ihm lauter mittelmässigen Wein geben. Sagt aber der Verkäufer: „ich verkaufe dir diesen Keller“, so gilt der Kauf, selbst wenn nur Essig darin ist.",
+ "Bei Krügen in Saron. Nach andern heisst בשרון „in der Ebene.“",
+ "muss man zehn schlechte Krüge. פיטם gr. πίϑος; hier nach der Tosephta: „ein Krug, der halbgebrannt (נא) ist und daher leicht bricht.“"
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinem Nächsten Wein verkauft. Und zwar zum Kochen.",
+ "und dieser sauer geworden ist. In den Gefässen des Käufers, so dass diese Gefässe es verursacht haben können.",
+ "so braucht er nicht dafür zu haften. Ist er in den Gefässen des Verkäufers sauer geworden, so muss er ihn ersetzen, da der Käufer ihn zum Kochen, also zum langsamen Verbrauche kaufte.",
+ "dass sein Wein sauer wird. Dass er nicht lange haltbar ist.",
+ "so ist es ein irrtümlicher Kauf. Denn da er ihn zum Kochen gekauft hat, so hätte der Verkäufer erklären müssen, dass sein Wein nicht haltbar ist.",
+ "ich verkaufe dir gewürzten Wein. Der sich gewöhnlich bis zum Wochenfeste hält; von da ab kann er durch die Hitze verdorben werden.",
+ "zu erhalten. Er muss bis dahin dafür haften.",
+ "Alter. Wenn jemand „alten Wein“ verkauft.",
+ "vom vorigen Jahre. אשתקד contr. aus שתא קדמאה (voriges Jahr).",
+ "gealterter. Vgl. Lev, 26, 10 und Raschi das."
+ ],
+ [
+ "ihm. Auf dessen eigenem Grundstücke.",
+ "ein Hochzeits-Haus. Ein Haus, das er nach der Hochzeit bewohnen soll.",
+ "für seinen Sohn oder ein Witwenhaus für seine Tochter. Die nach dem Tode ihres Mannes in das väterliche Haus zurückkehrt.",
+ "Dies ist ein Rinderstall. Ein Haus muss aber grösser sein.",
+ "baut denselben vier Ellen (breit) und sechs (lang. Nach einigen gesteht dies auch R. Akiba zu; nur meint er, dass mancher seine Wohnung eben so klein wie einen Rinderstall machen lässt.",
+ "Breite) acht (Länge. Nach unserer LA. ist dies die Ansicht des R. Ismael. Im Babli fehlen jedoch im ersten Satze der Mischna die Worte לבנות לו בית nach לחבירו, so dass R. Akiba nur für eine Hochzeits- und Witwenwohnung das Maass 4 × 6 bestimmt. Hiernach kann vorliegende Bestimmung von 6 × 8 für ein selbständiges kleines Haus auch von R. Akiba herrühren,",
+ "zu einem Saale. Oben I, Note 56.",
+ "Die Höhe sei gleich der Hälfte der Länge und der Hälfte der Breite. Also bei einem kleinen Hause 7, bei einem grossen 9 und bei einem Saale 10 Ellen.",
+ "der Tempel. Der Salomonische Tempel war 40 Ellen lang, 20 breit und 30 hoch (1. Kön. 6, 2; 17).",
+ "Bei Allen. Sei die Höhe.",
+ "nach Verhältnis des Tempelgebäudes. R. Simon erklärt nur den vorhergehenden Satz. Nach einigen sind diese Worte fragend zu fassen: „Soll denn alles nach Verhältnis des Tempels sein?“ — Man richte sich vielmehr nach dem Landesbrauche."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand hinter dem Hause seines Nächsten eine Zisterne hat. Und er hat das Recht, durch das Haus zu seiner Zisterne zu gehen.",
+ "Menschen ein- und auszugehen pflegen. Am Tage und nicht in der Nacht.",
+ "Dieser. Der Eigentümer der Zisterne.",
+ "mache sich ein Schloss. An der Türe der Zisterne, damit ihm sein Wasser nicht gestohlen werde.",
+ "und jener. Der Haus-Eigentümer.",
+ "mache sich ein Schloss. Ebenfalls an der Türe der Zisterne, damit der andere nicht ohne sein Wissen oft ins Haus komme, um Wasser zu schöpfen, wodurch seine Frau in Verruf kommen könnte."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand einen Garten hinter dem Garten seines Nächsten. Und das Recht, mitten durch des Nächsten Garten in seinen Garten zu gehen.",
+ "Menschen ein- und auszugehen pflegen. Welche Früchte seines Gartens kaufen wollen.",
+ "Er darf keine Handelsleute. Um den Weg abzukürzen; er hat ihm den Weg nur eingeräumt, um in seinen Garten zu gehen, aber nicht ihn als Durchgang zu einem andern Felde zu benutzen.",
+ "Er darf auch nicht hineingehen, (um) von da aus in ein anderes Feld (zu kommen. Um den Weg abzukürzen; er hat ihm den Weg nur eingeräumt, um in seinen Garten zu gehen, aber nicht ihn als Durchgang zu einem andern Felde zu benutzen.",
+ "Der Äussere. Der Eigentümer des äussern Gartens.",
+ "darf den Durchgang besäen. Denn er hat nicht den Weg, der mitten durch seinen Garten führt, so preisgegeben, dass er dort nicht säen dürfte; der andere vermag auch auf dem besäeten Wege durchzugehen.",
+ "Hat man. Das Gericht.",
+ "ihm aber mit beider Einwilligung einen Weg an der Seite. Des Gartens.",
+ "und darf auch Handelsleute hineinführen. Da der Weg mit seiner Einwilligung dem andern angewiesen wurde.",
+ "und beide dürfen den Durchgang nicht besäen. Da der Weg an der Seite liegt, so ist er bloß zum Durchgang bestimmt."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein öffentlicher Weg. Der von jeher von den Leuten betreten wird.",
+ "und dieser hat ihn von hier weg- und an die Seite verlegt. Und die Leute haben auch diesen Weg benutzt.",
+ "gegeben. Denn einen Weg, von dem viele einmal Besitz ergriffen haben, darf man nicht mehr zerstören.",
+ "doch was er für sich nahm. Der Weg, der durch sein Feld geht.",
+ "nicht ihm überlassen. הגיע vgl. B. mezia X, Note 32. Beide Wege gehören jetzt der Öffentlichkeit.",
+ "Ein Privatweg ist vier Ellen breit. Wer einem einzelnen einen Weg durch sein Feld verkauft, muss ihm einen solchen von 4 Ellen Breite geben, so dass er dort mit einem Wagen fahren kann.",
+ "der Weg des Königs hat kein Maass. Der König darf auch Mauern niederreissen, um sich einen Weg zu bahnen, s. Sanhedrin II, 4.",
+ "Der Weg. Eines Leichenzuges.",
+ "zum Begräbnis hat kein Maass. Die Leichenbegleitung darf auf Saaten treten, ohne auszuweichen. Nach einigen gilt dies nur, wenn jemand einen Weg durch sein Feld für einen Leichenzug verkauft hat.",
+ "Der Standplatz. Das ist ein Platz, wo man bei der Rückkehr von der Beerdigung eine Trauer-Zeremonie abhielt, wobei man sich siebenmal niedersetzte und aufstand und der Vorsitzende jedesmal der Versammlung zurief: עמדו יקרים עמודו (Stehet auf, meine Teuren, steht auf!) resp. שבו יקרים שבו (Setzet euch, meine Teuren, setzet euch!).",
+ "ein Raum von vier Kab-Aussaat. Das ist 50 Ellen lang und 33 ⅓ breit, nämlich ⅔ von einer Sea-Aussaat (B. kamma VI, Note 29), da eine Sea 6 Kab hat."
+ ],
+ [
+ "damit er sich da eine Grabstätte. Ein Familien-Grab, wo die ganze Familie in Einer Höhle, jeder einzelne in einer besondern Wand-Nische bestattet wird.",
+ "ihm. In dessen eigenem Grund und Boden.",
+ "so mache er das Innere der Grabhöhle vier Ellen (breit) und sechs (lang. Und vier Ellen hoch.",
+ "und höhle inwendig acht Nischen. כוך eine Vertiefung in der Wand der Höhle. Aram. בוכא, arab. كاخ, eine Binsenhütte ohne Fenster.",
+ "nämlich drei von der einen. An der rechten Längenwand.",
+ "und drei von der andern. An der linken.",
+ "Seite und zwei gegenüber. Dem Eingang gegenüber an der hintern Breitenwand.",
+ "sieben Handbreit hoch und sechs. Das ist eine Elle.",
+ "breit. So dass bei den Gräbern an der Längenwand zwischen einer Grab-Nische und der anderen 1 ½ Ellen und bei den an der hintern Wand 2 Ellen Zwischenraum bleibt.",
+ "nämlich vier von der einen und vier von der anderen Seite. An den Längenwänden, so dass zwischen einer Nische und der andern ein Zwischenraum von 1 ⅓ Ellen bleibt.",
+ "drei gegenüber. An der Hinterwand dem Eingang gegenüber. Hier ist also der Zwischenraum 1½ Ellen.",
+ "und eine vom Eingang rechts und eine vom Eingang links. Die beiden letztern sind nach dem Talmud an den beiden Winkeln, wo die Hinterwand und die Seitenwände zusammenstossen.",
+ "Man öffne dazu. Zu diesem Vorhofe.",
+ "zwei Höhlen. Wie die oben beschriebene. Von dem Vorhofe aus führte eine Treppe in die Höhlen hinab.",
+ "Seite. Von den zwei andern Seiten ist der Zutritt frei, so dass man nicht über den Höhlen nach dem Vorhofe zu gehen braucht. (S. die Figur im Talmud Babli p. 101a).",
+ "nach seinen vier Seiten. Wenn auch die Träger der Bahre auf die Grabhöhlen treten, während sie nach dem Vorhofe gehen, so macht dies nichts aus, da es nur eine kurze Zeit dauert. (S. die 2. Figur im Talmud Babli p. 101a). Diejenigen Nischen der östlichen und westlichen Höhle, die an den Nischen der nördlichen und südlichen Höhle liegen, müssen selbstverständlich entweder über oder unter den anstossenden Nischen angelegt werden. Dasselbe ist der Fall bei den beiden Nischen, die in den Winkeln der Hinterwand jeder Höhle angebracht sind.",
+ "Alles nach der Beschaffenheit des Felsens. Sowohl die Grösse als die Zahl der Höhlen richtet sich nach der Beschaffenheit des Erdbodens; je nachdem derselbe weich oder hart ist, legt man mehr oder weniger Gräber an."
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+ "ich verkaufe Dir Erde. Der Ausdruck עפר wurde für „Saatland“ gebraucht; hätte er dagegen קרקע gesagt, so wäre der Kauf auch dann gültig, wenn es lauter felsiger Grund wäre; denn er könnte ihn ja zum Bauplatz u. dgl. gekauft haben.",
+ "für eine Kor-Aussaat. Ein בית כור hat 75000 Quadratellen, s. B. Kama VI, Note 29.",
+ "und es sind darin Spalten. Die man nicht besäen kann.",
+ "von zehn Handbreit Tiefe. Ausserdem müssen diese noch mindestens 4 Handbreit lang und ebenso breit sein.",
+ "oder Felsen. Die man nicht besäen kann.",
+ "von zehn Handbreit Höhe. Ausserdem müssen diese noch mindestens 4 Handbreit lang und ebenso breit sein.",
+ "so werden sie nicht mit gemessen. Er muss ihm ein Saatfeld geben, das nicht von Felsen und Spalten durchschnitten ist. Wenn jedoch die Spalten und Felsen derart gelegen sind, dass ein Pflug dazwischen durchgeführt werden kann, so werden dieselben zwar nicht mit gemessen, aber der Kauf ist gültig, wenn das Feld ohne diese Plätze 75000 Quadratellen hat.",
+ "so werden sie mit gemessen. Doch dürfen sie zusammen nicht mehr als ¹⁄₄₅ des ganzen Feldes einnehmen (Talmud)."
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+ "mit der Messschnur. D. h. ganz genau.",
+ "so kann Jener. Der Käufer.",
+ "abziehen. Vom Kaufpreise, nach Verhältnis des Fehlenden.",
+ "so muss jener. Der Käufer.",
+ "zurückgeben. Den Boden oder dessen Wert, s. weiter. Zwar findet das Übervorteilungs-Recht bei Grundstücken keine Anwendung (B. mezia IV, 9); doch gilt dies nur hinsichtlich der Unrichtigkeit des Preises, nicht aber bei unrichtigem Maasse.",
+ "selbst wenn er bei einer Sea ein viertel Kab. D. i. ¹⁄₂₄ des Ganzen.",
+ "ist es. Was er zu viel oder zu wenig bekommen.",
+ "so berechne man dasselbe. Wie viel es nach Verhältnis wert ist; der Betrag wird dann abgezogen, resp. zugezahlt.",
+ "Was gibt er. Der Käufer.",
+ "ihm. Dem Verkäufer.",
+ "zurück. Wenn er mehr Boden bekommen hat.",
+ "wenn er. Der Verkäufer.",
+ "Um die Macht des Verkäufers zu stärken. D. h. nur zum Vorteil des Verkäufers hat man diese Anordnung getroffen, da dieser mit einem kleinen Stückchen Felde nichts anfangen kann.",
+ "denn wenn er in dem Felde. Von 75000 Quadratellen.",
+ "neun Kab-Aussaat. 3750 Quadratellen. So viel Boden wird schon „Feld“ genannt.",
+ "oder in einem Garten eine halbe Kab-Aussaat. S. I, 6.",
+ "Akiba ein viertel Kab-Aussaat. S. I, 6.",
+ "zurückbehalten würde. Wenn der Käufer ihm so viel Boden zurückzugeben hätte.",
+ "muss Jener ihm das Stück Land. Nicht Geld.",
+ "und nicht bloß das Viertel. Das bei jedem Sea mehr ist, nämlich ¹⁄₂₄ des ganzen, (oben Note 11), was bei einem Bet-Kor ³⁰⁄₄ Kab = 7 ½ Kab beträgt.",
+ "sondern den ganzen Mehrbetrag. Die ganzen 9 Kab (oben Note 19), also 1 ½ Kab über die ³⁰⁄₄ Kab. Mit Recht sagt aber der Talmud, es muss in der Mischna umgekehrt heissen: „Nicht nur den Mehrbetrag (das sind in unserem Falle 1½ Kab), sondern auch das Viertel, das bei jedem Sea überschüssig sein darf (also beim Bet-Kor ³⁰⁄₄ Kab) muss er ebenfalls zurückgeben“; denn da der Überschuss ein „Feld“ ausmacht, so verzichtet der Verkäufer auf gar nichts."
+ ],
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+ "es sei mehr oder weniger. Das sind zwei Ausdrücke, die nach der vorigen Mischna einander wiedersprechen.",
+ "auf. Der letzte Ausdruck ist gültig und hebt den ersten auf; vgl. B. mezia VIII, 8.",
+ "auf. Der letzte Ausdruck ist gültig und hebt den ersten auf; vgl. B. mezia VIII, 8.",
+ "dies die Worte des Ben Nanos. Die Weisen jedoch sind der Ansicht, dass es zweifelhaft sei, welcher Ausdruck gültig ist. Da nun der Verkäufer im Besitze des Feldes ist, so hat er die Oberhand, und es gilt immer der für den Verkäufer günstige Ausdruck.",
+ "nach seinen Zeichen und Grenzen. „Ich verkaufe Dir Land für eine Kor - Aussaat (75000 Quadratellen), das von diesen Zeichen und Grenzen eingeschlossen ist“. Dabei zeigte er ihm die Zeichen und Grenzen.",
+ "so gehört es Jenem. Dem Käufer.",
+ "wenn der Unterschied. Zwischen dem wirklichen Maasse des Feldes und dem angegebenen von 75000 Quadratellen.",
+ "weniger als ein Sechstel. Das ist ein Kab bei einer Sea, 4 mal so viel als oben Note 11. Da er ihm die Grenzen gezeigt hat, so hat er ihm dieses Feld unter allen Umständen verkauft, und mit der Maassbestimmung (75000 Quadratellen) sollte nur annähernd die Grösse angegeben werden. Es darf daher die Differenz bis ⅙ des Ganzen betragen.",
+ "bis ein Sechstel. D. h. ist das Feld um ein Sechstel Bet-Kor oder mehr kleiner als ein Bet-Kor.",
+ "andere LA.: mehr als ein Sechstel. Nach dieser LA. darf die Differenz ⅙ Bet-Kor betragen, und erst, wenn sie mehr als ⅙ beträgt, kann man abziehen.",
+ "so ziehe man ab. Der Käufer ziehe vom Kaufpreise nach Verhältnis ab. Ist das Feld um ⅙ oder mehr grösser, muss der Käufer wieder entsprechend mehr zahlen."
+ ],
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+ "so wird es zwischen ihnen nach dem Durchschnitt geschätzt. משמנין die Bedeutung dieses Wortes ist „nach dem Durchschnitt berechnen“, vgl. B. mezia 87a: נותן לו כפחות שבשכירות דברי ר׳ יהושע וחכמים אומרים משמנין ביניהם (Nach R. Josua braucht man nur den geringsten Arbeitslohn zu bezahlen, nach den Weisen aber berechnet man den mittlern Durchschnitt); anders Talmud Bechorot 18a. Die meisten Erklärer leiten das Wort von שום (schätzen) ab, mit Hinzufügung eines נ׳; doch dürfte es richtiger dem arab. سمل (mit بين, einen Vergleich machen, Frieden stiften) entsprechen.",
+ "und er. Der Käufer.",
+ "nimmt die Hälfte seines Feldes. Der Käufer kann nicht den fetten Teil beanspruchen, aber er braucht auch nicht den magern Teil zu nehmen, sondern er erhält den mittlern Durchschnitt vom Fetten und Magern. Nach dem Talmud wird nur der Wert des Feldes im ganzen berechnet; der Käufer erhält jedoch den magern Teil, der nur so gross bemessen wird, dass er, seinem Wert nach, der Hälfte des ganzen Feldes entspricht, Der Verkäufer ist dabei im Vorteil, weil jeder lieber den fetten Teil nimmt, wenn er auch kleiner und nicht mehr wert ist, als der magere.",
+ "so wird es. Das ganze Feld.",
+ "und er nimmt die Hälfte. So viel, als die Hälfte des ganzen Feldes wert ist.",
+ "Er. Der Käufer.",
+ "übernimmt den Platz. Er muss von seinem Teile den Platz dazu hergeben.",
+ "zur Mauer. B. mezia II, Note 23.",
+ "und zum grossen und kleinen Graben. Der kleine Graben ist dicht hinter der Mauer und der grosse Graben hinter dem kleinen. Diese sollen das Feld vor dem Gewilde schützen. Würde man nur einen breiten Graben machen, so könnte das Tier sich in den Graben in einiger Entfernung von der Mauer stellen und hinanspringen; wäre wieder bloß der schmale Graben um die Mauer, so könnte das Tier hinüberspringen (Talmud).",
+ "die des kleinen Grabens drei Handbreit. Die Entfernung beider Gräben voneinander ist eine Handbreit (Talmud)."
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+ "die beerben. Ihren Verwandten, wenn dieser stirbt.",
+ "und erben machen. Wenn sie sterben, vererben sie ihr Vermögen auf ihren Verwandten,",
+ "Der Vater seine Söhne. Wenn der Sohn ohne Kinder stirbt, beerbt ihn der Vater, s. weiter Mischna 2, Ende.",
+ "die Söhne ihren Vater und die Brüder von väterlicher Seite. Wenn der Verstorbene keine Kinder und keinen Vater hat, so beerbt ihn sein Bruder von väterlicher Seite, wenn er auch nicht mit ihm von ein und derselben Mutter stammt, so z. B. würde Ruben (Sohn der Lea) seinen Bruder Joseph (Sohn der Rahel) beerben, da sie von Einem Vater (Jakob) stammen.",
+ "beerben und machen erben. Die Bestimmung würde deutlicher lauten: נוחלין זה את זה (sie beerben einander); doch gebraucht die Mischna hier lieber einen Ausdruck, der dem folgenden נוחלין ולא מנחילין ähnlich ist.",
+ "Es können der Mann seine Mutter. Der Sohn beerbt die Mutter; die Mutter aber beerbt nicht den Sohn, sondern wenn letzterer ohne Kinder stirbt, beerbt ihn der Vater oder, wenn dieser nicht mehr lebt, die Verwandten von väterlicher Seite.",
+ "der Ehemann seine Frau. Der Ehemann beerbt seine Frau, die Frau aber nicht ihren Ehemann.",
+ "ihren Oheim. Wenn Ruben stirbt, beerben ihn die Kinder seiner Schwester Dina, falls keine näheren Erben Rubens (Kinder, Vater, Bruder oder Schwester) vorhanden sind.",
+ "dagegen können die Mutter ihre Söhne. Der Sohn beerbt die Mutter; die Mutter aber beerbt nicht den Sohn, sondern wenn letzterer ohne Kinder stirbt, beerbt ihn der Vater oder, wenn dieser nicht mehr lebt, die Verwandten von väterlicher Seite.",
+ "die Frau ihren Ehemann. Der Ehemann beerbt seine Frau, die Frau aber nicht ihren Ehemann.",
+ "ihren Neffen. Ruben kann einen Sohn seiner Schwester Dina nicht beerben, da doch selbst dessen Mutter Dina ihn nicht beerbt, Note 6.",
+ "erben machen aber nicht beerben. Dieser Satz wiederholt eigentlich nur den vorigen Satz (Not. 6—8); doch leitet der Talmud aus dieser Wiederholung neue erbrechtliche Bestimmungen ab.",
+ "Die Brüder von mütterlicher Seite. Die verschiedenen Vätern angehören.",
+ "beerben nicht und machen nicht erben. D. h. sie beerben einander nicht, s. Note 5."
+ ],
+ [
+ "so sollt ihr sein Erbe an seine Tochter übergehen lassen. Num. 27, 8.",
+ "der Tochter vor. D. h. eine Tochter erbt nichts, falls ein Sohn da ist.",
+ "und alle Nachkommen. Männliche oder, wenn keine solche da sind, weibliche Deszendenten.",
+ "des Sohnes gehen der Tochter vor. Z. B. Jakob hätte einen Sohn Ruben und eine Tochter Dina; Ruben stirbt noch bei Lebzeiten Jakobs und hinterlässt eine Tochter Hanna. Wenn dann Jakob stirbt, so beerbt ihn Hanna, als Tochter Ruben’s, und Dina, die Tochter Jakobs, erbt nichts, gerade so wie wenn Ruben noch am Leben wäre. Diesem Rechtssatze haben die Sadducäer widersprochen, indem sie behaupteten: die Tochter erbt zusammen mit des Sohnes Tochter (תירש הבת עם בת הבן).",
+ "Die Tochter geht den Brüdern. Und auch dem Vater des Verstorbenen.",
+ "vor und alle Nachkommen der Töchter. Männliche oder, wenn keine solche da sind, weibliche Deszendenten.",
+ "Die Brüder gehen den Vater-Brüdern. Aber nicht dem Vater des Verstorbenen.",
+ "und die Nachkommen der Brüder. Männliche oder, wenn keine solche da sind, weibliche Deszendenten.",
+ "Der Vater aber geht allen seinen Nachkommen. Die nicht Deszendenten des Verstorbenen sind. Dagegen gehen die Deszendenten des Verstorbenen dem Vater vor. Stirbt z. B. Ruben, ohne Kinder oder Kindeskinder zu hinterlassen, so beerbt ihn sein Vater Jakob und nicht sein Bruder Simon. Nach talmudischem Rechte kann überhaupt das Erbe nicht direkt auf eine Seitenlinie übergehen, sondern es vererbt jeder in Ermangelung von Deszendenten sein Vermögen auf die (lebenden oder verstorbenen) Aszendenten, und erst durch Vermittlung dieser kann das Erbe an die Seitenlinie gelangen. Stirbt z. B. Ruben ohne Deszendenten, so beerbt ihn sein Vater Jakob. Ist Jakob bereits verstorben, so geht das Erbteil von Jakob (der auch im Grabe als Erbe Ruben’s betrachtet wird) auf seinen Sohn Simon (oder dessen Deszendenten) über. Hätte Jakob ausser Ruben keine Kinder, so kommt Rubens Vermögen durch weitere Ascension an Isaak, den Vater Jakobs, und falls dieser nicht mehr lebt, von diesem (der im Grabe erbt) an seinen Sohn Esau oder dessen Deszendenten. Wären auch diese nicht mehr am Leben, so steigt es weiter hinauf bis Abraham u. s. f."
+ ],
+ [
+ "Die Töchter Zelofchad’s. S. Num. 27, 1 ff.",
+ "erhielten drei Anteile vom Erbbesitze. Palästina’s.",
+ "die aus Ägypten gezogen. Palästina wurde so verteilt, dass auf jeden, der aus Ägypten gezogen war, ein Anteil kam, den seine Nachkommen, die nach Palästina kamen, als Erbteil in Besitz nahmen.",
+ "den dieser mit seinen Brüdern an den Gütern Chepher’s. Der ebenfalls zu denen gehörte, die aus Ägypten gezogen waren. Chepher’s Söhne erhielten also ausser ihrem eigenen Anteil auch den Anteil ihres Vaters.",
+ "weil dieser. Zelofchad.",
+ "einen doppelten Anteil. Sonst gilt zwar die Bestimmung (Bechorot VIII, 9): אין הבכור נוטל פי שנים בראוי כבמוחזק (der Erstgeborene erhält nur den zweifachen Anteil von dem Vermögen, das sich in des Vaters Besitze befunden, nicht aber von dem, auf das der Vater bloß einen Rechtsanspruch hatte); dennoch aber erhielt Zelofchad einen doppelten Anteil von Chepher’s Teil an Palästina, weil dieser so angesehen wurde, als hätten die aus Ägypten Ziehenden denselben bereits in Besitz genommen (מוחזקת)."
+ ],
+ [
+ "Sowohl der Sohn als die Tochter. Letztere, falls kein Sohn da ist.",
+ "erhalten das Erbe. Der Satz ist, namentlich wegen des folgenden אלא, dunkel. Nach mehreren vergeblichen Erklärungs-Versuchen entschliesst sich der Talmud, darin folgende Lehre zu finden: „Sohn und Tochter erben in gleicher Weise jedes Erbe, sowohl die väterlichen als die mütterlichen Güter; jedoch (אלא) ist zwischen dem väterlichen und mütterlichen Vermögen folgender Unterschied, u. s. w. — Die Stelle erklärt sich uns leichter, wenn wir berücksichtigen, dass in der Tosephta und im Talmud 111a eine Ansicht existiert, dass beim mütterlichen Vermögen Sohn und Tochter gleichberechtigt sind (die Tochter mit dem Sohne zusammen erbt). Die Mischna dagegen entscheidet, dass die Tochter, wie der Sohn, bei jedem Erbteil (beim väterlichen wie mütterlichen) ein und dasselbe Recht hat. Sowie demnach die Tochter vom väterlichen Vermögen nichts erbt, wenn ein Sohn da ist, ebenso gilt dies Recht beim mütterlichen Vermögen. Andererseits wird wieder gelehrt, dass der Sohn ebenso seine Mutter beerbt, wie die Tochter (falls kein Sohn da ist). Betreffs letzterer wird dies aus einem Schriftverse abgeleitet (Babli 111a, Jerusch. Hal. 1).",
+ "er nimmt aber keinen zweifachen Anteil von den Gütern der Mutter. Das Erstgeburtsrecht gilt nur beim Vermögen des Vaters, aber nicht bei dem der Mutter (Talmud 111b).",
+ "und die Töchter werden unterhalten von den Gütern des Vaters. Weiter IX, 1.",
+ "sie werden aber nicht unterhalten von den Gütern der Mutter. Da nur der Mann dies in der Ketuba (Verschreibung) seiner Frau festsetzt (Ketubot IV, 11), nicht aber die Frau."
+ ],
+ [
+ "so hat er nichts gesagt. Er kann nur dadurch einen Sohn von der Erbschaft ausschliessen, dass er sein Vermögen den andern Söhnen als „Geschenk“ gibt.",
+ "denn er hat gegen das in der Thora Vorgeschriebene verfügt. Obwohl in Geldangelegenheiten der Benachteiligte auf sein Geld verzichten kann (B. mezia VII, Note 64), so hat hier selbst eine Verzichtleistung von Seiten des Sohnes keine Geltung, weil die Erbschaft als ein noch nicht vorhandenes Gut (דבר שלא בא לעולם) betrachtet wird, auf das man nicht verzichten kann.",
+ "Wenn jemand. Ein Kranker, der sich dem Tode nahe fühlt.",
+ "seine Güter mündlich. Wenn ein solcher Kranker Grundstücke vermacht, so bedarf es keiner schriftlichen Schenkungs-Urkunde (שטר מתנה), da seine mündlichen Worte wie geschrieben (ככתובים) gelten; ebenso bedarf es bei Schenkungen von Mobilien keines Zueignungs-Aktes (קנין), denn die von ihm mündlich zugeteilten Gegenstände werden als bereits übergeben (כמסורים) betrachtet.",
+ "dem andern weniger zuteilt oder den Erstgeborenen den andern gleich stellt. Und dabei den Ausdruck: „Schenkung“ gebraucht.",
+ "so sind seine Worte gültig. Da jeder das Recht hat, sein Vermögen nach Belieben zu verschenken.",
+ "als Erbschaft. Er sagt z. B.: „Dieser mein Sohn soll mehr als die andern Söhne erben.“",
+ "so hat er nichts gesagt. Weil diese Verfügung direkt der Vorschrift der Thora zuwider läuft.",
+ "sei es am Anfang. „Ich schenke jenes Feld diesem meinem Sohne, und er soll es erben.“",
+ "sei es in der Mitte. „Er mag es erben, es sei ihm geschenkt, und er erbe es.“",
+ "sei es am Ende. „Er erbe es, und es sei ihm geschenkt.“",
+ "eine Tochter hat. Umsomehr wenn er selbst einen Sohn hat.",
+ "von ihm. Wenn auch mit andern zusammen.",
+ "zu erben. Z. B. auf einen Sohn unter den Söhnen, oder auf eine Tochter, wo nur Töchter vorhanden sind.",
+ "von ihm zu erben. Z. B. auf eine Tochter, wo ein Sohn da ist, oder auf seinen Bruder, während er selbst eine Tochter hat.",
+ "so gelten seine Worte nicht. Ebenso nicht, wenn er den Erstgeborenen den andern Söhnen gleichstellt.",
+ "so mag seiner zum Guten gedacht sein. Die Weisen aber widerraten es selbst in solchem Falle, denn der ungeratene Sohn kann möglicher Weise gute Nachkommen haben."
+ ],
+ [
+ "so ist er beglaubt. Dieser Sohn beerbt ihn und befreit dessen Frau von der Schwagerehe (Deut. 25, 5).",
+ "dies ist mein Bruder. Z. B. Jakob stirbt und es leben hier dessen zwei Söhne Ruben und Simon; darauf kommt aus der Fremde ein Mann Namens Lewi, von dem Ruben behauptet: „dieser ist mein Bruder und deshalb mit mir und Simon zusammen erbberechtigt“, während Simon diesen dritten Bruder nicht zu kennen behauptet.",
+ "so ist er nicht beglaubt. Den Anteil des Simon zu mindern.",
+ "doch nimmt dieser. Lewi.",
+ "mit ihm. Mit Ruben.",
+ "aus seinem Anteile. Ruben ist beglaubt, seinen eigenen Anteil zu vermindern. Es erhalten demnach Simon die Hälfte, Ruben ein Drittel und Lewi ein Sechstel vom Nachlasse Jakobs.",
+ "Stirbt er. Lewi, und zwar ohne Nachkommen.",
+ "Stelle. An Ruben.",
+ "Fallen ihm. Lewi.",
+ "Güter von einer anderen Stelle. Durch Erbschaft, Geschenk oder sonstigen Gewinn.",
+ "so erben seine Brüder. Simon und etwa noch andere Brüder, die ebenfalls Lewi nicht zu kennen behauptet haben.",
+ "mit ihm. Mit Ruben, da ja dieser zugestanden hat, dass Lewi ihr Bruder ist, und die Andern nur ihn nicht zu kennen behauptet haben. Hätten aber die Andern mit Sicherheit behauptet, dass Lewi nicht ihr Bruder sei; so beerben sie ihn nicht.",
+ "Wenn jemand stirbt und man findet ein Testament. Gr. διαϑήϰη.",
+ "an seine Hüfte gebunden. Obwohl da an dessen Echtheit nicht zu zweifeln ist.",
+ "so gilt diesnicht. Denn er kann noch, nachdem das Testament geschrieben war, seinen Entschluss geändert haben. Dies ist wahrsheinlich der Fall gewesen, da er die Schenkungs - Urkunde Niemand übergeben hat.",
+ "Hat er. Der Testator.",
+ "damit. Mit dem Testamente.",
+ "Einem. Einem von denen, die er im Testamente bedacht hat. Mischna ed. Neapel liest richtig לאחד statt לאחר.",
+ "einen Teil seines Vermögens zugeeignet. Er sprach zu demselben: „Nimm diese Urkunde in Empfang, um dadurch das dir darin Verschriebene dir anzueignen.“",
+ "sei es einem der Erben. Der abgesehen vom Testamente fähig wäre, ihn zu beerben, wie etwa sein Sohn.",
+ "der nicht zu den Erben gehört. Sondern als Nicht-Erbe im Testamente mit einem Geschenke bedacht wurde.",
+ "so gelten seine Worte. Denn es ist nicht mehr zu befürchten, dass er seinen Entschluss geändert habe, da er einem seinen Anteil bereits zugeeignet hat. Die meisten Erklärer lesen לאחר, wonach die Zueignung selbst durch einen andern stattfinden kann, der nicht im Testamente bedacht ist und durch den Empfang der Urkunde für alle Beschenkten die Hinterlassenschaft erwirbt."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand. Der gesund ist.",
+ "seinen Söhnen seine Güter verschreibt. Auf dass sie nach seinem Tode vollständig den Söhnen zufallen, deren Früchte aber, solange er lebt, ihm gehören sollen.",
+ "von heute an und nach meinem Tode. Dies bedeutet: „Die Güter selbst gehören ihnen von heute an, deren Früchte aber erst nach meinem Tode.“ Würde er aber nur schreiben: „ich schenke sie ihnen nach meinem Tode“, so wäre das Geschenk nicht giltig, da man nach dem Tode nichts schenken kann.",
+ "Er hat nicht nötig. Zu schreiben: „von heute an“ (מהיום), denn da in der Urkunde eine Zeitangabe geschrieben ist, so beweist diese, dass die Schenkung bei Lebzeiten des Gebers stattfindet.",
+ "Wenn jemand seinem Sohne seine Güter auf nach dem Tode. Mit der Formel: „von heute an und nach dem Tode;“ so nach R. Jehuda.",
+ "weil sie dem Sohne verschrieben sind. Weil die Güter an sich dem Sohne schon heute gehören.",
+ "weil sie noch in der Gewalt des Vaters sind. Weil die Früchte des Vaters Eigentum sind (Note 72).",
+ "verkauft. Der Käufer hat die Nutzniessung davon.",
+ "bis er. Der Vater.",
+ "verkauft sie der Sohn. Bei Lebzeiten des Vaters.",
+ "so hat der Käufer nichts. Keine Nutzniessung.",
+ "Der Vater. Der (nach Note 72) einem Sohne seine Güter verschrieben hat.",
+ "abpflücken. Von seinen Gütern.",
+ "was er aber abgepflückt. Nicht aber was noch am Boden haftet; dies gehört dem Sohne, dem die Güter verschrieben sind.",
+ "gehört den Erben. Allen Söhnen gemeinschaftlich. Verschreibt jemand in obiger Weise seine Güter einem Fremden, so hat dieser auch auf die Früchte, die zur Todeszeit des Gebers noch am Boden haften, keinen Anspruch.",
+ "so werden die grossen nicht. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "zusammen mit den kleinen versorgt. Mit Kleidern; da die Grossen mehr für Kleidung gebrauchen, als die Kleinen.",
+ "und die kleinen werden nicht zusammen mit den grossen ernährt. Die Ernährung der Kleinen ist kostspieliger, als die der Grossen.",
+ "sondern sie teilen gleichmässig. Und Jeder wird von seinem Teile gekleidet und ernährt.",
+ "Wenn die grossen die Hochzeitskosten nehmen. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "so können auch die kleinen die Hochzeitskosten nehmen. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "Wenn aber die kleinen sagen. Nach dem Tode des Vaters.",
+ "„wir wollen ebenso die Hochzeitskosten nehmen, wie ihr sie (bereits. Bei Lebzeiten des Vaters."
+ ],
+ [
+ "Hinterlässt jemand grosse und kleine Töchter. Und gar keine Söhne.",
+ "so werden die grossen nicht. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "zusammen mit den kleinen versorgt. Mit Kleidern; da die Grossen mehr für Kleidung gebrauchen, als die Kleinen.",
+ "und die kleinen werden nicht zusammen mit den grossen ernährt. Die Ernährung der Kleinen ist kostspieliger, als die der Grossen.",
+ "sondern sie teilen gleichmässig. Und Jeder wird von seinem Teile gekleidet und ernährt.",
+ "Wenn die grossen die Hochzeitskosten nehmen. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "so können auch die kleinen die Hochzeitskosten nehmen. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "Wenn aber die kleinen sagen. Nach dem Tode des Vaters.",
+ "„wir wollen ebenso die Hochzeitskosten nehmen, wie ihr sie (bereits. Bei Lebzeiten des Vaters.",
+ "Darin haben die Töchter ein Vorrecht. חמר eig. Schwere, Wichtigkeit.",
+ "denn die Töchter werden neben den Söhnen. D. h. in dem Falle, wo Söhne vorhanden sind, die ja allein das Erbe des Vaters erhalten.",
+ "unterhalten. Oben Note 29 und 30.",
+ "sie werden aber nicht neben den Töchtern. Falls nur Töchter und keine Söhne hinterblieben sind.",
+ "unterhalten. Sie werden nicht aus der Erbschaftsmasse unterhalten, sondern bestreiten ihren Unterhalt von ihrem Erbteile."
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+ ],
+ [
+ [
+ "wenn viel Vermögen da ist. So viel, als nötig ist, um die Söhne und die Töchter zu unterhalten, bis die Töchter das Mannbarkeits-Alter (B. mezia I, Note 23) erreicht haben.",
+ "die Söhne erben und die Töchter unterhalten werden. Von den Söhnen.",
+ "ist wenig Vermögen da. Weniger als in Note 1 angegeben.",
+ "und die Söhne mögen an den Türen betteln. D. h. die Söhne erhalten nur den Rest, der vom Nachlasse noch übrig bleibt, nachdem man das zur Unterhaltung der Töchter bis zu ihrem Mannbarkeits-Alter notwendige Vermögen für die Töchter reserviert.",
+ "Weil ich männlich bin. Und hinsichtlich der Erbschaft eher Vorrechte beanspruchen könnte.",
+ "soll ich noch Schaden leiden?. Söhne und Töchter werden daher zusammen unterhalten, solange der Nachlass reicht.",
+ "Mir sind die Worte Admons einleuchtend. Die Halacha entscheidet indessen, wie der erste Tanna, s. Ketubot XIII,3."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand Söhne und Töchter und einen Geschlechtslosen. Dessen Geschlecht nicht kenntlich ist, dasselbe gilt von einem Zwitter, s. Bikkurim I, 5. טומטום vom aram. טמטם verstopfen.",
+ "die männlichen Kinder zu den weiblichen verweisen. Und er bekommt bloß seinen Unterhalt.",
+ "so verweisen ihn die weiblichen Kinder zu den männlichen. Und er muss betteln gehen.",
+ "wenn meine Frau. Die schwanger ist.",
+ "einen Sohn gebären wird. Jerusch. liest ילדה st. תלד.",
+ "soll er eine Mine. 100 Sus.",
+ "so bekommt er eine Mine. Nach einigen gilt diese Schenkung nur bei einem gefährlich Kranken, der für seinen Sohn besorgt ist und bei dem zu befürchten steht, er würde, falls seine Schenkung keine Gültigkeit hätte, aufgeregt werden; bei einem Gesunden dagegen gilt der Grundsatz: Wenn man einem im Mutterleibe befindlichen, noch nicht geborenen Kinde etwas zueignet, so hat dies keine Gültigkeit.",
+ "zweihundert Sus. Einem Mädchen, das weniger erwerbsfähig ist, pflegte man mehr zu schenken, als einem Knaben.",
+ "und sie gebiert einen Knaben und ein Mädchen. Einen Zwilling.",
+ "so bekommt er nichts. Weil dieser weder als Knabe noch als Mädchen betrachtet wird. Die Halacha entscheidet jedoch, dass er wenigstens die kleinere Summe bekommt.",
+ "so bekommt er. Der Geschlechtslose.",
+ "so erbt er. Der Geschlechtslose."
+ ],
+ [
+ "und die Grossen verbessern das Vermögen. So lange die Masse noch nicht geteilt ist.",
+ "so haben sie es für die Masse verbessert. Dies gilt nur, wenn die grossen Söhne keine Ausgaben von ihrem Vermögen darauf verwendet haben.",
+ "Sagen sie aber. Vor Gericht.",
+ "Ebenso wenn eine Frau. Eine Witwe. Die Mischna handelt von einem Falle, wo sie mit den Kindern zusammen erbt, z. B. wenn der Mann testiert hat, dass seine Frau ebensoviel wie jeder seiner Söhne bekommen soll.",
+ "so hat sie es für sich selbst verbessert. In den Fällen, wo die Witwe nicht erbberechtigt ist, gehört jedenfalls der ganze Gewinn den Kindern."
+ ],
+ [
+ "Teil habenden Brüder zu einem Amte. אומנות המלך (ein königliches Amt), nach der Erkl. einer Baraita im Talmud. Im Assyr. Babylonischen bedeutet umanâti „Truppen, Heer“ (J. Barth, Etym. Stud. 60). In Chagiga 16b: עבודת המלך.",
+ "so fällt sein Verdienst in die Masse. Tosefta (X, 5): האחים שנעשה אחד מהן גבאי או אפומליטים אם מחמת נכסים נפל נפל לאמצע ואם מחמת עצמו נפל נפל. Wenn einer der Brüder zum Steuereinnehmer oder Verwalter (ἐπιμελητής) gemacht worden ist, so gehört, wenn er wegen der Güter zu diesem Amte gelangt ist, sein Verdienst der Masse; ist er aber seiner selbst wegen dazu ernannt worden, so gehört der Verdienst ihm selbst.",
+ "Wird einer von ihnen krank. Durch eigene Schuld.",
+ "so muss er sich von dem Seinigen heilen lassen. Wenn er aber während der Verwaltung des gemeinschaftlichen Erbes ohne seine Schuld erkrankt ist, so kann er die Heilungskosten der Erbschaftsmasse entnehmen.",
+ "Wenn einige der Brüder bei Lebzeiten des Vaters. Vom Vermögen des Vaters.",
+ "als Hochzeitsfreunde. שושבין syr. ܫܰܘܫܒܺܝܢܳܐ, der Freund, besonders der Hochzeitskamerad. Ein solcher überbrachte seinem Freunde am Hochzeitstage ein Geschenk, שושבינות genannt, und hatte dafür das Recht, bei seiner Hochzeit ein entsprechendes Gegengeschenk zu fordern. Nach Maimonides galt dies Recht nur bei einem Geldgeschenke; nach ראב״ד und רשב״ם auch bei andern Geschenken.",
+ "so kommt dies in die Masse. Das Geschenk wird wie ein Darlehen betrachtet, das vom Vater geliehen wurde und jetzt bezahlt wird.",
+ "Wenn aber jemand seinen Nächsten. Nach Maimonides selbst am Hochzeitstage, nach ראב״ד und רשב״ם (oben Note 29) handelt es sich hier nicht um ein Hochzeitsgeschenk (שושבינות)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand Brautgeschenke. סבלון, nach Maim. von סבל, tragen, wie משאת von נשא Brautgeschenk (ar. شبم).",
+ "in das Haus seines Schwiegervaters schickt. Ohne zu bedingen, dass die Braut diese Geschenke nach der Hochzeit mit sich in sein Haus bringe.",
+ "wenn er auch hundert Minen dahin schickt und dort nur ein Bräutigams-Mahl um einen Denar. Nicht aber, wenn es weniger als einen Denar wert war.",
+ "so können. Wenn die Braut oder der Bräutigam stirbt, oder wenn der Bräutigam zurücktritt und der Braut einen Scheidebrief (גט) gibt.",
+ "jene. Die Geschenke.",
+ "Hat er viele Brautgeschenke. Bei vielen Geschenken wird gewöhnlich bestimmt, dass die Braut dieselben später in das Haus des Mannes mitbringe. Hat man diese Bestimmung bei wenigen Geschenken getroffen, so kann man auch diese zurückfordern.",
+ "so können sie zurückgefordert werden. Selbst wenn man dort ein Mahl gehalten.",
+ "dass sie sich derselben in ihres Vaters Hause bediene. Er hat dies ausdrücklich bestimmt.",
+ "so können sie nicht zurückgefordert werden. Selbst wenn er dort nichts genossen hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Kranker. מרע krank, שכיב מרע ein krank liegender, ein schwer Kranker.",
+ "alle seine Güter Andern verschrieben. Ebenso wenn er mündlich testiert hat.",
+ "und sich etwas Grund und Boden. Oder auch Mobilien.",
+ "zurückbehalten hat. Dadurch hat er gezeigt, dass er noch zu genesen hofft.",
+ "so gilt seine Schenkung. Er kann dieselbe, trotzdem er gesund geworden ist, nicht widerrufen. Die Schenkung muss jedoch mit einem Aneignungs-Act (קנין) verbunden sein.",
+ "hat er sich nicht etwas Grund und Boden zurückbehalten. Dieser hat sicherlich nur in der Meinung, dass er sterben wird, sein Vermögen verschenkt, denn sonst hätte er etwas für sich zurückbehalten.",
+ "so gilt seine Schenkung nicht. Er kann, wenn er gesund wird, die Schenkung widerrufen. Hat der Testator ausdrücklich erklärt, dass er wegen seines nahen Todes die Schenkung macht, (מצוה מחמת מיתה), dann kann er in jedem Falle nach seiner Genesung widerrufen.",
+ "ein Kranker. Die Formel lautet: כד קציר ורמי בערסיה („während er krank war und auf seinem Bette lag“).",
+ "und er. Der Testator.",
+ "dass er krank war. Und will es jetzt widerrufen.",
+ "während die andern. Die Beschenkten.",
+ "dass er gesund war. Demnach nicht widerrufen kann.",
+ "dass er krank war. Denn wir richten uns nach seinem jetzigen Zustande. Da er jetzt gesund ist, so muss er beweisen, dass er während der Schenkung krank war.",
+ "hat den Beweis zu erbringen. S. B. kamma V, Note 6."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seine Güter mündlich verteilt. S. oben VIII, 5, Note 34.",
+ "Sowohl von einem Gesunden als von einem gefährlich Kranken. מסוכן (von סכן, in Gefahr sein) der Gefährdete.",
+ "mit denen man Gewährschaft leisten kann. Das sind Grundstücke, s. Kidduschin I, 5.",
+ "Urkunde. Eine Schenkungsurkunde.",
+ "oder Besitzergreifung. Occupatio, s. oben III, 3 Ende.",
+ "erworben. Nach R. Elieser gilt nicht die Norm, dass die Worte eines Kranken als geschrieben und vollzogen betrachtet werden (oben VIII, Note 34); es ist vielmehr nach seiner Ansicht ein Aneignungs-Act (קנין) selbst in dem Falle nötig, wo Einer wegen seines nahen Todes ein Testament macht (מצוה מחמת מיתה).",
+ "mit denen man nicht Gewähr leisten kann. Bewegliche Güter.",
+ "werden nur durch Ansichziehen. Oben V, 7.",
+ "Da sagten sie. Seine Kollegen.",
+ "gebet mein Oberkleid. כבינה Targ. zu רדיד Jes. 3, 23; syr. ܟܒܳܢܳܐ, Umhüllung, Mantel. Nach andern: ein Schleier.",
+ "die Söhne Rochel’s mag ihre Mutter begraben. D. h. sie waren Sünder und fluchwürdig; deshalb hat man sie damit bestraft, dass man das kostbare Kleid der Tochter gegeben. Nach dem Talmud liessen die Söhne Rochel’s Dornen im Weinberge wachsen, was nach R. Elieser verboten, nach den Weisen aber gestattet war, s. Kilajim V, 8.",
+ "Die Weisen sagten. Im bab. Talm. heisst es: ר׳ אליעזר אומר (R. Elieser sagt) st. וחכמים אומרים.",
+ "Am Schabbat. Wenn der Kranke am Schabbat seine Güter mündlich verteilt.",
+ "sind seine Worte gültig. Ohne Aneignungs-Akt.",
+ "wie viel mehr an Werktagen. An denen die Aneignung und das Schreiben möglich ist, da das Wegbleiben eines Aktes, dessen Übung möglich ist, weniger schadet, als wenn der Akt unmöglich ist. S. Menachot XII, 4.",
+ "Man kann für einen Minderjährigen erwerben. Wenn jemand einem Minderjährigen, der nicht fähig ist, sich selbst etwas anzueignen, ein Geschenk machen will, so kann es ein anderer für ihn erwerben.",
+ "wie viel mehr für einen Grossjährigen. Der doch fähig ist, eine Vollmacht zu erteilen. Etwas zu Gunsten eines Menschen zu tun, kann aber Jeder sich als bevollmächtigt betrachten."
+ ],
+ [
+ "er. Der Sohn.",
+ "hatte aber die Ketuba. Das der Frau Verschriebene, s. Ketubot I, 2.",
+ "seiner Frau oder eine Schuldforderung zu bezahlen. Und der Sohn hat kein anderes Vermögen, als das zu erhoffende Erbteil.",
+ "der Sohn ist zuerst gestorben. Der Sohn hat also nichts geerbt.",
+ "und dann ist der Sohn gestorben. Der Sohn hat demnach das Vermögen des Vaters geerbt, und wir können uns davon bezahlt machen.",
+ "Sie teilen. Nach Bet-Schammai ist der Besitzer einer Schuldurkunde so zu betrachten, als hätte er die Schuld bereits einkassiert (שטר העומד לגבות כגבוי דמי). Die Gläubiger sind demnach ebenso als im Besitze des zweifelhaften Erbes zu betrachten, wie die Erben des Vaters. Beide Parteien sind also gleichberechtigt, und sie teilen.",
+ "die Güter bleiben in ihrem Rechtszustande. Sie bleiben im Besitze der Erben des Vaters. Nach Bet-Hillel sind die Schulden der Gläubiger nicht als einkassiert zu betrachten. Die Gläubiger sind vielmehr diejenigen, die eine Forderung stellen; sie müssen also den Beweis erbringen, oben Note 54."
+ ],
+ [
+ "die Frau ist zuerst gestorben. Und der Mann hat sie beerbt.",
+ "und dann ist die Frau gestorben. Und wir beerben sie.",
+ "die Güter bleiben in ihrem Rechtszustande. Nach der uns vorliegenden LA. würde dieser Satz durch das folgende כתובה וכו׳ erklärt; allein der Talmud scheint וכתובה וכו׳ mit ו׳ gelesen zu haben. Wenigstens erklärt er das folgende als selbständigen Satz, wonach unser Satz von etwas anderem, nämlich von der Mitgift (נכסי צאן ברזל), handelt. Nun ist es aber im Talmud kontrovers, wer in Bezug auf diese Güter als Besitzer (מוחזק) betrachtet wird. Die Halacha entscheidet, dass beide Parteien gleichberechtigt sind, und sie teilen.",
+ "die Ketuba. Nebst dem, was der Mann zur bestimmten Morgengabe von 200, resp. 100 Sus hinzugefügt hat (תוספת כתובה), s. Ketubot V, 1.",
+ "das mit ihr ein- und ausgehende Vermögen. Das sind die Güter, bei denen der Mann nur das Niessbrauchs-Recht hat (נכסי מלוג), s. oben III, Note 39."
+ ],
+ [
+ "Ist ein Haus über jemand. Der einziger Sohn seiner Mutter ist, aber noch Brüder von väterlicher Seite hat, die von einer andern Mutter abstammen.",
+ "und seine Mutter eingestürzt. Und es sagen die Erben des Sohnes (z. B. dessen Brüder von väterlicher Seite): „die Mutter ist zuerst gestorben, und dann der Sohn“, nachdem er das mütterliche Vermögen geerbt hatte; die Erben der Mutter (etwa ihre Brüder) sagen wieder: „der Sohn ist zuerst gestorben, wir erben also das Vermögen der Mutter.“",
+ "so stimmen beide. Bet-Schammai und Bet-Hillel.",
+ "dass sie teilen. Beide Parteien sind gleichberechtigt, da beide als Erben die Güter beanspruchen.",
+ "Ich gestehe hierbei zu. D. h. ich bin der Ansicht, dass nach der Schule Hillels hier so entschieden werden muss. Der Ausdruck מודה ist ungenau und wird nur gebraucht, weil der erste Tanna מודים gesagt hat.",
+ "dass die Güter in ihrem Rechtszustande bleiben. Im Besitze der Familie der Frau, als deren Besitztum das Vermögen der Frau betrachtet wird.",
+ "Wir sind über die Kontroversen. Von Bet-Schammai und Bet-Hillel.",
+ "worin sie übereinstimmen. Nach der Ansicht des ersten Tanna."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Ein glatter Get. גט eine schriftliche Urkunde wie שטר (B. mezia I, Note 28). St. ar. خط, schreiben.",
+ "hat die Zeugen inwendig. Unter der Urkunde.",
+ "ein gefalteter. Aus den Quellen geht nicht klar hervor, wie diese Urkunden beschaffen waren; doch meinen die meisten Erklärer, man habe dabei eine oder zwei Zeilen des Pergaments geschrieben, dann ebensoviel Pergament, als beschrieben war, leer gelassen, dann wieder eine oder zwei Zeilen geschrieben und ein gleiches Stück leer gelassen; dies Verfahren ging so fort, bis zum Ende des wesentlichen Teiles der Urkunde, תורף genannt (im Jer. Gittin VII. 2 טרף, vom gr. τρόπος, Wesen, Charakter). Darauf hat man je ein beschriebenes Stück über das anliegende unbeschriebene Pergament gefaltet, wie nebenstehende Figur zeigt.

Jede Falte wurde dann an beiden Enden zugenäht. Eine solche Urkunde hatte mindestens drei Falten. Auf jeder Falte war, wie es scheint, auf der Aussenseite des inwendig unbeschriebenen Pergamentstückes, ein Zeuge unterschrieben, so dass jede gefaltete Urkunde mindestens drei Zeugen nötig hatte. Der unwesentliche Teil der Urkunde, טופס (= typus, Form) genannt, war stets glatt, nicht gefaltet, und hiess deshalb פשוט שבמקושר (das Glatte in der gefalteten Urkunde).",
+ "hat die Zeugen auf seiner Rückseite. S. die Figur. Ursprünglich, meint der Talmud, wurde das Falten bei Ehescheidebriefen jähzorniger Priester angeordnet, damit sie während der langen Zeit, welche die Anfertigung eines gefalteten Get erfordert, sich die Sache überlegen und die Scheidung, nach deren Vollzug sie die Frau nicht wieder zurücknehmen dürfen (Lev. 21, 7), nicht ausführen lassen. Das bei Scheidebriefen übliche Verfahren wurde dann auch auf andere Urkunden ausgedehnt. Vielleicht hat auch dieses Falten und Zunähen mit den Zeugenunterschriften auf der Rückseite, wie die Obsignatio bei den Römern, zur Bestärkung und Beglaubigung der Urkunde gedient, weshalb auch mindestens drei Zeugen gebraucht wurden.",
+ "sie beide sind ungültig. Weil sie nicht den Anordnungen der Weisen entsprechen.",
+ "weil man ihn glatt machen kann. Indem man die Nähte auftrennt. Wiewohl dann zwischen den Zeilen grössere Stellen unbeschrieben sind, so macht dies nach Raschi und Tosaphot in Kidduschin 49a die Urkunde nicht ungültig. Nachmanides dagegen meint, es dürfen in einer Urkunde keine leeren Stellen sich befinden, da man darauf Beliebiges hinzuschreiben könnte. Es müssten deshalb entweder die Falten so schmal sein, dass nach Glättung derselben zwischen den Zeilen keine neue Zeile geschrieben werden könnte, oder überhaupt keine leere Stelle zwischen den Zeilen gelassen, sondern je eine beschriebene Zeile mit der andern zusammengefaltet werden.",
+ "Alles nach dem Landesbrauche. Nach dem Talmud will R. Simon b. G. sagen: Wenn Jemand einem Schreiber befiehlt: „schreibe mir einen glatten Get“, er aber ihm einen gefalteten Get anfertigt, so ist dieser gültig, falls im Lande beide Arten von Urkunden gebräuchlich sind. Nach dem ersten Tanna dagegen wäre ohne Rücksicht auf den Landesbrauch jede Urkunde ungültig, die nicht nach den Worten des Ausstellers angefertigt ist."
+ ],
+ [
+ "zu einem gefalteten drei. Mindestens drei. Sind aber 4 oder 5 Falten daran, so müssen auch 4 resp. 5 Zeugen unterschrieben sein, vgl. Gittin VIII, 10.",
+ "in dem Ein Zeuge unterschrieben ist. Dass ein solcher Get ungültig sei, ist ganz selbstverständlich; doch lehrt dies die Mischna, um anzuzeigen, dass der folgende Fall (ein gefalteter Get mit zwei Zeugen) diesem Falle vollständig gleichzustellen sei, wiewohl ein solcher Get nur von den Rabbinen für ungültig erklärt worden ist; denn die Weisen haben ihrer Anordnung die Kraft ihrer Thora-Vorschrift gegeben.",
+ "Steht darin. In einem Schuldschein.",
+ "so hat er. Der Gläubiger.",
+ "Sela. Obwohl 100 Sus eigentlich 25 Sela‘ betragen. Es wird angenommen, er habe 100 schlechte Sus geliehen, die nur 20 Sela‘ wert sind.",
+ "so hat er. Der Gläubiger.",
+ "nur eine Mine. Das sind 25 Sela‘. Denn es wird angenommen, unter den 30 Sela‘ im Schuldschein sind 30 minderwertige Sela‘ verstanden, die nicht mehr als 100 Sus wert sind. Es gilt der Grundsatz יד בעל השטר על התחתונה die Macht des Schetar-Inhabers ist die unterste, vgl. B. mezia VI, Note 13.",
+ "und es ist da. Die folgende Zahl.",
+ "so hat er. Der Gläubiger.",
+ "nicht weniger. Aber auch nicht mehr.",
+ "und es ist da. Die folgende Zahl.",
+ "so hat er nicht weniger. Aber auch nicht mehr.",
+ "Dareiken. Bibl. אדרכון, Esra 8, 27.",
+ "und es ist da. Die folgende Zahl.",
+ "so hat er nicht weniger. Aber auch nicht mehr.",
+ "und unten. Wo der Inhalt des Schetar wiederholt wird.",
+ "so geht alles nach dem Unteren. Doch gilt hierbei die Beschränkung, dass die letzte Zeile nicht massgebend ist (אין למדין משיטה אחרונה ), wenn deren Inhalt dem Inhaber des Scheines zum Vorteil gereichte; denn wenn die Zeugen-Unterschrift von der Urkunde einigermassen entfernt steht, könnte der Inhaber leicht eine Zeile hinzufügen.",
+ "warum schreibt man das Obere. Da doch der Betrag der Schuld gegen Ende nochmals angegeben wird."
+ ],
+ [
+ "wenn auch seine Frau nicht dabei ist. Da der Frau auch gegen ihren Willen der Scheidebrief gegeben werden kann. Es wurde dies allerdings später im 11. Jhrhdt. von R. Gerschom verboten.",
+ "und der Frau eine Quittung. Die sie dem Manne über den Empfang ihrer Ketuba ausstellt.",
+ "wenn auch ihr Mann nicht dabei ist. Sie gibt dem Manne erst die Quittung, wenn er die Ketuba bezahlt.",
+ "nur muss man. Der Schreiber und die unterzeichnenden Zeugen.",
+ "sie. Den Mann und die Frau.",
+ "kennen. Denn sonst könnte jeder Mann für eine fremde Frau einen Scheidebrief schreiben lassen, die sich dann als von ihrem Manne geschieden ausgeben würde. Ebenso könnte jede Frau für einen fremden Mann eine Quittung schreiben und von Zeugen unterzeichnen lassen, und jener Mann brauchte dann seiner Frau ihre Ketuba nicht zu bezahlen.",
+ "und der Mann bezahlt den Lohn. Für das Schreiben, sowohl beim Scheidebrief, da es heisst (Deut. 24, 1): „er schreibe“, als auch bei der Quittung, da sie zu seinen Gunsten geschrieben wird.",
+ "und der Schuldner bezahlt den Lohn. Selbst in dem Falle, wo auch der Darleiher einen Nutzen vom Darlehen hat, z. B. bei einem Geschäfte (עיסקא), wovon B. mezia V, Note 40 die Rede ist.",
+ "und der Käufer bezahlt den Lohn. Selbst wenn er ein schlechtes Feld kauft, denn ein Sprichwort sagt: זבנת קנית זבין אוביד, kaufst du, erwirbst du; wer verkauft, verliert (B. mezia 51a)."
+ ],
+ [
+ "Man darf die Verlobungs. Worin über die beiderseitige Mitgift bestimmt wird.",
+ "und Eheverträge. Die Morgengabe-Verschreibung כתובה, Vgl. Ketubot IV, 7—12.",
+ "nur mit Beider. Beider Parteien.",
+ "Man darf Quotenpacht. Wobei ein verhältnissmässiger Anteil des Ertrages als Pacht bezahlt wird.",
+ "und Übernahme-Verträge. Wobei die Pacht fest bestimmt ist, חוכר, s. B. mezia IX, Note 1.",
+ "nur mit Beider. Beider Parteien.",
+ "Man darf Kompromisse. S. B. mezia I, Note 41.",
+ "und jedes gerichtliche Instrument. Das. I, 8.",
+ "nur mit Einwilligung beider. Beider Parteien.",
+ "Man schreibt für die Beiden. Raschbam, der LA. שניהם folgend, erklärt: die beiden Zeugen schreiben zwei u. s. w.",
+ "für den Einen besonders und für den Anderen besonders. Dagegen meint der erste Tanna, es könne eine der beiden Parteien, um die Schreibgebühren zu ersparen, erklären, sie begnüge sich damit, dass nur Ein Exemplar der Urkunde ausgestellt, in der Hand der andern Partei verbleibe und ihr nur stets auf Verlangen zur Einsicht gezeigt werde."
+ ],
+ [
+ "den Schuldschein bei einem Dritten hinterlegen lässt. Sie haben den Schetar lieber einem Dritten anvertraut, als sich zu bemühen, eine Quittung über den gezahlten Teil schreiben zu lassen.",
+ "wenn ich dir nicht von heute bis auf den und den Tag zahle. Den Rest der Schuld, um ihn dem Gläubiger zu übergeben.",
+ "so gib ihm. Dem Gläubiger.",
+ "seinen Schuldschein wieder. So dass ich dann die ganze Schuld zu bezahlen habe.",
+ "wiedergeben. Dem Gläubiger. Die Stipulation ist gültig.",
+ "nicht wiedergeben. Diese Stipulation ist ungültig, weil der Schuldner gewiss nicht daran gedacht hatte, den von ihm bezahlten Teil der Schuld zu verlieren, sondern vielmehr glaubte, den Rest bis in 30 Tagen zahlen zu können. Mit der Stipulation, im Falle der Nichtzahlung des Restes auch das bereits Bezahlte verlieren zu wollen, hat er nur sein Versprechen bestärkt und versichert, vgl. B. mezia V, Note 22. Eine solche bedingungsweise zugesagte Schenkung oder Verzichtleistung oder sonstige Verpflichtung, wobei man während der Zusage offenbar nicht die Erfüllung derselben beabsichtigt, sondern im Gegenteil geglaubt hat, dass man durch Verhinderung des Eintreffens der Bedingung der Erfüllung seiner Zusage enthoben sein werde, heisst אסמכתא, Versprechen, Versicherung, und die Halacha entscheidet: אסמכתא לא קניא durch eine derartige Zusage kann man nicht ein Objekt oder irgend ein Recht erwerben."
+ ],
+ [
+ "Wenn einem ein Schuldschein ausgelöscht wurde. Und er kann durch Zeugen beweisen, dass dies ohne sein Verschulden geschehen ist.",
+ "so stelle er darüber Zeugen. Die den Inhalt des Schuldscheins kennen.",
+ "ist sein Schuldschein von dem und dem Tage. „Über die und die Summe u. s. w.“",
+ "umtauschen. Man zerreisst den alten Schuldschein und stellt über den Rest der Schuld einen neuen aus.",
+ "So gebührt es sich für ihn. Damit er genötigt sei, sobald als möglich auch den Rest zu bezahlen.",
+ "und es darf das Recht des Anderen. Des Gläubigers.",
+ "nicht geschmälert werden. Er würde jetzt einen später datierten Schuldschein erhalten und des Rechtes, die etwa vorher vom Schuldner veräusserten Güter wegzunehmen, verlustig werden."
+ ],
+ [
+ "der Mietszins in die Masse. Sie müssen vermietet werden, und der Reiche kann nicht sagen: „ich will meinen Teil zum eigenen Gebrauche nehmen.“",
+ "die dir das Bad bereiten. Der Reiche kann sagen: „es soll so bleiben, wie es unser Vater bestimmt hat.“ Das Recht גוד או אגור (oben I, Note 62) geht hier nicht an, da der Arme kein Geld hat, um die andere Hälfte abzukaufen.",
+ "komme dann und bearbeite sie. Nach einigen heisst ועשם „und presse sie“, vgl. Ezech. 23, 21.",
+ "so kann einer auf den andern keinen Schuldschein hervorziehen. Denn Jeder von ihnen kann sagen: ich war der Gläubiger, und der andere hat nach der Zahlung den Schuldschein von mir zurückerhalten.",
+ "und es kann kein anderer auf sie einen Schuldschein hervorziehen. Denn Jeder kann sagen: der andere ist der Schuldner.",
+ "Findet sich bei Jemand. Der von beiden Joseph b. Simon Geld entliehen.",
+ "ist bezahlt. D. i. eine Quittung über ein dem J. b. S. bezahltes Darlehen.",
+ "Was sollen sie tun. Um allen Nachteilen zu entgehen.",
+ "Sie mögen Namen dreier Generationen angeben. Er schreibe auch den Namen des Grossvaters, etwa: „Joseph b. Simon b. Jakob“.",
+ "mögen sie ein Kennzeichen. Etwa: „Joseph b. Simon, der Lange.“",
+ "schreiben. Falls der eine ein Priester ist; sonst können sie auch den Namen des Urgrossvaters als Unterscheidungs-Merkmal angeben.",
+ "Wenn jemand. Ein sterbender Vater.",
+ "ich weiss aber nicht. Statt ואיני יודע liest Jerusch.: ואין ידוע, und es ist nicht bekannt. Es sind dies also nicht Worte des sterbenden Vaters.",
+ "Findet sich dort aber auf einen. Auf einen Schuldner.",
+ "Schuldscheine. Über zwei Darlehen.",
+ "so wird der grössere. Das grössere Darlehen.",
+ "als bezahlt und der kleinere als unbezahlt. Da der Vater nur einen Schuldschein für bezahlt erklärt hat.",
+ "vom Bürgen bezahlt machen. Sondern er muss erst den Schuldner verklagen, und wenn dieser zur Zahlung verurteilt wird und nichts zu zahlen hat, kann der Gläubiger vom Bürgen Bezahlung fordern.",
+ "so kann er sich in keinem Falle vom Bürgen bezahlt machen. Nach dem Talmud gesteht auch der erste Tanna zu, dass man von einem einfachen Bürgen nicht Bezahlung fordern kann, falls der Schuldner Vermögen besitzt. In vorliegender Kontroverse handelt es sich aber um eine höhere Bürgschaft, die קבלנות (Schuldübernahme, intercessio) genannt wird, wobei sich jemand mit Worten verpflichtet, die ihn auch als Schuldner bezeichnen, z. B.: „Gib ihm, und ich werde dir zurückgeben!“ Der erste Tanna meint nun, in diesem Falle könne der Gläubiger von wem er will Bezahlung fordern, während nach R. Simon b. Gamliel auch ein קבלן (intercessor) nicht zu zahlen braucht, wenn der eigentliche Schuldner Vermögen besitzt.",
+ "Ebenso. Ebenso zu Gunsten des Bürgen. Jer. liest: כיוצא בו statt וכן.",
+ "Wenn jemand einer Frau für ihre Ketuba Bürge ist und ihr Mann hat sie verstossen. Und er hat kein Vermögen, so dass die Frau vom Bürgen die Ketuba fordert.",
+ "so soll dieser sich durch ein Gelübde. Das unlösbar ist, z. B. wenn er „nach dem Willen vieler“ (על דעת רבים) etwas gelobt, s. Gittin 36a.",
+ "denn sonst würde er auf das Vermögen des anderen eine gemeinschaftliche Verabredung. קינונייא (so Jer.) = ϰοινωνία, Gemeinschaft.",
+ "machen. Mit seiner Frau.",
+ "hernach. Nachdem sie die Ketuba vom Bürgen erhalten."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinem Nächsten gegen Schuldverschreibung. Wenn auch darin nicht die „Güter-Bürgschaft“ (B. mezia I, Note 29) verzeichnet ist, so wird dies als ein Versehen des Schreibers betrachtet (B. mezia I, Note 32).",
+ "so kann er es auch von unterworfenen. „Unterworfene Güter“ heissen die Grundstücke, die der Schuldner nach Aufnahme des Darlehens veräussert hat.",
+ "von freien. D. h. nicht veräusserten.",
+ "Zeigt er gegen jemand dessen Handschrift. Ein Chirographum, das nicht vom Zeugen unterschrieben ist.",
+ "so kann er es von freien Gütern einziehen. Aber nicht von den veräusserten Gütern; denn da auf dem Schuldschein keine Zeugen unterschrieben sind, so haben die Käufer davon keine Kenntniss erhalten und nicht gewusst, dass die Güter bereits verpfändet sind.",
+ "Wenn jemand nach der Zeugen-Unterschrift in der Urkunde als Bürge gezeichnet hat. Er schrieb nach der Zeugen-Unterschrift: „Ich N. N. bürge für die Schuld.“",
+ "von dessen freien Gütern die Schuld einziehen. Denn da die Zeugen nicht unter der Bürgschaft unterzeichnet sind, so kann die Bürgschaft nur als ein Chirograph ohne Zeugen-Unterschrift angesehen werden.",
+ "Jemand quält. חנק eig. würgen, daher auch, wie das gr. πνίγειν, quälen.",
+ "weil der Gläubiger nicht im Vertrauen auf ihn. Den Bürgen.",
+ "weil er Jenem im Vertrauen auf ihn. Den Bürgen.",
+ "Wer weise werden will. Jer. liest שיתחכם st. שיחכים.",
+ "denn es gibt keine Hauptlehre. מקצוע eig. Ecke, aber auch „Hauptteil“, vgl. Tosephta Chagiga I, Ende: מקצועי חורה, Hauptteile der Thora; ebenso heisst biblisch פִּנָּה, Ecke, auch Haupt und Führer (Richter 20, 2).",
+ "der bediene. D. h. er sei dessen Schüler.",
+ "Simon Ben Nanos. Trotzdem R. Ismael seinen Controversanten Ben Nanos gerühmt hat, wird dennoch in der Halacha wie R. Ismael entschieden (Talmud)."
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+ "Teilhaber. שותף (syr. ܫܰܘܬܳܦܳܐ), socius.",
+ "Hofe. In welchem Jeder von beiden seine Wohnung hat.",
+ "eine Abteilung. מחיצה St. חוץ scheiden, teilen.",
+ "machen wollen. Sie wollen den gemeinsamen Hof teilen. Der Hof ist so klein, dass er nur mit beiderseitiger Einwilligung geteilt werden kann, s. weiter Mischna 6.",
+ "so bauen sie die Wand in der Mitte. Jeder muss von seinem Teile, den er bereits durch Besitzergreifung (חזקה = occupatio) sich angeeignet hat, die Hälfte des Raumes für eine aufzuführende Wand hergeben.",
+ "von Bruchsteinen. גויל (st. גול, verw. mit גלל, Stein) unbehauene Steine.",
+ "Halbziegeln. כפיס, Habak. 2, 11 (viell. ar. كسف pars, segmentum) ist nach dem Talm. ein Halbziegel von 1½ Handbreit in der Breite und 3 Handbreit in der Länge, = אריח Erubin I, 3.",
+ "Ziegeln. Von 3 Handbreit im Quadrat.",
+ "Alles nach dem Landesbrauche. Wenn es z. B. Brauch ist, aus Rohr oder Baumgezweige eine Wand zu machen, genügt eine solche; sie muss jedoch so dicht sein, dass man nicht von dem einen Gebiete aus in das andere hineinsehen könne, weil man sonst dem Nachbar dadurch schaden kann, dass man all sein Tun und Treiben beobachtet (היזק ראיה).",
+ "drei Handbreit. Diese Wand braucht wegen der hervorragenden Spitzen der unbehauenen Steine eine Handbreit mehr an Raum als eine Quadersteinwand.",
+ "zwei Handbreit. Je zwei Halbziegel werden durch eine Handbreit dicke Schicht Mörtel mit einander verbunden; daher muss diese Wand eine Handbreit dicker sein, als die aus ganzen Ziegeln.",
+ "anderthalb Handbreit. Die Höhe einer jeden Wand soll mindestens 4 Ellen betragen.",
+ "gehören der Platz und die Steine beiden. Selbst wenn die Steine im Gebiete des Einen sich befinden, kann sie der Andere ohne Beweis von ihm fordern."
+ ],
+ [
+ "Und ebenso. Ebenso soll man, um den Einblick in des Nachbars Garten zu verhindern, je nach dem Brauche eine Wand aus unbehauenen oder behauenen Steinen errichten.",
+ "wo es üblich ist. Nach dem babyl. Talmud ist dies ein Adjektivsatz und sagt, dass man bei einem Garten überall, wo kein bestimmter Brauch herrschend ist, voraussetzt, es sei üblich, denselben zu umzäunen. Im Jerusch. dagegen heisst es in einer Baraita: בגנה בין מקום שנהגו לגדור בין מקום שנהגו שלא לגדור כופין אבל בבקעה מקום שנהגו לגדור כופין שלא לגדור אין כופין. „Beim Garten kann man sowohl an dem Orte, wo es üblich ist, zu umzäunen, als auch an dem Orte, wo es üblich ist, nicht zu umzäunen, ihn zwingen (eine Wand zu machen); dagegen kann man im Gefilde (nur) an dem Orte, wo es üblich ist, zu umzäunen, ihn dazu zwingen, nicht aber an dem Orte, wo es üblich ist, nicht zu umzäunen.“ Jerusch. hatte vielleicht eine ähnliche LA. in der Mischna vor sich.",
+ "ihn. Den Gartenbesitzer.",
+ "verpflichten. Gemeinsam mit dem Nachbar eine Wand aufzuführen, wozu beide den Raum hergeben, wie oben Note 4. Die Mischna des Jerusch. liest יגדור st. מחייבין אותו.",
+ "bei einem Gefilde. Wo Getreidefelder sind.",
+ "wo es üblich ist. Dies ist nach Talm. babli ebenfalls Adjektivsatz; im Getreidefelde wird bei unbestimmtem Brauche vorausgesetzt, es sei üblich, nicht zu umzäunen. Die Ansicht des Jerusch. s. oben Note 14.",
+ "verpflichtet man ihn. Den Besitzer eines Feldes.",
+ "dazu. Siehe oben Note 16.",
+ "bauen. ובונה fehlt im Jerusch. und in Talmud ed. Pesaro.",
+ "und von aussen ein Zeichen. Nach den Erklärern von חזה, sehen; eine Ansicht, d. i. ein Zeichen, woran man sieht, dass die Wand ihm gehört. Nach einer Ansicht im Talmud soll er von aussen eine Elle breit mit Kalk überziehen; nach einer andern Ansicht macht er ein Gesimse nach aussen. Das Zeichen wird nicht von innen angebracht, weil dann auch der Nachbar von aussen dasselbe Zeichen machen könnte; dagegen ist nicht zu befürchten, der Nachbar würde das draussen angebrachte Zeichen entfernen, da dies zu erkennen wäre.",
+ "so bauen sie die Wand in der Mitte und machen ein Zeichen an der einen und an der andern Seite. Damit man wisse, dass beide zusammen die Wand gebaut haben."
+ ],
+ [
+ "die zweite und die dritte Seite. An der Grenze seines Nächsten.",
+ "verpflichten. Da sein Feld noch an der vierten Seite offen ist und er von den drei Wänden keinen Nutzen hat. Würde der andere ihn aber von vier Seiten umgrenzen und alle vier Seiten verzäunen, dann müsste der Eigentümer des innern Feldes auch dazu beitragen; jedoch nur zu den Kosten eines billigen Rohrzaunes, da er behaupten kann, dass ihm ein solcher genügt hätte.",
+ "Wenn er. Im Münchener Mscr. und in B. kamma 20b befindet sich die LA. אם עמד ניקף: „Wenn der Umgrenzte sich aufmacht“. Auch der Ausdruck אם עמד deutet darauf hin, dass hier vom andern, dem Besitzer des umgrenzten Feldes, die Rede ist.",
+ "so legt man ihm. Eig.: man wälzt auf ihn.",
+ "Alles. Den Beitrag zu den drei andern Wänden.",
+ "auf. Da er damit gezeigt hat, dass ihm die drei ersten Wände erwünscht sind. Nach einer andern Erklärung im Talmud bezieht sich אם עמד auf den Umgrenzenden, der die ersten drei Wände gemacht hat. Wenn dieser noch die vierte Wand dazu macht, muss der andere die Hälfte der ganzen Kosten aller vier Wände beisteuern, und er kann nicht erklären, dass ihm ein billiger Rohrzaun genügt hätte, wie der erste Tanna (תנא קמא) meint (oben Note 25),"
+ ],
+ [
+ "Wenn die Scheidewand eines Hofes. Von zwei Teilhabern.",
+ "sie bis vier Ellen. In der Höhe. So viel genügt, um jeden zu hindern, in den Hof des andern hineinzusehen (vgl. Note 8).",
+ "Hierbei wird vorausgesetzt. חזקה die Präsumtion, dasjenige, was juridisch vorausgesetzt wird, bis das Gegenteil bewiesen wird.",
+ "dass er bezahlt hat. Wenn einer vom andern den Beitrag zu der wieder aufgebauten Wand fordert und Jener behauptet, dass er bereits bezahlt habe, so wird präsumiert, dass letzterer im Rechte ist, da es allgemein bekannt ist, dass man diesen Beitrag zahlen müsse.",
+ "Über vier Ellen. Wenn der Eine die Wand höher als 4 Ellen bauen will.",
+ "verpflichtet man ihn. Den Andern.",
+ "mitzubauen. Obgleich die Wand vor dem Einsturze höher als 4 Ellen war.",
+ "Hat er aber eine andere Wand daneben. Neben oder gegenüber der neuen höhern Scheidewand.",
+ "gebaut. Um über die Wände ein Dach zu legen.",
+ "so legt man ihm Alles. Den Beitrag zur höhern Scheidewand.",
+ "auf. Da er gezeigt hat, dass ihm die höhere Wand erwünscht ist.",
+ "dass er nicht bezahlt hat. Da es hierbei nicht Jedem bekannt ist, dass er zahlen müsse, so wird, wenn der Erbauer der Wand den Beitrag fordert, präsumiert, dass der andere noch nicht bezahlt hat."
+ ],
+ [
+ "Man zwingt Jeden. Der am Hofe Teil hat.",
+ "ein Torhaus. Ein Zimmer für einen Pförtner.",
+ "und eine Türe zum Hofe. Damit derselbe Nachts verschlossen werde.",
+ "Nicht alle Höfe sind eines Thorhauses benötigt. Höfe, die nicht an der Strasse liegen, bedürfen keines Pförtners.",
+ "Man zwingt Jeden. Der in der Stadt wohnt.",
+ "Nicht alle Städte sind einer Mauer benötigt. Städte, die nicht an der Grenze liegen, bedürfen keiner Mauer.",
+ "um den Einwohnern der Stadt gleich zu sein. Insofern, dass er die städtischen Steuern bezahlen muss.",
+ "Hat man darin ein Wohnhaus gekauft. Nach einigen auch, wenn er dort eine Wohnung auf ein Jahr gemietet."
+ ],
+ [
+ "Man braucht den Hof nur dann teilen zu lassen. Ein Teilhaber kann den Andern nur dann zur Teilung des Hofes nötigen.",
+ "wenn vier Ellen. Im Quadrat.",
+ "für den Einen und vier Ellen für den Andern darin sind. Nach dem Talmud müssen noch ausserdem 4 Ellen im Quadrat für jede Türe darin sein. Ist eine Türe breiter als 4 Ellen, dann muss vor derselben ein Raum bleiben, dessen Länge gleich der Breite der Türe ist und dessen Breite 4 Ellen beträgt.",
+ "wenn neun Kab-Aussaat. Das sind 1½ Sea-Aussaat = 3750 Quadrat-Ellen, vgl. B. kamma VI, Note 29.",
+ "wenn eine halbe Kab-Aussaat. 208⅓ Quadrat-Ellen.",
+ "Ein viertel Kab. 104⅙ Quadrat-Ellen.",
+ "Man braucht nicht zu teilen einen Saal. טרקלין = triclinium. Vgl. weiter VI, 4.",
+ "einen Palast. Nach Aruch ein Warttürmchen im Garten. Vgl. Derenburg in Grätz Mtsschr. 1881 S.175. Hiernach ist, wie Tanchum erklärt מוֹרֶן (von Aram. מורן, Spies) ein runder Taubenschlag, der einem Spiesse gleicht, indem dessen Türmchen sich auf eine Stange stüzt. שובך dagegen ist ein viereckiger Taubenschlag. נִפּוֹל von נפל (wie גבור von גבר), bezeichnet ein Tier, das, wenn e sich zum Fluge erhebt, sogleich herunterfällt; so auch die Heuschreckenart ניפולא nach Tanchum.",
+ "einen Taubenschlag. Vgl. Pesachim IV, Note 21.",
+ "einen Mantel. Eine Tuchhülle.",
+ "ein Badehaus oder eine Ölpresse. B. mezia X, Note 22.",
+ "braucht man nicht teilen zu lassen. זה הכלל bis אין חולקין fehlt im Jerusch. und im Münchener Mscr. und ist einer Tosefta entnommen.",
+ "einwilligen. Dann kann Einer den Andern nicht zur Teilung zwingen; er kann aber fordern, dass der Teilhaber ihm seinen Anteil abkaufe oder sein eigene Hälfte verkaufe (גוד או אגוד = ziehe es an dich, oder ich werde es an mich ziehen.)",
+ "Heilige Schriften. Eine aus einer einzigen Rolle bestehende Bibel (Thora, Propheten und Hagiographen).",
+ "nicht teilen. Besteht die Bibel aus zwei oder mehreren Rollen, so können sie sich darin teilen."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Es darf Niemand eine Zisterne. Über שיח ,בור und מערה vgl. B. kamma V, Noten 27—29.",
+ "keinen Wasserkanal. Durch den Stromwasser fliesst.",
+ "und keinen Wäscher-Teich. נברכת = בְרֵכָה eine quadratförmige Vertiefung, worin Regenwasser gesammelt und Kleider zum Waschen gelegt werden.",
+ "dass man dieselben von der Wand. Von der Aussenseite der Zisternenwand des Nachbars, die ebenfalls 3 Handbreit dick ist. Die Dicke der Scheidewand zwischen der einen Zisterne und der andern ist demnach 6 Handbreit.",
+ "seines Nächsten drei Handbreit entfernt. Wenn auch der Nachbar keine Zisterne hat, muss man dennoch wenigstens 3 Handbreit von seiner Grenze entfernt die Vertiefung anlegen.",
+ "die Wände. Seiner eigenen Vertiefung von innen.",
+ "Man muss Öltrester. גפת, ar. جغت, die Überreste von ausgepressten Oliven.",
+ "Kalk und Feuersteine. Alle diese Dinge beschädigen die Wand durch ihre Wärme.",
+ "oder. או סד so liest Babli u. Jerusch.",
+ "Man muss die Saaten. Welche, wenn man sie auch nicht bewässert, die Wand befeuchten.",
+ "den Pflug. Selbst wenn keine Saaten dort sind, darf nicht etwa um die Bäume gepflügt werden, da dies den Grund der Wand lockert.",
+ "und den Urin. Dieser weicht die Lehmziegel auf; bei einer Wand von Steinen oder gebrannten Ziegeln genügt die Entfernung von Einer Handbreit.",
+ "Man entferne die Handmühle. Durch deren Bewegung die Wand erschüttert wird.",
+ "was vom obern Mühlstein. Der eine Handbreit schmäler als der untere ist.",
+ "vom Bauche. כליא gr. ϰοιλία, Bauch, so R. Chananel; nach Andern die Tünche, was dem gr. ϰονία (Kalktünche) entspricht.",
+ "was vom obern Rande. Der eine Handbreit schmäler als der Bauch ist."
+ ],
+ [
+ "vier Ellen Höhe bleibe. Damit das Gebälk nicht vom Feuer ergriffen werde.",
+ "so muss darunter drei Handbreit Estrich. מעזיבה s. B. mezia X, Note 13.",
+ "sein. Damit das Feuer nicht das Gebälk verbrenne.",
+ "bei einem Herde. Der zum Kochen dient und nicht so stark geheizt wird.",
+ "muss man den Schaden ersetzen. Obgleich man die vorgeschriebene Entfernung beobachtet hat."
+ ],
+ [
+ "Man darf keinen Bäcker- oder Färber-Laden. Deren Hitze den Früchten des Speichers schädlich ist.",
+ "auch (darf man dort) keinen Rinderstall (anlegen. Des schlechten Geruchs wegen.",
+ "Jedoch. באמת vgl. B. mezia IV, Note 84.",
+ "unter einem Wein-Magazine erlaubt. Da der palästinensische Wein durch die Hitze besser wird.",
+ "aber nicht einen Rinderstall. Denn der üble Geruch schadet auch dem Weine.",
+ "verwehren. מחה, vgl. Daniel 4, 32.",
+ "indem man. Jeder Bewohner des Hofes.",
+ "Wer Geräte verfertigt. Babli liest: אבל עושה כלים („vielmehr muss wer Geräte“ u. s. w.)",
+ "oder der Handmühle. Da hierbei nicht viele Fremde in den Hof kommen.",
+ "oder der Kinder. Die in der Thora unterrichtet werden. Obgleich hierbei viele Fremde in den Hof kommen, darf man es dennoch nicht verwehren, damit das Thorastudium gefördert werde."
+ ],
+ [
+ "dessen Wand an der Wand. Am Ende der Wand senkrecht.",
+ "darf nicht an jene. An das andere Ende seiner eigenen Wand.",
+ "eine andere Wand. Parallel zur Wand des Nachbars.",
+ "dass er sie von dieser. Von der Wand des Nachbars.",
+ "vier Ellen weit entfernt. Damit die Leute zwischen beiden Wänden gehen können, da die Fusstritte den Grund der Wand befestigen. Dies gilt nur in einer neuen Stadt, wo der Grund der Gebäude noch nicht genügend befestigt ist; in einer alten Stadt ist diese Entfernung nicht nötig. Ebenso bedarf eine Wand, die nicht mindestens 4 Ellen lang ist, nicht der Befestigung.",
+ "Bei Fenstern. Wenn jemand den Fenstern des Nachbars gegenüber eine Wand baut.",
+ "sowohl darüber. Ist seine Wand höher als die Fenster des Nachbars, so muss sie mindestens um 4 Ellen höher sein, damit er nicht von der Spitze seiner Wand aus ins Fenster seines Nachbars sehen könne.",
+ "als darunter. Ist seine Wand niedriger als des Nachbars Fenster, so muss sie mindestens um 4 Ellen niedriger sein, ebenfalls um היזק ראייה (s. I, Note 8) zu vermeiden.",
+ "als gegenüber. Vom gegenüberliegenden Fenster muss man die Wand 4 Ellen entfernen, damit nicht das Licht verfinstert werde."
+ ],
+ [
+ "Man entferne die Leiter vom Taubenschlage. S. Pesachim IV, Note 21.",
+ "damit nicht der Marder. Nach Andern der Iltis.",
+ "Die Wand. Die man der Dachrinne des Nachbars gegenüber baut.",
+ "von der Dachrinne. St. זחל kriechen, fliessen.",
+ "damit man die Leiter aufstellen könne. Um die Dachrinne zu reinigen.",
+ "Man entferne den Taubenschlag von der Stadt fünfzig Ellen. Weil Tauben das Gartengesäme beschädigen.",
+ "ausser wenn er fünfzig Ellen nach jeder Seite besitzt. Damit nicht die Tauben fremde Felder beschädigen.",
+ "Einen Raum von vier Kor-Aussaat. Eine Kor-Aussaat nach jeder Seite. Ein בית כור = 30 Sea-Aussaat = 75000 Quadrat-Ellen. Die Seite eines Quadrates von diesem Flächenraum hat c. 273⁶⁄₇ Ellen.",
+ "das ist der Raum des Taubenfluges. שגר Lauf, Ausflug.",
+ "Hat man ihn aber gekauft. Als er bereits fertig gebaut war.",
+ "wenn auch nur ein Raum von einer viertel Kab-Aussaat. = 104⅙ Quadrat-Ellen, oder ein Quadrat dessen Seite c. 10⅕ Ellen beträgt.",
+ "in seinem Besitzrechte. Es wird angenommen, dass der Verkäufer zur Herstellung des Taubenschlages berechtigt war."
+ ],
+ [
+ "Ein junges Täubchen. Das noch nicht flügge ist und nur hüpfen kann. Vgl. Derenburg in Grätz Mtsschr. 1881 S.175. Hiernach ist, wie Tanchum erklärt מוֹרֶן (von Aram. מורן, Spies) ein runder Taubenschlag, der einem Spiesse gleicht, indem dessen Türmchen sich auf eine Stange stüzt. שובך dagegen ist ein viereckiger Taubenschlag. נִפּוֹל von נפל (wie גבור von גבר), bezeichnet ein Tier, das, wenn e sich zum Fluge erhebt, sogleich herunterfällt; so auch die Heuschreckenart ניפולא nach Tanchum.",
+ "ausserhalb fünfzig Ellen gehört es dem Finder. Denn ein solches Täubchen hüpft nicht weiter als 50 Ellen, und es ist nicht vom Taubenschlage gekommen, sondern ein Reisender hat es verloren und, da es kein Zeichen hat, bereits aufgegeben, s. B. mezia II, 1.",
+ "Wird es zwischen zwei Taubenschlägen. Von beiden innerhalb 50 Ellen."
+ ],
+ [
+ "Man entferne den Baum fünfundzwanzig Ellen von der Stadt. Denn es ist eine Zierde für die Stadt, wenn rings umher ein freier Raum bleibt. Diese Vorschrift gilt nur für Palästina.",
+ "Caruben. Johannisbrotbäume.",
+ "und Sykomoren. B. mezia IX, Note 44.",
+ "fünfzig Ellen. Weil diese viele Zweige haben und viel Schatten machen.",
+ "Jeden unfruchtbaren. סרק leer sein (syr. ܣܪܰܩ).",
+ "Baum fünfzig Ellen. Weil er die Stadt verunziert.",
+ "so haut man ihn um und zahlt. Die Bewohner der Stadt zahlen.",
+ "um und zahlt nicht. Denn da man jedenfalls den Baum umhauen kann und es sich nur um die Bezahlung des Baumes handelt, so hat der Eigentümer des Baumes, der Bezahlung beansprucht, den Beweis zu erbringen, nach dem Kanon: המוציא מחבירו עליו הראיה (B. kamma III, 11)."
+ ],
+ [
+ "Man entferne eine ständige Tenne. In der viel Getreide geworfelt wird.",
+ "fünfzig Ellen. Weil die Spreu den Stadtbewohnern schadet.",
+ "man. Dieser Satz begründet den vorhergehenden.",
+ "dass sie nicht schade. Durch die Spreu."
+ ],
+ [
+ "Gräber und eine Gerberei. בורסקי, von בורסי, gr. βυρσεύς der Gerber.",
+ "fünfzig Ellen von der Stadt. Wegen des schlechten Geruches.",
+ "Eine Gerberei darf man nur an der Ostseite. Denn der Ostwind ist warm und nicht schädlich.",
+ "Man darf sie an jeder Seite mit Ausnahme der Westseite. Nach Jerusch, weil dort beständig der Wind weht; nach Babli weil dort die Herrlichkeit Gottes (die Schechina) residirt."
+ ],
+ [
+ "Man entferne. 50 Ellen.",
+ "die Flachsbeize. B. mezia VI, Note 6.",
+ "den Lauch. כרישה ar. كراث Poree, Lauch.",
+ "von den Zwiebeln und den Senf von den Bienen. Vom Bienenstock, weil der Senf den Bienen schadet.",
+ "Jose erlaubt den Senf (überall zu säen. Auch in der Nähe des Bienenstockes. Nach R. Jose hat der Geschädigte stets sich zu entfernen, wenn er vor Schaden bewahrt bleiben will, und es ist nach ihm auch die Entfernung der Flachsbeize und des Lauches unnötig. Doch spricht er nur vom Senf indem er erwartet, dass die Weisen ihm dies zugestehen werden, da die Bienen ebenso den Senf beschädigen, wie der Senf ihnen schädlich ist. (Talmud 18 b."
+ ],
+ [
+ "Man entferne den Baum fünfundzwanzig Ellen von der Zisterne. Weil die Wurzeln des Baumes die Zisterne beschädigen.",
+ "die Carube und Sykomore. Die viele Wurzeln haben.",
+ "sowohl von oben. Wenn eines von beiden höher als das andere liegt, indem der Baum und die Zisterne auf dem Abhang eines Berges sich befinden.",
+ "als von der Seite. Wenn beide in einer Ebene sich befinden.",
+ "um und zahlt dessen Wert. Wo der Schaden nur einen einzelnen betrifft, kann man den Baum nicht ohne Bezahlung umhauen, wie oben in Mischna 7.",
+ "nicht umhauen. Denn wer eine Forderung stellt, hat den Beweis zu erbringen, B. kamma III, 11.",
+ "und dieser pflanzt auf dem seinigen. Da der Schaden erst nach langer Zeit entsteht."
+ ],
+ [
+ "Man darf keinen Baum nahe am Felde. Es sei ein Getreidefeld oder ein Baumfeld.",
+ "es sei denn dass man ihn vier Ellen davon entfernt. Damit der Nachbar Raum habe, sein Feld zu pflügen; wo man ein Baumfeld nicht zu pflügen pflegt, ist diese Entfernung nicht nötig.",
+ "so darf dieser bis an die Mauer von dieser Seite und jener bis an die Mauer von jener Seite bebauen. Oder Bäume pflanzen.",
+ "Gräbt er. Der Herr des Gebietes, in welches die Wurzeln jener Bäume hineindringen.",
+ "so darf er bis hinab. So weit er gräbt.",
+ "und das Holz gehört ihm. Nach dem Talmud gilt dies nur, wenn er 16 Ellen oder mehr vom Baume entfernt gräbt: dagegen gehört innerhalb der 16 Ellen das Holz der abgeschnittenen Wurzeln dem Eigentümer des Baumes, da die Wurzeln bis 16 Ellen dem Baume Nahrungssäfte zuführen und zum Baume gehören."
+ ],
+ [
+ "so darf dieser so weit wegschneiden. Die untern Zweige des Baumes.",
+ "als der Rinderstachel. Der Ochsenstecken, mittels dessen man das Ackervieh antreibt.",
+ "über dem Pfluge reicht. Um unbehindert pflügen zu können.",
+ "von Carube und Sykomore. Die viel Schatten machen und dem Felde schaden.",
+ "bis an das Senkblei. D. h. Alles was über seinem Felde hangt, was an der Grenze seines Feldes durch ein Perpendikel bestimmt werden kann.",
+ "in einem Bewässerungs-Felde. S. B. mezia IX, Note 9.",
+ "darf man) jeden Baum bis an das Senkblei (beschneiden. Weil jeder Schatten einem solchem Felde schadet.",
+ "Jeden unfruchtbaren Baum (darf man) bis an das Senkblei (beschneiden. Da an der Beschneidung eines solchen Baumes nicht viel gelegen ist."
+ ],
+ [
+ "so schneidet man so viel. Von den untern Baumzweigen.",
+ "dass ein Kamel und sein Reiter (darunter) hinziehen können. R. Jehuda sagt: (Nur so viel, dass) ein mit Flachs oder Rebenbündeln beladenes Kamel (darunter hinziehen kann. Und nicht so viel, dass ein Reiter hinziehe, da der Reiter, wenn er unter dem Baume dahinzieht, sich bücken kann.",
+ "bis an das Senkblei wegen der Unreinheit. Es könnte unter dem Baume ein Teil einer menschlichen Leiche sich befinden, der jeden unter dem Baum dahinziehendem Menschen verunreinigt, s. Oholot II, 1."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Die Ersitzung. חזקה (von החזק ergreifen) bezeichnet oft die Besitzergreifung (occupatio); hier bedeutet es „Ersitzung“ (usucapio), d. i. die Erwerbung eines Gegenstandes durch den während einer gesetzlich bestimmten Zeit fortgesetzten Besitz desselben.",
+ "Höhlen. Oben II, 1.",
+ "Taubenschläge. II, 5.",
+ "Bewässerungs-Felder. II, 13.",
+ "und Sklaven. Im Talmud 36a wird zwar gelehrt: הגודרות אין להם חזקה Kleinvieh (und andere lebende Wesen) können nicht durch Chasakah erworben werden; doch ist dort unter „Chasakah“ die Besitzergreifung verstanden, nicht die usucapio. Wer von eines Andern Kleinvieh Besitz ergriffen hat, kann es nicht durch die Behauptung, er habe es gekauft, als sein Eigentum beanspruchen; wohl aber kann er dies nach einer dreijährigen usucapio.",
+ "deren Ersitzung währt drei Jahre. Wer dieselben drei Jahre ununterbrochen im Besitz gehabt, ohne dass der frühere Besitzer vor zwei Zeugen Einspruch (מחאה) dagegen erhoben hat, kann sie als sein rechtmässig erworbenes Eigentum erklären, obwohl er keine schriftliche Erwerbungs-Urkunde (שטר) besitzt. Als Grund hierfür wird im Talmud angegeben, dass man gewöhnlich nur drei Jahre, aber nicht länger, schriftliche Erwerbungs - Urkunden aufbewahrt.",
+ "Bei einem von Regen getränkten Felde. בעל (ar. بعل) heisst ein Feld, dass nicht künstlich, sondern nur vom Regen bewässert wird, und daher nur einmal im Jahre Früchte trägt.",
+ "aber nicht von Tag zu Tag (gerechnet. Das erste und letzte Jahr braucht nicht vollständig zu sein. Darüber, wie lange man es während dieser Zeit im Besitze haben muss, folgt jetzt eine Kontroverse zwischen R. Ismael und R. Akiba.",
+ "Drei Monate. Die letzten drei Monate.",
+ "vom ersten. Wenn er während dieser Zeit gesäet und geerntet hat, da manche Frucht, wie Gerste, Hafer und Linsen in 3 Monaten wächst.",
+ "drei Monate. Die ersten drei Monate.",
+ "vom letzten. Wenn er während dieser Zeit gesäet und geerntet hat, da manche Frucht, wie Gerste, Hafer und Linsen in 3 Monaten wächst.",
+ "Einen Monat. Den letzten Monat.",
+ "vom ersten. Da man auch in einem Monat Kraut und Viehfutter vom Felde gewinnen kann.",
+ "einen Monat. Den ersten Monat.",
+ "Bei einem Saatfelde. Dessen Früchte alle zu einer Zeit geerntet werden.",
+ "bei einem Baumfelde. Worin verschiedene Baumarten sind, deren Früchte zu verschiedenen Zeiten geerntet werden.",
+ "die Ölbäume abgepflückt und die Feigen. קיץ eig. Sommerfrucht, bes. Feigen.",
+ "so gilt dies wie drei Besitzjahre. Obgleich alle diese drei Ernten in Einem Jahre erfolgt sind."
+ ],
+ [
+ "Drei Länder gibt es. Palästina wird in drei Provinzen eingeteilt, vgl. Schebiit IX, 2.",
+ "Transjordanland. Auch „Peräa“ genannt.",
+ "War er. Der Eigentümer des Grundstückes.",
+ "und jemand hat in Galiläa ersessen. Das Grundstück 3 Jahre im Besitz gehabt.",
+ "so ist die Ersitzung nicht gültig. Da zwischen diesen beiden Provinzen kein starker Verkehr besteht, so würde selbst ein von Seiten des Eigentümers vor zwei Zeugen erhobener Einspruch (מחאה) dem Ersitzenden nicht bekannt werden. Dieser hätte deshalb vorsorglich sein Erwerbungs-Dokument (שטר) gut verwahren sollen, da ja der frühere Eigentümer möglicher Weise gegen seine Besetzung Einspruch erhoben hat, ohne dass es ihm zu Ohren gekommen ist.",
+ "vielmehr muss er. Der Eigentümer.",
+ "mit ihm. Dem Ersitzenden.",
+ "in derselben Provinz sein. Wenn die Ersitzung giltig sein soll. Es ist aber nicht nötig, dass beide in ein und derselben Stadt sind; denn ein vom Eigentümer vor zwei Zeugen erhobener Einspruch würde dem Usucapirenden bekannt werden, wenn dieser auch in einer andern Stadt wohnt, da es die Zeugen ihren Freunden und diese wieder ihren Freunden mitteilen, bis es schliesslich auch dem Ersitzenden zu Ohren kommt (חברך חברא אית ליה).",
+ "wenn er. Der Eigentümer.",
+ "etwa in Spanien. Wohin man zur Zeit R. Jehuda’s (um 150 p.) ein Jahr zu reisen hatte.",
+ "ist und jemand ein Jahr. Erst nach einem Jahre wird dies allgemein bekannt.",
+ "und er. Der Eigentümer.",
+ "das andere Jahr zurückkommen könne. Um seine Ansprüche geltend zu machen. Nach R. Jehuda ist auch dann die Usucapion gültig, wenn der Eigentümer in Judäa und der Ersitzende in Galiläa war."
+ ],
+ [
+ "Begründung. Einem Rechtsgrunde (justus titulus), der den neuen Besitzer zum Eigentümer eines Objektes macht, das früher Eigentum eines andern war.",
+ "Wer wegen einer Erbschaft gekommen ist. Wer ein ererbtes Grundstück 3 Jahre im Besitz gehabt.",
+ "bedarf keiner weiteren Begründung. Er braucht nicht zu beweisen, dass es der Erblasser rechtmässig erworben; jedoch muss durch Zeugen konstatiert sein, dass der Erblasser es, wenn auch nur einen Tag, besessen hat.",
+ "Die Handwerker. Die an einem Grundstück 3 Jahre lang gearbeitet und es deshalb im Besitze hatten. Jerusch. liest nicht האומנין.",
+ "die Miteigentümer. Wenn Einer von zwei Teilhabern eines Grundstückes, bei dem kein Teilungsrecht (oben I, 6) vorhanden ist, dasselbe drei Jahre besessen hat.",
+ "die Feldbauer. Vgl. B. mezia V, Note 73. Nach dem Talmud (46 b) spricht die Mischna von Familien-Feldbauern, (Erbpächter, אריסי בתי אבות), die bereits lange die Grundstücke der Familie in Pacht haben (da dieselben von Vater auf Sohn übergehen) und manchmal 3 Jahre lang den ganzen Ertrag der Felder nehmen, um in den folgenden 3 Jahren wieder den ganzen Ertrag dem Eigentümer zu überlassen.",
+ "und die Vormünder. אפוטרופוס = ἐπίτροπος.",
+ "haben kein Ersitzungsrecht. In drei Jahren bei Grundstücken. Bei Mobilien, bei denen, wenn sie nicht ausgeliehen und vermietet zu werden pflegen, der davon Besitz Ergreifende sogleich beglaubt ist zu behaupten, er habe sie käuflich erworben, gilt ebenfalls die Ausnahme, dass Personen, die zum fraglichen Gegenstande eine der hier genannten Beziehungen hatten, ohne Beweis nicht behaupten können, den Gegenstand gekauft zu haben.",
+ "Der Mann hat kein Ersitzungsrecht an den Gütern seiner Frau. An den Niessbrauch-Gütern (נכסי מלוג, Jebamot VII, 1), wovon der Mann die Früchte zu essen berechtigt ist. Selbst wenn er auf dieses Recht schriftlich verzichtet hat, kann dennoch ein dreijähriger Genuss der Früchte nicht als „Ersitzung“ gelten, da die Frau es mit dem Manne nicht genau nimmt, und ihm den Niessbrauch ihrer Güter überlässt, wenn er auch nicht dazu berechtigt ist.",
+ "und die Frau hat kein Ersitzungsrecht an den Gütern ihres Mannes. Obwohl der Mann zur Ernährung seiner Frau irgend ein Gut bestimmt hat, kann die Frau dennoch nicht ein anderes Gut durch Usucapion erwerben, da der Mann seine Frau auch da die Früchte geniessen lässt, wo sie nicht dazu berechtigt ist.",
+ "der Vater nicht an den Gütern des Sohnes. Solange der Sohn am Tische des Vaters isst, wo beide es miteinander nicht so genau nehmen.",
+ "und der Sohn nicht an den Gütern des Vaters. Solange der Sohn am Tische des Vaters isst, wo beide es miteinander nicht so genau nehmen.",
+ "Wobei sind diese Worte. Dies bezieht sich auch auf den Anfang des Abschnittes, wonach zur Usucapion drei Jahre erforderlich sind.",
+ "Beim Ersitzen. Wobei der frühere Eigentümer behauptet, dass der Ersitzende es mit Unrecht in Besitz genommen.",
+ "gibt aber jemand ein Geschenk. Und der Empfänger will es mit Einwilligung des Gebers durch Okkupation erwerben.",
+ "in einer Erbschaft. Und Jeder will sein Teil durch Okkupation sich aneignen.",
+ "oder ergreift jemand Besitz von den Gütern eines Proselyten. Der ohne Erben verstorben ist, dessen Vermögen als herrenloses Gut betrachtet wird, s. B. kamma IX, Note 66.",
+ "wenn man nur etwas verschlossen. Eine Türe oder ein Schloss daran gemacht, oder eine offene Türe verschlossen hat.",
+ "Besitzergreifung. Das ist die Chasakah (Occupatio), durch welche man Grundstücke erwerben kann, vgl. Mischna Kidduschin I, 5 und oben Note 1."
+ ],
+ [
+ "dass er es. Ein ersitzbares Objekt.",
+ "drei Jahre niessbraucht. Und so durch Usucapion erworben.",
+ "und sie werden falsch befunden. Durch Alibi-Überführung (הזמה), wie in B. kamma VII, Note 13.",
+ "so müssen sie ihm. Dem Eigentümer des Objektes.",
+ "das Ganze. Den Betrag, um den sie ihn schädigen wollten.",
+ "bezahlen. B. kamma VII, Note 14.",
+ "Zeugen) für das erste, zwei für das zweite und zwei für das dritte (Jahr. Und diese drei Zeugenpaare kommen auf einmal, so dass man sieht, dass sie Alle das Objekt dem angeblichen Ersitzer zuzueignen beabsichtigen.",
+ "so teilt man. Die aufzuerlegende Strafe.",
+ "unter sie in drei Teile. Jedes Paar zahlt ein Drittel.",
+ "Sind es. Die drei Zeugen-Parteien.",
+ "und Einer. Ein Fremder.",
+ "ihnen. So dass für jedes Ersitzungs-Jahr einer der drei Brüder und der Fremde Zeugnis ablegen.",
+ "so sind dies drei Zeugnisse. Das Zeugnis ist gültig, obgleich Brüder miteinander zu Einem Zeugnisse unbrauchbar sind; denn es sind dies drei Zeugnisse.",
+ "sie sind jedoch Ein Zeugnis hinsichtlich der Überführung. Wenn sie falsch befunden werden, zahlen sie die Strafe gemeinschaftlich, und zwar so, dass jeder Bruder ⅙ und der Fremde ³⁄₆ (= ½) bezahlt. Sie sind auch nur strafbar, wenn sie alle, vier überführt worden. Im Jerusch. und in manchen Codices fehlt das Wort להזמה."
+ ],
+ [
+ "Welches. B. mezia II, Note 1.",
+ "bei denen keine Ersitzung Statt hat. Im Folgenden handelt es sich um Usucapirung gewisser Rechte an eines Andern Grundstück (Servituten).",
+ "Hat jemand. Drei Jahre lang.",
+ "so gilt da keine Ersitzung. Nach dem Talmud spricht dies von zwei Teilhabern eines Hofes, die es miteinander nicht so genau nehmen; hat man aber drei Jahre lang obige Verrichtungen in einem fremden Hofe oder in dem Hofe eines Teilhabers, der es damit genau nimmt, ausgeübt, so kann man in Folge der Usucapion behaupten, man habe für immer das Recht dazu erkauft.",
+ "so gilt dabei eine Ersitzung. Weil solches auch bei einem Teilhaber nicht geduldet würde, wenn er nicht das Recht dazu erkauft hätte."
+ ],
+ [
+ "Betreffs der Traufrinne. מרזב ist nach den Erklärern eine kleine Rinne, die an das Ende der über die ganze Länge des Daches sich hinziehenden grossen Dachrinne (מזחילה) angebracht wird, damit die Traufe fern von der Wand hinabfalle.",
+ "aber hinsichtlich ihres Ortes gilt eine Ersitzung. Dieser dunkle Satz wird in der Tosephta (II, 13) mit folgenden Worten erklärt: צינור בחצר אין לו חזקה מקום קילוחו יש לו חזקה (Für die Rinne kann man am Hofe nichts ersitzen; dagegen gilt eine Ersitzung hinsichtlich des Ortes ihres Ergusses). Es wird hiernach bestimmt: Wenn jemand seine Traufrinne drei Jahre in den Hof des Nachbars fallen liess, so hat er zwar das Recht ersessen, seine Traufe weiterhin in jenen Hof sich ergiessen zu lassen; aber andere Verbindlichkeiten hat der Hofbesitzer betreffs der Rinne nicht. Er kann z. B. unter derselben oder neben derselben bauen, was bei מזחילה (weiter Note 71) nicht gestattet ist.",
+ "Betreffs der Dachrinne. Oben Note 68 und II, Note 43.",
+ "gilt eine Ersitzung. Auch insofern, dass der Nachbar 4 Ellen weit von seiner Dachrinne keine Wand aufführen (oben II, 5) und auch unter dieser Rinne nicht bauen darf, wenn diese dadurch beschädigt werden könnte.",
+ "Hinsichtlich einer ägyptischen Leiter. Eine kleine Leiter, die keine 4 Sprossen hat und nicht an einer Stelle befestigt ist.",
+ "gilt keine Ersitzung. Hat man diese in den Hof des Nachbars drei Jahre gesetzt, ohne dass er dagegen Einspruch erhoben, so kann man nicht behaupten, man habe das Recht dazu erkauft, da eine solche Leiter nicht beachtet wird.",
+ "hinsichtlich einer tyrischen. Einer grossen Leiter.",
+ "Betreffs eines ägyptischen Fensters. Das nach des Nachbars Hofe geht.",
+ "gilt keine Ersitzung. Es kann daher der Nachbar davor eine Wand bauen und es verschliessen. Nach einigen gilt dies nur, wenn das kleine Fenster bloß als Luftloch dient, nicht aber, wenn es des Lichtes wegen gemacht ist.",
+ "durch welches nicht der Kopf eines Menschen gehen kann. Und noch ausserdem höher als 4 Ellen vom Boden des Zimmers angebracht ist (Talmud).",
+ "Wenn dasselbe eine Einfassung. מלבן (von לבנה) eine Ziegelform, eine längliche viereckige Einfassung.",
+ "Betreffs eines Vortrittes. זיז ein Vorbau von Stein oder Holz, der an der Wand im Raume des Nachbars vorsteht.",
+ "verwehren. Weil er von da aus stets in des Nachbars Hof sehen kann.",
+ "so gilt dabei keine Ersitzung. Und es kann der Nachbar den Vortritt wegschaffen, wenn er an dessen Stelle eine Wand bauen will.",
+ "nicht verwehren. So lange man dessen Raum nicht braucht."
+ ],
+ [
+ "Es darf niemand seine Fenster in den gemeinsamen Hof. Obgleich er Teilhaber des Hofes ist; um so weniger in einen fremden Hof.",
+ "eröffnen. Weiler durch das Hinaussehen dem Nachbar schaden kann, s. oben I, Note 8.",
+ "Kauft einer ein Haus. Von welchem eine Wand am gemeinsamen Hofe liegt.",
+ "so darf er es nicht in den gemeinsamen Hof eröffnen. Weil dadurch der gemeinsame Hof mehr betreten würde, indem die Bewohner des andern Hauses ebenfalls in diesen Hof ginge.",
+ "so darf er ihn nicht in den gemeinsamen Hof eröffnen. Weil dann der gemeinsame Hof auch von den Bewohnern des Söllers betreten würde.",
+ "sondern wenn er will. Mehr Bewohner in sein Haus aufnehmen.",
+ "kann er ein Zimmer innerhalb seines Hauses bauen. Indem er ein Zimmer durch eine Wand in zwei teilt.",
+ "oder einen Söller auf seinem Hause bauen. Nach dem Talmud ist unter diesem Söller nur eine Gallerie zu verstehen, wodurch der Raum seines Hauses nicht vergrössert, sondern nur ein Teil desselben in zwei Stockwerke geteilt wird.",
+ "und in sein Haus eröffnen. Dies ist gestattet, obgleich dadurch mehr Bewohner in den Hof kommen, da es jedem freisteht, beliebig viele Bewohner in sein Haus zu nehmen.",
+ "oder ein Fenster gegenüber einem Fenster. Sondern etwas seitwärts, damit er nicht geradezu in des Nachbars Wohnung hineinschauen könne.",
+ "War sie. Die Türe.",
+ "darf er sie nicht gross machen. Weil dadurch der Einblick in des Nachbars Haus leichter wird und dieser sich vor demselben nicht schützen kann.",
+ "aus Einer darf er nicht zwei. Obwohl beide zusammen nicht grösser sind als die Eine.",
+ "machen. Da der Nachbar sich bei zwei Türen schwerer vor dem Ausblick schützen kann, als bei Einer.",
+ "gegenüber und ein Fenster einem Fenster gegenüber eröffnen. Da der gegenüber Wohnende doch ohnedies wegen der Leute, die durch die Strasse ziehen, bei seinem Tun und Treiben sich in Acht nehmen muss."
+ ],
+ [
+ "Elieser erlaubt es in der Weise. Wenn der Erdboden darüber so fest ist.",
+ "dass ein mit Steinen beladener Wagen darüber fahren kann. Die Weisen aber gestatten es auch in diesem Falle nicht, da im Laufe der Zeit die Decke schwächer werden kann.",
+ "Man darf keine Vortritte. Oben Note 79.",
+ "und Altane. גזוזטרא, auch כסוסטרא und כצוצטרא geschrieben, ist das gr. ἐξώστρα (im Syr. ܟܣܽܘܣܛܪܽܘܢ), das auch „Altan“ bedeutete. Über den Unterschied zwischen זיז und גזוזטרא s. Oholot XIV, 1, wo statt גיזרה vom Aruch גזוזטרא gelesen wird.",
+ "wenn er will. Einen derartigen Vorbau machen.",
+ "muss er (die Mauer. Seines Hauses.",
+ "in sein Gebiet hineinrücken und dann hinausbauen. So dass der ganze Vorbau im Raume seines Gebietes steht.",
+ "so bleibt er in seinem Besitzrechte. Da wir annehmen, der Verkäufer hat den Vorbau in seinem Gebiete angebracht."
+ ]
+ ],
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+ "so hat er den Anbau. יציע Kammern, die als Anbau an den Wänden oder in der Dicke der Wand sich befinden.",
+ "nicht mit verkauft. Dies gilt nur dann, wenn der Anbau 4 Ellen breit ist.",
+ "welches hinter dem Hause ist. Obwohl es den Eingang im Hause hat.",
+ "Wenn dazu. Zum Dache vom Hause aus.",
+ "die Form eines Eingangs. Vgl. Erubin I, 1 Note 6.",
+ "so ist es. Das Dach.",
+ "selbst wenn es. Das Geländer."
+ ],
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+ "Ferner nicht den Brunnen. בור ein gegrabener Brunnen oder eine Zisterne, die in harter Erde gegraben und nicht ausgemauert zu werden braucht.",
+ "und nicht die Zisterne. דות, auch חדות, ist eine ausgemauerte Zisterne. Nach einigen ist דות ein auf der Erde gebauter Wasserbehälter.",
+ "Tiefe und Höhe. „Des Hauses verkaufe ich dir.“",
+ "Doch muss er. Der Verkäufer vom Käufer.",
+ "sich dazu einen Weg kaufen. Denn gewiss hat er das ganze Grundstück verkauft und sich nicht einmal einen Weg zur Zisterne zurückbehalten, da jeder Verkäufer „mit günstigem Auge“ (בעין יפה, mit Freigebigkeit) verkauft.",
+ "Er braucht sich keinen Weg dazu zu kaufen. Da jeder Verkäufer „mit missgünstigem Auge“ (בעין רעה, ungünstig) verkauft und sich den nötigen Weg zurückbehält.",
+ "ausser diesen. Dem Brunnen und der Zisterne. Er hat diese vom Verkaufe ausdrücklich ausgeschlossen.",
+ "er sich keinen Weg dazu zu kaufen braucht. Denn da diese Klausel unnötig war, so wollte er damit sich auch einen Weg zurückbehalten.",
+ "Hat jemand diese. Einen Brunnen oder eine Zisterne in seinem Hause.",
+ "an einen Andern verkauft. Und das Haus für sich behalten.",
+ "Akiba sich keinen Weg dazu zu kaufen. Da er ihm mit Gunst (oben Note 12), also auch einen Weg dazu verkauft hat.",
+ "Er muss sich einen Weg dazu kaufen. Denn er hat ihm keinen Weg mit verkauft (oben Note 13)."
+ ],
+ [
+ "so hat er die Türe. Die vermittelst der Türangeln am Hause befestigt ist.",
+ "aber nicht den Schlüssel. Selbst wenn er an der Türe befestigt ist.",
+ "mit verkauft. Da derselbe leicht losgelöst werden kann und nicht immer befestigt bleibt.",
+ "er hat den feststehenden. Am Boden.",
+ "er hat den Mühlen-Kegel. אצטרוביל u. קלת entsprechen dem שכב und רכב oben II, 1, vgl. Talmud 20b. Letztere sind die Mühlsteine der kleinen Handmühle; beide ersteren sind die Mühlsteine einer grossen Mühle, רחיים של חמור (mola asinaria) genannt. Ein solcher grosser Mühlstein hiess auch μύλος ὀνιϰός Esels-Mühlstein. — אצטרוביל = στρόβιλος (lat. meta), der Kegel, hiess der untere auf dem Boden feststehende Mühlstein mit einer viereckigen oder runden Basis, auf welcher sich ein spitzer Kegel erhob (daher den Namen אצטרוביל). קלת = ϰάλαϑος, der Korb, hiess der obere Mühlstein. Dieser hatte unten eine konkav ausgehauene Fläche, während er sich nach oben zum Behuf des Einschüttens des Getreides in gleicher Weise wie nach unten öffnete und so die Gestalt eines Korbes erhielt, weshalb er den Namen קלת führen mochte. Das oben eingeschüttete Getreide wurde durch den Umschwung des קלת um den kegelförmigen אצטרוביל zerrieben.",
+ "aber nicht den Mühlen-Korb. אצטרוביל u. קלת entsprechen dem שכב und רכב oben II, 1, vgl. Talmud 20b. Letztere sind die Mühlsteine der kleinen Handmühle; beide ersteren sind die Mühlsteine einer grossen Mühle, רחיים של חמור (mola asinaria) genannt. Ein solcher grosser Mühlstein hiess auch μύλος ὀνιϰός Esels-Mühlstein. — אצטרוביל = στρόβιλος (lat. meta), der Kegel, hiess der untere auf dem Boden feststehende Mühlstein mit einer viereckigen oder runden Basis, auf welcher sich ein spitzer Kegel erhob (daher den Namen אצטרוביל). קלת = ϰάλαϑος, der Korb, hiess der obere Mühlstein. Dieser hatte unten eine konkav ausgehauene Fläche, während er sich nach oben zum Behuf des Einschüttens des Getreides in gleicher Weise wie nach unten öffnete und so die Gestalt eines Korbes erhielt, weshalb er den Namen קלת führen mochte. Das oben eingeschüttete Getreide wurde durch den Umschwung des קלת um den kegelförmigen אצטרוביל zerrieben.",
+ "mit verkauft. Letzterer ist beweglich, ersterer feststehend.",
+ "auch nicht den Ofen und nicht den Herd. Die beweglich sind.",
+ "and. LA.: Er hat den Ofen mit verkauft, er hat den Herd mit verkauft. Nach dieser LA. spricht die Mischna von Ofen und Herd, die am Boden festsitzen.",
+ "was darin ist. „Sei dir verkauft.“",
+ "so ist alles dieses. Was in dieser Mischna steht, aber nicht das in Mischna 1 und 2 Erwähnte"
+ ],
+ [
+ "hat er die Häuser. Die im Hofe ihren Eingang haben.",
+ "Gräben und Höhlen. Die im Hause sind.",
+ "was darin ist. „Sei dir verkauft.“",
+ "so ist alles verkauft. Doch nicht die darin befindlichen Lebensmittel.",
+ "Jedenfalls. Obschon er gesagt hat: „Der Hof und alles, was darin ist, sei dir verkauft.“",
+ "hat nur den freien Raum des Hofes verkauft. Sonst nichts; nicht einmal die Häuser."
+ ],
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+ "so hat er das Becken. ים eig. Meer, nach Raschbam מיי״ם = maie, der Kelterboden, in dem die Oliven gekeltert werden.",
+ "den Reibstein. ממל (von מלל reiben) nach dem Talm. = מפרכתא (von פרך reiben), das nach Raschbam den hohlen Stein bezeichnet, in welchem die Oliven zerstossen werden. Es scheint hiernach ממל hier für בית הממל (Maaserot I, 7) zu stehen; denn ממל dürfte eher „Reiber“ oder „Stampfer“ bedeuten, wie Barten. erklärt.",
+ "und die Stangen. Die an beiden Seiten der Kelter im Boden befestigt sind und in welche der Pressbalken eingefügt ist. Nach Raschbam wurden diese jumelles (Zwillinge) oder sorores (Schwestern) genannt.",
+ "er hat aber nicht mit verkauft die Pressbretter. Die man auf die zerstossenen Oliven legt, um sie vermittelst des Pressbalkens aaszupressen. Jerusch. liest הכירים, und auch in M. Kelim XII, 8 sind כירים erwähnt, die nach den Erklärern mit עכירין identisch sein sollen; doch erklärt dort Maimon. כירים für eine eiserne Keule, mit der man die Oliven zerstösst.",
+ "das Rad. Die Winde, womit der Pressbalken hinaufgezogen und herabgesenkt wird."
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+ "so hat er nicht die Bretter. Auf welche man die Kleider legt.",
+ "die Bänke. ספסל von subsellium, Sitz-Bank. Der Talm. liest: ספלין, was gewöhnlich „Wasch-Schüsseln“, bedeutet. Vielleicht ist es aber hier vom gr. σφέλας abzuleiten und als Bänke zu fassen.",
+ "und die Vorhänge. וילון von velum, Vorhang vor dem Eingang. Nach einigen sind es „die Handtücher.“ Die Talmude lesen בילניות.",
+ "Jedenfalls hat er die Wasserbehälter. Die Wasserteiche, die das Badehaus mit Wasser versorgen."
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+ "Ölpressen-Häuser und bewässerte Ländereien. Vgl. B. mezia IX, 2, Note 9; nach dem Talm. ist hier nur von „Gartenland“ die Rede.",
+ "hat auch den Wächter. סנטר nach R. Chanannel: der Wächter (vom gr. συντηρέω), nach andern: Jemand, der die Grenzen der Felder zeigt (viell. vom σημάντωρ der Anzeiger). Nach einer Ansicht im Talmud bedeutet סנטר „die Felder rings um die Stadt.“"
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+ [
+ "die dazu gebraucht werden. Um dem Felde als Umzäunung zu dienen.",
+ "die dazu gebraucht werden. Um die Reben daran zu binden. Unter Feld ist auch ein Weinberg zu verstehen.",
+ "das noch an der Erde haftet. Obwohl es schon zum Ernten reif ist.",
+ "das Schilf - Gebüsch. מחיצת im Talm. חיצת, besser חישת vom ar. خيسة Gebüsch.",
+ "das weniger ist als ein Viertel Kab-Aussaat. 104⅙ Quadratellen.",
+ "die nicht. R. Chanannel liest hier העשויה בטיט und in der folgenden Mischna שאינה עשויה בטיט.",
+ "die ungepfropfte Carube. Den noch jungen Johannisbrotbaum; wenn der Baum älter wird, pfropft man ihn.",
+ "und die unbehauene Sykomore. Solange sie noch jung ist; wenn sie alt wird, haut man die Zweige ab und sie heisst dann סדן השקמה."
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+ "das von der Erde abgepflückt ist. Wiewohl es noch auf dem Felde trocknen muss.",
+ "das die Grösse eines Viertel Kab-Aussaat hat. Weil dies wie ein besonderes Feld betrachtet wird.",
+ "die mit Lehm befestigt ist. S. oben Note 52.",
+ "die gepfropfte Carube. Oben Note 53.",
+ "und den Sykomoren - Stamm. Oben Note 54.",
+ "die Kelter. Die Kelter befand sich gewöhnlich im Weinberge (s. oben Note 48), Jesaja 5, 2.",
+ "Er muss sich jedoch dazu einen Weg kaufen. S. oben Noten 11—19.",
+ "Er muss sich einen Weg dazu kaufen. S. oben Noten 11—19.",
+ "Worte. Dass gewisse Dinge nicht zum Felde gehören.",
+ "Bei einem Verkäufer; wenn aber jemand eine Schenkung macht, schenkt er alle diese (Dinge. Die im Felde sind.",
+ "mit. Da man gewöhnlich mit „günstigem Auge“ (בעין יפה) schenkt.",
+ "Wer sich der Güter eines Proselyten. Der ohne Erben verstorben und dessen Güter herrenlos sind.",
+ "hat auch dies alles mit geheiligt. Weil man mit „günstigem Auge“ heiligt.",
+ "hat nichts mitgeheiligt. R. Simon meint, der Heiligende ist, wie ein Verkäufer, nicht freigebig.",
+ "ausser der gepfropften Carube und dem Sykomoren-Stamm. Weil diese vom Felde des Heiligtums Nahrung saugen."
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+ "das Segel. Jesaja 33, 23.",
+ "den Anker. עוגין nach Babli von עגן (Ruth 1, 13). Jerusch. liest הוגין; arab. هوجل Anker (gr. ὄγϰινος Widerhaken).",
+ "er hat aber nicht mit verkauft die Knechte. Schiffs-Knechte.",
+ "die Säcke. מרצוף gr. μάρσυπος Sack.",
+ "und die Ladung. אנתיקי gr. ἐνϑήϰη, nach dem Talm. die Ware, die im Schiffe ist.",
+ "Wer einen Wagen. קרון gr. ϰαῤῥόν.",
+ "hat nicht die Maultiere. Die den Wagen ziehen. Nach einigen sind פרדות die Ortscheite des Wagens, an welche die Zugtiere gespannt werden.",
+ "Wer ein Joch. Welches die pflügende Rinder zusammen hält.",
+ "hat nicht die Rinder mit verkauft. Selbst an einem Orte, wo Einige mit dem Ausdruck „Joch“ auch die Rinder bezeichnen.",
+ "dass ein Joch nicht zweihundert Sus wert ist. Er hat also die Rinder mit gekauft.",
+ "Der Kaufpreis beweist nichts. Allerdings ist mitunter bei einem zu hohen Kaufpreise der Kauf ungültig, oder wenigstens der Betrag, um den man den Nächsten übervorteilt, zurückzuerstatten, (vgl. B. mezia IV, Note 21); doch gelten diese Bestimmungen nur, wenn möglicherweise der Käufer irrtümlich die Ware für so viel wert gehalten haben konnte; wo aber ein solcher Irrtum ausgeschlossen ist, da wird angenommen, der Käufer habe das Geld als Geschenk gegeben."
+ ],
+ [
+ "hat nicht dessen Geräte. Nach dem Talmud sind hier nur die Packgeräte, wie Quer- und Mantelsack, gemeint; dagegen sind die zum Reiten nötigen Geräte, wie Sattel u. dgl., mit verkauft.",
+ "mit verkauft. Obgleich sie während des Verkaufes auf ihm liegen.",
+ "und er sprach zu ihm. Dem Eigentümer des Esels.",
+ "ist dies dein Esel. Er weiss also noch nicht, ob dieser Esel ihm gehört."
+ ],
+ [
+ "Wer eine Eselin verkauft. Und zum Käufer sagt: „ich verkaufe dir eine melkende Eselin (Talmud).",
+ "hat das Füllen. S. Pesachim IV, Note 7.",
+ "mit verkauft. Da die Milch der Eselin den Israeliten verboten ist, so hat er nur deshalb eine melkende Eselin gekauft, um die Milch für das Füllen zu gebrauchen.",
+ "Wer eine Kuh. Eine melkende.",
+ "hat ihr Junges nicht mit verkauft. Da der Käufer die Milch selbst trinken kann.",
+ "Wer einen Bienenstock. כוורת ar. كوارة, ein grosser runder Behälter, Bienenkorb.",
+ "Wenn jemand die Früchte des Taubenschlages. Was die Tauben in einem Jahre ausbrüten.",
+ "so muss er die erste Brut. Das erste Täubchenpaar, das die Tauben ausbrüten.",
+ "fliegen lassen. D. h. er darf dies nicht nehmen, sondern muss es bei den alten Tauben zurücklassen, weil diese ohne Gesellschaft (צוות) davonfliegen würden.",
+ "die Früchte eines Bienenstockes. Die Brut der Bienen von einem Jahre.",
+ "so kann er drei. Die drei ersten, welche die besten sind.",
+ "Bienenschwärme. נחיל ar. نحل Bienenschwarm.",
+ "dann kann jener. Der Verkäufer.",
+ "unfruchtbar machen. סרס, kastrieren. Nach dem Talm. geschieht dies dadurch, dass er ihnen Senf zu essen gibt. Dadurch werden sie zeugungsunfähig und beschäftigen sich nur mit der Bereitung des Honigs. Nach einer andern Erklärung im Talm. heisst ומסרס: „und er überspringt“ und das Subjekt ist der Käufer; die Mischna sagt hiernach entweder: „er nimmt drei Bienenschwärme mit Überspringen“ (d. h. den 1. 3. und 5.), oder: „er nimmt die drei ersten Schwärme, und dann überspringt er“ (d. h. er nimmt einen und lässt den andern zurück).",
+ "die Honigwaben. Die im Bienenstocke des andern in einem Jahre erzeugt werden.",
+ "so muss er zwei Waben zurücklassen. Damit die Bienen im Winter sich davon ernähren.",
+ "so muss er zwei Zweige. גרופית der Zweig eines Ölbaumes, vielleicht von גרף (fegen), wie מכבד (der Zweig einer Palme) von כַבֵּר (aus fegen). Nach Andern bedeutet שתי גרופיות „zwei Fausthöhen vom Stamme über der Erde“ (von אגרוף Faust).",
+ "zurücklassen. Um damit neue Ölbäume zu pflanzen."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand zwei Bäume. Um deren Früchte zu pflücken.",
+ "so hat er keinen Boden. Unter und zwischen den Bäumen.",
+ "grösser werden. Sich ausbreiten und durch ihren Schatten dem Eigentümer des Bodens Schaden bringen.",
+ "so darf Jener. Der Grundherr.",
+ "beschneiden. שפה glätten, hobeln, die Zweige abschneiden. Mit dem Verkaufe der Bäume hat der Grundherr zugleich seinen Grund und Boden für die Bäume, soweit sie es nötig haben, dienstbar gemacht, da ja der Käufer keinen eigenen Boden dazu erworben.",
+ "Was vom Stamme. Der über der Erde ist.",
+ "gehört ihm. Dem Käufer der Bäume. Doch muss er es abhauen und darf es nicht dort wachsen lassen; denn es könnte sich der Boden ringsumher derart heben, dass der neue Schössling von Erde bedeckt wie ein dritter Baum aussieht, und der Käufer würde dann als Besitzer von drei Bäumen auch auf Grund und Boden Anspruch erheben.",
+ "das von den Wurzeln. Die unter der Erde sind.",
+ "gehört der Boden nicht ihm. Dem Käufer der Bäume. Er kann an deren Stelle nicht andere Bäume pflanzen.",
+ "Hat er drei Bäume. zusammen.",
+ "so hat er auch Boden. Den Boden unter und zwischen den Bäumen und ringsumher soviel Raum als der Frucht-Pflücker mit seinem Korbe in der Hand braucht.",
+ "dazu erworben. Nach dem Talmud gilt diese Bestimmung nur, wenn die Bäume nicht weniger als vier und nicht mehr als sechzehn Ellen voneinander entfernt sind.",
+ "grösser werden. Sich ausbreiten und durch ihren Schatten dem Eigentümer des Bodens Schaden bringen.",
+ "darf Jener. Der Grundherr.",
+ "beschneiden. Denn da der Käufer auch Boden erworben, so hat der Verkäufer ihm nicht seinen Grund und Boden für die Bäume dienstbar gemacht; er kann daher die Zweige, die in sein Gebiet hineinreichen, abschneiden.",
+ "gehört ihm. Dem Besitzer der Bäume.",
+ "gehört ihm der Boden. Und er kann dort andere Bäume pflanzen."
+ ],
+ [
+ "Hat er die Lunge. קנח die Röhre, die Luftröhre nebst Lunge und Herz.",
+ "hat die Lunge nicht mit verkauft. Jedoch meint die Tosephta ist in Bezug auf alle derartigen Bestimmungen der Landesbrauch massgebend."
+ ],
+ [
+ "Vier. Voneinander unterschieden.",
+ "Normen. S. B. kamma VII, Note 1.",
+ "zurücktreten. Weil er übervorteilt worden ist, vgl. B. mezia IV, Note 21. Dagegen kann der Verkäufer, selbst wenn der Weizen sehr gestiegen ist, den Kauf nicht rückgängig machen.",
+ "Hat er ihn für schlecht verkauft. Indem der Käufer ihn getäuscht, dass solcher Weizen in dieser Stadt für schlecht betrachtet werde.",
+ "so kann der Verkäufer zurücktreten. Der Käufer aber nicht, selbst wenn der Weizen nachher billiger geworden.",
+ "und er wird auch schlecht. Wenn er auch nicht der allerschlechteste ist.",
+ "oder hat er ihn für gut verkauft und wird auch gut. Wenn er auch nicht der allerbeste ist.",
+ "Hat er dunkelroten. שחום wie das biblische חום (Gen. 30, 32).",
+ "so können beide zurücktreten. Weil der eine dies, der andere jenes vorziehen mag."
+ ],
+ [
+ "Verkauft jemand seinem Nächsten Früchte. Und beide sind über den Preis eines bestimmten Maasses bereits einig geworden. So lange der Preis noch nicht bestimmt ist, kann der Käufer die Früchte, selbst wenn sie ihm zugemessen werden und er sie an sich zieht, nicht erwerben; denn er ist über seinen Kauf noch nicht sicher, da ja der Verkäufer einen beliebig hohen Preis fordern kann.",
+ "und dieser hat die Früchte an sich gezogen. Er hat die Früchte durch Fortziehen von dem Orte, wo sie sich befinden, fortgeschafft. Nach Rab genügt es, wenn der zu erwerbende Gegenstand ein wenig fortgezogen wird; nach der rezipierten Ansicht Samuels dagegen muss er ihn ganz von seiner frühern Stelle fortschaffen (s. Talmud 75 b).",
+ "so hat er sie erworben. Diese Aneignungs-Form (משיכה genannt) gilt nur bei grossen Lasten, die man nicht aufheben kann und die in einem Seitengässchen (סימטא) oder in einem beiden (Käufer und Verkäufer) gehörigen Hofe sich befinden, keinesfalls aber im öffentlichen Gebiete (רשות הרבים).",
+ "Hat jener. Der Verkäufer. Wenn sie der Käufer selbst misst, so erwirbt er sie durch das Aufheben (הגבהה).",
+ "sie ihm zugemessen. Mit seinen (des Verkäufers) Geräten.",
+ "so hat er sie nicht erworben. Wenn sie aber mit des Käufers Geräten gemessen worden, hat er sie erworben.",
+ "Wenn er klug ist. Und die Ware sich aneignen will, so dass der Verkäufer nicht vom Kaufe zurücktreten könnte.",
+ "so mietet er. Falls eine Erwerbung durch Fortziehen oder Aufheben nicht möglich ist.",
+ "deren. Der Ware.",
+ "Platz. Dann erwirbt er die Ware, weil sie sich in seinem Gebiete befindet.",
+ "Wenn jemand Flachs. Den man in die Höhe heben kann.",
+ "bis er ihn von einem Orte zum andern trägt. D. h. durch Aufheben (הגבהה). טלטל fortbewegen, indem man den Gegenstand aufhebt. Durch הגבהה kann man an jedem Orte einen Gegenstand erwerben.",
+ "Ist derselbe noch am Boden haftend. Sodass das Recht von Grundstücken dabei anwendbar ist, die man durch Okkupation sich aneignen kann, vgl. oben III, 3, Note 48.",
+ "und er reisst etwas davon aus. Auf Anordnung des Verkäufers, der zu ihm sagt: Reinige mir ein Stückchen vom Felde, um hierdurch den ganzen Flachs, der auf dem Felde wächst, zu erwerben.",
+ "so hat er ihn erworben. Weil diese Arbeit als Okkupation (חזקה) betrachtet wird."
+ ],
+ [
+ "so gehört es dem Käufer. Nach dem Talmud handelt diese Bestimmung von dem Falle, wo das Maass einem Unterhändler gehört, der es Beiden geliehen hat; es ist nun anzunehmen, dass das Gefäss so lange dem Verkäufer geliehen ist, bis es gefüllt ist, nachher aber ist es dem Käufer geliehen, der durch das Gerät die Ware, die sich in einem סימטא oder in einem gemeinsamen Hofe befindet, erworben hat, s. oben Note 65 und 62.",
+ "Wenn ein Makler. סרסור ar. سرسار Sensal, Makler.",
+ "zwischen ihnen ist. Der die Ware vom Verkäufer kauft, um sie mit Gewinn an den Käufer abzugeben.",
+ "und das Fass. Das ihm (dem Makler) gehört.",
+ "so ist es zum Schaden des Maklers zerbrochen. Wir nehmen nicht an, dass der Makler bloß der Bevollmächtigte des Käufers sei, sodass letzterer den Schaden tragen müsste. Vor unserem Satze scheint eine Lücke (הסורי מיחסרא) zu sein. Nach der Tosefta (V, 2) müsste da stehen: נשברה המרה עד שלא נתמלאת נשברה למוכר משנתמלאת נשברה ללוקח ואם היה סרסור וכו׳ (Wird das Maass zerbrochen, bevor es gefüllt ist, trifft der Schaden den Verkäufer; geschieht es aber, nachdem es gefüllt ist, so trifft der Schaden den Käufer. Wenn aber ein Makler u. s. w.).",
+ "aus dem Maasse. Nachdem er es ausgeleert.",
+ "ihm. Dem Käufer.",
+ "Hat er es nachher umgebogen und die Neige gesammelt. Am Boden des Maasses. מיצה eig. ausdrücken, d. h. die letzten Tropfen sammeln.",
+ "so gehört diese dem Verkäufer. Denn der Käufer verzichtet darauf, vgl. Terumot XI, 8.",
+ "Der Krämer aber ist nicht verpflichtet. Weil er stets beschäftigt ist und keine Zeit dazu hat. Nach einer andern LA. (s. Schitta mek.) heisst es: והחנוני חייב (Auch der Krämer ist verpflichtet).",
+ "Nur am Vorabend des Schabbats bei einbrechender Dunkelheit ist er davon befreit. Weil er da keine Zeit dazu hat."
+ ],
+ [
+ "ihm einen Pondion. Lat dupondium. 1 Pondion = 2 Issar. Die Talmude lesen nicht: ופונדיון בידו.",
+ "jener. Der Krämer.",
+ "ihm um einen Issar. Gr. ἀσσάριον, lat. as.",
+ "dieses. Das Kind.",
+ "so ist der Krämer schuldig. Das Öl, den Issar und die Flasche zu ersetzen; denn er hätte dies alles nicht durch das Kind schicken sollen, vgl. B. mezia VIII, 3. Der Talmud findet es jedoch auffällig, dass der Krämer auch die Flasche bezahlen müsse, da doch der Eigentümer selbst sie dem Kinde anvertraut und so der Gefahr des Zerbrechens preisgegeben hat. Die einfachste Erklärung ist die von Rabba und Rab Joseph, dass der Krämer auch die Flasche verkauft und das Kind weiter nichts als den Pondion mitbekommen hatte. Doch findet der Talm. nach dieser Erklärung den Schluss der Mischna schwierig, und Raba erklärt schliesslich, die Mischna handle von dem Falle, dass der Krämer die Flasche genommen und für sich zum Messen benutzt hat. Er muss daher die Flasche bezahlen, weil eine Entleihung ohne Wissen des Eigentümers wie ein Raub betrachtet wird, vgl. B. mezia III, Note 47.",
+ "da Jener. Der Vater des Kindes.",
+ "es auf diese Gefahr hin. Eig.: mit dieser Bedingung.",
+ "geschickt. Die Tosefta sagt: שעל מנת כן שולח את בנו אצל חנוני על מנת שיאבד את האיסר וישבר את הצלוחית (Er hat auf diese Gefahr hin sein Kind zum Krämer geschickt, dass es den Issar verlieren und die Flasche zerbrechen soll). Nach dem Talm. braucht er deshalb auch die Flasche nicht zu bezahlen, weil nach R. Jehuda eine Entlehnung ohne Wissen des Eigentümers nicht als Raub betrachtet wird.",
+ "wenn die Flasche in der Hand des Kindes war. Nach Rabba und Rab Joseph (oben Note 90): „wenn er die Flasche mitgebracht und nicht beim Krämer gekauft hat.“ Nach Raba: „wenn der Krämer sie nicht für sich benutzt hat.“"
+ ],
+ [
+ "Der Grosshändler. Gr. σιτώνης eig. der Getreidekäufer; סיטון in der Mischna: der Grosshändler.",
+ "muss seine Maasse einmal in dreissig Tagen auswischen. Weil das Maass durch den daran klebenden Satz kleiner wird.",
+ "der Privatmann. Der nicht so oft verkauft.",
+ "Das Verhältniss ist umgekehrt. Gerade beim Händler, der sehr oft misst, bleibt weniger Satz am Maasse kleben, als beim Privatmanne.",
+ "Ein Krämer muss seine Maasse zweimal in der Woche auswischen. Weil der Krämer das Maass nicht austropfen lassen muss (oben Mischna 8, Note 84) und daher bei ihm mehr kleben bleibt.",
+ "seine Gewichte einmal in der Woche abreiben. S. Erubin V, Note 31)."
+ ],
+ [
+ "Wobei sind diese Worte. Die Reinigung der Maasse und Gewichte betreffend.",
+ "Bei feuchten Dingen. Wenn die Maasse zu feuchten Dingen gebraucht werden.",
+ "ihm eine Handbreit Ausschlag zu geben. הכרע ein Übergewicht geben. Diese Bestimmung gilt nach Jerusch. nur bei einem Gewicht von mindestens einer Litra (gr. λιτρα lat. libra, ein Pfund).",
+ "Hat er ihm aber genau. עין בעין mit gleich herabhängenden Waagschalen, die einander gegenüber liegen, wie ein Auge dem andern.",
+ "so muss er ihm seine Auswaage. גרום von גרם, kann auch „stark, reichlich“ bedeuten, daher אמה גרומה (Sebachim 62 b), eine reichliche Elle (vgl. Aruch). Das Wort dürfte mit dem ar. جرم zu vergleichen sein.",
+ "und zwar ein Zehntel. Nach dem Talm.: ¹⁄1₀ Pfund bei 10 Pfund, d. i. 1 pCt.",
+ "bei feuchten und ein zwanzigstel. Der Talm. zweifelt ob ¹⁄₂₀ Pfund bei 10 Pf. = ½ pCt., oder ¹⁄₂₀ bei 20 Pfund = ¼ pCt.",
+ "mit kleinem Maasse. D. h. jedes Maass oder jedes Pfund besonders.",
+ "darf man nicht mit grossem messen. Weil der Käufer bei jedem Maasse und Gewichte ein Übermaass resp. Übergewicht bekommt.",
+ "soll man nicht mit kleinem messen. Damit nicht der Verkäufer geschädigt werde.",
+ "soll man nicht gehäuftes Maass geben. Und sich dafür mehr zahlen lassen, weil dabei der Käufer leicht betrogen werden kann.",
+ "darf man nicht abstreichen. Wenn auch dafür weniger bezahlt wird; denn dabei ist ebenfalls leicht zu übervorteilen."
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+ ],
+ [
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+ "Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft. Ohne zu bestimmen, ob er sie zum Essen oder zum Säen verkauft.",
+ "selbst wenn es Leinsamen. Obwohl dieser von den meisten zum Säen gekauft wird, bekommt der Käufer dennoch nicht sein Geld zurück; denn wer an den andern eine Geld-Forderung stellt, hat einen vollkommenen Beweis zu erbringen, und ein Wahrscheinlichkeitsbeweis, den eine „Mehrheit“ darbietet, genügt nicht (אין הולכין בממון אחר הרוב).",
+ "die nicht gegessen werden. Die ganz und gar ungeniessbar sind.",
+ "muss man haften. Denn man hat sie gewiss zum Säen gekauft, und der Kauf ist als ein irrtümlicher nicht gültig. R. Simon ergänzt übrigens nur den ersten Satz der Mischna (Talmud)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinem Nächsten Früchte. Hier ist von Getreide die Rede.",
+ "so muss dieser. Der Käufer.",
+ "auf jedem Sea ein viertel Kab. Das ist ein ¹⁄₂₄, da 1 Sea = 6 Kab.",
+ "so muss man zehn säuerliche. קוסם im Talm. הקרים (vom ar. قزص, die Zunge beissen), säuerlich werden. Einige erklären הקרים mit „kahmig werden“, wohl nach der falschen LA. הקרים.",
+ "Fässer auf hundert übernehmen. Nach der Halacha gilt dies nur, wenn der Verkäufer gesagt hat: ich verkaufe dir diesen Wein, zum Kochen“ (wozu man nur guten Wein benutzen konnte). Fehlt das Wort „diesen“, so muss er ihm lauter guten haltbaren Wein liefern. Fehlt die Bestimmung „zum Kochen“ so kann er ihm lauter mittelmässigen Wein geben. Sagt aber der Verkäufer: „ich verkaufe dir diesen Keller“, so gilt der Kauf, selbst wenn nur Essig darin ist.",
+ "Bei Krügen in Saron. Nach andern heisst בשרון „in der Ebene.“",
+ "muss man zehn schlechte Krüge. פיטם gr. πίϑος; hier nach der Tosephta: „ein Krug, der halbgebrannt (נא) ist und daher leicht bricht.“"
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinem Nächsten Wein verkauft. Und zwar zum Kochen.",
+ "und dieser sauer geworden ist. In den Gefässen des Käufers, so dass diese Gefässe es verursacht haben können.",
+ "so braucht er nicht dafür zu haften. Ist er in den Gefässen des Verkäufers sauer geworden, so muss er ihn ersetzen, da der Käufer ihn zum Kochen, also zum langsamen Verbrauche kaufte.",
+ "dass sein Wein sauer wird. Dass er nicht lange haltbar ist.",
+ "so ist es ein irrtümlicher Kauf. Denn da er ihn zum Kochen gekauft hat, so hätte der Verkäufer erklären müssen, dass sein Wein nicht haltbar ist.",
+ "ich verkaufe dir gewürzten Wein. Der sich gewöhnlich bis zum Wochenfeste hält; von da ab kann er durch die Hitze verdorben werden.",
+ "zu erhalten. Er muss bis dahin dafür haften.",
+ "Alter. Wenn jemand „alten Wein“ verkauft.",
+ "vom vorigen Jahre. אשתקד contr. aus שתא קדמאה (voriges Jahr).",
+ "gealterter. Vgl. Lev, 26, 10 und Raschi das."
+ ],
+ [
+ "ihm. Auf dessen eigenem Grundstücke.",
+ "ein Hochzeits-Haus. Ein Haus, das er nach der Hochzeit bewohnen soll.",
+ "für seinen Sohn oder ein Witwenhaus für seine Tochter. Die nach dem Tode ihres Mannes in das väterliche Haus zurückkehrt.",
+ "Dies ist ein Rinderstall. Ein Haus muss aber grösser sein.",
+ "baut denselben vier Ellen (breit) und sechs (lang. Nach einigen gesteht dies auch R. Akiba zu; nur meint er, dass mancher seine Wohnung eben so klein wie einen Rinderstall machen lässt.",
+ "Breite) acht (Länge. Nach unserer LA. ist dies die Ansicht des R. Ismael. Im Babli fehlen jedoch im ersten Satze der Mischna die Worte לבנות לו בית nach לחבירו, so dass R. Akiba nur für eine Hochzeits- und Witwenwohnung das Maass 4 × 6 bestimmt. Hiernach kann vorliegende Bestimmung von 6 × 8 für ein selbständiges kleines Haus auch von R. Akiba herrühren,",
+ "zu einem Saale. Oben I, Note 56.",
+ "Die Höhe sei gleich der Hälfte der Länge und der Hälfte der Breite. Also bei einem kleinen Hause 7, bei einem grossen 9 und bei einem Saale 10 Ellen.",
+ "der Tempel. Der Salomonische Tempel war 40 Ellen lang, 20 breit und 30 hoch (1. Kön. 6, 2; 17).",
+ "Bei Allen. Sei die Höhe.",
+ "nach Verhältnis des Tempelgebäudes. R. Simon erklärt nur den vorhergehenden Satz. Nach einigen sind diese Worte fragend zu fassen: „Soll denn alles nach Verhältnis des Tempels sein?“ — Man richte sich vielmehr nach dem Landesbrauche."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand hinter dem Hause seines Nächsten eine Zisterne hat. Und er hat das Recht, durch das Haus zu seiner Zisterne zu gehen.",
+ "Menschen ein- und auszugehen pflegen. Am Tage und nicht in der Nacht.",
+ "Dieser. Der Eigentümer der Zisterne.",
+ "mache sich ein Schloss. An der Türe der Zisterne, damit ihm sein Wasser nicht gestohlen werde.",
+ "und jener. Der Haus-Eigentümer.",
+ "mache sich ein Schloss. Ebenfalls an der Türe der Zisterne, damit der andere nicht ohne sein Wissen oft ins Haus komme, um Wasser zu schöpfen, wodurch seine Frau in Verruf kommen könnte."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand einen Garten hinter dem Garten seines Nächsten. Und das Recht, mitten durch des Nächsten Garten in seinen Garten zu gehen.",
+ "Menschen ein- und auszugehen pflegen. Welche Früchte seines Gartens kaufen wollen.",
+ "Er darf keine Handelsleute. Um den Weg abzukürzen; er hat ihm den Weg nur eingeräumt, um in seinen Garten zu gehen, aber nicht ihn als Durchgang zu einem andern Felde zu benutzen.",
+ "Er darf auch nicht hineingehen, (um) von da aus in ein anderes Feld (zu kommen. Um den Weg abzukürzen; er hat ihm den Weg nur eingeräumt, um in seinen Garten zu gehen, aber nicht ihn als Durchgang zu einem andern Felde zu benutzen.",
+ "Der Äussere. Der Eigentümer des äussern Gartens.",
+ "darf den Durchgang besäen. Denn er hat nicht den Weg, der mitten durch seinen Garten führt, so preisgegeben, dass er dort nicht säen dürfte; der andere vermag auch auf dem besäeten Wege durchzugehen.",
+ "Hat man. Das Gericht.",
+ "ihm aber mit beider Einwilligung einen Weg an der Seite. Des Gartens.",
+ "und darf auch Handelsleute hineinführen. Da der Weg mit seiner Einwilligung dem andern angewiesen wurde.",
+ "und beide dürfen den Durchgang nicht besäen. Da der Weg an der Seite liegt, so ist er bloß zum Durchgang bestimmt."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein öffentlicher Weg. Der von jeher von den Leuten betreten wird.",
+ "und dieser hat ihn von hier weg- und an die Seite verlegt. Und die Leute haben auch diesen Weg benutzt.",
+ "gegeben. Denn einen Weg, von dem viele einmal Besitz ergriffen haben, darf man nicht mehr zerstören.",
+ "doch was er für sich nahm. Der Weg, der durch sein Feld geht.",
+ "nicht ihm überlassen. הגיע vgl. B. mezia X, Note 32. Beide Wege gehören jetzt der Öffentlichkeit.",
+ "Ein Privatweg ist vier Ellen breit. Wer einem einzelnen einen Weg durch sein Feld verkauft, muss ihm einen solchen von 4 Ellen Breite geben, so dass er dort mit einem Wagen fahren kann.",
+ "der Weg des Königs hat kein Maass. Der König darf auch Mauern niederreissen, um sich einen Weg zu bahnen, s. Sanhedrin II, 4.",
+ "Der Weg. Eines Leichenzuges.",
+ "zum Begräbnis hat kein Maass. Die Leichenbegleitung darf auf Saaten treten, ohne auszuweichen. Nach einigen gilt dies nur, wenn jemand einen Weg durch sein Feld für einen Leichenzug verkauft hat.",
+ "Der Standplatz. Das ist ein Platz, wo man bei der Rückkehr von der Beerdigung eine Trauer-Zeremonie abhielt, wobei man sich siebenmal niedersetzte und aufstand und der Vorsitzende jedesmal der Versammlung zurief: עמדו יקרים עמודו (Stehet auf, meine Teuren, steht auf!) resp. שבו יקרים שבו (Setzet euch, meine Teuren, setzet euch!).",
+ "ein Raum von vier Kab-Aussaat. Das ist 50 Ellen lang und 33 ⅓ breit, nämlich ⅔ von einer Sea-Aussaat (B. kamma VI, Note 29), da eine Sea 6 Kab hat."
+ ],
+ [
+ "damit er sich da eine Grabstätte. Ein Familien-Grab, wo die ganze Familie in Einer Höhle, jeder einzelne in einer besondern Wand-Nische bestattet wird.",
+ "ihm. In dessen eigenem Grund und Boden.",
+ "so mache er das Innere der Grabhöhle vier Ellen (breit) und sechs (lang. Und vier Ellen hoch.",
+ "und höhle inwendig acht Nischen. כוך eine Vertiefung in der Wand der Höhle. Aram. בוכא, arab. كاخ, eine Binsenhütte ohne Fenster.",
+ "nämlich drei von der einen. An der rechten Längenwand.",
+ "und drei von der andern. An der linken.",
+ "Seite und zwei gegenüber. Dem Eingang gegenüber an der hintern Breitenwand.",
+ "sieben Handbreit hoch und sechs. Das ist eine Elle.",
+ "breit. So dass bei den Gräbern an der Längenwand zwischen einer Grab-Nische und der anderen 1 ½ Ellen und bei den an der hintern Wand 2 Ellen Zwischenraum bleibt.",
+ "nämlich vier von der einen und vier von der anderen Seite. An den Längenwänden, so dass zwischen einer Nische und der andern ein Zwischenraum von 1 ⅓ Ellen bleibt.",
+ "drei gegenüber. An der Hinterwand dem Eingang gegenüber. Hier ist also der Zwischenraum 1½ Ellen.",
+ "und eine vom Eingang rechts und eine vom Eingang links. Die beiden letztern sind nach dem Talmud an den beiden Winkeln, wo die Hinterwand und die Seitenwände zusammenstossen.",
+ "Man öffne dazu. Zu diesem Vorhofe.",
+ "zwei Höhlen. Wie die oben beschriebene. Von dem Vorhofe aus führte eine Treppe in die Höhlen hinab.",
+ "Seite. Von den zwei andern Seiten ist der Zutritt frei, so dass man nicht über den Höhlen nach dem Vorhofe zu gehen braucht. (S. die Figur im Talmud Babli p. 101a).",
+ "nach seinen vier Seiten. Wenn auch die Träger der Bahre auf die Grabhöhlen treten, während sie nach dem Vorhofe gehen, so macht dies nichts aus, da es nur eine kurze Zeit dauert. (S. die 2. Figur im Talmud Babli p. 101a). Diejenigen Nischen der östlichen und westlichen Höhle, die an den Nischen der nördlichen und südlichen Höhle liegen, müssen selbstverständlich entweder über oder unter den anstossenden Nischen angelegt werden. Dasselbe ist der Fall bei den beiden Nischen, die in den Winkeln der Hinterwand jeder Höhle angebracht sind.",
+ "Alles nach der Beschaffenheit des Felsens. Sowohl die Grösse als die Zahl der Höhlen richtet sich nach der Beschaffenheit des Erdbodens; je nachdem derselbe weich oder hart ist, legt man mehr oder weniger Gräber an."
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+ "ich verkaufe Dir Erde. Der Ausdruck עפר wurde für „Saatland“ gebraucht; hätte er dagegen קרקע gesagt, so wäre der Kauf auch dann gültig, wenn es lauter felsiger Grund wäre; denn er könnte ihn ja zum Bauplatz u. dgl. gekauft haben.",
+ "für eine Kor-Aussaat. Ein בית כור hat 75000 Quadratellen, s. B. Kama VI, Note 29.",
+ "und es sind darin Spalten. Die man nicht besäen kann.",
+ "von zehn Handbreit Tiefe. Ausserdem müssen diese noch mindestens 4 Handbreit lang und ebenso breit sein.",
+ "oder Felsen. Die man nicht besäen kann.",
+ "von zehn Handbreit Höhe. Ausserdem müssen diese noch mindestens 4 Handbreit lang und ebenso breit sein.",
+ "so werden sie nicht mit gemessen. Er muss ihm ein Saatfeld geben, das nicht von Felsen und Spalten durchschnitten ist. Wenn jedoch die Spalten und Felsen derart gelegen sind, dass ein Pflug dazwischen durchgeführt werden kann, so werden dieselben zwar nicht mit gemessen, aber der Kauf ist gültig, wenn das Feld ohne diese Plätze 75000 Quadratellen hat.",
+ "so werden sie mit gemessen. Doch dürfen sie zusammen nicht mehr als ¹⁄₄₅ des ganzen Feldes einnehmen (Talmud)."
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+ "mit der Messschnur. D. h. ganz genau.",
+ "so kann Jener. Der Käufer.",
+ "abziehen. Vom Kaufpreise, nach Verhältnis des Fehlenden.",
+ "so muss jener. Der Käufer.",
+ "zurückgeben. Den Boden oder dessen Wert, s. weiter. Zwar findet das Übervorteilungs-Recht bei Grundstücken keine Anwendung (B. mezia IV, 9); doch gilt dies nur hinsichtlich der Unrichtigkeit des Preises, nicht aber bei unrichtigem Maasse.",
+ "selbst wenn er bei einer Sea ein viertel Kab. D. i. ¹⁄₂₄ des Ganzen.",
+ "ist es. Was er zu viel oder zu wenig bekommen.",
+ "so berechne man dasselbe. Wie viel es nach Verhältnis wert ist; der Betrag wird dann abgezogen, resp. zugezahlt.",
+ "Was gibt er. Der Käufer.",
+ "ihm. Dem Verkäufer.",
+ "zurück. Wenn er mehr Boden bekommen hat.",
+ "wenn er. Der Verkäufer.",
+ "Um die Macht des Verkäufers zu stärken. D. h. nur zum Vorteil des Verkäufers hat man diese Anordnung getroffen, da dieser mit einem kleinen Stückchen Felde nichts anfangen kann.",
+ "denn wenn er in dem Felde. Von 75000 Quadratellen.",
+ "neun Kab-Aussaat. 3750 Quadratellen. So viel Boden wird schon „Feld“ genannt.",
+ "oder in einem Garten eine halbe Kab-Aussaat. S. I, 6.",
+ "Akiba ein viertel Kab-Aussaat. S. I, 6.",
+ "zurückbehalten würde. Wenn der Käufer ihm so viel Boden zurückzugeben hätte.",
+ "muss Jener ihm das Stück Land. Nicht Geld.",
+ "und nicht bloß das Viertel. Das bei jedem Sea mehr ist, nämlich ¹⁄₂₄ des ganzen, (oben Note 11), was bei einem Bet-Kor ³⁰⁄₄ Kab = 7 ½ Kab beträgt.",
+ "sondern den ganzen Mehrbetrag. Die ganzen 9 Kab (oben Note 19), also 1 ½ Kab über die ³⁰⁄₄ Kab. Mit Recht sagt aber der Talmud, es muss in der Mischna umgekehrt heissen: „Nicht nur den Mehrbetrag (das sind in unserem Falle 1½ Kab), sondern auch das Viertel, das bei jedem Sea überschüssig sein darf (also beim Bet-Kor ³⁰⁄₄ Kab) muss er ebenfalls zurückgeben“; denn da der Überschuss ein „Feld“ ausmacht, so verzichtet der Verkäufer auf gar nichts."
+ ],
+ [
+ "es sei mehr oder weniger. Das sind zwei Ausdrücke, die nach der vorigen Mischna einander wiedersprechen.",
+ "auf. Der letzte Ausdruck ist gültig und hebt den ersten auf; vgl. B. mezia VIII, 8.",
+ "auf. Der letzte Ausdruck ist gültig und hebt den ersten auf; vgl. B. mezia VIII, 8.",
+ "dies die Worte des Ben Nanos. Die Weisen jedoch sind der Ansicht, dass es zweifelhaft sei, welcher Ausdruck gültig ist. Da nun der Verkäufer im Besitze des Feldes ist, so hat er die Oberhand, und es gilt immer der für den Verkäufer günstige Ausdruck.",
+ "nach seinen Zeichen und Grenzen. „Ich verkaufe Dir Land für eine Kor - Aussaat (75000 Quadratellen), das von diesen Zeichen und Grenzen eingeschlossen ist“. Dabei zeigte er ihm die Zeichen und Grenzen.",
+ "so gehört es Jenem. Dem Käufer.",
+ "wenn der Unterschied. Zwischen dem wirklichen Maasse des Feldes und dem angegebenen von 75000 Quadratellen.",
+ "weniger als ein Sechstel. Das ist ein Kab bei einer Sea, 4 mal so viel als oben Note 11. Da er ihm die Grenzen gezeigt hat, so hat er ihm dieses Feld unter allen Umständen verkauft, und mit der Maassbestimmung (75000 Quadratellen) sollte nur annähernd die Grösse angegeben werden. Es darf daher die Differenz bis ⅙ des Ganzen betragen.",
+ "bis ein Sechstel. D. h. ist das Feld um ein Sechstel Bet-Kor oder mehr kleiner als ein Bet-Kor.",
+ "andere LA.: mehr als ein Sechstel. Nach dieser LA. darf die Differenz ⅙ Bet-Kor betragen, und erst, wenn sie mehr als ⅙ beträgt, kann man abziehen.",
+ "so ziehe man ab. Der Käufer ziehe vom Kaufpreise nach Verhältnis ab. Ist das Feld um ⅙ oder mehr grösser, muss der Käufer wieder entsprechend mehr zahlen."
+ ],
+ [
+ "so wird es zwischen ihnen nach dem Durchschnitt geschätzt. משמנין die Bedeutung dieses Wortes ist „nach dem Durchschnitt berechnen“, vgl. B. mezia 87a: נותן לו כפחות שבשכירות דברי ר׳ יהושע וחכמים אומרים משמנין ביניהם (Nach R. Josua braucht man nur den geringsten Arbeitslohn zu bezahlen, nach den Weisen aber berechnet man den mittlern Durchschnitt); anders Talmud Bechorot 18a. Die meisten Erklärer leiten das Wort von שום (schätzen) ab, mit Hinzufügung eines נ׳; doch dürfte es richtiger dem arab. سمل (mit بين, einen Vergleich machen, Frieden stiften) entsprechen.",
+ "und er. Der Käufer.",
+ "nimmt die Hälfte seines Feldes. Der Käufer kann nicht den fetten Teil beanspruchen, aber er braucht auch nicht den magern Teil zu nehmen, sondern er erhält den mittlern Durchschnitt vom Fetten und Magern. Nach dem Talmud wird nur der Wert des Feldes im ganzen berechnet; der Käufer erhält jedoch den magern Teil, der nur so gross bemessen wird, dass er, seinem Wert nach, der Hälfte des ganzen Feldes entspricht, Der Verkäufer ist dabei im Vorteil, weil jeder lieber den fetten Teil nimmt, wenn er auch kleiner und nicht mehr wert ist, als der magere.",
+ "so wird es. Das ganze Feld.",
+ "und er nimmt die Hälfte. So viel, als die Hälfte des ganzen Feldes wert ist.",
+ "Er. Der Käufer.",
+ "übernimmt den Platz. Er muss von seinem Teile den Platz dazu hergeben.",
+ "zur Mauer. B. mezia II, Note 23.",
+ "und zum grossen und kleinen Graben. Der kleine Graben ist dicht hinter der Mauer und der grosse Graben hinter dem kleinen. Diese sollen das Feld vor dem Gewilde schützen. Würde man nur einen breiten Graben machen, so könnte das Tier sich in den Graben in einiger Entfernung von der Mauer stellen und hinanspringen; wäre wieder bloß der schmale Graben um die Mauer, so könnte das Tier hinüberspringen (Talmud).",
+ "die des kleinen Grabens drei Handbreit. Die Entfernung beider Gräben voneinander ist eine Handbreit (Talmud)."
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+ "die beerben. Ihren Verwandten, wenn dieser stirbt.",
+ "und erben machen. Wenn sie sterben, vererben sie ihr Vermögen auf ihren Verwandten,",
+ "Der Vater seine Söhne. Wenn der Sohn ohne Kinder stirbt, beerbt ihn der Vater, s. weiter Mischna 2, Ende.",
+ "die Söhne ihren Vater und die Brüder von väterlicher Seite. Wenn der Verstorbene keine Kinder und keinen Vater hat, so beerbt ihn sein Bruder von väterlicher Seite, wenn er auch nicht mit ihm von ein und derselben Mutter stammt, so z. B. würde Ruben (Sohn der Lea) seinen Bruder Joseph (Sohn der Rahel) beerben, da sie von Einem Vater (Jakob) stammen.",
+ "beerben und machen erben. Die Bestimmung würde deutlicher lauten: נוחלין זה את זה (sie beerben einander); doch gebraucht die Mischna hier lieber einen Ausdruck, der dem folgenden נוחלין ולא מנחילין ähnlich ist.",
+ "Es können der Mann seine Mutter. Der Sohn beerbt die Mutter; die Mutter aber beerbt nicht den Sohn, sondern wenn letzterer ohne Kinder stirbt, beerbt ihn der Vater oder, wenn dieser nicht mehr lebt, die Verwandten von väterlicher Seite.",
+ "der Ehemann seine Frau. Der Ehemann beerbt seine Frau, die Frau aber nicht ihren Ehemann.",
+ "ihren Oheim. Wenn Ruben stirbt, beerben ihn die Kinder seiner Schwester Dina, falls keine näheren Erben Rubens (Kinder, Vater, Bruder oder Schwester) vorhanden sind.",
+ "dagegen können die Mutter ihre Söhne. Der Sohn beerbt die Mutter; die Mutter aber beerbt nicht den Sohn, sondern wenn letzterer ohne Kinder stirbt, beerbt ihn der Vater oder, wenn dieser nicht mehr lebt, die Verwandten von väterlicher Seite.",
+ "die Frau ihren Ehemann. Der Ehemann beerbt seine Frau, die Frau aber nicht ihren Ehemann.",
+ "ihren Neffen. Ruben kann einen Sohn seiner Schwester Dina nicht beerben, da doch selbst dessen Mutter Dina ihn nicht beerbt, Note 6.",
+ "erben machen aber nicht beerben. Dieser Satz wiederholt eigentlich nur den vorigen Satz (Not. 6—8); doch leitet der Talmud aus dieser Wiederholung neue erbrechtliche Bestimmungen ab.",
+ "Die Brüder von mütterlicher Seite. Die verschiedenen Vätern angehören.",
+ "beerben nicht und machen nicht erben. D. h. sie beerben einander nicht, s. Note 5."
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+ [
+ "so sollt ihr sein Erbe an seine Tochter übergehen lassen. Num. 27, 8.",
+ "der Tochter vor. D. h. eine Tochter erbt nichts, falls ein Sohn da ist.",
+ "und alle Nachkommen. Männliche oder, wenn keine solche da sind, weibliche Deszendenten.",
+ "des Sohnes gehen der Tochter vor. Z. B. Jakob hätte einen Sohn Ruben und eine Tochter Dina; Ruben stirbt noch bei Lebzeiten Jakobs und hinterlässt eine Tochter Hanna. Wenn dann Jakob stirbt, so beerbt ihn Hanna, als Tochter Ruben’s, und Dina, die Tochter Jakobs, erbt nichts, gerade so wie wenn Ruben noch am Leben wäre. Diesem Rechtssatze haben die Sadducäer widersprochen, indem sie behaupteten: die Tochter erbt zusammen mit des Sohnes Tochter (תירש הבת עם בת הבן).",
+ "Die Tochter geht den Brüdern. Und auch dem Vater des Verstorbenen.",
+ "vor und alle Nachkommen der Töchter. Männliche oder, wenn keine solche da sind, weibliche Deszendenten.",
+ "Die Brüder gehen den Vater-Brüdern. Aber nicht dem Vater des Verstorbenen.",
+ "und die Nachkommen der Brüder. Männliche oder, wenn keine solche da sind, weibliche Deszendenten.",
+ "Der Vater aber geht allen seinen Nachkommen. Die nicht Deszendenten des Verstorbenen sind. Dagegen gehen die Deszendenten des Verstorbenen dem Vater vor. Stirbt z. B. Ruben, ohne Kinder oder Kindeskinder zu hinterlassen, so beerbt ihn sein Vater Jakob und nicht sein Bruder Simon. Nach talmudischem Rechte kann überhaupt das Erbe nicht direkt auf eine Seitenlinie übergehen, sondern es vererbt jeder in Ermangelung von Deszendenten sein Vermögen auf die (lebenden oder verstorbenen) Aszendenten, und erst durch Vermittlung dieser kann das Erbe an die Seitenlinie gelangen. Stirbt z. B. Ruben ohne Deszendenten, so beerbt ihn sein Vater Jakob. Ist Jakob bereits verstorben, so geht das Erbteil von Jakob (der auch im Grabe als Erbe Ruben’s betrachtet wird) auf seinen Sohn Simon (oder dessen Deszendenten) über. Hätte Jakob ausser Ruben keine Kinder, so kommt Rubens Vermögen durch weitere Ascension an Isaak, den Vater Jakobs, und falls dieser nicht mehr lebt, von diesem (der im Grabe erbt) an seinen Sohn Esau oder dessen Deszendenten. Wären auch diese nicht mehr am Leben, so steigt es weiter hinauf bis Abraham u. s. f."
+ ],
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+ "Die Töchter Zelofchad’s. S. Num. 27, 1 ff.",
+ "erhielten drei Anteile vom Erbbesitze. Palästina’s.",
+ "die aus Ägypten gezogen. Palästina wurde so verteilt, dass auf jeden, der aus Ägypten gezogen war, ein Anteil kam, den seine Nachkommen, die nach Palästina kamen, als Erbteil in Besitz nahmen.",
+ "den dieser mit seinen Brüdern an den Gütern Chepher’s. Der ebenfalls zu denen gehörte, die aus Ägypten gezogen waren. Chepher’s Söhne erhielten also ausser ihrem eigenen Anteil auch den Anteil ihres Vaters.",
+ "weil dieser. Zelofchad.",
+ "einen doppelten Anteil. Sonst gilt zwar die Bestimmung (Bechorot VIII, 9): אין הבכור נוטל פי שנים בראוי כבמוחזק (der Erstgeborene erhält nur den zweifachen Anteil von dem Vermögen, das sich in des Vaters Besitze befunden, nicht aber von dem, auf das der Vater bloß einen Rechtsanspruch hatte); dennoch aber erhielt Zelofchad einen doppelten Anteil von Chepher’s Teil an Palästina, weil dieser so angesehen wurde, als hätten die aus Ägypten Ziehenden denselben bereits in Besitz genommen (מוחזקת)."
+ ],
+ [
+ "Sowohl der Sohn als die Tochter. Letztere, falls kein Sohn da ist.",
+ "erhalten das Erbe. Der Satz ist, namentlich wegen des folgenden אלא, dunkel. Nach mehreren vergeblichen Erklärungs-Versuchen entschliesst sich der Talmud, darin folgende Lehre zu finden: „Sohn und Tochter erben in gleicher Weise jedes Erbe, sowohl die väterlichen als die mütterlichen Güter; jedoch (אלא) ist zwischen dem väterlichen und mütterlichen Vermögen folgender Unterschied, u. s. w. — Die Stelle erklärt sich uns leichter, wenn wir berücksichtigen, dass in der Tosephta und im Talmud 111a eine Ansicht existiert, dass beim mütterlichen Vermögen Sohn und Tochter gleichberechtigt sind (die Tochter mit dem Sohne zusammen erbt). Die Mischna dagegen entscheidet, dass die Tochter, wie der Sohn, bei jedem Erbteil (beim väterlichen wie mütterlichen) ein und dasselbe Recht hat. Sowie demnach die Tochter vom väterlichen Vermögen nichts erbt, wenn ein Sohn da ist, ebenso gilt dies Recht beim mütterlichen Vermögen. Andererseits wird wieder gelehrt, dass der Sohn ebenso seine Mutter beerbt, wie die Tochter (falls kein Sohn da ist). Betreffs letzterer wird dies aus einem Schriftverse abgeleitet (Babli 111a, Jerusch. Hal. 1).",
+ "er nimmt aber keinen zweifachen Anteil von den Gütern der Mutter. Das Erstgeburtsrecht gilt nur beim Vermögen des Vaters, aber nicht bei dem der Mutter (Talmud 111b).",
+ "und die Töchter werden unterhalten von den Gütern des Vaters. Weiter IX, 1.",
+ "sie werden aber nicht unterhalten von den Gütern der Mutter. Da nur der Mann dies in der Ketuba (Verschreibung) seiner Frau festsetzt (Ketubot IV, 11), nicht aber die Frau."
+ ],
+ [
+ "so hat er nichts gesagt. Er kann nur dadurch einen Sohn von der Erbschaft ausschliessen, dass er sein Vermögen den andern Söhnen als „Geschenk“ gibt.",
+ "denn er hat gegen das in der Thora Vorgeschriebene verfügt. Obwohl in Geldangelegenheiten der Benachteiligte auf sein Geld verzichten kann (B. mezia VII, Note 64), so hat hier selbst eine Verzichtleistung von Seiten des Sohnes keine Geltung, weil die Erbschaft als ein noch nicht vorhandenes Gut (דבר שלא בא לעולם) betrachtet wird, auf das man nicht verzichten kann.",
+ "Wenn jemand. Ein Kranker, der sich dem Tode nahe fühlt.",
+ "seine Güter mündlich. Wenn ein solcher Kranker Grundstücke vermacht, so bedarf es keiner schriftlichen Schenkungs-Urkunde (שטר מתנה), da seine mündlichen Worte wie geschrieben (ככתובים) gelten; ebenso bedarf es bei Schenkungen von Mobilien keines Zueignungs-Aktes (קנין), denn die von ihm mündlich zugeteilten Gegenstände werden als bereits übergeben (כמסורים) betrachtet.",
+ "dem andern weniger zuteilt oder den Erstgeborenen den andern gleich stellt. Und dabei den Ausdruck: „Schenkung“ gebraucht.",
+ "so sind seine Worte gültig. Da jeder das Recht hat, sein Vermögen nach Belieben zu verschenken.",
+ "als Erbschaft. Er sagt z. B.: „Dieser mein Sohn soll mehr als die andern Söhne erben.“",
+ "so hat er nichts gesagt. Weil diese Verfügung direkt der Vorschrift der Thora zuwider läuft.",
+ "sei es am Anfang. „Ich schenke jenes Feld diesem meinem Sohne, und er soll es erben.“",
+ "sei es in der Mitte. „Er mag es erben, es sei ihm geschenkt, und er erbe es.“",
+ "sei es am Ende. „Er erbe es, und es sei ihm geschenkt.“",
+ "eine Tochter hat. Umsomehr wenn er selbst einen Sohn hat.",
+ "von ihm. Wenn auch mit andern zusammen.",
+ "zu erben. Z. B. auf einen Sohn unter den Söhnen, oder auf eine Tochter, wo nur Töchter vorhanden sind.",
+ "von ihm zu erben. Z. B. auf eine Tochter, wo ein Sohn da ist, oder auf seinen Bruder, während er selbst eine Tochter hat.",
+ "so gelten seine Worte nicht. Ebenso nicht, wenn er den Erstgeborenen den andern Söhnen gleichstellt.",
+ "so mag seiner zum Guten gedacht sein. Die Weisen aber widerraten es selbst in solchem Falle, denn der ungeratene Sohn kann möglicher Weise gute Nachkommen haben."
+ ],
+ [
+ "so ist er beglaubt. Dieser Sohn beerbt ihn und befreit dessen Frau von der Schwagerehe (Deut. 25, 5).",
+ "dies ist mein Bruder. Z. B. Jakob stirbt und es leben hier dessen zwei Söhne Ruben und Simon; darauf kommt aus der Fremde ein Mann Namens Lewi, von dem Ruben behauptet: „dieser ist mein Bruder und deshalb mit mir und Simon zusammen erbberechtigt“, während Simon diesen dritten Bruder nicht zu kennen behauptet.",
+ "so ist er nicht beglaubt. Den Anteil des Simon zu mindern.",
+ "doch nimmt dieser. Lewi.",
+ "mit ihm. Mit Ruben.",
+ "aus seinem Anteile. Ruben ist beglaubt, seinen eigenen Anteil zu vermindern. Es erhalten demnach Simon die Hälfte, Ruben ein Drittel und Lewi ein Sechstel vom Nachlasse Jakobs.",
+ "Stirbt er. Lewi, und zwar ohne Nachkommen.",
+ "Stelle. An Ruben.",
+ "Fallen ihm. Lewi.",
+ "Güter von einer anderen Stelle. Durch Erbschaft, Geschenk oder sonstigen Gewinn.",
+ "so erben seine Brüder. Simon und etwa noch andere Brüder, die ebenfalls Lewi nicht zu kennen behauptet haben.",
+ "mit ihm. Mit Ruben, da ja dieser zugestanden hat, dass Lewi ihr Bruder ist, und die Andern nur ihn nicht zu kennen behauptet haben. Hätten aber die Andern mit Sicherheit behauptet, dass Lewi nicht ihr Bruder sei; so beerben sie ihn nicht.",
+ "Wenn jemand stirbt und man findet ein Testament. Gr. διαϑήϰη.",
+ "an seine Hüfte gebunden. Obwohl da an dessen Echtheit nicht zu zweifeln ist.",
+ "so gilt diesnicht. Denn er kann noch, nachdem das Testament geschrieben war, seinen Entschluss geändert haben. Dies ist wahrsheinlich der Fall gewesen, da er die Schenkungs - Urkunde Niemand übergeben hat.",
+ "Hat er. Der Testator.",
+ "damit. Mit dem Testamente.",
+ "Einem. Einem von denen, die er im Testamente bedacht hat. Mischna ed. Neapel liest richtig לאחד statt לאחר.",
+ "einen Teil seines Vermögens zugeeignet. Er sprach zu demselben: „Nimm diese Urkunde in Empfang, um dadurch das dir darin Verschriebene dir anzueignen.“",
+ "sei es einem der Erben. Der abgesehen vom Testamente fähig wäre, ihn zu beerben, wie etwa sein Sohn.",
+ "der nicht zu den Erben gehört. Sondern als Nicht-Erbe im Testamente mit einem Geschenke bedacht wurde.",
+ "so gelten seine Worte. Denn es ist nicht mehr zu befürchten, dass er seinen Entschluss geändert habe, da er einem seinen Anteil bereits zugeeignet hat. Die meisten Erklärer lesen לאחר, wonach die Zueignung selbst durch einen andern stattfinden kann, der nicht im Testamente bedacht ist und durch den Empfang der Urkunde für alle Beschenkten die Hinterlassenschaft erwirbt."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand. Der gesund ist.",
+ "seinen Söhnen seine Güter verschreibt. Auf dass sie nach seinem Tode vollständig den Söhnen zufallen, deren Früchte aber, solange er lebt, ihm gehören sollen.",
+ "von heute an und nach meinem Tode. Dies bedeutet: „Die Güter selbst gehören ihnen von heute an, deren Früchte aber erst nach meinem Tode.“ Würde er aber nur schreiben: „ich schenke sie ihnen nach meinem Tode“, so wäre das Geschenk nicht giltig, da man nach dem Tode nichts schenken kann.",
+ "Er hat nicht nötig. Zu schreiben: „von heute an“ (מהיום), denn da in der Urkunde eine Zeitangabe geschrieben ist, so beweist diese, dass die Schenkung bei Lebzeiten des Gebers stattfindet.",
+ "Wenn jemand seinem Sohne seine Güter auf nach dem Tode. Mit der Formel: „von heute an und nach dem Tode;“ so nach R. Jehuda.",
+ "weil sie dem Sohne verschrieben sind. Weil die Güter an sich dem Sohne schon heute gehören.",
+ "weil sie noch in der Gewalt des Vaters sind. Weil die Früchte des Vaters Eigentum sind (Note 72).",
+ "verkauft. Der Käufer hat die Nutzniessung davon.",
+ "bis er. Der Vater.",
+ "verkauft sie der Sohn. Bei Lebzeiten des Vaters.",
+ "so hat der Käufer nichts. Keine Nutzniessung.",
+ "Der Vater. Der (nach Note 72) einem Sohne seine Güter verschrieben hat.",
+ "abpflücken. Von seinen Gütern.",
+ "was er aber abgepflückt. Nicht aber was noch am Boden haftet; dies gehört dem Sohne, dem die Güter verschrieben sind.",
+ "gehört den Erben. Allen Söhnen gemeinschaftlich. Verschreibt jemand in obiger Weise seine Güter einem Fremden, so hat dieser auch auf die Früchte, die zur Todeszeit des Gebers noch am Boden haften, keinen Anspruch.",
+ "so werden die grossen nicht. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "zusammen mit den kleinen versorgt. Mit Kleidern; da die Grossen mehr für Kleidung gebrauchen, als die Kleinen.",
+ "und die kleinen werden nicht zusammen mit den grossen ernährt. Die Ernährung der Kleinen ist kostspieliger, als die der Grossen.",
+ "sondern sie teilen gleichmässig. Und Jeder wird von seinem Teile gekleidet und ernährt.",
+ "Wenn die grossen die Hochzeitskosten nehmen. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "so können auch die kleinen die Hochzeitskosten nehmen. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "Wenn aber die kleinen sagen. Nach dem Tode des Vaters.",
+ "„wir wollen ebenso die Hochzeitskosten nehmen, wie ihr sie (bereits. Bei Lebzeiten des Vaters."
+ ],
+ [
+ "Hinterlässt jemand grosse und kleine Töchter. Und gar keine Söhne.",
+ "so werden die grossen nicht. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "zusammen mit den kleinen versorgt. Mit Kleidern; da die Grossen mehr für Kleidung gebrauchen, als die Kleinen.",
+ "und die kleinen werden nicht zusammen mit den grossen ernährt. Die Ernährung der Kleinen ist kostspieliger, als die der Grossen.",
+ "sondern sie teilen gleichmässig. Und Jeder wird von seinem Teile gekleidet und ernährt.",
+ "Wenn die grossen die Hochzeitskosten nehmen. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "so können auch die kleinen die Hochzeitskosten nehmen. Aus der Erbschaftsmasse.",
+ "Wenn aber die kleinen sagen. Nach dem Tode des Vaters.",
+ "„wir wollen ebenso die Hochzeitskosten nehmen, wie ihr sie (bereits. Bei Lebzeiten des Vaters.",
+ "Darin haben die Töchter ein Vorrecht. חמר eig. Schwere, Wichtigkeit.",
+ "denn die Töchter werden neben den Söhnen. D. h. in dem Falle, wo Söhne vorhanden sind, die ja allein das Erbe des Vaters erhalten.",
+ "unterhalten. Oben Note 29 und 30.",
+ "sie werden aber nicht neben den Töchtern. Falls nur Töchter und keine Söhne hinterblieben sind.",
+ "unterhalten. Sie werden nicht aus der Erbschaftsmasse unterhalten, sondern bestreiten ihren Unterhalt von ihrem Erbteile."
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+ ],
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+ "wenn viel Vermögen da ist. So viel, als nötig ist, um die Söhne und die Töchter zu unterhalten, bis die Töchter das Mannbarkeits-Alter (B. mezia I, Note 23) erreicht haben.",
+ "die Söhne erben und die Töchter unterhalten werden. Von den Söhnen.",
+ "ist wenig Vermögen da. Weniger als in Note 1 angegeben.",
+ "und die Söhne mögen an den Türen betteln. D. h. die Söhne erhalten nur den Rest, der vom Nachlasse noch übrig bleibt, nachdem man das zur Unterhaltung der Töchter bis zu ihrem Mannbarkeits-Alter notwendige Vermögen für die Töchter reserviert.",
+ "Weil ich männlich bin. Und hinsichtlich der Erbschaft eher Vorrechte beanspruchen könnte.",
+ "soll ich noch Schaden leiden?. Söhne und Töchter werden daher zusammen unterhalten, solange der Nachlass reicht.",
+ "Mir sind die Worte Admons einleuchtend. Die Halacha entscheidet indessen, wie der erste Tanna, s. Ketubot XIII,3."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand Söhne und Töchter und einen Geschlechtslosen. Dessen Geschlecht nicht kenntlich ist, dasselbe gilt von einem Zwitter, s. Bikkurim I, 5. טומטום vom aram. טמטם verstopfen.",
+ "die männlichen Kinder zu den weiblichen verweisen. Und er bekommt bloß seinen Unterhalt.",
+ "so verweisen ihn die weiblichen Kinder zu den männlichen. Und er muss betteln gehen.",
+ "wenn meine Frau. Die schwanger ist.",
+ "einen Sohn gebären wird. Jerusch. liest ילדה st. תלד.",
+ "soll er eine Mine. 100 Sus.",
+ "so bekommt er eine Mine. Nach einigen gilt diese Schenkung nur bei einem gefährlich Kranken, der für seinen Sohn besorgt ist und bei dem zu befürchten steht, er würde, falls seine Schenkung keine Gültigkeit hätte, aufgeregt werden; bei einem Gesunden dagegen gilt der Grundsatz: Wenn man einem im Mutterleibe befindlichen, noch nicht geborenen Kinde etwas zueignet, so hat dies keine Gültigkeit.",
+ "zweihundert Sus. Einem Mädchen, das weniger erwerbsfähig ist, pflegte man mehr zu schenken, als einem Knaben.",
+ "und sie gebiert einen Knaben und ein Mädchen. Einen Zwilling.",
+ "so bekommt er nichts. Weil dieser weder als Knabe noch als Mädchen betrachtet wird. Die Halacha entscheidet jedoch, dass er wenigstens die kleinere Summe bekommt.",
+ "so bekommt er. Der Geschlechtslose.",
+ "so erbt er. Der Geschlechtslose."
+ ],
+ [
+ "und die Grossen verbessern das Vermögen. So lange die Masse noch nicht geteilt ist.",
+ "so haben sie es für die Masse verbessert. Dies gilt nur, wenn die grossen Söhne keine Ausgaben von ihrem Vermögen darauf verwendet haben.",
+ "Sagen sie aber. Vor Gericht.",
+ "Ebenso wenn eine Frau. Eine Witwe. Die Mischna handelt von einem Falle, wo sie mit den Kindern zusammen erbt, z. B. wenn der Mann testiert hat, dass seine Frau ebensoviel wie jeder seiner Söhne bekommen soll.",
+ "so hat sie es für sich selbst verbessert. In den Fällen, wo die Witwe nicht erbberechtigt ist, gehört jedenfalls der ganze Gewinn den Kindern."
+ ],
+ [
+ "Teil habenden Brüder zu einem Amte. אומנות המלך (ein königliches Amt), nach der Erkl. einer Baraita im Talmud. Im Assyr. Babylonischen bedeutet umanâti „Truppen, Heer“ (J. Barth, Etym. Stud. 60). In Chagiga 16b: עבודת המלך.",
+ "so fällt sein Verdienst in die Masse. Tosefta (X, 5): האחים שנעשה אחד מהן גבאי או אפומליטים אם מחמת נכסים נפל נפל לאמצע ואם מחמת עצמו נפל נפל. Wenn einer der Brüder zum Steuereinnehmer oder Verwalter (ἐπιμελητής) gemacht worden ist, so gehört, wenn er wegen der Güter zu diesem Amte gelangt ist, sein Verdienst der Masse; ist er aber seiner selbst wegen dazu ernannt worden, so gehört der Verdienst ihm selbst.",
+ "Wird einer von ihnen krank. Durch eigene Schuld.",
+ "so muss er sich von dem Seinigen heilen lassen. Wenn er aber während der Verwaltung des gemeinschaftlichen Erbes ohne seine Schuld erkrankt ist, so kann er die Heilungskosten der Erbschaftsmasse entnehmen.",
+ "Wenn einige der Brüder bei Lebzeiten des Vaters. Vom Vermögen des Vaters.",
+ "als Hochzeitsfreunde. שושבין syr. ܫܰܘܫܒܺܝܢܳܐ, der Freund, besonders der Hochzeitskamerad. Ein solcher überbrachte seinem Freunde am Hochzeitstage ein Geschenk, שושבינות genannt, und hatte dafür das Recht, bei seiner Hochzeit ein entsprechendes Gegengeschenk zu fordern. Nach Maimonides galt dies Recht nur bei einem Geldgeschenke; nach ראב״ד und רשב״ם auch bei andern Geschenken.",
+ "so kommt dies in die Masse. Das Geschenk wird wie ein Darlehen betrachtet, das vom Vater geliehen wurde und jetzt bezahlt wird.",
+ "Wenn aber jemand seinen Nächsten. Nach Maimonides selbst am Hochzeitstage, nach ראב״ד und רשב״ם (oben Note 29) handelt es sich hier nicht um ein Hochzeitsgeschenk (שושבינות)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand Brautgeschenke. סבלון, nach Maim. von סבל, tragen, wie משאת von נשא Brautgeschenk (ar. شبم).",
+ "in das Haus seines Schwiegervaters schickt. Ohne zu bedingen, dass die Braut diese Geschenke nach der Hochzeit mit sich in sein Haus bringe.",
+ "wenn er auch hundert Minen dahin schickt und dort nur ein Bräutigams-Mahl um einen Denar. Nicht aber, wenn es weniger als einen Denar wert war.",
+ "so können. Wenn die Braut oder der Bräutigam stirbt, oder wenn der Bräutigam zurücktritt und der Braut einen Scheidebrief (גט) gibt.",
+ "jene. Die Geschenke.",
+ "Hat er viele Brautgeschenke. Bei vielen Geschenken wird gewöhnlich bestimmt, dass die Braut dieselben später in das Haus des Mannes mitbringe. Hat man diese Bestimmung bei wenigen Geschenken getroffen, so kann man auch diese zurückfordern.",
+ "so können sie zurückgefordert werden. Selbst wenn man dort ein Mahl gehalten.",
+ "dass sie sich derselben in ihres Vaters Hause bediene. Er hat dies ausdrücklich bestimmt.",
+ "so können sie nicht zurückgefordert werden. Selbst wenn er dort nichts genossen hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Kranker. מרע krank, שכיב מרע ein krank liegender, ein schwer Kranker.",
+ "alle seine Güter Andern verschrieben. Ebenso wenn er mündlich testiert hat.",
+ "und sich etwas Grund und Boden. Oder auch Mobilien.",
+ "zurückbehalten hat. Dadurch hat er gezeigt, dass er noch zu genesen hofft.",
+ "so gilt seine Schenkung. Er kann dieselbe, trotzdem er gesund geworden ist, nicht widerrufen. Die Schenkung muss jedoch mit einem Aneignungs-Act (קנין) verbunden sein.",
+ "hat er sich nicht etwas Grund und Boden zurückbehalten. Dieser hat sicherlich nur in der Meinung, dass er sterben wird, sein Vermögen verschenkt, denn sonst hätte er etwas für sich zurückbehalten.",
+ "so gilt seine Schenkung nicht. Er kann, wenn er gesund wird, die Schenkung widerrufen. Hat der Testator ausdrücklich erklärt, dass er wegen seines nahen Todes die Schenkung macht, (מצוה מחמת מיתה), dann kann er in jedem Falle nach seiner Genesung widerrufen.",
+ "ein Kranker. Die Formel lautet: כד קציר ורמי בערסיה („während er krank war und auf seinem Bette lag“).",
+ "und er. Der Testator.",
+ "dass er krank war. Und will es jetzt widerrufen.",
+ "während die andern. Die Beschenkten.",
+ "dass er gesund war. Demnach nicht widerrufen kann.",
+ "dass er krank war. Denn wir richten uns nach seinem jetzigen Zustande. Da er jetzt gesund ist, so muss er beweisen, dass er während der Schenkung krank war.",
+ "hat den Beweis zu erbringen. S. B. kamma V, Note 6."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seine Güter mündlich verteilt. S. oben VIII, 5, Note 34.",
+ "Sowohl von einem Gesunden als von einem gefährlich Kranken. מסוכן (von סכן, in Gefahr sein) der Gefährdete.",
+ "mit denen man Gewährschaft leisten kann. Das sind Grundstücke, s. Kidduschin I, 5.",
+ "Urkunde. Eine Schenkungsurkunde.",
+ "oder Besitzergreifung. Occupatio, s. oben III, 3 Ende.",
+ "erworben. Nach R. Elieser gilt nicht die Norm, dass die Worte eines Kranken als geschrieben und vollzogen betrachtet werden (oben VIII, Note 34); es ist vielmehr nach seiner Ansicht ein Aneignungs-Act (קנין) selbst in dem Falle nötig, wo Einer wegen seines nahen Todes ein Testament macht (מצוה מחמת מיתה).",
+ "mit denen man nicht Gewähr leisten kann. Bewegliche Güter.",
+ "werden nur durch Ansichziehen. Oben V, 7.",
+ "Da sagten sie. Seine Kollegen.",
+ "gebet mein Oberkleid. כבינה Targ. zu רדיד Jes. 3, 23; syr. ܟܒܳܢܳܐ, Umhüllung, Mantel. Nach andern: ein Schleier.",
+ "die Söhne Rochel’s mag ihre Mutter begraben. D. h. sie waren Sünder und fluchwürdig; deshalb hat man sie damit bestraft, dass man das kostbare Kleid der Tochter gegeben. Nach dem Talmud liessen die Söhne Rochel’s Dornen im Weinberge wachsen, was nach R. Elieser verboten, nach den Weisen aber gestattet war, s. Kilajim V, 8.",
+ "Die Weisen sagten. Im bab. Talm. heisst es: ר׳ אליעזר אומר (R. Elieser sagt) st. וחכמים אומרים.",
+ "Am Schabbat. Wenn der Kranke am Schabbat seine Güter mündlich verteilt.",
+ "sind seine Worte gültig. Ohne Aneignungs-Akt.",
+ "wie viel mehr an Werktagen. An denen die Aneignung und das Schreiben möglich ist, da das Wegbleiben eines Aktes, dessen Übung möglich ist, weniger schadet, als wenn der Akt unmöglich ist. S. Menachot XII, 4.",
+ "Man kann für einen Minderjährigen erwerben. Wenn jemand einem Minderjährigen, der nicht fähig ist, sich selbst etwas anzueignen, ein Geschenk machen will, so kann es ein anderer für ihn erwerben.",
+ "wie viel mehr für einen Grossjährigen. Der doch fähig ist, eine Vollmacht zu erteilen. Etwas zu Gunsten eines Menschen zu tun, kann aber Jeder sich als bevollmächtigt betrachten."
+ ],
+ [
+ "er. Der Sohn.",
+ "hatte aber die Ketuba. Das der Frau Verschriebene, s. Ketubot I, 2.",
+ "seiner Frau oder eine Schuldforderung zu bezahlen. Und der Sohn hat kein anderes Vermögen, als das zu erhoffende Erbteil.",
+ "der Sohn ist zuerst gestorben. Der Sohn hat also nichts geerbt.",
+ "und dann ist der Sohn gestorben. Der Sohn hat demnach das Vermögen des Vaters geerbt, und wir können uns davon bezahlt machen.",
+ "Sie teilen. Nach Bet-Schammai ist der Besitzer einer Schuldurkunde so zu betrachten, als hätte er die Schuld bereits einkassiert (שטר העומד לגבות כגבוי דמי). Die Gläubiger sind demnach ebenso als im Besitze des zweifelhaften Erbes zu betrachten, wie die Erben des Vaters. Beide Parteien sind also gleichberechtigt, und sie teilen.",
+ "die Güter bleiben in ihrem Rechtszustande. Sie bleiben im Besitze der Erben des Vaters. Nach Bet-Hillel sind die Schulden der Gläubiger nicht als einkassiert zu betrachten. Die Gläubiger sind vielmehr diejenigen, die eine Forderung stellen; sie müssen also den Beweis erbringen, oben Note 54."
+ ],
+ [
+ "die Frau ist zuerst gestorben. Und der Mann hat sie beerbt.",
+ "und dann ist die Frau gestorben. Und wir beerben sie.",
+ "die Güter bleiben in ihrem Rechtszustande. Nach der uns vorliegenden LA. würde dieser Satz durch das folgende כתובה וכו׳ erklärt; allein der Talmud scheint וכתובה וכו׳ mit ו׳ gelesen zu haben. Wenigstens erklärt er das folgende als selbständigen Satz, wonach unser Satz von etwas anderem, nämlich von der Mitgift (נכסי צאן ברזל), handelt. Nun ist es aber im Talmud kontrovers, wer in Bezug auf diese Güter als Besitzer (מוחזק) betrachtet wird. Die Halacha entscheidet, dass beide Parteien gleichberechtigt sind, und sie teilen.",
+ "die Ketuba. Nebst dem, was der Mann zur bestimmten Morgengabe von 200, resp. 100 Sus hinzugefügt hat (תוספת כתובה), s. Ketubot V, 1.",
+ "das mit ihr ein- und ausgehende Vermögen. Das sind die Güter, bei denen der Mann nur das Niessbrauchs-Recht hat (נכסי מלוג), s. oben III, Note 39."
+ ],
+ [
+ "Ist ein Haus über jemand. Der einziger Sohn seiner Mutter ist, aber noch Brüder von väterlicher Seite hat, die von einer andern Mutter abstammen.",
+ "und seine Mutter eingestürzt. Und es sagen die Erben des Sohnes (z. B. dessen Brüder von väterlicher Seite): „die Mutter ist zuerst gestorben, und dann der Sohn“, nachdem er das mütterliche Vermögen geerbt hatte; die Erben der Mutter (etwa ihre Brüder) sagen wieder: „der Sohn ist zuerst gestorben, wir erben also das Vermögen der Mutter.“",
+ "so stimmen beide. Bet-Schammai und Bet-Hillel.",
+ "dass sie teilen. Beide Parteien sind gleichberechtigt, da beide als Erben die Güter beanspruchen.",
+ "Ich gestehe hierbei zu. D. h. ich bin der Ansicht, dass nach der Schule Hillels hier so entschieden werden muss. Der Ausdruck מודה ist ungenau und wird nur gebraucht, weil der erste Tanna מודים gesagt hat.",
+ "dass die Güter in ihrem Rechtszustande bleiben. Im Besitze der Familie der Frau, als deren Besitztum das Vermögen der Frau betrachtet wird.",
+ "Wir sind über die Kontroversen. Von Bet-Schammai und Bet-Hillel.",
+ "worin sie übereinstimmen. Nach der Ansicht des ersten Tanna."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Ein glatter Get. גט eine schriftliche Urkunde wie שטר (B. mezia I, Note 28). St. ar. خط, schreiben.",
+ "hat die Zeugen inwendig. Unter der Urkunde.",
+ "ein gefalteter. Aus den Quellen geht nicht klar hervor, wie diese Urkunden beschaffen waren; doch meinen die meisten Erklärer, man habe dabei eine oder zwei Zeilen des Pergaments geschrieben, dann ebensoviel Pergament, als beschrieben war, leer gelassen, dann wieder eine oder zwei Zeilen geschrieben und ein gleiches Stück leer gelassen; dies Verfahren ging so fort, bis zum Ende des wesentlichen Teiles der Urkunde, תורף genannt (im Jer. Gittin VII. 2 טרף, vom gr. τρόπος, Wesen, Charakter). Darauf hat man je ein beschriebenes Stück über das anliegende unbeschriebene Pergament gefaltet, wie nebenstehende Figur zeigt.

Jede Falte wurde dann an beiden Enden zugenäht. Eine solche Urkunde hatte mindestens drei Falten. Auf jeder Falte war, wie es scheint, auf der Aussenseite des inwendig unbeschriebenen Pergamentstückes, ein Zeuge unterschrieben, so dass jede gefaltete Urkunde mindestens drei Zeugen nötig hatte. Der unwesentliche Teil der Urkunde, טופס (= typus, Form) genannt, war stets glatt, nicht gefaltet, und hiess deshalb פשוט שבמקושר (das Glatte in der gefalteten Urkunde).",
+ "hat die Zeugen auf seiner Rückseite. S. die Figur. Ursprünglich, meint der Talmud, wurde das Falten bei Ehescheidebriefen jähzorniger Priester angeordnet, damit sie während der langen Zeit, welche die Anfertigung eines gefalteten Get erfordert, sich die Sache überlegen und die Scheidung, nach deren Vollzug sie die Frau nicht wieder zurücknehmen dürfen (Lev. 21, 7), nicht ausführen lassen. Das bei Scheidebriefen übliche Verfahren wurde dann auch auf andere Urkunden ausgedehnt. Vielleicht hat auch dieses Falten und Zunähen mit den Zeugenunterschriften auf der Rückseite, wie die Obsignatio bei den Römern, zur Bestärkung und Beglaubigung der Urkunde gedient, weshalb auch mindestens drei Zeugen gebraucht wurden.",
+ "sie beide sind ungültig. Weil sie nicht den Anordnungen der Weisen entsprechen.",
+ "weil man ihn glatt machen kann. Indem man die Nähte auftrennt. Wiewohl dann zwischen den Zeilen grössere Stellen unbeschrieben sind, so macht dies nach Raschi und Tosaphot in Kidduschin 49a die Urkunde nicht ungültig. Nachmanides dagegen meint, es dürfen in einer Urkunde keine leeren Stellen sich befinden, da man darauf Beliebiges hinzuschreiben könnte. Es müssten deshalb entweder die Falten so schmal sein, dass nach Glättung derselben zwischen den Zeilen keine neue Zeile geschrieben werden könnte, oder überhaupt keine leere Stelle zwischen den Zeilen gelassen, sondern je eine beschriebene Zeile mit der andern zusammengefaltet werden.",
+ "Alles nach dem Landesbrauche. Nach dem Talmud will R. Simon b. G. sagen: Wenn Jemand einem Schreiber befiehlt: „schreibe mir einen glatten Get“, er aber ihm einen gefalteten Get anfertigt, so ist dieser gültig, falls im Lande beide Arten von Urkunden gebräuchlich sind. Nach dem ersten Tanna dagegen wäre ohne Rücksicht auf den Landesbrauch jede Urkunde ungültig, die nicht nach den Worten des Ausstellers angefertigt ist."
+ ],
+ [
+ "zu einem gefalteten drei. Mindestens drei. Sind aber 4 oder 5 Falten daran, so müssen auch 4 resp. 5 Zeugen unterschrieben sein, vgl. Gittin VIII, 10.",
+ "in dem Ein Zeuge unterschrieben ist. Dass ein solcher Get ungültig sei, ist ganz selbstverständlich; doch lehrt dies die Mischna, um anzuzeigen, dass der folgende Fall (ein gefalteter Get mit zwei Zeugen) diesem Falle vollständig gleichzustellen sei, wiewohl ein solcher Get nur von den Rabbinen für ungültig erklärt worden ist; denn die Weisen haben ihrer Anordnung die Kraft ihrer Thora-Vorschrift gegeben.",
+ "Steht darin. In einem Schuldschein.",
+ "so hat er. Der Gläubiger.",
+ "Sela. Obwohl 100 Sus eigentlich 25 Sela‘ betragen. Es wird angenommen, er habe 100 schlechte Sus geliehen, die nur 20 Sela‘ wert sind.",
+ "so hat er. Der Gläubiger.",
+ "nur eine Mine. Das sind 25 Sela‘. Denn es wird angenommen, unter den 30 Sela‘ im Schuldschein sind 30 minderwertige Sela‘ verstanden, die nicht mehr als 100 Sus wert sind. Es gilt der Grundsatz יד בעל השטר על התחתונה die Macht des Schetar-Inhabers ist die unterste, vgl. B. mezia VI, Note 13.",
+ "und es ist da. Die folgende Zahl.",
+ "so hat er. Der Gläubiger.",
+ "nicht weniger. Aber auch nicht mehr.",
+ "und es ist da. Die folgende Zahl.",
+ "so hat er nicht weniger. Aber auch nicht mehr.",
+ "Dareiken. Bibl. אדרכון, Esra 8, 27.",
+ "und es ist da. Die folgende Zahl.",
+ "so hat er nicht weniger. Aber auch nicht mehr.",
+ "und unten. Wo der Inhalt des Schetar wiederholt wird.",
+ "so geht alles nach dem Unteren. Doch gilt hierbei die Beschränkung, dass die letzte Zeile nicht massgebend ist (אין למדין משיטה אחרונה ), wenn deren Inhalt dem Inhaber des Scheines zum Vorteil gereichte; denn wenn die Zeugen-Unterschrift von der Urkunde einigermassen entfernt steht, könnte der Inhaber leicht eine Zeile hinzufügen.",
+ "warum schreibt man das Obere. Da doch der Betrag der Schuld gegen Ende nochmals angegeben wird."
+ ],
+ [
+ "wenn auch seine Frau nicht dabei ist. Da der Frau auch gegen ihren Willen der Scheidebrief gegeben werden kann. Es wurde dies allerdings später im 11. Jhrhdt. von R. Gerschom verboten.",
+ "und der Frau eine Quittung. Die sie dem Manne über den Empfang ihrer Ketuba ausstellt.",
+ "wenn auch ihr Mann nicht dabei ist. Sie gibt dem Manne erst die Quittung, wenn er die Ketuba bezahlt.",
+ "nur muss man. Der Schreiber und die unterzeichnenden Zeugen.",
+ "sie. Den Mann und die Frau.",
+ "kennen. Denn sonst könnte jeder Mann für eine fremde Frau einen Scheidebrief schreiben lassen, die sich dann als von ihrem Manne geschieden ausgeben würde. Ebenso könnte jede Frau für einen fremden Mann eine Quittung schreiben und von Zeugen unterzeichnen lassen, und jener Mann brauchte dann seiner Frau ihre Ketuba nicht zu bezahlen.",
+ "und der Mann bezahlt den Lohn. Für das Schreiben, sowohl beim Scheidebrief, da es heisst (Deut. 24, 1): „er schreibe“, als auch bei der Quittung, da sie zu seinen Gunsten geschrieben wird.",
+ "und der Schuldner bezahlt den Lohn. Selbst in dem Falle, wo auch der Darleiher einen Nutzen vom Darlehen hat, z. B. bei einem Geschäfte (עיסקא), wovon B. mezia V, Note 40 die Rede ist.",
+ "und der Käufer bezahlt den Lohn. Selbst wenn er ein schlechtes Feld kauft, denn ein Sprichwort sagt: זבנת קנית זבין אוביד, kaufst du, erwirbst du; wer verkauft, verliert (B. mezia 51a)."
+ ],
+ [
+ "Man darf die Verlobungs. Worin über die beiderseitige Mitgift bestimmt wird.",
+ "und Eheverträge. Die Morgengabe-Verschreibung כתובה, Vgl. Ketubot IV, 7—12.",
+ "nur mit Beider. Beider Parteien.",
+ "Man darf Quotenpacht. Wobei ein verhältnissmässiger Anteil des Ertrages als Pacht bezahlt wird.",
+ "und Übernahme-Verträge. Wobei die Pacht fest bestimmt ist, חוכר, s. B. mezia IX, Note 1.",
+ "nur mit Beider. Beider Parteien.",
+ "Man darf Kompromisse. S. B. mezia I, Note 41.",
+ "und jedes gerichtliche Instrument. Das. I, 8.",
+ "nur mit Einwilligung beider. Beider Parteien.",
+ "Man schreibt für die Beiden. Raschbam, der LA. שניהם folgend, erklärt: die beiden Zeugen schreiben zwei u. s. w.",
+ "für den Einen besonders und für den Anderen besonders. Dagegen meint der erste Tanna, es könne eine der beiden Parteien, um die Schreibgebühren zu ersparen, erklären, sie begnüge sich damit, dass nur Ein Exemplar der Urkunde ausgestellt, in der Hand der andern Partei verbleibe und ihr nur stets auf Verlangen zur Einsicht gezeigt werde."
+ ],
+ [
+ "den Schuldschein bei einem Dritten hinterlegen lässt. Sie haben den Schetar lieber einem Dritten anvertraut, als sich zu bemühen, eine Quittung über den gezahlten Teil schreiben zu lassen.",
+ "wenn ich dir nicht von heute bis auf den und den Tag zahle. Den Rest der Schuld, um ihn dem Gläubiger zu übergeben.",
+ "so gib ihm. Dem Gläubiger.",
+ "seinen Schuldschein wieder. So dass ich dann die ganze Schuld zu bezahlen habe.",
+ "wiedergeben. Dem Gläubiger. Die Stipulation ist gültig.",
+ "nicht wiedergeben. Diese Stipulation ist ungültig, weil der Schuldner gewiss nicht daran gedacht hatte, den von ihm bezahlten Teil der Schuld zu verlieren, sondern vielmehr glaubte, den Rest bis in 30 Tagen zahlen zu können. Mit der Stipulation, im Falle der Nichtzahlung des Restes auch das bereits Bezahlte verlieren zu wollen, hat er nur sein Versprechen bestärkt und versichert, vgl. B. mezia V, Note 22. Eine solche bedingungsweise zugesagte Schenkung oder Verzichtleistung oder sonstige Verpflichtung, wobei man während der Zusage offenbar nicht die Erfüllung derselben beabsichtigt, sondern im Gegenteil geglaubt hat, dass man durch Verhinderung des Eintreffens der Bedingung der Erfüllung seiner Zusage enthoben sein werde, heisst אסמכתא, Versprechen, Versicherung, und die Halacha entscheidet: אסמכתא לא קניא durch eine derartige Zusage kann man nicht ein Objekt oder irgend ein Recht erwerben."
+ ],
+ [
+ "Wenn einem ein Schuldschein ausgelöscht wurde. Und er kann durch Zeugen beweisen, dass dies ohne sein Verschulden geschehen ist.",
+ "so stelle er darüber Zeugen. Die den Inhalt des Schuldscheins kennen.",
+ "ist sein Schuldschein von dem und dem Tage. „Über die und die Summe u. s. w.“",
+ "umtauschen. Man zerreisst den alten Schuldschein und stellt über den Rest der Schuld einen neuen aus.",
+ "So gebührt es sich für ihn. Damit er genötigt sei, sobald als möglich auch den Rest zu bezahlen.",
+ "und es darf das Recht des Anderen. Des Gläubigers.",
+ "nicht geschmälert werden. Er würde jetzt einen später datierten Schuldschein erhalten und des Rechtes, die etwa vorher vom Schuldner veräusserten Güter wegzunehmen, verlustig werden."
+ ],
+ [
+ "der Mietszins in die Masse. Sie müssen vermietet werden, und der Reiche kann nicht sagen: „ich will meinen Teil zum eigenen Gebrauche nehmen.“",
+ "die dir das Bad bereiten. Der Reiche kann sagen: „es soll so bleiben, wie es unser Vater bestimmt hat.“ Das Recht גוד או אגור (oben I, Note 62) geht hier nicht an, da der Arme kein Geld hat, um die andere Hälfte abzukaufen.",
+ "komme dann und bearbeite sie. Nach einigen heisst ועשם „und presse sie“, vgl. Ezech. 23, 21.",
+ "so kann einer auf den andern keinen Schuldschein hervorziehen. Denn Jeder von ihnen kann sagen: ich war der Gläubiger, und der andere hat nach der Zahlung den Schuldschein von mir zurückerhalten.",
+ "und es kann kein anderer auf sie einen Schuldschein hervorziehen. Denn Jeder kann sagen: der andere ist der Schuldner.",
+ "Findet sich bei Jemand. Der von beiden Joseph b. Simon Geld entliehen.",
+ "ist bezahlt. D. i. eine Quittung über ein dem J. b. S. bezahltes Darlehen.",
+ "Was sollen sie tun. Um allen Nachteilen zu entgehen.",
+ "Sie mögen Namen dreier Generationen angeben. Er schreibe auch den Namen des Grossvaters, etwa: „Joseph b. Simon b. Jakob“.",
+ "mögen sie ein Kennzeichen. Etwa: „Joseph b. Simon, der Lange.“",
+ "schreiben. Falls der eine ein Priester ist; sonst können sie auch den Namen des Urgrossvaters als Unterscheidungs-Merkmal angeben.",
+ "Wenn jemand. Ein sterbender Vater.",
+ "ich weiss aber nicht. Statt ואיני יודע liest Jerusch.: ואין ידוע, und es ist nicht bekannt. Es sind dies also nicht Worte des sterbenden Vaters.",
+ "Findet sich dort aber auf einen. Auf einen Schuldner.",
+ "Schuldscheine. Über zwei Darlehen.",
+ "so wird der grössere. Das grössere Darlehen.",
+ "als bezahlt und der kleinere als unbezahlt. Da der Vater nur einen Schuldschein für bezahlt erklärt hat.",
+ "vom Bürgen bezahlt machen. Sondern er muss erst den Schuldner verklagen, und wenn dieser zur Zahlung verurteilt wird und nichts zu zahlen hat, kann der Gläubiger vom Bürgen Bezahlung fordern.",
+ "so kann er sich in keinem Falle vom Bürgen bezahlt machen. Nach dem Talmud gesteht auch der erste Tanna zu, dass man von einem einfachen Bürgen nicht Bezahlung fordern kann, falls der Schuldner Vermögen besitzt. In vorliegender Kontroverse handelt es sich aber um eine höhere Bürgschaft, die קבלנות (Schuldübernahme, intercessio) genannt wird, wobei sich jemand mit Worten verpflichtet, die ihn auch als Schuldner bezeichnen, z. B.: „Gib ihm, und ich werde dir zurückgeben!“ Der erste Tanna meint nun, in diesem Falle könne der Gläubiger von wem er will Bezahlung fordern, während nach R. Simon b. Gamliel auch ein קבלן (intercessor) nicht zu zahlen braucht, wenn der eigentliche Schuldner Vermögen besitzt.",
+ "Ebenso. Ebenso zu Gunsten des Bürgen. Jer. liest: כיוצא בו statt וכן.",
+ "Wenn jemand einer Frau für ihre Ketuba Bürge ist und ihr Mann hat sie verstossen. Und er hat kein Vermögen, so dass die Frau vom Bürgen die Ketuba fordert.",
+ "so soll dieser sich durch ein Gelübde. Das unlösbar ist, z. B. wenn er „nach dem Willen vieler“ (על דעת רבים) etwas gelobt, s. Gittin 36a.",
+ "denn sonst würde er auf das Vermögen des anderen eine gemeinschaftliche Verabredung. קינונייא (so Jer.) = ϰοινωνία, Gemeinschaft.",
+ "machen. Mit seiner Frau.",
+ "hernach. Nachdem sie die Ketuba vom Bürgen erhalten."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinem Nächsten gegen Schuldverschreibung. Wenn auch darin nicht die „Güter-Bürgschaft“ (B. mezia I, Note 29) verzeichnet ist, so wird dies als ein Versehen des Schreibers betrachtet (B. mezia I, Note 32).",
+ "so kann er es auch von unterworfenen. „Unterworfene Güter“ heissen die Grundstücke, die der Schuldner nach Aufnahme des Darlehens veräussert hat.",
+ "von freien. D. h. nicht veräusserten.",
+ "Zeigt er gegen jemand dessen Handschrift. Ein Chirographum, das nicht vom Zeugen unterschrieben ist.",
+ "so kann er es von freien Gütern einziehen. Aber nicht von den veräusserten Gütern; denn da auf dem Schuldschein keine Zeugen unterschrieben sind, so haben die Käufer davon keine Kenntniss erhalten und nicht gewusst, dass die Güter bereits verpfändet sind.",
+ "Wenn jemand nach der Zeugen-Unterschrift in der Urkunde als Bürge gezeichnet hat. Er schrieb nach der Zeugen-Unterschrift: „Ich N. N. bürge für die Schuld.“",
+ "von dessen freien Gütern die Schuld einziehen. Denn da die Zeugen nicht unter der Bürgschaft unterzeichnet sind, so kann die Bürgschaft nur als ein Chirograph ohne Zeugen-Unterschrift angesehen werden.",
+ "Jemand quält. חנק eig. würgen, daher auch, wie das gr. πνίγειν, quälen.",
+ "weil der Gläubiger nicht im Vertrauen auf ihn. Den Bürgen.",
+ "weil er Jenem im Vertrauen auf ihn. Den Bürgen.",
+ "Wer weise werden will. Jer. liest שיתחכם st. שיחכים.",
+ "denn es gibt keine Hauptlehre. מקצוע eig. Ecke, aber auch „Hauptteil“, vgl. Tosephta Chagiga I, Ende: מקצועי חורה, Hauptteile der Thora; ebenso heisst biblisch פִּנָּה, Ecke, auch Haupt und Führer (Richter 20, 2).",
+ "der bediene. D. h. er sei dessen Schüler.",
+ "Simon Ben Nanos. Trotzdem R. Ismael seinen Controversanten Ben Nanos gerühmt hat, wird dennoch in der Halacha wie R. Ismael entschieden (Talmud)."
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Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "Vier Haupt-Schädigungen. Eig. Väter-Schädigungen, indem alle andern als von diesen abgeleitet, (תולדות = Kinder), betrachtet werden. „Väter“ heissen diese deshalb, weil sie in der Thora genannt sind.",
+ "Ochsen. קרן, Exod. 21, 35—36; so Jerusch. — תולדות davon sind alle Beschädigungen, die durch eine direkt zum Schaden vom Tiere gemachte willkürliche Bewegung verübt werden („wo das Tier mit Absicht geschadet hat,“ sagt der Talmud), z. B. Ausstossen, Beissen u. dgl. Nach dem T. Babli spricht die Mischna hier vom Fuss-Schaden, (רגל, d. h. was der Ochs beim Gehen mit dem Fusse zertritt); dies ist in den Worten ושלח את בעירה Exod. 22, 4 angedeutet. Die תולדות von רגל sind alle Schäden, die ein Tier im gewöhnlichen Gange anrichtet, z. B., wenn es im Gehen mit dem Horn oder mit einer auf ihm befindlichen Last etwas beschädigt.",
+ "durch die Grube. Exod. 21, 33; 34. Dazu gehören als תולדות z. B. alle Schäden, die durch Schaden verursachende Gegenstände, die ein Mensch auf die Strasse geworfen hat, entstanden sind.",
+ "durch das abweidende. Exod. 22, 4. Nach Jerusch. ist dies das Abfressen (שן) und Zertreten (רגל, oben Note 2). Zur Worterklärung vgl. Pea 4, 5, Targ. Jon. zu Num. 22, 4 und den Text des samaritanischen Pentateuchs, wo unser Vers lautet: כי יבעיר איש שדה וגו׳ ובער בשדה אחר שלם ישלם משדהו כתבואתה ואם כל שדה יבעה מיטב שדהו ומיטב כרמו ישלם . Als תולדות von שן sind zu rechnen die Fälle, wo das Tier beim Beschädigen einen Genuss oder ein Vergnügen hat, z. B. wenn es sich zum Vergnügen an einer Wand gerieben und diese dadurch eingestürzt ist. Nach einer Ansicht im T. Babli ist מבעה ein vom Menschen angerichteter Schaden.",
+ "Vieh und durch den Brand. Exod. 22, 5. Als תולדות von אש betrachtet man z. B. Steine, Messer und sonstige Gegenstände, die man auf das Dach gelegt und die durch einen gewöhnlich vorauszusetzenden Wind hinabgeworfen wurden und im Fallen Schaden angerichtet haben.",
+ "Die Eigentümlichkeit. לא הֲרִי כהרי, so auch sonst, z. B. in der Baraita der 13 Middot 5 u. 6; häufiger aber steht dafür כִּרְאִי . . לא רְאִי (vgl. Menachot 60b mit Sifra, Nedaba, Par. 11, 4; Per. 13, 2). Es ist demnach הֲרִי = רְאִי (wie אֲרוּ, הֲרֵי = רְאֵה) der Anblick, Gesichtspunkt. Gemeint ist hier ein spezifisches Merkmal, das als Grund der in Rede stehenden Vorschrift, der Verpflichtung zum Schadenersatz, betrachtet werden kann.",
+ "des stossenden Ochsen. Nämlich dass das Tier direkt, um zu beschädigen, eine willkürliche Bewegung gemacht, also gewissermassen mit Absicht geschadet hat (כונתו להזיק). Bei רגל (nach T. B. oben Note 2) ist wieder die Eigentümlichkeit vorhanden, dass der betr. Schaden häufig vorkommt (היזיקה מצוי).",
+ "ist nicht wie die des Abweiders. Man hätte also מבעה von שור nicht ableiten können.",
+ "und die Eigentümlichkeit des Abweiders. Nämlich dass das Tier beim Schaden einen Genuss hat (יש הנאה להזיקה). Das Merkmal von רגל s. oben Note 7.",
+ "ist nicht wie die des stossenden Ochsen. Man hätte daher שור nicht von מבעה deduziert.",
+ "in dem kein Lebensgeist ist. Die Verpflichtung zum Schadenersatz bei Brandstiftung hätte also nicht von שור und מבעה abgeleitet werden können.",
+ "fortzuschreiten und zu beschädigen. Letzteres könnte also nicht von den drei andern hergeleitet werden. Die Thora hat deshalb alle vier Gesetze vorgeschrieben",
+ "Das ihnen Gemeinsame. Eig. „die gleiche Seite in ihnen“, d. h. diejenigen Merkmale, die, weil sie allen vier Fällen gemeinschaftlich zukommen, als Grund der Verpflichtung zum Schadenersatz angesehen werden müssen.",
+ "dass deren Bewachung dir. D. h. einer bestimmten Person.",
+ "der Schädiger. Als Schädiger (מזיק) wird derjenige betrachtet, der verpflichtet ist, den Gegenstand zu bewachen, und dies versäumt, s. folgende Mischna.",
+ "vom Besten seines Landes Schadenersatz zu leisten. Es kann daher aus diesen vier Gesetzen geschlossen werden, dass jeder, dem die Bewachung eines Gegenstandes obliegt, der in gewöhnlicher Weise zu beschädigen vermag, für den vom Gegenstande angerichteten Schaden Ersatz leisten muss, und zwar vom Besten seines Landes. Nach T. B. kann er beliebige, bewegliche Gegenstände bezahlen, weil Mobilien immer als „Bestes“ zu betrachten sind, denn was hier nicht verkäuflich ist, kann an einem anderen Orte verkauft werden. Der Lehrsatz der Mischna gilt demnach nur, wenn die Zahlung in Immobilien (קרקע) geleistet wird."
+ ],
+ [
+ "gelte ich. Wenn ich es nicht gehörig bewacht habe. הכשרתי eig. ich habe bereitet, d. h. gelte als Urheber.",
+ "als wäre ich ganz Urheber seines Schadens. Wenn jemand z. B. eine Grube 9 Handbreiten tief ausgehöhlt hat, in welcher Tiefe sie noch nicht den Tod eines Tieres zu verursachen im Stande ist, und ein zweiter macht sie noch eine Handbreite tiefer, so dass ein hereinfallendes Tier getötet wird, so ist der zweite allein dafür Ersatz schuldig.",
+ "bei denen kein Veruntreuungs-Opfer vorgeschrieben ist. Das sind profane Güter; ausgeschlossen sind heilige Güter, bei denen in Lev. 5, 14 ff. im Falle der Veruntreuung ein Opfer vorgeschrieben ist.",
+ "von Gütern der Bundes-Söhne. Das sind Israeliten.",
+ "die Jemands Eigentum sind. Herrenlose Güter sind ausgeschlossen.",
+ "mit Ausnahme des dem Schädiger. S. oben Note 15; es handelt sich also hier nicht um einen Schaden, den der Mensch mit eigenen Händen zugefügt hat.",
+ "eigentümlichen Gebietes. Falls der Beschädigte dieses Gebiet ohne Erlaubnis betreten hat.",
+ "das dem Geschädigten und dem Schädiger gemeinschaftlich angehört. Falls dieses Gebiet auch für Tiere bestimmt ist, ist der Mitbesitzer für den Schaden, den sein Tier durch Fressen oder Zertreten (שן und רגל) verübt hat, nicht verantwortlich, wohl aber für Hornstoss-Schäden (קרן). Jerusch. liest ורשות הניזק והמזיק בתשלומין und erklärt, dass bei Schäden im gemeinschaftlichen Gebiete bezahlt werden muss.",
+ "ist der Urheber schuldig vom Besten seines Landes Schadenersatz zu leisten. Der letzte Satz fehlt mit Recht in der Mischna des Jeruschalmi, da dies bereits in der ersten Mischna steht. Nach T. Babli schliesst dieser Satz diejenigen Beschädigungen ein, die in der ersten Mischna nicht enthalten sind."
+ ],
+ [
+ "Geld-Schätzung. Diese Mischna enthält bloß einige kurze Bemerkungen, um das Gedächtnis beim Auswendiglernen der mündlichen Lehre zu unterstützen. Die Erklärung zu diesen Bemerkungen gibt die Tosefta. „Geld-Schätzung“ will sagen: Jeder Schaden soll nach seinem Geldwerte abgeschätzt und bezahlt werden. Wenn z. B. die Kuh des A einen Mantel des B beschädigt, nachher wieder, durch diesen Mantel zu Falle gebracht, sich ein Bein gebrochen hat, soll man nicht sagen, der Schaden des A und der des B heben sich gegenseitig auf; sondern beide Schäden müssen abgeschätzt und das Plus des einen bezahlt werden.",
+ "Geldeswert. Dies heisst nach Tosefta: Der Schaden ist nur mit Grundstücken zu bezahlen. Der Talmud fügt hinzu: Dies gilt nur, falls der Schädiger gestorben und dessen Waisen zu bezahlen haben. Diese sind nicht verpflichtet, von den geerbten Mobilien die Schulden des Vaters zu bezahlen. Die Grundstücke heissen hier „Geldeswert“ im Gegensatz zu den beweglichen Gütern, die als „Geld“ betrachtet werden, weil sie leicht verkäuflich sind; s. oben Note 16.",
+ "vor Gericht. D. h. es soll vor ordinierten Richtern (מומחין) der Prozess geführt werden. Dies gilt für solche Fälle, wo die Bezahlung als Pön (קנס) betrachtet wird. Nur Richter, welche die Ordination (סמיכה) haben, können in Straf-Prozessen fungieren. Lieber die Ordination vgl. Mischna Sanhedrin 1, 3.",
+ "und nach Aussagen von Zeugen. Das eigene Geständnis verpflichtet nicht zur Strafzahlung.",
+ "die Freie und Bundes-Söhne. Ausgeschlossen sind Sklaven und Heiden.",
+ "auch Frauen sind im Schaden-Recht einbegriffen. Sowohl wenn sie schädigen, als auch wenn sie geschädigt werden.",
+ "der Geschädigte und der Schädiger sind am Ersatz. Dies gilt für die Fälle, wo nur der halbe Schaden bezahlt wird (Exod. 21, 35). Nach einer Ansicht im T. B. ist der Geschädigte insofern am Ersatz beteiligt, als er den Schaden, den das tote Tier bis zur gerichtlichen Verurteilung des Schädigers erleidet (פחת נבילה), allein zu tragen hat."
+ ],
+ [
+ "In fünf Fällen wird der Beschädiger als ungewohnt. Eig. unschuldig. In diesen Fällen sollte (nach der Halacha) eigentlich gar nichts bezahlt werden, doch hat die Thora als Strafe die Zahlung des halben Schadens angeordnet.",
+ "und in fünf Fällen als gewohnt. Eig. bezeugt, verwarnt, nach den Worten der Schrift והועד בבעליו (Exod. 21, 29). Bei den Beschädigungen, die das Tier zu verüben gewohnt ist, gilt der Eigentümer schon zum ersten Mal als verwarnt (מועד מתחילתו).",
+ "Stossen. Mit dem Horn.",
+ "Drängen. Mit dem Körper stossen.",
+ "Der Zahn. Des Tieres.",
+ "der Fuss. Des Tieres.",
+ "gewohnt ist. Der bereits dreimal gestossen oder gebissen u. s. w. und dessen Eigentümer von Zeugen verwarnt worden, s. weiter 2, 4.",
+ "der beschädigt im Gebiete des Geschädigten. S. 2, 5.",
+ "der Panther. Πάρδαλις. Nach dem Talmud ist ברדלס = צבוע, die Hyäne.",
+ "Beim ungewohnten bezahlt man den halben Schaden von dessen Körper. Vom Körper des beschädigenden Tieres. Ist dies nicht soviel wert, als der halbe Schaden beträgt; so braucht der Schädiger nicht von seinem Vermögen zuzulegen.",
+ "beim gewohnten aber zahlt man den ganzen Schaden von dem Söller. D. h. wohl: von seinem eigenen Vermögen, im Gegensatz zu מגופו des תם. Da aber nach Menachot 108b der Söller schlechter ist als das untere Haus (בית) und die Schäden doch vom Besten bezahlt werden müssen, so wird hier עליה vom Talmud als „das Beste unter den Gütern“ (מעולה שבנכסים) erklärt."
+ ]
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+ "Wie ist dies zu verstehen. Diese Mischna erklärt die letzte Mischna des vorherigen Abschnitts.",
+ "im Gehen zu zerbrechen. So nach Tosaphot; nach Raschi ist לשבר כדרך הלוכה schon die Antwort.",
+ "zu zerbrechen. D. h. im gewöhnlichen Gange zu zerbrechen, sei es durch Treten oder mit dem Leibe oder mit einer Last.",
+ "Hat es aber ausgeschlagen. Dies ist etwas Ungewöhnliches (oben 1, 4), deshalb wird hier nur der halbe Schaden bezahlt.",
+ "oder sind Erdschollen unter seinen Füssen weggesprungen. Der Fall, der hier besprochen wird, den der Talmud kurz צרורות nennt, ist zwar eine Unterart (תולדה) von רגל, indem der Schaden vom Tiere im gewöhnlichen Gange verübt wird, ist auch insofern mit der Kategorie רגל zu vergleichen, als ein solcher Schaden, im öffentlichen Orte (רשות הרבים) angerichtet, nicht bezahlt werden muss; dennoch aber ist hierbei nur der halbe Schaden zu bezahlen, weil der Schaden nicht vom Tiere direkt, sondern nur durch seine Kraft (כהו) vermittels eines andern mit ihm nicht in Verbindung stehenden Gegenstande verübt worden. Es ist dies nach dem Talmud eine sinaïtische Tradition (הלכה למשה מסיני).",
+ "so zahlt man vom ersten den ganzen Schaden und vom letzten den halben Schaden. Das erste ist vom Tiere direkt, das zweite nur durch dessen Kraft zerbrochen worden.",
+ "Füssen gebunden. Und es hat das Gewinde so geschleudert, dass ein Gerät dadurch zerbrochen wurde (Talmud).",
+ "die Erde. So richtig Maimonides, vgl. Tosefta II, 1. Im Syr. heisst ܗܕܰܣ studuit, sollicitus fuit. Nach Raschi heisst הדס hüpfen.",
+ "und Geräte zerbrochen. Durch geworfene Erdschollen."
+ ],
+ [
+ "das für ihn Geeignete zu fressen. Nach Raschi ist zu übersetzen: „Inwiefern gilt der Zahn (eines Tieres) als gewohnt? Insofern, dass er das für ihn Geeignete frisst.“ Vgl. oben Note 2.",
+ "so bezahlt man den halben Schaden. Weil dies etwas Ungewöhnliches ist.",
+ "Wo gelten jene Worte. Dies bezieht sich auf den ersten Fall, wonach man, wenn das Vieh Früchte oder Kräuter gefressen, den ganzen Schaden bezahlen muss.",
+ "Im Gebiete des Geschädigten. Denn so heisst es (Exod. 22,4): Wenn es abweidet im Felde eines Andern.",
+ "so bezahlt man diesen Genuss. Er bezahlt nicht nach dem Werte des gefressenen Gegenstandes, sondern nur nach dem Genusse, den das Tier gehabt. Hat z. B. ein Esel Datteln gefressen, so bezahlt man den Wert einer gleichen Quantität Gerste.",
+ "so bezahlt man den angerichteten Schaden. Weil dieser Raum wie das Gebiet des Geschädigten und nicht wie ein öffentlicher Ort betrachtet wird."
+ ],
+ [
+ "gewohnt sind. Sie sind gewohnt zu springen, es ist dies daher eine תולדה von רגל. Deshalb ist hier nur dann zu bezahlen, wenn dies im Gebiete des Geschädigten geschehen ist.",
+ "Wenn ein Hund einen Kohlenkuchen. An dem glimmende Kohlen kleben.",
+ "so zahlt man betreffs des Kuchens den ganzen. Denn es ist שן (Zahn-Schaden) im Gebiete des Geschädigten. Der Garbenhaufen liegt hier im Felde des Eigentümers des Kuchens.",
+ "betreffs des Garbenhaufens aber den halben Schaden. Weil dies mit צרורות (oben Note 5) zu vergleichen ist."
+ ],
+ [
+ "bezeugt. Es hat der Ochse 3 Tage hintereinander an jedem Tage gestossen, und es ist dies dem Eigentümer von Zeugen vor Gericht bezeugt worden; dadurch gilt der Eigentümer als gewarnt. Es bleibt im Talmud zweifelhaft, ob es genügt, dass dem Eigentümer die 3 Stösse auf einmal bezeugt werden, oder ob der Eigentümer dreimal gewarnt sein muss.",
+ "nachdem er es wieder drei Tage unterlassen hat. Obgleich er Gelegenheit zum Stossen hatte.",
+ "über den man es dreimal. Wenn auch an einem Tage.",
+ "den Kinder betasten. D. h. ihn ziehen und mit ihm spielen."
+ ],
+ [
+ "gedrängt. S. oben Note 35 u. 36 im 1. Abschn.",
+ "so bezahlt man den halben Schaden. Alles dies gehört nämlich zur Kategorie קרן (Hornstoss).",
+ "dass man den ganzen Schaden bezahlen müsse. Diese Schlussfolgerung nennt man: קל וחומר (conclusio de minore ad majus) Schluss vom Leichtern auf das Schwerere (falls eine Erschwerung gefolgert wird) oder vom Schwereren auf das Leichtere (falls eine Erleichterung gefolgert wird).",
+ "aus welchem der Schluss gezogen wurde. Dieser Lehrsatz (nach seinem Anfangsworte „דַיּוֹ“ genannt) folgt aus Num. 12,14. Dort wird ebenfals ein Schluss vom Leichtern auf das Schwerere gezogen: „Wenn Mirjam vom Vater einen Verweis erhalten hätte, müsste sie sich ja 7 Tage schämen, wieviel mehr muss sie 7 Tage eingeschlossen bleiben, da sie von Gott einen Verweis erhalten“. Nun könnte man ja hier schliessen, dass, wenn beim Verweise des Vaters 7 Tage genügen, beim Verweise von Seiten Gottes eine Einschliessung von 14 Tagen erforderlich ist. Da aber Mirjam nur mit 7tägiger Einschliessung bestraft wurde, so ist daraus bewiesen, dass bei einem derartigen Schlusse für das Schwerere nur eine Gleichstellung mit dem Leichteren gefolgert werden kann.",
+ "beim Hornstoss streng geurteilt werden. Die Schlussfolgerung ist mit den obigen Worten wiederholt. Eigentlich müsste sie aber folgenden Wortlaut haben: ומה אם שן ורגל שהקל עליהן ברשות הרבים שהוא פטור החמיר בהן ברשות הניזק לשלם נזק שלם קרן שהחמיר עליה ברשות הרבים לשלם חצי נזק אינו דין שנחמיר עליה ברשות הניזק לשלם נזק שלם.. Wenn bei שן und רגל, die doch leichter sind, indem sie im רשות הרבים zu keinem Ersatz verpflichten, dennoch im רשות הניזק die Erschwerung gilt, dass man den ganzen Schaden bezahlen muss, wievielmehr muss diese Erschwerung bei קרן gelten, das doch schwerer ist, indem man dabei selbst im רשות הרבים wenigstens den halben Schaden bezahlen muss.",
+ "gleich zu sein. Der hier angewandte Lehrsatz: „דַיּוֹ“ ist nicht indentisch mit dem oben Note 27 besprochenen. Die Comentatoren unterscheiden diese beiden Lehrsätze dadurch, dass sie den obigen דַיּוֹ אַרֵיש דִינָא (דַיּוֹ, das sich auf den Anfang des Schlusses bezieht) nennen, während unser Lehrsatz hier דַיּוֹ אַסוֹף דִינָא (דַיּוֹ, das sich auf das Ende des Schlusses bezieht) genannt wird. Im ersten Satze wird gefordert, dass der abgeleitete Gegenstand dem Gegenstande, aus welchem er abgeleitet wird, nur gleichgestellt sei. Im zweiten Satze wird verlangt, dass die abgeleitete Erschwerung nur gleich (nicht grösser) sei als die Erschwerung, welche der Schlussfolgerung zu Grunde liegt. Vgl. hierüber מדות אהרן Perek 2, Teil 6.",
+ "ebenso ist im Gebiete des Geschädigten nur der halbe Schaden zu ersetzen. Nach dem Talmud wird der Satz: „דַיּוֹ“ auch von R. Tharphon in den Fällen anerkannt, wo die Schlussfolgerung durch denselben beschränkt, aber nicht gänzlich aufgehoben wird, wie in dem oben angeführten Beispiele aus Num. 12,14, wo durch קל וחומר trotz des “דיו„, wenigstens die 7tägige Einschliessung Mirjams gefolgert werden kann. In unserem Falle aber würde durch das “דיו„ die Schlussfolgerung gänzlich beseitigt werden, denn um bei קרן ברשות הניזק auf חצי נזק zu erkennen, bedarf es nicht des קל וחומר, da dies ausdrücklich in der Thora steht. Deshalb will R. Tarphon hier den Lehrsatz: “דיו„ nicht gelten lassen."
+ ],
+ [
+ "wachend oder schlafend. Wenn er sich neben einen Gegenstand schlafen gelegt und ihn schlafend beschädigt.",
+ "so muss er den ganzen Schaden bezahlen. Selbst wenn es aus Versehen geschah. Bei vorsätzlicher Körperverletzung müssen noch vier Zahlungen geleistet werden, s. Abschn. VIII, 1."
+ ]
+ ],
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+ "so ist letzterer frei. Weil der Mensch manchmal im Nachdenken versunken ist und heim Gehen nicht Acht gibt, ob etwas auf der Strasse liegt.",
+ "so ist der Eigentümer des Fasses zum Schadenersatz verpflichtet. Weil er nicht berechtigt ist, auf öffentliches Gebiet Sachen hinzulegen. Es hilft ihm daher auch nichts, wenn er das Fass für herrenloses Gut erklärt.",
+ "Wenn Jemands Krug im öffentlichen Gebiete zerbrochen wird. Dadurch, dass der Eigentümer damit gestrauchelt ist.",
+ "so ist jener schuldig. Weil das Straucheln als durch Unvorsichtigkeit geschehen betrachtet wird.",
+ "Wenn er noch Absicht darauf hat. D. h. wenn er die Scherben und das Wasser noch als sein Eigentum betrachtet.",
+ "hat er aber nicht Absicht darauf. Es ist Alles dann herrenloses Gut. Nach Andern ist במתכוין zu erklären: Wenn er es mit Absicht zerbrochen hat.",
+ "so ist er frei. Weil das Straucheln nach R. Jehuda als ein Unfall (אונס) betrachtet wird."
+ ],
+ [
+ "Wenn Jemand im öffentlichen Gebiete Wasser ausgiesst. Selbst zu einer Zeit, wo dies erlaubt ist, z. B. im Winter, zur Regenzeit, ist er dennoch für den Schaden verantwortlich.",
+ "Wenn Jemand Dornen oder Glas verwahrt. Im öffentlichen Gebiete.",
+ "oder von Dornen einen Zaun sich macht. Und die Dornen ragen in die Strasse hinein."
+ ],
+ [
+ "Wenn Jemand sein Stroh und seine Stoppeln Düngers halber. Damit es verfaule und dann als Dünger benutzt werden. Anstatt קשו hat Jerusch. גפתו, seine Öltrestern.",
+ "als Eigentum. Wie herrenloses Gut darf sie Jeder sich aneignen. Dies haben die Rabbinen als Strafe wegen Beschädigung der öffentlichen Orte angeordnet.",
+ "Alle welche Schaden anrichtende Gegenstände an einen öffentlichen Ort legen. Eig. „Alle die auf öffentlichem Gebiete verderben.“",
+ "bezahlen. Selbst zur Zeit, da es erlaubt ist, solche Gegenstände auf die Strasse zu legen, s. oben Note 8.",
+ "erwirbt sie. Wenn es unerlaubter Weise geschehen ist, oder nachdem dadurch ein Schaden angerichtet worden. Einige lesen den letzten Satz nicht, vgl. Tosaphot 30b v. לימא. In der Mischna des Jerusch. fehlt der Ausspruch R. Simons ganz; ebenso in einem Mscr. bei Rabbinowitz.",
+ "Wenn Jemand Rindermist im öffentlichen Gebiete umwendet. Mit der Absicht, denselben als Eigentum zu erwerben."
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+ "so muss der erste den Schaden des zweiten ersetzen. Wenn der erste Zeit gehabt hat aufzustehen und nicht aufgestanden ist, s. oben Note 7."
+ ],
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+ "so ist der Balkenträger frei. Denn es ist anzunehmen, dass er ordnungsgemäss, der Fassträger aber zu schnell gegangen ist; oder: es liegt immer dem hinten Gehenden ob, sich vor dem Vorangehenden zu hüten.",
+ "Wenn der Balkenträger stehen geblieben ist. Um auszuruhen; ist er aber stehen geblieben, um die Last auf seiner Schulter zurechtzulegen, so ist er frei, denn dies ist nicht ordnungswidrig.",
+ "so ist er schuldig. Es wird dies wie eine direkte Beschädigung mit Händen betrachtet, nicht wie בור, da man bei letzterem wegen Geräte-Beschädigung nichts zu ersetzen braucht.",
+ "wenn Einer mit seinem Lichte und der Andere mit seinem Flachse kommt. Und es wird der Flachs durch das Licht angezündet."
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+ [
+ "der Eine läuft. Nach der im Talmud festgestellten Halacha gilt dieser Satz nur am Vorabend des Schabbats oder eines Festes, wo es gestattet ist, auf der Strasse zu laufen, um für den Feiertag Vorbereitungen zu treffen.",
+ "oder beide laufen. Dies gilt selbst an gewöhnlichen Tagen, da hier beide ordnungswidrig handeln."
+ ],
+ [
+ "so ist er schuldig. Wiewohl er in seinem Gebiete Holz spalten darf, ist er dennoch für den im fremden Gebiete dadurch verursachten Schaden verantwortlich."
+ ],
+ [
+ "so bezahlt man vom Mehrbetrag des einen Schadens. Was der eine Schaden mehr beträgt als der andere.",
+ "dagegen einen etwaigen Mehrbetrag des vom ungewohnten an dem gewohnten verübten Schadens nur zur Hälfte. Nach dem einfachen Wortlaut der Mischna und der Erkl. von Raschi und R. Ascher würde hier immer der Mehrbetrag des einen ganzen Schadens vor dem andern ganzen in Betracht gezogen. Hätte also der תם einen Schaden von 100 Sus, der מועד aber einen solchen von 40 Sus angerichtet, so würde der Mehrbetrag des ersten Schadens mit 60 Sus berechnet; davon zahlt man die Hälfte, also 30 Sus. Nach den meisten Decisoren dagegen wird der halbe Schaden des תם gegen den ganzen Schaden des מועד verrechnet. In unserem Beispiele würde also der Eigentümer des תם von seinem halben Schaden (= 50 Sus) den ganzen Schaden des andern (= 40 Sus) abziehen und demnach nur 10 Sus bezahlen.",
+ "so bezahlt man den Mehrbetrag des vom Menschen dem Ochsen zugefügten Schadens ganz. Weil ein Mensch immer als מועד gilt; s. oben 2, 6.",
+ "dagegen einen etwaigen Mehrbetrag des vom Ochsen dem Menschen zugefügten Schadens nur zur Hälfte. Denn es heisst (Exod. 21, 31): „Wenn er einen Sohn stösst oder eine Tochter stösst, so soll nach diesem Rechte ihm geschehen.“ Das „nach diesem Rechte“ bezieht sich auf das Recht des vom Ochsen dem Ochsen zugefügten Schadens; sowie nach letzterem Rechte beim תם nur der halbe Schaden ersetzt wird, ebenso ist bei einem dem Menschen vom Ochsen zugefügten Schaden beim תם nur die Hälfte zu ersetzen.",
+ "Auch den Mehrbetrag des von diesem Ochsen dem Menschen zugefügten Schadens muss man ganz bezahlen. R. Akiba meint, die Worte: „nach diesem Rechte“ beziehen sich auf die unmittelbar vorhergehende Vorschrift, die vom מועד spricht, es ist somit ein vom Ochsen dem Menschen zugefügter Schaden immer, wie beim מועד, ganz zu bezahlen."
+ ],
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+ "Hat ein Ochs vom Werte einer Mine. = 100 Sus.",
+ "so nimmt der Geschädigte den ganzen Ochsen. Der Ochs selbst ist dem Geschädigten verfallen. (הוחלט השוד).",
+ "Allerdings ist so die Norm. Das Recht ist so, aber die Schrift spricht nicht von einem solchen Falle.",
+ "Und auch das Todte sollen sie teilen. Die Controverse des R. Meïr und R. Jehuda betrifft den Mehrwert des Aases zur Zeit der Gerichtsverhandlung, falls nämlich das Aas zur Zeit der Tötung des Ochsen nichts oder wenig wert war, später aber bis zur Gerichtsverhandlung im Preise gestiegen ist. Nach R. Meïr gehört dieser Gewinn ganz dem Geschädigten, da das Aas sein Eigentum ist. R. Jehuda aber meint, dieser Gewinn sei zwischen dem Schädiger und Geschädigten zu teilen, weil die Schrift gebietet: „Auch das Todte sollen sie teilen!“"
+ ],
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+ "wenn er selbst aber beschämt. Wenn es gleich, ebenso wie bei der von seinem Ochsen verursachten Beschämung, ohne Absicht geschieht.",
+ "ist er frei. Der Sklave wird nicht frei.",
+ "ist er schuldig. Er muss ihn frei entlassen nach Exod. 21, 26 f.",
+ "Hat sein Ochs seinen Vater oder seine Mutter verwundet, so ist er Schadenersatz schuldig; hat er selbst aber seinen Vater oder seine Mutter verwundet, so ist er frei (vom Schadenersatz. Weil er nach Exod. 21, 15 den Tod verdient und bei einer Todesstrafe nicht, auch auf Bezahlung erkannt wird.",
+ "so ist er Schadenersatz schuldig. Er bezahlt hier nur den halben Schaden, weil dies ein aussergewöhnlicher Schaden des Tieres ist.",
+ "weil er sein Leben verwirkt hat. Wegen der Entweihung des Schabbats, vgl. oben Note 36."
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+ "Wenn zwei Ochsen. Von zwei Besitzern.",
+ "einen dritten. Von einem dritten Besitzer.",
+ "so sind beide frei. Denn beide können den Geschädigten abweisen.",
+ "so sind beide schuldig. Dies ist nach dem Talmud zu erklären: Wenn beide Ochsen vorhanden sind, dann erhält der Geschädigte den halben Schaden bezahlt; ist aber einer von beiden verloren gegangen, so kann der Schädiger sagen, der verlorene habe den Schaden getan, und der Geschädigte erhält nichts, da beim תם nur vom Körper des beschädigenden Tieres der Schaden vergütet wird.",
+ "Der grosse hat beschädigt. Und dessen Wert reicht hin, den halben Schaden zu ersetzen.",
+ "sondern der kleine hat beschädigt. Dessen Wert ist weniger als der halbe Schaden beträgt. Diesen Minderwert muss der Geschädigte also verlieren.",
+ "Der gewohnte hat beschädigt. Es muss also der ganze Schaden bezahlt werden.",
+ "sondern der nicht gewohnte hat beschädigt. Es ist also nur die Hälfte, zu ersetzen.",
+ "Der grosse hat den grossen. Und dessen Wert reicht für den Ersatz des halben Schadens.",
+ "sondern der kleine hat den grossen. Und der Wert des kleinen ist nicht so viel, als der halbe Schaden beträgt.",
+ "Der gewohnte hat den grossen. So dass der Schädiger für den grossen von seinem Hause (מן העלייה) bezahlen muss.",
+ "den Beweis erbringen. In allen Fällen der Mischna braucht der Schädiger, falls der Geschädigte seine Forderung nicht erweisen kann, selbst das Eingestandene nicht zu bezahlen, nach dem Rechtssatze: Wenn man vom Nächsten Weizen fordert und dieser Gerste eingestehet, so braucht er auch die Gerste nicht zu bezahlen."
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+ "Wenn ein Ochs vier oder fünf Ochsen nach einander gestossen hat. In der Weise, dass er bei allen als תם (ungewohnt) gilt, indem z. B. das Stossen dem Eigentümer nicht bezeugt wurde.",
+ "so zahlt man. Den halben Schaden.",
+ "zuerst dem zuletzt Geschädigten. R. Meïr folgt der Ansicht des R. Ismaël (B. Kamma 33a), wonach beim תם der Schädiger bloß als der Schuldner des Geschädigten betrachtet wird. Unsere Mischna spricht nun von dem Falle, dass jedesmal der Geschädigte sofort nach dem Schaden für sein Guthaben von dem Ochsen Besitz ergriffen hat und dadurch zur Hut des Ochsen verpflichtet und für den folgenden Schaden allein verantwortlich geworden ist. Der Letzt-Geschädigte allein hat keine weitere Verantwortung und erhält daher den ihm gebührenden halben Schaden zuerst ausbezahlt. Alle andern Geschädigten erhalten nichts, wenn kein Rest für sie übrig bleibt. Dies ist der Fall, wenn alle beschädigten Ochsen gleichen Wert hatten. Es sei z. B. jeder der 5 beschädigten Ochsen 200 Sus wert; der Wert des Beschädigers kann mehr (300) oder weniger (150) sein. Sofort nach dem ersten Stossen hat der Erst-Geschädigte den Ochsen als Pfand ergriffen, davon 100 Sus für seinen halben Schaden als Eigentum erworben und ist als Hüter für den folgenden Schaden verantwortlich. Daher gehören seine 100 Sus nach dem zweiten Stossen dem Zweit-Geschädigten. Hat dieser nun den Ochsen wegen der ihm gebührenden 100 Sus ergriffen, so ist er als Hüter für den folgenden dritten Schaden allein verantwortlich, so dass nach dem dritten Stossen diese 100 Sus dem Dritt-Geschädigten gehören. Dies geht so weiter, und nach dem fünften Stossen gehören die 100 Sus dem fünften, d. h. dem Letzt-Geschädigten. Dagegen gehört das, was der schädigende Ochs über 100 Sus wert ist, dem ursprünglichen Eigentümer. Daran haben die später Geschädigten kein Recht, weil der Eigentümer durch die nach dem ersten Stossen erfolgte Besitzergreifung des Ochsen von Seiten des Erst-Geschädigten jeder weitern Verantwortung enthoben ist.",
+ "bleibt noch etwas übrig. Wenn nämlich der Schaden des letzten kleiner als der des vorletzten ist. Wenn z. B. der fünfte Ochs nur 80 Sus, während der vierte, wie im obigen Beispiel, 200 Sus wert war. In diesem Falle hat der Letzt-Geschädigte nur 40 Sus zu fordern; es bleiben also von den 100 Sus, die der Herr des vierten zu bekommen hatte, noch 60 Sus übrig.",
+ "so zahlt man dies dem vorletzten. In unserem Beispiele dem Eigentümer des vierten gestossenen Ochsen. Von den 100 Sus, die der מזיק bezahlt, erhält also der Fünft-Geschädigte 40, der Viert-Geschädigte 60, während die drei ersten leer ausgehen.",
+ "bleibt hier noch etwas übrig. Dies ist der Fall, wenn der Schaden des vierten zwar grösser als der des fünften, aber kleiner als jeder der drei ersten war. Es seien z. B. die drei ersten Ochsen, wie oben, jeder 200 Sus, der vierte aber nur 150 und der fünfte nur 80 Sus wert. Der Herr des dritten muss hier von seinen 100 Sus 75 Sus an den Herrn des vierten abgeben; dieser wieder gibt 40 Sus an den Herrn des fünften. Es bleiben also in diesem Falle 25 Sus dem Dritt-Geschädigten.",
+ "so zahlt man dies dem vorvorletzten. Von den 100 Sus, die der מזיק zahlt, haben in dem letzten Falle der Letzte 40, der Vorletzte 35 und der Vorvorletzte 25.",
+ "und der Spätere ist immer im Vorteil. Dies gilt nur bei gleichen Schadenbeträgen. Wenn der Schaden eines Späteren gleich ist dem seines unmittelbaren Vorgängers, so ist ersterer vor letzterem im Vorteil. Bei ungleichen Schadenbeträgen gilt dieser Satz nicht immer. Es seien z. B. die drei ersten Ochsen jeder 200, der vierte 120 und der fünfte 80 Sus wert. Der dritte muss hier von seinen 100 Sus 60 an den vierten, und dieser wieder 40 an den fünften abgeben. Es verbleiben dem dritten 40 und dem vierten nur 20 Sus. Der dritte hat also ⅕ seines Schadens vergütet erhalten und ist demnach vor dem Vierten im Vorteil, dem ja nur ⅙ seines Schadens vergütet bleibt.",
+ "Simon sagt. R. Simon folgt der Ansicht des R. Akiba (B. k. 33a), wonach der שור תם nach dem Stossen als Eigentum des ניזק und מזיק zu betrachten ist und daher beide gemeinschaftlich pro rata für den folgenden Schaden verantwortlich sind.",
+ "so bekommt Jeder. Der Geschädigte und der Schädiger.",
+ "eine Mine. Eine Mine ist 100 Sus.",
+ "so bekommt der Herr des letzteren eine Mine. Er wird dadurch zur Hälfte Eigentümer des stössigen Ochsen.",
+ "von den vorigen beiden jeder 50 Sus. Da jeder von seinen 100 Sus die Hälfte an den zweiten Geschädigten abgeben muss. Der Ochs hat jetzt drei Herren, die Hälfte gehört den Zweit-Geschädigten, ein Viertel dem Erst-Geschädigten und ein Viertel dem ursprünglichen Eigentümer. Alle drei sind für den folgenden Schaden pro rata verantwortlich.",
+ "so bekommt der Herr des letzten. Der Dritt-Geschädigte.",
+ "der des vorletzten. Der Zweit-Geschädigte.",
+ "50 Sus. Da er 50 Sus an den Dritt-Geschädigten abgeben muss.",
+ "von den beiden ersten. Der Erst-Geschädigte und der Schädiger.",
+ "jeder einen Gold-Denar. D. i. 25 Sus. Jeder muss nämlich 25 Sus an den Dritt-Geschädigten zahlen."
+ ],
+ [
+ "nicht aber. Anstatt ואינו liest der Talmud hier und in den nächsten Sätzen אינו ohne ו׳. Jeder Satz ist demnach ein selbständiger Rechtssatz. למינו אינו מועד לשאינו מינו שור שהוא מועד müsste dann übersetzt werden: Ein Ochs, der als gewohnt gilt in Betreff seiner Art, gilt nicht als gewohnt Betreffs anderer Arten. In derselben Weise müssten auch die folgenden Sätze übersetzt werden.",
+ "aber nicht Betreffs herangewachsener. Dasselbe gilt auch bei Menschen: Ein Ochs, der ein מועד ist in Betreff kleiner Kinder, ist kein מועד Betreffs Grosser.",
+ "Sie. Die Schüler.",
+ "er wäre gewohnt in Betreff der Schabbate. Weil er da nicht arbeitet oder weil er die Leute in ihren Schabbat-Kleidern nicht kennt.",
+ "sich wieder als unschädlich gezeigt hat. Es sind 3 Schabbate nacheinander Ochsen resp. Menschen an ihm vorübergegangen, ohne dass er sie gestossen hat."
+ ],
+ [
+ "so ist man frei. Selbst wenn der Ochs ein מועד war.",
+ "den ganzen Schaden bezahlen. Nach der im Schitta mekubezet citirten Entscheidung des R. Menachem Meïri (lebte gegen das Ende des 13. Jahrhunderts) gilt diese Rechts-Ungleichheit nur in Bezug auf diejenigen Heiden, welche nicht die 7 noachidischen Gebote (Enthaltung von Mord, Raub, Blutschande, Genuss des Fleisches lebender Tiere, Gotteslästerung und Götzendienst, sowie Übung der Rechtspflege) beobachten; „dagegen hatten diejenigen Heiden, welche diese 7 Gebote hielten, bei uns dasselbe Recht, wie wir bei ihnen; und um so mehr muss dies der Fall sein gegenüber den Völkern, die durch Religion und Gesetz sich auszeichnen (Christen und Muhamedaner).“ Diese Entscheidung wiederholt R. Menachem noch an vielen andern Stellen."
+ ],
+ [
+ "so sind jene frei. Man stellt ihnen keinen Vormund, dass sie für den תם den halben Schaden vom Körper des Ochsen bezahlen.",
+ "und man bezeugt ihnen vor dem Vormunde. Auf dass beim מועד der ganze Schaden von den Grundstücken der Mündel bezahlt werde.",
+ "so wird deren Ochse wieder als nicht gewohnt beurteilt. R. Meïr ist der Ansicht, dass durch den neuen Besitzer der Rechtszustand des Ochsen ein anderer wird, da der neue Besitzer sagen kann: Wenn man mich verwarnt hätte, so würde ich meinen Ochsen gut gehütet haben.",
+ "Der Ochs des Stadion. Der Rennbahn (στάδιον), wo Tierkämpfe oder Stiergefechte aufgeführt werden.",
+ "ist nicht des Todes schuldig. Wenn er einen Menschen getötet hat."
+ ],
+ [
+ "wenn der Ochs gewohnt ist. Obgleich der Ochs nach der ersten Tötung eines Menschen gesteinigt werden soll, kann dennoch ein Fall eintreten, dass er durch dreimalige Tötung ein מועד wird, wenn er z. B. jedesmal davongelaufen ist und nicht gesteinigt werden konnte.",
+ "Lösegeld. Den Wert des Getöteten an dessen Erben.",
+ "in beiden Fällen aber ist der Ochs des Todes schuldig. Er wird gesteinigt.",
+ "wenn er einen Sohn oder eine Tochter. Kleine Kinder, wenn sie nur lebensfähig sind.",
+ "Hat er einen Sklaven oder eine Sklavin. Hier ist von kanaanitischen (nicht jüdischen) gekauften oder im Hause von Sklavinnen geborenen Leibeigenen die Rede, denen diejenigen jüdischen Pflichten obliegen, die auch den jüdischen Frauen geboten sind.",
+ "gestossen, so bezahlt man dreissig Selaïm. Ein Sela = 1 Schekel. Es ist einerlei, ob תם oder מועד. Der Ochs wird gesteinigt, vgl. Exod. 21, 32."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Ochs sich an einer Wand gerieben hat und diese dadurch auf einen Menschen gestürzt ist. Und dieser stirbt.",
+ "so ist er frei. Von der Todesstrafe, weil die Tötung ohne Absicht geschah. Doch muss der Herr, falls der Ochs ein מועד war, Lösegeld bezahlen."
+ ],
+ [
+ "ein Ochs der Waisen. Die keinen Vormund haben.",
+ "ein Ochs des Vormunds. Ein Ochs der Waisen, den ihr Vormund zu hüten hat.",
+ "ein Ochs der Wüste. Der herrenlos ist.",
+ "der gestorben ist und keine Erben hat. Vgl. 9, 11.",
+ "sind von der Todesstrafe frei. Selbst wenn erst nach dem Stossen der Ochs für herrenlos erklärt oder geheiligt wurde oder der Proselyt gestorben ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Ochs zur Steinigung verurteilt ist. Eig. „der hinausgeht um gesteinigt zu werden.“ Gemeint ist aber, er geht vom Gerichte als zur Steinigung Verurteilter hinaus.",
+ "so ist er geheiligt. Er wird zwar gesteinigt; er ist aber insofern geheiligt, dass wer von ihm einen Nutzen hat, wegen Veruntreuung des Heiligen ein Opfer bringen muss."
+ ],
+ [
+ "Hat er den Ochsen. Der noch nicht gestossen hat. Diese Mischna bezieht sich nicht auf die vorhergehende, sondern enthält einen neuen Fall.",
+ "der ihn sich mietet. Vgl. B. mezia 7, 8.",
+ "übergeben. Und er hat bei ihnen gestossen.",
+ "den halben Schaden. Und der Eigentümer ist frei. Wenn oben, nach Note 27, der Vormund nicht für den Schaden des Ochsen der Waisen aufkommen muss, so ist der Grund davon, dass der Vormund vom Gerichte eingesetzt wird und er die Vormundschaft nicht übernehmen würde, falls er den Schaden mit seinem Gelde bezahlen müsste.",
+ "Hat der Herr den Ochsen mit der Halfter. מוסרה, von יסר = אסר, Band.",
+ "angebunden und vor ihm gehörig zugemacht. Mit einer Türe, die einem gewöhnlichen Winde widerstehen kann. Dies heisst eine normale Vorsicht (שמירה פחותה).",
+ "dieser aber war gehütet. Es genügt, die normale Hut, es bedarf nicht der ausserordentlichen Hut (שמירה מעולה), um den מועד von der Bezahlung des ganzen Schadens zu befreien. Indessen muss er in diesem Falle nach den meisten Decisoren wenigstens den halben Schaden bezahlen, wie bei תם; denn von dem halben Schaden des תם kann nur eine vorzügliche Hut (שמירה מעולה) befreien.",
+ "Dieser kann nicht anders gehütet werden. Selbst bei einer vorzüglichen Hut muss er den ganzen Schaden bezahlen.",
+ "als durch das Messer. Er muss den Ochsen schlachten."
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+ "Wenn ein Ochs eine Kuh. Die trächtig ist.",
+ "und man findet ihre Leibesfrucht an ihrer Seite. Und man erkennt es, dass das Kalb tot geboren ist.",
+ "ob sie vor dem Stosse. Also ein totes Kalb, dass nicht durch den Stoss getötet wurde.",
+ "oder nach dem Stosse. Also ein durch den Stoss getötetes Kalb.",
+ "so bezahlt man den halben Schaden der Kuh. Die Rede ist von einem תם, bei dem man nur den halben Schaden bezahlt.",
+ "und ein Viertel Schaden des Jungen. Da in Betreff des Schadens des Jungen ein Zweifel obwaltet, so gilt der Grundsatz: Geld, das im Zweifel liegt, wird geteilt. Diese Lehre hat, wie der Talmud nachweist, Symmachos (סומכוס) der Schüler des R. Meïr ausgesprochen. Die Weisen sind jedoch der Ansicht, dass derjenige, der eine Geldforderung an seinen Nächsten stellt, den Beweis zu erbringen hat, vgl. oben III, 11; demnach erhält der Geschädigte hier für das Junge gar nichts, es sei denn, dass er durch Zeugen beweist, dass die Kuh erst nach dem Stosse das tote Kalb geworfen hat.",
+ "So auch wenn eine Kuh einen Ochsen gestossen hat und man findet ihr Junges. Ein lebendiges Kalb.",
+ "ob sie vor dem Stossen oder nach dem Stossen geboren hat. Im ersteren Falle gehörte das Junge nicht mehr zum Körper der stossenden Kuh, ist also kein Zahlungsobjekt für den Geschädigten, da bei תם nur das beschädigende Tier Zahlungsobjekt ist; in letzterem Falle dagegen kann man auch das Junge als Zahlung nehmen, da es während des Stosses zum Körper der Kuh gehörte.",
+ "der Kuh. Wenn die Kuh vorhanden ist und zur Zahlung des halben Schadens hinreicht.",
+ "Jungen. Wenn die Kuh nicht vorhanden ist. Ist die Kuh vorhanden, aber zur Zahlung des halben Schadens nicht hinreichend, so wird nur die Hälfte des noch nicht bezahlten Bestes vom Körper des Jungen bezahlt, z. B. ist der Schaden 200 Sus, die Hälfte desselben also 100 Sus, der Wert der Kuh aber nur 90 Sus, so werden 5 Sus vom Körper des Kalbes bezahlt."
+ ],
+ [
+ "so ist dieser frei. Hat das Tier jedoch einen Genuss davon gehabt, so bezahlt man den Genuss, wie oben II, 2.",
+ "ist der Eigentümer der Früchte schuldig. Dies gilt nur für den Fall, dass das Vieh durch die Früchte ausgelitten ist und dadurch beschädigt wurde; hat es sich aber durch das Fressen der Früchte beschädigt, so ist der Eigentümer der Früchte frei."
+ ],
+ [
+ "so ist dessen Eigentümer schuldig. Beim תם den halben und beim מועד den ganzen Schaden zu bezahlen.",
+ "War des Hausherrn Vater oder Sohn darin. Auch wenn ein Fremder darin war, muss der Herr des Ochsen an die Erben des Getöteten Lösegeld bezahlen; die Mischna spricht jedoch nur von gewöhnlichen Fällen.",
+ "so muss des Ochsen Eigentümer das Lösegeld bezahlen. Falls der Ochs gewohnt (מועד) war sich auf die in Gruben befindlichen Menschen zu stürzen und sie zu töten. Doch ist hier nicht von dem Falle die Rede, dass der Ochs nicht den Menschen töten wollte, sondern sich in die Grube gestürzt hat, um darin befindliches Gras zu fressen; in diesem Falle wird der Ochs nicht gesteinigt, dessen Eigentümer muss aber Lösegeld bezahlen, vgl. oben IV, 6.",
+ "so ist der Besitzer des Hofes schuldig. Sowohl das Lösegeld zu bezahlen, als auch, falls der Ochs beschädigt wurde, den Schaden zu ersetzen.",
+ "zu hüten. Hat der Hausherr nicht die Hut übernommen, so ist er frei; aber auch der Eigentümer des Ochsen ist für keinen Schaden verantwortlich, da er ihn mit Erlaubnis des Hausherrn hereingebracht hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Ochs einen andern Ochsen stossen wollte. Auch wenn der Ochs die schwangere Frau stossen wollte, ist dessen Besitzer nicht verpflichtet, den Wert der Kinder zu bezahlen; denn dies hat die Thora nur vorgeschrieben, falls ein Mensch eine schwangere Frau stösst. Die Mischna sagt aber deshalb: „Wenn er einen anderen stossen wollte“, weil im folgenden Falle beim Menschen derselbe Ausdruck gebraucht wird.",
+ "so ist dessen Besitzer von der Bezahlung des Wertes der Kinder frei. Lösegeld (כופר) ist nur für lebensfähige Menschen, aber nicht für noch nicht geborene Kinder zu bezahlen.",
+ "so muss er den Wert der Kinder bezahlen. Dem Gatten der Frau.",
+ "wertvoller. Da sie vor der Geburt in Gefahr ist, beim Gebären zu sterben. Nach dem Talmud spricht R. Simon von einer Erstgeburt, wobei die Frau besonders in Gefahr ist.",
+ "gibt man es seinen. Des Mannes.",
+ "War sie eine freigelassene Sklavin oder eine Proselytin. Deren Gatte gewöhnlich ein freigelassener Sklave oder Proselyt ist.",
+ "so ist man frei. Falls der Gatte ohne Erben gestorben und dessen Vermögen dadurch herrenloses Gut geworden ist, vgl. oben IV, 7."
+ ],
+ [
+ "Wer im Privatgebiete eine Grube gräbt und sie nach dem öffentlichen Gebiete hin öffnet. Um so mehr ist man schuldig, wenn man im öffentlichen Gebiete die Grube gräbt und dort auch die Öffnung macht.",
+ "oder wer sie im eigenen Gebiete gräbt und nach eines Andern Privatgebiete. Und dem Andern ist nichts davon bekannt geworden, so dass er keine Pflicht hat, die Grube zuzudecken. Wenn die Öffnung der Grube im Privatgebiete ist, so ist der Urheber der Grube nur dann zum Schadenersatz verpflichtet, falls der Eigentümer des Privatgebietes dieses für frei zu Jedermanns Eintritt erklärt hat.",
+ "ob er eine. runde.",
+ "einen. langen schmalen.",
+ "eine Höhle. Die quadratförmig ist und eine Bedachung hat.",
+ "Vertiefungen. Die quadratförmig und ohne Bedachung sind.",
+ "oder Rinnen. Die unten schmal und oben breit sind.",
+ "indem sie. gewöhnlich.",
+ "so ist man frei. Weil dies als besonderer Zufall (אונס, casus fortuitus) zu betrachten ist, an dem der Urheber der Grube nicht die Schuld trägt."
+ ],
+ [
+ "so ist der zweite schuldig. Falls der erste ihm den Deckel der Grube mit dem Auftrage, dieselbe zuzudecken, übergeben hat. In der Mischna des Jerusch. steht hier noch folgender Satz: כיסהו הראשון ובא השני וגילחו השני חייב (hat sie der erste zugedeckt und es kam der zweite und deckte sie auf; so ist der zweite schuldig).",
+ "so ist der zweite schuldig. Er hatte die Pflicht, den ersten davon in Kenntnis zu setzen und dann mit ihm gemeinschaftlich für die Zudeckung zu sorgen.",
+ "Hat man die Grube gehörig zugedeckt und es fällt ein Ochs oder ein Esel hinein. Indem der Deckel, ohne dass man es merken konnte, wurmfrässig geworden und gebrochen ist.",
+ "Ist ein Ochs in Folge des Geräusches beim Graben. Die Grube war bereits 10 Handbreiten tief, und indem Jemand weiter grub, ist ein Ochs, durch das dadurch verursachte Geräusch erschreckt, hineingefallen.",
+ "so ist man schuldig. Trotzdem hier das Geräusch den Schaden veranlasst hat, ist man dennoch ersatzpflichtig, weil der Schaden in der Grube gefunden worden ist und diese den Schaden mit bewirkt hat. Es gilt da der Grundsatz: כל היכא דליכא לאשתלומי מהאי משתלם מהאי Wenn Jemand gemeinschaftlich mit einer andern nicht verantwortlichen Potenz einen Schaden anrichtet, so hat er allein den Schaden zu bezahlen.",
+ "so ist man frei. Weil das Geräusch den Schaden blos veranlasst und nicht bewirkt hat und גרמא בניזקין פטור eine Veranlassung bei Schädigungen nicht zum Ersatz verpflichtet.",
+ "Ist ein Ochs mit seinen Geräten. Das Joch und der Pflug.",
+ "oder ist ein Esel mit seinen Geräten. Sattel und Packzeug.",
+ "in Betreff der Geräte aber frei. Denn es heisst (Exod. 21, 33): „Es fällt hinein ein Ochs oder ein Esel“; es ist daher nur für getötete Tiere Ersatz zu leisten, nicht aber für getötete Menschen oder beschädigte Geräte.",
+ "so ist man schuldig. Ebenso wenn ein blinder oder ein in der Nacht vorübergehender Ochs hineingefallen ist; wenn aber ein gesunder Ochs bei Tage hineinfällt, ist man frei, weil er sich in Acht nehmen konnte.",
+ "Fällt ein männliches oder weibliches Kind. Bei Grossen um so gewisser, s. oben Note 42."
+ ],
+ [
+ "der Absonderung vom Berge Sinai. Nach Exod. 19, 13.",
+ "des Doppel-Ersatzes. Wenn sie Jemand gestohlen, oder als Hüter vorgab, dass sie gestohlen wurden und sie selbst veruntreut hat, vgl. Exod. 22, 8.",
+ "der Rückgabe des Verlorenen. Deuteron. 22, 3.",
+ "der Last-Abladung. Wenn man sieht das Vieh seines Nächsten unter seiner Last liegend, vgl. Exod. 23, 5.",
+ "des Maul-Verbindens. Deuter. 25, 4: Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt.",
+ "der Vermischung mit anderer Gattung. Sowohl zur Begattung (Lev. 19, 19) als auch um zusammen zu pflügen (Deut. 22, 10).",
+ "und der Schabbatruhe. Exod. 20, 10; Deuteron. 5, 14."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "zumacht. D. h. eine normale Hut, שמירה פחותה, s. oben IV, 9. Falls er nicht wusste, dass es herausgekommen. Es ist hier von Zahn- und Fuss-Schäden (שן ורגל) die Rede, wobei eine normale Hut vom Ersatz befreit.",
+ "so ist er frei. Entweder das Vieh hat die Wand durchbrochen oder die Wand ist eingestürzt.",
+ "oder haben Räuber eingebrochen. Nachts.",
+ "so ist er frei. Weil der Eigentümer in der Nacht nicht verpflichtet ist, seine Tiere aufzusuchen. Nach Einigen sind in diesem Falle auch die Räuber nicht zum Schadenersatz verpflichtet, da sie die Tiere nicht hinausgetrieben und durch das Einbrechen der Wand den Schaden bloß veranlasst haben, s. oben V, Note 39.",
+ "Haben es Räuber herausgebracht. Selbst wenn sie es bloß mit dem Stocke geschlagen, so dass es hinausging.",
+ "so sind die Räuber schuldig. Der Räuber erwirbt das Vieh insofern, dass er für dessen Schaden verantwortlich ist."
+ ],
+ [
+ "Hat man es in die Sonne gesetzt. Wobei vorauszusehen ist, dass es, durch die Sonne geplagt, ausbrechen wird.",
+ "so tritt der Hirte an seine Stelle. Da dies bereits oben IV, 9 gelehrt ist, so muss dieser Satz, nach dem Talmud, von dem Falle handeln, dass ein Hirte das ihm anvertraute Vieh einem andern ihm untergebenen Hirten übergeben hat, und die Mischna lehrt, dass da der erste Hirte der Verantwortung enthoben ist.",
+ "Ist das Vieh in einen Garten gefallen. Indem es durch einen Zufall auf einer hochgelegenen Strasse ausgeglitten ist.",
+ "und hat dort einen Nutzen gehabt. Dadurch dass es auf weiches Kraut gefallen ist. Anstatt ונהנית hat die Mischna des Jerusch. והזיקה (und sie hat beschädigt).",
+ "so bezahlt man diesen Nutzen. Auch wenn es dort Kraut gefressen hat, zahlt man bloß den Nutzen, s. oben II, 2.",
+ "Man schätzt ein Stück von einer Sea-Aussaat. D. i. ein Stück Feld von 50 Ellen Länge und 50 Ellen Breite, worauf man ein Sea (סאה) Getreide aussäen kann.",
+ "wie viel es wert war. Bevor das Tier davon ein Beet abgegrast hat.",
+ "und wie viel es jetzt wert ist. Nachdem ein Beet davon beschädigt ist. Durch eine solche Schätzung ist der Schädiger im Vorteil, da ein Käufer von einem בית סאה wegen eines beschädigten Beetes nur eine Kleinigkeit abzieht.",
+ "so bezahlt man reife Früchte. D. h. man muss den vollen Wert der Früchte bezahlen. Nur wenn die Früchte unreif waren, wird die Schätzung wie oben nach dem Minderwerte eines grösseren Stück Feldes vorgenommen."
+ ],
+ [
+ "Wenn Jemand in das Feld seines Nächsten ohne Erlaubnis Garben legt. Eig. המגדיש wenn Jemand einen Garbenhaufen macht.",
+ "und wenn es sich an denselben beschädigt. Wenn es daran ausgeglitten ist, wie oben V Note 12.",
+ "so ist der Feldbesitzer schuldig. Nach Rabbi (oben V, 3 Ende) nur dann, wenn der Feldbesitzer zugleich der Wächter des Getreides ist, so dass er mit der Erlaubnis, zugleich die Hut der Garben übernommen hat."
+ ],
+ [
+ "so ist der letztere. Der Beauftragte; denn bei einer Sünde ist der Beauftragende nicht für die Tat des Beauftragten verantwortlich (אין שליח לדבר עבירה).",
+ "Kommt ein Anderer und bläst es an. Anstatt ליבה lesen Einige ניבה von ניב שפתים (Jesaja 57, 19).",
+ "so sind Alle frei. Wenn es ein aussergewöhnlich starker Wind war; war es aber ein gewöhnlicher Wind, dann ist der Holzbringer oder der Feuerbringer schuldig, wer der letzte war.",
+ "Erregt Jemand einen Brand und er verzehrt Holz oder Stein oder Erde. Es verdirbt ein gepflügtes Feld.",
+ "oder das Feld. D. h. das Feld selbst wird verdorben.",
+ "die vier Ellen hoch. D. h. um 4 Ellen höher als das Holz des Brandes.",
+ "oder über eine öffentliche Strasse. Von 16 Ellen Breite.",
+ "oder über einen Strom. Von 8 Ellen Breite; nach Einigen auch bei geringerer Breite, falls Wasser im Strome ist; die Breite von 8 Ellen ist nur bei einem wasserleeren Strombett nötig.",
+ "wie weit kann das Feuer weiter schreiten. So dass der Anzünder bis zu dieser Entfernung für den Schaden verantwortlich ist.",
+ "als befände es sich mitten in einem Felde von einer Kor-Aussaat. Ein Kor hat 30 Sea. Eine Sea-Aussaat ist ein Quadrat von 50 Ellen, also = 50 Quadrat Ellen = 2500 Quadrat-Ellen. Eine Kor-Aussaat ist also ein Flächenraum von 75000 Quadrat Ellen. Quadratwurzel aus 75000 ist 273,88; also ist ein בית כור ein Quadrat von ungefähr 274 Ellen. Ein Feuer, in der Mitte eines solchen Quadrates angezündet, kann nur bis an die Grenzen desselben schreiten. Das Feuer überschreitet also nicht einen Weg von ²⁷⁴⁄₂ Ellen = 137 Ellen.",
+ "R. Elieser sagt: 16 Ellen. Nach jeder Seite.",
+ "es kommt daher bei Allem auf die Beschaffenheit des Feuers an. Wenn das Feuer gross ist, kann es auch einen Weg von 1000 Ellen überschreiten."
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+ [
+ "Er bezahlt nur einen Garbenhaufen von Weizen oder von Gerste. Man bezahlt für die verborgenen Gegenstände nur so viel, als hätte an dem von ihnen eingenommenen Raume Weizen oder Gerste gelegen. Wenn man das Feuer im eigenen Gebiete angezündet und dieses von da in des Nächsten Feld hinübergeschritten ist, dann braucht man selbst diejenigen verborgenen Gegenstände, die gewöhnlich dort verborgen liegen (wie etwa Ackergeräte, nicht zu bezahlen; denn es heisst: „oder die Saat“, man ist daher nur für dasjenige, das wie die Saat frei liegt, Ersatz schuldig.",
+ "War ein Böcklein daran gebunden. So dass es nicht davon laufen konnte.",
+ "und ein Sklave daneben stehend. So dass er sich retten konnte, der Brandstifter also nicht wegen Tötung des Sklaven das Leben verwirkt hat.",
+ "so ist man schuldig. Für das Böcklein Ersatz zu leisten.",
+ "war aber der Sklave angebunden. So dass er sich nicht retten konnte, der Brandstifter also als Mörder des Sklaven den Tod verdient.",
+ "oder war das Böcklein daneben stehend. So dass es davonlaufen konnte.",
+ "frei. Vom Ersatze für das Böcklein. Im ersten Falle deshalb, weil bei der Verwirkung des Lebens keine Geldzahlung auferlegt wird, vgl. oben III, 10 Ende; im zweiten Falle ist man für das Böcklein keinen Ersatz schuldig, weil dieses nicht angebunden war und davonlaufen konnte.",
+ "mitbezahlen muss. Falls er das Feuer nicht im eigenen Gebiete, sondern direkt an dem Palast angelegt hat. Ebenso muss derjenige, der direkt ein fremdes Feld anzündet, auch die verborgenen Gegenstände bezahlen, die man gewöhnlich dort verbirgt, s. oben Note 32."
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+ "Wenn ein Funke unter dem Hammer. Des Schmiedes.",
+ "Falls es ein Chanukka-Licht. Am Chanukkah-Feste, das am 25. Kislew beginnt und 8 Tage dauert, werden jeden Abend Lichter angezündet; diese wurden in früheren Zeiten vor die Türe nach der Strasse gestellt.",
+ "ist er frei. Weil dies mit Erlaubnis geschah, s. oben III, 6."
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+ "Mehr Anwendung findet die Norm. מדה Maass, Maassstab, daher, wie das gr. ϰανών, auch Norm, Vorschrift, Regel.",
+ "des Doppel-Ersatzes. Beim Diebstahl.",
+ "dagegen gilt die Norm vom Ersatz des Vier- oder Fünffachen nur bei Rind und Schaf. Man zahlt beim Rind das Fünffache und beim Schaf das Vierfache"
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+ [
+ "Hat einer nach Aussage zweier Zeugen gestohlen. Es bezeugen zwei Zeugen, dass jemand ein Rind oder ein Schaf gestohlen.",
+ "hat er gestohlen und zum Götzendienste verkauft. Hätte er aber am Schabbat oder dem Götzen geschlachtet, dann würde er nicht bezahlen, weil er da des Todes schuldig ist, s. oben III, 10 Ende Selbst wenn er es aus Versehen getan hätte, in welchem Falle er doch nicht getötet wird, kann er dennoch bei einer Todsünde nicht zur Zahlung verurteilt werden.",
+ "hat er gestohlen und am Versöhnungstage geschlachtet. Hierbei findet keine gerichtliche Todesstrafe, sondern nur himmlische Ausrottung statt (Lev. 23, 30), und diese befreit nicht von der Zahlung. Doch darf keine Verwarnung dabei stattgefunden haben, sonst würde er nach Makkot III, 2 mit Geisselung bestraft werden, was ihn von der Geldzahlung befreit, vgl. Kethubot III, 1.",
+ "und nachher. Wenn aber der Vater vorher gestorben ist, zahlt er nur das Doppelte (weiter Mischna 4).",
+ "hat er gestohlen und geschlachtet und nachher. Wenn er es vorher geheiligt hat, zahlt er nur das Doppelte (weiter M. 4).",
+ "es geheiligt. Die Mischna des Jerusch hat noch ומכר vor ואח״כ הקדיש, ebenso liest sie weiter noch ומכר vor לרפואה.",
+ "hat er geschlachtet und es wurde Trefa. Trefa heisst das Tier, wenn an ihm eine Verletzung gefunden wird, in deren Folge es keine 12 Monate leben könnte; ein solches Tier darf nicht gegessen werden (Cholin III, 1).",
+ "oder hat er profane Tiere im Tempel-Vorhofe geschlachtet. Im Tempelhofe dürfen nur geheiligte Opfertiere geschlachtet werden; profane Tiere, dort geschlachtet, sind zu essen verboten.",
+ "Simon spricht frei in den beiden letzten Fällen. Weil nach seiner Ansicht unter dem Ausdruck שחוט oder טבוח in der Thora nur ein solches Schlachten zu verstehen ist, das das Tier zum Essen erlaubt macht."
+ ],
+ [
+ "die Zeugen werden aber als falsch befunden. Sie werden der Lüge überführt dadurch, dass andere zwei Zeugen aussagen: Ihr waret in jener Zeit in der ihr diese Tat gesehen zu haben vorgebet, mit uns an einem andern Orte und konntet also diese Tat nicht gesehen haben. Eine solche Überführung nennt man „Hasama“. Werden die Zeugen in anderer Weise (z. B dadurch, dass der vermeintliche Dieb sein Alibi nachweist) der Lüge überführt (was „Hakchascha“ genannt wird), so ist deren Zeugnis zwar ungültig, wird aber nicht bestraft, vgl. Makkot I, 4.",
+ "so müssen diese Alles bezahlen. Man bestraft die Zeugen, wie sie gedacht hatten, ihrem Bruder zu tun, Deuteron. 19, 19.",
+ "dass jemand gestohlen. Ein Rind",
+ "so bezahlen die ersten Zeugen das Zweifache und die letzten das Dreifache. Diese Vorschrift gilt nur für den Fall, dass die letzten Zeugen zuerst durch „Hasama“ (nach Note 13) überführt werden, sind aber die Diebstahls - Zeugen zuerst überführt worden, so ist dadurch auch das Zeugnis des letzten Zeugen nichtig geworden (s. Ende dieser Mischna), und die spätere „Hasama“ des nichtigen Zeugnisses kann keine Bestrafung herbeiführen.",
+ "so ist das zweite Zeugnis nichtig. Der Dieb zahlt also das Doppelte, da das erste Zeugnis gültig ist; die zweiten Zeugen werden aber nicht bestraft, denn die Bestrafung findet nur statt, wenn beide Zeugen durch „Hasama“ überführt werden, s. Makkot I, 7.",
+ "so ist das ganze Zeugnis nichtig. Der vermeintliche Dieb ist frei, aber auch beide Zeugenpaare sind frei, nach Note 13 und 16."
+ ],
+ [
+ "aber nicht das Vier- oder Fünffache. Nach dem Talmud nur dann, wenn nicht nachher Zeugen die Sache bestätigt haben, wird aber nachher das Schlachten oder Verkaufen durch Zeugen bezeugt, so kann das Geständnis den Dieb nicht von der Zahlung des Dreifachen befreien, weil er durch sein Geständnis sich zu gar keiner Zahlung verpflichtet hat. Hat er aber den Diebstahl selbst eingestanden, so dass er sich dadurch zur Zahlung des einfachen Kapitals verpflichtet hat, so bleibt er vom Doppelersatze selbst dann befreit, wenn nachher der Diebstahl durch Zeugen bestätigt wird.",
+ "Hat jemand gestohlen und am Schabbat geschlachtet. Wobei er eine Todsünde begeht, die ihm von der Zahlung befreit, s. oben Note 5.",
+ "hat er gestohlen und zum Götzendienste geschlachtet. Wobei er eine Todsünde begeht, die ihm von der Zahlung befreit, s. oben Note 5.",
+ "der Vater ist darauf gestorben. So dass er Erbe des Gestohlenen wird. Wenn auch noch andere Miterben vorhanden sind, so ist er dennoch vom Ersatz des Vier- und Fünffachen befreit, denn diese Strafe tritt nur dann ein, wenn das ganze Tier gestohlenes Gut ist, s. weiter Mischna 5.",
+ "es darauf geheiligt. Nachdem der Eigentümer die Wiedererlangung des Gestohlenen bereits aufgegeben hat (ייאוש); durch die Heiligung tritt dann noch eine Änderung des Besitzers (שינוי רשות) hinzu, und das Tier hört auf, Eigentum des ersten Herrn zu sein.",
+ "Simon sagt. R. Simon bezieht sich nicht auf das Vorhergehende, sondern spricht von dem Falle, dass jemand geheiligte Tiere von deren Eigentümer gestohlen und sie dann geschlachtet oder verkauft hat.",
+ "für welche der Eigentümer zu haften verpflichtet ist. Wenn der Eigentümer gelobt hat: „Ich verpflichte mich, ein Opfer zu bringen“ (הרי עלי קרבן) und er hat ein Tier zur Erfüllung dieses Gelübdes geheiligt, so muss er, wenn dies abhanden kommt, ein anderes Tier dafür als Opfer weihen.",
+ "bezahlt man das Vier- oder Fünffache. Wenn es der Dieb als Opfer im Tempelhofe geschlachtet hat, jedoch so, dass der Eigentümer dadurch sein Gelübde nicht erfüllt hat, indem er entweder es nicht für den Namen des Eigentümers geschlachtet oder das Blut vergossen und nicht auf den Altar gesprengt hat. Hätte er aber das geweihte Tier ausserhalb des Tempelhofs geschlachtet, so dass es eine verbotene Schlachtung war, so wäre er nach R. Simon frei, s. oben Note 12.",
+ "für welche jener nicht haften muss. Wenn der Eigentümer gelobt: „Dieses Tier soll ein Opfer sein“ (הרי זו קרבן)."
+ ],
+ [
+ "den hundertsten Teil davon ausgenommen. Er muss nur dann das Vier- oder Fünffache bezahlen, wenn er das ganze Tier unberechtigter Weise verkauft hat, war er aber berechtigt einen Teil zu verkaufen, oder hat er einen Teil für sich zurückbehalten, den er nicht verkauft, so zahlt er nur das Doppelte. Es muss der zurückbehaltene Teil ein solcher sein, der durch die Schlachtung des Tieres zum Essen erlaubt wird; ein Zurückbehalten der Wolle oder der Hörner dagegen befreit ihn nicht von der Zahlung des Vier- oder Fünffachen.",
+ "dass es durch seine Hand zum Aas gemacht wurde. Indem er nicht den Schlachtvorschriften gemäss geschlachtet.",
+ "oder hat er es durchbohrt. נחר arab. نحر jugulavit; nach Raschi von נחיר Nasenloch, „von den Nasenlöchern bis zum Herzen zerreissen.“",
+ "oder ihm die Halsgefässe ausgerissen. עַקֵּר entwurzeln, die Halsgefässe (Schlund und Luftröhre) von der Wurzel losreissen. In den drei letzten Fällen ist er nicht nur nach R. Simon (oben Note 12), sondern auch nach den Weisen von der Zahlung des Vier- oder Fünffachen befreit, da das Tier gar nicht geschlachtet wurde.",
+ "Hat er aber in ihrem Gebiete gestohlen und geschlachtet oder verkauft. Ohne es vorher durch Aufheben sich angeeignet zu haben."
+ ],
+ [
+ "so ist er frei. Da der Dieb es sich noch nicht angeeignet hatte, als es starb.",
+ "so ist er schuldig. Doppelersatz, da er es durch das Aufheben oder Herausbringen sich angeeignet hat.",
+ "Hat er es gegeben für seinen erstgeborenen Sohn. Einem Priester als Lösegeld nach Exod. 13, 13.",
+ "einem unentgeltlichen Hüter, einem, der es entlehnt, einem Lohnhüter oder einem, der es mietet, — hat es einer (der letztern. Im Auftrage des Diebes, ohne zu wissen, dass es gestohlen ist.",
+ "mit sich fortgezogen. Im Jerusch. und im T. Babli heisst es auch hier, wie oben: ויוצא.",
+ "so ist er schuldig. Der Dieb ist Doppelersatz schuldig, da es ein Anderer in seinem Auftrage sich angeeignet hat."
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+ "Man darf kein kleines Vieh im Lande Israel grossziehen. Weil es die Saaten beschädigt.",
+ "man darf es aber grossziehen in Syrien. In dem von König David eroberte n Syrien (2. Sam. 8, 3—6), das nicht zum Lande Israel gerechnet wird.",
+ "und in den Wüsten des Landes Israel. Z. B. in der Wüste Juda, in der Wüste Gibeon u. a.",
+ "Man darf keine Hühner. Weil diese oft in den Mist picken und von dort ein linsengrosses Stück von einem unreinen Kriechtiere an heilige Speisen bringen und dieselbe verunreinigen könnten.",
+ "in Jerusalem grossziehen wegen der Heiligtümer. Opferspeisen.",
+ "die Priester dürfen dies nicht im ganzen Lande Israel wegen der reinen Speisen. Hebe und andere Speisen, bei denen die Priester die Reinheitsgesetze gewöhnlich beobachten.",
+ "Schweine darf man an keinem Orte grossziehen. Als Grund erzählt eine Baraita im Talmud folgendes: Als die Hasmonäer einander bekriegten, war Aristobul in Jerusalem und Hyrkan belagerte ihn draussen. Die Belagerten Hessen jeden Tag von der Mauer einen Korb mit Geld herab, wofür man ihnen Opferlämmer für den täglichen Gottesdienst hinaufsandte. Einmal aber sandte man, um die Belagerten zur Übergabe zu zwingen, ein Schwein hinauf. Über diese Verhöhnung des Heiligtums waren die Weisen so empört, dass sie einen Fluch über denjenigen aussprachen, der Schweine grossziehen würde. Nach Josephus (ant. XIV, 2, 2) hätten die Belagerer bloß das Geld behalten, ohne dafür Opfer zu senden. Doch ist die Erzählung des Talmuds wahrscheinlich die richtige.",
+ "Es soll Niemand einen Hund. Der böse ist und beisst.",
+ "Man darf keine Schlingen. נֶשֶב, syr. ܢܶܫܒܳܐ Schlinge.",
+ "ausser wenn es von der bewohnten Gegend. Wo die Bewohner die Eigentümer der Tauben sind.",
+ "dreissig Ris. 30 Ris betragen 4 Mil, ein Mil hat 2000 Ellen, also 1 Ris = 266⅔ Ellen."
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+ "ist dafür wegen fünf Momente schuldig. Er kann wegen dieser 5 verschiedenen Arten von Beschädigungen, falls sie vorhanden sind, zur Zahlung verpflichtet werden.",
+ "als wäre er ein auf dem Markte zu verkaufender Sklave. Ein kanaanitischer Sklave, der auf ewige Zeiten verkauft werden kann (so nach R. Ascher); nach Raschi schätzt man ihn, wie einen hebräischen Knecht.",
+ "wie viel er wert war. Vor der Verletzung.",
+ "wie viel ein Mensch seines Gleichen. Je nachdem er schwach oder abgehärtet ist.",
+ "dass er einen solchen Schmerz sich zufügen liesse. So nach Mar Ukba im Jeruschalmi; nach R. Seëra das. und nach T. Babli wäre zu erklären: Wie viel ein Mensch, der von der Regierung zu einer solchen Strafe verurteilt ist, zahlen würde, dafür dass er von dieser Strafe befreit wird.",
+ "Sind Geschwüre. צמחים eig. Gewächse.",
+ "ihn heilen zu lassen. Weil wir annehmen, dass sie durch seine eigene Schuld wieder ausgebrochen.",
+ "da er ihm den Wert seiner Hand und den Wert seines Fusses bereits bezahlt hat. Er hätte ohne Hand, auch wenn er nicht bettlägerig gewesen wäre, keinen anderen Verdienst haben können, als durch Hüten eines Feldes.",
+ "der beschämt hat. Ob er ein vornehmer oder ein geringer Mann ist, in letzterem Falle ist die Schande grösser (Raschi).",
+ "der beschämt worden ist. Wenn dieser vornehm ist, muss mehr bezahlt werden.",
+ "Wer einen Nackten beschämt. Wenn ein Wind sein Kleid emporgehoben, und es kam einer und hob es noch weiter empor (Talmud).",
+ "wer einen Blinden beschämt. Der dies zwar nicht sieht, aber fühlt.",
+ "oder wer einen Schlafenden beschämt. Der es zwar nicht jetzt, aber später beim Erwachen merkt.",
+ "ist schuldig. Aber nicht so viel, als wenn er bekleidet, sehend oder wachend gewesen wäre.",
+ "Sie streckt ihre Hand aus und ergreift seine Schamteile. Aus diesem Verse leitet die Tradition die Lehre vom Beschämungsgeld ab, denn die Worte וקצותה את כפה (Du sollst ihre Hand abhauen) bedeuten nach der Tradition, sie solle für die Beschämung eine Geldstrafe bezahlen.",
+ "als bis man mit Absicht gehandelt hat. Wenn man auch nur die Absicht gehabt hat, zu beschädigen und nicht zu beschämen."
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+ "er muss ferner bezahlen das Geld für die Kinder. Wenn er eine schwangere Frau so gestossen hat, dass ihr die Kinder abgegangen sind.",
+ "ist auch frei von der Bezahlung des Geldes für die Kinder. Weil das Gesetz (Exod. 21, 22) dies nur beim Menschen vorschreibt; vgl. auch oben III, 10."
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+ "ohne dass er an ihnen eine Wunde macht. In diesem Falle ist er nicht des Todes schuldig.",
+ "oder wer seinen Nächsten am Versöhnungstage verletzt. Obgleich er vorsätzlich den Versöhnungstag entweiht hat, was eigentlich mit Geisselstrafe, die doch von der Geldstrafe befreit, geahndet werden sollte; so hat dennoch die Thora hier ausnahmsweise die Geldstrafe verhängt."
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+ "sie müssen jedoch späterhin bezahlen. Da sie auch am Anfang wohl zu zahlen verpflichtet waren und nur deshalb frei gesprochen wurden, weil sie kein Vermögen hatten."
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+ "Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt. S. oben III, 10.",
+ "weil er das Leben verwirkt hat. Obwohl derjenige, der am Schabbat etwas verdirbt (מקלקל), von der Todesstrafe frei ist, so wird er hier dennoch als todesschuldig erklärt, weil er durch die Verwundung seine Leidenschaft befriedigt und seinen Zorn beruhigt."
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+ "Wer seinen Nächsten einen Faustschlag versetzt. Nach Andern: Wer seinem Nächsten ins Ohr bläst.",
+ "der muss ihm einen Sela. Nach T. Babli 36b einen halben Sus, denn es ist hier סלע מדינה (ein Land - Sela) gemeint.",
+ "muss er ihm eine Mine. = 100 Sus.",
+ "Hat er ihn ins Ohr geschnitten. צרם vom Ar. صرم abschneiden; nach einigen: Er hat ihn am Ohre gezogen.",
+ "so dass der Speichel ihn getroffen. Hat er bloß auf sein Kleid gespieen, so ist er frei.",
+ "Würde. Die oben bestimmten Taxen sind nur für die höchst Würdigen.",
+ "als wären sie adelige Söhne. חורים Freigeborene, Edle, 1. Kön. 21, 8.",
+ "Isaak und Jakob sind. Es gilt also für alle die gleiche Taxe.",
+ "und er gewährte ihm eine Zeit. Bei Beschämungsgeld wird eine Frist zur Zahlung gewährt, da der Beschämte keinen Geldschaden erlitten.",
+ "in welchem für ungefähr einen Issar. Ein Issar, = ¹⁄₂₄ Sus, ist ungefähr 3 Pfennig.",
+ "dieser. Die wegen eines Issars sich das Haupt entblösst.",
+ "dennoch frei. Von gerichtlicher Strafe.",
+ "frei. Obwohl er das Verbot von Deut. 20, 19 (לא תשחית) übertritt und demgemäss die Geisselstrafe erleiden müsste, so ist er dennoch frei, wenn er nicht von Zeugen verwarnt wurde.",
+ "sind sie schuldig. Zu bezahlen, aber nur wenn man sie nicht verwarnt hat, so dass sie nicht mit Geisselung bestraft werden."
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+ "wird ihm nicht vergeben. Die Beschämung.",
+ "dass der um Verzeihung Gebetene nicht grausam sein soll. Nach einer andern LA. heisst es: „Woher wissen wir, dass er, wenn er ihm nicht vergibt, als grausam betrachtet wird?“",
+ "schuldig. Denn er hat es gewiss nicht ernst gemeint, da niemand seinen Körper verstümmeln oder sich körperliche Schmerzen zufügen lässt. Nach einer andern Auffassung heisst es in der Mischna: „Wenn der Täter darauf fragt: Sagst du dies mit der Bedingung, dass ich frei sei? — und der Andere antwortet: Ja, — so ist der Täter dennoch schuldig.“ Denn es ist anzunehmen, der Verletzte habe das „Ja“ nur im Tone der Verwunderung gesprochen, da doch niemand seinen Körper verletzen lässt.",
+ "so ist er frei. Nach der zweiten Auffassung ist hier zu übersetzen: „Wenn darauf der Täter fragt: Sagst Du dies mit der Bedingung, dass ich frei sei? — und der Andere erwidert: Nein, — so ist der Täter dennoch frei.“ Denn da der Mensch oft eine Sachbeschädigung zu verzeihen geneigt ist, so ist anzunehmen, dass er das „Nein“ im Tone der Verwunderung gesagt hat.",
+ "so ist der Täter schuldig. Denn bei Übertretungen ist der Auftraggeber nicht für den Täter verantwortlich (אין שליח לדבר עבירה). Es muss daher der Täter selbst dann bezahlen, wenn der Auftraggeber gesagt hat, er wolle den Schaden bezahlen."
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+ "Wenn jemand Holz geraubt. Dasselbe gilt vom Diebstahl.",
+ "wie es. Das geraubte Gut.",
+ "zur Zeit des Raubens war. Er bezahlt also den Wert des Holzes oder der Wolle; er braucht aber nicht die Geräte und die Kleider zurückzugeben, da er sie durch die Veränderung (שינוי) als Eigentum erworben hat.",
+ "das zum Scheren bereit steht. Er gibt die Kuh oder das Schaf zurück und zahlt noch dazu, was sie im frühern Zustande mehr wert waren; dafür behält er aber das Junge oder die Wolle für sich, da er diese durch die damit vorgegangene Veränderung als Eigentum erworben.",
+ "und er hat es geschoren. Auch wenn die Kuh noch nicht geboren hat und das Schaf noch nicht geschoren war, hat er nur so zu zahlen, wie das Geraubte zur Zeit des Raubens war, und was es inzwischen besser geworden ist, kommt dem Räuber zu Gute.",
+ "wie es zur Zeit des Raubens war. Dieser Satz lehrt noch: Wenn jemand ein Lamm geraubt und dies bei ihm ein Widder geworden ist, oder wenn er ein Kalb geraubt und dies bei ihm ein Ochs geworden ist, so hat er es ebenfalls durch diese Veränderung als Eigentum erworben. Er hat nur den Wert eines Lammes oder Kalbes zu bezahlen und braucht, wenn er das Vieh nach der Veränderung schlachtet oder verkauft, nicht das Vier- oder Fünffache zu ersetzen."
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+ "wie sie zur Zeit des Raubens waren. In diesem Falle muss also der Räuber den Schaden ersetzen, den das Geraubte bei ihm erlitten.",
+ "Hier ist das Deinige vor dir. Weil Knechte wie Grundstücke betrachtet werden, die immer im Bereiche des Eigentümers stehen.",
+ "und sie sind verfault. Dies gilt nur, wenn sie ganz verfault sind; ist aber nur ein Teil davon verfault, so wird es wie ein unerkennbarer Schaden angesehen, weil dies gewöhnlich vorkommt.",
+ "und sie ist ungültig geworden. In diesem Lande; sie ist aber in einem andern Lande giltig; es wird daher als ein unerkennbarer Schaden betrachtet.",
+ "und es ist das Pesachfest darüber verstrichen. Wenn Gesäuertes am Pesachfeste im Besitze eines Israeliten verblieben ist, so ist es auch nach Pesach zur Nutzniessung verboten, vgl. Pesachim II, 2.",
+ "und es ist damit eine Sünde begangen worden. Es ist zur Unzucht missbraucht oder abgöttisch verehrt worden; dadurch wird es zum Opfer untauglich.",
+ "oder es ist für den Altar unbrauchbar geworden. Durch einen unkenntlichen Fehler, z. B. einen Flor im Auge.",
+ "oder zur Steinigung verurteilt worden. Weil es einen Menschen getötet hat.",
+ "Hier ist das Deinige vor dir. Weil dies lauter unerkennbare Schäden sind."
+ ],
+ [
+ "Hat jemand etwas Handwerkern zum Verbessern. Z. B. einen Kasten, um Nägel daran zu befestigen.",
+ "und sie haben es verdorben. Sie haben einen Nagel hineingeschlagen und den Kasten zerbrochen.",
+ "zu ersetzen. Den ganzen Kasten zu bezahlen. Hat man aber einem Arbeiter Holz gegeben, um einen Kasten daraus zu machen, und er macht einen Kasten und zerbricht ihn, so braucht er nur das Holz zu bezahlen. Nach einer anderen Ansicht muss er selbst in letzterem Falle das ganze Gerät ersetzen. Hiernach spricht die Mischna hier von diesem letzten Falle, und der folgende Satz der Mischna dient gerade dazu, um zu zeigen, dass der erste Satz von dem Falle handelt, dass man dem Handwerker bloß Holz zum Verarbeiten gegeben.",
+ "und er hat ihn verdorben. Nach der oben erwähnten ersten Ansicht enthält dieser Satz nur ein spezielles Beispiel zur Erklärung des ersten Satzes.",
+ "geschah dies aber in Folge seines Schlages. Indem er zu stark aufgeschlagen hat."
+ ],
+ [
+ "und es hat sie der Kessel verbrannt. Da der Kessel zu heiss war.",
+ "so muss er. Der Färber.",
+ "Hat er sie hässlich. כאור = כעור hässlich.",
+ "gefärbt. Dadurch, dass er schlechte Farbe verwendet.",
+ "Ausgabe. Wenn z. B. die Farbe einen Denar gekostet hat, die Wolle aber nach der Färbung um zwei Denare mehr wert ist, als vorher.",
+ "die Ausgabe. Den Denar, den er für die Farbe ausgegeben.",
+ "beträgt aber die Ausgabe mehr als die Verbesserung (wert ist. Er hat z. B. drei Denare für Farbe ausgegeben, und die Wolle ist nur um zwei Denare mehr wert geworden.",
+ "so zahlt man den Wert der Verbesserung. Die zwei Denare, wenn auch der ausbedungene Lohn mehr ist. Ist der ausbedungene Lohn weniger, so braucht man selbstverständlich nur diesen Lohn zu zahlen.",
+ "Der Färber muss ihm den Wert seiner Wolle ersetzen. Und kann dann die gefärbte Wolle behalten, da er sie durch die Veränderung (שינוי) als Eigentum erworben. Wenn der Eigentümer jedoch den ausbedungenen Lohn zahlen will, so kann er die Wolle nehmen.",
+ "so zahlt man nur die Verbesserung. Der Färber kann aber nicht die Wolle behalten und den Wert der ungefärbten Wolle bezahlen, denn man hat ihn damit gestraft, dass er sie nicht durch die Veränderung erwerben soll. Will jedoch der Eigentümer die anders gefärbte Wolle nicht, so kann er den Wert der ungefärbten Wolle beanspruchen. (Raschi und Rabed gegen Maimonides)."
+ ],
+ [
+ "geraubt und es ihm abgeschworen hat. Und nachher hat er den Raub eingestanden.",
+ "muss es ihm nachführen. Denn seine Schuld wird nur gesühnt, wenn er es dem Beraubten selbst wieder erstattet, wie es heisst (Lev. 5, 24): „Demjenigen, dem es gehört, soll er es geben.“",
+ "selbst bis nach Medien. Obgleich dieses Land sehr weit und Silber dort nicht geachtet ist, vgl. Jesaja 13, 17.",
+ "Er darf es weder seinem. Des Beraubten.",
+ "Sohne noch seinem. Des Beraubten.",
+ "Boten übergeben. Hat er es dem Boten übergeben, so erlangt er dennoch erst dann die Sühne, wenn es in die Hand des Beraubten gelangt ist, und auf dem Wege hat der Räuber das Risiko (אחריות) zu tragen.",
+ "doch darf er es dem Boten des Gerichtes geben. Diese Einrichtung hat man zur Erleichterung der Busse (מפני תקנת השבים) getroffen.",
+ "so muss er es dessen Erben zurückerstatten. Auch diesem muss er es selbst nach Medien hinbringen."
+ ],
+ [
+ "Hat er. Der Räuber.",
+ "aber nicht das Fünftel. Das er zur Hauptschuld hinzufügen muss (nach Lev. 5, 24)",
+ "hat er. Der Beraubte.",
+ "so braucht er ihm nicht nachzugehen. Nach Medien. Doch muss er es ihm, wenn er herkommt, zurückerstatten. Obgleich man sonst weniger als eine Peruta nicht zurückgeben muss, so ist man dies hier dennoch verpflichtet, weil es ursprünglich ein Raub von einer Peruta war (Choschen M. 360, 4)."
+ ],
+ [
+ "aber das Fünftel abgeschworen. Nachdem er durch den ersten falschen Schwur verpflichtet war, die Hauptschuld mit einem Fünftel Zuschuss zu zahlen, hat er ihm nur die Hauptschuld erstattet und dann fälschlich geschworen, dass er ihm das Fünftel bereits gezahlt hat.",
+ "so muss er. Wenn er dann seinen zweiten falschen Schwur eingesteht.",
+ "noch ein Fünftel von dem Fünftel hinzuzahlen. Da das erste Fünftel jetzt als Hauptschuld (קרן) betrachtet wird.",
+ "und zwar. Und zwar geht dies so fort, dass er, wenn er das zweite Fünftel abschwört, noch ein Fünftel von dem zweiten Fünftel hinzuzahlen muss, Dies wird aus der in Lev. 5, 24 gebrauchten Mehrzahl וחמישיתיו abgeleitet.",
+ "bis die Hauptschuld. D. h. das nun als Hauptschuld betrachtete Fünftel.",
+ "und ein Schuldopfer entrichten. Wenn er das Verwahrgut abgeleugnet und abgeschworen und dann seine Verschuldung eingestanden hat."
+ ],
+ [
+ "Amen. „Es sei wahr!“ d. h. ich nehme den Schwur an.",
+ "dass er es gestohlen hat. D. h. dass er es sich selbst angeeignet hat.",
+ "so muss er Doppel-Ersatz leisten. Er wird wie ein Dieb bestraft. Dies wird aus Exod. 22, 8 abgeleitet.",
+ "und ein Schuldopfer entrichten. Doppel-Ersatz braucht er aber nicht zu leisten, weil er seine Schuld selbst eingestanden hat, vgl. VII, 4, Note 18."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinen Vater beraubt und es ihm abgeschworen hat und der Vater dann gestorben ist. Und nachher hat der Räuber seine Verschuldung eingestanden.",
+ "so bezahlt er die Hauptschuld und das Fünftel dessen Söhnen. Das sind seine Brüder.",
+ "oder dessen Brüdern. Den Brüdern des Vaters, wenn dieser keine andern Söhne hat. Wiewohl der Räuber auch Erbe seines Vaters ist, darf er doch den Raub nicht für sich behalten, nicht einmal soviel, als auf seinen Anteil kommt.",
+ "Wenn er nicht will. Seinen Anteil verlieren.",
+ "oder nichts hat. Er ist nicht so vermögend, dass er auf seinen Anteil verzichten könnte.",
+ "so borgt er. Von Andern soviel, als nötig ist, um den Brüdern den Raub und das Fünftel Zuschuss zu erstatten.",
+ "und die Gläubiger kommen und nehmen bezahlt. Von dem erstatteten Raube können sie den Anteil, der auf den Räuber kommt, als Zahlung nehmen. Sind z. B. ausser dem Räuber noch zwei Söhne hinterblieben, und die zu erstattende Summe beträgt 300 Denare; so borgt sich der Räuber 300 Denare und gibt sie seinen beiden Brüdern, um das Gebot der Zurückgabe zu erfüllen. Die Gläubiger können dann von der erstatteten Summe ein Drittel, nämlich 100 Denare, als den Anteil ihres Schuldners, bezahlt nehmen. Die andern 200 Denare muss der Schuldner von seinem Vermögen bezahlen. Die Mischna nimmt an, dass von Rechtswegen der Räuber seinen Anteil auch vom Raube erbt; nur muss er, um das Gebot der Thora zu erfüllen, den ganzen Raub erstatten und nicht selbst davon seinen Anteil nehmen; jedoch dürfen seine Gläubiger diesen Anteil als Zahlung ihrer Schuld beanspruchen. Wir haben diese Mischna nach Raschi erklärt; andere Erklärungen geben Tosaphot und Maimonides."
+ ],
+ [
+ "Konam. Soviel wie Korban (Opfer) d. h. heilig, vgl. Nedarim I, 2.",
+ "was du. Jerusch, liest שָאַתָּה st. אי אתה.",
+ "von dem Meinigen. Jerusch. לִי st. משלי.",
+ "beerben. Da sie nach dem Tode nicht mehr ihm gehören.",
+ "Sowohl bei meinem Leben als nach meinem Tode. Jerusch. liest בְּחַייַ ובְמוֹתִי st. בחייו ובמותו.",
+ "dessen Söhnen oder dessen Brüdern geben. Anstatt ויחזיר liest Jerusch. וְיִתֵּן, d. h. er soll es ihnen überlassen. ויחזיר müsste erklärt werden: Er soll es ihnen zurückgeben, wenn er das Erbe auch bereits genommen hat. Nach Tosaphot und Maimon. (vgl. vor. Mischna) muss auch diese Mischna anders erklärt werden.",
+ "und die Gläubiger kommen und nehmen bezahlt. Vom Erbe, das eigentlich dem Sohne gehört, nur von ihm selbst nicht benutzt werden darf."
+ ],
+ [
+ "Wenn der Mann keinen Verwandten hat. Dies kann nur bei einem Proselyten der Fall sein, weil Jeder Israelit einen Verwandten hat.",
+ "ausser dem Widder der Versöhnung. D. i. das Schuldopfer.",
+ "Hat der Räuber. Der einen Proselyten beraubt hat.",
+ "so wird das Geld seinen Söhnen. Des Räubers Söhnen. Nachdem der Proselyte ohne Erben gestorben, gehörte eigentlich das geraubte Geld dem Räuber; er musste es nur, um Sühne zu erlangen, den Priestern geben. Wenn aber der Räuber gestorben und so der Sühne enthoben ist, gehört das Geld seinen Söhnen.",
+ "und dessen Erlös fällt in die Opferspenden-Kasse. Vgl. Schekalim VI, 6. Diese Spenden wurden auf den Altar gebracht, wenn derselbe leer stand und wurden „Sommerfrüchte, Nachtisch“ (קַיִץ) genannt."
+ ],
+ [
+ "Hat er. Der den Proselyten beraubt hat.",
+ "das Geld den Männern der Dienst-Abteilung. Den Priestern, die in jener Woche den Dienst im Tempel verrichteten.",
+ "gegeben und ist dann gestorben. Bevor er das Schuldopfer gebracht.",
+ "so können seine Erben es aus deren. Der Priester.",
+ "Hand nicht wegnehmen. Da das Geld auch zur Sühne gegeben wurde.",
+ "Hat er das Geld der Abteilung Jehojarib. So hiess die erste Abteilung (1. Chron. 24, 7).",
+ "und das Schuldopfer der Abteilung Jedaja. Der zweiten Abteilung.",
+ "so hat er seiner Pflicht genügt. Der Grund wird weiter unten angegeben.",
+ "wenn das Schuldopfer noch vorhanden ist. Während er das Geld gibt.",
+ "es die Männer von Jedaja darbringen. Das Geld und das Opfer gehören Jedaja.",
+ "Hat er ihm. Dem Beraubten oder den Priestern.",
+ "so hindert das Fünftel nicht. Die Nichtbezahlung des Fünftels hindert ihn nicht, das Schuldopfer darzubringen; er muss jedoch nachher das Fünftel bezahlen."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn jemand etwas raubt und es seinen Kindern zu essen gibt. Nachdem der Eigentümer bereits die Hoffnung auf Wiedererlangung seiner Sache aufgegeben. (ייאוש).",
+ "oder es. Nach seinem Tode.",
+ "ihnen hinterlässt. Es ist dadurch in das Gebiet eines andern (שינוי רשות) gelangt; die Kinder haben es in Folge der Hoffnungs-Aufgabe des Eigentümers und der Gebietsveränderung als Eigentum erworben. Nach der Halacha aber wird der Übergang auf die Erben nicht als Gebietsveränderung betrachtet; nur wenn der Räuber das Geraubte verkauft oder geheiligt hat, wird es wegen Gebietsveränderung Eigentum des neuen Besitzers, vgl. Abschn. VII, Note 21. Hiernach sind die Kinder nur dann vom Ersatze frei, wenn sie nach dem Tode des Vaters den Raub verzehrt haben.",
+ "woran eine Verpflichtung haften kann. Das sind Immobilien, da diese nicht verborgen oder sonst beseitigt werden können und daher allein geeignet sind, für ein Darlehn zu bürgen, vgl. Kidduschin I, 5.",
+ "so sind sie schuldig zu ersetzen. Wegen der Ehre ihres Vaters, da man das Grundstück immer als das von dem Vater geraubte bezeichnen wird. Dasselbe gilt auch von einem andern ansehnlichen Gegenstande, der von den Leuten als geraubt erkannt werden kann, z. B. einer Kuh oder einem Mantel. Nach der oben in Note 3 erwähnten Halacha, wonach der Rechtssatz, nur für den Fall gilt, wo die geraubte Sache nicht mehr vorhanden ist, muss der letzte Satz eine Korrektur erleiden, wie dies bereits R. Oschaja in einer Baraita getan hat. Es muss heissen: ואם הניח להם אביהם אחריות נכסים חייבין לשלם „Wenn ihnen der Vater Grundstücke hinterlassen hat, müssen sie den Raub ersetzen“, weil in diesem Falle die Kinder auch die Schulden des Vaters bezahlen müssen, während die Mobilien der Waisen dem Gläubiger des Vaters nicht obligiert sind. Die Geonim haben jedoch angeordnet, dass auch die Mobilien der Waisen dem Gläubiger des Vaters obligiert seien.",
+ "Man darf sich nicht Geld wechseln lassen. פרט grosse Münzen in kleines Geld umwechseln.",
+ "aus den Kassen. In welchem die Zollgelder enthalten sind.",
+ "auch nicht aus dem Beutel. In dem die Steuergelder aufbewahrt werden.",
+ "man darf auch daraus kein Almosen annehmen. Die erhobenen Zollgelder und Steuern werden hier als Raub betrachtet, den man nicht annehmen darf. Doch erklärt der Talmud, dass die Mischna nur von masslosen unrechtmässig erhobenen Zöllen und Steuern spricht; dagegen ist der Zöllner und Steuereinnehmer, der nach dem Staatsgesetze handelt, kraft des Grundsatzes: „Staatsgesetz ist gültiges Gesetz“ (דינא דמלכותא דינא) nicht nur nicht als Räuber zu betrachten, sondern im Gegenteil derjenige begeht einen Raub, der den Zoll oder die Steuer defraudiert.",
+ "Man darf aber von ihm aus seinem Hause oder vom Markte. Von dem Gelde, das der Zöllner nicht im Zollkasten, sondern in seinem Hause oder auf dem Markte hat."
+ ],
+ [
+ "weil die Eigentümer dieselben aufgegeben haben. Da dies gewöhnlich der Fall ist. Der Gegenstand ist also vom Eigentümer aufgegeben, in den Besitz eines Andern getreten, der es als Eigentum erwirbt, s. oben Note 3.",
+ "von einer Feindesschaar. S. Pesachim III Note 46.",
+ "falls der Eigentümer dasselbe bereits aufgegeben hatte. Wenn der Eigentümer ausdrücklich erklärt hat, dass er es aufgibt. Nun aber heisst es im vorhergehenden Satze, dass ohne ausdrückliche Erklärung des Eigentümers dies gewöhnlich beim Raube verauszusetzen ist. Der Widerspruch wird im Talmud durch die Erklärung gelöst, dass der erste Fall von jüdischen Räubern, der letzte Fall aber von nichtjüdischen Räubern handelt. Einen jüdischen Räuber musste man vor einem jüdischen Gerichte verklagen, das nur auf Grund von Zeugen-Aussagen verurteilte. Da nun Zeugen schwer zu finden sind, so gab der Beraubte die Hoffnung auf, sein Eigentum wiederzuerlangen. Einen nichtjüdischen Räuber dagegen konnte man vor einem heidnischen Gerichte verklagen, das nach Wahrscheinlichkeitsgründen verurteilte. Der Beraubte gab also in diesem Falle nicht immer sein Eigentum auf.",
+ "Dasselbe gilt von einem Bienenschwarm. Der aus dem Bienenstock eines Andern ausgeflogen und in sein Gebiet gekommen ist.",
+ "Dieser Bienenschwarm ist von hier ausgegangen. Und wenn der Eigentümer ihn noch nicht aufgegeben hat, muss man ihm denselben zurückgeben.",
+ "er darf aber nicht dessen Baumzweig. Auf welchem die Bienen sich niedergelassen haben.",
+ "Er darf denselben abhauen. Denn Josua hat dies bei der Verteilung des Landes angeordnet und Jedem nur unter der Bedingung seinen Anteil gegeben, dass er unter solchen Umständen sein Eigentumsrecht verliere."
+ ],
+ [
+ "Erkennt jemand. Der Geräte und Bücher nicht zu verkaufen pflegt.",
+ "seine Geräte oder seine Bücher. Es wird von Zeugen bestätigt, dass es seine Geräte oder Bücher sind.",
+ "und es hat sich in der Stadt ein Gerücht von einem bei ihm verübten Diebstahl verbreitet. Aust. ויצא liest Jerusch. אם יצא.",
+ "so soll der Käufer. Der sie, bevor der Eigentümer dieselben aufgegeben, gekauft bat.",
+ "und diesen Betrag empfangen. Und die Sachen dem Eigentümer zurückgeben.",
+ "so ist er nicht dazu berechtigt. Die Gegenstände vom Käufer zurückzufordern. לא כל הימנו eig.: Es hängt nicht Alles von ihm ab, er allein ist nicht beglaubt.",
+ "er. Der erste Eigentümer.",
+ "hat sie einem Andern verkauft und dieser. Der jetzige Besitzer."
+ ],
+ [
+ "Kommt der Eine mit seinem Fasse Wein und der Andere kommt mit seinem Fasse Honig. Und der Honig ist mehr wert als der Wein.",
+ "so hat er nur seinen Lohn. Arbeitslohn und Lohn für das Leihen des Fasses.",
+ "Wenn er aber gesagt hat. Entweder zu ihm selbst oder vor drei Männern, die als Gericht (בית דין) betrachtet werden, vgl. Baba mezia II, 9.",
+ "Schwemmt ein Strom seinen Esel und den Esel seines Nächsten fort. Dieser Fall unterscheidet sich vom vorhergehenden dadurch, dass er dort seine Sache mit eigenen Händen vernichtet, um die seines Nächsten zu retten, während hier der Esel nur von selbst zu Grunde geht. Deshalb muss die Mischna beide Fälle lehren."
+ ],
+ [
+ "Hat jemand seinem Nächsten ein Feld geraubt und Dränger. Gewalttätige Männer. Einige lesen מציקין st. מסיקין.",
+ "wenn es eine Landplage. Es werden auch Andere im Lande vergewaltigt.",
+ "Hier ist das deinige vor dir. Weil Grundstücke immer im Besitze des Eigentümers bleiben, der Eigentümer hat daher den Schaden erlitten."
+ ],
+ [
+ "Hat er es aber mit der Bedingung. Es genügt hierbei, dass er bei der Übernahme bemerkt, dass er nach der Wüste zu reisen im Begriffe steht."
+ ],
+ [
+ "Wer zu seinem Nächsten sagt. Nachdem dieser eine sichere Forderung an ihn gerichtet hatte.",
+ "der ist schuldig zu zahlen. Wenn aber der Andere nur eine zweifelhafte Forderung stellt, so ist er von Rechtswegen frei; doch muss er, falls er seiner Pflicht vor Gott vollkommen genügen will, auch in diesem Falle bezahlen.",
+ "so ist er vom Zahlen frei. Doch muss er einen (von den Rabbinen angeordneten) Eid leisten, dass er von der Schuld nichts weiss, vgl. Schebuot VI, 1."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand ein Lamm aus der Herde gestohlen und dasselbe wieder an seine Stelle gebracht hat. Ohne Wissen des Eigentümers.",
+ "so ist er noch dafür zu haften verpflichtet. Als Dieb ist er für die gestohlene Sache haftbar, solange er sie nicht, wie es sich gehört, zurückgegeben hat. In vorliegendem Falle hat der Eigentümer vom Diebstahl gewusst; daher ist es auch nötig, dass man ihm die Rückgabe anzeigt.",
+ "so ist der Dieb frei. Da der Eigentümer vom Diebstahl nichts gewusst, genügt es, dass er bei der Zählung die Herde vollständig findet. — Unsere Erklärung entspricht der Ansicht von Rab im Babli und R. Jochanan im Jeruschalmi und ist dem Wortlaut der Mischna gemäss. Im Talmud befinden sich aber noch andere Ansichten, nach denen die Mischna anders erklärt werden muss. Nach der Halacha müsste die Mischna so lauten: Wenn jemand ein Lamm aus der Herde stiehlt und es wieder zurückstellt (ohne dass der Eigentümer vom Diebstahl und der Rückgabe etwas weiss); so ist er, wenn es stirbt oder gestohlen wird, dafür haftbar, (obgleich der Eigentümer das Vieh gezählt und vollständig befunden hat; denn er hat das Tier an einen andern Weg gewöhnt, in Folge dessen es einer besondern Hut bedarf, was der Eigentümer nicht wusste). Hat aber der Eigentümer vom Diebstahl gewusst und nachher das Kleinvieh gezählt und es vollständig gefunden (und sich so von der Rückgabe überzeugt), so ist der Dieb von nun an frei (denn da der Eigentümer vom Diebstahl gewusst, so wusste er ja schon, dass er das Tier besonders hüten müsse)."
+ ],
+ [
+ "keine Milch und keine Böckchen. וגדיים wird von Manchen nicht gelesen.",
+ "kaufen. Da vorauszusetzen ist, dass sie diese Dinge gestohlen haben.",
+ "Man darf aber von den Weibern wollene Gewänder in Judaea. Jerusch. liest nicht ביהודה כלי צמר.",
+ "leinene Gewänder in Galilaea und Kälber in Saron. Eine Gegend in Palästina.",
+ "kaufen. Da sie dies mit Einwilligung ihrer Männer verkaufen.",
+ "ist es verboten. Von ihnen zu kaufen.",
+ "Man darf auch Eier und Hühner überall. Nur nicht, wenn der Verkäufer sagt, dass man es geheim halten solle."
+ ],
+ [
+ "die der Walker herausschafft. Während er das wollene Kleid wäscht, werden einige Wollflocken abgerissen.",
+ "gehören ihm. Da dies eine Kleinigkeit ist, worauf der Eigentümer Verzicht leistet.",
+ "was aber der Wollkämmer herausbringt. Beim Hecheln der Wolle.",
+ "gehört dem Eigentümer. Eig. „dem Hausherrn“. Dies ist schon etwas Ansehnliches, worauf man nicht verzichtet.",
+ "Der Walker darf drei Fäden. Am Sahlband, die von anderer Farbe sind.",
+ "Ist es Schwarzes auf Weissem. Wenn am Rande eines weissen Stoffes schwarze Fäden eingewebt sind.",
+ "so kann er Alles abnehmen. Da die schwarzen Fäden das Kleid hässlich machen.",
+ "dass man damit nähen kann. Das ist so lang wie zwei Nähnadeln.",
+ "Was der Zimmermann mit der Hobel fortbringt. Das sind dünne Späne.",
+ "das mit dem Beile Abgeschlagene. Die dicken Späne.",
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+ "Vier Haupt-Schädigungen. Eig. Väter-Schädigungen, indem alle andern als von diesen abgeleitet, (תולדות = Kinder), betrachtet werden. „Väter“ heissen diese deshalb, weil sie in der Thora genannt sind.",
+ "Ochsen. קרן, Exod. 21, 35—36; so Jerusch. — תולדות davon sind alle Beschädigungen, die durch eine direkt zum Schaden vom Tiere gemachte willkürliche Bewegung verübt werden („wo das Tier mit Absicht geschadet hat,“ sagt der Talmud), z. B. Ausstossen, Beissen u. dgl. Nach dem T. Babli spricht die Mischna hier vom Fuss-Schaden, (רגל, d. h. was der Ochs beim Gehen mit dem Fusse zertritt); dies ist in den Worten ושלח את בעירה Exod. 22, 4 angedeutet. Die תולדות von רגל sind alle Schäden, die ein Tier im gewöhnlichen Gange anrichtet, z. B., wenn es im Gehen mit dem Horn oder mit einer auf ihm befindlichen Last etwas beschädigt.",
+ "durch die Grube. Exod. 21, 33; 34. Dazu gehören als תולדות z. B. alle Schäden, die durch Schaden verursachende Gegenstände, die ein Mensch auf die Strasse geworfen hat, entstanden sind.",
+ "durch das abweidende. Exod. 22, 4. Nach Jerusch. ist dies das Abfressen (שן) und Zertreten (רגל, oben Note 2). Zur Worterklärung vgl. Pea 4, 5, Targ. Jon. zu Num. 22, 4 und den Text des samaritanischen Pentateuchs, wo unser Vers lautet: כי יבעיר איש שדה וגו׳ ובער בשדה אחר שלם ישלם משדהו כתבואתה ואם כל שדה יבעה מיטב שדהו ומיטב כרמו ישלם . Als תולדות von שן sind zu rechnen die Fälle, wo das Tier beim Beschädigen einen Genuss oder ein Vergnügen hat, z. B. wenn es sich zum Vergnügen an einer Wand gerieben und diese dadurch eingestürzt ist. Nach einer Ansicht im T. Babli ist מבעה ein vom Menschen angerichteter Schaden.",
+ "Vieh und durch den Brand. Exod. 22, 5. Als תולדות von אש betrachtet man z. B. Steine, Messer und sonstige Gegenstände, die man auf das Dach gelegt und die durch einen gewöhnlich vorauszusetzenden Wind hinabgeworfen wurden und im Fallen Schaden angerichtet haben.",
+ "Die Eigentümlichkeit. לא הֲרִי כהרי, so auch sonst, z. B. in der Baraita der 13 Middot 5 u. 6; häufiger aber steht dafür כִּרְאִי . . לא רְאִי (vgl. Menachot 60b mit Sifra, Nedaba, Par. 11, 4; Per. 13, 2). Es ist demnach הֲרִי = רְאִי (wie אֲרוּ, הֲרֵי = רְאֵה) der Anblick, Gesichtspunkt. Gemeint ist hier ein spezifisches Merkmal, das als Grund der in Rede stehenden Vorschrift, der Verpflichtung zum Schadenersatz, betrachtet werden kann.",
+ "des stossenden Ochsen. Nämlich dass das Tier direkt, um zu beschädigen, eine willkürliche Bewegung gemacht, also gewissermassen mit Absicht geschadet hat (כונתו להזיק). Bei רגל (nach T. B. oben Note 2) ist wieder die Eigentümlichkeit vorhanden, dass der betr. Schaden häufig vorkommt (היזיקה מצוי).",
+ "ist nicht wie die des Abweiders. Man hätte also מבעה von שור nicht ableiten können.",
+ "und die Eigentümlichkeit des Abweiders. Nämlich dass das Tier beim Schaden einen Genuss hat (יש הנאה להזיקה). Das Merkmal von רגל s. oben Note 7.",
+ "ist nicht wie die des stossenden Ochsen. Man hätte daher שור nicht von מבעה deduziert.",
+ "in dem kein Lebensgeist ist. Die Verpflichtung zum Schadenersatz bei Brandstiftung hätte also nicht von שור und מבעה abgeleitet werden können.",
+ "fortzuschreiten und zu beschädigen. Letzteres könnte also nicht von den drei andern hergeleitet werden. Die Thora hat deshalb alle vier Gesetze vorgeschrieben",
+ "Das ihnen Gemeinsame. Eig. „die gleiche Seite in ihnen“, d. h. diejenigen Merkmale, die, weil sie allen vier Fällen gemeinschaftlich zukommen, als Grund der Verpflichtung zum Schadenersatz angesehen werden müssen.",
+ "dass deren Bewachung dir. D. h. einer bestimmten Person.",
+ "der Schädiger. Als Schädiger (מזיק) wird derjenige betrachtet, der verpflichtet ist, den Gegenstand zu bewachen, und dies versäumt, s. folgende Mischna.",
+ "vom Besten seines Landes Schadenersatz zu leisten. Es kann daher aus diesen vier Gesetzen geschlossen werden, dass jeder, dem die Bewachung eines Gegenstandes obliegt, der in gewöhnlicher Weise zu beschädigen vermag, für den vom Gegenstande angerichteten Schaden Ersatz leisten muss, und zwar vom Besten seines Landes. Nach T. B. kann er beliebige, bewegliche Gegenstände bezahlen, weil Mobilien immer als „Bestes“ zu betrachten sind, denn was hier nicht verkäuflich ist, kann an einem anderen Orte verkauft werden. Der Lehrsatz der Mischna gilt demnach nur, wenn die Zahlung in Immobilien (קרקע) geleistet wird."
+ ],
+ [
+ "gelte ich. Wenn ich es nicht gehörig bewacht habe. הכשרתי eig. ich habe bereitet, d. h. gelte als Urheber.",
+ "als wäre ich ganz Urheber seines Schadens. Wenn jemand z. B. eine Grube 9 Handbreiten tief ausgehöhlt hat, in welcher Tiefe sie noch nicht den Tod eines Tieres zu verursachen im Stande ist, und ein zweiter macht sie noch eine Handbreite tiefer, so dass ein hereinfallendes Tier getötet wird, so ist der zweite allein dafür Ersatz schuldig.",
+ "bei denen kein Veruntreuungs-Opfer vorgeschrieben ist. Das sind profane Güter; ausgeschlossen sind heilige Güter, bei denen in Lev. 5, 14 ff. im Falle der Veruntreuung ein Opfer vorgeschrieben ist.",
+ "von Gütern der Bundes-Söhne. Das sind Israeliten.",
+ "die Jemands Eigentum sind. Herrenlose Güter sind ausgeschlossen.",
+ "mit Ausnahme des dem Schädiger. S. oben Note 15; es handelt sich also hier nicht um einen Schaden, den der Mensch mit eigenen Händen zugefügt hat.",
+ "eigentümlichen Gebietes. Falls der Beschädigte dieses Gebiet ohne Erlaubnis betreten hat.",
+ "das dem Geschädigten und dem Schädiger gemeinschaftlich angehört. Falls dieses Gebiet auch für Tiere bestimmt ist, ist der Mitbesitzer für den Schaden, den sein Tier durch Fressen oder Zertreten (שן und רגל) verübt hat, nicht verantwortlich, wohl aber für Hornstoss-Schäden (קרן). Jerusch. liest ורשות הניזק והמזיק בתשלומין und erklärt, dass bei Schäden im gemeinschaftlichen Gebiete bezahlt werden muss.",
+ "ist der Urheber schuldig vom Besten seines Landes Schadenersatz zu leisten. Der letzte Satz fehlt mit Recht in der Mischna des Jeruschalmi, da dies bereits in der ersten Mischna steht. Nach T. Babli schliesst dieser Satz diejenigen Beschädigungen ein, die in der ersten Mischna nicht enthalten sind."
+ ],
+ [
+ "Geld-Schätzung. Diese Mischna enthält bloß einige kurze Bemerkungen, um das Gedächtnis beim Auswendiglernen der mündlichen Lehre zu unterstützen. Die Erklärung zu diesen Bemerkungen gibt die Tosefta. „Geld-Schätzung“ will sagen: Jeder Schaden soll nach seinem Geldwerte abgeschätzt und bezahlt werden. Wenn z. B. die Kuh des A einen Mantel des B beschädigt, nachher wieder, durch diesen Mantel zu Falle gebracht, sich ein Bein gebrochen hat, soll man nicht sagen, der Schaden des A und der des B heben sich gegenseitig auf; sondern beide Schäden müssen abgeschätzt und das Plus des einen bezahlt werden.",
+ "Geldeswert. Dies heisst nach Tosefta: Der Schaden ist nur mit Grundstücken zu bezahlen. Der Talmud fügt hinzu: Dies gilt nur, falls der Schädiger gestorben und dessen Waisen zu bezahlen haben. Diese sind nicht verpflichtet, von den geerbten Mobilien die Schulden des Vaters zu bezahlen. Die Grundstücke heissen hier „Geldeswert“ im Gegensatz zu den beweglichen Gütern, die als „Geld“ betrachtet werden, weil sie leicht verkäuflich sind; s. oben Note 16.",
+ "vor Gericht. D. h. es soll vor ordinierten Richtern (מומחין) der Prozess geführt werden. Dies gilt für solche Fälle, wo die Bezahlung als Pön (קנס) betrachtet wird. Nur Richter, welche die Ordination (סמיכה) haben, können in Straf-Prozessen fungieren. Lieber die Ordination vgl. Mischna Sanhedrin 1, 3.",
+ "und nach Aussagen von Zeugen. Das eigene Geständnis verpflichtet nicht zur Strafzahlung.",
+ "die Freie und Bundes-Söhne. Ausgeschlossen sind Sklaven und Heiden.",
+ "auch Frauen sind im Schaden-Recht einbegriffen. Sowohl wenn sie schädigen, als auch wenn sie geschädigt werden.",
+ "der Geschädigte und der Schädiger sind am Ersatz. Dies gilt für die Fälle, wo nur der halbe Schaden bezahlt wird (Exod. 21, 35). Nach einer Ansicht im T. B. ist der Geschädigte insofern am Ersatz beteiligt, als er den Schaden, den das tote Tier bis zur gerichtlichen Verurteilung des Schädigers erleidet (פחת נבילה), allein zu tragen hat."
+ ],
+ [
+ "In fünf Fällen wird der Beschädiger als ungewohnt. Eig. unschuldig. In diesen Fällen sollte (nach der Halacha) eigentlich gar nichts bezahlt werden, doch hat die Thora als Strafe die Zahlung des halben Schadens angeordnet.",
+ "und in fünf Fällen als gewohnt. Eig. bezeugt, verwarnt, nach den Worten der Schrift והועד בבעליו (Exod. 21, 29). Bei den Beschädigungen, die das Tier zu verüben gewohnt ist, gilt der Eigentümer schon zum ersten Mal als verwarnt (מועד מתחילתו).",
+ "Stossen. Mit dem Horn.",
+ "Drängen. Mit dem Körper stossen.",
+ "Der Zahn. Des Tieres.",
+ "der Fuss. Des Tieres.",
+ "gewohnt ist. Der bereits dreimal gestossen oder gebissen u. s. w. und dessen Eigentümer von Zeugen verwarnt worden, s. weiter 2, 4.",
+ "der beschädigt im Gebiete des Geschädigten. S. 2, 5.",
+ "der Panther. Πάρδαλις. Nach dem Talmud ist ברדלס = צבוע, die Hyäne.",
+ "Beim ungewohnten bezahlt man den halben Schaden von dessen Körper. Vom Körper des beschädigenden Tieres. Ist dies nicht soviel wert, als der halbe Schaden beträgt; so braucht der Schädiger nicht von seinem Vermögen zuzulegen.",
+ "beim gewohnten aber zahlt man den ganzen Schaden von dem Söller. D. h. wohl: von seinem eigenen Vermögen, im Gegensatz zu מגופו des תם. Da aber nach Menachot 108b der Söller schlechter ist als das untere Haus (בית) und die Schäden doch vom Besten bezahlt werden müssen, so wird hier עליה vom Talmud als „das Beste unter den Gütern“ (מעולה שבנכסים) erklärt."
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+ "Wie ist dies zu verstehen. Diese Mischna erklärt die letzte Mischna des vorherigen Abschnitts.",
+ "im Gehen zu zerbrechen. So nach Tosaphot; nach Raschi ist לשבר כדרך הלוכה schon die Antwort.",
+ "zu zerbrechen. D. h. im gewöhnlichen Gange zu zerbrechen, sei es durch Treten oder mit dem Leibe oder mit einer Last.",
+ "Hat es aber ausgeschlagen. Dies ist etwas Ungewöhnliches (oben 1, 4), deshalb wird hier nur der halbe Schaden bezahlt.",
+ "oder sind Erdschollen unter seinen Füssen weggesprungen. Der Fall, der hier besprochen wird, den der Talmud kurz צרורות nennt, ist zwar eine Unterart (תולדה) von רגל, indem der Schaden vom Tiere im gewöhnlichen Gange verübt wird, ist auch insofern mit der Kategorie רגל zu vergleichen, als ein solcher Schaden, im öffentlichen Orte (רשות הרבים) angerichtet, nicht bezahlt werden muss; dennoch aber ist hierbei nur der halbe Schaden zu bezahlen, weil der Schaden nicht vom Tiere direkt, sondern nur durch seine Kraft (כהו) vermittels eines andern mit ihm nicht in Verbindung stehenden Gegenstande verübt worden. Es ist dies nach dem Talmud eine sinaïtische Tradition (הלכה למשה מסיני).",
+ "so zahlt man vom ersten den ganzen Schaden und vom letzten den halben Schaden. Das erste ist vom Tiere direkt, das zweite nur durch dessen Kraft zerbrochen worden.",
+ "Füssen gebunden. Und es hat das Gewinde so geschleudert, dass ein Gerät dadurch zerbrochen wurde (Talmud).",
+ "die Erde. So richtig Maimonides, vgl. Tosefta II, 1. Im Syr. heisst ܗܕܰܣ studuit, sollicitus fuit. Nach Raschi heisst הדס hüpfen.",
+ "und Geräte zerbrochen. Durch geworfene Erdschollen."
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+ "das für ihn Geeignete zu fressen. Nach Raschi ist zu übersetzen: „Inwiefern gilt der Zahn (eines Tieres) als gewohnt? Insofern, dass er das für ihn Geeignete frisst.“ Vgl. oben Note 2.",
+ "so bezahlt man den halben Schaden. Weil dies etwas Ungewöhnliches ist.",
+ "Wo gelten jene Worte. Dies bezieht sich auf den ersten Fall, wonach man, wenn das Vieh Früchte oder Kräuter gefressen, den ganzen Schaden bezahlen muss.",
+ "Im Gebiete des Geschädigten. Denn so heisst es (Exod. 22,4): Wenn es abweidet im Felde eines Andern.",
+ "so bezahlt man diesen Genuss. Er bezahlt nicht nach dem Werte des gefressenen Gegenstandes, sondern nur nach dem Genusse, den das Tier gehabt. Hat z. B. ein Esel Datteln gefressen, so bezahlt man den Wert einer gleichen Quantität Gerste.",
+ "so bezahlt man den angerichteten Schaden. Weil dieser Raum wie das Gebiet des Geschädigten und nicht wie ein öffentlicher Ort betrachtet wird."
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+ "gewohnt sind. Sie sind gewohnt zu springen, es ist dies daher eine תולדה von רגל. Deshalb ist hier nur dann zu bezahlen, wenn dies im Gebiete des Geschädigten geschehen ist.",
+ "Wenn ein Hund einen Kohlenkuchen. An dem glimmende Kohlen kleben.",
+ "so zahlt man betreffs des Kuchens den ganzen. Denn es ist שן (Zahn-Schaden) im Gebiete des Geschädigten. Der Garbenhaufen liegt hier im Felde des Eigentümers des Kuchens.",
+ "betreffs des Garbenhaufens aber den halben Schaden. Weil dies mit צרורות (oben Note 5) zu vergleichen ist."
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+ "bezeugt. Es hat der Ochse 3 Tage hintereinander an jedem Tage gestossen, und es ist dies dem Eigentümer von Zeugen vor Gericht bezeugt worden; dadurch gilt der Eigentümer als gewarnt. Es bleibt im Talmud zweifelhaft, ob es genügt, dass dem Eigentümer die 3 Stösse auf einmal bezeugt werden, oder ob der Eigentümer dreimal gewarnt sein muss.",
+ "nachdem er es wieder drei Tage unterlassen hat. Obgleich er Gelegenheit zum Stossen hatte.",
+ "über den man es dreimal. Wenn auch an einem Tage.",
+ "den Kinder betasten. D. h. ihn ziehen und mit ihm spielen."
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+ "gedrängt. S. oben Note 35 u. 36 im 1. Abschn.",
+ "so bezahlt man den halben Schaden. Alles dies gehört nämlich zur Kategorie קרן (Hornstoss).",
+ "dass man den ganzen Schaden bezahlen müsse. Diese Schlussfolgerung nennt man: קל וחומר (conclusio de minore ad majus) Schluss vom Leichtern auf das Schwerere (falls eine Erschwerung gefolgert wird) oder vom Schwereren auf das Leichtere (falls eine Erleichterung gefolgert wird).",
+ "aus welchem der Schluss gezogen wurde. Dieser Lehrsatz (nach seinem Anfangsworte „דַיּוֹ“ genannt) folgt aus Num. 12,14. Dort wird ebenfals ein Schluss vom Leichtern auf das Schwerere gezogen: „Wenn Mirjam vom Vater einen Verweis erhalten hätte, müsste sie sich ja 7 Tage schämen, wieviel mehr muss sie 7 Tage eingeschlossen bleiben, da sie von Gott einen Verweis erhalten“. Nun könnte man ja hier schliessen, dass, wenn beim Verweise des Vaters 7 Tage genügen, beim Verweise von Seiten Gottes eine Einschliessung von 14 Tagen erforderlich ist. Da aber Mirjam nur mit 7tägiger Einschliessung bestraft wurde, so ist daraus bewiesen, dass bei einem derartigen Schlusse für das Schwerere nur eine Gleichstellung mit dem Leichteren gefolgert werden kann.",
+ "beim Hornstoss streng geurteilt werden. Die Schlussfolgerung ist mit den obigen Worten wiederholt. Eigentlich müsste sie aber folgenden Wortlaut haben: ומה אם שן ורגל שהקל עליהן ברשות הרבים שהוא פטור החמיר בהן ברשות הניזק לשלם נזק שלם קרן שהחמיר עליה ברשות הרבים לשלם חצי נזק אינו דין שנחמיר עליה ברשות הניזק לשלם נזק שלם.. Wenn bei שן und רגל, die doch leichter sind, indem sie im רשות הרבים zu keinem Ersatz verpflichten, dennoch im רשות הניזק die Erschwerung gilt, dass man den ganzen Schaden bezahlen muss, wievielmehr muss diese Erschwerung bei קרן gelten, das doch schwerer ist, indem man dabei selbst im רשות הרבים wenigstens den halben Schaden bezahlen muss.",
+ "gleich zu sein. Der hier angewandte Lehrsatz: „דַיּוֹ“ ist nicht indentisch mit dem oben Note 27 besprochenen. Die Comentatoren unterscheiden diese beiden Lehrsätze dadurch, dass sie den obigen דַיּוֹ אַרֵיש דִינָא (דַיּוֹ, das sich auf den Anfang des Schlusses bezieht) nennen, während unser Lehrsatz hier דַיּוֹ אַסוֹף דִינָא (דַיּוֹ, das sich auf das Ende des Schlusses bezieht) genannt wird. Im ersten Satze wird gefordert, dass der abgeleitete Gegenstand dem Gegenstande, aus welchem er abgeleitet wird, nur gleichgestellt sei. Im zweiten Satze wird verlangt, dass die abgeleitete Erschwerung nur gleich (nicht grösser) sei als die Erschwerung, welche der Schlussfolgerung zu Grunde liegt. Vgl. hierüber מדות אהרן Perek 2, Teil 6.",
+ "ebenso ist im Gebiete des Geschädigten nur der halbe Schaden zu ersetzen. Nach dem Talmud wird der Satz: „דַיּוֹ“ auch von R. Tharphon in den Fällen anerkannt, wo die Schlussfolgerung durch denselben beschränkt, aber nicht gänzlich aufgehoben wird, wie in dem oben angeführten Beispiele aus Num. 12,14, wo durch קל וחומר trotz des “דיו„, wenigstens die 7tägige Einschliessung Mirjams gefolgert werden kann. In unserem Falle aber würde durch das “דיו„ die Schlussfolgerung gänzlich beseitigt werden, denn um bei קרן ברשות הניזק auf חצי נזק zu erkennen, bedarf es nicht des קל וחומר, da dies ausdrücklich in der Thora steht. Deshalb will R. Tarphon hier den Lehrsatz: “דיו„ nicht gelten lassen."
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+ "wachend oder schlafend. Wenn er sich neben einen Gegenstand schlafen gelegt und ihn schlafend beschädigt.",
+ "so muss er den ganzen Schaden bezahlen. Selbst wenn es aus Versehen geschah. Bei vorsätzlicher Körperverletzung müssen noch vier Zahlungen geleistet werden, s. Abschn. VIII, 1."
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+ "so ist letzterer frei. Weil der Mensch manchmal im Nachdenken versunken ist und heim Gehen nicht Acht gibt, ob etwas auf der Strasse liegt.",
+ "so ist der Eigentümer des Fasses zum Schadenersatz verpflichtet. Weil er nicht berechtigt ist, auf öffentliches Gebiet Sachen hinzulegen. Es hilft ihm daher auch nichts, wenn er das Fass für herrenloses Gut erklärt.",
+ "Wenn Jemands Krug im öffentlichen Gebiete zerbrochen wird. Dadurch, dass der Eigentümer damit gestrauchelt ist.",
+ "so ist jener schuldig. Weil das Straucheln als durch Unvorsichtigkeit geschehen betrachtet wird.",
+ "Wenn er noch Absicht darauf hat. D. h. wenn er die Scherben und das Wasser noch als sein Eigentum betrachtet.",
+ "hat er aber nicht Absicht darauf. Es ist Alles dann herrenloses Gut. Nach Andern ist במתכוין zu erklären: Wenn er es mit Absicht zerbrochen hat.",
+ "so ist er frei. Weil das Straucheln nach R. Jehuda als ein Unfall (אונס) betrachtet wird."
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+ "Wenn Jemand im öffentlichen Gebiete Wasser ausgiesst. Selbst zu einer Zeit, wo dies erlaubt ist, z. B. im Winter, zur Regenzeit, ist er dennoch für den Schaden verantwortlich.",
+ "Wenn Jemand Dornen oder Glas verwahrt. Im öffentlichen Gebiete.",
+ "oder von Dornen einen Zaun sich macht. Und die Dornen ragen in die Strasse hinein."
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+ "Wenn Jemand sein Stroh und seine Stoppeln Düngers halber. Damit es verfaule und dann als Dünger benutzt werden. Anstatt קשו hat Jerusch. גפתו, seine Öltrestern.",
+ "als Eigentum. Wie herrenloses Gut darf sie Jeder sich aneignen. Dies haben die Rabbinen als Strafe wegen Beschädigung der öffentlichen Orte angeordnet.",
+ "Alle welche Schaden anrichtende Gegenstände an einen öffentlichen Ort legen. Eig. „Alle die auf öffentlichem Gebiete verderben.“",
+ "bezahlen. Selbst zur Zeit, da es erlaubt ist, solche Gegenstände auf die Strasse zu legen, s. oben Note 8.",
+ "erwirbt sie. Wenn es unerlaubter Weise geschehen ist, oder nachdem dadurch ein Schaden angerichtet worden. Einige lesen den letzten Satz nicht, vgl. Tosaphot 30b v. לימא. In der Mischna des Jerusch. fehlt der Ausspruch R. Simons ganz; ebenso in einem Mscr. bei Rabbinowitz.",
+ "Wenn Jemand Rindermist im öffentlichen Gebiete umwendet. Mit der Absicht, denselben als Eigentum zu erwerben."
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+ "so muss der erste den Schaden des zweiten ersetzen. Wenn der erste Zeit gehabt hat aufzustehen und nicht aufgestanden ist, s. oben Note 7."
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+ "so ist der Balkenträger frei. Denn es ist anzunehmen, dass er ordnungsgemäss, der Fassträger aber zu schnell gegangen ist; oder: es liegt immer dem hinten Gehenden ob, sich vor dem Vorangehenden zu hüten.",
+ "Wenn der Balkenträger stehen geblieben ist. Um auszuruhen; ist er aber stehen geblieben, um die Last auf seiner Schulter zurechtzulegen, so ist er frei, denn dies ist nicht ordnungswidrig.",
+ "so ist er schuldig. Es wird dies wie eine direkte Beschädigung mit Händen betrachtet, nicht wie בור, da man bei letzterem wegen Geräte-Beschädigung nichts zu ersetzen braucht.",
+ "wenn Einer mit seinem Lichte und der Andere mit seinem Flachse kommt. Und es wird der Flachs durch das Licht angezündet."
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+ "der Eine läuft. Nach der im Talmud festgestellten Halacha gilt dieser Satz nur am Vorabend des Schabbats oder eines Festes, wo es gestattet ist, auf der Strasse zu laufen, um für den Feiertag Vorbereitungen zu treffen.",
+ "oder beide laufen. Dies gilt selbst an gewöhnlichen Tagen, da hier beide ordnungswidrig handeln."
+ ],
+ [
+ "so ist er schuldig. Wiewohl er in seinem Gebiete Holz spalten darf, ist er dennoch für den im fremden Gebiete dadurch verursachten Schaden verantwortlich."
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+ "so bezahlt man vom Mehrbetrag des einen Schadens. Was der eine Schaden mehr beträgt als der andere.",
+ "dagegen einen etwaigen Mehrbetrag des vom ungewohnten an dem gewohnten verübten Schadens nur zur Hälfte. Nach dem einfachen Wortlaut der Mischna und der Erkl. von Raschi und R. Ascher würde hier immer der Mehrbetrag des einen ganzen Schadens vor dem andern ganzen in Betracht gezogen. Hätte also der תם einen Schaden von 100 Sus, der מועד aber einen solchen von 40 Sus angerichtet, so würde der Mehrbetrag des ersten Schadens mit 60 Sus berechnet; davon zahlt man die Hälfte, also 30 Sus. Nach den meisten Decisoren dagegen wird der halbe Schaden des תם gegen den ganzen Schaden des מועד verrechnet. In unserem Beispiele würde also der Eigentümer des תם von seinem halben Schaden (= 50 Sus) den ganzen Schaden des andern (= 40 Sus) abziehen und demnach nur 10 Sus bezahlen.",
+ "so bezahlt man den Mehrbetrag des vom Menschen dem Ochsen zugefügten Schadens ganz. Weil ein Mensch immer als מועד gilt; s. oben 2, 6.",
+ "dagegen einen etwaigen Mehrbetrag des vom Ochsen dem Menschen zugefügten Schadens nur zur Hälfte. Denn es heisst (Exod. 21, 31): „Wenn er einen Sohn stösst oder eine Tochter stösst, so soll nach diesem Rechte ihm geschehen.“ Das „nach diesem Rechte“ bezieht sich auf das Recht des vom Ochsen dem Ochsen zugefügten Schadens; sowie nach letzterem Rechte beim תם nur der halbe Schaden ersetzt wird, ebenso ist bei einem dem Menschen vom Ochsen zugefügten Schaden beim תם nur die Hälfte zu ersetzen.",
+ "Auch den Mehrbetrag des von diesem Ochsen dem Menschen zugefügten Schadens muss man ganz bezahlen. R. Akiba meint, die Worte: „nach diesem Rechte“ beziehen sich auf die unmittelbar vorhergehende Vorschrift, die vom מועד spricht, es ist somit ein vom Ochsen dem Menschen zugefügter Schaden immer, wie beim מועד, ganz zu bezahlen."
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+ "Hat ein Ochs vom Werte einer Mine. = 100 Sus.",
+ "so nimmt der Geschädigte den ganzen Ochsen. Der Ochs selbst ist dem Geschädigten verfallen. (הוחלט השוד).",
+ "Allerdings ist so die Norm. Das Recht ist so, aber die Schrift spricht nicht von einem solchen Falle.",
+ "Und auch das Todte sollen sie teilen. Die Controverse des R. Meïr und R. Jehuda betrifft den Mehrwert des Aases zur Zeit der Gerichtsverhandlung, falls nämlich das Aas zur Zeit der Tötung des Ochsen nichts oder wenig wert war, später aber bis zur Gerichtsverhandlung im Preise gestiegen ist. Nach R. Meïr gehört dieser Gewinn ganz dem Geschädigten, da das Aas sein Eigentum ist. R. Jehuda aber meint, dieser Gewinn sei zwischen dem Schädiger und Geschädigten zu teilen, weil die Schrift gebietet: „Auch das Todte sollen sie teilen!“"
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+ "wenn er selbst aber beschämt. Wenn es gleich, ebenso wie bei der von seinem Ochsen verursachten Beschämung, ohne Absicht geschieht.",
+ "ist er frei. Der Sklave wird nicht frei.",
+ "ist er schuldig. Er muss ihn frei entlassen nach Exod. 21, 26 f.",
+ "Hat sein Ochs seinen Vater oder seine Mutter verwundet, so ist er Schadenersatz schuldig; hat er selbst aber seinen Vater oder seine Mutter verwundet, so ist er frei (vom Schadenersatz. Weil er nach Exod. 21, 15 den Tod verdient und bei einer Todesstrafe nicht, auch auf Bezahlung erkannt wird.",
+ "so ist er Schadenersatz schuldig. Er bezahlt hier nur den halben Schaden, weil dies ein aussergewöhnlicher Schaden des Tieres ist.",
+ "weil er sein Leben verwirkt hat. Wegen der Entweihung des Schabbats, vgl. oben Note 36."
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+ "Wenn zwei Ochsen. Von zwei Besitzern.",
+ "einen dritten. Von einem dritten Besitzer.",
+ "so sind beide frei. Denn beide können den Geschädigten abweisen.",
+ "so sind beide schuldig. Dies ist nach dem Talmud zu erklären: Wenn beide Ochsen vorhanden sind, dann erhält der Geschädigte den halben Schaden bezahlt; ist aber einer von beiden verloren gegangen, so kann der Schädiger sagen, der verlorene habe den Schaden getan, und der Geschädigte erhält nichts, da beim תם nur vom Körper des beschädigenden Tieres der Schaden vergütet wird.",
+ "Der grosse hat beschädigt. Und dessen Wert reicht hin, den halben Schaden zu ersetzen.",
+ "sondern der kleine hat beschädigt. Dessen Wert ist weniger als der halbe Schaden beträgt. Diesen Minderwert muss der Geschädigte also verlieren.",
+ "Der gewohnte hat beschädigt. Es muss also der ganze Schaden bezahlt werden.",
+ "sondern der nicht gewohnte hat beschädigt. Es ist also nur die Hälfte, zu ersetzen.",
+ "Der grosse hat den grossen. Und dessen Wert reicht für den Ersatz des halben Schadens.",
+ "sondern der kleine hat den grossen. Und der Wert des kleinen ist nicht so viel, als der halbe Schaden beträgt.",
+ "Der gewohnte hat den grossen. So dass der Schädiger für den grossen von seinem Hause (מן העלייה) bezahlen muss.",
+ "den Beweis erbringen. In allen Fällen der Mischna braucht der Schädiger, falls der Geschädigte seine Forderung nicht erweisen kann, selbst das Eingestandene nicht zu bezahlen, nach dem Rechtssatze: Wenn man vom Nächsten Weizen fordert und dieser Gerste eingestehet, so braucht er auch die Gerste nicht zu bezahlen."
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+ "Wenn ein Ochs vier oder fünf Ochsen nach einander gestossen hat. In der Weise, dass er bei allen als תם (ungewohnt) gilt, indem z. B. das Stossen dem Eigentümer nicht bezeugt wurde.",
+ "so zahlt man. Den halben Schaden.",
+ "zuerst dem zuletzt Geschädigten. R. Meïr folgt der Ansicht des R. Ismaël (B. Kamma 33a), wonach beim תם der Schädiger bloß als der Schuldner des Geschädigten betrachtet wird. Unsere Mischna spricht nun von dem Falle, dass jedesmal der Geschädigte sofort nach dem Schaden für sein Guthaben von dem Ochsen Besitz ergriffen hat und dadurch zur Hut des Ochsen verpflichtet und für den folgenden Schaden allein verantwortlich geworden ist. Der Letzt-Geschädigte allein hat keine weitere Verantwortung und erhält daher den ihm gebührenden halben Schaden zuerst ausbezahlt. Alle andern Geschädigten erhalten nichts, wenn kein Rest für sie übrig bleibt. Dies ist der Fall, wenn alle beschädigten Ochsen gleichen Wert hatten. Es sei z. B. jeder der 5 beschädigten Ochsen 200 Sus wert; der Wert des Beschädigers kann mehr (300) oder weniger (150) sein. Sofort nach dem ersten Stossen hat der Erst-Geschädigte den Ochsen als Pfand ergriffen, davon 100 Sus für seinen halben Schaden als Eigentum erworben und ist als Hüter für den folgenden Schaden verantwortlich. Daher gehören seine 100 Sus nach dem zweiten Stossen dem Zweit-Geschädigten. Hat dieser nun den Ochsen wegen der ihm gebührenden 100 Sus ergriffen, so ist er als Hüter für den folgenden dritten Schaden allein verantwortlich, so dass nach dem dritten Stossen diese 100 Sus dem Dritt-Geschädigten gehören. Dies geht so weiter, und nach dem fünften Stossen gehören die 100 Sus dem fünften, d. h. dem Letzt-Geschädigten. Dagegen gehört das, was der schädigende Ochs über 100 Sus wert ist, dem ursprünglichen Eigentümer. Daran haben die später Geschädigten kein Recht, weil der Eigentümer durch die nach dem ersten Stossen erfolgte Besitzergreifung des Ochsen von Seiten des Erst-Geschädigten jeder weitern Verantwortung enthoben ist.",
+ "bleibt noch etwas übrig. Wenn nämlich der Schaden des letzten kleiner als der des vorletzten ist. Wenn z. B. der fünfte Ochs nur 80 Sus, während der vierte, wie im obigen Beispiel, 200 Sus wert war. In diesem Falle hat der Letzt-Geschädigte nur 40 Sus zu fordern; es bleiben also von den 100 Sus, die der Herr des vierten zu bekommen hatte, noch 60 Sus übrig.",
+ "so zahlt man dies dem vorletzten. In unserem Beispiele dem Eigentümer des vierten gestossenen Ochsen. Von den 100 Sus, die der מזיק bezahlt, erhält also der Fünft-Geschädigte 40, der Viert-Geschädigte 60, während die drei ersten leer ausgehen.",
+ "bleibt hier noch etwas übrig. Dies ist der Fall, wenn der Schaden des vierten zwar grösser als der des fünften, aber kleiner als jeder der drei ersten war. Es seien z. B. die drei ersten Ochsen, wie oben, jeder 200 Sus, der vierte aber nur 150 und der fünfte nur 80 Sus wert. Der Herr des dritten muss hier von seinen 100 Sus 75 Sus an den Herrn des vierten abgeben; dieser wieder gibt 40 Sus an den Herrn des fünften. Es bleiben also in diesem Falle 25 Sus dem Dritt-Geschädigten.",
+ "so zahlt man dies dem vorvorletzten. Von den 100 Sus, die der מזיק zahlt, haben in dem letzten Falle der Letzte 40, der Vorletzte 35 und der Vorvorletzte 25.",
+ "und der Spätere ist immer im Vorteil. Dies gilt nur bei gleichen Schadenbeträgen. Wenn der Schaden eines Späteren gleich ist dem seines unmittelbaren Vorgängers, so ist ersterer vor letzterem im Vorteil. Bei ungleichen Schadenbeträgen gilt dieser Satz nicht immer. Es seien z. B. die drei ersten Ochsen jeder 200, der vierte 120 und der fünfte 80 Sus wert. Der dritte muss hier von seinen 100 Sus 60 an den vierten, und dieser wieder 40 an den fünften abgeben. Es verbleiben dem dritten 40 und dem vierten nur 20 Sus. Der dritte hat also ⅕ seines Schadens vergütet erhalten und ist demnach vor dem Vierten im Vorteil, dem ja nur ⅙ seines Schadens vergütet bleibt.",
+ "Simon sagt. R. Simon folgt der Ansicht des R. Akiba (B. k. 33a), wonach der שור תם nach dem Stossen als Eigentum des ניזק und מזיק zu betrachten ist und daher beide gemeinschaftlich pro rata für den folgenden Schaden verantwortlich sind.",
+ "so bekommt Jeder. Der Geschädigte und der Schädiger.",
+ "eine Mine. Eine Mine ist 100 Sus.",
+ "so bekommt der Herr des letzteren eine Mine. Er wird dadurch zur Hälfte Eigentümer des stössigen Ochsen.",
+ "von den vorigen beiden jeder 50 Sus. Da jeder von seinen 100 Sus die Hälfte an den zweiten Geschädigten abgeben muss. Der Ochs hat jetzt drei Herren, die Hälfte gehört den Zweit-Geschädigten, ein Viertel dem Erst-Geschädigten und ein Viertel dem ursprünglichen Eigentümer. Alle drei sind für den folgenden Schaden pro rata verantwortlich.",
+ "so bekommt der Herr des letzten. Der Dritt-Geschädigte.",
+ "der des vorletzten. Der Zweit-Geschädigte.",
+ "50 Sus. Da er 50 Sus an den Dritt-Geschädigten abgeben muss.",
+ "von den beiden ersten. Der Erst-Geschädigte und der Schädiger.",
+ "jeder einen Gold-Denar. D. i. 25 Sus. Jeder muss nämlich 25 Sus an den Dritt-Geschädigten zahlen."
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+ "nicht aber. Anstatt ואינו liest der Talmud hier und in den nächsten Sätzen אינו ohne ו׳. Jeder Satz ist demnach ein selbständiger Rechtssatz. למינו אינו מועד לשאינו מינו שור שהוא מועד müsste dann übersetzt werden: Ein Ochs, der als gewohnt gilt in Betreff seiner Art, gilt nicht als gewohnt Betreffs anderer Arten. In derselben Weise müssten auch die folgenden Sätze übersetzt werden.",
+ "aber nicht Betreffs herangewachsener. Dasselbe gilt auch bei Menschen: Ein Ochs, der ein מועד ist in Betreff kleiner Kinder, ist kein מועד Betreffs Grosser.",
+ "Sie. Die Schüler.",
+ "er wäre gewohnt in Betreff der Schabbate. Weil er da nicht arbeitet oder weil er die Leute in ihren Schabbat-Kleidern nicht kennt.",
+ "sich wieder als unschädlich gezeigt hat. Es sind 3 Schabbate nacheinander Ochsen resp. Menschen an ihm vorübergegangen, ohne dass er sie gestossen hat."
+ ],
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+ "so ist man frei. Selbst wenn der Ochs ein מועד war.",
+ "den ganzen Schaden bezahlen. Nach der im Schitta mekubezet citirten Entscheidung des R. Menachem Meïri (lebte gegen das Ende des 13. Jahrhunderts) gilt diese Rechts-Ungleichheit nur in Bezug auf diejenigen Heiden, welche nicht die 7 noachidischen Gebote (Enthaltung von Mord, Raub, Blutschande, Genuss des Fleisches lebender Tiere, Gotteslästerung und Götzendienst, sowie Übung der Rechtspflege) beobachten; „dagegen hatten diejenigen Heiden, welche diese 7 Gebote hielten, bei uns dasselbe Recht, wie wir bei ihnen; und um so mehr muss dies der Fall sein gegenüber den Völkern, die durch Religion und Gesetz sich auszeichnen (Christen und Muhamedaner).“ Diese Entscheidung wiederholt R. Menachem noch an vielen andern Stellen."
+ ],
+ [
+ "so sind jene frei. Man stellt ihnen keinen Vormund, dass sie für den תם den halben Schaden vom Körper des Ochsen bezahlen.",
+ "und man bezeugt ihnen vor dem Vormunde. Auf dass beim מועד der ganze Schaden von den Grundstücken der Mündel bezahlt werde.",
+ "so wird deren Ochse wieder als nicht gewohnt beurteilt. R. Meïr ist der Ansicht, dass durch den neuen Besitzer der Rechtszustand des Ochsen ein anderer wird, da der neue Besitzer sagen kann: Wenn man mich verwarnt hätte, so würde ich meinen Ochsen gut gehütet haben.",
+ "Der Ochs des Stadion. Der Rennbahn (στάδιον), wo Tierkämpfe oder Stiergefechte aufgeführt werden.",
+ "ist nicht des Todes schuldig. Wenn er einen Menschen getötet hat."
+ ],
+ [
+ "wenn der Ochs gewohnt ist. Obgleich der Ochs nach der ersten Tötung eines Menschen gesteinigt werden soll, kann dennoch ein Fall eintreten, dass er durch dreimalige Tötung ein מועד wird, wenn er z. B. jedesmal davongelaufen ist und nicht gesteinigt werden konnte.",
+ "Lösegeld. Den Wert des Getöteten an dessen Erben.",
+ "in beiden Fällen aber ist der Ochs des Todes schuldig. Er wird gesteinigt.",
+ "wenn er einen Sohn oder eine Tochter. Kleine Kinder, wenn sie nur lebensfähig sind.",
+ "Hat er einen Sklaven oder eine Sklavin. Hier ist von kanaanitischen (nicht jüdischen) gekauften oder im Hause von Sklavinnen geborenen Leibeigenen die Rede, denen diejenigen jüdischen Pflichten obliegen, die auch den jüdischen Frauen geboten sind.",
+ "gestossen, so bezahlt man dreissig Selaïm. Ein Sela = 1 Schekel. Es ist einerlei, ob תם oder מועד. Der Ochs wird gesteinigt, vgl. Exod. 21, 32."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Ochs sich an einer Wand gerieben hat und diese dadurch auf einen Menschen gestürzt ist. Und dieser stirbt.",
+ "so ist er frei. Von der Todesstrafe, weil die Tötung ohne Absicht geschah. Doch muss der Herr, falls der Ochs ein מועד war, Lösegeld bezahlen."
+ ],
+ [
+ "ein Ochs der Waisen. Die keinen Vormund haben.",
+ "ein Ochs des Vormunds. Ein Ochs der Waisen, den ihr Vormund zu hüten hat.",
+ "ein Ochs der Wüste. Der herrenlos ist.",
+ "der gestorben ist und keine Erben hat. Vgl. 9, 11.",
+ "sind von der Todesstrafe frei. Selbst wenn erst nach dem Stossen der Ochs für herrenlos erklärt oder geheiligt wurde oder der Proselyt gestorben ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Ochs zur Steinigung verurteilt ist. Eig. „der hinausgeht um gesteinigt zu werden.“ Gemeint ist aber, er geht vom Gerichte als zur Steinigung Verurteilter hinaus.",
+ "so ist er geheiligt. Er wird zwar gesteinigt; er ist aber insofern geheiligt, dass wer von ihm einen Nutzen hat, wegen Veruntreuung des Heiligen ein Opfer bringen muss."
+ ],
+ [
+ "Hat er den Ochsen. Der noch nicht gestossen hat. Diese Mischna bezieht sich nicht auf die vorhergehende, sondern enthält einen neuen Fall.",
+ "der ihn sich mietet. Vgl. B. mezia 7, 8.",
+ "übergeben. Und er hat bei ihnen gestossen.",
+ "den halben Schaden. Und der Eigentümer ist frei. Wenn oben, nach Note 27, der Vormund nicht für den Schaden des Ochsen der Waisen aufkommen muss, so ist der Grund davon, dass der Vormund vom Gerichte eingesetzt wird und er die Vormundschaft nicht übernehmen würde, falls er den Schaden mit seinem Gelde bezahlen müsste.",
+ "Hat der Herr den Ochsen mit der Halfter. מוסרה, von יסר = אסר, Band.",
+ "angebunden und vor ihm gehörig zugemacht. Mit einer Türe, die einem gewöhnlichen Winde widerstehen kann. Dies heisst eine normale Vorsicht (שמירה פחותה).",
+ "dieser aber war gehütet. Es genügt, die normale Hut, es bedarf nicht der ausserordentlichen Hut (שמירה מעולה), um den מועד von der Bezahlung des ganzen Schadens zu befreien. Indessen muss er in diesem Falle nach den meisten Decisoren wenigstens den halben Schaden bezahlen, wie bei תם; denn von dem halben Schaden des תם kann nur eine vorzügliche Hut (שמירה מעולה) befreien.",
+ "Dieser kann nicht anders gehütet werden. Selbst bei einer vorzüglichen Hut muss er den ganzen Schaden bezahlen.",
+ "als durch das Messer. Er muss den Ochsen schlachten."
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+ [
+ "Wenn ein Ochs eine Kuh. Die trächtig ist.",
+ "und man findet ihre Leibesfrucht an ihrer Seite. Und man erkennt es, dass das Kalb tot geboren ist.",
+ "ob sie vor dem Stosse. Also ein totes Kalb, dass nicht durch den Stoss getötet wurde.",
+ "oder nach dem Stosse. Also ein durch den Stoss getötetes Kalb.",
+ "so bezahlt man den halben Schaden der Kuh. Die Rede ist von einem תם, bei dem man nur den halben Schaden bezahlt.",
+ "und ein Viertel Schaden des Jungen. Da in Betreff des Schadens des Jungen ein Zweifel obwaltet, so gilt der Grundsatz: Geld, das im Zweifel liegt, wird geteilt. Diese Lehre hat, wie der Talmud nachweist, Symmachos (סומכוס) der Schüler des R. Meïr ausgesprochen. Die Weisen sind jedoch der Ansicht, dass derjenige, der eine Geldforderung an seinen Nächsten stellt, den Beweis zu erbringen hat, vgl. oben III, 11; demnach erhält der Geschädigte hier für das Junge gar nichts, es sei denn, dass er durch Zeugen beweist, dass die Kuh erst nach dem Stosse das tote Kalb geworfen hat.",
+ "So auch wenn eine Kuh einen Ochsen gestossen hat und man findet ihr Junges. Ein lebendiges Kalb.",
+ "ob sie vor dem Stossen oder nach dem Stossen geboren hat. Im ersteren Falle gehörte das Junge nicht mehr zum Körper der stossenden Kuh, ist also kein Zahlungsobjekt für den Geschädigten, da bei תם nur das beschädigende Tier Zahlungsobjekt ist; in letzterem Falle dagegen kann man auch das Junge als Zahlung nehmen, da es während des Stosses zum Körper der Kuh gehörte.",
+ "der Kuh. Wenn die Kuh vorhanden ist und zur Zahlung des halben Schadens hinreicht.",
+ "Jungen. Wenn die Kuh nicht vorhanden ist. Ist die Kuh vorhanden, aber zur Zahlung des halben Schadens nicht hinreichend, so wird nur die Hälfte des noch nicht bezahlten Bestes vom Körper des Jungen bezahlt, z. B. ist der Schaden 200 Sus, die Hälfte desselben also 100 Sus, der Wert der Kuh aber nur 90 Sus, so werden 5 Sus vom Körper des Kalbes bezahlt."
+ ],
+ [
+ "so ist dieser frei. Hat das Tier jedoch einen Genuss davon gehabt, so bezahlt man den Genuss, wie oben II, 2.",
+ "ist der Eigentümer der Früchte schuldig. Dies gilt nur für den Fall, dass das Vieh durch die Früchte ausgelitten ist und dadurch beschädigt wurde; hat es sich aber durch das Fressen der Früchte beschädigt, so ist der Eigentümer der Früchte frei."
+ ],
+ [
+ "so ist dessen Eigentümer schuldig. Beim תם den halben und beim מועד den ganzen Schaden zu bezahlen.",
+ "War des Hausherrn Vater oder Sohn darin. Auch wenn ein Fremder darin war, muss der Herr des Ochsen an die Erben des Getöteten Lösegeld bezahlen; die Mischna spricht jedoch nur von gewöhnlichen Fällen.",
+ "so muss des Ochsen Eigentümer das Lösegeld bezahlen. Falls der Ochs gewohnt (מועד) war sich auf die in Gruben befindlichen Menschen zu stürzen und sie zu töten. Doch ist hier nicht von dem Falle die Rede, dass der Ochs nicht den Menschen töten wollte, sondern sich in die Grube gestürzt hat, um darin befindliches Gras zu fressen; in diesem Falle wird der Ochs nicht gesteinigt, dessen Eigentümer muss aber Lösegeld bezahlen, vgl. oben IV, 6.",
+ "so ist der Besitzer des Hofes schuldig. Sowohl das Lösegeld zu bezahlen, als auch, falls der Ochs beschädigt wurde, den Schaden zu ersetzen.",
+ "zu hüten. Hat der Hausherr nicht die Hut übernommen, so ist er frei; aber auch der Eigentümer des Ochsen ist für keinen Schaden verantwortlich, da er ihn mit Erlaubnis des Hausherrn hereingebracht hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Ochs einen andern Ochsen stossen wollte. Auch wenn der Ochs die schwangere Frau stossen wollte, ist dessen Besitzer nicht verpflichtet, den Wert der Kinder zu bezahlen; denn dies hat die Thora nur vorgeschrieben, falls ein Mensch eine schwangere Frau stösst. Die Mischna sagt aber deshalb: „Wenn er einen anderen stossen wollte“, weil im folgenden Falle beim Menschen derselbe Ausdruck gebraucht wird.",
+ "so ist dessen Besitzer von der Bezahlung des Wertes der Kinder frei. Lösegeld (כופר) ist nur für lebensfähige Menschen, aber nicht für noch nicht geborene Kinder zu bezahlen.",
+ "so muss er den Wert der Kinder bezahlen. Dem Gatten der Frau.",
+ "wertvoller. Da sie vor der Geburt in Gefahr ist, beim Gebären zu sterben. Nach dem Talmud spricht R. Simon von einer Erstgeburt, wobei die Frau besonders in Gefahr ist.",
+ "gibt man es seinen. Des Mannes.",
+ "War sie eine freigelassene Sklavin oder eine Proselytin. Deren Gatte gewöhnlich ein freigelassener Sklave oder Proselyt ist.",
+ "so ist man frei. Falls der Gatte ohne Erben gestorben und dessen Vermögen dadurch herrenloses Gut geworden ist, vgl. oben IV, 7."
+ ],
+ [
+ "Wer im Privatgebiete eine Grube gräbt und sie nach dem öffentlichen Gebiete hin öffnet. Um so mehr ist man schuldig, wenn man im öffentlichen Gebiete die Grube gräbt und dort auch die Öffnung macht.",
+ "oder wer sie im eigenen Gebiete gräbt und nach eines Andern Privatgebiete. Und dem Andern ist nichts davon bekannt geworden, so dass er keine Pflicht hat, die Grube zuzudecken. Wenn die Öffnung der Grube im Privatgebiete ist, so ist der Urheber der Grube nur dann zum Schadenersatz verpflichtet, falls der Eigentümer des Privatgebietes dieses für frei zu Jedermanns Eintritt erklärt hat.",
+ "ob er eine. runde.",
+ "einen. langen schmalen.",
+ "eine Höhle. Die quadratförmig ist und eine Bedachung hat.",
+ "Vertiefungen. Die quadratförmig und ohne Bedachung sind.",
+ "oder Rinnen. Die unten schmal und oben breit sind.",
+ "indem sie. gewöhnlich.",
+ "so ist man frei. Weil dies als besonderer Zufall (אונס, casus fortuitus) zu betrachten ist, an dem der Urheber der Grube nicht die Schuld trägt."
+ ],
+ [
+ "so ist der zweite schuldig. Falls der erste ihm den Deckel der Grube mit dem Auftrage, dieselbe zuzudecken, übergeben hat. In der Mischna des Jerusch. steht hier noch folgender Satz: כיסהו הראשון ובא השני וגילחו השני חייב (hat sie der erste zugedeckt und es kam der zweite und deckte sie auf; so ist der zweite schuldig).",
+ "so ist der zweite schuldig. Er hatte die Pflicht, den ersten davon in Kenntnis zu setzen und dann mit ihm gemeinschaftlich für die Zudeckung zu sorgen.",
+ "Hat man die Grube gehörig zugedeckt und es fällt ein Ochs oder ein Esel hinein. Indem der Deckel, ohne dass man es merken konnte, wurmfrässig geworden und gebrochen ist.",
+ "Ist ein Ochs in Folge des Geräusches beim Graben. Die Grube war bereits 10 Handbreiten tief, und indem Jemand weiter grub, ist ein Ochs, durch das dadurch verursachte Geräusch erschreckt, hineingefallen.",
+ "so ist man schuldig. Trotzdem hier das Geräusch den Schaden veranlasst hat, ist man dennoch ersatzpflichtig, weil der Schaden in der Grube gefunden worden ist und diese den Schaden mit bewirkt hat. Es gilt da der Grundsatz: כל היכא דליכא לאשתלומי מהאי משתלם מהאי Wenn Jemand gemeinschaftlich mit einer andern nicht verantwortlichen Potenz einen Schaden anrichtet, so hat er allein den Schaden zu bezahlen.",
+ "so ist man frei. Weil das Geräusch den Schaden blos veranlasst und nicht bewirkt hat und גרמא בניזקין פטור eine Veranlassung bei Schädigungen nicht zum Ersatz verpflichtet.",
+ "Ist ein Ochs mit seinen Geräten. Das Joch und der Pflug.",
+ "oder ist ein Esel mit seinen Geräten. Sattel und Packzeug.",
+ "in Betreff der Geräte aber frei. Denn es heisst (Exod. 21, 33): „Es fällt hinein ein Ochs oder ein Esel“; es ist daher nur für getötete Tiere Ersatz zu leisten, nicht aber für getötete Menschen oder beschädigte Geräte.",
+ "so ist man schuldig. Ebenso wenn ein blinder oder ein in der Nacht vorübergehender Ochs hineingefallen ist; wenn aber ein gesunder Ochs bei Tage hineinfällt, ist man frei, weil er sich in Acht nehmen konnte.",
+ "Fällt ein männliches oder weibliches Kind. Bei Grossen um so gewisser, s. oben Note 42."
+ ],
+ [
+ "der Absonderung vom Berge Sinai. Nach Exod. 19, 13.",
+ "des Doppel-Ersatzes. Wenn sie Jemand gestohlen, oder als Hüter vorgab, dass sie gestohlen wurden und sie selbst veruntreut hat, vgl. Exod. 22, 8.",
+ "der Rückgabe des Verlorenen. Deuteron. 22, 3.",
+ "der Last-Abladung. Wenn man sieht das Vieh seines Nächsten unter seiner Last liegend, vgl. Exod. 23, 5.",
+ "des Maul-Verbindens. Deuter. 25, 4: Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt.",
+ "der Vermischung mit anderer Gattung. Sowohl zur Begattung (Lev. 19, 19) als auch um zusammen zu pflügen (Deut. 22, 10).",
+ "und der Schabbatruhe. Exod. 20, 10; Deuteron. 5, 14."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "zumacht. D. h. eine normale Hut, שמירה פחותה, s. oben IV, 9. Falls er nicht wusste, dass es herausgekommen. Es ist hier von Zahn- und Fuss-Schäden (שן ורגל) die Rede, wobei eine normale Hut vom Ersatz befreit.",
+ "so ist er frei. Entweder das Vieh hat die Wand durchbrochen oder die Wand ist eingestürzt.",
+ "oder haben Räuber eingebrochen. Nachts.",
+ "so ist er frei. Weil der Eigentümer in der Nacht nicht verpflichtet ist, seine Tiere aufzusuchen. Nach Einigen sind in diesem Falle auch die Räuber nicht zum Schadenersatz verpflichtet, da sie die Tiere nicht hinausgetrieben und durch das Einbrechen der Wand den Schaden bloß veranlasst haben, s. oben V, Note 39.",
+ "Haben es Räuber herausgebracht. Selbst wenn sie es bloß mit dem Stocke geschlagen, so dass es hinausging.",
+ "so sind die Räuber schuldig. Der Räuber erwirbt das Vieh insofern, dass er für dessen Schaden verantwortlich ist."
+ ],
+ [
+ "Hat man es in die Sonne gesetzt. Wobei vorauszusehen ist, dass es, durch die Sonne geplagt, ausbrechen wird.",
+ "so tritt der Hirte an seine Stelle. Da dies bereits oben IV, 9 gelehrt ist, so muss dieser Satz, nach dem Talmud, von dem Falle handeln, dass ein Hirte das ihm anvertraute Vieh einem andern ihm untergebenen Hirten übergeben hat, und die Mischna lehrt, dass da der erste Hirte der Verantwortung enthoben ist.",
+ "Ist das Vieh in einen Garten gefallen. Indem es durch einen Zufall auf einer hochgelegenen Strasse ausgeglitten ist.",
+ "und hat dort einen Nutzen gehabt. Dadurch dass es auf weiches Kraut gefallen ist. Anstatt ונהנית hat die Mischna des Jerusch. והזיקה (und sie hat beschädigt).",
+ "so bezahlt man diesen Nutzen. Auch wenn es dort Kraut gefressen hat, zahlt man bloß den Nutzen, s. oben II, 2.",
+ "Man schätzt ein Stück von einer Sea-Aussaat. D. i. ein Stück Feld von 50 Ellen Länge und 50 Ellen Breite, worauf man ein Sea (סאה) Getreide aussäen kann.",
+ "wie viel es wert war. Bevor das Tier davon ein Beet abgegrast hat.",
+ "und wie viel es jetzt wert ist. Nachdem ein Beet davon beschädigt ist. Durch eine solche Schätzung ist der Schädiger im Vorteil, da ein Käufer von einem בית סאה wegen eines beschädigten Beetes nur eine Kleinigkeit abzieht.",
+ "so bezahlt man reife Früchte. D. h. man muss den vollen Wert der Früchte bezahlen. Nur wenn die Früchte unreif waren, wird die Schätzung wie oben nach dem Minderwerte eines grösseren Stück Feldes vorgenommen."
+ ],
+ [
+ "Wenn Jemand in das Feld seines Nächsten ohne Erlaubnis Garben legt. Eig. המגדיש wenn Jemand einen Garbenhaufen macht.",
+ "und wenn es sich an denselben beschädigt. Wenn es daran ausgeglitten ist, wie oben V Note 12.",
+ "so ist der Feldbesitzer schuldig. Nach Rabbi (oben V, 3 Ende) nur dann, wenn der Feldbesitzer zugleich der Wächter des Getreides ist, so dass er mit der Erlaubnis, zugleich die Hut der Garben übernommen hat."
+ ],
+ [
+ "so ist der letztere. Der Beauftragte; denn bei einer Sünde ist der Beauftragende nicht für die Tat des Beauftragten verantwortlich (אין שליח לדבר עבירה).",
+ "Kommt ein Anderer und bläst es an. Anstatt ליבה lesen Einige ניבה von ניב שפתים (Jesaja 57, 19).",
+ "so sind Alle frei. Wenn es ein aussergewöhnlich starker Wind war; war es aber ein gewöhnlicher Wind, dann ist der Holzbringer oder der Feuerbringer schuldig, wer der letzte war.",
+ "Erregt Jemand einen Brand und er verzehrt Holz oder Stein oder Erde. Es verdirbt ein gepflügtes Feld.",
+ "oder das Feld. D. h. das Feld selbst wird verdorben.",
+ "die vier Ellen hoch. D. h. um 4 Ellen höher als das Holz des Brandes.",
+ "oder über eine öffentliche Strasse. Von 16 Ellen Breite.",
+ "oder über einen Strom. Von 8 Ellen Breite; nach Einigen auch bei geringerer Breite, falls Wasser im Strome ist; die Breite von 8 Ellen ist nur bei einem wasserleeren Strombett nötig.",
+ "wie weit kann das Feuer weiter schreiten. So dass der Anzünder bis zu dieser Entfernung für den Schaden verantwortlich ist.",
+ "als befände es sich mitten in einem Felde von einer Kor-Aussaat. Ein Kor hat 30 Sea. Eine Sea-Aussaat ist ein Quadrat von 50 Ellen, also = 50 Quadrat Ellen = 2500 Quadrat-Ellen. Eine Kor-Aussaat ist also ein Flächenraum von 75000 Quadrat Ellen. Quadratwurzel aus 75000 ist 273,88; also ist ein בית כור ein Quadrat von ungefähr 274 Ellen. Ein Feuer, in der Mitte eines solchen Quadrates angezündet, kann nur bis an die Grenzen desselben schreiten. Das Feuer überschreitet also nicht einen Weg von ²⁷⁴⁄₂ Ellen = 137 Ellen.",
+ "R. Elieser sagt: 16 Ellen. Nach jeder Seite.",
+ "es kommt daher bei Allem auf die Beschaffenheit des Feuers an. Wenn das Feuer gross ist, kann es auch einen Weg von 1000 Ellen überschreiten."
+ ],
+ [
+ "Er bezahlt nur einen Garbenhaufen von Weizen oder von Gerste. Man bezahlt für die verborgenen Gegenstände nur so viel, als hätte an dem von ihnen eingenommenen Raume Weizen oder Gerste gelegen. Wenn man das Feuer im eigenen Gebiete angezündet und dieses von da in des Nächsten Feld hinübergeschritten ist, dann braucht man selbst diejenigen verborgenen Gegenstände, die gewöhnlich dort verborgen liegen (wie etwa Ackergeräte, nicht zu bezahlen; denn es heisst: „oder die Saat“, man ist daher nur für dasjenige, das wie die Saat frei liegt, Ersatz schuldig.",
+ "War ein Böcklein daran gebunden. So dass es nicht davon laufen konnte.",
+ "und ein Sklave daneben stehend. So dass er sich retten konnte, der Brandstifter also nicht wegen Tötung des Sklaven das Leben verwirkt hat.",
+ "so ist man schuldig. Für das Böcklein Ersatz zu leisten.",
+ "war aber der Sklave angebunden. So dass er sich nicht retten konnte, der Brandstifter also als Mörder des Sklaven den Tod verdient.",
+ "oder war das Böcklein daneben stehend. So dass es davonlaufen konnte.",
+ "frei. Vom Ersatze für das Böcklein. Im ersten Falle deshalb, weil bei der Verwirkung des Lebens keine Geldzahlung auferlegt wird, vgl. oben III, 10 Ende; im zweiten Falle ist man für das Böcklein keinen Ersatz schuldig, weil dieses nicht angebunden war und davonlaufen konnte.",
+ "mitbezahlen muss. Falls er das Feuer nicht im eigenen Gebiete, sondern direkt an dem Palast angelegt hat. Ebenso muss derjenige, der direkt ein fremdes Feld anzündet, auch die verborgenen Gegenstände bezahlen, die man gewöhnlich dort verbirgt, s. oben Note 32."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Funke unter dem Hammer. Des Schmiedes.",
+ "Falls es ein Chanukka-Licht. Am Chanukkah-Feste, das am 25. Kislew beginnt und 8 Tage dauert, werden jeden Abend Lichter angezündet; diese wurden in früheren Zeiten vor die Türe nach der Strasse gestellt.",
+ "ist er frei. Weil dies mit Erlaubnis geschah, s. oben III, 6."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Mehr Anwendung findet die Norm. מדה Maass, Maassstab, daher, wie das gr. ϰανών, auch Norm, Vorschrift, Regel.",
+ "des Doppel-Ersatzes. Beim Diebstahl.",
+ "dagegen gilt die Norm vom Ersatz des Vier- oder Fünffachen nur bei Rind und Schaf. Man zahlt beim Rind das Fünffache und beim Schaf das Vierfache"
+ ],
+ [
+ "Hat einer nach Aussage zweier Zeugen gestohlen. Es bezeugen zwei Zeugen, dass jemand ein Rind oder ein Schaf gestohlen.",
+ "hat er gestohlen und zum Götzendienste verkauft. Hätte er aber am Schabbat oder dem Götzen geschlachtet, dann würde er nicht bezahlen, weil er da des Todes schuldig ist, s. oben III, 10 Ende Selbst wenn er es aus Versehen getan hätte, in welchem Falle er doch nicht getötet wird, kann er dennoch bei einer Todsünde nicht zur Zahlung verurteilt werden.",
+ "hat er gestohlen und am Versöhnungstage geschlachtet. Hierbei findet keine gerichtliche Todesstrafe, sondern nur himmlische Ausrottung statt (Lev. 23, 30), und diese befreit nicht von der Zahlung. Doch darf keine Verwarnung dabei stattgefunden haben, sonst würde er nach Makkot III, 2 mit Geisselung bestraft werden, was ihn von der Geldzahlung befreit, vgl. Kethubot III, 1.",
+ "und nachher. Wenn aber der Vater vorher gestorben ist, zahlt er nur das Doppelte (weiter Mischna 4).",
+ "hat er gestohlen und geschlachtet und nachher. Wenn er es vorher geheiligt hat, zahlt er nur das Doppelte (weiter M. 4).",
+ "es geheiligt. Die Mischna des Jerusch hat noch ומכר vor ואח״כ הקדיש, ebenso liest sie weiter noch ומכר vor לרפואה.",
+ "hat er geschlachtet und es wurde Trefa. Trefa heisst das Tier, wenn an ihm eine Verletzung gefunden wird, in deren Folge es keine 12 Monate leben könnte; ein solches Tier darf nicht gegessen werden (Cholin III, 1).",
+ "oder hat er profane Tiere im Tempel-Vorhofe geschlachtet. Im Tempelhofe dürfen nur geheiligte Opfertiere geschlachtet werden; profane Tiere, dort geschlachtet, sind zu essen verboten.",
+ "Simon spricht frei in den beiden letzten Fällen. Weil nach seiner Ansicht unter dem Ausdruck שחוט oder טבוח in der Thora nur ein solches Schlachten zu verstehen ist, das das Tier zum Essen erlaubt macht."
+ ],
+ [
+ "die Zeugen werden aber als falsch befunden. Sie werden der Lüge überführt dadurch, dass andere zwei Zeugen aussagen: Ihr waret in jener Zeit in der ihr diese Tat gesehen zu haben vorgebet, mit uns an einem andern Orte und konntet also diese Tat nicht gesehen haben. Eine solche Überführung nennt man „Hasama“. Werden die Zeugen in anderer Weise (z. B dadurch, dass der vermeintliche Dieb sein Alibi nachweist) der Lüge überführt (was „Hakchascha“ genannt wird), so ist deren Zeugnis zwar ungültig, wird aber nicht bestraft, vgl. Makkot I, 4.",
+ "so müssen diese Alles bezahlen. Man bestraft die Zeugen, wie sie gedacht hatten, ihrem Bruder zu tun, Deuteron. 19, 19.",
+ "dass jemand gestohlen. Ein Rind",
+ "so bezahlen die ersten Zeugen das Zweifache und die letzten das Dreifache. Diese Vorschrift gilt nur für den Fall, dass die letzten Zeugen zuerst durch „Hasama“ (nach Note 13) überführt werden, sind aber die Diebstahls - Zeugen zuerst überführt worden, so ist dadurch auch das Zeugnis des letzten Zeugen nichtig geworden (s. Ende dieser Mischna), und die spätere „Hasama“ des nichtigen Zeugnisses kann keine Bestrafung herbeiführen.",
+ "so ist das zweite Zeugnis nichtig. Der Dieb zahlt also das Doppelte, da das erste Zeugnis gültig ist; die zweiten Zeugen werden aber nicht bestraft, denn die Bestrafung findet nur statt, wenn beide Zeugen durch „Hasama“ überführt werden, s. Makkot I, 7.",
+ "so ist das ganze Zeugnis nichtig. Der vermeintliche Dieb ist frei, aber auch beide Zeugenpaare sind frei, nach Note 13 und 16."
+ ],
+ [
+ "aber nicht das Vier- oder Fünffache. Nach dem Talmud nur dann, wenn nicht nachher Zeugen die Sache bestätigt haben, wird aber nachher das Schlachten oder Verkaufen durch Zeugen bezeugt, so kann das Geständnis den Dieb nicht von der Zahlung des Dreifachen befreien, weil er durch sein Geständnis sich zu gar keiner Zahlung verpflichtet hat. Hat er aber den Diebstahl selbst eingestanden, so dass er sich dadurch zur Zahlung des einfachen Kapitals verpflichtet hat, so bleibt er vom Doppelersatze selbst dann befreit, wenn nachher der Diebstahl durch Zeugen bestätigt wird.",
+ "Hat jemand gestohlen und am Schabbat geschlachtet. Wobei er eine Todsünde begeht, die ihm von der Zahlung befreit, s. oben Note 5.",
+ "hat er gestohlen und zum Götzendienste geschlachtet. Wobei er eine Todsünde begeht, die ihm von der Zahlung befreit, s. oben Note 5.",
+ "der Vater ist darauf gestorben. So dass er Erbe des Gestohlenen wird. Wenn auch noch andere Miterben vorhanden sind, so ist er dennoch vom Ersatz des Vier- und Fünffachen befreit, denn diese Strafe tritt nur dann ein, wenn das ganze Tier gestohlenes Gut ist, s. weiter Mischna 5.",
+ "es darauf geheiligt. Nachdem der Eigentümer die Wiedererlangung des Gestohlenen bereits aufgegeben hat (ייאוש); durch die Heiligung tritt dann noch eine Änderung des Besitzers (שינוי רשות) hinzu, und das Tier hört auf, Eigentum des ersten Herrn zu sein.",
+ "Simon sagt. R. Simon bezieht sich nicht auf das Vorhergehende, sondern spricht von dem Falle, dass jemand geheiligte Tiere von deren Eigentümer gestohlen und sie dann geschlachtet oder verkauft hat.",
+ "für welche der Eigentümer zu haften verpflichtet ist. Wenn der Eigentümer gelobt hat: „Ich verpflichte mich, ein Opfer zu bringen“ (הרי עלי קרבן) und er hat ein Tier zur Erfüllung dieses Gelübdes geheiligt, so muss er, wenn dies abhanden kommt, ein anderes Tier dafür als Opfer weihen.",
+ "bezahlt man das Vier- oder Fünffache. Wenn es der Dieb als Opfer im Tempelhofe geschlachtet hat, jedoch so, dass der Eigentümer dadurch sein Gelübde nicht erfüllt hat, indem er entweder es nicht für den Namen des Eigentümers geschlachtet oder das Blut vergossen und nicht auf den Altar gesprengt hat. Hätte er aber das geweihte Tier ausserhalb des Tempelhofs geschlachtet, so dass es eine verbotene Schlachtung war, so wäre er nach R. Simon frei, s. oben Note 12.",
+ "für welche jener nicht haften muss. Wenn der Eigentümer gelobt: „Dieses Tier soll ein Opfer sein“ (הרי זו קרבן)."
+ ],
+ [
+ "den hundertsten Teil davon ausgenommen. Er muss nur dann das Vier- oder Fünffache bezahlen, wenn er das ganze Tier unberechtigter Weise verkauft hat, war er aber berechtigt einen Teil zu verkaufen, oder hat er einen Teil für sich zurückbehalten, den er nicht verkauft, so zahlt er nur das Doppelte. Es muss der zurückbehaltene Teil ein solcher sein, der durch die Schlachtung des Tieres zum Essen erlaubt wird; ein Zurückbehalten der Wolle oder der Hörner dagegen befreit ihn nicht von der Zahlung des Vier- oder Fünffachen.",
+ "dass es durch seine Hand zum Aas gemacht wurde. Indem er nicht den Schlachtvorschriften gemäss geschlachtet.",
+ "oder hat er es durchbohrt. נחר arab. نحر jugulavit; nach Raschi von נחיר Nasenloch, „von den Nasenlöchern bis zum Herzen zerreissen.“",
+ "oder ihm die Halsgefässe ausgerissen. עַקֵּר entwurzeln, die Halsgefässe (Schlund und Luftröhre) von der Wurzel losreissen. In den drei letzten Fällen ist er nicht nur nach R. Simon (oben Note 12), sondern auch nach den Weisen von der Zahlung des Vier- oder Fünffachen befreit, da das Tier gar nicht geschlachtet wurde.",
+ "Hat er aber in ihrem Gebiete gestohlen und geschlachtet oder verkauft. Ohne es vorher durch Aufheben sich angeeignet zu haben."
+ ],
+ [
+ "so ist er frei. Da der Dieb es sich noch nicht angeeignet hatte, als es starb.",
+ "so ist er schuldig. Doppelersatz, da er es durch das Aufheben oder Herausbringen sich angeeignet hat.",
+ "Hat er es gegeben für seinen erstgeborenen Sohn. Einem Priester als Lösegeld nach Exod. 13, 13.",
+ "einem unentgeltlichen Hüter, einem, der es entlehnt, einem Lohnhüter oder einem, der es mietet, — hat es einer (der letztern. Im Auftrage des Diebes, ohne zu wissen, dass es gestohlen ist.",
+ "mit sich fortgezogen. Im Jerusch. und im T. Babli heisst es auch hier, wie oben: ויוצא.",
+ "so ist er schuldig. Der Dieb ist Doppelersatz schuldig, da es ein Anderer in seinem Auftrage sich angeeignet hat."
+ ],
+ [
+ "Man darf kein kleines Vieh im Lande Israel grossziehen. Weil es die Saaten beschädigt.",
+ "man darf es aber grossziehen in Syrien. In dem von König David eroberte n Syrien (2. Sam. 8, 3—6), das nicht zum Lande Israel gerechnet wird.",
+ "und in den Wüsten des Landes Israel. Z. B. in der Wüste Juda, in der Wüste Gibeon u. a.",
+ "Man darf keine Hühner. Weil diese oft in den Mist picken und von dort ein linsengrosses Stück von einem unreinen Kriechtiere an heilige Speisen bringen und dieselbe verunreinigen könnten.",
+ "in Jerusalem grossziehen wegen der Heiligtümer. Opferspeisen.",
+ "die Priester dürfen dies nicht im ganzen Lande Israel wegen der reinen Speisen. Hebe und andere Speisen, bei denen die Priester die Reinheitsgesetze gewöhnlich beobachten.",
+ "Schweine darf man an keinem Orte grossziehen. Als Grund erzählt eine Baraita im Talmud folgendes: Als die Hasmonäer einander bekriegten, war Aristobul in Jerusalem und Hyrkan belagerte ihn draussen. Die Belagerten Hessen jeden Tag von der Mauer einen Korb mit Geld herab, wofür man ihnen Opferlämmer für den täglichen Gottesdienst hinaufsandte. Einmal aber sandte man, um die Belagerten zur Übergabe zu zwingen, ein Schwein hinauf. Über diese Verhöhnung des Heiligtums waren die Weisen so empört, dass sie einen Fluch über denjenigen aussprachen, der Schweine grossziehen würde. Nach Josephus (ant. XIV, 2, 2) hätten die Belagerer bloß das Geld behalten, ohne dafür Opfer zu senden. Doch ist die Erzählung des Talmuds wahrscheinlich die richtige.",
+ "Es soll Niemand einen Hund. Der böse ist und beisst.",
+ "Man darf keine Schlingen. נֶשֶב, syr. ܢܶܫܒܳܐ Schlinge.",
+ "ausser wenn es von der bewohnten Gegend. Wo die Bewohner die Eigentümer der Tauben sind.",
+ "dreissig Ris. 30 Ris betragen 4 Mil, ein Mil hat 2000 Ellen, also 1 Ris = 266⅔ Ellen."
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+ "ist dafür wegen fünf Momente schuldig. Er kann wegen dieser 5 verschiedenen Arten von Beschädigungen, falls sie vorhanden sind, zur Zahlung verpflichtet werden.",
+ "als wäre er ein auf dem Markte zu verkaufender Sklave. Ein kanaanitischer Sklave, der auf ewige Zeiten verkauft werden kann (so nach R. Ascher); nach Raschi schätzt man ihn, wie einen hebräischen Knecht.",
+ "wie viel er wert war. Vor der Verletzung.",
+ "wie viel ein Mensch seines Gleichen. Je nachdem er schwach oder abgehärtet ist.",
+ "dass er einen solchen Schmerz sich zufügen liesse. So nach Mar Ukba im Jeruschalmi; nach R. Seëra das. und nach T. Babli wäre zu erklären: Wie viel ein Mensch, der von der Regierung zu einer solchen Strafe verurteilt ist, zahlen würde, dafür dass er von dieser Strafe befreit wird.",
+ "Sind Geschwüre. צמחים eig. Gewächse.",
+ "ihn heilen zu lassen. Weil wir annehmen, dass sie durch seine eigene Schuld wieder ausgebrochen.",
+ "da er ihm den Wert seiner Hand und den Wert seines Fusses bereits bezahlt hat. Er hätte ohne Hand, auch wenn er nicht bettlägerig gewesen wäre, keinen anderen Verdienst haben können, als durch Hüten eines Feldes.",
+ "der beschämt hat. Ob er ein vornehmer oder ein geringer Mann ist, in letzterem Falle ist die Schande grösser (Raschi).",
+ "der beschämt worden ist. Wenn dieser vornehm ist, muss mehr bezahlt werden.",
+ "Wer einen Nackten beschämt. Wenn ein Wind sein Kleid emporgehoben, und es kam einer und hob es noch weiter empor (Talmud).",
+ "wer einen Blinden beschämt. Der dies zwar nicht sieht, aber fühlt.",
+ "oder wer einen Schlafenden beschämt. Der es zwar nicht jetzt, aber später beim Erwachen merkt.",
+ "ist schuldig. Aber nicht so viel, als wenn er bekleidet, sehend oder wachend gewesen wäre.",
+ "Sie streckt ihre Hand aus und ergreift seine Schamteile. Aus diesem Verse leitet die Tradition die Lehre vom Beschämungsgeld ab, denn die Worte וקצותה את כפה (Du sollst ihre Hand abhauen) bedeuten nach der Tradition, sie solle für die Beschämung eine Geldstrafe bezahlen.",
+ "als bis man mit Absicht gehandelt hat. Wenn man auch nur die Absicht gehabt hat, zu beschädigen und nicht zu beschämen."
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+ "er muss ferner bezahlen das Geld für die Kinder. Wenn er eine schwangere Frau so gestossen hat, dass ihr die Kinder abgegangen sind.",
+ "ist auch frei von der Bezahlung des Geldes für die Kinder. Weil das Gesetz (Exod. 21, 22) dies nur beim Menschen vorschreibt; vgl. auch oben III, 10."
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+ "ohne dass er an ihnen eine Wunde macht. In diesem Falle ist er nicht des Todes schuldig.",
+ "oder wer seinen Nächsten am Versöhnungstage verletzt. Obgleich er vorsätzlich den Versöhnungstag entweiht hat, was eigentlich mit Geisselstrafe, die doch von der Geldstrafe befreit, geahndet werden sollte; so hat dennoch die Thora hier ausnahmsweise die Geldstrafe verhängt."
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+ [
+ "sie müssen jedoch späterhin bezahlen. Da sie auch am Anfang wohl zu zahlen verpflichtet waren und nur deshalb frei gesprochen wurden, weil sie kein Vermögen hatten."
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+ [
+ "Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt. S. oben III, 10.",
+ "weil er das Leben verwirkt hat. Obwohl derjenige, der am Schabbat etwas verdirbt (מקלקל), von der Todesstrafe frei ist, so wird er hier dennoch als todesschuldig erklärt, weil er durch die Verwundung seine Leidenschaft befriedigt und seinen Zorn beruhigt."
+ ],
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+ "Wer seinen Nächsten einen Faustschlag versetzt. Nach Andern: Wer seinem Nächsten ins Ohr bläst.",
+ "der muss ihm einen Sela. Nach T. Babli 36b einen halben Sus, denn es ist hier סלע מדינה (ein Land - Sela) gemeint.",
+ "muss er ihm eine Mine. = 100 Sus.",
+ "Hat er ihn ins Ohr geschnitten. צרם vom Ar. صرم abschneiden; nach einigen: Er hat ihn am Ohre gezogen.",
+ "so dass der Speichel ihn getroffen. Hat er bloß auf sein Kleid gespieen, so ist er frei.",
+ "Würde. Die oben bestimmten Taxen sind nur für die höchst Würdigen.",
+ "als wären sie adelige Söhne. חורים Freigeborene, Edle, 1. Kön. 21, 8.",
+ "Isaak und Jakob sind. Es gilt also für alle die gleiche Taxe.",
+ "und er gewährte ihm eine Zeit. Bei Beschämungsgeld wird eine Frist zur Zahlung gewährt, da der Beschämte keinen Geldschaden erlitten.",
+ "in welchem für ungefähr einen Issar. Ein Issar, = ¹⁄₂₄ Sus, ist ungefähr 3 Pfennig.",
+ "dieser. Die wegen eines Issars sich das Haupt entblösst.",
+ "dennoch frei. Von gerichtlicher Strafe.",
+ "frei. Obwohl er das Verbot von Deut. 20, 19 (לא תשחית) übertritt und demgemäss die Geisselstrafe erleiden müsste, so ist er dennoch frei, wenn er nicht von Zeugen verwarnt wurde.",
+ "sind sie schuldig. Zu bezahlen, aber nur wenn man sie nicht verwarnt hat, so dass sie nicht mit Geisselung bestraft werden."
+ ],
+ [
+ "wird ihm nicht vergeben. Die Beschämung.",
+ "dass der um Verzeihung Gebetene nicht grausam sein soll. Nach einer andern LA. heisst es: „Woher wissen wir, dass er, wenn er ihm nicht vergibt, als grausam betrachtet wird?“",
+ "schuldig. Denn er hat es gewiss nicht ernst gemeint, da niemand seinen Körper verstümmeln oder sich körperliche Schmerzen zufügen lässt. Nach einer andern Auffassung heisst es in der Mischna: „Wenn der Täter darauf fragt: Sagst du dies mit der Bedingung, dass ich frei sei? — und der Andere antwortet: Ja, — so ist der Täter dennoch schuldig.“ Denn es ist anzunehmen, der Verletzte habe das „Ja“ nur im Tone der Verwunderung gesprochen, da doch niemand seinen Körper verletzen lässt.",
+ "so ist er frei. Nach der zweiten Auffassung ist hier zu übersetzen: „Wenn darauf der Täter fragt: Sagst Du dies mit der Bedingung, dass ich frei sei? — und der Andere erwidert: Nein, — so ist der Täter dennoch frei.“ Denn da der Mensch oft eine Sachbeschädigung zu verzeihen geneigt ist, so ist anzunehmen, dass er das „Nein“ im Tone der Verwunderung gesagt hat.",
+ "so ist der Täter schuldig. Denn bei Übertretungen ist der Auftraggeber nicht für den Täter verantwortlich (אין שליח לדבר עבירה). Es muss daher der Täter selbst dann bezahlen, wenn der Auftraggeber gesagt hat, er wolle den Schaden bezahlen."
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+ "Wenn jemand Holz geraubt. Dasselbe gilt vom Diebstahl.",
+ "wie es. Das geraubte Gut.",
+ "zur Zeit des Raubens war. Er bezahlt also den Wert des Holzes oder der Wolle; er braucht aber nicht die Geräte und die Kleider zurückzugeben, da er sie durch die Veränderung (שינוי) als Eigentum erworben hat.",
+ "das zum Scheren bereit steht. Er gibt die Kuh oder das Schaf zurück und zahlt noch dazu, was sie im frühern Zustande mehr wert waren; dafür behält er aber das Junge oder die Wolle für sich, da er diese durch die damit vorgegangene Veränderung als Eigentum erworben.",
+ "und er hat es geschoren. Auch wenn die Kuh noch nicht geboren hat und das Schaf noch nicht geschoren war, hat er nur so zu zahlen, wie das Geraubte zur Zeit des Raubens war, und was es inzwischen besser geworden ist, kommt dem Räuber zu Gute.",
+ "wie es zur Zeit des Raubens war. Dieser Satz lehrt noch: Wenn jemand ein Lamm geraubt und dies bei ihm ein Widder geworden ist, oder wenn er ein Kalb geraubt und dies bei ihm ein Ochs geworden ist, so hat er es ebenfalls durch diese Veränderung als Eigentum erworben. Er hat nur den Wert eines Lammes oder Kalbes zu bezahlen und braucht, wenn er das Vieh nach der Veränderung schlachtet oder verkauft, nicht das Vier- oder Fünffache zu ersetzen."
+ ],
+ [
+ "wie sie zur Zeit des Raubens waren. In diesem Falle muss also der Räuber den Schaden ersetzen, den das Geraubte bei ihm erlitten.",
+ "Hier ist das Deinige vor dir. Weil Knechte wie Grundstücke betrachtet werden, die immer im Bereiche des Eigentümers stehen.",
+ "und sie sind verfault. Dies gilt nur, wenn sie ganz verfault sind; ist aber nur ein Teil davon verfault, so wird es wie ein unerkennbarer Schaden angesehen, weil dies gewöhnlich vorkommt.",
+ "und sie ist ungültig geworden. In diesem Lande; sie ist aber in einem andern Lande giltig; es wird daher als ein unerkennbarer Schaden betrachtet.",
+ "und es ist das Pesachfest darüber verstrichen. Wenn Gesäuertes am Pesachfeste im Besitze eines Israeliten verblieben ist, so ist es auch nach Pesach zur Nutzniessung verboten, vgl. Pesachim II, 2.",
+ "und es ist damit eine Sünde begangen worden. Es ist zur Unzucht missbraucht oder abgöttisch verehrt worden; dadurch wird es zum Opfer untauglich.",
+ "oder es ist für den Altar unbrauchbar geworden. Durch einen unkenntlichen Fehler, z. B. einen Flor im Auge.",
+ "oder zur Steinigung verurteilt worden. Weil es einen Menschen getötet hat.",
+ "Hier ist das Deinige vor dir. Weil dies lauter unerkennbare Schäden sind."
+ ],
+ [
+ "Hat jemand etwas Handwerkern zum Verbessern. Z. B. einen Kasten, um Nägel daran zu befestigen.",
+ "und sie haben es verdorben. Sie haben einen Nagel hineingeschlagen und den Kasten zerbrochen.",
+ "zu ersetzen. Den ganzen Kasten zu bezahlen. Hat man aber einem Arbeiter Holz gegeben, um einen Kasten daraus zu machen, und er macht einen Kasten und zerbricht ihn, so braucht er nur das Holz zu bezahlen. Nach einer anderen Ansicht muss er selbst in letzterem Falle das ganze Gerät ersetzen. Hiernach spricht die Mischna hier von diesem letzten Falle, und der folgende Satz der Mischna dient gerade dazu, um zu zeigen, dass der erste Satz von dem Falle handelt, dass man dem Handwerker bloß Holz zum Verarbeiten gegeben.",
+ "und er hat ihn verdorben. Nach der oben erwähnten ersten Ansicht enthält dieser Satz nur ein spezielles Beispiel zur Erklärung des ersten Satzes.",
+ "geschah dies aber in Folge seines Schlages. Indem er zu stark aufgeschlagen hat."
+ ],
+ [
+ "und es hat sie der Kessel verbrannt. Da der Kessel zu heiss war.",
+ "so muss er. Der Färber.",
+ "Hat er sie hässlich. כאור = כעור hässlich.",
+ "gefärbt. Dadurch, dass er schlechte Farbe verwendet.",
+ "Ausgabe. Wenn z. B. die Farbe einen Denar gekostet hat, die Wolle aber nach der Färbung um zwei Denare mehr wert ist, als vorher.",
+ "die Ausgabe. Den Denar, den er für die Farbe ausgegeben.",
+ "beträgt aber die Ausgabe mehr als die Verbesserung (wert ist. Er hat z. B. drei Denare für Farbe ausgegeben, und die Wolle ist nur um zwei Denare mehr wert geworden.",
+ "so zahlt man den Wert der Verbesserung. Die zwei Denare, wenn auch der ausbedungene Lohn mehr ist. Ist der ausbedungene Lohn weniger, so braucht man selbstverständlich nur diesen Lohn zu zahlen.",
+ "Der Färber muss ihm den Wert seiner Wolle ersetzen. Und kann dann die gefärbte Wolle behalten, da er sie durch die Veränderung (שינוי) als Eigentum erworben. Wenn der Eigentümer jedoch den ausbedungenen Lohn zahlen will, so kann er die Wolle nehmen.",
+ "so zahlt man nur die Verbesserung. Der Färber kann aber nicht die Wolle behalten und den Wert der ungefärbten Wolle bezahlen, denn man hat ihn damit gestraft, dass er sie nicht durch die Veränderung erwerben soll. Will jedoch der Eigentümer die anders gefärbte Wolle nicht, so kann er den Wert der ungefärbten Wolle beanspruchen. (Raschi und Rabed gegen Maimonides)."
+ ],
+ [
+ "geraubt und es ihm abgeschworen hat. Und nachher hat er den Raub eingestanden.",
+ "muss es ihm nachführen. Denn seine Schuld wird nur gesühnt, wenn er es dem Beraubten selbst wieder erstattet, wie es heisst (Lev. 5, 24): „Demjenigen, dem es gehört, soll er es geben.“",
+ "selbst bis nach Medien. Obgleich dieses Land sehr weit und Silber dort nicht geachtet ist, vgl. Jesaja 13, 17.",
+ "Er darf es weder seinem. Des Beraubten.",
+ "Sohne noch seinem. Des Beraubten.",
+ "Boten übergeben. Hat er es dem Boten übergeben, so erlangt er dennoch erst dann die Sühne, wenn es in die Hand des Beraubten gelangt ist, und auf dem Wege hat der Räuber das Risiko (אחריות) zu tragen.",
+ "doch darf er es dem Boten des Gerichtes geben. Diese Einrichtung hat man zur Erleichterung der Busse (מפני תקנת השבים) getroffen.",
+ "so muss er es dessen Erben zurückerstatten. Auch diesem muss er es selbst nach Medien hinbringen."
+ ],
+ [
+ "Hat er. Der Räuber.",
+ "aber nicht das Fünftel. Das er zur Hauptschuld hinzufügen muss (nach Lev. 5, 24)",
+ "hat er. Der Beraubte.",
+ "so braucht er ihm nicht nachzugehen. Nach Medien. Doch muss er es ihm, wenn er herkommt, zurückerstatten. Obgleich man sonst weniger als eine Peruta nicht zurückgeben muss, so ist man dies hier dennoch verpflichtet, weil es ursprünglich ein Raub von einer Peruta war (Choschen M. 360, 4)."
+ ],
+ [
+ "aber das Fünftel abgeschworen. Nachdem er durch den ersten falschen Schwur verpflichtet war, die Hauptschuld mit einem Fünftel Zuschuss zu zahlen, hat er ihm nur die Hauptschuld erstattet und dann fälschlich geschworen, dass er ihm das Fünftel bereits gezahlt hat.",
+ "so muss er. Wenn er dann seinen zweiten falschen Schwur eingesteht.",
+ "noch ein Fünftel von dem Fünftel hinzuzahlen. Da das erste Fünftel jetzt als Hauptschuld (קרן) betrachtet wird.",
+ "und zwar. Und zwar geht dies so fort, dass er, wenn er das zweite Fünftel abschwört, noch ein Fünftel von dem zweiten Fünftel hinzuzahlen muss, Dies wird aus der in Lev. 5, 24 gebrauchten Mehrzahl וחמישיתיו abgeleitet.",
+ "bis die Hauptschuld. D. h. das nun als Hauptschuld betrachtete Fünftel.",
+ "und ein Schuldopfer entrichten. Wenn er das Verwahrgut abgeleugnet und abgeschworen und dann seine Verschuldung eingestanden hat."
+ ],
+ [
+ "Amen. „Es sei wahr!“ d. h. ich nehme den Schwur an.",
+ "dass er es gestohlen hat. D. h. dass er es sich selbst angeeignet hat.",
+ "so muss er Doppel-Ersatz leisten. Er wird wie ein Dieb bestraft. Dies wird aus Exod. 22, 8 abgeleitet.",
+ "und ein Schuldopfer entrichten. Doppel-Ersatz braucht er aber nicht zu leisten, weil er seine Schuld selbst eingestanden hat, vgl. VII, 4, Note 18."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinen Vater beraubt und es ihm abgeschworen hat und der Vater dann gestorben ist. Und nachher hat der Räuber seine Verschuldung eingestanden.",
+ "so bezahlt er die Hauptschuld und das Fünftel dessen Söhnen. Das sind seine Brüder.",
+ "oder dessen Brüdern. Den Brüdern des Vaters, wenn dieser keine andern Söhne hat. Wiewohl der Räuber auch Erbe seines Vaters ist, darf er doch den Raub nicht für sich behalten, nicht einmal soviel, als auf seinen Anteil kommt.",
+ "Wenn er nicht will. Seinen Anteil verlieren.",
+ "oder nichts hat. Er ist nicht so vermögend, dass er auf seinen Anteil verzichten könnte.",
+ "so borgt er. Von Andern soviel, als nötig ist, um den Brüdern den Raub und das Fünftel Zuschuss zu erstatten.",
+ "und die Gläubiger kommen und nehmen bezahlt. Von dem erstatteten Raube können sie den Anteil, der auf den Räuber kommt, als Zahlung nehmen. Sind z. B. ausser dem Räuber noch zwei Söhne hinterblieben, und die zu erstattende Summe beträgt 300 Denare; so borgt sich der Räuber 300 Denare und gibt sie seinen beiden Brüdern, um das Gebot der Zurückgabe zu erfüllen. Die Gläubiger können dann von der erstatteten Summe ein Drittel, nämlich 100 Denare, als den Anteil ihres Schuldners, bezahlt nehmen. Die andern 200 Denare muss der Schuldner von seinem Vermögen bezahlen. Die Mischna nimmt an, dass von Rechtswegen der Räuber seinen Anteil auch vom Raube erbt; nur muss er, um das Gebot der Thora zu erfüllen, den ganzen Raub erstatten und nicht selbst davon seinen Anteil nehmen; jedoch dürfen seine Gläubiger diesen Anteil als Zahlung ihrer Schuld beanspruchen. Wir haben diese Mischna nach Raschi erklärt; andere Erklärungen geben Tosaphot und Maimonides."
+ ],
+ [
+ "Konam. Soviel wie Korban (Opfer) d. h. heilig, vgl. Nedarim I, 2.",
+ "was du. Jerusch, liest שָאַתָּה st. אי אתה.",
+ "von dem Meinigen. Jerusch. לִי st. משלי.",
+ "beerben. Da sie nach dem Tode nicht mehr ihm gehören.",
+ "Sowohl bei meinem Leben als nach meinem Tode. Jerusch. liest בְּחַייַ ובְמוֹתִי st. בחייו ובמותו.",
+ "dessen Söhnen oder dessen Brüdern geben. Anstatt ויחזיר liest Jerusch. וְיִתֵּן, d. h. er soll es ihnen überlassen. ויחזיר müsste erklärt werden: Er soll es ihnen zurückgeben, wenn er das Erbe auch bereits genommen hat. Nach Tosaphot und Maimon. (vgl. vor. Mischna) muss auch diese Mischna anders erklärt werden.",
+ "und die Gläubiger kommen und nehmen bezahlt. Vom Erbe, das eigentlich dem Sohne gehört, nur von ihm selbst nicht benutzt werden darf."
+ ],
+ [
+ "Wenn der Mann keinen Verwandten hat. Dies kann nur bei einem Proselyten der Fall sein, weil Jeder Israelit einen Verwandten hat.",
+ "ausser dem Widder der Versöhnung. D. i. das Schuldopfer.",
+ "Hat der Räuber. Der einen Proselyten beraubt hat.",
+ "so wird das Geld seinen Söhnen. Des Räubers Söhnen. Nachdem der Proselyte ohne Erben gestorben, gehörte eigentlich das geraubte Geld dem Räuber; er musste es nur, um Sühne zu erlangen, den Priestern geben. Wenn aber der Räuber gestorben und so der Sühne enthoben ist, gehört das Geld seinen Söhnen.",
+ "und dessen Erlös fällt in die Opferspenden-Kasse. Vgl. Schekalim VI, 6. Diese Spenden wurden auf den Altar gebracht, wenn derselbe leer stand und wurden „Sommerfrüchte, Nachtisch“ (קַיִץ) genannt."
+ ],
+ [
+ "Hat er. Der den Proselyten beraubt hat.",
+ "das Geld den Männern der Dienst-Abteilung. Den Priestern, die in jener Woche den Dienst im Tempel verrichteten.",
+ "gegeben und ist dann gestorben. Bevor er das Schuldopfer gebracht.",
+ "so können seine Erben es aus deren. Der Priester.",
+ "Hand nicht wegnehmen. Da das Geld auch zur Sühne gegeben wurde.",
+ "Hat er das Geld der Abteilung Jehojarib. So hiess die erste Abteilung (1. Chron. 24, 7).",
+ "und das Schuldopfer der Abteilung Jedaja. Der zweiten Abteilung.",
+ "so hat er seiner Pflicht genügt. Der Grund wird weiter unten angegeben.",
+ "wenn das Schuldopfer noch vorhanden ist. Während er das Geld gibt.",
+ "es die Männer von Jedaja darbringen. Das Geld und das Opfer gehören Jedaja.",
+ "Hat er ihm. Dem Beraubten oder den Priestern.",
+ "so hindert das Fünftel nicht. Die Nichtbezahlung des Fünftels hindert ihn nicht, das Schuldopfer darzubringen; er muss jedoch nachher das Fünftel bezahlen."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn jemand etwas raubt und es seinen Kindern zu essen gibt. Nachdem der Eigentümer bereits die Hoffnung auf Wiedererlangung seiner Sache aufgegeben. (ייאוש).",
+ "oder es. Nach seinem Tode.",
+ "ihnen hinterlässt. Es ist dadurch in das Gebiet eines andern (שינוי רשות) gelangt; die Kinder haben es in Folge der Hoffnungs-Aufgabe des Eigentümers und der Gebietsveränderung als Eigentum erworben. Nach der Halacha aber wird der Übergang auf die Erben nicht als Gebietsveränderung betrachtet; nur wenn der Räuber das Geraubte verkauft oder geheiligt hat, wird es wegen Gebietsveränderung Eigentum des neuen Besitzers, vgl. Abschn. VII, Note 21. Hiernach sind die Kinder nur dann vom Ersatze frei, wenn sie nach dem Tode des Vaters den Raub verzehrt haben.",
+ "woran eine Verpflichtung haften kann. Das sind Immobilien, da diese nicht verborgen oder sonst beseitigt werden können und daher allein geeignet sind, für ein Darlehn zu bürgen, vgl. Kidduschin I, 5.",
+ "so sind sie schuldig zu ersetzen. Wegen der Ehre ihres Vaters, da man das Grundstück immer als das von dem Vater geraubte bezeichnen wird. Dasselbe gilt auch von einem andern ansehnlichen Gegenstande, der von den Leuten als geraubt erkannt werden kann, z. B. einer Kuh oder einem Mantel. Nach der oben in Note 3 erwähnten Halacha, wonach der Rechtssatz, nur für den Fall gilt, wo die geraubte Sache nicht mehr vorhanden ist, muss der letzte Satz eine Korrektur erleiden, wie dies bereits R. Oschaja in einer Baraita getan hat. Es muss heissen: ואם הניח להם אביהם אחריות נכסים חייבין לשלם „Wenn ihnen der Vater Grundstücke hinterlassen hat, müssen sie den Raub ersetzen“, weil in diesem Falle die Kinder auch die Schulden des Vaters bezahlen müssen, während die Mobilien der Waisen dem Gläubiger des Vaters nicht obligiert sind. Die Geonim haben jedoch angeordnet, dass auch die Mobilien der Waisen dem Gläubiger des Vaters obligiert seien.",
+ "Man darf sich nicht Geld wechseln lassen. פרט grosse Münzen in kleines Geld umwechseln.",
+ "aus den Kassen. In welchem die Zollgelder enthalten sind.",
+ "auch nicht aus dem Beutel. In dem die Steuergelder aufbewahrt werden.",
+ "man darf auch daraus kein Almosen annehmen. Die erhobenen Zollgelder und Steuern werden hier als Raub betrachtet, den man nicht annehmen darf. Doch erklärt der Talmud, dass die Mischna nur von masslosen unrechtmässig erhobenen Zöllen und Steuern spricht; dagegen ist der Zöllner und Steuereinnehmer, der nach dem Staatsgesetze handelt, kraft des Grundsatzes: „Staatsgesetz ist gültiges Gesetz“ (דינא דמלכותא דינא) nicht nur nicht als Räuber zu betrachten, sondern im Gegenteil derjenige begeht einen Raub, der den Zoll oder die Steuer defraudiert.",
+ "Man darf aber von ihm aus seinem Hause oder vom Markte. Von dem Gelde, das der Zöllner nicht im Zollkasten, sondern in seinem Hause oder auf dem Markte hat."
+ ],
+ [
+ "weil die Eigentümer dieselben aufgegeben haben. Da dies gewöhnlich der Fall ist. Der Gegenstand ist also vom Eigentümer aufgegeben, in den Besitz eines Andern getreten, der es als Eigentum erwirbt, s. oben Note 3.",
+ "von einer Feindesschaar. S. Pesachim III Note 46.",
+ "falls der Eigentümer dasselbe bereits aufgegeben hatte. Wenn der Eigentümer ausdrücklich erklärt hat, dass er es aufgibt. Nun aber heisst es im vorhergehenden Satze, dass ohne ausdrückliche Erklärung des Eigentümers dies gewöhnlich beim Raube verauszusetzen ist. Der Widerspruch wird im Talmud durch die Erklärung gelöst, dass der erste Fall von jüdischen Räubern, der letzte Fall aber von nichtjüdischen Räubern handelt. Einen jüdischen Räuber musste man vor einem jüdischen Gerichte verklagen, das nur auf Grund von Zeugen-Aussagen verurteilte. Da nun Zeugen schwer zu finden sind, so gab der Beraubte die Hoffnung auf, sein Eigentum wiederzuerlangen. Einen nichtjüdischen Räuber dagegen konnte man vor einem heidnischen Gerichte verklagen, das nach Wahrscheinlichkeitsgründen verurteilte. Der Beraubte gab also in diesem Falle nicht immer sein Eigentum auf.",
+ "Dasselbe gilt von einem Bienenschwarm. Der aus dem Bienenstock eines Andern ausgeflogen und in sein Gebiet gekommen ist.",
+ "Dieser Bienenschwarm ist von hier ausgegangen. Und wenn der Eigentümer ihn noch nicht aufgegeben hat, muss man ihm denselben zurückgeben.",
+ "er darf aber nicht dessen Baumzweig. Auf welchem die Bienen sich niedergelassen haben.",
+ "Er darf denselben abhauen. Denn Josua hat dies bei der Verteilung des Landes angeordnet und Jedem nur unter der Bedingung seinen Anteil gegeben, dass er unter solchen Umständen sein Eigentumsrecht verliere."
+ ],
+ [
+ "Erkennt jemand. Der Geräte und Bücher nicht zu verkaufen pflegt.",
+ "seine Geräte oder seine Bücher. Es wird von Zeugen bestätigt, dass es seine Geräte oder Bücher sind.",
+ "und es hat sich in der Stadt ein Gerücht von einem bei ihm verübten Diebstahl verbreitet. Aust. ויצא liest Jerusch. אם יצא.",
+ "so soll der Käufer. Der sie, bevor der Eigentümer dieselben aufgegeben, gekauft bat.",
+ "und diesen Betrag empfangen. Und die Sachen dem Eigentümer zurückgeben.",
+ "so ist er nicht dazu berechtigt. Die Gegenstände vom Käufer zurückzufordern. לא כל הימנו eig.: Es hängt nicht Alles von ihm ab, er allein ist nicht beglaubt.",
+ "er. Der erste Eigentümer.",
+ "hat sie einem Andern verkauft und dieser. Der jetzige Besitzer."
+ ],
+ [
+ "Kommt der Eine mit seinem Fasse Wein und der Andere kommt mit seinem Fasse Honig. Und der Honig ist mehr wert als der Wein.",
+ "so hat er nur seinen Lohn. Arbeitslohn und Lohn für das Leihen des Fasses.",
+ "Wenn er aber gesagt hat. Entweder zu ihm selbst oder vor drei Männern, die als Gericht (בית דין) betrachtet werden, vgl. Baba mezia II, 9.",
+ "Schwemmt ein Strom seinen Esel und den Esel seines Nächsten fort. Dieser Fall unterscheidet sich vom vorhergehenden dadurch, dass er dort seine Sache mit eigenen Händen vernichtet, um die seines Nächsten zu retten, während hier der Esel nur von selbst zu Grunde geht. Deshalb muss die Mischna beide Fälle lehren."
+ ],
+ [
+ "Hat jemand seinem Nächsten ein Feld geraubt und Dränger. Gewalttätige Männer. Einige lesen מציקין st. מסיקין.",
+ "wenn es eine Landplage. Es werden auch Andere im Lande vergewaltigt.",
+ "Hier ist das deinige vor dir. Weil Grundstücke immer im Besitze des Eigentümers bleiben, der Eigentümer hat daher den Schaden erlitten."
+ ],
+ [
+ "Hat er es aber mit der Bedingung. Es genügt hierbei, dass er bei der Übernahme bemerkt, dass er nach der Wüste zu reisen im Begriffe steht."
+ ],
+ [
+ "Wer zu seinem Nächsten sagt. Nachdem dieser eine sichere Forderung an ihn gerichtet hatte.",
+ "der ist schuldig zu zahlen. Wenn aber der Andere nur eine zweifelhafte Forderung stellt, so ist er von Rechtswegen frei; doch muss er, falls er seiner Pflicht vor Gott vollkommen genügen will, auch in diesem Falle bezahlen.",
+ "so ist er vom Zahlen frei. Doch muss er einen (von den Rabbinen angeordneten) Eid leisten, dass er von der Schuld nichts weiss, vgl. Schebuot VI, 1."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand ein Lamm aus der Herde gestohlen und dasselbe wieder an seine Stelle gebracht hat. Ohne Wissen des Eigentümers.",
+ "so ist er noch dafür zu haften verpflichtet. Als Dieb ist er für die gestohlene Sache haftbar, solange er sie nicht, wie es sich gehört, zurückgegeben hat. In vorliegendem Falle hat der Eigentümer vom Diebstahl gewusst; daher ist es auch nötig, dass man ihm die Rückgabe anzeigt.",
+ "so ist der Dieb frei. Da der Eigentümer vom Diebstahl nichts gewusst, genügt es, dass er bei der Zählung die Herde vollständig findet. — Unsere Erklärung entspricht der Ansicht von Rab im Babli und R. Jochanan im Jeruschalmi und ist dem Wortlaut der Mischna gemäss. Im Talmud befinden sich aber noch andere Ansichten, nach denen die Mischna anders erklärt werden muss. Nach der Halacha müsste die Mischna so lauten: Wenn jemand ein Lamm aus der Herde stiehlt und es wieder zurückstellt (ohne dass der Eigentümer vom Diebstahl und der Rückgabe etwas weiss); so ist er, wenn es stirbt oder gestohlen wird, dafür haftbar, (obgleich der Eigentümer das Vieh gezählt und vollständig befunden hat; denn er hat das Tier an einen andern Weg gewöhnt, in Folge dessen es einer besondern Hut bedarf, was der Eigentümer nicht wusste). Hat aber der Eigentümer vom Diebstahl gewusst und nachher das Kleinvieh gezählt und es vollständig gefunden (und sich so von der Rückgabe überzeugt), so ist der Dieb von nun an frei (denn da der Eigentümer vom Diebstahl gewusst, so wusste er ja schon, dass er das Tier besonders hüten müsse)."
+ ],
+ [
+ "keine Milch und keine Böckchen. וגדיים wird von Manchen nicht gelesen.",
+ "kaufen. Da vorauszusetzen ist, dass sie diese Dinge gestohlen haben.",
+ "Man darf aber von den Weibern wollene Gewänder in Judaea. Jerusch. liest nicht ביהודה כלי צמר.",
+ "leinene Gewänder in Galilaea und Kälber in Saron. Eine Gegend in Palästina.",
+ "kaufen. Da sie dies mit Einwilligung ihrer Männer verkaufen.",
+ "ist es verboten. Von ihnen zu kaufen.",
+ "Man darf auch Eier und Hühner überall. Nur nicht, wenn der Verkäufer sagt, dass man es geheim halten solle."
+ ],
+ [
+ "die der Walker herausschafft. Während er das wollene Kleid wäscht, werden einige Wollflocken abgerissen.",
+ "gehören ihm. Da dies eine Kleinigkeit ist, worauf der Eigentümer Verzicht leistet.",
+ "was aber der Wollkämmer herausbringt. Beim Hecheln der Wolle.",
+ "gehört dem Eigentümer. Eig. „dem Hausherrn“. Dies ist schon etwas Ansehnliches, worauf man nicht verzichtet.",
+ "Der Walker darf drei Fäden. Am Sahlband, die von anderer Farbe sind.",
+ "Ist es Schwarzes auf Weissem. Wenn am Rande eines weissen Stoffes schwarze Fäden eingewebt sind.",
+ "so kann er Alles abnehmen. Da die schwarzen Fäden das Kleid hässlich machen.",
+ "dass man damit nähen kann. Das ist so lang wie zwei Nähnadeln.",
+ "Was der Zimmermann mit der Hobel fortbringt. Das sind dünne Späne.",
+ "das mit dem Beile Abgeschlagene. Die dicken Späne.",
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Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "Wenn zwei. Würde bloß Einer von beiden den Mantel halten, so könnte der Andere nur durch einen Zeugenbeweis sich etwas davon aneignen, nach B. kama III, 11.",
+ "einen Mantel festhalten. Nach dem Talmud (7 a) spricht die Mischna nur von dem Falle, dass jeder von beiden bloß die Fransen oder einen Saum des Mantels festhält, so dass er kein ansehnliches Stück (von mindestens drei Daumenbreiten im Quadrat) in der Hand hat; haben sie aber ein ansehnliches Stück in der Hand, so nimmt Jeder so viel er in der Hand hält, und nur in den Rest teilen sie sich.",
+ "ich habe ihn gefunden. An einer Stelle, wo voraussetzlich der Eigentümer den Gegenstand bereits aufgegeben hat, so dass der Fund dem Finder gehört; vgl. Abschnitt II.",
+ "das Ganze gehört mir. Indem ich ihn gekauft habe.",
+ "das Ganze gehört mir. Indem ich ihn bereits vorher gekauft hatte. Der Zweifel kann entstehen, wenn beide dem Verkäufer Geld gegeben haben, der Eine mit dessen Einwilligung und der Andere gegen seinen Willen, jener aber kann sich nicht mehr erinnern, wem er den Gegenstand gutwillig verkauft hat.",
+ "so schwört. Der Schwur ist nur von den Weisen angeordnet worden, damit nicht Jeder seines Nächsten Mantel ergreife und sage: „er gehört mir.“",
+ "dass er nicht weniger als die Hälfte daran hat. Er schwört nicht, dass die Hälfte ihm gehört, da er damit seiner Aussage widersprechen würde; noch weniger darf er schwören, dass ihm das Ganze gehört, da er ja nicht das Ganze erhält. Deshalb beschwört er nur, dass er nicht weniger als die Hälfte daran hat.",
+ "und der Andere schwört (ebenfalls), dass er nicht weniger als die Hälfte daran hat, und (darauf) teilen sie sich (darin. Falls der Gegenstand nicht geteilt werden kann, ohne dass er Schaden leidet, wird derselbe verkauft und der Erlös geteilt.",
+ "nimmt jener drei Viertel und dieser ein Viertel. Da hier nur die eine Hälfte in Frage steht, so wird nur diese zwischen beiden geteilt."
+ ],
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+ "oder der Eine reitet darauf. Die Mischna will hier lehren, dass man durch Reiten ebenso das Tier erwirbt, wie durch Führen; nach רא״ש jedoch nur dann, wenn der Reiter zugleich mit seinen Füssen das Tier leitet.",
+ "Falls sie es einander zugestehen oder Zeugen darüber haben. Dass sie es zusammen ergriffen haben, in der Absicht, es gemeinschaftlich zu erwerben.",
+ "ohne Schwur. Da dies selbstverständlich ist, so meint der Talmud, hier sei die Lehre enthalten, dass, wenn jemand einen Fund für seinen Nächsten aufhebt, dieser Nächste ihn als Eigentum erwirbt."
+ ],
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+ "Gib mir. Er sagt nicht: זכה לי (nimm ihn für mich in Besitz!), sondern nur: „gib ihn mir!“, so dass er erst mit der Empfangnahme des Gegenstandes denselben zu erwerben beabsichtigt.",
+ "letzterer aber ihn nimmt. Mit Stillschweigen, ohne zu sagen, für wen er den Gegenstand in Besitz nimmt.",
+ "als Eigentum erworben. Da der Reitende ihn nicht aufgefordert hat, den Gegenstand für ihn aufzuheben. Hätte jener aber: „זכה לי“ gesagt und ihn somit beauftragt, den Fund für ihn aufzuheben; so würde stillschweigend vorausgesetzt, dass der Aufhebende dem Auftrage gemäss den Fund für den Reitenden aufgehoben hat, und nach der Halacha die nachherige gegenteilige Erkläruung nichts helfen (vgl. oben Note 12); er müsste denn gleich beim Aufheben erklären, dass er den Fund für sich selbst in Besitz nehmen will.",
+ "ich habe früher. Bevor ich dir denselben gegeben habe, oder gleich Anfangs, als ich ihn aufhob. Anstatt בה תחילה liest Jeruschalmi בתחילה.",
+ "so hat er damit nichts gesagt. Denn da er denselben dem Andern gegeben hat, so hat er damit gezeigt, dass er ihn für jenen in Besitz genommen hatte."
+ ],
+ [
+ "ein Anderer aber kommt und ergreift ihn. Er hebt ihn mit der Hand auf.",
+ "ihn als Eigentum erworben. Dies gilt nur auf der Strasse oder im Felde eines Andern; dagegen haben für manche Orte, z. B. für die Winkelgässchen, Fusssteige (סימטא = semita) oder die Seiten der Strasse, die Rabbinen die Anordnung getroffen, dass Jeder alle herrnlose Gegenstände, die innerhalb seiner vier Ellen liegen, als Eigentum erwirbt.",
+ "die nicht fliegen können. Die also, falls sie kein anderer nähme, in seinem Felde verwahrt blieben.",
+ "so hat es für ihn das Eigentumsrecht erworben. Falls er an der Seite seines Feldes steht und die Gegenstände durch Nachlaufen zu erreichen im Stande ist, bevor sie aus seinem Felde hinauskommen.",
+ "Konnte aber der Hirsch wie gewöhnlich laufen oder waren die Tauben flügge. So dass er sie nicht in seinem Felde zu erreichen vermag."
+ ],
+ [
+ "die minderjährig sind. In fraglicher Beziehung gelten sie als minderjährig, solange sie vom Vater ernährt werden; als grossjährig gilt ein Sohn, wenn er sich selbst ernährt; eine Tochter, wenn sie ausserdem noch das Alter der Mannbarkeit (בגרות) erreicht hat; s. Nidda V, 7—8. Dass der Fund der minderjährigen Kinder dem Vater gehöre, haben die Rabbinen angeordnet, damit zwischen Vater und Kindern keine Feindschaft entstehe.",
+ "der Fund seines kanaanitischen Sklaven oder seiner kanaanitischen Sklavin. Das sind Leibeigene.",
+ "der Fund seiner Frau. Gehört dem Gatten. Dies ist eine Anordnung der Rabbinen, um Feindschaft zwischen den Gatten zu verhüten.",
+ "obgleich er ihr noch nicht ihre Kethuba. Das ihr verschriebene Vermögen, vgl. Kethuboth V, 1.",
+ "bezahlt hat. Nach dem Talmud spricht die Mischna von einem Falle, wo die Gültigkeit der Scheidung zweifelhaft ist, s. Gittin VIII, 2. Obgleich er da noch verpflichtet ist, die zweifelhaft geschiedene Frau zu ernähren, erhält er dennoch nicht ihren Fund, weil damit die Feindschaft zwischen den Gatten nicht verhütet würde."
+ ],
+ [
+ "Findet jemand Schuldscheine. שטר syr. ܫܛܳܪܳܐ eine schriftliche Urkunde; שטר חוב eine Schuldurkunde.",
+ "Güter. אחריות נכסים eig. „die Bürgschaft der Güter“. Es steht also im Schuldscheine geschrieben: „Die (unbeweglichen) Güter des Schuldners haften für diese Schuld.“",
+ "dieselben nicht zurückgeben. Selbst wenn der Schuldner die Schuld eingesteht.",
+ "weil das Gericht von den Gütern die Schuld einziehen würde. Auch nachdem der Schuldner die Güter an Andere verkauft hat. Das Geständnis des Schuldners kann demnach den Käufern der Güter zum Schaden gereichen, und es ist zu befürchten, dass zwischen Schuldner und Gläubiger zu diesem Zwecke eine betrügerische Verabredung (קנוניא) stattgefunden hat. Diese Befürchtung hegen wir nur deshalb, weil der Schuldschein dadurch, dass er in Verlust geraten ist, als verdächtig erscheint, dass er wertlos war und deshalb nicht wohl verwahrt wurde.",
+ "das Gericht von den Gütern die Schuld einziehen würde. Nach der Ansicht der Weisen ist bei jedem Schuldschein die „Güter-Bürgschaft“ nur durch ein Versehen des Schreibers weggeblieben (אחריות טעות סופר), und die Immobilien sind in jedem Falle für die Schuld verpfändet, es sei denn, dass im Schuldschein ausdrücklich das Gegenteil erklärt ist."
+ ],
+ [
+ "Testamente. דיתיקי gr. διαϑήϰη. Es ist die Schenkungsurkunde eines Kranken.",
+ "denn ich sage. D. h. man kann vermuten.",
+ "als er. Der Aussteller.",
+ "besonnen hat. Und er ist auch jetzt nicht Willens, seinen ersten Entschluss auszuführen. Würde aber der Aussteller die Urkunden jetzt geben wollen, so könnte man sie zurückgeben; Scheide- und Freilassungsbriefe jedoch nur in den Fällen, wo nicht zu befürchten ist, dass sie ein Anderer mit gleichem Namen verloren hat, s. Gittin III, 3."
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+ [
+ "Findet jemand Abschätzungsbriefe. In welchen beurkundet ist, dass das Gericht die Güter eines Schuldners abgeschätzt und dem Gläubiger für seine Schuld zugesprochen hat. Hierbei ist nicht, wie in voriger Mischna, eine Sinnesänderung zu befürchten, da das Gericht seinen Beschluss nicht ändert.",
+ "Ernährungsverschreibungen. Gerichtliches Dokument, dass sich jemand verpflichtet hat, seine Stiefkinder zu ernähren.",
+ "Scheine über Chaliza. Eine gerichtliche Bescheinigung, dass eine Frau durch den Chaliza-Akt (s. Jebamot XII, 6) von der Schwagerehe befreit wurde.",
+ "oder Më’un. Bescheinigung, dass eine Frau, die während ihrer Minderjährigkeit durch die Mutter und Brüder verheiratet wurde, diese Ehe, bevor sie grossjährig geworden, durch eine Weigerungs-Erklärung (Më’un) annullirt hat, s. Jebamot XIII, 1.",
+ "Urkunden über Compromisse. Worin dokumentiert ist, dass zwei Prozessierende dem Urteile eines von ihnen gewählten (daher בירורין = Wahl) Schiedsgerichts sich unterwerfen, s. Sanhedrin III, 1.",
+ "gerichtliche Urkunde. Nach dem Talmud 16b sind hier gemeint: שטרי חלטאתא ואדרכתא Urkunden, in denen das Gericht ein Gut des abwesenden Schuldners als dem Gläubigen verfallen (חלוט) erklärt, oder dem Gläubiger das Executionsrecht über die Immobilien des Schuldners erteilt (אדרכתא).",
+ "in einem Beutel. חפיסה nach dem Talmud ein kleiner lederner Schlauch; ar. حغش Korb, Behälter.",
+ "oder in einer Tasche. Jerusch, und Aruch lesen גלוסקמא, syr. ܓܠܽܘܣܩܡܳܐ gr. γλωσσόϰομον, Beutel, Kasten. Nach dem Talmud eine Tasche, worin die alten Leute ihre Geräte aufbewahren. In beiden letzten Fällen gibt man die Schuldscheine zurück, wenn an den Behältern ein Zeichen angegeben wird.",
+ "zusammengerollte Scheine. Drei oder mehr Scheine, wobei einer für sich zusammengerollt und dann die andern umgewickelt werden.",
+ "oder ein Bündel Scheine. Aufeinander gelegt und zusammengerollt.",
+ "so soll er sie zurückgeben. Weil in allen diesen Fällen ein Zeichen angegeben werden kann.",
+ "Drei mit einander verbundene. Diese Bestimmung bezieht sich auch auf תכריך.",
+ "so gibt man sie dem Schuldner zurück. Denn gewiss hat sie der Schuldner verloren; wie wären sie sonst mit einander verbunden worden, wenn die drei Gläubiger sie verloren hätten?!",
+ "so gibt man sie dem Gläubiger zurück. Dann hat sie sicherlich der Gläubiger verloren. Wenn jedoch die drei Scheine ein und dieselbe Handschrift zeigen, so dass sie ein Schreiber geschrieben hat; so dürfen sie nur nach Angabe eines Zeichens dem Gläubiger zurückgegeben werden, da sie ja der Schreiber verloren haben kann.",
+ "Findet jemand einen Schein. Z. B. einen Schuldschein.",
+ "was es mit ihm für ein Bewandtnis hat. Ob er ihn vom Gläubiger oder vom Schuldner zur Verwahrung empfangen, oder ob ihn beide zusammen, nachdem eine Teilzahlung stattgefunden hatte, bei ihm hinterlegt haben.",
+ "bis Elijahu. Der Prophet.",
+ "kommt. D. h. er darf ihn nicht eher einem von beiden geben, bis er bewiesen hat, dass er ihm rechtmässig gehört.",
+ "Sind Gegenscheine. Jerusch. liest in der Einz. סמפון. Das Wort סמפון (vom gr. σύμφωνον, Vertrag, Vergleich) bezeichnet auch eine Urkunde, welche ein anderes Dokument ganz oder teilweise aufhebt, wie z. B. eine Quittung, die einen Schuldschein aufhebt.",
+ "dabei. Wenn jemand z. B. zwischen seinen Schuldscheinen eine Quittung findet, wonach einer der Schuldscheine bereits bezahlt ist.",
+ "so richte er sich nach den Gegenscheinen. Wiewohl die Quittung eigentlich beim Schuldner sich befinden müsste, so muss der Schuldschein dennoch als bezahlt betrachtet werden, da anzunehmen ist, der Schuldner habe dem Gläubiger getraut, die Quittung erst später von ihm in Empfang zu nehmen, und sie dann vergessen. Nach dem Talmud gilt dies nur, wenn der fragliche Schuldschein unter zerrissenen Schuldscheinen gefunden wurde, so dass er, obgleich nicht zerrissen, doch wenigstens verdächtig ist."
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+ "Welche. אלו ist hier Fragepronomen, Plural von איזו איזה (welche).",
+ "und welche ist er verpflichtet ausrufen. Näheres über das Ausrufen, s. weiter M. 6.",
+ "Folgende Funde gehören dem Finder. Weil der Eigentümer sicherlich die Hoffnung, das Verlorene wieder zu erlangen, aufgegeben hat. Dieses Aufgeben wird יאוש (Renuntiation) genannt, und wer einen Gegenstand, den der Eigentümer renuntiiert hat, findet, erwirbt ihn als Eigentum.",
+ "Findet jemand verstreute. So dass man sieht, dass sie verloren und nicht hingelegt worden sind. Dasselbe gilt bei der in den Tennen zurückgelassenen Frucht, die so gering ist, das ein Kab (c. 2 Liter) auf 4 Ellen im Quadrat (1 Elle ist c. 54 Zentimeter) verstreut ist, und vom Eigentümer mutmasslich für herrenlos erklärt wurde.",
+ "verstreutes Geld. Auch dies hat der Eigentümer sicherlich aufgegeben, da daran kein Zeichen ist.",
+ "kleine Garben in öffentlichem Gebiete. Wo viele Menschen verkehren und ein Gegenstand von einem Orte zum Andern geschleudert wird, so dass man nicht den Ort als Zeichen angeben kann.",
+ "Brote vom Bäcker. Diese haben keine Zeichen.",
+ "an Schnüren aufgezogene. מחרוזה (vom ar. خرز nähen) an der Schnur Aufgezogenes (vgl. Hobel. 1, 10).",
+ "die von ihrem Lande kommen. Die noch nicht beim Handwerker mit einem Zeichen versehen worden sind.",
+ "Flachsbündel. Nach Sukka 12b (vgl. Tos. das.) ist es geklopfter und gehechelter Flachs.",
+ "und Streifen. Eig. Zungen, weil die Streifen zungenförmig gemacht sind.",
+ " דברי ר״מ fehlt in vielen Codd.",
+ "worin eine Scherbe. Obgleich dies gewöhnlich nicht hineingegeben wird, sondern von selbst hineingefallen sein mochte, so meint R. Jehuda dennoch, er könnte sich möglicherweise erinnern, dass dies hineingefallen, und es als Zeichen angeben.",
+ "Alle Geräte von Handelsware. אנפוריא gr. ἐμπορία, Handelswaare, nach dem Talmud: neue Ware, die der Eigentümer noch nicht genau angesehen hat.",
+ "braucht man nicht ausrufen zu lassen. Falls kein Zeichen daran ist. Wäre das Gerät dem Eigentümer bereits längere Zeit bekannt und durch den Blick wiedererkennbar (טביעות עין), so würde es ihm zurückgegeben werden, wenn er ein glaubwürdiger Gelehrter (תלמיד חכם) ist; neue Geräte sind aber gewöhnlich nicht durch den Blick wieder zu erkennen."
+ ],
+ [
+ "Findet man Früchte in einem Gefässe. Am Gefässe ist gewöhnlich ein Zeichen.",
+ "oder ein Gefäss an und für sich. Ein leeres.",
+ "Haufen. So dass die Zahl oder der Ort als Zeichen angegeben werden kann.",
+ "drei. Oder auch mehr.",
+ "kleine Garben im Privatgebiete. Wo nicht viele Menschen gehen.",
+ "diese ausrufen zu lassen. Weil bei allen hier genannten Dingen ein Zeichen angegeben werden kann."
+ ],
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+ "Findet jemand hinter einer Wand. גפה nach Raschi eine Wand von Holz oder Rohr, nach Maimon. ein verschlossenes Thor, wie יגיפו הדלתות (Neh. 7, 3), nach R. Simson eine Wand aus über einander geschichteten Steinen (vgl. Pea VI, 2).",
+ "oder hinter einer Mauer. Von Steinen (Spr. 24, 31).",
+ "Tauben gebunden. An den Flügeln, wie man sie gewöhnlich bindet, so dass dies kein Zeichen ist.",
+ "so darf er sie nicht berühren. Vielleicht hat sie jemand dort verwahrt, der sie, weil kein Zeichen an ihnen ist, nicht wieder erlangen könnte, wenn man sie nähme.",
+ "Findet man ein Gefäss auf dem Miste. Wenn der Mist nicht weggeräumt zu werden pflegt (Talmud).",
+ "nicht berühren. Obgleich es ein Zeichen hat, da es dort wohl verwahrt ist.",
+ "in einem Steinhaufen oder in einer alten Wand. Von der man nicht mehr weiss, wer sie gebaut hat.",
+ "so gehört es dem Finder. Wenn z. B. das dort gefundene Geld so verrostet ist, dass es seit uralter Zeit dort gelegen haben muss.",
+ "in einer neuen Wand in der Hälfte nach aussen. In der Hälfte der Wanddicke, die an der Strasse liegt.",
+ "so gehört es dem Finder. Wenn es verrostet ist, so dass es sicherlich der Eigentümer bereits aufgegeben hat.",
+ "so gehört es dem Hausherrn. Wenn er behauptet, dass es sein Eigentum ist. Ist der Gegenstand ein Gerät, so wird angenommen, dass es von der Seite, wo der Handgriff sich befindet, hingelegt wurde.",
+ "dem Finder. Weil man nicht weiss, wem es gehört, und der Eigentümer es bereits aufgegeben hat."
+ ],
+ [
+ "so gehört es dem Finder. Nach Einigen nur, wenn kein Zeichen daran ist.",
+ "zwischen dem Kasten. Vor dem der Krämer sitzt.",
+ "zwischen dem Stuhl. Eine Art Pult, vor dem der Geldwechsler steht.",
+ "so gehört es dem Wechsler. Kauft jemand Früchte von seinem Nächsten, oder schickt sein Nächster ihm Früchte, und er findet darin Geld, so gehört es ihm (dem Finder. Dies gilt nur, wenn man von einem Händler kauft, der diese Frucht von Vielen zusammengekauft hat und nicht weiss, wem das Geld gehört; hat sie aber der Verkäufer seihst von seinem Acker gepflückt, dann gedroschen und verkauft, so muss das darin gefundene Geld ihm zurückgegeben werden.",
+ "war es eingebunden. So dass ein Zeichen daran ist."
+ ],
+ [
+ "Auch das Gewand. Diese Mischna ist eine halachische Deutung (Midrasch) des Verses Deut. 22, 3: „Und so sollst du tun seinem Gewande (לשמלתו), und so sollst du tun allen verlorenen Dingen deines Bruders (לכל אבידת אחיך) u. s. w.“ Es wird nun die Frage aufgeworfen, wozu denn das spezielle שמלה genannt wird, da es doch in dem Allgemeinen (כל אברה) mit enthalten ist.",
+ "verlorenen Dinge. Mit einbegriffen.",
+ "warum aber ist es ausgeschlossen worden. Dadurch dass es besonders erwähnt wird, ist es gleichsam aus der Gesamtheit aller andern Dinge ausgeschlossen. Das intransitive יצאת hat die Bedeutung eines Passivs des Transitivs.",
+ "dass Zeichen daran sich befinden. So dass der Eigentümer es durch Angabe der Zeichen wieder zu erlangen hofft und es nicht aufgibt.",
+ "der es fordert. Da es von Menschenhand verfertigt und nicht herrenlos ist. Nach Tosaphot ist zu erklären: So wie ein Kleid Zeichen hat und eben deswegen vom Eigentümer gefordert und nicht aufgegeben wird.",
+ "ausrufen lassen. Nicht aber etwas, was der Eigentümer vermutlich aufgegeben hat."
+ ],
+ [
+ "Bis die Nachbaren. Des Fundortes.",
+ "damit er. Der Verlierer.",
+ "drei Tage nach Hause reise. Und dort nachsehe, ob ihm etwas fehlt.",
+ "drei Tage zurückkehre und Einen Tag ausrufen lasse. Dass er jene Sache verloren (Raschi). Andere erklären: Und noch einen Tag ausrufen höre."
+ ],
+ [
+ "Nennt jemand das verlorene Ding. Obgleich der Finder bloß ausruft: „Ich habe etwas gefunden“, — und jemand kommt und nennt das Ding (z. B. einen Ring); so erhält er die Sache dennoch nicht, wenn er kein Zeichen angibt.",
+ "obgleich er dessen Zeichen angibt. Bis er Zeugen bringt, dass es ihm gehört.",
+ "bis Du erforschest Deinen Bruder. Das Wort אחיך, das nach der einfachen Auslegung Subjekt des Satzes ist, wird in der Midrasch-Erklärung als Objekt gefasst.",
+ "Jedes Ding. Das man gefunden.",
+ "das arbeitet und isst. Das durch Arbeiten so viel verdient, als es verzehrt, z. B. ein Ochs oder ein Esel.",
+ "soll arbeiten und essen. Der Finder soll es nicht verkaufen, da jeder lieber sein altes Vieh, dass er bereits kennt, zurücknehmen will. Es wird in einer Baraita im Talmud genauer bestimmt, wie lange der Finder verpflichtet ist, das Vieh bei sich zu behalten.",
+ "das nicht arbeitet. Das nicht so viel verdient, als es verzehrt.",
+ "wie du es ihm zurückgeben kannst. Es würde in letzterem Falle so viel verzehren, als es wert ist, und der Eigentümer würde nichts zurück erhalten.",
+ "Was soll mit dem Gelde. Mit dem beim Verkaufe erlösten.",
+ "dafür zu haften. Obgleich er das Geld nicht benutzt hat, muss er dennoch dafür haften, weil er es benutzen durfte."
+ ],
+ [
+ "so lese er darin einmal in dreissig Tagen. Damit sie nicht verschimmeln, wenn sie lange Zeit nicht geöffnet werden.",
+ "rollen. Vom Anfang bis zum Ende und zwar einmal in 30 Tagen. Die Bücher der damaligen Zeit hatten die Form von Rollen.",
+ "Doch darf er nicht darin etwas zum ersten Male lernen. Er könnte zu lange an einer Stelle lernen und das Buch beschädigen.",
+ "und es darf kein anderer mit ihm lesen. Weil es der Eine hin, der andere herziehen würde.",
+ "wenn es für sie nötig ist. Um sie zu lüften.",
+ "Ehre wegen. Um damit zu prunken.",
+ "goldene oder gläserne Geräte. Die keinen Schaden leiden, wenn sie unbenutzt liegen.",
+ "bis Elijahu kommt. Und sagt, wer der Eigentümer ist, dem man sie zurückgeben kann.",
+ "die er gewöhnlich nicht trägt. Weil es gegen seine Würde ist.",
+ "so braucht er sie nicht aufzunehmen. Um sie dem Eigentümer zurückzugeben; er kann sie liegen lassen."
+ ],
+ [
+ "Was heisst eine verlorene Sache. Wobei vorauszusetzen ist, der Eigentümer wisse nicht, dass seine Sache sich an diesem Orte befindet.",
+ "Findet man einen Esel oder eine Kuh auf dem Wege weiden. Am Tage.",
+ "so ist dies keine verlorene Sache. Und man ist nicht verpflichtet, sie nach Hause zu führen.",
+ "die zwischen den Weinbergen läuft. Wobei sie sich an den Füssen beschädigen kann.",
+ "zurückbringen sollst du sie. Die Verbindung des Infinitivs mit dem verbum finitum wird vom Midrasch so gedeutet, dass die Handlung wiederholt geschehen müsse.",
+ "Hatte er (dabei) Versäumnis um einen Sela, so kann er nicht zu ihm sagen: „Gib mir einen Sela. Da er für den Sela schwer arbeiten hätte müssen.",
+ "der müßig geht. Wie viel man einem Arbeiter, der durch schwere Arbeit in einer Stunde einen Sela verdient, zahlen müsste, damit er diese Stunde müßig gehe und nur die leichte Arbeit, die Zurückgabe des Fundes, besorge.",
+ "Wenn dort ein Gericht. Ein Collegium von drei Männern.",
+ "ausbedingen. Dass er die volle Entschädigung seiner Versäumnis erhalte.",
+ "Dann geht das Seinige. Sein Erwerb.",
+ "vor. Er braucht das Verlorene nicht aufzuheben."
+ ],
+ [
+ "in einem Stalle. Der nicht verschlossen ist, wo es zwar nicht gehütet ist, aber auch nicht verloren geht.",
+ "so ist man seinetwegen nicht verpflichtet. Es zurückzuführen.",
+ "im öffentlichen Gebiete. Wo es verloren gehen kann.",
+ "so darf er. Wenn er ein Priester oder Nasiräer ist.",
+ "sich seinetwegen nicht verunreinigen. Da ein Priester oder Nasiräer mit der Verunreinigung ein Ge- und Verbot übertritt: „Heilig sollen sie sein!“ (Lev. 21, 6). — „Er soll an einer Leiche sich nicht verunreinigen!“ (das. 21, 1); desgleichen beim Nasiräer, vgl. Num. 6, 6; 8. Obgleich nun Betreffs der Zurückgabe des Verlorenen ebenfalls ein Ge- und Verbot vorgeschrieben ist: „Gib es zurück!“ — „Du kannst dich nicht entziehen!“ (Deut. 22, 2; 3); so können diese doch nicht die obigen Ge- und Verbote verdrängen.",
+ "Verunreinige dich. Obschon in diesem Falle noch das Gebot der Ehrfurcht vor dem Vater (Lev. 19, 3) hinzutritt.",
+ "nicht zurück. In einem Falle, wo man verpflichtet ist, es zurückzugeben.",
+ "so darf er ihm nicht gehorchen. Weil man auch den Eltern nicht gehorchen darf, wenn sie etwas Sündhaftes gebieten.",
+ "abgeladen. Dem Viehe, dass er unter seiner Last liegend gesehen.",
+ "abladen sollst du. S. oben Note 73.",
+ "Mit ihm. D. h. der Eigentümer muss mithelfen.",
+ "so ist man verpflichtet. Abzuladen; ebenso wenn der Eigentümer nicht anwesend ist.",
+ "abzuladen. Unentgeltlich.",
+ "nicht aber aufzuladen. Dazu ist man nur gegen Lohn verpflichtet.",
+ "Auch aufzuladen. Ist man unentgeltlich verpflichtet.",
+ "Unter seiner Last. Wo das Suffix וֹ überflüssig ist."
+ ],
+ [
+ "so geht sein Verlorenes. Der Talmud bemerkt, dass dies bloß von Rechtswegen gilt, da der Mensch berechtigt ist, vor allem sich selbst vor Armut zu bewahren; doch soll der Fromme über diesen Rechtsstandpunkt hinausgehen und nicht stets zuerst für sich selbst sorgen.",
+ "das Verlorene seines Vaters und das Verlorene seines Lehrers. Als sein Lehrer gilt in dieser Hinsicht nur derjenige, dem er den grössten Teil seiner Weisheit zu verdanken hat.",
+ "Ist aber sein Vater ein Weiser. In den Mischna-Ausgaben befindet sich noch anstatt חכם als נ״א (= נוסחא אחריתא, andere Lesart): שקול כנגד רבו, seinem Lehrer gleichwiegend. Diese Lesart befindet sich auch im Jerusch. und in einigen Talmud-Handschriften.",
+ "die des Lehrers ab. מניח eig. er lege hin.",
+ "Ist aber sein Vater ein Weiser. Wenn er auch nicht so gross ist, wie sein Lehrer. Anstatt חכם liest Jerusch. תלמיד חכם, ein Weisenjünger."
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+ ],
+ [
+ [
+ "Gibt jemand seinem Nächsten. Einem unentgeltlichen Hüter (שומר חנם). Über die 4 verschiedenen Hüter und deren Bestimmungen s. weiter VII, 8.",
+ "Vieh oder Geräte. Nach den Vorschriften in Exod. 22, 6 f. einerseits und 22, 9 ff. andererseits könnte man glauben, das Thora-Gesetz unterscheide zwischen dem Verwahrer von Geräten und dem Hüter von Vieh; die Tradition dagegen lehrt, dass die Thora einen solchen Unterschied nicht macht, sondern nur zwischen einem unentgeltlichen Hüter (von dem 22, 6 f. spricht) und einem Lohn-Hüter (davon handelt 22, 9 ff.) unterscheiden will.",
+ "und diese werden gestohlen oder gehen verloren. Die folgenden Bestimmungen berücksichtigen nur den Fall des Diebstahls, wobei der Hüter durch seine Zahlung gewinnen kann. Beim Verluste kann auch ein Gewinn für ihn herauskommen, wenn das Verwahrgut später gefunden und inzwischen teurer geworden ist.",
+ "und will nicht schwören. Er müsste schwören: 1) Dass er es nicht nachlässig gehütet, 2) dass er nicht die Hand danach ausgestreckt hat (s. weiter M. 12), 3) dass es nicht in seinem Bereiche sich befindet.",
+ "während man doch gesagt hat. Die Weisen haben dies als Tradition gelehrt, s. Note 2.",
+ "Ein unentgeltlicher Hüter schwört und ist frei. ויוצא eig. er geht hinaus (aus seiner Verpflichtung).",
+ "vier- oder fünffachen Ersatz. S. B. kama VII, 1.",
+ "bei dem das Verwahrgut gewesen ist. Da angenommen wird, der Verwahrer habe ihm das Gut von vornherein für die Eventualität, dass es abhanden käme und er es bezahlen wollte, als Eigentum überlassen. Diese Bestimmung gilt auch bei einem Lohn-Hüter. Es ist auch nicht nötig, dass der Hüter tatsächlich bezahlt hat, sondern nur, dass er vor Gericht erklärt hat, bezahlen zu wollen."
+ ],
+ [
+ "Mietet jemand eine Kuh von seinem Nächsten und leiht sie einem andern. Nach der recipirten Ansicht muss es ihm der Eigentümer gestattet haben, sie für die Mietszeit nach Belieben zu verleihen.",
+ "und sie stirbt auf gewöhnliche Weise. Nicht durch seine Schuld",
+ "so schwöre der Mieter. Dem Vermieter.",
+ "dass sie auf gewöhnliche Weise gestorben ist. Dann ist er frei, s. weiter VII, 8.",
+ "und der Entleiher. Der auch bei Unfällen (אונסין) zur Zahlung verpflichtet ist.",
+ "es muss vielmehr die Kuh. D. h. der Wert derselben."
+ ],
+ [
+ "Sagt jemand zu Zweien. Ohne dass sie ihm etwas abfordern.",
+ "wem von euch. Und die Beiden wissen es auch nicht.",
+ "es war. Und die Beiden wissen es auch nicht.",
+ "da er es von selbst bekennt. D. h. er will durch sein Bekenntnis, ohne dazu aufgefordert zu sein, seiner Pflicht vor Gott genügen. Von Rechtswegen aber müsste er nur beiden zusammen eine Mine geben, und sie teilen sich darin."
+ ],
+ [
+ "von denen der Eine eine Mine. 100 Sus.",
+ "und der Andere zweihundert Sus einem Dritten in Verwahrung gegeben hatten. Beide hatten das Geld zu gleicher Zeit, Einer in Gegenwart des andern, deponiert, so dass der Depositär Grund hatte anzunehmen, die Deponenten hegen gegen einander kein Misstrauen, und deshalb nicht genau zu beobachten brauchte, wer 100 und wer 200 Sus gibt. Nach Alfasi und Maimonides gilt die Bestimmung der Mischna nur dann, wenn Beide die 300 Sus in einem Bündel deponiert hatten. Andernfalls muss der Depositär jedem von ihnen 200 Sus geben, da er es wissen müsste, wieviel er von jedem erhalten.",
+ "und der Rest bleibe liegen. Beim Depositär; nach einigen: beim Gericht.",
+ "bis Elijahu kommt. Bis Elijahu den Zweifel entscheidet, oder bis der Betrüger die Wahrheit eingesteht, oder bis sie sich einigen.",
+ "was verlöre der Betrüger. Der Betrüger würde nie die Wahrheit eingestehen, da er nichts verliert."
+ ],
+ [
+ "Ebenso ist es bei zwei Geräten. Es gilt hier dieselbe Bestimmung, obwohl man das grössere Gerät erst verkaufen oder zerbrechen muss, um den Wert des geringem davon abzugeben, wodurch doch der Eigentümer des grossen jedenfalls einen Schaden erleidet."
+ ],
+ [
+ "selbst wenn sie zu Verlust kommen. Durch Mäuse oder Fäulnis. Statt אבודין liest Jerusch. אובדין. Indes steht das Part. pass. אבוד sehr oft statt אובד.",
+ "sie nicht berühren. Um sie zu verkaufen, weil Jedem das Seinige, um das er sich abgemüht hat, lieber ist als Anderes. Doch gilt diese Bestimmung nur, wenn das Manco nicht das gewöhnliche in der folgenden Mischna angegebene Maass überschreitet; ist dies aber der Fall, so hat der Verwahrer die Pflicht, den Deponenten davon in Kenntnis zu setzen, oder, falls dieser abwesend ist, die Früchte gerichtlich zu verkaufen.",
+ "gleichsam dem Eigentümer Verlorenes zurückbringt. Jerusch. liest הָשֵכ st. כמשיב."
+ ],
+ [
+ "so darf dieser. Wenn er sie mit seinen eigenen nicht gemessenen Früchten vermischt hat.",
+ "ihm den Abgang. Was gewöhnlich im Jahre durch Mäuse oder Fäulnis verloren geht.",
+ "und zwar bei Weizen und Reis neun halbe Kab vom Kor. Ein Kor hat 30 Seah, ein Seah 6 Kab; das Manco beträgt also 2½ Prozent.",
+ "bei Gerste und Hirse neun Kab vom Kor. Also 5 Prozent.",
+ "bei Spelt und Leinsamen drei Seah vom Kor. 10 Prozent.",
+ "Alles nach Verhältnis des Maasses. Z. B. von 5 Kor kann er das Fünffache des oben angegebenen Maasses abrechnen.",
+ "Alles nach Verhältnis der Zeit. Er kann z. B. im zweiten Jahre vom Reste wieder das Manco abrechnen. Hat er z. B. 1600 Kor Weizen verwahrt, so zieht er für das erste Jahr 40 Kor ab, für das zweite Jahr aber von den noch verbliebenen 1560 Kor 39 Kor, von dem Reste von 1521 Kor gehen wieder im dritten Jahre 38¹⁄₄₀ Kor ab, und so fort.",
+ "Was kümmert’s denn. אִכְפַּת להן es kümmert sie, von אכף zwingen, syr. beunruhigen.",
+ "Er darf vielmehr nur von Einem Kor ihm den Abgang abrechnen. Wenn er auch 10 Kor verwahrt, darf er nicht mehr jährlich abziehen, als von Einem Kor.",
+ "Wenn es ein grosses Maass. Von 10 Kor und darüber.",
+ "weil sie. Die Früchte.",
+ "mehr sind. Indem bei einer grossen Quantität nicht so genau gemessen und das Maass nicht so genau abgestrichen wird. So erklärt ראב״ד nach einem Ausspruch des R. Jochanan im Talmud. Jedoch in der Tosefta heisst es: R. Jehuda sagt: Es soll kein Abgang gerechnet werden, wenn der Deponent das Getreide aus seiner Tenne zugemessen hat. Hiernach wäre unter מדה מדובה der Mischna das Tennenmaass zu verstehen. Doch sagt der Talmud (40a): Es kann die Tosefta nicht meinen, er habe das grössere Tennenmaass deponiert und das kleinere Hausmaass dafür erhalten, da doch Niemand so einfältig ist, ein grösseres Maass zu geben, um ein kleineres zurückzunehmen; es sei hier vielmehr davon die Rede, dass er ihm das Getreide zu der Zeit, da es getrocknet in die Tenne kam, in Verwahrung gegeben und es während der nassen Jahreszeit, wo die Frucht aufquillt, zurückerhalten hat. Auch hiernach könnte das מדה מרובה der Mischna als das Maass der trockenen Jahreszeit (der „Tennenzeit“) erklärt werden. Indessen haben Raschi und Andere die Tosefta-Erklärung mit dem Ausspruche des R. Jochanan (wonach מרובה מדה 10 Kor ist) combinirt. Nach Raschi sagt R. Jehuda: Wenn er mindestens 10 Kor während der trockenen Jahreszeit deponiert und während der Winterszeit dasselbe Maass zurückerhält, so darf ihm nichts abgerechnet werden, weil die Frucht durch Aufquellen gerade so viel zunimmt, als das Manco beträgt. Warum aber gilt diese Bestimmung nicht auch bei einer Quantität unter 10 Kor? Darauf lässt sich antworten, R. Jehuda folge der Ansicht des R. Jochanan ben Nuri, wonach nicht nach Verhältniss des Maases, sondern das gleiche Manco für alle Quantitäten gerechnet wird. Dieses fest bestimmte Manco wird nun nach R. Jehuda erst bei 10 Kor durch das Aufquellen der Frucht ausgeglichen."
+ ],
+ [
+ "Er darf ihm. In dem oben Note 27 angegebenen Falle.",
+ "ein Sechstel. So viel beträgt der Abgang durch die Absorption der Krüge und die Hefen.",
+ "Ein Fünftel. In dem Orte des R. Jehuda hatte man Krüge, die mehr absorbierten.",
+ "Einsaugung. Was die Krüge absorbieren.",
+ "Auch wenn Einer das ganze Jahr hindurch seinem Nächsten geläutertes Öl verkauft. D. h. er liefert ihm geläutertes Öl, obgleich er ihm nur einfaches Öl (ohne nähere Bestimmung) verkauft hat.",
+ "so muss dieser anderthalb Log Hefen beim Hundert übernehmen. Er muss sich 1½ Log vom Hundert wegen der Hefen abziehen lassen."
+ ],
+ [
+ "und es zerbricht. Durch einen Unfall (אונס).",
+ "Gebrauche. Er hat es z. B. benutzt, um darauf hinaufzusteigen und vom Taubenschlage Tauben herabzuholen.",
+ "schuldig. Es zu ersetzen, weil er es ohne Wissen des Eigentümers zur Benutzung entlehnt hat. Dies wird wie ein Raub betrachtet, und ein Räuber muss das Geraubte, selbst wenn es verunglückt ist, ersetzen.",
+ "falls es für das Fass nötig war. Es war z. B. am ersten Platze gefährdet.",
+ "nachdem er es hingelegt hat. An einen Ort, wo es wohl verwahrt ist.",
+ "wenn er es brauchte. Wiewohl er in diesem Falle als Räuber betrachtet wird, so hört doch seine Verantwortlichkeit auf, nachdem er dass Fass wieder hingelegt und somit den Raub zurückerstattet hat. Diese Entscheidung gilt nur nach der Ansicht des R. Ismael, wonach ein Räuber bei der Zurückerstattung des Raubes nicht den Eigentümer davon in Kenntnis setzen muss. Dagegen meint R. Akiba, der Räuber werde durch die Zurückerstattung, ohne dass der Eigentümer davon weiss, nicht der Verantwortlichkeit enthoben (vgl. auch B. kama X, 8).",
+ "Bestimmt dagegen der Eigentümer dafür einen Platz. Er sagt zum Hüter: „Leihe mir diese Ecke, um das Fass hinzulegen.“",
+ "nachdem er es hingelegt hat. An einen andern, nicht vom Eigentümer bestimmten Platz. Hätte er es aber an den vom Eigentümer entlehnten Platz zurückgelegt, so wäre er nach der von der Mischna akzeptierten Ansicht R. Ismaels (oben Note 50) frei. — So erklärt im Talmud Rab Scheschet unsere Mischna. R. Jochanan dagegen meint, das משהניחה im letzten Rechtssatze der Mischna bedeute: „nachdem er es wieder an seinen Platz zurückgelegt hatte.“ Wenn nun hier dennoch entschieden wird: לצורכו חייב (er ist ersatzpflichtig, wenn er es für seinen Gebrauch benutzt hat), so ist dies die Ansicht von R. Akiba (Note 50), dass ihn die ohne Wissen des Eigentümers erfolgte Rückerstattung nicht der Verantwortlichkeit enthebt. Der Anfang unseres Satzes: יחדו לה הבעלים מקום ist demnach nicht conditionell, sondern concessiv zu fassen. Es heisst: Obschon der Eigentümer einen Platz dafür bestimmt hat und die Zurückstellung an diesen Platz als eine Rückerstattung betrachtet werden könnte; so ist er dennoch ersatzpflichtig, weil die Zurückgabe ohne Wissen des Eigentümers erfolgt ist. Dies ist die Ansicht des R. Akiba. Dagegen spricht der erste Rechtssatz der Mischna die Ansicht des R. Ismael aus, wonach die Rückerstattung eines Raubes auch ohne Wissen des Eigentümers erfolgen kann. Auch hier sind dann die Worte ולא יחדו לה הבעלים מקום concessiv zu fassen, und die Mischna lehrt: Obschon der Eigentümer keinen Platz für die Sache bestimmt hat, so kann dennoch die Zurückstellung ohne Wissen des Eigentümers den Hüter der Verantwortlichkeit entheben. Dies ist die Ansicht des R. Ismael. — Nach dieser von R. Jochanan gegebenen Erklärung, sind also in den zwei Rechtssätzen unserer Mischna zwei dissentirende Ansichten enthalten. Der erste Satz enthält die Ansicht des R. Ismael, der zweite die des R. Akiba."
+ ],
+ [
+ "und dieser bindet es ein und lässt es. הפשילם (vom arab. فشل schwach, träge sein, zurückbleiben) er liess es herabhängen, er schleppte es nach.",
+ "an seinem Rücken herabhängen. Geld soll auf der Reise in der Hand getragen werden, zu Hause soll man es vergraben.",
+ "die noch unmündig sind. Wären die Kinder grossjährig, so wäre anzunehmen, der Deponent habe nichts dagegen, dass der Verwahrer die Sache seinen Kindern anvertraue.",
+ "und verschliesst vor ihnen. Den Kindern (Raschi 36a). Er hätte die Türe gut verschliessen sollen, damit die Kinder nicht mit dem Gelde hinauslaufen und es verlieren. Alfasi liest: או נעל בפניהן; es ist dann ein neuer Fall, und בפניהן bezieht sich auf מעות (oder er hat das Geld nicht gehörig verschlossen).",
+ "so ist er schuldig. Zu ersetzen, wenn es abhanden kommt.",
+ "weil er nicht nach der Hüter Weise gehütet hat. Es ist eine Fahrlässigkeit (פשיעה)."
+ ],
+ [
+ "wenn es eingebunden. Und versiegelt, oder mit einem ungewöhnlichen Knoten versehen ist.",
+ "dafür zu haften. Da er ein unentgeltlicher Hüter ist",
+ "Ist es aber offen. Eig.: aufgebunden.",
+ "dafür zu haften. Auch wenn er sich dessen nicht bedient hat, s. oben II, Note 58. Hat er das Geld benutzt, dann ist es bei ihm ein Darlehen, und er ist auch bei einem Unglücksfalle (אונס) Ersatz schuldig.",
+ "bei einem Hausherrn. Der keine Geldgeschäfte macht."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand nach einem Verwahrgute. Das ihm anvertraut wurde.",
+ "die Hand ausgestreckt hat. Er hat es aufgehoben zu einer Benutzung, die es beschädigen würde. Wiewohl er es in Wirklichkeit nicht benutzt hat, so ist er dennoch für jeden Schaden verantwortlich, nachdem er es zum Zwecke der Abnutzung aufgehoben hat. Hob er es zu einer unschädlichen Benutzung empor, so wird er erst bei der wirklichen Benutzung verantwortlich, s. oben Note 47.",
+ "bestraft. Eig.: er wird geschlagen: über לקה vgl. Erubin X Note 81.",
+ "was es abgenommen. Indem er, wenn es abgenommen, den Wert zahlen muss, den es früher während der Veruntreuung gehabt hat.",
+ "was es zugenommen hat. Hat es nach der Veruntreuung an Wert zugenommen, so muss er es in dem jetzigen Zustande zurückgeben. Nach dem Talmud handelt die Mischna hier nicht von dem Falle, dass der Gegenstand im Preise gestiegen oder gefallen ist, sondern davon, dass z. B. einem Schafe die Wolle abgeschoren (הסר) oder dass dasselbe trächtig geworden ist (יתר).",
+ "wie es zur Zeit der Entwendung. Eig.: des Herausbringens, da er es durch die Veruntreuung aus dem Besitze des Eigentümers genommen und sich angeeignet hat",
+ "Wie es zur Zeit der Forderung. Vor Gericht.",
+ "Wer sich vornimmt. Und den Vorsatz vor Zeugen ausspricht.",
+ "schuldig. Denn es heisst (Exod. 22, 8): „Wegen jedes Wortes der Veruntreuung.“ (דבר wird vom Midrasch als „Wort“ gedeutet).",
+ "Dass er nicht seine Hand ausgestreckt hat nach dem Gute seines Nächsten. Das דבר פשע lehrt nach Bet-Hillel, dass er auch schuldig ist, wenn er zu seinem Knechte gesagt, er solle das Deposit veruntreuen, und dieser den Befehl ausgeführt hat, wiewohl sonst bei einer Sünde der Beauftragende nicht schuldig ist, s. B. kama VI, Note 20.",
+ "Auf welche Weise. Die Frage bezieht sich auf den Terminus שלח יד. Auf welche Weise wird er durch das „Ausstrecken der Hand“ schuldig? In einigen Codd fehlt das Wort כיצד.",
+ "Neigte er das Fass. Ohne es aufzuheben.",
+ "und es zerbrach. Später, wenn auch durch einen Unglücksfall.",
+ "Log. Denn שליחות יד heisst es nur, wenn er es zum Zwecke der Abnutzung aufgehoben und dadurch sich angeeignet hat.",
+ "Hob er aber das Fass empor und nahm daraus. Es ist nicht nötig, dass er wirklich nehme, sondern schon das Aufheben mit der Absicht zu nehmen, macht ihn verantwortlich, s. oben Note 65. Anstatt ונטל müsste es eigentlich ליטול heissen; ונטל steht nur hier, weil dies im vorigen Satze steht."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Das Gold erwirbt das Silber. Die Erklärung dieses Satzes gibt die Tosephta mit folgenden Worten: „Hat jemand seinem Nächsten einen Gold-Denar gegeben, um dafür 25 Silber-Denare wieder zu erhalten, so hat er (dadurch, dass Jener den Gold-Denar an sich gezogen) die 25 Silber-Denare erworben, wo immer sie sein mögen.“ Der Satz würde also vollständig lauten: Durch die Hingabe des Goldgeldes erwirbt man das dafür zu erhaltende Silbergeld, obgleich dieses noch im Besitze des andern sich befindet.",
+ "erwirbt aber nicht das Gold. Erklärung der Tos.: „Hat jemand seinem Nächsten 25 Silber-Denare gegeben, um dafür einen Gold-Denar wieder zu erhalten, so hat er diesen nicht eher erworben, bis er ihn an sich gezogen.“ Also: Durch die Hingabe des Silbergeldes erwirbt man das dafür zu erhaltende Goldgeld nicht, solange man es nicht faktisch in seinen Besitzkreis gezogen hat. — Diese Sätze beruhen auf der Rechtsnorm, dass ein Kaufgeschäft, bei dem Ware für Geld gekauft wird, mit dem Empfange des Geldes durch den Verkäufer nicht als abgeschlossen gilt, wohl aber mit der Hinnahme der Ware durch den Käufer (משיכה), vgl. die folgende Mischna Wechselt man nun Goldgeld um Silbergeld aus, so ist das Silber als Geld, das Gold aber als Ware zu betrachten, weil ersteres die gangbare Münze (חריף) ist. Die Mischna des Jerusch. hat umgekehrt: הכסף קונה את הזהב הזהב אינו קונה את הכסף, und so hat, wie beide Talmude berichten, Rabbi in seiner Jugend gelehrt, indem er dem Silber gegenüber das Gold als Geld erklärte, weil dies wertvoller ist.",
+ "das Kupfer. Kupfermünze.",
+ "erwirbt das Silber. Silbermünze.",
+ "das Silber erwirbt aber nicht das Kupfer. Die Kupfermünze gilt als Ware, die Silbermünze als Geld.",
+ "Das schlechte Geld. Das ausser Kurs gesetzt ist und daher nur als Ware gilt.",
+ "Die ungeprägte Münze. אסימון = ἄσημον.",
+ "die geprägte aber erwirbt nicht die ungeprägte; bewegliche Güter erwerben das Geld, das Geld aber erwirbt nicht die beweglichen Güter. (Dies ist die Regel. זה הכלל fehlt in manchen Codd.",
+ "Alle beweglichen Güter erwerben einander. Tauscht man Mobilien gegen andere Mobilien, so hat man durch die Hingabe des einen Objekts das dafür Eingetauschte erworben, obgleich es noch im Besitze des Andern sich befindet, vgl. Kidduschin I,"
+ ],
+ [
+ "Auf welche Weise. Diese Frage bezieht sich auf alle Sätze der vorigen Mischna: In welcher Weise ist das קונה und אינו קונה zu verstehen?",
+ "die Früchte. D. i. die Ware, also im ersten Satze das Gold.",
+ "fortgezogen. Das Fortziehen des gekauften Gegenstandes (משיכה) ist eine der Formen, durch welche man Mobilien sich aneignen kann. Die besonderen Bestimmungen der משיכה sind je nach den Gegenständen verschieden; immer aber muss der zu erwerbende Gegenstand von dem Orte, wo er sieh befindet, ganz oder teilweise fortgeschafft werden (vgl. Kidduschin I, 4 und B. batra V, 7).",
+ "zurücktreten. Nach R. Jochanan erwirbt man, dem Thoragesetz zufolge, die Mobilien durch Geld. Die Rabbinen haben jedoch משיכה angeordnet, damit der Verkäufer, der etwa Geld für Weizen empfangen hat, bei einem in seinem Hause ausbrechenden Brande nicht den Weizen auf dem Schüttboden verbrennen lasse, sondern sich bemühe, die verkaufte Ware zu retten. Nach R. Simon ben Lakisch dagegen ist es eine Vorschrift der Thora, dass man Mobilien nicht durch Geld, sondern nur durch משיכה erwerben solle.",
+ "Wer die Männer des Zeitalters der Sintflut und des Zeitalters der Teilung. Der Sprachenverwirrung und Teilung der Menschen (Gen. 10, 25). Die Baraita fügt hier hinzu: ומאנשי סדום ועמורה וממצרים בים (die Männer von Sedom und Amora und die Ägypter am Meere).",
+ "bestraft hat. פרע lösen, bezahlen (solvere), daher auch: vergelten, strafen. Auffallend ist die Construction פרע mit מ׳, während sonst nur das Passiv (נפרע) mit מ׳ steht. R. Lipmann Heller meint, bei Gott stehe deshalb nicht נפרע, weil er keinen Nutzen von der Strafe hat, also nicht „bezahlt wird.“ Allein es steht hier im Hauptsatze auch von Gott עתיד להפרע im Nif’al (vergl. הון עשיר).",
+ "der sein Wort nicht hält. Nach Abaje wird jeder, der nach der Bezahlung vom Kaufe abstehen will, bloß davon in Kenntnis gesetzt, dass ihn Gott wegen seines Wortbruchs bestrafen wird; nach Raba dagegen wird er vom Gerichte mit dieser Formel der Mischna verflucht.",
+ "hat die Oberhand. D. h. nachdem der Käufer das Geld bezahlt hat, ohne die Ware hingenommen zu haben, kann wohl der Verkäufer, in dessen Hand das Geld sich befindet, vom Geschäfte zurücktreten, der Käufer aber nicht."
+ ],
+ [
+ "Übervorteilung. Vgl. Levit. 25, 14. לא תונו. Aus dem Stamme יני ist das Subst. אונאה = הוניה (wie es Siphra zur Stelle und Jeruschalmi haben) gebildet worden.",
+ "beträgt vier Silberstücke. Auch Silber-Ma’ah (מעה) genannt.",
+ "die der Sela. Ein סלע hat 4 Denar (דינר), ein Denar gleich 6 Ma’ah.",
+ "ein Sechstel des Kaufwertes. Des eigentlichen Wert es der gekauften Ware. Ist also die Ware 24 Silberlinge wert und man hat sie für 28 oder 20 verkauft, so erhält der Übervorteilte 4 Silberlinge zurück. In diesem Falle, wobei der Betrag der Übervorteilung ein „Sechstel“ ausmacht, wird dieser Betrag „Ona’ah“ (אונאה) genannt; hierbei ist der Kauf gültig und muss bloß die „Ona’ah“ dem Übervorteilten zurückerstattet werden. Ist der Betrag der Übervorteilung mehr als ein „Sechstel“, dann heisst er בטול מקח (Kauf-Aufhebung), weil da der Kauf für ungültig erklärt werden kann. Ist der Betrag weniger als ein „Sechstel“, so heisst er מחילה (Verzicht), weil dabei eine Verzichtleistung von Seiten des Übervorteilten vorausgesetzt wird und nicht nur der Kauf gültig ist, sondern auch keinerlei Rückerstattung erfolgt. — Schwierig ist die Art und Weise, wie die Mischna das „Sechstel“ berechnet. Da das „Sechstel“ von dem Werte der Ware gerechnet wird, so scheint die Mischna für Verkäufer und Käufer zweierlei Maass zu haben. Der Käufer kann schon die „Ona’ah“ zurückfordern, wenn er für 28 Ma’ah einen Wert von 24 erhalten, also ein Siebentel seines Geldes verloren hat; dem Verkäufer dagegen wird erst die „Ona’ah“ zurückerstattet, wenn er ein 24 Ma’ah wertes Gut für 20 Ma’ah hingegeben, also ein Sechstel seines Gutes verloren hat. Um diese Rechts-Ungleichheit zu beseitigen, erklären R. Jochanan im Jeruschalmi und Mar Samuel im Babli in der Tat, dass nach der Mischna das „Sechstel“ nicht nur nach der Ware, sondern auch nach dem Kaufgelde (שתות מעות) zu berechnen ist. Die „Ona’ah“ ist demnach keine fest bestimmte Grösse, sondern sie liegt für den Käufer zwischen 1/₇ und ⅙ des von ihm bezahlten Preises und für den Verkäufer zwischen 1/₇ und ⅙ des Wertes der Ware. Ist der Schaden weniger als 1/₇, so muss man darauf verzichten (מחילה); ist er mehr als ⅙, so ist der Kauf ungültig (בטול מקח). Kauft jemand z. B. einen Gegenstand für 210 Sus, so heisst die Übervorteilung אונאה, wenn sie 30 bis 35 Sus beträgt (bei 30 ist es ⅙ des Warenwertes שתות מקח, bei 35 ist es ⅙ des Geldes שתות מעות). Beträgt sie weniger als 30 Sus, so heisst sie מחילה; ist deren Betrag über 35 Sus, so nennt man sie בטול מקח. — Dies ist die richtige Ansicht vieler Commentatoren, gegen Isserles im Ch. Ham. 227, 4.",
+ "Bis wann ist es gestattet. Es wird nicht einmal als Wortbruch bestraft, s. oben Note 16.",
+ "zurückgehen zu lassen. Wenn die Übervorteilung mehr als ⅙ beträgt, oder die „Ona’ah“ zurückzufordern, wenn sie ⅙ ist (Note 21).",
+ "Bis er. Der Käufer.",
+ "einem Kaufmanne oder seinem Verwandten gezeigt haben könnte. Der Verkäufer, der die Ware bereits fortgegeben und sie nicht dem Freunde zeigen kann, darf immer zurücktreten.",
+ "Tarphon lehrte zu Lud. Lydda.",
+ "ein Drittel des Kaufwertes. Genauer ¼ bis ⅓, nach Note 21.",
+ "da freuten sich die Kaufleute von Lud. Die geschäftskundig waren und teuer verkauften.",
+ "und sie kehrten zu den Worten der Weisen. Wonach die „Ona’ah“ zwar nur ein „Sechstel“, aber die Bedenkzeit kürzer ist."
+ ],
+ [
+ "Sowohl der Käufer als der Verkäufer haben das Ona’ah-Recht. Darunter versteht man alle Rechte, die oben in Note 21 angegeben sind.",
+ "Der Kaufmann. Der geschäftskundig ist und den Wert der Ware kennt.",
+ "hat die Oberhand. Dies ist bloß die Ansicht des R. Jehuda Hannasi, dagegen ist die halachische Norm, wie oben in Note 21 angegeben ist.",
+ "gib mir mein Geld. So sagt der Käufer; ebenso kann der übervorteilte Verkäufer seine Ware zurückfordern.",
+ "um was Du mich übervorteilt hast. שאוניתני statt שהוניתני, s. oben Note 18."
+ ],
+ [
+ "Wieviel darf an einem Sela. Dasselbe gilt von jeder gangbaren Münze, die durch immerwährenden Gebrauch abgerieben wird.",
+ "ohne dass damit. Wenn man denselben für voll ausgibt.",
+ "vier Issar. Gr. ἀσσάριον, lat.: as. 4 Issar dürfen nicht fehlen. Vor ארבעה איסרין ist also „האונאה“ zu ergänzen.",
+ "ein Issar beim Denar. Lat.: denarius. 1 Denar = 24 Issar. Es darf also nicht ¹⁄₂₄ fehlen.",
+ "Vier Pondion. Lat. dupondium. 1 Pondion = 2 Issar.",
+ "ein Pondion beim Denar. Also ist die „Ona’ah“ ¹⁄₁₂.",
+ "zwei Pondion beim Denar. D. i. ⅙, wie sonst die „Ona’ah“."
+ ],
+ [
+ "(ihn. Den abgeriebenen Sela.",
+ "In grossen Städten. Wo ein Banquier zu finden ist.",
+ "in Dörfern aber bis zum Vorabend des Schabbats. Da er ihn für die Bedürfnisse des Schabbats auszugeben versucht und erfährt, ob er noch gangbar ist.",
+ "Wenn er. Der ihm den defekten Sela gegeben.",
+ "soll er ihn selbst nach zwölf Monaten von ihm zurücknehmen. Es ist dies kein Rechtsgebot, sondern eine Forderung der frommen Sitte (מדת חסידות).",
+ "doch hat jener gegen ihn. Wenn er den Sela nicht zurücknehmen will.",
+ "als eine Beschwerde. Aram. תורעמתא für das hebr. תלונה, das Murren, die Beschwerde.",
+ "Man darf ihn ohne Bedenken für den zweiten Zehnt. Um denselben auszulösen, obgleich hierzu nur gangbares geprägtes Geld geeignet ist, vgl. Maaser scheni I, 2."
+ ],
+ [
+ "Übervorteilung. Die man zurückgeben muss.",
+ "ist vier Silberstücke. Bei einem Sela’, oben Mischna 3.",
+ "Forderung. Bei der ein Teilgeständniss zum Eid verpflichtet.",
+ "zwei Silberstücke und die des Geständnisses der Wert einer Peruta. Schebuot VI, 1.",
+ "Bei fünf Angelegenheiten ist der Wert einer Peruta. Es muss zum Mindesten eine Peruta (= ⅛ Issar) wert sein.",
+ "Das Objekt des Geständnisses muss eine Peruta wert sein. Schebuot VI, 1.",
+ "eine Frau kann man sich durch den Wert einer Peruta antrauen. Kidduschin I,1.",
+ "begeht eine Veruntreuung. Nach Lev. 5, 14—16.",
+ "muss ihm denselben selbst nach Medien nachführen. Baba kama IX, 5."
+ ],
+ [
+ "In fünf Fällen ist man zur Zugabe eines Fünftels. Ausser der Kapitalzahlung (קרן).",
+ "Wer Hebe. Terumot VI, 1.",
+ "Zehnt-Hebe. Der Zehnt vom Zehnten.",
+ "Zehnt-Hebe vom Zweifelhaften. Nach Demai I, 2 braucht man bei דמאי, das nur rabbinisch verboten ist, kein Fünftel zuzugeben. Unsere Mischna folgt der Ansicht des B. Meïr, wonach die Rabbinen ihren Geboten die Kraft der Thoragebote gegeben haben. Über דמאי vgl. Magazin f. d. W. d. J. Jhrg. 1893 S. 145.",
+ "Teig-Hebe. Challah I, 9.",
+ "oder Erstlinge. Bikkurim II, 1.",
+ "muss ein Fünftel zugeben. Alles bisher Aufgezählte wird als Ein Fall gerechnet, da Alles den Namen Teruma hat, vgl. Orlah II, 1.",
+ "Wer die Früchte seiner vierjährigen Bäume. Maaser scheni V, 1.",
+ "oder seinen. Nicht aber eines Anderen, Maaser scheni IV, 3; V, 5.",
+ "Wer sein Geheiligtes. Nicht das eines Anderen, Lev. 27, 19.",
+ "muss ein Fünftel zugeben. Nach Lev. 5, 16.",
+ "muss ein Fünftel zugeben. Baba kama IX, 7."
+ ],
+ [
+ "Grundstücken und geheiligten Dingen. Dies alles wird aus Lev. 25, 14 deduziert, wie es die Baraita im Talmud (56b) lehrt: Es heisst: „So ihr verkaufet eine Ware deinem Nächsten oder kaufet aus der Hand deines Nächsten“, das spricht von einer Sache, die von Hand zu Hand gekauft wird; ausgeschlossen sind Grundstücke, die nicht beweglich sind; ausgeschlossen sind ferner Sklaven, da sie mit den Grundstücken verglichen werden (denn es heisst im Lev. 25, 46: „Vererbet sie euren Kindern als Besitzung“); ausgeschlossen sind endlich Schuldscheine, die nicht an und für sich einen Wert haben, sondern nur als Dokumente gebraucht werden. Geheiligte Dinge sind wieder ausgeschlossen durch die Worte: „übervorteilet nicht Jeder seinen Bruder“; das Heiligtum aber ist nicht unter „Bruder“ einbegriffen.",
+ "Bei diesen findet kein Doppel-Ersatz. Wenn sie gestohlen werden.",
+ "und nicht Ersatz des Vier- oder Fünffachen. Wenn geheiligte Tiere gestohlen und dann geschlachtet oder verkauft werden.",
+ "statt. Die Deduktion aus der Schrift lautet im Talmud : Es heisst (Exod. 22, 8) : „wegen jeder Schuld-Sache“, dies ist ein Kollektivbegriff (כלל); „wegen eines Ochsen, Esels, Lammes und Kleides“, dies ist ein Teilbegriff (פרט); „wegen jedes Verlustes“, dies ist wieder ein Kollektivbegriff. In einem Satzgefüge, wo einem Kollektivbegriffe ein Teilbegriff und diesem wieder ein Kollektivbegriff folgt, hat der Teilbegriff exemplifikatorische Bedeutung, und die daselbst gegebene Vorschrift gilt nur für das, was dem Teilbegriff ähnlich ist (כלל ופרט וכלל אי אתה דן אלא כעין הפרט). Die Vorschrift des Doppelersatzes gilt demnach nur für solche Gegenstände, welche wie die im פרט genannten Objekte beweglich sind und an und für sich einen Wert besitzen, und es sind Grundstücke, Sklaven und Dokumente ausgeschlossen, vgl. Note 70. Das Heiligtum ist wieder durch das Wort לרעהו (seinem Nächsten) ausgeschlossen.",
+ "Der unbezahlte Hüter braucht ihretwegen nicht zu schwören. Auch diese Lehre wird durch obige hermeneutische Regel: כלל ופרט וכלל וכו׳ deduziert, und zwar aus Exod. 22, 6. Dabei gelten die Worte: „wenn jemand seinem Nächsten gibt“ als כלל, Geld oder Geräte“ als פרט und „zu hüten“ als zweiter כלל. Heiligtümer schliesst wieder das Wort רעהו aus,",
+ "und der Lohn-Hüter braucht nicht zu bezahlen. Folgt nach demselben Kanon aus Exod. 22, 9, wo nach der Tradition vom Lohnhüter die Rede ist, s. oben III, 1, Note 2.",
+ "für welche der Eigentümer zu haften verpflichtet ist. S. Baba kama VII, 4, Note 23 u. 25.",
+ "für welche jener nicht haften muss. S. Baba kama VII, 4, Note 23 u. 25.",
+ "Auch wenn jemand eine Gesetzrolle. Da diese einen unschätzbaren Wert besitzt.",
+ "Vieh. Diese Gegenstände bezahlt man mitunter über ihren Wert, um ein gleiches Paar zu erlangen.",
+ "oder Perlen. Diese Gegenstände bezahlt man mitunter über ihren Wert, um ein gleiches Paar zu erlangen.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "Man hat es nur bei jenen (Dingen. Sklaven, Schuldscheine, Grundstücke und Geheiligtes."
+ ],
+ [
+ "in Worten. Denn es heisst (Lev. 25, 17): „Kränket Niemand seinen Nächsten und fürchte dich vor deinem Gotte!“; hier ist die Kränkung durch Worte verboten, deren Böswilligkeit nur Gott erkennt, der ins Herz sieht.",
+ "Wenn jemand ein Bussfertiger. Eig.: ein Mann der Rückkehr, ein reuiger Sünder."
+ ],
+ [
+ "Man darf nicht Früchte unter Früchte. Schlechte Früchte unter gute, um alle für gute zu verkaufen.",
+ "geschweige denn neue unter alte. Da die alten Körner trocken sind und mehr Mehl geben.",
+ "Jedoch. באמת für das aram. בקושטא, womit die Targg. das hebr. אמנם und אכן übersetzen. Doch bemerken die Talmude, dass באמת אמרו stets bei einer zuverlässigen Halacha steht, vgl. Schabbat I, 3.",
+ "starken unter schwachen. רך eig.: zart, milde.",
+ "Man darf nicht Weinhefen. Von einem andern Fasse.",
+ "doch darf man ihm seine Hefen. Von demselben Fasse, das man verkauft.",
+ "darf er ihn nicht im Laden. In kleinen Quantitäten.",
+ "aber nicht einem Händler. Im Ganzen.",
+ "darf man es tun. Nach dem Talmud nur während der Kelterzeit."
+ ],
+ [
+ "Ein Kaufmann darf von fünf Tennen. Dreschtennen, wo das Getreide gedroschen wird.",
+ "und in eine Tonne. פיטום, gr. πίϑος, Weinfass.",
+ "nur darf er nicht die Absicht haben zu mischen. Schlechte Ware unter gute, während die von ihm Kaufenden meinen, er verkaufe lauter gute.",
+ "Er soll auch nicht den Preis verderben. Weil er dadurch den andern Kaufleuten die Nahrung wegnimmt.",
+ "Es sei seiner zum Guten gedacht. Er verdient Anerkennung dafür, dass er billig verkauft.",
+ "Man darf die Graupen. גריסין, von גרס zerstossen, gewöhnlich: zerteilte Bohnen.",
+ "nicht lesen. Von ברר aussondern.",
+ "weil er nur das Auge täuscht. Man könnte meinen, es sei ganz ausgelesen.",
+ "nicht aufputzen. מפרכסין nach Jerusch. מפרקסין, Denom. von פיקס mit eingeschobenem ר׳; gr. φῦϰος, fucus, Schminke, rote Farbe.",
+ "weder Menschen. Sklaven.",
+ "noch Geräte. Um sie für neue zu verkaufen."
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+ ],
+ [
+ [
+ "Tarbith. In Lev. 25, 36 heisst es: „Nimm nicht von ihm Zins (נשך) und Überschuss (תרבית).“; ferner (V. 37): „Dein Geld sollst du ihm nicht um Zins (נשך) geben, und um Überschuss (מרבית) gib ihm nicht deine Speise!“",
+ "Leiht jemand einen Sela. 1 Sela = 4 Denar.",
+ "zwei Seah Weizen. Wiewohl aus Lev. 25, 37 hervorzugehen scheint, dass nur Zins von Geld נשך, Zins von Lebensmitteln aber תרבית genannt wird, verwirft die Mischna dennoch diese Unterscheidung auf Grund von Deut. 23, 20 („Gib nicht Deinem Bruder Zins von Geld, Zins von Speise“), wo Zins von Lebensmitteln auch נשך genannt wird.",
+ "dafür zu empfangen), — (dies ist verboten. Viele Codd. haben nicht: אסור.",
+ "weil er beisst. נשך bedeutet „beissen, verletzen, schaden.“ Insofern nun, dass der Schuldner durch die Zinsgabe einen Schaden erleidet, heisst jeder Zins נשך. Indessen gebraucht die Thora dafür auch den Namen תרבית oder מרבית (Vermehrung), insofern der Gläubiger dadurch gewinnt, sein Gut vermehrt.",
+ "Und was heisst Tarbith. Vermehrung, Gewinn, wobei der Name נשך nicht passen würde, da keine erkennbare Schädigung dabei verübt wird (Ritba).",
+ "Wenn jemand an Früchten gewinnt. Eig. mehrt (sc. seinen Gewinn).",
+ "Er kaufte von jemand Weizen. Auf Lieferung in späterer Zeit.",
+ "den Kor um einen Gold-Denar. 1 Gold-Denar = 25 Silber-Denar.",
+ "und so war auch der Marktpreis. Dieses Geschäft, ist erlaubt, wie weiter, Mischna 7, Note 59, gelehrt wird, obgleich der Verkäufer keinen Weizen hat.",
+ "dein Weizen sei mir für dreissig Denar angerechnet. עשויות eig. gemacht.",
+ "er besass aber keinen Wein. In diesem Falle (nicht aber, wenn er Wein hat, vgl. Mischna 7, Note 61) ist das Geschäft verboten, obgleich der Marktpreis für Wein bereits bestimmt ist und er zum Marktpreise verkauft. Der Unterschied zwischen diesem und dem ersten Geschäfte (Note 9) besteht darin, dass hier der Verkäufer kein bares Geld bekommt (wofür er sich jetzt den Wein anschaffen könnte), sondern für die Schuld, die der Käufer bei ihm zu fordern hat, zum jetzigen Preise in späterer Zeit Wein zu liefern sich verpflichtet. Wenn nun der Wein zur Lieferungszeit stiege, so würde der Verkäufer dem Käufer mehr zahlen, als dessen Schuldforderung beträgt, was einer Zinszahlung gleich käme. Indessen sind nach dem Talmud derartige Kaufgeschäfte nicht nach der Thora, sondern nur rabbinisch verboten."
+ ],
+ [
+ "so darf er in dessen Hofe nicht umsonst wohnen. Selbst wenn der Hof nicht dazu bestimmt ist, vermietet zu werden, und dem Gläubiger auch andere Wohnungen gratis zur Verfügung stehen, so dass er nicht zu mieten braucht.",
+ "Man darf den Mietspreis erhöhen. Dafür, dass derselbe postnumerando entrichtet wird.",
+ "man darf aber nicht den Kaufpreis erhöhen. Dafür, dass derselbe gestundet wird.",
+ "dies ist erlaubt. Da von Rechtswegen Mietsgeld erst am Schlusse der Mietszeit bezahlt zu werden braucht, so ist der stipulierte höhere Preis der eigentliche Mietswert der Wohnung, und es hat bloß der Vermieter den Mietspreis herabgesetzt, wenn er pränumerando entrichtet wird.",
+ "zur Dreschzeit. גרן „Dreschtenne“ für „Dreschzeit“.",
+ "dies ist verboten. Da der Kaufpreis von Rechtswegen sofort bezahlt werden muss, so ist eine Erhöhung desselben als Zins für die Stundung zu betrachten."
+ ],
+ [
+ "einen Teil des Kaufpreises. דמים, Kaufpreis, Wert eines Gegenstandes.",
+ "bringe Geld. Den Rest des Kaufpreises.",
+ "und nimm das Deinige. Das Feld, das schon von jetzt ab Dein Eigentum sein soll.",
+ "so ist dies verboten. Weil in jedem Falle möglicherweise das Zins-Verbot übertreten würde. Wenn bis zur Zahlung des Restes der Verkäufer die Früchte des Feldes geniesst, so nimmt er dieselben als Zins für die Stundung des Restkaufgeldes. Wenn wieder der Käufer sofort die Früchte geniesst, dann würde das Zins-Verbot übertreten, wenn der Rest des Kaufgeldes vom Käufer nicht bezahlt, in Folge dessen der Kauf nicht perfekt und die Teilzahlung nur als Darlehen in der Hand des Verkäufers betrachtet würde. Die Früchte hätte dann der Käufer als Zinsen für sein Darlehen genommen.",
+ "sei es mein. Und zwar schon von jetzt ab, so dass er sofort von dem Felde, als von einem gekauften Gute, Besitz ergreift. Würde aber bloß festgesetzt, dass das Feld nach drei Jahren verfallen bleibe, so wäre ein solcher Vertrag nicht gültig, da der Schuldner mit dieser Stipulation nicht die Absicht hatte, sein Feld dem Gläubiger zuzueignen, sondern nur seine Zusage, bis in drei Jahren zahlen zu wollen, zu bekräftigen und zu versichern (אסמכתא), vgl. B. batra X, 5.",
+ "so ist es sein. Die Früchte müssen aber einstweilen bei einem Dritten deponiert werden, der sie nach drei Jahren, wenn die Schuld bezahlt wird, dem Schuldner, wo nicht, dem Gläubiger ausbändigt."
+ ],
+ [
+ "Man darf nicht einen Krämer. Dem man Waren vorschiesst, um sie im Kleinen zu verkaufen.",
+ "auf halben Gewinn. Dass man mit ihm den beim Kleinhandel erzielten Gewinn teile und auch von einem etwaigen Verlust die Hälfte trage.",
+ "um dafür Früchte. Im Grossen.",
+ "auf halben Gewinn. Dass man mit ihm den beim Kleinhandel erzielten Gewinn teile und auch von einem etwaigen Verlust die Hälfte trage.",
+ "einzukaufen. Und im Kleinen zu verkaufen.",
+ "ausser wenn man ihm. Dem Kleinhändler.",
+ "seinen Lohn. Den Lohn für die Hälfte seiner Mühe.",
+ "wie einem Arbeiter. Die Baraita erklärt: כפועל בטל „wie einem müssigen Arbeiter“, vgl. oben II, 9, Note 75.",
+ "bezahlt. Denn da der Händler und sein Teilhaber in gleicher Weise Gewinn und Verlust teilen, so müssten auch beide in gleicher Weise die Mühe des Kleinverkaufs übernehmen. Übernähme es aber der Händler allein, ohne Belohnung für die Hälfte seiner Mühe zu empfangen, so täte er dies nur für den ihm vom stillen Teilhaber geleisteten Vorschuss an Geld oder an Waren, was einer Zinszahlung ähnlich wäre.",
+ "Man darf nicht Hühner. Zum Brüten.",
+ "des Ertrags. Dass jemand die Hühner übernehme, die Küchlein bis zu einer bestimmten Zeit grossziehe und den dabei entstehenden Gewinn oder Verlust mit ihm teile.",
+ "ebenso darf man nicht Kälber und Eselfüllen. Vgl. Pesachim IV, 3, Note 7.",
+ "zur Hälfte. Des Gewinnes und Verlustes.",
+ "abschätzen. Der jetzige Wert wird genau abgeschätzt, und der Übernehmer, der sie gross zieht, erhält nicht bloß die Hälfte vom Gewinn, sondern hat auch die Hälfte des Verlustes zu tragen, wenn etwa die Tiere sterben.",
+ "den Lohn. S. Note 30.",
+ "für seine Mühe. Die Hälfte der Mühe, die der stille Teilhaber zu übernehmen hätte, s. oben Note 29.",
+ "und seine Nahrung. Die Hälfte der Verpflegungskosten der Tiere.",
+ "gibt. Der Grund des Verbotes ist hier, wie oben Note 31. Allen diesen Vorschriften liegt der Satz des Talmuds (104b) zu Grunde: האי עיסקא פלגא מלוה ופלגא פקדון „Ein Warengeschäft (wobei der Eine das Kapital vorschiesst und der Andere die Arbeit übernimmt) ist zur Hälfte als ein Darlehen und zur Hälfte als ein Verwahrgut (in der Hand des Übernehmers)“. Dies gilt natürlich nur, wenn Gewinn und Verlust auf beide in gleicher Weise verteilt wird.",
+ "Man darf aber Kälber und Eselfüllen zur Hälfte. Des entstehenden Gewinnes.",
+ "übernehmen. Der מקבל hat beim Verlust kein Risiko. Es ist also das Ganze bei ihm ein Depositum und kein Darlehen, und es kann dabei von einer Zinszahlung keine Rede sein.",
+ "bis sie ein Drittel. Der Grösse, die sie haben, wenn sie vollständig ausgewachsen sind. Jerusch. liest שְלָשִין st. משולשין; dies wäre nach Para I, 1: „Dreijährig“.",
+ "und einen Esel bis er tragfähig. Fähig Lasten zu tragen."
+ ],
+ [
+ "einen Esel. Die gross sind und arbeiten können.",
+ "welche arbeitet und isst. Welche durch Arbeit ihre Nahrung verdient.",
+ "zur Hälfte. Den Ertrag, der durch Mästen oder durch Junge erzielt wird, mit dem Züchter zu teilen.",
+ "abschätzen. Da der Züchter für seine Bemühung und Verpflegung die Arbeitskraft der Tiere benutzt.",
+ "die Jungen sogleich zu teilen. Wenn die Zeit der Teilung gekommen, beim Kleinvieh nach 30, beim Grossvieh nach 50 Tagen (Talmud).",
+ "Man darf ein Kalb mit der Mutter. Man zahlt den Lohn der Mühe und Ernährung bloß für die Mutter, und das Junge wird mit eingeschätzt.",
+ "ebenso darf man auf sein Feld Kosten aufwenden. מפרין, Stamm פרן ausstatten, vom gr. φερνή (Mitgift, Ausstattung); nicht, wie die Erkl. wollen, von פרה (fruchtbar sein), da dann מפרין Plural wäre und auch על שדיהם ואינן חוששין (im PI.) stehen müsste, (die LA. des Ar.: ואין חוששין ist gegen alle Codd. Man darf die Kosten zur Amelioration eines verpachteten Feldes dem Pächter vorschiessen und dafür einen höhern Pachtzins nehmen.",
+ "dass es Zins sei. Denn er nimmt nur deshalb einen höheren Pachtzins, weil er ihm ein besseres Feld verpachtet. Statt מפרין lesen Einige מפריז: „man darf vergrössern“ (sc. den Pachtzins)."
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+ [
+ "Man darf nicht eisernes Kleinvieh. Eine Baraita im Jerusch. erklärt: „Was heisst eisernes Kleinvieh? Hat er hundert Schafe, und er sagt zu jemandem: „Sie seien dir für 100 Gold-Denare angerechnet; die Jungen, die Milch und die Wolle seien dein, und wenn sie sterben, seiest du dafür zu haften schuldig; für jedes einzelne Schaf musst du mir aber am Ende einen Sela’ Lohn von deinem Vermögen entrichten“ — dies ist verboten.“ Als „eisernes Kleinvieh“ wird es deshalb bezeichnet, weil der Übernehmer für jeden Schaden haftet, und für den Eigentümer bei den Schafen, wie bei eisernem Vieh, keinerlei Risiko entstehen kann; vgl. Jebamot VII, 1.",
+ "weil es Zins ist. Denn da der Eigentümer die Schafe abgeschätzt hat und der Übernehmer für den bestimmten Betrag haftet, so ist dieser als ein Darlehen und der dafür stipulierte Lohn als nach der Thora verbotener Zins zu betrachten. Nach Raschi wird das „eiserne Kleinvieh“ auf halben Gewinn übernommen, während man für den ganzen Verlust haftet. Es ist hiernach nicht fest stipulierter Zins (ריבית קצוצה), der nach der Thora verboten wäre, sondern nur, weil ein Gewinn möglich, ein Verlust aber ausgeschlossen ist (קרוב לשכר ורחוק להפסד), ein rabbinisch verbotener Zins.",
+ "Dasselbe gilt von einem Beisass-Proselyten. D. i. nach der rezipierten Ansicht, ein Proselyte, der die sieben Gebote der Noachiden angenommen hat und in Folge dessen in Palästina sich ansässig machen darf. Diese 7 Gebote sind: Die Verbote von 1) Götzendienst, 2) Gotteslästerung, 3) Mord, 4) Raub, 5) Inzest, 6) Genuss eines von einem lebenden Säugetiere oder Vogel abgeschnittenen Gliedes. 7) Das Gebot der Rechtspflege.",
+ "verleihen mit Einwilligung des Heiden. Wenn ein Israelit von einem Heiden ein verzinsliches Darlehen hat, kann er dasselbe mit Einwilligung des Heiden einem andern Israeliten zu denselben Zinsen überlassen. Doch muss nach der rezipierten Halacha der Heide das Geld dem andern Israeliten übergeben; übergibt es aber der Israelit, wenn auch im Auftrage des Heiden, dem zweiten Israeliten, so ist es verboten; denn beim Heiden gilt nicht der Grundsatz: שלוחו של אדם כמותו was jemand im Auftrage eines andern tut, gilt so, als hätte es der Andere getan.",
+ "(wenn es bloß) mit Einwilligung des Israeliten (geschieht. Wenn der Israelit das vom Heiden entnommene Darlehen ohne Wissen des Heiden einem andern Israeliten überlässt, von ihm die Zinsen nimmt und dem Heiden überbringt. — Manche erklären die Worte „אבל לא מדעת ישראל“ so, als stände אבל אין לוין מן הנכרי מעותיו של ישראל מדעת ישראל . Man darf nicht von einem Heiden, der ein verzinsliches Darlehen von einem Israeliten entnommen hat, dieses Darlehen zu denselben Zinsen nehmen, wenn es der Heide mit Wissen und im Auftrage des Israeliten tut. Diese Vorschrift steht auch in der Baraita (71 b)."
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+ [
+ "abschliessen. Wonach der Verkäufer die Früchte zu einem bestimmten Preise in späterer Zeit liefern soll.",
+ "bevor der Marktpreis bekannt geworden. Denn wenn die Früchte später steigen, so gibt der Verkäufer für das im voraus erhaltene Geld mehr, als er empfangen hat, was einer Zinszahlung ähnlich ist.",
+ "Ist der Marktpreis bekannt geworden, darf man abschliessen, denn obwohl dieser keine hat, so hat doch ein anderer. Und der Verkäufer kann für das erhaltene Geld überall die Früchte kaufen. Der eingeklammerte Satz fehlt in einigen Codd. in der Mischna, und ist da nur in einer Baraita (62 b).",
+ "War er der erste der Schnitter. So dass er Getreide im Besitze hat, bevor noch der Marktpreis bestimmt ist.",
+ "so kann er mit ihm auf die Garbenhaufen abschliessen. Zu welchem Preise er will. Denn da der Verkäufer Garbenhaufen hat, so erwirbt der Käufer sofort dieselben als sein Eigentum (selbst ohne משיכה ist ja auf das Abstehen der Fluch: „מי שפרע“ gesetzt, oben IV, 2, Note 16); die spätere Lieferung kann daher in keinem Falle als Zinszahlung betrachtet werden.",
+ "ebenso auf die Butte. Ar. غبيط, der Kamelkorb (vgl. עביטא דגמלא im Targ. zu Gen. 31, 34); hier nach Raschi ein grosser Bottich, in welchem die Weintrauben vor dem Keltern behufs Erweichens aufbewahrt werden.",
+ "auf die Kufe. Von עטן (ar. عطن erweichen), die Oliven erweichen. מעטן ist der Behälter, worin die Oliven zum Erweichen eingelegt werden.",
+ "auf die Eier. Die ovalen Lehmklumpen, aus denen der Töpfer die irdenen Geräte macht, s. Para V, 6. Nach Raschi (74a) heisst ביצה „Sumpf“, mit Wasser gekneteter Thon.",
+ "sobald er ihn. Kalkstein samt Holz zum Brennen. Jerusch. liest: משישקע כבשנו „sobald sein Ofen sinkt“; vielleicht: „wenn das Feuer im Ofen zu verlöschen beginnt“.",
+ "in den Ofen gesenkt hat. In allen diesen Fällen kann man, obgleich die Ware noch nicht fertig ist, schon über die fertige Ware einen Kauf abschliessen, also über gedroschenes Getreide, Wein, Öl, fertige Töpfe und Kalk.",
+ "Auf Dünger darf er mit ihm das ganze Jahr. Selbst im Winter, wo solcher nicht leicht zu bekommen ist.",
+ "Man darf nicht auf Dünger abschliessen. Selbst im Sommer.",
+ "Die Weisen aber erlauben es. Im Sommer, da Dünger leicht zu bekommen ist, aber nicht im Winter.",
+ "Er darf mit ihm zum wohlfeilen Preise. Eig. „zum hohen Marktpreise.“ Der wohlfeile Preis heisst „der hohe Marktpreis“, weil der Marktpreis gewöhnlich so bestimmt wurde, dass man für einen Sela’ eine gewisse Anzahl Maasse (Seah) erhielt: „3, 4 oder 5 Seah für einen Sela’“; ein hoher Marktpreis war also ein wohlfeiler Preis.",
+ "abschliessen. Er kann bedingen, dass er, wenn die Ware später billiger sein wird, zum spätern Preise kaufe.",
+ "oder gib mir mein Geld zurück. Da es stillschweigend vorausgesetzt wird, dass er zum wohlfeilen Preise den Kauf abgeschlossen hat."
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+ [
+ "Es darf Jemand seinen Feldbauern. אריס (ar. أريس Landwirth) bedeutet in der Mischna stets einen Feldbauer, der das Feld eines andern pachtet und vom Ertrage die Hälfte, ein Drittel oder ein Viertel als Pachtzins an den Eigentümer des Feldes abzuliefern hat.",
+ "Weizen um Weizen. Wiewohl es sonst rabbinisch verboten ist, ein Maass Getreide um ein Maass Getreide (סאה בסאה) zu leihen, weil das Getreide zur Zahlungszeit teurer werden, und das erstattete Getreide mehr wert als das entliehene sein könnte, s. weiter M. 9.",
+ "zur Aussaat leihen. Es ist dies da gestattet, wo es Brauch ist, dass der אריס das Getreide zur Aussaat gibt. Da er aber kein Getreide hat, so würde sein Pachtvertrag für aufgehoben erklärt werden, wenn er sich nicht die Bedingung gefallen liesse, dass der Eigentümer des Feldes das Getreide zur Aussaat liefere, dafür aber um so viel mehr vom Ertrage erhalte. Es findet demnach in keinem Falle eine Zinszahlung statt.",
+ "aber nicht zum Verzehren. „Maas um Maas“ (סאה בסאה) zum Verzehren darf man nicht leihen.",
+ "nach dem wohlfeilern Preis bezahlt nahm. Wurde es wohlfeiler, so nahm er das geliehene Maass wieder; wurde es aber teurer, so liess er sich nach dem Geldwerte des geliehenen Weizens bezahlen."
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+ [
+ "und ich will dir zur Dreschzeit. לגרן oben Note 16.",
+ "zahlen. Obgleich es selten vorkommt, dass zur Dreschzeit der Weizen teurer ist.",
+ "bis ich den Schlüssel finde. Wenn er auch nur eine Seah Weizen im Besitze hat, darf er daraufhin sich viele Seah borgen; denn er könnte ja die erste Seah, die er geborgt, verzehren und sich dann eine zweite borgen, diese wieder verzehren und sich dann eine dritte borgen und so fort bis hundert. Darf er sich aber ein Maass nach dem andern borgen, so haben die Weisen auch viele Maasse zusammen zu borgen gestattet.",
+ "dass sie ihn in Geld veranschlägt. Und dann nach dem Geldwerte bezahlt.",
+ "und es käme so. Eig.: „sie werden gefunden als zu Zinsen kommende“, d. h. es stellt sich zuletzt heraus, dass eine Frau der anderen Zinsen bezahlt.",
+ "zu einer Zinszahlung. Die Weisen aber erlauben ein Brot zu leihen und ein Gleiches dafür bezahlt zu nehmen, da die Leute bei einer solchen Kleinigkeit es nicht so genau nehmen und darauf verzichten."
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+ [
+ "jäte. נכש jäten, die schlechten Kräuter ausreissen (ar. نكش).",
+ "mit mir. Heute.",
+ "und ich will mit dir. Morgen.",
+ "grabe. ערר mit der Hacke umgraben, Jes. 7, 25.",
+ "und ich will mit dir graben. Da mitunter die letztere Arbeit schwerer als die erstere ist, so leistet er mehr, als er empfangen, was einer Zinszahlung auf den schuldigen Arbeitslohn ähnlich ist.",
+ "Alle Tage der trockenen Jahreszeit. Des Sommers, wo die Erde leicht zu graben ist (גריד Trockenheit, ar. جرد ein kahler und wüster Platz).",
+ "sind eins. Obgleich ein Tag grösser als der andere ist, darf man doch zu Jemand sagen: „Grabe mit mir diesen Sommertag und ich werde mit dir einen andern Sommertag graben.“",
+ "alle Tage der Regenzeit. רביעה der Frühregen, der im Marcheschwan beginnt (ar. ربيع Frühlingsregen), vgl. Schebiit III, 6; Nedarim VIII, 5.",
+ "und ich will mit dir in der Regenzeit pflügen. Weil in dieser Zeit die Arbeit auf dem Felde schwerer ist. Er würde also mehr leisten, als er empfangen, s. oben Note 88.",
+ "und es gibt nachträglichen Zins. Doch sind diese nur rabbinisch verboten.",
+ "damit du mir leihest. Jerusch. liest: שילויני „damit er mir leihe.“ Demnach sagt er dies nicht zum Gläubiger; ואומר heisst dann: „er denkt in seinem Herzen.“",
+ "für dein Geld. Einige lesen: מעותיו „sein Geld“ (3. Pers.); ואומר heisst also: „er denkt in seinem Herzen.“",
+ "wisse. Einige lesen: דע אם בא, wonach der Gläubiger zum Schuldner sagt: „Erkundige dich, ob jener Mann gekommen ist!“"
+ ],
+ [
+ "Der Gläubiger. Dieser übertritt alle in der Mischna aufgezählten Verbote.",
+ "der Schuldner. Dieser übertritt die Verbote: לא תשיך לאחיך ולאחיך לא תשיך, (Deut. 23, 20 u. 21), da das Hiph’il לא תשיך nach der Tradition „du sollst keine Zinsen geben!“ bedeutet; ausserdem noch das Verbot: לפני עור (Lev. 19, 14).",
+ "der Bürge und die Zeugen. Der Bürge und die Zeugen übertreten das Verbot: לא תשימון (Exod. 22, 24) und, falls ohne sie das Darlehen nicht zu Stande gekommen wäre, auch das Verbot לפני עור (Lev. 19, 14).",
+ "Auch der Schreiber. Er übertritt dasselbe, wie Bürge und Zeugen.",
+ "du sollst nicht geben. Lev. 25, 37.",
+ "du sollst von ihm nicht nehmen. Lev. 25, 36.",
+ "du sollst ihm nicht wie ein Schuldherr sein. Exod. 22, 24.",
+ "ihr sollt ihm keinen Zins auflegen. Lev. 19, 14. Dies verbietet nach der Tradition, jemand zu einer Sünde zu bringen.",
+ "vor einen Blinden sollst du keinen Anstoss legen. Der letzte Satz wird angefügt, um mit dieser Ermahnung den Abschnitt von den Zinsen-Gesetzen zu schliessen.",
+ "ich bin der Ewige. Der letzte Satz wird angefügt, um mit dieser Ermahnung den Abschnitt von den Zinsen-Gesetzen zu schliessen."
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+ "Wenn jemand Handwerker mietet und dabei einer den andern getäuscht hat. Es ist vor Beginn der Arbeit entweder der Arbeiter oder der Arbeitgeber zurückgetreten und wollte nicht arbeiten, resp. arbeiten lassen. Andere Erklärung: Ein Arbeiter, der ausgesendet wurde, Mitarbeiter zu mieten, hat letztere getäuscht, indem er sie für drei Denar täglich gemietet hat, während der Arbeitgeber vier Denar geben wollte.",
+ "Hat jemand einen Eseltreiber oder Fuhrmann. קרר, syr. ܩܰܪܳܪܳܐ jemand, der einen Wagen (קרון = ϰαῤῥον) lenkt. Die Ausgg. haben fehlerhaft: קדר (Töpfer).",
+ "um Sänftenträger. פרייפרין, Jerusch.: פרייא פרין Mehrzahl von פרייאפר, d. i. gr. φορειαφόρος; Sänftenträger, die den Tragsessel der Braut oder die Tragbahre des Toten tragen. Am besten ist es daher, mit Mischna, ed. Neapel, Jerusch. ed. Venedig und Alfasi ed. Konstantinopel להביא zu streichen und zu übersetzen: „Hat jemand einen Eseltreiber oder einen Fuhrmann (zu irgend einer dringenden Beförderung) oder Sänftenträger und Flötenspieler für eine Braut oder einen Toten gemietet u. s. w.“ Nach Raschi sind פרייפרין: schöne polierte Stangen zum אפריון. אפריון (Hohel. 3, 9) nach einigen: Baldachin, Brautzeit (vgl. M. Sota IX, 14), richtiger aber nach Aruch: Sänfte, Tragsessel (φορεῖον), aram, פוריא, wie auch die Totenbahre genannt wird (Moëd k. 25a).",
+ "und Flöten. Flöten wurden auch zur Trauermusik beim Leichenbegängnis gebraucht (Schabbat XXIII, 4, Ketubot IV, 4.)",
+ "für eine Braut oder einen Toten. Dies heisst „eine verloren gehende Sache“ (דבר האבר), weil er es jetzt dringend nötig hat.",
+ "um Flachs aus der Beize. משרה (von שרה) das Wasser, wo der Flachs eingeweicht wird.",
+ "zu holen. Der Flachs ginge zu Grunde, wenn er nicht zur Zeit aus dem Wasser geholt wird, vgl. Moëd k. II, 3.",
+ "sind. Für denselben Lohn.",
+ "auf ihre Kosten. Auch für den doppelten Lohn.",
+ "mieten oder sie täuschen. Er kann ihnen mehr Lohn versprechen, braucht ihnen aber nur den zuerst bedungenen zu geben."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand Handwerker mietet. Per Accord (קבלנות); dagegen kann ein Tagelöhner selbst mitten im Tage zurücktreten, wenn die Arbeit nicht דבר האבר ist.",
+ "und sie treten zurück. Nachdem sie einen Teil der Arbeit gemacht.",
+ "so haben sie die unterste Macht. D. h. es wird ihnen nur das Recht eingeräumt, das ihnen zum Nachteil ist. Ist jetzt der Arbeitslohn gestiegen, so kann der Arbeitgeber den Handwerkern so viel von ihrem Lohne abziehen, als der Lohn für die Vollendung der Arbeit den mit ihnen accordirten Lohn übersteigt. Ist jedoch inzwischen der Arbeitslohn gesunken, so erhalten die Handwerker dennoch nur den nach Verhältnis ihrer Arbeit, ihnen zukommenden Lohn; sie können aber nicht die Arbeit von Andern auf ihre Kosten vollenden lassen und den ganzen accordirten Lohn beanspruchen.",
+ "so hat er die unterste Macht. Er muss den Handwerkern für alle Fälle den ihnen nach Verhältnis ihrer Arbeit zukommenden Lohn bezahlen; sind aber für den Rest der Arbeit billigere Handwerker zu bekommen, so erhalten die ersten Handwerker den ganzen accordirten Lohn mit Ausnahme der Summe, die für die Vollendung der Arbeit bezahlt wird.",
+ "Jeder der abändert. Etwas von der getroffenen Verabredung.",
+ "dessen Macht ist die unterste. Beispiele s. Baba kama IX, 4.",
+ "und Jeder der zurücktritt. Auch bei einem Kaufe.",
+ "dessen Macht ist die unterste. Hat A. dem B. ein Feld für 1000 Sus verkauft und darauf eine Anzahlung von 200 Sus erhalten, so gilt Folgendes: Tritt der Verkäufer zurück, so hat der Käufer die Oberhand, und er kann nach Belieben entweder die Rückgabe der 200 Sus oder den fünften Teil des Feldes beanspruchen; tritt wieder der Käufer zurück, so hat der Verkäufer die Wahl, entweder die 200 Sus oder ein Fünftel des Feldes dem Käufer zu geben."
+ ],
+ [
+ "obwohl dieser Weg zehn Mil. 1 Mil = 2000 Ellen.",
+ "wenn der Esel stirbt. Derart, dass der Eigentümer sagen kann, die Luft im Gebirge, resp. im Thale habe den Tod verursacht.",
+ "Wenn jemand einen Esel mietet und dieser erblindet. Mitten auf seinem Wege. הבריקה nach einer Ansicht im Talmud: Er hat den Star bekommen. Man leitet hiernach das Wort von ברק (leuchten) ab und nimmt es als Euphemismus, wie סגי נהור. Indessen steht ברקאה im samaritanischen Targum für das hebr. מסוה (Decke, Schleier); הבריקה heisst also: Er bekam einen Flor (im Auge). Nach einer anderen Erklärung des Talmud heisst es: אבזקת er bekam Würmer in den Füssen.",
+ "oder zum Frondienst. אנגריא, syr. ܐܳܢܓܰܐܪܝܰܐ gr. ἀνγαρεία, Dienst (des Königs) Frondienst. Jerusch. liest: שנישאת באנגריא (er ist zum Frondienst weggenommen worden).",
+ "da hast du das deinige vor dir. Und der Mieter muss das Mietsgeld bezahlen. Nach der Halacha ist diese Bestimmung unter folgenden Umständen gültig: Im Falle הבריקה muss das Tier noch für die Arbeit, zu der man es gemietet hat, wenn auch unter Schwierigkeiten verwendet werden können, z. B. zum Lasttragen. Ist es aber für die beabsichtigte Arbeit unbrauchbar geworden (z. B wenn er es zum Reiten gemietet), so ist der Vermieter verpflichtet, ihm einen andern Esel zu stellen, wenn er ihm unbestimmt einen Esel (חמור סתם) vermietet hat; nur wenn er gesagt hat: „ich vermiete dir diesen Esel“ (חמור זה), braucht er ihm in keinem Falle einen andern zu stellen; jedoch kann der Mieter diesen schadhaften Esel verkaufen oder vermieten, um sich einen für seinen Gebrauch verwendbaren Esel zu verschaffen. Im Falle אנגריא ist der Vermieter von jedem Ersatze frei, wenn man das Tier nur auf dem Wege zum Frondienste nimmt, aber nicht in den Häusern darnach sucht. Da kann der Vermieter zum Mieter sagen: Es ist dein Unglück, dass man dir den Esel weggenommen.",
+ "Wenn er aber stirbt oder gebrochen wird. Es wird ihm ein Fuss gebrochen.",
+ "so muss der Vermieter ihm einen andern Esel stellen. Sonst bekommt er kein Mietsgeld. Diese Bestimmung gilt nur bei המור סתם (Note 23).",
+ "wenn der Esel ausgleitet. Und dadurch beschädigt wird.",
+ "frei. Da die Gefahr des Ausgleitens im Gebirge grösser ist.",
+ "wenn er sich erhitzt. Und dadurch beschädigt wird.",
+ "schuldig. Da es im Gebirge nicht so heiss ist wie im Tale.",
+ "Geschah es aber in Folge des Steigens. Er erhitzte sich durch die Anstrengung, als er den Berg hinanstieg."
+ ],
+ [
+ "Mietet jemand eine Kuh. Mit den Ackergeräten, und auch die Diener des Vermieters gehen mit, um den Pflug zu lenken.",
+ "wenn die Pflugschar. קנקן, syr. ܩܶܩܢܳܐ (vom ar. قان schmieden, קיני der Schmied) ein Ackergerät (wie מחרישה von חרש), wahrscheinlich die Pflugschar oder das Pflugmesser. Nach ראב״ד ist קנקן ein Holzteil des Pfluges, entweder der Scharbaum (dentale) oder das Krummholz (buris), in Kelim 21, 2 בורך genannt. Musaphia meint, קנקן sei griechisch (ϰάγϰανος): hartes dürres Holz.",
+ "schuldig. Da der Boden im Gebirge härter ist als im Tale.",
+ "so ist er frei. Wenn die Kuh ausgleitet."
+ ],
+ [
+ "um auf ihm Weizen. Vom bestimmten Gewichte.",
+ "und er bringt auf ihm Gerste. Die dasselbe Gewicht, aber, weil spezifisch leichter, ein grösseres Volumen hat.",
+ "so ist er schuldig. Wenn das Tier zu Schaden gekommen ist.",
+ "weil der Umfang. נפח (von נפח aufblasen) der grosse Umfang.",
+ "die Last beschwerlich macht. Andere LA.: שהנפח קשה כמשאוי der (grosse) Umfang ist ebenso beschwerlich, wie eine (schwere) Last.",
+ "um einen Lethech. 1 Lethech = 15 Seah = ½ Kor.",
+ "so ist er schuldig. Wenn er nicht Gerste, sondern Weizen geführt und die Last über das bedungene Maass vermehrt hat, ist er schuldig. Jerusch. liest nicht: מפני שהנפח bis ואם הוסיף על משאו חייב.",
+ "Ein Seah bei einem Kamel. Das man, wie vorher gesagt, zu einem Lethech (= 15 Seah) gemietet hat. Er. darf somit beim Kamel die Last nicht um ¹⁄₁₅ vermehren.",
+ "drei Kab. 3 Kab = ½ Seah, also ¹⁄₃₀ der bedungenen Last."
+ ],
+ [
+ "Alle Handwerker. Die per Accord einen Gegenstand in ihrem Hause verarbeiten; vgl. B. kama IX. 3.",
+ "als) Lohnhüter (zu betrachten. Da sie den Nutzen haben, den Gegenstand als Pfand für ihren Arbeitslohn behalten zu können.",
+ "nimm das Deinige. „Ich will es nicht als Pfand behalten.“",
+ "und bringe Geld. „Du kannst später das Geld bringen.“ Jerusch. liest: הבא מעות וטול את שלך. Es ist dann zu erklären, er sagt: „Ich will es nicht mehr hüten, sondern bringe Geld und nimm das Deinige“; vgl. T. babli 49a Tos. v. אלא.",
+ "hüte mir. Jetzt",
+ "und ich will dir hüten. Zu einer andern Zeit. Hütet er ihm aber in derselben Zeit, so ist jeder Hüter von aller Verantwortung für das Deposit befreit, weil der Deponent bei ihm in einem Dienstverhältnis steht, vgl. weiter VIII, 1.",
+ "lege es vor mich. Wenn er nicht לפני, sondern bloß הנח (lege es hin) oder הנח לפניך (lege es vor dich hin) gesagt hat, so ist er nicht einmal ein שומר חנם, da er gar keine Hut übernommen hat."
+ ],
+ [
+ "ist ein Lohnhüter. Nach dem Talmud: Weil er den Nutzen hat, dass er mit dem Darleihen ein göttliches Gebot übt, und während dieser Zeit von der Pflicht, einem Armen Almosen zu geben, befreit ist.",
+ "so ist er ein unentgeltlicher Hüter. Die Erfüllung des Gottesgebotes wird rechtlich nicht als Nutzen betrachtet.",
+ "so ist er ein Lohnhüter. Da die Früchte bei ihm verfaulen könnten.",
+ "Man darf das Pfand eines Armen. Das er bei sich hat.",
+ "vermieten. Falls der Mietslohn gross, die Abnutzung aber gering ist."
+ ],
+ [
+ "so muss er schwören. Dass es nicht durch seine Schuld zerbrochen ist.",
+ "Wohl müssen dieser und jener schwören. D. h.: Auch ich habe diese Entscheidung von meinen Lehrern vernommen.",
+ "wenn dieser und jener schwören könnten. Da er immerhin eine Fahrlässigkeit sich zu Schulden kommen liess. In der Tat würde von Rechtswegen auch nach dem ersten Tanna (תנא קמא) der Schwur dem Lohnhüter nichts helfen, da dieser nur bei Unglücksfällen (אונס) von der Zahlung frei ist; jedoch ist es eine Anordnung der Weisen, dass der Arbeiter schwöre und dann frei sei."
+ ]
+ ],
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+ "Wenn jemand Arbeiter. Tagelöhner.",
+ "mietet und sagt zu ihnen. Nachdem er sie ohne jede Bedingung gemietet.",
+ "dass sie früh. Vor Sonnenaufgang.",
+ "anfangen und spät. Nach Sonnenuntergang.",
+ "zu zwingen. Obgleich er ihnen mehr Lohn, als üblich ist, versprochen hat, können die Tagelöhner doch sagen, dies geschah nur, damit wir die Arbeit schöner herstellen.",
+ "zu verköstigen. Mit einfacher Kost.",
+ "Süsses zu verabreichen. ספק (Pael von ܣܦܰܩ genügen) liefern, verabreichen. Jerusch. liest מתיקה statt במתיקה. Nach unserer LA. übersetzt man: „Es (das Brod) mit Süssem (Gemüse) zu verabreichen.“",
+ "Alles nach dem Brauche des Landes. Auch an einem Orte, wo es üblich ist, früh Morgens Brod und einen Schoppen Wein zu geben, kann der Arbeitgeber nicht seine Arbeiter früh hinaussenden und ihnen ihr Essen hinausbringen lassen, sondern sie können zu Hause, bevor sie zur Arbeit gehen, das übliche Frühstück fordern (Talm. 86a).",
+ "Einst geschah es. Nach dem Talmud fehlt hier die Halacha: „Hat jemand an einem Orte, wo die Verköstigung üblich ist, Verköstigung besonders ausbedungen, so hat er damit eine aussergewöhnlich gute Kost beansprucht.“ Darauf folgt die Erzählung der Begebenheit: מעשה וכו׳.",
+ "wie die Mahlzeit des Salomo zu seiner Zeit. Während seiner Regierung.",
+ "Isaak und Jakob sind. Und als solche zu ehren sind.",
+ "bevor sie die Arbeit beginnen. Während du noch dein Wort zurücknehmen kannst."
+ ],
+ [
+ "Folgende. Arbeiter.",
+ "der Thora. Deut. 23, 25 26. Diese Stelle spricht nach der Tradition von Arbeitern.",
+ "während die Schlussarbeit verrichtet wird. Denn es heisst (Deut. 23, 25): „In dein Gefäss tue nichts“, (sondern in die Gefässe des Hausherrn); die Schrift erlaubt demnach dem Arbeiter nur dann zu essen, wenn er die Früchte in die Gefässe des Hausherrn tut, d. i. wenn er sie vom Baume abpflückt.",
+ "bevor dessen Bereitung vollendet ist. In Bezug auf die Pflicht des Verzehntens (Maaseroth I, 5—7), resp. der Absonderung der Teighebe (Challah III, 1). Dass der Arbeiter auch bei „Abgepflücktem“ (תלוש) essen darf, wird aus der Vorschrift in Deut. 25, 4 abgeleitet, wonach man das Tier beim Dreschen nicht am Essen verhindern darf; daher darf auch der arbeitende Mensch bei תלוש essen. Aus dieser Stelle wird aber zugleich die Bestimmung abgeleitet, dass nur bei Dingen, die, wie das gedroschene Getreide (דַיִשׁ), aus der Erde gewachsen und noch nicht zehntpflichtig sind, dem Arbeiter zu essen gestattet ist.",
+ "Folgende aber dürfen nicht essen. Nicht einmal, wenn es Landesbrauch ist, s. weiter Mischna 8.",
+ "während nicht die Schlussarbeit stattfindet. Z. B. wer unter den Weinstöcken gräbt oder kleine Zwiebeln unter den grossen ausreisst, um für letztere mehr Raum zu schaffen.",
+ "nachdem dessen Zubereitung vollendet ist. Z. B. wer Datteln oder Feigen auseinander sondert.",
+ "das nicht aus der Erde wächst. Z. B. wer melkt, Rahm oder Käse bereitet."
+ ],
+ [
+ "Nur wenn er mit seinen Händen und seinen Füssen arbeitet. Wie das Tier beim Dreschen (Deut. 25, 4), s. oben Note 16."
+ ],
+ [
+ "so darf er nicht von den Weintrauben essen. Obwohl er gemietet ist, auch bei den Weintrauben zu arbeiten.",
+ "Verlorenes dem Eigentümer zurückzugeben. D. h. um die verlorene Zeit einzubringen.",
+ "während sie von einer Reihe. אומן von אמן, Grundbedeutung (wie מנה ,מנן): teilen, schneiden, daher „Furche“ (ar. مان durchfurchen) dann auch eine Reihe, „Furchenstrecke“, wie מענה, vgl. Nedarim IV, 4.",
+ "zur andern gehen und wenn sie von der Kelter zurückkehren. Obwohl sie in dieser Zeit nicht arbeiten, dürfen sie dennoch essen, weil es dein Arbeitgeber so recht ist, da sie dadurch Zeit ersparen.",
+ "während er abgeladen wird. פורקת Intransit, statt Passiv des Transit. — Nach dem Talmud muss es hier heissen: עד שתהא פורקת, „bis er abgeladen wird“; nachdem aber die Last abgeladen ist, darf man ihn nicht mehr essen lassen, da er nicht mehr arbeitet. Hiernach wird hier nicht eine Verordnung der Rabbinen, sondern die Vorschrift der Thora in Bezug auf die Lasttiere mitgeteilt."
+ ],
+ [
+ "darf Gurken. קישות bibl. קשאים (Num. 11, 5).",
+ "selbst im Werte eines Denar. Man braucht nicht einmal den Arbeiter zu belehren, dass er nicht zu viel esse, wie die חכמים (weiter unten) meinen.",
+ "denn er würde jede Türe vor sich verschliessen. Es würde ihn Niemand mieten."
+ ],
+ [
+ "bedingen. Gegen eine bestimmte Entschädigung auf das Recht, vom Gegenstande der Arbeit zu essen, Verzicht zu leisten.",
+ "weil diese Verstand haben. Und Verzicht leisten können."
+ ],
+ [
+ "dass sie in seiner vierjährigen Pflanzung arbeiten. Früchte von Bäumen zu pflücken, die im vierten Jahre nach der Pflanzung gewachsen und nach Lev. 19, 24 heilig sind. Solche Früchte müssen entweder in Jerusalem verzehrt oder ausgelöst werden, vgl. Maaser scheni V, Note 1.",
+ "Hat er es ihnen aber nicht kundgetan. Dass er sie zu einer solchen Arbeit mietet, wobei sie von den Früchten nicht essen dürfen.",
+ "Sind seine Feigenkuchen. Die bereits zehntpflichtig sind und nicht gegessen werden dürfen.",
+ "zerfallen. נתפרסו (von פרס teilen) sie haben sich geteilt; er mietet nun die Arbeiter um sie wieder zu verbinden.",
+ "oder seine Fässer. Mit Wein, der zehntpflichtig ist.",
+ "aufgegangen. Und die Arbeiter sollen die Fässer wieder verschliessen.",
+ "Hat er es ihnen aber nicht kundgetan. Dass die Früchte zehntpflichtig sind und nicht gegessen werden dürfen."
+ ],
+ [
+ "Fruchthüter. Die abgepflückte Früchte hüten; dagegen dürfen Hüter von Früchten, die noch am Boden haften, selbst nach dem Landesbrauche nichts davon essen.",
+ "dürfen nach dem Landesbrauche. הלכתא ,הלכה (= משפט): Gebühr, Brauch.",
+ "ein Lohnhüter. Eig. Einer, der Lohn nimmt.",
+ "und ein Mieter. Die Vorschriften über die viererlei Hüter sind in Exod. 22, 6—14 enthalten: VV. 6—8 sprechen vom unentgeltlichen Hüter, VV. 9—12 vom Lohnhüter (vgl. oben III, 1 Note 2), VV. 13—14a vom Entleiher und V. 14b vom Mieter.",
+ "Ein unentgeltlicher Hüter hat bei allen Fällen. Bei denen die Thora die andern Hüter zu zahlen verpflichtet.",
+ "zu schwören. S. III, 1 Note 4.",
+ "der Entleiher muss bei allen Fällen. Sowohl bei Verlust und Diebstahl, als auch bei unabwendbaren Unfällen.",
+ "der Lohnhüter und der Mieter schwören. Dass der angegebene Unfall eingetreten; ausserdem noch nach III, 1 Note 4.",
+ "wenn das Vieh gebrochen. Durch ein wildes Tier beschädigt, 1. König. 13, 28.",
+ "oder gefangen. Von einem bewaffneten Räuber.",
+ "und bezahlen bei Verlust und Diebstahl. Überhaupt bei allen Unfällen, die durch eine bessere Hut abgewendet werden könnten."
+ ],
+ [
+ "einbricht. In die Herde.",
+ "so ist es kein Zwangs-Unfall. D. h. es ist kein unabwendbarer Unfall; daher müssen Lohnhüter und Mieter den vom Wolfe angerichteten Schaden bezahlen.",
+ "Zur Zeit der Schickung der Wölfe. D. h. wenn eine himmlische Schickung die wilden Tiere in bewohnte Gegenden einbrechen lässt. Woran dies zu erkennen ist, wird in Taanit 22a angegeben.",
+ "ist es auch bei einem Wolfe ein Zwangs-Unfall. Weil da das wilde Tier den Menschen wütend anfällt.",
+ "ein Räuber. Der bewaffnet ist (λ
στής).",
+ "so ist es ein Zwangs-Unfall. Obwohl der Hirte ebenfalls bewaffnet ist. Der Räuber setzt sein Leben ein, der Hirte braucht dies nicht zu tun.",
+ "ein Panther. S. Baba kama I, 4 Note 40."
+ ],
+ [
+ "hat er es aber gequält. Durch Hunger, Hitze oder Kälte. Jerusch. liest סכפה anst. סגפה.",
+ "Ist es auf steile Bergspitzen. צוק bibl. מצוק steile Anhöhe.",
+ "gestiegen. Ohne dass er es zurückzuhalten vermochte.",
+ "hat er es aber auf steile Bergspitzen geführt. Ebenso wenn es von selbst hinaufgestiegen und er im Stande war, es zu hindern, und es nicht verhinderte.",
+ "vom Schwure. Bei Zwangs-Unfällen.",
+ "und vom Bezahlen. Bei Diebstahl und Verlust.",
+ "frei zu sein. Dies widerspricht nicht der folgenden Mischila, wonach eine Bedingung, die dem Thoragesetze zuwiderläuft, ungültig ist; denn der Hüter wird erst durch die Übernahme des Viehes stillschweigend zur Hut verpflichtet. Wenn er aber bei der Übernahme ausdrücklich erklärt, in gewisser Beziehung keine Verantwortlichkeit zu übernehmen; so ist er auch nach dem Thora-Gesetze nicht als „Hüter“ zu betrachten."
+ ],
+ [
+ "dessen Bedingung ist ungültig. Selbst wenn es Geldangelegenheiten betrifft, z. B. wer eine Frau sich antraut mit der Bedingung, ihr nicht Kost und Kleidung gewähren zu müssen. Dies ist indessen nur die Ansicht des R. Meïr; nach der rezipierten Halacha hat in Geldangelegenheiten auch eine Bedingung gegen die Vorschrift der Thora ihre Geltung, da Jeder auf Geld Verzicht leisten kann.",
+ "der eine Handlung vorangeht. Gemeint ist nach den meisten Erklärern: Wenn man den Hauptsatz (der die Handlung enthält) dem Bedingungssatze vorangehen lässt, z. B. wenn man sagt: Dieser Gegenstand sei dein, wenn du dies oder jenes tust.",
+ "ist ungültig. Da jede Bedingung dem in Num. 32, 29 f. enthaltenen Muster gleich sein muss (vgl. Kidduschin III, 4), wo der Bedingungssatz vorangeht.",
+ "irgend etwas am Ende zu erfüllen. Im Gegensatz zum Falle des ersten Satzes der Mischna, wo man die Bedingung nicht erfüllen kann, weil es gegen das Thoragesetz verstösst. Implicite ist hier aber auch die Bestimmung enthalten, dass jede sonst unerfüllbare Bedingung keine Geltung hat, z. B. die Bedingung, man solle das Meer zu Fusse überschreiten.",
+ "und man hat ihm dies Anfangs. Im Gegensatz zum Falle des zweiten Satzes der Mischna, wo der Bedingungssatz nicht am Anfange steht."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn jemand eine Kuh entliehen und deren Eigentümer mit ihr. Zu gleicher Zeit mit ihr, wenn auch zu einer andern Arbeit an einem andern Orte.",
+ "entliehen. Der Eigentümer hat ihm zugesagt, ihm unentgeltlich Dienste leisten zu wollen.",
+ "oder deren Eigentümer mit ihr gemietet. Er hat den Eigentümer zu irgend welchen Dienstleistungen gemietet.",
+ "Wenn sein Herr bei ihm war. D. h. nach der Erklärung der Tradition: Wenn der Eigentümer im Momente des Darleihens in einem bezahlten oder unbezahlten Dienstverhältnisse zum Entleiher gestanden hat.",
+ "so ist er schuldig. Trotzdem der Eigentümer während des Unfalls in seinem Dienste stand, ist er dennoch Ersatz schuldig, weil jener im Momente des Darleihens nicht bei ihm bedienstet war."
+ ],
+ [
+ " Du musst demnach bezahlen.",
+ "ist sie gestorben. Du musst demnach bezahlen.",
+ "ist sie gestorben. Du musst demnach bezahlen.",
+ "ich weiss nicht. Welche Kuh, resp. zu welcher Zeit die Kuh gestorben ist.",
+ "so ist er schuldig. Nach einer Ansicht gilt überall der Rechtssatz: ברי ושמא ברי עדיף (unter „gewiss“ und „vielleicht“ ist das „gewiss“ besser), d. h. wenn von zwei Prozessierenden der Eine eine „gewisse“ Forderung stellt, der Andere aber nur: „vielleicht (שמא) ist es nicht so“ entgegnet; so ist der im Rechte, der etwas mit Gewissheit behauptet. Die rezipierte Halacha lehrt jedoch: מנה לי בידך והלה אומר איני יודע פטור (Wenn A zu B sagt: „du bist mir eine Mine schuldig“, und B entgegnet: „ich weiss es nicht“; so ist B frei) vgl. B. kama X, 7, Note 35. Nach dieser Halacha gilt die Entscheidung unserer Mischna nur in dem Falle, wo der Entleiher dem Verleiher durch ein Teilgeständnis zum Schwur verpflichtet wird. Es hat nämlich A dem B zwei Kühe auf einen Tag geliehen und auf einen Tag vermietet und es sind beide umgekommen; A fordert nun für beide Bezahlung, indem er mit Gewissheit behauptet, es seien beide am Tage des Darleihens umgekommen; B gesteht seinerseits ein, dass eine Kuh am Leih-Tage umgekommen sei und dass er diese bezahlen müsse, dagegen behauptet er, betreffs der andern Kuh nicht zu wissen, ob der Unfall am Leih-Tage oder am Mietstage stattgefunden. Da nun nach dem Gesetze ein Teilgeständnis die Pflicht auflegt, wegen des in Abrede gestellten Teils zu schwören (vgl. Schebuot VI, 1), so müsste B. betreffs der zweiten Kuh einen Eid leisten, dass sie am Mietstage umgekommen; da er aber wegen der Ungewissheit seiner Behauptung nicht schwören kann, so muss er bezahlen.",
+ "Sagt der Mieter. Er wird hier als „Mieter“ bezeichnet, weil er mit Gewissheit behauptet: שכורה מתה.",
+ "dass die gemietete gestorben ist. Hier stimmen alle überein, dass ברי עדיף („gewiss“ ist besser), da mit der ברי der „Besitz des Geldes“ (חזקת ממון) verbunden ist und man wegen einer zweifelhaften Forderung den Besitzstand nicht ändern kann. Dagegen ist oben in Note 8 der „Besitzer“ (מוחזק) derjenige, der „שמא“ behauptet, und deshalb nicht ברי עדיף.",
+ "dass die gemiethete gestorben ist. Der Talmud wendet dagegen ein, dass dies mit Schebuot VI, 3 im Widerspruch stehe, wonach derjenige, der etwas zugesteht, was ihm gar nicht abgefordert wird (טענו חטין והורה לו בשעורין), von Zahlung und Schwur frei ist, vgl. B. kama III, Note 50. Darauf wird geantwortet: Indem der Vermieter berechtigt ist, dem Mieter den von der Thora vorgeschriebenen Schwur aufzulegen, dass die Kuh auf gewöhnliche Weise umgekommen (s. oben VII, Note 46); so kann er verlangen, dass der Mieter auch seine Aussage, die gemietete und nicht die entliehene Kuh sei umgekommen, in seinem Eide mitbeschwöre. Dies geschieht nach dem Grundsatze, dass die Verpflichtung zum Eide von einer Forderung auch auf eine andere Forderung „hingewälzt“ wird (גלגול שבועה), vgl. Kidduschin I, 5, Schebuot VI, 3.",
+ "so teilen sie. Dies ist die Ansicht des Symmachos; die Weisen dagegen lehren, dass derjenige, der eine Geldforderung an seinen Nächsten stellt, den Beweis zu erbringen hat, s. B. kama V, Note 6."
+ ],
+ [
+ "und dieser schickt sie ihm. Dem Entleiher.",
+ "durch seinen. Des Verleihers.",
+ "Knecht oder Boten des Entleihers. Den er nicht vor Zeugen zu seinem Bevollmächtigten erklärt hat. In diesem Falle ist der Bote nicht als Stellvertreter seines Absenders zu betrachten, obgleich Letzterer eingesteht, dass er ihn gesendet (vgl. Ch. M. 121, סמ״ע 6).",
+ "und sie stirbt. Auf dem Wege, während sie der Bote herbringt.",
+ "durch deinen Knecht. Es ist hier von einem hebräischen Knecht die Rede, denn des kanaanitischen Knechtes Hand ist wie die Hand seines Herrn, und die Sache ist noch im Gebiete und unter der Verantwortlichkeit des Herrn, so lange sie in der Hand seines kanaanitischen Sklaven sich befindet.",
+ "Ebenso verhält es sich beim Zurücksenden. Hat der Verleiher nicht zu ihm gesagt, er solle sie durch einen Boten zurücksenden, so steht sie auf dem Wege noch unter der Verantwortlichkeit des Entleihers; hat aber der Verleiher die Rücksendung durch einen Boten verlangt, dann ist der Entleiher von jeder Verantwortung frei, sobald er sie dem Boten übergeben. Alle Fälle unserer Mischna gelten nur für die Zeit, auf die er die Sache entliehen; nach dieser Zeit ist der Entleiher nur als Lohnhüter zu betrachten und selbst dann frei, wenn die Sache in seinem Hause durch אונס zu Grunde geht."
+ ],
+ [
+ "Hat jemand eine Kuh gegen einen Esel vertauscht. Und er hat den Esel an sich gezogen (durch משיכה sich angeeignet). Dadurch wird die Kuh, obgleich sie noch in seinem Hause ist, Eigentum des Andern, s. oben IV, 1, Note 9.",
+ "oder hat jemand seine Sklavin verkauft. Und hat für sie den Kaufpreis empfangen; dadurch wird sie Eigentum des Käufers, obgleich sie noch im Hause des Verkäufers sich befindet, s. Kidduschin I, 3. Eine Kuh wird dagegen nicht durch Geld, sondern nur durch משיכה erworben, und es kann, wenn jemand eine Kuh verkauft und sie gebiert, kein Zweifel entstehen, ob die Geburt vor oder nach dem Verkauf stattgefunden; deshalb steht im ersten Falle המחליף und im zweiten המוכר.",
+ "so theilen sie. Dies ist die Ansicht des Symmachos, oben Note 12. Nach den Rabbinen muss der Käufer den Beweis erbringen, da der Verkäufer der frühere Besitzer (מרא קמא) war.",
+ "so hat er den grossen erworben. Nach dem Talmud gilt diese Bestimmung nur in dem Falle, wenn A behauptet, dem B das Kaufgeld für einen grossen Knecht, resp. für einen grossen Acker gegeben zu haben, und B darauf erwidert, er wisse nicht, ob er soviel Geld erhalten habe oder weniger (das Kaufgeld für einen kleinen). Da nun B wegen seines Teilgeständnisses schwören müsste, aber wegen seines Zweifels nicht schwören kann, so muss er bezahlen, s. oben Note 8. Falls dagegen A von B den Knecht oder den Acker selbst forderte, wäre B nicht verpflichtet zu schwören, nach Note 11, und ausserdem, weil man wegen Grundstücke und Knechte nicht zu schwören braucht, s. Schebuot VI, 5.",
+ "so gehört ihm nur der kleine. In diesem Falle ist „gewiss“ besser als „vielleicht“, nach Note 10.",
+ "Sagt der Eine. Der Käufer.",
+ "und der Andere. Der Verkäufer.",
+ "so schwöre der Verkäufer. Falls von ihm das Kaufgeld für einen grossen Knecht gefordert wird, nach Note 22.",
+ "so teilen sie. Ansicht des Symmachos, Note 12."
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+ "Wenn jemand seine Ölbäume zu Holz verkauft. Ohne dass er bestimmt hat, wann sie der Käufer fällen soll.",
+ "Früchte. Indem sie der Käufer im Felde stehen liess.",
+ "gibt. Die Oliven sind so schlecht, dass man von einem Seah (c. 12 Liter) derselben, nach Abzug der Unkosten fürs Pflücken und Pressen, kein Viertel Log (ca. ⅛ Liter) Öl gewinnt.",
+ "so gehören diese dem Eigentümer. Dem Käufer.",
+ "der Ölbäume. Da man auf eine solche Kleinigkeit verzichtet.",
+ "so teilen sie. Da beim Verkaufe nicht bestimmt wurde, wann die Bäume gefällt werden sollen. Wäre bestimmt worden, dass die Bäume sofort zu fällen seien, so gehörte der Ertrag in jedem Falle dem Feld-Eigentümer. Hätte andererseits der Käufer sich ausbedungen, die Bäume, wann er wollte, fällen zu dürfen; so gehörte in jedem Falle der Ertrag dem Käufer.",
+ "Hat ein Strom seine Ölbäume weggeschwemmt und in das Feld seines Nächsten versetzt. Und sie haben dort Wurzel gefasst und Früchte getragen.",
+ "so teilen sie. Nach dem Talmud sind an den Bäumen soviel Erdschollen von ihrem ersten Pflanzungsorte hängen geblieben, dass sie durch diese Schollen zwar keine Früchte tragen, aber weiter vegetieren könnten, so dass nach Mischna Orlah I, 3 an der zweiten Pflanzungsstelle die Orlah-Pflicht nicht beobachtet zu werden braucht. Es handelt sich ferner hier nur um die Früchte der drei ersten Jahre nach der Einwurzelung in dem fremden Felde, die, obgleich hauptsächlich durch das Feld hervorgebracht, dennoch der Feldbesitzer wegen des Verbotes von Orlah nicht hätte gebrauchen dürfen, wenn nicht die früheren Erdschollen an den Wurzeln geblieben wären. Deshalb teilen sie den Ertrag. Was aber nach drei Jahren wächst, gehört ganz dem Feldbesitzer, da er ja selbst hätte Bäume pflanzen und nach drei Jahren die Früchte geniessen können. Er hat nur den Wert der Ölbäume an deren Eigentümer zu entrichten."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinem Nächsten ein Haus in der Regenzeit vermietet. Ohne Zeitbestimmung.",
+ "In der Sommerzeit (muss man) dreissig Tage (zuvor aufkündigen. Ebenso muss er mindestens 30 Tage vor dem Hüttenfeste, nämlich am 15. Ellul, kündigen, wenn er den Mieter im Winter vor Pesach ausziehen heissen will.",
+ "In grossen Städten. Wo eine Wohnung schwer zu finden ist.",
+ "muss man) sowohl in der Sommerzeit als in der Regenzeit zwölf Monate (zuvor kündigen. Dieselbe Kündigungszeit gilt auch, wenn der Mieter aufkündigen will.",
+ "muss man) sowohl in kleinen als in grossen Städten zwölf Monate (zuvor kündigen). R. Simon, Sohn Gamliels, sagt: Einen Bäcker- oder Färber-Laden (muss man) drei Jahre (vorher kündigen. Weil man da den Kunden auf lange Zeit zu borgen pflegt."
+ ],
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+ "Riegel. נגר vgl. Erubin X, Anm. 55—56.",
+ "die eine Handwerksarbeit ist. Z. B. Fenster.",
+ "Der Mist. Von fremden Ochsen, die in den Hof kommen.",
+ "gehört dem Hausherrn. Der Mist von den Tieren des Mieters dagegen gehört dem Mieter.",
+ "was aus dem Backofen und dem Kochherde kommt. Die Asche."
+ ],
+ [
+ "und das Jahr wird zum Schaltjahr gemacht. Es wird ein Monat eingeschaltet, so dass das Jahr 13 Monate hat, s. Sanhedrin I, 2.",
+ "so ist es zu Gunsten des Mieters ein Schaltjahr. Er braucht wegen des Schaltmonats nicht mehr Miete zu bezahlen.",
+ "Hat er es ihm auf Monate vermietet. D. h. er bedang so und so viel Mietszins pro Monat.",
+ "so ist es zu Gunsten des Vermieters ein Schaltjahr. Er bekommt auch den Mietzins für den Schaltmonat.",
+ "Es geschah einst. Hier ist noch folgende Bestimmung vorauszusetzen: „Wenn der Mietsvertrag zwei einander widersprechende Stipulationen enthält, so teilen sie den in Frage stehenden Betrag“. — Dazu wird als Beweis die Begebenheit von Zippori angeführt.",
+ "in Zippori. Sepphoris.",
+ "um zwölf Gold-Denar auf ein Jahr. Wonach auch für ein Schaltjahr nur 12 Gold-Denar zu zahlen wären.",
+ "um einen Gold-Denar monatlich. Nach diesem zweiten Ausdruck wären für ein Schaltjahr 13 Gold-Denar zu zahlen.",
+ "Sie sollen den Mietzins des Schaltmonats teilen. Er zahlt für den Schaltmonat ½ Denar, weil es zweifelhaft ist, ob wir uns nach dem ersten oder nach dem letzten Ausdrucke richten sollen. Nach der rezipierten Halacha wird dagegen ein derartiger Fall zu Gunsten des im Besitze des Hauses befindlichen Vermieters entschieden, und der Mieter muss den Mietzins für den Schaltmonat ganz bezahlen."
+ ],
+ [
+ "so ist er. Der Vermieter.",
+ "verpflichtet ihm. Dem Mieter.",
+ "War es Ein Haus. Eine Stube.",
+ "und er darf sie auch nicht vermehren. Die Bestimmungen der Mischna gelten, wie der Talmud lehrt, nur dann, wenn der Vermieter dem Mieter ein Haus gezeigt und zu ihm gesagt hat: „Ich vermiete dir ein Haus wie dieses (בית כזה).“ Hätte er aber gesagt: „ich vermiete dir dieses Haus (בית זה)“, dann brauchte er, wenn es einstürzt, ihm kein anderes herzustellen (s. oben VI, 3, Note 23). Hätte er wieder gesagt: „ich vermiete dir ein Haus“ (ohne nähere Bestimmung), so dürfte er das neu hergestellte Haus nach Belieben ändern.",
+ "es sei denn mit Beider Einwilligung. Wenn auch der Mieter in die Änderung einwilligt."
+ ]
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+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Der Übernehmer kann sein: 1) ein אריס (Feldbauer, oben V, Note 73), der dem Grundherrn eine Quote des Ertrags (½, ⅓, oder ¼) abliefert; 2) ein הוכר (ar. حكر pachten), ein Pächter, der dem Grundherrn einen festbestimmten Pachtzins in Feldfrucht (z. B. 10 Kor Weizen jährlich) zu geben hat; 3) ein שוכר (Mieter) der einen festbestimmten Pachtzins in Geld bezahlt. Die erste Bestimmung unserer Mischna gilt in allen drei Fällen.",
+ "hinterher. Nach der Ernte.",
+ "zu pflügen. Um die Wurzeln des Unkrauts zu vernichten.",
+ "So wie sie. Der Grundherr und der אריס.",
+ "so teilen sie auch die Reben und die Stäbe. An die man die Reben bindet.",
+ "und. Dieser Satz dient zur Begründung des vorhergehenden.",
+ "beide müssen die Stäbe liefern. ספק s. oben VII, 1, Note 7. Vielleicht aber hier wie oben das hebr ספק (ar. سغق und صغق) zusammenschlagen, verbinden."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als אריס oder חוכר.",
+ "und es ist ein Bewässerungs-Feld. בית השלחין ein Feld, das man künstlich bewässern muss. Das Wort שלחין erklärt der Talmud in Moëd k. 2a vom aram. שלהי, müde sein (vgl. ארעא משלהיא, lechzendes Land, in Targ. Jes. 25, 5); in Baba batra 68a dagegen wird es von שלח מים Wasser ausgiessen (Job. 5, 10) abgeleitet. Ferner wird dort בית השלחין nach שלחיך in HL. 4, 13 als „Gartenland“ gefasst. Neuere erklären es vom arab. سلح Regenwasser, das in Teichen gesammelt ist, womit die Felder getränkt werden, vgl. Neh. 3, 15: ברכת השלח.",
+ "oder ein Baumfeld. So dass es durch die Bewässerung-Anlagen und die Bäume für den Pächter einen höhern Wert hat.",
+ "wenn die Quelle. Die zur Bewässerung des Feldes dient.",
+ "ihm von der Pacht nichts abziehen. Weil er nicht ausdrücklich erklärt hat, dass er es nur mit der Quelle oder mit den Bäumen pachtet."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als אריס.",
+ "und es brach liegen lässt. St. בור; das Hif’il הוביר wie אובין Ab. sara III, 5. Jerusch. liest: אם משזכה בה הבירה wenn er, nachdem er es in Besitz genommen, es brach liegen lässt.",
+ "denn so pflegte man dem Grundherrn zu verschreiben. Weil man gewöhnlich so verschreibt, daher gilt dies selbst, wenn man es nicht ausdrücklich verschrieben hat (Tosaphot).",
+ "Wenn ich brach lasse und nicht bearbeite. „Wenn ich entweder ganz brach lasse, oder wenn ich nicht so bearbeite, wie es sich gehört.“",
+ "so zahle ich vom Besten. So viel als das Feld tragen würde, wenn es bestens bearbeitet wäre."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als חוכר.",
+ "und es nicht ausjäten. Oben V, Note 84.",
+ "was kümmerts dich. Oben III, Note 34.",
+ "da ich dir die Pacht dafür gebe. „Es ist ja nur mein Schade, wenn weniger wächst!“",
+ "und es bringt mir Unkraut hervor. Im nächsten Jahre, indem jetzt der Same der Kräuter zur Erde fällt; es würde daher auch nichts nützen, wenn er nach der Ernte das Feld umpflügen wollte."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als אריס.",
+ "und es ist nicht ergiebig. So dass der אריס nicht weiter darin arbeiten will.",
+ "wenn man aus dem Ertrage einen Haufen. D. i. zwei Seah Getreide nach Abzug aller Ausgaben.",
+ "Was für eine Massbestimmung gibt ein Haufen. Es kommt ja auch auf die Grösse des Feldes an!",
+ "wenn der Ertrag so viel wie die Aussaat ist. Dass man vom Ertrage das nächste Jahr das Feld besäen könnte. Jerusch. liest: כדי ניפלה in Peah V, 1 כדי נפלה. Nach dem Talmud ist dies 4 Seah für einen Kor, d. i. ¹⁄₄₅ des gewöhnlichen Ertrags."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als חוכר.",
+ "ausgedroschen worden. Targ. zu שדופות (Gen. 41, 6): שקיפן, ausgeschlagen.",
+ "wenn es eine Landplage ist. Die meisten Felder dieser Gegend sind geschlagen.",
+ "etwas. Nach Verhältnis des Schadens.",
+ "kann er ihm von der Pacht nichts abziehen. Denn es ist des Pächters Unglück.",
+ "kann er in jedem Falle ihm von der Pacht nichts abziehen. Denn über das Geld ist das Missgeschick nicht verhängt worden."
+ ],
+ [
+ "und es ist geschlagen. Das Getreide ist schlecht.",
+ "so kann er ihm. Dem Grundherrn.",
+ "geben. Er braucht nicht schönes Getreide zu geben."
+ ],
+ [
+ "Wer von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als חוכר oder שוכר.",
+ "der darf es nicht mit Weizen besäen. Da Weizen dem Boden mehr Kraft entzieht als Gerste.",
+ "verbietet es. Denn es ist für das Feld schädlich, wenn man es jedes Jahr mit einer andern Getreideart besäet; vielleicht hatte nun der Eigentümer im vorigen Jahre Weizen gesäet und will jetzt keine Gerste säen lassen.",
+ "so darf er es nicht mit Hülsenfrüchten besäen. Weil Hülsenfrüchte dem Boden mehr Kraft entziehen als Getreide.",
+ "so darf er es mit Getreide besäen. (Nach anderer LA. umgekehrt. So liest auch Jerusch."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld auf wenige Jahre. Auf weniger als 7 Jahre, und zwar als חוכר.",
+ "so darf er es nicht mit Flachs besäen. Weil Flachs den Boden besonders schwächt und dessen Wurzeln 7 Jahre in der Erde bleiben.",
+ "und es gehört ihm nichts von den Balken der Sykomore. שקמה der Maulbeerfeigenbaum (ficus sycomorus), dessen Äste abgehauen und zu Gebäude-Balken verwendet werden. Diese Äste wachsen wieder, aber erst nach 7 Jahren können sie als Balken gebraucht werden; wer nun auf weniger als 7 Jahre ein Feld gepachtet, hat stillschweigend die Balken der Sykomore nicht beansprucht.",
+ "so darf er im ersten Jahre es mit Flachs besäen und Balken von Sykomoren abhauen. Da sie bis zu seinem Austritt wieder wachsen werden."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld auf eine Jahrwoche. שבוע heisst in der Mischna eine Jahrwoche, septennium, wie in Dan. 9, 24 ff.",
+ "so ist das Schabbath-Jahr mit darin begriffen. Und er kann ihm wegen des Schabbatjahres nichts abziehen."
+ ],
+ [
+ "Ein für den Tag Gemieteter kann die ganze Nacht. Die auf den Tag folgt.",
+ "erheben. גבה (syr. ܓܒܳܐ) einkassieren, wegnehmen.",
+ "ein für die Nacht Gemieteter kann den ganzen Tag. Nach der Nacht.",
+ "den Lohn erheben. Diese beiden Bestimmungen ergeben sich aus den beiden Versen: „du sollst den Lohn des Mietlings nicht bis zum Morgen bei dir übernachten lassen“ (Lev. 19, 13) — und „an seinem Tage sollst du ihm seinen Lohn geben, lasse darüber nicht die Sonne untergehen“ (Deut 24, 15). Da nun nach dem Gesetze der Mietslohn erst nach Vollendung der Mietszeit bezahlt werden muss, so erklärt der Talmud: Der erste Vers handelt vom Tages-Mietling (שכיר יום), dessen Zahlungszeit die ganze folgende Nacht ist und bei dem man, im Falle der Nichtzahlung bis zum Morgen, das Verbot לא תלין übertreten hat; der zweite Vers handelt wieder vom Nacht-Mietling (שכיר לילה), dessen Zahlungszeit der ganze folgende Tag ist und bei dem man, falls man bis zum Sonnenuntergang nicht zahlt, das Verbot לא תבא עליו השמש übertritt.",
+ "erheben. Wenn seine Mietszeit am Tage zu Ende ist, so ist der Rest des Tages die Zeit seiner Lohnzahlung; endigt seine Arbeitszeit in der Nacht, so ist der Rest der Nacht als Zahlungszeit zu betrachten.",
+ "den ganzen Tag. Den Rest des Tages.",
+ "so kann er die ganze Nacht und den ganzen Tag. Nach Note 52 sollte hier auch nur der Rest der Nacht als Zahlungszeit bestimmt werden. In der Tat ist dies auch die Ansicht des R. Jehuda in einer Baraita. Die hier gegebene Bestimmung der Mischna ist die Ansicht des R. Simon."
+ ],
+ [
+ "an seinem Tage sollst du seinen Lohn geben. Deut. 24, 15.",
+ "du sollst den Lohn des Mietlings nicht bis zum Morgen bei dir übernachten lassen. Lev 19, 13.",
+ "gilt dies)? Wenn er von ihm (den Lohn) gefordert hat; hat er von ihm nichts gefordert, so übertritt er nicht (die Vorschriften. Denn es heisst: אתך (bei dir), d. h. durch deinen Willen, nicht aber, wenn es durch des Tagelöhners Willen geschieht.",
+ "Hat er ihn. Mit dessen Einwilligung.",
+ "an einen Krämer oder an einen Wechsler angewiesen. מחה nach Num. 34, 11 stossen (intransit.), daher המתה stossen (transit.); המחהו אצל פ׳: er hat ihn zu jem. hingestossen, an jem. angewiesen. Eine andere Erklärung s. Erubin V, Note 31",
+ "die Vorschriften. Denn nur wenn der Lohn „bei dir“ (אתך) ist, bist du zu zahlen verpflichtet, nicht aber wenn du ihn an einen Andern angewiesen.",
+ "in seiner Zeit. In der oben, Mischna 11, bestimmten Zahlungszeit.",
+ "den Lohn fordert. Und der Arbeitgeber behauptet, denselben bereits ganz oder zum Teil bezahlt zu haben.",
+ "schwört und bekommt gezahlt. Von Rechtswegen hätte der Arbeitgeber seine Aussage beschwören müssen, um sich von der Zahlung zu befreien (Schebuot VII, 1), allein da dieser wegen seiner vielen Geschäfte oft irrtümlich bezahlt zu haben glaubt, lässt man lieber den Tagelöhner schwören.",
+ "so kann er nicht schwören und gezahlt nehmen. Sondern der Arbeitgeber schwört und ist frei; denn am Ende des Zahlungstermins überlegt es dieser genau und erinnert sich, ob er bezahlt hat oder nicht, da er nicht das Verbot לא תלין übertreten will.",
+ "dass er ihn zur Zeit. Am Ende seiner Zahlungszeit.",
+ "gefordert hat. Und dass der Arbeitsgeber zu ihm gesagt hat, er werde ihm später zahlen.",
+ "so schwört er und bekommt gezahlt. Nach der Halacha gilt dies nur eine עונה (d. i. ein Tag oder eine Nacht) nach der Forderung.",
+ "Hinsichtlich eines Beisass-Proselyten. Vgl. oben V, Note 54.",
+ "an seinem Tage sollst du ihm seinen Lohn geben. Denn es heisst dort (Deut. 24, 14): „von deinem Fremdling, der in deinem Lande in deinen Toren ist“ — d i. der Torproselyte.",
+ "du sollst den Lohn des Mietlings nicht bis zum Morgen bei dir übernachten lassen. Denn dabei steht nichts vom Thorproselyten, sondern es heisst dort vorher (Lev. 19, 13) רעך. Im Talmud wird jedoch eine Ansicht angeführt, dass auch dieses Verbot zu Gunsten eines Beisass-Proselyten gültig ist; so lehrt auch der Traktat Gerim III, 2."
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+ [
+ "Wenn jemand seinem Nächsten geliehen hat. Und dieser bezahlt nicht zum Zahlungstermin.",
+ "so darf er ihn. Selbst ausserhalb seines Hauses.",
+ "nur durch das Gericht. Das seinen Boten sendet, um den Schuldner zu pfänden.",
+ "Man. Selbst der Gerichtsbote.",
+ "Hatte er zwei Geräte. Die Schuld beträgt so viel, als beide wert sind; aber der Schuldner bedarf eines zu seinem Gebrauche.",
+ "und das andere muss man lassen (and. LA.: wiedergeben. So liest auch Raschi und fasst den folgenden Satz מחזיר הכר als Erklärung dieses Satzes. Die zwei Geräte sind dann solche, wovon eins am Tage und das andere Nachts gebraucht wird.",
+ "man muss die Decke. כר Unterdecke, worauf man liegt (Tos. Ab. sara 65a); gewöhnlich übersetzt man: Kissen.",
+ "zur Nacht und den Pflug. Nach Einigen darf der Pflug nur in der Nacht gepfändet werden, aber nicht am Tage, da er ebenso wie die Handmühle (weiter unten) zur Bereitung der Lebensmittel gehört. Nach Andern ist מחרישה hier „eine Bürste“, die man am Tage zum Abreiben des Körpers im Bade gebraucht.",
+ "braucht man es seinen Erben nicht wiederzugeben. Denn es heisst (Deut. 24, 13): „Du sollst ihm das Pfand zurückgeben; das Wort לו (ihm) schliesst die Erben aus.",
+ "Auch ihm selbst braucht man es nur bis dreissig Tage. D. i. die vom Gerichte gewöhnlich gewährte Frist (Raschi nach Talmud 118a). Nach ראב״ד, weil ein Darlehen ohne bestimmten Zahlungstermin (סתם הלואה) auf 30 Tage gegeben wird.",
+ " Nach dem ersten Tanna (תנא קמא) darf es nicht verkauft werden, falls es der Schuldner braucht; sondern es muss immer zur Zeit des Gebrauchs zurückgegeben werden. Das Pfand gewährt dem Gläubiger dennoch die Vorteile, dass die Schuld im Erlassjahr nicht verfällt (Schebiit X, 2) und dass der Schuldner die Schuld nicht ableugnen kann, wenn das Pfand ihm stets nur vor Zeugen zurückgegeben wird.",
+ "Eine Witwe. Nach סמ״ע auch eine geschiedene Frau (גרושה); nach ט״ז jede Frau, auch eine Jungfrau.",
+ "nicht pfänden. Gegen R. Simon, der es nur bei einer armen verbietet, weil der Gläubiger dieser das Pfand immer zurückbringen müsste und sie durch diesen steten Verkehr in übeln Ruf bringen könnte.",
+ "Du sollst das Kleid einer Witwe nicht pfänden. Nach der Mischna ist es nicht gestattet, ein allgemein lautendes Gesetz durch Unterlegung eines Motivs in beschränktem Umfange aufzufassen (לא דרשינן טעמא דקרא).",
+ "übertritt ein Verbot und ist wegen zweier Geräte schuldig. Er erhält zweimal die Geisselstrafe (מלקות), obwohl die beiden Geräte zu Einem Gebrauche dienen.",
+ "Man soll nicht den untern. רחיים nach der Trad. „der untere Mühlstein“, der mit dem Gestelle der Handmühle verbunden ist.",
+ "mit welchen man Lebensmittel bereitet. Z. B. Backtröge, Kochtöpfe.",
+ "weil man das Leben pfändet. Die ganze Mischna handelt nur von dem Falle, dass der Gläubiger dem Schuldner ein Pfand abnimmt, um sich dadurch wegen seines Darlehens zu versichern; will aber der Gläubiger, nachdem der Zahlungstermin gekommen ist, seine Schuld eintreiben, dann braucht er die obigen Vorschriften nicht zu beobachten; er hat nur dem Schuldner an Nahrungsmitteln, Kleidung, Handwerkszeug und Mobiliar soviel zu lassen, als er zu seiner Existenz notwendig bedarf, מסדרין לבעל חוב (Talmud 113b)."
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+ "die Zweien gehören. Das Haus (das Erdgeschoss) gehört einem und der Söller (das obere Stockwerk) dem Andern.",
+ "so teilen sie. Nach Verhältnis der ihnen gehörigen Teile.",
+ "welche. אלו welche s. II, 1.",
+ "Steine geeignet waren. Jerusch. liest ראויות st. הראויות.",
+ "zerbrochen zu werden. Wenn ein Teil der Steine zertrümmert ist und jeder von beiden die ganzen Steine beansprucht, muss man erwägen, welche Steine wahrscheinlich zertrümmert wurden. Ist nämlich das Gebäude vom Grunde aus geborsten und auf seine Stelle niedergesunken, so sind wahrscheinlich die untern Steine zertrümmert worden; ist dagegen der obere Teil erschüttert worden und weit fort gestürzt, so sind wahrscheinlich die obern Steine gebrochen. Die erste Bestimmung dagegen, dass sie die Steine teilen, handelt nach dem Talmud von einem Falle, wo die Steine weggeräumt wurden und man nicht mehr entscheiden kann, in welcher Weise der Einsturz erfolgt ist.",
+ "Wenn Einer von ihnen einen Teil seiner Steine. Die ganz geblieben und grösser oder besser sind als die andern.",
+ "so nimmt er sie. Wenn der andere wenigstens einen Teil seiner Forderung zugesteht, obwohl er Betreffs des Übrigen nichts zu wissen behauptet, s. oben VIII, Note 8.",
+ "und sie werden ihm angerechnet. Indem der andere dafür andere ganze Steine nach Verhältnis bekommt."
+ ],
+ [
+ "bewohnt. Die Mischna handelt von dem Falle, dass ein Hausbesitzer seinen Söller einem Andern vermietet hat mit den Worten: „ich vermiete dir diesen Söller über diesem Hause“, so dass er, wenn dieser einstürzt (nach VIII, 9, Note 57) nicht verpflichtet ist, ihm eine andere Wohnung zu geben.",
+ "und der Söller bricht ein. Vom Fussboden des Söllers ist ein Stück von 4 Handbreiten im Quadrat durchgebrochen.",
+ "so kann der Bewohner des Söllers hinabgehen und unten wohnen. Denn der Hausherr hat bei der Vermietung das Erdgeschoss für den Söller zur Verfügung gestellt, da er „den Söller dieses Hauses“ vermietet hat.",
+ "Der Untere gibt das Gebälk. Die Balken und die Bretter darüber.",
+ "und der Obere den Estrich. מעזיבה, von עזב, vgl. Neh. 3, 8, (ar. زعب stossen, füllen, gefüllt sein). Es ist der Estrich (pavimentum), der über das Gebälk gelegt wird und nach R. Jose den Zweck hat, die Gruben und Unebenheiten im Gebälke auszufüllen, weshalb dies der Obere herstellen muss. Nach dem ersten Tanna dagegen dient der Estrich dazu, das Gebälk zu festigen, dass es nicht schwanke, weshalb der Untere auch dies herzustellen hat."
+ ],
+ [
+ "die Zweien gehören. Wie oben Note 1.",
+ "und der Herr des Söllers den Herrn des Hauses zu bauen. Die untern Wände und das Gebälk darüber.",
+ "so kann der Herr des Söllers das Haus. Das Erdgeschoss.",
+ "bis er ihm seine Auslagen erstattet. Dann zieht er aus und baut seinen Söller.",
+ "Es würde dieser dann. Wenn er ihm die Auslagen zurückerstattet.",
+ "gewohnt haben und ihm Miete zahlen müssen. Da er vom Hause des Nächsten einen Nutzen gehabt, so muss er, obgleich jener sein Haus nicht bauen wollte und somit keinen Schaden hatte, die Miete bezahlen.",
+ "den Söller bedachen. So dass der Söller bewohnbar ist. Er hat dann keinen Nutzen, wenn er auch im Erdgeschosse wohnt, da ihm ja sein Söller zur Wohnung bereit steht.",
+ "und im Hause. Im Erdgeschoss. Die Tos. lesen: בתוכה st. בבית; er wohnt in seinem Söller, lässt aber den andern nicht ins Erdgeschoss ziehen, bis er ihm die Auslagen erstattet. Im Erdgeschoss darf er aber nicht wohnen, da er doch den Nutzen hätte, nicht die Treppen hinaufsteigen zu müssen."
+ ],
+ [
+ "Ebenso wenn eine Ölpresse. בית הבד, das Haus der Ölpresse (syr. ܒܕܳܐ",
+ "in einen Felsen gebaut und darüber ein Garten ist. Die Presse gehört Einem, und der Garten einem Anderen.",
+ "welcher einbricht. 4 Handbreiten im Quadrat, wie oben Note 10.",
+ "bis der andere über seiner Ölpresse Wölbungen. כיפה (von כוף, biegen) Gebogenes, Wölbung.",
+ "macht. Worauf der Gartenbesitzer Erde legen und säen kann.",
+ "so ist man vom Ersatze frei. Da der Schaden durch höhere Gewalt (אונס) entstanden und er ihn nicht verhüten konnte.",
+ "Hat man. Das Gericht.",
+ "ihm eine Frist. Die Frist des Gerichts ist 30 Tage."
+ ],
+ [
+ "Wenn die Wand des Einen dicht am Garten seines Nächsten stand und umfiel. In den Garten hinein.",
+ "und er. Der Eigentümer der Wand.",
+ "sie seien dir überlassen. הגיעוך eig. sie mögen dich treffen, dir zufallen.",
+ "so hört man nicht auf ihn. Er muss sie wegräumen, wenn der Gartenbesitzer sie nicht nehmen will.",
+ "nachdem jener es angenommen hat. Und sie in des andern Gegenwart weggeräumt hat.",
+ "hier hast du. הילך = הי לך, siehe, für dich, hier hast du.",
+ "bei ihm in Stroh und Stoppeln zu arbeiten. In seinem Felde aufzulesen.",
+ "so hört man nicht auf ihn. Denn er muss ihm den bedungenen Lohn in Geld bezahlen.",
+ "nachdem Jener es angenommen hat. Und es sich angeeignet hat.",
+ "ein anderer düngen. Damit der Dünger nicht auf der Strasse liegen bleibe.",
+ "Man darf im öffentlichen Gebiete nicht Lehm einweichen. Weil man ihn gewöhnlich viele Tage weichen lässt.",
+ "und nicht Ziegel streichen. Weil man diese lange liegen lässt, bis sie trocken werden.",
+ "man darf jedoch Lehm kneten. Um ihn sofort zum Baue zu verwenden.",
+ "aber keine Ziegel. Man darf nicht auf der Strasse Lehm zu Ziegeln kneten, wenn auch die Bereitung der Ziegel im Hofe stattfindet.",
+ "ein anderer bauen. Damit man sie gleich, nachdem sie gebracht werden, zum Baue verwende.",
+ "Man darf auch. Im öffentlichen Gebiete.",
+ "seine Arbeit dreissig Tage vorher vorbereiten. Ohne wegen eines dadurch entstehenden Schadens ersatzpflichtig zu sein."
+ ],
+ [
+ "Gärten. Die Zweien gehören.",
+ "ist. Der eine liegt auf einem Berge, und der andere im angrenzenden Tale.",
+ "und Kraut zwischen ihnen. Auf dem steilen Abhang des Berges.",
+ "Es gehört dem Obern. Weil es von seiner Erde die Nahrung zieht.",
+ "Es gehört dem Untern. Weil es in seinem Luftraum wächst.",
+ "Wenn der Obere seine Erde wegnehmen wollte, so wäre doch hier kein Kraut! Da sagte R. Jehuda: Wenn der Untere seinen Garten (mit Erde. Jerusch. liest עפר nach גינתו.",
+ "Da beide einander wehren. Das Wachsen dieses Krauts verhindern. מחה, stossen, verwehren, s. oben IX, 12, Note 59.",
+ "woher dieses Kraut lebt. Seine Nahrung zieht.",
+ "gehört ihm. Weil es von seiner Erde die Nahrung saugt, wie B. Meïr sagt.",
+ "und das Übrige gehört dem Untern. Denn dies hat der Obere zu Gunsten des Untern preisgegeben, da er sich schämt, um Erlaubnis zu bitten, in seines Nächsten Garten gehen zu dürfen, um dieses Kraut zu pflücken."
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+ "Wenn zwei. Würde bloß Einer von beiden den Mantel halten, so könnte der Andere nur durch einen Zeugenbeweis sich etwas davon aneignen, nach B. kama III, 11.",
+ "einen Mantel festhalten. Nach dem Talmud (7 a) spricht die Mischna nur von dem Falle, dass jeder von beiden bloß die Fransen oder einen Saum des Mantels festhält, so dass er kein ansehnliches Stück (von mindestens drei Daumenbreiten im Quadrat) in der Hand hat; haben sie aber ein ansehnliches Stück in der Hand, so nimmt Jeder so viel er in der Hand hält, und nur in den Rest teilen sie sich.",
+ "ich habe ihn gefunden. An einer Stelle, wo voraussetzlich der Eigentümer den Gegenstand bereits aufgegeben hat, so dass der Fund dem Finder gehört; vgl. Abschnitt II.",
+ "das Ganze gehört mir. Indem ich ihn gekauft habe.",
+ "das Ganze gehört mir. Indem ich ihn bereits vorher gekauft hatte. Der Zweifel kann entstehen, wenn beide dem Verkäufer Geld gegeben haben, der Eine mit dessen Einwilligung und der Andere gegen seinen Willen, jener aber kann sich nicht mehr erinnern, wem er den Gegenstand gutwillig verkauft hat.",
+ "so schwört. Der Schwur ist nur von den Weisen angeordnet worden, damit nicht Jeder seines Nächsten Mantel ergreife und sage: „er gehört mir.“",
+ "dass er nicht weniger als die Hälfte daran hat. Er schwört nicht, dass die Hälfte ihm gehört, da er damit seiner Aussage widersprechen würde; noch weniger darf er schwören, dass ihm das Ganze gehört, da er ja nicht das Ganze erhält. Deshalb beschwört er nur, dass er nicht weniger als die Hälfte daran hat.",
+ "und der Andere schwört (ebenfalls), dass er nicht weniger als die Hälfte daran hat, und (darauf) teilen sie sich (darin. Falls der Gegenstand nicht geteilt werden kann, ohne dass er Schaden leidet, wird derselbe verkauft und der Erlös geteilt.",
+ "nimmt jener drei Viertel und dieser ein Viertel. Da hier nur die eine Hälfte in Frage steht, so wird nur diese zwischen beiden geteilt."
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+ "oder der Eine reitet darauf. Die Mischna will hier lehren, dass man durch Reiten ebenso das Tier erwirbt, wie durch Führen; nach רא״ש jedoch nur dann, wenn der Reiter zugleich mit seinen Füssen das Tier leitet.",
+ "Falls sie es einander zugestehen oder Zeugen darüber haben. Dass sie es zusammen ergriffen haben, in der Absicht, es gemeinschaftlich zu erwerben.",
+ "ohne Schwur. Da dies selbstverständlich ist, so meint der Talmud, hier sei die Lehre enthalten, dass, wenn jemand einen Fund für seinen Nächsten aufhebt, dieser Nächste ihn als Eigentum erwirbt."
+ ],
+ [
+ "Gib mir. Er sagt nicht: זכה לי (nimm ihn für mich in Besitz!), sondern nur: „gib ihn mir!“, so dass er erst mit der Empfangnahme des Gegenstandes denselben zu erwerben beabsichtigt.",
+ "letzterer aber ihn nimmt. Mit Stillschweigen, ohne zu sagen, für wen er den Gegenstand in Besitz nimmt.",
+ "als Eigentum erworben. Da der Reitende ihn nicht aufgefordert hat, den Gegenstand für ihn aufzuheben. Hätte jener aber: „זכה לי“ gesagt und ihn somit beauftragt, den Fund für ihn aufzuheben; so würde stillschweigend vorausgesetzt, dass der Aufhebende dem Auftrage gemäss den Fund für den Reitenden aufgehoben hat, und nach der Halacha die nachherige gegenteilige Erkläruung nichts helfen (vgl. oben Note 12); er müsste denn gleich beim Aufheben erklären, dass er den Fund für sich selbst in Besitz nehmen will.",
+ "ich habe früher. Bevor ich dir denselben gegeben habe, oder gleich Anfangs, als ich ihn aufhob. Anstatt בה תחילה liest Jeruschalmi בתחילה.",
+ "so hat er damit nichts gesagt. Denn da er denselben dem Andern gegeben hat, so hat er damit gezeigt, dass er ihn für jenen in Besitz genommen hatte."
+ ],
+ [
+ "ein Anderer aber kommt und ergreift ihn. Er hebt ihn mit der Hand auf.",
+ "ihn als Eigentum erworben. Dies gilt nur auf der Strasse oder im Felde eines Andern; dagegen haben für manche Orte, z. B. für die Winkelgässchen, Fusssteige (סימטא = semita) oder die Seiten der Strasse, die Rabbinen die Anordnung getroffen, dass Jeder alle herrnlose Gegenstände, die innerhalb seiner vier Ellen liegen, als Eigentum erwirbt.",
+ "die nicht fliegen können. Die also, falls sie kein anderer nähme, in seinem Felde verwahrt blieben.",
+ "so hat es für ihn das Eigentumsrecht erworben. Falls er an der Seite seines Feldes steht und die Gegenstände durch Nachlaufen zu erreichen im Stande ist, bevor sie aus seinem Felde hinauskommen.",
+ "Konnte aber der Hirsch wie gewöhnlich laufen oder waren die Tauben flügge. So dass er sie nicht in seinem Felde zu erreichen vermag."
+ ],
+ [
+ "die minderjährig sind. In fraglicher Beziehung gelten sie als minderjährig, solange sie vom Vater ernährt werden; als grossjährig gilt ein Sohn, wenn er sich selbst ernährt; eine Tochter, wenn sie ausserdem noch das Alter der Mannbarkeit (בגרות) erreicht hat; s. Nidda V, 7—8. Dass der Fund der minderjährigen Kinder dem Vater gehöre, haben die Rabbinen angeordnet, damit zwischen Vater und Kindern keine Feindschaft entstehe.",
+ "der Fund seines kanaanitischen Sklaven oder seiner kanaanitischen Sklavin. Das sind Leibeigene.",
+ "der Fund seiner Frau. Gehört dem Gatten. Dies ist eine Anordnung der Rabbinen, um Feindschaft zwischen den Gatten zu verhüten.",
+ "obgleich er ihr noch nicht ihre Kethuba. Das ihr verschriebene Vermögen, vgl. Kethuboth V, 1.",
+ "bezahlt hat. Nach dem Talmud spricht die Mischna von einem Falle, wo die Gültigkeit der Scheidung zweifelhaft ist, s. Gittin VIII, 2. Obgleich er da noch verpflichtet ist, die zweifelhaft geschiedene Frau zu ernähren, erhält er dennoch nicht ihren Fund, weil damit die Feindschaft zwischen den Gatten nicht verhütet würde."
+ ],
+ [
+ "Findet jemand Schuldscheine. שטר syr. ܫܛܳܪܳܐ eine schriftliche Urkunde; שטר חוב eine Schuldurkunde.",
+ "Güter. אחריות נכסים eig. „die Bürgschaft der Güter“. Es steht also im Schuldscheine geschrieben: „Die (unbeweglichen) Güter des Schuldners haften für diese Schuld.“",
+ "dieselben nicht zurückgeben. Selbst wenn der Schuldner die Schuld eingesteht.",
+ "weil das Gericht von den Gütern die Schuld einziehen würde. Auch nachdem der Schuldner die Güter an Andere verkauft hat. Das Geständnis des Schuldners kann demnach den Käufern der Güter zum Schaden gereichen, und es ist zu befürchten, dass zwischen Schuldner und Gläubiger zu diesem Zwecke eine betrügerische Verabredung (קנוניא) stattgefunden hat. Diese Befürchtung hegen wir nur deshalb, weil der Schuldschein dadurch, dass er in Verlust geraten ist, als verdächtig erscheint, dass er wertlos war und deshalb nicht wohl verwahrt wurde.",
+ "das Gericht von den Gütern die Schuld einziehen würde. Nach der Ansicht der Weisen ist bei jedem Schuldschein die „Güter-Bürgschaft“ nur durch ein Versehen des Schreibers weggeblieben (אחריות טעות סופר), und die Immobilien sind in jedem Falle für die Schuld verpfändet, es sei denn, dass im Schuldschein ausdrücklich das Gegenteil erklärt ist."
+ ],
+ [
+ "Testamente. דיתיקי gr. διαϑήϰη. Es ist die Schenkungsurkunde eines Kranken.",
+ "denn ich sage. D. h. man kann vermuten.",
+ "als er. Der Aussteller.",
+ "besonnen hat. Und er ist auch jetzt nicht Willens, seinen ersten Entschluss auszuführen. Würde aber der Aussteller die Urkunden jetzt geben wollen, so könnte man sie zurückgeben; Scheide- und Freilassungsbriefe jedoch nur in den Fällen, wo nicht zu befürchten ist, dass sie ein Anderer mit gleichem Namen verloren hat, s. Gittin III, 3."
+ ],
+ [
+ "Findet jemand Abschätzungsbriefe. In welchen beurkundet ist, dass das Gericht die Güter eines Schuldners abgeschätzt und dem Gläubiger für seine Schuld zugesprochen hat. Hierbei ist nicht, wie in voriger Mischna, eine Sinnesänderung zu befürchten, da das Gericht seinen Beschluss nicht ändert.",
+ "Ernährungsverschreibungen. Gerichtliches Dokument, dass sich jemand verpflichtet hat, seine Stiefkinder zu ernähren.",
+ "Scheine über Chaliza. Eine gerichtliche Bescheinigung, dass eine Frau durch den Chaliza-Akt (s. Jebamot XII, 6) von der Schwagerehe befreit wurde.",
+ "oder Më’un. Bescheinigung, dass eine Frau, die während ihrer Minderjährigkeit durch die Mutter und Brüder verheiratet wurde, diese Ehe, bevor sie grossjährig geworden, durch eine Weigerungs-Erklärung (Më’un) annullirt hat, s. Jebamot XIII, 1.",
+ "Urkunden über Compromisse. Worin dokumentiert ist, dass zwei Prozessierende dem Urteile eines von ihnen gewählten (daher בירורין = Wahl) Schiedsgerichts sich unterwerfen, s. Sanhedrin III, 1.",
+ "gerichtliche Urkunde. Nach dem Talmud 16b sind hier gemeint: שטרי חלטאתא ואדרכתא Urkunden, in denen das Gericht ein Gut des abwesenden Schuldners als dem Gläubigen verfallen (חלוט) erklärt, oder dem Gläubiger das Executionsrecht über die Immobilien des Schuldners erteilt (אדרכתא).",
+ "in einem Beutel. חפיסה nach dem Talmud ein kleiner lederner Schlauch; ar. حغش Korb, Behälter.",
+ "oder in einer Tasche. Jerusch, und Aruch lesen גלוסקמא, syr. ܓܠܽܘܣܩܡܳܐ gr. γλωσσόϰομον, Beutel, Kasten. Nach dem Talmud eine Tasche, worin die alten Leute ihre Geräte aufbewahren. In beiden letzten Fällen gibt man die Schuldscheine zurück, wenn an den Behältern ein Zeichen angegeben wird.",
+ "zusammengerollte Scheine. Drei oder mehr Scheine, wobei einer für sich zusammengerollt und dann die andern umgewickelt werden.",
+ "oder ein Bündel Scheine. Aufeinander gelegt und zusammengerollt.",
+ "so soll er sie zurückgeben. Weil in allen diesen Fällen ein Zeichen angegeben werden kann.",
+ "Drei mit einander verbundene. Diese Bestimmung bezieht sich auch auf תכריך.",
+ "so gibt man sie dem Schuldner zurück. Denn gewiss hat sie der Schuldner verloren; wie wären sie sonst mit einander verbunden worden, wenn die drei Gläubiger sie verloren hätten?!",
+ "so gibt man sie dem Gläubiger zurück. Dann hat sie sicherlich der Gläubiger verloren. Wenn jedoch die drei Scheine ein und dieselbe Handschrift zeigen, so dass sie ein Schreiber geschrieben hat; so dürfen sie nur nach Angabe eines Zeichens dem Gläubiger zurückgegeben werden, da sie ja der Schreiber verloren haben kann.",
+ "Findet jemand einen Schein. Z. B. einen Schuldschein.",
+ "was es mit ihm für ein Bewandtnis hat. Ob er ihn vom Gläubiger oder vom Schuldner zur Verwahrung empfangen, oder ob ihn beide zusammen, nachdem eine Teilzahlung stattgefunden hatte, bei ihm hinterlegt haben.",
+ "bis Elijahu. Der Prophet.",
+ "kommt. D. h. er darf ihn nicht eher einem von beiden geben, bis er bewiesen hat, dass er ihm rechtmässig gehört.",
+ "Sind Gegenscheine. Jerusch. liest in der Einz. סמפון. Das Wort סמפון (vom gr. σύμφωνον, Vertrag, Vergleich) bezeichnet auch eine Urkunde, welche ein anderes Dokument ganz oder teilweise aufhebt, wie z. B. eine Quittung, die einen Schuldschein aufhebt.",
+ "dabei. Wenn jemand z. B. zwischen seinen Schuldscheinen eine Quittung findet, wonach einer der Schuldscheine bereits bezahlt ist.",
+ "so richte er sich nach den Gegenscheinen. Wiewohl die Quittung eigentlich beim Schuldner sich befinden müsste, so muss der Schuldschein dennoch als bezahlt betrachtet werden, da anzunehmen ist, der Schuldner habe dem Gläubiger getraut, die Quittung erst später von ihm in Empfang zu nehmen, und sie dann vergessen. Nach dem Talmud gilt dies nur, wenn der fragliche Schuldschein unter zerrissenen Schuldscheinen gefunden wurde, so dass er, obgleich nicht zerrissen, doch wenigstens verdächtig ist."
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+ "Welche. אלו ist hier Fragepronomen, Plural von איזו איזה (welche).",
+ "und welche ist er verpflichtet ausrufen. Näheres über das Ausrufen, s. weiter M. 6.",
+ "Folgende Funde gehören dem Finder. Weil der Eigentümer sicherlich die Hoffnung, das Verlorene wieder zu erlangen, aufgegeben hat. Dieses Aufgeben wird יאוש (Renuntiation) genannt, und wer einen Gegenstand, den der Eigentümer renuntiiert hat, findet, erwirbt ihn als Eigentum.",
+ "Findet jemand verstreute. So dass man sieht, dass sie verloren und nicht hingelegt worden sind. Dasselbe gilt bei der in den Tennen zurückgelassenen Frucht, die so gering ist, das ein Kab (c. 2 Liter) auf 4 Ellen im Quadrat (1 Elle ist c. 54 Zentimeter) verstreut ist, und vom Eigentümer mutmasslich für herrenlos erklärt wurde.",
+ "verstreutes Geld. Auch dies hat der Eigentümer sicherlich aufgegeben, da daran kein Zeichen ist.",
+ "kleine Garben in öffentlichem Gebiete. Wo viele Menschen verkehren und ein Gegenstand von einem Orte zum Andern geschleudert wird, so dass man nicht den Ort als Zeichen angeben kann.",
+ "Brote vom Bäcker. Diese haben keine Zeichen.",
+ "an Schnüren aufgezogene. מחרוזה (vom ar. خرز nähen) an der Schnur Aufgezogenes (vgl. Hobel. 1, 10).",
+ "die von ihrem Lande kommen. Die noch nicht beim Handwerker mit einem Zeichen versehen worden sind.",
+ "Flachsbündel. Nach Sukka 12b (vgl. Tos. das.) ist es geklopfter und gehechelter Flachs.",
+ "und Streifen. Eig. Zungen, weil die Streifen zungenförmig gemacht sind.",
+ " דברי ר״מ fehlt in vielen Codd.",
+ "worin eine Scherbe. Obgleich dies gewöhnlich nicht hineingegeben wird, sondern von selbst hineingefallen sein mochte, so meint R. Jehuda dennoch, er könnte sich möglicherweise erinnern, dass dies hineingefallen, und es als Zeichen angeben.",
+ "Alle Geräte von Handelsware. אנפוריא gr. ἐμπορία, Handelswaare, nach dem Talmud: neue Ware, die der Eigentümer noch nicht genau angesehen hat.",
+ "braucht man nicht ausrufen zu lassen. Falls kein Zeichen daran ist. Wäre das Gerät dem Eigentümer bereits längere Zeit bekannt und durch den Blick wiedererkennbar (טביעות עין), so würde es ihm zurückgegeben werden, wenn er ein glaubwürdiger Gelehrter (תלמיד חכם) ist; neue Geräte sind aber gewöhnlich nicht durch den Blick wieder zu erkennen."
+ ],
+ [
+ "Findet man Früchte in einem Gefässe. Am Gefässe ist gewöhnlich ein Zeichen.",
+ "oder ein Gefäss an und für sich. Ein leeres.",
+ "Haufen. So dass die Zahl oder der Ort als Zeichen angegeben werden kann.",
+ "drei. Oder auch mehr.",
+ "kleine Garben im Privatgebiete. Wo nicht viele Menschen gehen.",
+ "diese ausrufen zu lassen. Weil bei allen hier genannten Dingen ein Zeichen angegeben werden kann."
+ ],
+ [
+ "Findet jemand hinter einer Wand. גפה nach Raschi eine Wand von Holz oder Rohr, nach Maimon. ein verschlossenes Thor, wie יגיפו הדלתות (Neh. 7, 3), nach R. Simson eine Wand aus über einander geschichteten Steinen (vgl. Pea VI, 2).",
+ "oder hinter einer Mauer. Von Steinen (Spr. 24, 31).",
+ "Tauben gebunden. An den Flügeln, wie man sie gewöhnlich bindet, so dass dies kein Zeichen ist.",
+ "so darf er sie nicht berühren. Vielleicht hat sie jemand dort verwahrt, der sie, weil kein Zeichen an ihnen ist, nicht wieder erlangen könnte, wenn man sie nähme.",
+ "Findet man ein Gefäss auf dem Miste. Wenn der Mist nicht weggeräumt zu werden pflegt (Talmud).",
+ "nicht berühren. Obgleich es ein Zeichen hat, da es dort wohl verwahrt ist.",
+ "in einem Steinhaufen oder in einer alten Wand. Von der man nicht mehr weiss, wer sie gebaut hat.",
+ "so gehört es dem Finder. Wenn z. B. das dort gefundene Geld so verrostet ist, dass es seit uralter Zeit dort gelegen haben muss.",
+ "in einer neuen Wand in der Hälfte nach aussen. In der Hälfte der Wanddicke, die an der Strasse liegt.",
+ "so gehört es dem Finder. Wenn es verrostet ist, so dass es sicherlich der Eigentümer bereits aufgegeben hat.",
+ "so gehört es dem Hausherrn. Wenn er behauptet, dass es sein Eigentum ist. Ist der Gegenstand ein Gerät, so wird angenommen, dass es von der Seite, wo der Handgriff sich befindet, hingelegt wurde.",
+ "dem Finder. Weil man nicht weiss, wem es gehört, und der Eigentümer es bereits aufgegeben hat."
+ ],
+ [
+ "so gehört es dem Finder. Nach Einigen nur, wenn kein Zeichen daran ist.",
+ "zwischen dem Kasten. Vor dem der Krämer sitzt.",
+ "zwischen dem Stuhl. Eine Art Pult, vor dem der Geldwechsler steht.",
+ "so gehört es dem Wechsler. Kauft jemand Früchte von seinem Nächsten, oder schickt sein Nächster ihm Früchte, und er findet darin Geld, so gehört es ihm (dem Finder. Dies gilt nur, wenn man von einem Händler kauft, der diese Frucht von Vielen zusammengekauft hat und nicht weiss, wem das Geld gehört; hat sie aber der Verkäufer seihst von seinem Acker gepflückt, dann gedroschen und verkauft, so muss das darin gefundene Geld ihm zurückgegeben werden.",
+ "war es eingebunden. So dass ein Zeichen daran ist."
+ ],
+ [
+ "Auch das Gewand. Diese Mischna ist eine halachische Deutung (Midrasch) des Verses Deut. 22, 3: „Und so sollst du tun seinem Gewande (לשמלתו), und so sollst du tun allen verlorenen Dingen deines Bruders (לכל אבידת אחיך) u. s. w.“ Es wird nun die Frage aufgeworfen, wozu denn das spezielle שמלה genannt wird, da es doch in dem Allgemeinen (כל אברה) mit enthalten ist.",
+ "verlorenen Dinge. Mit einbegriffen.",
+ "warum aber ist es ausgeschlossen worden. Dadurch dass es besonders erwähnt wird, ist es gleichsam aus der Gesamtheit aller andern Dinge ausgeschlossen. Das intransitive יצאת hat die Bedeutung eines Passivs des Transitivs.",
+ "dass Zeichen daran sich befinden. So dass der Eigentümer es durch Angabe der Zeichen wieder zu erlangen hofft und es nicht aufgibt.",
+ "der es fordert. Da es von Menschenhand verfertigt und nicht herrenlos ist. Nach Tosaphot ist zu erklären: So wie ein Kleid Zeichen hat und eben deswegen vom Eigentümer gefordert und nicht aufgegeben wird.",
+ "ausrufen lassen. Nicht aber etwas, was der Eigentümer vermutlich aufgegeben hat."
+ ],
+ [
+ "Bis die Nachbaren. Des Fundortes.",
+ "damit er. Der Verlierer.",
+ "drei Tage nach Hause reise. Und dort nachsehe, ob ihm etwas fehlt.",
+ "drei Tage zurückkehre und Einen Tag ausrufen lasse. Dass er jene Sache verloren (Raschi). Andere erklären: Und noch einen Tag ausrufen höre."
+ ],
+ [
+ "Nennt jemand das verlorene Ding. Obgleich der Finder bloß ausruft: „Ich habe etwas gefunden“, — und jemand kommt und nennt das Ding (z. B. einen Ring); so erhält er die Sache dennoch nicht, wenn er kein Zeichen angibt.",
+ "obgleich er dessen Zeichen angibt. Bis er Zeugen bringt, dass es ihm gehört.",
+ "bis Du erforschest Deinen Bruder. Das Wort אחיך, das nach der einfachen Auslegung Subjekt des Satzes ist, wird in der Midrasch-Erklärung als Objekt gefasst.",
+ "Jedes Ding. Das man gefunden.",
+ "das arbeitet und isst. Das durch Arbeiten so viel verdient, als es verzehrt, z. B. ein Ochs oder ein Esel.",
+ "soll arbeiten und essen. Der Finder soll es nicht verkaufen, da jeder lieber sein altes Vieh, dass er bereits kennt, zurücknehmen will. Es wird in einer Baraita im Talmud genauer bestimmt, wie lange der Finder verpflichtet ist, das Vieh bei sich zu behalten.",
+ "das nicht arbeitet. Das nicht so viel verdient, als es verzehrt.",
+ "wie du es ihm zurückgeben kannst. Es würde in letzterem Falle so viel verzehren, als es wert ist, und der Eigentümer würde nichts zurück erhalten.",
+ "Was soll mit dem Gelde. Mit dem beim Verkaufe erlösten.",
+ "dafür zu haften. Obgleich er das Geld nicht benutzt hat, muss er dennoch dafür haften, weil er es benutzen durfte."
+ ],
+ [
+ "so lese er darin einmal in dreissig Tagen. Damit sie nicht verschimmeln, wenn sie lange Zeit nicht geöffnet werden.",
+ "rollen. Vom Anfang bis zum Ende und zwar einmal in 30 Tagen. Die Bücher der damaligen Zeit hatten die Form von Rollen.",
+ "Doch darf er nicht darin etwas zum ersten Male lernen. Er könnte zu lange an einer Stelle lernen und das Buch beschädigen.",
+ "und es darf kein anderer mit ihm lesen. Weil es der Eine hin, der andere herziehen würde.",
+ "wenn es für sie nötig ist. Um sie zu lüften.",
+ "Ehre wegen. Um damit zu prunken.",
+ "goldene oder gläserne Geräte. Die keinen Schaden leiden, wenn sie unbenutzt liegen.",
+ "bis Elijahu kommt. Und sagt, wer der Eigentümer ist, dem man sie zurückgeben kann.",
+ "die er gewöhnlich nicht trägt. Weil es gegen seine Würde ist.",
+ "so braucht er sie nicht aufzunehmen. Um sie dem Eigentümer zurückzugeben; er kann sie liegen lassen."
+ ],
+ [
+ "Was heisst eine verlorene Sache. Wobei vorauszusetzen ist, der Eigentümer wisse nicht, dass seine Sache sich an diesem Orte befindet.",
+ "Findet man einen Esel oder eine Kuh auf dem Wege weiden. Am Tage.",
+ "so ist dies keine verlorene Sache. Und man ist nicht verpflichtet, sie nach Hause zu führen.",
+ "die zwischen den Weinbergen läuft. Wobei sie sich an den Füssen beschädigen kann.",
+ "zurückbringen sollst du sie. Die Verbindung des Infinitivs mit dem verbum finitum wird vom Midrasch so gedeutet, dass die Handlung wiederholt geschehen müsse.",
+ "Hatte er (dabei) Versäumnis um einen Sela, so kann er nicht zu ihm sagen: „Gib mir einen Sela. Da er für den Sela schwer arbeiten hätte müssen.",
+ "der müßig geht. Wie viel man einem Arbeiter, der durch schwere Arbeit in einer Stunde einen Sela verdient, zahlen müsste, damit er diese Stunde müßig gehe und nur die leichte Arbeit, die Zurückgabe des Fundes, besorge.",
+ "Wenn dort ein Gericht. Ein Collegium von drei Männern.",
+ "ausbedingen. Dass er die volle Entschädigung seiner Versäumnis erhalte.",
+ "Dann geht das Seinige. Sein Erwerb.",
+ "vor. Er braucht das Verlorene nicht aufzuheben."
+ ],
+ [
+ "in einem Stalle. Der nicht verschlossen ist, wo es zwar nicht gehütet ist, aber auch nicht verloren geht.",
+ "so ist man seinetwegen nicht verpflichtet. Es zurückzuführen.",
+ "im öffentlichen Gebiete. Wo es verloren gehen kann.",
+ "so darf er. Wenn er ein Priester oder Nasiräer ist.",
+ "sich seinetwegen nicht verunreinigen. Da ein Priester oder Nasiräer mit der Verunreinigung ein Ge- und Verbot übertritt: „Heilig sollen sie sein!“ (Lev. 21, 6). — „Er soll an einer Leiche sich nicht verunreinigen!“ (das. 21, 1); desgleichen beim Nasiräer, vgl. Num. 6, 6; 8. Obgleich nun Betreffs der Zurückgabe des Verlorenen ebenfalls ein Ge- und Verbot vorgeschrieben ist: „Gib es zurück!“ — „Du kannst dich nicht entziehen!“ (Deut. 22, 2; 3); so können diese doch nicht die obigen Ge- und Verbote verdrängen.",
+ "Verunreinige dich. Obschon in diesem Falle noch das Gebot der Ehrfurcht vor dem Vater (Lev. 19, 3) hinzutritt.",
+ "nicht zurück. In einem Falle, wo man verpflichtet ist, es zurückzugeben.",
+ "so darf er ihm nicht gehorchen. Weil man auch den Eltern nicht gehorchen darf, wenn sie etwas Sündhaftes gebieten.",
+ "abgeladen. Dem Viehe, dass er unter seiner Last liegend gesehen.",
+ "abladen sollst du. S. oben Note 73.",
+ "Mit ihm. D. h. der Eigentümer muss mithelfen.",
+ "so ist man verpflichtet. Abzuladen; ebenso wenn der Eigentümer nicht anwesend ist.",
+ "abzuladen. Unentgeltlich.",
+ "nicht aber aufzuladen. Dazu ist man nur gegen Lohn verpflichtet.",
+ "Auch aufzuladen. Ist man unentgeltlich verpflichtet.",
+ "Unter seiner Last. Wo das Suffix וֹ überflüssig ist."
+ ],
+ [
+ "so geht sein Verlorenes. Der Talmud bemerkt, dass dies bloß von Rechtswegen gilt, da der Mensch berechtigt ist, vor allem sich selbst vor Armut zu bewahren; doch soll der Fromme über diesen Rechtsstandpunkt hinausgehen und nicht stets zuerst für sich selbst sorgen.",
+ "das Verlorene seines Vaters und das Verlorene seines Lehrers. Als sein Lehrer gilt in dieser Hinsicht nur derjenige, dem er den grössten Teil seiner Weisheit zu verdanken hat.",
+ "Ist aber sein Vater ein Weiser. In den Mischna-Ausgaben befindet sich noch anstatt חכם als נ״א (= נוסחא אחריתא, andere Lesart): שקול כנגד רבו, seinem Lehrer gleichwiegend. Diese Lesart befindet sich auch im Jerusch. und in einigen Talmud-Handschriften.",
+ "die des Lehrers ab. מניח eig. er lege hin.",
+ "Ist aber sein Vater ein Weiser. Wenn er auch nicht so gross ist, wie sein Lehrer. Anstatt חכם liest Jerusch. תלמיד חכם, ein Weisenjünger."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Gibt jemand seinem Nächsten. Einem unentgeltlichen Hüter (שומר חנם). Über die 4 verschiedenen Hüter und deren Bestimmungen s. weiter VII, 8.",
+ "Vieh oder Geräte. Nach den Vorschriften in Exod. 22, 6 f. einerseits und 22, 9 ff. andererseits könnte man glauben, das Thora-Gesetz unterscheide zwischen dem Verwahrer von Geräten und dem Hüter von Vieh; die Tradition dagegen lehrt, dass die Thora einen solchen Unterschied nicht macht, sondern nur zwischen einem unentgeltlichen Hüter (von dem 22, 6 f. spricht) und einem Lohn-Hüter (davon handelt 22, 9 ff.) unterscheiden will.",
+ "und diese werden gestohlen oder gehen verloren. Die folgenden Bestimmungen berücksichtigen nur den Fall des Diebstahls, wobei der Hüter durch seine Zahlung gewinnen kann. Beim Verluste kann auch ein Gewinn für ihn herauskommen, wenn das Verwahrgut später gefunden und inzwischen teurer geworden ist.",
+ "und will nicht schwören. Er müsste schwören: 1) Dass er es nicht nachlässig gehütet, 2) dass er nicht die Hand danach ausgestreckt hat (s. weiter M. 12), 3) dass es nicht in seinem Bereiche sich befindet.",
+ "während man doch gesagt hat. Die Weisen haben dies als Tradition gelehrt, s. Note 2.",
+ "Ein unentgeltlicher Hüter schwört und ist frei. ויוצא eig. er geht hinaus (aus seiner Verpflichtung).",
+ "vier- oder fünffachen Ersatz. S. B. kama VII, 1.",
+ "bei dem das Verwahrgut gewesen ist. Da angenommen wird, der Verwahrer habe ihm das Gut von vornherein für die Eventualität, dass es abhanden käme und er es bezahlen wollte, als Eigentum überlassen. Diese Bestimmung gilt auch bei einem Lohn-Hüter. Es ist auch nicht nötig, dass der Hüter tatsächlich bezahlt hat, sondern nur, dass er vor Gericht erklärt hat, bezahlen zu wollen."
+ ],
+ [
+ "Mietet jemand eine Kuh von seinem Nächsten und leiht sie einem andern. Nach der recipirten Ansicht muss es ihm der Eigentümer gestattet haben, sie für die Mietszeit nach Belieben zu verleihen.",
+ "und sie stirbt auf gewöhnliche Weise. Nicht durch seine Schuld",
+ "so schwöre der Mieter. Dem Vermieter.",
+ "dass sie auf gewöhnliche Weise gestorben ist. Dann ist er frei, s. weiter VII, 8.",
+ "und der Entleiher. Der auch bei Unfällen (אונסין) zur Zahlung verpflichtet ist.",
+ "es muss vielmehr die Kuh. D. h. der Wert derselben."
+ ],
+ [
+ "Sagt jemand zu Zweien. Ohne dass sie ihm etwas abfordern.",
+ "wem von euch. Und die Beiden wissen es auch nicht.",
+ "es war. Und die Beiden wissen es auch nicht.",
+ "da er es von selbst bekennt. D. h. er will durch sein Bekenntnis, ohne dazu aufgefordert zu sein, seiner Pflicht vor Gott genügen. Von Rechtswegen aber müsste er nur beiden zusammen eine Mine geben, und sie teilen sich darin."
+ ],
+ [
+ "von denen der Eine eine Mine. 100 Sus.",
+ "und der Andere zweihundert Sus einem Dritten in Verwahrung gegeben hatten. Beide hatten das Geld zu gleicher Zeit, Einer in Gegenwart des andern, deponiert, so dass der Depositär Grund hatte anzunehmen, die Deponenten hegen gegen einander kein Misstrauen, und deshalb nicht genau zu beobachten brauchte, wer 100 und wer 200 Sus gibt. Nach Alfasi und Maimonides gilt die Bestimmung der Mischna nur dann, wenn Beide die 300 Sus in einem Bündel deponiert hatten. Andernfalls muss der Depositär jedem von ihnen 200 Sus geben, da er es wissen müsste, wieviel er von jedem erhalten.",
+ "und der Rest bleibe liegen. Beim Depositär; nach einigen: beim Gericht.",
+ "bis Elijahu kommt. Bis Elijahu den Zweifel entscheidet, oder bis der Betrüger die Wahrheit eingesteht, oder bis sie sich einigen.",
+ "was verlöre der Betrüger. Der Betrüger würde nie die Wahrheit eingestehen, da er nichts verliert."
+ ],
+ [
+ "Ebenso ist es bei zwei Geräten. Es gilt hier dieselbe Bestimmung, obwohl man das grössere Gerät erst verkaufen oder zerbrechen muss, um den Wert des geringem davon abzugeben, wodurch doch der Eigentümer des grossen jedenfalls einen Schaden erleidet."
+ ],
+ [
+ "selbst wenn sie zu Verlust kommen. Durch Mäuse oder Fäulnis. Statt אבודין liest Jerusch. אובדין. Indes steht das Part. pass. אבוד sehr oft statt אובד.",
+ "sie nicht berühren. Um sie zu verkaufen, weil Jedem das Seinige, um das er sich abgemüht hat, lieber ist als Anderes. Doch gilt diese Bestimmung nur, wenn das Manco nicht das gewöhnliche in der folgenden Mischna angegebene Maass überschreitet; ist dies aber der Fall, so hat der Verwahrer die Pflicht, den Deponenten davon in Kenntnis zu setzen, oder, falls dieser abwesend ist, die Früchte gerichtlich zu verkaufen.",
+ "gleichsam dem Eigentümer Verlorenes zurückbringt. Jerusch. liest הָשֵכ st. כמשיב."
+ ],
+ [
+ "so darf dieser. Wenn er sie mit seinen eigenen nicht gemessenen Früchten vermischt hat.",
+ "ihm den Abgang. Was gewöhnlich im Jahre durch Mäuse oder Fäulnis verloren geht.",
+ "und zwar bei Weizen und Reis neun halbe Kab vom Kor. Ein Kor hat 30 Seah, ein Seah 6 Kab; das Manco beträgt also 2½ Prozent.",
+ "bei Gerste und Hirse neun Kab vom Kor. Also 5 Prozent.",
+ "bei Spelt und Leinsamen drei Seah vom Kor. 10 Prozent.",
+ "Alles nach Verhältnis des Maasses. Z. B. von 5 Kor kann er das Fünffache des oben angegebenen Maasses abrechnen.",
+ "Alles nach Verhältnis der Zeit. Er kann z. B. im zweiten Jahre vom Reste wieder das Manco abrechnen. Hat er z. B. 1600 Kor Weizen verwahrt, so zieht er für das erste Jahr 40 Kor ab, für das zweite Jahr aber von den noch verbliebenen 1560 Kor 39 Kor, von dem Reste von 1521 Kor gehen wieder im dritten Jahre 38¹⁄₄₀ Kor ab, und so fort.",
+ "Was kümmert’s denn. אִכְפַּת להן es kümmert sie, von אכף zwingen, syr. beunruhigen.",
+ "Er darf vielmehr nur von Einem Kor ihm den Abgang abrechnen. Wenn er auch 10 Kor verwahrt, darf er nicht mehr jährlich abziehen, als von Einem Kor.",
+ "Wenn es ein grosses Maass. Von 10 Kor und darüber.",
+ "weil sie. Die Früchte.",
+ "mehr sind. Indem bei einer grossen Quantität nicht so genau gemessen und das Maass nicht so genau abgestrichen wird. So erklärt ראב״ד nach einem Ausspruch des R. Jochanan im Talmud. Jedoch in der Tosefta heisst es: R. Jehuda sagt: Es soll kein Abgang gerechnet werden, wenn der Deponent das Getreide aus seiner Tenne zugemessen hat. Hiernach wäre unter מדה מדובה der Mischna das Tennenmaass zu verstehen. Doch sagt der Talmud (40a): Es kann die Tosefta nicht meinen, er habe das grössere Tennenmaass deponiert und das kleinere Hausmaass dafür erhalten, da doch Niemand so einfältig ist, ein grösseres Maass zu geben, um ein kleineres zurückzunehmen; es sei hier vielmehr davon die Rede, dass er ihm das Getreide zu der Zeit, da es getrocknet in die Tenne kam, in Verwahrung gegeben und es während der nassen Jahreszeit, wo die Frucht aufquillt, zurückerhalten hat. Auch hiernach könnte das מדה מרובה der Mischna als das Maass der trockenen Jahreszeit (der „Tennenzeit“) erklärt werden. Indessen haben Raschi und Andere die Tosefta-Erklärung mit dem Ausspruche des R. Jochanan (wonach מרובה מדה 10 Kor ist) combinirt. Nach Raschi sagt R. Jehuda: Wenn er mindestens 10 Kor während der trockenen Jahreszeit deponiert und während der Winterszeit dasselbe Maass zurückerhält, so darf ihm nichts abgerechnet werden, weil die Frucht durch Aufquellen gerade so viel zunimmt, als das Manco beträgt. Warum aber gilt diese Bestimmung nicht auch bei einer Quantität unter 10 Kor? Darauf lässt sich antworten, R. Jehuda folge der Ansicht des R. Jochanan ben Nuri, wonach nicht nach Verhältniss des Maases, sondern das gleiche Manco für alle Quantitäten gerechnet wird. Dieses fest bestimmte Manco wird nun nach R. Jehuda erst bei 10 Kor durch das Aufquellen der Frucht ausgeglichen."
+ ],
+ [
+ "Er darf ihm. In dem oben Note 27 angegebenen Falle.",
+ "ein Sechstel. So viel beträgt der Abgang durch die Absorption der Krüge und die Hefen.",
+ "Ein Fünftel. In dem Orte des R. Jehuda hatte man Krüge, die mehr absorbierten.",
+ "Einsaugung. Was die Krüge absorbieren.",
+ "Auch wenn Einer das ganze Jahr hindurch seinem Nächsten geläutertes Öl verkauft. D. h. er liefert ihm geläutertes Öl, obgleich er ihm nur einfaches Öl (ohne nähere Bestimmung) verkauft hat.",
+ "so muss dieser anderthalb Log Hefen beim Hundert übernehmen. Er muss sich 1½ Log vom Hundert wegen der Hefen abziehen lassen."
+ ],
+ [
+ "und es zerbricht. Durch einen Unfall (אונס).",
+ "Gebrauche. Er hat es z. B. benutzt, um darauf hinaufzusteigen und vom Taubenschlage Tauben herabzuholen.",
+ "schuldig. Es zu ersetzen, weil er es ohne Wissen des Eigentümers zur Benutzung entlehnt hat. Dies wird wie ein Raub betrachtet, und ein Räuber muss das Geraubte, selbst wenn es verunglückt ist, ersetzen.",
+ "falls es für das Fass nötig war. Es war z. B. am ersten Platze gefährdet.",
+ "nachdem er es hingelegt hat. An einen Ort, wo es wohl verwahrt ist.",
+ "wenn er es brauchte. Wiewohl er in diesem Falle als Räuber betrachtet wird, so hört doch seine Verantwortlichkeit auf, nachdem er dass Fass wieder hingelegt und somit den Raub zurückerstattet hat. Diese Entscheidung gilt nur nach der Ansicht des R. Ismael, wonach ein Räuber bei der Zurückerstattung des Raubes nicht den Eigentümer davon in Kenntnis setzen muss. Dagegen meint R. Akiba, der Räuber werde durch die Zurückerstattung, ohne dass der Eigentümer davon weiss, nicht der Verantwortlichkeit enthoben (vgl. auch B. kama X, 8).",
+ "Bestimmt dagegen der Eigentümer dafür einen Platz. Er sagt zum Hüter: „Leihe mir diese Ecke, um das Fass hinzulegen.“",
+ "nachdem er es hingelegt hat. An einen andern, nicht vom Eigentümer bestimmten Platz. Hätte er es aber an den vom Eigentümer entlehnten Platz zurückgelegt, so wäre er nach der von der Mischna akzeptierten Ansicht R. Ismaels (oben Note 50) frei. — So erklärt im Talmud Rab Scheschet unsere Mischna. R. Jochanan dagegen meint, das משהניחה im letzten Rechtssatze der Mischna bedeute: „nachdem er es wieder an seinen Platz zurückgelegt hatte.“ Wenn nun hier dennoch entschieden wird: לצורכו חייב (er ist ersatzpflichtig, wenn er es für seinen Gebrauch benutzt hat), so ist dies die Ansicht von R. Akiba (Note 50), dass ihn die ohne Wissen des Eigentümers erfolgte Rückerstattung nicht der Verantwortlichkeit enthebt. Der Anfang unseres Satzes: יחדו לה הבעלים מקום ist demnach nicht conditionell, sondern concessiv zu fassen. Es heisst: Obschon der Eigentümer einen Platz dafür bestimmt hat und die Zurückstellung an diesen Platz als eine Rückerstattung betrachtet werden könnte; so ist er dennoch ersatzpflichtig, weil die Zurückgabe ohne Wissen des Eigentümers erfolgt ist. Dies ist die Ansicht des R. Akiba. Dagegen spricht der erste Rechtssatz der Mischna die Ansicht des R. Ismael aus, wonach die Rückerstattung eines Raubes auch ohne Wissen des Eigentümers erfolgen kann. Auch hier sind dann die Worte ולא יחדו לה הבעלים מקום concessiv zu fassen, und die Mischna lehrt: Obschon der Eigentümer keinen Platz für die Sache bestimmt hat, so kann dennoch die Zurückstellung ohne Wissen des Eigentümers den Hüter der Verantwortlichkeit entheben. Dies ist die Ansicht des R. Ismael. — Nach dieser von R. Jochanan gegebenen Erklärung, sind also in den zwei Rechtssätzen unserer Mischna zwei dissentirende Ansichten enthalten. Der erste Satz enthält die Ansicht des R. Ismael, der zweite die des R. Akiba."
+ ],
+ [
+ "und dieser bindet es ein und lässt es. הפשילם (vom arab. فشل schwach, träge sein, zurückbleiben) er liess es herabhängen, er schleppte es nach.",
+ "an seinem Rücken herabhängen. Geld soll auf der Reise in der Hand getragen werden, zu Hause soll man es vergraben.",
+ "die noch unmündig sind. Wären die Kinder grossjährig, so wäre anzunehmen, der Deponent habe nichts dagegen, dass der Verwahrer die Sache seinen Kindern anvertraue.",
+ "und verschliesst vor ihnen. Den Kindern (Raschi 36a). Er hätte die Türe gut verschliessen sollen, damit die Kinder nicht mit dem Gelde hinauslaufen und es verlieren. Alfasi liest: או נעל בפניהן; es ist dann ein neuer Fall, und בפניהן bezieht sich auf מעות (oder er hat das Geld nicht gehörig verschlossen).",
+ "so ist er schuldig. Zu ersetzen, wenn es abhanden kommt.",
+ "weil er nicht nach der Hüter Weise gehütet hat. Es ist eine Fahrlässigkeit (פשיעה)."
+ ],
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+ "wenn es eingebunden. Und versiegelt, oder mit einem ungewöhnlichen Knoten versehen ist.",
+ "dafür zu haften. Da er ein unentgeltlicher Hüter ist",
+ "Ist es aber offen. Eig.: aufgebunden.",
+ "dafür zu haften. Auch wenn er sich dessen nicht bedient hat, s. oben II, Note 58. Hat er das Geld benutzt, dann ist es bei ihm ein Darlehen, und er ist auch bei einem Unglücksfalle (אונס) Ersatz schuldig.",
+ "bei einem Hausherrn. Der keine Geldgeschäfte macht."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand nach einem Verwahrgute. Das ihm anvertraut wurde.",
+ "die Hand ausgestreckt hat. Er hat es aufgehoben zu einer Benutzung, die es beschädigen würde. Wiewohl er es in Wirklichkeit nicht benutzt hat, so ist er dennoch für jeden Schaden verantwortlich, nachdem er es zum Zwecke der Abnutzung aufgehoben hat. Hob er es zu einer unschädlichen Benutzung empor, so wird er erst bei der wirklichen Benutzung verantwortlich, s. oben Note 47.",
+ "bestraft. Eig.: er wird geschlagen: über לקה vgl. Erubin X Note 81.",
+ "was es abgenommen. Indem er, wenn es abgenommen, den Wert zahlen muss, den es früher während der Veruntreuung gehabt hat.",
+ "was es zugenommen hat. Hat es nach der Veruntreuung an Wert zugenommen, so muss er es in dem jetzigen Zustande zurückgeben. Nach dem Talmud handelt die Mischna hier nicht von dem Falle, dass der Gegenstand im Preise gestiegen oder gefallen ist, sondern davon, dass z. B. einem Schafe die Wolle abgeschoren (הסר) oder dass dasselbe trächtig geworden ist (יתר).",
+ "wie es zur Zeit der Entwendung. Eig.: des Herausbringens, da er es durch die Veruntreuung aus dem Besitze des Eigentümers genommen und sich angeeignet hat",
+ "Wie es zur Zeit der Forderung. Vor Gericht.",
+ "Wer sich vornimmt. Und den Vorsatz vor Zeugen ausspricht.",
+ "schuldig. Denn es heisst (Exod. 22, 8): „Wegen jedes Wortes der Veruntreuung.“ (דבר wird vom Midrasch als „Wort“ gedeutet).",
+ "Dass er nicht seine Hand ausgestreckt hat nach dem Gute seines Nächsten. Das דבר פשע lehrt nach Bet-Hillel, dass er auch schuldig ist, wenn er zu seinem Knechte gesagt, er solle das Deposit veruntreuen, und dieser den Befehl ausgeführt hat, wiewohl sonst bei einer Sünde der Beauftragende nicht schuldig ist, s. B. kama VI, Note 20.",
+ "Auf welche Weise. Die Frage bezieht sich auf den Terminus שלח יד. Auf welche Weise wird er durch das „Ausstrecken der Hand“ schuldig? In einigen Codd fehlt das Wort כיצד.",
+ "Neigte er das Fass. Ohne es aufzuheben.",
+ "und es zerbrach. Später, wenn auch durch einen Unglücksfall.",
+ "Log. Denn שליחות יד heisst es nur, wenn er es zum Zwecke der Abnutzung aufgehoben und dadurch sich angeeignet hat.",
+ "Hob er aber das Fass empor und nahm daraus. Es ist nicht nötig, dass er wirklich nehme, sondern schon das Aufheben mit der Absicht zu nehmen, macht ihn verantwortlich, s. oben Note 65. Anstatt ונטל müsste es eigentlich ליטול heissen; ונטל steht nur hier, weil dies im vorigen Satze steht."
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+ "Das Gold erwirbt das Silber. Die Erklärung dieses Satzes gibt die Tosephta mit folgenden Worten: „Hat jemand seinem Nächsten einen Gold-Denar gegeben, um dafür 25 Silber-Denare wieder zu erhalten, so hat er (dadurch, dass Jener den Gold-Denar an sich gezogen) die 25 Silber-Denare erworben, wo immer sie sein mögen.“ Der Satz würde also vollständig lauten: Durch die Hingabe des Goldgeldes erwirbt man das dafür zu erhaltende Silbergeld, obgleich dieses noch im Besitze des andern sich befindet.",
+ "erwirbt aber nicht das Gold. Erklärung der Tos.: „Hat jemand seinem Nächsten 25 Silber-Denare gegeben, um dafür einen Gold-Denar wieder zu erhalten, so hat er diesen nicht eher erworben, bis er ihn an sich gezogen.“ Also: Durch die Hingabe des Silbergeldes erwirbt man das dafür zu erhaltende Goldgeld nicht, solange man es nicht faktisch in seinen Besitzkreis gezogen hat. — Diese Sätze beruhen auf der Rechtsnorm, dass ein Kaufgeschäft, bei dem Ware für Geld gekauft wird, mit dem Empfange des Geldes durch den Verkäufer nicht als abgeschlossen gilt, wohl aber mit der Hinnahme der Ware durch den Käufer (משיכה), vgl. die folgende Mischna Wechselt man nun Goldgeld um Silbergeld aus, so ist das Silber als Geld, das Gold aber als Ware zu betrachten, weil ersteres die gangbare Münze (חריף) ist. Die Mischna des Jerusch. hat umgekehrt: הכסף קונה את הזהב הזהב אינו קונה את הכסף, und so hat, wie beide Talmude berichten, Rabbi in seiner Jugend gelehrt, indem er dem Silber gegenüber das Gold als Geld erklärte, weil dies wertvoller ist.",
+ "das Kupfer. Kupfermünze.",
+ "erwirbt das Silber. Silbermünze.",
+ "das Silber erwirbt aber nicht das Kupfer. Die Kupfermünze gilt als Ware, die Silbermünze als Geld.",
+ "Das schlechte Geld. Das ausser Kurs gesetzt ist und daher nur als Ware gilt.",
+ "Die ungeprägte Münze. אסימון = ἄσημον.",
+ "die geprägte aber erwirbt nicht die ungeprägte; bewegliche Güter erwerben das Geld, das Geld aber erwirbt nicht die beweglichen Güter. (Dies ist die Regel. זה הכלל fehlt in manchen Codd.",
+ "Alle beweglichen Güter erwerben einander. Tauscht man Mobilien gegen andere Mobilien, so hat man durch die Hingabe des einen Objekts das dafür Eingetauschte erworben, obgleich es noch im Besitze des Andern sich befindet, vgl. Kidduschin I,"
+ ],
+ [
+ "Auf welche Weise. Diese Frage bezieht sich auf alle Sätze der vorigen Mischna: In welcher Weise ist das קונה und אינו קונה zu verstehen?",
+ "die Früchte. D. i. die Ware, also im ersten Satze das Gold.",
+ "fortgezogen. Das Fortziehen des gekauften Gegenstandes (משיכה) ist eine der Formen, durch welche man Mobilien sich aneignen kann. Die besonderen Bestimmungen der משיכה sind je nach den Gegenständen verschieden; immer aber muss der zu erwerbende Gegenstand von dem Orte, wo er sieh befindet, ganz oder teilweise fortgeschafft werden (vgl. Kidduschin I, 4 und B. batra V, 7).",
+ "zurücktreten. Nach R. Jochanan erwirbt man, dem Thoragesetz zufolge, die Mobilien durch Geld. Die Rabbinen haben jedoch משיכה angeordnet, damit der Verkäufer, der etwa Geld für Weizen empfangen hat, bei einem in seinem Hause ausbrechenden Brande nicht den Weizen auf dem Schüttboden verbrennen lasse, sondern sich bemühe, die verkaufte Ware zu retten. Nach R. Simon ben Lakisch dagegen ist es eine Vorschrift der Thora, dass man Mobilien nicht durch Geld, sondern nur durch משיכה erwerben solle.",
+ "Wer die Männer des Zeitalters der Sintflut und des Zeitalters der Teilung. Der Sprachenverwirrung und Teilung der Menschen (Gen. 10, 25). Die Baraita fügt hier hinzu: ומאנשי סדום ועמורה וממצרים בים (die Männer von Sedom und Amora und die Ägypter am Meere).",
+ "bestraft hat. פרע lösen, bezahlen (solvere), daher auch: vergelten, strafen. Auffallend ist die Construction פרע mit מ׳, während sonst nur das Passiv (נפרע) mit מ׳ steht. R. Lipmann Heller meint, bei Gott stehe deshalb nicht נפרע, weil er keinen Nutzen von der Strafe hat, also nicht „bezahlt wird.“ Allein es steht hier im Hauptsatze auch von Gott עתיד להפרע im Nif’al (vergl. הון עשיר).",
+ "der sein Wort nicht hält. Nach Abaje wird jeder, der nach der Bezahlung vom Kaufe abstehen will, bloß davon in Kenntnis gesetzt, dass ihn Gott wegen seines Wortbruchs bestrafen wird; nach Raba dagegen wird er vom Gerichte mit dieser Formel der Mischna verflucht.",
+ "hat die Oberhand. D. h. nachdem der Käufer das Geld bezahlt hat, ohne die Ware hingenommen zu haben, kann wohl der Verkäufer, in dessen Hand das Geld sich befindet, vom Geschäfte zurücktreten, der Käufer aber nicht."
+ ],
+ [
+ "Übervorteilung. Vgl. Levit. 25, 14. לא תונו. Aus dem Stamme יני ist das Subst. אונאה = הוניה (wie es Siphra zur Stelle und Jeruschalmi haben) gebildet worden.",
+ "beträgt vier Silberstücke. Auch Silber-Ma’ah (מעה) genannt.",
+ "die der Sela. Ein סלע hat 4 Denar (דינר), ein Denar gleich 6 Ma’ah.",
+ "ein Sechstel des Kaufwertes. Des eigentlichen Wert es der gekauften Ware. Ist also die Ware 24 Silberlinge wert und man hat sie für 28 oder 20 verkauft, so erhält der Übervorteilte 4 Silberlinge zurück. In diesem Falle, wobei der Betrag der Übervorteilung ein „Sechstel“ ausmacht, wird dieser Betrag „Ona’ah“ (אונאה) genannt; hierbei ist der Kauf gültig und muss bloß die „Ona’ah“ dem Übervorteilten zurückerstattet werden. Ist der Betrag der Übervorteilung mehr als ein „Sechstel“, dann heisst er בטול מקח (Kauf-Aufhebung), weil da der Kauf für ungültig erklärt werden kann. Ist der Betrag weniger als ein „Sechstel“, so heisst er מחילה (Verzicht), weil dabei eine Verzichtleistung von Seiten des Übervorteilten vorausgesetzt wird und nicht nur der Kauf gültig ist, sondern auch keinerlei Rückerstattung erfolgt. — Schwierig ist die Art und Weise, wie die Mischna das „Sechstel“ berechnet. Da das „Sechstel“ von dem Werte der Ware gerechnet wird, so scheint die Mischna für Verkäufer und Käufer zweierlei Maass zu haben. Der Käufer kann schon die „Ona’ah“ zurückfordern, wenn er für 28 Ma’ah einen Wert von 24 erhalten, also ein Siebentel seines Geldes verloren hat; dem Verkäufer dagegen wird erst die „Ona’ah“ zurückerstattet, wenn er ein 24 Ma’ah wertes Gut für 20 Ma’ah hingegeben, also ein Sechstel seines Gutes verloren hat. Um diese Rechts-Ungleichheit zu beseitigen, erklären R. Jochanan im Jeruschalmi und Mar Samuel im Babli in der Tat, dass nach der Mischna das „Sechstel“ nicht nur nach der Ware, sondern auch nach dem Kaufgelde (שתות מעות) zu berechnen ist. Die „Ona’ah“ ist demnach keine fest bestimmte Grösse, sondern sie liegt für den Käufer zwischen 1/₇ und ⅙ des von ihm bezahlten Preises und für den Verkäufer zwischen 1/₇ und ⅙ des Wertes der Ware. Ist der Schaden weniger als 1/₇, so muss man darauf verzichten (מחילה); ist er mehr als ⅙, so ist der Kauf ungültig (בטול מקח). Kauft jemand z. B. einen Gegenstand für 210 Sus, so heisst die Übervorteilung אונאה, wenn sie 30 bis 35 Sus beträgt (bei 30 ist es ⅙ des Warenwertes שתות מקח, bei 35 ist es ⅙ des Geldes שתות מעות). Beträgt sie weniger als 30 Sus, so heisst sie מחילה; ist deren Betrag über 35 Sus, so nennt man sie בטול מקח. — Dies ist die richtige Ansicht vieler Commentatoren, gegen Isserles im Ch. Ham. 227, 4.",
+ "Bis wann ist es gestattet. Es wird nicht einmal als Wortbruch bestraft, s. oben Note 16.",
+ "zurückgehen zu lassen. Wenn die Übervorteilung mehr als ⅙ beträgt, oder die „Ona’ah“ zurückzufordern, wenn sie ⅙ ist (Note 21).",
+ "Bis er. Der Käufer.",
+ "einem Kaufmanne oder seinem Verwandten gezeigt haben könnte. Der Verkäufer, der die Ware bereits fortgegeben und sie nicht dem Freunde zeigen kann, darf immer zurücktreten.",
+ "Tarphon lehrte zu Lud. Lydda.",
+ "ein Drittel des Kaufwertes. Genauer ¼ bis ⅓, nach Note 21.",
+ "da freuten sich die Kaufleute von Lud. Die geschäftskundig waren und teuer verkauften.",
+ "und sie kehrten zu den Worten der Weisen. Wonach die „Ona’ah“ zwar nur ein „Sechstel“, aber die Bedenkzeit kürzer ist."
+ ],
+ [
+ "Sowohl der Käufer als der Verkäufer haben das Ona’ah-Recht. Darunter versteht man alle Rechte, die oben in Note 21 angegeben sind.",
+ "Der Kaufmann. Der geschäftskundig ist und den Wert der Ware kennt.",
+ "hat die Oberhand. Dies ist bloß die Ansicht des R. Jehuda Hannasi, dagegen ist die halachische Norm, wie oben in Note 21 angegeben ist.",
+ "gib mir mein Geld. So sagt der Käufer; ebenso kann der übervorteilte Verkäufer seine Ware zurückfordern.",
+ "um was Du mich übervorteilt hast. שאוניתני statt שהוניתני, s. oben Note 18."
+ ],
+ [
+ "Wieviel darf an einem Sela. Dasselbe gilt von jeder gangbaren Münze, die durch immerwährenden Gebrauch abgerieben wird.",
+ "ohne dass damit. Wenn man denselben für voll ausgibt.",
+ "vier Issar. Gr. ἀσσάριον, lat.: as. 4 Issar dürfen nicht fehlen. Vor ארבעה איסרין ist also „האונאה“ zu ergänzen.",
+ "ein Issar beim Denar. Lat.: denarius. 1 Denar = 24 Issar. Es darf also nicht ¹⁄₂₄ fehlen.",
+ "Vier Pondion. Lat. dupondium. 1 Pondion = 2 Issar.",
+ "ein Pondion beim Denar. Also ist die „Ona’ah“ ¹⁄₁₂.",
+ "zwei Pondion beim Denar. D. i. ⅙, wie sonst die „Ona’ah“."
+ ],
+ [
+ "(ihn. Den abgeriebenen Sela.",
+ "In grossen Städten. Wo ein Banquier zu finden ist.",
+ "in Dörfern aber bis zum Vorabend des Schabbats. Da er ihn für die Bedürfnisse des Schabbats auszugeben versucht und erfährt, ob er noch gangbar ist.",
+ "Wenn er. Der ihm den defekten Sela gegeben.",
+ "soll er ihn selbst nach zwölf Monaten von ihm zurücknehmen. Es ist dies kein Rechtsgebot, sondern eine Forderung der frommen Sitte (מדת חסידות).",
+ "doch hat jener gegen ihn. Wenn er den Sela nicht zurücknehmen will.",
+ "als eine Beschwerde. Aram. תורעמתא für das hebr. תלונה, das Murren, die Beschwerde.",
+ "Man darf ihn ohne Bedenken für den zweiten Zehnt. Um denselben auszulösen, obgleich hierzu nur gangbares geprägtes Geld geeignet ist, vgl. Maaser scheni I, 2."
+ ],
+ [
+ "Übervorteilung. Die man zurückgeben muss.",
+ "ist vier Silberstücke. Bei einem Sela’, oben Mischna 3.",
+ "Forderung. Bei der ein Teilgeständniss zum Eid verpflichtet.",
+ "zwei Silberstücke und die des Geständnisses der Wert einer Peruta. Schebuot VI, 1.",
+ "Bei fünf Angelegenheiten ist der Wert einer Peruta. Es muss zum Mindesten eine Peruta (= ⅛ Issar) wert sein.",
+ "Das Objekt des Geständnisses muss eine Peruta wert sein. Schebuot VI, 1.",
+ "eine Frau kann man sich durch den Wert einer Peruta antrauen. Kidduschin I,1.",
+ "begeht eine Veruntreuung. Nach Lev. 5, 14—16.",
+ "muss ihm denselben selbst nach Medien nachführen. Baba kama IX, 5."
+ ],
+ [
+ "In fünf Fällen ist man zur Zugabe eines Fünftels. Ausser der Kapitalzahlung (קרן).",
+ "Wer Hebe. Terumot VI, 1.",
+ "Zehnt-Hebe. Der Zehnt vom Zehnten.",
+ "Zehnt-Hebe vom Zweifelhaften. Nach Demai I, 2 braucht man bei דמאי, das nur rabbinisch verboten ist, kein Fünftel zuzugeben. Unsere Mischna folgt der Ansicht des B. Meïr, wonach die Rabbinen ihren Geboten die Kraft der Thoragebote gegeben haben. Über דמאי vgl. Magazin f. d. W. d. J. Jhrg. 1893 S. 145.",
+ "Teig-Hebe. Challah I, 9.",
+ "oder Erstlinge. Bikkurim II, 1.",
+ "muss ein Fünftel zugeben. Alles bisher Aufgezählte wird als Ein Fall gerechnet, da Alles den Namen Teruma hat, vgl. Orlah II, 1.",
+ "Wer die Früchte seiner vierjährigen Bäume. Maaser scheni V, 1.",
+ "oder seinen. Nicht aber eines Anderen, Maaser scheni IV, 3; V, 5.",
+ "Wer sein Geheiligtes. Nicht das eines Anderen, Lev. 27, 19.",
+ "muss ein Fünftel zugeben. Nach Lev. 5, 16.",
+ "muss ein Fünftel zugeben. Baba kama IX, 7."
+ ],
+ [
+ "Grundstücken und geheiligten Dingen. Dies alles wird aus Lev. 25, 14 deduziert, wie es die Baraita im Talmud (56b) lehrt: Es heisst: „So ihr verkaufet eine Ware deinem Nächsten oder kaufet aus der Hand deines Nächsten“, das spricht von einer Sache, die von Hand zu Hand gekauft wird; ausgeschlossen sind Grundstücke, die nicht beweglich sind; ausgeschlossen sind ferner Sklaven, da sie mit den Grundstücken verglichen werden (denn es heisst im Lev. 25, 46: „Vererbet sie euren Kindern als Besitzung“); ausgeschlossen sind endlich Schuldscheine, die nicht an und für sich einen Wert haben, sondern nur als Dokumente gebraucht werden. Geheiligte Dinge sind wieder ausgeschlossen durch die Worte: „übervorteilet nicht Jeder seinen Bruder“; das Heiligtum aber ist nicht unter „Bruder“ einbegriffen.",
+ "Bei diesen findet kein Doppel-Ersatz. Wenn sie gestohlen werden.",
+ "und nicht Ersatz des Vier- oder Fünffachen. Wenn geheiligte Tiere gestohlen und dann geschlachtet oder verkauft werden.",
+ "statt. Die Deduktion aus der Schrift lautet im Talmud : Es heisst (Exod. 22, 8) : „wegen jeder Schuld-Sache“, dies ist ein Kollektivbegriff (כלל); „wegen eines Ochsen, Esels, Lammes und Kleides“, dies ist ein Teilbegriff (פרט); „wegen jedes Verlustes“, dies ist wieder ein Kollektivbegriff. In einem Satzgefüge, wo einem Kollektivbegriffe ein Teilbegriff und diesem wieder ein Kollektivbegriff folgt, hat der Teilbegriff exemplifikatorische Bedeutung, und die daselbst gegebene Vorschrift gilt nur für das, was dem Teilbegriff ähnlich ist (כלל ופרט וכלל אי אתה דן אלא כעין הפרט). Die Vorschrift des Doppelersatzes gilt demnach nur für solche Gegenstände, welche wie die im פרט genannten Objekte beweglich sind und an und für sich einen Wert besitzen, und es sind Grundstücke, Sklaven und Dokumente ausgeschlossen, vgl. Note 70. Das Heiligtum ist wieder durch das Wort לרעהו (seinem Nächsten) ausgeschlossen.",
+ "Der unbezahlte Hüter braucht ihretwegen nicht zu schwören. Auch diese Lehre wird durch obige hermeneutische Regel: כלל ופרט וכלל וכו׳ deduziert, und zwar aus Exod. 22, 6. Dabei gelten die Worte: „wenn jemand seinem Nächsten gibt“ als כלל, Geld oder Geräte“ als פרט und „zu hüten“ als zweiter כלל. Heiligtümer schliesst wieder das Wort רעהו aus,",
+ "und der Lohn-Hüter braucht nicht zu bezahlen. Folgt nach demselben Kanon aus Exod. 22, 9, wo nach der Tradition vom Lohnhüter die Rede ist, s. oben III, 1, Note 2.",
+ "für welche der Eigentümer zu haften verpflichtet ist. S. Baba kama VII, 4, Note 23 u. 25.",
+ "für welche jener nicht haften muss. S. Baba kama VII, 4, Note 23 u. 25.",
+ "Auch wenn jemand eine Gesetzrolle. Da diese einen unschätzbaren Wert besitzt.",
+ "Vieh. Diese Gegenstände bezahlt man mitunter über ihren Wert, um ein gleiches Paar zu erlangen.",
+ "oder Perlen. Diese Gegenstände bezahlt man mitunter über ihren Wert, um ein gleiches Paar zu erlangen.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "Man hat es nur bei jenen (Dingen. Sklaven, Schuldscheine, Grundstücke und Geheiligtes."
+ ],
+ [
+ "in Worten. Denn es heisst (Lev. 25, 17): „Kränket Niemand seinen Nächsten und fürchte dich vor deinem Gotte!“; hier ist die Kränkung durch Worte verboten, deren Böswilligkeit nur Gott erkennt, der ins Herz sieht.",
+ "Wenn jemand ein Bussfertiger. Eig.: ein Mann der Rückkehr, ein reuiger Sünder."
+ ],
+ [
+ "Man darf nicht Früchte unter Früchte. Schlechte Früchte unter gute, um alle für gute zu verkaufen.",
+ "geschweige denn neue unter alte. Da die alten Körner trocken sind und mehr Mehl geben.",
+ "Jedoch. באמת für das aram. בקושטא, womit die Targg. das hebr. אמנם und אכן übersetzen. Doch bemerken die Talmude, dass באמת אמרו stets bei einer zuverlässigen Halacha steht, vgl. Schabbat I, 3.",
+ "starken unter schwachen. רך eig.: zart, milde.",
+ "Man darf nicht Weinhefen. Von einem andern Fasse.",
+ "doch darf man ihm seine Hefen. Von demselben Fasse, das man verkauft.",
+ "darf er ihn nicht im Laden. In kleinen Quantitäten.",
+ "aber nicht einem Händler. Im Ganzen.",
+ "darf man es tun. Nach dem Talmud nur während der Kelterzeit."
+ ],
+ [
+ "Ein Kaufmann darf von fünf Tennen. Dreschtennen, wo das Getreide gedroschen wird.",
+ "und in eine Tonne. פיטום, gr. πίϑος, Weinfass.",
+ "nur darf er nicht die Absicht haben zu mischen. Schlechte Ware unter gute, während die von ihm Kaufenden meinen, er verkaufe lauter gute.",
+ "Er soll auch nicht den Preis verderben. Weil er dadurch den andern Kaufleuten die Nahrung wegnimmt.",
+ "Es sei seiner zum Guten gedacht. Er verdient Anerkennung dafür, dass er billig verkauft.",
+ "Man darf die Graupen. גריסין, von גרס zerstossen, gewöhnlich: zerteilte Bohnen.",
+ "nicht lesen. Von ברר aussondern.",
+ "weil er nur das Auge täuscht. Man könnte meinen, es sei ganz ausgelesen.",
+ "nicht aufputzen. מפרכסין nach Jerusch. מפרקסין, Denom. von פיקס mit eingeschobenem ר׳; gr. φῦϰος, fucus, Schminke, rote Farbe.",
+ "weder Menschen. Sklaven.",
+ "noch Geräte. Um sie für neue zu verkaufen."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Tarbith. In Lev. 25, 36 heisst es: „Nimm nicht von ihm Zins (נשך) und Überschuss (תרבית).“; ferner (V. 37): „Dein Geld sollst du ihm nicht um Zins (נשך) geben, und um Überschuss (מרבית) gib ihm nicht deine Speise!“",
+ "Leiht jemand einen Sela. 1 Sela = 4 Denar.",
+ "zwei Seah Weizen. Wiewohl aus Lev. 25, 37 hervorzugehen scheint, dass nur Zins von Geld נשך, Zins von Lebensmitteln aber תרבית genannt wird, verwirft die Mischna dennoch diese Unterscheidung auf Grund von Deut. 23, 20 („Gib nicht Deinem Bruder Zins von Geld, Zins von Speise“), wo Zins von Lebensmitteln auch נשך genannt wird.",
+ "dafür zu empfangen), — (dies ist verboten. Viele Codd. haben nicht: אסור.",
+ "weil er beisst. נשך bedeutet „beissen, verletzen, schaden.“ Insofern nun, dass der Schuldner durch die Zinsgabe einen Schaden erleidet, heisst jeder Zins נשך. Indessen gebraucht die Thora dafür auch den Namen תרבית oder מרבית (Vermehrung), insofern der Gläubiger dadurch gewinnt, sein Gut vermehrt.",
+ "Und was heisst Tarbith. Vermehrung, Gewinn, wobei der Name נשך nicht passen würde, da keine erkennbare Schädigung dabei verübt wird (Ritba).",
+ "Wenn jemand an Früchten gewinnt. Eig. mehrt (sc. seinen Gewinn).",
+ "Er kaufte von jemand Weizen. Auf Lieferung in späterer Zeit.",
+ "den Kor um einen Gold-Denar. 1 Gold-Denar = 25 Silber-Denar.",
+ "und so war auch der Marktpreis. Dieses Geschäft, ist erlaubt, wie weiter, Mischna 7, Note 59, gelehrt wird, obgleich der Verkäufer keinen Weizen hat.",
+ "dein Weizen sei mir für dreissig Denar angerechnet. עשויות eig. gemacht.",
+ "er besass aber keinen Wein. In diesem Falle (nicht aber, wenn er Wein hat, vgl. Mischna 7, Note 61) ist das Geschäft verboten, obgleich der Marktpreis für Wein bereits bestimmt ist und er zum Marktpreise verkauft. Der Unterschied zwischen diesem und dem ersten Geschäfte (Note 9) besteht darin, dass hier der Verkäufer kein bares Geld bekommt (wofür er sich jetzt den Wein anschaffen könnte), sondern für die Schuld, die der Käufer bei ihm zu fordern hat, zum jetzigen Preise in späterer Zeit Wein zu liefern sich verpflichtet. Wenn nun der Wein zur Lieferungszeit stiege, so würde der Verkäufer dem Käufer mehr zahlen, als dessen Schuldforderung beträgt, was einer Zinszahlung gleich käme. Indessen sind nach dem Talmud derartige Kaufgeschäfte nicht nach der Thora, sondern nur rabbinisch verboten."
+ ],
+ [
+ "so darf er in dessen Hofe nicht umsonst wohnen. Selbst wenn der Hof nicht dazu bestimmt ist, vermietet zu werden, und dem Gläubiger auch andere Wohnungen gratis zur Verfügung stehen, so dass er nicht zu mieten braucht.",
+ "Man darf den Mietspreis erhöhen. Dafür, dass derselbe postnumerando entrichtet wird.",
+ "man darf aber nicht den Kaufpreis erhöhen. Dafür, dass derselbe gestundet wird.",
+ "dies ist erlaubt. Da von Rechtswegen Mietsgeld erst am Schlusse der Mietszeit bezahlt zu werden braucht, so ist der stipulierte höhere Preis der eigentliche Mietswert der Wohnung, und es hat bloß der Vermieter den Mietspreis herabgesetzt, wenn er pränumerando entrichtet wird.",
+ "zur Dreschzeit. גרן „Dreschtenne“ für „Dreschzeit“.",
+ "dies ist verboten. Da der Kaufpreis von Rechtswegen sofort bezahlt werden muss, so ist eine Erhöhung desselben als Zins für die Stundung zu betrachten."
+ ],
+ [
+ "einen Teil des Kaufpreises. דמים, Kaufpreis, Wert eines Gegenstandes.",
+ "bringe Geld. Den Rest des Kaufpreises.",
+ "und nimm das Deinige. Das Feld, das schon von jetzt ab Dein Eigentum sein soll.",
+ "so ist dies verboten. Weil in jedem Falle möglicherweise das Zins-Verbot übertreten würde. Wenn bis zur Zahlung des Restes der Verkäufer die Früchte des Feldes geniesst, so nimmt er dieselben als Zins für die Stundung des Restkaufgeldes. Wenn wieder der Käufer sofort die Früchte geniesst, dann würde das Zins-Verbot übertreten, wenn der Rest des Kaufgeldes vom Käufer nicht bezahlt, in Folge dessen der Kauf nicht perfekt und die Teilzahlung nur als Darlehen in der Hand des Verkäufers betrachtet würde. Die Früchte hätte dann der Käufer als Zinsen für sein Darlehen genommen.",
+ "sei es mein. Und zwar schon von jetzt ab, so dass er sofort von dem Felde, als von einem gekauften Gute, Besitz ergreift. Würde aber bloß festgesetzt, dass das Feld nach drei Jahren verfallen bleibe, so wäre ein solcher Vertrag nicht gültig, da der Schuldner mit dieser Stipulation nicht die Absicht hatte, sein Feld dem Gläubiger zuzueignen, sondern nur seine Zusage, bis in drei Jahren zahlen zu wollen, zu bekräftigen und zu versichern (אסמכתא), vgl. B. batra X, 5.",
+ "so ist es sein. Die Früchte müssen aber einstweilen bei einem Dritten deponiert werden, der sie nach drei Jahren, wenn die Schuld bezahlt wird, dem Schuldner, wo nicht, dem Gläubiger ausbändigt."
+ ],
+ [
+ "Man darf nicht einen Krämer. Dem man Waren vorschiesst, um sie im Kleinen zu verkaufen.",
+ "auf halben Gewinn. Dass man mit ihm den beim Kleinhandel erzielten Gewinn teile und auch von einem etwaigen Verlust die Hälfte trage.",
+ "um dafür Früchte. Im Grossen.",
+ "auf halben Gewinn. Dass man mit ihm den beim Kleinhandel erzielten Gewinn teile und auch von einem etwaigen Verlust die Hälfte trage.",
+ "einzukaufen. Und im Kleinen zu verkaufen.",
+ "ausser wenn man ihm. Dem Kleinhändler.",
+ "seinen Lohn. Den Lohn für die Hälfte seiner Mühe.",
+ "wie einem Arbeiter. Die Baraita erklärt: כפועל בטל „wie einem müssigen Arbeiter“, vgl. oben II, 9, Note 75.",
+ "bezahlt. Denn da der Händler und sein Teilhaber in gleicher Weise Gewinn und Verlust teilen, so müssten auch beide in gleicher Weise die Mühe des Kleinverkaufs übernehmen. Übernähme es aber der Händler allein, ohne Belohnung für die Hälfte seiner Mühe zu empfangen, so täte er dies nur für den ihm vom stillen Teilhaber geleisteten Vorschuss an Geld oder an Waren, was einer Zinszahlung ähnlich wäre.",
+ "Man darf nicht Hühner. Zum Brüten.",
+ "des Ertrags. Dass jemand die Hühner übernehme, die Küchlein bis zu einer bestimmten Zeit grossziehe und den dabei entstehenden Gewinn oder Verlust mit ihm teile.",
+ "ebenso darf man nicht Kälber und Eselfüllen. Vgl. Pesachim IV, 3, Note 7.",
+ "zur Hälfte. Des Gewinnes und Verlustes.",
+ "abschätzen. Der jetzige Wert wird genau abgeschätzt, und der Übernehmer, der sie gross zieht, erhält nicht bloß die Hälfte vom Gewinn, sondern hat auch die Hälfte des Verlustes zu tragen, wenn etwa die Tiere sterben.",
+ "den Lohn. S. Note 30.",
+ "für seine Mühe. Die Hälfte der Mühe, die der stille Teilhaber zu übernehmen hätte, s. oben Note 29.",
+ "und seine Nahrung. Die Hälfte der Verpflegungskosten der Tiere.",
+ "gibt. Der Grund des Verbotes ist hier, wie oben Note 31. Allen diesen Vorschriften liegt der Satz des Talmuds (104b) zu Grunde: האי עיסקא פלגא מלוה ופלגא פקדון „Ein Warengeschäft (wobei der Eine das Kapital vorschiesst und der Andere die Arbeit übernimmt) ist zur Hälfte als ein Darlehen und zur Hälfte als ein Verwahrgut (in der Hand des Übernehmers)“. Dies gilt natürlich nur, wenn Gewinn und Verlust auf beide in gleicher Weise verteilt wird.",
+ "Man darf aber Kälber und Eselfüllen zur Hälfte. Des entstehenden Gewinnes.",
+ "übernehmen. Der מקבל hat beim Verlust kein Risiko. Es ist also das Ganze bei ihm ein Depositum und kein Darlehen, und es kann dabei von einer Zinszahlung keine Rede sein.",
+ "bis sie ein Drittel. Der Grösse, die sie haben, wenn sie vollständig ausgewachsen sind. Jerusch. liest שְלָשִין st. משולשין; dies wäre nach Para I, 1: „Dreijährig“.",
+ "und einen Esel bis er tragfähig. Fähig Lasten zu tragen."
+ ],
+ [
+ "einen Esel. Die gross sind und arbeiten können.",
+ "welche arbeitet und isst. Welche durch Arbeit ihre Nahrung verdient.",
+ "zur Hälfte. Den Ertrag, der durch Mästen oder durch Junge erzielt wird, mit dem Züchter zu teilen.",
+ "abschätzen. Da der Züchter für seine Bemühung und Verpflegung die Arbeitskraft der Tiere benutzt.",
+ "die Jungen sogleich zu teilen. Wenn die Zeit der Teilung gekommen, beim Kleinvieh nach 30, beim Grossvieh nach 50 Tagen (Talmud).",
+ "Man darf ein Kalb mit der Mutter. Man zahlt den Lohn der Mühe und Ernährung bloß für die Mutter, und das Junge wird mit eingeschätzt.",
+ "ebenso darf man auf sein Feld Kosten aufwenden. מפרין, Stamm פרן ausstatten, vom gr. φερνή (Mitgift, Ausstattung); nicht, wie die Erkl. wollen, von פרה (fruchtbar sein), da dann מפרין Plural wäre und auch על שדיהם ואינן חוששין (im PI.) stehen müsste, (die LA. des Ar.: ואין חוששין ist gegen alle Codd. Man darf die Kosten zur Amelioration eines verpachteten Feldes dem Pächter vorschiessen und dafür einen höhern Pachtzins nehmen.",
+ "dass es Zins sei. Denn er nimmt nur deshalb einen höheren Pachtzins, weil er ihm ein besseres Feld verpachtet. Statt מפרין lesen Einige מפריז: „man darf vergrössern“ (sc. den Pachtzins)."
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+ "Man darf nicht eisernes Kleinvieh. Eine Baraita im Jerusch. erklärt: „Was heisst eisernes Kleinvieh? Hat er hundert Schafe, und er sagt zu jemandem: „Sie seien dir für 100 Gold-Denare angerechnet; die Jungen, die Milch und die Wolle seien dein, und wenn sie sterben, seiest du dafür zu haften schuldig; für jedes einzelne Schaf musst du mir aber am Ende einen Sela’ Lohn von deinem Vermögen entrichten“ — dies ist verboten.“ Als „eisernes Kleinvieh“ wird es deshalb bezeichnet, weil der Übernehmer für jeden Schaden haftet, und für den Eigentümer bei den Schafen, wie bei eisernem Vieh, keinerlei Risiko entstehen kann; vgl. Jebamot VII, 1.",
+ "weil es Zins ist. Denn da der Eigentümer die Schafe abgeschätzt hat und der Übernehmer für den bestimmten Betrag haftet, so ist dieser als ein Darlehen und der dafür stipulierte Lohn als nach der Thora verbotener Zins zu betrachten. Nach Raschi wird das „eiserne Kleinvieh“ auf halben Gewinn übernommen, während man für den ganzen Verlust haftet. Es ist hiernach nicht fest stipulierter Zins (ריבית קצוצה), der nach der Thora verboten wäre, sondern nur, weil ein Gewinn möglich, ein Verlust aber ausgeschlossen ist (קרוב לשכר ורחוק להפסד), ein rabbinisch verbotener Zins.",
+ "Dasselbe gilt von einem Beisass-Proselyten. D. i. nach der rezipierten Ansicht, ein Proselyte, der die sieben Gebote der Noachiden angenommen hat und in Folge dessen in Palästina sich ansässig machen darf. Diese 7 Gebote sind: Die Verbote von 1) Götzendienst, 2) Gotteslästerung, 3) Mord, 4) Raub, 5) Inzest, 6) Genuss eines von einem lebenden Säugetiere oder Vogel abgeschnittenen Gliedes. 7) Das Gebot der Rechtspflege.",
+ "verleihen mit Einwilligung des Heiden. Wenn ein Israelit von einem Heiden ein verzinsliches Darlehen hat, kann er dasselbe mit Einwilligung des Heiden einem andern Israeliten zu denselben Zinsen überlassen. Doch muss nach der rezipierten Halacha der Heide das Geld dem andern Israeliten übergeben; übergibt es aber der Israelit, wenn auch im Auftrage des Heiden, dem zweiten Israeliten, so ist es verboten; denn beim Heiden gilt nicht der Grundsatz: שלוחו של אדם כמותו was jemand im Auftrage eines andern tut, gilt so, als hätte es der Andere getan.",
+ "(wenn es bloß) mit Einwilligung des Israeliten (geschieht. Wenn der Israelit das vom Heiden entnommene Darlehen ohne Wissen des Heiden einem andern Israeliten überlässt, von ihm die Zinsen nimmt und dem Heiden überbringt. — Manche erklären die Worte „אבל לא מדעת ישראל“ so, als stände אבל אין לוין מן הנכרי מעותיו של ישראל מדעת ישראל . Man darf nicht von einem Heiden, der ein verzinsliches Darlehen von einem Israeliten entnommen hat, dieses Darlehen zu denselben Zinsen nehmen, wenn es der Heide mit Wissen und im Auftrage des Israeliten tut. Diese Vorschrift steht auch in der Baraita (71 b)."
+ ],
+ [
+ "abschliessen. Wonach der Verkäufer die Früchte zu einem bestimmten Preise in späterer Zeit liefern soll.",
+ "bevor der Marktpreis bekannt geworden. Denn wenn die Früchte später steigen, so gibt der Verkäufer für das im voraus erhaltene Geld mehr, als er empfangen hat, was einer Zinszahlung ähnlich ist.",
+ "Ist der Marktpreis bekannt geworden, darf man abschliessen, denn obwohl dieser keine hat, so hat doch ein anderer. Und der Verkäufer kann für das erhaltene Geld überall die Früchte kaufen. Der eingeklammerte Satz fehlt in einigen Codd. in der Mischna, und ist da nur in einer Baraita (62 b).",
+ "War er der erste der Schnitter. So dass er Getreide im Besitze hat, bevor noch der Marktpreis bestimmt ist.",
+ "so kann er mit ihm auf die Garbenhaufen abschliessen. Zu welchem Preise er will. Denn da der Verkäufer Garbenhaufen hat, so erwirbt der Käufer sofort dieselben als sein Eigentum (selbst ohne משיכה ist ja auf das Abstehen der Fluch: „מי שפרע“ gesetzt, oben IV, 2, Note 16); die spätere Lieferung kann daher in keinem Falle als Zinszahlung betrachtet werden.",
+ "ebenso auf die Butte. Ar. غبيط, der Kamelkorb (vgl. עביטא דגמלא im Targ. zu Gen. 31, 34); hier nach Raschi ein grosser Bottich, in welchem die Weintrauben vor dem Keltern behufs Erweichens aufbewahrt werden.",
+ "auf die Kufe. Von עטן (ar. عطن erweichen), die Oliven erweichen. מעטן ist der Behälter, worin die Oliven zum Erweichen eingelegt werden.",
+ "auf die Eier. Die ovalen Lehmklumpen, aus denen der Töpfer die irdenen Geräte macht, s. Para V, 6. Nach Raschi (74a) heisst ביצה „Sumpf“, mit Wasser gekneteter Thon.",
+ "sobald er ihn. Kalkstein samt Holz zum Brennen. Jerusch. liest: משישקע כבשנו „sobald sein Ofen sinkt“; vielleicht: „wenn das Feuer im Ofen zu verlöschen beginnt“.",
+ "in den Ofen gesenkt hat. In allen diesen Fällen kann man, obgleich die Ware noch nicht fertig ist, schon über die fertige Ware einen Kauf abschliessen, also über gedroschenes Getreide, Wein, Öl, fertige Töpfe und Kalk.",
+ "Auf Dünger darf er mit ihm das ganze Jahr. Selbst im Winter, wo solcher nicht leicht zu bekommen ist.",
+ "Man darf nicht auf Dünger abschliessen. Selbst im Sommer.",
+ "Die Weisen aber erlauben es. Im Sommer, da Dünger leicht zu bekommen ist, aber nicht im Winter.",
+ "Er darf mit ihm zum wohlfeilen Preise. Eig. „zum hohen Marktpreise.“ Der wohlfeile Preis heisst „der hohe Marktpreis“, weil der Marktpreis gewöhnlich so bestimmt wurde, dass man für einen Sela’ eine gewisse Anzahl Maasse (Seah) erhielt: „3, 4 oder 5 Seah für einen Sela’“; ein hoher Marktpreis war also ein wohlfeiler Preis.",
+ "abschliessen. Er kann bedingen, dass er, wenn die Ware später billiger sein wird, zum spätern Preise kaufe.",
+ "oder gib mir mein Geld zurück. Da es stillschweigend vorausgesetzt wird, dass er zum wohlfeilen Preise den Kauf abgeschlossen hat."
+ ],
+ [
+ "Es darf Jemand seinen Feldbauern. אריס (ar. أريس Landwirth) bedeutet in der Mischna stets einen Feldbauer, der das Feld eines andern pachtet und vom Ertrage die Hälfte, ein Drittel oder ein Viertel als Pachtzins an den Eigentümer des Feldes abzuliefern hat.",
+ "Weizen um Weizen. Wiewohl es sonst rabbinisch verboten ist, ein Maass Getreide um ein Maass Getreide (סאה בסאה) zu leihen, weil das Getreide zur Zahlungszeit teurer werden, und das erstattete Getreide mehr wert als das entliehene sein könnte, s. weiter M. 9.",
+ "zur Aussaat leihen. Es ist dies da gestattet, wo es Brauch ist, dass der אריס das Getreide zur Aussaat gibt. Da er aber kein Getreide hat, so würde sein Pachtvertrag für aufgehoben erklärt werden, wenn er sich nicht die Bedingung gefallen liesse, dass der Eigentümer des Feldes das Getreide zur Aussaat liefere, dafür aber um so viel mehr vom Ertrage erhalte. Es findet demnach in keinem Falle eine Zinszahlung statt.",
+ "aber nicht zum Verzehren. „Maas um Maas“ (סאה בסאה) zum Verzehren darf man nicht leihen.",
+ "nach dem wohlfeilern Preis bezahlt nahm. Wurde es wohlfeiler, so nahm er das geliehene Maass wieder; wurde es aber teurer, so liess er sich nach dem Geldwerte des geliehenen Weizens bezahlen."
+ ],
+ [
+ "und ich will dir zur Dreschzeit. לגרן oben Note 16.",
+ "zahlen. Obgleich es selten vorkommt, dass zur Dreschzeit der Weizen teurer ist.",
+ "bis ich den Schlüssel finde. Wenn er auch nur eine Seah Weizen im Besitze hat, darf er daraufhin sich viele Seah borgen; denn er könnte ja die erste Seah, die er geborgt, verzehren und sich dann eine zweite borgen, diese wieder verzehren und sich dann eine dritte borgen und so fort bis hundert. Darf er sich aber ein Maass nach dem andern borgen, so haben die Weisen auch viele Maasse zusammen zu borgen gestattet.",
+ "dass sie ihn in Geld veranschlägt. Und dann nach dem Geldwerte bezahlt.",
+ "und es käme so. Eig.: „sie werden gefunden als zu Zinsen kommende“, d. h. es stellt sich zuletzt heraus, dass eine Frau der anderen Zinsen bezahlt.",
+ "zu einer Zinszahlung. Die Weisen aber erlauben ein Brot zu leihen und ein Gleiches dafür bezahlt zu nehmen, da die Leute bei einer solchen Kleinigkeit es nicht so genau nehmen und darauf verzichten."
+ ],
+ [
+ "jäte. נכש jäten, die schlechten Kräuter ausreissen (ar. نكش).",
+ "mit mir. Heute.",
+ "und ich will mit dir. Morgen.",
+ "grabe. ערר mit der Hacke umgraben, Jes. 7, 25.",
+ "und ich will mit dir graben. Da mitunter die letztere Arbeit schwerer als die erstere ist, so leistet er mehr, als er empfangen, was einer Zinszahlung auf den schuldigen Arbeitslohn ähnlich ist.",
+ "Alle Tage der trockenen Jahreszeit. Des Sommers, wo die Erde leicht zu graben ist (גריד Trockenheit, ar. جرد ein kahler und wüster Platz).",
+ "sind eins. Obgleich ein Tag grösser als der andere ist, darf man doch zu Jemand sagen: „Grabe mit mir diesen Sommertag und ich werde mit dir einen andern Sommertag graben.“",
+ "alle Tage der Regenzeit. רביעה der Frühregen, der im Marcheschwan beginnt (ar. ربيع Frühlingsregen), vgl. Schebiit III, 6; Nedarim VIII, 5.",
+ "und ich will mit dir in der Regenzeit pflügen. Weil in dieser Zeit die Arbeit auf dem Felde schwerer ist. Er würde also mehr leisten, als er empfangen, s. oben Note 88.",
+ "und es gibt nachträglichen Zins. Doch sind diese nur rabbinisch verboten.",
+ "damit du mir leihest. Jerusch. liest: שילויני „damit er mir leihe.“ Demnach sagt er dies nicht zum Gläubiger; ואומר heisst dann: „er denkt in seinem Herzen.“",
+ "für dein Geld. Einige lesen: מעותיו „sein Geld“ (3. Pers.); ואומר heisst also: „er denkt in seinem Herzen.“",
+ "wisse. Einige lesen: דע אם בא, wonach der Gläubiger zum Schuldner sagt: „Erkundige dich, ob jener Mann gekommen ist!“"
+ ],
+ [
+ "Der Gläubiger. Dieser übertritt alle in der Mischna aufgezählten Verbote.",
+ "der Schuldner. Dieser übertritt die Verbote: לא תשיך לאחיך ולאחיך לא תשיך, (Deut. 23, 20 u. 21), da das Hiph’il לא תשיך nach der Tradition „du sollst keine Zinsen geben!“ bedeutet; ausserdem noch das Verbot: לפני עור (Lev. 19, 14).",
+ "der Bürge und die Zeugen. Der Bürge und die Zeugen übertreten das Verbot: לא תשימון (Exod. 22, 24) und, falls ohne sie das Darlehen nicht zu Stande gekommen wäre, auch das Verbot לפני עור (Lev. 19, 14).",
+ "Auch der Schreiber. Er übertritt dasselbe, wie Bürge und Zeugen.",
+ "du sollst nicht geben. Lev. 25, 37.",
+ "du sollst von ihm nicht nehmen. Lev. 25, 36.",
+ "du sollst ihm nicht wie ein Schuldherr sein. Exod. 22, 24.",
+ "ihr sollt ihm keinen Zins auflegen. Lev. 19, 14. Dies verbietet nach der Tradition, jemand zu einer Sünde zu bringen.",
+ "vor einen Blinden sollst du keinen Anstoss legen. Der letzte Satz wird angefügt, um mit dieser Ermahnung den Abschnitt von den Zinsen-Gesetzen zu schliessen.",
+ "ich bin der Ewige. Der letzte Satz wird angefügt, um mit dieser Ermahnung den Abschnitt von den Zinsen-Gesetzen zu schliessen."
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+ "Wenn jemand Handwerker mietet und dabei einer den andern getäuscht hat. Es ist vor Beginn der Arbeit entweder der Arbeiter oder der Arbeitgeber zurückgetreten und wollte nicht arbeiten, resp. arbeiten lassen. Andere Erklärung: Ein Arbeiter, der ausgesendet wurde, Mitarbeiter zu mieten, hat letztere getäuscht, indem er sie für drei Denar täglich gemietet hat, während der Arbeitgeber vier Denar geben wollte.",
+ "Hat jemand einen Eseltreiber oder Fuhrmann. קרר, syr. ܩܰܪܳܪܳܐ jemand, der einen Wagen (קרון = ϰαῤῥον) lenkt. Die Ausgg. haben fehlerhaft: קדר (Töpfer).",
+ "um Sänftenträger. פרייפרין, Jerusch.: פרייא פרין Mehrzahl von פרייאפר, d. i. gr. φορειαφόρος; Sänftenträger, die den Tragsessel der Braut oder die Tragbahre des Toten tragen. Am besten ist es daher, mit Mischna, ed. Neapel, Jerusch. ed. Venedig und Alfasi ed. Konstantinopel להביא zu streichen und zu übersetzen: „Hat jemand einen Eseltreiber oder einen Fuhrmann (zu irgend einer dringenden Beförderung) oder Sänftenträger und Flötenspieler für eine Braut oder einen Toten gemietet u. s. w.“ Nach Raschi sind פרייפרין: schöne polierte Stangen zum אפריון. אפריון (Hohel. 3, 9) nach einigen: Baldachin, Brautzeit (vgl. M. Sota IX, 14), richtiger aber nach Aruch: Sänfte, Tragsessel (φορεῖον), aram, פוריא, wie auch die Totenbahre genannt wird (Moëd k. 25a).",
+ "und Flöten. Flöten wurden auch zur Trauermusik beim Leichenbegängnis gebraucht (Schabbat XXIII, 4, Ketubot IV, 4.)",
+ "für eine Braut oder einen Toten. Dies heisst „eine verloren gehende Sache“ (דבר האבר), weil er es jetzt dringend nötig hat.",
+ "um Flachs aus der Beize. משרה (von שרה) das Wasser, wo der Flachs eingeweicht wird.",
+ "zu holen. Der Flachs ginge zu Grunde, wenn er nicht zur Zeit aus dem Wasser geholt wird, vgl. Moëd k. II, 3.",
+ "sind. Für denselben Lohn.",
+ "auf ihre Kosten. Auch für den doppelten Lohn.",
+ "mieten oder sie täuschen. Er kann ihnen mehr Lohn versprechen, braucht ihnen aber nur den zuerst bedungenen zu geben."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand Handwerker mietet. Per Accord (קבלנות); dagegen kann ein Tagelöhner selbst mitten im Tage zurücktreten, wenn die Arbeit nicht דבר האבר ist.",
+ "und sie treten zurück. Nachdem sie einen Teil der Arbeit gemacht.",
+ "so haben sie die unterste Macht. D. h. es wird ihnen nur das Recht eingeräumt, das ihnen zum Nachteil ist. Ist jetzt der Arbeitslohn gestiegen, so kann der Arbeitgeber den Handwerkern so viel von ihrem Lohne abziehen, als der Lohn für die Vollendung der Arbeit den mit ihnen accordirten Lohn übersteigt. Ist jedoch inzwischen der Arbeitslohn gesunken, so erhalten die Handwerker dennoch nur den nach Verhältnis ihrer Arbeit, ihnen zukommenden Lohn; sie können aber nicht die Arbeit von Andern auf ihre Kosten vollenden lassen und den ganzen accordirten Lohn beanspruchen.",
+ "so hat er die unterste Macht. Er muss den Handwerkern für alle Fälle den ihnen nach Verhältnis ihrer Arbeit zukommenden Lohn bezahlen; sind aber für den Rest der Arbeit billigere Handwerker zu bekommen, so erhalten die ersten Handwerker den ganzen accordirten Lohn mit Ausnahme der Summe, die für die Vollendung der Arbeit bezahlt wird.",
+ "Jeder der abändert. Etwas von der getroffenen Verabredung.",
+ "dessen Macht ist die unterste. Beispiele s. Baba kama IX, 4.",
+ "und Jeder der zurücktritt. Auch bei einem Kaufe.",
+ "dessen Macht ist die unterste. Hat A. dem B. ein Feld für 1000 Sus verkauft und darauf eine Anzahlung von 200 Sus erhalten, so gilt Folgendes: Tritt der Verkäufer zurück, so hat der Käufer die Oberhand, und er kann nach Belieben entweder die Rückgabe der 200 Sus oder den fünften Teil des Feldes beanspruchen; tritt wieder der Käufer zurück, so hat der Verkäufer die Wahl, entweder die 200 Sus oder ein Fünftel des Feldes dem Käufer zu geben."
+ ],
+ [
+ "obwohl dieser Weg zehn Mil. 1 Mil = 2000 Ellen.",
+ "wenn der Esel stirbt. Derart, dass der Eigentümer sagen kann, die Luft im Gebirge, resp. im Thale habe den Tod verursacht.",
+ "Wenn jemand einen Esel mietet und dieser erblindet. Mitten auf seinem Wege. הבריקה nach einer Ansicht im Talmud: Er hat den Star bekommen. Man leitet hiernach das Wort von ברק (leuchten) ab und nimmt es als Euphemismus, wie סגי נהור. Indessen steht ברקאה im samaritanischen Targum für das hebr. מסוה (Decke, Schleier); הבריקה heisst also: Er bekam einen Flor (im Auge). Nach einer anderen Erklärung des Talmud heisst es: אבזקת er bekam Würmer in den Füssen.",
+ "oder zum Frondienst. אנגריא, syr. ܐܳܢܓܰܐܪܝܰܐ gr. ἀνγαρεία, Dienst (des Königs) Frondienst. Jerusch. liest: שנישאת באנגריא (er ist zum Frondienst weggenommen worden).",
+ "da hast du das deinige vor dir. Und der Mieter muss das Mietsgeld bezahlen. Nach der Halacha ist diese Bestimmung unter folgenden Umständen gültig: Im Falle הבריקה muss das Tier noch für die Arbeit, zu der man es gemietet hat, wenn auch unter Schwierigkeiten verwendet werden können, z. B. zum Lasttragen. Ist es aber für die beabsichtigte Arbeit unbrauchbar geworden (z. B wenn er es zum Reiten gemietet), so ist der Vermieter verpflichtet, ihm einen andern Esel zu stellen, wenn er ihm unbestimmt einen Esel (חמור סתם) vermietet hat; nur wenn er gesagt hat: „ich vermiete dir diesen Esel“ (חמור זה), braucht er ihm in keinem Falle einen andern zu stellen; jedoch kann der Mieter diesen schadhaften Esel verkaufen oder vermieten, um sich einen für seinen Gebrauch verwendbaren Esel zu verschaffen. Im Falle אנגריא ist der Vermieter von jedem Ersatze frei, wenn man das Tier nur auf dem Wege zum Frondienste nimmt, aber nicht in den Häusern darnach sucht. Da kann der Vermieter zum Mieter sagen: Es ist dein Unglück, dass man dir den Esel weggenommen.",
+ "Wenn er aber stirbt oder gebrochen wird. Es wird ihm ein Fuss gebrochen.",
+ "so muss der Vermieter ihm einen andern Esel stellen. Sonst bekommt er kein Mietsgeld. Diese Bestimmung gilt nur bei המור סתם (Note 23).",
+ "wenn der Esel ausgleitet. Und dadurch beschädigt wird.",
+ "frei. Da die Gefahr des Ausgleitens im Gebirge grösser ist.",
+ "wenn er sich erhitzt. Und dadurch beschädigt wird.",
+ "schuldig. Da es im Gebirge nicht so heiss ist wie im Tale.",
+ "Geschah es aber in Folge des Steigens. Er erhitzte sich durch die Anstrengung, als er den Berg hinanstieg."
+ ],
+ [
+ "Mietet jemand eine Kuh. Mit den Ackergeräten, und auch die Diener des Vermieters gehen mit, um den Pflug zu lenken.",
+ "wenn die Pflugschar. קנקן, syr. ܩܶܩܢܳܐ (vom ar. قان schmieden, קיני der Schmied) ein Ackergerät (wie מחרישה von חרש), wahrscheinlich die Pflugschar oder das Pflugmesser. Nach ראב״ד ist קנקן ein Holzteil des Pfluges, entweder der Scharbaum (dentale) oder das Krummholz (buris), in Kelim 21, 2 בורך genannt. Musaphia meint, קנקן sei griechisch (ϰάγϰανος): hartes dürres Holz.",
+ "schuldig. Da der Boden im Gebirge härter ist als im Tale.",
+ "so ist er frei. Wenn die Kuh ausgleitet."
+ ],
+ [
+ "um auf ihm Weizen. Vom bestimmten Gewichte.",
+ "und er bringt auf ihm Gerste. Die dasselbe Gewicht, aber, weil spezifisch leichter, ein grösseres Volumen hat.",
+ "so ist er schuldig. Wenn das Tier zu Schaden gekommen ist.",
+ "weil der Umfang. נפח (von נפח aufblasen) der grosse Umfang.",
+ "die Last beschwerlich macht. Andere LA.: שהנפח קשה כמשאוי der (grosse) Umfang ist ebenso beschwerlich, wie eine (schwere) Last.",
+ "um einen Lethech. 1 Lethech = 15 Seah = ½ Kor.",
+ "so ist er schuldig. Wenn er nicht Gerste, sondern Weizen geführt und die Last über das bedungene Maass vermehrt hat, ist er schuldig. Jerusch. liest nicht: מפני שהנפח bis ואם הוסיף על משאו חייב.",
+ "Ein Seah bei einem Kamel. Das man, wie vorher gesagt, zu einem Lethech (= 15 Seah) gemietet hat. Er. darf somit beim Kamel die Last nicht um ¹⁄₁₅ vermehren.",
+ "drei Kab. 3 Kab = ½ Seah, also ¹⁄₃₀ der bedungenen Last."
+ ],
+ [
+ "Alle Handwerker. Die per Accord einen Gegenstand in ihrem Hause verarbeiten; vgl. B. kama IX. 3.",
+ "als) Lohnhüter (zu betrachten. Da sie den Nutzen haben, den Gegenstand als Pfand für ihren Arbeitslohn behalten zu können.",
+ "nimm das Deinige. „Ich will es nicht als Pfand behalten.“",
+ "und bringe Geld. „Du kannst später das Geld bringen.“ Jerusch. liest: הבא מעות וטול את שלך. Es ist dann zu erklären, er sagt: „Ich will es nicht mehr hüten, sondern bringe Geld und nimm das Deinige“; vgl. T. babli 49a Tos. v. אלא.",
+ "hüte mir. Jetzt",
+ "und ich will dir hüten. Zu einer andern Zeit. Hütet er ihm aber in derselben Zeit, so ist jeder Hüter von aller Verantwortung für das Deposit befreit, weil der Deponent bei ihm in einem Dienstverhältnis steht, vgl. weiter VIII, 1.",
+ "lege es vor mich. Wenn er nicht לפני, sondern bloß הנח (lege es hin) oder הנח לפניך (lege es vor dich hin) gesagt hat, so ist er nicht einmal ein שומר חנם, da er gar keine Hut übernommen hat."
+ ],
+ [
+ "ist ein Lohnhüter. Nach dem Talmud: Weil er den Nutzen hat, dass er mit dem Darleihen ein göttliches Gebot übt, und während dieser Zeit von der Pflicht, einem Armen Almosen zu geben, befreit ist.",
+ "so ist er ein unentgeltlicher Hüter. Die Erfüllung des Gottesgebotes wird rechtlich nicht als Nutzen betrachtet.",
+ "so ist er ein Lohnhüter. Da die Früchte bei ihm verfaulen könnten.",
+ "Man darf das Pfand eines Armen. Das er bei sich hat.",
+ "vermieten. Falls der Mietslohn gross, die Abnutzung aber gering ist."
+ ],
+ [
+ "so muss er schwören. Dass es nicht durch seine Schuld zerbrochen ist.",
+ "Wohl müssen dieser und jener schwören. D. h.: Auch ich habe diese Entscheidung von meinen Lehrern vernommen.",
+ "wenn dieser und jener schwören könnten. Da er immerhin eine Fahrlässigkeit sich zu Schulden kommen liess. In der Tat würde von Rechtswegen auch nach dem ersten Tanna (תנא קמא) der Schwur dem Lohnhüter nichts helfen, da dieser nur bei Unglücksfällen (אונס) von der Zahlung frei ist; jedoch ist es eine Anordnung der Weisen, dass der Arbeiter schwöre und dann frei sei."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn jemand Arbeiter. Tagelöhner.",
+ "mietet und sagt zu ihnen. Nachdem er sie ohne jede Bedingung gemietet.",
+ "dass sie früh. Vor Sonnenaufgang.",
+ "anfangen und spät. Nach Sonnenuntergang.",
+ "zu zwingen. Obgleich er ihnen mehr Lohn, als üblich ist, versprochen hat, können die Tagelöhner doch sagen, dies geschah nur, damit wir die Arbeit schöner herstellen.",
+ "zu verköstigen. Mit einfacher Kost.",
+ "Süsses zu verabreichen. ספק (Pael von ܣܦܰܩ genügen) liefern, verabreichen. Jerusch. liest מתיקה statt במתיקה. Nach unserer LA. übersetzt man: „Es (das Brod) mit Süssem (Gemüse) zu verabreichen.“",
+ "Alles nach dem Brauche des Landes. Auch an einem Orte, wo es üblich ist, früh Morgens Brod und einen Schoppen Wein zu geben, kann der Arbeitgeber nicht seine Arbeiter früh hinaussenden und ihnen ihr Essen hinausbringen lassen, sondern sie können zu Hause, bevor sie zur Arbeit gehen, das übliche Frühstück fordern (Talm. 86a).",
+ "Einst geschah es. Nach dem Talmud fehlt hier die Halacha: „Hat jemand an einem Orte, wo die Verköstigung üblich ist, Verköstigung besonders ausbedungen, so hat er damit eine aussergewöhnlich gute Kost beansprucht.“ Darauf folgt die Erzählung der Begebenheit: מעשה וכו׳.",
+ "wie die Mahlzeit des Salomo zu seiner Zeit. Während seiner Regierung.",
+ "Isaak und Jakob sind. Und als solche zu ehren sind.",
+ "bevor sie die Arbeit beginnen. Während du noch dein Wort zurücknehmen kannst."
+ ],
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+ "Folgende. Arbeiter.",
+ "der Thora. Deut. 23, 25 26. Diese Stelle spricht nach der Tradition von Arbeitern.",
+ "während die Schlussarbeit verrichtet wird. Denn es heisst (Deut. 23, 25): „In dein Gefäss tue nichts“, (sondern in die Gefässe des Hausherrn); die Schrift erlaubt demnach dem Arbeiter nur dann zu essen, wenn er die Früchte in die Gefässe des Hausherrn tut, d. i. wenn er sie vom Baume abpflückt.",
+ "bevor dessen Bereitung vollendet ist. In Bezug auf die Pflicht des Verzehntens (Maaseroth I, 5—7), resp. der Absonderung der Teighebe (Challah III, 1). Dass der Arbeiter auch bei „Abgepflücktem“ (תלוש) essen darf, wird aus der Vorschrift in Deut. 25, 4 abgeleitet, wonach man das Tier beim Dreschen nicht am Essen verhindern darf; daher darf auch der arbeitende Mensch bei תלוש essen. Aus dieser Stelle wird aber zugleich die Bestimmung abgeleitet, dass nur bei Dingen, die, wie das gedroschene Getreide (דַיִשׁ), aus der Erde gewachsen und noch nicht zehntpflichtig sind, dem Arbeiter zu essen gestattet ist.",
+ "Folgende aber dürfen nicht essen. Nicht einmal, wenn es Landesbrauch ist, s. weiter Mischna 8.",
+ "während nicht die Schlussarbeit stattfindet. Z. B. wer unter den Weinstöcken gräbt oder kleine Zwiebeln unter den grossen ausreisst, um für letztere mehr Raum zu schaffen.",
+ "nachdem dessen Zubereitung vollendet ist. Z. B. wer Datteln oder Feigen auseinander sondert.",
+ "das nicht aus der Erde wächst. Z. B. wer melkt, Rahm oder Käse bereitet."
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+ [
+ "Nur wenn er mit seinen Händen und seinen Füssen arbeitet. Wie das Tier beim Dreschen (Deut. 25, 4), s. oben Note 16."
+ ],
+ [
+ "so darf er nicht von den Weintrauben essen. Obwohl er gemietet ist, auch bei den Weintrauben zu arbeiten.",
+ "Verlorenes dem Eigentümer zurückzugeben. D. h. um die verlorene Zeit einzubringen.",
+ "während sie von einer Reihe. אומן von אמן, Grundbedeutung (wie מנה ,מנן): teilen, schneiden, daher „Furche“ (ar. مان durchfurchen) dann auch eine Reihe, „Furchenstrecke“, wie מענה, vgl. Nedarim IV, 4.",
+ "zur andern gehen und wenn sie von der Kelter zurückkehren. Obwohl sie in dieser Zeit nicht arbeiten, dürfen sie dennoch essen, weil es dein Arbeitgeber so recht ist, da sie dadurch Zeit ersparen.",
+ "während er abgeladen wird. פורקת Intransit, statt Passiv des Transit. — Nach dem Talmud muss es hier heissen: עד שתהא פורקת, „bis er abgeladen wird“; nachdem aber die Last abgeladen ist, darf man ihn nicht mehr essen lassen, da er nicht mehr arbeitet. Hiernach wird hier nicht eine Verordnung der Rabbinen, sondern die Vorschrift der Thora in Bezug auf die Lasttiere mitgeteilt."
+ ],
+ [
+ "darf Gurken. קישות bibl. קשאים (Num. 11, 5).",
+ "selbst im Werte eines Denar. Man braucht nicht einmal den Arbeiter zu belehren, dass er nicht zu viel esse, wie die חכמים (weiter unten) meinen.",
+ "denn er würde jede Türe vor sich verschliessen. Es würde ihn Niemand mieten."
+ ],
+ [
+ "bedingen. Gegen eine bestimmte Entschädigung auf das Recht, vom Gegenstande der Arbeit zu essen, Verzicht zu leisten.",
+ "weil diese Verstand haben. Und Verzicht leisten können."
+ ],
+ [
+ "dass sie in seiner vierjährigen Pflanzung arbeiten. Früchte von Bäumen zu pflücken, die im vierten Jahre nach der Pflanzung gewachsen und nach Lev. 19, 24 heilig sind. Solche Früchte müssen entweder in Jerusalem verzehrt oder ausgelöst werden, vgl. Maaser scheni V, Note 1.",
+ "Hat er es ihnen aber nicht kundgetan. Dass er sie zu einer solchen Arbeit mietet, wobei sie von den Früchten nicht essen dürfen.",
+ "Sind seine Feigenkuchen. Die bereits zehntpflichtig sind und nicht gegessen werden dürfen.",
+ "zerfallen. נתפרסו (von פרס teilen) sie haben sich geteilt; er mietet nun die Arbeiter um sie wieder zu verbinden.",
+ "oder seine Fässer. Mit Wein, der zehntpflichtig ist.",
+ "aufgegangen. Und die Arbeiter sollen die Fässer wieder verschliessen.",
+ "Hat er es ihnen aber nicht kundgetan. Dass die Früchte zehntpflichtig sind und nicht gegessen werden dürfen."
+ ],
+ [
+ "Fruchthüter. Die abgepflückte Früchte hüten; dagegen dürfen Hüter von Früchten, die noch am Boden haften, selbst nach dem Landesbrauche nichts davon essen.",
+ "dürfen nach dem Landesbrauche. הלכתא ,הלכה (= משפט): Gebühr, Brauch.",
+ "ein Lohnhüter. Eig. Einer, der Lohn nimmt.",
+ "und ein Mieter. Die Vorschriften über die viererlei Hüter sind in Exod. 22, 6—14 enthalten: VV. 6—8 sprechen vom unentgeltlichen Hüter, VV. 9—12 vom Lohnhüter (vgl. oben III, 1 Note 2), VV. 13—14a vom Entleiher und V. 14b vom Mieter.",
+ "Ein unentgeltlicher Hüter hat bei allen Fällen. Bei denen die Thora die andern Hüter zu zahlen verpflichtet.",
+ "zu schwören. S. III, 1 Note 4.",
+ "der Entleiher muss bei allen Fällen. Sowohl bei Verlust und Diebstahl, als auch bei unabwendbaren Unfällen.",
+ "der Lohnhüter und der Mieter schwören. Dass der angegebene Unfall eingetreten; ausserdem noch nach III, 1 Note 4.",
+ "wenn das Vieh gebrochen. Durch ein wildes Tier beschädigt, 1. König. 13, 28.",
+ "oder gefangen. Von einem bewaffneten Räuber.",
+ "und bezahlen bei Verlust und Diebstahl. Überhaupt bei allen Unfällen, die durch eine bessere Hut abgewendet werden könnten."
+ ],
+ [
+ "einbricht. In die Herde.",
+ "so ist es kein Zwangs-Unfall. D. h. es ist kein unabwendbarer Unfall; daher müssen Lohnhüter und Mieter den vom Wolfe angerichteten Schaden bezahlen.",
+ "Zur Zeit der Schickung der Wölfe. D. h. wenn eine himmlische Schickung die wilden Tiere in bewohnte Gegenden einbrechen lässt. Woran dies zu erkennen ist, wird in Taanit 22a angegeben.",
+ "ist es auch bei einem Wolfe ein Zwangs-Unfall. Weil da das wilde Tier den Menschen wütend anfällt.",
+ "ein Räuber. Der bewaffnet ist (λ
στής).",
+ "so ist es ein Zwangs-Unfall. Obwohl der Hirte ebenfalls bewaffnet ist. Der Räuber setzt sein Leben ein, der Hirte braucht dies nicht zu tun.",
+ "ein Panther. S. Baba kama I, 4 Note 40."
+ ],
+ [
+ "hat er es aber gequält. Durch Hunger, Hitze oder Kälte. Jerusch. liest סכפה anst. סגפה.",
+ "Ist es auf steile Bergspitzen. צוק bibl. מצוק steile Anhöhe.",
+ "gestiegen. Ohne dass er es zurückzuhalten vermochte.",
+ "hat er es aber auf steile Bergspitzen geführt. Ebenso wenn es von selbst hinaufgestiegen und er im Stande war, es zu hindern, und es nicht verhinderte.",
+ "vom Schwure. Bei Zwangs-Unfällen.",
+ "und vom Bezahlen. Bei Diebstahl und Verlust.",
+ "frei zu sein. Dies widerspricht nicht der folgenden Mischila, wonach eine Bedingung, die dem Thoragesetze zuwiderläuft, ungültig ist; denn der Hüter wird erst durch die Übernahme des Viehes stillschweigend zur Hut verpflichtet. Wenn er aber bei der Übernahme ausdrücklich erklärt, in gewisser Beziehung keine Verantwortlichkeit zu übernehmen; so ist er auch nach dem Thora-Gesetze nicht als „Hüter“ zu betrachten."
+ ],
+ [
+ "dessen Bedingung ist ungültig. Selbst wenn es Geldangelegenheiten betrifft, z. B. wer eine Frau sich antraut mit der Bedingung, ihr nicht Kost und Kleidung gewähren zu müssen. Dies ist indessen nur die Ansicht des R. Meïr; nach der rezipierten Halacha hat in Geldangelegenheiten auch eine Bedingung gegen die Vorschrift der Thora ihre Geltung, da Jeder auf Geld Verzicht leisten kann.",
+ "der eine Handlung vorangeht. Gemeint ist nach den meisten Erklärern: Wenn man den Hauptsatz (der die Handlung enthält) dem Bedingungssatze vorangehen lässt, z. B. wenn man sagt: Dieser Gegenstand sei dein, wenn du dies oder jenes tust.",
+ "ist ungültig. Da jede Bedingung dem in Num. 32, 29 f. enthaltenen Muster gleich sein muss (vgl. Kidduschin III, 4), wo der Bedingungssatz vorangeht.",
+ "irgend etwas am Ende zu erfüllen. Im Gegensatz zum Falle des ersten Satzes der Mischna, wo man die Bedingung nicht erfüllen kann, weil es gegen das Thoragesetz verstösst. Implicite ist hier aber auch die Bestimmung enthalten, dass jede sonst unerfüllbare Bedingung keine Geltung hat, z. B. die Bedingung, man solle das Meer zu Fusse überschreiten.",
+ "und man hat ihm dies Anfangs. Im Gegensatz zum Falle des zweiten Satzes der Mischna, wo der Bedingungssatz nicht am Anfange steht."
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+ "Wenn jemand eine Kuh entliehen und deren Eigentümer mit ihr. Zu gleicher Zeit mit ihr, wenn auch zu einer andern Arbeit an einem andern Orte.",
+ "entliehen. Der Eigentümer hat ihm zugesagt, ihm unentgeltlich Dienste leisten zu wollen.",
+ "oder deren Eigentümer mit ihr gemietet. Er hat den Eigentümer zu irgend welchen Dienstleistungen gemietet.",
+ "Wenn sein Herr bei ihm war. D. h. nach der Erklärung der Tradition: Wenn der Eigentümer im Momente des Darleihens in einem bezahlten oder unbezahlten Dienstverhältnisse zum Entleiher gestanden hat.",
+ "so ist er schuldig. Trotzdem der Eigentümer während des Unfalls in seinem Dienste stand, ist er dennoch Ersatz schuldig, weil jener im Momente des Darleihens nicht bei ihm bedienstet war."
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+ " Du musst demnach bezahlen.",
+ "ist sie gestorben. Du musst demnach bezahlen.",
+ "ist sie gestorben. Du musst demnach bezahlen.",
+ "ich weiss nicht. Welche Kuh, resp. zu welcher Zeit die Kuh gestorben ist.",
+ "so ist er schuldig. Nach einer Ansicht gilt überall der Rechtssatz: ברי ושמא ברי עדיף (unter „gewiss“ und „vielleicht“ ist das „gewiss“ besser), d. h. wenn von zwei Prozessierenden der Eine eine „gewisse“ Forderung stellt, der Andere aber nur: „vielleicht (שמא) ist es nicht so“ entgegnet; so ist der im Rechte, der etwas mit Gewissheit behauptet. Die rezipierte Halacha lehrt jedoch: מנה לי בידך והלה אומר איני יודע פטור (Wenn A zu B sagt: „du bist mir eine Mine schuldig“, und B entgegnet: „ich weiss es nicht“; so ist B frei) vgl. B. kama X, 7, Note 35. Nach dieser Halacha gilt die Entscheidung unserer Mischna nur in dem Falle, wo der Entleiher dem Verleiher durch ein Teilgeständnis zum Schwur verpflichtet wird. Es hat nämlich A dem B zwei Kühe auf einen Tag geliehen und auf einen Tag vermietet und es sind beide umgekommen; A fordert nun für beide Bezahlung, indem er mit Gewissheit behauptet, es seien beide am Tage des Darleihens umgekommen; B gesteht seinerseits ein, dass eine Kuh am Leih-Tage umgekommen sei und dass er diese bezahlen müsse, dagegen behauptet er, betreffs der andern Kuh nicht zu wissen, ob der Unfall am Leih-Tage oder am Mietstage stattgefunden. Da nun nach dem Gesetze ein Teilgeständnis die Pflicht auflegt, wegen des in Abrede gestellten Teils zu schwören (vgl. Schebuot VI, 1), so müsste B. betreffs der zweiten Kuh einen Eid leisten, dass sie am Mietstage umgekommen; da er aber wegen der Ungewissheit seiner Behauptung nicht schwören kann, so muss er bezahlen.",
+ "Sagt der Mieter. Er wird hier als „Mieter“ bezeichnet, weil er mit Gewissheit behauptet: שכורה מתה.",
+ "dass die gemietete gestorben ist. Hier stimmen alle überein, dass ברי עדיף („gewiss“ ist besser), da mit der ברי der „Besitz des Geldes“ (חזקת ממון) verbunden ist und man wegen einer zweifelhaften Forderung den Besitzstand nicht ändern kann. Dagegen ist oben in Note 8 der „Besitzer“ (מוחזק) derjenige, der „שמא“ behauptet, und deshalb nicht ברי עדיף.",
+ "dass die gemiethete gestorben ist. Der Talmud wendet dagegen ein, dass dies mit Schebuot VI, 3 im Widerspruch stehe, wonach derjenige, der etwas zugesteht, was ihm gar nicht abgefordert wird (טענו חטין והורה לו בשעורין), von Zahlung und Schwur frei ist, vgl. B. kama III, Note 50. Darauf wird geantwortet: Indem der Vermieter berechtigt ist, dem Mieter den von der Thora vorgeschriebenen Schwur aufzulegen, dass die Kuh auf gewöhnliche Weise umgekommen (s. oben VII, Note 46); so kann er verlangen, dass der Mieter auch seine Aussage, die gemietete und nicht die entliehene Kuh sei umgekommen, in seinem Eide mitbeschwöre. Dies geschieht nach dem Grundsatze, dass die Verpflichtung zum Eide von einer Forderung auch auf eine andere Forderung „hingewälzt“ wird (גלגול שבועה), vgl. Kidduschin I, 5, Schebuot VI, 3.",
+ "so teilen sie. Dies ist die Ansicht des Symmachos; die Weisen dagegen lehren, dass derjenige, der eine Geldforderung an seinen Nächsten stellt, den Beweis zu erbringen hat, s. B. kama V, Note 6."
+ ],
+ [
+ "und dieser schickt sie ihm. Dem Entleiher.",
+ "durch seinen. Des Verleihers.",
+ "Knecht oder Boten des Entleihers. Den er nicht vor Zeugen zu seinem Bevollmächtigten erklärt hat. In diesem Falle ist der Bote nicht als Stellvertreter seines Absenders zu betrachten, obgleich Letzterer eingesteht, dass er ihn gesendet (vgl. Ch. M. 121, סמ״ע 6).",
+ "und sie stirbt. Auf dem Wege, während sie der Bote herbringt.",
+ "durch deinen Knecht. Es ist hier von einem hebräischen Knecht die Rede, denn des kanaanitischen Knechtes Hand ist wie die Hand seines Herrn, und die Sache ist noch im Gebiete und unter der Verantwortlichkeit des Herrn, so lange sie in der Hand seines kanaanitischen Sklaven sich befindet.",
+ "Ebenso verhält es sich beim Zurücksenden. Hat der Verleiher nicht zu ihm gesagt, er solle sie durch einen Boten zurücksenden, so steht sie auf dem Wege noch unter der Verantwortlichkeit des Entleihers; hat aber der Verleiher die Rücksendung durch einen Boten verlangt, dann ist der Entleiher von jeder Verantwortung frei, sobald er sie dem Boten übergeben. Alle Fälle unserer Mischna gelten nur für die Zeit, auf die er die Sache entliehen; nach dieser Zeit ist der Entleiher nur als Lohnhüter zu betrachten und selbst dann frei, wenn die Sache in seinem Hause durch אונס zu Grunde geht."
+ ],
+ [
+ "Hat jemand eine Kuh gegen einen Esel vertauscht. Und er hat den Esel an sich gezogen (durch משיכה sich angeeignet). Dadurch wird die Kuh, obgleich sie noch in seinem Hause ist, Eigentum des Andern, s. oben IV, 1, Note 9.",
+ "oder hat jemand seine Sklavin verkauft. Und hat für sie den Kaufpreis empfangen; dadurch wird sie Eigentum des Käufers, obgleich sie noch im Hause des Verkäufers sich befindet, s. Kidduschin I, 3. Eine Kuh wird dagegen nicht durch Geld, sondern nur durch משיכה erworben, und es kann, wenn jemand eine Kuh verkauft und sie gebiert, kein Zweifel entstehen, ob die Geburt vor oder nach dem Verkauf stattgefunden; deshalb steht im ersten Falle המחליף und im zweiten המוכר.",
+ "so theilen sie. Dies ist die Ansicht des Symmachos, oben Note 12. Nach den Rabbinen muss der Käufer den Beweis erbringen, da der Verkäufer der frühere Besitzer (מרא קמא) war.",
+ "so hat er den grossen erworben. Nach dem Talmud gilt diese Bestimmung nur in dem Falle, wenn A behauptet, dem B das Kaufgeld für einen grossen Knecht, resp. für einen grossen Acker gegeben zu haben, und B darauf erwidert, er wisse nicht, ob er soviel Geld erhalten habe oder weniger (das Kaufgeld für einen kleinen). Da nun B wegen seines Teilgeständnisses schwören müsste, aber wegen seines Zweifels nicht schwören kann, so muss er bezahlen, s. oben Note 8. Falls dagegen A von B den Knecht oder den Acker selbst forderte, wäre B nicht verpflichtet zu schwören, nach Note 11, und ausserdem, weil man wegen Grundstücke und Knechte nicht zu schwören braucht, s. Schebuot VI, 5.",
+ "so gehört ihm nur der kleine. In diesem Falle ist „gewiss“ besser als „vielleicht“, nach Note 10.",
+ "Sagt der Eine. Der Käufer.",
+ "und der Andere. Der Verkäufer.",
+ "so schwöre der Verkäufer. Falls von ihm das Kaufgeld für einen grossen Knecht gefordert wird, nach Note 22.",
+ "so teilen sie. Ansicht des Symmachos, Note 12."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seine Ölbäume zu Holz verkauft. Ohne dass er bestimmt hat, wann sie der Käufer fällen soll.",
+ "Früchte. Indem sie der Käufer im Felde stehen liess.",
+ "gibt. Die Oliven sind so schlecht, dass man von einem Seah (c. 12 Liter) derselben, nach Abzug der Unkosten fürs Pflücken und Pressen, kein Viertel Log (ca. ⅛ Liter) Öl gewinnt.",
+ "so gehören diese dem Eigentümer. Dem Käufer.",
+ "der Ölbäume. Da man auf eine solche Kleinigkeit verzichtet.",
+ "so teilen sie. Da beim Verkaufe nicht bestimmt wurde, wann die Bäume gefällt werden sollen. Wäre bestimmt worden, dass die Bäume sofort zu fällen seien, so gehörte der Ertrag in jedem Falle dem Feld-Eigentümer. Hätte andererseits der Käufer sich ausbedungen, die Bäume, wann er wollte, fällen zu dürfen; so gehörte in jedem Falle der Ertrag dem Käufer.",
+ "Hat ein Strom seine Ölbäume weggeschwemmt und in das Feld seines Nächsten versetzt. Und sie haben dort Wurzel gefasst und Früchte getragen.",
+ "so teilen sie. Nach dem Talmud sind an den Bäumen soviel Erdschollen von ihrem ersten Pflanzungsorte hängen geblieben, dass sie durch diese Schollen zwar keine Früchte tragen, aber weiter vegetieren könnten, so dass nach Mischna Orlah I, 3 an der zweiten Pflanzungsstelle die Orlah-Pflicht nicht beobachtet zu werden braucht. Es handelt sich ferner hier nur um die Früchte der drei ersten Jahre nach der Einwurzelung in dem fremden Felde, die, obgleich hauptsächlich durch das Feld hervorgebracht, dennoch der Feldbesitzer wegen des Verbotes von Orlah nicht hätte gebrauchen dürfen, wenn nicht die früheren Erdschollen an den Wurzeln geblieben wären. Deshalb teilen sie den Ertrag. Was aber nach drei Jahren wächst, gehört ganz dem Feldbesitzer, da er ja selbst hätte Bäume pflanzen und nach drei Jahren die Früchte geniessen können. Er hat nur den Wert der Ölbäume an deren Eigentümer zu entrichten."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinem Nächsten ein Haus in der Regenzeit vermietet. Ohne Zeitbestimmung.",
+ "In der Sommerzeit (muss man) dreissig Tage (zuvor aufkündigen. Ebenso muss er mindestens 30 Tage vor dem Hüttenfeste, nämlich am 15. Ellul, kündigen, wenn er den Mieter im Winter vor Pesach ausziehen heissen will.",
+ "In grossen Städten. Wo eine Wohnung schwer zu finden ist.",
+ "muss man) sowohl in der Sommerzeit als in der Regenzeit zwölf Monate (zuvor kündigen. Dieselbe Kündigungszeit gilt auch, wenn der Mieter aufkündigen will.",
+ "muss man) sowohl in kleinen als in grossen Städten zwölf Monate (zuvor kündigen). R. Simon, Sohn Gamliels, sagt: Einen Bäcker- oder Färber-Laden (muss man) drei Jahre (vorher kündigen. Weil man da den Kunden auf lange Zeit zu borgen pflegt."
+ ],
+ [
+ "Riegel. נגר vgl. Erubin X, Anm. 55—56.",
+ "die eine Handwerksarbeit ist. Z. B. Fenster.",
+ "Der Mist. Von fremden Ochsen, die in den Hof kommen.",
+ "gehört dem Hausherrn. Der Mist von den Tieren des Mieters dagegen gehört dem Mieter.",
+ "was aus dem Backofen und dem Kochherde kommt. Die Asche."
+ ],
+ [
+ "und das Jahr wird zum Schaltjahr gemacht. Es wird ein Monat eingeschaltet, so dass das Jahr 13 Monate hat, s. Sanhedrin I, 2.",
+ "so ist es zu Gunsten des Mieters ein Schaltjahr. Er braucht wegen des Schaltmonats nicht mehr Miete zu bezahlen.",
+ "Hat er es ihm auf Monate vermietet. D. h. er bedang so und so viel Mietszins pro Monat.",
+ "so ist es zu Gunsten des Vermieters ein Schaltjahr. Er bekommt auch den Mietzins für den Schaltmonat.",
+ "Es geschah einst. Hier ist noch folgende Bestimmung vorauszusetzen: „Wenn der Mietsvertrag zwei einander widersprechende Stipulationen enthält, so teilen sie den in Frage stehenden Betrag“. — Dazu wird als Beweis die Begebenheit von Zippori angeführt.",
+ "in Zippori. Sepphoris.",
+ "um zwölf Gold-Denar auf ein Jahr. Wonach auch für ein Schaltjahr nur 12 Gold-Denar zu zahlen wären.",
+ "um einen Gold-Denar monatlich. Nach diesem zweiten Ausdruck wären für ein Schaltjahr 13 Gold-Denar zu zahlen.",
+ "Sie sollen den Mietzins des Schaltmonats teilen. Er zahlt für den Schaltmonat ½ Denar, weil es zweifelhaft ist, ob wir uns nach dem ersten oder nach dem letzten Ausdrucke richten sollen. Nach der rezipierten Halacha wird dagegen ein derartiger Fall zu Gunsten des im Besitze des Hauses befindlichen Vermieters entschieden, und der Mieter muss den Mietzins für den Schaltmonat ganz bezahlen."
+ ],
+ [
+ "so ist er. Der Vermieter.",
+ "verpflichtet ihm. Dem Mieter.",
+ "War es Ein Haus. Eine Stube.",
+ "und er darf sie auch nicht vermehren. Die Bestimmungen der Mischna gelten, wie der Talmud lehrt, nur dann, wenn der Vermieter dem Mieter ein Haus gezeigt und zu ihm gesagt hat: „Ich vermiete dir ein Haus wie dieses (בית כזה).“ Hätte er aber gesagt: „ich vermiete dir dieses Haus (בית זה)“, dann brauchte er, wenn es einstürzt, ihm kein anderes herzustellen (s. oben VI, 3, Note 23). Hätte er wieder gesagt: „ich vermiete dir ein Haus“ (ohne nähere Bestimmung), so dürfte er das neu hergestellte Haus nach Belieben ändern.",
+ "es sei denn mit Beider Einwilligung. Wenn auch der Mieter in die Änderung einwilligt."
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+ ],
+ [
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+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Der Übernehmer kann sein: 1) ein אריס (Feldbauer, oben V, Note 73), der dem Grundherrn eine Quote des Ertrags (½, ⅓, oder ¼) abliefert; 2) ein הוכר (ar. حكر pachten), ein Pächter, der dem Grundherrn einen festbestimmten Pachtzins in Feldfrucht (z. B. 10 Kor Weizen jährlich) zu geben hat; 3) ein שוכר (Mieter) der einen festbestimmten Pachtzins in Geld bezahlt. Die erste Bestimmung unserer Mischna gilt in allen drei Fällen.",
+ "hinterher. Nach der Ernte.",
+ "zu pflügen. Um die Wurzeln des Unkrauts zu vernichten.",
+ "So wie sie. Der Grundherr und der אריס.",
+ "so teilen sie auch die Reben und die Stäbe. An die man die Reben bindet.",
+ "und. Dieser Satz dient zur Begründung des vorhergehenden.",
+ "beide müssen die Stäbe liefern. ספק s. oben VII, 1, Note 7. Vielleicht aber hier wie oben das hebr ספק (ar. سغق und صغق) zusammenschlagen, verbinden."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als אריס oder חוכר.",
+ "und es ist ein Bewässerungs-Feld. בית השלחין ein Feld, das man künstlich bewässern muss. Das Wort שלחין erklärt der Talmud in Moëd k. 2a vom aram. שלהי, müde sein (vgl. ארעא משלהיא, lechzendes Land, in Targ. Jes. 25, 5); in Baba batra 68a dagegen wird es von שלח מים Wasser ausgiessen (Job. 5, 10) abgeleitet. Ferner wird dort בית השלחין nach שלחיך in HL. 4, 13 als „Gartenland“ gefasst. Neuere erklären es vom arab. سلح Regenwasser, das in Teichen gesammelt ist, womit die Felder getränkt werden, vgl. Neh. 3, 15: ברכת השלח.",
+ "oder ein Baumfeld. So dass es durch die Bewässerung-Anlagen und die Bäume für den Pächter einen höhern Wert hat.",
+ "wenn die Quelle. Die zur Bewässerung des Feldes dient.",
+ "ihm von der Pacht nichts abziehen. Weil er nicht ausdrücklich erklärt hat, dass er es nur mit der Quelle oder mit den Bäumen pachtet."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als אריס.",
+ "und es brach liegen lässt. St. בור; das Hif’il הוביר wie אובין Ab. sara III, 5. Jerusch. liest: אם משזכה בה הבירה wenn er, nachdem er es in Besitz genommen, es brach liegen lässt.",
+ "denn so pflegte man dem Grundherrn zu verschreiben. Weil man gewöhnlich so verschreibt, daher gilt dies selbst, wenn man es nicht ausdrücklich verschrieben hat (Tosaphot).",
+ "Wenn ich brach lasse und nicht bearbeite. „Wenn ich entweder ganz brach lasse, oder wenn ich nicht so bearbeite, wie es sich gehört.“",
+ "so zahle ich vom Besten. So viel als das Feld tragen würde, wenn es bestens bearbeitet wäre."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als חוכר.",
+ "und es nicht ausjäten. Oben V, Note 84.",
+ "was kümmerts dich. Oben III, Note 34.",
+ "da ich dir die Pacht dafür gebe. „Es ist ja nur mein Schade, wenn weniger wächst!“",
+ "und es bringt mir Unkraut hervor. Im nächsten Jahre, indem jetzt der Same der Kräuter zur Erde fällt; es würde daher auch nichts nützen, wenn er nach der Ernte das Feld umpflügen wollte."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als אריס.",
+ "und es ist nicht ergiebig. So dass der אריס nicht weiter darin arbeiten will.",
+ "wenn man aus dem Ertrage einen Haufen. D. i. zwei Seah Getreide nach Abzug aller Ausgaben.",
+ "Was für eine Massbestimmung gibt ein Haufen. Es kommt ja auch auf die Grösse des Feldes an!",
+ "wenn der Ertrag so viel wie die Aussaat ist. Dass man vom Ertrage das nächste Jahr das Feld besäen könnte. Jerusch. liest: כדי ניפלה in Peah V, 1 כדי נפלה. Nach dem Talmud ist dies 4 Seah für einen Kor, d. i. ¹⁄₄₅ des gewöhnlichen Ertrags."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als חוכר.",
+ "ausgedroschen worden. Targ. zu שדופות (Gen. 41, 6): שקיפן, ausgeschlagen.",
+ "wenn es eine Landplage ist. Die meisten Felder dieser Gegend sind geschlagen.",
+ "etwas. Nach Verhältnis des Schadens.",
+ "kann er ihm von der Pacht nichts abziehen. Denn es ist des Pächters Unglück.",
+ "kann er in jedem Falle ihm von der Pacht nichts abziehen. Denn über das Geld ist das Missgeschick nicht verhängt worden."
+ ],
+ [
+ "und es ist geschlagen. Das Getreide ist schlecht.",
+ "so kann er ihm. Dem Grundherrn.",
+ "geben. Er braucht nicht schönes Getreide zu geben."
+ ],
+ [
+ "Wer von seinem Nächsten ein Feld übernimmt. Als חוכר oder שוכר.",
+ "der darf es nicht mit Weizen besäen. Da Weizen dem Boden mehr Kraft entzieht als Gerste.",
+ "verbietet es. Denn es ist für das Feld schädlich, wenn man es jedes Jahr mit einer andern Getreideart besäet; vielleicht hatte nun der Eigentümer im vorigen Jahre Weizen gesäet und will jetzt keine Gerste säen lassen.",
+ "so darf er es nicht mit Hülsenfrüchten besäen. Weil Hülsenfrüchte dem Boden mehr Kraft entziehen als Getreide.",
+ "so darf er es mit Getreide besäen. (Nach anderer LA. umgekehrt. So liest auch Jerusch."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld auf wenige Jahre. Auf weniger als 7 Jahre, und zwar als חוכר.",
+ "so darf er es nicht mit Flachs besäen. Weil Flachs den Boden besonders schwächt und dessen Wurzeln 7 Jahre in der Erde bleiben.",
+ "und es gehört ihm nichts von den Balken der Sykomore. שקמה der Maulbeerfeigenbaum (ficus sycomorus), dessen Äste abgehauen und zu Gebäude-Balken verwendet werden. Diese Äste wachsen wieder, aber erst nach 7 Jahren können sie als Balken gebraucht werden; wer nun auf weniger als 7 Jahre ein Feld gepachtet, hat stillschweigend die Balken der Sykomore nicht beansprucht.",
+ "so darf er im ersten Jahre es mit Flachs besäen und Balken von Sykomoren abhauen. Da sie bis zu seinem Austritt wieder wachsen werden."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld auf eine Jahrwoche. שבוע heisst in der Mischna eine Jahrwoche, septennium, wie in Dan. 9, 24 ff.",
+ "so ist das Schabbath-Jahr mit darin begriffen. Und er kann ihm wegen des Schabbatjahres nichts abziehen."
+ ],
+ [
+ "Ein für den Tag Gemieteter kann die ganze Nacht. Die auf den Tag folgt.",
+ "erheben. גבה (syr. ܓܒܳܐ) einkassieren, wegnehmen.",
+ "ein für die Nacht Gemieteter kann den ganzen Tag. Nach der Nacht.",
+ "den Lohn erheben. Diese beiden Bestimmungen ergeben sich aus den beiden Versen: „du sollst den Lohn des Mietlings nicht bis zum Morgen bei dir übernachten lassen“ (Lev. 19, 13) — und „an seinem Tage sollst du ihm seinen Lohn geben, lasse darüber nicht die Sonne untergehen“ (Deut 24, 15). Da nun nach dem Gesetze der Mietslohn erst nach Vollendung der Mietszeit bezahlt werden muss, so erklärt der Talmud: Der erste Vers handelt vom Tages-Mietling (שכיר יום), dessen Zahlungszeit die ganze folgende Nacht ist und bei dem man, im Falle der Nichtzahlung bis zum Morgen, das Verbot לא תלין übertreten hat; der zweite Vers handelt wieder vom Nacht-Mietling (שכיר לילה), dessen Zahlungszeit der ganze folgende Tag ist und bei dem man, falls man bis zum Sonnenuntergang nicht zahlt, das Verbot לא תבא עליו השמש übertritt.",
+ "erheben. Wenn seine Mietszeit am Tage zu Ende ist, so ist der Rest des Tages die Zeit seiner Lohnzahlung; endigt seine Arbeitszeit in der Nacht, so ist der Rest der Nacht als Zahlungszeit zu betrachten.",
+ "den ganzen Tag. Den Rest des Tages.",
+ "so kann er die ganze Nacht und den ganzen Tag. Nach Note 52 sollte hier auch nur der Rest der Nacht als Zahlungszeit bestimmt werden. In der Tat ist dies auch die Ansicht des R. Jehuda in einer Baraita. Die hier gegebene Bestimmung der Mischna ist die Ansicht des R. Simon."
+ ],
+ [
+ "an seinem Tage sollst du seinen Lohn geben. Deut. 24, 15.",
+ "du sollst den Lohn des Mietlings nicht bis zum Morgen bei dir übernachten lassen. Lev 19, 13.",
+ "gilt dies)? Wenn er von ihm (den Lohn) gefordert hat; hat er von ihm nichts gefordert, so übertritt er nicht (die Vorschriften. Denn es heisst: אתך (bei dir), d. h. durch deinen Willen, nicht aber, wenn es durch des Tagelöhners Willen geschieht.",
+ "Hat er ihn. Mit dessen Einwilligung.",
+ "an einen Krämer oder an einen Wechsler angewiesen. מחה nach Num. 34, 11 stossen (intransit.), daher המתה stossen (transit.); המחהו אצל פ׳: er hat ihn zu jem. hingestossen, an jem. angewiesen. Eine andere Erklärung s. Erubin V, Note 31",
+ "die Vorschriften. Denn nur wenn der Lohn „bei dir“ (אתך) ist, bist du zu zahlen verpflichtet, nicht aber wenn du ihn an einen Andern angewiesen.",
+ "in seiner Zeit. In der oben, Mischna 11, bestimmten Zahlungszeit.",
+ "den Lohn fordert. Und der Arbeitgeber behauptet, denselben bereits ganz oder zum Teil bezahlt zu haben.",
+ "schwört und bekommt gezahlt. Von Rechtswegen hätte der Arbeitgeber seine Aussage beschwören müssen, um sich von der Zahlung zu befreien (Schebuot VII, 1), allein da dieser wegen seiner vielen Geschäfte oft irrtümlich bezahlt zu haben glaubt, lässt man lieber den Tagelöhner schwören.",
+ "so kann er nicht schwören und gezahlt nehmen. Sondern der Arbeitgeber schwört und ist frei; denn am Ende des Zahlungstermins überlegt es dieser genau und erinnert sich, ob er bezahlt hat oder nicht, da er nicht das Verbot לא תלין übertreten will.",
+ "dass er ihn zur Zeit. Am Ende seiner Zahlungszeit.",
+ "gefordert hat. Und dass der Arbeitsgeber zu ihm gesagt hat, er werde ihm später zahlen.",
+ "so schwört er und bekommt gezahlt. Nach der Halacha gilt dies nur eine עונה (d. i. ein Tag oder eine Nacht) nach der Forderung.",
+ "Hinsichtlich eines Beisass-Proselyten. Vgl. oben V, Note 54.",
+ "an seinem Tage sollst du ihm seinen Lohn geben. Denn es heisst dort (Deut. 24, 14): „von deinem Fremdling, der in deinem Lande in deinen Toren ist“ — d i. der Torproselyte.",
+ "du sollst den Lohn des Mietlings nicht bis zum Morgen bei dir übernachten lassen. Denn dabei steht nichts vom Thorproselyten, sondern es heisst dort vorher (Lev. 19, 13) רעך. Im Talmud wird jedoch eine Ansicht angeführt, dass auch dieses Verbot zu Gunsten eines Beisass-Proselyten gültig ist; so lehrt auch der Traktat Gerim III, 2."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seinem Nächsten geliehen hat. Und dieser bezahlt nicht zum Zahlungstermin.",
+ "so darf er ihn. Selbst ausserhalb seines Hauses.",
+ "nur durch das Gericht. Das seinen Boten sendet, um den Schuldner zu pfänden.",
+ "Man. Selbst der Gerichtsbote.",
+ "Hatte er zwei Geräte. Die Schuld beträgt so viel, als beide wert sind; aber der Schuldner bedarf eines zu seinem Gebrauche.",
+ "und das andere muss man lassen (and. LA.: wiedergeben. So liest auch Raschi und fasst den folgenden Satz מחזיר הכר als Erklärung dieses Satzes. Die zwei Geräte sind dann solche, wovon eins am Tage und das andere Nachts gebraucht wird.",
+ "man muss die Decke. כר Unterdecke, worauf man liegt (Tos. Ab. sara 65a); gewöhnlich übersetzt man: Kissen.",
+ "zur Nacht und den Pflug. Nach Einigen darf der Pflug nur in der Nacht gepfändet werden, aber nicht am Tage, da er ebenso wie die Handmühle (weiter unten) zur Bereitung der Lebensmittel gehört. Nach Andern ist מחרישה hier „eine Bürste“, die man am Tage zum Abreiben des Körpers im Bade gebraucht.",
+ "braucht man es seinen Erben nicht wiederzugeben. Denn es heisst (Deut. 24, 13): „Du sollst ihm das Pfand zurückgeben; das Wort לו (ihm) schliesst die Erben aus.",
+ "Auch ihm selbst braucht man es nur bis dreissig Tage. D. i. die vom Gerichte gewöhnlich gewährte Frist (Raschi nach Talmud 118a). Nach ראב״ד, weil ein Darlehen ohne bestimmten Zahlungstermin (סתם הלואה) auf 30 Tage gegeben wird.",
+ " Nach dem ersten Tanna (תנא קמא) darf es nicht verkauft werden, falls es der Schuldner braucht; sondern es muss immer zur Zeit des Gebrauchs zurückgegeben werden. Das Pfand gewährt dem Gläubiger dennoch die Vorteile, dass die Schuld im Erlassjahr nicht verfällt (Schebiit X, 2) und dass der Schuldner die Schuld nicht ableugnen kann, wenn das Pfand ihm stets nur vor Zeugen zurückgegeben wird.",
+ "Eine Witwe. Nach סמ״ע auch eine geschiedene Frau (גרושה); nach ט״ז jede Frau, auch eine Jungfrau.",
+ "nicht pfänden. Gegen R. Simon, der es nur bei einer armen verbietet, weil der Gläubiger dieser das Pfand immer zurückbringen müsste und sie durch diesen steten Verkehr in übeln Ruf bringen könnte.",
+ "Du sollst das Kleid einer Witwe nicht pfänden. Nach der Mischna ist es nicht gestattet, ein allgemein lautendes Gesetz durch Unterlegung eines Motivs in beschränktem Umfange aufzufassen (לא דרשינן טעמא דקרא).",
+ "übertritt ein Verbot und ist wegen zweier Geräte schuldig. Er erhält zweimal die Geisselstrafe (מלקות), obwohl die beiden Geräte zu Einem Gebrauche dienen.",
+ "Man soll nicht den untern. רחיים nach der Trad. „der untere Mühlstein“, der mit dem Gestelle der Handmühle verbunden ist.",
+ "mit welchen man Lebensmittel bereitet. Z. B. Backtröge, Kochtöpfe.",
+ "weil man das Leben pfändet. Die ganze Mischna handelt nur von dem Falle, dass der Gläubiger dem Schuldner ein Pfand abnimmt, um sich dadurch wegen seines Darlehens zu versichern; will aber der Gläubiger, nachdem der Zahlungstermin gekommen ist, seine Schuld eintreiben, dann braucht er die obigen Vorschriften nicht zu beobachten; er hat nur dem Schuldner an Nahrungsmitteln, Kleidung, Handwerkszeug und Mobiliar soviel zu lassen, als er zu seiner Existenz notwendig bedarf, מסדרין לבעל חוב (Talmud 113b)."
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+ "die Zweien gehören. Das Haus (das Erdgeschoss) gehört einem und der Söller (das obere Stockwerk) dem Andern.",
+ "so teilen sie. Nach Verhältnis der ihnen gehörigen Teile.",
+ "welche. אלו welche s. II, 1.",
+ "Steine geeignet waren. Jerusch. liest ראויות st. הראויות.",
+ "zerbrochen zu werden. Wenn ein Teil der Steine zertrümmert ist und jeder von beiden die ganzen Steine beansprucht, muss man erwägen, welche Steine wahrscheinlich zertrümmert wurden. Ist nämlich das Gebäude vom Grunde aus geborsten und auf seine Stelle niedergesunken, so sind wahrscheinlich die untern Steine zertrümmert worden; ist dagegen der obere Teil erschüttert worden und weit fort gestürzt, so sind wahrscheinlich die obern Steine gebrochen. Die erste Bestimmung dagegen, dass sie die Steine teilen, handelt nach dem Talmud von einem Falle, wo die Steine weggeräumt wurden und man nicht mehr entscheiden kann, in welcher Weise der Einsturz erfolgt ist.",
+ "Wenn Einer von ihnen einen Teil seiner Steine. Die ganz geblieben und grösser oder besser sind als die andern.",
+ "so nimmt er sie. Wenn der andere wenigstens einen Teil seiner Forderung zugesteht, obwohl er Betreffs des Übrigen nichts zu wissen behauptet, s. oben VIII, Note 8.",
+ "und sie werden ihm angerechnet. Indem der andere dafür andere ganze Steine nach Verhältnis bekommt."
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+ "bewohnt. Die Mischna handelt von dem Falle, dass ein Hausbesitzer seinen Söller einem Andern vermietet hat mit den Worten: „ich vermiete dir diesen Söller über diesem Hause“, so dass er, wenn dieser einstürzt (nach VIII, 9, Note 57) nicht verpflichtet ist, ihm eine andere Wohnung zu geben.",
+ "und der Söller bricht ein. Vom Fussboden des Söllers ist ein Stück von 4 Handbreiten im Quadrat durchgebrochen.",
+ "so kann der Bewohner des Söllers hinabgehen und unten wohnen. Denn der Hausherr hat bei der Vermietung das Erdgeschoss für den Söller zur Verfügung gestellt, da er „den Söller dieses Hauses“ vermietet hat.",
+ "Der Untere gibt das Gebälk. Die Balken und die Bretter darüber.",
+ "und der Obere den Estrich. מעזיבה, von עזב, vgl. Neh. 3, 8, (ar. زعب stossen, füllen, gefüllt sein). Es ist der Estrich (pavimentum), der über das Gebälk gelegt wird und nach R. Jose den Zweck hat, die Gruben und Unebenheiten im Gebälke auszufüllen, weshalb dies der Obere herstellen muss. Nach dem ersten Tanna dagegen dient der Estrich dazu, das Gebälk zu festigen, dass es nicht schwanke, weshalb der Untere auch dies herzustellen hat."
+ ],
+ [
+ "die Zweien gehören. Wie oben Note 1.",
+ "und der Herr des Söllers den Herrn des Hauses zu bauen. Die untern Wände und das Gebälk darüber.",
+ "so kann der Herr des Söllers das Haus. Das Erdgeschoss.",
+ "bis er ihm seine Auslagen erstattet. Dann zieht er aus und baut seinen Söller.",
+ "Es würde dieser dann. Wenn er ihm die Auslagen zurückerstattet.",
+ "gewohnt haben und ihm Miete zahlen müssen. Da er vom Hause des Nächsten einen Nutzen gehabt, so muss er, obgleich jener sein Haus nicht bauen wollte und somit keinen Schaden hatte, die Miete bezahlen.",
+ "den Söller bedachen. So dass der Söller bewohnbar ist. Er hat dann keinen Nutzen, wenn er auch im Erdgeschosse wohnt, da ihm ja sein Söller zur Wohnung bereit steht.",
+ "und im Hause. Im Erdgeschoss. Die Tos. lesen: בתוכה st. בבית; er wohnt in seinem Söller, lässt aber den andern nicht ins Erdgeschoss ziehen, bis er ihm die Auslagen erstattet. Im Erdgeschoss darf er aber nicht wohnen, da er doch den Nutzen hätte, nicht die Treppen hinaufsteigen zu müssen."
+ ],
+ [
+ "Ebenso wenn eine Ölpresse. בית הבד, das Haus der Ölpresse (syr. ܒܕܳܐ",
+ "in einen Felsen gebaut und darüber ein Garten ist. Die Presse gehört Einem, und der Garten einem Anderen.",
+ "welcher einbricht. 4 Handbreiten im Quadrat, wie oben Note 10.",
+ "bis der andere über seiner Ölpresse Wölbungen. כיפה (von כוף, biegen) Gebogenes, Wölbung.",
+ "macht. Worauf der Gartenbesitzer Erde legen und säen kann.",
+ "so ist man vom Ersatze frei. Da der Schaden durch höhere Gewalt (אונס) entstanden und er ihn nicht verhüten konnte.",
+ "Hat man. Das Gericht.",
+ "ihm eine Frist. Die Frist des Gerichts ist 30 Tage."
+ ],
+ [
+ "Wenn die Wand des Einen dicht am Garten seines Nächsten stand und umfiel. In den Garten hinein.",
+ "und er. Der Eigentümer der Wand.",
+ "sie seien dir überlassen. הגיעוך eig. sie mögen dich treffen, dir zufallen.",
+ "so hört man nicht auf ihn. Er muss sie wegräumen, wenn der Gartenbesitzer sie nicht nehmen will.",
+ "nachdem jener es angenommen hat. Und sie in des andern Gegenwart weggeräumt hat.",
+ "hier hast du. הילך = הי לך, siehe, für dich, hier hast du.",
+ "bei ihm in Stroh und Stoppeln zu arbeiten. In seinem Felde aufzulesen.",
+ "so hört man nicht auf ihn. Denn er muss ihm den bedungenen Lohn in Geld bezahlen.",
+ "nachdem Jener es angenommen hat. Und es sich angeeignet hat.",
+ "ein anderer düngen. Damit der Dünger nicht auf der Strasse liegen bleibe.",
+ "Man darf im öffentlichen Gebiete nicht Lehm einweichen. Weil man ihn gewöhnlich viele Tage weichen lässt.",
+ "und nicht Ziegel streichen. Weil man diese lange liegen lässt, bis sie trocken werden.",
+ "man darf jedoch Lehm kneten. Um ihn sofort zum Baue zu verwenden.",
+ "aber keine Ziegel. Man darf nicht auf der Strasse Lehm zu Ziegeln kneten, wenn auch die Bereitung der Ziegel im Hofe stattfindet.",
+ "ein anderer bauen. Damit man sie gleich, nachdem sie gebracht werden, zum Baue verwende.",
+ "Man darf auch. Im öffentlichen Gebiete.",
+ "seine Arbeit dreissig Tage vorher vorbereiten. Ohne wegen eines dadurch entstehenden Schadens ersatzpflichtig zu sein."
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+ "Gärten. Die Zweien gehören.",
+ "ist. Der eine liegt auf einem Berge, und der andere im angrenzenden Tale.",
+ "und Kraut zwischen ihnen. Auf dem steilen Abhang des Berges.",
+ "Es gehört dem Obern. Weil es von seiner Erde die Nahrung zieht.",
+ "Es gehört dem Untern. Weil es in seinem Luftraum wächst.",
+ "Wenn der Obere seine Erde wegnehmen wollte, so wäre doch hier kein Kraut! Da sagte R. Jehuda: Wenn der Untere seinen Garten (mit Erde. Jerusch. liest עפר nach גינתו.",
+ "Da beide einander wehren. Das Wachsen dieses Krauts verhindern. מחה, stossen, verwehren, s. oben IX, 12, Note 59.",
+ "woher dieses Kraut lebt. Seine Nahrung zieht.",
+ "gehört ihm. Weil es von seiner Erde die Nahrung saugt, wie B. Meïr sagt.",
+ "und das Übrige gehört dem Untern. Denn dies hat der Obere zu Gunsten des Untern preisgegeben, da er sich schämt, um Erlaubnis zu bitten, in seines Nächsten Garten gehen zu dürfen, um dieses Kraut zu pflücken."
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Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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+ "Wenn das Gericht. Von welchem Gerichte hier die Rede ist, wird am Schlusse des Abschnitts (M. 5) gelehrt.",
+ "entschieden hat. Nur wenn es die Entscheidung als Norm für die Praxis gegeben mit den Worten: מותרין אתם לעשות, ihr dürfet so handeln.",
+ "Eines von allen in der Tora vorgeschriebenen Geboten. Dessen vorsätzliche Übertretung mit Ausrottung (ברת) bestraft wird.",
+ "und ein Einzelner geht hin und handelt aus Versehen nach ihrem Ausspruch. Er meint, das Gericht habe es mit Recht erlaubt. — Dagegen gilt folgende Bestimmung nicht, wenn sein Versehen nicht durch den Ausspruch des Gerichtes veranlasst ist; z. B. wenn das Gericht Unschlitt (חלב) erlaubt hat, und Jemand aß solches, indem bei ihm gesetzlich erlaubtes Fett (שומן) irrtümlich mit חלב vertauscht wurde.",
+ "mögen sie. Die Richter.",
+ "selbst so gehandelt haben und er mit ihnen. Zu gleicher Zeit.",
+ "so ist er. Der Einzelne.",
+ "frei. Vom Sündopfer. Ob in diesem Falle das Gericht schuldig ist, ein Opfer zu bringen, ist zweifelhaft, vgl. Asulaï שער יוסף zu 2 b.",
+ "weil er von dem Gerichte abhängig war. Nach dem Talmud ist dies nur die Ansicht des R. Jehuda; dagegen sind die Weisen der Ansicht, dass ein Einzelner selbst dann schuldig ist, ein Sündopfer zu bringen, wenn er der Entscheidung des Gerichtes gefolgt ist. Die Entscheidung des Gerichtes (und zwar des Obergerichtes) ist in Bezug auf das Opfer nur dann von Einfluss, wenn die Majorität der Nation dadurch sich vergangen hat, und zwar entweder die Majorität der in Palästina anwesenden jüdischen Bevölkerung (Talm. 3 a), wenn diese auch nur die Majorität eines einzigen Stammes ist, oder die Majorität der Stämme (wobei Ephraïm und Menascheh nur als Ein Stamm gelten), wenn diese auch nur eine Minderzahl der Bevölkerung umfasst, (5 af). Für einen solchen Fall ist das Opfer in Lev. 4, 13 ff. vorgeschrieben, worüber Näheres weiter M. 5.",
+ "geht hin und handelt nach ihrem Ausspruch. Indem er irrtümlich meint, man müsse auch dann dem Ausspruche der Weisen gehorchen, wenn diese irrtümlich falsch entschieden haben. — Im Sifre zu Deut. 17, 11 (cit. von Raschi das.), wird in der Tat gelehrt, man müsse dem Obergerichte auch dann gehorchen, wenn dieses in seiner Entscheidung gefehlt hätte. Über den Widerspruch zwischen diesem Sifre und unserer M. vgl. Asulaï zu 2b und meine Abhandl.: „Der oberste Gerichtshof“ S. 9 ff.",
+ "mögen sie. Die Richter.",
+ "selbst so gehandelt haben und er mit ihnen. Zu gleicher Zeit.",
+ "so ist er schuldig. Ein Sündopfer.",
+ "weil er nicht vom Gerichte abhängig war. D. h. da er die Entscheidung des Gerichtes nicht für richtig gehalten hatte.",
+ "Wer nach eigener Einsicht handelt. Darunter ist auch derjenige verstanden, der sonst die Autorität des Gerichtes nicht zu beachten pflegt (מבעט בהוראה) und demnach nur, seiner eigenen Einsicht folgend, die Sünde begangen hat."
+ ],
+ [
+ "Hat das Gericht entschieden. Und die Majorität der Nation hat bereits diese Entscheidung praktisch befolgt.",
+ "und Jemand. Der nicht weiß, dass die Entscheidung vom Gerichte widerrufen worden ist.",
+ "Simon frei. Denn da die Entscheidung des Gerichtes bereits allgemein verbreitet war, so ist der Einzelne, der sich danach richtet, nicht schuldig.",
+ "Eleasar. Die richtige LA. ist ר׳ אלעזר, vgl. Asulaï.",
+ "Es ist zweifelhaft. Ob dieser eine durch ein Sündopfer zu sühnende Sünde begangen hat, oder nicht. Er muss daher das wegen einer zweifelhaften Sünde in Lev. 5, 17 f. vorgeschriebene Schuldopfer (אשם תלוי) darbringen. R. Eleasar meint, Jeder müsse sich erkundigen, ob das Gericht eine neue Entscheidung getroffen und die frühere widerrufen habe.",
+ "Wenn er in seiner Heimat geblieben. Wo er sich über den neuen Gerichtsbeschluss hätte erkundigen können.",
+ "Reiste er aber. Wenn er auch nur zu verreisen sich angeschickt hat, Talm. 4a: החזיק בדרך. Nach Einigen heißt dies: Wenn er die Reise vom Hause angetreten hat, aber noch in der Stadt sich befindet, vgl. Asulaï, R. Chananel und Erubin IV, Note 53.",
+ "nach einem fernen Lande. Edujot I, Note 94.",
+ "so ist er frei. Vom Schuldopfer.",
+ "Betreffs eines Solchen. Der sich zu verreisen angeschickt hat.",
+ "Darauf sprach Ben Assai. Vgl. Abot IV, Note 1.",
+ "Was für ein Unterschied ist. Ms. München 1.: מה שינה st. מאי שנא.",
+ "zwischen diesem. Der sich zu verreisen angeschickt hat.",
+ "Weil. Dies ist die Antwort des R. Akiba. Ms. München 1.: אמר לו vor .שהיושב)",
+ "es zu erfahren. Dass das Gericht die Entscheidung zurückgenommen.",
+ "diesem aber. Der sich zu verreisen angeschickt hat.",
+ "es zu erfahren. Da er damit beschäftigt war, Veranstaltungen zur Reise zu treffen."
+ ],
+ [
+ "ein Gesetz im Ganzen. כל הגוף den ganzen Körper (sc. eines Gesetzes), d. h. ein Gesetz im Ganzen. Vgl. σῶμα, Ganzes.",
+ "Das Nidda-Gesetz. Lev. 15, 19 u. 18, 19; 20, 18.",
+ "so sind sie. Die Mitglieder des Gerichtes.",
+ "frei. Von dem in Lev. 4, 13 ff. vorgeschriebenen Sündopfer. — Vielmehr muss jeder Sünder für sich ein Sündopfer bringen.",
+ "Haben sie. Die Mitglieder des Gerichtes.",
+ "so sind sie. Die Mitglieder des Gerichtes.",
+ "schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13.",
+ "die nach einem Unreinheitstage einen Reinheitstag abzuwarten hat. Wenn eine Frau innerhalb der auf die 7 Nidda-Tage (Lev. 15, 19) folgenden 11 Tage an einem Tage den Blutfluss hat, wird sie erst dann rein, wenn sie, diesem Unreinheitstage entsprechend, einen Tag vollständig in Reinheit (ohne. Blutfluss) zugebracht hat (vgl. Nidda 73a). War dies nicht der Fall, so wird deren Beiwohnung, selbst wenn sie sich in einem Tauchbade gereinigt hatte, mit Ausrottung bestraft.",
+ "wer aber aus einem Privatgebiete in ein öffentliches Gebiet hinausträgt. Vgl. Sabbat, Anfangs.",
+ "ist frei. Der Talm. (4a) wendet ein, dass doch alle hier genannten Entscheidungen gegen eine ausdrückliche Schriftstelle verstoßen und für einen solchen Irrtum des Synedrion das Opfer in Lev. 4, 13 ff. nicht verordnet ist. Deshalb erklärt der Talmud, der Irrtum des Synedrion bestand in Folgendem: Im ersten Falle (שומרת יום ב״י) meinte es, die Vorschrift gelte nur, wenn der Blutfluss am Tage, aber nicht wenn er in der Nacht erfolgt ist; im zweiten Falle (שבת) hielt es nur das Tragen, aber nicht das Werfen und Darreichen aus einem Gebiete in das andere für verboten; im dritten Falle (ע״ז) meinte es, das sich Niederwerfen sei nur verboten, wenn man dabei Hände und Füße ganz ausstreckt.",
+ "so sind sie. Die Mitglieder des Gerichtes.",
+ "schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13.",
+ "denn es heißt. Dies ist die Begründung des ersten Satzes dieser M."
+ ],
+ [
+ "dass sie sich irrten. Es heißt aber (Lev. 4, 13): „Wenn die ganze Edah Israels irrt“; es gilt also nur dann, wenn die ganze Gerichtsversammlung den Irrtum Teilt.",
+ "oder es war der Vorzüglichste. Der Vorsitzende, der Nasi, vgl. Asulaï.",
+ "oder es war Einer von ihnen ein Proselyt. Dieser sowie die Folgenden können nicht Mitglieder des Synedrion sein, vgl. Sanhedr. IV, 2.",
+ "ein Mamser. ממזר Jebamot IV, 13.",
+ "ein Nathin. נתין ein Nachkomme der Gibeoniter Jebamot 78b.",
+ "oder ein Hochbetagter. Der nicht Synedrist sein kann; Sanhedr. 36b.",
+ "[oder Einer. So Maimon., der wie או שלא וכו׳ erklärt.",
+ "der niemals Kinder hatte. Der nicht Synedrist sein kann; Sanhedr. 36b.",
+ "so sind sie. Die Mitglieder des Gerichtes.",
+ "frei. Von dem in Lev. 4, 13 ff. vorgeschriebenen Sündopfer. — Vielmehr muss jeder Sünder für sich ein Sündopfer bringen.",
+ "Edah. „Edah“ ist also das Gericht, die Gerichtsversammlung, das Synedrion.",
+ "von der Alle zur Entscheidung fähig sind. Nach Sanhedr. IV, 2 u. Talm. das. 36b.",
+ "so bringt man. Die Gemeinde (R. Jehuda) oder das Gericht (R. Meïr) oder beide zugleich (R. Simon).",
+ "einen Stier. Nach Lev. 4, 13f.",
+ "gegen das Gesetz. Dabei kann die Entscheidung nicht durch ein Opfer gesühnt werden, da eine vorsätzlich begangene Sünde nicht durch ein Opfer zu sühnen ist. Es kann daher nicht das Gemeindeopfer von Lev. 4, 13 ff. gebracht werden.",
+ "so bringt man. Jeder Einzelne, der gesündigt hat.",
+ "ein Schaf oder eine Ziege. Das Sündopfer eines Einzelnen, nach Lev. 4, 27—35.",
+ "so sind sie. Alle, sowohl das Gericht (die Gemeinde), als die Einzelnen.",
+ "frei. Das Gericht ist frei, weil man nicht dessen Entscheidung zufolge gehandelt ; die Einzelnen wieder bringen kein Sündopfer, weil sie vorsätzlich gesündigt."
+ ],
+ [
+ "so bringt man. Das Gericht.",
+ "einen Stier. Lev. 4, 13 ff.",
+ "und falls Jenes. Das Gericht.",
+ "so bringt man. Das Gericht.",
+ "einen Stier. Zum Ganzopfer.",
+ "und einen Ziegenbock. Zum Sündopfer, nach Num. 15, 22 ff., welcher Abschnitt nach der Tradition von dem Falle handelt, dass das Gericht irrtümlich irgend einen Götzendienst erlaubt und die Gemeinde danach gehandelt hat.",
+ "r’s. Nach R. Meïr bezieht sich הקהל in Lev. 4, 14 auf die Gerichtsversammlung.",
+ "bringen zwölf Stiere. Denn הקהל bezeichnet die Gemeinde Israels, und zwar wird jeder Stamm „קהל“ genannt, da in Gen. 48, 4 לקהל עמים sich auf Benjamin bezieht.",
+ "und wegen eines Götzendienstes. Den das Gericht erlaubt hat.",
+ "Dreizehn Stiere. Das Gericht muss ein besonderes Opfer bringen; das Opfer der Gemeinde sühnt nicht das Versehen des Gerichts.",
+ "und wegen eines Götzendienstes. Den das Gericht erlaubt hat.",
+ "und für das Gericht einen Stier und einen Ziegenbock. Das Gericht muss ein besonderes Opfer bringen; das Opfer der Gemeinde sühnt nicht das Versehen des Gerichts.",
+ "und es haben sieben Stämme. Die Majorität der Stämme, selbst wenn sie nur die Minorität von ganz Israel wäre.",
+ "oder die Mehrheit. Die Mehrheit Israels, wenn auch nur die Minorität der Stämme (das Suff. von רובן ist auf Israel zu beziehen), vgl. oben Note 9.",
+ "so bringt man. Das Gericht.",
+ "einen Stier. Lev. 4, 13 ff.",
+ "und wegen eines Götzendienstes. Den das Gericht erlaubt hat.",
+ "bringt man einen Stier. Zum Ganzopfer.",
+ "und einen Ziegenbock. Zum Sündopfer, nach Num. 15, 22 ff., welcher Abschnitt nach der Tradition von dem Falle handelt, dass das Gericht irrtümlich irgend einen Götzendienst erlaubt und die Gemeinde danach gehandelt hat.",
+ "so R. Meïr. Nach R. Meïr bezieht sich הקהל in Lev. 4, 14 auf die Gerichtsversammlung.",
+ "bringen auch für jene [jeder] einen Stier. פר פר so ist zu lesen nach Ms. München u. A.",
+ "Acht Stiere. Vgl. Note 59. Dagegen brauchen nach R. Simon die Stämme, welche nicht gesündigt haben, nicht für die Sünder zu opfern.",
+ "und Stier und Ziegenbock für das Gericht. Das Gericht muss ein besonderes Opfer bringen; das Opfer der Gemeinde sühnt nicht das Versehen des Gerichts.",
+ "so ist dieser Stamm. Wenn er auch nicht die Majorität von Israel ausmacht.",
+ "schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13.",
+ "Man ist nur bei Entscheidung des höchsten Gerichtshofes. Des großen Synedrions.",
+ "schuldig. Und nur wenn die Majorität der Stämme oder die Majorität Israels danach gehandelt hat.",
+ "also nicht die Edah dieses Stammes. Selbst wenn die Edah (Gerichtsversammlung) desselben Stammes, welcher gesündigt, die Entscheidung getroffen hatte, ist dennoch das betreffende Opfer nicht vorgeschrieben."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn der gesalbte Hohepriester. Der zur Gesetzesentscheidung befähigt ist.",
+ "für sich selbst. Für seine eigene Praxis.",
+ "entschieden hat. Und dabei für sich etwas erlaubt hat, das, vorsätzlich begangen, mit כרת bestraft würde.",
+ "Ist dies aus Versehen geschehen und hat er danach aus Versehen. In der Meinung, richtig entschieden zu haben.",
+ "so bringt er einen Stier. Nach Lev. 4, 3 ff.",
+ "hat er aber aus Versehen entschieden und vorsätzlich gehandelt. Dasselbe gilt, wenn er zwar irrtümlich, aber nicht auf Grund seiner Entscheidung, sondern zufolge eines anderen Irrtums gehandelt hat, vgl. I, Note 4.",
+ "oder vorsätzlich entschieden. Er wusste, dass seine Entscheidung unrichtig ist.",
+ "so ist er frei. Von jedem Opfer.",
+ "denn die vom Hohenpriester für sich selbst. Für seine eigene Praxis.",
+ "gegebene Entscheidung ist wie die Entscheidung des Obergerichtes für die Gemeinde zu betrachten. Es muss also auch beim Hohenpriester sowohl die Entscheidung als die Tat aus Versehen erfolgt sein; vgl. oben I, 4."
+ ],
+ [
+ "so bringt er für sich allein sein Sühnopfer. Nach Lev. 4, 3 ff.",
+ "hat er mit der Versammlung. Mit dem Synedrion, indem er ein Mitglied des Synedrions war.",
+ "entschieden und mit der Versammlung. Mit dem ganzen Volke.",
+ "so wird er gemeinschaftlich mit der Versammlung versöhnt. Mit dem in Lev. 4, 13 ff. verordneten Gemeinde-Sündopfer. Es bedarf der Hohepriester nicht, wie am Versöhnungstage (Lev. 16, 3; 5) eines besonderen Sündopfers.",
+ "Sowie. שאין ist hier wie ואין zu erklären, vgl. Edujot IV, Note 14; oder es ist nach Ms. München אין st. שאין zu lesen.",
+ "Teils beizubehalten entscheidet. Oben I, 3.",
+ "auch wegen eines Götzendienstes. Wenn das Gericht oder der Hohepriester irrtümlich entscheidet, dass Götzendienst erlaubt ist.",
+ "Teils beizubehalten. Oben I, 3."
+ ],
+ [
+ "Man. Das Gericht.",
+ "ist nur schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13ff.",
+ "wenn Unwissenheit Betreffs einer Gesetzesvorschrift. Von Seiten des Gerichtes, wodurch eine irrige Entscheidung herbeigeführt wurde.",
+ "eine Handlung aus Versehen. Von Seiten der Majorität Israels, nach I, 5.",
+ "dasselbe gilt vom gesalbten Hohenpriester. Hinsichtlich des Opfers von Lev. 4, 3 ff. ; vgl. M. 1.",
+ "Ebenso ist man. Das Gericht.",
+ "auch wegen eines Götzendienstes nur schuldig. Die in Num. 15, 22 ff. vorgeschriebenen Opfer zu bringen.",
+ "bei Unwissenheit Betreffs einer Gesetzesvorschrift. Von Seiten des Gerichtes, wodurch eine irrige Entscheidung herbeigeführt wurde.",
+ "und danach aus Versehen geschehener Handlung. Von Seiten der Majorität Israels, nach I, 5.",
+ "Das Gericht ist nur schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13ff.",
+ "von der die vorsätzliche Übertretung mit Ausrottung bestraft und die unvorsätzliche durch ein Sündopfer gesühnt wird. Sechsunddreißig Übertretungen gibt es, die mit Ausrottung bestraft werden; davon aber nur einunddreißig, die auch, aus Versehen begangen, durch ein festbestimmtes Sündopfer gesühnt werden müssen und daher auch von unserer Vorschrift betroffen werden. Von den Anfangs Keritot aufgezählten 36 Sünden erfordern nämlich folgende fünf kein festbestimmtes Sündopfer: Die Unterlassung der Beschneidung oder der Darbringung des Pesachopfers, (da nur Übertretung eines Verbotes, nicht aber Unterlassung eines Gebotes zum Sündopfer verpflichtet), Gotteslästerung. (weil dabei keine Tat verübt wird), und Betreten des Heiligtums oder Essen heiliger Opferspeisen in unreinem Zustande, wofür das Sündopfer nicht für Alle in gleicher Weise festbestimmt ist, sondern je nach dem Vermögen „steigt oder fällt“ (עולה ויורד), nach Lev. 5, 2 ff; s. Schebuot I, Note 18.",
+ "dasselbe gilt vom gesalbten Hohenpriester. Auch dieser ist nur bei den erwähnten 31 Sünden das in Lev. 4, 3ff. vorgeschriebene Opfer schuldig.",
+ "Ebenso ist man auch wegen eines Götzendienstes nur schuldig. Die in Num. 15, 22 ff. vorgeschriebenen Opfer zu bringen.",
+ "wenn man. Das Gericht."
+ ],
+ [
+ "Man. Das Gericht; hinsichtlich des Hohenpriesters ist es kontrovers, s. Note 31.",
+ "ist nicht schuldig wegen eines das Heiligtum betreffenden Gebotes. Wenn Jemand im Heiligtum unrein geworden, so ist ihm geboten, auf kürzestem Wege das Heiligtum zu verlassen; s. Schebuot II. Note 37.",
+ "oder Verbotes. Dem Unreinen ist es verboten, das Heiligtum zu betreten. — Da aber auf diese Übertretungen kein festes, sondern nur ein „auf- und absteigendes Sündopfer“ (Schebuot I, Note 18) gesetzt ist, so ist das Gericht wegen dieser nicht schuldig, nach Note 21.",
+ "Ebenso bringt man kein Zweifel - Schuldopfer. Das Schuldopfer wegen einer zweifelhaften Versündigung, nach Lev. 5, 17 f.",
+ "wegen eines das Heiligtum betreffenden Gebotes oder Verbotes. Wenn Jemand zweifelt, ob er ein solches Ge- oder Verbot übertreten. — Denn das Zweifel-Schuldopfer ist nur da vorgeschrieben, wo die gewisse Übertretung zu einem festbestimmten Sündopfer verpflichtet.",
+ "Dagegen ist man. Das Gericht.",
+ "schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13ff.",
+ "wegen eines die Nidda. נדה die menstruierende Frau.",
+ "und man bringt auch ein Zweifel-Schuldopfer. Das Schuldopfer wegen einer zweifelhaften Versündigung, nach Lev. 5, 17 f.",
+ "Sondere dich von der Nidda ab. S. die Erklärung hierzu in Schebuot II, 4.",
+ "Wohne der Nidda nicht bei. Hat nun das Gericht durch eine irrtümliche Entscheidung die Übertretung dieses Ge- oder Verbotes von Seiten des Volkes verschuldet, so hat man das Sündopfer von Lev. 4, 13 ff. zu bringen."
+ ],
+ [
+ "Man. Das Gericht; dagegen ist es hinsichtlich des Hohenpriesters kontrovers, vgl. Raschi und Talm. 9 b.",
+ "ist nicht schuldig. Wenn es eine falsche Entscheidung getroffen hat.",
+ "wegen Zeugnis-Verweigerungs-Meineids. שמיעת קול, eig. : Das Hören der Stimme, nach Lev. 5, 1: „sie hört die Stimme eines Eides.“ Die Stelle handelt nach der Tradition von dem Falle, dass Zwei ihrem Nächsten die Zeugnis-Aussage verweigern und dabei falsch schwören, kein Zeugnis zu wissen; vgl. Schebuot IV, 3.",
+ "wegen Ausspruch-Meineids. Vgl. Lev. 5, 4 und Schebuot I, Note 2 und III, Note 44.",
+ "und wegen Verunreinigung. Vgl. Schebuot I, Note 4—6.",
+ "des Heiligtums und seiner heiligen Opfer. S. Note 25.",
+ "der Fürst. Lev. 4, 22; nach der Tradition ist dort der König gemeint, vgl. Raschi das.",
+ "ebenso. Er ist ebenfalls bei den drei erwähnten Sünden vom Opfer befreit; denn da dafür ein „auf- und absteigendes Opfer“ vorgeschrieben ist, ein König aber nicht arm sein kann, so gilt das Gesetz für den König überhaupt nicht. Aus demselben Grunde ist auch der Hohepriester vom „auf- und absteigenden Opfer“ befreit.",
+ "Der Fürst ist bei allen diesen Fällen schuldig. Ein auf- und absteigendes Opfer. Maimon, u. Bart. deduzieren dies aus der Schrift. Dagegen ist der Hohepriester nach R. Akiba vom auf- und absteigenden Opfer befreit (Talm. 9 a); jedoch muss er unter den entsprechenden Umständen einen Stier darbringen, oben Note 31.",
+ "weil der König nicht richten und nicht gerichtet werden darf. Sanhedrin II, 2.",
+ "nicht Zeuge sein kann, und man wider ihn nicht zeugen kann. Die eingeklammerte Stelle fehlt im Talm."
+ ],
+ [
+ "bringt ein Privatmann ein Schaf oder eine Ziege. Lev. 4, 27 ff",
+ "der Fürst einen Ziegenbock. Lev. 4, 22 ff.",
+ "und der gesalbte Hohepriester. Lev. 4, 3 ff.",
+ "und das Gerät. Lev. 4, 13 ff.",
+ "der Fürst und der Hohepriester eine Ziege. Num. 15, 27 ff.",
+ "einen Stier zum Ganzopfer und einen Ziegenbock zum Sündopfer. Num. 15, 22 ff. ; s. oben I, 5."
+ ],
+ [
+ "Ein Schuldopfer sind bei zweifelhafter Versündigung. S. oben Note 26 u. 27.",
+ "aber der gesalbte Hohepriester und das Gericht sind davon frei. Denn sie sind nur bei gewisser Versündigung das in Lev. 4, 3 ff. und 13 ff. vorgeschriebene Sündopfer schuldig.",
+ "Ein Schuldopfer bei gewisser Versündigung. Es gibt deren fünf: a) Lev. 5, 14—16; b) Lev. 5, 20—26; c) Lev. 19, 20—22; d) Num. 6, 12; e) Lev. 14, 12; vgl. Sebachim V, 5.",
+ "das Gericht aber ist immer davon frei. Wenn es auch eines von diesen Verboten erlaubt hat, braucht es dennoch nicht das Sündopfer von Lev. 14, 13 ff. zu bringen; der Grund ist in M. 3 zu finden.",
+ "Wegen Zeugnis-Verweigerungs-Meineids. שמיעת קול, eig. : Das Hören der Stimme, nach Lev. 5, 1: „sie hört die Stimme eines Eides.“ Die Stelle handelt nach der Tradition von dem Falle, dass Zwei ihrem Nächsten die Zeugnis-Aussage verweigern und dabei falsch schwören, kein Zeugnis zu wissen; vgl. Schebuot IV, 3.",
+ "Aus-spruchs-Meineids. Vgl. Lev. 5, 4 und Schebuot I, Note 2 und III, Note 44.",
+ "und Verunreinigung des Heiligtums und seiner heiligen Opfer. Vgl. Schebuot I, Note 4—6.",
+ "ist das Gericht immer frei. Oben M. 5; vgl. Note 21.",
+ "der Fürst und der Hohepriester sind derentwegen schuldig. Doch kann auch nach R. Simon der Fürst nicht wegen Zeugnis-Verweigerungs-Meineids schuldig werden, wie R. Akiba oben M. 5 dies begründet.",
+ "nur ist der Hohepriester nicht wegen Verunreinigung des Heiligtums und seiner heiligen Opfer schuldig. Denn in dieser Beziehung heißt es (Num. 19, 20): „Er werde ausgerottet aus der Mitte der Gemeinde (הקהל) ; daraus deduziert der Talm. (9 b), dass nur derjenige wegen der Verunreinigung des Heiligtums ein Opfer bringt, der wie die Einzelnen in der Gemeinde schon wegen einer aus Versehen begangenen Tat schuldig wird; ausgeschlossen aber ist der Hohepriester, der nur bei irrtümlicher Entscheidung und danach aus Versehen verübter Tat ein Sündopfer bringt, oben M. 3.",
+ "Was bringen sie. Der Fürst und der Hohepriester bei den drei oben genannten und in Lev. 5, 1—4 erwähnten Sünden.",
+ "Ein auf- und absteigendes Opfer. S. Schebuot I, Note 18.",
+ "Elieser. Ein. lesen: R. Eleasar.",
+ "Der Fürst bringt. Bei Verunreinigung des Heiligtums oder der heiligen Opferspeisen aus Versehen.",
+ "einen Ziegenbock. Denn da die vorsätzliche Verunreinigung mit Ausrottung bestraft wird, so muss die Verunreinigung aus Versehen vom Fürsten ebenso gesühnt werden, wie jede andere כרת-Sünde. Dagegen hat der Fürst bei den anderen in Lev. 5, 1—4 erwähnten Versündigungen nach R. Elieser nur wie der Privatmann zu opfern."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn der gesalbte Hohepriester sich vergangen hat. In der Weise, dass er nach II, 1 einen Stier zum Sündopfer schuldig geworden ist.",
+ "und hernach von seinem Amte abgegangen ist. Wegen Alters oder eines Leibesfehlers (Maimon.) ; oder ein Priester, der wegen augenblicklicher Dienstunfähigkeit des Hohenpriesters zum Ersatz gesalbt und nach Wiederherstellung des Hohenpriesters wieder zurückgetreten ist, s. Makkot II, Note 40; vgl. auch לח״מ zu H. Schegagot XV, 7.",
+ "ebenso wenn der Fürst sich vergangen hat. So, dass er nach II, 6 einen Ziegenbock zum Sündopfer schuldig geworden.",
+ "und hernach von seiner Würde abgetreten ist. Er ist abgesetzt worden, oder wegen Aussatzes von selbst zurückgetreten (Talm. 10 a).",
+ "einer Stier. Dieser hat, selbst wenn er erst nach dem Abgange gesündigt, einen Stier zu bringen, weiter M. 2.",
+ "und der Fürst bringt einen Ziegenbock. Da er zur Zeit der Versündigung noch ein Fürst gewesen ist."
+ ],
+ [
+ "einen Stier. Denn trotz seines Abganges behält er noch seine heilige Würde bei (weiter M. 4), wiewohl er keinen Dienst im Heiligtum verrichten darf (vgl. Joma 12b).",
+ "der Fürst aber ist wie ein Privatmann. Nachdem er nicht mehr regiert, bringt er nur ein Schaf oder eine Ziege, wie jeder Privatmann, II, 6."
+ ],
+ [
+ "so sind sie wie Privatpersonen. Denn es heißt: „Wenn der gesalbte Priester sündigt“ (Lev. 4, 3), ferner: „Wenn ein Fürst sündigt“ (Lev. 4, 22) ; die Vorschrift gilt daher nur, wenn er ein Hohepriester resp. Fürst zur Zeit der Versündigung gewesen ist.",
+ "sind sie schuldig. Ein Sündopfer wie Privatpersonen zu bringen.",
+ "sind sie frei. Nach R. Simon gilt auch die letzte Bestimmung in M. 1 nur für den Fall, wenn die Versündigung dem Fürsten vor dem Rücktritte bekannt geworden ; ist sie aber erst nachher bekannt geworden, so ist er frei; denn es ist nötig, dass er zur Zeit der Versündigung und zur Zeit des Bekanntwerdens derselben zu einen und demselben Opfer verpflichtet sei (Raschi).",
+ "als den Ewigen seinen Gott. Er muss in Israel der höchste Fürst sein."
+ ],
+ [
+ "Was heißt „der gesalbte (Hohepriester). In Lev. 4, 3.",
+ "aber nicht der durch die hohepriesterlichen Kleider Geweihte. S. Makkot II, Note 39.",
+ "Zwischen. Megilla I, 9.",
+ "außer dem wegen aller Gebote darzubringenden Stier. Das in Lev. 4, 3 ff. für den Hohenpriester vorgeschriebene Sündopfer wegen Übertretung gewisser Verbote in Folge einer irrigen Entscheidung hat nur der gesalbte Hohepriester zu bringen. Mitunter wird auch das Gemeindeopfer von Lev. 4, 13ff. פר הבא על בל המ׳ genannt, Menachot IX, 7.",
+ "Zwischen einem im Amte befindlichen und einem zurückgetretenen. Oben Note 2.",
+ "als der Stier am Versöhnungstage. Nur der im Dienste stehende Hohepriester bringt den in Lev. 16, 3 gebotenen Stier.",
+ "und das Zehntel Epha. Das tägliche Opfer von Lev. 6, 12 ff. bringt nur der im Amte befindliche Hohepriester.",
+ "Beide. Der im Amte stehende und der abgetretene Hohepriester.",
+ "sind aber einander gleich Betreffs des Dienstes am Versöhnungstage. Nur einer von diesen Beiden darf den Tempeldienst am Versöhnungstage verrichten. Jedoch bringt der im Amte befindliche den Stier von Lev. 16, 3, obgleich derselbe wegen Unreinheit nicht den Dienst verrichtet (s. Tos. Megilla 9 b s. v. אין).",
+ "eine Jungfrau zu heiraten. Lev. 21, 13.",
+ "Beiden ist die Heirat mit einer Witwe verboten. Lev. 21, 14.",
+ "Beide dürfen sich nicht an ihren Toten Verwandten. Selbst an den Verwandten, an denen nach Lev. 21, 2–3 der gewöhnliche Priester sich verunreinigen darf.",
+ "verunreinigen. Lev. 21, 11.",
+ "Beide dürfen nicht das Haupthaar wild wachsen lassen oder ihre Kleider zerreißen. Lev. 21, 10.",
+ "und Beide bewirken die Rückkehr des Totschlägers. S. Makkot II, Note 39 — 41."
+ ],
+ [
+ "sein Gewand. Wenn ihm einer der sieben nächsten Verwandten (Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Bruder, Schwester oder die Gattin) gestorben sind.",
+ "unten ein. Am untern Saume. Das Verbot (Lev. 21, 10): „Seine Kleider soll er nicht zerreißen“ ist so zu verstehen, dass er dieselben nicht so einreiße, wie jeder Andere.",
+ "der gemeine Priester aber oben. Am Halse über der Brust, wie jeder andere Israelit.",
+ "Der Hohepriester darf als Leidtragender. אונן (ein Leidtragender) heißt nach der Tora Jeder am Sterbetage von einem der in Note 28 genannten 7 nächsten Verwandten, selbst nachdem der Tote schon begraben ist. In der darauffolgenden Nacht ist er nur אונן מדרבנן. Ebenso bleibt er nach rabbinischer Verordnung noch אונן bis nach dem Tage des Begräbnisses, wenn auch letzteres einige Tage nach dem Tode stattgefunden.",
+ "aber nicht essen. S. Lev. 10, 19 und Raschi das.",
+ "der gemeine Priester darf als solcher. Als אונן.",
+ "weder darbringen noch essen. Vgl. Deut. 26, 14."
+ ],
+ [
+ "Alles. S. Sebachim X, 1.",
+ "geht diesem vor. So z. B. wird an den Festtagen das tägliche Ganzopfer vor den Festopfern dargebracht.",
+ "und Alles. S. Sebachim X, 2.",
+ "geht diesem vor. Z. B. ein hochheiliges Opfer geht dem minderheiligen vor.",
+ "so geht der Stier des Gesalbten dem Stiere der Gemeinde in allen Verrichtungen vor. Denn da der gesalbte Hohepriester für die Gemeinde Sühne erwirkt, so muss für ersteren zuerst gesühnt werden, wie es heißt (Lev. 16, 17): „Er sühne (zuerst) für sich und für sein Haus, und (dann) für die ganze Versammlung Israels.“"
+ ],
+ [
+ "Ein Mann geht einem Weibe vor. Weil der Mann zu allen Geboten der Tora verpflichtet ist, während das Weib von manchen befreit ist; s. Kidduschin I, 7.",
+ "hinsichtlich der Rettung des Lebens. Wenn beide in Lebensgefahr sich befinden; dagegen hat hinsichtlich der Ernährung das Weib den Vorzug (Ketubot 67 a).",
+ "dagegen hat ein Weib vor einem Manne der Vorzug hinsichtlich der Bekleidung. Weil die Schande der Frau, wenn ihr die nötige Kleidung fehlt, größer ist, als die des Mannes.",
+ "und Befreiung aus der Gefangenschaft. Weil das Weib eher in Gefahr ist, geschändet za werden.",
+ "so muss der Mann vor dem Weibe befreit werden. Denn da dies beim Manne widernatürlich ist, so wäre dessen Schande größer."
+ ],
+ [
+ "Ein Priester geht einem Leviten vor. Hinsichtlich der Ehrenbezeugungen oder anderer Begünstigungen.",
+ "ein Levite einem Jisrael. Einem Israeliten, der weder Priester noch Levite ist.",
+ "ein Jisrael einem Mamser. Jebamot IV, 13.",
+ "ein Mamser. Der wenigstens der Geburt nach von makellosen Eltern abstammt.",
+ "einem Nathin. Einem Nachkommen der Gibeoniter.",
+ "ein Nathin. Der als ein der Religion Israels Angehöriger erzeugt und geboren ist.",
+ "einem Proselyten. Der erst später ins Judentum aufgenommen wurde.",
+ "ein Proselyt einem freigelassenen Sklaven. Da dieser von dem von Noach verfluchten Kenaan abstammt (Gen. 9,25).",
+ "so hat der gesetzkundige Mamser der Vorzug vor dem unwissenden Hohenpriester. Denn es heißt (Spr. 3, 15) : „Teuerer ist sie (die Weisheit der Tora) als פנינים“, was so gedeutet wird : „Teuerer ist der Torakundige, als der Hohepriester, trotzdem dieser ins Allerheiligste (לפני ולפנים) hineintreten darf.“"
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+ "Wenn das Gericht. Von welchem Gerichte hier die Rede ist, wird am Schlusse des Abschnitts (M. 5) gelehrt.",
+ "entschieden hat. Nur wenn es die Entscheidung als Norm für die Praxis gegeben mit den Worten: מותרין אתם לעשות, ihr dürfet so handeln.",
+ "Eines von allen in der Tora vorgeschriebenen Geboten. Dessen vorsätzliche Übertretung mit Ausrottung (ברת) bestraft wird.",
+ "und ein Einzelner geht hin und handelt aus Versehen nach ihrem Ausspruch. Er meint, das Gericht habe es mit Recht erlaubt. — Dagegen gilt folgende Bestimmung nicht, wenn sein Versehen nicht durch den Ausspruch des Gerichtes veranlasst ist; z. B. wenn das Gericht Unschlitt (חלב) erlaubt hat, und Jemand aß solches, indem bei ihm gesetzlich erlaubtes Fett (שומן) irrtümlich mit חלב vertauscht wurde.",
+ "mögen sie. Die Richter.",
+ "selbst so gehandelt haben und er mit ihnen. Zu gleicher Zeit.",
+ "so ist er. Der Einzelne.",
+ "frei. Vom Sündopfer. Ob in diesem Falle das Gericht schuldig ist, ein Opfer zu bringen, ist zweifelhaft, vgl. Asulaï שער יוסף zu 2 b.",
+ "weil er von dem Gerichte abhängig war. Nach dem Talmud ist dies nur die Ansicht des R. Jehuda; dagegen sind die Weisen der Ansicht, dass ein Einzelner selbst dann schuldig ist, ein Sündopfer zu bringen, wenn er der Entscheidung des Gerichtes gefolgt ist. Die Entscheidung des Gerichtes (und zwar des Obergerichtes) ist in Bezug auf das Opfer nur dann von Einfluss, wenn die Majorität der Nation dadurch sich vergangen hat, und zwar entweder die Majorität der in Palästina anwesenden jüdischen Bevölkerung (Talm. 3 a), wenn diese auch nur die Majorität eines einzigen Stammes ist, oder die Majorität der Stämme (wobei Ephraïm und Menascheh nur als Ein Stamm gelten), wenn diese auch nur eine Minderzahl der Bevölkerung umfasst, (5 af). Für einen solchen Fall ist das Opfer in Lev. 4, 13 ff. vorgeschrieben, worüber Näheres weiter M. 5.",
+ "geht hin und handelt nach ihrem Ausspruch. Indem er irrtümlich meint, man müsse auch dann dem Ausspruche der Weisen gehorchen, wenn diese irrtümlich falsch entschieden haben. — Im Sifre zu Deut. 17, 11 (cit. von Raschi das.), wird in der Tat gelehrt, man müsse dem Obergerichte auch dann gehorchen, wenn dieses in seiner Entscheidung gefehlt hätte. Über den Widerspruch zwischen diesem Sifre und unserer M. vgl. Asulaï zu 2b und meine Abhandl.: „Der oberste Gerichtshof“ S. 9 ff.",
+ "mögen sie. Die Richter.",
+ "selbst so gehandelt haben und er mit ihnen. Zu gleicher Zeit.",
+ "so ist er schuldig. Ein Sündopfer.",
+ "weil er nicht vom Gerichte abhängig war. D. h. da er die Entscheidung des Gerichtes nicht für richtig gehalten hatte.",
+ "Wer nach eigener Einsicht handelt. Darunter ist auch derjenige verstanden, der sonst die Autorität des Gerichtes nicht zu beachten pflegt (מבעט בהוראה) und demnach nur, seiner eigenen Einsicht folgend, die Sünde begangen hat."
+ ],
+ [
+ "Hat das Gericht entschieden. Und die Majorität der Nation hat bereits diese Entscheidung praktisch befolgt.",
+ "und Jemand. Der nicht weiß, dass die Entscheidung vom Gerichte widerrufen worden ist.",
+ "Simon frei. Denn da die Entscheidung des Gerichtes bereits allgemein verbreitet war, so ist der Einzelne, der sich danach richtet, nicht schuldig.",
+ "Eleasar. Die richtige LA. ist ר׳ אלעזר, vgl. Asulaï.",
+ "Es ist zweifelhaft. Ob dieser eine durch ein Sündopfer zu sühnende Sünde begangen hat, oder nicht. Er muss daher das wegen einer zweifelhaften Sünde in Lev. 5, 17 f. vorgeschriebene Schuldopfer (אשם תלוי) darbringen. R. Eleasar meint, Jeder müsse sich erkundigen, ob das Gericht eine neue Entscheidung getroffen und die frühere widerrufen habe.",
+ "Wenn er in seiner Heimat geblieben. Wo er sich über den neuen Gerichtsbeschluss hätte erkundigen können.",
+ "Reiste er aber. Wenn er auch nur zu verreisen sich angeschickt hat, Talm. 4a: החזיק בדרך. Nach Einigen heißt dies: Wenn er die Reise vom Hause angetreten hat, aber noch in der Stadt sich befindet, vgl. Asulaï, R. Chananel und Erubin IV, Note 53.",
+ "nach einem fernen Lande. Edujot I, Note 94.",
+ "so ist er frei. Vom Schuldopfer.",
+ "Betreffs eines Solchen. Der sich zu verreisen angeschickt hat.",
+ "Darauf sprach Ben Assai. Vgl. Abot IV, Note 1.",
+ "Was für ein Unterschied ist. Ms. München 1.: מה שינה st. מאי שנא.",
+ "zwischen diesem. Der sich zu verreisen angeschickt hat.",
+ "Weil. Dies ist die Antwort des R. Akiba. Ms. München 1.: אמר לו vor .שהיושב)",
+ "es zu erfahren. Dass das Gericht die Entscheidung zurückgenommen.",
+ "diesem aber. Der sich zu verreisen angeschickt hat.",
+ "es zu erfahren. Da er damit beschäftigt war, Veranstaltungen zur Reise zu treffen."
+ ],
+ [
+ "ein Gesetz im Ganzen. כל הגוף den ganzen Körper (sc. eines Gesetzes), d. h. ein Gesetz im Ganzen. Vgl. σῶμα, Ganzes.",
+ "Das Nidda-Gesetz. Lev. 15, 19 u. 18, 19; 20, 18.",
+ "so sind sie. Die Mitglieder des Gerichtes.",
+ "frei. Von dem in Lev. 4, 13 ff. vorgeschriebenen Sündopfer. — Vielmehr muss jeder Sünder für sich ein Sündopfer bringen.",
+ "Haben sie. Die Mitglieder des Gerichtes.",
+ "so sind sie. Die Mitglieder des Gerichtes.",
+ "schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13.",
+ "die nach einem Unreinheitstage einen Reinheitstag abzuwarten hat. Wenn eine Frau innerhalb der auf die 7 Nidda-Tage (Lev. 15, 19) folgenden 11 Tage an einem Tage den Blutfluss hat, wird sie erst dann rein, wenn sie, diesem Unreinheitstage entsprechend, einen Tag vollständig in Reinheit (ohne. Blutfluss) zugebracht hat (vgl. Nidda 73a). War dies nicht der Fall, so wird deren Beiwohnung, selbst wenn sie sich in einem Tauchbade gereinigt hatte, mit Ausrottung bestraft.",
+ "wer aber aus einem Privatgebiete in ein öffentliches Gebiet hinausträgt. Vgl. Sabbat, Anfangs.",
+ "ist frei. Der Talm. (4a) wendet ein, dass doch alle hier genannten Entscheidungen gegen eine ausdrückliche Schriftstelle verstoßen und für einen solchen Irrtum des Synedrion das Opfer in Lev. 4, 13 ff. nicht verordnet ist. Deshalb erklärt der Talmud, der Irrtum des Synedrion bestand in Folgendem: Im ersten Falle (שומרת יום ב״י) meinte es, die Vorschrift gelte nur, wenn der Blutfluss am Tage, aber nicht wenn er in der Nacht erfolgt ist; im zweiten Falle (שבת) hielt es nur das Tragen, aber nicht das Werfen und Darreichen aus einem Gebiete in das andere für verboten; im dritten Falle (ע״ז) meinte es, das sich Niederwerfen sei nur verboten, wenn man dabei Hände und Füße ganz ausstreckt.",
+ "so sind sie. Die Mitglieder des Gerichtes.",
+ "schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13.",
+ "denn es heißt. Dies ist die Begründung des ersten Satzes dieser M."
+ ],
+ [
+ "dass sie sich irrten. Es heißt aber (Lev. 4, 13): „Wenn die ganze Edah Israels irrt“; es gilt also nur dann, wenn die ganze Gerichtsversammlung den Irrtum Teilt.",
+ "oder es war der Vorzüglichste. Der Vorsitzende, der Nasi, vgl. Asulaï.",
+ "oder es war Einer von ihnen ein Proselyt. Dieser sowie die Folgenden können nicht Mitglieder des Synedrion sein, vgl. Sanhedr. IV, 2.",
+ "ein Mamser. ממזר Jebamot IV, 13.",
+ "ein Nathin. נתין ein Nachkomme der Gibeoniter Jebamot 78b.",
+ "oder ein Hochbetagter. Der nicht Synedrist sein kann; Sanhedr. 36b.",
+ "[oder Einer. So Maimon., der wie או שלא וכו׳ erklärt.",
+ "der niemals Kinder hatte. Der nicht Synedrist sein kann; Sanhedr. 36b.",
+ "so sind sie. Die Mitglieder des Gerichtes.",
+ "frei. Von dem in Lev. 4, 13 ff. vorgeschriebenen Sündopfer. — Vielmehr muss jeder Sünder für sich ein Sündopfer bringen.",
+ "Edah. „Edah“ ist also das Gericht, die Gerichtsversammlung, das Synedrion.",
+ "von der Alle zur Entscheidung fähig sind. Nach Sanhedr. IV, 2 u. Talm. das. 36b.",
+ "so bringt man. Die Gemeinde (R. Jehuda) oder das Gericht (R. Meïr) oder beide zugleich (R. Simon).",
+ "einen Stier. Nach Lev. 4, 13f.",
+ "gegen das Gesetz. Dabei kann die Entscheidung nicht durch ein Opfer gesühnt werden, da eine vorsätzlich begangene Sünde nicht durch ein Opfer zu sühnen ist. Es kann daher nicht das Gemeindeopfer von Lev. 4, 13 ff. gebracht werden.",
+ "so bringt man. Jeder Einzelne, der gesündigt hat.",
+ "ein Schaf oder eine Ziege. Das Sündopfer eines Einzelnen, nach Lev. 4, 27—35.",
+ "so sind sie. Alle, sowohl das Gericht (die Gemeinde), als die Einzelnen.",
+ "frei. Das Gericht ist frei, weil man nicht dessen Entscheidung zufolge gehandelt ; die Einzelnen wieder bringen kein Sündopfer, weil sie vorsätzlich gesündigt."
+ ],
+ [
+ "so bringt man. Das Gericht.",
+ "einen Stier. Lev. 4, 13 ff.",
+ "und falls Jenes. Das Gericht.",
+ "so bringt man. Das Gericht.",
+ "einen Stier. Zum Ganzopfer.",
+ "und einen Ziegenbock. Zum Sündopfer, nach Num. 15, 22 ff., welcher Abschnitt nach der Tradition von dem Falle handelt, dass das Gericht irrtümlich irgend einen Götzendienst erlaubt und die Gemeinde danach gehandelt hat.",
+ "r’s. Nach R. Meïr bezieht sich הקהל in Lev. 4, 14 auf die Gerichtsversammlung.",
+ "bringen zwölf Stiere. Denn הקהל bezeichnet die Gemeinde Israels, und zwar wird jeder Stamm „קהל“ genannt, da in Gen. 48, 4 לקהל עמים sich auf Benjamin bezieht.",
+ "und wegen eines Götzendienstes. Den das Gericht erlaubt hat.",
+ "Dreizehn Stiere. Das Gericht muss ein besonderes Opfer bringen; das Opfer der Gemeinde sühnt nicht das Versehen des Gerichts.",
+ "und wegen eines Götzendienstes. Den das Gericht erlaubt hat.",
+ "und für das Gericht einen Stier und einen Ziegenbock. Das Gericht muss ein besonderes Opfer bringen; das Opfer der Gemeinde sühnt nicht das Versehen des Gerichts.",
+ "und es haben sieben Stämme. Die Majorität der Stämme, selbst wenn sie nur die Minorität von ganz Israel wäre.",
+ "oder die Mehrheit. Die Mehrheit Israels, wenn auch nur die Minorität der Stämme (das Suff. von רובן ist auf Israel zu beziehen), vgl. oben Note 9.",
+ "so bringt man. Das Gericht.",
+ "einen Stier. Lev. 4, 13 ff.",
+ "und wegen eines Götzendienstes. Den das Gericht erlaubt hat.",
+ "bringt man einen Stier. Zum Ganzopfer.",
+ "und einen Ziegenbock. Zum Sündopfer, nach Num. 15, 22 ff., welcher Abschnitt nach der Tradition von dem Falle handelt, dass das Gericht irrtümlich irgend einen Götzendienst erlaubt und die Gemeinde danach gehandelt hat.",
+ "so R. Meïr. Nach R. Meïr bezieht sich הקהל in Lev. 4, 14 auf die Gerichtsversammlung.",
+ "bringen auch für jene [jeder] einen Stier. פר פר so ist zu lesen nach Ms. München u. A.",
+ "Acht Stiere. Vgl. Note 59. Dagegen brauchen nach R. Simon die Stämme, welche nicht gesündigt haben, nicht für die Sünder zu opfern.",
+ "und Stier und Ziegenbock für das Gericht. Das Gericht muss ein besonderes Opfer bringen; das Opfer der Gemeinde sühnt nicht das Versehen des Gerichts.",
+ "so ist dieser Stamm. Wenn er auch nicht die Majorität von Israel ausmacht.",
+ "schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13.",
+ "Man ist nur bei Entscheidung des höchsten Gerichtshofes. Des großen Synedrions.",
+ "schuldig. Und nur wenn die Majorität der Stämme oder die Majorität Israels danach gehandelt hat.",
+ "also nicht die Edah dieses Stammes. Selbst wenn die Edah (Gerichtsversammlung) desselben Stammes, welcher gesündigt, die Entscheidung getroffen hatte, ist dennoch das betreffende Opfer nicht vorgeschrieben."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn der gesalbte Hohepriester. Der zur Gesetzesentscheidung befähigt ist.",
+ "für sich selbst. Für seine eigene Praxis.",
+ "entschieden hat. Und dabei für sich etwas erlaubt hat, das, vorsätzlich begangen, mit כרת bestraft würde.",
+ "Ist dies aus Versehen geschehen und hat er danach aus Versehen. In der Meinung, richtig entschieden zu haben.",
+ "so bringt er einen Stier. Nach Lev. 4, 3 ff.",
+ "hat er aber aus Versehen entschieden und vorsätzlich gehandelt. Dasselbe gilt, wenn er zwar irrtümlich, aber nicht auf Grund seiner Entscheidung, sondern zufolge eines anderen Irrtums gehandelt hat, vgl. I, Note 4.",
+ "oder vorsätzlich entschieden. Er wusste, dass seine Entscheidung unrichtig ist.",
+ "so ist er frei. Von jedem Opfer.",
+ "denn die vom Hohenpriester für sich selbst. Für seine eigene Praxis.",
+ "gegebene Entscheidung ist wie die Entscheidung des Obergerichtes für die Gemeinde zu betrachten. Es muss also auch beim Hohenpriester sowohl die Entscheidung als die Tat aus Versehen erfolgt sein; vgl. oben I, 4."
+ ],
+ [
+ "so bringt er für sich allein sein Sühnopfer. Nach Lev. 4, 3 ff.",
+ "hat er mit der Versammlung. Mit dem Synedrion, indem er ein Mitglied des Synedrions war.",
+ "entschieden und mit der Versammlung. Mit dem ganzen Volke.",
+ "so wird er gemeinschaftlich mit der Versammlung versöhnt. Mit dem in Lev. 4, 13 ff. verordneten Gemeinde-Sündopfer. Es bedarf der Hohepriester nicht, wie am Versöhnungstage (Lev. 16, 3; 5) eines besonderen Sündopfers.",
+ "Sowie. שאין ist hier wie ואין zu erklären, vgl. Edujot IV, Note 14; oder es ist nach Ms. München אין st. שאין zu lesen.",
+ "Teils beizubehalten entscheidet. Oben I, 3.",
+ "auch wegen eines Götzendienstes. Wenn das Gericht oder der Hohepriester irrtümlich entscheidet, dass Götzendienst erlaubt ist.",
+ "Teils beizubehalten. Oben I, 3."
+ ],
+ [
+ "Man. Das Gericht.",
+ "ist nur schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13ff.",
+ "wenn Unwissenheit Betreffs einer Gesetzesvorschrift. Von Seiten des Gerichtes, wodurch eine irrige Entscheidung herbeigeführt wurde.",
+ "eine Handlung aus Versehen. Von Seiten der Majorität Israels, nach I, 5.",
+ "dasselbe gilt vom gesalbten Hohenpriester. Hinsichtlich des Opfers von Lev. 4, 3 ff. ; vgl. M. 1.",
+ "Ebenso ist man. Das Gericht.",
+ "auch wegen eines Götzendienstes nur schuldig. Die in Num. 15, 22 ff. vorgeschriebenen Opfer zu bringen.",
+ "bei Unwissenheit Betreffs einer Gesetzesvorschrift. Von Seiten des Gerichtes, wodurch eine irrige Entscheidung herbeigeführt wurde.",
+ "und danach aus Versehen geschehener Handlung. Von Seiten der Majorität Israels, nach I, 5.",
+ "Das Gericht ist nur schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13ff.",
+ "von der die vorsätzliche Übertretung mit Ausrottung bestraft und die unvorsätzliche durch ein Sündopfer gesühnt wird. Sechsunddreißig Übertretungen gibt es, die mit Ausrottung bestraft werden; davon aber nur einunddreißig, die auch, aus Versehen begangen, durch ein festbestimmtes Sündopfer gesühnt werden müssen und daher auch von unserer Vorschrift betroffen werden. Von den Anfangs Keritot aufgezählten 36 Sünden erfordern nämlich folgende fünf kein festbestimmtes Sündopfer: Die Unterlassung der Beschneidung oder der Darbringung des Pesachopfers, (da nur Übertretung eines Verbotes, nicht aber Unterlassung eines Gebotes zum Sündopfer verpflichtet), Gotteslästerung. (weil dabei keine Tat verübt wird), und Betreten des Heiligtums oder Essen heiliger Opferspeisen in unreinem Zustande, wofür das Sündopfer nicht für Alle in gleicher Weise festbestimmt ist, sondern je nach dem Vermögen „steigt oder fällt“ (עולה ויורד), nach Lev. 5, 2 ff; s. Schebuot I, Note 18.",
+ "dasselbe gilt vom gesalbten Hohenpriester. Auch dieser ist nur bei den erwähnten 31 Sünden das in Lev. 4, 3ff. vorgeschriebene Opfer schuldig.",
+ "Ebenso ist man auch wegen eines Götzendienstes nur schuldig. Die in Num. 15, 22 ff. vorgeschriebenen Opfer zu bringen.",
+ "wenn man. Das Gericht."
+ ],
+ [
+ "Man. Das Gericht; hinsichtlich des Hohenpriesters ist es kontrovers, s. Note 31.",
+ "ist nicht schuldig wegen eines das Heiligtum betreffenden Gebotes. Wenn Jemand im Heiligtum unrein geworden, so ist ihm geboten, auf kürzestem Wege das Heiligtum zu verlassen; s. Schebuot II. Note 37.",
+ "oder Verbotes. Dem Unreinen ist es verboten, das Heiligtum zu betreten. — Da aber auf diese Übertretungen kein festes, sondern nur ein „auf- und absteigendes Sündopfer“ (Schebuot I, Note 18) gesetzt ist, so ist das Gericht wegen dieser nicht schuldig, nach Note 21.",
+ "Ebenso bringt man kein Zweifel - Schuldopfer. Das Schuldopfer wegen einer zweifelhaften Versündigung, nach Lev. 5, 17 f.",
+ "wegen eines das Heiligtum betreffenden Gebotes oder Verbotes. Wenn Jemand zweifelt, ob er ein solches Ge- oder Verbot übertreten. — Denn das Zweifel-Schuldopfer ist nur da vorgeschrieben, wo die gewisse Übertretung zu einem festbestimmten Sündopfer verpflichtet.",
+ "Dagegen ist man. Das Gericht.",
+ "schuldig. Das Sündopfer von Lev. 4, 13ff.",
+ "wegen eines die Nidda. נדה die menstruierende Frau.",
+ "und man bringt auch ein Zweifel-Schuldopfer. Das Schuldopfer wegen einer zweifelhaften Versündigung, nach Lev. 5, 17 f.",
+ "Sondere dich von der Nidda ab. S. die Erklärung hierzu in Schebuot II, 4.",
+ "Wohne der Nidda nicht bei. Hat nun das Gericht durch eine irrtümliche Entscheidung die Übertretung dieses Ge- oder Verbotes von Seiten des Volkes verschuldet, so hat man das Sündopfer von Lev. 4, 13 ff. zu bringen."
+ ],
+ [
+ "Man. Das Gericht; dagegen ist es hinsichtlich des Hohenpriesters kontrovers, vgl. Raschi und Talm. 9 b.",
+ "ist nicht schuldig. Wenn es eine falsche Entscheidung getroffen hat.",
+ "wegen Zeugnis-Verweigerungs-Meineids. שמיעת קול, eig. : Das Hören der Stimme, nach Lev. 5, 1: „sie hört die Stimme eines Eides.“ Die Stelle handelt nach der Tradition von dem Falle, dass Zwei ihrem Nächsten die Zeugnis-Aussage verweigern und dabei falsch schwören, kein Zeugnis zu wissen; vgl. Schebuot IV, 3.",
+ "wegen Ausspruch-Meineids. Vgl. Lev. 5, 4 und Schebuot I, Note 2 und III, Note 44.",
+ "und wegen Verunreinigung. Vgl. Schebuot I, Note 4—6.",
+ "des Heiligtums und seiner heiligen Opfer. S. Note 25.",
+ "der Fürst. Lev. 4, 22; nach der Tradition ist dort der König gemeint, vgl. Raschi das.",
+ "ebenso. Er ist ebenfalls bei den drei erwähnten Sünden vom Opfer befreit; denn da dafür ein „auf- und absteigendes Opfer“ vorgeschrieben ist, ein König aber nicht arm sein kann, so gilt das Gesetz für den König überhaupt nicht. Aus demselben Grunde ist auch der Hohepriester vom „auf- und absteigenden Opfer“ befreit.",
+ "Der Fürst ist bei allen diesen Fällen schuldig. Ein auf- und absteigendes Opfer. Maimon, u. Bart. deduzieren dies aus der Schrift. Dagegen ist der Hohepriester nach R. Akiba vom auf- und absteigenden Opfer befreit (Talm. 9 a); jedoch muss er unter den entsprechenden Umständen einen Stier darbringen, oben Note 31.",
+ "weil der König nicht richten und nicht gerichtet werden darf. Sanhedrin II, 2.",
+ "nicht Zeuge sein kann, und man wider ihn nicht zeugen kann. Die eingeklammerte Stelle fehlt im Talm."
+ ],
+ [
+ "bringt ein Privatmann ein Schaf oder eine Ziege. Lev. 4, 27 ff",
+ "der Fürst einen Ziegenbock. Lev. 4, 22 ff.",
+ "und der gesalbte Hohepriester. Lev. 4, 3 ff.",
+ "und das Gerät. Lev. 4, 13 ff.",
+ "der Fürst und der Hohepriester eine Ziege. Num. 15, 27 ff.",
+ "einen Stier zum Ganzopfer und einen Ziegenbock zum Sündopfer. Num. 15, 22 ff. ; s. oben I, 5."
+ ],
+ [
+ "Ein Schuldopfer sind bei zweifelhafter Versündigung. S. oben Note 26 u. 27.",
+ "aber der gesalbte Hohepriester und das Gericht sind davon frei. Denn sie sind nur bei gewisser Versündigung das in Lev. 4, 3 ff. und 13 ff. vorgeschriebene Sündopfer schuldig.",
+ "Ein Schuldopfer bei gewisser Versündigung. Es gibt deren fünf: a) Lev. 5, 14—16; b) Lev. 5, 20—26; c) Lev. 19, 20—22; d) Num. 6, 12; e) Lev. 14, 12; vgl. Sebachim V, 5.",
+ "das Gericht aber ist immer davon frei. Wenn es auch eines von diesen Verboten erlaubt hat, braucht es dennoch nicht das Sündopfer von Lev. 14, 13 ff. zu bringen; der Grund ist in M. 3 zu finden.",
+ "Wegen Zeugnis-Verweigerungs-Meineids. שמיעת קול, eig. : Das Hören der Stimme, nach Lev. 5, 1: „sie hört die Stimme eines Eides.“ Die Stelle handelt nach der Tradition von dem Falle, dass Zwei ihrem Nächsten die Zeugnis-Aussage verweigern und dabei falsch schwören, kein Zeugnis zu wissen; vgl. Schebuot IV, 3.",
+ "Aus-spruchs-Meineids. Vgl. Lev. 5, 4 und Schebuot I, Note 2 und III, Note 44.",
+ "und Verunreinigung des Heiligtums und seiner heiligen Opfer. Vgl. Schebuot I, Note 4—6.",
+ "ist das Gericht immer frei. Oben M. 5; vgl. Note 21.",
+ "der Fürst und der Hohepriester sind derentwegen schuldig. Doch kann auch nach R. Simon der Fürst nicht wegen Zeugnis-Verweigerungs-Meineids schuldig werden, wie R. Akiba oben M. 5 dies begründet.",
+ "nur ist der Hohepriester nicht wegen Verunreinigung des Heiligtums und seiner heiligen Opfer schuldig. Denn in dieser Beziehung heißt es (Num. 19, 20): „Er werde ausgerottet aus der Mitte der Gemeinde (הקהל) ; daraus deduziert der Talm. (9 b), dass nur derjenige wegen der Verunreinigung des Heiligtums ein Opfer bringt, der wie die Einzelnen in der Gemeinde schon wegen einer aus Versehen begangenen Tat schuldig wird; ausgeschlossen aber ist der Hohepriester, der nur bei irrtümlicher Entscheidung und danach aus Versehen verübter Tat ein Sündopfer bringt, oben M. 3.",
+ "Was bringen sie. Der Fürst und der Hohepriester bei den drei oben genannten und in Lev. 5, 1—4 erwähnten Sünden.",
+ "Ein auf- und absteigendes Opfer. S. Schebuot I, Note 18.",
+ "Elieser. Ein. lesen: R. Eleasar.",
+ "Der Fürst bringt. Bei Verunreinigung des Heiligtums oder der heiligen Opferspeisen aus Versehen.",
+ "einen Ziegenbock. Denn da die vorsätzliche Verunreinigung mit Ausrottung bestraft wird, so muss die Verunreinigung aus Versehen vom Fürsten ebenso gesühnt werden, wie jede andere כרת-Sünde. Dagegen hat der Fürst bei den anderen in Lev. 5, 1—4 erwähnten Versündigungen nach R. Elieser nur wie der Privatmann zu opfern."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn der gesalbte Hohepriester sich vergangen hat. In der Weise, dass er nach II, 1 einen Stier zum Sündopfer schuldig geworden ist.",
+ "und hernach von seinem Amte abgegangen ist. Wegen Alters oder eines Leibesfehlers (Maimon.) ; oder ein Priester, der wegen augenblicklicher Dienstunfähigkeit des Hohenpriesters zum Ersatz gesalbt und nach Wiederherstellung des Hohenpriesters wieder zurückgetreten ist, s. Makkot II, Note 40; vgl. auch לח״מ zu H. Schegagot XV, 7.",
+ "ebenso wenn der Fürst sich vergangen hat. So, dass er nach II, 6 einen Ziegenbock zum Sündopfer schuldig geworden.",
+ "und hernach von seiner Würde abgetreten ist. Er ist abgesetzt worden, oder wegen Aussatzes von selbst zurückgetreten (Talm. 10 a).",
+ "einer Stier. Dieser hat, selbst wenn er erst nach dem Abgange gesündigt, einen Stier zu bringen, weiter M. 2.",
+ "und der Fürst bringt einen Ziegenbock. Da er zur Zeit der Versündigung noch ein Fürst gewesen ist."
+ ],
+ [
+ "einen Stier. Denn trotz seines Abganges behält er noch seine heilige Würde bei (weiter M. 4), wiewohl er keinen Dienst im Heiligtum verrichten darf (vgl. Joma 12b).",
+ "der Fürst aber ist wie ein Privatmann. Nachdem er nicht mehr regiert, bringt er nur ein Schaf oder eine Ziege, wie jeder Privatmann, II, 6."
+ ],
+ [
+ "so sind sie wie Privatpersonen. Denn es heißt: „Wenn der gesalbte Priester sündigt“ (Lev. 4, 3), ferner: „Wenn ein Fürst sündigt“ (Lev. 4, 22) ; die Vorschrift gilt daher nur, wenn er ein Hohepriester resp. Fürst zur Zeit der Versündigung gewesen ist.",
+ "sind sie schuldig. Ein Sündopfer wie Privatpersonen zu bringen.",
+ "sind sie frei. Nach R. Simon gilt auch die letzte Bestimmung in M. 1 nur für den Fall, wenn die Versündigung dem Fürsten vor dem Rücktritte bekannt geworden ; ist sie aber erst nachher bekannt geworden, so ist er frei; denn es ist nötig, dass er zur Zeit der Versündigung und zur Zeit des Bekanntwerdens derselben zu einen und demselben Opfer verpflichtet sei (Raschi).",
+ "als den Ewigen seinen Gott. Er muss in Israel der höchste Fürst sein."
+ ],
+ [
+ "Was heißt „der gesalbte (Hohepriester). In Lev. 4, 3.",
+ "aber nicht der durch die hohepriesterlichen Kleider Geweihte. S. Makkot II, Note 39.",
+ "Zwischen. Megilla I, 9.",
+ "außer dem wegen aller Gebote darzubringenden Stier. Das in Lev. 4, 3 ff. für den Hohenpriester vorgeschriebene Sündopfer wegen Übertretung gewisser Verbote in Folge einer irrigen Entscheidung hat nur der gesalbte Hohepriester zu bringen. Mitunter wird auch das Gemeindeopfer von Lev. 4, 13ff. פר הבא על בל המ׳ genannt, Menachot IX, 7.",
+ "Zwischen einem im Amte befindlichen und einem zurückgetretenen. Oben Note 2.",
+ "als der Stier am Versöhnungstage. Nur der im Dienste stehende Hohepriester bringt den in Lev. 16, 3 gebotenen Stier.",
+ "und das Zehntel Epha. Das tägliche Opfer von Lev. 6, 12 ff. bringt nur der im Amte befindliche Hohepriester.",
+ "Beide. Der im Amte stehende und der abgetretene Hohepriester.",
+ "sind aber einander gleich Betreffs des Dienstes am Versöhnungstage. Nur einer von diesen Beiden darf den Tempeldienst am Versöhnungstage verrichten. Jedoch bringt der im Amte befindliche den Stier von Lev. 16, 3, obgleich derselbe wegen Unreinheit nicht den Dienst verrichtet (s. Tos. Megilla 9 b s. v. אין).",
+ "eine Jungfrau zu heiraten. Lev. 21, 13.",
+ "Beiden ist die Heirat mit einer Witwe verboten. Lev. 21, 14.",
+ "Beide dürfen sich nicht an ihren Toten Verwandten. Selbst an den Verwandten, an denen nach Lev. 21, 2–3 der gewöhnliche Priester sich verunreinigen darf.",
+ "verunreinigen. Lev. 21, 11.",
+ "Beide dürfen nicht das Haupthaar wild wachsen lassen oder ihre Kleider zerreißen. Lev. 21, 10.",
+ "und Beide bewirken die Rückkehr des Totschlägers. S. Makkot II, Note 39 — 41."
+ ],
+ [
+ "sein Gewand. Wenn ihm einer der sieben nächsten Verwandten (Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Bruder, Schwester oder die Gattin) gestorben sind.",
+ "unten ein. Am untern Saume. Das Verbot (Lev. 21, 10): „Seine Kleider soll er nicht zerreißen“ ist so zu verstehen, dass er dieselben nicht so einreiße, wie jeder Andere.",
+ "der gemeine Priester aber oben. Am Halse über der Brust, wie jeder andere Israelit.",
+ "Der Hohepriester darf als Leidtragender. אונן (ein Leidtragender) heißt nach der Tora Jeder am Sterbetage von einem der in Note 28 genannten 7 nächsten Verwandten, selbst nachdem der Tote schon begraben ist. In der darauffolgenden Nacht ist er nur אונן מדרבנן. Ebenso bleibt er nach rabbinischer Verordnung noch אונן bis nach dem Tage des Begräbnisses, wenn auch letzteres einige Tage nach dem Tode stattgefunden.",
+ "aber nicht essen. S. Lev. 10, 19 und Raschi das.",
+ "der gemeine Priester darf als solcher. Als אונן.",
+ "weder darbringen noch essen. Vgl. Deut. 26, 14."
+ ],
+ [
+ "Alles. S. Sebachim X, 1.",
+ "geht diesem vor. So z. B. wird an den Festtagen das tägliche Ganzopfer vor den Festopfern dargebracht.",
+ "und Alles. S. Sebachim X, 2.",
+ "geht diesem vor. Z. B. ein hochheiliges Opfer geht dem minderheiligen vor.",
+ "so geht der Stier des Gesalbten dem Stiere der Gemeinde in allen Verrichtungen vor. Denn da der gesalbte Hohepriester für die Gemeinde Sühne erwirkt, so muss für ersteren zuerst gesühnt werden, wie es heißt (Lev. 16, 17): „Er sühne (zuerst) für sich und für sein Haus, und (dann) für die ganze Versammlung Israels.“"
+ ],
+ [
+ "Ein Mann geht einem Weibe vor. Weil der Mann zu allen Geboten der Tora verpflichtet ist, während das Weib von manchen befreit ist; s. Kidduschin I, 7.",
+ "hinsichtlich der Rettung des Lebens. Wenn beide in Lebensgefahr sich befinden; dagegen hat hinsichtlich der Ernährung das Weib den Vorzug (Ketubot 67 a).",
+ "dagegen hat ein Weib vor einem Manne der Vorzug hinsichtlich der Bekleidung. Weil die Schande der Frau, wenn ihr die nötige Kleidung fehlt, größer ist, als die des Mannes.",
+ "und Befreiung aus der Gefangenschaft. Weil das Weib eher in Gefahr ist, geschändet za werden.",
+ "so muss der Mann vor dem Weibe befreit werden. Denn da dies beim Manne widernatürlich ist, so wäre dessen Schande größer."
+ ],
+ [
+ "Ein Priester geht einem Leviten vor. Hinsichtlich der Ehrenbezeugungen oder anderer Begünstigungen.",
+ "ein Levite einem Jisrael. Einem Israeliten, der weder Priester noch Levite ist.",
+ "ein Jisrael einem Mamser. Jebamot IV, 13.",
+ "ein Mamser. Der wenigstens der Geburt nach von makellosen Eltern abstammt.",
+ "einem Nathin. Einem Nachkommen der Gibeoniter.",
+ "ein Nathin. Der als ein der Religion Israels Angehöriger erzeugt und geboren ist.",
+ "einem Proselyten. Der erst später ins Judentum aufgenommen wurde.",
+ "ein Proselyt einem freigelassenen Sklaven. Da dieser von dem von Noach verfluchten Kenaan abstammt (Gen. 9,25).",
+ "so hat der gesetzkundige Mamser der Vorzug vor dem unwissenden Hohenpriester. Denn es heißt (Spr. 3, 15) : „Teuerer ist sie (die Weisheit der Tora) als פנינים“, was so gedeutet wird : „Teuerer ist der Torakundige, als der Hohepriester, trotzdem dieser ins Allerheiligste (לפני ולפנים) hineintreten darf.“"
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+++ "b/json/Mishnah/Modern Commentary on Mishnah/German Commentary/Seder Nezikin/German Commentary on Mishnah Sanhedrin/English/Mischnajot mit deutscher \303\234bersetzung und Erkl\303\244rung. Berlin 1887-1933 [de].json"
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+ "language": "en",
+ "title": "German Commentary on Mishnah Sanhedrin",
+ "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH002378149/NLI",
+ "versionTitle": "Mischnajot mit deutscher Übersetzung und Erklärung. Berlin 1887-1933 [de]",
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+ "license": "Public Domain",
+ "versionNotes": "Ordnung Seraïm, übers. und erklärt von Ascher Samter. 1887.
Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "heTitle": "פירוש גרמני על משנה סנהדרין",
+ "categories": [
+ "Mishnah",
+ "Modern Commentary on Mishnah",
+ "German Commentary",
+ "Seder Nezikin"
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+ "text": {
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+ "Privatrechtssachen. Die Rechtsstreitigkeiten über Darlehne, Geschenke, Erbschaften und dgl.",
+ "von Dreien. Die auch Laien sein können; Einer von ihnen muss jedoch einige Rechtskenntnis besitzen.",
+ "von Dreien. Hierzu gehören drei ordinierte Richter, s. weiter Mischna 3, Note 19.",
+ "über Schadenersatz. Wo es sich um den ganzen Schadenersatz handelt, z. B. wenn ein Mensch geschädigt, oder ein Ochs, der Muad ist (B. kamma II, 4), gestossen hat.",
+ "halben Schadenersatz. Wenn ein Ochse, der Tam ist (das.), gestossen hat.",
+ "Bezahlung des Doppelten und Bezahlung des Vier- oder Fünffachen. Bei Diebstahl, B. kamma VII, 1.",
+ "von Dreien. Ordinierten.",
+ "über Notzucht. Nach Deuteronomium 22, 28f.",
+ "Verführung. Nach Exodus 22, 15f.",
+ "und falsche Anklage. Wenn ein Mann gegen die eben geheiratete Frau nach Deuteron. 22, 13—19 eine Anklage erhebt.",
+ "von Dreien. Ordinierten.",
+ "Der falsche Ankläger. Wenn ein Mann gegen die eben geheiratete Frau nach Deuteron. 22, 13—19 eine Anklage erhebt.",
+ "weil dabei über ein Kapitalverbrechen. Wenn die Aussage des Mannes gegen seine Frau sich als wahr herausstellt, Deut. 22, 20f."
+ ],
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+ "Über Geisselstrafe. Deut. 25, 1—3.",
+ "Von drei und zwanzig. Ebenso wie über Lebensstrafe, denn die Schrift gebraucht bei beiden Strafen den Ausdruck רשע, Deut. 25, 1 und Num. 35, 31.",
+ "Die Intercalation beim Monate. Die Berechnung, ob ein Monat 29 oder 30 Tage haben soll. Ein Monat von 30 Tagen heisst ein intercalinter Monat (חדש מעובר).",
+ "die Intercalation beim Jahre. Die Einsetzung eines Schaltjahres. Ein solches besteht aus 13 Monaten, indem zu den gewöhnlichen 12 Monaten noch ein Monat „Adar II“ (אדר שני) hinzugefügt wird. Eine Baraita lehrt: Wegen dreier Ursachen setzt man ein Schaltjahr ein: 1) על האביב wegen der Ährenreife, d. h. wenn sonst im Nissan, der in Exod, 13, 4 als Monat der Ährenreife bezeichnet wird, das Getreide noch nicht reif würde. 2) מפני פירות האילן wegen der Baumfrüchte, falls diese sonst nicht bis zum Wochenfeste, dem Feste der Erstlinge (Num. 28, 26), reif würden. 3) מפני התקופה wegen des Sonnenumlaufs, d. h. um die Differenz zwischen dem Jahre von 12 Mondmonaten und dem Sonnenjahre auszugleichen, damit die Feste in bestimmte Jahreszeiten fallen. Man setzte ein Schaltjahr ein, wenn sonst das Frühlingsäquinoctium erst am 16. Nissan oder das Herbstäquinoctium erst nach dem Hüttenfeste eintreffen würde. Näheres über den jüdischen Kalender in der Einleitung zu Rosch ha-Schanah.",
+ "Zur Eröffnung sind drei. Zuerst beraten drei, ob ein Schaltjahr erforderlich ist. Wenn zwei dies verneinen, wird nicht weiter darüber verhandelt. Erkennen aber zwei von ihnen ein Schaltjahr für notwendig, so werden noch zwei andere zur Verhandlung zugezogen.",
+ "zur Verhandlung fünf. Wenn von diesen 5 die Majorität für ein Schaltjahr ist, so werden zur Beschlussfassung noch zwei Männer zugezogen.",
+ "und zur Beschlussfassung sieben Männner. Nach dem Talmud sollen die Zahlen 3, 5, 7 der Anzahl der Wörter in den drei Sätzen des Priestersegens (Num. 6,24—26) entsprechen."
+ ],
+ [
+ "Das Handauflegen der Ältesten. Beim Gemeinde - Sündopfer (Lev. 4, 15). In der Tosephta wird hier noch hinzugefügt: סמיכה בשלשה. Hierunter ist die Ordination zum Lehrer und Richter in Israel zu verstehen, die in Palästina מנוי und in Babylonien סמיכה genannt wurde (Jeruschalmi). Die babylonische Bezeichnung ist dem Schriftverse Num. 27, 23 (ויסמוך את ידיו) entnommen. Dennoch aber erklärt der Talmud (13b), dass zur Ordination nicht das Handauflegen gehörte, sondern der Act der Semichah bestand darin, dass man den zu Ordinierenden feierlich als „Samuch“ (סמוך) erklärte, ihm den Titel „Rabbi“ (רבי) beilegte und die Berechtigung erteilte, als Richter in Straf-Prozessen (דיני קנסות) zu fungieren. Diese Ordination durfte nur in Palästina stattfinden. In den frühem Zeiten (bis R. Akiba) konnte jeder Lehrer seinen Schülern die Ordination erteilen. Später wurde dem Patriarchen - Hause die Ehre erwiesen, dass zu jeder Ordination die Zustimmung des Patriarchen (נשיא) nötig wurde (Jerusch.).",
+ "und das Brechen des Genickes der Färse. Zu den Messungen, welche Stadt das Sühn-Opfer zu bringen hat, sind drei Älteste vom grossen Synedrion nötig; das Brechen des Genickes kann in Gegenwart von zwei Ältesten der Stadt erfolgen (Sota IX, 1; 5).",
+ "Chaliza. S. B. mezia I, Note 39.",
+ "und Méun. Das. Note 40.",
+ "vor Dreien. Indessen ist nach der Halacha die Weigerungs-Erklärung (Méun) auch vor Zweien gültig. Bei Chaliza werden zu den Dreien noch zwei hinzugefügt, damit der Akt öffentlich bekannt werde.",
+ "Früchte von vierjährigen Bäumen. Die man nach Jerusalem bringt, um sie dort zu verzehren, oder auslöst und das Geld in Jerusalem verzehrt; s. Maaser scheni V, 1.",
+ "und zweiter Zehnt. Der ebenfalls ausgelöst werden muss, wenn man ihn nicht nach Jerusalem bringen will; Deuteron. 14, 24 ff.",
+ "dessen Wert nicht bekannt ist. Z. B. Früchte, die verfault sind, und keinen bestimmten Marktpreis haben. Bei vierjährigen Bäumen ist der Lösungswert immer nicht genau bekannt, weil dabei die Kosten abgezogen werden, s. Maaser scheni V, 4.",
+ "vor Dreien. Die durch Schätzung den Wert bestimmen.",
+ "geheiligte Dinge. Löst man aus.",
+ "vor Dreien. Die sie abschätzen.",
+ "Schätzungs-Gelübde. Wenn man den Schätzungswert irgend eines Menschen gelobt, wie ihn die Thora in Lev. 27, 2 ff. bestimmt.",
+ "in Mobilien. Wenn der Gelobende kein Geld hat und dafür andere Mobilien bezahlen will.",
+ "vor Dreien. Welche die Mobilien abschätzen.",
+ "Einer von ihnen sei ein Priester. Weil die Schrift dabei הכהן vorschreibt, Lev. 27, 12.",
+ "In Grundstücken. Wenn man keine Mobilien hat und das Gelobte in Grundstücken bezahlt. Nach einer andern Erklärung: Wenn jemand ein geheiligtes Grundstück auslösen will.",
+ "Beim Menschen. Wenn Jemand den Wert eines Menschen mit den Worten: דמיו עלי (ich gelobe seinen Wert) dem Heiligtume gelobt, wobei der betreffende Mensch abgeschätzt werden muss, wie viel man für ihn als Sklaven bekommen könnte.",
+ "wird der Wert) in gleicher Weise (bestimmt. Der Mensch wird von neun Personen und einem Priester abgeschätzt."
+ ],
+ [
+ "Lebens-Strafsachen. Wo es sich um ein Kapitalverbrechen handelt.",
+ "Und auch das Vieh sollt ihr töten. Die Tötung des Viehes wird hiernach ebenso wie die Tötung des Weibes oder des Mannes durch 23 Richter verhängt.",
+ "Ein zu steinigender Ochs. Ein Ochs, der einen Menschen getötet hat.",
+ "wie die Tötung des Eigentümers. In einem Falle, wo derselbe die Todesstrafe verdient. Wenn ein Ochse einen Menschen tötet, erleidet dessen Eigentümer nach der traditionellen Auslegung der Schrift nicht die gerichtliche Todesstrafe.",
+ "der Panther. S. B. kamma I, 4.",
+ "und die Schlange. Die einen Menschen getötet haben.",
+ "macht sich verdient. Es bedarf keines Gerichtes.",
+ "durch drei und zwanzig Richter. Nach dem Talmud stimmt R. Akiba hinsichtlich der Schlange mit R. Elieser überein; seine Meinung ist demnach nicht identisch mit der des ersten Tanna."
+ ],
+ [
+ "Man darf einen Stamm. Wenn der grösste Teil eines der 12 Stämme Israels Götzendienst treibt.",
+ "einen falschen Propheten. Deuter. 18, 20.",
+ "Man darf zu einem willkürlichen Krieg. So heisst jeder Krieg, der nicht, wie der Krieg gegen die sieben kanaanitischen Völker und gegen Amalek, von der Thora vorgeschrieben ist.",
+ "Man darf die Stadt. Jerusalem, welches heiliger ist, als das übrige Land Israels.",
+ "oder die Tempelhöfe. Die noch heiliger sind, als das übrige Jerusalem; vgl. über die verschiedenen Grade der Heiligkeit Kelim I, 6 ff.",
+ "Man darf Gerichte. סנהדריות Mehrzahl von סנהדרין = συνέδριον.",
+ "Eine verderbte Stadt. Nach Deuter. 13, 13ff., vgl. weiter X, 4.",
+ "Man verurteilt nicht eine verderbte Stadt. Dass die Stadt zerstört werde; es werden nur die schuldigen Bewohner hingerichtet.",
+ "die an der Grenze. ספר, syr. ܣܳܦܪܳܐ Grenze.",
+ "ferner nicht drei Städte. Drei Städte, die nahe an einander liegen, werden nicht von ein und demselben Gerichte verurteilt."
+ ],
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+ "Das grosse Synedrion. Der oberste Gerichtshof, Deuter. 17, 8 ff.",
+ "bestand aus einundsiebzig Mitgliedern. Nach Tosaphot (16 b y. אחר) war bei jedem Gerichte ausser der bestimmten Zahl noch ein Vorsitzender, der מופלא שבב׳׳ד genannt wurde (Horajot I, 4). Demnach waren beim grossen Synedrion 72 Älteste, was mit Sebachim I, 3 und Jadajim IV, 2 übereinstimmt. Allerdings ist diese Ansicht schwer mit dem Folgenden (ומנין וכו׳) zu vereinbaren.",
+ "Woher. מן אין = מנין woher.",
+ "und Mose über ihnen. Er stand an ihrer Spitze, denn es heisst (Num. 11, 17): „sie sollen mit dir tragen.“",
+ "Siebzig. Das grosse Synedrion hatte nur 70 Mitglieder. Nach R. Jehuda war Moses nicht im Collegium der 70 Ältesten, und die Worte der Schrift: „mit dir“ wollen nur sagen: „sie seien dir ähnlich.“",
+ "eine richtende. D. h. verurteilende.",
+ "Gemeinde und eine rettende. Freisprechende.",
+ "das sind zwanzig. So dass, wenn die Stimmen sich teilen, zehn verurteilende und zehn freisprechende Stimmen vorhanden sein können.",
+ "Da es heisst. Bei den 12 Kundschaftern.",
+ "dabei sind Josua und Kaleb ausgenommen. Die andern zehn Kundschafter werden also „Gemeinde“ (עדה) genannt.",
+ "dass man noch drei hinzufüge. Zu den zwanzig.",
+ "Daraus. ממשמע aus dem Vernommenen.",
+ "Richte dich nicht nach der Mehrheit zum Bösen. D. h. zur Verurteilung genügt nicht eine Mehrheit um Eine Stimme, s. weiter.",
+ "dass ich mich zum Guten. Zur Freisprechung.",
+ "zum Guten. Zur Freisprechung.",
+ "kannst du auf das Urteil eines Richters hin. Wenn die Freisprechenden um einen mehr sind, als die Verdammenden.",
+ "zum Bösen aber nur nach dem Urteile zweier. Die Verdammenden müssen um zwei mehr sein, als die Freisprechenden. Da nun letztere eine „Gemeinde“ (עדה), also zehn sein müssen, so gehören zur Verurteilung 12 verdammende Richter; beide Parteien zusammen wären demnach 22.",
+ "Da aber kein Gericht in gerader Zahl. שקול eig. gleichwiegend, sich das Gleichgewicht haltend, d. h. Stimmengleichheit habend, was bei einem aus einer geraden Zahl bestehendem Gerichte Vorkommen kann.",
+ "dass sie für ein Synedrion. Ein kleines von 23.",
+ "Hundertundzwanzig. Nach dem Talmud sind ausser dem Synedrion von 23 Richtern noch 3mal 23 Gelehrte nach IV, 4 nötig. Das sind zusammen 92. Die anderen 28 braucht man, damit in der Stadt vorhanden seien: 10 Beschäftigungslose für die Synagoge, 2 Gerichts-Schreiber, 2 Gerichtsdiener, 2 Prozessierende, 2 Zeugen, 2, welche die Zeugen als falsch überführen können, 2, welche wieder die Überführer als falsch überführen können, 2, die Almosen einkassieren, einer, der es mit ihnen zusammen verteilt, ein Arzt, ein Thoraschreiber und ein Lehrer für die Kinder.",
+ "damit es. Das Synedrion von 23.",
+ "den Obern über zehn entspreche. Damit jeder Richter ein Oberster unter 10 sein könne; vgl. Exod. 18, 21, wo der geringste Obere Einer von 10 ist."
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+ "und man kann ihn richten. Wegen eines Kapital-Verbrechens kann ihn nur das grosse Synedrion richten, s. I, 5; sonst auch ein Kollegium von drei Richtern.",
+ "er kann Zeuge sein. Nach dem Talmud nur für einen Königssohn oder für einen solchen König, den das Synedrion richten kann (s. weiter Note 23); sonst ist es unter der Würde des Hohenpriesters, als Zeuge vor Gericht zu treten.",
+ "verboten ist. Lev. 21, 14. Vgl. Jebamot VI, 4.",
+ "Stirbt ihm jemand. Von den nahen Verwandten, um die er trauern muss, s. Lev. 21, 2f. und Talmud Moëd katan 20b.",
+ "so gehe er nicht hinter der Bahre. Denn er könnte in seinem Schmerze sich vergessen und an der Leiche verunreinigen, was dem Hohenpriester selbst bei den nächsten Verwandten verboten ist, Lev. 21, 11.",
+ "sondern wenn sie. Die Träger der Bahre.",
+ "nicht mehr gesehen werden. Wenn sie in eine andere Strasse einbiegen.",
+ "darf er sich zeigen. Indem er aus seiner Wohnung tritt und der Bahre nachgeht.",
+ "so wie sie wieder sich zeigen. Dem Blicke des Hohenpriesters.",
+ "muss er sich zurückziehen. Er trete in ein Haus, bis die Bahre wieder in eine andere Strasse gelangt.",
+ "und so gehe er mit ihnen. Den Leichenträgern.",
+ "bis an das Thor der Stadt. Ausserhalb der Stadt darf er nicht mehr mitgehen, da er sich dort nicht zurückziehen kann, wenn die Bahre seinen Blicken sich zeigt.",
+ "Und aus dem Heiligtum soll er nicht gehen. Nach R. Meïr bedeutet dieses Schriftgebot: „er solle nicht aus seiner Heiligkeit hinaustreten“, d. h. er soll Vorsorge treffen, dass er sich nicht durch Berührung der Leiche verunreinige. Dieser Vorschrift genügt er, wenn er sich stets zurückzieht, sobald er die Bahre erblickt.",
+ "Wenn er Andere. Wenn der Verstorbene nicht sein naher Verwandter ist, darf er die Leiche begleiten, da in diesem Falle nicht zu befürchten steht, er könnte in seiner Trauer sich verunreinigen.",
+ "dass das ganze Volk Einer nach dem Andern. In einer Reihe (שורה).",
+ "vorbeigeht. An dem Trauernden. Jeder tröstete ihn mit den Worten: תתנחם מן השמים (sei getröstet vom Himmel).",
+ "und der Stellvertreter. ממונה auch סגן genannt, der dazu bestimmt ist, am Versöhnungstage den Hohenpriester zu vertreten, falls dieser zum Dienste des Heiligtums untauglich werden sollte, vgl. Joma I, 1 und Talmud das. 39 a.",
+ "ihn zwischen sich und dem Volke in die Mitte nimmt. Indem der Stellvertreter beim Vorbeigehen dem Hohenpriester zur Rechten bleibt, während das Volk an seiner Linken geht.",
+ "Wir seien deine Sühne. Alles, was dich treffen soll, mag über uns kommen.",
+ "Wenn man ihm das Trauermahl reicht. הברה, vgl. 2. Sam. 3, 35, ferner Moëd katan III, 7.",
+ "lagert sich das ganze Volk auf der Erde. An seiner Trauer teilnehmend.",
+ "er aber liegt auf einem Schemel. ספסל vom gr. σφέλας, ein niedriger Schemel."
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+ "und man kann ihn nicht richten. Nach dem Talmud ist diese Anordnung unter Hyrkan II. (im Talm. ינאי המלך) getroffen worden (etwa 47 v. ü. Z.), als dessen Diener (Herodes) wegen Mordes angeklagt war und das Synedrion nicht den Muth hatte, ihn zu verurteilen, vgl. Josephus ant. XIV, 9, 4. Der Talmud sagt daher: Diese Anordnung gilt nur Betreffs der Könige Israels (die nicht dem Hause Davids angehören); dagegen können die Könige aus dem Hause Davids richten und gerichtet werden, nach Jeremia 21, 12.",
+ "und man kann wider ihn nicht zeugen. Auch dies ist nach dem Talmud in Folge jener Begebenheit unter Hyrkan II. angeordnet worden.",
+ "er vollziehe nicht die Chaliza. Weil die Würde des Königs es verbietet, dass die Schwägerin (nach Deuteron. 25, 9) vor ihm ausspeie.",
+ "und man vollziehe an seiner Frau nicht die Chaliza. Da man die Witwe des Königs nicht heiraten darf (s. weiter) und demnach mit ihr die Schwagerehe (ייבום) verboten ist, so hat man auch die Chaliza verboten.",
+ "er vollziehe nicht die Schwagerehe. Weil da, wo die Chaliza nicht gestattet ist, auch die Leviratsehe nicht vollzogen werden darf (Maimon.). Nach Raschi, weil es die Würde des Königs nicht gestattet, dass er auf den Namen seines verstorbenen Bruders eintrete (Deut. 25, 6).",
+ "und man vollziehe an seiner Frau nicht die Schwagerehe. S. Note 26.",
+ "so sei seiner zum Guten gedacht. Nach R. Jehuda darf der König auf seine Ehre verzichten.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "Man hört nicht auf ihn. Der König kann nicht auf seine Ehre Verzicht leisten.",
+ "Ich gab dir das Haus deines Herrn und die Weiber deines Herrn. Die Weisen dagegen verstehen unter diesen die beiden Töchter Sauls, Merab und Michal."
+ ],
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+ "Stirbt ihm Jemand. S. Note 4.",
+ "so gehe er nicht zum Thore seines Palastes. פלטין = פלטרין, παλάτιον, palatium, Palast.",
+ "hinaus. Die Würde des Königs erlaubt es nicht, dass er sich in Trauer dem Volke zeige.",
+ "Da sprachen sie. Damit das Volk erkenne, dass Joab nicht mit Davids Zustimmung Abner umgebracht hat (2. Sam. 3, 37).",
+ "er aber liegt auf einem Sofa. דרגש Syr. ܕܰܪܓܽܘܫܬܳܐ, Bett, Sänfte. In den Targg. wird mit דרגש oft das hebr. מטה oder יצוע übersetzt. Hier wird es vom Talmud mit ערסא דצלא (ein ledernes Bett, oder Sofa) erklärt. Vgl. Nedarim VII, 5."
+ ],
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+ "Er kann zu einem willkürlichen Kriege. S. oben I, Note 47.",
+ "er darf niederreissen. Zäune und Mauern.",
+ "um sich einen Weg. Nach seinem Felde oder Weinberge.",
+ "und man kann es ihm nicht verwehren. ממחין wie מוחין, vgl. Dan. 4, 32.",
+ "der Weg des Königs hat kein Maass. Er kann seinen Weg so breit machen, als er nötig hat, s. B. batra VI, 7.",
+ "Anteil zuerst. Er bekommt die Hälfte, und zwar die bessere.",
+ "Er darf sich nicht viele Weiber nehmen. Deut. 17, 17.",
+ "sondern nur achtzehn. Denn David hatte sechs Frauen, (2. Sam. 3, 2—5), und der Prophet sprach zu ihm (2. Sam. 12, 8): „wenn dies zu wenig ist, so kann ich dir noch zweimal so viel wie diese (כהנה וכהנה) hinzufügen.“",
+ "Er darf sich viele nehmen. Auch mehr als achtzehn.",
+ "nur dass sie nicht sein Herz abtrünnig machen. Da die Thora den Grund des Verbotes hier ausdrücklich angiebt: „damit sein Herz nicht abtrünnig werde.“",
+ "er darf sie nicht nehmen. R. Simon meint, die Angabe des Grundes wäre ja beim Verbote ganz unnötig, da wir auch ohnedies das Gesetz nach seinem Motive ausgelegt hätten (B. mezia IX, Note 83). ולא יסור וגו׳ muss daher nicht als Grund des Vorangehenden, sondern als ein neues Verbot gefasst werden, dass er selbst eine Frau, die ihn abtrünnig machen könnte, nicht nehmen darf.",
+ "Selbst solche. Fromme und keusche Frauen.",
+ "Er soll sich nicht viele Rosse halten. Deut. 17, 16.",
+ "sondern nur was für seine Wagen. Und seine zum Kriege nötige Reiterei (Talmud).",
+ "und Silber und Gold soll er nicht in Menge anschaffen. Deut. 17, 17.",
+ "um den Sold. Lies אפסניא (wie im Jer.) ὀψωνία, Proviant, Sold.",
+ "bezahlen zu können. Seinen Kriegsleuten.",
+ "Er schreibe für sich eine Gesetzrolle. Noch eine besondere Gesetzrolle, ausser der, die jeder andere Israelit ebenfalls für sich zu schreiben verpflichtet ist (Talm.).",
+ "wenn er zu Gericht sitzt. Wie die Könige vom Hause Davids, die zu Gericht sitzen dürfen, s. oben Note 23."
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+ "und man darf nicht seines Szepters sich bedienen. Ebenso nicht seiner andern Geräte.",
+ "wenn er im Bade ist. Selbstverständlich sind seine Diener, die ihn bei dieser Beschäftigung bedienen, von diesem Verbote ausgenommen.",
+ "Es sei die Ehrfurcht vor ihm über dir. Nach Sifré wird diese Lehre daraus entnommen, dass in diesem V. תשים עליך מלך zweimal steht."
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+ [
+ "Privatrechtssachen werden von Dreien entschieden. Der Satz aus I, 1 wird hier näher erklärt.",
+ "Der Eine. Der beiden Prozessierenden.",
+ "wählt sich Einen. Richter.",
+ "und Beide. Prozessierende.",
+ "Einen. Sie bedürfen nicht der Zustimmung der Prozessierenden zur Wahl des dritten. Nach dem Talmud ist es nicht gerade nötig, dass jeder der beiden Prozessierenden einen Richter wähle, sondern es kann jedes Collegium von Dreien, unter denen wenigstens ein Rechtsverständiger ist, einen Prozess entscheiden. Die Mischna sagt nur: „Wenn Einer der beiden Prozessierenden sich einen Richter wählen will, so kann der Andere ebenfalls sich Einen wählen, und der dritte wird dann von Beiden gewählt“.",
+ "Dieser kann den von Jenem gewählten Richter verwerfen. Er kann erklären, vor diesem keinen Prozess führen zu wollen, falls dieser nicht ein מומחה ist, s. weiter Note 9.",
+ "dass sie anverwandt. Weiter Mischna 4.",
+ "oder untauglich. Mischna 3.",
+ "wenn sie aber tauglich oder rechtsgelehrt. מומחה erprobt, in irgend einem Fache, ein Fachmann, hier in der Rechtslehre erprobt, ein Rechtsgelehrter, s. Erubin V, Note 31. Nach dem Talmud ist hier ein מומחה, wer גמיר וסביר ist, d. h. (nach Maimon.) wer die schriftliche und mündliche Thora gründlich gelernt hat (גמיר) und die Fähigkeit besitzt, durch richtige Schlussfolgerung aus einer Gesetzeslehre andere abzuleiten (סביר). Ist Jemand bei seinen Zeitgenossen allgemein als solcher מומחה anerkannt, so heisst er מומחה לרבים (Vielen als erprobt geltend). Ein solcher kann ganz allein einen Prozess entscheiden, ygl. aber Abot IV, 8. In der Mischna des Babli und Jer. heisst es: מומחין מפי ב״ד, vom Gerichte als Rechtsgelehrte erklärt.",
+ "kann man sie nicht verwerfen. Die Worte der Weisen: אם היו כשרים או מומחים וכו׳ sind nach dem Talmud so zu verstehen: Wenn sie (die gewählten Richter) tauglich sind, so werden sie wie Rechtsgelehrte betrachtet, die man selbst nach R. Meïr nicht verwerfen kann, oben Note 7.",
+ "Dieser kann die Zeugen von Jenem verwerfen. Dieser Satz ist schwierig, da es allgemein anerkannt ist, dass Niemand die Zeugen seines Prozessgegners ohne Beweis für ungültig erklären kann. Nach einer Ansicht im Talmud ist hier עדו (Einzahl) statt עדיו zu lesen. Hiernach kann jemand nur einen Zeugen seines Gegners, selbst wenn er ihn Anfangs wie zwei Zeugen angenommen hatte, nachträglich wieder verwerfen, s. weiter Mischna 2. Nach einer andern Ansicht meint R. Meïr, es kann jemand mit noch einem andern zusammen zwei Zeugen seines Gegners für untauglich erklären, falls der Gegner vorher behauptet hat, er habe noch andere zwei Zeugen. Der Prozessierende kann in diesem Falle als Zeuge gegen die Zeugen seines Gegners auftreten; er gilt nicht als in seinem Zeugnisse interessiert (נוגע בעדותו), da ja sein Gegner noch andere Zeugen zu haben behauptet hat.",
+ "kann man sie nicht verwerfen. Nach der ersten Ansicht (in Note 11) kann er auch einen Zeugen, den er anfangs wie zwei beglaubigt hat, nicht nachträglich verwerfen (Mischna 2). Nach der zweiten Ansicht lehren die Weisen, dass der Prozessierende, der gegen die Zeugen des Gegners zeugt, immer als interessiert gilt; denn obgleich der Gegner anfangs noch andere Zeugen zu haben behauptete, kann er nachträglich erklären: Ich habe keine andern Zeugen, als diese beiden."
+ ],
+ [
+ "Hat er zu ihm. Zu seinem Prozess-Gegner.",
+ "dein Vater ist mir beglaubigt. Richter oder Zeuge in unserem Prozesse zu sein, wiewohl sie nach dem Gesetze als Anverwandte hierzu unfähig sind.",
+ "drei Rinderhirten. Die gewöhnlich unwissend sind.",
+ "sind mir beglaubigt. Als Richter unsern Prozess zu entscheiden.",
+ "Er kann es zurücknehmen. Selbst nachdem das Urteil bereits gefällt wurde.",
+ "Er kann es nicht zurücknehmen. Nachdem das Urteil gefällt ist, kann er die von ihm vorher beglaubigten Richter nicht wieder verwerfen; vorausgesetzt, dass sie richtig geurteilt haben. Ebenso kann er die von ihm Anfangs beglaubigten Zeugen, nachdem sie ihr Zeugnis vor Gericht abgelegt, nicht nachträglich für unglaubwürdig erklären. Selbst vor der Fällung des Urteils, resp. der Ablegung des Zeugnisses, kann er seine Konzession nicht widerrufen, wenn er sie durch einen Zueignungs-Akt (קנין סודר, Kidduschin I, 6) bekräftigt hat.",
+ "gelobe. דור Imper. von נדר.",
+ "mir bei deinem Leben. Und ich will dir das von dir Geforderte geben, resp. auf meine Forderung verzichten. Er begnügt sich mit einer Beteuerung durch ein Gelübde und verzichtet auf den strengen Eid, vgl. Gittin IV, 3.",
+ "Er kann es nicht zurücknehmen. Wenn Jener bereits das Gelübde ausgesprochen hat, oder auch vorher, wenn er Jenem durch einen Zueignungs-Akt (קנין סודר) das durch das Gelübde zu erlangende Objekt überwiesen hat."
+ ],
+ [
+ "Folgende sind. Nach Anordnung der Rabbinen.",
+ "Ein Würfelspieler. קוביא gr. ϰυβϵία, Würfelspiel. Darunter mag wohl, wie unter dem lat. alea, jedes Glücksspiel verstanden sein. Den, der solches handwerksmässig betreibt, haben die Rabbinen für verworfen erklärt, „weil er sich nicht mit der Cultivirung der Welt befasst“ (שאינו עוסק בישובו של עולם).",
+ "ein Wucherer. Ebenso der, welcher auf Zinsen entlehnt, s. B. mezia V, Note 98.",
+ "welche Tauben fliegen lassen. Nach der Erklärung der Tosephta: שממרין את היונים, die eine Wette im Taubenfluge machen; ein Wettspiel, in welchem derjenige gewann, dessen Taube der Taube des Andern im Fluge zuvorkam. Dies Spiel galt ebenso verwerflich, wie das Würfelspiel. Nach einer andern Erklärung im Talmud sind מפריחי יונים diejenigen, welche Tauben dazu abrichten, andere Tauben anzulocken und in ihren Taubenschlag zu bringen. Dies betrachten die Rabbinen als Raub, „wegen der Friedenswege“ (מפני דרכי שלום), Cholin 141b.",
+ "welche mit Brachjahr-Frucht handeln. Dies ist verboten, denn es heisst (Lev. 25, 6): „Es sei die Brachjahr-Frucht des Landes für euch zum Essen“,— also nicht zum Handeln (Aboda sara 62a).",
+ "Früher hatte man sie. Die zu Richtern und Zeugen Untauglichen.",
+ "Sammler von Brachjahr-Frucht. Bei der Aufzählung der פסולים führte man diese Klasse unter dem Namen אוספי שביעית auf; damit lehrte man, dass auch diejenigen, die für sich die Brachjahr-Früchte sammeln, untauglich sind.",
+ "seitdem aber viele Gewalthaber. אנס, Dränger, Gewalttäter. Gemeint sind hier die Steuerbeamten, die das Volk auch im Brachjahr zu Naturalienlieferungen (ארנונא = annona) zwangen. Deshalb hat man das Sammeln der Früchte erlaubt und nur den Handel verboten.",
+ "nannte man sie. Die zu Richtern und Zeugen Untauglichen.",
+ "Brachjahr-Fruchthändler. Man bezeichnete diese Klasse von פסולים mit dem Namen סוחרי שביעית, um zu lehren, dass die Sammler tauglich und nur die Händler untauglich sind.",
+ "Jehuda: Wann (gilt dies. Dies bezieht sich auf die Würfelspieler und auf den Tauben-Wettflug, (erste Erkl. in Note 24)."
+ ],
+ [
+ "Folgende sind die Anverwandten. Die nach Mischna 1 nicht Zeugen oder Richter sein können.",
+ "Vater. Dies fehlt im Babli und Jerusch., wahrscheinlich weil nach der talmudischen Auslegung dies schon in der Thora steht (Deut. 24, 16).",
+ "der Schwester Mann. Der Mann ist gleich seiner Frau (בעל כאשתו); und wo die Frau blutsverwandt ist, kann auch deren Mann nicht Zeuge sein.",
+ "der Stiefvater. Fehlt im Jerusch.",
+ "der Schwiegervater und der Schwestermann der Gattin. Jer. אגיסו, syr. ܓܰܝܳܣܳܐ, ܐܰܓܺܝܣܳܐ, Frauenschwestermann. Die Männer zweier Schwestern gelten als einander verwandt, indem man bei beiden den Grundsatz: בעל כאשתו (Note 33) anwendet.",
+ "nebst ihren Söhnen und Schwiegersöhnen. Da, wo der Mann nur durch seine Frau (wegen בעל כאשתו) verwandt ist, gilt diese Bestimmung nur von den Söhnen dieser Frau und von den Schwiegersöhnen, die Töchter dieser Frau zu Gattinnen haben; nicht aber von Söhnen, die der Mann mit einer anderen Frau hatte, oder Schwiegersöhnen, die Töchter des Mannes von einer andern Frau geheiratet.",
+ "der Stiefsohn. חורג (vom arab. خرج hinausgehen) der ausserhalb Geborene (vgl. Lev. 18, 9), Stiefsohn.",
+ "dagegen nur für sich allein. Nicht dessen Sohn und Schwiegersohn; wohl aber gilt dessen Frau als verwandt, denn אשה כבעל, die Frau ist gleich dem Manne, nach Note 33.",
+ "die erste Mischna. Vgl. meine Abhandlung: „Die erste Mischna“ (Berlin 1882) S. 5 ff.)",
+ "der Oheim und der Sohn des Oheims. Die „erste Mischna“ gebraucht den biblischen Ausdruck Lev. 25, 49,",
+ "der fähig ist ihn zu beerben. Die Verwandten von väterlicher Seite, vgl. B. batra VIII, 1.",
+ "Jeder. Fortsetzung der Mischna des B. Akiba. Nach Maimon. beginnt schon mit וכל הראוי ליורשו die Forts. der Mischna des R. Akiba.",
+ "verwandt war. Wiewohl er zur Zeit, da er das Zeugnis vor Gericht ablegen will, nicht mehr verwandt ist.",
+ "war er anverwandt. Vor der Zeit der Handlung, über die er zeugen will.",
+ "entfremdet worden. Z. B. der Schwestermann, dessen Frau bereits während der Handlung verstorben war.",
+ "gilt er. Der Schwiegervater dem Schwiegersohne und umgekehrt.",
+ "noch als Anverwandter. Nach dem Talmud werden die Grade der Verwandtschaft von dem nächsten gemeinschaftlichen Stammvater an gezählt. So sind Brüder miteinander ראשון בראשון (der Erste mit dem Ersten, von demselben Stammvater an), Vettern sind שני בשני (der Zweite mit dem Zweiten), Onkel und Neffe sind ראשון בשני, Grossonkel und Grossneffe ראשון בשלישי, Grossvettern שני בשלישי u. s. w. Es gelten hinsichtlich des Zeugnisses entschieden als an verwandt ראשון בשני ,ראשון בראשון und שני בשני, kontrovers ist ראשון בשלישי, weitere Grade gelten entschieden nicht als an verwandt."
+ ],
+ [
+ "Der. Fortsetzung der Worte des R. Jehuda.",
+ "Freund heisst der Hochzeitsfreund. Vgl. B. batra IX, Note 29. Dieser kann seinem Freunde während der Hochzeitstage nicht Zeuge sein.",
+ "Da sagten sie zu ihm. Die Weisen zu R. Jehuda.",
+ "Israel ist deswegen nicht in Verdacht. Wegen Freundschaft oder Feindschaft falsches Zeugnis abzulegen. Doch gestehen die Weisen zu, dass die Freunde und Feinde nicht jemand richten dürfen, da sie unwillkürlich für resp. gegen ihn eingenommen sind."
+ ],
+ [
+ "Man führt sie (in ein Zimmer. Die meisten Ausgaben haben nicht לחדר.",
+ "hinein und macht ihnen Angst. Man hält ihnen vor, dass falsche Zeugen selbst von denjenigen, die sie mieten, verachtet werden (Talmud).",
+ "dann heisst man alle Leute. Nach dieser LA. darf Niemand bei der Prüfung der Zeugen anwesend sein. Doch meinen die Kommentare, dass die beiden Prozessierenden wenigstens bei der Aufnahme des Zeugnisses zugegen sein müssen. In vielen Codd., auch im Jerusch., liest man dagegen: ומוציאין אותן לחוץ (man heisst sie hinausgehen). Hiernach werden nur alle Zeugen, ausser dem zu prüfenden, entfernt, damit nicht einer dem andern durch Winken anzeige, wie er aussagen soll.",
+ "lässt nur den grössten. Den angesehensten.",
+ "unter ihnen. Unter den Zeugen.",
+ "Dieser. Der Schuldner.",
+ "so hat er Nichts gesagt. Denn der angebliche Schuldner hat vielleicht jene Äusserung nur getan, damit man ihn nicht für reich halte.",
+ "Vor uns hat er zugestanden. Der Gläubiger war ebenfalls zugegen, und der Schuldner hat ihm seine Forderung zugestanden. Selbstverständlich gilt ihr Zeugnis um so mehr, wenn sie behaupten, beim Darleihen zugegen gewesen zu sein.",
+ "dass er jenem zweihundert Sus schuldig sei.“ Hernach führt man den Zweiten herein und prüft ihn. Finden sich ihre Aussagen übereinstimmend, so verhandelt man über die Sache. Sagen zwei: „gerecht!“, und einer sagt: „schuldig!“, so wird er für gerecht erklärt. Sagt Einer: „gerecht!“ und Einer sagt: „schuldig!“, sogar wenn zwei ihn für gerecht oder zwei für schuldig erklären, und Einer sagt: „ich weiss nicht. Obwohl seine Entscheidung, wenn sie gegen seine beiden Kollegen getroffen wäre, ungültig sein würde; so muss man dennoch die Zahl der Richter vermehren, falls der Dritte keine Entscheidung zu treffen weiss, weil es dann so anzusehen ist, als sässe der Dritte gar nicht zu Gericht, und ein Richter-Kollegium darf nicht aus weniger als drei Personen bestehen.",
+ "Richter vermehren. Man nimmt noch zwei Richter hinzu, s. weiter Abschn. V, Ende."
+ ],
+ [
+ "führt man sie. Die Prozessierenden.",
+ "herein. Während die Richter mit einander verhandelten, hiess man die Prozessierenden hinausgehen, damit sie nicht wissen, wer verurteilt und wer freigesprochen hat.",
+ "Der grösste. Der vorzüglichste.",
+ "ferner. Die Worte לא תלך רכיל בעמך ואומר fehlen in manchen Codices."
+ ],
+ [
+ "So oft Jemand einen Beweis. Durch Zeugen oder durch eine schriftliche Urkunde.",
+ "hebt man. Das Gericht.",
+ "Sagte man zu ihm. Dies sagte man aber nur, wenn es notwendig erschien.",
+ "da er solche während der dreissig Tage nicht gefunden und sie erst nach den dreissig Tagen gefunden hat. Es werden daher auch die später erbrachten Beweise berücksichtigt. Die Halacha entscheidet hier wie R. Simon ben Gamliel.",
+ "bringe einen Beweis. Ein schriftliches Dokument.",
+ "so gilt dies nichts. Da er Einmal behauptet hat, keine Zeugen oder Beweise zu haben, so ist zu befürchten, er habe später falsche Zeugen gemietet oder ein Dokument gefälscht und dies als Beweis beigebracht.",
+ "und dann einen Beweis findet. Hier entscheidet die Halacha gegen R. Simon b. G., wie der erste Tanna.",
+ "und er sagte: „ich habe keinen Beweis. Die eingeklammerten Worte fehlen im Babli.",
+ "oder er zieht dann einen Beweis. Ein schriftliches Dokument.",
+ "aus seiner Geldtasche. אפונדה od. פונדה (= funda, φοῦνδα) Beutel, Geldkatze.",
+ "so gilt dies nichts. Selbst nach R. Simon b. Gamliel; denn da er die Zeugen oder den Beweis gegenwärtig hatte und dies dennoch anfangs in Abrede stellte, so hat er damit zugestanden, dass sie falsch seien. — Behauptet jemand Zeugen oder Beweise in einem andern entfernten Lande zu haben, so hört man nicht auf ihn, das Urteil aufzuschieben; sondern man entscheidet nach den jetzt vorliegenden Momenten. Bringt er aber später die Zeugen oder Beweise herbei, so wird das erste Urteil aufgehoben und nach den neuen Beweisen entschieden (Bart. nach Talm.)."
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+ "Sowohl Vermögens-Rechtssachen als Lebens-Strafsachen erfordern Ausforschung und Untersuchung. S. weiter V, 1.",
+ "Einerlei Recht soll euch sein. Dies ist jedoch nur nach dem Thoragesetze erforderlich. Die Weisen haben aber angeordnet, dass bei Geld-Prozessen keine Ausforschung und Untersuchung nötig sei, weil man sonst sich weigern würde, Darlehen zu gewähren. Nur wenn das Gericht einsieht, dass bei dem Prozesse ein Betrug im Spiele ist, muss es durch genaue Ausforschung die Zeugen prüfen.",
+ "vor drei. I, 1.",
+ "Richter. I, 4.",
+ "zur Verurteilung. Des Verklagten.",
+ "den Ausschlag. מטין man lässt neigen, man entscheidet.",
+ "zur Verurteilung aber geben nur zwei den Ausschlag. Zur Verurteilung gehört eine Majorität von zwei Stimmen, s. oben I, 6.",
+ "Bei Vermögens-Rechtssachen findet. Nachdem bereits das Urteil gefällt ist.",
+ "Wiederaufnahme des Verfahrens sowohl zu Gunsten als zum Nachteil statt. Falls es sich herausstellt, dass das Gericht sich geirrt hat.",
+ "Bei Vermögens-Rechtssachen können Alle. Selbst die Jünger, die zugegen sind.",
+ "sowohl zu Gunsten als zum Nachteil. Des Verklagten.",
+ "aber nicht Alle dürfen Gründe zum Nachteil vorbringen. Wenn einer der Jünger sagt: „ich weiss Gründe zur Verurteilung“, so hört man nicht auf ihn.",
+ "aber es kann nicht. Während der Verhandlung kann er nicht für Verurteilung Gründe vorbringen; doch darf er bei der endgültigen Beschlussfassung sein Urteil auch zu Ungunsten abgeben, wenn er einsieht, dass er sich geirrt hat.",
+ "Vermögens-Processe kann man bei Tag verhandeln und bei Nacht. Selbst bei Nacht.",
+ "Lebens-Strafprozesse kann man bloß zur Freisprechung an demselben Tage entscheiden. Wenn der Angeklagte unschuldig befunden wird, wird noch an demselben Tag das Urteil gefällt.",
+ "deshalb richtet man nicht am Vorabend des Schabbats oder eines Feiertages. Weil dann im Falle einer Verurteilung diese am Schabbat oder Feiertag stattfinden müsste, an welchen Tagen das Urteil nicht vollstreckt werden darf. Eine Aufschiebung der Vollstreckung eines Todesurteils darf aber nicht stattfinden, s. weiter XI, 4."
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+ [
+ "Reinigkeit oder Unreinigkeit. Dazu gehört auch die Entscheidung über Verbotenes und Erlaubtes.",
+ "von dem Grössten beginnen. Denn so erfordert es der Anstand, dass die Kleineren nicht vor den Grösseren ihre Meinung sagen.",
+ "bei Lebens-Strafprocessen von der Seite. An der Seite sassen die Kleinen, während die Grossen in der Mitte sassen. Die Grossen sollen nicht zuerst ihr Votum abgeben, damit die Kleinen nicht dadurch beeinflusst werden.",
+ "Alle. Auch ein Proselyte, dessen Mutter eine geborene Israelitin ist; auch ein Mamser (Jebamot IV, 13) kann bei Geldprozessen Richter sein.",
+ "die ihre Töchter mit Priestern verheiraten dürften. Die von legitimer Abstammung sind (מיוחסים), s. Kidduschin IV, 4—5."
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+ "Das Synedrion. Auch das kleine von 23, oben I, 6.",
+ "war gleich einer halben runden Tenne. Es sass im Halbkreise.",
+ "damit sie einander sehen könnten. Doch konnten sie nicht in einem ganzen Kreise sitzen, da die Prozessierenden und Zeugen vor Alle hintreten und da sprechen mussten.",
+ "und schrieben die Reden der Freisprechenden und die Reden der Verurteilenden. Auch deren Gründe.",
+ "R. Jehuda sagt: drei (Schreiber standen dort), einer schrieb die Reden der Freisprechenden, der andre die Reden der Verurteilenden und der dritte die Reden der Freisprechenden und die Reden der Verurteilenden (zugleich. Damit sowohl über die Reden der Lossprechenden als über die der Verdammenden zwei Zeugen vorhanden seien."
+ ],
+ [
+ "Drei Reihen Weisen-Jünger sassen. Ebenfalls im Halbkreise; aber sie sassen auf der Erde, während die Synedristen auf Stühlen sassen.",
+ "vor ihnen. Eine Reihe hinter der anderen; jede Reihe bestand aus 23 Jüngern. Von diesen wählte man neue Richter, wenn die Zahl der Richter vermehrt werden musste, s. V, 5.",
+ "jeder Einzelne kannte seinen Platz. Denn man setzte sie nach dem Grade ihrer Weisheit.",
+ "Einen zu ordinieren. D. h. zum Richter in Strafsachen zu befördern, da nur Ordinierte hierzu fähig waren, oben I, Note 3 und 19. Diese Beförderung war nötig, wenn einer der Synedristen starb, oder wenn die Ansichten nach V, 5 geteilt waren.",
+ "dann wählte man einen aus der Gemeinde. Irgend einen Geeigneten.",
+ "er. Der Neugewählte. Dies gilt nicht nur von dem aus der Gemeinde Gewählten, sondern auch von den früher in eine höhere Reihe Beförderten.",
+ "sondern an dem ihm gebührenden Platze. D. h. er kam an den letzten Platz in der Reihe, während jeder andere der dort sitzenden Jünger um einen Platz höher hinaufrückte."
+ ],
+ [
+ "In welcher Weise machte man die Zeugen in Lebens-Strafsachen ängstlich. Um sie vor falschem Zeugniss zu warnen.",
+ "vom Hörensagen. Ihr habt es von einem Unbekannten vernommen.",
+ "wir haben es aus dem Munde eines andern Zeugen. Der es vor einem anderen Gerichte ausgesagt hat.",
+ "dass wir euch später. Das Subst. סוף (Ende) verbunden mit dem Inf. mit ל׳ (oder auch mit dem Partie.) setzt den Inhalt des Verbums in die Zukunft. Dabei wird dem סוף das Suff. derjenigen Person angehängt, von der die Tätigkeit des Verbums ausgesagt wird.",
+ "bei Geldsachen kann der Mensch. Der durch falsches Zeugnis Jemand um Geld gebracht hat.",
+ "aber bei Lebenssachen haftet an ihm. An dem falschen Zeugen.",
+ "Nachkommen bis an der Welt Ende. Jerusch liest: עד סוף כל הדורות (bis ans Ende aller Geschlechter).",
+ "Das mehrfache Blut. Die Mehrzahl דמי wird so ausgelegt.",
+ "[Eine. Die in eckigen Klammern befindlichen Worte gehören nicht zu der an die Zeugen gerichteten Admonition, sondern sind eine eingeschaltete Agada.",
+ "weil sein Blut hingeworfen war auf Hölzern und Steinen. Da Kajin noch nicht wusste, wie er seinen Bruder töten könnte, schlug er ihn zuerst mit Hölzern, dann mit Steinen.",
+ "] Deshalb. Fortsetzung der Admonition.",
+ "ist nur ein einziger Mensch. Jerusch, und and. Codd. fügen hier hinzu: בעולם (in der Welt).",
+ "um dich zu lehren, dass wenn einer eine Person (von Israel. Jerusch., Handschriften und and. Zeugnisse lesen nicht: מישראל. Es hat auch keinen rechten Sinn, da doch der erste Mensch kein Israelit war. Einige mochten dieses Wort eingeschoben haben, weil es sich in der Admonition um einen Israeliten handelt.",
+ "es ihm die Schrift anrechnet. Jerusch, u. A. lesen מעלין עליו (man rechnet es ihm an) st. מעלה עליו הכתוב.",
+ "und wenn einer eine Person (von Israel. Jerusch., Handschriften und and. Zeugnisse lesen nicht: מישראל. Es hat auch keinen rechten Sinn, da doch der erste Mensch kein Israelit war. Einige mochten dieses Wort eingeschoben haben, weil es sich in der Admonition um einen Israeliten handelt.",
+ "es ihm die Schrift anrechnet. Jerusch, u. A. lesen מעלין עליו (man rechnet es ihm an) st. מעלה עליו הכתוב.",
+ "[Ferner. Die in eckigen Klammern befindlichen Worte gehören nicht zu der an die Zeugen gerichteten Admonition, sondern sind eine eingeschaltete Agada.",
+ "wegen des Friedens der Welt. הבריות eig. der Geschöpfe, d. 11. der. Menschen.",
+ "damit nicht ein Mensch zum andern sage: „mein Ahn war grösser als dein Ahn. Alle Menschen sind an Adel einander gleich, weil sie alle von Einem Menschen abstammen.",
+ "auch damit die Minim. המינים so lesen die Handschriften und alten Ausgg. (später änderte man es in אפיקורסים). Darunter sind in der Mischna die Sektierer und Häretiker im Allgemeinen verstanden, nicht speziell die Juden-Christen. Vgl. Berachot IX, 5: „Als die Minim (so in allen Hdschr. u. alten Ausgg.) irre führten und lehrten, es gebe nur eine einzige (keine zukünftige) Welt.“ Dies passt nicht auf die Juden-Christen. מין stammt wohl vom arab. مان lügen, daher auch die Form מאינים in Siphra, Par. II, 5.",
+ "es gibt mehrere Mächte. D. h. mehrere Gottheiten. רשות (von רשי vermögen) die Macht, metonymisch für „die Gottheit.“",
+ "denn wenn ein Mensch viele Münzen mit Einem Stempel prägt. טבע ar. طبع, prägen.",
+ "Daher. Weil nur Ein Mensch geschaffen wurde.",
+ "meinetwegen ist die Welt erschaffen worden. Jeder Mensch soll denken, er trage die Verantwortung für eine ganze Welt, und sich deshalb vor der Sünde hüten.",
+ "] Vielleicht. Fortsetzung der Admonition.",
+ "was soll uns diese Not. Wozu sollen wir Zeugnis ablegen, wenn es auch wahr ist, da wir doch irren können?",
+ "so trägt er seine Schuld. Ihr begeht also eine Sünde, wenn ihr nicht aussaget.",
+ "was sollen wir das Blut dieses Menschen verschulden. Eine Blutschuld auf uns laden. Besser ist’s die Sünde der Zeugnis-Verweigerung zu begehen, als die Hinrichtung eines Menschen zu veranlassen.",
+ "ist Jubel. Ihr begehet keine Sünde, wenn ihr durch euer wahrhaftes Zeugnis den Untergang eines Bösewichts herbeiführet, da dies ein Jubel für die ganze Menschheit ist."
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+ "Man prüfte sie. Die Zeugen, und zwar einen nach dein andern, wie oben III, 6 beim Zivil-Prozess angegeben und wie weiter aus Mischna 4 zu ersehen ist.",
+ "In welcher Jahrwoche. שבוע, Jahrwoche, B. mezia IX, Note 46. Die Mischna zählt nach Jobel-Perioden von 50 Jahren. Ein Jobel (יובל) bestand aus 7 Jahrwochen, jede Jahrwoche zu 7 Jahren, wozu noch das 50. Jahr, Jobeljahr genannt, hinzukam. Zur genauen Bestimmung des Jahres gehören also eigentlich 3 Fragen: 1) In welchem Jobel, 2) in welcher Jahrwoche des Jobels, 3) in welchem Jahre der Jahrwoche. So lehrt auch in der Tat eine Baraita im Jerusch. und Babli. Die Mischna jedoch lässt die erste Frage nach dem Jobel weg, weil die Zeugen gewiss nicht 50 Jahre mit ihrem Zeugnis gewartet haben und demnach über die Jobel-Periode kein Zweifel sein kann.",
+ "Im wievielten Jahre. Der Jahrwoche.",
+ "An welchem Tage. Der Woche. Wiewohl diese Frage überflüssig erscheint, da doch die Angabe des Monatstages den Tag genau bestimmt, so stellte man dennoch diese Frage, um etwaige Überführungszeugen, die den Tag des Monats nicht im Gedächtnisse haben, durch Angabe des Wochentages darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Zeugen durch ein Alibi überführen könnten.",
+ "An welchem Orte. Ist die bezeugte Tatsache geschehen.",
+ "An welchem Tage. Der Woche.",
+ "An welchem Orte. R. Jose spricht von Fällen, wo man aus dem Zeugnis erkennt, von welcher Woche und von welchem Jahre die Bede ist, so dass die andern Fragen überflüssig sind. Die Weisen aber meinen, selbst in solchen Fällen soll man 7 Fragen an die Zeugen richten, um ihnen Angst zu machen und sie von einem falschen Zeugnis abzuschrecken.",
+ "Kennt ihr ihn. Den Ermordeten; dies, wenn es sich um einen Mord handelt.",
+ "Habt ihr ihn. Den Verbrecher.",
+ "gewarnt. Nach der Mischna darf eine Lebens- oder Leibesstrafe nur dann verhängt werden, wenn der Verbrecher vor der Tat ermahnt wurde, dass er von diesem Verbrechen abstehe, da er sich dadurch der und der Strafe schuldig mache, und der Verbrecher darauf erwidert hat, dass er trotzdem die Tat verübe. Nur R. Jose bar Jehuda ist der Ansicht, dass ein Gelehrter, der voraussetzlich das Strafgesetz kennt, keiner Warnung bedarf. Siehe aber weiter IX, 5.",
+ "Wenn Einer Götzendienst getrieben. Wenn die Zeugen Jemand des Götzendienstes anklagten.",
+ "Wem. Welchem Götzen.",
+ "Womit. Durch welche Tat, ob durch Opfern oder Adoration."
+ ],
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+ "Jemehr einer prüft. Durch Prüfungsfragen, weiter Note 17.",
+ "dass der Sohn Sakkai’s. Das war der später berühmt gewordene Lehrer R. Jochanan ben Sakkai. Zur Zeit der Abfassung dieser Mischna war er noch einer der Weisen-Jünger und wurde „Ben Sakkai“ genannt, vgl. Abot II, 8. Diese Mischna gehört demnach wohl zur alten „ersten Mischna“, s. oben III, Note 39.",
+ "über die Stiele der Feigen ausfragte. Die Zeugen hatten ausgesagt, dass jemand unter einem Feigenbaum ein Verbrechen begangen; da fragte sie Ben Sakkai, ob die Stiele der Feigen dick oder dünn waren. Die Zeugen widersprachen sich bei der Beantwortung dieser Frage, und der Angeklagte ward frei; vgl. eine ähnliche Ausforschung im apokryphischen Buch Susanna V. 51 ff.",
+ "Was ist der Unterschied zwischen den Untersuchungsfragen. So werden die in Mischna 1 erwähnten Zeit und Ort (nach Maimon, auch andere häuptsächliche Momente) betreffenden Fragen genannt.",
+ "Prüfungsfragen. Andere Fragen, die nur Nebensächliches betreffen, wie z. B. „hat er ihn mit einem Schwerte oder mit einer Axt erschlagen?“— „War er mit schwarzen oder weissen Kleidern bekleidet?“",
+ "das ganze Zeugnis ungültig. Da ein Zeuge, der Ort oder Zeit nicht zu wissen vorgibt, sich nicht der Gefahr der Strafe bei Überführung aussetzt (s. Makkot I, 4), so ist dessen Zeugniss und somit auch das seines Mitzeugen ungültig, (vgl. Makkot I, 8).",
+ "das Zeugnis ungültig. Der Angeklagte ist frei, aber auch die Zeugen werden nicht bestraft, nach Makkot I, 4."
+ ],
+ [
+ "am dritten des Monats. Im Wochentage aber stimmen sie überein, z. B. es sagt der eine: „Montag am 2. Tebet“, und der andere sagt: „Montag am 3. Tebet“.",
+ "dass der Monat. Der vorige Monat (Kislew).",
+ "ein Schaltmonat. Von 30 Tagen.",
+ "war. So dass der jetzige Monat (Tebet) erst am 31. des vorigen Monats (Kislew) begonnen hat.",
+ "dass der Monat. Der vorige Monat (Kislew).",
+ "ein Schaltmonat war. Somit begann der jetzige Monat (Tebet) um einen Tag früher. Doch wird dies nur bis zur Hälfte des Monats angenommen; dagegen von da an und weiter macht ein solcher Widerspruch das Zeugnis ungültig, da zu dieser Zeit die Bestimmung des Monatsanfangs bereits allgemein bekannt ist.",
+ "so ist ihr Zeugnis ungültig. Da man sich um zwei Tage nicht irrt.",
+ "in der zweiten Stunde. Nämlich von der Tageszeit. Diese Zeitangabe in der Mischna entspricht in den Aequinoctien unserem: „zwischen sieben und acht Uhr“, da man die Tagesstunden von Tagesanbruch (6 Uhr Morgens) zu zählen begann. Siehe die Einl. zu Pesachim S. 167.",
+ "in der dritten Stunde. Zwischen 8 und 9 Uhr.",
+ "so ist ihr Zeugnis giftig. Denn wenn auch nach dem ersten Zeugen die Handlung kurz nach 7 Uhr, nach dem zweiten aber kurz vor 9 Uhr geschehen sein sollte, so gilt dies nicht als ein sich widersprechendes Zeugnis, da sich Einer um ungefähr zwei Stunden irren kann.",
+ "in der dritten. Zwischen 8 und 9 Uhr.",
+ "in der fünften. Zwischen 10 und 11 Uhr.",
+ "so ist ihr Zeugnis ungiftig. Weil hier möglicher Weise beide Aussagen um beinahe drei Stunden von einander differieren und um so viel sich Niemand zu irren pflegt.",
+ "Es ist gültig. Weil man sich auch um beinahe drei Stunden irren kann (Erkl. von Raba in Pesachim 12a).",
+ "in der fünften. Zwischen 10 und 11 Uhr.",
+ "in der siebenten. Zwischen 12 und 1 Uhr.",
+ "denn in der fünften ist die Sonne im Osten. Östlich vom Mittagskreise.",
+ "und in der siebenten ist die Sonne im Westen. Westlich vom Mittagskreise."
+ ],
+ [
+ "Hierauf. Oben fehlt die Angabe, dass man den zweiten Zeugen während der Prüfung des ersten abtreten liess; s. Note 1.",
+ "führt man den zweiten herein und prüft ihn. Wie den ersten.",
+ "beginnt man (die Verhandlung. Eig. müsste es heissen: נושאין ונותנין בדבר ופותהין בזכות, vgl. oben III, 6.",
+ "Rechtfertigung. Man sagt auch zum Angeklagten: „Wenn du nichts verbrochen hast, brauchst du nichts zu fürchten!“",
+ "ich habe Gründe zu seiner Rechtfertigung. Um so weniger darf ein Zeuge Gründe zur Verurteilung vorbringen. Nach R. Jose b. Jehuda darf ein Zeuge Gründe zur Rechtfertigung, aber nicht zur Verurteilung vorbringen (Talm. 33b).",
+ "so bringen sie. Die Richter.",
+ "und er kam den ganzen Tag nicht von dort. Von seinem neuen Platze.",
+ "hinunter. Selbst wenn seine Worte unerheblich sind; damit er nicht öffentlich beschämt werde.",
+ "wenn an seinen Worten etwas Erhebliches. ממש (von משש, tasten) etwas Greifbares, Erhebliches.",
+ "so hört man auf ihn. Er behält auch dann für immer seinen Sitz unter den Synedristen, vgl. Susanna und Daniel V. 50 und 64."
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+ "so entliessen sie ihn. S. oben IV, Note 14.",
+ "so verschoben sie sein Urteil bis auf morgen. Damit Jeder sich die Sache über Nacht gut überlege.",
+ "Inzwischen kamen sie paarweise zusammen. Um mit einander über den Fall zu diskutieren.",
+ "sie essen wenig und trinken keinen Wein den ganzen Tag. Auch nicht am andern Tage der Verurteilung vor der Hinrichtung. Nach der Hinrichtung durften die Richter an diesem Tage gar nichts essen (Talm. 63a).",
+ "und am andern Morgen kommen sie frühzeitig in das Gerichtshaus. Wo man weiter verhandelte bis gegen Abend, in welcher Zeit das Urteil gefällt wurde (Talm. 46b).",
+ "Der Rechtfertigende. Wer gestern für Freisprechung plädiert hatte.",
+ "ihn für gerecht zu erklären. Eig.: „ich erkläre ihn für gerecht, an meiner Stelle (bleibend).“",
+ "und der Verdammende. Wer gestern verdammt hatte.",
+ "kann nicht wieder für Verdammung befinden. Während der Verhandlung, wohl aber bei der Abstimmung, oben IV, Note 12.",
+ "so haben die zwei. שני fehlt im Jerusch., nach R. Jehuda oben TV“, 3.",
+ "erklären ihn zwölf für schuldig und elf für gerecht. In diesem Falle kann er nicht verurteilt werden, da hierzu eine Majorität um zwei Stimmen nötig ist, oben I, Note 69.",
+ " Die eingeklammerten Worte fehlen im Jerusch, und in manchen Handschriften.",
+ "ja sogar wenn ihn zweiundzwanzig für gerecht oder für schuldig erklären, und einer sagt: „ich weiss nicht. Dieser gilt dann als abwesend, und da Lebensstrafen nur von einem Collegium von 23 Richtern verhängt werden dürfen, so muss die Zahl der Richter vermehrt werden, s, oben III, Note 60.",
+ "Immer um zwei. Wenn die zwei neuen Richter geteilter Meinung sind, werden noch zwei zugezogen, und so fort bis einundsiebzig.",
+ "Erklären ihn aber sechsunddreissig für schuldig und fünfunddreissig für gerecht. In diesem Falle kann er nicht verurteilt werden, da hierzu eine Majorität um zwei Stimmen nötig ist, oben I, Note 69.",
+ "bis einem der Verurteiler die Worte der Freisprechenden ein leuchten. So dass 36 freisprechen und nur 35 verurteilen, wonach er als freigesprochen gilt. Ebenso wenn umgekehrt einer der Freisprechenden den Verurteilenden beistimmt, so ist die Entscheidung mit 37 Stimmen, gegen 34, zur Verdammung getroffen, doch führt die Mischna lieber den für den Angeklagten günstigen Fall als Beispiel an."
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+ "Sobald das Urteil. Zur Steinigung. Es wird dies als Beispiel angenommen, weil es die weiter VII, 1 zuerst genannte gerichtliche Todesstrafe ist.",
+ "vom Gerichtshause. Nach Maimon. ungefähr 6 Mil entfernt. So weit war auch in der Wüste vom Gerichte des Moses, das in der Mitte war, bis nach ausserhalb des Lagers, da das israelitische Lager 12 Mil im Quadrat hatte (Joma 75b).",
+ "Einer stand am Eingange des Gerichtshauses mit einem Tuche. סודרין, Tuch, von σουδάριον, sudarium. Oft heisst es abgekürzt סודר.",
+ "und ein anderer Mann sass. ואדם אחד רוכב fehlt in beiden Talmuden.",
+ "so dass er jenen sehen kann. Wie er durch Schwenken des Tuches ein Zeichen gibt.",
+ "Sagt einer. Im Gerichtshofe.",
+ "und der Reiter rennt fort und heisst ihn. Den Verbrecher samt den Exekutoren.",
+ "stehen bleiben. Der Verurteilte.",
+ "sogar vier- bis fünfmal. Auch noch mehrmals.",
+ "nur muss an seinen Worten etwas Erhebliches sein. Das erste und zweite Mal, wo er vielleicht aus Ängstlichkeit seine Rede nicht gut vorbringen kann, wird er in jedem Falle zurückgeführt und bei Gericht nochmals vernommen; findet man aber auch beim zweiten Male seine Worte unerheblich, so gibt man ihm zwei Gesetzkundige als Begleiter mit, die ihn nur dann zurückführen, wenn seine Worte erheblich sind.",
+ "Ein Ausrufer. כרוז gr. ϰῆρυξ.",
+ "weil er das und das Verbrechen begangen hat. Dabei müssen auch Zeit und Ort genau angegeben werden, damit eventuell die Zeugen durch ein Alibi überführt werden können."
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+ "Wenn er vom Steinigungshause ungefähr zehn Ellen entfernt ist. Dicht am Steinigungsplatze würde er vielleicht so verwirrt sein, dass er kein Sündenbekenntnis ablegen könnte.",
+ "Lege dein Sündenbekenntnis ab. Über dieses Verbrechen und die anderen Sünden.",
+ "Teil hat an der zukünftigen Welt. עולם הבא s. zu X, 1.",
+ "so und so. Damit hatte er auch die früher begangenen Sünden bekannt.",
+ "Wenn er nicht ein Bekenntnis abzulegen weiss. Er kann sich seiner übrigen Sünden nicht erinnern.",
+ "dass wider ihn falsches Zeugnis abgelegt worden ist. מזומם part. pass. piel von זמם. Nach Deut. 19, 19 wird der falsche Zeuge עד זומם (der gegen seinen Bruder Böses Sinnende) genannt; daher מזומם, der von falschen Zeugen Angeklagte.",
+ "mit Ausnahme dieser Sünde. Des Verbrechens, dessen ich angeklagt bin.",
+ "um sich als unschuldig hinzustellen. Dadurch würde er das Gericht und die Zeugen ins Gerede bringen. — Dagegen heisst es im Sifré sutta zu Num. 5, 6 (Jalkut I, 701): ואשם ואשמה לרבות כל חייבי מיתות שיתודו, יכול אף הנהרגין על פי זוממין אמרת לא אמרתי אלא ואשמה הנפש ההיא. Die Worte der Schrift: „Diese Seele bekenne sich schuldig“ (wo es doch kurz ואשם heissen könnte) lehren, dass alle zum Tode Verurteilten ihr Sündenbekenntnis ablegen. Nun könnte man meinen, dass dies auch denen, die durch falsche Zeugen zum Tode verurteilt sind, geboten sei; darum merke, dass ich nur gesagt habe: „diese Seele bekenne sich schuldig“ (d. h. die tatsächlich die Schuld begangen hat.)"
+ ],
+ [
+ "zieht man ihm die Kleider aus. Damit er schneller ohne viele Schmerzen sterbe.",
+ "den Mann bedeckt man. Die Hdschr. lesen: מכסין אותו פרק אחד man bedeckt ihn mit einem Lappen; פרק syr. ܦܳܪܩܳܐ, ein zerrissenes Kleid.",
+ "vorn. An seiner Scham.",
+ "das Weib aber wird nicht nackt gesteinigt. Sondern mit einem dünnen Hemde bekleidet. Obwohl durch das Kleid der Tod verzögert wird, so ist dies vorzuziehen, weil die Schande das Weib mehr quälen würde, als die Schmerzen."
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+ [
+ "Das Steinigungshaus hat zwei Mannshöhen. Das sind 6 Ellen.",
+ "Einer der Zeugen stösst ihn. Der Talmud beweist aus der Schrift, dass es einerlei ist, ob der Stein auf den Verbrecher fällt, oder ob dieser von der Höhe herab auf den Stein fällt.",
+ "auf die Hüften. מתנים ist der untere Teil des Rückens, wo man den Gürtel anlegt, ὀσφύς.",
+ "auf die Hüften. Um zu sehen, ob er schon tot ist und, falls nicht, ihm einen Stein aufs Herz zu werfen. — So nach Maimonides. — Nach Raschi muss erklärt werden: „Einer von den Zeugen stösst ihn auf die Hüften (den Rücken) hinab; fällt er auf das Herz, so wendet er ihn auf den Rücken (weil es eine Schande ist, mit dem Gesicht einwärts zu liegen).“",
+ "wo nicht. Mischna ed. Neapel, Jerusch, u. A. lesen: ואם לאו נוטל את האבן ונותנה על לבו אם מת בה יצא ואם לאו העד השני נוטל את האכן וכו׳. Hiernach hat zuerst der erste Zeuge den Stein zu werfen, und nur, wenn er dadurch nicht tot ist, wirft ihn der zweite Zeuge nochmals.",
+ "so nimmt der zweite den Stein. Der Stein war so schwer, dass ihn zwei Menschen tragen mussten; es hoben ihn demnach beide Zeugen zusammen auf (Talm.).",
+ "Die Hand der Zeugen sei zuerst an ihm. Weil sie mit Gewissheit wissen, dass er des Todes schuldig ist, da sie das Verbrechen mit eigenen Augen gesehen haben.",
+ "Alle Gesteinigten werden gehenkt. Nach der Steinigung.",
+ "Nur der Gotteslästerer. Denn bei der Vorschrift des Hängens im Deut. 21, 23 steht קללת אלהים, s. weiter Note 48.",
+ "und der Götzendiener. Denn auch der Götzendiener ist ein Gotteslästerer nach Num. 15, 30, welche Stelle nach der Tradition vom Götzendiener spricht.",
+ "das Weib aber wird nicht gehenkt. Denn es heisst bei der Vorschrift des Hängens (Deut. 21, 22): באיש (an einem Manne), was das Weib ausschliesst.",
+ "Er hat achtzig Weiber. Die Zauberinnen waren.",
+ "und man. Ein und dasselbe Gericht darf nicht zwei an einem Tage richten, weil man da nicht die Rechtfertigung jedes Einzelnen genau suchen könnte.",
+ "darf doch nicht zwei an Einem Tage richten. Demnach war dies ein ausserordentliches Verfahren, das die Zeitverhältnisse erforderten (הוראת שעה), aus dem man über die Vorschrift des Gesetzes nichts beweisen kann.",
+ "Man senkt einen Balken in die Erde. Und steckt ihn fest.",
+ "von welchem. Oben an der Spitze.",
+ "man bringt dann die beiden Hände. Die schon vor der Steinigung zusammengebunden worden waren.",
+ "nahe aneinander. Man bringt sie wieder zusammen, falls sie bei der Steinigung voneinander gelöst wurden. Jerusch. liest לזו statt על גב זו.",
+ "Der Balken war an die Wand gelehnt. Und nicht in der Erde festgesteckt.",
+ "daran. Da das Holz unmittelbar nach dem Hängen mit ihm begraben werden muss, so darf es nicht in der Erde feststecken, damit nicht zwischen dem Hängen und Begraben erst das Holz aus der Erde losgelöst werden müsste. Nach den Weisen hat es nichts zu bedeuten, wenn das Holz vor dem Begraben vom Boden losgemacht wird; es darf nur kein Baum sein, der mit den Wurzeln am Boden wächst und erst entwurzelt oder gefällt werden muss.",
+ "wie es die Schlächter machen. Bisher die Worte des R. Jose; das Folgende ist Fortsetzung der Darstellung des ersten Tanna, die nicht kontrovers ist.",
+ "Man löst ihn sogleich ab. Einer hängt ihn auf, ein anderer nimmt ihn sofort herab, und man begräbt ihn vor Sonnenuntergang.",
+ "übertritt man. Jerusch. liest עוברין st. עובר עליו.",
+ "das will sagen. כ—לומר = כלומר, wie zu sagen.",
+ "Weil er Gott gelästert. Jerusch. hat שקילל st. des euphemistischen שבירך.",
+ "hat. Die Worte קללת א׳ תלוי werden so gefasst, dass der Gehenkte an das Verbrechen der Gotteslästerung erinnert, welches die Strafe verursacht hat.",
+ "wodurch der Name Gottes. שמים, Himmel, steht häufig metonymisch für „Gott“.",
+ "entweiht würde. Wörtlich: „und es würde der Name Gottes entweiht gefunden."
+ ],
+ [
+ "Es sagt R. Meïr. אמר ר״מ bis צדיקים ist eine eingeschaltete Agada, welche eine andere Erklärung der Worte קללת א׳ תלוי enthält. ולא זו בלבד schliesst sich dann an den letzten Satz von M. 4 an.",
+ "Wenn der Mensch sich grämt. In den Ausgg. steht hier: שכינה מה הלשון אומרת, wie spricht die Gottheit (s. Abot III, 2); doch haben M. ed. Neapel und die meisten alten Erklärer nicht das Wort שכינה, da hier vielmehr die Ausdrucksweise der Menschen angeführt wird.",
+ "wie drückt er sich aus. Wörtlich: „was spricht die Zunge? — Die Mischna-Ausgg. haben hier noch das Wort: כביכול, gleichsam als ob es möglich wäre (von Gott so zu sprechen). Das Wort wurde erst später wegen שכינה hinzugefügt; beide Talmude haben es nicht.",
+ "Mein Kopf ist mir schwer. Der Jerusch. führt hier zwei LAA. an: אנן תנינן קליני אית תניי תני קל אני מאן דמר קליני לית הוא אלא קליל מאן דמר קל אני לית הוא אלא נטיל. Wir (die Tiberienser) lernen in der Mischna: (קל איני =) קליני; mancher Tannai lernt aber da: קל אני. Der, welcher sagt: קליני, meint, das Wort קל bedeutet nichts anderes als „leicht“ (ich bin nicht leicht an meinem Kopfe, oder Arme); der, welcher sagt: קל אני, meint, das Wort bedeutet hier (als Antriphrasis) nur „schwer“ (ich bin schwer an meinem Haupte oder Arme). Manche nehmen es als Komparativ: „ich bin leichter als mein Kopf“, d. h. mein Kopf ist mir zu schwer. Vgl. noch תשובות הגאונים ed. Harkavy No. 244 und 364.",
+ "mein Arm ist mir schwer. Nach Maim. wurde dieser Spruch von Jedem geäussert, der im Begriffe war, Jemand zu bestrafen, mit dem er inniges Mitleid hatte. Er meinte damit, „mein Kopf ist mir schwer“, es würde mir Sorge machen, wenn ich die Bestrafung unterliesse; aber auch „mein Arm ist mir schwer“, es schmerzt mich, diese Strafe zu verhängen. So spricht auch Gott: „Durch die Tötung selbst eines Verbrechers wird mir ein Geschöpf vernichtet; aber ihn am Leben zu lassen ist auch nicht gut.“ — Dies will nun die Schrift mit den Worten קללת א׳ תלוי ausdrücken. „Es fällt Gott gleichsam schwer, einen Menschen hinrichten zu lassen.“",
+ "Wenn Gott. המקום wird oft als Bezeichnung Gottes gebraucht, indem man die heilige Stadt und das Heiligtum, als die Wohnstätte Gottes, metonymisch für Gott setzte, wie שמים, oben Note 49. Dass die heilige Stadt מקום ϰατ’ ἐξοχήν hiess, beweist der Terminus הבאת מקום (z. B. Bikkurim II, 2). Zu Exod. 17, 7 bemerkt R. Elieser aus Modin in der Mechilta (ed. Friedmann 52b): מכאן לבית דין הגדול שהוא קרוי מקום, hieraus ist zu ersehen, dass der grosse Gerichtshof „Makom“ genannt wird. „Der grosse Gerichtshof“ ist hier sicher das göttliche Gericht, denn המקום des biblischen Textes wird vom Midrasch als Subject gefasst und auf Gott bezogen. Der Name המקום für das himmlische בית דין הגדול ist aber von der heiligen Stätte als dem Sitze des grossen Gerichtshofes auf Erden hergeholt (Deut. 17, 8). Später erklärte man noch in Bereschit r. c. 68, 9 diese Bezeichnung in folgender Weise: למה מכנין שמו של הקב״ה וקורין אותו מקום שהוא מקומו של עולמו. Warum umschreibt man den Namen Gottes mit מקום? Weil er der Ort seiner Welt ist. Eine andere Erklärung in Pirke d. R. El. c. 35 kommt unserer ersten Erklärung ziemlich nahe.",
+ "sich so wegen des Blutes der Frevler grämt. Jerusch. liest: אם כן אמר הכתוב מצטער אני על דמם וכו׳.",
+ "Nicht. S. oben Note 51.",
+ "bloß hierbei. Bei dem Hingerichteten gilt obiges Verbot.",
+ "um ihm einen Sarg und Totenkleider. Vgl. Schabbat XXIII, 4.",
+ "Man begrub ihn nicht in der Grabstätte seiner Väter. Weil man den Frevler nicht neben einem Gerechten begraben darf.",
+ "sondern das Gericht hatte zwei Begräbnisplätze eingerichtet. Man sollte auch nicht die schwersten Verbrecher neben geringem Verbrechern begraben.",
+ "Einen für die durchs Schwert Hingerichteten und die Erdrosselten und Einen für die Gesteinigten und Verbrannten. S. VII, 1. — Es hätten hiernach eigentlich vier Begräbnisplätze eingerichtet werden sollen; doch lehrt eine sinaitische Tradition, dass man nur zwei einrichte (Talmud)."
+ ],
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+ "Nachdem das Fleisch verwest ist. אכל = עכל verzehren, aufreiben.",
+ "liest man die Gebeine zusammen und begräbt sie an ihrem Orte. In der Grabstätte der Väter; denn der Tod und die Schande haben ihn bereits gesühnt.",
+ "Die Verwandten kommen. Sofort nach der Hinrichtung.",
+ "um gleichsam zu sagen. S. oben Note 46.",
+ "wir hegen im Herzen keinen Groll gegen euch. Wörtlich: wir haben nichts gegen euch in unserem Herzen.",
+ "denn ihr habt nach dem wahren Rechte gerichtet. Sie haben dies nicht ausdrücklich gesagt, sondern nur durch den Friedensgruss diesen Gedanken ausgedrückt.",
+ "Sie hielten keine Trauer. Da man die Trauer über den Tod der Frevler nicht durch Trauerzeichen ausdrücken soll, vgl. IV, 5, Ende. — Auch nach der Verwesung hielten sie keine Trauer; denn da diese zur Zeit, wo sie gewöhnlich beginnt, nämlich nach Verschliessung des Sarges oder des Grabes, aufgehoben war, so bleibt sie für immer aufgehoben.",
+ "denn das Leidtragen geschieht nur im Herzen. Im Herzen aber soll man sich auch über den Tod der Frevler betrüben, denn Gott freut sich nicht über den Fall der Frevler (Megilla 10b)."
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+ "Enthauptung und Erdrosselung. Die Todesstrafen werden in solcher Reihenfolge aufgezählt, dass die schwerste zuerst genannt wird und die folgende immer leichter als die vorher genannte ist. Diese Reihenfolge ist wegen der in IX, 3—4 gelehrten Bestimmungen zu wissen notwendig.",
+ "Erdrosselung und Enthauptung. Siehe IX, 3.",
+ "Obiges. VI, 1—4."
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+ "Man versenkt ihn. Den Verbrecher.",
+ "in Mist bis an seine Kniee. Damit er sich nicht hin und her wende, wodurch das heisse Blei auf seinen Körper fiele.",
+ "dann legt man ein hartes Tuch. סודר s. oben VI, Note 3.",
+ "in ein weiches. Das harte würgt den Hals und nötigt den Delinquenten, den Mund zu öffnen; das weiche schützt den Hals, dass er nicht verwundet werde.",
+ "Einer. Der beiden Zeugen.",
+ "man macht. Während dessen.",
+ "das Blei. פתילה Docht, auch eine Stange, hier nach dem Talmud פתילה של אבר eine Bleistange.",
+ "so dass es ihm ins Innere hinuntergeht und die Eingeweide verbrennt. Nach der Tradition soll die Verbrennung im Innern geschehen ebenso, wie die Söhne Ahrons nach Lev. 10, 2ff verbrannt wurden, denen das göttliche Feuer nur in das Innere fuhr, so dass man sie (nach 10, 5) mit ihren Leibröcken hinaustragen konnte.",
+ "Wenn er da unter ihren. Der Zeugen.",
+ "Händen stürbe. Durch die Erdrosselung.",
+ "Man öffnet vielmehr. Wenn er nicht freiwillig den Mund öffnet.",
+ "seinen Mund mit einer Zange gewaltsam. טובה Gefallen, שלא בטובתו nicht zu seinem Gefallen, d. h. gegen seinen Willen, gewaltsam.",
+ "Einst hatte eines Priesters Tochter Unzucht getrieben. S. Lev. 21, 9.",
+ "weil das Gericht von jener Zeit nicht gesetzkundig gewesen. Nach dem Talmud war es ein Gericht von Sadducäern (צדוקים), welche die Tradition, dass die Verbrennung im Innern geschehen solle, nicht anerkannt haben."
+ ],
+ [
+ "wie es die Regierung. Die Römische.",
+ "R. Jehuda sagt: dies wäre eine Schändung (für ihn. Wenn er stehend enthauptet würde und dann hinfiele.",
+ "man legt vielmehr seinen Kopf auf einen Block. סדן, syr. ܣܰܕܳܢܳܐ, Klotz, Block.",
+ "und haut ihn mit einem Beile. קופיץ auch קופיס, gr. χοπίς, Hackmesser, Beil.",
+ "ab. Auch die Römer bedienten sich in alter Zeit des Beils (securis) zur Enthauptung; aber schon in den ersten Jahrhunderten der Kaiserzeit war das Schwert im Gebrauch.",
+ "Es gibt keine schändlichere Todesart als diese. Nach einer Baraita im Talmud will R. Jehuda die Enthauptung durch das Schwert nach der Weise der Römer deswegen nicht gestatten, weil es heisst (Lev. 18, 3): „Nach ihren Satzungen sollt ihr nicht wandeln.“ Die Weisen jedoch haben ihm entgegnet: Da die Todesstrafe durch das Schwert in der Thora vorgeschrieben ist, so ahmen wir hiermit nicht ihren Satzungen nach.",
+ "Man versenkt ihn in Mist bis an die Kniee. Damit der Delinquent sich nicht hin und her bewege, wodurch dessen Hinrichtung verzögert und die Schmerzen vergrössert würden.",
+ "Einer. Der Zeugen."
+ ],
+ [
+ "Folgende werden gesteinigt. Bei einigen der hier aufgezählten Verbrechen ist die Steinigung ausdrücklich in der Thora vorgeschrieben; bei andern wird dies aus dem Ausdruck דמיו בו oder דמיהם בם (Blutschuld haftet an ihm, oder an ihnen) abgeleitet, da in Lev. 20, 27 dieser Ausdruck bei der Strafe der Steinigung gebraucht wird; bei noch andern endlich wird die Strafe nach einer der 13 hermeneutischen Regeln (מדות) aus den Schriftworten gefolgert.",
+ "dem Weibe seines Vaters. Der Stiefmutter.",
+ "einem Manne. Die Form זכור für זכר wird in der Mischna stets von einem Manne gebraucht, mit dem Päderastie getrieben wird.",
+ "der Gotteslästerer. Weiter Mischna 5.",
+ "wer von seinem Samen dem Molech hingibt. Mischna 7.",
+ "der Wahrsager. Mischna 7.",
+ "wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht. Dieser erleidet eine schwerere Strafe, als wer den Vater oder die Mutter schlägt (weiter XI, 1), weil ausser der Verletzung der Elternehre noch dabei der Namen Gottes missbraucht wird (weiter Mischna 8).",
+ "wer einem verlobten. Unter „verlobt“ ist im Talmud stets „durch die Trauung (קידושין) verbunden“ zu verstehen.",
+ "beredet. Einen Einzelnen (oder mehrere Einzelne) wenn auch dieser sich nicht verführen lässt.",
+ "verleitet. S. weiter M. 10 Note 114.",
+ "der Zauberer. Weil die Thora Zauberei und Bestialität neben einander gestellt hat (Exod. 22, 17 — 18).",
+ "und der unbändige und widerspenstige Sohn. Abschnitt VIII.",
+ "Wer. Von hier ab werden über die einzelnen Verbrechen nähere Bestimmungen gegeben.",
+ "aus Versehen. Die gerichtliche Todesstrafe (Steinigung) erfolgt nach der Tradition nur, wenn der Verbrecher die Tat vor Zeugen verübt und unmittelbar vor der Tat verwarnt wird; ohne Zeugen oder ohne Verwarnung wird das vorsätzlich begangene Verbrechen mit himmlischer Ausrottung (כרת) bestraft, während es, aus Versehen verübt, durch ein Sündopfer gesühnt wird, s. Schabbat I, Note 2.",
+ "sofern es seine Mutter und seines Vaters Weib ist. Denn die Thora hat dafür zwei Verbote gestellt, Lev. 18, 7—8. Diese Bestimmung gilt nur für den Fall, dass die Mutter dem Vater als Weib angetraut ist.",
+ "sofern es seine Mutter ist. Denn es heisst (Lev. 18, 7): „es ist deine Mutter“ (אמך הוא), dies sagt, dass er nur, sofern es seine Mutter ist, schuldig sei, nicht aber, weil es seines Vaters Weib ist.",
+ "Wer seines Vaters Weibe. Bei Lebzeiten seines Vaters.",
+ "weil es seines Vaters Weib und weil es ein Eheweib ist. Nach dem Talmud kontroversiert R. Jehuda auch gegen diese Bestimmung und meint, er sei nur Ein Sündopfer schuldig, nämlich nur sofern es des Vaters Weib ist.",
+ "oder nach dessen Tode. In diesem Falle aber nur Ein Sündopfer, nämlich sofern es des Vaters Weib war, da sonst ein Eheweib nach dem Tode des Mannes zu heiraten erlaubt ist.",
+ "nach der Verlobung. Nachdem sie dem Vater angetraut war, obwohl er sie noch nicht geheiratet hatte.",
+ "Wer seiner Schwiegertochter. Bei Lebzeiten seines Sohnes.",
+ "oder nach dessen Tode. In diesem Falle bloß ein Sündopfer, s. Note 39.",
+ "findet Steinigung statt. Auch das Vieh wird gesteinigt. בסקילה fehlt im Jerusch.",
+ "Nur weil dem Menschen durch dasselbe ein Anstoss. הקלה, von כשל ═ תקל, straucheln.",
+ "um welches der und der gesteinigt wurde. Die Ehre des Sünders sollte wenigstens soweit geschont bleiben, dass seiner Sünde nicht immerfort gedacht werde."
+ ],
+ [
+ "wenn er den Namen (Gottes. Das Tetragrammaton; nach einigen auch einen andern Gottesnamen, vgl. Schebuot IV, 13.",
+ "deutlich ausspricht. Hat er aber von einem andern den Gottesnamen gehört und darauf gelästert, oder hat er nur ein Attribut Gottes bei seiner Blasphemie ausgesprochen, so ist er nicht des Todes schuldig.",
+ "An allen Tagen. Während der Gerichtsverhandlung.",
+ "verhört man die Zeugen mit einer umschreibenden Benennung. כנוי (von כנה, ar. كنا, etwas mit dem uneigentlichen Namen bezeichnen) ein uneigentlicher Ausdruck, eine Umschreibung. Diese Umschreibungen sind mitunter willkürliche Worte, die man an Stelle des eigentlichen Ausdrucks setzte, den man aus irgend einem Grunde nicht aussprechen wollte, vgl. die כנויי נדרים und נזירות am Anf. der Traktate Nedarim und Nasir.",
+ "Es schlage. יכה ist der beim Fluche gewöhnlich gebrauchte Ausdruck, Schebuot IV, 13.",
+ "Josah. יוסה (so liest Jemsch., ebenso die Mss. u. A.) hat man als umschreibende Benennung für den vierbuchstabigen Gottesnamen gewählt. Die Ausgg. haben יוסי, und Raschi meint, man habe dieses Wort gewählt, weil es vier Buchstaben und den Zahlenwert (86) von אלדים hat.",
+ "den Josah. Nach einer Baraita ist der Lästerer nur dann schuldig (עד שיברך שם בשם), wenn seine Blasphemie den heiligen Namen zum Subjekte und zum Objekte genommen.",
+ "fällt man nicht auf die umschreibende Benennung hin. Die man bisher von den Zeugen gehört hat.",
+ "sondern man lässt Jedermann hinausgehen. Damit die Blasphemie nicht vor Vielen wiederholt werde.",
+ "und befragt den grössten. Den Angesehensten.",
+ "deutlich. Mit Nennung des Gottesnamens.",
+ "die Richter erheben sich dabei. Aus Ehrfurcht vor dem Gottesnamen, vergl. Richter 3, 20.",
+ "und zerreissen ihre Kleider. Wer eine Blasphemie hört, muss seine Kleider zerreissen, vgl. 2. Kön. 18, 37.",
+ "die sie nie wieder zunähen. אחה verbinden, fest zusammennähen durch אחוי אלכסנדרי (M. katan 26 b) die alexandrinische Naht (die überwendliche Naht, oder die doppelte Naht). Dagegen war das Zusammenheften (שלל) erlaubt.",
+ "und der dritte. Wenn drei Zeugen kommen, muss auch der dritte verhört werden, da, wenn dieser durch ein Alibi oder sonst als lügenhaft überführt wird, das Zeugnis aller ungültig ist, nach Makkoth I, 7."
+ ],
+ [
+ "Der Götzendiener. Zitat aus M. 4.",
+ "ob er dient. Irgend einem Götzen, in der Weise, wie man ihm gewöhnlich dient.",
+ "Opfer schlachtet. Einem Götzen. Wenn dies auch nicht bei diesem Götzen gebräuchlich ist, wird es doch mit Steinigung bestraft, weil eine solche Dienstverrichtung im heiligen Tempel geübt wurde. Dasselbe gilt bei den drei folgenden Dienstarten.",
+ "Trankopfer spendet. Dazu gehört auch die Blutsprengung.",
+ "ihn für einen Gott annimmt. Durch Worte, selbst wenn er dabei nicht den Götzen vor sich hat.",
+ "oder zu ihm. Vor dem Götzen. Dieser Satz will uns nur lehren, dass der vorhergehende Satz von dem Falle spricht, dass er nicht den Götzen vor sich hat.",
+ "Wer aber den Götzen umarmt. גפף (von גף Flügel, Arm) umarmen.",
+ "fegt. ככד im Piel, ehren, ככד את הבית das Haus ausfegen, reinigen (wodurch dasselbe ein würdiges Aussehen erhält).",
+ "spritzt. רבץ (Piël) legen, streuen, bes. Wasser spritzen.",
+ "Übertritt bloß ein Verbot. Das Verbot: „du sollst ihnen (den Götzen) nicht dienen“ kommt in der Thora oft vor (Exod. 20, 6; 23, 24; Deut. 5, 9).",
+ "Wer in seinem Namen etwas angelobt. Er sagt z. B.: „Im Namen des Ba‘al mögen alle Früchte der Welt mir konam (Opfer == heilig) sein, wenn ich mich baden werde.“",
+ "oder beschwört. קיים aram. schwören.",
+ "übertritt ein Verbot. Exod. 23, 13.",
+ "Wenn Einer sich vor dem Ba‘al Pe‘or entleert. פער, vom arab. فرغ, ausleeren.",
+ "so ist dies sein Dienst. Nach dem Zeugnisse der Mischna und des Siphré hat man in dieser Weise dem Peor gedient. Wer dies auch mit der Absicht, den Götzen zu schänden, getan hat, war ein Sündopfer schuldig, weil er im Irrtum dem Götzen gedient hat.",
+ "Wenn Einer einen Stein dem Merkulis. D. i. Mercurius oder Hermes.",
+ "so ist dies sein Dienst. Es wurden dem Hermes an allen Wegen Steinhaufen errichtet, die ‘Eρμαιοι λόφοι hiessen und zu denen jeder Vorübergehende zur Verehrung des Hermes einen Stein hinzuwarf."
+ ],
+ [
+ "dem Molech. In die Hände der Priester des Molech.",
+ "übergibt und durchs Feuer führt. Nachdem die Priester das Kind empfangen hatten, gaben sie es dem Vater zurück, der es auf dem Arme durch zwei Scheiterhaufen hindurch trug. Nach Raschi und Maimonides wurde das Kind nicht verbrannt; dagegen meint Nachmanides (zu Lev. 18, 21), aus Schriftstellen gehe hervor, dass das Kind dabei vom Feuer verzehrt wurde.",
+ "das ist der Python. פיתום gr. πύϑων hiess der Nekromant (vgl. die Vulgata zu Deut. 18, 11). אוב hiess der Geist, vermittels dessen man die Abgeschiedenen heraufbeschwor (pythonicus spiritus, Vulg. zu Lev. 20, 27). Der Totenbeschwörer als Besitzer dieses Geistes hiess בעל אוב.",
+ "der aus seinen Achselhöhlen. שחי Beugung, Achselhöhle wo der Oberarm sich zum Rumpfe beugt.",
+ "reden lässt. Den Toten. Nach den LXX ist אוב ein Bauchredner, und auch Josephus sagt, die Totenbeschwörerin bei Saul (1. Sam. 28) sei eine Bauchrednerin gewesen.",
+ "der Wahrsager. Der ידעוני ist nach dem Talmud ein Wahrsager, der einen Knochen von einem Tiere, das ידוע heisst, in den Mund nimmt, und ihn wahrsagen lässt. Nach Bartenora ist ידוע der Waldmensch (Kilajim 8, 5); nach Maim, ein Vogel.",
+ "übertritt eine Warnung. Nach Easchi: Lev. 19, 31; nach Tosaphot: Deut. 8, 10—11."
+ ],
+ [
+ "Wer den Schabbat entweiht. Wird, wenn er verwarnt worden ist, mit Steinigung bestraft.",
+ "wobei man wegen vorsätzlicher Tat. Ungewarnt.",
+ "wenn er ihnen mit einem Gottesnamen. Von den 7 Gottesnamen, die nicht ausgelöscht werden dürfen.",
+ "Flucht er ihnen mit einem Beinamen. Z. B. רחום (der Allbarmherzige) חנון (der Allgnädige), vgl. Schebuot IV, 13."
+ ],
+ [
+ "ist nur dann schuldig. Gesteinigt zu werden.",
+ "wenn sie mannbar geworden. נערה heisst ein Mädchen, bei dem Zeichen der Pubertät sich gezeigt haben und das mindestens zwölf Jahre und einen Tag alt ist. Sechs Monate, nachdem es נערה geworden, fängt das בגרות-Alter an, in dem das Mädchen nicht mehr als נערה gilt. S. Nidda V, 7— 8.",
+ "verlobt. Angetraut, aber noch nicht verheiratet.",
+ "und noch im Hause ihres Vaters ist. Wenn sie der Vater nur bereits den Boten des Gatten, der sie abholen Hess, übergeben hat, fällt sie nicht mehr unter dieses Gesetz.",
+ "so wird der erste mit Steinigung und der zweite mit Erdrosselung. Wie bei einer verheirateten Frau. Bei einem verlobten Mädchen, das noch im Hause des Vaters sich befindet, ist die Strafe härter, weil sie das Haus des Vaters schändet (Deuter. 22, 21)."
+ ],
+ [
+ "darunter ist ein Laie. הדיוט gr. ἰδιώτης, Laie, Privatmann.",
+ "verstauden. Deut. 13, 2—6 spricht von einem verführenden Propheten, das. 7—12 von einem Laien, der zum Götzendienst beredet, endlich das. V. 13ff. von einer ganzen Stadt, die sich verleiten lässt. Unsere Mischna sagt daher, unter מסית oben M. 4 ist der Laie (Deut. 13, 7—12) verstanden, nicht der Prophet (V. 2—6), denn ein solcher wird nicht mit Steinigung, sondern mit Erdrosselung bestraft, wie dies R. Simon in einer Baraita (gegen die andern Rabbinen) lehrt.",
+ "wenn er einen Privatmann. הדיוט gr. ἰδιώτης, Laie, Privatmann.",
+ "beredet. D. h. Einen Einzelnen (oder auch mehrere Einzelne). Hat er aber eine ganze Stadt verführt, so ist dessen Strafe חנק. Dies ist ebenfalls die Ansicht von R. Simon (gegen die Rabbinen); s. weiter Note 114. Jerusch. Jebamot XVI, 15d liest in unserer Mischna: המסית זה הדיוט והניסת זה ההדיוט („der Verführer“, das ist ein Laie, „und der Verführte“, das ist der Laie). Hiernach ist auch oben in Mischna 4 zu lesen: המסית והניסת והמדיח. Dann wären die Sätze: האומר אעבוד אלך ואעבוד וכו׳ als Erklärung zu הניסת zu fassen, wie dies von Amoräern im Babli 61 in der Tat geschieht; s. Note 109.",
+ "es ist eine Gottheit. יראה ein Gegenstand, den man fürchtet, eine Gottheit, gewöhnlich vom Götzen gebraucht.",
+ "so Gutes und so Böses erteilt. Er beredet nun, dieser Gottheit zu dienen.",
+ "legt man keinen Hinterhalt. כמן, aram. auflauern, im Hinterhalt liegen.",
+ "sagt er es zu Zweien und sie sind seine Zeugen. Wenn sie fähig sind, gegen ihn als Zeugen aufzutreten; sie sind nicht etwa ihm anverwandt. Babli liest: אמר לשנים הן עדיו ומביאין וכו׳ (sagt er es zu Zweien, so sind sie seine Zeugen, und sie bringen u. s. w.).",
+ "so bringen sie ihn. Nachdem sie ihn vorher vergeblich durch Vorstellungen zum Abstehen zu bringen versucht haben, vgl. weiter Note 105. Nach יד רמה sind hier solche Vorstellungen nicht erforderlich.",
+ "die auch daran. Am Götzendienste.",
+ "ist Jener. Der Verführer.",
+ "listig und will vor ihnen. Vor Zeugen.",
+ "so stellt man ihm Zeugen. Ein Zeuge und der Beredete würden nicht genügen, da die beiden Zeugen zusammen sein müssen.",
+ "da wir allein sind. ביחוד: im Alleinsein, indem wir allein sind; oder: mit Bestimmtheit, ausführlich, wie Schekalim VI, 2.",
+ "wiederholt es Jener, so sage er zu ihm: „wie können wir unsern himmlischen Gott verlassen und Holz und Stein anbeten gehen?. Es ist zwar beim Verführer keine Verwarnung nötig; doch soll man ihm Vorstellungen machen, damit er von seinem Vorhaben abstehe.",
+ "so ist unsere Schuldigkeit und so frommt. יפה (schön), wie das aram. שפיר, gut, nützlich.",
+ "Wenn Jemand sagt. Einen der folgenden Sätze.",
+ "dienen. Nach der bei ihm üblichen Dienstweise, oben Note 62.",
+ "ich will hingehen. Im Midrasch haggadol (Ms.) zu Deut. 17, 3 heisst es: וילך ויעבד בא הכתוב ללמד על המקבל עליו לעבוד ע״ז שינה הכתוב מצוה זו מכל מצות שבתורה שכל מצות שבתורה אינו חייב עד שיאמר ויעשה כאן עשה את האומר בפיו כעושה מעשה „Er geht und dient“ (er ist im Begriffe zu dienen); „damit lehrt die Schrift, dass einer, der sich vornimmt, Götzen zu dienen, so ist, wie einer der Götzen dient. Die Schrift hat dieses Gebot vor allen andern Geboten der Thora ausgezeichnet; denn bei allen andern Geboten der Thora ist man erst dann schuldig, wenn man spricht und handelt, hier aber wird der, welcher mit dem Munde gesprochen, so betrachtet, als hätte er eine Tat getan.“ — Hiernach ist jeder Götzendiener schon schuldig, wenn er den Vorsatz zu seinem Verbrechen durch Worte geäussert hat, und spricht unsere Mischna nicht gerade vom Verführer, sondern von jedem, der erklärt, Götzendienst treiben zu wollen. So wird auch unsere Mischna im Babli 61b von Rabina erklärt. Dennoch aber wird die Bestimmung hier beim Gesetze vom Verführer gelehrt, weil im Sifré Deut. § 91 diese Bestimmung aus Deut. 13, 12 (כדבר הרע הזה) abgeleitet wird, das vom Verführer handelt; vgl. auch Jerusch. Hal. 9. Einfacher erklärt sich unsere Stelle nach andern Amoräern im Babli 61, wonach alle Sätze hier Worte des Verführten sind, die er dem Verführer antwortet. Er sagt daher nur: אעבוד und braucht nicht hinzuzufügen: ע״א. Noch besser erklärt es sich nach der LA. des Jerusch, in Jebamot (oben Note 94), wonach unsere Stelle das והניסת זה ההדיוט weiter ausführt. Daher kann auch das Wort חייב am Schlüsse fehlen.",
+ "lasst uns hingehen. Er sagt es zu mehreren, aber nicht zu allen oder den meisten Einwohnern einer Stadt.",
+ "opfern. S. oben Note 63.",
+ "verleitet. Es wird nun der Ausdruck המדיח (oben M. 4) erklärt.",
+ "welcher sagt. Nach Babli sagt er dies zu allen oder den meisten Einwohnern einer Stadt.",
+ "lasst uns gehen und Götzendienst treiben. Danach würden auch die Verführer einer ganzen Stadt mit Steinigung bestraft. Dies ist die Ansicht der Rabbinen (gegen R. Simon, oben Note 94.) Es erklärt deshalb Rab Aschi im Babli in der Tat, dass der Anfang unserer Mischna die Ansicht R. Simon’s und der Schluss die der Rabbinen ist: אמר רב אשי אין רישא ר״ש וסיפא רבנן. Dieser Satz fehlt in den Ausgaben, findet sich aber im Ms. München und im יד רמה. Nach einer andern Erklärung im Talmud meint auch der Anfang der Mischna wie die Ansicht der Rabbinen, indem das Wort הדיוט (Laie, Privatmann) nicht einen Propheten oder eine ganze Stadt vom Gesetze ausschliessen, sondern nur diese Fälle erst später behandeln will. — Nach Jerusch, sind die Ausdrücke מסית und מדיח so voneinander zu unterscheiden: מסית אומר בלשון גבוה והמדיח אומר בלשון נמוך״ ״ מסית אומר בלשון הקדש ומדיח אומר בלשון הדיוט „Der Überreder spricht in lauter Sprache, der Verleiter spricht in leiser Sprache; der Überreder spricht in heiliger (hebräischer) Sprache, der Verleiter spricht in vulgärer Sprache.“ — Man könnte in der Mischna noch folgenden Unterschied finden: dem מסית kommt es darauf an, für einen bestimmten Götzenkult Anhänger zu werben. Er preist deshalb diesen Götzen (יש יראה במקום פלוני וכו׳). Dem מדיח dagegen kommt es hauptsächlich darauf an, von Gott abtrünnig zu machen בקש להדיחך מעל ה׳ א׳ (Deut. 13, 11). Ihm ist es einerlei, welchem Götzen man dient, er sagt deshalb nur: נלך ונעבוד ע״א."
+ ],
+ [
+ "wer eine Tat verübt. Durch die Mächte der Zauberei.",
+ "aber nicht wer blo. Ebenfalls durch die unreinen Mächte der Zauberei.",
+ "die Augen täuscht. Dieser ist nicht des Todes schuldig, obwohl sein Tun verboten ist. Dagegen ist Blendwerk ohne zauberische Mächte gar nicht verboten.",
+ "die Gurken lesen. Durch Zauberei.",
+ "kann ein Lesender frei sein. Von der Todesstrafe.",
+ "wer nämlich eine Tat verübt. Die Gurken werden durch Zauberei wirklich abgepflückt.",
+ "wer aber bloß die Augen täuscht. Durch Zauberkünste bewirkt er, dass es den Zuschauern so erscheint, als würden die Gurken gelesen.",
+ "ist frei. Doch ist auch dies verboten, Note 117."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Der unbändige und widerspenstige Sohn. Fortsetzung der nähern Bestimmungen zu VII, 4.",
+ "dass er zwei Haare. An den Schamteilen, als Zeichen der Pubertät. Näheres darüber bei Maimón. ה׳ אישות II, 17.",
+ "gebracht. Nachdem er mindestens dreizehn Jahre und einen Tag alt geworden. Vor diesem Alter wird dies als bloßes Mal (שומא), nicht als Pubertätszeichen angesehen.",
+ "Damit. Die eingeklammerte Stelle ist eine Glosse, die der Mischna-Redaktor zur alten Mischna als Erklärung hinzugefügt hat.",
+ "ist das untere. Um die Scham.",
+ "nicht das obere Haar. Der eigentliche Bart.",
+ "nur haben sich die Weisen eines reinen Ausdrucks bedient. Deshalb haben sie den Ausdruck זקן (Bart) gebraucht.",
+ "Denn. Forts, der alten Mischna.",
+ "einen Sohn und nicht ein Mann. Nach Vollendung des untern Haarwuchses ist er aber bereits ein Mann."
+ ],
+ [
+ "Wenn er ein Tritemor. Gr. τριτήμορον, ein Drittel (von einer Mine). Nach den Talmuden ist aber טרטימר die Hälfte von einer Mine oder einer Litra. Wahrscheinlieh war die palästinensische Mine kleiner als die griechische, so dass 3 palästinensische Mine gleich 2 griechischen, und demnach ½ palästinensische gleich grichische Mine war.",
+ "Fleisch. Halbgar, wie es die Diebe essen.",
+ "gegessen. Nach Maimón, muss er es auf einmal in den Mund genommen haben.",
+ "und einen halben Log italischen. Der besonders vorzüglich ist und an den er sich nach und nach gewöhnen würde.",
+ "Wein. Nicht recht gemischt.",
+ "getrunken hat. In einem Zuge.",
+ "Eine Mine. Ungefähr 371 Gramm.",
+ "Fleisch und ein Log. Ungefähr ¼ Liter.",
+ "Hat er bei einem gebotenen Gastmahle. Etwa bei einer Hochzeits- oder Beschneidungsfeier. חבורה; Gesellschaft, convivium.",
+ "hat er bei der Intercalation. S. I, Note 14.",
+ "des Monats gegessen. Wenn man einen Monat an dessen 30. Tage als intercalirt erklärt hat, versammelten sich mindestens 10 Männer am folgenden Tage, am Beginne des neuen Monats (ראש חדש), an einem bestimmten Orte, um gemeinsam ein Pflicht-Mahl zu halten. Dabei ass man aber gewöhnlich nur Brod und Hülsenfrüchte. Wenn nun auch dieser gegen den Brauch bei solcher Gelegenheit Fleisch und Wein genossen bat, so ist er nicht schuldig.",
+ "hat er zweiten Zehnt zu Jerusalem gegessen. Wie in Deut. 14, 26 geboten ist.",
+ "Geschmeiss und Gewürm. Die letzten 4 sind verbotene Speisen. Es heisst aber (Deut. 21, 20): „er hört nicht auf unsere Stimme“; dies schliesst die Fälle aus, wo er sogar auf die Stimme Gottes nicht hört.",
+ "[hat er Unverzehntetes. טבל (Etym. unbekannt) heisst die Frucht, von der die heiligen Abgaben (Hebe, Zehnt) noch nicht abgesondert worden sind, nachdem man schon dazu verpflichtet war. Da aber Fleisch nicht zehntpflichtig ist, so kann hier nur vom Weine die Bede sein, und das Trinken würde hier als „Essen“ bezeichnet.",
+ "dessen Hebe. Der Zehnt vom Zehnten, Num. 18,26,",
+ "gegessen. Die eingeklammerten Worte fehlen in M. ed. Neapel und im Jerusch.; den Grund ersieht man aus dem letzten Satz in Note 23.",
+ "hat er überhaupt durch sein Essen ein Gebot. Wenn auch nur ein rabbinisches, z. B. die Tröstung von Leidtragenden.",
+ "oder eine Übertretung. Wenn er auch nur an einem rabbinisch gebotenen Fasttage gegessen hat.",
+ "Sei nicht unter den Weinsäufern und Fleischfressern. Hier ist angedeutet, dass der Ausdruck זולל וסובא vom Fleischfresser und Weinsäufer gebraucht wird. Doch ist dies kein Beweis, dass der Ausdruck nicht auch bei andern Speisen und Getränken gebraucht werden kann."
+ ],
+ [
+ "Hat er seinen Abater bestohlen und es im Gebiete seines Vaters verzehrt. Da fürchtet er sich, sein Vater könnte es sehen, und gewöhnt sich nicht, dies oft zu tun.",
+ "oder hat er Andere bestohlen. Dazu hat er nur selten Gelegenheit, und er gewöhnt sich nicht daran.",
+ "oder hat er Andere bestohlen und es im Gebiete seines Vaters verzehrt. Da fürchtet er sich, sein Vater könnte es sehen, und gewöhnt sich nicht, dies oft zu tun.",
+ "wenn er seinen Vater bestiehlt. Wozu er oft Gelegenheit findet.",
+ "und es im Gebiete anderer verzehrt. Wo er sich nicht vor seinem Vater fürchtet. In solchem Falle kann er sich leicht an das Laster gewöhnen, und er wird daher bestraft.",
+ "Nur wenn er seinen Vater und seine Mutter. Wenn sie ihr eigenes Vermögen hat, das ihr z. B. Jemand geschenkt mit der Bedingung, dass ihr Gatte kein Recht daran habe."
+ ],
+ [
+ "wenn beide es wollen. Denn es heisst (Deut. 21, 19): „Es sollen ihn sein Vater und seine Mutter ergreifen“.",
+ "Wenn die Mutter nicht für den Vater geeignet ist. Dem einfachen Sinne nach ist damit gemeint, dass die Mutter dem Vater zur Ehe verboten war, vgl. Ketubot III, 5. Der bab. Talm. meint jedoch, dass, selbst wenn die Ehe mit der Strafe der Ausrottung verboten war, der Vater immerhin sein Vater und die Mutter seine Mutter ist. Er meint daher, unsere Mischna lehre dasselbe, was eine Baraita sagt: אם לא היתה אמו שוה לאביו בקול ובמראה ובקומה אינו נעשה בן סורר ומורה. „Wenn die Mutter nicht in der Stimme, im Aussehen und in der Grösse dem Vater gleich war, so wird deren Sohn nicht als unbändiger und widerspenstiger Sohn verurteilt“.",
+ "so wird er nicht als unbändiger und widerspenstiger Sohn verurteilt. 1st Einer von ihnen. Den Eltern.",
+ "einhändig. גדם (syr. ܓܕܰܡ abschneiden), dessen Hand abgeschnitten.",
+ "lahm. חגר (aram. חגירא) der Hinkende, der Lahme.",
+ "blind. סומא aram. blind.",
+ "so wird er. Der Sohn.",
+ "dieser. Sie zeigen auf ihn mit ihren Fingern.",
+ "gehorcht nicht unserer Stimme. Dies sagt, dass sie sofort beim Sprechen erfahren, dass der Sohn nicht gehorcht. Körperliche Gebrechen der Eltern schwächen ihren erziehlichen Einfluss, und dies entschuldigt den Sohn einigermassen.",
+ "Sie sollen ihn warnen. התרה (von תרה belehren) verwarnen; syr. ܬܪܳܐ.",
+ "vor Dreien. Nach Talm. bab. muss es heissen: מתרין בו בפני שנים ומלקין אותו בפני שלשה „Man warnt ihn vor Zweien und lässt ihn vor Dreien geissein“. Letzteres erst, nachdem die Verwarnung fruchtlos geblieben.",
+ "ihn geisseln. S. Erubin X, Note 81.",
+ "Ist er dann wieder ausgeartet. ׳קלקל, syr. ܩܰܠܩܶܠ, verderben.",
+ "so wird er von dreiundzwanzig. I, 4.",
+ "wenn die drei ersten. Vor denen er gegeisselt worden.",
+ "der vor euch gegeisselt worden ist. Nach Note 40 wird auch aus dem Worte זה deduziert, dass die Eltern nicht blind sein dürfen; denn (so heisst es im Talmud) würde nur die vorliegende Bestimmung gelehrt werden, so müsste es בננו הוא heissen.",
+ "so ist er frei. Da man ihn in dem jetzigen Alter nicht mehr verurteilen kann; ebenso wie er frei wäre, wenn er jetzt das Verbrechen verübt hätte.",
+ "auch wenn ihm nachher unten ringsherum das Haargewachsen ist. Nachdem er zum Tode verurteilt ist, wird er wie tot betrachtet, und die später erreichte Mannbarkeit kann ihn nicht mehr befreien; s. Makkot I, 10."
+ ],
+ [
+ "Der unbändige und widerspenstige Sohn wird verurteilt um seiner Zukunft willen. Denn er würde das Vermögen seines Vaters verschwenden und dann, wenn ihm die Mittel fehlen, nach seiner Gewohnheit zu leben, ein Räuber und Mörder werden.",
+ "Er sterbe als Gerechter. Bevor er noch eine Todsünde begangen hat.",
+ "damit er nicht als Schuldiger sterbe. Da vorauszusehen ist, dass er später des Todes schuldig werden wird.",
+ "denn der Tod der Frevler ist ihnen nützlich. Sie sündigen nicht.",
+ "und der Welt nützlich. Die Welt hat Ruhe von ihnen.",
+ "der der Gerechten ist ihnen nachteilig. Sie würden beim Leben sich noch mehr Verdienste erwerben.",
+ "und der Welt nachteilig. Denn sie sind Wohltäter und Beschützer ihrer Mitmenschen.",
+ "Wein und Schlaf. Wenn sie Wein trinken und dadurch schlafen.",
+ "der Frevler ist ihnen nützlich. Sie sündigen nicht.",
+ "und der Welt nützlich. Die Welt hat Ruhe von ihnen.",
+ "der der Gerechten aber ist ihnen nachteilig. Sie sind vom Thorastudium gestört.",
+ "und der Weltnachteilig. Wegen Vernachlässigung das Thorastudiums kommt Unglück in die Welt.",
+ "Getrenntheit der Frevler ist ihnen nützlich und der Welt nützlich. Ihre Kraft ist zersplittert, und sie können nicht so viel Schaden anrichten.",
+ "die der Gerechten. Wenn sie Müsse haben zum Thorastudium und Gutes zu wirken."
+ ],
+ [
+ "Wer beim Einbruch eindringt. Der einbrechende Dieb, dessen Tötung die Thora erlaubt hat (Exod. 22, 1).",
+ "wird um seiner Zukunft willen gerichtet. Weil er sicherlich den Hausherren, der sich ihm entgegenstellte, umbringen würde.",
+ "wenn seinetwegen Blutschuld ist. In dem Falle, von dem Exod. 22,2 spricht: „wenn die Sonne über ihm aufgegangen“. Dies wird nach einigen nur bildlich aufgefasst, wenn es nämlich sonnenklar ist, dass der Einbrecher nicht beabsichtigt, den Hausherrn umzubringen, z. B. wenn ein Vater beim Sohne einbricht, so ist seinetwegen Blutschuld. Nach andern ist es auch buchstäblich zu nehmen, wenn der Dieb bei Tage einbricht, dann glaubt er, dass der Hausherr ausgegangen ist, und er will nur stehlen und nicht morden; man darf ihn daher nicht töten.",
+ "Ersatz schuldig. Für das Zerbrochene.",
+ "ist aber seinetwegen keine Blutschuld. Wenn man ihn nach Exod. 22, 1 töten dürfte.",
+ "so ist er frei. Weil jeder, der des Todes schuldig ist, selbst wenn er nicht getötet wird, von der Geldzahlung befreit ist, vgl. B. kama VII, Note 5."
+ ],
+ [
+ "Folgende. Verbrecher.",
+ "darf man selbst durch ihr Leben. Dadurch, dass man ihnen das Leben nimmt.",
+ "retten. Von dem Verbrechen abhalten. Doch müssen sie zuvor gewarnt werden. Auch dürfen sie nicht getötet werden, wenn die Verletzung eines ihrer Glieder schon das Verbrechen zu verhindern vermag.",
+ "wer eine Mannsperson. Jerusch, liest richtiger הזכור statt הזכר, VII, Note 25.",
+ "oder ein verlobtes Mädchen. Um Unzucht zu treiben.",
+ "verfolgt. Denn es heisst (Deut. 22, 27): „es schrie die verlobte Jungfrau, und Niemand rettete sie“. Daraus ist zu entnehmen, dass wenn Jemand dabei ist, er sie auf jede mögliche Weise retten darf. Dass dies auch bei der Verfolgung eines Knaben geschehen darf, wird aus dem Kethib נער (Knabe) abgeleitet.",
+ "Wer aber einem Viehe. Um Bestialität zu treiben.",
+ "nachläuft. Dabei gilt es nicht, den Gegenstand der Verfolgung vor Schande zu bewahren, wie bei der Verfolgung eines Menschen.",
+ "wer den Schabbat entweihen oder Götzendienst treiben will. Wiewohl diese zu den schwersten Verbrechern gehören.",
+ "diese darf man nicht durch ihr Leben. Dadurch, dass man ihnen das Leben nimmt.",
+ "retten. Noch weniger ist dies bei andern Verbrechern gestattet. Sie dürfen nur vom Gerichte, nachdem sie das Verbrechen begangen haben, zur Verantwortung gezogen werden."
+ ]
+ ],
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+ [
+ "Wer einer Frau und ihrer Tochter beiwohnt. Hinsichtlich einer Mutter und ihrer Tochter gilt folgendes Gesetz: Hat Jemand eine von beiden rite geheiratet, so ist ihm der Concubitus mit der andern, (der Schwiegermutter, resp. Stieftochter) so lange die geheiratete Frau noch lebt, bei Strafe des Verbrennens verboten; nach dem Tode dieser seiner Frau wird ein solches Verbrechen nur mit himmlischer Ausrottung geahndet. Dasselbe gilt hinsichtlich einer Grossmutter und ihrer Enkelin. Das Weib, mit der das Verbrechen begangen wurde, erleidet die gleiche Strafe.",
+ "die Unzucht getrieben hat. Nach ihrer Verheiratung. Der Mann, mit dem sie das Verbrechen begangen, wird nur erdrosselt, wie bei jedem andern Eheweibe, XI, 1. Geschah das Verbrechen nach der Verlobung vor der Verheiratung, so werden beide gesteinigt, VII,9; s. auch weiter Note 31.",
+ "einer Fran und ihrer Tochter. Worüber die Strafe ausdrücklich in der Thora bestimmt ist (Lev. 20, 14).",
+ "Seine Tochter. Die uneheliche, obwohl sie nicht zugleich die Tochter seiner Frau ist, Note 7.",
+ "seiner Tochter. Auch der unehelichen,",
+ "seines Sohnes. Auch des unehelichen.",
+ "seiner Frau Tochter. Mag sie zugleich seine eigene Tochter oder die Stieftochter sein.",
+ "ihrer Tochter. Mag sie zugleich seine eigene Tochter oder die Stieftochter sein.",
+ "Tochter und ihres Sohnes. Der entweder auch sein Sohn oder nur sein Stiefsohn ist.",
+ "Tochter. Lev. 18, 17.",
+ "seine. Die eingeklammerten Worte fehlen im Jerusch.",
+ "Schwiegermutter. Folgt aus Note 1.",
+ "die Mutter seiner Schwiegermutter. Vgl. Note 1 über Grossmutter und Enkelin, auch Lev. 18, 17.",
+ "und die Mutter seines Schwiegervaters. Vgl. Note 1 über Grossmutter und Enkelin, auch Lev. 18, 17.",
+ "Der Mörder. Die Begründung s. Talm. bab. 52b.",
+ "der seinen Nächsten mit einem Schwerte oder mit einem Eisen. Vgl. Num. 35, 16 — 17.",
+ "geschlagen oder ihn ins Wasser oder ins Feuer so eingedrückt hat. Er ist von selbst dort hineingestürzt, und der Mörder bat ihn bloß durchs Eindrücken verhindert herauszukommen.",
+ "so ist er. Der Mörder.",
+ "Hat er ihn von der Schlange beissen lassen. Er hat die Schlange so mit den Händen gehalten, dass deren Zähne den Leib des Nächsten berührten und bissen.",
+ "Jehuda für schuldig. R. Jehuda meint, das Gift der Schlange befinde sich derart in ihren Zähnen, dass der Mörder mit diesen Zähnen direkt das Gift an den Leib des Nächsten gebracht und ihn getötet hat.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für frei. Nach ihrer Ansicht hat der Mörder nicht das Gift direkt an den Leib gebracht, sondern die Schlange hat es durch ihre Kraft von sich ausgespieen. Der Mörder hat demnach den Tod des Nächsten nicht bewirkt, sondern nur veranlasst (גרם) und wird nicht mit dem Tode bestraft. S. B. kamma V, Note 39.",
+ "sei es mit der Faust. S. Exod. 21, 18.",
+ "dass er sterben müsse. Hätte man ihn aber Anfangs geschätzt, dass er noch leben kann, so wäre der Schläger nach Aller Ansicht freizusprechen.",
+ "war. So dass er nach der jetzigen Schätzung noch genesen kann.",
+ "so ist er. Der Mörder.",
+ "denn die Sache ist wohlbegründet. Wörtlich: „Die Sache hat Füsse (Gründe)“. Es ist Grund anzunehmen, dass er nicht in Folge dieses Schlages gestorben ist. Nach anderer LA. (vgl. Jerusch.) heisst es in der Mischna: ר׳ נחמיה פוטר וחכמים מחייבין שרגלים לדבר. Hiernach ist der letzte Satz eine Begründung der Ansicht der Weisen: Es ist wohlbegründet anzunehmen, dass er nur in Folge des Schlages gestorben ist. So auch Maim. H. Rozeach IV, 5."
+ ],
+ [
+ "einen Heiden. Dessen Tötung nach der Mechilta zu Exod. 21, 14 zwar vom israelitischen Gerichte nicht mit dem Tode bestraft, aber vom himmlischen Gerichte geahndet wird; vgl. Gen. 9, 5.",
+ "so ist er frei. Von der Todesstrafe.",
+ "und es war. Der Schlag.",
+ "so ist er frei. Weil kein tödlicher Schlag beabsichtigt war.",
+ "und es war. Der Schlag.",
+ "so ist er frei. Er hat hier zwar einen tötlichen Schlag beabsichtigt, aber in Wirklichkeit war der Schlag kein tötlicher.",
+ "und es war. Der Schlag.",
+ "so ist er frei. Weil kein tödlicher Schlag beabsichtigt war.",
+ "so ist er frei. Er hat hier zwar einen tötlichen Schlag beabsichtigt, aber in Wirklichkeit war der Schlag kein tötlicher.",
+ "so ist er schuldig. Selbst nach R. Simon (s. Note 27), da er hier denselben Menschen getötet hat, den er zu töten beabsichtigte.",
+ "ist er frei. Da es nicht kurz heisst: ור״ש פוטר, so ist R. Simon nicht auf das unmittelbar Vorhergehende, sondern auf den Anfang der Mischna zu beziehen, wonach er nur frei ist, wenn er ein Tier zu töten beabsichtigte und einen Menschen getötet hat, dagegen wäre derjenige schuldig, welcher beabsichtigte, diesen Menschen zu töten, und in der Tat einen andern getötet hat. Dagegen controversirt R. Simon und meint, dass er auch in letzterem Falle frei ist. Wiewohl aber R. Simon auch den unmittelbar vorangegangenen Satz bestreitet, wird dennoch nicht kurz: ור״ש פוטר gelehrt, weil man dann irrtümlich die Worte auch auf den Fall in Note 26 bezogen hätte."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Mörder unter andern vermengt ist. Wenn etwa zwei (oder mehrere) neben einander standen und von dorther ein Pfeil abgeschossen wurde, der einen Menschen tötete, und man weiss nicht, wer von beiden ihn abgeschossen hat.",
+ "so sind alle frei. Wenn auch der eine als besonders frommer Mann bekannt ist, kann man darauf hin nicht den andern für schuldig erklären.",
+ "Man bringt sie in das Gefängnis. כיפה aram, כיפתא, Gefängnis, vgl. Targ. Jer. 20,2 (zu מהפכת). Viell. ein Gewölbe (כיפה), das zum Gefängnis diente, s. weiter Note 44. — Wenn die Worte des R. Jehuda wörtlich genommen würden, so wären sie höchst auffällig, da man doch nicht unschuldige Menschen ins Gefängnis werfen dürfte, weil Ein Verbrecher unter ihnen vermengt ist. Daher meint Raba, in unserer Mischnah fehle ein Satz. Es muss nach פטורין heissen: ושור שנגמר דינו שנתערב בשורים אחרים סוקלים אותם רבי יהודה אומר כונסים אותם לכיפה „Wenn ein Ochse, der zur Steinigung verurteilt worden, mit anderen Ochsen vermengt wurde, werden alle gesteinigt. R. Jehuda sagt: Man bringt sie in ein Gefängnis (und lässt sie da verhungern).",
+ "die Unzucht getrieben hat. R.Simon meint, auch eine verlobte Priesterstochter, die Unzucht getrieben, wird mit Verbrennen bestraft (gegen Note 2). Da nun sonst die Unzucht eines verlobten Mädchens mit Steinigung bestraft wird (VII, 9), so muss letztere die leichtere Todesstrafe sein. Nach den Weisen jedoch ist die Vorschrift des Gesetzes so zu verstehen, wie oben in Note 2 angegeben ist.",
+ "so würde es nicht für den Gotteslästerer und den Götzendiener. Die doch das allerschwerste Verbrechen begangen haben.",
+ "Sind die zu enthauptenden (Verbrecher) mit den zu erdrosselnden vermengt, so sagt R. Simon: (Sie werden) mit dem Schwerte (hingerichtet. Nach R. Simon ist dies eine leichtere Todesstrafe als die Erdrosselung.",
+ "Durch Erdrosselung. Die Weisen halten diese Todesstrafe für die leichteste, s. oben VII, 1."
+ ],
+ [
+ "Wer zwei gerichtliche Todesstrafen. Wegen zwei verschiedener Verbrechen.",
+ "belegt. Dies gilt selbst in dem Falle, dass er das schwerere Verbrechen erst begangen hat, nachdem er bereits wegen des leichteren zur leichteren Todesstrafe verurteilt war. Es wird nicht angenommen, er sei bei der Verübung des letzten Verbrechens wie ein toter Mensch zu betrachten, der für seine Tat nicht mehr verantwortlich ist.",
+ "wodurch er zwei Todesstrafen schuldig geworden ist. Z. B. er hat seiner Schwiegermutter beigewohnt, die zugleich ein Eheweib war.",
+ "so wird er mit der schärferen bestraft. Mit Verbrennen, d. i. die Strafe wegen der Unzucht mit der Schwiegermutter (oben Note 1); nicht aber mit Erdrosselung, der Strafe wegen des Ehebruchs, weiter XI, 1.",
+ "Er wird gemäss der Verpflichtung. זיקה (von זקק == זוק binden), die Gebundenheit, die Verpflichtung, etwas zu tun oder zu unterlassen.",
+ "bestraft. Hat Jemand die Tochter einer Witwe geheiratet, so ward ihm letztere als seine Schwiegermutter zu ehelichen verboten. Verheiratet diese Witwe sich später, so tritt Betreffs derselben ein zweites Verbot hinzu, indem sie als Eheweib jedem, also auch dem Schwiegersöhne, verboten ist. ln diesem Falle würde die Unzucht des Schwiegersohnes mit der Schwiegermutter mit Verbrennen bestraft, da die Verpflichtung, sich ihrer als der Schwiegermutter zu enthalten, ihm zuerst obgelegen hat. Ist Jemand aber der Schwiegersohn einer verheirateten Frau geworden, die ihm bereits vorher als Eheweib verboten war, so kann dessen Ehebruch mit der Schwiegermutter nur, wie jeder sonstige Ehebruch, mit Erdrosselung geahndet werden, da die Verpflichtung, sich ihrer als des Eheweibes eines anderen zu enthalten, ihm zuerst obgelegen hat. — Diese Entscheidung wird begründet durch den Lehrsatz: Es kann ein bereits verbotenes Objekt nicht von einem neuen Verbote betroffen werden (אין איסור חל על איסור), selbst wenn, wie im letzteren Falle, das zweite Verbot schwerer ist, als das erste."
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+ "Wenn Einer die Geisselstrafe erlitten hat. Wegen einer Übertretung, die vom Gesetze mit der Strafe der Ausrottung bedroht ist, s. Makkoth III, 1.",
+ "und sie an ihm wiederholt worden ist. Wegen derselben Übertretung.",
+ "so lässt ihn das Gericht. Wenn er dasselbe Verbot zum dritten Male übertritt.",
+ "ins Gefängnis. Nach dem Talmud war dies ein enger Kerker, der nur eine Manneshöhe in der Länge hatte, wo der Gefangene sich beim Schlafen nicht gehörig ausstrecken konnte.",
+ "bis ihm der Bauch platzt. S. weiter Note 48.",
+ "Wenn Jemand einen Menschen ohne Zeugen. Das Gericht ist von seiner Schuld überzeugt; es kann nur kein Todesurteil sprechen, weil das Zeugnis nicht den Anforderungen des Gesetzes genügt, indem entweder die Zeugen sich bei den Prüfungen (בדיקות) widersprochen oder keine hinreichende Verwarnung des Verbrechers stattgefunden hat.",
+ "so sperrt man ihn ins Gefängnis und gibt ihm notdürftig Brot. Jesaja 30, 20",
+ "und knapp Wasser. Nach dem Talmud wird diese Ernährung zuerst in Anwendung gebracht, damit seine Eingeweide zusammenschrumpfen; darauf wird ihm Gerste gegeben, die ihn zum Bersten bringt. Dieselbe Behandlung erfährt auch der im ersten Satze (Note 45) erwähnte Verbrecher. Die zwei Sätze unserer Mischna scheinen demnach zwei Versionen ein und derselben Gesetzesbestimmung zu sein, wonach mancher Verbrecher, der die Todesstrafe verdient, aber doch nach der Vorschrift des Gesetzes nicht hingerichtet werden kann, eine Kerkerstrafe erleidet, die seinen frühen Tod herbeiführt. Was in der einen Version fehlt, das findet sich in der andern."
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+ "Wenn jemand die Opferschale. קשוה == קסוה ist in Exod. 25, 29 eine Schale des Heiligtums; hier ist es nach Babli (כלי שרת) Bezeichnung eines Tempelgefässes, das zum heiligen Dienst gebraucht wird. Nach Jerusch, ist es קיסטא ξέστης == sextarius, ein Maass, das dem hebr. לוג gleich ist (Zuckermann in Frankels Monatsschrift XIII, 301). In Sukka 48b berichtet R. Jehuda, dass im Tempel zwei Schalen (שני קשואות) waren, von denen eine zur Wasserlibation diente. Diese mochten mitunter die Sadducäer entwendet haben, da sie das Gebot der Wasserlibation nicht anerkannten, Sukka, IV, 9.",
+ "mit dem Kosem flucht. Nach Maimonid. und Bart.: wenn Jemand mit dem Namen eines Götzen (קוסם) Gott lästert. So haben sie die erste Erklärung des Talmud: יכה קוסם את קוסמו (andere LA.: את קוסו) verstanden. יד רמה und Raschi erklären diesen Satz so, dass der Lästerer den Wahn hegt, der Zauberer (קוסם) habe die Macht, seinen Meister (קוסמו) d. i. Gott, der ihm zum Zauber die Kraft gibt, zu schlagen. Nach einer anderen Ansicht im Talmud flucht er seinem Nächsten mit den Worten: יכהו קוסם לו ולקונו ולמקנו (Es schlage der Kosem ihn und seinen Schöpfer und Wohltäter). Nach Talm. 82 b erscheinen diese Redensarten nur so wie Blasphemie (מיחזי כמברך את השם), sind aber gerichtlich nicht strafbar, s. oben VII, 5. Doch ist aus diesen Stellen nicht zu ersehen, was unter קוסם (Jerusch, liest קסם) verstanden ist. Das samar. Targum übersetzt ונוקב סם in Lev. 24, 16 mit ומקסם שם. Es bedeutet also קסם im Samar. den Namen Gottes aussprechen (vgl. das arab. قسم IV. bei Gott schwören). In der Volkssprache bat man vielleicht קוסם oder קסם für den Gottesnamen gebraucht; daher erschienen die hier erwähnten Redensarten wie Blasphemie.",
+ "oder einer Römerin. ארמית eig. eine Aramäerin, damit bezeichnete man eine Römerin.",
+ "beiwohnt. Nach dem Talmud darf man ihn nur niederstossen, wenn er mit einer Heidin, die eines Heiden Tochter ist, im Gegenwart von zehn Israeliten (d. i. öffentlich, wie Simri in Num. 25, 6ff) Unzucht treibt, und nur während der Tat. Fehlt eine dieser Bedingungen, so darf er nicht getötet werden, er hat aber die himmlische Strafe zu erwarten, die der Prophet Maleachi (2, 11 f.) dem Verüber eines solchen Verbrechens angedroht hat.",
+ "so können Eiferer. Die für die Ehre Gottes eifern, wie Pinchas, Num. 1. c.",
+ "Wenn ein Priester in Unreinigkeit den Dienst. Am Altar des Heiligtums.",
+ "nicht zu Gerichte. Wo er nur die Geisselstrafe erleiden würde.",
+ "sondern die Priester-Jünglinge. פֶרַח Jüngling, vgl. אפרוח (arab. فرخ) junger Vogel.",
+ "führen ihn aus dem Vorhofe hinaus und zerschmettern ihm mit Holzscheiten. גזיר (von גזר schneiden) ein Stück, Holzscheit.",
+ "durch Gottes Hand. Diese Strafe (מיתה בידי שמים) ist von der himmlischen Ausrottung (כרת) verschieden dadurch, dass letztere noch nach dem Tode in der zukünftigen Welt den Sünder trifft, während erstere nur den Tod in dieser Welt bringt und damit die Sünde vollständig sühnt. So Maimonides, anders Raschi und Tos.; vgl. Jebamot 2a, Tosaphot v. אשת."
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+ "Ganz. In den Ausgaben des bab. Talmuds ist unser Abschnitt der 11. und der folgende Abschn. der 10. Indessen geht aus Babli Anf. Makkot hervor, dass auch nach der Ansicht des babylonischen Talmuds der Tr. Sanhedrin mit dem Abschnitt הנחנקין endigt, da auf dessen letzte Mischna der Anfang des Tr.’s Makkot sich bezieht. Ausserdem setzt unser Abschnitt (חלק) die Bestimmungen des Abschn. IX fort, indem hier in Mischna 4 ff. die näheren Vorschriften über עיר הנדחת (IX, 1) gegeben werden, nachdem der vorige Abschn. (IX, 1 ff.) die näheren Bestimmungen über רוצח mitgeteilt hat. Da nun von den Einwohnern der עיר הנדחת in M. 4 gelehrt werden soll, dass sie keinen Anteil an der zukünftigen Welt haben, so werden zuerst noch die anderen Sünder aufgezählt, die der ewigen Seligkeit nicht teilhaft werden (vgl. aber חי׳ ר״ן Anf. Abschn. הנחנקין und weiter Note 41). Erst nachdem mit den Vorschriften über עיר הנדחת (X, 4 — 6) die Bestimmungen über die נהרגין (IX, 1) vollendet sind, folgt der Abschn. הנחנקין, der die vierte und letzte Klasse der Hingerichteten behandelt. Es ist daher die Ordnung der Abschnitte, wie sie die Mischna- und Jerusch.-Ausgaben haben, die richtige.",
+ "Israel. Hiermit sollen nicht andere Völker ausgeschlossen werden, s. weiter Note 21. Es wird vielmehr gelehrt, ganz Israel, selbst die zum Tode Verurteilten, von denen bisher die Rede war, haben, nachdem sie ihre Strafe erlitten, Anteil an der zukünftigen Welt, s. oben VI, 2.",
+ "hat Anteil an der. Wörtlich: für die z. W., d. h. ein Teil, das ihnen für die Zukunft aufbewahrt ist (Ps. 31, 20).",
+ "zukünftigen Welt. Nach Maimonides (s. ה׳ תשובה VIII) die Welt der Geister (עולם הנפשות), wo die Seele des Menschen in der Erkenntnis Gottes und seiner Wahrheit der höchsten Seligkeit teilhaft wird, von der er in seiner irdischen Hülle sich keinen Begriff machen kann, die keines Propheten Auge geschaut und die nur Gott allein bekannt ist (Jes. 64, 3). Dagegen verstehen R. Me’ir Halevi (im יד רמה und כתאב אלרסאייל), Nachmanides (im שער הגמול) und Bartenora hier unter עוה״ב die Welt nach der Auferstehung der Toten, die einst wieder aufleben und mit ihrem Leibe, doch ohne leibliche Bedürfnisse, (wie Essen, Trinken und dergl.) eines ewigen Lebens teilhaft werden. Nach Albo (Ikkarim IV, 31) ist hier עוה״ב der Inbegriff alles Heils, das dem Menschen nach dem Leben hienieden zu Teil wird, sowohl das Seelenheil sofort nach dem Tode, als auch die höhere Stufe der Seligkeit, die nach der Auferstehung der Toten erreicht wird.",
+ "für ewig werden sie besitzen das Land. Hiermit ist das Land des ewigen Lebens (ארץ חיים) gemeint (Ps. 27, 13).",
+ "ein Zweig meiner Pflanzungen. Das Land des ewigen Lebens ist, wie das in Gen. 2, 8 genannte Paradies (גן עדן), eine Pflanzung Gottes.",
+ "die Auferstehung der Toten. Hiermit ist nach allen jüdischen Erklärern eine leibliche Auferstehung, die Wiedervereinigung des Körpers mit der Seele gemeint, wie dies im Buche Daniel 12, 2; 13 deutlich geschrieben steht. Der Glaube an die Auferstehung, der von den Samaritanern und Sadducäern bestritten wurde, ist wegen seiner Wichtigkeit in der zweiten Benediction des täglichen Hauptgebetes, sowie in vielen andern Gebeten ausgesprochen. Die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele dient diesem Glauben als Voraussetzung. Über einzelne Punkte der Auferstehungslehre sind die jüdischen Religionsphilosophen geteilter Ansicht (s. Albo Ikkarim IV, 35).",
+ "sei nicht von der Thora herzuleiten. Wenn er auch an die Auferstehung glaubt, jedoch nicht für dieselbe die Deductionen der Weisen aus der Thora anerkennt (Raschi). Indessen liest יד רמה (u. A.): הכופר בתחיית המתים, wonach hier von dem, der die Auferstehung gänzlich negiert, die Rede ist.",
+ "die Thora sei nicht von Gott. שמים für Gott, s. oben VI, Note 49.",
+ "und ein Epikuräer. Eπιχούρϵως, Epikuräer. Ursprünglich einen Anhänger des Philosophen Epikur bedeutend, der die menschliche Glückseligkeit in der Lust fand, wurde dieses Wort später als Bezeichnung für „Freidenker, Gesetzesverächter“ gebraucht, so dass nach dem Talmud derjenige ein אפיקורוס ist, der von den Gesetzeslehrern oder gar von der Lehre selbst verächtlich spricht; denn (so begründet dies Jerusch.) wenn man von einem Stein-Gewölbe einen einzigen Stein herauszieht, so sind sämtliche Steine erschüttert.",
+ "Auch wer auswärtige Bücher. Nach einer Ansicht im Talmud sind es die Bücher der Minim (s. oben IV, Note 47). Ebenso sind die חיצונים in Megilla IV, 8 Häretiker (Draussenstehende). Nach einer andern Ansicht ist auch das Buch des Ben Sira zu lesen verboten. Jerusch, nennt noch das Buch des Ben La’ana. Im Midrasch zu Kohelet 12, 12 heisst es: „Wer mehr als 24 Bücher (die kanonischen Schriften) in sein Haus bringt, der bringt eine Verwirrung in sein Haus, wie z. B. die Bücher des Ben Sira und Ben Togla; die nur zum Lesen gegeben sind, aber nicht zur Anstrengung des Körpers.” Hiernach sind unter ספרים חיצונים alle ausserkanonischen Schriften verstanden. Es ist jedoch nur das (anstrengende) Studium derselben verboten, das bloße Lesen aber ist gestattet. Sprüche aus dem Buche des Ben Sira (Sirach) werden oft in den Talmuden und Midraschim citirt. Die Worte גנזוהו רבנן להאי ספרא דב׳׳ס (die Rabbinen haben das Buch des Ben Sira verborgen), die (nach Manuskripten und יד רמה) im Babli 100 b von Rab Joseph gesagt werden, zeigen vielleicht, dass dieses Buch ehedem zu den kanonischen Schriften gezählt wurde.",
+ "liest und wer über eine Wunde. Nachdem er vorher darauf gespieen hat (Talmud).",
+ "denn ich der Ewige bin dein Arzt. Dasselbe gilt von jedem andern den Gottesnamen enthaltenden Bibelvers; nach einigen selbst von Versen, in denen kein Gottesname steht (Talmud).",
+ "Auch wer den Namen (Gottes. Das Tetragrammaton; nach Raschi (101 b) den Gottesnamen von 42 Buchstaben (Kidduschin 71a).",
+ "mit seinen Buchstaben. Den vierbuchstabigen Gottesnamen (שם הויה) durfte man nur im Heiligtume aussprechen, ausserhalb desselben (בגבולין) musste er mit den Buchstaben אדני (oder אלהים) gelesen werden (vgl. Sota VII, 6).",
+ "ausspricht. Nach der Art, wie die Samaritaner schwören (Jerusch.). Eine Baraita im Babli erklärt: בלשון עגה. Dies bedeutet wohl auch: nach der Art der Samaritaner, bei denen אגא das Aussprechen des Tetragrammaton bedeutet, denn ויקב (Lev. 24, 11) übersetzt der Samaritaner ואגא. — Im Talmud werden noch einige Sünden hinzugefügt, wegen derer man des Anteils an der zukünftigen Welt verlustig wird. Doch gilt Alles nur von Denen, die nicht zu Gott zurückgekehrt sind; durch Rückkehr zu Gott (תשובה) dagegen werden alle Sünden vergeben."
+ ],
+ [
+ "Drei Könige und vier Privatmänner. הדיוט VII, Note 92 a.",
+ "haben keinen Anteil an der zukünftigen Welt. Obgleich dieselben grosse und weise Männer waren.",
+ "Die drei Könige sind: Jerobeam, Achab und Menascheh. R. Jehuda sagt: Menascheh hat Anteil an der zukünftigen Welt, denn es heisst (2. Chr. 33, 13): „Und er betete zu ihm, und er liess sich von ihm erbitten und erhörte sein Flehen und brachte ihn zurück nach Jerusalem in sein Königreich.” Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "er hat ihn aber nicht zum Leben der zukünftigen Welt zurückgebracht. Da seine Rückkehr nur aus Furcht geschah und nicht vollkommen war.",
+ "Bileam. Da Bileam kein Israelit war, so schliesst der Talmud mit Recht hieraus, dass auch von andern Völkern nur die Ruchlosen, wie Bileam, der ewigen Seligkeit nicht teilhaft werden, die Frommen aber Anteil an der zukünftigen Welt haben, wie dies in der Tosephta von R. Josua ausdrücklich gelehrt wird."
+ ],
+ [
+ "der Sintflut hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt und wird nicht zum Gericht. Zum zukünftigen grossen Gerichte nach der Auferstehung der Toten.",
+ "kein Gericht und keinen Geist. Es wird kein Lebensgeist über sie kommen, um sie vom Tode zu erwecken, s. Ezech. 37, 9 f.",
+ "der Teilung. Da die Erde geteilt ward. Gen. 10, 25.",
+ "in der zukünftigen Welt. Dies wird aus der Wiederholung der Angabe in V. 9 deduziert.",
+ "in der zukünftigen Welt. Der zweifache Frevel verdient eine zweifache Strafe.",
+ "Sie. Ebenso auch das דוד הפלגה.",
+ "Weder jene. Das Geschlecht der Sintflut.",
+ "noch diese. Die Einwohner von Sedom.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "sie werden aber stehen in der Gemeinde der Frevler. Um gerichtet zu werden.",
+ "Die Kundschafter. Von מרגלים bis במגפה לעוה״ב fehlt im Jeruschalmi.",
+ "in der zukünftigen Welt. Es wird dies aus den Worten: „vor dem Ewigen“ deduziert.",
+ "hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt und wird nicht zum Gerichte auferstehen. Dies bezieht sich auch auf die Kundschafter, — gegen מהרש״א.",
+ "In dieser Wüste sollen sie daraufgehen und da sollen sie sterben. D. h. sie sollen für immer sterben und nicht auferstehen.",
+ "dies die Worte des R. Akiba. R. Eliéser sagt: Von ihnen heisst es vielmehr (Ps. 50, 5): „Versammelt mir meine Frommen, die meinen Bund schliessen über dem Opfer. Mit diesem Geschlechte hat Gott über Opfern einen Bund geschlossen, wie in Exod. 24, 5—8 berichtet wird.",
+ "Die zehn Stämme. Die Sancherib in die Verbannung geführt.",
+ "werden niemals wieder zurückkommen. Von dem Lande ihrer Verbannung.",
+ "so gingen sie auch dahin und kehren nicht wieder. Wenn der Talmud in Erachin 33 a erzählt, dass sie der Prophet Jeremía zurückgeführt hat, so waren dies nicht alle zehn Stämme, sondern nur ein Teil derselben (Raschi).",
+ "Wie der Tag finster wird. Am Abend.",
+ "und wieder leuchtet. Am andern Morgen. — R. Elieser fasst den Ausdruck יום als „Sonne“, wie in Joma 62b."
+ ],
+ [
+ "Die Bewohner einer verderbten Stadt. Jerusch., ebenso יד רמה und חי׳ ר״ן lesen nicht die Worte: אין להם חלק לעולם הבא שנאמר. Nach R. Meïr Halewi und R. Nisim haben auch die Bewohner einer verderbten Stadt, da sie getötet werden, Anteil an der zukünftigen Welt (s. aber Note 42). Die Mischna kehrt vielmehr nach einer Digression über den Anteil an der zukünftigen Welt wieder dahin zurück, nähere Bestimmungen über die in IX, 1 genannten Verbrecher zu geben.",
+ "haben keinen Anteil an der zukünftigen Welt. Wenn sie nicht getötet werden; wenn sie aber gerichtet und getötet werden, so ist ihr Verbrechen gesühnt (Tos. Jom Tob). Aus dem folgenden Schriftbeweis ist aber zu ersehen, dass sich der Satz auf die Verführer bezieht, welche als solche, die Viele zur Sünde verleiten, ebenso wie Jerobeam, keinen Anteil an Olam habba haben (s. Abot V, 18).",
+ "Söhne der Ruchlosigkeit. Nach Bart, wird בליעל hier wie בלי יעל gedeutet (nicht heraufkommend, nicht auferstehend).",
+ "herausgegangen. Aus יצאו wird deduziert, dass sie aus der Gesamtheit Israels, die der zukünftigen Welt teilhaft wird, ausgetreten sind (vgl. יד רמה). Auch in Lev. 24, 10 wird ויצא von M. rabba und Tanchuma in ähnlicher Weise gedeutet.",
+ "aus deiner Mitte und haben die Bewohner ihrer Stadt verführt.” Sie. Die Bewohner einer verderbten Stadt.",
+ "wenn ihre Verführer aus der nämlichen Stadt. Denn es heisst: „ihrer Stadt.“",
+ "und vom nämlichen Stamme. Denn es heisst: „aus Deiner Mitte.”",
+ "wenn der grösste Teil der Stadt verführt worden ist. Dies lehrt der Ausdruck: „die Bewohner ihrer Stadt.“",
+ "so werden sie wie Einzelne. Die Götzen gedient haben.",
+ "behandelt. Sie werden gesteinigt und ihr Vermögen wird gerettet.",
+ "Es sind ferner bei Jedem. Der zum Götzendienst verführt worden.",
+ "zwei Zeugen und Verwarnung nötig. Es werden für die verderbte Stadt viele Gerichtshöfe eingesetzt, damit sie jeden Einzelnen richten. Stellt es sich heraus, dass die Mehrheit der Stadt wegen Götzendienstes des Todes schuldig ist, so werden alle Schuldigen vor das grosse Synedrium gebracht (I, 5) und dort als Bewohner einer verderbten Stadt verurteilt. Findet man nicht die Mehrheit schuldig, so werden die Schuldigen wie Einzelne behandelt.",
+ "Darin werden die Einzelnen strenger. חומר B. batra VIII, Note 92.",
+ "weshalb ihr Vermögen gerettet wird. Da man in Bezug auf die Todesart mit Strenge verfährt, wird hinsichtlich des Vermögens Milde angewendet."
+ ],
+ [
+ "Eine Eseltreiber. חמרת Kollektivform von חַמָר (Eseltreiber), arab. حمَّارَة, ebenso גמלת von גַמׇּל.",
+ "die von einem Orte zum andern zieht. Und sich in der Stadt 30 Tage aufhält, so dass sie zu den Einwohnern der Stadt gerechnet wird (Talm.).",
+ "kann sie. Die Stadt.",
+ "retten. Wenn diese Gesellschaft sich nicht verführen liess und dadurch eine Mehrheit von Nichtschuldigen sich findet. Umgekehrt kann durch eine solche Gesellschaft, wenn sie mit verführt wurde, eine Mehrheit der Schuldigen gefunden und die Zerstörung der Stadt bewirkt werden; die Mischna nimmt aber den günstigen Fall an.",
+ "dass das Vermögen der Gerechten. Unter den Stadtbewohnern.",
+ "das Vermögen der Schuldigen. Unter den Stadtbewohnern."
+ ],
+ [
+ "Hat sie keinen Marktplatz. Ein Platz, wo die Bewohner der Stadt sich versammeln.",
+ "so zieht man denselben herein. Indem man die Stadtmauer über den Marktplatz hinaus rückt.",
+ "die geheiligten Dinge. Die lösbar sind, wie die Gegenstände, deren Erlös für die Reparatur des Tempels bestimmt ist (קדשי בדק הבית). Altar-Opfer (קדשי מזבח), die nicht lösbar sind, lässt man zu Grunde gehen, da sie nicht geopfert werden dürfen.",
+ "sollen ausgelöst werden. Dann werden sie verbrannt (Maimon.); nach ראב״ד sind sie dann erlaubt.",
+ "die Hebe. Die bereits dem Priester gegeben worden ist und als dessen Vermögen betrachtet wird.",
+ "lässt man verfaulen. Sie wird nicht verbrannt, da sie heilig ist und nicht geringschätzig behandelt werden darf. — Dagegen fällt die Hebe, die der Israelit noch nicht an den Priester abgeliefert hat, als „Beute Gottes“ nicht der Vernichtung anheim; sie wird vielmehr einem Priester, der in einer andern Stadt wohnt, gegeben.",
+ "der zweite Zehnt. Der als „heilig“ bezeichnet und deshalb nicht verbrannt wird (Lev. 27, 30).",
+ "und die heiligen Schriften sollen verborgen werden. Da dies Privateigentum der Bewohner der verderbten Stadt ist, so ist es zur Benutzung verboten; es muss daher verborgen werden, damit man es nicht irrtümlich benutze.",
+ "als würdet ihr mir ein Ganzopfer. Dies wird aus כליל deduziert, das auch Ganzopfer bedeutet.",
+ "man darf nicht einmal Frucht-und Lustgärten. פרדס == παράδϵισος.",
+ "daraus machen. Sie muss „ein ewiger Schutthaufen“ bleiben.",
+ "darf sie nicht wieder aufgebaut werden. Der Ausdruck לא תבנה עוד verbietet nur Häuser zum Bewohnen (wie es vorher war); R. Jose meint aber, das hinzugefügte עוד bedeute „ganz und gar“ (sie werde ganz und gar nicht erbaut).",
+ "[auf. Die eingeklammerten Worte sind nach Jerusch. hinzugefügt.",
+ "denn so lange die Frevler. Diebe, die vom Banngut stehlen, wie Achan (Jos. 7, 1).",
+ "so entweicht. סלק aram. hinaufsteigen, Nithpa. sich entfernen.",
+ "die Zornglut von der Welt. Vgl. Jos. 7, 26."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Folgende werden erdrosselt. Wo in der Thora eine Todesstrafe, ohne nähere Bestimmung, verhängt wird, ist damit die Erdrosselung gemeint (Talm. 52b).",
+ "Gerichtshofes sich auflehnender Gelehrter. זקן ein Alter, Senator; so wird in der Mischna oft ein Gesetzeslehrer genannt.",
+ "die falschen Zeugen wider eine Priesterstochter. S. weiter Mischna 6 Ende.",
+ "und wer mit einer solcher Unzucht treibt. S. oben IX, Note 2.",
+ "frei ist. Da bei Toten keine Verwundung stattfinden kann.",
+ "wenn er dieselbe in sein Gebiet. Denn es heisst (Exod. 21, 16): „und er wird in seiner Hand gefunden;“ der Ausdruck „Hand (יד)“ bedeutet aber soviel wie רשות (Besitz), vgl. Num. 21, 26.",
+ "Erst dann wenn er dieselbe in sein Gebiet gebracht und sich ihrer bedient hat. Und der Dienst mindestens eine Peruta wert ist. Auch nach dem ersten Tanna ist der Dieb nur dann schuldig, wenn er sich von der gestohlenen Person bedienen lässt, der Dienst braucht aber nicht eine Peruta wert zu sein (Talmud).",
+ "Wenn Jemand seinen Sohn. Der noch minderjährig ist.",
+ "Sohn des. רבי ישמעאל בנו של fehlt im Jerusch, u. A.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für frei. Denn es heisst: „und er wird in seiner Hand gefunden;“ dies schliesst den aus, der immer unter seiner Hand ist.",
+ "der halb Sklave und halb Freigelassen er ist. S. Gittin IV, 5.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für frei. Dies wird aus den Worten: מבני ישראל„ von den Kindern Israels“ (Deut. 24, 7) deduziert."
+ ],
+ [
+ "Drei Gerichtshöfe waren dort. In Jerusalem.",
+ "einer. Ein kleines Synedrion von 23.",
+ "sass. יושב fehlt im Jerusch.",
+ "am Eingänge des Tempelberges. Am östlichen Thore des Vorhofes der Frauen (עזרת נשים, Raschi).",
+ "einer. Ein kleines Synedrion von 23.",
+ "sass. יושב fehlt im Jerusch.",
+ "am Eingange des Vorhofes. Des Vorhofes der Israeliten (עזרת ישראל, Middot V, 1).",
+ "und einer sass. יושב fehlt im Jerusch.",
+ "in der Quader - Halle. Einer aus Quadersteinen gebauten Halle, die nach Middot V, 4 im Norden des Israeliten-Vorhofes und nach Joma 25a zur Hälfte ausserhalb dieses Vorhofes im nichteiligen Raume lag. Nach Schürer (Stud. u. Krit. 1878 S. 608—626 wäre die לשכת הגזית „die Halle am Xystos“ (גזית == ξυστός, LXX 1. Chron. 22, 2; Amos 5, 11) und an der westlichen Grenze des Tempelberges gelegen (vgl. Josephus B. J. V, 4, 2 und II, 16, 3).",
+ "Man. Der Gelehrte, welcher eine gesetzliche Entscheidung getroffen hat, sowie seinen Kollegen, welche diese Entscheidung bestritten haben.",
+ "so habe ich erklärt. דרש die Schrift vermittels der Auslegungsregeln erklären.",
+ "so habe ich gemeint. למד oder לימד (die LA. schwankt) bedeutet wohl hier: „nach seinem Dafürhalten (סברא) eine Entscheidung treffen.“",
+ "Haben sie. Die Richter am Tempelberge.",
+ "nun darüber eine Überlieferung. שמע er hat gehört, d. h. er hat eine Tradition.",
+ "so kommen sie. Die in Note 15 Genannten. עין יעקב u. A. lesen richtiger: אלו ואלו באים, wonach die Richter des Tempelberges mitkommen (s. Note 22).",
+ "Haben sie. Die Richter am Vorhofe.",
+ "so kommen diese und jene. Die Anfragenden und die kleinen Synedria.",
+ "zu dem hohen Gerichtshofe. Dem grossen Synedrion.",
+ "von dem die Lehre. Die endgültige Entscheidung, der Alle folgen müssen.",
+ "gelehrt hat. Jerusch, liest: שהוא למור (wie er gewohnt ist).",
+ "hat er aber für die Ausübung. Für die praktische Anwendung des Gesetzes.",
+ "so ist er schuldig. Er wird mit Erdrosselung bestraft.",
+ "Ein Schüler. Der noch nicht befugt ist, gesetzliche Entscheidungen zu treffen.",
+ "ist nicht schuldig. Denn die Thora hat bei diesem Gesetze nur die zur Entscheidung befugten Gesetzeslehrer für strafbar erklärt, „damit nicht viele Streitigkeiten in Israel entstehen“.",
+ "demnach bewirkt seine schwere Sünde. Dass er als Unbefugter eine gesetzliche Entscheidung getroffen hat.",
+ "ihm eine Erleichterung. Dass seine Auflehnung gegen das oberste Gericht nicht bestraft wird."
+ ],
+ [
+ "Die. Diese ganze Mischna fehlt in ed. Neapel.",
+ "Auflehnung gegen die Worte der Schriftgelehrten. סופרים 1. Chron. 2, 55; Esra 7, 6 Schriftgelehrte, γραμματϵῖς (Sirach 38, 24). — דברי סופרים sind hier die Lehren, welche die Schriftgelehrten aus der Thora deducirt haben.",
+ "es giebt keine Tephilinpflicht. Man ist nicht verpflichtet, Tephilin anzulegen.",
+ "ist nicht strafbar. Denn er hat damit keine gesetzliche Entscheidung von Belang getroffen, da Jeder sich darüber aus der Schrift belehren kann.",
+ "es sind fünf Gehäuse. טוטפות werden die Kopf-Tephilin in Deut 6, 8 und 11, 18 genannt, deren Kapsel in vier Gehäuse abgeteilt ist, in deren jedem ein auf Pergament geschriebener Abschnitt des Pentateuchs sich befindet (Exod. 13,’1—10; 11—16; Deut. 6, 4—9; 11, 13—21). Ein jedes dieser Gehäuse heisst hier טוטפת."
+ ],
+ [
+ "Man tötet ihn nicht durch das Gericht seiner Stadt. Wiewohl er durch dasselbe gerichtet und verurteilt werden kann.",
+ "auch nicht durch das Gericht zu Jabneh. Jamnia, wo das grosse Synedrion kurz vor, sowie nach der Zerstörung Jerusalems seinen Sitz hatte (Rosch ha-Schanah 31).",
+ "sondern. Hier ist zu ergänzen : „auch tötet man ihn nicht sogleich, sondern man bringt u. s. w.“, vgl. Tosephta XI, 7.",
+ "wo man ihn bis zum Feste bewacht und ihn während der Festeszeit. An den Mittelfeiertagen (חול המועד).",
+ "Man darf seine Bestrafung nicht aufschieben. ענה (arab. (انى) hinausschieben, dazu עונה bestimmte Zeit (Barth, Etym. Stud. 17).",
+ "ist vom Gerichte zum Tode verurteilt worden. Mit Angabe seines Verbrechens."
+ ],
+ [
+ "was er nicht vernommen. Nicht von Gott und nicht von einem andern Propheten.",
+ "und was nicht ihm offenbart worden ist. Sondern einem andern Propheten.",
+ "der wird durch Menschenhände getötet. Denn es heisst (Deut. 18, 20): „Der Prophet, der freveln wird, in meinem Namen etwas zu reden (was ich überhaupt nicht gesprochen, oder) was ich nicht ihm (sondern einem andern) zu reden geboten habe … dieser Prophet sterbe;“ vgl. Note 1.",
+ "wer aber seine Prophezeihung unterdrückt. Gott befiehlt ihm zu prophezeihen, und er will nicht gehorchen, wie Jonah Sohn Amittai’s.",
+ "wer die Worte eines Propheten missachtet. ויתר (mit על) etwas als überflüssig halten, gleichgültig behandeln, nicht achten.",
+ "der seine eigenen Worte übertritt. Wie der Prophet in 1. Kön. 13, 26.",
+ "Ich werde es von ihm fordern. Alle drei Fälle sind in dem Satze: דברי אשר לא ישמע אל (wer auf meine Worte nicht hören wird) enthalten."
+ ],
+ [
+ "so hat der fremde Gott gesagt. Wie es heisst (Deut. 18, 20): „wer im Namen eines fremden Gottes reden wird.“",
+ "Sobald sie in den Besitz des Mannes zur Heirat übergegangen. Der Vater hat sie den Boten des Mannes übergeben, der sie zur Heirat abholen liess.",
+ "wiewohl sie noch nicht geehelicht worden ist. Der Gatte hat ihr noch nicht ehelich beigewohnt.",
+ "wird der ihr Beiwohnende. Der Ehebrecher",
+ "mit Erdrosselung. Nicht mit Steinigung, weil sie nicht mehr im väterlichen Hause ist, s. oben VII, Note 91—92.",
+ "denn. Die Münchener Hschr. liest כל anstatt שכל; Jerusch, hat זוממין.",
+ "alle falschen. הא כל, s. Makkotl, 1.",
+ "Zeugen kommen früher. השכם == הקדם (nach dem Aram.) früher kommen; d. h. bevor sie den Angeklagten zum Tode bringen, werden sie selbst getötet, vgl. הבא להרגך השכם להרגו (Talm. 72 a); gegen die Sadducäer, Makkot I, 6.",
+ "mit Ausnähme der falschen Zeugen wider eine Priesterstochter. Wiewohl sie der Priesterstochter den Feuertod zugedacht haben, werden sie nicht verbrannt, sondern sie erleiden die Strafe der Erdrosselung, die sie dem angeblichen Buhlen zugedachten (IX, 2).",
+ "und ihren [angeblichen] Buhlen. Nach Raschi und Maim. gilt dies nur, wenn die Zeugen auch die Verurteilung des Buhlen herbeizuführen strebten; ist aber dieser nicht bekannt oder nicht strafbar, und die Zeugen erheben nur gegen die Priesterstochter ihre falsche Anklage, so werden sie mit Verbrennung bestraft. Die Tosaphot (Makkot 2a v. זוממי) dagegen meinen, dass die Zeugen auch in letzterem Falle nur mit Erdrosselung bestraft werden. Hiernach ist das Wort ובועלה hier überflüssig und steht nur, weil der Wortlaut in Mischna 1 so ist, wo ובועלה nicht zu וזוממי gehört."
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+ "Privatrechtssachen. Die Rechtsstreitigkeiten über Darlehne, Geschenke, Erbschaften und dgl.",
+ "von Dreien. Die auch Laien sein können; Einer von ihnen muss jedoch einige Rechtskenntnis besitzen.",
+ "von Dreien. Hierzu gehören drei ordinierte Richter, s. weiter Mischna 3, Note 19.",
+ "über Schadenersatz. Wo es sich um den ganzen Schadenersatz handelt, z. B. wenn ein Mensch geschädigt, oder ein Ochs, der Muad ist (B. kamma II, 4), gestossen hat.",
+ "halben Schadenersatz. Wenn ein Ochse, der Tam ist (das.), gestossen hat.",
+ "Bezahlung des Doppelten und Bezahlung des Vier- oder Fünffachen. Bei Diebstahl, B. kamma VII, 1.",
+ "von Dreien. Ordinierten.",
+ "über Notzucht. Nach Deuteronomium 22, 28f.",
+ "Verführung. Nach Exodus 22, 15f.",
+ "und falsche Anklage. Wenn ein Mann gegen die eben geheiratete Frau nach Deuteron. 22, 13—19 eine Anklage erhebt.",
+ "von Dreien. Ordinierten.",
+ "Der falsche Ankläger. Wenn ein Mann gegen die eben geheiratete Frau nach Deuteron. 22, 13—19 eine Anklage erhebt.",
+ "weil dabei über ein Kapitalverbrechen. Wenn die Aussage des Mannes gegen seine Frau sich als wahr herausstellt, Deut. 22, 20f."
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+ "Über Geisselstrafe. Deut. 25, 1—3.",
+ "Von drei und zwanzig. Ebenso wie über Lebensstrafe, denn die Schrift gebraucht bei beiden Strafen den Ausdruck רשע, Deut. 25, 1 und Num. 35, 31.",
+ "Die Intercalation beim Monate. Die Berechnung, ob ein Monat 29 oder 30 Tage haben soll. Ein Monat von 30 Tagen heisst ein intercalinter Monat (חדש מעובר).",
+ "die Intercalation beim Jahre. Die Einsetzung eines Schaltjahres. Ein solches besteht aus 13 Monaten, indem zu den gewöhnlichen 12 Monaten noch ein Monat „Adar II“ (אדר שני) hinzugefügt wird. Eine Baraita lehrt: Wegen dreier Ursachen setzt man ein Schaltjahr ein: 1) על האביב wegen der Ährenreife, d. h. wenn sonst im Nissan, der in Exod, 13, 4 als Monat der Ährenreife bezeichnet wird, das Getreide noch nicht reif würde. 2) מפני פירות האילן wegen der Baumfrüchte, falls diese sonst nicht bis zum Wochenfeste, dem Feste der Erstlinge (Num. 28, 26), reif würden. 3) מפני התקופה wegen des Sonnenumlaufs, d. h. um die Differenz zwischen dem Jahre von 12 Mondmonaten und dem Sonnenjahre auszugleichen, damit die Feste in bestimmte Jahreszeiten fallen. Man setzte ein Schaltjahr ein, wenn sonst das Frühlingsäquinoctium erst am 16. Nissan oder das Herbstäquinoctium erst nach dem Hüttenfeste eintreffen würde. Näheres über den jüdischen Kalender in der Einleitung zu Rosch ha-Schanah.",
+ "Zur Eröffnung sind drei. Zuerst beraten drei, ob ein Schaltjahr erforderlich ist. Wenn zwei dies verneinen, wird nicht weiter darüber verhandelt. Erkennen aber zwei von ihnen ein Schaltjahr für notwendig, so werden noch zwei andere zur Verhandlung zugezogen.",
+ "zur Verhandlung fünf. Wenn von diesen 5 die Majorität für ein Schaltjahr ist, so werden zur Beschlussfassung noch zwei Männer zugezogen.",
+ "und zur Beschlussfassung sieben Männner. Nach dem Talmud sollen die Zahlen 3, 5, 7 der Anzahl der Wörter in den drei Sätzen des Priestersegens (Num. 6,24—26) entsprechen."
+ ],
+ [
+ "Das Handauflegen der Ältesten. Beim Gemeinde - Sündopfer (Lev. 4, 15). In der Tosephta wird hier noch hinzugefügt: סמיכה בשלשה. Hierunter ist die Ordination zum Lehrer und Richter in Israel zu verstehen, die in Palästina מנוי und in Babylonien סמיכה genannt wurde (Jeruschalmi). Die babylonische Bezeichnung ist dem Schriftverse Num. 27, 23 (ויסמוך את ידיו) entnommen. Dennoch aber erklärt der Talmud (13b), dass zur Ordination nicht das Handauflegen gehörte, sondern der Act der Semichah bestand darin, dass man den zu Ordinierenden feierlich als „Samuch“ (סמוך) erklärte, ihm den Titel „Rabbi“ (רבי) beilegte und die Berechtigung erteilte, als Richter in Straf-Prozessen (דיני קנסות) zu fungieren. Diese Ordination durfte nur in Palästina stattfinden. In den frühem Zeiten (bis R. Akiba) konnte jeder Lehrer seinen Schülern die Ordination erteilen. Später wurde dem Patriarchen - Hause die Ehre erwiesen, dass zu jeder Ordination die Zustimmung des Patriarchen (נשיא) nötig wurde (Jerusch.).",
+ "und das Brechen des Genickes der Färse. Zu den Messungen, welche Stadt das Sühn-Opfer zu bringen hat, sind drei Älteste vom grossen Synedrion nötig; das Brechen des Genickes kann in Gegenwart von zwei Ältesten der Stadt erfolgen (Sota IX, 1; 5).",
+ "Chaliza. S. B. mezia I, Note 39.",
+ "und Méun. Das. Note 40.",
+ "vor Dreien. Indessen ist nach der Halacha die Weigerungs-Erklärung (Méun) auch vor Zweien gültig. Bei Chaliza werden zu den Dreien noch zwei hinzugefügt, damit der Akt öffentlich bekannt werde.",
+ "Früchte von vierjährigen Bäumen. Die man nach Jerusalem bringt, um sie dort zu verzehren, oder auslöst und das Geld in Jerusalem verzehrt; s. Maaser scheni V, 1.",
+ "und zweiter Zehnt. Der ebenfalls ausgelöst werden muss, wenn man ihn nicht nach Jerusalem bringen will; Deuteron. 14, 24 ff.",
+ "dessen Wert nicht bekannt ist. Z. B. Früchte, die verfault sind, und keinen bestimmten Marktpreis haben. Bei vierjährigen Bäumen ist der Lösungswert immer nicht genau bekannt, weil dabei die Kosten abgezogen werden, s. Maaser scheni V, 4.",
+ "vor Dreien. Die durch Schätzung den Wert bestimmen.",
+ "geheiligte Dinge. Löst man aus.",
+ "vor Dreien. Die sie abschätzen.",
+ "Schätzungs-Gelübde. Wenn man den Schätzungswert irgend eines Menschen gelobt, wie ihn die Thora in Lev. 27, 2 ff. bestimmt.",
+ "in Mobilien. Wenn der Gelobende kein Geld hat und dafür andere Mobilien bezahlen will.",
+ "vor Dreien. Welche die Mobilien abschätzen.",
+ "Einer von ihnen sei ein Priester. Weil die Schrift dabei הכהן vorschreibt, Lev. 27, 12.",
+ "In Grundstücken. Wenn man keine Mobilien hat und das Gelobte in Grundstücken bezahlt. Nach einer andern Erklärung: Wenn jemand ein geheiligtes Grundstück auslösen will.",
+ "Beim Menschen. Wenn Jemand den Wert eines Menschen mit den Worten: דמיו עלי (ich gelobe seinen Wert) dem Heiligtume gelobt, wobei der betreffende Mensch abgeschätzt werden muss, wie viel man für ihn als Sklaven bekommen könnte.",
+ "wird der Wert) in gleicher Weise (bestimmt. Der Mensch wird von neun Personen und einem Priester abgeschätzt."
+ ],
+ [
+ "Lebens-Strafsachen. Wo es sich um ein Kapitalverbrechen handelt.",
+ "Und auch das Vieh sollt ihr töten. Die Tötung des Viehes wird hiernach ebenso wie die Tötung des Weibes oder des Mannes durch 23 Richter verhängt.",
+ "Ein zu steinigender Ochs. Ein Ochs, der einen Menschen getötet hat.",
+ "wie die Tötung des Eigentümers. In einem Falle, wo derselbe die Todesstrafe verdient. Wenn ein Ochse einen Menschen tötet, erleidet dessen Eigentümer nach der traditionellen Auslegung der Schrift nicht die gerichtliche Todesstrafe.",
+ "der Panther. S. B. kamma I, 4.",
+ "und die Schlange. Die einen Menschen getötet haben.",
+ "macht sich verdient. Es bedarf keines Gerichtes.",
+ "durch drei und zwanzig Richter. Nach dem Talmud stimmt R. Akiba hinsichtlich der Schlange mit R. Elieser überein; seine Meinung ist demnach nicht identisch mit der des ersten Tanna."
+ ],
+ [
+ "Man darf einen Stamm. Wenn der grösste Teil eines der 12 Stämme Israels Götzendienst treibt.",
+ "einen falschen Propheten. Deuter. 18, 20.",
+ "Man darf zu einem willkürlichen Krieg. So heisst jeder Krieg, der nicht, wie der Krieg gegen die sieben kanaanitischen Völker und gegen Amalek, von der Thora vorgeschrieben ist.",
+ "Man darf die Stadt. Jerusalem, welches heiliger ist, als das übrige Land Israels.",
+ "oder die Tempelhöfe. Die noch heiliger sind, als das übrige Jerusalem; vgl. über die verschiedenen Grade der Heiligkeit Kelim I, 6 ff.",
+ "Man darf Gerichte. סנהדריות Mehrzahl von סנהדרין = συνέδριον.",
+ "Eine verderbte Stadt. Nach Deuter. 13, 13ff., vgl. weiter X, 4.",
+ "Man verurteilt nicht eine verderbte Stadt. Dass die Stadt zerstört werde; es werden nur die schuldigen Bewohner hingerichtet.",
+ "die an der Grenze. ספר, syr. ܣܳܦܪܳܐ Grenze.",
+ "ferner nicht drei Städte. Drei Städte, die nahe an einander liegen, werden nicht von ein und demselben Gerichte verurteilt."
+ ],
+ [
+ "Das grosse Synedrion. Der oberste Gerichtshof, Deuter. 17, 8 ff.",
+ "bestand aus einundsiebzig Mitgliedern. Nach Tosaphot (16 b y. אחר) war bei jedem Gerichte ausser der bestimmten Zahl noch ein Vorsitzender, der מופלא שבב׳׳ד genannt wurde (Horajot I, 4). Demnach waren beim grossen Synedrion 72 Älteste, was mit Sebachim I, 3 und Jadajim IV, 2 übereinstimmt. Allerdings ist diese Ansicht schwer mit dem Folgenden (ומנין וכו׳) zu vereinbaren.",
+ "Woher. מן אין = מנין woher.",
+ "und Mose über ihnen. Er stand an ihrer Spitze, denn es heisst (Num. 11, 17): „sie sollen mit dir tragen.“",
+ "Siebzig. Das grosse Synedrion hatte nur 70 Mitglieder. Nach R. Jehuda war Moses nicht im Collegium der 70 Ältesten, und die Worte der Schrift: „mit dir“ wollen nur sagen: „sie seien dir ähnlich.“",
+ "eine richtende. D. h. verurteilende.",
+ "Gemeinde und eine rettende. Freisprechende.",
+ "das sind zwanzig. So dass, wenn die Stimmen sich teilen, zehn verurteilende und zehn freisprechende Stimmen vorhanden sein können.",
+ "Da es heisst. Bei den 12 Kundschaftern.",
+ "dabei sind Josua und Kaleb ausgenommen. Die andern zehn Kundschafter werden also „Gemeinde“ (עדה) genannt.",
+ "dass man noch drei hinzufüge. Zu den zwanzig.",
+ "Daraus. ממשמע aus dem Vernommenen.",
+ "Richte dich nicht nach der Mehrheit zum Bösen. D. h. zur Verurteilung genügt nicht eine Mehrheit um Eine Stimme, s. weiter.",
+ "dass ich mich zum Guten. Zur Freisprechung.",
+ "zum Guten. Zur Freisprechung.",
+ "kannst du auf das Urteil eines Richters hin. Wenn die Freisprechenden um einen mehr sind, als die Verdammenden.",
+ "zum Bösen aber nur nach dem Urteile zweier. Die Verdammenden müssen um zwei mehr sein, als die Freisprechenden. Da nun letztere eine „Gemeinde“ (עדה), also zehn sein müssen, so gehören zur Verurteilung 12 verdammende Richter; beide Parteien zusammen wären demnach 22.",
+ "Da aber kein Gericht in gerader Zahl. שקול eig. gleichwiegend, sich das Gleichgewicht haltend, d. h. Stimmengleichheit habend, was bei einem aus einer geraden Zahl bestehendem Gerichte Vorkommen kann.",
+ "dass sie für ein Synedrion. Ein kleines von 23.",
+ "Hundertundzwanzig. Nach dem Talmud sind ausser dem Synedrion von 23 Richtern noch 3mal 23 Gelehrte nach IV, 4 nötig. Das sind zusammen 92. Die anderen 28 braucht man, damit in der Stadt vorhanden seien: 10 Beschäftigungslose für die Synagoge, 2 Gerichts-Schreiber, 2 Gerichtsdiener, 2 Prozessierende, 2 Zeugen, 2, welche die Zeugen als falsch überführen können, 2, welche wieder die Überführer als falsch überführen können, 2, die Almosen einkassieren, einer, der es mit ihnen zusammen verteilt, ein Arzt, ein Thoraschreiber und ein Lehrer für die Kinder.",
+ "damit es. Das Synedrion von 23.",
+ "den Obern über zehn entspreche. Damit jeder Richter ein Oberster unter 10 sein könne; vgl. Exod. 18, 21, wo der geringste Obere Einer von 10 ist."
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+ "und man kann ihn richten. Wegen eines Kapital-Verbrechens kann ihn nur das grosse Synedrion richten, s. I, 5; sonst auch ein Kollegium von drei Richtern.",
+ "er kann Zeuge sein. Nach dem Talmud nur für einen Königssohn oder für einen solchen König, den das Synedrion richten kann (s. weiter Note 23); sonst ist es unter der Würde des Hohenpriesters, als Zeuge vor Gericht zu treten.",
+ "verboten ist. Lev. 21, 14. Vgl. Jebamot VI, 4.",
+ "Stirbt ihm jemand. Von den nahen Verwandten, um die er trauern muss, s. Lev. 21, 2f. und Talmud Moëd katan 20b.",
+ "so gehe er nicht hinter der Bahre. Denn er könnte in seinem Schmerze sich vergessen und an der Leiche verunreinigen, was dem Hohenpriester selbst bei den nächsten Verwandten verboten ist, Lev. 21, 11.",
+ "sondern wenn sie. Die Träger der Bahre.",
+ "nicht mehr gesehen werden. Wenn sie in eine andere Strasse einbiegen.",
+ "darf er sich zeigen. Indem er aus seiner Wohnung tritt und der Bahre nachgeht.",
+ "so wie sie wieder sich zeigen. Dem Blicke des Hohenpriesters.",
+ "muss er sich zurückziehen. Er trete in ein Haus, bis die Bahre wieder in eine andere Strasse gelangt.",
+ "und so gehe er mit ihnen. Den Leichenträgern.",
+ "bis an das Thor der Stadt. Ausserhalb der Stadt darf er nicht mehr mitgehen, da er sich dort nicht zurückziehen kann, wenn die Bahre seinen Blicken sich zeigt.",
+ "Und aus dem Heiligtum soll er nicht gehen. Nach R. Meïr bedeutet dieses Schriftgebot: „er solle nicht aus seiner Heiligkeit hinaustreten“, d. h. er soll Vorsorge treffen, dass er sich nicht durch Berührung der Leiche verunreinige. Dieser Vorschrift genügt er, wenn er sich stets zurückzieht, sobald er die Bahre erblickt.",
+ "Wenn er Andere. Wenn der Verstorbene nicht sein naher Verwandter ist, darf er die Leiche begleiten, da in diesem Falle nicht zu befürchten steht, er könnte in seiner Trauer sich verunreinigen.",
+ "dass das ganze Volk Einer nach dem Andern. In einer Reihe (שורה).",
+ "vorbeigeht. An dem Trauernden. Jeder tröstete ihn mit den Worten: תתנחם מן השמים (sei getröstet vom Himmel).",
+ "und der Stellvertreter. ממונה auch סגן genannt, der dazu bestimmt ist, am Versöhnungstage den Hohenpriester zu vertreten, falls dieser zum Dienste des Heiligtums untauglich werden sollte, vgl. Joma I, 1 und Talmud das. 39 a.",
+ "ihn zwischen sich und dem Volke in die Mitte nimmt. Indem der Stellvertreter beim Vorbeigehen dem Hohenpriester zur Rechten bleibt, während das Volk an seiner Linken geht.",
+ "Wir seien deine Sühne. Alles, was dich treffen soll, mag über uns kommen.",
+ "Wenn man ihm das Trauermahl reicht. הברה, vgl. 2. Sam. 3, 35, ferner Moëd katan III, 7.",
+ "lagert sich das ganze Volk auf der Erde. An seiner Trauer teilnehmend.",
+ "er aber liegt auf einem Schemel. ספסל vom gr. σφέλας, ein niedriger Schemel."
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+ [
+ "und man kann ihn nicht richten. Nach dem Talmud ist diese Anordnung unter Hyrkan II. (im Talm. ינאי המלך) getroffen worden (etwa 47 v. ü. Z.), als dessen Diener (Herodes) wegen Mordes angeklagt war und das Synedrion nicht den Muth hatte, ihn zu verurteilen, vgl. Josephus ant. XIV, 9, 4. Der Talmud sagt daher: Diese Anordnung gilt nur Betreffs der Könige Israels (die nicht dem Hause Davids angehören); dagegen können die Könige aus dem Hause Davids richten und gerichtet werden, nach Jeremia 21, 12.",
+ "und man kann wider ihn nicht zeugen. Auch dies ist nach dem Talmud in Folge jener Begebenheit unter Hyrkan II. angeordnet worden.",
+ "er vollziehe nicht die Chaliza. Weil die Würde des Königs es verbietet, dass die Schwägerin (nach Deuteron. 25, 9) vor ihm ausspeie.",
+ "und man vollziehe an seiner Frau nicht die Chaliza. Da man die Witwe des Königs nicht heiraten darf (s. weiter) und demnach mit ihr die Schwagerehe (ייבום) verboten ist, so hat man auch die Chaliza verboten.",
+ "er vollziehe nicht die Schwagerehe. Weil da, wo die Chaliza nicht gestattet ist, auch die Leviratsehe nicht vollzogen werden darf (Maimon.). Nach Raschi, weil es die Würde des Königs nicht gestattet, dass er auf den Namen seines verstorbenen Bruders eintrete (Deut. 25, 6).",
+ "und man vollziehe an seiner Frau nicht die Schwagerehe. S. Note 26.",
+ "so sei seiner zum Guten gedacht. Nach R. Jehuda darf der König auf seine Ehre verzichten.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "Man hört nicht auf ihn. Der König kann nicht auf seine Ehre Verzicht leisten.",
+ "Ich gab dir das Haus deines Herrn und die Weiber deines Herrn. Die Weisen dagegen verstehen unter diesen die beiden Töchter Sauls, Merab und Michal."
+ ],
+ [
+ "Stirbt ihm Jemand. S. Note 4.",
+ "so gehe er nicht zum Thore seines Palastes. פלטין = פלטרין, παλάτιον, palatium, Palast.",
+ "hinaus. Die Würde des Königs erlaubt es nicht, dass er sich in Trauer dem Volke zeige.",
+ "Da sprachen sie. Damit das Volk erkenne, dass Joab nicht mit Davids Zustimmung Abner umgebracht hat (2. Sam. 3, 37).",
+ "er aber liegt auf einem Sofa. דרגש Syr. ܕܰܪܓܽܘܫܬܳܐ, Bett, Sänfte. In den Targg. wird mit דרגש oft das hebr. מטה oder יצוע übersetzt. Hier wird es vom Talmud mit ערסא דצלא (ein ledernes Bett, oder Sofa) erklärt. Vgl. Nedarim VII, 5."
+ ],
+ [
+ "Er kann zu einem willkürlichen Kriege. S. oben I, Note 47.",
+ "er darf niederreissen. Zäune und Mauern.",
+ "um sich einen Weg. Nach seinem Felde oder Weinberge.",
+ "und man kann es ihm nicht verwehren. ממחין wie מוחין, vgl. Dan. 4, 32.",
+ "der Weg des Königs hat kein Maass. Er kann seinen Weg so breit machen, als er nötig hat, s. B. batra VI, 7.",
+ "Anteil zuerst. Er bekommt die Hälfte, und zwar die bessere.",
+ "Er darf sich nicht viele Weiber nehmen. Deut. 17, 17.",
+ "sondern nur achtzehn. Denn David hatte sechs Frauen, (2. Sam. 3, 2—5), und der Prophet sprach zu ihm (2. Sam. 12, 8): „wenn dies zu wenig ist, so kann ich dir noch zweimal so viel wie diese (כהנה וכהנה) hinzufügen.“",
+ "Er darf sich viele nehmen. Auch mehr als achtzehn.",
+ "nur dass sie nicht sein Herz abtrünnig machen. Da die Thora den Grund des Verbotes hier ausdrücklich angiebt: „damit sein Herz nicht abtrünnig werde.“",
+ "er darf sie nicht nehmen. R. Simon meint, die Angabe des Grundes wäre ja beim Verbote ganz unnötig, da wir auch ohnedies das Gesetz nach seinem Motive ausgelegt hätten (B. mezia IX, Note 83). ולא יסור וגו׳ muss daher nicht als Grund des Vorangehenden, sondern als ein neues Verbot gefasst werden, dass er selbst eine Frau, die ihn abtrünnig machen könnte, nicht nehmen darf.",
+ "Selbst solche. Fromme und keusche Frauen.",
+ "Er soll sich nicht viele Rosse halten. Deut. 17, 16.",
+ "sondern nur was für seine Wagen. Und seine zum Kriege nötige Reiterei (Talmud).",
+ "und Silber und Gold soll er nicht in Menge anschaffen. Deut. 17, 17.",
+ "um den Sold. Lies אפסניא (wie im Jer.) ὀψωνία, Proviant, Sold.",
+ "bezahlen zu können. Seinen Kriegsleuten.",
+ "Er schreibe für sich eine Gesetzrolle. Noch eine besondere Gesetzrolle, ausser der, die jeder andere Israelit ebenfalls für sich zu schreiben verpflichtet ist (Talm.).",
+ "wenn er zu Gericht sitzt. Wie die Könige vom Hause Davids, die zu Gericht sitzen dürfen, s. oben Note 23."
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+ "und man darf nicht seines Szepters sich bedienen. Ebenso nicht seiner andern Geräte.",
+ "wenn er im Bade ist. Selbstverständlich sind seine Diener, die ihn bei dieser Beschäftigung bedienen, von diesem Verbote ausgenommen.",
+ "Es sei die Ehrfurcht vor ihm über dir. Nach Sifré wird diese Lehre daraus entnommen, dass in diesem V. תשים עליך מלך zweimal steht."
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+ [
+ "Privatrechtssachen werden von Dreien entschieden. Der Satz aus I, 1 wird hier näher erklärt.",
+ "Der Eine. Der beiden Prozessierenden.",
+ "wählt sich Einen. Richter.",
+ "und Beide. Prozessierende.",
+ "Einen. Sie bedürfen nicht der Zustimmung der Prozessierenden zur Wahl des dritten. Nach dem Talmud ist es nicht gerade nötig, dass jeder der beiden Prozessierenden einen Richter wähle, sondern es kann jedes Collegium von Dreien, unter denen wenigstens ein Rechtsverständiger ist, einen Prozess entscheiden. Die Mischna sagt nur: „Wenn Einer der beiden Prozessierenden sich einen Richter wählen will, so kann der Andere ebenfalls sich Einen wählen, und der dritte wird dann von Beiden gewählt“.",
+ "Dieser kann den von Jenem gewählten Richter verwerfen. Er kann erklären, vor diesem keinen Prozess führen zu wollen, falls dieser nicht ein מומחה ist, s. weiter Note 9.",
+ "dass sie anverwandt. Weiter Mischna 4.",
+ "oder untauglich. Mischna 3.",
+ "wenn sie aber tauglich oder rechtsgelehrt. מומחה erprobt, in irgend einem Fache, ein Fachmann, hier in der Rechtslehre erprobt, ein Rechtsgelehrter, s. Erubin V, Note 31. Nach dem Talmud ist hier ein מומחה, wer גמיר וסביר ist, d. h. (nach Maimon.) wer die schriftliche und mündliche Thora gründlich gelernt hat (גמיר) und die Fähigkeit besitzt, durch richtige Schlussfolgerung aus einer Gesetzeslehre andere abzuleiten (סביר). Ist Jemand bei seinen Zeitgenossen allgemein als solcher מומחה anerkannt, so heisst er מומחה לרבים (Vielen als erprobt geltend). Ein solcher kann ganz allein einen Prozess entscheiden, ygl. aber Abot IV, 8. In der Mischna des Babli und Jer. heisst es: מומחין מפי ב״ד, vom Gerichte als Rechtsgelehrte erklärt.",
+ "kann man sie nicht verwerfen. Die Worte der Weisen: אם היו כשרים או מומחים וכו׳ sind nach dem Talmud so zu verstehen: Wenn sie (die gewählten Richter) tauglich sind, so werden sie wie Rechtsgelehrte betrachtet, die man selbst nach R. Meïr nicht verwerfen kann, oben Note 7.",
+ "Dieser kann die Zeugen von Jenem verwerfen. Dieser Satz ist schwierig, da es allgemein anerkannt ist, dass Niemand die Zeugen seines Prozessgegners ohne Beweis für ungültig erklären kann. Nach einer Ansicht im Talmud ist hier עדו (Einzahl) statt עדיו zu lesen. Hiernach kann jemand nur einen Zeugen seines Gegners, selbst wenn er ihn Anfangs wie zwei Zeugen angenommen hatte, nachträglich wieder verwerfen, s. weiter Mischna 2. Nach einer andern Ansicht meint R. Meïr, es kann jemand mit noch einem andern zusammen zwei Zeugen seines Gegners für untauglich erklären, falls der Gegner vorher behauptet hat, er habe noch andere zwei Zeugen. Der Prozessierende kann in diesem Falle als Zeuge gegen die Zeugen seines Gegners auftreten; er gilt nicht als in seinem Zeugnisse interessiert (נוגע בעדותו), da ja sein Gegner noch andere Zeugen zu haben behauptet hat.",
+ "kann man sie nicht verwerfen. Nach der ersten Ansicht (in Note 11) kann er auch einen Zeugen, den er anfangs wie zwei beglaubigt hat, nicht nachträglich verwerfen (Mischna 2). Nach der zweiten Ansicht lehren die Weisen, dass der Prozessierende, der gegen die Zeugen des Gegners zeugt, immer als interessiert gilt; denn obgleich der Gegner anfangs noch andere Zeugen zu haben behauptete, kann er nachträglich erklären: Ich habe keine andern Zeugen, als diese beiden."
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+ [
+ "Hat er zu ihm. Zu seinem Prozess-Gegner.",
+ "dein Vater ist mir beglaubigt. Richter oder Zeuge in unserem Prozesse zu sein, wiewohl sie nach dem Gesetze als Anverwandte hierzu unfähig sind.",
+ "drei Rinderhirten. Die gewöhnlich unwissend sind.",
+ "sind mir beglaubigt. Als Richter unsern Prozess zu entscheiden.",
+ "Er kann es zurücknehmen. Selbst nachdem das Urteil bereits gefällt wurde.",
+ "Er kann es nicht zurücknehmen. Nachdem das Urteil gefällt ist, kann er die von ihm vorher beglaubigten Richter nicht wieder verwerfen; vorausgesetzt, dass sie richtig geurteilt haben. Ebenso kann er die von ihm Anfangs beglaubigten Zeugen, nachdem sie ihr Zeugnis vor Gericht abgelegt, nicht nachträglich für unglaubwürdig erklären. Selbst vor der Fällung des Urteils, resp. der Ablegung des Zeugnisses, kann er seine Konzession nicht widerrufen, wenn er sie durch einen Zueignungs-Akt (קנין סודר, Kidduschin I, 6) bekräftigt hat.",
+ "gelobe. דור Imper. von נדר.",
+ "mir bei deinem Leben. Und ich will dir das von dir Geforderte geben, resp. auf meine Forderung verzichten. Er begnügt sich mit einer Beteuerung durch ein Gelübde und verzichtet auf den strengen Eid, vgl. Gittin IV, 3.",
+ "Er kann es nicht zurücknehmen. Wenn Jener bereits das Gelübde ausgesprochen hat, oder auch vorher, wenn er Jenem durch einen Zueignungs-Akt (קנין סודר) das durch das Gelübde zu erlangende Objekt überwiesen hat."
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+ "Folgende sind. Nach Anordnung der Rabbinen.",
+ "Ein Würfelspieler. קוביא gr. ϰυβϵία, Würfelspiel. Darunter mag wohl, wie unter dem lat. alea, jedes Glücksspiel verstanden sein. Den, der solches handwerksmässig betreibt, haben die Rabbinen für verworfen erklärt, „weil er sich nicht mit der Cultivirung der Welt befasst“ (שאינו עוסק בישובו של עולם).",
+ "ein Wucherer. Ebenso der, welcher auf Zinsen entlehnt, s. B. mezia V, Note 98.",
+ "welche Tauben fliegen lassen. Nach der Erklärung der Tosephta: שממרין את היונים, die eine Wette im Taubenfluge machen; ein Wettspiel, in welchem derjenige gewann, dessen Taube der Taube des Andern im Fluge zuvorkam. Dies Spiel galt ebenso verwerflich, wie das Würfelspiel. Nach einer andern Erklärung im Talmud sind מפריחי יונים diejenigen, welche Tauben dazu abrichten, andere Tauben anzulocken und in ihren Taubenschlag zu bringen. Dies betrachten die Rabbinen als Raub, „wegen der Friedenswege“ (מפני דרכי שלום), Cholin 141b.",
+ "welche mit Brachjahr-Frucht handeln. Dies ist verboten, denn es heisst (Lev. 25, 6): „Es sei die Brachjahr-Frucht des Landes für euch zum Essen“,— also nicht zum Handeln (Aboda sara 62a).",
+ "Früher hatte man sie. Die zu Richtern und Zeugen Untauglichen.",
+ "Sammler von Brachjahr-Frucht. Bei der Aufzählung der פסולים führte man diese Klasse unter dem Namen אוספי שביעית auf; damit lehrte man, dass auch diejenigen, die für sich die Brachjahr-Früchte sammeln, untauglich sind.",
+ "seitdem aber viele Gewalthaber. אנס, Dränger, Gewalttäter. Gemeint sind hier die Steuerbeamten, die das Volk auch im Brachjahr zu Naturalienlieferungen (ארנונא = annona) zwangen. Deshalb hat man das Sammeln der Früchte erlaubt und nur den Handel verboten.",
+ "nannte man sie. Die zu Richtern und Zeugen Untauglichen.",
+ "Brachjahr-Fruchthändler. Man bezeichnete diese Klasse von פסולים mit dem Namen סוחרי שביעית, um zu lehren, dass die Sammler tauglich und nur die Händler untauglich sind.",
+ "Jehuda: Wann (gilt dies. Dies bezieht sich auf die Würfelspieler und auf den Tauben-Wettflug, (erste Erkl. in Note 24)."
+ ],
+ [
+ "Folgende sind die Anverwandten. Die nach Mischna 1 nicht Zeugen oder Richter sein können.",
+ "Vater. Dies fehlt im Babli und Jerusch., wahrscheinlich weil nach der talmudischen Auslegung dies schon in der Thora steht (Deut. 24, 16).",
+ "der Schwester Mann. Der Mann ist gleich seiner Frau (בעל כאשתו); und wo die Frau blutsverwandt ist, kann auch deren Mann nicht Zeuge sein.",
+ "der Stiefvater. Fehlt im Jerusch.",
+ "der Schwiegervater und der Schwestermann der Gattin. Jer. אגיסו, syr. ܓܰܝܳܣܳܐ, ܐܰܓܺܝܣܳܐ, Frauenschwestermann. Die Männer zweier Schwestern gelten als einander verwandt, indem man bei beiden den Grundsatz: בעל כאשתו (Note 33) anwendet.",
+ "nebst ihren Söhnen und Schwiegersöhnen. Da, wo der Mann nur durch seine Frau (wegen בעל כאשתו) verwandt ist, gilt diese Bestimmung nur von den Söhnen dieser Frau und von den Schwiegersöhnen, die Töchter dieser Frau zu Gattinnen haben; nicht aber von Söhnen, die der Mann mit einer anderen Frau hatte, oder Schwiegersöhnen, die Töchter des Mannes von einer andern Frau geheiratet.",
+ "der Stiefsohn. חורג (vom arab. خرج hinausgehen) der ausserhalb Geborene (vgl. Lev. 18, 9), Stiefsohn.",
+ "dagegen nur für sich allein. Nicht dessen Sohn und Schwiegersohn; wohl aber gilt dessen Frau als verwandt, denn אשה כבעל, die Frau ist gleich dem Manne, nach Note 33.",
+ "die erste Mischna. Vgl. meine Abhandlung: „Die erste Mischna“ (Berlin 1882) S. 5 ff.)",
+ "der Oheim und der Sohn des Oheims. Die „erste Mischna“ gebraucht den biblischen Ausdruck Lev. 25, 49,",
+ "der fähig ist ihn zu beerben. Die Verwandten von väterlicher Seite, vgl. B. batra VIII, 1.",
+ "Jeder. Fortsetzung der Mischna des B. Akiba. Nach Maimon. beginnt schon mit וכל הראוי ליורשו die Forts. der Mischna des R. Akiba.",
+ "verwandt war. Wiewohl er zur Zeit, da er das Zeugnis vor Gericht ablegen will, nicht mehr verwandt ist.",
+ "war er anverwandt. Vor der Zeit der Handlung, über die er zeugen will.",
+ "entfremdet worden. Z. B. der Schwestermann, dessen Frau bereits während der Handlung verstorben war.",
+ "gilt er. Der Schwiegervater dem Schwiegersohne und umgekehrt.",
+ "noch als Anverwandter. Nach dem Talmud werden die Grade der Verwandtschaft von dem nächsten gemeinschaftlichen Stammvater an gezählt. So sind Brüder miteinander ראשון בראשון (der Erste mit dem Ersten, von demselben Stammvater an), Vettern sind שני בשני (der Zweite mit dem Zweiten), Onkel und Neffe sind ראשון בשני, Grossonkel und Grossneffe ראשון בשלישי, Grossvettern שני בשלישי u. s. w. Es gelten hinsichtlich des Zeugnisses entschieden als an verwandt ראשון בשני ,ראשון בראשון und שני בשני, kontrovers ist ראשון בשלישי, weitere Grade gelten entschieden nicht als an verwandt."
+ ],
+ [
+ "Der. Fortsetzung der Worte des R. Jehuda.",
+ "Freund heisst der Hochzeitsfreund. Vgl. B. batra IX, Note 29. Dieser kann seinem Freunde während der Hochzeitstage nicht Zeuge sein.",
+ "Da sagten sie zu ihm. Die Weisen zu R. Jehuda.",
+ "Israel ist deswegen nicht in Verdacht. Wegen Freundschaft oder Feindschaft falsches Zeugnis abzulegen. Doch gestehen die Weisen zu, dass die Freunde und Feinde nicht jemand richten dürfen, da sie unwillkürlich für resp. gegen ihn eingenommen sind."
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+ "Man führt sie (in ein Zimmer. Die meisten Ausgaben haben nicht לחדר.",
+ "hinein und macht ihnen Angst. Man hält ihnen vor, dass falsche Zeugen selbst von denjenigen, die sie mieten, verachtet werden (Talmud).",
+ "dann heisst man alle Leute. Nach dieser LA. darf Niemand bei der Prüfung der Zeugen anwesend sein. Doch meinen die Kommentare, dass die beiden Prozessierenden wenigstens bei der Aufnahme des Zeugnisses zugegen sein müssen. In vielen Codd., auch im Jerusch., liest man dagegen: ומוציאין אותן לחוץ (man heisst sie hinausgehen). Hiernach werden nur alle Zeugen, ausser dem zu prüfenden, entfernt, damit nicht einer dem andern durch Winken anzeige, wie er aussagen soll.",
+ "lässt nur den grössten. Den angesehensten.",
+ "unter ihnen. Unter den Zeugen.",
+ "Dieser. Der Schuldner.",
+ "so hat er Nichts gesagt. Denn der angebliche Schuldner hat vielleicht jene Äusserung nur getan, damit man ihn nicht für reich halte.",
+ "Vor uns hat er zugestanden. Der Gläubiger war ebenfalls zugegen, und der Schuldner hat ihm seine Forderung zugestanden. Selbstverständlich gilt ihr Zeugnis um so mehr, wenn sie behaupten, beim Darleihen zugegen gewesen zu sein.",
+ "dass er jenem zweihundert Sus schuldig sei.“ Hernach führt man den Zweiten herein und prüft ihn. Finden sich ihre Aussagen übereinstimmend, so verhandelt man über die Sache. Sagen zwei: „gerecht!“, und einer sagt: „schuldig!“, so wird er für gerecht erklärt. Sagt Einer: „gerecht!“ und Einer sagt: „schuldig!“, sogar wenn zwei ihn für gerecht oder zwei für schuldig erklären, und Einer sagt: „ich weiss nicht. Obwohl seine Entscheidung, wenn sie gegen seine beiden Kollegen getroffen wäre, ungültig sein würde; so muss man dennoch die Zahl der Richter vermehren, falls der Dritte keine Entscheidung zu treffen weiss, weil es dann so anzusehen ist, als sässe der Dritte gar nicht zu Gericht, und ein Richter-Kollegium darf nicht aus weniger als drei Personen bestehen.",
+ "Richter vermehren. Man nimmt noch zwei Richter hinzu, s. weiter Abschn. V, Ende."
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+ "führt man sie. Die Prozessierenden.",
+ "herein. Während die Richter mit einander verhandelten, hiess man die Prozessierenden hinausgehen, damit sie nicht wissen, wer verurteilt und wer freigesprochen hat.",
+ "Der grösste. Der vorzüglichste.",
+ "ferner. Die Worte לא תלך רכיל בעמך ואומר fehlen in manchen Codices."
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+ "So oft Jemand einen Beweis. Durch Zeugen oder durch eine schriftliche Urkunde.",
+ "hebt man. Das Gericht.",
+ "Sagte man zu ihm. Dies sagte man aber nur, wenn es notwendig erschien.",
+ "da er solche während der dreissig Tage nicht gefunden und sie erst nach den dreissig Tagen gefunden hat. Es werden daher auch die später erbrachten Beweise berücksichtigt. Die Halacha entscheidet hier wie R. Simon ben Gamliel.",
+ "bringe einen Beweis. Ein schriftliches Dokument.",
+ "so gilt dies nichts. Da er Einmal behauptet hat, keine Zeugen oder Beweise zu haben, so ist zu befürchten, er habe später falsche Zeugen gemietet oder ein Dokument gefälscht und dies als Beweis beigebracht.",
+ "und dann einen Beweis findet. Hier entscheidet die Halacha gegen R. Simon b. G., wie der erste Tanna.",
+ "und er sagte: „ich habe keinen Beweis. Die eingeklammerten Worte fehlen im Babli.",
+ "oder er zieht dann einen Beweis. Ein schriftliches Dokument.",
+ "aus seiner Geldtasche. אפונדה od. פונדה (= funda, φοῦνδα) Beutel, Geldkatze.",
+ "so gilt dies nichts. Selbst nach R. Simon b. Gamliel; denn da er die Zeugen oder den Beweis gegenwärtig hatte und dies dennoch anfangs in Abrede stellte, so hat er damit zugestanden, dass sie falsch seien. — Behauptet jemand Zeugen oder Beweise in einem andern entfernten Lande zu haben, so hört man nicht auf ihn, das Urteil aufzuschieben; sondern man entscheidet nach den jetzt vorliegenden Momenten. Bringt er aber später die Zeugen oder Beweise herbei, so wird das erste Urteil aufgehoben und nach den neuen Beweisen entschieden (Bart. nach Talm.)."
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+ "Sowohl Vermögens-Rechtssachen als Lebens-Strafsachen erfordern Ausforschung und Untersuchung. S. weiter V, 1.",
+ "Einerlei Recht soll euch sein. Dies ist jedoch nur nach dem Thoragesetze erforderlich. Die Weisen haben aber angeordnet, dass bei Geld-Prozessen keine Ausforschung und Untersuchung nötig sei, weil man sonst sich weigern würde, Darlehen zu gewähren. Nur wenn das Gericht einsieht, dass bei dem Prozesse ein Betrug im Spiele ist, muss es durch genaue Ausforschung die Zeugen prüfen.",
+ "vor drei. I, 1.",
+ "Richter. I, 4.",
+ "zur Verurteilung. Des Verklagten.",
+ "den Ausschlag. מטין man lässt neigen, man entscheidet.",
+ "zur Verurteilung aber geben nur zwei den Ausschlag. Zur Verurteilung gehört eine Majorität von zwei Stimmen, s. oben I, 6.",
+ "Bei Vermögens-Rechtssachen findet. Nachdem bereits das Urteil gefällt ist.",
+ "Wiederaufnahme des Verfahrens sowohl zu Gunsten als zum Nachteil statt. Falls es sich herausstellt, dass das Gericht sich geirrt hat.",
+ "Bei Vermögens-Rechtssachen können Alle. Selbst die Jünger, die zugegen sind.",
+ "sowohl zu Gunsten als zum Nachteil. Des Verklagten.",
+ "aber nicht Alle dürfen Gründe zum Nachteil vorbringen. Wenn einer der Jünger sagt: „ich weiss Gründe zur Verurteilung“, so hört man nicht auf ihn.",
+ "aber es kann nicht. Während der Verhandlung kann er nicht für Verurteilung Gründe vorbringen; doch darf er bei der endgültigen Beschlussfassung sein Urteil auch zu Ungunsten abgeben, wenn er einsieht, dass er sich geirrt hat.",
+ "Vermögens-Processe kann man bei Tag verhandeln und bei Nacht. Selbst bei Nacht.",
+ "Lebens-Strafprozesse kann man bloß zur Freisprechung an demselben Tage entscheiden. Wenn der Angeklagte unschuldig befunden wird, wird noch an demselben Tag das Urteil gefällt.",
+ "deshalb richtet man nicht am Vorabend des Schabbats oder eines Feiertages. Weil dann im Falle einer Verurteilung diese am Schabbat oder Feiertag stattfinden müsste, an welchen Tagen das Urteil nicht vollstreckt werden darf. Eine Aufschiebung der Vollstreckung eines Todesurteils darf aber nicht stattfinden, s. weiter XI, 4."
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+ "Reinigkeit oder Unreinigkeit. Dazu gehört auch die Entscheidung über Verbotenes und Erlaubtes.",
+ "von dem Grössten beginnen. Denn so erfordert es der Anstand, dass die Kleineren nicht vor den Grösseren ihre Meinung sagen.",
+ "bei Lebens-Strafprocessen von der Seite. An der Seite sassen die Kleinen, während die Grossen in der Mitte sassen. Die Grossen sollen nicht zuerst ihr Votum abgeben, damit die Kleinen nicht dadurch beeinflusst werden.",
+ "Alle. Auch ein Proselyte, dessen Mutter eine geborene Israelitin ist; auch ein Mamser (Jebamot IV, 13) kann bei Geldprozessen Richter sein.",
+ "die ihre Töchter mit Priestern verheiraten dürften. Die von legitimer Abstammung sind (מיוחסים), s. Kidduschin IV, 4—5."
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+ [
+ "Das Synedrion. Auch das kleine von 23, oben I, 6.",
+ "war gleich einer halben runden Tenne. Es sass im Halbkreise.",
+ "damit sie einander sehen könnten. Doch konnten sie nicht in einem ganzen Kreise sitzen, da die Prozessierenden und Zeugen vor Alle hintreten und da sprechen mussten.",
+ "und schrieben die Reden der Freisprechenden und die Reden der Verurteilenden. Auch deren Gründe.",
+ "R. Jehuda sagt: drei (Schreiber standen dort), einer schrieb die Reden der Freisprechenden, der andre die Reden der Verurteilenden und der dritte die Reden der Freisprechenden und die Reden der Verurteilenden (zugleich. Damit sowohl über die Reden der Lossprechenden als über die der Verdammenden zwei Zeugen vorhanden seien."
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+ [
+ "Drei Reihen Weisen-Jünger sassen. Ebenfalls im Halbkreise; aber sie sassen auf der Erde, während die Synedristen auf Stühlen sassen.",
+ "vor ihnen. Eine Reihe hinter der anderen; jede Reihe bestand aus 23 Jüngern. Von diesen wählte man neue Richter, wenn die Zahl der Richter vermehrt werden musste, s. V, 5.",
+ "jeder Einzelne kannte seinen Platz. Denn man setzte sie nach dem Grade ihrer Weisheit.",
+ "Einen zu ordinieren. D. h. zum Richter in Strafsachen zu befördern, da nur Ordinierte hierzu fähig waren, oben I, Note 3 und 19. Diese Beförderung war nötig, wenn einer der Synedristen starb, oder wenn die Ansichten nach V, 5 geteilt waren.",
+ "dann wählte man einen aus der Gemeinde. Irgend einen Geeigneten.",
+ "er. Der Neugewählte. Dies gilt nicht nur von dem aus der Gemeinde Gewählten, sondern auch von den früher in eine höhere Reihe Beförderten.",
+ "sondern an dem ihm gebührenden Platze. D. h. er kam an den letzten Platz in der Reihe, während jeder andere der dort sitzenden Jünger um einen Platz höher hinaufrückte."
+ ],
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+ "In welcher Weise machte man die Zeugen in Lebens-Strafsachen ängstlich. Um sie vor falschem Zeugniss zu warnen.",
+ "vom Hörensagen. Ihr habt es von einem Unbekannten vernommen.",
+ "wir haben es aus dem Munde eines andern Zeugen. Der es vor einem anderen Gerichte ausgesagt hat.",
+ "dass wir euch später. Das Subst. סוף (Ende) verbunden mit dem Inf. mit ל׳ (oder auch mit dem Partie.) setzt den Inhalt des Verbums in die Zukunft. Dabei wird dem סוף das Suff. derjenigen Person angehängt, von der die Tätigkeit des Verbums ausgesagt wird.",
+ "bei Geldsachen kann der Mensch. Der durch falsches Zeugnis Jemand um Geld gebracht hat.",
+ "aber bei Lebenssachen haftet an ihm. An dem falschen Zeugen.",
+ "Nachkommen bis an der Welt Ende. Jerusch liest: עד סוף כל הדורות (bis ans Ende aller Geschlechter).",
+ "Das mehrfache Blut. Die Mehrzahl דמי wird so ausgelegt.",
+ "[Eine. Die in eckigen Klammern befindlichen Worte gehören nicht zu der an die Zeugen gerichteten Admonition, sondern sind eine eingeschaltete Agada.",
+ "weil sein Blut hingeworfen war auf Hölzern und Steinen. Da Kajin noch nicht wusste, wie er seinen Bruder töten könnte, schlug er ihn zuerst mit Hölzern, dann mit Steinen.",
+ "] Deshalb. Fortsetzung der Admonition.",
+ "ist nur ein einziger Mensch. Jerusch, und and. Codd. fügen hier hinzu: בעולם (in der Welt).",
+ "um dich zu lehren, dass wenn einer eine Person (von Israel. Jerusch., Handschriften und and. Zeugnisse lesen nicht: מישראל. Es hat auch keinen rechten Sinn, da doch der erste Mensch kein Israelit war. Einige mochten dieses Wort eingeschoben haben, weil es sich in der Admonition um einen Israeliten handelt.",
+ "es ihm die Schrift anrechnet. Jerusch, u. A. lesen מעלין עליו (man rechnet es ihm an) st. מעלה עליו הכתוב.",
+ "und wenn einer eine Person (von Israel. Jerusch., Handschriften und and. Zeugnisse lesen nicht: מישראל. Es hat auch keinen rechten Sinn, da doch der erste Mensch kein Israelit war. Einige mochten dieses Wort eingeschoben haben, weil es sich in der Admonition um einen Israeliten handelt.",
+ "es ihm die Schrift anrechnet. Jerusch, u. A. lesen מעלין עליו (man rechnet es ihm an) st. מעלה עליו הכתוב.",
+ "[Ferner. Die in eckigen Klammern befindlichen Worte gehören nicht zu der an die Zeugen gerichteten Admonition, sondern sind eine eingeschaltete Agada.",
+ "wegen des Friedens der Welt. הבריות eig. der Geschöpfe, d. 11. der. Menschen.",
+ "damit nicht ein Mensch zum andern sage: „mein Ahn war grösser als dein Ahn. Alle Menschen sind an Adel einander gleich, weil sie alle von Einem Menschen abstammen.",
+ "auch damit die Minim. המינים so lesen die Handschriften und alten Ausgg. (später änderte man es in אפיקורסים). Darunter sind in der Mischna die Sektierer und Häretiker im Allgemeinen verstanden, nicht speziell die Juden-Christen. Vgl. Berachot IX, 5: „Als die Minim (so in allen Hdschr. u. alten Ausgg.) irre führten und lehrten, es gebe nur eine einzige (keine zukünftige) Welt.“ Dies passt nicht auf die Juden-Christen. מין stammt wohl vom arab. مان lügen, daher auch die Form מאינים in Siphra, Par. II, 5.",
+ "es gibt mehrere Mächte. D. h. mehrere Gottheiten. רשות (von רשי vermögen) die Macht, metonymisch für „die Gottheit.“",
+ "denn wenn ein Mensch viele Münzen mit Einem Stempel prägt. טבע ar. طبع, prägen.",
+ "Daher. Weil nur Ein Mensch geschaffen wurde.",
+ "meinetwegen ist die Welt erschaffen worden. Jeder Mensch soll denken, er trage die Verantwortung für eine ganze Welt, und sich deshalb vor der Sünde hüten.",
+ "] Vielleicht. Fortsetzung der Admonition.",
+ "was soll uns diese Not. Wozu sollen wir Zeugnis ablegen, wenn es auch wahr ist, da wir doch irren können?",
+ "so trägt er seine Schuld. Ihr begeht also eine Sünde, wenn ihr nicht aussaget.",
+ "was sollen wir das Blut dieses Menschen verschulden. Eine Blutschuld auf uns laden. Besser ist’s die Sünde der Zeugnis-Verweigerung zu begehen, als die Hinrichtung eines Menschen zu veranlassen.",
+ "ist Jubel. Ihr begehet keine Sünde, wenn ihr durch euer wahrhaftes Zeugnis den Untergang eines Bösewichts herbeiführet, da dies ein Jubel für die ganze Menschheit ist."
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+ "Man prüfte sie. Die Zeugen, und zwar einen nach dein andern, wie oben III, 6 beim Zivil-Prozess angegeben und wie weiter aus Mischna 4 zu ersehen ist.",
+ "In welcher Jahrwoche. שבוע, Jahrwoche, B. mezia IX, Note 46. Die Mischna zählt nach Jobel-Perioden von 50 Jahren. Ein Jobel (יובל) bestand aus 7 Jahrwochen, jede Jahrwoche zu 7 Jahren, wozu noch das 50. Jahr, Jobeljahr genannt, hinzukam. Zur genauen Bestimmung des Jahres gehören also eigentlich 3 Fragen: 1) In welchem Jobel, 2) in welcher Jahrwoche des Jobels, 3) in welchem Jahre der Jahrwoche. So lehrt auch in der Tat eine Baraita im Jerusch. und Babli. Die Mischna jedoch lässt die erste Frage nach dem Jobel weg, weil die Zeugen gewiss nicht 50 Jahre mit ihrem Zeugnis gewartet haben und demnach über die Jobel-Periode kein Zweifel sein kann.",
+ "Im wievielten Jahre. Der Jahrwoche.",
+ "An welchem Tage. Der Woche. Wiewohl diese Frage überflüssig erscheint, da doch die Angabe des Monatstages den Tag genau bestimmt, so stellte man dennoch diese Frage, um etwaige Überführungszeugen, die den Tag des Monats nicht im Gedächtnisse haben, durch Angabe des Wochentages darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Zeugen durch ein Alibi überführen könnten.",
+ "An welchem Orte. Ist die bezeugte Tatsache geschehen.",
+ "An welchem Tage. Der Woche.",
+ "An welchem Orte. R. Jose spricht von Fällen, wo man aus dem Zeugnis erkennt, von welcher Woche und von welchem Jahre die Bede ist, so dass die andern Fragen überflüssig sind. Die Weisen aber meinen, selbst in solchen Fällen soll man 7 Fragen an die Zeugen richten, um ihnen Angst zu machen und sie von einem falschen Zeugnis abzuschrecken.",
+ "Kennt ihr ihn. Den Ermordeten; dies, wenn es sich um einen Mord handelt.",
+ "Habt ihr ihn. Den Verbrecher.",
+ "gewarnt. Nach der Mischna darf eine Lebens- oder Leibesstrafe nur dann verhängt werden, wenn der Verbrecher vor der Tat ermahnt wurde, dass er von diesem Verbrechen abstehe, da er sich dadurch der und der Strafe schuldig mache, und der Verbrecher darauf erwidert hat, dass er trotzdem die Tat verübe. Nur R. Jose bar Jehuda ist der Ansicht, dass ein Gelehrter, der voraussetzlich das Strafgesetz kennt, keiner Warnung bedarf. Siehe aber weiter IX, 5.",
+ "Wenn Einer Götzendienst getrieben. Wenn die Zeugen Jemand des Götzendienstes anklagten.",
+ "Wem. Welchem Götzen.",
+ "Womit. Durch welche Tat, ob durch Opfern oder Adoration."
+ ],
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+ "Jemehr einer prüft. Durch Prüfungsfragen, weiter Note 17.",
+ "dass der Sohn Sakkai’s. Das war der später berühmt gewordene Lehrer R. Jochanan ben Sakkai. Zur Zeit der Abfassung dieser Mischna war er noch einer der Weisen-Jünger und wurde „Ben Sakkai“ genannt, vgl. Abot II, 8. Diese Mischna gehört demnach wohl zur alten „ersten Mischna“, s. oben III, Note 39.",
+ "über die Stiele der Feigen ausfragte. Die Zeugen hatten ausgesagt, dass jemand unter einem Feigenbaum ein Verbrechen begangen; da fragte sie Ben Sakkai, ob die Stiele der Feigen dick oder dünn waren. Die Zeugen widersprachen sich bei der Beantwortung dieser Frage, und der Angeklagte ward frei; vgl. eine ähnliche Ausforschung im apokryphischen Buch Susanna V. 51 ff.",
+ "Was ist der Unterschied zwischen den Untersuchungsfragen. So werden die in Mischna 1 erwähnten Zeit und Ort (nach Maimon, auch andere häuptsächliche Momente) betreffenden Fragen genannt.",
+ "Prüfungsfragen. Andere Fragen, die nur Nebensächliches betreffen, wie z. B. „hat er ihn mit einem Schwerte oder mit einer Axt erschlagen?“— „War er mit schwarzen oder weissen Kleidern bekleidet?“",
+ "das ganze Zeugnis ungültig. Da ein Zeuge, der Ort oder Zeit nicht zu wissen vorgibt, sich nicht der Gefahr der Strafe bei Überführung aussetzt (s. Makkot I, 4), so ist dessen Zeugniss und somit auch das seines Mitzeugen ungültig, (vgl. Makkot I, 8).",
+ "das Zeugnis ungültig. Der Angeklagte ist frei, aber auch die Zeugen werden nicht bestraft, nach Makkot I, 4."
+ ],
+ [
+ "am dritten des Monats. Im Wochentage aber stimmen sie überein, z. B. es sagt der eine: „Montag am 2. Tebet“, und der andere sagt: „Montag am 3. Tebet“.",
+ "dass der Monat. Der vorige Monat (Kislew).",
+ "ein Schaltmonat. Von 30 Tagen.",
+ "war. So dass der jetzige Monat (Tebet) erst am 31. des vorigen Monats (Kislew) begonnen hat.",
+ "dass der Monat. Der vorige Monat (Kislew).",
+ "ein Schaltmonat war. Somit begann der jetzige Monat (Tebet) um einen Tag früher. Doch wird dies nur bis zur Hälfte des Monats angenommen; dagegen von da an und weiter macht ein solcher Widerspruch das Zeugnis ungültig, da zu dieser Zeit die Bestimmung des Monatsanfangs bereits allgemein bekannt ist.",
+ "so ist ihr Zeugnis ungültig. Da man sich um zwei Tage nicht irrt.",
+ "in der zweiten Stunde. Nämlich von der Tageszeit. Diese Zeitangabe in der Mischna entspricht in den Aequinoctien unserem: „zwischen sieben und acht Uhr“, da man die Tagesstunden von Tagesanbruch (6 Uhr Morgens) zu zählen begann. Siehe die Einl. zu Pesachim S. 167.",
+ "in der dritten Stunde. Zwischen 8 und 9 Uhr.",
+ "so ist ihr Zeugnis giftig. Denn wenn auch nach dem ersten Zeugen die Handlung kurz nach 7 Uhr, nach dem zweiten aber kurz vor 9 Uhr geschehen sein sollte, so gilt dies nicht als ein sich widersprechendes Zeugnis, da sich Einer um ungefähr zwei Stunden irren kann.",
+ "in der dritten. Zwischen 8 und 9 Uhr.",
+ "in der fünften. Zwischen 10 und 11 Uhr.",
+ "so ist ihr Zeugnis ungiftig. Weil hier möglicher Weise beide Aussagen um beinahe drei Stunden von einander differieren und um so viel sich Niemand zu irren pflegt.",
+ "Es ist gültig. Weil man sich auch um beinahe drei Stunden irren kann (Erkl. von Raba in Pesachim 12a).",
+ "in der fünften. Zwischen 10 und 11 Uhr.",
+ "in der siebenten. Zwischen 12 und 1 Uhr.",
+ "denn in der fünften ist die Sonne im Osten. Östlich vom Mittagskreise.",
+ "und in der siebenten ist die Sonne im Westen. Westlich vom Mittagskreise."
+ ],
+ [
+ "Hierauf. Oben fehlt die Angabe, dass man den zweiten Zeugen während der Prüfung des ersten abtreten liess; s. Note 1.",
+ "führt man den zweiten herein und prüft ihn. Wie den ersten.",
+ "beginnt man (die Verhandlung. Eig. müsste es heissen: נושאין ונותנין בדבר ופותהין בזכות, vgl. oben III, 6.",
+ "Rechtfertigung. Man sagt auch zum Angeklagten: „Wenn du nichts verbrochen hast, brauchst du nichts zu fürchten!“",
+ "ich habe Gründe zu seiner Rechtfertigung. Um so weniger darf ein Zeuge Gründe zur Verurteilung vorbringen. Nach R. Jose b. Jehuda darf ein Zeuge Gründe zur Rechtfertigung, aber nicht zur Verurteilung vorbringen (Talm. 33b).",
+ "so bringen sie. Die Richter.",
+ "und er kam den ganzen Tag nicht von dort. Von seinem neuen Platze.",
+ "hinunter. Selbst wenn seine Worte unerheblich sind; damit er nicht öffentlich beschämt werde.",
+ "wenn an seinen Worten etwas Erhebliches. ממש (von משש, tasten) etwas Greifbares, Erhebliches.",
+ "so hört man auf ihn. Er behält auch dann für immer seinen Sitz unter den Synedristen, vgl. Susanna und Daniel V. 50 und 64."
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+ "so entliessen sie ihn. S. oben IV, Note 14.",
+ "so verschoben sie sein Urteil bis auf morgen. Damit Jeder sich die Sache über Nacht gut überlege.",
+ "Inzwischen kamen sie paarweise zusammen. Um mit einander über den Fall zu diskutieren.",
+ "sie essen wenig und trinken keinen Wein den ganzen Tag. Auch nicht am andern Tage der Verurteilung vor der Hinrichtung. Nach der Hinrichtung durften die Richter an diesem Tage gar nichts essen (Talm. 63a).",
+ "und am andern Morgen kommen sie frühzeitig in das Gerichtshaus. Wo man weiter verhandelte bis gegen Abend, in welcher Zeit das Urteil gefällt wurde (Talm. 46b).",
+ "Der Rechtfertigende. Wer gestern für Freisprechung plädiert hatte.",
+ "ihn für gerecht zu erklären. Eig.: „ich erkläre ihn für gerecht, an meiner Stelle (bleibend).“",
+ "und der Verdammende. Wer gestern verdammt hatte.",
+ "kann nicht wieder für Verdammung befinden. Während der Verhandlung, wohl aber bei der Abstimmung, oben IV, Note 12.",
+ "so haben die zwei. שני fehlt im Jerusch., nach R. Jehuda oben TV“, 3.",
+ "erklären ihn zwölf für schuldig und elf für gerecht. In diesem Falle kann er nicht verurteilt werden, da hierzu eine Majorität um zwei Stimmen nötig ist, oben I, Note 69.",
+ " Die eingeklammerten Worte fehlen im Jerusch, und in manchen Handschriften.",
+ "ja sogar wenn ihn zweiundzwanzig für gerecht oder für schuldig erklären, und einer sagt: „ich weiss nicht. Dieser gilt dann als abwesend, und da Lebensstrafen nur von einem Collegium von 23 Richtern verhängt werden dürfen, so muss die Zahl der Richter vermehrt werden, s, oben III, Note 60.",
+ "Immer um zwei. Wenn die zwei neuen Richter geteilter Meinung sind, werden noch zwei zugezogen, und so fort bis einundsiebzig.",
+ "Erklären ihn aber sechsunddreissig für schuldig und fünfunddreissig für gerecht. In diesem Falle kann er nicht verurteilt werden, da hierzu eine Majorität um zwei Stimmen nötig ist, oben I, Note 69.",
+ "bis einem der Verurteiler die Worte der Freisprechenden ein leuchten. So dass 36 freisprechen und nur 35 verurteilen, wonach er als freigesprochen gilt. Ebenso wenn umgekehrt einer der Freisprechenden den Verurteilenden beistimmt, so ist die Entscheidung mit 37 Stimmen, gegen 34, zur Verdammung getroffen, doch führt die Mischna lieber den für den Angeklagten günstigen Fall als Beispiel an."
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+ "Sobald das Urteil. Zur Steinigung. Es wird dies als Beispiel angenommen, weil es die weiter VII, 1 zuerst genannte gerichtliche Todesstrafe ist.",
+ "vom Gerichtshause. Nach Maimon. ungefähr 6 Mil entfernt. So weit war auch in der Wüste vom Gerichte des Moses, das in der Mitte war, bis nach ausserhalb des Lagers, da das israelitische Lager 12 Mil im Quadrat hatte (Joma 75b).",
+ "Einer stand am Eingange des Gerichtshauses mit einem Tuche. סודרין, Tuch, von σουδάριον, sudarium. Oft heisst es abgekürzt סודר.",
+ "und ein anderer Mann sass. ואדם אחד רוכב fehlt in beiden Talmuden.",
+ "so dass er jenen sehen kann. Wie er durch Schwenken des Tuches ein Zeichen gibt.",
+ "Sagt einer. Im Gerichtshofe.",
+ "und der Reiter rennt fort und heisst ihn. Den Verbrecher samt den Exekutoren.",
+ "stehen bleiben. Der Verurteilte.",
+ "sogar vier- bis fünfmal. Auch noch mehrmals.",
+ "nur muss an seinen Worten etwas Erhebliches sein. Das erste und zweite Mal, wo er vielleicht aus Ängstlichkeit seine Rede nicht gut vorbringen kann, wird er in jedem Falle zurückgeführt und bei Gericht nochmals vernommen; findet man aber auch beim zweiten Male seine Worte unerheblich, so gibt man ihm zwei Gesetzkundige als Begleiter mit, die ihn nur dann zurückführen, wenn seine Worte erheblich sind.",
+ "Ein Ausrufer. כרוז gr. ϰῆρυξ.",
+ "weil er das und das Verbrechen begangen hat. Dabei müssen auch Zeit und Ort genau angegeben werden, damit eventuell die Zeugen durch ein Alibi überführt werden können."
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+ "Wenn er vom Steinigungshause ungefähr zehn Ellen entfernt ist. Dicht am Steinigungsplatze würde er vielleicht so verwirrt sein, dass er kein Sündenbekenntnis ablegen könnte.",
+ "Lege dein Sündenbekenntnis ab. Über dieses Verbrechen und die anderen Sünden.",
+ "Teil hat an der zukünftigen Welt. עולם הבא s. zu X, 1.",
+ "so und so. Damit hatte er auch die früher begangenen Sünden bekannt.",
+ "Wenn er nicht ein Bekenntnis abzulegen weiss. Er kann sich seiner übrigen Sünden nicht erinnern.",
+ "dass wider ihn falsches Zeugnis abgelegt worden ist. מזומם part. pass. piel von זמם. Nach Deut. 19, 19 wird der falsche Zeuge עד זומם (der gegen seinen Bruder Böses Sinnende) genannt; daher מזומם, der von falschen Zeugen Angeklagte.",
+ "mit Ausnahme dieser Sünde. Des Verbrechens, dessen ich angeklagt bin.",
+ "um sich als unschuldig hinzustellen. Dadurch würde er das Gericht und die Zeugen ins Gerede bringen. — Dagegen heisst es im Sifré sutta zu Num. 5, 6 (Jalkut I, 701): ואשם ואשמה לרבות כל חייבי מיתות שיתודו, יכול אף הנהרגין על פי זוממין אמרת לא אמרתי אלא ואשמה הנפש ההיא. Die Worte der Schrift: „Diese Seele bekenne sich schuldig“ (wo es doch kurz ואשם heissen könnte) lehren, dass alle zum Tode Verurteilten ihr Sündenbekenntnis ablegen. Nun könnte man meinen, dass dies auch denen, die durch falsche Zeugen zum Tode verurteilt sind, geboten sei; darum merke, dass ich nur gesagt habe: „diese Seele bekenne sich schuldig“ (d. h. die tatsächlich die Schuld begangen hat.)"
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+ "zieht man ihm die Kleider aus. Damit er schneller ohne viele Schmerzen sterbe.",
+ "den Mann bedeckt man. Die Hdschr. lesen: מכסין אותו פרק אחד man bedeckt ihn mit einem Lappen; פרק syr. ܦܳܪܩܳܐ, ein zerrissenes Kleid.",
+ "vorn. An seiner Scham.",
+ "das Weib aber wird nicht nackt gesteinigt. Sondern mit einem dünnen Hemde bekleidet. Obwohl durch das Kleid der Tod verzögert wird, so ist dies vorzuziehen, weil die Schande das Weib mehr quälen würde, als die Schmerzen."
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+ "Das Steinigungshaus hat zwei Mannshöhen. Das sind 6 Ellen.",
+ "Einer der Zeugen stösst ihn. Der Talmud beweist aus der Schrift, dass es einerlei ist, ob der Stein auf den Verbrecher fällt, oder ob dieser von der Höhe herab auf den Stein fällt.",
+ "auf die Hüften. מתנים ist der untere Teil des Rückens, wo man den Gürtel anlegt, ὀσφύς.",
+ "auf die Hüften. Um zu sehen, ob er schon tot ist und, falls nicht, ihm einen Stein aufs Herz zu werfen. — So nach Maimonides. — Nach Raschi muss erklärt werden: „Einer von den Zeugen stösst ihn auf die Hüften (den Rücken) hinab; fällt er auf das Herz, so wendet er ihn auf den Rücken (weil es eine Schande ist, mit dem Gesicht einwärts zu liegen).“",
+ "wo nicht. Mischna ed. Neapel, Jerusch, u. A. lesen: ואם לאו נוטל את האבן ונותנה על לבו אם מת בה יצא ואם לאו העד השני נוטל את האכן וכו׳. Hiernach hat zuerst der erste Zeuge den Stein zu werfen, und nur, wenn er dadurch nicht tot ist, wirft ihn der zweite Zeuge nochmals.",
+ "so nimmt der zweite den Stein. Der Stein war so schwer, dass ihn zwei Menschen tragen mussten; es hoben ihn demnach beide Zeugen zusammen auf (Talm.).",
+ "Die Hand der Zeugen sei zuerst an ihm. Weil sie mit Gewissheit wissen, dass er des Todes schuldig ist, da sie das Verbrechen mit eigenen Augen gesehen haben.",
+ "Alle Gesteinigten werden gehenkt. Nach der Steinigung.",
+ "Nur der Gotteslästerer. Denn bei der Vorschrift des Hängens im Deut. 21, 23 steht קללת אלהים, s. weiter Note 48.",
+ "und der Götzendiener. Denn auch der Götzendiener ist ein Gotteslästerer nach Num. 15, 30, welche Stelle nach der Tradition vom Götzendiener spricht.",
+ "das Weib aber wird nicht gehenkt. Denn es heisst bei der Vorschrift des Hängens (Deut. 21, 22): באיש (an einem Manne), was das Weib ausschliesst.",
+ "Er hat achtzig Weiber. Die Zauberinnen waren.",
+ "und man. Ein und dasselbe Gericht darf nicht zwei an einem Tage richten, weil man da nicht die Rechtfertigung jedes Einzelnen genau suchen könnte.",
+ "darf doch nicht zwei an Einem Tage richten. Demnach war dies ein ausserordentliches Verfahren, das die Zeitverhältnisse erforderten (הוראת שעה), aus dem man über die Vorschrift des Gesetzes nichts beweisen kann.",
+ "Man senkt einen Balken in die Erde. Und steckt ihn fest.",
+ "von welchem. Oben an der Spitze.",
+ "man bringt dann die beiden Hände. Die schon vor der Steinigung zusammengebunden worden waren.",
+ "nahe aneinander. Man bringt sie wieder zusammen, falls sie bei der Steinigung voneinander gelöst wurden. Jerusch. liest לזו statt על גב זו.",
+ "Der Balken war an die Wand gelehnt. Und nicht in der Erde festgesteckt.",
+ "daran. Da das Holz unmittelbar nach dem Hängen mit ihm begraben werden muss, so darf es nicht in der Erde feststecken, damit nicht zwischen dem Hängen und Begraben erst das Holz aus der Erde losgelöst werden müsste. Nach den Weisen hat es nichts zu bedeuten, wenn das Holz vor dem Begraben vom Boden losgemacht wird; es darf nur kein Baum sein, der mit den Wurzeln am Boden wächst und erst entwurzelt oder gefällt werden muss.",
+ "wie es die Schlächter machen. Bisher die Worte des R. Jose; das Folgende ist Fortsetzung der Darstellung des ersten Tanna, die nicht kontrovers ist.",
+ "Man löst ihn sogleich ab. Einer hängt ihn auf, ein anderer nimmt ihn sofort herab, und man begräbt ihn vor Sonnenuntergang.",
+ "übertritt man. Jerusch. liest עוברין st. עובר עליו.",
+ "das will sagen. כ—לומר = כלומר, wie zu sagen.",
+ "Weil er Gott gelästert. Jerusch. hat שקילל st. des euphemistischen שבירך.",
+ "hat. Die Worte קללת א׳ תלוי werden so gefasst, dass der Gehenkte an das Verbrechen der Gotteslästerung erinnert, welches die Strafe verursacht hat.",
+ "wodurch der Name Gottes. שמים, Himmel, steht häufig metonymisch für „Gott“.",
+ "entweiht würde. Wörtlich: „und es würde der Name Gottes entweiht gefunden."
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+ [
+ "Es sagt R. Meïr. אמר ר״מ bis צדיקים ist eine eingeschaltete Agada, welche eine andere Erklärung der Worte קללת א׳ תלוי enthält. ולא זו בלבד schliesst sich dann an den letzten Satz von M. 4 an.",
+ "Wenn der Mensch sich grämt. In den Ausgg. steht hier: שכינה מה הלשון אומרת, wie spricht die Gottheit (s. Abot III, 2); doch haben M. ed. Neapel und die meisten alten Erklärer nicht das Wort שכינה, da hier vielmehr die Ausdrucksweise der Menschen angeführt wird.",
+ "wie drückt er sich aus. Wörtlich: „was spricht die Zunge? — Die Mischna-Ausgg. haben hier noch das Wort: כביכול, gleichsam als ob es möglich wäre (von Gott so zu sprechen). Das Wort wurde erst später wegen שכינה hinzugefügt; beide Talmude haben es nicht.",
+ "Mein Kopf ist mir schwer. Der Jerusch. führt hier zwei LAA. an: אנן תנינן קליני אית תניי תני קל אני מאן דמר קליני לית הוא אלא קליל מאן דמר קל אני לית הוא אלא נטיל. Wir (die Tiberienser) lernen in der Mischna: (קל איני =) קליני; mancher Tannai lernt aber da: קל אני. Der, welcher sagt: קליני, meint, das Wort קל bedeutet nichts anderes als „leicht“ (ich bin nicht leicht an meinem Kopfe, oder Arme); der, welcher sagt: קל אני, meint, das Wort bedeutet hier (als Antriphrasis) nur „schwer“ (ich bin schwer an meinem Haupte oder Arme). Manche nehmen es als Komparativ: „ich bin leichter als mein Kopf“, d. h. mein Kopf ist mir zu schwer. Vgl. noch תשובות הגאונים ed. Harkavy No. 244 und 364.",
+ "mein Arm ist mir schwer. Nach Maim. wurde dieser Spruch von Jedem geäussert, der im Begriffe war, Jemand zu bestrafen, mit dem er inniges Mitleid hatte. Er meinte damit, „mein Kopf ist mir schwer“, es würde mir Sorge machen, wenn ich die Bestrafung unterliesse; aber auch „mein Arm ist mir schwer“, es schmerzt mich, diese Strafe zu verhängen. So spricht auch Gott: „Durch die Tötung selbst eines Verbrechers wird mir ein Geschöpf vernichtet; aber ihn am Leben zu lassen ist auch nicht gut.“ — Dies will nun die Schrift mit den Worten קללת א׳ תלוי ausdrücken. „Es fällt Gott gleichsam schwer, einen Menschen hinrichten zu lassen.“",
+ "Wenn Gott. המקום wird oft als Bezeichnung Gottes gebraucht, indem man die heilige Stadt und das Heiligtum, als die Wohnstätte Gottes, metonymisch für Gott setzte, wie שמים, oben Note 49. Dass die heilige Stadt מקום ϰατ’ ἐξοχήν hiess, beweist der Terminus הבאת מקום (z. B. Bikkurim II, 2). Zu Exod. 17, 7 bemerkt R. Elieser aus Modin in der Mechilta (ed. Friedmann 52b): מכאן לבית דין הגדול שהוא קרוי מקום, hieraus ist zu ersehen, dass der grosse Gerichtshof „Makom“ genannt wird. „Der grosse Gerichtshof“ ist hier sicher das göttliche Gericht, denn המקום des biblischen Textes wird vom Midrasch als Subject gefasst und auf Gott bezogen. Der Name המקום für das himmlische בית דין הגדול ist aber von der heiligen Stätte als dem Sitze des grossen Gerichtshofes auf Erden hergeholt (Deut. 17, 8). Später erklärte man noch in Bereschit r. c. 68, 9 diese Bezeichnung in folgender Weise: למה מכנין שמו של הקב״ה וקורין אותו מקום שהוא מקומו של עולמו. Warum umschreibt man den Namen Gottes mit מקום? Weil er der Ort seiner Welt ist. Eine andere Erklärung in Pirke d. R. El. c. 35 kommt unserer ersten Erklärung ziemlich nahe.",
+ "sich so wegen des Blutes der Frevler grämt. Jerusch. liest: אם כן אמר הכתוב מצטער אני על דמם וכו׳.",
+ "Nicht. S. oben Note 51.",
+ "bloß hierbei. Bei dem Hingerichteten gilt obiges Verbot.",
+ "um ihm einen Sarg und Totenkleider. Vgl. Schabbat XXIII, 4.",
+ "Man begrub ihn nicht in der Grabstätte seiner Väter. Weil man den Frevler nicht neben einem Gerechten begraben darf.",
+ "sondern das Gericht hatte zwei Begräbnisplätze eingerichtet. Man sollte auch nicht die schwersten Verbrecher neben geringem Verbrechern begraben.",
+ "Einen für die durchs Schwert Hingerichteten und die Erdrosselten und Einen für die Gesteinigten und Verbrannten. S. VII, 1. — Es hätten hiernach eigentlich vier Begräbnisplätze eingerichtet werden sollen; doch lehrt eine sinaitische Tradition, dass man nur zwei einrichte (Talmud)."
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+ "Nachdem das Fleisch verwest ist. אכל = עכל verzehren, aufreiben.",
+ "liest man die Gebeine zusammen und begräbt sie an ihrem Orte. In der Grabstätte der Väter; denn der Tod und die Schande haben ihn bereits gesühnt.",
+ "Die Verwandten kommen. Sofort nach der Hinrichtung.",
+ "um gleichsam zu sagen. S. oben Note 46.",
+ "wir hegen im Herzen keinen Groll gegen euch. Wörtlich: wir haben nichts gegen euch in unserem Herzen.",
+ "denn ihr habt nach dem wahren Rechte gerichtet. Sie haben dies nicht ausdrücklich gesagt, sondern nur durch den Friedensgruss diesen Gedanken ausgedrückt.",
+ "Sie hielten keine Trauer. Da man die Trauer über den Tod der Frevler nicht durch Trauerzeichen ausdrücken soll, vgl. IV, 5, Ende. — Auch nach der Verwesung hielten sie keine Trauer; denn da diese zur Zeit, wo sie gewöhnlich beginnt, nämlich nach Verschliessung des Sarges oder des Grabes, aufgehoben war, so bleibt sie für immer aufgehoben.",
+ "denn das Leidtragen geschieht nur im Herzen. Im Herzen aber soll man sich auch über den Tod der Frevler betrüben, denn Gott freut sich nicht über den Fall der Frevler (Megilla 10b)."
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+ ],
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+ "Enthauptung und Erdrosselung. Die Todesstrafen werden in solcher Reihenfolge aufgezählt, dass die schwerste zuerst genannt wird und die folgende immer leichter als die vorher genannte ist. Diese Reihenfolge ist wegen der in IX, 3—4 gelehrten Bestimmungen zu wissen notwendig.",
+ "Erdrosselung und Enthauptung. Siehe IX, 3.",
+ "Obiges. VI, 1—4."
+ ],
+ [
+ "Man versenkt ihn. Den Verbrecher.",
+ "in Mist bis an seine Kniee. Damit er sich nicht hin und her wende, wodurch das heisse Blei auf seinen Körper fiele.",
+ "dann legt man ein hartes Tuch. סודר s. oben VI, Note 3.",
+ "in ein weiches. Das harte würgt den Hals und nötigt den Delinquenten, den Mund zu öffnen; das weiche schützt den Hals, dass er nicht verwundet werde.",
+ "Einer. Der beiden Zeugen.",
+ "man macht. Während dessen.",
+ "das Blei. פתילה Docht, auch eine Stange, hier nach dem Talmud פתילה של אבר eine Bleistange.",
+ "so dass es ihm ins Innere hinuntergeht und die Eingeweide verbrennt. Nach der Tradition soll die Verbrennung im Innern geschehen ebenso, wie die Söhne Ahrons nach Lev. 10, 2ff verbrannt wurden, denen das göttliche Feuer nur in das Innere fuhr, so dass man sie (nach 10, 5) mit ihren Leibröcken hinaustragen konnte.",
+ "Wenn er da unter ihren. Der Zeugen.",
+ "Händen stürbe. Durch die Erdrosselung.",
+ "Man öffnet vielmehr. Wenn er nicht freiwillig den Mund öffnet.",
+ "seinen Mund mit einer Zange gewaltsam. טובה Gefallen, שלא בטובתו nicht zu seinem Gefallen, d. h. gegen seinen Willen, gewaltsam.",
+ "Einst hatte eines Priesters Tochter Unzucht getrieben. S. Lev. 21, 9.",
+ "weil das Gericht von jener Zeit nicht gesetzkundig gewesen. Nach dem Talmud war es ein Gericht von Sadducäern (צדוקים), welche die Tradition, dass die Verbrennung im Innern geschehen solle, nicht anerkannt haben."
+ ],
+ [
+ "wie es die Regierung. Die Römische.",
+ "R. Jehuda sagt: dies wäre eine Schändung (für ihn. Wenn er stehend enthauptet würde und dann hinfiele.",
+ "man legt vielmehr seinen Kopf auf einen Block. סדן, syr. ܣܰܕܳܢܳܐ, Klotz, Block.",
+ "und haut ihn mit einem Beile. קופיץ auch קופיס, gr. χοπίς, Hackmesser, Beil.",
+ "ab. Auch die Römer bedienten sich in alter Zeit des Beils (securis) zur Enthauptung; aber schon in den ersten Jahrhunderten der Kaiserzeit war das Schwert im Gebrauch.",
+ "Es gibt keine schändlichere Todesart als diese. Nach einer Baraita im Talmud will R. Jehuda die Enthauptung durch das Schwert nach der Weise der Römer deswegen nicht gestatten, weil es heisst (Lev. 18, 3): „Nach ihren Satzungen sollt ihr nicht wandeln.“ Die Weisen jedoch haben ihm entgegnet: Da die Todesstrafe durch das Schwert in der Thora vorgeschrieben ist, so ahmen wir hiermit nicht ihren Satzungen nach.",
+ "Man versenkt ihn in Mist bis an die Kniee. Damit der Delinquent sich nicht hin und her bewege, wodurch dessen Hinrichtung verzögert und die Schmerzen vergrössert würden.",
+ "Einer. Der Zeugen."
+ ],
+ [
+ "Folgende werden gesteinigt. Bei einigen der hier aufgezählten Verbrechen ist die Steinigung ausdrücklich in der Thora vorgeschrieben; bei andern wird dies aus dem Ausdruck דמיו בו oder דמיהם בם (Blutschuld haftet an ihm, oder an ihnen) abgeleitet, da in Lev. 20, 27 dieser Ausdruck bei der Strafe der Steinigung gebraucht wird; bei noch andern endlich wird die Strafe nach einer der 13 hermeneutischen Regeln (מדות) aus den Schriftworten gefolgert.",
+ "dem Weibe seines Vaters. Der Stiefmutter.",
+ "einem Manne. Die Form זכור für זכר wird in der Mischna stets von einem Manne gebraucht, mit dem Päderastie getrieben wird.",
+ "der Gotteslästerer. Weiter Mischna 5.",
+ "wer von seinem Samen dem Molech hingibt. Mischna 7.",
+ "der Wahrsager. Mischna 7.",
+ "wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht. Dieser erleidet eine schwerere Strafe, als wer den Vater oder die Mutter schlägt (weiter XI, 1), weil ausser der Verletzung der Elternehre noch dabei der Namen Gottes missbraucht wird (weiter Mischna 8).",
+ "wer einem verlobten. Unter „verlobt“ ist im Talmud stets „durch die Trauung (קידושין) verbunden“ zu verstehen.",
+ "beredet. Einen Einzelnen (oder mehrere Einzelne) wenn auch dieser sich nicht verführen lässt.",
+ "verleitet. S. weiter M. 10 Note 114.",
+ "der Zauberer. Weil die Thora Zauberei und Bestialität neben einander gestellt hat (Exod. 22, 17 — 18).",
+ "und der unbändige und widerspenstige Sohn. Abschnitt VIII.",
+ "Wer. Von hier ab werden über die einzelnen Verbrechen nähere Bestimmungen gegeben.",
+ "aus Versehen. Die gerichtliche Todesstrafe (Steinigung) erfolgt nach der Tradition nur, wenn der Verbrecher die Tat vor Zeugen verübt und unmittelbar vor der Tat verwarnt wird; ohne Zeugen oder ohne Verwarnung wird das vorsätzlich begangene Verbrechen mit himmlischer Ausrottung (כרת) bestraft, während es, aus Versehen verübt, durch ein Sündopfer gesühnt wird, s. Schabbat I, Note 2.",
+ "sofern es seine Mutter und seines Vaters Weib ist. Denn die Thora hat dafür zwei Verbote gestellt, Lev. 18, 7—8. Diese Bestimmung gilt nur für den Fall, dass die Mutter dem Vater als Weib angetraut ist.",
+ "sofern es seine Mutter ist. Denn es heisst (Lev. 18, 7): „es ist deine Mutter“ (אמך הוא), dies sagt, dass er nur, sofern es seine Mutter ist, schuldig sei, nicht aber, weil es seines Vaters Weib ist.",
+ "Wer seines Vaters Weibe. Bei Lebzeiten seines Vaters.",
+ "weil es seines Vaters Weib und weil es ein Eheweib ist. Nach dem Talmud kontroversiert R. Jehuda auch gegen diese Bestimmung und meint, er sei nur Ein Sündopfer schuldig, nämlich nur sofern es des Vaters Weib ist.",
+ "oder nach dessen Tode. In diesem Falle aber nur Ein Sündopfer, nämlich sofern es des Vaters Weib war, da sonst ein Eheweib nach dem Tode des Mannes zu heiraten erlaubt ist.",
+ "nach der Verlobung. Nachdem sie dem Vater angetraut war, obwohl er sie noch nicht geheiratet hatte.",
+ "Wer seiner Schwiegertochter. Bei Lebzeiten seines Sohnes.",
+ "oder nach dessen Tode. In diesem Falle bloß ein Sündopfer, s. Note 39.",
+ "findet Steinigung statt. Auch das Vieh wird gesteinigt. בסקילה fehlt im Jerusch.",
+ "Nur weil dem Menschen durch dasselbe ein Anstoss. הקלה, von כשל ═ תקל, straucheln.",
+ "um welches der und der gesteinigt wurde. Die Ehre des Sünders sollte wenigstens soweit geschont bleiben, dass seiner Sünde nicht immerfort gedacht werde."
+ ],
+ [
+ "wenn er den Namen (Gottes. Das Tetragrammaton; nach einigen auch einen andern Gottesnamen, vgl. Schebuot IV, 13.",
+ "deutlich ausspricht. Hat er aber von einem andern den Gottesnamen gehört und darauf gelästert, oder hat er nur ein Attribut Gottes bei seiner Blasphemie ausgesprochen, so ist er nicht des Todes schuldig.",
+ "An allen Tagen. Während der Gerichtsverhandlung.",
+ "verhört man die Zeugen mit einer umschreibenden Benennung. כנוי (von כנה, ar. كنا, etwas mit dem uneigentlichen Namen bezeichnen) ein uneigentlicher Ausdruck, eine Umschreibung. Diese Umschreibungen sind mitunter willkürliche Worte, die man an Stelle des eigentlichen Ausdrucks setzte, den man aus irgend einem Grunde nicht aussprechen wollte, vgl. die כנויי נדרים und נזירות am Anf. der Traktate Nedarim und Nasir.",
+ "Es schlage. יכה ist der beim Fluche gewöhnlich gebrauchte Ausdruck, Schebuot IV, 13.",
+ "Josah. יוסה (so liest Jemsch., ebenso die Mss. u. A.) hat man als umschreibende Benennung für den vierbuchstabigen Gottesnamen gewählt. Die Ausgg. haben יוסי, und Raschi meint, man habe dieses Wort gewählt, weil es vier Buchstaben und den Zahlenwert (86) von אלדים hat.",
+ "den Josah. Nach einer Baraita ist der Lästerer nur dann schuldig (עד שיברך שם בשם), wenn seine Blasphemie den heiligen Namen zum Subjekte und zum Objekte genommen.",
+ "fällt man nicht auf die umschreibende Benennung hin. Die man bisher von den Zeugen gehört hat.",
+ "sondern man lässt Jedermann hinausgehen. Damit die Blasphemie nicht vor Vielen wiederholt werde.",
+ "und befragt den grössten. Den Angesehensten.",
+ "deutlich. Mit Nennung des Gottesnamens.",
+ "die Richter erheben sich dabei. Aus Ehrfurcht vor dem Gottesnamen, vergl. Richter 3, 20.",
+ "und zerreissen ihre Kleider. Wer eine Blasphemie hört, muss seine Kleider zerreissen, vgl. 2. Kön. 18, 37.",
+ "die sie nie wieder zunähen. אחה verbinden, fest zusammennähen durch אחוי אלכסנדרי (M. katan 26 b) die alexandrinische Naht (die überwendliche Naht, oder die doppelte Naht). Dagegen war das Zusammenheften (שלל) erlaubt.",
+ "und der dritte. Wenn drei Zeugen kommen, muss auch der dritte verhört werden, da, wenn dieser durch ein Alibi oder sonst als lügenhaft überführt wird, das Zeugnis aller ungültig ist, nach Makkoth I, 7."
+ ],
+ [
+ "Der Götzendiener. Zitat aus M. 4.",
+ "ob er dient. Irgend einem Götzen, in der Weise, wie man ihm gewöhnlich dient.",
+ "Opfer schlachtet. Einem Götzen. Wenn dies auch nicht bei diesem Götzen gebräuchlich ist, wird es doch mit Steinigung bestraft, weil eine solche Dienstverrichtung im heiligen Tempel geübt wurde. Dasselbe gilt bei den drei folgenden Dienstarten.",
+ "Trankopfer spendet. Dazu gehört auch die Blutsprengung.",
+ "ihn für einen Gott annimmt. Durch Worte, selbst wenn er dabei nicht den Götzen vor sich hat.",
+ "oder zu ihm. Vor dem Götzen. Dieser Satz will uns nur lehren, dass der vorhergehende Satz von dem Falle spricht, dass er nicht den Götzen vor sich hat.",
+ "Wer aber den Götzen umarmt. גפף (von גף Flügel, Arm) umarmen.",
+ "fegt. ככד im Piel, ehren, ככד את הבית das Haus ausfegen, reinigen (wodurch dasselbe ein würdiges Aussehen erhält).",
+ "spritzt. רבץ (Piël) legen, streuen, bes. Wasser spritzen.",
+ "Übertritt bloß ein Verbot. Das Verbot: „du sollst ihnen (den Götzen) nicht dienen“ kommt in der Thora oft vor (Exod. 20, 6; 23, 24; Deut. 5, 9).",
+ "Wer in seinem Namen etwas angelobt. Er sagt z. B.: „Im Namen des Ba‘al mögen alle Früchte der Welt mir konam (Opfer == heilig) sein, wenn ich mich baden werde.“",
+ "oder beschwört. קיים aram. schwören.",
+ "übertritt ein Verbot. Exod. 23, 13.",
+ "Wenn Einer sich vor dem Ba‘al Pe‘or entleert. פער, vom arab. فرغ, ausleeren.",
+ "so ist dies sein Dienst. Nach dem Zeugnisse der Mischna und des Siphré hat man in dieser Weise dem Peor gedient. Wer dies auch mit der Absicht, den Götzen zu schänden, getan hat, war ein Sündopfer schuldig, weil er im Irrtum dem Götzen gedient hat.",
+ "Wenn Einer einen Stein dem Merkulis. D. i. Mercurius oder Hermes.",
+ "so ist dies sein Dienst. Es wurden dem Hermes an allen Wegen Steinhaufen errichtet, die ‘Eρμαιοι λόφοι hiessen und zu denen jeder Vorübergehende zur Verehrung des Hermes einen Stein hinzuwarf."
+ ],
+ [
+ "dem Molech. In die Hände der Priester des Molech.",
+ "übergibt und durchs Feuer führt. Nachdem die Priester das Kind empfangen hatten, gaben sie es dem Vater zurück, der es auf dem Arme durch zwei Scheiterhaufen hindurch trug. Nach Raschi und Maimonides wurde das Kind nicht verbrannt; dagegen meint Nachmanides (zu Lev. 18, 21), aus Schriftstellen gehe hervor, dass das Kind dabei vom Feuer verzehrt wurde.",
+ "das ist der Python. פיתום gr. πύϑων hiess der Nekromant (vgl. die Vulgata zu Deut. 18, 11). אוב hiess der Geist, vermittels dessen man die Abgeschiedenen heraufbeschwor (pythonicus spiritus, Vulg. zu Lev. 20, 27). Der Totenbeschwörer als Besitzer dieses Geistes hiess בעל אוב.",
+ "der aus seinen Achselhöhlen. שחי Beugung, Achselhöhle wo der Oberarm sich zum Rumpfe beugt.",
+ "reden lässt. Den Toten. Nach den LXX ist אוב ein Bauchredner, und auch Josephus sagt, die Totenbeschwörerin bei Saul (1. Sam. 28) sei eine Bauchrednerin gewesen.",
+ "der Wahrsager. Der ידעוני ist nach dem Talmud ein Wahrsager, der einen Knochen von einem Tiere, das ידוע heisst, in den Mund nimmt, und ihn wahrsagen lässt. Nach Bartenora ist ידוע der Waldmensch (Kilajim 8, 5); nach Maim, ein Vogel.",
+ "übertritt eine Warnung. Nach Easchi: Lev. 19, 31; nach Tosaphot: Deut. 8, 10—11."
+ ],
+ [
+ "Wer den Schabbat entweiht. Wird, wenn er verwarnt worden ist, mit Steinigung bestraft.",
+ "wobei man wegen vorsätzlicher Tat. Ungewarnt.",
+ "wenn er ihnen mit einem Gottesnamen. Von den 7 Gottesnamen, die nicht ausgelöscht werden dürfen.",
+ "Flucht er ihnen mit einem Beinamen. Z. B. רחום (der Allbarmherzige) חנון (der Allgnädige), vgl. Schebuot IV, 13."
+ ],
+ [
+ "ist nur dann schuldig. Gesteinigt zu werden.",
+ "wenn sie mannbar geworden. נערה heisst ein Mädchen, bei dem Zeichen der Pubertät sich gezeigt haben und das mindestens zwölf Jahre und einen Tag alt ist. Sechs Monate, nachdem es נערה geworden, fängt das בגרות-Alter an, in dem das Mädchen nicht mehr als נערה gilt. S. Nidda V, 7— 8.",
+ "verlobt. Angetraut, aber noch nicht verheiratet.",
+ "und noch im Hause ihres Vaters ist. Wenn sie der Vater nur bereits den Boten des Gatten, der sie abholen Hess, übergeben hat, fällt sie nicht mehr unter dieses Gesetz.",
+ "so wird der erste mit Steinigung und der zweite mit Erdrosselung. Wie bei einer verheirateten Frau. Bei einem verlobten Mädchen, das noch im Hause des Vaters sich befindet, ist die Strafe härter, weil sie das Haus des Vaters schändet (Deuter. 22, 21)."
+ ],
+ [
+ "darunter ist ein Laie. הדיוט gr. ἰδιώτης, Laie, Privatmann.",
+ "verstauden. Deut. 13, 2—6 spricht von einem verführenden Propheten, das. 7—12 von einem Laien, der zum Götzendienst beredet, endlich das. V. 13ff. von einer ganzen Stadt, die sich verleiten lässt. Unsere Mischna sagt daher, unter מסית oben M. 4 ist der Laie (Deut. 13, 7—12) verstanden, nicht der Prophet (V. 2—6), denn ein solcher wird nicht mit Steinigung, sondern mit Erdrosselung bestraft, wie dies R. Simon in einer Baraita (gegen die andern Rabbinen) lehrt.",
+ "wenn er einen Privatmann. הדיוט gr. ἰδιώτης, Laie, Privatmann.",
+ "beredet. D. h. Einen Einzelnen (oder auch mehrere Einzelne). Hat er aber eine ganze Stadt verführt, so ist dessen Strafe חנק. Dies ist ebenfalls die Ansicht von R. Simon (gegen die Rabbinen); s. weiter Note 114. Jerusch. Jebamot XVI, 15d liest in unserer Mischna: המסית זה הדיוט והניסת זה ההדיוט („der Verführer“, das ist ein Laie, „und der Verführte“, das ist der Laie). Hiernach ist auch oben in Mischna 4 zu lesen: המסית והניסת והמדיח. Dann wären die Sätze: האומר אעבוד אלך ואעבוד וכו׳ als Erklärung zu הניסת zu fassen, wie dies von Amoräern im Babli 61 in der Tat geschieht; s. Note 109.",
+ "es ist eine Gottheit. יראה ein Gegenstand, den man fürchtet, eine Gottheit, gewöhnlich vom Götzen gebraucht.",
+ "so Gutes und so Böses erteilt. Er beredet nun, dieser Gottheit zu dienen.",
+ "legt man keinen Hinterhalt. כמן, aram. auflauern, im Hinterhalt liegen.",
+ "sagt er es zu Zweien und sie sind seine Zeugen. Wenn sie fähig sind, gegen ihn als Zeugen aufzutreten; sie sind nicht etwa ihm anverwandt. Babli liest: אמר לשנים הן עדיו ומביאין וכו׳ (sagt er es zu Zweien, so sind sie seine Zeugen, und sie bringen u. s. w.).",
+ "so bringen sie ihn. Nachdem sie ihn vorher vergeblich durch Vorstellungen zum Abstehen zu bringen versucht haben, vgl. weiter Note 105. Nach יד רמה sind hier solche Vorstellungen nicht erforderlich.",
+ "die auch daran. Am Götzendienste.",
+ "ist Jener. Der Verführer.",
+ "listig und will vor ihnen. Vor Zeugen.",
+ "so stellt man ihm Zeugen. Ein Zeuge und der Beredete würden nicht genügen, da die beiden Zeugen zusammen sein müssen.",
+ "da wir allein sind. ביחוד: im Alleinsein, indem wir allein sind; oder: mit Bestimmtheit, ausführlich, wie Schekalim VI, 2.",
+ "wiederholt es Jener, so sage er zu ihm: „wie können wir unsern himmlischen Gott verlassen und Holz und Stein anbeten gehen?. Es ist zwar beim Verführer keine Verwarnung nötig; doch soll man ihm Vorstellungen machen, damit er von seinem Vorhaben abstehe.",
+ "so ist unsere Schuldigkeit und so frommt. יפה (schön), wie das aram. שפיר, gut, nützlich.",
+ "Wenn Jemand sagt. Einen der folgenden Sätze.",
+ "dienen. Nach der bei ihm üblichen Dienstweise, oben Note 62.",
+ "ich will hingehen. Im Midrasch haggadol (Ms.) zu Deut. 17, 3 heisst es: וילך ויעבד בא הכתוב ללמד על המקבל עליו לעבוד ע״ז שינה הכתוב מצוה זו מכל מצות שבתורה שכל מצות שבתורה אינו חייב עד שיאמר ויעשה כאן עשה את האומר בפיו כעושה מעשה „Er geht und dient“ (er ist im Begriffe zu dienen); „damit lehrt die Schrift, dass einer, der sich vornimmt, Götzen zu dienen, so ist, wie einer der Götzen dient. Die Schrift hat dieses Gebot vor allen andern Geboten der Thora ausgezeichnet; denn bei allen andern Geboten der Thora ist man erst dann schuldig, wenn man spricht und handelt, hier aber wird der, welcher mit dem Munde gesprochen, so betrachtet, als hätte er eine Tat getan.“ — Hiernach ist jeder Götzendiener schon schuldig, wenn er den Vorsatz zu seinem Verbrechen durch Worte geäussert hat, und spricht unsere Mischna nicht gerade vom Verführer, sondern von jedem, der erklärt, Götzendienst treiben zu wollen. So wird auch unsere Mischna im Babli 61b von Rabina erklärt. Dennoch aber wird die Bestimmung hier beim Gesetze vom Verführer gelehrt, weil im Sifré Deut. § 91 diese Bestimmung aus Deut. 13, 12 (כדבר הרע הזה) abgeleitet wird, das vom Verführer handelt; vgl. auch Jerusch. Hal. 9. Einfacher erklärt sich unsere Stelle nach andern Amoräern im Babli 61, wonach alle Sätze hier Worte des Verführten sind, die er dem Verführer antwortet. Er sagt daher nur: אעבוד und braucht nicht hinzuzufügen: ע״א. Noch besser erklärt es sich nach der LA. des Jerusch, in Jebamot (oben Note 94), wonach unsere Stelle das והניסת זה ההדיוט weiter ausführt. Daher kann auch das Wort חייב am Schlüsse fehlen.",
+ "lasst uns hingehen. Er sagt es zu mehreren, aber nicht zu allen oder den meisten Einwohnern einer Stadt.",
+ "opfern. S. oben Note 63.",
+ "verleitet. Es wird nun der Ausdruck המדיח (oben M. 4) erklärt.",
+ "welcher sagt. Nach Babli sagt er dies zu allen oder den meisten Einwohnern einer Stadt.",
+ "lasst uns gehen und Götzendienst treiben. Danach würden auch die Verführer einer ganzen Stadt mit Steinigung bestraft. Dies ist die Ansicht der Rabbinen (gegen R. Simon, oben Note 94.) Es erklärt deshalb Rab Aschi im Babli in der Tat, dass der Anfang unserer Mischna die Ansicht R. Simon’s und der Schluss die der Rabbinen ist: אמר רב אשי אין רישא ר״ש וסיפא רבנן. Dieser Satz fehlt in den Ausgaben, findet sich aber im Ms. München und im יד רמה. Nach einer andern Erklärung im Talmud meint auch der Anfang der Mischna wie die Ansicht der Rabbinen, indem das Wort הדיוט (Laie, Privatmann) nicht einen Propheten oder eine ganze Stadt vom Gesetze ausschliessen, sondern nur diese Fälle erst später behandeln will. — Nach Jerusch, sind die Ausdrücke מסית und מדיח so voneinander zu unterscheiden: מסית אומר בלשון גבוה והמדיח אומר בלשון נמוך״ ״ מסית אומר בלשון הקדש ומדיח אומר בלשון הדיוט „Der Überreder spricht in lauter Sprache, der Verleiter spricht in leiser Sprache; der Überreder spricht in heiliger (hebräischer) Sprache, der Verleiter spricht in vulgärer Sprache.“ — Man könnte in der Mischna noch folgenden Unterschied finden: dem מסית kommt es darauf an, für einen bestimmten Götzenkult Anhänger zu werben. Er preist deshalb diesen Götzen (יש יראה במקום פלוני וכו׳). Dem מדיח dagegen kommt es hauptsächlich darauf an, von Gott abtrünnig zu machen בקש להדיחך מעל ה׳ א׳ (Deut. 13, 11). Ihm ist es einerlei, welchem Götzen man dient, er sagt deshalb nur: נלך ונעבוד ע״א."
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+ [
+ "wer eine Tat verübt. Durch die Mächte der Zauberei.",
+ "aber nicht wer blo. Ebenfalls durch die unreinen Mächte der Zauberei.",
+ "die Augen täuscht. Dieser ist nicht des Todes schuldig, obwohl sein Tun verboten ist. Dagegen ist Blendwerk ohne zauberische Mächte gar nicht verboten.",
+ "die Gurken lesen. Durch Zauberei.",
+ "kann ein Lesender frei sein. Von der Todesstrafe.",
+ "wer nämlich eine Tat verübt. Die Gurken werden durch Zauberei wirklich abgepflückt.",
+ "wer aber bloß die Augen täuscht. Durch Zauberkünste bewirkt er, dass es den Zuschauern so erscheint, als würden die Gurken gelesen.",
+ "ist frei. Doch ist auch dies verboten, Note 117."
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+ "Der unbändige und widerspenstige Sohn. Fortsetzung der nähern Bestimmungen zu VII, 4.",
+ "dass er zwei Haare. An den Schamteilen, als Zeichen der Pubertät. Näheres darüber bei Maimón. ה׳ אישות II, 17.",
+ "gebracht. Nachdem er mindestens dreizehn Jahre und einen Tag alt geworden. Vor diesem Alter wird dies als bloßes Mal (שומא), nicht als Pubertätszeichen angesehen.",
+ "Damit. Die eingeklammerte Stelle ist eine Glosse, die der Mischna-Redaktor zur alten Mischna als Erklärung hinzugefügt hat.",
+ "ist das untere. Um die Scham.",
+ "nicht das obere Haar. Der eigentliche Bart.",
+ "nur haben sich die Weisen eines reinen Ausdrucks bedient. Deshalb haben sie den Ausdruck זקן (Bart) gebraucht.",
+ "Denn. Forts, der alten Mischna.",
+ "einen Sohn und nicht ein Mann. Nach Vollendung des untern Haarwuchses ist er aber bereits ein Mann."
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+ "Wenn er ein Tritemor. Gr. τριτήμορον, ein Drittel (von einer Mine). Nach den Talmuden ist aber טרטימר die Hälfte von einer Mine oder einer Litra. Wahrscheinlieh war die palästinensische Mine kleiner als die griechische, so dass 3 palästinensische Mine gleich 2 griechischen, und demnach ½ palästinensische gleich grichische Mine war.",
+ "Fleisch. Halbgar, wie es die Diebe essen.",
+ "gegessen. Nach Maimón, muss er es auf einmal in den Mund genommen haben.",
+ "und einen halben Log italischen. Der besonders vorzüglich ist und an den er sich nach und nach gewöhnen würde.",
+ "Wein. Nicht recht gemischt.",
+ "getrunken hat. In einem Zuge.",
+ "Eine Mine. Ungefähr 371 Gramm.",
+ "Fleisch und ein Log. Ungefähr ¼ Liter.",
+ "Hat er bei einem gebotenen Gastmahle. Etwa bei einer Hochzeits- oder Beschneidungsfeier. חבורה; Gesellschaft, convivium.",
+ "hat er bei der Intercalation. S. I, Note 14.",
+ "des Monats gegessen. Wenn man einen Monat an dessen 30. Tage als intercalirt erklärt hat, versammelten sich mindestens 10 Männer am folgenden Tage, am Beginne des neuen Monats (ראש חדש), an einem bestimmten Orte, um gemeinsam ein Pflicht-Mahl zu halten. Dabei ass man aber gewöhnlich nur Brod und Hülsenfrüchte. Wenn nun auch dieser gegen den Brauch bei solcher Gelegenheit Fleisch und Wein genossen bat, so ist er nicht schuldig.",
+ "hat er zweiten Zehnt zu Jerusalem gegessen. Wie in Deut. 14, 26 geboten ist.",
+ "Geschmeiss und Gewürm. Die letzten 4 sind verbotene Speisen. Es heisst aber (Deut. 21, 20): „er hört nicht auf unsere Stimme“; dies schliesst die Fälle aus, wo er sogar auf die Stimme Gottes nicht hört.",
+ "[hat er Unverzehntetes. טבל (Etym. unbekannt) heisst die Frucht, von der die heiligen Abgaben (Hebe, Zehnt) noch nicht abgesondert worden sind, nachdem man schon dazu verpflichtet war. Da aber Fleisch nicht zehntpflichtig ist, so kann hier nur vom Weine die Bede sein, und das Trinken würde hier als „Essen“ bezeichnet.",
+ "dessen Hebe. Der Zehnt vom Zehnten, Num. 18,26,",
+ "gegessen. Die eingeklammerten Worte fehlen in M. ed. Neapel und im Jerusch.; den Grund ersieht man aus dem letzten Satz in Note 23.",
+ "hat er überhaupt durch sein Essen ein Gebot. Wenn auch nur ein rabbinisches, z. B. die Tröstung von Leidtragenden.",
+ "oder eine Übertretung. Wenn er auch nur an einem rabbinisch gebotenen Fasttage gegessen hat.",
+ "Sei nicht unter den Weinsäufern und Fleischfressern. Hier ist angedeutet, dass der Ausdruck זולל וסובא vom Fleischfresser und Weinsäufer gebraucht wird. Doch ist dies kein Beweis, dass der Ausdruck nicht auch bei andern Speisen und Getränken gebraucht werden kann."
+ ],
+ [
+ "Hat er seinen Abater bestohlen und es im Gebiete seines Vaters verzehrt. Da fürchtet er sich, sein Vater könnte es sehen, und gewöhnt sich nicht, dies oft zu tun.",
+ "oder hat er Andere bestohlen. Dazu hat er nur selten Gelegenheit, und er gewöhnt sich nicht daran.",
+ "oder hat er Andere bestohlen und es im Gebiete seines Vaters verzehrt. Da fürchtet er sich, sein Vater könnte es sehen, und gewöhnt sich nicht, dies oft zu tun.",
+ "wenn er seinen Vater bestiehlt. Wozu er oft Gelegenheit findet.",
+ "und es im Gebiete anderer verzehrt. Wo er sich nicht vor seinem Vater fürchtet. In solchem Falle kann er sich leicht an das Laster gewöhnen, und er wird daher bestraft.",
+ "Nur wenn er seinen Vater und seine Mutter. Wenn sie ihr eigenes Vermögen hat, das ihr z. B. Jemand geschenkt mit der Bedingung, dass ihr Gatte kein Recht daran habe."
+ ],
+ [
+ "wenn beide es wollen. Denn es heisst (Deut. 21, 19): „Es sollen ihn sein Vater und seine Mutter ergreifen“.",
+ "Wenn die Mutter nicht für den Vater geeignet ist. Dem einfachen Sinne nach ist damit gemeint, dass die Mutter dem Vater zur Ehe verboten war, vgl. Ketubot III, 5. Der bab. Talm. meint jedoch, dass, selbst wenn die Ehe mit der Strafe der Ausrottung verboten war, der Vater immerhin sein Vater und die Mutter seine Mutter ist. Er meint daher, unsere Mischna lehre dasselbe, was eine Baraita sagt: אם לא היתה אמו שוה לאביו בקול ובמראה ובקומה אינו נעשה בן סורר ומורה. „Wenn die Mutter nicht in der Stimme, im Aussehen und in der Grösse dem Vater gleich war, so wird deren Sohn nicht als unbändiger und widerspenstiger Sohn verurteilt“.",
+ "so wird er nicht als unbändiger und widerspenstiger Sohn verurteilt. 1st Einer von ihnen. Den Eltern.",
+ "einhändig. גדם (syr. ܓܕܰܡ abschneiden), dessen Hand abgeschnitten.",
+ "lahm. חגר (aram. חגירא) der Hinkende, der Lahme.",
+ "blind. סומא aram. blind.",
+ "so wird er. Der Sohn.",
+ "dieser. Sie zeigen auf ihn mit ihren Fingern.",
+ "gehorcht nicht unserer Stimme. Dies sagt, dass sie sofort beim Sprechen erfahren, dass der Sohn nicht gehorcht. Körperliche Gebrechen der Eltern schwächen ihren erziehlichen Einfluss, und dies entschuldigt den Sohn einigermassen.",
+ "Sie sollen ihn warnen. התרה (von תרה belehren) verwarnen; syr. ܬܪܳܐ.",
+ "vor Dreien. Nach Talm. bab. muss es heissen: מתרין בו בפני שנים ומלקין אותו בפני שלשה „Man warnt ihn vor Zweien und lässt ihn vor Dreien geissein“. Letzteres erst, nachdem die Verwarnung fruchtlos geblieben.",
+ "ihn geisseln. S. Erubin X, Note 81.",
+ "Ist er dann wieder ausgeartet. ׳קלקל, syr. ܩܰܠܩܶܠ, verderben.",
+ "so wird er von dreiundzwanzig. I, 4.",
+ "wenn die drei ersten. Vor denen er gegeisselt worden.",
+ "der vor euch gegeisselt worden ist. Nach Note 40 wird auch aus dem Worte זה deduziert, dass die Eltern nicht blind sein dürfen; denn (so heisst es im Talmud) würde nur die vorliegende Bestimmung gelehrt werden, so müsste es בננו הוא heissen.",
+ "so ist er frei. Da man ihn in dem jetzigen Alter nicht mehr verurteilen kann; ebenso wie er frei wäre, wenn er jetzt das Verbrechen verübt hätte.",
+ "auch wenn ihm nachher unten ringsherum das Haargewachsen ist. Nachdem er zum Tode verurteilt ist, wird er wie tot betrachtet, und die später erreichte Mannbarkeit kann ihn nicht mehr befreien; s. Makkot I, 10."
+ ],
+ [
+ "Der unbändige und widerspenstige Sohn wird verurteilt um seiner Zukunft willen. Denn er würde das Vermögen seines Vaters verschwenden und dann, wenn ihm die Mittel fehlen, nach seiner Gewohnheit zu leben, ein Räuber und Mörder werden.",
+ "Er sterbe als Gerechter. Bevor er noch eine Todsünde begangen hat.",
+ "damit er nicht als Schuldiger sterbe. Da vorauszusehen ist, dass er später des Todes schuldig werden wird.",
+ "denn der Tod der Frevler ist ihnen nützlich. Sie sündigen nicht.",
+ "und der Welt nützlich. Die Welt hat Ruhe von ihnen.",
+ "der der Gerechten ist ihnen nachteilig. Sie würden beim Leben sich noch mehr Verdienste erwerben.",
+ "und der Welt nachteilig. Denn sie sind Wohltäter und Beschützer ihrer Mitmenschen.",
+ "Wein und Schlaf. Wenn sie Wein trinken und dadurch schlafen.",
+ "der Frevler ist ihnen nützlich. Sie sündigen nicht.",
+ "und der Welt nützlich. Die Welt hat Ruhe von ihnen.",
+ "der der Gerechten aber ist ihnen nachteilig. Sie sind vom Thorastudium gestört.",
+ "und der Weltnachteilig. Wegen Vernachlässigung das Thorastudiums kommt Unglück in die Welt.",
+ "Getrenntheit der Frevler ist ihnen nützlich und der Welt nützlich. Ihre Kraft ist zersplittert, und sie können nicht so viel Schaden anrichten.",
+ "die der Gerechten. Wenn sie Müsse haben zum Thorastudium und Gutes zu wirken."
+ ],
+ [
+ "Wer beim Einbruch eindringt. Der einbrechende Dieb, dessen Tötung die Thora erlaubt hat (Exod. 22, 1).",
+ "wird um seiner Zukunft willen gerichtet. Weil er sicherlich den Hausherren, der sich ihm entgegenstellte, umbringen würde.",
+ "wenn seinetwegen Blutschuld ist. In dem Falle, von dem Exod. 22,2 spricht: „wenn die Sonne über ihm aufgegangen“. Dies wird nach einigen nur bildlich aufgefasst, wenn es nämlich sonnenklar ist, dass der Einbrecher nicht beabsichtigt, den Hausherrn umzubringen, z. B. wenn ein Vater beim Sohne einbricht, so ist seinetwegen Blutschuld. Nach andern ist es auch buchstäblich zu nehmen, wenn der Dieb bei Tage einbricht, dann glaubt er, dass der Hausherr ausgegangen ist, und er will nur stehlen und nicht morden; man darf ihn daher nicht töten.",
+ "Ersatz schuldig. Für das Zerbrochene.",
+ "ist aber seinetwegen keine Blutschuld. Wenn man ihn nach Exod. 22, 1 töten dürfte.",
+ "so ist er frei. Weil jeder, der des Todes schuldig ist, selbst wenn er nicht getötet wird, von der Geldzahlung befreit ist, vgl. B. kama VII, Note 5."
+ ],
+ [
+ "Folgende. Verbrecher.",
+ "darf man selbst durch ihr Leben. Dadurch, dass man ihnen das Leben nimmt.",
+ "retten. Von dem Verbrechen abhalten. Doch müssen sie zuvor gewarnt werden. Auch dürfen sie nicht getötet werden, wenn die Verletzung eines ihrer Glieder schon das Verbrechen zu verhindern vermag.",
+ "wer eine Mannsperson. Jerusch, liest richtiger הזכור statt הזכר, VII, Note 25.",
+ "oder ein verlobtes Mädchen. Um Unzucht zu treiben.",
+ "verfolgt. Denn es heisst (Deut. 22, 27): „es schrie die verlobte Jungfrau, und Niemand rettete sie“. Daraus ist zu entnehmen, dass wenn Jemand dabei ist, er sie auf jede mögliche Weise retten darf. Dass dies auch bei der Verfolgung eines Knaben geschehen darf, wird aus dem Kethib נער (Knabe) abgeleitet.",
+ "Wer aber einem Viehe. Um Bestialität zu treiben.",
+ "nachläuft. Dabei gilt es nicht, den Gegenstand der Verfolgung vor Schande zu bewahren, wie bei der Verfolgung eines Menschen.",
+ "wer den Schabbat entweihen oder Götzendienst treiben will. Wiewohl diese zu den schwersten Verbrechern gehören.",
+ "diese darf man nicht durch ihr Leben. Dadurch, dass man ihnen das Leben nimmt.",
+ "retten. Noch weniger ist dies bei andern Verbrechern gestattet. Sie dürfen nur vom Gerichte, nachdem sie das Verbrechen begangen haben, zur Verantwortung gezogen werden."
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+ "Wer einer Frau und ihrer Tochter beiwohnt. Hinsichtlich einer Mutter und ihrer Tochter gilt folgendes Gesetz: Hat Jemand eine von beiden rite geheiratet, so ist ihm der Concubitus mit der andern, (der Schwiegermutter, resp. Stieftochter) so lange die geheiratete Frau noch lebt, bei Strafe des Verbrennens verboten; nach dem Tode dieser seiner Frau wird ein solches Verbrechen nur mit himmlischer Ausrottung geahndet. Dasselbe gilt hinsichtlich einer Grossmutter und ihrer Enkelin. Das Weib, mit der das Verbrechen begangen wurde, erleidet die gleiche Strafe.",
+ "die Unzucht getrieben hat. Nach ihrer Verheiratung. Der Mann, mit dem sie das Verbrechen begangen, wird nur erdrosselt, wie bei jedem andern Eheweibe, XI, 1. Geschah das Verbrechen nach der Verlobung vor der Verheiratung, so werden beide gesteinigt, VII,9; s. auch weiter Note 31.",
+ "einer Fran und ihrer Tochter. Worüber die Strafe ausdrücklich in der Thora bestimmt ist (Lev. 20, 14).",
+ "Seine Tochter. Die uneheliche, obwohl sie nicht zugleich die Tochter seiner Frau ist, Note 7.",
+ "seiner Tochter. Auch der unehelichen,",
+ "seines Sohnes. Auch des unehelichen.",
+ "seiner Frau Tochter. Mag sie zugleich seine eigene Tochter oder die Stieftochter sein.",
+ "ihrer Tochter. Mag sie zugleich seine eigene Tochter oder die Stieftochter sein.",
+ "Tochter und ihres Sohnes. Der entweder auch sein Sohn oder nur sein Stiefsohn ist.",
+ "Tochter. Lev. 18, 17.",
+ "seine. Die eingeklammerten Worte fehlen im Jerusch.",
+ "Schwiegermutter. Folgt aus Note 1.",
+ "die Mutter seiner Schwiegermutter. Vgl. Note 1 über Grossmutter und Enkelin, auch Lev. 18, 17.",
+ "und die Mutter seines Schwiegervaters. Vgl. Note 1 über Grossmutter und Enkelin, auch Lev. 18, 17.",
+ "Der Mörder. Die Begründung s. Talm. bab. 52b.",
+ "der seinen Nächsten mit einem Schwerte oder mit einem Eisen. Vgl. Num. 35, 16 — 17.",
+ "geschlagen oder ihn ins Wasser oder ins Feuer so eingedrückt hat. Er ist von selbst dort hineingestürzt, und der Mörder bat ihn bloß durchs Eindrücken verhindert herauszukommen.",
+ "so ist er. Der Mörder.",
+ "Hat er ihn von der Schlange beissen lassen. Er hat die Schlange so mit den Händen gehalten, dass deren Zähne den Leib des Nächsten berührten und bissen.",
+ "Jehuda für schuldig. R. Jehuda meint, das Gift der Schlange befinde sich derart in ihren Zähnen, dass der Mörder mit diesen Zähnen direkt das Gift an den Leib des Nächsten gebracht und ihn getötet hat.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für frei. Nach ihrer Ansicht hat der Mörder nicht das Gift direkt an den Leib gebracht, sondern die Schlange hat es durch ihre Kraft von sich ausgespieen. Der Mörder hat demnach den Tod des Nächsten nicht bewirkt, sondern nur veranlasst (גרם) und wird nicht mit dem Tode bestraft. S. B. kamma V, Note 39.",
+ "sei es mit der Faust. S. Exod. 21, 18.",
+ "dass er sterben müsse. Hätte man ihn aber Anfangs geschätzt, dass er noch leben kann, so wäre der Schläger nach Aller Ansicht freizusprechen.",
+ "war. So dass er nach der jetzigen Schätzung noch genesen kann.",
+ "so ist er. Der Mörder.",
+ "denn die Sache ist wohlbegründet. Wörtlich: „Die Sache hat Füsse (Gründe)“. Es ist Grund anzunehmen, dass er nicht in Folge dieses Schlages gestorben ist. Nach anderer LA. (vgl. Jerusch.) heisst es in der Mischna: ר׳ נחמיה פוטר וחכמים מחייבין שרגלים לדבר. Hiernach ist der letzte Satz eine Begründung der Ansicht der Weisen: Es ist wohlbegründet anzunehmen, dass er nur in Folge des Schlages gestorben ist. So auch Maim. H. Rozeach IV, 5."
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+ [
+ "einen Heiden. Dessen Tötung nach der Mechilta zu Exod. 21, 14 zwar vom israelitischen Gerichte nicht mit dem Tode bestraft, aber vom himmlischen Gerichte geahndet wird; vgl. Gen. 9, 5.",
+ "so ist er frei. Von der Todesstrafe.",
+ "und es war. Der Schlag.",
+ "so ist er frei. Weil kein tödlicher Schlag beabsichtigt war.",
+ "und es war. Der Schlag.",
+ "so ist er frei. Er hat hier zwar einen tötlichen Schlag beabsichtigt, aber in Wirklichkeit war der Schlag kein tötlicher.",
+ "und es war. Der Schlag.",
+ "so ist er frei. Weil kein tödlicher Schlag beabsichtigt war.",
+ "so ist er frei. Er hat hier zwar einen tötlichen Schlag beabsichtigt, aber in Wirklichkeit war der Schlag kein tötlicher.",
+ "so ist er schuldig. Selbst nach R. Simon (s. Note 27), da er hier denselben Menschen getötet hat, den er zu töten beabsichtigte.",
+ "ist er frei. Da es nicht kurz heisst: ור״ש פוטר, so ist R. Simon nicht auf das unmittelbar Vorhergehende, sondern auf den Anfang der Mischna zu beziehen, wonach er nur frei ist, wenn er ein Tier zu töten beabsichtigte und einen Menschen getötet hat, dagegen wäre derjenige schuldig, welcher beabsichtigte, diesen Menschen zu töten, und in der Tat einen andern getötet hat. Dagegen controversirt R. Simon und meint, dass er auch in letzterem Falle frei ist. Wiewohl aber R. Simon auch den unmittelbar vorangegangenen Satz bestreitet, wird dennoch nicht kurz: ור״ש פוטר gelehrt, weil man dann irrtümlich die Worte auch auf den Fall in Note 26 bezogen hätte."
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+ [
+ "Wenn ein Mörder unter andern vermengt ist. Wenn etwa zwei (oder mehrere) neben einander standen und von dorther ein Pfeil abgeschossen wurde, der einen Menschen tötete, und man weiss nicht, wer von beiden ihn abgeschossen hat.",
+ "so sind alle frei. Wenn auch der eine als besonders frommer Mann bekannt ist, kann man darauf hin nicht den andern für schuldig erklären.",
+ "Man bringt sie in das Gefängnis. כיפה aram, כיפתא, Gefängnis, vgl. Targ. Jer. 20,2 (zu מהפכת). Viell. ein Gewölbe (כיפה), das zum Gefängnis diente, s. weiter Note 44. — Wenn die Worte des R. Jehuda wörtlich genommen würden, so wären sie höchst auffällig, da man doch nicht unschuldige Menschen ins Gefängnis werfen dürfte, weil Ein Verbrecher unter ihnen vermengt ist. Daher meint Raba, in unserer Mischnah fehle ein Satz. Es muss nach פטורין heissen: ושור שנגמר דינו שנתערב בשורים אחרים סוקלים אותם רבי יהודה אומר כונסים אותם לכיפה „Wenn ein Ochse, der zur Steinigung verurteilt worden, mit anderen Ochsen vermengt wurde, werden alle gesteinigt. R. Jehuda sagt: Man bringt sie in ein Gefängnis (und lässt sie da verhungern).",
+ "die Unzucht getrieben hat. R.Simon meint, auch eine verlobte Priesterstochter, die Unzucht getrieben, wird mit Verbrennen bestraft (gegen Note 2). Da nun sonst die Unzucht eines verlobten Mädchens mit Steinigung bestraft wird (VII, 9), so muss letztere die leichtere Todesstrafe sein. Nach den Weisen jedoch ist die Vorschrift des Gesetzes so zu verstehen, wie oben in Note 2 angegeben ist.",
+ "so würde es nicht für den Gotteslästerer und den Götzendiener. Die doch das allerschwerste Verbrechen begangen haben.",
+ "Sind die zu enthauptenden (Verbrecher) mit den zu erdrosselnden vermengt, so sagt R. Simon: (Sie werden) mit dem Schwerte (hingerichtet. Nach R. Simon ist dies eine leichtere Todesstrafe als die Erdrosselung.",
+ "Durch Erdrosselung. Die Weisen halten diese Todesstrafe für die leichteste, s. oben VII, 1."
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+ [
+ "Wer zwei gerichtliche Todesstrafen. Wegen zwei verschiedener Verbrechen.",
+ "belegt. Dies gilt selbst in dem Falle, dass er das schwerere Verbrechen erst begangen hat, nachdem er bereits wegen des leichteren zur leichteren Todesstrafe verurteilt war. Es wird nicht angenommen, er sei bei der Verübung des letzten Verbrechens wie ein toter Mensch zu betrachten, der für seine Tat nicht mehr verantwortlich ist.",
+ "wodurch er zwei Todesstrafen schuldig geworden ist. Z. B. er hat seiner Schwiegermutter beigewohnt, die zugleich ein Eheweib war.",
+ "so wird er mit der schärferen bestraft. Mit Verbrennen, d. i. die Strafe wegen der Unzucht mit der Schwiegermutter (oben Note 1); nicht aber mit Erdrosselung, der Strafe wegen des Ehebruchs, weiter XI, 1.",
+ "Er wird gemäss der Verpflichtung. זיקה (von זקק == זוק binden), die Gebundenheit, die Verpflichtung, etwas zu tun oder zu unterlassen.",
+ "bestraft. Hat Jemand die Tochter einer Witwe geheiratet, so ward ihm letztere als seine Schwiegermutter zu ehelichen verboten. Verheiratet diese Witwe sich später, so tritt Betreffs derselben ein zweites Verbot hinzu, indem sie als Eheweib jedem, also auch dem Schwiegersöhne, verboten ist. ln diesem Falle würde die Unzucht des Schwiegersohnes mit der Schwiegermutter mit Verbrennen bestraft, da die Verpflichtung, sich ihrer als der Schwiegermutter zu enthalten, ihm zuerst obgelegen hat. Ist Jemand aber der Schwiegersohn einer verheirateten Frau geworden, die ihm bereits vorher als Eheweib verboten war, so kann dessen Ehebruch mit der Schwiegermutter nur, wie jeder sonstige Ehebruch, mit Erdrosselung geahndet werden, da die Verpflichtung, sich ihrer als des Eheweibes eines anderen zu enthalten, ihm zuerst obgelegen hat. — Diese Entscheidung wird begründet durch den Lehrsatz: Es kann ein bereits verbotenes Objekt nicht von einem neuen Verbote betroffen werden (אין איסור חל על איסור), selbst wenn, wie im letzteren Falle, das zweite Verbot schwerer ist, als das erste."
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+ "Wenn Einer die Geisselstrafe erlitten hat. Wegen einer Übertretung, die vom Gesetze mit der Strafe der Ausrottung bedroht ist, s. Makkoth III, 1.",
+ "und sie an ihm wiederholt worden ist. Wegen derselben Übertretung.",
+ "so lässt ihn das Gericht. Wenn er dasselbe Verbot zum dritten Male übertritt.",
+ "ins Gefängnis. Nach dem Talmud war dies ein enger Kerker, der nur eine Manneshöhe in der Länge hatte, wo der Gefangene sich beim Schlafen nicht gehörig ausstrecken konnte.",
+ "bis ihm der Bauch platzt. S. weiter Note 48.",
+ "Wenn Jemand einen Menschen ohne Zeugen. Das Gericht ist von seiner Schuld überzeugt; es kann nur kein Todesurteil sprechen, weil das Zeugnis nicht den Anforderungen des Gesetzes genügt, indem entweder die Zeugen sich bei den Prüfungen (בדיקות) widersprochen oder keine hinreichende Verwarnung des Verbrechers stattgefunden hat.",
+ "so sperrt man ihn ins Gefängnis und gibt ihm notdürftig Brot. Jesaja 30, 20",
+ "und knapp Wasser. Nach dem Talmud wird diese Ernährung zuerst in Anwendung gebracht, damit seine Eingeweide zusammenschrumpfen; darauf wird ihm Gerste gegeben, die ihn zum Bersten bringt. Dieselbe Behandlung erfährt auch der im ersten Satze (Note 45) erwähnte Verbrecher. Die zwei Sätze unserer Mischna scheinen demnach zwei Versionen ein und derselben Gesetzesbestimmung zu sein, wonach mancher Verbrecher, der die Todesstrafe verdient, aber doch nach der Vorschrift des Gesetzes nicht hingerichtet werden kann, eine Kerkerstrafe erleidet, die seinen frühen Tod herbeiführt. Was in der einen Version fehlt, das findet sich in der andern."
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+ "Wenn jemand die Opferschale. קשוה == קסוה ist in Exod. 25, 29 eine Schale des Heiligtums; hier ist es nach Babli (כלי שרת) Bezeichnung eines Tempelgefässes, das zum heiligen Dienst gebraucht wird. Nach Jerusch, ist es קיסטא ξέστης == sextarius, ein Maass, das dem hebr. לוג gleich ist (Zuckermann in Frankels Monatsschrift XIII, 301). In Sukka 48b berichtet R. Jehuda, dass im Tempel zwei Schalen (שני קשואות) waren, von denen eine zur Wasserlibation diente. Diese mochten mitunter die Sadducäer entwendet haben, da sie das Gebot der Wasserlibation nicht anerkannten, Sukka, IV, 9.",
+ "mit dem Kosem flucht. Nach Maimonid. und Bart.: wenn Jemand mit dem Namen eines Götzen (קוסם) Gott lästert. So haben sie die erste Erklärung des Talmud: יכה קוסם את קוסמו (andere LA.: את קוסו) verstanden. יד רמה und Raschi erklären diesen Satz so, dass der Lästerer den Wahn hegt, der Zauberer (קוסם) habe die Macht, seinen Meister (קוסמו) d. i. Gott, der ihm zum Zauber die Kraft gibt, zu schlagen. Nach einer anderen Ansicht im Talmud flucht er seinem Nächsten mit den Worten: יכהו קוסם לו ולקונו ולמקנו (Es schlage der Kosem ihn und seinen Schöpfer und Wohltäter). Nach Talm. 82 b erscheinen diese Redensarten nur so wie Blasphemie (מיחזי כמברך את השם), sind aber gerichtlich nicht strafbar, s. oben VII, 5. Doch ist aus diesen Stellen nicht zu ersehen, was unter קוסם (Jerusch, liest קסם) verstanden ist. Das samar. Targum übersetzt ונוקב סם in Lev. 24, 16 mit ומקסם שם. Es bedeutet also קסם im Samar. den Namen Gottes aussprechen (vgl. das arab. قسم IV. bei Gott schwören). In der Volkssprache bat man vielleicht קוסם oder קסם für den Gottesnamen gebraucht; daher erschienen die hier erwähnten Redensarten wie Blasphemie.",
+ "oder einer Römerin. ארמית eig. eine Aramäerin, damit bezeichnete man eine Römerin.",
+ "beiwohnt. Nach dem Talmud darf man ihn nur niederstossen, wenn er mit einer Heidin, die eines Heiden Tochter ist, im Gegenwart von zehn Israeliten (d. i. öffentlich, wie Simri in Num. 25, 6ff) Unzucht treibt, und nur während der Tat. Fehlt eine dieser Bedingungen, so darf er nicht getötet werden, er hat aber die himmlische Strafe zu erwarten, die der Prophet Maleachi (2, 11 f.) dem Verüber eines solchen Verbrechens angedroht hat.",
+ "so können Eiferer. Die für die Ehre Gottes eifern, wie Pinchas, Num. 1. c.",
+ "Wenn ein Priester in Unreinigkeit den Dienst. Am Altar des Heiligtums.",
+ "nicht zu Gerichte. Wo er nur die Geisselstrafe erleiden würde.",
+ "sondern die Priester-Jünglinge. פֶרַח Jüngling, vgl. אפרוח (arab. فرخ) junger Vogel.",
+ "führen ihn aus dem Vorhofe hinaus und zerschmettern ihm mit Holzscheiten. גזיר (von גזר schneiden) ein Stück, Holzscheit.",
+ "durch Gottes Hand. Diese Strafe (מיתה בידי שמים) ist von der himmlischen Ausrottung (כרת) verschieden dadurch, dass letztere noch nach dem Tode in der zukünftigen Welt den Sünder trifft, während erstere nur den Tod in dieser Welt bringt und damit die Sünde vollständig sühnt. So Maimonides, anders Raschi und Tos.; vgl. Jebamot 2a, Tosaphot v. אשת."
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+ "Ganz. In den Ausgaben des bab. Talmuds ist unser Abschnitt der 11. und der folgende Abschn. der 10. Indessen geht aus Babli Anf. Makkot hervor, dass auch nach der Ansicht des babylonischen Talmuds der Tr. Sanhedrin mit dem Abschnitt הנחנקין endigt, da auf dessen letzte Mischna der Anfang des Tr.’s Makkot sich bezieht. Ausserdem setzt unser Abschnitt (חלק) die Bestimmungen des Abschn. IX fort, indem hier in Mischna 4 ff. die näheren Vorschriften über עיר הנדחת (IX, 1) gegeben werden, nachdem der vorige Abschn. (IX, 1 ff.) die näheren Bestimmungen über רוצח mitgeteilt hat. Da nun von den Einwohnern der עיר הנדחת in M. 4 gelehrt werden soll, dass sie keinen Anteil an der zukünftigen Welt haben, so werden zuerst noch die anderen Sünder aufgezählt, die der ewigen Seligkeit nicht teilhaft werden (vgl. aber חי׳ ר״ן Anf. Abschn. הנחנקין und weiter Note 41). Erst nachdem mit den Vorschriften über עיר הנדחת (X, 4 — 6) die Bestimmungen über die נהרגין (IX, 1) vollendet sind, folgt der Abschn. הנחנקין, der die vierte und letzte Klasse der Hingerichteten behandelt. Es ist daher die Ordnung der Abschnitte, wie sie die Mischna- und Jerusch.-Ausgaben haben, die richtige.",
+ "Israel. Hiermit sollen nicht andere Völker ausgeschlossen werden, s. weiter Note 21. Es wird vielmehr gelehrt, ganz Israel, selbst die zum Tode Verurteilten, von denen bisher die Rede war, haben, nachdem sie ihre Strafe erlitten, Anteil an der zukünftigen Welt, s. oben VI, 2.",
+ "hat Anteil an der. Wörtlich: für die z. W., d. h. ein Teil, das ihnen für die Zukunft aufbewahrt ist (Ps. 31, 20).",
+ "zukünftigen Welt. Nach Maimonides (s. ה׳ תשובה VIII) die Welt der Geister (עולם הנפשות), wo die Seele des Menschen in der Erkenntnis Gottes und seiner Wahrheit der höchsten Seligkeit teilhaft wird, von der er in seiner irdischen Hülle sich keinen Begriff machen kann, die keines Propheten Auge geschaut und die nur Gott allein bekannt ist (Jes. 64, 3). Dagegen verstehen R. Me’ir Halevi (im יד רמה und כתאב אלרסאייל), Nachmanides (im שער הגמול) und Bartenora hier unter עוה״ב die Welt nach der Auferstehung der Toten, die einst wieder aufleben und mit ihrem Leibe, doch ohne leibliche Bedürfnisse, (wie Essen, Trinken und dergl.) eines ewigen Lebens teilhaft werden. Nach Albo (Ikkarim IV, 31) ist hier עוה״ב der Inbegriff alles Heils, das dem Menschen nach dem Leben hienieden zu Teil wird, sowohl das Seelenheil sofort nach dem Tode, als auch die höhere Stufe der Seligkeit, die nach der Auferstehung der Toten erreicht wird.",
+ "für ewig werden sie besitzen das Land. Hiermit ist das Land des ewigen Lebens (ארץ חיים) gemeint (Ps. 27, 13).",
+ "ein Zweig meiner Pflanzungen. Das Land des ewigen Lebens ist, wie das in Gen. 2, 8 genannte Paradies (גן עדן), eine Pflanzung Gottes.",
+ "die Auferstehung der Toten. Hiermit ist nach allen jüdischen Erklärern eine leibliche Auferstehung, die Wiedervereinigung des Körpers mit der Seele gemeint, wie dies im Buche Daniel 12, 2; 13 deutlich geschrieben steht. Der Glaube an die Auferstehung, der von den Samaritanern und Sadducäern bestritten wurde, ist wegen seiner Wichtigkeit in der zweiten Benediction des täglichen Hauptgebetes, sowie in vielen andern Gebeten ausgesprochen. Die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele dient diesem Glauben als Voraussetzung. Über einzelne Punkte der Auferstehungslehre sind die jüdischen Religionsphilosophen geteilter Ansicht (s. Albo Ikkarim IV, 35).",
+ "sei nicht von der Thora herzuleiten. Wenn er auch an die Auferstehung glaubt, jedoch nicht für dieselbe die Deductionen der Weisen aus der Thora anerkennt (Raschi). Indessen liest יד רמה (u. A.): הכופר בתחיית המתים, wonach hier von dem, der die Auferstehung gänzlich negiert, die Rede ist.",
+ "die Thora sei nicht von Gott. שמים für Gott, s. oben VI, Note 49.",
+ "und ein Epikuräer. Eπιχούρϵως, Epikuräer. Ursprünglich einen Anhänger des Philosophen Epikur bedeutend, der die menschliche Glückseligkeit in der Lust fand, wurde dieses Wort später als Bezeichnung für „Freidenker, Gesetzesverächter“ gebraucht, so dass nach dem Talmud derjenige ein אפיקורוס ist, der von den Gesetzeslehrern oder gar von der Lehre selbst verächtlich spricht; denn (so begründet dies Jerusch.) wenn man von einem Stein-Gewölbe einen einzigen Stein herauszieht, so sind sämtliche Steine erschüttert.",
+ "Auch wer auswärtige Bücher. Nach einer Ansicht im Talmud sind es die Bücher der Minim (s. oben IV, Note 47). Ebenso sind die חיצונים in Megilla IV, 8 Häretiker (Draussenstehende). Nach einer andern Ansicht ist auch das Buch des Ben Sira zu lesen verboten. Jerusch, nennt noch das Buch des Ben La’ana. Im Midrasch zu Kohelet 12, 12 heisst es: „Wer mehr als 24 Bücher (die kanonischen Schriften) in sein Haus bringt, der bringt eine Verwirrung in sein Haus, wie z. B. die Bücher des Ben Sira und Ben Togla; die nur zum Lesen gegeben sind, aber nicht zur Anstrengung des Körpers.” Hiernach sind unter ספרים חיצונים alle ausserkanonischen Schriften verstanden. Es ist jedoch nur das (anstrengende) Studium derselben verboten, das bloße Lesen aber ist gestattet. Sprüche aus dem Buche des Ben Sira (Sirach) werden oft in den Talmuden und Midraschim citirt. Die Worte גנזוהו רבנן להאי ספרא דב׳׳ס (die Rabbinen haben das Buch des Ben Sira verborgen), die (nach Manuskripten und יד רמה) im Babli 100 b von Rab Joseph gesagt werden, zeigen vielleicht, dass dieses Buch ehedem zu den kanonischen Schriften gezählt wurde.",
+ "liest und wer über eine Wunde. Nachdem er vorher darauf gespieen hat (Talmud).",
+ "denn ich der Ewige bin dein Arzt. Dasselbe gilt von jedem andern den Gottesnamen enthaltenden Bibelvers; nach einigen selbst von Versen, in denen kein Gottesname steht (Talmud).",
+ "Auch wer den Namen (Gottes. Das Tetragrammaton; nach Raschi (101 b) den Gottesnamen von 42 Buchstaben (Kidduschin 71a).",
+ "mit seinen Buchstaben. Den vierbuchstabigen Gottesnamen (שם הויה) durfte man nur im Heiligtume aussprechen, ausserhalb desselben (בגבולין) musste er mit den Buchstaben אדני (oder אלהים) gelesen werden (vgl. Sota VII, 6).",
+ "ausspricht. Nach der Art, wie die Samaritaner schwören (Jerusch.). Eine Baraita im Babli erklärt: בלשון עגה. Dies bedeutet wohl auch: nach der Art der Samaritaner, bei denen אגא das Aussprechen des Tetragrammaton bedeutet, denn ויקב (Lev. 24, 11) übersetzt der Samaritaner ואגא. — Im Talmud werden noch einige Sünden hinzugefügt, wegen derer man des Anteils an der zukünftigen Welt verlustig wird. Doch gilt Alles nur von Denen, die nicht zu Gott zurückgekehrt sind; durch Rückkehr zu Gott (תשובה) dagegen werden alle Sünden vergeben."
+ ],
+ [
+ "Drei Könige und vier Privatmänner. הדיוט VII, Note 92 a.",
+ "haben keinen Anteil an der zukünftigen Welt. Obgleich dieselben grosse und weise Männer waren.",
+ "Die drei Könige sind: Jerobeam, Achab und Menascheh. R. Jehuda sagt: Menascheh hat Anteil an der zukünftigen Welt, denn es heisst (2. Chr. 33, 13): „Und er betete zu ihm, und er liess sich von ihm erbitten und erhörte sein Flehen und brachte ihn zurück nach Jerusalem in sein Königreich.” Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "er hat ihn aber nicht zum Leben der zukünftigen Welt zurückgebracht. Da seine Rückkehr nur aus Furcht geschah und nicht vollkommen war.",
+ "Bileam. Da Bileam kein Israelit war, so schliesst der Talmud mit Recht hieraus, dass auch von andern Völkern nur die Ruchlosen, wie Bileam, der ewigen Seligkeit nicht teilhaft werden, die Frommen aber Anteil an der zukünftigen Welt haben, wie dies in der Tosephta von R. Josua ausdrücklich gelehrt wird."
+ ],
+ [
+ "der Sintflut hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt und wird nicht zum Gericht. Zum zukünftigen grossen Gerichte nach der Auferstehung der Toten.",
+ "kein Gericht und keinen Geist. Es wird kein Lebensgeist über sie kommen, um sie vom Tode zu erwecken, s. Ezech. 37, 9 f.",
+ "der Teilung. Da die Erde geteilt ward. Gen. 10, 25.",
+ "in der zukünftigen Welt. Dies wird aus der Wiederholung der Angabe in V. 9 deduziert.",
+ "in der zukünftigen Welt. Der zweifache Frevel verdient eine zweifache Strafe.",
+ "Sie. Ebenso auch das דוד הפלגה.",
+ "Weder jene. Das Geschlecht der Sintflut.",
+ "noch diese. Die Einwohner von Sedom.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "sie werden aber stehen in der Gemeinde der Frevler. Um gerichtet zu werden.",
+ "Die Kundschafter. Von מרגלים bis במגפה לעוה״ב fehlt im Jeruschalmi.",
+ "in der zukünftigen Welt. Es wird dies aus den Worten: „vor dem Ewigen“ deduziert.",
+ "hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt und wird nicht zum Gerichte auferstehen. Dies bezieht sich auch auf die Kundschafter, — gegen מהרש״א.",
+ "In dieser Wüste sollen sie daraufgehen und da sollen sie sterben. D. h. sie sollen für immer sterben und nicht auferstehen.",
+ "dies die Worte des R. Akiba. R. Eliéser sagt: Von ihnen heisst es vielmehr (Ps. 50, 5): „Versammelt mir meine Frommen, die meinen Bund schliessen über dem Opfer. Mit diesem Geschlechte hat Gott über Opfern einen Bund geschlossen, wie in Exod. 24, 5—8 berichtet wird.",
+ "Die zehn Stämme. Die Sancherib in die Verbannung geführt.",
+ "werden niemals wieder zurückkommen. Von dem Lande ihrer Verbannung.",
+ "so gingen sie auch dahin und kehren nicht wieder. Wenn der Talmud in Erachin 33 a erzählt, dass sie der Prophet Jeremía zurückgeführt hat, so waren dies nicht alle zehn Stämme, sondern nur ein Teil derselben (Raschi).",
+ "Wie der Tag finster wird. Am Abend.",
+ "und wieder leuchtet. Am andern Morgen. — R. Elieser fasst den Ausdruck יום als „Sonne“, wie in Joma 62b."
+ ],
+ [
+ "Die Bewohner einer verderbten Stadt. Jerusch., ebenso יד רמה und חי׳ ר״ן lesen nicht die Worte: אין להם חלק לעולם הבא שנאמר. Nach R. Meïr Halewi und R. Nisim haben auch die Bewohner einer verderbten Stadt, da sie getötet werden, Anteil an der zukünftigen Welt (s. aber Note 42). Die Mischna kehrt vielmehr nach einer Digression über den Anteil an der zukünftigen Welt wieder dahin zurück, nähere Bestimmungen über die in IX, 1 genannten Verbrecher zu geben.",
+ "haben keinen Anteil an der zukünftigen Welt. Wenn sie nicht getötet werden; wenn sie aber gerichtet und getötet werden, so ist ihr Verbrechen gesühnt (Tos. Jom Tob). Aus dem folgenden Schriftbeweis ist aber zu ersehen, dass sich der Satz auf die Verführer bezieht, welche als solche, die Viele zur Sünde verleiten, ebenso wie Jerobeam, keinen Anteil an Olam habba haben (s. Abot V, 18).",
+ "Söhne der Ruchlosigkeit. Nach Bart, wird בליעל hier wie בלי יעל gedeutet (nicht heraufkommend, nicht auferstehend).",
+ "herausgegangen. Aus יצאו wird deduziert, dass sie aus der Gesamtheit Israels, die der zukünftigen Welt teilhaft wird, ausgetreten sind (vgl. יד רמה). Auch in Lev. 24, 10 wird ויצא von M. rabba und Tanchuma in ähnlicher Weise gedeutet.",
+ "aus deiner Mitte und haben die Bewohner ihrer Stadt verführt.” Sie. Die Bewohner einer verderbten Stadt.",
+ "wenn ihre Verführer aus der nämlichen Stadt. Denn es heisst: „ihrer Stadt.“",
+ "und vom nämlichen Stamme. Denn es heisst: „aus Deiner Mitte.”",
+ "wenn der grösste Teil der Stadt verführt worden ist. Dies lehrt der Ausdruck: „die Bewohner ihrer Stadt.“",
+ "so werden sie wie Einzelne. Die Götzen gedient haben.",
+ "behandelt. Sie werden gesteinigt und ihr Vermögen wird gerettet.",
+ "Es sind ferner bei Jedem. Der zum Götzendienst verführt worden.",
+ "zwei Zeugen und Verwarnung nötig. Es werden für die verderbte Stadt viele Gerichtshöfe eingesetzt, damit sie jeden Einzelnen richten. Stellt es sich heraus, dass die Mehrheit der Stadt wegen Götzendienstes des Todes schuldig ist, so werden alle Schuldigen vor das grosse Synedrium gebracht (I, 5) und dort als Bewohner einer verderbten Stadt verurteilt. Findet man nicht die Mehrheit schuldig, so werden die Schuldigen wie Einzelne behandelt.",
+ "Darin werden die Einzelnen strenger. חומר B. batra VIII, Note 92.",
+ "weshalb ihr Vermögen gerettet wird. Da man in Bezug auf die Todesart mit Strenge verfährt, wird hinsichtlich des Vermögens Milde angewendet."
+ ],
+ [
+ "Eine Eseltreiber. חמרת Kollektivform von חַמָר (Eseltreiber), arab. حمَّارَة, ebenso גמלת von גַמׇּל.",
+ "die von einem Orte zum andern zieht. Und sich in der Stadt 30 Tage aufhält, so dass sie zu den Einwohnern der Stadt gerechnet wird (Talm.).",
+ "kann sie. Die Stadt.",
+ "retten. Wenn diese Gesellschaft sich nicht verführen liess und dadurch eine Mehrheit von Nichtschuldigen sich findet. Umgekehrt kann durch eine solche Gesellschaft, wenn sie mit verführt wurde, eine Mehrheit der Schuldigen gefunden und die Zerstörung der Stadt bewirkt werden; die Mischna nimmt aber den günstigen Fall an.",
+ "dass das Vermögen der Gerechten. Unter den Stadtbewohnern.",
+ "das Vermögen der Schuldigen. Unter den Stadtbewohnern."
+ ],
+ [
+ "Hat sie keinen Marktplatz. Ein Platz, wo die Bewohner der Stadt sich versammeln.",
+ "so zieht man denselben herein. Indem man die Stadtmauer über den Marktplatz hinaus rückt.",
+ "die geheiligten Dinge. Die lösbar sind, wie die Gegenstände, deren Erlös für die Reparatur des Tempels bestimmt ist (קדשי בדק הבית). Altar-Opfer (קדשי מזבח), die nicht lösbar sind, lässt man zu Grunde gehen, da sie nicht geopfert werden dürfen.",
+ "sollen ausgelöst werden. Dann werden sie verbrannt (Maimon.); nach ראב״ד sind sie dann erlaubt.",
+ "die Hebe. Die bereits dem Priester gegeben worden ist und als dessen Vermögen betrachtet wird.",
+ "lässt man verfaulen. Sie wird nicht verbrannt, da sie heilig ist und nicht geringschätzig behandelt werden darf. — Dagegen fällt die Hebe, die der Israelit noch nicht an den Priester abgeliefert hat, als „Beute Gottes“ nicht der Vernichtung anheim; sie wird vielmehr einem Priester, der in einer andern Stadt wohnt, gegeben.",
+ "der zweite Zehnt. Der als „heilig“ bezeichnet und deshalb nicht verbrannt wird (Lev. 27, 30).",
+ "und die heiligen Schriften sollen verborgen werden. Da dies Privateigentum der Bewohner der verderbten Stadt ist, so ist es zur Benutzung verboten; es muss daher verborgen werden, damit man es nicht irrtümlich benutze.",
+ "als würdet ihr mir ein Ganzopfer. Dies wird aus כליל deduziert, das auch Ganzopfer bedeutet.",
+ "man darf nicht einmal Frucht-und Lustgärten. פרדס == παράδϵισος.",
+ "daraus machen. Sie muss „ein ewiger Schutthaufen“ bleiben.",
+ "darf sie nicht wieder aufgebaut werden. Der Ausdruck לא תבנה עוד verbietet nur Häuser zum Bewohnen (wie es vorher war); R. Jose meint aber, das hinzugefügte עוד bedeute „ganz und gar“ (sie werde ganz und gar nicht erbaut).",
+ "[auf. Die eingeklammerten Worte sind nach Jerusch. hinzugefügt.",
+ "denn so lange die Frevler. Diebe, die vom Banngut stehlen, wie Achan (Jos. 7, 1).",
+ "so entweicht. סלק aram. hinaufsteigen, Nithpa. sich entfernen.",
+ "die Zornglut von der Welt. Vgl. Jos. 7, 26."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Folgende werden erdrosselt. Wo in der Thora eine Todesstrafe, ohne nähere Bestimmung, verhängt wird, ist damit die Erdrosselung gemeint (Talm. 52b).",
+ "Gerichtshofes sich auflehnender Gelehrter. זקן ein Alter, Senator; so wird in der Mischna oft ein Gesetzeslehrer genannt.",
+ "die falschen Zeugen wider eine Priesterstochter. S. weiter Mischna 6 Ende.",
+ "und wer mit einer solcher Unzucht treibt. S. oben IX, Note 2.",
+ "frei ist. Da bei Toten keine Verwundung stattfinden kann.",
+ "wenn er dieselbe in sein Gebiet. Denn es heisst (Exod. 21, 16): „und er wird in seiner Hand gefunden;“ der Ausdruck „Hand (יד)“ bedeutet aber soviel wie רשות (Besitz), vgl. Num. 21, 26.",
+ "Erst dann wenn er dieselbe in sein Gebiet gebracht und sich ihrer bedient hat. Und der Dienst mindestens eine Peruta wert ist. Auch nach dem ersten Tanna ist der Dieb nur dann schuldig, wenn er sich von der gestohlenen Person bedienen lässt, der Dienst braucht aber nicht eine Peruta wert zu sein (Talmud).",
+ "Wenn Jemand seinen Sohn. Der noch minderjährig ist.",
+ "Sohn des. רבי ישמעאל בנו של fehlt im Jerusch, u. A.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für frei. Denn es heisst: „und er wird in seiner Hand gefunden;“ dies schliesst den aus, der immer unter seiner Hand ist.",
+ "der halb Sklave und halb Freigelassen er ist. S. Gittin IV, 5.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für frei. Dies wird aus den Worten: מבני ישראל„ von den Kindern Israels“ (Deut. 24, 7) deduziert."
+ ],
+ [
+ "Drei Gerichtshöfe waren dort. In Jerusalem.",
+ "einer. Ein kleines Synedrion von 23.",
+ "sass. יושב fehlt im Jerusch.",
+ "am Eingänge des Tempelberges. Am östlichen Thore des Vorhofes der Frauen (עזרת נשים, Raschi).",
+ "einer. Ein kleines Synedrion von 23.",
+ "sass. יושב fehlt im Jerusch.",
+ "am Eingange des Vorhofes. Des Vorhofes der Israeliten (עזרת ישראל, Middot V, 1).",
+ "und einer sass. יושב fehlt im Jerusch.",
+ "in der Quader - Halle. Einer aus Quadersteinen gebauten Halle, die nach Middot V, 4 im Norden des Israeliten-Vorhofes und nach Joma 25a zur Hälfte ausserhalb dieses Vorhofes im nichteiligen Raume lag. Nach Schürer (Stud. u. Krit. 1878 S. 608—626 wäre die לשכת הגזית „die Halle am Xystos“ (גזית == ξυστός, LXX 1. Chron. 22, 2; Amos 5, 11) und an der westlichen Grenze des Tempelberges gelegen (vgl. Josephus B. J. V, 4, 2 und II, 16, 3).",
+ "Man. Der Gelehrte, welcher eine gesetzliche Entscheidung getroffen hat, sowie seinen Kollegen, welche diese Entscheidung bestritten haben.",
+ "so habe ich erklärt. דרש die Schrift vermittels der Auslegungsregeln erklären.",
+ "so habe ich gemeint. למד oder לימד (die LA. schwankt) bedeutet wohl hier: „nach seinem Dafürhalten (סברא) eine Entscheidung treffen.“",
+ "Haben sie. Die Richter am Tempelberge.",
+ "nun darüber eine Überlieferung. שמע er hat gehört, d. h. er hat eine Tradition.",
+ "so kommen sie. Die in Note 15 Genannten. עין יעקב u. A. lesen richtiger: אלו ואלו באים, wonach die Richter des Tempelberges mitkommen (s. Note 22).",
+ "Haben sie. Die Richter am Vorhofe.",
+ "so kommen diese und jene. Die Anfragenden und die kleinen Synedria.",
+ "zu dem hohen Gerichtshofe. Dem grossen Synedrion.",
+ "von dem die Lehre. Die endgültige Entscheidung, der Alle folgen müssen.",
+ "gelehrt hat. Jerusch, liest: שהוא למור (wie er gewohnt ist).",
+ "hat er aber für die Ausübung. Für die praktische Anwendung des Gesetzes.",
+ "so ist er schuldig. Er wird mit Erdrosselung bestraft.",
+ "Ein Schüler. Der noch nicht befugt ist, gesetzliche Entscheidungen zu treffen.",
+ "ist nicht schuldig. Denn die Thora hat bei diesem Gesetze nur die zur Entscheidung befugten Gesetzeslehrer für strafbar erklärt, „damit nicht viele Streitigkeiten in Israel entstehen“.",
+ "demnach bewirkt seine schwere Sünde. Dass er als Unbefugter eine gesetzliche Entscheidung getroffen hat.",
+ "ihm eine Erleichterung. Dass seine Auflehnung gegen das oberste Gericht nicht bestraft wird."
+ ],
+ [
+ "Die. Diese ganze Mischna fehlt in ed. Neapel.",
+ "Auflehnung gegen die Worte der Schriftgelehrten. סופרים 1. Chron. 2, 55; Esra 7, 6 Schriftgelehrte, γραμματϵῖς (Sirach 38, 24). — דברי סופרים sind hier die Lehren, welche die Schriftgelehrten aus der Thora deducirt haben.",
+ "es giebt keine Tephilinpflicht. Man ist nicht verpflichtet, Tephilin anzulegen.",
+ "ist nicht strafbar. Denn er hat damit keine gesetzliche Entscheidung von Belang getroffen, da Jeder sich darüber aus der Schrift belehren kann.",
+ "es sind fünf Gehäuse. טוטפות werden die Kopf-Tephilin in Deut 6, 8 und 11, 18 genannt, deren Kapsel in vier Gehäuse abgeteilt ist, in deren jedem ein auf Pergament geschriebener Abschnitt des Pentateuchs sich befindet (Exod. 13,’1—10; 11—16; Deut. 6, 4—9; 11, 13—21). Ein jedes dieser Gehäuse heisst hier טוטפת."
+ ],
+ [
+ "Man tötet ihn nicht durch das Gericht seiner Stadt. Wiewohl er durch dasselbe gerichtet und verurteilt werden kann.",
+ "auch nicht durch das Gericht zu Jabneh. Jamnia, wo das grosse Synedrion kurz vor, sowie nach der Zerstörung Jerusalems seinen Sitz hatte (Rosch ha-Schanah 31).",
+ "sondern. Hier ist zu ergänzen : „auch tötet man ihn nicht sogleich, sondern man bringt u. s. w.“, vgl. Tosephta XI, 7.",
+ "wo man ihn bis zum Feste bewacht und ihn während der Festeszeit. An den Mittelfeiertagen (חול המועד).",
+ "Man darf seine Bestrafung nicht aufschieben. ענה (arab. (انى) hinausschieben, dazu עונה bestimmte Zeit (Barth, Etym. Stud. 17).",
+ "ist vom Gerichte zum Tode verurteilt worden. Mit Angabe seines Verbrechens."
+ ],
+ [
+ "was er nicht vernommen. Nicht von Gott und nicht von einem andern Propheten.",
+ "und was nicht ihm offenbart worden ist. Sondern einem andern Propheten.",
+ "der wird durch Menschenhände getötet. Denn es heisst (Deut. 18, 20): „Der Prophet, der freveln wird, in meinem Namen etwas zu reden (was ich überhaupt nicht gesprochen, oder) was ich nicht ihm (sondern einem andern) zu reden geboten habe … dieser Prophet sterbe;“ vgl. Note 1.",
+ "wer aber seine Prophezeihung unterdrückt. Gott befiehlt ihm zu prophezeihen, und er will nicht gehorchen, wie Jonah Sohn Amittai’s.",
+ "wer die Worte eines Propheten missachtet. ויתר (mit על) etwas als überflüssig halten, gleichgültig behandeln, nicht achten.",
+ "der seine eigenen Worte übertritt. Wie der Prophet in 1. Kön. 13, 26.",
+ "Ich werde es von ihm fordern. Alle drei Fälle sind in dem Satze: דברי אשר לא ישמע אל (wer auf meine Worte nicht hören wird) enthalten."
+ ],
+ [
+ "so hat der fremde Gott gesagt. Wie es heisst (Deut. 18, 20): „wer im Namen eines fremden Gottes reden wird.“",
+ "Sobald sie in den Besitz des Mannes zur Heirat übergegangen. Der Vater hat sie den Boten des Mannes übergeben, der sie zur Heirat abholen liess.",
+ "wiewohl sie noch nicht geehelicht worden ist. Der Gatte hat ihr noch nicht ehelich beigewohnt.",
+ "wird der ihr Beiwohnende. Der Ehebrecher",
+ "mit Erdrosselung. Nicht mit Steinigung, weil sie nicht mehr im väterlichen Hause ist, s. oben VII, Note 91—92.",
+ "denn. Die Münchener Hschr. liest כל anstatt שכל; Jerusch, hat זוממין.",
+ "alle falschen. הא כל, s. Makkotl, 1.",
+ "Zeugen kommen früher. השכם == הקדם (nach dem Aram.) früher kommen; d. h. bevor sie den Angeklagten zum Tode bringen, werden sie selbst getötet, vgl. הבא להרגך השכם להרגו (Talm. 72 a); gegen die Sadducäer, Makkot I, 6.",
+ "mit Ausnähme der falschen Zeugen wider eine Priesterstochter. Wiewohl sie der Priesterstochter den Feuertod zugedacht haben, werden sie nicht verbrannt, sondern sie erleiden die Strafe der Erdrosselung, die sie dem angeblichen Buhlen zugedachten (IX, 2).",
+ "und ihren [angeblichen] Buhlen. Nach Raschi und Maim. gilt dies nur, wenn die Zeugen auch die Verurteilung des Buhlen herbeizuführen strebten; ist aber dieser nicht bekannt oder nicht strafbar, und die Zeugen erheben nur gegen die Priesterstochter ihre falsche Anklage, so werden sie mit Verbrennung bestraft. Die Tosaphot (Makkot 2a v. זוממי) dagegen meinen, dass die Zeugen auch in letzterem Falle nur mit Erdrosselung bestraft werden. Hiernach ist das Wort ובועלה hier überflüssig und steht nur, weil der Wortlaut in Mischna 1 so ist, wo ובועלה nicht zu וזוממי gehört."
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+ "versionNotes": "Ordnung Seraïm, übers. und erklärt von Ascher Samter. 1887.
Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "Es gibt zwei Arten. Bejahende und Verneinende.",
+ "von Eiden. Es ist hier nur von Eiden die Rede, die keinem Andern zum Nutzen oder Schaden gereichen, womit man entweder für die Zukunft etwas gelobt oder eine Behauptung über etwas Vergangenes erhärtet. Solche Eide heißen: שבועות בטוי Ausspruch-Eide.",
+ "weiche in vier zerfallen. Da jede der beiden Arten promissorisch oder assertorisch sein kann. Näheres wird weiter Abschnitt III, M. 1 angegeben.",
+ "Das Wissen der Unreinheit. In Lev. 5, 3 ff. wird bestimmt, dass man wegen Unreinheits-Sünden, die man aus Versehen begangen und dann erfahren hat, ein auf- und absteigendes Opfer bringen solle. Da die Opferpflicht, wie weiter M. 2 gelehrt wird, vom „Wissen“ abhängig ist, so werden die vier Fälle, in denen man zum Opfer verpflichtet ist, als ידיעות הטומאה bezeichnet.",
+ "hat zwei Arten. Der Unreine kann sich dadurch versündigen, dass er 1) ins Heiligtum geht, 2) heilige Opferspeise isst.",
+ "welche in vier zerfallen. Das Versehen bei jeder der beiden Sünden kann entweder darin bestehen, dass man die Unreinheit vergessen, oder darin, dass man die Heiligkeit des Ortes resp. der Speise nicht kennt. Näheres weiter Abschn. II, M. 1.",
+ "Das Hinaustragen. Aus einem Gebiete in ein anderes, und zwar entweder aus einem Privatgebiet (רשות היחיד) in ein öffentliches Gebiet (רשות הרבים), oder umgekehrt. Ersteres heißt הוצאה (Austragen), letzteres הכנסה (Hineinbringen).",
+ "am Sabbat hat zwei Arten. Die Transportation kann durch einen Draußenstehenden (in der Mischna „עני der Arme“ genannt), oder durch einen im Hause Befindlichen (בעל הבית Hausherr) bewerkstelligt werden.",
+ "welche in vier zerfallen. Da die Transportation eine הוצאה oder eine הכנסה sein kann (Note 7). Hier werden nur die nach der Tora verbotenen 4 Arten der Transportation aufgezählt. Im Tr. Sabbat I, 1 wo die Details näher angegeben sind, werden noch 4 rabbinische Verbote hinzugefügt.",
+ "Das Ansehen der Aussatzschäden hat zwei Arten. Nämlich 1) בהרת ein schneeweißer Aussatzschaden, 2) שאת ein wollweißer Schaden.",
+ "welche in vier zerfallen. Indem jeder der genannten Hauptschäden (אבות) noch eine Unterart תולדה hat, die in Lev. 13, 2 ספחת genannt wird. Die תולדה von בהרת ist kalkweiß, und die von שאת weiß wie ein Eihäutchen; näheres im Tr. Negaïm I, 1."
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+ "War. Die Vorschriften über die Eide, die zahlreicher sind, werden erst später, von Abschn. III an, ausgeführt. Zuerst wird über ידיעות הטומאה abgehandelt, wobei nicht so viele Bestimmungen existieren.",
+ "am Anfang. Bevor er die Sünde begangen.",
+ "und am Ende. Nachdem er die Sünde begangen.",
+ "das Wissen. Nach der Sünde kann er selbstverständlich nur das Sühnopfer bringen, wenn ihm seine Sünde bewusst wird, wie es heißt (Lev. 5, 3): „Er aber erfährt es und ist schuldig“. Aber auch — und dies ist die charakteristische Eigentümlichkeit dieser Gesetzesbestimmung — vor der durch die Betretung des Heiligtums oder den Genuss der heiligen Speise begangenen Sünde muss ihm sowohl die Vorschrift seiner Unreinheit als auch die der Heiligkeit dieses Ortes resp. dieser Speise bekannt gewesen sein. Fehlte dieses „Wissen am Anfang“ (ידיעה בתחילה), so wird das betr. Opfer (עולה ויורד) nicht dargebracht; denn es heißt (Lev. 5, 3): ונעלם ממנו (und es entfällt ihm), daraus ist zu schließen, dass er es Anfangs gewusst hat.",
+ "während in der Zwischenzeit. Während der Versündigung.",
+ "Unwissenheit. Entweder über seine Unreinheit oder über die Heiligkeit des betretenen Ortes, resp. der genossenen Speise.",
+ "so ist man ein auf- und absteigendes Opfer. Der Reiche bringt ein weibliches Schaf oder eine Ziege, der Arme zwei Tauben, der Allerärmste ein Mehlopfer (Lev. 5, 6 13).",
+ "so bewirken der im Innern bereitete. Dessen Blut im Allerheiligsten und im Tempel gesprengt wird.",
+ "Sündopferbock. Vom Versöhnungstage, Lev. 16, 15.",
+ "und der Versöhnungstag. Der Versöhnungstag bewirkt an und für sich, abgesehen von allen an diesem Tage ausgeübten Geboten, Versöhnung, resp. Suspension der Strafe.",
+ "Strafe. חולה es suspendiert (sc. die Strafe). Auch der aus Irrtum Sündigende ist strafwürdig, da er es an der nötigen Vorsicht fehlen ließ.",
+ "bis es ihm bekannt wird. Dass er in seiner Unreinheit das Heiligtum betreten, resp. Heiliges gegessen."
+ ],
+ [
+ "Fand am Anfang kein Wissen statt. Nach dem Talmud ist dies nur bei Einem, der von seiner Kindheit an zwischen Heiden gefangen war (תינוק שנשבה לבין הנכרים), der Fall, da sonst durch die bei jedem Juden von der Schule her vorauszusetzende Gesetzeskunde (ידיעת בית רבו) allein auch der Anforderung von ידיעה בתחילה (Note 15) Genüge geleistet wird.",
+ "aber am Ende war das Wissen vorhanden. Nachdem er die Sünde begangen, wurde er über seine Verirrung aufgeklärt.",
+ "so versöhnen ihn der draußen bereitete. Dessen Blut auf den Altar des Vorhofes gegeben wird.",
+ "Sündopferbock. Das Sündopfer des Versöhnungstages, das in Num. 29, 11 vorgeschrieben ist und zu den Mussaphim (Zusatzopfern für die Feste) gehört.",
+ "und der Versöhnungstag. Der Versöhnungstag bewirkt an und für sich, abgesehen von allen an diesem Tage ausgeübten Geboten, Versöhnung, resp. Suspension der Strafe.",
+ "Außer. Vorher steht: „ein Ziegenbock zum Sündopfer“; das ist das Mussaph-Sündopfer.",
+ "dem Sündopfer der Versöhnung. Das ist der im Innern bereitete Sündopferbock. Diese beiden Sündopfer werden sonach in gewisser Beziehung einander gleichgestellt.",
+ "wobei ein Wissen. Am Anfang.",
+ "vorhanden war. Wie oben M. 2 angegeben ist.",
+ "wobei ein Wissen. Am Ende."
+ ],
+ [
+ "War weder am Anfang noch am Ende. Nämlich vor der Darbringung der im Folgenden erwähnten ihn versöhnenden Sündopfer; später mag er sich seiner Sünde bewusst geworden sein.",
+ "so versöhnen ihn die Sündopferböcke der Festtage und die der Neumond-Tage. Die in Num. 28 und 29 vorgeschrieben sind.",
+ "Jehuda’s. Denn beim Neumond-Sündopfer heißt es (Num. 28, 15): „zum Sündopfer dem Ewigen“, dies lehrt, dieses Opfer bewirkt Versöhnnng für die Sünden, die nur dem Ewigen allein bekannt sind. Die Sündopfer der Festtage sind wieder denen der Neumonde gleichgestellt.",
+ "aber nicht die der Neumond-Tage. Wer also vor einem Neumond-Tage eine Unreinheitssünde begangen und nach demselben vor einem Festtage sich seiner Sünde bewusst geworden ist, muss ein Sündopfer darbringen.",
+ "der Unreines. Unrein gewordene Opferspeise.",
+ "Alle Sündopferböcke. Die als Mussaph-Opfer in Num. 28 und 29 für die Fest- und Neumond-Tage und für den Versöhnungstag vorgeschrieben sind.",
+ "versöhnen in gleicher Weise über Unreinheit beim Heiligtum und seinen heiligen Opfer-Speisen. Sowohl für den in voriger Mischna erwähnten Fall, dass wohl am Ende, aber nicht am Anfang Wissen stattfand, als auch für die in dieser Mischna erwähnten Fälle, dass weder am Anfang noch am Ende das Wissen vorhanden war, und dass ein Reiner unrein gewordene Opferspeise gegessen hatte. Bloß für den Fall, dass wohl am Anfang, aber nicht am Ende Wissen stattgefunden, bewirkt der im Innern bereitete Sündopferbock die Versöhnung, wie in M. 2 angegeben.",
+ "Simon gesagt. Die Worte R. Simons werden wiederholt, um dessen Diskussion mit den Weisen anzuschließen. Doch scheint die ganze Stelle: היה ר״ש אומר bis Ende Mischna 5 eine Interpolation zu sein, die erst nach Rabbi eingeschoben worden.",
+ "und der des Versöhnungstages. Der Mussaph-Sündopferbock, Note 27.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "Wie ist es. מהו = מה הוא.",
+ "darf der eine anstatt des anderen. Eig. „darf der eine am Tage des andern“; בזה für ביום של זה.",
+ "dargebracht werden. קרב intr. statt pass. des transit.",
+ "Er darf dargebracht werden. Wenn z. B. der Sündopferbock des Versöhnungstages verloren gegangen ist, und man an dessen Stelle einen andern dargebracht, so darf man, wenn der verlorene wieder gefunden wird, denselben an einem Neumond- oder Festtage als Mussaph dieses Tages darbringen.",
+ "wie kann der Eine anstatt des Andern dargebracht werden. Diesen Einwand kann nur R. Meïr mit Recht erheben, der oben behauptet: „Alle Sündopferböcke versöhnen in gleicher Weise“. Teilweise hätte er diesen Einwand auch gegen den ersten Tanna (R. Jehuda) richten können, da auch nach ihm wenigstens die Versöhnungskraft des Versöhnungstags-Mussaphs von der der Neumond- und Festtage verschieden ist, wenn auch die Mussaphim der beiden letzteren in dieser Beziehung einander gleich sind.",
+ "Alle kommen zu versöhnen für Unreinheits-Sünden beim Heiligtum und dessen heiligen Opferspeisen. Da nun alle Sünden, für die durch die Mussaph-Opfer versöhnt wird, etwas Gemeinsames haben, so darf das eine Opfer anstatt des andern dargebracht werden."
+ ],
+ [
+ "sagt in seinem. Des R. Simon. „R. Simon“ ohne weitere Bezeichnung ist R. Simon ben Jochaï.",
+ "Da sagten sie. Des R. Simon. „R. Simon“ ohne weitere Bezeichnung ist R. Simon ben Jochaï.",
+ "zu ihm. Zu R. Simon ben Jehuda.",
+ "hat auch der Rabbi. R. Simon ben Jochaï. Im Talmud fehlen die Worte אומר היה רבי; danach ist hier die Diskussion der Weisen mit R. Simon ben Jochaï nach der Version des R. Simon ben Jehuda mitgeteilt. לו bezieht sich dann auf R. Simon b. Jochaï.",
+ "Alle kommen zu versöhnen für Unreinheits-Sünden beim Heiligtum und seinen heiligen Opferspeisen. Da nun alle Sünden, für die durch die Mussaph-Opfer versöhnt wird, etwas Gemeinsames haben, so darf das eine Opfer anstatt des andern dargebracht werden."
+ ],
+ [
+ " Folgender Satz ist Fortsetzung der unbestrittenen Lehren der Mischna (סתם משנה).",
+ "Für die vorsätzlich. Aber ohne Verwarnung, bei einer Verwarnung kann nur die Geißelstrafe sühnen.",
+ "die. Dies bezieht sich auf die unvorsätzlichen Sünden.",
+ "bewussten. Es ist ihm bewusst geworden, dass er möglicher Weise eine Ausrottungssünde begangen haben könnte. In solchem Falle hätte er vor dem Versöhnungstage das in Lev. 5, 17—19 vorgeschriebene Schuldopfer (אשם תלוי) darzubringen. Davon befreit ihn die Sühne des Versöhnungstages. Wenn ihm aber bewusst geworden ist, dass er ohne jeden Zweifel eine כרת-Sünde begangen, wofür er ein Sündopfer schuldig ist, so kann ihn die Sühne des Versöhnungstages nicht davon befreien (Talmud).",
+ "die Gebote und Verbote. Dies sind die leichten Übertretungen.",
+ "auch die mit Ausrottung oder gerichtlicher Todesstrafe belegten. Dies sind die schweren.",
+ "der. Zum Asasel, Lev. 16, 22.",
+ "fortgeschickt wird. Mischna 2—6 ist wörtlich in Siphra Achre-Moth Perek 6 zu finden."
+ ],
+ [
+ "Hierin. Betreffs der Versöhnung durch den fortgeschickten Bock.",
+ "sind Israeliten. D. h. Nichtpriester.",
+ "Priester und der gesalbte Priester. Der Hohepriester.",
+ "dass das Blut des Farren die Priester wegen deren Unreinheits-Sünden beim Heiligtum und dessen heiligen Opferspeisen. Wegen aller Sünden, wobei sowohl der im Innern bereitete als der draußen bereitete Sündopferbock für die Nichtpriester Aufschub der Strafe, resp. Versöhnung bewirkt, Mischna 2, 6 und 3.",
+ "Sowie das Blut des im Innern bereiteten Sündopferbocks für die Israeliten versöhnt. Ohne Sündenbekenntnis, da bei diesem Sündopfer kein Sündenbekenntnis stattfindet.",
+ "so versöhnt das Blut des Farren für die Priester. Ebenfalls ohne das Sündenbekenntnis, so dass das in Lev. 16, 6 bei dem Farren vorgeschriebene Sündenbekenntnis (s. Raschi das.) noch eine andere Versöhnung bewirken kann.",
+ "und sowie das Sündenbekenntnis beim fortzusendenden Ziegenbock. Lev. 16, 21.",
+ "so versöhnt das Sündenbekenntnis beim Farren für die Priester. Wegen aller übrigen leichten und schweren Übertretungen, Mischna 6."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "die in vier zerfallen. S. I, Note 4—6.",
+ "Wenn nämlich Jemand unrein geworden. Er berührte z. B. ein Totes Kriechtier (שרץ).",
+ "und er es wusste. S. I, Note 15.",
+ "sich bewusst ist. Dies ist der erste Fall.",
+ "er war aber der Unreinheit sich bewusst. Dies ist der zweite Fall.",
+ "oder Beides. Sowohl die Unreinheit seiner Person als die Heiligkeit der Speise.",
+ "wird von ihm vergessen. Dies ist eigentlich ein dritter Fall, und da weiter bei מקדש ebenfalls drei Fälle erwähnt werden, so hätte die Mischna 6 Arten zählen sollen. Allein es wird jedesmal der dritte Fall, dass beides ihm vergessen war, als in den ersten beiden Fällen enthalten betrachtet und nicht besonders gezählt.",
+ "er isst darauf Heiliges. Dies bezieht sich auf alle drei Fälle.",
+ "und weiß nicht. Dass er eine Sünde begeht, da ihm seine Unreinheit oder die Heiligkeit der Speise oder beides zugleich vergessen war.",
+ "Wurde er unrein. Er berührte z. B. ein Totes Kriechtier (שרץ).",
+ "und wusste es. S. I, Note 15.",
+ "während er das Heiligtum kennt. Das ist nach der Zählung der Mischna der dritte Fall.",
+ "er war sich aber der Unreinheit bewusst. Dies ist der vierte Fall.",
+ "oder Beides. Seine Unreinheit und die Heiligkeit des Ortes",
+ "ward von ihm vergessen. Vgl. Note 7.",
+ "und er geht darauf ins Heiligtum. S. Note 8.",
+ "und weiß nicht. Vgl. Note 9."
+ ],
+ [
+ "ob er in den Vorhof selbst. In den ursprünglichen Vorhof des Heiligtums, s. M. Kelim I, 8.",
+ "oder in den zum Vorhofe. In späterer Zeit.",
+ "Stadt und zu den Vorhöfen. S. Sanhedrin I, Note 48—49.",
+ "der Urim und Tumim. S. Joma VII, 5.",
+ "und des Synedrion von einundsiebzig. S. Joma VII, 5.",
+ "Dazu gehören ferner zwei Dankopferbrote. Nach Nehemia 12, 31, wo der Talmud שתי תודות als zwei „Dankopfer“ erklärt. (Die Neuern erklären תודות als „Lobchöre“). Das hinzugefügte גדולות sagt bestimmt, dass man zwei von den großen Broten der zwei Dankopfer herumgetragen hat; das waren die gesäuerten Brote, nach M. Menachot VII, 1. Die Dankopfer wurden nach der Vorschrift in Lev. 7, 12 ff. dargebracht. Diese brachte man jedoch nur, wenn man die Stadt Jerusalem erweitern wollte; bei Vergrößerung des Tempel-Vorhofes dagegen wurde ein Mehlopfer dargebracht, aus dessen Überresten (שיריים) man zwei Kuchen machte, mit denen man um den hinzugefügten Platz einen Umzug hielt. (Über die Erweiterung Jerusalems durch die Vorstadt Bezetha vgl. Grätz III, 769 ff.).",
+ "und Gesang. Die Leviten begleiteten die Dankopferbrote mit Musikinstrumenten und sangen Ps. 30; nach Einigen auch Ps. 91, VV. 1—9 und Ps. 3.",
+ "Der Gerichtshof geht. Rings um den hinzugefügten Platz.",
+ "mit den zwei Dankopferbroten. D. h.: die zwei Brote wurden, eines hinter dem andern, von zwei Priestern dem Gerichtshofe vorangetragen.",
+ "und zwar hinter denselben. Das Wort אחריהם ist nach dem Talmud auf בית דין zu beziehen, wie aus Nehemia 12, 32 bewiesen wird.",
+ "und ganz Israel folgt ihm. Dem Gerichtshofe.",
+ "Das innere. Das zweite, hinter dem der Gerichtshof unmittelbar einherzog.",
+ "wurde verzehrt. Dies geschah auf Befehl der Propheten.",
+ "das äußere. Das vorangetragene.",
+ "verbrannt. Dies geschah auf Befehl der Propheten.",
+ "Alles. Das hinzugefügte Territorium.",
+ "gemacht wurde. Feierlich konsekriert wurde.",
+ "nicht schuldig. Wenn der Raum auch eine Appendix des Tempel-Vorhofes war. Die Konsekration zur Zeit des Nehemia (wobei König und Urim und Tumim fehlten), war demnach, wie der Talmud bemerkt, nur zum Andenken geschehen, da alle Räume die entsprechende Heiligkeit noch von der Zeit des ersten Tempels her besaßen."
+ ],
+ [
+ "Ist Jemand im Vorhofe. Des Tempels.",
+ "unrein geworden. Und hat gewusst, dass er unrein geworden.",
+ "und er verbeugte sich. Er machte eine bloße Kniebeugung nach innen gewendet; bei einer Verbeugung nach außen bedarf es der weiter bestimmten Zeitdauer (Talm.).",
+ "als eine Verbeugung. Darunter ist nach dem Talmud das sich Niederwerfen mit Ausstrecken der Hände und Füße verstanden.",
+ "dauert. Es ist dies eine Zeit, die man braucht, um den Vers 2. Chron. 7, 3 gelassen zu rezitieren.",
+ "oder er kam den längern Weg heraus. Er hätte auf kürzerem Wege den heiligen Raum verlassen können, und er ging einen längern Weg.",
+ "so ist er schuldig. Ein auf- und absteigendes Opfer.",
+ "so ist er frei. Wenn er nur in Einem fort ohne zu verweilen, hinausgeht.",
+ "Dies. Dieser Satz und die folgende Mischna wollen eine Stelle in M. Horajot II, 4 erklären, die vom Gemeinde-Opfer (פר העלס דבר של צבור) handelt, vgl. das.",
+ "ist ein Tat-Gebot. Indem dem Unreinen geboten ist, das in erlaubter Weise betretene Heiligtum auf kürzestem Wege zu verlassen. Das Gebot wird aus der Schriftstelle וישלחו מן המחנה (Num. 5, 2) deduziert.",
+ "wegen dessen Übertretung die Gemeinde. Welche diese Sünde nach einer irrtümlichen Entscheidung des obersten Gerichtshofes begangen.",
+ "nicht schuldig wird. Einen Stier zum Sündopfer zu bringen, nach Lev. 4, 13 ff."
+ ],
+ [
+ "Welches ist das Tat-Gebot betreffs der menstruierenden Frau. Die man verlassen muss, nachdem man sich ihr in erlaubter Weise genähert.",
+ "wegen dessen Übertretung man. Sowohl der Einzelne als auch die Gemeinde, nach Note 42.",
+ "und er zieht sich sofort zurück. Während der Erektion.",
+ "so ist er schuldig. Ausrottung, wenn es mit Vorsatz geschehen (nach Lev. 20, 18); tut er dies aus Versehen, so hat er ein Sündopfer zu bringen.",
+ "wie das Kommen. Er soll daher, wie der Talmud sagt, jede Wollust gewährende Regung vermeiden und sich erst entfernen, wenn Schlaffheit eingetreten ist."
+ ],
+ [
+ "nur beim Vergessen. Und er muss es auch Anfangs gewusst haben.",
+ "dass es ein Kriechtier war. War ihm aber Anfangs bloß bekannt, dass er unrein geworden, er wusste aber nicht, ob durch ein Aas oder durch ein Kriechtier, so wird er nicht schuldig.",
+ "nur beim Vergessen. Und er muss es auch Anfangs gewusst haben.",
+ "der Unreinheit ist er schuldig. Nach R. Akiba genügt es, wenn ihm vor der Vergessenheit seine Unreinheit bekannt war, obwohl er nicht wusste, wodurch er unrein geworden.",
+ "dass er im Heiligtume ist. Darin stimmen R. Akiba und R. Elieser überein, gegen R. Ismael.",
+ "dass er sowohl beim Vergessen der Unreinheit als beim Vergessen des Heiligtums schuldig sei. Oben M. 1 ist wie R. Ismael entschieden."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "welche in vier zerfallen. Hier wird der Anfang des 1. Abschnitts näher erklärt.",
+ "dass ich essen werde. שבועה שאוכל eig.: „Ein Schwur, dass ich essen werde; d. h. ich schwöre, dass u. s. w.",
+ "dass ich nicht essen werde. Diese beiden Fälle sind in den Schriftworten: „להרע או להטיב, zu Leide oder zu Liebe“ (Lev. 5, 4) enthalten.",
+ "dass ich nicht gegessen habe. Die letzteren beiden Fälle wurden durch die hermeneutischen Regeln von den Weisen aus der Schrift deduziert, vgl. weiter M. 5, Ende.",
+ "so ist er schuldig. Denn wiewohl in der Tora der Ausdruck „Essen“ (nach trad. Erkl.) nur von einer Olivengröße (כזית) einer Speise gebraucht wird; so ist dennoch beim Schwure, nicht zu essen, nach der gewöhnlichen menschlichen Sprache zu urteilen und daher unter „Essen“ auch weniger als eine Olivengröße zu verstehen.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "Wo finden wir denn. In der Tora.",
+ "dass dieser schuldig sein soll. Die Weisen meinen, das durch einen Schwur entstandene Verbot müsse den andern Tora-Verboten gleich sein.",
+ "dass Einer wegen eines bloßen Wortes. Das er gesprochen und nicht gehalten.",
+ "während dieser doch wegen eines bloßen Wortes. Das er gesprochen und nicht gehalten.",
+ "ein Sündopfer bringen muss. Wer nun schwört, nicht zu essen, und auch nur eine Kleinigkeit isst, der hat seinen Schwur gebrochen.",
+ "so ist er nur einmal schuldig. Wiewohl er auch mit dem Trinken den Schwur übertreten hat, da unter dem Ausdruck „Essen“ auch das Trinken verstanden ist; so ist er dennoch nur Ein Sündopfer schuldig, wie wenn er in Einer Vergessenheit zweimal gegessen hätte.",
+ "dass ich nicht essen werde und dass ich nicht trinken werde. Damit hat er zwei Schwüre getan. Er hat aber nicht mit dem zweiten Schwur („dass ich nicht trinken werde“) dasselbe beschworen, was nach Note 9 schon im ersten Schwur enthalten war; denn durch den zweiten Satz hat er gezeigt, dass er im ersten Satze nur vom Essen im engeren Sinne gesprochen hat.",
+ "so ist er zweimal schuldig. Wegen Übertretung zweier Schwüre."
+ ],
+ [
+ "so ist er für jedes besonders schuldig. Die unnötige Wiederholung des Wortes פת (Brot) vor jeder Getreideart macht seine Aussage zu drei Schwüren."
+ ],
+ [
+ "so ist er für jedes besonders schuldig. Nach dem Talmud gilt dies nur dann, wenn man vorher in ihn gedrungen hatte, diese Getränke zu trinken, wobei es genügt hätte, zu erwidern: „ich schwöre, dass ich nicht trinken werde;“ wenn er nun dennoch unnötiger Weise „Wein, Öl und Honig“ besonders nannte, so hat er damit drei Schwüre getan."
+ ],
+ [
+ "so ist er frei. Da er nur geeignete Speisen und Getränke sich verschwören wollte.",
+ "Geschmeiss oder Gewürm. Makkot III, Note 26.",
+ "so ist er schuldig. Denn diese sind an und für sich als Speise geeignet und bloß von der Tora zum Essen verboten.",
+ "Simon erklärt ihn frei. Weil Israel bereits vom Berge Sinai her beschworen ist, die Tora zu halten (מושבע ועומד מהר סיני), und hinsichtlich dessen, was man bereits abgeschworen hat, ein zweiter Schwur ungültig ist (אין שבועה חלה על שבועה), vgl. Sanhedrin IX, Note 40. Der erste Tanna ist jedoch der Ansicht, dass ein Schwur auch hinsichtlich des Verbotenen Geltung hat, wenn man noch andere erlaubte Dinge in den Schwur einschließt (בכולל דברים המותרים עם דברים האסורים).",
+ "Konam. Ein Ausdruck, mit dem man sich oder einem Andern Etwas abgelobte; קונם ist Nebenbenennung von קרבן, Opfer, d. h. wie Heiliges verboten, s. Nedarim I, 2.",
+ "soll jeder Genuss von Seiten meiner Frau mir sein. Nach Andern: „Konam soll meiner Frau jeder Genuss von mir sein.“ Dann aber gilt das Gelübde nur in Bezug auf das, was der Mann seiner Frau nicht zu leisten verpflichtet ist.",
+ "so ist ihm. Nach der andern Erklärung: „So ist es seiner Frau verboten (vom Manne einen Genuss zu haben).“",
+ "seine Frau verboten. Denn unter „Essen“ ist auch das Essen von verbotenen Speisen zu verstehen; dies gesteht auch R. Simon (oben Note 17) zu."
+ ],
+ [
+ "ob die Dinge. Das, worüber man schwört.",
+ "ihn selbst. Er sagt z. B.: „Ich schwöre, dass ich essen werde“.",
+ "oder Andere. Er schwört etwa, dass er einem Andern Etwas geben will.",
+ "ob an den Dingen etwas Greifbares. ממש Sanhedrin V, Note 45.",
+ "oder nicht. Z. B. er schwört, dass er schlafen wird. דברים שאין בהן ממש heißt aber auch: „Dinge, an denen nichts Wesentliches ist“, die unerheblich sind; z. B. er schwört, einen Stein ins Meer zu werfen, vgl. weiter unten.",
+ "dass ich dem N. Der reich ist; würde er schwören, einem Armen zu geben, so wäre der Schwur, als zur Erfüllung eines Tora-Gebotes, nicht gültig, wie M. 6 lehrt (Talm.).",
+ "zu Leide oder zu Liebe. R. Ismael kontroversiert auch gegen M. 1.",
+ "Aus der Erweiterungs-Aussage. „רבוי Vermehrung“ heißt ein Wort oder eine Wort-Verbindung, wodurch ein Gesetz erweitert wird; Gegensatz: מיעוט (Verminderung) eine das Gesetz beschränkende Aussage.",
+ "der Schrift. Denn es heißt (Lev. 5, 4): „In Allem, was der Mensch ausspricht mit einem Schwur.“ Eigentlich hat die Deduktion des R. Ismael den hermeneutischen Kanon: כלל ופרט וכלל וכו׳ zur Grundlage (vgl. B. mezia IV, Note 73). Hier sind die Worte: „So Jemand schwört durch Aussprechen mit den Lippen“ eine Kollektiv-Aussage (כלל), das darauf folgende: „Zu Leide oder zu Liebe“ beschränkt das Gesetz auf spezielle Fälle (פרט), zuletzt heißt es endlich: „In Allem, was der Mensch ausspricht mit einem Schwur“, also wieder eine Kollektiv-Aussage (חזר וכלל). Bei einer in solcher Form gegebenen Vorschrift gilt die Regel: דן אלא כעין הפרט אי אתה das, was der spezialisierenden Aussage ähnlich ist, kann aus der Vorschrift entnommen werden. Sowie nun die Worte: „zu Leide oder zu Liebe (להרע או להיטיב)“ nur von Schwüren auf die Zukunft sprechen, so sind auch alle Schwüre, welche eine zukünftige Handlung betreffen, in unserer Vorschrift einbegriffen.",
+ "auch in jener Beziehung erweitert. Nach R. Akiba ist eine Satzform wie die vorliegende als רבוי מיעוט ורבוי (Erweiterung, Beschränkung und Erweiterung) zu deuten, wonach die Erweiterungs-Aussage Alles in das Gesetz einschließt und die Beschränkung (מיעוט) nur auf eine einzige Art von Eiden, nämlich auf solche, die ein Tora-Gebot betreffen (שבועת מצוה), bezogen wird; diese letzteren allein sind von unserer Vorschrift ausgeschlossen."
+ ],
+ [
+ "Schwört Jemand ein Gebot zu verabsäumen. Oder ein Verbot zu übertreten.",
+ "so ist er frei. Es fällt dies nicht unter die Kategorie von שבועת בטוי (Ausspruch-Eid), sondern es ist ein vergeblicher Eid (שבועת שוא), vgl. M. 8, Ende.",
+ "so ist er frei. In diesem Falle wird er auch nicht wegen שבועת שוא bestraft, da es löblich ist, sich durch einen Schwur anzueifern, die Gebote zu erfüllen, und es wird dies nicht als ein vergeblicher Schwur betrachtet (Nedarim 8a).",
+ "Es sollte eigentlich durch einen Schluss. De minore ad majus (קל וחומר), s. B. kama II, Note 26.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "Nein. Die Schlussfolgerung ist nickt statthaft; sie lässt sich widerlegen.",
+ "wobei doch die Verneinung nicht der Bejahung gleichgesetzt werden kann. Die Worte: להרע או להיטיב (zu Leide oder zu Liebe) sprechen von zweierlei, einander entgegengesetzten Schwüren, von einer Verneinung und einer Bejahung. Würde die Vorschrift auch von einem Schwur zur Erfüllung eines Gebotes handeln, so müsste ein Schwur, ein Gebot nicht zu halten, ebenfalls gelten. Da letzteres aber nicht der Fall ist, so kann die Vorschrift überhaupt nicht als von Geboten handelnd erklärt werden.",
+ "ist er ja frei. S. oben Note 33."
+ ],
+ [
+ "dass ich diesen Laib Brot nicht essen werde. Dies ist so zu verstehen, als wenn er sagte: „ich schwöre, dass ich von diesem Laibe nicht essen werde!“ Unter „Essen“ ist aber, wie gewöhnlich, das Essen von einer Olivengröße verstanden, s. oben Note 5.",
+ "dass ich ihn. D. h. den ganzen Laib. Dieser zweite Schwur ist bereits in dem ersten enthalten; denn nachdem er sich auch nur eine Olivengröße von diesem Brote verschworen hat, so ist ihm um so mehr das Essen des ganzen Laibes verboten. Der zweite Schwur ist deshalb nicht verpflichtend, und der Übertreter ist wegen beider nur einmal schuldig. Hätte er aber zuerst geschworen, den ganzen Laib nicht zu essen, darauf einen zweiten Schwur getan, keine Olivengröße davon zu essen, und dann den ganzen Laib gegessen; so wäre er zweimal schuldig, da in diesem Falle der zweite Schwur nicht im ersten enthalten und daher verpflichtend ist.",
+ "(ich schwöre, dass ich ihn nicht essen werde. Das ist ein dritter Schwur, der ebenfalls, weil schon im ersten enthalten, nicht von Neuem verpflichtet. Viele Codd. haben die eingeklammerten Worte nicht, da sie nichts Neues lehren. Diejenigen, welche die Worte lesen, meinen, dass aus diesem überflüssigen Satze die in folgender Note 42 angegebene Bestimmung entnommen wird.",
+ "so ist er nur einmal schuldig. Doch erhält der zweite resp. dritte Schwur Gültigkeit, wenn durch einen Weisen der erste resp. die beiden ersten gelöst würden (Talm.).",
+ "Dies. Der eben behandelte Fall.",
+ "ist ein Ausspruch - Eid. בטוי (von בטה ,בטא, hohl, leer sein) ein gleichgültiger unerheblicher Ausspruch, der Keinem Nutzen oder Schaden bringt, daher שבועת בטוי im Gegensatz zu den Eiden, mit denen man sich einen Gewinn verschafft und Andere schädigt.",
+ "wegen dessen mutwilliger Verletzung. Durch eine Tat; nicht aber bloß durch Unterlassung, z. B. es schwört Jemand, Etwas zu essen, und er isst es nicht; daher die beschränkende Bestimmung: זו היא."
+ ],
+ [
+ "als es den Menschen. Wenigstens drei Menschen (Talm.).",
+ "dass sie eine goldene sei. Ebenso ist es ein vergeblicher Schwur, wenn man allgemein Bekanntes eidlich bestätigt, z. B. man schwört betreffs einer bekannten steinernen Säule, dass sie von Stein sei.",
+ "wenn ich nicht. Die Form אם לא וכו׳ ist wohl nach M. Nedarim III, 2 hier gebraucht. Doch hat אם לא weiter IV, 5 beim Eide die Bedeutung „dass“.",
+ "ein in der Luft. אויר gr. <italic>ἀήρ</italic>.",
+ "fliegendes Kamel gesehen habe. Nach dem Talmud ist zu ergänzen: „dann sollen alle Früchte der Welt mir durch einen Eid verboten sein. S. jedoch Note 47, womit wohl die Erklärung von Abaje übereinstimmt.",
+ "wenn ich nicht. Die Form אם לא וכו׳ ist wohl nach M. Nedarim III, 2 hier gebraucht. Doch hat אם לא weiter IV, 5 beim Eide die Bedeutung „dass“.",
+ "eine dem Balken der Ölpress. B. mezia X, Note 22,",
+ "gleiche. Nach dem Talmud gibt es Schlangen, die an Größe noch den Pressbalken übertreffen; die Mischna ist daher nur so zu verstehen, er habe geschworen, dass die Schlange so am ganzen Körper, auch auf dem Rücken, gestreift (nach Aruch: glatt) gewesen sei, wie ein Pressbalken.",
+ "Schlange gesehen habe. Nach dem Talmud ist zu ergänzen: „dann sollen alle Früchte der Welt mir durch einen Eid verboten sein. S. jedoch Note 47, womit wohl die Erklärung von Abaje übereinstimmt.",
+ "dass wir nicht zeugen wollen. Dies ist, wie das unmittelbar Folgende, ein Eid zur Verletzung eines Tora-Gebotes, denn es heißt (Lev. 5,1): „Wenn er nicht aussagt, so trägt er seine Schuld.“",
+ "ein Gebot zu verabsäumen. Oder ein Verbot zu übertreten.",
+ "keine Laubhütte zu machen. Lev. 23, 42",
+ "keinen Lulab zu nehmen. Das. V. 40.",
+ "oder keine Tephillin anzulegen. S. Sanhedrin XI, 3."
+ ],
+ [
+ "und der zweite ein vergeblicher Eid. Denn damit schwor er seinen Eid zu brechen und somit ein Tora-Gebot zu verletzen.",
+ "einen Ausspruch-Eid verletzt. Er ist aber auch wegen des zweiten vergeblichen Eides strafbar; denn sobald Jemand schwört, ein Tora-Gebot zu verletzen, hat er einen vergeblichen Eid geschworen, ohne Unterschied ob er seinen Schwur hält, oder nicht."
+ ],
+ [
+ "Das Gesetz über den Ausspruch-Eid gilt. Zum Unterschiede vom Zeugnis-Eide, s. weiter IV, 1.",
+ "sowohl hinsichtlich Entfernter. Nicht-Verwandter.",
+ "als hinsichtlich Anverwandter. Schwört Jemand z. B., dem N. Etwas zu geben, so ist es einerlei, ob N. sein Anverwandter ist, oder nicht.",
+ "Tauglichen als bei Untauglichen. S. Sanhedrin III, 3.",
+ "(doch muss der Schwur) durch seinen eigenen Mund (ausgesprochen sein. Eben dasselbe ist, wenn Andere ihn beschwören, und er erwidert darauf: „Amen!“, s. weiter M. 11, Ende. Es wird hier nur der Fall ausgeschlossen, dass Andere etwa zu ihm sagen: „schwöre uns, dass Du gegessen hast!“, und er bloß erwidert: „ich habe gegessen!“"
+ ],
+ [
+ "Das Gesetz über den vergeblichen Schwur gilt. Zum Unterschiede vom Zeugnis-Eide, s. weiter IV, 1.",
+ "sowohl hinsichtlich Entfernter als hinsichtlich Anverwandter. Es ist kein Unterschied, ob man etwa Betreffs eines verwandten oder fremden Weibes schwört, dass es ein Mann ist.",
+ "zum Zeugnis) Tauglichen als bei Untauglichen; sowohl vor dem Gerichte als außerhalb des Gerichtes; (doch muss der Schwur) durch seinen eigenen Mund (ausgesprochen sein. S. Note 63.",
+ "Sowohl bei diesem. Dem vergeblichen Schwur.",
+ "als bei jenem. Dem Ausspruch-Eide.",
+ "so ist er schuldig. Denn wenn man auf eine Beschwörung „Amen!“ erwidert, ist es so, als hätte man den Schwur selbst ausgesprochen; dies wird aus Num. 5, 22 erwiesen (Talm.)."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Das Gesetz über den Zeugnis-Eid. Lev. 5, 1.",
+ "gilt nur. Alle folgenden Bestimmungen beruhen auf dem Grundsatze, dass nur diejenigen, welche befähigt sind, Zeugnis abzulegen, ein Opfer wegen falschen Zeugnis-Eides schuldig sind.",
+ "nicht bei Weibern. Da diese zum Zeugnis untauglich sind; denn es heißt (Deut. 19, 17): „Es sollen stehen die beiden Männer“, das sind (nach trad. Auslegung) die Zeugen. Daraus wird geschlossen, dass nur Männer, nicht Weiber zum Zeugnis befähigt sind (vgl. Joseph, ant. IV, 8, 15).",
+ "aber nicht bei Untauglichen. Wegen ihrer Sündhaftigkeit; z. B solche, die Todsünden begangen oder der Geißelstrafe sich schuldig gemacht, oder Räuber.",
+ "Zeugnis abzulegen. Dies schließt den König aus, der nach Sanhedrin II, 2 kein Zeugnis ablegen kann; ferner auch diejenigen, die nur nach rabbinischer Anordnung zum Zeugnis untauglich sind, nach Sanhedrin III, Note 21.",
+ "wenn aber durch Anderer Mund. Wenn ein Anderer zu den Zeugen gesagt hat: „ich beschwöre euch, dass ihr für mich Zeugnis ablegen sollt“, und sie darauf erwidern: „wir wissen kein Zeugnis für dich“. Vgl. aber oben III, Note 63.",
+ "wenn sie vor Gericht leugnen. Denn es heißt (Lev. 5, 1): „Wenn er nicht aussagt, so trägt er seine Schuld“; hiernach gilt diese Vorschrift nur, wenn man an der Stelle, wo die Aussage von Nutzen ist, nämlich vor Gericht, nach Vereidigung die Aussage verweigert.",
+ "Meir’s. Vgl. Abschn. V, Note 6-7.",
+ "wenn sie vor Gericht leugnen. Der Schwur mag aber auch außerhalb des Gerichtes stattgefunden haben, vgl. M. 3."
+ ],
+ [
+ "Sie werden schuldig bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Eides. Wenn sie auch wussten, dass ihr Eid falsch ist und dass wegen eines solchen Falscheides ein Sündopfer dargebracht werden muss.",
+ "und beim Irrtum betreffs desselben. Sie wissen nicht, dass man wegen eines solchen Eides ein Sündopfer schuldig wird.",
+ "wenn Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Zeugnisses. Sie wissen Zeugnis abzulegen und auch, dass ihr Eid verboten ist.",
+ "wenn auch betreffs dieses ein Irrtum stattfand. Wenn sie während ihres Eides das Zeugnis vergessen hatten oder nicht wussten, dass ein solcher falscher Eid verboten sei. Im ersten Falle haben sie nach ihrem Bewusstsein gar nicht falsch geschworen. Aber auch im zweiten Falle wird der falsche Eid als unter dem Zwang eines Irrtums geleistet (אונם) betrachtet, da der Schwörende, dem das Bewusstsein fehlt, dass ein falscher Eid verboten sei, mit seinem Eide sich zu Nichts verpflichtet, sondern nur eine leere unverstandene Formel ausspricht.",
+ "Was sind sie wegen des vorsätzlichen. Wenn Vorsätzlichkeit nach der in Note 10 und 12 angegebenen Weise stattgefunden.",
+ "Ein auf- und absteigendes Opfer. Absch. I, Note 18."
+ ],
+ [
+ "so sind sie schuldig. Wenn ihr Schwur ein falscher war.",
+ "haben sie eingestanden. Dass sie Zeugnis abzulegen wissen.",
+ "so sind sie frei. Denn die Leugnung muss vor Gericht stattfinden, oben Note 7.",
+ "auch hier. Vor Gericht.",
+ "so sind sie auf jedes Beschwören besonders schuldig. Da sie außerhalb des Gerichts nach jeder Leugnung noch eingestehen hätten können.",
+ "Weil sie nicht wiederum eingestehen können. Wenn sie einmal vor Gericht geleugnet haben, ein Zeugnis über eine Tatsache zu wissen, so können sie nicht wiederum behaupten, dass sie es wüssten, da die Zeugen ihre vor Gericht deponierte Aussage nicht widerrufen können. Wenn sich also auch die Leugnung auf jedes Beschwören bezieht, können die Zeugen dennoch nur einmal schuldig werden, da sie, nachdem sie einmal vor Gericht geleugnet, nicht mehr geeignet sind, Zeugnis abzulegen."
+ ],
+ [
+ "Haben Beide gleichzeitig. Die Leugnung des zweiten Zeugen begann sofort nach der des ersten, so dass man in der Zwischenzeit nicht mehr als die drei Worte: שלום עליך רבי sprechen konnte (s. Makkot I, Note 62).",
+ "so sind Beide schuldig; (hat) Einer nach dem Andern (geleugnet. Es fand zwischen der Leugnung des ersten und der des zweiten Zeugen eine längere Zwischenpause statt, als die eben bezeichnete.",
+ "der zweite aber frei. Nachdem der erste Zeuge einmal behauptet hat, Nichts zu wissen, und bereits eine solche Pause nach dieser Behauptung stattgefunden, dass er diese nicht mehr widerrufen kann, würde das Zeugnis des zweiten, als das eines einzelnen Zeugen, nichts mehr nutzen. Er wird daher wegen seiner Leugnung nicht schuldig.",
+ "weil das Zeugnis durch jede von beiden bestehen könnte. Nach dem Talmud müsste in gewöhnlichem Falle die erste Partei frei sein, da sie ja behaupten kann, sie habe bei ihrer Leugnung sich darauf gestützt, dass das Zeugnis durch die zweite Partei allein bestehen könnte und ihre Aussage nicht nötig sein würde. Die Entscheidung der Mischna gälte hiernach nur in dem Falle, dass die zwei Zeugen der zweiten Partei zur Zeit, als die erste Partei leugnete, durch ihre Frauen einander anverwandt und so zum Zeugnis untauglich waren. Bald darauf aber starben ihre Frauen, so dass sie wieder zum Zeugnis geeignet wurden. Wiewohl nun während der Leugnung der ersten Partei diese Frauen schon im Sterben lagen, so werden ihre Gatten dennoch als zu dieser Zeit untauglich betrachtet, so dass die erste Partei sich nicht auf dieselben hätte stützen dürfen."
+ ],
+ [
+ "dass. אם לא „dass“ nach einem Schwur, Num. 14, 28.",
+ "Geraubtes. Er hat mir Etwas geraubt.",
+ "und Verlorenes. Er hat eine von mir verlorene Sache gefunden, vgl. Lev. 5, 21 f.",
+ "Gerste und Dinkel. Im vorherigen Falle handelte es sich um verschiedene Arten von Forderungen bei einerlei Art der Objekte; dieser Fall handelt wieder von einerlei Forderung bei Objekten verschiedener Art."
+ ],
+ [
+ "halben Schaden- Ersatz. Hier handelt es sich nicht um den in Exod. 21, 35 für den תם (B. kama I, Note 33) vorgeschriebenen halben Schaden- Ersatz, denn dies ist eine Pön (קנס), wobei der Schuldige bei eigenem Geständnis frei ist (weiter V, 4) und daher auch die Zeugen wegen Zeugnis-Verweigerung nicht schuldig werden. Die Mischna meint hier vielmehr den halben Schaden-Ersatz bei indirekten Schädigungen durch den Fuß eines Tieres (צרורות), nach B. kama II, Note 5, was als gewöhnliche Geld-Schuld (ממון) und nicht als Pön betrachtet wird.",
+ "Doppel-Ersatz. Dies ist zwar auch eine Straf-Schuld (קנס), indes ist aber auch die einfache Schuld (קרן) darunter.",
+ "meine Tochter genotzüchtigt. Hierfür ist ein Strafgeld von 50 Schekel (Deut. 22, 29 und Exod. 22, 16), aber noch außerdem ein Geldersatz (ממון) zu zahlen (weiter V, 4).",
+ "dass er meine Tochter verführt hat. Hierfür ist ein Strafgeld von 50 Schekel (Deut. 22, 29 und Exod. 22, 16), aber noch außerdem ein Geldersatz (ממון) zu zahlen (weiter V, 4).",
+ "dass mich mein Sohn geschlagen hat. Ohne Verwundung, sodass keine Todesstrafe darauf steht (Sanhedrin XI, 1) und dafür Geld-Ersatz zu entrichten ist.",
+ "dass mein Nächster am Versöhnungstage. Darauf steht zwar die Strafe der himmlischen Ausrottung (כרת); diese befreit aber nicht vom Schaden-Ersatz, s. B. kama VII, Note 6.",
+ "so sind sie. Wenn sie unter Annahme des Eides leugnen, Etwas zu wissen."
+ ],
+ [
+ "kein Sohn einer Chaluza. Makkot I, Note 5.",
+ "bin. In diesen Fällen sind die Zeugen frei, weil es sich nicht um eine Geldforderung handelt, M. 8.",
+ "kein Sohn einer Chaluza ist. Nach M. 12 sind die Zeugen nur dann schuldig, wenn sie vom Kläger selbst zur Zeugenschaft aufgefordert werden. Hier also, wo sie ein Anderer auffordert, würden sie selbst wegen Geldforderungen nicht schuldig sein. Der Talmud meint daher, die Mischna spricht von dem Falle, dass N. dem Auffordernden eine Vollmacht (הרשאה) erteilt hat, seine Sache zu führen, so dass die Zeugen schuldig wären, falls es sich um Geldforderungen handelte.",
+ "dass er dessen Tochter verführt hat. Wiewohl der Auffordernde vom Vater der Tochter zur Klage bevollmächtigt worden ist (Note 37), sind die Zeugen dennoch frei, weil man zur Einforderung von Geld, das man noch niemals in Händen gehabt hat, keine Vollmacht erteilen kann (Raschi).",
+ "dass mein Sohn mich verwundet. Hierbei findet wegen der Todesstrafe kein Schaden Ersatz statt, B. kama VII, Note 5.",
+ "am Sabbat mich verwundet oder meinen Getreidehaufen angezündet hat. Hierbei findet wegen der Todesstrafe kein Schaden Ersatz statt, B. kama VII, Note 5."
+ ],
+ [
+ "die einem Verwahrgut gleich ist. Gleich den in Lev. 5, 21 f. aufgezählten Fällen; in unserem Falle aber ist der Beklagte rechtlich nicht verpflichtet, das Geschenk zu geben, wenn er es auch wirklich versprochen hätte."
+ ],
+ [
+ "so sind sie. Wenn sie auch den Schwur angenommen und darauf Etwas wahrgenommen haben, das sie zu bezeugen hätten.",
+ "weil der Schwur der Zeugen-Wahrnehmung vorangegangen ist. Es heißt aber (Lev. 5, 1): „Und er war Zeuge, hat gesehen oder erfahren“; es muss also zur Zeit der Beeidigung die Zeugen-Wahrnehmung bereits stattgefunden haben."
+ ],
+ [
+ "so sind sie. Diejenigen, die ein Zeugnis für ihn wissen und es nicht ablegen.",
+ "(er müsste denn seine Worte an sie gerichtet haben. Sie sind nur dann schuldig, wenn die Aufforderung speziell an sie gerichtet war, denn es heißt (Lev. 5, 1): „Und er (der zum Zeugnis Aufgeforderte) war Zeuge“. Die Worte עד bis להס fehlen im Jerusch, u. a. Codd."
+ ],
+ [
+ "aus dem Munde eines andern Zeugen vernommen. Ein solches Zeugnis ist ungültig, vgl. Sanhedrin IV, 6.",
+ "so sind sie frei. Da ihr Zeugnis unnütz wäre."
+ ],
+ [
+ "Schickt Jemand durch seinen Knecht. Und lässt durch ihn die Zeugen zur Zeugenschaft auffordern.",
+ "denn nur, wenn sie aus dem Munde des Klägers hören, (sind sie schuldig. Nach dem Talmud wird dies daraus deduziert, dass in Lev. 5, 1 לוא (mit ו׳ und א׳) geschrieben steht, wonach der Vers so gedeutet wird, als hieße es: אם לו לא יגיד „wenn er ihm (dem Interessenten selbst) nicht Zeugnis ablegen will“."
+ ],
+ [
+ "ich binde euch. Mit Hinzufügung des Gottesnamens zu jedem dieser Ausdrücke, z. B.: Ich gebiete euch bei Gott.",
+ "Aleph-Daleth. „Adonai“. Nach Raschi sagt er bloß: „ich beschwöre euch beim Gottesnamen, der mit Aleph-Daleth beginnt“; ebenso weiter bei „Jud-Hé“.",
+ "Jud-He. Das Tetragrammaton (שם הויה), vgl. Tossaphot.",
+ "beim Allgnädigen. Dies und die folgenden sind Attribute Gottes.",
+ "beim Langmütigen oder Huldreichen. Exod. 34, 6.",
+ "oder bei sonst einem der Attribute. בנוי Beinamen; in anderer Bedeutung in Sanhedrin VII, Note 49.",
+ "Der Lästerer. Wer Gott lästert.",
+ "ist bei diesen allen. Wenn er dabei Gott mit irgend einem dieser Namen nennt.",
+ "schuldig. Steinigung.",
+ "Die Weisen sprechen ihn frei. Er ist nur beim Aussprechen des Tetragrammaton schuldig, vgl. aber Sanhedrin VII, Note 46.",
+ "Die Weisen sprechen ihn frei. Vgl. Sanhedrin VII, 8.",
+ "Wer sich selbst. Das Verbot wird aus Deut. 4, 9 („hüte Deine Seele!“) entnommen nach dem Kanon, dass השמר ein Verbot ausdrückt.",
+ "oder seinem Nächsten. Das Verbot geht aus Lev. 19, 14 hervor, wo nach der Deutung des Talmuds verboten wird, selbst einem Tauben, der nicht hört, zu fluchen; um so mehr einem Hörenden.",
+ "Gott schlage dich. Wenn du für mich nicht zeugst.",
+ "so schlage dich Gott. Er hörte Jemand die Flüche aus der Tora (etwa Deut. 28) lesen, und er sagt zu jedem Zeugen: „so schlage dich Gott, wenn du nicht zeugst“. Tos. Jom. Tob liest: יבכה ה׳ וכן יבכה אלהים, wonach zu übersetzen ist: „Der Ewige (Tetragrammaton) schlage dich!“ — und ebenso „Gott schlage dich !“ — das ist der Eidfluch etc.",
+ "der in der Tora. Lev. 5, 1: אלה.",
+ "Er schlage dich nicht. Wenn du für mich Zeugnis ablegst.",
+ "Er segne dich. Wenn du für mich Zeugnis ablegst.",
+ "Er lasse es dir wohl gehen. Wenn du für mich Zeugnis ablegst.",
+ "für schuldig. Da aus dem Verneinungssatze (Er schlage dich nicht, wenn du zeugst) der Bejahungssatz (er schlage dich, wenn du nicht zeugst) geschlossen werden kann.",
+ "die Weisen aber sprechen sie frei. Nach ihrer Ansicht muss der Eidfluch ausdrücklich ausgesprochen werden, denn es heißt (Lev. 5, 1): „Er hört die Stimme eines Eidfluches“."
+ ]
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+ "Das Gesetz betreffs des Verwahrguts-Eides. Lev. 5, 20 ff. „Verwahrguts-Eid“ (שבועת הפקדון) heißt hier jeder falsche Eid, unter dem man eine rechtliche Geld- oder Geldeswert-Forderung des Nächsten ableugnet. Da unter derartigen Forderungen in Lev. 5, 21 פקדון (Verwahrgut) zuerst erwähnt ist, so wird dieser Eid שבועת הפקדון genannt. Es ist hierbei kein Unterschied, ob der Beklagte zu diesem Eide gerichtlich aufgefordert wurde, oder ob er ihn von selbst geleistet hat.",
+ "gilt sowohl bei Männern als bei Weibern. Im Gegensatz zum Zeugnis-Eide oben IV, 1.",
+ "sowohl bei Entfernten als bei Anverwandten. Im Gegensatz zum Zeugnis-Eide oben IV, 1.",
+ "Tauglichen als bei Untauglichen. Im Gegensatz zum Zeugnis-Eide oben IV, 1.",
+ "(wenn der Schwur) aus seinem eigenen Munde (gekommen. Oder wenn er auf das Beschwören des Nächsten mit „Amen!“ geantwortet, oben III, Note 63.",
+ "aus dem Munde Anderer. Es sagt Jemand zu ihm: „ich beschwöre dich, dass du mir mein Depositum zurückgebest!“, und er leugnet es ab mit den Worten: „du hast Nichts bei mir!“",
+ "wenn er es vor Gericht abgeleugnet hat. Für vorliegenden Fall wird nämlich die Opferpflicht nur aus dem vorangehenden Gesetz über den Zeugnis-Eid (שבועת העדות) vermittels einer Wort-Analogie (in beiden Gesetzen wird der Ausdruck תחטא gebraucht) deduziert; denn nur beim Zeugnis-Eid schreibt das Gesetz ausdrücklich die Opfer-Verpflichtung vor, wenn der Sünder durch Andere beschworen wurde (Lev. 5, 1: ושמעה קול אלה er hört die Stimme einer Beeidigung). Sowie nun dort diese Verpflichtung nur bei einer Leugnung vor Gericht eintritt, (oben IV, Note 7), ebenso ist bei שבועת הפקדון der von Anderen Beschworene nur dann schuldig, wenn er vor Gericht ableugnet.",
+ "Meirs. Nach R. Meïr gilt die Regel: רון מינה ומינה (deduzierst Du davon, so deduziere auch ferner davon). Jede Deduktion, vermittels welcher die bei einem Gesetze vorgeschriebene Bestimmung für ein anderes Gesetz abgeleitet wird, erfordert es, dass im abgeleiteten Gesetze auch alle Modalitäten dieser Bestimmung von demselben Grundgesetze deduziert werden.",
+ "ist er schuldig. Die Weisen meinen: דון מינה ואוקי באתרה (deduziere etwas davon und setze es dann an seine Stelle!). Wenn auch aus einer Stelle eine Bestimmung für ein anderes Gesetz abgeleitet wird, so müssen dennoch einzelne Modalitäten dieser Bestimmung den im abgeleiteten Gesetze in anderen Fällen geltenden Normen entsprechen. Die deduzierte Bestimmung wird an die neue Stelle gesetzt und nach den hier geltenden Vorschriften modifiziert. In unserem Falle wird also zwar von שבועת העדות für שבועת הפקדון die Bestimmung abgeleitet, dass der Beklagte auch durch Andere beschworen werden kann; es ist aber dann nicht, wie bei שבועת העדות die Leugnung vor Gericht erforderlich, vielmehr ist dabei die sonst bei שבועת הפקדון geltende Norm maßgebend, wonach auch eine außergerichtliche Leugnung zum Opfer verpflichtet.",
+ "Er ist schuldig bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Eides. Er weiß, dass er ein Depositum empfangen hat, sowie, dass eine mit einem Eide verbundene Ableugnung desselben ihn zu einem Opfer verpflichtet.",
+ "und beim Irrtum betreffs desselben. Er weiß nicht, dass durch einen solchen Eid die Opferpflicht eintritt. Er muss aber wissen, das der Eid verboten ist, oben IV, Note 13.",
+ "wenn Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Verwahrgutes vorhanden war. Er weiß, dass der Nächste bei ihm ein Depositum hat.",
+ "wenn er auch hierüber im Irrtume war. Wenn er vergessen hat, dass ihm Jemand Etwas anvertraut hat; aber auch, wenn er gar nicht weiß, dass ein solcher Falscheid verboten ist, s. oben IV, Note 13.",
+ "Ein Schuldopfer für zwei Schekel. Dies folgt aus Lev. 5, 15."
+ ],
+ [
+ "so ist er. Wenn er später seine Schuld eingesteht, s. B. kama IX, 8.",
+ "Weil er. Nach einer Ableugnung.",
+ "wiederum eingestehen könnte. Jede Beeidigung wird ihm sonach als besondere Schuld angerechnet."
+ ],
+ [
+ "von ihm gefordert. Diese Bestimmung fehlt oben im 4. Abschn. beim Zeugnis-Eid; doch wird sie auch für dieses Gesetz im Sifra (ed. Weiß 23d) gelehrt.",
+ "Nur wenn er den Schwur am Ende gesagt hat. Er sagte: אין לך בידי ולא לך ולא לך בשבועה „du hast Nichts bei mir und auch du nicht und auch du nicht, (dies sage ich) beim Eide “",
+ "Nur wenn er bei Jedem den Schwur wiederholt hat. R. Elieser und R. Simon kontroversieren auch gegen den folgenden Satz der Mischna, sowie gegen den letzten Satz in Abschn. IV, Mischna 5 (Tos. Jom Tob).",
+ "חטה ושעורה וכסמת. Diese Ausdrücke sind nach R. Meïr, wie in der Sprache der Bibel (Exod. 9, 31 f.), als Gattungsnamen (Weizen, Gerste, Dinkel) zu verstehen. Nach den Weisen bezeichnen sie aber (nach der Volkssprache): „ein Weizenkorn, Gerstenkorn, Dinkelkorn“."
+ ],
+ [
+ "so ist er schuldig. S. oben IV, 6.",
+ "weil man kein Strafgeld durch eigenes Geständnis bezahlt. Da er beim Geständnis frei ist, so verpflichtet ihn die Ableugnung nicht zum Opfer.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen",
+ "so hätte er doch Beschimpfungs- und Wertverlust-Geld. S. Ketubot III, 4.",
+ "beim Selbstverständnis bezahlen müssen. Die Weisen meinen nämlich, der Kläger hat hauptsächlich die Zahlung für die Beschimpfung und den Wertverlust gefordert, weil der Beklagte sich von dieser Forderung nicht durch Selbstverständnis befreien kann. Der Beklagte hat danach unter Meineid eine Geldforderung abgeleugnet und ist deshalb schuldig. R. Simon aber meint, der Kläger hatte gewiss bei seiner Forderung das Strafgeld von 50 Schekel im Auge, weil dessen Betrag fest bestimmt ist, und nicht das Geld für Schimpf und Wertverlust, dessen Betrag nicht bestimmt ist, sondern erst durch eine Schätzung des Gerichtes festgestellt werden muss. Der Beklagte hat somit unter Falscheid eine Pön (קנס) abgeleugnet und ist zu keinem Opfer verpflichtet. Allerdings würde hiernach R. Simon auch gegen IV, 6, Note 31 kontroversieren."
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+ [
+ "so ist er schuldig. Weil er außer der Pön auch die Hauptsumme (קין) ableugnet, s. oben IV, Note 30.",
+ "aber nicht geschlachtet und nicht verkauft. Ich brauche also nicht das Fünffache (nach Exod. 21, 37) zu bezahlen.",
+ "so ist er frei. Weil er nur Straf-Geld abgeleugnet.",
+ "dein Ochs. Der bereits vorher dreimal gestoßen hatte, also מועד war, s. B. kamma II, 4. Als תם wäre die Schuld eine Pön, oben IV, Note 29.",
+ "dein Ochs hat meinen Sklaven getötet. Wofür 30 Schekel zu zahlen sind, Exod. 21, 32.",
+ "so ist er frei. Weil die Forderung eine Pön betrifft, indem selbst wenn der Sklave nur einen Denar wert ist, 30 Schekel zu zahlen wären, s. B. kamma IV, 5.",
+ "Sagt Jemand zu ihm: „du hast mich verwundet und hast mir eine Strieme beigebracht!“, und er sagt: „ich habe dich nicht verwundet und dir keine Strieme beigebracht!“ (darauf Jener:) „ich beschwöre dich!“, und er sagt: „Amen!“, so ist er schuldig. Sagt aber sein Sklave zu ihm: „du hast mir den Zahn ausgeschlagen oder das Auge geblendet. Und Du musst mich frei entlassen, Exod. 21, 26f.",
+ "so ist er frei. Auch hier hat er nur eine Pön-Forderung abgeleugnet, B. kamma 74b.",
+ "wo man aber auf eigenes Geständnis nicht zu zahlen brauchte. Vgl. Ketubot III, 9."
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+ "Beim gerichtlichen Eide. Der gerichtliche Eid wird nach dem Toragesetze, wie es von der Tradition erklärt wird, stets nur dem Verklagten auferlegt (weiter VII, 1), und zwar geschieht dies bei drei verschiedenen Arten des Klagestandes: 1) Wenn von Seiten des Beklagten ein Teil des Klage-Objektes zugestanden wird (מודה במקצת), s. B. mezia VIII, Note 8. 2) Bei den verschiedenen Hüter-Verhältnissen (שבועת השומרין), s. B. mezia VII, 8. 3) Wenn die Klage durch Einen Zeugen unterstützt wird (עד אחד). — Die folgende Bestimmung gilt nach Einigen nur bei der ersten Art von gerichtlichen Eiden (מודה במקצת); nach Andern muss auch bei der zweiten Art (שבועת השומרין) das Schwurobjekt zwei Maah wert sein (s. Ch. Mischpat 85, 5).",
+ "muss mindestens das Klage-Objekt. הטענה eig. die Forderung, von טען, beladen, belasten, (mit dopp. Accus.) Etwas von Jemand fordern.",
+ "zwei Silberstücke. Zwei der geringsten Silbermünzen, d. i. zwei Gera (Exod. 30, 13), neuhebr. Maah (מעה). Zwei Maah (= ⅓ Denar) wiegen nach den Kommentaren in reinem Silber soviel, wie 32 Gerstenkörner.",
+ "und das Zugestandene. Der Teil, den der Verklagte zugesteht.",
+ "eine Peruta. Eine Kupfermünze, die ¹⁄₃₂ Maah beträgt.",
+ "wert sein. Nach der von der Halacha rezipierten Ansicht Rab’s (gegen Samuel) muss der abgeleugnete Teil des Klage Objektes, d. i. das Schwurobjekt, zwei Maah wert sein; הטענה ist danach als כפירת טענה (das Abgeleugnete des Klage-Objektes) zu erklären. Das Klage-Objekt im Ganzen maß demnach mindestens zwei Maah und eine Peruta wert sein, damit beim Zugeständnis von einer Peruta noch ein Wert von zwei Maah als Schwurobjekt bleibe. — Jedoch wird, wenn Geräte (mindestens zwei, nach Exod. 22, 6) das Objekt der Klage bilden, auch beim geringsten Geldeswert derselben, dem מודה במקצת oder שומר ein gerichtlicher Eid auferlegt.",
+ "und wenn das Zugestandene nicht mit dem Klage-Objekte von ein und derselben Art ist. S. weiter M. 3. Statt מין hat Jerusch. hier und sonst: מן. Es heißt also: „Wenn das Zugestandene nicht ein Teil der Forderung ist u. s. w.",
+ "Auf welche Weise. Die Frage bezieht sich nach Rab (Note 6) auf die erste Bestimmung der Mischna, nach Andern (Samuel) dagegen auf das unmittelbar Vorhergehende, s. folgende Note.",
+ "so ist er frei. Nach Rab (Note 6) weil das Schwurobjekt (das Abgeleugnete) nicht ganz zwei Maah beträgt; nach Andern (Samuel) weil das Zugestandene mit dem Klage-Objekt nicht Einer Art angehören, indem ersteres Kupfergeld, letzteres Silbergeld ist. Rab aber ist der Ansicht, dass es bei Geldforderungen dem Klagenden nicht auf die Münzsorte, sondern nur auf den Wert des Geldes ankommt.",
+ "so ist er schuldig. Nach Samuel (Note 9) weil hier in der Klage auch Kupfergeld gefordert wird, s. weiter Note 38.",
+ "ich habe bei dir eine Mine. מנה (gr. μνᾶ) = 100 Denar.",
+ "so ist er frei. Doch haben später die Rabbinen (Rab Nachman) auch für diesen Fall der gänzlichen Ableugnung (כופר הכל) einen Eid angeordnet. Dieser rabbinische Eid heißt שבועת היסת „Antreibungs-Eid“ (von הסית verführen, antreiben), weil der Beklagte durch diesen Eid zum Geständnis der Wahrheit angetrieben werden soll.",
+ "so ist er schuldig. Einen gerichtlichen Eid zu leisten, da er einen Teil der Forderung zugesteht, s. Note 1.",
+ "(Sagt Jemand:) „du hast von meinem Vater eine Mine in Händen. Nach dem Talmud (42b) spricht die Mischna von dem Falle, dass der Sohn dies bloß vermutet, aber nicht mit Gewissheit (ברי) seine Forderung stellt, s. weiter Note 51.",
+ "als wenn er Verlorenes zurückgäbe. Er hätte ja der ungewissen Aussage des Sohnes gegenüber Alles ableugnen können."
+ ],
+ [
+ "vor Zeugen. Die eingeklammerten Worte fehlen in den Talmuden und sind bloß eine erklärende Glosse.",
+ "„jawohl. Das Geständnis vor Zeugen gilt (nach Sanhedrin 29a) nur dann, wenn dieselben dafür als Zeugen designiert werden, indem entweder der Geständige selbst oder der Fordernde (unter schweigender Zustimmung des Geständigen) zu den Zeugen sagt: אתם עדי „ihr sollt dafür Zeugen sein!“; sonst kann der Geständige sagen: „ich habe bloß Scherz mit dir getrieben (משטה אני בך).",
+ "so ist er frei. Doch muss er nach späterer Anordnung (Note 12) einen rabbinischen Eid schwören.",
+ "Erwidert er aber. Vor Gericht. Dagegen wäre eine derartige, außerhalb des Gerichtes gemachte Einrede nicht maßgebend, und er kann dann vor Gericht wiederum behaupten: „ich habe sie dir bereits gegeben!“",
+ "so ist er schuldig. Er kann nicht nachher wiederum sagen, er habe die Schuld bereits bezahlt, da er einmal durch die seinem frühern Geständnisse widersprechende Einrede als Lügner erkannt worden ist.",
+ "und der Andere erwidert ihm. Vor Zeugen.",
+ "darauf sagt Jener. Ebenfalls vor Zeugen.",
+ "vor Zeugen geben musste. Wie es der Gläubiger ihm aufgetragen."
+ ],
+ [
+ "ich habe ein Pfund. ליטרא, gr. λίτρα.",
+ "so ist dieser frei. Weil das Zugestandene nicht von der Art des Klage-Objektes ist.",
+ "ich habe einen Gold-Denar. Der 25 Silber Denar beträgt.",
+ "einen Tressis. טריסית lat. tressis = 3 as.",
+ "einen Pondion. Dupondium = 2 as, s. B. mezia IV, Note 37— 39.",
+ "so ist dieser schuldig. Einen gerichtlichen Eid zu leisten, da er einen Teil der Forderung zugesteht, s. Note 1.",
+ "weil alle Münz-Sorten einerlei Art sind. S. oben Note 9.",
+ "du hast bei mir nur einen Lethech. Ein Lethech = ½ Kor = 15 Seah.",
+ "so ist dieser frei. Weil das Zugestandene nicht von der Art des Klage-Objektes ist.",
+ "so ist dieser schuldig. Einen gerichtlichen Eid zu leisten, da er einen Teil der Forderung zugesteht, s. Note 1.",
+ "so ist er frei. Nach B. kamma 35 b braucht der Beklagte in den Fällen, wo er eine von dem Klage-Objekte verschiedene Art zugesteht, auch das Zugestandene nicht zu bezahlen. Der Grund davon ist nach Raschi, weil der Kläger, der Weizen forderte, damit eingestanden hat, das er keine Gerste zu fordern habe, und auf diese verzichtet hat; nach Andern, weil der Beklagte sagen kann, er habe mit dem Zugeständnis nur in spöttischer Weise die unwahre Behauptung des Klägers in Abrede stellen wollen, s. B. kamma III, Note 50.",
+ "Rabban Gamliel aber erklärt ihn für schuldig. Einen Eid zu leisten. Nach R. Gamliel wird der gerichtliche Eid auch dann auferlegt, wenn das Zugestandene nicht von der Art des Geforderten ist.",
+ "Fordert Jemand von seinem Nächsten Krüge Öl. Er sagt z. B.: „ich habe 10 Krüge Öl bei dir!“",
+ "und dieser gesteht ihm leere Krüge. קנקן scheint ein Onomatopoëtikon zu sein, nach dem Schall beim Klopfen an einen leeren Krug. So wird in Gittin 6a das Knistern des Schreibrohrs beim Schreiben ebenfalls mit קן קן bezeichnet. Eine andere Bedeutung von קנקן s. in B. mezia VI, Note 31.",
+ "so sagt Admon. S. über diesen Ketubot XIII, 1.",
+ "weil er einen Teil von der Art. In Ketubot XIII, 5 heißt es במקצת statt מקצת ממין.",
+ "des Klage-Objektes eingestanden hat. Der Wortlaut der Klage ist so zu verstehen, dass das Öl samt den Krügen gefordert wird.",
+ "so muss er schwören. Denn wenn man Weizen und Gerste fordert und der Verklagte die Gerste eingesteht, muss er schwören.",
+ "das Eingestandene ist nicht von der Art des Klage-Objektes. Die Weisen meinen, der Kläger habe bloß Öl, aber nicht die Krüge gefordert.",
+ "Mir gefallen. רואה אני ich ersehe, es ist mir einleuchtend.",
+ "Admon’s Worte. Dasselbe in Ketubot XIII, 5.",
+ "so ist er frei. Weil man bei Grundstücken nicht zu schwören braucht, mögen sie Gegenstand des Zugeständnisses oder der Ableugnung sein, s. weiter M. 5.",
+ "Gesteht er einen Teil der Geräte ein. So dass sowohl das Zugeständniss als die Ableugnung Mobilien zum Gegenstande haben.",
+ "so ist er schuldig. Auch über die Grundstücke zu schwören, indem der Schwur von den Mobilien auch auf die Immobilien „hingewälzt“ wird (גלגול שבועה), s. B. mezia VIII, Note 11.",
+ "welche keine Sicherheit. אחריות Sicherheit, B. mezia I, Note 29.",
+ "gewähren. Das sind Mobilien.",
+ "verbinden. זקק binden, verbinden, verpflichten.",
+ "die Sicherheit gewährenden Güter. D. s. Grundstücke.",
+ "über diese schwören muss. S. Kidduschin I, 5."
+ ],
+ [
+ "eines Irrsinnigen oder eines Unmündigen. Denn im Abschnitt von gerichtlichen Eiden heißt es (Exod. 22, 6): „Wenn ein Mann seinem Nächsten gibt u. s. w.“ Doch muss man auf die Klage eines Unmündigen wenigstens den rabbinischen Eid (שבועת היסת Note 12) leisten.",
+ "doch schwört man gegen einen Unmündigen. Nach einer Erkl.: Wenn eine Waise (das bedeutet hier קטן) mit voller Gewissheit (s. oben Note 14) behauptet, Jemand sei ihrem Vater eine Summe Geldes schuldig, so muss der Schuldner, wenn er einen Teil eingesteht, über den Rest einen Eid leisten. Nach einer andern Erklärung: Wer vom Vermögen eines unmündigen Waisenkindes eine Schuld (des Vaters; bezahlt, haben will, muss schwören, dass der Vater noch nicht bezahlt hat, s. weiter VII, 7.",
+ "und gegen Geheiligtes. Wenn Jemand Güter geheiligt hat, worauf eine Schuld haftet; so kann der Gläubiger nur mit einem Eide, dass er noch nicht Bezahlung erhalten, seine Schuld vom Geheiligten einziehen, s. aber auch Arachin VI, 6."
+ ],
+ [
+ "Grundstücke und geheiligte Sachen. Dies, sowie die folgende Bestimmung hinsichtlich des doppelten, resp. vier- oder fünffachen Ersatzes wird aus der Schriftstelle Exod. 22, 8 deduziert; Näheres s. B. mezia IV, Note 73.",
+ "Der unentgeltliche Hüter schwört nicht ihretwegen. B. mezia IV, Note 74.",
+ "und der Lohn-Hüter bezahlt nicht. Das. Note 75.",
+ "schwört man nicht. Das. Note 76."
+ ],
+ [
+ "ich habe dir zehn beladene. Mit Weintrauben, die bereits reif und zum Lesen bestimmt sind.",
+ "r zu schwören. Denn die Trauben, die zur Lese reif sind, werden als bereits abgeschnitten angesehen; sie können daher wie bewegliches Gat zum Eide verpflichten.",
+ "Alles, was am Boden haftet, ist wie Grund und Boden (anzusehen. Was zur Lese reif ist, wird nicht wie bereits abgeschnitten betrachtet.",
+ "Gewicht oder Zahl bestimmt ist. Sowohl das Geforderte als das Zugestandene muss genau bestimmt sein.",
+ "bis an den Vorsprung. זיז vgl. B. batra III, Note 79. Hier ist es ein über dem Fenster befindlicher Vorsprung.",
+ "so ist dieser schuldig. Zu schwören"
+ ],
+ [
+ "Hat Jemand seinem Nächsten auf ein Pfand geliehen. Der Gläubiger ist Betreffs des Pfandes als Lohn-Hüter zu betrachten, so dass er bei Diebstahl und Verlust Ersatz schuldig ist, vgl. B. mezia VI, 7.",
+ "er. Der Gläubiger.",
+ "sagt nun zu ihm. Dem Schuldner.",
+ "es. Das Pfand.",
+ "war aber nur einen Schekel. Ein Schekel ist in der Mischna-Sprache = 2 Denar = ½ Sela‘, während der biblische Schekel einem ganzen Sela‘ gleich ist.",
+ "Wert. Du bist mir also noch 2 Denar schuldig!",
+ "nicht so. לא כי = לא כן, nicht so!",
+ "es war aber nur einen Schekel wert. Du bist mir also noch 2 Denar schuldig!",
+ "und dieser sagt: „nicht so, sondern du hast mir einen Sela‘ darauf geliehen, und es war drei Denar wert. Du hast also nur noch Einen Denar von mir zu fordern!",
+ "so ist dieser schuldig. Zu schwören, dass es 3 Denar wert war; denn er hat einen Teil der Forderung des Gläubigers eingestanden. Auch der Gläubiger muss, obgleich er das Pfand bezahlt, schwören, dass es nicht mehr in seinem Bereiche sich befindet, weil er möglicherweise sein Auge darauf gerichtet hat und den Gegenstand zu erwerben trachtet, vgl. B. mezia III, 4.",
+ "(Sagt der Schuldner:) „du hast mir einen Sela‘ darauf geliehen, es war aber zwei Sela‘ wert. Du hast mir demnach noch einen Sela‘ (= 4 Denar) zu vergüten!",
+ "und der Andere sagt: „nicht so, sondern ich habe dir einen Sela‘ darauf geliehen, und es war nur einen Sela‘ Wert!“; so ist dieser frei. (Sagt aber der Schuldner:) „du hast mir einen Sela‘ darauf geliehen, und es war zwei Sela‘ wert. Du hast mir demnach noch einen Sela‘ (= 4 Denar) zu vergüten!",
+ "und der Andere sagt: „nicht so, sondern ich habe dir einen Sela darauf geliehen, und es war nur fünf Denar wert. Ich habe dir also nur noch Einen Denar zu vergüten!",
+ "so ist dieser schuldig. Zu schwören, dass es nur 5 Denar wert war; da er einen Teil der Forderung des Schuldners eingestanden hat.",
+ "Wer schwört. Diese Frage bezieht sich nach dem Talmud auf den ersten Fall, wo nach Note 70 beide, der Schuldner und der Gläubiger, schwören müssen, und die Frage ist nach einer Erklärung, wer zuerst schwören soll.",
+ "bei dem das Verwahrgut. Das Pfand.",
+ "war. Der Gläubiger schwöre zuerst, dass das Pfand sich nicht in seinem Bereiche befindet.",
+ "denn wenn der Andere. Der Schuldner.",
+ "schwöre. Wenn er zuerst schwöre, dass das Pfand 3 Denar wert war.",
+ "so würde Jener vielleicht das Verwahrgut. Das Pfand.",
+ "hervorbringen. Und nachweisen, dass der Schuldner falsch geschworen. — Nach einer andern Erklärung wird hier gesagt, dass im ersten Falle (Note 70) anstatt des Schuldners der Gläubiger seine Behauptung beschwöre, dass das Pfand nur 2 Denar wert war (s. B. mezia 35a)."
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+ "welche nach dem Toragesetze schwören müssen. Einen gerichtlichen Eid, nach VI, Note 1.",
+ "um nicht zu bezahlen. Denn es heißt (Exod. 22, 10): „Der Eigentümer nehme (den Eid) an, und jener bezahle nicht“, woraus ersichtlich ist, dass der Verklagte schwört, um nicht bezahlen zu müssen.",
+ "Folgende aber schwören. Nach Anordnung der Weisen der Mischna.",
+ "zu empfangen. Dieser von den Mischna-Lehrern angeordnete Eid (שבועת המשנה) ist insofern gleich dem Tora-Eide (שבועה דאורייתא), dass man bei diesem, wie bei Jenem, eine heilige Sache (eine Tora-Rolle oder Tephillin) in der Hand halten muss, was bei dem von den spätern Rabbinen angeordneten היסת-Eide (VI, Note 12) nicht nötig ist. Doch ist der Mischna-Eid in mancher Beziehung vom Tora-Eide unterschieden. Unter Anderem braucht man beim Mischna-Eide nicht wie beim Tora-Eide den Gottesnamen oder ein Attribut Gottes zu nennen. Ferner wird derjenige, der einen schuldigen Tora-Eid nicht leistet, vom Gerichte exequiert; dagegen wird Einer, der einen Mischna-Eid (oder einen היסת-Eid) zu leisten sich weigert, selbst in den Fällen, wo von ihm Bezahlung gefordert wird (vgl. Note 46) und er die Zahlung verweigert, nur mit dem Banne belegt, und wenn er dreißig Tage lang im Banne bei seiner Weigerung verharrt, mit מכות מרדות (vgl. Makkot III, Note 5) bestraft.",
+ "und der Krämer auf sein Buch. פנקס, gr. πίναξ Schreibtafel, syr. ܦܶܢܩܺܝܬܳܐ dass.",
+ "Der Tagelöhner. Hiermit beginnt die nähere Erklärung aller eben aufgezählten Fälle.",
+ "Sagt er. Der Tagelöhner.",
+ "so schwört er. Der Tagelöhner.",
+ "seinen Lohn. Der Hausherr, der mit seinen Arbeitern vielfach beschäftigt ist, kann leicht irrtümlich meinen, einen Arbeiter schon bezahlt zu haben; daher haben die Weisen nicht dem Hausherrn, sondern dem Arbeiter den Eid auferlegt.",
+ "Nur. Nur dann kann der Kläger durch einen Eid Bezahlung erlangen.",
+ "wenn dabei ein Teil-Geständniss. Von Seiten des Beklagten.",
+ "stattfindet. Wo der Beklagte nach dem Tora-Gesetze (VI, Note 1) schwören müsste, da haben die Weisen in allen in unserem Abschnitt aufgezählten Fällen aus gewissen Zweckmäßigkeits-Rücksichten den Eid dem Kläger auferlegt.",
+ "du hast einen Gold-Denar. D. i. 25 Silber-Denar."
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+ "Zeugt man. Zwei Zeugen.",
+ "um ihn ohne Erlaubnis. Des Eigentümers oder des Gerichts.",
+ "auszupfänden. Die Zeugen sahen, wie er leer hineingegangen und mit unter seinem Gewande verborgenen Geräten herausgekommen ist; sie wissen aber nicht, was er getragen hat.",
+ "du hast mir ein Gerät. Ein bestimmtes Gerät, etwa einen goldenen Becher.",
+ "so schwört der Andere und empfängt. Das geforderte Gerät oder dessen Wert; vorausgesetzt ist, dass der Kläger so vermögend ist, dass man annehmen kann, er habe ein solches Gerät besessen.",
+ "Nur. Nur dann kann der Kläger durch einen Eid Bezahlung erlangen.",
+ "wenn dabei ein Teil-Geständniss. Die Wunde ist derart, dass er sie möglicherweise sich selbst beigebracht haben kann. Ist dies nicht der Fall, so z. B. wenn auf seinem Rücken Bisse gefunden werden und es war kein Anderer als der Beklagte an jenem Orte, dann empfängt er ohne Eid die Bezahlung.",
+ "stattfindet. Wo der Beklagte nach dem Tora-Gesetze (VI, Note 1) schwören müsste, da haben die Weisen in allen in unserem Abschnitt aufgezählten Fällen aus gewissen Zweckmäßigkeits-Rücksichten den Eid dem Kläger auferlegt."
+ ],
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+ "Zeugt man. Zwei Zeugen.",
+ "gegen Jemand, dass ein Anderer unversehrt zu ihm hineingegangen und von ihm verwundet herausgekommen ist; dieser sagt: „du hast mich verwundet!“, und Jener sagt: „ich habe dich nicht verwundet. Die Wunde ist derart, dass er sie möglicherweise sich selbst beigebracht haben kann. Ist dies nicht der Fall, so z. B. wenn auf seinem Rücken Bisse gefunden werden und es war kein Anderer als der Beklagte an jenem Orte, dann empfängt er ohne Eid die Bezahlung.",
+ "so schwört der Andere und empfängt. Entschädigung nach B. kama VIII, 1.",
+ "Nur. Nur dann kann der Kläger durch einen Eid Bezahlung erlangen.",
+ "wenn dabei ein Teil-Geständniss. Von Seiten des Beklagten.",
+ "stattfindet. Wo der Beklagte nach dem Tora-Gesetze (VI, Note 1) schwören müsste, da haben die Weisen in allen in unserem Abschnitt aufgezählten Fällen aus gewissen Zweckmäßigkeits-Rücksichten den Eid dem Kläger auferlegt."
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+ "dessen Gegner des Meineides verdächtig ist. Und man weiß, dass er den Meineid vorsätzlich geschworen hat.",
+ "Er mag beim Zeugnis-Eide. Nach IV, 3.",
+ "oder beim Verwahrguts-Eide. Nach V, 2.",
+ "oder auch nur durch einen vergeblichen Eid. Nach III, 8. Diesem gleich ist auch der assertorische Ausspruch-Eid (s. I, Note 2—3). Dagegen kann derjenige, der einen promissorischen Eid gebrochen hat, nach Einigen zum gerichtlichen Eide zugelassen werden. Denn dieser mag während des Schwörens die Absicht gehabt haben, den Eid zu erfüllen, und nur später, von seinen Begierden überwältigt, ihn gebrochen haben; er ist darum nicht verdächtig einen Eid zu leisten, den er beim Schwören als Meineid erkennt.",
+ "verdächtig geworden sein. Wenn ein solcher Verdächtiger verklagt und (nach VI, Note 1) einen gerichtlichen Eid nach dem Toragesetze schuldig geworden, so wird statt seiner der Eid dem Kläger auferlegt, der schwört und dadurch Bezahlung erlangt.",
+ "Ist Einer von ihnen. Der Verklagte allein.",
+ "ein Würfelspieler. Sanhedrin III, Note 22.",
+ "ein Wucherer. Das. Note 23.",
+ "der Tauben fliegen lässt. Das. Note 24.",
+ "der mit Brachjahr-Frucht handelt. Das. Note 25.",
+ "so schwört sein Gegner. Der Kläger.",
+ "und empfängt Bezahlung. Vorausgesetzt ist, dass der Beklagte nach VI, 1 einen Tora-Eid zu leisten hätte.",
+ "Sind Beide. Der Verklagte und der Kläger.",
+ "so geht der Schwur zurück an seinen Ort. Zu dem Beklagten, der ursprünglich den Eid zu leisten verpflichtet war; da er aber als „Verdächtiger“ nicht schwören kann, so muss er bezahlen (vgl. B. mezia VIII, Note 8). Nach einer anderen Erklärung meint R, Jose: „Der Schwur kehrt zum Berge Sinai zurück“; d. h. das menschliche Gericht vermag in diesem Falle nicht einzuschreiten; es kann weder einen Eid auferlegen, noch ohne Eid den Verklagten zur Zahlung nötigen. Die Sache wird daher dem Gerichte Gottes überlassen, der am Berge Sinai die Israeliten beschworen hat, dass sie das Gesetz beobachten und nicht einander berauben, und der den Unrechttäter nicht ungestraft lassen wird.",
+ "Sie teilen. Der Verklagte zahlt die Hälfte des Abgeleugneten."
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+ "Der Krämer auf sein Buch — auf welche Weise? Nicht wenn er zu Jemand sagt: „es steht in meinem Buche geschrieben, dass Du mir zweihundert Sus schuldig bist. In diesem Falle ist dessen Forderung, wenn sie vom Andern in Abrede gestellt wird, gar nicht begründet.",
+ "gib meinen Arbeitern für einen Sela. Den ich dir später geben will.",
+ "hierauf sagt er. Der Krämer.",
+ "„ich habe es gegeben!“, Jene aber sagen: „wir haben Nichts erhalten. Beide Parteien fordern nun vom Hausherrn Bezahlung, und ihre Forderung ist begründet, indem Jener eingesteht, dem Krämer einen solchen Auftrag gegeben zu haben.",
+ "so schwören Beide. Diese Worte fehlen in den Handschr. und alten Ausgg. und sind erst später aus dem Kommentar des Bart. in den Text geraten.",
+ "so schwört er. Der Krämer.",
+ "und Jene schwören und empfangen. Denn die Arbeiter können sagen, der Krämer sei ihnen selbst mit einem Eide nicht beglaubigt, und ebenso kann der Krämer behaupten, der Sohn, resp. die Arbeiter des Hausherrn seien ihm nicht glaubwürdig. Der Hausherr war es, der den Betreffenden Vertrauen schenkte, indem er den Auftrag ohne Zeugen ausführen ließ; er muss daher Jedem auf seinen Eid bezahlen.",
+ "Wie darf man Diese. אלו ואלו eig. „diese und diese“, die beiden streitenden Parteien. Von beiden Parteien zusammen, die Entgegengesetztes beschwören, wird sicherlich ein falscher Eid geschworen, wenn wir auch nicht wissen, von welcher Partei dies geschieht.",
+ "zum falschen Eide kommen lassen. Es wird ja dadurch der Name Gottes entweiht!",
+ "Vielmehr empfängt er. Der Krämer."
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+ "er gibt sie ihm. Der Käufer tut sie darauf in seinen Korb, den er über den Rücken hängt.",
+ "und du hast ihn in die Geldkasse. אונפלי oder אמפולי (Aruch), אמפלי (ed. Neapel), אינפולי (Tos. Maaser scheni IV, 11) ist schwerlich ampulla, eher gr. ἐμπολή (Einnahme für Verkauftes), daher Kasse, recette.",
+ "so schwört der Hausherr. Dass er schon bezahlt hat, und nimmt seine Früchte mit. Eigentlich gehörte dieser Fall nicht unter die in unserem Abschnitte aufgezählten Fälle, bei denen man schwört, um zu empfangen (נשבעין ונוטלין), da ja der Hausherr die Früchte bereits erworben hat und durch den Eid sich bloß von der Bezahlung befreit. Da jedoch, wenn er den Eid nicht leistete und eingestände, er habe die Früchte, ohne sie zu bezahlen, mitnehmen wollen, dann der ganze Kauf ungültig wäre und die Früchte dem Krämer zurückgegeben werden müssten; so kann der Eid als zum Zweck der Mitnahme der Früchte geleistet betrachtet werden.",
+ "Hat dieser aber Jenem. Dem Krämer in die Hand.",
+ "so schwört der Krämer. Dass er die Früchte bereits gegeben, und er kann den Denar behalten und in seine Kasse legen. Würde er den Eid nicht leisten, so müsste er den Denar auf Verlangen zurückgeben (oder er würde mit dem Banne bestraft, oben Note 4); daher erwirbt er gleichsam durch den Eid den Denar, und er wird als נשבע ונוטל betrachtet.",
+ "der hat die Oberhand. Dies bezieht sich auf den ersten Fall, und R. Jehuda meint, der Hausherr braucht da nicht zu schwören, da er die Früchte in Händen hat und seine Behauptung noch unterstützt wird durch die Annahme, dass ein Krämer, der nicht borgt (von einem solchen spricht die Mischna), nicht eher die Ware hergibt, bis er das Geld erhalten hat, wie dies R. Jehuda im folgenden Falle vom Geldwechsler annimmt. In der Tosephta lautet der Ausspruch R. Jehudas: במה דברים אמורים בזמן שהיתה קופה מונחת בנתים אבל אם היתה יוצאת מתחת יד אחד מהן המוציא מחבירו עליו הראיה „Wobei gilt dies? Wenn der Korb (mit Früchten) zwischen Beiden liegt, wenn er aber in der Hand des Einen (des Hausherrn) sich befindet, dann muss derjenige, der vom Andern etwas fortnehmen will, den Beweis erbringen“ (vgl. auch die Baraita im Talmud 48a).",
+ "so schwört der Hausherr. Vgl. Note 44.",
+ "Hat dieser aber Jenem. Dem Geldwechsler in die Hand.",
+ "so schwört der Geldwechsler. Vgl. Note 46.",
+ "dass der Wechsler einen Issar. Das kleine Geld.",
+ "bevor er den Denar bekommen hat. Dies bezieht sich (vgl. oben Note 47) auf den ersten Fall, und R. Jehuda meint, der Hausherr brauche da nicht zu schwören, da sicher anzunehmen ist, er habe den Denar bereits gegeben. Vgl. ש״ך zu Ch. Mischpat 91, 9, der zu unserer M. sechs verschiedene Erklärungen bringt; vgl. auch Responsen חכם צבי 143."
+ ],
+ [
+ "gesagt hat. Die Mischna fährt fort, die נשבעין ונוטלין aufzuzählen. Da aber die folgenden Bestimmungen bereits in Ketubot IX, 7 gelehrt sind, so wird mit כשם שאמרו darauf hingewiesen, woselbst M. 8 auch die ausführliche Erklärung zu finden ist.",
+ "die eine Teilzahlung. פגם schadhaft machen, vermindern, für minderwertig erklären. Dies geschieht durch das Geständnis, dass ein Teil derselben schon bezahlt ist.",
+ "ihrer Ketuba. כתובה ist hier שטר כתובה die Verschreibung, das Dokument, worin der Mann sich verpflichtet, seiner Frau im Scheidungs- oder Todesfalle eine gewisse Summe zukommen zu lassen.",
+ "kann. Wenn der Mann behauptet, bereits die ganze Schuld bezahlt zu haben.",
+ "sie. Die Ketuba.",
+ "von unterworfenen Gütern. S. B. batra X, Note 77.",
+ "und von Gütern der Waisen. Wenn der Mann gestorben ist und sie von dessen Waisen Bezahlung fordert.",
+ "auch wenn sie in Abwesenheit des Mannes. Wenn der Mann nach der Scheidung von seiner Frau ausgewandert ist und sie von dessen Gütern Bezahlung erhalten will.",
+ "kann sie nur durch einen Eid Bezahlung erlangen. Soweit die Bestimmungen aus Ketubot IX, 7 u. 8. Was hier von der Frau, welche ihre Ketuba fordert, bestimmt wird, das gilt auch von jedem andern Gläubiger, der seinen Schuldschein bezahlt haben will; wenn er z. B. eine Teilzahlung beim Schuldschein eingesteht, so kann er den Rest nur durch einen Eid bezahlt erhalten, wie dies in der Tosefta (VI, 5) ausdrücklich steht.",
+ "Ebenso. Nach den meisten Erklärern beginnt hier der Nachsatz, und כשם שאמרו bis hierher ist der Vordersatz; s. aber Note 53.",
+ "können die Waisen. Nach dem Talmud bezieht sich dies auf das vorhergehende: ומנכסי היתומים. Also: Wenn die Waisen des Gläubigers von den Waisen des Schuldners die Schuld einziehen wollen, so müssen sie den folgenden Eid leisten.",
+ "nur durch einen Eid. Selbst wenn sie von den Waisen des Schuldners nicht dazu aufgefordert werden. Dagegen brauchen sie dem Schuldner selbst nicht den folgenden Eid zu schwören, außer wenn er es verlangt.",
+ "dass unser Vater uns nicht letztwillig erklärt. פקד (verordnen, befehlen) hat wie צוה (vgl. arab. وصّى) die Bedeutung, „eine letztwillige Verordnung treffen“.",
+ "sonst. In früherer Zeit.",
+ "wir auch nicht unter den schriftlichen Urkunden unseres Vaters gefunden haben. Eine Quittung oder sonst einen Vermerk.",
+ "dass dieser Schuldschein bezahlt sei. Dieser Schwur שבועת היורשים (Erben-Eid) genannt, genügt nur in dem Falle, dass der Gläubiger vor dem Schuldner gestorben ist; starb aber der Schuldner zuerst, so waren dessen Waisen nach Note 59 (vgl. Note 61) berechtigt, vom Gläubiger einen bestimmten Eid zu verlangen, dass er noch keine Bezahlung erhalten hat. Da aber die Waisen des Gläubigers nicht einen solchen bestimmten Eid, sondern nur den hier erwähnten Erben-Eid leisten können, so erhalten sie überhaupt keine Bezahlung. Doch gibt es eine Ansicht, dass auch in letzterem Falle der Erben Eid genügt; und wenn ein Richter nach dieser Ansicht bereits entschieden hat, ist nach dem Talmud die Entscheidung gültig.",
+ "muss er schwören. „Dass ich nicht unter den schriftlichen Urkunden meines Vaters gefunden habe, dass dieser Schuldschein bezahlt sei!“",
+ "so empfängt er ohne Schwur. Nach dem ersten Tanna muss der Erbe auch in diesem Falle schwören, denn der Vater mag dies vielleicht nur gesagt haben, damit man seine Kinder für reich halte und sie mehr achte."
+ ],
+ [
+ "Forderung. Wiewohl man an sie keine sichere Forderung stellen kann.",
+ "Teilhaber. Wer Geld oder Waren seines Nächsten unter seiner Hand hat, die, weil nicht gemessen, gewogen oder gezählt, von ihm leicht veruntreut werden können.",
+ "Feldbauer. S. B. mezia V, Note 73.",
+ "Verwalter. אפוטרופוס gr. ἐπίτροπος Verwalter, der eines Anderen Vermögen verwaltet. Über den אפיטרופוס von Waisen-Geldern (Vormund) s. Gittin V, 4.",
+ "die im Hause das Geschäft führt. נשא ונתן eig. nehmen und geben, d. h. Geschäfte machen. S. Ketubot IX, 4.",
+ "und der Haus-Sohn. D. i. Einer, der für seine Brüder die Hinterlassenschaft des Vaters verwaltet.",
+ "Sagt er. Einer von den eben Genannten.",
+ "zu ihm. Zu dem, dessen Vermögen er unter seiner Hand hatte.",
+ "„was forderst du von mir?“, (und der Andere erwidert:) „ich will, dass du mir schwörest. Dass du nichts von meinem Vermögen für dich genommen habest.",
+ "so ist er schuldig. Zu schwören. Denn alle diese erlauben sich manchmal, Etwas für ihre Bemühung zu nehmen; deshalb haben die Weisen dieselben zu einem solchen Eide verpflichtet.",
+ "Haben die Teilhaber und die Feldbauer schon geteilt. Ohne dass man sie zu jener Zeit beschworen hat.",
+ "so kann man sie. In späterer Zeit.",
+ "nicht beschwören. Weil man einmal darauf verzichtet hat. Dies gilt auch bei den anderen oben erwähnten Fällen.",
+ "Wird ihm aber. In späterer Zeit.",
+ "so kann man ihm einen Eid über Alles auferlegen. Über גלגול שבועה s. B. mezia VIII, Note 11.",
+ "Das Erlassjahr. Welches die Erlassung der Schulden bewirkt, Deut. 15, 1 f.",
+ "bewirkt auch die Erlassung des Eides. Zu dem man durch ein Teil-Geständniss eines Darlehens verpflichtet wurde, es befreit aber nicht vom Eide der Teilhaber oder Verwalter."
+ ]
+ ],
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+ "Es. Diese ganze Mischna befindet sich auch in B. mezia VII, 8, vgl. die Erklärung das. Noten 41—49."
+ ],
+ [
+ "Sagt er. Der Deponent.",
+ "er ist aber. והוא, es ist aber in der Tat der Fall, dass …",
+ "so ist er. Obwohl er nachher eingesteht, dass er falsch geschworen hat.",
+ "frei. Vom Schuldopfer wegen falschen Verwahrguts-Eides (V, 1). Denn zu einem solchen verpflichtet die Tora nur den, der unter falschem Eide seines Nächsten Gut abgeleugnet hat. In vorliegenden Fällen aber hätte der Hüter auch beim Geständnis der Wahrheit nicht bezahlen müssen; er hat also nicht des Nächsten Gut abgeleugnet. Indessen gilt doch sein falscher Eid als ein falscher Ausspruch-Eid (שבועת בטוי) und unterliegt den diesbezüglichen Bestimmungen (III, 10)."
+ ],
+ [
+ "(Fragt der Eigentümer:) „wo ist mein Ochs?“, dieser sagt zu ihm: „ich weiß nicht, was du schwatzest. Er meint, Jener habe ihm gar Nichts in Verwahrung gegeben.",
+ "so ist er frei. Obwohl er sich durch seine Ableugnung vom Eide (M. 1) befreien wollte, so ist er dennoch frei, weil er kein Geld und Gut abgeleugnet hat (Note 5).",
+ "Fragt Jener. Seinen unentgeltlichen Hüter.",
+ "so muss er den Wert. קרן, die Hauptschuld, d. h. nur den einfachen Wert, nicht, wie bei der Diebstahls-Behauptung, das Doppelte.",
+ "und ein Schuldopfer entrichten. Nach Lev. 5, 20 ff. und Num. 5, 7; vgl. B. kama IX, Note 47.",
+ "und ein Schuldopfer entrichten. S. B. kama IX, 8, Noten 48—51."
+ ],
+ [
+ "so muss er Doppel-Ersatz. Obwohl er nicht geschworen hat; nach Exod. 22, 3.",
+ "den vier- oder fünffachen Ersatz leisten. Exod. 21, 37.",
+ "dass Zeugen langsam. משמש = משש tasten. ממשמשין ובאין sie tasten und kommen, d. h. sie kommen langsam heran.",
+ "und sagt. Obgleich er nur aus Furcht vor den Zeugen den Diebstahl eingesteht, ist er dennoch von der Strafe frei.",
+ "„ich habe (ihn) gestohlen, aber nicht geschlachtet und nicht verkauft. Die Zeugen aber sagen, er habe ihn auch geschlachtet oder verkauft.",
+ "so bezahlt er nur die Hauptschuld. Denn da er den Diebstahl eingesteht und demnach keinen Doppel-Ersatz zu leisten braucht, so kann er wegen des Schlachtens oder Verkaufens, wiewohl er dies nicht zugestanden hat, nicht bestraft werden; denn die Tora hat (Exod. 21, 37) nur vier- oder fünffachen Ersatz vorgeschrieben, nicht aber drei- oder vierfachen Ersatz, wie es in unserem Falle erforderlich wäre, da die Strafe wegen des Diebstahls, weil eingestanden, in Abrechnung gebracht werden müsste."
+ ],
+ [
+ "Sagt Jemand zum Entleiher: „wo ist mein Ochs?“, dieser sagt zu ihm: „er ist gestorben. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "er ist aber gebrochen, gefangen, gestohlen oder verloren worden; (oder er sagt:) „er ist gebrochen worden. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "er ist aber gestorben oder gefangen, gestohlen oder verloren worden; (oder er sagt:) „er ist gefangen worden. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "er ist aber gestorben oder gebrochen, gestohlen oder verloren worden; (oder er sagt:) „er ist gestohlen worden. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "er ist verloren gegangen. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "so ist er frei. Da er durch seinen falschen Eid sich nicht von der Ersatz-Pflicht befreit hat, so ist er vom Schuldopfer frei; s. aber Note 5."
+ ],
+ [
+ "(Fragt Jener) „wo ist mein Ochs. Den ich dir geliehen habe.",
+ "dieser sagt zu ihm: „ich weiß nicht, was du schwatzest. Er behauptet Nichts entlehnt zu haben, um sich von der Ersatz-Pflicht zu befreien.",
+ "er ist aber gestorben oder gebrochen, gefangen, gestohlen oder verloren worden, (darauf Jener?) „ich beschwöre dich!“, und dieser sagt: „Amen. Und später gesteht er seine Schuld ein.",
+ "so ist er schuldig. Die Hauptschuld, noch ein Fünftel dazu und ein Schuldopfer.",
+ "Sagt Jemand zum Lohn-Hüter oder zum Mieter: „wo ist mein Ochs?“, dieser sagt zu ihm: „er ist gestorben. „So dass ich vom Ersatz frei bin.“",
+ "er ist aber gebrochen oder gefangen worden. In welchen Fällen er ebenfalls keinen Ersatz zu leisten braucht.",
+ "(oder er sagt:) „er ist gebrochen worden. „So dass ich vom Ersatz frei bin.“",
+ "er ist aber gestorben oder gefangen worden. In welchen Fällen er ebenfalls keinen Ersatz zu leisten braucht.",
+ "(oder er sagt:) „er ist gefangen worden. „So dass ich vom Ersatz frei bin.“",
+ "oder gebrochen worden. In welchen Fällen er ebenfalls keinen Ersatz zu leisten braucht.",
+ "(oder er sagt:) „er ist gestohlen worden. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "er ist verloren gegangen. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "so ist er frei. Da er durch seinen falschen Eid sich nicht von der Ersatz-Pflicht befreit hat, so ist er vom Schuldopfer frei; s. aber Note 5.",
+ "er ist gefangen worden. „So dass ich vom Ersatz frei bin.“",
+ "er ist aber gestohlen oder verloren worden. Wobei er Ersatz leisten muss.",
+ "(darauf Jener:) „ich beschwöre dich!“, und dieser sagt: „Amen. Und später gesteht er seine Schuld ein.",
+ "so ist er schuldig. Die Hauptschuld, noch ein Fünftel dazu und ein Schuldopfer.",
+ "er ist gestohlen worden. Wonach er zum Ersatz verpflichtet ist.",
+ "gebrochen oder gefangen worden. Wobei er vom Ersatz frei ist.",
+ "so ist er frei. Da er durch seinen falschen Eid sich nicht von der Ersatz-Pflicht befreit hat, so ist er vom Schuldopfer frei; s. aber Note 5.",
+ "Dies ist die Regel. Diese erste Regel fehlt im Jeruschalmi; dort steht nur die folgende [eingeklammerte] Regel.",
+ "Wer lügt. שנה ändern, den Tatbestand anders darstellen, d. h. lügen.",
+ "von Schuld zur Schuld. Er ist nach dem Tatbestande schuldig, und ebenso nach seiner lügenhaften Aussage, wie oben Note 18.",
+ "oder von Freiheit zur Freiheit. Er ist sowohl nach dem Tatbestande als nach seiner Aussage frei, wie oben Note 5, 7 und 24—25.",
+ "kommt. Wie in Note 27—28.",
+ "der ist frei. Vom Schuldopfer, nach Note 5.",
+ "wenn er aber dadurch) von Schuld zur Freiheit (kommt. Wie oben Note 10, 23 und 26.",
+ "so ist er schuldig. Die Hauptschuld, noch ein Fünftel dazu und ein Schuldopfer.",
+ "[Dies. Diese zweite Regel fehlt in einigen Manuskripten sowie in der Tosefta. In der Tat erscheint sie mit der ersten Regel im Widerspruch, da man aus dem letzten Satze schließen könnte, dass derjenige, der sich weder erleichtert noch erschwert, (wie in Note 31 und 32) schuldig sei, wie dies in der Tat nach dem Texte des Jerusch, geschlossen wird; vgl. aber Tos. Jom Tob. Wahrscheinlich sind die beiden זה הכלל nur zwei verschiedene Versionen von ein und derselben Regel, da Ein Satz zum Mindesten überflüssig erscheint."
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+ "Es gibt zwei Arten. Bejahende und Verneinende.",
+ "von Eiden. Es ist hier nur von Eiden die Rede, die keinem Andern zum Nutzen oder Schaden gereichen, womit man entweder für die Zukunft etwas gelobt oder eine Behauptung über etwas Vergangenes erhärtet. Solche Eide heißen: שבועות בטוי Ausspruch-Eide.",
+ "weiche in vier zerfallen. Da jede der beiden Arten promissorisch oder assertorisch sein kann. Näheres wird weiter Abschnitt III, M. 1 angegeben.",
+ "Das Wissen der Unreinheit. In Lev. 5, 3 ff. wird bestimmt, dass man wegen Unreinheits-Sünden, die man aus Versehen begangen und dann erfahren hat, ein auf- und absteigendes Opfer bringen solle. Da die Opferpflicht, wie weiter M. 2 gelehrt wird, vom „Wissen“ abhängig ist, so werden die vier Fälle, in denen man zum Opfer verpflichtet ist, als ידיעות הטומאה bezeichnet.",
+ "hat zwei Arten. Der Unreine kann sich dadurch versündigen, dass er 1) ins Heiligtum geht, 2) heilige Opferspeise isst.",
+ "welche in vier zerfallen. Das Versehen bei jeder der beiden Sünden kann entweder darin bestehen, dass man die Unreinheit vergessen, oder darin, dass man die Heiligkeit des Ortes resp. der Speise nicht kennt. Näheres weiter Abschn. II, M. 1.",
+ "Das Hinaustragen. Aus einem Gebiete in ein anderes, und zwar entweder aus einem Privatgebiet (רשות היחיד) in ein öffentliches Gebiet (רשות הרבים), oder umgekehrt. Ersteres heißt הוצאה (Austragen), letzteres הכנסה (Hineinbringen).",
+ "am Sabbat hat zwei Arten. Die Transportation kann durch einen Draußenstehenden (in der Mischna „עני der Arme“ genannt), oder durch einen im Hause Befindlichen (בעל הבית Hausherr) bewerkstelligt werden.",
+ "welche in vier zerfallen. Da die Transportation eine הוצאה oder eine הכנסה sein kann (Note 7). Hier werden nur die nach der Tora verbotenen 4 Arten der Transportation aufgezählt. Im Tr. Sabbat I, 1 wo die Details näher angegeben sind, werden noch 4 rabbinische Verbote hinzugefügt.",
+ "Das Ansehen der Aussatzschäden hat zwei Arten. Nämlich 1) בהרת ein schneeweißer Aussatzschaden, 2) שאת ein wollweißer Schaden.",
+ "welche in vier zerfallen. Indem jeder der genannten Hauptschäden (אבות) noch eine Unterart תולדה hat, die in Lev. 13, 2 ספחת genannt wird. Die תולדה von בהרת ist kalkweiß, und die von שאת weiß wie ein Eihäutchen; näheres im Tr. Negaïm I, 1."
+ ],
+ [
+ "War. Die Vorschriften über die Eide, die zahlreicher sind, werden erst später, von Abschn. III an, ausgeführt. Zuerst wird über ידיעות הטומאה abgehandelt, wobei nicht so viele Bestimmungen existieren.",
+ "am Anfang. Bevor er die Sünde begangen.",
+ "und am Ende. Nachdem er die Sünde begangen.",
+ "das Wissen. Nach der Sünde kann er selbstverständlich nur das Sühnopfer bringen, wenn ihm seine Sünde bewusst wird, wie es heißt (Lev. 5, 3): „Er aber erfährt es und ist schuldig“. Aber auch — und dies ist die charakteristische Eigentümlichkeit dieser Gesetzesbestimmung — vor der durch die Betretung des Heiligtums oder den Genuss der heiligen Speise begangenen Sünde muss ihm sowohl die Vorschrift seiner Unreinheit als auch die der Heiligkeit dieses Ortes resp. dieser Speise bekannt gewesen sein. Fehlte dieses „Wissen am Anfang“ (ידיעה בתחילה), so wird das betr. Opfer (עולה ויורד) nicht dargebracht; denn es heißt (Lev. 5, 3): ונעלם ממנו (und es entfällt ihm), daraus ist zu schließen, dass er es Anfangs gewusst hat.",
+ "während in der Zwischenzeit. Während der Versündigung.",
+ "Unwissenheit. Entweder über seine Unreinheit oder über die Heiligkeit des betretenen Ortes, resp. der genossenen Speise.",
+ "so ist man ein auf- und absteigendes Opfer. Der Reiche bringt ein weibliches Schaf oder eine Ziege, der Arme zwei Tauben, der Allerärmste ein Mehlopfer (Lev. 5, 6 13).",
+ "so bewirken der im Innern bereitete. Dessen Blut im Allerheiligsten und im Tempel gesprengt wird.",
+ "Sündopferbock. Vom Versöhnungstage, Lev. 16, 15.",
+ "und der Versöhnungstag. Der Versöhnungstag bewirkt an und für sich, abgesehen von allen an diesem Tage ausgeübten Geboten, Versöhnung, resp. Suspension der Strafe.",
+ "Strafe. חולה es suspendiert (sc. die Strafe). Auch der aus Irrtum Sündigende ist strafwürdig, da er es an der nötigen Vorsicht fehlen ließ.",
+ "bis es ihm bekannt wird. Dass er in seiner Unreinheit das Heiligtum betreten, resp. Heiliges gegessen."
+ ],
+ [
+ "Fand am Anfang kein Wissen statt. Nach dem Talmud ist dies nur bei Einem, der von seiner Kindheit an zwischen Heiden gefangen war (תינוק שנשבה לבין הנכרים), der Fall, da sonst durch die bei jedem Juden von der Schule her vorauszusetzende Gesetzeskunde (ידיעת בית רבו) allein auch der Anforderung von ידיעה בתחילה (Note 15) Genüge geleistet wird.",
+ "aber am Ende war das Wissen vorhanden. Nachdem er die Sünde begangen, wurde er über seine Verirrung aufgeklärt.",
+ "so versöhnen ihn der draußen bereitete. Dessen Blut auf den Altar des Vorhofes gegeben wird.",
+ "Sündopferbock. Das Sündopfer des Versöhnungstages, das in Num. 29, 11 vorgeschrieben ist und zu den Mussaphim (Zusatzopfern für die Feste) gehört.",
+ "und der Versöhnungstag. Der Versöhnungstag bewirkt an und für sich, abgesehen von allen an diesem Tage ausgeübten Geboten, Versöhnung, resp. Suspension der Strafe.",
+ "Außer. Vorher steht: „ein Ziegenbock zum Sündopfer“; das ist das Mussaph-Sündopfer.",
+ "dem Sündopfer der Versöhnung. Das ist der im Innern bereitete Sündopferbock. Diese beiden Sündopfer werden sonach in gewisser Beziehung einander gleichgestellt.",
+ "wobei ein Wissen. Am Anfang.",
+ "vorhanden war. Wie oben M. 2 angegeben ist.",
+ "wobei ein Wissen. Am Ende."
+ ],
+ [
+ "War weder am Anfang noch am Ende. Nämlich vor der Darbringung der im Folgenden erwähnten ihn versöhnenden Sündopfer; später mag er sich seiner Sünde bewusst geworden sein.",
+ "so versöhnen ihn die Sündopferböcke der Festtage und die der Neumond-Tage. Die in Num. 28 und 29 vorgeschrieben sind.",
+ "Jehuda’s. Denn beim Neumond-Sündopfer heißt es (Num. 28, 15): „zum Sündopfer dem Ewigen“, dies lehrt, dieses Opfer bewirkt Versöhnnng für die Sünden, die nur dem Ewigen allein bekannt sind. Die Sündopfer der Festtage sind wieder denen der Neumonde gleichgestellt.",
+ "aber nicht die der Neumond-Tage. Wer also vor einem Neumond-Tage eine Unreinheitssünde begangen und nach demselben vor einem Festtage sich seiner Sünde bewusst geworden ist, muss ein Sündopfer darbringen.",
+ "der Unreines. Unrein gewordene Opferspeise.",
+ "Alle Sündopferböcke. Die als Mussaph-Opfer in Num. 28 und 29 für die Fest- und Neumond-Tage und für den Versöhnungstag vorgeschrieben sind.",
+ "versöhnen in gleicher Weise über Unreinheit beim Heiligtum und seinen heiligen Opfer-Speisen. Sowohl für den in voriger Mischna erwähnten Fall, dass wohl am Ende, aber nicht am Anfang Wissen stattfand, als auch für die in dieser Mischna erwähnten Fälle, dass weder am Anfang noch am Ende das Wissen vorhanden war, und dass ein Reiner unrein gewordene Opferspeise gegessen hatte. Bloß für den Fall, dass wohl am Anfang, aber nicht am Ende Wissen stattgefunden, bewirkt der im Innern bereitete Sündopferbock die Versöhnung, wie in M. 2 angegeben.",
+ "Simon gesagt. Die Worte R. Simons werden wiederholt, um dessen Diskussion mit den Weisen anzuschließen. Doch scheint die ganze Stelle: היה ר״ש אומר bis Ende Mischna 5 eine Interpolation zu sein, die erst nach Rabbi eingeschoben worden.",
+ "und der des Versöhnungstages. Der Mussaph-Sündopferbock, Note 27.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "Wie ist es. מהו = מה הוא.",
+ "darf der eine anstatt des anderen. Eig. „darf der eine am Tage des andern“; בזה für ביום של זה.",
+ "dargebracht werden. קרב intr. statt pass. des transit.",
+ "Er darf dargebracht werden. Wenn z. B. der Sündopferbock des Versöhnungstages verloren gegangen ist, und man an dessen Stelle einen andern dargebracht, so darf man, wenn der verlorene wieder gefunden wird, denselben an einem Neumond- oder Festtage als Mussaph dieses Tages darbringen.",
+ "wie kann der Eine anstatt des Andern dargebracht werden. Diesen Einwand kann nur R. Meïr mit Recht erheben, der oben behauptet: „Alle Sündopferböcke versöhnen in gleicher Weise“. Teilweise hätte er diesen Einwand auch gegen den ersten Tanna (R. Jehuda) richten können, da auch nach ihm wenigstens die Versöhnungskraft des Versöhnungstags-Mussaphs von der der Neumond- und Festtage verschieden ist, wenn auch die Mussaphim der beiden letzteren in dieser Beziehung einander gleich sind.",
+ "Alle kommen zu versöhnen für Unreinheits-Sünden beim Heiligtum und dessen heiligen Opferspeisen. Da nun alle Sünden, für die durch die Mussaph-Opfer versöhnt wird, etwas Gemeinsames haben, so darf das eine Opfer anstatt des andern dargebracht werden."
+ ],
+ [
+ "sagt in seinem. Des R. Simon. „R. Simon“ ohne weitere Bezeichnung ist R. Simon ben Jochaï.",
+ "Da sagten sie. Des R. Simon. „R. Simon“ ohne weitere Bezeichnung ist R. Simon ben Jochaï.",
+ "zu ihm. Zu R. Simon ben Jehuda.",
+ "hat auch der Rabbi. R. Simon ben Jochaï. Im Talmud fehlen die Worte אומר היה רבי; danach ist hier die Diskussion der Weisen mit R. Simon ben Jochaï nach der Version des R. Simon ben Jehuda mitgeteilt. לו bezieht sich dann auf R. Simon b. Jochaï.",
+ "Alle kommen zu versöhnen für Unreinheits-Sünden beim Heiligtum und seinen heiligen Opferspeisen. Da nun alle Sünden, für die durch die Mussaph-Opfer versöhnt wird, etwas Gemeinsames haben, so darf das eine Opfer anstatt des andern dargebracht werden."
+ ],
+ [
+ " Folgender Satz ist Fortsetzung der unbestrittenen Lehren der Mischna (סתם משנה).",
+ "Für die vorsätzlich. Aber ohne Verwarnung, bei einer Verwarnung kann nur die Geißelstrafe sühnen.",
+ "die. Dies bezieht sich auf die unvorsätzlichen Sünden.",
+ "bewussten. Es ist ihm bewusst geworden, dass er möglicher Weise eine Ausrottungssünde begangen haben könnte. In solchem Falle hätte er vor dem Versöhnungstage das in Lev. 5, 17—19 vorgeschriebene Schuldopfer (אשם תלוי) darzubringen. Davon befreit ihn die Sühne des Versöhnungstages. Wenn ihm aber bewusst geworden ist, dass er ohne jeden Zweifel eine כרת-Sünde begangen, wofür er ein Sündopfer schuldig ist, so kann ihn die Sühne des Versöhnungstages nicht davon befreien (Talmud).",
+ "die Gebote und Verbote. Dies sind die leichten Übertretungen.",
+ "auch die mit Ausrottung oder gerichtlicher Todesstrafe belegten. Dies sind die schweren.",
+ "der. Zum Asasel, Lev. 16, 22.",
+ "fortgeschickt wird. Mischna 2—6 ist wörtlich in Siphra Achre-Moth Perek 6 zu finden."
+ ],
+ [
+ "Hierin. Betreffs der Versöhnung durch den fortgeschickten Bock.",
+ "sind Israeliten. D. h. Nichtpriester.",
+ "Priester und der gesalbte Priester. Der Hohepriester.",
+ "dass das Blut des Farren die Priester wegen deren Unreinheits-Sünden beim Heiligtum und dessen heiligen Opferspeisen. Wegen aller Sünden, wobei sowohl der im Innern bereitete als der draußen bereitete Sündopferbock für die Nichtpriester Aufschub der Strafe, resp. Versöhnung bewirkt, Mischna 2, 6 und 3.",
+ "Sowie das Blut des im Innern bereiteten Sündopferbocks für die Israeliten versöhnt. Ohne Sündenbekenntnis, da bei diesem Sündopfer kein Sündenbekenntnis stattfindet.",
+ "so versöhnt das Blut des Farren für die Priester. Ebenfalls ohne das Sündenbekenntnis, so dass das in Lev. 16, 6 bei dem Farren vorgeschriebene Sündenbekenntnis (s. Raschi das.) noch eine andere Versöhnung bewirken kann.",
+ "und sowie das Sündenbekenntnis beim fortzusendenden Ziegenbock. Lev. 16, 21.",
+ "so versöhnt das Sündenbekenntnis beim Farren für die Priester. Wegen aller übrigen leichten und schweren Übertretungen, Mischna 6."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "die in vier zerfallen. S. I, Note 4—6.",
+ "Wenn nämlich Jemand unrein geworden. Er berührte z. B. ein Totes Kriechtier (שרץ).",
+ "und er es wusste. S. I, Note 15.",
+ "sich bewusst ist. Dies ist der erste Fall.",
+ "er war aber der Unreinheit sich bewusst. Dies ist der zweite Fall.",
+ "oder Beides. Sowohl die Unreinheit seiner Person als die Heiligkeit der Speise.",
+ "wird von ihm vergessen. Dies ist eigentlich ein dritter Fall, und da weiter bei מקדש ebenfalls drei Fälle erwähnt werden, so hätte die Mischna 6 Arten zählen sollen. Allein es wird jedesmal der dritte Fall, dass beides ihm vergessen war, als in den ersten beiden Fällen enthalten betrachtet und nicht besonders gezählt.",
+ "er isst darauf Heiliges. Dies bezieht sich auf alle drei Fälle.",
+ "und weiß nicht. Dass er eine Sünde begeht, da ihm seine Unreinheit oder die Heiligkeit der Speise oder beides zugleich vergessen war.",
+ "Wurde er unrein. Er berührte z. B. ein Totes Kriechtier (שרץ).",
+ "und wusste es. S. I, Note 15.",
+ "während er das Heiligtum kennt. Das ist nach der Zählung der Mischna der dritte Fall.",
+ "er war sich aber der Unreinheit bewusst. Dies ist der vierte Fall.",
+ "oder Beides. Seine Unreinheit und die Heiligkeit des Ortes",
+ "ward von ihm vergessen. Vgl. Note 7.",
+ "und er geht darauf ins Heiligtum. S. Note 8.",
+ "und weiß nicht. Vgl. Note 9."
+ ],
+ [
+ "ob er in den Vorhof selbst. In den ursprünglichen Vorhof des Heiligtums, s. M. Kelim I, 8.",
+ "oder in den zum Vorhofe. In späterer Zeit.",
+ "Stadt und zu den Vorhöfen. S. Sanhedrin I, Note 48—49.",
+ "der Urim und Tumim. S. Joma VII, 5.",
+ "und des Synedrion von einundsiebzig. S. Joma VII, 5.",
+ "Dazu gehören ferner zwei Dankopferbrote. Nach Nehemia 12, 31, wo der Talmud שתי תודות als zwei „Dankopfer“ erklärt. (Die Neuern erklären תודות als „Lobchöre“). Das hinzugefügte גדולות sagt bestimmt, dass man zwei von den großen Broten der zwei Dankopfer herumgetragen hat; das waren die gesäuerten Brote, nach M. Menachot VII, 1. Die Dankopfer wurden nach der Vorschrift in Lev. 7, 12 ff. dargebracht. Diese brachte man jedoch nur, wenn man die Stadt Jerusalem erweitern wollte; bei Vergrößerung des Tempel-Vorhofes dagegen wurde ein Mehlopfer dargebracht, aus dessen Überresten (שיריים) man zwei Kuchen machte, mit denen man um den hinzugefügten Platz einen Umzug hielt. (Über die Erweiterung Jerusalems durch die Vorstadt Bezetha vgl. Grätz III, 769 ff.).",
+ "und Gesang. Die Leviten begleiteten die Dankopferbrote mit Musikinstrumenten und sangen Ps. 30; nach Einigen auch Ps. 91, VV. 1—9 und Ps. 3.",
+ "Der Gerichtshof geht. Rings um den hinzugefügten Platz.",
+ "mit den zwei Dankopferbroten. D. h.: die zwei Brote wurden, eines hinter dem andern, von zwei Priestern dem Gerichtshofe vorangetragen.",
+ "und zwar hinter denselben. Das Wort אחריהם ist nach dem Talmud auf בית דין zu beziehen, wie aus Nehemia 12, 32 bewiesen wird.",
+ "und ganz Israel folgt ihm. Dem Gerichtshofe.",
+ "Das innere. Das zweite, hinter dem der Gerichtshof unmittelbar einherzog.",
+ "wurde verzehrt. Dies geschah auf Befehl der Propheten.",
+ "das äußere. Das vorangetragene.",
+ "verbrannt. Dies geschah auf Befehl der Propheten.",
+ "Alles. Das hinzugefügte Territorium.",
+ "gemacht wurde. Feierlich konsekriert wurde.",
+ "nicht schuldig. Wenn der Raum auch eine Appendix des Tempel-Vorhofes war. Die Konsekration zur Zeit des Nehemia (wobei König und Urim und Tumim fehlten), war demnach, wie der Talmud bemerkt, nur zum Andenken geschehen, da alle Räume die entsprechende Heiligkeit noch von der Zeit des ersten Tempels her besaßen."
+ ],
+ [
+ "Ist Jemand im Vorhofe. Des Tempels.",
+ "unrein geworden. Und hat gewusst, dass er unrein geworden.",
+ "und er verbeugte sich. Er machte eine bloße Kniebeugung nach innen gewendet; bei einer Verbeugung nach außen bedarf es der weiter bestimmten Zeitdauer (Talm.).",
+ "als eine Verbeugung. Darunter ist nach dem Talmud das sich Niederwerfen mit Ausstrecken der Hände und Füße verstanden.",
+ "dauert. Es ist dies eine Zeit, die man braucht, um den Vers 2. Chron. 7, 3 gelassen zu rezitieren.",
+ "oder er kam den längern Weg heraus. Er hätte auf kürzerem Wege den heiligen Raum verlassen können, und er ging einen längern Weg.",
+ "so ist er schuldig. Ein auf- und absteigendes Opfer.",
+ "so ist er frei. Wenn er nur in Einem fort ohne zu verweilen, hinausgeht.",
+ "Dies. Dieser Satz und die folgende Mischna wollen eine Stelle in M. Horajot II, 4 erklären, die vom Gemeinde-Opfer (פר העלס דבר של צבור) handelt, vgl. das.",
+ "ist ein Tat-Gebot. Indem dem Unreinen geboten ist, das in erlaubter Weise betretene Heiligtum auf kürzestem Wege zu verlassen. Das Gebot wird aus der Schriftstelle וישלחו מן המחנה (Num. 5, 2) deduziert.",
+ "wegen dessen Übertretung die Gemeinde. Welche diese Sünde nach einer irrtümlichen Entscheidung des obersten Gerichtshofes begangen.",
+ "nicht schuldig wird. Einen Stier zum Sündopfer zu bringen, nach Lev. 4, 13 ff."
+ ],
+ [
+ "Welches ist das Tat-Gebot betreffs der menstruierenden Frau. Die man verlassen muss, nachdem man sich ihr in erlaubter Weise genähert.",
+ "wegen dessen Übertretung man. Sowohl der Einzelne als auch die Gemeinde, nach Note 42.",
+ "und er zieht sich sofort zurück. Während der Erektion.",
+ "so ist er schuldig. Ausrottung, wenn es mit Vorsatz geschehen (nach Lev. 20, 18); tut er dies aus Versehen, so hat er ein Sündopfer zu bringen.",
+ "wie das Kommen. Er soll daher, wie der Talmud sagt, jede Wollust gewährende Regung vermeiden und sich erst entfernen, wenn Schlaffheit eingetreten ist."
+ ],
+ [
+ "nur beim Vergessen. Und er muss es auch Anfangs gewusst haben.",
+ "dass es ein Kriechtier war. War ihm aber Anfangs bloß bekannt, dass er unrein geworden, er wusste aber nicht, ob durch ein Aas oder durch ein Kriechtier, so wird er nicht schuldig.",
+ "nur beim Vergessen. Und er muss es auch Anfangs gewusst haben.",
+ "der Unreinheit ist er schuldig. Nach R. Akiba genügt es, wenn ihm vor der Vergessenheit seine Unreinheit bekannt war, obwohl er nicht wusste, wodurch er unrein geworden.",
+ "dass er im Heiligtume ist. Darin stimmen R. Akiba und R. Elieser überein, gegen R. Ismael.",
+ "dass er sowohl beim Vergessen der Unreinheit als beim Vergessen des Heiligtums schuldig sei. Oben M. 1 ist wie R. Ismael entschieden."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "welche in vier zerfallen. Hier wird der Anfang des 1. Abschnitts näher erklärt.",
+ "dass ich essen werde. שבועה שאוכל eig.: „Ein Schwur, dass ich essen werde; d. h. ich schwöre, dass u. s. w.",
+ "dass ich nicht essen werde. Diese beiden Fälle sind in den Schriftworten: „להרע או להטיב, zu Leide oder zu Liebe“ (Lev. 5, 4) enthalten.",
+ "dass ich nicht gegessen habe. Die letzteren beiden Fälle wurden durch die hermeneutischen Regeln von den Weisen aus der Schrift deduziert, vgl. weiter M. 5, Ende.",
+ "so ist er schuldig. Denn wiewohl in der Tora der Ausdruck „Essen“ (nach trad. Erkl.) nur von einer Olivengröße (כזית) einer Speise gebraucht wird; so ist dennoch beim Schwure, nicht zu essen, nach der gewöhnlichen menschlichen Sprache zu urteilen und daher unter „Essen“ auch weniger als eine Olivengröße zu verstehen.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "Wo finden wir denn. In der Tora.",
+ "dass dieser schuldig sein soll. Die Weisen meinen, das durch einen Schwur entstandene Verbot müsse den andern Tora-Verboten gleich sein.",
+ "dass Einer wegen eines bloßen Wortes. Das er gesprochen und nicht gehalten.",
+ "während dieser doch wegen eines bloßen Wortes. Das er gesprochen und nicht gehalten.",
+ "ein Sündopfer bringen muss. Wer nun schwört, nicht zu essen, und auch nur eine Kleinigkeit isst, der hat seinen Schwur gebrochen.",
+ "so ist er nur einmal schuldig. Wiewohl er auch mit dem Trinken den Schwur übertreten hat, da unter dem Ausdruck „Essen“ auch das Trinken verstanden ist; so ist er dennoch nur Ein Sündopfer schuldig, wie wenn er in Einer Vergessenheit zweimal gegessen hätte.",
+ "dass ich nicht essen werde und dass ich nicht trinken werde. Damit hat er zwei Schwüre getan. Er hat aber nicht mit dem zweiten Schwur („dass ich nicht trinken werde“) dasselbe beschworen, was nach Note 9 schon im ersten Schwur enthalten war; denn durch den zweiten Satz hat er gezeigt, dass er im ersten Satze nur vom Essen im engeren Sinne gesprochen hat.",
+ "so ist er zweimal schuldig. Wegen Übertretung zweier Schwüre."
+ ],
+ [
+ "so ist er für jedes besonders schuldig. Die unnötige Wiederholung des Wortes פת (Brot) vor jeder Getreideart macht seine Aussage zu drei Schwüren."
+ ],
+ [
+ "so ist er für jedes besonders schuldig. Nach dem Talmud gilt dies nur dann, wenn man vorher in ihn gedrungen hatte, diese Getränke zu trinken, wobei es genügt hätte, zu erwidern: „ich schwöre, dass ich nicht trinken werde;“ wenn er nun dennoch unnötiger Weise „Wein, Öl und Honig“ besonders nannte, so hat er damit drei Schwüre getan."
+ ],
+ [
+ "so ist er frei. Da er nur geeignete Speisen und Getränke sich verschwören wollte.",
+ "Geschmeiss oder Gewürm. Makkot III, Note 26.",
+ "so ist er schuldig. Denn diese sind an und für sich als Speise geeignet und bloß von der Tora zum Essen verboten.",
+ "Simon erklärt ihn frei. Weil Israel bereits vom Berge Sinai her beschworen ist, die Tora zu halten (מושבע ועומד מהר סיני), und hinsichtlich dessen, was man bereits abgeschworen hat, ein zweiter Schwur ungültig ist (אין שבועה חלה על שבועה), vgl. Sanhedrin IX, Note 40. Der erste Tanna ist jedoch der Ansicht, dass ein Schwur auch hinsichtlich des Verbotenen Geltung hat, wenn man noch andere erlaubte Dinge in den Schwur einschließt (בכולל דברים המותרים עם דברים האסורים).",
+ "Konam. Ein Ausdruck, mit dem man sich oder einem Andern Etwas abgelobte; קונם ist Nebenbenennung von קרבן, Opfer, d. h. wie Heiliges verboten, s. Nedarim I, 2.",
+ "soll jeder Genuss von Seiten meiner Frau mir sein. Nach Andern: „Konam soll meiner Frau jeder Genuss von mir sein.“ Dann aber gilt das Gelübde nur in Bezug auf das, was der Mann seiner Frau nicht zu leisten verpflichtet ist.",
+ "so ist ihm. Nach der andern Erklärung: „So ist es seiner Frau verboten (vom Manne einen Genuss zu haben).“",
+ "seine Frau verboten. Denn unter „Essen“ ist auch das Essen von verbotenen Speisen zu verstehen; dies gesteht auch R. Simon (oben Note 17) zu."
+ ],
+ [
+ "ob die Dinge. Das, worüber man schwört.",
+ "ihn selbst. Er sagt z. B.: „Ich schwöre, dass ich essen werde“.",
+ "oder Andere. Er schwört etwa, dass er einem Andern Etwas geben will.",
+ "ob an den Dingen etwas Greifbares. ממש Sanhedrin V, Note 45.",
+ "oder nicht. Z. B. er schwört, dass er schlafen wird. דברים שאין בהן ממש heißt aber auch: „Dinge, an denen nichts Wesentliches ist“, die unerheblich sind; z. B. er schwört, einen Stein ins Meer zu werfen, vgl. weiter unten.",
+ "dass ich dem N. Der reich ist; würde er schwören, einem Armen zu geben, so wäre der Schwur, als zur Erfüllung eines Tora-Gebotes, nicht gültig, wie M. 6 lehrt (Talm.).",
+ "zu Leide oder zu Liebe. R. Ismael kontroversiert auch gegen M. 1.",
+ "Aus der Erweiterungs-Aussage. „רבוי Vermehrung“ heißt ein Wort oder eine Wort-Verbindung, wodurch ein Gesetz erweitert wird; Gegensatz: מיעוט (Verminderung) eine das Gesetz beschränkende Aussage.",
+ "der Schrift. Denn es heißt (Lev. 5, 4): „In Allem, was der Mensch ausspricht mit einem Schwur.“ Eigentlich hat die Deduktion des R. Ismael den hermeneutischen Kanon: כלל ופרט וכלל וכו׳ zur Grundlage (vgl. B. mezia IV, Note 73). Hier sind die Worte: „So Jemand schwört durch Aussprechen mit den Lippen“ eine Kollektiv-Aussage (כלל), das darauf folgende: „Zu Leide oder zu Liebe“ beschränkt das Gesetz auf spezielle Fälle (פרט), zuletzt heißt es endlich: „In Allem, was der Mensch ausspricht mit einem Schwur“, also wieder eine Kollektiv-Aussage (חזר וכלל). Bei einer in solcher Form gegebenen Vorschrift gilt die Regel: דן אלא כעין הפרט אי אתה das, was der spezialisierenden Aussage ähnlich ist, kann aus der Vorschrift entnommen werden. Sowie nun die Worte: „zu Leide oder zu Liebe (להרע או להיטיב)“ nur von Schwüren auf die Zukunft sprechen, so sind auch alle Schwüre, welche eine zukünftige Handlung betreffen, in unserer Vorschrift einbegriffen.",
+ "auch in jener Beziehung erweitert. Nach R. Akiba ist eine Satzform wie die vorliegende als רבוי מיעוט ורבוי (Erweiterung, Beschränkung und Erweiterung) zu deuten, wonach die Erweiterungs-Aussage Alles in das Gesetz einschließt und die Beschränkung (מיעוט) nur auf eine einzige Art von Eiden, nämlich auf solche, die ein Tora-Gebot betreffen (שבועת מצוה), bezogen wird; diese letzteren allein sind von unserer Vorschrift ausgeschlossen."
+ ],
+ [
+ "Schwört Jemand ein Gebot zu verabsäumen. Oder ein Verbot zu übertreten.",
+ "so ist er frei. Es fällt dies nicht unter die Kategorie von שבועת בטוי (Ausspruch-Eid), sondern es ist ein vergeblicher Eid (שבועת שוא), vgl. M. 8, Ende.",
+ "so ist er frei. In diesem Falle wird er auch nicht wegen שבועת שוא bestraft, da es löblich ist, sich durch einen Schwur anzueifern, die Gebote zu erfüllen, und es wird dies nicht als ein vergeblicher Schwur betrachtet (Nedarim 8a).",
+ "Es sollte eigentlich durch einen Schluss. De minore ad majus (קל וחומר), s. B. kama II, Note 26.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen.",
+ "Nein. Die Schlussfolgerung ist nickt statthaft; sie lässt sich widerlegen.",
+ "wobei doch die Verneinung nicht der Bejahung gleichgesetzt werden kann. Die Worte: להרע או להיטיב (zu Leide oder zu Liebe) sprechen von zweierlei, einander entgegengesetzten Schwüren, von einer Verneinung und einer Bejahung. Würde die Vorschrift auch von einem Schwur zur Erfüllung eines Gebotes handeln, so müsste ein Schwur, ein Gebot nicht zu halten, ebenfalls gelten. Da letzteres aber nicht der Fall ist, so kann die Vorschrift überhaupt nicht als von Geboten handelnd erklärt werden.",
+ "ist er ja frei. S. oben Note 33."
+ ],
+ [
+ "dass ich diesen Laib Brot nicht essen werde. Dies ist so zu verstehen, als wenn er sagte: „ich schwöre, dass ich von diesem Laibe nicht essen werde!“ Unter „Essen“ ist aber, wie gewöhnlich, das Essen von einer Olivengröße verstanden, s. oben Note 5.",
+ "dass ich ihn. D. h. den ganzen Laib. Dieser zweite Schwur ist bereits in dem ersten enthalten; denn nachdem er sich auch nur eine Olivengröße von diesem Brote verschworen hat, so ist ihm um so mehr das Essen des ganzen Laibes verboten. Der zweite Schwur ist deshalb nicht verpflichtend, und der Übertreter ist wegen beider nur einmal schuldig. Hätte er aber zuerst geschworen, den ganzen Laib nicht zu essen, darauf einen zweiten Schwur getan, keine Olivengröße davon zu essen, und dann den ganzen Laib gegessen; so wäre er zweimal schuldig, da in diesem Falle der zweite Schwur nicht im ersten enthalten und daher verpflichtend ist.",
+ "(ich schwöre, dass ich ihn nicht essen werde. Das ist ein dritter Schwur, der ebenfalls, weil schon im ersten enthalten, nicht von Neuem verpflichtet. Viele Codd. haben die eingeklammerten Worte nicht, da sie nichts Neues lehren. Diejenigen, welche die Worte lesen, meinen, dass aus diesem überflüssigen Satze die in folgender Note 42 angegebene Bestimmung entnommen wird.",
+ "so ist er nur einmal schuldig. Doch erhält der zweite resp. dritte Schwur Gültigkeit, wenn durch einen Weisen der erste resp. die beiden ersten gelöst würden (Talm.).",
+ "Dies. Der eben behandelte Fall.",
+ "ist ein Ausspruch - Eid. בטוי (von בטה ,בטא, hohl, leer sein) ein gleichgültiger unerheblicher Ausspruch, der Keinem Nutzen oder Schaden bringt, daher שבועת בטוי im Gegensatz zu den Eiden, mit denen man sich einen Gewinn verschafft und Andere schädigt.",
+ "wegen dessen mutwilliger Verletzung. Durch eine Tat; nicht aber bloß durch Unterlassung, z. B. es schwört Jemand, Etwas zu essen, und er isst es nicht; daher die beschränkende Bestimmung: זו היא."
+ ],
+ [
+ "als es den Menschen. Wenigstens drei Menschen (Talm.).",
+ "dass sie eine goldene sei. Ebenso ist es ein vergeblicher Schwur, wenn man allgemein Bekanntes eidlich bestätigt, z. B. man schwört betreffs einer bekannten steinernen Säule, dass sie von Stein sei.",
+ "wenn ich nicht. Die Form אם לא וכו׳ ist wohl nach M. Nedarim III, 2 hier gebraucht. Doch hat אם לא weiter IV, 5 beim Eide die Bedeutung „dass“.",
+ "ein in der Luft. אויר gr. <italic>ἀήρ</italic>.",
+ "fliegendes Kamel gesehen habe. Nach dem Talmud ist zu ergänzen: „dann sollen alle Früchte der Welt mir durch einen Eid verboten sein. S. jedoch Note 47, womit wohl die Erklärung von Abaje übereinstimmt.",
+ "wenn ich nicht. Die Form אם לא וכו׳ ist wohl nach M. Nedarim III, 2 hier gebraucht. Doch hat אם לא weiter IV, 5 beim Eide die Bedeutung „dass“.",
+ "eine dem Balken der Ölpress. B. mezia X, Note 22,",
+ "gleiche. Nach dem Talmud gibt es Schlangen, die an Größe noch den Pressbalken übertreffen; die Mischna ist daher nur so zu verstehen, er habe geschworen, dass die Schlange so am ganzen Körper, auch auf dem Rücken, gestreift (nach Aruch: glatt) gewesen sei, wie ein Pressbalken.",
+ "Schlange gesehen habe. Nach dem Talmud ist zu ergänzen: „dann sollen alle Früchte der Welt mir durch einen Eid verboten sein. S. jedoch Note 47, womit wohl die Erklärung von Abaje übereinstimmt.",
+ "dass wir nicht zeugen wollen. Dies ist, wie das unmittelbar Folgende, ein Eid zur Verletzung eines Tora-Gebotes, denn es heißt (Lev. 5,1): „Wenn er nicht aussagt, so trägt er seine Schuld.“",
+ "ein Gebot zu verabsäumen. Oder ein Verbot zu übertreten.",
+ "keine Laubhütte zu machen. Lev. 23, 42",
+ "keinen Lulab zu nehmen. Das. V. 40.",
+ "oder keine Tephillin anzulegen. S. Sanhedrin XI, 3."
+ ],
+ [
+ "und der zweite ein vergeblicher Eid. Denn damit schwor er seinen Eid zu brechen und somit ein Tora-Gebot zu verletzen.",
+ "einen Ausspruch-Eid verletzt. Er ist aber auch wegen des zweiten vergeblichen Eides strafbar; denn sobald Jemand schwört, ein Tora-Gebot zu verletzen, hat er einen vergeblichen Eid geschworen, ohne Unterschied ob er seinen Schwur hält, oder nicht."
+ ],
+ [
+ "Das Gesetz über den Ausspruch-Eid gilt. Zum Unterschiede vom Zeugnis-Eide, s. weiter IV, 1.",
+ "sowohl hinsichtlich Entfernter. Nicht-Verwandter.",
+ "als hinsichtlich Anverwandter. Schwört Jemand z. B., dem N. Etwas zu geben, so ist es einerlei, ob N. sein Anverwandter ist, oder nicht.",
+ "Tauglichen als bei Untauglichen. S. Sanhedrin III, 3.",
+ "(doch muss der Schwur) durch seinen eigenen Mund (ausgesprochen sein. Eben dasselbe ist, wenn Andere ihn beschwören, und er erwidert darauf: „Amen!“, s. weiter M. 11, Ende. Es wird hier nur der Fall ausgeschlossen, dass Andere etwa zu ihm sagen: „schwöre uns, dass Du gegessen hast!“, und er bloß erwidert: „ich habe gegessen!“"
+ ],
+ [
+ "Das Gesetz über den vergeblichen Schwur gilt. Zum Unterschiede vom Zeugnis-Eide, s. weiter IV, 1.",
+ "sowohl hinsichtlich Entfernter als hinsichtlich Anverwandter. Es ist kein Unterschied, ob man etwa Betreffs eines verwandten oder fremden Weibes schwört, dass es ein Mann ist.",
+ "zum Zeugnis) Tauglichen als bei Untauglichen; sowohl vor dem Gerichte als außerhalb des Gerichtes; (doch muss der Schwur) durch seinen eigenen Mund (ausgesprochen sein. S. Note 63.",
+ "Sowohl bei diesem. Dem vergeblichen Schwur.",
+ "als bei jenem. Dem Ausspruch-Eide.",
+ "so ist er schuldig. Denn wenn man auf eine Beschwörung „Amen!“ erwidert, ist es so, als hätte man den Schwur selbst ausgesprochen; dies wird aus Num. 5, 22 erwiesen (Talm.)."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Das Gesetz über den Zeugnis-Eid. Lev. 5, 1.",
+ "gilt nur. Alle folgenden Bestimmungen beruhen auf dem Grundsatze, dass nur diejenigen, welche befähigt sind, Zeugnis abzulegen, ein Opfer wegen falschen Zeugnis-Eides schuldig sind.",
+ "nicht bei Weibern. Da diese zum Zeugnis untauglich sind; denn es heißt (Deut. 19, 17): „Es sollen stehen die beiden Männer“, das sind (nach trad. Auslegung) die Zeugen. Daraus wird geschlossen, dass nur Männer, nicht Weiber zum Zeugnis befähigt sind (vgl. Joseph, ant. IV, 8, 15).",
+ "aber nicht bei Untauglichen. Wegen ihrer Sündhaftigkeit; z. B solche, die Todsünden begangen oder der Geißelstrafe sich schuldig gemacht, oder Räuber.",
+ "Zeugnis abzulegen. Dies schließt den König aus, der nach Sanhedrin II, 2 kein Zeugnis ablegen kann; ferner auch diejenigen, die nur nach rabbinischer Anordnung zum Zeugnis untauglich sind, nach Sanhedrin III, Note 21.",
+ "wenn aber durch Anderer Mund. Wenn ein Anderer zu den Zeugen gesagt hat: „ich beschwöre euch, dass ihr für mich Zeugnis ablegen sollt“, und sie darauf erwidern: „wir wissen kein Zeugnis für dich“. Vgl. aber oben III, Note 63.",
+ "wenn sie vor Gericht leugnen. Denn es heißt (Lev. 5, 1): „Wenn er nicht aussagt, so trägt er seine Schuld“; hiernach gilt diese Vorschrift nur, wenn man an der Stelle, wo die Aussage von Nutzen ist, nämlich vor Gericht, nach Vereidigung die Aussage verweigert.",
+ "Meir’s. Vgl. Abschn. V, Note 6-7.",
+ "wenn sie vor Gericht leugnen. Der Schwur mag aber auch außerhalb des Gerichtes stattgefunden haben, vgl. M. 3."
+ ],
+ [
+ "Sie werden schuldig bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Eides. Wenn sie auch wussten, dass ihr Eid falsch ist und dass wegen eines solchen Falscheides ein Sündopfer dargebracht werden muss.",
+ "und beim Irrtum betreffs desselben. Sie wissen nicht, dass man wegen eines solchen Eides ein Sündopfer schuldig wird.",
+ "wenn Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Zeugnisses. Sie wissen Zeugnis abzulegen und auch, dass ihr Eid verboten ist.",
+ "wenn auch betreffs dieses ein Irrtum stattfand. Wenn sie während ihres Eides das Zeugnis vergessen hatten oder nicht wussten, dass ein solcher falscher Eid verboten sei. Im ersten Falle haben sie nach ihrem Bewusstsein gar nicht falsch geschworen. Aber auch im zweiten Falle wird der falsche Eid als unter dem Zwang eines Irrtums geleistet (אונם) betrachtet, da der Schwörende, dem das Bewusstsein fehlt, dass ein falscher Eid verboten sei, mit seinem Eide sich zu Nichts verpflichtet, sondern nur eine leere unverstandene Formel ausspricht.",
+ "Was sind sie wegen des vorsätzlichen. Wenn Vorsätzlichkeit nach der in Note 10 und 12 angegebenen Weise stattgefunden.",
+ "Ein auf- und absteigendes Opfer. Absch. I, Note 18."
+ ],
+ [
+ "so sind sie schuldig. Wenn ihr Schwur ein falscher war.",
+ "haben sie eingestanden. Dass sie Zeugnis abzulegen wissen.",
+ "so sind sie frei. Denn die Leugnung muss vor Gericht stattfinden, oben Note 7.",
+ "auch hier. Vor Gericht.",
+ "so sind sie auf jedes Beschwören besonders schuldig. Da sie außerhalb des Gerichts nach jeder Leugnung noch eingestehen hätten können.",
+ "Weil sie nicht wiederum eingestehen können. Wenn sie einmal vor Gericht geleugnet haben, ein Zeugnis über eine Tatsache zu wissen, so können sie nicht wiederum behaupten, dass sie es wüssten, da die Zeugen ihre vor Gericht deponierte Aussage nicht widerrufen können. Wenn sich also auch die Leugnung auf jedes Beschwören bezieht, können die Zeugen dennoch nur einmal schuldig werden, da sie, nachdem sie einmal vor Gericht geleugnet, nicht mehr geeignet sind, Zeugnis abzulegen."
+ ],
+ [
+ "Haben Beide gleichzeitig. Die Leugnung des zweiten Zeugen begann sofort nach der des ersten, so dass man in der Zwischenzeit nicht mehr als die drei Worte: שלום עליך רבי sprechen konnte (s. Makkot I, Note 62).",
+ "so sind Beide schuldig; (hat) Einer nach dem Andern (geleugnet. Es fand zwischen der Leugnung des ersten und der des zweiten Zeugen eine längere Zwischenpause statt, als die eben bezeichnete.",
+ "der zweite aber frei. Nachdem der erste Zeuge einmal behauptet hat, Nichts zu wissen, und bereits eine solche Pause nach dieser Behauptung stattgefunden, dass er diese nicht mehr widerrufen kann, würde das Zeugnis des zweiten, als das eines einzelnen Zeugen, nichts mehr nutzen. Er wird daher wegen seiner Leugnung nicht schuldig.",
+ "weil das Zeugnis durch jede von beiden bestehen könnte. Nach dem Talmud müsste in gewöhnlichem Falle die erste Partei frei sein, da sie ja behaupten kann, sie habe bei ihrer Leugnung sich darauf gestützt, dass das Zeugnis durch die zweite Partei allein bestehen könnte und ihre Aussage nicht nötig sein würde. Die Entscheidung der Mischna gälte hiernach nur in dem Falle, dass die zwei Zeugen der zweiten Partei zur Zeit, als die erste Partei leugnete, durch ihre Frauen einander anverwandt und so zum Zeugnis untauglich waren. Bald darauf aber starben ihre Frauen, so dass sie wieder zum Zeugnis geeignet wurden. Wiewohl nun während der Leugnung der ersten Partei diese Frauen schon im Sterben lagen, so werden ihre Gatten dennoch als zu dieser Zeit untauglich betrachtet, so dass die erste Partei sich nicht auf dieselben hätte stützen dürfen."
+ ],
+ [
+ "dass. אם לא „dass“ nach einem Schwur, Num. 14, 28.",
+ "Geraubtes. Er hat mir Etwas geraubt.",
+ "und Verlorenes. Er hat eine von mir verlorene Sache gefunden, vgl. Lev. 5, 21 f.",
+ "Gerste und Dinkel. Im vorherigen Falle handelte es sich um verschiedene Arten von Forderungen bei einerlei Art der Objekte; dieser Fall handelt wieder von einerlei Forderung bei Objekten verschiedener Art."
+ ],
+ [
+ "halben Schaden- Ersatz. Hier handelt es sich nicht um den in Exod. 21, 35 für den תם (B. kama I, Note 33) vorgeschriebenen halben Schaden- Ersatz, denn dies ist eine Pön (קנס), wobei der Schuldige bei eigenem Geständnis frei ist (weiter V, 4) und daher auch die Zeugen wegen Zeugnis-Verweigerung nicht schuldig werden. Die Mischna meint hier vielmehr den halben Schaden-Ersatz bei indirekten Schädigungen durch den Fuß eines Tieres (צרורות), nach B. kama II, Note 5, was als gewöhnliche Geld-Schuld (ממון) und nicht als Pön betrachtet wird.",
+ "Doppel-Ersatz. Dies ist zwar auch eine Straf-Schuld (קנס), indes ist aber auch die einfache Schuld (קרן) darunter.",
+ "meine Tochter genotzüchtigt. Hierfür ist ein Strafgeld von 50 Schekel (Deut. 22, 29 und Exod. 22, 16), aber noch außerdem ein Geldersatz (ממון) zu zahlen (weiter V, 4).",
+ "dass er meine Tochter verführt hat. Hierfür ist ein Strafgeld von 50 Schekel (Deut. 22, 29 und Exod. 22, 16), aber noch außerdem ein Geldersatz (ממון) zu zahlen (weiter V, 4).",
+ "dass mich mein Sohn geschlagen hat. Ohne Verwundung, sodass keine Todesstrafe darauf steht (Sanhedrin XI, 1) und dafür Geld-Ersatz zu entrichten ist.",
+ "dass mein Nächster am Versöhnungstage. Darauf steht zwar die Strafe der himmlischen Ausrottung (כרת); diese befreit aber nicht vom Schaden-Ersatz, s. B. kama VII, Note 6.",
+ "so sind sie. Wenn sie unter Annahme des Eides leugnen, Etwas zu wissen."
+ ],
+ [
+ "kein Sohn einer Chaluza. Makkot I, Note 5.",
+ "bin. In diesen Fällen sind die Zeugen frei, weil es sich nicht um eine Geldforderung handelt, M. 8.",
+ "kein Sohn einer Chaluza ist. Nach M. 12 sind die Zeugen nur dann schuldig, wenn sie vom Kläger selbst zur Zeugenschaft aufgefordert werden. Hier also, wo sie ein Anderer auffordert, würden sie selbst wegen Geldforderungen nicht schuldig sein. Der Talmud meint daher, die Mischna spricht von dem Falle, dass N. dem Auffordernden eine Vollmacht (הרשאה) erteilt hat, seine Sache zu führen, so dass die Zeugen schuldig wären, falls es sich um Geldforderungen handelte.",
+ "dass er dessen Tochter verführt hat. Wiewohl der Auffordernde vom Vater der Tochter zur Klage bevollmächtigt worden ist (Note 37), sind die Zeugen dennoch frei, weil man zur Einforderung von Geld, das man noch niemals in Händen gehabt hat, keine Vollmacht erteilen kann (Raschi).",
+ "dass mein Sohn mich verwundet. Hierbei findet wegen der Todesstrafe kein Schaden Ersatz statt, B. kama VII, Note 5.",
+ "am Sabbat mich verwundet oder meinen Getreidehaufen angezündet hat. Hierbei findet wegen der Todesstrafe kein Schaden Ersatz statt, B. kama VII, Note 5."
+ ],
+ [
+ "die einem Verwahrgut gleich ist. Gleich den in Lev. 5, 21 f. aufgezählten Fällen; in unserem Falle aber ist der Beklagte rechtlich nicht verpflichtet, das Geschenk zu geben, wenn er es auch wirklich versprochen hätte."
+ ],
+ [
+ "so sind sie. Wenn sie auch den Schwur angenommen und darauf Etwas wahrgenommen haben, das sie zu bezeugen hätten.",
+ "weil der Schwur der Zeugen-Wahrnehmung vorangegangen ist. Es heißt aber (Lev. 5, 1): „Und er war Zeuge, hat gesehen oder erfahren“; es muss also zur Zeit der Beeidigung die Zeugen-Wahrnehmung bereits stattgefunden haben."
+ ],
+ [
+ "so sind sie. Diejenigen, die ein Zeugnis für ihn wissen und es nicht ablegen.",
+ "(er müsste denn seine Worte an sie gerichtet haben. Sie sind nur dann schuldig, wenn die Aufforderung speziell an sie gerichtet war, denn es heißt (Lev. 5, 1): „Und er (der zum Zeugnis Aufgeforderte) war Zeuge“. Die Worte עד bis להס fehlen im Jerusch, u. a. Codd."
+ ],
+ [
+ "aus dem Munde eines andern Zeugen vernommen. Ein solches Zeugnis ist ungültig, vgl. Sanhedrin IV, 6.",
+ "so sind sie frei. Da ihr Zeugnis unnütz wäre."
+ ],
+ [
+ "Schickt Jemand durch seinen Knecht. Und lässt durch ihn die Zeugen zur Zeugenschaft auffordern.",
+ "denn nur, wenn sie aus dem Munde des Klägers hören, (sind sie schuldig. Nach dem Talmud wird dies daraus deduziert, dass in Lev. 5, 1 לוא (mit ו׳ und א׳) geschrieben steht, wonach der Vers so gedeutet wird, als hieße es: אם לו לא יגיד „wenn er ihm (dem Interessenten selbst) nicht Zeugnis ablegen will“."
+ ],
+ [
+ "ich binde euch. Mit Hinzufügung des Gottesnamens zu jedem dieser Ausdrücke, z. B.: Ich gebiete euch bei Gott.",
+ "Aleph-Daleth. „Adonai“. Nach Raschi sagt er bloß: „ich beschwöre euch beim Gottesnamen, der mit Aleph-Daleth beginnt“; ebenso weiter bei „Jud-Hé“.",
+ "Jud-He. Das Tetragrammaton (שם הויה), vgl. Tossaphot.",
+ "beim Allgnädigen. Dies und die folgenden sind Attribute Gottes.",
+ "beim Langmütigen oder Huldreichen. Exod. 34, 6.",
+ "oder bei sonst einem der Attribute. בנוי Beinamen; in anderer Bedeutung in Sanhedrin VII, Note 49.",
+ "Der Lästerer. Wer Gott lästert.",
+ "ist bei diesen allen. Wenn er dabei Gott mit irgend einem dieser Namen nennt.",
+ "schuldig. Steinigung.",
+ "Die Weisen sprechen ihn frei. Er ist nur beim Aussprechen des Tetragrammaton schuldig, vgl. aber Sanhedrin VII, Note 46.",
+ "Die Weisen sprechen ihn frei. Vgl. Sanhedrin VII, 8.",
+ "Wer sich selbst. Das Verbot wird aus Deut. 4, 9 („hüte Deine Seele!“) entnommen nach dem Kanon, dass השמר ein Verbot ausdrückt.",
+ "oder seinem Nächsten. Das Verbot geht aus Lev. 19, 14 hervor, wo nach der Deutung des Talmuds verboten wird, selbst einem Tauben, der nicht hört, zu fluchen; um so mehr einem Hörenden.",
+ "Gott schlage dich. Wenn du für mich nicht zeugst.",
+ "so schlage dich Gott. Er hörte Jemand die Flüche aus der Tora (etwa Deut. 28) lesen, und er sagt zu jedem Zeugen: „so schlage dich Gott, wenn du nicht zeugst“. Tos. Jom. Tob liest: יבכה ה׳ וכן יבכה אלהים, wonach zu übersetzen ist: „Der Ewige (Tetragrammaton) schlage dich!“ — und ebenso „Gott schlage dich !“ — das ist der Eidfluch etc.",
+ "der in der Tora. Lev. 5, 1: אלה.",
+ "Er schlage dich nicht. Wenn du für mich Zeugnis ablegst.",
+ "Er segne dich. Wenn du für mich Zeugnis ablegst.",
+ "Er lasse es dir wohl gehen. Wenn du für mich Zeugnis ablegst.",
+ "für schuldig. Da aus dem Verneinungssatze (Er schlage dich nicht, wenn du zeugst) der Bejahungssatz (er schlage dich, wenn du nicht zeugst) geschlossen werden kann.",
+ "die Weisen aber sprechen sie frei. Nach ihrer Ansicht muss der Eidfluch ausdrücklich ausgesprochen werden, denn es heißt (Lev. 5, 1): „Er hört die Stimme eines Eidfluches“."
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+ "Das Gesetz betreffs des Verwahrguts-Eides. Lev. 5, 20 ff. „Verwahrguts-Eid“ (שבועת הפקדון) heißt hier jeder falsche Eid, unter dem man eine rechtliche Geld- oder Geldeswert-Forderung des Nächsten ableugnet. Da unter derartigen Forderungen in Lev. 5, 21 פקדון (Verwahrgut) zuerst erwähnt ist, so wird dieser Eid שבועת הפקדון genannt. Es ist hierbei kein Unterschied, ob der Beklagte zu diesem Eide gerichtlich aufgefordert wurde, oder ob er ihn von selbst geleistet hat.",
+ "gilt sowohl bei Männern als bei Weibern. Im Gegensatz zum Zeugnis-Eide oben IV, 1.",
+ "sowohl bei Entfernten als bei Anverwandten. Im Gegensatz zum Zeugnis-Eide oben IV, 1.",
+ "Tauglichen als bei Untauglichen. Im Gegensatz zum Zeugnis-Eide oben IV, 1.",
+ "(wenn der Schwur) aus seinem eigenen Munde (gekommen. Oder wenn er auf das Beschwören des Nächsten mit „Amen!“ geantwortet, oben III, Note 63.",
+ "aus dem Munde Anderer. Es sagt Jemand zu ihm: „ich beschwöre dich, dass du mir mein Depositum zurückgebest!“, und er leugnet es ab mit den Worten: „du hast Nichts bei mir!“",
+ "wenn er es vor Gericht abgeleugnet hat. Für vorliegenden Fall wird nämlich die Opferpflicht nur aus dem vorangehenden Gesetz über den Zeugnis-Eid (שבועת העדות) vermittels einer Wort-Analogie (in beiden Gesetzen wird der Ausdruck תחטא gebraucht) deduziert; denn nur beim Zeugnis-Eid schreibt das Gesetz ausdrücklich die Opfer-Verpflichtung vor, wenn der Sünder durch Andere beschworen wurde (Lev. 5, 1: ושמעה קול אלה er hört die Stimme einer Beeidigung). Sowie nun dort diese Verpflichtung nur bei einer Leugnung vor Gericht eintritt, (oben IV, Note 7), ebenso ist bei שבועת הפקדון der von Anderen Beschworene nur dann schuldig, wenn er vor Gericht ableugnet.",
+ "Meirs. Nach R. Meïr gilt die Regel: רון מינה ומינה (deduzierst Du davon, so deduziere auch ferner davon). Jede Deduktion, vermittels welcher die bei einem Gesetze vorgeschriebene Bestimmung für ein anderes Gesetz abgeleitet wird, erfordert es, dass im abgeleiteten Gesetze auch alle Modalitäten dieser Bestimmung von demselben Grundgesetze deduziert werden.",
+ "ist er schuldig. Die Weisen meinen: דון מינה ואוקי באתרה (deduziere etwas davon und setze es dann an seine Stelle!). Wenn auch aus einer Stelle eine Bestimmung für ein anderes Gesetz abgeleitet wird, so müssen dennoch einzelne Modalitäten dieser Bestimmung den im abgeleiteten Gesetze in anderen Fällen geltenden Normen entsprechen. Die deduzierte Bestimmung wird an die neue Stelle gesetzt und nach den hier geltenden Vorschriften modifiziert. In unserem Falle wird also zwar von שבועת העדות für שבועת הפקדון die Bestimmung abgeleitet, dass der Beklagte auch durch Andere beschworen werden kann; es ist aber dann nicht, wie bei שבועת העדות die Leugnung vor Gericht erforderlich, vielmehr ist dabei die sonst bei שבועת הפקדון geltende Norm maßgebend, wonach auch eine außergerichtliche Leugnung zum Opfer verpflichtet.",
+ "Er ist schuldig bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Eides. Er weiß, dass er ein Depositum empfangen hat, sowie, dass eine mit einem Eide verbundene Ableugnung desselben ihn zu einem Opfer verpflichtet.",
+ "und beim Irrtum betreffs desselben. Er weiß nicht, dass durch einen solchen Eid die Opferpflicht eintritt. Er muss aber wissen, das der Eid verboten ist, oben IV, Note 13.",
+ "wenn Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Verwahrgutes vorhanden war. Er weiß, dass der Nächste bei ihm ein Depositum hat.",
+ "wenn er auch hierüber im Irrtume war. Wenn er vergessen hat, dass ihm Jemand Etwas anvertraut hat; aber auch, wenn er gar nicht weiß, dass ein solcher Falscheid verboten ist, s. oben IV, Note 13.",
+ "Ein Schuldopfer für zwei Schekel. Dies folgt aus Lev. 5, 15."
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+ [
+ "so ist er. Wenn er später seine Schuld eingesteht, s. B. kama IX, 8.",
+ "Weil er. Nach einer Ableugnung.",
+ "wiederum eingestehen könnte. Jede Beeidigung wird ihm sonach als besondere Schuld angerechnet."
+ ],
+ [
+ "von ihm gefordert. Diese Bestimmung fehlt oben im 4. Abschn. beim Zeugnis-Eid; doch wird sie auch für dieses Gesetz im Sifra (ed. Weiß 23d) gelehrt.",
+ "Nur wenn er den Schwur am Ende gesagt hat. Er sagte: אין לך בידי ולא לך ולא לך בשבועה „du hast Nichts bei mir und auch du nicht und auch du nicht, (dies sage ich) beim Eide “",
+ "Nur wenn er bei Jedem den Schwur wiederholt hat. R. Elieser und R. Simon kontroversieren auch gegen den folgenden Satz der Mischna, sowie gegen den letzten Satz in Abschn. IV, Mischna 5 (Tos. Jom Tob).",
+ "חטה ושעורה וכסמת. Diese Ausdrücke sind nach R. Meïr, wie in der Sprache der Bibel (Exod. 9, 31 f.), als Gattungsnamen (Weizen, Gerste, Dinkel) zu verstehen. Nach den Weisen bezeichnen sie aber (nach der Volkssprache): „ein Weizenkorn, Gerstenkorn, Dinkelkorn“."
+ ],
+ [
+ "so ist er schuldig. S. oben IV, 6.",
+ "weil man kein Strafgeld durch eigenes Geständnis bezahlt. Da er beim Geständnis frei ist, so verpflichtet ihn die Ableugnung nicht zum Opfer.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen",
+ "so hätte er doch Beschimpfungs- und Wertverlust-Geld. S. Ketubot III, 4.",
+ "beim Selbstverständnis bezahlen müssen. Die Weisen meinen nämlich, der Kläger hat hauptsächlich die Zahlung für die Beschimpfung und den Wertverlust gefordert, weil der Beklagte sich von dieser Forderung nicht durch Selbstverständnis befreien kann. Der Beklagte hat danach unter Meineid eine Geldforderung abgeleugnet und ist deshalb schuldig. R. Simon aber meint, der Kläger hatte gewiss bei seiner Forderung das Strafgeld von 50 Schekel im Auge, weil dessen Betrag fest bestimmt ist, und nicht das Geld für Schimpf und Wertverlust, dessen Betrag nicht bestimmt ist, sondern erst durch eine Schätzung des Gerichtes festgestellt werden muss. Der Beklagte hat somit unter Falscheid eine Pön (קנס) abgeleugnet und ist zu keinem Opfer verpflichtet. Allerdings würde hiernach R. Simon auch gegen IV, 6, Note 31 kontroversieren."
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+ "so ist er schuldig. Weil er außer der Pön auch die Hauptsumme (קין) ableugnet, s. oben IV, Note 30.",
+ "aber nicht geschlachtet und nicht verkauft. Ich brauche also nicht das Fünffache (nach Exod. 21, 37) zu bezahlen.",
+ "so ist er frei. Weil er nur Straf-Geld abgeleugnet.",
+ "dein Ochs. Der bereits vorher dreimal gestoßen hatte, also מועד war, s. B. kamma II, 4. Als תם wäre die Schuld eine Pön, oben IV, Note 29.",
+ "dein Ochs hat meinen Sklaven getötet. Wofür 30 Schekel zu zahlen sind, Exod. 21, 32.",
+ "so ist er frei. Weil die Forderung eine Pön betrifft, indem selbst wenn der Sklave nur einen Denar wert ist, 30 Schekel zu zahlen wären, s. B. kamma IV, 5.",
+ "Sagt Jemand zu ihm: „du hast mich verwundet und hast mir eine Strieme beigebracht!“, und er sagt: „ich habe dich nicht verwundet und dir keine Strieme beigebracht!“ (darauf Jener:) „ich beschwöre dich!“, und er sagt: „Amen!“, so ist er schuldig. Sagt aber sein Sklave zu ihm: „du hast mir den Zahn ausgeschlagen oder das Auge geblendet. Und Du musst mich frei entlassen, Exod. 21, 26f.",
+ "so ist er frei. Auch hier hat er nur eine Pön-Forderung abgeleugnet, B. kamma 74b.",
+ "wo man aber auf eigenes Geständnis nicht zu zahlen brauchte. Vgl. Ketubot III, 9."
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+ "Beim gerichtlichen Eide. Der gerichtliche Eid wird nach dem Toragesetze, wie es von der Tradition erklärt wird, stets nur dem Verklagten auferlegt (weiter VII, 1), und zwar geschieht dies bei drei verschiedenen Arten des Klagestandes: 1) Wenn von Seiten des Beklagten ein Teil des Klage-Objektes zugestanden wird (מודה במקצת), s. B. mezia VIII, Note 8. 2) Bei den verschiedenen Hüter-Verhältnissen (שבועת השומרין), s. B. mezia VII, 8. 3) Wenn die Klage durch Einen Zeugen unterstützt wird (עד אחד). — Die folgende Bestimmung gilt nach Einigen nur bei der ersten Art von gerichtlichen Eiden (מודה במקצת); nach Andern muss auch bei der zweiten Art (שבועת השומרין) das Schwurobjekt zwei Maah wert sein (s. Ch. Mischpat 85, 5).",
+ "muss mindestens das Klage-Objekt. הטענה eig. die Forderung, von טען, beladen, belasten, (mit dopp. Accus.) Etwas von Jemand fordern.",
+ "zwei Silberstücke. Zwei der geringsten Silbermünzen, d. i. zwei Gera (Exod. 30, 13), neuhebr. Maah (מעה). Zwei Maah (= ⅓ Denar) wiegen nach den Kommentaren in reinem Silber soviel, wie 32 Gerstenkörner.",
+ "und das Zugestandene. Der Teil, den der Verklagte zugesteht.",
+ "eine Peruta. Eine Kupfermünze, die ¹⁄₃₂ Maah beträgt.",
+ "wert sein. Nach der von der Halacha rezipierten Ansicht Rab’s (gegen Samuel) muss der abgeleugnete Teil des Klage Objektes, d. i. das Schwurobjekt, zwei Maah wert sein; הטענה ist danach als כפירת טענה (das Abgeleugnete des Klage-Objektes) zu erklären. Das Klage-Objekt im Ganzen maß demnach mindestens zwei Maah und eine Peruta wert sein, damit beim Zugeständnis von einer Peruta noch ein Wert von zwei Maah als Schwurobjekt bleibe. — Jedoch wird, wenn Geräte (mindestens zwei, nach Exod. 22, 6) das Objekt der Klage bilden, auch beim geringsten Geldeswert derselben, dem מודה במקצת oder שומר ein gerichtlicher Eid auferlegt.",
+ "und wenn das Zugestandene nicht mit dem Klage-Objekte von ein und derselben Art ist. S. weiter M. 3. Statt מין hat Jerusch. hier und sonst: מן. Es heißt also: „Wenn das Zugestandene nicht ein Teil der Forderung ist u. s. w.",
+ "Auf welche Weise. Die Frage bezieht sich nach Rab (Note 6) auf die erste Bestimmung der Mischna, nach Andern (Samuel) dagegen auf das unmittelbar Vorhergehende, s. folgende Note.",
+ "so ist er frei. Nach Rab (Note 6) weil das Schwurobjekt (das Abgeleugnete) nicht ganz zwei Maah beträgt; nach Andern (Samuel) weil das Zugestandene mit dem Klage-Objekt nicht Einer Art angehören, indem ersteres Kupfergeld, letzteres Silbergeld ist. Rab aber ist der Ansicht, dass es bei Geldforderungen dem Klagenden nicht auf die Münzsorte, sondern nur auf den Wert des Geldes ankommt.",
+ "so ist er schuldig. Nach Samuel (Note 9) weil hier in der Klage auch Kupfergeld gefordert wird, s. weiter Note 38.",
+ "ich habe bei dir eine Mine. מנה (gr. μνᾶ) = 100 Denar.",
+ "so ist er frei. Doch haben später die Rabbinen (Rab Nachman) auch für diesen Fall der gänzlichen Ableugnung (כופר הכל) einen Eid angeordnet. Dieser rabbinische Eid heißt שבועת היסת „Antreibungs-Eid“ (von הסית verführen, antreiben), weil der Beklagte durch diesen Eid zum Geständnis der Wahrheit angetrieben werden soll.",
+ "so ist er schuldig. Einen gerichtlichen Eid zu leisten, da er einen Teil der Forderung zugesteht, s. Note 1.",
+ "(Sagt Jemand:) „du hast von meinem Vater eine Mine in Händen. Nach dem Talmud (42b) spricht die Mischna von dem Falle, dass der Sohn dies bloß vermutet, aber nicht mit Gewissheit (ברי) seine Forderung stellt, s. weiter Note 51.",
+ "als wenn er Verlorenes zurückgäbe. Er hätte ja der ungewissen Aussage des Sohnes gegenüber Alles ableugnen können."
+ ],
+ [
+ "vor Zeugen. Die eingeklammerten Worte fehlen in den Talmuden und sind bloß eine erklärende Glosse.",
+ "„jawohl. Das Geständnis vor Zeugen gilt (nach Sanhedrin 29a) nur dann, wenn dieselben dafür als Zeugen designiert werden, indem entweder der Geständige selbst oder der Fordernde (unter schweigender Zustimmung des Geständigen) zu den Zeugen sagt: אתם עדי „ihr sollt dafür Zeugen sein!“; sonst kann der Geständige sagen: „ich habe bloß Scherz mit dir getrieben (משטה אני בך).",
+ "so ist er frei. Doch muss er nach späterer Anordnung (Note 12) einen rabbinischen Eid schwören.",
+ "Erwidert er aber. Vor Gericht. Dagegen wäre eine derartige, außerhalb des Gerichtes gemachte Einrede nicht maßgebend, und er kann dann vor Gericht wiederum behaupten: „ich habe sie dir bereits gegeben!“",
+ "so ist er schuldig. Er kann nicht nachher wiederum sagen, er habe die Schuld bereits bezahlt, da er einmal durch die seinem frühern Geständnisse widersprechende Einrede als Lügner erkannt worden ist.",
+ "und der Andere erwidert ihm. Vor Zeugen.",
+ "darauf sagt Jener. Ebenfalls vor Zeugen.",
+ "vor Zeugen geben musste. Wie es der Gläubiger ihm aufgetragen."
+ ],
+ [
+ "ich habe ein Pfund. ליטרא, gr. λίτρα.",
+ "so ist dieser frei. Weil das Zugestandene nicht von der Art des Klage-Objektes ist.",
+ "ich habe einen Gold-Denar. Der 25 Silber Denar beträgt.",
+ "einen Tressis. טריסית lat. tressis = 3 as.",
+ "einen Pondion. Dupondium = 2 as, s. B. mezia IV, Note 37— 39.",
+ "so ist dieser schuldig. Einen gerichtlichen Eid zu leisten, da er einen Teil der Forderung zugesteht, s. Note 1.",
+ "weil alle Münz-Sorten einerlei Art sind. S. oben Note 9.",
+ "du hast bei mir nur einen Lethech. Ein Lethech = ½ Kor = 15 Seah.",
+ "so ist dieser frei. Weil das Zugestandene nicht von der Art des Klage-Objektes ist.",
+ "so ist dieser schuldig. Einen gerichtlichen Eid zu leisten, da er einen Teil der Forderung zugesteht, s. Note 1.",
+ "so ist er frei. Nach B. kamma 35 b braucht der Beklagte in den Fällen, wo er eine von dem Klage-Objekte verschiedene Art zugesteht, auch das Zugestandene nicht zu bezahlen. Der Grund davon ist nach Raschi, weil der Kläger, der Weizen forderte, damit eingestanden hat, das er keine Gerste zu fordern habe, und auf diese verzichtet hat; nach Andern, weil der Beklagte sagen kann, er habe mit dem Zugeständnis nur in spöttischer Weise die unwahre Behauptung des Klägers in Abrede stellen wollen, s. B. kamma III, Note 50.",
+ "Rabban Gamliel aber erklärt ihn für schuldig. Einen Eid zu leisten. Nach R. Gamliel wird der gerichtliche Eid auch dann auferlegt, wenn das Zugestandene nicht von der Art des Geforderten ist.",
+ "Fordert Jemand von seinem Nächsten Krüge Öl. Er sagt z. B.: „ich habe 10 Krüge Öl bei dir!“",
+ "und dieser gesteht ihm leere Krüge. קנקן scheint ein Onomatopoëtikon zu sein, nach dem Schall beim Klopfen an einen leeren Krug. So wird in Gittin 6a das Knistern des Schreibrohrs beim Schreiben ebenfalls mit קן קן bezeichnet. Eine andere Bedeutung von קנקן s. in B. mezia VI, Note 31.",
+ "so sagt Admon. S. über diesen Ketubot XIII, 1.",
+ "weil er einen Teil von der Art. In Ketubot XIII, 5 heißt es במקצת statt מקצת ממין.",
+ "des Klage-Objektes eingestanden hat. Der Wortlaut der Klage ist so zu verstehen, dass das Öl samt den Krügen gefordert wird.",
+ "so muss er schwören. Denn wenn man Weizen und Gerste fordert und der Verklagte die Gerste eingesteht, muss er schwören.",
+ "das Eingestandene ist nicht von der Art des Klage-Objektes. Die Weisen meinen, der Kläger habe bloß Öl, aber nicht die Krüge gefordert.",
+ "Mir gefallen. רואה אני ich ersehe, es ist mir einleuchtend.",
+ "Admon’s Worte. Dasselbe in Ketubot XIII, 5.",
+ "so ist er frei. Weil man bei Grundstücken nicht zu schwören braucht, mögen sie Gegenstand des Zugeständnisses oder der Ableugnung sein, s. weiter M. 5.",
+ "Gesteht er einen Teil der Geräte ein. So dass sowohl das Zugeständniss als die Ableugnung Mobilien zum Gegenstande haben.",
+ "so ist er schuldig. Auch über die Grundstücke zu schwören, indem der Schwur von den Mobilien auch auf die Immobilien „hingewälzt“ wird (גלגול שבועה), s. B. mezia VIII, Note 11.",
+ "welche keine Sicherheit. אחריות Sicherheit, B. mezia I, Note 29.",
+ "gewähren. Das sind Mobilien.",
+ "verbinden. זקק binden, verbinden, verpflichten.",
+ "die Sicherheit gewährenden Güter. D. s. Grundstücke.",
+ "über diese schwören muss. S. Kidduschin I, 5."
+ ],
+ [
+ "eines Irrsinnigen oder eines Unmündigen. Denn im Abschnitt von gerichtlichen Eiden heißt es (Exod. 22, 6): „Wenn ein Mann seinem Nächsten gibt u. s. w.“ Doch muss man auf die Klage eines Unmündigen wenigstens den rabbinischen Eid (שבועת היסת Note 12) leisten.",
+ "doch schwört man gegen einen Unmündigen. Nach einer Erkl.: Wenn eine Waise (das bedeutet hier קטן) mit voller Gewissheit (s. oben Note 14) behauptet, Jemand sei ihrem Vater eine Summe Geldes schuldig, so muss der Schuldner, wenn er einen Teil eingesteht, über den Rest einen Eid leisten. Nach einer andern Erklärung: Wer vom Vermögen eines unmündigen Waisenkindes eine Schuld (des Vaters; bezahlt, haben will, muss schwören, dass der Vater noch nicht bezahlt hat, s. weiter VII, 7.",
+ "und gegen Geheiligtes. Wenn Jemand Güter geheiligt hat, worauf eine Schuld haftet; so kann der Gläubiger nur mit einem Eide, dass er noch nicht Bezahlung erhalten, seine Schuld vom Geheiligten einziehen, s. aber auch Arachin VI, 6."
+ ],
+ [
+ "Grundstücke und geheiligte Sachen. Dies, sowie die folgende Bestimmung hinsichtlich des doppelten, resp. vier- oder fünffachen Ersatzes wird aus der Schriftstelle Exod. 22, 8 deduziert; Näheres s. B. mezia IV, Note 73.",
+ "Der unentgeltliche Hüter schwört nicht ihretwegen. B. mezia IV, Note 74.",
+ "und der Lohn-Hüter bezahlt nicht. Das. Note 75.",
+ "schwört man nicht. Das. Note 76."
+ ],
+ [
+ "ich habe dir zehn beladene. Mit Weintrauben, die bereits reif und zum Lesen bestimmt sind.",
+ "r zu schwören. Denn die Trauben, die zur Lese reif sind, werden als bereits abgeschnitten angesehen; sie können daher wie bewegliches Gat zum Eide verpflichten.",
+ "Alles, was am Boden haftet, ist wie Grund und Boden (anzusehen. Was zur Lese reif ist, wird nicht wie bereits abgeschnitten betrachtet.",
+ "Gewicht oder Zahl bestimmt ist. Sowohl das Geforderte als das Zugestandene muss genau bestimmt sein.",
+ "bis an den Vorsprung. זיז vgl. B. batra III, Note 79. Hier ist es ein über dem Fenster befindlicher Vorsprung.",
+ "so ist dieser schuldig. Zu schwören"
+ ],
+ [
+ "Hat Jemand seinem Nächsten auf ein Pfand geliehen. Der Gläubiger ist Betreffs des Pfandes als Lohn-Hüter zu betrachten, so dass er bei Diebstahl und Verlust Ersatz schuldig ist, vgl. B. mezia VI, 7.",
+ "er. Der Gläubiger.",
+ "sagt nun zu ihm. Dem Schuldner.",
+ "es. Das Pfand.",
+ "war aber nur einen Schekel. Ein Schekel ist in der Mischna-Sprache = 2 Denar = ½ Sela‘, während der biblische Schekel einem ganzen Sela‘ gleich ist.",
+ "Wert. Du bist mir also noch 2 Denar schuldig!",
+ "nicht so. לא כי = לא כן, nicht so!",
+ "es war aber nur einen Schekel wert. Du bist mir also noch 2 Denar schuldig!",
+ "und dieser sagt: „nicht so, sondern du hast mir einen Sela‘ darauf geliehen, und es war drei Denar wert. Du hast also nur noch Einen Denar von mir zu fordern!",
+ "so ist dieser schuldig. Zu schwören, dass es 3 Denar wert war; denn er hat einen Teil der Forderung des Gläubigers eingestanden. Auch der Gläubiger muss, obgleich er das Pfand bezahlt, schwören, dass es nicht mehr in seinem Bereiche sich befindet, weil er möglicherweise sein Auge darauf gerichtet hat und den Gegenstand zu erwerben trachtet, vgl. B. mezia III, 4.",
+ "(Sagt der Schuldner:) „du hast mir einen Sela‘ darauf geliehen, es war aber zwei Sela‘ wert. Du hast mir demnach noch einen Sela‘ (= 4 Denar) zu vergüten!",
+ "und der Andere sagt: „nicht so, sondern ich habe dir einen Sela‘ darauf geliehen, und es war nur einen Sela‘ Wert!“; so ist dieser frei. (Sagt aber der Schuldner:) „du hast mir einen Sela‘ darauf geliehen, und es war zwei Sela‘ wert. Du hast mir demnach noch einen Sela‘ (= 4 Denar) zu vergüten!",
+ "und der Andere sagt: „nicht so, sondern ich habe dir einen Sela darauf geliehen, und es war nur fünf Denar wert. Ich habe dir also nur noch Einen Denar zu vergüten!",
+ "so ist dieser schuldig. Zu schwören, dass es nur 5 Denar wert war; da er einen Teil der Forderung des Schuldners eingestanden hat.",
+ "Wer schwört. Diese Frage bezieht sich nach dem Talmud auf den ersten Fall, wo nach Note 70 beide, der Schuldner und der Gläubiger, schwören müssen, und die Frage ist nach einer Erklärung, wer zuerst schwören soll.",
+ "bei dem das Verwahrgut. Das Pfand.",
+ "war. Der Gläubiger schwöre zuerst, dass das Pfand sich nicht in seinem Bereiche befindet.",
+ "denn wenn der Andere. Der Schuldner.",
+ "schwöre. Wenn er zuerst schwöre, dass das Pfand 3 Denar wert war.",
+ "so würde Jener vielleicht das Verwahrgut. Das Pfand.",
+ "hervorbringen. Und nachweisen, dass der Schuldner falsch geschworen. — Nach einer andern Erklärung wird hier gesagt, dass im ersten Falle (Note 70) anstatt des Schuldners der Gläubiger seine Behauptung beschwöre, dass das Pfand nur 2 Denar wert war (s. B. mezia 35a)."
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+ "welche nach dem Toragesetze schwören müssen. Einen gerichtlichen Eid, nach VI, Note 1.",
+ "um nicht zu bezahlen. Denn es heißt (Exod. 22, 10): „Der Eigentümer nehme (den Eid) an, und jener bezahle nicht“, woraus ersichtlich ist, dass der Verklagte schwört, um nicht bezahlen zu müssen.",
+ "Folgende aber schwören. Nach Anordnung der Weisen der Mischna.",
+ "zu empfangen. Dieser von den Mischna-Lehrern angeordnete Eid (שבועת המשנה) ist insofern gleich dem Tora-Eide (שבועה דאורייתא), dass man bei diesem, wie bei Jenem, eine heilige Sache (eine Tora-Rolle oder Tephillin) in der Hand halten muss, was bei dem von den spätern Rabbinen angeordneten היסת-Eide (VI, Note 12) nicht nötig ist. Doch ist der Mischna-Eid in mancher Beziehung vom Tora-Eide unterschieden. Unter Anderem braucht man beim Mischna-Eide nicht wie beim Tora-Eide den Gottesnamen oder ein Attribut Gottes zu nennen. Ferner wird derjenige, der einen schuldigen Tora-Eid nicht leistet, vom Gerichte exequiert; dagegen wird Einer, der einen Mischna-Eid (oder einen היסת-Eid) zu leisten sich weigert, selbst in den Fällen, wo von ihm Bezahlung gefordert wird (vgl. Note 46) und er die Zahlung verweigert, nur mit dem Banne belegt, und wenn er dreißig Tage lang im Banne bei seiner Weigerung verharrt, mit מכות מרדות (vgl. Makkot III, Note 5) bestraft.",
+ "und der Krämer auf sein Buch. פנקס, gr. πίναξ Schreibtafel, syr. ܦܶܢܩܺܝܬܳܐ dass.",
+ "Der Tagelöhner. Hiermit beginnt die nähere Erklärung aller eben aufgezählten Fälle.",
+ "Sagt er. Der Tagelöhner.",
+ "so schwört er. Der Tagelöhner.",
+ "seinen Lohn. Der Hausherr, der mit seinen Arbeitern vielfach beschäftigt ist, kann leicht irrtümlich meinen, einen Arbeiter schon bezahlt zu haben; daher haben die Weisen nicht dem Hausherrn, sondern dem Arbeiter den Eid auferlegt.",
+ "Nur. Nur dann kann der Kläger durch einen Eid Bezahlung erlangen.",
+ "wenn dabei ein Teil-Geständniss. Von Seiten des Beklagten.",
+ "stattfindet. Wo der Beklagte nach dem Tora-Gesetze (VI, Note 1) schwören müsste, da haben die Weisen in allen in unserem Abschnitt aufgezählten Fällen aus gewissen Zweckmäßigkeits-Rücksichten den Eid dem Kläger auferlegt.",
+ "du hast einen Gold-Denar. D. i. 25 Silber-Denar."
+ ],
+ [
+ "Zeugt man. Zwei Zeugen.",
+ "um ihn ohne Erlaubnis. Des Eigentümers oder des Gerichts.",
+ "auszupfänden. Die Zeugen sahen, wie er leer hineingegangen und mit unter seinem Gewande verborgenen Geräten herausgekommen ist; sie wissen aber nicht, was er getragen hat.",
+ "du hast mir ein Gerät. Ein bestimmtes Gerät, etwa einen goldenen Becher.",
+ "so schwört der Andere und empfängt. Das geforderte Gerät oder dessen Wert; vorausgesetzt ist, dass der Kläger so vermögend ist, dass man annehmen kann, er habe ein solches Gerät besessen.",
+ "Nur. Nur dann kann der Kläger durch einen Eid Bezahlung erlangen.",
+ "wenn dabei ein Teil-Geständniss. Die Wunde ist derart, dass er sie möglicherweise sich selbst beigebracht haben kann. Ist dies nicht der Fall, so z. B. wenn auf seinem Rücken Bisse gefunden werden und es war kein Anderer als der Beklagte an jenem Orte, dann empfängt er ohne Eid die Bezahlung.",
+ "stattfindet. Wo der Beklagte nach dem Tora-Gesetze (VI, Note 1) schwören müsste, da haben die Weisen in allen in unserem Abschnitt aufgezählten Fällen aus gewissen Zweckmäßigkeits-Rücksichten den Eid dem Kläger auferlegt."
+ ],
+ [
+ "Zeugt man. Zwei Zeugen.",
+ "gegen Jemand, dass ein Anderer unversehrt zu ihm hineingegangen und von ihm verwundet herausgekommen ist; dieser sagt: „du hast mich verwundet!“, und Jener sagt: „ich habe dich nicht verwundet. Die Wunde ist derart, dass er sie möglicherweise sich selbst beigebracht haben kann. Ist dies nicht der Fall, so z. B. wenn auf seinem Rücken Bisse gefunden werden und es war kein Anderer als der Beklagte an jenem Orte, dann empfängt er ohne Eid die Bezahlung.",
+ "so schwört der Andere und empfängt. Entschädigung nach B. kama VIII, 1.",
+ "Nur. Nur dann kann der Kläger durch einen Eid Bezahlung erlangen.",
+ "wenn dabei ein Teil-Geständniss. Von Seiten des Beklagten.",
+ "stattfindet. Wo der Beklagte nach dem Tora-Gesetze (VI, Note 1) schwören müsste, da haben die Weisen in allen in unserem Abschnitt aufgezählten Fällen aus gewissen Zweckmäßigkeits-Rücksichten den Eid dem Kläger auferlegt."
+ ],
+ [
+ "dessen Gegner des Meineides verdächtig ist. Und man weiß, dass er den Meineid vorsätzlich geschworen hat.",
+ "Er mag beim Zeugnis-Eide. Nach IV, 3.",
+ "oder beim Verwahrguts-Eide. Nach V, 2.",
+ "oder auch nur durch einen vergeblichen Eid. Nach III, 8. Diesem gleich ist auch der assertorische Ausspruch-Eid (s. I, Note 2—3). Dagegen kann derjenige, der einen promissorischen Eid gebrochen hat, nach Einigen zum gerichtlichen Eide zugelassen werden. Denn dieser mag während des Schwörens die Absicht gehabt haben, den Eid zu erfüllen, und nur später, von seinen Begierden überwältigt, ihn gebrochen haben; er ist darum nicht verdächtig einen Eid zu leisten, den er beim Schwören als Meineid erkennt.",
+ "verdächtig geworden sein. Wenn ein solcher Verdächtiger verklagt und (nach VI, Note 1) einen gerichtlichen Eid nach dem Toragesetze schuldig geworden, so wird statt seiner der Eid dem Kläger auferlegt, der schwört und dadurch Bezahlung erlangt.",
+ "Ist Einer von ihnen. Der Verklagte allein.",
+ "ein Würfelspieler. Sanhedrin III, Note 22.",
+ "ein Wucherer. Das. Note 23.",
+ "der Tauben fliegen lässt. Das. Note 24.",
+ "der mit Brachjahr-Frucht handelt. Das. Note 25.",
+ "so schwört sein Gegner. Der Kläger.",
+ "und empfängt Bezahlung. Vorausgesetzt ist, dass der Beklagte nach VI, 1 einen Tora-Eid zu leisten hätte.",
+ "Sind Beide. Der Verklagte und der Kläger.",
+ "so geht der Schwur zurück an seinen Ort. Zu dem Beklagten, der ursprünglich den Eid zu leisten verpflichtet war; da er aber als „Verdächtiger“ nicht schwören kann, so muss er bezahlen (vgl. B. mezia VIII, Note 8). Nach einer anderen Erklärung meint R, Jose: „Der Schwur kehrt zum Berge Sinai zurück“; d. h. das menschliche Gericht vermag in diesem Falle nicht einzuschreiten; es kann weder einen Eid auferlegen, noch ohne Eid den Verklagten zur Zahlung nötigen. Die Sache wird daher dem Gerichte Gottes überlassen, der am Berge Sinai die Israeliten beschworen hat, dass sie das Gesetz beobachten und nicht einander berauben, und der den Unrechttäter nicht ungestraft lassen wird.",
+ "Sie teilen. Der Verklagte zahlt die Hälfte des Abgeleugneten."
+ ],
+ [
+ "Der Krämer auf sein Buch — auf welche Weise? Nicht wenn er zu Jemand sagt: „es steht in meinem Buche geschrieben, dass Du mir zweihundert Sus schuldig bist. In diesem Falle ist dessen Forderung, wenn sie vom Andern in Abrede gestellt wird, gar nicht begründet.",
+ "gib meinen Arbeitern für einen Sela. Den ich dir später geben will.",
+ "hierauf sagt er. Der Krämer.",
+ "„ich habe es gegeben!“, Jene aber sagen: „wir haben Nichts erhalten. Beide Parteien fordern nun vom Hausherrn Bezahlung, und ihre Forderung ist begründet, indem Jener eingesteht, dem Krämer einen solchen Auftrag gegeben zu haben.",
+ "so schwören Beide. Diese Worte fehlen in den Handschr. und alten Ausgg. und sind erst später aus dem Kommentar des Bart. in den Text geraten.",
+ "so schwört er. Der Krämer.",
+ "und Jene schwören und empfangen. Denn die Arbeiter können sagen, der Krämer sei ihnen selbst mit einem Eide nicht beglaubigt, und ebenso kann der Krämer behaupten, der Sohn, resp. die Arbeiter des Hausherrn seien ihm nicht glaubwürdig. Der Hausherr war es, der den Betreffenden Vertrauen schenkte, indem er den Auftrag ohne Zeugen ausführen ließ; er muss daher Jedem auf seinen Eid bezahlen.",
+ "Wie darf man Diese. אלו ואלו eig. „diese und diese“, die beiden streitenden Parteien. Von beiden Parteien zusammen, die Entgegengesetztes beschwören, wird sicherlich ein falscher Eid geschworen, wenn wir auch nicht wissen, von welcher Partei dies geschieht.",
+ "zum falschen Eide kommen lassen. Es wird ja dadurch der Name Gottes entweiht!",
+ "Vielmehr empfängt er. Der Krämer."
+ ],
+ [
+ "er gibt sie ihm. Der Käufer tut sie darauf in seinen Korb, den er über den Rücken hängt.",
+ "und du hast ihn in die Geldkasse. אונפלי oder אמפולי (Aruch), אמפלי (ed. Neapel), אינפולי (Tos. Maaser scheni IV, 11) ist schwerlich ampulla, eher gr. ἐμπολή (Einnahme für Verkauftes), daher Kasse, recette.",
+ "so schwört der Hausherr. Dass er schon bezahlt hat, und nimmt seine Früchte mit. Eigentlich gehörte dieser Fall nicht unter die in unserem Abschnitte aufgezählten Fälle, bei denen man schwört, um zu empfangen (נשבעין ונוטלין), da ja der Hausherr die Früchte bereits erworben hat und durch den Eid sich bloß von der Bezahlung befreit. Da jedoch, wenn er den Eid nicht leistete und eingestände, er habe die Früchte, ohne sie zu bezahlen, mitnehmen wollen, dann der ganze Kauf ungültig wäre und die Früchte dem Krämer zurückgegeben werden müssten; so kann der Eid als zum Zweck der Mitnahme der Früchte geleistet betrachtet werden.",
+ "Hat dieser aber Jenem. Dem Krämer in die Hand.",
+ "so schwört der Krämer. Dass er die Früchte bereits gegeben, und er kann den Denar behalten und in seine Kasse legen. Würde er den Eid nicht leisten, so müsste er den Denar auf Verlangen zurückgeben (oder er würde mit dem Banne bestraft, oben Note 4); daher erwirbt er gleichsam durch den Eid den Denar, und er wird als נשבע ונוטל betrachtet.",
+ "der hat die Oberhand. Dies bezieht sich auf den ersten Fall, und R. Jehuda meint, der Hausherr braucht da nicht zu schwören, da er die Früchte in Händen hat und seine Behauptung noch unterstützt wird durch die Annahme, dass ein Krämer, der nicht borgt (von einem solchen spricht die Mischna), nicht eher die Ware hergibt, bis er das Geld erhalten hat, wie dies R. Jehuda im folgenden Falle vom Geldwechsler annimmt. In der Tosephta lautet der Ausspruch R. Jehudas: במה דברים אמורים בזמן שהיתה קופה מונחת בנתים אבל אם היתה יוצאת מתחת יד אחד מהן המוציא מחבירו עליו הראיה „Wobei gilt dies? Wenn der Korb (mit Früchten) zwischen Beiden liegt, wenn er aber in der Hand des Einen (des Hausherrn) sich befindet, dann muss derjenige, der vom Andern etwas fortnehmen will, den Beweis erbringen“ (vgl. auch die Baraita im Talmud 48a).",
+ "so schwört der Hausherr. Vgl. Note 44.",
+ "Hat dieser aber Jenem. Dem Geldwechsler in die Hand.",
+ "so schwört der Geldwechsler. Vgl. Note 46.",
+ "dass der Wechsler einen Issar. Das kleine Geld.",
+ "bevor er den Denar bekommen hat. Dies bezieht sich (vgl. oben Note 47) auf den ersten Fall, und R. Jehuda meint, der Hausherr brauche da nicht zu schwören, da sicher anzunehmen ist, er habe den Denar bereits gegeben. Vgl. ש״ך zu Ch. Mischpat 91, 9, der zu unserer M. sechs verschiedene Erklärungen bringt; vgl. auch Responsen חכם צבי 143."
+ ],
+ [
+ "gesagt hat. Die Mischna fährt fort, die נשבעין ונוטלין aufzuzählen. Da aber die folgenden Bestimmungen bereits in Ketubot IX, 7 gelehrt sind, so wird mit כשם שאמרו darauf hingewiesen, woselbst M. 8 auch die ausführliche Erklärung zu finden ist.",
+ "die eine Teilzahlung. פגם schadhaft machen, vermindern, für minderwertig erklären. Dies geschieht durch das Geständnis, dass ein Teil derselben schon bezahlt ist.",
+ "ihrer Ketuba. כתובה ist hier שטר כתובה die Verschreibung, das Dokument, worin der Mann sich verpflichtet, seiner Frau im Scheidungs- oder Todesfalle eine gewisse Summe zukommen zu lassen.",
+ "kann. Wenn der Mann behauptet, bereits die ganze Schuld bezahlt zu haben.",
+ "sie. Die Ketuba.",
+ "von unterworfenen Gütern. S. B. batra X, Note 77.",
+ "und von Gütern der Waisen. Wenn der Mann gestorben ist und sie von dessen Waisen Bezahlung fordert.",
+ "auch wenn sie in Abwesenheit des Mannes. Wenn der Mann nach der Scheidung von seiner Frau ausgewandert ist und sie von dessen Gütern Bezahlung erhalten will.",
+ "kann sie nur durch einen Eid Bezahlung erlangen. Soweit die Bestimmungen aus Ketubot IX, 7 u. 8. Was hier von der Frau, welche ihre Ketuba fordert, bestimmt wird, das gilt auch von jedem andern Gläubiger, der seinen Schuldschein bezahlt haben will; wenn er z. B. eine Teilzahlung beim Schuldschein eingesteht, so kann er den Rest nur durch einen Eid bezahlt erhalten, wie dies in der Tosefta (VI, 5) ausdrücklich steht.",
+ "Ebenso. Nach den meisten Erklärern beginnt hier der Nachsatz, und כשם שאמרו bis hierher ist der Vordersatz; s. aber Note 53.",
+ "können die Waisen. Nach dem Talmud bezieht sich dies auf das vorhergehende: ומנכסי היתומים. Also: Wenn die Waisen des Gläubigers von den Waisen des Schuldners die Schuld einziehen wollen, so müssen sie den folgenden Eid leisten.",
+ "nur durch einen Eid. Selbst wenn sie von den Waisen des Schuldners nicht dazu aufgefordert werden. Dagegen brauchen sie dem Schuldner selbst nicht den folgenden Eid zu schwören, außer wenn er es verlangt.",
+ "dass unser Vater uns nicht letztwillig erklärt. פקד (verordnen, befehlen) hat wie צוה (vgl. arab. وصّى) die Bedeutung, „eine letztwillige Verordnung treffen“.",
+ "sonst. In früherer Zeit.",
+ "wir auch nicht unter den schriftlichen Urkunden unseres Vaters gefunden haben. Eine Quittung oder sonst einen Vermerk.",
+ "dass dieser Schuldschein bezahlt sei. Dieser Schwur שבועת היורשים (Erben-Eid) genannt, genügt nur in dem Falle, dass der Gläubiger vor dem Schuldner gestorben ist; starb aber der Schuldner zuerst, so waren dessen Waisen nach Note 59 (vgl. Note 61) berechtigt, vom Gläubiger einen bestimmten Eid zu verlangen, dass er noch keine Bezahlung erhalten hat. Da aber die Waisen des Gläubigers nicht einen solchen bestimmten Eid, sondern nur den hier erwähnten Erben-Eid leisten können, so erhalten sie überhaupt keine Bezahlung. Doch gibt es eine Ansicht, dass auch in letzterem Falle der Erben Eid genügt; und wenn ein Richter nach dieser Ansicht bereits entschieden hat, ist nach dem Talmud die Entscheidung gültig.",
+ "muss er schwören. „Dass ich nicht unter den schriftlichen Urkunden meines Vaters gefunden habe, dass dieser Schuldschein bezahlt sei!“",
+ "so empfängt er ohne Schwur. Nach dem ersten Tanna muss der Erbe auch in diesem Falle schwören, denn der Vater mag dies vielleicht nur gesagt haben, damit man seine Kinder für reich halte und sie mehr achte."
+ ],
+ [
+ "Forderung. Wiewohl man an sie keine sichere Forderung stellen kann.",
+ "Teilhaber. Wer Geld oder Waren seines Nächsten unter seiner Hand hat, die, weil nicht gemessen, gewogen oder gezählt, von ihm leicht veruntreut werden können.",
+ "Feldbauer. S. B. mezia V, Note 73.",
+ "Verwalter. אפוטרופוס gr. ἐπίτροπος Verwalter, der eines Anderen Vermögen verwaltet. Über den אפיטרופוס von Waisen-Geldern (Vormund) s. Gittin V, 4.",
+ "die im Hause das Geschäft führt. נשא ונתן eig. nehmen und geben, d. h. Geschäfte machen. S. Ketubot IX, 4.",
+ "und der Haus-Sohn. D. i. Einer, der für seine Brüder die Hinterlassenschaft des Vaters verwaltet.",
+ "Sagt er. Einer von den eben Genannten.",
+ "zu ihm. Zu dem, dessen Vermögen er unter seiner Hand hatte.",
+ "„was forderst du von mir?“, (und der Andere erwidert:) „ich will, dass du mir schwörest. Dass du nichts von meinem Vermögen für dich genommen habest.",
+ "so ist er schuldig. Zu schwören. Denn alle diese erlauben sich manchmal, Etwas für ihre Bemühung zu nehmen; deshalb haben die Weisen dieselben zu einem solchen Eide verpflichtet.",
+ "Haben die Teilhaber und die Feldbauer schon geteilt. Ohne dass man sie zu jener Zeit beschworen hat.",
+ "so kann man sie. In späterer Zeit.",
+ "nicht beschwören. Weil man einmal darauf verzichtet hat. Dies gilt auch bei den anderen oben erwähnten Fällen.",
+ "Wird ihm aber. In späterer Zeit.",
+ "so kann man ihm einen Eid über Alles auferlegen. Über גלגול שבועה s. B. mezia VIII, Note 11.",
+ "Das Erlassjahr. Welches die Erlassung der Schulden bewirkt, Deut. 15, 1 f.",
+ "bewirkt auch die Erlassung des Eides. Zu dem man durch ein Teil-Geständniss eines Darlehens verpflichtet wurde, es befreit aber nicht vom Eide der Teilhaber oder Verwalter."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Es. Diese ganze Mischna befindet sich auch in B. mezia VII, 8, vgl. die Erklärung das. Noten 41—49."
+ ],
+ [
+ "Sagt er. Der Deponent.",
+ "er ist aber. והוא, es ist aber in der Tat der Fall, dass …",
+ "so ist er. Obwohl er nachher eingesteht, dass er falsch geschworen hat.",
+ "frei. Vom Schuldopfer wegen falschen Verwahrguts-Eides (V, 1). Denn zu einem solchen verpflichtet die Tora nur den, der unter falschem Eide seines Nächsten Gut abgeleugnet hat. In vorliegenden Fällen aber hätte der Hüter auch beim Geständnis der Wahrheit nicht bezahlen müssen; er hat also nicht des Nächsten Gut abgeleugnet. Indessen gilt doch sein falscher Eid als ein falscher Ausspruch-Eid (שבועת בטוי) und unterliegt den diesbezüglichen Bestimmungen (III, 10)."
+ ],
+ [
+ "(Fragt der Eigentümer:) „wo ist mein Ochs?“, dieser sagt zu ihm: „ich weiß nicht, was du schwatzest. Er meint, Jener habe ihm gar Nichts in Verwahrung gegeben.",
+ "so ist er frei. Obwohl er sich durch seine Ableugnung vom Eide (M. 1) befreien wollte, so ist er dennoch frei, weil er kein Geld und Gut abgeleugnet hat (Note 5).",
+ "Fragt Jener. Seinen unentgeltlichen Hüter.",
+ "so muss er den Wert. קרן, die Hauptschuld, d. h. nur den einfachen Wert, nicht, wie bei der Diebstahls-Behauptung, das Doppelte.",
+ "und ein Schuldopfer entrichten. Nach Lev. 5, 20 ff. und Num. 5, 7; vgl. B. kama IX, Note 47.",
+ "und ein Schuldopfer entrichten. S. B. kama IX, 8, Noten 48—51."
+ ],
+ [
+ "so muss er Doppel-Ersatz. Obwohl er nicht geschworen hat; nach Exod. 22, 3.",
+ "den vier- oder fünffachen Ersatz leisten. Exod. 21, 37.",
+ "dass Zeugen langsam. משמש = משש tasten. ממשמשין ובאין sie tasten und kommen, d. h. sie kommen langsam heran.",
+ "und sagt. Obgleich er nur aus Furcht vor den Zeugen den Diebstahl eingesteht, ist er dennoch von der Strafe frei.",
+ "„ich habe (ihn) gestohlen, aber nicht geschlachtet und nicht verkauft. Die Zeugen aber sagen, er habe ihn auch geschlachtet oder verkauft.",
+ "so bezahlt er nur die Hauptschuld. Denn da er den Diebstahl eingesteht und demnach keinen Doppel-Ersatz zu leisten braucht, so kann er wegen des Schlachtens oder Verkaufens, wiewohl er dies nicht zugestanden hat, nicht bestraft werden; denn die Tora hat (Exod. 21, 37) nur vier- oder fünffachen Ersatz vorgeschrieben, nicht aber drei- oder vierfachen Ersatz, wie es in unserem Falle erforderlich wäre, da die Strafe wegen des Diebstahls, weil eingestanden, in Abrechnung gebracht werden müsste."
+ ],
+ [
+ "Sagt Jemand zum Entleiher: „wo ist mein Ochs?“, dieser sagt zu ihm: „er ist gestorben. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "er ist aber gebrochen, gefangen, gestohlen oder verloren worden; (oder er sagt:) „er ist gebrochen worden. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "er ist aber gestorben oder gefangen, gestohlen oder verloren worden; (oder er sagt:) „er ist gefangen worden. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "er ist aber gestorben oder gebrochen, gestohlen oder verloren worden; (oder er sagt:) „er ist gestohlen worden. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "er ist verloren gegangen. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "so ist er frei. Da er durch seinen falschen Eid sich nicht von der Ersatz-Pflicht befreit hat, so ist er vom Schuldopfer frei; s. aber Note 5."
+ ],
+ [
+ "(Fragt Jener) „wo ist mein Ochs. Den ich dir geliehen habe.",
+ "dieser sagt zu ihm: „ich weiß nicht, was du schwatzest. Er behauptet Nichts entlehnt zu haben, um sich von der Ersatz-Pflicht zu befreien.",
+ "er ist aber gestorben oder gebrochen, gefangen, gestohlen oder verloren worden, (darauf Jener?) „ich beschwöre dich!“, und dieser sagt: „Amen. Und später gesteht er seine Schuld ein.",
+ "so ist er schuldig. Die Hauptschuld, noch ein Fünftel dazu und ein Schuldopfer.",
+ "Sagt Jemand zum Lohn-Hüter oder zum Mieter: „wo ist mein Ochs?“, dieser sagt zu ihm: „er ist gestorben. „So dass ich vom Ersatz frei bin.“",
+ "er ist aber gebrochen oder gefangen worden. In welchen Fällen er ebenfalls keinen Ersatz zu leisten braucht.",
+ "(oder er sagt:) „er ist gebrochen worden. „So dass ich vom Ersatz frei bin.“",
+ "er ist aber gestorben oder gefangen worden. In welchen Fällen er ebenfalls keinen Ersatz zu leisten braucht.",
+ "(oder er sagt:) „er ist gefangen worden. „So dass ich vom Ersatz frei bin.“",
+ "oder gebrochen worden. In welchen Fällen er ebenfalls keinen Ersatz zu leisten braucht.",
+ "(oder er sagt:) „er ist gestohlen worden. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "er ist verloren gegangen. Er muss also auch nach seiner eigenen Aussage Ersatz leisten.",
+ "so ist er frei. Da er durch seinen falschen Eid sich nicht von der Ersatz-Pflicht befreit hat, so ist er vom Schuldopfer frei; s. aber Note 5.",
+ "er ist gefangen worden. „So dass ich vom Ersatz frei bin.“",
+ "er ist aber gestohlen oder verloren worden. Wobei er Ersatz leisten muss.",
+ "(darauf Jener:) „ich beschwöre dich!“, und dieser sagt: „Amen. Und später gesteht er seine Schuld ein.",
+ "so ist er schuldig. Die Hauptschuld, noch ein Fünftel dazu und ein Schuldopfer.",
+ "er ist gestohlen worden. Wonach er zum Ersatz verpflichtet ist.",
+ "gebrochen oder gefangen worden. Wobei er vom Ersatz frei ist.",
+ "so ist er frei. Da er durch seinen falschen Eid sich nicht von der Ersatz-Pflicht befreit hat, so ist er vom Schuldopfer frei; s. aber Note 5.",
+ "Dies ist die Regel. Diese erste Regel fehlt im Jeruschalmi; dort steht nur die folgende [eingeklammerte] Regel.",
+ "Wer lügt. שנה ändern, den Tatbestand anders darstellen, d. h. lügen.",
+ "von Schuld zur Schuld. Er ist nach dem Tatbestande schuldig, und ebenso nach seiner lügenhaften Aussage, wie oben Note 18.",
+ "oder von Freiheit zur Freiheit. Er ist sowohl nach dem Tatbestande als nach seiner Aussage frei, wie oben Note 5, 7 und 24—25.",
+ "kommt. Wie in Note 27—28.",
+ "der ist frei. Vom Schuldopfer, nach Note 5.",
+ "wenn er aber dadurch) von Schuld zur Freiheit (kommt. Wie oben Note 10, 23 und 26.",
+ "so ist er schuldig. Die Hauptschuld, noch ein Fünftel dazu und ein Schuldopfer.",
+ "[Dies. Diese zweite Regel fehlt in einigen Manuskripten sowie in der Tosefta. In der Tat erscheint sie mit der ersten Regel im Widerspruch, da man aus dem letzten Satze schließen könnte, dass derjenige, der sich weder erleichtert noch erschwert, (wie in Note 31 und 32) schuldig sei, wie dies in der Tat nach dem Texte des Jerusch, geschlossen wird; vgl. aber Tos. Jom Tob. Wahrscheinlich sind die beiden זה הכלל nur zwei verschiedene Versionen von ein und derselben Regel, da Ein Satz zum Mindesten überflüssig erscheint."
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Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "\nVorbemerkungen.\n1) Die Quelle der Unreinheit wird אב הטומאה (Vater, Erzeuger der Unreinheit) genannt; was von diesem durch Berühren oder in anderer Weise verunreinigt worden ist, heisst: ולד הטומאה (Kind der Unreinheit, erzeugte Unreinheit). Die Unreinheit eines אב הטומאה wird auch חמורה טומאה (schwere Unreinheit) genannt, die eines ולד הטומאה heisst טומאה קלה (leichte Unreinheit).\n2) Unter den ולדי הטומאה gibt es verschiedene Grade. Was unmittelbar vom אב הטומאה verunreinigt wird, heisst ראשון לטומאה (erster Grad der erzeugten Unreinheit), das von letzterem Verunreinigte ist לטומאה שני (zweiter Grad der Unreinh.). Nur so viel Grade der Unreinh. können bei חולין (Profanem) vorkommen. Bei ת־ומה (Hebe) kann der zweite Grad der Unreinh. noch einen dritten, und bei קדש (Opfer) der dritte noch einen vierten Unreinheitsgrad erzeugen.\n3) Derjenige Unreinheitsgrad, der nicht weiter verunreinigen kann, nämlich der zweite bei חולין, der dritte bei תרומה und der vierte bei קדש, wird als פסול (unbrauchbar), der noch weiter wirkende als טמא (unrein) bezeichnet. \n4) Eine menschliche Leiche (מת) wird אבי אבות הטומאה (Erzeuger von Unreinheits-Erzeugern) genannt, weil die Leiche andere von ihr verunreinigte Gegenstände noch zu אבות הטומאה machen kann.\n5) Ja noch mehr, aus den Worten בחלל חרב in Num. 19, 16 wird die Lehre deduciert, dass das „Schwert“ dem „Erschlagenen“ gleichzuachten ist (חרב הרי הוא כחלל), d. h. jedes Metallgerät, das eine Leiche oder einen durch eine Leiche Verunreinigten (טמא מת) berührt, erhält denselben Unreinheitsgrad, wie ihn die berührte Unreinheit besitzt; es wird dabei nicht (wie gewöhnlich bei den verunreinigten Dingen) die Unreinheit um einen Grad abgeschwächt. Nach Maimonides u. A. findet diese Lehre nicht bloss bei Metallgeräten Anwendung, sondern auch bei allen anderen Geräten (ausser den Tongeräten, כלי חרם), sowie auch bei Kleiderstoffen.\n6) Alle אבות הטומאה, mit Ausnahme der aussätzigen Kleider und Häuser, gehen vom menschlichen oder tierischen Körper aus. Es gibt drei Hauptklassen von אבות הטומאה, deren jede in mehrere Arten zerfällt.\nA. Die durch den Tod herbeigeführten Unreinheiten zählen drei Arten:\na) die menschliche Leiche (מת אדם, Num. 19, 11);\nb) das tote Kriechtier (שרץ, Lev. 11, 31);\nc) das Aas von anderen Tieren (נבלה). Davon gibt es drei Unterarten: α) das Aas von reinem Vieh und Wild (נבלת בהמה וחיה טהורה, Lev. 11, 39); β) das Aas von unreinem (d. h. zu essen verbotenem) Vieh und Wild (נבלת בהמה וחיה טמאה, Lev. 11, 26): γ) das Aas von reinem (zu essen erlaubtem) Geflügel (נבלת עוף טהור, Lev. 17, 15). Das Aas von verbotenem Geflügel verunreinigt nicht.\nB. Von Unreinheiten, die vom lebenden Menschen herkommen, gibt es sechs Arten:\na) die menstruirende Frau (נדה, Lev. 15, 19);\nb) eine Frau, die einen aussergewöhnlichen Blutfluss hat (זבה, Lev. 15, 25);\nc) die Wöchnerin (יולדת, Lev. 12, 2);\nd) der am Fluss leidende Mann (זב, Lev. 15, 2);\ne) der Samenerguss (שבבת זרע, Lev. 15, 16);\nf) der Aussatz (צרעת, Lev. 13—14) des Menschen, der aber auch bei Kleidern und Häusern vorkommen kann.\nC. Drei Arten Unreinigkeiten, die von Reinigungs-Mitteln oder Sühnopfern herrühren:\na) die als Entsündigungsopfer bezeichnete rote Kuh (חטאת, Num. 19, 7 f.); ebenso die andern zu verbrennenden Sündopfer (Lev. 16, 28);\nb) das Entsündigungs- oder Reinigungswasser (מי חטאת, Num. 19, 21);\nc) der zum Asasel zu entsendende Ziegenbock (שעיר המשתלח, Lev. 16, 26).\n7) Die Gegenstände, die unrein (טמא) werden (Unreinheit annehmen) können, sind: a) der Mensch (אדם); b) Geräte und Kleider (כלים); c) Speisen (אוכלים); d) Getränke (משקים).\n8) Der Mensch (ein Israelit) kann nach den Vorschriften der Thora nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden. Bloss nach rabbinischen Verordnungen gibt es für Menschen noch Verunreinigungen durch andere טומאות.\n9) Der verunreinigte Mensch kann wieder rein werden darch Untertauchen (טבילה) in einem Reinigungsbade (מקוה), nach welchem aber (für תרומה) noch הערב שמש (das Abwarten des Sonnenuntergangs) nötig ist. Vor Sonnenuntergang heisst der Untergetauchte טבול יום und gilt noch als שני לטומאה. Manche Unreine bedürfen zu ihrer Reinigung noch der Sühne durch Opfer. Vor Darbringung der Opfer heissen diese מחוסרי כפורים (der Sühne Bedürftige) und gelten als שלישי לטומאה, die keine Opferspeise berühren dürfen. Derjenige, der durch einen Toten unrein geworden ist (טמא מת), bedarf zur Reinigung (ausser der טבילה) auch der in Num. 19, 19 vorgeschriebenen Besprengung (הזיה) mit מי חטאת. Der Aussätzige kann erst nach Vollziehung der in Lev. 14 vorgeschriebenen Zeremonien rein werden.\n10) Unter den כלים sind zu unterscheiden כלי חרם (Geräte aus gebranntem Ton), für deren Unreinheit es keine Reinigung gibt (ausser durch Zerbrechen), von anderen Geräten und Kleidern, die durch טבילה (resp. nach הזיה s. 9) wieder rein werden können und deshalb כלי שטף (abspülbare Geräte) genannt werden. Den כלי חרס gleich sind die Nether-Geräte (כלי נתר) s. Kelim 2, 1 Note 7.\n11) Unter בגד (Kleid) versteht man alles, was gesponnen und gewebt ist. In Bezug auf die Quantität (שיעור) sind wollene und leinene Stoffe von anderen Stoffen zu unterscheiden. Bei ersteren ist ein Stück von drei Fingerbreiten im Quadrat (שלש על שלש) bei letzteren ein solches von drei Handbreiten im Quadrat (שלשה על שלשה) als בגד zu betrachten (vgl. Sabbat 26 b f.).\n12) Aus dem Worte שק (Lev. 11, 32) lernen wir, dass sowohl dieses Gerät (aus Ziegenhaaren) als auch das daneben stehende כלי עץ (ein hölzernes Gerät) nur dann für טומאה empfänglich sind, wenn sie einen Behälter (בית קבול) haben. Flache Geräte aus diesen Stoffen können keine Unreinheit annehmen. Jedoch wird hierbei unterschieden zwischen Geräten, die nur dem Menschen dienen (משמשי אדם), wie eine Leiter, und denjenigen, die dem Menschen und zugleich den ihm dienenden Geräten dienen (משמשי אדם ומשמשי אדם), z. B. ein Tisch. Letztere nehmen auch als פשוטים die Unreinheit an (s. jedoch Maim. ה׳ כלים 4, 1 und משנה למלך das.).\n13) Ferner muss jedes der genannten Geräte auch in der Hinsicht dem שק ähnlich sein, dass es voll und leer von Ort zu Ort getragen werden kann (מיטלטל מלא וריקן). Ausgeschlossen sind daher die Geräte, die zum Ruhen bestimmt sind (כלי עץ העשוי לנחת), z. B. solche, die 40 Seah Flüssiges (oder 60 Seah Trockenes) fassen (Kelim 15, 1). Doch sind Geräte, die zum מדרס dienen (s. weiter § 29), auch als פשוטים, nach Einigen auch, wenn עשוי לנחת, für die Unreinheit empfänglich (s. Tos. Menachot 30 a).\n14) Dagegen sind metallene Geräte, von denen im Num. 31, 22 f. gesprochen wird, nicht dem שק gleichgestellt worden. Ein Metall-Gerät ist daher auch als פשוט und עשוי לנחת für die טומאה empfänglich.\n15) Geräte aus ungebrannter Erde (אדמה), aus Stein (אבן) oder aus getrockneten Viehexkrementen (גללים) sind nicht verunreinigungsfähig. Dasselbe gilt von Geräten, die aus Stoffen von Wasserpflanzen oder Wassertieren verfertigt sind (vgl. Kelim 17, 13).\n16) Auch Geräte und Kleider können nach der Thora-Vorschrift nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden. Anderweitige Unreinheiten von כלים können bloss nach rabbinischer Verordnung vorkommen.\n17) Alle Speisen, mit Ausnahme von lebenden Tieren (בעלי חיים) und den noch mit dem Erdboden verbundenen Pflanzen (מחובר), sind für die Unreinheit empfänglich, wenn sie bereits mit einer der im Tr. Machschirim 6, 4 aufgezählten sieben Flüssigkeiten (Wein, Blut, Oel, Milch, Tau, Bienenhonig, Wasser) benetzt worden sind. Diese Benetzung wird הבשר (Vorbereitung zum Empfange der טומאה) genannt.\n18) Alle Getränke (nach Maim. jedoch nur die obenerwähnten 7 Arten) können die Unreinheit annehmen. Indessen gibt es in Bezug auf die Unreinheit der Getränke im Sifra zu Lev. 11, 34 und in Pesachim 16 a f. drei Ansichten: a) Die Getränke können nach dem Thoragesetze wohl die טומאה annehmen, jedoch nicht andere Dinge verunreinigen; letzteres vermögen sie nur nach rabbinischer Satzung (מדרבנן). b) Die Getränke können auch nach dem Thoragesetze die טומאה auf Anderes übertragen. c) Es können nach dem Thoragesetze Getränke überhaupt nicht unrein werden. Sie sind bloss מכשיר לקבל טומאה, d. h. sie machen die von ihnen benetzte Speise fähig, die Unreinheit zu empfangen. Die erste Ansicht wird von Maimon. als Halacha recipiert.\n19) Die Speisen (אוכלין) können die Unreinheit auf Anderes übertragen; nach dem Thoragesetze jedoch nur auf Getränke (משקין), aber nicht auf andere אוכלין (Pesachim 14 a, 18 a f.).\n20) Die Uebertragung der טומאה anf Anderes kann auf verschiedene Weise bewirkt werden. Am meisten kommt die Mitteilung durch מנע (Berührung) vor. Der Mensch wird durch מגע nur dann unrein, wenn er einen אב הטומאה mit der äusseren Fläche des Körpers berührt. Die Berührung mit den innern Teilen des Körpers (מגע בית הסתרים) bewirkt nicht טומאת מגע.\n21) Manche אבות הטומאה können die Unreinheit auch durch משא (Tragen) mitteilen. Unter משא versteht man ein Forttragen des אב הטומאה von Ort zu Ort (auch wenn man die טומאה nicht berührt); ein bloss passives Tragen, wobei man von dem Gegenstande nur belastet ist, ohne ihn zu bewegen, heisst nicht משא, sondern fällt unter den Begriff von אבן מסמא (s. Kelim 1, 3), wodurch bloss ein זב die טומאה bewirken kann (weiter Vorb. 31).\n22) Dagegen ist היסט (Bewegung durch Rütteln, Schütteln), d. h. eine jede Bewegung der טומאה, ohne dsss man sie fortträgt, dem משא gleichgestellt (R. Simson zu Sabim 5, 3 und Kelim 1, 2, gegen Maimon. das.). Auch bei היסט ist keine Berührung der טומאה erforderlich; vielmehr macht auch die Bewegung derselben durch ein Mittel den Menschen unrein.\n23) Der Unreinheit durch Tragen oder Bewegen eines unreinen Gegenstandes (משא und היסט) sind nur Menschen ausgesetzt, während durch מגע auch Geräte und Speisen verunreinigt werden können.\n24) Andererseits reicht aber טומאת משא weiter als טומאת מגע, indem bei ersterer auch die Kleider des Tragenden unrein werden, was bei der Berührung nicht der Fall ist.\n25) Diese Uebertragung der טומאה auf die Kleider des Tragenden wird von der Ueberlieferung unserer Weisen zur Lehre von טומאה בחיבורין (Unreinheit durch Verbindung) erweitert, wonach nicht gerade die Kleider, sondern auch die Geräte und die Speisen, mit denen der Mensch während des Tragens der טומאה in Berührung war, eben so unrein werden, als hätten sie selbst die טומאה berührt (sie werden also ראשון לטומאה). Vgl. Tos. B. batra 9 b v. דהא.\n26) Ein irdenes Gerät (כלי חרס) kann auch ohne Berührung sowohl unrein werden als die Unreinheit mitteilen, nämlich durch אויר, d. h. dadurch dass etwas in dessen hohlem Raume sich befindet. Dagegen sind irdene Geräte von der äusseren Seite aus (מגבו) nicht מקבל טומאה. Ist jedoch das Gerät durch eine in dessen Inneres gekommene טומאה unrein geworden, so ist auch die Rückseite unrein. Flache irdene Geräte (פשוטי כלי חרם) können aber in keiner Weise unrein werden, selbst nicht durch מדרס (Bechorot 38 a).\n27) Eine fernere Art der Uebertragung der טומאה ist die durch אהל (Zelt), welche nur beim toten Menschen vorkommt. Dieses kann dreifacher Art sein: Entweder der Reine befindet sich in senkrechter Richtung über dem Toten (מאהיל על המת), oder der Tote befindet sich in senkrechter Richtung über dem Reinen (המת מאהיל עליו), oder ein dritter Gegenstand (der mindestens ein טפח breit ist) bildet eine Bedachung über dem Toten und dem Reinen zugleich (דבר אחר מאהיל עליו ועל המת).\n28) Von אהל zu unterscheiden ist die nur bei צרעת vorkommende Mitteilung der טומאה durch ביאה (Hinkommen). Sobald ein Aussätziger in einen allseitig abgegrenzten Raum (z. B. ein Haus) hineinkommt (wenn auch nur mit dem Kopfe und dem grössten Teil seines Körpers, ראשו ורובו), sind alle Menschen, Geräte, Speisen and Getränke, die sich im Hause befinden, unrein. Doch kann hier eine Scheidewand von 10 Handbreiten Höhe zwischen dem מצורע und den reinen Gegenständen die letztern vor der Unreinheit schützen, was bei der אהל-Unreinheit des Toten nicht angeht. Ferner macht die Unreinheit durch ביאה des מצורע auch Menschen und Geräte bloss zum ראשון לטומאה, während die אהל-Unreinheit des מת sie zum אב הטומאה macht. Noch ein dritter Unterschied existiert zwischen מצורע und מת bei einem nicht allseitig abgegrenzten überdachten Raume, z. B. einem Baume. Da ist nur dann, wenn der מצורע unter dem Baume ruht, alles, was unter den Baum kommt, unrein; geht aber der מצורע bloss vorüber, so wird der unter dem Baum Weilende nicht unrein.\n29) Die unreinen נדה ,זבה ,זב und יולדת vermögen auch, ohne einen Gegenstand zu berühren und ohne denselben zu bewegen, auf ihn die Unreinheit zu übertragen durch מדרס (von דרס, treten). In der Thora (Lev. 15, 4 ff.) wird nämlich משכב und מושב des זב für unrein erklärt. Darunter ist aber jedes Gerät verstanden, das bestimmt ist, dem Menschen als Unterlage zu dienen, indem er darauf steht, sitzt, liegt, sich stützt oder sich daran hängt.\n30) Nicht durch מדרס unrein werden kann das, was nicht die Bestimmung hat, den Körper zu tragen, z. B. eine Leiter, die nur zum Auf- und Absteigen gemacht ist (Menachot 31 a, Tos. s. v. שידה); ferner was nicht zum מדרס geeignet oder nicht dazu bestimmt ist; so z. B. wird ein umgestülptes Getreidemass, worauf der זב sich setzt, nicht unrein, weil dies nicht zum Sitzen, sondern zu einem andern Gebrauch bestimmt ist und man zu dem darauf Sitzenden sagt: עמוד ונעשה מלאכתנו, stehe auf, da wir das Gerät zu unserer Arbeit brauchen (Sabbat 59 a).\n31) Beim מדרס ist es nicht nötig, dass der Unreine den Gegenstand unmittelbar berühre; selbst wenn zehn Decken übereinander liegen und oben ein זב sitzt, ist die unterste auch טמא מדרס. Ja selbst wenn die Gegenstände sich unter einem sehr schweren Steine (אבן מסמא) befinden und der זב auf dem Stein sitzt, werden die Gegenstände unrein (Maimon. משכב ומושב 5, 5 und Tos. Nidda 55 b). Nach R. Simson zu Kelim 1, 3 ist ausserdem unter אבן מסמא ein Tragen ohne Bewegung zu verstehen. Während sonst bei טומאת משא oder היסט der אב הטומאה bewegt werden muss (Vorb. 21 und 22), verunreinigen der זב und seinesgleichen selbst Gegenstände, mit denen sie bloss belastet sind, ohne dass sie dieselben bewegen.\n32) Jeder durch מדרס verunreinigte Gegenstand wird ein אב הטומאה, sodass er Menschen und Geräte verunreinigen kann. Sowie משכב ומושב selbst ohne unmittelbare Berührung des זב unrein werden, ebenso teilen sie auf diese Weise die Unreinheit einem Reinen mit, der sich ihrer als Lager u. dgl. bedient. Er wird unrein, selbst wenn er sie nicht unmittelbar berührt. Wenn ein Mensch durch Berührung des מדרס verunreinigt wird, so sind auch dessen Kleider ראשון לטומאה; ebenso alle Geräte, mit denen er während der Berührung in Verbindung steht (oben 25).\n33) Geringer als die Unreinheit des משכב ומושב ist die des Reitzeugs (מרכב Lev. 15, 9). Unter מרכב versteht man nicht bloss den Sattel, sondern auch alle Geräte, welche die Haltung des Körpers beim Reiten vermitteln; sie werden in Kelim 23, 2 aufgezählt. Das מרכב des זב und seinesgleichen ist zwar auch ראשון לטומאה, ist aber in der Hinsicht leichter als משכב ומושב, als es nur die Person des Berührenden, nicht aber dessen Kleider verunreinigt; nur wenn es getragen wird (במשא), verunreinigt es den Träger samt dessen Kleidern.\n34) Noch geringer ist עליונו של זב, das sind diejenigen Gegenstände, die über dem זב sich befinden, selbst ohne ihn zu berühren. Diese Dinge gelten nicht als אב הטומאה, sondern nur als ראשון, und können daher nur Speisen und Getränke, aber nicht Menschen und Geräte verunreinigen. Sie werden מדף (vgl. die Erkl. zu Edujot 6, 2) genannt. [Nach Einigen (Maim. הי משכב ומושב 6, 3) ist מדף nur nach rabbinischer Verordnung unrein]. Dieser Unreinheit des עליונו של זב gleich ist die Unreinheit des משכב ומושב eines בועל נדה (vgl. Kelim 1, 3).\n35) Die oben in 6 C. erwähnten Opfer, nämlich die פרה אדומה (Num. 19, 7 f.) und פרים ושעירים הנשרפין (Lev. 16, 28) machen diejenigen, welche sich während des Verbrennens und vorher mit ihnen beschäftigen (עוסקים), samt ihren Kleidern unrein. Der ebendaselbst erwähnte המשתלח שעיר (Lev. 16, 26) verunreinigt denjenigen, der ihn am Versöhnungstage zum Asasel geleitet (המשלח) samt seinen Kleidern.\n36) Eine besondere Art der Verunreinigung bewirkt das Aas von dem zu essen erlaubten Geflügel (נבלת עוף טהור). Nur wer diese נבלה isst, wird samt den Kleidern, die er beim Essen trägt, unrein. Unsere Weisen nennen diese Unreinheit טומאת בית הבליעה und finden dieselbe in Lev. 17, 5 vorgeschrieben (vgl. meinen Commentar daselbst).\n37) Alle Unreinen und alles Unreine mussten aus gewissen heiligen Gebieten entfernt werden. Es gibt in dieser Beziehung nach der Vorschrift der Thora 3 heilige Gebiete: 1) מחנה שכינה, das Bereich des Gottesheiligtums. In der Wüste war dies die Stiftshütte nebst deren Vorhof. Dem entsprach später das Tempelgebiet von עזדת ישראל (dem Nikanortor) angefangen; 2) מחנה לויה, das Levitonlager in der Wüste, dem entsprechend später der Tempelberg bis zur עזרת ישראל (dem Nikanortor); 3) ישראל מחנה, das Volkslager in der Wüste, welchem später ganz Jerusalem bis zum Tempelberg entsprach. Es wurde der Aussätzige (מצורע) aus allen drei Gebieten entfernt. Die durch andere körperliche Zustände unrein Gewordenen (יולדת ,נדה ,זבה ,זב und בעל קרי) mussten nur zwei Gebiete, מחנה שכינה und מחנה לויה, meiden. Allen übrigen Unreinheiten war nur das מחנה שכינה verboten.\nDiese Vorbemerkungen mögen vorläufig genügen. Andere Vorschriften der Reinheitsgesetze werden später als Vorbemerkungen zu den entsprechenden Traktaten mitgeteilt werden.\nErklärung der Abkürzungen.\nA = Aruch.\nL = Mischna, ed. Lowe, Cambridge 1883.\nM = Maimonides, Mischna - Commentar, ed. Derenbourg, Berlin 1887.\nN = Mischna ed. Neapel 1492.\nT = Mischna in den Talmud-Ausgaben.\nVorb. = Vorbemerkungen zu dem betr. Traktat.\nCommentare zur Mischna.\nMaim. = R. Mose b. Maimon (Maimonides).\nר״ש = R. Simson b. Abraham.\nרא״ש = R. Ascher b. Jechiel.\nBart. = R. Obadja Bartenora.\nתוי״ט = תוספות יום טוב (Heller).\nיו״ב = יכין ובועז von R. Israel Lipschütz.\nתרע״א = תוםפות ר׳ עקיבא איגר von R. Akiba Eger.\nא״ך = אליה רבא von R. Elia Wilna.\nמ״ש = מלאכת שלמה von R. Salomo Haëdni.\nתא״ש = תוספות אנשי שם.\nמ״א = משנה אחרונה.\nDiese Commentare sind zum Teil in den Talmud-Ausgaben, zum Teil in der grossen Mischna-Ausgabe von Wilna 5647 zu finden.\n"
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+ "Quellen-Unreinheiten. S. Vorb. 1.",
+ "Kriechtier. Die in Lev. 11, 31 erwähnten 8 Kriechtiere. Ein Stückchen von einer Linsengrösse oder ein ganzes Glied derselben (wenn auch noch so klein) verunreinigt Menschen und Geräte durch Berührung.",
+ "Samen. Von einem Israeliten im Alter von mindestens neun Jahren und einem Tage.",
+ "der durch eine Leiche Verunreinigte. Ein Israelit, der durch eine Leiche verunreinigt worden, ist ein אב הטומאה; die Leiche selbst heisst deshalb אבי אבות הטומאה (Vorb. 4).",
+ "der Aussätzige in den Tagen seiner Zählung. Nachdem der Aussätzige von seinem Aussatz geheilt ist, bringt er zwei Vögel dar, lässt sich scheren und muss dann sieben Tage ausserhalb seines Zeltes weilen (Lev. 14, 8). Diese 7 Tage heissen „seine Zählungstage“.",
+ "Entsündigungswasser. Quelwasser, das behufs der Reinigung einer Toten-Unreinheit mit Asche von der „roten Kuh“ gemischt ist, nach Num. 19, 17.",
+ "als man zu einer Besprengung braucht. Dieses Quantum wird in Para 12, 5 genau bestimmt.",
+ "dass sie in dessen Hohlraum sich befinden. Selbst wenn sie das Gefäss nicht berühren (Vorb. 26.)"
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+ "Höher als diese. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "ist [die Unreinheit von] Aas. Von Vieh und Wild, sowohl dem zu essen erlaubten als dem unerlaubten.",
+ "als man zu einer Besprengung braucht. Dieses Quantum wird in Para 12, 5 genau bestimmt.",
+ "der sie trägt. Auch wenn er sie nicht berührt.",
+ "dass er auch die Kleider. Ebenso auch andere Geräte.",
+ "die er berührt. Während des Tragens jener Unreinheit, s. Vorb. 25. A, L und M lesen nicht במגע; ebenso Raschi in B. Batra 9 b, vgl. תוספות אנשי שם und מלאכת שלמה.",
+ "doch werden die Kleider nicht unrein. L u. N: וחסוכי בגדים. Nach Analogie von חסוכי בנים, Kinderlose (Erubin 28 a) müsste חסוכי בגדים Kleiderlose, Nackte bedeuten, was aber hier keinen Sinn gäbe. Es ist daher חסוכי בגדים als Abkürzung von חסוכי טומאת בגדים zu fassen. Der Kleider-Verunreinigung sind sie los (wörtl.: sie sind davon abgehalten), wenn man sie bloss berührt (und nicht trägt)."
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+ "Höher als diese. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "der einer Menstruirenden beigewohnt hat. Lev. 15, 24.",
+ "beim Flüssigen. Es ist bloss ראשון לטומאה vgl. Vorb. 34.",
+ "denn diese verunreinigen durch Berührung und durch Tragen. Die Unreinheit durch Berührung ist ebenso schwer wie die durch Tragen, auch jene verunreinigt zugleich die Kleider des Berührenden; sie ist also schwerer als die in Mischna 2 genannte Unreinheit.",
+ "Höher als diese. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "Reitzeug des Flüssigen. Vgl. Vorb. 33.",
+ "wenn es unter einem grossen Steine. מסמא, L: מסאמא, M: מְשָמָא, Rabed im Comment. zum Sifra: מוסמא. Im Talmud Nidda 69 b wird das Wort mit ושמת in Dan. 6, 18 zusammengestellt, und es ist nach Raschi das. ein schwerer Stein, der zum Liegen bestimmt ist und nicht hin und her getragen werden kann. Die Etymologie ist unsicher (vgl. verschiedene Erkl. in den Lexicis). Vielleicht heisst אבן מְסַמָּא ein Stein, der etwas bedeckt, dem Auge entzieht, vgl. דבר הסמוי מן העין, eine Sache, die dem Auge entzogen ist (Taanit 8b). Über den Begriff s. Vorb. 21 u. 31.",
+ "liegt. Wenn das מרכב unter einem schweren Steine sich befindet, auf dem der זב sitzt, so wird das מרכב unrein und verunreinigt wieder jeden, der sich auf jenen Stein setzt, obgleich der Stein selbst nicht die Unreinheit annehmen kann (Vorb. 15).",
+ "dessen Berührung gleiche Wirkung hat wie dessen Tragung. Sowohl dessen Träger als der, welcher es berührt, werden samt den Kleidern unrein.",
+ "aber das Lager kann nicht eine Lager-Unreinheit bewirken. Wird ein vom זב verunreinigtes Lager auf ein anderes Lager gelegt, so ist letzteres bloss ראשון לטומאה."
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+ "Höher. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "denn sie verunreinigt den ihr Beiwohnenden. So dass er 7 Tage unrein ist (Lev. 15, 24). Dagegen wird die Frau, der ein זב beigewohnt, nur bis zum Abend unrein (nach Sabim 5, 2).",
+ "Höher. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "durch hineingehen. Nach Vorb. 28. Diese Vorschrift gilt aber nicht für die „Zählungstage“ des Aussätzigen, oben Note 5.",
+ "Höher. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "denn er verunreinigt auf sieben Tage. Denjenigen, der ihn berührt.",
+ "Am schwersten. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "denn er verunreinigt durch Bedachung. Nach Vorb. 27 und 28."
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+ "Wer bloss noch der Sühne ermangelt. Es sind dies נדה ,זבה ,זב, die Wöchnerin und der Aussätzige, die ausser טבילה und הערב שמש noch der Sühnopfer bedürfen (Vorb. 9).",
+ "der heute untergetaucht ist. Vor dem Sonnenuntergang dieses Tages (Vorb. 9).",
+ "so ist ihm Heiliges und Hebe verboten. Selbst nur zu berühren.",
+ "Wird er durch einen nächtlichen Zufall unrein, so sind ihm alle drei verboten. Hat er einer Menstruirenden beigewohnt, so verunreinigt er das untere Lager in gleicher Weise wie die Oberdecke (beim Flüssigen. Es ist bloss ראשון לטומאה vgl. Vorb. 34.",
+ "so verunreinigt er Lager und Sitz und muss in Quellwasser untertauchen. Während andere Unreine sich auch in einer anderen Wassersammlung (מקוה) reinigen können (vgl. m. Komment. zu Lev. 11, 36).",
+ "ist aber frei vom Opfer. Er muss jedoch 7 reine Tage zählen (Lev. 15, 13).",
+ "der bloss eingeschlossen wird. Nach Lev. 13, 4 f.",
+ "durch Hineingehen. Nach Vorb. 28. Diese Vorschrift gilt aber nicht für die „Zählungstage“ des Aussätzigen, oben Note 5.",
+ "die Kleider einzureissen. Lev. 13, 45.",
+ "sich scheren zu lassen und Vögel zu bringen. Lev. 14, 4; 8f.",
+ "so verunreinigt es. Das Glied.",
+ "beim Berühren und Tragen. Ist aber gar kein Fleisch daran, so verunreinigt es nicht.",
+ "dass man. Wenn man das Fleisch in lauter Fäden von solcher Dicke zerschnitte.",
+ "damit in der Dicke eines Einschlagfadens. Der doppelt so dick ist als ein Zettelfaden."
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+ "dass man von ihm das Omer-Opfer. Lev. 23, 10.",
+ "die Erstlinge. Deut. 26, 2.",
+ "und die zwei Brote. Lev. 23, 17."
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+ "Mit Mauern. Seit der Eroberung des Landes durch Josua. Dass auch die Stadt Schomron zu diesen Städten gehört, ersieht man aus 2. Kön. 7, 3, vgl. תרע׳׳א.",
+ "bis man sie bestatten will. Sie darf nach Maimonides auch in der Stadt bestattet werden, wiewohl in der Regel die Begräbnisplätze von der Stadt entfernt lagen, M. Baba batra 2, 9."
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+ "denn daselbst darf man leichter Heiliges. Hochheilig sind Ganzopfer, Sündopfer, Schuldopfer, Speiseopfer und die am Wochenfeste dargebrachten Gemeindefriedensopfer; dagegen sind Dank- und Friedensopfer, Erstgeburten, Pesachopfer und Viehzehnten sowie Erstlinge leichtere Heiligtümer.",
+ "Der Tempelberg. Ein Platz von 500 Ellen im Quadrat, auf welchem der Tempel stand (s. Middot 2, 1). Dieser Platz entspricht dem Lager der Leviten in der Wüste.",
+ "keine am Blutfluss leidenden oder menstruierenden Frauen und keine Wöchnerinnen. Zu diesen gehört auch der Polluierte (בעל קרי).",
+ "Der Zwinger. Ein Raum innerhalb des Tempelberges, der in M. Middot 2, 3 näher bezeichnet ist.",
+ "denn dort darf kein Nichtisraelit. Nach Josephus ant. XV 11, 5 stand dort auf einer steinernen Mauer geschrieben, dass jedem Nichtjuden der Eintritt bei Todesstrafe verboten sei (vgl. auch Jos. bel. V 5, 2; VI 2, 4 und Philo Leg. ad Caj. 31). Die durch Clermont-Ganneau 1871 entdeckte griechische Inschrift lautete: „Kein Fremder (ἀλλογενής, von anderem Volke) darf innerhalb des Gitterwerks und der Umwallung um das Heiligtum eintreten. Wer betroffen würde, der hätte es selbst verschuldet, dass der Tod ihm nachfolge“. Vgl. Grätz, Gesch. III, 225.",
+ "und kein an Toten Verunreinigter hinkommen. Nach rabbinischer Bestimmung (vgl. Joma 44 b). Über die Thoravorschrift vgl. Vorb. 37.",
+ "Der Frauen-Vorhof. Die genauere Bezeichnung dieses Raumes in Middot 2, 5. עֶזְרַת ist zu punktieren nach תיו״ט Middot 2, 6.",
+ "der heute untergetaucht ist. Vor dem Sonnenuntergang dieses Tages (Vorb. 9).",
+ "eintreten. Dies ist eine Verordnung des Königs Josaphat, nach Pesachim 92 a.",
+ "Der Israeliten-Vorhof. Vgl. Middot 2, 5—6.",
+ "welcher noch der Sühne ermangelt. Selbst ein Reiner, der keine Sühnopfer schuldig war, durfte dort nicht eintreten, ohne vorher gebadet zu haben, doch ist letzteres nur rabbinische Bestimmung, Joma 30a.",
+ "und man ist deshalb ein Sündopfer schuldig. Der Unreine, der diesen Raum aus Versehen betreten hat, vgl. Lev. 5, 2 ff.",
+ "Der Priester-Vorhof. Vgl. Middot 2, 5—6.",
+ "ist noch heiliger. Nach rabbinischer Bestimmung (vgl. Joma 44 b). Über die Thoravorschrift vgl. Vorb. 37."
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+ "Der Raum zwischen der Vorhalle und dem Altar. Der Ausdruck, wie Joël 2, 16.",
+ "ist noch heiliger. Nach rabbinischer Bestimmung (vgl. Joma 44 b). Über die Thoravorschrift vgl. Vorb. 37.",
+ "Der Tempel. Ebenso auch die Vorhalle.",
+ "der nicht vorher seine Hände und Füsse gewaschen hat. Ebenso kein Priester, der Wein getrunken hat oder nicht mit den priesterlichen Gewändern bekleidet ist.",
+ "denn dies darf bloss der Hohepriester am Versöhnungstage zur Zeit des Dienstes betreten. Nach Lev. 16, 2ff.",
+ "der nicht Hände und Füsse gewaschen hat. Nach Tosefta ist dies die Ansicht der חכמים, und R. Meïr ist ihr Controversant. Doch durften die Priester jedenfalls dort hinkommen, um Hände und Füsse zu waschen, da das Waschbecken dort seinen Platz hatte (Exod. 30, 18).",
+ "dass man sich während der Opferung des Räucherwerks. Auch während der Räucherung im Allerheiligsten am Versöhnungstage; nach dem ersten Tanna dagegen brauchte man sich während dieser Zeit nur vom Tempel zu entfernen.",
+ "auch von dem Raume zwischen der Vorhalle und dem Altar fernhalten muss. Dass es nach M. 6 nur 10 Heiligkeitsgrade gibt, während nachher 11 aufgezählt werden, kann entweder darin seinen Grund haben, dass der Mischnalehrer, der im heiligen Lande weilte, den ersten Grad (ארץ ישראל) nicht mitzählte, oder dass die Zahl 10 von R. Jose herrührt, der den Tempel mit בין האולם ולמזבח gleichstellt. Merkwürdig ist, dass in M. 1—4 auch 11 טומאה-Grade aufgezählt werden."
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+ "knöchernen. Zu diesen gehören auch die aus Hörnern und Klauen verfertigten Geräte.",
+ "und gläsernen Geräten sind die flachen. Diejenigen, die nicht zur Aufnahme von Gegenständen (לקבלה) bestimmt sind.",
+ "rein. Sie können keine Unreinheit annehmen. Dies ist zumeist die Bedeutung des Ausdrucks טהור bei Geräten. Nach Maimon. sind die flachen Geräte von Holz, Leder und Knochen nach rabbinischer Bestimmung verunreinigungsfähig; R. Ascher jedoch meint, letzteres gilt nur für solche flache Geräte, die geeignet sind, dass man etwas darauf lege, z. B. ein Tisch, vgl. weiter 27, 1.",
+ "aber die mit einem Behälter versehenen verunreinigungsfähig. Einerlei ob die Unreinheit von der Innen- oder Aussenseite sie berührt.",
+ "so werden sie rein. Selbst wenn sie vor der Zerbrechung unrein geworden sind.",
+ "so nehmen sie von nun ab und weiter Unreinheit an. Aber die Unreinheit, die vor der Zerbrechung an ihnen gehaftet, kehrt nicht nach der Reparatur wieder zurück. Dies ist jedoch bei Metallgeräten der Fall, wenn auch nur nach rabbinischer Bestimmung (11, 1).",
+ "Irdene Geräte und Geräte aus Nether. Das auch in der Bibel als Reinigungsmittel erwähnte נתר wird in verschiedener Weise erklärt (vgl. תשב״ץ Nr. 28). Nach Babli Ab. sara 33b ist es Alaunerde; Jerusch. Sabbat 9, 5 erklärt es als ניטרון (nitron). R. Jona Ibn Ganach im השרשים ספר bringt drei Erklärungen: 1) Alaun; 2) Nitron, 3) das arab. טֲפַל (Boluserde). Diese letzte Erklärung gibt auch Maimonides, indem er genauer beschreibt, wie aus dem wenig im Feuer gebrannten Taphal (einer Tonart von blauer Farbe, die in Wasser sich schnell auflöst), Trinkgefässe verfertigt werden, in denen das Wasser einen besonders angenehmen und manchem Kranken wohltuenden Geruch bekommt. Die Farbe dieser Gefässe ist gleich dem rohen ungebrannten Taphal; man könnte sie daher wie כלי אדמה (Geräte aus ungebrannter Erde) betrachten, die keine Unreinheit annehmen. Die Mischna belehrt uns aber, dass es wie כלי חרס verunreinigungsfähig ist, da es doch ein wenig gebrannt wird. (Vgl. auch Rieger, Spinnen, Färben, Weben, Walken in der Mischna S. 41).",
+ "einander gleich. Die Schule Schammai’s ist nach Tosefta I, 2, 1 abweichender Ansicht.",
+ "sie können von ihrem hohlen Raume aus verunreinigt werden. Wenn sich eine Unreinheit in ihrem hohlen Raume befindet, obgleich sie das Gefäss nicht berührt.",
+ "und verunreinigen. Speisen und Getränke, die, nachdem das Gefäss unrein geworden, in dessen hohlen Raum gelangen, obgleich sie das Gefäss nicht berühren. Geräte können aber durch das unreine כלי חרס nicht verunreinigt werden (Vorb. 16).",
+ "sie können von ihrer Hinterseite aus verunreinigt werden. Nach dieser LA. muss man unter אחורים die Fusshöhlung verstehen. Diese wird auch durch Berührung einer טומאה unrein, aber nicht wenn letztere bloss in deren Hohlraum sich befindet. Denn die Fusshöhlung wird nicht vollständig als Behältnis betrachtet, weil man nur zuweilen das Gefäss umstülpt und diese Höhlung benutzt. Indessen aber ist es richtiger, mit M. und den alten Druckausgaben ומְטמאין מאחוריהן (sie können von ihrer Hinterseite aus verunreinigen) zu lesen. Ist nämlich ein irdenes Gefäss einmal durch die in seinen Hohlraum gekommene טומאה unrein geworden, so ist auch die Rückseite unrein und verunreinigt die sie berührenden Speisen und Getränke. Hiernach bezeichnen אחורים und גב einunddasselbe, nämlich die Aussenseite. Nur heisst, wenn es sich um die Annahme der Unreinheit handelt, diese Seite: גב (Rücken), während hinsichtlich der Übertragung der Unreinheit auf andere Dinge dieselbe Seite אחורים (Hinterseite) genannt wird. Vgl. noch Sabbat 16 a.",
+ "aber nicht von ihrer Aussenseite aus. Hier lesen Alle ואינן מיטמאין מגביהן , sie können von der Aussenseite ans keine Unreinheit annehmen (Vorb. 26).",
+ "und ihre Zerbrechung. Nur diese, aber nicht טבילה, Vorb. 10."
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+ [
+ "Von Rest-Stücken der irdenen Geräte. Einige Erklärer lesen וקרקרותיהן, mit ו׳, wonach unter דקין שבכלי חרס kleine irdene Geräte verstanden und auch diese nur bei einem bestimmten שיעור verunreinigungsfähig sind. Wir lesen aber mit M. קרקרותיהן (ohne ו׳) und fassen mit Maimon. הדקין שבכלי חרס als die noch ein gewisses Quantum von Flüssigkeit fassenden Reststücke eines zerbrochenen irdenen Gerätes, die, weil sie wie kleine Geräte zu betrachten sind, דקין genannt werden. קרקרותיהן ובו׳ ist dann Apposition zu דקין.",
+ "nämlich von den Böden. In Chullin 54 b heisst es הן וקרקרותיהן (vgl. auch Sifra שמיני VII, 2). Danach erklärt R. Elia Wilna, הן seien irdene Geräte, von denen nur ein kleiner Teil oben abgebrochen, so dass noch fast das ganze Gefäss als Reststück geblieben.",
+ "falls sie ohne Stütze stehen können, gilt als Mass, (dass sie genug Öl enthalten können. Babli Chullin 55a: בכדי סיכת.",
+ "um damit ein kleinos Glied. Nach Maim. ist קטן hier „ein kleines Kind“. Doch ist wohl קטן dasselbe wie אבר קטן (Sabbat 76b u. 77b; Edujot 4, 6), wonach Bart. erklärt: der kleine Finger eines einen Tag alten Kindes.",
+ "die bis. R. Elia Wilna liest: עד (ohne ו׳). Nach unserer LA. muss das ועד לוג so erklärt werden, als wenn stände: מכל שהוא ועד לוג (von der kleinsten Grösse bis zu einem Log). Nach Maimon. ist ועד—מכדי zu lesen und der שיעור erst im folgenden ברביעית gegeben. Es wäre also zu übersetzen: „Es gilt als Mass ¼ Log sowohl bei den Geräten, deren Inhalt von כדי סיכת קטן bis zu einem Log betrug, als bei denjenigen, die ein Log bis ein Seah enthielten.“ כדי סיכת קטן muss hiernach erklärt werden: soviel als zur Salbung eines kleinen Kindes nötig ist. Nach Dünner (חגהות V, S. 42) ist im ersten Satze der שיעור ausgefallen, und es wäre zu lesen: מכדי סיכת קטן ועד לוג בכל שהוא.",
+ "die. Solange sie ganz waren.",
+ "über ein Log bis ein Seah. Ein Seah = 24 Log.",
+ "Geräte an. Ich bestimme nicht das Mass des Reststückes nach Verhältnis des Masses, welches das Gefäss im ganzen Zustande gehabt hat.",
+ "(vielmehr sage ich:) Von den Reststücken der irdenen Geräte, nämlich von den Böden oder Seitenstücken, falls sie ohne Stütze stehen können, gilt als Mass, (dass sie genug Öl enthalten können. Babli Chullin 55a: בכדי סיכת.",
+ "bei Geräten bis. R. Elia Wilna liest: עד (ohne ו׳). Nach unserer LA. muss das ועד לוג so erklärt werden, als wenn stände: מכל שהוא ועד לוג (von der kleinsten Grösse bis zu einem Log). Nach Maimon. ist ועד—מכדי zu lesen und der שיעור erst im folgenden ברביעית gegeben. Es wäre also zu übersetzen: „Es gilt als Mass ¼ Log sowohl bei den Geräten, deren Inhalt von כדי סיכת קטן bis zu einem Log betrug, als bei denjenigen, die ein Log bis ein Seah enthielten.“ כדי סיכת קטן muss hiernach erklärt werden: soviel als zur Salbung eines kleinen Kindes nötig ist. Nach Dünner (חגהות V, S. 42) ist im ersten Satze der שיעור ausgefallen, und es wäre zu lesen: מכדי סיכת קטן ועד לוג בכל שהוא.",
+ "bei grösseren Geräten bis zur Grösse der Krüge. חבית, ein Vorratsgefäss, das oft mit כד vertauscht wird (vgl. B. kamma 27a).",
+ "von Lud. Lydda.",
+ "bei noch grössern bis zur Grösse von grossen Kannen. חצב, aram. חצבא Krug, Kanne.",
+ "Bei galiläischen Krüglein und kleinen Fässchen. חביונה Dimin. von חבית. Andere LA. אביונות.",
+ "kann das Mass der Böden noch so klein sein. Weil sie unten eng sind.",
+ "dagegen sind die Seitenstücke von diesen gar nicht verunreinigungsfähig. Weil die Seitenwände nicht bauchig, deren Bruchstücke daher flach sind."
+ ],
+ [
+ "Rein sind unter den irdenen Geräten. Nach Lev. 11, 33 (jedes irdene Gerät, in dessen Inneres etwas hineinfällt“) ist ein solches Gerät nur dann verunreinigungsfähig, wenn es einen inneren Hohlraum (תוך oder בית קבול) hat.",
+ "Eine Platte. טבלה tabula, eine Tafel, eine flache irdene Platte.",
+ "ohne Leisten. Andere LA. לזוויז, auch לבזבז. Hiermit wird nach Maim. die Leiste eines viereckigen Gefässes bezeichnet. Die Etym. ist unbekannt; vielleicht ist es Redupl. von לוז, biegen, eine Biegung am Rande.",
+ "eine offene Kohlenschippe. Wiewohl sie nur an einer Seite offen ist. Nach Maimon. ist מ׳ פ׳ eine Räucherpfanne, deren Ränder weggenommen sind.",
+ "ein Rohr. אבוב (das auch „Flöte“ bedeutet) ist wohl ein hohles mit vielen Löchern versehenes rohrförmiges Gefäss, das zwar von allen Seiten mit Wänden umgeben ist, aber weil diese durchlöchert sind, nicht מקבל טומאה ist.",
+ "der Röster. קלאין Mehrz. von קַלָּא, die Röster (von Aehren oder Hülsenfrüchten). L. hat קליון (der Röster).",
+ "Rinnen. סילון (σωλήν) Rinne, Kanal.",
+ "obgleich sie gebogen sind. Nach oben, so dass unten Wasser bleiben kann.",
+ "oder eine Höhlung haben. Es ist durch das Wasser eine Vertiefung ausgehöhlt worden. Dennoch gilt diese nicht als בית קבול, weil sie nicht zur Aufnahme eines Dinges gemacht worden ist.",
+ "eine Stürze. כבכב, a. LA.: כפכף (Redupl. v. כפה, umstürzen), ein Gefäss, das nur umgestürzt gebraucht wird, weshalb dessen Behältnis nicht als בית קבול gilt.",
+ "die man für den Brotkorb. L.: סל לפת; alte Ausgg. סל הפת. Danach würde es heissen: Selbst wenn man das Gefäss als Brotkorb verwenden will, ist es nicht מקבל טומאה, weil es in der Regel nur umgestürzt gebraucht wird (מלאכת שלמה).",
+ "ein Krug. טפי ist, nach Maimon., Apoc. von טפיח (Krug, Eimer zum Wasserschöpfen, anders weiter 3, 2). R. Hai Gaon liest hier טפיח.",
+ "ein Fass der Schwimmer. Ein von allen Seiten verschlossenes Fass, womit man schwimmen lernt.",
+ "ein am Boden eines Zobers angebrachtes Fass. Nach Maimon. ist שולי המחץ der Henkel des Zobers, in welchen man das חבית (ein kleines Gefäss) hineinschiebt, um darin beim Aufheben des Zobers die Hand hineinzustecken. R. Simeon dagegen erklärt, das חבית ist in den Erdboden versenkt und dient dem מחץ als Boden. דפונה vom arab. دفن, verbergen (Aruch).",
+ "eine Bank. ספסל = subsellium.",
+ "ein Schiff. Dies ist nicht verunreinigungsfähig, obgleich es zur Aufnahme von Gegenständen bestimmt ist, vgl. hierüber Sabbat 9, 1.",
+ "ein Leuchter. Das Gestell, worauf die Lampe mit dem Öl gesetzt wird.",
+ "kommt auch die Hinterseite nicht in Betracht. Dem einfachen Sinne nach bezieht sich diese Regel auf diejenigen Gegenstände, die auf der hintern Seite eine Höhlung haben, die אחורים genannt wird (s. oben Note 10). Diese Höhlung nimmt aber nur dann die טומאה an, wenn das Gefäss einen Behälter (תוך) hat, der zur Aufnahme von Gegenständen (לקבלה) dient. Bei den Gefässen aber, die z. B. als Deckel dienen und kein Inneres haben, in das etwas hineingelegt wird, kann die rückseitige Höhlung keine טומאה annehmen. Maimon. u. Bart. erklären aber unsere Regel in anderer Weise. Weiter 25, 6 wird nämlich gelehrt, dass nach einer rabbinischen Bestimmung auch die Rückseite der irdenen Gefässe durch Flüssigkeiten (משקין) unrein werden könne. Es wird nun hier die Regel aufgestellt, dass diese rabbinische Bestimmung nur für Geräte gilt, die ein Inneres haben, aber nicht für solche, die nicht mit einem innern Behälter versehen sind. Nach Sifra Schemini VII, 4 hat diese Regel חזקיה אבי עקש Namens Rabban Gamliel Hasaken bezeugt. Doch wird dazu in Bechorot 38a eine andere Erklärung als die obigen gegeben."
+ ],
+ [
+ "Eine Laterne. פנס, gr. φανός.",
+ "ist rein. Obgleich man eine Lampe mit Öl und Docht hineinstellt, gilt die Laterne nicht als Behälter, da deren Wände nur dazu dienen, das Licht vor dem Winde zu schützen.",
+ "Die Form. מ׳׳ש zitert eine Punktation מַגוֹפָת, vielleicht von גוף, Körper.",
+ "auf welcher er ein Gefäss anfängt. Die Scheibe, auf welcher er die Gefässe formt.",
+ "worin er es beendigt. Die Form, womit die Gefässe geglättet werden, vgl. die Beschreibung der Formen im Komment. יכין ובועז.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Weil diese einen Behälter hat, den man über die Aussenseite der Gefässe deckt, um sie zu glätten.",
+ "Der Trichter der Privatleute ist rein. Ebenso wie die Rinnen.",
+ "als Mass dient. Sie enthalten ein gewisses Mass, so dass der Krämer, wenn er die untere Öffnung mit dem Finger verschliesst, damit messen kann.",
+ "Weil man ihn umlegt und den Käufer daran. An den an der Seite befindlichen Tropfen Öls."
+ ],
+ [
+ "Die Deckel von Wein- und Ölkrügen und die Deckel von papiernen Tonnen. Tonnen aus der Papyrusstaude (L. Löw, Graph. Requis. I, 99). Manche erklären ניירות von einem Orte נייר, andere lesen והניירות (und die Papierdeckel).",
+ "sind rein. Weil die Deckel nicht לקבלה gemacht sind. Sonst ist auch ein papiernes Gefäss verunreinigungsfähig (17, 15, vgl. תרעק״א).",
+ "Der Deckel eines Tiegels. לפס = אלפס (gr. λοκας) Tiegel.",
+ "wenn er ein Loch. So dass er keine Flüssigkeit aufnehmen kann.",
+ "oder eine Spitze hat. Einen spitzen Knopf als Griff, so dass er nicht mit dem Behältnis nach oben niedergelegt werden kann.",
+ "weil die Frau das Kraut darin seiht. Sie drückt das Wasser darauf aus.",
+ "Weil sie darauf das Gemüse. L.: רוקני, And.: רומקי, nach Maimon. das ausgepresste, eine zusammenhängende Masse bildende Gemüse. Etym. unbekannt; viell. von rumex, Sauerampfer, Spinat.",
+ "umschüttet. Um es zu zerdrücken."
+ ],
+ [
+ "Ein beschädigtes Gefäss. גסטרא (von γαστήρ, γάστρα) bedeutet ein irdenes Gefäss, von dem etwas, wenn auch nur ein kleines Stück, abgebrochen ist.",
+ "wenn die Arbeit daran nicht fertig war. Als es gebrannt wurde, so dass es während der Vollendung der Arbeit kein ganzes Gefäss war.",
+ "wenn aber die Arbeit schon fertig war. Und erst nachher ist ein Stück davon abgebrochen. Dies ist an der Bruchfläche zu erkennen (vgl. Tosefta).",
+ "ist es verunreinigungsfähig. Denn man benutzt noch das beschädigte Gefäss, um es unter ein tropfendes Fass zu stellen, und da es einmal ein ganzes Gefäss war, behält es diesen Charakter, solange es noch irgendwie zur Aufnahme (לקבלת) dient.",
+ "Der Titros. Die magische Giesskanne oder das Sieb der Vestalin, ein Stechheber, der unten in ein Gefäss mit durchlöchertem Boden ausgeht. Hält man die obere Öffnung mit dem Finger verschlossen, so läuft das Wasser unten nicht aus, und erst wenn der Finger entfernt wird, kann das Wasser durch die kleinen Löcher am Boden ausfliessen. Die Etym. von טיטרוס ist unsicher. Bart. liest סיטרוס, wonach es viell. σῆστρον (Sieb) wäre.",
+ "Elieser bar Zadok rein. Weil das Gefäss durchlöchert ist.",
+ "weil er nur tropfenweise herausfliessen lässt. Weil das Wasser durch Verschluss der oberen Öffnung mit dem Finger zurückbehalten wird, und selbst nach Entfernung des Fingers nur tropfenweise abfliesst. תוי״ט zitiert eine Punktation פְרוֹטוֹת."
+ ],
+ [
+ "Eine Platte mit Leisten. An allen vier Seiten.",
+ "eine ganze Kohlenschippe. S. oben Note 30.",
+ "die ganz mit schüsselartigen Gefässen. Die ursprünglich vom Töpfer an der Platte angebracht und befestigt sind.",
+ "Hat sie aber einen hervorragenden Rand. Der alle Gefässe überragt.",
+ "alle unrein. Denn sobald das Kriechtier innerhalb der vom Rande umgebenen Platte kommt, wird die ganze Platte samt allen mit ihr verbundenen Gefässen unrein, da alles als ein Gerät betrachtet wird.",
+ "Ebendasselbe gilt von einem irdenen Gewürzbehälter. Der in mehrere Fächer geteilt ist, in denen die verschiedenen Gewürze sich befinden.",
+ "und einem Zwillings-Tintenfass. ϰαλαμάριον, Federbüchse, auch Tintenfass. Das Zwillings-Tintenfass diente wahrscheinlich zu schwarzer und roter Tinte (L. Löw, Gr. Requis. I, 185). L. liest: המותאמת; ר״ש: המתויימת (Einz.).",
+ "wenn ein Fach davon durch Flüssigkeit. Die selbst bloss ראשון לטומאת ist.",
+ "verunreinigt worden. Diese Unreinheit ist bloss durch eine rabbinische Bestimmung verordnet (Sabbat 14 b), da nach dem Thoragesetze Geräte nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden können (Vorb. 16). Das Innere des Gefässes wird daher nicht unrein, wenn die Flüssigkeit bloss die Rückseite berührt.",
+ "das Nebenfach nicht unrein. Würde ein Fach aber durch einen אב הטומאה verunreinigt werden, so wäre das Nebenfach auch unrein, da ein hölzernes Gerät auch von der Rückseite aus טומאה annimmt und die innere Seite des einen Faches zugleich die Rückseite des Nebenfaches ist.",
+ "die neben dem Reinen ist rein. Denn die eine Hälfte der Dicke der Scheidewand gehört zu dem einen Fache und die andere Hälfte zum andern.",
+ "Ist aber. Dies ist nicht Fortsetzung der Worte R. Jochanans, sondern die Ansicht aller Tannaim.",
+ "auch die Nebengefässe unrein. Denn der Rand vereinigt alle Fächer zu einem Geräte."
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+ "Ein Fackel-Napf. Ein Napf, in den mit Öl oder Naphta gesättigte Zeugstücke gelegt und angezündet werden. Das Gefäss hat ein zugespitztes Ende, mit dem es in einen Schaft gesteckt und als Leuchtfackel gebraucht wird.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Wiewohl es wegen der Spitze für sich allein nicht stehen kann (s. Note 57), so nimmt es doch טומאה an, weil es von vorne herein verfertigt ist, zusammen mit dem Schafte gebraucht zu werden.",
+ "und der Lampenbehälter. Ein schalenartiger Untersatz, auf welchen die Lampe gestellt wird, damit das herabtropfende Öl hineintriefe.",
+ "kann von seinem Hohlraume aus unrein werden. Er wird als Behältnis betrachtet, obgleich nur ein kleiner Teil der Lampe in der Vertiefung stehen kann.",
+ "Der kammförmige Rand des Trinkkrugdeckels. צרצור ist ein Trinkgefäss mit einem siebartig gelöcherten Deckel. Dieser Deckel hat oben als Verzierung ringsum einen zackigen Rand. Nach R. El. Wilna ist צרצור eine Giesskanne zum Bewässern der Felder.",
+ "Elieser rein. Wenn ein שרץ bloss in den von den Zacken eingeschlossenen Raum gekommen ist.",
+ "nach den Weisen verunreinigungsfähig. Da der Deckel unterhalb der Zacken ein Behältnis hat, so wird der obere von den Zacken umgebene Raum auch als בית קבול betrachtet."
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+ "wodurch ein irdenes Gerät rein wird. Es kann nicht mehr טומאה annehmen, und wenn es vorher bereits verunreinigt worden, wird es rein.",
+ "wenn es für Speisen. M. und L.: לאבלים lies: לֶאֳכָלִים, Mehrz. von אֹכֶל.",
+ "diente. Selbst wenn es für Früchte bestimmt war, die grösser als Oliven sind, z. B. für Feigen.",
+ "diente es für beide Zwecke. Auch wenn das Gerät zu gleicher Zeit für Speise und Flüssiges gebraucht wurde, z. B. ein Topf, in welchem gewöhnlich Fleisch mit Brühe gekocht wurde."
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+ "Beim Fass ist das Mass eine getrocknete Feige. Weil dieses Gerät gewöhnlich für getrocknete Feigen gebraucht wird.",
+ "eine Nuss. Die grösser ist als eine getrocknete Feige. (R. Elia Wilna. Anders תוי״ט). R Jehuda meint nämlich, da das Gerät mitunter auch zu Nüssen gebraucht wird, so gilt dabei das erschwerende Mass, wie bei einem Gerät, das für zwei Zwecke dient.",
+ "eine Olive. Nach R. Meïr gilt für alle Geräte, die für Speisen dienen, das gleiche Mass einer Olive.",
+ "eine Olive. Nach Note 3.",
+ "Beim Krüglein und Tropffläschchen. Ein Ölfläschchen mit enger Öffnung, aus der das Öl nur tropfenweise herauskommt.",
+ "beim Trinkkrug. S. II. Note 85.",
+ "dass Sämereien. Nach Maimon. Bohnen oder Erbsen und dgl.",
+ "Elieser. Bart. liest ר׳ שמעון.",
+ "dass eine kleine Münze durchfällt. Da in das Gefäss mitunter kleine Münzen gelegt werden.",
+ "ist sie rein. Denn es kann nicht mehr als Lampe bezeichnet werden.",
+ "Ton ist rein. Nach Vorb. 15.",
+ "wenn auch die Schnauze durch den Docht gebrannt worden ist. Dadurch ist das Gefäss noch nicht wie ein im Brennofen bereitetes irdenes Gefäss zu betrachten."
+ ],
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+ "Wenn ein Fass durchlöchert war. In dem in M. 2 angegebenen Masse, so dass es dadurch rein geworden.",
+ "und man hatte es mit Pech verklebt. Dadurch wird es wieder verunreinigungsfähig.",
+ "und es zerbricht wieder. In viele Stücke.",
+ "wenn es ein Viertel Log fasst. Es handelt hier von dem Falle, dass das Fass im ganzen Zustande ein Log bis ein Sea fassen konnte; dann ist ein Bruchstück davon verunreinigungsfähig, wenn dieses ¼ Log fasst (oben 2, 2).",
+ "weil der Name eines Gerätes bei demselben noch nicht aufgehoben war. Es war das Fass trotz der Durchlöcherung noch immer ein Gerät zu nennen.",
+ "Wenn man aber eine gelöcherte Scherbe. Das Loch macht die Scherbe rein, wenn es auch nur so gross ist, dass Flüssigkeit hinausfliesst (כמוציא משקה), vgl. Sabbat 96 a.",
+ "selbst wenn sie ein Viertel Log fasst. L.: מחזיק, ebenso alle alten Agg., vgl. oben 2, 3: אע״פ כפופין.",
+ "weil der Name eines Gefässes bei dieser bereits aufgehoben war. Eine Scherbe heisst גסטרא und nicht כלי (Sabbat l. c.), so nach ר״ש. Nach Maimon. wird bei der Scherbe erst durch das Loch der Name כלי aufgehoben."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Fass gesprungen ist. Derart dass es ganz zerbrechen würde, wenn man darin einen halben Kab getrockneter Feigen fortbrächte (s. weiter 4, 2).",
+ "und mit Rindermist beklebt wird. Um das Gefäss auszubessern und zu festigen.",
+ "dennoch verunreinigungsfähig. Obgleich Geräte aus גללים nicht verunreinigungsfähig sind (Vorb. 15), so kann dennoch ein vermittels dieser gefestigtes irdenes Gefäss טומאה annehmen.",
+ "weil bei demselben der Name eines Geräts noch nicht aufgehoben war. Da das Gefäss noch nicht zerbrochen war.",
+ "Ist aber das Fass gebrochen und man leimt die Scherben. L. und N. lesen חרסים statt חרסית; ebenso Bart.",
+ "oder man bringt Scherben. L. und N. lesen חרסים statt חרסית; ebenso Bart.",
+ "Gefäss mit Rindermist. Um dadurch das Gefäss noch mehr zu festigen.",
+ "weil einmal der Name eines Gerätes bei demselben aufgehoben war. Nachdem es zerbrochen war.",
+ "die ein Viertel Log fasst. Es handelt hier von dem Falle, dass das Fass im ganzen Zustande ein Log bis ein Sea fassen konnte; dann ist ein Bruchstück davon verunreinigungsfähig, wenn dieses ¼ Log fasst (oben 2, 2).",
+ "so sind alle Teile. Die als Handhabe zu der ein רביעית fassenden Scherbe betrachtet werden.",
+ "durch Berührung. Wenn eine טומאה sie berührt. Maimon. erklärt: Wenn eine טומאה das Innere des Gefässes berührt, dann werden alle Teile unrein.",
+ "durch den Hohlraum kann es aber bloss vom Raume jener Scherbe aus. Aber nicht wenn die טומאת in den Raum der anderen Teile gekommen ist; denn die Handhaben können nicht von ihrem Hohlraume aus die טומאה annehmen. Nach Maimon. ist, wenn die טומאה in den Hohlraum der רביעית-Scherbe kommt, bloss diese unrein, nicht aber die anderen Teile."
+ ],
+ [
+ "Simon die Beklebung verunreinigen. Wenn das Gefäss vom Innern aus unrein geworden war, so verunreinigt auch die Beklebung alle sie berührenden Speisen und Getränke (vgl. II Note 10).",
+ "die eines gebrechlichen kann verunreinigen. Nur bei gebrechlichen Gefässen, welche die Beklebung nötig haben, wird diese wie das Gefäss selbst betrachtet, nicht aber bei wohlerhaltenen Gefässen, die keiner Beklebung bedürfen.",
+ "Dasselbe gilt. Dieselbe Controverse hat stattgefunden.",
+ "von dem Reifen. Andere LA. בהידוק; L.: בחירוק. — הידוק vom arab. حدق umgeben, überziehen, ein Reifen, mit dem ein Gefäss umgeben wird, um es zu festigen.",
+ "eines Kürbisses. Ein ausgehöhlter und getrockneter Kürbis, dessen man sich zum Wasserschöpfen bediente (M. הקֵרוּיה). — Nach R. Meïr und R. Simon kann der Reifen verunreinigen, wenn auch der Kürbis so fest war, dass er der Einfassung nicht bedurfte: nach den Weisen aber nur, wenn der Kürbis schadhaft war und den Reifen nötig hatte."
+ ],
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+ "Das Jablith. Ein Kraut, das zerrieben, zu einem Brei gemacht und zum Bekleben irdener Gefässe benutzt wird. Nach R. Hai heisst es arab. חייל (lies תייל, ثيل, Löw, Ar. Pflanzennamen).",
+ "womit man die Weinfässer. פיטום, auch פיתום (gr. πίϑος), grosses Weinfass.",
+ "verunreinigt. Wenn das Fass unrein war.",
+ "was es berührt. Trotzdem das Fass nicht schadhaft ist, bedarf es doch der Beklebung, weil es gross und schwer ist.",
+ "Der Spund eines Fasses wird nicht als mit diesem verbunden betrachtet. So dass, wenn eines von beiden unrein wird, das andere rein bleibt.",
+ "Was die Beklebung des Ofens. Der unrein geworden ist.",
+ "wird unrein. Denn der Ofen bedarf der Beklebung zur Bewahrung seiner Wärme, selbst wenn er unversehrt ist."
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+ "Wenn man einen Wärmekessel mit Lehm und mit Töpferton. חרסית ist der Ton, der zu irdenen Geräten (כלי חרס) gebraucht wird, während חומר zum Mauern verwendet wird.",
+ "was den Lehm. Derklebrig und mit dem Gefässe fest verbunden ist.",
+ "unrein. Wenn der Kessel unrein war.",
+ "was aber den Töpferthon. Der nicht dem Gefässe fest anhaftet.",
+ "Wenn man einen Kessel. קומקום ϰουϰϰούμιον, cucuma) ein grosser Kessel.",
+ "weil er nicht heisses Wasser ebenso gut wie kaltes fassen kann. Da das Pech im heissen Wasser zergeht.",
+ "dasselbe meint er auch von Pechgeräten. Damit sind nach Einigen Geräte aus Pech, nach Andern verpichte Geräte gemeint. Die Pechgeräte sind rein, weil sie Heisses nicht vertragen können.",
+ "Wenn man kupferne Gefässe verpicht. Wenn auch nur von innen.",
+ "so ist das Pech rein. Wenn eine טומאה das Pech berührt, wird das Gefäss nicht unrein. Ebenso wenn das Gefäss unrein war, so wird das, was das Pech berührt, nicht unrein.",
+ "wenn man sie aber zu Wein. Ebenso wenn man sie zu andern kalten Dingen gebraucht (Bart.). Nach Anderen gilt dies nur vom Wein, weil man eherne Weingefässe gewöhnlich verpichte, das Pech daher als zum Gefässe gehörig betrachtet wird.",
+ "so ist es verunreinigend. Wenn das Gefäss unrein war. Ebenso wird das Gefäss unrein, wenn eine טומאה das Pech berührt."
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+ "als nötig ist. Das Pech verbreitet sich auch über die unversehrten Stellen.",
+ "unrein. Wenn das Fass unrein war.",
+ "rein. Auch wenn das Fass unrein war; denn das Pech gilt nicht als mit dem Fass verbunden.",
+ "Wenn man einen hölzernen oder irdenen Trichter. Eines Privatmanns, der nach 2, 4 nicht verunreinigungsfähig ist.",
+ "Asarja verunreinigungsfähig. Denn durch die Verstopfung ist das Gefäss zur Aufnahme von Flüssigkeit geeignet.",
+ "Akiba nur der hölzerne. Weil daran das Pech fest klebt.",
+ "aber nicht der irdene. Das Pech kann zwar an gebrochenen Stellen irdener Gefässe fest haften bleiben, aber nicht an glatten unversehrten Stellen.",
+ "Jose erklärt beide für rein. Denn die Verstopfung macht den Trichter nicht zum כלי קבול, da man jene entfernt, sobald man den Trichter gebraucht. Nach R. Elia Wilna: weil der verpichte Trichter nicht Heisses vertragen kann, wie R. Jose oben in Mischna 7."
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+ "oder eine Spitze. Andere LA.: הדד, der Hahn am Geschirr.",
+ "ist rein. Sie kann keine טומאה annehmen, und auch wenn das Gefäss unrein war, ist diese davon abgebrochene Scherbe rein.",
+ "so ist sie ebenfalls rein. Denn eine Scherbe (גסטרא), die einmal rein geworden, kann nicht wieder verunreinigungsfähig werden (s. 3, 3).",
+ "Jehuda aber ist sie da verunreinigungsfähig. Nach R. Jehuda kann sie wieder unrein werden, wenn sie so hergerichtet wird, dass sie allein stehen kann.",
+ "fassen kann. Da die Seite bauchig ist.",
+ "oder das in zwei Mulden sich geteilt hat. Die auch nur auf die Seite gelegt etwas fassen können.",
+ "Jehuda für rein. Das Bruchstück vom Gefäss (גסטרא) ist nur dann verunreinigungsfähig, wenn es, wie früher das ganze Gefäss, auf dem Boden liegend etwas aufnehmen kann.",
+ "die Weisen aber für verunreinigungsfähig. Es genügt auch, wenn es auf der Seite liegend etwas fassen kann (s. oben 2, 2)."
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+ "mit einem halben Kab getrockneter Feigen. So viel braucht man zu einer Mahlzeit (Pea 8, 5).",
+ "fortbewegen kann. Das Fass würde zerbrechen, wenn man es mit solcher Last transportierte.",
+ "ist rein. Denn es wird wie zerbrochen betrachtet.",
+ "Eine Gastra. N: גצטרא, ein Bruchstück eines Gefässes (oben 2, 6).",
+ "denn man beachtet nicht Überbleibsel von Übelbleibseln. Die Gastra war selbst nur ein Überbleibsel; wird diese beschädigt, so wird das Überbleibsel davon nicht mehr gebraucht, sondern weggeworfen."
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+ "Was heisst eine Gastra. Bei welcher obige Bestimmung gilt.",
+ "von dem auch nur die Ohren weggenommen sind. Selbst wenn das Gefäss sonst ganz geblieben.",
+ "Sind daran hinausragende Spitzen. Der obere Teil des Gefässes ist derart abgebrochen, dass oben Zacken hinausragen.",
+ "so ist alles was mit dem Anderen zugleich Oliven halten kann. Wo die Zacken so nahe bei einander sind, dass zwischen einer und der anderen keine Olive durchfallen würde (wie R. Meïr 3, 2).",
+ "der Verunreinigung. Nach יו״ב ist מִטּמָּא zu lesen.",
+ "durch Berührung fähig. Wenn eine טומאה den Zacken von innen berührt, so wird die Gastra unrein.",
+ "und es kann auch von dem ihm gegenüber befindlichen Hohlraume aus unrein werden. Denn dieser Raum wird wie der Hohlraum der Gastra betrachtet.",
+ "was aber nicht Oliven mithalten kann. Wo die Zacken weit auseinander sind.",
+ "ist bloss der Verunreinigung durch Berührung fähig. Da diese Zacken wenigstens als Handhabe der Gastra dienen.",
+ "kann aber nicht von dem ihm gegenüber befindlichen Luftraume aus unrein werden. Eine Handhabe kann nur durch Berührung unrein werden; so auch oben 3, 4.",
+ "Ist sie auf die Seite hingebogen. Die Gastra kann nicht aufrecht stehen, indem eine Seite schwerer ist als die andere und das Stück umbiegt, aber es kann auch auf der Seite liegend etwas fassen, so dass es nach den חכמים in M. 1 verunreinigungsfähig ist.",
+ "gleich einem Lehnsessel. קתדרה, gr. ϰαϑέδρα. Es ist derart gebrochen, dass eine Seite, wie die Lehne eines Sessels, emporragt.",
+ "ist bloss der Verunreinigung durch Berührung fähig. Als Handhabe.",
+ "kann aber nicht von dem ihm gegenüber befindlichen Luftraume aus unrein werden. Eine Handhabe kann nur durch Berührung unrein werden; so auch oben 3, 4.",
+ "Die Böden der zugespitzten Wassereimer. A: קרפיות. Nach Maimon. ein Gefäss zum Wasserschöpfen mit spitzem Boden; vielleicht von ϰορυφή, Spitze (Kohut). Nach Andern ist קורפי ein Ortsname.",
+ "und die Böden der Sidonischen Becher. קוסים, nach Maim. wie כוסים, Becher; nach Andern von קסוה, Schale, vgl. Sanhedrin 9, 6.",
+ "weil sie ursprünglich so verfertigt worden sind. Wie לפיד, oben 2, 8."
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+ "Wenn ein irdenes Gefäss drei Ränder. מ״ש citiert eine Punktation שְֹפַיוֹת.",
+ "alles Weitere. Was ausserhalb des innern Randes sich befindet.",
+ "rein. Da dies als die Rückseite des Gefässes betrachtet wird, die keine טומאה annimmt (Vorb. 26).",
+ "so ist alles verunreinigungsfähig. Denn das ganze Gefäss gilt da als Inneres (תוך).",
+ "ausserhalb desselben aber rein. Weil alles, was ausserhalb des höchsten Randes liegt, als Aussenseite (גב) betrachtet wird.",
+ "Man betrachtet den mittleren als geteilt. Wenn eine טומאה in das Innere kommt, so ist alles bis zur Mitte des mittleren Randes unrein, von da ab rein (vgl. 2, 7 ר׳׳י בן נורי). Nach Maim. wird der mittlere Hohlraum geteilt und alles bis zur Mitte ist unrein, von da an nach aussen hin ist alles rein.",
+ "[Wenn einer der drei Räume verunreinigt worden] ist alles Andere rein. So erklärt Maimon. Nach der Tosefta ist die Bestimmung hier wie im ersten Fall, dass nur der innerste Raum unrein, alles Weitere aber rein ist.",
+ "denn dies heisst ihre Vollendung. Obgleich noch nachher daran gefeilt und geglättet werden muss. In der Tosefta ist dies die Ansicht des R. Jehuda, während nach R. Meïr schon nach Vollendung durch den Töpfer, auch wenn es noch nicht im Ofen gebrannt ist, das Gefäss die Unreinheit annimmt (vgl. Beza 32a, wo Tosafot diese Baraita anders erklärt)."
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+ "Beim Backofen. תנור, ein irdener Backtopf ohne Boden. Er wurde mit Lehm an den Erdboden befestigt, so dass dieser seinen Unterboden bildete.",
+ "gilt als gesetzliches Mass. Das Mindestmass, um verunreinigungsfähig zu sein.",
+ "beim Anfang. Beim ursprünglichen Ofen, wenn er verfertigt wird.",
+ "Höhe. Wenn von der Wandung nicht mindestens 4 טפחים hoch fertig ist, ist der Ofen nicht verunreinigungsfähig.",
+ "vier Handbreiten. Wenn ein Teil der Wandung eines unrein gewordenen Ofens abgebrochen ist, so bleibt das Überbleibsel noch unrein, so lange es noch die Höhe von 4 Handbreiten hat.",
+ "Dies gilt nur von einem grossen Backofen. Der zum Backen und Braten dient.",
+ "bei einem kleinen aber. Der für Kinder zum Spielen gemacht ist.",
+ "kann. Um verunreinigungsfähig zu sein.",
+ "am Anfang die Höhe noch so gering. Nach dem Talmud in Chullin 124a jedoch mindestens eine Handbreite.",
+ "beim Überbleibsel muss der grösste Teil davon noch bestehen. Ist aber weniger als der grösste Teil der Höhe des Ofens übrig geblieben, so ist das Überbleibsel rein. Nach dem Talmud l. c. bezieht sich ושיריו ברובו auf den grossen Ofen. Wenn aber vorher bestimmt wurde, dass beim grossen Ofen das gesetzliche Mass des Überbleibsels 4 טפחים beträgt, so spricht dies von einem Ofen, der 9 טפחים hoch ist; da kann schon ein Überbleibsel von 4 טפחים unrein werden, trotzdem es nicht der grösste Teil des Ganzen ist. Dagegen genügt es bei einem Ofen von 7 טפחים Höhe, wenn der grösste Teil (etwas über 3½ טפחים) übrig bleibt. So nach Bart. und ר״ש, gegen Raschi (vgl. יו״ב).",
+ "nimmt der Ofen Unreinheit an. Dies bezieht sich auf alle oben erwähnten Fälle. Der Talmud l. c. liest: משתגמר מלאכתו שיריו ברובו, und Raschi verbindet משתגמר מלאכתו mit תחלתו כל שהוא (כל שהוא = טפח).",
+ "dass man schwammigen Kuchen. סופגן von ספוג (σπόγγος) Schwamm, ein lockeres Gebäck, das nicht viel Hitze braucht.",
+ "darin backen könnte. Ob das Brennen im Ofen (צירוף כבשן) auch genügt, ist unter den Kommentatoren streitig.",
+ "in einem alten Ofen. Der dazu weniger Feuer braucht als ein neuer Ofen."
+ ],
+ [
+ "Bei einem Kochherd. כירה (bibl. כירים), ein irdenes Gerät, in welchem man Feuer anmacht. Dies hatte oben zwei Öffnungen, auf deren jede man einen Topf setzen konnte; manchmal stellte man auch die Töpfe in den Herd hinein.",
+ "gilt als Mass. Das Mindestmass, um verunreinigungsfähig zu sein.",
+ "dass man darauf das leichteste unter allen Eiern. Das ist ein Hühnerei, das schneller als andere Eier gekocht werden kann.",
+ "wenn es eingeschlagen und in einen Tiegel. Nach Maim. und Bart.: in einem etwas erwärmten Tiegel.",
+ "Beim Kuppach. כופה, and. LA. כופה (vielleicht verw. mit כיפה, Wölbung, wie fornix und fornax), ein Back- und Kochgefäss, das sich von כירה hauptsächlich dadurch unterschied, dass es oben bloss eine Öffnung hatte.",
+ "das Mass des Ofens. Sowohl in Bezug auf die Höhe als hinsichtlich der Vollendung seiner Arbeit.",
+ "so gilt dabei das Mass des Herdes. Sowohl in Bezug auf die Höhe als hinsichtlich der Vollendung seiner Arbeit.",
+ "Ein aus dem Ofen herausragender Stein. Der dem Ofen als Handhabe dient, wenn man ihn forttragen will.",
+ "eine Verbindung. So dass wenn der Ofen unrein geworden ist, auch dieser Stein unrein ist (vgl. Sifra שמיני 10, 10).",
+ "Nur wenn der Stein zwischen dem Ofen und der Wand sich befindet. Wo der Stein hindert, den Ofen an die Wand zu rücken, und so den Raum des Zimmers beschränkt.",
+ "hat man bei demselben das Mass auf eine Handbreite beschränkt. Da was darüber ist, bestimmt ist, abgeschnitten zu werden. Befindet sich aber der Stein an der Zimmerseite, so wird er, auch wenn er grösser ist, als Teil des Ofens betrachtet.",
+ "und das Übrige ist rein. Das ist die Ansicht des ersten Tanna. Nach Einigen gesteht dies auch R. Jehuda zu, da auch ein langer Stein, der zwei Öfen verbindet, den Raum des Zimmers beschränkt, vgl. יו׳׳ב. (Vgl. auch Sifra 10, 10)."
+ ],
+ [
+ "Der Kranz. Nach Maim. ein Leisten um die Öffnung des Herdes, der dazu dient, die Hitze zu bewahren. Dieser Kranz scheint nicht mit dem Herde verbunden gewesen zu sein, wenigstens gilt er nicht als mit dem Herde verbunden.",
+ "des Herdes ist rein. Er nimmt keine טומאה an, und auch, wenn der Herd unrein geworden, bleibt der Kranz rein.",
+ "Der Hof des Backofens. Vor dem Ofen wurde ein Raum von Wänden umgeben, um dahin das vom Ofen herausgenommene Brod zu legen; dieser Bau hiess טירה (vgl. Gen. 25, 16).",
+ "wenn er vier Handbreiten. Wie das gesetzliche Mass des Ofens, oben Mischna 1.",
+ "als vom Hohlraume aus. Nach Maim. gilt der Hof als ein Teil des Ofens, so dass, wenn der Ofen durch Berührung einer טומאה oder durch eine in dessen Hohlraum gelangte Unreinheit verunreinigt wurde, auch der Hof als unrein gilt. Indessen ist diese Erklärung schwierig, da wie aus dem Folgenden ersichtlich ist, der Hof mit dem Ofen nicht verbunden ist. Es dürfte daher hier sich um den Fall handeln, dass der Hof selbst durch Berührung einer טומאה oder durch eine טומאה in dessen Hohlraum verunreinigt wird.",
+ "bei geringerer Höhe ist er rein. Er gilt nicht als ein Teil des Ofens, weil er nicht geeignet ist, dass Brot hineingelegt werde (Maim.)",
+ "wenn auch nur auf drei Steinen. Die Stelle ist dunkel. Nach Maim. soll dies heissen: Wenn auch die Verbindung äusserst schwach ist, indem er bloss drei Steine an die Seite des Ofens legt und den Hof auf diese Steine setzt. (Vgl. eine andere Erkl. in יו״ב, die aber auch nicht befriedigt). Vielleicht ist gemeint: er hat drei Wände des Hofes mit einer Seite des Ofens, die als vierte Wand dienen soll, verbunden, dann gilt der Hof als Teil des Ofens, selbst wenn die drei Wände auf drei Steinen ruhen und nur durch diese Stütze einen Halt haben, die Verbindung mit dem Ofen also keine feste ist.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Auch wenn er keine Höhe von 4 טפחים hat.",
+ "Gewürz- und Lampen-Behälter. Diese Behälter befinden sich an der Seite des Herdes und sind mit demselben verbunden.",
+ "können wohl durch Berührung unrein werden. Es ist nach מִטּמאין מ״ש zu lesen. In Bezug auf die Unreinheit durch Berührung gelten sie als Teile des Herdes (vgl. Sabbat 48b).",
+ "aber nicht durch den Hohlraum. Wenn eine טומאה im Hohlraum des Herdes hängt, ohne ihn zu berühren, werden diese Behälter nicht mit unrein. Diese gelten nämlich bloss nach rabbinischer Bestimmung als Teile des Herdes; es sollte nun durch die Ausschliessung der טומאת אויר zu erkennen sein, dass wir es hierbei nur mit einer rabbinischen Unreinheit zu tun haben, um derentwillen man keine Hebe und heilige Speisen verbrennen darf.",
+ "Simon. Nach and. LA.: R. Ismael.",
+ "erklärt sie für rein. Sie gelten nicht als Teile des Herdes. Nach ר״ש und Bart. kann aber jeder Behälter für sich unrein werden."
+ ],
+ [
+ "der von aussen. Und nicht von innen.",
+ "oder im Hause. Alte Ausgg. lesen מבית, ebenso L.",
+ "des Werkmeisters. Bevor noch die Arbeit vollendet war.",
+ "geheizt worden. In der Weise, wie es nach Mischna 1 zu seiner Vollendung erforderlich ist.",
+ "ist verunreinigungsfähig. And. LA.: טהור (vgl. ר״ש und מ״ש).",
+ "dass bei den Öfen von Kephar Signah. Σωγάνη ϰώμη in Galiläa (Hildesheimer, Beiträge S. 40).",
+ "nach Jabneh. Vor das Synedrium daselbst."
+ ],
+ [
+ "Der Aufsatz. Ein Lehmansatz an den Ofen ringsum, durch den dessen Höhe vergrössert und dessen Hitze länger bewahrt wird.",
+ "des Backofens der Privatleute ist rein. Weil der Privatmann ihn weiter nicht benutzt.",
+ "weil er den Bratspiess daran lehnt. Mitunter wird vom Bäcker im Ofen Fleisch zum Verkauf gebraten, und der Bratspiess, woran das Fleisch steckt, wird an den Ofenansatz gelehnt, damit es warm bleibe.",
+ "Weil er im Notfalle darin bäckt. Nach dieser Ansicht ist es nötig, dass der Ansatz in gleicher Weise, wie der Ofen selbst, gebraucht werde, wenn er, wie dieser, verunreinigungsfähig sein soll.",
+ "hat man gesagt. Der folgende Lehrsatz wurde von Menachem ben Signaï bezeugt, nachdem vorher andere gelehrt worden war (Edujot 7, 8).",
+ "Der Aufsatz des Kessels. Der Lehmansatz, den man oben am kupfernen Kessel anbrachte, damit die aufwallende Flüssigkeit nicht auslaufe.",
+ "der Olivensieder ist verunreinigungsfähig. Er nimmt gleich einem irdenen Gefässe Unreinheit an, weil derselbe beim Gebrauche des Kessels unumgänglich nötig ist, um das Auslaufen der Olivenbrühe zu verhindern.",
+ "der der Färber ist rein. Beim Färbe-Kessel ist der Ansatz kein notwendiges Zubehör, da beim Kochen die zu färbenden Stoffe an die Oberfläche emporsteigen und die Flüssigkeit nicht ausläuft."
+ ],
+ [
+ "den man zur Hälfte mit Erde gefüllt hat. Um dessen Höhe zu vermindern.",
+ "kann der Teil von der Erde abwärts nur durch Berührung. Wenn ein Kriechtier in der Erde gefunden wird, so ist der Ofen nur unrein, wenn jenes den Ofen berührt, sonst nicht, trotzdem es sich im Raume des Ofens befindet, denn wegen der Erde wird dieser Raum nicht mehr als Hohlraum (אויר) betrachtet. Nun erhebt sich aber die Frage, es müsste doch der Ofen dadurch unrein geworden sein, dass das Kriechtier durch den oberen Hohlraum in die Erde gekommen ist. Die Antwort ist: Der Fall liegt so, dass das Tier lebend in den Ofen kroch und sich in die Erde eingrub und da verendete.",
+ "der Teil oberhalb der Erde aber auch durch den Hohlraum unrein werden. Nach R. Elia Wilna wird, wenn ein totes Kriechtier in den oberen Hohlraum gelangt, der ganze Ofen unrein; nach Maim. bloss der obere Teil. Letztere Ansicht ist schwierig, vgl. יו״ב.",
+ "Hat man einen Ofen. Vgl. Sabbat 125 a und die Erkl. von Raschi das.",
+ "über die Öffnung einer Grube oder einer Zisterne. חדות, L u. M: החדות, ist eine ausgemauerte Zisterne, nach Einigen ein auf der Erde gebauter Behälter.",
+ "gesetzt und dort einen Stein hingelegt. Nach Raschi u. A. wurde der Stein zwischen die Grube und die Wand des Ofens geschoben, um diesen oben zu befestigen, auf dass er nicht hinunterfalle. Nach Maim. (ebenso א״ר) sollte der Stein dem Ofen als Boden dienen.",
+ "dass man unten. In der Grube.",
+ "heizt. Bei der ersten Heizung, durch welche die Arbeit am Ofen vollendet wird.",
+ "auch oben geheizt wird. Indem der Boden des Ofens dem Boden der Grube nahe ist.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Denn in diesem Falle gilt der Ofen als mit der Erde verbunden (מחובר לקרקע). Wenn er aber bei der ersten Heizung nicht vom Erdboden aus geheizt werden kann und der Ofen somit nicht als mit der Erde verbunden betrachtet wird, so ist er nicht verunreinigungsfähig, denn es heisst (Lev. 11, 35): Ofen und Herd muss man einreissen (יתץ); der Ausdruck נתץ passt aber nur auf Geräte, die an dem Erdboden befestigt sind; bei beweglichen Geräten wird שבר gebraucht.",
+ "Sobald er geheizt worden ist, in welcher Weise immer (dies geschah. Selbst wenn der Ofen ganz vom Erdboden losgetrennt war.",
+ "ist er verunreinigungsfähig. Wenn einmal die Arbeit des Ofens durch die erste Heizung am Erdboden vollendet ward, so stimmen Alle überein, dass er dann auch, wenn er am Halse eines Kamels hängt, verunreinigungsfähig ist (Sabbat 125a)."
+ ],
+ [
+ "Wie kann. Chullin 123b. Sifra Schemini 10, 2.",
+ "Man teilt ihn. Von oben nach unten, der Länge (Höhe) nach.",
+ "die Beklebung. Den Lehm-Überwurf, mit welchem die Wände überzogen sind, damit die Hitze im Ofen bewahrt bleibe.",
+ "durch. Es genügt nicht, dass man den gebrannten Ton des Backtopfs von innen durchschneide; sondern man muss auch bie äussere Lehmbekleidung durchsägen.",
+ "bis er auf der Erde steht. Dieser Satz ist dunkel. Nach Raschi soll dies sagen, man müsse den Lehmüberwurf ganz bis zum Erdboden fortschaffen. Bart. meint, es gehört zum ersten Satze: man soll den Ofen ganz bis an die Erde teilen (durchschneiden). Es hätte aber dann bloss עד הארץ stehen sollen. Am besten ist noch die Erklärung von Maim. und א״ר, wonach unter טפלה auch der Lehm verstanden ist, der zwischen dem Backtopf und dem Erdboden sich befindet und ersteren an den Boden fest macht. Dieser Lehm muss ebenfalls weggesägt werden, so dass der Ofen auf dem blossen Erdboden steht. L. liest: לגור.",
+ "Man braucht nicht die Beklebung durchzusägen. Man braucht nicht den Lehm zwischen dem Ofen und dem Erdboden fortzuschaffen.",
+ "sondern man vermindert ihn nur inwendig. Man schneidet den gebrannten Ton des Backtopfs inwendig durch, so weit, dass keine 4 Handbreiten unversehrt übrig bleiben; vgl. Mischna 1.",
+ "bis er nicht vier. Talmud Chullin 24a liest: מארבעה.",
+ "Handbreiten hoch ist. Nach Talm. das. meint R. Meïr nur, dass man durch ein solches Verfahren von vorne herein den Ofen vor Unreinheit bewahren kann. Ist der Ofen aber bereite unrein geworden, so stimmt R. Meïr betreffs dessen Reinigung der Ansicht des ersten Tanna bei.",
+ "Man muss ihn auch. Ausserdem, was der erste Tanna fordert. So nach den Erklärern, die, wie die meisten Ausgg., וצריך mit ו׳ lesen. L. liest aber צריך.",
+ "wegrücken. So nach Tosefta I 4, 17: משיסיענו ממקומו.",
+ "so ist der grössere unrein und der kleinere rein. Sind beide gleich, so sind beide unrein, Tosefta, vgl. Bechorot 17 b.",
+ "so ist der grösste unrein. Nur dann sind alle drei Teile rein, wenn jeder kleiner als die Hälfte ist."
+ ],
+ [
+ "Hat man ihn der Breite nach in Ringe. חוליא, ein runder, ringförmiger Abschnitt. L u. M: חליות.",
+ "dass jeder weniger als vier Handbreit hoch ist. S. Mischna 1.",
+ "so ist er rein. S. oben Note 10.",
+ "Hat man ihn wieder mit Lehm bestrichen. Man hat zuerst die Ringe aufeinander gesetzt und den Ofen in seiner ursprünglichen Gestalt wieder hergestellt und ihn dann an den Schnittstellen mit Lehm verschmiert.",
+ "dass man schwammige Kuchen. Oben Note 12.",
+ "darin backen könnte. Er wird wie ein neuer Ofen betrachtet.",
+ "Hat man die Beklebung von ihm abstehend gemacht. Man hat eine Lehmwand rings um den Ofen, in einiger Entfernung von demselben, aufgeführt.",
+ "und Sand oder Steinchen dazwischen. Zwischen diese Wand und dem Ofen.",
+ "getan. Dadurch hat der Ofen, trotzdem er zerschnitten ist, einen festen Halt bekommen, und man kann darin backen.",
+ "die Nidda. Die menstruirende Frau, obgleich sie unrein ist.",
+ "und er bleibt rein. Da der Ofen selbst zerschnitten ist, kann er keine Unreinheit annehmen."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Ofen. Sifra שמיני 10, 4.",
+ "in Stücke geteilt. Der Länge nach von oben nach unten, wie die Fassdauben.",
+ "aus dem Hause des Werkmeisters kommt und man ihm Reifen. Wie die Reifen eines Fasses. למוד ist wohl ein Reifen oder eine Klammer, nach Mussaphia von der Form des gr. Lambda (Λ).",
+ "gemacht. Aus gebranntem Ton.",
+ "und. L liest נותנן (ohne ו׳), ebenso ר״ש und רא״ש. Danach muss anders übersetzt und erklärt werden, s. weiter Note 98.",
+ "als er rein war. Bevor man die Reifen daran angebracht hatte, war er, weil in Stücke geteilt, nicht verunreinigungsfähig.",
+ "und er ist verunreinigt worden. Nachdem die Stücke durch die Reifen miteinander verbunden sind, ist der Ofen verunreinigungsfähig.",
+ "wieder rein. Ebenso, wie wenn man ihn zerbrochen hätte.",
+ "so bleibt er rein. Denn die Reifen machen ihn bloss zum ersten Male, wenn er aus der Werkstatt kommt, verunreinigungsfähig.",
+ "Wenn man ihn nun mit Lehm bestreicht. An den Schnittstellen.",
+ "weil er bereits geheizt worden ist. Nicht wie oben Note 83. Der Grund davon ist nach יו״ב, dass hier die Stücke auch durch die Reifen miteinander fest verbunden sind. — Nach ר״ש und רא״ש (vgl. auch ראב״ד zum Sifra l. c.) machen die Reifen auch am Anfang den Ofen nicht verunreinigungsfähig, denn es heisst: נותנן עליו והוא טהור (er kann die Reifen anbringen, und der Ofen bleibt dennoch rein). Das folgende נטמא handelt von dem Fall, dass der Ofen dann durch מירות (Verschmieren) verunreinigungsfähig geworden ist. Trotzdem macht ihn die Entfernung der Reifen wieder rein, was auch durch Wiederanbringung der Reifen nicht aufgehoben wird, es sei denn, dass man nachher nochmals den Ofen verschmiert hat. — Für diese Erklärung spricht auch die Tosefta I 4, 12, vgl. א״ר."
+ ],
+ [
+ "Hat. Vgl. B. mezia 59a und Edujot 7, 7.",
+ "man ihn in Ringe zerschnitten und Sand zwischen einen Ring und den andern getan. Nachher hat man den Ofen mit Lehm überzogen, so dass die Stücke mit einander fest verbunden sind (Maim.)",
+ "Elieser für rein. Denn da ein Ring vom anderen durch Sand getrennt ist, so gilt der Ofen als zerbrochen und ist nicht verunreinigungsfähig.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für verunreinigungsfähig. Denn da der Lehm-Überzug die Teile des Ofens fest miteinander verbindet, gilt er als ganz, trotzdem die Teile durch Sand von einander getrennt sind.",
+ "dies ist der Backofen von Achnai. And. LA. חכינאי. Wahrscheinlich ist dies der Name des Fabrikanten, der solche Öfen, die nach R. Elieser nicht unrein werden können, verfertigt hat (vgl. יו״ב). Im Talm. B. Mez. 59 wird der Name עכנאי agadisch gedeutet.",
+ "Die Kessel der Araber. Nach ר׳׳ש heissen sie so nach dem Orte ערב.",
+ "wobei man eine Vertiefung in die Erde gräbt und sie mit Lehm beklebt. Die kesselartige mit Lehm ausgeklebte und dann ausgebrannte Vertiefung diente zum Backen.",
+ "wenn die Beklebung für sich allein bestehen kann. Sie ist eine dicke Lehmschicht.",
+ "Dies ist der Backofen von Ben Dinai. Name eines Räuberhauptmanns, der auch in Mischna Sota 9, 9 erwähnt ist; vgl. Josephus ant. 20, 6, 1; 20, 8, 5 und Bellum 2, 12, 4f. Andere LA.: בית דינאי."
+ ],
+ [
+ "Ein. Sifra שמיני 10, 7—8.",
+ "steinerner. Steinerne Geräte nehmen keine Unreinheit an (Vorb. 15).",
+ "oder metallener Ofen ist rein. Der Metall-Ofen oder Herd kann nicht, wie ein irdenes Gerät, vom Hohlraum aus unrein werden (Vorb. 26); ferner kann er durch טבילה wieder rein werden (Vorb. 10).",
+ "Der letztere jedoch ist. Wenn er nicht mit dem Boden verbunden ist. Was aber mit dem Erdboden verbunden ist, nimmt keine טומאה an, mit Ausnahme vom irdenen Ofen und Herd (so nach Bart. und Maim., vgl. aber מ״א).",
+ "als Metall-Gerät verunreinigungsfähig. Er kann auch von der Rückseite aus unrein werden unter Umständen sogar ein אב הטומאה (Vorb. 5).",
+ "Ist er. Der Ofen von Stein oder, Metall.",
+ "beschädigt. Es ist ein Stückchen am Rande herausgebrochen.",
+ "oder gespalten worden und man hat eine Beklebung. Von Lehm.",
+ "über denselben gemacht. Dadurch ist der gelöcherte oder gespaltene Ofen wieder brauchbar geworden.",
+ "oder einen Lehm-Aufsatz darauf gesetzt. Dadurch ist das Schadhafte am Rande (נפגם) repariert worden (מ״א).",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Wie ein irdener Ofen, da er erst durch die Lehm-Beklebung, resp. durch den Lehm-Aufsatz wieder brauchbar geworden ist.",
+ "Wie gross muss das Loch sein. Damit dadurch der Ofen als unbrauchbar gilt und durch die oben erwähnte Reparatur als irdener Ofen betrachtet wird.",
+ "Dass das Feuer. Die Flamme.",
+ "Ein steinerner. Steinerne Geräte nehmen keine Unreinheit an (Vorb. 15).",
+ "oder metallener Herd ist rein. Der Metall-Ofen oder Herd kann nicht, wie ein irdenes Gerät, vom Hohlraum aus unrein werden (Vorb. 26); ferner kann er durch טבילה wieder rein werden (Vorb. 10).",
+ "letzterer jedoch ist. Wenn er nicht mit dem Boden verbunden ist. Was aber mit dem Erdboden verbunden ist, nimmt keine טומאה an, mit Ausnahme vom irdenen Ofen und Herd (so nach Bart. und Maim., vgl. aber מ״א).",
+ "als Metall-Gerät verunreinigungsfähig. Er kann auch von der Rückseite aus unrein werden unter Umständen sogar ein אב הטומאה (Vorb. 5).",
+ "beschädigt. Es ist ein Stückchen am Rande herausgebrochen.",
+ "oder gespalten [und man hat ihn mit Lehm beklebt. Hier fehlen in unseren Ausgaben die Worte ועשאה בטיט, die nach dem Zeugnis des ר״ש in einer korrekten Hschr. gestanden haben. Dies entspricht dem עשה לו טפלה beim תנור.",
+ "und man hat Zacken. פטפוטין (s. weiter Anf. Abschn. VI) sind hier Zacken oder Vorragungen aus Lehm, die man am obern Rande des Herdes angebracht hat, um den Topf darauf zu stellen (R. Hai Gaon und Maim.).",
+ "daran gemacht. Dadurch wurde das Schadhafte am Rande repariert (wie oben Note 117.)",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Wie ein irdener Herd; s. oben Note 118.",
+ "Hat man ihn. Den unversehrten steinernen oder metallenen Herd. So nach ר״ש, dessen Erklärung wir in Note 120 gefolgt sind. Nach Maimonides und Bart. bezieht sich dies auch auf den gelöcherten Herd. Danach hat eine Beklebung von Lehm nur beim Ofen die Wirkung, ihn zum כלי חרס zu stempeln, weil diese die Hitze bewahrt, so dass man dadurch im Ofen backen kann. Dagegen hat das Bestreichen mit Lehm beim Herde keine solche Bedeutung, da man nicht in demselben kocht, sondern nur den Topf darauf setzt.",
+ "so bleibt er rein. Er wird dadurch nicht als irdener Herd betrachtet. — Nach ר״ש gilt das, was hier vom unversehrten Herde gesagt wird, auch von einem ganzen unversehrten Ofen; so auch die Tosefta.",
+ "ist er verunreinigungsfähig. Denn da der Herd von innen durch die Lehm-Beklebung vor Beschädigung durch das Feuer geschützt wird, so gilt er als irdener Herd."
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+ "Wenn man drei Untersätze. פטפוט ist eine kleine Erhöhung aus Lehm (vielleicht wie arab. فطاة, ein Brusthöcker, oder فدفد, ein erhöhter Ort). פטפוטים hier Untersätze, auf die der Topf gestellt werden kann, (vgl. Sabbat 102a).",
+ "am Erdboden macht und sie mit Lehm verbindet. Nach einer Erklärung (Bart.) verbindet er die Untersätze an ihrer Spitze, so dass sie einem Dreifuss gleich sind; nach einer anderen Erkl. befestigt er die Untersätze an die Erde mit Lehm (Maimon., א״ר, vgl. תוי״ט).",
+ "um einen Topf darauf. Über dem Feuer, das zwischen den פטפוטין brennt.",
+ "so ist dies verunreinigungsfähig. Es wird wie ein Herd betrachtet.",
+ "Hat man drei Nägel. Von Metall.",
+ "obgleich man oben eine Vorrichtung. Nach der ersten Erkl. in Note 2 ist hier ein Ring aus Lehm gemeint, wodurch die drei Nägel miteinander verbunden wurden. Nach der anderen Erkl. hat er die Köpfe der Nägel so breit gemacht, dass ein Topf darauf stehen kann.",
+ "dennoch rein. Denn ein metallenes Gerät ist nicht verunreinigungsfähig, wenn es am Boden befestigt ist. Das Femin. טמאה und טהורה wird gebraucht, weil eine derartige Vorrichtung die Stelle einer כירה vertritt (תוי׳׳ט).",
+ "Wenn man zwei Steine zu einem Herde macht. Er stellt sie nebeneinander, um einen Topf darauf zu setzen.",
+ "und sie mit Lehm verbindet. Miteinander oben an der oberen Fläche. Andere Erkl.: unten an den Boden, wie in Note 2.",
+ "so ist er. Der Herd.",
+ "verunreinigungsfähig. Die Lehm-Verbindung macht sie einem irdenen Herde gleich.",
+ "dass man einen dritten Stein dazu nimmt. Ebenso wie oben bei den Untersätzen. Nach den Weisen aber genügen zwei Steine, weil die Steine breiter sind als die פטפוטין.",
+ "oder sie. Die beiden Steine.",
+ "nahe an die Wand stellt. So dass auch die Wand dem Topf als Stütze dient.",
+ "Ist ein Stein mit Lehm verbunden und einer nicht. Nach der ersten Erkl. in Note 2 und 9 ist dies die Fortsetzung der Worte des R. Jehuda, und der Sinn ist: Ist ein Stein mit dem zweiten oben durch Lehm verbunden, mit dem dritten aber nicht. Nach der anderen Erkl. sagen dies die Weisen, und es ist zu erklären: Ist ein Stein am Boden mit Lehm befestigt, der zweite aber nicht. Dasselbe gilt nach R. Jehuda, wenn der dritte Stein nicht am Boden befestigt ist."
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+ "Ein Stein. Der am Boden mit Lehm befestigt ist. Nach der ersten Erkl. in Note 9 ist auch hier der Stein mit dem Ofen oder Herde durch Lehm verbunden.",
+ "so dass dieser auf jenem und zugleich auf dem Ofen oder Herde oder Kuppach. S. oben Abschn. 5, Note 18.",
+ "Steht der Topf aber auf dem Steine. Der durch Lehm am Boden festsitzt.",
+ "und zugleich auf einem anderen Steine. Der nicht am Boden befestigt ist. Dieser Fall ist derselbe, wie der in Note 15 nach der zweiten Erklärung. Nach der ersten Erkl. daselbst ist unser Satz schwierig. Es müsste angenommen werden, dass beide Steine oben miteinander durch Lehm verbunden sind und dass dieser Satz die Meinung des R. Jehuda ausspricht, was sehr gezwungen ist.",
+ "oder auf einem Felsen. Einem Urfelsen.",
+ "so ist er. Dieser Herd.",
+ "rein. Weil bei diesem Herde nicht die Vorschrift יותץ (er soll eingerissen werden) anwendbar ist, Sifra שמיני 10, 9 (vgl. יו״ב hier und מ״א zu 5, 11).",
+ "und so war der an einen Felsen gelehnte Herd der Nasiräer. In der Halle der Nasiräer (Middot 2, 5), wo diese das Friedensopferfleisch kochten und ihr Haar verbrannten.",
+ "Wenn am Herde der Schlächter. Die gekochtes Fleisch verkaufen.",
+ "ein Stein neben den andern. Es werden viele Steine nebeneinander gestellt und oben durch Lehm miteinander verbunden; oder unten durch Lehm am Boden befestigt. Jeder Stein (mit Ausnahme der äusseren) bildet hier mit den beiden Nachbarsteinen zwei Herde.",
+ "alle übrigen nicht unrein. Wie beim Zwillingstintenfass, oben 2, 7."
+ ],
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+ "Hat man drei Steine zu zwei Herden eingerichtet. So dass der mittlere Stein zu beiden Herden gehört, wie oben in Note 24.",
+ "dienende Teil. Die an diesem Herde liegende Hälfte.",
+ "unrein und der dem reinen dienende. Die an diesem Herde liegende Hälfte.",
+ "rein. Es wird hier vorausgesetzt, dass der Stein so gross ist, dass die Hälfte gerade zum Zustellen eines Topfes nötig ist. Wenn der Stein aber grösser ist, so ist die Bestimmung wie weiter unten angegeben. Über den Wiederspruch mit 2, 7 vgl. יו״ב.",
+ "Wird der reine. Der äussere Stein des reinen Herdes.",
+ "so ist der mittlere Stein vollständig dem unreinen. And. LA. לטומאה, er ist gänzlich der Unreinheit verfallen.",
+ "zugehörig. Als hätte man den reinen Herd zertrümmert und den mittlern Stein ganz mit dem unreinen verbunden.",
+ "so ist der mittlere entschieden dem reinen zugehörig. In diesem Falle gilt der unreine Herd als zerbrochen, wodurch die unreine Hälfte des mittlern Steines rein geworden (vgl. 7, 3).",
+ "wenn der mittlere gross ist. Grösser als zwei Handbreiten dick.",
+ "als zum Zustellen nötig ist. Eine Handbreite, nach Tosefta I 5, 3.",
+ "wenn man einen grossen Kessel darauf. עליה, auf den Herd, der durch die zwei übrig gebliebenen Steine gebildet wird. Bart. liest: עליהן, auf die zwei Steine.",
+ "verunreinigungsfähig. Und wenn die beiden Herde unrein waren, so bleibt der jetzt daraus entstandene grosse Herd ebenfalls unrein, יו״ב.",
+ "so ist alles rein. Es wird so angesehen, als hätte man dadurch den grossen Herd niedergerissen und zwei kleine an dessen Stelle eingerichtet.",
+ "Bestreicht man ihn. Den wieder eingesetzten mittlern Stein.",
+ "mit Lehm. Und macht ihn dadurch fest mit der Erde verbunden",
+ "so nimmt es. Das Ganze, das wie zwei neue Herde betrachtet wird.",
+ "dass man ein Ei. Ein Hühnerei, nach 5, 2."
+ ],
+ [
+ "und man darauf einen Stein an der einen Seite und einen Stein an der anderen Seite daneben setzt. Und sie mit Lehm au den Boden befestigt, so dass nun die 4 Steine 3 Herde bilden, von denen der mittlere unrein und die beiden äusseren rein sind.",
+ "so ist von jedem der mittleren Steine die Hälfte. Die zum unreinen Herd gehört,",
+ "unrein und die Hälfte. Die zum reinen gehört.",
+ "Werden die reinen Steine. Die beiden äusseren.",
+ "so werden die anderen. Die beiden mittleren.",
+ "wieder ganz unrein. Da sie jetzt bloss dem unreinen Herde angehören."
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+ [
+ "Wenn ein Kochkorb. קלתות, von ϰάλαϑος, nach א״ר und יו״ב ein korbförmiger Kochapparat mit dickem Boden, auf welchem Kohlen brennen, über denen ein Topf zum Kochen gestellt werden kann. Nach R. Hai Gaon, Maim. u. A. ist קלת ein Untergestell des Herdes. Einige punktieren קַלְתּוּת. Es muss jedenfalls ein Singular sein, wie das folgende verb. zeigt.",
+ "von Privatleuten am Boden weniger als drei Handbreiten tief ausgehöhlt ist. So die meisten Comment. Nach ר״ש und מ״א heisst שנפחתה, es ist an der Seite ein Stück herausgebrochen; dafür spricht auch die Tosefta I, 5, 5.",
+ "so ist er rein. Wenn das Feuer vom Topfe 3 Handbreiten entfernt ist, kann es nicht kochen.",
+ "Hat man Blei. אבר, so ist nach L zu lesen. Die anderen Texte haben אבן, einen Stein.",
+ "oder kleine Steine hinein. In die Vertiefung.",
+ "so bleibt er noch rein. Da die Füllung nicht mit dem Gefässe fest verbunden ist.",
+ "wenn man es. Das, womit man die Vertiefung ausfüllt.",
+ "Jehuda den Einwand erhoben hat bei der Bestimmung. Oben 5, 6.",
+ "den man über die Öffnung einer Grube oder einer Zisterne gesetzt hat. Sowie hier das Gefäss als zerbrochen gilt, wenn der Topf durch das unten befindliche Feuer nicht gekocht werden kann, ebenso sollte auch dort der Ofen als vom Boden losgetrennt betrachtet werden, wenn oben das Brod nicht durch die Heizung von unten gebacken werden kann. Die Weisen aber sind dort der Ansicht, der Ofen sei auch verunreinigungsfähig, wenn er vom Boden losgetrennt ist, s. das. Note 62."
+ ],
+ [
+ "Ein Wärme-Kasten. M: דָכוּן, viell. von δοχεῖον, Behälter, ist nach Maim. ein langer rechteckiger Kasten, dessen oberer deckel mit mehreren runden Löchern versehen ist. Mann füllt den Kasten mit heisser Asche und setzt die Töpfe auf die Löcher, um die Speisen zu wärmen oder warm zu halten. Nach ר״ש, Bart. u. A. ist דכון ein Ansatz am Herde; danach ist die ganze Mischna anders zu erklären.",
+ "aber als mit einem Behältnis versehenes Gefäss verunreinigungsfähig. Als solches kann es nicht verunreinigt werden, wenn es am Erdboden befestigt ist, und wird, wenn es unrein geworden, durch ein Loch von der in 3, 1—2 angegebenen Grösse wieder rein.",
+ "Was. Speisen oder Getränke.",
+ "dessen Seiten. Von aussen.",
+ "berührt. Nachdem das Gefäss verunreinigt worden ist.",
+ "ist nicht unrein wegen der beim Herde geltenden Bestimmungen. Sondern nach den Bestimmungen, die beim כלי קבול gelten, s. Note 11.",
+ "Das Breite. Nach Maim. ist dies eine mit dem Gefässe verbundene breite Platte, worauf man während des Kochens (soll wohl heissen: während des Aufwärmens) sitzt. Dagegen erklärt Aruch (v. דכן) das הרחב שלו mit: תוכו שהוא רחב (dessen Inneres, das breit ist). Das Breite ist danach wohl derjenige Teil der Oberfläche des Gefässes, der nicht mit Behältern für Töpfe versehen ist.",
+ "Jehuda unrein. Wenn das Gefäss verunreinigt worden ist, ist die breite Platte mit unrein.",
+ "wenn man einen Korb. Von Holz.",
+ "umstülpt und auf der Rückseite einen Herd macht. So ist der Korb bloss als hölzernes Gerät, nicht als Herd verunreinigungsfähig, obgleich er dem Herde als Zubehör dient."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Herd. Vgl. oben 5, Note 15.",
+ "der Länge nach zerteilt ist. Von oben nach unten; wird er aber durch einen horizontalen Schnitt zerteilt, so wird er rein, sobald dessen Höhe keine drei Fingerbreiten beträgt (5, 2).",
+ "so ist er rein. Denn dadurch sind beide Öffnungen zerstört, und der Herd ist unbrauchbar.",
+ "so ist er noch verunreinigungsfähig. Denn da kann man noch wenigstens einen Topf darauf setzen. Nach יו״ב ist er bloss unrein, wenn er vorher im ganzen Zustande unrein geworden war, er kann aber von nun ab keine Unreinheit annehmen. Doch ist dies gegen Maim. H. Kelim 16, 13.",
+ "Wenn ein Kuppach. Oben 5, Note 18.",
+ "so ist er rein. Da er bloss eine Öffnung hat.",
+ "Der Hof des Herdes. Eine grosse mit Wänden umgebene Tonplatte, in deren Mitte der Herd steht. Letzterer kann mit der Platte ursprünglich fest verbunden oder auch davon getrennt sein. Unsere Mischna handelt vom ersteren Falle, die folgende Mischna (4) von letzterem Falle.",
+ "wenn er drei Fingerbreiten. Wie das gesetzliche Mass des Herdes.",
+ "verunreinigungsfähig durch Berührung und vom Hohlraume aus. Gemeint ist nach den Comment.: Wenn einer von beiden, der Herd oder der Hof, durch Berührung oder vom Hohlraum aus unrein geworden, so ist der andere ebenfalls unrein. (Nach מ״ש ist in der ganzen Mischna hier und in der folgenden מִטַּמְּאָה zu lesen).",
+ "aber nicht vom Hohlraume aus unrein werden. In diesem Falle gilt der חצר nur als Handhabe (יד) des Herdes, die nicht vom Hohlraume des Herdes her unrein werden kann, vgl. 3, Note 33. Wenn wieder ein שרץ in den Hohlraum des חצר kommt, so ist nur dieser unrein, der Herd aber rein; so Maimon. H. Kelim 17, 6.",
+ "Wie bestimmt man denselben. Den Hohlraum des Hofes, da ja gewöhnlich die Wand des Herdes viel höher ist als die des Hofes.",
+ "Man legt den Bratspiess. Es kann selbstverständlich auch ein anderer langer Gegenstand sein; nur ist der Bratspiess gewöhnlich beim Herde zur Hand.",
+ "von oben nach unten an. So, dass das eine Ende auf der Wand des Herdes und das andere auf der Wand des Hofes liegt; der Spiess bildet da mit der Herdwand einen spitzen Winkel und mit der Hofwand einen stumpfen.",
+ "und diesem gegenüber kann er. Der Hof und wenn dieser 3 Fingerbreiten hoch ist, auch der Herd.",
+ "im Hohlraume unrein werden. Folgende Figur, ein senkrechter Höhen-Durchschnitt des Hofes und des Herdes, mag unseren Satz veranschaulichen. Das von dem Trapez a b c d Eingeschlolssene gilt als Hohlraum des Hofes, so dass ein שרץ s, welches innerhalb dieses Trapezes sich befindet, den Hof verunreinigt, nicht aber ein ausserhalb desselben befindliches שרץ s1. — So ist diese Stelle nach ר״ש zu erklären.
",
+ "so ist der Herd nicht unrein. Denn der Hof gilt als Zubehör zum Herde, nicht aber umgekehrt."
+ ],
+ [
+ "Wenn er. Der Hof.",
+ "vom Herd gesondert ist. Oben, Note 26.—",
+ "wenn er drei Fingerbreiten hoch ist. Wie das gesetzliche Mass des Herdes.",
+ "fähig der Verunreinigung durch Berührung und vom Hohlraume aus. Gemeint ist nach den Comment.: Wenn einer von beiden, der Herd oder der Hof, durch Berührung oder vom Hohlraum aus unrein geworden, so ist der andere ebenfalls unrein. (Nach מ״ש ist in der ganzen Mischna hier und in der folgenden מִטַּמְּאָה zu lesen).",
+ "oder wenn es eine blosse Platte ist. Die keine Seitenwände hat.",
+ "so ist er rein. Er kann nicht durch den Herd unrein werden, selbst wenn dieser durch Berührung einer טומאה verunreinigt worden ist.",
+ "Drei vorragende Zacken. S. oben 5, Note 122. Nach ר״ש und Bart. sind פטפוטים die Füsse des Herdes.",
+ "des Herdes zu je drei Fingerbreiten Höhe sind fähig der Verunreinigung durch Berührung und vom Lufttraume aus. Nach Maim. ist hier ebenso, wie oben Note 27, zu erklären: Wenn einer von beiden Teilen, entweder der Herd oder die Zacken, unrein geworden ist, so ist der andere Teil auch unrein.",
+ "so sind sie umsomehr. Nach מ״ש ist כל שהן statt כל שכן zu lesen,",
+ "verunreinigungsfähig. Denn dann ist der darauf gestellte Topf dem Feuer näher und kann noch besser gekocht werden, so dass die פטפוטין umsomehr als ein Teil des Herdes zu betrachten sind. (Vgl. übrigens über diese Stelle Schwarz, der hermeneutische Syllogismus S. 145 f.).",
+ "selbst wenn es vier sind. Und sie sind bloss 3 Fingerbreiten hoch oder niedriger, so gelten sie auch als ein Teil des Herdes, obgleich eine Zacke darunter überflüssig ist."
+ ],
+ [
+ "aber nicht vom Hohlraume aus unrein werden. Sie sind dann bloss als Handhabe (יד) des Herdes in betrachten, wie oben Note 29. Nach Maim. ist die Unreinheit hier nur eine rabbinische Anordnung, wie oben 5, Note 35.",
+ "Simon erklärt sie für ganz rein. Vgl. oben 5, 3. Die Tosefta (I 5 Ende) fügt hinzu: R. Simon hat nämlich gesagt: Alle Zacken des Herdes, die nicht vom Hohlraume aus unrein werden können, werden auch durch Berührung nicht unrein.",
+ "Machte man von vorne herein nur zwei einander gegenüberstehende Zacken. Die so breit sind, dass man den Topf darauf setzen kann.",
+ "r verunreinigungsfähig durch Berührung und vom Luftraume aus. Maim H. Kelim 17 sagt: Sie werden nur durch Berührung, aber nicht vom Hohlraume aus unrein; er hat also ולא באויר statt ובאויר gelesen,",
+ "weiter hinausgezogen. Sie entfernen sich in schräger Richtung vom Rande des Herdes weiter hinaus.",
+ "was sich weiter hinaus zieht. Das gilt nicht mehr als ein Teil des Herdes."
+ ],
+ [
+ "Wie bestimmt man dies. Da die Zacken in schräger Richtung nach der Seite und zugleich nach oben sich erstrecken, so würden 3 אצבעות, in der Länge der Zacke gemessen, keineswegs einer Entfernung von 3 אצבעות vom Rande des Herdes entsprechen. Wenn z. B. in nebenstehender Figur die Linie ab 3 אצבעות beträgt, so ist die horizontale Linie bc (d. i. die Entfernung vom Rande des Herdes) weniger als 3 אצבעות. Wie ermittelt man nun die Entfernung von 3 אצבעות bei dem Raume zwischen den Zacken?
",
+ "Man legt das Gestell. כנח ist nach R. Hai Gaon und Maim. ein Gestell (wie das bibl. כן). Der hier in Betracht kommende Teil ist ein Ring, dessen äusserer Radius um 3 אצבעות grösser ist, als der des Herdrandes. Legt man nun diesen Ring so zwischen die drei Zacken, dass dessen äussere Peripherie von der Peripherie des Herdrandes überall gleich weit entfernt ist, so ist der Raum innerhalb des Ringes, der Ort des Ringes selbst mitgerechnet, als der innerhalb dreier אצבעות vom Rande des Herdes entfernt befindliche Raum der פטפוטים zu betrachten, der במגע ובאויר verunreinigungsfähig ist. Der obere Rand dieses Raumes ist danach ein Kreis. Nach ר״ש und Bart. ist כנה ein Lineal, das man zwischen die פטפוטים legt. Danach würde dieser Raum durch ein Dreieck bestimmt, was aber seine Schwierigkeiten hat, vgl. יו״ב."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn. Sebachim 3a.",
+ "man einen Ofen durch eine Scheidewand. Die bis an die Öffnung hinauf reicht.",
+ "alles unrein. Auch die Speisen und Getränke, die in der andern Abteilung sich befinden.",
+ "Hat. Sifra, Schemini VII 10.",
+ "der durchbrochen. Entweder unten am Boden oder an der Seite (Rabed). Wäre das Gefäss ganz, so würde es die darin befindlichen Speisen vor Verunreinigung schützen.",
+ "wenn auch mit Stroh wieder zugestopft. Eine solche Verstopfung hilft nichts.",
+ "in den innern Raum eines Opfens hinabgelassen. Wiewohl der obere Rand des Korbes den des Ofens überragt.",
+ "Wenn dies vor der schweren Toten-Unreinheit schützt. Nach der Mischna in Oholot 9, 3; 7.",
+ "weil man Zelte abteilen kann. Wenn man ein Zelt mit Brettern, die bis an die Decke reichen, in zwei Teile teilt, und es befindet sich eine Toten-Unreinheit in der einen Abteilung, so sind die Gegenstände in der andern Abteilung rein, nach Oholot 15, 4. —",
+ "da man doch diese nicht abteilen kann. Die Abteilung hilft hier nichts, s. Note 3. Im Sifra und in der Tosefta entgegnet R. Jose hierauf, dass diese letztere Bestimmung auch von R. Elieser auf Grund seines קל וחומר bestritten wird, und nach seiner Ansicht kann auch beim irdenen Gefäss eine Abteilung durch Bretter vor der Unreinheit schützen."
+ ],
+ [
+ "Ist der Korb ganz. Oben, Note 5.",
+ "oder ist es eine Kufe oder ein Schlauch. Aus Leder.",
+ "der Ofen noch rein. Denn es heisst (Lev. 11, 33): Bei jedem irdenen Geräte, in dessen Inneres (תוכו) etwas von ihnen (den Krichtieren) hineinfällt u. s. w.; aus dem Ausdruck תוכו wird im Sifra gefolgert: ולא תוך תוכו, dass ein irdenes Gerät nicht unrein wird, wenn ein שרץ in das Innere eines in seinem Innern befindlichen anderen Gerätes hineinfällt. Doch gilt diese Bestimmung nicht in dem Falle, dass der Rand des äusseren Gefässes den des inneren überragt. In diesem Falle verunreinigt die in einem Gefässe befindliche טומאה auch die Speisen im anderen Gefässe, es sei denn, dass das innere Gerät mit einem fest anschliessenden Deckel (צמיד פתיל) verschlossen ist.",
+ "so sind die Speisen in jenen rein. Denn es heisst (l. c.): „Alles, was im Innern (בתוכו) ist, sei unrein,“ — nicht aber was im Innern des Innern (בתוך תוכו) sich befindet.",
+ "Sind sie. Die im Innern des Ofens befindlichen Gefässe.",
+ "dass Oliven durchfallen können. Es ist dasselbe Mass, wobei das Loch nach 3, 1 die Reinheit des Gefässes bewirkt. Dadurch hat es die Eigenschaft eines כלי verloren, und es kann nicht vor der טומאה schützen.",
+ "dass Flüssigkeit eindringen kann. Es ist dasselbe Mass, wobei das Loch nach 3, 1 die Reinheit des Gefässes bewirkt. Dadurch hat es die Eigenschaft eines כלי verloren, und es kann nicht vor der טומאה schützen.",
+ "dass Flüssigkeit eindringen kann. Hier ist es erschwerend, wenn man sich nach dem kleineren Masse richtet, während oben 3, 1 das grössere Mass die Erschwerung mit sich bringt."
+ ],
+ [
+ "Hat man auf die Öffnung eines Ofens ein Siebwerk. סרדח, aram. wie das hebr. מכבר (Siebwerk).",
+ "dass es hineinsinkt. Die Mitte des Siebes ist in den Raum des Ofens etwas hinabgesenkt.",
+ "es hat aber keine Leisten. גפים (von גַפֵּף, umschliesen) Umschliessung, Leisten.",
+ "wenn in demselben. In dem im Hohlraum des Ofens befindlichen Teile des Siebwerks.",
+ "der Ofen unrein. Das Siebwerk kann ihn vor der Unreinheit nicht schützen.",
+ "weil nur Geräte. Das Siebwerk ohne Leisten ist aber kein Gerät.",
+ "das voll ist mit reinem Getränke. Von Speisen gilt dasselbe umsomehr, יו״ב. —",
+ "unterhalb des untersten Teiles. נחשת, der unterste Teil eines Gegenstandes, vgl. Ez. 16, 36; 24, 11 und Kimchi das.",
+ "eines Ofens gesetzt ist. In den vom Erdboden gebildeten Unterboden des Ofens (s. Abschn. 5, Note 1) ist eine Vertiefung gegraben, in welche das Fass mit dem Getränke eingesetzt ist.",
+ "wenn ein Kriechtier im Ofen. Im Hohlraume oder an der Wand des Ofens.",
+ "das Fass nebst dem Getränke rein. Denn da die Öffnung des Fasses nicht im Ofen-Hohlraume, sondern unterhalb desselben sich befindet, kann der Ofen das Fass mit dessen Inhalt nicht verunreinigen. Der Umstand, dass der Luftraum des Fasses mit dem des Ofens verbunden ist, überträgt nicht die im Raume des letzteren befindliche Unreinheit auf den ersteren Raum.",
+ "War ein Fass umgestülpt und dessen Öffnung liegt an dem Hohlraum des Ofens. So dass der Luftraum des Fasses an dem Luftraum des Ofens liegt.",
+ "die den Boden des Fasses benetzende. טופח, von טפח, befeuchten.",
+ "Flüssigkeit rein. Nach א״ר selbst wenn ein Teil des Fasses in den Ofenraum hineinreicht, wenn nur die Flüssigkeit nicht im Ofenraum sich befindet. Das Fass kann vom Hohlraume des Ofens nicht unrein werden, da dieser bloss ein ולד הטומאה ist, ein Gefäss aber nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden kann, s. Vorb. 16. —"
+ ],
+ [
+ "weil ein irdenes Gerät nicht Geräte verunreinigen kann. Da ein irdenes Gerät niemals ein אב הטומאה werden kann; wohl aber andere Geräte, nach Vorb. 5.",
+ "so ist diese unrein. Weil die Öffnung des Topfes innerhalb des Ofenraumes sich befindet und nicht durch einen fest anschliessenden Deckel verschlossen ist, s. oben Note 13.",
+ "und durch sie auch der Topf. Eine Flüssigkeit kann, obwohl sie nur ולד הטומאה ist, nach rabbinischer Bestimmung auch ein Gerät verunreinigen, s. Sabbat 14b.",
+ "Der Topf kann also sagen. Zur Flüssigkeit.",
+ "Was dich unrein gemacht hat. Der Ofenraum."
+ ],
+ [
+ "so ist dieser noch rein. Denn eine im Innern eines lebenden Wesens befindliche Unreinheit (טומאה בלועה) verunreinigt nicht, s. Chullin 71a.",
+ "Wenn aber das Huhn da stirbt. Das tote Huhn kann zwar den Ofen nicht verunreinigen (vgl. Vorb. 36), aber das darin befindliche Kriechtier wird nicht als טומאה בלועה betrachtet, s. Sifra Schemini VII 3, vgl. Rabed das.",
+ "wird er. Der Ofen, aber nicht das Huhn, vgl מ״א.",
+ "unrein. Aber nur dann, wenn das Kriechtier nicht im lebenden Huhn 24 Stunden gelegen hat; nach 24 Stunden ist es bereits verzehrt, vgl. Oholot 11, 7.",
+ "Wenn. Sabbat 138a und Parallelst. — Nach R. Elia Wilna sollte dieser Satz vor dem vorherigen Satze תרנגול שבלע וכו׳ stehen, vgl. die Begründung in תא״ש.",
+ "denn der Ofen hat den ersten Grad. Es wird nicht angenommen, dass der ganze innere Raum des Ofens durch das dort befindliche Kriechtier mit der Unreinheit dieses Tieres angefüllt ist (wie dies bei einer in einem Zelte befindlichen Toten-Unreinheit der Fall ist), sondern es wird so beurteilt, wie wenn das שרץ den Ofen berührt; das שרץ ist אב, der Ofen ראשון und das Brod שני, s. Vorb. 2."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Sauerteig-Gefäss. Aus Ton.",
+ "mit einem fest anschliessenden Deckel verschlossen. In der Weise, wie es in Abschn. 10, 2 bestimmt wird.",
+ "während in jenem. Im Gefässe.",
+ "die durch eine Scheidewand. קרץ (von קרץ, schneiden) eine Scheidewand aus Lehm, nach Job. 33, 6; so Maim. und ר״ש. Nach R. Hai heisst קרץ ein runder Kuchen, vom aram. גריץ.",
+ "getrennt sind. Die Scheidewand reicht bis an den Deckel, so dass beide Behälter des Gefässes vollständig von einander getrennt und durch den Deckel von aussen abgeschieden sind.",
+ "so ist der Ofen unrein. Denn der Deckel schützt bloss die im Gefässe befindlichen Dinge vor Verunreinigung, verhindert aber nicht, dass eine im Gefässe befindliche טומאה hinausdringe und andere Dinge verunreinige. So heisst es in Tosefta I 6, 12: צמיד פתיל ואהלין מצילין על הטהורין טליטמא ואין מצילין על הטמאים מלטמא, ein anschliessender Deckel und Zelte schützen reine Dinge vor Verunreinigung, verhindern aber nicht Unreines am Verunreinigen. So nach dem Zitat bei Maim. und ר״ש; in unseren Ausgaben ist die Stelle korrupt.",
+ "und der Sauerteig rein. Da er unter Verschluss liegt. Obgleich oben in Mischna 1 (s. Noto 10) die Scheidewand nichts hilft, so schützt sie hier dennoch, weil sie von der Werkstatt her am Gefässe angebracht ist (מ״א).",
+ "War eine Olivengrösse vom Toten. Eine solche Grösse verunreinigt das Zelt, Oholot Abschn. 2 Anf.",
+ "so sind der Ofen und das Haus unrein und der Sauerteig rein. Der fest anschliessende Deckel schützt den Inhalt eines irdenen Gefässes auch vor der Toten-Unreinheit, Num. 19, 15.",
+ "Ist aber. In der Scheidewand, so Maim. und Bart; anders ר״ש.",
+ "dort eine Handbreite im Quadrat offen. Eine Öffnung (פוֹתַח) von einer Quadrat-Handbreite bringt die Toten-Unreinheit von einem Raume in den anderen, vgl. Oholot 3, 6.",
+ "so ist alles unrein. Diese Bestimmung bezieht sich nach obiger Erklärung bloss auf den Fall von מת, nicht auf den Fall von שרץ, wo die Öffnung nicht schadet, vgl. die folgende Mischna; anders nach der Erklärung des ר״ש."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Kriechtier im Auge. Eine Öffnung nahe am Boden, dazu gemacht, um den Rauch entweichen zu lassen (ר״ש und Bart.) oder dort Luft einzulassen (R. Hai) oder Holz hineinzustecken (Maim. und רא״ש). Gegen letztere Erklärung spricht aber Mischna 8. Der Name „Auge“ soll daher rühren, dass dieses Loch wie das Auge manchmal offen, manchmal geschlossen war (R. Hai).",
+ "des Ofens oder des Herdes oder des Kuppach. 5, Note 18.",
+ "von dem innern Rand nach aussen. Es liegt in dem Loche auf der Dicke der Ofenwand (Maim.).",
+ "so ist er. Der Ofen.",
+ "rein. Der Raum dieses Loches gehört nicht zum innern Ofenraum. Nach יו״ב, weil dieser Raum, wenn die Öffnung verschlossen wird, ausserhalb des Ofenraumes bleibt. Dass die beiden Lufträume, der des Loches und der des Ofens, miteinander verbunden sind, leitet nicht die טומאה von einem zum andern, s. oben Mischna 3.",
+ "Befindet er. Der Ofen.",
+ "sich im freien Luftraume. Unter freiem Himmel, nicht unter einem überdachten Zelte (ר״ש, anders Maim.).",
+ "so ist er. Der Ofen.",
+ "selbst wenn es. Das im Loche des Ofens befindliche unreine Ding.",
+ "dennoch rein. Die Unreinheit dringt nicht vom Loch in den Ofen, da die Öffnung nicht die Grösse von einer Quadrat-Handbreite hat.",
+ "Ist aber dort eine Öffnung von einer Quadrat-Handbreite. Das Loch ist so gross, und die Dicke der Wand ragt vom Ofen derart hervor, dass das מן המת כזית unter einem Zelte von der Grösse einer Kubik-Handbreite liegt.",
+ "so ist alles unrein. Nicht bloss das Loch, sondern auch der Ofen, weil ein Zelt vom Rauminhalt einer Kubik-Handbreite die Toten-Unreinheit in den angrenzenden Raum bringt, s. Oholot 3, 7."
+ ],
+ [
+ "Findet es. Das Kriechtier.",
+ "sich an der Stelle. Nach Maim. und Bart. spricht diese Mischna bloss vom Herde.",
+ "wo man das Holz hineintut. Es ist eine Öffnung an der Seite unten am Herde, wo das Holz hineingesteckt und angezündet wird. Diese Öffnung ist vom עין verschieden.",
+ "Wenn es. Es ist eine Öffnung an der Seite unten am Herde, wo das Holz hineingesteckt und angezündet wird. Diese Öffnung ist vom עין verschieden.",
+ "so ist er unrein. Die ganze Dicke der Wand an dieser Öffnung gehört hiernach zum innern Raum des Herdes.",
+ "Wenn es. Das Kriechtier.",
+ "so ist er rein. Nach ihrer Ansicht gehört diese Dicke nicht zum Herdraume,",
+ "Liegt es. Das Kriechtier.",
+ "ist er rein. R. Jose hat eine vermittelnde Ansicht. In dem מקים הנחת עצים ist eine Stelle, die dem äussersten untern Rande des auf dem Herde stehenden Topfes gegenüberliegt (כנגד שפיתת הקדרה). Der Raum von dieser Stelle einwärts gehört zum Herdraume, der von da auswärts nicht. Nach תוי״ט erleichtert R. Jose noch mehr als die Weisen, da der Herd unten breiter ist als oben, wo er sich bis zum Masse des untern Topfrandes verengt, so ist nach R. Jose auch vom Raume des Feuerplatzes nur der Teil verunreinigungsfähig, welcher der Topfstelle gegenübersteht (vgl. רא״ש).",
+ "wo der Bademeister. בלן (von βαλανεύς) der Bademeister, der dort das Badewasser wärmt.",
+ "der Färber oder der Olivensieder. Oben 5, 5.",
+ "sitzt. Dieser Sitz ist oben am Herde (oder Ofen) angebracht, hat eine concave Oberfläche, und dessen Höhlung steht mit dem obern Luftraum des Herdes in Verbindung (רא״ש).",
+ "ist er. Der Ofen oder Herd.",
+ "rein. Es wird dieser Sitz bloss als Handhabe (יד) des Ofens betrachtet, vgl. 3, Note 31, und 7, Note 29.",
+ "Er. Der Ofen oder Herd.",
+ "wenn es. Das Kriechtier.",
+ "sich vom Verschluss und weiter hinein findet. Von der Stelle an, die den Topf umgibt, wo der Herd vom Topfe verschlossen wird, gilt der Raum als Herdraum, der auch vom Hohlraume aus (באויר) unrein werden kann. Dagegen die frei liegende Fläche, wozu auch jene Sitze gehören, gelten nur als יד und können bloss durch Berührung unrein werden, s. oben 7 Note 29. So nach Tosefta I 6, 15 Ende."
+ ],
+ [
+ "Ein Schmelzofen. Andere LA. בור, eine Grube, die in der Erde gegraben und mit einer dicken Lehmschicht beklebt ist, wie der Ofen von Ben Dinai, oben 5, 10.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Wie ein Herd; wiewohl der Ofen hauptsächlich nicht zum Kochen dient.",
+ "Der Brennofen der Kalk-Erzeuger. Wo Steine zu Kalk gebrannt werden.",
+ "der Glaser und der Töpfer ist rein. Da diese nicht zum Backen und Kochen verwendet werden.",
+ "Der grosse Backofen. פורנה = furnus. Er war aus Ton gefertigt, hatte an der Seite eine Türe, und das Brot wurde da auf dem Boden gebacken. Die Tosefta (I 6, 7) lehrt daher: Der furnus ist rein, denn er ist nur bestimmt, mit dem Erdboden benutzt zu werden, s. 11, 2,",
+ "wenn er Leisten. S. Abschn. 2, Note 29.",
+ "hat. Einen Behälter, um dort Töpfe hineinzustellen.",
+ "Wenn er ein Dach. אסטגי, στέγη, Dach.",
+ "Wenn er einen Saum. Die Tosefta (l. c.) bemerkt hierzu: וכולן שם אחד הן, die drei Ausdrücke haben ein und dieselbe Bedeutung (vgl. auch Jerusch. Ab. sara 2, 9). Es gebrauchte nur jeder Tanna den Ausdruck, den er von seinem Lehrer vernommen, nach Edujot 1, 3, vgl. ebenso Para 1, 3."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Vgl. Jeruschalmi Chagiga 3, 3.",
+ "den ein an einem Toten Verunreinigter berührt hat. Dieser ist ראשון, Vorb. 2 und 4.",
+ "Speisen. Das Wort אוכלין ist hier überflüssig, es steht nur wegen des folgenden Falles.",
+ "und Getränke. Vgl. Para 8, 5, wonach Getränke, selbst wenn sie nur שני sind, Geräte verunreinigen können, vgl. auch oben Note 34.",
+ "so verunreinigen sie. Die Getränke im Munde.",
+ "ihn. Den Ofen. Wiewohl der Mund verschlossen ist, wird dennoch der Ofen durch die im Munde befindlichen Getränke unrein, da selbst ein Deckel (צמיד פתיל) nicht das Hinausdringen der טומאה verhindern kaun (oben Note 48). Wohl kann eine im Innern eines lebenden Wesens befindliche Unreinheit (טומאה בלועה) nicht verunreinigen (oben Note 37), aber das im Munde des Menschen Befindliche wird nicht als בלוע (verschlungen) betrachtet (s. Tosefta I 6, 5).",
+ "so werden sie. Die Speisen und Getränke im Munde.",
+ "unrein. Der verschlossene Mund wird nicht als צמיד פתיל betrachtet, und das im Munde des Menschen Befindliche ist auch nicht als בלוע anzusehen.",
+ "Wenn. Erubin 99a u. Jerusch. Chagiga 3, 3.",
+ "jemand Feigenkuchen. Nach Raschi (Erubin l. c.) handelt es sich hier um תרומה (Hebe), nach Tosafot auch um חולין (Profanes).",
+ "mit unreinen Händen. D. h. mit ungewaschenen Händen. Diese gelten nach einer rabbinischen Bestimmung als לטומאה שני (Sabbat 13b), das noch die תרומה unbrauchbar macht (Vorb. 2 u. 3).",
+ "isst. Der Feigenkuchen ist aber noch nicht mit Flüssigkeit benetzt, so dass er noch keine טומאה annehmen kann (Vorb. 17).",
+ "um ein Steinchen. Das im Feigenkuchen eingeknetet war.",
+ "herauszunehmen, so erklärt ihn R. Meïr. Nach א״ר ist zu lesen: ר״מ מטהר ורבי יוסי מטמא רבי יהודה אומר אם הפך טמא אם לא הפך טהור.",
+ "für unrein. Selbst wenn der Feigenkuchen חולין ist, wird er unrein (שני) durch den Speichel, der durch die ihn berührende unreine Hand ראשון geworden ist. Es gilt nämlich als rabbinische Bestimmung: כל הפוסל את התרומה מטמא משקין לחיות תחלה, Alles, was תרומה unbrauchbar machen kann (das ist ein שני, Note 96), macht eine Flüssigkeit (משקה) so unrein, dass sie eine Unreinheit ersten Grades (ראשון) wird (Para 8, 7).",
+ "Jehuda für rein. Denn solange der Speichel im Munde ist, gilt er nicht als משקה.",
+ "Wenn er ihn gewendet hat. Er hat den Feigenkuchen im Munde nach der anderen Seite hingewendet (ר״ש). Nach Maim. bezieht es sich auf den Finger, nach Raschi auf den Speichel.",
+ "ist er unrein. Denn durch das Wenden wird der Speichel vom Munde losgetrennt und gilt als משקה.",
+ "Hatte er dabei einen Pondion. פונדיון, Dupondium, eine Münze.",
+ "wenn dies des Durstes wegen geschah. Durch die Münze wird der Speichel im Munde vermehrt und der Durst gelöscht. Nach Jerusch. Ab. sara 8, 3 ist dies wegen Lebensgefahr zu tun verboten.",
+ "so ist jener unrein. Der durch die Münze vermehrte Speichel gilt als משקה."
+ ],
+ [
+ "Frau. Sie hat z. B. ein Kriechtier berührt und ist ראשונה (Vorb. 2).",
+ "Milch aus der Brust. Die Milch ist so, wie wenn sie von der Frau berührt würde (Tebul Jom 2, 1), also ebenfalls ראשון, Note 100.",
+ "so ist dieser unrein. Da unreine Flüssigkeiten auch Geräte verunreinigen, Note 34.",
+ "denn unreine Flüssigkeit. א״ר liest mit Recht שמשקה טמא.",
+ "mag sie mit Willen oder unwillkürlich auf etwas gegeben worden sein. Machschirin 1, 1.",
+ "Fegt sie. Die unreine Frau.",
+ "und sticht sich. L und N lesen והכה.",
+ "so dass Blut herauskommt. Das Blut ist ראשון, wie oben, Note 108, die Milch.",
+ "oder sie verbrennt sich. Am Finger.",
+ "und steckt den Finger in den Mund. Um den Schmerz zu lindern. Wenn sie den Finger wieder herauszieht, ist der Speichel daran unrein.",
+ "so wird er. Der Ofen.",
+ "unrein. Durch das Blut, oder durch den Speichel Note 109. Maim. (ebenso L und N) liest נטמאת, bezieht dies auf die תרומה, welche die Frau im Munde hat, und erklärt ausserdem, dass unser Satz von dem Falle spricht, dass die Frau rein und der Ofen, den sie ausfegt, unrein ist."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn eine Nadel oder ein Ring. Die durch einen Toten verunreinigt wurden, so dass sie אב הטומאה geworden sind (Vorb. 4).",
+ "in dem untersten Teile. Oben 8, Note 25.",
+ "eines Ofens. Im Fussboden, der den Unterboden des Ofens bildet.",
+ "und sie sind sichtbar. An der Oberfläche des Bodens.",
+ "aber nicht hinausragend. In den innern Raum des Ofens.",
+ "wenn der Teig beim Backen sie. Die Nadel oder den Ring.",
+ "unrein. Wenn aber der Teig die Nadel nicht berühren würde, ist der Ofen rein, da der unreine Gegenstand nicht im Hohlraume des Ofens sich befindet. Doch gilt dies nur in dem Falle, dass die Nadel vermutlich bereits im Boden versenkt war, als der Ofen hingesetzt wurde. War aber der Ofen vorher dort, so ist er durch die Nadel, die durch seinen Hohlraum hindurchgegangen, unrein geworden.",
+ "Von mittlerem Teige. Der nicht zu weich und nicht zu hart ist.",
+ "Finden sie sich in der Beklebung. In der äusseren Beklebung, s. 5, Note 66.",
+ "eines Ofens. Der sich im Zelte eines Toten befindet.",
+ "wenn dieser. Der Ofen.",
+ "unrein ist. Wenn er etwa bereits vorher unrein geworden, bevor der Deckel daran war (מ״ש), oder wenn der Verschluss nicht vollkommen war (Maim.).",
+ "unrein. Weil die Beklebung des Ofens zum Ofen gehört.",
+ "ist dieser rein. Indem der Ofen nach Vorschrift verschlossen war.",
+ "so sind sie rein. Die Nadel gehört zum Fass und wird wie dieses durch den Deckel vor Verunreinigung geschützt.",
+ "Finden sie sich in dem Spund. Der aus Lehm verfertigt, oben dick ist und unten sich zuspitzt, um mit dem untern Ende das Fass verschliessen zu können.",
+ "wenn sie an seiner Seite. In dem Teil der dicken Seite, der nicht gegen die Mündung zu, sondern gegen den Rand derselben liegt.",
+ "unrein. Denn dieser Teil des Spundes wird, da das Fass denselben nicht braucht, nicht zum Fass gerechnet; die dort steckende Nadel wird daher nicht vor Verunreinigung geschützt, ebenso wie Geräte, die in Lehm eingehüllt sind, s. weiter Mischna 5.",
+ "wenn aber gegen die Mündung zu. Sie stecken in dem der Mündung des Fasses gegenüberliegenden Teile des Spundes und sind vollständig vom Lehm eingehüllt.",
+ "sind sie rein. Sie gehören da zum Spunde und werden zusammen mit dem verschlossenen Fasse vor Verunreinigung bewahrt.",
+ "Sind sie von innen. Im Innern des Fasses.",
+ "Sinken sie hinein. In den Hohlraum des Fasses.",
+ "aber unter denselben ist noch (Lehm. Vom Lehm des Spundes.",
+ "so sind sie rein. Weil sie als zum Spunde gehörig betrachtet werden. Wenn aber ein Teil des Gefässes, ohne mit Lehm verdeckt zu sein, in den Raum des Fasses hineinragt, so wird es trotz des Verschlusses unrein; denn ein verschlossenes irdenes Gerät kann wohl ein anderes irdenes Gerät vor Unreinheit schützen, aber nicht ein כלי שטף (Vorb. 10), s. weiter 10, 1."
+ ],
+ [
+ "während ein Heber. Ein zweischenkeliger gekrümmter Heber aus gebranntem Ton.",
+ "darin steckt. Der eine kürzere Schenkel steckt im Fasse.",
+ "das Fass und die Getränke sind rein. Der anschliessende Deckel schützt sie vor Verunreinigung.",
+ "der Heber. dessen längerer Schenkel offen ist und in einem Totenzelte sich befindet.",
+ "aber ist unrein. Die Krümmung wird zwar bezüglich des Fasses und der Getränke als Verschluss betrachtet, nicht aber bezüglich des Hebers (כסף משנה). Wiewohl aber der Heber kein Behältnis hat, ist er dennoch verunreinigungsfähig, da, wenn man die eine Öffnung mit dem Finger verschliesst, die Flüssigkeit am andern Ende nicht ausläuft, wie beim Titros, oben 2, 6 (מי נפתוח). So nach Maim.s Erklärung, die zwar einfach ist, bei der man aber vielen Schwierigkeiten begegnet (vgl. מ״א). Nach ר״ש und A. handelt es sich in unserer Mischna um denselben Fall, wie in Edujot 1, 14, wo ebenfalls Bet-Hillel nachträglich sich zur Ansicht Bet-Schammai’s bekennen. Der Heber in unserer Mischna ist ein metallener Heber, der in einem mit צמיד פתיל versehenen irdenen Gefässe sich befindet. Die Geräte gehören einem Am ha-Arez, der die Reinheitsvorschriften nicht genau beobachtet. Da entschieden nun Bet-Schammai, dass ein irdenes Gerät mit צמיד פתיל bloss die Speisen und Getränke, aber nicht ein Metallgerät vor טומאה schützen kann. Die nähere Begründung vgl. in meinem Kommentar zu Edujot 1, 14.",
+ "Bet Hillel sagen: Auch der Heber ist rein. Bet Hillel haben ihre Ansicht (später. Es geschah dies nach Tosefta Oholot 5, 12 zu Zeit des R. Josua, vgl. Edujot 1, Note 124."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Kriechtier unterhalb des untersten Teiles eines Ofens. Oben 8, 3 Note 25—26.",
+ "so ist dieser rein. Selbst wenn das Tier noch feucht und die Annahme, dass es vor der Hinsetzung des Offene dort vergraben war, ausgeschlossen ist.",
+ "es ist lebend. Ein lebendes Kriechtier verunreinigt nicht.",
+ "hineingefallen. Und hat sich dort in den Boden eine Vertiefung gegraben.",
+ "Wenn eine Nadel oder ein Ring. Die unrein sind, wie in Note 1.",
+ "bevor der Ofen hingesetzt wurde. So dass sie niemals im Hohlraume des Ofens waren.",
+ "Finden sie sich in der Brennasche. Asche von dem im Ofen verbranntem Holze, eig. Asche der Brandstätte (מקלה).",
+ "so ist er unrein. Selbst wenn sie unterhalb des Ofenraumes gefunden worden sind.",
+ "weil da die Möglichkeit irgend einer anderen Annahme nicht vorhanden ist. Die unreinen Gegenstände müssen durch den Ofenraum hierhergekommen sein; die Möglichkeit, dass sie vor dem Ofen da waren, ist ausgeschlossen, da doch damals keine Asche an diesem Platze war. אין לו במה יתלה, wörtlich: er hat nichts, woran er es (das Vorhandensein des unreinen Gegenstandes an diesem Platze) hängen soll, welchem Umstande er es zuschreiben soll."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Schwamm. ספוג σπόγγος.",
+ "weil am Ende die Flüssigkeit herauskommen wird. Deshalb gilt es so, als wäre sie bereits herausgekommen. Unreine Flüssigkeit vermag nach einer rabbinischen Bestimmung Geräte zu verunreinigen, oben 8, Note 34.",
+ "Ebenso ein Stück Rübe. לפת, syr. ܠܰܦܬܳܐ, Rübe.",
+ "oder Schilf. גמי, das bibl. גמא, Papyrusschilf.",
+ "Simon erklärt ihn bei diesen beiden. Bei Rübe und Schilf. Nach יו״ב weil diese ihre eigene Flüssigkeit in sich haben, die mehr ist als die eingesogene unreine Flüssigkeit, vgl. Machschirin 4 Ende."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Nidda 62 b.",
+ "die man zu unreinen Flüssigkeiten gebraucht hat. So dass sie unreine Flüssigkeit eingesogen haben.",
+ "weil dann. Durch die Hitze.",
+ "Ebenso. Jerusch. Sabbat 4, 1.",
+ "ist es bei frischen. Die keine 12 Monate alt sind.",
+ "Öltrestern. גפת, arab. جغت, die Überreste von ausgepressten Oliven.",
+ "bei alten. Die 12 Monate alt sind.",
+ "aber ist er rein. Weil da gewöhnlich die Trestern schon vertrocknet sind.",
+ "so ist er. der Ofen, der mit ihnen geheizt wird, oder in dem sie, während er geheizt ist, sich befinden."
+ ],
+ [
+ "die in Reinheit bereitet waren. Sie sind von reinen Personen und durch reine Geräte ausgepresst worden.",
+ "und dann. Nach א״ר und יו״ב ist statt ואח״כ יצאו zu lesen ויצאו, d. h. dadurch, dass die unreinen Personen auf ihnen gegangen sind, ist die Flüssigkeit herausgekommen.",
+ "so sind sie. Sowohl die Trestern und Hülsen, als die Flüssigkeit.",
+ "rein. Erstere sind überhaupt nicht verunreinigungsfähig; die Flüssigkeit ist wieder nicht mit Absicht ausgepresst worden und wird nicht als משקה betrachtet, die Unreinheit annehmen kann.",
+ "weil sie anfangs in Reinheit bereitet waren. Wären sie aber Anfangs in Unreinheit ausgepresst worden, so würde die mit Absicht ausgepresste und dann wieder von den Trestern und Hülsen eingesogene Flüssigkeit unrein geworden sein und unrein bleiben, wenn sie auch später unwillkürlich ausgepresst wird, wie oben in Mischna 4.",
+ "Wenn in eine Spindelstange. כוש (syr. ܟܽܘܫܳܐ oder ܟܒܳܫܳܐ) die Stange der Spindel.",
+ "der Haken. צנורא L. und M. צנירה (arab. صنارة صنار) der Haken, der oben an der Spindelstange zum Festhalten des Fadens angebracht ist.",
+ "in einen Ochsenstecken. מלמד, Richter 3, 31,",
+ "der Stachel. דרבן. Sam. 13, 21, die eiserne Spitze, welche in das obere Ende des Ochsensteckens eingelassen wird.",
+ "oder in einen Ziegelstein ein Ring. Der Ring ist in den Lehm eingeknetet und der Ziegelstein mit ihm gebrannt worden.",
+ "gänzlich eingesunken ist. שבלעה, wörtlich: er hat den Ring verschlungen.",
+ "während sie. Die genannten Metallgeräte.",
+ "und sie. Die Geräte, während sie eingesunken sind.",
+ "so sind sie unrein. Sie gelten nur dann als בלוע (verschlungen), wenn sie von einem lebenden Wesen verschlungen sind, s. 8, 5, Note 37—38.",
+ "Bewegt sie. הסיט, s. Vorb. 22.",
+ "ein Flüssiger. זב, Lev. 15, 2.",
+ "unrein. Hierbei würde selbst ein mit anschliessendem Deckel ( צמיד פתיל) versehenes irdenes Gerät nicht vor der Verunreinigung schützen.",
+ "so verunreinigen sie ihn. Selbst wenn sie in einem irdenen Gefässe mit צמיד פתיל eingeschlossen wären, da dieses nicht das Hinausdringen der טומאה verhindern kann, s. oben 8, 6, Note 48.",
+ "Berührt sie. Die Spindelstange u. a., während der Haken u. a. darin eingesunken sind.",
+ "aber ein Brot von Teruma. Hebe, die doch selbst durch einen שני unrein werden kann; umsomehr gilt dies von profanem Brote, s. Vorb. 2.",
+ "so bleibt es rein. Selbst wenn die metallenen Geräte אב הטומאה geworden wären, wären die Stange, der Stecken und der Ziegelstein (welche die Hebe berührt haben) nicht unrein geworden, da diese Geräte nicht verunreinigungsfähig sind. Über den Grund vgl. Tos. Sabbat 17a. v. ועל."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Deckel. Aus Ton. Es ist ein siebartig gelöcherter Deckel, s. 8, 3 Note 18. Trotz der Löcher gilt der Ofen durch diesen Deckel als fest verschlossen, weil dieselben notwendig sind, um der Luft Einlass zu gewähren,",
+ "dass diese damit fest verschlossen ist. צמיד פתיל, Num. 19, 15. פתיל heisst der Deckel, der den Raum vollständig von ausserhalb absondert. Wenn man dann die Berührungsflächen des Gefässes (hier des Ofens) und des Deckels durch eine sich verhärtende weiche Masse (etwa durch Lehm) verstreicht, so dass der abschliessende Deckel mit dem Gefässe stofflich verbunden wird, so heisst dieser Verschluss צמיד פתיל, s. 10, 2.",
+ "und vom Ofen zum Deckel hin eine Spalte entsteht. Es hat der Ofen eine senkrechte Spalte, die bis an den Deckel reicht, so dass die Verstreichung ebenfalls gespalten ist.",
+ "so ist deren Mass. Das Mass der Spalte, wenn sie die Wirkung haben soll, dass der Deckel nicht als צמיד פתיל gilt und daher nicht vor Verunreinigung im Toten-Zelte schützen kann.",
+ "die Breite. Der Durchmesser, d. i. ⅓ Handbreite; so Bart. Nach Maim. ist hier das Mass des Umfangs gemeint, d. i. eine Handbreite, etwa 9 Zentimeter, vgl. 17, 8.",
+ "des Endes eines Rindersteckens. מרדע ist nach Lev. rabba c. 29 dasselbe wie מלמד in Mischna 6. Nach א״ר bezeichnet מרדע den Stecken mit dem Stachel zusammen. Der Ochsenstecken (מלמד) hatte am obern Ende einen Umfang von einer Handbreite. An diesem war der Stachel (דרבן) eingelassen. Dieses Ende hiess daher פי המרדע, der Mund des Steckens (vgl. Mischna 6: „Der Stecken, der den Stachel verschlang“). Das untere Ende des Steckens war wohl etwas dicker. An diesem war eine kleine Schaufel angebracht (חרחור genannt) in deren Öhr (קוף) das untere Ende des Ochsensteckens gesteckt wurde (vgl. 13, 8).",
+ "wenn es. Das Ende des Steckens, wenn dies auch so zugespitzt würde, dass nur der schmale Durchmesser des Umfangs von ⅓ טפח Länge und minimaler Dicke dieses Ende bildete.",
+ "auch nicht hineingeht. Die Länge der Spalte ist knapp ⅓ טפח, so dass ein Gegenstand, der eben so lang ist, nicht hineingeht.",
+ "Nur wenn es hineingeht. Die Spalte muss etwas grösser als ⅓ טפח sein, so dass ein ⅓ טפח langer Gegenstand hineingeht. Nach Maim. (Note 79) ist überall das Mass 1 טפח anstatt ⅓ טפח zu setzen; אינו נכנס, resp נכנס bedeutet dann bloss: knapp gemessen, resp. mit etwas Übermass.",
+ "so ist deren Mass die Breite. Der Durchmesser, d. i. ⅓ Handbreite; so Bart. Nach Maim. ist hier das Mass des Umfangs gemeint, d. i. eine Handbreite, etwa 9 Zentimeter, vgl. 17, 8.",
+ "so dass es. Das Ende des Steckens, wenn dies auch so zugespitzt würde, dass nur der schmale Durchmesser des Umfangs von ⅓ טפח Länge und minimaler Dicke dieses Ende bildete.",
+ "hineingeht. Nach den Weisen nimmt man es in diesem Falle, wo der Deckel eine Spalte hat, leichter; daher kann die Spalte etwas grösser sein.",
+ "Wenn es auch nicht hineingeht. R. Jehuda nimmt es in diesem Falle schwerer.",
+ "War sie. Die Spalte. Als Subjekt zu היה ist das Subst. סדק aus dem verb. נסדקה zu denken.",
+ "gerundet. Etwa in Form eines Kreisbogens.",
+ "betrachtet man sie nicht als länglich. Man denkt sich nicht den Kreisbogen als gerade Linie ausgezogen.",
+ "dass die Breite des Endes eines Rindersteckens hineingeht. Der Ausdruck ist unklar; denn in eine bogenförmige Spalte würde eine gerade Linie niemals hineingehen, sie würde bloss eine Tangente bilden. Vielleicht ist gemeint, dass die Länge der Sehne des Kreisbogens gemessen wird. Viele Erklärer verstehen unter עגול ein rundes Loch. Da aber gerade in ein rundes Loch der Ochsenstecken besser bineingeht, so korrigieren Einige (vgl. רא״ש): היה ארוך אין רואין אותו עגול. Allein unsere Mischna spricht bloss von einer Spalte (נסדק); erst die folgende Mischna handelt von ניקב."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Ofen an seinem Ange. Oben 8, 7, Note 55.",
+ "ein Loch bekommt. Man hatte das „Auge“ mit Lehm verstrichen, um den Ofen durch allseitigen Verschluss vor Verunreinigung zu schützen. Dann hat diese Verstreichung ein Loch bekommen.",
+ "dass eine brennende Spindelstange. Oben Nota 59. Diese Stange war gewöhnlich ein dünner Stab.",
+ "hinein- und hinausgeht. Nach מ״א ist zu übersetzen: „dass die Spindelstange hineingeht und brennend herauskommt“. Die Stange wird in den Ofen gesteckt und dort angezündet und kann durch das Loch noch brennend herausgezogen werden.",
+ "Eine nichtbrennende. Nach מ״א: „auch wenn sie nichtbrennend herauskommt“.",
+ "Ist das Loch an der Seite desselben. Des Auges; d. h. die Verstreichung hat ein Loch an der Wand des Auges (רא״ש) oder nach מ״א: die Wand des Auges selbst ist gelöchert, nicht die Verstreichung.",
+ "so ist dessen Mass. Das Mass der Spalte, wenn sie die Wirkung haben soll, dass der Deckel nicht als צמיד פתיל gilt und daher nicht vor Verunreinigung im Toten-Zelte schützen kann.",
+ "Jehuda. Die Controverse der Weisen und des R. Jehuda ist hier ebenso wie oben in Mischna 7, vgl. Note 84 und 85.",
+ "Eine brennende. Nach מ״א ist zu übersetzen: „dass die Spindelstange hineingeht und brennend herauskommt“. Die Stange wird in den Ofen gesteckt und dort angezündet und kann durch das Loch noch brennend herausgezogen werden.",
+ "Wenn in der Mitte. Der Verstreichung.",
+ "so braucht sie nicht hineinzugehen. D. h. knapp so gross, wie oben Note 82. In keinem Falle aber ist es nötig, dass die Stange brennend hinein- und hinausgeht.",
+ "wo das Mass ist die Dicke des zweiten Knotens. מיצה (von arab. موص, Stroh) der Strohalm. מיצה שנייה, der Halm vom ersten bis zum zweiten Knoten, von der Wurzel an gerechnet.",
+ "am Roggen-Halm. שיפון, nach Raschi und A. Roggen, vgl. Pesachim 2, 5.",
+ "ist es. Das Loch.",
+ "in der Mitte. Des Spundes.",
+ "Ebenso hat er auch beim Loche der grossen Kannen. Oben 2, 2. Gemeint sind die Spunde der grossen Kannen, die man mit Lehm verstrichen hat.",
+ "ist es. Das Loch.",
+ "in der Mitte. Des Spundes.",
+ "Wenn sie. Die Fässer und die Kannen.",
+ "zu Wein gemacht sind. Da ist das Loch gewiss gegen seinen Willen entstanden, weil der Wein dadurch verdirbt; daher ist nur bei einem grösseren Loche der צמיד פתיל als zerstört zu betrachten.",
+ "so sind sie bei noch so kleiner. Nach Maim. jedoch wenigstens so gross, dass Flüssigkeit eindringen kann.",
+ "Öffnung. Im Spunde.",
+ "verunreinigungsfähig. Im Totenzelte. Der צמיד פתיל kann sie nicht mehr schützen.",
+ "wenn die Öffnungen. In der Verstreichung.",
+ "nicht durch Menschenhände gemacht sind. Man hat die Öffnung nicht absichtlich gemacht.",
+ "so sind sie bei noch so kleiner Öffnung verunreinigungsfähig. Diese Unterscheidung zwischen absichtlich gemachten und ohne Absicht entstandenen Öffnungen gilt nur für die Verstreichung; dagegen kommt es bei Löchern im Gefässe selbst bloss auf das gesetzliche Mass an, einerlei ob jene mit oder ohne Absicht entstanden sind.",
+ "Sind die Gefässe gelöchert. Nur ein ganzes irdenes Gefäss kann, mit einem צמיד פתיל versehen, vor der Unreinheit des Toten-Zeltes schützen. Wenn daher das Gefäss derart gelöchert ist, dass es nach 3, 1 als zerbrochen gilt und rein wird, kann es nicht mehr schützen.",
+ "das Oliven-Mass. Vgl. 3, 1.",
+ "dass nämlich hinsichtlich des fest anschliessenden Deckels. D. h. hinsichtlich der Vorschrift, dass ein irdenes Gefäss mit fest anschliessendem Deckel Schutz vor der Totenzelt Unreinheit gewährt.",
+ "das Mass des Eindringens von Flüssigkeit genügt. Eine solche kleine Öffnung bewirkt, dass das Gefäss keinen Schutz mehr gewährt, es sei denn, dass man diese Öffnung verschmiert. Manche Beschädigungen bewirken, dass selbst ein Verstreichen derselben dem Gefässe nicht den Charakter eines ganzen Gefässes verleiht, vgl. hierüber Sabbat 96 a, Tosafot v. ולענין."
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+ "Folgende Gefässe schützen. Wenn sie im Toten-Zelte verschlossen stehen, schützen sie sich selbst und alles, was in ihnen sich befindet, vor Verunreinigung.",
+ "mittelst des fest anschliessenden Deckels. Vgl. 9, Note 76.",
+ "Gefässe aus Rindermist. Mit Erde gemischt, Maim.",
+ "Erde. Diese drei Arten können keine Unreinheit annehmen, Vorb. 15.",
+ "Gefässe aus Ton. Diese und die folgende Art können zwar Unreinheit annehmen, jedoch nur von innen, aber nicht von der Aussenseite, Vorb. 26. Daher genügt es, wenn das Innere fest abgeschlossen ist.",
+ "und Nether-Gefässe. Vgl. 2, Note 7.",
+ "Knochen und Haut von Seetieren. Überhaupt von allen Wassertieren; diese nehmen keine Unreinheit an, 17, 13. Auch Geräte aus Vogelknochen nehmen keine Unreiheit an; doch gibt es hierin Ausnahmen, vgl. 17, 14.",
+ "und die rein bleibenden. Die nicht verunreinigungsfähigen.",
+ "hölzernen Geräte. Diejenigen nämlich, die so gross sind, dass sie vierzig Seah Flüssiges fassen können, s. 15, 1",
+ "wenn der Deckel oben. Wörtlich: An ihrer Mündung.",
+ "als wenn er an der Seite. Sie haben an der Seite ein Loch bekommen, das man mit צמיד פתיל verschlossen hat.",
+ "Sind sie auf die Öffnung umgestülpt. Und man befestigt die Öffnung an die Erde durch Lehm u. dgl.",
+ "so schützen sie. Vor Verunreinigung, wenn sie sich im Toten-Zelte befinden.",
+ "was unter ihnen liegt. Sei es in ihrem innern Raume, sei es senkrecht unter ihnen in der Erde vergraben.",
+ "bis zum Tehom. Bis zum Abgrund, d. h. bis in die tiefsten Tiefen hinab. Wäre das Gefäss nicht über dem Boden gestülpt, so wären alle im Toten-Zelte noch so tief vergrabenen Gegenstände unrein, Oholot 15, 5. — Nach Maim. schützt ein umgestülptes Gefäss nicht als צמיד פתיל, sondern als „Zelt“; denn wenn ein Zelt in einem anderen Zelte steht, so ist, wenn das äussere Zelt unrein geworden, das innere Zelt nicht unrein. Dies gilt aber nicht von einem irdenen Gefässe; dieses wird auch als „Zelt“ unrein und schützt nicht (Sifra Schemini VII, 1). Unser Satz היו כפויים וכו׳ spricht daher nur von den andern in der Mischna genannten Gefässen, nicht von den irdenen; ferner handelt es sich hier um eine Umstülpung ohne Verstreichung.",
+ "Elieser erklärt es. Was unter dem umgestülpten Gefässe sich befindet.",
+ "für unrein. Im Toten-Zelte. Es gilt nicht als צמיד פתיל, denn nur wenn der Deckel auf dem Gefässe liegt, schützt er (vgl. Sifre Num. 126). Nach Maim. meint R. Elieser, das umgestülpte Gefäss kann nicht als „Zelt“ schützen.",
+ "Sie. Alle oben genannten Gefässe mit צמיד פתיל.",
+ "dass irdene Gefässe. Die mit צמיד פתיל versehen sind.",
+ "Getränke und irdene Gefässe schützen können. Ausführliches über diese Bestimmung in Edujot 1, 14; vgl. auch oben 9, 2. —"
+ ],
+ [
+ "Womit kann man fest anschliessend machen. Dass es die Wirkung hat, im Toten-Zelte vor der Unreinheit zu schützen.",
+ "Gips. גפסים gr. γύψος, Gips.",
+ "Lehm. טיט, Schlamm, Lehm zur Bereitung von Ziegeln.",
+ "Kot. צואה, Exkremente.",
+ "Mauer-Lehm. And. LA. חֵמָר. S. oben 3, 7 und א״ר das.",
+ "Töpferton. Nach Andern: zerstossene Scherbe, die mit Wasser wieder zu Lehm geknetet wird.",
+ "Man kann nicht fest anschliessend machen mit Zinn. בעץ chald., hebr. בדיל.",
+ "oder Blei. Sonst אבר = עפרת.",
+ "aber nicht fest anschliessend. Vgl. 9, Note 76.",
+ "Man soll ferner nicht fest anschliessend machen. Nach Maim. ist dies als Verbot, nach רא״ש dagegen bloss als ein guter Rat (עצת טובה) zu fassen.",
+ "der mit Fruchtsaft. Der nicht zu den 7 Arten von Flüssigkeiten gehört, die für die Unreinheit empfänglich machen, s. Vorb. 17.",
+ "damit man es. Was im Gefäss liegt.",
+ "nicht zur Verunreinigung bringe. Es könnte eine von den 7 Flüssigkeiten auf die Verstreichung kommen, so dass sie für die טומאה empfänglich und sofort im Toten-Zelte unrein wird, und da eine unreine Sache vor Verunreinigung nicht schützt, so würde alles im Gefässe Verschlossene unrein werden. Nach Maim. hält es unsere Mischna für verboten, in Palästina selbst für חולין die Verunreinigung herbeizuführen; doch hat die spätere Mischna (משנה אחרונה) dies erlaubt, vgl. Aboda sara 4, 9 Note 43.",
+ "so schützt es. Solange die Verstreichung nicht mit einer der 7 Flüssigkeiten benetzt worden ist."
+ ],
+ [
+ "der lose geworden ist. Eig.: der erschüttert ist, von חלחל, erschüttern (Esther 4, 4).",
+ "aber nicht abgeht. Er fällt nicht hinaus, wenn man das Fass umbiegt. Nach ראב״ד (zu טומאת מת 22, 9) heisst מחולחלת hohl, und es handelt sich hier um einen hohlen überfassenden Deckel, in den die obere schmale Mündung des Fasses (Kruges) so fest hineingeht, dass der Deckel beim Umbiegen des Kruges nicht abfällt (אינה נשמטת). Dies heisst nach R. Jehuda ein צמיד פתיל, auch wenn es nicht verstrichen ist.",
+ "Er schützt nicht. Weil der Spund lose ist; nach ראב״ד, weil der Deckel nicht verstrichen ist.",
+ "Geht dessen Griffhöhlung. Eine Vertiefung oben im Spunde, in welche man den Finger steckte (daher בית אצבע), wenn man den Spund vom Fasse herausziehen wollte.",
+ "wenn ein Kriechtier in derselben. In der Griffhöhlung.",
+ "das Fass unrein. Wie wenn der Raum der Höhlung mit dem innern Raum des Fasses verbunden wäre. Es ist der Raum der Höhlung nicht als תוך תוכו (8, Note 13) zu betrachten, da der Spund wie ein Teil des Fasses angesehen wird (Bart.). Auch gilt der Spund nicht als Gerät, um wegen תוך תוכו zu schützen (8, 3)."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Ball. כדור, (wahrsch. Jes. 22, 18; 29, 3) ein Ball.",
+ "oder einen Knäuel. פקעת (vgl. פקעים, 1. Kön. 6, 18; 7, 24), ein Knäuel.",
+ "von Schilf. של גמי bezieht sich auch auf כדור (א״ר), s. 9, Note 43. Feuchtes Schilf ist zu einer runden Kugel oder zu einem Knäuel gewickelt.",
+ "auf die Fassöffnung getan und bloss an den Seiten verstrichen hat. Statt אם מרח ist zu lesen ומרח (L u. א״ר) oder מרח (M).",
+ "so schützt es nicht. Da der Ball und der Knäuel hohl und vielfach gelöchert ist (יו״ב).",
+ "sondern man muss darüber und darunter. Nach יו״ב ,א״ר und מ״א: entweder darüber oder darunter, so dass alle Löcher im Knäuel vollständig verstrichen sind. רא״ש liest מלמטן למעלן (ebenso L), er muss verstreichen von unten (d. h. vom Rande des Fasses an) bis nach oben über den ganzen Ball, soviel davon ausserhalb des Fasses liegt.",
+ "Eben dasselbe gilt von einem Stück. מטלית (von טלא flicken) ein Fleck, ein kleines Stück. Es darf nicht so gross sein, dass es verunreinigungsfähig ist, vgl. 27, 2.",
+ "Zeug. Auch dieses muss ganz verstrichen werden, weil es auch gelöchert ist.",
+ "Ist es aber ein Stück Papier. ניר Papier aus Papyrusstauden.",
+ "und man bindet eine Schnur. משיחה (vom chald. משח, messen) Messschnur, Schnur.",
+ "darum. Die Fässer hatten an der Mündung einen nach aussen gebogenen Rand, wodurch es möglich war, ein über die Mündung gespanntes Stück Papier oder Leder durch eine Schnur am Fasse zu befestigen.",
+ "wenn man bloss an den Seiten verstreicht. Man braucht nicht oben zu verstreichen, da Papier und Leder nicht gelöchert sind."
+ ],
+ [
+ "Fasse sich Scherben losgelöst haben. Wörtlich: Es ist abgeschält worden, es sind einzelne Scherben vom Pech abgesprungen.",
+ "dessen Pech aber noch dort. Wo die Scherben sich losgelöst haben.",
+ "steht. So dass das Loch durch das Pech verklebt ist. Dieser Fall ist demnach ähnlich dem am Anfang der folgenden Mischna, wo ein gelöchertes Fass durch Hefen verstopft wird. In der Tat stellt die Tosefta (I 7, 8) diese beiden Fälle zusammen. Es heisst das.:
„Nach R. Jehuda schützt ein צמיר פתיל nicht von innen, nach den Weisen schützt es. Z. B. wenn ein Fass gelöchert ist und Hefen es verstopfen, so schützt dies nach R. Jehuda nicht, wohl aber nach den Weisen. Wenn von einem Fasse Scherben sich abgelöst haben und die Verpichung ist noch ganz, so schützt dies nicht nach R. Jehuda, wohl aber nach den Weisen.“ Diese Tosefta gibt den authentischen Kommentar zu unserer Mischna.",
+ "oder wenn man Salzbrühe. מוריים = muries, Salzbrühe, worin Thunfische und andere Fische eingemacht wurden.",
+ "Krüge. קבותים (die Tosefta כפותין) vom gr. ϰιβωτός, wohl ein Behälter zum Einmachen der Fische.",
+ "am Rande. Der nach aussen gebogen ist.",
+ "vergipst. Lies: שגפסן. גפם, ein verb. gebildet aus dem subst. גפסיס.",
+ "hat. Der Gips ist im Innern des Behälters verstrichen, aber der Rand liegt frei. So heisst es in der Tosefta (I 7, 7): של מורייס שגפסן עם השפה ושפתותיהן נראין כפותין Muries-Behälter, die man am Rande vergipst hat, deren Ränder aber sichtbar sind.",
+ "Es schützt nicht. In beiden Fällen, weil der Verschluss im Innern und nicht oben auf dem Gefässe (צמיד פתיל עליו) ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn. B. kamma 105 a.—",
+ "so schützen sie es. Das ist nach der Ansicht der Weisen in der vorigen Mischna, wie ja in der oben Note 54 angeführten Tosefta R. Jehuda ausdrücklich dagegen entscheidet.",
+ "wenn man sie an den Seiten. Oben auf der Rebe bedarf es keiner Verstreichung.",
+ "Waren es zwei Reben. Mit denen man das Fass verstopft hat.",
+ "Wenn man ein Brett. Dies ist als flaches hölzernes Gerät nicht verunreinigungsfähig.",
+ "Hat man sie mittelst Zapfen. סן od. סין, nach Maim. ein Zapfen, verw. mit שֵֹן. Am Anfang der Baraita von מלאכת המשכן wird gesagt, dass je zwei nebeneinander stehende Bretter der Stiftshütte durch סינין mit einander verbunden waren; dies wird aus Exod. 26, 17 gefolgert.",
+ "oder Fugen. שוגמין oder שיגמין (viell. von شمج, zusammennähen) Fugen oder Falzen. Das verb. שגס wird vom Zusammenfügen der Bretter gebraucht, 22, 10. In Erubin 101a heisst גשמא nach Raschi „ein verbindender Riegel“. Nach Maim. sind שיגמין Korkstücke (von שעם, Kork).",
+ "so braucht man dazwischen. Eig. „in der Mitte“. Es steht hier nicht, wie oben (בין נסר לחברו), da die Bretter so zusammengefügt sind, dass kein Zwischenraum zwischen einem Brett und dem anderen vorhanden ist."
+ ],
+ [
+ "Steht ein alter Ofen. D. i. ein Ofen, der nach der Bestimmung in 5, 1 geheizt worden. Ein solcher gilt als Gefäss und kann nur durch צמיד פתיל vor der Totenzelt-Unreinheit geschützt werden, Oholot 12, 1. —",
+ "in einem neuen. Der noch nicht geheizt worden. Ein solcher ist kein Gerät, kann daher als Zelt im Totenzelte schützen und bedarf keines צמיד פתיל, Oholot das.",
+ "und ein Deckel. S. 9, 7. Der Deckel ist nicht mit Lehm verstrichen, ist also kein צמיד פתיל.",
+ "liegt auf der Öffnung des alten. רא״ש u. A. lesen ע״פ החדש, vgl. תוי״ט und מ״א.",
+ "dass durch Wegnehmen des alten der Deckel herunterfiele. Indem der Deckel nicht breit genug ist, um den Rand des neuen Ofens zu bedecken.",
+ "so ist. Wenn die Öfen im Totenzelte stehen.",
+ "alles. Was sich in beiden Öfen befindet, und auch der alte Ofen.",
+ "unrein. Der alte Ofen kann nicht schützen, weil er kein צמיד פתיל hat; der neue wieder kann nicht als Zelt schützen, weil der Deckel nicht durch ihn, sondern durch den alten Ofen gestützt ist.",
+ "ist aber dies nicht der Fall. Vielmehr ist der Deckel breit genug, dass derselbe beim Wegnehmen des alten durch den neuen Ofen gestützt bliebe.",
+ "so ist alles. Was sich in beiden Öfen befindet, und auch der alte Ofen.",
+ "rein. Indem der neue Ofen als Zelt alles schützt.",
+ "wenn zwischen dem neuen. Dem oberen Rand des neuen Ofens.",
+ "und dem Deckel kein Zwischenraum. Wörtl.: Öffnung.",
+ "alles im neuen Befindliche rein. Es wird so betrachtet, als wenn der Deckel auf dem neuen Ofen läge, wodurch dieser ein schützendes Zelt wird."
+ ],
+ [
+ "Wenn mehrere Tiegel. לפס = λοπάς. Es sind irdene Gefässe.",
+ "ineinander stehen und ihre Ränder oben gleich sind. Es ragt nicht ein Rand über dem andern hervor.",
+ "falls sich ein Kriechtier im obersten. Das ist der innerste, der auf allen anderen liegt.",
+ "oder untersten. Der äusserste.",
+ "dieser eine. In dem das שרץ sich befindet.",
+ "unrein. Nebst den darin befindlichen Speisen und Getränken.",
+ "und alle andern. Die Tiegel nebst dem darin Befindlichen.",
+ "rein. Nach den Bestimmungen über תוך תוכו in 8, 2, Note 13 und 14, vgl. das.",
+ "Sind sie. Alle Tiegel.",
+ "dass Flüssigkeit eindringen kann. Die Tiegel dienen für Speisen und Getränke zugleich und verlieren daher durch ein solches Loch die Eigenschaft eines vor Unreinheit schützenden Gefässes. vgl. 8, 2, Note 16 und 17.—",
+ "Ist ein Kriechtier im obersten. Das ist der innerste, der auf allen anderen liegt.",
+ "so sind alle unrein. Denn hinsichtlich der Verunreinigung des Gefässes gilt das Olivenmass nach 3, 1, so dass das Gefäss trotz des kleinen Loches noch unrein werden kann. Dagegen gelten die so gelöcherten Gefässe nicht als כלים, um nach den Bestimmungen von תוך תוכו vor Unreinheit zu schützen, vgl. א״ר.",
+ "ist es im untersten. Der äusserste.",
+ "so ist dieser unrein. Denn nur ein כזית-Loch könnte es rein machen (3, 1).",
+ "und alle andern. Nur die Gefässe, aber nicht die etwa darin befindlichen Speisen und Getränke.",
+ "rein. Denn gelten sie trotz des Loches als כלים, so sind sie als תוך תוכו geschützt; gelten sie wieder nicht als כלים, so sind sie überhaupt nicht verunreinigungsfähig. Doch sind bei letzterer Annahme die in diesen befindlichen Speisen und Getränke unrein, wie wenn sie im Raume des äussersten Gefässes wären.",
+ "Befindet sich. Dieser und der folgende Satz handeln wieder von Tiegeln, die ganz und nicht gelöchert sind.",
+ "ein Kriechtier im obersten. Das ist der innerste, der auf allen anderen liegt.",
+ "während der unterste. Der äusserste.",
+ "überragend. Höher als die andern.",
+ "so ist jener. Der innerste.",
+ "und der unterste. Der äusserste.",
+ "unrein. Denn sobald der Rand des äussersten alle Gefässe überragt, ist das im innersten befindliche שרץ wie im Raum des äussersten liegend zu betrachten, 8 Note 13. Die mittlern Tiegel jedoch sind rein, denn ein irdenes Gerät kann vom unreinen Raume eines andern irdenen Gerätes nicht verunreinigt werden, 8, 4, Note 32. —",
+ "In diesem Falle. Nur in diesem letzteren Falle gilt die folgende Bestimmung, dass die Feuchtigkeit dem Gefässe Unreinheit verursacht, nicht aber in dem unmittelbar vorhergehenden, wo von gelöcherten Gefässen ככונס משקה gesprochen wird. Da gilt der Satz: „ist ein Kriechtier im untersten, so ist dieser unrein und alle anderen rein“ auch dann, wenn die anderen von Flüssigkeit benetzt sind. Sie können nicht durch die Flüssigkeit unrein werden. Denn gelten die anderen Gefässe trotz des kleinen Loches als ganz, dann wird die in denselben befindliche Flüssigkeit selbst nicht unrein, sie wird vom Gefässe (als תוך תוכו) geschützt; um so weniger kann das Gefäss durch die Flüssigkeit unrein werden. Gelten die gelöcherten Gefässe aber als zerbrochen, so können sie überhaupt nicht unrein werden. — Deshalb muss hier die Fallbestimmung בעליונה והתחתונה עודפת wiederholt werden, damit man nicht den Satz כל שיש בה משקה טופח auf alle vorhergehenden Fälle beziehe, vgl. ausführliches in א״ר. — Indessen lesen L, N. und and. העליונה statt בעליונה. Die Erklärung dieser LA. vgl. in מ״א und תא״ש.",
+ "während der unterste. Der äusserste.",
+ "überragend. Höher als die andern.",
+ "unrein. S. 8, 4, Note 34."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "wie die mit einem Behälter versehenen verunreinigungsfähig. Im Gegensatz zu den Geräten von Holz u. s. w., von denen die flachen rein sind, nach 2, 1.",
+ "so werden sie rein. S. 2, 1, Note 5.",
+ "so kehren sie wieder in ihre alte Unreinheit zurück. Nach rabbinischer Bestimmung; und zwar hat dies Simon ben Schetach angeordnet. Es werden in Sabbat 16 b verschiedene Gründe dafür angegeben.",
+ "Simon ben Gamliel sagt. Diesen Satz zitiert Tosafot Sabbat 16 b v. הניחא als Tosefta, wo er in der Tat II, 1, 1 sich findet. Er scheint ihnen also in der Mischna nicht vorgelegen zu haben.",
+ "sondern nur für die Toten-Unreinheit. Die eine sieben Tage währende Zeit bis zum Reinwerden bedürfen (Num. 19, 19). Da man also oft nicht so lange warten will, so wird man lieber die Metallgeräte löchern und dann wieder herstellen, um sie sofort rein zu haben. Dadurch würde die Thora-Vorschrift von der Reinigung durch Entsündigungswasser (מי חטאת, Num. 19, 9) in Vergessenheit geraten."
+ ],
+ [
+ "das einen Namen für sich allein hat. Ausgeschlossen sind solche, die als Teile anderer Geräte bezeichnet werden (רא״ש).",
+ "ist verunreinigungsfähig. Auch wenn es kein Behältnis hat; die mit einem Behältnis versehenen sind auch als Teile eines andern Gerätes verunreinigungsfähig.",
+ "der Riegel. Der Querriegel, Maim.",
+ "das Schloss. Hohel. 5, 5.",
+ "die Pfanne. L. u. M פותה (1. Kön. 7, 50), eine becherförmige Vertiefung aus Eisen, die in die Ober- und Unterschwelle eingelassen wurde.",
+ "die Türangel. Spr. 26, 14; die Türe hatte oben und unten je einen Zapfen, mittelst deren sie sich in der Pfanne (Angelmutter) hin und her drehte.",
+ "der Klopfer. קורא. Nach יו״ב und תא״ש ein an der Türe befestigter Klopfer, womit man jemand zum Öffnen der Türe herbeirief; doch haben die alten Ausgg. הקורה. Vgl. sogen. Raschi zu Moëd katan 11a.",
+ "und die Rinne. צנור Ps. 42, 8; 2. Sam. 5, 8, eine Wasserröhre (Maim. u. A.). Nach R. Hai ist hier die צינורא דדשא (Berachot 18 b) gemeint, ein Metallrohr, das in das Loch der untern Türschwelle eingelassen war, ähnlich wie die פותח (Note 10), nur dass es unten keinen Boden hatte (יו״ב).",
+ "weil sie zur Befestigung an die Erde bestimmt sind. Deshalb nehmen sie auch vor ihrer Befestigung am Boden keine Unreinheit an."
+ ],
+ [
+ "Wenn man Geräte macht aus Roheisen. עשת, Ez. 27, 19, nach Maim. rohes Eisen, wie es vom Schacht kommt.",
+ "aus Eisenklumpen. חררה, ein Kuchen; daher etwas Rundes, ein Eisenklumpen, der aus dem geschmolzenen Eisen gemacht wird. Nach א״ר ist חררה ein Klumpen, wie er aus dem Schacht kommt, und עשת ein neues Stück Eisen.",
+ "aus dem Reifen eines Rades. Eines hölzernen Rades, das mit einem eisernen Reifen beschlagen ist.",
+ "aus Platten. טס, ein dünnes Blech, vgl. Targ. O. zu Num. 17, 3.",
+ "aus Rändern. אוגן, and. LA. הוגן, der Rand, der das Gefäss umringt, nach R. Hai Metath. von חנג (חינגין, Reigentanz).",
+ "aus Abfällen. שחולת (von שחל, abfallen, Hif. השחיל, abwerfen), die Abfälle.",
+ "oder aus Feilspänen. גרורות (von גרד, abkratzen, abschaben), das Abgefeilte. M und L: גרודת.",
+ "so sind sie rein. Bei diesem Material steht nicht zu befürchten, dass es von einem unreinen Geräte herrührt und dass jetzt, wenn daraus ein neues Gefäss gemacht wird, die alte Unreinheit wiederkehrt, da diese Materialien teils noch keine Gefässe waren, teils von unvollendeten Gefässen kommen, die nicht verunreinigungsfähig sind.",
+ "Auch von zerschnittenen Gefässen. קצוצות, L und M: קצוצת, zerschnittene Gefässe. Bei den ganz in Stücke zerschnittenen Gefässen hat man die Bestimmung der Wiederkehr der früheren Unreinheit nicht angeordnet.",
+ "aus altem Gerümpel. גרוטים, and. LA. גרוטות; L. u. M גרוטי, gr. γρύτη Gerümpel.",
+ "dass sie aus Gefässen. Wiewohl man nicht weiss, ob dies reine oder unreine Gefässe waren.",
+ "so sind sie unrein. Vielleicht kommt das Material von unreinen Gefässen, und bei den neuen Gefässen kehrt die alte Unreinheit wieder.",
+ "Gefässe aus Nägeln (schlechthin. Von denen nicht bekannt ist, ob sie aus Gefässen oder aus rohem Eisen gemacht sind.",
+ "sind nach Bet-Schammai unrein. Damit man nicht dazu komme, auch die Gefässe aus Nägeln, die von Gefässen herrühren, für rein zu erklären.",
+ "nach Bet-Hillel rein. Nach Bet Hillel hat man keine solche Vorbeugungsbestimmung getroffen."
+ ],
+ [
+ "Hat man unreines Eisen. Eisen, das von einem unreinen Gefässe herrührt.",
+ "mit reinem Eisen gemischt. Man hat es zusammen eingeschmolzen und daraus ein neues Gerät gemacht.",
+ "unrein. Es kehrt die alte Unreinheit wieder.",
+ "wenn man aus Zement. חלמא, L u. M חלמה, nach den Erklärern ein stark klebriger Lehm.",
+ "und Mist. Die man zusammengemischt und gebrannt hat.",
+ "ein Gerät gemacht. Ist das Meiste vom Lehm, dann gilt es als irdenes Gerät und ist verunreinigungsfähig; ist aber das Meiste von den Exkrementen, so kann es keine Unreinheit annehmen, Vorb. 15.",
+ "Der Metall-Riegel. קלוסטרא (claustrum) ist ein Vertikal-Riegel, dessen Spitze die Form eines Apfels hatte und den man mitunter auch als Stössel zum Stossen des Gewürzes gebrauchte In Erubin 10, 10 wird dieser Knopf am obern Ende גלוסטרא (קלוסטרא) genannt.",
+ "ist unrein. Er ist verunreinigungsfähig und ist unrein, wenn er aus unreinem Eisen gemacht ist (Bart.). Obgleich der Riegel an die Erde befestigt wird, so ist er dennoch verunreinigungsfähig, weil er auch als Stössel gebraucht wird.",
+ "überzogene. Der hölzerne Riegel, der bloss mit Metall überzogen ist.",
+ "ist rein. Da das Gerät selbst von Holz ist, kann es als flaches hölzernes Gerät trotz des metallenen Überzugs keine Unreinheit annehmen, nach Mischna Chagiga, Ende.",
+ "Die Zapfen. הפין ist nach R. Hai als Mehrzahl zu fassen und ist dasselbe, wie weiter 13, 6, wo die meisten Kommentare חפין lesen. Die Einz. davon (חף) ist in Sabb. 8, 6, zu finden. Es sind Zähne oder Zapfen, die in die Löcher des Querriegels hineingeschoben waren und denselben an dem Türpfosten festhielten. Da R. Hai und Maim. הפין mit ريش übersetzen, das „Feder“ bedeutet, so könnte man הפין auch mit penna zusammenstellen.",
+ "und der Querriegel. הפורנה (R. Hai: הפרנא) wird von Maim. mit القغل (Querriegel) übersetzt. Eine Etymologie ist noch nicht gefunden (vielleicht von περόνη, eine Nadel zum Feststecken). תוס׳ חדשים und יו׳׳ב fassen הפין והפורנא als ein Vorhängeschloss. הפין ist der Bügel und הפורנה der Bauch des Hängeschlosses.",
+ "sind unrein. Sie sind verunreinigungsfähig.",
+ "Den Riegel. Den Vertikal-Riegel.",
+ "Josua am Sabbat von einer Türe fortziehen und an eine andere. Daneben befindliche Türe im Hause.",
+ "hängen. Aber in den Hof hinaus darf man den Riegel nicht tragen, falls man keinen Erub gemacht und die Geräte des Hauses nicht in den Hof hinaustragen darf, vgl. Baneth, Einleitung zu Erubin.",
+ "Er ist wie alle andern Geräte. Wie ein im Hofe befindliches Gerät, da der Raum zwischen den Türpfosten, wo der Riegel gewöhnlich hängt, als zum Hofe gehörig betrachtet wird.",
+ "zu betrachten und darf im Hofe fortbewegt werden. Denn die Geräte des Hofes dürfen im Hofe hin und her getragen werden, vgl. Sabbat 124a."
+ ],
+ [
+ "Der Skorpion. Ein skorpionförmiges Eisen, das als Gebiss dem Tiere in den Mund getan wird.",
+ "der Halfter. פרומביא φορβειά.",
+ "ist unrein. Es ist ein Gerät, das der Mensch gebraucht, um das Tier zu lenken",
+ "Die Bleche an den Kinnbacken. Die buntbemalt sind und als Schmuck des Tieres gelten.",
+ "sind rein. Denn Tierschmuck-Gegenstände sind rein, 12, 1.",
+ "Elieser erklärt die Bleche für verunreinigungsfähig. Weil sie dazu bestimmt sind, mit dem עקרב, der verunreinigungsfähig ist, verbunden zu werden.",
+ "Nur der Skorpion ist unrein. In dieser Beziehung entscheiden die Weisen so wie der erste Tanna; doch fügen sie folgenden Satz noch hinzu.",
+ "ist alles unrein. Nach dem ersten Tanna sind die Bleche auch in diesem Falle rein (תוס׳ חדשים). Nach Anderen ist zwischen den Weisen und dem ersten Tanna keinerlei Differenz, vgl. Tos. Menachot 12a v. וחכמים."
+ ],
+ [
+ "Ein metallener Wirtel. Der Ring oder der Knopf am unteren Ende der Spindel, der diese beschwert und den gleichförmigen Umschwung befördert (Nuss der Spindel).",
+ "die Weisen aber erklären ihn für rein. Weil dieser Wirtel keinen Namen für sich allein hat (Mischna 2), sondern nur als Teil der Spindelstange (כוש 9, 6 Note 59) bezeichnet wird.",
+ "überzogene. Der hölzerne Wirtel, der mit Metall überzogen ist.",
+ "ist rein. Da das Gerät selbst von Holz ist, kann es als flaches hölzernes Gerät trotz des metallenen Überzugs keine Unreinheit annehmen, nach Mischna Chagiga, Ende.",
+ "Die Stange. Oben 9, 6, Note 59.",
+ "der Wocken. Auch Rocken, Spinnrocken genannt, ein Stab, um den der Flachs, den man spinnt, gewickelt wird.",
+ "der Stecken. Aus Metall.",
+ "die Doppelflöte. סימפוניה, συμφωνία (Dan. 3, 5). —",
+ "so sind sie rein. Da das Gerät selbst von Holz ist, kann es als flaches hölzernes Gerät trotz des metallenen Überzugs keine Unreinheit annehmen, nach Mischna Chagiga, Ende.",
+ "Wenn die Doppelflöte mit einem Behälter für Flügel. Flügelartige Gefässe, die einen schönen Klang hervorbringen.",
+ "so ist sie in beiden Fällen verunreinigungsfähig. Der hölzerne Behälter, der mit dem Spielinstrument verbunden ist, macht das ganze Gerät verunreinigungsfähig."
+ ],
+ [
+ "Ein rundes Horn. Eine Trompete, die aus mehreren Gliedern zusammengesetzt und zerlegbar ist. Das runde Horn bedarf zu seiner Zusammensetzung eines Sachverständigen (אומן), während das gerade von jedem zusammengesetzt werden kann (Sabbat 47 a).",
+ "ist verunreinigungsfähig. Weil es ein Behältnis hat.",
+ "ein gerades ist rein. Weil es kein Behältnis hat. Horngeräte sind, ebenso wie Holzgeräte, ohne Behälter nicht verunreinigungsfähig (2, 1, Note 1).",
+ "ist sein Mundstück. מצופית (von צפן, beengt sein) die enge Seite, auf welcher geblasen wird (Abot 5, 5, Note 22).",
+ "so ist es. Das Mundstück.",
+ "Den unteren Ansatz. Die breite Seite, wenn sie aus Metall ist. קב, von קבב höhlen, die Höhlung. And. L. A. קו (viell. der Klang, nach Ps. 19, 5) die Seite, aus der der Klang ertönt.",
+ "die Weisen aber für rein. Weil dieser keinen Namen für sich allein hat, wie oben Note 56. —",
+ "Wenn sie. Alle Stücke, das Horn mit dem untern Ansatz und dem Mundstück.",
+ "ist alles verunreinigungsfähig. Wegen des Mundstückes, vgl. 12, 2 Ende.",
+ "Die Röhren. Die Seitenarme.",
+ "des Leuchters sind rein. Weil sie keinen Namen für sich allein haben.",
+ "der Aufsatz. In welchen der mittlere Ölbehälter gesetzt wird. פרח (Blumenkelch) wird er wegen seiner Verzierungen genannt.",
+ "und die Basis sind verunreinigungsfähig. Beide zusammen (welche die mittlere Lampe tragen), obgleich die Seitenarme woggenommen sind (מ״א).",
+ "ist alles verunreinigungsfähig. Auch die Seitenarme,"
+ ],
+ [
+ "Der Helm. קסדא = cassis-idis. ein Helm.",
+ "die Wangen-Schienen. Eherne Bleche, mit denen die Krieger ihre Wangen schützen.",
+ "aber sind rein. Weil sie keinen Namen für sich allein haben.",
+ "Ist jedoch an diesen ein Behältnis Wasser aufzunehmen. Um daraus im Kriege Wasser zu trinken.",
+ "der Mauerbrecher. ניקון, νίϰων, der Mauerbrecher (Krauss, Lehnwörter II 363). Nach den Erklärern ist ניקון Transpos. von קין, Lanze (2. Sam. 21, 16).",
+ "die Beinschienen. מגפים (von גפף einschliessen) Beinschienen, welche die Beine umschliessen (hebr. מצחה, 1, Sam. 17. 6).",
+ "Alle Schmuckgegenstände der Frauen sind verunreinigungsfähig. Dies wird aus Num. 31, 23 deduziert (vgl. Sifre sutta ed. Horovitz 179, cit. von ר״ש).",
+ "Die goldene Stadt. Eine goldene Krone mit dem Bilde der Stadt Jerusalem (Sabbat 59a. Tos. v. ולא).",
+ "Halsketten. קטלה = catella.",
+ "als wenn kein Petschaft daran ist. Wiewohl hinsichtlich des Tragens am Sabbat ersterer nicht als Frauen-Schmuck angesehen wird, vgl. Sabbat 60a. —",
+ "deren Glieder. תליות, oben 5, 8. —",
+ "welche ein Faden von Leinen oder Wolle verbindet. Die Glieder sind auf dem Faden aneinander gereiht.",
+ "weil jedes einzelne. Metallene Glied.",
+ "Der Rest einer Halskette. Es ist ein Teil des Fadens mit den daran hängenden Gliedern abgerissen, und nur ein Teil ist zurückgeblieben.",
+ "Selbst wenn nur ein einzelner Ring geblieben. Wenn an dem Faden, der für den Hals eines kleinen Mädchens ausreicht, auch nur ein Ring geblieben (רא״ש). Nach א״ר spricht unser Fall von dem metallenen Faden der Kette; nach dem ersten Tanna muss davon soviel geblieben sein, dass es für den Hals eines Kindes reicht; nach R. Elieser dagegen genügt so viel, dass man daraus einen Ring machen kann, den man an den Hals hängt."
+ ],
+ [
+ "das unten topfförmig. Wie ein hohles Gerät.",
+ "und oben linsenförmig. Wie ein Linsenkorn; daran ist das Häkchen angebracht, womit das Gehänge an das Ohr gehängt wird.",
+ "so ist der topfförmige Teil als Gerät mit Behälter. Aber nicht als Schmuckgegenstand, weil er als solcher für sich allein nicht zu gebrauchen ist.",
+ "und auch der linsenförmige Teil ist für sich verunreinigungsfähig. Als Schmucksache, weil man diesen mit seinem Häkchen ans Ohr hängen kann.",
+ "Das Häkchen. צינורא, s. oben 9, 6, Note 60.",
+ "ist. Wenn es von der Linse getrennt ist.",
+ "das traubenförmig gemacht ist. Es hängen mehrere Goldkörner traubenartig an einem Häkchen.",
+ "so ist es rein. Da die einzelnen Körner nicht als Schmuck gebraucht werden."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Der. Sabbat 52a.",
+ "Ring des Menschen. Den der Mensch als Schmuck trägt.",
+ "aber ein Ring für Vieh. Etwa solche, die am Halse von Pferden angebracht sind (Maim.).",
+ "oder für Geräte. Zur Zierde der Geräte, oder zum Aufhängen derselben. Doch gilt dies nur so lange, als sie nicht mit den Geräten verbunden sind; wenn sie aber mit Geräten verbunden sind, können sie mit diesen zusammen unrein werden.",
+ "und sonstige Ringe. Etwa Ringe für Lendengurte.",
+ "der Balken für Pfeile. Der als Zielscheibe für Pfeile dient und zum Teil mit Eisen beschlagen ist (Maim.).",
+ "der für Gefangene. Der Fussblock, hebr. סד. Nach Maim. u. Bart. ist hier von einem Metall-Balken die Rede.",
+ "aber ist rein. Er wird nicht als Gerät betrachtet.",
+ "Das Halseisen. הקולר = collare.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Da der Gefangene damit umhergeht, gilt es als Gebrauchsgerät (כלי מעשה, Num. 31, 51); nicht so der Fussblock.",
+ "an der ein Schloss sich befindet. Um Tiere damit an die Wand zu schliessen, damit sie nicht gestohlen werden (ר״ש).",
+ "welche zum Binden. Von Tieren oder anderen Gegenständen.",
+ "rein. Es wird nicht als Gerät, sondern wie eine Schnur betrachtet.",
+ "Die Kette der Getreide-Händler. סיטון, σίτώνης, Getreidekäufer. Mit der Kette wird das Mass an die Wand angeschlossen (Bart.).",
+ "die der Privatleute aber ist rein. Weil sie gewöhnlich zur Zierde eines Gerätes dient (Bart.).",
+ "Wenn nur ein Schlüssel. N liest nicht מפתח. Danach wird unterschieden zwischen den Fällen, ob die Kette aus einem Stück oder aus zwei Stücken besteht (vgl. א״ר). Nach Maim. diente die Kette bei den Händlern zum Verschliessen der Ladentüre; die Privatleute aber liessen sie bloss zur Zierde am Tore hängen. Wenn aber an beiden Enden ein schlüsselförmiges Eisen angebracht war, dann diente die Kette jedenfalls zum Verschliessen der Türe.",
+ "sind aber deren zwei oder hat man ans Ende eine Schnecke. חלזון (ebenso syr. und arab.), ein Muscheltier, die Purpurschnecke. Hier ist es ein schneckenförmiges Eisen am Ende der Kette, womit diese an eine Wand oder Türe angehängt wird. Wegen dieser Schnecke wird die Kette als Gerät angesehen (Bart.)."
+ ],
+ [
+ "Der Wage-Balken. Der Wagebalken der Schnellwagen.",
+ "der Wollkämmer ist verunreinigungsfähig. Obgleich er ein flaches hölzernes Gerät ist (vgl. Vorb. 12.).",
+ "wegen der Haken. Der eisernen Haken, die an dem kürzern Arm des Balkens angebracht sind, um die Last daran zu hängen. אונקליות, syr. ܐܶܘܩܺܝܢܳܐ von ὄγϰινος (ἀγϰύλη), Haken. M. u. L haben אונקיות, von ὄγϰος.",
+ "der der Privatleute. Die gewöhnlich die Last mit einer Schnur an den Wagebalken hängen und keine Haken gebrauchen.",
+ "Die Tragstange. Die an beiden Enden mit Widerhaken versehen ist, an welche Lasten gehängt werden.",
+ "der Lastträger ist rein. Denn die Stange ist das eigentliche Gerät, und die Widerhaken dienen bloss dem Holzgeräte (vgl. 13, 6).",
+ "die der Gewürzkrämer. An den Enden dieser Stange sind Gewürzbehälter angebracht.",
+ "verunreinigungsfähig. Wegen der Behälter.",
+ "der hinten getragene ist rein. Denn es wird nichts hineingetan, indem er bloss dazu dient, dem vorn getragenen das Gleichgewicht zu halten.",
+ "Der Haken einer Bettstelle. דרגש (Sanhedrin 2, 3 Ende) eine kleine Bettstelle mit ledernem Unterbett, das an den Säumen mit Schleifen versehen ist, vermittelst welcher das Unterbett an den an den Seitenbrettern der Bettstelle angebrachten Haken angehängt wird.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Da auch die Bettstelle verunreinigungsfähig ist.",
+ "der der Bettstangen. נקליטין (ἀνάϰλιτα, angelehnte Gegenstände) sind zwei Bettstangen, deren eine an der Mitte der Kopf-, die andere an der Mitte der Fussseite sich befindet, über welche eine Querstange gelegt wurde, und darüber ein von beiden Seiten herabhängender Vorhang. Die Haken dienten dazu, die Querstange oder die Vorhänge zu halten. Nach Maim. (zu 18, 3) befanden sich die beiden נקליטין an der Kopfseite des Bettes.",
+ "ist rein. Er gehört zur Stange.",
+ "am Kasten ist verunreinigungsfähig. Wie der Kasten selbst.",
+ "der der Fischreuse. אקון (R. Hai עקון) ein Korb oder Kasten zum Fangen der Fische. Gr. ὀγϰίον, Kasten, Korb.",
+ "ist rein. Wie die Fischreuse selbst (23, 5).",
+ "Der des Tisches ist verunreinigungsfähig. Wie der Tisch selbst (Vorb. 12).",
+ "der am hölzernen Leuchter. Dieser ist als Holzgerät ohne Behälter rein.",
+ "einzeln für sich allein. Wenn der Haken von seinem Geräte losgetrennt ist.",
+ "sind rein. Da er für sich allein kein Gerät ist (מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Den metallenen Deckel. S. Mischna 6.",
+ "des Korbes. טני = טנא Korb, vgl. Tamid 3, 6.",
+ "der Hausherren erklärt Rabban Gamliel für verunreinigungsfähig. Dieser Deckel hat von der Innenseite eine Vertiefung und gilt daher als Gerät.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für rein. Er ist, wie die anderen Deckel, rein (14, 3), da die Vertiefung nur selten benutzt wird.",
+ "der der Ärzte aber ist verunreinigungsfähig. Die Ärzte benutzen häufig den Deckel, um Medikamente darauf zu legen.",
+ "Die Türe. Von Metall.",
+ "am Schranke. Von Holz.",
+ "der Hausherrn ist rein. S. 13, 6. Die Türe für sich allein nimmt keine Unreinheit an, weil sie keinen Namen für sich hat, sondern Schranktüre genannt wird.",
+ "die an dem der Ärzte ist verunreinigungsfähig. Der Arzt gebraucht die Türe, um Pflaster und Instrumente daran zu hängen.",
+ "Die Zangen. יתוך od. יתיך (von יתך oder נתך, giessen od. schmelzen) ein eisernes Gerät, womit man den Topf fasst, um ihn auszugiessen, oder eine Zange, womit man ein Gefäss, in welchem Metall geschmolzen wird, nimmt und ausleert (ר״ש).",
+ "die Herdeisen. פרכין, nach Tos. II. 2, 10 (cit. von ר״ש) Eisen, die am Herde befestigt sind. Nach and. LA., „die an den Wänden befestigt sind.“ St. פרך, brechen. Die Eisen dienen dazu, etwas daran zu brechen.",
+ "sind rein. Sie gelten nicht als Geräte für sich.",
+ "Der Skorpion. עקרב ein krummer skorpionförmiger Haken am Pressbalken der Ölkelter.",
+ "an der Ölkelter ist verunreinigungsfähig. Er gilt als besonderes Gerät und nicht als Zubehör zum Pressbalken.",
+ "die Haken an den Wänden sind rein. Weil sie zusammen mit der Wand, die fest mit dem Boden verbunden ist (מחובר לקרקע), gebraucht werden."
+ ],
+ [
+ "Die Lanzette des Aderlassers. גרע (von גרע, abziehen) der Aderlasser, der das Blut abzieht. Nach Einigen ist מסמר הג׳ der Ambos-Nagel der Schmiede, was יו״ב richtiger findet (vgl. das.).",
+ "der Stift an der Sonnenuhr. Die aus einem an der Erde befestigten breiten, glatten Steine bestand (daher אבן השעות), auf dessen Fläche der Schatten des in den Mittelpunkt eines Kreises eingeschlagenen Stiftes die Stunden anzeigte.",
+ "Zadok erklärt ihn für verunreinigungsfähig. s. Edujot 3, 8.",
+ "Der Nagel des Webers. Ein Nagel, den der Weber in ein Stück Rohr steckt, auf welches der Einschlagfaden aufgewickelt wird. Nach יו״ב dient der Nagel dazu, die auf dem Webstuhl aufgespannten Zettelfäden gerade zu richten.",
+ "den Kasten der Gräupner. גרוסות. Einz. גרוס, der Gräupner (von גריס Graupenkorn).",
+ "die Weisen erklären ihn für rein. Er gilt nicht als Gerät, weil er nicht gut gearbeitet ist (Maim.). Nach Anderen ist er rein, weil er so gross ist, dass er gefüllt nicht getragen werden kann (Vorb. 13.) Nach ראב״ד (s. Edujot 3, 8) bezieht sich מסמר auch auf ארון של גרוסות, wonach hier vom „Nagel des Gräupner-Kastens“ die Rede ist, d. i. der Nagel, womit man diesen Kasten an den Wagen befestigt, wenn darin Graupen zum Markte gefahren werden.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Wie der Wagen, der als Metall-Gerät auch, wenn er nicht getragen werden kann, verunreinigungsfähig ist (Vorb. 14)."
+ ],
+ [
+ "Ein Nagel. Ein gewöhnlicher Nagel ist nicht verunreinigungsfähig (Maim. H. Kelim 10. 1).",
+ "den man zugerichtet hat. Man hat die Spitze gekrümmt (ר״ש). Nach Einigen genügt es, dass man den Nagel zu diesem Zwecke bestimmt (מ״א).",
+ "ist verunreinigungsfähig. Er gilt als Gerät, wie ein Schlüssel).",
+ "welcher blos behufs Merkzeichens angebracht wird. Um zu beobachten, ob jemand sich ins Haus geschlichen und die Lage des Nagels verschoben hat.",
+ "bis man ihn geschmiedet hat. Um ein Fass damit zu öffnen, muss der Nagel am Ende dünn und geschärft sein; er muss daher gehärtet, werden, damit er nicht breche. Nach R. Akiba ist er auch ohne Härtung ein Gerät, da er zur Not auch so gebraucht werden kann (מ״א.)",
+ "Der Nagel des Geldwechslers. Woran er die Wage hängt (Maim.), oder (nach ראב״ד) womit er den Fall-Laden an eine Bank befestigt, oder womit er die Münzen vom Roste reinigt (מ״א,",
+ "Drei Dinge. Edujot 3, 8.",
+ "den Kasten der Gräupner. Oben Mischna 4."
+ ],
+ [
+ "Vier Dinge. Edujot 3, 9.",
+ "Den Metall-Deckel des Korbes der Hausherrn. Oben Mischna 3.",
+ "den Henkel. Siehe weiter 15, 4",
+ "der Striegel. Der Badestriegel, Schabeisen vgl. Tos. II 2, 12.",
+ "noch nicht fertige Metall-Gefässe. Die man noch polieren, verzieren oder sonst vervollkommnen will (Chullin 25a).",
+ "und eine in zwei Teile. Die gleich gross sind.",
+ "geteilte Tafel. Eine irdene mit einem Rande versehene Platte.",
+ "das grössere verunreinigungsfähig und das kleinere rein ist. Denn das kleine Stück ist nur ein Bruchstück von einem Geräte, s. Tos. II 2, 13."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Denar. דינר = denarius.",
+ "ungiltig geworden ist. Er ist durch Abreiben defekt geworden, oder er ist von der Regierung für ungiltig erklärt worden.",
+ "und man ihn zugerichtet hat. Man hat ihn gelöchert, vgl. aber oben Note 61.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Eine gewöhnliche Münze aber ist nicht verunreinigungsfähig, denn sie gilt nicht als Gerät.",
+ "Ebenso ist ein Sela. Baba mezia 52a.",
+ "um damit zu wägen. Gold oder Silber (Bart.).",
+ "Bis wieviel kann ihm abgehen. Der Talm. l. c. liest תיפחת. Auch תפסל muss hier die Bedeutung von תיפחת haben.",
+ "Bis auf zwei Denare. Das ist die Hälfte, denn ein סלע hat 4 Denare.",
+ "so muss er zerschnitten werden. Auf dass die Leute nicht damit betrogen werden, indem man ihn für einen Schekel (d. i. ½ סלע) ausgibt. Nach Rab Huna (B. mez. 52 a) muss man ihn auch zerschneiden, wenn er mehr als zwei Denare ist, weil man ihn dann für einen סלע ausgeben könnte. Es muss demnach פחות מכאן sowohl auf das Fehlende als auf den Rest bezogen werden (vgl. יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Das Federmesser. Nach der trad. Erkl. ein Messer oder eine Scheere zum Zurichten der Rohrfedern, was auch neben קולמוס gut passt. Andere unannehmbare Erklärungen vgl. bei Krauss-Löw s. v.",
+ "die Feder. קולמוס = ϰάλαμος ist das Schreibrohr. Nach Maimonides ist aber hier (was auch der Zusammenhang zeigt) von einer Metall-Feder die Rede. Es gab auch in alter Zeit Metall-Federn (ἐλατήρ genannt), s. L. Löw, Gr. Requisiten II 141.",
+ "das Senkblei. מטופלת, A. מטולטלת (von טלל, herabhängen), das Senkblei.",
+ "die Gewichte. Nach Maim. ist משקולת ebenfalls ein Senkblei, nur von anderer Art, vgl. Mikwaot 2, 10.",
+ "die Pressplatten. הכורים a. LA. הכירים (von כור. rund sein) nach mehreren Erklärern dasselbe wie עכירין in B. batra 4, 5; nur sind es hier Metall-Platten, die man auf die zerstossenen Oliven legt, um sie vermittelst des Pressbalkens auszupressen. L: כירון, N: כידון, M: כידים. Nach Maim. ist es eine eiserne Keule, mit der man die Oliven zerstösst.",
+ "das Lineal. כן, von ϰανών, Lineal.",
+ "und die Liniertafel. כנה ist nach den meisten Erklärern eine Liniertafel; nach einigen eine Wagschale.",
+ "Auch alle noch nicht fertigen. Wenn nur das Behältnis fertig ist.",
+ "hölzernen Geräte sind verunreinigungsfähig. Chullin 25a",
+ "ausser den von Buchsbaumholz. אשברוע, aram. für hebr. תאשור (Jes. 41, 19), das Gerät aus diesem Holze kann erst, nachdem es poliert ist, gebraucht werden.",
+ "Auch die von Ölbaum-Reisern. גרופית, ein Reis des Ölbaums, viell. von גרף, fegen, wie מכבד (der Zweig einer Palme) von כבד (ausfegen).",
+ "dass man diese gesotten hat. Wodurch das Fett ausgekocht wird."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Das Schwert. Vgl. B. mez. 84a. —",
+ "der Dolch. פגיון = pugio, Dolch.",
+ "die Handsichel. Mit glatter Schneide.",
+ "die Erntesichel. Mit Zacken. Vgl. auch Chullin 15a und Raschi das.",
+ "das Schermesser. שחור (von שחר herabwerfen) das Schermesser, womit man die Haare abfallen macht.",
+ "und die Schere der Barbiere. Die aus zwei Teilen (daher זוג = ein Paar) bestehende Schere.",
+ "wenn sie auch geteilt sind. Beza 35b: אעפ״י שנחלקו, obgleich sie geteilt sind.",
+ "verunreinigungsfähig. Diese Geräte können auch, wenn sie geteilt sind, zu ihrem gewöhnlichen Gebrauche verwendet werden.",
+ "der der Spitze nahe ist rein. Diesen Teil gebraucht man nicht, da man fürchtet, sich damit in die Hand zu schneiden. Von der Schere spricht R. Jose nicht, da diese aus zwei gleichen Gliedern besteht (מ״א).",
+ "Ein Zwickmesser. So nach ר״ש und רא״ש; nach א״ר ist מספרת eine grosse Schere, womit man Baumzweige abschneidet, nach Tos. II 3, 3.",
+ "Jehuda für verunreinigungsfähig. Weil jeder Teil noch zur Not gebraucht werden kann."
+ ],
+ [
+ "Eine Schaufel-Gabel. קוליגריפון, ein eisernes Gefäss, von dem ein Ende als Schaufel zum Ausscharren der Asche aus dem Ofen diente, während das andere Ende zackig war und zum Aufspiessen des Gebackenen oder Gebratenen gebraucht wurde. Die Etym. ist unbekannt.",
+ "Ein Schminkstift. מכחול, ein Schminkstift, mit dessen stumpfer Spitze man die Schminke unter die Augenlider brachte und dessen anderes Ende als Ohrlöffelchen diente.",
+ "Ein Schreibstil. מַכתב, der Stilus, mit dem man auf die Wachstafeln schrieb, dessen eines Ende spitzig war, um die Buchstaben in die Wachstafeln hineinzugraben, das andere Ende war flach, um damit das Geschriebene durch Ebnung wieder tilgen zu können.",
+ "Ein Schaumschöpfer. זומאלסטרא (= ζωμήρυσις) Schaumschöpfer, vgl. B. mez. 33a. Das Gefäss hatte an einem Ende einen Löffel und am anderen eine Gabel.",
+ "Ebenso ist es bei den Zinken des Karstes. מעדר ist ein zweizinkiger Karst (Vogelstein, Landwirtschaft zur Zeit der Mischna 37). Wenn eine Zinke fehlt, ist er noch verunreinigungsfähig, da er auch mit einer Zinke gebraucht werden kann. Nach den Erklärern ist מעדר eine Doppel-Hacke, deren eine Seite spitzig ist und zum Aufwühlen der Erde dient, während die andere Seite als Hammer gebraucht wird.",
+ "Das Mass aller dieser Dinge. Von denen die Bestimmung gilt, dass sie geteilt auch unrein werden können.",
+ "wenn es. Das Übriggebliebene."
+ ],
+ [
+ "Wenn die Rinderstecken-Schaufel. חרחור ist eine kleine Schaufel, die am untern Ende des Rindersteckens angebracht ist (Abschn. 9, Note 80), s. 25, 2.",
+ "schadhaft geworden. Es ist ein Stück davon abgebrochen worden.",
+ "ist das Öhr. מקוף = קוף (קופא), das Öhr, in welches das Ende des Rindersteckens gesteckt wurde.",
+ "so ist sie rein. Weil sie dann nicht mehr zu ihrer Arbeit gebraucht werden kann.",
+ "Wenn an der Axt. קורדם, eine Doppelaxt, deren eine Seite בית בקוע, und die andere עושף heisst.",
+ "die spitze Seite. ר״ש ,עושפו liest אשפו (arab. اشغى, eine Pfrieme), seine spitzige Seite, die dazu diente, den Boden zu behacken.",
+ "so ist sie verunreinigungsfähig wegen der scharfen Seite. בית בקועו, die scharfe Seite, mit der man Holz spalten konnte. Nach Maim. und ר״ש waren beide Seiten scharf; nur war die eine (בית בקוע) schmal und diente zum Holzspalten, während die andere (עושף) breit war und von den Zimmerleuten zu Holzschneide-Arbeiten verwendet wurde. Sie weisen darauf hin, dass 1. Sam. 13, 20 מחרשתו vom Targ. mit עושפיה übersetzt wird (vgl. Kimchi das.). Syr. ܥܶܫܦܳܐ, Beil, Axt.",
+ "Ist das Öhr. מקוף = קוף (קופא), das Öhr, in welches das Ende des Rindersteckens gesteckt wurde."
+ ],
+ [
+ "Wenn von einer Schaufel das Blatt. Der untere breite Teil.",
+ "weil sie noch einem Hammer. קורנס = ϰορύνη.",
+ "gleicht. Da der Stiel einen dicken Knopf am obern Ende hat und als Hammer gebraucht werden kann.",
+ "die Weisen aber erklären sie für rein. Da, wenn die Hauptbestimmung aufgehört hat, die Nebenbestimmung nicht beachtet wird, s. weiter 19, 9—10.",
+ "von der zwischen je zwei Zähnen einer weggenommen wurde. So dass auf ihrer ganzen Länge nicht zwei Zähne zusammen geblieben sind.",
+ "ist rein. Da sie nicht mehr zum Sägen benutzt werden kann.",
+ "Ist aber daran an einer Stelle ein Sit. סיט, syr. ܣܺܝܛܳܐ, ist ein Längenmass, das gleich der Entfernung zwischen Daumen und Zeigefinger ist (ר״ש). Nach Maim. heisst diese Entfernung רוחב הסיט, dagegen ist מלוא הסיט bloss gleich der Entfernung zwischen Zeigefinger und Mittelfinger oder gleich vier Daumenbreiten.",
+ "Das Beil. Nach Einigen ist מעצר der Hobel.",
+ "das Messerchen. איזמל (gr. σμίλη) ein kleines Messer, das gewöhnlich zur Circumcision gebraucht wurde.",
+ "der Hobel. מפסלת, nach יו״ב Meissel.",
+ "die schadhaft geworden. Es ist ein Stück davon abgebrochen worden.",
+ "sind noch verunreinigungsfähig. Da sie noch zur Not gebraucht werden können.",
+ "Ist aber deren Stahl. היסום (von חסם, verschliessen) der Verschluss, der feine Stahl, der an der Schneide eines Werkzeugs angebracht ist.",
+ "verunreinigungsfähig. Wie oben Mischna 1. ר״ש scheint טהורים gelesen zu haben.",
+ "Das Hobelgehäuse. הרוקני; gr. ῥυϰάνη Hobel. Nach ר״ש und Bart. bezeichnet das Wort hier das Hobelgehäuse; dagegen ist das Hobeleisen (איזמל של מקני) nach Tosefta verunreinigungsfähig."
+ ],
+ [
+ "Wenn an einer Nähnadel. Sabbat 52 b.",
+ "das Öhr. חרירה, im Talm. das.: חורה, eig. ihr Loch.",
+ "oder die Spitze. עוקץ, Stiel, Spitze.",
+ "Hat man sie zum Ausspannen. למתוח, etwas damit festzustecken, um es auszuspannen. N. למיתון, M. u. L. למיתא u. למיתה. — מחט של מיתון (Orla 1, 4) ist nach Maim. eine Nadel, die von Seidenwebern zum Aufwickeln der Seidenfäden gebraucht wird. Vielleicht ist dann מיתון vom gr. μίτος Faden, abzuleiten.",
+ "Eine Packnadel. Womit man Säcke aus Ziegenhaaren näht.",
+ "weil man damit schreiben kann. Auf eine Wachstafel.",
+ "Die zum Ausspannen bestimmte. של מיתות, and. L. A. של מיתון, s. Note 42.",
+ "ist jedenfalls. Sowohl wenn das Öhr als wenn die Spitze fehlt.",
+ "Eine Nadel. Sabbat 52 b.",
+ "wenn er das Nähen hindert. Indem die Spuren des Rostes an dem genähten Stoffe sichtbar werden.",
+ "Wenn man einen Haken. Vgl. 9, 6 Note 60. Hier ist von einem krummen Haken die Rede, der zu einem bestimmten Zwecke dient.",
+ "so ist er rein. Weil es so nicht zum gewöhnlichen Gebrauche taugt.",
+ "so kehrt er in den Unreinheits-Zustand zurück. Wenn er früher unrein war, wird er wieder unrein."
+ ],
+ [
+ "welches dem Metallgeräte dient. Das ihm zu seinem Gebrauche zugehört.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Solange es mit ihm verbunden ist, vgl. 12, 2 Ende.",
+ "Ein Schloss. Es spricht hier von einem Schloss, das für Geräte bestimmt ist, z. B. für Kasten und Schränke, vgl. Sabbat 81a. Einige Erklärer fassen hier פותחת als Schlüssel und חפין als die Zähne des Schlüssels.",
+ "dessen Zapfen. הפין, and. LA. חפין, s. oben 11, 4 Note 39.",
+ "auch wenn nur einer so ist. Ein Zapfen ist von Metall und die anderen von Holz.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Denn die Zapfen sind die Hauptteile.",
+ "Ein metallener Ring. Sabbat 52 b; 59 b; Jer. das. 6, 3.",
+ "mit einem Siegel aus Korallen. אלמוג (I. Kön. 10, 11) ist nach Rosch ha-Schanah 23 a כסיתא, was als Koralle erklärt wird. Nach den Neuern ist es rotes Sandelholz. Auch in B. Batra 80 b wird es zu den Zedern gezählt.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Denn der Ring ist der Hauptteil.",
+ "Ein Korallen-Ring mit metallenem Siegel ist rein. Die Koralle ist nicht verunreinigungsfähig, weil es ein Meeresprodukt ist (vgl. 17, 13), oder weil sie wie ein flaches Holzgerät betrachtet wird, vgl. יו״ב.",
+ "Der Zahn von der Platte des Schlosses. So nach יו״ב, was unserer LA. entspricht, wo שבפוחחת (ohne ו׳) steht. L. hat aber ושבפותחת; auch die meisten Erklärer trennen שבטם von שבפותחת. Nach יו״ב ist שבפותחה טם das Schloss selbst, das wegen seiner breiten Form טם genannt wird. שן ist aber der Zapfen des Riegels, den der Schlüssel beim Öffnen und Schliessen fasst, um den Riegel hin oder her zu schieben.",
+ "oder vom Schlüssel. Am Schlüsselbart.",
+ "für sich allein ist verunreinigungsfähig. Es ist nicht klar, in welcher Weise der Zahn für sich allein als Gerät benutzt werden kann. Was יו״ב sagt, befriedigt nicht."
+ ],
+ [
+ "Wenn Askelonische Hebewerkzeuge. הכדומין (R. Hai und L.: הכרומים). Nach Maim. ist כדום ein Werkzeug, vermittelet dessen man die in einen Brunnen gefallenen Eimer wieder heraushebt. Es besteht aus einem grossen eisernen Ring, an dessen Umfang rings herum mehrere ungefähr eine Spanne lange Ketten hängen. Am Ende einer jeden Kette ist ein Widerhaken angebracht, womit die Eimer aus dem Wasser gezogen werden. Nach Aruch ist unser Gerät ein metallener Ring, mit Haken ringsumher versehen, an welche mit Wasser gefüllte irdene Gefässe zum Abkühlen aufgehängt werden.",
+ "zerbrochen sind und deren Haken. Vgl. 12, 2 Note 20.",
+ "so sind sie verunreinigungsfähig. Denn sie sind noch zu ihrer Arbeit zu gebrauchen.",
+ "Wenn man an einer Strohgabel. מעבר eine dreizinkige Gabel, womit das Stroh aus dem Getreide entfernt wird (von העבר, fortschaffen). R. Hai bringt eine LA. המעדר (oben Note 16). N. hat המתבר, vielleicht für המתבן (von תבן, Stroh).",
+ "einer Worfelgabel. מזרח (Jes. 30, 24), die Worfelgabel (von זרת, worfeln.)",
+ "einem Rechen. מגוב (von גבב zusammenlesen), ein vielzackiger Rechen, womit die Spreu vom Getreide ausgesondert wird. Nach R. Hai (vgl. Aruch) stammt das Wort von נגב, trocknen, und bezeichnet ein Gerät, das zum Trocknen des Getreides gebraucht wird.",
+ "Die Sopherim. Die Schriftgelehrten, γραμματεῖς.",
+ "haben hier eine Neuerung gemacht. Diese Geräte sollten rein sein, da sie doch flache hölzerne Geräte sind, und wegen eines einzelnen metallenen Zahnes könnten sie nicht unrein werden.",
+ "die ich nicht erklären kann. Eig. ich weiss nicht, was ich erwidern soll (wenn man mich nach dem Grunde befragt). Unsere Mischna ist wörtlich wiederholt in Tebul Jom 4, 6. Vgl. auch Tos. II 3,14. —"
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+ [
+ "Eine. Jebamot 43a.",
+ "deren Zähne. Diese sind länger und dicker als beim Wollkamme.",
+ "verunreinigungsfähig. Sie ist noch zu ihrer Arbeit zu gebrauchen.",
+ "Jeder einzelne. Der Zähne, die von Metall sind.",
+ "für sich jedoch ist verunreinigungsfähig. Weil man ihn zum Schreiben auf eine Wachstafel verwenden kann, wie oben in Mischna 5; dagegen kann man, solange er mit der Hechel verbunden ist, nicht damit schreiben. In Jebamot 43 a sagt der Talmud, dass die דווקני (die genauen Tradenten der Mischna) hier noch die Worte: זו דברי רבי שמעון (das sind die Worte des R. Simon) hinzufügen, vgl. Tos. II, 3, 15. —",
+ "Sind drei nebeneinander daran geblieben. Es genügt nicht, wie oben bei der Flachshechel, dass bloss zwei Zähne übrig bleiben. Über den Grund vgl. Talm. Jebamot 43a und יו״ב.",
+ "War aber einer von diesen der äusserste. Dieser ist breit und kann nicht zum Kämmen verwendet werden.",
+ "so ist er rein. Weil nur zwei brauchbare Zähne vorhanden sind.",
+ "Hat man zwei davon abgenommen und daraus ein Zänglein. מלקטת, eine kleine Zange, wie מלקט in Makkot 3, 5, Note 60.",
+ "Hat man einen davon für die Lampe. Den Docht damit herauszuziehen, oder die Lampe zu putzen.",
+ "oder zum Aufspannen. Über die anderen LAA. s. oben Note 42.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Nur wenn er zu diesem Zwecke zugerichtet worden; sonst ist er rein, weil er dünn ist und nicht wie der Zahn der Flachshechel (oben Note 76) als Schreibstift gebraucht werden kann."
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+ "Welches Mass gilt bei Metallgeräten. Wenn ein Metallgerät zerbrochen ist, resp. ein Loch bekommen hat, wie muss der Rest beschaffen sein, um noch als Gerät verunreinigungsfähig zu sein, oder unrein zu bleiben, falls es vorher unrein geworden ist?",
+ "wenn man damit schöpfen kann. Wasser zum Trinken.",
+ "beim grossen Kessel. Oben 3, 7.",
+ "beim Wärmekessel. Dieser Kessel wird auch zum Aufbewahren von grossen Silbermünzen (Selaïm) gebraucht.",
+ "beim Kochkessel. לבס = λέβης. In diesem Kessel wurden auch kleinere Gefässe abgespült.",
+ "wenn er Becher. קיתון = ϰώϑων, ein Trinkgefäss.",
+ "beim Becher. Den man auch zum Aufbewahren von kleinen Münzen (Perutoth) gebrauchte.",
+ "wenn man Öl damit messen kann. Wenn man auch die Getränke nicht darin aufbewahren kann (da sie durch das Loch nach und nach hinaustropfen würden); es genügt, dass man auf kurze Zeit die Getränke, um sie zu messen, hineingiessen kann.",
+ "wenn sie Perutoth. Mehrere Perutoth. Nach Tos. II 4, 2 bezieht sich dies auf die Masse.",
+ "aufnehmen können. Oben 3, 2 bei der irdenen Lampe genügt es nach R. Elieser, wenn sie eine kleine Peruta fassen kann (יו״ב).",
+ "Akiba sagt. R. Ak. fügt eine neue Bestimmung hinzu, ohne mit dem ersten Tanna zu controversieren.",
+ "das noch des Abschabens. חטיפה (diese LA. ist die besser bezeugte), nach Aruch Abkratzen, Abschaben (and. LA. הטפח, R. Hai), Bart. liest הגפה, ein Verschluss, Deckel.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Weil dies jeder selbst besorgen kann und es keines Handwerkers bedarf.",
+ "was aber noch der Abglättung. לטישה, von לטש, schärfen, glätten.",
+ "ist rein. Denn dazu braucht man einen Handwerker; das Gerät gilt demnach als noch nicht fertig, גולם, oben 12, 6. —"
+ ],
+ [
+ "an dessen Spitze man einen keulenartigen. חזיינא, L, M u. And.: חזינא, nach Maim. ein granatapfelförmiger eiserner Knauf, den man an der Spitze des Stockes anbringt, um damit einen kräftigen Schlag versetzen zu können. In Ägypten wird er אלדבוס (دبوس, Keule) genannt.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Wie ein Metallgerät, da der hölzerne Stock nur der eisernen Keule dient (13 ,6).",
+ "verunreinigungsfähig. Weil die Nägel ebenfalls zum Schlagen gebraucht werden und der Stock ihnen dient.",
+ "Nur wenn man drei Reihen daran angebracht hat. Nur in diesem Falle gilt der Stock als Metallgerät, dem das Holz bloss als Zubehör dient.",
+ "an denen es zur Zierde gemacht ist. Z. B. wenn er den Stock mit kleinen bunten Nägeln beschlagen hat.",
+ "sind rein. Denn in diesem Falle dient das Metall dem Holze als Zierde (13, 6).",
+ "Hat man an dessen Ende ein Rohr. L. und M. : מניקית, eig. ein Heber (oben 9, 2); hier ein Rohr aus Metall, das mit Nägeln an dem Stock befestigt wird und diesem als Zierde dient.",
+ "ebenso wenn ein solches an einer Türe angebracht ist. Damit die Türe nicht durch die Erde beschädigt werde (Bart.). Nach יו״ב dient das Rohr als Pfanne, in der die Türangel sich dreht. (Es müsste dann aber anders geartet sein als פותת in 11, 2, oder es könnte hier von der Türe eines Gerätes die Rede sein.",
+ "so ist es rein. Vgl. Note 21.",
+ "War es aber vorher ein Gerät. Das für sich allein zum Gebrauche diente.",
+ "und man hat es nun mit jenen. Mit dem Stocke oder der Türe, resp. der Schwelle.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Denn durch diese Verbindung verliert es nicht den Charakter eines Gerätes.",
+ "Wann wird es. Dieses Rohr, wenn es als Gerät für sich unrein geworden ist.",
+ "Sobald man es beschädigt. Wenn man es mit dem Hammer so zerschlägt, dass es seine Gestalt verliert.",
+ "befestigt. Mit Nägeln, obgleich man es nicht beschädigt. In Note 27 handelt es sich um den Fall, dass man das Rohr nicht mit Nägeln an den Stock befestigt, sondern diesen bloss in jenes hineingesteckt hat. Vgl. auch 20, 6."
+ ],
+ [
+ "Das Brecheisen. קנטר, gr. ϰέντρον, Stachel, oder Stecher. Nach Maim. ist קנטר ein Brecheisen, vgl. Fleischer bei Levy I S. 286.",
+ "des Maurers und die Spitzhacke. דקור (von דקר durchbohren) ein spitzes Werkzeug. Die hier genannten Werkzeuge haben hölzerne Griffe. Doch heisst es in der Tosefta (II 4, 5) ר׳ יוסי בר יהודה אומר קנתור של בנאי טהור שלא נעשה אלא לשמש עם הקרקע R. Jose b. Jehuda sagt: Der קנתור des Maurers ist rein, weil er nur bestimmt ist, mit dem Erdboden gebraucht zu werden. Hiernach ist קנתור ein am Erdboden befestigter Gegenstand. Demgemäss erklärt R. El. Wilna (Comment. zur Tos.), קנתור ist entweder ein eiserner Pflock, den der Maurer in die Erde steckt, um daran seine Werkzeuge zu hängen, oder es ist ein schweres Werkzeug, das nur an den Boden befestigt gebraucht werden kann. Es müsste dann דקור ebenfalls ein Werkzeug sein, das an den Boden befestigt wird.",
+ "des Zimmermanns sind verunreinigungsfähig. Da das Holz dem Eisen dient.",
+ "Die Zeltpflöcke. Eiserne Pflöcke, die in die Erde gesteckt werden, um daran die Zeltteppiche fest zu binden.",
+ "und die Pflöcke der Feldmesser. An welche die Messschnur gebunden wird.",
+ "sind verunreinigungsfähig. Wiewohl sie an die Erde befestigt werden (11, 2), nehmen sie dennoch Unreinheit an, weil sie stets wieder herausgezogen werden (מ״א).",
+ "welche für Holz dient. Um Holz zusammen zu binden.",
+ "ist rein. Weil sie dem Holze dient (vgl. יו״ב, warum diese nicht mit einer Axt, die zum Holzhacken dient, zu vergleichen ist).",
+ "Die Kette eines grossen Eimers ist bis zu vier Handbreiten. Nur so weit gilt die Kette als Handhabe (יד) des Eimers, da man wegen der Schwere des Eimers keine längere Kette gebrauchen kann.",
+ "die eines kleinen Eimers bis zu zehn. Beim kleinen Eimer gebraucht man eine längere Kette.",
+ "Der Bock. Ein grosser Block, auf welchem der Blasebalg ruht; nach Andern, worauf der Schmied reitet, wenn er grosse Gefässe anzufertigen hat. Nach Maim. besteht dieses Gerät aus Holz und Metall (vgl. יו״ב).",
+ "deren Zähne man in Löcher eingesetzt hat. Man hat nicht, wie gewöhnlich, die Zähne aus dem Eisen der Säge, sondern besonders gemacht und sie einzeln in Löcher eingesetzt.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Es ist ein brauchbares Gerät.",
+ "Hat man dieselben von unten nach oben gewendet. In anderer Richtung als die Zähne gebraucht werden.",
+ "so ist sie rein. Weil man nicht damit sägen kann. So Maim. Nach ר״ש und Bart. ist zu erklären: Wenn eine Säge unrein geworden ist und man hat deren Zähne in ein Loch der Türe (Oberschwelle, יו״ב) hineingesetzt bleibt sie unrein, solange man sie nicht dort mit Nägeln befestigt hat (Tosefta II 4, 0). —",
+ "Alle Deckel. Aus Metall; ebenso die von Holz und von Ton (מ״א).",
+ "sind rein. Weil sie keinen Namen für sich allein haben (11, 2), vgl. 2, 5.",
+ "ausser dem des Wärmekessels. Weil man diesen für sich allein gebrauchen konnte, wie den Deckel des Korbes der Ärzte, 12, 3."
+ ],
+ [
+ "der metallene Jochbalken. Welcher den Tieren auf den Nacken gelegt wurde. Nach Einigen soll unter עול hier die Deichsel verstanden sein, was mit Recht von א״ר zurückgewiesen, wird.",
+ "die Querstange. קטרב (a. LA. קרטב) im Arab. ein Querholz, welches in das durch den Ring des Jochbalkens gehende Ende der Deichsel gesteckt wird, um diese dort festzuhalten, dass sie nicht herausgleite (s. Kohut, Aruch). Hier muss eine metallene Querstange gemeint sein. Nach Maim. ist קטרב der Jochbalken, in dessen Mitte die Deichsel (עול nach Maim.) steckte.",
+ "die Ansätze (am Joche. בנפים, nach Maim. u. A. die eisernen Enden des Jochbalkens. Tos. (II 4, 11) hat dafür טבעות (Ringe). Es mögen an den Enden angebrachte ringförmige Ansätze sein, an welche Riemen befestigt wurden.",
+ "die zur Aufnahme der Riemen. Die um den Hals der Tiere gingen und das Joch festhielten.",
+ "das unter dem Halse des Tieres angebracht ist. Damit das Tier nicht durch den Riemen gewürgt werde.",
+ "der Ring. סומך, nach R. Hai und Bart. der eiserne Ring in der Mitte des Jochbalkens, durch welchen die Spitze der Deichsel gesteckt wird; nach Maim. und יו״ב der Nagel, welcher die Deichsel mit dem Wagen zusammenhält.",
+ "der Gurt. מתגר nach ר״ש u. A. das Halsseil des Zugochsen. Da aber hier nur von Metallgeräten die Rede ist, so müsste das Wort als eine Halskette gefasst werden (תוי״ט). Nach א״ר ist es ein eiserner Gurt, der das Tier umgürtet. Vielleicht sind an demselben Stränge zum Ziehen angebracht gewesen. N. und Bart. lesen המסגר, eine Halskette, wie סוגר, Sabbat 51 b.",
+ "die Schüsseln. תמחוי ist eine Schüssel. Was hier darunter zu verstehen sei, ist unklar. Nach R. Hai sind es die Vertiefungen am Joche. Dann mussten dort besondere Geräte vorhanden gewesen sein, da sie ja sonst unter עול begriffen wären. Vielleicht sind es Schüsseln, die für das Futter der Tiere am Wagen angebracht waren.",
+ "die Schellenklöppel. ענבל oder אמבול (gr. ἔμβολον) heisst gewöhnlich der Klöppel in der Schelle; hier jedoch, meinen manche Erklärer, dass darunter die ganze Schelle zu verstehen sei, da nach Sabbat 58 b der Klöppel nur zusammen mit dem Mantel der Schelle ein Gerät ist (מ״א). Die meisten Erklärer indessen meinen, der Klöppel für sich allein sei verunreinigungsfähig (vgl. יו״ב).",
+ "der Haken. צינורא s. oben 9, Note 60. Hier ist es dasselbe wie אונקלי (12, 2), ein Haken, mit dem die Last an den Wagen befestigt wird.",
+ "der irgendwelche Teile zusammenhält. Nur solche Nägel sind verunreinigungsfähig; dagegen sind andere Nägel, z. B. die zur Zierde dienenden, rein."
+ ],
+ [
+ "Jochbalken. Vgl. 11, Note 88.",
+ "die Ansätze. Statt ובכפים liest N. וטסים (Bleche).",
+ "die Röhren. שפופרת (verw. mit שופר) ein Rohr.",
+ "die zum Tönen dienen. Nach Sabbat 58 b sind alle tönenden Metallgeräte verunreinigungsfähig. Doch scheint dies nur von solchen Geräten zu gelten, deren Schall für die Menschen tönt (Maim. H. Kelim 8, 7); die hier erwähnten Röhren sollen aber durch ihr Tönen das Tier antreiben (vgl. auch יו״ב).",
+ "das Blei. Bleikügelchen, die zum Schmuck angehängt werden.",
+ "der Reifen des Rades. 11, Note 17.",
+ "die Bleche. 11, Note 18.",
+ "die Beschläge. Womit verschiedene Teile des Wagens beschlagen werden, s. 11, 3.",
+ "und die sonstigen Nägel. Die nicht zum Zusammenhalten der Teile dienen, s. Note 59.",
+ "Die metallenen. Sabbat 59a.",
+ "Sandalen. Sandalenähnliche Hufeisen.",
+ "eines Tieres sind verunreinigungsfähig. Weil die Soldaten im Kriege diese manchmal als Trinkgefässe gebrauchen.",
+ "die aus Kork. שעם, nach den Erkl. ein weiches biegsames Holz, Kork.",
+ "sind rein. Diese werden nicht von den Menschen gebraucht (Tosafot).",
+ "Sobald man es geglättet hat. שוף, reiben, glätten, auch bestreichen (mit Öl). Nach Tosafot in B. mezia 84a v. הסכין handelt es sich hier bloss um den Fall, dass die Geräte verrostet sind und man sie wieder gebrauchsfähig macht (vgl. auch Tosefta II 3, 10).",
+ "wenn man es geschärft hat. Weil es erst dann gebraucht werden kann."
+ ],
+ [
+ "Wenn man in einem metallenen Korbdeckel. Der nach den Weisen in 12, 6 rein ist.",
+ "einen Spiegel gemacht hat. Indem man ihn geschliffen hat.",
+ "Jehuda für rein. Da er immerhin hauptsächlich als Deckel und nur nebensächlich als Spiegel gebraucht wird; vgl. 19, 9—10.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für verunreinigungsfähig. Da er durch eine Tat zu einem Spiegel, also zu einem selbständigen Gefässe gemacht wurde.",
+ "wenn er nicht mehr den grössten Teil des Gesichts. Des Besitzers des Spiegels (מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Metallgeräte. Bei denen, nach 11, 1, die Bestimmung gilt, dass sie durch Zerbrechen rein werden, aber in ihre alte Unreinheit zurückkehren, wenn man sie wiederherstellt.",
+ "wenn sie zerbrochen sind. Dieser Satz ist schwierig; denn da sie, selbst wenn sie früher unrein geworden, durch Zerbrechen rein werden, so können sie doch im zerbrochenen Zustande nicht verunreinigt werden. Es muss daher das שבורין bloss auf מיטהרין bezogen werden, und der Sinn ist: Metallgeräte, die verunreinigt worden sind (während sie noch ganz waren), können, auch wenn sie zerbrochen sind, gereinigt werden. Obgleich das Zerbrochene ja schon von selbst rein ist und keiner Reinigung bedarf, so ist doch die Unreinheit noch latent darin, so dass sie wieder zur Geltung kommt, wenn das Gerät zusammengelötet wird. Von dieser latenten טומאה kann das Gerät auch, während es zerbrochen ist, durch טבילה resp. הזייה, gereinigt werden, so dass es dann repariert werden kann, ohne zur alten Unreinheit zurückzukehren. Man könnte zwar שבורין auch auf מיטמאין beziehen und erklären, dass ein reines Metallgerät zerbrochen durch einen אב הטומאה die latente Unreinheit bekommen kann, die zur Geltung kommt, wenn das Gerät repariert wird. Allein abgesehen davon, dass für eine solche Anordnung sich kein Grund angeben liesse (vgl. oben 11, 1), so wäre auch nicht einzusehen, warum R. Josua bloss מיטהרין und nicht auch מיטמאין erwähnt.",
+ "wenn sie ganz sind. Aber nicht während sie zerbrochen sind; die latente טומאה kann nicht gereinigt werden. א״ר corr. מטמאין statt מיטמאין und erklärt: Die alte Unreinheit, welche die Metallgeräte nach der Reparatur erhalten, ist rückwirkend derart, dass sie auch die Gegenstände, welche sie im zerbrochenen Zustande berührt haben, verunreinigen. Demgemäss liest א״ר auch bei R. Josua: אין מטמאין ואין מיטהרין. Doch haben diese Emendationen in keinem Texte eine Stütze.",
+ "In welcher Weise. א״ר und יו״ב streichen das כיצד, da das Folgende eine neue Halacha und keine Erklärung der vorhergehenden enthält. Indessen findet man כיצד oft auch da, wo keine Erklärung, sondern eine Erweiterung eines vorhergehenden Satzes gegeben wird, z. B. Nasir 4, 6, wo Tosafot allerdings auch das כיצד streicht; vgl. noch Orla 3, 8 (wo ebenfalls Einige das כיצד streichen).",
+ "Hat man sie. Die Metallgeräte, die durch einen Toten verunreinigt worden sind.",
+ "besprengt. Am dritten Tage nach der Verunreinigung, vgl. Num. 19, 18. f.",
+ "und sie sind an demselben Tage. Am Tage der ersten Sprengung.",
+ "dann hat man an demselben Tage. Am Tage der ersten Sprengung.",
+ "sie wieder zusammengelötet und zum zweiten Male besprengt. Am Tage der ersten Sprengung.",
+ "so sind sie rein. Wiewohl sonst die zweite Sprengung erst am siebenten Tage der Verunreinigung, also vier Tage nach der ersten Sprengung, stattfinden kann, so reinigt hier dennoch die am Tage der ersten Sprengung vorgenommene zweite Sprengung, weil die zwischen beiden Sprengungen stattgefundene Zerbrechung und Wiederherstellung des Gerätes ebenso viel wie eine Zwischenzeit von vier Tagen gilt.",
+ "Die Besprengung kann nur frühestens am dritten. Am dritten Tage nach der Zusammenlötung und der dadurch erfolgten Wiederkehr der alten Unreinheit muss die erste Sprengung stattfinden.",
+ "und siebenten Tage. Am siebenten Tage erfolgt die zweite Sprengung.",
+ "vorgenommen werden. Wir haben die Worte R. Josua’s nach Maim. erklärt. Nach Rabed zu H. Kelim 12, 3 sagt R. Josua nur, dass die Zerbrechung und Wiederherstellung des Gerätes nicht als Zwischenzeit von vier Tagen gilt. Es bedarf daher nach der Zusammenlötung bloss einer Sprengung am siebenten Tage, d. h. vier Tage nach der ersten Sprengung vor dem Zerbrechen. Vgl. auch Tosefta II 4, 14."
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+ "Wenn ein knieförmiger Schlüssel. Ein Schlüssel mit langem Kniestück, an dessen Ende der Schlüsselbart sich befindet. Nach Bart. ist dieser Schlüssel ein zusammenzulegender.",
+ "weil man noch von innen damit öffnen kann. Da von innen der Schliessriegel in der Nähe des Schlüsselloches sich befindet und demgemäss der Schlüssel nicht tief hineingesteckt wird, so kann man auch mit diesem abgebrochenen Schlüssel öffnen.",
+ "Wenn ein gammaförmiger Schlüssel. Ein Schlüssel mit kurzem Kniestück, der die Form eines Gamma (Γ) hat.",
+ "in seiner Knie-Biegung. גומו, and. LA. גמו (eig. sein Gamma); gemeint ist die Knie-Biegung.",
+ "so ist er rein. Auch nach R. Jehuda; denn mit dem kurzen Kniestück kann man auch von innen nicht öffnen.",
+ "Sind Zähne. Vgl. oben 11, Note 39 und 13, 6.",
+ "und Löcher daran. Die meisten Commentare beziehen dies auf den zerbrochenen Gamma-Schlüssel. Doch lässt sich nicht gut erklären, wieso durch die Zähne und Löcher das abgebrochene Schlüsselstück gebraucht werden kann. Es müsste denn angenommen werden, dass ausser dem kurzen Kniestück noch Zähne und Löcher an dem Schlüssel waren. Indessen kann man das היו בו als besonderen Fall nehmen, der von einem ganzen Schlüssel spricht, welcher kein Kniestück, sondern Zähne und Löcher hatte, die in entsprechende Teile des Schlüssellochs eingriffen.",
+ "so kann er noch unrein werden wegen der Löcher. Die Löcher griffen in Zapfen des Schlosses, wodurch die Türe geöffnet werden konnte; ebenso griffen die Zähne in Löcher am Schlosse.",
+ "oder jene sind bis in diese gebrochen. Bart. erklärt: die Zähne sind gekrümmt und die Löcher sind erweitert, so dass beide aneinander liegen.",
+ "in welcher unten. Am gelöcherten Boden.",
+ "ist rein. Da man nicht mehr damit seihen kann.",
+ "Ein metallener Mühlentrichter. אפרכס, and. LA. (L. und bei Hai) ארפכס, od. ארפקם. Die Etym. ist unsicher, vielleicht ἃρπαξ, wie die Wasseruhr ἁρπάγιον genannt wurde.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Obgleich er unten gelöchert ist, wie der Trichter, oben 2, 4, so ist er dennoch verunreinigungsfähig, weil er einen Namen für sich hat (Maim.)."
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+ "Von. N: כל כלי עץ.",
+ "hölzernen. Die Mischna bis ולהבא hat bereits oben 2, 1 gestanden; sie wird hier nur wiederholt, um daran die Vorschriften über כלי עץ anzureihen.",
+ "Eine Kiste. שדה, nach Raschi zu Sabbat 44 b und B. kamma 98 b eine Sänfte oder ein Kasten eines kleinen Wagens; doch die meisten Erklärer fassen das Wort als eine Kiste oder einen Kasten.",
+ "ein Schrank. מגדל, Turm, ein hoher Behälter, Schrank.",
+ "ein runder Korb. כורת, ar. كوارة, ein grosser runder Behälter, gewöhnlich ein Bienenkorb.",
+ "aus Stroh. Geräte aus Stroh, wie überhaupt aus Bodengewächsen, gelten als Holzgeräte (Maim. H. Kelim I Ende).",
+ "oder aus Rohr und der Brunnen. Ein grosser hölzerner Wasserbehälter.",
+ "eines Alexandrinischen Schiffes. So heisst ein grosses Schiff, das zu weiten Seereisen dient.",
+ "welche einen Boden. שולים (eig. Saum) hier ein breiter flacher Boden, so dass das Gefäss zum Ruhen bestimmt ist (vgl. Vorb. 13). —",
+ "haben und vierzig Seah. Etwa 5—6 Hektoliter. Der Rauminhalt ist 3 Kubik-Ellen.",
+ "oder zwei Kor. Das sind 60 Seah.",
+ "Trockenes. Ein Gefäss fasst vom Trockenen, das man aufhäufen kann, 1½ mal so viel als vom Flüssigen. Doch gilt dies nur bei cylinderförmigen Gefässen, deren Durchmesser doppelt so gross als die Höhe ist (Sabbat 35 a und Raschi das.).",
+ "sind rein. Weil diese Geräte, wenn sie voll sind, nicht fortgetragen werden können (Vorb. 13).",
+ "sie mögen so viel. 40 Seah.",
+ "sind verunreinigungsfähig. Da sie dazu bestimmt sind, auch voll getragen zu werden, indem man sie entweder rollt oder auf einem Wagen fortbewegt.",
+ "Ein Wagen-Fass. Nach R. Hai und Bart. ein aus mehreren Dauben bestehendes rundes hölzernes Fass, das gewöhnlich auf einem Wagen durch Ochsen transportiert wird, vgl. Sabbat 84 a. — Das Fass ist wohl auch gewälzt oder gerollt worden (arab. دردر, wälzen, rollen, Fleischer bei Levy I 444).",
+ "ein Speisekasten. קוסטות, L. und A. קסתות (ebenso Sifra), gr. ϰίστη, nach Maim. ein grosser, in mehrere Fächer abgeteilter Kasten, der im Wagen der Könige sich befand und Speisen und Getränke für die Reise enthielt.",
+ "ein Gerber-Trog. עריבה (syr. ܥܰܪܒܳܐ) Trog, Mulde. Ein solches Gefäss gebrauchten die Gerber zum Einweichen der Felle.",
+ "ein Brunnen eines kleinen Schiffes und die Lade. ארון, gew. Lade. Hier scheint aber ein grosser Kasten darunter verstanden zu sein. Vielleicht ist es ein Sarg.",
+ "selbst wenn sie so viel. 40 Seah.",
+ "fortzubringen pflegt. Sie werden nur voll transportiert.",
+ "wenn sie so viel. 40 Seah.",
+ "Jehuda besteht nur die Meinungsverschiedenheit. Die Controverse des R. Meïr und R. Jehuda findet man im Sifra Schemini Par. VI, 6 mit folgenden Worten erklärt:
R. Meïr sagt: Alles, was die Weisen unter den Reinen aufgezählt haben, ist rein, das Übrige ist unrein. R. Jehuda sagt: Alles, was die Weisen unter den Unreinen aufgezählt haben, ist unrein, alles Übrige ist rein. Zwischen R. Meïr und R. Jehuda besteht nur die Meinungsverschiedenheit usw.",
+ "bezüglich eines Troges des Hausherrn. Dieses Gerät wurde weder unter den Reinen noch unter den Unreinen aufgezählt. Nach R. Meïr ist dieses daher, selbst wenn es 40 Seah fast, verunreinigungsfähig; nach R. Jehuda aber ist es, wenn es so viel fasst, rein."
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+ "Die Backbretter. ארוכות, lange Bretter, auf welche die Brote zum Aufgehen gelegt werden. And. LA. ארובות, runde Bretter. Nach ראב״ד (zu Edujot): ערוכות, glatte, abgehobelte Bretter, auf denen der Teig mit dem Walgerholz aufgetrieben wird. (Nach and. LA. עריבות, Mulden).",
+ "des Bäckers sind verunreinigungsfähig. Weil sie die Form eines Gerätes haben (Maim.). Nach Maim. Bart. und תוי״ט ist dies nur eine rabbinische Bestimmung. In Edujot 7, 7 wird diese Halacha von R. Josua und R. Papios bezeugt, gegen R. Elieser, der diese Geräte für rein erklärt.",
+ "die der Hausherren aber sind rein. Die im gewöhnlichen Haushalte gebrauchten Bretter sind nicht wie ein Gerät geformt. Nach ראב״ד sind die Bretter des Bäckers verunreinigungsfähig, weil sie zum Gebrauche als Gerät fest bestimmt sind, während im sonstigen Haushalte dieselben mitunter auch anderweitig verwendet werden.",
+ "Hat man sie jedoch hellrot. סרק (bibl. שרק) hellrot färben. Nach Bart, ist שרק = ששר, Mennige.",
+ "oder mit Safranfarbe. כרכם, den. von כרכום, Safran.",
+ "sind sie verunreinigungsfähig. Denn dadurch haben sie die Form eines Geräts erhalten, resp. sind sie zu diesem Gebrauche fest bestimmt worden.",
+ "Die Tafel. Nach B. batra 66 b handelt es sich hier um eine eherne Tafel, auf welche der Bäcker das gebackene Brot hinlegt.",
+ "Elieser für rein. Weil es mit dem Grundstück fest verbunden ist, wie die Haken an den Wänden, oben 12, 3. —",
+ "die Weisen aber für verunreinigungsfähig. Weil etwas, das vor der Befestigung den Namen eines Gerätes hat, auch nach der Verbindung mit dem Boden als Gerät gilt, so lange man nicht daran eine Veränderung gemacht hat, s. 20, 5—6.",
+ "Das Anrichtebrett. סרוד A. סריד, L. סרור, Rabed zu Sifra Mezora Sabim 2, 3: סדור. Nach letzterem ist es ein Anrichtebrett, auf das die Brote vor dem Backen gelegt und zum Ofen getragen werden. Nach Maim. ist es ein Waschgefäss, aus dem der Bäcker Wasser nimmt, um sich die Hände zu waschen und die Oberfläche des Brotes zu befeuchten. סרוד soll gleich כלי שמוש (Gebrauchsgerät) sein (wie בגדי שרד mit לבושי שמושא übersetzt wird). Einige nehmen es wie סרדה in 8, 3.",
+ "der Bäcker ist verunreinigungsfähig. Die Gestalt dieser Geräte, die ihnen damals bekannt war, führte sie dazu, die einen für verunreinigungsfähig und die andern für rein zu erklären (Maim.).",
+ "das der Hausherren ist rein. Die Gestalt dieser Geräte, die ihnen damals bekannt war, führte sie dazu, die einen für verunreinigungsfähig und die andern für rein zu erklären (Maim.).",
+ "Hat er dieses aber von allen vier Seiten mit einer Einfassung umschlossen. גפף, umschliessen, s. oben 8, Note 20.",
+ "Ist sie. Die Einfassung.",
+ "um den Teig darauf zu schneiden. קרץ, schneiden, den Teig in Stücke zerschneiden.",
+ "ist es verunreinigungsfähig. In Tosefta II 5, 4 heisst es (nach der LA. des R. El. Wilna): R. Simon sagt: Warum kann das סרוד der Bäcker, der offen (ohne Leisten) ist, unrein werden, (doch nur) weil er darauf den Teig schneidet und auf demselben die Stücke zum Ofen bringt, daher ist auch das der Hausherren, wenn man es zugerichtet hat, darauf den Teig zu schneiden und die Stücke zum Ofen zu bringen, verunreinigungsfähig.",
+ "ebenso ist das Walgerholz. מערוך, nach A. das Treib- oder Walgerholz; nach Maim. ein Brett, worauf der Bäcker das Brot ordnet."
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+ "Der Siebboden. ים נפה (das Meer des Siebes) ist nach R. Hai der aus Haar (nach ראב״ד aus Lederstreifen) geflochtene Siebboden; er heisst ים, weil er von einer hölzernen Einfassung umgeben ist, wie das Meer vom Trockenen. Nach Maim. ist es ein viereckiger Kasten, in welchen das feine Mehl hineinfällt. Nach der ersten Erklärung, die in der Tosefta eine Stütze hat, handelt es sich hier um einen Siebboden, der von der hölzernen Umgebung behufs Reinigung getrennt wurde (מ״א).",
+ "der Kernmehlmacher ist verunreinigungsfähig. Tos. II, 5, 5: Warum ist der Siebboden des Kernmehlmachers verunreinigungsfähig? Weil er ihn wieder zum Geräte zurückbringt.",
+ "der der Hausherren ist rein. Tos. das.: Der des Haushalts ist so lange rein, bis man ihn wieder an das Gerät angebracht hat. R. Simon, Sohn Jehuda’s, sagt im Namen R. Simons: Auch der des Kernmehlbereiters ist so lange rein, bis er ihn wieder mit dem Geräte verbunden hat.",
+ "Auch der der Haarflechterinnen ist als Sitz. Nach Vorb. 29.",
+ "weil die Mädchen beim Haarflechten darin sitzen. Die Haarflechterinnen haben wohl einen siebartigen Sitz mit Lehne gehabt, auf dem sie das Haar der Mädchen nach dem Waschen trockneten und flochten. Tos. II 5, 5 lautet: Das der Haarflechterin ist verunreinigungsfähig als Sitz, weil dies, während es ein Gerät ist, dazu dient, dass die Mädchen beim Haarflechten darin sitzen."
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+ "Alle Henkel sind verunreinigungsfähig. Sie werden als Teile der Geräte betrachtet, an denen sie angebracht sind.",
+ "ausser dem Henkel des Siebes und des Reuters. Des groben Siebes.",
+ "des Haushalts. Weil diese Henkel manchmal vom Geräte entfernt werden (יו״ב).",
+ "Alle sind rein. Nach den Weisen ist der Henkel nur dann verunreinigungsfähig, wenn er zum Gebrauche des Gerätes behilflich ist.",
+ "dem Henkel der Handsichel und dem Henkel des Stockes der Zoll-Aufseher. בלש (vom aram. בלש, suchen), der mit einem Stocke das Gepäck der Reisenden durchsucht, ob keine zollpflichtigen Gegenstände darin verborgen sind.",
+ "weil dieselben bei der Arbeit mithelfen. Man steckt oft während der Arbeit die Hand in den Henkel, wodurch die Arbeit leichter wird."
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+ "Die Schaufel. רחת, die Wurfschaufel, womit man Getreide und Hülsenfrüchte worfelt.",
+ "der Gräupner. Oben 12, Note 57.",
+ "die der Kornkammern. Mit der die zerstreuten Getreidekörner zusammengescharrt werden.",
+ "die der Keltern. Mit welcher die Körner und Hülsen aus dem Weine entfernt werden.",
+ "die der Tennen. Diese dient bloss zum Zusammenscharren der Körner (מ״א)."
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+ "Gesanges-Harfen. Die dazu dienen, den Gesang zu begleiten.",
+ "sind verunreinigungsfähig. Weil sie hohl sind und deren Behältnis dazu dient, das Geld aufzunehmen, das den Musikanten zugeworfen wird.",
+ "die Harfen der Söhne Lewi’s aber sind rein. Da die Leviten nur im Tempel spielten und kein Geld in ihre Harfen legten.",
+ "Alle Flüssigkeiten. Die 7 Flüssigkeiten (Vorb. 17—18), nach Maim.",
+ "aber die Flüssigkeiten im Schlachthause. Des Tempel-Vorhofes, s. Edujot 8, 4.",
+ "Alle heiligen Schriften. Die 24 Bücher der Bibel.",
+ "verunreinigen die Hände. S. Jadajim 4, 5 und Sabim 5, 12. Als Grund dieser rabbinischen Bestimmung wird von den Erkl. angegeben, dass man die heiligen Schriften gewöhnlich zusammen mit den heiligen Hebe-Speisen verwahrte, und dadurch wurden auch erstere von den Mäusen beschädigt; deshalb verordnete man, dass die heiligen Schriften auf die Teruma eine verunreinigende Wirkung (פסול) üben sollen, und ferner dass die Hände, welche die heilige Schrift berühren, dieselbe Wirkung haben. Nach dem T. Babli (Sabbat 14 a) hat man dies verordnet, damit man die heiligen Schriften nicht mit blossen Händen anfassen solle.",
+ "ausser dem Gesetzbuche des Tempel-Vorhofes. Aas dem der Hohepriester am Versöhnungstage und der König am Ausgang des Schemittajahres vorlesen (s. Mischna Joma 7, 1 und Sota 7, 8). Dieses Buch stand in so hoher Achtung, dass nicht zu befürchten war, man würde Teruma-Speise daneben legen (Maim.) Tosefta hat: ספר עזרא.",
+ "Der Markoph. Nach den Erklärern „ein hölzernes Pferd“, auf welchem die Possenreisser sassen und die Leute durch Gesänge belustigten, vgl. R. Hai, der diese Erklärung im Namen eines Talmud zu Kelim, den man im Lande Roma (בארץ רומא) gefunden haben soll, citiert. R. Hai selbst meint, es sei dies ein Pferd aus Zedernholz (von ריכפת im Targum zu 1. Kön. 6, 9), vgl. noch weiter 16, 9. Einige lesen המרכוב und erklären, es sei das Holz an der Harfe, um welches die Saite gewickelt wird (Aruch).",
+ "die Guitarre. בטנון (von בטן, Leib) ein Spielinstrument, das der Spielende vor dem Leibe trägt, Guitarre (R. Hai und Bart.).",
+ "der Niktemon. נקטמון in M. Sabbat 6, 8: אנקטמין. Nach Jerusch. das. ist es אונוסקטמון (ὄνος ϰατ’ ῶμον) eine Eselsfigur, die von Komödianten zur Belustigung auf der Schulter getragen wurde. Im Babli Sabbat 66 b (die LA. ist dort לוקטמין) werden ausser dieser noch zwei andere Erklärungen gegeben: „Stelzfüsse“ oder „Larve.“ Über den Widerspruch zwischen der Bestimmung hier und der in Sabbat vgl. ר״ש.",
+ "und die Trommel. אירוס (auch M. Sota 9, 1) nach den Erklärern, eine Handtrommel.",
+ "Die Trommel kann verunreinigt werden als Sitz. Vgl. oben 15, 3.",
+ "weil die Klagefrau. אלית (von אלי, wehklagen, Joel 1, 8) das Trauerweib, das die Trauermusik spielt, vgl. 16, 7.",
+ "Eine Wiesel-Falle ist verunreinigungsfähig. Es ist ein Gerät, das zum Aufnehmen bestimmt ist, weil man das Fell des Wiesels benutzen kann (א״ר).",
+ "Eine Mausefalle ist rein. Man fängt nur die Maus, um sie zu töten und wegzuwerfen."
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+ "ist rein. Nach 17, 1 ist es schon rein, wenn es ein Loch hat, durch das ein Granatapfel durchfallen kann.",
+ "Der Doppeltisch. Ein Tisch mit zwei Platten, die durch Angeln mit einander verbunden sind und auf- und zusammengeklappt werden können.",
+ "die zu verschiedenen Frucht-Arten eingerichteten Schüsseln. Eine grosse hölzerne Schüssel mit Fächern für verschieden e Fruchtarten. מזנון (von זן, Art) verschiedene Arten enthaltend.",
+ "und der Fussschemel. Lies: אפיפודין, ὑποπόδιον, ein Fussschemel.",
+ "des Hausherrn. Es waren dies solche, die zum Auf- und Zusammenklappen eingerichtet waren, vgl. Sachs, Beiträge I 165.",
+ "Auch die Schale. מגס (syr. ܡܰܓܣܳܐ) Schale. Hier ist eine Doppelschale gemeint, die manche auch, wenn sie entzwei gegangen, noch gebrauchen. Über die Etym. s. Pesachim V Anm. 42.",
+ "und die babylonische Schüssel. קוד, ein hölzernes Essgerät, das man auf der Reise mit sich führte und das in zwei oder mehrere Fächer geteilt war, vgl. Gittin 68 b und Raschi das.",
+ "Von wann an. Nedarim 56 b und Parallelst.",
+ "nehmen hölzerne Geräte Unreinheit an. Wann sind sie als fertig zu betrachten.",
+ "Das Bett und die Wiege. עריסה (dimin. von ערס = ערש, Bett) kleines Bett, Wiege.",
+ "sobald man sie mit der Fischhaut. Von einem Fische mit rauher und stacheliger Haut.",
+ "abgerieben hat. Um die Splitter von der Oberfläche zu beseitigen.",
+ "so sind sie verunreinigungsfähig. Auch ohne abgerieben zu sein.",
+ "sobald man drei Maschenreihen. Um die Stangen des Bettrahmens wurden der Länge und der Breite nach Stricke gezogen, die so ein Netz bildeten, wovon jede Maschenreihe בית (Haus, Gehäuse) genannt wurde (vgl. Krengel, Hausgerät in der Mischna I 23).",
+ "darin geflochten hat. סרג = שרג, flechten (Job 40, 17)."
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+ "Die hölzernen Körbe. Werden als fertig gearbeitet betrachtet.",
+ "sobald man den Verschluss gemacht. חסם, verstopfen, verbinden, einen Verschluss machen. Hier ist der Verschluss am oberen Rande gemeint.",
+ "und sie beschnitten hat. קנב (arab. قنب, Reben beschneiden), hier: die aus dem Geflechte hervorstehenden Späne abschneiden.",
+ "wenn man sie nicht von innen. Sondern bloss von aussen.",
+ "weil man sie so schon bestehen lässt. Da die Palmzweige weich sind und der Korb auch ohne Beschneidung von innen gebraucht werden kann.",
+ "Der Frachtkorb. כלכלת (von כול, fassen) ein Korb, der gewöhnlich zum Aufbewahren von Feigen und anderen Früchten dient und aufgehängt wird.",
+ "Ein Flaschenkorb. לגין, gr. λάγυνος, Flasche.",
+ "weil man sie so schon bestehen lässt. Nach der Tosefta (II 5, 13) werden diese Behälter aus Palmzweigen gemacht, s. Note 20."
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+ [
+ "Die kleinen Tischkörbchen. קנון, gr. ϰανοῦν, ein Korb zu Brod, Früchten u. dgl. (canistrum).",
+ "und die Handkörbe. קלת, gr. ϰάλαϑος, ein geflochtener Handkorb.",
+ "Die grossen Brodkörbe und die grossen Getreidekörbe. סוגין (von סוג umzäunen, einschliessen) Körbe für Getreide, Mehl und dgl. R. Hai hat eine LA. סואים (Tos.: סאין), wie das Hebr. סאה, ein Getreidemass.",
+ "sobald man zwei Kreise. דור, ein Kreis.",
+ "an ihrer Breite. Zwei Kreise rund um den ganzen Korb. Nach den Commentaren sind hier die untersten zwei Windungen am Boden des Korbes gemeint. Doch ist nicht einzusehen, warum diese Körbe schon beim geringsten Anfang Unreinheit annehmen, während bei den vorhergehenden erst nach seinem Verschluss das Gerät als fertig gilt. Man müsste annehmen, dass dieser Korb auch schon bei einer so geringen Höhe gebraucht wird. Es wäre aber auch möglich in שני דורין zwei besonders starke Kreise zu erblicken, die oben den Abschluss des Korbes bildeten, und da die Körbe oben am breitesten waren, wird diese Stelle mit לרוחב שלהן bezeichnet.",
+ "Der Boden. S. oben 15, 3.",
+ "des feinen und groben Siebes und der Wagschale. Eine aus Weiden geflochtene Wagschale. Bart. liest וכן statt וכף, das Gestell der Wage.",
+ "sobald man einen Kreis. Bei diesen Geräten genügt dies, um es gebrauchen zu können.",
+ "Der Weidenkorb. קופח (arab. قغة, cophinus) ein grosser Korb, gewöhnlich aus Weiden geflochten.",
+ "sobald man zwei Windungen. צפירות, vom arab. ضغر, flechten, sind nach Maim. die Windungen, die man mit einem aus Ruten geflochtenen langen Seile über dem Boden des Korbes in beliebiger Anzahl über einander legte. Diese Windungen wurden zusammengenäht und bildeten die Wandung des Korbes; vgl. Jer. Sabb. 7, 2 (10 c). Die Tosefta hat צבירות (vielleicht von صبر, Rand).",
+ "der Korkkorb. ערק, nach Bart. ein Korb aus Kork, von geringerer Höhe als die קופה. Arab. عرق, ein aus Palmblättern geflochtener Korb.",
+ "sobald man eine Windung. Bei diesen Geräten genügt dies, um es gebrauchen zu können."
+ ],
+ [
+ "Die Tasche. תורמל, aram. und syr. Hirtentasche, vgl. Targ. zu 1. Sam. 17, 40.",
+ "sobald man den Verschluss gemacht. D. h. gesäumt hat.",
+ "sie beschnitten. Man entfernt mit einem Beschneidemesser die Narben des Ledere.",
+ "und ihre Schleifen. קיחות, and. LA. קיהות, sind nach Bart. u. A. die an den Enden angebrachten Schleifen, durch welche man Schnüre zum Zuschnüren der Tasche durchzieht. Nach R. Hai und Maim. ist es mit קיח in Jes. 61, 1 zusammenzustellen, dass „Verschluss“ bedeuten soll.",
+ "Sobald man die Ohren. Nach יו״ב und מ״א sind die אזנים in den קיחות mit enthalten. Es sind zwei grosse Schleifen, die an zwei entgegengesetzten Seiten der Tasche angebracht sind und auseinander gezogen werden, wenn man die Tasche öffnen will.",
+ "daran gemacht hat. Auch wenn die kleinen Schleifen nicht daran sind, da man die Tasche mit einer Schnur umwickeln kann.",
+ "Das Schurzfell. סקורטיא (scortea), Lederzeug. Nach Ned. 45 b ist darunter ein ledernes Schurzfell der Gerber verstanden. R. Hai und Maim. erklären es hier als eine Lederdecke, auf der man speist.",
+ "sobald man den Verschluss gemacht. D. h. gesäumt hat.",
+ "es beschnitten und die Schnüre. צצתה, L. ציציתה, wie die ציציה am Talith, Schnüre, womit man die Schürze um den Leib bindet. Nach Maim. ist es ein runder Schmuck in der Mitte der Lederdecke (vgl. aber יו״ב und מ״א).",
+ "Sobald man die Ringe. An denen die Schnüre befestigt sind.",
+ "Eine Bett-Unterlage. קטבוליא, gr. ϰαταβολή, Unterlage (vgl. Oholot 8, 1).",
+ "sobald man den Verschluss gemacht. D. h. gesäumt hat.",
+ "Sobald man die Schleifen. S. oben Note 38.",
+ "daran. Womit man sie an die Bettstelle befestigt.",
+ "gemacht hat. Obgleich man sie noch nicht gesäumt hat.",
+ "Die Decke. Vgl. weiter 20, 1.",
+ "Sobald man sie zugenäht und weniger als fünf Handbreiten offen gelassen hat. Um sie mit Wolle oder Heu zu füllen."
+ ],
+ [
+ "Ein Feigenkorb. פטיליה (gr. πατέλλιον, dim. von πατέλλα, eine Schüssel), ein Weidenkorb zum Aufbewahren getrockneter Feigen, Tos. Sabb. 12 (13), 15.",
+ "aber der grosse Getreide-Behälter. חסינה, nach Maim. ein hausgrosser weidener Behälter, in welchem man Weizen aufbewahrt. ממגורות (Joël 1, 17) wird vom Targ. mit חוסניא übersetzt. St. חסן, aufbewahren.",
+ "ist rein. Er gilt nicht als Gerät, weil er wegen seiner Grösse nicht hin und her getragen wird.",
+ "Fruchtkörbchen. סגניות nach den Comment. ein kleines Behältnis zu frischen nassen Früchten (vom St. סוג, einschliessen; Kohut: σαγάνη Netz?).",
+ "aus Blättern sind rein. Weil diese keine dauerhaften Geräte sind.",
+ "Ein Geflechte für Datteln. חותל, ein Geflechte aus Palmzweigen, in welches die unreifen Datteln getan werden, damit sie dort zur Reife kommen. Die unreife Dattel heisst תוחלא, aus dem (nach R. Hai) חותל transp. ist. Nach Maim. stammt es vom Hebr. חתל, einwickeln.",
+ "wenn man leicht hineintun und herausnehmen kann. Es ist ein dauerhaftes Gerät, das man auf- und zumachen kann.",
+ "so ist es rein. Weil man dies nur für kurze Zeit gebraucht und dann wegwirft."
+ ],
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+ "Der lederne Handschuh. So erklären das Wort die meisten Commentare. קסיה wäre dann gleich כסיה, Bedeckendes (vgl. קוס = כוס, oben 4, 3). Andere erklären es mit „Schürze“ oder „Kopfbedeckung“ (eine Art Helm = cassis), vgl. תוי״ט.",
+ "der Worfler. Maim. (H. כלים 7, 5) las זורעי גינות (der Gärtner).",
+ "Auch der der Gräupner. S. oben 12. Note 57.",
+ "das zum Aufnehmen. Um etwas damit fassen zu können, ohne dass ein Dorn oder Splitter die Hand verwandet.",
+ "was nur des Schweisses wegen. Damit die Sache, woran er arbeitet, nicht durch den Schweiss seiner Hand beschädigt werde; oder: um damit den Schweiss abzutrocknen."
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+ [
+ "Der Mistsack. מלקוט (a. LA. מקלוט, auch מיקלוט) nach Maim. ein lederner Sack, um den Mist des Dreschtieres aufzunehmen, damit das Getreide nicht besudelt wird. Nach Aruch u. A. ist es ein Leder, das man dem Rinde vor die Augen bindet, damit es im Kreise herumgehe und dresche.",
+ "des Rindes und dessen Maulkorb. חסים, (bessere LA. חסום L. חיסום), Sabbat 53 a.",
+ "das Räuchergefäss. מדף, nach den meisten Comment. ein Räuchergefäss, womit man die Bienen wegtreibt, wenn man den Honig aus dem Bienenkorbe nehmen will (von נדף, vertreiben). Nach R. Hai ein Brett (von דף) vor dem Bienenkorbe, auf welchem die Bienen sich niederlassen (vgl. gegen diese Erkl. Fleischer bei Levy III 305).",
+ "für die Bienen und der Fächer. מנפה (von נוף, wehen, fächeln) Fächer.",
+ "Der Deckel des Schmuckkastens. קופסא (M. קפצה, L. קפסה), gr. ϰάψα, ein Behälter für Schmucksachen oder Kleidungsstücke.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Weil man mitunter den Deckel für sich gebrauchte (s. oben 12, 3).",
+ "der der Kleiderkiste. קמטרא, gr. ϰάμπτοα, Targ. zu מלתחת (2. Kön. 10, 22).",
+ "der Deckel eines Korbes. Diese Deckel sind nicht mit dem Geräte verbunden.",
+ "die Presse des Zimmermanns. Womit er krumme Bretter gerade presst.",
+ "der Stuhl. הכסא, and. LA. הכסת, das Kissen.",
+ "unter der Lade. Man stellt ihn unter die Lade, damit sie nicht durch die Feuchtigkeit der Erde Schaden leide.",
+ "und die Wölbung. קמרון, gr. ϰαμάριον, Wölbung, eine gewölbte Decke, die zeltartig über der Lade liegt, um diese vor dem Regen zu schützen.",
+ "das Lesepult. אנגלין, andere LA. אנלגין, gr. ἀναλογεῖον, ein Lesepult, so ר״ש und Aruch. And. Erkl.: ein Futteral (Bart.) oder die Form, auf der man das Futteral für die Gesetzrolle macht (Maim). Eine and. Erklärung in den Comment. zu Jerusch. Megilla 3, 1.",
+ "das Gehäuse zum Riegel. Das Riegelloch, worin man den Riegel hineinschob.",
+ "das Gehäuse des Schlosses. Das Gehäuse, wo man den Schlüssel hineinsteckte (Tosefta Erubin 10, 1).",
+ "die Kapsel der Mesusah. Das Pergamentstück, worauf die Abschnitte Deut. 6, 4—9 und 11, 13—21 geschrieben sind, das in einer Kapsel an den Türpfosten befestigt wird. Die letztgenannten drei Gehäuse sind rein, weil sie am Grundstück befestigt sind, so dass sich die Regel des R. Jehuda am Ende dieser Mischna nicht hierauf bezieht (מ״א). Nach den and. Erklärern sind hier Futterale gemeint, die nicht am Grundstück befestigt sind.",
+ "zu Harfen. Vgl. oben 15, 6 und Erubin 10 Note 71.",
+ "der Block. אמום, syr. ܐܰܡܽܘܡܳܐ, eine Form (arab. امام, Muster) Figur eines Menschenkopfes, auf der man die Turbane verfertigte.",
+ "der Markoph. S. oben 15, Note 62. Ar. gibt hier noch die Erklärung: „der Griff des Winzermessers;“ vgl. Tosefta I 5, 10 (die aber auch nach der anderen Auffassung erklärt werden kann).",
+ "das Spielinstrument. רביעית das Targ. übers. מנענעים (2. Sam. 6, 5) mit רביעין. Nach Maim. sind es zwei Hölzer, die taktmässig aneinander geschlagen wurden; nach And. besteht das Instrument aus viereckigen Brettern.",
+ "der Klagefrau. S. oben 15, Note 67.",
+ "der Sonnenschirm. גנוגנות, M.: גנונת (von גנן, schirmen.) Nach Maim. ist unter עני der Handwerker zu verstehen, nach Deut. 24, 15. Ar., ר״ש und Bart. erklären גנוגנה als eine Tasche.",
+ "die Stützen. Balken, mit denen man das Bett stützte, dass es nicht zerbreche.",
+ "die Form. טפוס = typus.",
+ "der Tephilla. תפלה, Einz. von תפלין (Phylakterien). Gemeint ist die Form für die Gehäuse (בתים) der Tephillin.",
+ "das Modell der Kleider-Weber. סותות, M.: סות, nach Maim. Gewand, Gürtel, wie Gen. 49, 11. Bart. liest: סאגות und erkl.: Ketten. Gemeint sind (wie aus R. Hai und ר״ש zu ersehen ist) die geflochtenen Kettchen (תיכי חלילאתה, Sabb. 57 a), in welche das Kopfhaar der Frauen hineingeflochten wird. Es gibt hier noch eine Menge Varianten..",
+ "Alles. Vgl. Sifra Schemini Par. VI, 4.",
+ "was den dem Menschen dienenden Geräten sowohl während des Gebrauches derselben dient. Unter den flachen hölzernen Geräten (פשוטי כלי עץ) sind dreierlei Arten zu unterscheiden (vgl. Tosefta II 10, 7): 1. משמשי אדם, solche sind rein. 2. משמשי אדם ומשמשי אדם ; über diese beiden vgl. Vorb. 12. — 3. משמשי משמשיו של אדם, Gegenstände, die nur den vom Menschen gebrauchten Geräten dienen. Über diese stellt R. Jose seine Regel auf.",
+ "als auch während sie nicht gebraucht werden. Es bleibt stets mit dem Geräte verbunden, auch wenn dieses nicht gebraucht wird, wie z. B. der Deckel des Schmuckkästchens.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Es wird wie das Gerät selbst betrachtet, selbst wenn es nicht mit dem Geräte verbunden ist.",
+ "während sie gebraucht werden. Wie etwa die verschiedenen Modelle der Handwerker.",
+ "so ist es rein. Umso mehr gilt dies von den flachen Gegenständen, die den Geräten bloss, während sie nicht gebraucht werden, dienen, wie das Futteral einer Harfe (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "des Dolches. Oben 13, Note 2.",
+ "das Futteral des Zwickmessers. Das. Note 10.",
+ "das Futteral des Schminkstifts. Das. Note 13.",
+ "die Schminkdose das Futteral des Schreibstils. Das. Note 14.",
+ "und das Futteral mit mehreren Fächern. תרונתק, zusammengesetzt aus תרין und תיק (zwei Futterale), ein Futteral mit mehreren Fächern (Maim.).",
+ "das Futteral einer Tafel. Nach כף נחת (bei תוי״ט) ist hier eine Metalltafel, auf welcher der Lauf der Gestirne gezeichnet ist, gemeint. Nach מ״א, ebenso Levy, soll טבלא hier eine Handpauke sein (gr. τάβαλα).",
+ "die Lederdecke. Oben Note 41.",
+ "der Köcher und das Behältnis für die Geschosse. פגוש, M.: פגוז Targ. zu קבל (Ez. 26, 9), Wurfgeschoss.",
+ "diese sind verunreinigungsfähig. Weil sie ein Behältnis haben (יו׳׳ב). Nach Maim. und א״ר dienen diese Futterale den Geräten auch, während sie gebraucht werden, was aber יו״ב mit Recht unbegreiflich findet.",
+ "das Futteral der Doppelflöte. Oben 11, Note 61.",
+ "wenn man diese von oben hineinlegt. Die Öffnung des Futterals ist oben.",
+ "rein. In diesem Falle wird das Futteral nicht als ein Behältnis sondern bloss als eine Decke betrachtet.",
+ "Der Überzug des Spiesses. אלה, arab. الة, ein kurzer Spiess. Nach And. ist אלה ein Streitkolben oder ein runder Schild.",
+ "ist rein. Nach Sifra Schemini Par. VIII, 7."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Bei. Berachot 41 a.",
+ "allen Geräten. Von Holz. Über irdene Geräte s. 3, 1 f; über Metallgeräte 14, 1.",
+ "der Privatleute. S. Raschi zu Sukka 6 a.",
+ "gilt als Mass. Des Loches, wodurch das Gerät rein wird.",
+ "der Granatapfel. Wenn das Loch so gross ist, dass ein Granatapfel durchfällt, s. M. 4.",
+ "Es kommt auf die Bestimmung der Geräte an. Nach Maim. und Bart. sind hier die Worte des R. Elieser zu Ende. Nach ihm kommt es bei jedem Geräte auf seine Bestimmung an, so dass z. B. ein Gerät, das zu Oliven bestimmt ist, rein wird, wenn es ein Loch bekommt, durch welches eine Olive durchfällt. Das folgende קופות הגננים sagt wieder der erste Tanna, der damit Ausnahmefälle anführt, bei denen nicht der Granatapfel als Mass gilt. Nach ר״ש und יו״ב ist קופות הגננים u. w. Fortsetzung der Worte des R. Elieser, der damit Exempel für seinen Lehrsatz anführt.",
+ "ein Kraut-Bündel. Wenn ein Kraut-Bündel durch das Loch fallen kann.",
+ "bei den der Hausherren Stroh. Ein Stroh-Bündel.",
+ "bei den der Bademeister Holzspäne. גבבה, (von גבב, zusammenlesen) nach א״ר Holzspäne; nach And. Stoppeln. Auch hier ist ein Bündel gemeint.",
+ "Josua. Das ist (nach ר״ש) der erste Tanna, der mit R. Elieser kontroversiert. Nach And. geht R. Josua noch weiter als der erste Tanna, indem er nicht bloss bei den Geräten der Privatleute, sondern auch bei den der Fabrikanten die Granate als Mass gelten lässt."
+ ],
+ [
+ "Beim Schlauche. Von Leder.",
+ "ein Knäuel. פקעיות Mehrz. von פקעת, oben 10, Note 41.",
+ "Aufzuggarn. Oben 1, Note 38. Dies ist die Ansicht des R. Elieser b. Jakob in der Tosefta, vgl. Chullin 138 a.",
+ "wohl aber. Anstatt אעפ״י שמקבלת liest L.: אעפ״י כן מקבלת. Danach ist der Sinn einfach der: „Wenn er Aufzuggarn nicht hält, trotzdem aber Einschlaggarn hält, so ist er noch unrein. Nach unserer LA. muss hier אף על פי den Sinn von הואיל (weil) haben, wie in Megilla 4 b (Ende), vgl. מ״ש. Es ist daraus zu schliessen, dass er wohl rein wird, wenn er auch Einschlaggarn nicht halten kann. (Nach Maim. H. Kelim 7, 6 dagegen ist er erst rein, wenn dessen grösster Teil gelöchert ist). Es ist aber unbegreiflich, welchen Zweck das Mass בפקעיות של שתי hat, da der Schlauch bei einem Loch von dieser Grösse doch nicht rein ist. Was die Kommentare zur Erklärung dieser Auffälligkeit sagen, befriedigt nicht. Es ist die Annahme notwendig, dass bis בפקעיות של שתי die Ansicht von R. Elieser b. Jakob, von אם אינה u. s. w. die Ansicht eines anderen Tanna vorliegt. א״ר liest טהורה statt טמאה, ebenso weiter; doch findet diese LA. nirgends eine Bestätigung.",
+ "wohl aber Schüsseln. תמחוי ist eine grosse Schüssel. Über die Etym. vgl. Baneth in Pesachim V, Note 42.",
+ "Ein Nachtgeschirr. רעי, L.: ראי, Nahum 3, 6.",
+ "Rabban Gamliel erklärt es für rein. R. Gamliel bezieht sich bloss auf בית הרעי (יו״ב).",
+ "weil man es so nicht bestehen lässt. And. LA.: מפני שהן מקיימין אותו . Dann bezieht es sich nach Bart. auf die Worte des ersten Tanna, der es für unrein erklärt, weil man es so noch bestehen lässt, (vgl. aber מ״א)."
+ ],
+ [
+ "ein Laib Brot. Wenn das Loch so gross ist, dass ein Laib Brot durchfällt, ist der Korb rein. Die Laibe Brot waren rund und jeder so gross, dass er für zwei Mahlzeiten ausreichte, Peah 8, 7 (יו״ב).",
+ "Wenn man am Papyrus-Geräte. אפיפיירות, Tosefta: פיפיארות, R. Hai: עפיירות. Letzterer erklärt: „Ein Gerät, das aus Papyrus-Stauden gemacht ist, und zwar ist dies ein grosser Korb, der wie Gitter- und Netzwerk gemacht ist und kein Getreide aufnehmen kann, sondern nur etwa Äpfel, Birnen oder Granatäpfel.“",
+ "Rohr von unten nach oben zur Befestigung. Nach Bart. handelt es sich hier um ein Gerät, dessen Boden durchbrochen war und dadurch wieder repariert wurde, dass man von unten am Boden bis nach oben Rohr eingesetzt hat. Maim. (H. Kelim 6, 4) hat: מלמעלה ומלמטה (oben und unten). Nach יו״ב spricht die Mischna hier von einer gitterartigen Tafel (wie in Kilajim 6, 3), in welche man an den Rändern senkrecht nach oben gerichtetes Rohr angebracht hat, לחיזוק, damit das Gerät, das bisher ein flaches Holzgerät (פשוטי כלי עץ) war, nun etwas fassen könnte.",
+ "Hat man irgendwelche Handhaben. גפיים sind nach Ar. hier dasselbe wie אזניים, Handhaben. And. erklären, wie das Wort sonst bedeutet: Ränder ringsum.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Es wird dadurch ein vollkommenes Gerät.",
+ "Wenn es mit den Handhaben nicht weggetragen werden kann. Die Handhaben oder die Ränder sind nicht stark genug, dass man vermittelst derselben das Gerät aufheben und wegtragen könnte. Nach Maim. ist dieses Gerät auch bei einem Loche, durch das eine Granate durchfällt, verunreinigungsfähig, weil es von vorn herein so gemacht wird. Dadurch würde sich die Stellung dieser Halacha in diesem Perek erklären."
+ ],
+ [
+ "von denen man gesprochen hat. Oben Mischna 1.",
+ "deren drei mit einander verbunden sind. Und einer von den dreien durch das Loch herausfällt. Hierzu muss das Loch grösser sein, als wenn bloss eine einzelne, nicht mit andern verbundene Granate durchfallen soll. So erklärt Bart., vgl. תוי״ט. Viele andere Erklärungen zu diesem Satze sind zusammengestellt im מי נפתוח.",
+ "Beim Sieb und Reuter. Die gewöhnlich so gebraucht werden, dass man sie schüttelt.",
+ "wenn man sie. Das Sieb und den Reuter.",
+ "nimmt und damit hin und her geht. Wobei durch das Schütteln die Granate auch durch ein kleineres Loch herausfällt.",
+ "beim Korbe. Der gewöhnlich auf dem Rücken getragen wird, so dass, während man ihn an den Rücken hängt, durch die Bewegung die Frucht auch durch ein kleineres Loch herausfällt.",
+ "wenn man ihn an den Rücken hängt. פשל, vgl. B. mezia 3, Note 53.",
+ "Bei. Von hier ab sind es nicht mehr die Worte des B. Simon b. Gamliel.",
+ "die keine Granatäpfel aufnehmen können. Sie sind so klein, dass sie nicht drei Granaten fassen.",
+ "beim Viertel. ¼ Kab.",
+ "beim Halbviertel. ⅛ Kab.",
+ "bei den kleinen Körbchen. Oben 16, 3.",
+ "gilt als Mass deren grösster Teil. Wenn der grösste Teil des Bodens durchlöchert ist, sind sie rein.",
+ "Eine Olive. Sobald durch das Loch am Boden eine Olive durchfallen kann, sind sie rein.",
+ "Sind sie durchbrochen. An den Seitenwänden, und zwar bis an den Boden herab (מ״ש).",
+ "ist ein Teil von ihnen abgeschnitten. גמם (syr. ܓܰܡ) abschneiden.",
+ "wenn sie auch nur etwas halten können. Nach R. Ephraim Aschkenasi (im מ״ש) bedeutet hier במח שהן: „Es kommt auf die Bestimmung des Gerätes an“, wie oben in Mischna 1."
+ ],
+ [
+ "von dem sie. Die Weisen.",
+ "sondern ein mittlerer. Vgl. Mischna 6.",
+ "Inwiefern aber sind die Granatäpfel von Baddan. בראן, ein Ort in Samaria, nordöstlich von Sichem gelegen (Schwarz, Heil. Land 127).",
+ "genannt worden. Vgl. Orla 3, 7.",
+ "als diese. Wenn sie verbotene Früchte sind, etwa als Orla (Lev. 19, 23).",
+ "das mit ihnen Vermengte in jedem Verhältnisse. Wenn auch nur ein verbotener Granatapfel mit tausend anderen vermengt worden.",
+ "heiligen. D. h. verboten machen.",
+ "Dies die Worte R. Meïrs. Vgl. Orla 3, 7, wo B. Meïr anderer Ansicht zu sein scheint; doch ist dies in Wahrheit nicht der Fall, wie א״ר bereits gezeigt hat.",
+ "dass sie als Mass für die Geräte gelten. Das Gerät wird erst rein, wenn es ein Loch hat, durch welches der Baddan-Granatapfel durchfällt.",
+ "Jose. Viele Comment. haben hier: R. Jehuda (vgl. מ״ש).",
+ "Die Granatäpfel. Jerusch. Demai 2, 1; Orla 3, 4.",
+ "von Baddan und die Lauchgewächse von Geba. גבע ist ebenso wie בדאן ein samaritanischer Ort. Die Tosefta II 6, 10 nennt ihn: גבע של בין הכותים (Geba des Gebietes der Kuthäer).",
+ "insofern sie an jedem Orte als gewiss (noch nicht verzehntet. Da die Samaritaner (Kuthim) die Früchte, die sie verkaufen, gewiss nicht verzehnten.",
+ "verzehntet werden müssen. Dagegen sind die sonstigen von einem עם הארץ gekauften Früchte bloss דמאי, d. h. im Zweifel, ob sie verzehntet sind oder nicht, vgl. die Vorbemerkungen zum Tr. דמאי."
+ ],
+ [
+ "Die Ei-Grösse. Die Grösse eines Hühnereies (Maim., vgl. מ״א ,מ״ש und תא״ש).",
+ "von der sie. Die Weisen.",
+ "gesprochen haben. An verschiedenen Stellen wird dies als Mass angegeben, z. B. Berachot 7, 2; Sukka 2, 5; 3, 7, und in Bezug auf die Unreinheit der Speisen in Joma 80 a.",
+ "ins Wasser. In ein Gefäss, das bis an den Rand mit Wasser gefüllt ist.",
+ "Wasser. Das aus dem Gefäss herausgeflossen.",
+ "welches das grösste and welches das kleinste Ei sei. Vielleicht gibt es noch grössere oder noch kleinere.",
+ "Es mass daher alles nach dem Augenmasse. Wörtlich: nach dem Gedanken des Sehenden (Bestimmenden)."
+ ],
+ [
+ "von dem sie. Die Weisen.",
+ "gesprochen haben. In Sabbat 7, 4; Erubin 7, 8.",
+ "Die grösste. Einige lesen: הקטנה, die kleinste (א״ר ,מ״ש und יו״ב), weil sie es seltsam finden, dass im gelobten Lande die Feigen am kleinsten sein sollen. Doch ist diese LA. nicht bezeugt und blosse Konjektur."
+ ],
+ [
+ "Das Oliven-Mass. Berachot 39a.",
+ "von dem sie gesprochen haben. Bei sehr vielen Massbestimmungen, z. B. bei allen verbotenen Speisen, vgl. Erubin 4 b.",
+ "das ist die Egori-Olive. אגורי, nach Berachot 39 a heisst sie so, weil das Öl in der Frucht gesammelt ist, d. h. (nach Raschi) die Flüssigkeit ist nicht in der Frucht eingesogen, wie etwa bei Äpfeln, sondern sie ist darin gesammelt, wie bei den Weinbeeren; abweichend davon Jerusch. Bikkurim 1, 3. Nach Rapoport, Erech Millin 14, heisst sie אמרי nach der Handelsstadt Egra am aelanitischen Meerbusen. Vgl. auch Löw bei Krauss, Lehnwörter II 7.",
+ "von dem sie gesprochen haben. Oben 1, 4; Ohalot 2, 3.",
+ "das ist dem der Wüste. Diese Gerste wuchs wohl in der Wüste Jehuda; vgl. „Wüsten-Ysop“ in Negaïm 14, 6.",
+ "von der sie gesprochen haben. Negaïm 4, 6; Chagiga 11a.",
+ "Alles. Ohalot 16, 1.",
+ "Bewegliche bringt. Auf den Menschen, der dasselbe trägt (s. Vorb. 27).",
+ "wie die Dicke eines Rinder-Steckens. Oben 9, Note 80.",
+ "dessen Umfang eine Handbreite beträgt. Die Dicke ist demnach ⅓ Handbreite."
+ ],
+ [
+ "von der sie. Die Weisen.",
+ "gesprochen haben. Z. B. Erubin Anf.; Sukka Anf.",
+ "ist die mittlere Elle. Von 6 Handbreiten. Über die grosse Elle s. weiter unten; über die kleine s. Mischna 10.",
+ "Zwei. Pesachim 86 a.",
+ "Ellen. Zwei grosse Ellen.",
+ "Residenz-Schuschan. So hiess das östliche Tor des Tempelberges, weil darüber die persische Residenz Schuschan abgebildet war (Middot 1, 3).",
+ "die im nordöstlichen Winkel war um eine halbe Fingerbreite grösser als die mosaische. Die von Moses beim Baue der Stiftshütte gebrauchte, die 6 Handbreiten betrug Maim.).",
+ "Zu welchem Zwecke hat man eine grössere. Damit sind die zwei grossen Ellen am Schuschan-Tore gemeint, von denen, wie in Menachot 98 a angegeben, die kleinere bei Silber- und Goldarbeiten und die grössere bei Bauwerken gebraucht wurde. Darum heisst es: „eine grössere“, weil bei jeder Arbeit nur eine der beiden grösseren Verwendung fand.",
+ "und eine kleinere Elle. Die mosaische Elle.",
+ "Bloss damit die Handwerker nach der kleineren. Der mosaischen.",
+ "Elle übernehmen. D. h. abschliessen. Sie haben sich vertragsmässig verpflichtet, zu einem festgesetzten Preise eine mosaische Elle zu arbeiten.",
+ "und nach der grösseren wiedergeben. Sie gaben zu jeder Elle eine halbe resp. eine ganze Fingerbreite hinzu.",
+ "kommen. Wenn sie knapp messen, könnten sie mitunter zu wenig geben und eine Untreue am Heiligen begehen."
+ ],
+ [
+ "R. Meïr sagt. Erubin 4 b.",
+ "Alle Ellenmasse. Am Heiligtum.",
+ "waren nach der mittleren. Von 6 Handbreiten.",
+ "ausgenommen die des goldenen Altars, der Hörner (des Altars. Im Vorhof des Tempels.",
+ "des Umgangs und des Grundes (des Altars. Bei diesen allen betrug die Elle bloss 5 Handbreiten.",
+ "R. Jehuda sagt: Bei den Gebäuden (des Tempels. Z. B. die Mauer des Tempels und des Vorhof-Altars.",
+ "bei den Geräten. Der Tisch, der goldene Altar und die Bundeslade."
+ ],
+ [
+ "Manches hat man. Erubin 30 b.",
+ "nach kleinem Masse. Dem Masse der Wüste, nicht nach dem später eingeführten grösseren Masse von Jerusalem und Sepphoris, vgl. hierüber Edujot 1, Note 19.",
+ "Die Masse für Flüssiges und Trockenes. Z. B. das Seah, Hin und Log im Heiligtum.",
+ "das ist dem Wüsten-Masse. Das zur Zeit Moses’ die Israeliten in der Wüste hatten.",
+ "wie der Mensch gerade ist. Mag er gross oder klein sein.",
+ "Der die Handvoll vom Speiseopfer abhebt. Wie es heisst (Lev. 2, 2): Er nehme seine Hand voll.",
+ "der die beiden Hände voll Räucherwerk nimmt. Wie es heisst (Lev. 16, 12): Er nehme … seine Hände voll Räucherwerk.",
+ "der einen Mund voll am Versöhnungstag trinkt. S. Joma 8, 2.",
+ "und das Mass der Speise für zwei Mahlzeiten. Erubin 8, 2.",
+ "zum Erub. Wenn jemand über die Sabbatgrenze (תחום) hinaus gehen will, muss er einen Erub machen. Näheres hierüber in den Vorb. zu Erubin.",
+ "und zwar nach seiner Kost am Wochentage und nicht nach der am Sabbat. Am Werktage isst man weniger, als am Sabbat, wo die Speisen feiner sind.",
+ "nicht wie die am Wochentage. R. Jehuda meint umgekehrt, am Sabbat isst man bei jeder Mahlzeit weniger, weil man 3 Mahlzeiten isst, während am Werktage nur 2 Mahlzeiten eingenommen werden.",
+ "zu erleichtern. Beide meinen, zum Erub genügt Speise für kleinere Mahlzeiten.",
+ "wovon drei auf einen Kab gehen. D. i. ⅔ von einem Drittel Kab, oder ²⁄₉ Kab. Ein Kab = 4 Log; ein Log = 6 Eier. Das Brod ist also 5 ⅓ Eier gross.",
+ "Aus einem Laibe um einen Pondion. Dupondium.",
+ "wenn man vier Seah. 4 Seah = 24 Kab.",
+ "für einen Sela. Ein Sela = 48 Dupondia.",
+ "bekommt. Für ein Dupondium erhielte man somit ½ Kab Weizen. Bis man aber aus dem Weizen Brod bekommt, reduzirt sich das Quantum auf die Hälfte, also auf ¼ Kab = 6 Eiern (Ketubot 64 b)."
+ ],
+ [
+ "Ein Löffel voll Verwestes. S. Ohalot 2, 1; Nasir 50 b.",
+ "das ist nach dem grossen Löffel der Ärzte. Der so gross ist, wie zwei Hände voll.",
+ "die Bohnengraupen-Grösse bei den Aussatzschäden. Negaïm 6, 1.",
+ "wird nach der kilikischen Bohnengraupe. Wie ein Quadrat von 3 Linsen in der Länge und ebensoviel in der Breite.",
+ "wer am Versöhnungstage. Joma 8, 2.",
+ "und zwar wie sie und ihr Kern. Das ist etwas weniger als eine Ei-Grösse (Joma 79 b).",
+ "bei Schläuchen. Von Leder.",
+ "zu Wein und Öl ist das Mass. Des Loches, durch welches sie rein werden.",
+ "wie der grosse Knopf. פיקה, Knopf, auch Spindelknopf (oben 11, 6). Nach Aruch ist es gleich פקעה, Knäuel, vgl. Raschi zu Berachot 22 a und oben Mischna 2.",
+ "an denselben. Nach Maim. ist es der Knopf, den man gewöhnlich an jedes Ende des Schlauches bindet; und wenn der Schlauch ein Loch hat, das grösser ist als dieser Knopf, ist er rein. Nach Bart. ist פיקח hier ein Spindelknopf. שלהן hat er nicht gelesen. Tosefta II 7, 3: ואיזו היא פיקח גדולה שלהן הנכנס דרך פיהם . Welches ist ihr grosser Knopf? Der, welcher durch ihre Mündung hindurchgeht (vgl. Krengel, Hausgerät 46).",
+ "Bei einer Lichtöffnung. Bechorot 37 b.",
+ "dio nicht durch Menschenhände gemacht worden. Sondern Wasser oder Kriechtiere haben sie ausgehöhlt; vgl. Ohalot 13, 1.",
+ "ist das Mass. Damit die Unreinheit des Totenzeltes durch diese Öffnung von diesem Zimmer in das Nebenzimmer komme.",
+ "wie eine grosse Faust. מלא אגרוף, wörtlich: die Füllung einer Faust, d. h. die Grösse einer Faust, vgl. מלא הין, Edujot 1, 3.",
+ "wie die des Ben Batiach. Ein Riese jener Zeit. Nach M. rabba zu Thr. 1, 5 und zu Hohel. 7, 11 lebte er zur Zeit der Zerstörung des Tempels und war ein Schwestersohn des R. Jochanan b. Sakkai, vgl. Rapoport Erech Millin 257.",
+ "Bei einer durch Menschenhände gemachten Öffnung ist das Mass wie der grosse Bohrer der Tempelhalle. Der in einer Tempelhalle lag (Raschi).",
+ "oder wie ein Neronischer. So genannt nach dem Kaiser Nero. Die Namen Ben Batiach und Nero bekunden, dass diese Mischna aus der Zeit des grossen jüdischen Krieges stammt.",
+ "oder wie. In Bechorot 37 b heisst es וישנו כמלא statt ונמלא.",
+ "das Loch im Jochbalken. Oben 14, Note 49."
+ ],
+ [
+ "Alle Geschöpfe im Meere. Sifra Schemini Par. VI 10.",
+ "sind rein. Sowohl sie selbst (auch die toten Seetiere), als auch die Geräte, die aus ihren Knochen oder Häuten verfertigt sind (oben 10, 1).",
+ "weil er aufs Land sich flüchtet. Wenn er verfolgt wird.",
+ "verbindet. Die Verbindung muss aber derart sein, dass, wenn beide Dinge verunreinigungsfähig wären, die Unreinheit des einen auch das andere unrein machen würde.",
+ "sei es auch nur ein Faden oder eine Schnur. משיחה (von משח, messen,) Messschnur, Schnur.",
+ "das Unreinheit annimmt. Wenn es aus einem Stoffe besteht, der, wenn er das nötige Mass hätte, Unreinheit annehmen könnte (יו״ב, vgl. aber מ״א). Vgl. Sifra Schemini Par. VI 10.",
+ "so ist es. Auch das Meerprodukt."
+ ],
+ [
+ "was am ersten Tage erschaffen worden ist. Nach Maim. ist damit das Wasser gemeint (vgl. Chagiga 12a). Nach Bart. meint man die aus der Erde gemachten irdenen Geräte.",
+ "von dem am zweiten Tage Erschaffenen. Das ist der Himmel.",
+ "unter den Geschöpfen des dritten Tages. Das Land und die Pflanzen.",
+ "dagegen sind die Geschöpfe des vierten. Sonne, Mond und Sterne.",
+ "und fünften Tages. Seetiere und Vögel. Die Unreinheit des Aases vom reinen Geflügel wird nach Maim. hier nicht in Betracht gezogen, weil diese von besonderer Art ist, vgl. Vorb. 36.",
+ "ausgenommen das Gefieder. Den Geräten, die aus den grossen starken Federn verfertigt werden. Diese werden wie Knochen-Geräte betrachtet; ebenso das folgende.",
+ "des Os. עוז ist gleich עזניה in Lev. 11, 13. Wahrscheinlich versteht die Mischna unter diesem Vogel den Seeadler (wie auch 70 und Vulg. übersetzen).",
+ "und das Straussei. נעמית; so übersetzen die Targg. תיענה in Lev. 11, 16.",
+ "das überzogen ist. Mit Metall (Aruch). Nur bei diesem Ei, das auch ohne Überzug bestehen kann, haben die Rabbinen verordnet, dass es unrein werden kann, aber nicht bei andern mit Metall überzogenen Eiern, die ohne Überzug gar nicht bestehen können (Bart.). Nach Einigen bezieht sich המצופה auch auf כנף תעוז. So scheint auch aus Tosefta II 7, 4 hervorzugehen (תיו״ט). Nach R. Simon b. Elasar, Namens R. Meïr, ist auch jedes andere überzogene Ei verunreinigungsfähig in der Mischna werden bloss deshalb die Geräte בנף העוז וביצת הנעמית genannt, weil diese gewöhnlich vorkommen (Tos. das.).",
+ "Warum soll das Gefieder des Os von allen anderen Federn unterschieden sein. Auch wenn man aus anderen Federn dauerhafte Geräte macht, sind sie verunreinigungsfähig (Tosefta, cit. von ר״ש).",
+ "was am sechsten Tage erschaffen worden ist. Landtiere und Menschen.",
+ "kann unrein werden. Wenn sie tot sind; oder wenn man aus Tierfellen oder Knochen Geräte macht, so können diese unrein werden."
+ ],
+ [
+ "wie immer es sein mag. Selbst wenn man in der Regel nicht solche Geräte macht; vgl. die folgenden Beispiele.",
+ "Wenn man ein Lager oder einen Sitz. S. Vorb. 29.",
+ "wie immer sie seien. Wenn man auch in der Regel nicht solche Dinge als Lager oder Sitz gabraucht.",
+ "Wenn man einen Beutel aus rohem Fell. עור המצה, ein rohes Fell. Vgl. Sabbat 79 a: Mazza ist ein Fell, das weder mit Salz, noch mit Mehl, noch mit Galläpfeln gegerbt wurde. Nach Sifra Schemini Par. VI, 11 ist ein Gerät aus solchem Fell nicht verunreinigungsfähig. Wenn man aber selbst ein Gerät mit Behälter daraus macht, kann es unrein werden.",
+ "oder aus Papier. Über die Unreinheit des Papiers vgl. תום׳ des R. Akiba Eger zu 2, 5.",
+ "Ein Granatapfel. Chullin 12 b.",
+ "ausgehöhlt oder zu Wagschalen zubereitet haben. Sie haben Fäden daran gebunden, um sie als Wagschalen zu gebrauchen.",
+ "denn von Kindern ist nur die Tat von Bedeutung. Wenn sie etwas durch eine Tat zum Geräte gestalten.",
+ "aber nicht der blosse Gedanke. Ihr Gedanke, etwas als Gerät zu gebrauchen, macht es nicht verunreinigungsfähig. Dagegen genügt hierzu der Gedanke eines Grossjährigen, weiter 25, 9."
+ ],
+ [
+ "Ein Wagebalken. An dessen Enden die Wagschalen hängen.",
+ "ein Abstreicher. Ein Holz, womit man das Übermass abstreicht. Dies darf nicht mit Metall beschwert werden, weil es dann zu tief hineinsinkt und zu viel abstreicht (B. batra 89 b).",
+ "worin ein Behälter zum Metall. Die Betrüger pflegten den Wagebalken hohl zu machen und Quecksilber in die Höhlung zu tun, wodurch sie zu ihrem Vorteil die eine oder die andere Wagschale sinken machen konnten. Ebenso konnten sie mit dem beschwerten Streichholz übervorteilen.",
+ "eine Tragstange. אסל (gr. ἄσιλλα) die Trage. במוט (Num. 13, 24) übers. Jon. באסלא.",
+ "worin ein Behälter zum Gelde. Worin der Betrüger gestohlenes Geld versteckt.",
+ "worin ein Behälter für Wasser ist. In dem Wasser verbirgt er die Dinge, die er stiehlt.",
+ "worin ein Behälter für eine Mesusa und für Perlen ist. Der Schmuggler legte die Perlen in einen hohlen Stock; über dieselben steckte er eine Mesusa, die er angeblich aus Frömmigkeit mit sich führte, und so gelang es ihm, den Zoll zu hinterziehen.",
+ "diese sind verunreinigungsfähig. Obgleich man gewöhnlich obige Geräte nicht mit Behältern versieht.",
+ "Sohn Sakkai’s. B. batra 89b.",
+ "Wehe mir. L hat: אילי = אי לי.",
+ "wenn ich davon nicht spreche. Tosefta II 7, 9: Wenn ich davon spreche, so könnte ich damit die Leute betrügen lehren; wenn ich wieder nicht davon spreche, so würde ich die Lehre verschweigen und dadurch bewirken, dass man Reines verunreinigt. Eine andere Version: (Ich muss davon sprechen) damit die Betrüger nicht denken, die Weisen kennen ihre Handlungen nicht. Nach dem Talmud (l. c.) hat er schliesslich doch davon gesprochen im Hinblick auf den Schriftvers (Hosea 14, 10): Grade sind die Wege des Herrn, die Gerechten wandeln darin, und die Frevler straucheln darüber."
+ ],
+ [
+ "Der Untersatz. תחתית, nach Maim. ein Holzklotz, in den der Amboss eingelassen ist, (der Ambossstock).",
+ "der Goldarbeiter ist verunreinigungsfähig. Weil man den Amboss aus dem Untersatz oft herausnimmt, um die Abfälle von Gold und Silber, die sich dort ansammeln, herauszunehmen; dieser Untersatz dient demnach als Behälter.",
+ "der der Schmiede ist rein. Dieser Untersatz dient nicht als Behälter. Jedoch, meint Maim., ist er, während der eiserne Amboss darin steckt, verunreinigungsfähig als Holz, welches dem Metallgeräte dient, oben 13, 6.",
+ "Ein Polierbrett. משחזת (von שחז, arab. شحذ, schärfen) Schleifstein; hier kann damit nur ein hölzernes Polierbrett gemeint sein (Maim.).",
+ "in dem sich ein Behälter für Öl. Womit das Polierbrett bestrichen wird.",
+ "Ein Schreibtafelheft. פנקס (πίναξ), die mit Wachs überzogenen Schreibtafeln, die buchförmig zusammengeheftet waren (Löw, graph. Requis. 102).",
+ "in dem sich ein Behälter für Wachs. Um das nötige Wachs jederzeit zur Hand zu haben.",
+ "Eine Strohmatte. מחצלת, eine Matte, aus Stroh, Rohr, zarten Baumzweigen u. dgl. (vom arab. خصلة, frische zarte Baumzweige, Kohut).",
+ "und einen hohlen Strohhalm. Obgleich dessen Behälter nur klein ist, heisst er doch „ein Gerät mit Behälter“ (Maim.).",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Die Strohmatte, wenn sie ein Behältnis hat; oder wenn sie zum Lager bestimmt ist, als Midras (Vorb. 29); den Strohhalm als Behältnis-Gerät (מ״א).",
+ "für rein. Er betrachtet die Strohgeräte als solche, die keinen Bestand haben (oben Note 140).",
+ "Auch von Koloquinten. פקועות (2. Kön. 4, 39) Koloquinten, nach And. Gurken.",
+ "gilt dasselbe. Auch bei Geräten aus diesem Gewächse controversiren R. Ak. und R. J. b. Nuri.",
+ "Eine Matte von Rohr oder Riedgras. חלף, Schilf, Riedgras (Löw, aram. Pfl. 167).",
+ "ist rein. Doch, meint Maim., kann sie als Lager Midras-Unreinheit annehmen, wenn sie nicht eine andere Bestimmung hat, z. B. als Decke einer Laubhütte. Nach מ״א kann sie nur מדרס-unrein werden, wenn sie direkt zum Lager bestimmt wird (weiter 24, 10).",
+ "auf dass es etwas aufnehme. Um Schminke u. dgl. hineinzutun.",
+ "bis man das ganze Mark. ככיי, nach den Erkl.: das innere Mark im Rohr."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Die Kiste. S. oben 15, 1 und Menachot 31a.",
+ "wird. Hinsichtlich des Masses von 40 Seah oder 3 Kubikellen, wobei das Gerät unfähig ist, die Unreinheit anzunehmen (Vorb. 13).",
+ "nach Bet-Schammai von innen. Die innere Höhlung muss 4 Seah Flüssiges fassen; die Dicke der Wände wird nicht mitgerechnet.",
+ "nach Bet-Hillel von aussen gemessen. Man denkt sich die Kiste in eine andere grössere Kiste hineingesetzt, und wenn letztere 40 Seah fasst, ist erstere nicht für die Unreinheit empfänglich (Raschi, Sabbat 44 b).",
+ "dass die Dicke der Füsse und der Leisten. לזבזין, der Kranz um den obern Rand, s. oben 2, Note 29.",
+ "dass aber der Raum zwischen ihnen. Zwischen den Füssen und unter dem Boden der Kiste.",
+ "nicht mitgemessen wird. Wir betrachten es nicht so, wie wenn der Boden der Kiste bis an das Ende der Füsse reichte (Raschi Men. 31a).",
+ "Simon Schesori. שזורי L: השיזורי, aus Schesor oder Schisor (vgl. H. Hildesheimer, Beitr. Note 279).",
+ "Wenn die Füsse eine Handbreite hoch sind. Dann ist dazwischen ein bedeutender Raum.",
+ "wird der Zwischenraum auch mitgemessen. Das Volumen der Kiste wird so gemessen, wie wenn ihr Boden bis zur Erde reichte."
+ ],
+ [
+ "Die Maschine. מוכני, L: מכני, A: מיכני, gr. μηχανή, Maschine. Eine derartige Maschine wird auch beim Schrank erwähnt, Ohalot 4, 3. Es scheint, dass die Maschine zum Fortbewegen der schweren Geräte diente, vgl. Joma 3, 10. Näheres darüber lässt sich nicht ermitteln. Die Erklärung von מוכני = מכונה, Fussgestell ist unzulässig.",
+ "wenn sie abzunehmen ist. Sie ist nicht mit der Kiste fest verbunden.",
+ "nicht als damit verbunden. So dass, wenn die eine unrein geworden ist, die andere nicht mit unrein wird.",
+ "wird nicht mitgemessen. Hinsichtlich des Masses von 40 Seah oder 3 Kubikellen, wobei das Gerät unfähig ist, die Unreinheit anzunehmen (Vorb. 13).",
+ "schützt nicht mit ihr. Der Kiste.",
+ "im Totenzelte. Wenn die Kiste fest verschlossen ist und sich im Totenzelte befindet, so schützt sie die darin befindlichen Geräte vor der Toten-Unreinheit (oben 10, 1). Hat aber die Kiste ein Loch von einer Handbreite im Quadrat, so kann die Unreinheit dort eindringen und die Geräte verunreinigen, trotzdem das Loch durch die Maschine teilweise verdeckt ist und dadurch das Mass desselben vermindert wird. Die Maschine kann, weil sie nicht mit der Kiste als verbunden gilt, die in letzterer befindlichen Geräte nicht vor der Unreinheit schützen (vgl. ר״ש).",
+ "und man darf sie. Die Maschine.",
+ "wenn Geld darin. In der Maschine. Man hat wahrscheinlich dort Geld verborgen, weil es niemand dort suchte, sondern in der Kiste.",
+ "ist. Da sie als Besonderes gilt und wenn darin Geld ist, darf sie als Basis für einen zum Tragen verbotenen Gegenstand am Sabbat nicht fortbewegt werden (vgl. Sabbat 21, 2).",
+ "schützt mit ihr. Der Kiste.",
+ "und man darf sie. Da sie als Besonderes gilt und wenn darin Geld ist, darf sie als Basis für einen zum Tragen verbotenen Gegenstand am Sabbat nicht fortbewegt werden (vgl. Sabbat 21, 2).",
+ "auch wenn Geld darin. In der Maschine. Man hat wahrscheinlich dort Geld verborgen, weil es niemand dort suchte, sondern in der Kiste.",
+ "ist. Da in diesem Falle die Maschine bloss als Anhängsel der Kiste betrachtet wird, die doch nur für Kleider und Geräte und nicht für Geld bestimmt, also keine Basis für Verbotenes geworden ist. Anders sind diese Sabbat-Bestimmungen nach Magen Abraham 310, 7 zu erklären, vgl. gegen ihn מ״א.",
+ "Der gewölbte Aufsatz. קמרון, vgl. 16, 7, Note 74.",
+ "befestigt ist. Mit starken Nägeln (Maim.).",
+ "Wie misst man ihn. Den Aufsatz, wenn er an der Kiste befestigt ist.",
+ "Wie ein gleichschenkliges Dreieck. ראש תור, ein Ochsenkopf, der oben an den Hörnern breit ist und sich nach unten hin zuspitzt; daher Bezeichnung für ein gleichschenkliges Dreieck, oder dessen Spitze, auch für eine Winkelspitze überhaupt, wie in Kilajim 2, 7; 3, 3. Nach And. ist תור ein Schmuckstück der Frauen, das die Gestalt eines Dreiecks hatte (Hohel. 1, 10; 11); daher ראש תור Winkelspitze. An unserer Stelle ist es nach Maim. ein gleichschenkliges Dreieck. Zur Messung des Volumens des gewölbten Aufsatzes hätte man eigentlich den Flächeninhalt einer der Seitenflächen desselben (die von der geraden Linie a b und der darauf ruhenden krummen Wölbungs-Linie begrenzt ist) mit der Länge des Aufsatzes zu multipliziren. Da aber die Wölbungs-Linie verschiedenartig gestaltet sein kann und demnach auch die Seitenfläche schwer zu berechnen sein würde, so hat man die Bestimmung getroffen, nur den Flächeninhalt des gleichschenkligen Dreiecks a b c (das aus a b, als Basis, und den beiden nach dem Scheitelpunkt der Wölbungs-Linie gezogenen gleichen Schenkeln ac und bc gebildet wird) zu berechnen und diesen mit der Länge des Aufsatzes zu multipliziren, so dass der Aufsatz wie ein dreikantiges Prisma betrachtet wird (Maim.).
",
+ "Wenn sie. Die Kiste.",
+ "für sich. Ohne Stütze.",
+ "nicht stehen kann. Weil sie durch den schweren Aufsatz nach der Seite hingebogen wird.",
+ "ist sie. Die Kiste.",
+ "rein. Selbst wenn sie klein ist, ist sie dennoch rein, wie ein Gerät ohne Behältnis (Maim.)."
+ ],
+ [
+ "von denen einer ihrer Füsse weggenommen ist. Wiewohl sie dadurch kein Loch bekommen haben.",
+ "rein. Da sie sich nach der Seite hinbiegen, werden sie wie zerbrochen angesehen.",
+ "weil sie nicht auf gewöhnliche Weise aufnehmen können. Maim. liest ושאינן (mit ו׳) statt שאינן. Danach muss übersetzt werden: Diejenigen Geräte aber, die nicht auf gewöhnliche Weise (40 Seah Flüssiges) aufnehmen können (sondern nur, wenn man sie stützt oder auf die Seite legt), erklärt R. Jose für verunreinigungsfähig. Nach den Weisen aber wären diese rein, da sie doch immerhin, wenn auch in ungewöhnlicher Weise, 40 Seah fassen können.",
+ "Die Stangen. Oben 12, Note 29. Nach Maim. sind die נקליטין zwei Stangen an der Kopfseite des Bettes, über welche der Vorhang gelegt wurde, der den Schlafenden vor den Fliegen schützte. Die Stangen mögen auch als Lehne für das Kopfkissen gedient haben, daher ihr Name (Krengel, Hausgerät 22).",
+ "der Bock. חמור ist ein Gerät, auf dem ein anderer Gegenstand sitzt, vgl. oben 14, 3. Hier ist es nach den Kommentaren ein hölzerner Untersatz, der unter dem Bette als Stütze desselben angebracht war. Es scheint dies Gerät zugleich als Tritt gedient zu haben, auf dem man das Bett erstieg.",
+ "und die Bedeckung. Was man hier unter חפוי versteht, ist nicht klar. Nach Maim. sind darunter alle Verzierungen begriffen, mit denen man das Bett schmückte. Nach ר״ש und Bart. ist es ein Überzug (wie oben Abschn. 16, Ende), womit man das Bett und die Stangen überzog. Nach יו״ב ein viereckiges Brett, das auf vier an den vier Winkeln des Bettes hervorragende Stangen gelegt wurde und ein Zelt über dem Bett bildete.",
+ "sind rein. Weil sie nicht mit dem Bette fest verbunden sind und daher nicht zusammen mit dem Bette die Unreinheit annehmen (יו״ב). Mach Maim. und Bart. nehmen diese Dinge auch, wenn sie aus Metall sind, keine Unreinheit an, weil das Metall dem Holze dient. Indessen gilt dies nur, wenn das hölzerne Gerät selbst keine טומאה annimmt, was doch beim Bett nicht der Fall ist (יו״ב und מ״א). Es muss daher nach Maim. und Bart. ein anderer Grund angegeben werden: weil es bloss ein Schmuck oder ein Überzug des Gerätes ist (14, 5).",
+ "Verunreinigungsfähig sind bloss das Bett. Nach Maim. zu Mischna 5 besteht das zerlegbare Bett, von dem in diesem Abschnitt gehandelt wird, aus folgenden Teilen: 1) ארוכות und קצרות, 2 lange und 2 kürzere Bohlen. Letztere bilden die Breitseiten, erstere die Längsseiten des Bettes. 2) לשונות, 4 viereckige ungefähr 1½ Ellen lange Säulen, welche an den 4 Winkeln des Bettes ihren Platz hatten und vermittels derer die 4 Bohlen durch Einzapfung zu einem Rechteck mit einander verbunden wurden. Die לשונות ragten ungefähr eine halbe Elle über das Bettgestelle hervor. 3) כרעים oder רגלים, 4 Füsse, die man an den 4 Winkeln des Bettes unter den לשונות befestigte, so dass das Bett hoch über dem Erdboden stand. 4) מלבן, ein langes viereckiges Brett, das durch Zapfen an der vordem Längsseite des Bettes zwischen den beiden vorderen לשונות befestigt, aber abnehmbar war und, mit Verzierungen versehen, der Vorderseite des Bettes ein schönes Aussehen verlieh.",
+ "selbst. Das Gestelle mit den לשונות und den Füssen (Nr. 1, 2, 3 der vorigen Note).",
+ "und der Rahmen. מלבן wäre nach Maim. Nr. 4 von Note 33. Es würde aber dann die folgende Mischna (מלבן שנתנו על לשונות ) schwierig sein; ebenso unverständlich wäre חמור שתחת המלבן (Tos. II 8, 3), ebenso שהוא מלובש בפיקות . . מלבן u. w. (Tos. II 8, 4). Es ist daher besser mit יו״ב den מלבן hier als einen Rahmen zu fassen, der, mit Ringen (פיקות) versehen und mit Stricken (חבלים) bespannt, in das Innere des Bettgestelles auf Leisten gesetzt wurde und den Boden des Bettes bildete. Dieser מלבן wurde mitunter durch einen חמור, mitunter durch besondere Füsse (רגלים, vgl. Tos.) gestützt.",
+ "Die Rahmen der Söhne Lewi’s. Sie mussten den Rahmen oft auf ihren Reisen mitnehmen, den sie im Notfalle auf zwei Stühle legten, um darauf zu schlafen; daher ist er nicht als Teil des Bettes zu betrachten (יו״ב). Nach Maim. ist der מלבן der Leviten ein auf zwei Säulen ruhendes viereckiges Bett, an den die Leviten ihre Spielinstrumente aufhängten."
+ ],
+ [
+ "den man auf Säulen. לשונות, hier kurze Säulen, vgl. Note 33 Nr. 2.",
+ "gelegt hat. Anstatt den Rahmen auf die Leisten der Seitenbretter zu legen, hat man ihn durch vier an die 4 Winkel gesetzte Säulen gestützt.",
+ "Jehuda für verunreinigungsfähig. Er wird auch so als ein Teil des Bettes betrachtet.",
+ "Simon erklären ihn für rein. Da er nicht durch das Bett gestützt wird, ist er nicht ein Teil des Bettes.",
+ "Warum sollte dieser verschieden sein von den Rahmen der Söhne Lewi’s. Note 36."
+ ],
+ [
+ "Wenn von einem durch Midras. S. Vorb. 29,",
+ "unrein gewordenen Bette eine Breitseite mit den beiden Füssen. Die unter dieser Seite an beiden Enden angebracht sind.",
+ "so bleibt es noch unrein. Es gilt noch nicht als völlig zerbrochen, da es noch zur Not gebraucht werden kann.",
+ "so ist es rein. Es gilt als zerbrochen, und wird deshalb rein, oben 15, 1.",
+ "Nechemja erklärt es für verunreinigungsfähig. Weil man es an ein anderes Bett oder an die Wand lehnen und darauf schlafen kann, Tosefta II 8, 6, vgl. Sukka 16a.",
+ "Wenn man zwei der Bettsäulen an der einen Diagonale. לוכסן, auch אלכסון (gr. λοξόν, schief, schräge) wird die Diagonale eines Quadrates oder Rechtecks genannt. Das Bett-Rechteck hat 2 Diagonalen. An jedem Ende derselben ist eine Säule (oder Pfosten) angebracht. Wenn nun an den beiden Enden der einen Diagonale die Säulen weggeschnitten werden, so wird dadurch das Bett in 2 Teile geteilt, deren jeder aus einer Längenseite (ארוכה) und einer Breitseite (קצרה) besteht.",
+ "oder wenn man zwei Füsse an der einen Diagonale. Ebenso wie vorher, 2 an 2 einander gegenüber liegenden Winkeln des Bett-Rechtecks befindliche Füsse.",
+ "eine Handbreite im Quadrat. Die eingeklammerten Worte (טפח על טפח) fehlen in den Talmud-Ausgaben; sie geben absolut keinen Sinn. Maim. gibt dafür: עד שנעשו שתיהן פחות מטפח, bis beide (Füsse) weniger als eine Handbreite hoch sind. Das kann aber טפח על טפח nicht bedeuten. Ebenso wenig kann טפח על טפח mit Bart. erklärt werden: Von jedem Fusse eine Handbreite (vgl. מ״א). Man muss also die Worte mit א״ר streichen. Sie scheinen aus der Tosefta zu stammen (vgl. מ״א).",
+ "oder wenn man es bis weniger als eine Handbreite erniedrigt hat. So dass zwischen dem Bettboden und der Erde kein Zwischenraum von einer Handbreite geblieben.",
+ "so ist es rein. Es gilt als zerbrochen."
+ ],
+ [
+ "Wenn. S. Tosafot Sabbat 112 b v. רבי.",
+ "an einem durch Midras. S. Vorb. 29,",
+ "unrein gewordenen Bette eine Längsseite gebrochen ist und man sie wieder hergestellt hat. Auch wenn sie nicht wieder hergestellt wurde, bleibt das Bett unrein, da es erst, wenn auch die beiden Füsse weggenommen sind, rein wird (nach M. 5). ותקנה steht bloss als Bedingung für die folgenden Bestimmungen (מ״א, anders יו״ב).",
+ "Ist dann die zweite gebrochen und man hat sie wieder hergestellt. D. h. trotzdem man sie wieder hergestellt hat, ist das Bett dennoch nicht midras-unrein (יו״ב).",
+ "ist es von der Midras-Unreinheit rein. Obgleich das ganze Bett wieder hergestellt ist. Es ist jetzt als ein neues Bett zu betrachten, das zwar von neuem Unreinheit annehmen kann, die alte Unreinheit aber verloren hat.",
+ "aber noch unrein als ein von der Midras-Unreinheit Berührtes. Denn die erste wieder hergestellte Längsseite ist durch Berührung des noch midras-unreinen Bettes auch als von Midras-Unreinheit Berührtes unrein geworden. Wenn nun auch durch das Zerbrechen der zweiten Seite die Midras-Unreinheit aufgehoben wurde, so bleibt noch die Unreinheit der Berührung an der ersten Seite haften, die sie dann, weil mit dem Bette verbanden, auf das ganze Bett überträgt.",
+ "so ist es. Das ganze Bett."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein durch Midras unrein gewordener Fuss. Es hat ein Flüssiger (זב) darauf getreten (Maim.) oder sich darauf gestützt (מ״א). Nach א״ר handelt es sich hier um einen Fuss, den man von einem midras-unreinen Bette losgelöst hat mit der Absicht, ihn später wieder mit dem Bette zu verbinden; in diesem Falle bleibt der Fuss, auch während er vom Bette getrennt ist, midras-unrein.",
+ "an ein Bett. Das rein ist.",
+ "so ist das Ganze midras-unrein. Das ganze Bett gilt jetzt als ein Körper, und da ein Teil unrein ist, so ist das ganze unrein. Die Talm.-Ausg. hat nicht כולה; der Sinn ist aber doch derselbe.",
+ "so ist er midras-unrein. Wie zuvor vor der Verbindung mit dem Bette, vgl. auch 19, 5.",
+ "das Bett aber gilt nur als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Da es vom Fusse während der Verbindung berührt worden. Es ist also nur ראשון לטומאה (Vorb. 2).",
+ "Hat er eine siebentägige Unreinheit bekommen. Durch eine Toten-Unreinheit, nach Num. 19, 11. Näheres hierüber in den Vorb. zu Ohaloth.",
+ "so ist das Ganze siebentägig unrein. Durch eine Toten-Unreinheit, nach Num. 19, 11. Näheres hierüber in den Vorb. zu Ohaloth.",
+ "so ist er siebentägig unrein. Nach Note 60.",
+ "das Bett aber ist nur bis zum Abend unrein. Wie das, was ein siebentägig Unreiner berührt (Num. 19, 22).",
+ "Hat man einen bis zum Abend unrein gewordenen Fuss. Er hat einen אב הטומאה (s. Vorb. 1) berührt und ist dadurch ראשון לטומאה (Vorb. 2) geworden. Dieser kann, wie ein Mensch, durch טבילה und הערב שמש (Vorb. 9) wieder rein werden.",
+ "so ist das Ganze bis zum Abend unrein. Nach Note 60.",
+ "so ist er bis zum Abend unrein. Wie zuvor vor der Verbindung mit dem Bette, vgl. auch 19, 5.",
+ "und das Bett ist rein. Da ein Gerät nur durch einen אב הטומאה, aber nicht durch einen ראשון לטומאה unrein werden kann (Vorb. 16).",
+ "Dasselbe gilt von den Zinken des Karstes. S. oben 13, Note 16. Wenn eine Zinke unrein geworden ist und man verbindet sie mit einem Karste, der rein ist, gelten dabei dieselben Bestimmungen, wie wenn man einen unreinen Fuss mit einem reinen Bette verbindet."
+ ],
+ [
+ "Die Tefillah. תפלה, Mehrz. חפלין, vgl. hierüber Näheres in Menachot 4, 1. Hier ist von der Kopftefillah (תפלה של ראש) die Rede. Ursprünglich mag man die Kopftefillah allein תפלה genannt haben, da die Targumim nur טוטפות (Exod. 13, 16) mit תפלין übersetzen.",
+ "besteht aus vier Geräten. Aus 4 von einander abgeteilten Fächern, deren jedes קציצה (Abteilung) genannt wird.",
+ "Löst man eine Abteilung ab. Nachdem die ganze Tefillah durch eine Toten-Unreinheit ein אב הטומאה geworden war (vgl. Vorb. 5).",
+ "und stellt sie wieder her. Man setzt dafür ein anderes Fach an (Bart. und א״ר).",
+ "so behält sie. Die ganze Tefillah, auch das neue Fach.",
+ "noch die Toten-Unreinheit. Das neue Fach ist mit den anderen zu einem Körper verbunden, wie oben Note 60.",
+ "ebenso bei der dritten. Solange noch ein Fach übrig bleibt, das ein אב הטומאה ist, gelten alle mit ihm verbundenen Fächer als אב הטומאה.",
+ "Löst man auch die vierte ab. Und setzt dafür ein anderes Fach an.",
+ "so wird sie. Die Tefillah.",
+ "ist aber noch unrein als etwas von der Toten-Unreinheit Berührtes. Denn die drei ersten wieder hergestellten Fächer sind durch Berührung des vierten (das noch אב הטומאה war) unrein geworden, und das vierte wieder hergestellte gilt, weil mit den drei ersten zu einem Körper verbunden, ebenso wie jene, als ראשון לטומאה.",
+ "so ist sie als Berührtes unrein. D. h. ראשון, weil sie mit den anderen, die ראשונים sind, verbunden ist.",
+ "Löst man aber auch die dritte ab. Obgleich man es durch ein anderes Fach ersetzt.",
+ "denn die vierte war nur durch Berührung unrein. D. h. durch Verbindung mit den 3 ersten, s. Note 77.",
+ "und eine Berührungs-Unreinheit kann nicht wieder eine Berührungs-Unreinheit bewirken. D. h. die 3 ersten können nicht wegen ihrer Verbindung mit der vierten unrein sein, da doch die vierte selbst nur wegen ihrer Verbindung mit der ersten unrein geworden, diese letzteren aber durch ihre Ablösung und Ersetzung durch neue von ihrer Unreinheit befreit wurden. Vgl. Ausführliches in יו״ב."
+ ],
+ [
+ "Ein Bett. Das unrein war. Vgl. Berachot 50 b.",
+ "von dem die Hälfte. Eine Längsseite, eine Breitseite und 2 Füsse.",
+ "ist rein. Weil man anfangs nicht die Absicht hatte, das Bett wieder zusammenzusetzen, vgl. oben Note 58.",
+ "so nimmt es von nun ab weiter Unreinheit an. Die frühere Unreinheit aber ist durch die Teilung beseitigt, da man früher nicht die Absicht hatte, das Bett wieder zusammenzusetzen (vgl. 15, 1).",
+ "Das Bett. Sukka 16 a.",
+ "kann nur als Ganzes. חבילה, ein Bündel, etwas Zusammengebundenes, Verbundenes; hier im Gegensatz zu אברים: als ein Ganzes, dessen Glieder sämtlich mit einander verbunden sind.",
+ "unrein. Wenn es aber zerlegt ist, nehmen die einzelnen Stücke keine Unreinheit an.",
+ "und nur so wieder gereinigt werden. Wenn es aber im ganzen Zustande unrein geworden und dann zerlegt wird, kann es so nicht gereinigt werden; es muss bei der Reinigung (durch טבילה, resp. הזיה, Vorb. 10) ganz sein.",
+ "Es kann auch gliederweise. Nach Sukka 16 a kann jedoch nur eine Längsseite mit 2 Füssen, oder eine Breitseite mit 2 Füssen Unreinheit annehmen.",
+ "unrein und auch gliederweise. Jedes einzelne Glied kann durch Untertauchen gereinigt werden. Hierbei ist nicht erforderlich, dass eine Seite mit 2 Füssen verbunden bleibe (יו״ב).",
+ "wieder gereinigt werden. Wir haben nach Maim. und Talm. babli erklärt. Die Tosefta (II 8, 8) fasst diese Mischna anders auf. Doch scheint die Tosefta selbst verschiedene Auffassungen zu bieten."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn man das Bett. Das entweder durch einen Toten oder als Unterlage eines Flüssigen verunreinigt worden ist.",
+ "um es unterzutauchen. Nach der Ansicht der Weisen (18, Ende), dass das Bett auch gliederweise gereinigt werden kann.",
+ "welcher die Stricke berührt. Anstatt והנוגע ist nach L Maim. und A. הנוגע zu lesen. Bart. u. A. lesen והנוגע, wonach auch der Zerleger rein wäre, was aber nur gezwungen erklärt werden kann, vgl. ט״א.",
+ "rein. Obgleich die Stricke, solange sie mit dem Bette verbunden waren, mit unrein waren, so werden sie doch, nachdem das Bett zerlegt wird, rein, da die Stricke für sich keine Unreinheit annehmen.",
+ "Von wann an gilt. Wenn man ein neues Bett mit Stricken bespannt.",
+ "der Strick als mit dem Bette verbunden. So dass, wenn eines derselben von einer Unreinheit berührt wird, auch das andere unrein wird.",
+ "Sobald man drei Maschenreihen. S. oben 16, Note 14.",
+ "damit geflochten hat. Nachdem dies geschehen ist, wird auch der noch herabhängende Strick als mit dem Bette verbunden betrachtet.",
+ "Was vom Knoten an. Nach Tosefta (II 9,4) handelt es sich hier um den Fall, dass man an den einen Bettstrick einen anderen Strick angeknüpft hat.",
+ "ist rein. Dieser zweite Strick gilt vom Knoten an auswärts nicht als mit dem Bette verbunden.",
+ "Was. Sifra Sabim Par. II 5.",
+ "die Fäden. נימא, gr. νῆμα, Faden.",
+ "des Knotens. Wenn man zwei Stricke zusammenbindet, lässt man gewöhnlich am Knoten die Enden etwas hinausragen.",
+ "was das zum Knoten Nötige. Damit der Knoten sich nicht löse.",
+ "unrein. Dies ist wie der Knoten selbst zu betrachten, der wie der Strick vom Knoten einwärts, als mit dem Bette verbunden gilt (יו׳׳ב)."
+ ],
+ [
+ "Der. Sifra Sabim Par. II 4.",
+ "aus dem Bette herausragende Strick. Nachdem man die Bespannung des Bettrahmens vollendet hatte, blieb zuweilen noch ein Stück von dem Stricke übrig, das aus dem Bette herausragte.",
+ "wenn er bis fünf Handbreiten. Die Länge von 5 Handbr. nicht miteinbegriffen (Chullin 54b nach Tosefta).",
+ "lang ist. Wenn auch das Bett unrein geworden ist.",
+ "rein. Er gilt nicht als mit dem Bette verbunden, da er zu nichts brauchbar ist.",
+ "beträgt er von fünf bis zehn. Zehn Handbr. inclusive (Chullin das.).",
+ "so ist er unrein. Das Ganze gilt da als mit dem Bette verbunden.",
+ "ist. Das überschüssige Stück.",
+ "rein. Denn dieses Stück ist bestimmt, abgeschnitten zu werden, und gehört nicht zum Bette.",
+ "Dieses Strickes. Bis zur Länge von 10 Handbreiten.",
+ "die Pesach-Lämmer anzubinden. Vgl. Tur Orach Chajim 430.",
+ "oder die Betten hinabzulassen. Von dem obern Stock nach unten, oder um es in ein Tauchbad unterzutauchen (ר״ש)."
+ ],
+ [
+ "Ein aus dem Bette herabhängender Gurt. מזרן, nach Maim., Bart. u. A. ein aus Wolle, Flachs oder Haaren gewebter Gurt, mit welchem man die Bettstelle umwickelte, um deren Teile zusammenzuhalten. Nach R. Hai und Aruch ist es eine wollene oder lederne Decke (von מזר, spinnen, oder مزر, ausbreiten).",
+ "ist. Wenn das Bett unrein geworden.",
+ "bei noch so viel unrein. Er gilt als mit dem Bette verbunden.",
+ "Nur bis zehn Handbreiten. Wie der Strick, (oben M. 2).",
+ "Das Überbleibsel eines Bettgurtes. Der zerrissen und unbrauchbar geworden ist.",
+ "wenn es sieben Handbreiten lang ist. Wenn soviel noch unversehrt geblieben.",
+ "weil man daraus einen Gurt. חבק, ein Gurt, den Sattel des Esels festzuhalten, Maim. (vgl. Barth, Etym. St. 25). Nach And. ist es eine Decke, die den Esel vor Erkältung schützt."
+ ],
+ [
+ "Wenn der Flüssige auf dem Bette und dem Bettgurte. Auf einem Bette, das mit einem Gurte umwickelt ist, von dem ein Teil herabhängt.",
+ "so macht dieser in noch zwei Graden unrein. Das Bett wird als Lagerstätte des זב ein אב הטומאה (Vorb. 29 und 32). Der Gurt (auch der herabhängende Teil), als zum Bette gehörig, ist gleichfalls אב הטומאה. Was von ihm berührt wird, ist ראשון (erster Grad), was von letzterem berührt wird, ist שני (zweiter Grad, Vorb. 2).",
+ "und im dritten Grade unbrauchbar. Der zweite Grad macht die Hebe (תרומה) unbrauchbar (Vorb. 2 und 3).",
+ "Dies die Worte R. Meïrs. Nach seiner oben (M. 3) ausgesprochenen Ansicht, wonach der aus dem Bette herabhängende Gurt bei noch so viel als mit dem Bette verbunden gilt.",
+ "Wenn der Flüssige auf dem Bette und dem Bettgurte. Auf einem Bette, das mit einem Gurte umwickelt ist, von dem ein Teil herabhängt.",
+ "so macht dieser bis zehn Handbreiten. Nach seiner oben (M. 3) ausgesprochenen Ansicht.",
+ "in zwei Graden unrein. Das Bett wird als Lagerstätte des זב ein אב הטומאה (Vorb. 29 und 32). Der Gurt (auch der herabhängende Teil), als zum Bette gehörig, ist gleichfalls אב הטומאה. Was von ihm berührt wird, ist ראשון (erster Grad), was von letzterem berührt wird, ist שני (zweiter Grad, Vorb. 2).",
+ "und im dritten Grade unbrauchbar. Der zweite Grad macht die Hebe (תרומה) unbrauchbar (Vorb. 2 und 3).",
+ "was über zehn Handbreiten hinausragt. Dieser Teil gilt nur als ראשון, da er die ersten zehn Handbreiten, die als אב הטומאה gelten, berührt hat.",
+ "macht nur in einem Grade unrein. Als ראשון macht er noch das, was er berührt, zum שני.",
+ "und im zweiten unbrauchbar. Dieser שני macht noch die תרומה unbrauchbar (Note 35).",
+ "Wird er. Der Flüssige.",
+ "vom Bettgurte. Während dieser mit dem Bette verbunden ist.",
+ "getragen auf den zehn Handbreiten neben dem Bette. Die wie das Bett selbst betrachtet werden.",
+ "so ist es. Das Bett.",
+ "unrein. Nach Maim. und Bart. ist טמאה zu lesen, wonach es sich auf das Bett bezieht, da dies, als mit dem Gurte verbunden, mit diesem zusammen midras-unrein wird. Nach ר״ש ist טמא zu lesen. Er meint, nur der Gurt wird unrein, aber nicht das Bett, weil der Gurt als Nebenteil nicht die Unreinheit auf den Hauptteil bringen kann (מ״א).",
+ "so ist es. Das Bett.",
+ "rein. Nach Maim. und Bart. ist טהורה, nach ר״ש ist טהור zu lesen. Nach beiden Ansichten ist der Gurt auch rein; denn dieser Teil des Gurtes kann, als nicht zum Bette gehörig, nicht midras-unrein werden. Es handelt sich hier nämlich um einen Fall, wo der זב auf dem Gurte nur getragen wurde, aber denselben nicht mit hem blossen Körper berührt hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Vgl. oben 18, 7.",
+ "so ist das Ganze. Das Bett mit dem Gurte.",
+ "midras-unrein. Nach 18, Note 60.",
+ "so ist jenes. Das Bett.",
+ "midrasunrein. Wie zuvor vor der Verbindung mit dem Gurte.",
+ "der Gurt aber gilt nur als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Da es von dem Bette während der Verbindung mit demselben berührt wurde. Es ist also jetzt ראשון לטומאה (Vorb. 2).",
+ "Hatte jenes eine siebentägige Unreinheit bekommen. S. 18, Note 63.",
+ "so ist das Ganze siebentägig unrein. Wie oben Note 48.",
+ "so ist jenes. Das Bett.",
+ "siebentägig unrein. Wie zuvor vor der Verbindung mit dem Gurte.",
+ "der Gurt aber ist nur bis zum Abend unrein. Wie 18, Note 65.",
+ "Hat man ein bis zum Abend unrein gewordenes Bett. S. 18, Note 66.",
+ "so ist das Ganze bis zum Abend unrein. Nach 18, Note 60.",
+ "so ist jenes. Das Bett.",
+ "und der Gurt ist rein. Nach 18, Note 67."
+ ],
+ [
+ "und sie. Eines von beiden, das Bett oder der Gurt.",
+ "so sind sie. Beide, das Bett und der Gurt, selbst wenn letzterer mehr als 10 Handbreiten aus dem Bette herausragt.",
+ "siebentägig unrein. Selbst nach R. Jose oben in M. 4; denn nur hinsichtlich der Midras-Unreinheit gilt nach R. Jose der heraushängende Gurt bloss bis 10 Handbreiten als mit dem Bette verbunden, aber nicht hinsichtlich der Toten-Unreinheit oder hinsichtlich der Unreinheit durch Berührung eines Kriechtieres. Die Begründung s. in יו״ב.",
+ "so bleiben sie noch siebentägig unrein. Wie vor der Trennung, wo auch jeder Teil für sich als Gerät gilt, obgleich sie verbunden nur als ein Gerät betrachtet werden.",
+ "Berührt sie ein Kriechtier. Ein totes.",
+ "so sind sie bis zum Abend unrein. Nach Lev. 11, 31 f.",
+ "so bleiben sie noch bis zum Abend unrein. Wie vor der Trennung, wo auch jeder Teil für sich als Gerät gilt, obgleich sie verbunden nur als ein Gerät betrachtet werden.",
+ "Wenn zwei Längsseiten eines Bettes. Das unrein geworden.",
+ "abgenommen sind. Sie sind aber noch ganz geblieben, so dass man sie wieder an das Bett anmachen kann. Daher ist das Bett durch die Wegnahme dieser Seiten nicht rein geworden.",
+ "ohne die Löcher. In welchen die alten Längsseiten gesteckt hatten.",
+ "zu ändern. So dass man die alten Seiten ohne weiteres wieder einsetzen kann.",
+ "so bleibt das Bett unrein. Da noch die alten Längsseiten vorhanden sind, und somit das ganze ursprüngliche Bett noch besteht, vgl. א״ר zu 18, 5. Nach Maim. ist auch nach הנקבים das Wort טמאה zu setzen (vgl. מ״ש).",
+ "so ist es rein. Trotzdem die neuen noch vorhanden und mit dem Bette verbunden sind.",
+ "denn alles richtet sich nach den alten. Wir haben also hier einen Fall, dass ein unreines Bett, ohne dass etwas daran geschieht, wieder rein werden kann (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "kann durch Toten-Unreinheit. Ebenso durch jede andere Quelle der Unreinheit (אב הטומאה). Ausgeschlossen ist bloss die Midras-Unreinheit, weil der Kasten nicht zum Sitze bestimmt ist, vgl. Vorb. 30.",
+ "Ist er oben schadhalt geworden. Es ist der Deckel zerbrochen.",
+ "bleibt er noch so verunreinigungsfähig. Da noch ein Gerät mit Behältnis übrig geblieben.",
+ "Wird er unten. Am Boden.",
+ "so ist er rein. Da das Behältnis zerstört ist.",
+ "Die Fächer-Behältnisse. מגורה, Vorratshaus (Hagg. 2, 19), Behältnis.",
+ "desselben. Des Kastens, dessen Boden beschädigt ist; es sind aber noch ganze Behältnisse (etwa Schubladen) daran vorhanden.",
+ "sind aber unrein. Wenn der Kasten unrein war und durch Beschädigung rein wird, bleiben diese Behältnisse unrein. Ebenso können sie von neuem unrein werden.",
+ "und gelten nicht als mit demselben verbunden. So dass, trotzdem der Kasten rein geworden, diese Fächer dennoch unrein bleiben (vgl. מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Wenn die Hirtentasche. Nachdem sie unrein geworden.",
+ "so bleibt der Beutel darin. In der grossen Tasche sind mehrere kleine Beutel angebracht, wie die מגורות im Kasten (M. 7). מ״ש liest שנפחת הכיס שבתוכו: der Beutel darin ist schadhaft geworden, ebenso M. und L.",
+ "unrein. Und kann auch fernerhin Unreinheit annehmen.",
+ "und gilt nicht als mit jener. Mit der grossen Tasche.",
+ "verbunden. Wie oben Note 78.",
+ "Wenn in einem Schlauche. Aus einer Schaf- oder Bockshaut verfertigt.",
+ "dessen Hodenhäute mit ihm aufnehmen können. Sie bilden zwei kleine Beutelchen an der Seite des Schlauches, die, wenn der Schlauch mit einer Flüssigkeit gefüllt wird, ebenfalls sich füllen.",
+ "diese beschädigt sind. Ebenso auch, wenn der Schlauch beschädigt ist (מ״א).",
+ "weil sie nicht mehr wie gewöhnlich. Vom Innern des Schlauches aus."
+ ],
+ [
+ "kann durch Midras. Da man den Kasten, auch wenn jemand darauf sitzt, benutzen kann und nicht zu sagen braucht: Stehe auf, da wir das Gerät zu unserer Arbeit brauchen (Vorb. 30).",
+ "Wenn er nicht zehn Handbreiten hoch ist. Da ist es bequem sich darauf zu setzen.",
+ "oder keinen Leisten von einer Handbreite. Ein solcher würde am Sitzen hindern.",
+ "hat. Ist eines von diesen beiden der Fall, so kann der Kasten nur die Toten-Unreinheit annehmen, aber nicht midras-unrein werden.",
+ "so kann er noch die Toten-Unreinheit annehmen. Wie oben M. 7.",
+ "Ist er unten. Am Boden.",
+ "beschädigt, so erklärt ihn R. Meïr für verunreinigungsfähig. Durch Midras, da man noch oben darauf sitzen kann. Nach יו״ב nimmt es auch die Toten-Unreinheit an (vgl. das.).",
+ "denn da dessen Hauptbestimmung. Als Behältnis zu dienen.",
+ "gilt auch der Nebengebrauch. Als Sitz."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Mistkorb. Vgl. 24, 9.",
+ "dass er keine Granatäpfel mehr fasst. Vgl. 17, 1.",
+ "so erklärt ihn R. Meïr noch für verunreinigungsfähig. Durch Midras, weil er noch zum Sitze gebraucht werden kann.",
+ "denn da die Hauptbestimmung. Als Behältnis zu dienen.",
+ "gilt auch der Nebengebrauch. Als Sitz.",
+ "als aufgehoben. Hat man ihn jedoch nachher zum Sitze bestimmt, so kann er midras-unrein werden, vgl. 20, 4 (מ״א)."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Die Decken und die Kissen. כר ist die Unterdecke, worauf man liegt; כסת das kleinere Kopfkissen (vgl. Tosafot Ab. sara 65 a u. B. mez. 79 b).",
+ "die Säcke und die Beutel. מרצוף (gr. μάρσυπος), ein grosser lederner Beutel, in welchem man Waren in die Ferne versendet.",
+ "welche beschädigt sind. Trotzdem sie beschädigt sind und nicht mehr als Behältnis dienen können.",
+ "können durch Midras unrein werden. Da sie auch als Sitz und Unterlage dienen.",
+ "Der Fattersack. קלוסתר, and. LA. קרסטל ,קלסטר (viell. ϰάρταλος), ein lederner Sack, oder Korb, der mit Futter gefüllt und dem Tiere am Maule angehängt wird.",
+ "der vier Kab fasst. Nur wenn er soviel fasst, kann er durch Midras unrein werden, aber nicht, wenn er kleiner ist.",
+ "der Reisesack. כרתית, and. LA. כרסית, syr. ܟܽܘܪܣܬܳܐ, ein Reisesack.",
+ "der ein Seah. Das sind 6 Kab.",
+ "der sieben Kab hält. Vgl. auch Sifra, Sabim Per. 2, 4.",
+ "auch der Gewürzbeutel. רבצל oder רובצל, nach R. Hai ein Gewürzbeutel.",
+ "und die Reisetasche. מזורה, eine Tasche für Reisezehrung (זוודא = צידה Reisezehrung).",
+ "diese sind durch Midras verunreinigungsfähig. Weil man auch mitunter darauf sitzt oder sich darauf legt.",
+ "denn da die Hauptbestimmung. Als Behälter gebraucht zu werden.",
+ "gilt auch der Nebengebrauch. Als Sitz oder Lager.",
+ "als aufgehoben. Dagegen können die ersten vier Behälter, die in dieser Mischna genannt werden, auch, wenn ihr Behältnis beschädigt und unbrauchbar ist, durch Midras unrein werden, weil diese von vorne herein in gleicher Weise als Behälter und als Lager zu dienen bestimmt sind."
+ ],
+ [
+ "Die Sackpfeife. חמת חלילין, ein Schlauch mit Pfeifen, eine Sackpfeife.",
+ "ist betreffs des Midras rein. Da diese nicht zum Sitze gebraucht wird.",
+ "Eine Mörtel. פיסון (von פיסא, Stein, Sandstein), der Mörtel-Arbeiter.",
+ "Mulde kann nach Bet-Schammai die Midras-Unreinheit. Da man manchmal sich darauf setzt.",
+ "nach Bet-Hillel nur die Toten-Unreinheit annehmen. Als ein Behältnis-Gerät, da man es nur im Notfalle zum Sitzen gebraucht.",
+ "Eine. Jadajim 4, 1; Sifra Sabim Per. 2, 5.",
+ "Mulde. Die zum Waschen der Füsse bestimmt ist (ר׳׳ש).",
+ "von zwei Log. Ist sie kleiner, dann ist sie, nach Tosefta II 11, 1, gleich einer Schüssel, die nicht zum Sitzen gebraucht werden kann.",
+ "bis neun Kab. Ist sie grösser, dann gilt sie nicht als Sitz-Gerät, bis sie dazu zugerichtet wird, vgl. weiter M. 4.",
+ "die gespalten ist. So dass man nicht einen Fuss darin waschen kann (Sifra).",
+ "kann durch Midras unrein werden. Weil sie nun zum Sitze gebraucht wird.",
+ "Stellt man sie in den Regen und sie schwillt an. So dass der Sprung wieder verschlossen wird.",
+ "so kann sie nur Toten-Unreinheit. Aber keine Midras-Unreinheit, denn man sagt: Stehe auf, wir wollen das Gerät zu seiner Bestimmung gebrauchen (Vorb. 30).",
+ "Stellt man sie wieder unter Ostwind. Der alles vertrocknet (Hosea 13, 15).",
+ "so nimmt sie wieder Midras-Unreinheit an. Da sie wieder nur zum Sitzen gebraucht wird.",
+ "In dieser Hinsicht ist ein Überbleibsel. Ein Gerät, das so beschädigt ist, dass es nicht mehr zu seiner ursprünglichen Bestimmung gebraucht werden kann.",
+ "von hölzernen Geräten strenger als diese am Anfang sind. Am Anfange können diese Geräte nicht durch Midras unrein werden, wohl aber nachdem sie gesprungen sind.",
+ "Ebenso ist ein Überbleibsel von Geräten aus Gerten. Die korbartig geflochten sind. Statt בשירי כלי נצרים liest L. und M. (ebenso R. Bezalel Aschkenasi bei מ״ש) בכלי נצרים.",
+ "bis deren Verschluss gemacht ist. Vgl. oben 16, Note 17.",
+ "wenn auch die Ränder abgefallen sind und noch so wenig zurückgeblieben. Vgl. 17, 4 Ende."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Stock als Stil. Statt בית יד ist nach L und M יד zu lesen.",
+ "zu einer Axt genommen hat. Bloss zum momentanen Gebrauch, ohne ihn daran zu befestigen.",
+ "so gilt er als damit verbunden betreffs der Unreinheit. Wiewohl der Stock als flaches Holzgerät keine Unreinheit annimmt (Vorb. 12), so kann er doch mit der Axt verbunden Unreinheit annnehmen.",
+ "während der Arbeit. Nachdem man aber die Arbeit mit der Axt verrichtet hat, kann der Stock nicht unrein werden, trotzdem er noch mit der Axt verbunden ist, weil man ihn dann gewöhnlich wegwirft.",
+ "Die Haspel. דיוסטר (and. LA דיסטר) nach ר״ש und Bart. devidoir, die Haspel. Sie besteht aus einem Holzstabe, an dessen beiden Enden durch Löcher Pflöcke hineingestekt werden, die sich in ihrer Richtung kreuzen (an einem Ende geht ein Pflock von Osten nach Westen, am anderen von Norden nach Süden). Diese Pflöcke macht man mitunter aus Eisen, so dass sie verunreinigungsfähig sind. Nach den Erklärern ist דיוסטר zusammengesetzt aus דיו (= δύο) zwei und סטר (aram.) Seite, ein zweiseitiges Gerät. Neuere wollen es vom gr. διωστήρ (Stange) ableiten. (Nach Maim. ist דיוסטר ein Webe-Gerät).",
+ "gilt als verbunden. Die Eisenteile gelten als mit dem Holzstabe verbunden, und wenn eine Unreinheit auch bloss das Holz berührt, ist das ganze Gerät unrein.",
+ "betreffs der Unreinheit während der Arbeit. Während das Garn damit abgehaspelt wird. Sonst ist das Holz nicht verunreinigungsfähig, weil die Eisenpflöcke gewöhnlich aus dem Holzstabe herausgezogen werden.",
+ "Hat man dieselbe. Die Haspel.",
+ "an eine Stange. כלונס (von columna) Pfahl, Stange.",
+ "so ist sie verunreinigungsfähig. Auch während man nicht damit arbeitet, da man, wenn sie an der Stange befestigt ist, die Eisenteile nicht davon trennt.",
+ "diese bildet. Die Stange.",
+ "aber mit ihr. Mit der Haspel.",
+ "keine Verbindung. Wenn eine Unreinheit die Stange berührt, wird die Haspel nicht unrein. Die Stange selbst kann, auch wenn sie nicht an den Erdboden befestigt ist, als פשוטי כלי עץ keine Unreinheit annehmen (Vorb. 12).",
+ "Hat man an diese. An die Stange.",
+ "eine Haspel gemacht. Man hat die Eisenpflöcke in die Stange derart hineingesteckt, dass man diese als Haspel gebrauchen kann,",
+ "so ist davon. Von der Stange.",
+ "als dazu. Zur Haspel.",
+ "gebraucht wird. Der Teil zwischen den beiden Eisenpflöcken; die anderen Teile der Stange, (sowohl der oberhalb als der unterhalb der Pflöcke befindliche) sind nicht verunreinigungsfähig.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Durch Midras, wie vorher, bevor er befestigt war.",
+ "sie. Die Stange.",
+ "bildet aber mit ihm. Mit dem Stuhl.",
+ "keine Verbindung. Die Stange ist als flaches hölzernes Gerät nicht verunreinigungsfähig.",
+ "Macht man einen Stuhl aus derselben. Aus der Stange, die nicht am Erdboden befestigt ist. Es ist hier die Rede von einer dicken Säule, deren oberes Ende man zum Sitze hergerichtet hat.",
+ "so ist nur dessen Platz. Der Sitzplatz. Nach יו׳׳ב noch eine Handbreite ringsumher.",
+ "Hat man den Stuhl an den Balken der Ölpresse. בית הבד, das Haus der Ölpresse (syr. ܒܰܕܳܐ).",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Durch Midras, wie vorher, bevor er befestigt war.",
+ "bildet aber keine Verbindung mit ihm. Der Pressbalken ist nicht verunreinigungsfähig.",
+ "Macht man aus dessen Ende einen Stuhl. Indem man dort einen Sitz herrichtet.",
+ "so ist er rein. Er kann nicht durch Midras unrein werden.",
+ "damit wir unsere Arbeit verrichten können. Vorb. 30; vgl. Sifra, Sabim, Per. 2, 5. —"
+ ],
+ [
+ "Wenn man eine grosse Mulde. Die mehr als 9 Kab fasst (oben M. 2).",
+ "dass sie nicht mehr Granatäpfel halten kann. Dadurch kann sie nicht mehr als Hausgerät Unreinheit annehmen (17, 1).",
+ "zum Sitzen eingerichtet hat. Indem man etwas daran verrichtet hat (Tos. B. mezia 52 b v. והתקינה).",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Durch Midras.",
+ "bis er sie zugeschnitten hat. Bis das Gerät durch eine bedeutende Arbeit diese neue Bestimmung als Sitz erhalten hat.",
+ "Hat man daraus. Aus der gelöcherten Mulde.",
+ "eine Krippe für das Vieh. Worin Bündel Stroh und Gras gelegt werden, die grösser als Granatäpfel sind.",
+ "verunreinigungsfähig. Durch Toten-Unreinheit oder durch ein Kriechtier. Wiewohl sie am Boden befestigt ist, nimmt sie dennoch Unreinheit an, weil sie ursprünglich vom Boden getrennt war und auch nicht, wie der Riegel und das Schloss (11, 2), zusammen mit dem Grundstücke gebraucht wird."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Block. כופת (von كغت, zusammenziehen) eine feste Masse, eine Teigmasse (Pesachim 45b), oder ein Holzblock (vgl. auch כיפתא oder כופתא im Targ. zu Jer. 20, 2).",
+ "in eine Steinreihe der Mauer. נדבך (Esra 6, 4), Steinlage, Bauschicht. Maim. erklärt hier נדבך als ein Holzbrett, vgl. Levy v. נדבך und Fleischer das. S. 716. —",
+ "eingesetzt und man ihn befestigt. Mit Nägeln an die darunter befindliche Mauer.",
+ "so ist er noch verunreinigungsfähig. Durch Midras, wie zuvor, da der Block als Sitz diente. Selbst wenn man über dem nicht befestigten Block gebaut hat und ein זב sich auf die Bauschicht setzt, so ist der Block midras-unrein nach Vorb. 31.",
+ "so ist er rein. Weil er dann als Teil der Wand betrachtet wird, die keine Unreinheit annimmt.",
+ "Wenn man eine Matte. מפץ (von נפץ, ausbreiten), eine aus Rohr oder Binsen geflochtene Matte.",
+ "über die Dachbalken gelegt und sie befestigt. Mit Nägeln an die Balken.",
+ "aber keinen Estrich. מעזיבה (von עזב, Neh. 3, 8, arab. زعب, stossen, füllen, gefüllt sein), der Estrich, der über das Gebälk gelegt wird, vgl. M. B. mezia 10, 2.",
+ "so ist sie noch verunreinigungsfähig. Durch Midras, wie zuvor, als sie zum Lager gebraucht wurde. Vgl. auch Note 74.",
+ "so ist sie rein. Sie gilt als Teil des Daches.",
+ "einen Kasten oder einen Schrank. Die 40 Seah fassen und daher nicht verunreinigungsfähig sind, 15, 1.",
+ "wie sie gewöhnlich etwas aufnimmt. Sie steht aufrecht.",
+ "verunreinigungsfähig. Wie zuvor, bevor sie befestigt war.",
+ "wie sie gewöhnlich aufnimmt. Sondern mit dem Boden aufwärts.",
+ "ist sie rein. Denn da sie nicht ihrem früheren Gebrauche dienen kann, wird sie als Teil des grossen Gerätes betrachtet, das nicht verunreinigungsfähig ist, Note 81."
+ ],
+ [
+ "Wenn man aus einem Leintuch. Das zum Lager bestimmt war. Vgl. weiter 27, 9 und Menachot 24 a b.",
+ "einen Vorhang. וילון = velum, Vorhang, Tür-Vorhang (auch Segel eines Schiffes).",
+ "so kann es nicht mehr durch Midras unrein werden. Da es nicht mehr zum Lager gebraucht werden kann.",
+ "wohl aber durch Toten-Unreinheit. Der Tür-Vorhang gilt nicht wie die Wand des Hauses (die keine Unreinheit annimmt), weil der Türhüter sich oft damit die Hand umhüllt und erwärmt (Beza 14 b).",
+ "Wann wird es rein. Dass es nicht mehr midras-unrein werden kann.",
+ "Sobald man es genäht hat. Man hat es zum Vorhang zugeschnitten, einen Saum daran genäht und Schleifen daran gemacht. Maim. und Aruch lesen משיתבר, nach Maim. von תבר, brechen; nach A. von חוברה, Schleife, s. 25,1.",
+ "Sobald es angebunden wird. An die Oberschwelle, um als Vorhang zu dienen. Nach Maim. bedeutet משיקשור, sobald man die Schleifen daran gebunden, mit denen der Vorhang aufgehängt wird.",
+ "Sobald es befestigt wird. An den Eingang."
+ ],
+ [
+ "Eine Matte. מחצלת (vgl. 17, 17 Note 171) eine Matte aus weichem Stoff.",
+ "woran man Rohre. Die hart sind und auf denen man nicht liegen kann.",
+ "ist rein. Sie kann nicht midras-unrein werden, da sie nicht mehr zum Lager gebraucht wird.",
+ "Nur wenn man sie. Die Bohre.",
+ "gelegt hat. wie ein griechisches X, d. h. man hat die beiden Diagonalen aus hartem Rohr gemacht; dann ist die Matte nicht mehr zum Lager zu gebrauchen.",
+ "Hat man sie. Die Bohre.",
+ "der Breite nach gelegt und es ist zwischen einem Rohr und dem anderen kein Raum von vier Handbreiten. Wenn aber der Raum 4 Handbreiten beträgt, so kann man zwischen einem Rohr und dem anderen sich hinlegen.",
+ "Wird sie. Die Schlafmatte. Gewöhnlich war diese mehrere Ellen laug; die Breite war gleich einer Mannslänge, so dass man sich längs der Breite darauf hinlegte. An beiden Enden der Breite war das Geflecht in Quasten zusammengeknotet, so dass die zu einem Knoten vereinigten Fäden sich auf zwei Handbreiten erstreckten, und da der Knoten in der Mitte war, so betrug auch die Entfernung von einem Knoten bis zum anderen zwei Handbreiten.",
+ "Jehuda für rein. Da dann die Breitenfäden nur an einem Ende verknotet sind und das Gewebe sich leicht löst.",
+ "Ebenso wenn man die Endknoten. מעדנין (Tosefta: מדן, das ע׳ elidiert) die Bande, transp. von ענד, binden.",
+ "ist sie rein. Da das Gewebe dann leicht auseinandergeht.",
+ "Wird sie in der Länge geteilt und es sind daran drei Endknoten von sechs Handbreiten. „Zwei Handbreiten zwischen je zwei Knoten, und eine Handbreite rechts und eine Handbreite links“ (Tosefta II, 11), vgl. Note 99.",
+ "so ist sie verunreinigungsfähig. Durch Midras, da sie noch zum Lager brauchbar ist.",
+ "Sobald sie beschnitten worden ist. An den Enden, vgl. 16, 2, Note 18.",
+ "und das ist ihre Vollendung. Trotzdem man später noch etwas daran zum Schmucke anbringt (יו״ב)."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wer. Es handelt sich hier (nach Maim.) um den Fall, dass ein Kleiderstoff, während er gewoben wird, im Totenzelte sich befand und dadurch unrein geworden ist. Es kann aber (ausser durch Aussatz) bloss das gewebte Zeug unrein werden, weil nur dieses unter בגד (Lev. 11, 32) verstanden wird. Wer nun das, was mit dem בגד als verbunden betrachtet wird, berührt, ist unrein, nicht aber, wer dasjenige berührt, was mit dem Gewebe nicht als verbunden gilt.",
+ "den obern Weberbaum. Die Walze, um welche die Zettelfäden gewickelt sind.",
+ "den untern Weberbaum. Die Walze, um welche das gewebte Zeug gewickelt ist. Letzterer lag niedriger als der obere Weberbaum, und vor demselben sass der Weber während der Arbeit (יו״ב). Es kann aber auch hier von dem vertikalen Webestuhl die Rede sein, vor welchem der Weber stehend arbeitete (Rieger, Spinnen, Färben, Weben S. 27).",
+ "die Schäfte. נירים, die zwei Schäfte, an deren einen die Fäden 1, 3, 5, 7 u. s. w., am anderen wieder die Fäden 2, 4, 6, 8 u. s. w. vermittelst Schlingen (Litzen) befestigt wurden. Es konnte bald der eine bald der andere Schaft durch eine Tretvorrichtung gehoben und so dem Einschlagfaden ein Weg gemacht werden. ניר, arab. نير, licium.",
+ "den Kamm. קידום, das Weberblatt, oder der Kamm, durch dessen Zähne die Zettelfäden hindurchgehen und der zum jedesmaligen Heranschieben des durchgezogenen Einschlagfadens gegen das fertige Gewebe dient. So Maimon. (vgl. Rieger l. c. 34).",
+ "den über Purpur gezogenen Faden. Die Fäden, die man über ein Purpurgewebe zieht, um es vor Verunreinigung zu schützen, und die man später wieder entfernt, weshalb sie nicht als mit dem Gewebe verbunden gelten.",
+ "oder ein Fadenende. עירה = אירא, von עור (Dan. 2, 35) Spreu, Wollflocke oder Fadenende.",
+ "bringen will. Sondern abschneiden will.",
+ "ist rein. S. Anm. 1.",
+ "Wer aber den eingeschlagenen Faden. נפש המסכת, Seele des Gewebes, ist der eingeschlagene Faden, bevor er mit dem Kamm gegen das Gewebe herangeschoben wurde (Maim.)",
+ "die stehende Kette. Mit welcher der Webestuhl bespannt ist.",
+ "den über Purpur gezogenen Doppelfaden. Ein gezwirnter Faden, der mit dem Purpur zusammengewirkt und nicht entfernt wird.",
+ "ist unrein. Da diese Dinge als Teile des Gewebes betrachtet werden.",
+ "Wer die Wolle an dem Spinnrocken. S. 11, 6 Anm. 59.",
+ "oder an der Spule. Tosefta: בצמר שעל גבי האשויה . Die Bedeutung von אשויה ist unsicher. Kohut vergleicht das syr. ܫܽܘܘܳܝܬܳܐ, Spule, um welche man die Wolle windet.",
+ "ist rein. Diese Wolle gilt nicht als mit dem Geräte verbunden, dass sie die Unreiheit des Gerätes anderen Dingen bringen könnte.",
+ "Wer den Kreisel. S. 11, 6 Anm. 55,",
+ "solange er ihn nicht vom Faden entblösst hat. Solange nicht der gesponnene Faden von der Spindel abgewickelt wurde.",
+ "ist unrein. Wenn die Spindel unrein ist, weil der Kreisel als Handhabe der Spindel betrachtet wird (רא״ש).",
+ "so ist er rein. Er gilt dann nicht mehr als mit der Spindel verbunden."
+ ],
+ [
+ "Wer. Vgl. Vogelstein, Die Landwirtschaft in Palästina zur Zeit der Mischnah, Berlin 1894.",
+ "den Jochbalken. Siehe 14, 4, Anm. 49.",
+ "die Querstange. Das. Anm. 50.",
+ "den Halsring. עין, ein gepolsterter lederner Ring (Sifra Schemini 8, 6), den man dem Tiere um den Hals legte, damit es nicht vom Joche gedrückt werde.",
+ "oder den Strick. עבות (Hosea 11, 4) der dick geflochtene Strick, mittelst dessen man das Joch der Ackertiere mit dem Pfluge verband.",
+ "selbst während der Arbeit. Wobei alle Geräte doch miteinander verbunden sind.",
+ "ist rein. Trotzdem der Pflug verunreinigt worden ist, bleiben diese Dinge rein, weil sie nicht als wesentliche Teile des Pfluges zu betrachten sind.",
+ "Wer die Sterze. חרב, Pflugsterze (stiva), das Holz am Ackerwagen, das der Pflüger während des Pflügens mit der Hand hält. Es hat die Form eines Schwertes, daher der Name (Maim.).",
+ "den Pflugbaum. בורך, der Pflugbaum (oder die Grindel, temo), der knieförmig gebogen war (daher der Name) und an seinem untern Ende von der Sterze durchbohrt wurde (s. die Abbildung bei Vogelstein).",
+ "oder die Deichsel. יצול, die Deichsel, die mit dem oberen Ende des Pflugbaums verbunden war. Arab. ياصول, vgl. Wetzstein bei Levy II 404.",
+ "ist unrein. Wenn einer dieser Teile oder ein anderer wesentlicher Teil des Pfluges verunreinigt worden ist, sind alle Teile unrein. Sie gelten alle als miteinander verbunden.",
+ "Wer den metallennen Ring. Vermittelst dessen die in das Ohr der Pflugschar gesteckte Sterze festgehalten wird (Vogelst. 28).",
+ "die Streichbretter. לחיין, die Streichbretter (aures), die an den beiden Flügeln der Pflugschar angebracht gewesen zu sein scheinen.",
+ "oder die Pflugschar-Flügel. עדיין, zwei auseinanderstehende Flügel, welche die Pflugschar nach rückwärts hatte und welche die Furchen verbreitem und die Schollen zerkleinern sollten (Vogelst. das.).",
+ "ist unrein. Wenn einer dieser Teile oder ein anderer wesentlicher Teil des Pfluges verunreinigt worden ist, sind alle Teile unrein. Sie gelten alle als miteinander verbunden.",
+ "denn sie dienen nur die Erde zu vermehren. לרבות, and. LA. לרכך (aufzulockern). Sie sind daher keine wesentlichen Teile des Pfluges."
+ ],
+ [
+ "Wer den einen oder andern Griff. Einen der beiden Arme des Säge-Gestelles.",
+ "der Säge berührt. Nachdem das Sägeblatt unrein geworden ist.",
+ "ist unrein. Weil der hölzerne Arm dem Metallgeräte (dem Blatt) dient (s. 13, 6), יו״ב.",
+ "Wer die Schnur oder das Seil. Durch welche die beiden Arme des Säge-Gestells oben mit einander vereinigt werden.",
+ "das Querholz. Welches die beiden Arme in der Mitte miteinander verbindet.",
+ "oder die Spannhölzer. Von denen man das eine Ende in die Schnur steckt, das andere Ende an das mittlere Querholz anlegt. Mit diesen Hölzern kann die Schnur herumgedreht und gespannt werden. Bei kürzern Sägen genügt ein Spannholz. Nach Maim. sind unter סניפין ausser dem Spannholz noch die zwei kleinen runden Hölzer verstanden, welche an beiden Enden des Sägeblattes befestigt sind und welche unten in den beiden Armen des Gestells stecken. Vermittelst dieser Hölzer kann das Säge-Blatt gedreht werden. סניפין sind Ansätze, Anhängsel.",
+ "die Presse des Zimmermanns. Oben 16, 7 Anm. 71.",
+ "oder den Bogen. קשטגית, and. LA. קשתנית (von קשת, Bogen), ein bogenförmiger hölzerner Griff, womit der Bohrer gedreht wird.",
+ "ist rein. Diese hölzernen Geräte gelten nicht als mit dem Eisen verbunden, werden daher nicht unrein, wenn eine Unreinheit das Eisen berührt.",
+ "Auch wer den Rahmen. מלבן, ein rechteckiger Rahmen. Nach den Erklärern wurde die grosse Säge in die Mitte dieses Rahmens eingesetzt.",
+ "der grossen Säge. מסר, bibl. משור.",
+ "ist rein. Diese hölzernen Geräte gelten nicht als mit dem Eisen verbunden, werden daher nicht unrein, wenn eine Unreinheit das Eisen berührt.",
+ "selbst wenn er gespannt ist. Und der eherne Pfeil an dem Bogen liegt.",
+ "ist rein. Obgleich der Pfeil unrein geworden ist.",
+ "Eine Maulwurfsfalle. אישות (Ar. אשות) chald. אשותא, Maulwurf. Die Falle bestand aus Holz- und Eisenteilen.",
+ "ist rein. Das Holz ist rein, wenn auch das Eisen unrein geworden ist, weil ersteres mit letzterem nicht als verbunden betrachtet wird.",
+ "gelten die Teile als verbunden. Und wenn das Eisen unrein geworden ist, ist die ganze Falle unrein."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn. Chagiga 26 b.",
+ "ein Speisetisch. Trotzdem der Tisch ein Gerät ohne Behälter ist, kann er dennoch Unreinheit annehmen, weil er sowohl für den Menschen (sich darauf zu stützen) als für die letzterem dienenden Geräte bestimmt ist (Vorb. 12).",
+ "oder ein Anrichtetisch. דלפקי = δελφιϰή, ein dreifüssiger Tisch zum Anrichten von Speisen und Getränken.",
+ "beschädigt sind. Die Platte ist teilweise zerbrochen.",
+ "oder man sie mit Marmor belegt hat. Ein ganz mit Marmor belegter Tisch ist nicht verunreinigungsfähig, weil man sich nach dem Überzug richtet, der als Steingerät keine Unreinheit annimmt. Über den scheinbaren Widerspruch mit 11, 6 vgl. מ״א das.",
+ "doch noch Platz daran geblieben ist. Der nicht zerbrochen und nicht belegt ist.",
+ "so sind sie verunreinigungsfähig. Nach א״ר ist das die Ansicht des R. Jose oben 16, 6.",
+ "um Stücke. Von Speisen.",
+ "darauf zu legen. Nach א״ר ist zu lesen: אף מקום הנחת חתיכות (so erklären auch רש״י und ר״ש); denn nach R. Jehuda ist erforderlich, dass der Tisch dem Menschen (durch die Speisen) und den Dienstgeräten des Menschen dienen könne, wie dies Sifra (Schemini VI, 4) lehrt. Doch ist die LA. אף nirgends bezeugt, vgl. יו״ב. Merkwürdig ist die Ansicht des Jeruschalmi in ע״ז II Ende: היא מקום הנחת כוסות היא מקום הנחת חתיכות, wonach die beiden Ansichten dem Inhalte nach identisch sind und bloss im Wortlaut differieren."
+ ],
+ [
+ "Ein Tisch. Ein dreifüssiger Tisch.",
+ "ist rein. Weil er nicht mehr gebraucht werden kann.",
+ "ihn als Platte zu gebrauchen. Vgl. 25, 9.",
+ "Es bedarf nicht dieses Gedankens. Da er als Platte gebraucht werden kann.",
+ "Dasselbe gilt vom Anrichtetisch. Dabei findet dieselbe Meinungsverschiedenheit statt."
+ ],
+ [
+ "Eine Bank. ספסל, συμψελλιον, subsellium, Sitzbank.",
+ "der einer ihrer Füsse. Eines der Seitenbretter, die an beiden Enden des Sitzbrettes als Füsse befestigt sind.",
+ "ist rein. Weil man nicht mehr darauf sitzen kann. Maim. liest טמא (vgl. H. כלים 26, 2), wie beim Bett, oben 18, 5 Anm. 46.",
+ "so ist sie ebenfalls rein. Da man auf einem dünnen Sitzbrett ohne Füsse nicht sitzen kann.",
+ "Ist daran eine Handbreit Höhe. Es ist das Sitzbrett eine Handbreit dick, oder es ist noch etwas von den Füssen daran geblieben.",
+ "so ist sie verunreinigungsfähig. In diesem Falle kann sie noch zum Sitzen gebraucht werden.",
+ "Eine Fussbank. שרפרף = שרשיפא, Schemel. Etym. unsicher.",
+ "von der eines der Seitenbrettchen. Ein Fuss.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Da man noch immer die Füsse darauf stützen kann.",
+ "Dasselbe gilt von dem Schemel vor dem Lehnsessel. קתדרה = ϰαϑέδρα, Lehnsessel."
+ ],
+ [
+ "Einen. Vgl. Edujot 1, 11.",
+ "dessen Sitz. חפויו, eig. „die Bedeckungen“, das, womit das Stuhl-Gestell bedeckt ist. Bei dem Braut-Sessel werden es wohl feine Kissen gewesen sein. Diese Kissen sind nun weggenommen worden, so dass der Stuhl nicht mehr zum Sitze der Braut geeignet ist. Nach Maim. sind hier חפויו Bedeckungen von Elfenbein und Ebenholz. Nach ר״ש sind darunter Seiten-Lehnen zu verstehen, wie חפין (Zapfen eines Schlüssels), oben 13, 6.",
+ "erklären Bet-Schammai für verunreinigungsfähig. Als Sitz (מדרס), weil man auch ohne Bedeckung darauf sitzen kann (s. M. 5).",
+ "Bet-Hillel aber erklären ihn für rein. Weil er für seine Hauptbestimmung, nämlich zum Sitz für die Braut, nicht brauchbar ist.",
+ "Auch der Stuhlrahmen. Der vierseitige Rahmen, durch den die vier Füsse miteinander verbunden sind.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Selbst wenn er vom Handwerker gebracht wurde und niemals mit einem Sitze verbunden war, kann er auch, weil im Notfalle zum Sitz brauchbar, unrein werden (Tosefta III 1, 12).",
+ "den man in einen Backtrog eingesetzt hat. Um die zum Kneten nötigen Gegenstände darauf zu legen.",
+ "erklären Bet-Schammai für verunreinigungsfähig. Als Midras; denn da der Stuhl vorher als Sitz diente, so kann er durch die Einsetzung in den Backtrog nicht diesem gleich werden.",
+ "Bet-Hillel aber erklären ihn für rein. Er ist dem Backtrog gleich, der nicht Midras werden kann, weil er zu einem anderen Gebrauche bestimmt ist (Vorb. 30).",
+ "Schammai sagt: Auch der am Backtrog selbst angebrachte (Stuhl ist verunreinigungsfähig. Obgleich er niemals als Sitz gedient hat, kann er doch midras-unrein werden, weil er mitunter auch zum Sitzen dient."
+ ],
+ [
+ "dessen Sitzbrettchen. Der Sitz des Stuhls bestand gewöhnlich aus drei Sitzbrettchen, die hier חסויים (Decken) genannt werden. Diese waren in der Regel länger als der Rahmen des Gestells, so dass sie an demselben von allen Seiten hervorragten. Deshalb konnte der Stuhl nicht umgelegt und so als Sitz gebraucht werden, weil er dadurch eine schiefe Stellung gehabt hätte.",
+ "hervorragen. Sie sind ausnahmsweise nur ebenso lang wie der Rahmen.",
+ "weil man ihn gewöhnlich auf seine Seite legt und sich darauf setzt. Auf die Brettchen, die an den Seiten befestigt sind. Der Stuhl kann also noch eben so, wie früher, gebraucht werden."
+ ],
+ [
+ "dessen mittleres Sitzbrettchen. Von den dreien (Note 35).",
+ "weggenommen ist und die äusseren. Von den beiden Seiten des mittleren.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Da man noch darauf sitzen kann.",
+ "verunreinigungsfähig. Da man noch darauf sitzen kann.",
+ "Nur wenn dieses eine Handbreite breit ist. Sonst kann man nicht darauf sitzen."
+ ],
+ [
+ "Einen. Vgl. Edujot 2, 8.",
+ "wovon zwei nebeneinanderliegende Sitzbrettchen. Vgl. Note 35.",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Als Midras, da man zur Not noch darauf sitzen kann.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für rein. Weil man auf einem solchen Stuhl in der Regel nicht sitzt.",
+ "dessen Sitz weggenommen ist und an dem noch ein Behältnis verblieb. Bei dem Braut-Sessel hatte der Rahmen mitunter einen Boden, so dass, wenn der Sitz abgenommen wurde, ein Behältnis verblieb, in das man Gegenstände hineinlegen konnte",
+ "denn da die Hauptbestimmung. Die Bestimmung zum Sitze der Braut.",
+ "wird der Nebengebrauch nicht beachtet. Vgl. oben 19, 9—10 und 20, 1."
+ ],
+ [
+ "Eine Kiste. Oben 15, 1. — Es ist hier von einer kleinen Kiste die Rede, die fähig ist, Unreinheit anzunehmen.",
+ "deren oberer Teil. Nach Bart. wäre עליון der obere Deckel und תחתון der Boden. Doch fasst man besser mit Maim. und רא״ש die beiden Teile als zwei Behälter oder Schubladen, die an der hier in Rede stehenden שידה sich befinden.",
+ "ist noch verunreinigungsfähig wegen des untern. Nach Bart. wäre עליון der obere Deckel und תחתון der Boden. Doch fasst man besser mit Maim. und רא״ש die beiden Teile als zwei Behälter oder Schubladen, die an der hier in Rede stehenden שידה sich befinden.",
+ "Jehuda noch für verunreinigungsfähig wegen der Seitenbretter. Die man ebenfalls noch (etwa zum Sitzen) gebrauchen kann.",
+ "Die Weisen aber erklären sie für rein. Da die Hauptbestimmung aufgehört hat.",
+ "Der Sitz des Steinmetzen. Es scheint hier von einem hölzernen Sitz die Rede zu sein, den der Steinmetz an den zu bearbeitenden Stein befestigt, denn die Tosefta (III 1, 13) bemerkt: ישיבת הסתת התירה טהורה קשרה טמאה Der Sitz des Steinmetzen ist, wenn er ihn losgebunden hat, rein; wenn er ihn aber festgebunden hat, verunreinigungsfähig. Dasselbe wird dort von den am Wagen festgebundenen Sitz des Kutschers gesagt.",
+ "kann midras-unrein. S. Vorb. 29."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Block. Oben 20, 5.",
+ "rot oder gelb gefärbt. Oben 15, 2.",
+ "oder glatt gehobelt hat. עשאו פנים, er hat ihm ein (schönes) Ansehen gemacht (durch Glättung mit dem Hobel); so die Commentare. L. liest פכים, was wohl (φανής = φανός) „glänzend weise“ bedeutet.",
+ "Akiba ihn für verunreinigungsfähig. Als Midras, wenn er ihn als Sitz zu gebrauchen gedenkt.",
+ "ausgehöhlt hat. Er muss durch eine Tat zu einem Sitz gemacht werden, vgl. oben 20, 4. Die hier gegebene Erklärung zu dieser Stelle ergibt sich aus Tosefta III 2, 2.",
+ "Wenn man einen kleinen oder grossen Korb. Oben 16, 2.",
+ "mit Stroh oder Wollflocken. מוכין, Wollflocken (B. kamma 10, 10) oder andere weiche Dinge.",
+ "dadurch. Bloss durch die Füllung.",
+ "sind sie noch rein. Sie können nicht als Sitz durch Midras unrein werden, da dies kein rechter Sitz ist, indem die Füllung jederzeit herausfallen kann.",
+ "Hat man sie aber mit Binsen. Oben 9, 4 Note 43.",
+ "oder Schnüren überflochten. So dass die Füllung nicht herausfallen kann.",
+ "so sind sie verunreinigungsfähig. Durch Midras."
+ ],
+ [
+ "Der Nachtstuhl. אסלה (Erubin 10b: עסלה), sella, Nachtstuhl. Er besteht aus einem eisernen Gestell mit Füssen und einem ledernen Überzug, der in der Mitte gelöchert ist (vgl. Aruch u. מפתח des R. Nissim zu Erubin).",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Midras und durch Toten-Unreinheit. Vgl. Nidda 6, 3.",
+ "Wird er getrennt. Es wird das Leder vom Eisen abgesondert, ohne dass man beabsichtigt, die Teile wieder mit einander zu verbinden (יו״ב).",
+ "so ist das Leder durch Midras. Da das Leder auch an und für sich als Sitz gebraucht werden kann.",
+ "und das Eisen. Das zwar nicht als Sitz, aber zu anderen Gebrauchszwecken dienen kann.",
+ "durch Toten-Unreinheit. Vgl. 18, 8.",
+ "Ein dreifüssiger Stuhl. טרסקל ist hier τρισϰελής (dreischenklig, dreifüssig), dasselbe wie כסא טרסקל in Sabbat 138a (vgl. auch Bamidb. rabba 12, 12). Es war ein zusammenlegbarer Feldstuhl.",
+ "Wird er getrennt. Es wird die lederne Bedeckung vom Fussgestell entfernt.",
+ "so ist das Leder durch Midras. Da das Leder auch an und für sich als Sitz gebraucht werden kann.",
+ "der Stuhl aber ist ganz rein. Das Gestell ohne Sitz ist zu nichts zu gebrauchen.",
+ "Die Bank. ספסלין ist Einzahl, συμψέλλιον.",
+ "im Badehause. Die gewöhnlich eine Marmorplatte zum Sitze hatte.",
+ "deren zwei Füsse. Oben M. 3 heisst der Bankfuss ראש, weil er aus einem Seitenbrett bestand; hier aber heisst er רגל, da die eine Längenseite der Sitzplatte an der Wand angebaut war und nur die andere Seite an jedem Ende einen Fuss hatte.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Als Midras. Nach Maim. und Bart. können nur die Füsse unrein werden, aber nicht die Marmorplatte, da Steingeräte keine Unreinheit annehmen (Vorb. 15). Nach יו״ב ist auch die Platte unrein, weil wir die Füsse als den Hauptteil des Sitzes betrachten.",
+ "so ist sie rein. Denn dann ist es so zu beurteilen, wie wenn die Bank ganz aus Stein bestände.",
+ "die man zusammengefügt hat. שגם, zusammenfügen, vgl. oben 10, 6 Note 67. — Nach רא״ש ,ר״ש und Bart. bedeutet שיגמן hier: er hat sie mit dem Hobel zurecht gemacht.",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Als Midras, weil man auf ihnen zu sitzen pflegt.",
+ "dass das Wasser darunter abfliesse. Man setzt sich nur darauf, um nicht mit dem schmutzigen Badewasser in Berührung zu kommen.",
+ "Ein Räuchergefäss. קנקילין (L.: קנקילן) ϰάγϰελον (von cancellus) Gitter; hier ein netz- oder gitterartiges Gefäss, das dazu dient, Kleider und andere Gegenstände zu beräuchern.",
+ "an welchem ein Behältnis für Kleider. כסות, and. LA. כוסות, Becher.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Trotzdem die Löcher am Boden des Gefässes so gross sind, dass ein Granatapfel durchfallen kann, nimmt es dennoch Unreinheit an, da es für Kleider bestimmt ist, die nicht durchfallen, vgl. 17, 3 (יו״ב).",
+ "ist es aber wie ein Bienenkorb geformt. Es ist von beiden Seiten offen und hat keinen Boden (so die meisten Comment.). Doch widerspricht dies den Angaben in Oholot 9 und Sabbat 8a (רא״ש). Es scheint daher bei diesen Gefässen bloss das Kleider-Behältnis gefehlt zu haben."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "ein Schuhleisten. אמום (vgl, oben 16, 7, Note 80), hier die Form eines Fusses, daher Schuhleisten. Alle hier genannten Geräte bestehen aus Leder, das mit Haaren oder Wollflocken gefüllt ist; vgl. auch Sanhedrin 68a.",
+ "ein Amulet. קמיע (syr. ܩܡܺܝܥܳܐ) Amulet (Sabbat 6, 2), eine lederne Kapsel, welche Kräuter oder ein beschriebenes Pergamentstück enthält und als Schutz- oder Heilmittel getragen wird.",
+ "oder Tefillin. Deren Gehäuse die bekannten 4 Abschnitte der Thora auf Pergament geschrieben enthalten, vgl. 18, 8.",
+ "zerrissen worden sind. Es ist die Naht aufgerissen worden, nachdem diese Dinge vorher durch einen Toten unrein geworden waren.",
+ "unrein. Denn sie gelten noch immer als Gerät mit Behältnis, da bloss die Naht aufgerissen ist.",
+ "bleibt rein. Denn da die Naht aufgerissen ist, wird der Inhalt nicht mehr als mit dem Gerät verbunden betrachtet und trägt nicht die Unreinheit des Gerätes.",
+ "Wenn ein Sattel. אוכף, arab. اكاف, Sattel. Bart. liest הכאוף.",
+ "zerrissen wird. Es ist die Naht aufgerissen worden, nachdem diese Dinge vorher durch einen Toten unrein geworden waren.",
+ "weil die Naht es. Das Innere mit dem Äussern.",
+ "verbindet. Das Innere ist also mit der Hülle zu einem Geräte verbunden."
+ ],
+ [
+ "Folgende Dinge können als Reitzeug. מרכב, s. Vorb. 33. — Vgl. auch Sifra Sabim 3, 11.",
+ "der askalonische Gurt. זריז and. LA. זרז (von aram. זרז rüsten, gürten), ein breiter Gurt, der dem Esel um den Leib gebunden wurde.",
+ "der medische Mörser. Nach ר״ש ein dickes langes Holz, in dessen Mitte ein Mörser ausgehöhlt ist und auf dessen beiden Enden der Stossende reitet. Maim. liest: מדיכח und erklärt das Wort als einen gewissen Sattel, der in Medien gebraucht wurde.",
+ "der Tragsessel des Kamels. Vgl. Gen. 31, 34, wo כר הגמל von Onk. mit עביטא דגמלא übersetzt wird. Vgl. Herzog, Real-Encycl. und Riehm, Handwörterb. Art. Kamel.",
+ "und die Decke. טפיטן = τάπης (ητος) Teppich, Decke (syr. ܛܳܦܺܝܛܳܐ).",
+ "weil man auf dem Spielplatz. קומפון, ϰάμπος, campus, Spielplatz, wo Kampfspiele stattfinden.",
+ "aber der Sattel des weiblichen Kamels. נאקה, (arab. ناقة) weibliches Kamel, das schon Lasten tragen kann.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Als Sitz, auch nach dem ersten Tanna (תנא קמא. Nach And. ist er nur als Reitzeug verunreinigungsfähig, auch nach R. Jose."
+ ],
+ [
+ "unterschieden vom Tragen. Wer das Reitzeug des זב trägt, ist אב הטומאה und verunreinigt die zu gleicher Zeit berührten Kleider und Geräte; dagegen ist der das Reitzeug Berührende bloss ראשון und kann nicht Kleider und Geräte verunreinigen.",
+ "beim Sitz aber wird zwischen Berührung und Tragen nicht unterschieden. Auch der den Sitz Berührende kann wie der Tragende gleichzeitig Kleider und Geräte verunreinigen (nicht aber Menschen und irdene Gefässe). Nachdem aber der Träger sich vom Sitz oder vom Reitzeug getrennt hat, ist er bloss ראשון und kann keinerlei Gerät verunreinigen.",
+ "Der Saumsattel. תפית ist nach Maimonides ein persischer Saumsattel, der aus Hölzern (wohl hölzernen Bogen, die mit Querhölzern verbunden waren) besteht, die man auf den Rücken des Tieres legt, um ihm darauf Lasten aufzuladen. Die genauere Beschaffenheit dieses persischen Sattels wird nicht angegeben.",
+ "worauf man sitzt. Mitunter sitzt man zur Not darauf.",
+ "ist rein. Weil dieser gewöhnlich nicht zum Reiten und nicht zum Sitzen dient. Vgl. Tosefta III 2, 7.",
+ "oder sie in einander eingebrochen. Dadurch wurde er zum Sitze geeignet.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Als Sitz."
+ ],
+ [
+ "die Decke und das Kissen. Vgl. 20, 1.",
+ "für den Toten. Die nur für einen Toten bestimmt sind.",
+ "sind verunreinigungsfähig durch Midras. Obschon das Lager eines Toten nicht midras-unrein werden kann, so werden diese Dinge, wenn ein זב darauf sitzt, dennoch Midras, weil sie auch den Frauen, die den Toten beweinen, als Sitz dienen.",
+ "Der Sessel einer Braut. Vgl. 22, 4.",
+ "der Gebärstuhl. משבר (bibl.: Muttermund) in der Mischna: Gebärstuhl.",
+ "der Wöchnerin. חיה, Gebärerin (auch Hebamme).",
+ "auf welchem er die Kleider aufhäuft. כרם ist nach unserer LA. in Sabbat 88 b mit מכנש sammeln, aufhäufen zu erklären. Ar. liest: מיכבש, pressen. Über die Etym. vgl. Fleischer bei Levy II 456.",
+ "sind nicht als Sitz zu betrachten. Hinsichtlich des Brautsessels ist oben 22, 4 gegen R. Jose entschieden; so Bart. und יו״ב, vgl. aber מ״א."
+ ],
+ [
+ "Das Fischnetz. חרם, bibl. Fischernetz. Dies ist an sich nicht verunreinigungsfähig, s. weiter 28, 9.",
+ "ist verunreinigungsfähig wegen des Beutels. חזוטו (Hai: הזוטן), der untere Teil des Netzes (der Beutel), der gewebt war.",
+ "die Vogelfalle. מדף (von נרף, stossen), eine Vogelfalle, bestehend in einem schräg aufgestellten Brett, das durch einen Sparren gestützt wird. Unter das Brett wird Vogelfutter gelegt. Der Vogel, der das Futter auflest, rüttelt an dem Sparren, das Brett fällt nieder, und der Vogel ist gefangen. Anders מדף oben 16, 7.",
+ "die Schlinge. פְּלָצוּר (so bei Maim.) (von pressorium); vgl. Löw bei Krauss S. 462), eine Schlinge, die man über den Kopf des Tieres wirft, um es zu erdrosseln (R. Hai).",
+ "die Fangkästen der Schleusenbauer. סַכָּר (von סכר verschliessen).",
+ "sind verunreinigungsfähig. Durch ein Kriechtier oder eine Toten-Unreinheit, aber nicht durch Midras.",
+ "Die Fischreuse. Oben 12, 2 Note 32.",
+ "der Vogelkorb. רטוב, ein Korb, der zum Vogelfang diente (ob von רטב, grün, wie Jastrow meint, ein Korb aus grünen Zweigen?).",
+ "und der Käfig. Jer. 5, 27.",
+ "sind rein. Weil sie durchaus gelöchert sind und nicht als Geräte mit Behältnis betrachtet werden."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Dreierlei Schilde. תריס gr. ϑυρεός, Schild.",
+ "gibt es. Die in Bezug auf deren gesetzliche Bestimmungen von einander zu unterscheiden sind.",
+ "Der gebogene Schild. D. i. der gewöhnliche Schild, der den Krieger von drei Seiten beschützt.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Midras. Weil man im Kriege darauf schläft. Was midras-unrein werden kann, ist umsomehr durch Toten-Unreinheit verunreinigungsfähig (Nidda 6, 3).",
+ "mit welchem man auf dem Spielplatz. קונפון = קומפון, oben 23, 2.",
+ "spielt. Ein kleiner runder Schild, der nicht zum Lager oder Sitz gebraucht wird.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Ebenso kann er durch jeden הטומאה אב unrein werden; jedoch ist er dann nur ראשון, während er durch Berührung eines Toten ein אב הטומאה wird (Vorb. 2 u. 4).",
+ "und der Schild. דיצה (eig. Freude), ein sehr kleiner Schild, der nur zur Belustigung der Kinder dient.",
+ "der Araber ist ganz rein. Denn er ist kein Gebrauchs-Gerät."
+ ],
+ [
+ "Der wie ein Sessel. Oben 4, 3 und 22, 3.",
+ "geformt ist. Kurz und zum Sitzen einer Person eingerichtet.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Midras; der wie ein Bett (geformt ist. Lang und bestimmt, Waare darauf zu legen.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Aber nicht durch Midras, weil man zu dem, der sich darauf setzt, spricht: stehe auf, lasse uns unsere Arbeit hier verrichten (Vorb. 30).",
+ "ist ganz rein. Weil dieser durchaus mit Löchern versehen ist, durch welche ein Granatapfel durchfallen kann, vgl. 17, 1 und יו״ב."
+ ],
+ [
+ "wenn er gespalten ist. So dass man ihn nicht mehr zum Kneten gebrauchen kann und zum Sitzen bestimmt.",
+ "verunreinigungsfähig durch Midras. Vgl. 20, 2.",
+ "so kann er verunreinigt werden durch Toten-Unreinheit. Einerlei ob er wenig oder viel fasst, wenn nur keine 40 Sea.",
+ "Mass enthält. 40 Sea Flüssiges oder 6 Sea Trockenes.",
+ "ist ganz rein. Vgl. 15, 1."
+ ],
+ [
+ "Ein Kasten mit der Öffnung an der Seite ist. So dass man den Kasten auch, wenn jemand darauf sitzt, benutzen kann.",
+ "verunreinigungsfähig durch Midras. Weil man zu dem darauf Sitzenden nicht sagt: steh’ auf, damit wir unsere Arbeit verrichten!",
+ "so ist er verunreinigungsfähig durch Toten - Unreinheit. Aber nicht durch Midras, weil man zu dem, der sich darauf setzt, spricht: stehe auf, lasse uns unsere Arbeit hier verrichten (Vorb. 30).",
+ "Maas enthält. 40 Sea Flüssiges oder 6 Sea Trockenes.",
+ "ist ganz rein. Wenn der Kasten jedoch zum Sitzen bestimmt ist, kann er trotz seiner Grösse midrasunrein werden (Bart.)."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Felldecken. תרכוס, bessere LA. תרכוס, ein Fell oder ein Gerät aus Fell (so die ältern Erkl.), nach Mussafia von tergus.",
+ "Das der Barbiere. Worauf derjenige sitzt, der sich das Haar schneiden lässt.",
+ "worauf man isst. Worauf man die Speisen setzt.",
+ "und das für Oliven. Worauf man Oliven vor dem Pressen ausbreitet.",
+ "ist ganz rein. Vgl. 16, 7 Ende."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Untersätze. בסיס = basis.",
+ "Der vor dem Bette und vor den Schreibern. Welcher zum Sitzen gebraucht wird.",
+ "der des Anrichtetisches. דלפקי, 22, 1.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Da er nicht bloss als Untergestell für den Tisch dient, sondern auch zum Daraufstellen von Geschirr.",
+ "und der des Schrankes ist ganz rein. Man stellt den Schrank darauf bloss, damit er nicht durch die Feuchtigkeit des Erdbodens beschädigt werde."
+ ],
+ [
+ "Die Papyrus-Tafel. אפיפורין, nach Löw (Gr. Requis. 97) und Sachs (Beitr. I, 165) von papyrus, s. oben 17, 3, Note 18. Andere nehmen es als Fussschemel (also אפיפודין), wie oben 16, 1, der auch als Schreibrequisit diente (?).",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Midras. Die Tafel muss wohl auch zum Sitzen gedient haben.",
+ "in der sich ein Behälter für Wachs befindet. S. oben 17, 17. Nach ר״ש hatte die Tafel eine Randerhöhung, innerhalb welcher sich das Wachs befand. Doch hat man nicht das Behältnis ganz ausgefüllt (vgl. יו״ב).",
+ "und eine glatte. Worauf man mit Tinte oder mit Kreide schrieb."
+ ],
+ [
+ "das der Glaser. Die darauf Glas-Geräte legen. זגג (von זגג = זכך, klar sein) der Glaser.",
+ "und das der Sattler. סרג, von ܣܰܪܓܳܐ, eine Pferdedecke, der Pferdedecken-Macher. And. (von סורג, Gitter) der Gittermacher.",
+ "ist ganz rein. Da es bloss zur Arbeitszeit gebraucht wird, s. 16, 7."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Lastkörbe. משפלת (von שפל, gering) ein Behältnis für geringe Gegenstände, sp. ein Lastkorb, worin geringwertige Dinge, wie Dünger, Stroh transportiert werden.",
+ "Der zum Dünger ist verunreinigungsfähig durch Midras. Weil er auch zum Sitzen dient. Die Öffnung dieses Korbes war an der Seite (ר״ש).",
+ "der zu Stroh ist verunreinigungsfähig durch Toten - Unreinheit. Bei diesem war der Deckel oben, man konnte also nicht darauf sitzen, wie in M. 4.",
+ "und der Strick-Korb. פוחלץ ist nach Maim. ein netzartig aus dicken Stricken geflochtener Korb, in welchem man den Kamelen Lasten auflud.",
+ "der Kamele ist ganz rein. Der פוחלץ hatte so grosse Löcher, dass er nicht als Behältnis-Gerät betrachtet werden konnte, und auch zum Daraufsitzen war er nicht geeignet."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Matten. S. oben 20, 5, Note 76; vgl. noch 27, 2.",
+ "die der Färber. Die zum Einwickeln des gefärbten Kleides dient.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Toten- Unreinheit. Vgl. Sabbat 84a.",
+ "und die der Keltern. Womit man die Weintrauben bedeckt."
+ ],
+ [
+ "Mass enthalten. Wie dies in 20, 1 bestimmt wird.",
+ "und die aus Fischhaut sind ganz rein. Nach 17, 13, Note 126."
+ ],
+ [
+ "Das zum Ausbreiten gemachte ist verunreinigungsfähig durch Midras. Auf die Erde hinzubreiten, um darauf zu sitzen (s. Bezah 11b). Über andere lederne Geräte, die midras-unrein werden können, vgl. 26, 5.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Wie oben Note 45.",
+ "und das zu Riemen und Sandalen zu verwendende. Das aber noch nicht in Riemen zerschnitten ist. Die bereits hergerichteten Riemen aber sind verunreinigungfähig, Negaïm 11, 1."
+ ],
+ [
+ "das als Vorhang. Ein Vorhang ist verunreinigungsfähig, weil der Diener sich manchmal damit wärmt, vgl. 20, 6.",
+ "worauf Figuren gezeichnet sind. Als Vorlagen zum Sticken. Nach א״ר: Tapeten, die man an die Wände hängt."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei. Jerusch. Kilajim 9, 2.",
+ "Tücher. מטפחת (von טפח, ausgebreitet sein) eine Hülle, ein Tuch.",
+ "Handtuch ist verunreinigungsfähig durch Midras. Weil man es zuweilen auf das Kissen legt und darauf schläft (Jerusch. das.).",
+ "das zu Büchern. Lies: ספרים (L), so auch Jerusch. l. c. und fast alle Erkl. Nach der LA. ספרין wäre es ein Tuch der Barbierer (vgl. מ״א und 28, 4).",
+ "dienende ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Weil man das Tuch manchmal, wie ein Futteral, auf den Schoss legt und sich damit wärmt (Jerusch. das.), so dass es den Büchern und dem Menschen dient (vgl. Vorb. 12).",
+ "das zum Einwickeln. Nach Maim. (s. תוי״ט) zum Einhüllen von Toten. Die Totenkleider werden תכריכין genannt. Bart. liest: ושל תכריך נבלי בני לוי das zum Einwickeln der Psalter der Leviten dient.",
+ "und das zu den Harfen der Söhne Lewi’s. Die nach 15, 6 nicht verunreinigungsfähig sind.",
+ "gebrauchte. Dieselben einzuwickeln oder zu bedecken."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Lederhandschuhe. פרקלינין, Maim., ebenso weiter 26, 3: פרקנימין ר״ש ,פרקלימין), nach den Erklärern hier: ein grosser Lederhandschuh; nach Muss, von περιϰαλύμμα, Bedeckung durch etwas Herumgelegtes. Nach Fränkel bei Krauss s. v. ist es περίϰνήμιον, Beinschiene, Gamasche.",
+ "Die der Wild- und Vogel-Fänger. Sie tragen diesen Handschuh, um darauf den Falken zu setzen, den sie bei der Jagd gebrauchen.",
+ "sind verunreinigungsfähig durch Midras. Weil sich der Jäger darauf stützt (Bart.) oder zuweilen darauf setzt (יו״ב). Anders Tos. III, 2, 11.",
+ "Die der Heuschrecken - Fänger sind verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Er dient dem Menschen und wird auch beim Heuschreckenfang gebraucht.",
+ "und die der Sommerfrucht-Trockner. Man zieht ihn beim Hantieren mit den fetten Früchten an, um die Hände vor Schmutz zu bewahren. And. LA.: קוצים, Dornensammler, die sich durch das Leder vor den Dornenstichen schützen.",
+ "sind ganz rein. Nach 16, 7 Ende."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Kopfnetze. סבכח = שבכח (von סבך, flechten) Netz (Job 18, 8), hier: Kopfnetz.",
+ "das einer jungen Frau ist verunreinigungsfähig durch Midras. Weil es geeignet ist, darauf zu sitzen, und auch zu diesem Gebrauche bestimmt ist.",
+ "das einer alten ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Aber nicht durch Midras, da es nicht zum Daraufsitzen geeignet ist. Die Tosefta III 2, 10 entscheidet umgekehrt.",
+ "und das einer Dirne. יוצאת לחוץ ist das aram. נפקת ברא = זונח, eine Buhldirne, vgl. Ramban zu Gen. 38, 15 und מ״ש.",
+ "ist ganz rein. Weil dies weder zum Sitzen noch zur Kopfbedeckung, sondern bloss zum Schmucke getragen wird."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Vorratskörbe. Oben 16, 3, Note 32.",
+ "gibt es. Dreierlei Bestimmungen sind bei der Kupha zu beachten.",
+ "Wenn man einen abgenutzten. מחה (verw. mit מחה abwischen) abnutzen (arab. مها, dünn machen).",
+ "als Fleck aufgesetzt hat. שטלייה (טלא, flicken), er hat den alten abgenutzten Korb auf den starken geheftet, um ihn noch stärker zu machen.",
+ "so richtet man sich nach dem starken. War dieser rein, so ist das Ganze rein; war dieser unrein, so ist das Ganze unrein.",
+ "hat man einen kleinen einem grossen aufgesetzt. Einerlei ob beide stark oder abgenutzt sind.",
+ "so richtet man sich nach dem grossen. War dieser rein, so ist das Ganze rein; war dieser unrein, so ist das Ganze unrein.",
+ "waren beide gleich. An Grösse und an Beschaffenheit.",
+ "so richtet man sich nach dem innern. War dieser rein, so ist das Ganze rein; war dieser unrein, so ist das Ganze unrein.",
+ "Wenn man eine Wagschale. Die unrein war.",
+ "so wird dieser. Der Kessel.",
+ "unrein. Weil man sich nach der Wagschale richtet.",
+ "hat man sie. Die Wagschale.",
+ "so bleibt er. Der Kessel.",
+ "hat man sie. Die Wagschale.",
+ "an dessen Seite. Nicht an den Boden.",
+ "so bleibt er. Der Kessel.",
+ "rein. Da man sich in diesem Falle nach dem Grösseren (d. i. der Kessel) richtet."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Bei. Vgl. Pesachim 17b.",
+ "allen Geräten ist. Falls sie durch unreine Flüssigkeit verunreinigt worden sind, wobei sie bloss nach rabbinischer Verordnung unrein sind, da nach dem Thoragesetze ein Gerät nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden kann (Vorb. 16).",
+ "die Rückseite von der Innenseite zu unterscheiden. Wenn die unreine Flüssigkeit die Rückseite berührt, ist wohl diese unrein, die Innenseite aber ist noch rein; wenn dagegen die Innenseite verunreinigt wird, ist anch die Aussenseite unrein.",
+ "Säcken and Beuteln. S. 20, 1. Obgleich man diese Geräte umwenden kann, so dass die Aussenseite zur Innenseite gemacht wird, so ist dennoch die innere Seite rein, wenn bloss die Aussenseite von unreiner Flüssigkeit berührt worden.",
+ "die Schleifen. תוכרות, nach R. Hai „Schleifen“. Das Wort kommt in der ברייתא דמלאכת המשכן Abschn. 4 in dieser Bedeutung vor. Nach Maim. ist תוכר ein Saum, der durch das Umschlagen des Sack-Randes nach der Rückseite zu (תבר = שכר, brechen) entsteht, wo derselbe angenäht wird. Durch die Schleifen oder den Saum ist die Rückseite von der Innenseite leicht zu unterscheiden.",
+ "ist die Rückseite von der Innenseite zu unterscheiden. Hinsichtlich der Reinheitsbestimmungen.",
+ "nicht von der innern Seite zu unterscheiden. Wenn auch nur die Aussenseite verunreinigt worden, ist auch die innere Seite unrein.",
+ "Beim Tisch und Anrichtetisch ist die Rückseite von der innern Seite. Die obere Seite der Tischplatte, die gewöhnlich durch den Hobel geglättet ist und worauf Speisen und Getränke gelegt werden, wird als die Innenseite, die untere als die Aussenseite betrachtet. Die Füsse werden überhaupt durch Berührung unreiner Flüssigkeiten nicht unrein (יו״ב).",
+ "Die Rückseite ist hier nicht besonders zu beurteilen. Sie unterliegt denselben Bestimmungen wie die obere Seite.",
+ "Dasselbe. Dieselbe Controverse zwischen R. Jehuda und R. Meïr.",
+ "die keinen Rand. Und auch keine Füsse (יו׳׳ב)."
+ ],
+ [
+ "Am Rinderstecken. Über חרחור ,מרדע und דרבן s. Abschn. 9, Note 80.",
+ "ist die Rückseite von der innern Seite. Die beiden eisernen Geräte, חרחור und דרבן selbst werden als תוך betrachtet.",
+ "und zwar (gehört zu ersterer. Zur Rückseite",
+ "sieben Handbreiten neben der Schaufel und vier Handbreiten neben dem Stachel. Der Teil des Steckens zwischen den sieben und den vier Handbreiten gilt als Griff (יד), der durch unreine Flüssigkeit nicht unrein wird (M. 6). Nach Maim. gilt dieser Teil als אחורים, während die sieben und vier Handbreiten, wie die eisernen Geräte selbst, als תוך gelten.",
+ "Man unterscheidet bei diesen nicht (eine Rückseite und innere Seite. Vielmehr ist auch, wenn die 7 und 4 Handbreiten durch Flüssigkeit verunreinigt wurden, das Eisen unrein. Nach Maim. ist auch, wenn der Teil zwischen den 7 und 4 Handbreiten verunreinigt worden, der ganze Rinderstecken unrein.",
+ "die Masse von vier und sieben Handbreiten sind nur betreffs der Überbleibsel erwähnt worden. Dass nämlich wenn der Rinderstecken zerbrochen worden und noch sieben Handbreiten am חרחור oder vier Handbreiten am דרבן übrig geblieben sind, dies als Gerät betrachtet wird und noch verunreinigungsfähig ist, s. Abschn. 29. 7—8."
+ ],
+ [
+ "der Schaumschöpfer. S. 13, 2, Note 15.",
+ "die Senfseihe und der Weindurchschlag haben eine Rückseite und eine Innenseite. Betreffs des Schaumschöpfers wird diese Bestimmung in der Tosefta III 3, 6 durch folgende Sätze näher präzisiert: Ist (unreine) Flüssigkeit in das Innere (des Löffels) gefallen, so ist das Ganze unrein. Ist dieselbe auf die Rückseite (des Löffels) gefallen, so ist bloss diese Rückseite unrein, dagegen sind die Innenseite, die Gabel und der Griff rein. Ist sie auf die Gabel gefallen, so teilt man den Griff, und soweit er dem Unreinen dient, ist er unrein, und was dem Reinen dient, ist rein. Ist dieselbe auf den Griff gefallen, so trocknet man ihn ab, und er ist rein.",
+ "Sie haben keine. Es ist bei allen diesen Geräten kein Unterschied zwischen der Rückseite und der Innenseite zu machen; vielmehr ist, wenn irgendwohin unreine Flüssigkeit gefallen, das ganze Gerät unrein. Der Grund dieser Bestimmung ist, weil diese Gefässe stets zu Flüssigem benutzt werden, wobei, wenn das Innere gebraucht wird, auch die Aussenseite benetzt wird (רא״ש).",
+ "untertauchen. Wenn man es wieder rein machen will. Dagegen braucht man bei den anderen Geräten, wenn die Aussenseite durch Flüssigkeit verunreinigt worden, nicht das Ganze unterzutauchen (רא״ש), vgl. auch מ״א."
+ ],
+ [
+ "Beim Viertel und Halbviertel. Die aus einem Stück Holz bestehen, auf dessen einer Seite eine Höhlung von einem Viertel Kab und auf der anderen Seite eine solche, die ein Halbviertel Kab misst, sich befindet. Nach Einigen sind diese beiden Masse nebeneinander befindlich und durch eine Wand von einander getrennt, wie beim Zwillings-Tintenfass, oben 2, 7.",
+ "wenn das Viertel verunreinigt worden. Durch unreine Flüssigkeit.",
+ "ist das Halbviertel unrein geworden. Durch unreine Flüssigkeit.",
+ "Da doch das Halbviertel die Rückseite des Viertels ist. Das Viertel, als das grössere Mass, ist das Hauptgerät, und das Halbviertel ist als die Rückseite des grösseren Masses zu betrachten.",
+ "Darauf erwiderte er. R. Akiba.",
+ "Muss man denn gerade dies. Den Satz: „Das Halbviertel ist die Rückseite des Viertels“.",
+ "vorausgehen lassen. Wörtlich: Gehört denn diese (diese Behauptung) zu der Klasse (כת) der Vorangehenden (קודמין)? Vielleicht ist hier auf die Mischna Pesachim 5, 5 angespielt, wo von 3 כתות die Rede ist, die nach einander zur Bereitung des Pesach-Opfers in die עזרה treten. Anstatt של כת lesen einige: של בת, Andere שלבת oder שלות, Aruch: שלחת. Im Jerusch. Ende Terumot wird in demselben Sinne gefragt: של בית קודמין היא, gehört dies denn zum Hause der Vorangehenden?",
+ "Es ist das Viertel die Rückseite des Halbviertels. Da ja das Halbviertel ebenso häufig wie das Viertel im Gebrauch ist, so könnte letzteres als die Rückseite betrachtet werden.",
+ "ist die Innenseite nicht unrein. Da es zweifelhaft ist, welches Gerät als die Rückseite betrachtet werden soll, so wird, da es sich bloss um eine rabbinische Anordnung handelt, erleichternd entschieden."
+ ],
+ [
+ "Ist das Viertel verunreinigt worden. Von innen durch unreine Flüssigkeit.",
+ "so ist das Viertel samt dessen Rückseite. Die Rückseite der Wände, die dieses umgeben.",
+ "das Halbviertel aber samt dessen Rückseite. Die Rückseite der Wände, die dieses umgeben.",
+ "ist rein. Auch die Rückseite des Bodens des Viertels wird als Innenseite des Halbviertels betrachtet und ist rein.",
+ "Ist das Halbviertel unrein geworden. Von innen durch unreine Flüssigkeit.",
+ "das Viertel aber samt dessen Rückseite. Die Rückseite der Wände, die dieses umgeben.",
+ "ist rein. Aach die Rückseite des Halbviertels wird als Innenseite des Viertels betrachtet und ist rein.",
+ "Ist die Rückseite. Die Rückseite der Wände, die dieses umgeben.",
+ "so ist die Rückseite des Halbviertels rein. Die Anssenseite der Seitenwände ist also bloss bis zum Boden des Viertels unrein, von da ab und weiter rein.",
+ "Man kann die Rückseite. גביין ist hier dasselbe, was oben אחורים genannt wird. Warum hier ein anderer Ausdruck gebraucht wird, vgl. מ״א.",
+ "nicht als geteilt betrachten. Da die Aussenseite der Wand unrein geworden ist, so muss die ganze Aussenseite für unrein erklärt werden. Ob die Weisen dies auch in den vorhergehenden Fällen behaupten, wo die Aussenseite bloss durch das Innere unrein geworden, ist zweifelhaft (יו״ב). Nach מ״א gestehen da die Weisen zu, dass bloss der entsprechende Teil der Aussenseite unrein ist.",
+ "muss man das Ganze untertauchen. Dies bezieht sich nach תוי״ט auch auf die vorhergehenden Fälle, wo bloss eines von den beiden Geräten unrein ist; dennoch muss das Ganze untergetaucht werden, wenn man es reinigen will. יו״ב findet dies auffällig; doch wird es von מ״א gerechtfertigt. Wie in dem Falle, wenn die beiden Masse nebeneinander und durch eine Wand getrennt sind (oben Note 24) betreffs dieser Wand zu bestimmen ist, vgl. 2, 7 (Bart.); doch ist nach יו״ב und מ״א hier nicht wie oben zu entscheiden."
+ ],
+ [
+ "ihre Ränder. אונן, oben 11, 3, Note 19.",
+ "ihre Henkel oder auf die Griffe. Unter יד versteht man einen längeren Griff an der Aussenseite des Gefässes.",
+ "welche zum Aufnehmen bestimmt sind. Die Beifügung המקבלים (d. h. die ein Behältnis haben, das zum Aufnehmen bestimmt ist), bezieht sich auf alle bisher genannten Dinge. Nur wenn diese Teile von כלים המקבלים sind, gilt die folgende Bestimmung. Hat das Gerät aber kein Behältnis, so gelten diese Teile, wie אחורים, und sind wenigstens selbst unrein, wenn unreine Flüssigkeit auf sie gekommen.",
+ "(unreine) Flüssigkeit gekommen ist, so trocknet man sie ab, und sie bleiben rein. Bei andern Geräten aber, (welche keine Granatäpfel halten können. Das Eingeklammerte ist zu streichen; es ist aus 17, 4 hierher geraten (יו״ב).",
+ "bei denen man nicht die Rückseite von der Innenseite unterscheidet. Wie manche in M. 1—3 genannten Geräte. חא״ש liest שאין להם אונים ותוך (die keine Henkel und kein Behältnis haben).",
+ "Flüssigkeit auf einen Teil davon. Sei es auch nur der Rand oder der Griff u. s. w.",
+ "das Ganze unrein. Denn sowie man nicht zwischen der Innen- und Aussenseite unterscheidet, ebenso ist zwischen dem Gestell, dem Rand u. s. w. und dem eigentlichen Geräte nicht zu unterscheiden.",
+ "Von einem Gefässe. S. Berachot 52a und Parallelstellen.",
+ "Flüssigkeit unrein geworden. Dieser Satz hängt mit dem unmittelbar vorhergehenden nicht zusammen, sondern gibt die nähere Erklärung zur ersten Bestimmung unseres Abschnittes, wonach bei allen Geräten die Rückseite von der innern Seite zu unterscheiden ist.",
+ "der Henkel und die Griffe bleiben rein. Diese Erleichterung ist deshalb getroffen worden, damit man wisse, dass die Unreinheit bloss von den Rabbinen angeordnet wurde und dass wegen einer solchen Unreinheit nicht Hebe (תרומה) und Heiliges (קדשים) verbrannt werden dürfen."
+ ],
+ [
+ "Alle Geräte. Jerusch. Chag. 3, 1.",
+ "haben eine Rückseite und eine Innenseite. Dies ist so wie am Anfang unseres Abschnitts zu verstehen; es wird bloss hier deshalb wiederholt, um das Folgende daran anzuschliessen.",
+ "sie haben ferner einen Anfassungsort. בית צביעה, and. LA. בית הצביטה (vgl Chagiga 22b). Die Bedeutung beider LAA. wird wohl gleich sein. בית הצביעה (von אצבע, Finger) der Ort, wo man die Finger hineinsteckt, um das Gerät anzufassen. בית הצביטה (צבט, arab. ضمط, festhalten, ergreifen), der Ort, wo man das Gerät ergreift. Es ist nicht klar, worin sich das בית הצביעה von dem in M. 6 genannten Henkeln und Griffen unterscheidet. Nach Maim. ist ersteres eine am Rande des Gefässes befindliche kleine Vertiefung, wo man den Finger hineinsteckt, um das Gefäss nicht von innen anzufassen. Nach יו״ב ist darunter ein Bügel verstanden, der, wie beim Handkorb, über dem Innern des Gefässes von einer Stelle des obern Randes zur gegenüberstehenden Stelle des Randes geht. Es scheint aber בית הצביעה ein allgemeiner Name für alle die verschiedenen Handgriffe zu sein, die nicht bereits oben in M. 6 genannt sind. Das בית הצביעה ist gesetzlich nicht bloss von תוך, sondern auch von אחורים unterschieden. Wenn unreine Flüssigkeit auf חצב׳ בית fällt, bleibt אחורים noch rein, und wenn jene auf אחורים fällt, bleibt בית חצב׳ noch rein.",
+ "für einen grossen hölzernen Backtrog. Nur bei diesen gilt die Bestimmung, dass, wenn אחורים durch משקין verunreinigt worden, das בית הצביטה rein bleibt, nicht aber bei andern Geräten, weil bei letzteren zu befürchten ist, man würde beim Anfassen des בית הצב׳ auch die Rückseite berühren, die mit unreiner Flüssigkeit benetzt ist, und dann mit den feuchten Händen andere reine Stellen des Gerätes verunreinigen; daher hat man auch das בית חצב׳ für unrein erklärt.",
+ "Für Becher. Die zum Trinken gebraucht werden und stets mit Flüssigkeit benetzt sind, welche leicht Unreinheit annimmt. Nach Bart. und יו״ב meint R. Akiba: Auch für Becher (also auch für die grossen Backtröge). Doch spricht die Tosefta III 3, 7 gegen diese Erklärung (vgl. מ״א).",
+ "Für unreine und reine Hände. In der Hinsicht ist בית הצב׳ von אחורים zu unterscheiden, dass wenn man mit nassen unreinen Händen eine von diesen beiden Stellen berührt, die andere Stelle nicht unrein wird, dass ferner, wenn eine von diesen beiden Stellen unrein ist und man mit nassen reinen Händen die andere Stelle berührt, die Hände nicht unrein werden.",
+ "Man hat es nur für reine Hände gesagt. D. h nur in dem letzten der in Note 53 erwähntes Fälle werden die reinen Hände nicht unrein; dagegen wird im ersten dort erwähnten Falle, wo mit nassen unreinen Händen die eine Stelle berührt wird, auch die andere Stelle unrein."
+ ],
+ [
+ "Sind die Hände rein und die Rückseite des Bechers unrein. Und die Hände sind nass, oder die Rückseite des Bechers ist nass.",
+ "dass vielleicht seine Hände durch die Rückseite des Bechers unrein geworden seien. Da das בית הצב׳ als rein gilt. Die hier vorausgesetzte Ansicht, dass die Hände durch ein Gerät, welches mit unreiner Flüssigkeit benetzt ist, verunreinigt werden können, ist die Meinung des R. Josua in Jadajim 3, 1. Dagegen lehren die Weisen das., dass die Hände nur durch ein Gerät, das von einem אב הטומאה verunreinigt worden ist, unrein werden können; so Maim. Doch bemerkt מ״א, dass die Weisen dort nur in dem Falle mit R. Josua controversieren, wo das Gerät trocken ist; unsere Mischna aber handelt von einem Falle, wo entweder das Gerät oder die Hände nass sind. Da wird die Flüssigkeit ein ראשון (nach 8, 10, Note 99) und verunreinigt die Hände nach Aller Ansicht.",
+ "Trinkt jemand. Hier fängt eine neue Bestimmung an, die mit dem vorhergehenden כיצר nicht in Verbindung steht.",
+ "dessen Rückseite unrein ist. Vgl. die Controverse zwischen R. Meïr, R. Jehuda und R. Jose in 8, 10.",
+ "verunreinigt hat. Vgl. die Controverse zwischen R. Meïr, R. Jehuda und R. Jose in 8, 10.",
+ "Wenn ein Kessel. Oben 3, 7, Note 50.",
+ "die Rückseite. Die durch unreine Flüssigkeit verunreinigt ist.",
+ "berührt habe und dann wieder hineingekommen sei. Daher bleibt das Innere des Kessels und dessen Inhalt rein."
+ ],
+ [
+ "Bei heiligen Geräten. Vgl. M. Chagiga 3, 1.",
+ "ebenso nicht den Anfassungsort. Vielmehr ist, wenn auch nur einer dieser Teile unrein geworden ist, das ganze Gerät unrein. Nur für Hebe (תרומה) ist die oben (M. 7) gemachte Unterscheidung in Geltung.",
+ "die in einander gesetzt sind. Wenn beide Geräte unrein sind.",
+ "zusammen untertauchen. Weil das im Innern des anderen befindliche Gerät durch seine Schwere das Wasser an die Stelle, wo es aufliegt, nicht hingelangen lässt. Wenn das Gerät bloss zur Hebe (תרומה) gebraucht wird, braucht man dies nicht zu beachten. Diese Bestimmung, die nicht hierhergehört, steht hier, weil dieselbe in Chagiga 3, 1 neben der vorhergehenden Bestimmung am Platze ist, vgl. das.",
+ "Alle Geräte können durch Gedankenhegung Verunreinigungs - Fähigkeit erlangen. Wenn man z. B. den Gedanken hegte, einen für ein Tier bestimmten Ring, der nach 12, 1 nicht verunreinigungefähig ist, für einen Menschen zu gebrauchen, so erlangt der Ring dadurch die Verunreinigungsfähigkeit, vgl. aber 26, 7.",
+ "wenn sie durch eine Tat verändert werden. Wenn man den Gedanken hegt, einen für einen Menschen bestimmten Ring für ein Tier zu gebrauchen, so verliert er dadurch nicht seine Verunreinigungsfähigkeit, wenn man nicht den Ring durch eine Tat verändert, vgl. 17, 15 Ende.",
+ "Tat. Hat man zuerst einen Ring für einen Menschen gemacht und ihn nachher durch eine Tat-Veränderung für ein Tier zugerichtet, so verliert der Ring seine Verunreinigungsfähigkeit. Umsomehr kann eine Tat einen Gedanken aufheben.",
+ "Gedanken. Selbst wenn man bloss den Gedanken hegte, einen Ring des Tieres für einen Menschen zu bestimmen (wodurch doch der Ring nach Note 66 verunreinigungsfähig wird) kann ein späterer Gedanke, den Ring für ein Tier zu bestimmen, die Verunreinigungsfähigkeit nicht beseitigen.",
+ "aufheben. Vgl. Kidduschin 59ab."
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+ "Eine. Hier werden lederne Geräte aufgezählt, die aus einem am Saume mit Löchern oder mit Schleifen versehenen Stück Leder bestehen, das durch Schnüre oder Riemen, welche in die Löcher gezogen sind, zugezogen werden kann und so ein Behältnis-Gerät wird, das verunreinigungsfähig ist (2, 1).",
+ "amkische. Die in dem Dorfe כפר עמיקו (Taanit 21a) verfertigt wird. Es ist wohl identisch mit dem bibl. בית העמק (Jos. 19, 27), dem heutigen Amka, nordöstlich von Akko. Nach Maim. bedeutet עמקי „für tiefen, morastigen Boden bestimmt“.",
+ "Sandale. Sie besteht aus einem flachen Stück Leder (mit Riemen, Note 1), auf das die Fusssohle gesetzt wird. Zieht man dann die durch die Löcher am Saume gehenden Riemen, so wird auch der Fussrücken und die Ferse mit dem Leder bedeckt.",
+ "ein Schnürbeutel. שנץ, nach R. Hai und ר״ש der umgeschlagene Rand des Beutels, durch welchen die Riemen zum Zuziehen gezogen werden. Nach Maim. Raschi (Sabb. 92a) Bart. und יו״ב heissen die Riemen oder Schnüre, durch die der Beutel zugezogen wird, שנצות. Vielleicht stammt es von שנס, gürten, zusammenbinden.",
+ "Jehuda auch ein Korb aus Palmfasern. Nach den meisten Erklärern ein Korb aus Palmzweigen oder Palmfasern, צורי דקל (Ab. sara 75a).",
+ "ist auch eine laodikäische Sandale. Diese Sandale besteht ebenso aus einem Stück Leder, wie die amkische (Note 3); doch gehört bei dieser mehr Kunstfertigkeit dazu, die Riemen in die Löcher am Saum hineinzubringen.",
+ "diese werden verunreinigungsfähig. Sobald man die Schnüre in die Schleifen gebracht hat, so dass man es als ein Behältnis-Gerät (כלי קבול ) gebrauchen kann.",
+ "und wieder rein. Wenn man die Schnüre aus den Löchern gezogen hat und ein flaches Gerät daraus wird (2, 1).",
+ "ohne Zutat des Handwerkers. Da dies auch durch einen Privatmann gemacht werden kann.",
+ "Es werden ja alle Geräte verunreinigungsfähig. Wenn sie die Form eines verunreinigungsfähigen Gerätes haben, auch wenn sie von einem Privatmann verfertigt werden.",
+ "und wieder rein. Wenn jene Form zerstört wird.",
+ "ohne Zutat des Handwerkers. Wenn auch das Gerät nicht so vollkommen ist, wie das Werk eines Handwerkers.",
+ "auch wenn sie aufgelöst sind. Selbst wenn die Riemen aus den Löchern herausgezogen sind und die Gegenstände nicht mehr die Form eines Gerätes besitzen.",
+ "man hat obiges. Dass durch Entfernung der Schnüre die Unreinheit beseitigt wird.",
+ "den selbst der Handwerker nicht wieder herstellen kann. Bloss mit grosser Mühe kann er es wieder herstellen (vgl. Sabbat 58b u. 83b)."
+ ],
+ [
+ "dessen Schnüre weggenommen sind. Sie sind gänzlich beseitigt worden.",
+ "ist noch verunreinigungsfähig. Wenn der Beutel noch ein Behältnis hat.",
+ "Wird er flach ausgebreitet. So dass er kein Behältnis hat.",
+ "Hatte man aber daran unten. Am Boden von aussen.",
+ "einen Fleck. מטלת (von טלא, flicken), ein kleiner (lederner) Fleck.",
+ "angenäht. So dass dadurch, auch wenn das Leder ausgebreitet wird, die Form eines Behältnis-Gerätes verbleibt",
+ "so bleibt er noch verunreinigungsfähig. Auch wenn man die Schnüre entfernt und das Leder flach ausgebreitet wird.",
+ "Wenn ein Beutel im andern steckt. Und sie an einem Ende zusammennäht. Das folgende gilt umsomehr, wenn die beiden Beutel neben einander zusammengeheftet sind.",
+ "wenn der eine durch Flüssigkeit unrein geworden. In welchem Falle die Unreiheit nur eine rabbinische Verordnung ist (2, 7, Note 76).",
+ "der andere nicht unrein. Das gilt nur für eine rabbinische Unreinheit; dagegen gelten bezüglich einer Thora-Unreinheit zwei miteinander verbundene Geräte wie ein Gerät (Tosefta III 4, 2). Auch wenn ein Beutel den andern überragt, gelten andere Bestimmungen (vgl. Tos. das. und מ״א).",
+ "Das Perl - Bündel. Ein Stück Leder, worin eine Perle zur Verwahrung eingebunden wird und lange Zeit dort verbleibt, so dass auch nachdem die Perle herausgenommen wird im Leder eine Vertiefung zurückbleibt.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Es wird als ein Behältnis-Gerät betrachtet, obgleich man nicht beabsichtigt hat, das Behältnis zu machen. Vgl. auch Sanhedrin 68a.",
+ "Das Geld-Bündel. Ein Leder, worin Geld eingebunden wird.",
+ "die Weisen aber erklären es für rein. Da Geld oft gebraucht und das Bündel oft geöffnet wird, so hat das Behältnis nicht lange Bestand, und das Bündel ist wie ein flaches Stück Leder zu betrachten."
+ ],
+ [
+ "Der Handschuh der Dornen-Leser. Ein Stück Leder, das die Dornen-Leser wie einen Handschuh zum Schutze um die Hand binden.",
+ "ist rein. Da er kein Behältnis hat.",
+ "Der Gürtel. זון, gr. ζώνη, Gürtel, ein lederner Gürtel.",
+ "und das Schurzleder. ברכייר, (βραχιάριον = brachiale, ein Armschmuck) ist wohl ein lederner Schurz, den man an den Armen beim Arbeiten anzog. Nach Maim. und Bart. ein Knie-Schutzfell, das die Lahmen gebrauchen, die auf den Knieen einhergehen.",
+ "sind verunreinigungsfähig. Weil sie die Form eines Geräts haben (Maim., s. תוי׳׳ט).",
+ "auch die Ärmelhalter. שרוולים, and. LA. שרבלים, nach R. Hai und Maim. enge Ärmel, welche die Handwerker während der Arbeit über die weiten Kleider-Ärmel legen, um diese in die Höhe zu ziehen und nicht durch dieselben bei der Arbeit behindert zu werden. (Im Arab. bedeutet سروال „Beinkleider“). Nach einer Erklärung im ר״ש ist שרבל ein Fell, das der Arbeiter während der Erntezeit zum Schutze vor der Hitze auf dem Herzen trägt (also von שרב, Hitze).",
+ "sind verunreinigungsfähig. Weil sie die Form eines Geräts haben (Maim., s. תוי׳׳ט).",
+ "die Lederhandschuhe. Andere LAA. und Erklärungen vgl. oben 24, 15 Note 62. Nach ר״ש und Bart. (die hler פרקנימין oder פרקמינין lesen) ist das Wort nicht identisch mit פרקלינין oben 24, 15; es bedeutet vielmehr „Stirnband“.",
+ "aber sind rein. And. LA. טהורים. Es sind hier die oben 24, 15 genannten Lederhandschuhe der קייצים gemeint, s. oben (Maim.).",
+ "Alle Finger - Handschuhe. בית חאצב׳, Maim. und מ״ש lesen בית הצביעות, s. oben 25, 7. Nach א״ר sind hier von einander getrennte Hüllen für einzelne Finger gemeint.",
+ "sind rein. Da das Behältnis nicht zum Aufnehmen von Gegenständen bestimmt ist.",
+ "ausser den der Sommerfrüchte-Trockener. And. LA. קוצין; s. oben 24, 15 Note 66.",
+ "weil er die roten Beeren. אוג bedeutet nach Bart. Kornelkirschen (Baum und Frucht). Dagegen erklären Ar. und Maim. dies mit Sumak, die Schmacke oder der Gerberbaum (rhus coriaria), dessen rote linsengrosse Beeren als Heilmittel gegen Diarrhoe und dessen Zweige und Blätter zum Gerben der Häute gebraucht wurden.",
+ "wenn er nicht den grössten Teil der roten Beere. Vielleicht aber: „die Mehrheit der Beeren“, d. b. mehrere Beeren, oder die Mehrzahl der Beeren eines Strauchs."
+ ],
+ [
+ "Eine. Sabbat 112b.",
+ "Sandale. סנדל, gr. σάνδαλον, die Sandale. Sie bestand aus einer Sohle aus hartem Leder, an der noch an den Seiten und an der Ferse ein schmaler Streifen aus hartem Leder sich befand. An der Spitze hatte die Sandale noch ein Oberleder (חוטם), welches die Fusszehen bedeckte. An beiden Seiten befanden sich Ohren (אזנים), an welchen Riemen angebracht waren, mittelst deren die Sandale an den Fuss festgebunden wurde.",
+ "an der. Nachdem sie midras-unrein geworden war.",
+ "eines seiner Ohren. Nach Raschi (Sabb. 112a) die Handhaben, die man beim Anziehen der Sandalen anfasst. Richtiger wohl die an den Seiten befindlichen ledernen Ansätze, woran die Riemen oder Schnüre zum Festbinden angebracht waren (יר״ב).",
+ "abgerissen werden ist und man es wieder angemacht hat. Auch wenn man es nicht wieder zurecht gemacht hat, bleibt die Sandale unrein; ותקנה steht bloss als Bedingung für die folgende Bestimmung.",
+ "bleibt midras-unrein. Denn die Sandale kann noch angezogen werden dadurch, dass man eine längere Schnur an das andere Ohr bindet und diese um den Fuss wickelt und befestigt.",
+ "so ist sie vom Midras rein. Obgleich jetzt die ganze Sandale wieder hergestellt ist, so gilt doch die Midras-Unreinheit als beseitigt. Es ist jetzt als eine neue Sandale zu betrachten, die zwar von neuem Unreinheit annehmen kann, die alte Unreinheit aber verloren hat.",
+ "aber unrein als vom Midras Berührtes. Denn das erste wieder angemachte Ohr ist durch Berührung der noch midras-unreinen Sandale als von einer Midras-Unreinheit Berührtes unrein geworden. Wenn nun auch durch das Abreissen des zweiten Ohres die Midras-Unreinheit aufgehoben wurde, so bleibt doch die Unreinheit der Berührung an dem ersten Ohre haften, die es dann, weil mit der Sandale verbunden, auf die ganze Sandale überträgt.",
+ "so ist sie rein. Von der alten Unreinheit, sie kann aber von neuem unrein werden (ד״ש, vgl. יו״ב). — Vgl. dieselben Bestimmungen oben 18, 6 betreffs eines zerbrochenen Bettes. Anstatt טהורה ist טהור zu lesen, da סנדל masc. ist.",
+ "Ist das Fersenleder. Nach Bart. nicht das Fersenleder der Sohle, sondern das, welches die Höhe der Ferse an dem Unterschenkel bedeckt. Vgl. aber יו״ב.",
+ "oder ist die Spitze. Welche die Zehen bedeckt.",
+ "oder ist sie. Die Spitze ist der Länge nach in zwei geteilt, so dass es hässlich aussieht und man mit einer solchen Sandale nicht einhergeht.",
+ "so ist sie rein. Von der frühern Unreinheit, sie kann aber von neuem unrein werden (Bart), anders ר״ש (s. יו״ב).",
+ "Eine Schnürsohle. סוליים, die besten Zeugnisse lesen סולייס (soleae, Sohlen), einfache Sohlen, die man mit Schnüren an den Fuss befestigte.",
+ "rein. Weil sie in solchem Zustande nicht brauchbar ist.",
+ "Ein zerrissener Schuh. מנעל, ein Schuh, hat auch weiches Oberleder, das den Fussrücken bedeckt.",
+ "wenn er nicht den grössten Teil des Fusses umfasst. Indem das Oberleder so zerrissen ist, dass es nicht den grössten Teil des Fussrückens bedeckt.",
+ "rein. Von der früheren Unreinheit, und er kann ferner keine Unreinheit annehmen, da er nicht brauchbar ist.",
+ "Einen noch auf dem Leisten. אימום, s. oben 23, 1 Note 1.",
+ "Elieser für rein. Weil er noch nicht als vollkommen fertig betrachtet wird, Sabbat 141b.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für verunreinigungsfähig. Sie betrachten ihn als fertig, da ihn jedermann vom Leisten herunternehmen kann.",
+ "Alle. Menachot 37b.",
+ "die. Nachdem sie ein Loch bekommen hatten, wodurch sie rein werden, nach 17, 2.",
+ "sind rein. Sie bleiben rein, wie vorher, da sie, obgleich sie zugebunden sind, nicht als ganze Geräte betrachtet werden.",
+ "ausser den der Araber. Die es verstehen einen festen nicht leicht lösbaren Knoten zu machen.",
+ "lst der Verband nur ein zeitweiliger. Den man später auflösen will.",
+ "so sind sie rein. Selbst bei den Verbänden der Araber.",
+ "so sind sie verunreinigungsfähig. Selbst bei gewöhnlichen Verbänden.",
+ "Alle zugebundenen Schläuche sind rein. Selbst die der Araber und auch wenn der Verband für die Dauer gemacht ist. Im Jerusch. Kilajim 6, 3 wird von Einigen unsere Mischna in anderer LA. tradiert. Vgl. auch Edujot 5, 1 Ende."
+ ],
+ [
+ "welches man auszubreiten. Auf der Erde, um darauf zu sitzen, wie oben 24, 12.",
+ "das Gerber-Schurzfell. S. oben 16, 4, Note 41 und 44.",
+ "das Fell zur Bett-Unterlage. S. oben 16, 4, Note 41 und 44.",
+ "das Fell des Eseltreibers. Womit er sich, während er das Vieh treibt, umgürtet. L. und Maim. lesen noch ausserdem עור החמור, das Fell, das man dem Esel unter seine Last legt.",
+ "das Fell des Flachs-Arbeiters. Das er sich beim Hecheln wie eine Schürze vorbindet, damit nicht kleine Wergteile an den Kleidern hängen bleiben.",
+ "das Fell des Lastträgers. das er sich auf die Schulter legt, damit sie nicht durch die Last beschädigt werde.",
+ "das Fell des Arztes. Der Schurz, den der Chirurg bei der Operation anlegt.",
+ "das Fell einer Wiege. Eine Lederdecke, die als Unterlage für den Körper des Kindes diente (vgl. Parah 12, 8).",
+ "das dem Kinde über das Herz gelegte Fell. Um es vor dem Schlage einer Katze zu beschützen. Nach andern ist es ein Brustlatz zum Schutze der Kleider vor dem Beschmutzen. Die Tosefta hat: עור הלוף של קטן, vielleicht (von לפן, einwickeln) das Leder, worin man das Kind einwickelt, damit die Gliedmassen gerade bleiben, vgl. Sabb. 129 b.",
+ "das Fell der Unterdecke. Das man auf die Decken und Kissen legt, um sie vor Beschmutzen zu bewahren.",
+ "das Fell des Kissens. Das man auf die Decken und Kissen legt, um sie vor Beschmutzen zu bewahren.",
+ "diese können midrasunrein werden. Weil alle diese Dinge mitunter zum Sitze oder zur Unterlage gebraucht werden.",
+ "Das Fell für gekämmte Wolle. Worin gekämmte Wolle eingewickelt wird.",
+ "und das Fell der Wollkämmer. Das er auf die Kniee legt, während er die Wolle kämmt.",
+ "Elieser durch Midras unrein werden. Und umsomehr durch Toten-Unreinheit, nach Nidda 6, 3.",
+ "nach den Weisen aber nur durch Toten-Unreinheit. Aber nicht durch Midras, da sie nicht zum Sitze bestimmt sind."
+ ],
+ [
+ "Ein Felleisen. עב (syr. ܥܰܝܒܳܐ, arab. عيبة) ein lederner Sack oder Korb für Kleider. Es ist also עֵב zu punktieren, vgl. מ״ש.",
+ "für Kleider und eine Hülle. תכריך (von כרך, einwickeln) eine Hülle, worin etwas eingewickelt wird.",
+ "für Kleider sind verunreinigungsfähig durch Midras. Weil man sich manchmal darauf setzt.",
+ "nach Bet-Hillel aber nur durch Toten-Unreinheit. Als Behältnis-Gerät; aber nicht durch Midras; denn man setzt sich nicht darauf, weil man befürchtet, die kostbare Purpurwolle könnte dadurch Schaden leiden.",
+ "Ein Fell. S. Sucka 20 b, Tos. v. חזיין לנזייתא.",
+ "ist rein. Vgl. oben 16, 8, Note 107.",
+ "wenn zu Gewichten. Damit das Gewicht nicht abgerieben werden soll.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Durch Toten-Unreinheit, da es ein Behältnis hat.",
+ "Jose erklärt im Namen seines Vaters. R. Chalafta.",
+ "auch dies für rein. Ebenso wie die anderen Überzüge."
+ ],
+ [
+ "bei denen an der Arbeit nichts mangelt. Das Ding ist fertig und kann sofort zu einem Gebrauche verwendet werden.",
+ "macht schon der Gedanke. Es als Gerät zu gebrauchen, z. B. ein Fell auf dem Boden auszubreiten.",
+ "verunreinigungsfähig. Nach 25, 9, Note 66, wenn auch an dem Dinge noch etwas des Schmuckes halber zu machen ist, vgl. oben 12, 9 Note 93.",
+ "bei denen an der Arbeit noch etwas mangelt. Um zu dem im Gedanken gehegten Gebrauche geeignet zu sein.",
+ "ausgenommen. אלא bedeutet manchmal dasselbe wie חוץ מן, vgl. Gittin 82a.",
+ "die Leder-Decke. עוצבה, nach Maim. eine lederne Satteldecke; nach Raschi, in B. Kamma 66b, eine lederne Tischdecke. Der Talmud das. erklärt das Wort durch אברזין, vgl. Fleischer bei Levy I S. 277 und Kohut s. v. אכרזין. Diese Decke ist verunreinigungsfähig, wiewohl sie noch nicht beschnitten ist, also an der Arbeit noch etwas mangelt. Der Grund ist, weil diese Decke auch unbeschnitten gebraucht werden kann, vgl. Sebachim 94a."
+ ],
+ [
+ "Die Felle des Hausvaters. Die für den eigenen Gebrauch und nicht zum Verkauf bestimmt sind.",
+ "macht der Gedanke. Es als Gerät zu gebrauchen, z. B. ein Fell auf dem Boden auszubreiten.",
+ "die des Gerbers macht der Gedanke nicht verunreinigungsfähig. Denn da er gewöhnlich die Felle verkauft, so ist es möglich, dass der Käufer das Fell etwa zu Schuhen gebrauchen wird, so dass noch viel daran zu arbeiten ist und der Gedanke es nicht verunreinigungsfähig machen kann.",
+ "Die des Diebes macht der Gedanke verunreinigungsfähig. Wenn etwas von einem Diebe gestohlen wird, so ist anzunehmen, dass der Eigentümer es bereits aufgegeben und der Dieb es infolge dessen erworben hat und bloss Geldersatz schuldig ist. Daher kann es sein Gedanke zu einem Geräte und verunreinigungsfähig machen. Aber selbst nach der Ansicht (die auch als Halacha rezipiert ist), dass der Dieb durch das Besitz-Aufgeben (ייאוש) des Eigentümers den Gegenstand nicht erworben hat, erwirbt der Dieb in unserem Falle dennoch das Fell durch seinen Gedanken, es etwa als Decke zu gebrauchen, weil dadurch eine Namensveränderung (שינוי השם) eintritt; das „Fell“ wird jetzt „Decke“ genannt. Durch ייאוש und שינוי השם erwirbt es aber der Dieb nach allgemeiner Ansicht, und er ist bloss Geldersatz schuldig; vgl. B. kamma 66b.",
+ "die des Räubers macht der Gedanke nicht verunreinigungsfähig. Denn da der Eigentümer den Räuber kennt, gibt er den Gegenstand gewiss nicht auf; vielmehr denkt er, ihn bei gelegener Zeit durch das Gericht zur Rückgabe desselben zwingen zu lassen. Der Räuber hat daher das Fell nicht erworben und kann es nicht durch seinen Gedanken zu einem Geräte umwandeln.",
+ "Die des Räubers macht der Gedanke verunreinigungsfähig. Da ein Räuber ein starker gewalttätiger Mann ist, gibt der Eigentümer seinen Besitz auf, denn er hofft nicht, ihn von einem solchen Menschen wieder herauszubekommen.",
+ "weil diese der Eigentümer noch nicht aufgegeben hat. Denn er hofft immer, den Dieb zu finden und sein Eigentum wieder zu erlangen. Vgl. B. Kamma 114 a und Sifra Sabim II 6—8."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Fell. Etwa eine Decke.",
+ "sobald man das Messer. אומל, gr. σμίλη, Messer, oben 13, 4.",
+ "daran angesetzt hat. Er hat das Messer zum Zerschneiden hineingesteckt. Damit hat er die frühere Bestimmung annulliert (Raschi in Chullin 123b).",
+ "rein. S. oben 24, 12, Note 51.",
+ "dass weniger als fünf Handbreiten. Im Quadrat. Soviel ist das gesetzliche Mass für ein Fell, das unrein werden soll, nach 27, 2.",
+ "davon übrig geblieben. Das blosse Hineinstecken des Messers behufs Zerschneidens hebt die Midras-Unreinheit nicht auf.",
+ "Auch wenn man ein Handtuch. מטפחת, oben 24, 14 Note 55. Hier ist ein Handtuch gemeint.",
+ "aus einem solchen Felle. Das midras unrein ist.",
+ "macht. Obgleich man so das Fell zu einem anderen Geräte gemacht hat.",
+ "bleibt es unrein. Weil dies nicht als vollständige Umwandlung betrachtet wird, da es vorher ebenso ein flaches Gerät war, wie jetzt.",
+ "macht man dies. Ein Handtuch",
+ "aber aus einem Kissen. Ein mit Wollstücken ausgestopftes ledernes Kissen wird seiner Füllung entleert, auf beiden Seiten aufgetrennt und so in ein Handtuch umgewandelt.",
+ "so ist es rein. Da mit dem Gerät eine vollständige Umwandlung vorgenommen worden ist, indem aus einem Behältnis-Gerät ein flaches gemacht wurde, Tosefta III 6, 1; vgl. auch weiter 28, 5."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Der Kleiderstoff. Hier ist speziell von einem aus Wolle oder Leinen gewebten Zeug die Rede. Ein aus anderen Stoffen gewebtes Zeug gilt nur bei einer Grösse von drei Faustbreiten im Quadrat als נגד, vgl. Sabb. 26bf.",
+ "kann verunreinigungsfähig sein wegen fünf Namen. Und zwar: a) als Behältnis (כלי קבול), b) als Sitz (מושב), c) als Zelt (אהל), d) als Gewebtes (אריג), e) als Stoff in der Grösse von drei Fingerbreiten im Quadrat (שלש על שלש). Die nähere Erklärung folgt weiter.",
+ "der Sack. Unter שק versteht man sowohl ein Gewebe aus Ziegenhaaren (מעשה עזים, Num. 31, 20), als auch ein solches aus andern Landtier-Stoffen, mit Ausnahmen des aus Schafwolle, das נגד heisst.",
+ "wegen vier. Nämlich nur die ersten vier Benennungen, die in Note 2 aufgezählt sind.",
+ "das Fell wegen drei. Die ersten drei Namen in Note 2.",
+ "das Holz. Darunter sind (mit Ausnahme von Leinen) auch alle sonstigen Pflanzen-Stoffe verstanden, wie Baumwolle, Hanf, vgl. M. Sabbat. 2, 3.",
+ "wegen zwei. Die ersten zwei in Note 2.",
+ "und ein irdenes Gefäss wegen eines. Als Behältnis-Gerät. Sonst kann es keine Unreinheit annehmen, auch nicht als Sitz eines Flüssigen (Midras), Vorb. 26.",
+ "Ein irdenes Gefäss kann als Behältnis-Gerät unrein werden. Wenn das Behältnis noch so klein ist. Nur bei einem Bruchstücke eines irdenen Gerätes ist ein bestimmtes Mass festgesetzt, oben 2, 2.",
+ "haben auch keine Hinterseite. D. h. die Hinterseite kommt nicht in Betracht. Der Satz ist hier aus 2, 3 Ende wiederholt, vgl. das.",
+ "dass es auch als Sitz. D. h. durch Midras, s. Vorb. 29.",
+ "unrein werden kann. Wenn es auch kein Behältnis hat.",
+ "Ferner ist eine hölzerne Platte ohne Leisten. Oben 3, 3, Note 29.",
+ "verunreinigungsfähig. Trotzdem sie ein flaches hölzernes Gerät ohne Behältnis ist, nach Vorb. 12, vgl. 22, 1 Note 2.",
+ "während eine solche irdene rein ist. Oben 2, 3.",
+ "dass es als Zelt. Wenn es in senkrechter Richtung über einem Toten sich befindet, s. Vorb. 27.",
+ "Beim Sack. Als Behältnis-Gerät. Sonst kann es keine Unreinheit annehmen, auch nicht als Sitz eines Flüssigen (Midras), Vorb. 26.",
+ "dass es als Gewebtes. Wenn man aus Haaren ein ganzes Kleidungsstück webt, wie einen Gürtel und desgleichen, ist es verunreinigungsfähig, obgleich es keine drei Fingerbreiten in der Breite hat (Sabbat 64a).",
+ "verunreinigungsfähig ist. Dagegen ist Gewebtes aus Leder nicht verunreinigungsfähig, selbst wenn man aus schmalen Riemen ein Gewebe verfertigt.",
+ "Beim Kleiderstoff. Hier ist speziell von einem aus Wolle oder Leinen gewebten Zeug die Rede. Ein aus anderen Stoffen gewebtes Zeug gilt nur bei einer Grösse von drei Faustbreiten im Quadrat als נגד, vgl. Sabb. 26bf.",
+ "dass es schon bei drei Fingerbreiten im Quadrat. Wenn ein Stück von dieser Grösse von einem grossen Stücke ohne Absicht abgerissen worden, oder wenn ein solches Stückchen von einem ganzen Kleide übrig geblieben.",
+ "verunreinigungsfähig ist. Wenn es aber keine drei Fingerbreiten im Quadrate hat, kann es als בגר nicht unrein werden, es sei denn dass es ein ganzes Kleidungsstück, wie ein Gürtel u. dgl., ist, das als אריג unrein werden kann."
+ ],
+ [
+ "Der Kleiderstoff ist bei drei Handbreiten. Zu שלשה (masc.) muss stets טפחים, und zu שלש (fem.) אצבעות ergänzt werden.",
+ "im Quadrat verunreinigungsfähig durch Midras. Weniger als dieses Quantum ist nicht zum Sitze geeignet.",
+ "und schon bei drei Fingerbreiten. Ein Stückchen Kleiderstoff von dieser Quantität ist für arme Leute noch brauchbar.",
+ "im Quadrat durch Toten - Unreinheit. Ebenso durch alle anderen Quellen-Unreinheiten (1, 1); ausgenommen ist bloss die Midras-Unreinheit.",
+ "Der Sack. Unter שק versteht man sowohl ein Gewebe aus Ziegenhaaren (מעשה עזים, Num. 31, 20), als auch ein solches aus andern Landtier-Stoffen, mit Ausnahmen des aus Schafwolle, das נגד heisst.",
+ "eine Matte. Eine aus Schilf oder Bast geflochtene oder gewebte Matte (B. Kamma 25 b), die gewöhnlich als Unterlage dient (oben 24, 10).",
+ "diese. Die drei zuletzt genannten.",
+ "insofern sie sowohl durch Midras als durch Toten-Unreinheit verunreinigt werden können. Sowie durch alle anderen Quellen-Unreinheiten.",
+ "Nur beim Sack-Überbleibsel. Wenn ein Sack-Gerät verwest und zerrissen worden und noch ein Stück davon übriggeblieben ist.",
+ "ist das Mass. Das gesetzliche Mass für die Verunreinigungs-Fähigkeit.",
+ "verunreinigungsfähig. Aber auch da nur, wenn es die Grösse von vier Handbreiten im Quadrat hat (vgl. 5, 1)."
+ ],
+ [
+ "Macht man. Bei einem Stück Zeug von drei Handbreiten im Quadrat.",
+ "zwei Handbreiten. Von der Breite.",
+ "vom Kleiderstoff und eine Handbreite. Von der Breite.",
+ "oder. Bei einem Stück von vier Handbreiten im Quadrat.",
+ "drei Handbreiten. Von der Breite.",
+ "vom Sack und eine. Von der Breite.",
+ "oder. Bei einem Stück von fünf Handbreiten im Quadrat.",
+ "vier. Von der Breite.",
+ "vom Fell und eine. Von der Breite.",
+ "so ist es. Das so hergestellte Stück Zeug.",
+ "rein. Es handelt sich hier im ersten Falle nur um die Reinheit bezüglich des Midras; denn für andere Unreinheiten ist ja das Mass bei בגד bloss drei Fingerbreiten im Quadrat. Aber auch bezüglich anderer Unreinheiten ist wenigstens die Handbreite vom שק rein (vgl. יו״ב).",
+ "Macht man aber. Bei einem Stück Zeug von sechs Handbreiten im Quadrat.",
+ "fünf. Von der Breite.",
+ "vom Mattenstoff und eine. Von der Breite.",
+ "oder. Bei einem Stück von fünf Handbreiten im Quadrat.",
+ "vier. Von der Breite.",
+ "vom Fell und eine. Von der Breite.",
+ "oder. Bei einem Stück von vier Handbreiten im Quadrat.",
+ "drei. Von der Breite.",
+ "vom Sack und eine. Von der Breite.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Doch nur wenn es nach der Ordnung, wie die Mischna die Stoffe aufzählt, zusammengesetzt wurde; hat mau aber z. B, בגד mit עור verbunden, so wird dies nicht verunreinigungsfähig (ר״ש und Bart.), vgl. jedoch Tos. in Sukka 17b v. וחני.",
+ "Dies ist die Regel. Pesachim 110b.",
+ "Wenn man einen Stoff durch einen andern Stoff ergänzt. Zu dem für die Verunreinigungs-Fähigkeit festgesetzten Masse.",
+ "der schwerer ist. D. h. bei dem ein kleineres Mass zur Verunreinigungs-Fähigkeit genügt.",
+ "als jener. Der zu ergänzende Stoff.",
+ "ist dieser. Der ergänzende Stoff.",
+ "aber leichter. Es bedarf dabei eines grösseren Masses zur Verunreinigungs-Fähigkeit.",
+ "als jener. Der zu ergänzende Stoff."
+ ],
+ [
+ "Wenn man von einem dieser Dinge. Die in Mischna 2 genannt sind.",
+ "eine Handbreite im Quadrat abschneidet. In der Absicht, das Stück als Sitz zu gebrauchen.",
+ "so ist dies verunreinigungsfähig. Als Sitz eines Flüssigen. Als Lager müsste es drei Handbreiten im Quadrat haben (Meïla 18a). Die in M. 2 genannten Masse gelten nur für den Fall, dass ein Fleck ohne Absicht von einem grossen Stücke abgetrennt wurde und man nichts daran behufs Bereitung zum Sitzen gemacht hat.",
+ "Simon für rein. Denn ein Stück von der Seite ist nicht zum Sitzen geeignet, da die Seiten rund und nicht gerade sind.",
+ "Wenn man wo immer. Auch von den Seiten eines Korbes."
+ ],
+ [
+ "Alte Flecke von einem Sieb oder einem Reuter. Die aus Leder, Haar oder Schilf gefertigt sind.",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Nach seiner oben 20, 4 (vgl. auch 22, 9) ausgesprochenen Ansicht, dass eine kleine Verrichtung genügt.",
+ "dass man sie zugeschnitten hat. Erst durch eine bedeutende Arbeit erhält es diese neue Bestimmung (vgl. auch 12, 5).",
+ "selbst wenn seine Höhe keine Handbreite beträgt. Ein Stuhl, der für einen Erwachsenen bestimmt ist, kann nur, wenn er eine Handbreite hoch ist, unrein werden (oben 22, 3).",
+ "Ein Hemd eines Kindes. Es ist hier von einem neugeborenen Kinde die Rede, dessen Hemdchen nicht das für die Midras-Unreinheit nötige Mass hat.",
+ "Nur wenn es das erforderliche Mass hat. Drei Handbreiten für Midras und drei Fingerbreiten für Toten-Unreinheit, wie oben in M. 2 bestimmt wird. Hier wird nicht, wie beim Stuhl, unterschieden zwischen Dingen, die für Kinder, und denen, die für Grosse bestimmt sind. Über den Grund vgl. יו״ב.",
+ "und es wird doppelt gemessen. Es muss das Mass doppelt vorhanden sein, drei Handbreiten im Quadrat an der Vorderseite und ebenso viel an der Hinterseite, so dass es ausgebreitet sechs Handbreiten in der Länge und drei Handbreiten in der Breite messen würde."
+ ],
+ [
+ "Folgende Dinge werden doppelt gemessen. Sie sind nur dann verunreinigungsfähig, wenn sie doppelt gelegt das nötige Mass haben,",
+ "Socken. אמפליא oder אנפליא = impilia, Socken, Strümpfe.",
+ "Kniehosen. פמוליניא (oder פימליניא) = feminalia (femoralia), Kniehosen; nach Bart. sind es Pumphosen.",
+ "Mütze und Gürtelbeutel. פנדיא (Bart.: פונדא) = funda, ein Gurt, an welchem mehrere kleine Geldbeutel (כים) sich befinden.",
+ "Ein am Rande angenähtes Stück. פטלית, ein Fleck, ein Stück Zeug. Nach Bart. ist es als Halskragen angenäht worden. Nach רא״ש und יו״ב handelt es sich hier um ein Stück Zeug, das bloss bestimmt ist, am Rande als Halskragen angenäht zu werden; denn wenn es bereits am Kleide angenäht ist, kann es jedenfalls durch das Kleid Unreinheit annehmen. Vgl. aber 8, 7.",
+ "wenn es einfach ist. Es ist nur an einer Seite des Kleid-Randes angenäht (oder nur dazu bestimmt) worden, entweder an der Vorder- oder an der Hinterseite.",
+ "wenn es doppelt ist. Der Kragen geht rings um den Hals."
+ ],
+ [
+ "Wenn man vom Kleiderstoff drei Handbreiten im Quadrat gewebt hat. Ein Mass, das für die Annahme der Midras-Unreinheit genügt, Mischna 2.",
+ "man hierauf den ganzen Stoff fertig gewebt. Dadurch ist der ganze Stoff midras-unrein geworden, da er mit dem midras-unreinen Stücke zu einem Stück verbunden ist (vgl. 18, 7). Manche lesen hier ausdrücklich: הבגד כולו טמא מדרס (der ganze Stoff wird midras-unrein).",
+ "und dann vom ersten Stück. Von den zuerst gewebten drei Handbreiten.",
+ "wieder einen Faden weggenommen hat. So dass es nicht mehr das zur Midras-Unreinheit erforderliche Mass hat.",
+ "so ist er. Der ganze Stoff.",
+ "nicht mehr unrein als Midras. Das erste Stück hört durch Verminderung des Masses auf, Midras zu sein, und dadurch ist auch das damit zu einer Einheit Verbundene kein Midras mehr.",
+ "aber als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Das zweite Stück hat das erste berührt, als es noch Midras war, ist also מגע מדרס. Das erste Stück sollte zwar nach R. Jose (weiter Mischna 10) an und für sich nicht מגע מדרס sein, ist es hier aber dennoch, weil es mit einem מגע מדרס (dem zweiten Stück) zu einer Einheit verbunden ist.",
+ "Hat man erst den Faden weggenommen. So dass es nicht mehr das zur Midras-Unreinheit erforderliche Mass hat.",
+ "unrein als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Dies gilt nur nach R. Meïr (weiter in M. 10), wonach das erste Stück nach der Verminderung noch מגע טררם bleibt. Das zweite Stück ist es ebenfalls, weil mit dem מגע מדרס verbunden."
+ ],
+ [
+ "Ebenso wenn man vom Kleiderstoff. Hier ist speziell von einem aus Wolle oder Leinen gewebten Zeug die Rede. Ein aus anderen Stoffen gewebtes Zeug gilt nur bei einer Grösse von drei Faustbreiten im Quadrat als נגד, vgl. Sabb. 26bf.",
+ "drei Fingerbreiten im Quadrat. Ein Stückchen Kleiderstoff von dieser Quantität ist für arme Leute noch brauchbar.",
+ "gewebt hat und er durch eine Toten-Unreinheit. Ebenso durch alle anderen Quellen-Unreinheiten (1, 1); ausgenommen ist bloss die Midras-Unreinheit.",
+ "man hierauf den ganzen Stoff fertig gewebt. Dadurch ist der ganze Stoff toten-unrein geworden, da er mit dem so unrein gewordenen Stücke zu einer Einheit verbunden ist (vgl. 18, 8). Manche lesen hier (vgl. oben Note 66) ausdrücklich: הבגד כולו טמא טמא מת (das ganze Kleid wird toten-unrein).",
+ "und dann vom ersten Stück. Von den zuerst gewebten drei Fingerbreiten.",
+ "einen Faden weggenommen hat. So dass es nicht mehr das zur Unreinheits-Fähigkeit erforderliche Mass besitzt.",
+ "so ist er. Der ganze Stoff.",
+ "nicht mehr toten-unrein. Wie oben in Note 70.",
+ "aber unrein als von der Toten-Unreinheit Berührtes. Wie oben in Note 71.",
+ "ist rein. Es ist gar nicht verunreinigungsfähig, da es zu nichts brauchbar ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Menachot 24a.",
+ "einen Vorhang. S. oben 20, 6.",
+ "so ist dieser nicht mehr midras-unrein. Nachdem man ihn in der oben 20, 6 angegebenen Weise hergerichtet hat.",
+ "aber unrein als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Der Vorhang bleibt als Gerät verunreinigungsfähig durch Berührung einer טומאה, wie oben 20, 6, Note 89 bemerkt. Da er nun die Teile des סדין, während letzterer in einen וילון verwandelt wurde, berührt hat, so ist er als מגע מדרס zu betrachten.",
+ "Welche Midras-Unreinheit hat denn dieser berührt. Nachdem der Gegenstand eine nicht midras-unreine Form erhalten hat, ist die Midras-Unreinheit vollständig davon beseitigt worden. Über den Grund der Differenz zwischen dem ersten Tanna (R. Meïr) und R. Jose vgl. die Bemerkung des R. Akiba Eger.",
+ "Vielmehr blos wenn ein Flüssiger es. Das Leintuch, bevor er noch einen Vorhang daraus gemacht hat.",
+ "berührt hat. Z. B. er hat darauf mit nacktem Körper gelegen, so dass das Leintuch gleichzeitig durch den Druck (Midras) und durch die Berührung des Flüssigen unrein geworden ist.",
+ "wird es durch diese Berührung unrein. Und diese Berührungs-Unreinheit bleibt, selbst nachdem er einen Vorhang daraus gemacht und dadurch die Midras-Unreinheit beseitigt hat (vgl. Raschi und Tosafot zu Menachot 24 b)."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Chullin 72 b.",
+ "ein Stück von drei Handbreiten im Quadrat. Das midras-unrein geworden war.",
+ "geteilt worden ist. So dass jedes einzelne Stück zwar nicht mehr das zur Midras-Unreinheit erforderliche Mass, aber wenigstens ein Quantum von drei Fingerbreiten hat und als מגע מדרס unrein werden kann.",
+ "aber unrein als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Da jeder Teil sich selbst berührt hat, als das Stück noch ganz war und Midras-Unreinheit besass. Im Talmud (Chullin 72b) steht hier: דברי ר׳ מאיר (das ist die Ansicht des R. Meïr).",
+ "Welche Midras-Unreinheit hat denn dies berührt. Nachdem die Teile nicht die zur Midras Unreinheit erforderliche Grösse besitzen, gilt die Midras-Unreinheit als vollständig beseitigt (vgl. oben Note 83).",
+ "Vielmehr blos wenn ein Flüssiger dies. Das Ganze, bevor es geteilt wurde.",
+ "berührt hat. So dass es gleichzeitig zwei Unreinheiten erhalten hat, wie oben Note 85.",
+ "wird es durch diese Berührung unrein. Und diese Berührungs-Unreinheit bleibt auch nach der Teilung bestehen, wie oben Note 86."
+ ],
+ [
+ "wenn es noch unversehrt. בריא, gesund, d. h. unversehrt.",
+ "ist und man darin Salz einbinden kann. Es ist stark genug, dass es nicht reisst, wenn man Salz einbindet. Nach יו״ב muss das Gewebe dicht sein und nicht wie Flor, dessen Fäden, wenn auch stark, bald reissen, wenn man Salz einbindet.",
+ "so braucht es nur entweder unversehrt. Wenn es auch nicht stark genug ist.",
+ "oder zum Salz-Einbinden brauchbar. Wenn es auch etwas abgerieben ist. Es genügt eine von beiden Eigenschaften. Nur wenn man es auf den Mist geworfen hat, kann es bloss, wenn es beide Eigenschaften in sich vereinigt, als בגד betrachtet werden.",
+ "Ein viertel Kab. Das ist eine Grösse von sechs Eiern.",
+ "Feines Salz. Dazu braucht man stärkeres Zeug, weil dies schwerer ist und auch die Fäden mehr angreift.",
+ "Grobes Salz. Dazu muss das Zeug stärker sein, weil es sonst durch seine Ecken und Spitzen den Stoff zerreisst.",
+ "Beide beabsichtigen zu erleichtern. Dass das Zeug erst bei grösserer Stärke verunreinigungsfähig durch Midras sei.",
+ "das man auf den Mist geworfen. Selbst wenn es unversehrt ist und man darin Salz einbinden kann.",
+ "das sich im Hause befindet. Es kann bloss die Toten-Unreinheit, aber keine Midras-Unreinheit annehmen."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Stück Zeug von drei Handbreiten im Quadrat eingerissen ist. Die Teile sind aber nicht von einander gesondert worden; der Riss reicht nicht einmal bis über die Hälfte der Breite (vgl. 28, 8).",
+ "mit dem Körper den Stuhl berühren würde. Indem beim Riss die Teile auseinander gehen. Das geschieht bei einem dicken Stoffe eher als bei einem dünnen Zeug.",
+ "Wenn an einem Stück von drei Fingerbreiten im Quadrat ein Faden abgerieben ist. מחח, oben 24, 17, Note 75.",
+ "oder sich daran. Statt בו ist כח zu lesen (L. und מ״ש). Danach bezieht es sich auf das Stück Zeug. Nach der LA. בו bezieht es sich auf חוט. Die Stelle, wo der Knoten sich befindet, wird als nichtvorhanden betrachtet, so dass das erforderliche Mass nicht da ist. Die Erklärung von ר״ש und Bart., dass hier von zwei neben einander befindlichen Knoten die Rede ist, erscheint gezwungen.",
+ "oder zwei Fäden neben einander laufen. Es sind zwei Einschlagfäden neben einander geworfen worden, wobei der eine als nicht vorhanden betrachtet wird.",
+ "so ist es rein. Es kann keine Unreinheit annehmen, weil vom erforderlichen Quantum etwas fehlt.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Es kann von jetzt ab Unreinheit annehmen; die frühere Unreinheit kommt aber nicht darauf zurück (יו״ב).",
+ "und das Wiederzurücknehmen verunreinigungsfähig. Selbst wenn dies zehnmal im Tage abwechselnd geschehen ist.",
+ "Ausgenommen sind Zeuge aus Purpur oder gutem Karmesin. Diese feinen Stoffe bleiben, selbst wenn sie auf den Mist geworfen wurden, verunreinigungsfähig. זהורית ist dasselbe wie שָנִי (Karmesin), vgl. Joma 6, 8. —",
+ "Elieser. Jerusch. Sabbat 2, 3.",
+ "Auch jedes neue Stück ist diesen. Dem Purpur und Karmesin.",
+ "gleich. Auch dies bleibt verunreinigungsfähig, trotzdem man es auf den Mist geworfen hat.",
+ "Alle. Auch Purpur und Karmesin.",
+ "werden rein. Wenn man sie auf den Mist geworfen hat.",
+ "Jene. Purpur- und Karmesinzeuge.",
+ "Verlorenes wiederzugeben. Diese muss man, selbst wenn man sie auf einem Misthaufen gefunden hat, ausrufen lassen, um sie dem Eigentümer zurückzugeben, während man andere auf dem Mist gefundene Stücke Zeug nicht ausrufen zu lassen braucht, da sie der Eigentümer sicherlich aufgegeben hat, vgl. B. mezia 2, 1."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn man ein Stück von drei Fingerbreiten im Quadrat in einen Ball tut. So dass es nicht mehr als בגד betrachtet werden kann.",
+ "oder daraus selbst einen Ball-Überzug macht. Wobei es noch durch die Naht vermindert wird.",
+ "ist es rein. Die frühere Unreinheit wird aufgehoben, weil es die Form verloren hat. Doch kann der Ball als solcher von neuem unrein werden, nach 23, 1.",
+ "Hat man aber ein Stück von drei Handbreiten im Quadrat. Das midras-unrein geworden war.",
+ "so bleibt es unrein. Da es dadurch nicht an seiner Bedeutung verliert, es wird bloss als in dem Ball verwahrt betrachtet. Nach Maimonides kann es auch, wenn es rein war, in dem Ball die Midras-Unreinheit annehmen. Doch ist dies nach Vorb. 30 auffällig, vgl. יו״ב und מ״א.",
+ "so ist es rein. Von der Midras-Unreinheit. Es kann aber eine sonstige Unreinheit annehmen (27, 8). Ebenso bleibt auch jede andere Unreinheit daran haften."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Sabbat 29a, Jerusch. das. 2,3.",
+ "das weniger als drei Handbreiten. Aber wenigstens drei Fingerbreiten.",
+ "um damit ein Loch im Bade zu verstopfen. Damit die Hitze nicht hinausgehe.",
+ "den Topf damit auszuleeren. Einen heissen Topf damit anzufassen, um ihn auszuleeren.",
+ "oder die Mühle damit auszuwischen. Vom Staube zu reinigen.",
+ "es möge bereitet worden sein. Nach dem Talmud (Sabbat 29b) ist dies der Fall, wenn man es an einen Nagel gehängt hat, damit es so zum Gebrauche bereit steht.",
+ "oder nicht. Dies ist der Fall, wenn man es hinter die Türe gelegt hat.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Dagegen gesteht R. Elieser zu, das es, wenn man es auf den Mist geworfen hat, rein ist, nach 27, 12.",
+ "Es möge bereitet worden sein. Nach dem Talmud (Sabbat 29b) ist dies der Fall, wenn man es an einen Nagel gehängt hat, damit es so zum Gebrauche bereit steht.",
+ "oder nicht. Dies ist der Fall, wenn man es hinter die Türe gelegt hat.",
+ "ist es rein. Dagegen gesteht R. Josua zu dass es, wenn man es im Kasten verwahrt, verunreinigungsfähig ist.",
+ "Ist es bereitet worden. Nach dem Talmud (Sabbat 29b) ist dies der Fall, wenn man es an einen Nagel gehängt hat, damit es so zum Gebrauche bereit steht.",
+ "wenn nicht. Dies ist der Fall, wenn man es hinter die Türe gelegt hat.",
+ "ist es rein. Später hat R. Akiba der Ansicht des R. Josua beigestimmt (Talm. das.), vgl. aber תא״ש."
+ ],
+ [
+ "Wenn man auf Kleiderzeug oder auf Leder ein Pflaster. אספלנית (von σπλήνιον, Verband), ein Pflaster, mit Arznei bestrichen.",
+ "ist es rein. Trotzdem es das Mass für Verunreinigungs-Fähigkeit hat; denn, da es schmutzig geworden, ist es zu keinem Gebrauche verwendbar.",
+ "(R. Jose sagt: Nur wenn auf Leder, ist es rein. Das Eingeklammerte fehlt in L und sonst. Es ist nach תוי״ט zu streichen, da es wahrscheinlich aus Mischna 6 irrtümlich hierher geraten ist (vgl. aber יו״ב).",
+ "Macht man einen Umschlag. מלוגמא (von μάλαγμα), ein Breiumschlag zur Erweichung verhärteter Teile.",
+ "so ist es rein. Weil es für jeden andern Gebrauch ekelhaft geworden.",
+ "so bleibt es verunreinigungsfähig. Da es gereinigt und wieder zu anderm Gebrauche verwendet werden kann.",
+ "weil es wieder abgeschüttelt werden kann. Nachdem der Brei vertrocknet ist."
+ ],
+ [
+ "Die Tücher zu Büchern. Vgl. oben 24, 14.",
+ "mögen sie figuriert sein. Mit eingewebten Figuren versehen.",
+ "nach der Ansicht von Bet-Schammai verunreinigungsfähig. Weil sie oft wie ein Futteral zum Einwickeln des ספר gebraucht werden (vgl. Jerusch. Kilajim 9,3).",
+ "Die figurierten sind rein. Da sie nur zum Schmucke und nicht als Futteral dienen, vgl. 16, Ende.",
+ "Beiderlei sind rein. Da sie nur für andere Gegenstände, während sie nicht gebraucht werden, dienen (vgl. 16,7, Note 93)."
+ ],
+ [
+ "Wenn man ein Kopftuch. Das Frauen als Bedeckung auf dem Haupte tragen (Ketubot 5,8) und worauf sie manchmal sitzen. Statt כפה liest Maimon. und L. כפח.",
+ "um ein Buch gewickelt hat. Und man hat es von nun an zu diesem Gebrauche bestimmt. In Sanhedrin 48a heist es: ונחנתו לספר (sie hat es für das Buch bestimmt).",
+ "so wird es vom Midras rein. Nach Maimon. und רא״ש handelt es sich hier um ein Kopftuch, das bloss fähig war, midras-unrein zu werden; und durch diese Gebrauchsänderung verliert es diese Fähigkeit.",
+ "kann aber noch Toten-Unreinheit annehmen. In Sanhedrin 48a heisst es: מגע מדרס (statt טמא מת). Dies gilt aber nur nach dem ersten Tanna in 27, 9—10, aber nicht nach R. Jose daselbst. Toten-unrein kann es aber jedenfalls werden, da es ein Behältnis hat (יו״ב).",
+ "Ein Schlauch. Der midras-unrein geworden, nach 20,1.",
+ "den man zur Bodendecke. Um darauf zu sitzen.",
+ "ist rein. Obgleich der neue Gegenstand ebenfalls durch Midras verunreinigungsfähig ist, so wird doch durch die Veränderung die frühere Unreinheit beseitigt, wie wenn ein Gerät zerbrochen wird. Doch kann es von neuem midras-unrein werden.",
+ "Macht man einen Schlauch zur Hirtentasche. Die auch in einer bestimmten Grösse midras-unrein werden kann (20,1).",
+ "oder eine Hirtentasche zum Schlauche. In beiden Fällen hat der Gegenstand nur eine geringe Veränderung erfahren, indem er jetzt ebenso, wie vorher, ein Gerät mit Behältnis ist.",
+ "eine Unterdecke zu einem Tuche. Das zur Unterlage dient.",
+ "so bleibt es verunreinigungsfähig. טמא, so liest Maimon. (und die meisten Commentare). ר״ש und Bart. lesen טחור.",
+ "ein und demselben Namen. Man macht ans einem Gerät mit Behältnis ein anderes Behältnis-Gerät, oder aus einem flachen Geräte ein anderes flaches; oder selbst wenn man aus einem Behältnis-Gerät ein flaches Gerät macht, das dieselbe Bestimmung hat, wie das frühere Gerät (wie bei Note 38),",
+ "anderem Namen. Das zu einer andern Bestimmung dient und wobei zugleich ein Behältnis-Gerät in ein flaches verändert wird (oder umgekehrt) wie in Note 35.",
+ "so wird es rein. Vgl. Tosefta III 6,1."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Fleck. Von drei Handbreiten im Quadrat, der midras-unrein war.",
+ "auf einen Korb. Der doch nicht der Midras-Unreinheit fähig ist.",
+ "geflickt hat. Dadurch ist der Fleck mit dem Korbe ein Gerät geworden und hat die Midras-Unreinheit verloren.",
+ "so kann dies. Dieses Gerät, nämlich der Korb mit dem Fleck, welche beide als מגע מדרס, d. h. ראשון לטומאה, gelten. Denn der Korb hat den Fleck berührt, als dieser noch Midras war, ist also ראשון geworden (Vorb. 32), und der Fleck hat, als mit dem Korbe zu einer Einheit verhunden, denselben Unreinheitsgrad.",
+ "in einem Grade unrein. Da das Ganze ראשון ist, so ist das von ihm Berührte noch urein als שני (Vorb. 2).",
+ "und im zweiten unbrauchbar machen. Das שני vermag nur noch die Hebe (תרומה) unbrauchbar zu machen (Vorb. 2 und 8).",
+ "Hat er ihn wieder vom Korbe abgenommen. Dies wird dann so betrachtet, als hätte er ein Stück von der Wand des Korbes abgeschnitten.",
+ "so kann der Korb in einem Grade unrein und im zweiten unbrauchbar machen. Der Korb bleibt ראשון, wie zuvor.",
+ "und der Fleck ist rein. Denn ein Stück Korbwand ist nicht verunreinigungsfähig. Hat er jedoch nach der Abtrennung gedacht, den Fleck wieder zum Sitze zu gebrauchen, so kann er von neuem Midras-Unreinheit annehmen.",
+ "Hat er ihn auf Kleiderstoff. Der doch selbst der Midras-Unreinheit fähig ist.",
+ "geflickt. Da hat der Fleck seine Midras-Unreinheit nicht bloss beibehalten, sondern dieselbe auch auf den mit ihm zu einer Einheit verbundenen Stoff übertragen (vgl. 18, 7 und 19, 5).",
+ "so kann dies. Der Stoff mit dem Fleck.",
+ "in noch zwei Graden unrein und im dritten unbrauchbar machen. Ganz wie ein אב הטומאה (vgl. 19, 7, Note 34 und 35); so nach Maimon.; andere ר״ש und Bart, vgl. מ״א.",
+ "so kann der Kleiderstoff in einem Grade unrein und im zweiten unbrauchbar machen. Er ist ראשון, da er einen Midras berührt hat (wie 18, 7 und 19, 5).",
+ "und der Fleck kann in zwei Graden unrein und im dritten unbrauchbar machen. Der Fleck bleibt Midras, wie vor der Verbindung mit dem Kleiderstoff.",
+ "wenn man ihn auf Sack-Stoff oder auf Leder flickt. Trotzdem diese nicht mit dem Fleck von einundderselben Art sind, werden sie dennoch durch Verbindung mit diesem midras-unrein, da sie der Midras-Unreinheit fähig sind.",
+ "Simon erklärt diese für rein. Da der Fleck mit ungleichartigem Stoffe verbunden ist, so verhält es sich so, wie wenn er auf einen Korb geflickt worden wäre. Hiernach aber sind diese nicht vollständig rein, sondern nur rein von der Midras-Unreinheit, aber unrein als מגע מדרס (so יו״ב, anders מ״א).",
+ "Auf Leder ist es rein. Weil dieses ganz anderer Art ist.",
+ "weil dies ein Gewebe ist. Wie der Fleck, und daher als mit ihm gleichartig betrachtet wird."
+ ],
+ [
+ "Das Mass von drei Fingerbreiten im Quadrat. Sabbat 29a.",
+ "das man festgesetzt hat. Für die Verunreinigungs-Fähigkeit des Kleiderstoffes (oben 27, 2).",
+ "ist ohne den Saum. מלל, das Ende, das beim Annähen an ein anderes Stück umgeschlagen wird; das Stück muss ohne das ungeschlagene Ende drei Fingerbreiten im Quadrat betragen. Nach Einigen bedeutet מלל die Fransen am Ende des Stoffes.",
+ "Die drei Fingerbreiten im Quadrat sind genau gemessen zu verstehen. Der umgeschlagene Rand (resp. die Franse) wird mitgemessen. Dasselbe gilt beim Masse von drei Handbreiten im Quadrat (יו״ב).",
+ "Hat man einen Fleck. Einen Fleck von drei Handbreiten im Quadrat, der midrasunrein geworden war. Es soll dadurch ein Loch im Kleide verdeckt werden. Dasselbe gilt bei einem Fleck von drei Fingerbreiten, der toten-unrein geworden.",
+ "auf ein Kleid an einer Seite. Des viereckigen Flecks.",
+ "angenäht. So dass drei Seiten des Flecks noch vom Kleide gesondert sind.",
+ "so ist dies keine Verbindung. Und das Kleid ist nicht midras unrein.",
+ "wenn an zwei einander gegenüber liegenden Seiten. Des viereckigen Flecks.",
+ "so ist es eine Verbindung. Und das Kleid ist midras unrein.",
+ "Hat er es wie ein Gamma gemacht. Er hat zwei in einem Winkel zusammenstossende Seiten des Flecks angenäht, und so wie ein griechisches Gamma (Γ) gemacht.",
+ "so erklärt es. Das Kleid.",
+ "Akiba für unrein. Midrasunrein; denn dies ist eine Verbindung.",
+ "die Weisen erklären es. Das Kleid.",
+ "für rein. Das ist keine rechte Verbindung.",
+ "Wobei sind diese Worte. Dass die Verbindung an einer Seite keine rechte Verbindung ist.",
+ "Bei einem Mantel. Das ist eine Tuchhülle (gleich unserem Talis), mit der man sich umhüllt und bei der man bald die eine, bald die andere Seite nach oben wendet.",
+ "bei einem Hemd. Bei dem stets eine Seite nach oben (dem Halse zu), die andere nach unten gerichtet ist.",
+ "wenn oben. Die Seite des Flecks, die dem Halse zugewendet ist.",
+ "eine Verbindung. Da der Fleck in diesem Falle das Loch am Hemde verdeckt.",
+ "wenn unten. Die dem untern Saume zugewendete Seite des Flecks."
+ ],
+ [
+ "Kleider. Vgl. Sabbat 47a, Tos. v. בגדי.",
+ "der Armen. Die aus lauter kleinen Stücken zusammengesetzt sind.",
+ "wenn auch kein einziges Stück daran drei Fingerbreiten im Quadrat. Tos. in Sebachin 95a v. מעיל liest: שלשה על שלשה (3 Handbreiten im Quadrat); doch rechtfertigt ר״ש unsere LA.",
+ "midras-unrein werden. . Weil die Stückchen, zusammengenäht, wie ein Stück betrachtet werden.",
+ "Wenn. Chullin 123a und Tos. das. 73a v. בשעת.",
+ "man einen Mantel. Der unrein geworden war.",
+ "angefangen hat zu zerreissen. Um dadurch den Mantel rein zu machen (wie man ein irdenes Gerät durchs Zerbrechen rein macht); so Raschi in Chullin 123 a.",
+ "nicht als verbunden. Der Mantel ist rein, weil er nicht mehr seiner früheren Bestimmung dienen kann. Nach Bart. und A. gelten sie nicht als verbunden insofern, dass, wenn der eine Teil unrein wird, der andere noch rein bleibt.",
+ "Bei. Sebachim 95 a, Jerusch. Sabbat 2. 3.",
+ "den sehr dicken. Z. B. Filz.",
+ "und sehr dünnen Stoffen. Z. B. feines Leinen (Byssus).",
+ "gilt nicht die Massbestimmung von drei Fingerbreiten im Quadrat. Sie nehmen nur in der Grösse von drei Handbreiten im Quadrat Unreinheit an, weil kleinere Stücke zu nichts verwendbar sind."
+ ],
+ [
+ "Das Kissen der Lastträger. Das sie auf den Kopf oder auf die Schulter legen, damit die Last sie nicht drücke.",
+ "kann durch Midras-unrein werden. Weil sie zuweilen darauf sitzen (vgl. oben 26, 5).",
+ "Ein Weindurchschlag. Ein Stück Filz, das man zum Durchseihen des Weines gebraucht.",
+ "kann nicht als Sitz unrein werden. Da es von den Hefen beschmutzt wird und man in der Regel sich nicht darauf setzt.",
+ "Das Kopfnetz. Oben 24, 16, Note 68.",
+ "einer alten Frau kann als Sitz unrein werden. Dies steht im Widerspruch mit 24, 16, wonach dieses Netz nicht midras-unrein werden kann. Nach Bart. ist hier von einem Netz die Rede, auf das man sich zuweilen setzt, Besser ist, mit א״ר die obige Mischna nach der Tosefta zu korrigieren (vgl. das. Note 70).",
+ "Das Hemd einer Buhldirne. Oben 24, 16, Note 71.",
+ "das wie ein Netz gewebt ist. Damit man den Körper durchsehen könne.",
+ "ist rein. Weil es von den meisten Menschen nicht zum Anziehen gebraucht werden kann.",
+ "so ist es rein. Da man es in der Regel, weil es durchsichtig ist, nicht anzieht. Nach מ״א, weil es nicht gesponnen und gewebt ist.",
+ "wenn aus dessen Beutel. Oben 23, 5, Note 34.",
+ "ist es verunreinigungsfähig. Da der untere Teil des Netzes dicht und als Kleiderstoff brauchbar ist.",
+ "Auch wenn man ein Kleid aus dem Fischnetze macht und es doppelt nimmt. So dass es nicht so durchsichtig ist.",
+ "ist es verunreinigungsfähig. Da es dann als Kleiderstoff zu gebrauchen ist. Nach מ״א wird es durch die doppelte Lage wie gewebt betrachtet."
+ ],
+ [
+ "Wenn man ein Kopfnetz vom Rande. Der an der Stirne und rings um den Kopf fest sitzt.",
+ "bis man den Boden. Der Teil, der oben am Kopfe liegt.",
+ "Das Stirnband. שביס (Jes. 3, 18) ein Stirnschmuck, der von einem Ohre bis zum andern reicht und am Kopfnetz befestigt ist.",
+ "daran ist für sich allein verunreinigungsfähig. Selbst wenn es vom Netz abgenommen wird, kann es für sich allein unrein werden; es wird nicht als Teil des Netzes betrachtet, da man es gewöhnlich von einem Netz abnimmt, um es an ein anderes zu befestigen.",
+ "Die Schnüre daran. Womit man das Netz am Kopfe anbindet.",
+ "sind verunreinigungsfähig als Verbindung. Da sie mit dem Netz stets verbunden sind, so gelten sie als ein Teil des letzteren, so dass, wenn das Netz unrein wird, auch die Schnüre unrein sind. Würden die Schnüre aber vom Netz abgenommen, so könnten sie für sich allein keine Unreinheit annehmen.",
+ "rein. Wie ein Gerät, das zerbrochen worden und nicht mehr zu seiner Bestimmung gebraucht werden kann."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Von den Fäden. נימה = νῆμα, Faden. Gemeint sind die an den Seiten, oder am untern und obern Ende heraushängenden Fäden.",
+ "des Schweisstuchs. סודרין = σουδάριον, Schweisstuch, auch Kopf- oder Halstuch.",
+ "der Mütze. טרטין, unbekannt. Nach Maim. ein grosser Schleier, nach R. Hai ein Hut. Fleischer (bei Levy) vermutet darin das arab. طرطور, eine Art hoher Mütze, als männliche und weibliche Kopfbedeckung.",
+ "und der Filzkappe. פליון, πιλίον, pileum, eine runde Filzkappe.",
+ "sechs Fingerbreiten. Bis zu einer Länge von sechs Fingerbreiten gehören die Fäden zum betr. Kleidungsstück (nach מ״א als Handhaben, ידות, vgl. 3, 2, Note 20), so dass wenn das eine unrein geworden, auch das andere unrein ist.",
+ "von den des Unterkleides. אפקרסין = ἐπιϰάρσιον, nach Maimon. ein enges Unterkleid, ebenso R. Hai.",
+ "Von den Fäden des Sagos. סגוס = σάγος, ein Soldatenmantel, ein Mantel aus grobem Zeug.",
+ "Die Fäden des Kopftuchs. כפה, oben 28, 5.",
+ "einer alten Frau. Nach Maim. wird jede כפה so bezeichnet, nicht etwa, weil es auch eine כפה einer jungen Frau gab; vgl. aber סבכה 24, 16.",
+ "der Gesichtsdecke. גומדין (von גומד, Elle) eine Decke, die eine Quadratelle misst, womit die Araber zur Zeit der Kälte das Gesicht bedecken.",
+ "des Kilikion. קולקין = ϰιλίϰιον, cilicium, eine Decke aus cilicischen Ziegenhaaren.",
+ "des Geldgürtels. פונרא, oben 27, 6.",
+ "des Turbans. מעפורת (von غغر, bedecken), eine Kopfhülle, deren unterer Teil auch als Überwurf diente.",
+ "und des Vorhangs. פרגוד, Targ. Jon. zu Exod. 26, 31 übers. פרכת mit פרגודא.",
+ "deren Fäden auch noch so lang sie sind. Wenn die Fäden noch so lang sind, gehören sie zum betr. Geräte und werden unrein, wenn jenes unrein geworden."
+ ],
+ [
+ "Drei wollene Kissen. Die entweder zusammengenäht sind, wie sie die Wäscher zusammennähen, oder sie sind zusammengewebt, wie man mehrere Tücher zusammenzuweben pflegt und zwischen einem und dem andern die Zettelfäden ohne Einschlag lässt.",
+ "zwei Überärmel. סובריקין, in Sabbat 120a ספרקין (Jerusch. das. סבריקין), nach Bart. (dort zur Mischna 16, 4) Überärmel, welche man bei verschiedenen Beschäftigungen anlegt, um die Kleider zu schützen. Nach R. Hai, Senkelhosen (vgl. Fleischer bei Levy).",
+ "eine Winterdecke. קלובקרין, nach fast allen Kommentaren, eine dicke, wollene Decke, womit man sich im Winter vor der Kälte schützt. Die Etymologie ist dunkel.",
+ "bilden je eine Verbindung betreffs der Verunreinigung. Wenn eines unrein geworden, ist das andere ebenfalls unrein.",
+ "und der Besprengung. Wenn die verbundenen Stücke durch einen Toten verunreinigt worden, so braucht man nur eines zu besprengen (nach Num. 19, 18), und das andere wird ebenfalls rein.",
+ "mehr als diese Zahl von jedem bildet eine Verbindung in Bezug auf die Verunreinigung. Wenn eines unrein geworden, ist das andere ebenfalls unrein.",
+ "aber nicht betreffs der Besprengung. Wenn eines besprengt wird, wird das andere nicht rein."
+ ],
+ [
+ "Senkblei-Schnur. Die Schnur an sich nimmt keine Unreinheit an, nur durch die Verbindung mit dem Blei kann sie unrein werden, nach der Regel in 12, 2.",
+ "ist das Mass. Wobei sie als zum Senkblei gehörig betrachtet wird.",
+ "zwölf Handbreiten. So Maim. und רא׳׳ש; nach יו״ב sind hier Ellen gemeint, ebenso im folgenden. Doch müsste dann das Zahlwort femin. korrigiert werden.",
+ "bei der der Zimmerleute. Die Holzwände bauen.",
+ "bei der der Baumeister. Die sehr hohe Mauern aufführen.",
+ "rein. Wiewohl das oben bestimmte Mass unrein ist, bleibt doch das, was darüber, rein.",
+ "Die Schnur. Des Senkbleies.",
+ "der Tüncher. Welche die Wände mit Kalk (סיד) übertünchen. Nach Maim. sind סיידין Kalkarbeiter, die aus Kalk und Erde gerade Flächen machen.",
+ "und der Stuck-Arbeiter. Die Gipsfiguren an Wänden und Zimmerdecken anbringen.",
+ "kann so lang wie immer sein. Sie gilt immer als zum Senkblei gehörig und wird mit diesem unrein."
+ ],
+ [
+ "Bei der Schnur an der Wage. Die an der Mitte des Wagbalkens angebrachte, die man beim Wiegen in der Hand hält.",
+ "drei Fingerbreiten. Bei diesen kostbaren Dingen muss die Haltschnur kurz sein, damit man mit Genauigkeit das Gewicht feststelle.",
+ "Vom hinten. Nach ר״ש und Bart. (ebenso יי״ב) wird der Stiel der Axt in einiger Entfernung vom Ende mit der Hand angefasst. Der Teil des Stiele, der zwischen der Hand und dem Eisen sich befindet, heisst (in der folgenden Mischna) מלפניו, während der hinter der Hand liegende Teil מלאחריו heisst. Nach Maimon. heisst מאחריו der Teil, der hinter dem Oer hinausragt; מלפניו müsste demnach den ganzen vordern Stiel bis zum Eisen bezeichnen.",
+ "drei Fingerbreiten. Ist dieser Teil länger, oder kürzer, so gilt der Stiel als nicht mit dem Eisen verbunden, weil man ihn sicherlich bald entfernen wird, da er bei der Arbeit unbequem ist (יו״ב).",
+ "Wenn er eine Handbreite hinausragt. Während nach dem ersten Tanna schon bei einem Masse über drei Fingerbreiten der Stiel rein ist. Es wäre demnach die Differenz zwischen den Massen der beiden Tannaim bloss etwas weniger als eine Fingerbreite, da ein טפח = 4 Fingerbreiten ist.",
+ "ist er rein. Maimonides scheint das Wort טהור nicht gelesen zu haben. Danach ist also das Mass nach R. Jose eine Handbreite. Deshalb erklärt auch Maimon.: Der טפח, der neben dem Eisen (von hinten) liegt, ist unrein, was darüber ist, ist rein."
+ ],
+ [
+ "Bei. Nach ר״ש und Bart. soll Mischna 5 vor Mischna 4 stehen.",
+ "der Schnur an der Krämer- oder Hauswage. Wenn man im Hause auch kostbare Sachen damit wiegt, so nimmt man es doch nicht so genau damit, und die Haltschnur kann länger sein.",
+ "Bei dem. Dieser Satz hätte eigentlich oben in Mischna 4 stehen sollen (neben יד הקורדום מאחריו); allein es werden alle Handbreit-Masse nebeneinander gestellt.",
+ "Stiele der Axt nach vorn. Nach ר״ש und Bart. (ebenso יי״ב) wird der Stiel der Axt in einiger Entfernung vom Ende mit der Hand angefasst. Der Teil des Stiele, der zwischen der Hand und dem Eisen sich befindet, heisst (in der folgenden Mischna) מלפניו, während der hinter der Hand liegende Teil מלאחריו heisst. Nach Maimon. heisst מאחריו der Teil, der hinter dem Oer hinausragt; מלפניו müsste demnach den ganzen vordern Stiel bis zum Eisen bezeichnen.",
+ "Das Überbleibsel des Schenkels eines Zirkels. פרגול oder פרגל (gr. περίγρα) Zirkel. יד הפרגול ist ein Schenkel des Zirkels.",
+ "ist eine Handbreite. Wenn ein Schenkel abgebrochen wird, und es bleibt davon noch wenigstens eine Handbreite übrig, so gilt dieser Rest noch als Teil des Zirkels; ist der Rest aber kleiner, so gehört er nicht mehr zum Zirkel.",
+ "beim Stiel eines Meissels. מקבת (von נקב, löchern), ein Werkzeug zum Gravieren. In vielen Mischna-Ausgaben steht: מקבת של יד, Hand-Meissel; wohl zur Unterscheidung von מקבת in Mischna 7.",
+ "eine Handbreite. Um es in der Hand halten zu können."
+ ],
+ [
+ "zwei Handbreiten. Da man von diesen Gegenständen viel auf einmal wiegt und die Schnur mit beiden Händen hält, ist das Mass doppelt so gross als bei der Wage in Mischna 5.",
+ "Der Griff des Mühlstein-Meisseis. מקור (von נקר bohren, graben) ein Werkzeug, womit der Mühlstein bearbeitet wird.",
+ "Der Stiel der Streitaxt. מעצד (von عضد, hauen), Axt.",
+ "Der Griff des Hammers. קורנס = ϰορύνη.",
+ "der Goldschläger. Die das Gold zu dünnen Blechen schlagen.",
+ "zwei Handbreiten. Alle genannten Werkzeuge werden mit beiden Händen gehalten.",
+ "der des Hammers der Eisenschmiede drei Handbreiten. Da das geschlagene Eisen heiss ist, muss man die Hände vom Eisen des Hammers einen טפח weit entfernen."
+ ],
+ [
+ "Beim Überbleibsel des Rinderstachels. Vgl. hierüber 9, 7, Note 80.",
+ "vier Handbreiten. Wenn der Rinderstecken zerbrochen ist und oben am Stachel noch vier טפחים übrig geblieben sind, so bildet dies eine Verbindung mit dem Stachel, nicht aber, wenn weniger übrig geblieben. Vgl. auch 25, 2.",
+ "Beim Stiel eines Spatens. בדיד (Einige lesen בריר, s. מ״ש) nach den Erklärern ein Spaten, womit man Gruben an den Wurzeln der Bäume gräbt, um dort das Regenwasser zu sammeln. Diese Gruben heissen בדידין. Vgl. Jerusch. Moëd katan 1, 1 Ende.",
+ "vier Handbreiten. Mit diesem und den folgenden in dieser Mischna angegebenen Massen ist das Maximum gemeint; was darüber ist, gehört nicht zum Geräte.",
+ "beim Stiel einer Jäthacke. נבוש, von נכש, jäten.",
+ "beim Stiel einer Holz- oder Erdhacke sechs. Wenn oben in Mischna 4 und 6 für den Stiel der קרדום ein טפח und drei אצבעות als Mass angegeben ist, so muss dort von einer Axt die Rede sein, die nicht zum Holzspalten, sondern zum Zerteilen kleinerer Gegenstände dient (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "am Rinderstecken. Vgl. hierüber 9, 7, Note 80.",
+ "sieben Handbreiten. Dies ist nach Note 52 zu erklären. חרחור hätte eigentlich oben neben דרבן stehen sollen. Die Mischna will jedoch die gleichen Masse zusammenstellen, vgl. oben Note 40.",
+ "Beim Stiel einer Kohlenschaufel der Hausväter. Nach Maimon. ist hier ein Rührlöffel gemeint, womit das Essen herumgerührt wird.",
+ "Acht. Nach Bet-Schammai würden demnach nur 7 טפהים, nach Bet-Hillel aber 8 טפחים mit dem Gerät unrein werden. Bet-Schammai haben also hier eine erleichternde Ansicht, und es müsste diese Controverse im 4. Abschnitt des Tr. Edujot unter den Dingen aufgezählt werden, bei denen Bet-Schammai erleichternd und Bet-Hillel erschwerend entscheiden. Doch war ursprünglich ihre Controverse bezüglich der Besprengung (vgl. oben 29, 2), wobei nach der Ansicht von Bet-Schammai eine erschwerende Entscheidung sich ergibt.",
+ "Beim Stiele der Schaufel der Tüncher. Womit man den Kalk zusammenschaufelt.",
+ "Zehn. S. Note 59.",
+ "Was darüber ist. Dies bezieht sich auf alle die Masse, die nach dem Satze אם רצת לקיים טהור (in Mischna 3) angegeben werden.",
+ "mit unrein werden. Nicht wie oben Note 27, da hier auch das Überschüssige, wenn er denkt es daran zu lassen, als zum Geräte gehörig betrachtet wird.",
+ "deren man sich am Feuer bedient. Wie Bratspiess, Bratrost, Feuerzange u. dgl.",
+ "mag so lang wie immer sein. Er gilt, wenn er noch so lang ist, als Teil des Gerätes, weil man sich je nach der Grösse des Feners einmal mehr, das andere Mal weniger davon entfernt."
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+ "so nehmen sie von nun ab und weiter Unreinheit an. Vgl. oben 2, 1 und 15, 1. — Es wird hier die Halacha wiederholt, um daran noch andere Bestimmungen über die verschiedenen Glas-Geräte anzureihen",
+ "Die Platte. Eine viereckige Tafel.",
+ "und der flache Teller. אסקוטלא (scutella, eine kleine Schüssel), ein Teller. Hier ist von einem flachen Teller die Rede. Diese haben aber an der Hinterseite einen kleinen schmalen Behälter, auf dem das Gerät gut sitzen kann.",
+ "aus Glas sind rein. Trotz des Behältnisses auf der Hinterseite (vgl. 2, 1, Note 10) nehmen sie keine Unreinheit an, weil sie an der Vorderseite keinen Behälter haben (nach 2, 3, Note 44). Glasgeräte gleichen in dieser Beziehung den irdenen Geräten.",
+ "Sind sie. An der gewöhnlich benutzten Vorderseite.",
+ "mit einem Leisten. לזביז, s. 2, 3, Note 29.",
+ "Hat man den Boden der gläsernen Schüssel oder des gläsernen Tellers. Den kleinen Behälter an der Hinterseite.",
+ "zum Gebrauche bestimmt. Nachdem das Gerät zerbrochen worden und nur dieser Boden ganz geblieben ist.",
+ "so bleiben sie. Trotzdem ein Gerät durch blosse Bestimmung im Gedanken Verunreinigungs-Fähigkeit erlangt (s. 25, 9).",
+ "noch rein. Weil die Scharten an den Bruch-Stellen die Hände beschädigen und erst abgerieben werden müssen, bevor man das Gerät gebraucht (s. 26, 7).",
+ "Hat man sie aber abgerieben. קירטסן, and. LA. (bei מ״ש) קרטן, (von creta, Kreide), man hat sie mit Kreide (oder einer Tonart) abgerieben,",
+ "oder mit einer Feile. שופין (aram. שופינא) Feile."
+ ],
+ [
+ "Ein Spiegel. אספקלריא, (σπεϰλάϱιον) ein gläserner Spiegel.",
+ "ist rein. Selbst wenn er mit einem Rande versehen ist und etwas aufnehmen könnte, ist er dennoch rein, weil er nicht zum Aufnehmen bestimmt ist.",
+ "Eine grosse Schüssel. Aus Glas. Vgl. 17, 2, Note 13.",
+ "die man zu einem Spiegel gemacht hat. Er hat sie dazu bestimmt.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Da die blosse Bestimmung, ohne dass etwas daran durch die Tat geändert wird, die Unreinheits-Fähigkeit nicht beseitigt (25, 9).",
+ "Hat man sie. Die Schüssel.",
+ "aber gleich Anfangs zu einem Spiegel gemacht. Ihre Hauptbestimmung ist, als Spiegel gebraucht zu werden.",
+ "so ist sie rein. Obgleich sie mitunter als Schüssel gebraucht wird (Tosefta).",
+ "Ein Löffel. Aus Glas.",
+ "etwas. Flüssiges.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Er gilt als Behältnis-Gerät.",
+ "wo aber nicht. Wenn er so gestaltet ist, dass er, auf den Tisch gelegt, keinen Tropfen Flüssigkeit behält.",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Da er doch, wenn man ihn in der Hand hält, aufnahmefähig ist, ebenso wie der לפיד oben 2, 8.",
+ "aber erklärt ihn für rein. Er meint, der Glaslöffel sei nicht mit dem לפיד zu vergleichen (vgl. יו״ב und מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Ein Becher. Aus Glas.",
+ "dessen grösster Teil schadhaft geworden ist. Am Rande ist eine schadhafte Stelle, die sich auf den grössten Teil des Umfangs erstreckt.",
+ "Sind daran. Am Rande.",
+ "die durch den grössten Teil desselben. Des Umfangs.",
+ "durchgehen. Maimon. liest שליש (ein Drittel) statt שלש und erklärt: Es ist ein Drittel der Höhe im grössten Teil des Umfangs abgebrochen. In seinem Codex (H. כלים 12, 13) erklärt er umgekehrt: . Es ist ein Drittel des Umfangs im grössten Teil der Höhe abgebrochen.",
+ "so ist er rein. Diese Bestimmung gilt nur für Glasgefässe, von denen die zerbrochenen nicht brauchbar sind, da man sich an den Brüchen beschädigen könnte. Dagegen sind andere zerbrochene Geräte, wenn nur ein Behältnis davon zurückgeblieben, noch verunreinigungsfähig (יו״ב).",
+ "Wassers ausfliessen lässt. Wenn der Bruch unterhalb der Mitte des Bechers sich befindet, so dass der grösste Teil des Inhalts des Bechers ausfliessen würde.",
+ "Wenn er. Der Becher.",
+ "es sei mit Zinn. בעץ = עבץ, chald. אבצא, Zinn.",
+ "so bleibt er rein. Weil die Verklebung am Glas nicht haften bleibt.",
+ "Mit Zinn wird er verunreinigungsfähig. Da es wenigstens einige Zeit hält.",
+ "so bleibt er rein. Weil es kein warmes Wasser fassen kann, wie oben 3, 7, (s. Note 51) ebenfalls R. Jose sagt."
+ ],
+ [
+ "Eine kleine Flasche. Aus Glas; mit langem Halse.",
+ "bleibt verunreinigungsfähig. Da man diese mit einer Hand tragen und sie so anfassen kann, dass man sich an den Brüchen nicht die Hand ritzt. Anders ist es in M. 3 beim Becher, aus dem man trinkt.",
+ "eine grosse Flasche aber. Die man mit beiden Händen tragen muss.",
+ "bleibt rein. Da man daran sich leicht die Hand ritzt und sie deshalb nicht gebraucht.",
+ "Eine Flasche zu wohlriechendem Öl. פלייטין (foliatum, wohlriechendes Öl aus Narden), nach Bart. Balsam-Öl.",
+ "da sie die Hand aufritzen würde. סורחה, von סרח (syr. ܣܪܰܚ, schaden, verwunden) ritzen. Aruch und Bart. Vergleichen es mit סרך, festansitzen.",
+ "Wenn von grossen Krügen. לגין, gr. λάγυνος, Flasche, Krug. Diese werden gar nicht hin und hergetragen, sondern bleiben auf der Erde stehen (א״ר).",
+ "weil man sie zu Einmachgefässen einrichtet. Und man sich nicht daran ritzt, da man sie nicht in die Hand nimmt.",
+ "Der gläserne Mühlentrichter. Oben 14, 8, Note 103.",
+ "ist rein. Da er unten gelöchert ist und kein Behältnis hat.",
+ "Heil dir Kelim. Gemeint ist der Traktat Kelim, der demnach dem R. Jose schon vollständig redigiert vorlag.",
+ "da du mit Unreinheit hereingekommen und mit Reinheit ausgegangen bist. Der Traktat beginnt mit אבות הטומאות und schliesst mit טחורה. Dies ist wohl ein Vorbild für einen frommen tugendhaften Menschen, der zwar mit Unreinheit in die Welt kommt (indem er der Mutter Unreinheit bringt), aber geläutert und rein aus der Welt scheidet. Vgl. B. mez. 86 a: אשריך רבה בר נחמני שגופך טהור ויצאתה נשמתך בטהור. Heil dir Rabba bar Nachmani, dein Körper ist rein, und deine Seele ist mit „rein“ von hinnen geschieden !"
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+ "\nVorbemerkungen.\n1) Die Quelle der Unreinheit wird אב הטומאה (Vater, Erzeuger der Unreinheit) genannt; was von diesem durch Berühren oder in anderer Weise verunreinigt worden ist, heisst: ולד הטומאה (Kind der Unreinheit, erzeugte Unreinheit). Die Unreinheit eines אב הטומאה wird auch חמורה טומאה (schwere Unreinheit) genannt, die eines ולד הטומאה heisst טומאה קלה (leichte Unreinheit).\n2) Unter den ולדי הטומאה gibt es verschiedene Grade. Was unmittelbar vom אב הטומאה verunreinigt wird, heisst ראשון לטומאה (erster Grad der erzeugten Unreinheit), das von letzterem Verunreinigte ist לטומאה שני (zweiter Grad der Unreinh.). Nur so viel Grade der Unreinh. können bei חולין (Profanem) vorkommen. Bei ת־ומה (Hebe) kann der zweite Grad der Unreinh. noch einen dritten, und bei קדש (Opfer) der dritte noch einen vierten Unreinheitsgrad erzeugen.\n3) Derjenige Unreinheitsgrad, der nicht weiter verunreinigen kann, nämlich der zweite bei חולין, der dritte bei תרומה und der vierte bei קדש, wird als פסול (unbrauchbar), der noch weiter wirkende als טמא (unrein) bezeichnet. \n4) Eine menschliche Leiche (מת) wird אבי אבות הטומאה (Erzeuger von Unreinheits-Erzeugern) genannt, weil die Leiche andere von ihr verunreinigte Gegenstände noch zu אבות הטומאה machen kann.\n5) Ja noch mehr, aus den Worten בחלל חרב in Num. 19, 16 wird die Lehre deduciert, dass das „Schwert“ dem „Erschlagenen“ gleichzuachten ist (חרב הרי הוא כחלל), d. h. jedes Metallgerät, das eine Leiche oder einen durch eine Leiche Verunreinigten (טמא מת) berührt, erhält denselben Unreinheitsgrad, wie ihn die berührte Unreinheit besitzt; es wird dabei nicht (wie gewöhnlich bei den verunreinigten Dingen) die Unreinheit um einen Grad abgeschwächt. Nach Maimonides u. A. findet diese Lehre nicht bloss bei Metallgeräten Anwendung, sondern auch bei allen anderen Geräten (ausser den Tongeräten, כלי חרם), sowie auch bei Kleiderstoffen.\n6) Alle אבות הטומאה, mit Ausnahme der aussätzigen Kleider und Häuser, gehen vom menschlichen oder tierischen Körper aus. Es gibt drei Hauptklassen von אבות הטומאה, deren jede in mehrere Arten zerfällt.\nA. Die durch den Tod herbeigeführten Unreinheiten zählen drei Arten:\na) die menschliche Leiche (מת אדם, Num. 19, 11);\nb) das tote Kriechtier (שרץ, Lev. 11, 31);\nc) das Aas von anderen Tieren (נבלה). Davon gibt es drei Unterarten: α) das Aas von reinem Vieh und Wild (נבלת בהמה וחיה טהורה, Lev. 11, 39); β) das Aas von unreinem (d. h. zu essen verbotenem) Vieh und Wild (נבלת בהמה וחיה טמאה, Lev. 11, 26): γ) das Aas von reinem (zu essen erlaubtem) Geflügel (נבלת עוף טהור, Lev. 17, 15). Das Aas von verbotenem Geflügel verunreinigt nicht.\nB. Von Unreinheiten, die vom lebenden Menschen herkommen, gibt es sechs Arten:\na) die menstruirende Frau (נדה, Lev. 15, 19);\nb) eine Frau, die einen aussergewöhnlichen Blutfluss hat (זבה, Lev. 15, 25);\nc) die Wöchnerin (יולדת, Lev. 12, 2);\nd) der am Fluss leidende Mann (זב, Lev. 15, 2);\ne) der Samenerguss (שבבת זרע, Lev. 15, 16);\nf) der Aussatz (צרעת, Lev. 13—14) des Menschen, der aber auch bei Kleidern und Häusern vorkommen kann.\nC. Drei Arten Unreinigkeiten, die von Reinigungs-Mitteln oder Sühnopfern herrühren:\na) die als Entsündigungsopfer bezeichnete rote Kuh (חטאת, Num. 19, 7 f.); ebenso die andern zu verbrennenden Sündopfer (Lev. 16, 28);\nb) das Entsündigungs- oder Reinigungswasser (מי חטאת, Num. 19, 21);\nc) der zum Asasel zu entsendende Ziegenbock (שעיר המשתלח, Lev. 16, 26).\n7) Die Gegenstände, die unrein (טמא) werden (Unreinheit annehmen) können, sind: a) der Mensch (אדם); b) Geräte und Kleider (כלים); c) Speisen (אוכלים); d) Getränke (משקים).\n8) Der Mensch (ein Israelit) kann nach den Vorschriften der Thora nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden. Bloss nach rabbinischen Verordnungen gibt es für Menschen noch Verunreinigungen durch andere טומאות.\n9) Der verunreinigte Mensch kann wieder rein werden darch Untertauchen (טבילה) in einem Reinigungsbade (מקוה), nach welchem aber (für תרומה) noch הערב שמש (das Abwarten des Sonnenuntergangs) nötig ist. Vor Sonnenuntergang heisst der Untergetauchte טבול יום und gilt noch als שני לטומאה. Manche Unreine bedürfen zu ihrer Reinigung noch der Sühne durch Opfer. Vor Darbringung der Opfer heissen diese מחוסרי כפורים (der Sühne Bedürftige) und gelten als שלישי לטומאה, die keine Opferspeise berühren dürfen. Derjenige, der durch einen Toten unrein geworden ist (טמא מת), bedarf zur Reinigung (ausser der טבילה) auch der in Num. 19, 19 vorgeschriebenen Besprengung (הזיה) mit מי חטאת. Der Aussätzige kann erst nach Vollziehung der in Lev. 14 vorgeschriebenen Zeremonien rein werden.\n10) Unter den כלים sind zu unterscheiden כלי חרם (Geräte aus gebranntem Ton), für deren Unreinheit es keine Reinigung gibt (ausser durch Zerbrechen), von anderen Geräten und Kleidern, die durch טבילה (resp. nach הזיה s. 9) wieder rein werden können und deshalb כלי שטף (abspülbare Geräte) genannt werden. Den כלי חרס gleich sind die Nether-Geräte (כלי נתר) s. Kelim 2, 1 Note 7.\n11) Unter בגד (Kleid) versteht man alles, was gesponnen und gewebt ist. In Bezug auf die Quantität (שיעור) sind wollene und leinene Stoffe von anderen Stoffen zu unterscheiden. Bei ersteren ist ein Stück von drei Fingerbreiten im Quadrat (שלש על שלש) bei letzteren ein solches von drei Handbreiten im Quadrat (שלשה על שלשה) als בגד zu betrachten (vgl. Sabbat 26 b f.).\n12) Aus dem Worte שק (Lev. 11, 32) lernen wir, dass sowohl dieses Gerät (aus Ziegenhaaren) als auch das daneben stehende כלי עץ (ein hölzernes Gerät) nur dann für טומאה empfänglich sind, wenn sie einen Behälter (בית קבול) haben. Flache Geräte aus diesen Stoffen können keine Unreinheit annehmen. Jedoch wird hierbei unterschieden zwischen Geräten, die nur dem Menschen dienen (משמשי אדם), wie eine Leiter, und denjenigen, die dem Menschen und zugleich den ihm dienenden Geräten dienen (משמשי אדם ומשמשי אדם), z. B. ein Tisch. Letztere nehmen auch als פשוטים die Unreinheit an (s. jedoch Maim. ה׳ כלים 4, 1 und משנה למלך das.).\n13) Ferner muss jedes der genannten Geräte auch in der Hinsicht dem שק ähnlich sein, dass es voll und leer von Ort zu Ort getragen werden kann (מיטלטל מלא וריקן). Ausgeschlossen sind daher die Geräte, die zum Ruhen bestimmt sind (כלי עץ העשוי לנחת), z. B. solche, die 40 Seah Flüssiges (oder 60 Seah Trockenes) fassen (Kelim 15, 1). Doch sind Geräte, die zum מדרס dienen (s. weiter § 29), auch als פשוטים, nach Einigen auch, wenn עשוי לנחת, für die Unreinheit empfänglich (s. Tos. Menachot 30 a).\n14) Dagegen sind metallene Geräte, von denen im Num. 31, 22 f. gesprochen wird, nicht dem שק gleichgestellt worden. Ein Metall-Gerät ist daher auch als פשוט und עשוי לנחת für die טומאה empfänglich.\n15) Geräte aus ungebrannter Erde (אדמה), aus Stein (אבן) oder aus getrockneten Viehexkrementen (גללים) sind nicht verunreinigungsfähig. Dasselbe gilt von Geräten, die aus Stoffen von Wasserpflanzen oder Wassertieren verfertigt sind (vgl. Kelim 17, 13).\n16) Auch Geräte und Kleider können nach der Thora-Vorschrift nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden. Anderweitige Unreinheiten von כלים können bloss nach rabbinischer Verordnung vorkommen.\n17) Alle Speisen, mit Ausnahme von lebenden Tieren (בעלי חיים) und den noch mit dem Erdboden verbundenen Pflanzen (מחובר), sind für die Unreinheit empfänglich, wenn sie bereits mit einer der im Tr. Machschirim 6, 4 aufgezählten sieben Flüssigkeiten (Wein, Blut, Oel, Milch, Tau, Bienenhonig, Wasser) benetzt worden sind. Diese Benetzung wird הבשר (Vorbereitung zum Empfange der טומאה) genannt.\n18) Alle Getränke (nach Maim. jedoch nur die obenerwähnten 7 Arten) können die Unreinheit annehmen. Indessen gibt es in Bezug auf die Unreinheit der Getränke im Sifra zu Lev. 11, 34 und in Pesachim 16 a f. drei Ansichten: a) Die Getränke können nach dem Thoragesetze wohl die טומאה annehmen, jedoch nicht andere Dinge verunreinigen; letzteres vermögen sie nur nach rabbinischer Satzung (מדרבנן). b) Die Getränke können auch nach dem Thoragesetze die טומאה auf Anderes übertragen. c) Es können nach dem Thoragesetze Getränke überhaupt nicht unrein werden. Sie sind bloss מכשיר לקבל טומאה, d. h. sie machen die von ihnen benetzte Speise fähig, die Unreinheit zu empfangen. Die erste Ansicht wird von Maimon. als Halacha recipiert.\n19) Die Speisen (אוכלין) können die Unreinheit auf Anderes übertragen; nach dem Thoragesetze jedoch nur auf Getränke (משקין), aber nicht auf andere אוכלין (Pesachim 14 a, 18 a f.).\n20) Die Uebertragung der טומאה anf Anderes kann auf verschiedene Weise bewirkt werden. Am meisten kommt die Mitteilung durch מנע (Berührung) vor. Der Mensch wird durch מגע nur dann unrein, wenn er einen אב הטומאה mit der äusseren Fläche des Körpers berührt. Die Berührung mit den innern Teilen des Körpers (מגע בית הסתרים) bewirkt nicht טומאת מגע.\n21) Manche אבות הטומאה können die Unreinheit auch durch משא (Tragen) mitteilen. Unter משא versteht man ein Forttragen des אב הטומאה von Ort zu Ort (auch wenn man die טומאה nicht berührt); ein bloss passives Tragen, wobei man von dem Gegenstande nur belastet ist, ohne ihn zu bewegen, heisst nicht משא, sondern fällt unter den Begriff von אבן מסמא (s. Kelim 1, 3), wodurch bloss ein זב die טומאה bewirken kann (weiter Vorb. 31).\n22) Dagegen ist היסט (Bewegung durch Rütteln, Schütteln), d. h. eine jede Bewegung der טומאה, ohne dsss man sie fortträgt, dem משא gleichgestellt (R. Simson zu Sabim 5, 3 und Kelim 1, 2, gegen Maimon. das.). Auch bei היסט ist keine Berührung der טומאה erforderlich; vielmehr macht auch die Bewegung derselben durch ein Mittel den Menschen unrein.\n23) Der Unreinheit durch Tragen oder Bewegen eines unreinen Gegenstandes (משא und היסט) sind nur Menschen ausgesetzt, während durch מגע auch Geräte und Speisen verunreinigt werden können.\n24) Andererseits reicht aber טומאת משא weiter als טומאת מגע, indem bei ersterer auch die Kleider des Tragenden unrein werden, was bei der Berührung nicht der Fall ist.\n25) Diese Uebertragung der טומאה auf die Kleider des Tragenden wird von der Ueberlieferung unserer Weisen zur Lehre von טומאה בחיבורין (Unreinheit durch Verbindung) erweitert, wonach nicht gerade die Kleider, sondern auch die Geräte und die Speisen, mit denen der Mensch während des Tragens der טומאה in Berührung war, eben so unrein werden, als hätten sie selbst die טומאה berührt (sie werden also ראשון לטומאה). Vgl. Tos. B. batra 9 b v. דהא.\n26) Ein irdenes Gerät (כלי חרס) kann auch ohne Berührung sowohl unrein werden als die Unreinheit mitteilen, nämlich durch אויר, d. h. dadurch dass etwas in dessen hohlem Raume sich befindet. Dagegen sind irdene Geräte von der äusseren Seite aus (מגבו) nicht מקבל טומאה. Ist jedoch das Gerät durch eine in dessen Inneres gekommene טומאה unrein geworden, so ist auch die Rückseite unrein. Flache irdene Geräte (פשוטי כלי חרם) können aber in keiner Weise unrein werden, selbst nicht durch מדרס (Bechorot 38 a).\n27) Eine fernere Art der Uebertragung der טומאה ist die durch אהל (Zelt), welche nur beim toten Menschen vorkommt. Dieses kann dreifacher Art sein: Entweder der Reine befindet sich in senkrechter Richtung über dem Toten (מאהיל על המת), oder der Tote befindet sich in senkrechter Richtung über dem Reinen (המת מאהיל עליו), oder ein dritter Gegenstand (der mindestens ein טפח breit ist) bildet eine Bedachung über dem Toten und dem Reinen zugleich (דבר אחר מאהיל עליו ועל המת).\n28) Von אהל zu unterscheiden ist die nur bei צרעת vorkommende Mitteilung der טומאה durch ביאה (Hinkommen). Sobald ein Aussätziger in einen allseitig abgegrenzten Raum (z. B. ein Haus) hineinkommt (wenn auch nur mit dem Kopfe und dem grössten Teil seines Körpers, ראשו ורובו), sind alle Menschen, Geräte, Speisen and Getränke, die sich im Hause befinden, unrein. Doch kann hier eine Scheidewand von 10 Handbreiten Höhe zwischen dem מצורע und den reinen Gegenständen die letztern vor der Unreinheit schützen, was bei der אהל-Unreinheit des Toten nicht angeht. Ferner macht die Unreinheit durch ביאה des מצורע auch Menschen und Geräte bloss zum ראשון לטומאה, während die אהל-Unreinheit des מת sie zum אב הטומאה macht. Noch ein dritter Unterschied existiert zwischen מצורע und מת bei einem nicht allseitig abgegrenzten überdachten Raume, z. B. einem Baume. Da ist nur dann, wenn der מצורע unter dem Baume ruht, alles, was unter den Baum kommt, unrein; geht aber der מצורע bloss vorüber, so wird der unter dem Baum Weilende nicht unrein.\n29) Die unreinen נדה ,זבה ,זב und יולדת vermögen auch, ohne einen Gegenstand zu berühren und ohne denselben zu bewegen, auf ihn die Unreinheit zu übertragen durch מדרס (von דרס, treten). In der Thora (Lev. 15, 4 ff.) wird nämlich משכב und מושב des זב für unrein erklärt. Darunter ist aber jedes Gerät verstanden, das bestimmt ist, dem Menschen als Unterlage zu dienen, indem er darauf steht, sitzt, liegt, sich stützt oder sich daran hängt.\n30) Nicht durch מדרס unrein werden kann das, was nicht die Bestimmung hat, den Körper zu tragen, z. B. eine Leiter, die nur zum Auf- und Absteigen gemacht ist (Menachot 31 a, Tos. s. v. שידה); ferner was nicht zum מדרס geeignet oder nicht dazu bestimmt ist; so z. B. wird ein umgestülptes Getreidemass, worauf der זב sich setzt, nicht unrein, weil dies nicht zum Sitzen, sondern zu einem andern Gebrauch bestimmt ist und man zu dem darauf Sitzenden sagt: עמוד ונעשה מלאכתנו, stehe auf, da wir das Gerät zu unserer Arbeit brauchen (Sabbat 59 a).\n31) Beim מדרס ist es nicht nötig, dass der Unreine den Gegenstand unmittelbar berühre; selbst wenn zehn Decken übereinander liegen und oben ein זב sitzt, ist die unterste auch טמא מדרס. Ja selbst wenn die Gegenstände sich unter einem sehr schweren Steine (אבן מסמא) befinden und der זב auf dem Stein sitzt, werden die Gegenstände unrein (Maimon. משכב ומושב 5, 5 und Tos. Nidda 55 b). Nach R. Simson zu Kelim 1, 3 ist ausserdem unter אבן מסמא ein Tragen ohne Bewegung zu verstehen. Während sonst bei טומאת משא oder היסט der אב הטומאה bewegt werden muss (Vorb. 21 und 22), verunreinigen der זב und seinesgleichen selbst Gegenstände, mit denen sie bloss belastet sind, ohne dass sie dieselben bewegen.\n32) Jeder durch מדרס verunreinigte Gegenstand wird ein אב הטומאה, sodass er Menschen und Geräte verunreinigen kann. Sowie משכב ומושב selbst ohne unmittelbare Berührung des זב unrein werden, ebenso teilen sie auf diese Weise die Unreinheit einem Reinen mit, der sich ihrer als Lager u. dgl. bedient. Er wird unrein, selbst wenn er sie nicht unmittelbar berührt. Wenn ein Mensch durch Berührung des מדרס verunreinigt wird, so sind auch dessen Kleider ראשון לטומאה; ebenso alle Geräte, mit denen er während der Berührung in Verbindung steht (oben 25).\n33) Geringer als die Unreinheit des משכב ומושב ist die des Reitzeugs (מרכב Lev. 15, 9). Unter מרכב versteht man nicht bloss den Sattel, sondern auch alle Geräte, welche die Haltung des Körpers beim Reiten vermitteln; sie werden in Kelim 23, 2 aufgezählt. Das מרכב des זב und seinesgleichen ist zwar auch ראשון לטומאה, ist aber in der Hinsicht leichter als משכב ומושב, als es nur die Person des Berührenden, nicht aber dessen Kleider verunreinigt; nur wenn es getragen wird (במשא), verunreinigt es den Träger samt dessen Kleidern.\n34) Noch geringer ist עליונו של זב, das sind diejenigen Gegenstände, die über dem זב sich befinden, selbst ohne ihn zu berühren. Diese Dinge gelten nicht als אב הטומאה, sondern nur als ראשון, und können daher nur Speisen und Getränke, aber nicht Menschen und Geräte verunreinigen. Sie werden מדף (vgl. die Erkl. zu Edujot 6, 2) genannt. [Nach Einigen (Maim. הי משכב ומושב 6, 3) ist מדף nur nach rabbinischer Verordnung unrein]. Dieser Unreinheit des עליונו של זב gleich ist die Unreinheit des משכב ומושב eines בועל נדה (vgl. Kelim 1, 3).\n35) Die oben in 6 C. erwähnten Opfer, nämlich die פרה אדומה (Num. 19, 7 f.) und פרים ושעירים הנשרפין (Lev. 16, 28) machen diejenigen, welche sich während des Verbrennens und vorher mit ihnen beschäftigen (עוסקים), samt ihren Kleidern unrein. Der ebendaselbst erwähnte המשתלח שעיר (Lev. 16, 26) verunreinigt denjenigen, der ihn am Versöhnungstage zum Asasel geleitet (המשלח) samt seinen Kleidern.\n36) Eine besondere Art der Verunreinigung bewirkt das Aas von dem zu essen erlaubten Geflügel (נבלת עוף טהור). Nur wer diese נבלה isst, wird samt den Kleidern, die er beim Essen trägt, unrein. Unsere Weisen nennen diese Unreinheit טומאת בית הבליעה und finden dieselbe in Lev. 17, 5 vorgeschrieben (vgl. meinen Commentar daselbst).\n37) Alle Unreinen und alles Unreine mussten aus gewissen heiligen Gebieten entfernt werden. Es gibt in dieser Beziehung nach der Vorschrift der Thora 3 heilige Gebiete: 1) מחנה שכינה, das Bereich des Gottesheiligtums. In der Wüste war dies die Stiftshütte nebst deren Vorhof. Dem entsprach später das Tempelgebiet von עזדת ישראל (dem Nikanortor) angefangen; 2) מחנה לויה, das Levitonlager in der Wüste, dem entsprechend später der Tempelberg bis zur עזרת ישראל (dem Nikanortor); 3) ישראל מחנה, das Volkslager in der Wüste, welchem später ganz Jerusalem bis zum Tempelberg entsprach. Es wurde der Aussätzige (מצורע) aus allen drei Gebieten entfernt. Die durch andere körperliche Zustände unrein Gewordenen (יולדת ,נדה ,זבה ,זב und בעל קרי) mussten nur zwei Gebiete, מחנה שכינה und מחנה לויה, meiden. Allen übrigen Unreinheiten war nur das מחנה שכינה verboten.\nDiese Vorbemerkungen mögen vorläufig genügen. Andere Vorschriften der Reinheitsgesetze werden später als Vorbemerkungen zu den entsprechenden Traktaten mitgeteilt werden.\nErklärung der Abkürzungen.\nA = Aruch.\nL = Mischna, ed. Lowe, Cambridge 1883.\nM = Maimonides, Mischna - Commentar, ed. Derenbourg, Berlin 1887.\nN = Mischna ed. Neapel 1492.\nT = Mischna in den Talmud-Ausgaben.\nVorb. = Vorbemerkungen zu dem betr. Traktat.\nCommentare zur Mischna.\nMaim. = R. Mose b. Maimon (Maimonides).\nר״ש = R. Simson b. Abraham.\nרא״ש = R. Ascher b. Jechiel.\nBart. = R. Obadja Bartenora.\nתוי״ט = תוספות יום טוב (Heller).\nיו״ב = יכין ובועז von R. Israel Lipschütz.\nתרע״א = תוםפות ר׳ עקיבא איגר von R. Akiba Eger.\nא״ך = אליה רבא von R. Elia Wilna.\nמ״ש = מלאכת שלמה von R. Salomo Haëdni.\nתא״ש = תוספות אנשי שם.\nמ״א = משנה אחרונה.\nDiese Commentare sind zum Teil in den Talmud-Ausgaben, zum Teil in der grossen Mischna-Ausgabe von Wilna 5647 zu finden.\n"
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+ "Quellen-Unreinheiten. S. Vorb. 1.",
+ "Kriechtier. Die in Lev. 11, 31 erwähnten 8 Kriechtiere. Ein Stückchen von einer Linsengrösse oder ein ganzes Glied derselben (wenn auch noch so klein) verunreinigt Menschen und Geräte durch Berührung.",
+ "Samen. Von einem Israeliten im Alter von mindestens neun Jahren und einem Tage.",
+ "der durch eine Leiche Verunreinigte. Ein Israelit, der durch eine Leiche verunreinigt worden, ist ein אב הטומאה; die Leiche selbst heisst deshalb אבי אבות הטומאה (Vorb. 4).",
+ "der Aussätzige in den Tagen seiner Zählung. Nachdem der Aussätzige von seinem Aussatz geheilt ist, bringt er zwei Vögel dar, lässt sich scheren und muss dann sieben Tage ausserhalb seines Zeltes weilen (Lev. 14, 8). Diese 7 Tage heissen „seine Zählungstage“.",
+ "Entsündigungswasser. Quelwasser, das behufs der Reinigung einer Toten-Unreinheit mit Asche von der „roten Kuh“ gemischt ist, nach Num. 19, 17.",
+ "als man zu einer Besprengung braucht. Dieses Quantum wird in Para 12, 5 genau bestimmt.",
+ "dass sie in dessen Hohlraum sich befinden. Selbst wenn sie das Gefäss nicht berühren (Vorb. 26.)"
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+ "Höher als diese. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "ist [die Unreinheit von] Aas. Von Vieh und Wild, sowohl dem zu essen erlaubten als dem unerlaubten.",
+ "als man zu einer Besprengung braucht. Dieses Quantum wird in Para 12, 5 genau bestimmt.",
+ "der sie trägt. Auch wenn er sie nicht berührt.",
+ "dass er auch die Kleider. Ebenso auch andere Geräte.",
+ "die er berührt. Während des Tragens jener Unreinheit, s. Vorb. 25. A, L und M lesen nicht במגע; ebenso Raschi in B. Batra 9 b, vgl. תוספות אנשי שם und מלאכת שלמה.",
+ "doch werden die Kleider nicht unrein. L u. N: וחסוכי בגדים. Nach Analogie von חסוכי בנים, Kinderlose (Erubin 28 a) müsste חסוכי בגדים Kleiderlose, Nackte bedeuten, was aber hier keinen Sinn gäbe. Es ist daher חסוכי בגדים als Abkürzung von חסוכי טומאת בגדים zu fassen. Der Kleider-Verunreinigung sind sie los (wörtl.: sie sind davon abgehalten), wenn man sie bloss berührt (und nicht trägt)."
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+ "Höher als diese. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "der einer Menstruirenden beigewohnt hat. Lev. 15, 24.",
+ "beim Flüssigen. Es ist bloss ראשון לטומאה vgl. Vorb. 34.",
+ "denn diese verunreinigen durch Berührung und durch Tragen. Die Unreinheit durch Berührung ist ebenso schwer wie die durch Tragen, auch jene verunreinigt zugleich die Kleider des Berührenden; sie ist also schwerer als die in Mischna 2 genannte Unreinheit.",
+ "Höher als diese. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "Reitzeug des Flüssigen. Vgl. Vorb. 33.",
+ "wenn es unter einem grossen Steine. מסמא, L: מסאמא, M: מְשָמָא, Rabed im Comment. zum Sifra: מוסמא. Im Talmud Nidda 69 b wird das Wort mit ושמת in Dan. 6, 18 zusammengestellt, und es ist nach Raschi das. ein schwerer Stein, der zum Liegen bestimmt ist und nicht hin und her getragen werden kann. Die Etymologie ist unsicher (vgl. verschiedene Erkl. in den Lexicis). Vielleicht heisst אבן מְסַמָּא ein Stein, der etwas bedeckt, dem Auge entzieht, vgl. דבר הסמוי מן העין, eine Sache, die dem Auge entzogen ist (Taanit 8b). Über den Begriff s. Vorb. 21 u. 31.",
+ "liegt. Wenn das מרכב unter einem schweren Steine sich befindet, auf dem der זב sitzt, so wird das מרכב unrein und verunreinigt wieder jeden, der sich auf jenen Stein setzt, obgleich der Stein selbst nicht die Unreinheit annehmen kann (Vorb. 15).",
+ "dessen Berührung gleiche Wirkung hat wie dessen Tragung. Sowohl dessen Träger als der, welcher es berührt, werden samt den Kleidern unrein.",
+ "aber das Lager kann nicht eine Lager-Unreinheit bewirken. Wird ein vom זב verunreinigtes Lager auf ein anderes Lager gelegt, so ist letzteres bloss ראשון לטומאה."
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+ "Höher. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "denn sie verunreinigt den ihr Beiwohnenden. So dass er 7 Tage unrein ist (Lev. 15, 24). Dagegen wird die Frau, der ein זב beigewohnt, nur bis zum Abend unrein (nach Sabim 5, 2).",
+ "Höher. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "durch hineingehen. Nach Vorb. 28. Diese Vorschrift gilt aber nicht für die „Zählungstage“ des Aussätzigen, oben Note 5.",
+ "Höher. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "denn er verunreinigt auf sieben Tage. Denjenigen, der ihn berührt.",
+ "Am schwersten. Der Ausdruck למעלה wird in diesem Abschnitte auch da gebraucht, wo die Unreinheit bloss in einer Beziehung schwerer, in anderer Beziehung aber leichter ist.",
+ "denn er verunreinigt durch Bedachung. Nach Vorb. 27 und 28."
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+ "Wer bloss noch der Sühne ermangelt. Es sind dies נדה ,זבה ,זב, die Wöchnerin und der Aussätzige, die ausser טבילה und הערב שמש noch der Sühnopfer bedürfen (Vorb. 9).",
+ "der heute untergetaucht ist. Vor dem Sonnenuntergang dieses Tages (Vorb. 9).",
+ "so ist ihm Heiliges und Hebe verboten. Selbst nur zu berühren.",
+ "Wird er durch einen nächtlichen Zufall unrein, so sind ihm alle drei verboten. Hat er einer Menstruirenden beigewohnt, so verunreinigt er das untere Lager in gleicher Weise wie die Oberdecke (beim Flüssigen. Es ist bloss ראשון לטומאה vgl. Vorb. 34.",
+ "so verunreinigt er Lager und Sitz und muss in Quellwasser untertauchen. Während andere Unreine sich auch in einer anderen Wassersammlung (מקוה) reinigen können (vgl. m. Komment. zu Lev. 11, 36).",
+ "ist aber frei vom Opfer. Er muss jedoch 7 reine Tage zählen (Lev. 15, 13).",
+ "der bloss eingeschlossen wird. Nach Lev. 13, 4 f.",
+ "durch Hineingehen. Nach Vorb. 28. Diese Vorschrift gilt aber nicht für die „Zählungstage“ des Aussätzigen, oben Note 5.",
+ "die Kleider einzureissen. Lev. 13, 45.",
+ "sich scheren zu lassen und Vögel zu bringen. Lev. 14, 4; 8f.",
+ "so verunreinigt es. Das Glied.",
+ "beim Berühren und Tragen. Ist aber gar kein Fleisch daran, so verunreinigt es nicht.",
+ "dass man. Wenn man das Fleisch in lauter Fäden von solcher Dicke zerschnitte.",
+ "damit in der Dicke eines Einschlagfadens. Der doppelt so dick ist als ein Zettelfaden."
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+ "dass man von ihm das Omer-Opfer. Lev. 23, 10.",
+ "die Erstlinge. Deut. 26, 2.",
+ "und die zwei Brote. Lev. 23, 17."
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+ "Mit Mauern. Seit der Eroberung des Landes durch Josua. Dass auch die Stadt Schomron zu diesen Städten gehört, ersieht man aus 2. Kön. 7, 3, vgl. תרע׳׳א.",
+ "bis man sie bestatten will. Sie darf nach Maimonides auch in der Stadt bestattet werden, wiewohl in der Regel die Begräbnisplätze von der Stadt entfernt lagen, M. Baba batra 2, 9."
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+ "denn daselbst darf man leichter Heiliges. Hochheilig sind Ganzopfer, Sündopfer, Schuldopfer, Speiseopfer und die am Wochenfeste dargebrachten Gemeindefriedensopfer; dagegen sind Dank- und Friedensopfer, Erstgeburten, Pesachopfer und Viehzehnten sowie Erstlinge leichtere Heiligtümer.",
+ "Der Tempelberg. Ein Platz von 500 Ellen im Quadrat, auf welchem der Tempel stand (s. Middot 2, 1). Dieser Platz entspricht dem Lager der Leviten in der Wüste.",
+ "keine am Blutfluss leidenden oder menstruierenden Frauen und keine Wöchnerinnen. Zu diesen gehört auch der Polluierte (בעל קרי).",
+ "Der Zwinger. Ein Raum innerhalb des Tempelberges, der in M. Middot 2, 3 näher bezeichnet ist.",
+ "denn dort darf kein Nichtisraelit. Nach Josephus ant. XV 11, 5 stand dort auf einer steinernen Mauer geschrieben, dass jedem Nichtjuden der Eintritt bei Todesstrafe verboten sei (vgl. auch Jos. bel. V 5, 2; VI 2, 4 und Philo Leg. ad Caj. 31). Die durch Clermont-Ganneau 1871 entdeckte griechische Inschrift lautete: „Kein Fremder (ἀλλογενής, von anderem Volke) darf innerhalb des Gitterwerks und der Umwallung um das Heiligtum eintreten. Wer betroffen würde, der hätte es selbst verschuldet, dass der Tod ihm nachfolge“. Vgl. Grätz, Gesch. III, 225.",
+ "und kein an Toten Verunreinigter hinkommen. Nach rabbinischer Bestimmung (vgl. Joma 44 b). Über die Thoravorschrift vgl. Vorb. 37.",
+ "Der Frauen-Vorhof. Die genauere Bezeichnung dieses Raumes in Middot 2, 5. עֶזְרַת ist zu punktieren nach תיו״ט Middot 2, 6.",
+ "der heute untergetaucht ist. Vor dem Sonnenuntergang dieses Tages (Vorb. 9).",
+ "eintreten. Dies ist eine Verordnung des Königs Josaphat, nach Pesachim 92 a.",
+ "Der Israeliten-Vorhof. Vgl. Middot 2, 5—6.",
+ "welcher noch der Sühne ermangelt. Selbst ein Reiner, der keine Sühnopfer schuldig war, durfte dort nicht eintreten, ohne vorher gebadet zu haben, doch ist letzteres nur rabbinische Bestimmung, Joma 30a.",
+ "und man ist deshalb ein Sündopfer schuldig. Der Unreine, der diesen Raum aus Versehen betreten hat, vgl. Lev. 5, 2 ff.",
+ "Der Priester-Vorhof. Vgl. Middot 2, 5—6.",
+ "ist noch heiliger. Nach rabbinischer Bestimmung (vgl. Joma 44 b). Über die Thoravorschrift vgl. Vorb. 37."
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+ "Der Raum zwischen der Vorhalle und dem Altar. Der Ausdruck, wie Joël 2, 16.",
+ "ist noch heiliger. Nach rabbinischer Bestimmung (vgl. Joma 44 b). Über die Thoravorschrift vgl. Vorb. 37.",
+ "Der Tempel. Ebenso auch die Vorhalle.",
+ "der nicht vorher seine Hände und Füsse gewaschen hat. Ebenso kein Priester, der Wein getrunken hat oder nicht mit den priesterlichen Gewändern bekleidet ist.",
+ "denn dies darf bloss der Hohepriester am Versöhnungstage zur Zeit des Dienstes betreten. Nach Lev. 16, 2ff.",
+ "der nicht Hände und Füsse gewaschen hat. Nach Tosefta ist dies die Ansicht der חכמים, und R. Meïr ist ihr Controversant. Doch durften die Priester jedenfalls dort hinkommen, um Hände und Füsse zu waschen, da das Waschbecken dort seinen Platz hatte (Exod. 30, 18).",
+ "dass man sich während der Opferung des Räucherwerks. Auch während der Räucherung im Allerheiligsten am Versöhnungstage; nach dem ersten Tanna dagegen brauchte man sich während dieser Zeit nur vom Tempel zu entfernen.",
+ "auch von dem Raume zwischen der Vorhalle und dem Altar fernhalten muss. Dass es nach M. 6 nur 10 Heiligkeitsgrade gibt, während nachher 11 aufgezählt werden, kann entweder darin seinen Grund haben, dass der Mischnalehrer, der im heiligen Lande weilte, den ersten Grad (ארץ ישראל) nicht mitzählte, oder dass die Zahl 10 von R. Jose herrührt, der den Tempel mit בין האולם ולמזבח gleichstellt. Merkwürdig ist, dass in M. 1—4 auch 11 טומאה-Grade aufgezählt werden."
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+ "knöchernen. Zu diesen gehören auch die aus Hörnern und Klauen verfertigten Geräte.",
+ "und gläsernen Geräten sind die flachen. Diejenigen, die nicht zur Aufnahme von Gegenständen (לקבלה) bestimmt sind.",
+ "rein. Sie können keine Unreinheit annehmen. Dies ist zumeist die Bedeutung des Ausdrucks טהור bei Geräten. Nach Maimon. sind die flachen Geräte von Holz, Leder und Knochen nach rabbinischer Bestimmung verunreinigungsfähig; R. Ascher jedoch meint, letzteres gilt nur für solche flache Geräte, die geeignet sind, dass man etwas darauf lege, z. B. ein Tisch, vgl. weiter 27, 1.",
+ "aber die mit einem Behälter versehenen verunreinigungsfähig. Einerlei ob die Unreinheit von der Innen- oder Aussenseite sie berührt.",
+ "so werden sie rein. Selbst wenn sie vor der Zerbrechung unrein geworden sind.",
+ "so nehmen sie von nun ab und weiter Unreinheit an. Aber die Unreinheit, die vor der Zerbrechung an ihnen gehaftet, kehrt nicht nach der Reparatur wieder zurück. Dies ist jedoch bei Metallgeräten der Fall, wenn auch nur nach rabbinischer Bestimmung (11, 1).",
+ "Irdene Geräte und Geräte aus Nether. Das auch in der Bibel als Reinigungsmittel erwähnte נתר wird in verschiedener Weise erklärt (vgl. תשב״ץ Nr. 28). Nach Babli Ab. sara 33b ist es Alaunerde; Jerusch. Sabbat 9, 5 erklärt es als ניטרון (nitron). R. Jona Ibn Ganach im השרשים ספר bringt drei Erklärungen: 1) Alaun; 2) Nitron, 3) das arab. טֲפַל (Boluserde). Diese letzte Erklärung gibt auch Maimonides, indem er genauer beschreibt, wie aus dem wenig im Feuer gebrannten Taphal (einer Tonart von blauer Farbe, die in Wasser sich schnell auflöst), Trinkgefässe verfertigt werden, in denen das Wasser einen besonders angenehmen und manchem Kranken wohltuenden Geruch bekommt. Die Farbe dieser Gefässe ist gleich dem rohen ungebrannten Taphal; man könnte sie daher wie כלי אדמה (Geräte aus ungebrannter Erde) betrachten, die keine Unreinheit annehmen. Die Mischna belehrt uns aber, dass es wie כלי חרס verunreinigungsfähig ist, da es doch ein wenig gebrannt wird. (Vgl. auch Rieger, Spinnen, Färben, Weben, Walken in der Mischna S. 41).",
+ "einander gleich. Die Schule Schammai’s ist nach Tosefta I, 2, 1 abweichender Ansicht.",
+ "sie können von ihrem hohlen Raume aus verunreinigt werden. Wenn sich eine Unreinheit in ihrem hohlen Raume befindet, obgleich sie das Gefäss nicht berührt.",
+ "und verunreinigen. Speisen und Getränke, die, nachdem das Gefäss unrein geworden, in dessen hohlen Raum gelangen, obgleich sie das Gefäss nicht berühren. Geräte können aber durch das unreine כלי חרס nicht verunreinigt werden (Vorb. 16).",
+ "sie können von ihrer Hinterseite aus verunreinigt werden. Nach dieser LA. muss man unter אחורים die Fusshöhlung verstehen. Diese wird auch durch Berührung einer טומאה unrein, aber nicht wenn letztere bloss in deren Hohlraum sich befindet. Denn die Fusshöhlung wird nicht vollständig als Behältnis betrachtet, weil man nur zuweilen das Gefäss umstülpt und diese Höhlung benutzt. Indessen aber ist es richtiger, mit M. und den alten Druckausgaben ומְטמאין מאחוריהן (sie können von ihrer Hinterseite aus verunreinigen) zu lesen. Ist nämlich ein irdenes Gefäss einmal durch die in seinen Hohlraum gekommene טומאה unrein geworden, so ist auch die Rückseite unrein und verunreinigt die sie berührenden Speisen und Getränke. Hiernach bezeichnen אחורים und גב einunddasselbe, nämlich die Aussenseite. Nur heisst, wenn es sich um die Annahme der Unreinheit handelt, diese Seite: גב (Rücken), während hinsichtlich der Übertragung der Unreinheit auf andere Dinge dieselbe Seite אחורים (Hinterseite) genannt wird. Vgl. noch Sabbat 16 a.",
+ "aber nicht von ihrer Aussenseite aus. Hier lesen Alle ואינן מיטמאין מגביהן , sie können von der Aussenseite ans keine Unreinheit annehmen (Vorb. 26).",
+ "und ihre Zerbrechung. Nur diese, aber nicht טבילה, Vorb. 10."
+ ],
+ [
+ "Von Rest-Stücken der irdenen Geräte. Einige Erklärer lesen וקרקרותיהן, mit ו׳, wonach unter דקין שבכלי חרס kleine irdene Geräte verstanden und auch diese nur bei einem bestimmten שיעור verunreinigungsfähig sind. Wir lesen aber mit M. קרקרותיהן (ohne ו׳) und fassen mit Maimon. הדקין שבכלי חרס als die noch ein gewisses Quantum von Flüssigkeit fassenden Reststücke eines zerbrochenen irdenen Gerätes, die, weil sie wie kleine Geräte zu betrachten sind, דקין genannt werden. קרקרותיהן ובו׳ ist dann Apposition zu דקין.",
+ "nämlich von den Böden. In Chullin 54 b heisst es הן וקרקרותיהן (vgl. auch Sifra שמיני VII, 2). Danach erklärt R. Elia Wilna, הן seien irdene Geräte, von denen nur ein kleiner Teil oben abgebrochen, so dass noch fast das ganze Gefäss als Reststück geblieben.",
+ "falls sie ohne Stütze stehen können, gilt als Mass, (dass sie genug Öl enthalten können. Babli Chullin 55a: בכדי סיכת.",
+ "um damit ein kleinos Glied. Nach Maim. ist קטן hier „ein kleines Kind“. Doch ist wohl קטן dasselbe wie אבר קטן (Sabbat 76b u. 77b; Edujot 4, 6), wonach Bart. erklärt: der kleine Finger eines einen Tag alten Kindes.",
+ "die bis. R. Elia Wilna liest: עד (ohne ו׳). Nach unserer LA. muss das ועד לוג so erklärt werden, als wenn stände: מכל שהוא ועד לוג (von der kleinsten Grösse bis zu einem Log). Nach Maimon. ist ועד—מכדי zu lesen und der שיעור erst im folgenden ברביעית gegeben. Es wäre also zu übersetzen: „Es gilt als Mass ¼ Log sowohl bei den Geräten, deren Inhalt von כדי סיכת קטן bis zu einem Log betrug, als bei denjenigen, die ein Log bis ein Seah enthielten.“ כדי סיכת קטן muss hiernach erklärt werden: soviel als zur Salbung eines kleinen Kindes nötig ist. Nach Dünner (חגהות V, S. 42) ist im ersten Satze der שיעור ausgefallen, und es wäre zu lesen: מכדי סיכת קטן ועד לוג בכל שהוא.",
+ "die. Solange sie ganz waren.",
+ "über ein Log bis ein Seah. Ein Seah = 24 Log.",
+ "Geräte an. Ich bestimme nicht das Mass des Reststückes nach Verhältnis des Masses, welches das Gefäss im ganzen Zustande gehabt hat.",
+ "(vielmehr sage ich:) Von den Reststücken der irdenen Geräte, nämlich von den Böden oder Seitenstücken, falls sie ohne Stütze stehen können, gilt als Mass, (dass sie genug Öl enthalten können. Babli Chullin 55a: בכדי סיכת.",
+ "bei Geräten bis. R. Elia Wilna liest: עד (ohne ו׳). Nach unserer LA. muss das ועד לוג so erklärt werden, als wenn stände: מכל שהוא ועד לוג (von der kleinsten Grösse bis zu einem Log). Nach Maimon. ist ועד—מכדי zu lesen und der שיעור erst im folgenden ברביעית gegeben. Es wäre also zu übersetzen: „Es gilt als Mass ¼ Log sowohl bei den Geräten, deren Inhalt von כדי סיכת קטן bis zu einem Log betrug, als bei denjenigen, die ein Log bis ein Seah enthielten.“ כדי סיכת קטן muss hiernach erklärt werden: soviel als zur Salbung eines kleinen Kindes nötig ist. Nach Dünner (חגהות V, S. 42) ist im ersten Satze der שיעור ausgefallen, und es wäre zu lesen: מכדי סיכת קטן ועד לוג בכל שהוא.",
+ "bei grösseren Geräten bis zur Grösse der Krüge. חבית, ein Vorratsgefäss, das oft mit כד vertauscht wird (vgl. B. kamma 27a).",
+ "von Lud. Lydda.",
+ "bei noch grössern bis zur Grösse von grossen Kannen. חצב, aram. חצבא Krug, Kanne.",
+ "Bei galiläischen Krüglein und kleinen Fässchen. חביונה Dimin. von חבית. Andere LA. אביונות.",
+ "kann das Mass der Böden noch so klein sein. Weil sie unten eng sind.",
+ "dagegen sind die Seitenstücke von diesen gar nicht verunreinigungsfähig. Weil die Seitenwände nicht bauchig, deren Bruchstücke daher flach sind."
+ ],
+ [
+ "Rein sind unter den irdenen Geräten. Nach Lev. 11, 33 (jedes irdene Gerät, in dessen Inneres etwas hineinfällt“) ist ein solches Gerät nur dann verunreinigungsfähig, wenn es einen inneren Hohlraum (תוך oder בית קבול) hat.",
+ "Eine Platte. טבלה tabula, eine Tafel, eine flache irdene Platte.",
+ "ohne Leisten. Andere LA. לזוויז, auch לבזבז. Hiermit wird nach Maim. die Leiste eines viereckigen Gefässes bezeichnet. Die Etym. ist unbekannt; vielleicht ist es Redupl. von לוז, biegen, eine Biegung am Rande.",
+ "eine offene Kohlenschippe. Wiewohl sie nur an einer Seite offen ist. Nach Maimon. ist מ׳ פ׳ eine Räucherpfanne, deren Ränder weggenommen sind.",
+ "ein Rohr. אבוב (das auch „Flöte“ bedeutet) ist wohl ein hohles mit vielen Löchern versehenes rohrförmiges Gefäss, das zwar von allen Seiten mit Wänden umgeben ist, aber weil diese durchlöchert sind, nicht מקבל טומאה ist.",
+ "der Röster. קלאין Mehrz. von קַלָּא, die Röster (von Aehren oder Hülsenfrüchten). L. hat קליון (der Röster).",
+ "Rinnen. סילון (σωλήν) Rinne, Kanal.",
+ "obgleich sie gebogen sind. Nach oben, so dass unten Wasser bleiben kann.",
+ "oder eine Höhlung haben. Es ist durch das Wasser eine Vertiefung ausgehöhlt worden. Dennoch gilt diese nicht als בית קבול, weil sie nicht zur Aufnahme eines Dinges gemacht worden ist.",
+ "eine Stürze. כבכב, a. LA.: כפכף (Redupl. v. כפה, umstürzen), ein Gefäss, das nur umgestürzt gebraucht wird, weshalb dessen Behältnis nicht als בית קבול gilt.",
+ "die man für den Brotkorb. L.: סל לפת; alte Ausgg. סל הפת. Danach würde es heissen: Selbst wenn man das Gefäss als Brotkorb verwenden will, ist es nicht מקבל טומאה, weil es in der Regel nur umgestürzt gebraucht wird (מלאכת שלמה).",
+ "ein Krug. טפי ist, nach Maimon., Apoc. von טפיח (Krug, Eimer zum Wasserschöpfen, anders weiter 3, 2). R. Hai Gaon liest hier טפיח.",
+ "ein Fass der Schwimmer. Ein von allen Seiten verschlossenes Fass, womit man schwimmen lernt.",
+ "ein am Boden eines Zobers angebrachtes Fass. Nach Maimon. ist שולי המחץ der Henkel des Zobers, in welchen man das חבית (ein kleines Gefäss) hineinschiebt, um darin beim Aufheben des Zobers die Hand hineinzustecken. R. Simeon dagegen erklärt, das חבית ist in den Erdboden versenkt und dient dem מחץ als Boden. דפונה vom arab. دفن, verbergen (Aruch).",
+ "eine Bank. ספסל = subsellium.",
+ "ein Schiff. Dies ist nicht verunreinigungsfähig, obgleich es zur Aufnahme von Gegenständen bestimmt ist, vgl. hierüber Sabbat 9, 1.",
+ "ein Leuchter. Das Gestell, worauf die Lampe mit dem Öl gesetzt wird.",
+ "kommt auch die Hinterseite nicht in Betracht. Dem einfachen Sinne nach bezieht sich diese Regel auf diejenigen Gegenstände, die auf der hintern Seite eine Höhlung haben, die אחורים genannt wird (s. oben Note 10). Diese Höhlung nimmt aber nur dann die טומאה an, wenn das Gefäss einen Behälter (תוך) hat, der zur Aufnahme von Gegenständen (לקבלה) dient. Bei den Gefässen aber, die z. B. als Deckel dienen und kein Inneres haben, in das etwas hineingelegt wird, kann die rückseitige Höhlung keine טומאה annehmen. Maimon. u. Bart. erklären aber unsere Regel in anderer Weise. Weiter 25, 6 wird nämlich gelehrt, dass nach einer rabbinischen Bestimmung auch die Rückseite der irdenen Gefässe durch Flüssigkeiten (משקין) unrein werden könne. Es wird nun hier die Regel aufgestellt, dass diese rabbinische Bestimmung nur für Geräte gilt, die ein Inneres haben, aber nicht für solche, die nicht mit einem innern Behälter versehen sind. Nach Sifra Schemini VII, 4 hat diese Regel חזקיה אבי עקש Namens Rabban Gamliel Hasaken bezeugt. Doch wird dazu in Bechorot 38a eine andere Erklärung als die obigen gegeben."
+ ],
+ [
+ "Eine Laterne. פנס, gr. φανός.",
+ "ist rein. Obgleich man eine Lampe mit Öl und Docht hineinstellt, gilt die Laterne nicht als Behälter, da deren Wände nur dazu dienen, das Licht vor dem Winde zu schützen.",
+ "Die Form. מ׳׳ש zitert eine Punktation מַגוֹפָת, vielleicht von גוף, Körper.",
+ "auf welcher er ein Gefäss anfängt. Die Scheibe, auf welcher er die Gefässe formt.",
+ "worin er es beendigt. Die Form, womit die Gefässe geglättet werden, vgl. die Beschreibung der Formen im Komment. יכין ובועז.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Weil diese einen Behälter hat, den man über die Aussenseite der Gefässe deckt, um sie zu glätten.",
+ "Der Trichter der Privatleute ist rein. Ebenso wie die Rinnen.",
+ "als Mass dient. Sie enthalten ein gewisses Mass, so dass der Krämer, wenn er die untere Öffnung mit dem Finger verschliesst, damit messen kann.",
+ "Weil man ihn umlegt und den Käufer daran. An den an der Seite befindlichen Tropfen Öls."
+ ],
+ [
+ "Die Deckel von Wein- und Ölkrügen und die Deckel von papiernen Tonnen. Tonnen aus der Papyrusstaude (L. Löw, Graph. Requis. I, 99). Manche erklären ניירות von einem Orte נייר, andere lesen והניירות (und die Papierdeckel).",
+ "sind rein. Weil die Deckel nicht לקבלה gemacht sind. Sonst ist auch ein papiernes Gefäss verunreinigungsfähig (17, 15, vgl. תרעק״א).",
+ "Der Deckel eines Tiegels. לפס = אלפס (gr. λοκας) Tiegel.",
+ "wenn er ein Loch. So dass er keine Flüssigkeit aufnehmen kann.",
+ "oder eine Spitze hat. Einen spitzen Knopf als Griff, so dass er nicht mit dem Behältnis nach oben niedergelegt werden kann.",
+ "weil die Frau das Kraut darin seiht. Sie drückt das Wasser darauf aus.",
+ "Weil sie darauf das Gemüse. L.: רוקני, And.: רומקי, nach Maimon. das ausgepresste, eine zusammenhängende Masse bildende Gemüse. Etym. unbekannt; viell. von rumex, Sauerampfer, Spinat.",
+ "umschüttet. Um es zu zerdrücken."
+ ],
+ [
+ "Ein beschädigtes Gefäss. גסטרא (von γαστήρ, γάστρα) bedeutet ein irdenes Gefäss, von dem etwas, wenn auch nur ein kleines Stück, abgebrochen ist.",
+ "wenn die Arbeit daran nicht fertig war. Als es gebrannt wurde, so dass es während der Vollendung der Arbeit kein ganzes Gefäss war.",
+ "wenn aber die Arbeit schon fertig war. Und erst nachher ist ein Stück davon abgebrochen. Dies ist an der Bruchfläche zu erkennen (vgl. Tosefta).",
+ "ist es verunreinigungsfähig. Denn man benutzt noch das beschädigte Gefäss, um es unter ein tropfendes Fass zu stellen, und da es einmal ein ganzes Gefäss war, behält es diesen Charakter, solange es noch irgendwie zur Aufnahme (לקבלת) dient.",
+ "Der Titros. Die magische Giesskanne oder das Sieb der Vestalin, ein Stechheber, der unten in ein Gefäss mit durchlöchertem Boden ausgeht. Hält man die obere Öffnung mit dem Finger verschlossen, so läuft das Wasser unten nicht aus, und erst wenn der Finger entfernt wird, kann das Wasser durch die kleinen Löcher am Boden ausfliessen. Die Etym. von טיטרוס ist unsicher. Bart. liest סיטרוס, wonach es viell. σῆστρον (Sieb) wäre.",
+ "Elieser bar Zadok rein. Weil das Gefäss durchlöchert ist.",
+ "weil er nur tropfenweise herausfliessen lässt. Weil das Wasser durch Verschluss der oberen Öffnung mit dem Finger zurückbehalten wird, und selbst nach Entfernung des Fingers nur tropfenweise abfliesst. תוי״ט zitiert eine Punktation פְרוֹטוֹת."
+ ],
+ [
+ "Eine Platte mit Leisten. An allen vier Seiten.",
+ "eine ganze Kohlenschippe. S. oben Note 30.",
+ "die ganz mit schüsselartigen Gefässen. Die ursprünglich vom Töpfer an der Platte angebracht und befestigt sind.",
+ "Hat sie aber einen hervorragenden Rand. Der alle Gefässe überragt.",
+ "alle unrein. Denn sobald das Kriechtier innerhalb der vom Rande umgebenen Platte kommt, wird die ganze Platte samt allen mit ihr verbundenen Gefässen unrein, da alles als ein Gerät betrachtet wird.",
+ "Ebendasselbe gilt von einem irdenen Gewürzbehälter. Der in mehrere Fächer geteilt ist, in denen die verschiedenen Gewürze sich befinden.",
+ "und einem Zwillings-Tintenfass. ϰαλαμάριον, Federbüchse, auch Tintenfass. Das Zwillings-Tintenfass diente wahrscheinlich zu schwarzer und roter Tinte (L. Löw, Gr. Requis. I, 185). L. liest: המותאמת; ר״ש: המתויימת (Einz.).",
+ "wenn ein Fach davon durch Flüssigkeit. Die selbst bloss ראשון לטומאת ist.",
+ "verunreinigt worden. Diese Unreinheit ist bloss durch eine rabbinische Bestimmung verordnet (Sabbat 14 b), da nach dem Thoragesetze Geräte nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden können (Vorb. 16). Das Innere des Gefässes wird daher nicht unrein, wenn die Flüssigkeit bloss die Rückseite berührt.",
+ "das Nebenfach nicht unrein. Würde ein Fach aber durch einen אב הטומאה verunreinigt werden, so wäre das Nebenfach auch unrein, da ein hölzernes Gerät auch von der Rückseite aus טומאה annimmt und die innere Seite des einen Faches zugleich die Rückseite des Nebenfaches ist.",
+ "die neben dem Reinen ist rein. Denn die eine Hälfte der Dicke der Scheidewand gehört zu dem einen Fache und die andere Hälfte zum andern.",
+ "Ist aber. Dies ist nicht Fortsetzung der Worte R. Jochanans, sondern die Ansicht aller Tannaim.",
+ "auch die Nebengefässe unrein. Denn der Rand vereinigt alle Fächer zu einem Geräte."
+ ],
+ [
+ "Ein Fackel-Napf. Ein Napf, in den mit Öl oder Naphta gesättigte Zeugstücke gelegt und angezündet werden. Das Gefäss hat ein zugespitztes Ende, mit dem es in einen Schaft gesteckt und als Leuchtfackel gebraucht wird.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Wiewohl es wegen der Spitze für sich allein nicht stehen kann (s. Note 57), so nimmt es doch טומאה an, weil es von vorne herein verfertigt ist, zusammen mit dem Schafte gebraucht zu werden.",
+ "und der Lampenbehälter. Ein schalenartiger Untersatz, auf welchen die Lampe gestellt wird, damit das herabtropfende Öl hineintriefe.",
+ "kann von seinem Hohlraume aus unrein werden. Er wird als Behältnis betrachtet, obgleich nur ein kleiner Teil der Lampe in der Vertiefung stehen kann.",
+ "Der kammförmige Rand des Trinkkrugdeckels. צרצור ist ein Trinkgefäss mit einem siebartig gelöcherten Deckel. Dieser Deckel hat oben als Verzierung ringsum einen zackigen Rand. Nach R. El. Wilna ist צרצור eine Giesskanne zum Bewässern der Felder.",
+ "Elieser rein. Wenn ein שרץ bloss in den von den Zacken eingeschlossenen Raum gekommen ist.",
+ "nach den Weisen verunreinigungsfähig. Da der Deckel unterhalb der Zacken ein Behältnis hat, so wird der obere von den Zacken umgebene Raum auch als בית קבול betrachtet."
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+ "wodurch ein irdenes Gerät rein wird. Es kann nicht mehr טומאה annehmen, und wenn es vorher bereits verunreinigt worden, wird es rein.",
+ "wenn es für Speisen. M. und L.: לאבלים lies: לֶאֳכָלִים, Mehrz. von אֹכֶל.",
+ "diente. Selbst wenn es für Früchte bestimmt war, die grösser als Oliven sind, z. B. für Feigen.",
+ "diente es für beide Zwecke. Auch wenn das Gerät zu gleicher Zeit für Speise und Flüssiges gebraucht wurde, z. B. ein Topf, in welchem gewöhnlich Fleisch mit Brühe gekocht wurde."
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+ "Beim Fass ist das Mass eine getrocknete Feige. Weil dieses Gerät gewöhnlich für getrocknete Feigen gebraucht wird.",
+ "eine Nuss. Die grösser ist als eine getrocknete Feige. (R. Elia Wilna. Anders תוי״ט). R Jehuda meint nämlich, da das Gerät mitunter auch zu Nüssen gebraucht wird, so gilt dabei das erschwerende Mass, wie bei einem Gerät, das für zwei Zwecke dient.",
+ "eine Olive. Nach R. Meïr gilt für alle Geräte, die für Speisen dienen, das gleiche Mass einer Olive.",
+ "eine Olive. Nach Note 3.",
+ "Beim Krüglein und Tropffläschchen. Ein Ölfläschchen mit enger Öffnung, aus der das Öl nur tropfenweise herauskommt.",
+ "beim Trinkkrug. S. II. Note 85.",
+ "dass Sämereien. Nach Maimon. Bohnen oder Erbsen und dgl.",
+ "Elieser. Bart. liest ר׳ שמעון.",
+ "dass eine kleine Münze durchfällt. Da in das Gefäss mitunter kleine Münzen gelegt werden.",
+ "ist sie rein. Denn es kann nicht mehr als Lampe bezeichnet werden.",
+ "Ton ist rein. Nach Vorb. 15.",
+ "wenn auch die Schnauze durch den Docht gebrannt worden ist. Dadurch ist das Gefäss noch nicht wie ein im Brennofen bereitetes irdenes Gefäss zu betrachten."
+ ],
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+ "Wenn ein Fass durchlöchert war. In dem in M. 2 angegebenen Masse, so dass es dadurch rein geworden.",
+ "und man hatte es mit Pech verklebt. Dadurch wird es wieder verunreinigungsfähig.",
+ "und es zerbricht wieder. In viele Stücke.",
+ "wenn es ein Viertel Log fasst. Es handelt hier von dem Falle, dass das Fass im ganzen Zustande ein Log bis ein Sea fassen konnte; dann ist ein Bruchstück davon verunreinigungsfähig, wenn dieses ¼ Log fasst (oben 2, 2).",
+ "weil der Name eines Gerätes bei demselben noch nicht aufgehoben war. Es war das Fass trotz der Durchlöcherung noch immer ein Gerät zu nennen.",
+ "Wenn man aber eine gelöcherte Scherbe. Das Loch macht die Scherbe rein, wenn es auch nur so gross ist, dass Flüssigkeit hinausfliesst (כמוציא משקה), vgl. Sabbat 96 a.",
+ "selbst wenn sie ein Viertel Log fasst. L.: מחזיק, ebenso alle alten Agg., vgl. oben 2, 3: אע״פ כפופין.",
+ "weil der Name eines Gefässes bei dieser bereits aufgehoben war. Eine Scherbe heisst גסטרא und nicht כלי (Sabbat l. c.), so nach ר״ש. Nach Maimon. wird bei der Scherbe erst durch das Loch der Name כלי aufgehoben."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Fass gesprungen ist. Derart dass es ganz zerbrechen würde, wenn man darin einen halben Kab getrockneter Feigen fortbrächte (s. weiter 4, 2).",
+ "und mit Rindermist beklebt wird. Um das Gefäss auszubessern und zu festigen.",
+ "dennoch verunreinigungsfähig. Obgleich Geräte aus גללים nicht verunreinigungsfähig sind (Vorb. 15), so kann dennoch ein vermittels dieser gefestigtes irdenes Gefäss טומאה annehmen.",
+ "weil bei demselben der Name eines Geräts noch nicht aufgehoben war. Da das Gefäss noch nicht zerbrochen war.",
+ "Ist aber das Fass gebrochen und man leimt die Scherben. L. und N. lesen חרסים statt חרסית; ebenso Bart.",
+ "oder man bringt Scherben. L. und N. lesen חרסים statt חרסית; ebenso Bart.",
+ "Gefäss mit Rindermist. Um dadurch das Gefäss noch mehr zu festigen.",
+ "weil einmal der Name eines Gerätes bei demselben aufgehoben war. Nachdem es zerbrochen war.",
+ "die ein Viertel Log fasst. Es handelt hier von dem Falle, dass das Fass im ganzen Zustande ein Log bis ein Sea fassen konnte; dann ist ein Bruchstück davon verunreinigungsfähig, wenn dieses ¼ Log fasst (oben 2, 2).",
+ "so sind alle Teile. Die als Handhabe zu der ein רביעית fassenden Scherbe betrachtet werden.",
+ "durch Berührung. Wenn eine טומאה sie berührt. Maimon. erklärt: Wenn eine טומאה das Innere des Gefässes berührt, dann werden alle Teile unrein.",
+ "durch den Hohlraum kann es aber bloss vom Raume jener Scherbe aus. Aber nicht wenn die טומאת in den Raum der anderen Teile gekommen ist; denn die Handhaben können nicht von ihrem Hohlraume aus die טומאה annehmen. Nach Maimon. ist, wenn die טומאה in den Hohlraum der רביעית-Scherbe kommt, bloss diese unrein, nicht aber die anderen Teile."
+ ],
+ [
+ "Simon die Beklebung verunreinigen. Wenn das Gefäss vom Innern aus unrein geworden war, so verunreinigt auch die Beklebung alle sie berührenden Speisen und Getränke (vgl. II Note 10).",
+ "die eines gebrechlichen kann verunreinigen. Nur bei gebrechlichen Gefässen, welche die Beklebung nötig haben, wird diese wie das Gefäss selbst betrachtet, nicht aber bei wohlerhaltenen Gefässen, die keiner Beklebung bedürfen.",
+ "Dasselbe gilt. Dieselbe Controverse hat stattgefunden.",
+ "von dem Reifen. Andere LA. בהידוק; L.: בחירוק. — הידוק vom arab. حدق umgeben, überziehen, ein Reifen, mit dem ein Gefäss umgeben wird, um es zu festigen.",
+ "eines Kürbisses. Ein ausgehöhlter und getrockneter Kürbis, dessen man sich zum Wasserschöpfen bediente (M. הקֵרוּיה). — Nach R. Meïr und R. Simon kann der Reifen verunreinigen, wenn auch der Kürbis so fest war, dass er der Einfassung nicht bedurfte: nach den Weisen aber nur, wenn der Kürbis schadhaft war und den Reifen nötig hatte."
+ ],
+ [
+ "Das Jablith. Ein Kraut, das zerrieben, zu einem Brei gemacht und zum Bekleben irdener Gefässe benutzt wird. Nach R. Hai heisst es arab. חייל (lies תייל, ثيل, Löw, Ar. Pflanzennamen).",
+ "womit man die Weinfässer. פיטום, auch פיתום (gr. πίϑος), grosses Weinfass.",
+ "verunreinigt. Wenn das Fass unrein war.",
+ "was es berührt. Trotzdem das Fass nicht schadhaft ist, bedarf es doch der Beklebung, weil es gross und schwer ist.",
+ "Der Spund eines Fasses wird nicht als mit diesem verbunden betrachtet. So dass, wenn eines von beiden unrein wird, das andere rein bleibt.",
+ "Was die Beklebung des Ofens. Der unrein geworden ist.",
+ "wird unrein. Denn der Ofen bedarf der Beklebung zur Bewahrung seiner Wärme, selbst wenn er unversehrt ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Wärmekessel mit Lehm und mit Töpferton. חרסית ist der Ton, der zu irdenen Geräten (כלי חרס) gebraucht wird, während חומר zum Mauern verwendet wird.",
+ "was den Lehm. Derklebrig und mit dem Gefässe fest verbunden ist.",
+ "unrein. Wenn der Kessel unrein war.",
+ "was aber den Töpferthon. Der nicht dem Gefässe fest anhaftet.",
+ "Wenn man einen Kessel. קומקום ϰουϰϰούμιον, cucuma) ein grosser Kessel.",
+ "weil er nicht heisses Wasser ebenso gut wie kaltes fassen kann. Da das Pech im heissen Wasser zergeht.",
+ "dasselbe meint er auch von Pechgeräten. Damit sind nach Einigen Geräte aus Pech, nach Andern verpichte Geräte gemeint. Die Pechgeräte sind rein, weil sie Heisses nicht vertragen können.",
+ "Wenn man kupferne Gefässe verpicht. Wenn auch nur von innen.",
+ "so ist das Pech rein. Wenn eine טומאה das Pech berührt, wird das Gefäss nicht unrein. Ebenso wenn das Gefäss unrein war, so wird das, was das Pech berührt, nicht unrein.",
+ "wenn man sie aber zu Wein. Ebenso wenn man sie zu andern kalten Dingen gebraucht (Bart.). Nach Anderen gilt dies nur vom Wein, weil man eherne Weingefässe gewöhnlich verpichte, das Pech daher als zum Gefässe gehörig betrachtet wird.",
+ "so ist es verunreinigend. Wenn das Gefäss unrein war. Ebenso wird das Gefäss unrein, wenn eine טומאה das Pech berührt."
+ ],
+ [
+ "als nötig ist. Das Pech verbreitet sich auch über die unversehrten Stellen.",
+ "unrein. Wenn das Fass unrein war.",
+ "rein. Auch wenn das Fass unrein war; denn das Pech gilt nicht als mit dem Fass verbunden.",
+ "Wenn man einen hölzernen oder irdenen Trichter. Eines Privatmanns, der nach 2, 4 nicht verunreinigungsfähig ist.",
+ "Asarja verunreinigungsfähig. Denn durch die Verstopfung ist das Gefäss zur Aufnahme von Flüssigkeit geeignet.",
+ "Akiba nur der hölzerne. Weil daran das Pech fest klebt.",
+ "aber nicht der irdene. Das Pech kann zwar an gebrochenen Stellen irdener Gefässe fest haften bleiben, aber nicht an glatten unversehrten Stellen.",
+ "Jose erklärt beide für rein. Denn die Verstopfung macht den Trichter nicht zum כלי קבול, da man jene entfernt, sobald man den Trichter gebraucht. Nach R. Elia Wilna: weil der verpichte Trichter nicht Heisses vertragen kann, wie R. Jose oben in Mischna 7."
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+ "oder eine Spitze. Andere LA.: הדד, der Hahn am Geschirr.",
+ "ist rein. Sie kann keine טומאה annehmen, und auch wenn das Gefäss unrein war, ist diese davon abgebrochene Scherbe rein.",
+ "so ist sie ebenfalls rein. Denn eine Scherbe (גסטרא), die einmal rein geworden, kann nicht wieder verunreinigungsfähig werden (s. 3, 3).",
+ "Jehuda aber ist sie da verunreinigungsfähig. Nach R. Jehuda kann sie wieder unrein werden, wenn sie so hergerichtet wird, dass sie allein stehen kann.",
+ "fassen kann. Da die Seite bauchig ist.",
+ "oder das in zwei Mulden sich geteilt hat. Die auch nur auf die Seite gelegt etwas fassen können.",
+ "Jehuda für rein. Das Bruchstück vom Gefäss (גסטרא) ist nur dann verunreinigungsfähig, wenn es, wie früher das ganze Gefäss, auf dem Boden liegend etwas aufnehmen kann.",
+ "die Weisen aber für verunreinigungsfähig. Es genügt auch, wenn es auf der Seite liegend etwas fassen kann (s. oben 2, 2)."
+ ],
+ [
+ "mit einem halben Kab getrockneter Feigen. So viel braucht man zu einer Mahlzeit (Pea 8, 5).",
+ "fortbewegen kann. Das Fass würde zerbrechen, wenn man es mit solcher Last transportierte.",
+ "ist rein. Denn es wird wie zerbrochen betrachtet.",
+ "Eine Gastra. N: גצטרא, ein Bruchstück eines Gefässes (oben 2, 6).",
+ "denn man beachtet nicht Überbleibsel von Übelbleibseln. Die Gastra war selbst nur ein Überbleibsel; wird diese beschädigt, so wird das Überbleibsel davon nicht mehr gebraucht, sondern weggeworfen."
+ ],
+ [
+ "Was heisst eine Gastra. Bei welcher obige Bestimmung gilt.",
+ "von dem auch nur die Ohren weggenommen sind. Selbst wenn das Gefäss sonst ganz geblieben.",
+ "Sind daran hinausragende Spitzen. Der obere Teil des Gefässes ist derart abgebrochen, dass oben Zacken hinausragen.",
+ "so ist alles was mit dem Anderen zugleich Oliven halten kann. Wo die Zacken so nahe bei einander sind, dass zwischen einer und der anderen keine Olive durchfallen würde (wie R. Meïr 3, 2).",
+ "der Verunreinigung. Nach יו״ב ist מִטּמָּא zu lesen.",
+ "durch Berührung fähig. Wenn eine טומאה den Zacken von innen berührt, so wird die Gastra unrein.",
+ "und es kann auch von dem ihm gegenüber befindlichen Hohlraume aus unrein werden. Denn dieser Raum wird wie der Hohlraum der Gastra betrachtet.",
+ "was aber nicht Oliven mithalten kann. Wo die Zacken weit auseinander sind.",
+ "ist bloss der Verunreinigung durch Berührung fähig. Da diese Zacken wenigstens als Handhabe der Gastra dienen.",
+ "kann aber nicht von dem ihm gegenüber befindlichen Luftraume aus unrein werden. Eine Handhabe kann nur durch Berührung unrein werden; so auch oben 3, 4.",
+ "Ist sie auf die Seite hingebogen. Die Gastra kann nicht aufrecht stehen, indem eine Seite schwerer ist als die andere und das Stück umbiegt, aber es kann auch auf der Seite liegend etwas fassen, so dass es nach den חכמים in M. 1 verunreinigungsfähig ist.",
+ "gleich einem Lehnsessel. קתדרה, gr. ϰαϑέδρα. Es ist derart gebrochen, dass eine Seite, wie die Lehne eines Sessels, emporragt.",
+ "ist bloss der Verunreinigung durch Berührung fähig. Als Handhabe.",
+ "kann aber nicht von dem ihm gegenüber befindlichen Luftraume aus unrein werden. Eine Handhabe kann nur durch Berührung unrein werden; so auch oben 3, 4.",
+ "Die Böden der zugespitzten Wassereimer. A: קרפיות. Nach Maimon. ein Gefäss zum Wasserschöpfen mit spitzem Boden; vielleicht von ϰορυφή, Spitze (Kohut). Nach Andern ist קורפי ein Ortsname.",
+ "und die Böden der Sidonischen Becher. קוסים, nach Maim. wie כוסים, Becher; nach Andern von קסוה, Schale, vgl. Sanhedrin 9, 6.",
+ "weil sie ursprünglich so verfertigt worden sind. Wie לפיד, oben 2, 8."
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+ "Wenn ein irdenes Gefäss drei Ränder. מ״ש citiert eine Punktation שְֹפַיוֹת.",
+ "alles Weitere. Was ausserhalb des innern Randes sich befindet.",
+ "rein. Da dies als die Rückseite des Gefässes betrachtet wird, die keine טומאה annimmt (Vorb. 26).",
+ "so ist alles verunreinigungsfähig. Denn das ganze Gefäss gilt da als Inneres (תוך).",
+ "ausserhalb desselben aber rein. Weil alles, was ausserhalb des höchsten Randes liegt, als Aussenseite (גב) betrachtet wird.",
+ "Man betrachtet den mittleren als geteilt. Wenn eine טומאה in das Innere kommt, so ist alles bis zur Mitte des mittleren Randes unrein, von da ab rein (vgl. 2, 7 ר׳׳י בן נורי). Nach Maim. wird der mittlere Hohlraum geteilt und alles bis zur Mitte ist unrein, von da an nach aussen hin ist alles rein.",
+ "[Wenn einer der drei Räume verunreinigt worden] ist alles Andere rein. So erklärt Maimon. Nach der Tosefta ist die Bestimmung hier wie im ersten Fall, dass nur der innerste Raum unrein, alles Weitere aber rein ist.",
+ "denn dies heisst ihre Vollendung. Obgleich noch nachher daran gefeilt und geglättet werden muss. In der Tosefta ist dies die Ansicht des R. Jehuda, während nach R. Meïr schon nach Vollendung durch den Töpfer, auch wenn es noch nicht im Ofen gebrannt ist, das Gefäss die Unreinheit annimmt (vgl. Beza 32a, wo Tosafot diese Baraita anders erklärt)."
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+ "Beim Backofen. תנור, ein irdener Backtopf ohne Boden. Er wurde mit Lehm an den Erdboden befestigt, so dass dieser seinen Unterboden bildete.",
+ "gilt als gesetzliches Mass. Das Mindestmass, um verunreinigungsfähig zu sein.",
+ "beim Anfang. Beim ursprünglichen Ofen, wenn er verfertigt wird.",
+ "Höhe. Wenn von der Wandung nicht mindestens 4 טפחים hoch fertig ist, ist der Ofen nicht verunreinigungsfähig.",
+ "vier Handbreiten. Wenn ein Teil der Wandung eines unrein gewordenen Ofens abgebrochen ist, so bleibt das Überbleibsel noch unrein, so lange es noch die Höhe von 4 Handbreiten hat.",
+ "Dies gilt nur von einem grossen Backofen. Der zum Backen und Braten dient.",
+ "bei einem kleinen aber. Der für Kinder zum Spielen gemacht ist.",
+ "kann. Um verunreinigungsfähig zu sein.",
+ "am Anfang die Höhe noch so gering. Nach dem Talmud in Chullin 124a jedoch mindestens eine Handbreite.",
+ "beim Überbleibsel muss der grösste Teil davon noch bestehen. Ist aber weniger als der grösste Teil der Höhe des Ofens übrig geblieben, so ist das Überbleibsel rein. Nach dem Talmud l. c. bezieht sich ושיריו ברובו auf den grossen Ofen. Wenn aber vorher bestimmt wurde, dass beim grossen Ofen das gesetzliche Mass des Überbleibsels 4 טפחים beträgt, so spricht dies von einem Ofen, der 9 טפחים hoch ist; da kann schon ein Überbleibsel von 4 טפחים unrein werden, trotzdem es nicht der grösste Teil des Ganzen ist. Dagegen genügt es bei einem Ofen von 7 טפחים Höhe, wenn der grösste Teil (etwas über 3½ טפחים) übrig bleibt. So nach Bart. und ר״ש, gegen Raschi (vgl. יו״ב).",
+ "nimmt der Ofen Unreinheit an. Dies bezieht sich auf alle oben erwähnten Fälle. Der Talmud l. c. liest: משתגמר מלאכתו שיריו ברובו, und Raschi verbindet משתגמר מלאכתו mit תחלתו כל שהוא (כל שהוא = טפח).",
+ "dass man schwammigen Kuchen. סופגן von ספוג (σπόγγος) Schwamm, ein lockeres Gebäck, das nicht viel Hitze braucht.",
+ "darin backen könnte. Ob das Brennen im Ofen (צירוף כבשן) auch genügt, ist unter den Kommentatoren streitig.",
+ "in einem alten Ofen. Der dazu weniger Feuer braucht als ein neuer Ofen."
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+ "Bei einem Kochherd. כירה (bibl. כירים), ein irdenes Gerät, in welchem man Feuer anmacht. Dies hatte oben zwei Öffnungen, auf deren jede man einen Topf setzen konnte; manchmal stellte man auch die Töpfe in den Herd hinein.",
+ "gilt als Mass. Das Mindestmass, um verunreinigungsfähig zu sein.",
+ "dass man darauf das leichteste unter allen Eiern. Das ist ein Hühnerei, das schneller als andere Eier gekocht werden kann.",
+ "wenn es eingeschlagen und in einen Tiegel. Nach Maim. und Bart.: in einem etwas erwärmten Tiegel.",
+ "Beim Kuppach. כופה, and. LA. כופה (vielleicht verw. mit כיפה, Wölbung, wie fornix und fornax), ein Back- und Kochgefäss, das sich von כירה hauptsächlich dadurch unterschied, dass es oben bloss eine Öffnung hatte.",
+ "das Mass des Ofens. Sowohl in Bezug auf die Höhe als hinsichtlich der Vollendung seiner Arbeit.",
+ "so gilt dabei das Mass des Herdes. Sowohl in Bezug auf die Höhe als hinsichtlich der Vollendung seiner Arbeit.",
+ "Ein aus dem Ofen herausragender Stein. Der dem Ofen als Handhabe dient, wenn man ihn forttragen will.",
+ "eine Verbindung. So dass wenn der Ofen unrein geworden ist, auch dieser Stein unrein ist (vgl. Sifra שמיני 10, 10).",
+ "Nur wenn der Stein zwischen dem Ofen und der Wand sich befindet. Wo der Stein hindert, den Ofen an die Wand zu rücken, und so den Raum des Zimmers beschränkt.",
+ "hat man bei demselben das Mass auf eine Handbreite beschränkt. Da was darüber ist, bestimmt ist, abgeschnitten zu werden. Befindet sich aber der Stein an der Zimmerseite, so wird er, auch wenn er grösser ist, als Teil des Ofens betrachtet.",
+ "und das Übrige ist rein. Das ist die Ansicht des ersten Tanna. Nach Einigen gesteht dies auch R. Jehuda zu, da auch ein langer Stein, der zwei Öfen verbindet, den Raum des Zimmers beschränkt, vgl. יו׳׳ב. (Vgl. auch Sifra 10, 10)."
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+ "Der Kranz. Nach Maim. ein Leisten um die Öffnung des Herdes, der dazu dient, die Hitze zu bewahren. Dieser Kranz scheint nicht mit dem Herde verbunden gewesen zu sein, wenigstens gilt er nicht als mit dem Herde verbunden.",
+ "des Herdes ist rein. Er nimmt keine טומאה an, und auch, wenn der Herd unrein geworden, bleibt der Kranz rein.",
+ "Der Hof des Backofens. Vor dem Ofen wurde ein Raum von Wänden umgeben, um dahin das vom Ofen herausgenommene Brod zu legen; dieser Bau hiess טירה (vgl. Gen. 25, 16).",
+ "wenn er vier Handbreiten. Wie das gesetzliche Mass des Ofens, oben Mischna 1.",
+ "als vom Hohlraume aus. Nach Maim. gilt der Hof als ein Teil des Ofens, so dass, wenn der Ofen durch Berührung einer טומאה oder durch eine in dessen Hohlraum gelangte Unreinheit verunreinigt wurde, auch der Hof als unrein gilt. Indessen ist diese Erklärung schwierig, da wie aus dem Folgenden ersichtlich ist, der Hof mit dem Ofen nicht verbunden ist. Es dürfte daher hier sich um den Fall handeln, dass der Hof selbst durch Berührung einer טומאה oder durch eine טומאה in dessen Hohlraum verunreinigt wird.",
+ "bei geringerer Höhe ist er rein. Er gilt nicht als ein Teil des Ofens, weil er nicht geeignet ist, dass Brot hineingelegt werde (Maim.)",
+ "wenn auch nur auf drei Steinen. Die Stelle ist dunkel. Nach Maim. soll dies heissen: Wenn auch die Verbindung äusserst schwach ist, indem er bloss drei Steine an die Seite des Ofens legt und den Hof auf diese Steine setzt. (Vgl. eine andere Erkl. in יו״ב, die aber auch nicht befriedigt). Vielleicht ist gemeint: er hat drei Wände des Hofes mit einer Seite des Ofens, die als vierte Wand dienen soll, verbunden, dann gilt der Hof als Teil des Ofens, selbst wenn die drei Wände auf drei Steinen ruhen und nur durch diese Stütze einen Halt haben, die Verbindung mit dem Ofen also keine feste ist.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Auch wenn er keine Höhe von 4 טפחים hat.",
+ "Gewürz- und Lampen-Behälter. Diese Behälter befinden sich an der Seite des Herdes und sind mit demselben verbunden.",
+ "können wohl durch Berührung unrein werden. Es ist nach מִטּמאין מ״ש zu lesen. In Bezug auf die Unreinheit durch Berührung gelten sie als Teile des Herdes (vgl. Sabbat 48b).",
+ "aber nicht durch den Hohlraum. Wenn eine טומאה im Hohlraum des Herdes hängt, ohne ihn zu berühren, werden diese Behälter nicht mit unrein. Diese gelten nämlich bloss nach rabbinischer Bestimmung als Teile des Herdes; es sollte nun durch die Ausschliessung der טומאת אויר zu erkennen sein, dass wir es hierbei nur mit einer rabbinischen Unreinheit zu tun haben, um derentwillen man keine Hebe und heilige Speisen verbrennen darf.",
+ "Simon. Nach and. LA.: R. Ismael.",
+ "erklärt sie für rein. Sie gelten nicht als Teile des Herdes. Nach ר״ש und Bart. kann aber jeder Behälter für sich unrein werden."
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+ "der von aussen. Und nicht von innen.",
+ "oder im Hause. Alte Ausgg. lesen מבית, ebenso L.",
+ "des Werkmeisters. Bevor noch die Arbeit vollendet war.",
+ "geheizt worden. In der Weise, wie es nach Mischna 1 zu seiner Vollendung erforderlich ist.",
+ "ist verunreinigungsfähig. And. LA.: טהור (vgl. ר״ש und מ״ש).",
+ "dass bei den Öfen von Kephar Signah. Σωγάνη ϰώμη in Galiläa (Hildesheimer, Beiträge S. 40).",
+ "nach Jabneh. Vor das Synedrium daselbst."
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+ [
+ "Der Aufsatz. Ein Lehmansatz an den Ofen ringsum, durch den dessen Höhe vergrössert und dessen Hitze länger bewahrt wird.",
+ "des Backofens der Privatleute ist rein. Weil der Privatmann ihn weiter nicht benutzt.",
+ "weil er den Bratspiess daran lehnt. Mitunter wird vom Bäcker im Ofen Fleisch zum Verkauf gebraten, und der Bratspiess, woran das Fleisch steckt, wird an den Ofenansatz gelehnt, damit es warm bleibe.",
+ "Weil er im Notfalle darin bäckt. Nach dieser Ansicht ist es nötig, dass der Ansatz in gleicher Weise, wie der Ofen selbst, gebraucht werde, wenn er, wie dieser, verunreinigungsfähig sein soll.",
+ "hat man gesagt. Der folgende Lehrsatz wurde von Menachem ben Signaï bezeugt, nachdem vorher andere gelehrt worden war (Edujot 7, 8).",
+ "Der Aufsatz des Kessels. Der Lehmansatz, den man oben am kupfernen Kessel anbrachte, damit die aufwallende Flüssigkeit nicht auslaufe.",
+ "der Olivensieder ist verunreinigungsfähig. Er nimmt gleich einem irdenen Gefässe Unreinheit an, weil derselbe beim Gebrauche des Kessels unumgänglich nötig ist, um das Auslaufen der Olivenbrühe zu verhindern.",
+ "der der Färber ist rein. Beim Färbe-Kessel ist der Ansatz kein notwendiges Zubehör, da beim Kochen die zu färbenden Stoffe an die Oberfläche emporsteigen und die Flüssigkeit nicht ausläuft."
+ ],
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+ "den man zur Hälfte mit Erde gefüllt hat. Um dessen Höhe zu vermindern.",
+ "kann der Teil von der Erde abwärts nur durch Berührung. Wenn ein Kriechtier in der Erde gefunden wird, so ist der Ofen nur unrein, wenn jenes den Ofen berührt, sonst nicht, trotzdem es sich im Raume des Ofens befindet, denn wegen der Erde wird dieser Raum nicht mehr als Hohlraum (אויר) betrachtet. Nun erhebt sich aber die Frage, es müsste doch der Ofen dadurch unrein geworden sein, dass das Kriechtier durch den oberen Hohlraum in die Erde gekommen ist. Die Antwort ist: Der Fall liegt so, dass das Tier lebend in den Ofen kroch und sich in die Erde eingrub und da verendete.",
+ "der Teil oberhalb der Erde aber auch durch den Hohlraum unrein werden. Nach R. Elia Wilna wird, wenn ein totes Kriechtier in den oberen Hohlraum gelangt, der ganze Ofen unrein; nach Maim. bloss der obere Teil. Letztere Ansicht ist schwierig, vgl. יו״ב.",
+ "Hat man einen Ofen. Vgl. Sabbat 125 a und die Erkl. von Raschi das.",
+ "über die Öffnung einer Grube oder einer Zisterne. חדות, L u. M: החדות, ist eine ausgemauerte Zisterne, nach Einigen ein auf der Erde gebauter Behälter.",
+ "gesetzt und dort einen Stein hingelegt. Nach Raschi u. A. wurde der Stein zwischen die Grube und die Wand des Ofens geschoben, um diesen oben zu befestigen, auf dass er nicht hinunterfalle. Nach Maim. (ebenso א״ר) sollte der Stein dem Ofen als Boden dienen.",
+ "dass man unten. In der Grube.",
+ "heizt. Bei der ersten Heizung, durch welche die Arbeit am Ofen vollendet wird.",
+ "auch oben geheizt wird. Indem der Boden des Ofens dem Boden der Grube nahe ist.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Denn in diesem Falle gilt der Ofen als mit der Erde verbunden (מחובר לקרקע). Wenn er aber bei der ersten Heizung nicht vom Erdboden aus geheizt werden kann und der Ofen somit nicht als mit der Erde verbunden betrachtet wird, so ist er nicht verunreinigungsfähig, denn es heisst (Lev. 11, 35): Ofen und Herd muss man einreissen (יתץ); der Ausdruck נתץ passt aber nur auf Geräte, die an dem Erdboden befestigt sind; bei beweglichen Geräten wird שבר gebraucht.",
+ "Sobald er geheizt worden ist, in welcher Weise immer (dies geschah. Selbst wenn der Ofen ganz vom Erdboden losgetrennt war.",
+ "ist er verunreinigungsfähig. Wenn einmal die Arbeit des Ofens durch die erste Heizung am Erdboden vollendet ward, so stimmen Alle überein, dass er dann auch, wenn er am Halse eines Kamels hängt, verunreinigungsfähig ist (Sabbat 125a)."
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+ "Wie kann. Chullin 123b. Sifra Schemini 10, 2.",
+ "Man teilt ihn. Von oben nach unten, der Länge (Höhe) nach.",
+ "die Beklebung. Den Lehm-Überwurf, mit welchem die Wände überzogen sind, damit die Hitze im Ofen bewahrt bleibe.",
+ "durch. Es genügt nicht, dass man den gebrannten Ton des Backtopfs von innen durchschneide; sondern man muss auch bie äussere Lehmbekleidung durchsägen.",
+ "bis er auf der Erde steht. Dieser Satz ist dunkel. Nach Raschi soll dies sagen, man müsse den Lehmüberwurf ganz bis zum Erdboden fortschaffen. Bart. meint, es gehört zum ersten Satze: man soll den Ofen ganz bis an die Erde teilen (durchschneiden). Es hätte aber dann bloss עד הארץ stehen sollen. Am besten ist noch die Erklärung von Maim. und א״ר, wonach unter טפלה auch der Lehm verstanden ist, der zwischen dem Backtopf und dem Erdboden sich befindet und ersteren an den Boden fest macht. Dieser Lehm muss ebenfalls weggesägt werden, so dass der Ofen auf dem blossen Erdboden steht. L. liest: לגור.",
+ "Man braucht nicht die Beklebung durchzusägen. Man braucht nicht den Lehm zwischen dem Ofen und dem Erdboden fortzuschaffen.",
+ "sondern man vermindert ihn nur inwendig. Man schneidet den gebrannten Ton des Backtopfs inwendig durch, so weit, dass keine 4 Handbreiten unversehrt übrig bleiben; vgl. Mischna 1.",
+ "bis er nicht vier. Talmud Chullin 24a liest: מארבעה.",
+ "Handbreiten hoch ist. Nach Talm. das. meint R. Meïr nur, dass man durch ein solches Verfahren von vorne herein den Ofen vor Unreinheit bewahren kann. Ist der Ofen aber bereite unrein geworden, so stimmt R. Meïr betreffs dessen Reinigung der Ansicht des ersten Tanna bei.",
+ "Man muss ihn auch. Ausserdem, was der erste Tanna fordert. So nach den Erklärern, die, wie die meisten Ausgg., וצריך mit ו׳ lesen. L. liest aber צריך.",
+ "wegrücken. So nach Tosefta I 4, 17: משיסיענו ממקומו.",
+ "so ist der grössere unrein und der kleinere rein. Sind beide gleich, so sind beide unrein, Tosefta, vgl. Bechorot 17 b.",
+ "so ist der grösste unrein. Nur dann sind alle drei Teile rein, wenn jeder kleiner als die Hälfte ist."
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+ "Hat man ihn der Breite nach in Ringe. חוליא, ein runder, ringförmiger Abschnitt. L u. M: חליות.",
+ "dass jeder weniger als vier Handbreit hoch ist. S. Mischna 1.",
+ "so ist er rein. S. oben Note 10.",
+ "Hat man ihn wieder mit Lehm bestrichen. Man hat zuerst die Ringe aufeinander gesetzt und den Ofen in seiner ursprünglichen Gestalt wieder hergestellt und ihn dann an den Schnittstellen mit Lehm verschmiert.",
+ "dass man schwammige Kuchen. Oben Note 12.",
+ "darin backen könnte. Er wird wie ein neuer Ofen betrachtet.",
+ "Hat man die Beklebung von ihm abstehend gemacht. Man hat eine Lehmwand rings um den Ofen, in einiger Entfernung von demselben, aufgeführt.",
+ "und Sand oder Steinchen dazwischen. Zwischen diese Wand und dem Ofen.",
+ "getan. Dadurch hat der Ofen, trotzdem er zerschnitten ist, einen festen Halt bekommen, und man kann darin backen.",
+ "die Nidda. Die menstruirende Frau, obgleich sie unrein ist.",
+ "und er bleibt rein. Da der Ofen selbst zerschnitten ist, kann er keine Unreinheit annehmen."
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+ "Wenn ein Ofen. Sifra שמיני 10, 4.",
+ "in Stücke geteilt. Der Länge nach von oben nach unten, wie die Fassdauben.",
+ "aus dem Hause des Werkmeisters kommt und man ihm Reifen. Wie die Reifen eines Fasses. למוד ist wohl ein Reifen oder eine Klammer, nach Mussaphia von der Form des gr. Lambda (Λ).",
+ "gemacht. Aus gebranntem Ton.",
+ "und. L liest נותנן (ohne ו׳), ebenso ר״ש und רא״ש. Danach muss anders übersetzt und erklärt werden, s. weiter Note 98.",
+ "als er rein war. Bevor man die Reifen daran angebracht hatte, war er, weil in Stücke geteilt, nicht verunreinigungsfähig.",
+ "und er ist verunreinigt worden. Nachdem die Stücke durch die Reifen miteinander verbunden sind, ist der Ofen verunreinigungsfähig.",
+ "wieder rein. Ebenso, wie wenn man ihn zerbrochen hätte.",
+ "so bleibt er rein. Denn die Reifen machen ihn bloss zum ersten Male, wenn er aus der Werkstatt kommt, verunreinigungsfähig.",
+ "Wenn man ihn nun mit Lehm bestreicht. An den Schnittstellen.",
+ "weil er bereits geheizt worden ist. Nicht wie oben Note 83. Der Grund davon ist nach יו״ב, dass hier die Stücke auch durch die Reifen miteinander fest verbunden sind. — Nach ר״ש und רא״ש (vgl. auch ראב״ד zum Sifra l. c.) machen die Reifen auch am Anfang den Ofen nicht verunreinigungsfähig, denn es heisst: נותנן עליו והוא טהור (er kann die Reifen anbringen, und der Ofen bleibt dennoch rein). Das folgende נטמא handelt von dem Fall, dass der Ofen dann durch מירות (Verschmieren) verunreinigungsfähig geworden ist. Trotzdem macht ihn die Entfernung der Reifen wieder rein, was auch durch Wiederanbringung der Reifen nicht aufgehoben wird, es sei denn, dass man nachher nochmals den Ofen verschmiert hat. — Für diese Erklärung spricht auch die Tosefta I 4, 12, vgl. א״ר."
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+ "Hat. Vgl. B. mezia 59a und Edujot 7, 7.",
+ "man ihn in Ringe zerschnitten und Sand zwischen einen Ring und den andern getan. Nachher hat man den Ofen mit Lehm überzogen, so dass die Stücke mit einander fest verbunden sind (Maim.)",
+ "Elieser für rein. Denn da ein Ring vom anderen durch Sand getrennt ist, so gilt der Ofen als zerbrochen und ist nicht verunreinigungsfähig.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für verunreinigungsfähig. Denn da der Lehm-Überzug die Teile des Ofens fest miteinander verbindet, gilt er als ganz, trotzdem die Teile durch Sand von einander getrennt sind.",
+ "dies ist der Backofen von Achnai. And. LA. חכינאי. Wahrscheinlich ist dies der Name des Fabrikanten, der solche Öfen, die nach R. Elieser nicht unrein werden können, verfertigt hat (vgl. יו״ב). Im Talm. B. Mez. 59 wird der Name עכנאי agadisch gedeutet.",
+ "Die Kessel der Araber. Nach ר׳׳ש heissen sie so nach dem Orte ערב.",
+ "wobei man eine Vertiefung in die Erde gräbt und sie mit Lehm beklebt. Die kesselartige mit Lehm ausgeklebte und dann ausgebrannte Vertiefung diente zum Backen.",
+ "wenn die Beklebung für sich allein bestehen kann. Sie ist eine dicke Lehmschicht.",
+ "Dies ist der Backofen von Ben Dinai. Name eines Räuberhauptmanns, der auch in Mischna Sota 9, 9 erwähnt ist; vgl. Josephus ant. 20, 6, 1; 20, 8, 5 und Bellum 2, 12, 4f. Andere LA.: בית דינאי."
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+ "Ein. Sifra שמיני 10, 7—8.",
+ "steinerner. Steinerne Geräte nehmen keine Unreinheit an (Vorb. 15).",
+ "oder metallener Ofen ist rein. Der Metall-Ofen oder Herd kann nicht, wie ein irdenes Gerät, vom Hohlraum aus unrein werden (Vorb. 26); ferner kann er durch טבילה wieder rein werden (Vorb. 10).",
+ "Der letztere jedoch ist. Wenn er nicht mit dem Boden verbunden ist. Was aber mit dem Erdboden verbunden ist, nimmt keine טומאה an, mit Ausnahme vom irdenen Ofen und Herd (so nach Bart. und Maim., vgl. aber מ״א).",
+ "als Metall-Gerät verunreinigungsfähig. Er kann auch von der Rückseite aus unrein werden unter Umständen sogar ein אב הטומאה (Vorb. 5).",
+ "Ist er. Der Ofen von Stein oder, Metall.",
+ "beschädigt. Es ist ein Stückchen am Rande herausgebrochen.",
+ "oder gespalten worden und man hat eine Beklebung. Von Lehm.",
+ "über denselben gemacht. Dadurch ist der gelöcherte oder gespaltene Ofen wieder brauchbar geworden.",
+ "oder einen Lehm-Aufsatz darauf gesetzt. Dadurch ist das Schadhafte am Rande (נפגם) repariert worden (מ״א).",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Wie ein irdener Ofen, da er erst durch die Lehm-Beklebung, resp. durch den Lehm-Aufsatz wieder brauchbar geworden ist.",
+ "Wie gross muss das Loch sein. Damit dadurch der Ofen als unbrauchbar gilt und durch die oben erwähnte Reparatur als irdener Ofen betrachtet wird.",
+ "Dass das Feuer. Die Flamme.",
+ "Ein steinerner. Steinerne Geräte nehmen keine Unreinheit an (Vorb. 15).",
+ "oder metallener Herd ist rein. Der Metall-Ofen oder Herd kann nicht, wie ein irdenes Gerät, vom Hohlraum aus unrein werden (Vorb. 26); ferner kann er durch טבילה wieder rein werden (Vorb. 10).",
+ "letzterer jedoch ist. Wenn er nicht mit dem Boden verbunden ist. Was aber mit dem Erdboden verbunden ist, nimmt keine טומאה an, mit Ausnahme vom irdenen Ofen und Herd (so nach Bart. und Maim., vgl. aber מ״א).",
+ "als Metall-Gerät verunreinigungsfähig. Er kann auch von der Rückseite aus unrein werden unter Umständen sogar ein אב הטומאה (Vorb. 5).",
+ "beschädigt. Es ist ein Stückchen am Rande herausgebrochen.",
+ "oder gespalten [und man hat ihn mit Lehm beklebt. Hier fehlen in unseren Ausgaben die Worte ועשאה בטיט, die nach dem Zeugnis des ר״ש in einer korrekten Hschr. gestanden haben. Dies entspricht dem עשה לו טפלה beim תנור.",
+ "und man hat Zacken. פטפוטין (s. weiter Anf. Abschn. VI) sind hier Zacken oder Vorragungen aus Lehm, die man am obern Rande des Herdes angebracht hat, um den Topf darauf zu stellen (R. Hai Gaon und Maim.).",
+ "daran gemacht. Dadurch wurde das Schadhafte am Rande repariert (wie oben Note 117.)",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Wie ein irdener Herd; s. oben Note 118.",
+ "Hat man ihn. Den unversehrten steinernen oder metallenen Herd. So nach ר״ש, dessen Erklärung wir in Note 120 gefolgt sind. Nach Maimonides und Bart. bezieht sich dies auch auf den gelöcherten Herd. Danach hat eine Beklebung von Lehm nur beim Ofen die Wirkung, ihn zum כלי חרס zu stempeln, weil diese die Hitze bewahrt, so dass man dadurch im Ofen backen kann. Dagegen hat das Bestreichen mit Lehm beim Herde keine solche Bedeutung, da man nicht in demselben kocht, sondern nur den Topf darauf setzt.",
+ "so bleibt er rein. Er wird dadurch nicht als irdener Herd betrachtet. — Nach ר״ש gilt das, was hier vom unversehrten Herde gesagt wird, auch von einem ganzen unversehrten Ofen; so auch die Tosefta.",
+ "ist er verunreinigungsfähig. Denn da der Herd von innen durch die Lehm-Beklebung vor Beschädigung durch das Feuer geschützt wird, so gilt er als irdener Herd."
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+ "Wenn man drei Untersätze. פטפוט ist eine kleine Erhöhung aus Lehm (vielleicht wie arab. فطاة, ein Brusthöcker, oder فدفد, ein erhöhter Ort). פטפוטים hier Untersätze, auf die der Topf gestellt werden kann, (vgl. Sabbat 102a).",
+ "am Erdboden macht und sie mit Lehm verbindet. Nach einer Erklärung (Bart.) verbindet er die Untersätze an ihrer Spitze, so dass sie einem Dreifuss gleich sind; nach einer anderen Erkl. befestigt er die Untersätze an die Erde mit Lehm (Maimon., א״ר, vgl. תוי״ט).",
+ "um einen Topf darauf. Über dem Feuer, das zwischen den פטפוטין brennt.",
+ "so ist dies verunreinigungsfähig. Es wird wie ein Herd betrachtet.",
+ "Hat man drei Nägel. Von Metall.",
+ "obgleich man oben eine Vorrichtung. Nach der ersten Erkl. in Note 2 ist hier ein Ring aus Lehm gemeint, wodurch die drei Nägel miteinander verbunden wurden. Nach der anderen Erkl. hat er die Köpfe der Nägel so breit gemacht, dass ein Topf darauf stehen kann.",
+ "dennoch rein. Denn ein metallenes Gerät ist nicht verunreinigungsfähig, wenn es am Boden befestigt ist. Das Femin. טמאה und טהורה wird gebraucht, weil eine derartige Vorrichtung die Stelle einer כירה vertritt (תוי׳׳ט).",
+ "Wenn man zwei Steine zu einem Herde macht. Er stellt sie nebeneinander, um einen Topf darauf zu setzen.",
+ "und sie mit Lehm verbindet. Miteinander oben an der oberen Fläche. Andere Erkl.: unten an den Boden, wie in Note 2.",
+ "so ist er. Der Herd.",
+ "verunreinigungsfähig. Die Lehm-Verbindung macht sie einem irdenen Herde gleich.",
+ "dass man einen dritten Stein dazu nimmt. Ebenso wie oben bei den Untersätzen. Nach den Weisen aber genügen zwei Steine, weil die Steine breiter sind als die פטפוטין.",
+ "oder sie. Die beiden Steine.",
+ "nahe an die Wand stellt. So dass auch die Wand dem Topf als Stütze dient.",
+ "Ist ein Stein mit Lehm verbunden und einer nicht. Nach der ersten Erkl. in Note 2 und 9 ist dies die Fortsetzung der Worte des R. Jehuda, und der Sinn ist: Ist ein Stein mit dem zweiten oben durch Lehm verbunden, mit dem dritten aber nicht. Nach der anderen Erkl. sagen dies die Weisen, und es ist zu erklären: Ist ein Stein am Boden mit Lehm befestigt, der zweite aber nicht. Dasselbe gilt nach R. Jehuda, wenn der dritte Stein nicht am Boden befestigt ist."
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+ "Ein Stein. Der am Boden mit Lehm befestigt ist. Nach der ersten Erkl. in Note 9 ist auch hier der Stein mit dem Ofen oder Herde durch Lehm verbunden.",
+ "so dass dieser auf jenem und zugleich auf dem Ofen oder Herde oder Kuppach. S. oben Abschn. 5, Note 18.",
+ "Steht der Topf aber auf dem Steine. Der durch Lehm am Boden festsitzt.",
+ "und zugleich auf einem anderen Steine. Der nicht am Boden befestigt ist. Dieser Fall ist derselbe, wie der in Note 15 nach der zweiten Erklärung. Nach der ersten Erkl. daselbst ist unser Satz schwierig. Es müsste angenommen werden, dass beide Steine oben miteinander durch Lehm verbunden sind und dass dieser Satz die Meinung des R. Jehuda ausspricht, was sehr gezwungen ist.",
+ "oder auf einem Felsen. Einem Urfelsen.",
+ "so ist er. Dieser Herd.",
+ "rein. Weil bei diesem Herde nicht die Vorschrift יותץ (er soll eingerissen werden) anwendbar ist, Sifra שמיני 10, 9 (vgl. יו״ב hier und מ״א zu 5, 11).",
+ "und so war der an einen Felsen gelehnte Herd der Nasiräer. In der Halle der Nasiräer (Middot 2, 5), wo diese das Friedensopferfleisch kochten und ihr Haar verbrannten.",
+ "Wenn am Herde der Schlächter. Die gekochtes Fleisch verkaufen.",
+ "ein Stein neben den andern. Es werden viele Steine nebeneinander gestellt und oben durch Lehm miteinander verbunden; oder unten durch Lehm am Boden befestigt. Jeder Stein (mit Ausnahme der äusseren) bildet hier mit den beiden Nachbarsteinen zwei Herde.",
+ "alle übrigen nicht unrein. Wie beim Zwillingstintenfass, oben 2, 7."
+ ],
+ [
+ "Hat man drei Steine zu zwei Herden eingerichtet. So dass der mittlere Stein zu beiden Herden gehört, wie oben in Note 24.",
+ "dienende Teil. Die an diesem Herde liegende Hälfte.",
+ "unrein und der dem reinen dienende. Die an diesem Herde liegende Hälfte.",
+ "rein. Es wird hier vorausgesetzt, dass der Stein so gross ist, dass die Hälfte gerade zum Zustellen eines Topfes nötig ist. Wenn der Stein aber grösser ist, so ist die Bestimmung wie weiter unten angegeben. Über den Wiederspruch mit 2, 7 vgl. יו״ב.",
+ "Wird der reine. Der äussere Stein des reinen Herdes.",
+ "so ist der mittlere Stein vollständig dem unreinen. And. LA. לטומאה, er ist gänzlich der Unreinheit verfallen.",
+ "zugehörig. Als hätte man den reinen Herd zertrümmert und den mittlern Stein ganz mit dem unreinen verbunden.",
+ "so ist der mittlere entschieden dem reinen zugehörig. In diesem Falle gilt der unreine Herd als zerbrochen, wodurch die unreine Hälfte des mittlern Steines rein geworden (vgl. 7, 3).",
+ "wenn der mittlere gross ist. Grösser als zwei Handbreiten dick.",
+ "als zum Zustellen nötig ist. Eine Handbreite, nach Tosefta I 5, 3.",
+ "wenn man einen grossen Kessel darauf. עליה, auf den Herd, der durch die zwei übrig gebliebenen Steine gebildet wird. Bart. liest: עליהן, auf die zwei Steine.",
+ "verunreinigungsfähig. Und wenn die beiden Herde unrein waren, so bleibt der jetzt daraus entstandene grosse Herd ebenfalls unrein, יו״ב.",
+ "so ist alles rein. Es wird so angesehen, als hätte man dadurch den grossen Herd niedergerissen und zwei kleine an dessen Stelle eingerichtet.",
+ "Bestreicht man ihn. Den wieder eingesetzten mittlern Stein.",
+ "mit Lehm. Und macht ihn dadurch fest mit der Erde verbunden",
+ "so nimmt es. Das Ganze, das wie zwei neue Herde betrachtet wird.",
+ "dass man ein Ei. Ein Hühnerei, nach 5, 2."
+ ],
+ [
+ "und man darauf einen Stein an der einen Seite und einen Stein an der anderen Seite daneben setzt. Und sie mit Lehm au den Boden befestigt, so dass nun die 4 Steine 3 Herde bilden, von denen der mittlere unrein und die beiden äusseren rein sind.",
+ "so ist von jedem der mittleren Steine die Hälfte. Die zum unreinen Herd gehört,",
+ "unrein und die Hälfte. Die zum reinen gehört.",
+ "Werden die reinen Steine. Die beiden äusseren.",
+ "so werden die anderen. Die beiden mittleren.",
+ "wieder ganz unrein. Da sie jetzt bloss dem unreinen Herde angehören."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn ein Kochkorb. קלתות, von ϰάλαϑος, nach א״ר und יו״ב ein korbförmiger Kochapparat mit dickem Boden, auf welchem Kohlen brennen, über denen ein Topf zum Kochen gestellt werden kann. Nach R. Hai Gaon, Maim. u. A. ist קלת ein Untergestell des Herdes. Einige punktieren קַלְתּוּת. Es muss jedenfalls ein Singular sein, wie das folgende verb. zeigt.",
+ "von Privatleuten am Boden weniger als drei Handbreiten tief ausgehöhlt ist. So die meisten Comment. Nach ר״ש und מ״א heisst שנפחתה, es ist an der Seite ein Stück herausgebrochen; dafür spricht auch die Tosefta I, 5, 5.",
+ "so ist er rein. Wenn das Feuer vom Topfe 3 Handbreiten entfernt ist, kann es nicht kochen.",
+ "Hat man Blei. אבר, so ist nach L zu lesen. Die anderen Texte haben אבן, einen Stein.",
+ "oder kleine Steine hinein. In die Vertiefung.",
+ "so bleibt er noch rein. Da die Füllung nicht mit dem Gefässe fest verbunden ist.",
+ "wenn man es. Das, womit man die Vertiefung ausfüllt.",
+ "Jehuda den Einwand erhoben hat bei der Bestimmung. Oben 5, 6.",
+ "den man über die Öffnung einer Grube oder einer Zisterne gesetzt hat. Sowie hier das Gefäss als zerbrochen gilt, wenn der Topf durch das unten befindliche Feuer nicht gekocht werden kann, ebenso sollte auch dort der Ofen als vom Boden losgetrennt betrachtet werden, wenn oben das Brod nicht durch die Heizung von unten gebacken werden kann. Die Weisen aber sind dort der Ansicht, der Ofen sei auch verunreinigungsfähig, wenn er vom Boden losgetrennt ist, s. das. Note 62."
+ ],
+ [
+ "Ein Wärme-Kasten. M: דָכוּן, viell. von δοχεῖον, Behälter, ist nach Maim. ein langer rechteckiger Kasten, dessen oberer deckel mit mehreren runden Löchern versehen ist. Mann füllt den Kasten mit heisser Asche und setzt die Töpfe auf die Löcher, um die Speisen zu wärmen oder warm zu halten. Nach ר״ש, Bart. u. A. ist דכון ein Ansatz am Herde; danach ist die ganze Mischna anders zu erklären.",
+ "aber als mit einem Behältnis versehenes Gefäss verunreinigungsfähig. Als solches kann es nicht verunreinigt werden, wenn es am Erdboden befestigt ist, und wird, wenn es unrein geworden, durch ein Loch von der in 3, 1—2 angegebenen Grösse wieder rein.",
+ "Was. Speisen oder Getränke.",
+ "dessen Seiten. Von aussen.",
+ "berührt. Nachdem das Gefäss verunreinigt worden ist.",
+ "ist nicht unrein wegen der beim Herde geltenden Bestimmungen. Sondern nach den Bestimmungen, die beim כלי קבול gelten, s. Note 11.",
+ "Das Breite. Nach Maim. ist dies eine mit dem Gefässe verbundene breite Platte, worauf man während des Kochens (soll wohl heissen: während des Aufwärmens) sitzt. Dagegen erklärt Aruch (v. דכן) das הרחב שלו mit: תוכו שהוא רחב (dessen Inneres, das breit ist). Das Breite ist danach wohl derjenige Teil der Oberfläche des Gefässes, der nicht mit Behältern für Töpfe versehen ist.",
+ "Jehuda unrein. Wenn das Gefäss verunreinigt worden ist, ist die breite Platte mit unrein.",
+ "wenn man einen Korb. Von Holz.",
+ "umstülpt und auf der Rückseite einen Herd macht. So ist der Korb bloss als hölzernes Gerät, nicht als Herd verunreinigungsfähig, obgleich er dem Herde als Zubehör dient."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Herd. Vgl. oben 5, Note 15.",
+ "der Länge nach zerteilt ist. Von oben nach unten; wird er aber durch einen horizontalen Schnitt zerteilt, so wird er rein, sobald dessen Höhe keine drei Fingerbreiten beträgt (5, 2).",
+ "so ist er rein. Denn dadurch sind beide Öffnungen zerstört, und der Herd ist unbrauchbar.",
+ "so ist er noch verunreinigungsfähig. Denn da kann man noch wenigstens einen Topf darauf setzen. Nach יו״ב ist er bloss unrein, wenn er vorher im ganzen Zustande unrein geworden war, er kann aber von nun ab keine Unreinheit annehmen. Doch ist dies gegen Maim. H. Kelim 16, 13.",
+ "Wenn ein Kuppach. Oben 5, Note 18.",
+ "so ist er rein. Da er bloss eine Öffnung hat.",
+ "Der Hof des Herdes. Eine grosse mit Wänden umgebene Tonplatte, in deren Mitte der Herd steht. Letzterer kann mit der Platte ursprünglich fest verbunden oder auch davon getrennt sein. Unsere Mischna handelt vom ersteren Falle, die folgende Mischna (4) von letzterem Falle.",
+ "wenn er drei Fingerbreiten. Wie das gesetzliche Mass des Herdes.",
+ "verunreinigungsfähig durch Berührung und vom Hohlraume aus. Gemeint ist nach den Comment.: Wenn einer von beiden, der Herd oder der Hof, durch Berührung oder vom Hohlraum aus unrein geworden, so ist der andere ebenfalls unrein. (Nach מ״ש ist in der ganzen Mischna hier und in der folgenden מִטַּמְּאָה zu lesen).",
+ "aber nicht vom Hohlraume aus unrein werden. In diesem Falle gilt der חצר nur als Handhabe (יד) des Herdes, die nicht vom Hohlraume des Herdes her unrein werden kann, vgl. 3, Note 33. Wenn wieder ein שרץ in den Hohlraum des חצר kommt, so ist nur dieser unrein, der Herd aber rein; so Maimon. H. Kelim 17, 6.",
+ "Wie bestimmt man denselben. Den Hohlraum des Hofes, da ja gewöhnlich die Wand des Herdes viel höher ist als die des Hofes.",
+ "Man legt den Bratspiess. Es kann selbstverständlich auch ein anderer langer Gegenstand sein; nur ist der Bratspiess gewöhnlich beim Herde zur Hand.",
+ "von oben nach unten an. So, dass das eine Ende auf der Wand des Herdes und das andere auf der Wand des Hofes liegt; der Spiess bildet da mit der Herdwand einen spitzen Winkel und mit der Hofwand einen stumpfen.",
+ "und diesem gegenüber kann er. Der Hof und wenn dieser 3 Fingerbreiten hoch ist, auch der Herd.",
+ "im Hohlraume unrein werden. Folgende Figur, ein senkrechter Höhen-Durchschnitt des Hofes und des Herdes, mag unseren Satz veranschaulichen. Das von dem Trapez a b c d Eingeschlolssene gilt als Hohlraum des Hofes, so dass ein שרץ s, welches innerhalb dieses Trapezes sich befindet, den Hof verunreinigt, nicht aber ein ausserhalb desselben befindliches שרץ s1. — So ist diese Stelle nach ר״ש zu erklären.
",
+ "so ist der Herd nicht unrein. Denn der Hof gilt als Zubehör zum Herde, nicht aber umgekehrt."
+ ],
+ [
+ "Wenn er. Der Hof.",
+ "vom Herd gesondert ist. Oben, Note 26.—",
+ "wenn er drei Fingerbreiten hoch ist. Wie das gesetzliche Mass des Herdes.",
+ "fähig der Verunreinigung durch Berührung und vom Hohlraume aus. Gemeint ist nach den Comment.: Wenn einer von beiden, der Herd oder der Hof, durch Berührung oder vom Hohlraum aus unrein geworden, so ist der andere ebenfalls unrein. (Nach מ״ש ist in der ganzen Mischna hier und in der folgenden מִטַּמְּאָה zu lesen).",
+ "oder wenn es eine blosse Platte ist. Die keine Seitenwände hat.",
+ "so ist er rein. Er kann nicht durch den Herd unrein werden, selbst wenn dieser durch Berührung einer טומאה verunreinigt worden ist.",
+ "Drei vorragende Zacken. S. oben 5, Note 122. Nach ר״ש und Bart. sind פטפוטים die Füsse des Herdes.",
+ "des Herdes zu je drei Fingerbreiten Höhe sind fähig der Verunreinigung durch Berührung und vom Lufttraume aus. Nach Maim. ist hier ebenso, wie oben Note 27, zu erklären: Wenn einer von beiden Teilen, entweder der Herd oder die Zacken, unrein geworden ist, so ist der andere Teil auch unrein.",
+ "so sind sie umsomehr. Nach מ״ש ist כל שהן statt כל שכן zu lesen,",
+ "verunreinigungsfähig. Denn dann ist der darauf gestellte Topf dem Feuer näher und kann noch besser gekocht werden, so dass die פטפוטין umsomehr als ein Teil des Herdes zu betrachten sind. (Vgl. übrigens über diese Stelle Schwarz, der hermeneutische Syllogismus S. 145 f.).",
+ "selbst wenn es vier sind. Und sie sind bloss 3 Fingerbreiten hoch oder niedriger, so gelten sie auch als ein Teil des Herdes, obgleich eine Zacke darunter überflüssig ist."
+ ],
+ [
+ "aber nicht vom Hohlraume aus unrein werden. Sie sind dann bloss als Handhabe (יד) des Herdes in betrachten, wie oben Note 29. Nach Maim. ist die Unreinheit hier nur eine rabbinische Anordnung, wie oben 5, Note 35.",
+ "Simon erklärt sie für ganz rein. Vgl. oben 5, 3. Die Tosefta (I 5 Ende) fügt hinzu: R. Simon hat nämlich gesagt: Alle Zacken des Herdes, die nicht vom Hohlraume aus unrein werden können, werden auch durch Berührung nicht unrein.",
+ "Machte man von vorne herein nur zwei einander gegenüberstehende Zacken. Die so breit sind, dass man den Topf darauf setzen kann.",
+ "r verunreinigungsfähig durch Berührung und vom Luftraume aus. Maim H. Kelim 17 sagt: Sie werden nur durch Berührung, aber nicht vom Hohlraume aus unrein; er hat also ולא באויר statt ובאויר gelesen,",
+ "weiter hinausgezogen. Sie entfernen sich in schräger Richtung vom Rande des Herdes weiter hinaus.",
+ "was sich weiter hinaus zieht. Das gilt nicht mehr als ein Teil des Herdes."
+ ],
+ [
+ "Wie bestimmt man dies. Da die Zacken in schräger Richtung nach der Seite und zugleich nach oben sich erstrecken, so würden 3 אצבעות, in der Länge der Zacke gemessen, keineswegs einer Entfernung von 3 אצבעות vom Rande des Herdes entsprechen. Wenn z. B. in nebenstehender Figur die Linie ab 3 אצבעות beträgt, so ist die horizontale Linie bc (d. i. die Entfernung vom Rande des Herdes) weniger als 3 אצבעות. Wie ermittelt man nun die Entfernung von 3 אצבעות bei dem Raume zwischen den Zacken?
",
+ "Man legt das Gestell. כנח ist nach R. Hai Gaon und Maim. ein Gestell (wie das bibl. כן). Der hier in Betracht kommende Teil ist ein Ring, dessen äusserer Radius um 3 אצבעות grösser ist, als der des Herdrandes. Legt man nun diesen Ring so zwischen die drei Zacken, dass dessen äussere Peripherie von der Peripherie des Herdrandes überall gleich weit entfernt ist, so ist der Raum innerhalb des Ringes, der Ort des Ringes selbst mitgerechnet, als der innerhalb dreier אצבעות vom Rande des Herdes entfernt befindliche Raum der פטפוטים zu betrachten, der במגע ובאויר verunreinigungsfähig ist. Der obere Rand dieses Raumes ist danach ein Kreis. Nach ר״ש und Bart. ist כנה ein Lineal, das man zwischen die פטפוטים legt. Danach würde dieser Raum durch ein Dreieck bestimmt, was aber seine Schwierigkeiten hat, vgl. יו״ב."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn. Sebachim 3a.",
+ "man einen Ofen durch eine Scheidewand. Die bis an die Öffnung hinauf reicht.",
+ "alles unrein. Auch die Speisen und Getränke, die in der andern Abteilung sich befinden.",
+ "Hat. Sifra, Schemini VII 10.",
+ "der durchbrochen. Entweder unten am Boden oder an der Seite (Rabed). Wäre das Gefäss ganz, so würde es die darin befindlichen Speisen vor Verunreinigung schützen.",
+ "wenn auch mit Stroh wieder zugestopft. Eine solche Verstopfung hilft nichts.",
+ "in den innern Raum eines Opfens hinabgelassen. Wiewohl der obere Rand des Korbes den des Ofens überragt.",
+ "Wenn dies vor der schweren Toten-Unreinheit schützt. Nach der Mischna in Oholot 9, 3; 7.",
+ "weil man Zelte abteilen kann. Wenn man ein Zelt mit Brettern, die bis an die Decke reichen, in zwei Teile teilt, und es befindet sich eine Toten-Unreinheit in der einen Abteilung, so sind die Gegenstände in der andern Abteilung rein, nach Oholot 15, 4. —",
+ "da man doch diese nicht abteilen kann. Die Abteilung hilft hier nichts, s. Note 3. Im Sifra und in der Tosefta entgegnet R. Jose hierauf, dass diese letztere Bestimmung auch von R. Elieser auf Grund seines קל וחומר bestritten wird, und nach seiner Ansicht kann auch beim irdenen Gefäss eine Abteilung durch Bretter vor der Unreinheit schützen."
+ ],
+ [
+ "Ist der Korb ganz. Oben, Note 5.",
+ "oder ist es eine Kufe oder ein Schlauch. Aus Leder.",
+ "der Ofen noch rein. Denn es heisst (Lev. 11, 33): Bei jedem irdenen Geräte, in dessen Inneres (תוכו) etwas von ihnen (den Krichtieren) hineinfällt u. s. w.; aus dem Ausdruck תוכו wird im Sifra gefolgert: ולא תוך תוכו, dass ein irdenes Gerät nicht unrein wird, wenn ein שרץ in das Innere eines in seinem Innern befindlichen anderen Gerätes hineinfällt. Doch gilt diese Bestimmung nicht in dem Falle, dass der Rand des äusseren Gefässes den des inneren überragt. In diesem Falle verunreinigt die in einem Gefässe befindliche טומאה auch die Speisen im anderen Gefässe, es sei denn, dass das innere Gerät mit einem fest anschliessenden Deckel (צמיד פתיל) verschlossen ist.",
+ "so sind die Speisen in jenen rein. Denn es heisst (l. c.): „Alles, was im Innern (בתוכו) ist, sei unrein,“ — nicht aber was im Innern des Innern (בתוך תוכו) sich befindet.",
+ "Sind sie. Die im Innern des Ofens befindlichen Gefässe.",
+ "dass Oliven durchfallen können. Es ist dasselbe Mass, wobei das Loch nach 3, 1 die Reinheit des Gefässes bewirkt. Dadurch hat es die Eigenschaft eines כלי verloren, und es kann nicht vor der טומאה schützen.",
+ "dass Flüssigkeit eindringen kann. Es ist dasselbe Mass, wobei das Loch nach 3, 1 die Reinheit des Gefässes bewirkt. Dadurch hat es die Eigenschaft eines כלי verloren, und es kann nicht vor der טומאה schützen.",
+ "dass Flüssigkeit eindringen kann. Hier ist es erschwerend, wenn man sich nach dem kleineren Masse richtet, während oben 3, 1 das grössere Mass die Erschwerung mit sich bringt."
+ ],
+ [
+ "Hat man auf die Öffnung eines Ofens ein Siebwerk. סרדח, aram. wie das hebr. מכבר (Siebwerk).",
+ "dass es hineinsinkt. Die Mitte des Siebes ist in den Raum des Ofens etwas hinabgesenkt.",
+ "es hat aber keine Leisten. גפים (von גַפֵּף, umschliesen) Umschliessung, Leisten.",
+ "wenn in demselben. In dem im Hohlraum des Ofens befindlichen Teile des Siebwerks.",
+ "der Ofen unrein. Das Siebwerk kann ihn vor der Unreinheit nicht schützen.",
+ "weil nur Geräte. Das Siebwerk ohne Leisten ist aber kein Gerät.",
+ "das voll ist mit reinem Getränke. Von Speisen gilt dasselbe umsomehr, יו״ב. —",
+ "unterhalb des untersten Teiles. נחשת, der unterste Teil eines Gegenstandes, vgl. Ez. 16, 36; 24, 11 und Kimchi das.",
+ "eines Ofens gesetzt ist. In den vom Erdboden gebildeten Unterboden des Ofens (s. Abschn. 5, Note 1) ist eine Vertiefung gegraben, in welche das Fass mit dem Getränke eingesetzt ist.",
+ "wenn ein Kriechtier im Ofen. Im Hohlraume oder an der Wand des Ofens.",
+ "das Fass nebst dem Getränke rein. Denn da die Öffnung des Fasses nicht im Ofen-Hohlraume, sondern unterhalb desselben sich befindet, kann der Ofen das Fass mit dessen Inhalt nicht verunreinigen. Der Umstand, dass der Luftraum des Fasses mit dem des Ofens verbunden ist, überträgt nicht die im Raume des letzteren befindliche Unreinheit auf den ersteren Raum.",
+ "War ein Fass umgestülpt und dessen Öffnung liegt an dem Hohlraum des Ofens. So dass der Luftraum des Fasses an dem Luftraum des Ofens liegt.",
+ "die den Boden des Fasses benetzende. טופח, von טפח, befeuchten.",
+ "Flüssigkeit rein. Nach א״ר selbst wenn ein Teil des Fasses in den Ofenraum hineinreicht, wenn nur die Flüssigkeit nicht im Ofenraum sich befindet. Das Fass kann vom Hohlraume des Ofens nicht unrein werden, da dieser bloss ein ולד הטומאה ist, ein Gefäss aber nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden kann, s. Vorb. 16. —"
+ ],
+ [
+ "weil ein irdenes Gerät nicht Geräte verunreinigen kann. Da ein irdenes Gerät niemals ein אב הטומאה werden kann; wohl aber andere Geräte, nach Vorb. 5.",
+ "so ist diese unrein. Weil die Öffnung des Topfes innerhalb des Ofenraumes sich befindet und nicht durch einen fest anschliessenden Deckel verschlossen ist, s. oben Note 13.",
+ "und durch sie auch der Topf. Eine Flüssigkeit kann, obwohl sie nur ולד הטומאה ist, nach rabbinischer Bestimmung auch ein Gerät verunreinigen, s. Sabbat 14b.",
+ "Der Topf kann also sagen. Zur Flüssigkeit.",
+ "Was dich unrein gemacht hat. Der Ofenraum."
+ ],
+ [
+ "so ist dieser noch rein. Denn eine im Innern eines lebenden Wesens befindliche Unreinheit (טומאה בלועה) verunreinigt nicht, s. Chullin 71a.",
+ "Wenn aber das Huhn da stirbt. Das tote Huhn kann zwar den Ofen nicht verunreinigen (vgl. Vorb. 36), aber das darin befindliche Kriechtier wird nicht als טומאה בלועה betrachtet, s. Sifra Schemini VII 3, vgl. Rabed das.",
+ "wird er. Der Ofen, aber nicht das Huhn, vgl מ״א.",
+ "unrein. Aber nur dann, wenn das Kriechtier nicht im lebenden Huhn 24 Stunden gelegen hat; nach 24 Stunden ist es bereits verzehrt, vgl. Oholot 11, 7.",
+ "Wenn. Sabbat 138a und Parallelst. — Nach R. Elia Wilna sollte dieser Satz vor dem vorherigen Satze תרנגול שבלע וכו׳ stehen, vgl. die Begründung in תא״ש.",
+ "denn der Ofen hat den ersten Grad. Es wird nicht angenommen, dass der ganze innere Raum des Ofens durch das dort befindliche Kriechtier mit der Unreinheit dieses Tieres angefüllt ist (wie dies bei einer in einem Zelte befindlichen Toten-Unreinheit der Fall ist), sondern es wird so beurteilt, wie wenn das שרץ den Ofen berührt; das שרץ ist אב, der Ofen ראשון und das Brod שני, s. Vorb. 2."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Sauerteig-Gefäss. Aus Ton.",
+ "mit einem fest anschliessenden Deckel verschlossen. In der Weise, wie es in Abschn. 10, 2 bestimmt wird.",
+ "während in jenem. Im Gefässe.",
+ "die durch eine Scheidewand. קרץ (von קרץ, schneiden) eine Scheidewand aus Lehm, nach Job. 33, 6; so Maim. und ר״ש. Nach R. Hai heisst קרץ ein runder Kuchen, vom aram. גריץ.",
+ "getrennt sind. Die Scheidewand reicht bis an den Deckel, so dass beide Behälter des Gefässes vollständig von einander getrennt und durch den Deckel von aussen abgeschieden sind.",
+ "so ist der Ofen unrein. Denn der Deckel schützt bloss die im Gefässe befindlichen Dinge vor Verunreinigung, verhindert aber nicht, dass eine im Gefässe befindliche טומאה hinausdringe und andere Dinge verunreinige. So heisst es in Tosefta I 6, 12: צמיד פתיל ואהלין מצילין על הטהורין טליטמא ואין מצילין על הטמאים מלטמא, ein anschliessender Deckel und Zelte schützen reine Dinge vor Verunreinigung, verhindern aber nicht Unreines am Verunreinigen. So nach dem Zitat bei Maim. und ר״ש; in unseren Ausgaben ist die Stelle korrupt.",
+ "und der Sauerteig rein. Da er unter Verschluss liegt. Obgleich oben in Mischna 1 (s. Noto 10) die Scheidewand nichts hilft, so schützt sie hier dennoch, weil sie von der Werkstatt her am Gefässe angebracht ist (מ״א).",
+ "War eine Olivengrösse vom Toten. Eine solche Grösse verunreinigt das Zelt, Oholot Abschn. 2 Anf.",
+ "so sind der Ofen und das Haus unrein und der Sauerteig rein. Der fest anschliessende Deckel schützt den Inhalt eines irdenen Gefässes auch vor der Toten-Unreinheit, Num. 19, 15.",
+ "Ist aber. In der Scheidewand, so Maim. und Bart; anders ר״ש.",
+ "dort eine Handbreite im Quadrat offen. Eine Öffnung (פוֹתַח) von einer Quadrat-Handbreite bringt die Toten-Unreinheit von einem Raume in den anderen, vgl. Oholot 3, 6.",
+ "so ist alles unrein. Diese Bestimmung bezieht sich nach obiger Erklärung bloss auf den Fall von מת, nicht auf den Fall von שרץ, wo die Öffnung nicht schadet, vgl. die folgende Mischna; anders nach der Erklärung des ר״ש."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Kriechtier im Auge. Eine Öffnung nahe am Boden, dazu gemacht, um den Rauch entweichen zu lassen (ר״ש und Bart.) oder dort Luft einzulassen (R. Hai) oder Holz hineinzustecken (Maim. und רא״ש). Gegen letztere Erklärung spricht aber Mischna 8. Der Name „Auge“ soll daher rühren, dass dieses Loch wie das Auge manchmal offen, manchmal geschlossen war (R. Hai).",
+ "des Ofens oder des Herdes oder des Kuppach. 5, Note 18.",
+ "von dem innern Rand nach aussen. Es liegt in dem Loche auf der Dicke der Ofenwand (Maim.).",
+ "so ist er. Der Ofen.",
+ "rein. Der Raum dieses Loches gehört nicht zum innern Ofenraum. Nach יו״ב, weil dieser Raum, wenn die Öffnung verschlossen wird, ausserhalb des Ofenraumes bleibt. Dass die beiden Lufträume, der des Loches und der des Ofens, miteinander verbunden sind, leitet nicht die טומאה von einem zum andern, s. oben Mischna 3.",
+ "Befindet er. Der Ofen.",
+ "sich im freien Luftraume. Unter freiem Himmel, nicht unter einem überdachten Zelte (ר״ש, anders Maim.).",
+ "so ist er. Der Ofen.",
+ "selbst wenn es. Das im Loche des Ofens befindliche unreine Ding.",
+ "dennoch rein. Die Unreinheit dringt nicht vom Loch in den Ofen, da die Öffnung nicht die Grösse von einer Quadrat-Handbreite hat.",
+ "Ist aber dort eine Öffnung von einer Quadrat-Handbreite. Das Loch ist so gross, und die Dicke der Wand ragt vom Ofen derart hervor, dass das מן המת כזית unter einem Zelte von der Grösse einer Kubik-Handbreite liegt.",
+ "so ist alles unrein. Nicht bloss das Loch, sondern auch der Ofen, weil ein Zelt vom Rauminhalt einer Kubik-Handbreite die Toten-Unreinheit in den angrenzenden Raum bringt, s. Oholot 3, 7."
+ ],
+ [
+ "Findet es. Das Kriechtier.",
+ "sich an der Stelle. Nach Maim. und Bart. spricht diese Mischna bloss vom Herde.",
+ "wo man das Holz hineintut. Es ist eine Öffnung an der Seite unten am Herde, wo das Holz hineingesteckt und angezündet wird. Diese Öffnung ist vom עין verschieden.",
+ "Wenn es. Es ist eine Öffnung an der Seite unten am Herde, wo das Holz hineingesteckt und angezündet wird. Diese Öffnung ist vom עין verschieden.",
+ "so ist er unrein. Die ganze Dicke der Wand an dieser Öffnung gehört hiernach zum innern Raum des Herdes.",
+ "Wenn es. Das Kriechtier.",
+ "so ist er rein. Nach ihrer Ansicht gehört diese Dicke nicht zum Herdraume,",
+ "Liegt es. Das Kriechtier.",
+ "ist er rein. R. Jose hat eine vermittelnde Ansicht. In dem מקים הנחת עצים ist eine Stelle, die dem äussersten untern Rande des auf dem Herde stehenden Topfes gegenüberliegt (כנגד שפיתת הקדרה). Der Raum von dieser Stelle einwärts gehört zum Herdraume, der von da auswärts nicht. Nach תוי״ט erleichtert R. Jose noch mehr als die Weisen, da der Herd unten breiter ist als oben, wo er sich bis zum Masse des untern Topfrandes verengt, so ist nach R. Jose auch vom Raume des Feuerplatzes nur der Teil verunreinigungsfähig, welcher der Topfstelle gegenübersteht (vgl. רא״ש).",
+ "wo der Bademeister. בלן (von βαλανεύς) der Bademeister, der dort das Badewasser wärmt.",
+ "der Färber oder der Olivensieder. Oben 5, 5.",
+ "sitzt. Dieser Sitz ist oben am Herde (oder Ofen) angebracht, hat eine concave Oberfläche, und dessen Höhlung steht mit dem obern Luftraum des Herdes in Verbindung (רא״ש).",
+ "ist er. Der Ofen oder Herd.",
+ "rein. Es wird dieser Sitz bloss als Handhabe (יד) des Ofens betrachtet, vgl. 3, Note 31, und 7, Note 29.",
+ "Er. Der Ofen oder Herd.",
+ "wenn es. Das Kriechtier.",
+ "sich vom Verschluss und weiter hinein findet. Von der Stelle an, die den Topf umgibt, wo der Herd vom Topfe verschlossen wird, gilt der Raum als Herdraum, der auch vom Hohlraume aus (באויר) unrein werden kann. Dagegen die frei liegende Fläche, wozu auch jene Sitze gehören, gelten nur als יד und können bloss durch Berührung unrein werden, s. oben 7 Note 29. So nach Tosefta I 6, 15 Ende."
+ ],
+ [
+ "Ein Schmelzofen. Andere LA. בור, eine Grube, die in der Erde gegraben und mit einer dicken Lehmschicht beklebt ist, wie der Ofen von Ben Dinai, oben 5, 10.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Wie ein Herd; wiewohl der Ofen hauptsächlich nicht zum Kochen dient.",
+ "Der Brennofen der Kalk-Erzeuger. Wo Steine zu Kalk gebrannt werden.",
+ "der Glaser und der Töpfer ist rein. Da diese nicht zum Backen und Kochen verwendet werden.",
+ "Der grosse Backofen. פורנה = furnus. Er war aus Ton gefertigt, hatte an der Seite eine Türe, und das Brot wurde da auf dem Boden gebacken. Die Tosefta (I 6, 7) lehrt daher: Der furnus ist rein, denn er ist nur bestimmt, mit dem Erdboden benutzt zu werden, s. 11, 2,",
+ "wenn er Leisten. S. Abschn. 2, Note 29.",
+ "hat. Einen Behälter, um dort Töpfe hineinzustellen.",
+ "Wenn er ein Dach. אסטגי, στέγη, Dach.",
+ "Wenn er einen Saum. Die Tosefta (l. c.) bemerkt hierzu: וכולן שם אחד הן, die drei Ausdrücke haben ein und dieselbe Bedeutung (vgl. auch Jerusch. Ab. sara 2, 9). Es gebrauchte nur jeder Tanna den Ausdruck, den er von seinem Lehrer vernommen, nach Edujot 1, 3, vgl. ebenso Para 1, 3."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Vgl. Jeruschalmi Chagiga 3, 3.",
+ "den ein an einem Toten Verunreinigter berührt hat. Dieser ist ראשון, Vorb. 2 und 4.",
+ "Speisen. Das Wort אוכלין ist hier überflüssig, es steht nur wegen des folgenden Falles.",
+ "und Getränke. Vgl. Para 8, 5, wonach Getränke, selbst wenn sie nur שני sind, Geräte verunreinigen können, vgl. auch oben Note 34.",
+ "so verunreinigen sie. Die Getränke im Munde.",
+ "ihn. Den Ofen. Wiewohl der Mund verschlossen ist, wird dennoch der Ofen durch die im Munde befindlichen Getränke unrein, da selbst ein Deckel (צמיד פתיל) nicht das Hinausdringen der טומאה verhindern kaun (oben Note 48). Wohl kann eine im Innern eines lebenden Wesens befindliche Unreinheit (טומאה בלועה) nicht verunreinigen (oben Note 37), aber das im Munde des Menschen Befindliche wird nicht als בלוע (verschlungen) betrachtet (s. Tosefta I 6, 5).",
+ "so werden sie. Die Speisen und Getränke im Munde.",
+ "unrein. Der verschlossene Mund wird nicht als צמיד פתיל betrachtet, und das im Munde des Menschen Befindliche ist auch nicht als בלוע anzusehen.",
+ "Wenn. Erubin 99a u. Jerusch. Chagiga 3, 3.",
+ "jemand Feigenkuchen. Nach Raschi (Erubin l. c.) handelt es sich hier um תרומה (Hebe), nach Tosafot auch um חולין (Profanes).",
+ "mit unreinen Händen. D. h. mit ungewaschenen Händen. Diese gelten nach einer rabbinischen Bestimmung als לטומאה שני (Sabbat 13b), das noch die תרומה unbrauchbar macht (Vorb. 2 u. 3).",
+ "isst. Der Feigenkuchen ist aber noch nicht mit Flüssigkeit benetzt, so dass er noch keine טומאה annehmen kann (Vorb. 17).",
+ "um ein Steinchen. Das im Feigenkuchen eingeknetet war.",
+ "herauszunehmen, so erklärt ihn R. Meïr. Nach א״ר ist zu lesen: ר״מ מטהר ורבי יוסי מטמא רבי יהודה אומר אם הפך טמא אם לא הפך טהור.",
+ "für unrein. Selbst wenn der Feigenkuchen חולין ist, wird er unrein (שני) durch den Speichel, der durch die ihn berührende unreine Hand ראשון geworden ist. Es gilt nämlich als rabbinische Bestimmung: כל הפוסל את התרומה מטמא משקין לחיות תחלה, Alles, was תרומה unbrauchbar machen kann (das ist ein שני, Note 96), macht eine Flüssigkeit (משקה) so unrein, dass sie eine Unreinheit ersten Grades (ראשון) wird (Para 8, 7).",
+ "Jehuda für rein. Denn solange der Speichel im Munde ist, gilt er nicht als משקה.",
+ "Wenn er ihn gewendet hat. Er hat den Feigenkuchen im Munde nach der anderen Seite hingewendet (ר״ש). Nach Maim. bezieht es sich auf den Finger, nach Raschi auf den Speichel.",
+ "ist er unrein. Denn durch das Wenden wird der Speichel vom Munde losgetrennt und gilt als משקה.",
+ "Hatte er dabei einen Pondion. פונדיון, Dupondium, eine Münze.",
+ "wenn dies des Durstes wegen geschah. Durch die Münze wird der Speichel im Munde vermehrt und der Durst gelöscht. Nach Jerusch. Ab. sara 8, 3 ist dies wegen Lebensgefahr zu tun verboten.",
+ "so ist jener unrein. Der durch die Münze vermehrte Speichel gilt als משקה."
+ ],
+ [
+ "Frau. Sie hat z. B. ein Kriechtier berührt und ist ראשונה (Vorb. 2).",
+ "Milch aus der Brust. Die Milch ist so, wie wenn sie von der Frau berührt würde (Tebul Jom 2, 1), also ebenfalls ראשון, Note 100.",
+ "so ist dieser unrein. Da unreine Flüssigkeiten auch Geräte verunreinigen, Note 34.",
+ "denn unreine Flüssigkeit. א״ר liest mit Recht שמשקה טמא.",
+ "mag sie mit Willen oder unwillkürlich auf etwas gegeben worden sein. Machschirin 1, 1.",
+ "Fegt sie. Die unreine Frau.",
+ "und sticht sich. L und N lesen והכה.",
+ "so dass Blut herauskommt. Das Blut ist ראשון, wie oben, Note 108, die Milch.",
+ "oder sie verbrennt sich. Am Finger.",
+ "und steckt den Finger in den Mund. Um den Schmerz zu lindern. Wenn sie den Finger wieder herauszieht, ist der Speichel daran unrein.",
+ "so wird er. Der Ofen.",
+ "unrein. Durch das Blut, oder durch den Speichel Note 109. Maim. (ebenso L und N) liest נטמאת, bezieht dies auf die תרומה, welche die Frau im Munde hat, und erklärt ausserdem, dass unser Satz von dem Falle spricht, dass die Frau rein und der Ofen, den sie ausfegt, unrein ist."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn eine Nadel oder ein Ring. Die durch einen Toten verunreinigt wurden, so dass sie אב הטומאה geworden sind (Vorb. 4).",
+ "in dem untersten Teile. Oben 8, Note 25.",
+ "eines Ofens. Im Fussboden, der den Unterboden des Ofens bildet.",
+ "und sie sind sichtbar. An der Oberfläche des Bodens.",
+ "aber nicht hinausragend. In den innern Raum des Ofens.",
+ "wenn der Teig beim Backen sie. Die Nadel oder den Ring.",
+ "unrein. Wenn aber der Teig die Nadel nicht berühren würde, ist der Ofen rein, da der unreine Gegenstand nicht im Hohlraume des Ofens sich befindet. Doch gilt dies nur in dem Falle, dass die Nadel vermutlich bereits im Boden versenkt war, als der Ofen hingesetzt wurde. War aber der Ofen vorher dort, so ist er durch die Nadel, die durch seinen Hohlraum hindurchgegangen, unrein geworden.",
+ "Von mittlerem Teige. Der nicht zu weich und nicht zu hart ist.",
+ "Finden sie sich in der Beklebung. In der äusseren Beklebung, s. 5, Note 66.",
+ "eines Ofens. Der sich im Zelte eines Toten befindet.",
+ "wenn dieser. Der Ofen.",
+ "unrein ist. Wenn er etwa bereits vorher unrein geworden, bevor der Deckel daran war (מ״ש), oder wenn der Verschluss nicht vollkommen war (Maim.).",
+ "unrein. Weil die Beklebung des Ofens zum Ofen gehört.",
+ "ist dieser rein. Indem der Ofen nach Vorschrift verschlossen war.",
+ "so sind sie rein. Die Nadel gehört zum Fass und wird wie dieses durch den Deckel vor Verunreinigung geschützt.",
+ "Finden sie sich in dem Spund. Der aus Lehm verfertigt, oben dick ist und unten sich zuspitzt, um mit dem untern Ende das Fass verschliessen zu können.",
+ "wenn sie an seiner Seite. In dem Teil der dicken Seite, der nicht gegen die Mündung zu, sondern gegen den Rand derselben liegt.",
+ "unrein. Denn dieser Teil des Spundes wird, da das Fass denselben nicht braucht, nicht zum Fass gerechnet; die dort steckende Nadel wird daher nicht vor Verunreinigung geschützt, ebenso wie Geräte, die in Lehm eingehüllt sind, s. weiter Mischna 5.",
+ "wenn aber gegen die Mündung zu. Sie stecken in dem der Mündung des Fasses gegenüberliegenden Teile des Spundes und sind vollständig vom Lehm eingehüllt.",
+ "sind sie rein. Sie gehören da zum Spunde und werden zusammen mit dem verschlossenen Fasse vor Verunreinigung bewahrt.",
+ "Sind sie von innen. Im Innern des Fasses.",
+ "Sinken sie hinein. In den Hohlraum des Fasses.",
+ "aber unter denselben ist noch (Lehm. Vom Lehm des Spundes.",
+ "so sind sie rein. Weil sie als zum Spunde gehörig betrachtet werden. Wenn aber ein Teil des Gefässes, ohne mit Lehm verdeckt zu sein, in den Raum des Fasses hineinragt, so wird es trotz des Verschlusses unrein; denn ein verschlossenes irdenes Gerät kann wohl ein anderes irdenes Gerät vor Unreinheit schützen, aber nicht ein כלי שטף (Vorb. 10), s. weiter 10, 1."
+ ],
+ [
+ "während ein Heber. Ein zweischenkeliger gekrümmter Heber aus gebranntem Ton.",
+ "darin steckt. Der eine kürzere Schenkel steckt im Fasse.",
+ "das Fass und die Getränke sind rein. Der anschliessende Deckel schützt sie vor Verunreinigung.",
+ "der Heber. dessen längerer Schenkel offen ist und in einem Totenzelte sich befindet.",
+ "aber ist unrein. Die Krümmung wird zwar bezüglich des Fasses und der Getränke als Verschluss betrachtet, nicht aber bezüglich des Hebers (כסף משנה). Wiewohl aber der Heber kein Behältnis hat, ist er dennoch verunreinigungsfähig, da, wenn man die eine Öffnung mit dem Finger verschliesst, die Flüssigkeit am andern Ende nicht ausläuft, wie beim Titros, oben 2, 6 (מי נפתוח). So nach Maim.s Erklärung, die zwar einfach ist, bei der man aber vielen Schwierigkeiten begegnet (vgl. מ״א). Nach ר״ש und A. handelt es sich in unserer Mischna um denselben Fall, wie in Edujot 1, 14, wo ebenfalls Bet-Hillel nachträglich sich zur Ansicht Bet-Schammai’s bekennen. Der Heber in unserer Mischna ist ein metallener Heber, der in einem mit צמיד פתיל versehenen irdenen Gefässe sich befindet. Die Geräte gehören einem Am ha-Arez, der die Reinheitsvorschriften nicht genau beobachtet. Da entschieden nun Bet-Schammai, dass ein irdenes Gerät mit צמיד פתיל bloss die Speisen und Getränke, aber nicht ein Metallgerät vor טומאה schützen kann. Die nähere Begründung vgl. in meinem Kommentar zu Edujot 1, 14.",
+ "Bet Hillel sagen: Auch der Heber ist rein. Bet Hillel haben ihre Ansicht (später. Es geschah dies nach Tosefta Oholot 5, 12 zu Zeit des R. Josua, vgl. Edujot 1, Note 124."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Kriechtier unterhalb des untersten Teiles eines Ofens. Oben 8, 3 Note 25—26.",
+ "so ist dieser rein. Selbst wenn das Tier noch feucht und die Annahme, dass es vor der Hinsetzung des Offene dort vergraben war, ausgeschlossen ist.",
+ "es ist lebend. Ein lebendes Kriechtier verunreinigt nicht.",
+ "hineingefallen. Und hat sich dort in den Boden eine Vertiefung gegraben.",
+ "Wenn eine Nadel oder ein Ring. Die unrein sind, wie in Note 1.",
+ "bevor der Ofen hingesetzt wurde. So dass sie niemals im Hohlraume des Ofens waren.",
+ "Finden sie sich in der Brennasche. Asche von dem im Ofen verbranntem Holze, eig. Asche der Brandstätte (מקלה).",
+ "so ist er unrein. Selbst wenn sie unterhalb des Ofenraumes gefunden worden sind.",
+ "weil da die Möglichkeit irgend einer anderen Annahme nicht vorhanden ist. Die unreinen Gegenstände müssen durch den Ofenraum hierhergekommen sein; die Möglichkeit, dass sie vor dem Ofen da waren, ist ausgeschlossen, da doch damals keine Asche an diesem Platze war. אין לו במה יתלה, wörtlich: er hat nichts, woran er es (das Vorhandensein des unreinen Gegenstandes an diesem Platze) hängen soll, welchem Umstande er es zuschreiben soll."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Schwamm. ספוג σπόγγος.",
+ "weil am Ende die Flüssigkeit herauskommen wird. Deshalb gilt es so, als wäre sie bereits herausgekommen. Unreine Flüssigkeit vermag nach einer rabbinischen Bestimmung Geräte zu verunreinigen, oben 8, Note 34.",
+ "Ebenso ein Stück Rübe. לפת, syr. ܠܰܦܬܳܐ, Rübe.",
+ "oder Schilf. גמי, das bibl. גמא, Papyrusschilf.",
+ "Simon erklärt ihn bei diesen beiden. Bei Rübe und Schilf. Nach יו״ב weil diese ihre eigene Flüssigkeit in sich haben, die mehr ist als die eingesogene unreine Flüssigkeit, vgl. Machschirin 4 Ende."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Nidda 62 b.",
+ "die man zu unreinen Flüssigkeiten gebraucht hat. So dass sie unreine Flüssigkeit eingesogen haben.",
+ "weil dann. Durch die Hitze.",
+ "Ebenso. Jerusch. Sabbat 4, 1.",
+ "ist es bei frischen. Die keine 12 Monate alt sind.",
+ "Öltrestern. גפת, arab. جغت, die Überreste von ausgepressten Oliven.",
+ "bei alten. Die 12 Monate alt sind.",
+ "aber ist er rein. Weil da gewöhnlich die Trestern schon vertrocknet sind.",
+ "so ist er. der Ofen, der mit ihnen geheizt wird, oder in dem sie, während er geheizt ist, sich befinden."
+ ],
+ [
+ "die in Reinheit bereitet waren. Sie sind von reinen Personen und durch reine Geräte ausgepresst worden.",
+ "und dann. Nach א״ר und יו״ב ist statt ואח״כ יצאו zu lesen ויצאו, d. h. dadurch, dass die unreinen Personen auf ihnen gegangen sind, ist die Flüssigkeit herausgekommen.",
+ "so sind sie. Sowohl die Trestern und Hülsen, als die Flüssigkeit.",
+ "rein. Erstere sind überhaupt nicht verunreinigungsfähig; die Flüssigkeit ist wieder nicht mit Absicht ausgepresst worden und wird nicht als משקה betrachtet, die Unreinheit annehmen kann.",
+ "weil sie anfangs in Reinheit bereitet waren. Wären sie aber Anfangs in Unreinheit ausgepresst worden, so würde die mit Absicht ausgepresste und dann wieder von den Trestern und Hülsen eingesogene Flüssigkeit unrein geworden sein und unrein bleiben, wenn sie auch später unwillkürlich ausgepresst wird, wie oben in Mischna 4.",
+ "Wenn in eine Spindelstange. כוש (syr. ܟܽܘܫܳܐ oder ܟܒܳܫܳܐ) die Stange der Spindel.",
+ "der Haken. צנורא L. und M. צנירה (arab. صنارة صنار) der Haken, der oben an der Spindelstange zum Festhalten des Fadens angebracht ist.",
+ "in einen Ochsenstecken. מלמד, Richter 3, 31,",
+ "der Stachel. דרבן. Sam. 13, 21, die eiserne Spitze, welche in das obere Ende des Ochsensteckens eingelassen wird.",
+ "oder in einen Ziegelstein ein Ring. Der Ring ist in den Lehm eingeknetet und der Ziegelstein mit ihm gebrannt worden.",
+ "gänzlich eingesunken ist. שבלעה, wörtlich: er hat den Ring verschlungen.",
+ "während sie. Die genannten Metallgeräte.",
+ "und sie. Die Geräte, während sie eingesunken sind.",
+ "so sind sie unrein. Sie gelten nur dann als בלוע (verschlungen), wenn sie von einem lebenden Wesen verschlungen sind, s. 8, 5, Note 37—38.",
+ "Bewegt sie. הסיט, s. Vorb. 22.",
+ "ein Flüssiger. זב, Lev. 15, 2.",
+ "unrein. Hierbei würde selbst ein mit anschliessendem Deckel ( צמיד פתיל) versehenes irdenes Gerät nicht vor der Verunreinigung schützen.",
+ "so verunreinigen sie ihn. Selbst wenn sie in einem irdenen Gefässe mit צמיד פתיל eingeschlossen wären, da dieses nicht das Hinausdringen der טומאה verhindern kann, s. oben 8, 6, Note 48.",
+ "Berührt sie. Die Spindelstange u. a., während der Haken u. a. darin eingesunken sind.",
+ "aber ein Brot von Teruma. Hebe, die doch selbst durch einen שני unrein werden kann; umsomehr gilt dies von profanem Brote, s. Vorb. 2.",
+ "so bleibt es rein. Selbst wenn die metallenen Geräte אב הטומאה geworden wären, wären die Stange, der Stecken und der Ziegelstein (welche die Hebe berührt haben) nicht unrein geworden, da diese Geräte nicht verunreinigungsfähig sind. Über den Grund vgl. Tos. Sabbat 17a. v. ועל."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Deckel. Aus Ton. Es ist ein siebartig gelöcherter Deckel, s. 8, 3 Note 18. Trotz der Löcher gilt der Ofen durch diesen Deckel als fest verschlossen, weil dieselben notwendig sind, um der Luft Einlass zu gewähren,",
+ "dass diese damit fest verschlossen ist. צמיד פתיל, Num. 19, 15. פתיל heisst der Deckel, der den Raum vollständig von ausserhalb absondert. Wenn man dann die Berührungsflächen des Gefässes (hier des Ofens) und des Deckels durch eine sich verhärtende weiche Masse (etwa durch Lehm) verstreicht, so dass der abschliessende Deckel mit dem Gefässe stofflich verbunden wird, so heisst dieser Verschluss צמיד פתיל, s. 10, 2.",
+ "und vom Ofen zum Deckel hin eine Spalte entsteht. Es hat der Ofen eine senkrechte Spalte, die bis an den Deckel reicht, so dass die Verstreichung ebenfalls gespalten ist.",
+ "so ist deren Mass. Das Mass der Spalte, wenn sie die Wirkung haben soll, dass der Deckel nicht als צמיד פתיל gilt und daher nicht vor Verunreinigung im Toten-Zelte schützen kann.",
+ "die Breite. Der Durchmesser, d. i. ⅓ Handbreite; so Bart. Nach Maim. ist hier das Mass des Umfangs gemeint, d. i. eine Handbreite, etwa 9 Zentimeter, vgl. 17, 8.",
+ "des Endes eines Rindersteckens. מרדע ist nach Lev. rabba c. 29 dasselbe wie מלמד in Mischna 6. Nach א״ר bezeichnet מרדע den Stecken mit dem Stachel zusammen. Der Ochsenstecken (מלמד) hatte am obern Ende einen Umfang von einer Handbreite. An diesem war der Stachel (דרבן) eingelassen. Dieses Ende hiess daher פי המרדע, der Mund des Steckens (vgl. Mischna 6: „Der Stecken, der den Stachel verschlang“). Das untere Ende des Steckens war wohl etwas dicker. An diesem war eine kleine Schaufel angebracht (חרחור genannt) in deren Öhr (קוף) das untere Ende des Ochsensteckens gesteckt wurde (vgl. 13, 8).",
+ "wenn es. Das Ende des Steckens, wenn dies auch so zugespitzt würde, dass nur der schmale Durchmesser des Umfangs von ⅓ טפח Länge und minimaler Dicke dieses Ende bildete.",
+ "auch nicht hineingeht. Die Länge der Spalte ist knapp ⅓ טפח, so dass ein Gegenstand, der eben so lang ist, nicht hineingeht.",
+ "Nur wenn es hineingeht. Die Spalte muss etwas grösser als ⅓ טפח sein, so dass ein ⅓ טפח langer Gegenstand hineingeht. Nach Maim. (Note 79) ist überall das Mass 1 טפח anstatt ⅓ טפח zu setzen; אינו נכנס, resp נכנס bedeutet dann bloss: knapp gemessen, resp. mit etwas Übermass.",
+ "so ist deren Mass die Breite. Der Durchmesser, d. i. ⅓ Handbreite; so Bart. Nach Maim. ist hier das Mass des Umfangs gemeint, d. i. eine Handbreite, etwa 9 Zentimeter, vgl. 17, 8.",
+ "so dass es. Das Ende des Steckens, wenn dies auch so zugespitzt würde, dass nur der schmale Durchmesser des Umfangs von ⅓ טפח Länge und minimaler Dicke dieses Ende bildete.",
+ "hineingeht. Nach den Weisen nimmt man es in diesem Falle, wo der Deckel eine Spalte hat, leichter; daher kann die Spalte etwas grösser sein.",
+ "Wenn es auch nicht hineingeht. R. Jehuda nimmt es in diesem Falle schwerer.",
+ "War sie. Die Spalte. Als Subjekt zu היה ist das Subst. סדק aus dem verb. נסדקה zu denken.",
+ "gerundet. Etwa in Form eines Kreisbogens.",
+ "betrachtet man sie nicht als länglich. Man denkt sich nicht den Kreisbogen als gerade Linie ausgezogen.",
+ "dass die Breite des Endes eines Rindersteckens hineingeht. Der Ausdruck ist unklar; denn in eine bogenförmige Spalte würde eine gerade Linie niemals hineingehen, sie würde bloss eine Tangente bilden. Vielleicht ist gemeint, dass die Länge der Sehne des Kreisbogens gemessen wird. Viele Erklärer verstehen unter עגול ein rundes Loch. Da aber gerade in ein rundes Loch der Ochsenstecken besser bineingeht, so korrigieren Einige (vgl. רא״ש): היה ארוך אין רואין אותו עגול. Allein unsere Mischna spricht bloss von einer Spalte (נסדק); erst die folgende Mischna handelt von ניקב."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Ofen an seinem Ange. Oben 8, 7, Note 55.",
+ "ein Loch bekommt. Man hatte das „Auge“ mit Lehm verstrichen, um den Ofen durch allseitigen Verschluss vor Verunreinigung zu schützen. Dann hat diese Verstreichung ein Loch bekommen.",
+ "dass eine brennende Spindelstange. Oben Nota 59. Diese Stange war gewöhnlich ein dünner Stab.",
+ "hinein- und hinausgeht. Nach מ״א ist zu übersetzen: „dass die Spindelstange hineingeht und brennend herauskommt“. Die Stange wird in den Ofen gesteckt und dort angezündet und kann durch das Loch noch brennend herausgezogen werden.",
+ "Eine nichtbrennende. Nach מ״א: „auch wenn sie nichtbrennend herauskommt“.",
+ "Ist das Loch an der Seite desselben. Des Auges; d. h. die Verstreichung hat ein Loch an der Wand des Auges (רא״ש) oder nach מ״א: die Wand des Auges selbst ist gelöchert, nicht die Verstreichung.",
+ "so ist dessen Mass. Das Mass der Spalte, wenn sie die Wirkung haben soll, dass der Deckel nicht als צמיד פתיל gilt und daher nicht vor Verunreinigung im Toten-Zelte schützen kann.",
+ "Jehuda. Die Controverse der Weisen und des R. Jehuda ist hier ebenso wie oben in Mischna 7, vgl. Note 84 und 85.",
+ "Eine brennende. Nach מ״א ist zu übersetzen: „dass die Spindelstange hineingeht und brennend herauskommt“. Die Stange wird in den Ofen gesteckt und dort angezündet und kann durch das Loch noch brennend herausgezogen werden.",
+ "Wenn in der Mitte. Der Verstreichung.",
+ "so braucht sie nicht hineinzugehen. D. h. knapp so gross, wie oben Note 82. In keinem Falle aber ist es nötig, dass die Stange brennend hinein- und hinausgeht.",
+ "wo das Mass ist die Dicke des zweiten Knotens. מיצה (von arab. موص, Stroh) der Strohalm. מיצה שנייה, der Halm vom ersten bis zum zweiten Knoten, von der Wurzel an gerechnet.",
+ "am Roggen-Halm. שיפון, nach Raschi und A. Roggen, vgl. Pesachim 2, 5.",
+ "ist es. Das Loch.",
+ "in der Mitte. Des Spundes.",
+ "Ebenso hat er auch beim Loche der grossen Kannen. Oben 2, 2. Gemeint sind die Spunde der grossen Kannen, die man mit Lehm verstrichen hat.",
+ "ist es. Das Loch.",
+ "in der Mitte. Des Spundes.",
+ "Wenn sie. Die Fässer und die Kannen.",
+ "zu Wein gemacht sind. Da ist das Loch gewiss gegen seinen Willen entstanden, weil der Wein dadurch verdirbt; daher ist nur bei einem grösseren Loche der צמיד פתיל als zerstört zu betrachten.",
+ "so sind sie bei noch so kleiner. Nach Maim. jedoch wenigstens so gross, dass Flüssigkeit eindringen kann.",
+ "Öffnung. Im Spunde.",
+ "verunreinigungsfähig. Im Totenzelte. Der צמיד פתיל kann sie nicht mehr schützen.",
+ "wenn die Öffnungen. In der Verstreichung.",
+ "nicht durch Menschenhände gemacht sind. Man hat die Öffnung nicht absichtlich gemacht.",
+ "so sind sie bei noch so kleiner Öffnung verunreinigungsfähig. Diese Unterscheidung zwischen absichtlich gemachten und ohne Absicht entstandenen Öffnungen gilt nur für die Verstreichung; dagegen kommt es bei Löchern im Gefässe selbst bloss auf das gesetzliche Mass an, einerlei ob jene mit oder ohne Absicht entstanden sind.",
+ "Sind die Gefässe gelöchert. Nur ein ganzes irdenes Gefäss kann, mit einem צמיד פתיל versehen, vor der Unreinheit des Toten-Zeltes schützen. Wenn daher das Gefäss derart gelöchert ist, dass es nach 3, 1 als zerbrochen gilt und rein wird, kann es nicht mehr schützen.",
+ "das Oliven-Mass. Vgl. 3, 1.",
+ "dass nämlich hinsichtlich des fest anschliessenden Deckels. D. h. hinsichtlich der Vorschrift, dass ein irdenes Gefäss mit fest anschliessendem Deckel Schutz vor der Totenzelt Unreinheit gewährt.",
+ "das Mass des Eindringens von Flüssigkeit genügt. Eine solche kleine Öffnung bewirkt, dass das Gefäss keinen Schutz mehr gewährt, es sei denn, dass man diese Öffnung verschmiert. Manche Beschädigungen bewirken, dass selbst ein Verstreichen derselben dem Gefässe nicht den Charakter eines ganzen Gefässes verleiht, vgl. hierüber Sabbat 96 a, Tosafot v. ולענין."
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+ "Folgende Gefässe schützen. Wenn sie im Toten-Zelte verschlossen stehen, schützen sie sich selbst und alles, was in ihnen sich befindet, vor Verunreinigung.",
+ "mittelst des fest anschliessenden Deckels. Vgl. 9, Note 76.",
+ "Gefässe aus Rindermist. Mit Erde gemischt, Maim.",
+ "Erde. Diese drei Arten können keine Unreinheit annehmen, Vorb. 15.",
+ "Gefässe aus Ton. Diese und die folgende Art können zwar Unreinheit annehmen, jedoch nur von innen, aber nicht von der Aussenseite, Vorb. 26. Daher genügt es, wenn das Innere fest abgeschlossen ist.",
+ "und Nether-Gefässe. Vgl. 2, Note 7.",
+ "Knochen und Haut von Seetieren. Überhaupt von allen Wassertieren; diese nehmen keine Unreinheit an, 17, 13. Auch Geräte aus Vogelknochen nehmen keine Unreiheit an; doch gibt es hierin Ausnahmen, vgl. 17, 14.",
+ "und die rein bleibenden. Die nicht verunreinigungsfähigen.",
+ "hölzernen Geräte. Diejenigen nämlich, die so gross sind, dass sie vierzig Seah Flüssiges fassen können, s. 15, 1",
+ "wenn der Deckel oben. Wörtlich: An ihrer Mündung.",
+ "als wenn er an der Seite. Sie haben an der Seite ein Loch bekommen, das man mit צמיד פתיל verschlossen hat.",
+ "Sind sie auf die Öffnung umgestülpt. Und man befestigt die Öffnung an die Erde durch Lehm u. dgl.",
+ "so schützen sie. Vor Verunreinigung, wenn sie sich im Toten-Zelte befinden.",
+ "was unter ihnen liegt. Sei es in ihrem innern Raume, sei es senkrecht unter ihnen in der Erde vergraben.",
+ "bis zum Tehom. Bis zum Abgrund, d. h. bis in die tiefsten Tiefen hinab. Wäre das Gefäss nicht über dem Boden gestülpt, so wären alle im Toten-Zelte noch so tief vergrabenen Gegenstände unrein, Oholot 15, 5. — Nach Maim. schützt ein umgestülptes Gefäss nicht als צמיד פתיל, sondern als „Zelt“; denn wenn ein Zelt in einem anderen Zelte steht, so ist, wenn das äussere Zelt unrein geworden, das innere Zelt nicht unrein. Dies gilt aber nicht von einem irdenen Gefässe; dieses wird auch als „Zelt“ unrein und schützt nicht (Sifra Schemini VII, 1). Unser Satz היו כפויים וכו׳ spricht daher nur von den andern in der Mischna genannten Gefässen, nicht von den irdenen; ferner handelt es sich hier um eine Umstülpung ohne Verstreichung.",
+ "Elieser erklärt es. Was unter dem umgestülpten Gefässe sich befindet.",
+ "für unrein. Im Toten-Zelte. Es gilt nicht als צמיד פתיל, denn nur wenn der Deckel auf dem Gefässe liegt, schützt er (vgl. Sifre Num. 126). Nach Maim. meint R. Elieser, das umgestülpte Gefäss kann nicht als „Zelt“ schützen.",
+ "Sie. Alle oben genannten Gefässe mit צמיד פתיל.",
+ "dass irdene Gefässe. Die mit צמיד פתיל versehen sind.",
+ "Getränke und irdene Gefässe schützen können. Ausführliches über diese Bestimmung in Edujot 1, 14; vgl. auch oben 9, 2. —"
+ ],
+ [
+ "Womit kann man fest anschliessend machen. Dass es die Wirkung hat, im Toten-Zelte vor der Unreinheit zu schützen.",
+ "Gips. גפסים gr. γύψος, Gips.",
+ "Lehm. טיט, Schlamm, Lehm zur Bereitung von Ziegeln.",
+ "Kot. צואה, Exkremente.",
+ "Mauer-Lehm. And. LA. חֵמָר. S. oben 3, 7 und א״ר das.",
+ "Töpferton. Nach Andern: zerstossene Scherbe, die mit Wasser wieder zu Lehm geknetet wird.",
+ "Man kann nicht fest anschliessend machen mit Zinn. בעץ chald., hebr. בדיל.",
+ "oder Blei. Sonst אבר = עפרת.",
+ "aber nicht fest anschliessend. Vgl. 9, Note 76.",
+ "Man soll ferner nicht fest anschliessend machen. Nach Maim. ist dies als Verbot, nach רא״ש dagegen bloss als ein guter Rat (עצת טובה) zu fassen.",
+ "der mit Fruchtsaft. Der nicht zu den 7 Arten von Flüssigkeiten gehört, die für die Unreinheit empfänglich machen, s. Vorb. 17.",
+ "damit man es. Was im Gefäss liegt.",
+ "nicht zur Verunreinigung bringe. Es könnte eine von den 7 Flüssigkeiten auf die Verstreichung kommen, so dass sie für die טומאה empfänglich und sofort im Toten-Zelte unrein wird, und da eine unreine Sache vor Verunreinigung nicht schützt, so würde alles im Gefässe Verschlossene unrein werden. Nach Maim. hält es unsere Mischna für verboten, in Palästina selbst für חולין die Verunreinigung herbeizuführen; doch hat die spätere Mischna (משנה אחרונה) dies erlaubt, vgl. Aboda sara 4, 9 Note 43.",
+ "so schützt es. Solange die Verstreichung nicht mit einer der 7 Flüssigkeiten benetzt worden ist."
+ ],
+ [
+ "der lose geworden ist. Eig.: der erschüttert ist, von חלחל, erschüttern (Esther 4, 4).",
+ "aber nicht abgeht. Er fällt nicht hinaus, wenn man das Fass umbiegt. Nach ראב״ד (zu טומאת מת 22, 9) heisst מחולחלת hohl, und es handelt sich hier um einen hohlen überfassenden Deckel, in den die obere schmale Mündung des Fasses (Kruges) so fest hineingeht, dass der Deckel beim Umbiegen des Kruges nicht abfällt (אינה נשמטת). Dies heisst nach R. Jehuda ein צמיד פתיל, auch wenn es nicht verstrichen ist.",
+ "Er schützt nicht. Weil der Spund lose ist; nach ראב״ד, weil der Deckel nicht verstrichen ist.",
+ "Geht dessen Griffhöhlung. Eine Vertiefung oben im Spunde, in welche man den Finger steckte (daher בית אצבע), wenn man den Spund vom Fasse herausziehen wollte.",
+ "wenn ein Kriechtier in derselben. In der Griffhöhlung.",
+ "das Fass unrein. Wie wenn der Raum der Höhlung mit dem innern Raum des Fasses verbunden wäre. Es ist der Raum der Höhlung nicht als תוך תוכו (8, Note 13) zu betrachten, da der Spund wie ein Teil des Fasses angesehen wird (Bart.). Auch gilt der Spund nicht als Gerät, um wegen תוך תוכו zu schützen (8, 3)."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Ball. כדור, (wahrsch. Jes. 22, 18; 29, 3) ein Ball.",
+ "oder einen Knäuel. פקעת (vgl. פקעים, 1. Kön. 6, 18; 7, 24), ein Knäuel.",
+ "von Schilf. של גמי bezieht sich auch auf כדור (א״ר), s. 9, Note 43. Feuchtes Schilf ist zu einer runden Kugel oder zu einem Knäuel gewickelt.",
+ "auf die Fassöffnung getan und bloss an den Seiten verstrichen hat. Statt אם מרח ist zu lesen ומרח (L u. א״ר) oder מרח (M).",
+ "so schützt es nicht. Da der Ball und der Knäuel hohl und vielfach gelöchert ist (יו״ב).",
+ "sondern man muss darüber und darunter. Nach יו״ב ,א״ר und מ״א: entweder darüber oder darunter, so dass alle Löcher im Knäuel vollständig verstrichen sind. רא״ש liest מלמטן למעלן (ebenso L), er muss verstreichen von unten (d. h. vom Rande des Fasses an) bis nach oben über den ganzen Ball, soviel davon ausserhalb des Fasses liegt.",
+ "Eben dasselbe gilt von einem Stück. מטלית (von טלא flicken) ein Fleck, ein kleines Stück. Es darf nicht so gross sein, dass es verunreinigungsfähig ist, vgl. 27, 2.",
+ "Zeug. Auch dieses muss ganz verstrichen werden, weil es auch gelöchert ist.",
+ "Ist es aber ein Stück Papier. ניר Papier aus Papyrusstauden.",
+ "und man bindet eine Schnur. משיחה (vom chald. משח, messen) Messschnur, Schnur.",
+ "darum. Die Fässer hatten an der Mündung einen nach aussen gebogenen Rand, wodurch es möglich war, ein über die Mündung gespanntes Stück Papier oder Leder durch eine Schnur am Fasse zu befestigen.",
+ "wenn man bloss an den Seiten verstreicht. Man braucht nicht oben zu verstreichen, da Papier und Leder nicht gelöchert sind."
+ ],
+ [
+ "Fasse sich Scherben losgelöst haben. Wörtlich: Es ist abgeschält worden, es sind einzelne Scherben vom Pech abgesprungen.",
+ "dessen Pech aber noch dort. Wo die Scherben sich losgelöst haben.",
+ "steht. So dass das Loch durch das Pech verklebt ist. Dieser Fall ist demnach ähnlich dem am Anfang der folgenden Mischna, wo ein gelöchertes Fass durch Hefen verstopft wird. In der Tat stellt die Tosefta (I 7, 8) diese beiden Fälle zusammen. Es heisst das.:
„Nach R. Jehuda schützt ein צמיר פתיל nicht von innen, nach den Weisen schützt es. Z. B. wenn ein Fass gelöchert ist und Hefen es verstopfen, so schützt dies nach R. Jehuda nicht, wohl aber nach den Weisen. Wenn von einem Fasse Scherben sich abgelöst haben und die Verpichung ist noch ganz, so schützt dies nicht nach R. Jehuda, wohl aber nach den Weisen.“ Diese Tosefta gibt den authentischen Kommentar zu unserer Mischna.",
+ "oder wenn man Salzbrühe. מוריים = muries, Salzbrühe, worin Thunfische und andere Fische eingemacht wurden.",
+ "Krüge. קבותים (die Tosefta כפותין) vom gr. ϰιβωτός, wohl ein Behälter zum Einmachen der Fische.",
+ "am Rande. Der nach aussen gebogen ist.",
+ "vergipst. Lies: שגפסן. גפם, ein verb. gebildet aus dem subst. גפסיס.",
+ "hat. Der Gips ist im Innern des Behälters verstrichen, aber der Rand liegt frei. So heisst es in der Tosefta (I 7, 7): של מורייס שגפסן עם השפה ושפתותיהן נראין כפותין Muries-Behälter, die man am Rande vergipst hat, deren Ränder aber sichtbar sind.",
+ "Es schützt nicht. In beiden Fällen, weil der Verschluss im Innern und nicht oben auf dem Gefässe (צמיד פתיל עליו) ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn. B. kamma 105 a.—",
+ "so schützen sie es. Das ist nach der Ansicht der Weisen in der vorigen Mischna, wie ja in der oben Note 54 angeführten Tosefta R. Jehuda ausdrücklich dagegen entscheidet.",
+ "wenn man sie an den Seiten. Oben auf der Rebe bedarf es keiner Verstreichung.",
+ "Waren es zwei Reben. Mit denen man das Fass verstopft hat.",
+ "Wenn man ein Brett. Dies ist als flaches hölzernes Gerät nicht verunreinigungsfähig.",
+ "Hat man sie mittelst Zapfen. סן od. סין, nach Maim. ein Zapfen, verw. mit שֵֹן. Am Anfang der Baraita von מלאכת המשכן wird gesagt, dass je zwei nebeneinander stehende Bretter der Stiftshütte durch סינין mit einander verbunden waren; dies wird aus Exod. 26, 17 gefolgert.",
+ "oder Fugen. שוגמין oder שיגמין (viell. von شمج, zusammennähen) Fugen oder Falzen. Das verb. שגס wird vom Zusammenfügen der Bretter gebraucht, 22, 10. In Erubin 101a heisst גשמא nach Raschi „ein verbindender Riegel“. Nach Maim. sind שיגמין Korkstücke (von שעם, Kork).",
+ "so braucht man dazwischen. Eig. „in der Mitte“. Es steht hier nicht, wie oben (בין נסר לחברו), da die Bretter so zusammengefügt sind, dass kein Zwischenraum zwischen einem Brett und dem anderen vorhanden ist."
+ ],
+ [
+ "Steht ein alter Ofen. D. i. ein Ofen, der nach der Bestimmung in 5, 1 geheizt worden. Ein solcher gilt als Gefäss und kann nur durch צמיד פתיל vor der Totenzelt-Unreinheit geschützt werden, Oholot 12, 1. —",
+ "in einem neuen. Der noch nicht geheizt worden. Ein solcher ist kein Gerät, kann daher als Zelt im Totenzelte schützen und bedarf keines צמיד פתיל, Oholot das.",
+ "und ein Deckel. S. 9, 7. Der Deckel ist nicht mit Lehm verstrichen, ist also kein צמיד פתיל.",
+ "liegt auf der Öffnung des alten. רא״ש u. A. lesen ע״פ החדש, vgl. תוי״ט und מ״א.",
+ "dass durch Wegnehmen des alten der Deckel herunterfiele. Indem der Deckel nicht breit genug ist, um den Rand des neuen Ofens zu bedecken.",
+ "so ist. Wenn die Öfen im Totenzelte stehen.",
+ "alles. Was sich in beiden Öfen befindet, und auch der alte Ofen.",
+ "unrein. Der alte Ofen kann nicht schützen, weil er kein צמיד פתיל hat; der neue wieder kann nicht als Zelt schützen, weil der Deckel nicht durch ihn, sondern durch den alten Ofen gestützt ist.",
+ "ist aber dies nicht der Fall. Vielmehr ist der Deckel breit genug, dass derselbe beim Wegnehmen des alten durch den neuen Ofen gestützt bliebe.",
+ "so ist alles. Was sich in beiden Öfen befindet, und auch der alte Ofen.",
+ "rein. Indem der neue Ofen als Zelt alles schützt.",
+ "wenn zwischen dem neuen. Dem oberen Rand des neuen Ofens.",
+ "und dem Deckel kein Zwischenraum. Wörtl.: Öffnung.",
+ "alles im neuen Befindliche rein. Es wird so betrachtet, als wenn der Deckel auf dem neuen Ofen läge, wodurch dieser ein schützendes Zelt wird."
+ ],
+ [
+ "Wenn mehrere Tiegel. לפס = λοπάς. Es sind irdene Gefässe.",
+ "ineinander stehen und ihre Ränder oben gleich sind. Es ragt nicht ein Rand über dem andern hervor.",
+ "falls sich ein Kriechtier im obersten. Das ist der innerste, der auf allen anderen liegt.",
+ "oder untersten. Der äusserste.",
+ "dieser eine. In dem das שרץ sich befindet.",
+ "unrein. Nebst den darin befindlichen Speisen und Getränken.",
+ "und alle andern. Die Tiegel nebst dem darin Befindlichen.",
+ "rein. Nach den Bestimmungen über תוך תוכו in 8, 2, Note 13 und 14, vgl. das.",
+ "Sind sie. Alle Tiegel.",
+ "dass Flüssigkeit eindringen kann. Die Tiegel dienen für Speisen und Getränke zugleich und verlieren daher durch ein solches Loch die Eigenschaft eines vor Unreinheit schützenden Gefässes. vgl. 8, 2, Note 16 und 17.—",
+ "Ist ein Kriechtier im obersten. Das ist der innerste, der auf allen anderen liegt.",
+ "so sind alle unrein. Denn hinsichtlich der Verunreinigung des Gefässes gilt das Olivenmass nach 3, 1, so dass das Gefäss trotz des kleinen Loches noch unrein werden kann. Dagegen gelten die so gelöcherten Gefässe nicht als כלים, um nach den Bestimmungen von תוך תוכו vor Unreinheit zu schützen, vgl. א״ר.",
+ "ist es im untersten. Der äusserste.",
+ "so ist dieser unrein. Denn nur ein כזית-Loch könnte es rein machen (3, 1).",
+ "und alle andern. Nur die Gefässe, aber nicht die etwa darin befindlichen Speisen und Getränke.",
+ "rein. Denn gelten sie trotz des Loches als כלים, so sind sie als תוך תוכו geschützt; gelten sie wieder nicht als כלים, so sind sie überhaupt nicht verunreinigungsfähig. Doch sind bei letzterer Annahme die in diesen befindlichen Speisen und Getränke unrein, wie wenn sie im Raume des äussersten Gefässes wären.",
+ "Befindet sich. Dieser und der folgende Satz handeln wieder von Tiegeln, die ganz und nicht gelöchert sind.",
+ "ein Kriechtier im obersten. Das ist der innerste, der auf allen anderen liegt.",
+ "während der unterste. Der äusserste.",
+ "überragend. Höher als die andern.",
+ "so ist jener. Der innerste.",
+ "und der unterste. Der äusserste.",
+ "unrein. Denn sobald der Rand des äussersten alle Gefässe überragt, ist das im innersten befindliche שרץ wie im Raum des äussersten liegend zu betrachten, 8 Note 13. Die mittlern Tiegel jedoch sind rein, denn ein irdenes Gerät kann vom unreinen Raume eines andern irdenen Gerätes nicht verunreinigt werden, 8, 4, Note 32. —",
+ "In diesem Falle. Nur in diesem letzteren Falle gilt die folgende Bestimmung, dass die Feuchtigkeit dem Gefässe Unreinheit verursacht, nicht aber in dem unmittelbar vorhergehenden, wo von gelöcherten Gefässen ככונס משקה gesprochen wird. Da gilt der Satz: „ist ein Kriechtier im untersten, so ist dieser unrein und alle anderen rein“ auch dann, wenn die anderen von Flüssigkeit benetzt sind. Sie können nicht durch die Flüssigkeit unrein werden. Denn gelten die anderen Gefässe trotz des kleinen Loches als ganz, dann wird die in denselben befindliche Flüssigkeit selbst nicht unrein, sie wird vom Gefässe (als תוך תוכו) geschützt; um so weniger kann das Gefäss durch die Flüssigkeit unrein werden. Gelten die gelöcherten Gefässe aber als zerbrochen, so können sie überhaupt nicht unrein werden. — Deshalb muss hier die Fallbestimmung בעליונה והתחתונה עודפת wiederholt werden, damit man nicht den Satz כל שיש בה משקה טופח auf alle vorhergehenden Fälle beziehe, vgl. ausführliches in א״ר. — Indessen lesen L, N. und and. העליונה statt בעליונה. Die Erklärung dieser LA. vgl. in מ״א und תא״ש.",
+ "während der unterste. Der äusserste.",
+ "überragend. Höher als die andern.",
+ "unrein. S. 8, 4, Note 34."
+ ]
+ ],
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+ "wie die mit einem Behälter versehenen verunreinigungsfähig. Im Gegensatz zu den Geräten von Holz u. s. w., von denen die flachen rein sind, nach 2, 1.",
+ "so werden sie rein. S. 2, 1, Note 5.",
+ "so kehren sie wieder in ihre alte Unreinheit zurück. Nach rabbinischer Bestimmung; und zwar hat dies Simon ben Schetach angeordnet. Es werden in Sabbat 16 b verschiedene Gründe dafür angegeben.",
+ "Simon ben Gamliel sagt. Diesen Satz zitiert Tosafot Sabbat 16 b v. הניחא als Tosefta, wo er in der Tat II, 1, 1 sich findet. Er scheint ihnen also in der Mischna nicht vorgelegen zu haben.",
+ "sondern nur für die Toten-Unreinheit. Die eine sieben Tage währende Zeit bis zum Reinwerden bedürfen (Num. 19, 19). Da man also oft nicht so lange warten will, so wird man lieber die Metallgeräte löchern und dann wieder herstellen, um sie sofort rein zu haben. Dadurch würde die Thora-Vorschrift von der Reinigung durch Entsündigungswasser (מי חטאת, Num. 19, 9) in Vergessenheit geraten."
+ ],
+ [
+ "das einen Namen für sich allein hat. Ausgeschlossen sind solche, die als Teile anderer Geräte bezeichnet werden (רא״ש).",
+ "ist verunreinigungsfähig. Auch wenn es kein Behältnis hat; die mit einem Behältnis versehenen sind auch als Teile eines andern Gerätes verunreinigungsfähig.",
+ "der Riegel. Der Querriegel, Maim.",
+ "das Schloss. Hohel. 5, 5.",
+ "die Pfanne. L. u. M פותה (1. Kön. 7, 50), eine becherförmige Vertiefung aus Eisen, die in die Ober- und Unterschwelle eingelassen wurde.",
+ "die Türangel. Spr. 26, 14; die Türe hatte oben und unten je einen Zapfen, mittelst deren sie sich in der Pfanne (Angelmutter) hin und her drehte.",
+ "der Klopfer. קורא. Nach יו״ב und תא״ש ein an der Türe befestigter Klopfer, womit man jemand zum Öffnen der Türe herbeirief; doch haben die alten Ausgg. הקורה. Vgl. sogen. Raschi zu Moëd katan 11a.",
+ "und die Rinne. צנור Ps. 42, 8; 2. Sam. 5, 8, eine Wasserröhre (Maim. u. A.). Nach R. Hai ist hier die צינורא דדשא (Berachot 18 b) gemeint, ein Metallrohr, das in das Loch der untern Türschwelle eingelassen war, ähnlich wie die פותח (Note 10), nur dass es unten keinen Boden hatte (יו״ב).",
+ "weil sie zur Befestigung an die Erde bestimmt sind. Deshalb nehmen sie auch vor ihrer Befestigung am Boden keine Unreinheit an."
+ ],
+ [
+ "Wenn man Geräte macht aus Roheisen. עשת, Ez. 27, 19, nach Maim. rohes Eisen, wie es vom Schacht kommt.",
+ "aus Eisenklumpen. חררה, ein Kuchen; daher etwas Rundes, ein Eisenklumpen, der aus dem geschmolzenen Eisen gemacht wird. Nach א״ר ist חררה ein Klumpen, wie er aus dem Schacht kommt, und עשת ein neues Stück Eisen.",
+ "aus dem Reifen eines Rades. Eines hölzernen Rades, das mit einem eisernen Reifen beschlagen ist.",
+ "aus Platten. טס, ein dünnes Blech, vgl. Targ. O. zu Num. 17, 3.",
+ "aus Rändern. אוגן, and. LA. הוגן, der Rand, der das Gefäss umringt, nach R. Hai Metath. von חנג (חינגין, Reigentanz).",
+ "aus Abfällen. שחולת (von שחל, abfallen, Hif. השחיל, abwerfen), die Abfälle.",
+ "oder aus Feilspänen. גרורות (von גרד, abkratzen, abschaben), das Abgefeilte. M und L: גרודת.",
+ "so sind sie rein. Bei diesem Material steht nicht zu befürchten, dass es von einem unreinen Geräte herrührt und dass jetzt, wenn daraus ein neues Gefäss gemacht wird, die alte Unreinheit wiederkehrt, da diese Materialien teils noch keine Gefässe waren, teils von unvollendeten Gefässen kommen, die nicht verunreinigungsfähig sind.",
+ "Auch von zerschnittenen Gefässen. קצוצות, L und M: קצוצת, zerschnittene Gefässe. Bei den ganz in Stücke zerschnittenen Gefässen hat man die Bestimmung der Wiederkehr der früheren Unreinheit nicht angeordnet.",
+ "aus altem Gerümpel. גרוטים, and. LA. גרוטות; L. u. M גרוטי, gr. γρύτη Gerümpel.",
+ "dass sie aus Gefässen. Wiewohl man nicht weiss, ob dies reine oder unreine Gefässe waren.",
+ "so sind sie unrein. Vielleicht kommt das Material von unreinen Gefässen, und bei den neuen Gefässen kehrt die alte Unreinheit wieder.",
+ "Gefässe aus Nägeln (schlechthin. Von denen nicht bekannt ist, ob sie aus Gefässen oder aus rohem Eisen gemacht sind.",
+ "sind nach Bet-Schammai unrein. Damit man nicht dazu komme, auch die Gefässe aus Nägeln, die von Gefässen herrühren, für rein zu erklären.",
+ "nach Bet-Hillel rein. Nach Bet Hillel hat man keine solche Vorbeugungsbestimmung getroffen."
+ ],
+ [
+ "Hat man unreines Eisen. Eisen, das von einem unreinen Gefässe herrührt.",
+ "mit reinem Eisen gemischt. Man hat es zusammen eingeschmolzen und daraus ein neues Gerät gemacht.",
+ "unrein. Es kehrt die alte Unreinheit wieder.",
+ "wenn man aus Zement. חלמא, L u. M חלמה, nach den Erklärern ein stark klebriger Lehm.",
+ "und Mist. Die man zusammengemischt und gebrannt hat.",
+ "ein Gerät gemacht. Ist das Meiste vom Lehm, dann gilt es als irdenes Gerät und ist verunreinigungsfähig; ist aber das Meiste von den Exkrementen, so kann es keine Unreinheit annehmen, Vorb. 15.",
+ "Der Metall-Riegel. קלוסטרא (claustrum) ist ein Vertikal-Riegel, dessen Spitze die Form eines Apfels hatte und den man mitunter auch als Stössel zum Stossen des Gewürzes gebrauchte In Erubin 10, 10 wird dieser Knopf am obern Ende גלוסטרא (קלוסטרא) genannt.",
+ "ist unrein. Er ist verunreinigungsfähig und ist unrein, wenn er aus unreinem Eisen gemacht ist (Bart.). Obgleich der Riegel an die Erde befestigt wird, so ist er dennoch verunreinigungsfähig, weil er auch als Stössel gebraucht wird.",
+ "überzogene. Der hölzerne Riegel, der bloss mit Metall überzogen ist.",
+ "ist rein. Da das Gerät selbst von Holz ist, kann es als flaches hölzernes Gerät trotz des metallenen Überzugs keine Unreinheit annehmen, nach Mischna Chagiga, Ende.",
+ "Die Zapfen. הפין ist nach R. Hai als Mehrzahl zu fassen und ist dasselbe, wie weiter 13, 6, wo die meisten Kommentare חפין lesen. Die Einz. davon (חף) ist in Sabb. 8, 6, zu finden. Es sind Zähne oder Zapfen, die in die Löcher des Querriegels hineingeschoben waren und denselben an dem Türpfosten festhielten. Da R. Hai und Maim. הפין mit ريش übersetzen, das „Feder“ bedeutet, so könnte man הפין auch mit penna zusammenstellen.",
+ "und der Querriegel. הפורנה (R. Hai: הפרנא) wird von Maim. mit القغل (Querriegel) übersetzt. Eine Etymologie ist noch nicht gefunden (vielleicht von περόνη, eine Nadel zum Feststecken). תוס׳ חדשים und יו׳׳ב fassen הפין והפורנא als ein Vorhängeschloss. הפין ist der Bügel und הפורנה der Bauch des Hängeschlosses.",
+ "sind unrein. Sie sind verunreinigungsfähig.",
+ "Den Riegel. Den Vertikal-Riegel.",
+ "Josua am Sabbat von einer Türe fortziehen und an eine andere. Daneben befindliche Türe im Hause.",
+ "hängen. Aber in den Hof hinaus darf man den Riegel nicht tragen, falls man keinen Erub gemacht und die Geräte des Hauses nicht in den Hof hinaustragen darf, vgl. Baneth, Einleitung zu Erubin.",
+ "Er ist wie alle andern Geräte. Wie ein im Hofe befindliches Gerät, da der Raum zwischen den Türpfosten, wo der Riegel gewöhnlich hängt, als zum Hofe gehörig betrachtet wird.",
+ "zu betrachten und darf im Hofe fortbewegt werden. Denn die Geräte des Hofes dürfen im Hofe hin und her getragen werden, vgl. Sabbat 124a."
+ ],
+ [
+ "Der Skorpion. Ein skorpionförmiges Eisen, das als Gebiss dem Tiere in den Mund getan wird.",
+ "der Halfter. פרומביא φορβειά.",
+ "ist unrein. Es ist ein Gerät, das der Mensch gebraucht, um das Tier zu lenken",
+ "Die Bleche an den Kinnbacken. Die buntbemalt sind und als Schmuck des Tieres gelten.",
+ "sind rein. Denn Tierschmuck-Gegenstände sind rein, 12, 1.",
+ "Elieser erklärt die Bleche für verunreinigungsfähig. Weil sie dazu bestimmt sind, mit dem עקרב, der verunreinigungsfähig ist, verbunden zu werden.",
+ "Nur der Skorpion ist unrein. In dieser Beziehung entscheiden die Weisen so wie der erste Tanna; doch fügen sie folgenden Satz noch hinzu.",
+ "ist alles unrein. Nach dem ersten Tanna sind die Bleche auch in diesem Falle rein (תוס׳ חדשים). Nach Anderen ist zwischen den Weisen und dem ersten Tanna keinerlei Differenz, vgl. Tos. Menachot 12a v. וחכמים."
+ ],
+ [
+ "Ein metallener Wirtel. Der Ring oder der Knopf am unteren Ende der Spindel, der diese beschwert und den gleichförmigen Umschwung befördert (Nuss der Spindel).",
+ "die Weisen aber erklären ihn für rein. Weil dieser Wirtel keinen Namen für sich allein hat (Mischna 2), sondern nur als Teil der Spindelstange (כוש 9, 6 Note 59) bezeichnet wird.",
+ "überzogene. Der hölzerne Wirtel, der mit Metall überzogen ist.",
+ "ist rein. Da das Gerät selbst von Holz ist, kann es als flaches hölzernes Gerät trotz des metallenen Überzugs keine Unreinheit annehmen, nach Mischna Chagiga, Ende.",
+ "Die Stange. Oben 9, 6, Note 59.",
+ "der Wocken. Auch Rocken, Spinnrocken genannt, ein Stab, um den der Flachs, den man spinnt, gewickelt wird.",
+ "der Stecken. Aus Metall.",
+ "die Doppelflöte. סימפוניה, συμφωνία (Dan. 3, 5). —",
+ "so sind sie rein. Da das Gerät selbst von Holz ist, kann es als flaches hölzernes Gerät trotz des metallenen Überzugs keine Unreinheit annehmen, nach Mischna Chagiga, Ende.",
+ "Wenn die Doppelflöte mit einem Behälter für Flügel. Flügelartige Gefässe, die einen schönen Klang hervorbringen.",
+ "so ist sie in beiden Fällen verunreinigungsfähig. Der hölzerne Behälter, der mit dem Spielinstrument verbunden ist, macht das ganze Gerät verunreinigungsfähig."
+ ],
+ [
+ "Ein rundes Horn. Eine Trompete, die aus mehreren Gliedern zusammengesetzt und zerlegbar ist. Das runde Horn bedarf zu seiner Zusammensetzung eines Sachverständigen (אומן), während das gerade von jedem zusammengesetzt werden kann (Sabbat 47 a).",
+ "ist verunreinigungsfähig. Weil es ein Behältnis hat.",
+ "ein gerades ist rein. Weil es kein Behältnis hat. Horngeräte sind, ebenso wie Holzgeräte, ohne Behälter nicht verunreinigungsfähig (2, 1, Note 1).",
+ "ist sein Mundstück. מצופית (von צפן, beengt sein) die enge Seite, auf welcher geblasen wird (Abot 5, 5, Note 22).",
+ "so ist es. Das Mundstück.",
+ "Den unteren Ansatz. Die breite Seite, wenn sie aus Metall ist. קב, von קבב höhlen, die Höhlung. And. L. A. קו (viell. der Klang, nach Ps. 19, 5) die Seite, aus der der Klang ertönt.",
+ "die Weisen aber für rein. Weil dieser keinen Namen für sich allein hat, wie oben Note 56. —",
+ "Wenn sie. Alle Stücke, das Horn mit dem untern Ansatz und dem Mundstück.",
+ "ist alles verunreinigungsfähig. Wegen des Mundstückes, vgl. 12, 2 Ende.",
+ "Die Röhren. Die Seitenarme.",
+ "des Leuchters sind rein. Weil sie keinen Namen für sich allein haben.",
+ "der Aufsatz. In welchen der mittlere Ölbehälter gesetzt wird. פרח (Blumenkelch) wird er wegen seiner Verzierungen genannt.",
+ "und die Basis sind verunreinigungsfähig. Beide zusammen (welche die mittlere Lampe tragen), obgleich die Seitenarme woggenommen sind (מ״א).",
+ "ist alles verunreinigungsfähig. Auch die Seitenarme,"
+ ],
+ [
+ "Der Helm. קסדא = cassis-idis. ein Helm.",
+ "die Wangen-Schienen. Eherne Bleche, mit denen die Krieger ihre Wangen schützen.",
+ "aber sind rein. Weil sie keinen Namen für sich allein haben.",
+ "Ist jedoch an diesen ein Behältnis Wasser aufzunehmen. Um daraus im Kriege Wasser zu trinken.",
+ "der Mauerbrecher. ניקון, νίϰων, der Mauerbrecher (Krauss, Lehnwörter II 363). Nach den Erklärern ist ניקון Transpos. von קין, Lanze (2. Sam. 21, 16).",
+ "die Beinschienen. מגפים (von גפף einschliessen) Beinschienen, welche die Beine umschliessen (hebr. מצחה, 1, Sam. 17. 6).",
+ "Alle Schmuckgegenstände der Frauen sind verunreinigungsfähig. Dies wird aus Num. 31, 23 deduziert (vgl. Sifre sutta ed. Horovitz 179, cit. von ר״ש).",
+ "Die goldene Stadt. Eine goldene Krone mit dem Bilde der Stadt Jerusalem (Sabbat 59a. Tos. v. ולא).",
+ "Halsketten. קטלה = catella.",
+ "als wenn kein Petschaft daran ist. Wiewohl hinsichtlich des Tragens am Sabbat ersterer nicht als Frauen-Schmuck angesehen wird, vgl. Sabbat 60a. —",
+ "deren Glieder. תליות, oben 5, 8. —",
+ "welche ein Faden von Leinen oder Wolle verbindet. Die Glieder sind auf dem Faden aneinander gereiht.",
+ "weil jedes einzelne. Metallene Glied.",
+ "Der Rest einer Halskette. Es ist ein Teil des Fadens mit den daran hängenden Gliedern abgerissen, und nur ein Teil ist zurückgeblieben.",
+ "Selbst wenn nur ein einzelner Ring geblieben. Wenn an dem Faden, der für den Hals eines kleinen Mädchens ausreicht, auch nur ein Ring geblieben (רא״ש). Nach א״ר spricht unser Fall von dem metallenen Faden der Kette; nach dem ersten Tanna muss davon soviel geblieben sein, dass es für den Hals eines Kindes reicht; nach R. Elieser dagegen genügt so viel, dass man daraus einen Ring machen kann, den man an den Hals hängt."
+ ],
+ [
+ "das unten topfförmig. Wie ein hohles Gerät.",
+ "und oben linsenförmig. Wie ein Linsenkorn; daran ist das Häkchen angebracht, womit das Gehänge an das Ohr gehängt wird.",
+ "so ist der topfförmige Teil als Gerät mit Behälter. Aber nicht als Schmuckgegenstand, weil er als solcher für sich allein nicht zu gebrauchen ist.",
+ "und auch der linsenförmige Teil ist für sich verunreinigungsfähig. Als Schmucksache, weil man diesen mit seinem Häkchen ans Ohr hängen kann.",
+ "Das Häkchen. צינורא, s. oben 9, 6, Note 60.",
+ "ist. Wenn es von der Linse getrennt ist.",
+ "das traubenförmig gemacht ist. Es hängen mehrere Goldkörner traubenartig an einem Häkchen.",
+ "so ist es rein. Da die einzelnen Körner nicht als Schmuck gebraucht werden."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Der. Sabbat 52a.",
+ "Ring des Menschen. Den der Mensch als Schmuck trägt.",
+ "aber ein Ring für Vieh. Etwa solche, die am Halse von Pferden angebracht sind (Maim.).",
+ "oder für Geräte. Zur Zierde der Geräte, oder zum Aufhängen derselben. Doch gilt dies nur so lange, als sie nicht mit den Geräten verbunden sind; wenn sie aber mit Geräten verbunden sind, können sie mit diesen zusammen unrein werden.",
+ "und sonstige Ringe. Etwa Ringe für Lendengurte.",
+ "der Balken für Pfeile. Der als Zielscheibe für Pfeile dient und zum Teil mit Eisen beschlagen ist (Maim.).",
+ "der für Gefangene. Der Fussblock, hebr. סד. Nach Maim. u. Bart. ist hier von einem Metall-Balken die Rede.",
+ "aber ist rein. Er wird nicht als Gerät betrachtet.",
+ "Das Halseisen. הקולר = collare.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Da der Gefangene damit umhergeht, gilt es als Gebrauchsgerät (כלי מעשה, Num. 31, 51); nicht so der Fussblock.",
+ "an der ein Schloss sich befindet. Um Tiere damit an die Wand zu schliessen, damit sie nicht gestohlen werden (ר״ש).",
+ "welche zum Binden. Von Tieren oder anderen Gegenständen.",
+ "rein. Es wird nicht als Gerät, sondern wie eine Schnur betrachtet.",
+ "Die Kette der Getreide-Händler. סיטון, σίτώνης, Getreidekäufer. Mit der Kette wird das Mass an die Wand angeschlossen (Bart.).",
+ "die der Privatleute aber ist rein. Weil sie gewöhnlich zur Zierde eines Gerätes dient (Bart.).",
+ "Wenn nur ein Schlüssel. N liest nicht מפתח. Danach wird unterschieden zwischen den Fällen, ob die Kette aus einem Stück oder aus zwei Stücken besteht (vgl. א״ר). Nach Maim. diente die Kette bei den Händlern zum Verschliessen der Ladentüre; die Privatleute aber liessen sie bloss zur Zierde am Tore hängen. Wenn aber an beiden Enden ein schlüsselförmiges Eisen angebracht war, dann diente die Kette jedenfalls zum Verschliessen der Türe.",
+ "sind aber deren zwei oder hat man ans Ende eine Schnecke. חלזון (ebenso syr. und arab.), ein Muscheltier, die Purpurschnecke. Hier ist es ein schneckenförmiges Eisen am Ende der Kette, womit diese an eine Wand oder Türe angehängt wird. Wegen dieser Schnecke wird die Kette als Gerät angesehen (Bart.)."
+ ],
+ [
+ "Der Wage-Balken. Der Wagebalken der Schnellwagen.",
+ "der Wollkämmer ist verunreinigungsfähig. Obgleich er ein flaches hölzernes Gerät ist (vgl. Vorb. 12.).",
+ "wegen der Haken. Der eisernen Haken, die an dem kürzern Arm des Balkens angebracht sind, um die Last daran zu hängen. אונקליות, syr. ܐܶܘܩܺܝܢܳܐ von ὄγϰινος (ἀγϰύλη), Haken. M. u. L haben אונקיות, von ὄγϰος.",
+ "der der Privatleute. Die gewöhnlich die Last mit einer Schnur an den Wagebalken hängen und keine Haken gebrauchen.",
+ "Die Tragstange. Die an beiden Enden mit Widerhaken versehen ist, an welche Lasten gehängt werden.",
+ "der Lastträger ist rein. Denn die Stange ist das eigentliche Gerät, und die Widerhaken dienen bloss dem Holzgeräte (vgl. 13, 6).",
+ "die der Gewürzkrämer. An den Enden dieser Stange sind Gewürzbehälter angebracht.",
+ "verunreinigungsfähig. Wegen der Behälter.",
+ "der hinten getragene ist rein. Denn es wird nichts hineingetan, indem er bloss dazu dient, dem vorn getragenen das Gleichgewicht zu halten.",
+ "Der Haken einer Bettstelle. דרגש (Sanhedrin 2, 3 Ende) eine kleine Bettstelle mit ledernem Unterbett, das an den Säumen mit Schleifen versehen ist, vermittelst welcher das Unterbett an den an den Seitenbrettern der Bettstelle angebrachten Haken angehängt wird.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Da auch die Bettstelle verunreinigungsfähig ist.",
+ "der der Bettstangen. נקליטין (ἀνάϰλιτα, angelehnte Gegenstände) sind zwei Bettstangen, deren eine an der Mitte der Kopf-, die andere an der Mitte der Fussseite sich befindet, über welche eine Querstange gelegt wurde, und darüber ein von beiden Seiten herabhängender Vorhang. Die Haken dienten dazu, die Querstange oder die Vorhänge zu halten. Nach Maim. (zu 18, 3) befanden sich die beiden נקליטין an der Kopfseite des Bettes.",
+ "ist rein. Er gehört zur Stange.",
+ "am Kasten ist verunreinigungsfähig. Wie der Kasten selbst.",
+ "der der Fischreuse. אקון (R. Hai עקון) ein Korb oder Kasten zum Fangen der Fische. Gr. ὀγϰίον, Kasten, Korb.",
+ "ist rein. Wie die Fischreuse selbst (23, 5).",
+ "Der des Tisches ist verunreinigungsfähig. Wie der Tisch selbst (Vorb. 12).",
+ "der am hölzernen Leuchter. Dieser ist als Holzgerät ohne Behälter rein.",
+ "einzeln für sich allein. Wenn der Haken von seinem Geräte losgetrennt ist.",
+ "sind rein. Da er für sich allein kein Gerät ist (מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Den metallenen Deckel. S. Mischna 6.",
+ "des Korbes. טני = טנא Korb, vgl. Tamid 3, 6.",
+ "der Hausherren erklärt Rabban Gamliel für verunreinigungsfähig. Dieser Deckel hat von der Innenseite eine Vertiefung und gilt daher als Gerät.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für rein. Er ist, wie die anderen Deckel, rein (14, 3), da die Vertiefung nur selten benutzt wird.",
+ "der der Ärzte aber ist verunreinigungsfähig. Die Ärzte benutzen häufig den Deckel, um Medikamente darauf zu legen.",
+ "Die Türe. Von Metall.",
+ "am Schranke. Von Holz.",
+ "der Hausherrn ist rein. S. 13, 6. Die Türe für sich allein nimmt keine Unreinheit an, weil sie keinen Namen für sich hat, sondern Schranktüre genannt wird.",
+ "die an dem der Ärzte ist verunreinigungsfähig. Der Arzt gebraucht die Türe, um Pflaster und Instrumente daran zu hängen.",
+ "Die Zangen. יתוך od. יתיך (von יתך oder נתך, giessen od. schmelzen) ein eisernes Gerät, womit man den Topf fasst, um ihn auszugiessen, oder eine Zange, womit man ein Gefäss, in welchem Metall geschmolzen wird, nimmt und ausleert (ר״ש).",
+ "die Herdeisen. פרכין, nach Tos. II. 2, 10 (cit. von ר״ש) Eisen, die am Herde befestigt sind. Nach and. LA., „die an den Wänden befestigt sind.“ St. פרך, brechen. Die Eisen dienen dazu, etwas daran zu brechen.",
+ "sind rein. Sie gelten nicht als Geräte für sich.",
+ "Der Skorpion. עקרב ein krummer skorpionförmiger Haken am Pressbalken der Ölkelter.",
+ "an der Ölkelter ist verunreinigungsfähig. Er gilt als besonderes Gerät und nicht als Zubehör zum Pressbalken.",
+ "die Haken an den Wänden sind rein. Weil sie zusammen mit der Wand, die fest mit dem Boden verbunden ist (מחובר לקרקע), gebraucht werden."
+ ],
+ [
+ "Die Lanzette des Aderlassers. גרע (von גרע, abziehen) der Aderlasser, der das Blut abzieht. Nach Einigen ist מסמר הג׳ der Ambos-Nagel der Schmiede, was יו״ב richtiger findet (vgl. das.).",
+ "der Stift an der Sonnenuhr. Die aus einem an der Erde befestigten breiten, glatten Steine bestand (daher אבן השעות), auf dessen Fläche der Schatten des in den Mittelpunkt eines Kreises eingeschlagenen Stiftes die Stunden anzeigte.",
+ "Zadok erklärt ihn für verunreinigungsfähig. s. Edujot 3, 8.",
+ "Der Nagel des Webers. Ein Nagel, den der Weber in ein Stück Rohr steckt, auf welches der Einschlagfaden aufgewickelt wird. Nach יו״ב dient der Nagel dazu, die auf dem Webstuhl aufgespannten Zettelfäden gerade zu richten.",
+ "den Kasten der Gräupner. גרוסות. Einz. גרוס, der Gräupner (von גריס Graupenkorn).",
+ "die Weisen erklären ihn für rein. Er gilt nicht als Gerät, weil er nicht gut gearbeitet ist (Maim.). Nach Anderen ist er rein, weil er so gross ist, dass er gefüllt nicht getragen werden kann (Vorb. 13.) Nach ראב״ד (s. Edujot 3, 8) bezieht sich מסמר auch auf ארון של גרוסות, wonach hier vom „Nagel des Gräupner-Kastens“ die Rede ist, d. i. der Nagel, womit man diesen Kasten an den Wagen befestigt, wenn darin Graupen zum Markte gefahren werden.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Wie der Wagen, der als Metall-Gerät auch, wenn er nicht getragen werden kann, verunreinigungsfähig ist (Vorb. 14)."
+ ],
+ [
+ "Ein Nagel. Ein gewöhnlicher Nagel ist nicht verunreinigungsfähig (Maim. H. Kelim 10. 1).",
+ "den man zugerichtet hat. Man hat die Spitze gekrümmt (ר״ש). Nach Einigen genügt es, dass man den Nagel zu diesem Zwecke bestimmt (מ״א).",
+ "ist verunreinigungsfähig. Er gilt als Gerät, wie ein Schlüssel).",
+ "welcher blos behufs Merkzeichens angebracht wird. Um zu beobachten, ob jemand sich ins Haus geschlichen und die Lage des Nagels verschoben hat.",
+ "bis man ihn geschmiedet hat. Um ein Fass damit zu öffnen, muss der Nagel am Ende dünn und geschärft sein; er muss daher gehärtet, werden, damit er nicht breche. Nach R. Akiba ist er auch ohne Härtung ein Gerät, da er zur Not auch so gebraucht werden kann (מ״א.)",
+ "Der Nagel des Geldwechslers. Woran er die Wage hängt (Maim.), oder (nach ראב״ד) womit er den Fall-Laden an eine Bank befestigt, oder womit er die Münzen vom Roste reinigt (מ״א,",
+ "Drei Dinge. Edujot 3, 8.",
+ "den Kasten der Gräupner. Oben Mischna 4."
+ ],
+ [
+ "Vier Dinge. Edujot 3, 9.",
+ "Den Metall-Deckel des Korbes der Hausherrn. Oben Mischna 3.",
+ "den Henkel. Siehe weiter 15, 4",
+ "der Striegel. Der Badestriegel, Schabeisen vgl. Tos. II 2, 12.",
+ "noch nicht fertige Metall-Gefässe. Die man noch polieren, verzieren oder sonst vervollkommnen will (Chullin 25a).",
+ "und eine in zwei Teile. Die gleich gross sind.",
+ "geteilte Tafel. Eine irdene mit einem Rande versehene Platte.",
+ "das grössere verunreinigungsfähig und das kleinere rein ist. Denn das kleine Stück ist nur ein Bruchstück von einem Geräte, s. Tos. II 2, 13."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Denar. דינר = denarius.",
+ "ungiltig geworden ist. Er ist durch Abreiben defekt geworden, oder er ist von der Regierung für ungiltig erklärt worden.",
+ "und man ihn zugerichtet hat. Man hat ihn gelöchert, vgl. aber oben Note 61.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Eine gewöhnliche Münze aber ist nicht verunreinigungsfähig, denn sie gilt nicht als Gerät.",
+ "Ebenso ist ein Sela. Baba mezia 52a.",
+ "um damit zu wägen. Gold oder Silber (Bart.).",
+ "Bis wieviel kann ihm abgehen. Der Talm. l. c. liest תיפחת. Auch תפסל muss hier die Bedeutung von תיפחת haben.",
+ "Bis auf zwei Denare. Das ist die Hälfte, denn ein סלע hat 4 Denare.",
+ "so muss er zerschnitten werden. Auf dass die Leute nicht damit betrogen werden, indem man ihn für einen Schekel (d. i. ½ סלע) ausgibt. Nach Rab Huna (B. mez. 52 a) muss man ihn auch zerschneiden, wenn er mehr als zwei Denare ist, weil man ihn dann für einen סלע ausgeben könnte. Es muss demnach פחות מכאן sowohl auf das Fehlende als auf den Rest bezogen werden (vgl. יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Das Federmesser. Nach der trad. Erkl. ein Messer oder eine Scheere zum Zurichten der Rohrfedern, was auch neben קולמוס gut passt. Andere unannehmbare Erklärungen vgl. bei Krauss-Löw s. v.",
+ "die Feder. קולמוס = ϰάλαμος ist das Schreibrohr. Nach Maimonides ist aber hier (was auch der Zusammenhang zeigt) von einer Metall-Feder die Rede. Es gab auch in alter Zeit Metall-Federn (ἐλατήρ genannt), s. L. Löw, Gr. Requisiten II 141.",
+ "das Senkblei. מטופלת, A. מטולטלת (von טלל, herabhängen), das Senkblei.",
+ "die Gewichte. Nach Maim. ist משקולת ebenfalls ein Senkblei, nur von anderer Art, vgl. Mikwaot 2, 10.",
+ "die Pressplatten. הכורים a. LA. הכירים (von כור. rund sein) nach mehreren Erklärern dasselbe wie עכירין in B. batra 4, 5; nur sind es hier Metall-Platten, die man auf die zerstossenen Oliven legt, um sie vermittelst des Pressbalkens auszupressen. L: כירון, N: כידון, M: כידים. Nach Maim. ist es eine eiserne Keule, mit der man die Oliven zerstösst.",
+ "das Lineal. כן, von ϰανών, Lineal.",
+ "und die Liniertafel. כנה ist nach den meisten Erklärern eine Liniertafel; nach einigen eine Wagschale.",
+ "Auch alle noch nicht fertigen. Wenn nur das Behältnis fertig ist.",
+ "hölzernen Geräte sind verunreinigungsfähig. Chullin 25a",
+ "ausser den von Buchsbaumholz. אשברוע, aram. für hebr. תאשור (Jes. 41, 19), das Gerät aus diesem Holze kann erst, nachdem es poliert ist, gebraucht werden.",
+ "Auch die von Ölbaum-Reisern. גרופית, ein Reis des Ölbaums, viell. von גרף, fegen, wie מכבד (der Zweig einer Palme) von כבד (ausfegen).",
+ "dass man diese gesotten hat. Wodurch das Fett ausgekocht wird."
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+ ],
+ [
+ [
+ "Das Schwert. Vgl. B. mez. 84a. —",
+ "der Dolch. פגיון = pugio, Dolch.",
+ "die Handsichel. Mit glatter Schneide.",
+ "die Erntesichel. Mit Zacken. Vgl. auch Chullin 15a und Raschi das.",
+ "das Schermesser. שחור (von שחר herabwerfen) das Schermesser, womit man die Haare abfallen macht.",
+ "und die Schere der Barbiere. Die aus zwei Teilen (daher זוג = ein Paar) bestehende Schere.",
+ "wenn sie auch geteilt sind. Beza 35b: אעפ״י שנחלקו, obgleich sie geteilt sind.",
+ "verunreinigungsfähig. Diese Geräte können auch, wenn sie geteilt sind, zu ihrem gewöhnlichen Gebrauche verwendet werden.",
+ "der der Spitze nahe ist rein. Diesen Teil gebraucht man nicht, da man fürchtet, sich damit in die Hand zu schneiden. Von der Schere spricht R. Jose nicht, da diese aus zwei gleichen Gliedern besteht (מ״א).",
+ "Ein Zwickmesser. So nach ר״ש und רא״ש; nach א״ר ist מספרת eine grosse Schere, womit man Baumzweige abschneidet, nach Tos. II 3, 3.",
+ "Jehuda für verunreinigungsfähig. Weil jeder Teil noch zur Not gebraucht werden kann."
+ ],
+ [
+ "Eine Schaufel-Gabel. קוליגריפון, ein eisernes Gefäss, von dem ein Ende als Schaufel zum Ausscharren der Asche aus dem Ofen diente, während das andere Ende zackig war und zum Aufspiessen des Gebackenen oder Gebratenen gebraucht wurde. Die Etym. ist unbekannt.",
+ "Ein Schminkstift. מכחול, ein Schminkstift, mit dessen stumpfer Spitze man die Schminke unter die Augenlider brachte und dessen anderes Ende als Ohrlöffelchen diente.",
+ "Ein Schreibstil. מַכתב, der Stilus, mit dem man auf die Wachstafeln schrieb, dessen eines Ende spitzig war, um die Buchstaben in die Wachstafeln hineinzugraben, das andere Ende war flach, um damit das Geschriebene durch Ebnung wieder tilgen zu können.",
+ "Ein Schaumschöpfer. זומאלסטרא (= ζωμήρυσις) Schaumschöpfer, vgl. B. mez. 33a. Das Gefäss hatte an einem Ende einen Löffel und am anderen eine Gabel.",
+ "Ebenso ist es bei den Zinken des Karstes. מעדר ist ein zweizinkiger Karst (Vogelstein, Landwirtschaft zur Zeit der Mischna 37). Wenn eine Zinke fehlt, ist er noch verunreinigungsfähig, da er auch mit einer Zinke gebraucht werden kann. Nach den Erklärern ist מעדר eine Doppel-Hacke, deren eine Seite spitzig ist und zum Aufwühlen der Erde dient, während die andere Seite als Hammer gebraucht wird.",
+ "Das Mass aller dieser Dinge. Von denen die Bestimmung gilt, dass sie geteilt auch unrein werden können.",
+ "wenn es. Das Übriggebliebene."
+ ],
+ [
+ "Wenn die Rinderstecken-Schaufel. חרחור ist eine kleine Schaufel, die am untern Ende des Rindersteckens angebracht ist (Abschn. 9, Note 80), s. 25, 2.",
+ "schadhaft geworden. Es ist ein Stück davon abgebrochen worden.",
+ "ist das Öhr. מקוף = קוף (קופא), das Öhr, in welches das Ende des Rindersteckens gesteckt wurde.",
+ "so ist sie rein. Weil sie dann nicht mehr zu ihrer Arbeit gebraucht werden kann.",
+ "Wenn an der Axt. קורדם, eine Doppelaxt, deren eine Seite בית בקוע, und die andere עושף heisst.",
+ "die spitze Seite. ר״ש ,עושפו liest אשפו (arab. اشغى, eine Pfrieme), seine spitzige Seite, die dazu diente, den Boden zu behacken.",
+ "so ist sie verunreinigungsfähig wegen der scharfen Seite. בית בקועו, die scharfe Seite, mit der man Holz spalten konnte. Nach Maim. und ר״ש waren beide Seiten scharf; nur war die eine (בית בקוע) schmal und diente zum Holzspalten, während die andere (עושף) breit war und von den Zimmerleuten zu Holzschneide-Arbeiten verwendet wurde. Sie weisen darauf hin, dass 1. Sam. 13, 20 מחרשתו vom Targ. mit עושפיה übersetzt wird (vgl. Kimchi das.). Syr. ܥܶܫܦܳܐ, Beil, Axt.",
+ "Ist das Öhr. מקוף = קוף (קופא), das Öhr, in welches das Ende des Rindersteckens gesteckt wurde."
+ ],
+ [
+ "Wenn von einer Schaufel das Blatt. Der untere breite Teil.",
+ "weil sie noch einem Hammer. קורנס = ϰορύνη.",
+ "gleicht. Da der Stiel einen dicken Knopf am obern Ende hat und als Hammer gebraucht werden kann.",
+ "die Weisen aber erklären sie für rein. Da, wenn die Hauptbestimmung aufgehört hat, die Nebenbestimmung nicht beachtet wird, s. weiter 19, 9—10.",
+ "von der zwischen je zwei Zähnen einer weggenommen wurde. So dass auf ihrer ganzen Länge nicht zwei Zähne zusammen geblieben sind.",
+ "ist rein. Da sie nicht mehr zum Sägen benutzt werden kann.",
+ "Ist aber daran an einer Stelle ein Sit. סיט, syr. ܣܺܝܛܳܐ, ist ein Längenmass, das gleich der Entfernung zwischen Daumen und Zeigefinger ist (ר״ש). Nach Maim. heisst diese Entfernung רוחב הסיט, dagegen ist מלוא הסיט bloss gleich der Entfernung zwischen Zeigefinger und Mittelfinger oder gleich vier Daumenbreiten.",
+ "Das Beil. Nach Einigen ist מעצר der Hobel.",
+ "das Messerchen. איזמל (gr. σμίλη) ein kleines Messer, das gewöhnlich zur Circumcision gebraucht wurde.",
+ "der Hobel. מפסלת, nach יו״ב Meissel.",
+ "die schadhaft geworden. Es ist ein Stück davon abgebrochen worden.",
+ "sind noch verunreinigungsfähig. Da sie noch zur Not gebraucht werden können.",
+ "Ist aber deren Stahl. היסום (von חסם, verschliessen) der Verschluss, der feine Stahl, der an der Schneide eines Werkzeugs angebracht ist.",
+ "verunreinigungsfähig. Wie oben Mischna 1. ר״ש scheint טהורים gelesen zu haben.",
+ "Das Hobelgehäuse. הרוקני; gr. ῥυϰάνη Hobel. Nach ר״ש und Bart. bezeichnet das Wort hier das Hobelgehäuse; dagegen ist das Hobeleisen (איזמל של מקני) nach Tosefta verunreinigungsfähig."
+ ],
+ [
+ "Wenn an einer Nähnadel. Sabbat 52 b.",
+ "das Öhr. חרירה, im Talm. das.: חורה, eig. ihr Loch.",
+ "oder die Spitze. עוקץ, Stiel, Spitze.",
+ "Hat man sie zum Ausspannen. למתוח, etwas damit festzustecken, um es auszuspannen. N. למיתון, M. u. L. למיתא u. למיתה. — מחט של מיתון (Orla 1, 4) ist nach Maim. eine Nadel, die von Seidenwebern zum Aufwickeln der Seidenfäden gebraucht wird. Vielleicht ist dann מיתון vom gr. μίτος Faden, abzuleiten.",
+ "Eine Packnadel. Womit man Säcke aus Ziegenhaaren näht.",
+ "weil man damit schreiben kann. Auf eine Wachstafel.",
+ "Die zum Ausspannen bestimmte. של מיתות, and. L. A. של מיתון, s. Note 42.",
+ "ist jedenfalls. Sowohl wenn das Öhr als wenn die Spitze fehlt.",
+ "Eine Nadel. Sabbat 52 b.",
+ "wenn er das Nähen hindert. Indem die Spuren des Rostes an dem genähten Stoffe sichtbar werden.",
+ "Wenn man einen Haken. Vgl. 9, 6 Note 60. Hier ist von einem krummen Haken die Rede, der zu einem bestimmten Zwecke dient.",
+ "so ist er rein. Weil es so nicht zum gewöhnlichen Gebrauche taugt.",
+ "so kehrt er in den Unreinheits-Zustand zurück. Wenn er früher unrein war, wird er wieder unrein."
+ ],
+ [
+ "welches dem Metallgeräte dient. Das ihm zu seinem Gebrauche zugehört.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Solange es mit ihm verbunden ist, vgl. 12, 2 Ende.",
+ "Ein Schloss. Es spricht hier von einem Schloss, das für Geräte bestimmt ist, z. B. für Kasten und Schränke, vgl. Sabbat 81a. Einige Erklärer fassen hier פותחת als Schlüssel und חפין als die Zähne des Schlüssels.",
+ "dessen Zapfen. הפין, and. LA. חפין, s. oben 11, 4 Note 39.",
+ "auch wenn nur einer so ist. Ein Zapfen ist von Metall und die anderen von Holz.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Denn die Zapfen sind die Hauptteile.",
+ "Ein metallener Ring. Sabbat 52 b; 59 b; Jer. das. 6, 3.",
+ "mit einem Siegel aus Korallen. אלמוג (I. Kön. 10, 11) ist nach Rosch ha-Schanah 23 a כסיתא, was als Koralle erklärt wird. Nach den Neuern ist es rotes Sandelholz. Auch in B. Batra 80 b wird es zu den Zedern gezählt.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Denn der Ring ist der Hauptteil.",
+ "Ein Korallen-Ring mit metallenem Siegel ist rein. Die Koralle ist nicht verunreinigungsfähig, weil es ein Meeresprodukt ist (vgl. 17, 13), oder weil sie wie ein flaches Holzgerät betrachtet wird, vgl. יו״ב.",
+ "Der Zahn von der Platte des Schlosses. So nach יו״ב, was unserer LA. entspricht, wo שבפוחחת (ohne ו׳) steht. L. hat aber ושבפותחת; auch die meisten Erklärer trennen שבטם von שבפותחת. Nach יו״ב ist שבפותחה טם das Schloss selbst, das wegen seiner breiten Form טם genannt wird. שן ist aber der Zapfen des Riegels, den der Schlüssel beim Öffnen und Schliessen fasst, um den Riegel hin oder her zu schieben.",
+ "oder vom Schlüssel. Am Schlüsselbart.",
+ "für sich allein ist verunreinigungsfähig. Es ist nicht klar, in welcher Weise der Zahn für sich allein als Gerät benutzt werden kann. Was יו״ב sagt, befriedigt nicht."
+ ],
+ [
+ "Wenn Askelonische Hebewerkzeuge. הכדומין (R. Hai und L.: הכרומים). Nach Maim. ist כדום ein Werkzeug, vermittelet dessen man die in einen Brunnen gefallenen Eimer wieder heraushebt. Es besteht aus einem grossen eisernen Ring, an dessen Umfang rings herum mehrere ungefähr eine Spanne lange Ketten hängen. Am Ende einer jeden Kette ist ein Widerhaken angebracht, womit die Eimer aus dem Wasser gezogen werden. Nach Aruch ist unser Gerät ein metallener Ring, mit Haken ringsumher versehen, an welche mit Wasser gefüllte irdene Gefässe zum Abkühlen aufgehängt werden.",
+ "zerbrochen sind und deren Haken. Vgl. 12, 2 Note 20.",
+ "so sind sie verunreinigungsfähig. Denn sie sind noch zu ihrer Arbeit zu gebrauchen.",
+ "Wenn man an einer Strohgabel. מעבר eine dreizinkige Gabel, womit das Stroh aus dem Getreide entfernt wird (von העבר, fortschaffen). R. Hai bringt eine LA. המעדר (oben Note 16). N. hat המתבר, vielleicht für המתבן (von תבן, Stroh).",
+ "einer Worfelgabel. מזרח (Jes. 30, 24), die Worfelgabel (von זרת, worfeln.)",
+ "einem Rechen. מגוב (von גבב zusammenlesen), ein vielzackiger Rechen, womit die Spreu vom Getreide ausgesondert wird. Nach R. Hai (vgl. Aruch) stammt das Wort von נגב, trocknen, und bezeichnet ein Gerät, das zum Trocknen des Getreides gebraucht wird.",
+ "Die Sopherim. Die Schriftgelehrten, γραμματεῖς.",
+ "haben hier eine Neuerung gemacht. Diese Geräte sollten rein sein, da sie doch flache hölzerne Geräte sind, und wegen eines einzelnen metallenen Zahnes könnten sie nicht unrein werden.",
+ "die ich nicht erklären kann. Eig. ich weiss nicht, was ich erwidern soll (wenn man mich nach dem Grunde befragt). Unsere Mischna ist wörtlich wiederholt in Tebul Jom 4, 6. Vgl. auch Tos. II 3,14. —"
+ ],
+ [
+ "Eine. Jebamot 43a.",
+ "deren Zähne. Diese sind länger und dicker als beim Wollkamme.",
+ "verunreinigungsfähig. Sie ist noch zu ihrer Arbeit zu gebrauchen.",
+ "Jeder einzelne. Der Zähne, die von Metall sind.",
+ "für sich jedoch ist verunreinigungsfähig. Weil man ihn zum Schreiben auf eine Wachstafel verwenden kann, wie oben in Mischna 5; dagegen kann man, solange er mit der Hechel verbunden ist, nicht damit schreiben. In Jebamot 43 a sagt der Talmud, dass die דווקני (die genauen Tradenten der Mischna) hier noch die Worte: זו דברי רבי שמעון (das sind die Worte des R. Simon) hinzufügen, vgl. Tos. II, 3, 15. —",
+ "Sind drei nebeneinander daran geblieben. Es genügt nicht, wie oben bei der Flachshechel, dass bloss zwei Zähne übrig bleiben. Über den Grund vgl. Talm. Jebamot 43a und יו״ב.",
+ "War aber einer von diesen der äusserste. Dieser ist breit und kann nicht zum Kämmen verwendet werden.",
+ "so ist er rein. Weil nur zwei brauchbare Zähne vorhanden sind.",
+ "Hat man zwei davon abgenommen und daraus ein Zänglein. מלקטת, eine kleine Zange, wie מלקט in Makkot 3, 5, Note 60.",
+ "Hat man einen davon für die Lampe. Den Docht damit herauszuziehen, oder die Lampe zu putzen.",
+ "oder zum Aufspannen. Über die anderen LAA. s. oben Note 42.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Nur wenn er zu diesem Zwecke zugerichtet worden; sonst ist er rein, weil er dünn ist und nicht wie der Zahn der Flachshechel (oben Note 76) als Schreibstift gebraucht werden kann."
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+ ],
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+ "Welches Mass gilt bei Metallgeräten. Wenn ein Metallgerät zerbrochen ist, resp. ein Loch bekommen hat, wie muss der Rest beschaffen sein, um noch als Gerät verunreinigungsfähig zu sein, oder unrein zu bleiben, falls es vorher unrein geworden ist?",
+ "wenn man damit schöpfen kann. Wasser zum Trinken.",
+ "beim grossen Kessel. Oben 3, 7.",
+ "beim Wärmekessel. Dieser Kessel wird auch zum Aufbewahren von grossen Silbermünzen (Selaïm) gebraucht.",
+ "beim Kochkessel. לבס = λέβης. In diesem Kessel wurden auch kleinere Gefässe abgespült.",
+ "wenn er Becher. קיתון = ϰώϑων, ein Trinkgefäss.",
+ "beim Becher. Den man auch zum Aufbewahren von kleinen Münzen (Perutoth) gebrauchte.",
+ "wenn man Öl damit messen kann. Wenn man auch die Getränke nicht darin aufbewahren kann (da sie durch das Loch nach und nach hinaustropfen würden); es genügt, dass man auf kurze Zeit die Getränke, um sie zu messen, hineingiessen kann.",
+ "wenn sie Perutoth. Mehrere Perutoth. Nach Tos. II 4, 2 bezieht sich dies auf die Masse.",
+ "aufnehmen können. Oben 3, 2 bei der irdenen Lampe genügt es nach R. Elieser, wenn sie eine kleine Peruta fassen kann (יו״ב).",
+ "Akiba sagt. R. Ak. fügt eine neue Bestimmung hinzu, ohne mit dem ersten Tanna zu controversieren.",
+ "das noch des Abschabens. חטיפה (diese LA. ist die besser bezeugte), nach Aruch Abkratzen, Abschaben (and. LA. הטפח, R. Hai), Bart. liest הגפה, ein Verschluss, Deckel.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Weil dies jeder selbst besorgen kann und es keines Handwerkers bedarf.",
+ "was aber noch der Abglättung. לטישה, von לטש, schärfen, glätten.",
+ "ist rein. Denn dazu braucht man einen Handwerker; das Gerät gilt demnach als noch nicht fertig, גולם, oben 12, 6. —"
+ ],
+ [
+ "an dessen Spitze man einen keulenartigen. חזיינא, L, M u. And.: חזינא, nach Maim. ein granatapfelförmiger eiserner Knauf, den man an der Spitze des Stockes anbringt, um damit einen kräftigen Schlag versetzen zu können. In Ägypten wird er אלדבוס (دبوس, Keule) genannt.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Wie ein Metallgerät, da der hölzerne Stock nur der eisernen Keule dient (13 ,6).",
+ "verunreinigungsfähig. Weil die Nägel ebenfalls zum Schlagen gebraucht werden und der Stock ihnen dient.",
+ "Nur wenn man drei Reihen daran angebracht hat. Nur in diesem Falle gilt der Stock als Metallgerät, dem das Holz bloss als Zubehör dient.",
+ "an denen es zur Zierde gemacht ist. Z. B. wenn er den Stock mit kleinen bunten Nägeln beschlagen hat.",
+ "sind rein. Denn in diesem Falle dient das Metall dem Holze als Zierde (13, 6).",
+ "Hat man an dessen Ende ein Rohr. L. und M. : מניקית, eig. ein Heber (oben 9, 2); hier ein Rohr aus Metall, das mit Nägeln an dem Stock befestigt wird und diesem als Zierde dient.",
+ "ebenso wenn ein solches an einer Türe angebracht ist. Damit die Türe nicht durch die Erde beschädigt werde (Bart.). Nach יו״ב dient das Rohr als Pfanne, in der die Türangel sich dreht. (Es müsste dann aber anders geartet sein als פותת in 11, 2, oder es könnte hier von der Türe eines Gerätes die Rede sein.",
+ "so ist es rein. Vgl. Note 21.",
+ "War es aber vorher ein Gerät. Das für sich allein zum Gebrauche diente.",
+ "und man hat es nun mit jenen. Mit dem Stocke oder der Türe, resp. der Schwelle.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Denn durch diese Verbindung verliert es nicht den Charakter eines Gerätes.",
+ "Wann wird es. Dieses Rohr, wenn es als Gerät für sich unrein geworden ist.",
+ "Sobald man es beschädigt. Wenn man es mit dem Hammer so zerschlägt, dass es seine Gestalt verliert.",
+ "befestigt. Mit Nägeln, obgleich man es nicht beschädigt. In Note 27 handelt es sich um den Fall, dass man das Rohr nicht mit Nägeln an den Stock befestigt, sondern diesen bloss in jenes hineingesteckt hat. Vgl. auch 20, 6."
+ ],
+ [
+ "Das Brecheisen. קנטר, gr. ϰέντρον, Stachel, oder Stecher. Nach Maim. ist קנטר ein Brecheisen, vgl. Fleischer bei Levy I S. 286.",
+ "des Maurers und die Spitzhacke. דקור (von דקר durchbohren) ein spitzes Werkzeug. Die hier genannten Werkzeuge haben hölzerne Griffe. Doch heisst es in der Tosefta (II 4, 5) ר׳ יוסי בר יהודה אומר קנתור של בנאי טהור שלא נעשה אלא לשמש עם הקרקע R. Jose b. Jehuda sagt: Der קנתור des Maurers ist rein, weil er nur bestimmt ist, mit dem Erdboden gebraucht zu werden. Hiernach ist קנתור ein am Erdboden befestigter Gegenstand. Demgemäss erklärt R. El. Wilna (Comment. zur Tos.), קנתור ist entweder ein eiserner Pflock, den der Maurer in die Erde steckt, um daran seine Werkzeuge zu hängen, oder es ist ein schweres Werkzeug, das nur an den Boden befestigt gebraucht werden kann. Es müsste dann דקור ebenfalls ein Werkzeug sein, das an den Boden befestigt wird.",
+ "des Zimmermanns sind verunreinigungsfähig. Da das Holz dem Eisen dient.",
+ "Die Zeltpflöcke. Eiserne Pflöcke, die in die Erde gesteckt werden, um daran die Zeltteppiche fest zu binden.",
+ "und die Pflöcke der Feldmesser. An welche die Messschnur gebunden wird.",
+ "sind verunreinigungsfähig. Wiewohl sie an die Erde befestigt werden (11, 2), nehmen sie dennoch Unreinheit an, weil sie stets wieder herausgezogen werden (מ״א).",
+ "welche für Holz dient. Um Holz zusammen zu binden.",
+ "ist rein. Weil sie dem Holze dient (vgl. יו״ב, warum diese nicht mit einer Axt, die zum Holzhacken dient, zu vergleichen ist).",
+ "Die Kette eines grossen Eimers ist bis zu vier Handbreiten. Nur so weit gilt die Kette als Handhabe (יד) des Eimers, da man wegen der Schwere des Eimers keine längere Kette gebrauchen kann.",
+ "die eines kleinen Eimers bis zu zehn. Beim kleinen Eimer gebraucht man eine längere Kette.",
+ "Der Bock. Ein grosser Block, auf welchem der Blasebalg ruht; nach Andern, worauf der Schmied reitet, wenn er grosse Gefässe anzufertigen hat. Nach Maim. besteht dieses Gerät aus Holz und Metall (vgl. יו״ב).",
+ "deren Zähne man in Löcher eingesetzt hat. Man hat nicht, wie gewöhnlich, die Zähne aus dem Eisen der Säge, sondern besonders gemacht und sie einzeln in Löcher eingesetzt.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Es ist ein brauchbares Gerät.",
+ "Hat man dieselben von unten nach oben gewendet. In anderer Richtung als die Zähne gebraucht werden.",
+ "so ist sie rein. Weil man nicht damit sägen kann. So Maim. Nach ר״ש und Bart. ist zu erklären: Wenn eine Säge unrein geworden ist und man hat deren Zähne in ein Loch der Türe (Oberschwelle, יו״ב) hineingesetzt bleibt sie unrein, solange man sie nicht dort mit Nägeln befestigt hat (Tosefta II 4, 0). —",
+ "Alle Deckel. Aus Metall; ebenso die von Holz und von Ton (מ״א).",
+ "sind rein. Weil sie keinen Namen für sich allein haben (11, 2), vgl. 2, 5.",
+ "ausser dem des Wärmekessels. Weil man diesen für sich allein gebrauchen konnte, wie den Deckel des Korbes der Ärzte, 12, 3."
+ ],
+ [
+ "der metallene Jochbalken. Welcher den Tieren auf den Nacken gelegt wurde. Nach Einigen soll unter עול hier die Deichsel verstanden sein, was mit Recht von א״ר zurückgewiesen, wird.",
+ "die Querstange. קטרב (a. LA. קרטב) im Arab. ein Querholz, welches in das durch den Ring des Jochbalkens gehende Ende der Deichsel gesteckt wird, um diese dort festzuhalten, dass sie nicht herausgleite (s. Kohut, Aruch). Hier muss eine metallene Querstange gemeint sein. Nach Maim. ist קטרב der Jochbalken, in dessen Mitte die Deichsel (עול nach Maim.) steckte.",
+ "die Ansätze (am Joche. בנפים, nach Maim. u. A. die eisernen Enden des Jochbalkens. Tos. (II 4, 11) hat dafür טבעות (Ringe). Es mögen an den Enden angebrachte ringförmige Ansätze sein, an welche Riemen befestigt wurden.",
+ "die zur Aufnahme der Riemen. Die um den Hals der Tiere gingen und das Joch festhielten.",
+ "das unter dem Halse des Tieres angebracht ist. Damit das Tier nicht durch den Riemen gewürgt werde.",
+ "der Ring. סומך, nach R. Hai und Bart. der eiserne Ring in der Mitte des Jochbalkens, durch welchen die Spitze der Deichsel gesteckt wird; nach Maim. und יו״ב der Nagel, welcher die Deichsel mit dem Wagen zusammenhält.",
+ "der Gurt. מתגר nach ר״ש u. A. das Halsseil des Zugochsen. Da aber hier nur von Metallgeräten die Rede ist, so müsste das Wort als eine Halskette gefasst werden (תוי״ט). Nach א״ר ist es ein eiserner Gurt, der das Tier umgürtet. Vielleicht sind an demselben Stränge zum Ziehen angebracht gewesen. N. und Bart. lesen המסגר, eine Halskette, wie סוגר, Sabbat 51 b.",
+ "die Schüsseln. תמחוי ist eine Schüssel. Was hier darunter zu verstehen sei, ist unklar. Nach R. Hai sind es die Vertiefungen am Joche. Dann mussten dort besondere Geräte vorhanden gewesen sein, da sie ja sonst unter עול begriffen wären. Vielleicht sind es Schüsseln, die für das Futter der Tiere am Wagen angebracht waren.",
+ "die Schellenklöppel. ענבל oder אמבול (gr. ἔμβολον) heisst gewöhnlich der Klöppel in der Schelle; hier jedoch, meinen manche Erklärer, dass darunter die ganze Schelle zu verstehen sei, da nach Sabbat 58 b der Klöppel nur zusammen mit dem Mantel der Schelle ein Gerät ist (מ״א). Die meisten Erklärer indessen meinen, der Klöppel für sich allein sei verunreinigungsfähig (vgl. יו״ב).",
+ "der Haken. צינורא s. oben 9, Note 60. Hier ist es dasselbe wie אונקלי (12, 2), ein Haken, mit dem die Last an den Wagen befestigt wird.",
+ "der irgendwelche Teile zusammenhält. Nur solche Nägel sind verunreinigungsfähig; dagegen sind andere Nägel, z. B. die zur Zierde dienenden, rein."
+ ],
+ [
+ "Jochbalken. Vgl. 11, Note 88.",
+ "die Ansätze. Statt ובכפים liest N. וטסים (Bleche).",
+ "die Röhren. שפופרת (verw. mit שופר) ein Rohr.",
+ "die zum Tönen dienen. Nach Sabbat 58 b sind alle tönenden Metallgeräte verunreinigungsfähig. Doch scheint dies nur von solchen Geräten zu gelten, deren Schall für die Menschen tönt (Maim. H. Kelim 8, 7); die hier erwähnten Röhren sollen aber durch ihr Tönen das Tier antreiben (vgl. auch יו״ב).",
+ "das Blei. Bleikügelchen, die zum Schmuck angehängt werden.",
+ "der Reifen des Rades. 11, Note 17.",
+ "die Bleche. 11, Note 18.",
+ "die Beschläge. Womit verschiedene Teile des Wagens beschlagen werden, s. 11, 3.",
+ "und die sonstigen Nägel. Die nicht zum Zusammenhalten der Teile dienen, s. Note 59.",
+ "Die metallenen. Sabbat 59a.",
+ "Sandalen. Sandalenähnliche Hufeisen.",
+ "eines Tieres sind verunreinigungsfähig. Weil die Soldaten im Kriege diese manchmal als Trinkgefässe gebrauchen.",
+ "die aus Kork. שעם, nach den Erkl. ein weiches biegsames Holz, Kork.",
+ "sind rein. Diese werden nicht von den Menschen gebraucht (Tosafot).",
+ "Sobald man es geglättet hat. שוף, reiben, glätten, auch bestreichen (mit Öl). Nach Tosafot in B. mezia 84a v. הסכין handelt es sich hier bloss um den Fall, dass die Geräte verrostet sind und man sie wieder gebrauchsfähig macht (vgl. auch Tosefta II 3, 10).",
+ "wenn man es geschärft hat. Weil es erst dann gebraucht werden kann."
+ ],
+ [
+ "Wenn man in einem metallenen Korbdeckel. Der nach den Weisen in 12, 6 rein ist.",
+ "einen Spiegel gemacht hat. Indem man ihn geschliffen hat.",
+ "Jehuda für rein. Da er immerhin hauptsächlich als Deckel und nur nebensächlich als Spiegel gebraucht wird; vgl. 19, 9—10.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für verunreinigungsfähig. Da er durch eine Tat zu einem Spiegel, also zu einem selbständigen Gefässe gemacht wurde.",
+ "wenn er nicht mehr den grössten Teil des Gesichts. Des Besitzers des Spiegels (מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Metallgeräte. Bei denen, nach 11, 1, die Bestimmung gilt, dass sie durch Zerbrechen rein werden, aber in ihre alte Unreinheit zurückkehren, wenn man sie wiederherstellt.",
+ "wenn sie zerbrochen sind. Dieser Satz ist schwierig; denn da sie, selbst wenn sie früher unrein geworden, durch Zerbrechen rein werden, so können sie doch im zerbrochenen Zustande nicht verunreinigt werden. Es muss daher das שבורין bloss auf מיטהרין bezogen werden, und der Sinn ist: Metallgeräte, die verunreinigt worden sind (während sie noch ganz waren), können, auch wenn sie zerbrochen sind, gereinigt werden. Obgleich das Zerbrochene ja schon von selbst rein ist und keiner Reinigung bedarf, so ist doch die Unreinheit noch latent darin, so dass sie wieder zur Geltung kommt, wenn das Gerät zusammengelötet wird. Von dieser latenten טומאה kann das Gerät auch, während es zerbrochen ist, durch טבילה resp. הזייה, gereinigt werden, so dass es dann repariert werden kann, ohne zur alten Unreinheit zurückzukehren. Man könnte zwar שבורין auch auf מיטמאין beziehen und erklären, dass ein reines Metallgerät zerbrochen durch einen אב הטומאה die latente Unreinheit bekommen kann, die zur Geltung kommt, wenn das Gerät repariert wird. Allein abgesehen davon, dass für eine solche Anordnung sich kein Grund angeben liesse (vgl. oben 11, 1), so wäre auch nicht einzusehen, warum R. Josua bloss מיטהרין und nicht auch מיטמאין erwähnt.",
+ "wenn sie ganz sind. Aber nicht während sie zerbrochen sind; die latente טומאה kann nicht gereinigt werden. א״ר corr. מטמאין statt מיטמאין und erklärt: Die alte Unreinheit, welche die Metallgeräte nach der Reparatur erhalten, ist rückwirkend derart, dass sie auch die Gegenstände, welche sie im zerbrochenen Zustande berührt haben, verunreinigen. Demgemäss liest א״ר auch bei R. Josua: אין מטמאין ואין מיטהרין. Doch haben diese Emendationen in keinem Texte eine Stütze.",
+ "In welcher Weise. א״ר und יו״ב streichen das כיצד, da das Folgende eine neue Halacha und keine Erklärung der vorhergehenden enthält. Indessen findet man כיצד oft auch da, wo keine Erklärung, sondern eine Erweiterung eines vorhergehenden Satzes gegeben wird, z. B. Nasir 4, 6, wo Tosafot allerdings auch das כיצד streicht; vgl. noch Orla 3, 8 (wo ebenfalls Einige das כיצד streichen).",
+ "Hat man sie. Die Metallgeräte, die durch einen Toten verunreinigt worden sind.",
+ "besprengt. Am dritten Tage nach der Verunreinigung, vgl. Num. 19, 18. f.",
+ "und sie sind an demselben Tage. Am Tage der ersten Sprengung.",
+ "dann hat man an demselben Tage. Am Tage der ersten Sprengung.",
+ "sie wieder zusammengelötet und zum zweiten Male besprengt. Am Tage der ersten Sprengung.",
+ "so sind sie rein. Wiewohl sonst die zweite Sprengung erst am siebenten Tage der Verunreinigung, also vier Tage nach der ersten Sprengung, stattfinden kann, so reinigt hier dennoch die am Tage der ersten Sprengung vorgenommene zweite Sprengung, weil die zwischen beiden Sprengungen stattgefundene Zerbrechung und Wiederherstellung des Gerätes ebenso viel wie eine Zwischenzeit von vier Tagen gilt.",
+ "Die Besprengung kann nur frühestens am dritten. Am dritten Tage nach der Zusammenlötung und der dadurch erfolgten Wiederkehr der alten Unreinheit muss die erste Sprengung stattfinden.",
+ "und siebenten Tage. Am siebenten Tage erfolgt die zweite Sprengung.",
+ "vorgenommen werden. Wir haben die Worte R. Josua’s nach Maim. erklärt. Nach Rabed zu H. Kelim 12, 3 sagt R. Josua nur, dass die Zerbrechung und Wiederherstellung des Gerätes nicht als Zwischenzeit von vier Tagen gilt. Es bedarf daher nach der Zusammenlötung bloss einer Sprengung am siebenten Tage, d. h. vier Tage nach der ersten Sprengung vor dem Zerbrechen. Vgl. auch Tosefta II 4, 14."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein knieförmiger Schlüssel. Ein Schlüssel mit langem Kniestück, an dessen Ende der Schlüsselbart sich befindet. Nach Bart. ist dieser Schlüssel ein zusammenzulegender.",
+ "weil man noch von innen damit öffnen kann. Da von innen der Schliessriegel in der Nähe des Schlüsselloches sich befindet und demgemäss der Schlüssel nicht tief hineingesteckt wird, so kann man auch mit diesem abgebrochenen Schlüssel öffnen.",
+ "Wenn ein gammaförmiger Schlüssel. Ein Schlüssel mit kurzem Kniestück, der die Form eines Gamma (Γ) hat.",
+ "in seiner Knie-Biegung. גומו, and. LA. גמו (eig. sein Gamma); gemeint ist die Knie-Biegung.",
+ "so ist er rein. Auch nach R. Jehuda; denn mit dem kurzen Kniestück kann man auch von innen nicht öffnen.",
+ "Sind Zähne. Vgl. oben 11, Note 39 und 13, 6.",
+ "und Löcher daran. Die meisten Commentare beziehen dies auf den zerbrochenen Gamma-Schlüssel. Doch lässt sich nicht gut erklären, wieso durch die Zähne und Löcher das abgebrochene Schlüsselstück gebraucht werden kann. Es müsste denn angenommen werden, dass ausser dem kurzen Kniestück noch Zähne und Löcher an dem Schlüssel waren. Indessen kann man das היו בו als besonderen Fall nehmen, der von einem ganzen Schlüssel spricht, welcher kein Kniestück, sondern Zähne und Löcher hatte, die in entsprechende Teile des Schlüssellochs eingriffen.",
+ "so kann er noch unrein werden wegen der Löcher. Die Löcher griffen in Zapfen des Schlosses, wodurch die Türe geöffnet werden konnte; ebenso griffen die Zähne in Löcher am Schlosse.",
+ "oder jene sind bis in diese gebrochen. Bart. erklärt: die Zähne sind gekrümmt und die Löcher sind erweitert, so dass beide aneinander liegen.",
+ "in welcher unten. Am gelöcherten Boden.",
+ "ist rein. Da man nicht mehr damit seihen kann.",
+ "Ein metallener Mühlentrichter. אפרכס, and. LA. (L. und bei Hai) ארפכס, od. ארפקם. Die Etym. ist unsicher, vielleicht ἃρπαξ, wie die Wasseruhr ἁρπάγιον genannt wurde.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Obgleich er unten gelöchert ist, wie der Trichter, oben 2, 4, so ist er dennoch verunreinigungsfähig, weil er einen Namen für sich hat (Maim.)."
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+ "Von. N: כל כלי עץ.",
+ "hölzernen. Die Mischna bis ולהבא hat bereits oben 2, 1 gestanden; sie wird hier nur wiederholt, um daran die Vorschriften über כלי עץ anzureihen.",
+ "Eine Kiste. שדה, nach Raschi zu Sabbat 44 b und B. kamma 98 b eine Sänfte oder ein Kasten eines kleinen Wagens; doch die meisten Erklärer fassen das Wort als eine Kiste oder einen Kasten.",
+ "ein Schrank. מגדל, Turm, ein hoher Behälter, Schrank.",
+ "ein runder Korb. כורת, ar. كوارة, ein grosser runder Behälter, gewöhnlich ein Bienenkorb.",
+ "aus Stroh. Geräte aus Stroh, wie überhaupt aus Bodengewächsen, gelten als Holzgeräte (Maim. H. Kelim I Ende).",
+ "oder aus Rohr und der Brunnen. Ein grosser hölzerner Wasserbehälter.",
+ "eines Alexandrinischen Schiffes. So heisst ein grosses Schiff, das zu weiten Seereisen dient.",
+ "welche einen Boden. שולים (eig. Saum) hier ein breiter flacher Boden, so dass das Gefäss zum Ruhen bestimmt ist (vgl. Vorb. 13). —",
+ "haben und vierzig Seah. Etwa 5—6 Hektoliter. Der Rauminhalt ist 3 Kubik-Ellen.",
+ "oder zwei Kor. Das sind 60 Seah.",
+ "Trockenes. Ein Gefäss fasst vom Trockenen, das man aufhäufen kann, 1½ mal so viel als vom Flüssigen. Doch gilt dies nur bei cylinderförmigen Gefässen, deren Durchmesser doppelt so gross als die Höhe ist (Sabbat 35 a und Raschi das.).",
+ "sind rein. Weil diese Geräte, wenn sie voll sind, nicht fortgetragen werden können (Vorb. 13).",
+ "sie mögen so viel. 40 Seah.",
+ "sind verunreinigungsfähig. Da sie dazu bestimmt sind, auch voll getragen zu werden, indem man sie entweder rollt oder auf einem Wagen fortbewegt.",
+ "Ein Wagen-Fass. Nach R. Hai und Bart. ein aus mehreren Dauben bestehendes rundes hölzernes Fass, das gewöhnlich auf einem Wagen durch Ochsen transportiert wird, vgl. Sabbat 84 a. — Das Fass ist wohl auch gewälzt oder gerollt worden (arab. دردر, wälzen, rollen, Fleischer bei Levy I 444).",
+ "ein Speisekasten. קוסטות, L. und A. קסתות (ebenso Sifra), gr. ϰίστη, nach Maim. ein grosser, in mehrere Fächer abgeteilter Kasten, der im Wagen der Könige sich befand und Speisen und Getränke für die Reise enthielt.",
+ "ein Gerber-Trog. עריבה (syr. ܥܰܪܒܳܐ) Trog, Mulde. Ein solches Gefäss gebrauchten die Gerber zum Einweichen der Felle.",
+ "ein Brunnen eines kleinen Schiffes und die Lade. ארון, gew. Lade. Hier scheint aber ein grosser Kasten darunter verstanden zu sein. Vielleicht ist es ein Sarg.",
+ "selbst wenn sie so viel. 40 Seah.",
+ "fortzubringen pflegt. Sie werden nur voll transportiert.",
+ "wenn sie so viel. 40 Seah.",
+ "Jehuda besteht nur die Meinungsverschiedenheit. Die Controverse des R. Meïr und R. Jehuda findet man im Sifra Schemini Par. VI, 6 mit folgenden Worten erklärt:
R. Meïr sagt: Alles, was die Weisen unter den Reinen aufgezählt haben, ist rein, das Übrige ist unrein. R. Jehuda sagt: Alles, was die Weisen unter den Unreinen aufgezählt haben, ist unrein, alles Übrige ist rein. Zwischen R. Meïr und R. Jehuda besteht nur die Meinungsverschiedenheit usw.",
+ "bezüglich eines Troges des Hausherrn. Dieses Gerät wurde weder unter den Reinen noch unter den Unreinen aufgezählt. Nach R. Meïr ist dieses daher, selbst wenn es 40 Seah fast, verunreinigungsfähig; nach R. Jehuda aber ist es, wenn es so viel fasst, rein."
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+ "Die Backbretter. ארוכות, lange Bretter, auf welche die Brote zum Aufgehen gelegt werden. And. LA. ארובות, runde Bretter. Nach ראב״ד (zu Edujot): ערוכות, glatte, abgehobelte Bretter, auf denen der Teig mit dem Walgerholz aufgetrieben wird. (Nach and. LA. עריבות, Mulden).",
+ "des Bäckers sind verunreinigungsfähig. Weil sie die Form eines Gerätes haben (Maim.). Nach Maim. Bart. und תוי״ט ist dies nur eine rabbinische Bestimmung. In Edujot 7, 7 wird diese Halacha von R. Josua und R. Papios bezeugt, gegen R. Elieser, der diese Geräte für rein erklärt.",
+ "die der Hausherren aber sind rein. Die im gewöhnlichen Haushalte gebrauchten Bretter sind nicht wie ein Gerät geformt. Nach ראב״ד sind die Bretter des Bäckers verunreinigungsfähig, weil sie zum Gebrauche als Gerät fest bestimmt sind, während im sonstigen Haushalte dieselben mitunter auch anderweitig verwendet werden.",
+ "Hat man sie jedoch hellrot. סרק (bibl. שרק) hellrot färben. Nach Bart, ist שרק = ששר, Mennige.",
+ "oder mit Safranfarbe. כרכם, den. von כרכום, Safran.",
+ "sind sie verunreinigungsfähig. Denn dadurch haben sie die Form eines Geräts erhalten, resp. sind sie zu diesem Gebrauche fest bestimmt worden.",
+ "Die Tafel. Nach B. batra 66 b handelt es sich hier um eine eherne Tafel, auf welche der Bäcker das gebackene Brot hinlegt.",
+ "Elieser für rein. Weil es mit dem Grundstück fest verbunden ist, wie die Haken an den Wänden, oben 12, 3. —",
+ "die Weisen aber für verunreinigungsfähig. Weil etwas, das vor der Befestigung den Namen eines Gerätes hat, auch nach der Verbindung mit dem Boden als Gerät gilt, so lange man nicht daran eine Veränderung gemacht hat, s. 20, 5—6.",
+ "Das Anrichtebrett. סרוד A. סריד, L. סרור, Rabed zu Sifra Mezora Sabim 2, 3: סדור. Nach letzterem ist es ein Anrichtebrett, auf das die Brote vor dem Backen gelegt und zum Ofen getragen werden. Nach Maim. ist es ein Waschgefäss, aus dem der Bäcker Wasser nimmt, um sich die Hände zu waschen und die Oberfläche des Brotes zu befeuchten. סרוד soll gleich כלי שמוש (Gebrauchsgerät) sein (wie בגדי שרד mit לבושי שמושא übersetzt wird). Einige nehmen es wie סרדה in 8, 3.",
+ "der Bäcker ist verunreinigungsfähig. Die Gestalt dieser Geräte, die ihnen damals bekannt war, führte sie dazu, die einen für verunreinigungsfähig und die andern für rein zu erklären (Maim.).",
+ "das der Hausherren ist rein. Die Gestalt dieser Geräte, die ihnen damals bekannt war, führte sie dazu, die einen für verunreinigungsfähig und die andern für rein zu erklären (Maim.).",
+ "Hat er dieses aber von allen vier Seiten mit einer Einfassung umschlossen. גפף, umschliessen, s. oben 8, Note 20.",
+ "Ist sie. Die Einfassung.",
+ "um den Teig darauf zu schneiden. קרץ, schneiden, den Teig in Stücke zerschneiden.",
+ "ist es verunreinigungsfähig. In Tosefta II 5, 4 heisst es (nach der LA. des R. El. Wilna): R. Simon sagt: Warum kann das סרוד der Bäcker, der offen (ohne Leisten) ist, unrein werden, (doch nur) weil er darauf den Teig schneidet und auf demselben die Stücke zum Ofen bringt, daher ist auch das der Hausherren, wenn man es zugerichtet hat, darauf den Teig zu schneiden und die Stücke zum Ofen zu bringen, verunreinigungsfähig.",
+ "ebenso ist das Walgerholz. מערוך, nach A. das Treib- oder Walgerholz; nach Maim. ein Brett, worauf der Bäcker das Brot ordnet."
+ ],
+ [
+ "Der Siebboden. ים נפה (das Meer des Siebes) ist nach R. Hai der aus Haar (nach ראב״ד aus Lederstreifen) geflochtene Siebboden; er heisst ים, weil er von einer hölzernen Einfassung umgeben ist, wie das Meer vom Trockenen. Nach Maim. ist es ein viereckiger Kasten, in welchen das feine Mehl hineinfällt. Nach der ersten Erklärung, die in der Tosefta eine Stütze hat, handelt es sich hier um einen Siebboden, der von der hölzernen Umgebung behufs Reinigung getrennt wurde (מ״א).",
+ "der Kernmehlmacher ist verunreinigungsfähig. Tos. II, 5, 5: Warum ist der Siebboden des Kernmehlmachers verunreinigungsfähig? Weil er ihn wieder zum Geräte zurückbringt.",
+ "der der Hausherren ist rein. Tos. das.: Der des Haushalts ist so lange rein, bis man ihn wieder an das Gerät angebracht hat. R. Simon, Sohn Jehuda’s, sagt im Namen R. Simons: Auch der des Kernmehlbereiters ist so lange rein, bis er ihn wieder mit dem Geräte verbunden hat.",
+ "Auch der der Haarflechterinnen ist als Sitz. Nach Vorb. 29.",
+ "weil die Mädchen beim Haarflechten darin sitzen. Die Haarflechterinnen haben wohl einen siebartigen Sitz mit Lehne gehabt, auf dem sie das Haar der Mädchen nach dem Waschen trockneten und flochten. Tos. II 5, 5 lautet: Das der Haarflechterin ist verunreinigungsfähig als Sitz, weil dies, während es ein Gerät ist, dazu dient, dass die Mädchen beim Haarflechten darin sitzen."
+ ],
+ [
+ "Alle Henkel sind verunreinigungsfähig. Sie werden als Teile der Geräte betrachtet, an denen sie angebracht sind.",
+ "ausser dem Henkel des Siebes und des Reuters. Des groben Siebes.",
+ "des Haushalts. Weil diese Henkel manchmal vom Geräte entfernt werden (יו״ב).",
+ "Alle sind rein. Nach den Weisen ist der Henkel nur dann verunreinigungsfähig, wenn er zum Gebrauche des Gerätes behilflich ist.",
+ "dem Henkel der Handsichel und dem Henkel des Stockes der Zoll-Aufseher. בלש (vom aram. בלש, suchen), der mit einem Stocke das Gepäck der Reisenden durchsucht, ob keine zollpflichtigen Gegenstände darin verborgen sind.",
+ "weil dieselben bei der Arbeit mithelfen. Man steckt oft während der Arbeit die Hand in den Henkel, wodurch die Arbeit leichter wird."
+ ],
+ [
+ "Die Schaufel. רחת, die Wurfschaufel, womit man Getreide und Hülsenfrüchte worfelt.",
+ "der Gräupner. Oben 12, Note 57.",
+ "die der Kornkammern. Mit der die zerstreuten Getreidekörner zusammengescharrt werden.",
+ "die der Keltern. Mit welcher die Körner und Hülsen aus dem Weine entfernt werden.",
+ "die der Tennen. Diese dient bloss zum Zusammenscharren der Körner (מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Gesanges-Harfen. Die dazu dienen, den Gesang zu begleiten.",
+ "sind verunreinigungsfähig. Weil sie hohl sind und deren Behältnis dazu dient, das Geld aufzunehmen, das den Musikanten zugeworfen wird.",
+ "die Harfen der Söhne Lewi’s aber sind rein. Da die Leviten nur im Tempel spielten und kein Geld in ihre Harfen legten.",
+ "Alle Flüssigkeiten. Die 7 Flüssigkeiten (Vorb. 17—18), nach Maim.",
+ "aber die Flüssigkeiten im Schlachthause. Des Tempel-Vorhofes, s. Edujot 8, 4.",
+ "Alle heiligen Schriften. Die 24 Bücher der Bibel.",
+ "verunreinigen die Hände. S. Jadajim 4, 5 und Sabim 5, 12. Als Grund dieser rabbinischen Bestimmung wird von den Erkl. angegeben, dass man die heiligen Schriften gewöhnlich zusammen mit den heiligen Hebe-Speisen verwahrte, und dadurch wurden auch erstere von den Mäusen beschädigt; deshalb verordnete man, dass die heiligen Schriften auf die Teruma eine verunreinigende Wirkung (פסול) üben sollen, und ferner dass die Hände, welche die heilige Schrift berühren, dieselbe Wirkung haben. Nach dem T. Babli (Sabbat 14 a) hat man dies verordnet, damit man die heiligen Schriften nicht mit blossen Händen anfassen solle.",
+ "ausser dem Gesetzbuche des Tempel-Vorhofes. Aas dem der Hohepriester am Versöhnungstage und der König am Ausgang des Schemittajahres vorlesen (s. Mischna Joma 7, 1 und Sota 7, 8). Dieses Buch stand in so hoher Achtung, dass nicht zu befürchten war, man würde Teruma-Speise daneben legen (Maim.) Tosefta hat: ספר עזרא.",
+ "Der Markoph. Nach den Erklärern „ein hölzernes Pferd“, auf welchem die Possenreisser sassen und die Leute durch Gesänge belustigten, vgl. R. Hai, der diese Erklärung im Namen eines Talmud zu Kelim, den man im Lande Roma (בארץ רומא) gefunden haben soll, citiert. R. Hai selbst meint, es sei dies ein Pferd aus Zedernholz (von ריכפת im Targum zu 1. Kön. 6, 9), vgl. noch weiter 16, 9. Einige lesen המרכוב und erklären, es sei das Holz an der Harfe, um welches die Saite gewickelt wird (Aruch).",
+ "die Guitarre. בטנון (von בטן, Leib) ein Spielinstrument, das der Spielende vor dem Leibe trägt, Guitarre (R. Hai und Bart.).",
+ "der Niktemon. נקטמון in M. Sabbat 6, 8: אנקטמין. Nach Jerusch. das. ist es אונוסקטמון (ὄνος ϰατ’ ῶμον) eine Eselsfigur, die von Komödianten zur Belustigung auf der Schulter getragen wurde. Im Babli Sabbat 66 b (die LA. ist dort לוקטמין) werden ausser dieser noch zwei andere Erklärungen gegeben: „Stelzfüsse“ oder „Larve.“ Über den Widerspruch zwischen der Bestimmung hier und der in Sabbat vgl. ר״ש.",
+ "und die Trommel. אירוס (auch M. Sota 9, 1) nach den Erklärern, eine Handtrommel.",
+ "Die Trommel kann verunreinigt werden als Sitz. Vgl. oben 15, 3.",
+ "weil die Klagefrau. אלית (von אלי, wehklagen, Joel 1, 8) das Trauerweib, das die Trauermusik spielt, vgl. 16, 7.",
+ "Eine Wiesel-Falle ist verunreinigungsfähig. Es ist ein Gerät, das zum Aufnehmen bestimmt ist, weil man das Fell des Wiesels benutzen kann (א״ר).",
+ "Eine Mausefalle ist rein. Man fängt nur die Maus, um sie zu töten und wegzuwerfen."
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+ "ist rein. Nach 17, 1 ist es schon rein, wenn es ein Loch hat, durch das ein Granatapfel durchfallen kann.",
+ "Der Doppeltisch. Ein Tisch mit zwei Platten, die durch Angeln mit einander verbunden sind und auf- und zusammengeklappt werden können.",
+ "die zu verschiedenen Frucht-Arten eingerichteten Schüsseln. Eine grosse hölzerne Schüssel mit Fächern für verschieden e Fruchtarten. מזנון (von זן, Art) verschiedene Arten enthaltend.",
+ "und der Fussschemel. Lies: אפיפודין, ὑποπόδιον, ein Fussschemel.",
+ "des Hausherrn. Es waren dies solche, die zum Auf- und Zusammenklappen eingerichtet waren, vgl. Sachs, Beiträge I 165.",
+ "Auch die Schale. מגס (syr. ܡܰܓܣܳܐ) Schale. Hier ist eine Doppelschale gemeint, die manche auch, wenn sie entzwei gegangen, noch gebrauchen. Über die Etym. s. Pesachim V Anm. 42.",
+ "und die babylonische Schüssel. קוד, ein hölzernes Essgerät, das man auf der Reise mit sich führte und das in zwei oder mehrere Fächer geteilt war, vgl. Gittin 68 b und Raschi das.",
+ "Von wann an. Nedarim 56 b und Parallelst.",
+ "nehmen hölzerne Geräte Unreinheit an. Wann sind sie als fertig zu betrachten.",
+ "Das Bett und die Wiege. עריסה (dimin. von ערס = ערש, Bett) kleines Bett, Wiege.",
+ "sobald man sie mit der Fischhaut. Von einem Fische mit rauher und stacheliger Haut.",
+ "abgerieben hat. Um die Splitter von der Oberfläche zu beseitigen.",
+ "so sind sie verunreinigungsfähig. Auch ohne abgerieben zu sein.",
+ "sobald man drei Maschenreihen. Um die Stangen des Bettrahmens wurden der Länge und der Breite nach Stricke gezogen, die so ein Netz bildeten, wovon jede Maschenreihe בית (Haus, Gehäuse) genannt wurde (vgl. Krengel, Hausgerät in der Mischna I 23).",
+ "darin geflochten hat. סרג = שרג, flechten (Job 40, 17)."
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+ "Die hölzernen Körbe. Werden als fertig gearbeitet betrachtet.",
+ "sobald man den Verschluss gemacht. חסם, verstopfen, verbinden, einen Verschluss machen. Hier ist der Verschluss am oberen Rande gemeint.",
+ "und sie beschnitten hat. קנב (arab. قنب, Reben beschneiden), hier: die aus dem Geflechte hervorstehenden Späne abschneiden.",
+ "wenn man sie nicht von innen. Sondern bloss von aussen.",
+ "weil man sie so schon bestehen lässt. Da die Palmzweige weich sind und der Korb auch ohne Beschneidung von innen gebraucht werden kann.",
+ "Der Frachtkorb. כלכלת (von כול, fassen) ein Korb, der gewöhnlich zum Aufbewahren von Feigen und anderen Früchten dient und aufgehängt wird.",
+ "Ein Flaschenkorb. לגין, gr. λάγυνος, Flasche.",
+ "weil man sie so schon bestehen lässt. Nach der Tosefta (II 5, 13) werden diese Behälter aus Palmzweigen gemacht, s. Note 20."
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+ "Die kleinen Tischkörbchen. קנון, gr. ϰανοῦν, ein Korb zu Brod, Früchten u. dgl. (canistrum).",
+ "und die Handkörbe. קלת, gr. ϰάλαϑος, ein geflochtener Handkorb.",
+ "Die grossen Brodkörbe und die grossen Getreidekörbe. סוגין (von סוג umzäunen, einschliessen) Körbe für Getreide, Mehl und dgl. R. Hai hat eine LA. סואים (Tos.: סאין), wie das Hebr. סאה, ein Getreidemass.",
+ "sobald man zwei Kreise. דור, ein Kreis.",
+ "an ihrer Breite. Zwei Kreise rund um den ganzen Korb. Nach den Commentaren sind hier die untersten zwei Windungen am Boden des Korbes gemeint. Doch ist nicht einzusehen, warum diese Körbe schon beim geringsten Anfang Unreinheit annehmen, während bei den vorhergehenden erst nach seinem Verschluss das Gerät als fertig gilt. Man müsste annehmen, dass dieser Korb auch schon bei einer so geringen Höhe gebraucht wird. Es wäre aber auch möglich in שני דורין zwei besonders starke Kreise zu erblicken, die oben den Abschluss des Korbes bildeten, und da die Körbe oben am breitesten waren, wird diese Stelle mit לרוחב שלהן bezeichnet.",
+ "Der Boden. S. oben 15, 3.",
+ "des feinen und groben Siebes und der Wagschale. Eine aus Weiden geflochtene Wagschale. Bart. liest וכן statt וכף, das Gestell der Wage.",
+ "sobald man einen Kreis. Bei diesen Geräten genügt dies, um es gebrauchen zu können.",
+ "Der Weidenkorb. קופח (arab. قغة, cophinus) ein grosser Korb, gewöhnlich aus Weiden geflochten.",
+ "sobald man zwei Windungen. צפירות, vom arab. ضغر, flechten, sind nach Maim. die Windungen, die man mit einem aus Ruten geflochtenen langen Seile über dem Boden des Korbes in beliebiger Anzahl über einander legte. Diese Windungen wurden zusammengenäht und bildeten die Wandung des Korbes; vgl. Jer. Sabb. 7, 2 (10 c). Die Tosefta hat צבירות (vielleicht von صبر, Rand).",
+ "der Korkkorb. ערק, nach Bart. ein Korb aus Kork, von geringerer Höhe als die קופה. Arab. عرق, ein aus Palmblättern geflochtener Korb.",
+ "sobald man eine Windung. Bei diesen Geräten genügt dies, um es gebrauchen zu können."
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+ "Die Tasche. תורמל, aram. und syr. Hirtentasche, vgl. Targ. zu 1. Sam. 17, 40.",
+ "sobald man den Verschluss gemacht. D. h. gesäumt hat.",
+ "sie beschnitten. Man entfernt mit einem Beschneidemesser die Narben des Ledere.",
+ "und ihre Schleifen. קיחות, and. LA. קיהות, sind nach Bart. u. A. die an den Enden angebrachten Schleifen, durch welche man Schnüre zum Zuschnüren der Tasche durchzieht. Nach R. Hai und Maim. ist es mit קיח in Jes. 61, 1 zusammenzustellen, dass „Verschluss“ bedeuten soll.",
+ "Sobald man die Ohren. Nach יו״ב und מ״א sind die אזנים in den קיחות mit enthalten. Es sind zwei grosse Schleifen, die an zwei entgegengesetzten Seiten der Tasche angebracht sind und auseinander gezogen werden, wenn man die Tasche öffnen will.",
+ "daran gemacht hat. Auch wenn die kleinen Schleifen nicht daran sind, da man die Tasche mit einer Schnur umwickeln kann.",
+ "Das Schurzfell. סקורטיא (scortea), Lederzeug. Nach Ned. 45 b ist darunter ein ledernes Schurzfell der Gerber verstanden. R. Hai und Maim. erklären es hier als eine Lederdecke, auf der man speist.",
+ "sobald man den Verschluss gemacht. D. h. gesäumt hat.",
+ "es beschnitten und die Schnüre. צצתה, L. ציציתה, wie die ציציה am Talith, Schnüre, womit man die Schürze um den Leib bindet. Nach Maim. ist es ein runder Schmuck in der Mitte der Lederdecke (vgl. aber יו״ב und מ״א).",
+ "Sobald man die Ringe. An denen die Schnüre befestigt sind.",
+ "Eine Bett-Unterlage. קטבוליא, gr. ϰαταβολή, Unterlage (vgl. Oholot 8, 1).",
+ "sobald man den Verschluss gemacht. D. h. gesäumt hat.",
+ "Sobald man die Schleifen. S. oben Note 38.",
+ "daran. Womit man sie an die Bettstelle befestigt.",
+ "gemacht hat. Obgleich man sie noch nicht gesäumt hat.",
+ "Die Decke. Vgl. weiter 20, 1.",
+ "Sobald man sie zugenäht und weniger als fünf Handbreiten offen gelassen hat. Um sie mit Wolle oder Heu zu füllen."
+ ],
+ [
+ "Ein Feigenkorb. פטיליה (gr. πατέλλιον, dim. von πατέλλα, eine Schüssel), ein Weidenkorb zum Aufbewahren getrockneter Feigen, Tos. Sabb. 12 (13), 15.",
+ "aber der grosse Getreide-Behälter. חסינה, nach Maim. ein hausgrosser weidener Behälter, in welchem man Weizen aufbewahrt. ממגורות (Joël 1, 17) wird vom Targ. mit חוסניא übersetzt. St. חסן, aufbewahren.",
+ "ist rein. Er gilt nicht als Gerät, weil er wegen seiner Grösse nicht hin und her getragen wird.",
+ "Fruchtkörbchen. סגניות nach den Comment. ein kleines Behältnis zu frischen nassen Früchten (vom St. סוג, einschliessen; Kohut: σαγάνη Netz?).",
+ "aus Blättern sind rein. Weil diese keine dauerhaften Geräte sind.",
+ "Ein Geflechte für Datteln. חותל, ein Geflechte aus Palmzweigen, in welches die unreifen Datteln getan werden, damit sie dort zur Reife kommen. Die unreife Dattel heisst תוחלא, aus dem (nach R. Hai) חותל transp. ist. Nach Maim. stammt es vom Hebr. חתל, einwickeln.",
+ "wenn man leicht hineintun und herausnehmen kann. Es ist ein dauerhaftes Gerät, das man auf- und zumachen kann.",
+ "so ist es rein. Weil man dies nur für kurze Zeit gebraucht und dann wegwirft."
+ ],
+ [
+ "Der lederne Handschuh. So erklären das Wort die meisten Commentare. קסיה wäre dann gleich כסיה, Bedeckendes (vgl. קוס = כוס, oben 4, 3). Andere erklären es mit „Schürze“ oder „Kopfbedeckung“ (eine Art Helm = cassis), vgl. תוי״ט.",
+ "der Worfler. Maim. (H. כלים 7, 5) las זורעי גינות (der Gärtner).",
+ "Auch der der Gräupner. S. oben 12. Note 57.",
+ "das zum Aufnehmen. Um etwas damit fassen zu können, ohne dass ein Dorn oder Splitter die Hand verwandet.",
+ "was nur des Schweisses wegen. Damit die Sache, woran er arbeitet, nicht durch den Schweiss seiner Hand beschädigt werde; oder: um damit den Schweiss abzutrocknen."
+ ],
+ [
+ "Der Mistsack. מלקוט (a. LA. מקלוט, auch מיקלוט) nach Maim. ein lederner Sack, um den Mist des Dreschtieres aufzunehmen, damit das Getreide nicht besudelt wird. Nach Aruch u. A. ist es ein Leder, das man dem Rinde vor die Augen bindet, damit es im Kreise herumgehe und dresche.",
+ "des Rindes und dessen Maulkorb. חסים, (bessere LA. חסום L. חיסום), Sabbat 53 a.",
+ "das Räuchergefäss. מדף, nach den meisten Comment. ein Räuchergefäss, womit man die Bienen wegtreibt, wenn man den Honig aus dem Bienenkorbe nehmen will (von נדף, vertreiben). Nach R. Hai ein Brett (von דף) vor dem Bienenkorbe, auf welchem die Bienen sich niederlassen (vgl. gegen diese Erkl. Fleischer bei Levy III 305).",
+ "für die Bienen und der Fächer. מנפה (von נוף, wehen, fächeln) Fächer.",
+ "Der Deckel des Schmuckkastens. קופסא (M. קפצה, L. קפסה), gr. ϰάψα, ein Behälter für Schmucksachen oder Kleidungsstücke.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Weil man mitunter den Deckel für sich gebrauchte (s. oben 12, 3).",
+ "der der Kleiderkiste. קמטרא, gr. ϰάμπτοα, Targ. zu מלתחת (2. Kön. 10, 22).",
+ "der Deckel eines Korbes. Diese Deckel sind nicht mit dem Geräte verbunden.",
+ "die Presse des Zimmermanns. Womit er krumme Bretter gerade presst.",
+ "der Stuhl. הכסא, and. LA. הכסת, das Kissen.",
+ "unter der Lade. Man stellt ihn unter die Lade, damit sie nicht durch die Feuchtigkeit der Erde Schaden leide.",
+ "und die Wölbung. קמרון, gr. ϰαμάριον, Wölbung, eine gewölbte Decke, die zeltartig über der Lade liegt, um diese vor dem Regen zu schützen.",
+ "das Lesepult. אנגלין, andere LA. אנלגין, gr. ἀναλογεῖον, ein Lesepult, so ר״ש und Aruch. And. Erkl.: ein Futteral (Bart.) oder die Form, auf der man das Futteral für die Gesetzrolle macht (Maim). Eine and. Erklärung in den Comment. zu Jerusch. Megilla 3, 1.",
+ "das Gehäuse zum Riegel. Das Riegelloch, worin man den Riegel hineinschob.",
+ "das Gehäuse des Schlosses. Das Gehäuse, wo man den Schlüssel hineinsteckte (Tosefta Erubin 10, 1).",
+ "die Kapsel der Mesusah. Das Pergamentstück, worauf die Abschnitte Deut. 6, 4—9 und 11, 13—21 geschrieben sind, das in einer Kapsel an den Türpfosten befestigt wird. Die letztgenannten drei Gehäuse sind rein, weil sie am Grundstück befestigt sind, so dass sich die Regel des R. Jehuda am Ende dieser Mischna nicht hierauf bezieht (מ״א). Nach den and. Erklärern sind hier Futterale gemeint, die nicht am Grundstück befestigt sind.",
+ "zu Harfen. Vgl. oben 15, 6 und Erubin 10 Note 71.",
+ "der Block. אמום, syr. ܐܰܡܽܘܡܳܐ, eine Form (arab. امام, Muster) Figur eines Menschenkopfes, auf der man die Turbane verfertigte.",
+ "der Markoph. S. oben 15, Note 62. Ar. gibt hier noch die Erklärung: „der Griff des Winzermessers;“ vgl. Tosefta I 5, 10 (die aber auch nach der anderen Auffassung erklärt werden kann).",
+ "das Spielinstrument. רביעית das Targ. übers. מנענעים (2. Sam. 6, 5) mit רביעין. Nach Maim. sind es zwei Hölzer, die taktmässig aneinander geschlagen wurden; nach And. besteht das Instrument aus viereckigen Brettern.",
+ "der Klagefrau. S. oben 15, Note 67.",
+ "der Sonnenschirm. גנוגנות, M.: גנונת (von גנן, schirmen.) Nach Maim. ist unter עני der Handwerker zu verstehen, nach Deut. 24, 15. Ar., ר״ש und Bart. erklären גנוגנה als eine Tasche.",
+ "die Stützen. Balken, mit denen man das Bett stützte, dass es nicht zerbreche.",
+ "die Form. טפוס = typus.",
+ "der Tephilla. תפלה, Einz. von תפלין (Phylakterien). Gemeint ist die Form für die Gehäuse (בתים) der Tephillin.",
+ "das Modell der Kleider-Weber. סותות, M.: סות, nach Maim. Gewand, Gürtel, wie Gen. 49, 11. Bart. liest: סאגות und erkl.: Ketten. Gemeint sind (wie aus R. Hai und ר״ש zu ersehen ist) die geflochtenen Kettchen (תיכי חלילאתה, Sabb. 57 a), in welche das Kopfhaar der Frauen hineingeflochten wird. Es gibt hier noch eine Menge Varianten..",
+ "Alles. Vgl. Sifra Schemini Par. VI, 4.",
+ "was den dem Menschen dienenden Geräten sowohl während des Gebrauches derselben dient. Unter den flachen hölzernen Geräten (פשוטי כלי עץ) sind dreierlei Arten zu unterscheiden (vgl. Tosefta II 10, 7): 1. משמשי אדם, solche sind rein. 2. משמשי אדם ומשמשי אדם ; über diese beiden vgl. Vorb. 12. — 3. משמשי משמשיו של אדם, Gegenstände, die nur den vom Menschen gebrauchten Geräten dienen. Über diese stellt R. Jose seine Regel auf.",
+ "als auch während sie nicht gebraucht werden. Es bleibt stets mit dem Geräte verbunden, auch wenn dieses nicht gebraucht wird, wie z. B. der Deckel des Schmuckkästchens.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Es wird wie das Gerät selbst betrachtet, selbst wenn es nicht mit dem Geräte verbunden ist.",
+ "während sie gebraucht werden. Wie etwa die verschiedenen Modelle der Handwerker.",
+ "so ist es rein. Umso mehr gilt dies von den flachen Gegenständen, die den Geräten bloss, während sie nicht gebraucht werden, dienen, wie das Futteral einer Harfe (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "des Dolches. Oben 13, Note 2.",
+ "das Futteral des Zwickmessers. Das. Note 10.",
+ "das Futteral des Schminkstifts. Das. Note 13.",
+ "die Schminkdose das Futteral des Schreibstils. Das. Note 14.",
+ "und das Futteral mit mehreren Fächern. תרונתק, zusammengesetzt aus תרין und תיק (zwei Futterale), ein Futteral mit mehreren Fächern (Maim.).",
+ "das Futteral einer Tafel. Nach כף נחת (bei תוי״ט) ist hier eine Metalltafel, auf welcher der Lauf der Gestirne gezeichnet ist, gemeint. Nach מ״א, ebenso Levy, soll טבלא hier eine Handpauke sein (gr. τάβαλα).",
+ "die Lederdecke. Oben Note 41.",
+ "der Köcher und das Behältnis für die Geschosse. פגוש, M.: פגוז Targ. zu קבל (Ez. 26, 9), Wurfgeschoss.",
+ "diese sind verunreinigungsfähig. Weil sie ein Behältnis haben (יו׳׳ב). Nach Maim. und א״ר dienen diese Futterale den Geräten auch, während sie gebraucht werden, was aber יו״ב mit Recht unbegreiflich findet.",
+ "das Futteral der Doppelflöte. Oben 11, Note 61.",
+ "wenn man diese von oben hineinlegt. Die Öffnung des Futterals ist oben.",
+ "rein. In diesem Falle wird das Futteral nicht als ein Behältnis sondern bloss als eine Decke betrachtet.",
+ "Der Überzug des Spiesses. אלה, arab. الة, ein kurzer Spiess. Nach And. ist אלה ein Streitkolben oder ein runder Schild.",
+ "ist rein. Nach Sifra Schemini Par. VIII, 7."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Bei. Berachot 41 a.",
+ "allen Geräten. Von Holz. Über irdene Geräte s. 3, 1 f; über Metallgeräte 14, 1.",
+ "der Privatleute. S. Raschi zu Sukka 6 a.",
+ "gilt als Mass. Des Loches, wodurch das Gerät rein wird.",
+ "der Granatapfel. Wenn das Loch so gross ist, dass ein Granatapfel durchfällt, s. M. 4.",
+ "Es kommt auf die Bestimmung der Geräte an. Nach Maim. und Bart. sind hier die Worte des R. Elieser zu Ende. Nach ihm kommt es bei jedem Geräte auf seine Bestimmung an, so dass z. B. ein Gerät, das zu Oliven bestimmt ist, rein wird, wenn es ein Loch bekommt, durch welches eine Olive durchfällt. Das folgende קופות הגננים sagt wieder der erste Tanna, der damit Ausnahmefälle anführt, bei denen nicht der Granatapfel als Mass gilt. Nach ר״ש und יו״ב ist קופות הגננים u. w. Fortsetzung der Worte des R. Elieser, der damit Exempel für seinen Lehrsatz anführt.",
+ "ein Kraut-Bündel. Wenn ein Kraut-Bündel durch das Loch fallen kann.",
+ "bei den der Hausherren Stroh. Ein Stroh-Bündel.",
+ "bei den der Bademeister Holzspäne. גבבה, (von גבב, zusammenlesen) nach א״ר Holzspäne; nach And. Stoppeln. Auch hier ist ein Bündel gemeint.",
+ "Josua. Das ist (nach ר״ש) der erste Tanna, der mit R. Elieser kontroversiert. Nach And. geht R. Josua noch weiter als der erste Tanna, indem er nicht bloss bei den Geräten der Privatleute, sondern auch bei den der Fabrikanten die Granate als Mass gelten lässt."
+ ],
+ [
+ "Beim Schlauche. Von Leder.",
+ "ein Knäuel. פקעיות Mehrz. von פקעת, oben 10, Note 41.",
+ "Aufzuggarn. Oben 1, Note 38. Dies ist die Ansicht des R. Elieser b. Jakob in der Tosefta, vgl. Chullin 138 a.",
+ "wohl aber. Anstatt אעפ״י שמקבלת liest L.: אעפ״י כן מקבלת. Danach ist der Sinn einfach der: „Wenn er Aufzuggarn nicht hält, trotzdem aber Einschlaggarn hält, so ist er noch unrein. Nach unserer LA. muss hier אף על פי den Sinn von הואיל (weil) haben, wie in Megilla 4 b (Ende), vgl. מ״ש. Es ist daraus zu schliessen, dass er wohl rein wird, wenn er auch Einschlaggarn nicht halten kann. (Nach Maim. H. Kelim 7, 6 dagegen ist er erst rein, wenn dessen grösster Teil gelöchert ist). Es ist aber unbegreiflich, welchen Zweck das Mass בפקעיות של שתי hat, da der Schlauch bei einem Loch von dieser Grösse doch nicht rein ist. Was die Kommentare zur Erklärung dieser Auffälligkeit sagen, befriedigt nicht. Es ist die Annahme notwendig, dass bis בפקעיות של שתי die Ansicht von R. Elieser b. Jakob, von אם אינה u. s. w. die Ansicht eines anderen Tanna vorliegt. א״ר liest טהורה statt טמאה, ebenso weiter; doch findet diese LA. nirgends eine Bestätigung.",
+ "wohl aber Schüsseln. תמחוי ist eine grosse Schüssel. Über die Etym. vgl. Baneth in Pesachim V, Note 42.",
+ "Ein Nachtgeschirr. רעי, L.: ראי, Nahum 3, 6.",
+ "Rabban Gamliel erklärt es für rein. R. Gamliel bezieht sich bloss auf בית הרעי (יו״ב).",
+ "weil man es so nicht bestehen lässt. And. LA.: מפני שהן מקיימין אותו . Dann bezieht es sich nach Bart. auf die Worte des ersten Tanna, der es für unrein erklärt, weil man es so noch bestehen lässt, (vgl. aber מ״א)."
+ ],
+ [
+ "ein Laib Brot. Wenn das Loch so gross ist, dass ein Laib Brot durchfällt, ist der Korb rein. Die Laibe Brot waren rund und jeder so gross, dass er für zwei Mahlzeiten ausreichte, Peah 8, 7 (יו״ב).",
+ "Wenn man am Papyrus-Geräte. אפיפיירות, Tosefta: פיפיארות, R. Hai: עפיירות. Letzterer erklärt: „Ein Gerät, das aus Papyrus-Stauden gemacht ist, und zwar ist dies ein grosser Korb, der wie Gitter- und Netzwerk gemacht ist und kein Getreide aufnehmen kann, sondern nur etwa Äpfel, Birnen oder Granatäpfel.“",
+ "Rohr von unten nach oben zur Befestigung. Nach Bart. handelt es sich hier um ein Gerät, dessen Boden durchbrochen war und dadurch wieder repariert wurde, dass man von unten am Boden bis nach oben Rohr eingesetzt hat. Maim. (H. Kelim 6, 4) hat: מלמעלה ומלמטה (oben und unten). Nach יו״ב spricht die Mischna hier von einer gitterartigen Tafel (wie in Kilajim 6, 3), in welche man an den Rändern senkrecht nach oben gerichtetes Rohr angebracht hat, לחיזוק, damit das Gerät, das bisher ein flaches Holzgerät (פשוטי כלי עץ) war, nun etwas fassen könnte.",
+ "Hat man irgendwelche Handhaben. גפיים sind nach Ar. hier dasselbe wie אזניים, Handhaben. And. erklären, wie das Wort sonst bedeutet: Ränder ringsum.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Es wird dadurch ein vollkommenes Gerät.",
+ "Wenn es mit den Handhaben nicht weggetragen werden kann. Die Handhaben oder die Ränder sind nicht stark genug, dass man vermittelst derselben das Gerät aufheben und wegtragen könnte. Nach Maim. ist dieses Gerät auch bei einem Loche, durch das eine Granate durchfällt, verunreinigungsfähig, weil es von vorn herein so gemacht wird. Dadurch würde sich die Stellung dieser Halacha in diesem Perek erklären."
+ ],
+ [
+ "von denen man gesprochen hat. Oben Mischna 1.",
+ "deren drei mit einander verbunden sind. Und einer von den dreien durch das Loch herausfällt. Hierzu muss das Loch grösser sein, als wenn bloss eine einzelne, nicht mit andern verbundene Granate durchfallen soll. So erklärt Bart., vgl. תוי״ט. Viele andere Erklärungen zu diesem Satze sind zusammengestellt im מי נפתוח.",
+ "Beim Sieb und Reuter. Die gewöhnlich so gebraucht werden, dass man sie schüttelt.",
+ "wenn man sie. Das Sieb und den Reuter.",
+ "nimmt und damit hin und her geht. Wobei durch das Schütteln die Granate auch durch ein kleineres Loch herausfällt.",
+ "beim Korbe. Der gewöhnlich auf dem Rücken getragen wird, so dass, während man ihn an den Rücken hängt, durch die Bewegung die Frucht auch durch ein kleineres Loch herausfällt.",
+ "wenn man ihn an den Rücken hängt. פשל, vgl. B. mezia 3, Note 53.",
+ "Bei. Von hier ab sind es nicht mehr die Worte des B. Simon b. Gamliel.",
+ "die keine Granatäpfel aufnehmen können. Sie sind so klein, dass sie nicht drei Granaten fassen.",
+ "beim Viertel. ¼ Kab.",
+ "beim Halbviertel. ⅛ Kab.",
+ "bei den kleinen Körbchen. Oben 16, 3.",
+ "gilt als Mass deren grösster Teil. Wenn der grösste Teil des Bodens durchlöchert ist, sind sie rein.",
+ "Eine Olive. Sobald durch das Loch am Boden eine Olive durchfallen kann, sind sie rein.",
+ "Sind sie durchbrochen. An den Seitenwänden, und zwar bis an den Boden herab (מ״ש).",
+ "ist ein Teil von ihnen abgeschnitten. גמם (syr. ܓܰܡ) abschneiden.",
+ "wenn sie auch nur etwas halten können. Nach R. Ephraim Aschkenasi (im מ״ש) bedeutet hier במח שהן: „Es kommt auf die Bestimmung des Gerätes an“, wie oben in Mischna 1."
+ ],
+ [
+ "von dem sie. Die Weisen.",
+ "sondern ein mittlerer. Vgl. Mischna 6.",
+ "Inwiefern aber sind die Granatäpfel von Baddan. בראן, ein Ort in Samaria, nordöstlich von Sichem gelegen (Schwarz, Heil. Land 127).",
+ "genannt worden. Vgl. Orla 3, 7.",
+ "als diese. Wenn sie verbotene Früchte sind, etwa als Orla (Lev. 19, 23).",
+ "das mit ihnen Vermengte in jedem Verhältnisse. Wenn auch nur ein verbotener Granatapfel mit tausend anderen vermengt worden.",
+ "heiligen. D. h. verboten machen.",
+ "Dies die Worte R. Meïrs. Vgl. Orla 3, 7, wo B. Meïr anderer Ansicht zu sein scheint; doch ist dies in Wahrheit nicht der Fall, wie א״ר bereits gezeigt hat.",
+ "dass sie als Mass für die Geräte gelten. Das Gerät wird erst rein, wenn es ein Loch hat, durch welches der Baddan-Granatapfel durchfällt.",
+ "Jose. Viele Comment. haben hier: R. Jehuda (vgl. מ״ש).",
+ "Die Granatäpfel. Jerusch. Demai 2, 1; Orla 3, 4.",
+ "von Baddan und die Lauchgewächse von Geba. גבע ist ebenso wie בדאן ein samaritanischer Ort. Die Tosefta II 6, 10 nennt ihn: גבע של בין הכותים (Geba des Gebietes der Kuthäer).",
+ "insofern sie an jedem Orte als gewiss (noch nicht verzehntet. Da die Samaritaner (Kuthim) die Früchte, die sie verkaufen, gewiss nicht verzehnten.",
+ "verzehntet werden müssen. Dagegen sind die sonstigen von einem עם הארץ gekauften Früchte bloss דמאי, d. h. im Zweifel, ob sie verzehntet sind oder nicht, vgl. die Vorbemerkungen zum Tr. דמאי."
+ ],
+ [
+ "Die Ei-Grösse. Die Grösse eines Hühnereies (Maim., vgl. מ״א ,מ״ש und תא״ש).",
+ "von der sie. Die Weisen.",
+ "gesprochen haben. An verschiedenen Stellen wird dies als Mass angegeben, z. B. Berachot 7, 2; Sukka 2, 5; 3, 7, und in Bezug auf die Unreinheit der Speisen in Joma 80 a.",
+ "ins Wasser. In ein Gefäss, das bis an den Rand mit Wasser gefüllt ist.",
+ "Wasser. Das aus dem Gefäss herausgeflossen.",
+ "welches das grösste and welches das kleinste Ei sei. Vielleicht gibt es noch grössere oder noch kleinere.",
+ "Es mass daher alles nach dem Augenmasse. Wörtlich: nach dem Gedanken des Sehenden (Bestimmenden)."
+ ],
+ [
+ "von dem sie. Die Weisen.",
+ "gesprochen haben. In Sabbat 7, 4; Erubin 7, 8.",
+ "Die grösste. Einige lesen: הקטנה, die kleinste (א״ר ,מ״ש und יו״ב), weil sie es seltsam finden, dass im gelobten Lande die Feigen am kleinsten sein sollen. Doch ist diese LA. nicht bezeugt und blosse Konjektur."
+ ],
+ [
+ "Das Oliven-Mass. Berachot 39a.",
+ "von dem sie gesprochen haben. Bei sehr vielen Massbestimmungen, z. B. bei allen verbotenen Speisen, vgl. Erubin 4 b.",
+ "das ist die Egori-Olive. אגורי, nach Berachot 39 a heisst sie so, weil das Öl in der Frucht gesammelt ist, d. h. (nach Raschi) die Flüssigkeit ist nicht in der Frucht eingesogen, wie etwa bei Äpfeln, sondern sie ist darin gesammelt, wie bei den Weinbeeren; abweichend davon Jerusch. Bikkurim 1, 3. Nach Rapoport, Erech Millin 14, heisst sie אמרי nach der Handelsstadt Egra am aelanitischen Meerbusen. Vgl. auch Löw bei Krauss, Lehnwörter II 7.",
+ "von dem sie gesprochen haben. Oben 1, 4; Ohalot 2, 3.",
+ "das ist dem der Wüste. Diese Gerste wuchs wohl in der Wüste Jehuda; vgl. „Wüsten-Ysop“ in Negaïm 14, 6.",
+ "von der sie gesprochen haben. Negaïm 4, 6; Chagiga 11a.",
+ "Alles. Ohalot 16, 1.",
+ "Bewegliche bringt. Auf den Menschen, der dasselbe trägt (s. Vorb. 27).",
+ "wie die Dicke eines Rinder-Steckens. Oben 9, Note 80.",
+ "dessen Umfang eine Handbreite beträgt. Die Dicke ist demnach ⅓ Handbreite."
+ ],
+ [
+ "von der sie. Die Weisen.",
+ "gesprochen haben. Z. B. Erubin Anf.; Sukka Anf.",
+ "ist die mittlere Elle. Von 6 Handbreiten. Über die grosse Elle s. weiter unten; über die kleine s. Mischna 10.",
+ "Zwei. Pesachim 86 a.",
+ "Ellen. Zwei grosse Ellen.",
+ "Residenz-Schuschan. So hiess das östliche Tor des Tempelberges, weil darüber die persische Residenz Schuschan abgebildet war (Middot 1, 3).",
+ "die im nordöstlichen Winkel war um eine halbe Fingerbreite grösser als die mosaische. Die von Moses beim Baue der Stiftshütte gebrauchte, die 6 Handbreiten betrug Maim.).",
+ "Zu welchem Zwecke hat man eine grössere. Damit sind die zwei grossen Ellen am Schuschan-Tore gemeint, von denen, wie in Menachot 98 a angegeben, die kleinere bei Silber- und Goldarbeiten und die grössere bei Bauwerken gebraucht wurde. Darum heisst es: „eine grössere“, weil bei jeder Arbeit nur eine der beiden grösseren Verwendung fand.",
+ "und eine kleinere Elle. Die mosaische Elle.",
+ "Bloss damit die Handwerker nach der kleineren. Der mosaischen.",
+ "Elle übernehmen. D. h. abschliessen. Sie haben sich vertragsmässig verpflichtet, zu einem festgesetzten Preise eine mosaische Elle zu arbeiten.",
+ "und nach der grösseren wiedergeben. Sie gaben zu jeder Elle eine halbe resp. eine ganze Fingerbreite hinzu.",
+ "kommen. Wenn sie knapp messen, könnten sie mitunter zu wenig geben und eine Untreue am Heiligen begehen."
+ ],
+ [
+ "R. Meïr sagt. Erubin 4 b.",
+ "Alle Ellenmasse. Am Heiligtum.",
+ "waren nach der mittleren. Von 6 Handbreiten.",
+ "ausgenommen die des goldenen Altars, der Hörner (des Altars. Im Vorhof des Tempels.",
+ "des Umgangs und des Grundes (des Altars. Bei diesen allen betrug die Elle bloss 5 Handbreiten.",
+ "R. Jehuda sagt: Bei den Gebäuden (des Tempels. Z. B. die Mauer des Tempels und des Vorhof-Altars.",
+ "bei den Geräten. Der Tisch, der goldene Altar und die Bundeslade."
+ ],
+ [
+ "Manches hat man. Erubin 30 b.",
+ "nach kleinem Masse. Dem Masse der Wüste, nicht nach dem später eingeführten grösseren Masse von Jerusalem und Sepphoris, vgl. hierüber Edujot 1, Note 19.",
+ "Die Masse für Flüssiges und Trockenes. Z. B. das Seah, Hin und Log im Heiligtum.",
+ "das ist dem Wüsten-Masse. Das zur Zeit Moses’ die Israeliten in der Wüste hatten.",
+ "wie der Mensch gerade ist. Mag er gross oder klein sein.",
+ "Der die Handvoll vom Speiseopfer abhebt. Wie es heisst (Lev. 2, 2): Er nehme seine Hand voll.",
+ "der die beiden Hände voll Räucherwerk nimmt. Wie es heisst (Lev. 16, 12): Er nehme … seine Hände voll Räucherwerk.",
+ "der einen Mund voll am Versöhnungstag trinkt. S. Joma 8, 2.",
+ "und das Mass der Speise für zwei Mahlzeiten. Erubin 8, 2.",
+ "zum Erub. Wenn jemand über die Sabbatgrenze (תחום) hinaus gehen will, muss er einen Erub machen. Näheres hierüber in den Vorb. zu Erubin.",
+ "und zwar nach seiner Kost am Wochentage und nicht nach der am Sabbat. Am Werktage isst man weniger, als am Sabbat, wo die Speisen feiner sind.",
+ "nicht wie die am Wochentage. R. Jehuda meint umgekehrt, am Sabbat isst man bei jeder Mahlzeit weniger, weil man 3 Mahlzeiten isst, während am Werktage nur 2 Mahlzeiten eingenommen werden.",
+ "zu erleichtern. Beide meinen, zum Erub genügt Speise für kleinere Mahlzeiten.",
+ "wovon drei auf einen Kab gehen. D. i. ⅔ von einem Drittel Kab, oder ²⁄₉ Kab. Ein Kab = 4 Log; ein Log = 6 Eier. Das Brod ist also 5 ⅓ Eier gross.",
+ "Aus einem Laibe um einen Pondion. Dupondium.",
+ "wenn man vier Seah. 4 Seah = 24 Kab.",
+ "für einen Sela. Ein Sela = 48 Dupondia.",
+ "bekommt. Für ein Dupondium erhielte man somit ½ Kab Weizen. Bis man aber aus dem Weizen Brod bekommt, reduzirt sich das Quantum auf die Hälfte, also auf ¼ Kab = 6 Eiern (Ketubot 64 b)."
+ ],
+ [
+ "Ein Löffel voll Verwestes. S. Ohalot 2, 1; Nasir 50 b.",
+ "das ist nach dem grossen Löffel der Ärzte. Der so gross ist, wie zwei Hände voll.",
+ "die Bohnengraupen-Grösse bei den Aussatzschäden. Negaïm 6, 1.",
+ "wird nach der kilikischen Bohnengraupe. Wie ein Quadrat von 3 Linsen in der Länge und ebensoviel in der Breite.",
+ "wer am Versöhnungstage. Joma 8, 2.",
+ "und zwar wie sie und ihr Kern. Das ist etwas weniger als eine Ei-Grösse (Joma 79 b).",
+ "bei Schläuchen. Von Leder.",
+ "zu Wein und Öl ist das Mass. Des Loches, durch welches sie rein werden.",
+ "wie der grosse Knopf. פיקה, Knopf, auch Spindelknopf (oben 11, 6). Nach Aruch ist es gleich פקעה, Knäuel, vgl. Raschi zu Berachot 22 a und oben Mischna 2.",
+ "an denselben. Nach Maim. ist es der Knopf, den man gewöhnlich an jedes Ende des Schlauches bindet; und wenn der Schlauch ein Loch hat, das grösser ist als dieser Knopf, ist er rein. Nach Bart. ist פיקח hier ein Spindelknopf. שלהן hat er nicht gelesen. Tosefta II 7, 3: ואיזו היא פיקח גדולה שלהן הנכנס דרך פיהם . Welches ist ihr grosser Knopf? Der, welcher durch ihre Mündung hindurchgeht (vgl. Krengel, Hausgerät 46).",
+ "Bei einer Lichtöffnung. Bechorot 37 b.",
+ "dio nicht durch Menschenhände gemacht worden. Sondern Wasser oder Kriechtiere haben sie ausgehöhlt; vgl. Ohalot 13, 1.",
+ "ist das Mass. Damit die Unreinheit des Totenzeltes durch diese Öffnung von diesem Zimmer in das Nebenzimmer komme.",
+ "wie eine grosse Faust. מלא אגרוף, wörtlich: die Füllung einer Faust, d. h. die Grösse einer Faust, vgl. מלא הין, Edujot 1, 3.",
+ "wie die des Ben Batiach. Ein Riese jener Zeit. Nach M. rabba zu Thr. 1, 5 und zu Hohel. 7, 11 lebte er zur Zeit der Zerstörung des Tempels und war ein Schwestersohn des R. Jochanan b. Sakkai, vgl. Rapoport Erech Millin 257.",
+ "Bei einer durch Menschenhände gemachten Öffnung ist das Mass wie der grosse Bohrer der Tempelhalle. Der in einer Tempelhalle lag (Raschi).",
+ "oder wie ein Neronischer. So genannt nach dem Kaiser Nero. Die Namen Ben Batiach und Nero bekunden, dass diese Mischna aus der Zeit des grossen jüdischen Krieges stammt.",
+ "oder wie. In Bechorot 37 b heisst es וישנו כמלא statt ונמלא.",
+ "das Loch im Jochbalken. Oben 14, Note 49."
+ ],
+ [
+ "Alle Geschöpfe im Meere. Sifra Schemini Par. VI 10.",
+ "sind rein. Sowohl sie selbst (auch die toten Seetiere), als auch die Geräte, die aus ihren Knochen oder Häuten verfertigt sind (oben 10, 1).",
+ "weil er aufs Land sich flüchtet. Wenn er verfolgt wird.",
+ "verbindet. Die Verbindung muss aber derart sein, dass, wenn beide Dinge verunreinigungsfähig wären, die Unreinheit des einen auch das andere unrein machen würde.",
+ "sei es auch nur ein Faden oder eine Schnur. משיחה (von משח, messen,) Messschnur, Schnur.",
+ "das Unreinheit annimmt. Wenn es aus einem Stoffe besteht, der, wenn er das nötige Mass hätte, Unreinheit annehmen könnte (יו״ב, vgl. aber מ״א). Vgl. Sifra Schemini Par. VI 10.",
+ "so ist es. Auch das Meerprodukt."
+ ],
+ [
+ "was am ersten Tage erschaffen worden ist. Nach Maim. ist damit das Wasser gemeint (vgl. Chagiga 12a). Nach Bart. meint man die aus der Erde gemachten irdenen Geräte.",
+ "von dem am zweiten Tage Erschaffenen. Das ist der Himmel.",
+ "unter den Geschöpfen des dritten Tages. Das Land und die Pflanzen.",
+ "dagegen sind die Geschöpfe des vierten. Sonne, Mond und Sterne.",
+ "und fünften Tages. Seetiere und Vögel. Die Unreinheit des Aases vom reinen Geflügel wird nach Maim. hier nicht in Betracht gezogen, weil diese von besonderer Art ist, vgl. Vorb. 36.",
+ "ausgenommen das Gefieder. Den Geräten, die aus den grossen starken Federn verfertigt werden. Diese werden wie Knochen-Geräte betrachtet; ebenso das folgende.",
+ "des Os. עוז ist gleich עזניה in Lev. 11, 13. Wahrscheinlich versteht die Mischna unter diesem Vogel den Seeadler (wie auch 70 und Vulg. übersetzen).",
+ "und das Straussei. נעמית; so übersetzen die Targg. תיענה in Lev. 11, 16.",
+ "das überzogen ist. Mit Metall (Aruch). Nur bei diesem Ei, das auch ohne Überzug bestehen kann, haben die Rabbinen verordnet, dass es unrein werden kann, aber nicht bei andern mit Metall überzogenen Eiern, die ohne Überzug gar nicht bestehen können (Bart.). Nach Einigen bezieht sich המצופה auch auf כנף תעוז. So scheint auch aus Tosefta II 7, 4 hervorzugehen (תיו״ט). Nach R. Simon b. Elasar, Namens R. Meïr, ist auch jedes andere überzogene Ei verunreinigungsfähig in der Mischna werden bloss deshalb die Geräte בנף העוז וביצת הנעמית genannt, weil diese gewöhnlich vorkommen (Tos. das.).",
+ "Warum soll das Gefieder des Os von allen anderen Federn unterschieden sein. Auch wenn man aus anderen Federn dauerhafte Geräte macht, sind sie verunreinigungsfähig (Tosefta, cit. von ר״ש).",
+ "was am sechsten Tage erschaffen worden ist. Landtiere und Menschen.",
+ "kann unrein werden. Wenn sie tot sind; oder wenn man aus Tierfellen oder Knochen Geräte macht, so können diese unrein werden."
+ ],
+ [
+ "wie immer es sein mag. Selbst wenn man in der Regel nicht solche Geräte macht; vgl. die folgenden Beispiele.",
+ "Wenn man ein Lager oder einen Sitz. S. Vorb. 29.",
+ "wie immer sie seien. Wenn man auch in der Regel nicht solche Dinge als Lager oder Sitz gabraucht.",
+ "Wenn man einen Beutel aus rohem Fell. עור המצה, ein rohes Fell. Vgl. Sabbat 79 a: Mazza ist ein Fell, das weder mit Salz, noch mit Mehl, noch mit Galläpfeln gegerbt wurde. Nach Sifra Schemini Par. VI, 11 ist ein Gerät aus solchem Fell nicht verunreinigungsfähig. Wenn man aber selbst ein Gerät mit Behälter daraus macht, kann es unrein werden.",
+ "oder aus Papier. Über die Unreinheit des Papiers vgl. תום׳ des R. Akiba Eger zu 2, 5.",
+ "Ein Granatapfel. Chullin 12 b.",
+ "ausgehöhlt oder zu Wagschalen zubereitet haben. Sie haben Fäden daran gebunden, um sie als Wagschalen zu gebrauchen.",
+ "denn von Kindern ist nur die Tat von Bedeutung. Wenn sie etwas durch eine Tat zum Geräte gestalten.",
+ "aber nicht der blosse Gedanke. Ihr Gedanke, etwas als Gerät zu gebrauchen, macht es nicht verunreinigungsfähig. Dagegen genügt hierzu der Gedanke eines Grossjährigen, weiter 25, 9."
+ ],
+ [
+ "Ein Wagebalken. An dessen Enden die Wagschalen hängen.",
+ "ein Abstreicher. Ein Holz, womit man das Übermass abstreicht. Dies darf nicht mit Metall beschwert werden, weil es dann zu tief hineinsinkt und zu viel abstreicht (B. batra 89 b).",
+ "worin ein Behälter zum Metall. Die Betrüger pflegten den Wagebalken hohl zu machen und Quecksilber in die Höhlung zu tun, wodurch sie zu ihrem Vorteil die eine oder die andere Wagschale sinken machen konnten. Ebenso konnten sie mit dem beschwerten Streichholz übervorteilen.",
+ "eine Tragstange. אסל (gr. ἄσιλλα) die Trage. במוט (Num. 13, 24) übers. Jon. באסלא.",
+ "worin ein Behälter zum Gelde. Worin der Betrüger gestohlenes Geld versteckt.",
+ "worin ein Behälter für Wasser ist. In dem Wasser verbirgt er die Dinge, die er stiehlt.",
+ "worin ein Behälter für eine Mesusa und für Perlen ist. Der Schmuggler legte die Perlen in einen hohlen Stock; über dieselben steckte er eine Mesusa, die er angeblich aus Frömmigkeit mit sich führte, und so gelang es ihm, den Zoll zu hinterziehen.",
+ "diese sind verunreinigungsfähig. Obgleich man gewöhnlich obige Geräte nicht mit Behältern versieht.",
+ "Sohn Sakkai’s. B. batra 89b.",
+ "Wehe mir. L hat: אילי = אי לי.",
+ "wenn ich davon nicht spreche. Tosefta II 7, 9: Wenn ich davon spreche, so könnte ich damit die Leute betrügen lehren; wenn ich wieder nicht davon spreche, so würde ich die Lehre verschweigen und dadurch bewirken, dass man Reines verunreinigt. Eine andere Version: (Ich muss davon sprechen) damit die Betrüger nicht denken, die Weisen kennen ihre Handlungen nicht. Nach dem Talmud (l. c.) hat er schliesslich doch davon gesprochen im Hinblick auf den Schriftvers (Hosea 14, 10): Grade sind die Wege des Herrn, die Gerechten wandeln darin, und die Frevler straucheln darüber."
+ ],
+ [
+ "Der Untersatz. תחתית, nach Maim. ein Holzklotz, in den der Amboss eingelassen ist, (der Ambossstock).",
+ "der Goldarbeiter ist verunreinigungsfähig. Weil man den Amboss aus dem Untersatz oft herausnimmt, um die Abfälle von Gold und Silber, die sich dort ansammeln, herauszunehmen; dieser Untersatz dient demnach als Behälter.",
+ "der der Schmiede ist rein. Dieser Untersatz dient nicht als Behälter. Jedoch, meint Maim., ist er, während der eiserne Amboss darin steckt, verunreinigungsfähig als Holz, welches dem Metallgeräte dient, oben 13, 6.",
+ "Ein Polierbrett. משחזת (von שחז, arab. شحذ, schärfen) Schleifstein; hier kann damit nur ein hölzernes Polierbrett gemeint sein (Maim.).",
+ "in dem sich ein Behälter für Öl. Womit das Polierbrett bestrichen wird.",
+ "Ein Schreibtafelheft. פנקס (πίναξ), die mit Wachs überzogenen Schreibtafeln, die buchförmig zusammengeheftet waren (Löw, graph. Requis. 102).",
+ "in dem sich ein Behälter für Wachs. Um das nötige Wachs jederzeit zur Hand zu haben.",
+ "Eine Strohmatte. מחצלת, eine Matte, aus Stroh, Rohr, zarten Baumzweigen u. dgl. (vom arab. خصلة, frische zarte Baumzweige, Kohut).",
+ "und einen hohlen Strohhalm. Obgleich dessen Behälter nur klein ist, heisst er doch „ein Gerät mit Behälter“ (Maim.).",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Die Strohmatte, wenn sie ein Behältnis hat; oder wenn sie zum Lager bestimmt ist, als Midras (Vorb. 29); den Strohhalm als Behältnis-Gerät (מ״א).",
+ "für rein. Er betrachtet die Strohgeräte als solche, die keinen Bestand haben (oben Note 140).",
+ "Auch von Koloquinten. פקועות (2. Kön. 4, 39) Koloquinten, nach And. Gurken.",
+ "gilt dasselbe. Auch bei Geräten aus diesem Gewächse controversiren R. Ak. und R. J. b. Nuri.",
+ "Eine Matte von Rohr oder Riedgras. חלף, Schilf, Riedgras (Löw, aram. Pfl. 167).",
+ "ist rein. Doch, meint Maim., kann sie als Lager Midras-Unreinheit annehmen, wenn sie nicht eine andere Bestimmung hat, z. B. als Decke einer Laubhütte. Nach מ״א kann sie nur מדרס-unrein werden, wenn sie direkt zum Lager bestimmt wird (weiter 24, 10).",
+ "auf dass es etwas aufnehme. Um Schminke u. dgl. hineinzutun.",
+ "bis man das ganze Mark. ככיי, nach den Erkl.: das innere Mark im Rohr."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Die Kiste. S. oben 15, 1 und Menachot 31a.",
+ "wird. Hinsichtlich des Masses von 40 Seah oder 3 Kubikellen, wobei das Gerät unfähig ist, die Unreinheit anzunehmen (Vorb. 13).",
+ "nach Bet-Schammai von innen. Die innere Höhlung muss 4 Seah Flüssiges fassen; die Dicke der Wände wird nicht mitgerechnet.",
+ "nach Bet-Hillel von aussen gemessen. Man denkt sich die Kiste in eine andere grössere Kiste hineingesetzt, und wenn letztere 40 Seah fasst, ist erstere nicht für die Unreinheit empfänglich (Raschi, Sabbat 44 b).",
+ "dass die Dicke der Füsse und der Leisten. לזבזין, der Kranz um den obern Rand, s. oben 2, Note 29.",
+ "dass aber der Raum zwischen ihnen. Zwischen den Füssen und unter dem Boden der Kiste.",
+ "nicht mitgemessen wird. Wir betrachten es nicht so, wie wenn der Boden der Kiste bis an das Ende der Füsse reichte (Raschi Men. 31a).",
+ "Simon Schesori. שזורי L: השיזורי, aus Schesor oder Schisor (vgl. H. Hildesheimer, Beitr. Note 279).",
+ "Wenn die Füsse eine Handbreite hoch sind. Dann ist dazwischen ein bedeutender Raum.",
+ "wird der Zwischenraum auch mitgemessen. Das Volumen der Kiste wird so gemessen, wie wenn ihr Boden bis zur Erde reichte."
+ ],
+ [
+ "Die Maschine. מוכני, L: מכני, A: מיכני, gr. μηχανή, Maschine. Eine derartige Maschine wird auch beim Schrank erwähnt, Ohalot 4, 3. Es scheint, dass die Maschine zum Fortbewegen der schweren Geräte diente, vgl. Joma 3, 10. Näheres darüber lässt sich nicht ermitteln. Die Erklärung von מוכני = מכונה, Fussgestell ist unzulässig.",
+ "wenn sie abzunehmen ist. Sie ist nicht mit der Kiste fest verbunden.",
+ "nicht als damit verbunden. So dass, wenn die eine unrein geworden ist, die andere nicht mit unrein wird.",
+ "wird nicht mitgemessen. Hinsichtlich des Masses von 40 Seah oder 3 Kubikellen, wobei das Gerät unfähig ist, die Unreinheit anzunehmen (Vorb. 13).",
+ "schützt nicht mit ihr. Der Kiste.",
+ "im Totenzelte. Wenn die Kiste fest verschlossen ist und sich im Totenzelte befindet, so schützt sie die darin befindlichen Geräte vor der Toten-Unreinheit (oben 10, 1). Hat aber die Kiste ein Loch von einer Handbreite im Quadrat, so kann die Unreinheit dort eindringen und die Geräte verunreinigen, trotzdem das Loch durch die Maschine teilweise verdeckt ist und dadurch das Mass desselben vermindert wird. Die Maschine kann, weil sie nicht mit der Kiste als verbunden gilt, die in letzterer befindlichen Geräte nicht vor der Unreinheit schützen (vgl. ר״ש).",
+ "und man darf sie. Die Maschine.",
+ "wenn Geld darin. In der Maschine. Man hat wahrscheinlich dort Geld verborgen, weil es niemand dort suchte, sondern in der Kiste.",
+ "ist. Da sie als Besonderes gilt und wenn darin Geld ist, darf sie als Basis für einen zum Tragen verbotenen Gegenstand am Sabbat nicht fortbewegt werden (vgl. Sabbat 21, 2).",
+ "schützt mit ihr. Der Kiste.",
+ "und man darf sie. Da sie als Besonderes gilt und wenn darin Geld ist, darf sie als Basis für einen zum Tragen verbotenen Gegenstand am Sabbat nicht fortbewegt werden (vgl. Sabbat 21, 2).",
+ "auch wenn Geld darin. In der Maschine. Man hat wahrscheinlich dort Geld verborgen, weil es niemand dort suchte, sondern in der Kiste.",
+ "ist. Da in diesem Falle die Maschine bloss als Anhängsel der Kiste betrachtet wird, die doch nur für Kleider und Geräte und nicht für Geld bestimmt, also keine Basis für Verbotenes geworden ist. Anders sind diese Sabbat-Bestimmungen nach Magen Abraham 310, 7 zu erklären, vgl. gegen ihn מ״א.",
+ "Der gewölbte Aufsatz. קמרון, vgl. 16, 7, Note 74.",
+ "befestigt ist. Mit starken Nägeln (Maim.).",
+ "Wie misst man ihn. Den Aufsatz, wenn er an der Kiste befestigt ist.",
+ "Wie ein gleichschenkliges Dreieck. ראש תור, ein Ochsenkopf, der oben an den Hörnern breit ist und sich nach unten hin zuspitzt; daher Bezeichnung für ein gleichschenkliges Dreieck, oder dessen Spitze, auch für eine Winkelspitze überhaupt, wie in Kilajim 2, 7; 3, 3. Nach And. ist תור ein Schmuckstück der Frauen, das die Gestalt eines Dreiecks hatte (Hohel. 1, 10; 11); daher ראש תור Winkelspitze. An unserer Stelle ist es nach Maim. ein gleichschenkliges Dreieck. Zur Messung des Volumens des gewölbten Aufsatzes hätte man eigentlich den Flächeninhalt einer der Seitenflächen desselben (die von der geraden Linie a b und der darauf ruhenden krummen Wölbungs-Linie begrenzt ist) mit der Länge des Aufsatzes zu multipliziren. Da aber die Wölbungs-Linie verschiedenartig gestaltet sein kann und demnach auch die Seitenfläche schwer zu berechnen sein würde, so hat man die Bestimmung getroffen, nur den Flächeninhalt des gleichschenkligen Dreiecks a b c (das aus a b, als Basis, und den beiden nach dem Scheitelpunkt der Wölbungs-Linie gezogenen gleichen Schenkeln ac und bc gebildet wird) zu berechnen und diesen mit der Länge des Aufsatzes zu multipliziren, so dass der Aufsatz wie ein dreikantiges Prisma betrachtet wird (Maim.).
",
+ "Wenn sie. Die Kiste.",
+ "für sich. Ohne Stütze.",
+ "nicht stehen kann. Weil sie durch den schweren Aufsatz nach der Seite hingebogen wird.",
+ "ist sie. Die Kiste.",
+ "rein. Selbst wenn sie klein ist, ist sie dennoch rein, wie ein Gerät ohne Behältnis (Maim.)."
+ ],
+ [
+ "von denen einer ihrer Füsse weggenommen ist. Wiewohl sie dadurch kein Loch bekommen haben.",
+ "rein. Da sie sich nach der Seite hinbiegen, werden sie wie zerbrochen angesehen.",
+ "weil sie nicht auf gewöhnliche Weise aufnehmen können. Maim. liest ושאינן (mit ו׳) statt שאינן. Danach muss übersetzt werden: Diejenigen Geräte aber, die nicht auf gewöhnliche Weise (40 Seah Flüssiges) aufnehmen können (sondern nur, wenn man sie stützt oder auf die Seite legt), erklärt R. Jose für verunreinigungsfähig. Nach den Weisen aber wären diese rein, da sie doch immerhin, wenn auch in ungewöhnlicher Weise, 40 Seah fassen können.",
+ "Die Stangen. Oben 12, Note 29. Nach Maim. sind die נקליטין zwei Stangen an der Kopfseite des Bettes, über welche der Vorhang gelegt wurde, der den Schlafenden vor den Fliegen schützte. Die Stangen mögen auch als Lehne für das Kopfkissen gedient haben, daher ihr Name (Krengel, Hausgerät 22).",
+ "der Bock. חמור ist ein Gerät, auf dem ein anderer Gegenstand sitzt, vgl. oben 14, 3. Hier ist es nach den Kommentaren ein hölzerner Untersatz, der unter dem Bette als Stütze desselben angebracht war. Es scheint dies Gerät zugleich als Tritt gedient zu haben, auf dem man das Bett erstieg.",
+ "und die Bedeckung. Was man hier unter חפוי versteht, ist nicht klar. Nach Maim. sind darunter alle Verzierungen begriffen, mit denen man das Bett schmückte. Nach ר״ש und Bart. ist es ein Überzug (wie oben Abschn. 16, Ende), womit man das Bett und die Stangen überzog. Nach יו״ב ein viereckiges Brett, das auf vier an den vier Winkeln des Bettes hervorragende Stangen gelegt wurde und ein Zelt über dem Bett bildete.",
+ "sind rein. Weil sie nicht mit dem Bette fest verbunden sind und daher nicht zusammen mit dem Bette die Unreinheit annehmen (יו״ב). Mach Maim. und Bart. nehmen diese Dinge auch, wenn sie aus Metall sind, keine Unreinheit an, weil das Metall dem Holze dient. Indessen gilt dies nur, wenn das hölzerne Gerät selbst keine טומאה annimmt, was doch beim Bett nicht der Fall ist (יו״ב und מ״א). Es muss daher nach Maim. und Bart. ein anderer Grund angegeben werden: weil es bloss ein Schmuck oder ein Überzug des Gerätes ist (14, 5).",
+ "Verunreinigungsfähig sind bloss das Bett. Nach Maim. zu Mischna 5 besteht das zerlegbare Bett, von dem in diesem Abschnitt gehandelt wird, aus folgenden Teilen: 1) ארוכות und קצרות, 2 lange und 2 kürzere Bohlen. Letztere bilden die Breitseiten, erstere die Längsseiten des Bettes. 2) לשונות, 4 viereckige ungefähr 1½ Ellen lange Säulen, welche an den 4 Winkeln des Bettes ihren Platz hatten und vermittels derer die 4 Bohlen durch Einzapfung zu einem Rechteck mit einander verbunden wurden. Die לשונות ragten ungefähr eine halbe Elle über das Bettgestelle hervor. 3) כרעים oder רגלים, 4 Füsse, die man an den 4 Winkeln des Bettes unter den לשונות befestigte, so dass das Bett hoch über dem Erdboden stand. 4) מלבן, ein langes viereckiges Brett, das durch Zapfen an der vordem Längsseite des Bettes zwischen den beiden vorderen לשונות befestigt, aber abnehmbar war und, mit Verzierungen versehen, der Vorderseite des Bettes ein schönes Aussehen verlieh.",
+ "selbst. Das Gestelle mit den לשונות und den Füssen (Nr. 1, 2, 3 der vorigen Note).",
+ "und der Rahmen. מלבן wäre nach Maim. Nr. 4 von Note 33. Es würde aber dann die folgende Mischna (מלבן שנתנו על לשונות ) schwierig sein; ebenso unverständlich wäre חמור שתחת המלבן (Tos. II 8, 3), ebenso שהוא מלובש בפיקות . . מלבן u. w. (Tos. II 8, 4). Es ist daher besser mit יו״ב den מלבן hier als einen Rahmen zu fassen, der, mit Ringen (פיקות) versehen und mit Stricken (חבלים) bespannt, in das Innere des Bettgestelles auf Leisten gesetzt wurde und den Boden des Bettes bildete. Dieser מלבן wurde mitunter durch einen חמור, mitunter durch besondere Füsse (רגלים, vgl. Tos.) gestützt.",
+ "Die Rahmen der Söhne Lewi’s. Sie mussten den Rahmen oft auf ihren Reisen mitnehmen, den sie im Notfalle auf zwei Stühle legten, um darauf zu schlafen; daher ist er nicht als Teil des Bettes zu betrachten (יו״ב). Nach Maim. ist der מלבן der Leviten ein auf zwei Säulen ruhendes viereckiges Bett, an den die Leviten ihre Spielinstrumente aufhängten."
+ ],
+ [
+ "den man auf Säulen. לשונות, hier kurze Säulen, vgl. Note 33 Nr. 2.",
+ "gelegt hat. Anstatt den Rahmen auf die Leisten der Seitenbretter zu legen, hat man ihn durch vier an die 4 Winkel gesetzte Säulen gestützt.",
+ "Jehuda für verunreinigungsfähig. Er wird auch so als ein Teil des Bettes betrachtet.",
+ "Simon erklären ihn für rein. Da er nicht durch das Bett gestützt wird, ist er nicht ein Teil des Bettes.",
+ "Warum sollte dieser verschieden sein von den Rahmen der Söhne Lewi’s. Note 36."
+ ],
+ [
+ "Wenn von einem durch Midras. S. Vorb. 29,",
+ "unrein gewordenen Bette eine Breitseite mit den beiden Füssen. Die unter dieser Seite an beiden Enden angebracht sind.",
+ "so bleibt es noch unrein. Es gilt noch nicht als völlig zerbrochen, da es noch zur Not gebraucht werden kann.",
+ "so ist es rein. Es gilt als zerbrochen, und wird deshalb rein, oben 15, 1.",
+ "Nechemja erklärt es für verunreinigungsfähig. Weil man es an ein anderes Bett oder an die Wand lehnen und darauf schlafen kann, Tosefta II 8, 6, vgl. Sukka 16a.",
+ "Wenn man zwei der Bettsäulen an der einen Diagonale. לוכסן, auch אלכסון (gr. λοξόν, schief, schräge) wird die Diagonale eines Quadrates oder Rechtecks genannt. Das Bett-Rechteck hat 2 Diagonalen. An jedem Ende derselben ist eine Säule (oder Pfosten) angebracht. Wenn nun an den beiden Enden der einen Diagonale die Säulen weggeschnitten werden, so wird dadurch das Bett in 2 Teile geteilt, deren jeder aus einer Längenseite (ארוכה) und einer Breitseite (קצרה) besteht.",
+ "oder wenn man zwei Füsse an der einen Diagonale. Ebenso wie vorher, 2 an 2 einander gegenüber liegenden Winkeln des Bett-Rechtecks befindliche Füsse.",
+ "eine Handbreite im Quadrat. Die eingeklammerten Worte (טפח על טפח) fehlen in den Talmud-Ausgaben; sie geben absolut keinen Sinn. Maim. gibt dafür: עד שנעשו שתיהן פחות מטפח, bis beide (Füsse) weniger als eine Handbreite hoch sind. Das kann aber טפח על טפח nicht bedeuten. Ebenso wenig kann טפח על טפח mit Bart. erklärt werden: Von jedem Fusse eine Handbreite (vgl. מ״א). Man muss also die Worte mit א״ר streichen. Sie scheinen aus der Tosefta zu stammen (vgl. מ״א).",
+ "oder wenn man es bis weniger als eine Handbreite erniedrigt hat. So dass zwischen dem Bettboden und der Erde kein Zwischenraum von einer Handbreite geblieben.",
+ "so ist es rein. Es gilt als zerbrochen."
+ ],
+ [
+ "Wenn. S. Tosafot Sabbat 112 b v. רבי.",
+ "an einem durch Midras. S. Vorb. 29,",
+ "unrein gewordenen Bette eine Längsseite gebrochen ist und man sie wieder hergestellt hat. Auch wenn sie nicht wieder hergestellt wurde, bleibt das Bett unrein, da es erst, wenn auch die beiden Füsse weggenommen sind, rein wird (nach M. 5). ותקנה steht bloss als Bedingung für die folgenden Bestimmungen (מ״א, anders יו״ב).",
+ "Ist dann die zweite gebrochen und man hat sie wieder hergestellt. D. h. trotzdem man sie wieder hergestellt hat, ist das Bett dennoch nicht midras-unrein (יו״ב).",
+ "ist es von der Midras-Unreinheit rein. Obgleich das ganze Bett wieder hergestellt ist. Es ist jetzt als ein neues Bett zu betrachten, das zwar von neuem Unreinheit annehmen kann, die alte Unreinheit aber verloren hat.",
+ "aber noch unrein als ein von der Midras-Unreinheit Berührtes. Denn die erste wieder hergestellte Längsseite ist durch Berührung des noch midras-unreinen Bettes auch als von Midras-Unreinheit Berührtes unrein geworden. Wenn nun auch durch das Zerbrechen der zweiten Seite die Midras-Unreinheit aufgehoben wurde, so bleibt noch die Unreinheit der Berührung an der ersten Seite haften, die sie dann, weil mit dem Bette verbanden, auf das ganze Bett überträgt.",
+ "so ist es. Das ganze Bett."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein durch Midras unrein gewordener Fuss. Es hat ein Flüssiger (זב) darauf getreten (Maim.) oder sich darauf gestützt (מ״א). Nach א״ר handelt es sich hier um einen Fuss, den man von einem midras-unreinen Bette losgelöst hat mit der Absicht, ihn später wieder mit dem Bette zu verbinden; in diesem Falle bleibt der Fuss, auch während er vom Bette getrennt ist, midras-unrein.",
+ "an ein Bett. Das rein ist.",
+ "so ist das Ganze midras-unrein. Das ganze Bett gilt jetzt als ein Körper, und da ein Teil unrein ist, so ist das ganze unrein. Die Talm.-Ausg. hat nicht כולה; der Sinn ist aber doch derselbe.",
+ "so ist er midras-unrein. Wie zuvor vor der Verbindung mit dem Bette, vgl. auch 19, 5.",
+ "das Bett aber gilt nur als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Da es vom Fusse während der Verbindung berührt worden. Es ist also nur ראשון לטומאה (Vorb. 2).",
+ "Hat er eine siebentägige Unreinheit bekommen. Durch eine Toten-Unreinheit, nach Num. 19, 11. Näheres hierüber in den Vorb. zu Ohaloth.",
+ "so ist das Ganze siebentägig unrein. Durch eine Toten-Unreinheit, nach Num. 19, 11. Näheres hierüber in den Vorb. zu Ohaloth.",
+ "so ist er siebentägig unrein. Nach Note 60.",
+ "das Bett aber ist nur bis zum Abend unrein. Wie das, was ein siebentägig Unreiner berührt (Num. 19, 22).",
+ "Hat man einen bis zum Abend unrein gewordenen Fuss. Er hat einen אב הטומאה (s. Vorb. 1) berührt und ist dadurch ראשון לטומאה (Vorb. 2) geworden. Dieser kann, wie ein Mensch, durch טבילה und הערב שמש (Vorb. 9) wieder rein werden.",
+ "so ist das Ganze bis zum Abend unrein. Nach Note 60.",
+ "so ist er bis zum Abend unrein. Wie zuvor vor der Verbindung mit dem Bette, vgl. auch 19, 5.",
+ "und das Bett ist rein. Da ein Gerät nur durch einen אב הטומאה, aber nicht durch einen ראשון לטומאה unrein werden kann (Vorb. 16).",
+ "Dasselbe gilt von den Zinken des Karstes. S. oben 13, Note 16. Wenn eine Zinke unrein geworden ist und man verbindet sie mit einem Karste, der rein ist, gelten dabei dieselben Bestimmungen, wie wenn man einen unreinen Fuss mit einem reinen Bette verbindet."
+ ],
+ [
+ "Die Tefillah. תפלה, Mehrz. חפלין, vgl. hierüber Näheres in Menachot 4, 1. Hier ist von der Kopftefillah (תפלה של ראש) die Rede. Ursprünglich mag man die Kopftefillah allein תפלה genannt haben, da die Targumim nur טוטפות (Exod. 13, 16) mit תפלין übersetzen.",
+ "besteht aus vier Geräten. Aus 4 von einander abgeteilten Fächern, deren jedes קציצה (Abteilung) genannt wird.",
+ "Löst man eine Abteilung ab. Nachdem die ganze Tefillah durch eine Toten-Unreinheit ein אב הטומאה geworden war (vgl. Vorb. 5).",
+ "und stellt sie wieder her. Man setzt dafür ein anderes Fach an (Bart. und א״ר).",
+ "so behält sie. Die ganze Tefillah, auch das neue Fach.",
+ "noch die Toten-Unreinheit. Das neue Fach ist mit den anderen zu einem Körper verbunden, wie oben Note 60.",
+ "ebenso bei der dritten. Solange noch ein Fach übrig bleibt, das ein אב הטומאה ist, gelten alle mit ihm verbundenen Fächer als אב הטומאה.",
+ "Löst man auch die vierte ab. Und setzt dafür ein anderes Fach an.",
+ "so wird sie. Die Tefillah.",
+ "ist aber noch unrein als etwas von der Toten-Unreinheit Berührtes. Denn die drei ersten wieder hergestellten Fächer sind durch Berührung des vierten (das noch אב הטומאה war) unrein geworden, und das vierte wieder hergestellte gilt, weil mit den drei ersten zu einem Körper verbunden, ebenso wie jene, als ראשון לטומאה.",
+ "so ist sie als Berührtes unrein. D. h. ראשון, weil sie mit den anderen, die ראשונים sind, verbunden ist.",
+ "Löst man aber auch die dritte ab. Obgleich man es durch ein anderes Fach ersetzt.",
+ "denn die vierte war nur durch Berührung unrein. D. h. durch Verbindung mit den 3 ersten, s. Note 77.",
+ "und eine Berührungs-Unreinheit kann nicht wieder eine Berührungs-Unreinheit bewirken. D. h. die 3 ersten können nicht wegen ihrer Verbindung mit der vierten unrein sein, da doch die vierte selbst nur wegen ihrer Verbindung mit der ersten unrein geworden, diese letzteren aber durch ihre Ablösung und Ersetzung durch neue von ihrer Unreinheit befreit wurden. Vgl. Ausführliches in יו״ב."
+ ],
+ [
+ "Ein Bett. Das unrein war. Vgl. Berachot 50 b.",
+ "von dem die Hälfte. Eine Längsseite, eine Breitseite und 2 Füsse.",
+ "ist rein. Weil man anfangs nicht die Absicht hatte, das Bett wieder zusammenzusetzen, vgl. oben Note 58.",
+ "so nimmt es von nun ab weiter Unreinheit an. Die frühere Unreinheit aber ist durch die Teilung beseitigt, da man früher nicht die Absicht hatte, das Bett wieder zusammenzusetzen (vgl. 15, 1).",
+ "Das Bett. Sukka 16 a.",
+ "kann nur als Ganzes. חבילה, ein Bündel, etwas Zusammengebundenes, Verbundenes; hier im Gegensatz zu אברים: als ein Ganzes, dessen Glieder sämtlich mit einander verbunden sind.",
+ "unrein. Wenn es aber zerlegt ist, nehmen die einzelnen Stücke keine Unreinheit an.",
+ "und nur so wieder gereinigt werden. Wenn es aber im ganzen Zustande unrein geworden und dann zerlegt wird, kann es so nicht gereinigt werden; es muss bei der Reinigung (durch טבילה, resp. הזיה, Vorb. 10) ganz sein.",
+ "Es kann auch gliederweise. Nach Sukka 16 a kann jedoch nur eine Längsseite mit 2 Füssen, oder eine Breitseite mit 2 Füssen Unreinheit annehmen.",
+ "unrein und auch gliederweise. Jedes einzelne Glied kann durch Untertauchen gereinigt werden. Hierbei ist nicht erforderlich, dass eine Seite mit 2 Füssen verbunden bleibe (יו״ב).",
+ "wieder gereinigt werden. Wir haben nach Maim. und Talm. babli erklärt. Die Tosefta (II 8, 8) fasst diese Mischna anders auf. Doch scheint die Tosefta selbst verschiedene Auffassungen zu bieten."
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+ "Wenn man das Bett. Das entweder durch einen Toten oder als Unterlage eines Flüssigen verunreinigt worden ist.",
+ "um es unterzutauchen. Nach der Ansicht der Weisen (18, Ende), dass das Bett auch gliederweise gereinigt werden kann.",
+ "welcher die Stricke berührt. Anstatt והנוגע ist nach L Maim. und A. הנוגע zu lesen. Bart. u. A. lesen והנוגע, wonach auch der Zerleger rein wäre, was aber nur gezwungen erklärt werden kann, vgl. ט״א.",
+ "rein. Obgleich die Stricke, solange sie mit dem Bette verbunden waren, mit unrein waren, so werden sie doch, nachdem das Bett zerlegt wird, rein, da die Stricke für sich keine Unreinheit annehmen.",
+ "Von wann an gilt. Wenn man ein neues Bett mit Stricken bespannt.",
+ "der Strick als mit dem Bette verbunden. So dass, wenn eines derselben von einer Unreinheit berührt wird, auch das andere unrein wird.",
+ "Sobald man drei Maschenreihen. S. oben 16, Note 14.",
+ "damit geflochten hat. Nachdem dies geschehen ist, wird auch der noch herabhängende Strick als mit dem Bette verbunden betrachtet.",
+ "Was vom Knoten an. Nach Tosefta (II 9,4) handelt es sich hier um den Fall, dass man an den einen Bettstrick einen anderen Strick angeknüpft hat.",
+ "ist rein. Dieser zweite Strick gilt vom Knoten an auswärts nicht als mit dem Bette verbunden.",
+ "Was. Sifra Sabim Par. II 5.",
+ "die Fäden. נימא, gr. νῆμα, Faden.",
+ "des Knotens. Wenn man zwei Stricke zusammenbindet, lässt man gewöhnlich am Knoten die Enden etwas hinausragen.",
+ "was das zum Knoten Nötige. Damit der Knoten sich nicht löse.",
+ "unrein. Dies ist wie der Knoten selbst zu betrachten, der wie der Strick vom Knoten einwärts, als mit dem Bette verbunden gilt (יו׳׳ב)."
+ ],
+ [
+ "Der. Sifra Sabim Par. II 4.",
+ "aus dem Bette herausragende Strick. Nachdem man die Bespannung des Bettrahmens vollendet hatte, blieb zuweilen noch ein Stück von dem Stricke übrig, das aus dem Bette herausragte.",
+ "wenn er bis fünf Handbreiten. Die Länge von 5 Handbr. nicht miteinbegriffen (Chullin 54b nach Tosefta).",
+ "lang ist. Wenn auch das Bett unrein geworden ist.",
+ "rein. Er gilt nicht als mit dem Bette verbunden, da er zu nichts brauchbar ist.",
+ "beträgt er von fünf bis zehn. Zehn Handbr. inclusive (Chullin das.).",
+ "so ist er unrein. Das Ganze gilt da als mit dem Bette verbunden.",
+ "ist. Das überschüssige Stück.",
+ "rein. Denn dieses Stück ist bestimmt, abgeschnitten zu werden, und gehört nicht zum Bette.",
+ "Dieses Strickes. Bis zur Länge von 10 Handbreiten.",
+ "die Pesach-Lämmer anzubinden. Vgl. Tur Orach Chajim 430.",
+ "oder die Betten hinabzulassen. Von dem obern Stock nach unten, oder um es in ein Tauchbad unterzutauchen (ר״ש)."
+ ],
+ [
+ "Ein aus dem Bette herabhängender Gurt. מזרן, nach Maim., Bart. u. A. ein aus Wolle, Flachs oder Haaren gewebter Gurt, mit welchem man die Bettstelle umwickelte, um deren Teile zusammenzuhalten. Nach R. Hai und Aruch ist es eine wollene oder lederne Decke (von מזר, spinnen, oder مزر, ausbreiten).",
+ "ist. Wenn das Bett unrein geworden.",
+ "bei noch so viel unrein. Er gilt als mit dem Bette verbunden.",
+ "Nur bis zehn Handbreiten. Wie der Strick, (oben M. 2).",
+ "Das Überbleibsel eines Bettgurtes. Der zerrissen und unbrauchbar geworden ist.",
+ "wenn es sieben Handbreiten lang ist. Wenn soviel noch unversehrt geblieben.",
+ "weil man daraus einen Gurt. חבק, ein Gurt, den Sattel des Esels festzuhalten, Maim. (vgl. Barth, Etym. St. 25). Nach And. ist es eine Decke, die den Esel vor Erkältung schützt."
+ ],
+ [
+ "Wenn der Flüssige auf dem Bette und dem Bettgurte. Auf einem Bette, das mit einem Gurte umwickelt ist, von dem ein Teil herabhängt.",
+ "so macht dieser in noch zwei Graden unrein. Das Bett wird als Lagerstätte des זב ein אב הטומאה (Vorb. 29 und 32). Der Gurt (auch der herabhängende Teil), als zum Bette gehörig, ist gleichfalls אב הטומאה. Was von ihm berührt wird, ist ראשון (erster Grad), was von letzterem berührt wird, ist שני (zweiter Grad, Vorb. 2).",
+ "und im dritten Grade unbrauchbar. Der zweite Grad macht die Hebe (תרומה) unbrauchbar (Vorb. 2 und 3).",
+ "Dies die Worte R. Meïrs. Nach seiner oben (M. 3) ausgesprochenen Ansicht, wonach der aus dem Bette herabhängende Gurt bei noch so viel als mit dem Bette verbunden gilt.",
+ "Wenn der Flüssige auf dem Bette und dem Bettgurte. Auf einem Bette, das mit einem Gurte umwickelt ist, von dem ein Teil herabhängt.",
+ "so macht dieser bis zehn Handbreiten. Nach seiner oben (M. 3) ausgesprochenen Ansicht.",
+ "in zwei Graden unrein. Das Bett wird als Lagerstätte des זב ein אב הטומאה (Vorb. 29 und 32). Der Gurt (auch der herabhängende Teil), als zum Bette gehörig, ist gleichfalls אב הטומאה. Was von ihm berührt wird, ist ראשון (erster Grad), was von letzterem berührt wird, ist שני (zweiter Grad, Vorb. 2).",
+ "und im dritten Grade unbrauchbar. Der zweite Grad macht die Hebe (תרומה) unbrauchbar (Vorb. 2 und 3).",
+ "was über zehn Handbreiten hinausragt. Dieser Teil gilt nur als ראשון, da er die ersten zehn Handbreiten, die als אב הטומאה gelten, berührt hat.",
+ "macht nur in einem Grade unrein. Als ראשון macht er noch das, was er berührt, zum שני.",
+ "und im zweiten unbrauchbar. Dieser שני macht noch die תרומה unbrauchbar (Note 35).",
+ "Wird er. Der Flüssige.",
+ "vom Bettgurte. Während dieser mit dem Bette verbunden ist.",
+ "getragen auf den zehn Handbreiten neben dem Bette. Die wie das Bett selbst betrachtet werden.",
+ "so ist es. Das Bett.",
+ "unrein. Nach Maim. und Bart. ist טמאה zu lesen, wonach es sich auf das Bett bezieht, da dies, als mit dem Gurte verbunden, mit diesem zusammen midras-unrein wird. Nach ר״ש ist טמא zu lesen. Er meint, nur der Gurt wird unrein, aber nicht das Bett, weil der Gurt als Nebenteil nicht die Unreinheit auf den Hauptteil bringen kann (מ״א).",
+ "so ist es. Das Bett.",
+ "rein. Nach Maim. und Bart. ist טהורה, nach ר״ש ist טהור zu lesen. Nach beiden Ansichten ist der Gurt auch rein; denn dieser Teil des Gurtes kann, als nicht zum Bette gehörig, nicht midras-unrein werden. Es handelt sich hier nämlich um einen Fall, wo der זב auf dem Gurte nur getragen wurde, aber denselben nicht mit hem blossen Körper berührt hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Vgl. oben 18, 7.",
+ "so ist das Ganze. Das Bett mit dem Gurte.",
+ "midras-unrein. Nach 18, Note 60.",
+ "so ist jenes. Das Bett.",
+ "midrasunrein. Wie zuvor vor der Verbindung mit dem Gurte.",
+ "der Gurt aber gilt nur als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Da es von dem Bette während der Verbindung mit demselben berührt wurde. Es ist also jetzt ראשון לטומאה (Vorb. 2).",
+ "Hatte jenes eine siebentägige Unreinheit bekommen. S. 18, Note 63.",
+ "so ist das Ganze siebentägig unrein. Wie oben Note 48.",
+ "so ist jenes. Das Bett.",
+ "siebentägig unrein. Wie zuvor vor der Verbindung mit dem Gurte.",
+ "der Gurt aber ist nur bis zum Abend unrein. Wie 18, Note 65.",
+ "Hat man ein bis zum Abend unrein gewordenes Bett. S. 18, Note 66.",
+ "so ist das Ganze bis zum Abend unrein. Nach 18, Note 60.",
+ "so ist jenes. Das Bett.",
+ "und der Gurt ist rein. Nach 18, Note 67."
+ ],
+ [
+ "und sie. Eines von beiden, das Bett oder der Gurt.",
+ "so sind sie. Beide, das Bett und der Gurt, selbst wenn letzterer mehr als 10 Handbreiten aus dem Bette herausragt.",
+ "siebentägig unrein. Selbst nach R. Jose oben in M. 4; denn nur hinsichtlich der Midras-Unreinheit gilt nach R. Jose der heraushängende Gurt bloss bis 10 Handbreiten als mit dem Bette verbunden, aber nicht hinsichtlich der Toten-Unreinheit oder hinsichtlich der Unreinheit durch Berührung eines Kriechtieres. Die Begründung s. in יו״ב.",
+ "so bleiben sie noch siebentägig unrein. Wie vor der Trennung, wo auch jeder Teil für sich als Gerät gilt, obgleich sie verbunden nur als ein Gerät betrachtet werden.",
+ "Berührt sie ein Kriechtier. Ein totes.",
+ "so sind sie bis zum Abend unrein. Nach Lev. 11, 31 f.",
+ "so bleiben sie noch bis zum Abend unrein. Wie vor der Trennung, wo auch jeder Teil für sich als Gerät gilt, obgleich sie verbunden nur als ein Gerät betrachtet werden.",
+ "Wenn zwei Längsseiten eines Bettes. Das unrein geworden.",
+ "abgenommen sind. Sie sind aber noch ganz geblieben, so dass man sie wieder an das Bett anmachen kann. Daher ist das Bett durch die Wegnahme dieser Seiten nicht rein geworden.",
+ "ohne die Löcher. In welchen die alten Längsseiten gesteckt hatten.",
+ "zu ändern. So dass man die alten Seiten ohne weiteres wieder einsetzen kann.",
+ "so bleibt das Bett unrein. Da noch die alten Längsseiten vorhanden sind, und somit das ganze ursprüngliche Bett noch besteht, vgl. א״ר zu 18, 5. Nach Maim. ist auch nach הנקבים das Wort טמאה zu setzen (vgl. מ״ש).",
+ "so ist es rein. Trotzdem die neuen noch vorhanden und mit dem Bette verbunden sind.",
+ "denn alles richtet sich nach den alten. Wir haben also hier einen Fall, dass ein unreines Bett, ohne dass etwas daran geschieht, wieder rein werden kann (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "kann durch Toten-Unreinheit. Ebenso durch jede andere Quelle der Unreinheit (אב הטומאה). Ausgeschlossen ist bloss die Midras-Unreinheit, weil der Kasten nicht zum Sitze bestimmt ist, vgl. Vorb. 30.",
+ "Ist er oben schadhalt geworden. Es ist der Deckel zerbrochen.",
+ "bleibt er noch so verunreinigungsfähig. Da noch ein Gerät mit Behältnis übrig geblieben.",
+ "Wird er unten. Am Boden.",
+ "so ist er rein. Da das Behältnis zerstört ist.",
+ "Die Fächer-Behältnisse. מגורה, Vorratshaus (Hagg. 2, 19), Behältnis.",
+ "desselben. Des Kastens, dessen Boden beschädigt ist; es sind aber noch ganze Behältnisse (etwa Schubladen) daran vorhanden.",
+ "sind aber unrein. Wenn der Kasten unrein war und durch Beschädigung rein wird, bleiben diese Behältnisse unrein. Ebenso können sie von neuem unrein werden.",
+ "und gelten nicht als mit demselben verbunden. So dass, trotzdem der Kasten rein geworden, diese Fächer dennoch unrein bleiben (vgl. מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Wenn die Hirtentasche. Nachdem sie unrein geworden.",
+ "so bleibt der Beutel darin. In der grossen Tasche sind mehrere kleine Beutel angebracht, wie die מגורות im Kasten (M. 7). מ״ש liest שנפחת הכיס שבתוכו: der Beutel darin ist schadhaft geworden, ebenso M. und L.",
+ "unrein. Und kann auch fernerhin Unreinheit annehmen.",
+ "und gilt nicht als mit jener. Mit der grossen Tasche.",
+ "verbunden. Wie oben Note 78.",
+ "Wenn in einem Schlauche. Aus einer Schaf- oder Bockshaut verfertigt.",
+ "dessen Hodenhäute mit ihm aufnehmen können. Sie bilden zwei kleine Beutelchen an der Seite des Schlauches, die, wenn der Schlauch mit einer Flüssigkeit gefüllt wird, ebenfalls sich füllen.",
+ "diese beschädigt sind. Ebenso auch, wenn der Schlauch beschädigt ist (מ״א).",
+ "weil sie nicht mehr wie gewöhnlich. Vom Innern des Schlauches aus."
+ ],
+ [
+ "kann durch Midras. Da man den Kasten, auch wenn jemand darauf sitzt, benutzen kann und nicht zu sagen braucht: Stehe auf, da wir das Gerät zu unserer Arbeit brauchen (Vorb. 30).",
+ "Wenn er nicht zehn Handbreiten hoch ist. Da ist es bequem sich darauf zu setzen.",
+ "oder keinen Leisten von einer Handbreite. Ein solcher würde am Sitzen hindern.",
+ "hat. Ist eines von diesen beiden der Fall, so kann der Kasten nur die Toten-Unreinheit annehmen, aber nicht midras-unrein werden.",
+ "so kann er noch die Toten-Unreinheit annehmen. Wie oben M. 7.",
+ "Ist er unten. Am Boden.",
+ "beschädigt, so erklärt ihn R. Meïr für verunreinigungsfähig. Durch Midras, da man noch oben darauf sitzen kann. Nach יו״ב nimmt es auch die Toten-Unreinheit an (vgl. das.).",
+ "denn da dessen Hauptbestimmung. Als Behältnis zu dienen.",
+ "gilt auch der Nebengebrauch. Als Sitz."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Mistkorb. Vgl. 24, 9.",
+ "dass er keine Granatäpfel mehr fasst. Vgl. 17, 1.",
+ "so erklärt ihn R. Meïr noch für verunreinigungsfähig. Durch Midras, weil er noch zum Sitze gebraucht werden kann.",
+ "denn da die Hauptbestimmung. Als Behältnis zu dienen.",
+ "gilt auch der Nebengebrauch. Als Sitz.",
+ "als aufgehoben. Hat man ihn jedoch nachher zum Sitze bestimmt, so kann er midras-unrein werden, vgl. 20, 4 (מ״א)."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Die Decken und die Kissen. כר ist die Unterdecke, worauf man liegt; כסת das kleinere Kopfkissen (vgl. Tosafot Ab. sara 65 a u. B. mez. 79 b).",
+ "die Säcke und die Beutel. מרצוף (gr. μάρσυπος), ein grosser lederner Beutel, in welchem man Waren in die Ferne versendet.",
+ "welche beschädigt sind. Trotzdem sie beschädigt sind und nicht mehr als Behältnis dienen können.",
+ "können durch Midras unrein werden. Da sie auch als Sitz und Unterlage dienen.",
+ "Der Fattersack. קלוסתר, and. LA. קרסטל ,קלסטר (viell. ϰάρταλος), ein lederner Sack, oder Korb, der mit Futter gefüllt und dem Tiere am Maule angehängt wird.",
+ "der vier Kab fasst. Nur wenn er soviel fasst, kann er durch Midras unrein werden, aber nicht, wenn er kleiner ist.",
+ "der Reisesack. כרתית, and. LA. כרסית, syr. ܟܽܘܪܣܬܳܐ, ein Reisesack.",
+ "der ein Seah. Das sind 6 Kab.",
+ "der sieben Kab hält. Vgl. auch Sifra, Sabim Per. 2, 4.",
+ "auch der Gewürzbeutel. רבצל oder רובצל, nach R. Hai ein Gewürzbeutel.",
+ "und die Reisetasche. מזורה, eine Tasche für Reisezehrung (זוודא = צידה Reisezehrung).",
+ "diese sind durch Midras verunreinigungsfähig. Weil man auch mitunter darauf sitzt oder sich darauf legt.",
+ "denn da die Hauptbestimmung. Als Behälter gebraucht zu werden.",
+ "gilt auch der Nebengebrauch. Als Sitz oder Lager.",
+ "als aufgehoben. Dagegen können die ersten vier Behälter, die in dieser Mischna genannt werden, auch, wenn ihr Behältnis beschädigt und unbrauchbar ist, durch Midras unrein werden, weil diese von vorne herein in gleicher Weise als Behälter und als Lager zu dienen bestimmt sind."
+ ],
+ [
+ "Die Sackpfeife. חמת חלילין, ein Schlauch mit Pfeifen, eine Sackpfeife.",
+ "ist betreffs des Midras rein. Da diese nicht zum Sitze gebraucht wird.",
+ "Eine Mörtel. פיסון (von פיסא, Stein, Sandstein), der Mörtel-Arbeiter.",
+ "Mulde kann nach Bet-Schammai die Midras-Unreinheit. Da man manchmal sich darauf setzt.",
+ "nach Bet-Hillel nur die Toten-Unreinheit annehmen. Als ein Behältnis-Gerät, da man es nur im Notfalle zum Sitzen gebraucht.",
+ "Eine. Jadajim 4, 1; Sifra Sabim Per. 2, 5.",
+ "Mulde. Die zum Waschen der Füsse bestimmt ist (ר׳׳ש).",
+ "von zwei Log. Ist sie kleiner, dann ist sie, nach Tosefta II 11, 1, gleich einer Schüssel, die nicht zum Sitzen gebraucht werden kann.",
+ "bis neun Kab. Ist sie grösser, dann gilt sie nicht als Sitz-Gerät, bis sie dazu zugerichtet wird, vgl. weiter M. 4.",
+ "die gespalten ist. So dass man nicht einen Fuss darin waschen kann (Sifra).",
+ "kann durch Midras unrein werden. Weil sie nun zum Sitze gebraucht wird.",
+ "Stellt man sie in den Regen und sie schwillt an. So dass der Sprung wieder verschlossen wird.",
+ "so kann sie nur Toten-Unreinheit. Aber keine Midras-Unreinheit, denn man sagt: Stehe auf, wir wollen das Gerät zu seiner Bestimmung gebrauchen (Vorb. 30).",
+ "Stellt man sie wieder unter Ostwind. Der alles vertrocknet (Hosea 13, 15).",
+ "so nimmt sie wieder Midras-Unreinheit an. Da sie wieder nur zum Sitzen gebraucht wird.",
+ "In dieser Hinsicht ist ein Überbleibsel. Ein Gerät, das so beschädigt ist, dass es nicht mehr zu seiner ursprünglichen Bestimmung gebraucht werden kann.",
+ "von hölzernen Geräten strenger als diese am Anfang sind. Am Anfange können diese Geräte nicht durch Midras unrein werden, wohl aber nachdem sie gesprungen sind.",
+ "Ebenso ist ein Überbleibsel von Geräten aus Gerten. Die korbartig geflochten sind. Statt בשירי כלי נצרים liest L. und M. (ebenso R. Bezalel Aschkenasi bei מ״ש) בכלי נצרים.",
+ "bis deren Verschluss gemacht ist. Vgl. oben 16, Note 17.",
+ "wenn auch die Ränder abgefallen sind und noch so wenig zurückgeblieben. Vgl. 17, 4 Ende."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Stock als Stil. Statt בית יד ist nach L und M יד zu lesen.",
+ "zu einer Axt genommen hat. Bloss zum momentanen Gebrauch, ohne ihn daran zu befestigen.",
+ "so gilt er als damit verbunden betreffs der Unreinheit. Wiewohl der Stock als flaches Holzgerät keine Unreinheit annimmt (Vorb. 12), so kann er doch mit der Axt verbunden Unreinheit annnehmen.",
+ "während der Arbeit. Nachdem man aber die Arbeit mit der Axt verrichtet hat, kann der Stock nicht unrein werden, trotzdem er noch mit der Axt verbunden ist, weil man ihn dann gewöhnlich wegwirft.",
+ "Die Haspel. דיוסטר (and. LA דיסטר) nach ר״ש und Bart. devidoir, die Haspel. Sie besteht aus einem Holzstabe, an dessen beiden Enden durch Löcher Pflöcke hineingestekt werden, die sich in ihrer Richtung kreuzen (an einem Ende geht ein Pflock von Osten nach Westen, am anderen von Norden nach Süden). Diese Pflöcke macht man mitunter aus Eisen, so dass sie verunreinigungsfähig sind. Nach den Erklärern ist דיוסטר zusammengesetzt aus דיו (= δύο) zwei und סטר (aram.) Seite, ein zweiseitiges Gerät. Neuere wollen es vom gr. διωστήρ (Stange) ableiten. (Nach Maim. ist דיוסטר ein Webe-Gerät).",
+ "gilt als verbunden. Die Eisenteile gelten als mit dem Holzstabe verbunden, und wenn eine Unreinheit auch bloss das Holz berührt, ist das ganze Gerät unrein.",
+ "betreffs der Unreinheit während der Arbeit. Während das Garn damit abgehaspelt wird. Sonst ist das Holz nicht verunreinigungsfähig, weil die Eisenpflöcke gewöhnlich aus dem Holzstabe herausgezogen werden.",
+ "Hat man dieselbe. Die Haspel.",
+ "an eine Stange. כלונס (von columna) Pfahl, Stange.",
+ "so ist sie verunreinigungsfähig. Auch während man nicht damit arbeitet, da man, wenn sie an der Stange befestigt ist, die Eisenteile nicht davon trennt.",
+ "diese bildet. Die Stange.",
+ "aber mit ihr. Mit der Haspel.",
+ "keine Verbindung. Wenn eine Unreinheit die Stange berührt, wird die Haspel nicht unrein. Die Stange selbst kann, auch wenn sie nicht an den Erdboden befestigt ist, als פשוטי כלי עץ keine Unreinheit annehmen (Vorb. 12).",
+ "Hat man an diese. An die Stange.",
+ "eine Haspel gemacht. Man hat die Eisenpflöcke in die Stange derart hineingesteckt, dass man diese als Haspel gebrauchen kann,",
+ "so ist davon. Von der Stange.",
+ "als dazu. Zur Haspel.",
+ "gebraucht wird. Der Teil zwischen den beiden Eisenpflöcken; die anderen Teile der Stange, (sowohl der oberhalb als der unterhalb der Pflöcke befindliche) sind nicht verunreinigungsfähig.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Durch Midras, wie vorher, bevor er befestigt war.",
+ "sie. Die Stange.",
+ "bildet aber mit ihm. Mit dem Stuhl.",
+ "keine Verbindung. Die Stange ist als flaches hölzernes Gerät nicht verunreinigungsfähig.",
+ "Macht man einen Stuhl aus derselben. Aus der Stange, die nicht am Erdboden befestigt ist. Es ist hier die Rede von einer dicken Säule, deren oberes Ende man zum Sitze hergerichtet hat.",
+ "so ist nur dessen Platz. Der Sitzplatz. Nach יו׳׳ב noch eine Handbreite ringsumher.",
+ "Hat man den Stuhl an den Balken der Ölpresse. בית הבד, das Haus der Ölpresse (syr. ܒܰܕܳܐ).",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Durch Midras, wie vorher, bevor er befestigt war.",
+ "bildet aber keine Verbindung mit ihm. Der Pressbalken ist nicht verunreinigungsfähig.",
+ "Macht man aus dessen Ende einen Stuhl. Indem man dort einen Sitz herrichtet.",
+ "so ist er rein. Er kann nicht durch Midras unrein werden.",
+ "damit wir unsere Arbeit verrichten können. Vorb. 30; vgl. Sifra, Sabim, Per. 2, 5. —"
+ ],
+ [
+ "Wenn man eine grosse Mulde. Die mehr als 9 Kab fasst (oben M. 2).",
+ "dass sie nicht mehr Granatäpfel halten kann. Dadurch kann sie nicht mehr als Hausgerät Unreinheit annehmen (17, 1).",
+ "zum Sitzen eingerichtet hat. Indem man etwas daran verrichtet hat (Tos. B. mezia 52 b v. והתקינה).",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Durch Midras.",
+ "bis er sie zugeschnitten hat. Bis das Gerät durch eine bedeutende Arbeit diese neue Bestimmung als Sitz erhalten hat.",
+ "Hat man daraus. Aus der gelöcherten Mulde.",
+ "eine Krippe für das Vieh. Worin Bündel Stroh und Gras gelegt werden, die grösser als Granatäpfel sind.",
+ "verunreinigungsfähig. Durch Toten-Unreinheit oder durch ein Kriechtier. Wiewohl sie am Boden befestigt ist, nimmt sie dennoch Unreinheit an, weil sie ursprünglich vom Boden getrennt war und auch nicht, wie der Riegel und das Schloss (11, 2), zusammen mit dem Grundstücke gebraucht wird."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Block. כופת (von كغت, zusammenziehen) eine feste Masse, eine Teigmasse (Pesachim 45b), oder ein Holzblock (vgl. auch כיפתא oder כופתא im Targ. zu Jer. 20, 2).",
+ "in eine Steinreihe der Mauer. נדבך (Esra 6, 4), Steinlage, Bauschicht. Maim. erklärt hier נדבך als ein Holzbrett, vgl. Levy v. נדבך und Fleischer das. S. 716. —",
+ "eingesetzt und man ihn befestigt. Mit Nägeln an die darunter befindliche Mauer.",
+ "so ist er noch verunreinigungsfähig. Durch Midras, wie zuvor, da der Block als Sitz diente. Selbst wenn man über dem nicht befestigten Block gebaut hat und ein זב sich auf die Bauschicht setzt, so ist der Block midras-unrein nach Vorb. 31.",
+ "so ist er rein. Weil er dann als Teil der Wand betrachtet wird, die keine Unreinheit annimmt.",
+ "Wenn man eine Matte. מפץ (von נפץ, ausbreiten), eine aus Rohr oder Binsen geflochtene Matte.",
+ "über die Dachbalken gelegt und sie befestigt. Mit Nägeln an die Balken.",
+ "aber keinen Estrich. מעזיבה (von עזב, Neh. 3, 8, arab. زعب, stossen, füllen, gefüllt sein), der Estrich, der über das Gebälk gelegt wird, vgl. M. B. mezia 10, 2.",
+ "so ist sie noch verunreinigungsfähig. Durch Midras, wie zuvor, als sie zum Lager gebraucht wurde. Vgl. auch Note 74.",
+ "so ist sie rein. Sie gilt als Teil des Daches.",
+ "einen Kasten oder einen Schrank. Die 40 Seah fassen und daher nicht verunreinigungsfähig sind, 15, 1.",
+ "wie sie gewöhnlich etwas aufnimmt. Sie steht aufrecht.",
+ "verunreinigungsfähig. Wie zuvor, bevor sie befestigt war.",
+ "wie sie gewöhnlich aufnimmt. Sondern mit dem Boden aufwärts.",
+ "ist sie rein. Denn da sie nicht ihrem früheren Gebrauche dienen kann, wird sie als Teil des grossen Gerätes betrachtet, das nicht verunreinigungsfähig ist, Note 81."
+ ],
+ [
+ "Wenn man aus einem Leintuch. Das zum Lager bestimmt war. Vgl. weiter 27, 9 und Menachot 24 a b.",
+ "einen Vorhang. וילון = velum, Vorhang, Tür-Vorhang (auch Segel eines Schiffes).",
+ "so kann es nicht mehr durch Midras unrein werden. Da es nicht mehr zum Lager gebraucht werden kann.",
+ "wohl aber durch Toten-Unreinheit. Der Tür-Vorhang gilt nicht wie die Wand des Hauses (die keine Unreinheit annimmt), weil der Türhüter sich oft damit die Hand umhüllt und erwärmt (Beza 14 b).",
+ "Wann wird es rein. Dass es nicht mehr midras-unrein werden kann.",
+ "Sobald man es genäht hat. Man hat es zum Vorhang zugeschnitten, einen Saum daran genäht und Schleifen daran gemacht. Maim. und Aruch lesen משיתבר, nach Maim. von תבר, brechen; nach A. von חוברה, Schleife, s. 25,1.",
+ "Sobald es angebunden wird. An die Oberschwelle, um als Vorhang zu dienen. Nach Maim. bedeutet משיקשור, sobald man die Schleifen daran gebunden, mit denen der Vorhang aufgehängt wird.",
+ "Sobald es befestigt wird. An den Eingang."
+ ],
+ [
+ "Eine Matte. מחצלת (vgl. 17, 17 Note 171) eine Matte aus weichem Stoff.",
+ "woran man Rohre. Die hart sind und auf denen man nicht liegen kann.",
+ "ist rein. Sie kann nicht midras-unrein werden, da sie nicht mehr zum Lager gebraucht wird.",
+ "Nur wenn man sie. Die Bohre.",
+ "gelegt hat. wie ein griechisches X, d. h. man hat die beiden Diagonalen aus hartem Rohr gemacht; dann ist die Matte nicht mehr zum Lager zu gebrauchen.",
+ "Hat man sie. Die Bohre.",
+ "der Breite nach gelegt und es ist zwischen einem Rohr und dem anderen kein Raum von vier Handbreiten. Wenn aber der Raum 4 Handbreiten beträgt, so kann man zwischen einem Rohr und dem anderen sich hinlegen.",
+ "Wird sie. Die Schlafmatte. Gewöhnlich war diese mehrere Ellen laug; die Breite war gleich einer Mannslänge, so dass man sich längs der Breite darauf hinlegte. An beiden Enden der Breite war das Geflecht in Quasten zusammengeknotet, so dass die zu einem Knoten vereinigten Fäden sich auf zwei Handbreiten erstreckten, und da der Knoten in der Mitte war, so betrug auch die Entfernung von einem Knoten bis zum anderen zwei Handbreiten.",
+ "Jehuda für rein. Da dann die Breitenfäden nur an einem Ende verknotet sind und das Gewebe sich leicht löst.",
+ "Ebenso wenn man die Endknoten. מעדנין (Tosefta: מדן, das ע׳ elidiert) die Bande, transp. von ענד, binden.",
+ "ist sie rein. Da das Gewebe dann leicht auseinandergeht.",
+ "Wird sie in der Länge geteilt und es sind daran drei Endknoten von sechs Handbreiten. „Zwei Handbreiten zwischen je zwei Knoten, und eine Handbreite rechts und eine Handbreite links“ (Tosefta II, 11), vgl. Note 99.",
+ "so ist sie verunreinigungsfähig. Durch Midras, da sie noch zum Lager brauchbar ist.",
+ "Sobald sie beschnitten worden ist. An den Enden, vgl. 16, 2, Note 18.",
+ "und das ist ihre Vollendung. Trotzdem man später noch etwas daran zum Schmucke anbringt (יו״ב)."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wer. Es handelt sich hier (nach Maim.) um den Fall, dass ein Kleiderstoff, während er gewoben wird, im Totenzelte sich befand und dadurch unrein geworden ist. Es kann aber (ausser durch Aussatz) bloss das gewebte Zeug unrein werden, weil nur dieses unter בגד (Lev. 11, 32) verstanden wird. Wer nun das, was mit dem בגד als verbunden betrachtet wird, berührt, ist unrein, nicht aber, wer dasjenige berührt, was mit dem Gewebe nicht als verbunden gilt.",
+ "den obern Weberbaum. Die Walze, um welche die Zettelfäden gewickelt sind.",
+ "den untern Weberbaum. Die Walze, um welche das gewebte Zeug gewickelt ist. Letzterer lag niedriger als der obere Weberbaum, und vor demselben sass der Weber während der Arbeit (יו״ב). Es kann aber auch hier von dem vertikalen Webestuhl die Rede sein, vor welchem der Weber stehend arbeitete (Rieger, Spinnen, Färben, Weben S. 27).",
+ "die Schäfte. נירים, die zwei Schäfte, an deren einen die Fäden 1, 3, 5, 7 u. s. w., am anderen wieder die Fäden 2, 4, 6, 8 u. s. w. vermittelst Schlingen (Litzen) befestigt wurden. Es konnte bald der eine bald der andere Schaft durch eine Tretvorrichtung gehoben und so dem Einschlagfaden ein Weg gemacht werden. ניר, arab. نير, licium.",
+ "den Kamm. קידום, das Weberblatt, oder der Kamm, durch dessen Zähne die Zettelfäden hindurchgehen und der zum jedesmaligen Heranschieben des durchgezogenen Einschlagfadens gegen das fertige Gewebe dient. So Maimon. (vgl. Rieger l. c. 34).",
+ "den über Purpur gezogenen Faden. Die Fäden, die man über ein Purpurgewebe zieht, um es vor Verunreinigung zu schützen, und die man später wieder entfernt, weshalb sie nicht als mit dem Gewebe verbunden gelten.",
+ "oder ein Fadenende. עירה = אירא, von עור (Dan. 2, 35) Spreu, Wollflocke oder Fadenende.",
+ "bringen will. Sondern abschneiden will.",
+ "ist rein. S. Anm. 1.",
+ "Wer aber den eingeschlagenen Faden. נפש המסכת, Seele des Gewebes, ist der eingeschlagene Faden, bevor er mit dem Kamm gegen das Gewebe herangeschoben wurde (Maim.)",
+ "die stehende Kette. Mit welcher der Webestuhl bespannt ist.",
+ "den über Purpur gezogenen Doppelfaden. Ein gezwirnter Faden, der mit dem Purpur zusammengewirkt und nicht entfernt wird.",
+ "ist unrein. Da diese Dinge als Teile des Gewebes betrachtet werden.",
+ "Wer die Wolle an dem Spinnrocken. S. 11, 6 Anm. 59.",
+ "oder an der Spule. Tosefta: בצמר שעל גבי האשויה . Die Bedeutung von אשויה ist unsicher. Kohut vergleicht das syr. ܫܽܘܘܳܝܬܳܐ, Spule, um welche man die Wolle windet.",
+ "ist rein. Diese Wolle gilt nicht als mit dem Geräte verbunden, dass sie die Unreiheit des Gerätes anderen Dingen bringen könnte.",
+ "Wer den Kreisel. S. 11, 6 Anm. 55,",
+ "solange er ihn nicht vom Faden entblösst hat. Solange nicht der gesponnene Faden von der Spindel abgewickelt wurde.",
+ "ist unrein. Wenn die Spindel unrein ist, weil der Kreisel als Handhabe der Spindel betrachtet wird (רא״ש).",
+ "so ist er rein. Er gilt dann nicht mehr als mit der Spindel verbunden."
+ ],
+ [
+ "Wer. Vgl. Vogelstein, Die Landwirtschaft in Palästina zur Zeit der Mischnah, Berlin 1894.",
+ "den Jochbalken. Siehe 14, 4, Anm. 49.",
+ "die Querstange. Das. Anm. 50.",
+ "den Halsring. עין, ein gepolsterter lederner Ring (Sifra Schemini 8, 6), den man dem Tiere um den Hals legte, damit es nicht vom Joche gedrückt werde.",
+ "oder den Strick. עבות (Hosea 11, 4) der dick geflochtene Strick, mittelst dessen man das Joch der Ackertiere mit dem Pfluge verband.",
+ "selbst während der Arbeit. Wobei alle Geräte doch miteinander verbunden sind.",
+ "ist rein. Trotzdem der Pflug verunreinigt worden ist, bleiben diese Dinge rein, weil sie nicht als wesentliche Teile des Pfluges zu betrachten sind.",
+ "Wer die Sterze. חרב, Pflugsterze (stiva), das Holz am Ackerwagen, das der Pflüger während des Pflügens mit der Hand hält. Es hat die Form eines Schwertes, daher der Name (Maim.).",
+ "den Pflugbaum. בורך, der Pflugbaum (oder die Grindel, temo), der knieförmig gebogen war (daher der Name) und an seinem untern Ende von der Sterze durchbohrt wurde (s. die Abbildung bei Vogelstein).",
+ "oder die Deichsel. יצול, die Deichsel, die mit dem oberen Ende des Pflugbaums verbunden war. Arab. ياصول, vgl. Wetzstein bei Levy II 404.",
+ "ist unrein. Wenn einer dieser Teile oder ein anderer wesentlicher Teil des Pfluges verunreinigt worden ist, sind alle Teile unrein. Sie gelten alle als miteinander verbunden.",
+ "Wer den metallennen Ring. Vermittelst dessen die in das Ohr der Pflugschar gesteckte Sterze festgehalten wird (Vogelst. 28).",
+ "die Streichbretter. לחיין, die Streichbretter (aures), die an den beiden Flügeln der Pflugschar angebracht gewesen zu sein scheinen.",
+ "oder die Pflugschar-Flügel. עדיין, zwei auseinanderstehende Flügel, welche die Pflugschar nach rückwärts hatte und welche die Furchen verbreitem und die Schollen zerkleinern sollten (Vogelst. das.).",
+ "ist unrein. Wenn einer dieser Teile oder ein anderer wesentlicher Teil des Pfluges verunreinigt worden ist, sind alle Teile unrein. Sie gelten alle als miteinander verbunden.",
+ "denn sie dienen nur die Erde zu vermehren. לרבות, and. LA. לרכך (aufzulockern). Sie sind daher keine wesentlichen Teile des Pfluges."
+ ],
+ [
+ "Wer den einen oder andern Griff. Einen der beiden Arme des Säge-Gestelles.",
+ "der Säge berührt. Nachdem das Sägeblatt unrein geworden ist.",
+ "ist unrein. Weil der hölzerne Arm dem Metallgeräte (dem Blatt) dient (s. 13, 6), יו״ב.",
+ "Wer die Schnur oder das Seil. Durch welche die beiden Arme des Säge-Gestells oben mit einander vereinigt werden.",
+ "das Querholz. Welches die beiden Arme in der Mitte miteinander verbindet.",
+ "oder die Spannhölzer. Von denen man das eine Ende in die Schnur steckt, das andere Ende an das mittlere Querholz anlegt. Mit diesen Hölzern kann die Schnur herumgedreht und gespannt werden. Bei kürzern Sägen genügt ein Spannholz. Nach Maim. sind unter סניפין ausser dem Spannholz noch die zwei kleinen runden Hölzer verstanden, welche an beiden Enden des Sägeblattes befestigt sind und welche unten in den beiden Armen des Gestells stecken. Vermittelst dieser Hölzer kann das Säge-Blatt gedreht werden. סניפין sind Ansätze, Anhängsel.",
+ "die Presse des Zimmermanns. Oben 16, 7 Anm. 71.",
+ "oder den Bogen. קשטגית, and. LA. קשתנית (von קשת, Bogen), ein bogenförmiger hölzerner Griff, womit der Bohrer gedreht wird.",
+ "ist rein. Diese hölzernen Geräte gelten nicht als mit dem Eisen verbunden, werden daher nicht unrein, wenn eine Unreinheit das Eisen berührt.",
+ "Auch wer den Rahmen. מלבן, ein rechteckiger Rahmen. Nach den Erklärern wurde die grosse Säge in die Mitte dieses Rahmens eingesetzt.",
+ "der grossen Säge. מסר, bibl. משור.",
+ "ist rein. Diese hölzernen Geräte gelten nicht als mit dem Eisen verbunden, werden daher nicht unrein, wenn eine Unreinheit das Eisen berührt.",
+ "selbst wenn er gespannt ist. Und der eherne Pfeil an dem Bogen liegt.",
+ "ist rein. Obgleich der Pfeil unrein geworden ist.",
+ "Eine Maulwurfsfalle. אישות (Ar. אשות) chald. אשותא, Maulwurf. Die Falle bestand aus Holz- und Eisenteilen.",
+ "ist rein. Das Holz ist rein, wenn auch das Eisen unrein geworden ist, weil ersteres mit letzterem nicht als verbunden betrachtet wird.",
+ "gelten die Teile als verbunden. Und wenn das Eisen unrein geworden ist, ist die ganze Falle unrein."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn. Chagiga 26 b.",
+ "ein Speisetisch. Trotzdem der Tisch ein Gerät ohne Behälter ist, kann er dennoch Unreinheit annehmen, weil er sowohl für den Menschen (sich darauf zu stützen) als für die letzterem dienenden Geräte bestimmt ist (Vorb. 12).",
+ "oder ein Anrichtetisch. דלפקי = δελφιϰή, ein dreifüssiger Tisch zum Anrichten von Speisen und Getränken.",
+ "beschädigt sind. Die Platte ist teilweise zerbrochen.",
+ "oder man sie mit Marmor belegt hat. Ein ganz mit Marmor belegter Tisch ist nicht verunreinigungsfähig, weil man sich nach dem Überzug richtet, der als Steingerät keine Unreinheit annimmt. Über den scheinbaren Widerspruch mit 11, 6 vgl. מ״א das.",
+ "doch noch Platz daran geblieben ist. Der nicht zerbrochen und nicht belegt ist.",
+ "so sind sie verunreinigungsfähig. Nach א״ר ist das die Ansicht des R. Jose oben 16, 6.",
+ "um Stücke. Von Speisen.",
+ "darauf zu legen. Nach א״ר ist zu lesen: אף מקום הנחת חתיכות (so erklären auch רש״י und ר״ש); denn nach R. Jehuda ist erforderlich, dass der Tisch dem Menschen (durch die Speisen) und den Dienstgeräten des Menschen dienen könne, wie dies Sifra (Schemini VI, 4) lehrt. Doch ist die LA. אף nirgends bezeugt, vgl. יו״ב. Merkwürdig ist die Ansicht des Jeruschalmi in ע״ז II Ende: היא מקום הנחת כוסות היא מקום הנחת חתיכות, wonach die beiden Ansichten dem Inhalte nach identisch sind und bloss im Wortlaut differieren."
+ ],
+ [
+ "Ein Tisch. Ein dreifüssiger Tisch.",
+ "ist rein. Weil er nicht mehr gebraucht werden kann.",
+ "ihn als Platte zu gebrauchen. Vgl. 25, 9.",
+ "Es bedarf nicht dieses Gedankens. Da er als Platte gebraucht werden kann.",
+ "Dasselbe gilt vom Anrichtetisch. Dabei findet dieselbe Meinungsverschiedenheit statt."
+ ],
+ [
+ "Eine Bank. ספסל, συμψελλιον, subsellium, Sitzbank.",
+ "der einer ihrer Füsse. Eines der Seitenbretter, die an beiden Enden des Sitzbrettes als Füsse befestigt sind.",
+ "ist rein. Weil man nicht mehr darauf sitzen kann. Maim. liest טמא (vgl. H. כלים 26, 2), wie beim Bett, oben 18, 5 Anm. 46.",
+ "so ist sie ebenfalls rein. Da man auf einem dünnen Sitzbrett ohne Füsse nicht sitzen kann.",
+ "Ist daran eine Handbreit Höhe. Es ist das Sitzbrett eine Handbreit dick, oder es ist noch etwas von den Füssen daran geblieben.",
+ "so ist sie verunreinigungsfähig. In diesem Falle kann sie noch zum Sitzen gebraucht werden.",
+ "Eine Fussbank. שרפרף = שרשיפא, Schemel. Etym. unsicher.",
+ "von der eines der Seitenbrettchen. Ein Fuss.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Da man noch immer die Füsse darauf stützen kann.",
+ "Dasselbe gilt von dem Schemel vor dem Lehnsessel. קתדרה = ϰαϑέδρα, Lehnsessel."
+ ],
+ [
+ "Einen. Vgl. Edujot 1, 11.",
+ "dessen Sitz. חפויו, eig. „die Bedeckungen“, das, womit das Stuhl-Gestell bedeckt ist. Bei dem Braut-Sessel werden es wohl feine Kissen gewesen sein. Diese Kissen sind nun weggenommen worden, so dass der Stuhl nicht mehr zum Sitze der Braut geeignet ist. Nach Maim. sind hier חפויו Bedeckungen von Elfenbein und Ebenholz. Nach ר״ש sind darunter Seiten-Lehnen zu verstehen, wie חפין (Zapfen eines Schlüssels), oben 13, 6.",
+ "erklären Bet-Schammai für verunreinigungsfähig. Als Sitz (מדרס), weil man auch ohne Bedeckung darauf sitzen kann (s. M. 5).",
+ "Bet-Hillel aber erklären ihn für rein. Weil er für seine Hauptbestimmung, nämlich zum Sitz für die Braut, nicht brauchbar ist.",
+ "Auch der Stuhlrahmen. Der vierseitige Rahmen, durch den die vier Füsse miteinander verbunden sind.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Selbst wenn er vom Handwerker gebracht wurde und niemals mit einem Sitze verbunden war, kann er auch, weil im Notfalle zum Sitz brauchbar, unrein werden (Tosefta III 1, 12).",
+ "den man in einen Backtrog eingesetzt hat. Um die zum Kneten nötigen Gegenstände darauf zu legen.",
+ "erklären Bet-Schammai für verunreinigungsfähig. Als Midras; denn da der Stuhl vorher als Sitz diente, so kann er durch die Einsetzung in den Backtrog nicht diesem gleich werden.",
+ "Bet-Hillel aber erklären ihn für rein. Er ist dem Backtrog gleich, der nicht Midras werden kann, weil er zu einem anderen Gebrauche bestimmt ist (Vorb. 30).",
+ "Schammai sagt: Auch der am Backtrog selbst angebrachte (Stuhl ist verunreinigungsfähig. Obgleich er niemals als Sitz gedient hat, kann er doch midras-unrein werden, weil er mitunter auch zum Sitzen dient."
+ ],
+ [
+ "dessen Sitzbrettchen. Der Sitz des Stuhls bestand gewöhnlich aus drei Sitzbrettchen, die hier חסויים (Decken) genannt werden. Diese waren in der Regel länger als der Rahmen des Gestells, so dass sie an demselben von allen Seiten hervorragten. Deshalb konnte der Stuhl nicht umgelegt und so als Sitz gebraucht werden, weil er dadurch eine schiefe Stellung gehabt hätte.",
+ "hervorragen. Sie sind ausnahmsweise nur ebenso lang wie der Rahmen.",
+ "weil man ihn gewöhnlich auf seine Seite legt und sich darauf setzt. Auf die Brettchen, die an den Seiten befestigt sind. Der Stuhl kann also noch eben so, wie früher, gebraucht werden."
+ ],
+ [
+ "dessen mittleres Sitzbrettchen. Von den dreien (Note 35).",
+ "weggenommen ist und die äusseren. Von den beiden Seiten des mittleren.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Da man noch darauf sitzen kann.",
+ "verunreinigungsfähig. Da man noch darauf sitzen kann.",
+ "Nur wenn dieses eine Handbreite breit ist. Sonst kann man nicht darauf sitzen."
+ ],
+ [
+ "Einen. Vgl. Edujot 2, 8.",
+ "wovon zwei nebeneinanderliegende Sitzbrettchen. Vgl. Note 35.",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Als Midras, da man zur Not noch darauf sitzen kann.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für rein. Weil man auf einem solchen Stuhl in der Regel nicht sitzt.",
+ "dessen Sitz weggenommen ist und an dem noch ein Behältnis verblieb. Bei dem Braut-Sessel hatte der Rahmen mitunter einen Boden, so dass, wenn der Sitz abgenommen wurde, ein Behältnis verblieb, in das man Gegenstände hineinlegen konnte",
+ "denn da die Hauptbestimmung. Die Bestimmung zum Sitze der Braut.",
+ "wird der Nebengebrauch nicht beachtet. Vgl. oben 19, 9—10 und 20, 1."
+ ],
+ [
+ "Eine Kiste. Oben 15, 1. — Es ist hier von einer kleinen Kiste die Rede, die fähig ist, Unreinheit anzunehmen.",
+ "deren oberer Teil. Nach Bart. wäre עליון der obere Deckel und תחתון der Boden. Doch fasst man besser mit Maim. und רא״ש die beiden Teile als zwei Behälter oder Schubladen, die an der hier in Rede stehenden שידה sich befinden.",
+ "ist noch verunreinigungsfähig wegen des untern. Nach Bart. wäre עליון der obere Deckel und תחתון der Boden. Doch fasst man besser mit Maim. und רא״ש die beiden Teile als zwei Behälter oder Schubladen, die an der hier in Rede stehenden שידה sich befinden.",
+ "Jehuda noch für verunreinigungsfähig wegen der Seitenbretter. Die man ebenfalls noch (etwa zum Sitzen) gebrauchen kann.",
+ "Die Weisen aber erklären sie für rein. Da die Hauptbestimmung aufgehört hat.",
+ "Der Sitz des Steinmetzen. Es scheint hier von einem hölzernen Sitz die Rede zu sein, den der Steinmetz an den zu bearbeitenden Stein befestigt, denn die Tosefta (III 1, 13) bemerkt: ישיבת הסתת התירה טהורה קשרה טמאה Der Sitz des Steinmetzen ist, wenn er ihn losgebunden hat, rein; wenn er ihn aber festgebunden hat, verunreinigungsfähig. Dasselbe wird dort von den am Wagen festgebundenen Sitz des Kutschers gesagt.",
+ "kann midras-unrein. S. Vorb. 29."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Block. Oben 20, 5.",
+ "rot oder gelb gefärbt. Oben 15, 2.",
+ "oder glatt gehobelt hat. עשאו פנים, er hat ihm ein (schönes) Ansehen gemacht (durch Glättung mit dem Hobel); so die Commentare. L. liest פכים, was wohl (φανής = φανός) „glänzend weise“ bedeutet.",
+ "Akiba ihn für verunreinigungsfähig. Als Midras, wenn er ihn als Sitz zu gebrauchen gedenkt.",
+ "ausgehöhlt hat. Er muss durch eine Tat zu einem Sitz gemacht werden, vgl. oben 20, 4. Die hier gegebene Erklärung zu dieser Stelle ergibt sich aus Tosefta III 2, 2.",
+ "Wenn man einen kleinen oder grossen Korb. Oben 16, 2.",
+ "mit Stroh oder Wollflocken. מוכין, Wollflocken (B. kamma 10, 10) oder andere weiche Dinge.",
+ "dadurch. Bloss durch die Füllung.",
+ "sind sie noch rein. Sie können nicht als Sitz durch Midras unrein werden, da dies kein rechter Sitz ist, indem die Füllung jederzeit herausfallen kann.",
+ "Hat man sie aber mit Binsen. Oben 9, 4 Note 43.",
+ "oder Schnüren überflochten. So dass die Füllung nicht herausfallen kann.",
+ "so sind sie verunreinigungsfähig. Durch Midras."
+ ],
+ [
+ "Der Nachtstuhl. אסלה (Erubin 10b: עסלה), sella, Nachtstuhl. Er besteht aus einem eisernen Gestell mit Füssen und einem ledernen Überzug, der in der Mitte gelöchert ist (vgl. Aruch u. מפתח des R. Nissim zu Erubin).",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Midras und durch Toten-Unreinheit. Vgl. Nidda 6, 3.",
+ "Wird er getrennt. Es wird das Leder vom Eisen abgesondert, ohne dass man beabsichtigt, die Teile wieder mit einander zu verbinden (יו״ב).",
+ "so ist das Leder durch Midras. Da das Leder auch an und für sich als Sitz gebraucht werden kann.",
+ "und das Eisen. Das zwar nicht als Sitz, aber zu anderen Gebrauchszwecken dienen kann.",
+ "durch Toten-Unreinheit. Vgl. 18, 8.",
+ "Ein dreifüssiger Stuhl. טרסקל ist hier τρισϰελής (dreischenklig, dreifüssig), dasselbe wie כסא טרסקל in Sabbat 138a (vgl. auch Bamidb. rabba 12, 12). Es war ein zusammenlegbarer Feldstuhl.",
+ "Wird er getrennt. Es wird die lederne Bedeckung vom Fussgestell entfernt.",
+ "so ist das Leder durch Midras. Da das Leder auch an und für sich als Sitz gebraucht werden kann.",
+ "der Stuhl aber ist ganz rein. Das Gestell ohne Sitz ist zu nichts zu gebrauchen.",
+ "Die Bank. ספסלין ist Einzahl, συμψέλλιον.",
+ "im Badehause. Die gewöhnlich eine Marmorplatte zum Sitze hatte.",
+ "deren zwei Füsse. Oben M. 3 heisst der Bankfuss ראש, weil er aus einem Seitenbrett bestand; hier aber heisst er רגל, da die eine Längenseite der Sitzplatte an der Wand angebaut war und nur die andere Seite an jedem Ende einen Fuss hatte.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Als Midras. Nach Maim. und Bart. können nur die Füsse unrein werden, aber nicht die Marmorplatte, da Steingeräte keine Unreinheit annehmen (Vorb. 15). Nach יו״ב ist auch die Platte unrein, weil wir die Füsse als den Hauptteil des Sitzes betrachten.",
+ "so ist sie rein. Denn dann ist es so zu beurteilen, wie wenn die Bank ganz aus Stein bestände.",
+ "die man zusammengefügt hat. שגם, zusammenfügen, vgl. oben 10, 6 Note 67. — Nach רא״ש ,ר״ש und Bart. bedeutet שיגמן hier: er hat sie mit dem Hobel zurecht gemacht.",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Als Midras, weil man auf ihnen zu sitzen pflegt.",
+ "dass das Wasser darunter abfliesse. Man setzt sich nur darauf, um nicht mit dem schmutzigen Badewasser in Berührung zu kommen.",
+ "Ein Räuchergefäss. קנקילין (L.: קנקילן) ϰάγϰελον (von cancellus) Gitter; hier ein netz- oder gitterartiges Gefäss, das dazu dient, Kleider und andere Gegenstände zu beräuchern.",
+ "an welchem ein Behältnis für Kleider. כסות, and. LA. כוסות, Becher.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Trotzdem die Löcher am Boden des Gefässes so gross sind, dass ein Granatapfel durchfallen kann, nimmt es dennoch Unreinheit an, da es für Kleider bestimmt ist, die nicht durchfallen, vgl. 17, 3 (יו״ב).",
+ "ist es aber wie ein Bienenkorb geformt. Es ist von beiden Seiten offen und hat keinen Boden (so die meisten Comment.). Doch widerspricht dies den Angaben in Oholot 9 und Sabbat 8a (רא״ש). Es scheint daher bei diesen Gefässen bloss das Kleider-Behältnis gefehlt zu haben."
+ ]
+ ],
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+ [
+ "ein Schuhleisten. אמום (vgl, oben 16, 7, Note 80), hier die Form eines Fusses, daher Schuhleisten. Alle hier genannten Geräte bestehen aus Leder, das mit Haaren oder Wollflocken gefüllt ist; vgl. auch Sanhedrin 68a.",
+ "ein Amulet. קמיע (syr. ܩܡܺܝܥܳܐ) Amulet (Sabbat 6, 2), eine lederne Kapsel, welche Kräuter oder ein beschriebenes Pergamentstück enthält und als Schutz- oder Heilmittel getragen wird.",
+ "oder Tefillin. Deren Gehäuse die bekannten 4 Abschnitte der Thora auf Pergament geschrieben enthalten, vgl. 18, 8.",
+ "zerrissen worden sind. Es ist die Naht aufgerissen worden, nachdem diese Dinge vorher durch einen Toten unrein geworden waren.",
+ "unrein. Denn sie gelten noch immer als Gerät mit Behältnis, da bloss die Naht aufgerissen ist.",
+ "bleibt rein. Denn da die Naht aufgerissen ist, wird der Inhalt nicht mehr als mit dem Gerät verbunden betrachtet und trägt nicht die Unreinheit des Gerätes.",
+ "Wenn ein Sattel. אוכף, arab. اكاف, Sattel. Bart. liest הכאוף.",
+ "zerrissen wird. Es ist die Naht aufgerissen worden, nachdem diese Dinge vorher durch einen Toten unrein geworden waren.",
+ "weil die Naht es. Das Innere mit dem Äussern.",
+ "verbindet. Das Innere ist also mit der Hülle zu einem Geräte verbunden."
+ ],
+ [
+ "Folgende Dinge können als Reitzeug. מרכב, s. Vorb. 33. — Vgl. auch Sifra Sabim 3, 11.",
+ "der askalonische Gurt. זריז and. LA. זרז (von aram. זרז rüsten, gürten), ein breiter Gurt, der dem Esel um den Leib gebunden wurde.",
+ "der medische Mörser. Nach ר״ש ein dickes langes Holz, in dessen Mitte ein Mörser ausgehöhlt ist und auf dessen beiden Enden der Stossende reitet. Maim. liest: מדיכח und erklärt das Wort als einen gewissen Sattel, der in Medien gebraucht wurde.",
+ "der Tragsessel des Kamels. Vgl. Gen. 31, 34, wo כר הגמל von Onk. mit עביטא דגמלא übersetzt wird. Vgl. Herzog, Real-Encycl. und Riehm, Handwörterb. Art. Kamel.",
+ "und die Decke. טפיטן = τάπης (ητος) Teppich, Decke (syr. ܛܳܦܺܝܛܳܐ).",
+ "weil man auf dem Spielplatz. קומפון, ϰάμπος, campus, Spielplatz, wo Kampfspiele stattfinden.",
+ "aber der Sattel des weiblichen Kamels. נאקה, (arab. ناقة) weibliches Kamel, das schon Lasten tragen kann.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Als Sitz, auch nach dem ersten Tanna (תנא קמא. Nach And. ist er nur als Reitzeug verunreinigungsfähig, auch nach R. Jose."
+ ],
+ [
+ "unterschieden vom Tragen. Wer das Reitzeug des זב trägt, ist אב הטומאה und verunreinigt die zu gleicher Zeit berührten Kleider und Geräte; dagegen ist der das Reitzeug Berührende bloss ראשון und kann nicht Kleider und Geräte verunreinigen.",
+ "beim Sitz aber wird zwischen Berührung und Tragen nicht unterschieden. Auch der den Sitz Berührende kann wie der Tragende gleichzeitig Kleider und Geräte verunreinigen (nicht aber Menschen und irdene Gefässe). Nachdem aber der Träger sich vom Sitz oder vom Reitzeug getrennt hat, ist er bloss ראשון und kann keinerlei Gerät verunreinigen.",
+ "Der Saumsattel. תפית ist nach Maimonides ein persischer Saumsattel, der aus Hölzern (wohl hölzernen Bogen, die mit Querhölzern verbunden waren) besteht, die man auf den Rücken des Tieres legt, um ihm darauf Lasten aufzuladen. Die genauere Beschaffenheit dieses persischen Sattels wird nicht angegeben.",
+ "worauf man sitzt. Mitunter sitzt man zur Not darauf.",
+ "ist rein. Weil dieser gewöhnlich nicht zum Reiten und nicht zum Sitzen dient. Vgl. Tosefta III 2, 7.",
+ "oder sie in einander eingebrochen. Dadurch wurde er zum Sitze geeignet.",
+ "so ist er verunreinigungsfähig. Als Sitz."
+ ],
+ [
+ "die Decke und das Kissen. Vgl. 20, 1.",
+ "für den Toten. Die nur für einen Toten bestimmt sind.",
+ "sind verunreinigungsfähig durch Midras. Obschon das Lager eines Toten nicht midras-unrein werden kann, so werden diese Dinge, wenn ein זב darauf sitzt, dennoch Midras, weil sie auch den Frauen, die den Toten beweinen, als Sitz dienen.",
+ "Der Sessel einer Braut. Vgl. 22, 4.",
+ "der Gebärstuhl. משבר (bibl.: Muttermund) in der Mischna: Gebärstuhl.",
+ "der Wöchnerin. חיה, Gebärerin (auch Hebamme).",
+ "auf welchem er die Kleider aufhäuft. כרם ist nach unserer LA. in Sabbat 88 b mit מכנש sammeln, aufhäufen zu erklären. Ar. liest: מיכבש, pressen. Über die Etym. vgl. Fleischer bei Levy II 456.",
+ "sind nicht als Sitz zu betrachten. Hinsichtlich des Brautsessels ist oben 22, 4 gegen R. Jose entschieden; so Bart. und יו״ב, vgl. aber מ״א."
+ ],
+ [
+ "Das Fischnetz. חרם, bibl. Fischernetz. Dies ist an sich nicht verunreinigungsfähig, s. weiter 28, 9.",
+ "ist verunreinigungsfähig wegen des Beutels. חזוטו (Hai: הזוטן), der untere Teil des Netzes (der Beutel), der gewebt war.",
+ "die Vogelfalle. מדף (von נרף, stossen), eine Vogelfalle, bestehend in einem schräg aufgestellten Brett, das durch einen Sparren gestützt wird. Unter das Brett wird Vogelfutter gelegt. Der Vogel, der das Futter auflest, rüttelt an dem Sparren, das Brett fällt nieder, und der Vogel ist gefangen. Anders מדף oben 16, 7.",
+ "die Schlinge. פְּלָצוּר (so bei Maim.) (von pressorium); vgl. Löw bei Krauss S. 462), eine Schlinge, die man über den Kopf des Tieres wirft, um es zu erdrosseln (R. Hai).",
+ "die Fangkästen der Schleusenbauer. סַכָּר (von סכר verschliessen).",
+ "sind verunreinigungsfähig. Durch ein Kriechtier oder eine Toten-Unreinheit, aber nicht durch Midras.",
+ "Die Fischreuse. Oben 12, 2 Note 32.",
+ "der Vogelkorb. רטוב, ein Korb, der zum Vogelfang diente (ob von רטב, grün, wie Jastrow meint, ein Korb aus grünen Zweigen?).",
+ "und der Käfig. Jer. 5, 27.",
+ "sind rein. Weil sie durchaus gelöchert sind und nicht als Geräte mit Behältnis betrachtet werden."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Dreierlei Schilde. תריס gr. ϑυρεός, Schild.",
+ "gibt es. Die in Bezug auf deren gesetzliche Bestimmungen von einander zu unterscheiden sind.",
+ "Der gebogene Schild. D. i. der gewöhnliche Schild, der den Krieger von drei Seiten beschützt.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Midras. Weil man im Kriege darauf schläft. Was midras-unrein werden kann, ist umsomehr durch Toten-Unreinheit verunreinigungsfähig (Nidda 6, 3).",
+ "mit welchem man auf dem Spielplatz. קונפון = קומפון, oben 23, 2.",
+ "spielt. Ein kleiner runder Schild, der nicht zum Lager oder Sitz gebraucht wird.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Ebenso kann er durch jeden הטומאה אב unrein werden; jedoch ist er dann nur ראשון, während er durch Berührung eines Toten ein אב הטומאה wird (Vorb. 2 u. 4).",
+ "und der Schild. דיצה (eig. Freude), ein sehr kleiner Schild, der nur zur Belustigung der Kinder dient.",
+ "der Araber ist ganz rein. Denn er ist kein Gebrauchs-Gerät."
+ ],
+ [
+ "Der wie ein Sessel. Oben 4, 3 und 22, 3.",
+ "geformt ist. Kurz und zum Sitzen einer Person eingerichtet.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Midras; der wie ein Bett (geformt ist. Lang und bestimmt, Waare darauf zu legen.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Aber nicht durch Midras, weil man zu dem, der sich darauf setzt, spricht: stehe auf, lasse uns unsere Arbeit hier verrichten (Vorb. 30).",
+ "ist ganz rein. Weil dieser durchaus mit Löchern versehen ist, durch welche ein Granatapfel durchfallen kann, vgl. 17, 1 und יו״ב."
+ ],
+ [
+ "wenn er gespalten ist. So dass man ihn nicht mehr zum Kneten gebrauchen kann und zum Sitzen bestimmt.",
+ "verunreinigungsfähig durch Midras. Vgl. 20, 2.",
+ "so kann er verunreinigt werden durch Toten-Unreinheit. Einerlei ob er wenig oder viel fasst, wenn nur keine 40 Sea.",
+ "Mass enthält. 40 Sea Flüssiges oder 6 Sea Trockenes.",
+ "ist ganz rein. Vgl. 15, 1."
+ ],
+ [
+ "Ein Kasten mit der Öffnung an der Seite ist. So dass man den Kasten auch, wenn jemand darauf sitzt, benutzen kann.",
+ "verunreinigungsfähig durch Midras. Weil man zu dem darauf Sitzenden nicht sagt: steh’ auf, damit wir unsere Arbeit verrichten!",
+ "so ist er verunreinigungsfähig durch Toten - Unreinheit. Aber nicht durch Midras, weil man zu dem, der sich darauf setzt, spricht: stehe auf, lasse uns unsere Arbeit hier verrichten (Vorb. 30).",
+ "Maas enthält. 40 Sea Flüssiges oder 6 Sea Trockenes.",
+ "ist ganz rein. Wenn der Kasten jedoch zum Sitzen bestimmt ist, kann er trotz seiner Grösse midrasunrein werden (Bart.)."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Felldecken. תרכוס, bessere LA. תרכוס, ein Fell oder ein Gerät aus Fell (so die ältern Erkl.), nach Mussafia von tergus.",
+ "Das der Barbiere. Worauf derjenige sitzt, der sich das Haar schneiden lässt.",
+ "worauf man isst. Worauf man die Speisen setzt.",
+ "und das für Oliven. Worauf man Oliven vor dem Pressen ausbreitet.",
+ "ist ganz rein. Vgl. 16, 7 Ende."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Untersätze. בסיס = basis.",
+ "Der vor dem Bette und vor den Schreibern. Welcher zum Sitzen gebraucht wird.",
+ "der des Anrichtetisches. דלפקי, 22, 1.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Da er nicht bloss als Untergestell für den Tisch dient, sondern auch zum Daraufstellen von Geschirr.",
+ "und der des Schrankes ist ganz rein. Man stellt den Schrank darauf bloss, damit er nicht durch die Feuchtigkeit des Erdbodens beschädigt werde."
+ ],
+ [
+ "Die Papyrus-Tafel. אפיפורין, nach Löw (Gr. Requis. 97) und Sachs (Beitr. I, 165) von papyrus, s. oben 17, 3, Note 18. Andere nehmen es als Fussschemel (also אפיפודין), wie oben 16, 1, der auch als Schreibrequisit diente (?).",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Midras. Die Tafel muss wohl auch zum Sitzen gedient haben.",
+ "in der sich ein Behälter für Wachs befindet. S. oben 17, 17. Nach ר״ש hatte die Tafel eine Randerhöhung, innerhalb welcher sich das Wachs befand. Doch hat man nicht das Behältnis ganz ausgefüllt (vgl. יו״ב).",
+ "und eine glatte. Worauf man mit Tinte oder mit Kreide schrieb."
+ ],
+ [
+ "das der Glaser. Die darauf Glas-Geräte legen. זגג (von זגג = זכך, klar sein) der Glaser.",
+ "und das der Sattler. סרג, von ܣܰܪܓܳܐ, eine Pferdedecke, der Pferdedecken-Macher. And. (von סורג, Gitter) der Gittermacher.",
+ "ist ganz rein. Da es bloss zur Arbeitszeit gebraucht wird, s. 16, 7."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Lastkörbe. משפלת (von שפל, gering) ein Behältnis für geringe Gegenstände, sp. ein Lastkorb, worin geringwertige Dinge, wie Dünger, Stroh transportiert werden.",
+ "Der zum Dünger ist verunreinigungsfähig durch Midras. Weil er auch zum Sitzen dient. Die Öffnung dieses Korbes war an der Seite (ר״ש).",
+ "der zu Stroh ist verunreinigungsfähig durch Toten - Unreinheit. Bei diesem war der Deckel oben, man konnte also nicht darauf sitzen, wie in M. 4.",
+ "und der Strick-Korb. פוחלץ ist nach Maim. ein netzartig aus dicken Stricken geflochtener Korb, in welchem man den Kamelen Lasten auflud.",
+ "der Kamele ist ganz rein. Der פוחלץ hatte so grosse Löcher, dass er nicht als Behältnis-Gerät betrachtet werden konnte, und auch zum Daraufsitzen war er nicht geeignet."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Matten. S. oben 20, 5, Note 76; vgl. noch 27, 2.",
+ "die der Färber. Die zum Einwickeln des gefärbten Kleides dient.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Toten- Unreinheit. Vgl. Sabbat 84a.",
+ "und die der Keltern. Womit man die Weintrauben bedeckt."
+ ],
+ [
+ "Mass enthalten. Wie dies in 20, 1 bestimmt wird.",
+ "und die aus Fischhaut sind ganz rein. Nach 17, 13, Note 126."
+ ],
+ [
+ "Das zum Ausbreiten gemachte ist verunreinigungsfähig durch Midras. Auf die Erde hinzubreiten, um darauf zu sitzen (s. Bezah 11b). Über andere lederne Geräte, die midras-unrein werden können, vgl. 26, 5.",
+ "ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Wie oben Note 45.",
+ "und das zu Riemen und Sandalen zu verwendende. Das aber noch nicht in Riemen zerschnitten ist. Die bereits hergerichteten Riemen aber sind verunreinigungfähig, Negaïm 11, 1."
+ ],
+ [
+ "das als Vorhang. Ein Vorhang ist verunreinigungsfähig, weil der Diener sich manchmal damit wärmt, vgl. 20, 6.",
+ "worauf Figuren gezeichnet sind. Als Vorlagen zum Sticken. Nach א״ר: Tapeten, die man an die Wände hängt."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei. Jerusch. Kilajim 9, 2.",
+ "Tücher. מטפחת (von טפח, ausgebreitet sein) eine Hülle, ein Tuch.",
+ "Handtuch ist verunreinigungsfähig durch Midras. Weil man es zuweilen auf das Kissen legt und darauf schläft (Jerusch. das.).",
+ "das zu Büchern. Lies: ספרים (L), so auch Jerusch. l. c. und fast alle Erkl. Nach der LA. ספרין wäre es ein Tuch der Barbierer (vgl. מ״א und 28, 4).",
+ "dienende ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Weil man das Tuch manchmal, wie ein Futteral, auf den Schoss legt und sich damit wärmt (Jerusch. das.), so dass es den Büchern und dem Menschen dient (vgl. Vorb. 12).",
+ "das zum Einwickeln. Nach Maim. (s. תוי״ט) zum Einhüllen von Toten. Die Totenkleider werden תכריכין genannt. Bart. liest: ושל תכריך נבלי בני לוי das zum Einwickeln der Psalter der Leviten dient.",
+ "und das zu den Harfen der Söhne Lewi’s. Die nach 15, 6 nicht verunreinigungsfähig sind.",
+ "gebrauchte. Dieselben einzuwickeln oder zu bedecken."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Lederhandschuhe. פרקלינין, Maim., ebenso weiter 26, 3: פרקנימין ר״ש ,פרקלימין), nach den Erklärern hier: ein grosser Lederhandschuh; nach Muss, von περιϰαλύμμα, Bedeckung durch etwas Herumgelegtes. Nach Fränkel bei Krauss s. v. ist es περίϰνήμιον, Beinschiene, Gamasche.",
+ "Die der Wild- und Vogel-Fänger. Sie tragen diesen Handschuh, um darauf den Falken zu setzen, den sie bei der Jagd gebrauchen.",
+ "sind verunreinigungsfähig durch Midras. Weil sich der Jäger darauf stützt (Bart.) oder zuweilen darauf setzt (יו״ב). Anders Tos. III, 2, 11.",
+ "Die der Heuschrecken - Fänger sind verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Er dient dem Menschen und wird auch beim Heuschreckenfang gebraucht.",
+ "und die der Sommerfrucht-Trockner. Man zieht ihn beim Hantieren mit den fetten Früchten an, um die Hände vor Schmutz zu bewahren. And. LA.: קוצים, Dornensammler, die sich durch das Leder vor den Dornenstichen schützen.",
+ "sind ganz rein. Nach 16, 7 Ende."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Kopfnetze. סבכח = שבכח (von סבך, flechten) Netz (Job 18, 8), hier: Kopfnetz.",
+ "das einer jungen Frau ist verunreinigungsfähig durch Midras. Weil es geeignet ist, darauf zu sitzen, und auch zu diesem Gebrauche bestimmt ist.",
+ "das einer alten ist verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit. Aber nicht durch Midras, da es nicht zum Daraufsitzen geeignet ist. Die Tosefta III 2, 10 entscheidet umgekehrt.",
+ "und das einer Dirne. יוצאת לחוץ ist das aram. נפקת ברא = זונח, eine Buhldirne, vgl. Ramban zu Gen. 38, 15 und מ״ש.",
+ "ist ganz rein. Weil dies weder zum Sitzen noch zur Kopfbedeckung, sondern bloss zum Schmucke getragen wird."
+ ],
+ [
+ "Dreierlei Vorratskörbe. Oben 16, 3, Note 32.",
+ "gibt es. Dreierlei Bestimmungen sind bei der Kupha zu beachten.",
+ "Wenn man einen abgenutzten. מחה (verw. mit מחה abwischen) abnutzen (arab. مها, dünn machen).",
+ "als Fleck aufgesetzt hat. שטלייה (טלא, flicken), er hat den alten abgenutzten Korb auf den starken geheftet, um ihn noch stärker zu machen.",
+ "so richtet man sich nach dem starken. War dieser rein, so ist das Ganze rein; war dieser unrein, so ist das Ganze unrein.",
+ "hat man einen kleinen einem grossen aufgesetzt. Einerlei ob beide stark oder abgenutzt sind.",
+ "so richtet man sich nach dem grossen. War dieser rein, so ist das Ganze rein; war dieser unrein, so ist das Ganze unrein.",
+ "waren beide gleich. An Grösse und an Beschaffenheit.",
+ "so richtet man sich nach dem innern. War dieser rein, so ist das Ganze rein; war dieser unrein, so ist das Ganze unrein.",
+ "Wenn man eine Wagschale. Die unrein war.",
+ "so wird dieser. Der Kessel.",
+ "unrein. Weil man sich nach der Wagschale richtet.",
+ "hat man sie. Die Wagschale.",
+ "so bleibt er. Der Kessel.",
+ "hat man sie. Die Wagschale.",
+ "an dessen Seite. Nicht an den Boden.",
+ "so bleibt er. Der Kessel.",
+ "rein. Da man sich in diesem Falle nach dem Grösseren (d. i. der Kessel) richtet."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Bei. Vgl. Pesachim 17b.",
+ "allen Geräten ist. Falls sie durch unreine Flüssigkeit verunreinigt worden sind, wobei sie bloss nach rabbinischer Verordnung unrein sind, da nach dem Thoragesetze ein Gerät nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden kann (Vorb. 16).",
+ "die Rückseite von der Innenseite zu unterscheiden. Wenn die unreine Flüssigkeit die Rückseite berührt, ist wohl diese unrein, die Innenseite aber ist noch rein; wenn dagegen die Innenseite verunreinigt wird, ist anch die Aussenseite unrein.",
+ "Säcken and Beuteln. S. 20, 1. Obgleich man diese Geräte umwenden kann, so dass die Aussenseite zur Innenseite gemacht wird, so ist dennoch die innere Seite rein, wenn bloss die Aussenseite von unreiner Flüssigkeit berührt worden.",
+ "die Schleifen. תוכרות, nach R. Hai „Schleifen“. Das Wort kommt in der ברייתא דמלאכת המשכן Abschn. 4 in dieser Bedeutung vor. Nach Maim. ist תוכר ein Saum, der durch das Umschlagen des Sack-Randes nach der Rückseite zu (תבר = שכר, brechen) entsteht, wo derselbe angenäht wird. Durch die Schleifen oder den Saum ist die Rückseite von der Innenseite leicht zu unterscheiden.",
+ "ist die Rückseite von der Innenseite zu unterscheiden. Hinsichtlich der Reinheitsbestimmungen.",
+ "nicht von der innern Seite zu unterscheiden. Wenn auch nur die Aussenseite verunreinigt worden, ist auch die innere Seite unrein.",
+ "Beim Tisch und Anrichtetisch ist die Rückseite von der innern Seite. Die obere Seite der Tischplatte, die gewöhnlich durch den Hobel geglättet ist und worauf Speisen und Getränke gelegt werden, wird als die Innenseite, die untere als die Aussenseite betrachtet. Die Füsse werden überhaupt durch Berührung unreiner Flüssigkeiten nicht unrein (יו״ב).",
+ "Die Rückseite ist hier nicht besonders zu beurteilen. Sie unterliegt denselben Bestimmungen wie die obere Seite.",
+ "Dasselbe. Dieselbe Controverse zwischen R. Jehuda und R. Meïr.",
+ "die keinen Rand. Und auch keine Füsse (יו׳׳ב)."
+ ],
+ [
+ "Am Rinderstecken. Über חרחור ,מרדע und דרבן s. Abschn. 9, Note 80.",
+ "ist die Rückseite von der innern Seite. Die beiden eisernen Geräte, חרחור und דרבן selbst werden als תוך betrachtet.",
+ "und zwar (gehört zu ersterer. Zur Rückseite",
+ "sieben Handbreiten neben der Schaufel und vier Handbreiten neben dem Stachel. Der Teil des Steckens zwischen den sieben und den vier Handbreiten gilt als Griff (יד), der durch unreine Flüssigkeit nicht unrein wird (M. 6). Nach Maim. gilt dieser Teil als אחורים, während die sieben und vier Handbreiten, wie die eisernen Geräte selbst, als תוך gelten.",
+ "Man unterscheidet bei diesen nicht (eine Rückseite und innere Seite. Vielmehr ist auch, wenn die 7 und 4 Handbreiten durch Flüssigkeit verunreinigt wurden, das Eisen unrein. Nach Maim. ist auch, wenn der Teil zwischen den 7 und 4 Handbreiten verunreinigt worden, der ganze Rinderstecken unrein.",
+ "die Masse von vier und sieben Handbreiten sind nur betreffs der Überbleibsel erwähnt worden. Dass nämlich wenn der Rinderstecken zerbrochen worden und noch sieben Handbreiten am חרחור oder vier Handbreiten am דרבן übrig geblieben sind, dies als Gerät betrachtet wird und noch verunreinigungsfähig ist, s. Abschn. 29. 7—8."
+ ],
+ [
+ "der Schaumschöpfer. S. 13, 2, Note 15.",
+ "die Senfseihe und der Weindurchschlag haben eine Rückseite und eine Innenseite. Betreffs des Schaumschöpfers wird diese Bestimmung in der Tosefta III 3, 6 durch folgende Sätze näher präzisiert: Ist (unreine) Flüssigkeit in das Innere (des Löffels) gefallen, so ist das Ganze unrein. Ist dieselbe auf die Rückseite (des Löffels) gefallen, so ist bloss diese Rückseite unrein, dagegen sind die Innenseite, die Gabel und der Griff rein. Ist sie auf die Gabel gefallen, so teilt man den Griff, und soweit er dem Unreinen dient, ist er unrein, und was dem Reinen dient, ist rein. Ist dieselbe auf den Griff gefallen, so trocknet man ihn ab, und er ist rein.",
+ "Sie haben keine. Es ist bei allen diesen Geräten kein Unterschied zwischen der Rückseite und der Innenseite zu machen; vielmehr ist, wenn irgendwohin unreine Flüssigkeit gefallen, das ganze Gerät unrein. Der Grund dieser Bestimmung ist, weil diese Gefässe stets zu Flüssigem benutzt werden, wobei, wenn das Innere gebraucht wird, auch die Aussenseite benetzt wird (רא״ש).",
+ "untertauchen. Wenn man es wieder rein machen will. Dagegen braucht man bei den anderen Geräten, wenn die Aussenseite durch Flüssigkeit verunreinigt worden, nicht das Ganze unterzutauchen (רא״ש), vgl. auch מ״א."
+ ],
+ [
+ "Beim Viertel und Halbviertel. Die aus einem Stück Holz bestehen, auf dessen einer Seite eine Höhlung von einem Viertel Kab und auf der anderen Seite eine solche, die ein Halbviertel Kab misst, sich befindet. Nach Einigen sind diese beiden Masse nebeneinander befindlich und durch eine Wand von einander getrennt, wie beim Zwillings-Tintenfass, oben 2, 7.",
+ "wenn das Viertel verunreinigt worden. Durch unreine Flüssigkeit.",
+ "ist das Halbviertel unrein geworden. Durch unreine Flüssigkeit.",
+ "Da doch das Halbviertel die Rückseite des Viertels ist. Das Viertel, als das grössere Mass, ist das Hauptgerät, und das Halbviertel ist als die Rückseite des grösseren Masses zu betrachten.",
+ "Darauf erwiderte er. R. Akiba.",
+ "Muss man denn gerade dies. Den Satz: „Das Halbviertel ist die Rückseite des Viertels“.",
+ "vorausgehen lassen. Wörtlich: Gehört denn diese (diese Behauptung) zu der Klasse (כת) der Vorangehenden (קודמין)? Vielleicht ist hier auf die Mischna Pesachim 5, 5 angespielt, wo von 3 כתות die Rede ist, die nach einander zur Bereitung des Pesach-Opfers in die עזרה treten. Anstatt של כת lesen einige: של בת, Andere שלבת oder שלות, Aruch: שלחת. Im Jerusch. Ende Terumot wird in demselben Sinne gefragt: של בית קודמין היא, gehört dies denn zum Hause der Vorangehenden?",
+ "Es ist das Viertel die Rückseite des Halbviertels. Da ja das Halbviertel ebenso häufig wie das Viertel im Gebrauch ist, so könnte letzteres als die Rückseite betrachtet werden.",
+ "ist die Innenseite nicht unrein. Da es zweifelhaft ist, welches Gerät als die Rückseite betrachtet werden soll, so wird, da es sich bloss um eine rabbinische Anordnung handelt, erleichternd entschieden."
+ ],
+ [
+ "Ist das Viertel verunreinigt worden. Von innen durch unreine Flüssigkeit.",
+ "so ist das Viertel samt dessen Rückseite. Die Rückseite der Wände, die dieses umgeben.",
+ "das Halbviertel aber samt dessen Rückseite. Die Rückseite der Wände, die dieses umgeben.",
+ "ist rein. Auch die Rückseite des Bodens des Viertels wird als Innenseite des Halbviertels betrachtet und ist rein.",
+ "Ist das Halbviertel unrein geworden. Von innen durch unreine Flüssigkeit.",
+ "das Viertel aber samt dessen Rückseite. Die Rückseite der Wände, die dieses umgeben.",
+ "ist rein. Aach die Rückseite des Halbviertels wird als Innenseite des Viertels betrachtet und ist rein.",
+ "Ist die Rückseite. Die Rückseite der Wände, die dieses umgeben.",
+ "so ist die Rückseite des Halbviertels rein. Die Anssenseite der Seitenwände ist also bloss bis zum Boden des Viertels unrein, von da ab und weiter rein.",
+ "Man kann die Rückseite. גביין ist hier dasselbe, was oben אחורים genannt wird. Warum hier ein anderer Ausdruck gebraucht wird, vgl. מ״א.",
+ "nicht als geteilt betrachten. Da die Aussenseite der Wand unrein geworden ist, so muss die ganze Aussenseite für unrein erklärt werden. Ob die Weisen dies auch in den vorhergehenden Fällen behaupten, wo die Aussenseite bloss durch das Innere unrein geworden, ist zweifelhaft (יו״ב). Nach מ״א gestehen da die Weisen zu, dass bloss der entsprechende Teil der Aussenseite unrein ist.",
+ "muss man das Ganze untertauchen. Dies bezieht sich nach תוי״ט auch auf die vorhergehenden Fälle, wo bloss eines von den beiden Geräten unrein ist; dennoch muss das Ganze untergetaucht werden, wenn man es reinigen will. יו״ב findet dies auffällig; doch wird es von מ״א gerechtfertigt. Wie in dem Falle, wenn die beiden Masse nebeneinander und durch eine Wand getrennt sind (oben Note 24) betreffs dieser Wand zu bestimmen ist, vgl. 2, 7 (Bart.); doch ist nach יו״ב und מ״א hier nicht wie oben zu entscheiden."
+ ],
+ [
+ "ihre Ränder. אונן, oben 11, 3, Note 19.",
+ "ihre Henkel oder auf die Griffe. Unter יד versteht man einen längeren Griff an der Aussenseite des Gefässes.",
+ "welche zum Aufnehmen bestimmt sind. Die Beifügung המקבלים (d. h. die ein Behältnis haben, das zum Aufnehmen bestimmt ist), bezieht sich auf alle bisher genannten Dinge. Nur wenn diese Teile von כלים המקבלים sind, gilt die folgende Bestimmung. Hat das Gerät aber kein Behältnis, so gelten diese Teile, wie אחורים, und sind wenigstens selbst unrein, wenn unreine Flüssigkeit auf sie gekommen.",
+ "(unreine) Flüssigkeit gekommen ist, so trocknet man sie ab, und sie bleiben rein. Bei andern Geräten aber, (welche keine Granatäpfel halten können. Das Eingeklammerte ist zu streichen; es ist aus 17, 4 hierher geraten (יו״ב).",
+ "bei denen man nicht die Rückseite von der Innenseite unterscheidet. Wie manche in M. 1—3 genannten Geräte. חא״ש liest שאין להם אונים ותוך (die keine Henkel und kein Behältnis haben).",
+ "Flüssigkeit auf einen Teil davon. Sei es auch nur der Rand oder der Griff u. s. w.",
+ "das Ganze unrein. Denn sowie man nicht zwischen der Innen- und Aussenseite unterscheidet, ebenso ist zwischen dem Gestell, dem Rand u. s. w. und dem eigentlichen Geräte nicht zu unterscheiden.",
+ "Von einem Gefässe. S. Berachot 52a und Parallelstellen.",
+ "Flüssigkeit unrein geworden. Dieser Satz hängt mit dem unmittelbar vorhergehenden nicht zusammen, sondern gibt die nähere Erklärung zur ersten Bestimmung unseres Abschnittes, wonach bei allen Geräten die Rückseite von der innern Seite zu unterscheiden ist.",
+ "der Henkel und die Griffe bleiben rein. Diese Erleichterung ist deshalb getroffen worden, damit man wisse, dass die Unreinheit bloss von den Rabbinen angeordnet wurde und dass wegen einer solchen Unreinheit nicht Hebe (תרומה) und Heiliges (קדשים) verbrannt werden dürfen."
+ ],
+ [
+ "Alle Geräte. Jerusch. Chag. 3, 1.",
+ "haben eine Rückseite und eine Innenseite. Dies ist so wie am Anfang unseres Abschnitts zu verstehen; es wird bloss hier deshalb wiederholt, um das Folgende daran anzuschliessen.",
+ "sie haben ferner einen Anfassungsort. בית צביעה, and. LA. בית הצביטה (vgl Chagiga 22b). Die Bedeutung beider LAA. wird wohl gleich sein. בית הצביעה (von אצבע, Finger) der Ort, wo man die Finger hineinsteckt, um das Gerät anzufassen. בית הצביטה (צבט, arab. ضمط, festhalten, ergreifen), der Ort, wo man das Gerät ergreift. Es ist nicht klar, worin sich das בית הצביעה von dem in M. 6 genannten Henkeln und Griffen unterscheidet. Nach Maim. ist ersteres eine am Rande des Gefässes befindliche kleine Vertiefung, wo man den Finger hineinsteckt, um das Gefäss nicht von innen anzufassen. Nach יו״ב ist darunter ein Bügel verstanden, der, wie beim Handkorb, über dem Innern des Gefässes von einer Stelle des obern Randes zur gegenüberstehenden Stelle des Randes geht. Es scheint aber בית הצביעה ein allgemeiner Name für alle die verschiedenen Handgriffe zu sein, die nicht bereits oben in M. 6 genannt sind. Das בית הצביעה ist gesetzlich nicht bloss von תוך, sondern auch von אחורים unterschieden. Wenn unreine Flüssigkeit auf חצב׳ בית fällt, bleibt אחורים noch rein, und wenn jene auf אחורים fällt, bleibt בית חצב׳ noch rein.",
+ "für einen grossen hölzernen Backtrog. Nur bei diesen gilt die Bestimmung, dass, wenn אחורים durch משקין verunreinigt worden, das בית הצביטה rein bleibt, nicht aber bei andern Geräten, weil bei letzteren zu befürchten ist, man würde beim Anfassen des בית הצב׳ auch die Rückseite berühren, die mit unreiner Flüssigkeit benetzt ist, und dann mit den feuchten Händen andere reine Stellen des Gerätes verunreinigen; daher hat man auch das בית חצב׳ für unrein erklärt.",
+ "Für Becher. Die zum Trinken gebraucht werden und stets mit Flüssigkeit benetzt sind, welche leicht Unreinheit annimmt. Nach Bart. und יו״ב meint R. Akiba: Auch für Becher (also auch für die grossen Backtröge). Doch spricht die Tosefta III 3, 7 gegen diese Erklärung (vgl. מ״א).",
+ "Für unreine und reine Hände. In der Hinsicht ist בית הצב׳ von אחורים zu unterscheiden, dass wenn man mit nassen unreinen Händen eine von diesen beiden Stellen berührt, die andere Stelle nicht unrein wird, dass ferner, wenn eine von diesen beiden Stellen unrein ist und man mit nassen reinen Händen die andere Stelle berührt, die Hände nicht unrein werden.",
+ "Man hat es nur für reine Hände gesagt. D. h nur in dem letzten der in Note 53 erwähntes Fälle werden die reinen Hände nicht unrein; dagegen wird im ersten dort erwähnten Falle, wo mit nassen unreinen Händen die eine Stelle berührt wird, auch die andere Stelle unrein."
+ ],
+ [
+ "Sind die Hände rein und die Rückseite des Bechers unrein. Und die Hände sind nass, oder die Rückseite des Bechers ist nass.",
+ "dass vielleicht seine Hände durch die Rückseite des Bechers unrein geworden seien. Da das בית הצב׳ als rein gilt. Die hier vorausgesetzte Ansicht, dass die Hände durch ein Gerät, welches mit unreiner Flüssigkeit benetzt ist, verunreinigt werden können, ist die Meinung des R. Josua in Jadajim 3, 1. Dagegen lehren die Weisen das., dass die Hände nur durch ein Gerät, das von einem אב הטומאה verunreinigt worden ist, unrein werden können; so Maim. Doch bemerkt מ״א, dass die Weisen dort nur in dem Falle mit R. Josua controversieren, wo das Gerät trocken ist; unsere Mischna aber handelt von einem Falle, wo entweder das Gerät oder die Hände nass sind. Da wird die Flüssigkeit ein ראשון (nach 8, 10, Note 99) und verunreinigt die Hände nach Aller Ansicht.",
+ "Trinkt jemand. Hier fängt eine neue Bestimmung an, die mit dem vorhergehenden כיצר nicht in Verbindung steht.",
+ "dessen Rückseite unrein ist. Vgl. die Controverse zwischen R. Meïr, R. Jehuda und R. Jose in 8, 10.",
+ "verunreinigt hat. Vgl. die Controverse zwischen R. Meïr, R. Jehuda und R. Jose in 8, 10.",
+ "Wenn ein Kessel. Oben 3, 7, Note 50.",
+ "die Rückseite. Die durch unreine Flüssigkeit verunreinigt ist.",
+ "berührt habe und dann wieder hineingekommen sei. Daher bleibt das Innere des Kessels und dessen Inhalt rein."
+ ],
+ [
+ "Bei heiligen Geräten. Vgl. M. Chagiga 3, 1.",
+ "ebenso nicht den Anfassungsort. Vielmehr ist, wenn auch nur einer dieser Teile unrein geworden ist, das ganze Gerät unrein. Nur für Hebe (תרומה) ist die oben (M. 7) gemachte Unterscheidung in Geltung.",
+ "die in einander gesetzt sind. Wenn beide Geräte unrein sind.",
+ "zusammen untertauchen. Weil das im Innern des anderen befindliche Gerät durch seine Schwere das Wasser an die Stelle, wo es aufliegt, nicht hingelangen lässt. Wenn das Gerät bloss zur Hebe (תרומה) gebraucht wird, braucht man dies nicht zu beachten. Diese Bestimmung, die nicht hierhergehört, steht hier, weil dieselbe in Chagiga 3, 1 neben der vorhergehenden Bestimmung am Platze ist, vgl. das.",
+ "Alle Geräte können durch Gedankenhegung Verunreinigungs - Fähigkeit erlangen. Wenn man z. B. den Gedanken hegte, einen für ein Tier bestimmten Ring, der nach 12, 1 nicht verunreinigungefähig ist, für einen Menschen zu gebrauchen, so erlangt der Ring dadurch die Verunreinigungsfähigkeit, vgl. aber 26, 7.",
+ "wenn sie durch eine Tat verändert werden. Wenn man den Gedanken hegt, einen für einen Menschen bestimmten Ring für ein Tier zu gebrauchen, so verliert er dadurch nicht seine Verunreinigungsfähigkeit, wenn man nicht den Ring durch eine Tat verändert, vgl. 17, 15 Ende.",
+ "Tat. Hat man zuerst einen Ring für einen Menschen gemacht und ihn nachher durch eine Tat-Veränderung für ein Tier zugerichtet, so verliert der Ring seine Verunreinigungsfähigkeit. Umsomehr kann eine Tat einen Gedanken aufheben.",
+ "Gedanken. Selbst wenn man bloss den Gedanken hegte, einen Ring des Tieres für einen Menschen zu bestimmen (wodurch doch der Ring nach Note 66 verunreinigungsfähig wird) kann ein späterer Gedanke, den Ring für ein Tier zu bestimmen, die Verunreinigungsfähigkeit nicht beseitigen.",
+ "aufheben. Vgl. Kidduschin 59ab."
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+ "Eine. Hier werden lederne Geräte aufgezählt, die aus einem am Saume mit Löchern oder mit Schleifen versehenen Stück Leder bestehen, das durch Schnüre oder Riemen, welche in die Löcher gezogen sind, zugezogen werden kann und so ein Behältnis-Gerät wird, das verunreinigungsfähig ist (2, 1).",
+ "amkische. Die in dem Dorfe כפר עמיקו (Taanit 21a) verfertigt wird. Es ist wohl identisch mit dem bibl. בית העמק (Jos. 19, 27), dem heutigen Amka, nordöstlich von Akko. Nach Maim. bedeutet עמקי „für tiefen, morastigen Boden bestimmt“.",
+ "Sandale. Sie besteht aus einem flachen Stück Leder (mit Riemen, Note 1), auf das die Fusssohle gesetzt wird. Zieht man dann die durch die Löcher am Saume gehenden Riemen, so wird auch der Fussrücken und die Ferse mit dem Leder bedeckt.",
+ "ein Schnürbeutel. שנץ, nach R. Hai und ר״ש der umgeschlagene Rand des Beutels, durch welchen die Riemen zum Zuziehen gezogen werden. Nach Maim. Raschi (Sabb. 92a) Bart. und יו״ב heissen die Riemen oder Schnüre, durch die der Beutel zugezogen wird, שנצות. Vielleicht stammt es von שנס, gürten, zusammenbinden.",
+ "Jehuda auch ein Korb aus Palmfasern. Nach den meisten Erklärern ein Korb aus Palmzweigen oder Palmfasern, צורי דקל (Ab. sara 75a).",
+ "ist auch eine laodikäische Sandale. Diese Sandale besteht ebenso aus einem Stück Leder, wie die amkische (Note 3); doch gehört bei dieser mehr Kunstfertigkeit dazu, die Riemen in die Löcher am Saum hineinzubringen.",
+ "diese werden verunreinigungsfähig. Sobald man die Schnüre in die Schleifen gebracht hat, so dass man es als ein Behältnis-Gerät (כלי קבול ) gebrauchen kann.",
+ "und wieder rein. Wenn man die Schnüre aus den Löchern gezogen hat und ein flaches Gerät daraus wird (2, 1).",
+ "ohne Zutat des Handwerkers. Da dies auch durch einen Privatmann gemacht werden kann.",
+ "Es werden ja alle Geräte verunreinigungsfähig. Wenn sie die Form eines verunreinigungsfähigen Gerätes haben, auch wenn sie von einem Privatmann verfertigt werden.",
+ "und wieder rein. Wenn jene Form zerstört wird.",
+ "ohne Zutat des Handwerkers. Wenn auch das Gerät nicht so vollkommen ist, wie das Werk eines Handwerkers.",
+ "auch wenn sie aufgelöst sind. Selbst wenn die Riemen aus den Löchern herausgezogen sind und die Gegenstände nicht mehr die Form eines Gerätes besitzen.",
+ "man hat obiges. Dass durch Entfernung der Schnüre die Unreinheit beseitigt wird.",
+ "den selbst der Handwerker nicht wieder herstellen kann. Bloss mit grosser Mühe kann er es wieder herstellen (vgl. Sabbat 58b u. 83b)."
+ ],
+ [
+ "dessen Schnüre weggenommen sind. Sie sind gänzlich beseitigt worden.",
+ "ist noch verunreinigungsfähig. Wenn der Beutel noch ein Behältnis hat.",
+ "Wird er flach ausgebreitet. So dass er kein Behältnis hat.",
+ "Hatte man aber daran unten. Am Boden von aussen.",
+ "einen Fleck. מטלת (von טלא, flicken), ein kleiner (lederner) Fleck.",
+ "angenäht. So dass dadurch, auch wenn das Leder ausgebreitet wird, die Form eines Behältnis-Gerätes verbleibt",
+ "so bleibt er noch verunreinigungsfähig. Auch wenn man die Schnüre entfernt und das Leder flach ausgebreitet wird.",
+ "Wenn ein Beutel im andern steckt. Und sie an einem Ende zusammennäht. Das folgende gilt umsomehr, wenn die beiden Beutel neben einander zusammengeheftet sind.",
+ "wenn der eine durch Flüssigkeit unrein geworden. In welchem Falle die Unreiheit nur eine rabbinische Verordnung ist (2, 7, Note 76).",
+ "der andere nicht unrein. Das gilt nur für eine rabbinische Unreinheit; dagegen gelten bezüglich einer Thora-Unreinheit zwei miteinander verbundene Geräte wie ein Gerät (Tosefta III 4, 2). Auch wenn ein Beutel den andern überragt, gelten andere Bestimmungen (vgl. Tos. das. und מ״א).",
+ "Das Perl - Bündel. Ein Stück Leder, worin eine Perle zur Verwahrung eingebunden wird und lange Zeit dort verbleibt, so dass auch nachdem die Perle herausgenommen wird im Leder eine Vertiefung zurückbleibt.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Es wird als ein Behältnis-Gerät betrachtet, obgleich man nicht beabsichtigt hat, das Behältnis zu machen. Vgl. auch Sanhedrin 68a.",
+ "Das Geld-Bündel. Ein Leder, worin Geld eingebunden wird.",
+ "die Weisen aber erklären es für rein. Da Geld oft gebraucht und das Bündel oft geöffnet wird, so hat das Behältnis nicht lange Bestand, und das Bündel ist wie ein flaches Stück Leder zu betrachten."
+ ],
+ [
+ "Der Handschuh der Dornen-Leser. Ein Stück Leder, das die Dornen-Leser wie einen Handschuh zum Schutze um die Hand binden.",
+ "ist rein. Da er kein Behältnis hat.",
+ "Der Gürtel. זון, gr. ζώνη, Gürtel, ein lederner Gürtel.",
+ "und das Schurzleder. ברכייר, (βραχιάριον = brachiale, ein Armschmuck) ist wohl ein lederner Schurz, den man an den Armen beim Arbeiten anzog. Nach Maim. und Bart. ein Knie-Schutzfell, das die Lahmen gebrauchen, die auf den Knieen einhergehen.",
+ "sind verunreinigungsfähig. Weil sie die Form eines Geräts haben (Maim., s. תוי׳׳ט).",
+ "auch die Ärmelhalter. שרוולים, and. LA. שרבלים, nach R. Hai und Maim. enge Ärmel, welche die Handwerker während der Arbeit über die weiten Kleider-Ärmel legen, um diese in die Höhe zu ziehen und nicht durch dieselben bei der Arbeit behindert zu werden. (Im Arab. bedeutet سروال „Beinkleider“). Nach einer Erklärung im ר״ש ist שרבל ein Fell, das der Arbeiter während der Erntezeit zum Schutze vor der Hitze auf dem Herzen trägt (also von שרב, Hitze).",
+ "sind verunreinigungsfähig. Weil sie die Form eines Geräts haben (Maim., s. תוי׳׳ט).",
+ "die Lederhandschuhe. Andere LAA. und Erklärungen vgl. oben 24, 15 Note 62. Nach ר״ש und Bart. (die hler פרקנימין oder פרקמינין lesen) ist das Wort nicht identisch mit פרקלינין oben 24, 15; es bedeutet vielmehr „Stirnband“.",
+ "aber sind rein. And. LA. טהורים. Es sind hier die oben 24, 15 genannten Lederhandschuhe der קייצים gemeint, s. oben (Maim.).",
+ "Alle Finger - Handschuhe. בית חאצב׳, Maim. und מ״ש lesen בית הצביעות, s. oben 25, 7. Nach א״ר sind hier von einander getrennte Hüllen für einzelne Finger gemeint.",
+ "sind rein. Da das Behältnis nicht zum Aufnehmen von Gegenständen bestimmt ist.",
+ "ausser den der Sommerfrüchte-Trockener. And. LA. קוצין; s. oben 24, 15 Note 66.",
+ "weil er die roten Beeren. אוג bedeutet nach Bart. Kornelkirschen (Baum und Frucht). Dagegen erklären Ar. und Maim. dies mit Sumak, die Schmacke oder der Gerberbaum (rhus coriaria), dessen rote linsengrosse Beeren als Heilmittel gegen Diarrhoe und dessen Zweige und Blätter zum Gerben der Häute gebraucht wurden.",
+ "wenn er nicht den grössten Teil der roten Beere. Vielleicht aber: „die Mehrheit der Beeren“, d. b. mehrere Beeren, oder die Mehrzahl der Beeren eines Strauchs."
+ ],
+ [
+ "Eine. Sabbat 112b.",
+ "Sandale. סנדל, gr. σάνδαλον, die Sandale. Sie bestand aus einer Sohle aus hartem Leder, an der noch an den Seiten und an der Ferse ein schmaler Streifen aus hartem Leder sich befand. An der Spitze hatte die Sandale noch ein Oberleder (חוטם), welches die Fusszehen bedeckte. An beiden Seiten befanden sich Ohren (אזנים), an welchen Riemen angebracht waren, mittelst deren die Sandale an den Fuss festgebunden wurde.",
+ "an der. Nachdem sie midras-unrein geworden war.",
+ "eines seiner Ohren. Nach Raschi (Sabb. 112a) die Handhaben, die man beim Anziehen der Sandalen anfasst. Richtiger wohl die an den Seiten befindlichen ledernen Ansätze, woran die Riemen oder Schnüre zum Festbinden angebracht waren (יר״ב).",
+ "abgerissen werden ist und man es wieder angemacht hat. Auch wenn man es nicht wieder zurecht gemacht hat, bleibt die Sandale unrein; ותקנה steht bloss als Bedingung für die folgende Bestimmung.",
+ "bleibt midras-unrein. Denn die Sandale kann noch angezogen werden dadurch, dass man eine längere Schnur an das andere Ohr bindet und diese um den Fuss wickelt und befestigt.",
+ "so ist sie vom Midras rein. Obgleich jetzt die ganze Sandale wieder hergestellt ist, so gilt doch die Midras-Unreinheit als beseitigt. Es ist jetzt als eine neue Sandale zu betrachten, die zwar von neuem Unreinheit annehmen kann, die alte Unreinheit aber verloren hat.",
+ "aber unrein als vom Midras Berührtes. Denn das erste wieder angemachte Ohr ist durch Berührung der noch midras-unreinen Sandale als von einer Midras-Unreinheit Berührtes unrein geworden. Wenn nun auch durch das Abreissen des zweiten Ohres die Midras-Unreinheit aufgehoben wurde, so bleibt doch die Unreinheit der Berührung an dem ersten Ohre haften, die es dann, weil mit der Sandale verbunden, auf die ganze Sandale überträgt.",
+ "so ist sie rein. Von der alten Unreinheit, sie kann aber von neuem unrein werden (ד״ש, vgl. יו״ב). — Vgl. dieselben Bestimmungen oben 18, 6 betreffs eines zerbrochenen Bettes. Anstatt טהורה ist טהור zu lesen, da סנדל masc. ist.",
+ "Ist das Fersenleder. Nach Bart. nicht das Fersenleder der Sohle, sondern das, welches die Höhe der Ferse an dem Unterschenkel bedeckt. Vgl. aber יו״ב.",
+ "oder ist die Spitze. Welche die Zehen bedeckt.",
+ "oder ist sie. Die Spitze ist der Länge nach in zwei geteilt, so dass es hässlich aussieht und man mit einer solchen Sandale nicht einhergeht.",
+ "so ist sie rein. Von der frühern Unreinheit, sie kann aber von neuem unrein werden (Bart), anders ר״ש (s. יו״ב).",
+ "Eine Schnürsohle. סוליים, die besten Zeugnisse lesen סולייס (soleae, Sohlen), einfache Sohlen, die man mit Schnüren an den Fuss befestigte.",
+ "rein. Weil sie in solchem Zustande nicht brauchbar ist.",
+ "Ein zerrissener Schuh. מנעל, ein Schuh, hat auch weiches Oberleder, das den Fussrücken bedeckt.",
+ "wenn er nicht den grössten Teil des Fusses umfasst. Indem das Oberleder so zerrissen ist, dass es nicht den grössten Teil des Fussrückens bedeckt.",
+ "rein. Von der früheren Unreinheit, und er kann ferner keine Unreinheit annehmen, da er nicht brauchbar ist.",
+ "Einen noch auf dem Leisten. אימום, s. oben 23, 1 Note 1.",
+ "Elieser für rein. Weil er noch nicht als vollkommen fertig betrachtet wird, Sabbat 141b.",
+ "die Weisen aber erklären ihn für verunreinigungsfähig. Sie betrachten ihn als fertig, da ihn jedermann vom Leisten herunternehmen kann.",
+ "Alle. Menachot 37b.",
+ "die. Nachdem sie ein Loch bekommen hatten, wodurch sie rein werden, nach 17, 2.",
+ "sind rein. Sie bleiben rein, wie vorher, da sie, obgleich sie zugebunden sind, nicht als ganze Geräte betrachtet werden.",
+ "ausser den der Araber. Die es verstehen einen festen nicht leicht lösbaren Knoten zu machen.",
+ "lst der Verband nur ein zeitweiliger. Den man später auflösen will.",
+ "so sind sie rein. Selbst bei den Verbänden der Araber.",
+ "so sind sie verunreinigungsfähig. Selbst bei gewöhnlichen Verbänden.",
+ "Alle zugebundenen Schläuche sind rein. Selbst die der Araber und auch wenn der Verband für die Dauer gemacht ist. Im Jerusch. Kilajim 6, 3 wird von Einigen unsere Mischna in anderer LA. tradiert. Vgl. auch Edujot 5, 1 Ende."
+ ],
+ [
+ "welches man auszubreiten. Auf der Erde, um darauf zu sitzen, wie oben 24, 12.",
+ "das Gerber-Schurzfell. S. oben 16, 4, Note 41 und 44.",
+ "das Fell zur Bett-Unterlage. S. oben 16, 4, Note 41 und 44.",
+ "das Fell des Eseltreibers. Womit er sich, während er das Vieh treibt, umgürtet. L. und Maim. lesen noch ausserdem עור החמור, das Fell, das man dem Esel unter seine Last legt.",
+ "das Fell des Flachs-Arbeiters. Das er sich beim Hecheln wie eine Schürze vorbindet, damit nicht kleine Wergteile an den Kleidern hängen bleiben.",
+ "das Fell des Lastträgers. das er sich auf die Schulter legt, damit sie nicht durch die Last beschädigt werde.",
+ "das Fell des Arztes. Der Schurz, den der Chirurg bei der Operation anlegt.",
+ "das Fell einer Wiege. Eine Lederdecke, die als Unterlage für den Körper des Kindes diente (vgl. Parah 12, 8).",
+ "das dem Kinde über das Herz gelegte Fell. Um es vor dem Schlage einer Katze zu beschützen. Nach andern ist es ein Brustlatz zum Schutze der Kleider vor dem Beschmutzen. Die Tosefta hat: עור הלוף של קטן, vielleicht (von לפן, einwickeln) das Leder, worin man das Kind einwickelt, damit die Gliedmassen gerade bleiben, vgl. Sabb. 129 b.",
+ "das Fell der Unterdecke. Das man auf die Decken und Kissen legt, um sie vor Beschmutzen zu bewahren.",
+ "das Fell des Kissens. Das man auf die Decken und Kissen legt, um sie vor Beschmutzen zu bewahren.",
+ "diese können midrasunrein werden. Weil alle diese Dinge mitunter zum Sitze oder zur Unterlage gebraucht werden.",
+ "Das Fell für gekämmte Wolle. Worin gekämmte Wolle eingewickelt wird.",
+ "und das Fell der Wollkämmer. Das er auf die Kniee legt, während er die Wolle kämmt.",
+ "Elieser durch Midras unrein werden. Und umsomehr durch Toten-Unreinheit, nach Nidda 6, 3.",
+ "nach den Weisen aber nur durch Toten-Unreinheit. Aber nicht durch Midras, da sie nicht zum Sitze bestimmt sind."
+ ],
+ [
+ "Ein Felleisen. עב (syr. ܥܰܝܒܳܐ, arab. عيبة) ein lederner Sack oder Korb für Kleider. Es ist also עֵב zu punktieren, vgl. מ״ש.",
+ "für Kleider und eine Hülle. תכריך (von כרך, einwickeln) eine Hülle, worin etwas eingewickelt wird.",
+ "für Kleider sind verunreinigungsfähig durch Midras. Weil man sich manchmal darauf setzt.",
+ "nach Bet-Hillel aber nur durch Toten-Unreinheit. Als Behältnis-Gerät; aber nicht durch Midras; denn man setzt sich nicht darauf, weil man befürchtet, die kostbare Purpurwolle könnte dadurch Schaden leiden.",
+ "Ein Fell. S. Sucka 20 b, Tos. v. חזיין לנזייתא.",
+ "ist rein. Vgl. oben 16, 8, Note 107.",
+ "wenn zu Gewichten. Damit das Gewicht nicht abgerieben werden soll.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Durch Toten-Unreinheit, da es ein Behältnis hat.",
+ "Jose erklärt im Namen seines Vaters. R. Chalafta.",
+ "auch dies für rein. Ebenso wie die anderen Überzüge."
+ ],
+ [
+ "bei denen an der Arbeit nichts mangelt. Das Ding ist fertig und kann sofort zu einem Gebrauche verwendet werden.",
+ "macht schon der Gedanke. Es als Gerät zu gebrauchen, z. B. ein Fell auf dem Boden auszubreiten.",
+ "verunreinigungsfähig. Nach 25, 9, Note 66, wenn auch an dem Dinge noch etwas des Schmuckes halber zu machen ist, vgl. oben 12, 9 Note 93.",
+ "bei denen an der Arbeit noch etwas mangelt. Um zu dem im Gedanken gehegten Gebrauche geeignet zu sein.",
+ "ausgenommen. אלא bedeutet manchmal dasselbe wie חוץ מן, vgl. Gittin 82a.",
+ "die Leder-Decke. עוצבה, nach Maim. eine lederne Satteldecke; nach Raschi, in B. Kamma 66b, eine lederne Tischdecke. Der Talmud das. erklärt das Wort durch אברזין, vgl. Fleischer bei Levy I S. 277 und Kohut s. v. אכרזין. Diese Decke ist verunreinigungsfähig, wiewohl sie noch nicht beschnitten ist, also an der Arbeit noch etwas mangelt. Der Grund ist, weil diese Decke auch unbeschnitten gebraucht werden kann, vgl. Sebachim 94a."
+ ],
+ [
+ "Die Felle des Hausvaters. Die für den eigenen Gebrauch und nicht zum Verkauf bestimmt sind.",
+ "macht der Gedanke. Es als Gerät zu gebrauchen, z. B. ein Fell auf dem Boden auszubreiten.",
+ "die des Gerbers macht der Gedanke nicht verunreinigungsfähig. Denn da er gewöhnlich die Felle verkauft, so ist es möglich, dass der Käufer das Fell etwa zu Schuhen gebrauchen wird, so dass noch viel daran zu arbeiten ist und der Gedanke es nicht verunreinigungsfähig machen kann.",
+ "Die des Diebes macht der Gedanke verunreinigungsfähig. Wenn etwas von einem Diebe gestohlen wird, so ist anzunehmen, dass der Eigentümer es bereits aufgegeben und der Dieb es infolge dessen erworben hat und bloss Geldersatz schuldig ist. Daher kann es sein Gedanke zu einem Geräte und verunreinigungsfähig machen. Aber selbst nach der Ansicht (die auch als Halacha rezipiert ist), dass der Dieb durch das Besitz-Aufgeben (ייאוש) des Eigentümers den Gegenstand nicht erworben hat, erwirbt der Dieb in unserem Falle dennoch das Fell durch seinen Gedanken, es etwa als Decke zu gebrauchen, weil dadurch eine Namensveränderung (שינוי השם) eintritt; das „Fell“ wird jetzt „Decke“ genannt. Durch ייאוש und שינוי השם erwirbt es aber der Dieb nach allgemeiner Ansicht, und er ist bloss Geldersatz schuldig; vgl. B. kamma 66b.",
+ "die des Räubers macht der Gedanke nicht verunreinigungsfähig. Denn da der Eigentümer den Räuber kennt, gibt er den Gegenstand gewiss nicht auf; vielmehr denkt er, ihn bei gelegener Zeit durch das Gericht zur Rückgabe desselben zwingen zu lassen. Der Räuber hat daher das Fell nicht erworben und kann es nicht durch seinen Gedanken zu einem Geräte umwandeln.",
+ "Die des Räubers macht der Gedanke verunreinigungsfähig. Da ein Räuber ein starker gewalttätiger Mann ist, gibt der Eigentümer seinen Besitz auf, denn er hofft nicht, ihn von einem solchen Menschen wieder herauszubekommen.",
+ "weil diese der Eigentümer noch nicht aufgegeben hat. Denn er hofft immer, den Dieb zu finden und sein Eigentum wieder zu erlangen. Vgl. B. Kamma 114 a und Sifra Sabim II 6—8."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Fell. Etwa eine Decke.",
+ "sobald man das Messer. אומל, gr. σμίλη, Messer, oben 13, 4.",
+ "daran angesetzt hat. Er hat das Messer zum Zerschneiden hineingesteckt. Damit hat er die frühere Bestimmung annulliert (Raschi in Chullin 123b).",
+ "rein. S. oben 24, 12, Note 51.",
+ "dass weniger als fünf Handbreiten. Im Quadrat. Soviel ist das gesetzliche Mass für ein Fell, das unrein werden soll, nach 27, 2.",
+ "davon übrig geblieben. Das blosse Hineinstecken des Messers behufs Zerschneidens hebt die Midras-Unreinheit nicht auf.",
+ "Auch wenn man ein Handtuch. מטפחת, oben 24, 14 Note 55. Hier ist ein Handtuch gemeint.",
+ "aus einem solchen Felle. Das midras unrein ist.",
+ "macht. Obgleich man so das Fell zu einem anderen Geräte gemacht hat.",
+ "bleibt es unrein. Weil dies nicht als vollständige Umwandlung betrachtet wird, da es vorher ebenso ein flaches Gerät war, wie jetzt.",
+ "macht man dies. Ein Handtuch",
+ "aber aus einem Kissen. Ein mit Wollstücken ausgestopftes ledernes Kissen wird seiner Füllung entleert, auf beiden Seiten aufgetrennt und so in ein Handtuch umgewandelt.",
+ "so ist es rein. Da mit dem Gerät eine vollständige Umwandlung vorgenommen worden ist, indem aus einem Behältnis-Gerät ein flaches gemacht wurde, Tosefta III 6, 1; vgl. auch weiter 28, 5."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Der Kleiderstoff. Hier ist speziell von einem aus Wolle oder Leinen gewebten Zeug die Rede. Ein aus anderen Stoffen gewebtes Zeug gilt nur bei einer Grösse von drei Faustbreiten im Quadrat als נגד, vgl. Sabb. 26bf.",
+ "kann verunreinigungsfähig sein wegen fünf Namen. Und zwar: a) als Behältnis (כלי קבול), b) als Sitz (מושב), c) als Zelt (אהל), d) als Gewebtes (אריג), e) als Stoff in der Grösse von drei Fingerbreiten im Quadrat (שלש על שלש). Die nähere Erklärung folgt weiter.",
+ "der Sack. Unter שק versteht man sowohl ein Gewebe aus Ziegenhaaren (מעשה עזים, Num. 31, 20), als auch ein solches aus andern Landtier-Stoffen, mit Ausnahmen des aus Schafwolle, das נגד heisst.",
+ "wegen vier. Nämlich nur die ersten vier Benennungen, die in Note 2 aufgezählt sind.",
+ "das Fell wegen drei. Die ersten drei Namen in Note 2.",
+ "das Holz. Darunter sind (mit Ausnahme von Leinen) auch alle sonstigen Pflanzen-Stoffe verstanden, wie Baumwolle, Hanf, vgl. M. Sabbat. 2, 3.",
+ "wegen zwei. Die ersten zwei in Note 2.",
+ "und ein irdenes Gefäss wegen eines. Als Behältnis-Gerät. Sonst kann es keine Unreinheit annehmen, auch nicht als Sitz eines Flüssigen (Midras), Vorb. 26.",
+ "Ein irdenes Gefäss kann als Behältnis-Gerät unrein werden. Wenn das Behältnis noch so klein ist. Nur bei einem Bruchstücke eines irdenen Gerätes ist ein bestimmtes Mass festgesetzt, oben 2, 2.",
+ "haben auch keine Hinterseite. D. h. die Hinterseite kommt nicht in Betracht. Der Satz ist hier aus 2, 3 Ende wiederholt, vgl. das.",
+ "dass es auch als Sitz. D. h. durch Midras, s. Vorb. 29.",
+ "unrein werden kann. Wenn es auch kein Behältnis hat.",
+ "Ferner ist eine hölzerne Platte ohne Leisten. Oben 3, 3, Note 29.",
+ "verunreinigungsfähig. Trotzdem sie ein flaches hölzernes Gerät ohne Behältnis ist, nach Vorb. 12, vgl. 22, 1 Note 2.",
+ "während eine solche irdene rein ist. Oben 2, 3.",
+ "dass es als Zelt. Wenn es in senkrechter Richtung über einem Toten sich befindet, s. Vorb. 27.",
+ "Beim Sack. Als Behältnis-Gerät. Sonst kann es keine Unreinheit annehmen, auch nicht als Sitz eines Flüssigen (Midras), Vorb. 26.",
+ "dass es als Gewebtes. Wenn man aus Haaren ein ganzes Kleidungsstück webt, wie einen Gürtel und desgleichen, ist es verunreinigungsfähig, obgleich es keine drei Fingerbreiten in der Breite hat (Sabbat 64a).",
+ "verunreinigungsfähig ist. Dagegen ist Gewebtes aus Leder nicht verunreinigungsfähig, selbst wenn man aus schmalen Riemen ein Gewebe verfertigt.",
+ "Beim Kleiderstoff. Hier ist speziell von einem aus Wolle oder Leinen gewebten Zeug die Rede. Ein aus anderen Stoffen gewebtes Zeug gilt nur bei einer Grösse von drei Faustbreiten im Quadrat als נגד, vgl. Sabb. 26bf.",
+ "dass es schon bei drei Fingerbreiten im Quadrat. Wenn ein Stück von dieser Grösse von einem grossen Stücke ohne Absicht abgerissen worden, oder wenn ein solches Stückchen von einem ganzen Kleide übrig geblieben.",
+ "verunreinigungsfähig ist. Wenn es aber keine drei Fingerbreiten im Quadrate hat, kann es als בגר nicht unrein werden, es sei denn dass es ein ganzes Kleidungsstück, wie ein Gürtel u. dgl., ist, das als אריג unrein werden kann."
+ ],
+ [
+ "Der Kleiderstoff ist bei drei Handbreiten. Zu שלשה (masc.) muss stets טפחים, und zu שלש (fem.) אצבעות ergänzt werden.",
+ "im Quadrat verunreinigungsfähig durch Midras. Weniger als dieses Quantum ist nicht zum Sitze geeignet.",
+ "und schon bei drei Fingerbreiten. Ein Stückchen Kleiderstoff von dieser Quantität ist für arme Leute noch brauchbar.",
+ "im Quadrat durch Toten - Unreinheit. Ebenso durch alle anderen Quellen-Unreinheiten (1, 1); ausgenommen ist bloss die Midras-Unreinheit.",
+ "Der Sack. Unter שק versteht man sowohl ein Gewebe aus Ziegenhaaren (מעשה עזים, Num. 31, 20), als auch ein solches aus andern Landtier-Stoffen, mit Ausnahmen des aus Schafwolle, das נגד heisst.",
+ "eine Matte. Eine aus Schilf oder Bast geflochtene oder gewebte Matte (B. Kamma 25 b), die gewöhnlich als Unterlage dient (oben 24, 10).",
+ "diese. Die drei zuletzt genannten.",
+ "insofern sie sowohl durch Midras als durch Toten-Unreinheit verunreinigt werden können. Sowie durch alle anderen Quellen-Unreinheiten.",
+ "Nur beim Sack-Überbleibsel. Wenn ein Sack-Gerät verwest und zerrissen worden und noch ein Stück davon übriggeblieben ist.",
+ "ist das Mass. Das gesetzliche Mass für die Verunreinigungs-Fähigkeit.",
+ "verunreinigungsfähig. Aber auch da nur, wenn es die Grösse von vier Handbreiten im Quadrat hat (vgl. 5, 1)."
+ ],
+ [
+ "Macht man. Bei einem Stück Zeug von drei Handbreiten im Quadrat.",
+ "zwei Handbreiten. Von der Breite.",
+ "vom Kleiderstoff und eine Handbreite. Von der Breite.",
+ "oder. Bei einem Stück von vier Handbreiten im Quadrat.",
+ "drei Handbreiten. Von der Breite.",
+ "vom Sack und eine. Von der Breite.",
+ "oder. Bei einem Stück von fünf Handbreiten im Quadrat.",
+ "vier. Von der Breite.",
+ "vom Fell und eine. Von der Breite.",
+ "so ist es. Das so hergestellte Stück Zeug.",
+ "rein. Es handelt sich hier im ersten Falle nur um die Reinheit bezüglich des Midras; denn für andere Unreinheiten ist ja das Mass bei בגד bloss drei Fingerbreiten im Quadrat. Aber auch bezüglich anderer Unreinheiten ist wenigstens die Handbreite vom שק rein (vgl. יו״ב).",
+ "Macht man aber. Bei einem Stück Zeug von sechs Handbreiten im Quadrat.",
+ "fünf. Von der Breite.",
+ "vom Mattenstoff und eine. Von der Breite.",
+ "oder. Bei einem Stück von fünf Handbreiten im Quadrat.",
+ "vier. Von der Breite.",
+ "vom Fell und eine. Von der Breite.",
+ "oder. Bei einem Stück von vier Handbreiten im Quadrat.",
+ "drei. Von der Breite.",
+ "vom Sack und eine. Von der Breite.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Doch nur wenn es nach der Ordnung, wie die Mischna die Stoffe aufzählt, zusammengesetzt wurde; hat mau aber z. B, בגד mit עור verbunden, so wird dies nicht verunreinigungsfähig (ר״ש und Bart.), vgl. jedoch Tos. in Sukka 17b v. וחני.",
+ "Dies ist die Regel. Pesachim 110b.",
+ "Wenn man einen Stoff durch einen andern Stoff ergänzt. Zu dem für die Verunreinigungs-Fähigkeit festgesetzten Masse.",
+ "der schwerer ist. D. h. bei dem ein kleineres Mass zur Verunreinigungs-Fähigkeit genügt.",
+ "als jener. Der zu ergänzende Stoff.",
+ "ist dieser. Der ergänzende Stoff.",
+ "aber leichter. Es bedarf dabei eines grösseren Masses zur Verunreinigungs-Fähigkeit.",
+ "als jener. Der zu ergänzende Stoff."
+ ],
+ [
+ "Wenn man von einem dieser Dinge. Die in Mischna 2 genannt sind.",
+ "eine Handbreite im Quadrat abschneidet. In der Absicht, das Stück als Sitz zu gebrauchen.",
+ "so ist dies verunreinigungsfähig. Als Sitz eines Flüssigen. Als Lager müsste es drei Handbreiten im Quadrat haben (Meïla 18a). Die in M. 2 genannten Masse gelten nur für den Fall, dass ein Fleck ohne Absicht von einem grossen Stücke abgetrennt wurde und man nichts daran behufs Bereitung zum Sitzen gemacht hat.",
+ "Simon für rein. Denn ein Stück von der Seite ist nicht zum Sitzen geeignet, da die Seiten rund und nicht gerade sind.",
+ "Wenn man wo immer. Auch von den Seiten eines Korbes."
+ ],
+ [
+ "Alte Flecke von einem Sieb oder einem Reuter. Die aus Leder, Haar oder Schilf gefertigt sind.",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Nach seiner oben 20, 4 (vgl. auch 22, 9) ausgesprochenen Ansicht, dass eine kleine Verrichtung genügt.",
+ "dass man sie zugeschnitten hat. Erst durch eine bedeutende Arbeit erhält es diese neue Bestimmung (vgl. auch 12, 5).",
+ "selbst wenn seine Höhe keine Handbreite beträgt. Ein Stuhl, der für einen Erwachsenen bestimmt ist, kann nur, wenn er eine Handbreite hoch ist, unrein werden (oben 22, 3).",
+ "Ein Hemd eines Kindes. Es ist hier von einem neugeborenen Kinde die Rede, dessen Hemdchen nicht das für die Midras-Unreinheit nötige Mass hat.",
+ "Nur wenn es das erforderliche Mass hat. Drei Handbreiten für Midras und drei Fingerbreiten für Toten-Unreinheit, wie oben in M. 2 bestimmt wird. Hier wird nicht, wie beim Stuhl, unterschieden zwischen Dingen, die für Kinder, und denen, die für Grosse bestimmt sind. Über den Grund vgl. יו״ב.",
+ "und es wird doppelt gemessen. Es muss das Mass doppelt vorhanden sein, drei Handbreiten im Quadrat an der Vorderseite und ebenso viel an der Hinterseite, so dass es ausgebreitet sechs Handbreiten in der Länge und drei Handbreiten in der Breite messen würde."
+ ],
+ [
+ "Folgende Dinge werden doppelt gemessen. Sie sind nur dann verunreinigungsfähig, wenn sie doppelt gelegt das nötige Mass haben,",
+ "Socken. אמפליא oder אנפליא = impilia, Socken, Strümpfe.",
+ "Kniehosen. פמוליניא (oder פימליניא) = feminalia (femoralia), Kniehosen; nach Bart. sind es Pumphosen.",
+ "Mütze und Gürtelbeutel. פנדיא (Bart.: פונדא) = funda, ein Gurt, an welchem mehrere kleine Geldbeutel (כים) sich befinden.",
+ "Ein am Rande angenähtes Stück. פטלית, ein Fleck, ein Stück Zeug. Nach Bart. ist es als Halskragen angenäht worden. Nach רא״ש und יו״ב handelt es sich hier um ein Stück Zeug, das bloss bestimmt ist, am Rande als Halskragen angenäht zu werden; denn wenn es bereits am Kleide angenäht ist, kann es jedenfalls durch das Kleid Unreinheit annehmen. Vgl. aber 8, 7.",
+ "wenn es einfach ist. Es ist nur an einer Seite des Kleid-Randes angenäht (oder nur dazu bestimmt) worden, entweder an der Vorder- oder an der Hinterseite.",
+ "wenn es doppelt ist. Der Kragen geht rings um den Hals."
+ ],
+ [
+ "Wenn man vom Kleiderstoff drei Handbreiten im Quadrat gewebt hat. Ein Mass, das für die Annahme der Midras-Unreinheit genügt, Mischna 2.",
+ "man hierauf den ganzen Stoff fertig gewebt. Dadurch ist der ganze Stoff midras-unrein geworden, da er mit dem midras-unreinen Stücke zu einem Stück verbunden ist (vgl. 18, 7). Manche lesen hier ausdrücklich: הבגד כולו טמא מדרס (der ganze Stoff wird midras-unrein).",
+ "und dann vom ersten Stück. Von den zuerst gewebten drei Handbreiten.",
+ "wieder einen Faden weggenommen hat. So dass es nicht mehr das zur Midras-Unreinheit erforderliche Mass hat.",
+ "so ist er. Der ganze Stoff.",
+ "nicht mehr unrein als Midras. Das erste Stück hört durch Verminderung des Masses auf, Midras zu sein, und dadurch ist auch das damit zu einer Einheit Verbundene kein Midras mehr.",
+ "aber als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Das zweite Stück hat das erste berührt, als es noch Midras war, ist also מגע מדרס. Das erste Stück sollte zwar nach R. Jose (weiter Mischna 10) an und für sich nicht מגע מדרס sein, ist es hier aber dennoch, weil es mit einem מגע מדרס (dem zweiten Stück) zu einer Einheit verbunden ist.",
+ "Hat man erst den Faden weggenommen. So dass es nicht mehr das zur Midras-Unreinheit erforderliche Mass hat.",
+ "unrein als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Dies gilt nur nach R. Meïr (weiter in M. 10), wonach das erste Stück nach der Verminderung noch מגע טררם bleibt. Das zweite Stück ist es ebenfalls, weil mit dem מגע מדרס verbunden."
+ ],
+ [
+ "Ebenso wenn man vom Kleiderstoff. Hier ist speziell von einem aus Wolle oder Leinen gewebten Zeug die Rede. Ein aus anderen Stoffen gewebtes Zeug gilt nur bei einer Grösse von drei Faustbreiten im Quadrat als נגד, vgl. Sabb. 26bf.",
+ "drei Fingerbreiten im Quadrat. Ein Stückchen Kleiderstoff von dieser Quantität ist für arme Leute noch brauchbar.",
+ "gewebt hat und er durch eine Toten-Unreinheit. Ebenso durch alle anderen Quellen-Unreinheiten (1, 1); ausgenommen ist bloss die Midras-Unreinheit.",
+ "man hierauf den ganzen Stoff fertig gewebt. Dadurch ist der ganze Stoff toten-unrein geworden, da er mit dem so unrein gewordenen Stücke zu einer Einheit verbunden ist (vgl. 18, 8). Manche lesen hier (vgl. oben Note 66) ausdrücklich: הבגד כולו טמא טמא מת (das ganze Kleid wird toten-unrein).",
+ "und dann vom ersten Stück. Von den zuerst gewebten drei Fingerbreiten.",
+ "einen Faden weggenommen hat. So dass es nicht mehr das zur Unreinheits-Fähigkeit erforderliche Mass besitzt.",
+ "so ist er. Der ganze Stoff.",
+ "nicht mehr toten-unrein. Wie oben in Note 70.",
+ "aber unrein als von der Toten-Unreinheit Berührtes. Wie oben in Note 71.",
+ "ist rein. Es ist gar nicht verunreinigungsfähig, da es zu nichts brauchbar ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Menachot 24a.",
+ "einen Vorhang. S. oben 20, 6.",
+ "so ist dieser nicht mehr midras-unrein. Nachdem man ihn in der oben 20, 6 angegebenen Weise hergerichtet hat.",
+ "aber unrein als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Der Vorhang bleibt als Gerät verunreinigungsfähig durch Berührung einer טומאה, wie oben 20, 6, Note 89 bemerkt. Da er nun die Teile des סדין, während letzterer in einen וילון verwandelt wurde, berührt hat, so ist er als מגע מדרס zu betrachten.",
+ "Welche Midras-Unreinheit hat denn dieser berührt. Nachdem der Gegenstand eine nicht midras-unreine Form erhalten hat, ist die Midras-Unreinheit vollständig davon beseitigt worden. Über den Grund der Differenz zwischen dem ersten Tanna (R. Meïr) und R. Jose vgl. die Bemerkung des R. Akiba Eger.",
+ "Vielmehr blos wenn ein Flüssiger es. Das Leintuch, bevor er noch einen Vorhang daraus gemacht hat.",
+ "berührt hat. Z. B. er hat darauf mit nacktem Körper gelegen, so dass das Leintuch gleichzeitig durch den Druck (Midras) und durch die Berührung des Flüssigen unrein geworden ist.",
+ "wird es durch diese Berührung unrein. Und diese Berührungs-Unreinheit bleibt, selbst nachdem er einen Vorhang daraus gemacht und dadurch die Midras-Unreinheit beseitigt hat (vgl. Raschi und Tosafot zu Menachot 24 b)."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Chullin 72 b.",
+ "ein Stück von drei Handbreiten im Quadrat. Das midras-unrein geworden war.",
+ "geteilt worden ist. So dass jedes einzelne Stück zwar nicht mehr das zur Midras-Unreinheit erforderliche Mass, aber wenigstens ein Quantum von drei Fingerbreiten hat und als מגע מדרס unrein werden kann.",
+ "aber unrein als von der Midras-Unreinheit Berührtes. Da jeder Teil sich selbst berührt hat, als das Stück noch ganz war und Midras-Unreinheit besass. Im Talmud (Chullin 72b) steht hier: דברי ר׳ מאיר (das ist die Ansicht des R. Meïr).",
+ "Welche Midras-Unreinheit hat denn dies berührt. Nachdem die Teile nicht die zur Midras Unreinheit erforderliche Grösse besitzen, gilt die Midras-Unreinheit als vollständig beseitigt (vgl. oben Note 83).",
+ "Vielmehr blos wenn ein Flüssiger dies. Das Ganze, bevor es geteilt wurde.",
+ "berührt hat. So dass es gleichzeitig zwei Unreinheiten erhalten hat, wie oben Note 85.",
+ "wird es durch diese Berührung unrein. Und diese Berührungs-Unreinheit bleibt auch nach der Teilung bestehen, wie oben Note 86."
+ ],
+ [
+ "wenn es noch unversehrt. בריא, gesund, d. h. unversehrt.",
+ "ist und man darin Salz einbinden kann. Es ist stark genug, dass es nicht reisst, wenn man Salz einbindet. Nach יו״ב muss das Gewebe dicht sein und nicht wie Flor, dessen Fäden, wenn auch stark, bald reissen, wenn man Salz einbindet.",
+ "so braucht es nur entweder unversehrt. Wenn es auch nicht stark genug ist.",
+ "oder zum Salz-Einbinden brauchbar. Wenn es auch etwas abgerieben ist. Es genügt eine von beiden Eigenschaften. Nur wenn man es auf den Mist geworfen hat, kann es bloss, wenn es beide Eigenschaften in sich vereinigt, als בגד betrachtet werden.",
+ "Ein viertel Kab. Das ist eine Grösse von sechs Eiern.",
+ "Feines Salz. Dazu braucht man stärkeres Zeug, weil dies schwerer ist und auch die Fäden mehr angreift.",
+ "Grobes Salz. Dazu muss das Zeug stärker sein, weil es sonst durch seine Ecken und Spitzen den Stoff zerreisst.",
+ "Beide beabsichtigen zu erleichtern. Dass das Zeug erst bei grösserer Stärke verunreinigungsfähig durch Midras sei.",
+ "das man auf den Mist geworfen. Selbst wenn es unversehrt ist und man darin Salz einbinden kann.",
+ "das sich im Hause befindet. Es kann bloss die Toten-Unreinheit, aber keine Midras-Unreinheit annehmen."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Stück Zeug von drei Handbreiten im Quadrat eingerissen ist. Die Teile sind aber nicht von einander gesondert worden; der Riss reicht nicht einmal bis über die Hälfte der Breite (vgl. 28, 8).",
+ "mit dem Körper den Stuhl berühren würde. Indem beim Riss die Teile auseinander gehen. Das geschieht bei einem dicken Stoffe eher als bei einem dünnen Zeug.",
+ "Wenn an einem Stück von drei Fingerbreiten im Quadrat ein Faden abgerieben ist. מחח, oben 24, 17, Note 75.",
+ "oder sich daran. Statt בו ist כח zu lesen (L. und מ״ש). Danach bezieht es sich auf das Stück Zeug. Nach der LA. בו bezieht es sich auf חוט. Die Stelle, wo der Knoten sich befindet, wird als nichtvorhanden betrachtet, so dass das erforderliche Mass nicht da ist. Die Erklärung von ר״ש und Bart., dass hier von zwei neben einander befindlichen Knoten die Rede ist, erscheint gezwungen.",
+ "oder zwei Fäden neben einander laufen. Es sind zwei Einschlagfäden neben einander geworfen worden, wobei der eine als nicht vorhanden betrachtet wird.",
+ "so ist es rein. Es kann keine Unreinheit annehmen, weil vom erforderlichen Quantum etwas fehlt.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Es kann von jetzt ab Unreinheit annehmen; die frühere Unreinheit kommt aber nicht darauf zurück (יו״ב).",
+ "und das Wiederzurücknehmen verunreinigungsfähig. Selbst wenn dies zehnmal im Tage abwechselnd geschehen ist.",
+ "Ausgenommen sind Zeuge aus Purpur oder gutem Karmesin. Diese feinen Stoffe bleiben, selbst wenn sie auf den Mist geworfen wurden, verunreinigungsfähig. זהורית ist dasselbe wie שָנִי (Karmesin), vgl. Joma 6, 8. —",
+ "Elieser. Jerusch. Sabbat 2, 3.",
+ "Auch jedes neue Stück ist diesen. Dem Purpur und Karmesin.",
+ "gleich. Auch dies bleibt verunreinigungsfähig, trotzdem man es auf den Mist geworfen hat.",
+ "Alle. Auch Purpur und Karmesin.",
+ "werden rein. Wenn man sie auf den Mist geworfen hat.",
+ "Jene. Purpur- und Karmesinzeuge.",
+ "Verlorenes wiederzugeben. Diese muss man, selbst wenn man sie auf einem Misthaufen gefunden hat, ausrufen lassen, um sie dem Eigentümer zurückzugeben, während man andere auf dem Mist gefundene Stücke Zeug nicht ausrufen zu lassen braucht, da sie der Eigentümer sicherlich aufgegeben hat, vgl. B. mezia 2, 1."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn man ein Stück von drei Fingerbreiten im Quadrat in einen Ball tut. So dass es nicht mehr als בגד betrachtet werden kann.",
+ "oder daraus selbst einen Ball-Überzug macht. Wobei es noch durch die Naht vermindert wird.",
+ "ist es rein. Die frühere Unreinheit wird aufgehoben, weil es die Form verloren hat. Doch kann der Ball als solcher von neuem unrein werden, nach 23, 1.",
+ "Hat man aber ein Stück von drei Handbreiten im Quadrat. Das midras-unrein geworden war.",
+ "so bleibt es unrein. Da es dadurch nicht an seiner Bedeutung verliert, es wird bloss als in dem Ball verwahrt betrachtet. Nach Maimonides kann es auch, wenn es rein war, in dem Ball die Midras-Unreinheit annehmen. Doch ist dies nach Vorb. 30 auffällig, vgl. יו״ב und מ״א.",
+ "so ist es rein. Von der Midras-Unreinheit. Es kann aber eine sonstige Unreinheit annehmen (27, 8). Ebenso bleibt auch jede andere Unreinheit daran haften."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Sabbat 29a, Jerusch. das. 2,3.",
+ "das weniger als drei Handbreiten. Aber wenigstens drei Fingerbreiten.",
+ "um damit ein Loch im Bade zu verstopfen. Damit die Hitze nicht hinausgehe.",
+ "den Topf damit auszuleeren. Einen heissen Topf damit anzufassen, um ihn auszuleeren.",
+ "oder die Mühle damit auszuwischen. Vom Staube zu reinigen.",
+ "es möge bereitet worden sein. Nach dem Talmud (Sabbat 29b) ist dies der Fall, wenn man es an einen Nagel gehängt hat, damit es so zum Gebrauche bereit steht.",
+ "oder nicht. Dies ist der Fall, wenn man es hinter die Türe gelegt hat.",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Dagegen gesteht R. Elieser zu, das es, wenn man es auf den Mist geworfen hat, rein ist, nach 27, 12.",
+ "Es möge bereitet worden sein. Nach dem Talmud (Sabbat 29b) ist dies der Fall, wenn man es an einen Nagel gehängt hat, damit es so zum Gebrauche bereit steht.",
+ "oder nicht. Dies ist der Fall, wenn man es hinter die Türe gelegt hat.",
+ "ist es rein. Dagegen gesteht R. Josua zu dass es, wenn man es im Kasten verwahrt, verunreinigungsfähig ist.",
+ "Ist es bereitet worden. Nach dem Talmud (Sabbat 29b) ist dies der Fall, wenn man es an einen Nagel gehängt hat, damit es so zum Gebrauche bereit steht.",
+ "wenn nicht. Dies ist der Fall, wenn man es hinter die Türe gelegt hat.",
+ "ist es rein. Später hat R. Akiba der Ansicht des R. Josua beigestimmt (Talm. das.), vgl. aber תא״ש."
+ ],
+ [
+ "Wenn man auf Kleiderzeug oder auf Leder ein Pflaster. אספלנית (von σπλήνιον, Verband), ein Pflaster, mit Arznei bestrichen.",
+ "ist es rein. Trotzdem es das Mass für Verunreinigungs-Fähigkeit hat; denn, da es schmutzig geworden, ist es zu keinem Gebrauche verwendbar.",
+ "(R. Jose sagt: Nur wenn auf Leder, ist es rein. Das Eingeklammerte fehlt in L und sonst. Es ist nach תוי״ט zu streichen, da es wahrscheinlich aus Mischna 6 irrtümlich hierher geraten ist (vgl. aber יו״ב).",
+ "Macht man einen Umschlag. מלוגמא (von μάλαγμα), ein Breiumschlag zur Erweichung verhärteter Teile.",
+ "so ist es rein. Weil es für jeden andern Gebrauch ekelhaft geworden.",
+ "so bleibt es verunreinigungsfähig. Da es gereinigt und wieder zu anderm Gebrauche verwendet werden kann.",
+ "weil es wieder abgeschüttelt werden kann. Nachdem der Brei vertrocknet ist."
+ ],
+ [
+ "Die Tücher zu Büchern. Vgl. oben 24, 14.",
+ "mögen sie figuriert sein. Mit eingewebten Figuren versehen.",
+ "nach der Ansicht von Bet-Schammai verunreinigungsfähig. Weil sie oft wie ein Futteral zum Einwickeln des ספר gebraucht werden (vgl. Jerusch. Kilajim 9,3).",
+ "Die figurierten sind rein. Da sie nur zum Schmucke und nicht als Futteral dienen, vgl. 16, Ende.",
+ "Beiderlei sind rein. Da sie nur für andere Gegenstände, während sie nicht gebraucht werden, dienen (vgl. 16,7, Note 93)."
+ ],
+ [
+ "Wenn man ein Kopftuch. Das Frauen als Bedeckung auf dem Haupte tragen (Ketubot 5,8) und worauf sie manchmal sitzen. Statt כפה liest Maimon. und L. כפח.",
+ "um ein Buch gewickelt hat. Und man hat es von nun an zu diesem Gebrauche bestimmt. In Sanhedrin 48a heist es: ונחנתו לספר (sie hat es für das Buch bestimmt).",
+ "so wird es vom Midras rein. Nach Maimon. und רא״ש handelt es sich hier um ein Kopftuch, das bloss fähig war, midras-unrein zu werden; und durch diese Gebrauchsänderung verliert es diese Fähigkeit.",
+ "kann aber noch Toten-Unreinheit annehmen. In Sanhedrin 48a heisst es: מגע מדרס (statt טמא מת). Dies gilt aber nur nach dem ersten Tanna in 27, 9—10, aber nicht nach R. Jose daselbst. Toten-unrein kann es aber jedenfalls werden, da es ein Behältnis hat (יו״ב).",
+ "Ein Schlauch. Der midras-unrein geworden, nach 20,1.",
+ "den man zur Bodendecke. Um darauf zu sitzen.",
+ "ist rein. Obgleich der neue Gegenstand ebenfalls durch Midras verunreinigungsfähig ist, so wird doch durch die Veränderung die frühere Unreinheit beseitigt, wie wenn ein Gerät zerbrochen wird. Doch kann es von neuem midras-unrein werden.",
+ "Macht man einen Schlauch zur Hirtentasche. Die auch in einer bestimmten Grösse midras-unrein werden kann (20,1).",
+ "oder eine Hirtentasche zum Schlauche. In beiden Fällen hat der Gegenstand nur eine geringe Veränderung erfahren, indem er jetzt ebenso, wie vorher, ein Gerät mit Behältnis ist.",
+ "eine Unterdecke zu einem Tuche. Das zur Unterlage dient.",
+ "so bleibt es verunreinigungsfähig. טמא, so liest Maimon. (und die meisten Commentare). ר״ש und Bart. lesen טחור.",
+ "ein und demselben Namen. Man macht ans einem Gerät mit Behältnis ein anderes Behältnis-Gerät, oder aus einem flachen Geräte ein anderes flaches; oder selbst wenn man aus einem Behältnis-Gerät ein flaches Gerät macht, das dieselbe Bestimmung hat, wie das frühere Gerät (wie bei Note 38),",
+ "anderem Namen. Das zu einer andern Bestimmung dient und wobei zugleich ein Behältnis-Gerät in ein flaches verändert wird (oder umgekehrt) wie in Note 35.",
+ "so wird es rein. Vgl. Tosefta III 6,1."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Fleck. Von drei Handbreiten im Quadrat, der midras-unrein war.",
+ "auf einen Korb. Der doch nicht der Midras-Unreinheit fähig ist.",
+ "geflickt hat. Dadurch ist der Fleck mit dem Korbe ein Gerät geworden und hat die Midras-Unreinheit verloren.",
+ "so kann dies. Dieses Gerät, nämlich der Korb mit dem Fleck, welche beide als מגע מדרס, d. h. ראשון לטומאה, gelten. Denn der Korb hat den Fleck berührt, als dieser noch Midras war, ist also ראשון geworden (Vorb. 32), und der Fleck hat, als mit dem Korbe zu einer Einheit verhunden, denselben Unreinheitsgrad.",
+ "in einem Grade unrein. Da das Ganze ראשון ist, so ist das von ihm Berührte noch urein als שני (Vorb. 2).",
+ "und im zweiten unbrauchbar machen. Das שני vermag nur noch die Hebe (תרומה) unbrauchbar zu machen (Vorb. 2 und 8).",
+ "Hat er ihn wieder vom Korbe abgenommen. Dies wird dann so betrachtet, als hätte er ein Stück von der Wand des Korbes abgeschnitten.",
+ "so kann der Korb in einem Grade unrein und im zweiten unbrauchbar machen. Der Korb bleibt ראשון, wie zuvor.",
+ "und der Fleck ist rein. Denn ein Stück Korbwand ist nicht verunreinigungsfähig. Hat er jedoch nach der Abtrennung gedacht, den Fleck wieder zum Sitze zu gebrauchen, so kann er von neuem Midras-Unreinheit annehmen.",
+ "Hat er ihn auf Kleiderstoff. Der doch selbst der Midras-Unreinheit fähig ist.",
+ "geflickt. Da hat der Fleck seine Midras-Unreinheit nicht bloss beibehalten, sondern dieselbe auch auf den mit ihm zu einer Einheit verbundenen Stoff übertragen (vgl. 18, 7 und 19, 5).",
+ "so kann dies. Der Stoff mit dem Fleck.",
+ "in noch zwei Graden unrein und im dritten unbrauchbar machen. Ganz wie ein אב הטומאה (vgl. 19, 7, Note 34 und 35); so nach Maimon.; andere ר״ש und Bart, vgl. מ״א.",
+ "so kann der Kleiderstoff in einem Grade unrein und im zweiten unbrauchbar machen. Er ist ראשון, da er einen Midras berührt hat (wie 18, 7 und 19, 5).",
+ "und der Fleck kann in zwei Graden unrein und im dritten unbrauchbar machen. Der Fleck bleibt Midras, wie vor der Verbindung mit dem Kleiderstoff.",
+ "wenn man ihn auf Sack-Stoff oder auf Leder flickt. Trotzdem diese nicht mit dem Fleck von einundderselben Art sind, werden sie dennoch durch Verbindung mit diesem midras-unrein, da sie der Midras-Unreinheit fähig sind.",
+ "Simon erklärt diese für rein. Da der Fleck mit ungleichartigem Stoffe verbunden ist, so verhält es sich so, wie wenn er auf einen Korb geflickt worden wäre. Hiernach aber sind diese nicht vollständig rein, sondern nur rein von der Midras-Unreinheit, aber unrein als מגע מדרס (so יו״ב, anders מ״א).",
+ "Auf Leder ist es rein. Weil dieses ganz anderer Art ist.",
+ "weil dies ein Gewebe ist. Wie der Fleck, und daher als mit ihm gleichartig betrachtet wird."
+ ],
+ [
+ "Das Mass von drei Fingerbreiten im Quadrat. Sabbat 29a.",
+ "das man festgesetzt hat. Für die Verunreinigungs-Fähigkeit des Kleiderstoffes (oben 27, 2).",
+ "ist ohne den Saum. מלל, das Ende, das beim Annähen an ein anderes Stück umgeschlagen wird; das Stück muss ohne das ungeschlagene Ende drei Fingerbreiten im Quadrat betragen. Nach Einigen bedeutet מלל die Fransen am Ende des Stoffes.",
+ "Die drei Fingerbreiten im Quadrat sind genau gemessen zu verstehen. Der umgeschlagene Rand (resp. die Franse) wird mitgemessen. Dasselbe gilt beim Masse von drei Handbreiten im Quadrat (יו״ב).",
+ "Hat man einen Fleck. Einen Fleck von drei Handbreiten im Quadrat, der midrasunrein geworden war. Es soll dadurch ein Loch im Kleide verdeckt werden. Dasselbe gilt bei einem Fleck von drei Fingerbreiten, der toten-unrein geworden.",
+ "auf ein Kleid an einer Seite. Des viereckigen Flecks.",
+ "angenäht. So dass drei Seiten des Flecks noch vom Kleide gesondert sind.",
+ "so ist dies keine Verbindung. Und das Kleid ist nicht midras unrein.",
+ "wenn an zwei einander gegenüber liegenden Seiten. Des viereckigen Flecks.",
+ "so ist es eine Verbindung. Und das Kleid ist midras unrein.",
+ "Hat er es wie ein Gamma gemacht. Er hat zwei in einem Winkel zusammenstossende Seiten des Flecks angenäht, und so wie ein griechisches Gamma (Γ) gemacht.",
+ "so erklärt es. Das Kleid.",
+ "Akiba für unrein. Midrasunrein; denn dies ist eine Verbindung.",
+ "die Weisen erklären es. Das Kleid.",
+ "für rein. Das ist keine rechte Verbindung.",
+ "Wobei sind diese Worte. Dass die Verbindung an einer Seite keine rechte Verbindung ist.",
+ "Bei einem Mantel. Das ist eine Tuchhülle (gleich unserem Talis), mit der man sich umhüllt und bei der man bald die eine, bald die andere Seite nach oben wendet.",
+ "bei einem Hemd. Bei dem stets eine Seite nach oben (dem Halse zu), die andere nach unten gerichtet ist.",
+ "wenn oben. Die Seite des Flecks, die dem Halse zugewendet ist.",
+ "eine Verbindung. Da der Fleck in diesem Falle das Loch am Hemde verdeckt.",
+ "wenn unten. Die dem untern Saume zugewendete Seite des Flecks."
+ ],
+ [
+ "Kleider. Vgl. Sabbat 47a, Tos. v. בגדי.",
+ "der Armen. Die aus lauter kleinen Stücken zusammengesetzt sind.",
+ "wenn auch kein einziges Stück daran drei Fingerbreiten im Quadrat. Tos. in Sebachin 95a v. מעיל liest: שלשה על שלשה (3 Handbreiten im Quadrat); doch rechtfertigt ר״ש unsere LA.",
+ "midras-unrein werden. . Weil die Stückchen, zusammengenäht, wie ein Stück betrachtet werden.",
+ "Wenn. Chullin 123a und Tos. das. 73a v. בשעת.",
+ "man einen Mantel. Der unrein geworden war.",
+ "angefangen hat zu zerreissen. Um dadurch den Mantel rein zu machen (wie man ein irdenes Gerät durchs Zerbrechen rein macht); so Raschi in Chullin 123 a.",
+ "nicht als verbunden. Der Mantel ist rein, weil er nicht mehr seiner früheren Bestimmung dienen kann. Nach Bart. und A. gelten sie nicht als verbunden insofern, dass, wenn der eine Teil unrein wird, der andere noch rein bleibt.",
+ "Bei. Sebachim 95 a, Jerusch. Sabbat 2. 3.",
+ "den sehr dicken. Z. B. Filz.",
+ "und sehr dünnen Stoffen. Z. B. feines Leinen (Byssus).",
+ "gilt nicht die Massbestimmung von drei Fingerbreiten im Quadrat. Sie nehmen nur in der Grösse von drei Handbreiten im Quadrat Unreinheit an, weil kleinere Stücke zu nichts verwendbar sind."
+ ],
+ [
+ "Das Kissen der Lastträger. Das sie auf den Kopf oder auf die Schulter legen, damit die Last sie nicht drücke.",
+ "kann durch Midras-unrein werden. Weil sie zuweilen darauf sitzen (vgl. oben 26, 5).",
+ "Ein Weindurchschlag. Ein Stück Filz, das man zum Durchseihen des Weines gebraucht.",
+ "kann nicht als Sitz unrein werden. Da es von den Hefen beschmutzt wird und man in der Regel sich nicht darauf setzt.",
+ "Das Kopfnetz. Oben 24, 16, Note 68.",
+ "einer alten Frau kann als Sitz unrein werden. Dies steht im Widerspruch mit 24, 16, wonach dieses Netz nicht midras-unrein werden kann. Nach Bart. ist hier von einem Netz die Rede, auf das man sich zuweilen setzt, Besser ist, mit א״ר die obige Mischna nach der Tosefta zu korrigieren (vgl. das. Note 70).",
+ "Das Hemd einer Buhldirne. Oben 24, 16, Note 71.",
+ "das wie ein Netz gewebt ist. Damit man den Körper durchsehen könne.",
+ "ist rein. Weil es von den meisten Menschen nicht zum Anziehen gebraucht werden kann.",
+ "so ist es rein. Da man es in der Regel, weil es durchsichtig ist, nicht anzieht. Nach מ״א, weil es nicht gesponnen und gewebt ist.",
+ "wenn aus dessen Beutel. Oben 23, 5, Note 34.",
+ "ist es verunreinigungsfähig. Da der untere Teil des Netzes dicht und als Kleiderstoff brauchbar ist.",
+ "Auch wenn man ein Kleid aus dem Fischnetze macht und es doppelt nimmt. So dass es nicht so durchsichtig ist.",
+ "ist es verunreinigungsfähig. Da es dann als Kleiderstoff zu gebrauchen ist. Nach מ״א wird es durch die doppelte Lage wie gewebt betrachtet."
+ ],
+ [
+ "Wenn man ein Kopfnetz vom Rande. Der an der Stirne und rings um den Kopf fest sitzt.",
+ "bis man den Boden. Der Teil, der oben am Kopfe liegt.",
+ "Das Stirnband. שביס (Jes. 3, 18) ein Stirnschmuck, der von einem Ohre bis zum andern reicht und am Kopfnetz befestigt ist.",
+ "daran ist für sich allein verunreinigungsfähig. Selbst wenn es vom Netz abgenommen wird, kann es für sich allein unrein werden; es wird nicht als Teil des Netzes betrachtet, da man es gewöhnlich von einem Netz abnimmt, um es an ein anderes zu befestigen.",
+ "Die Schnüre daran. Womit man das Netz am Kopfe anbindet.",
+ "sind verunreinigungsfähig als Verbindung. Da sie mit dem Netz stets verbunden sind, so gelten sie als ein Teil des letzteren, so dass, wenn das Netz unrein wird, auch die Schnüre unrein sind. Würden die Schnüre aber vom Netz abgenommen, so könnten sie für sich allein keine Unreinheit annehmen.",
+ "rein. Wie ein Gerät, das zerbrochen worden und nicht mehr zu seiner Bestimmung gebraucht werden kann."
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+ ],
+ [
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+ "Von den Fäden. נימה = νῆμα, Faden. Gemeint sind die an den Seiten, oder am untern und obern Ende heraushängenden Fäden.",
+ "des Schweisstuchs. סודרין = σουδάριον, Schweisstuch, auch Kopf- oder Halstuch.",
+ "der Mütze. טרטין, unbekannt. Nach Maim. ein grosser Schleier, nach R. Hai ein Hut. Fleischer (bei Levy) vermutet darin das arab. طرطور, eine Art hoher Mütze, als männliche und weibliche Kopfbedeckung.",
+ "und der Filzkappe. פליון, πιλίον, pileum, eine runde Filzkappe.",
+ "sechs Fingerbreiten. Bis zu einer Länge von sechs Fingerbreiten gehören die Fäden zum betr. Kleidungsstück (nach מ״א als Handhaben, ידות, vgl. 3, 2, Note 20), so dass wenn das eine unrein geworden, auch das andere unrein ist.",
+ "von den des Unterkleides. אפקרסין = ἐπιϰάρσιον, nach Maimon. ein enges Unterkleid, ebenso R. Hai.",
+ "Von den Fäden des Sagos. סגוס = σάγος, ein Soldatenmantel, ein Mantel aus grobem Zeug.",
+ "Die Fäden des Kopftuchs. כפה, oben 28, 5.",
+ "einer alten Frau. Nach Maim. wird jede כפה so bezeichnet, nicht etwa, weil es auch eine כפה einer jungen Frau gab; vgl. aber סבכה 24, 16.",
+ "der Gesichtsdecke. גומדין (von גומד, Elle) eine Decke, die eine Quadratelle misst, womit die Araber zur Zeit der Kälte das Gesicht bedecken.",
+ "des Kilikion. קולקין = ϰιλίϰιον, cilicium, eine Decke aus cilicischen Ziegenhaaren.",
+ "des Geldgürtels. פונרא, oben 27, 6.",
+ "des Turbans. מעפורת (von غغر, bedecken), eine Kopfhülle, deren unterer Teil auch als Überwurf diente.",
+ "und des Vorhangs. פרגוד, Targ. Jon. zu Exod. 26, 31 übers. פרכת mit פרגודא.",
+ "deren Fäden auch noch so lang sie sind. Wenn die Fäden noch so lang sind, gehören sie zum betr. Geräte und werden unrein, wenn jenes unrein geworden."
+ ],
+ [
+ "Drei wollene Kissen. Die entweder zusammengenäht sind, wie sie die Wäscher zusammennähen, oder sie sind zusammengewebt, wie man mehrere Tücher zusammenzuweben pflegt und zwischen einem und dem andern die Zettelfäden ohne Einschlag lässt.",
+ "zwei Überärmel. סובריקין, in Sabbat 120a ספרקין (Jerusch. das. סבריקין), nach Bart. (dort zur Mischna 16, 4) Überärmel, welche man bei verschiedenen Beschäftigungen anlegt, um die Kleider zu schützen. Nach R. Hai, Senkelhosen (vgl. Fleischer bei Levy).",
+ "eine Winterdecke. קלובקרין, nach fast allen Kommentaren, eine dicke, wollene Decke, womit man sich im Winter vor der Kälte schützt. Die Etymologie ist dunkel.",
+ "bilden je eine Verbindung betreffs der Verunreinigung. Wenn eines unrein geworden, ist das andere ebenfalls unrein.",
+ "und der Besprengung. Wenn die verbundenen Stücke durch einen Toten verunreinigt worden, so braucht man nur eines zu besprengen (nach Num. 19, 18), und das andere wird ebenfalls rein.",
+ "mehr als diese Zahl von jedem bildet eine Verbindung in Bezug auf die Verunreinigung. Wenn eines unrein geworden, ist das andere ebenfalls unrein.",
+ "aber nicht betreffs der Besprengung. Wenn eines besprengt wird, wird das andere nicht rein."
+ ],
+ [
+ "Senkblei-Schnur. Die Schnur an sich nimmt keine Unreinheit an, nur durch die Verbindung mit dem Blei kann sie unrein werden, nach der Regel in 12, 2.",
+ "ist das Mass. Wobei sie als zum Senkblei gehörig betrachtet wird.",
+ "zwölf Handbreiten. So Maim. und רא׳׳ש; nach יו״ב sind hier Ellen gemeint, ebenso im folgenden. Doch müsste dann das Zahlwort femin. korrigiert werden.",
+ "bei der der Zimmerleute. Die Holzwände bauen.",
+ "bei der der Baumeister. Die sehr hohe Mauern aufführen.",
+ "rein. Wiewohl das oben bestimmte Mass unrein ist, bleibt doch das, was darüber, rein.",
+ "Die Schnur. Des Senkbleies.",
+ "der Tüncher. Welche die Wände mit Kalk (סיד) übertünchen. Nach Maim. sind סיידין Kalkarbeiter, die aus Kalk und Erde gerade Flächen machen.",
+ "und der Stuck-Arbeiter. Die Gipsfiguren an Wänden und Zimmerdecken anbringen.",
+ "kann so lang wie immer sein. Sie gilt immer als zum Senkblei gehörig und wird mit diesem unrein."
+ ],
+ [
+ "Bei der Schnur an der Wage. Die an der Mitte des Wagbalkens angebrachte, die man beim Wiegen in der Hand hält.",
+ "drei Fingerbreiten. Bei diesen kostbaren Dingen muss die Haltschnur kurz sein, damit man mit Genauigkeit das Gewicht feststelle.",
+ "Vom hinten. Nach ר״ש und Bart. (ebenso יי״ב) wird der Stiel der Axt in einiger Entfernung vom Ende mit der Hand angefasst. Der Teil des Stiele, der zwischen der Hand und dem Eisen sich befindet, heisst (in der folgenden Mischna) מלפניו, während der hinter der Hand liegende Teil מלאחריו heisst. Nach Maimon. heisst מאחריו der Teil, der hinter dem Oer hinausragt; מלפניו müsste demnach den ganzen vordern Stiel bis zum Eisen bezeichnen.",
+ "drei Fingerbreiten. Ist dieser Teil länger, oder kürzer, so gilt der Stiel als nicht mit dem Eisen verbunden, weil man ihn sicherlich bald entfernen wird, da er bei der Arbeit unbequem ist (יו״ב).",
+ "Wenn er eine Handbreite hinausragt. Während nach dem ersten Tanna schon bei einem Masse über drei Fingerbreiten der Stiel rein ist. Es wäre demnach die Differenz zwischen den Massen der beiden Tannaim bloss etwas weniger als eine Fingerbreite, da ein טפח = 4 Fingerbreiten ist.",
+ "ist er rein. Maimonides scheint das Wort טהור nicht gelesen zu haben. Danach ist also das Mass nach R. Jose eine Handbreite. Deshalb erklärt auch Maimon.: Der טפח, der neben dem Eisen (von hinten) liegt, ist unrein, was darüber ist, ist rein."
+ ],
+ [
+ "Bei. Nach ר״ש und Bart. soll Mischna 5 vor Mischna 4 stehen.",
+ "der Schnur an der Krämer- oder Hauswage. Wenn man im Hause auch kostbare Sachen damit wiegt, so nimmt man es doch nicht so genau damit, und die Haltschnur kann länger sein.",
+ "Bei dem. Dieser Satz hätte eigentlich oben in Mischna 4 stehen sollen (neben יד הקורדום מאחריו); allein es werden alle Handbreit-Masse nebeneinander gestellt.",
+ "Stiele der Axt nach vorn. Nach ר״ש und Bart. (ebenso יי״ב) wird der Stiel der Axt in einiger Entfernung vom Ende mit der Hand angefasst. Der Teil des Stiele, der zwischen der Hand und dem Eisen sich befindet, heisst (in der folgenden Mischna) מלפניו, während der hinter der Hand liegende Teil מלאחריו heisst. Nach Maimon. heisst מאחריו der Teil, der hinter dem Oer hinausragt; מלפניו müsste demnach den ganzen vordern Stiel bis zum Eisen bezeichnen.",
+ "Das Überbleibsel des Schenkels eines Zirkels. פרגול oder פרגל (gr. περίγρα) Zirkel. יד הפרגול ist ein Schenkel des Zirkels.",
+ "ist eine Handbreite. Wenn ein Schenkel abgebrochen wird, und es bleibt davon noch wenigstens eine Handbreite übrig, so gilt dieser Rest noch als Teil des Zirkels; ist der Rest aber kleiner, so gehört er nicht mehr zum Zirkel.",
+ "beim Stiel eines Meissels. מקבת (von נקב, löchern), ein Werkzeug zum Gravieren. In vielen Mischna-Ausgaben steht: מקבת של יד, Hand-Meissel; wohl zur Unterscheidung von מקבת in Mischna 7.",
+ "eine Handbreite. Um es in der Hand halten zu können."
+ ],
+ [
+ "zwei Handbreiten. Da man von diesen Gegenständen viel auf einmal wiegt und die Schnur mit beiden Händen hält, ist das Mass doppelt so gross als bei der Wage in Mischna 5.",
+ "Der Griff des Mühlstein-Meisseis. מקור (von נקר bohren, graben) ein Werkzeug, womit der Mühlstein bearbeitet wird.",
+ "Der Stiel der Streitaxt. מעצד (von عضد, hauen), Axt.",
+ "Der Griff des Hammers. קורנס = ϰορύνη.",
+ "der Goldschläger. Die das Gold zu dünnen Blechen schlagen.",
+ "zwei Handbreiten. Alle genannten Werkzeuge werden mit beiden Händen gehalten.",
+ "der des Hammers der Eisenschmiede drei Handbreiten. Da das geschlagene Eisen heiss ist, muss man die Hände vom Eisen des Hammers einen טפח weit entfernen."
+ ],
+ [
+ "Beim Überbleibsel des Rinderstachels. Vgl. hierüber 9, 7, Note 80.",
+ "vier Handbreiten. Wenn der Rinderstecken zerbrochen ist und oben am Stachel noch vier טפחים übrig geblieben sind, so bildet dies eine Verbindung mit dem Stachel, nicht aber, wenn weniger übrig geblieben. Vgl. auch 25, 2.",
+ "Beim Stiel eines Spatens. בדיד (Einige lesen בריר, s. מ״ש) nach den Erklärern ein Spaten, womit man Gruben an den Wurzeln der Bäume gräbt, um dort das Regenwasser zu sammeln. Diese Gruben heissen בדידין. Vgl. Jerusch. Moëd katan 1, 1 Ende.",
+ "vier Handbreiten. Mit diesem und den folgenden in dieser Mischna angegebenen Massen ist das Maximum gemeint; was darüber ist, gehört nicht zum Geräte.",
+ "beim Stiel einer Jäthacke. נבוש, von נכש, jäten.",
+ "beim Stiel einer Holz- oder Erdhacke sechs. Wenn oben in Mischna 4 und 6 für den Stiel der קרדום ein טפח und drei אצבעות als Mass angegeben ist, so muss dort von einer Axt die Rede sein, die nicht zum Holzspalten, sondern zum Zerteilen kleinerer Gegenstände dient (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "am Rinderstecken. Vgl. hierüber 9, 7, Note 80.",
+ "sieben Handbreiten. Dies ist nach Note 52 zu erklären. חרחור hätte eigentlich oben neben דרבן stehen sollen. Die Mischna will jedoch die gleichen Masse zusammenstellen, vgl. oben Note 40.",
+ "Beim Stiel einer Kohlenschaufel der Hausväter. Nach Maimon. ist hier ein Rührlöffel gemeint, womit das Essen herumgerührt wird.",
+ "Acht. Nach Bet-Schammai würden demnach nur 7 טפהים, nach Bet-Hillel aber 8 טפחים mit dem Gerät unrein werden. Bet-Schammai haben also hier eine erleichternde Ansicht, und es müsste diese Controverse im 4. Abschnitt des Tr. Edujot unter den Dingen aufgezählt werden, bei denen Bet-Schammai erleichternd und Bet-Hillel erschwerend entscheiden. Doch war ursprünglich ihre Controverse bezüglich der Besprengung (vgl. oben 29, 2), wobei nach der Ansicht von Bet-Schammai eine erschwerende Entscheidung sich ergibt.",
+ "Beim Stiele der Schaufel der Tüncher. Womit man den Kalk zusammenschaufelt.",
+ "Zehn. S. Note 59.",
+ "Was darüber ist. Dies bezieht sich auf alle die Masse, die nach dem Satze אם רצת לקיים טהור (in Mischna 3) angegeben werden.",
+ "mit unrein werden. Nicht wie oben Note 27, da hier auch das Überschüssige, wenn er denkt es daran zu lassen, als zum Geräte gehörig betrachtet wird.",
+ "deren man sich am Feuer bedient. Wie Bratspiess, Bratrost, Feuerzange u. dgl.",
+ "mag so lang wie immer sein. Er gilt, wenn er noch so lang ist, als Teil des Gerätes, weil man sich je nach der Grösse des Feners einmal mehr, das andere Mal weniger davon entfernt."
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+ "so nehmen sie von nun ab und weiter Unreinheit an. Vgl. oben 2, 1 und 15, 1. — Es wird hier die Halacha wiederholt, um daran noch andere Bestimmungen über die verschiedenen Glas-Geräte anzureihen",
+ "Die Platte. Eine viereckige Tafel.",
+ "und der flache Teller. אסקוטלא (scutella, eine kleine Schüssel), ein Teller. Hier ist von einem flachen Teller die Rede. Diese haben aber an der Hinterseite einen kleinen schmalen Behälter, auf dem das Gerät gut sitzen kann.",
+ "aus Glas sind rein. Trotz des Behältnisses auf der Hinterseite (vgl. 2, 1, Note 10) nehmen sie keine Unreinheit an, weil sie an der Vorderseite keinen Behälter haben (nach 2, 3, Note 44). Glasgeräte gleichen in dieser Beziehung den irdenen Geräten.",
+ "Sind sie. An der gewöhnlich benutzten Vorderseite.",
+ "mit einem Leisten. לזביז, s. 2, 3, Note 29.",
+ "Hat man den Boden der gläsernen Schüssel oder des gläsernen Tellers. Den kleinen Behälter an der Hinterseite.",
+ "zum Gebrauche bestimmt. Nachdem das Gerät zerbrochen worden und nur dieser Boden ganz geblieben ist.",
+ "so bleiben sie. Trotzdem ein Gerät durch blosse Bestimmung im Gedanken Verunreinigungs-Fähigkeit erlangt (s. 25, 9).",
+ "noch rein. Weil die Scharten an den Bruch-Stellen die Hände beschädigen und erst abgerieben werden müssen, bevor man das Gerät gebraucht (s. 26, 7).",
+ "Hat man sie aber abgerieben. קירטסן, and. LA. (bei מ״ש) קרטן, (von creta, Kreide), man hat sie mit Kreide (oder einer Tonart) abgerieben,",
+ "oder mit einer Feile. שופין (aram. שופינא) Feile."
+ ],
+ [
+ "Ein Spiegel. אספקלריא, (σπεϰλάϱιον) ein gläserner Spiegel.",
+ "ist rein. Selbst wenn er mit einem Rande versehen ist und etwas aufnehmen könnte, ist er dennoch rein, weil er nicht zum Aufnehmen bestimmt ist.",
+ "Eine grosse Schüssel. Aus Glas. Vgl. 17, 2, Note 13.",
+ "die man zu einem Spiegel gemacht hat. Er hat sie dazu bestimmt.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Da die blosse Bestimmung, ohne dass etwas daran durch die Tat geändert wird, die Unreinheits-Fähigkeit nicht beseitigt (25, 9).",
+ "Hat man sie. Die Schüssel.",
+ "aber gleich Anfangs zu einem Spiegel gemacht. Ihre Hauptbestimmung ist, als Spiegel gebraucht zu werden.",
+ "so ist sie rein. Obgleich sie mitunter als Schüssel gebraucht wird (Tosefta).",
+ "Ein Löffel. Aus Glas.",
+ "etwas. Flüssiges.",
+ "ist verunreinigungsfähig. Er gilt als Behältnis-Gerät.",
+ "wo aber nicht. Wenn er so gestaltet ist, dass er, auf den Tisch gelegt, keinen Tropfen Flüssigkeit behält.",
+ "Akiba für verunreinigungsfähig. Da er doch, wenn man ihn in der Hand hält, aufnahmefähig ist, ebenso wie der לפיד oben 2, 8.",
+ "aber erklärt ihn für rein. Er meint, der Glaslöffel sei nicht mit dem לפיד zu vergleichen (vgl. יו״ב und מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Ein Becher. Aus Glas.",
+ "dessen grösster Teil schadhaft geworden ist. Am Rande ist eine schadhafte Stelle, die sich auf den grössten Teil des Umfangs erstreckt.",
+ "Sind daran. Am Rande.",
+ "die durch den grössten Teil desselben. Des Umfangs.",
+ "durchgehen. Maimon. liest שליש (ein Drittel) statt שלש und erklärt: Es ist ein Drittel der Höhe im grössten Teil des Umfangs abgebrochen. In seinem Codex (H. כלים 12, 13) erklärt er umgekehrt: . Es ist ein Drittel des Umfangs im grössten Teil der Höhe abgebrochen.",
+ "so ist er rein. Diese Bestimmung gilt nur für Glasgefässe, von denen die zerbrochenen nicht brauchbar sind, da man sich an den Brüchen beschädigen könnte. Dagegen sind andere zerbrochene Geräte, wenn nur ein Behältnis davon zurückgeblieben, noch verunreinigungsfähig (יו״ב).",
+ "Wassers ausfliessen lässt. Wenn der Bruch unterhalb der Mitte des Bechers sich befindet, so dass der grösste Teil des Inhalts des Bechers ausfliessen würde.",
+ "Wenn er. Der Becher.",
+ "es sei mit Zinn. בעץ = עבץ, chald. אבצא, Zinn.",
+ "so bleibt er rein. Weil die Verklebung am Glas nicht haften bleibt.",
+ "Mit Zinn wird er verunreinigungsfähig. Da es wenigstens einige Zeit hält.",
+ "so bleibt er rein. Weil es kein warmes Wasser fassen kann, wie oben 3, 7, (s. Note 51) ebenfalls R. Jose sagt."
+ ],
+ [
+ "Eine kleine Flasche. Aus Glas; mit langem Halse.",
+ "bleibt verunreinigungsfähig. Da man diese mit einer Hand tragen und sie so anfassen kann, dass man sich an den Brüchen nicht die Hand ritzt. Anders ist es in M. 3 beim Becher, aus dem man trinkt.",
+ "eine grosse Flasche aber. Die man mit beiden Händen tragen muss.",
+ "bleibt rein. Da man daran sich leicht die Hand ritzt und sie deshalb nicht gebraucht.",
+ "Eine Flasche zu wohlriechendem Öl. פלייטין (foliatum, wohlriechendes Öl aus Narden), nach Bart. Balsam-Öl.",
+ "da sie die Hand aufritzen würde. סורחה, von סרח (syr. ܣܪܰܚ, schaden, verwunden) ritzen. Aruch und Bart. Vergleichen es mit סרך, festansitzen.",
+ "Wenn von grossen Krügen. לגין, gr. λάγυνος, Flasche, Krug. Diese werden gar nicht hin und hergetragen, sondern bleiben auf der Erde stehen (א״ר).",
+ "weil man sie zu Einmachgefässen einrichtet. Und man sich nicht daran ritzt, da man sie nicht in die Hand nimmt.",
+ "Der gläserne Mühlentrichter. Oben 14, 8, Note 103.",
+ "ist rein. Da er unten gelöchert ist und kein Behältnis hat.",
+ "Heil dir Kelim. Gemeint ist der Traktat Kelim, der demnach dem R. Jose schon vollständig redigiert vorlag.",
+ "da du mit Unreinheit hereingekommen und mit Reinheit ausgegangen bist. Der Traktat beginnt mit אבות הטומאות und schliesst mit טחורה. Dies ist wohl ein Vorbild für einen frommen tugendhaften Menschen, der zwar mit Unreinheit in die Welt kommt (indem er der Mutter Unreinheit bringt), aber geläutert und rein aus der Welt scheidet. Vgl. B. mez. 86 a: אשריך רבה בר נחמני שגופך טהור ויצאתה נשמתך בטהור. Heil dir Rabba bar Nachmani, dein Körper ist rein, und deine Seele ist mit „rein“ von hinnen geschieden !"
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Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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+ "\nEinleitung.\nDer Name מכשירין bedeutet „Befähiger“, d. h. Flüssigkeiten, die Lebensmittel befähigen, unrein zu werden. Der Traktat lehrt, welche Flüssigkeiten diese Fähigkeit veranlassen, und unter welchen Bedingungen.\nDie Grundlage der Vorschriften des Traktates sind die Verse: „Jede Speise, die gegessen wird, auf welche Wasser kommt, wird unrein, und jede Flüssigkeit, die getrunken wird, kann in jedem Gerät unrein werden“ (Levit. 11, 34): „Und wenn von ihrem Aase auf irgendwelchen Aussaatsamen, der gesät wird, fällt, so bleibt er rein. Wird aber Wasser auf den Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist er auch unrein“ (Levit. 11, 37 u. 38).\nDie Befähigung, unrein werden zu lassen, besitzen neben Wasser noch sechs andere Flüssigkeiten; die Fähigkeit, unrein zu werden, gilt für alle Lebensmittel. Ukz. III, 1 ; Maim. הל׳ טומאת אוכלין פ״א הל׳ א׳. Aus den Worten „in jedem Gerät“ (Vs. 34) wird geschlossen, daß nur das vom Boden getrennte (תלושים), aber nicht das mit ihm verbundene Wasser (מחוברים) zur Unreinheit befähigt. Aus dem Umstande, daß im Vs, 38 das Wort יֻתַּן nach dem Konsonantentext auch יִתֵּן gelesen werden könnte, aber der Ueberlieferung nach יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59b u. ö.) gefolgert, daß die Befeuchtung zwar nicht durch einen Menschen vollzogen sein muß, aber seine Billigung (ניחא ליה) haben muß.\nEs ist nun zu besprechen: 1. welche Flüssigkeiten Lebensmittel zur Unreinheit befähigen können, 2. in welchen Fällen Wasser als vom Boden getrennt betrachtet wird und 3. wann die Befeuchtung als mit Billigung vollzogen gilt.\n1. Außer Wasser befähigen noch folgende sechs Flüssigkeiten zur Unreinheit: Tau, Wein, Oel, Blut, Milch und Bienenhonig (Abschnitt VI, 4). In der Tosefta, Sabb. VIII (IX) wird nachgewiesen, daß sie in der Bibel als Flüssigkeiten betrachtet werden. Der Sifra, Schemini Par. 8 lehrt, daß die Fruchtsäfte — außer Wein und Oel — nicht zur Unreinheit befähigen können, weil sie nicht schlechthin mit ihren Namen bezeichnet werden, sondern nur als Saft der verschiedenen Früchte (מי תותים מי רמונים).\n2. Als mit dem Boden verbunden מחוברים gilt nicht nur das Wasser in Flüssen und das Wasser, das sich ohne Zutun des Menschen in Gruben oder Zisternen angesammelt hat, sondern auch das in Gruben oder Zisternen hineingeleitete. (Sifra a. a. O.). Wenn z. B. ein Unreiner Früchte im Wasser einer Grube berührt, bleiben sie rein (Vgl. IV., 6).\n3. a) Die Billigung kommt in Betracht hinsichtlich der Loslösung des Wassers*) vom Böden und hinsichtlich der Befeuchtung der Lebensmittel. Es ist aber nicht nötig, daß man die Befeuchtung von Anfang an gebilligt hat. Es genügt auch die nachträgliche Billigung, so lange die Befeuchtung anhält (Vgl. I, 1). Das Wasser befähigt aber nur dann zur Unreinheit, wenn es mit Rücksicht auf einen ursprünglich oder auch jetzt noch beweglichen Gegenstand losgelöst war, nicht aber, wenn mit ihm etwa eine Höhlenwand bespült werden sollte. (Vgl. IV, 3 und Anm. 16; Maim. הל׳ טומאת אוכלין פ׳ י״ב הל׳ ג׳).\nb) Ob die Billigung sich auf die Loslösung des Wassers vom Boden und auf die Befeuchtung der Lebensmittel beziehen muß, darüber herrschen verschiedene Meinungen. Nach Maimonides (Kommentar zu I, 1 und הל׳ טומאת אוכלין פ׳ י״ב הל׳ ב׳ ג׳) muß sie sich auf beides beziehen. Wäre also z. B. Wasser aus einer Quelle, ohne das es dem Menschen lieb war, in ein Gerät geflossen, so würde es Früchte, die man absichtlich hineinlegt, nicht zur Unreinheit befähigen.\nDagegen genügt nach Raschi (Chul. 16a) die Billigung des Feuchtseins, auch wenn das Wasser nicht mit Billigung losgelöst war. (S. d. s. v. לענין הכשר: לצורך מחובר לא מכשירין אא״כ נחיא ליה בנפילת פרות לתוכן). Ebenso befähigt das Wasser, dessen Loslösung gebilligt war, auch dann Früchte zur Unreinheit, wenn es sie nicht befeuchten sollte. (S. v. אם נפלו אח״כ על הפרות … אפי׳ לא :בשביל אחשבינהו לצורך חני פרות). Derselben Ansicht sind auch Rabed (הל׳ טומאת אוכלין פ׳ י״ב הל׳ ב׳ ג׳), Rasch und Rosch.\nNach Bart (zu III, 6) scheint zur Billigung der bloße Gedanke zu genügen. Doch ist dies nach Auffassung des Kommentars משנה אחרונה (zu I, 1) nicht richtig, es ist vielmehr nötig, das man ausdrücklich sagt, die Befeuchtung sei erwünscht. S. a. תוספות י״ט zu Kelim XXV, 9.\nd) Maim. הל׳ טומאת אוכלין פ׳ י״ב הל׳ א׳ bemerkt ausdrücklich, daß nur die Billigung der Eigentümer von Bedeutung ist. Dies scheint auch die allgemeine Auffassung zu sein. Doch zitiert Raschba (zu Chul. 31 b s. v. פרות) eine Ansicht von Tosafot — in unseren Angaben fehlt sie —, daß auch die Billigung eines Fremden genügt. (S, hierzu משנה אחרונה zu I, 1).\nMit Ausnahme einer Abschweifung (II, 5—11) behandelt der Traktat fast nur sein Thema. Die erste Mischna sagt einleitend, daß die Befähigung zur Unreinheit in der Regel von einer ZuStimmung des Menschen bedingt ist (Vgl. oben Nr. 3). Die nächsten Mischnajot behandeln die Fälle, in denen Regenwasser von den Bäumen, Kräutern und vom Körper des Menschen und seiner Kleidung abfließt (I, 2—5). Im Anschluß daran werden Befeuchtungen behandelt, die nur in gewissem Sinne als vom Menschen gewünscht betrachtet werden können (I, 6). Die ersten Mischnajot des zweiten Abschnittes sprechen über den feuchten Niederschlag der Ausschwitzungen von Menschen und Wänden (II, 1—3). Da hierbei unter Umständen ein zahlenmäßiges Verhältnis eine Rolle spielt, werden zuerst mehrere Fälle aus den Reinheitsgesetzen (3—4), dann aber aus ganz anderen Gebieten angeführt, in denen das Zahlenverhältnis von Bedeutung ist (5—11). Der dritte Abschnitt behandelt zuerst die Wirkung von Feuchtigkeit, die von Lebensmitteln angezogen werden (III, 1—5). Im Anschluß daran wird über die Einwirkung des Taues, Regens und des Flußwassers gesprochen, insbesondere, wenn Früchte, Tiere, Geräte und Menschen sich im Fluß befanden und beim Hochkommen Wasser an ihnen haften blieb (III, 5—IV, 1). Die weiteren Michnajot des vierten Abschnittes beschäftigen sich zuerst mit der Wirkung des Regenwassers, das benutzt werden oder zur Verhinderung von Schädigungen abgeleitet werden soll (IV, 2—5). Ueber Früchte und andere Gegenstände, die in natürliehen Wasseransammlungen von einem Unreinen berührt oder aus ihnen genommen werden, sprechen die Mischnajot 6—8. Mischna 9 bespricht, wann ein Bewässerungskanal als ausgetrocknet gelten kann. Den Charakter von Flüssigkeiten, die in Holz eingedrungen sind, behandelt Mischna 10. Der fünfte Abschnitt spricht über verschiedene Einzelfälle : vom Baden (1), Schwimmen (2) dazwischen von verregneten Früchten, die z. T. beim Abtrocknen befeuchtet werden (3), vom Wasser, das beim Ausmessen einer Grube benetzt (4, 5), das beim Abwaschen von Fellen ausgepreßt wird (6), das am Schiff und seinen Geräten haftet, und das von einer Schutzdecke abgeschüttelt wird (8). Die letzten Mischnajot des Abschnittes erörtern, in wie weit der Strahl der Flüssigkeit, die aus einem Gerät in das andere gegossen wird, als Verbindung gelten kann, und wie weit dies bei aufsteigendem Dampf der Fall sein kann (9—11). Die ersten Mischnajot des sechsten Abschnittes lehren, in welchen Fällen der Tau die Früchte auf dem Dach zur Unreinheit befähigt (VI 1, 2). Dann wird besprochen, welche Lebensmittel auf dem Markte als rein gelten können (2, 3). Erst gegen Ende des Traktates erfahren wir, daß es sieben Flüssigkeiten sind, die zur Unreinheit befähigen (6), welches ihre Unterarten sind, und in welchen Fällen die Befähigung von der Billigung abhängig ist (5—8).\n"
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+ "Jede Flüssigkeit. Jede von den 7 Flüssigkeiten: Tau, Wasser, Wein, Oel, Blut, Milch, Bienenhonig. S. weiter Abschnitt VI, 4 ff. — S. a. Einleitung zum Traktat.",
+ "die anfangs die Billigung hatte. Vgl, hierzu die Einleitung. — Nach Maim. kann Wasser nur dann Lebensmittel zur Unreinheit befähigen, wenn es von seiner Ursprungsstelle zur Benutzung für bewegliche Gegenstände losgelöst war. „Anfangs“ heißt nach ihm nur: beim Befeuchten der Lebensmittel. — Nach den meisten Kommentatoren, wie Raschi (Chul. 16a), Rasch, Rosch. ist die Billigung bei der Loslösung nicht unbedingt notwendig. „Anfangs“ bedeutet nach ihnen: bei der Loslösung von der Ursprungsstelle. S. a. מ״א. Die Billigung muss nach Maim, und wohl den meisten Kommentatoren vom Eigentümer der Lebensmittel ausgehen; nach Tosafot (zitiert bei Raschba zu Chul. 31b) ist es nicht nötig. S. die Einleitung.",
+ "obwohl sie nachträglich. Nach Maim. kann „nachträglich“ nur bedeuten: nachdem die Lebensmittel bereits befeuchtet waren. Nach Raschi, Rasch, Rosch.: nach der Loslösung von der Ursprungsstelle beim Befeuchten der Lebensmittel, oder auch: nachdem sie bereits befeuchtet waren.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "Unreine. Vgl. Anm. 2. — Nach Maim. kann es sich hier um Wasser handeln, das ohne Billigung von der Ursprungsstelle losgelöst war, also — nach Maim. — in reinem Zustande nicht zur Unreinheit befähigt. Nach Raschi, Rasch, Rosch. müsste das Wasser ohne Billigung in ein unreines Gefäß geflossen sein. Durch dieses kann es aber nach Ansicht R. Meirs (Tosefta II) auch ohne Billigung unrein werden. (Vgl. Sabb. 17 a und zu unserer Mischna חידושי רש״ש gegen ר״א. — Es kann sich aber auch um Flüssigkeiten handeln, die als Ausflüsse eines Unreinen von Natur unrein sind.",
+ "Flüssigkeiten verunreinigen mit Billigung und ohne Billigung. Weil Unreinheit und Fähigkeit zur Unreinheit gleichzeitig eintreten; in diesem Falle ist die Billigung nicht nötig (Maim., Bart.)."
+ ],
+ [
+ "um Speisen oder einen unreinen Gegenstand. Den etwa ein Rabe auf einen Zweig gelegt hatte.",
+ "so gilt. Für Regenwasser, das beim Schütteln herabtropft.",
+ "כי יותן. Weil man ja das Wasser nicht abschütteln wollte; s. a. Anm. 4.",
+ "um Flüssigkeiten von ihm herabfallen zu lassen. Dann war das Wasser also mit Billigung, לרצון vom Baume abgeschüttelt.",
+ "da sagen Bet Schammai : sowohl für herunterfallendes (Wasser. Wenn es auf Speisen fällt, nach Rasch auch ohne Billigung des Besitzers, nach Maim. nur mit Billigung. S. Anm. 2; s. a. מ״א.",
+ "bleibende. Weil er beabsichtigt hatte, das Wasser vom Baume abzuschütteln, gilt auch das verbleibende wie das mit seinem Willen abgeflossene; vgl. Kel. XXV, 9 כל הכלים יורדים לידי טומאתן במחשבה S. מ״א.",
+ "aber für das auf ihm (bleibende. Auch das Regenwasser, das durch das Schütteln auf einen anderen Zweig fiel. Maim. הל׳ טומאת אוכלין פי״ג הל׳ ט״ו",
+ "dass es völlig herunterfallen sollte. Da für dieses Wasser seine Absicht nicht erfüllt wurde, befähigt es nicht zur Unreinheit."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand den Baum schüttelt. Nach Maim. im Kommentar (in den gew. Ausgaben) Bart.: um Früchte abzuschütteln. Nach רא״ש u. Maim. הל׳ טומ׳ אוכלין פי״ג ר׳ ט''ז (s. d. כסף משנה) um Wasser abfließen zu lassen.",
+ "und er. So nach den meisten Lesarten. ונפל bedeutet dann: der Baum fällt mit dem Regenwasser auf den anderen. Rosch und Bart. lesen ׳ונפלו ergänzen מים und erklären: das Wasser von diesem ersten Baum fiel auf den zweiten und von diesem auf den Samen oder das Gemüse.",
+ "fällt auf einen anderen oder einen Zweig. Vgl. Richter 9, 48 שוכת עצים.",
+ "und er. So nach den meisten Lesarten. ונפל bedeutet dann: der Baum fällt mit dem Regenwasser auf den anderen. Rosch und Bart. lesen ׳ונפלו ergänzen מים und erklären: das Wasser von diesem ersten Baum fiel auf den zweiten und von diesem auf den Samen oder das Gemüse.",
+ "und unter ihnen ist Samen. Unter זרע sind Getreide und Hülsenfrüchte verstanden. S. hierzu Maim. הל׳ כלאים פ״א ה''ה",
+ "das noch mit dem Boden verbunden ist. Nach Maim. (Kommentar) und Bart. war der Samen oder das Gemüse begossen. Nach Maim. הל׳ טומאת אוכלין und רא״ש werden sie durch das Regenwasser befeuchtet. (Vgl. Anm. 15)",
+ "es gilt. Für das Wasser auf dem Samen oder dem Gemüse, auf das jetzt Früchte fallen. Nach Maim. (Komm.) und Bart. sind es die abgeschüttelten, nach רא״ש und Maim. הל׳ ט״א irgendwelche Früchte.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "es gilt für es. Für das Wasser auf dem Samen oder dem Gemüse, auf das jetzt Früchte fallen. Nach Maim. (Komm.) und Bart. sind es die abgeschüttelten, nach רא״ש und Maim. הל׳ ט״א irgendwelche Früchte.",
+ "nicht. Weil die Früchte bezw. das Wasser nicht unmittelbar vom ersten Baum auf den Samen oder das Gemüse geschüttelt sind. Wären — nach Bart. und Maim. Komm. — die Früchte unmittelbar auf den mit Wasser begossenen Samen oder das Gemüse herabgeschüttelt, so wären sie auch nach Bet Hillel mit Zustimmung des Besitzers befeuchtet und daher zur Unreinheit vorbereitet. — Ebenso würde — nach רא״ש und Maim. הל׳ ט״א — das unmittelbar auf den Samen herabgeschüttelte Wasser als mit Zustimmung des Besitzers auf den Samen geflossen gelten und abgeschnittene Früchte zur Unreinheit befähigen können.",
+ "Josua. Zur Unterstützung der Bet Hillel, dass das Wasser nicht zur Unreinheit befähigt.",
+ "im Namen des Abba Jose Chali Kufri aus Tab’n. L. vokalisiert טַבְעון. Ein Dorf Tab’un liegt nach Horovitz ארץ ישראל ושכנותיה S. 285, am Fuße des Karmel, ein Ort ‘Aja Tab’un nordöstlich Djenin. Klein ארץ ישר׳ S. 60 nennt ein Tab’un südwestlich vom galiläischen Betlehem; Meg. 24 b werden אנשי טבעונים erwähnt. Mehrmals findet sich der Ortsname טבעין: s. Horovitz a. a. O. — הלי כופרי wird von Maim. ohne nähere Erklärung als Beiname bezeichnet. Maim. liest ׳חולי קופרי Aruch und Juchassin Hasch., S. 70 חליקופרי; nach Aruch soll es ein Beiname nach dem Orte sein.",
+ "wenn es eine unreine. Hier im uneigentlichen Sinn: zur Unreinheit befähigend.",
+ "bis man die Absicht hat und gibt. Bis man Früchte mit Absicht befeuchtet (Bart.), bezw. Flüssigkeit mit Absicht an eine bestimmte Stelle leitet (רא׳׳ש). Hier sollten die Früchte nicht auf den befeuchteten Samen, bezw. das Regenwasser nicht auf den Samen fallen."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand ein Bund Kraut schüttelt. Um Wasser, das gegen seinen Willen auf es gekommen war, abzuschütteln.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "gilt nicht (für das Wasser. Weil er das Wasser nicht auf die untere Seite, sondern ganz abschütteln wollte. S. מ״א.",
+ "müssen wir etwa da befürchten. D. h.: in Konsequenz eurer Ansicht müsste man es befürchten, während es in Wirklichkeit nichts schadet.",
+ "von einem Blatt zum andern fließt. Und imstande wäre, Speisen zur Unreinheit zu befähigen.",
+ "aber das Bündel sind viele Stengel. Beim Bündel ist das Wasser seiner Absicht gemäß wenigstens vom oberen Stengel abgeschüttelt (vgl. Mischna 3) beim einzelnen Stengel ist die Absicht, das Wasser von ihm abzuschütteln, gar nicht erreicht.",
+ "zieht. Vgl. weiter in Traktat IV, 7.",
+ "und ihn an das Ufer des Flusses stellt. Damit das Wasser abfließt.",
+ "von der oberen Seite zur unteren läuft. Man befürchtet es nicht. Das Wasser, das, wie beabsichtigt, von den oberen Früchten abfließt und auf den unteren bleibt, befähigt nicht zur Unreinheit. Ebenso kann das Wasser, das von den oberen Stengeln des Bundes auf die unteren geflossen ist, nicht zur Unreinheit befähigen.",
+ "כי יותן. Da er doch beim Hinstellen damit rechnen musste, dass das Wasser vom oberen Sack auf den unteren fließen werde.",
+ "Jose. R. Jose streitet nicht mit Bet Hillel, sondern mit dem nicht genannten ersten Lehrer über die Ansicht der Bet Hillel. In der Tosefta, I, 4 haben wir eine Kontroverse über unseren Fall zwischen R. Jose und R. Jehuda. Ebenso wie in unserer Mischna lässt R. Jose Bet Hillel auch das Wasser, das auf den unteren Sack floss, nicht zur Unreinheit befähigen, während es nach Bet Schammai hierzu befähigt. R. Jehuda bringt dort die divergierenden Ansichten der älteren Tannaim: Nach R. Elieser befähigt das abfließende Wasser bei einem und bei zwei Säcken zur Unreinheit, nach R. Josua in keinem Falle, nach R. Akiba das Wasser auf dem unteren Sacke, aber nicht auf dem oberen. Also ist die von dem nicht genannten Lehrer in unserer Mischna wiedergegebene Ansicht der Bet Hillel nach R. Jehudas Auffassung die R. Akibas, wohl in der Ansicht der Bet Hillel. R. Jose streitet danach gegen R. Jehuda.",
+ "Der untere ist rein. Ist nicht zur Unreinheit befähigt. Vgl. Anm. 24."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand Schnittlauch. Schnittlauch, hebraisierte Deminutivform vom aram. כרת כרתי. S. Löw. Flora II, S. 133 f,",
+ "ausdrückt. Um Regenwasser oder Tau abfließen zu lassen. Die meisten Lesarten הממחק ; Bart, liest nach Keritut 15 b. המוחק.",
+ "oder sein Haar. Das vom Regen befeuchtet war.",
+ "mit. So nach der gewöhnlichen Lesart בכסותו. S. hierzu ׳מ״א dass die Besonderheit des Falles darin besteht, dass auch das im Gewand befindliche Wasser nicht zur Unreinheit befähigt. Rasch und Bart. lesen nach Kerit. 15 b ובכסותו und erklären einfach: wer sein Haar oder sein Gewand auspresst, um das Regenwasser zu entfernen.",
+ "da sagt R. Jose: Für das ausfließende (Wasser. Das, wie von ihm beabsichtigt, abfließt, obwohl es ihm nicht lieb war, dass der Lauch oder sein Haar verregnet war. Vgl. Tos. Kerit. 15 b s. v. והיוצאין.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "dass von allem. D. h. vom ganzen Lauch oder Haar.",
+ "herausfließen sollte. Also ist für dieses Wasser seine Absicht nicht erfüllt. Falls der Lauch abgeschnitten war, wird er nach Samuel, (Kerit. 15 b), durch das abfließende Wasser zur Unreinheit vorbereitet."
+ ],
+ [
+ "ob sie gut sind. Wenn sie durch den Hauch des Mundes feucht werden, lassen sie sich schnell kochen (Maim.). Nach dieser Erklärung geht der Streit der Tannaim darum, ob diese leichte Befeuchtung wie Schweiß betrachtet wird, der nicht zur Unreinheit befähigt, oder wie Speichel. S. weiter II, 1. — Nach Rasch und Bart, wurden die Linsen durch Speichel befeuchtet; s. aber מ״א.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "mit dem Finger isst. Und befeuchtet den Finger, damit die Körnchen an ihm haften bleiben.",
+ "dann gilt für die Flüssigkeit auf der Hand. Die unbeabsichtigt außer auf den Finger auf andere Teile der Hand kam. Aber die Flüssigkeit am Finger befähigt auch nach den Weisen zur Unreinheit. (Rasch). — Anders Maim. הל׳ טומאת אוכלין פי״ד ט״ו; s. aber מ״א",
+ "Wenn jemand seine Früchte wegen der Diebe. Um die Früchte zu verbergen.",
+ "nicht. Da man es lieber hätte, die Früchte wären nicht befeuchtet. — Nach Rasch handelt es sich um Regen- und Flusswasser; nach Maim. kann es auch geschöpftes Wasser sein. S. o. Anm. 2.",
+ "Einst hatten Bürger von Jerusalemihren Feigenkuchen. S. Para XI, Anm. 21.",
+ "wegen der Sikarim. Hier im Sinne von Räubern oder requirierenden Soldaten. סיקרין entspricht wohl den סיקריקון Gittin V, 6.",
+ "ihnen für rein. D. h. als noch nicht befähigt, unrein zu werden. Vgl. Anm. 24. — S. a. Anm. 49.",
+ "damit er sie mit sich fortführe. Um sie nicht tragen zu müssen, lässt er sie — wohl in einen Kasten oder Korb — von der Strömung bis an eine bestimmte Stelle treiben, und die Früchte werden nass.",
+ "nicht. Da man es lieber hätte, die Früchte wären nicht befeuchtet. — Nach Rasch handelt es sich um Regen- und Flusswasser; nach Maim. kann es auch geschöpftes Wasser sein. S. o. Anm. 2."
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+ "Gruben. בור ist rund, שיח länglich, מערה viereckig und überdacht; vgl. Bab. k. 50 b.",
+ "Gräben. בור ist rund, שיח länglich, מערה viereckig und überdacht; vgl. Bab. k. 50 b.",
+ "und Höhlen. בור ist rund, שיח länglich, מערה viereckig und überdacht; vgl. Bab. k. 50 b.",
+ "ist rein. Befähigt nicht zur Unreinheit, da Schweiß nicht zu den 7 (VI, 4) aufgezählten Flüssigkeiten, die zur Unreinheit befähigen, gehört.",
+ "Der Schweiß der Menschen ist rein. Befähigt nicht zur Unreinheit, da Schweiß nicht zu den 7 (VI, 4) aufgezählten Flüssigkeiten, die zur Unreinheit befähigen, gehört.",
+ "so ist sein Schweiß rein. Da er als Ausschwitzung des Körpers und nicht als Wasser gilt.",
+ "so ist sein Schweiß unrein. Dieser Schweiß befähigt zur Unreinheit, weil er mit dem am Körper haftenden Wasser vermischt ist (Maim.) Das geschöpfte Wasser kann zur Unreinheit befähigen, da es doch zur Benutzung geschöpft war. — Kam man aber in nicht geschöpftes Wasser, so befähigt es nicht zur Unreinheit, falls man versehentlich in das Wasser geriet. Wollte man aber baden, so gilt das am Körper haften bleibende Wasser als mit seiner Billigung von seinem natürlichen Boden losgelöst und kann zur Unreinheit befähigen. תוי״ט."
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+ "Der Wasserdunst eines unreinen Bades. Mit geschöpftem unreinen Wasser. מרחץ ist hier und Mischna 5 weiblich gebraucht wie Me’ila V, 4.",
+ "ist unrein. Es kann gleichzeitig Speisen fähig machen, unrein zu werden und sie verunreinigen.",
+ "כי יותן. Befähigt Speisen, Unreinheit anzunehmen (s. 1, Anm. 4), auch wenn das Wasser von selbst in das Bad geflossen war, da man wollte, dass Wasserdunst aufsteigt (רא״ש)",
+ "bassin. Nach Rasch und Bart. ist auch das Bassin mit geschöpftem unreinem Wasser angefüllt. Der zweite Satz der Mischna will dann lehren, dass nur der Wasserdunst, der vom Bassin stammt, unrein ist, nicht aber feuchte Ausdünstungen der Wände. — Nach מ״א dient das Bassin nicht zum Baden. Der Mischnasatz will lehren, dass nur der aus dem unreinen Bassin stammende Wasserdunst unrein ist und zur Unreinheit befähigt; der aus reinem Bassin stammende befähigt auch nicht zur Unreinheit, weil man ja den Dunst nicht (absichtlich) hervorrufen wollte."
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+ "in gleicher Entfernung. Wörtlich: Hälfte zur Hälfte.",
+ "Hat man unreines Eisen. S. Kelim XI, 4.",
+ "In Nachttöpfen. Die gew. Lesart ist גסטרא .גסטריות nach Löw bei Krauß, Lehnw. γαστήρ irdener Topf. Aruch, Maim. (ed. Dérenb.) lesen גצריות",
+ "wenn der größere Teil vom Unreinen. Den Götzendienern, die nach rabbinischer Vorschrift wie Samenflüssige verunreinigen.",
+ "Wenn auf Abgusswasser. Das in der Regel unrein ist.",
+ "Regenwasser geflossen ist und der größere Teil stammt vom Unreinen. Das Abgusswasser ist das Unreine, das Regenwasser das Reine.",
+ "Wenn der größere Teil vom Reinen. Das Abgusswasser ist das Unreine, das Regenwasser das Reine.",
+ "Wenn zuerst das Abgusswasser da war. Dann hatte man sicher nicht daran gedacht, das auf es fallende und hierdurch beschmutzte Regenwasser zu genießen; daher wird es von dem Abgusswasser nicht verunreinigt. S. רא״ש und מ״א; s. a. תרי״ט.",
+ "unrein. Da man das ursprünglich saubere Regenwasser zum Genuss verwenden wollte, wird es von dem unreinen Abgusswasser verunreinigt. S. רא״ש; nach seiner Auffassung wird nur das in einem Gerät aufgefangene Regenwasser unrein, nach Maim. טומאת אוכלין פ״ב כ״ו auch in einer Grube."
+ ],
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+ "Wer sein Dach abspült. Mit Abgusswasser . Und es bleibt Wasser auf dem Dach. — רא״ש liest המטהר statt הטורף.",
+ "wenn der größere Teil vom Unreinen. Das Abgusswasser ist das Unreine, das Regenwasser das Reine.",
+ "Wenn der größere Teil vom Reinen. Das Abgusswasser ist das Unreine, das Regenwasser das Reine.",
+ "stammt. Nach Tosefta I, 8 ist das Überwiegen des Regenwassers daran zu erkennen, dass dickere Tropfen herunterfallen.",
+ "schneller tropft. Wörtlich: mehr tropft. Nach der Tosefta: dass die Tropfen in kürzeren Abständen fallen."
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+ "das am Sabbat im Betrieb ist. Wörtlich: ein Bad, das baden lässt. Auch hier ist מרחץ weiblich gebraucht wie in der zweiten Mischna. L. vokalisiert מְרַחֶצֶת",
+ "so darf man sofort. Nach Sabbatausgang.",
+ "Nichtjuden sind. Da das Bad am Sabbat mehr mit Rücksicht auf die Nichtjuden geheizt wurde.",
+ "so muss man solange. Nach Sabbatausgang.",
+ "halb und halb muss man solange. Da das Bad am Sabbat mehr mit Rücksicht auf die Nichtjuden geheizt wurde.",
+ "wenn eine Regierung. Eine nichtjüdische Regierung, die verlangt, dass für den Fürsten oder für angesehene Beamte immer ein Bad zur Verfügung steht. S. Sabb. 151 a."
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+ "Wurde dort. In solcher Stadt.",
+ "Gemüse. Das am Sabbat gepflückt war.",
+ "so kann man es sofort. Nach Sabbatausgang.",
+ "wenn die Mehrheit der Bewohner Nichtjuden sind. Weil es dann mehr mit Rücksicht auf die Nichtjuden gepflückt war.",
+ "so muss man solange. Nach Sabbatausgang.",
+ "aus einem nahen Ort. Wo solch’ Gemüse wächst, auch wenn das zum Verkauf angebotene von weiter her stammt.",
+ "Wenn eine Regierung. Mit Rücksicht auf die jedenfalls Gemüse zum Verkauf in die Stadt gebracht wird. S. a. Anm. 23."
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+ [
+ "Fand man dort. In solcher Stadt.",
+ "so ist es als Nichtjude. So dass man ihm den Juden verbotene Speisen geben darf.",
+ "als Israelit. So dass man ihm keine verbotene Speisen geben darf. Auch insofern, als er für den Hornstoß seines nicht stößigen Ochsen nur den halben Schaden ersetzen muss. S. Bab. k. IV, 3 und die Anm. dort, sowie Ket. 15 b.",
+ "die Kinder aussetzen. Wo Nichtjuden mehr Kinder aussetzen als Juden, ist trotz der größeren jüdischen Bevölkerung das Kind als Nichtjude zu betrachten."
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+ "Fand man dort. In solcher Stadt.",
+ "so braucht man ihn nicht auszurufen. Damit der Verlierer sich melde. Vgl. hierzu Baba Mezia, II.",
+ "Heiden. Da sie ihrerseits nicht bekanntgeben, wenn sie einen Gegenstand eines Juden gefunden haben. Wo aber Nichtjuden Fundgegenstände dem Juden zurückgeben, ist auch der Jude religionsgesetzlich zur Bekanntmachung und Rückgabe des Fundes verpflichtet. Vgl. Meiri in Schitta mekubb. zu Bak. k. 38 a, am Rande der Wilnaer Ausgabe.",
+ "Fand man dort Brot. Und ist im Zweifel, ob es nicht verbotenes heidnisches Brot ist, oder ob es zwar Brot eines Juden ist, aber eines Am haarez, der nicht auf die levitischen Reinheitsgesetze achtet.",
+ "so richtet man sich nach der Mehrheit der Feinbrotesser. Nach Erklärung von תוי״ט wurde vielleicht am Orte des ersten, nicht genannten Lehrers das Feinbrot in den Familien gebacken, im Orte R. Jehudas das Kleiebrot.",
+ "so richtet man sich nach der Mehrheit der Kleiebrotesser. Nach Erklärung von תוי״ט wurde vielleicht am Orte des ersten, nicht genannten Lehrers das Feinbrot in den Familien gebacken, im Orte R. Jehudas das Kleiebrot."
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+ "so richtet man sich nach der Mehrheit der Metzger. Sind die meisten Metzger Juden, ist es zum Essen erlaubt, allerdings nach Rab. (Chul. 95 a) nur, wenn man sah, wie jemand das Fleisch verlor, nur nicht weiß, ob der Verlierer Jude war. Vgl. hierzu Jore Dea 63.",
+ "die gekochtes Fleisch essen. Auch wenn die meisten Metzger Juden sind, ist das Fleisch verboten, wenn die meisten Verbraucher, die es kochen, Nichtjuden sind."
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+ "frei. Für gelegentliches Essen אכילת ארעי, da für den Familiengebrauch die Abgabepflicht erst beim Einfahren in den Hof oder das Haus eintritt. So nach מ״א, תפארת ישר׳, מ״ש; s. a. תוי״ט und Maim. הל׳ מעשר פ׳ י״א הל׳ ס׳ ופ״ג ה״ב.",
+ "ist man verpflichtet. Die Abgaben zu leisten, bevor man auch nur gelegentlich von ihnen essen will.",
+ "halb und halb ist es zweifelhaft. Hier hat דמאי nicht die gewöhnliche Bedeutung: nach rabbinischer Vorschrift zur Abgabe der Zehnten, aber nicht der Priesterhebe verpflichtet, weil die Priesterhebe sicher gegeben ist; vgl. Traktat Demai. Hier bedeutet es einfach: „zweifelhaft“. (א׳׳ר und מ״א), auch hinsichtlich der Priesterhebe. — Hinsichtlich der Abgaben ist allerdings auch ein Zweifel, wenn die meisten die Früchte für den Hausgebrauch bestimmen, da es doch möglich ist, dass der Eigentümer sie bereits auf dem Felde oder im Garten abgeschieden hat. Aber wenn die gleiche Zahl der Bauern Selbst-Verbraucher und Verkäufer ist, so ist mehr mit der Möglichkeit, dass die Abgaben erhoben sind, zu rechnen, als wenn die meisten Selbstverbraucher sind. Man dürfte also in hiernach verschiedenen Gegenden gefundene Früchte nicht zusammen verzehnten. S. תפארת ישר׳.",
+ "Wenn ein Israelit und ein Nichtjude in einen Vorratsraum legen. Abgabepflichtige Früchte.",
+ "so gilt es als sicher. Dass die Abgaben von den Früchten, die man dem Vorratsraum entnimmt, nicht abgeschieden sind. — Nach der Ansicht, dass in Palästina auch die Felder eines Nichtjuden abgabepflichtig sind (vgl. Pea IV, 9 und Gitt. 47 a), muss man von diesen Früchten die Priesterhebe und die Zehnten wie von solchen nehmen, von denen sie sicher noch nicht abgeschieden waren.",
+ "es gilt als zweifelhaft. Hier hat דמאי wohl die gewöhnliche Bedeutung; vgl. Anm. 40.",
+ "wenn das meiste vom Israeliten. Einem Am Haarez, bei dem man befürchten muss, dass er die Zehnten nicht abgeschieden hat. Man muss also zweifelshalber jedenfalls vom ersten Zehnten ein Zehntel als Priesterhebe und den zweiten Zehnten abscheiden. S. Bart. und תוי״ט.",
+ "halb und halb gilt als sicher. Dass die Abgaben nicht abgeschieden sind, da selbst bei der Annahme, dass die dem Vorratsraume entnommenen Früchte von der Hälfte des Israeliten stammen, die Zehnten nicht sicher gegeben wurden. Es spricht also eine mehr als 50 prozentige Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Zehnten nicht gegeben sind. Hinsichtlich der Priesterhebe scheint aber nur der Zweifel zu herrschen, ob die Früchte von der Hälfte des Israeliten oder des Nichtjuden stammen; denn wenn sie vom Israeliten stammen, ist die Priesterhebe als abgeschieden zu betrachten.",
+ "so gilt es als zweifelhaft. S. Anm. 43. — Nach Ansicht der Weisen sind Felder eines Nichtjuden nicht abgabenpflichtig. (Maim. Bart.). Aber alle Früchte gelten als ׳דמאי weil auch die kleinste Menge von Früchten des Am Arez berücksichtigt werden muss, da nicht verzehntete Früchte auch die größte Menge anderer Früchte, in die sie unerkennbare gefallen sind, verboten machen. S. Ab. sara 73 b Tos. s. V. טבל sowie תפארת ישר׳ und מ״א zu unserer Mischna."
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+ "Wenn Früchte. Verschiedener Jahrgänge vermischt sind.",
+ "vom zweiten. Im ersten, zweiten, vierten und fünften Jahr der siebenjährigen Schemittaperiode wird außer dem ersten, für die Leviten bestimmten Zehnten ein zweiter abgeschieden, der selbst, bezw. das Geld, mit dem er ausgelöst wurde, in Jerusalem verzehrt werden muss. Im dritten und sechsten tritt an seine Stelle der Armenzehnt. Je nach der Mehrheit der Früchte ist danach der zweite oder der Armenzehnt abzuscheiden. Ist einmal der für die Mehrheit vorgeschriebene Zehnt abgeschieden, so hört für die verbleibenden Früchte der טבל-Charakter auf. כ״מ להל׳ מע״ש פ״א הל׳ י״א בשם ר״י קררקרם.",
+ "Jahre mehr sind als die vom dritten. Im ersten, zweiten, vierten und fünften Jahr der siebenjährigen Schemittaperiode wird außer dem ersten, für die Leviten bestimmten Zehnten ein zweiter abgeschieden, der selbst, bezw. das Geld, mit dem er ausgelöst wurde, in Jerusalem verzehrt werden muss. Im dritten und sechsten tritt an seine Stelle der Armenzehnt. Je nach der Mehrheit der Früchte ist danach der zweite oder der Armenzehnt abzuscheiden. Ist einmal der für die Mehrheit vorgeschriebene Zehnt abgeschieden, so hört für die verbleibenden Früchte der טבל-Charakter auf. כ״מ להל׳ מע״ש פ״א הל׳ י״א בשם ר״י קררקרם.",
+ "oder die vom dritten mehr als die vom vierten. Im ersten, zweiten, vierten und fünften Jahr der siebenjährigen Schemittaperiode wird außer dem ersten, für die Leviten bestimmten Zehnten ein zweiter abgeschieden, der selbst, bezw. das Geld, mit dem er ausgelöst wurde, in Jerusalem verzehrt werden muss. Im dritten und sechsten tritt an seine Stelle der Armenzehnt. Je nach der Mehrheit der Früchte ist danach der zweite oder der Armenzehnt abzuscheiden. Ist einmal der für die Mehrheit vorgeschriebene Zehnt abgeschieden, so hört für die verbleibenden Früchte der טבל-Charakter auf. כ״מ להל׳ מע״ש פ״א הל׳ י״א בשם ר״י קררקרם.",
+ "oder die vom vierten mehr als die vom fünften. Da die Zehnten des vierten und fünften Jahres gleich sind, ist das Mehrheitsverhältnis für die Abscheidung des Zehnten ohne Bedeutung. Manche Lesarten haben deshalb auch die Worte ושל רביעית על החמישית nicht. — Doch kann das Mehrheitsverhältnis insofern von Bedeutung sein, als man überhaupt nicht Früchte von verschiedenen Jahrgängen miteinander verzehnten soll. תפארת ישר׳״א״ר.",
+ "oder die vom fünften mehr als die vom sechsten. Im ersten, zweiten, vierten und fünften Jahr der siebenjährigen Schemittaperiode wird außer dem ersten, für die Leviten bestimmten Zehnten ein zweiter abgeschieden, der selbst, bezw. das Geld, mit dem er ausgelöst wurde, in Jerusalem verzehrt werden muss. Im dritten und sechsten tritt an seine Stelle der Armenzehnt. Je nach der Mehrheit der Früchte ist danach der zweite oder der Armenzehnt abzuscheiden. Ist einmal der für die Mehrheit vorgeschriebene Zehnt abgeschieden, so hört für die verbleibenden Früchte der טבל-Charakter auf. כ״מ להל׳ מע״ש פ״א הל׳ י״א בשם ר״י קררקרם.",
+ "oder die vom siebten. Für die Behandlung der Früchte des siebten Jahres gelten die in Traktat Schewi’it angegebenen Vorschriften, andererseits sind diese Früchte überhaupt frei von der Priesterhebe und den Zehnten. — Der von מ״ש zitierte R. Sa’adja Ochna macht darauf aufmerksam, dass nach Schewi’it VII, 7 eine Minderheit von Früchten des siebten Jahres hinsichtlich der Wegschaffenspflicht nicht von Früchten des sechsten Jahres majorisiert werden kann. שביעית אוסרת כל שהוא במינה ושלא במינה בנותן טעם. — Er meint. deshalb, dass es sich hier nur um trockene Früchte handeln kann, für die die in Schewi’it VII, 7 gegebene Bestimmung nicht gilt. אך ע״ש.",
+ "mehr sind als die vom Ausgang. D. i. das erste Jahr der neuen siebenjährigen Periode.",
+ "bei gleichen Mengen. Wörtlich: Hälfte zur Hälfte.",
+ "muss man erschweren. Die Erschwerungen der Früchte beider Jahre anwenden. Z. B. muss man nach ר״ש und רא׳׳ש u. Bart. bei Vermischung der Früchte des zweiten und dritten Jahres den zweiten Zehnten abscheiden, ihn auslösen, das Geld in Jerusalem verzehren, die ausgelösten Früchte den Armen verteilen. Anders Maim., s. הל׳ מע״ש פ״א הל׳ י״א und כסף משנה. Bei Vermischung der Früchte des sechsten und siebten Jahres, muss man Priesterhebe, ersten und Armenzehnt abscheiden und die Sondervorschriften der Früchte des siebten Jahres beobachten."
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+ "Man hatte einen mit Früchten angefüllten Sack an das Ufer eines Flusses oder an den Rand einer Grube. Die mit Wasser gefüllt ist.",
+ "oder auf die Stufen einer Höhle. Die mit Wasser gefüllt ist.",
+ "angezogen. Und es ist dem Besitzer lieb, weil die feuchten Früchte, z. B. angeschwollene Getreidekörner, an Umfang und Gewicht zunehmen.",
+ "וכי יותן. S. Abschnitt I, Anm. 4.",
+ "Was. Von den Früchten.",
+ "aber für alles. Von den Früchten.",
+ "nicht. Weil die Feuchtigkeit auf den dem Wasser abgewandten Früchten, nicht unmittelbar vom Wasser, sondern von den anderen Früchten herrührt. יא״ש."
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+ "Ein mit Früchten gefülltes Fass. Aus porösem Stoff, wie Ton.",
+ "und sie haben angezogen. Die Früchte die Feuchtigkeit.",
+ "die angezogen haben. Und es ist dem Besitzer lieb, weil die feuchten Früchte, z. B. angeschwollene Getreidekörner, an Umfang und Gewicht zunehmen.",
+ "וכי יותן. S. Abschnitt I, Anm. 4.",
+ "Wein und Essig. Weinessig. Nur diese drei zur Unreinheit befähigenden Flüssigkeiten durchdringen den porösen Stoff.",
+ "Aber alle übrigen Flüssigkeiten. Von den sieben in VI, 4 aufgezählten Flüssigkeiten.",
+ "sind rein. D. h. befähigen die Früchte nicht zur Unreinheit; selbst wenn die Früchte feucht sind, ist nicht anzunehmen, dass die Feuchtigkeit von den Flüssigkeiten stammt.",
+ "Nechemja erklärt bei der Hülsenfrucht. Auch die Befeuchtung durch das Wasser, den Wein und Essig."
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+ "Meir für unrein. Der Streit kann hier an Befähigung zur Unreinheit gehen. Dann müsste hier von solchem Brot die Rede sein, das die Fähigkeit noch nicht hat, also von Brot, das statt mit Wasser mit Fruchtsaft geknetet war. Nach R. Meir würde das Brot durch den Niederschlag des Weindunstes zur Unreinheit vorbereitet, nach R. Jehuda nicht, nach R. Jose nur Gerstenbrot. — Der Streit kann aber auch daran gehen, ob gewöhnliches, mit Wasser geknetetes Brot durch den Niederschlag des Dunstes von unreinem Wein verunreinigt werden kann."
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+ "Wenn jemand sein Haus. Den Fußboden des Hauses mit Wasser, damit der Staub sich legt.",
+ "und er wird feucht. טנן und טין feucht sein.",
+ "וכי יותז. S. Abschnitt I, Anm. 4.",
+ "wenn. Der Weizen feucht wurde.",
+ "wenn. Der Weizen feucht wurde.",
+ "boden. Durch die Ausschwitzung der Steine. Vgl. II, 1.",
+ "Wenn jemand sein Gewand in einem Troge wäscht und. Nachdem er den Trog ausgeleert hatte, es war aber noch etwas Wasser am Boden oder an den Wänden haften geblieben.",
+ "wenn aber durch sich selbst. So nach der gew. Lesart מחמת עצמן durch Feuchtigkeit, die der Weizen aus der Luft aufgesogen hat. — Maim. erklärt מחמת עריבה durch Feuchtigkeit, die der Trog ausschwitzt. Er scheint מחמת עצמה gelesen zu haben. S. תוי״ט. Auch L. hat עצמה.",
+ "Wenn jemand im Sand befeuchtet. So nach unserer Lesart המטנן und auch nach Maim. (ed. Der.) ר״ש .המיטן und רא״ש haben המטמין = vergräbt. — Da der Dünensand stets feucht ist, man also mit der Befeuchtung rechnete. S. ר״ש und רא״ש und die nächste Anm.",
+ "Die Leute aus Machos. Vgl. Erach. III, 2 חולת המחוז und Anm. 10 das. nach Klein ארץ ישראל ist המחוז ein Bezirk oder eine Oertlichkeit in der Gegend von Jabne. — Tos. Erach. II, 8 unterscheidet zwischen חולית של מחוזא und חולית של יבנה.",
+ "hatten einmal im Sande angefeuchtet. טנן und טין feucht sein.",
+ "so habt ihr niemals Reines hergestellt. D. h. Wenn ihr euren Weizen stets in Sand vergraben habt und im Glauben, er sei noch nicht zur Unreinheit befähigt, ihn nicht vor Verunreinigung geschützt habt, so könnt ihr nicht damit rechnen, dass ihr bisher euer Brot in reinem Zustande gegessen habt."
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+ "feucht werden lässt. Man legte Weizen in noch nicht ganz ausgetrockneten Lehm, so dass er etwas angefeuchtet wurde.",
+ "wenn benetzende Flüssigkeit. Wenn der Lehm noch so feucht war, dass durch seine Berührung etwas feucht werden konnte. S. a. Edujot IV, 6.",
+ "כי יותן. טנן und טין feucht sein.",
+ "Wenn jemand seine Tenne besprengt. Damit sich der Staub legt.",
+ "braucht er nicht zu befürchten. Dass sein Getreide durch die Befeuchtung fähig zur Unreinheit wird, weil er das Wasser nur des Bodens wegen sprengte und nicht will, dass das Getreide feucht wird.",
+ "angefeuchtet wurde. Die Übersetzung entspricht dem Sinne. Ganz wörtlich müsste sie lauten: dass er vielleicht Weizen darauf legte und dieser angefeuchtet wurde.",
+ "Wenn jemand Gras sammelte. Um Weizen hineinzulegen, damit er durch den Saft des Grases frisch bleibt. Die Bedeutung von להטו ist hier nur: frisch zu halten.",
+ "um Weizen darin frisch. Um Weizen hineinzulegen, damit er durch den Saft des Grases frisch bleibt. Die Bedeutung von להטו ist hier nur: frisch zu halten.",
+ "כי יותן. Weil ihm nichts daran lag, dass der Weizen von den Tautropfen befeuchtet wurde.",
+ "Wenn er es aber so. Dass das Gras noch taufeucht war.",
+ "dass er sich nicht freute. Wenn die bloße nachträgliche Freude über die Befeuchtung die Fähigkeit zur Unreinheit verursachen würde, so wäre es bei verregnetem Weizen immer der Fall, da man sich freut, wenn er gewaschen wird. Aber nach R. Jehuda wird die Fähigkeit zum Unreinwerden nur dadurch veranlasst, dass man irgend etwas tut, wodurch man zeigt, dass die Befeuchtung erwünscht ist, etwa indem er unterwegs Halt macht, damit der Weizen länger dem Regen ausgesetzt ist. S. a. die folgenden Mischnajot."
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+ "dass er sich nicht freute. Wenn die bloße nachträgliche Freude über die Befeuchtung die Fähigkeit zur Unreinheit verursachen würde, so wäre es bei verregnetem Weizen immer der Fall, da man sich freut, wenn er gewaschen wird. Aber nach R. Jehuda wird die Fähigkeit zum Unreinwerden nur dadurch veranlasst, dass man irgend etwas tut, wodurch man zeigt, dass die Befeuchtung erwünscht ist, etwa indem er unterwegs Halt macht, damit der Weizen länger dem Regen ausgesetzt ist. S. a. die folgenden Mischnajot.",
+ "wenn er die Dachrinne verstopfte. Damit das Regenwasser nicht vom flachen Dach abfließe."
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+ "dass sie sich nicht freuten. Wenn die bloße nachträgliche Freude über die Befeuchtung die Fähigkeit zur Unreinheit verursachen würde, so wäre es bei verregnetem Weizen immer der Fall, da man sich freut, wenn er gewaschen wird. Aber nach R. Jehuda wird die Fähigkeit zum Unreinwerden nur dadurch veranlasst, dass man irgend etwas tut, wodurch man zeigt, dass die Befeuchtung erwünscht ist, etwa indem er unterwegs Halt macht, damit der Weizen länger dem Regen ausgesetzt ist. S. a. die folgenden Mischnajot.",
+ "umdrehten. Damit das Wasser von in die Säcke eindringe.",
+ "freute. Dass das Wasser den Kot abspülte.",
+ "wenn er Halt machte und abspülte. Die Freude über das Wasser an den Füßen, verursacht nur dann die Fähigkeit zur Unreinheit, wenn irgendeine Handlung hinzukommt. S. a. Anm. 30.",
+ "Beim Menschen und unreinen Tier. Z. B. Pferd und Esel, die als Reittiere dienen und bei denen deshalb schmutzige Füße besonders stören; s. רא״ש und תפארת ישר׳",
+ "immer unrein. D. h. macht fähig, unrein zu werden; s. Abschnitt II, 1. Da jeder wünscht, dass seine Füße und die seines Reittieres sauber sind, gibt auch R. Jehuda zu, dass das Hineingehen in den Fluss ohne ein besonderes Zeichen, dass er die Füße abspülen will, genügt."
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+ "Wenn jemand die Räder und das Rindergeschirr zur Zeit des Ostwindes. Durch den heißen Ostwind wird Holz oft rissig; vgl. Hos. 13, 15; Kelim XX, 2.",
+ "damit sie anquellen. Und die Risse sich schließen. √חצץ.",
+ "כי יותן. Da es doch unmöglich ist, dass beim Trinken kein Wasser am Maul bleibt, hat man mit diesem Wasser rechnen müssen, als man das Tier zum Trinken führte.",
+ "כי יותן. Weil es nicht notwendig ist, dass das Tier beim Trinken ins Wasser tritt. S. a. IV, 5.",
+ "angeschwollen. ist das Anschwellen. Kassovsky אוצר לשרן המשנה macht aufmerksam auf Targ. Onk. zu Dt. 8, 4 ורגלך לא בצקה רמסנך לא יחיפו, Rasch liest אף und erklärt: bei ganz großer Hitze.",
+ "und zur Zeit des Dreschens. Wenn man wünscht, dass das dreschende Tier saubere Füße hat.",
+ "ist das Wasser immer unrein. D. h. macht fähig, unrein zu werden; s. Abschnitt II, 1. Da jeder wünscht, dass seine Füße und die seines Reittieres sauber sind, gibt auch R. Jehuda zu, dass das Hineingehen in den Fluss ohne ein besonderes Zeichen, dass er die Füße abspülen will, genügt.",
+ "nicht aber der Gedanke. Vgl. VI, 1."
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+ "das an seinem Munde und an seinem Lippenbart mit hochkommt. Das beim Trinken am Munde und Lippenbart hängen bleiben muss.",
+ "כי יותן. S. zu I, Anm. 4.",
+ "כי יותן. Weil diese Körperteile beim Trinken nicht nass werden müssen.",
+ "Wenn jemand mit einem Fasse schöpft. Wörtlich: füllt.",
+ "das auf seiner Außenwand. Wörtlich: hinter ihm.",
+ "der um seinen Hals. Wohl eine Vertiefung an der Außenseite.",
+ "gerollt. √כון wörtlich: hergerichtet, vgl. Dt. 32, 6 עשך ויכוננך oder √כנן Pi. umwinden vgl. Para VII, 7 המכבן את החבל.",
+ "der für es notwendig. So viel vom Strick unmittelbar am Fass, wie nötig ist, um es damit hochziehen zu können. — An diesem Teil des Strickes sowie an dem um den Fasshals gewundenen und an der Außenseite muss beim Füllen unbedingt Wasser mit hinaufgezogen werden.",
+ "eine Handbreite. Nach Ansicht des nicht genannten anderen Lehrers ist die Länge des Strickstückes von der Größe des Fasses abhängig. Maim.; s. a. הל׳ טומאת אוכלין י״ב ה׳",
+ "Stellte man (das Fass) unter die Röhre, so gilt (für das Wasser. Am Strick und an der Außenseite, weil es nicht notwendig war, dass Wasser an den Strick und die Außenseite kam."
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+ "כי יותן. S. zu I, Anm. 4.",
+ "wenn er ein Erzeuger der Unreinheit. S. Vorbemerkung zu Kelim 1, 4, 6. — Da das Regenwasser ohne seinen Willen auf seinen Körper fiel, wird es nicht einmal unrein; s. מלאכת שלמה und מ״א. S. a. Anm. 14.",
+ "כי יותן. Weil das Wasser jetzt mit seinem Willen von seinem Körper abgeschüttelt wurden. Nach Bet Hillel (I, 2) nur das Wasser, das nicht am Körper bleibt.",
+ "Stand er unter einer Röhre. Aus der Wasser floss.",
+ "beim Unreinen unrein. Da er wünschte, dass das Wasser auf seinen Körper fiel, ist es, als ob es mit seinem Willen aus der Röhre floss, so dass es die Fähigkeit zur Unreinheit veranlasst, selbst erhält und veranlassen kann. War der Mensch, auf den es fiel, unrein, so wird es durch ihn auch verunreinigt.",
+ "כי יותן. Da er wünschte, dass das Wasser auf seinen Körper fiel, ist es, als ob es mit seinem Willen aus der Röhre floss, so dass es die Fähigkeit zur Unreinheit veranlasst, selbst erhält und veranlassen kann. War der Mensch, auf den es fiel, unrein, so wird es durch ihn auch verunreinigt."
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+ "Wenn jemand. Beim Regen.",
+ "damit sie. Die Schüssel. — Wollte man aber durch die Schüssel das Regenwasser auf eine gebaute Wand leiten, um sie abzuspülen, so gilt כי יותז. Bei einer natürlichen Höhlenwand gilt es auch in diesem Falle nicht, da die Flüssigkeiten nur dann zu Unreinheit befähigen können, wenn sie auf Gegenstände fallen sollten, die nicht von Natur aus mit dem Erdboden verbunden sind. Vgl. Sifra, Schemini Parscha 8 und Chul. 16 a.",
+ "כי יותן. S. zu I, Anm. 4.",
+ "nicht. Da ihm doch gar nichts am Regenwasser liegt und er auch nichts unmittelbar zum Abfließen tut. Vgl. Anm. 12 und I, 5 und Anm. 42 das."
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+ "der Regentraufe geflossen. Ohne dass man es gewollt hatte. Man hatte z. B. das Fass bei heiterem Wetter dorthin gestellt. In dem Fasse befinden sich Früchte.",
+ "zerbrechen. Damit die Früchte nicht durch das Wasser zur Unreinheit befähigt werden. Wenn man aber ausgießt, so würde das Wasser, das erst allmählich ausfließt, nach Bet Schammai zur Unreinheit befähigen. Nach Bet Hillel befähigt das gegen seinen Willen noch zurückbleibende Wasser die Früchte nicht zur Unreinheit. Vgl. die Kontroverse I, 2.",
+ "ausgießen. Damit die Früchte nicht durch das Wasser zur Unreinheit befähigt werden. Wenn man aber ausgießt, so würde das Wasser, das erst allmählich ausfließt, nach Bet Schammai zur Unreinheit befähigen. Nach Bet Hillel befähigt das gegen seinen Willen noch zurückbleibende Wasser die Früchte nicht zur Unreinheit. Vgl. die Kontroverse I, 2.",
+ "Sie. Bet Schammai.",
+ "und diese rein bleiben. Nicht zur Unreinheit befähigt werden."
+ ],
+ [
+ "der Regentraufe geflossen ist. Ohne dass man es gewollt hatte. Man hatte z. B. das Fass bei heiterem Wetter dorthin gestellt. In dem Fasse befinden sich Früchte.",
+ "so gilt für das überspritzende und überfließende. Auch nicht für das Wasser im Troge. Da aber nach Bet Schammai sogar für das überspritzende und überfließende Wasser כי יותן gilt, wenn man den Trog zum Ausgießen hoch nahm, ist im ersten Satz gerade von diesem Wasser die Rede. Rosch.",
+ "um es. לשפכה heißt wörtlich, um ihn (den Trog) auszugießen; gemeint ist aber das Wasser. מלאכת שלמד kennt auch die La. לשפכם.",
+ "auszugießen. Wohl auch an derselben Stelle. Nach Bet Schammai gilt für das Wasser ,כייותן sobald er es mit Willen fortbewegt hat. (Rosch. geg. Bart.) S. a. מ״א und Anm. 19. Bet Schammai wenden dies sogar auf das nach dem Hochheben überspritzende und überfließende Wasser an.",
+ "es gilt nicht. Auch nicht für das Wasser im Troge. S. a. Anm. 19.",
+ "der Traufe hineinfließe. Damit der Hof nicht durch das Regenwasser beschmutzt werde. Vgl. Sabb. 12 a und Raschi das.",
+ "für das überspritzende und überfließende Wasser. Und gewiss für das Wasser im Troge.",
+ "es gilt nicht. Für das überspritzende und überfließende Wasser, wohl aber für das Wasser im Troge. Vgl. Sabb. 12 a und Tos. s. v. שבתוכה; s. a. א״ר.",
+ "so geben beide. Auch Bet Hillel lassen in diesem Fall כי יותן sogar für das überspritzende und überfließende Wasser gelten, weil er erstens doch wollte, dass es in den Trog regnet, damit das Wasser nicht in den Hof fließe, und zweitens den Trog hochnahm und nicht auf der Stelle zerbrach. S.",
+ "Wenn jemand die Geräte eintaucht. In ein Tauchbad oder eine Quelle, um es von Unreinheit zu reinigen.",
+ "und wenn jemand sein Kleid in einer Höhle. In der sich Wasser angesammelt hat.",
+ "das an seinen Füßen. Dass seine Hände nass wurden, ist ihm recht.",
+ "gilt nicht. Es ist ihm nicht lieb, dass seine Füße nass wurden.",
+ "Elieser. M. hat R. Elasar, ebenso מלאכת שלמה — Nach Maim. הל׳ טומ׳ אוכלין י״ב scheint R. Elieser gegen einen nicht genannten früheren Lehrer zu streiten; s. a. תוי״ט.",
+ "ohne dass seine Füße beschmutzt. Am feuchten Boden vor der Wassergrube der Höhle.",
+ "das an seinen Füßen mit hochkommt. Da es ihm dann lieb ist, wenn seine Füße abgespült werden."
+ ],
+ [
+ "Hatte jemand. Ein Unreiner, der Erzeuger der Unreinheit אב הטומאה ist. (Maim. Rasch.)",
+ "einen mit Feigbohnen. תורמוס θερμός Feigbohne od. Lupine (Krauß, Lehnw.).",
+ "gefüllten Kasten in ein Tauchbad hineingelassen. Ohne bestimmte Absicht. M. u. L. lesen ונתונה",
+ "so bleiben sie. Weil er kein Interesse hatte, dass die Bohnen und seine Hände nass wurden; befähigt das beim Herausnehmen an ihnen haftende Wasser nicht zur Unreinheit. — S. a. Anm. 43.",
+ "Hatte er sie. Alle Bohnen mit dem Kasten. תוי״ט liest bei Maim. העלה: הל׳ טומאת אוכלין י״ב י״ב diese La. kennt auch מלאכת שלמה in unserer Mischna.",
+ "unrein. Da es ihm wohl lieb war, dass der Kasten abgespült wurde, (s. תוי״ט) gilt das beim Herausnehmen in ihm bleibende Wasser als mit seiner Billigung לרצון geschöpft und befähigt die Früchte zur Unreinheit. Der Kasten wird durch Berührung des unreinen Menschen unrein ersten Grades ראשון לטומאה, und die an ihn anrührenden Früchte werden unrein zweiten Grades שני לטומאה. Das Wasser selbst wird wohl deshalb nicht unrein, weil es ungenießbar ist.",
+ "übrigen Feigbohnen aber rein. Da es ihm wohl lieb war, dass der Kasten abgespült wurde, (s. תוי״ט) gilt das beim Herausnehmen in ihm bleibende Wasser als mit seiner Billigung לרצון geschöpft und befähigt die Früchte zur Unreinheit. Der Kasten wird durch Berührung des unreinen Menschen unrein ersten Grades ראשון לטומאה, und die an ihn anrührenden Früchte werden unrein zweiten Grades שני לטומאה. Das Wasser selbst wird wohl deshalb nicht unrein, weil es ungenießbar ist.",
+ "und er bleibt rein. Wasser, das noch nicht geschöpft ist, befähigt nicht zur Unreinheit. Daher wird der Rettig im Wasser nicht durch die Menstruierende verunreinigt.",
+ "so ist er unrein. Da sie den Rettig abspülen wollte, befähigt das beim Herausnehmen haftende Wasser zur Unreinheit, so dass die Berührung der Menstruierenden verunreinigt."
+ ],
+ [
+ "Waren Früchte in einen Wasserarm. Aus nicht geschöpftem Wasser, das zum Tauchbad geeignet ist. Vgl. Mikw. II, 3.",
+ "dessen Hände unrein waren. Nur die Hände, was nur bei ganz leichter rabbinischer Verunreinigung möglich ist. Vgl. Jadajim III. Zu ihrer Reinigung genügt es, sie selbst ohne den übrigen Körper zu reinigen.",
+ "so sind seine Hände rein. Zur Reinigung nicht heiliger Gegenstände genügt die tatsächliche Reinigung. Vgl. Chul. 31.",
+ "und die Früchte rein. Auch nicht fähig, unrein zu werden, da man kein Interesse daran hatte, dass die Hände oder die Früchte nass wurden.",
+ "so sind seine Hände rein. Zur Reinigung nicht heiliger Gegenstände genügt die tatsächliche Reinigung. Vgl. Chul. 31.",
+ "כי יותן. Da man die Hände abspülen wollte, gilt das beim Herausnehmen an ihnen haftende Wasser als mit seiner Billigung geschöpft und befähigt zur Unreinheit."
+ ],
+ [
+ "Topf in das Tauchbad gestellt und hatte ein Erzeuger der Unreinheit. S. Vorbemerkung zu Kelim 1, 4, 6. — Da das Regenwasser ohne seinen Willen auf seinen Körper fiel, wird es nicht einmal unrein; s. מלאכת שלמה und מ״א. S. a. Anm. 14.",
+ "unrein. Irdene Gefäße werden dadurch unrein, dass ein Erzeuger der Unreinheit אב הטומאה in ihren Hohlraum kommt. Sie können durch das Tauchbad nicht gereinigt werden. — Das Wasser im Topf bleibt aber rein; s. Anm. 54.",
+ "War es nur ein durch Berührung unrein Gewordener. Ein Unreiner ersten Grades ראשון לטומאה, der die Hand in den Topf gehalten hatte. — Durch ihn können Geräte nicht unrein werden.",
+ "mit einer der übrigen Flüssigkeiten. Der sechs Flüssigkeiten, die neben Wasser zur Unreinheit befähigen. S. Abschnitt VI, 4.",
+ "so sind sie unrein. Die sechs Flüssigkeiten werden durch den Unreinen ersten Grades unrein im zweiten Grade.",
+ "denn Wasser reinigt nicht die übrigen Flüssigkeiten. Die einzige Flüssigkeit, die im Tauchbad rein werden kann, ist Wasser. Doch ist der Grundbegriff für seine Reinigung nicht das Untertauchen ,טבילה sondern die Vereinigung mit dem Tauchbad השקה. Vgl. Bez. 17 b, Raschi s. v. ושוין. S. a. Mikw. X, 6 תוי״ט s. v. אין. — Das Wasser im Topf bleibt wegen seiner Vereinigung mit dem Tauchbad rein."
+ ],
+ [
+ "Wenn man in einen Kanal. קילון = κήλων eigentlich: Brunnenschwengel, dann Kanal (Kr. Lehnw.) Nach Aruch ist es ein kleiner Kanal, um das Wasser von einem Felde zum andern zu leiten. S. a. Mo’ed. k. I, 1; Mikw. VIII, 1. — Nach Aruch hat man mit Absicht Früchte in den Kanal gelegt. — Nach Maim. ist קילון eine hölzerne oder irdene Röhre.",
+ "leitet. Wörtlich: füllt.",
+ "so ist es drei Tage lang unrein. Befähigt zur Unreinheit, wenn man Früchte hineinlegte und sie beim Herausnehmen feucht waren. 3 Tage lang bleibt der Kanal gewöhnlich feucht. (So nach Rabed zu הל׳ טומאת אוכלין י״ג א׳ ; s. d. כ״מ und תוי״ט zur Mischna.)",
+ "Wenn es. Das Wasser.",
+ "Wenn es. Nach Tosefta II, 9 streitet R. Akiba nicht mit dem nicht genannten ersten Lehrer, sondern erklärt ihn nur."
+ ],
+ [
+ "Waren auf Holzstücke Flüssigkeiten. Nach Maim. handelt es sich um eine der sieben Flüssigkeiten (s. VI, 4), die mit seiner Billigung auf das Holz fielen, nach Rasch um unreine Flüssigkeiten. S. a. תוי׳׳ט.",
+ "rein. Befähigt nicht zur Unreinheit (nach Maim.).",
+ "wenn es mehr. Als die Flüssigkeiten.",
+ "unrein. Nach Maim. befähigt zur Unreinheit, weil es seinem Wunsche gemäß auf das Holz kam. Nach Rasch wird das seinem Wunsche gemäß auf das Holz geregnete Wasser gleichzeitig fähig zur Unreinheit und durch die unreinen Flüssigkeiten tatsächlich verunreinigt.",
+ "auch wenn es mehr. Als die Flüssigkeiten.",
+ "unreine. Auch nach Maim.: wirklich unrein תוי״ט.",
+ "rein. Da das Regenwasser mit den unreinen, eingesogenen Flüssigkeiten nicht in Berührung kommt. S. a. תוי״ט und מ״א.",
+ "nur mit reinen Händen einheizen. Weil unreine Hände, das Regenwasser verunreinigen würden und dieses wieder den irdenen Ofen.",
+ "frisch waren und man hatte mit ihnen eingeheizt und die aus ihnen ausquellenden Flüssigkeiten. Ihr natürlicher Saft, der wie Fruchtsaft nicht unrein werden kann, quillt beim Beginn des Heizens heraus.",
+ "sind mehr als die Flüssigkeiten. Die unreinen.",
+ "so sind sie. Die aus dem Saft und den eingesogenen Flüssigkeiten gemischten Flüssigkeiten. Nach R. Simon kann der Saft des Holzes ebenso wie das ohne seinen Willen hierauf gefallene Regenwasser die unreinen Flüssigkeiten majorisieren. Vgl. Tosefta II, 11."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "so reinigte das zweite Wasser das erste. Da er mit Absicht im ersten Flusse getaucht hatte, gilt das beim Heraussteigen an ihm haftende Wasser als mit seiner Billigung לרצון vom Flusse losgelöst und kann zur Unreinheit befähigen. Dagegen ist er durch den zweiten Fluss nur notgedrungen gegangen, so dass das aus diesem Fluss stammende Wasser nicht zur Unreinheit befähigt. Das Wasser des zweiten Flusses spült das vom ersten noch haftende ab, so dass das nun verbleibende nicht zur Unreinheit befähigt.",
+ "Hatte sein Gefährte in seiner Trunkenheit. Also ohne Absicht. — לִשׇׁבְרוׄ Kal. inf. cstr., vgl. Hag. I, 6. Liv. liest לִשׇׁבְרוׄ erklärt wohl; infolge seines Rauschtrankes. L. hat ,לשוברו so auch der in מ״ש zitierte R. Jehoseph. Er erklärt לשוברו… כדי להזיקו. Maim. הל׳ טומאת אוכלין י״ג ו׳ in ed. Konstantinopel 1509 und in den meisten Ausgaben hat auch לשבר או לשבר בהמתו. Allerdings liest bei Maim. לשכרו או לשכר בהמתו (so auch ed. Wilna 1900) und erklärt, aus Ärger wegen des nicht gezahlten Lohnes. — Der in der Note zu Rasch zit. R. Jizchak aus Simponte liest לשׁוׄברוׄ.",
+ "ihn. Nach dem Tauchen oder Baden.",
+ "hinabgestoßen und ebenso sein Tier. Nach dem Tauchen oder Baden.",
+ "כי יותן. Weil beim scherzhaften Hinabstoßen das nochmalige Baden beabsichtigt wird. — Nach der Ansicht, dass nur die Absicht des Besitzers zur Unreinheit fähig werden lässt, müssen die Früchte mit Zustimmung ihres Besitzers mit dem Wasser am Körper des Hinabgestoßenen befeuchtet sein. S. I, Anm. 2."
+ ],
+ [
+ "nicht. Da der Schwimmer nicht beabsichtigte, zu spritzen.",
+ "Vogel. Ein Spiel, um Wasserblasen hervorzurufen. Man bläst mit einem Rohr ins Wasser, so dass Blasen entstehen. Vgl. Maim. und Rosch. Etwas Wasser spritzt zuweilen in die Höhe, etwas bleibt im Rohr. Es lag aber nicht in der Absicht des Spielenden, Wasser wegzuspritzen."
+ ],
+ [
+ "damit sie trocknen. Manche Früchte sind ganz nass, manche nicht. Nun rollt man alle herum, damit die nassen schneller trocknen. Hierbei werden aber bisher trockene Früchte angefeuchtet.",
+ "gilt nicht. Da er doch nicht die trockenen Früchte befeuchten, sondern die feuchten trocknen wollte."
+ ],
+ [
+ "grube nach ihrer Tiefe wie nach ihrer Breite mißt. Um festzustellen, wieweit das Wasser reicht.",
+ "כי יוחן. Für das am Meßstabe oder an der Hand beim Heraufziehen haftende Wasser, weil man durch dieses Wasser die Tiefe des Wassers in der Grube erkennt. R. Tarphon meinte, dasselbe gelte auch für das Messen der Breite. Nach Tosefta II, 14 gab er später zu, dass beim Messen der Breite כי יותן nicht gilt, weil hierbei der Stab oder die Hand nicht unbedingt nass werden müssen. Vgl. a. IV, 1.",
+ "כי יותן. Für das am Meßstabe oder an der Hand beim Heraufziehen haftende Wasser, weil man durch dieses Wasser die Tiefe des Wassers in der Grube erkennt. R. Tarphon meinte, dasselbe gelte auch für das Messen der Breite. Nach Tosefta II, 14 gab er später zu, dass beim Messen der Breite כי יותן nicht gilt, weil hierbei der Stab oder die Hand nicht unbedingt nass werden müssen. Vgl. a. IV, 1."
+ ],
+ [
+ "nicht. Da man nicht wünscht, dass Wasser anhaftet. Das Fehlen des Wassers wäre ihm ebenso lieb, um dadurch festzustellen, dass auch in der Grube kein Wasser ist. Und auch wenn dort Wasser ist, so würde man dies wissen, auch ohne dass Wasser beim Heraufziehen an der Hand, dem Fuß oder dem Stabe bleibt.",
+ "כי יותן. Für das am Meßstabe oder an der Hand beim Heraufziehen haftende Wasser, weil man durch dieses Wasser die Tiefe des Wassers in der Grube erkennt. R. Tarphon meinte, dasselbe gelte auch für das Messen der Breite. Nach Tosefta II, 14 gab er später zu, dass beim Messen der Breite כי יותן nicht gilt, weil hierbei der Stab oder die Hand nicht unbedingt nass werden müssen. Vgl. a. IV, 1.",
+ "nicht. Da man da Aufspritzen nicht wünschte.",
+ "und das auf dem Stein ist rein. Wenn der Stein aus dem Wasser ragt und auf diesem Teil etwas Wasser bleibt. —כי ירתן gilt hierfür nicht, weil man ja nicht wünschte, dass das Wasser bleibe (vgl. Anm. 11). Wenn es durch die Feuchtigkeit an den Wänden noch in Verbindung mit dem Wasser in der Grube ist, gilt es noch als nicht geschöpftes Wasser und kann auch nicht unrein werden. S. תוי״ט."
+ ],
+ [
+ "Wenn man auf das wollige Fell. Vgl. Sabb. IV, 1.",
+ "außerhalb des Wassers. Des Flusses oder der Grube, wo man das Fell gewaschen hatte.",
+ "כי יותן. Weil Wasser mit Absicht herausgepresst wird. Vgl. I, 2.",
+ "im Wasser. Wörtlich: in das Wasser. Man hebt beim Waschen das Fell etwas aus dem Wasser und schlägt darauf, damit der Schmutz aus der Wolle fließe Da immer wieder neues Wasser vom Flusse in die Wolle eindringt, hat er an dem ausfließenden Wasser kein Interesse. (Rosch.)",
+ "dass es mit dem Schmutze herausgeht. Nach R. Jose hat man wohl Interesse, dass Wasser herausfließt, damit immer wieder neues Wasser eindringe, das bei seinem Ausfließen wieder etwas Schmutz mit sich nimmt."
+ ],
+ [
+ "am Anker. So Rosch. Nach Maim. ist es eine Vertiefung im Schiff, in der sich Wasser ansammelt. Nach Aruch ׳רגל הספינה (vielleicht: Kiel) oder Ankertau. Nach Krauß, Talm. Altert. ist עקל Kielschwein, ein schwerer Balken, der zur Verstärkung des Kieles auf ihm liegt.",
+ "nicht. Da ihm nichts daran liegt, dass das Wasser hier haftet.",
+ "Netzen und Garnen. מצודות und רשתות sind wohl Arten von Netzen, מכמרות Garne.",
+ "כי יותן. Weil man das Abfließen wünschte. S. I, 2.",
+ "Wenn man das Schiff in das große Meer. Als Beispiel ist das große Meer, das die Küste Palästina bespülende Mittelmeer, gewählt.",
+ "quellen zu lassen. Die durch die Hitze auf dem Trocknen rissig gewordenen Planken.",
+ "um ihn zu härten. Der glühende Nagel wird durch kaltes Wasser gehärtet.",
+ "כי יותן. Weil man wünschte, dass das Wasser auf die Gegenstände kam."
+ ],
+ [
+ "Für eine Schutzdecke. D. h. für das auf die Decke gefallene Regenwasser. — Nach Maim. dient die Decke dazu, die auf dem Tische stehenden Speisen vor Regenwasser und Staub zu. schützen. Nach Rasch und Rabed (zu הל׳ טומאת אוכלין י״ג י״א) ist sie eine Schutzdecke für den Tisch des Geldwechslers. — Der R. Hai zugeschr. Kommentar stellt קסיא mit קשתותיו Ex. 25, 29 zusammen.",
+ "nicht. Da man ja nicht wünscht, dass es darauf regne.",
+ "כי יותן. Weil man das Abfließen wünschte. S. I, 2."
+ ],
+ [
+ "Jeder Ausguss. Der Strahl des Gusses einer Flüssigkeit, die von einem Gefäß in das andere geschüttet wird.",
+ "bleibt rein. Wenn das untere Gefäß unrein ist, so bleibt die Flüssigkeit im oberen rein, weil der Strahl des Gusses nicht als Verbindung gilt. S. a. Tohor. VIII, 9.",
+ "außer dem des Siphim. Nach R. Simon ben Lakisch (Sota 48b) heißt der Honig nach den Bewohnern des Ortes Siph (Jos. 15, 55).",
+ "und des Zapachat. Nach Maim. ist auch Zapachat ein Ortsname. — Nach Rasch und Rosch ist צפחת ein Brei aus Honig und Mehl; vgl. צפיחית Ex. 16, 31.",
+ "weil er sich zurückzieht. √סלד sich zurückziehen Vgl. Sabb. 40 b יד סולדת, wo Raschi erklärt: נמשכת לאחוריה und hinweist auf Hi 6, 10 ואסלדה בחילה. Weil von diesen Flüssigkeiten Teilchen, die bereits im unteren Gefäß waren, beim Absetzen des oberen von der noch dort befindlichen Masse zurückgezogen werden."
+ ],
+ [
+ "Wenn man. Andere als die in der vorigen Mischna genannten dicken Flüssigkeiten von einem reinen in ein unreines Gefäß gießt.",
+ "rein. Weil im allgemeinen der Strahl des Gusses nicht als Verbindung gilt.",
+ "unrein. Weil der aus dem unreinen Gefäß aufsteigende heiße Dunst auf die kalte obere Flüssigkeit einwirkt und als Flüssigkeit betrachtet wird. (Bart., s. a. תוי״ט). Das gilt nach dem ersten Lehrer nur, wenn die obere Flüssigkeit kalt ist und der aufsteigende heiße Dunst feucht auf sie niederschlägt.",
+ "ist stärker. Die untere ist heißer als die obere. — Mordechai Chul. VIII, 715 liest כוחו של תחתיו יפה משל עליון (nicht וכחו). Danach würde nach R. Simon, auch wenn beide Flüssigkeiten gleich heiß sind, die obere unrein werden, weil die Wirkung der unteren stärker als die der oberen ist. S. תוי״ט."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Frau mit reinen Händen in einem unreinen Topf herumrührt. Mit einem Löffel.",
+ "unrein. Der Niederschlag des Dampfes der unreinen Flüssigkeit gilt wie diese selbst; vgl. Anm. 36.",
+ "so ist der Topf. Nach Maim.: Die Speise im Topf. S. a. Sabim V, 12.",
+ "unrein. Der Dampf gilt als Flüssigkeit und verbindet die Speise im Topf mit den Händen, so dass die Speise durch die Hände verunreinigt wird, als hätten die Hände sie berührt.",
+ "tropft. Nach R. Jose gilt der Dampf nicht als Flüssigkeit, wohl aber sein feuchter Niederschlag. Dieser wird durch die Hände unrein und verunreinigt die Speise.",
+ "so ist der Wein. Der aus den Beeren tropfende Saft.",
+ "in der Schale rein. Er kann nicht unrein werden und Früchte nicht zur Unreinheit befähigen, weil er noch nicht als Flüssigkeit gilt.",
+ "in ein Gefäß gießt. Erst dann gilt der Saft als Flüssigkeit.",
+ "wenn sie tropfen lassen. Wo der Saft nur dann als Flüssigkeit gilt, wenn man ihn benutzen will. S. VI, 8."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "wegen. Damit sie nicht milbig werden. כנימה Würmer, Milben.",
+ "כי יותן. S. Abschnitt I, Anm. 4.",
+ "Hatte er es beabsichtigt. Dass der Tau die Früchte benetze. Ebenso gilt כי יותן nach Tos. B. b. 97 a s. v. לא auch wenn es ihm nachträglich lieb ist, dass die Früchte vom Tau befeuchtet sind. S. a. Einleitung, Anm. zu 3a.",
+ "nicht aber der Gedanke. Vgl. III, 8."
+ ],
+ [
+ "die getrockneten Feigen. קציעה eigentlich das Abgeschnittene, dann das vom Block der getrockneten und gestampften Feigen abgeschnittene Stück; danach קציעות wohl überhaupt: getrocknete Feigen.",
+ "damit sie frisch. So Rasch, nach מתונתא (feuchte Erde) Pes. 47 b. Das Frischbleiben soll nicht durch Tau oder Regen erzielt werden, sondern durch die Luft. — Maim. erklärt: damit sie sich halten.",
+ "nicht. Auch wenn Tau oder Regen auf sie fällt.",
+ "Alles Kraut der Märkte. בית השוקים wohl = שוקים.",
+ "ist unrein. Weil die Verkäufer sie mit Wasser begießen, um sie frisch zu halten, und sie dann mit unreinen Händen berühren.",
+ "Jehuda erklärt das frische. Nach R. Meir ist das auf dem Markt feilgebotene Kraut deshalb unrein, weil die Verkäufer den Knoten des Bundes mit dem Mund öffnen und dabei das Kraut mit Speichel befeuchten. Es ist aber zu befürchten, dass die Verkäufer an Samenfluss leiden. — S. מ״א und א״ר.",
+ "Alle groben und feinen Mehlarten der Märkte. בית השוקים wohl = שוקים.",
+ "sind unrein. Weil das zum Verkauf auf dem Markt bestimmte Getreide vor dem Mahlen gewaschen wird und das hierdurch zur Unreinheit befähigte Mehl von Unreinen berührt sein kann.",
+ "Die halb. So nach Abaje in Moed. kat. 13 b. Nach Krauß, Lehnw. ist חילקה halica Speltgraupe; טרגיס = τράγος Weizengraupe; טסני = πτισάνη Gerstengraupe. S. a. die Erklärung R. Dime’s a. a. O. Zu כונתא חילקא, das nach Raschi und R. Chananel mit כותמת erläutert wird.",
+ "drittel. So nach Abaje in Moed. kat. 13 b. Nach Krauß, Lehnw. ist חילקה halica Speltgraupe; טרגיס = τράγος Weizengraupe; ססני = πτισάνη Gerstengraupe. S. a. die Erklärung R. Dime’s a. a. O. Zu כונתא חילקא, das nach Raschi und R. Chananel mit כותמת erläutert wird.",
+ "- und viertelkörnigen. So nach Abaje in Moed. kat. 13 b. Nach Krauß, Lehnw. ist חילקה halica Speltgraupe; טרגיס = τράγος Weizengraupe; ססני = πτισάνη Gerstengraupe. S. a. die Erklärung R. Dime’s a. a. O. Zu כונתא חילקא, das nach Raschi und R. Chananel mit כותמת erläutert wird.",
+ "Graupen sind überall. Weil die Graupen immer vor dem Mahlen gewaschen werden, auch wenn sie nicht zum Verkauf auf dem Markt bestimmt sind."
+ ],
+ [
+ "Alle Eier stehen in der Annahme der Reinheit außer denen der Verkäufer von Flüssigkeiten. Weil anzunehmen ist, dass die Verkäufer mit unreinen Händen an die Flüssigkeiten kamen und dann mit den Händen, an denen unrein gewordene Flüssigkeit haftet, die Eier berührt haben. Denn es lag ihnen nichts daran, dass die Eierschalen durch die Flüssigkeit beschmutzt wurden.",
+ "rein. Weil dann die Verkäufer mit Rücksicht auf die Früchte darauf achten, dass ihre Hände trocken sind.",
+ "Alle Fische. Alle toten Fische; s. a. Ukz. III, 8.",
+ "sind in der Annahme der Unreinheit. Da sie gewöhnlich nass sind und mit unreinen Händen berührt werden.",
+ "Jehuda sagt ein Stück vom Altit. אלתית, L. איילתית, eine Fischart.",
+ "und die spanische Makrele. Krauß, Lehnw. sub. אספני und Löw z. St.",
+ "sind in der Annahme der Reinheit. Da ihnen nach dem Tode das Wasדer schadet, sorgt man dafür, dass sie trocken sind.",
+ "Jede Salzlake ist in der Annahme der Unreinheit. Weil sie nach Maim. Wasser enthält, nach Rasch zum überwiegenden Teil aus Wasser besteht und man befürchten muss, dass ein Unreiner sie berührt hat. S. a. Anm. 26.",
+ "Auf alles Angeführte ist der Am ha-Arez. Eigentlich: das Landvolk, dann der Mann aus dem Volke, der außer vor Besuch des Heiligtums oder dem Genuss von Opfern nicht auf die Reinheitsgesetze achtet. Vgl. Chagiga II, 7 und Anm. 42.",
+ "es sei rein. Nach Jerusch. Demai II, 3 ist er beglaubt, auszusagen, dass all die angeführten Speisen nicht durch Flüssigkeiten zur Unreinheit befähigt wurden, also nicht unrein werden konnten. Doch ist er nicht zu der Aussage beglaubt, sie seien zwar zur Unreinheit befähigt, aber nicht unrein geworden.",
+ "außer auf die (Lake. So nach unseren Lesarten חוץ משל דגה. Der Grund hierfür könnte sein, dass in der Fischlake in der Regel überwiegend Wasser ist, also von selbst zur Unreinheit befähigt ist. Vgl. auch die vorige Anm. — Vielleicht ist [ציר] דגה identisch mit dem oben genannten ציר. — Die älteren Kommentatoren (Maim. Rasch, Rosch, auch Bart.) scheinen חוץ מן הדגה zu lesen, so auch L. Dann heißt es: außer auf die Fische. Nach Rosch meint der Am ha Arez, man dürfe das Wasser des Netzes auch auf den toten Fisch fließen lassen, ohne ihn zur Unreinheit zu befähigen. דגה kollekt. für דגים.",
+ "weil man es. Das oben Angeführte. Aus der Tatsache, dass es üblich ist, die genannten Dinge ihm anzuvertrauen, ersieht man, dass er beglaubt ist. So erklären Rasch, Rosch, Bart. — Nach א״ל und כ״א beziehen sich die Worte מפני שהן מפקידין auf חוץ משל דגה (bezw. חוץ מן הדגה) und wollen begründen, warum der Am ha Arez hierfür nicht beglaubt ist: weil die Fischlake (oder die Fische) in seinem Hause sind, ist hier mehr zu befürchten, dass die Fischlake durch stärkeren Zusatz von Wasser oder die Fische durch Aufgießen von Wasser zur Annahme der Unreinheit befähigt wurden.",
+ "ist unrein. Nach Maim., dem Bart. folgt, handelt es sich um Fischlake, in der kein Wasser ist, sondern nur Flüssigkeiten, die nicht zur Unreinheit befähigen, etwa Fruchtsaft. (S. d. nächste Mischna). Wenn jetzt etwas Wasser hineinfällt, so wird die Lake zur Unreinheit befähigt; es ist dann zu befürchten, dass sie durch Berührung verunreinigt wird. — Zur Rechtfertigung dieser Erklärung gegenüber Bechor. 23 b s. חזון נחום z. St. Nach Rasch und Rosch. wird Lake, die zur Hälfte aus Wasser besteht, nicht unrein. Wir nehmen an, dass der Am ha Arez bis zur Hälfte Wasser zugesetzt hat. Wenn nur noch etwas Wasser hinzukommt, besteht die Lake zum überwiegenden Teil aus Wasser und kann durch Berührung eines Unreinen verunreinigt werden. Vgl. hierzu Bechor. 23 b. S. a. Raschi und Tos. das., und תוי״ט z. St."
+ ],
+ [
+ "Sieben Flüssigkeiten sind es. Die durch Benetzung Speisen zur Unreinheit befähigen. — Tosefta Sabb. VIII (IX) 23 ff lehrt, dass gerade diese 7 Flüssigkeiten in der Bibel als solche gekennzeichnet werden. Nach Maim. können von allen Getränken auch nur diese 7 Flüssigkeiten unrein werden. S. bes. הל׳ טומאת אוכלין א׳ ד׳ und dagegen Rabed. — Die Flüssigkeiten verlieren nach Maim. טומאת אוכלין א׳ י״ט — כ״ב הל׳ im in geronnenem Zustande ihren Charakter; s. dagegen Rabed das.",
+ "die Milch und Bienenhonig. Nur Bienenhonig. Dattelhonig kann als Speise, aber nicht als Getränk gelten. S. Tosefta Tohor. II, 5 und Maim. הל׳ טומאת אוכלין א׳ פ״א. S. a. תוי״ט s. v. שרעה.",
+ "Wespenhonig. שבעה ist wohl wie in der Bibel: Wespe. Nach unsrer La in Raschi Bechor 7 b bedeutet צרעין eine Heuschreckenart; s. a. R. Gerschom das., der nur גזין als Heuschreckenart erklärt.",
+ "ist rein. Nach Maim. kann er nie unrein werden; s. a. Anm. 27. — אך ע׳ בכורות ז׳, טהור אלמא בעי מחשבה ופירש״י טהור מלקבל טומאת אוכלין דסתמיה לאו לאכילה עד שיחשוב עליו.",
+ "und zum Essen erlaubt. Ebenso wie der Honig der Bienen, obwohl Biene und Wespe selbst unrein sind, weil der Honig nicht vom Körper des Tieres gebildet wird. S. Bechor. 7 b."
+ ],
+ [
+ "Unterarten vom Wasser. Die die gleichen Bestimmungen haben. Vgl. Anm. 27.",
+ "Urin. Nur der Menschen.",
+ "von Erwachsenen wie von Kindern. So nach א״ר und תפארת ישר׳. Auch Maim. scheint es so aufzufassen, da er nicht auf die ungewöhnliche Bedeutung von מי רגלים גדולים aufmerksam macht. — Rasch, Rosch, Bart. verstehen unter מי רגלים גדולים flüssige Darmentleerung, unter מ^ר קטנים Urin. S. a. תוי״ט und Anm. 54 und 59.",
+ "Unterarten des Blutes. Die die gleichen Bestimmungen haben. Vgl. Anm. 27.",
+ "das nach dem Schlachten eines reinen Haustieres, Wildes und Vogels (ausfließende. Nur das nach dem Schächten langsam fließende Blut. Chul. 36a. Für den während des Schneidens ausströmenden Strahl gilt die gleiche Bestimmung wie für das Blut des Aderlasses. Maim. הל׳ טומאת אוכלין י׳ ג׳. Der Ausdruck תולדות לדם bezieht sich nicht eigentlich auf das langsam fließende Blut, das ja die Hauptart des Blutes ist. Vgl. מלאכת שלמה.",
+ "das zum Trinken. Nur wenn es dazu bestimmt ist, dass Tiere davon trinken.",
+ "Molke. מי חלב = aram. נסיובי דחלבא. (Pes. 42 a) Molke.",
+ "ist wie Milch. Hinsichtlich der Befähigung zur Unreinheit, aber nicht hinsichtlich des Verbotes, Fleisch mit Milch zu kochen. S. Chul. 114 a.",
+ "Der aus Oliven fließende Saft. Der bald nach dem Pressen tropfende dunkle Saft (Rasch). Zur La. מוחל s. תוי״ט zu Eduj. VI, 4.",
+ "weil der Saft nicht ganz ohne Oel. Wörtlich: weil der Saft nicht aus dem Oel herausgeht. Der Saft an sich gilt nach R. Simon nicht als Oel. S. a. Tohor. IX, 3.",
+ "Das Blut des Kriechtieres ist wie sein Fleisch. Und kann es auch zur Linsengröße ergänzen; vgl. Me’ila IV, 2.",
+ "Wir haben nichts dem Entsprechendes. Dass Blut ganz wie Fleisch verunreinigt תפ׳ ישר׳ ;א״ר. Nach Rosch bezieht es sich auch darauf, dass das Blut nicht zur Unreinheit befähigt. Dies ist allerdings nach R. Elieser (in der nächsten Mischna) auch beim männlichen Samen und nach R. Elasar ben Asarja (das.) auch beim Blut einer Menstruierenden und nach R. Simon (das.) auch beim Blute eines Toten der Fall."
+ ],
+ [
+ "Folgende verunreinigen. Vgl. Kel. I, 3 und Nid. VII, 1.",
+ "und befähigen. Gleichzeitig. Denn unreine Flüssigkeiten befähigen auch ohne Billigung שלא ברצון s. I, 1.",
+ "der Fluss. In den vorangehenden Mischnajot ist der Samenfluss nicht erwähnt, weil dort nur von reinen Flüssigkeiten die Rede ist. בל״א.",
+ "vom Toten. Vgl. Ohal. II, 2. S. a. תוי״ט.",
+ "und das Blut der Menstruierenden. Vgl. Kel. I, 3 und Nid. VII, 1.",
+ "Männlicher Samen befähigt nicht zur Unreinheit. Weil sie nicht als eigentliche Flüssigkeiten gelten.",
+ "Blut des Toten befähigt nicht zur Unreinheit. Weil sie nicht als eigentliche Flüssigkeiten gelten.",
+ "Fiel es. Das Blut bezw. der Samen.",
+ "so kratzt man ihn. Den Kürbis; man darf das Blut oder den Samen nicht mit verzehren, schon weil es widerwärtig wäre.",
+ "er bleibt aber rein. Da nach Ansicht des betreffenden Tanna der Kürbis nicht zur Unreinheit befähigt war."
+ ],
+ [
+ "Folgende. Auch wenn sie von einem am Fluss Leidenden u. ä. abgehen.",
+ "der Schwei. Vgl. I, 2.",
+ "Kot. רעי = ראי fester Kot. S. a. Anm. 34",
+ "das mit ihnen. Mit Eiter und Kot. Hiernach kann unter מי רגלים גדולים keinesfalls Blut, das bei der Darmentleerung abgeht, gemeint sein; s. a. Anm. 34.",
+ "und eine Flüssigkeit. Auch solche wie Speichel, die bei einem lebensfähigen Menschen verunreinigen.",
+ "die von einem Achtmonatkind. Auch wenn es noch lebt. Vgl. Maim. und Rasch.",
+ "außer seinem Blute. Das bei ihm wie bei einem Lebensfähigen betrachtet wird.",
+ "wenn jemand Wasser von Tiberias. Von den heißen Quellen, das als Abführmittel genommen wurden. S. תוי״ט zu Mischna 5.",
+ "obwohl es klar abgeht. Trotzdem gilt es als Kot. — Nach der oben (Anm. 34) gebrachten Ansicht von Rasch und Rosch, dass flüssige Darmentleerung zur Unreinheit befähigen, ist es auffällig, dass es bei Wasser von Tiberias, das den Darm durchflossen hat, nicht der Fall ist. S. תוי״ט und מלאכת שלמה zu Mischna 5, die eine Erklärung versuchen.",
+ "Elasar erklärt diese. Vom Schlachten unreiner Tiere und vom Aderlass.",
+ "für unrein. Können unrein werden und zur Unreinheit befähigen.",
+ "Milch des Mannes ist rein. Kann auch nicht zur Unreinheit befähigen, weil sie nicht als Flüssigkeit, sondern nur als Ausschwitzung gilt. (Rasch.)."
+ ],
+ [
+ "Die Milch der Frau verunreinigt. Und befähigt zur Unreinheit.",
+ "mit Billigung. Kann auch nicht zur Unreinheit befähigen, weil sie nicht als Flüssigkeit, sondern nur als Ausschwitzung gilt. (Rasch.).",
+ "und ohne Billigung. Ob sie der Brust mit Billigung oder ohne Billigung entzogen wurde. S. o. Abschnitt I, 1.",
+ "Die Milch des Tieres verunreinigt nur mit Billigung. Wenn man wollte, dass sie aus dem Euter floss.",
+ "Hierbei liegt doch ein Schluss vom Leichteren auf das Schwerere. קל וחׇֹמֶר_ so die traditionelle Vokalisation. Hierzu und zu den Formen קל וׅחָמוּר_ und קל וׅחֹמֶר vgl. Ostrowsky מדות שהתורה נדרשת בהן S. 62—64.",
+ "die nur für Kleine bestimmt ist. Und trotz des beschränkten Kreises seiner Verbraucher ohne weiteres als benutzbare Flüssigkeit gilt.",
+ "Da entgegneten sie. Seine Kollegen, die nicht genannten Weisen, die gesagt hatten, dass die Milch des Tieres nur mit Billigung verunreinigt.",
+ "das Blut ihrer Wunde unrein ist. Auch wenn es ohne ihre Billigung ausgeflossen ist (Raschi zu Sabb. 143/144). Der Flüssigkeitscharakter der Frauenmilch beruht aber auf dem des Blutes (vgl. hierzu Nid. I, 4).",
+ "bei dem das Blut seiner Wunde rein ist. So dass der Flüssigkeitscharakter der Tiermilch nicht von dem des Tierblutes abgeleitet werden kann.",
+ "Ich erschwere bei Milch mehr als bei Blut. Nach R. Akiba wird der Flüssigkeitscharakter der Frauenmilch nicht von dem des Blutes abgeleitet, sondern von der Tiermilch, die nach Ri 4, 19 ותפתח את נאוד החלב ותשקהו als Flüssigkeit betrachtet wird (s. Tosefta zu Sabb. VIII (IX) 26). (תוספות לע״ק) S. a. Tos. zu Sabb. 144a s. v. מחמיר. Deshalb können die Bestimmungen für Frauenmilch nicht schwerer als die für Tiermilch sein. Eher müsste aus dem anfangs von R. Akiba angegebenen Grund (Tiermilch ist für alle bestimmt) Tiermilch erschwerende Bestimmungen haben. — Andererseits kann vom Blut keine leichtere Bestimmung für die Tiermilch geschlossen werden, da in mancher Hinsicht Milch schwerere Bestimmungen als Blut hat.",
+ "Denn wenn man zu Heilzwecken melkt. Weil das Tier unter der Milch leidet. (Raschi Sabb. 144a.)",
+ "unrein. Kann unrein werden und zur Unreinheit befähigen.",
+ "rein. Nimmt keine Unreinheit an und befähigt nicht zur Unreinheit. R. Akiba lernt also wie der nicht genannte erste Lehrer in der vorigen Mischna, nicht wie R. Elasar. Da dieser als Schüler R. Akibas schwerlich gegen ihn streitet, ist anzunehmen, dass unter R. Akibas Schülern ein Streit über die Ansicht des Meisters war und dass unsere Mischna die Ansicht des in der vorigen Mischna nicht genannten ersten Schüler R. Akibas wiedergibt.",
+ "Körbe von Oliven und Trauben können als Gegenbeweis dienen. Nämlich dafür, dass bei ausfließenden genießbaren Flüssigkeiten ein Unterschied besteht, ob sie mit oder ohne Billigung ausfließen. Vgl. I, 1. — Daher kann auch bei Tiermilch hierzwischen unterschieden werden. Dass diese Unterscheidung bei Frauenmilch nicht gemacht wird, ist eine Ausnahme.",
+ "bei denen es sich anfangs um Speise und zuletzt um Flüssigkeit handelt. Solange der Saft in der Frucht ist, gilt er als ein Teil von ihr, also als Speise; ist er ausgeflossen, gilt er als Flüssigkeit.",
+ "So weit ging die Antwort. Die R. Akiba den Weisen gegeben hat. — Bis hierher geht die Kontroverse zwischen R. Akiba und seinen Kollegen. — Die Schlusssätze sind die Diskussion zwischen R. Akiba und seinen Schülern, denen er die obige Kontroverse mitgeteilt hatte.",
+ "Von hieran und weiter haben wir. Die Schüler.",
+ "Regenwasser kann als Gegenbeweis dienen. Nämlich dafür, dass auch sonst bei Flüssigkeiten, die nie als Speise gelten, zwischen dem Abfließen mit und ohne Billigung unterschieden wird, wie es R. Akibas Gegner hinsichtlich der Tiermilch behauptet haben.",
+ "sondern für Ländereien und Bäume. Da Regenwasser eine Flüssigkeit ist, die nicht zumeist zum menschlichen Gebrauch bestimmt ist, sondern für Erde oder Dinge, die mit ihr von Natur verbunden sind, so kann es nur unrein werden und zur Unreinheit befähigen, wenn man es billigte, dass es auf bewegliche oder wenigstens ursprünglich bewegliche Gegenstände falle. Vgl. Abschnitt IV, 3 und Anm. 16."
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+ "\nEinleitung.\nDer Name מכשירין bedeutet „Befähiger“, d. h. Flüssigkeiten, die Lebensmittel befähigen, unrein zu werden. Der Traktat lehrt, welche Flüssigkeiten diese Fähigkeit veranlassen, und unter welchen Bedingungen.\nDie Grundlage der Vorschriften des Traktates sind die Verse: „Jede Speise, die gegessen wird, auf welche Wasser kommt, wird unrein, und jede Flüssigkeit, die getrunken wird, kann in jedem Gerät unrein werden“ (Levit. 11, 34): „Und wenn von ihrem Aase auf irgendwelchen Aussaatsamen, der gesät wird, fällt, so bleibt er rein. Wird aber Wasser auf den Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist er auch unrein“ (Levit. 11, 37 u. 38).\nDie Befähigung, unrein werden zu lassen, besitzen neben Wasser noch sechs andere Flüssigkeiten; die Fähigkeit, unrein zu werden, gilt für alle Lebensmittel. Ukz. III, 1 ; Maim. הל׳ טומאת אוכלין פ״א הל׳ א׳. Aus den Worten „in jedem Gerät“ (Vs. 34) wird geschlossen, daß nur das vom Boden getrennte (תלושים), aber nicht das mit ihm verbundene Wasser (מחוברים) zur Unreinheit befähigt. Aus dem Umstande, daß im Vs, 38 das Wort יֻתַּן nach dem Konsonantentext auch יִתֵּן gelesen werden könnte, aber der Ueberlieferung nach יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59b u. ö.) gefolgert, daß die Befeuchtung zwar nicht durch einen Menschen vollzogen sein muß, aber seine Billigung (ניחא ליה) haben muß.\nEs ist nun zu besprechen: 1. welche Flüssigkeiten Lebensmittel zur Unreinheit befähigen können, 2. in welchen Fällen Wasser als vom Boden getrennt betrachtet wird und 3. wann die Befeuchtung als mit Billigung vollzogen gilt.\n1. Außer Wasser befähigen noch folgende sechs Flüssigkeiten zur Unreinheit: Tau, Wein, Oel, Blut, Milch und Bienenhonig (Abschnitt VI, 4). In der Tosefta, Sabb. VIII (IX) wird nachgewiesen, daß sie in der Bibel als Flüssigkeiten betrachtet werden. Der Sifra, Schemini Par. 8 lehrt, daß die Fruchtsäfte — außer Wein und Oel — nicht zur Unreinheit befähigen können, weil sie nicht schlechthin mit ihren Namen bezeichnet werden, sondern nur als Saft der verschiedenen Früchte (מי תותים מי רמונים).\n2. Als mit dem Boden verbunden מחוברים gilt nicht nur das Wasser in Flüssen und das Wasser, das sich ohne Zutun des Menschen in Gruben oder Zisternen angesammelt hat, sondern auch das in Gruben oder Zisternen hineingeleitete. (Sifra a. a. O.). Wenn z. B. ein Unreiner Früchte im Wasser einer Grube berührt, bleiben sie rein (Vgl. IV., 6).\n3. a) Die Billigung kommt in Betracht hinsichtlich der Loslösung des Wassers*) vom Böden und hinsichtlich der Befeuchtung der Lebensmittel. Es ist aber nicht nötig, daß man die Befeuchtung von Anfang an gebilligt hat. Es genügt auch die nachträgliche Billigung, so lange die Befeuchtung anhält (Vgl. I, 1). Das Wasser befähigt aber nur dann zur Unreinheit, wenn es mit Rücksicht auf einen ursprünglich oder auch jetzt noch beweglichen Gegenstand losgelöst war, nicht aber, wenn mit ihm etwa eine Höhlenwand bespült werden sollte. (Vgl. IV, 3 und Anm. 16; Maim. הל׳ טומאת אוכלין פ׳ י״ב הל׳ ג׳).\nb) Ob die Billigung sich auf die Loslösung des Wassers vom Boden und auf die Befeuchtung der Lebensmittel beziehen muß, darüber herrschen verschiedene Meinungen. Nach Maimonides (Kommentar zu I, 1 und הל׳ טומאת אוכלין פ׳ י״ב הל׳ ב׳ ג׳) muß sie sich auf beides beziehen. Wäre also z. B. Wasser aus einer Quelle, ohne das es dem Menschen lieb war, in ein Gerät geflossen, so würde es Früchte, die man absichtlich hineinlegt, nicht zur Unreinheit befähigen.\nDagegen genügt nach Raschi (Chul. 16a) die Billigung des Feuchtseins, auch wenn das Wasser nicht mit Billigung losgelöst war. (S. d. s. v. לענין הכשר: לצורך מחובר לא מכשירין אא״כ נחיא ליה בנפילת פרות לתוכן). Ebenso befähigt das Wasser, dessen Loslösung gebilligt war, auch dann Früchte zur Unreinheit, wenn es sie nicht befeuchten sollte. (S. v. אם נפלו אח״כ על הפרות … אפי׳ לא :בשביל אחשבינהו לצורך חני פרות). Derselben Ansicht sind auch Rabed (הל׳ טומאת אוכלין פ׳ י״ב הל׳ ב׳ ג׳), Rasch und Rosch.\nNach Bart (zu III, 6) scheint zur Billigung der bloße Gedanke zu genügen. Doch ist dies nach Auffassung des Kommentars משנה אחרונה (zu I, 1) nicht richtig, es ist vielmehr nötig, das man ausdrücklich sagt, die Befeuchtung sei erwünscht. S. a. תוספות י״ט zu Kelim XXV, 9.\nd) Maim. הל׳ טומאת אוכלין פ׳ י״ב הל׳ א׳ bemerkt ausdrücklich, daß nur die Billigung der Eigentümer von Bedeutung ist. Dies scheint auch die allgemeine Auffassung zu sein. Doch zitiert Raschba (zu Chul. 31 b s. v. פרות) eine Ansicht von Tosafot — in unseren Angaben fehlt sie —, daß auch die Billigung eines Fremden genügt. (S, hierzu משנה אחרונה zu I, 1).\nMit Ausnahme einer Abschweifung (II, 5—11) behandelt der Traktat fast nur sein Thema. Die erste Mischna sagt einleitend, daß die Befähigung zur Unreinheit in der Regel von einer ZuStimmung des Menschen bedingt ist (Vgl. oben Nr. 3). Die nächsten Mischnajot behandeln die Fälle, in denen Regenwasser von den Bäumen, Kräutern und vom Körper des Menschen und seiner Kleidung abfließt (I, 2—5). Im Anschluß daran werden Befeuchtungen behandelt, die nur in gewissem Sinne als vom Menschen gewünscht betrachtet werden können (I, 6). Die ersten Mischnajot des zweiten Abschnittes sprechen über den feuchten Niederschlag der Ausschwitzungen von Menschen und Wänden (II, 1—3). Da hierbei unter Umständen ein zahlenmäßiges Verhältnis eine Rolle spielt, werden zuerst mehrere Fälle aus den Reinheitsgesetzen (3—4), dann aber aus ganz anderen Gebieten angeführt, in denen das Zahlenverhältnis von Bedeutung ist (5—11). Der dritte Abschnitt behandelt zuerst die Wirkung von Feuchtigkeit, die von Lebensmitteln angezogen werden (III, 1—5). Im Anschluß daran wird über die Einwirkung des Taues, Regens und des Flußwassers gesprochen, insbesondere, wenn Früchte, Tiere, Geräte und Menschen sich im Fluß befanden und beim Hochkommen Wasser an ihnen haften blieb (III, 5—IV, 1). Die weiteren Michnajot des vierten Abschnittes beschäftigen sich zuerst mit der Wirkung des Regenwassers, das benutzt werden oder zur Verhinderung von Schädigungen abgeleitet werden soll (IV, 2—5). Ueber Früchte und andere Gegenstände, die in natürliehen Wasseransammlungen von einem Unreinen berührt oder aus ihnen genommen werden, sprechen die Mischnajot 6—8. Mischna 9 bespricht, wann ein Bewässerungskanal als ausgetrocknet gelten kann. Den Charakter von Flüssigkeiten, die in Holz eingedrungen sind, behandelt Mischna 10. Der fünfte Abschnitt spricht über verschiedene Einzelfälle : vom Baden (1), Schwimmen (2) dazwischen von verregneten Früchten, die z. T. beim Abtrocknen befeuchtet werden (3), vom Wasser, das beim Ausmessen einer Grube benetzt (4, 5), das beim Abwaschen von Fellen ausgepreßt wird (6), das am Schiff und seinen Geräten haftet, und das von einer Schutzdecke abgeschüttelt wird (8). Die letzten Mischnajot des Abschnittes erörtern, in wie weit der Strahl der Flüssigkeit, die aus einem Gerät in das andere gegossen wird, als Verbindung gelten kann, und wie weit dies bei aufsteigendem Dampf der Fall sein kann (9—11). Die ersten Mischnajot des sechsten Abschnittes lehren, in welchen Fällen der Tau die Früchte auf dem Dach zur Unreinheit befähigt (VI 1, 2). Dann wird besprochen, welche Lebensmittel auf dem Markte als rein gelten können (2, 3). Erst gegen Ende des Traktates erfahren wir, daß es sieben Flüssigkeiten sind, die zur Unreinheit befähigen (6), welches ihre Unterarten sind, und in welchen Fällen die Befähigung von der Billigung abhängig ist (5—8).\n"
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+ "Jede Flüssigkeit. Jede von den 7 Flüssigkeiten: Tau, Wasser, Wein, Oel, Blut, Milch, Bienenhonig. S. weiter Abschnitt VI, 4 ff. — S. a. Einleitung zum Traktat.",
+ "die anfangs die Billigung hatte. Vgl, hierzu die Einleitung. — Nach Maim. kann Wasser nur dann Lebensmittel zur Unreinheit befähigen, wenn es von seiner Ursprungsstelle zur Benutzung für bewegliche Gegenstände losgelöst war. „Anfangs“ heißt nach ihm nur: beim Befeuchten der Lebensmittel. — Nach den meisten Kommentatoren, wie Raschi (Chul. 16a), Rasch, Rosch. ist die Billigung bei der Loslösung nicht unbedingt notwendig. „Anfangs“ bedeutet nach ihnen: bei der Loslösung von der Ursprungsstelle. S. a. מ״א. Die Billigung muss nach Maim, und wohl den meisten Kommentatoren vom Eigentümer der Lebensmittel ausgehen; nach Tosafot (zitiert bei Raschba zu Chul. 31b) ist es nicht nötig. S. die Einleitung.",
+ "obwohl sie nachträglich. Nach Maim. kann „nachträglich“ nur bedeuten: nachdem die Lebensmittel bereits befeuchtet waren. Nach Raschi, Rasch, Rosch.: nach der Loslösung von der Ursprungsstelle beim Befeuchten der Lebensmittel, oder auch: nachdem sie bereits befeuchtet waren.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "Unreine. Vgl. Anm. 2. — Nach Maim. kann es sich hier um Wasser handeln, das ohne Billigung von der Ursprungsstelle losgelöst war, also — nach Maim. — in reinem Zustande nicht zur Unreinheit befähigt. Nach Raschi, Rasch, Rosch. müsste das Wasser ohne Billigung in ein unreines Gefäß geflossen sein. Durch dieses kann es aber nach Ansicht R. Meirs (Tosefta II) auch ohne Billigung unrein werden. (Vgl. Sabb. 17 a und zu unserer Mischna חידושי רש״ש gegen ר״א. — Es kann sich aber auch um Flüssigkeiten handeln, die als Ausflüsse eines Unreinen von Natur unrein sind.",
+ "Flüssigkeiten verunreinigen mit Billigung und ohne Billigung. Weil Unreinheit und Fähigkeit zur Unreinheit gleichzeitig eintreten; in diesem Falle ist die Billigung nicht nötig (Maim., Bart.)."
+ ],
+ [
+ "um Speisen oder einen unreinen Gegenstand. Den etwa ein Rabe auf einen Zweig gelegt hatte.",
+ "so gilt. Für Regenwasser, das beim Schütteln herabtropft.",
+ "כי יותן. Weil man ja das Wasser nicht abschütteln wollte; s. a. Anm. 4.",
+ "um Flüssigkeiten von ihm herabfallen zu lassen. Dann war das Wasser also mit Billigung, לרצון vom Baume abgeschüttelt.",
+ "da sagen Bet Schammai : sowohl für herunterfallendes (Wasser. Wenn es auf Speisen fällt, nach Rasch auch ohne Billigung des Besitzers, nach Maim. nur mit Billigung. S. Anm. 2; s. a. מ״א.",
+ "bleibende. Weil er beabsichtigt hatte, das Wasser vom Baume abzuschütteln, gilt auch das verbleibende wie das mit seinem Willen abgeflossene; vgl. Kel. XXV, 9 כל הכלים יורדים לידי טומאתן במחשבה S. מ״א.",
+ "aber für das auf ihm (bleibende. Auch das Regenwasser, das durch das Schütteln auf einen anderen Zweig fiel. Maim. הל׳ טומאת אוכלין פי״ג הל׳ ט״ו",
+ "dass es völlig herunterfallen sollte. Da für dieses Wasser seine Absicht nicht erfüllt wurde, befähigt es nicht zur Unreinheit."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand den Baum schüttelt. Nach Maim. im Kommentar (in den gew. Ausgaben) Bart.: um Früchte abzuschütteln. Nach רא״ש u. Maim. הל׳ טומ׳ אוכלין פי״ג ר׳ ט''ז (s. d. כסף משנה) um Wasser abfließen zu lassen.",
+ "und er. So nach den meisten Lesarten. ונפל bedeutet dann: der Baum fällt mit dem Regenwasser auf den anderen. Rosch und Bart. lesen ׳ונפלו ergänzen מים und erklären: das Wasser von diesem ersten Baum fiel auf den zweiten und von diesem auf den Samen oder das Gemüse.",
+ "fällt auf einen anderen oder einen Zweig. Vgl. Richter 9, 48 שוכת עצים.",
+ "und er. So nach den meisten Lesarten. ונפל bedeutet dann: der Baum fällt mit dem Regenwasser auf den anderen. Rosch und Bart. lesen ׳ונפלו ergänzen מים und erklären: das Wasser von diesem ersten Baum fiel auf den zweiten und von diesem auf den Samen oder das Gemüse.",
+ "und unter ihnen ist Samen. Unter זרע sind Getreide und Hülsenfrüchte verstanden. S. hierzu Maim. הל׳ כלאים פ״א ה''ה",
+ "das noch mit dem Boden verbunden ist. Nach Maim. (Kommentar) und Bart. war der Samen oder das Gemüse begossen. Nach Maim. הל׳ טומאת אוכלין und רא״ש werden sie durch das Regenwasser befeuchtet. (Vgl. Anm. 15)",
+ "es gilt. Für das Wasser auf dem Samen oder dem Gemüse, auf das jetzt Früchte fallen. Nach Maim. (Komm.) und Bart. sind es die abgeschüttelten, nach רא״ש und Maim. הל׳ ט״א irgendwelche Früchte.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "es gilt für es. Für das Wasser auf dem Samen oder dem Gemüse, auf das jetzt Früchte fallen. Nach Maim. (Komm.) und Bart. sind es die abgeschüttelten, nach רא״ש und Maim. הל׳ ט״א irgendwelche Früchte.",
+ "nicht. Weil die Früchte bezw. das Wasser nicht unmittelbar vom ersten Baum auf den Samen oder das Gemüse geschüttelt sind. Wären — nach Bart. und Maim. Komm. — die Früchte unmittelbar auf den mit Wasser begossenen Samen oder das Gemüse herabgeschüttelt, so wären sie auch nach Bet Hillel mit Zustimmung des Besitzers befeuchtet und daher zur Unreinheit vorbereitet. — Ebenso würde — nach רא״ש und Maim. הל׳ ט״א — das unmittelbar auf den Samen herabgeschüttelte Wasser als mit Zustimmung des Besitzers auf den Samen geflossen gelten und abgeschnittene Früchte zur Unreinheit befähigen können.",
+ "Josua. Zur Unterstützung der Bet Hillel, dass das Wasser nicht zur Unreinheit befähigt.",
+ "im Namen des Abba Jose Chali Kufri aus Tab’n. L. vokalisiert טַבְעון. Ein Dorf Tab’un liegt nach Horovitz ארץ ישראל ושכנותיה S. 285, am Fuße des Karmel, ein Ort ‘Aja Tab’un nordöstlich Djenin. Klein ארץ ישר׳ S. 60 nennt ein Tab’un südwestlich vom galiläischen Betlehem; Meg. 24 b werden אנשי טבעונים erwähnt. Mehrmals findet sich der Ortsname טבעין: s. Horovitz a. a. O. — הלי כופרי wird von Maim. ohne nähere Erklärung als Beiname bezeichnet. Maim. liest ׳חולי קופרי Aruch und Juchassin Hasch., S. 70 חליקופרי; nach Aruch soll es ein Beiname nach dem Orte sein.",
+ "wenn es eine unreine. Hier im uneigentlichen Sinn: zur Unreinheit befähigend.",
+ "bis man die Absicht hat und gibt. Bis man Früchte mit Absicht befeuchtet (Bart.), bezw. Flüssigkeit mit Absicht an eine bestimmte Stelle leitet (רא׳׳ש). Hier sollten die Früchte nicht auf den befeuchteten Samen, bezw. das Regenwasser nicht auf den Samen fallen."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand ein Bund Kraut schüttelt. Um Wasser, das gegen seinen Willen auf es gekommen war, abzuschütteln.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "gilt nicht (für das Wasser. Weil er das Wasser nicht auf die untere Seite, sondern ganz abschütteln wollte. S. מ״א.",
+ "müssen wir etwa da befürchten. D. h.: in Konsequenz eurer Ansicht müsste man es befürchten, während es in Wirklichkeit nichts schadet.",
+ "von einem Blatt zum andern fließt. Und imstande wäre, Speisen zur Unreinheit zu befähigen.",
+ "aber das Bündel sind viele Stengel. Beim Bündel ist das Wasser seiner Absicht gemäß wenigstens vom oberen Stengel abgeschüttelt (vgl. Mischna 3) beim einzelnen Stengel ist die Absicht, das Wasser von ihm abzuschütteln, gar nicht erreicht.",
+ "zieht. Vgl. weiter in Traktat IV, 7.",
+ "und ihn an das Ufer des Flusses stellt. Damit das Wasser abfließt.",
+ "von der oberen Seite zur unteren läuft. Man befürchtet es nicht. Das Wasser, das, wie beabsichtigt, von den oberen Früchten abfließt und auf den unteren bleibt, befähigt nicht zur Unreinheit. Ebenso kann das Wasser, das von den oberen Stengeln des Bundes auf die unteren geflossen ist, nicht zur Unreinheit befähigen.",
+ "כי יותן. Da er doch beim Hinstellen damit rechnen musste, dass das Wasser vom oberen Sack auf den unteren fließen werde.",
+ "Jose. R. Jose streitet nicht mit Bet Hillel, sondern mit dem nicht genannten ersten Lehrer über die Ansicht der Bet Hillel. In der Tosefta, I, 4 haben wir eine Kontroverse über unseren Fall zwischen R. Jose und R. Jehuda. Ebenso wie in unserer Mischna lässt R. Jose Bet Hillel auch das Wasser, das auf den unteren Sack floss, nicht zur Unreinheit befähigen, während es nach Bet Schammai hierzu befähigt. R. Jehuda bringt dort die divergierenden Ansichten der älteren Tannaim: Nach R. Elieser befähigt das abfließende Wasser bei einem und bei zwei Säcken zur Unreinheit, nach R. Josua in keinem Falle, nach R. Akiba das Wasser auf dem unteren Sacke, aber nicht auf dem oberen. Also ist die von dem nicht genannten Lehrer in unserer Mischna wiedergegebene Ansicht der Bet Hillel nach R. Jehudas Auffassung die R. Akibas, wohl in der Ansicht der Bet Hillel. R. Jose streitet danach gegen R. Jehuda.",
+ "Der untere ist rein. Ist nicht zur Unreinheit befähigt. Vgl. Anm. 24."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand Schnittlauch. Schnittlauch, hebraisierte Deminutivform vom aram. כרת כרתי. S. Löw. Flora II, S. 133 f,",
+ "ausdrückt. Um Regenwasser oder Tau abfließen zu lassen. Die meisten Lesarten הממחק ; Bart, liest nach Keritut 15 b. המוחק.",
+ "oder sein Haar. Das vom Regen befeuchtet war.",
+ "mit. So nach der gewöhnlichen Lesart בכסותו. S. hierzu ׳מ״א dass die Besonderheit des Falles darin besteht, dass auch das im Gewand befindliche Wasser nicht zur Unreinheit befähigt. Rasch und Bart. lesen nach Kerit. 15 b ובכסותו und erklären einfach: wer sein Haar oder sein Gewand auspresst, um das Regenwasser zu entfernen.",
+ "da sagt R. Jose: Für das ausfließende (Wasser. Das, wie von ihm beabsichtigt, abfließt, obwohl es ihm nicht lieb war, dass der Lauch oder sein Haar verregnet war. Vgl. Tos. Kerit. 15 b s. v. והיוצאין.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "dass von allem. D. h. vom ganzen Lauch oder Haar.",
+ "herausfließen sollte. Also ist für dieses Wasser seine Absicht nicht erfüllt. Falls der Lauch abgeschnitten war, wird er nach Samuel, (Kerit. 15 b), durch das abfließende Wasser zur Unreinheit vorbereitet."
+ ],
+ [
+ "ob sie gut sind. Wenn sie durch den Hauch des Mundes feucht werden, lassen sie sich schnell kochen (Maim.). Nach dieser Erklärung geht der Streit der Tannaim darum, ob diese leichte Befeuchtung wie Schweiß betrachtet wird, der nicht zur Unreinheit befähigt, oder wie Speichel. S. weiter II, 1. — Nach Rasch und Bart, wurden die Linsen durch Speichel befeuchtet; s. aber מ״א.",
+ "כי יותן. Lev. 11, 38. Wird aber Wasser auf Samen gegeben, und es fällt von ihrem Aase darauf, so ist es euch unrein. — Aus dem Umstande, dass יֻתַּן den Konsonanten nach יִתֵּן gelesen werden könnte, aber nach der Überlieferung יֻתַּן gelesen wird, wird (Kid. 59 b u. ä.) geschlossen, dass die Befeuchtung der Lebensmittel nicht durch einen Menschen vollzogen werden muss, aber seine Billigung haben muss. מה יתן דניחא ליה אף יותן דניחא ליה.",
+ "mit dem Finger isst. Und befeuchtet den Finger, damit die Körnchen an ihm haften bleiben.",
+ "dann gilt für die Flüssigkeit auf der Hand. Die unbeabsichtigt außer auf den Finger auf andere Teile der Hand kam. Aber die Flüssigkeit am Finger befähigt auch nach den Weisen zur Unreinheit. (Rasch). — Anders Maim. הל׳ טומאת אוכלין פי״ד ט״ו; s. aber מ״א",
+ "Wenn jemand seine Früchte wegen der Diebe. Um die Früchte zu verbergen.",
+ "nicht. Da man es lieber hätte, die Früchte wären nicht befeuchtet. — Nach Rasch handelt es sich um Regen- und Flusswasser; nach Maim. kann es auch geschöpftes Wasser sein. S. o. Anm. 2.",
+ "Einst hatten Bürger von Jerusalemihren Feigenkuchen. S. Para XI, Anm. 21.",
+ "wegen der Sikarim. Hier im Sinne von Räubern oder requirierenden Soldaten. סיקרין entspricht wohl den סיקריקון Gittin V, 6.",
+ "ihnen für rein. D. h. als noch nicht befähigt, unrein zu werden. Vgl. Anm. 24. — S. a. Anm. 49.",
+ "damit er sie mit sich fortführe. Um sie nicht tragen zu müssen, lässt er sie — wohl in einen Kasten oder Korb — von der Strömung bis an eine bestimmte Stelle treiben, und die Früchte werden nass.",
+ "nicht. Da man es lieber hätte, die Früchte wären nicht befeuchtet. — Nach Rasch handelt es sich um Regen- und Flusswasser; nach Maim. kann es auch geschöpftes Wasser sein. S. o. Anm. 2."
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+ "Gruben. בור ist rund, שיח länglich, מערה viereckig und überdacht; vgl. Bab. k. 50 b.",
+ "Gräben. בור ist rund, שיח länglich, מערה viereckig und überdacht; vgl. Bab. k. 50 b.",
+ "und Höhlen. בור ist rund, שיח länglich, מערה viereckig und überdacht; vgl. Bab. k. 50 b.",
+ "ist rein. Befähigt nicht zur Unreinheit, da Schweiß nicht zu den 7 (VI, 4) aufgezählten Flüssigkeiten, die zur Unreinheit befähigen, gehört.",
+ "Der Schweiß der Menschen ist rein. Befähigt nicht zur Unreinheit, da Schweiß nicht zu den 7 (VI, 4) aufgezählten Flüssigkeiten, die zur Unreinheit befähigen, gehört.",
+ "so ist sein Schweiß rein. Da er als Ausschwitzung des Körpers und nicht als Wasser gilt.",
+ "so ist sein Schweiß unrein. Dieser Schweiß befähigt zur Unreinheit, weil er mit dem am Körper haftenden Wasser vermischt ist (Maim.) Das geschöpfte Wasser kann zur Unreinheit befähigen, da es doch zur Benutzung geschöpft war. — Kam man aber in nicht geschöpftes Wasser, so befähigt es nicht zur Unreinheit, falls man versehentlich in das Wasser geriet. Wollte man aber baden, so gilt das am Körper haften bleibende Wasser als mit seiner Billigung von seinem natürlichen Boden losgelöst und kann zur Unreinheit befähigen. תוי״ט."
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+ "Der Wasserdunst eines unreinen Bades. Mit geschöpftem unreinen Wasser. מרחץ ist hier und Mischna 5 weiblich gebraucht wie Me’ila V, 4.",
+ "ist unrein. Es kann gleichzeitig Speisen fähig machen, unrein zu werden und sie verunreinigen.",
+ "כי יותן. Befähigt Speisen, Unreinheit anzunehmen (s. 1, Anm. 4), auch wenn das Wasser von selbst in das Bad geflossen war, da man wollte, dass Wasserdunst aufsteigt (רא״ש)",
+ "bassin. Nach Rasch und Bart. ist auch das Bassin mit geschöpftem unreinem Wasser angefüllt. Der zweite Satz der Mischna will dann lehren, dass nur der Wasserdunst, der vom Bassin stammt, unrein ist, nicht aber feuchte Ausdünstungen der Wände. — Nach מ״א dient das Bassin nicht zum Baden. Der Mischnasatz will lehren, dass nur der aus dem unreinen Bassin stammende Wasserdunst unrein ist und zur Unreinheit befähigt; der aus reinem Bassin stammende befähigt auch nicht zur Unreinheit, weil man ja den Dunst nicht (absichtlich) hervorrufen wollte."
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+ "in gleicher Entfernung. Wörtlich: Hälfte zur Hälfte.",
+ "Hat man unreines Eisen. S. Kelim XI, 4.",
+ "In Nachttöpfen. Die gew. Lesart ist גסטרא .גסטריות nach Löw bei Krauß, Lehnw. γαστήρ irdener Topf. Aruch, Maim. (ed. Dérenb.) lesen גצריות",
+ "wenn der größere Teil vom Unreinen. Den Götzendienern, die nach rabbinischer Vorschrift wie Samenflüssige verunreinigen.",
+ "Wenn auf Abgusswasser. Das in der Regel unrein ist.",
+ "Regenwasser geflossen ist und der größere Teil stammt vom Unreinen. Das Abgusswasser ist das Unreine, das Regenwasser das Reine.",
+ "Wenn der größere Teil vom Reinen. Das Abgusswasser ist das Unreine, das Regenwasser das Reine.",
+ "Wenn zuerst das Abgusswasser da war. Dann hatte man sicher nicht daran gedacht, das auf es fallende und hierdurch beschmutzte Regenwasser zu genießen; daher wird es von dem Abgusswasser nicht verunreinigt. S. רא״ש und מ״א; s. a. תרי״ט.",
+ "unrein. Da man das ursprünglich saubere Regenwasser zum Genuss verwenden wollte, wird es von dem unreinen Abgusswasser verunreinigt. S. רא״ש; nach seiner Auffassung wird nur das in einem Gerät aufgefangene Regenwasser unrein, nach Maim. טומאת אוכלין פ״ב כ״ו auch in einer Grube."
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+ "Wer sein Dach abspült. Mit Abgusswasser . Und es bleibt Wasser auf dem Dach. — רא״ש liest המטהר statt הטורף.",
+ "wenn der größere Teil vom Unreinen. Das Abgusswasser ist das Unreine, das Regenwasser das Reine.",
+ "Wenn der größere Teil vom Reinen. Das Abgusswasser ist das Unreine, das Regenwasser das Reine.",
+ "stammt. Nach Tosefta I, 8 ist das Überwiegen des Regenwassers daran zu erkennen, dass dickere Tropfen herunterfallen.",
+ "schneller tropft. Wörtlich: mehr tropft. Nach der Tosefta: dass die Tropfen in kürzeren Abständen fallen."
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+ "das am Sabbat im Betrieb ist. Wörtlich: ein Bad, das baden lässt. Auch hier ist מרחץ weiblich gebraucht wie in der zweiten Mischna. L. vokalisiert מְרַחֶצֶת",
+ "so darf man sofort. Nach Sabbatausgang.",
+ "Nichtjuden sind. Da das Bad am Sabbat mehr mit Rücksicht auf die Nichtjuden geheizt wurde.",
+ "so muss man solange. Nach Sabbatausgang.",
+ "halb und halb muss man solange. Da das Bad am Sabbat mehr mit Rücksicht auf die Nichtjuden geheizt wurde.",
+ "wenn eine Regierung. Eine nichtjüdische Regierung, die verlangt, dass für den Fürsten oder für angesehene Beamte immer ein Bad zur Verfügung steht. S. Sabb. 151 a."
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+ "Wurde dort. In solcher Stadt.",
+ "Gemüse. Das am Sabbat gepflückt war.",
+ "so kann man es sofort. Nach Sabbatausgang.",
+ "wenn die Mehrheit der Bewohner Nichtjuden sind. Weil es dann mehr mit Rücksicht auf die Nichtjuden gepflückt war.",
+ "so muss man solange. Nach Sabbatausgang.",
+ "aus einem nahen Ort. Wo solch’ Gemüse wächst, auch wenn das zum Verkauf angebotene von weiter her stammt.",
+ "Wenn eine Regierung. Mit Rücksicht auf die jedenfalls Gemüse zum Verkauf in die Stadt gebracht wird. S. a. Anm. 23."
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+ "Fand man dort. In solcher Stadt.",
+ "so ist es als Nichtjude. So dass man ihm den Juden verbotene Speisen geben darf.",
+ "als Israelit. So dass man ihm keine verbotene Speisen geben darf. Auch insofern, als er für den Hornstoß seines nicht stößigen Ochsen nur den halben Schaden ersetzen muss. S. Bab. k. IV, 3 und die Anm. dort, sowie Ket. 15 b.",
+ "die Kinder aussetzen. Wo Nichtjuden mehr Kinder aussetzen als Juden, ist trotz der größeren jüdischen Bevölkerung das Kind als Nichtjude zu betrachten."
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+ "Fand man dort. In solcher Stadt.",
+ "so braucht man ihn nicht auszurufen. Damit der Verlierer sich melde. Vgl. hierzu Baba Mezia, II.",
+ "Heiden. Da sie ihrerseits nicht bekanntgeben, wenn sie einen Gegenstand eines Juden gefunden haben. Wo aber Nichtjuden Fundgegenstände dem Juden zurückgeben, ist auch der Jude religionsgesetzlich zur Bekanntmachung und Rückgabe des Fundes verpflichtet. Vgl. Meiri in Schitta mekubb. zu Bak. k. 38 a, am Rande der Wilnaer Ausgabe.",
+ "Fand man dort Brot. Und ist im Zweifel, ob es nicht verbotenes heidnisches Brot ist, oder ob es zwar Brot eines Juden ist, aber eines Am haarez, der nicht auf die levitischen Reinheitsgesetze achtet.",
+ "so richtet man sich nach der Mehrheit der Feinbrotesser. Nach Erklärung von תוי״ט wurde vielleicht am Orte des ersten, nicht genannten Lehrers das Feinbrot in den Familien gebacken, im Orte R. Jehudas das Kleiebrot.",
+ "so richtet man sich nach der Mehrheit der Kleiebrotesser. Nach Erklärung von תוי״ט wurde vielleicht am Orte des ersten, nicht genannten Lehrers das Feinbrot in den Familien gebacken, im Orte R. Jehudas das Kleiebrot."
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+ "so richtet man sich nach der Mehrheit der Metzger. Sind die meisten Metzger Juden, ist es zum Essen erlaubt, allerdings nach Rab. (Chul. 95 a) nur, wenn man sah, wie jemand das Fleisch verlor, nur nicht weiß, ob der Verlierer Jude war. Vgl. hierzu Jore Dea 63.",
+ "die gekochtes Fleisch essen. Auch wenn die meisten Metzger Juden sind, ist das Fleisch verboten, wenn die meisten Verbraucher, die es kochen, Nichtjuden sind."
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+ "frei. Für gelegentliches Essen אכילת ארעי, da für den Familiengebrauch die Abgabepflicht erst beim Einfahren in den Hof oder das Haus eintritt. So nach מ״א, תפארת ישר׳, מ״ש; s. a. תוי״ט und Maim. הל׳ מעשר פ׳ י״א הל׳ ס׳ ופ״ג ה״ב.",
+ "ist man verpflichtet. Die Abgaben zu leisten, bevor man auch nur gelegentlich von ihnen essen will.",
+ "halb und halb ist es zweifelhaft. Hier hat דמאי nicht die gewöhnliche Bedeutung: nach rabbinischer Vorschrift zur Abgabe der Zehnten, aber nicht der Priesterhebe verpflichtet, weil die Priesterhebe sicher gegeben ist; vgl. Traktat Demai. Hier bedeutet es einfach: „zweifelhaft“. (א׳׳ר und מ״א), auch hinsichtlich der Priesterhebe. — Hinsichtlich der Abgaben ist allerdings auch ein Zweifel, wenn die meisten die Früchte für den Hausgebrauch bestimmen, da es doch möglich ist, dass der Eigentümer sie bereits auf dem Felde oder im Garten abgeschieden hat. Aber wenn die gleiche Zahl der Bauern Selbst-Verbraucher und Verkäufer ist, so ist mehr mit der Möglichkeit, dass die Abgaben erhoben sind, zu rechnen, als wenn die meisten Selbstverbraucher sind. Man dürfte also in hiernach verschiedenen Gegenden gefundene Früchte nicht zusammen verzehnten. S. תפארת ישר׳.",
+ "Wenn ein Israelit und ein Nichtjude in einen Vorratsraum legen. Abgabepflichtige Früchte.",
+ "so gilt es als sicher. Dass die Abgaben von den Früchten, die man dem Vorratsraum entnimmt, nicht abgeschieden sind. — Nach der Ansicht, dass in Palästina auch die Felder eines Nichtjuden abgabepflichtig sind (vgl. Pea IV, 9 und Gitt. 47 a), muss man von diesen Früchten die Priesterhebe und die Zehnten wie von solchen nehmen, von denen sie sicher noch nicht abgeschieden waren.",
+ "es gilt als zweifelhaft. Hier hat דמאי wohl die gewöhnliche Bedeutung; vgl. Anm. 40.",
+ "wenn das meiste vom Israeliten. Einem Am Haarez, bei dem man befürchten muss, dass er die Zehnten nicht abgeschieden hat. Man muss also zweifelshalber jedenfalls vom ersten Zehnten ein Zehntel als Priesterhebe und den zweiten Zehnten abscheiden. S. Bart. und תוי״ט.",
+ "halb und halb gilt als sicher. Dass die Abgaben nicht abgeschieden sind, da selbst bei der Annahme, dass die dem Vorratsraume entnommenen Früchte von der Hälfte des Israeliten stammen, die Zehnten nicht sicher gegeben wurden. Es spricht also eine mehr als 50 prozentige Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Zehnten nicht gegeben sind. Hinsichtlich der Priesterhebe scheint aber nur der Zweifel zu herrschen, ob die Früchte von der Hälfte des Israeliten oder des Nichtjuden stammen; denn wenn sie vom Israeliten stammen, ist die Priesterhebe als abgeschieden zu betrachten.",
+ "so gilt es als zweifelhaft. S. Anm. 43. — Nach Ansicht der Weisen sind Felder eines Nichtjuden nicht abgabenpflichtig. (Maim. Bart.). Aber alle Früchte gelten als ׳דמאי weil auch die kleinste Menge von Früchten des Am Arez berücksichtigt werden muss, da nicht verzehntete Früchte auch die größte Menge anderer Früchte, in die sie unerkennbare gefallen sind, verboten machen. S. Ab. sara 73 b Tos. s. V. טבל sowie תפארת ישר׳ und מ״א zu unserer Mischna."
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+ "Wenn Früchte. Verschiedener Jahrgänge vermischt sind.",
+ "vom zweiten. Im ersten, zweiten, vierten und fünften Jahr der siebenjährigen Schemittaperiode wird außer dem ersten, für die Leviten bestimmten Zehnten ein zweiter abgeschieden, der selbst, bezw. das Geld, mit dem er ausgelöst wurde, in Jerusalem verzehrt werden muss. Im dritten und sechsten tritt an seine Stelle der Armenzehnt. Je nach der Mehrheit der Früchte ist danach der zweite oder der Armenzehnt abzuscheiden. Ist einmal der für die Mehrheit vorgeschriebene Zehnt abgeschieden, so hört für die verbleibenden Früchte der טבל-Charakter auf. כ״מ להל׳ מע״ש פ״א הל׳ י״א בשם ר״י קררקרם.",
+ "Jahre mehr sind als die vom dritten. Im ersten, zweiten, vierten und fünften Jahr der siebenjährigen Schemittaperiode wird außer dem ersten, für die Leviten bestimmten Zehnten ein zweiter abgeschieden, der selbst, bezw. das Geld, mit dem er ausgelöst wurde, in Jerusalem verzehrt werden muss. Im dritten und sechsten tritt an seine Stelle der Armenzehnt. Je nach der Mehrheit der Früchte ist danach der zweite oder der Armenzehnt abzuscheiden. Ist einmal der für die Mehrheit vorgeschriebene Zehnt abgeschieden, so hört für die verbleibenden Früchte der טבל-Charakter auf. כ״מ להל׳ מע״ש פ״א הל׳ י״א בשם ר״י קררקרם.",
+ "oder die vom dritten mehr als die vom vierten. Im ersten, zweiten, vierten und fünften Jahr der siebenjährigen Schemittaperiode wird außer dem ersten, für die Leviten bestimmten Zehnten ein zweiter abgeschieden, der selbst, bezw. das Geld, mit dem er ausgelöst wurde, in Jerusalem verzehrt werden muss. Im dritten und sechsten tritt an seine Stelle der Armenzehnt. Je nach der Mehrheit der Früchte ist danach der zweite oder der Armenzehnt abzuscheiden. Ist einmal der für die Mehrheit vorgeschriebene Zehnt abgeschieden, so hört für die verbleibenden Früchte der טבל-Charakter auf. כ״מ להל׳ מע״ש פ״א הל׳ י״א בשם ר״י קררקרם.",
+ "oder die vom vierten mehr als die vom fünften. Da die Zehnten des vierten und fünften Jahres gleich sind, ist das Mehrheitsverhältnis für die Abscheidung des Zehnten ohne Bedeutung. Manche Lesarten haben deshalb auch die Worte ושל רביעית על החמישית nicht. — Doch kann das Mehrheitsverhältnis insofern von Bedeutung sein, als man überhaupt nicht Früchte von verschiedenen Jahrgängen miteinander verzehnten soll. תפארת ישר׳״א״ר.",
+ "oder die vom fünften mehr als die vom sechsten. Im ersten, zweiten, vierten und fünften Jahr der siebenjährigen Schemittaperiode wird außer dem ersten, für die Leviten bestimmten Zehnten ein zweiter abgeschieden, der selbst, bezw. das Geld, mit dem er ausgelöst wurde, in Jerusalem verzehrt werden muss. Im dritten und sechsten tritt an seine Stelle der Armenzehnt. Je nach der Mehrheit der Früchte ist danach der zweite oder der Armenzehnt abzuscheiden. Ist einmal der für die Mehrheit vorgeschriebene Zehnt abgeschieden, so hört für die verbleibenden Früchte der טבל-Charakter auf. כ״מ להל׳ מע״ש פ״א הל׳ י״א בשם ר״י קררקרם.",
+ "oder die vom siebten. Für die Behandlung der Früchte des siebten Jahres gelten die in Traktat Schewi’it angegebenen Vorschriften, andererseits sind diese Früchte überhaupt frei von der Priesterhebe und den Zehnten. — Der von מ״ש zitierte R. Sa’adja Ochna macht darauf aufmerksam, dass nach Schewi’it VII, 7 eine Minderheit von Früchten des siebten Jahres hinsichtlich der Wegschaffenspflicht nicht von Früchten des sechsten Jahres majorisiert werden kann. שביעית אוסרת כל שהוא במינה ושלא במינה בנותן טעם. — Er meint. deshalb, dass es sich hier nur um trockene Früchte handeln kann, für die die in Schewi’it VII, 7 gegebene Bestimmung nicht gilt. אך ע״ש.",
+ "mehr sind als die vom Ausgang. D. i. das erste Jahr der neuen siebenjährigen Periode.",
+ "bei gleichen Mengen. Wörtlich: Hälfte zur Hälfte.",
+ "muss man erschweren. Die Erschwerungen der Früchte beider Jahre anwenden. Z. B. muss man nach ר״ש und רא׳׳ש u. Bart. bei Vermischung der Früchte des zweiten und dritten Jahres den zweiten Zehnten abscheiden, ihn auslösen, das Geld in Jerusalem verzehren, die ausgelösten Früchte den Armen verteilen. Anders Maim., s. הל׳ מע״ש פ״א הל׳ י״א und כסף משנה. Bei Vermischung der Früchte des sechsten und siebten Jahres, muss man Priesterhebe, ersten und Armenzehnt abscheiden und die Sondervorschriften der Früchte des siebten Jahres beobachten."
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+ "Man hatte einen mit Früchten angefüllten Sack an das Ufer eines Flusses oder an den Rand einer Grube. Die mit Wasser gefüllt ist.",
+ "oder auf die Stufen einer Höhle. Die mit Wasser gefüllt ist.",
+ "angezogen. Und es ist dem Besitzer lieb, weil die feuchten Früchte, z. B. angeschwollene Getreidekörner, an Umfang und Gewicht zunehmen.",
+ "וכי יותן. S. Abschnitt I, Anm. 4.",
+ "Was. Von den Früchten.",
+ "aber für alles. Von den Früchten.",
+ "nicht. Weil die Feuchtigkeit auf den dem Wasser abgewandten Früchten, nicht unmittelbar vom Wasser, sondern von den anderen Früchten herrührt. יא״ש."
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+ "Ein mit Früchten gefülltes Fass. Aus porösem Stoff, wie Ton.",
+ "und sie haben angezogen. Die Früchte die Feuchtigkeit.",
+ "die angezogen haben. Und es ist dem Besitzer lieb, weil die feuchten Früchte, z. B. angeschwollene Getreidekörner, an Umfang und Gewicht zunehmen.",
+ "וכי יותן. S. Abschnitt I, Anm. 4.",
+ "Wein und Essig. Weinessig. Nur diese drei zur Unreinheit befähigenden Flüssigkeiten durchdringen den porösen Stoff.",
+ "Aber alle übrigen Flüssigkeiten. Von den sieben in VI, 4 aufgezählten Flüssigkeiten.",
+ "sind rein. D. h. befähigen die Früchte nicht zur Unreinheit; selbst wenn die Früchte feucht sind, ist nicht anzunehmen, dass die Feuchtigkeit von den Flüssigkeiten stammt.",
+ "Nechemja erklärt bei der Hülsenfrucht. Auch die Befeuchtung durch das Wasser, den Wein und Essig."
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+ "Meir für unrein. Der Streit kann hier an Befähigung zur Unreinheit gehen. Dann müsste hier von solchem Brot die Rede sein, das die Fähigkeit noch nicht hat, also von Brot, das statt mit Wasser mit Fruchtsaft geknetet war. Nach R. Meir würde das Brot durch den Niederschlag des Weindunstes zur Unreinheit vorbereitet, nach R. Jehuda nicht, nach R. Jose nur Gerstenbrot. — Der Streit kann aber auch daran gehen, ob gewöhnliches, mit Wasser geknetetes Brot durch den Niederschlag des Dunstes von unreinem Wein verunreinigt werden kann."
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+ "Wenn jemand sein Haus. Den Fußboden des Hauses mit Wasser, damit der Staub sich legt.",
+ "und er wird feucht. טנן und טין feucht sein.",
+ "וכי יותז. S. Abschnitt I, Anm. 4.",
+ "wenn. Der Weizen feucht wurde.",
+ "wenn. Der Weizen feucht wurde.",
+ "boden. Durch die Ausschwitzung der Steine. Vgl. II, 1.",
+ "Wenn jemand sein Gewand in einem Troge wäscht und. Nachdem er den Trog ausgeleert hatte, es war aber noch etwas Wasser am Boden oder an den Wänden haften geblieben.",
+ "wenn aber durch sich selbst. So nach der gew. Lesart מחמת עצמן durch Feuchtigkeit, die der Weizen aus der Luft aufgesogen hat. — Maim. erklärt מחמת עריבה durch Feuchtigkeit, die der Trog ausschwitzt. Er scheint מחמת עצמה gelesen zu haben. S. תוי״ט. Auch L. hat עצמה.",
+ "Wenn jemand im Sand befeuchtet. So nach unserer Lesart המטנן und auch nach Maim. (ed. Der.) ר״ש .המיטן und רא״ש haben המטמין = vergräbt. — Da der Dünensand stets feucht ist, man also mit der Befeuchtung rechnete. S. ר״ש und רא״ש und die nächste Anm.",
+ "Die Leute aus Machos. Vgl. Erach. III, 2 חולת המחוז und Anm. 10 das. nach Klein ארץ ישראל ist המחוז ein Bezirk oder eine Oertlichkeit in der Gegend von Jabne. — Tos. Erach. II, 8 unterscheidet zwischen חולית של מחוזא und חולית של יבנה.",
+ "hatten einmal im Sande angefeuchtet. טנן und טין feucht sein.",
+ "so habt ihr niemals Reines hergestellt. D. h. Wenn ihr euren Weizen stets in Sand vergraben habt und im Glauben, er sei noch nicht zur Unreinheit befähigt, ihn nicht vor Verunreinigung geschützt habt, so könnt ihr nicht damit rechnen, dass ihr bisher euer Brot in reinem Zustande gegessen habt."
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+ "feucht werden lässt. Man legte Weizen in noch nicht ganz ausgetrockneten Lehm, so dass er etwas angefeuchtet wurde.",
+ "wenn benetzende Flüssigkeit. Wenn der Lehm noch so feucht war, dass durch seine Berührung etwas feucht werden konnte. S. a. Edujot IV, 6.",
+ "כי יותן. טנן und טין feucht sein.",
+ "Wenn jemand seine Tenne besprengt. Damit sich der Staub legt.",
+ "braucht er nicht zu befürchten. Dass sein Getreide durch die Befeuchtung fähig zur Unreinheit wird, weil er das Wasser nur des Bodens wegen sprengte und nicht will, dass das Getreide feucht wird.",
+ "angefeuchtet wurde. Die Übersetzung entspricht dem Sinne. Ganz wörtlich müsste sie lauten: dass er vielleicht Weizen darauf legte und dieser angefeuchtet wurde.",
+ "Wenn jemand Gras sammelte. Um Weizen hineinzulegen, damit er durch den Saft des Grases frisch bleibt. Die Bedeutung von להטו ist hier nur: frisch zu halten.",
+ "um Weizen darin frisch. Um Weizen hineinzulegen, damit er durch den Saft des Grases frisch bleibt. Die Bedeutung von להטו ist hier nur: frisch zu halten.",
+ "כי יותן. Weil ihm nichts daran lag, dass der Weizen von den Tautropfen befeuchtet wurde.",
+ "Wenn er es aber so. Dass das Gras noch taufeucht war.",
+ "dass er sich nicht freute. Wenn die bloße nachträgliche Freude über die Befeuchtung die Fähigkeit zur Unreinheit verursachen würde, so wäre es bei verregnetem Weizen immer der Fall, da man sich freut, wenn er gewaschen wird. Aber nach R. Jehuda wird die Fähigkeit zum Unreinwerden nur dadurch veranlasst, dass man irgend etwas tut, wodurch man zeigt, dass die Befeuchtung erwünscht ist, etwa indem er unterwegs Halt macht, damit der Weizen länger dem Regen ausgesetzt ist. S. a. die folgenden Mischnajot."
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+ "dass er sich nicht freute. Wenn die bloße nachträgliche Freude über die Befeuchtung die Fähigkeit zur Unreinheit verursachen würde, so wäre es bei verregnetem Weizen immer der Fall, da man sich freut, wenn er gewaschen wird. Aber nach R. Jehuda wird die Fähigkeit zum Unreinwerden nur dadurch veranlasst, dass man irgend etwas tut, wodurch man zeigt, dass die Befeuchtung erwünscht ist, etwa indem er unterwegs Halt macht, damit der Weizen länger dem Regen ausgesetzt ist. S. a. die folgenden Mischnajot.",
+ "wenn er die Dachrinne verstopfte. Damit das Regenwasser nicht vom flachen Dach abfließe."
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+ "dass sie sich nicht freuten. Wenn die bloße nachträgliche Freude über die Befeuchtung die Fähigkeit zur Unreinheit verursachen würde, so wäre es bei verregnetem Weizen immer der Fall, da man sich freut, wenn er gewaschen wird. Aber nach R. Jehuda wird die Fähigkeit zum Unreinwerden nur dadurch veranlasst, dass man irgend etwas tut, wodurch man zeigt, dass die Befeuchtung erwünscht ist, etwa indem er unterwegs Halt macht, damit der Weizen länger dem Regen ausgesetzt ist. S. a. die folgenden Mischnajot.",
+ "umdrehten. Damit das Wasser von in die Säcke eindringe.",
+ "freute. Dass das Wasser den Kot abspülte.",
+ "wenn er Halt machte und abspülte. Die Freude über das Wasser an den Füßen, verursacht nur dann die Fähigkeit zur Unreinheit, wenn irgendeine Handlung hinzukommt. S. a. Anm. 30.",
+ "Beim Menschen und unreinen Tier. Z. B. Pferd und Esel, die als Reittiere dienen und bei denen deshalb schmutzige Füße besonders stören; s. רא״ש und תפארת ישר׳",
+ "immer unrein. D. h. macht fähig, unrein zu werden; s. Abschnitt II, 1. Da jeder wünscht, dass seine Füße und die seines Reittieres sauber sind, gibt auch R. Jehuda zu, dass das Hineingehen in den Fluss ohne ein besonderes Zeichen, dass er die Füße abspülen will, genügt."
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+ "Wenn jemand die Räder und das Rindergeschirr zur Zeit des Ostwindes. Durch den heißen Ostwind wird Holz oft rissig; vgl. Hos. 13, 15; Kelim XX, 2.",
+ "damit sie anquellen. Und die Risse sich schließen. √חצץ.",
+ "כי יותן. Da es doch unmöglich ist, dass beim Trinken kein Wasser am Maul bleibt, hat man mit diesem Wasser rechnen müssen, als man das Tier zum Trinken führte.",
+ "כי יותן. Weil es nicht notwendig ist, dass das Tier beim Trinken ins Wasser tritt. S. a. IV, 5.",
+ "angeschwollen. ist das Anschwellen. Kassovsky אוצר לשרן המשנה macht aufmerksam auf Targ. Onk. zu Dt. 8, 4 ורגלך לא בצקה רמסנך לא יחיפו, Rasch liest אף und erklärt: bei ganz großer Hitze.",
+ "und zur Zeit des Dreschens. Wenn man wünscht, dass das dreschende Tier saubere Füße hat.",
+ "ist das Wasser immer unrein. D. h. macht fähig, unrein zu werden; s. Abschnitt II, 1. Da jeder wünscht, dass seine Füße und die seines Reittieres sauber sind, gibt auch R. Jehuda zu, dass das Hineingehen in den Fluss ohne ein besonderes Zeichen, dass er die Füße abspülen will, genügt.",
+ "nicht aber der Gedanke. Vgl. VI, 1."
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+ "das an seinem Munde und an seinem Lippenbart mit hochkommt. Das beim Trinken am Munde und Lippenbart hängen bleiben muss.",
+ "כי יותן. S. zu I, Anm. 4.",
+ "כי יותן. Weil diese Körperteile beim Trinken nicht nass werden müssen.",
+ "Wenn jemand mit einem Fasse schöpft. Wörtlich: füllt.",
+ "das auf seiner Außenwand. Wörtlich: hinter ihm.",
+ "der um seinen Hals. Wohl eine Vertiefung an der Außenseite.",
+ "gerollt. √כון wörtlich: hergerichtet, vgl. Dt. 32, 6 עשך ויכוננך oder √כנן Pi. umwinden vgl. Para VII, 7 המכבן את החבל.",
+ "der für es notwendig. So viel vom Strick unmittelbar am Fass, wie nötig ist, um es damit hochziehen zu können. — An diesem Teil des Strickes sowie an dem um den Fasshals gewundenen und an der Außenseite muss beim Füllen unbedingt Wasser mit hinaufgezogen werden.",
+ "eine Handbreite. Nach Ansicht des nicht genannten anderen Lehrers ist die Länge des Strickstückes von der Größe des Fasses abhängig. Maim.; s. a. הל׳ טומאת אוכלין י״ב ה׳",
+ "Stellte man (das Fass) unter die Röhre, so gilt (für das Wasser. Am Strick und an der Außenseite, weil es nicht notwendig war, dass Wasser an den Strick und die Außenseite kam."
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+ "כי יותן. S. zu I, Anm. 4.",
+ "wenn er ein Erzeuger der Unreinheit. S. Vorbemerkung zu Kelim 1, 4, 6. — Da das Regenwasser ohne seinen Willen auf seinen Körper fiel, wird es nicht einmal unrein; s. מלאכת שלמה und מ״א. S. a. Anm. 14.",
+ "כי יותן. Weil das Wasser jetzt mit seinem Willen von seinem Körper abgeschüttelt wurden. Nach Bet Hillel (I, 2) nur das Wasser, das nicht am Körper bleibt.",
+ "Stand er unter einer Röhre. Aus der Wasser floss.",
+ "beim Unreinen unrein. Da er wünschte, dass das Wasser auf seinen Körper fiel, ist es, als ob es mit seinem Willen aus der Röhre floss, so dass es die Fähigkeit zur Unreinheit veranlasst, selbst erhält und veranlassen kann. War der Mensch, auf den es fiel, unrein, so wird es durch ihn auch verunreinigt.",
+ "כי יותן. Da er wünschte, dass das Wasser auf seinen Körper fiel, ist es, als ob es mit seinem Willen aus der Röhre floss, so dass es die Fähigkeit zur Unreinheit veranlasst, selbst erhält und veranlassen kann. War der Mensch, auf den es fiel, unrein, so wird es durch ihn auch verunreinigt."
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+ "Wenn jemand. Beim Regen.",
+ "damit sie. Die Schüssel. — Wollte man aber durch die Schüssel das Regenwasser auf eine gebaute Wand leiten, um sie abzuspülen, so gilt כי יותז. Bei einer natürlichen Höhlenwand gilt es auch in diesem Falle nicht, da die Flüssigkeiten nur dann zu Unreinheit befähigen können, wenn sie auf Gegenstände fallen sollten, die nicht von Natur aus mit dem Erdboden verbunden sind. Vgl. Sifra, Schemini Parscha 8 und Chul. 16 a.",
+ "כי יותן. S. zu I, Anm. 4.",
+ "nicht. Da ihm doch gar nichts am Regenwasser liegt und er auch nichts unmittelbar zum Abfließen tut. Vgl. Anm. 12 und I, 5 und Anm. 42 das."
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+ "der Regentraufe geflossen. Ohne dass man es gewollt hatte. Man hatte z. B. das Fass bei heiterem Wetter dorthin gestellt. In dem Fasse befinden sich Früchte.",
+ "zerbrechen. Damit die Früchte nicht durch das Wasser zur Unreinheit befähigt werden. Wenn man aber ausgießt, so würde das Wasser, das erst allmählich ausfließt, nach Bet Schammai zur Unreinheit befähigen. Nach Bet Hillel befähigt das gegen seinen Willen noch zurückbleibende Wasser die Früchte nicht zur Unreinheit. Vgl. die Kontroverse I, 2.",
+ "ausgießen. Damit die Früchte nicht durch das Wasser zur Unreinheit befähigt werden. Wenn man aber ausgießt, so würde das Wasser, das erst allmählich ausfließt, nach Bet Schammai zur Unreinheit befähigen. Nach Bet Hillel befähigt das gegen seinen Willen noch zurückbleibende Wasser die Früchte nicht zur Unreinheit. Vgl. die Kontroverse I, 2.",
+ "Sie. Bet Schammai.",
+ "und diese rein bleiben. Nicht zur Unreinheit befähigt werden."
+ ],
+ [
+ "der Regentraufe geflossen ist. Ohne dass man es gewollt hatte. Man hatte z. B. das Fass bei heiterem Wetter dorthin gestellt. In dem Fasse befinden sich Früchte.",
+ "so gilt für das überspritzende und überfließende. Auch nicht für das Wasser im Troge. Da aber nach Bet Schammai sogar für das überspritzende und überfließende Wasser כי יותן gilt, wenn man den Trog zum Ausgießen hoch nahm, ist im ersten Satz gerade von diesem Wasser die Rede. Rosch.",
+ "um es. לשפכה heißt wörtlich, um ihn (den Trog) auszugießen; gemeint ist aber das Wasser. מלאכת שלמד kennt auch die La. לשפכם.",
+ "auszugießen. Wohl auch an derselben Stelle. Nach Bet Schammai gilt für das Wasser ,כייותן sobald er es mit Willen fortbewegt hat. (Rosch. geg. Bart.) S. a. מ״א und Anm. 19. Bet Schammai wenden dies sogar auf das nach dem Hochheben überspritzende und überfließende Wasser an.",
+ "es gilt nicht. Auch nicht für das Wasser im Troge. S. a. Anm. 19.",
+ "der Traufe hineinfließe. Damit der Hof nicht durch das Regenwasser beschmutzt werde. Vgl. Sabb. 12 a und Raschi das.",
+ "für das überspritzende und überfließende Wasser. Und gewiss für das Wasser im Troge.",
+ "es gilt nicht. Für das überspritzende und überfließende Wasser, wohl aber für das Wasser im Troge. Vgl. Sabb. 12 a und Tos. s. v. שבתוכה; s. a. א״ר.",
+ "so geben beide. Auch Bet Hillel lassen in diesem Fall כי יותן sogar für das überspritzende und überfließende Wasser gelten, weil er erstens doch wollte, dass es in den Trog regnet, damit das Wasser nicht in den Hof fließe, und zweitens den Trog hochnahm und nicht auf der Stelle zerbrach. S.",
+ "Wenn jemand die Geräte eintaucht. In ein Tauchbad oder eine Quelle, um es von Unreinheit zu reinigen.",
+ "und wenn jemand sein Kleid in einer Höhle. In der sich Wasser angesammelt hat.",
+ "das an seinen Füßen. Dass seine Hände nass wurden, ist ihm recht.",
+ "gilt nicht. Es ist ihm nicht lieb, dass seine Füße nass wurden.",
+ "Elieser. M. hat R. Elasar, ebenso מלאכת שלמה — Nach Maim. הל׳ טומ׳ אוכלין י״ב scheint R. Elieser gegen einen nicht genannten früheren Lehrer zu streiten; s. a. תוי״ט.",
+ "ohne dass seine Füße beschmutzt. Am feuchten Boden vor der Wassergrube der Höhle.",
+ "das an seinen Füßen mit hochkommt. Da es ihm dann lieb ist, wenn seine Füße abgespült werden."
+ ],
+ [
+ "Hatte jemand. Ein Unreiner, der Erzeuger der Unreinheit אב הטומאה ist. (Maim. Rasch.)",
+ "einen mit Feigbohnen. תורמוס θερμός Feigbohne od. Lupine (Krauß, Lehnw.).",
+ "gefüllten Kasten in ein Tauchbad hineingelassen. Ohne bestimmte Absicht. M. u. L. lesen ונתונה",
+ "so bleiben sie. Weil er kein Interesse hatte, dass die Bohnen und seine Hände nass wurden; befähigt das beim Herausnehmen an ihnen haftende Wasser nicht zur Unreinheit. — S. a. Anm. 43.",
+ "Hatte er sie. Alle Bohnen mit dem Kasten. תוי״ט liest bei Maim. העלה: הל׳ טומאת אוכלין י״ב י״ב diese La. kennt auch מלאכת שלמה in unserer Mischna.",
+ "unrein. Da es ihm wohl lieb war, dass der Kasten abgespült wurde, (s. תוי״ט) gilt das beim Herausnehmen in ihm bleibende Wasser als mit seiner Billigung לרצון geschöpft und befähigt die Früchte zur Unreinheit. Der Kasten wird durch Berührung des unreinen Menschen unrein ersten Grades ראשון לטומאה, und die an ihn anrührenden Früchte werden unrein zweiten Grades שני לטומאה. Das Wasser selbst wird wohl deshalb nicht unrein, weil es ungenießbar ist.",
+ "übrigen Feigbohnen aber rein. Da es ihm wohl lieb war, dass der Kasten abgespült wurde, (s. תוי״ט) gilt das beim Herausnehmen in ihm bleibende Wasser als mit seiner Billigung לרצון geschöpft und befähigt die Früchte zur Unreinheit. Der Kasten wird durch Berührung des unreinen Menschen unrein ersten Grades ראשון לטומאה, und die an ihn anrührenden Früchte werden unrein zweiten Grades שני לטומאה. Das Wasser selbst wird wohl deshalb nicht unrein, weil es ungenießbar ist.",
+ "und er bleibt rein. Wasser, das noch nicht geschöpft ist, befähigt nicht zur Unreinheit. Daher wird der Rettig im Wasser nicht durch die Menstruierende verunreinigt.",
+ "so ist er unrein. Da sie den Rettig abspülen wollte, befähigt das beim Herausnehmen haftende Wasser zur Unreinheit, so dass die Berührung der Menstruierenden verunreinigt."
+ ],
+ [
+ "Waren Früchte in einen Wasserarm. Aus nicht geschöpftem Wasser, das zum Tauchbad geeignet ist. Vgl. Mikw. II, 3.",
+ "dessen Hände unrein waren. Nur die Hände, was nur bei ganz leichter rabbinischer Verunreinigung möglich ist. Vgl. Jadajim III. Zu ihrer Reinigung genügt es, sie selbst ohne den übrigen Körper zu reinigen.",
+ "so sind seine Hände rein. Zur Reinigung nicht heiliger Gegenstände genügt die tatsächliche Reinigung. Vgl. Chul. 31.",
+ "und die Früchte rein. Auch nicht fähig, unrein zu werden, da man kein Interesse daran hatte, dass die Hände oder die Früchte nass wurden.",
+ "so sind seine Hände rein. Zur Reinigung nicht heiliger Gegenstände genügt die tatsächliche Reinigung. Vgl. Chul. 31.",
+ "כי יותן. Da man die Hände abspülen wollte, gilt das beim Herausnehmen an ihnen haftende Wasser als mit seiner Billigung geschöpft und befähigt zur Unreinheit."
+ ],
+ [
+ "Topf in das Tauchbad gestellt und hatte ein Erzeuger der Unreinheit. S. Vorbemerkung zu Kelim 1, 4, 6. — Da das Regenwasser ohne seinen Willen auf seinen Körper fiel, wird es nicht einmal unrein; s. מלאכת שלמה und מ״א. S. a. Anm. 14.",
+ "unrein. Irdene Gefäße werden dadurch unrein, dass ein Erzeuger der Unreinheit אב הטומאה in ihren Hohlraum kommt. Sie können durch das Tauchbad nicht gereinigt werden. — Das Wasser im Topf bleibt aber rein; s. Anm. 54.",
+ "War es nur ein durch Berührung unrein Gewordener. Ein Unreiner ersten Grades ראשון לטומאה, der die Hand in den Topf gehalten hatte. — Durch ihn können Geräte nicht unrein werden.",
+ "mit einer der übrigen Flüssigkeiten. Der sechs Flüssigkeiten, die neben Wasser zur Unreinheit befähigen. S. Abschnitt VI, 4.",
+ "so sind sie unrein. Die sechs Flüssigkeiten werden durch den Unreinen ersten Grades unrein im zweiten Grade.",
+ "denn Wasser reinigt nicht die übrigen Flüssigkeiten. Die einzige Flüssigkeit, die im Tauchbad rein werden kann, ist Wasser. Doch ist der Grundbegriff für seine Reinigung nicht das Untertauchen ,טבילה sondern die Vereinigung mit dem Tauchbad השקה. Vgl. Bez. 17 b, Raschi s. v. ושוין. S. a. Mikw. X, 6 תוי״ט s. v. אין. — Das Wasser im Topf bleibt wegen seiner Vereinigung mit dem Tauchbad rein."
+ ],
+ [
+ "Wenn man in einen Kanal. קילון = κήλων eigentlich: Brunnenschwengel, dann Kanal (Kr. Lehnw.) Nach Aruch ist es ein kleiner Kanal, um das Wasser von einem Felde zum andern zu leiten. S. a. Mo’ed. k. I, 1; Mikw. VIII, 1. — Nach Aruch hat man mit Absicht Früchte in den Kanal gelegt. — Nach Maim. ist קילון eine hölzerne oder irdene Röhre.",
+ "leitet. Wörtlich: füllt.",
+ "so ist es drei Tage lang unrein. Befähigt zur Unreinheit, wenn man Früchte hineinlegte und sie beim Herausnehmen feucht waren. 3 Tage lang bleibt der Kanal gewöhnlich feucht. (So nach Rabed zu הל׳ טומאת אוכלין י״ג א׳ ; s. d. כ״מ und תוי״ט zur Mischna.)",
+ "Wenn es. Das Wasser.",
+ "Wenn es. Nach Tosefta II, 9 streitet R. Akiba nicht mit dem nicht genannten ersten Lehrer, sondern erklärt ihn nur."
+ ],
+ [
+ "Waren auf Holzstücke Flüssigkeiten. Nach Maim. handelt es sich um eine der sieben Flüssigkeiten (s. VI, 4), die mit seiner Billigung auf das Holz fielen, nach Rasch um unreine Flüssigkeiten. S. a. תוי׳׳ט.",
+ "rein. Befähigt nicht zur Unreinheit (nach Maim.).",
+ "wenn es mehr. Als die Flüssigkeiten.",
+ "unrein. Nach Maim. befähigt zur Unreinheit, weil es seinem Wunsche gemäß auf das Holz kam. Nach Rasch wird das seinem Wunsche gemäß auf das Holz geregnete Wasser gleichzeitig fähig zur Unreinheit und durch die unreinen Flüssigkeiten tatsächlich verunreinigt.",
+ "auch wenn es mehr. Als die Flüssigkeiten.",
+ "unreine. Auch nach Maim.: wirklich unrein תוי״ט.",
+ "rein. Da das Regenwasser mit den unreinen, eingesogenen Flüssigkeiten nicht in Berührung kommt. S. a. תוי״ט und מ״א.",
+ "nur mit reinen Händen einheizen. Weil unreine Hände, das Regenwasser verunreinigen würden und dieses wieder den irdenen Ofen.",
+ "frisch waren und man hatte mit ihnen eingeheizt und die aus ihnen ausquellenden Flüssigkeiten. Ihr natürlicher Saft, der wie Fruchtsaft nicht unrein werden kann, quillt beim Beginn des Heizens heraus.",
+ "sind mehr als die Flüssigkeiten. Die unreinen.",
+ "so sind sie. Die aus dem Saft und den eingesogenen Flüssigkeiten gemischten Flüssigkeiten. Nach R. Simon kann der Saft des Holzes ebenso wie das ohne seinen Willen hierauf gefallene Regenwasser die unreinen Flüssigkeiten majorisieren. Vgl. Tosefta II, 11."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "so reinigte das zweite Wasser das erste. Da er mit Absicht im ersten Flusse getaucht hatte, gilt das beim Heraussteigen an ihm haftende Wasser als mit seiner Billigung לרצון vom Flusse losgelöst und kann zur Unreinheit befähigen. Dagegen ist er durch den zweiten Fluss nur notgedrungen gegangen, so dass das aus diesem Fluss stammende Wasser nicht zur Unreinheit befähigt. Das Wasser des zweiten Flusses spült das vom ersten noch haftende ab, so dass das nun verbleibende nicht zur Unreinheit befähigt.",
+ "Hatte sein Gefährte in seiner Trunkenheit. Also ohne Absicht. — לִשׇׁבְרוׄ Kal. inf. cstr., vgl. Hag. I, 6. Liv. liest לִשׇׁבְרוׄ erklärt wohl; infolge seines Rauschtrankes. L. hat ,לשוברו so auch der in מ״ש zitierte R. Jehoseph. Er erklärt לשוברו… כדי להזיקו. Maim. הל׳ טומאת אוכלין י״ג ו׳ in ed. Konstantinopel 1509 und in den meisten Ausgaben hat auch לשבר או לשבר בהמתו. Allerdings liest bei Maim. לשכרו או לשכר בהמתו (so auch ed. Wilna 1900) und erklärt, aus Ärger wegen des nicht gezahlten Lohnes. — Der in der Note zu Rasch zit. R. Jizchak aus Simponte liest לשׁוׄברוׄ.",
+ "ihn. Nach dem Tauchen oder Baden.",
+ "hinabgestoßen und ebenso sein Tier. Nach dem Tauchen oder Baden.",
+ "כי יותן. Weil beim scherzhaften Hinabstoßen das nochmalige Baden beabsichtigt wird. — Nach der Ansicht, dass nur die Absicht des Besitzers zur Unreinheit fähig werden lässt, müssen die Früchte mit Zustimmung ihres Besitzers mit dem Wasser am Körper des Hinabgestoßenen befeuchtet sein. S. I, Anm. 2."
+ ],
+ [
+ "nicht. Da der Schwimmer nicht beabsichtigte, zu spritzen.",
+ "Vogel. Ein Spiel, um Wasserblasen hervorzurufen. Man bläst mit einem Rohr ins Wasser, so dass Blasen entstehen. Vgl. Maim. und Rosch. Etwas Wasser spritzt zuweilen in die Höhe, etwas bleibt im Rohr. Es lag aber nicht in der Absicht des Spielenden, Wasser wegzuspritzen."
+ ],
+ [
+ "damit sie trocknen. Manche Früchte sind ganz nass, manche nicht. Nun rollt man alle herum, damit die nassen schneller trocknen. Hierbei werden aber bisher trockene Früchte angefeuchtet.",
+ "gilt nicht. Da er doch nicht die trockenen Früchte befeuchten, sondern die feuchten trocknen wollte."
+ ],
+ [
+ "grube nach ihrer Tiefe wie nach ihrer Breite mißt. Um festzustellen, wieweit das Wasser reicht.",
+ "כי יוחן. Für das am Meßstabe oder an der Hand beim Heraufziehen haftende Wasser, weil man durch dieses Wasser die Tiefe des Wassers in der Grube erkennt. R. Tarphon meinte, dasselbe gelte auch für das Messen der Breite. Nach Tosefta II, 14 gab er später zu, dass beim Messen der Breite כי יותן nicht gilt, weil hierbei der Stab oder die Hand nicht unbedingt nass werden müssen. Vgl. a. IV, 1.",
+ "כי יותן. Für das am Meßstabe oder an der Hand beim Heraufziehen haftende Wasser, weil man durch dieses Wasser die Tiefe des Wassers in der Grube erkennt. R. Tarphon meinte, dasselbe gelte auch für das Messen der Breite. Nach Tosefta II, 14 gab er später zu, dass beim Messen der Breite כי יותן nicht gilt, weil hierbei der Stab oder die Hand nicht unbedingt nass werden müssen. Vgl. a. IV, 1."
+ ],
+ [
+ "nicht. Da man nicht wünscht, dass Wasser anhaftet. Das Fehlen des Wassers wäre ihm ebenso lieb, um dadurch festzustellen, dass auch in der Grube kein Wasser ist. Und auch wenn dort Wasser ist, so würde man dies wissen, auch ohne dass Wasser beim Heraufziehen an der Hand, dem Fuß oder dem Stabe bleibt.",
+ "כי יותן. Für das am Meßstabe oder an der Hand beim Heraufziehen haftende Wasser, weil man durch dieses Wasser die Tiefe des Wassers in der Grube erkennt. R. Tarphon meinte, dasselbe gelte auch für das Messen der Breite. Nach Tosefta II, 14 gab er später zu, dass beim Messen der Breite כי יותן nicht gilt, weil hierbei der Stab oder die Hand nicht unbedingt nass werden müssen. Vgl. a. IV, 1.",
+ "nicht. Da man da Aufspritzen nicht wünschte.",
+ "und das auf dem Stein ist rein. Wenn der Stein aus dem Wasser ragt und auf diesem Teil etwas Wasser bleibt. —כי ירתן gilt hierfür nicht, weil man ja nicht wünschte, dass das Wasser bleibe (vgl. Anm. 11). Wenn es durch die Feuchtigkeit an den Wänden noch in Verbindung mit dem Wasser in der Grube ist, gilt es noch als nicht geschöpftes Wasser und kann auch nicht unrein werden. S. תוי״ט."
+ ],
+ [
+ "Wenn man auf das wollige Fell. Vgl. Sabb. IV, 1.",
+ "außerhalb des Wassers. Des Flusses oder der Grube, wo man das Fell gewaschen hatte.",
+ "כי יותן. Weil Wasser mit Absicht herausgepresst wird. Vgl. I, 2.",
+ "im Wasser. Wörtlich: in das Wasser. Man hebt beim Waschen das Fell etwas aus dem Wasser und schlägt darauf, damit der Schmutz aus der Wolle fließe Da immer wieder neues Wasser vom Flusse in die Wolle eindringt, hat er an dem ausfließenden Wasser kein Interesse. (Rosch.)",
+ "dass es mit dem Schmutze herausgeht. Nach R. Jose hat man wohl Interesse, dass Wasser herausfließt, damit immer wieder neues Wasser eindringe, das bei seinem Ausfließen wieder etwas Schmutz mit sich nimmt."
+ ],
+ [
+ "am Anker. So Rosch. Nach Maim. ist es eine Vertiefung im Schiff, in der sich Wasser ansammelt. Nach Aruch ׳רגל הספינה (vielleicht: Kiel) oder Ankertau. Nach Krauß, Talm. Altert. ist עקל Kielschwein, ein schwerer Balken, der zur Verstärkung des Kieles auf ihm liegt.",
+ "nicht. Da ihm nichts daran liegt, dass das Wasser hier haftet.",
+ "Netzen und Garnen. מצודות und רשתות sind wohl Arten von Netzen, מכמרות Garne.",
+ "כי יותן. Weil man das Abfließen wünschte. S. I, 2.",
+ "Wenn man das Schiff in das große Meer. Als Beispiel ist das große Meer, das die Küste Palästina bespülende Mittelmeer, gewählt.",
+ "quellen zu lassen. Die durch die Hitze auf dem Trocknen rissig gewordenen Planken.",
+ "um ihn zu härten. Der glühende Nagel wird durch kaltes Wasser gehärtet.",
+ "כי יותן. Weil man wünschte, dass das Wasser auf die Gegenstände kam."
+ ],
+ [
+ "Für eine Schutzdecke. D. h. für das auf die Decke gefallene Regenwasser. — Nach Maim. dient die Decke dazu, die auf dem Tische stehenden Speisen vor Regenwasser und Staub zu. schützen. Nach Rasch und Rabed (zu הל׳ טומאת אוכלין י״ג י״א) ist sie eine Schutzdecke für den Tisch des Geldwechslers. — Der R. Hai zugeschr. Kommentar stellt קסיא mit קשתותיו Ex. 25, 29 zusammen.",
+ "nicht. Da man ja nicht wünscht, dass es darauf regne.",
+ "כי יותן. Weil man das Abfließen wünschte. S. I, 2."
+ ],
+ [
+ "Jeder Ausguss. Der Strahl des Gusses einer Flüssigkeit, die von einem Gefäß in das andere geschüttet wird.",
+ "bleibt rein. Wenn das untere Gefäß unrein ist, so bleibt die Flüssigkeit im oberen rein, weil der Strahl des Gusses nicht als Verbindung gilt. S. a. Tohor. VIII, 9.",
+ "außer dem des Siphim. Nach R. Simon ben Lakisch (Sota 48b) heißt der Honig nach den Bewohnern des Ortes Siph (Jos. 15, 55).",
+ "und des Zapachat. Nach Maim. ist auch Zapachat ein Ortsname. — Nach Rasch und Rosch ist צפחת ein Brei aus Honig und Mehl; vgl. צפיחית Ex. 16, 31.",
+ "weil er sich zurückzieht. √סלד sich zurückziehen Vgl. Sabb. 40 b יד סולדת, wo Raschi erklärt: נמשכת לאחוריה und hinweist auf Hi 6, 10 ואסלדה בחילה. Weil von diesen Flüssigkeiten Teilchen, die bereits im unteren Gefäß waren, beim Absetzen des oberen von der noch dort befindlichen Masse zurückgezogen werden."
+ ],
+ [
+ "Wenn man. Andere als die in der vorigen Mischna genannten dicken Flüssigkeiten von einem reinen in ein unreines Gefäß gießt.",
+ "rein. Weil im allgemeinen der Strahl des Gusses nicht als Verbindung gilt.",
+ "unrein. Weil der aus dem unreinen Gefäß aufsteigende heiße Dunst auf die kalte obere Flüssigkeit einwirkt und als Flüssigkeit betrachtet wird. (Bart., s. a. תוי״ט). Das gilt nach dem ersten Lehrer nur, wenn die obere Flüssigkeit kalt ist und der aufsteigende heiße Dunst feucht auf sie niederschlägt.",
+ "ist stärker. Die untere ist heißer als die obere. — Mordechai Chul. VIII, 715 liest כוחו של תחתיו יפה משל עליון (nicht וכחו). Danach würde nach R. Simon, auch wenn beide Flüssigkeiten gleich heiß sind, die obere unrein werden, weil die Wirkung der unteren stärker als die der oberen ist. S. תוי״ט."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Frau mit reinen Händen in einem unreinen Topf herumrührt. Mit einem Löffel.",
+ "unrein. Der Niederschlag des Dampfes der unreinen Flüssigkeit gilt wie diese selbst; vgl. Anm. 36.",
+ "so ist der Topf. Nach Maim.: Die Speise im Topf. S. a. Sabim V, 12.",
+ "unrein. Der Dampf gilt als Flüssigkeit und verbindet die Speise im Topf mit den Händen, so dass die Speise durch die Hände verunreinigt wird, als hätten die Hände sie berührt.",
+ "tropft. Nach R. Jose gilt der Dampf nicht als Flüssigkeit, wohl aber sein feuchter Niederschlag. Dieser wird durch die Hände unrein und verunreinigt die Speise.",
+ "so ist der Wein. Der aus den Beeren tropfende Saft.",
+ "in der Schale rein. Er kann nicht unrein werden und Früchte nicht zur Unreinheit befähigen, weil er noch nicht als Flüssigkeit gilt.",
+ "in ein Gefäß gießt. Erst dann gilt der Saft als Flüssigkeit.",
+ "wenn sie tropfen lassen. Wo der Saft nur dann als Flüssigkeit gilt, wenn man ihn benutzen will. S. VI, 8."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "wegen. Damit sie nicht milbig werden. כנימה Würmer, Milben.",
+ "כי יותן. S. Abschnitt I, Anm. 4.",
+ "Hatte er es beabsichtigt. Dass der Tau die Früchte benetze. Ebenso gilt כי יותן nach Tos. B. b. 97 a s. v. לא auch wenn es ihm nachträglich lieb ist, dass die Früchte vom Tau befeuchtet sind. S. a. Einleitung, Anm. zu 3a.",
+ "nicht aber der Gedanke. Vgl. III, 8."
+ ],
+ [
+ "die getrockneten Feigen. קציעה eigentlich das Abgeschnittene, dann das vom Block der getrockneten und gestampften Feigen abgeschnittene Stück; danach קציעות wohl überhaupt: getrocknete Feigen.",
+ "damit sie frisch. So Rasch, nach מתונתא (feuchte Erde) Pes. 47 b. Das Frischbleiben soll nicht durch Tau oder Regen erzielt werden, sondern durch die Luft. — Maim. erklärt: damit sie sich halten.",
+ "nicht. Auch wenn Tau oder Regen auf sie fällt.",
+ "Alles Kraut der Märkte. בית השוקים wohl = שוקים.",
+ "ist unrein. Weil die Verkäufer sie mit Wasser begießen, um sie frisch zu halten, und sie dann mit unreinen Händen berühren.",
+ "Jehuda erklärt das frische. Nach R. Meir ist das auf dem Markt feilgebotene Kraut deshalb unrein, weil die Verkäufer den Knoten des Bundes mit dem Mund öffnen und dabei das Kraut mit Speichel befeuchten. Es ist aber zu befürchten, dass die Verkäufer an Samenfluss leiden. — S. מ״א und א״ר.",
+ "Alle groben und feinen Mehlarten der Märkte. בית השוקים wohl = שוקים.",
+ "sind unrein. Weil das zum Verkauf auf dem Markt bestimmte Getreide vor dem Mahlen gewaschen wird und das hierdurch zur Unreinheit befähigte Mehl von Unreinen berührt sein kann.",
+ "Die halb. So nach Abaje in Moed. kat. 13 b. Nach Krauß, Lehnw. ist חילקה halica Speltgraupe; טרגיס = τράγος Weizengraupe; טסני = πτισάνη Gerstengraupe. S. a. die Erklärung R. Dime’s a. a. O. Zu כונתא חילקא, das nach Raschi und R. Chananel mit כותמת erläutert wird.",
+ "drittel. So nach Abaje in Moed. kat. 13 b. Nach Krauß, Lehnw. ist חילקה halica Speltgraupe; טרגיס = τράγος Weizengraupe; ססני = πτισάνη Gerstengraupe. S. a. die Erklärung R. Dime’s a. a. O. Zu כונתא חילקא, das nach Raschi und R. Chananel mit כותמת erläutert wird.",
+ "- und viertelkörnigen. So nach Abaje in Moed. kat. 13 b. Nach Krauß, Lehnw. ist חילקה halica Speltgraupe; טרגיס = τράγος Weizengraupe; ססני = πτισάνη Gerstengraupe. S. a. die Erklärung R. Dime’s a. a. O. Zu כונתא חילקא, das nach Raschi und R. Chananel mit כותמת erläutert wird.",
+ "Graupen sind überall. Weil die Graupen immer vor dem Mahlen gewaschen werden, auch wenn sie nicht zum Verkauf auf dem Markt bestimmt sind."
+ ],
+ [
+ "Alle Eier stehen in der Annahme der Reinheit außer denen der Verkäufer von Flüssigkeiten. Weil anzunehmen ist, dass die Verkäufer mit unreinen Händen an die Flüssigkeiten kamen und dann mit den Händen, an denen unrein gewordene Flüssigkeit haftet, die Eier berührt haben. Denn es lag ihnen nichts daran, dass die Eierschalen durch die Flüssigkeit beschmutzt wurden.",
+ "rein. Weil dann die Verkäufer mit Rücksicht auf die Früchte darauf achten, dass ihre Hände trocken sind.",
+ "Alle Fische. Alle toten Fische; s. a. Ukz. III, 8.",
+ "sind in der Annahme der Unreinheit. Da sie gewöhnlich nass sind und mit unreinen Händen berührt werden.",
+ "Jehuda sagt ein Stück vom Altit. אלתית, L. איילתית, eine Fischart.",
+ "und die spanische Makrele. Krauß, Lehnw. sub. אספני und Löw z. St.",
+ "sind in der Annahme der Reinheit. Da ihnen nach dem Tode das Wasדer schadet, sorgt man dafür, dass sie trocken sind.",
+ "Jede Salzlake ist in der Annahme der Unreinheit. Weil sie nach Maim. Wasser enthält, nach Rasch zum überwiegenden Teil aus Wasser besteht und man befürchten muss, dass ein Unreiner sie berührt hat. S. a. Anm. 26.",
+ "Auf alles Angeführte ist der Am ha-Arez. Eigentlich: das Landvolk, dann der Mann aus dem Volke, der außer vor Besuch des Heiligtums oder dem Genuss von Opfern nicht auf die Reinheitsgesetze achtet. Vgl. Chagiga II, 7 und Anm. 42.",
+ "es sei rein. Nach Jerusch. Demai II, 3 ist er beglaubt, auszusagen, dass all die angeführten Speisen nicht durch Flüssigkeiten zur Unreinheit befähigt wurden, also nicht unrein werden konnten. Doch ist er nicht zu der Aussage beglaubt, sie seien zwar zur Unreinheit befähigt, aber nicht unrein geworden.",
+ "außer auf die (Lake. So nach unseren Lesarten חוץ משל דגה. Der Grund hierfür könnte sein, dass in der Fischlake in der Regel überwiegend Wasser ist, also von selbst zur Unreinheit befähigt ist. Vgl. auch die vorige Anm. — Vielleicht ist [ציר] דגה identisch mit dem oben genannten ציר. — Die älteren Kommentatoren (Maim. Rasch, Rosch, auch Bart.) scheinen חוץ מן הדגה zu lesen, so auch L. Dann heißt es: außer auf die Fische. Nach Rosch meint der Am ha Arez, man dürfe das Wasser des Netzes auch auf den toten Fisch fließen lassen, ohne ihn zur Unreinheit zu befähigen. דגה kollekt. für דגים.",
+ "weil man es. Das oben Angeführte. Aus der Tatsache, dass es üblich ist, die genannten Dinge ihm anzuvertrauen, ersieht man, dass er beglaubt ist. So erklären Rasch, Rosch, Bart. — Nach א״ל und כ״א beziehen sich die Worte מפני שהן מפקידין auf חוץ משל דגה (bezw. חוץ מן הדגה) und wollen begründen, warum der Am ha Arez hierfür nicht beglaubt ist: weil die Fischlake (oder die Fische) in seinem Hause sind, ist hier mehr zu befürchten, dass die Fischlake durch stärkeren Zusatz von Wasser oder die Fische durch Aufgießen von Wasser zur Annahme der Unreinheit befähigt wurden.",
+ "ist unrein. Nach Maim., dem Bart. folgt, handelt es sich um Fischlake, in der kein Wasser ist, sondern nur Flüssigkeiten, die nicht zur Unreinheit befähigen, etwa Fruchtsaft. (S. d. nächste Mischna). Wenn jetzt etwas Wasser hineinfällt, so wird die Lake zur Unreinheit befähigt; es ist dann zu befürchten, dass sie durch Berührung verunreinigt wird. — Zur Rechtfertigung dieser Erklärung gegenüber Bechor. 23 b s. חזון נחום z. St. Nach Rasch und Rosch. wird Lake, die zur Hälfte aus Wasser besteht, nicht unrein. Wir nehmen an, dass der Am ha Arez bis zur Hälfte Wasser zugesetzt hat. Wenn nur noch etwas Wasser hinzukommt, besteht die Lake zum überwiegenden Teil aus Wasser und kann durch Berührung eines Unreinen verunreinigt werden. Vgl. hierzu Bechor. 23 b. S. a. Raschi und Tos. das., und תוי״ט z. St."
+ ],
+ [
+ "Sieben Flüssigkeiten sind es. Die durch Benetzung Speisen zur Unreinheit befähigen. — Tosefta Sabb. VIII (IX) 23 ff lehrt, dass gerade diese 7 Flüssigkeiten in der Bibel als solche gekennzeichnet werden. Nach Maim. können von allen Getränken auch nur diese 7 Flüssigkeiten unrein werden. S. bes. הל׳ טומאת אוכלין א׳ ד׳ und dagegen Rabed. — Die Flüssigkeiten verlieren nach Maim. טומאת אוכלין א׳ י״ט — כ״ב הל׳ im in geronnenem Zustande ihren Charakter; s. dagegen Rabed das.",
+ "die Milch und Bienenhonig. Nur Bienenhonig. Dattelhonig kann als Speise, aber nicht als Getränk gelten. S. Tosefta Tohor. II, 5 und Maim. הל׳ טומאת אוכלין א׳ פ״א. S. a. תוי״ט s. v. שרעה.",
+ "Wespenhonig. שבעה ist wohl wie in der Bibel: Wespe. Nach unsrer La in Raschi Bechor 7 b bedeutet צרעין eine Heuschreckenart; s. a. R. Gerschom das., der nur גזין als Heuschreckenart erklärt.",
+ "ist rein. Nach Maim. kann er nie unrein werden; s. a. Anm. 27. — אך ע׳ בכורות ז׳, טהור אלמא בעי מחשבה ופירש״י טהור מלקבל טומאת אוכלין דסתמיה לאו לאכילה עד שיחשוב עליו.",
+ "und zum Essen erlaubt. Ebenso wie der Honig der Bienen, obwohl Biene und Wespe selbst unrein sind, weil der Honig nicht vom Körper des Tieres gebildet wird. S. Bechor. 7 b."
+ ],
+ [
+ "Unterarten vom Wasser. Die die gleichen Bestimmungen haben. Vgl. Anm. 27.",
+ "Urin. Nur der Menschen.",
+ "von Erwachsenen wie von Kindern. So nach א״ר und תפארת ישר׳. Auch Maim. scheint es so aufzufassen, da er nicht auf die ungewöhnliche Bedeutung von מי רגלים גדולים aufmerksam macht. — Rasch, Rosch, Bart. verstehen unter מי רגלים גדולים flüssige Darmentleerung, unter מ^ר קטנים Urin. S. a. תוי״ט und Anm. 54 und 59.",
+ "Unterarten des Blutes. Die die gleichen Bestimmungen haben. Vgl. Anm. 27.",
+ "das nach dem Schlachten eines reinen Haustieres, Wildes und Vogels (ausfließende. Nur das nach dem Schächten langsam fließende Blut. Chul. 36a. Für den während des Schneidens ausströmenden Strahl gilt die gleiche Bestimmung wie für das Blut des Aderlasses. Maim. הל׳ טומאת אוכלין י׳ ג׳. Der Ausdruck תולדות לדם bezieht sich nicht eigentlich auf das langsam fließende Blut, das ja die Hauptart des Blutes ist. Vgl. מלאכת שלמה.",
+ "das zum Trinken. Nur wenn es dazu bestimmt ist, dass Tiere davon trinken.",
+ "Molke. מי חלב = aram. נסיובי דחלבא. (Pes. 42 a) Molke.",
+ "ist wie Milch. Hinsichtlich der Befähigung zur Unreinheit, aber nicht hinsichtlich des Verbotes, Fleisch mit Milch zu kochen. S. Chul. 114 a.",
+ "Der aus Oliven fließende Saft. Der bald nach dem Pressen tropfende dunkle Saft (Rasch). Zur La. מוחל s. תוי״ט zu Eduj. VI, 4.",
+ "weil der Saft nicht ganz ohne Oel. Wörtlich: weil der Saft nicht aus dem Oel herausgeht. Der Saft an sich gilt nach R. Simon nicht als Oel. S. a. Tohor. IX, 3.",
+ "Das Blut des Kriechtieres ist wie sein Fleisch. Und kann es auch zur Linsengröße ergänzen; vgl. Me’ila IV, 2.",
+ "Wir haben nichts dem Entsprechendes. Dass Blut ganz wie Fleisch verunreinigt תפ׳ ישר׳ ;א״ר. Nach Rosch bezieht es sich auch darauf, dass das Blut nicht zur Unreinheit befähigt. Dies ist allerdings nach R. Elieser (in der nächsten Mischna) auch beim männlichen Samen und nach R. Elasar ben Asarja (das.) auch beim Blut einer Menstruierenden und nach R. Simon (das.) auch beim Blute eines Toten der Fall."
+ ],
+ [
+ "Folgende verunreinigen. Vgl. Kel. I, 3 und Nid. VII, 1.",
+ "und befähigen. Gleichzeitig. Denn unreine Flüssigkeiten befähigen auch ohne Billigung שלא ברצון s. I, 1.",
+ "der Fluss. In den vorangehenden Mischnajot ist der Samenfluss nicht erwähnt, weil dort nur von reinen Flüssigkeiten die Rede ist. בל״א.",
+ "vom Toten. Vgl. Ohal. II, 2. S. a. תוי״ט.",
+ "und das Blut der Menstruierenden. Vgl. Kel. I, 3 und Nid. VII, 1.",
+ "Männlicher Samen befähigt nicht zur Unreinheit. Weil sie nicht als eigentliche Flüssigkeiten gelten.",
+ "Blut des Toten befähigt nicht zur Unreinheit. Weil sie nicht als eigentliche Flüssigkeiten gelten.",
+ "Fiel es. Das Blut bezw. der Samen.",
+ "so kratzt man ihn. Den Kürbis; man darf das Blut oder den Samen nicht mit verzehren, schon weil es widerwärtig wäre.",
+ "er bleibt aber rein. Da nach Ansicht des betreffenden Tanna der Kürbis nicht zur Unreinheit befähigt war."
+ ],
+ [
+ "Folgende. Auch wenn sie von einem am Fluss Leidenden u. ä. abgehen.",
+ "der Schwei. Vgl. I, 2.",
+ "Kot. רעי = ראי fester Kot. S. a. Anm. 34",
+ "das mit ihnen. Mit Eiter und Kot. Hiernach kann unter מי רגלים גדולים keinesfalls Blut, das bei der Darmentleerung abgeht, gemeint sein; s. a. Anm. 34.",
+ "und eine Flüssigkeit. Auch solche wie Speichel, die bei einem lebensfähigen Menschen verunreinigen.",
+ "die von einem Achtmonatkind. Auch wenn es noch lebt. Vgl. Maim. und Rasch.",
+ "außer seinem Blute. Das bei ihm wie bei einem Lebensfähigen betrachtet wird.",
+ "wenn jemand Wasser von Tiberias. Von den heißen Quellen, das als Abführmittel genommen wurden. S. תוי״ט zu Mischna 5.",
+ "obwohl es klar abgeht. Trotzdem gilt es als Kot. — Nach der oben (Anm. 34) gebrachten Ansicht von Rasch und Rosch, dass flüssige Darmentleerung zur Unreinheit befähigen, ist es auffällig, dass es bei Wasser von Tiberias, das den Darm durchflossen hat, nicht der Fall ist. S. תוי״ט und מלאכת שלמה zu Mischna 5, die eine Erklärung versuchen.",
+ "Elasar erklärt diese. Vom Schlachten unreiner Tiere und vom Aderlass.",
+ "für unrein. Können unrein werden und zur Unreinheit befähigen.",
+ "Milch des Mannes ist rein. Kann auch nicht zur Unreinheit befähigen, weil sie nicht als Flüssigkeit, sondern nur als Ausschwitzung gilt. (Rasch.)."
+ ],
+ [
+ "Die Milch der Frau verunreinigt. Und befähigt zur Unreinheit.",
+ "mit Billigung. Kann auch nicht zur Unreinheit befähigen, weil sie nicht als Flüssigkeit, sondern nur als Ausschwitzung gilt. (Rasch.).",
+ "und ohne Billigung. Ob sie der Brust mit Billigung oder ohne Billigung entzogen wurde. S. o. Abschnitt I, 1.",
+ "Die Milch des Tieres verunreinigt nur mit Billigung. Wenn man wollte, dass sie aus dem Euter floss.",
+ "Hierbei liegt doch ein Schluss vom Leichteren auf das Schwerere. קל וחׇֹמֶר_ so die traditionelle Vokalisation. Hierzu und zu den Formen קל וׅחָמוּר_ und קל וׅחֹמֶר vgl. Ostrowsky מדות שהתורה נדרשת בהן S. 62—64.",
+ "die nur für Kleine bestimmt ist. Und trotz des beschränkten Kreises seiner Verbraucher ohne weiteres als benutzbare Flüssigkeit gilt.",
+ "Da entgegneten sie. Seine Kollegen, die nicht genannten Weisen, die gesagt hatten, dass die Milch des Tieres nur mit Billigung verunreinigt.",
+ "das Blut ihrer Wunde unrein ist. Auch wenn es ohne ihre Billigung ausgeflossen ist (Raschi zu Sabb. 143/144). Der Flüssigkeitscharakter der Frauenmilch beruht aber auf dem des Blutes (vgl. hierzu Nid. I, 4).",
+ "bei dem das Blut seiner Wunde rein ist. So dass der Flüssigkeitscharakter der Tiermilch nicht von dem des Tierblutes abgeleitet werden kann.",
+ "Ich erschwere bei Milch mehr als bei Blut. Nach R. Akiba wird der Flüssigkeitscharakter der Frauenmilch nicht von dem des Blutes abgeleitet, sondern von der Tiermilch, die nach Ri 4, 19 ותפתח את נאוד החלב ותשקהו als Flüssigkeit betrachtet wird (s. Tosefta zu Sabb. VIII (IX) 26). (תוספות לע״ק) S. a. Tos. zu Sabb. 144a s. v. מחמיר. Deshalb können die Bestimmungen für Frauenmilch nicht schwerer als die für Tiermilch sein. Eher müsste aus dem anfangs von R. Akiba angegebenen Grund (Tiermilch ist für alle bestimmt) Tiermilch erschwerende Bestimmungen haben. — Andererseits kann vom Blut keine leichtere Bestimmung für die Tiermilch geschlossen werden, da in mancher Hinsicht Milch schwerere Bestimmungen als Blut hat.",
+ "Denn wenn man zu Heilzwecken melkt. Weil das Tier unter der Milch leidet. (Raschi Sabb. 144a.)",
+ "unrein. Kann unrein werden und zur Unreinheit befähigen.",
+ "rein. Nimmt keine Unreinheit an und befähigt nicht zur Unreinheit. R. Akiba lernt also wie der nicht genannte erste Lehrer in der vorigen Mischna, nicht wie R. Elasar. Da dieser als Schüler R. Akibas schwerlich gegen ihn streitet, ist anzunehmen, dass unter R. Akibas Schülern ein Streit über die Ansicht des Meisters war und dass unsere Mischna die Ansicht des in der vorigen Mischna nicht genannten ersten Schüler R. Akibas wiedergibt.",
+ "Körbe von Oliven und Trauben können als Gegenbeweis dienen. Nämlich dafür, dass bei ausfließenden genießbaren Flüssigkeiten ein Unterschied besteht, ob sie mit oder ohne Billigung ausfließen. Vgl. I, 1. — Daher kann auch bei Tiermilch hierzwischen unterschieden werden. Dass diese Unterscheidung bei Frauenmilch nicht gemacht wird, ist eine Ausnahme.",
+ "bei denen es sich anfangs um Speise und zuletzt um Flüssigkeit handelt. Solange der Saft in der Frucht ist, gilt er als ein Teil von ihr, also als Speise; ist er ausgeflossen, gilt er als Flüssigkeit.",
+ "So weit ging die Antwort. Die R. Akiba den Weisen gegeben hat. — Bis hierher geht die Kontroverse zwischen R. Akiba und seinen Kollegen. — Die Schlusssätze sind die Diskussion zwischen R. Akiba und seinen Schülern, denen er die obige Kontroverse mitgeteilt hatte.",
+ "Von hieran und weiter haben wir. Die Schüler.",
+ "Regenwasser kann als Gegenbeweis dienen. Nämlich dafür, dass auch sonst bei Flüssigkeiten, die nie als Speise gelten, zwischen dem Abfließen mit und ohne Billigung unterschieden wird, wie es R. Akibas Gegner hinsichtlich der Tiermilch behauptet haben.",
+ "sondern für Ländereien und Bäume. Da Regenwasser eine Flüssigkeit ist, die nicht zumeist zum menschlichen Gebrauch bestimmt ist, sondern für Erde oder Dinge, die mit ihr von Natur verbunden sind, so kann es nur unrein werden und zur Unreinheit befähigen, wenn man es billigte, dass es auf bewegliche oder wenigstens ursprünglich bewegliche Gegenstände falle. Vgl. Abschnitt IV, 3 und Anm. 16."
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Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "\nEinleitung.\nMaimonides leitet in seinem יד החזקה den Abschnitt הלכות מקואות mit folgenden Sätzen ein: „Alles, was [in hierologischem Sinne] unrein geworden ist, seien es Menschen, seien es Gegenstände, sei es, dass ihre Unreinheit eine schwere, auf einer Toravorschrift beruhende ist, sei es eine nur auf einer rabbinischen Verordnung beruhende, kann nur durch Untertauchen in ein am Erdboden angesammeltes Wasser wieder rein werden.\nUeberall, wo die Tora ein Baden des Körpers oder ein Waschen der Gewänder zur Beseitigung der Unreinheit vorschreibt, ist damit stets das vollständige Untertauchen in eine Wasseransammlung gemeint. Wenn es auch (Lev. 15, 11) von dem Flussleidenden [der sich von seiner Unreinheit noch nicht gereinigt hat] heisst: „der seine Hände nicht in Wasser abgespült hat“, so ist damit doch gemeint, dass er seinen ganzen Körper untertauchen muss, und ebenso ist es bei allen anderen Unreinen, wenn selbst der ganze Körper untergetaucht ist mit Ausnahme der Spitze des kleinen Fingers, verbleibt er dennoch in seiner Unreinheit. Wenn auch alles dieses nur auf mündlicher Ueberlieferung beruht, so heisst es doch Lev. 11, 32 [von allem, was durch Berührung mit einem toten Kriechtier unrein geworden ist] : „in Wässer soll es gebracht werden, bis zum Abend unrein bleiben und dann rein sein“. Die hier ausgesprochene Bestimmung gilt für alles Unreine, dass es nur durch ein Wasserbad wieder rein wird“.\nVon den hauptsächlichsten Bestimmungen über die Beschaffenheit des Tauchbades und die Art seiner Herstellung seien hier die folgenden angeführt:\n1) Das Tauchbad, durch das ein unrein gewordener Mensch oder Gegenstand wieder rein wird, kann entweder in einem מעין, das ist einem von selbst aus der Erde emporsteigenden oder herausfliessenden Wasser genommen werden oder in einer מקוה, das ist einer im oder über dem Erdboden angesammelten Wassermenge. Bedingung ist, dass der Mensch oder der Gegenstand beim Untertauchen vollständig vom Wasser bedeckt werden und dass nichts Fremdes an ihnen haftet, durch das irgend ein Teil von ihnen nicht unmittelbar mit dem Wasser in Berührung kommt (חציצה).\n2) Das Wasser, das als Tauchbad dienen soll, sei es ein מעין oder eine מקוה, darf nicht in einem Gefässe angesammelt sein.\n3) In dem Wasser eines מעין kann man untertauchen, gleichviel ob es fliesst oder steht. Auch können Gegenstände darin untergetaucht werden, wenn er auch noch so wenig Wasser enthält, wenn nur der Gegenstand durch das Wasser vollständig bedeckt wird.\n4) Im Gegensatz hierzu muss das Wasser einer מקוה stehen und darf nicht fliessen, und es müssen, auch um Gegenstände darin unterzutauchen, immer wenigstens vierzig Sea Wasser in ihr enthalten sein, das ist das Mass, das erforderlich ist, damit ein erwachsener Mensch vollständig darin untertauchen kannn.\n5) Das Wasser einer מקוה darf nicht שאובין, d. h. durch ein Gerät geschöpftes Wasser sein, selbst nicht durch ein Gerät, das für Unreinheit nicht empfänglich ist.\n6) Als durch ein Gerät geschöpft gilt das Wasser nur, wenn man die Absicht hatte, dass sich das Gerät mit Wasser füllt.\n7) Alles durch Menschenkraft in die מקוה gelangende Wasser ist ebenso untauglich wie geschöpftes Wasser.\n8) Wenn in eine מקוה, bevor sich die erforderlichen vierzig Sea Wasser darin angesammelt haben, drei Log geschöpftes Wasser hineingefallen sind, bleibt die מקוה für das Untertauchen untauglich, auch wenn dann ungeschöptes Wasser bis zu dem erforderlichen Masse hinzugeflossen ist; sie wird erst wieder tauglich, wenn soviel Wasser, wie vor dem Hineinfallen der drei Log darin war, und noch etwas darüber wieder abgeflossen ist.\n9) Ist eine מקוה durch Ansammlung von vierzig Sea nicht geschöpften Wassers zustande gekommen, bleibt sie tauglich, auch wenn noch soviel geschöpftes Wasser hinzugegossen wird. Ebenso darf man in einem מעין untertauchen, wenn auch noch so viel geschöpftes Wasser hinzugegossen worden ist, nur muss, sobald mehr geschöpftes Wasser darin ist als Quellwasser, das Wasser, wie bei einer מקוה, stehen und darf nicht fliessen.\n10) Das Wasser darf in die מקוה nicht über einen Gegenstand gelangt sein, der für Unreinheit empfänglich ist, nach Maimonides auch nicht über ein Gerät mit aufnahmefähigem Hohlraum, wenn es auch für Unreinheit nicht empfänglich ist. Auch das Wasser eines מעין ist, nachdem es durch ein Gerät hindurchgeflossen ist, nicht mehr für das Untertauchen verwendbar.\n11) Auch geschöpftes Wasser darf zu einer מקוה verwendet werden, wenn man es mindestens drei Handbreiten von der מקוה entfernt auf einen durchlässigen Boden giesst und von da in die מקוה fliessen lässt. Man nennt diesen Vorgang המשכה. Doch darf geschöpftes Wasser nur dann auf diese Weise in die טקוה geleitet worden, wenn mehr als zwanzig Sea nicht geschöpften Wassers bereits darin enthalten sind.\n12) Eine מקוה mit geschöpftem Wasser wird für das Untertauchen tauglich, wenn man sie mit einer tauglichen מקוה oder einem מעין durch eine Oeffnung verbindet, die so weit ist, dass man darin zwei Finger mit Leichtigkeit umdrehen kann ; nach einigen Dezisoren genügt hiefür eine Verbindung in Haaresbreite. Auch unrein gewordenes Wasser erlangt durch Einsenkung in das Wasser eines מעין oder einer für das Untertauchen tauglichen מקוה seine Reinheit wieder. Man nennt das השקה.\n13) Das Wasser einer מקוה wird untauglich, wenn es durch eine hineingefallene andere Flüssigkeit seine Farbe geändert hat. Hat es durch weiteres Hinzukommen von Wasser wieder seine gewöhnliche Farbe angenommen, ist es wieder rein.\n"
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+ "Sechs Abstufungen gibt es bei Wasseransammlungen. מקוה heißt jede Wasseransammlung in oder auf der Erde.",
+ "die eine immer auf einer höheren Stufe stehend. Inbezug auf ihre Fähigkeit, Unreinheit anzunehmen oder aufzuheben. Das Wasser in allen solchen Wasseransammlungen ist, auch wenn sie nicht so viel Wasser enthalten, wie erforderlich ist, um als Tauchbad dienen zu können, für Unreinheit nicht empfänglich, die Berührung mit einer Unreinheit macht es nicht unrein — nach Maim. (s. weiter) allerdings nur, wenn die Berührung nicht eine absichtliche war —, denn so heißt es (Lev. 11, 36): אך מעין ובור מקוה מים יהיה טהור „jedoch ein Quell und eine Zisterne, eine Ansammlung von Wasser bleibt rein“, auch wenn ein totes Kriechtier hineingefallen ist. Nach Maim. (הלכות טומאת אוכלין XV 1) gilt dieses auch für eine Ansammlung von geschöpftem Wasser an der Erde. Die Wassersammlung muss aber wenigstens ¼ Log Wasser enthalten, das ist das Mindestmaß, das mit dem Namen מקוה bezeichnet wird, in dem man nach Toravorschrift unrein gewordene Gefäße reinigen kann (s. Raschi zu Pesach. 17 b v. בקרקע טהורין). Erst wenn das Wasser mit Absicht vom Boden losgelöst worden ist, ist es für Unreinheit empfänglich.",
+ "In Bodenvertiefungen. גבאים, auch גבים Stw. arab. جب = einschneiden, spalten, Spalten oder Vertiefungen im Erdboden, in denen sich beim Regen Wasser an sammelt, daher auch = Teich, Zisterne.",
+ "ist er unrein. Nur so lange das Wasser auf dem Erdboden steht, ist es für Verunreinigung nicht empfänglich, sobald es mit Absicht vom Boden losgelöst worden ist, ist es für Verunreinigung empfänglich. Da die Wasseransammlung nicht die für ein Tauchbad erforderlichen vierzig Sea Wasser enthält, bleiben die zurückgefallenen Tropfen auch nach ihrer Vermischung mit dem übrigen Wasser unrein, sie gehen nicht darin auf, weil der Grundsatz, dass eine Minderheit in der Mehrheit aufgeht (בטל ברוב), für im Boden Haftendes keine Geltung hat (Raschi Gittin 54 b v. הרי זה). Es ist in jedem Teilchen des Wassers etwas von diesen unreinen Tropfen enthalten, dieses verunreinigt deshalb den Reinen beim Herausheben zum Trinken. So nach den Erklärungen von רא״ש ,ר״ש und Bart. Weit einfacher ist die Erklärung von Maim., nach ihm besteht zwischen noch am Boden haftendem und davon losgelöstem Wasser nur der Unterschied, dass das auf dem Boden haftende nur dann unrein wild und weiter verunreinigt, wenn die Berührung mit der Unreinheit eine beabsichtigte war, während nicht auf dem Boden haftendes unrein wird und weiter verunreinigt, gleichviel ob die Berührung eine beabsichtigte oder nicht beabsichtigte war. Hat deshalb ein Unreiner von dem Wasser getrunken, ist sämtliches Wasser durch seine Berührung, da sie eine beabsichtigte war, unrein geworden, und wird deshalb der Reine, wenn er darnach davon trinkt, unrein, da auch seine Berührung wieder eine beabsichtigte war.",
+ "ist dieses unrein. Das Gefäß, das mit dem Wasser beim Schöpfen in Berührung kommt, wird unrein ; Geräte werden durch die Berührung auch des kleinsten Quantums unreiner Flüssigkeit unrein.",
+ "unrein. Durch das Abwaschen hat man zu erkennen gegeben, dass einem das Zusammenbringen des Brotes mit dem Wasser willkommen war, deshalb wird das mit dem Brote herausgehobene Wasser als mit Absicht losgelöst betrachtet (s. Schluss von Note 2), und ist dadurch für Verunreinigung empfänglich geworden. In diesem Wasser ist aber ein Teilchen von den durch das Trinken des Unreinen unrein gewordenen Tropfen enthalten. Da eine Flüssigkeit, wenn sie noch so minimal ist, eine andere Flüssigkeit, wenn sie für Verunreinigung empfänglich ist, durch Berührung verunreinigt, geht dieses unreine Teilchen nicht in dem übrigen Wasser auf, sondern verunreinigt es, deshalb ist das Brot unrein, auch wenn es nicht Hebe ist, denn unreine Flüssigkeit ist immer unrein ersten Grades und verunreinigt auch Profanes, die Mischna spricht nur von Hebe, um zu sagen, dass im anderen Falle, wenn man das Brot nicht abgewaschen hat, selbst ein Brot aus Hebe rein bleibt. Nach Maim. ist mit אם הדיח gemeint, wenn man vor dem Herausheben des Brotes sich die Hände in dem Wasser abgewaschen hat, so wird das Brot durch das mit Absicht losgelöste Wasser auf den Händen unrein.",
+ "ist es rein. Da das auf dem Brote befindliche Wasser von dem Wasser am Boden nicht mit Absicht losgelöst worden ist, ist es auch weiter nicht für Verunreinigung empfänglich, es bleibt deshalb trotz der Vermischung mit dem unreinen Tropfenteilchen rein, und es wird in ihm, da es sich jetzt nicht mehr am Boden befindet, nach dem Mehrheitsgrundsatz dieses unreine Tropfenteilchen aufgehoben, deshalb bleibt das Brot in diesem Falle rein. Nach der Erklärung von Maim. (s. Note 4) ist durch das Trinken des Unreinen das gesamte Wasser am Boden unrein geworden ; ist nun ein Brot hineingefallen, wird dieses dadurch nicht unrein, da die Berührung keine beabsichtigte war; hat man dagegen seine Hände in dem Wasser abgewaschen, ist das auf den Händen befindliche Wasser mit Absicht berührt und dadurch unrein geworden, und durch dieses wird wieder das Brot unrein."
+ ],
+ [
+ "Hat man mit einem unreinen Gefäß daraus geschöpft. Dasselbe wie für das zum Trinken gilt für das beim Schöpfen herausgehobene Wasser, das wieder in das übrige Wasser zurückfließt, obgleich die Absicht des Schöpfenden doch gar nicht auf das an der Außenwand des Gefäßes wieder zurückfließende Wasser gerichtet war, deshalb gelten die gleichen Bestimmungen wie in Mischna 1 noch für diesen Fall. Nach der Erklärung von Maim, soll durch diese Mischna auch ausgesprochen werden, dass ebenso wie durch absichtliche Berührung eines unreinen Menschen auch durch absichtliche Berührung eines unreinen Gefäßes das Wasser am Boden unrein wird."
+ ],
+ [
+ "Ist unreines Wasser hineingefallen. Nach der Erklärung von Maim. soll durch diese Mischna nur ausgesprochen werden, dass wie durch absichtliche Berührung eines unreinen Menschen oder Gefäßes auch durch Berührung von unreinem Wasser das Wasser am Boden unrein wird, er erklärt deshalb, dass unter כפלו gemeint ist, wenn es mit Absicht hineingegossen worden ist.",
+ "unrein. Auch wenn man das Brot nicht abgewaschen hat, das darauf befindliche Wasser demnach noch nicht für Unreinheit empfänglich geworden ist, ist doch zu befürchten, dass das auf dem Brote befindliche Wasser so weit abfließt, dass das damit vermischte wieder zurückgeflossene oder hineingefallene unreine Wasser nicht mehr nach dem Mehrheitsgrundsatz darin aufgeht, zumal in dem dritten Fall, wo unreines Wasser in größerer Menge hineingefallen ist, deshalb erklärt R. Simon das Brot, auch wenn man es nicht abgewaschen hat, für unrein, weil es durch Berührung dieser unreinen Wasserteilchen unrein geworden ist (יר״ב)."
+ ],
+ [
+ "oder ist ein Unreiner hindurchgegangen. Auch wenn beim Herausgehen aus dem Wasser etwas Wasser von dem Körper des Unreinen wieder zurückgeflossen ist, ist dieses kein unreines Wasser, weil es nicht mit Absicht von dem Wasser am Boden losgelöst worden ist. Nach Maim, nach dessen Ansicht auch das Wasser am Boden durch absichtliche Berührung unrein wird, muss angenommen werden, dass das Hindurchgehen eines Unreinen durch das Wasser noch nicht als eine absichtliche Berührung betrachtet wird, weil es dem Unreinen lieber wäre, wenn er auf seinem Wege nicht in Berührung mit dem Wasser kommen würde.",
+ "ob es in Bodenvertiefungen oder in Gruben. בור ist rund in Form eines Brunnens.",
+ "oder in Gräben. שיח ist länglich und schmal in Form eines Grabens.",
+ "oder in Höhlen. מערה ist viereckig und überdacht.",
+ "oder [von den Bergen] herabgeflossenes Wasser. So nach Bart., nach dem מי תמציות das Wasser heißt, das zur Regenzeit von den Bergen zu Tal flieset, תמציות von מצה = herauspressen, danach erklärt er שפסקו : wenn es aufgehört hat, von den Bergen herabzufließen, nur dann unterliegt das in der Ebene angesammelte Wasser denselben Bestimmungen wie das Wasser in Bodenvertiefungen, Gruben u. s. w., fließt dagegen noch weiter Wasser von den Bergen herab, hat es nichts zu bedeuten, wenn auch ein Unreiner davon getrunken hat, weil das von dem Unreinen berührte und dadurch unrein gewordene Wasser, das in dem übrigen am Boden befindlichen Wasser nicht aufgegangen ist, weil das Mehrheitsgesetz für am Boden Haftendes keine Geltung hat, in dem von den Bergen nachfließendem Wasser nach dem Mehrheitsgesetz aufgeht (vgl. Machschirin II, 3). Nach יו״ב bedeutet שפסקו nicht, wenn das Wasser aufgehört hat, von den Bergen herabzufließen, sondern wenn das herabgeflossene Wasser auf dem Boden steht und aufgehört hat zu fließen, nur dann unterliegt es denselben Bestimmungen wie das in Bodenvertiefungen usw., fließt es dagegen in der Ebene noch weiter, so unterliegt es diesen Bestimmungen nicht, weil da anzunehmen ist, dass das unrein gewordene Wasser bereits mit abgeflossen ist. Nach Maim. Kommentar ist unter מי תמציות Wasser zu verstehen, das durch irgend einen Anlass aus dem Erdboden her ausgepresst wird oder heraussickert, und שפסקו heißt: wenn dieser Druck auf gehört hat und es nicht mehr heraussickert. Die Tosefta bringt folgende Erklärung: ואלו הן מי תמצית כל זמן שהגשמים יורדין וההרים ביצין הרי הן כמי מעין פסקו גשמים וההרים ביצין הרי הן כמי תמצית פסקו מלהיות ביצין הרי אלו כמי גבאי. Offenbar in Anlehnung an diese Tosefta erklärt Maim. im (יד חזקה הלכות מקואות IX, 2): מי תמצית שלא פסקו bedeute, wenn der Regen noch nicht aufgehört hat und [infolgedessen] von den Bergen Wasser herabquillt und auf dem Boden sich ansammelt. Hat es aufgehört zu regnen, aber noch nicht aufgehört, von den Bergen herabzufließen, gilt das angesammelte Wasser noch immer als ׳מי תמצית hat es aber auch aufgehört, von den Bergen herabzuquillen, gilt es als מי גבאים.",
+ "ebenso Wasseransammlungen. מקוה-Wasser, das angesammelt ist, um als Tauchbad zu dienen.",
+ "die nicht vierzig Sea Wasser enthalten. Wenn dagegen vierzig Sea Wasser darin sind, ist es ein vorschriftsmäßiges Tauchbad und wird das hineingefallene unreine Wasser durch Einsenkung (השקה) rein (s. V. M. 12).",
+ "sind alle. Die nahe zur Stadt wie die entfernt von ihr liegenden.",
+ "rein. Während es regnet, ist nicht zu befürchten, dass ein Unreiner aus ihnen getrunken hat, weil da die Menschen nicht unterwegs zu sein pflegen und, wenn jemand trinken will, er überall Wasser zum Trinken hat und, auch wenn ein Unreiner daraus getrunken hat, der Regen das hineingefallene unreine Wasser wieder mit hinausschwemmt.",
+ "unrein. Obgleich eine zweifelhafte Berührung in einem öffentlichen Gebiet sonst immer als rein gilt, weil hier die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass einer aus der großen Mehrheit der unreinen Nichtisraeliten und Gesetzesunkundigen der Stadt oder der Landstraße daraus getrunken oder mit einem unreinen Gefäß daraus geschöpft hat (יו״ב).",
+ "zu gehen. D. h. bis seit dem Aufhören des Regens so viel Zeit vergangen ist, dass anzunehmen ist, dass einer aus der unreinen Mehrzahl der Menschen vorbeigegangen ist, der dann davon getrunken haben kann."
+ ],
+ [
+ "Von wann an gelten sie. Diese Wasseransammlungen, in die unreines Wasser hineingefallen oder von denen man befürchtet, dass solches hineingefallen ist.",
+ "Beth-Schammai sagen: Wenn mehr Wasser hinzugekommen ist, (als darin war. So nach Maim., nach dem das sämtliche Wasser in der Ansammlung durch das hineingefallene Wasser unrein geworden ist. Nach der Erklärung des ר״ש, nach der das übrige Wasser gar nicht unrein geworden ist, muss es genügen, wenn mehr Wasser hinzugekommen ist, als unreines hineingefallen ist. In dem am Boden haftenden Wasser ist das unreine Wasser nicht nach dem Mehrheitsgrundsatz aufgegangen (s. oben Note 4), in dem zufließenden Wasser dagegen geht es nach diesem Grundsatz auf und gilt als rein.",
+ "und sie überfließen. Trotzdem das unreine Wasser in dem hinzugeflossenen schon als aufgegangen zu betrachten ist, verlangen sie dennoch, dass durch das Hinzufließen die Wasseransammlung übergeflossen ist, so dass angenommen werden kann, dass in dem überfließenden Wasser das unrein gewesene Wasser mit fortgeflossen ist.",
+ "wenn sie auch nicht überfließen. Nach יו״ב ist nach Beth Hillel nur eines von beiden erforderlich und genügt es ebenso, wenn es übergeflossen ist, wenn auch nicht mehr Wasser hineingeflossen ist, als unreines darin war.",
+ "hinzugekommen ist. Nach R. Simon kommt es gar nicht auf die Menge des hinzugeflossenen Wassers an, sondern nur darauf, dass das Wasser übergeflossen ist und danach angenommen werden kann, dass das unreine mit abgeflossen ist.",
+ "für Challa. Challa sowohl wie Hebe dürfen nicht mit Unreinem in Berührung gebracht werden. Es kann hier nicht gemeint sein, dass man mit diesem Wasser Challateig kneten darf, (s. Barten.), denn in dieser Hinsicht stehen Challa und Hebe sich vollständig gleich, hier wird aber ein Unterschied gemacht zwischen Challa in dieser und Hebe in der folgenden Mischna. Vielmehr ist hier gemeint, dass man mit diesem Wasser einen Teig anrichten darf, von dem noch Challa genommen werden muss. Auch einen solchen Teig darf man mit Unreinem nicht in Berührung bringen (s. Abod. Sar. 56a,) da es sich hier aber nur um vielleicht unrein gewordenes Wasser handelt, darf man es hierzu verwenden, Challa selbst und ebenso Hebe darf man dagegen nicht damit in Berührung bringen. א״ר korrigiert לחלה in לחולין. Nach Maim. (s. הלכות מקואות IX, 1) bezieht sich diese Bestimmung auf solche Wasseransammlungen im Allgemeinen, von denen man überhaupt nicht weiß, dass Unreines mit ihnen in Berührung gekommen ist.",
+ "und zum Waschen der Hände. Wo das Waschen der Hände vorgeschrieben ist."
+ ],
+ [
+ "Auf einer höheren Stufe steht von anderswoher angesammeltes Wasser. S. oben Note 15.",
+ "solange der Zufluss nicht aufgehört hat. In einem solchen Wasser gilt das hineingekommene unreine Wasser als durch das hinzufließende aufgehoben, und es ist nicht erforderlich, dass mehr Wasser hinzukommt, als darin war, oder dass es überfließt (מ״א).",
+ "für Hebe und zum Waschen der Hände. Auch vor dem Genießen von Hebe, dagegen ist es nicht tauglich, die Hände vor dem Genuss von Heiligem darin unterzutauchen (s. Chagiga II, 5), hierfür muss es eine Wasseransammlung von mindestens 40 Sea Wasser sein (s. dagegen ראב״ד zu הלכות מקואות IX, 1)."
+ ],
+ [
+ "die vierzig Sea Wasser enthält. Das nicht geschöpft oder durch Menschenhand oder durch etwas, was für Unreinheit empfänglich ist, gesammelt worden ist (s. V. M. 5, 7 und 10).",
+ "darin kann man selbst untertauchen und anderes. Unreine Geräte und die Hände, wo ein Untertauchen der Hände vorgeschrieben ist.",
+ "die wenig Wasser enthält und zu der man mehr geschöpftes. Selbst wenn es geschöpftes Wasser ist, wird dadurch die Quelle nicht untauglich, darin unterzutauchen.",
+ "dass sie nur bei stehendem Wasser. אשבורן s. Toharot VIII, Note 78.",
+ "reinigt. S. V. M. 4. Nach der Tosefta gilt dieses jedoch nur für die Stellen, wo vorher kein Quellwasser geflossen ist, wogegen man an den Stellen, wo auch vor dem Hinzugießen das Quellwasser geflossen ist, auch in dem fließenden Wasser untertauchen kann.",
+ "auch wenn nur ein geringes Quantum Wasser darin ist. S. V. M. 3."
+ ],
+ [
+ "Auf einer höheren Stufe steht angeschlagenes. S. Para VIII Note 58.",
+ "auch während es fließt. Trotzdem es salzig oder bitter oder gewärmt ist, reinigt es wie reines Quellwasser auch in fließendem Zustande.",
+ "unter. Nur für den זב wird Lev. 15, 13 das Untertauchen in מים חיים lebendigem d. h. quellendem Wasser vorgeschrieben.",
+ "damit werden die Aussätzigen besprengt. S. Lev. 14, 5—7.",
+ "aus ihm das geweihte Entsündigungswasser herzustellen. S. Num. 19, 17."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ " Erubin 35b.",
+ "ob er untergetaucht ist oder nicht. Er ist im Zweifel, ob er vorschriftsmäßig untergetaucht ist oder nicht.",
+ "oder ist er untergetaucht. Er weiß bestimmt, dass er vorschriftsmäßig untergetaucht ist.",
+ "so ist er des Zweifels wegen unrein. Da er bestimmt unrein war (חזקת טומאה), kann dieser Zustand nicht durch eine zweifelhafte Reinigung als aufgehoben gelten."
+ ],
+ [
+ " Nidda 2b.",
+ "Ist eine Tauche ausgemessen und für unzureichend. Indem keine 40 Sea Wasser darin waren.",
+ "womit man im Verlass auf sie. In der Meinung, dass sie den vorschriftsmäßigen Inhalt hatte und das darin Untergetauchte rein geworden war.",
+ "rückwirkend. Bis auf die Zeit, wo bestimmt noch 40 Sea Wasser darin waren.",
+ "sei es in einem öffentlichen Gebiet. Obgleich sonst ein Zweifel bei einer Verunreinigung in einem öffentlichen Gebiet als rein gilt, weil es sich hier nicht um eine zweifelhafte Verunreinigung, sondern um eine zweifelhafte Reinigung handelt.",
+ "Wo ist dieses gesagt. Das letztere wie das in der vorhergehenden Mischna Gesagte.",
+ "Bei einer schweren Verunreinigung. Wenn er durch einen אב הטומאה unrein geworden war.",
+ "Dagegen bei einer leichten Verunreinigung. Deren Unreinheit überhaupt nur auf rabbinischer Verordnung beruht.",
+ "unreine Speisen gegessen oder unreine Getränke getrunken. S. Sabb. 13b.",
+ "ist man mit dem Kopf und dem größeren Teil des Körpers in geschöpftes Wasser untergetaucht. Nach einem an demselben Tage genommenen Tauchbade.",
+ "oder sind auf seinen Kopf und den größeren Teil seines Körpers drei Log geschöpften Wassers gefallen. Auch wenn man nicht an demselben Tage ein Tauchbad genommen hatte (s. hierzu Tohar. IV, 11).",
+ "in solchen Zweifelfällen ist er rein. Weil er nur nach rabbinischer Vorschrift untertauchen musste und auch nach dieser kein אב חטומאה geworden war (s. Toharot IV, 11).",
+ "bei dem die Unreinheit einmal festgestellt war. Wenn aber der חזקה טומאה eine חזקת טהרה gegenübersteht wie bei dem in einer Tauche Untergetauchten, die nachher für unzureichend befunden worden ist, in der aber vorher einmal 40 Sea Wasser enthalten waren, stimmt auch R. Jose zu, dass bei diesen leichten Verunreinigungen der Zweifelfall als rein gilt. Deshalb wird dieser Zweifelfall hier nicht mit aufgezählt, weil hierin auch R. Jose nicht widerspricht. (מ״א)",
+ "verbleibt so lange in seiner Untauglichkeit. Andere Lesart: בטמאתו",
+ "ob es unrein geworden war. Durch eine der genannten leichten Verunreinigungen.",
+ "oder eine Sache verunreinigt hatte. Eine andere Sache durch dieses leichter Verunreinigte verunreinigt worden war.",
+ "so ist es rein. Selbst nach Ansicht des R. Jose."
+ ],
+ [
+ "den die Weisen für rein erklärt haben. S. Toharot IV, 7.",
+ "ob es. Die drei Log geschöpften Wassers, durch die eine Tauche untauglich wird, wenn sie hineinfallen, bevor die Tauche 40 Sea taugliches Wasser enthält, s. V. M. 8.",
+ "so ist dieser Zweifelfall rein. Das Wasser in der mangelhaften Tauche ist nicht untauglich geworden und kann durch weitere Zuführung von tauglichem Wasser auf 40 Sea ergänzt werden.",
+ "an die man sich halten kann. Wörtlich: weil etwas da ist, woran man die Sache anhängen kann, d. h. eine Möglichkeit, bei der durch die drei Log Wasser nichts untauglich geworden ist.",
+ "an die man sich halten könnte. Da in jedem Falle eine der beiden Tauchen untauglich geworden ist und man sie deshalb nicht beide für tauglich erklären kann."
+ ],
+ [
+ "geschöpftes Wasser zu Anfang. Bevor noch taugliches Wasser in der Tauche ist.",
+ "macht die Tauche untauglich. Weil nach Toravorschrift ein Viertel Log Wasser genügt, kleine Geräte darin unterzutauchen, und deshalb dieses Viertel Log schon eine Tauche aus geschöpftem Wasser darstellt, die zum Untertauchen untauglich ist, sie bleibt deshalb untauglich, auch wenn 40 Sea taugliches Wasser hinzukommen.",
+ "Wasser. Wenn bereits taugliches Wasser in der Tauche enthalten ist, also nach Toravorschrift eine Tauche mit tauglichem Wasser da ist, und dann geschöpftes Wasser hineinfällt, wird die Tauche erst untauglich, wenn drei Log hineingefallen sind, sind es weniger als drei Log, bleibt das darin befindliche Wasser tauglich.",
+ "Sowohl zu Anfang wie am Ende ist das Maß drei Log. Sie erkennen den Unterschied, den R. Elieser macht, nicht an, sondern nach ihnen sind immer wenigstens drei Log erforderlich, das kleinste ansehnlichere Quantum, nach ראב״ד, weil es das Maß des kleinsten Trankopfers war, nach ׳רא״ש weil man damit den Kopf und den größeren Teil des Körpers abspülen kann (s. Edujot I, 3)."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einer Tauche drei Vertiefungen mit je einem Log geschöpften Wassers waren. In den Wänden der Tauche waren drei Vertiefungen, eine über der anderen, und in jeder dieser Vertiefungen war schon ein Log geschöpftes Wasser, als die Tauche noch leer war, und dann ist taugliches Wasser in sie hineingeflossen.",
+ "ist sie tauglich. Weil zwei Log das Wasser nicht untauglich machen, und als das Wasser bei weiterem Zufluss die dritte Vertiefung erreicht hatte, es schon eine Tauche von 40 Sea Wasser war, die durch Zufluss von geschöpftem Wasser nicht mehr untauglich wird.",
+ "weil es wie eine Tauche neben einer anderen ist. Das in jeder der Vertiefungen stehende Wasser bildet eine Wasseransammlung für sich, und eine Wasseransammlung von geschöpftem Wasser neben einer Wasseransammlung von tauglichem Wasser macht dieses nicht untauglich, auch wenn beide sich berühren (s. weiter VI, 10)."
+ ],
+ [
+ "Wenn man. In einer Tauche von weniger als 40 Sea.",
+ "den Schlamm an die Seiten schiebt. מסנק s. Tamid II, 1.",
+ "und daraus. Aus dem an die Seite geschobenen, aber nicht herausgehobenen Schlamm.",
+ "zurückfließen. In das Wasser.",
+ "bleibt es tauglich. Das mit dem Schlamm beiseitegeschobene Wasser ist nicht untauglich geworden, da es nicht herausgeschöpft worden ist.",
+ "Löst man ihn los. Hat man den Schlamm vom Boden aus dem Wasser herausgehoben.",
+ "ist es untauglich. So, als wenn das Wasser mit einem Gefäß herausgeschöpft und dann wieder zurückgeflossen wäre.",
+ "zu schöpfen. Sondern nur den Schlamm zu entfernen."
+ ],
+ [
+ "um sie zu trocknen. Aber nicht die Absicht hatte, dass sich Regen in ihnen sammelt, denn hätte man diese Absicht gehabt, würde das in ihnen gesammelte Wasser als geschöpft gelten, weil es erwünscht (לרצון) war, dass es sich in den Gefäßen sammelt.",
+ "wenn es zur Regenzeit ist. D. h. wenn der Regen erwartet wird oder es schon regnet.",
+ "und wenn. Andere Lesart: או יש בו.",
+ "etwas. במעט steht hier in der Bedeutung von מעט wie Chron. II, 12, 7 (s. dagegen die Erklärung von יו״כ).",
+ "sie zu zerbrechen. Nach der Erklärung von Barten, gilt das Wasser in den Krügen nicht als geschöpft, es muss aber das Wasser aus den Krügen in die Tauche auch ohne Mitwirkung von Menschenhand hineinfließen. Zerbricht man die Krüge und fließt das Wasser über die Scherben in die Tauche so bleibt das Wasser tauglich, wie wenn es über den Boden in die Tauche fließt (s. V. M. 11 המשכח). Das Wasser aus den Krügen in die Tauche gießen kann man nicht, denn sobald man die Krüge zum Gießen aufgehoben hat, gilt das Wasser darin als geschöpftes und wird bei direktem Hineingießen in die Tauche diese untauglich (s. V. M. 7). Es bleibt daher nur übrig, die Krüge zu zerbrechen. Da aber befürchtet werden muss, dass, bevor durch Zerbrechen der Krüge das Wasser über die Scherben in die Tauche fließt, etwas von dem Wasser aus den Krügen direkt in die leere Grube hineinspritzt, und danach R. Elieser (oben Mischna 4) schon ¼ Log geschöpftes Wasser zu Anfang die Tauche untauglich macht, hat das Zerbrechen der Krüge nach ihm nur einen Zweck, wenn schon etwas Wasser in der Tauche vorhanden ist, denn dass 3 Log Wasser vor dem Zerbrechen aus den Krügen in sie hineinspritzen, ist nicht zu befürchten. Es hat aber auch nur einen Zweck zur Regenzeit, wo anzunehmen ist, dass außer mit dem Wasser aus den Krügen die Tauche zum größeren Teile mit Regenwasser sich füllen wird, denn nach Ansicht von R. Elieser ist eine Tauche, die ganz oder auch nur zum größeren Teile aus durch המשכה tauglich gemachten geschöpften Wasser besteht, untauglich. Einfacher ist die Erklärung von א״ר, der או יש בו כמעט מים בבור liest. Nach ihm verlangt R. Elieser nur deshalb, dass entweder schon etwas Wasser in der Tauche ist oder es Regenzeit ist, wo sofort auch Regen hinzufließen wird, weil ebenso, wie er geschöpftes Wasser, wenn es in eine leere Grube fällt, schon bei ¼ Log für untauglich machend hält, er auch dieses Wasser aus den Krügen, wenn es in eine leere Grube fällt, für untauglich machend hält. Ebenso erklärt auch רא״ש, dass das Wasser aus den Krügen eigentlich vollständig tauglich ist und dass nur, weil es leicht mit geschöpftem verwechselt werden könnte, R. Elieser es nur für tauglich erklärt, wenn es sich mit anderem tauglichem Wasser vermischt; auch er liest: אי יש בו.",
+ "kann man sie zerbrechen oder umstülpen. Da er alle die angeführten erschwerenden Ansichten des R. Elieser nicht teilt.",
+ "aber nicht sie ausgießen. Weil, sobald man die Krüge zum Gießen aufhebt, man das Wasser darin zu geschöpftem macht."
+ ],
+ [
+ "Wenn der Tüncher einen Kübel. Nach der Erklärung des Gaon Hai ist unter עציץ nicht ein Topf zu verstehen, sondern ein aus einem zerteilten irdenen Fass hergestellter großer Kübel, der zum Einsäen von Pflanzen diente, aber auch als Behälter für Kalk oder Lehm gebraucht wurde.",
+ "ihn zerbrechen. Das Wasser in dem Kübel ist kein geschöpftes Wasser, da es noch mit dem übrigen Wasser verbunden ist, man kann es deshalb durch Zerbrechen des Kübels sich wieder mit dem übrigen Wasser vermischen lassen; den Kübel aufheben und das Wasser zurückfließen lassen darf man nicht, da das Wasser durch das Aufheben als geschöpft gilt.",
+ "ihn zu zerbrechen. Nach Barten. ist die Begründung der Ansicht von R. Elieser und R. Josua hier die gleiche wie in voriger Mischna. Nach א״ר nach dessen Erklärung zur vorhergehenden Mischna R. Elieser eine המשכה des Wassers gar nicht für erforderlich hält, sondern nur es für untauglich erklärt, wenn es in eine leere Grube fließt, dagegen für tauglich, wenn schon Wasser in der Grube ist, hält R. Elieser in diesem Falle das Wasser in dem Kübel, wenn es nicht mehr mit dem übrigen Wasser in Verbindung steht, für untauglich, obgleich es nicht in eine leere Grube fließt, weil das Hineinfließen des Wassers in den Kübel dem Eigentümer vielleicht nicht so ganz unerwünscht gekommen ist, oder weil der Kübel doch immerhin dazu bestimmt war, etwas in sich aufzunehmen (ר״ש), während die Krüge auf das Dach gestellt worden sind, damit sie trocknen, man also nicht annehmen kann, dass es erwünscht gekommen ist, dass sie sich mit Wasser gefüllt haben.",
+ "kann man ihn zerbrechen. Nach Barten., weil er der Ansicht ist, dass auch eine ganz aus erst durch המשכה tauglich gewordenem geschöpftem Wasser hergestellte Tauche tauglich ist, nach ׳א״ר weil er das Wasser in dem Kübel nicht deshalb als geschöpft betrachtet, weil dem Eigentümer sein Hineinfließen in den Kübel vielleicht nicht ganz unerwünscht gekommen ist. Immerhin ist doch auch nach R. Josua das Wasser in dem Kübel nicht so ganz als nicht geschöpft zu betrachten wie das in den Krügen, des halb kann man den Kübel wohl zerbrechen, nicht aber wie die Krüge umstülpen, weil man dadurch auch nach seiner Ansicht das Wasser untauglich machen würde (רא״ש)."
+ ],
+ [
+ "Wenn man Weinkrüge. קנקן-Weinkrug.",
+ "in eine Grube. In der Wasser war.",
+ "hineingestellt hat. Damit die Wände der Krüge Wasser in sich aufsaugen, so dass dann nichts von dem Wein mehr in sie eindringen kann.",
+ "in sich aufgesaugt hat. So dass jetzt gar kein Wasser mehr in der Grube ist. Nach Barten., ebenso nach ׳א״ר ist dieses nur die Ansicht des R. Josua, während nach R. Elieser es nichts nützt, sie zu zerbrechen, da gar kein Wasser mehr in der Grube ist. Nach יו״ב kann in diesem Falle auch R. Elieser zustimmen, weil das Wasser aus der Grube in die Krüge eingedrungen ist und deshalb als überhaupt nicht vom Boden losgelöst zu betrachten ist. Immerhin ist auch hier das Wasser doch nicht so unbeabsichtigt in die Krüge eingedrungen wie bei den Krügen auf dem Dache, da man die Krüge doch hingestellt hat, damit das Wasser in die Wände eindringt, deshalb kann man selbst nach R. Josua die Krüge wohl zerbrechen, nicht aber, wie die Krüge auf dem Dach, sie umstülpen."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einer Tauche vierzig Sea Wasser und Schlamm sind. Die 40 Sea setzen sich zusammen aus Wasser und Schlamm (s. weiter VII, 1).",
+ "darf man in dem Wasser untertauchen. Weil der dünne Schlamm das, was dem Wasser an 40 Sea fehlt, ergänzt und es deshalb ebenso ist, als wenn die Tauche 40 Sea Wasser enthält.",
+ "aber nicht in dem Schlamm. Es können deshalb nur Geräte oder kleinere Menschen darin untergetaucht werden, für die das darin enthaltene Wasser genügt, sie vollständig zu bedecken.",
+ "In dem Wasser und in dem Schlamm. Weil bei dem Druck, der durch das Eintauchen in den Schlamm ausgeübt wird, in die entstehende Vertiefung sofort Wasser eindringt, und der Untertauchende daher doch überall vom Wasser umspült wird.",
+ "In welchem Schlamm darf man untertauchen. Nach der Ansicht des R. Josua.",
+ "über dem das Wasser steht. צפים wörtlich: schwimmt, nur da dringt durch den Druck in die entstehende Vertiefung sofort Wasser ein.",
+ "dass man nur in dem Wasser untertauchen darf und nicht in dem Schlamm. Obwohl auch da der Schlamm das Wasser zu 40 Sea ergänzt.",
+ "Bei welcher Art Schlamm haben sie das gesagt. Dass er das Wasser zu 40 Sea ergänzt, und dass man nach R. Josua sogar darin untertauchen darf.",
+ "in den der Rohrstock von selbst hineinsinkt. Ohne dass man mit der Hand nachzuhelfen braucht.",
+ "Wo der Messstab nicht darin aufrecht stehen bleibt. Wenn der Schlamm selbst so dick ist, dass, wenn man sie loslässt, sie nicht von selbst hineinsinkt, sondern sich auf die Seite neigt.",
+ "Wo das Senkblei einsinkt. Nach Krauß, Archäologie I Note 276, ist hier unter משקולת das Senkblei zu verstehen, das sonst מטולטלת, genannt wird.",
+ "Wenn er durch eine Fassöffnung hineinfließt. Wenn der Schlamm selbst noch dicker ist, jedoch nicht so dick, dass man damit die Öffnung eines Fasses verschließen kann, sondern er in das Fass hineinfließt, obwohl die Öffnung klein ist. Nach Maimon, ist unter חבית hier ein Messgefäß mit enger Öffnung zu verstehen.",
+ "Wenn er durch ein Schlauchrohr hineinfließt. Wenn der Schlamm selbst so dick ist, dass er in die kleine Öffnung eines Fasses nicht hineinfließen würde, wenn er nur noch so flüssig ist, dass er in das an der Mündung eines Schlauches angebrachte Rohr, das so weit zu sein pflegt, dass man zwei Finger leicht darin herumdrehen kann, hineinfließen würde, wenn man es auf die Öffnung streicht.",
+ "Wenn er sich in einem Logmaß messen lässt. So lange der Schlamm noch nicht so dick ist, dass er noch in einem Log, einem Flüssigkeitsmaß, gemessen wird, während man den ganz dicken Schlamm in einem Korb oder Sack misst."
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+ "in denen keine vierzig Sea waren. Nach Barten.: wenn in beiden zusammen keine 40 Sea waren, nach א״ר und יו״ב, wenn in jeder für sich keine 40 Sea waren, in beiden zusammen aber 40 Sea waren.",
+ "weil sie noch nicht den Charakter der Untauglichkeit angenommen hatten. Bevor sie zusammengeflossen sind. Nach Barten. bleiben sie deshalb auch nach der Vermischung tauglich, obgleich es jetzt drei Log in weniger als 40 Sea sind, weil drei Log nur dann untauglich machen, wenn sie in einem Guss hineinfallen, nach א״ר und יו״ב, weil jetzt 40 Sea beisammen sind, die durch die drei Log nicht untauglich werden.",
+ "und sie hat sich dann in zwei zerteilt. Und man hat in jede der beiden Tauchen taugliches Wasser hineinfließen lassen, bis es 40 Sea waren.",
+ "sind sie. Jede der beiden Tauchen.",
+ "sobald auch nur ein Kurtob. קורטוב =/64 Log, das kleinste im Gebrauch gewesene Maß.",
+ "weil damit etwas an den drei Log fehlt. Weil sich die drei Log mit dem übrigen Wasser vermischt haben und mit dem abgeflossenen Wasser ein Teilchen von den drei Log mit abgeflossen ist. So ist auch bei der Tauche, die sich geteilt hat, ein Teil von den drei Log mit abgeflossen und deshalb weder die ursprüngliche Tauche noch das Wasser, das sich abgeteilt hat, untauglich.",
+ "Sie bleibt immer untauglich. Auch wenn etwas von ihr abgeflossen ist.",
+ "bis ihr (ursprünglicher. Soviel Wasser, wie darin war, als die drei Log hineinfielen.",
+ "Inhalt und noch etwas darüber abgeflossen ist. Nach Ansicht der Weisen ist durch die drei Log alles Wasser in der Tauche untauglich geworden. Wenn man aber soviel Wasser, wie in der Tauche war, und noch etwas darüber hat zufließen, und ebenso viel, wie zugeflossen ist, hat abfließen lassen, kann man annehmen, dass alles darin gewesene Wasser und noch ein etwas von den drei Log abgeflossen ist, weil das zufließende Wasser das darin vorhandene immer verdrängt, so dass dann nur taugliches und weniger als drei Log untaugliches darin zurückbleibt. Nach יו״ב wird dieses jedoch nur dann angenommen, wenn die Tauche durch das untauglich gewordene Wasser bis an den Rand gefüllt war, da ist anzunehmen, dass immer soviel von dem in der Tauche vorhandenen Wasser verdrängt wird, wie neues zufließt."
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+ "Wie ist dieses. Auf welche Weise kann eine Tauche, die durch das Hineinfallen von drei Log geschöpften Wassers untauglich geworden oder, weil sie ganz aus geschöpftem Wasser besteht, untauglich ist (s. Mischna 3), durch Abfließen wieder tauglich werden (יו״ב).",
+ "Wenn eine Grube. Mit weniger als 40 Sea tauglichem Wasser.",
+ "und es sind darin drei Log. Geschöpftes Wasser.",
+ "Inhalt und noch etwas darüber herausgeflossen ist. S. Note 9.",
+ "durch. Ed. L. liest: את התחתונים, ebenso Maim.",
+ "das untere tauglich wird. Wenn man eine Tauche mit geschöpftem Wasser mit einer Tauche von 40 Sea tauglichem Wasser in Verbindung bringt, wird sie dadurch tauglich (s. V. M. 12). Dabei ist es nicht nötig, dass die Wasserflächen der beiden Tauchen sich auf ebener Erde berühren, sondern auch wenn die taugliche Tauche nach unserer Lesart sich unterhalb, nach der Lesart את התחתונים oberhalb der untauglichen Tauche befindet und sie beide nur durch einen Streifen Wasser von der vorgeschriebenen Breite mit einander verbunden sind, gilt dieses schon als Verbindung, indem man sich dann die ganze taugliche Wasserfläche nach oben bezw. nach unten, bis sie an die untaugliche stößt, fortgesetzt denkt (גוד אסיק und גוד אחית s. Sabb. 101a). So nach den Erklärern. Schwierig bleibt nur, warum die Mischna annimmt, dass die taugliche Tauche oberhalb oder unterhalb der untauglichen angelegt wird, warum nicht in gleicher Ebene mit ihr, darüber geben uns die Erklärer keinen Aufschluss. Dieses und der merkwürdige Ausdruck עד שיעמיד בחצר legt die Vermutung nahe, dass hiermit gar nicht gemeint ist, dass man im Hofe oberhalb oder unterhalb der untauglichen Tauche eine taugliche anlegt, sondern dass man den fallenden Regen im Hofe sich ansammeln lässt (שיעמיד בחצר = im Hofe sich aufstellen, aufstauen lässt), bis es 40 Sea sind. Da das untaugliche Wasser sich in einer Grube befindet und das taugliche auf dem Boden des Hofes, so heißt es richtig nach der Lesart des Maim., dass das obere Wasser das untere tauglich macht. Um unsere Lesart העליונים מן התחתונים zu verstehen, müsste man annehmen, dass die untauglich gewordene Tauche sich nicht in der Erde, sondern in einem abgegrenzten Raum über dem Erdboden befunden hat — בור bedeutet in dieser Masechta nicht immer gerade eine Grube, sondern es wird damit ganz allgemein eine מקרה bezeichnet, gleich gültig ob sie sich unter oder über dem Erdboden befindet — so dass das Wasser in der untauglichen Tauche höher liegt als die 40 Sea Regenwasser, die sich auf dem flachen Erdboden des Hofes ausgebreitet haben, und demnach es richtig heißt, dass das obere untauglich gewordene Wasser durch das taugliche Wasser auf dem Erdboden tauglich gemacht wird.",
+ "erklärt sie für untauglich. Nach יו״ב sowohl wenn מלואו ועוד abgeflossen ist, weil nach seiner Ansicht, sobald drei Log geschöpften Wassers hineingefallen sind, die Grube erst vollständig wieder entleert werden muss, als auch, wenn 40 Sea tauglichen Wassers oberhalb oder unterhalb angesammelt und mit dem untauglichen in Verbindung gebracht worden sind, entweder weil er den Grundsatz von גרד אסיק und גוד אחית (s. Note 15) nicht anerkennt, oder weil er der Ansicht ist, dass durch Verbindung mit einer tauglichen Tauche wohl unreines Wasser rein, aber nicht geschöpftes Wasser tauglich wird.",
+ "verstopft. Andere Lesart: פסק.",
+ "hat. Maim. erklärt: פקק nur wenn man zu der tauglichen Tauche nicht anders herankommen kann, als auf dem Wege durch die untaugliche, gilt diese als zu ihr gehörend und deshalb ebenfalls als tauglich. Die Lesart פסק erklären ר״ש und Barten.: nur wenn der Zufluss zu der untauglichen Tauche ״aufgehört“ hat und das ursprünglich darin enthaltene Wasser und etwas darüber abgeflossen ist. Nach א״ר gehört das והאמה נכנסת לו ויוצאת הימנה aus der folgenden Mischna in diese hinein und ist zu lesen: כיצד הבור שבחצר ונפלו לו ג׳ לוגין והאמה נכנסת לו ויוצאה הימנה לעולם הוא בפסולו עד שיצא ממנו מלואו יעיד ראכ״ע פיסל אא״כ פקק או עד שיעמיד בחצר ארבעים סאה ויטהרו העליונים מן התחתונים Die Mischna will danach mit dem כיצד das עד שיצא ממנו מלואו ועוד der vorhergehenden Mischna näher erklären: sind in die Grube, in der weniger als 40 Sea tauglichen Wassers sich befinden, drei Log geschöpften Wassers hineingefallen, die das Wasser in der Grube untauglich machen, und ein Wasserarm geht durch die Grube hindurch, durch den Wasser in die Grube hinein- und wieder hinausfließt, so genügt es nach dem ersten Tanna, wenn soviel Wasser, wie ursprünglich in der Grube war, und etwas darüber hinausgeflossen ist, indem wir annehmen, dass das ursprüngliche Wasser aus der Grube herausgeflossen und das hinzugeflossene darin geblieben ist. R. Elasar dagegen ist der Ansicht, dass dieses nicht anzunehmen ist, vielmehr ebenso damit zu rechnen ist, dass das zugeflossene Wasser wieder abgeflossen und das ursprüngliche darin zurückgeblieben ist, deshalb ist nach ihm das Wasser in der Grube nur dann tauglich, wenn man den Zufluss abgesperrt hat und dann aus der Grube der ursprüngliche Inhalt und etwas darüber abgeflossen ist, oder man in dem Hofe eine Tauche von 40 Sea errichtet hat und das Wasser in der Grube durch השקה wieder tauglich geworden ist. Die folgende Mischna spricht dann von einer Grube, die voll von geschöpftem Wasser ist, das ואמת המים נכנסת ויוצאה הימנה ist aus der vorhergehenden Mischna hineingekommen, brauchte aber gar nicht erwähnt zu werden, da diese Mischna nur die Fortsetzung der vorhergehenden bildet und von dem gleichen Falle spricht, da aber hier alles Wasser in der Grube geschöpftes Wasser war, ist auch der erste Tanna der Ansicht, dass es nicht genügt, wenn nur die ursprüngliche Wassermenge und etwas darüber abgeflossen ist, sondern das Wasser untauglich bleibt, bis nach der Berechnung (s. Note 21) keine 3 Log von dem ersten Wasser in der Grube zurückgeblieben sind."
+ ],
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+ "Wenn eine Grube voll mit geschöpftem Wasser ist und ein Wasserarm. Angesammeltes Regenwasser.",
+ "geht in sie hinein und wieder heraus. Da die Grube vollständig mit Wasser gefüllt ist (s. Note 9), muss immer ein Strahl in gleicher Stärke, wie er zufließt, wieder abfließen.",
+ "darin zurückgeblieben sind. Hier genügt es nicht wie in Mischna 2, wenn die ursprüngliche Wassermenge abgeflossen ist, sondern es muss das sämtliche darin enthalten gewesene Wasser bis auf weniger als drei Log abgeflossen sein, weil alles geschöpftes Wasser war. Die Berechnung geschieht in der Weise, dass angenommen wird, dass das abgeflossene Wasser immer in dem gleichen Verhältnis aus Grubenwasser und zugeflossenem Wasser zusammengesetzt ist, wie die Menge des Grubenwassers zu der des geflossenen Wassers sich verhält. War z. B. der Inhalt der Grube 20 Sea und es sind 60 Sea zugeflossen und 60 Sea wieder abgeflossen, so sind, da das Verhältnis des Grubenwassers zu dem zugeflossenen 1 zu 3 war, in den 60 Sea abgeflossenen Wassers die 20 Sea, die ursprünglich in der Grube waren, vollständig abgeflossen. Eine andere Ansicht über die Berechnung bringt ראב״ד auf Grund der Mischna VI, 8, wonach angenommen wird, dass das abgeflossene Wasser immer zu gleichen Teilen aus Grubenwasser und zugeflossenem Wasser zusammengesetzt ist, so dass, wenn der Inhalt der Grube 20 Sea war und nur 40 Sea zugeflossen und abgeflossen sind, angenommen wird, dass die 20 Sea Grubenwasser abgeflossen sind.",
+ "in eine Tauche hineinfließen lassen. Zu gleicher Zeit, s. die folgende Mischna.",
+ "wenn man sein Gewand auswringt und sie. Die drei Log.",
+ "aus verschiedenen Stellen. Des Gewandes.",
+ "wenn man aus einer Gießkanne. צרצור s. Kelim II, 8, nach א״ר eine Gießkanne, nach anderen ein mit einem siebartigen Deckel versehenes Trinkgefäß.",
+ "Sie. Die Weisen.",
+ "er hineinfließen lässt. So hatte er den Ausspruch überliefert bekommen: „wenn jemand drei Log geschöpften Wassers hineinfließen lässt,“ dass nur, wenn die drei Log von einer Person aus einem Gefäß, aus einer und derselben Stelle des Gefäßes, mit Absicht hineingegossen werden, die Tauche untauglich wird.",
+ "wenn drei Log hineingefallen. Gleichviel ob beabsichtigt oder nicht beabsichtigt, und ob aus einem Gefäß und einer Stelle desselben oder aus mehreren."
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+ "aus zwei und aus drei Gefäßen werden sie zusammengerechnet. Nur, wenn aus jedem Gefäß wenigstens ein Log hineingeflossen ist, s. Raschi Temura 12b.",
+ "aus vier werden sie nicht zusammengerechnet. Weil da nicht aus jedem der Gefäße wenigstens ein Log hineingeflossen ist.",
+ "Wenn auf einen Kranken. Der zu schwach war, um ein vorschriftsmäßiges Tauchbad zu nehmen.",
+ "der eine Pollution hatte. Dem unabsichtlich Samen abgegangen war. Nach einer Anordnung Esras durfte jeder Gesunde, dem absichtlich Samen abgegangen war, sich nicht eher mit Thoraworten beschäftigen, bis er ein vorschriftsmäßiges Tauchbad genommen hatte, war es ihm unabsichtlich abgegangen, genügte es, wenn er neun Kab Wasser über sich gießen ließ. Ein Kranker musste, wenn der Samen ihm absichtlich abgegangen war, nach einer anderen Ansicht auch wenn unabsichtlich, nur neun Kab Wasser über sich gießen lassen. Diese Anordnung ist von den Weisen später wieder aufgehoben worden (s. Berachot 22b).",
+ "neun Kab. Eine Wassermenge, die ausreicht, den Körper darin zu baden (Tosf. Jomt.).",
+ "oder auf den Kopf und den größeren Teil des Körpers eines Reinen drei Log geschöpften Wassers. Wodurch derselbe unrein zweiten Grades wird (Sabb. 13b).",
+ "Wann ist dieses gesagt. Dass es genügt, wenn das angegebene Maß auch aus zwei oder drei Gefäßen geflossen ist.",
+ "bevor es aus dem ersten aufgehört hat. Dann wird es zusammengerechnet, wenn er auch nicht von vornherein die Absicht hatte, volle drei Log bezw, neun Kab zu gießen.",
+ "Und wann ist dieses gesagt. Dass es nicht zusammengerechnet wird, wenn es aus mehr als drei Gefäßen geflossen ist.",
+ "es zu vermehren. D. h. wenn man die drei Log nicht zu dem Zwecke hineingegossen hat, um den Inhalt der Tauche dadurch zu vermehren, sondern sie ohne diese Absicht hineingegossen hat. Nach einer anderen Erklärung: wenn man nicht von vornherein die Absicht gehabt hat, nach dem Hineingießen aus dem ersten Gefäße noch weiteres geschöpftes Wasser aus anderen Gefäßen hineinzugießen.",
+ "selbst wenn es nur ein Kurtob. קורטוב (s. oben Note 5).",
+ "in einem ganzen Jahre ist. Wenn man von den drei Log alljährlich nur einen Kurtob hat hineinfließen lassen."
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+ " Sabb. 16b.",
+ "Wenn man Gefäße unter die Traufrinne. Durch die das Regenwasser vom Dache herunterfließt.",
+ "stellt. Alles Wasser, das in Gefäßen aufgefangen wird, gilt als geschöpftes Wasser, sobald man die Absicht hatte, das Wasser darin aufzufangen. Durch die Rinne wird das Wasser nicht zu geschöpftem, weil sie nur dazu bestimmt ist, das Wasser hindurchlaufen zu lassen, selbst nicht, wenn in der Rinne Vertiefungen sind, die dazu bestimmt sind, mit dem Wasser herabfallende Steinchen und Erdklümpchen in sich aufzunehmen, sobald diese Vertiefungen in der Rinne erst angebracht worden sind, nachdem die Rinne bereits angebracht war (קבעו ולבסוף חקקו).",
+ "seien es große. Die mehr als 40 Sea fassen und deshalb, weil sie nicht gefüllt wie leer bewegt werden können, keine Unreinheit annehmen.",
+ "seien es kleine. Die so klein sind, dass sie keine Unreinheit annehmen (s. Kelim II, 2).",
+ "aus Stein oder aus Erde sind. Die ganz allgemein keine Unreinheit annehmen.",
+ "macht es. Das Wasser.",
+ "die Tauche untauglich. Auch solche Gefäße, die keine Unreinheit annehmen, gelten dennoch insofern als Gefäße, dass das in ihnen aufgefangene Wasser als geschöpft gilt. Wenn deshalb aus ihnen drei Log in eine noch nicht vierzig Sea enthaltende Tauche fallen, wird diese dadurch untauglich, selbst wenn man das Wasser nicht aus den Gefäßen hineingießt, sondern diese zerbricht und das Wasser von selbst hineinfließt, weil hier anders als bei den auf das Dach gestellten Krügen (oben II, 7) die Gefäße zu dem Zwecke hingestellt worden sind, um das Wasser in sich aufzunehmen.",
+ "vergessen hat. Da man sie doch einmal zum Zweck der Wasseraufnahme hingestellt hatte.",
+ "wenn man sie vergessen hat. Da sie jetzt nicht direkt zu diesem Zwecke hingestellt worden sind.",
+ "wenn man sie im Hofe vergessen. Im Freien, nicht unter der Traufrinne.",
+ "es tauglich bleibt. Da selbst beim Hinstellen nicht die Absicht so deutlich vorliegt, dass das fallende Regenwasser darin aufgefangen werden soll, bleibt selbst nach Beth-Schammai, wenn man sie nur fortzunehmen vergessen hat, das Wasser tauglich.",
+ "wie sie bestanden hat. Nach dem Talmud (Sabb. 16b) bestand eine Meinungsverschiedenheit nur für den Fall, dass die Gefäße hingestellt worden waren, als sich Regenwolken zusammenzogen, diese sich dann wieder zerstreut haben, und man vergessen hat, die Gefäße wieder fortzunehmen. Waren dagegen die Gefäße hingestellt worden, als sich Regenwölken zusammenzogen, und man hat, da noch kein Regen gefallen ist, an die Gefäße vergessen, dann ist aber aus den zusammengezogenen Wolken doch noch Regen gefallen, stimmen alle überein, dass das Wasser untauglich ist. Waren wiederum die Gefäße hingestellt worden, als sich noch keine Wolken zusammengezogen hatten, und ist dann Regen gefallen, ist das Wasser nach allen Ansichten tauglich. Nach Raschi und Bart. bezieht sich diese Auslegung auf die Meinungsverschiedenheit zwischen Beth Schammai und Beth Hillel, und sagt R. Jose, dass über diese Meinungsverschiedenheit nicht abgestimmt worden ist, sondern Beth Hillel weiter bei ihrer Ansicht verblieben sind. Dagegen bezieht Maim. diesen Ausspruch des Talmud gar nicht auf das Vergessen der unter die Rinne gestellten Gefäße, sondern nur auf das Vergessen der im Hofe aufgestellten Gefäße, und soll damit gesagt sein, dass nur in dem Falle, dass man die Gefäße, als Regenwolken sich zusammenzogen, auf dem Hofe aufgestellt hat, die Wolken sich dann verzogen haben und man die Gefäße fortzunehmen vergessen hat, nach dem ersten Tanna auch Beth Schammai zustimmen, dass das Wasser tauglich ist, während R. Jose sagt, dass auch in diesem Falle die Meinungsverschiedenheit zwischen Beth Schammai und Beth Hillel besteht und nach Beth Schammai das Wasser untauglich ist, weil das Aufstellen der Gefäße im Hofe, während Regenwolken sich zusammenziehen, ebenso deutlich auf die Absicht hinweist, das Wasser darin aufzufangen, wie wenn man die Gefäße unter die Traufrinne stellt, und deshalb ebenso, wie hierdurch nach Ansicht von Beth Schammai das Wasser untauglich wird, auch wenn man die Gefäße nur dort vergessen hat, es auch untauglich wird, wenn man sie nachher auf dem Hofe vergessen hat. Danach bestreitet R. Jose gar nicht, dass über das Vergessen der Gefäße unter der Traufrinne abgestimmt und die Ansicht von Beth Schammai als Halacha festgesetzt worden ist."
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+ "Wenn man unter die Traufrinne ein Brett. טבלא = tabula. Tafel, Brett.",
+ "das von einem Rand. לבזבז, auch לזבז (Kelim II, 3). eine an einem viereckigen Gegenstand ringsum angebrachte über den Boden sich erhebende Leiste.",
+ "macht es die Tauche untauglich. Wenn drei Log Wasser von dem Brett in eine Tauche von weniger als 40 Sea fallen, weil durch den das Brett umgebenden Rand das Brett Wasser in sich aufnehmen kann und deshalb das Wasser als geschöpft gilt.",
+ "macht es so und so die Tauche nicht untauglich. Weil es aufrecht stehend das Wasser nicht in sich festhält und dieses deshalb nicht als geschöpft gilt. Jedoch muss das Wasser auch ohne das Brett in die Tauche haben fließen können, da sonst die Tauche untauglich ist, weil das Wasser mit Hilfe eines Gefäßes in sie geflossen ist (s. V. M. 10)."
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+ "Ist in der Rinne eine Ausbuchtung. חטט eingraben arab. חט = Linien ziehen, schreiben, wahrscheinlich auch ursprünglich: eingraben.",
+ "damit Steinchen. צרורות= Geröll oder Steinchen, wie sie zusammen mit dem Wasser vom Dach in die Rinne zu fallen pflegen.",
+ "darin aufgefangen werden. Und diese Vertiefung in der Rinne war schon angebracht, bevor man die Rinne befestigt hat (חקקו ולבסוף קבעו), so dass die Rinne schon vorher ein Gerät war, das etwas in sich aufnehmen und festhalten kann.",
+ "wenn sie. Die Vertiefung.",
+ "auch noch so klein ist. Wird die Rinne schon als ein Gerät betrachtet, das etwas in sich aufnehmen kann.",
+ "fasst. Wenn ein irdenes Gerät eine so kleine Vertiefung hat, dass sie dieses Maß nicht fassen kann, gilt es nicht als Gefäß, das etwas in sich aufnehmen kann.",
+ "gilt nur für Bruchstücke eines irdenen Gefäßes. Auch diese gelten noch als Geräte und nehmen Unreinheit an, wenn sie noch ein Viertel Log Flüssigkeit fassen (s. Kelim II, 2).",
+ "werden die Steinchen darin hin und her geschüttelt. Von חלחל = erschüttern (Esther 4, 4), sie werden durch das fließende Wasser geschüttelt, sitzen nicht so fest darin, dass sie sie vollständig ausfüllen und verschließen.",
+ "ist Erde hineingekommen und darin festgedrückt. Maim. liest: ונגבס = die Erde ist so hart wie Gips geworden und dadurch die Vertiefung vollständig ausgefüllt.",
+ "Eine Röhre. Eine auf der Erde liegende Röhre, durch die Wasser in die Tauche fließt.",
+ "aufzunehmen. Die Ausbuchtung in der Mitte ist nicht dazu da, um etwas in sich festzuhalten, sondern um die Strömung, mit der das Wasser fließt, zu verstärken."
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+ "Hat geschöpftes Wasser und Regenwasser. Das tauglich ist, aber weniger als 40 Sea beträgt.",
+ "sich auf dem Hofe oder in der Vertiefung. ׳עוקה verwandt mit חקק = aushöhlen, eine Grube, die zum An sammeln von Wasser dient.",
+ "oder auf den Stufen zur Höhle. In der sich die Tauche befindet.",
+ "vermischt. Es ist gleich, ob die beiden Wasserarten auf dem Hofe sich vermischt haben, wo die Vermischung doch nur eine oberflächliche war, indem Teile von der einen Wasserart in die andere eingedrungen sind, oder ob sie in einer Grube sich vermischt haben, wo die Vermischung eine vollständige war, oder ob sie erst auf den Stufen zur Tauche sich vermischt haben, wo sie bis dahin ganz getrennt voneinander geflossen sind (יו״ב).",
+ "so ist es. Wenn sie nach ihrer Vermischung drei Handbreiten weit auf durchlässigem Boden geflossen und dann in die Tauchgrube hineingeflossen sind. Auch geschöpftes Wasser wird für die Tauche tauglich, wenn es wenigstens drei Handbreiten weit auf durchlässigem Boden sich hingezogen hat (המשכה s. V. M. 11) und dann erst in die Tauche hineingeflossen ist. Jedoch muss immer der größere Teil der 40 Sea der Tauche ursprünglich taugliches Wasser sein und nur weniger als die Hälfte solches durch המשכה tauglich gewordenes geschöpftes Wasser.",
+ "Wann ist dieses. Dass die Tauche tauglich ist, wenn mehr als die Hälfte Regenwasser war.",
+ "Ist es. Das geschöpfte und das Regenwasser, ohne sich vermischt zu haben.",
+ "beides in das Wasser hineingeflossen. Ohne vor-her drei Handbreiten weit auf durchlässigem Boden hingeflossen zu sein.",
+ "ist es untauglich. Weil weniger als 40 Sea taugliches Wasser durch das Hineinfallen von drei Log geschöpften Wassers untauglich werden."
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+ " Para V, 7.",
+ "Aus einer in den Felsen gehauenen Tränkrinne. In die Wasser aus einer Quelle hineingeflossen ist.",
+ "darf man nicht füllen. Da es hier nicht wie Para V, 7 heißt: אין ממלאין בה, sondern אין ממלאין ממנה, kann, wenn nicht anzunehmen ist, dass hier ממנה irrtümlich für בה wie weiter in der Mischna steht, nur gemeint sein, dass man das Wasser in der Tränkrinne nicht benutzen darf, mit einem Gefäß daraus für das Entsündigungswasser zu schöpfen, weil es nicht mehr als Quellwasser gilt; das ist aber nur dann der Fall, wenn das Wasser in der Tränkrinne nicht mehr mit dem Wasser in der Quelle zusammenhängt.",
+ "und nicht darin weihen. Wenn man vorschriftsmäßig geschöpftes Quellwasser in sie hineingegossen hat, kann man es nicht weihen, weil die Tränkrinne kein Gefäß ist und das Weihen in einem Gefäße geschehen muss.",
+ "und nicht daraus sprengen. Auch vorschriftsmäßig hergestelltes Entsündigungswasser darf man nicht in sie hineintun, um aus ihr zu sprengen, weil auch dieses aus einem Gefäße geschehen muss.",
+ "und sie braucht keinen fest anschließenden Deckel zu haben. Auch ein einfach auf sie gelegter Deckel schützt ihren Inhalt gegen die Totenzelt-Unreinheit (s. Ohol. V, 6).",
+ "und sie macht die Tauche nicht untauglich. Wenn drei Log von in ihr gesammeltem Quellwasser oder Regenwasser in eine Tauche fließen, die noch keine 40 Sea enthält, wird diese dadurch nicht untauglich, weil sie dieses nur wird, wenn sie aus Gefäßen hineinfließen.",
+ "befestigt. Man hat einen losen Stein ausgehöhlt und eine Rinne aus ihm gemacht und ihn dann mit Kalk am Boden befestigt.",
+ "und sie macht die Tauche untauglich. Obgleich sie jetzt fest mit dem Erdboden verbunden ist, gilt sie doch weiter als Gefäß.",
+ "Hat sie. Diese Tränkrinne, die man erst ausgehöhlt und dann am Boden befestigt hat.",
+ "so dass sie überhaupt kein Wasser fassen kann. Wenn das Loch an der Seite so nahe zum Boden ist, dass unterhalb des Loches sich kein Wasser halten kann.",
+ "ist sie tauglich. Die Rinne verliert dadurch ihre Eigenschaft als Gefäß und das in ihr gesammelte Wasser ist für die Tauche tauglich.",
+ "Wie groß muss das Loch sein. Das Loch am Boden oder an der Seite.",
+ "Wie ein Schlauchrohr. שפופרת הנוד s. Para V Note 75. Ein für Flüssigkeiten bestimmtes Gefäß hört auf, Gefäß zu sein, das unrein werden kann, wenn es ein Loch hat, das so groß ist, dass Flüssigkeit durch dasselbe eindringen kann (s. Kelim III, 1). Dass hier verlangt wird, dass das Loch die Breite eines Schlauchrohrs hat, erklärt יו״ב damit, dass nur inbezug auf die Aufnahmefähigkeit für Unreinheit ein Gefäß aufhört, ein Gefäß zu sein, wenn es ein so kleines Loch hat, dagegen das in ihm gesammelte Wasser für die Tauche untauglich ist, wenn das Loch nicht so weit wie ein Schlauchrohr ist, oder dass im allgemeinen auch inbezug hierauf ein Gefäß durch ein so kleines Loch aufhört, als Gefäß zu gelten, nur in diesem Falle das Loch so weit wie ein Schlauchrohr sein muss, weil die Rinne auf dem Boden aufliegt und mit Kalk befestigt ist und deshalb das Wasser durch ein so kleines Loch überhaupt nicht herausfließt. Dagegen erklären ר״ש und רא״ש, dass sich die Frage יבמה יהיה בנקב gar nicht auf das Vorhergehende bezieht, um der Rinne die Eigenschaft als Gefäß zu nehmen, das Wasser in ihr untauglich für die Tauche zu machen, genügt schon ein kleines Loch, durch das sie aufhört, Unreinheit anzunehmen. Die Frage beziehe sich vielmehr, wie aus dem weiteren Teile der Mischna hervorgehe, auf die Breite des Loches, durch das eine Tauche mit untauglichem Wasser mit einer tauglichen Tauche verbunden sein muss, um sie tauglich zu machen, da muss das Loch die Weite eines Schlauchrohrs haben. Nach einer von ר״ש angeführten Tosefta muss nur ein Loch an der Seite so weit wie ein Schlauchrohr sein, um das Wasser in der Rinne tauglich zu machen, ein Loch am Boden dagegen genügt schon, wenn es so groß ist, dass Flüssigkeit durch dasselbe eindringen kann.",
+ "Ein solcher Fall lag bei der Jehu’schen. Das Wort יהוא fehlt in manchen Ausgaben.",
+ "die hatte ein Loch so groß wie ein Schlauchrohr. Im Talmud Jebam. 15a heißt es statt : נקובה כשפופרת הנוד נקובה למקוה.",
+ "Beth-Schammai aber schickten hin und ließen von ihr abbrechen. פחת = weniger machen, abnehmen. Der Talmud liest: והרחיבוה, sie ließen das Loch erweitern.",
+ "Bis ihr größerer Teil abgebrochen ist. Nach der Talmudstelle handelte es sich bei der Jehu-Tränke um eine ausgehöhlte Rinne, in der keine 40 Sea Wasser waren, die aber mit einer tauglichen Tauche durch ein Loch von der Breite eines Schlauchrohrs verbunden war. Nach der Erklärung von ר״ש und יא״ש (s. Note 49), wonach die Frage וכמה יהיה בנקבּ sich auf ein solches zwei Tauchen miteinander verbindendes Loch bezieht, erklärt danach R. Jehuda ben Bethera, dass Beth Schammai ein Loch von der Breite eines Schlauchrohrs hierfür nicht für genügend gehalten haben, sondern dass nach ihnen die untaugliche Tauche in dem größeren Teil ihrer Ausdehnung mit der tauglichen verbunden sein muss. Nach den Erklärern, die die Frage וכמה יהיה בנקב auf das Vorhergehende beziehen, muss es auch bei der Jehu-Tränke sich darum gehandelt haben, dass man das Wasser in der Tränke nicht für untauglich hielt, weil sie ein Loch von der Breite eines Schlauchrohrs hatte, während nach Beth Schammai das nicht genügt, sondern sie das Wasser weiter untauglich macht, bis ihr größerer Teil zerstört ist. Da die Talmudstelle dieser Erklärung zu widersprechen scheint, sucht R. Josef Karo in seinem Kommentar zum Tur (Jore Dea § 201) diesen Widerspruch dadurch zu lösen, dass er meint, entweder sei mit der dort zitierten Stelle gar nicht unsere Mischna gemeint, wofür auch spreche, dass dort nicht R. Jehuda ben Bethera als Tradent angegeben wird, sie auch mehrfach in den Ausdrücken von unserer Mischna ab weicht, so נקובה למקרה statt והרחיבוה ,נקובה כשפופרת הנוד statt עד שתיפחת, ופחתוה statt ׳עד שיפחתו sondern eine Berajta, die auch von einer Jehu-Tränke spricht, aber einer anderen als der, von der unsere Mischna spricht, indem es vielleicht zwei Tränken des gleichen Namens in Jerusalem gegeben hat, oder der Talmud meine allerdings unsere Mischna, daraus, dass er hiernach die Mischna von עירוב מקואות anführt, sei aber nicht zu schließen, dass er auch unsere Mischna als auf עירוב מקואות sich beziehend auffasst, sondern er zitiere diese Mischna von עירוב מקואות nur, um den Begriff von בקיבה כשפופרת הניד näher zu präzisieren. Nach Barten. handelte es sich bei der Jehu-Tränke um Tauglichmachung einer mangelhaften Tauche durch Verbindung mit einer tauglichen, trotzdem er die Frage וכמה יהיה בנקב nicht hierauf, sondern auf das Vorhergehende bezieht, worin Tosf. Jomt. einen Widerspruch erblickt. Aus den Worten des Bart. zum Schluss unserer Mischna ist aber zu ersehen, dass nach ihm es bei der Jehu-Tränke sich um ein zweifaches handelte, erstens das in ihr befindliche Wasser mit einer tauglichen Tauche zu verbinden, und zweitens der Tränke durch ein genügend großes Loch den Charakter als Gefäß zu nehmen, weil, auch wenn sie mit einer tauglichen Tauche verbunden war, man nicht in ihr unter tauchen durfte, so lange sie noch als ein Gefäß galt, es war danach eine Tränke, die wie die, von der die Mischna vorher spricht, vorher ausgehöhlt und dann am Boden befestigt worden war. Nach dem Talmud haben Beth Schammai das Loch nicht für ausreichend gehalten, um das Wasser in der Tränke mit der tauglichen Tauche zu verbinden, während unsere Mischna nach der Erklärung von Bart. diese Frage offen lässt und annimmt, dass Beth Schammai die Öffnung deshalb erweitert haben, weil ein Loch von der Weite eines Schlauchrohrs nicht ausreicht, einem Gefäße den Charakter als Gefäß zu nehmen, wonach ein Widerspruch, wie ihn Tosf. Jomt. rügt, in den Erklärungen von Barten. nicht zu finden ist."
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+ "Hat man eine Quelle. על גבי steht hier nicht in der Bedeutung von „über“, sondern in der Bedeutung von ״auf“, man hat das Wasser so geleitet, dass es über den Rand der Rinne in diese hinein und dann auf dem Boden der Rinne entlang (על גיי השוקת) auf der anderen Seite wieder hinausgeflossen ist.",
+ "durch eine Tränkrinne. Eine ausgehöhlte Rinne, die ein Gefäß bleibt, auch wenn man sie nach der Aushöhlung auf dem Boden befestigt hat.",
+ "ist es. Sowohl das Wasser in der Rinne als auch das aus ihr wieder herausfließende.",
+ "untauglich. Das Wasser in der Rinne ist untauglich geworden, weil diese als ein Gefäß gilt. Es ist allerdings da, wo es in die Rinne hineinfließt, mit dem Quellwasser verbunden. Wasser in einem Gefäß wird aber durch eine solche Verbindung (השקר) wohl rein, wenn es. unrein ist, aber nicht tauglich, wenn es geschöpftes Wasser ist. Auch das aus der Rinne wieder herausgeflossene Wasser bleibt untauglich, obgleich es mit dem Quellwasser verbunden ist und sich nicht in einem Gefäß befindet, weil es nur vermittels des untauglichen Wassers in der Rinne mit dem Quellwasser verbunden ist (יו״ב).",
+ "über. Etwas von dem Wasser ist über die Ränder hinweggeflossen, ohne überhaupt in das Innere der Rinne gekommen zu sein.",
+ "ist es außerhalb von ihr tauglich. Das herausfließende Wasser wird, obwohl es in der Rinne untauglich geworden ist, durch die Berührung mit dem über den Rand hinweg geflossenen Quellwasser wieder tauglich. Das Wasser in der Rinne bleibt dagegen auch hier untauglich, weil es sich in einem Gefäß befindet.",
+ "Hat man sie in ein Teichbett. In dem noch kein Wasser war, Maim. (הלכות מקואות IX, 9) versteht darunter einen mit Regenwasser gefüllten Teich.",
+ "den Zufluss. Aus der Quelle. Nach Maim, den Abfluss aus der Rinne.",
+ "gilt es. Das Wasser in dem Teich.",
+ "als eine Tauche. Obwohl das Wasser in dem Teich, so lange es mit dem Quell verbunden ist, als Quellwasser gilt, verliert es diese Eigenschaft, sobald die Verbindung unterbrochen ist, und ist es für einen Flussleidenden nicht mehr tauglich und für anderes Unreine nur, wenn es 40 Sea sind und das Wasser nicht fließt. Nach Maim. wird das Wasser, das schon vorher im Teiche war, durch die Verbindung mit der Quelle nur dann zu Quellwasser, wenn das Wasser auch wieder aus dem Teiche herausfließt, bleibt es aber in dem Teiche stehen, macht das Quellwasser das Wasser im Teiche nicht zu Quellwasser.",
+ "hat man dann die Verbindung. Mit der Quelle; nach Maim.: hat man den Abfluss aus der Rinne wieder hergestellt.",
+ "wieder hergestellt. Gilt es insofern als Quellwasser, dass man selbst darin untertauchen kann, auch wenn es fließt, und unreine Geräte, auch wenn es keine 40 Sea sind.",
+ "ist es untauglich für Flussleidende. S. Lev. 15, 13.",
+ "und Aussätzige. S. Lev. 14, 5—7.",
+ "und davon als Entsündigungswasser zu weihen. S. Num. 19. 17.",
+ "bis man wei. S. oben III Note 21. Nach einigen Erklären genügt hier eine Verhältnismäßige Berechnung nicht, sondern muss man bestimmt wissen, dass alles herausgeflossen ist, s. dagegen תוי״ט.",
+ "weg ist. Für diese drei Fälle ist מים חיים vorgeschrieben, deshalb ist es hierfür untauglich, solange sich noch von dem Regenwasser in dem Teiche befindet (s. מי תערובות Para VIII, 10)."
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+ "Hat man sie über die Rückseite von Gefäßen. So dass das Wasser nicht in die Gefäße hineingeflossen ist.",
+ "oder über eine Bank. Die überhaupt nichts in sich aufnehmen kann.",
+ "wie sie war. Das Wasser bleibt, auch nachdem es herübergeflossen ist, Quellwasser, so lange es noch mit der Quelle verbunden ist.",
+ "Sie ist wie eine Tauche. Auch wenn es noch mit der Quelle verbunden ist, gilt es nicht mehr als Quellwasser, weil es über ein Gefäß, wenn auch nur über dessen Rückseite, hinübergeflossen ist, es ist deshalb nicht mit dem über den Rand der Tränkrinne in Mischna 1 hinübergeflossenen Wasser zu vergleichen, weil die Rinne am Boden befestigt war und deshalb doch nicht so ganz den Charakter eines Gefäßes hat, wie ein loses nicht am Boden befestigtes Gefäß (יו״ב). Trotzdem gilt aber das Wasser nicht als geschöpft und darf man wie in einer Tauche darin unter tauchen, da das Wasser ja nur auf der Außenseite der Gefäße war. Allerdings muss angenommen werden, dass das Wasser, auch ohne über die Gefäße geleitet zu werden, in die Wasseransammlung geflossen wäre, denn eine Tauche ist untauglich, wenn das Wasser in sie über Gefäße hineingeleitet worden ist, (V. M. 10, s. תוי״ט) oder man müsste annehmen, dass dieses nur für eine Tauche aus Regenwasser gilt, nicht aber für eine solche aus Quellwasser.",
+ "nur darf man über der Bank nicht etwas untertauchen. In dem über der Bank oder einem der anderen Gefäße fließenden Wasser darf man nicht untertauchen, eine Vorbeugung (גזירה) gegen das Untertauchen in einem Gefäße."
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+ "Wenn eine Quelle. Die Tosefta liest: מעין מושך כנדל",
+ "vielfußartig. נדל ein Tier mit vielen Füßen, arab. נדאל so genannt wegen seiner Beweglichkeit.",
+ "fließt. Aus der Quelle zerteilt sich das Wasser in viele Rinnsale.",
+ "und man sie durch Hinzugießen sich noch weiter ausbreiten lässt. Man hat geschöpftes Wasser in die Quelle hineingegossen, und dadurch haben sich die aus ihr fließenden Rinnsale verbreitert.",
+ "wie sie war. Das Wasser in den Rinnsalen bleibt Quellwasser, weil es aus der Quelle in sie hineinfließt. So nach Maim. und רא״ש, Dagegen wendet ר״ש ein, dass in diesem Falle, wenn man mehr geschöpftes Wasser in die Quelle gegossen hat, als Quellwasser darin war, man nach I, 7 darin nicht, wenn es fließt, untertauchen dürfte (s. dagegen מ״א). Nach ihm wäre vielmehr gemeint, man hat die Arme der Quelle verbreitert, so dass sich das Quellwasser nach den Seiten hin ausgebreitet hat, so bleibt es, wie es war, d. h. nur an den Stellen, wo das Wasser vorher von selbst geflossen ist, gilt es als Quellwasser, nicht aber das Wasser an den Stellen, wohin man es erst durch die Verbreiterung geleitet hat, dort darf man, während es fließt, nicht untertauchen, denn man darf in fließendem Wasser nur dort untertauchen, wo es von Natur fließt.",
+ "War es eine stehende Quelle. Auch das Wasser von Brunnen und Seen, das aus der Erde kommt, gilt als Quellwasser.",
+ "und man hat sie durch Hinzugießen. So nach der Erklärung von Maim. und רא״ש. Nach ר״ש; man hat den Brunnen dadurch erweitert, dass man um ihn herum Rinnen angebracht hat, und in diesen Rinnen ist das Wasser fließend.",
+ "ist sie. An den Stellen, wo vorher kein Wasser war.",
+ "dass sie nur bei stehendem Wasser reinigt. Weil das Wasser aus einer ursprünglich nicht fließenden Quelle stammt.",
+ "auch wenn es noch so wenig Wasser ist. S. ר״ן, Nedarim 41a."
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+ " Para VIII, 8.",
+ "Alle Meere. Auch Seen sind in dem Ausdruck ימים mit inbegriffen.",
+ "sind wie Wasser-Ansammlungen. Sie gelten nicht als Quellwasser.",
+ "denn es heißt. Genes. 1, 10.",
+ "Das große Meer. Nur der Ozean, der das Festland umgibt, ist in der Schrift mit מקוה המים gemeint, nicht aber die kleineren Binnenmeere und Binnenseen.",
+ "weil in ihm viele Meeresarten enthalten sind. Die Schrift bezeichnet nur deshalb das große Meer, den Ozean, mit der Mehrzahl ימים, weil so viele Wasser sich in ihn ergießen.",
+ "Alle Meere reinigen in fließendem Zustand. R. Jose ist der Ansicht, dass unter מקוה המים in der Schrift alle Meere und Seen zu verstehen sind, aber sie nennt sie nicht in der Hinsicht מקוה המים, dass sie in fließendem Zustande nicht reinigen, sondern nur in der Hinsicht, dass sie nicht als מים חיים gelten, weil מים חיים nur solche Wasser heißen, die immer wieder frisch aus dem Boden hervorquellen.",
+ "sind aber untauglich für die Flußleidenden. Den männlichen Flußleidenden, der zu seiner Reinigung in מים חיים untertauchen muss.",
+ "für die Aussätzigen. Das Wasser, in das man bei der Reinigung des Aussätzigen das Blut des geschlachteten Vogels hineintropfen lässt, muss ebenfalls מים חיים sein."
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+ "Fließendes Wasser. Wasser, das aus der Erde quillt und fließt, daher auch Bäche und Flüsse.",
+ "ist wie eine Quelle. Man darf, auch während es fließt, darin untertauchen, und Geräte, auch wenn es keine 40 Sea sind.",
+ "Tropfwasser. Regenwasser, das in Tropfen zur Erde fällt.",
+ "wie eine Tauche. Eine hergestellte Wasseransammlung, die 40 Sea enthalten muss und in der das Wasser nicht fließen darf. So erklären ר״ש und Barten. Dagegen versteht Maim. unter נוטפים eine Wasseransammlung, die sich aus Wasser gebildet hat, das aus einer hochgelegenen Quelle tropfenweise heruntergesickert ist, solches Wasser gilt, auch wenn es fließt, nicht als Quellwasser.",
+ "Zadok. Edujot VII, 3.",
+ "wenn. Bei einer Vermischung von fließendem und Tropfwasser.",
+ "es tauglich ist. D. h. das Wasser als Quellwasser gilt, selbst wenn erst bei Hinzurechnung des Tropfwassers soviel Wasser vorhanden ist, dass der unterzutauchende Gegenstand darin untertauchen kann (ר״ש).",
+ "Hat man Tropfwasser. Eine vorschriftsmäßig hergestellte Tauche aus Regenwasser, die wenigstens 40 Sea enthält.",
+ "fließend gemacht. Indem das Wasser durch ein Loch oder über den Rand hinweg hinausfließt. So lange das Wasser fließt, kann man nicht darin untertauchen, man muss deshalb den Abfluss aufzuhalten suchen.",
+ "kann man es anhalten. Wörtlich: man kann einen Stock dagegendrücken oder daran anfügen (סומך = anlehnen) und dadurch das weitere Abfließen verhindern.",
+ "selbst durch ein Schilfrohr. Die wenigstens unter Umständen für Unreinheit empfänglich sind.",
+ "selbst ein Flussleidender oder eine Flussleidende. Die selbst unrein sind.",
+ "und kann dann hineingehen und darin untertauchen. Obgleich es als Grundsatz gilt, dass das Wasser, in dem man untertaucht, nicht durch etwas, das unrein ist oder auch nur Unreinheit annimmt, angesammelt sein darf (s. V. M. 6), und dieses Wasser erst dadurch, dass man es angehalten hat, zu einer tauglichen Wasseransammlung geworden ist, da man, so lange es fließend war, nicht darin untertauchen durfte, ist es nach R. Jehuda dennoch tauglich, darin unterzutauchen, weil doch die Wasseransammlung nicht erst durch das Ver schließen des Abflusses entstanden ist, sondern schon vorher da war.",
+ "was Unreinheit annimmt. Also auch nicht vermittels eines vollständig reinen Menschen oder Gegenstandes, der Unreinheit annimmt.",
+ "darf man nicht fließend machen. Da מזחילין nur die Bedeutung ״fließend machen“ haben kann, ist dem Sinne nach zu ergänzen: und ebenso, wie man damit nicht fließend machen darf, darf man auch damit nicht das Fließende zum Stehen bringen. So erklären ר״ש und Barten. die Mischna, die danach auch nicht אפילו זב וזבה יורד וטובל sondern, da das אפילו זב וזבה zu dem Vorhergehenden gehört, ויורד וטובל lesen. Ganz anders erklärt Maim. die Mischna. Wie er unter נוטפים im ersten Teil der Mischna aus einer hochgelegenen Quelle tropfenweise herabfallendes Wasser versteht (s. oben Note 45), so erklärt er נוטפים שעשאן זוחלין : wenn man solches tropfenweise herabfallendes Wasser zu fließendem gemacht hat, indem man dort, wo die Tropfen herunterfallen, einen Stoch oder ein Rohr angestellt hat, auf denen die Tropfen herunterfließen, so gilt das Wasser als Quellwasser und können auch ein זב und eine זבה darin untertauchen. Für eine זבה braucht es allerdings gar kein Quellwasser zu sein, sie wird hier neben dem זב nur nebenbei genannt, um damit auszudrücken, dass das Untertauchen in diesem Wasser vollständig einwandsfrei ist, so dass selbst eine ׳זבה die durch das Tauchbad für den ihr bis dahin strengstens verbotenen geschlechtlichen Umgang wieder rein werden soll, darin untertauchen kann. Dagegen erklärt R. Jose, dass das Wasser nicht als fließendes Quellwasser tauglich ist, sobald es durch etwas, das Unreinheit annimmt, fließend gemacht worden ist, und auch ein Stock und ein Rohr sind nach Maim. wenigstens nach rabbinischer Vorschrift für Unreinheit empfänglich."
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+ " Chagiga 19a; Chullin 31a.",
+ "sich losgelöst. Von der See, in der man auch bei fließendem Wasser unter tauchen darf (s. oben V, 4).",
+ "sind sie rein. Hier müssen es 40 Sea sein, was sonst bei Quellwasser nicht erforderlich ist, weil das Wasser sich von der See voll ständig losgelöst hat. Auch ist nur das Untertauchen in dem auf die Erde niederfallenden Wasser giltig, nicht aber in dem noch in der Luft schwebenden Teile der Welle (Talmud).",
+ "kann man selbst untertauchen und anderes untertauchen. Sobald man nur weiß, dass es kein geschöpftes Wasser ist, auch wenn sich die 40 Sea durch das Zusammenrechnen des Wassers in mehreren miteinander verbundenen Vertiefungen ergeben.",
+ "untertauchen in Gräben. Die 40 Sea Wasser enthalten, aber nicht so breit und tief sind, dass ein Mensch darin untertauchen kann.",
+ "in Erdlöchern. נעיצים sind nach dem Talmud (Bab. Kam. 50b) Gruben, die oben breit sind und nach unten schmal zulaufen, nach Maim. von נעוץ = hineingesteckt, Löcher, die im Boden entstehen, wenn man etwas darin Steckendes herausreißt.",
+ "und in einer Eselshuf-Lache. Ein Wassertümpel, der durch das Eindrücken der Tierhufe in den Boden entstanden ist.",
+ "auf dem Boden zusammenhängt. So dass zusammen 40 Sea Wasser darin sind, dann kann man einen Gegenstand, auch in der einzelnen Lache untertauchen.",
+ "Beth-Schammai sagen. Edujot V, 2.",
+ "Man darf in herabfließendem Gebirgswasser. חרדלית (gr. Χαράδρα) von einem Berge herunterfließendes Regenwasser.",
+ "untertauchen. Wenn 40 Sea Wasser darin enthalten sind. Danach gilt nach Beth Schammai der Grundsatz nicht, dass man in Regenwasser, wenn es fließt, nicht untertauchen darf, oder ist es nach Beth Schammai, wie יו״ב annimmt, nur hier erlaubt, weil das Wasser nicht als ein fließendes betrachtet wird, da es, sobald es zu ebener Erde kommt, sich ansammelt und nicht weiter fließt.",
+ "dass man es mit Geräten einzäunen. Unten am Fuße des Berges (s. ר״ש).",
+ "und dann darin untertauchen kann. Auch nach Beth Hillel kann man dann an der Stelle, wo das Wasser durch die Geräte zum Stehen gebracht worden ist, untertauchen, obgleich es weiter oben noch fließt. Allerdings würde danach der Ausspruch des R. Jose in Mischna 5: כל דבר שהוא מקבל טומאה אין מזחילין בו nach der Erklärung, die ר״ש und Barten, dazu geben (s. oben Note 56), in Widerspruch zu der Ansicht von Beth Hillel stehen; das nötigt Barten. zu der Erklärung, dass das ומודים nur auf den Schlusssatz zu beziehen und zu übersetzen ist: sie stimmen überein, dass, wenn man ihn mit Geräten einzäunt — was nach der Ansicht von Beth Schammai überflüssig ist, und nach der von Beth Hillel nichts nützt, da man mit Geräten das Fließende nicht zum Stehen bringen darf — die Geräte, mit denen man eingezäunt hat, nicht als untergetaucht gelten. Nach der Erklärung von Maim. zur obigen Mischna bedarf es dieser gezwungenen Erklärung nicht, da danach R. Jose nur von dem Fließendmachen vermittels eines Gerätes spricht, nicht von dem Festhalten eines fließenden Wassers, dieses demnach auch nach Beth Hillel erlaubt sein kann.",
+ "gelten aber nicht als untergetaucht. Weil sie nur an der Innenseite von dem Wasser bespült worden sind, nicht aber an ihrer Außenseite. (יר״ב nimmt im Gegensatz zu ר״ש an, dass gemeint ist, man dürfe eine Stelle in dem herabfließenden Wasser durch Geräte einzäunen und dann darin untertauchen, die Geräte, mit denen man eingezäunt hat, gelten aber nicht als untergetaucht, weil ihre äußere Seite nur von fließendem Wasser umspült wird. Da dieses aber wieder nach Beth Schammai nichts schadet, so ist auch nach ihm das ומודים nicht zu übersetzen ״sie stimmen überein“, sondern ״sie“, nämlich Beth Hillel, ״stimmen zu“, dass man durch Geräte einzäunen und darin untertauchen darf, obgleich die Geräte für Unreinheit empfänglich sind, entsprechend der Erklärung von Maim, zu Mischna 5, dagegen sind sie im Gegensatz zu Beth Schammai der Ansicht, dass die Geräte selbst nicht als untergetaucht gelten, weil sie an ihrer äußeren Seite von fließendem Wasser bespült werden)."
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+ "Alles. Angesammeltes Wasser.",
+ "ist wie die Tauche. Man kann, auch wenn es nur eine kleine Wasseransammlung ist, Gegenstände darin untertauchen, und es ergänzt den Wasserinhalt der Tauche zu den erforderlichen vierzig Sea.",
+ "In Löchern. Andere Lesart: חוררי).",
+ "in der Höhle. Löcher in den Wänden der Höhle, die als Tauche dient, in denen Wasser steht.",
+ "und in Spalten der Höhle kann man untertauchen. Kleinere Gegenstände.",
+ "wie sie auch sind. Wenn auch nur wenig Wasser darin ist und dieses auch nur in Haaresbreite mit dem Wasser der Tauche verbunden ist.",
+ "In einer Grube. ערקה s. oben IV Note 29. Nach Maim. eine ausgehöhlte Grube unter dem Boden der Tauche, nach ר״ ש und רא״ש eine Grube neben der Tauche.",
+ "verbunden ist. Weil hier das Wasser nicht wie das in den Löchern und Spalten nach dem Tauchenwasser zu offen steht, sondern durch eine Zwischenwand von ihm getrennt ist.",
+ "Wenn sie durch sich selbst sich hält. Das heißt nach Maim., wenn die Erdschicht, die sie von der über ihr liegenden Tauche trennt, stark genug ist, dass sie nicht eingedrückt wird, wenn jemand in der Tauche untertaucht, nach ר״ש und רא״ש, wenn in der Grube Wasser vorhanden ist, auch wenn sie nicht mit der Tauche verbunden ist, wenn nämlich die neben ihr liegende Tauche so viel tiefer liegt als sie, dass das Tauchenwasser, auch wenn es schon vierzig Sea sind, nicht an das Loch in der Grube heranreicht, in diesem Falle ist, auch wenn das Wasser in der Tauche steigt, bis es sich durch das Loch mit dem Wasser in der Grube verbindet, eine Verbindung in der Weite eines Schlauchrohrs erforderlich.",
+ "wie es auch ist. Nach Maim., weil eine solch’ brüchige Scheidewand nicht als Trennung gilt, nach ר״ש und רא״ש, weil dann die neben der Tauche befindliche Grube nicht anders zu beurteilen ist, als ein Loch oder eine Spalte in den Wänden der Tauche."
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+ " S. Chagiga 22a.",
+ "Ist ein Eimer voll mit Geräten. Und der Eimer sowohl wie die Geräte sind unrein.",
+ "und man hat sie. Den Eimer mit den Geräten. Andere Lesart: והטבילו.",
+ "sind sie rein. Auch wenn der Eimer oben so schmal zuläuft, dass die Öffnung nicht so weit wie ein Schlauchrohr ist, wird das Wasser in dem Eimer doch als mit dem Wasser der Tauche verbunden betrachtet, und gelten deshalb auch die Geräte in dem Eimer als in der Tauche untergetaucht. Im Talmud (Chagiga 22a) wird dies damit begründet, da das in den Eimer eingedrungene Wasser trotz der engen Öffnung für die Reinigung des Eimers als mit dem Tauchenwasser verbunden gilt — da man ein Gefäß mit solcher engen Öffnung überhaupt niemals vollkommen, auch mit seiner Innenfläche, in Tauchwasser untertauchen könnte, wenn das Wasser in dem Gefäß als nicht mit der Tauche verbunden gelten würde — gilt es auch für die in dem Eimer liegenden Geräte als mit dem Tauchenwasser verbunden.",
+ "untergetaucht. Wenn der Eimer nicht unrein war, man daher eigentlich nicht ihn untergetaucht, d. h. an ihm die טבילה vollzogen, sondern ihn nur als Mittel benutzt hat, die in ihm liegenden Geräte unterzutauchen.",
+ "gilt das Wasser nicht als verbunden. L. liest: הרי אלו מעורבין, was wohl korrumpiert ist. ר״ש und רא״ש lesen: במים המעורבין, wonach zu übersetzen ist: ״oder wenn man Geräte in einem mit einer Tauche verbundenen Wasser untertaucht,“ muss es in der Weite eines Schlauchrohrs verbunden sein. So auch im Talmud (1. c.): הכי קאמר ואם אינו צריך להטבילו ומים המעורבין עד שיהו מעורבין כשפופרת הנוד.",
+ "wenn es nicht in der Breite eines Schlauchrohrs verbunden ist. Da dann der Note 14 angegebene Grund wegfällt."
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+ "in der einen zwanzig Sea. Tauglichen Wassers.",
+ "in der anderen zwanzig Sea. Tauglichen Wassers.",
+ "und es sind drei Personen. Zu gleicher Zeit.",
+ "so dass sie sich mit einander vermengt haben. Das Wasser in jeder der drei Tauchen ist infolge des Hineinsteigens des Unter tauchenden übergeflossen und hat sich mit dem der daneben liegenden Tauche vermengt.",
+ "sind die Tauchen rein. Da durch die Vermengung der beiden Tauchen mit tauglichem Wasser eine taugliche Tauche entstanden und durch ihre Verbindung mit der Tauche mit untauglichem Wasser auch diese tauglich geworden ist.",
+ "und die Untergetauchten rein. Da alle drei Tauchen während ihres Untertauchens tauglich waren.",
+ "wie sie waren. Die beiden Tauchen mit tauglichem Wasser sind trotz des Überfließens nicht zusammengekommen, da die mit geschöpftem Wasser dazwischen lag, es ist deshalb eine taugliche Tauche überhaupt nicht entstanden, das geschöpfte Wasser in der mittleren Tauche bleibt deshalb untauglich, auch wenn man es durch taugliches Wasser zu vierzig Sea ergänzt. Aber es bleibt auch das Wasser in den beiden anderen Tauchen tauglich und ist nicht dadurch untauglich geworden, dass geschöpftes Wasser aus der mittleren Tauche hineingeflossen ist, weil dieses Wasser nicht direkt in die Tauchen hineingefallen ist, sondern über den Tauchenrand sich hingezogen (המשכה) und dort mit dem tauglichen Wasser sich vermischt hat und darin aufgegangen ist (נתבטל ברוב), und dann erst in die Tauche hineingefallen ist (s. oben IV, 4).",
+ "wie sie waren. Sie sind nicht in einer tauglichen Tauche untergetaucht und deshalb weiter unrein."
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+ "die drei Log Wasser enthalten. Nach ר״ש : wenn sie einschließlich des Wassers in den Poren des Schwamms bezw. in den Ritzen des Eimers, das beim Hineinfallen nicht herausfließt, nur genau drei Log Wasser enthalten. רא״ש und Maim. erklären: wenn der Eimer nur eine schmale Öffnung hat, so dass beim Hineinfallen nicht alles Wasser herausfließt, sondern das geschöpfte Wasser nur mit der Tauche durch den Gefäßhals verbunden ist.",
+ "in eine Tauche. Die keine vierzig Sea Wasser enthält.",
+ "weil sie. Die Weisen.",
+ "Wenn drei Log hineingefallen sind. Nur wenn drei Log in das Tauchwasser hineingefallen sind, während hier ein Teil des Wassers in dem Schwamm oder dem Eimer zurückbleibt."
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+ "In einer Kiste oder einem Kasten. Beides sind Gegenstände mit einem so großen Rauminhalt, dass sie für gewöhnlich vierzig Sea Flüssiges oder darüber fassen können und deshalb nicht wie andere Geräte verunreinigungsfähig sind (s. Kelim XV, 1).",
+ "im Meere. D. h. die von allen Seiten vom Meerwasser umgeben sind, in manchen Ausgaben fehlt das Wort: שבים).",
+ "wenn sie nicht ein Loch so breit wie ein Schlauchrohr haben. Nach Barten. sind sie wie eine Grube unter oder neben der Tauche (עוקה oben Mischna 1), in der man nur untertauchen darf, wenn sie durch ein Loch in der Weite eines Schlauchrohrs mit der Tauche verbunden ist. Danach bleibt aber die Ansicht des R. Jehuda schwierig, warum er hier eine so große Öffnung verlangt, wie sie sonst für die Verbindung mit dem Tauchwasser nirgends gefordert wird. Nach יו״ב handelt es sich hier gar nicht um die Verbindung mit dem Meerwasser, sondern um das Untertauchen in einem Gerät. Als Grundsatz gilt, dass man in einem Gerät nicht untertauchen darf, auch wenn es vierzig Sea tauglichen Wassers enthält. Wie man aber nach Mischna 2 Geräte, die in einem Eimer liegen, in einer Tauche untertauchen darf, auch wenn der Eimer selbst nicht unrein ist, wenn nur die Öffnung des Eimers die Weite eines Schlauchrohrs hat, so könnte man annehmen, dass auch Gegenstände, die man in einen im Meerwasser stehenden Kasten untertaucht, als im Meerwasser untergetaucht gelten, wenn eine Verbindung vorhanden ist, weil ja der Kasten selbst in das Wasser untergetaucht ist. Demgegenüber erklärt die Mischna, dass dieses nicht der Fall ist, weil man ja den Kasten nicht untertaucht, sondern er fest auf dem Boden steht, und es deshalb eher zu befürchten ist, dass wenn dieses erlaubt wird, man es schließlich auch für zulässig halten wird, etwas in einem Gefäß, das nicht mit einer Quelle oder Tauche verbunden ist, unterzutauchen. Will man deshalb in dem Kasten unter tauchen, so muss man ihm die Eigenschaft als Gerät nehmen, und dieses geschieht dadurch, dass man am Boden oder dicht über dem Boden ein Loch macht, das hier die Größe haben muss, die im Allgemeinen für die die Tauche betreffenden Bestimmungen vorgeschrieben ist. In ähnlicher Weise fasst auch מ''א die Mischna auf; dagegen spricht aber, dass in der Tosefta V, 2 der Ausspruch des R. Jehuda ausdrücklich auf die Verbindung durch השקה bezogen wird, s. auch oben IV, 5.",
+ "Bei einem großen Gerät. Das acht Handbreiten oder darüber groß ist.",
+ "muss es vier Handbreiten groß sein. Obgleich diese vier Handbreiten noch nicht den größeren Teil des Gerätes ausmachen.",
+ "bei einem kleinen. Bei dem vier Handbreiten schon mehr als den größeren Teil des Gerätes ausmachen.",
+ "Ist es ein Sack oder ein Korb. Im Meerwasser oder überhaupt in einer Tauche.",
+ "verbunden ist. Da sie aus durchlässigen Stoffen sind.",
+ "Hat man sie unter die Traufrinne gestellt. Damit das Regenwasser durch sie hindurchfließt.",
+ "machen sie die Tauche. Wenn das Wasser aus ihnen in eine Tauche fließt, die keine vierzig Sea Wasser enthält.",
+ "nicht untauglich. Das Wasser gilt nicht als geschöpft, weil sie durchlässig sind.",
+ "sondern. Andere Lesart: ומטבילין.",
+ "man kann sie untertauchen und gradenwegs wieder herausnehmen. Wenn man in einer Tauche, die abgemessene vierzig Sea Wasser enthält, einen Wasser in sich aufnehmenden Gegenstand untertaucht, darf man ihn nach dem Untertauchen nicht mit der Öffnung nach oben herausheben, weil dadurch das in ihm befindliche Wasser das Wasser in der Tauche auf weniger als vierzig Sea reduziert, und wenn man dann das Wasser aus ihm wieder zurückgießt, die Tauche untauglich wird, man muss ihn deshalb mit der Öffnung nach unten herausheben (s. weiter VII, 6). Das ist bei einem Sack und einem Korbe nicht nötig, weil das in ihnen befindliche Wasser nicht als geschöpft gilt."
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+ "Taucht man Geräte in einem beschädigten irdenen Gef. גסטרא gr. γάστρα = ein bauchiges Gefäß, es wird darunter gewöhnlich ein irdenes Gefäß verstanden, von dem der obere Teil abgebrochen ist, deshalb γάστρα genannt, weil nur der untere bauchige Teil erhalten ist. So erklärt auch Maim. (Kelim II, 6), dass damit ein Untersatz gemeint ist, den man nur dazu gebrauchen kann, ihn unter ein mit Flüssigkeit gefülltes Gefäß zu setzen, um die überfließende oder durchsickernde Flüssigkeit aufzufangen.",
+ "das in der Tauche steht. Und dessen Wasserinhalt durch die Lücken an den beschädigten Stellen des Gefäßes mit dem Wasser der Tauche in Verbindung steht, das mit seinem oberen Rande aber aus dem Wasser der Tauche herausragt (רא״ש).",
+ "werden sie von ihrer Unreinheit rein. Und es ist nicht nötig, wie bei der Kiste und dem Kasten in der vorhergehenden Mischna, dass es am Boden oder dicht am Boden durchlöchert ist, weil es, wenn es auch für Unreinheit noch empfänglich ist, doch an sich schon kein richtiges Gefäß ist.",
+ "aber sie werden durch das irdene Gef. Wenn dieses unrein ist.",
+ "wieder verunreinigt. Ein irdenes Gefäß wird durch Untertauchen nicht rein. Das Wasser in dem Gefäß wird nicht durch das Gefäß verunreinigt, da es mit dem Tauchwasser in Verbindung steht. Sobald man die untergetauchten Geräte aber aus dem in dem Gefäße enthaltenen Wasser heraushebt, während sie sich noch zwischen der Einfassung des Gefäßes befinden, wird das an den untergetauchten Geräten noch hängende Wasser, das nicht mehr mit der Tauche verbunden ist, unrein, weil Speisen und Getränke, sobald sie in den Luftraum eines unreinen irdenen Gefäßes kommen, unrein werden, und verunreinigt wieder die untergetauchten Geräte.",
+ "sind sie rein. Da dann die Geräte, sobald sie aus dem Wasser herausgehoben werden, sich außerhalb des Luftraumes des unreinen Gefäßes befinden und das an ihnen hängende Wasser deshalb nicht unrein wird.",
+ "Kommt eine Quelle aus einem Ofen. Der unrein ist. Auch der Ofen ist ein irdenes Gerät und verunreinigt, wenn er unrein ist, Speisen und Getränke, die in seinen Innenraum kommen, auch wenn sie ihn nicht berühren.",
+ "ist er rein. Weil ein Mensch durch den Innenraum des Ofens nicht unrein wird.",
+ "und seine Hände sind unrein. Weil die Hände des Menschen, wenn sie in den Luftraum eines unreinen Ofens kommen, unrein werden (s. Jadajim III, 1). Dadurch, dass die Hände in dem Quellwasser, das in dem Luftraume des Ofens fließt, untergetaucht sind, sind sie nicht rein geworden, ebenso wenig wie jemand rein wird, wenn er mit einem verunreinigenden Kriechtiere in der Hand untertaucht.",
+ "Steht von ihr. Der Quelle.",
+ "sind auch seine Hände rein. Da dann seine unrein gewordenen Hände beim Heraussteigen durch das außerhalb des Ofens stehende Wasser wieder rein geworden sind."
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+ "Für die Verbindung von Tauchen. Wenn man das Wasser von zwei neben einander liegenden Tauchen, die jede für sich keine vierzig Sea enthalten, mit einander verbinden will, um eine taugliche Tauche herzustellen, kann dieses in der Weise geschehen, dass man die sie von einander trennende Zwischenwand in der Weite eines Schlauchrohrs durchbricht, so dass das Wasser der einen mit dem der anderen in dieser Weite, d. h. sowohl in dieser Breite wie in dieser Höhe, sich verbindet. Verbinden sich dagegen die Oberflächen der beiden Wasser, so genügt eine Verbindung in der Breite eines Schlauchrohrs und der Höhe einer Knoblauchschale (s. weiter Mischna 9). Auch wenn man eine Tauche von geschöpftem Wasser mit einer tauglichen Tauche durch ein Loch in der Zwischenwand verbinden will, ist eine Verbindung in der Breite und Höhe eines Schlauchrohrs erforderlich; wird aber angenommen, dass geschöpftes Wasser nach Toravorschrift tauglich und nur nach rabbinischer Verordnung für das Untertauchen untauglich ist, genügt für diesen Fall eine Verbindung in Haaresbreite (s. Barten. zur folgenden Mischna).",
+ "gilt als Maß die Breite eines Schlauchrohrs. Ein Rohr, das man in die Öffnung eines Schlauches hineinsetzt, wenn man ihn füllen will.",
+ "dessen Dicke. Die Dicke der Wandung des Rohrs.",
+ "worin man zwei Finger. Nach Maim. Zeigefinger und Mittelfinger, nach ר״ש und רא״ש zwei Zeigefinger.",
+ "ob die Verbindung so breit wie ein Schlauchrohr ist oder nicht. Und es lässt sich, nachdem man darin untergetaucht hat, nicht mehr fest stellen, wie es war.",
+ "weil dieses eine Toravorschrift ist. Dass die Tauche vierzig Sea enthalten muss und das Maß der Tauchenverbindung.",
+ "dasselbe gilt von der Olivengröße von einem Toten und der Olivengröße von einem Aas und der Linsengröße von einem Kriechtier. Auch wenn man im Zweifel ist, ob sie bei ihrer Berührung die erforderliche Größe hatten, ist man unrein, weil alle Maß-Bestimmungen auf Sinai-Vorschrift beruhen.",
+ "was in der Schlauchrohr-Breite. כשפופרת steht im Sinne von בכשפופרת.",
+ "stehen bleibt. Erde, Steinchen, Wasserpflanzen und Lebewesen, die sich in dem Loch festsetzen.",
+ "was im Wasser selbst entsteht. Quallen und dergleichen."
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+ "Man kann Tauchen tauglich machen. Eine durch die andere, indem man sie mit einander verbindet.",
+ "durch eine darunter liegende. Obgleich sonst eine Verbindung auf schräger Ebene nicht als Verbindung gilt (s. Toharot VIII, 9).",
+ "und eine entfernt liegende durch eine in der Nähe liegende. Ob gleich es möglich ist, dass, als man untertauchte, die Verbindung durch irgendjemand unterbrochen war.",
+ "Man bringt eine irdene oder bleierne Röhre. Oder aus irgendeinem anderen Material, man pflegte nur meist solche Röhren zu benutzen (Maim.). Der Grundsatz, dass das Hineinleiten von Wasser in eine Tauche vermittels eines Gegenstandes, der Unreinheit annimmt, die Tauche untauglich macht (s. V. M. 10), gilt für das bloße Verbinden von zwei Tauchen nicht.",
+ "bis sie mit Wasser gefüllt wird. Maim. erklärt: man legt die Röhre mit dem einen Ende in das Wasser der unteren tauglichen Tauche, lenkt dann die Röhre mit der Hand so, dass sie sich ganz mit Wasser füllt, dann leitet man das andere Ende der mit Wasser gefüllten Röhre in die obere Tauche hinein, die keine vierzig Sea Wasser enthält, sobald sich da die Wasser nur in Haaresbreite berühren, ist auch die obere Tauche tauglich. Nach ר״ש wird eine Tauche mit weniger als vierzig Sea Wasser nicht durch Verbindung mit einer tauglichen in Haaresbreite tauglich, sondern nur durch Verbindung in Breite eines Schlauchrohrs. Vielmehr handelt es sich nach ihm um eine Tauche mit geschöpftem Wasser, die durch Verbindung mit der unteren tauglichen Tauche tauglich gemacht werden soll, dazu ist keine Verbindung in Breite eines Schlauchrohrs nötig, wenn die Untauglichkeit von geschöpftem Wasser nur auf rabbinischer Verordnung beruht. Er erklärt: man legt die Röhre mit dem einen Ende in die obere und mit dem anderen in die untere Tauche, hebt dann mit der Hand das untere Ende hoch, bis sich die Röhre mit Wasser aus der oberen Tauche gefüllt hat, und lässt dann das Wasser in die untere hineinfließen. Nach רא״ש hat das Hochhalten der Röhre mit der Hand, bis sie sich mit Wasser gefüllt hat, den Zweck, dass sich darin soviel Wasser ansammelt, dass beim ersten Berühren mit der tauglichen Tauche die Verbindung wenigstens die Breite eines Schlauchrohrs hat, nachher genüge dann die Verbindung in Haaresbreite.",
+ "und leitet es. Das Wasser.",
+ "bis es das andere. Das Wasser in der anderen Tauche.",
+ "Sind in der oberen vierzig Sea. Taugliches Wasser.",
+ "auf der Schulter. ממלא בכתף verkürzt für ממלא ומביא בכתף, es soll damit ausgedrückt werden, dass man das Wasser direkt aus den auf den Schultern getragenen Schöpfeimern hineingießen kann, ohne es erst auf der Erde auszugießen und von da hineinfließen zu lassen.",
+ "hintragen und in die obere hineingießen. Bis diese überläuft und das Überlaufende in die untere hineinfließt.",
+ "bis in die untere vierzig Sea hinunter fließen. Weil das Wasser einer tauglichen Tauche von 40 Sea tauglich bleibt, wenn auch noch so viel geschöpftes Wasser hinzugegossen wird."
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+ "Wenn die Wand zwischen zwei Tauchen. Von denen die eine weniger als vierzig Sea enthält oder die erst beide zusammen 40 Sea Wasser enthalten.",
+ "von oben nach unten. Mit שתי bezeichnet man bei einem Gewebe die Kettenfäden, die bei einem aufrecht stehenden Webstuhl von oben nach unten aufgezogen sind, während ערב die Bezeichnung für die Einschlagsfäden ist, die von der einen Seite nach der anderen durch sie hindurchgezogen werden. Dem entsprechend ist hier bei der Mauer unter שתי die Richtung von oben nach unten zu verstehen und unter ערב die von der einen Seite der Mauer zur anderen, so erklären auch fast alle Erklärer. Nur ר״ש erklärt merkwürdiger Weise hier לשתי mit: von einer Seite zur anderen, und לערב: von oben nach unten, ebenso auch רא״ש. Es ist wohl anzunehmen, dass auch sie unter שתי die Richtung von oben nach unten und unter ערב die von einer Seite zur anderen verstehen, nach ihnen aber נהדק לשתי in dem Sinne aufzufassen ist: wenn die שתי-Richtung der Mauer, das ist ihre Höhe, gespalten ist, und zwar durch einen von der einen nach der anderen Seite laufenden Spalt, durch den der obere Teil der Mauer von dem unteren abgetrennt ist, und ebenso סנדק לערב: wenn die ערב-Richtung der Mauer, das ist ihre Breite, gespalten ist, und zwar durch einen von oben nach unten verlaufenden Spalt, durch den das eine Ende der Mauer von dem anderen getrennt ist. (Damit gleicht sich auch der von מ״א angeführte Widerspruch aus, dass ר״ש selbst zu der Mischna Ohalot VI, 3 שתי mit von oben nach unten und ערב von der einen Seite zur anderen erklärt. Dort heißt es in der Tosefta nicht נסדק לשתי und ׳נסדק לערב sondern כמין שתי und ׳כמין ערב das heißt, wenn der Spalt so ist, wie er bei dem שתי oder wie er bei dem ערב ist; wenn die Kettenfäden auf gezogen sind ohne die Einschlagsfäden, geht zwischen einem Faden und dem anderen ein Spalt von oben nach unten, und ebenso, wenn nur die Einschlagsfäden da wären ohne die Kettenfäden, würde zwischen einem Einschlagsfaden und dem anderen ein Spalt von der einen Seite zur anderen gehen).",
+ "gespalten ist. So dass durch den Spalt das Wasser der einen mit dem der anderen in Verbindung steht.",
+ "gelten sie als verbunden. Auch wenn der Spalt nicht so weit wie ein Schlauchrohr ist. Wenn die Tauchen nur durch ein Loch in der Mauer verbunden sind, muss dieses die Weite eines Schlauchrohrs haben, wenn aber die ganze Mauer von oben bis unten auseinander gespalten ist, gelten die Tauchen als verbunden, wenn der Spalt auch noch so klein ist. So nach Maim. Nach einer anderen Erklärung heißt מצטרף: die ganze Länge des Spaltes rechnet zusammen, d. h. wenn der ganze Spalt in kleinste Teile zerschnitten und an einander gelegt die Weite eines Schlauchrohrs ergibt, nur dann gelten die Tauchen als verbunden.",
+ "gelten sie nicht als verbunden. Weil der obere Teil der Mauer durch seine Schwere sich doch allmählich senken und so der Spalt sich wieder schließen wird, deshalb werden die Tauchen trotz des Spaltes als durch die Mauer getrennt betrachtet (יו״ב).",
+ "Umgekehrt ist die Sache. Er ist der Ansicht, dass ein über die ganze Mauer gehen der Spalt nicht besser ist als ein Loch und auch die Weite eines Schlauchrohrs haben muss. Geht aber der Spalt von der einen Seite der Mauer bis zur anderen, so wird durch das durchdringende Wasser der untere Teil der Mauer immer mehr abgebröckelt und deshalb nicht als Trennung betrachtet (יו״ב).",
+ "Dringen sie (die Tauchen. So dass die beiden Wasser-Oberflächen sich im freien Raum berühren.",
+ "so genügt die Höhe einer Knoblauch-Schale in der Breite eines Schlauchrohrs. Der berührende Wasserstreifen muss die Breite eines Schlauchrohrs haben, braucht jedoch nur so hoch wie eine Knoblauchschale zu sein."
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+ "Wenn ein Abzugsbecken. אביק nach Fleischer, zu Levy Wörterbuch = arab. אנביק vom gr. ἄμβιξ, ein Destillierbecher, hier ein Metallbecken, das in den Boden des Badebassins eingesetzt wurde, in das ein zu verschließendes Abflussrohr einmündete, das man öffnete, wenn das Wasser aus dem Bassin abfließen sollte.",
+ "sich in der Mitte des Bades. Wenn es in der Mitte des Badebassins angebracht ist, in das man das Wasser zur Herstellung der Tauche fließen lässt.",
+ "macht es untauglich. Das Becken bleibt ein Gerät, auch nachdem es am Boden befestigt und auch wenn es nur für diesen Zweck angefertigt worden ist, insoweit, dass das in ihm gesammelte Wasser als geschöpftes Wasser gilt. Befindet sich das Becken in der Mitte, so läuft das frische Wasser, das man in das Bassin hineinlässt, nachdem man das schmutzige hat abfließen lassen, zunächst in das Becken, da dieses tiefer liegt als der Bassinboden, es befindet sich danach in der leeren Tauche zunächst geschöpftes Wasser, deshalb bleibt die Tauche untauglich, auch wenn sie sich dann mit tauglichem Wasser füllt. Vorauszusetzen ist, dass das Becken wenigstens drei Log Wasser fasst, da erst diese eine Tauche untauglich machen, oder man muss mit יו״ב annehmen, dass auch das über dem Becken stehende Wasser als durch das Becken geschöpft betrachtet wird.",
+ "weil es da einer Tauche neben einer anderen Tauche gleicht. Nur wenn das Becken in der Mitte liegt und von allen Seiten von dem übrigen Tauchenwasser umgeben ist, gilt das Wasser in dem Becken als zu der Tauche gehörig und ist deshalb, weil zuerst geschöpftes Wasser in ihr war, die Tauche untauglich. Liegt dagegen das Becken an der Seite, so gilt das Wasser in ihm als eine besondere Wasseransammlung für sich, durch die das übrige Wasser in der Tauche nicht untauglich wird. Auch wenn in das Bassin 40 Sea taugliches Wasser hineingelassen werden, bleibt aber das Wasser in dem Becken trotz seiner Verbindung mit einer tauglichen Tauche zum Untertauchen untauglich, weil es sich in einem Gefäß befindet (s. oben V, Note 4).",
+ "Wenn das Badebassin. אמבטי, gr. ἐμβατή, Behältnis zum Baden.",
+ "bevor solches in das Abzugsbecken gelangt. Wenn der Rand des Beckens höher liegt als der Boden des Bassins, so dass beim Hineinlassen zuerst sich Wasser auf dem Boden sammelt.",
+ "ist es tauglich. Nach יו״ב, auch wenn das Becken in der Mitte liegt, nach מ״א machen die Weisen diesen Unterschied nur, wenn das Becken an der Seite liegt. Ein Viertel Log Wasser genügt nach Toravorschrift für das Unter tauchen kleiner Gegenstände; sobald sich deshalb ein Viertel Log Wasser auf dem Boden des Bassins angesammelt hat, ist bereits eine Tauche mit tauglichem Wasser vorhanden, und wird deshalb, wenn dann das Becken sich mit Wasser füllt, dieses als eine besondere Tauche betrachtet.",
+ "ist es untauglich. Auch wenn sich das Becken an der Seite befindet.",
+ "aufnimmt. Damit ist vielleicht gemeint, wenn das Loch zum Abflussrohr verschlossen ist (s. dagegen מ״א).",
+ "wie es auch sein mag. Sowohl in der Mitte wie an der Seite."
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+ "Wenn in einer Reinigungsleitung. מטהרת nach der Erklärung von ר״ש: eine an den Wänden des Baderaums entlang führende Wasserleitung zur Abspülung nach dem Baden im warmen Bade.",
+ "in einem Bade die untere. Von zwei nebeneinander fließenden Leitungen, von denen die eine etwas tiefer liegt als die andere. Die beiden Leitungen sind durch eine Zwischenwand getrennt, durch ein Loch in dieser Wand ist aber das Wasser der einen Leitung mit dem in der anderen wieder verbunden.",
+ "sich drei Log befinden. Wenn das Loch so groß und breit ist, dass drei Log Wasser darin Raum haben.",
+ "ist es untauglich. Wenn die obere Leitung keine 40 Sea Wasser enthält, wird das darin fließende Wasser untauglich, als wenn drei Log geschöpften Wassers darin hineingefallen wären. Umso mehr wird die untere Leitung untauglich, wenn sie taugliches Wasser enthält und die obere geschöpftes, weil doch das Wasser eher von oben nach unten als von unten nach oben fließt. So nach der Erklärung von רא״ש, ר״ש und Barten. Nach der Erklärung von יו״ב besteht die מטהרת aus zwei übereinander liegenden Leitungen, die obere dient dazu, taugliches Wasser zu einer Tauche hinzu leiten, die untere, gebrauchtes Wasser abfließen zu lassen. Der Boden der oberen Leitung ist nach der unteren zu durchlöchert, damit Steinchen und Erdklumpen, die das Wasser mit sich führt, in die untere Leitung hineinfallen und mit dem Abflusswasser abfließen, daher die Bezeichnung des Ganzen als מטהרת. Wenn nun drei Log von dem Wasser der unteren Leitung an dem Loch vorbeifließen, bevor vierzig Sea Wasser durch die obere Leitung hindurchgeflossen sind, ist es, als wenn die drei Log geschöpften Wassers in das taugliche Wasser hineingefallen wären, und ist das Wasser als mit geschöpftem gemischt untauglich. So erklärt יו״ב das אם יש כנגד הנקב ג׳ לוגין. Nach א״ר handelt es sich um zwei nebeneinander liegende Leitungen, von denen die eine etwas tiefer liegt als die andere, doch so, dass durch das Loch in der Zwischenwand Wasser auch von der tiefer liegenden Leitung in die höher liegende hineinfließen kann. Das אם יש כנגד הנקב ג׳ לוגין bedeutet aber nach ihm: wenn durch das Loch drei Log von dem Wasser der unteren Leitung in die obere und von dort in die Tauche hineinfließen, in die sich das Wasser der oberen Leitung ergießt, bevor vierzig Sea aus der oberen Leitung in die Tauche hineingeflossen sind, so ist die Tauche untauglich.",
+ "Wie der dreihundertzwanzigste Teil einer Tauche. So nach Maim. und Barten., die בריכה als gleichbedeutend mit מקוה auffassen, wie es in unserer Masechta häufig gebraucht wird. Danach erklärt Maim.: wenn die untere Leitung die zu einer מקוה erforderlichen vierzig Sea Wasser enthält, muss der Rauminhalt des Loches/320 des Rauminhalts der unteren Leitung betragen, da 1 Sea = 24 Log, 40 Sea = 960 Log, demnach 3 Log =/320 von 40 Sea sind. Enthält die untere Leitung mehr oder weniger als 40 Sea, so muss der Rauminhalt des Loches einen dementsprechend kleineren oder größeren Teil des Rauminhaltes der Leitung betragen. Dagegen wendet א״ר ein, dass danach die Ausführung der Mischna etwas ganz Überflüssiges aussprechen würde, denn dass 3 Log =/320 von 40 Sea sind, braucht doch die Mischna nicht erst zu sagen. Auch nach ihm steht בריכה hier in der Bedeutung von ׳מקרה aber es ist damit nicht die Wasseransammlung in der unteren Leitung gemeint, sondern die מקוה die durch das aus der oberen Leitung fließende Wasser entsteht. Danach erklärt er: wenn das Loch so groß ist, dass in der Zeit, in der 40 Sea aus der oberen Leitung in die zu bildende מקוה hineinfließen, drei Log aus der unteren Leitung durch das Loch in die obere hinein- und mit deren Wasser mit hinausfließen, so ist die entstandene מקוה untauglich, weil nur 40 Sea weniger 3 Log taugliches Wasser hineingeflossen sind, die durch die 3 Log geschöpften Wassers untauglich geworden sind. Darauf stellt die Mischna die Frage, wie groß das Loch sein muss, damit dieses anzunehmen ist, und die Antwort lautet: so groß, dass in 320 Teilen Wasser, die aus der oberen Leitung hinausfließen, immer ein Teil aus der unteren Leitung enthalten ist. Ob dieses der Fall ist, lässt sich sehr einfach dadurch feststellen, dass man zunächst das Loch verstopft und 319 Log oder halbe Log oder von irgendeinem anderen Maße, aus der oberen Leitung herausfließen lässt, dann das Loch öffnet und sieht, ob in derselben Zeit, in der vorher 319 Log hinausgeflossen sind, jetzt 320 hinausfließen. Ist dieses der Fall, so folgt daraus, dass1/320 von dem in die Tauche (בריכה) hineingeflossenen Wasser, demnach von den zuerst hineingeflossenen 40 Sea = 960 Log960/320 = 3 Log geschöpftes Wasser waren und dadurch die Tauche untauglich geworden ist. Nach יו״ב ist hier בריכת nicht als gleichbedeutend mit מקוה aufzufassen, sondern er versteht darunter das gesamte durch die obere Leitung fließende Wasser von der Stelle an, aus der es nach der Leitung hinfließt, bis zu der Stelle, wo es aus ihr wieder hinausfließt. Die Frage, wie groß das Loch sein muss, um das Wasser untauglich zu machen, beantwortet die Mischna danach dahin: wenn das Loch so groß ist, dass es1/320 von der Wassermenge fasst, die sich zu einer Zeit in dem oberen Wasser befindet, von der Stelle an, wo dieses seinen Ausgang nimmt, bis dorthin, wo es aus der oberen Leitung herausfließt. Würde z. B. diese Wassermenge 320 Log betragen, so müsste danach das Loch so groß sein, dass es ein Log fasst, dann wird es betrachtet, als wenn dieses eine Log in die 320 Log des oberen Wassers hineingeflossen ist und sich mit ihnen vermischt hat; sind nun 3×320 = 960 Log, die für eine Tauche erforderliche Wassermenge, durch die obere Leitung geflossen, befinden sich danach darunter 3 Log von dem unteren geschöpften Wasser und ist deshalb das Wasser für eine Tauche untauglich. Auch wenn die betreffende Wassermenge nur 160 Log betragen würde, das Loch danach nur ein halbes Log zu fassen brauchte, würde das Wasser untauglich werden, obgleich dann die 3 Log erst durch 6-maligen Zufluss mit den 40 Sea weniger drei Log tauglichen Wassers sich vermischt haben, weil man von vorneherein auf dieses fortgesetzte Hin einfließen des geschöpften Wassers hat rechnen müssen (s. oben III, Schluss von Note 38).",
+ "Auch wenn die untere voll mit tauglichem und die obere voll mit geschöpftem ist. So dass sicher geschöpftes Wasser aus der oberen Leitung in die untere hineingeflossen ist.",
+ "denn sie. Die Weisen.",
+ "Wenn drei Log hineingefallen sind. Wenn sie unmittelbar in eine Tauche hineingefallen sind, machen sie die Tauche, wenn diese keine 40 Sea enthält, untauglich, nicht aber, wenn sie wie hier vorher mit einer größeren Wassermenge vermischt eine Strecke dahingeflossen und dann erst in die Tauche hineingeflossen sind (s. oben IV, 4)."
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+ "die die Tauche ergänzen. Wenn sie in eine Tauche hineinkommen, die weniger als 40 Sea Wasser enthält, den Wasserinhalt zu den erforderlichen 40 Sea ergänzen.",
+ "und nicht untauglich machen. Wenn drei Log von ihnen aus einem Gefäß in eine Tauche hineinfallen, die weniger als 40 Sea Wasser enthält.",
+ "Salz und flüssiger. Der so dünn ist, dass man ihn von einem Gefäß in ein anderes gießt.",
+ "dass Schnee. Nach יו״ב: selbst Schnee, der sofort zu Wasser wird, wenn er in Wasser hineinkommt, umso weniger die anderen in der Mischna genannten Dinge.",
+ "aber die Leute von Medba. מידבא s. Num. 21, 30.",
+ "Gehet hinaus und bringet Schnee und stellet daraus ursprünglich eine Tauche her. Selbst wenn die Tauche nur aus geschmolzenem Schnee besteht, ist sie tauglich. Daraus, dass er zu ihnen gesagt hat „bringet Schnee“, ist zu entnehmen, dass auch er der Ansicht war, dass trotzdem Schnee durch das Hineintun in ein Gefäß nicht untauglich wird. Dass er R. Akiba gegenüber nachzuweisen suchte, dass Schnee nicht einmal ergänzt, ist nach Maim. dahin zu verstehen, dass er nur für diese Ansicht Belege beizubringen suchte, selbst aber gar nicht diese Ansicht teilte. מ״א sucht diesen Widerspruch dadurch auszugleichen, dass er meint, R. Ismael habe gegen die Herstellung einer Tauche aus Schnee, den man hat schmelzen lassen, bis daraus 40 Sea Wasser entstanden sind, gar nichts einzuwenden gehabt; trotzdem sei er der Ansicht gewesen, dass man Schnee nicht dazu verwenden darf, um eine Tauche von weniger als 40 Sea Wasser damit zu ergänzen, weil man, wenn man den Schnee in das Wasser hineinwirft, nicht genau wissen kann, wieviel Wasser er ergeben wird, und deshalb die Tauche leicht für tauglich halten kann, während sie noch gar keine 40 Sea Wasser enthält.",
+ "Ein Hagelkorn ist wie Wasser. Nach Barten.: wenn davon aus einem Gefäß drei Log in eine Tauche von weniger als 40 Sea hineinfallen, so ist die Tauche untauglich. Nach יו״ב eine Tauche von weniger als 40 Sea wird, wenn 3 Log davon aus einem Gefäß hineinfallen, allerdings nicht untauglich, aber es gilt trotzdem auch insofern als Wasser, als es als geschöpft gilt, wenn man es in ein Gefäß hineingetan hat; R. Jochanan behauptet dieses vom Hagelkorn, obwohl dieses am wenigsten dem flüssigen Wasser gleicht, doch gilt dieses nach ihm ebenso vom Schnee, Reif und Eis.",
+ "Wenn in einer Tauche an vierzig Sea ein Sea fehlt und es fällt ein Sea von ihnen. D. h. soviel, dass sich daraus beim Zergehen ein Sea Wasser ergibt.",
+ "dass sie ergänzen und nicht untauglich machen. Da ein Sea doch soviel mehr als drei Log sind, und die Tauche, wenn es aus einem Gefäß hineingetan wird, trotzdem nicht dadurch untauglich wird."
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+ "die untauglich machen. S. Note 2.",
+ "und nicht ergänzen. Note 1.",
+ "Wasser. Geschöpftes.",
+ "in das etwas. Früchte oder Kraut.",
+ "Tresterwein. תמד = temetum, man gewinnt ihn, indem man auf die ausgepressten Weintrauben oder auf Weinhefe Wasser aufgießt.",
+ "so lange er noch nicht fermentiert. So lange gilt der Aufguss noch als Wasser, nicht als Wein. Sind jedoch durch die aus den Traubenresten gekommene Flüssigkeit aus drei Maßen Wasser, die man aufgegossen hat, vier geworden, so gilt es, auch ohne dass es fermentiert hat, schon als Wein, weil es allgemein üblich war, einen Teil Wein mit drei Teilen Wasser, um ihn zu mildern, zu mischen (s. Chullin I, 7).",
+ "Wenn in einer Tauche an vierzig Sea ein Kurtob. S. oben III Note 5.",
+ "Dagegen die übrigen Flüssigkeiten. Die Machschirin VI, 4 neben dem Wasser genannt werden (מ״א stellt es allerdings als zweifelhaft hin, ob Tau nicht ebenso wie Schnee und Hagel als Wasser zu betrachten ist).",
+ "und Fruchtsaft. Aus Früchten, die man nicht aufzupressen pflegt.",
+ "Salzlake. Lake von eingesalzenen Fischen.",
+ "Fischlake. מורייס = muries, Fischlake, auch Pökelbrühe.",
+ "in manchen ergänzen sie nicht. Sie sind die Dinge, die nicht ergänzen und nicht untauglich machen. Sie ergänzen nur, wenn schon 40 Sea darin waren und nach Hinzu tun von einem Sea von ihnen ein Sea wieder herausgenommen worden ist, so dass keine volle 40 Sea tauglichen Wassers mehr darin sind, in eine Tauche von weniger als 40 Sea hineingetan aber ergänzen sie nicht, machen aber die Tauche auch nicht untauglich.",
+ "ergänzt es sie nicht. Macht aber die Tauche auch nicht untauglich, wie geschöpftes Wasser sie untauglich machen würde.",
+ "bleibt sie tauglich. Obgleich der größere Teil des herausgenommenen Sea doch aus tauglichem Wasser besteht, demnach in der Tauche weniger als 40 Sea tauglichen Wassers Zurückbleiben, die erst durch das hinzugekommene zu 40 Sea ergänzt werden. Dieses Verfahren darf bis zu 19 mal wiederholt werden, weil in jedem Sea, das man herausnimmt, doch auch etwas von dem Hinzugetanen enthalten ist und des halb jedenfalls noch mehr als die Hälfte von den ursprünglichen 40 Sea in der Tauche zurückbleibt, weiter aber darf dieses Verfahren nicht wiederholt werden, weil dann die 40 Sea in der Tauche vielleicht zur größeren Hälfte nicht mehr aus tauglichem Wasser sondern aus dem hinzugekommenen bestehen (s. Jebamot 82b). Mit geschöpftem Wasser dagegen kann man dieses Verfahren unbegrenzt wiederholen, auch wenn dadurch schließlich die ganzen 40 Sea tauglichen Wassers, die ursprünglich darin waren, herausgeschöpft werden, nach den meisten Dezisoren bleibt die Tauche auch in diesem Falle tauglich. Nach Maim. dagegen bleibt in dem Falle unserer Mischna nur bei einmaligem Hinzutun und Herausnehmen von einem Sea die Tauche tauglich, bei geschöpftem Wasser nur so lange, wie noch über die Hälfte von dem ursprünglichen tauglichen Wasser in der Tauche zurückbleibt (s. הלכות מקואות IV, 7 und dort כסף משנה)."
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+ "Hat. Nach א״ר ist dieser erste Absatz der Mischna hinter Mischna 4 zu setzen, so dass Mischna 3 beginnend mit נפל לתוכו יין zunächst von dem Untauglichwerden der Tauche durch Veränderung ihrer Farbe spricht und dann von dem besonderen Fall, wenn man Trauben oder Olivenkörbe darin abgespült hat.",
+ "man Olivenkörbe oder Traubenkörbe in ihr abgespült und ihr Aussehen sich dadurch. Durch den von den Körben aufgesogenen Trauben- oder Olivensaft.",
+ "bleibt sie tauglich. Nur eine von Natur farbige Flüssig keil macht die Tauche untauglich, wenn sie in sie hineinfällt und sich mit ihr vermischt und ihr Aussehen sich dadurch verändert. Der in die Körbe eingedrungene Saft hat aber aufgehört, eine Flüssigkeit zu sein, und macht deshalb die Tauche nicht untauglich.",
+ "Jose sagt. Erubin 29b.",
+ "Färbe-Wasser. Wasser, in dem ein Farbstoff aufgelöst ist.",
+ "macht sie bei drei Log untauglich. Wie gewöhnliches Wasser, wenn es aus einem Gefäß in eine Tauche von nicht 40 Sea hineinfällt.",
+ "macht sie aber nicht wegen Veränderung des Aussehens untauglich. Weil das Wasser von Natur keine andere Farbe hatte und der Farbstoff, durch den es gefärbt worden ist und der sich beim Hineinfallen mit dem Wasser der Tauche vermischt hat, niemals eine für sich bestehende Flüssigkeit gewesen ist.",
+ "Ist Wein oder Olivenschleim. מוחל s. Toharot IX Note 12. Sabb. 144b או חומץ ומוחל.",
+ "in sie. In eine Tauche, die nicht 40 Sea Wasser enthält.",
+ "hineingefallen. Ebenso irgend ein anderer farbiger Fruchtsaft.",
+ "und dadurch ihr Aussehen verändert worden. Wenn es auch nicht die Wein- oder Olivenfarbe angenommen hat, sobald es nur anders aussieht als vorher (ראב״ד).",
+ "ist sie untauglich. Weil es aussehen würde, als wenn man in Fruchtwasser untertauchen dürfte. Aus demselben Grunde wird auch eine Tauche von 40 Sea Wasser untauglich, wenn sie durch hineingefallenen Wein ihr Aussehen verändert hat, nur dass man da beliebig viel Wasser hin zugießen und dadurch ihr ursprüngliches Aussehen wieder herstellen kann.",
+ "bis Regen fällt und ihr Aussehen wieder wie das von Wasser wird. Sobald das Wasser wieder sein ursprüngliches Aussehen angenommen hat, ist es wieder tauglich, ohne dass man etwas aus der Tauche abfließen zu lassen braucht, wie in dem Fall, wenn drei Log geschöpften Wassers in eine Tauche von weniger als 40 Sea hineingefallen sind (s. oben III, 2)."
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+ "Ist Wein oder Olivenschleim in sie. In eine taugliche Tauche.",
+ "darf man darin nicht untertauchen. Auch nicht in dem Teile des Wassers, dessen Aussehen unverändert geblieben ist.",
+ "wenn nicht vierzig Sea das Aussehen von Wasser behalten haben. Aber auch dann darf man nur in dem unverändert gebliebenen Teile des Wassers untertauchen."
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+ " Makkot 4a.",
+ "Ist in drei Log Wasser. Im Talmud (Makkot 4a und Chullin 26a): שלשת לרגין מים חסר קורטוב.",
+ "und sie fallen in eine Tauche. Die nicht 40 Sea Wasser enthält.",
+ "hinein. Ohne das Aussehen des Wassers in der Tauche zu verändern.",
+ "machen sie diese nicht untauglich. Obwohl es volle drei Log Wasser waren, weil sie nicht das Aussehen von Wasser, sondern das von Wein hatten.",
+ "machen sie diese nicht untauglich. Obwohl sie das Aus sehen von Wasser hatten, weil ein Kurtob darin Milch war und diese nach Mischna 2 nicht untauglich macht.",
+ "Es richtet sich alles nach dem Aussehen. Deshalb ist, obwohl ein Kurtob von den drei Log Milch war, da die ganzen drei Log das Aussehen von Wasser hatten, die Tauche untauglich."
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+ " Chagiga 19a. Gittin 16a.",
+ "ist die erste rein und die zweite unrein. Da auf dem Körper des zuerst Untergetauchten jedenfalls etwas Wasser verblieben ist und deshalb beim Untertauchen des zweiten keine 40 Sea mehr in der Tauche waren.",
+ "wenn die Füße der ersten noch das Wasser berührt haben. Wenn auch der ganze übrige Körper schon außerhalb des Wassers war, als die zweite untertauchte.",
+ "ist auch die zweite rein. Weil die Füße noch im Wasser standen, wird der Badende als noch im Wasser stehend betrachtet und gilt deshalb auch das Wasser auf seinem übrigen Körper als noch nicht von der Tauche losgelöst.",
+ "Hatte man einen Sagum-Stoff. סגוס = σάγος, sagum, ein dicker grober Stoff, s. Negaim XI, 11.",
+ "so ist die Person. Die danach untergetaucht ist.",
+ "rein. Nach Barten. ist dies nur die Ansicht des R. Jehuda. Maim. scheint nicht dieser Ansicht zu sein, da er nicht wie R. Jehuda entscheidet und doch diesen Ausspruch als Halacha anführt. Der Unterschied besteht darin, dass der Körper des aus dem Bade Herausgestiegenen doch nur stellenweise noch vom Wasser befeuchtet ist, deshalb nützt es nach dem ersten Tanna nichts, wenn auch seine Füße noch im Wasser stehen; der dicke Stoff dagegen ist vollständig mit Wasser durchtränkt, wenn deshalb auch nur ein Teil von ihm das Wasser noch berührt, steht tatsächlich noch das gesamte Wasser mit der Tauche in Verbindung. Nach ר״ש und רא״ש ist gar nicht gemeint, dass nach dem Untertauchen des Stoffes eine Person darin untergetaucht ist, sondern bezieht sich das טהור auf die Tauche selbst: auch wenn man einen Sagumstoff darin untergetaucht hat, gilt das Wasser in dem Stoff noch nicht als geschöpft, so lange noch ein Teil von ihm das Wasser in der Tauche berührt, und bleibt deshalb die Tauche tauglich, auch wenn dann drei Log Wasser aus dem Stoff wieder in die nun keine 40 Sea enthaltende Tauche zurückgeflossen sind.",
+ "sobald man ihre Ränder aus dem Wasser herausgehoben hat. Da sie mit Polstermaterial gefüllt sind, gelten sie als Gegenstände, die bestimmt sind, etwas in sie hineinzutun, deshalb gilt das in ihnen enthaltene Wasser, sobald man sie heraushebt, als geschöpft.",
+ "Man taucht sie unter und hebt sie mit nach unten gebogenen Rändern heraus. Bevor man sie untertaucht, muss man die Naht an einer Seite auftrennen, damit das Wasser auch die Innenseite bespült (s. weiter X, 2). Beim Herausheben wendet man die aufgetrennte Seite nach unten, so dass das Wasser nicht in sie hineingetan ist und deshalb nicht als geschöpft gilt."
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+ "Hat man eine Bettstelle darin. In einer Tauche von genau 40 Sea, in der das Wasser nicht so hoch steht, dass man das Bett mit den Füßen darin untertauchen kann.",
+ "auch wenn die Füße in dicken. Nichtflüssigen, der nicht dazu geeignet ist, darin unterzutauchen (s. oben II, 10).",
+ "Schlamm. Auf dem Boden der Tauche.",
+ "weil das Wasser schon vorher in ihn eindringt. Das Wasser dringt vorher in die durch die Füße nieder gedrückten Stellen im Schlamme ein, bevor die Füße darin einsinken, die Füße stehen deshalb nicht im Schlamm, sondern im Wasser.",
+ "Wenn das Wasser in einer Tauche zu flach. מרודד breitgeschlagen, auseinander gezogen, von רדד = niedertreten.",
+ "steht. Es sind 40 Sea Wasser in der Tauche, das Wasser steht aber so flach, dass man nicht mit dem ganzen Körper darin untertauchen kann.",
+ "kann man selbst Holzbündel oder Rohrbündel. Nicht nur Steine, die undurchlässig sind, darf man dazu benutzen, sondern selbst Holz- oder Rohrbündel, in die das Wasser eindringt, wodurch der Wasserinhalt der Tauche vermindert wird, weil das in sie eingedrungene Wasser mit dem Wasser der Tauche in Verbindung steht und noch zu ihm gerechnet wird. Nur darf man die Steine oder Bündel nicht durch die ganze Mitte der Tauche legen, weil dadurch die Tauche in zwei Teile geteilt werden würde, von denen jeder keine 40 Sea Wasser enthält.",
+ "hineinpressen. Die Bündel müssen durch etwas beschwert werden, damit sie das Wasser zusammenpressen, weil sie sonst im Wasser schwimmen würden.",
+ "damit das Wasser in die Höhe geht. יתפתו von תפח = anschwellen.",
+ "Wenn eine Nadel. Die unrein ist.",
+ "auf den Stufen der Tauch-Höhle liegt. Und man sie nicht erst aufheben und untertauchen will.",
+ "und man das Wasser in Bewegung bringt. So dass es die Stufe, auf der die Nadel liegt, bespült.",
+ "sobald eine Wasserwelle. Die aber von dem Wasser in der Tauche sich nicht losgelöst haben darf.",
+ "über sie hingeflossen ist. Das Wasser der Welle wird nicht als fließendes Wasser betrachtet, da es nur durch die Hand in Bewegung gesetzt ist und wieder in die Tauche zurückfließt. Es wird auch nicht als Tauchwasser, das durch die Hand, die für Unreinheit empfänglich ist, hingeleitet worden ist, betrachtet, da es in Verbindung mit der Tauche steht und deshalb als Bestandteil derselben wie diese tauglich bleibt."
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+ "Das Land Israel gilt als rein. Selbst wo der Boden in Händen von Nichtisraeliten ist, gilt er im Allgemeinen als rein, soweit kein Grund vorliegt, das Gegenteil anzunehmen, während aller Boden außerhalb des israelitischen Landes des Zweifels wegen allgemein nach rabbinischer Vorschrift als unrein gilt.",
+ "und seine Tauchen gelten als rein. Es wird angenommen, dass sie nach Vorschrift hergestellt sind, allerdings mit den Beschränkungen, die in der Mischna weiter folgen, danach würde טהורים hier, wie auch sonst öfters in der Mischna, in der Bedeutung von כשרים stehen, wenn man nicht annehmen will, dass ומקואותיה טהורים sich nur auf die Reinheit der Tauchen bezieht, dass man nicht zu befürchten braucht, dass sie, bevor sie 40 Sea enthalten haben, verunreinigt worden sind, danach würde das טהורים ohne jede Beschränkung gelten (s. יו״ב).",
+ "Die Tauchen der Völker außerhalb des Landes. Selbst dort, wo Israeliten wohnen, sobald man nicht bestimmt weiß, dass sie nach Vorschrift hergestellt sind.",
+ "sind für durch eine Pollution unrein Gewordene tauglich. Für das Untertauchen von unreinen Personen oder Geräten, um rein zu werden, können sie überhaupt nicht in Betracht kommen, weil diese durch die Luft des Auslandes doch sofort wieder unrein werden würden, da nicht nur der Boden sondern auch die Luft des Auslandes nach rabbinischer Anordnung verunreinigt (1. Sabb. 15b). Aber auch für eine Frau, um sich nach der Menstruation für den Umgang mit ihrem Manne zu reinigen, sind sie nicht zu gebrauchen, wenn man nicht bestimmt weiß, dass sie nach Vorschrift hergestellt sind. Nur der durch eine Pollution unrein Gewordene kann darin untertauchen, um sich wieder mit Thoraworten beschäftigen zu dürfen, weil hierfür auch das Untertauchen in geschöpftem Wasser genügt (s. oben III, Note 32).",
+ "selbst wenn sie mit einem Brunnenschwengel. קילון gr. κήλων = Brunnenschwengel. Nach ר״ש und Bart. ist unter קילון ein Graben zu verstehen, in den das Wasser hineingegossen wird, um es an seinen Sammelplatz hinzuleiten (vgl. Moed Katan I, 1 und Machschirin IV, 9).",
+ "Die im Lande. Die 40 Sea enthalten, wenn man auch nicht bestimmt weiß, ob es nicht vielleicht geschöpftes Wasser ist.",
+ "die außerhalb des Stadteinganges. Andere Lesart: לפתח.",
+ "sind auch für Menstruierende tauglich. Weil man dort kein zusammengetragenes Wasser zu sammeln pflegt, um darin zu waschen oder zu baden, deshalb mit Bestimmtheit anzunehmen ist, dass es Regenwasser ist, das sich von selbst angesammelt hat.",
+ "die innerhalb des Stadteinganges. Andere Lesart: לפתח.",
+ "sind für durch eine Pollution unrein Gewordene tauglich und für alle anderen Unreinen untauglich. Weil Wasseransammlungen innerhalb der Stadt, sobald man nicht weiß, dass sie zu dem Zwecke angelegt sind, um als Tauche zu dienen, im Allgemeinen aus geschöpftem Wasser hergestellt sind, um darin zu waschen oder zu baden.",
+ "sind unrein. D. h. untauglich.",
+ "weil man sie zum Waschen. Aruch liest: ׳מפני הכבישה von כבש = niedertreten, weil sie an einer Stelle liegen, die von Menschen viel betreten wird.",
+ "benutzt haben kann. Wenn auch anzunehmen ist, dass sie aus von selbst angesammeltem Regenwasser bestehen, ist doch zu befürchten, dass Vorübergehende, bevor sich 40 Sea darin angesammelt hatten, Kleidungsstücke darin gewaschen haben, und beim Auswringen drei Log Wasser in sie zurückgeflossen und sie dadurch untauglich geworden sind."
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+ "Wegen einer Pollution muss in folgenden Fällen ein Tauchbad genommen werden. Nach Toravorschrift wird man durch einen Samen-Abgang nur unrein, wenn man die Loslösung des Samens verspürt hat (s. Nidda 43a), nach rabbinischer Vorschrift wird man aber auch in den folgenden Fällen unrein, weil zu befürchten ist, dass man glaubt, nur die Loslösung des Urins verspürt zu haben, während es in Wirklichkeit die Loslösung von Samen war, die man gespürt hat; da danach das Untertauchen in diesen Fällen nur eine rabbinische Vorschrift ist, ist der Untertauchende sofort rein und braucht er nicht erst den Sonnenuntergang abzuwarten (s. Para XI, 5), deshalb heißt es in der Mischna nicht, sie sind unrein, sondern nur, sie müssen ein Tauchbad nehmen (מ״א). Nach יו״ב handelt es sich in der Mischna nur um das Tauchbad, das nach rabbinischer Vorschrift genommen werden muss, um sich wieder mit Toraworten beschäftigen zu dürfen.",
+ "Bemerkt man beim Wasserlassen eine tropfenartige oder getrübte Flüssigkeit. Urin pflegt klar zu sein und in einem Strahl, nicht in Tropfen, herauszukommen. Wenn deshalb beim Wasserlassen sich eine trübe Flüssigkeit oder eine klare, die tropfenweis herauskommt, sich zeigt, so kann das als ein Anzeichen dafür angesehen werden, dass durch den Urin Samen, der sich in der Harnröhre festgesetzt hatte, mit hinausgespült worden ist.",
+ "wenn am Anfang. Des Wasserlassens.",
+ "ist man rein. Weil, wenn es sich um in der Harnröhre zurückgebliebenen Samen handeln würde, jedenfalls zuerst etwas Urin würde herausgeflossen sein und dann erst der von ihm mitgerissene Samen, die Trübung bezw. die Tropfenbildung deshalb auf irgend eine andere Ursache zurück-zuführen sind.",
+ "wenn vom Anfang bis zum Schluss. Nach Maim.: wenn vom Anfang bis zum Ende nur eine tropfenartige oder getrübte Flüssigkeit abgegangen ist, nach anderen: wenn man vom Anfang bis zum Ende solche tropfenartige oder getrübte Flüssigkeit mit abgegangen ist.",
+ "ist man rein. Nach der ersten Erklärung kann es nicht zurückgebliebener Samen sein, weil dieser jetzt nicht von selbst abgehen würde, nachdem er bei der vorangegangenen Samenentleerung nicht mit abgegangen ist, nach der anderen Erklärung, weil die am Anfang abgegangene Flüssigkeit kein Samen sein kann, sondern ihre Trübung oder Tropfenbildung auf eine andere Ursache zurückzuführen ist, ist dieses auch für die in der Mitte und am Ende bemerkten anzunehmen. So nach der Erklärung von יו״ב. מ״א erklärt: Samen hat zwei Kennzeichen, er pflegt dickflüssig zu sein, nicht tropfenartig, und weiß, nicht trübe. Fehlt eines dieser Kennzeichen, so ist es kein Samen, trotzdem ist man unrein, wenn man inmitten oder am Ende des Wasserlassens solche Flüssigkeit bemerkt wegen der zu befürchtenden Verwechslung mit einer Flüssigkeit, die beide Kennzeichen hat. Bemerkt man aber solche Flüssigkeit am Anfang des Wasserlassens, so ist eine solche Verwechslung nicht zu befürchten, da, wie oben ausgeführt, vor dem Wasserlassen ein Samenabgang nicht anzunehmen ist.",
+ "ist man unrein. In allen Fällen, weil dieses die charakteristischen Zeichen des Samens sind.",
+ "Zwischen einer weißen und einer getrübten ist kein Unterschied. Wenn der Ausfluss weiß und dickflüssig ist er auch am Anfang und vom Anfang bis zum Ende rein, wie wenn er trübe ist, obgleich die weiße Farbe ein charakteristisches Kennzeichen des Samens ist (Maim.). Nach מ״א ist R. Jose der Ansicht, dass die weiße Farbe überhaupt kein Kennzeichen des Samens ist, sondern er ebensowohl auch trübe aussehen kann, wenn er nur dickflüssig ist."
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+ "der ist unrein. Auch wenn sie sich am Anfang des Wasserlassens oder ohne jede Begleitung von Urin zeigen, weil die Dickflüssigkeit ein Zeichen dafür ist, dass es sicher Samenausfluss ist, im Gegensatz zu dem Tanna in der vorhergehenden Mischna, nach dem das Tropfenartige immer ein Anzeichen dafür ist, dass es kein Samenausfluss ist.",
+ "Wer in der Nacht eine wollüstige Erregung hatte. Indem ihm geträumt hat, dass er einen Coitus vollzogen hat (Nidda 43a). הרהר = über etwas nachdenken, zumeist im üblen Sinne: schlechten oder sinnlichen Gedanken nachgehen.",
+ "ist unrein. Auch wenn er keinen Samenausfluss auf sich bemerkt, weil er jedenfalls einen Samenausfluss hatte, dieser nur vertrocknet und nicht mehr zu bemerken ist.",
+ "Wenn. Sabbat 86a.",
+ "einer Frau am dritten Tage. Nach mit ihr vollzogenem Coitus.",
+ "ist sie rein. Auch wenn der Coitus am Schluss des ersten und der Samenabgang am Anfang des dritten Tages stattgefunden hat, so dass dazwischen nur etwas über 24 Stunden (= 2 Ona’s, siehe die folgende Note) liegen, so nach Raschi (Sabb. 86a). Nach Maim. müssen auch nach R. Eleasar nach dem Coitus drei volle Ona’s vergangen sein, wobei die Ona, innerhalb der er stattgefunden hat, nicht mitgezählt wird. Nach dieser Zeit gilt der Samen nicht mehr als Samen und verunreinigt deshalb nicht mehr durch seinen Abgang, während er bis dahin die Unreinheit des von einem Manne abgegangenen Samens an sich hat und auch die Frau, von der er abgeht, verunreinigt.",
+ "Manchmal sind dies vier Ona’s. Der Ausdruck עונה = Zeit dient auch als Bezeichnung für einen bestimmten Zeitraum, einen Tag oder eine Nacht, gleichviel ob sie lang oder kurz sind, nach einer anderen Ansicht für die Hälfte eines 24 Stunden-Tages, also für den Zeitraum von 12 Stunden. R. Ismael ist nicht der Ansicht, dass ein Samenabgang schon am dritten Tage rein ist, sondern erst am vierten Tage, jedoch auch dann, wenn der Coitus am Schluss des ersten Tages und der Samenabgang am Anfang des vierten Tages stattgefunden hat, in diesem Falle liegen dazwischen nur zwei volle Tage, das sind 4 Ona’s.",
+ "manchmal sind es fünf. Wenn z. B. der Coitus am Morgen des ersten Tages stattgefunden hat und der Samenabgang am Abend zum vierten Tage, da liegen dazwischen außer den 4 Ona’s der beiden vollen Tage noch die Ona des ersten Tages vom Morgen bis zum Abend.",
+ "manchmal sind es sechs. Wenn der Coitus am Abend zum ersten Tage stattgefunden hat, da sind drei volle Tage, das sind 6 Ona’s, vergangen.",
+ "Es sind immer fünf. Die voneinander abweichenden Ansichten der drei Tannaim werden im Talmud (Sabb. 86a) folgendermaßen begründet: Dass auch die Frau durch Abgang von beim Coitus in sie eingedrungenem Samen unrein wird, wird daraus geschlossen, dass vor der G’ttesoffenbarung am Sinai an das Volk das Gebot erging, um sich hierfür rein zu halten, sich drei Tage des geschlechtlichen Umgangs zu enthalten (Exod. 19, 15). Da geschlechtlicher Umgang nur für einen Tag unrein macht, kann dieses Gebot nur darum ergangen sein, damit auch die Frauen, denen nach dem Coitus Samen wieder abging, noch Zeit hatten, sich vorher von ihrer Unreinheit zu reinigen. Es muss danach der zwischen dem Erlass dieses Gebots und dem Offenbarungstage liegende Zeitraum der Zeit entsprechen, innerhalb der der von der Frau abgehende Samen diese noch verunreinigt, während nach dieser Zeit abgehender Samen nicht mehr als Samen gilt und deshalb die Frau nicht unrein macht. Wenn dann nach ihrer Reinigung nach dieser Zeit einer Frau noch Samen abging, blieb sie trotzdem rein, weil der Samenabgang dann nicht mehr verunreinigt. Die Offenbarung hat nun nach allen Ansichten an einem Sabbat stattgefunden, das Enthaltungsgebot wurde nach Ansicht von R. Eleasar ben Asarja am Donnerstag früh verkündet, das Reinigungsbad musste spätestens am Freitagabend genommen werden, da Sonnabend in aller Frühe das Volk zur Entgegennahme der Offenbarung sich versammelte. Es lag also zwischen diesen beiden Zeitpunkten nur ein Zeitraum von 3×12 Stunden, so nach Maim., nach Raschi nur von etwas über 2×12 Stunden, da das am Donnerstag erlassene Enthaltungsgebot erst vom Schlusse dieses Tages an befolgt wurde, und ist danach ein Samenabgang, der nach diesem Zeitraum eintritt, nicht mehr verunreinigend. Nach R. Ismael ist das Enthaltungsgebot schon am Mittwoch im Laufe des Tages ergangen und sollte sich auf drei Tage erstrecken, wobei jedoch der Mittwoch bereits mitgezählt wurde, selbst wenn man mit der Enthaltung erst am Schlusse dieses Tages begonnen hatte. Da am Freitagabend die Reinigung stattfinden musste, so waren für die, die am Mittwoch erst kurz vor Schluss des Tages mit der Enthaltung begonnen hatten, genau zwei volle Tage, das sind vier Ona’s, vergangen, für die, die seit Mittwoch früh keinen Coitus vollzogen hatten, fünf Ona’s, und für die, die zuletzt am vorhergehenden Abend ihn vollzogen hatten, sechs Ona’s. Dementsprechend verunreinigt der Samenabgang bei der Frau immer, bis der dritte Tag nach dem Coitus vergangen ist, den Tag, an dem dieser stattgefunden hat, mit eingerechnet, einerlei zu welcher Tageszeit er stattgefunden hat, wonach dieser Zeitraum zuweilen nur vier, zuweilen fünf und zuweilen sechs Ona’s beträgt. Nach R. Akiba ist das Enthaltungsgebot am Mittwoch früh ergangen und musste sofort vom Beginn des Tages an beobachtet werden, es sollten demnach von dem letzten Coitus volle fünf Ona’s vergangen sein, darum verunreinigt nach ihm der Samenabgang immer bis nach Ablauf eines Zeitraums von fünf Ona’s, das sind 5×12 Stunden, nach dem vollzogenen Coitus, gleichviel zu welcher Tageszeit dieser stattgefunden hat (s. Sabb. 86a)."
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+ "ist dieser unrein. Wie Samen, der einem Israeliten abgeht. Im Talmud bleibt die Frage unentschieden, ob wie bei einer Israelitin nur innerhalb von drei Tagen oder selbst nach Ablauf dieser Zeit (Nidda 34b).",
+ "abgeht. Selbst innerhalb der drei Tage.",
+ "ist dieser rein. Nach rabbinischer Vorschrift ist jede von einem Nichtisraeliten abgehende Flüssigkeit unrein wie die einer זב um aber diese Unreinheit als eine nur rabbinische zu kennzeichnen, ist für den Samenabgang diese Bestimmung nicht getroffen worden, sondern ist der von ihm abgegangene Samen rein.",
+ "Wenn eine Frau nach vollzogenem Beischlaf hinuntergestiegen und untergetaucht ist. Um sich von der Verunreinigung durch den Beischlaf zu reinigen (Lev. 15, 18).",
+ "ohne das Innere ihrer Scham gereinigt zu haben. Wörtlich: ohne ihr Haus ausgekehrt zu haben.",
+ "als wäre sie gar nicht untergetaucht. Weil nach dem Untertauchen ihr noch Samen abgehen kann und sie dadurch wieder unrein wird.",
+ "unrein. Weil befürchtet werden muss, dass in der Harnröhre zurückgebliebene Samenreste zusammen mit dem Wasser abgehen. Diese Samenreste verunreinigen, auch wenn man ihren Abgang nicht spürt, weil man schon während der Pollution ihre Loslösung von ihrer Ursprungsstelle gespürt hat (Nidda 43a).",
+ "bleibt er rein. Weil da der Samen gleich mit voller Kraft abgeht und nicht anzunehmen ist, dass etwas von ihm in der Harnröhre zurückgeblieben ist. Maim. erklärt: ist er jung, selbst wenn er krank ist, oder ist er gesund, danach müsste man חולה וזקן erklären: wenn er durch Krankheit oder Alter geschwächt ist. Jung heißt der Mensch, solange er auf einem Fuße stehend den Schuh von dem anderen Fuße aus ziehen und wieder anziehen kann (Chullin 24b)."
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+ "ist sie von ihrer Unreinheit rein geworden. Durch das Untertauchen hat sie aufgehört, בדה zu sein, und ist ihr der geschlechtliche Umgang mit ihrem Manne wieder gestattet.",
+ "aber sie ist wieder durch ihren Speichel unrein geworden. Der Speichel einer נדה ist ein אב הטומאה und verunreinigt den, der ihn berührt oder trägt. Da sie die Münze schon, bevor sie durch Untertauchen rein geworden war, im Munde hatte, so hatte sich schon da Speichel von ihrem Munde abgelöst und war auf die Münze gekommen. Dieser Speichel ist, da er nicht mehr zu ihrem Körper gehörte, durch ihr Untertauchen nicht rein geworden, er macht sie deshalb, nachdem sie untergetaucht 1st, durch seine Berührung oder, wenn angenommen wird. dass seine Berührung im Munde sie nicht unrein macht, weil eine Berührung in einer eingeschlossenen Körperstelle (מגע ברת הסתרים) den Körper nicht unrein macht (s. יו״ב), dadurch, dass sie ihn trägt, wieder unrein ersten Grades.",
+ "Hat sie ihr Haar in den Mund genommen. So dass das Wasser nicht an das Haar herankommen kann.",
+ "ihre Hand geschlossen. So dass die innere Handfläche nicht mit dem Wasser in Berührung kommt,",
+ "ihre Lippen zusammengepresst. So fest, dass das Wasser überhaupt nicht in den Mund hineingelangen kann. In die Höhlungen am Körper braucht das Wasser beim Untertauchen nicht einzudringen, aber es muss wenigstens möglich sein, dass es in sie eindringt. קרץ arab. قرص = abschneiden, hier: durch festes Zusammenschließen der Lippen die Mundhöhle nach außen hin abscheiden.",
+ "als wäre sie nicht untergetaucht. Da nicht ihr ganzer Körper vom Wasser bespült worden ist.",
+ "bleiben sie unrein. Weil an die Stelle, wo er sie mit der Hand festhält, das Wasser nicht herankann.",
+ "hat er seine Hand mit Wasser bespült. Und dann sie damit angefasst und festgehalten.",
+ "sind sie rein. Weil die Feuchtigkeit auf dem Handinnern sich mit dem Wasser der Tauche verbindet und mit ihm eins wird und danach auch die Stelle, die mit der Hand festgehalten worden ist, vom Wasser bespült worden ist.",
+ "dass das Wasser an sie herankommen kann. Nach Maim. und רא״ש genügt dieses nach dem ersten Tanna nicht, weil er doch befürchten wird, dass ihm der unterzutauchende Gegenstand entgleitet, und ihn deshalb nicht locker genug halten wird, während nach R. Simon dieses nicht zu befürchten ist, er deshalb die Hand nicht vorher zu bespülen braucht. Nach einer anderen Erklärung würde auch nach dem ersten Tanna ein lockeres Festhalten vollständig genügen, ohne dass man zu befürchten braucht, dass er es nicht locker genug halten wird, will er es aber ganz festhalten, muss er die Hand vorher bespülen, während nach R. Simon das vorherige Bespülen der Hand nichts nützt, wenn die Hand den Gegenstand fest umschließt (s. מ״א).",
+ "An eingeschlossene. Wie die Mundhöhle, Nasenlöcher, das innere Ohr.",
+ "und eingefaltete Körperstellen braucht das Wasser nicht heranzukommen. Aber das Wasser muss an sie herankommen können, sie dürfen des halb nicht fest geschlossen bezw. verstopft sein."
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+ " Sabb. 57a.",
+ "Folgende Dinge gelten am Menschen als trennend. Beim Untertauchen muss der ganze Körper vom Wasser bespült werden. Haftet auf irgendeiner Körperstelle etwas Undurchlässiges, durch das diese von dem Wasser getrennt wird, so dass das Wasser nicht an sie herankommt, so wird man durch das Untertauchen nicht rein. Nur wenn das auf einer Körperstelle Haftende so wenig beachtet wird, dass es gar nicht als störend empfunden wird (s. weiter Note 32), stört es auch beim Unter tauchen nicht sondern gilt es als zu dem Körper gehörend. Die Mischna zählt nun zunächst diejenigen Dinge auf, die das Wasser nicht durchlassen und die deshalb das Untertauchen stören, weil sie auf dem Körper als Fremdkörper störend empfunden werden.",
+ "Wollfäden und Flachsfäden und Bänder auf dem Kopfe der Mädchen. Mit denen die Haare durchflochten oder fest zusammengebunden sind. Sie lassen das Wasser nicht durch und werden beim Baden als störend empfunden, denn man pflegt sie dabei herauszunehmen, um auch das Kopfhaar waschen zu können. Das Kopfhaar muss ebenso wie der ganze Körper untergetaucht werden.",
+ "weil das Wasser durch sie durchdringt. Deshalb stören sie das Unter tauchen nicht, obwohl sie auf dem Körper als störend empfunden werden. Nach dem ersten Tanna dagegen stören die aus Wolle, obwohl sie Wasser durchlassen, weil sie beim Baden dennoch als störend empfunden werden."
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+ "Haarwulste. קילקין gr. κιλκἰον = Kilikisches Ziegenhaar, auch daraus gefertigter Stoff (s. Kelim XXIX, 1), hier dicht zusammengewachsene Haarwulste, sie werden nach Raschi im Namen von Hai Gaon (s. Chullin 126b, v. כחוט השערה) deshalb קלקין = Haargeflecht genannt, weil wie in diese auch in sie vom Körper losgelöste Haarbüschel mit verflochten sind.",
+ "auf dem Herzen. Auf der Brust in der Herzgegend.",
+ "am Bart. Das Haar ist in diesen Wulsten so dicht verwachsen, dass es Wasser nicht durchlässt, und es wird störend empfunden, weil es durch Schweiß verschmutzt ist.",
+ "und an der Scham. בית הסתרים wörtlich = verborgene, verdeckte Stelle, euphemistisch für die Scham.",
+ "bei einer Frau. Nur bei einer verheirateten Frau, weil diese den Haarwulst an dieser Stelle als störend empfindet.",
+ "Augenschmalz. לפלוף von לפף = umwickeln, zusammenfügen, klebrige Masse, die aus dem Auge kommt.",
+ "außerhalb des Auges. Auch wenn er feucht ist, lässt er das Wasser nicht durch und wird störend empfunden.",
+ "Schorf außerhalb der Wundöffnung. Nur der Schorf auf der Wundöffnung wird nicht als störend empfunden, auf geschlossenen Stellen der Wunde dagegen wird er als störend empfunden.",
+ "und das Wundpiaster. Obwohl man es mit Absicht auf die Wunde gelegt hat, stört es doch, wenn es ins Wasser kommt, weil das Wasser den Aufstrich wegspült (מ״א).",
+ "vertrockneter Saft. Saft von Früchten oder Baumharz.",
+ "Schweißkügelchen. מלמולין von מלל = reiben, durch Zusammenreiben körnig gewordener Schweiß.",
+ "Töpferlehm und Schmutzspritzer. Drei Schlamm- oder Lehmarten, die so fest sind, dass sie Wasser nicht durchlassen.",
+ "Was ist schlammiger. ירן = Schlamm, Kot (Ps. 69, 3. 40, 3), die Etymologie ist zweifelhaft.",
+ "Damit ist der Schlamm in den Gruben. Am Boden von Gruben oder Brunnen.",
+ "wie es heißt. Ps. 40, 3.",
+ "wenn es Kittlehm. מרקה von מרק = bestreichen, zum Verstreichen und Verkleben von Rissen in Gefäßen hergerichteter Lehm, der besonders fest ist und kein Wasser durchlässt.",
+ "Schmutzspritzer. גץ יוני nach Levy, Wörterbuch = das griechische ≡ eine Bezeichnung für Schlammpfützen auf viel betretenem Boden, die eine diesem Buchstaben ähnliche Form anzunehmen pflegen. Statt dieser gesuchten Erklärung ist vielleicht גץ = Funke in der Bedeutung von Spritzer zu fassen, wie יצוץ = Funke auch als Bezeichnung für Tropfen gebraucht wird (s. Sabb. 199b), danach גץ יוני = Spritzer aus Straßenschlamm.",
+ "wie Pfähle empfunden werden. Wenn der eingetretene Straßenschlamm hart wird, hat man beim Gehen die Empfindung, als wenn man auf hervorstehenden Pflöcken geht.",
+ "In diesen Schlammarten darf man nicht untertauchen. Man darf auch beim Untertauchen nicht auf solchem Schlamm stehen, wie in dem dicken Schlamm oben VII, 7, weil diese Schlammarten eine Trennung zwischen den Füßen und dem Wasser der Tauche bilden (s. ר״ש zu VII, 7 und מ״א).",
+ "und man darf mit ihnen Behaftetes. So nach der einen Erklärung von Barten., wonach אותן im Sinne von עמם = אׅתׇּן „mit ihnen“, während er auf dem unterzutauchenden Gegenstande haftet, zu verstehen ist (s. Straschun). Die zweite Erklärung ist die des ר״ש: wenn solcher Schlamm sich mit unrein gewordenem Wasser vermischt hat, wird durch Verbindung (השקה) mit einer Tauche wohl das Wasser rein, der Schlamm aber bleibt trotzdem unrein.",
+ "nicht untertauchen. Auch nicht, wenn der Schlamm feucht ist (s. תרע״א).",
+ "mit allen anderen Schlammarten Behaftetes. Auch hier מטבילין בו in dem Sinne: man darf die Gegenstände „mit ihm“ behaftet untertauchen, wie weiter בפחמין (anders Tosf. Jomt.).",
+ "Mit Staub auf den Füßen soll man nicht untertauchen. Weil der Staub sich mit dem Wasser vermischen und zu Schlamm werden kann. Staub gilt jedoch nicht als trennend, ist es deshalb geschehen, gilt das Tauchbad doch als genommen (Maim. הלכות מקואות II, 10).",
+ "Einen Kessel. קומקמוס auch קומקום arab., قُمقُم gr. κονκούμιον ein großer Kessel.",
+ "darf man nicht mit daran haftenden Kohleresten. Nach Barten. ist unter פחמין der sich ansetzende Ruß zu verstehen. dieser aber kann nicht als trennend gelten, da er nicht als störend empfunden wird. Dagegen erklärt Maim.: man pflegt glühende Kohlen in den mit Wasser gefüllten Kessel hineinzuwerfen, um sie zu löschen, dabei pflegen sich Kohlen stücke an die Wände des Kessels anzusetzen, diese müssen vorher abgekratzt werden, damit sie nicht eine Trennung zwischen dem Kessel und dem Wasser bilden."
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+ "und auf der Scham bei einem Manne. Weil sie an diesen Stellen nicht als störend empfunden zu werden pflegen.",
+ "Zwischen Mann und Frau ist kein Unterschied. Inbetreff der Haarwulste auf der Scham.",
+ "was man. Der Untertauchende. Nach מ״א wendet sich R. Elieser damit gegen die ganze vorhergehende Aufzählung von Dingen, die als störend empfunden werden, und kommt es nach ihm nur darauf an, ob der betreffende Untertauchende das auf ihm Haftende als störend empfindet oder nicht (anders Tosf. Jomt.).",
+ "als störend empfindet. מקפיד von קפד = zusammenziehen, Hif. etwas zusammengezogen d. h. genau nehmen, darauf achten, bei wünschenswerten Dingen, dass sie vorhanden sind, bei nicht wünschenswerten, dass sie entfernt werden."
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+ "Augenschmalz im Auge. Wenn es feucht ist, wird es dort nicht als störend empfunden, ist es dagegen trocken, gilt es wie außerhalb des Auges als trennend (Nidda 67a).",
+ "Schorf auf der Wundöffnung. Dieser und die folgenden Dinge gelten nicht als trennend, weil sie entweder nicht als störend empfunden werden oder für Wasser durchlässig sind.",
+ "ein lose hängender. מדולדל von דלדל = lockern.",
+ "Nagel. Wenn von dem Nagel in seiner ganzen Breite ein Stück abgesplittert ist und nur noch lose daran hängt, trennt das abgesplitterte Stück nicht, weil die darunter liegende Fingerhaut offen daliegt und von dem Wasser bespült wird. Ist dagegen nur ein kleiner Teil abgesplittert, der nicht herunterhängt, sondern noch fest am Finger anliegt, so trennt er, weil er doch schließlich abfällt oder abgeschnitten werden muss und deshalb nicht mehr zum Körper gehört, an die darunter liegende Fingerhaut das Wasser aber nicht herankommt, weil der Splitter zu dicht darauf liegt (s. מ״ש).",
+ "Durch die Härchen. כשות heißen die haarartigen Fasern auf Pflanzen wie auf Gurken und Melonen (s. Ukzin II, 1), danach hier die feinen Härchen auf der Kinderhaut, die nicht in der Haut wurzeln und deshalb nicht als eigentliche Körperhaare betrachtet werden können.",
+ "auf einem Kinde wird das Kind nicht unrein. Wenn eine Unreinheit an ein solches Härchen angerührt hat, weil das Härchen nicht als Bestandteil des Körpers gilt.",
+ "und es überträgt durch sie nicht die Unreinheit auf anderes. Wenn das Kind unrein ist und mit dem Härchen etwas anderes berührt.",
+ "Durch die Haut auf einer Wunde wird man unrein und überträgt die Unreinheit auf anderes. Die beiden letzten Aussprüche gehören sachlich eigentlich gar nicht hierher, sie werden hier nur angeführt, weil auch im Vorhergehenden von solchen Dingen die Rede ist, die obwohl auf dem Körper haftend doch nicht als zu diesem gehörend und als trennend betrachtet werden, und solchen, die nicht als trennend gelten. Nach א״ר dagegen ist וכשות של קטן zu lesen und gehört dieses noch zu dem Vorhergehenden: auch solche Härchen gehören zu den Dingen, die nicht als trennend gelten. Das folgende לא טמא ולא מטמא bezieht sich dann auf alle vorher genannten Dinge, sowohl die als trennend gelten wie die nicht als trennend geltenden, der Körper wird durch sie nicht unrein, wenn eine Unreinheit sie berührt, und von dem Körper wird, wenn er unrein ist, durch sie die Unreinheit nicht auf andere Dinge übertragen."
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+ " Sabb. 15b.",
+ "Pech und Myrrhe. מור gr. μύῤῥα = Gummiharz, Aruch erklärt es mit מוסקו = Moschus, nach einer anderen Erklärung מסתיכי = μαστίχη, mastix. Eine andere Lesart ist: וחמר = Lehm.",
+ "auf Glasgefäßen. Nach Raschi (Sabb. 15b) gelten bei Glasgefäßen nur Pech und Myrrhe als trennend, weil sie ganz besonders fest auf den Gefäßen haften, während andere weniger fest haftende Stoffe nicht als trennend gelten, weil sie von der glatten Glasfläche sich von selbst wieder loslösen und deshalb nicht als störend empfunden werden; danach würden auf anderen nicht so glatten Gefäßen auch andere darauf haftende Stoffe als trennend gelten. Nach Maim. (הלכות מקואות III, 1) gelten bei allen Gefäßen nur Pech und Myrrhe und ihnen ähnliches als trennend, er muss danach annehmen, dass anderes auch auf anderen Gefäßen nicht so fest haftet, dass das Wasser nicht an die darunter liegende Gefäßfläche herankommen kann. Den Einwand, dass nach der Halacha Glasgefäße ebenso wie irdene Gefäße überhaupt nicht durch Untertauchen wieder rein werden, widerlegt der Talmud durch die Erklärung, dass es auch Glasgefäße gibt, die durch Untertauchen wieder rein werden, wenn nämlich das Gefäß durch ein Loch unbrauchbar geworden war und man das Loch durch hinein gegossenes Blei verlötet hat, ein solches Gefäß wird nach R. Meir durch Unter tauchen wieder rein, weil er der Ansicht ist, dass die Art des Gefäßes sich nach dem richtet, wodurch es zusammengehalten wird (דבר המעמיד).",
+ "sei es auf der Innenseite sei es auf der Außenseite. Dagegen gibt es auch Gefäße, bei denen sie nur auf der Innenseite als trennend gelten und nicht auch auf der Außenseite (s. Tosefta VI).",
+ "auf einer Liegebank. דרגש eine Art von niedrigem Bett, auch Bahre, die Etymologie ist zweifelhaft.",
+ "wenn sie beschmutzt. בלוסין von בלס = vermischen, so Sabb. 76b: עיסה בלוסה ein Teig aus mit der Kleie gemischtem Mehl, daher hier Gegenstände, die durch verschiedene auf ihnen haftende Dinge beschmutzt sind.",
+ "gelten sie nicht als trennend. Weil sie dann nicht als störend empfunden werden.",
+ "Auf Bettstellen eines besseren Hausstandes. בעל הבית der Besitzer eines Hauses, im Gegensatz zu dem besitzlosen Armen.",
+ "auf denen eines Armen gilt es nicht als trennend. Weil, dieser es nicht als störend empfindet.",
+ "Auf dem Sattel. ׳איכוף andere Lesart: אוכף arab. اكاف = Sattel eines Esels oder Kamels.",
+ "auf dem von Schläuche-Beförderern. זקקים abgeleitet von זיקה = Schlauch, die Schläuche auf den Tieren befördern und deshalb das auf dem Sattel Haftende nicht als störend empfinden.",
+ "Auf einer Satteldecke. In ed. Ven. und unseren Talmudausgaben fehlt dieser Satz, danach bezieht sich der Ausspruch des R. Simon ben Gamliel auf das vorhergehende ושל זקקים אינו חוצץ. Sabb. 114a hat die Lesart: רבב על המרדע חוצץ.",
+ "gilt es als trennend. Nach Barten, nur, wenn es wie auf den Kleidern eines עם הארץ in der folgenden Mischna auf beiden Seiten sichtbar ist.",
+ "Wenn der Fleck so groß wie ein italischer Issar ist. Wenn sich der Ausspruch auf das ושל זקקים אינו חוצץ bezieht: nur wenn der Fleck nicht so groß wie ein italischer Issar ist."
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+ " Sabb. 114a.",
+ "Auf Kleidern gilt er. Der Fleck.",
+ "Auf denen von Torabeflissenen. בנאים die Bauleute, darunter sind nach R. Jochanan (Sabb. 114a) die תלמידי חכמים zu verstehen, deren Lebenswerk es ist, an dem Bau der Welt mitzuarbeiten, sie müssen ganz besonders auch auf äußere Sauberkeit achten, deshalb wird auf ihren Kleidern auch ein einseitiger Fleck schon als störend empfunden.",
+ "auf denen von Toraleeren. בור wie Abot II, 5 der unbebaute, wissensleere Mensch. Im Gegensatz zu R. Jochanan erklärt R. Simon ben Lakisch בלנאים = בנאים mit אוליירין = olearii, Badediener (s. Toharot VII, Note 40), wonach Adolf Schwarz (Monatsschrift f. G. u. W. d. J. 71. Jahrgang Heft 1/2) vermutet, dass dieser im Nachsatz nicht בור sondern בייר = Brunnenmeister gelesen habe, da בלן und בייר in Mischna und Tosefta öfters neben einander genannt werden."
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+ "Auf dem Schurz von mit Pech Arbeitenden. Die Pech herstellen oder Gegenstände verpichen.",
+ "und von Baumbeschneidern gelten sie nicht als trennend. Da der Schurz dazu dient, um das bei der Arbeit Tropfende aufzufangen, wird das darauf Getropfte nicht als störend empfunden.",
+ "Desgleichen auch nicht auf dem von Feigentrocknern. קייצין von קיץ = Sommerfrucht, die die Sommerfrüchte zum Trocknen sammeln, sie umwickeln die Hände, um sie bei dem Hantieren mit den fetten Früchten nicht zu sehr zu beschmutzen, so nach einer Erklärung im Barten. Nach einer anderen Erklärung abgeleitet von קוץ (Dorn) = Dornensammler, die sich durch das Tuch vor den Dornen-Stichen schützen wollen.",
+ "Dies gilt als Grundsatz. Ganz allgemein für alles auf Gegenständen Haftende. Nach מ״א ist es nur auf das letzte zu beziehen und begründet die Ansicht des ersten Tanna, der nicht der Ansicht des R. Jehuda ist. Unter קייצין sind die Dornensammler gemeint, sie binden sich das Tuch nur um, um sich vor Dornenrissen zu schützen, es stört sie deshalb nicht, wenn Risse darin entstehen, nach R. Jehuda werden deshalb auch Flecke darauf nicht als störend empfunden. Dem wird als Grundsatz entgegengestellt, dass nur das, was nicht als störend empfunden wird, nicht trennt, nicht aber daraus, dass ein darin entstehender Riss nicht als störend empfunden wird, geschlossen werden kann, dass auch darauf entstehende Schmutzflecken nicht als störend empfunden werden."
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+ "Alle Griffe. Arme oder Griffe, die wie der Stiel an einer Axt hineingesteckt und wieder herausgezogen werden können. Wenn sie so, wie sie sollen, in dem Geräte stecken, sind sie ein Teil des Gerätes und brauchen beim Untertauchen die durch sie verdeckten Stellen des Gerätes nicht vom Wasser berührt zu werden. Ist dieses jedoch nicht der Fall, gelten sie als Fremdkörper, die das Wasser hindern, an die von ihnen verdeckten Stellen des unterzutauchenden Gerätes heranzukommen.",
+ "die man nicht richtig. So, wie sie eigentlich darin stecken sollten.",
+ "oder richtig aber nicht vollständig. So nach ר״ש und Barten. מרק׳ = vollenden, s. Tamid IV Note 17.",
+ "die aber zerbrochen sind. So dass sie nicht mehr als Handhaben für die Geräte dienen können.",
+ "gelten als trennend. Anders erklärt Maim. (s. Comment. und הלכות מקואות III, 11), nach ihm handelt es sich um hohle Griffe, deren Hohlraum in den Hohlraum der Geräte hineinmündet. Da die Griffe hohl sind, muss beim Untertauchen das Wasser auch in die Griffe hineinkommen. Stecken die Griffe nicht richtig in den Geräten, so gelten sie als Fremdkörper, und gelten deshalb weder die Geräte noch die Griffe als richtig untergetaucht, weil das Wasser nicht an die Stellen hinge langen kann, wo Griff und Gerätswand sich gegenseitig verdecken. Aber auch wenn der Griff richtig in dem Geräte steckt, fließt doch beim Untertauchen das Wasser nicht von selbst aus dem Gefäß in den hohlen Griff hinein, sondern muss man den Griff hin und her bewegen (מרק nach ומרק ושטף במים Lev. 6, 21 = spülen, schütteln), damit auch dieser Hohlraum des Griffs vom Wasser bespült wird. Ist der Griff durch einen Bruch in der Mitte zusammengedrückt, so dass durch diesen Bruch der eine Teil des Griffs von dem anderen getrennt ist und das Wasser nicht hindurchfließen kann, so gilt er ebenfalls nicht als untergetaucht.",
+ "als wäre es gar nicht untergetaucht. Weil das umgestülpte Gefäß sich beim Untertauchen nicht mit Wasser füllt.",
+ "Hat man es in richtiger Weise. Nicht umgestülpt, sondern mit dem Boden nach unten.",
+ "aber ohne das Halsstück. Das schwierige בלא זבורית suchen die Erklärer in verschiedener Weise zu erklären, doch gibt keine der gegebenen Auslegungen einen befriedigenden Sinn. Aruch übersetzt זבורית mit בית יד = Griff oder Henkel, nach Maim. ist darunter irgendein nebensächlicher Ansatz oder Ausläufer an dem Geräte zu verstehen, der, weil er nur etwas nebensächliches an dem Geräte ist, זבורית heißt, wie in der Sprache der Mischna ein minderwertiges Feld זבורית genannt wird. Danach will die Mischna sagen, wenn man ein Gerät, an welchem ein solcher Ansatz ist, senkrecht untergetaucht hat, gilt es, auch wenn es sich ganz mit Wasser gefüllt hat, noch nicht als untergetaucht, weil bei diesem senkrechten Untertauchen das Wasser nicht in diesen Ansatz hineinfließt, sondern muss man zu diesem Zwecke das Gerät im Wasser auf die Seite neigen. Dieser Auffassung widerspricht aber der Wortlaut der Mischna, denn danach müsste es nicht heißen: wenn man ein Gerät ohne זיבורית untergetaucht hat, sondern: ein Gerät mit einem זיבורית muss man beim Untertauchen auf die Seite neigen. Nach ראב״ד (הלכות מקואות III, 12) ist nicht זיבורית, sondern זרבובית zu lesen, und bezeichnet dieses Wort, verwandt mit ׳מרזב eine Schnauze, die an der Seite des Gerätes zum Abfließen des Inhalts angebracht ist. Hat ein Gefäß außer seiner oberen Öffnung auch noch eine Öffnung an der Seite, so füllt sich beim Untertauchen das ganze Gefäß mit Wasser; hat es dagegen keine Öffnung an der Seite, so füllt es sich beim senkrechten Untertauchen wegen der in dem Gefäß enthaltenen Luft nicht vollständig mit Wasser, sondern muss man es zu diesem Zweck erst auf die Seite neigen. Abgesehen davon, ob dieser Unterschied überhaupt besteht, müsste es auch danach in der Mischna nicht heißen: הטבילו בלא זרבובית, sondern כלי שאין לו זרבובית יטנו על צדו. Schönheit, im Wörterbuch המשכיר, will in זיבורית das lateinische Wort sabura = Schiffs sand, Ballast, (arab. صابُورةerkennen und erklärt: wenn man ein Gefäß in einen Eimer hineintut und mit diesem zusammen untertaucht, so wird das Gefäß, wenn es leicht ist, von dem in den Eimer eindringenden Wasser in die Höhe gehoben und auf diesem schwimmen, ohne dass es sich selbst mit Wasser füllt; man muss es deshalb mit etwas beschweren oder, wenn dieses nicht geschehen ist, es auf die Seite neigen, damit das Wasser in es eindringt. Auch das ist eine gesuchte, wenig einleuchtende Auslegung. Ich möchte des halb vielmehr annehmen, dass unter זיבורית oder זברורית ein zum Einfüllen bestimmter breiter Aufsatz zu verstehen ist, der auf die enge Öffnung des Gefäßes hinaufgesetzt wird, aber auch wieder heruntergenommen werden kann, wie die ידות, von denen die Mischna vorher spricht. Befindet sich beim Unter tauchen dieser breite Hals auf dem Gefäß, so füllt sich auch beim senkrechten Untertauchen das Gefäß sofort mit Wasser; taucht man aber, so ist danach der einfache Sinn der Mischna, das enghalsige Gefäß, ohne dass das breite Halsstück darauf sitzt, senkrecht unter, so füllt sich das Gefäß wegen des engen Halses nicht, sondern muss man es auf die Seite neigen.",
+ "bis man es auf die Seite geneigt hat. Weil beim senkrechten Untertauchen der mittlere breitere Teil sich nicht mit Wasser füllt.",
+ "deren Öffnung nach unten umgebogen ist. Der obere Rand des Gefäßes ist nach innen umgelegt, so dass, auch wenn man das Gefäß auf die Seite legt, das Wasser nicht in den Raum zwischen der Wand des Gefäßes und dem umgelegten Rand gelangen kann.",
+ "bis man an der Seite ein Loch macht. Durch das das Wasser in diesen Zwischenraum eindringen kann. Maim. scheint auch hier עד שיטנו על צדה gelesen zu haben (s. הלכות מקואות III, 14), weil der umgelegte Rand nicht so dicht anliegt, dass bei der seitlichen Lage das Wasser nicht hineingelangen kann.",
+ "Ein Tintenfass. קלמרין καλαμάριον = Schreibzeug, Tintenfass.",
+ "bis man an der Seite ein Loch macht. Weil der Rand vollständig nach innen umgebogen zu sein pflegt, damit beim Umstürzen keine Tinte hinausfließt."
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+ "Bei einer Decke und einem Kissen aus Leder muss das Wasser in das Innere hineinkommen. Man muss sie vor dem Unter tauchen auftrennen, weil man die Füllung herauszunehmen und hineinzutun pflegt, die innere Seite daher als die Aufnahmefläche des Ganzen zu betrachten ist.",
+ "bei einem runden Kissen. Ein kleines vollkommen geschlossenes Kissen.",
+ "einem Schuhleisten. אמום syr. אמומא eine Form, arab. אמאם = Muster, hier ein Schuhleisten aus mit Haaren oder Wollflocken gefülltem Leder.",
+ "einem Amulett. קמיע syr. קמיע Amulet, eine lederne Kapsel, welche Kräuter oder ein beschriebenes Pergamentstück enthält und als Schutz oder Heilmittel getragen wird.",
+ "und einem Tefillin-Gehäuse braucht das Wasser nicht hineinzukommen. Weil diese Gegenstände stets geschlossen zu bleiben pflegen.",
+ "Pflegt man nicht etwas in es hineinzustecken und wieder herauszunehmen. Eine Höhlung in einem Gegenstande gilt nur dann als ein בית קבול, wenn sie dazu dient, etwas hineinzutun, um es später wieder herauszunehmen; tut man aber die Füllung hinein, damit sie ständig darin bleibt, wird die Füllung ein Bestandteil des Gegenstandes und hört die Höhlung auf, ein בית קבול zu sein."
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+ "eines Armen. Wenn der Arme eine zerrissene Stelle an seinem Kleide zusammengeknotet hat, pflegt er es schon für immer so zu belassen, deshalb braucht eine solche Verknotung vor dem Untertauchen nicht gelöst zu werden; der Bessersituierte dagegen wird wohl vorübergehend einen Riss verknoten, für die Dauer wird ihn diese Verknotung aber doch stören, deshalb muss vor dem Untertauchen der Knoten aufgelöst werden, damit er keine חציצה bildet.",
+ "in den Fransen. נימה gr. νῆμα = Faden, gemeint sind die am Saume herab hängenden Fäden, die man zu Fransen zusammenzuknoten pflegt.",
+ "im Sandalen-Verschluss. חבט von חבט = anschlagen, Zusammenstoßen, Schleifen, die nur zum Schmuck an den Enden der Sandalenriemen angebracht sind.",
+ "wenn er fest zugezogen. חצה = eine Scheidewand bilden, wenn der Knoten so fest zusammengezogen ist, dass das Wasser nicht in ihn eindringen kann (nach Tosaf. Menachot 36a und ר״ש steht hier חצה im Sinne von אוצה vom hebr. ארץ = zusammengedrängt).",
+ "wenn er sich nicht herauf- und herabziehen lässt. Wenn der Knoten so fest ist, dass der Riemen sich nicht durch ihn hin- und herziehen lässt. So nach ר״ש und Bart., die das קשרי der Mischna auch auf תפלה של ראש רשל זררע beziehen. Nach Maim. handelt es sich um die מעברתא genannten Schlitze an den Gehäusen der Tefillin, durch die die Riemen hindurchgezogen werden; wenn der Schlitz der Kopf-Tefilla so fest auf dem durchgezogenen Riemen aufliegt, dass kein Wasser eindringen kann, oder der Schlitz der Arm-Tefilla so ganz von dem Riemen ausgefüllt wird, dass die den Riemen umschließenden Seiten des Schlitzes sich nicht auf und ab bewegen lassen, braucht man beim Untertauchen die Riemen nicht herauszunehmen. Für diese Auffassung spricht die Feminal- und Singularform שהוא חוצה und שאינה עולה ויורדת, auf תפלה sich beziehend, während, auf קשרי bezogen, die Pluralbezw. Maskulinform hätte stehen müssen. Nicht erklärt bleibt nach beiden Auslegungen, warum für die dichte Zusammenfügung bei der תפלה של ראש ein anderer Ausdruck gebraucht wird als bei der של זרוע"
+ ],
+ [
+ "der Knoten auf der Schulter eines Unterkleides. פרקסים, andere Lesart: פקרסין (Kelim XXIX, 1 אפיקרסין) = επικάρσιον ein Hemd oder enges Unterkleid, das an den Schultern und am Halse durch Schleifen zusammengehalten wurde. Maim. liest: ושבכתף.",
+ "der Hohlsaum. In dem der Stoff zusammengefaltet und zusammengezogen liegt.",
+ "eines Leinüberwurfes muss glattgezogen werden. Damit das Wasser überallhin gelangen kann.",
+ "die Sandalenschlitze. שניצן ed. Lowe: שנץ, nach R. Hai und ר״ש (s. Kelim XXVI, 1) der umgeschlagene Saum der Sandale, durch den die Riemen zum Zuschnüren gezogen werden, vgl. שנס (I. K. 18, 46) gürten, zusammenziehen.",
+ "die man gewaschen. In feuchtem Zustande und zusammengefaltet.",
+ "wenn Blasen aufsteigen. Das Auf steigen von Blasen ist ein Zeichen, dass das Tauchenwasser in das Tuch eingedrungen ist und sich mit der in dem Tuche befindlichen Feuchtigkeit vermischt hat; dadurch ist diese auch Tauchenwasser geworden und gilt das Tuch als untergetaucht, wenn auch das eigentliche Tauchwasser nicht an alle Stellen des Tuches gelangt ist.",
+ "wenn Blasen aufgestiegen sind und aufgehört haben aufzusteigen. Das erst ist das Zeichen, dass sämtliche Teile des Tuches mit dem Tauchenwasser durchtränkt sind."
+ ],
+ [
+ " Chullin 73a.",
+ "die lang. Über die in der Mischna Kelim XXIX angegebenen Maße hinaus.",
+ "sind und noch beschnitten. Talmudausg.: לקצוץ.",
+ "brauchen nur bis zu der ihnen zugedachten Länge untergetaucht zu werden. Der Teil, der noch abgeschnitten werden soll, wird als schon abgeschnitten betrachtet, und der Griff gilt als untergetaucht, obgleich die beim Abschneiden entstehende Schriftfläche noch durch das abzuschneidende Stück verdeckt wird und das Wasser nicht dorthin gelangen kann, weil bei verdeckten Stellen (בית הסתרים) von Geräten es nicht erforderlich ist, dass das Wasser dorthin gelangen kann (s. ר״ש).",
+ "Jehuda. Chullin 73a דברי ר׳ מאיר וחכמים אומרים.",
+ "Sie müssen ganz untergetaucht werden. Er ist nicht der Ansicht, dass, was abgeschnitten werden soll, als bereits abgeschnitten betrachtet wird.",
+ "Die Kette an einem großen Eimer bis zu vier Handbreiten. Nur bis zu dieser Länge gilt die Kette als zum Eimer gehörend, weil bei der Schwere der Kette, die man zu einem großen Eimer gebraucht, sie zu schwer werden würde, wenn sie noch länger wäre.",
+ "wo dieses Maß endet. Weil man sie sicher noch bis auf dieses Maß verkürzen wird.",
+ "Den betreffenden Ring. In dem dieses Maß endet.",
+ "außer wenn man ihn an ihn festgenäht hat. Der Knoten, mit dem er angebunden ist, muss deshalb beim Untertauchen gelockert werden."
+ ],
+ [
+ "Heißes Wasser kann man nicht in kaltem untertauchen. Durch השקה (s. V. M. 12).",
+ "gutes nicht in schlechtem und schlechtes nicht in gutem. Nach ׳ר״ש weil zu befürchten ist, dass mit Rücksicht auf die verschiedene Beschaffenheit des Tauchen- und des unreinen Wassers man sie nicht in die gehörige Berührung mit einander bringen wird; nach Maim., weil nur ganz gleichartiges Wasser durch Berührung in dem Tauchenwasser aufgeht, nicht aber irgendwie ungleichartiges.",
+ "Hat. S. Sebachim 78b.",
+ "als wäre es nicht untergetaucht. Weil andere Flüssigkeiten als Wasser durch Berührung mit dem Tauchenwasser nicht rein werden, und die unrein bleibende Flüssigkeit in dem Gefäß deshalb eine חציצה bildet, so dass auch dieses durch das Untertauchen nicht rein wird.",
+ "als wäre es mit Wasser gefüllt. Und der Urin wird durch die השקה rein, das Gefäß gilt demnach als untergetaucht. Eine andere Lesart ist: רואים אותן כאילו הן יין (s. Sebach. 18b), danach wird der Urin nur rein, wenn er durch das Untertauchen die Farbe von Wasser angenommen hat.",
+ "war es mit Entsündigungswasser. Das mit der Asche der Entsündigungskuh gemischte Wasser.",
+ "wenn mehr Wasser als Entsündigungswasser darin ist. Das Entsündigungswasser wird durch die Vermischung mit dem Tauchenwasser zwar untauglich, es verunreinigt aber dennoch auch weiter durch Berührung (Para IX, 8), und das mit ihm gefüllte Gefäß kann deshalb durch das Untertauchen nicht rein werden. Erst wenn in dem Gefäß mehr anderes Wasser ist als Entsündigungswasser, wird dieses nach dem Mehrheitsgesetz rein und wird deshalb auch das untergetauchte Gefäß rein. (מ״א).",
+ "als wäre es nicht untergetaucht. Nach R. Jose gilt das Mehrheitsgesetz für das Entsündigungswasser nicht. Ebenso wie nach Para IX, 1 das Entsündigungswasser untauglich wird, wenn auch nur die kleinste Menge anderen Wassers hineinfällt, und diese nicht nach dem Mehrheitsgesetz in dem Entsündigungswasser aufgeht, geht auch die kleinste Menge von Entsündigungswasser nicht in der Mehrheit des Tauchenwassers auf, die kleine Menge von Entsündigungswasser in dem Gefäß bleibt deshalb unrein und verunreinigt wieder das Gefäß (מ״א)."
+ ],
+ [
+ " Meila IV, 5.",
+ "Alle Speisen zählen zusammen zur Erreichung des Maßes eines halben Halbbrotes. פרס ist die Bezeichnung für die Hälfte eines Brotes, das für zwei Mahlzeiten ausreicht, das ist nach Raschi eines Brotes in der Größe von 8 Eiern; nach Maim. von 6 Eiern, פרס demnach nach Raschi = 4 Eigrößen, nach Maim. = 3 Eigrößen, und חצי פרס nach dem einen = 2, nach dem anderen = 1½ Eigrößen (s. Keret. III Note 20).",
+ "den Körper zu verunreinigen. Wer von unreinen Speisen soviel gegessen hat, wie ein solches halbes Halbbrot ausmacht, dessen Körper ist untauglich, Hebe und Heiliges zu genießen, und der macht Hebe und Heiliges durch Berührung untauglich zum Genuss, bis er ein Reinigungsbad genommen hat.",
+ "alle Flüssigkeiten zählen zusammen zu einem Viertellog. Ein Viertel-Log von Getränken entspricht dem halben Halbbrot bei Speisen.",
+ "dass bei jenem alle Flüssigkeiten dem Wasser gleichgestellt werden. Wogegen eine Tauche nur durch Hin einfallen von drei Log geschöpften Wassers untauglich wird, nicht aber durch Hineinfallen einer anderen Flüssigkeit. Ebenso gilt für die Tauche die Bestimmung, dass die 40 Sea, die jede Tauche enthalten muss, nur aus Wasser bestehen müssen und keine andere Flüssigkeit darin enthalten sein darf; darin liegt aber grade in der Nichtgleichstellung anderer Flüssigkeiten mit dem Wasser eine Erschwerung auch bei der Tauche (s. Barten.). Nach א״ר ist statt מבמקוה zu lesen: מבנפלו עליו, nur beim Trinken unreiner Flüssigkeit sind alle anderen Flüssigkeiten dem Wasser gleichgestellt, nicht aber, wenn drei Log geschöpften Wassers auf jemanden gefallen sind, da ist man nur unrein, wenn die ganzen drei Log Wasser waren, nicht aber, wenn eine andere Flüssigkeit darunter war."
+ ],
+ [
+ "Hat jemand unreine Speisen gegessen oder unreine Flüssigkeiten. Außer Wasser.",
+ "und hat sie dann wieder ausgebrochen. Bevor sie die zum Verdauen nötige Zeit im Magen gelegen haben (מ״א).",
+ "weil sie im Körper nicht rein geworden sind. Durch das Untertauchen des Körpers ist die im Körper enthaltene noch unverdaute Speise oder Flüssigkeit nicht rein geworden.",
+ "weil es im Körper rein geworden ist. Wasser wird durch Versenkung in das Wasser der Tauche (השקה) rein. Der das Wasser umgebende Körper wird nicht als חציצה betrachtet, ähnlich wie nach Jebamot 78a das Kind im Mutterleibe einer Untergetauchten mit als untergetaucht gilt (מ״א).",
+ "Hat. Chullin 71b.",
+ "dann ein Totenzelt betreten. Wodurch er ein אב הטומאה geworden ist.",
+ "wie er gewesen ist. Der Ring ist nicht unrein geworden, weil ein verschluckter Gegenstand nicht unrein wird, wenn der, der ihn verschluckt hat, ein Totenzeit betritt.",
+ "Hat er einen unreinen Ring. Der durch Berührung mit einem Toten אב הטומאה geworden ist.",
+ "muss er untertauchen. Weil er durch seine Berührung, bevor er ihn hinuntergeschluckt hat, unrein geworden ist.",
+ "kann dann Hebe genießen. Weil ein verschluckter Gegenstand nicht mehr verunreinigt.",
+ "ist er unrein. Da er durch das Untertauchen dessen, der ihn verschluckt hat, nicht rein geworden ist.",
+ "und verunreinigt ihn. Durch die Berührung beim Ausbrechen.",
+ "wenn er sichtbar ist. D. h. wenn er von außen sichtbar und nicht von der Körperhaut bedeckt ist.",
+ "wenn er nicht sichtbar ist. Sondern ganz von der Haut bedeckt ist.",
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+ "\nEinleitung.\nMaimonides leitet in seinem יד החזקה den Abschnitt הלכות מקואות mit folgenden Sätzen ein: „Alles, was [in hierologischem Sinne] unrein geworden ist, seien es Menschen, seien es Gegenstände, sei es, dass ihre Unreinheit eine schwere, auf einer Toravorschrift beruhende ist, sei es eine nur auf einer rabbinischen Verordnung beruhende, kann nur durch Untertauchen in ein am Erdboden angesammeltes Wasser wieder rein werden.\nUeberall, wo die Tora ein Baden des Körpers oder ein Waschen der Gewänder zur Beseitigung der Unreinheit vorschreibt, ist damit stets das vollständige Untertauchen in eine Wasseransammlung gemeint. Wenn es auch (Lev. 15, 11) von dem Flussleidenden [der sich von seiner Unreinheit noch nicht gereinigt hat] heisst: „der seine Hände nicht in Wasser abgespült hat“, so ist damit doch gemeint, dass er seinen ganzen Körper untertauchen muss, und ebenso ist es bei allen anderen Unreinen, wenn selbst der ganze Körper untergetaucht ist mit Ausnahme der Spitze des kleinen Fingers, verbleibt er dennoch in seiner Unreinheit. Wenn auch alles dieses nur auf mündlicher Ueberlieferung beruht, so heisst es doch Lev. 11, 32 [von allem, was durch Berührung mit einem toten Kriechtier unrein geworden ist] : „in Wässer soll es gebracht werden, bis zum Abend unrein bleiben und dann rein sein“. Die hier ausgesprochene Bestimmung gilt für alles Unreine, dass es nur durch ein Wasserbad wieder rein wird“.\nVon den hauptsächlichsten Bestimmungen über die Beschaffenheit des Tauchbades und die Art seiner Herstellung seien hier die folgenden angeführt:\n1) Das Tauchbad, durch das ein unrein gewordener Mensch oder Gegenstand wieder rein wird, kann entweder in einem מעין, das ist einem von selbst aus der Erde emporsteigenden oder herausfliessenden Wasser genommen werden oder in einer מקוה, das ist einer im oder über dem Erdboden angesammelten Wassermenge. Bedingung ist, dass der Mensch oder der Gegenstand beim Untertauchen vollständig vom Wasser bedeckt werden und dass nichts Fremdes an ihnen haftet, durch das irgend ein Teil von ihnen nicht unmittelbar mit dem Wasser in Berührung kommt (חציצה).\n2) Das Wasser, das als Tauchbad dienen soll, sei es ein מעין oder eine מקוה, darf nicht in einem Gefässe angesammelt sein.\n3) In dem Wasser eines מעין kann man untertauchen, gleichviel ob es fliesst oder steht. Auch können Gegenstände darin untergetaucht werden, wenn er auch noch so wenig Wasser enthält, wenn nur der Gegenstand durch das Wasser vollständig bedeckt wird.\n4) Im Gegensatz hierzu muss das Wasser einer מקוה stehen und darf nicht fliessen, und es müssen, auch um Gegenstände darin unterzutauchen, immer wenigstens vierzig Sea Wasser in ihr enthalten sein, das ist das Mass, das erforderlich ist, damit ein erwachsener Mensch vollständig darin untertauchen kannn.\n5) Das Wasser einer מקוה darf nicht שאובין, d. h. durch ein Gerät geschöpftes Wasser sein, selbst nicht durch ein Gerät, das für Unreinheit nicht empfänglich ist.\n6) Als durch ein Gerät geschöpft gilt das Wasser nur, wenn man die Absicht hatte, dass sich das Gerät mit Wasser füllt.\n7) Alles durch Menschenkraft in die מקוה gelangende Wasser ist ebenso untauglich wie geschöpftes Wasser.\n8) Wenn in eine מקוה, bevor sich die erforderlichen vierzig Sea Wasser darin angesammelt haben, drei Log geschöpftes Wasser hineingefallen sind, bleibt die מקוה für das Untertauchen untauglich, auch wenn dann ungeschöptes Wasser bis zu dem erforderlichen Masse hinzugeflossen ist; sie wird erst wieder tauglich, wenn soviel Wasser, wie vor dem Hineinfallen der drei Log darin war, und noch etwas darüber wieder abgeflossen ist.\n9) Ist eine מקוה durch Ansammlung von vierzig Sea nicht geschöpften Wassers zustande gekommen, bleibt sie tauglich, auch wenn noch soviel geschöpftes Wasser hinzugegossen wird. Ebenso darf man in einem מעין untertauchen, wenn auch noch so viel geschöpftes Wasser hinzugegossen worden ist, nur muss, sobald mehr geschöpftes Wasser darin ist als Quellwasser, das Wasser, wie bei einer מקוה, stehen und darf nicht fliessen.\n10) Das Wasser darf in die מקוה nicht über einen Gegenstand gelangt sein, der für Unreinheit empfänglich ist, nach Maimonides auch nicht über ein Gerät mit aufnahmefähigem Hohlraum, wenn es auch für Unreinheit nicht empfänglich ist. Auch das Wasser eines מעין ist, nachdem es durch ein Gerät hindurchgeflossen ist, nicht mehr für das Untertauchen verwendbar.\n11) Auch geschöpftes Wasser darf zu einer מקוה verwendet werden, wenn man es mindestens drei Handbreiten von der מקוה entfernt auf einen durchlässigen Boden giesst und von da in die מקוה fliessen lässt. Man nennt diesen Vorgang המשכה. Doch darf geschöpftes Wasser nur dann auf diese Weise in die טקוה geleitet worden, wenn mehr als zwanzig Sea nicht geschöpften Wassers bereits darin enthalten sind.\n12) Eine מקוה mit geschöpftem Wasser wird für das Untertauchen tauglich, wenn man sie mit einer tauglichen מקוה oder einem מעין durch eine Oeffnung verbindet, die so weit ist, dass man darin zwei Finger mit Leichtigkeit umdrehen kann ; nach einigen Dezisoren genügt hiefür eine Verbindung in Haaresbreite. Auch unrein gewordenes Wasser erlangt durch Einsenkung in das Wasser eines מעין oder einer für das Untertauchen tauglichen מקוה seine Reinheit wieder. Man nennt das השקה.\n13) Das Wasser einer מקוה wird untauglich, wenn es durch eine hineingefallene andere Flüssigkeit seine Farbe geändert hat. Hat es durch weiteres Hinzukommen von Wasser wieder seine gewöhnliche Farbe angenommen, ist es wieder rein.\n"
+ ],
+ "": [
+ [
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+ "Sechs Abstufungen gibt es bei Wasseransammlungen. מקוה heißt jede Wasseransammlung in oder auf der Erde.",
+ "die eine immer auf einer höheren Stufe stehend. Inbezug auf ihre Fähigkeit, Unreinheit anzunehmen oder aufzuheben. Das Wasser in allen solchen Wasseransammlungen ist, auch wenn sie nicht so viel Wasser enthalten, wie erforderlich ist, um als Tauchbad dienen zu können, für Unreinheit nicht empfänglich, die Berührung mit einer Unreinheit macht es nicht unrein — nach Maim. (s. weiter) allerdings nur, wenn die Berührung nicht eine absichtliche war —, denn so heißt es (Lev. 11, 36): אך מעין ובור מקוה מים יהיה טהור „jedoch ein Quell und eine Zisterne, eine Ansammlung von Wasser bleibt rein“, auch wenn ein totes Kriechtier hineingefallen ist. Nach Maim. (הלכות טומאת אוכלין XV 1) gilt dieses auch für eine Ansammlung von geschöpftem Wasser an der Erde. Die Wassersammlung muss aber wenigstens ¼ Log Wasser enthalten, das ist das Mindestmaß, das mit dem Namen מקוה bezeichnet wird, in dem man nach Toravorschrift unrein gewordene Gefäße reinigen kann (s. Raschi zu Pesach. 17 b v. בקרקע טהורין). Erst wenn das Wasser mit Absicht vom Boden losgelöst worden ist, ist es für Unreinheit empfänglich.",
+ "In Bodenvertiefungen. גבאים, auch גבים Stw. arab. جب = einschneiden, spalten, Spalten oder Vertiefungen im Erdboden, in denen sich beim Regen Wasser an sammelt, daher auch = Teich, Zisterne.",
+ "ist er unrein. Nur so lange das Wasser auf dem Erdboden steht, ist es für Verunreinigung nicht empfänglich, sobald es mit Absicht vom Boden losgelöst worden ist, ist es für Verunreinigung empfänglich. Da die Wasseransammlung nicht die für ein Tauchbad erforderlichen vierzig Sea Wasser enthält, bleiben die zurückgefallenen Tropfen auch nach ihrer Vermischung mit dem übrigen Wasser unrein, sie gehen nicht darin auf, weil der Grundsatz, dass eine Minderheit in der Mehrheit aufgeht (בטל ברוב), für im Boden Haftendes keine Geltung hat (Raschi Gittin 54 b v. הרי זה). Es ist in jedem Teilchen des Wassers etwas von diesen unreinen Tropfen enthalten, dieses verunreinigt deshalb den Reinen beim Herausheben zum Trinken. So nach den Erklärungen von רא״ש ,ר״ש und Bart. Weit einfacher ist die Erklärung von Maim., nach ihm besteht zwischen noch am Boden haftendem und davon losgelöstem Wasser nur der Unterschied, dass das auf dem Boden haftende nur dann unrein wild und weiter verunreinigt, wenn die Berührung mit der Unreinheit eine beabsichtigte war, während nicht auf dem Boden haftendes unrein wird und weiter verunreinigt, gleichviel ob die Berührung eine beabsichtigte oder nicht beabsichtigte war. Hat deshalb ein Unreiner von dem Wasser getrunken, ist sämtliches Wasser durch seine Berührung, da sie eine beabsichtigte war, unrein geworden, und wird deshalb der Reine, wenn er darnach davon trinkt, unrein, da auch seine Berührung wieder eine beabsichtigte war.",
+ "ist dieses unrein. Das Gefäß, das mit dem Wasser beim Schöpfen in Berührung kommt, wird unrein ; Geräte werden durch die Berührung auch des kleinsten Quantums unreiner Flüssigkeit unrein.",
+ "unrein. Durch das Abwaschen hat man zu erkennen gegeben, dass einem das Zusammenbringen des Brotes mit dem Wasser willkommen war, deshalb wird das mit dem Brote herausgehobene Wasser als mit Absicht losgelöst betrachtet (s. Schluss von Note 2), und ist dadurch für Verunreinigung empfänglich geworden. In diesem Wasser ist aber ein Teilchen von den durch das Trinken des Unreinen unrein gewordenen Tropfen enthalten. Da eine Flüssigkeit, wenn sie noch so minimal ist, eine andere Flüssigkeit, wenn sie für Verunreinigung empfänglich ist, durch Berührung verunreinigt, geht dieses unreine Teilchen nicht in dem übrigen Wasser auf, sondern verunreinigt es, deshalb ist das Brot unrein, auch wenn es nicht Hebe ist, denn unreine Flüssigkeit ist immer unrein ersten Grades und verunreinigt auch Profanes, die Mischna spricht nur von Hebe, um zu sagen, dass im anderen Falle, wenn man das Brot nicht abgewaschen hat, selbst ein Brot aus Hebe rein bleibt. Nach Maim. ist mit אם הדיח gemeint, wenn man vor dem Herausheben des Brotes sich die Hände in dem Wasser abgewaschen hat, so wird das Brot durch das mit Absicht losgelöste Wasser auf den Händen unrein.",
+ "ist es rein. Da das auf dem Brote befindliche Wasser von dem Wasser am Boden nicht mit Absicht losgelöst worden ist, ist es auch weiter nicht für Verunreinigung empfänglich, es bleibt deshalb trotz der Vermischung mit dem unreinen Tropfenteilchen rein, und es wird in ihm, da es sich jetzt nicht mehr am Boden befindet, nach dem Mehrheitsgrundsatz dieses unreine Tropfenteilchen aufgehoben, deshalb bleibt das Brot in diesem Falle rein. Nach der Erklärung von Maim. (s. Note 4) ist durch das Trinken des Unreinen das gesamte Wasser am Boden unrein geworden ; ist nun ein Brot hineingefallen, wird dieses dadurch nicht unrein, da die Berührung keine beabsichtigte war; hat man dagegen seine Hände in dem Wasser abgewaschen, ist das auf den Händen befindliche Wasser mit Absicht berührt und dadurch unrein geworden, und durch dieses wird wieder das Brot unrein."
+ ],
+ [
+ "Hat man mit einem unreinen Gefäß daraus geschöpft. Dasselbe wie für das zum Trinken gilt für das beim Schöpfen herausgehobene Wasser, das wieder in das übrige Wasser zurückfließt, obgleich die Absicht des Schöpfenden doch gar nicht auf das an der Außenwand des Gefäßes wieder zurückfließende Wasser gerichtet war, deshalb gelten die gleichen Bestimmungen wie in Mischna 1 noch für diesen Fall. Nach der Erklärung von Maim, soll durch diese Mischna auch ausgesprochen werden, dass ebenso wie durch absichtliche Berührung eines unreinen Menschen auch durch absichtliche Berührung eines unreinen Gefäßes das Wasser am Boden unrein wird."
+ ],
+ [
+ "Ist unreines Wasser hineingefallen. Nach der Erklärung von Maim. soll durch diese Mischna nur ausgesprochen werden, dass wie durch absichtliche Berührung eines unreinen Menschen oder Gefäßes auch durch Berührung von unreinem Wasser das Wasser am Boden unrein wird, er erklärt deshalb, dass unter כפלו gemeint ist, wenn es mit Absicht hineingegossen worden ist.",
+ "unrein. Auch wenn man das Brot nicht abgewaschen hat, das darauf befindliche Wasser demnach noch nicht für Unreinheit empfänglich geworden ist, ist doch zu befürchten, dass das auf dem Brote befindliche Wasser so weit abfließt, dass das damit vermischte wieder zurückgeflossene oder hineingefallene unreine Wasser nicht mehr nach dem Mehrheitsgrundsatz darin aufgeht, zumal in dem dritten Fall, wo unreines Wasser in größerer Menge hineingefallen ist, deshalb erklärt R. Simon das Brot, auch wenn man es nicht abgewaschen hat, für unrein, weil es durch Berührung dieser unreinen Wasserteilchen unrein geworden ist (יר״ב)."
+ ],
+ [
+ "oder ist ein Unreiner hindurchgegangen. Auch wenn beim Herausgehen aus dem Wasser etwas Wasser von dem Körper des Unreinen wieder zurückgeflossen ist, ist dieses kein unreines Wasser, weil es nicht mit Absicht von dem Wasser am Boden losgelöst worden ist. Nach Maim, nach dessen Ansicht auch das Wasser am Boden durch absichtliche Berührung unrein wird, muss angenommen werden, dass das Hindurchgehen eines Unreinen durch das Wasser noch nicht als eine absichtliche Berührung betrachtet wird, weil es dem Unreinen lieber wäre, wenn er auf seinem Wege nicht in Berührung mit dem Wasser kommen würde.",
+ "ob es in Bodenvertiefungen oder in Gruben. בור ist rund in Form eines Brunnens.",
+ "oder in Gräben. שיח ist länglich und schmal in Form eines Grabens.",
+ "oder in Höhlen. מערה ist viereckig und überdacht.",
+ "oder [von den Bergen] herabgeflossenes Wasser. So nach Bart., nach dem מי תמציות das Wasser heißt, das zur Regenzeit von den Bergen zu Tal flieset, תמציות von מצה = herauspressen, danach erklärt er שפסקו : wenn es aufgehört hat, von den Bergen herabzufließen, nur dann unterliegt das in der Ebene angesammelte Wasser denselben Bestimmungen wie das Wasser in Bodenvertiefungen, Gruben u. s. w., fließt dagegen noch weiter Wasser von den Bergen herab, hat es nichts zu bedeuten, wenn auch ein Unreiner davon getrunken hat, weil das von dem Unreinen berührte und dadurch unrein gewordene Wasser, das in dem übrigen am Boden befindlichen Wasser nicht aufgegangen ist, weil das Mehrheitsgesetz für am Boden Haftendes keine Geltung hat, in dem von den Bergen nachfließendem Wasser nach dem Mehrheitsgesetz aufgeht (vgl. Machschirin II, 3). Nach יו״ב bedeutet שפסקו nicht, wenn das Wasser aufgehört hat, von den Bergen herabzufließen, sondern wenn das herabgeflossene Wasser auf dem Boden steht und aufgehört hat zu fließen, nur dann unterliegt es denselben Bestimmungen wie das in Bodenvertiefungen usw., fließt es dagegen in der Ebene noch weiter, so unterliegt es diesen Bestimmungen nicht, weil da anzunehmen ist, dass das unrein gewordene Wasser bereits mit abgeflossen ist. Nach Maim. Kommentar ist unter מי תמציות Wasser zu verstehen, das durch irgend einen Anlass aus dem Erdboden her ausgepresst wird oder heraussickert, und שפסקו heißt: wenn dieser Druck auf gehört hat und es nicht mehr heraussickert. Die Tosefta bringt folgende Erklärung: ואלו הן מי תמצית כל זמן שהגשמים יורדין וההרים ביצין הרי הן כמי מעין פסקו גשמים וההרים ביצין הרי הן כמי תמצית פסקו מלהיות ביצין הרי אלו כמי גבאי. Offenbar in Anlehnung an diese Tosefta erklärt Maim. im (יד חזקה הלכות מקואות IX, 2): מי תמצית שלא פסקו bedeute, wenn der Regen noch nicht aufgehört hat und [infolgedessen] von den Bergen Wasser herabquillt und auf dem Boden sich ansammelt. Hat es aufgehört zu regnen, aber noch nicht aufgehört, von den Bergen herabzufließen, gilt das angesammelte Wasser noch immer als ׳מי תמצית hat es aber auch aufgehört, von den Bergen herabzuquillen, gilt es als מי גבאים.",
+ "ebenso Wasseransammlungen. מקוה-Wasser, das angesammelt ist, um als Tauchbad zu dienen.",
+ "die nicht vierzig Sea Wasser enthalten. Wenn dagegen vierzig Sea Wasser darin sind, ist es ein vorschriftsmäßiges Tauchbad und wird das hineingefallene unreine Wasser durch Einsenkung (השקה) rein (s. V. M. 12).",
+ "sind alle. Die nahe zur Stadt wie die entfernt von ihr liegenden.",
+ "rein. Während es regnet, ist nicht zu befürchten, dass ein Unreiner aus ihnen getrunken hat, weil da die Menschen nicht unterwegs zu sein pflegen und, wenn jemand trinken will, er überall Wasser zum Trinken hat und, auch wenn ein Unreiner daraus getrunken hat, der Regen das hineingefallene unreine Wasser wieder mit hinausschwemmt.",
+ "unrein. Obgleich eine zweifelhafte Berührung in einem öffentlichen Gebiet sonst immer als rein gilt, weil hier die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass einer aus der großen Mehrheit der unreinen Nichtisraeliten und Gesetzesunkundigen der Stadt oder der Landstraße daraus getrunken oder mit einem unreinen Gefäß daraus geschöpft hat (יו״ב).",
+ "zu gehen. D. h. bis seit dem Aufhören des Regens so viel Zeit vergangen ist, dass anzunehmen ist, dass einer aus der unreinen Mehrzahl der Menschen vorbeigegangen ist, der dann davon getrunken haben kann."
+ ],
+ [
+ "Von wann an gelten sie. Diese Wasseransammlungen, in die unreines Wasser hineingefallen oder von denen man befürchtet, dass solches hineingefallen ist.",
+ "Beth-Schammai sagen: Wenn mehr Wasser hinzugekommen ist, (als darin war. So nach Maim., nach dem das sämtliche Wasser in der Ansammlung durch das hineingefallene Wasser unrein geworden ist. Nach der Erklärung des ר״ש, nach der das übrige Wasser gar nicht unrein geworden ist, muss es genügen, wenn mehr Wasser hinzugekommen ist, als unreines hineingefallen ist. In dem am Boden haftenden Wasser ist das unreine Wasser nicht nach dem Mehrheitsgrundsatz aufgegangen (s. oben Note 4), in dem zufließenden Wasser dagegen geht es nach diesem Grundsatz auf und gilt als rein.",
+ "und sie überfließen. Trotzdem das unreine Wasser in dem hinzugeflossenen schon als aufgegangen zu betrachten ist, verlangen sie dennoch, dass durch das Hinzufließen die Wasseransammlung übergeflossen ist, so dass angenommen werden kann, dass in dem überfließenden Wasser das unrein gewesene Wasser mit fortgeflossen ist.",
+ "wenn sie auch nicht überfließen. Nach יו״ב ist nach Beth Hillel nur eines von beiden erforderlich und genügt es ebenso, wenn es übergeflossen ist, wenn auch nicht mehr Wasser hineingeflossen ist, als unreines darin war.",
+ "hinzugekommen ist. Nach R. Simon kommt es gar nicht auf die Menge des hinzugeflossenen Wassers an, sondern nur darauf, dass das Wasser übergeflossen ist und danach angenommen werden kann, dass das unreine mit abgeflossen ist.",
+ "für Challa. Challa sowohl wie Hebe dürfen nicht mit Unreinem in Berührung gebracht werden. Es kann hier nicht gemeint sein, dass man mit diesem Wasser Challateig kneten darf, (s. Barten.), denn in dieser Hinsicht stehen Challa und Hebe sich vollständig gleich, hier wird aber ein Unterschied gemacht zwischen Challa in dieser und Hebe in der folgenden Mischna. Vielmehr ist hier gemeint, dass man mit diesem Wasser einen Teig anrichten darf, von dem noch Challa genommen werden muss. Auch einen solchen Teig darf man mit Unreinem nicht in Berührung bringen (s. Abod. Sar. 56a,) da es sich hier aber nur um vielleicht unrein gewordenes Wasser handelt, darf man es hierzu verwenden, Challa selbst und ebenso Hebe darf man dagegen nicht damit in Berührung bringen. א״ר korrigiert לחלה in לחולין. Nach Maim. (s. הלכות מקואות IX, 1) bezieht sich diese Bestimmung auf solche Wasseransammlungen im Allgemeinen, von denen man überhaupt nicht weiß, dass Unreines mit ihnen in Berührung gekommen ist.",
+ "und zum Waschen der Hände. Wo das Waschen der Hände vorgeschrieben ist."
+ ],
+ [
+ "Auf einer höheren Stufe steht von anderswoher angesammeltes Wasser. S. oben Note 15.",
+ "solange der Zufluss nicht aufgehört hat. In einem solchen Wasser gilt das hineingekommene unreine Wasser als durch das hinzufließende aufgehoben, und es ist nicht erforderlich, dass mehr Wasser hinzukommt, als darin war, oder dass es überfließt (מ״א).",
+ "für Hebe und zum Waschen der Hände. Auch vor dem Genießen von Hebe, dagegen ist es nicht tauglich, die Hände vor dem Genuss von Heiligem darin unterzutauchen (s. Chagiga II, 5), hierfür muss es eine Wasseransammlung von mindestens 40 Sea Wasser sein (s. dagegen ראב״ד zu הלכות מקואות IX, 1)."
+ ],
+ [
+ "die vierzig Sea Wasser enthält. Das nicht geschöpft oder durch Menschenhand oder durch etwas, was für Unreinheit empfänglich ist, gesammelt worden ist (s. V. M. 5, 7 und 10).",
+ "darin kann man selbst untertauchen und anderes. Unreine Geräte und die Hände, wo ein Untertauchen der Hände vorgeschrieben ist.",
+ "die wenig Wasser enthält und zu der man mehr geschöpftes. Selbst wenn es geschöpftes Wasser ist, wird dadurch die Quelle nicht untauglich, darin unterzutauchen.",
+ "dass sie nur bei stehendem Wasser. אשבורן s. Toharot VIII, Note 78.",
+ "reinigt. S. V. M. 4. Nach der Tosefta gilt dieses jedoch nur für die Stellen, wo vorher kein Quellwasser geflossen ist, wogegen man an den Stellen, wo auch vor dem Hinzugießen das Quellwasser geflossen ist, auch in dem fließenden Wasser untertauchen kann.",
+ "auch wenn nur ein geringes Quantum Wasser darin ist. S. V. M. 3."
+ ],
+ [
+ "Auf einer höheren Stufe steht angeschlagenes. S. Para VIII Note 58.",
+ "auch während es fließt. Trotzdem es salzig oder bitter oder gewärmt ist, reinigt es wie reines Quellwasser auch in fließendem Zustande.",
+ "unter. Nur für den זב wird Lev. 15, 13 das Untertauchen in מים חיים lebendigem d. h. quellendem Wasser vorgeschrieben.",
+ "damit werden die Aussätzigen besprengt. S. Lev. 14, 5—7.",
+ "aus ihm das geweihte Entsündigungswasser herzustellen. S. Num. 19, 17."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ " Erubin 35b.",
+ "ob er untergetaucht ist oder nicht. Er ist im Zweifel, ob er vorschriftsmäßig untergetaucht ist oder nicht.",
+ "oder ist er untergetaucht. Er weiß bestimmt, dass er vorschriftsmäßig untergetaucht ist.",
+ "so ist er des Zweifels wegen unrein. Da er bestimmt unrein war (חזקת טומאה), kann dieser Zustand nicht durch eine zweifelhafte Reinigung als aufgehoben gelten."
+ ],
+ [
+ " Nidda 2b.",
+ "Ist eine Tauche ausgemessen und für unzureichend. Indem keine 40 Sea Wasser darin waren.",
+ "womit man im Verlass auf sie. In der Meinung, dass sie den vorschriftsmäßigen Inhalt hatte und das darin Untergetauchte rein geworden war.",
+ "rückwirkend. Bis auf die Zeit, wo bestimmt noch 40 Sea Wasser darin waren.",
+ "sei es in einem öffentlichen Gebiet. Obgleich sonst ein Zweifel bei einer Verunreinigung in einem öffentlichen Gebiet als rein gilt, weil es sich hier nicht um eine zweifelhafte Verunreinigung, sondern um eine zweifelhafte Reinigung handelt.",
+ "Wo ist dieses gesagt. Das letztere wie das in der vorhergehenden Mischna Gesagte.",
+ "Bei einer schweren Verunreinigung. Wenn er durch einen אב הטומאה unrein geworden war.",
+ "Dagegen bei einer leichten Verunreinigung. Deren Unreinheit überhaupt nur auf rabbinischer Verordnung beruht.",
+ "unreine Speisen gegessen oder unreine Getränke getrunken. S. Sabb. 13b.",
+ "ist man mit dem Kopf und dem größeren Teil des Körpers in geschöpftes Wasser untergetaucht. Nach einem an demselben Tage genommenen Tauchbade.",
+ "oder sind auf seinen Kopf und den größeren Teil seines Körpers drei Log geschöpften Wassers gefallen. Auch wenn man nicht an demselben Tage ein Tauchbad genommen hatte (s. hierzu Tohar. IV, 11).",
+ "in solchen Zweifelfällen ist er rein. Weil er nur nach rabbinischer Vorschrift untertauchen musste und auch nach dieser kein אב חטומאה geworden war (s. Toharot IV, 11).",
+ "bei dem die Unreinheit einmal festgestellt war. Wenn aber der חזקה טומאה eine חזקת טהרה gegenübersteht wie bei dem in einer Tauche Untergetauchten, die nachher für unzureichend befunden worden ist, in der aber vorher einmal 40 Sea Wasser enthalten waren, stimmt auch R. Jose zu, dass bei diesen leichten Verunreinigungen der Zweifelfall als rein gilt. Deshalb wird dieser Zweifelfall hier nicht mit aufgezählt, weil hierin auch R. Jose nicht widerspricht. (מ״א)",
+ "verbleibt so lange in seiner Untauglichkeit. Andere Lesart: בטמאתו",
+ "ob es unrein geworden war. Durch eine der genannten leichten Verunreinigungen.",
+ "oder eine Sache verunreinigt hatte. Eine andere Sache durch dieses leichter Verunreinigte verunreinigt worden war.",
+ "so ist es rein. Selbst nach Ansicht des R. Jose."
+ ],
+ [
+ "den die Weisen für rein erklärt haben. S. Toharot IV, 7.",
+ "ob es. Die drei Log geschöpften Wassers, durch die eine Tauche untauglich wird, wenn sie hineinfallen, bevor die Tauche 40 Sea taugliches Wasser enthält, s. V. M. 8.",
+ "so ist dieser Zweifelfall rein. Das Wasser in der mangelhaften Tauche ist nicht untauglich geworden und kann durch weitere Zuführung von tauglichem Wasser auf 40 Sea ergänzt werden.",
+ "an die man sich halten kann. Wörtlich: weil etwas da ist, woran man die Sache anhängen kann, d. h. eine Möglichkeit, bei der durch die drei Log Wasser nichts untauglich geworden ist.",
+ "an die man sich halten könnte. Da in jedem Falle eine der beiden Tauchen untauglich geworden ist und man sie deshalb nicht beide für tauglich erklären kann."
+ ],
+ [
+ "geschöpftes Wasser zu Anfang. Bevor noch taugliches Wasser in der Tauche ist.",
+ "macht die Tauche untauglich. Weil nach Toravorschrift ein Viertel Log Wasser genügt, kleine Geräte darin unterzutauchen, und deshalb dieses Viertel Log schon eine Tauche aus geschöpftem Wasser darstellt, die zum Untertauchen untauglich ist, sie bleibt deshalb untauglich, auch wenn 40 Sea taugliches Wasser hinzukommen.",
+ "Wasser. Wenn bereits taugliches Wasser in der Tauche enthalten ist, also nach Toravorschrift eine Tauche mit tauglichem Wasser da ist, und dann geschöpftes Wasser hineinfällt, wird die Tauche erst untauglich, wenn drei Log hineingefallen sind, sind es weniger als drei Log, bleibt das darin befindliche Wasser tauglich.",
+ "Sowohl zu Anfang wie am Ende ist das Maß drei Log. Sie erkennen den Unterschied, den R. Elieser macht, nicht an, sondern nach ihnen sind immer wenigstens drei Log erforderlich, das kleinste ansehnlichere Quantum, nach ראב״ד, weil es das Maß des kleinsten Trankopfers war, nach ׳רא״ש weil man damit den Kopf und den größeren Teil des Körpers abspülen kann (s. Edujot I, 3)."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einer Tauche drei Vertiefungen mit je einem Log geschöpften Wassers waren. In den Wänden der Tauche waren drei Vertiefungen, eine über der anderen, und in jeder dieser Vertiefungen war schon ein Log geschöpftes Wasser, als die Tauche noch leer war, und dann ist taugliches Wasser in sie hineingeflossen.",
+ "ist sie tauglich. Weil zwei Log das Wasser nicht untauglich machen, und als das Wasser bei weiterem Zufluss die dritte Vertiefung erreicht hatte, es schon eine Tauche von 40 Sea Wasser war, die durch Zufluss von geschöpftem Wasser nicht mehr untauglich wird.",
+ "weil es wie eine Tauche neben einer anderen ist. Das in jeder der Vertiefungen stehende Wasser bildet eine Wasseransammlung für sich, und eine Wasseransammlung von geschöpftem Wasser neben einer Wasseransammlung von tauglichem Wasser macht dieses nicht untauglich, auch wenn beide sich berühren (s. weiter VI, 10)."
+ ],
+ [
+ "Wenn man. In einer Tauche von weniger als 40 Sea.",
+ "den Schlamm an die Seiten schiebt. מסנק s. Tamid II, 1.",
+ "und daraus. Aus dem an die Seite geschobenen, aber nicht herausgehobenen Schlamm.",
+ "zurückfließen. In das Wasser.",
+ "bleibt es tauglich. Das mit dem Schlamm beiseitegeschobene Wasser ist nicht untauglich geworden, da es nicht herausgeschöpft worden ist.",
+ "Löst man ihn los. Hat man den Schlamm vom Boden aus dem Wasser herausgehoben.",
+ "ist es untauglich. So, als wenn das Wasser mit einem Gefäß herausgeschöpft und dann wieder zurückgeflossen wäre.",
+ "zu schöpfen. Sondern nur den Schlamm zu entfernen."
+ ],
+ [
+ "um sie zu trocknen. Aber nicht die Absicht hatte, dass sich Regen in ihnen sammelt, denn hätte man diese Absicht gehabt, würde das in ihnen gesammelte Wasser als geschöpft gelten, weil es erwünscht (לרצון) war, dass es sich in den Gefäßen sammelt.",
+ "wenn es zur Regenzeit ist. D. h. wenn der Regen erwartet wird oder es schon regnet.",
+ "und wenn. Andere Lesart: או יש בו.",
+ "etwas. במעט steht hier in der Bedeutung von מעט wie Chron. II, 12, 7 (s. dagegen die Erklärung von יו״כ).",
+ "sie zu zerbrechen. Nach der Erklärung von Barten, gilt das Wasser in den Krügen nicht als geschöpft, es muss aber das Wasser aus den Krügen in die Tauche auch ohne Mitwirkung von Menschenhand hineinfließen. Zerbricht man die Krüge und fließt das Wasser über die Scherben in die Tauche so bleibt das Wasser tauglich, wie wenn es über den Boden in die Tauche fließt (s. V. M. 11 המשכח). Das Wasser aus den Krügen in die Tauche gießen kann man nicht, denn sobald man die Krüge zum Gießen aufgehoben hat, gilt das Wasser darin als geschöpftes und wird bei direktem Hineingießen in die Tauche diese untauglich (s. V. M. 7). Es bleibt daher nur übrig, die Krüge zu zerbrechen. Da aber befürchtet werden muss, dass, bevor durch Zerbrechen der Krüge das Wasser über die Scherben in die Tauche fließt, etwas von dem Wasser aus den Krügen direkt in die leere Grube hineinspritzt, und danach R. Elieser (oben Mischna 4) schon ¼ Log geschöpftes Wasser zu Anfang die Tauche untauglich macht, hat das Zerbrechen der Krüge nach ihm nur einen Zweck, wenn schon etwas Wasser in der Tauche vorhanden ist, denn dass 3 Log Wasser vor dem Zerbrechen aus den Krügen in sie hineinspritzen, ist nicht zu befürchten. Es hat aber auch nur einen Zweck zur Regenzeit, wo anzunehmen ist, dass außer mit dem Wasser aus den Krügen die Tauche zum größeren Teile mit Regenwasser sich füllen wird, denn nach Ansicht von R. Elieser ist eine Tauche, die ganz oder auch nur zum größeren Teile aus durch המשכה tauglich gemachten geschöpften Wasser besteht, untauglich. Einfacher ist die Erklärung von א״ר, der או יש בו כמעט מים בבור liest. Nach ihm verlangt R. Elieser nur deshalb, dass entweder schon etwas Wasser in der Tauche ist oder es Regenzeit ist, wo sofort auch Regen hinzufließen wird, weil ebenso, wie er geschöpftes Wasser, wenn es in eine leere Grube fällt, schon bei ¼ Log für untauglich machend hält, er auch dieses Wasser aus den Krügen, wenn es in eine leere Grube fällt, für untauglich machend hält. Ebenso erklärt auch רא״ש, dass das Wasser aus den Krügen eigentlich vollständig tauglich ist und dass nur, weil es leicht mit geschöpftem verwechselt werden könnte, R. Elieser es nur für tauglich erklärt, wenn es sich mit anderem tauglichem Wasser vermischt; auch er liest: אי יש בו.",
+ "kann man sie zerbrechen oder umstülpen. Da er alle die angeführten erschwerenden Ansichten des R. Elieser nicht teilt.",
+ "aber nicht sie ausgießen. Weil, sobald man die Krüge zum Gießen aufhebt, man das Wasser darin zu geschöpftem macht."
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+ "Wenn der Tüncher einen Kübel. Nach der Erklärung des Gaon Hai ist unter עציץ nicht ein Topf zu verstehen, sondern ein aus einem zerteilten irdenen Fass hergestellter großer Kübel, der zum Einsäen von Pflanzen diente, aber auch als Behälter für Kalk oder Lehm gebraucht wurde.",
+ "ihn zerbrechen. Das Wasser in dem Kübel ist kein geschöpftes Wasser, da es noch mit dem übrigen Wasser verbunden ist, man kann es deshalb durch Zerbrechen des Kübels sich wieder mit dem übrigen Wasser vermischen lassen; den Kübel aufheben und das Wasser zurückfließen lassen darf man nicht, da das Wasser durch das Aufheben als geschöpft gilt.",
+ "ihn zu zerbrechen. Nach Barten. ist die Begründung der Ansicht von R. Elieser und R. Josua hier die gleiche wie in voriger Mischna. Nach א״ר nach dessen Erklärung zur vorhergehenden Mischna R. Elieser eine המשכה des Wassers gar nicht für erforderlich hält, sondern nur es für untauglich erklärt, wenn es in eine leere Grube fließt, dagegen für tauglich, wenn schon Wasser in der Grube ist, hält R. Elieser in diesem Falle das Wasser in dem Kübel, wenn es nicht mehr mit dem übrigen Wasser in Verbindung steht, für untauglich, obgleich es nicht in eine leere Grube fließt, weil das Hineinfließen des Wassers in den Kübel dem Eigentümer vielleicht nicht so ganz unerwünscht gekommen ist, oder weil der Kübel doch immerhin dazu bestimmt war, etwas in sich aufzunehmen (ר״ש), während die Krüge auf das Dach gestellt worden sind, damit sie trocknen, man also nicht annehmen kann, dass es erwünscht gekommen ist, dass sie sich mit Wasser gefüllt haben.",
+ "kann man ihn zerbrechen. Nach Barten., weil er der Ansicht ist, dass auch eine ganz aus erst durch המשכה tauglich gewordenem geschöpftem Wasser hergestellte Tauche tauglich ist, nach ׳א״ר weil er das Wasser in dem Kübel nicht deshalb als geschöpft betrachtet, weil dem Eigentümer sein Hineinfließen in den Kübel vielleicht nicht ganz unerwünscht gekommen ist. Immerhin ist doch auch nach R. Josua das Wasser in dem Kübel nicht so ganz als nicht geschöpft zu betrachten wie das in den Krügen, des halb kann man den Kübel wohl zerbrechen, nicht aber wie die Krüge umstülpen, weil man dadurch auch nach seiner Ansicht das Wasser untauglich machen würde (רא״ש)."
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+ "Wenn man Weinkrüge. קנקן-Weinkrug.",
+ "in eine Grube. In der Wasser war.",
+ "hineingestellt hat. Damit die Wände der Krüge Wasser in sich aufsaugen, so dass dann nichts von dem Wein mehr in sie eindringen kann.",
+ "in sich aufgesaugt hat. So dass jetzt gar kein Wasser mehr in der Grube ist. Nach Barten., ebenso nach ׳א״ר ist dieses nur die Ansicht des R. Josua, während nach R. Elieser es nichts nützt, sie zu zerbrechen, da gar kein Wasser mehr in der Grube ist. Nach יו״ב kann in diesem Falle auch R. Elieser zustimmen, weil das Wasser aus der Grube in die Krüge eingedrungen ist und deshalb als überhaupt nicht vom Boden losgelöst zu betrachten ist. Immerhin ist auch hier das Wasser doch nicht so unbeabsichtigt in die Krüge eingedrungen wie bei den Krügen auf dem Dache, da man die Krüge doch hingestellt hat, damit das Wasser in die Wände eindringt, deshalb kann man selbst nach R. Josua die Krüge wohl zerbrechen, nicht aber, wie die Krüge auf dem Dach, sie umstülpen."
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+ "Wenn in einer Tauche vierzig Sea Wasser und Schlamm sind. Die 40 Sea setzen sich zusammen aus Wasser und Schlamm (s. weiter VII, 1).",
+ "darf man in dem Wasser untertauchen. Weil der dünne Schlamm das, was dem Wasser an 40 Sea fehlt, ergänzt und es deshalb ebenso ist, als wenn die Tauche 40 Sea Wasser enthält.",
+ "aber nicht in dem Schlamm. Es können deshalb nur Geräte oder kleinere Menschen darin untergetaucht werden, für die das darin enthaltene Wasser genügt, sie vollständig zu bedecken.",
+ "In dem Wasser und in dem Schlamm. Weil bei dem Druck, der durch das Eintauchen in den Schlamm ausgeübt wird, in die entstehende Vertiefung sofort Wasser eindringt, und der Untertauchende daher doch überall vom Wasser umspült wird.",
+ "In welchem Schlamm darf man untertauchen. Nach der Ansicht des R. Josua.",
+ "über dem das Wasser steht. צפים wörtlich: schwimmt, nur da dringt durch den Druck in die entstehende Vertiefung sofort Wasser ein.",
+ "dass man nur in dem Wasser untertauchen darf und nicht in dem Schlamm. Obwohl auch da der Schlamm das Wasser zu 40 Sea ergänzt.",
+ "Bei welcher Art Schlamm haben sie das gesagt. Dass er das Wasser zu 40 Sea ergänzt, und dass man nach R. Josua sogar darin untertauchen darf.",
+ "in den der Rohrstock von selbst hineinsinkt. Ohne dass man mit der Hand nachzuhelfen braucht.",
+ "Wo der Messstab nicht darin aufrecht stehen bleibt. Wenn der Schlamm selbst so dick ist, dass, wenn man sie loslässt, sie nicht von selbst hineinsinkt, sondern sich auf die Seite neigt.",
+ "Wo das Senkblei einsinkt. Nach Krauß, Archäologie I Note 276, ist hier unter משקולת das Senkblei zu verstehen, das sonst מטולטלת, genannt wird.",
+ "Wenn er durch eine Fassöffnung hineinfließt. Wenn der Schlamm selbst noch dicker ist, jedoch nicht so dick, dass man damit die Öffnung eines Fasses verschließen kann, sondern er in das Fass hineinfließt, obwohl die Öffnung klein ist. Nach Maimon, ist unter חבית hier ein Messgefäß mit enger Öffnung zu verstehen.",
+ "Wenn er durch ein Schlauchrohr hineinfließt. Wenn der Schlamm selbst so dick ist, dass er in die kleine Öffnung eines Fasses nicht hineinfließen würde, wenn er nur noch so flüssig ist, dass er in das an der Mündung eines Schlauches angebrachte Rohr, das so weit zu sein pflegt, dass man zwei Finger leicht darin herumdrehen kann, hineinfließen würde, wenn man es auf die Öffnung streicht.",
+ "Wenn er sich in einem Logmaß messen lässt. So lange der Schlamm noch nicht so dick ist, dass er noch in einem Log, einem Flüssigkeitsmaß, gemessen wird, während man den ganz dicken Schlamm in einem Korb oder Sack misst."
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+ "in denen keine vierzig Sea waren. Nach Barten.: wenn in beiden zusammen keine 40 Sea waren, nach א״ר und יו״ב, wenn in jeder für sich keine 40 Sea waren, in beiden zusammen aber 40 Sea waren.",
+ "weil sie noch nicht den Charakter der Untauglichkeit angenommen hatten. Bevor sie zusammengeflossen sind. Nach Barten. bleiben sie deshalb auch nach der Vermischung tauglich, obgleich es jetzt drei Log in weniger als 40 Sea sind, weil drei Log nur dann untauglich machen, wenn sie in einem Guss hineinfallen, nach א״ר und יו״ב, weil jetzt 40 Sea beisammen sind, die durch die drei Log nicht untauglich werden.",
+ "und sie hat sich dann in zwei zerteilt. Und man hat in jede der beiden Tauchen taugliches Wasser hineinfließen lassen, bis es 40 Sea waren.",
+ "sind sie. Jede der beiden Tauchen.",
+ "sobald auch nur ein Kurtob. קורטוב =/64 Log, das kleinste im Gebrauch gewesene Maß.",
+ "weil damit etwas an den drei Log fehlt. Weil sich die drei Log mit dem übrigen Wasser vermischt haben und mit dem abgeflossenen Wasser ein Teilchen von den drei Log mit abgeflossen ist. So ist auch bei der Tauche, die sich geteilt hat, ein Teil von den drei Log mit abgeflossen und deshalb weder die ursprüngliche Tauche noch das Wasser, das sich abgeteilt hat, untauglich.",
+ "Sie bleibt immer untauglich. Auch wenn etwas von ihr abgeflossen ist.",
+ "bis ihr (ursprünglicher. Soviel Wasser, wie darin war, als die drei Log hineinfielen.",
+ "Inhalt und noch etwas darüber abgeflossen ist. Nach Ansicht der Weisen ist durch die drei Log alles Wasser in der Tauche untauglich geworden. Wenn man aber soviel Wasser, wie in der Tauche war, und noch etwas darüber hat zufließen, und ebenso viel, wie zugeflossen ist, hat abfließen lassen, kann man annehmen, dass alles darin gewesene Wasser und noch ein etwas von den drei Log abgeflossen ist, weil das zufließende Wasser das darin vorhandene immer verdrängt, so dass dann nur taugliches und weniger als drei Log untaugliches darin zurückbleibt. Nach יו״ב wird dieses jedoch nur dann angenommen, wenn die Tauche durch das untauglich gewordene Wasser bis an den Rand gefüllt war, da ist anzunehmen, dass immer soviel von dem in der Tauche vorhandenen Wasser verdrängt wird, wie neues zufließt."
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+ "Wie ist dieses. Auf welche Weise kann eine Tauche, die durch das Hineinfallen von drei Log geschöpften Wassers untauglich geworden oder, weil sie ganz aus geschöpftem Wasser besteht, untauglich ist (s. Mischna 3), durch Abfließen wieder tauglich werden (יו״ב).",
+ "Wenn eine Grube. Mit weniger als 40 Sea tauglichem Wasser.",
+ "und es sind darin drei Log. Geschöpftes Wasser.",
+ "Inhalt und noch etwas darüber herausgeflossen ist. S. Note 9.",
+ "durch. Ed. L. liest: את התחתונים, ebenso Maim.",
+ "das untere tauglich wird. Wenn man eine Tauche mit geschöpftem Wasser mit einer Tauche von 40 Sea tauglichem Wasser in Verbindung bringt, wird sie dadurch tauglich (s. V. M. 12). Dabei ist es nicht nötig, dass die Wasserflächen der beiden Tauchen sich auf ebener Erde berühren, sondern auch wenn die taugliche Tauche nach unserer Lesart sich unterhalb, nach der Lesart את התחתונים oberhalb der untauglichen Tauche befindet und sie beide nur durch einen Streifen Wasser von der vorgeschriebenen Breite mit einander verbunden sind, gilt dieses schon als Verbindung, indem man sich dann die ganze taugliche Wasserfläche nach oben bezw. nach unten, bis sie an die untaugliche stößt, fortgesetzt denkt (גוד אסיק und גוד אחית s. Sabb. 101a). So nach den Erklärern. Schwierig bleibt nur, warum die Mischna annimmt, dass die taugliche Tauche oberhalb oder unterhalb der untauglichen angelegt wird, warum nicht in gleicher Ebene mit ihr, darüber geben uns die Erklärer keinen Aufschluss. Dieses und der merkwürdige Ausdruck עד שיעמיד בחצר legt die Vermutung nahe, dass hiermit gar nicht gemeint ist, dass man im Hofe oberhalb oder unterhalb der untauglichen Tauche eine taugliche anlegt, sondern dass man den fallenden Regen im Hofe sich ansammeln lässt (שיעמיד בחצר = im Hofe sich aufstellen, aufstauen lässt), bis es 40 Sea sind. Da das untaugliche Wasser sich in einer Grube befindet und das taugliche auf dem Boden des Hofes, so heißt es richtig nach der Lesart des Maim., dass das obere Wasser das untere tauglich macht. Um unsere Lesart העליונים מן התחתונים zu verstehen, müsste man annehmen, dass die untauglich gewordene Tauche sich nicht in der Erde, sondern in einem abgegrenzten Raum über dem Erdboden befunden hat — בור bedeutet in dieser Masechta nicht immer gerade eine Grube, sondern es wird damit ganz allgemein eine מקרה bezeichnet, gleich gültig ob sie sich unter oder über dem Erdboden befindet — so dass das Wasser in der untauglichen Tauche höher liegt als die 40 Sea Regenwasser, die sich auf dem flachen Erdboden des Hofes ausgebreitet haben, und demnach es richtig heißt, dass das obere untauglich gewordene Wasser durch das taugliche Wasser auf dem Erdboden tauglich gemacht wird.",
+ "erklärt sie für untauglich. Nach יו״ב sowohl wenn מלואו ועוד abgeflossen ist, weil nach seiner Ansicht, sobald drei Log geschöpften Wassers hineingefallen sind, die Grube erst vollständig wieder entleert werden muss, als auch, wenn 40 Sea tauglichen Wassers oberhalb oder unterhalb angesammelt und mit dem untauglichen in Verbindung gebracht worden sind, entweder weil er den Grundsatz von גרד אסיק und גוד אחית (s. Note 15) nicht anerkennt, oder weil er der Ansicht ist, dass durch Verbindung mit einer tauglichen Tauche wohl unreines Wasser rein, aber nicht geschöpftes Wasser tauglich wird.",
+ "verstopft. Andere Lesart: פסק.",
+ "hat. Maim. erklärt: פקק nur wenn man zu der tauglichen Tauche nicht anders herankommen kann, als auf dem Wege durch die untaugliche, gilt diese als zu ihr gehörend und deshalb ebenfalls als tauglich. Die Lesart פסק erklären ר״ש und Barten.: nur wenn der Zufluss zu der untauglichen Tauche ״aufgehört“ hat und das ursprünglich darin enthaltene Wasser und etwas darüber abgeflossen ist. Nach א״ר gehört das והאמה נכנסת לו ויוצאת הימנה aus der folgenden Mischna in diese hinein und ist zu lesen: כיצד הבור שבחצר ונפלו לו ג׳ לוגין והאמה נכנסת לו ויוצאה הימנה לעולם הוא בפסולו עד שיצא ממנו מלואו יעיד ראכ״ע פיסל אא״כ פקק או עד שיעמיד בחצר ארבעים סאה ויטהרו העליונים מן התחתונים Die Mischna will danach mit dem כיצד das עד שיצא ממנו מלואו ועוד der vorhergehenden Mischna näher erklären: sind in die Grube, in der weniger als 40 Sea tauglichen Wassers sich befinden, drei Log geschöpften Wassers hineingefallen, die das Wasser in der Grube untauglich machen, und ein Wasserarm geht durch die Grube hindurch, durch den Wasser in die Grube hinein- und wieder hinausfließt, so genügt es nach dem ersten Tanna, wenn soviel Wasser, wie ursprünglich in der Grube war, und etwas darüber hinausgeflossen ist, indem wir annehmen, dass das ursprüngliche Wasser aus der Grube herausgeflossen und das hinzugeflossene darin geblieben ist. R. Elasar dagegen ist der Ansicht, dass dieses nicht anzunehmen ist, vielmehr ebenso damit zu rechnen ist, dass das zugeflossene Wasser wieder abgeflossen und das ursprüngliche darin zurückgeblieben ist, deshalb ist nach ihm das Wasser in der Grube nur dann tauglich, wenn man den Zufluss abgesperrt hat und dann aus der Grube der ursprüngliche Inhalt und etwas darüber abgeflossen ist, oder man in dem Hofe eine Tauche von 40 Sea errichtet hat und das Wasser in der Grube durch השקה wieder tauglich geworden ist. Die folgende Mischna spricht dann von einer Grube, die voll von geschöpftem Wasser ist, das ואמת המים נכנסת ויוצאה הימנה ist aus der vorhergehenden Mischna hineingekommen, brauchte aber gar nicht erwähnt zu werden, da diese Mischna nur die Fortsetzung der vorhergehenden bildet und von dem gleichen Falle spricht, da aber hier alles Wasser in der Grube geschöpftes Wasser war, ist auch der erste Tanna der Ansicht, dass es nicht genügt, wenn nur die ursprüngliche Wassermenge und etwas darüber abgeflossen ist, sondern das Wasser untauglich bleibt, bis nach der Berechnung (s. Note 21) keine 3 Log von dem ersten Wasser in der Grube zurückgeblieben sind."
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+ "Wenn eine Grube voll mit geschöpftem Wasser ist und ein Wasserarm. Angesammeltes Regenwasser.",
+ "geht in sie hinein und wieder heraus. Da die Grube vollständig mit Wasser gefüllt ist (s. Note 9), muss immer ein Strahl in gleicher Stärke, wie er zufließt, wieder abfließen.",
+ "darin zurückgeblieben sind. Hier genügt es nicht wie in Mischna 2, wenn die ursprüngliche Wassermenge abgeflossen ist, sondern es muss das sämtliche darin enthalten gewesene Wasser bis auf weniger als drei Log abgeflossen sein, weil alles geschöpftes Wasser war. Die Berechnung geschieht in der Weise, dass angenommen wird, dass das abgeflossene Wasser immer in dem gleichen Verhältnis aus Grubenwasser und zugeflossenem Wasser zusammengesetzt ist, wie die Menge des Grubenwassers zu der des geflossenen Wassers sich verhält. War z. B. der Inhalt der Grube 20 Sea und es sind 60 Sea zugeflossen und 60 Sea wieder abgeflossen, so sind, da das Verhältnis des Grubenwassers zu dem zugeflossenen 1 zu 3 war, in den 60 Sea abgeflossenen Wassers die 20 Sea, die ursprünglich in der Grube waren, vollständig abgeflossen. Eine andere Ansicht über die Berechnung bringt ראב״ד auf Grund der Mischna VI, 8, wonach angenommen wird, dass das abgeflossene Wasser immer zu gleichen Teilen aus Grubenwasser und zugeflossenem Wasser zusammengesetzt ist, so dass, wenn der Inhalt der Grube 20 Sea war und nur 40 Sea zugeflossen und abgeflossen sind, angenommen wird, dass die 20 Sea Grubenwasser abgeflossen sind.",
+ "in eine Tauche hineinfließen lassen. Zu gleicher Zeit, s. die folgende Mischna.",
+ "wenn man sein Gewand auswringt und sie. Die drei Log.",
+ "aus verschiedenen Stellen. Des Gewandes.",
+ "wenn man aus einer Gießkanne. צרצור s. Kelim II, 8, nach א״ר eine Gießkanne, nach anderen ein mit einem siebartigen Deckel versehenes Trinkgefäß.",
+ "Sie. Die Weisen.",
+ "er hineinfließen lässt. So hatte er den Ausspruch überliefert bekommen: „wenn jemand drei Log geschöpften Wassers hineinfließen lässt,“ dass nur, wenn die drei Log von einer Person aus einem Gefäß, aus einer und derselben Stelle des Gefäßes, mit Absicht hineingegossen werden, die Tauche untauglich wird.",
+ "wenn drei Log hineingefallen. Gleichviel ob beabsichtigt oder nicht beabsichtigt, und ob aus einem Gefäß und einer Stelle desselben oder aus mehreren."
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+ "aus zwei und aus drei Gefäßen werden sie zusammengerechnet. Nur, wenn aus jedem Gefäß wenigstens ein Log hineingeflossen ist, s. Raschi Temura 12b.",
+ "aus vier werden sie nicht zusammengerechnet. Weil da nicht aus jedem der Gefäße wenigstens ein Log hineingeflossen ist.",
+ "Wenn auf einen Kranken. Der zu schwach war, um ein vorschriftsmäßiges Tauchbad zu nehmen.",
+ "der eine Pollution hatte. Dem unabsichtlich Samen abgegangen war. Nach einer Anordnung Esras durfte jeder Gesunde, dem absichtlich Samen abgegangen war, sich nicht eher mit Thoraworten beschäftigen, bis er ein vorschriftsmäßiges Tauchbad genommen hatte, war es ihm unabsichtlich abgegangen, genügte es, wenn er neun Kab Wasser über sich gießen ließ. Ein Kranker musste, wenn der Samen ihm absichtlich abgegangen war, nach einer anderen Ansicht auch wenn unabsichtlich, nur neun Kab Wasser über sich gießen lassen. Diese Anordnung ist von den Weisen später wieder aufgehoben worden (s. Berachot 22b).",
+ "neun Kab. Eine Wassermenge, die ausreicht, den Körper darin zu baden (Tosf. Jomt.).",
+ "oder auf den Kopf und den größeren Teil des Körpers eines Reinen drei Log geschöpften Wassers. Wodurch derselbe unrein zweiten Grades wird (Sabb. 13b).",
+ "Wann ist dieses gesagt. Dass es genügt, wenn das angegebene Maß auch aus zwei oder drei Gefäßen geflossen ist.",
+ "bevor es aus dem ersten aufgehört hat. Dann wird es zusammengerechnet, wenn er auch nicht von vornherein die Absicht hatte, volle drei Log bezw, neun Kab zu gießen.",
+ "Und wann ist dieses gesagt. Dass es nicht zusammengerechnet wird, wenn es aus mehr als drei Gefäßen geflossen ist.",
+ "es zu vermehren. D. h. wenn man die drei Log nicht zu dem Zwecke hineingegossen hat, um den Inhalt der Tauche dadurch zu vermehren, sondern sie ohne diese Absicht hineingegossen hat. Nach einer anderen Erklärung: wenn man nicht von vornherein die Absicht gehabt hat, nach dem Hineingießen aus dem ersten Gefäße noch weiteres geschöpftes Wasser aus anderen Gefäßen hineinzugießen.",
+ "selbst wenn es nur ein Kurtob. קורטוב (s. oben Note 5).",
+ "in einem ganzen Jahre ist. Wenn man von den drei Log alljährlich nur einen Kurtob hat hineinfließen lassen."
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+ " Sabb. 16b.",
+ "Wenn man Gefäße unter die Traufrinne. Durch die das Regenwasser vom Dache herunterfließt.",
+ "stellt. Alles Wasser, das in Gefäßen aufgefangen wird, gilt als geschöpftes Wasser, sobald man die Absicht hatte, das Wasser darin aufzufangen. Durch die Rinne wird das Wasser nicht zu geschöpftem, weil sie nur dazu bestimmt ist, das Wasser hindurchlaufen zu lassen, selbst nicht, wenn in der Rinne Vertiefungen sind, die dazu bestimmt sind, mit dem Wasser herabfallende Steinchen und Erdklümpchen in sich aufzunehmen, sobald diese Vertiefungen in der Rinne erst angebracht worden sind, nachdem die Rinne bereits angebracht war (קבעו ולבסוף חקקו).",
+ "seien es große. Die mehr als 40 Sea fassen und deshalb, weil sie nicht gefüllt wie leer bewegt werden können, keine Unreinheit annehmen.",
+ "seien es kleine. Die so klein sind, dass sie keine Unreinheit annehmen (s. Kelim II, 2).",
+ "aus Stein oder aus Erde sind. Die ganz allgemein keine Unreinheit annehmen.",
+ "macht es. Das Wasser.",
+ "die Tauche untauglich. Auch solche Gefäße, die keine Unreinheit annehmen, gelten dennoch insofern als Gefäße, dass das in ihnen aufgefangene Wasser als geschöpft gilt. Wenn deshalb aus ihnen drei Log in eine noch nicht vierzig Sea enthaltende Tauche fallen, wird diese dadurch untauglich, selbst wenn man das Wasser nicht aus den Gefäßen hineingießt, sondern diese zerbricht und das Wasser von selbst hineinfließt, weil hier anders als bei den auf das Dach gestellten Krügen (oben II, 7) die Gefäße zu dem Zwecke hingestellt worden sind, um das Wasser in sich aufzunehmen.",
+ "vergessen hat. Da man sie doch einmal zum Zweck der Wasseraufnahme hingestellt hatte.",
+ "wenn man sie vergessen hat. Da sie jetzt nicht direkt zu diesem Zwecke hingestellt worden sind.",
+ "wenn man sie im Hofe vergessen. Im Freien, nicht unter der Traufrinne.",
+ "es tauglich bleibt. Da selbst beim Hinstellen nicht die Absicht so deutlich vorliegt, dass das fallende Regenwasser darin aufgefangen werden soll, bleibt selbst nach Beth-Schammai, wenn man sie nur fortzunehmen vergessen hat, das Wasser tauglich.",
+ "wie sie bestanden hat. Nach dem Talmud (Sabb. 16b) bestand eine Meinungsverschiedenheit nur für den Fall, dass die Gefäße hingestellt worden waren, als sich Regenwolken zusammenzogen, diese sich dann wieder zerstreut haben, und man vergessen hat, die Gefäße wieder fortzunehmen. Waren dagegen die Gefäße hingestellt worden, als sich Regenwölken zusammenzogen, und man hat, da noch kein Regen gefallen ist, an die Gefäße vergessen, dann ist aber aus den zusammengezogenen Wolken doch noch Regen gefallen, stimmen alle überein, dass das Wasser untauglich ist. Waren wiederum die Gefäße hingestellt worden, als sich noch keine Wolken zusammengezogen hatten, und ist dann Regen gefallen, ist das Wasser nach allen Ansichten tauglich. Nach Raschi und Bart. bezieht sich diese Auslegung auf die Meinungsverschiedenheit zwischen Beth Schammai und Beth Hillel, und sagt R. Jose, dass über diese Meinungsverschiedenheit nicht abgestimmt worden ist, sondern Beth Hillel weiter bei ihrer Ansicht verblieben sind. Dagegen bezieht Maim. diesen Ausspruch des Talmud gar nicht auf das Vergessen der unter die Rinne gestellten Gefäße, sondern nur auf das Vergessen der im Hofe aufgestellten Gefäße, und soll damit gesagt sein, dass nur in dem Falle, dass man die Gefäße, als Regenwolken sich zusammenzogen, auf dem Hofe aufgestellt hat, die Wolken sich dann verzogen haben und man die Gefäße fortzunehmen vergessen hat, nach dem ersten Tanna auch Beth Schammai zustimmen, dass das Wasser tauglich ist, während R. Jose sagt, dass auch in diesem Falle die Meinungsverschiedenheit zwischen Beth Schammai und Beth Hillel besteht und nach Beth Schammai das Wasser untauglich ist, weil das Aufstellen der Gefäße im Hofe, während Regenwolken sich zusammenziehen, ebenso deutlich auf die Absicht hinweist, das Wasser darin aufzufangen, wie wenn man die Gefäße unter die Traufrinne stellt, und deshalb ebenso, wie hierdurch nach Ansicht von Beth Schammai das Wasser untauglich wird, auch wenn man die Gefäße nur dort vergessen hat, es auch untauglich wird, wenn man sie nachher auf dem Hofe vergessen hat. Danach bestreitet R. Jose gar nicht, dass über das Vergessen der Gefäße unter der Traufrinne abgestimmt und die Ansicht von Beth Schammai als Halacha festgesetzt worden ist."
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+ "Wenn man unter die Traufrinne ein Brett. טבלא = tabula. Tafel, Brett.",
+ "das von einem Rand. לבזבז, auch לזבז (Kelim II, 3). eine an einem viereckigen Gegenstand ringsum angebrachte über den Boden sich erhebende Leiste.",
+ "macht es die Tauche untauglich. Wenn drei Log Wasser von dem Brett in eine Tauche von weniger als 40 Sea fallen, weil durch den das Brett umgebenden Rand das Brett Wasser in sich aufnehmen kann und deshalb das Wasser als geschöpft gilt.",
+ "macht es so und so die Tauche nicht untauglich. Weil es aufrecht stehend das Wasser nicht in sich festhält und dieses deshalb nicht als geschöpft gilt. Jedoch muss das Wasser auch ohne das Brett in die Tauche haben fließen können, da sonst die Tauche untauglich ist, weil das Wasser mit Hilfe eines Gefäßes in sie geflossen ist (s. V. M. 10)."
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+ "Ist in der Rinne eine Ausbuchtung. חטט eingraben arab. חט = Linien ziehen, schreiben, wahrscheinlich auch ursprünglich: eingraben.",
+ "damit Steinchen. צרורות= Geröll oder Steinchen, wie sie zusammen mit dem Wasser vom Dach in die Rinne zu fallen pflegen.",
+ "darin aufgefangen werden. Und diese Vertiefung in der Rinne war schon angebracht, bevor man die Rinne befestigt hat (חקקו ולבסוף קבעו), so dass die Rinne schon vorher ein Gerät war, das etwas in sich aufnehmen und festhalten kann.",
+ "wenn sie. Die Vertiefung.",
+ "auch noch so klein ist. Wird die Rinne schon als ein Gerät betrachtet, das etwas in sich aufnehmen kann.",
+ "fasst. Wenn ein irdenes Gerät eine so kleine Vertiefung hat, dass sie dieses Maß nicht fassen kann, gilt es nicht als Gefäß, das etwas in sich aufnehmen kann.",
+ "gilt nur für Bruchstücke eines irdenen Gefäßes. Auch diese gelten noch als Geräte und nehmen Unreinheit an, wenn sie noch ein Viertel Log Flüssigkeit fassen (s. Kelim II, 2).",
+ "werden die Steinchen darin hin und her geschüttelt. Von חלחל = erschüttern (Esther 4, 4), sie werden durch das fließende Wasser geschüttelt, sitzen nicht so fest darin, dass sie sie vollständig ausfüllen und verschließen.",
+ "ist Erde hineingekommen und darin festgedrückt. Maim. liest: ונגבס = die Erde ist so hart wie Gips geworden und dadurch die Vertiefung vollständig ausgefüllt.",
+ "Eine Röhre. Eine auf der Erde liegende Röhre, durch die Wasser in die Tauche fließt.",
+ "aufzunehmen. Die Ausbuchtung in der Mitte ist nicht dazu da, um etwas in sich festzuhalten, sondern um die Strömung, mit der das Wasser fließt, zu verstärken."
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+ "Hat geschöpftes Wasser und Regenwasser. Das tauglich ist, aber weniger als 40 Sea beträgt.",
+ "sich auf dem Hofe oder in der Vertiefung. ׳עוקה verwandt mit חקק = aushöhlen, eine Grube, die zum An sammeln von Wasser dient.",
+ "oder auf den Stufen zur Höhle. In der sich die Tauche befindet.",
+ "vermischt. Es ist gleich, ob die beiden Wasserarten auf dem Hofe sich vermischt haben, wo die Vermischung doch nur eine oberflächliche war, indem Teile von der einen Wasserart in die andere eingedrungen sind, oder ob sie in einer Grube sich vermischt haben, wo die Vermischung eine vollständige war, oder ob sie erst auf den Stufen zur Tauche sich vermischt haben, wo sie bis dahin ganz getrennt voneinander geflossen sind (יו״ב).",
+ "so ist es. Wenn sie nach ihrer Vermischung drei Handbreiten weit auf durchlässigem Boden geflossen und dann in die Tauchgrube hineingeflossen sind. Auch geschöpftes Wasser wird für die Tauche tauglich, wenn es wenigstens drei Handbreiten weit auf durchlässigem Boden sich hingezogen hat (המשכה s. V. M. 11) und dann erst in die Tauche hineingeflossen ist. Jedoch muss immer der größere Teil der 40 Sea der Tauche ursprünglich taugliches Wasser sein und nur weniger als die Hälfte solches durch המשכה tauglich gewordenes geschöpftes Wasser.",
+ "Wann ist dieses. Dass die Tauche tauglich ist, wenn mehr als die Hälfte Regenwasser war.",
+ "Ist es. Das geschöpfte und das Regenwasser, ohne sich vermischt zu haben.",
+ "beides in das Wasser hineingeflossen. Ohne vor-her drei Handbreiten weit auf durchlässigem Boden hingeflossen zu sein.",
+ "ist es untauglich. Weil weniger als 40 Sea taugliches Wasser durch das Hineinfallen von drei Log geschöpften Wassers untauglich werden."
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+ " Para V, 7.",
+ "Aus einer in den Felsen gehauenen Tränkrinne. In die Wasser aus einer Quelle hineingeflossen ist.",
+ "darf man nicht füllen. Da es hier nicht wie Para V, 7 heißt: אין ממלאין בה, sondern אין ממלאין ממנה, kann, wenn nicht anzunehmen ist, dass hier ממנה irrtümlich für בה wie weiter in der Mischna steht, nur gemeint sein, dass man das Wasser in der Tränkrinne nicht benutzen darf, mit einem Gefäß daraus für das Entsündigungswasser zu schöpfen, weil es nicht mehr als Quellwasser gilt; das ist aber nur dann der Fall, wenn das Wasser in der Tränkrinne nicht mehr mit dem Wasser in der Quelle zusammenhängt.",
+ "und nicht darin weihen. Wenn man vorschriftsmäßig geschöpftes Quellwasser in sie hineingegossen hat, kann man es nicht weihen, weil die Tränkrinne kein Gefäß ist und das Weihen in einem Gefäße geschehen muss.",
+ "und nicht daraus sprengen. Auch vorschriftsmäßig hergestelltes Entsündigungswasser darf man nicht in sie hineintun, um aus ihr zu sprengen, weil auch dieses aus einem Gefäße geschehen muss.",
+ "und sie braucht keinen fest anschließenden Deckel zu haben. Auch ein einfach auf sie gelegter Deckel schützt ihren Inhalt gegen die Totenzelt-Unreinheit (s. Ohol. V, 6).",
+ "und sie macht die Tauche nicht untauglich. Wenn drei Log von in ihr gesammeltem Quellwasser oder Regenwasser in eine Tauche fließen, die noch keine 40 Sea enthält, wird diese dadurch nicht untauglich, weil sie dieses nur wird, wenn sie aus Gefäßen hineinfließen.",
+ "befestigt. Man hat einen losen Stein ausgehöhlt und eine Rinne aus ihm gemacht und ihn dann mit Kalk am Boden befestigt.",
+ "und sie macht die Tauche untauglich. Obgleich sie jetzt fest mit dem Erdboden verbunden ist, gilt sie doch weiter als Gefäß.",
+ "Hat sie. Diese Tränkrinne, die man erst ausgehöhlt und dann am Boden befestigt hat.",
+ "so dass sie überhaupt kein Wasser fassen kann. Wenn das Loch an der Seite so nahe zum Boden ist, dass unterhalb des Loches sich kein Wasser halten kann.",
+ "ist sie tauglich. Die Rinne verliert dadurch ihre Eigenschaft als Gefäß und das in ihr gesammelte Wasser ist für die Tauche tauglich.",
+ "Wie groß muss das Loch sein. Das Loch am Boden oder an der Seite.",
+ "Wie ein Schlauchrohr. שפופרת הנוד s. Para V Note 75. Ein für Flüssigkeiten bestimmtes Gefäß hört auf, Gefäß zu sein, das unrein werden kann, wenn es ein Loch hat, das so groß ist, dass Flüssigkeit durch dasselbe eindringen kann (s. Kelim III, 1). Dass hier verlangt wird, dass das Loch die Breite eines Schlauchrohrs hat, erklärt יו״ב damit, dass nur inbezug auf die Aufnahmefähigkeit für Unreinheit ein Gefäß aufhört, ein Gefäß zu sein, wenn es ein so kleines Loch hat, dagegen das in ihm gesammelte Wasser für die Tauche untauglich ist, wenn das Loch nicht so weit wie ein Schlauchrohr ist, oder dass im allgemeinen auch inbezug hierauf ein Gefäß durch ein so kleines Loch aufhört, als Gefäß zu gelten, nur in diesem Falle das Loch so weit wie ein Schlauchrohr sein muss, weil die Rinne auf dem Boden aufliegt und mit Kalk befestigt ist und deshalb das Wasser durch ein so kleines Loch überhaupt nicht herausfließt. Dagegen erklären ר״ש und רא״ש, dass sich die Frage יבמה יהיה בנקב gar nicht auf das Vorhergehende bezieht, um der Rinne die Eigenschaft als Gefäß zu nehmen, das Wasser in ihr untauglich für die Tauche zu machen, genügt schon ein kleines Loch, durch das sie aufhört, Unreinheit anzunehmen. Die Frage beziehe sich vielmehr, wie aus dem weiteren Teile der Mischna hervorgehe, auf die Breite des Loches, durch das eine Tauche mit untauglichem Wasser mit einer tauglichen Tauche verbunden sein muss, um sie tauglich zu machen, da muss das Loch die Weite eines Schlauchrohrs haben. Nach einer von ר״ש angeführten Tosefta muss nur ein Loch an der Seite so weit wie ein Schlauchrohr sein, um das Wasser in der Rinne tauglich zu machen, ein Loch am Boden dagegen genügt schon, wenn es so groß ist, dass Flüssigkeit durch dasselbe eindringen kann.",
+ "Ein solcher Fall lag bei der Jehu’schen. Das Wort יהוא fehlt in manchen Ausgaben.",
+ "die hatte ein Loch so groß wie ein Schlauchrohr. Im Talmud Jebam. 15a heißt es statt : נקובה כשפופרת הנוד נקובה למקוה.",
+ "Beth-Schammai aber schickten hin und ließen von ihr abbrechen. פחת = weniger machen, abnehmen. Der Talmud liest: והרחיבוה, sie ließen das Loch erweitern.",
+ "Bis ihr größerer Teil abgebrochen ist. Nach der Talmudstelle handelte es sich bei der Jehu-Tränke um eine ausgehöhlte Rinne, in der keine 40 Sea Wasser waren, die aber mit einer tauglichen Tauche durch ein Loch von der Breite eines Schlauchrohrs verbunden war. Nach der Erklärung von ר״ש und יא״ש (s. Note 49), wonach die Frage וכמה יהיה בנקבּ sich auf ein solches zwei Tauchen miteinander verbindendes Loch bezieht, erklärt danach R. Jehuda ben Bethera, dass Beth Schammai ein Loch von der Breite eines Schlauchrohrs hierfür nicht für genügend gehalten haben, sondern dass nach ihnen die untaugliche Tauche in dem größeren Teil ihrer Ausdehnung mit der tauglichen verbunden sein muss. Nach den Erklärern, die die Frage וכמה יהיה בנקב auf das Vorhergehende beziehen, muss es auch bei der Jehu-Tränke sich darum gehandelt haben, dass man das Wasser in der Tränke nicht für untauglich hielt, weil sie ein Loch von der Breite eines Schlauchrohrs hatte, während nach Beth Schammai das nicht genügt, sondern sie das Wasser weiter untauglich macht, bis ihr größerer Teil zerstört ist. Da die Talmudstelle dieser Erklärung zu widersprechen scheint, sucht R. Josef Karo in seinem Kommentar zum Tur (Jore Dea § 201) diesen Widerspruch dadurch zu lösen, dass er meint, entweder sei mit der dort zitierten Stelle gar nicht unsere Mischna gemeint, wofür auch spreche, dass dort nicht R. Jehuda ben Bethera als Tradent angegeben wird, sie auch mehrfach in den Ausdrücken von unserer Mischna ab weicht, so נקובה למקרה statt והרחיבוה ,נקובה כשפופרת הנוד statt עד שתיפחת, ופחתוה statt ׳עד שיפחתו sondern eine Berajta, die auch von einer Jehu-Tränke spricht, aber einer anderen als der, von der unsere Mischna spricht, indem es vielleicht zwei Tränken des gleichen Namens in Jerusalem gegeben hat, oder der Talmud meine allerdings unsere Mischna, daraus, dass er hiernach die Mischna von עירוב מקואות anführt, sei aber nicht zu schließen, dass er auch unsere Mischna als auf עירוב מקואות sich beziehend auffasst, sondern er zitiere diese Mischna von עירוב מקואות nur, um den Begriff von בקיבה כשפופרת הניד näher zu präzisieren. Nach Barten. handelte es sich bei der Jehu-Tränke um Tauglichmachung einer mangelhaften Tauche durch Verbindung mit einer tauglichen, trotzdem er die Frage וכמה יהיה בנקב nicht hierauf, sondern auf das Vorhergehende bezieht, worin Tosf. Jomt. einen Widerspruch erblickt. Aus den Worten des Bart. zum Schluss unserer Mischna ist aber zu ersehen, dass nach ihm es bei der Jehu-Tränke sich um ein zweifaches handelte, erstens das in ihr befindliche Wasser mit einer tauglichen Tauche zu verbinden, und zweitens der Tränke durch ein genügend großes Loch den Charakter als Gefäß zu nehmen, weil, auch wenn sie mit einer tauglichen Tauche verbunden war, man nicht in ihr unter tauchen durfte, so lange sie noch als ein Gefäß galt, es war danach eine Tränke, die wie die, von der die Mischna vorher spricht, vorher ausgehöhlt und dann am Boden befestigt worden war. Nach dem Talmud haben Beth Schammai das Loch nicht für ausreichend gehalten, um das Wasser in der Tränke mit der tauglichen Tauche zu verbinden, während unsere Mischna nach der Erklärung von Bart. diese Frage offen lässt und annimmt, dass Beth Schammai die Öffnung deshalb erweitert haben, weil ein Loch von der Weite eines Schlauchrohrs nicht ausreicht, einem Gefäße den Charakter als Gefäß zu nehmen, wonach ein Widerspruch, wie ihn Tosf. Jomt. rügt, in den Erklärungen von Barten. nicht zu finden ist."
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+ "Hat man eine Quelle. על גבי steht hier nicht in der Bedeutung von „über“, sondern in der Bedeutung von ״auf“, man hat das Wasser so geleitet, dass es über den Rand der Rinne in diese hinein und dann auf dem Boden der Rinne entlang (על גיי השוקת) auf der anderen Seite wieder hinausgeflossen ist.",
+ "durch eine Tränkrinne. Eine ausgehöhlte Rinne, die ein Gefäß bleibt, auch wenn man sie nach der Aushöhlung auf dem Boden befestigt hat.",
+ "ist es. Sowohl das Wasser in der Rinne als auch das aus ihr wieder herausfließende.",
+ "untauglich. Das Wasser in der Rinne ist untauglich geworden, weil diese als ein Gefäß gilt. Es ist allerdings da, wo es in die Rinne hineinfließt, mit dem Quellwasser verbunden. Wasser in einem Gefäß wird aber durch eine solche Verbindung (השקר) wohl rein, wenn es. unrein ist, aber nicht tauglich, wenn es geschöpftes Wasser ist. Auch das aus der Rinne wieder herausgeflossene Wasser bleibt untauglich, obgleich es mit dem Quellwasser verbunden ist und sich nicht in einem Gefäß befindet, weil es nur vermittels des untauglichen Wassers in der Rinne mit dem Quellwasser verbunden ist (יו״ב).",
+ "über. Etwas von dem Wasser ist über die Ränder hinweggeflossen, ohne überhaupt in das Innere der Rinne gekommen zu sein.",
+ "ist es außerhalb von ihr tauglich. Das herausfließende Wasser wird, obwohl es in der Rinne untauglich geworden ist, durch die Berührung mit dem über den Rand hinweg geflossenen Quellwasser wieder tauglich. Das Wasser in der Rinne bleibt dagegen auch hier untauglich, weil es sich in einem Gefäß befindet.",
+ "Hat man sie in ein Teichbett. In dem noch kein Wasser war, Maim. (הלכות מקואות IX, 9) versteht darunter einen mit Regenwasser gefüllten Teich.",
+ "den Zufluss. Aus der Quelle. Nach Maim, den Abfluss aus der Rinne.",
+ "gilt es. Das Wasser in dem Teich.",
+ "als eine Tauche. Obwohl das Wasser in dem Teich, so lange es mit dem Quell verbunden ist, als Quellwasser gilt, verliert es diese Eigenschaft, sobald die Verbindung unterbrochen ist, und ist es für einen Flussleidenden nicht mehr tauglich und für anderes Unreine nur, wenn es 40 Sea sind und das Wasser nicht fließt. Nach Maim. wird das Wasser, das schon vorher im Teiche war, durch die Verbindung mit der Quelle nur dann zu Quellwasser, wenn das Wasser auch wieder aus dem Teiche herausfließt, bleibt es aber in dem Teiche stehen, macht das Quellwasser das Wasser im Teiche nicht zu Quellwasser.",
+ "hat man dann die Verbindung. Mit der Quelle; nach Maim.: hat man den Abfluss aus der Rinne wieder hergestellt.",
+ "wieder hergestellt. Gilt es insofern als Quellwasser, dass man selbst darin untertauchen kann, auch wenn es fließt, und unreine Geräte, auch wenn es keine 40 Sea sind.",
+ "ist es untauglich für Flussleidende. S. Lev. 15, 13.",
+ "und Aussätzige. S. Lev. 14, 5—7.",
+ "und davon als Entsündigungswasser zu weihen. S. Num. 19. 17.",
+ "bis man wei. S. oben III Note 21. Nach einigen Erklären genügt hier eine Verhältnismäßige Berechnung nicht, sondern muss man bestimmt wissen, dass alles herausgeflossen ist, s. dagegen תוי״ט.",
+ "weg ist. Für diese drei Fälle ist מים חיים vorgeschrieben, deshalb ist es hierfür untauglich, solange sich noch von dem Regenwasser in dem Teiche befindet (s. מי תערובות Para VIII, 10)."
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+ "Hat man sie über die Rückseite von Gefäßen. So dass das Wasser nicht in die Gefäße hineingeflossen ist.",
+ "oder über eine Bank. Die überhaupt nichts in sich aufnehmen kann.",
+ "wie sie war. Das Wasser bleibt, auch nachdem es herübergeflossen ist, Quellwasser, so lange es noch mit der Quelle verbunden ist.",
+ "Sie ist wie eine Tauche. Auch wenn es noch mit der Quelle verbunden ist, gilt es nicht mehr als Quellwasser, weil es über ein Gefäß, wenn auch nur über dessen Rückseite, hinübergeflossen ist, es ist deshalb nicht mit dem über den Rand der Tränkrinne in Mischna 1 hinübergeflossenen Wasser zu vergleichen, weil die Rinne am Boden befestigt war und deshalb doch nicht so ganz den Charakter eines Gefäßes hat, wie ein loses nicht am Boden befestigtes Gefäß (יו״ב). Trotzdem gilt aber das Wasser nicht als geschöpft und darf man wie in einer Tauche darin unter tauchen, da das Wasser ja nur auf der Außenseite der Gefäße war. Allerdings muss angenommen werden, dass das Wasser, auch ohne über die Gefäße geleitet zu werden, in die Wasseransammlung geflossen wäre, denn eine Tauche ist untauglich, wenn das Wasser in sie über Gefäße hineingeleitet worden ist, (V. M. 10, s. תוי״ט) oder man müsste annehmen, dass dieses nur für eine Tauche aus Regenwasser gilt, nicht aber für eine solche aus Quellwasser.",
+ "nur darf man über der Bank nicht etwas untertauchen. In dem über der Bank oder einem der anderen Gefäße fließenden Wasser darf man nicht untertauchen, eine Vorbeugung (גזירה) gegen das Untertauchen in einem Gefäße."
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+ "Wenn eine Quelle. Die Tosefta liest: מעין מושך כנדל",
+ "vielfußartig. נדל ein Tier mit vielen Füßen, arab. נדאל so genannt wegen seiner Beweglichkeit.",
+ "fließt. Aus der Quelle zerteilt sich das Wasser in viele Rinnsale.",
+ "und man sie durch Hinzugießen sich noch weiter ausbreiten lässt. Man hat geschöpftes Wasser in die Quelle hineingegossen, und dadurch haben sich die aus ihr fließenden Rinnsale verbreitert.",
+ "wie sie war. Das Wasser in den Rinnsalen bleibt Quellwasser, weil es aus der Quelle in sie hineinfließt. So nach Maim. und רא״ש, Dagegen wendet ר״ש ein, dass in diesem Falle, wenn man mehr geschöpftes Wasser in die Quelle gegossen hat, als Quellwasser darin war, man nach I, 7 darin nicht, wenn es fließt, untertauchen dürfte (s. dagegen מ״א). Nach ihm wäre vielmehr gemeint, man hat die Arme der Quelle verbreitert, so dass sich das Quellwasser nach den Seiten hin ausgebreitet hat, so bleibt es, wie es war, d. h. nur an den Stellen, wo das Wasser vorher von selbst geflossen ist, gilt es als Quellwasser, nicht aber das Wasser an den Stellen, wohin man es erst durch die Verbreiterung geleitet hat, dort darf man, während es fließt, nicht untertauchen, denn man darf in fließendem Wasser nur dort untertauchen, wo es von Natur fließt.",
+ "War es eine stehende Quelle. Auch das Wasser von Brunnen und Seen, das aus der Erde kommt, gilt als Quellwasser.",
+ "und man hat sie durch Hinzugießen. So nach der Erklärung von Maim. und רא״ש. Nach ר״ש; man hat den Brunnen dadurch erweitert, dass man um ihn herum Rinnen angebracht hat, und in diesen Rinnen ist das Wasser fließend.",
+ "ist sie. An den Stellen, wo vorher kein Wasser war.",
+ "dass sie nur bei stehendem Wasser reinigt. Weil das Wasser aus einer ursprünglich nicht fließenden Quelle stammt.",
+ "auch wenn es noch so wenig Wasser ist. S. ר״ן, Nedarim 41a."
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+ " Para VIII, 8.",
+ "Alle Meere. Auch Seen sind in dem Ausdruck ימים mit inbegriffen.",
+ "sind wie Wasser-Ansammlungen. Sie gelten nicht als Quellwasser.",
+ "denn es heißt. Genes. 1, 10.",
+ "Das große Meer. Nur der Ozean, der das Festland umgibt, ist in der Schrift mit מקוה המים gemeint, nicht aber die kleineren Binnenmeere und Binnenseen.",
+ "weil in ihm viele Meeresarten enthalten sind. Die Schrift bezeichnet nur deshalb das große Meer, den Ozean, mit der Mehrzahl ימים, weil so viele Wasser sich in ihn ergießen.",
+ "Alle Meere reinigen in fließendem Zustand. R. Jose ist der Ansicht, dass unter מקוה המים in der Schrift alle Meere und Seen zu verstehen sind, aber sie nennt sie nicht in der Hinsicht מקוה המים, dass sie in fließendem Zustande nicht reinigen, sondern nur in der Hinsicht, dass sie nicht als מים חיים gelten, weil מים חיים nur solche Wasser heißen, die immer wieder frisch aus dem Boden hervorquellen.",
+ "sind aber untauglich für die Flußleidenden. Den männlichen Flußleidenden, der zu seiner Reinigung in מים חיים untertauchen muss.",
+ "für die Aussätzigen. Das Wasser, in das man bei der Reinigung des Aussätzigen das Blut des geschlachteten Vogels hineintropfen lässt, muss ebenfalls מים חיים sein."
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+ "Fließendes Wasser. Wasser, das aus der Erde quillt und fließt, daher auch Bäche und Flüsse.",
+ "ist wie eine Quelle. Man darf, auch während es fließt, darin untertauchen, und Geräte, auch wenn es keine 40 Sea sind.",
+ "Tropfwasser. Regenwasser, das in Tropfen zur Erde fällt.",
+ "wie eine Tauche. Eine hergestellte Wasseransammlung, die 40 Sea enthalten muss und in der das Wasser nicht fließen darf. So erklären ר״ש und Barten. Dagegen versteht Maim. unter נוטפים eine Wasseransammlung, die sich aus Wasser gebildet hat, das aus einer hochgelegenen Quelle tropfenweise heruntergesickert ist, solches Wasser gilt, auch wenn es fließt, nicht als Quellwasser.",
+ "Zadok. Edujot VII, 3.",
+ "wenn. Bei einer Vermischung von fließendem und Tropfwasser.",
+ "es tauglich ist. D. h. das Wasser als Quellwasser gilt, selbst wenn erst bei Hinzurechnung des Tropfwassers soviel Wasser vorhanden ist, dass der unterzutauchende Gegenstand darin untertauchen kann (ר״ש).",
+ "Hat man Tropfwasser. Eine vorschriftsmäßig hergestellte Tauche aus Regenwasser, die wenigstens 40 Sea enthält.",
+ "fließend gemacht. Indem das Wasser durch ein Loch oder über den Rand hinweg hinausfließt. So lange das Wasser fließt, kann man nicht darin untertauchen, man muss deshalb den Abfluss aufzuhalten suchen.",
+ "kann man es anhalten. Wörtlich: man kann einen Stock dagegendrücken oder daran anfügen (סומך = anlehnen) und dadurch das weitere Abfließen verhindern.",
+ "selbst durch ein Schilfrohr. Die wenigstens unter Umständen für Unreinheit empfänglich sind.",
+ "selbst ein Flussleidender oder eine Flussleidende. Die selbst unrein sind.",
+ "und kann dann hineingehen und darin untertauchen. Obgleich es als Grundsatz gilt, dass das Wasser, in dem man untertaucht, nicht durch etwas, das unrein ist oder auch nur Unreinheit annimmt, angesammelt sein darf (s. V. M. 6), und dieses Wasser erst dadurch, dass man es angehalten hat, zu einer tauglichen Wasseransammlung geworden ist, da man, so lange es fließend war, nicht darin untertauchen durfte, ist es nach R. Jehuda dennoch tauglich, darin unterzutauchen, weil doch die Wasseransammlung nicht erst durch das Ver schließen des Abflusses entstanden ist, sondern schon vorher da war.",
+ "was Unreinheit annimmt. Also auch nicht vermittels eines vollständig reinen Menschen oder Gegenstandes, der Unreinheit annimmt.",
+ "darf man nicht fließend machen. Da מזחילין nur die Bedeutung ״fließend machen“ haben kann, ist dem Sinne nach zu ergänzen: und ebenso, wie man damit nicht fließend machen darf, darf man auch damit nicht das Fließende zum Stehen bringen. So erklären ר״ש und Barten. die Mischna, die danach auch nicht אפילו זב וזבה יורד וטובל sondern, da das אפילו זב וזבה zu dem Vorhergehenden gehört, ויורד וטובל lesen. Ganz anders erklärt Maim. die Mischna. Wie er unter נוטפים im ersten Teil der Mischna aus einer hochgelegenen Quelle tropfenweise herabfallendes Wasser versteht (s. oben Note 45), so erklärt er נוטפים שעשאן זוחלין : wenn man solches tropfenweise herabfallendes Wasser zu fließendem gemacht hat, indem man dort, wo die Tropfen herunterfallen, einen Stoch oder ein Rohr angestellt hat, auf denen die Tropfen herunterfließen, so gilt das Wasser als Quellwasser und können auch ein זב und eine זבה darin untertauchen. Für eine זבה braucht es allerdings gar kein Quellwasser zu sein, sie wird hier neben dem זב nur nebenbei genannt, um damit auszudrücken, dass das Untertauchen in diesem Wasser vollständig einwandsfrei ist, so dass selbst eine ׳זבה die durch das Tauchbad für den ihr bis dahin strengstens verbotenen geschlechtlichen Umgang wieder rein werden soll, darin untertauchen kann. Dagegen erklärt R. Jose, dass das Wasser nicht als fließendes Quellwasser tauglich ist, sobald es durch etwas, das Unreinheit annimmt, fließend gemacht worden ist, und auch ein Stock und ein Rohr sind nach Maim. wenigstens nach rabbinischer Vorschrift für Unreinheit empfänglich."
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+ " Chagiga 19a; Chullin 31a.",
+ "sich losgelöst. Von der See, in der man auch bei fließendem Wasser unter tauchen darf (s. oben V, 4).",
+ "sind sie rein. Hier müssen es 40 Sea sein, was sonst bei Quellwasser nicht erforderlich ist, weil das Wasser sich von der See voll ständig losgelöst hat. Auch ist nur das Untertauchen in dem auf die Erde niederfallenden Wasser giltig, nicht aber in dem noch in der Luft schwebenden Teile der Welle (Talmud).",
+ "kann man selbst untertauchen und anderes untertauchen. Sobald man nur weiß, dass es kein geschöpftes Wasser ist, auch wenn sich die 40 Sea durch das Zusammenrechnen des Wassers in mehreren miteinander verbundenen Vertiefungen ergeben.",
+ "untertauchen in Gräben. Die 40 Sea Wasser enthalten, aber nicht so breit und tief sind, dass ein Mensch darin untertauchen kann.",
+ "in Erdlöchern. נעיצים sind nach dem Talmud (Bab. Kam. 50b) Gruben, die oben breit sind und nach unten schmal zulaufen, nach Maim. von נעוץ = hineingesteckt, Löcher, die im Boden entstehen, wenn man etwas darin Steckendes herausreißt.",
+ "und in einer Eselshuf-Lache. Ein Wassertümpel, der durch das Eindrücken der Tierhufe in den Boden entstanden ist.",
+ "auf dem Boden zusammenhängt. So dass zusammen 40 Sea Wasser darin sind, dann kann man einen Gegenstand, auch in der einzelnen Lache untertauchen.",
+ "Beth-Schammai sagen. Edujot V, 2.",
+ "Man darf in herabfließendem Gebirgswasser. חרדלית (gr. Χαράδρα) von einem Berge herunterfließendes Regenwasser.",
+ "untertauchen. Wenn 40 Sea Wasser darin enthalten sind. Danach gilt nach Beth Schammai der Grundsatz nicht, dass man in Regenwasser, wenn es fließt, nicht untertauchen darf, oder ist es nach Beth Schammai, wie יו״ב annimmt, nur hier erlaubt, weil das Wasser nicht als ein fließendes betrachtet wird, da es, sobald es zu ebener Erde kommt, sich ansammelt und nicht weiter fließt.",
+ "dass man es mit Geräten einzäunen. Unten am Fuße des Berges (s. ר״ש).",
+ "und dann darin untertauchen kann. Auch nach Beth Hillel kann man dann an der Stelle, wo das Wasser durch die Geräte zum Stehen gebracht worden ist, untertauchen, obgleich es weiter oben noch fließt. Allerdings würde danach der Ausspruch des R. Jose in Mischna 5: כל דבר שהוא מקבל טומאה אין מזחילין בו nach der Erklärung, die ר״ש und Barten, dazu geben (s. oben Note 56), in Widerspruch zu der Ansicht von Beth Hillel stehen; das nötigt Barten. zu der Erklärung, dass das ומודים nur auf den Schlusssatz zu beziehen und zu übersetzen ist: sie stimmen überein, dass, wenn man ihn mit Geräten einzäunt — was nach der Ansicht von Beth Schammai überflüssig ist, und nach der von Beth Hillel nichts nützt, da man mit Geräten das Fließende nicht zum Stehen bringen darf — die Geräte, mit denen man eingezäunt hat, nicht als untergetaucht gelten. Nach der Erklärung von Maim. zur obigen Mischna bedarf es dieser gezwungenen Erklärung nicht, da danach R. Jose nur von dem Fließendmachen vermittels eines Gerätes spricht, nicht von dem Festhalten eines fließenden Wassers, dieses demnach auch nach Beth Hillel erlaubt sein kann.",
+ "gelten aber nicht als untergetaucht. Weil sie nur an der Innenseite von dem Wasser bespült worden sind, nicht aber an ihrer Außenseite. (יר״ב nimmt im Gegensatz zu ר״ש an, dass gemeint ist, man dürfe eine Stelle in dem herabfließenden Wasser durch Geräte einzäunen und dann darin untertauchen, die Geräte, mit denen man eingezäunt hat, gelten aber nicht als untergetaucht, weil ihre äußere Seite nur von fließendem Wasser umspült wird. Da dieses aber wieder nach Beth Schammai nichts schadet, so ist auch nach ihm das ומודים nicht zu übersetzen ״sie stimmen überein“, sondern ״sie“, nämlich Beth Hillel, ״stimmen zu“, dass man durch Geräte einzäunen und darin untertauchen darf, obgleich die Geräte für Unreinheit empfänglich sind, entsprechend der Erklärung von Maim, zu Mischna 5, dagegen sind sie im Gegensatz zu Beth Schammai der Ansicht, dass die Geräte selbst nicht als untergetaucht gelten, weil sie an ihrer äußeren Seite von fließendem Wasser bespült werden)."
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+ "Alles. Angesammeltes Wasser.",
+ "ist wie die Tauche. Man kann, auch wenn es nur eine kleine Wasseransammlung ist, Gegenstände darin untertauchen, und es ergänzt den Wasserinhalt der Tauche zu den erforderlichen vierzig Sea.",
+ "In Löchern. Andere Lesart: חוררי).",
+ "in der Höhle. Löcher in den Wänden der Höhle, die als Tauche dient, in denen Wasser steht.",
+ "und in Spalten der Höhle kann man untertauchen. Kleinere Gegenstände.",
+ "wie sie auch sind. Wenn auch nur wenig Wasser darin ist und dieses auch nur in Haaresbreite mit dem Wasser der Tauche verbunden ist.",
+ "In einer Grube. ערקה s. oben IV Note 29. Nach Maim. eine ausgehöhlte Grube unter dem Boden der Tauche, nach ר״ ש und רא״ש eine Grube neben der Tauche.",
+ "verbunden ist. Weil hier das Wasser nicht wie das in den Löchern und Spalten nach dem Tauchenwasser zu offen steht, sondern durch eine Zwischenwand von ihm getrennt ist.",
+ "Wenn sie durch sich selbst sich hält. Das heißt nach Maim., wenn die Erdschicht, die sie von der über ihr liegenden Tauche trennt, stark genug ist, dass sie nicht eingedrückt wird, wenn jemand in der Tauche untertaucht, nach ר״ש und רא״ש, wenn in der Grube Wasser vorhanden ist, auch wenn sie nicht mit der Tauche verbunden ist, wenn nämlich die neben ihr liegende Tauche so viel tiefer liegt als sie, dass das Tauchenwasser, auch wenn es schon vierzig Sea sind, nicht an das Loch in der Grube heranreicht, in diesem Falle ist, auch wenn das Wasser in der Tauche steigt, bis es sich durch das Loch mit dem Wasser in der Grube verbindet, eine Verbindung in der Weite eines Schlauchrohrs erforderlich.",
+ "wie es auch ist. Nach Maim., weil eine solch’ brüchige Scheidewand nicht als Trennung gilt, nach ר״ש und רא״ש, weil dann die neben der Tauche befindliche Grube nicht anders zu beurteilen ist, als ein Loch oder eine Spalte in den Wänden der Tauche."
+ ],
+ [
+ " S. Chagiga 22a.",
+ "Ist ein Eimer voll mit Geräten. Und der Eimer sowohl wie die Geräte sind unrein.",
+ "und man hat sie. Den Eimer mit den Geräten. Andere Lesart: והטבילו.",
+ "sind sie rein. Auch wenn der Eimer oben so schmal zuläuft, dass die Öffnung nicht so weit wie ein Schlauchrohr ist, wird das Wasser in dem Eimer doch als mit dem Wasser der Tauche verbunden betrachtet, und gelten deshalb auch die Geräte in dem Eimer als in der Tauche untergetaucht. Im Talmud (Chagiga 22a) wird dies damit begründet, da das in den Eimer eingedrungene Wasser trotz der engen Öffnung für die Reinigung des Eimers als mit dem Tauchenwasser verbunden gilt — da man ein Gefäß mit solcher engen Öffnung überhaupt niemals vollkommen, auch mit seiner Innenfläche, in Tauchwasser untertauchen könnte, wenn das Wasser in dem Gefäß als nicht mit der Tauche verbunden gelten würde — gilt es auch für die in dem Eimer liegenden Geräte als mit dem Tauchenwasser verbunden.",
+ "untergetaucht. Wenn der Eimer nicht unrein war, man daher eigentlich nicht ihn untergetaucht, d. h. an ihm die טבילה vollzogen, sondern ihn nur als Mittel benutzt hat, die in ihm liegenden Geräte unterzutauchen.",
+ "gilt das Wasser nicht als verbunden. L. liest: הרי אלו מעורבין, was wohl korrumpiert ist. ר״ש und רא״ש lesen: במים המעורבין, wonach zu übersetzen ist: ״oder wenn man Geräte in einem mit einer Tauche verbundenen Wasser untertaucht,“ muss es in der Weite eines Schlauchrohrs verbunden sein. So auch im Talmud (1. c.): הכי קאמר ואם אינו צריך להטבילו ומים המעורבין עד שיהו מעורבין כשפופרת הנוד.",
+ "wenn es nicht in der Breite eines Schlauchrohrs verbunden ist. Da dann der Note 14 angegebene Grund wegfällt."
+ ],
+ [
+ "in der einen zwanzig Sea. Tauglichen Wassers.",
+ "in der anderen zwanzig Sea. Tauglichen Wassers.",
+ "und es sind drei Personen. Zu gleicher Zeit.",
+ "so dass sie sich mit einander vermengt haben. Das Wasser in jeder der drei Tauchen ist infolge des Hineinsteigens des Unter tauchenden übergeflossen und hat sich mit dem der daneben liegenden Tauche vermengt.",
+ "sind die Tauchen rein. Da durch die Vermengung der beiden Tauchen mit tauglichem Wasser eine taugliche Tauche entstanden und durch ihre Verbindung mit der Tauche mit untauglichem Wasser auch diese tauglich geworden ist.",
+ "und die Untergetauchten rein. Da alle drei Tauchen während ihres Untertauchens tauglich waren.",
+ "wie sie waren. Die beiden Tauchen mit tauglichem Wasser sind trotz des Überfließens nicht zusammengekommen, da die mit geschöpftem Wasser dazwischen lag, es ist deshalb eine taugliche Tauche überhaupt nicht entstanden, das geschöpfte Wasser in der mittleren Tauche bleibt deshalb untauglich, auch wenn man es durch taugliches Wasser zu vierzig Sea ergänzt. Aber es bleibt auch das Wasser in den beiden anderen Tauchen tauglich und ist nicht dadurch untauglich geworden, dass geschöpftes Wasser aus der mittleren Tauche hineingeflossen ist, weil dieses Wasser nicht direkt in die Tauchen hineingefallen ist, sondern über den Tauchenrand sich hingezogen (המשכה) und dort mit dem tauglichen Wasser sich vermischt hat und darin aufgegangen ist (נתבטל ברוב), und dann erst in die Tauche hineingefallen ist (s. oben IV, 4).",
+ "wie sie waren. Sie sind nicht in einer tauglichen Tauche untergetaucht und deshalb weiter unrein."
+ ],
+ [
+ "die drei Log Wasser enthalten. Nach ר״ש : wenn sie einschließlich des Wassers in den Poren des Schwamms bezw. in den Ritzen des Eimers, das beim Hineinfallen nicht herausfließt, nur genau drei Log Wasser enthalten. רא״ש und Maim. erklären: wenn der Eimer nur eine schmale Öffnung hat, so dass beim Hineinfallen nicht alles Wasser herausfließt, sondern das geschöpfte Wasser nur mit der Tauche durch den Gefäßhals verbunden ist.",
+ "in eine Tauche. Die keine vierzig Sea Wasser enthält.",
+ "weil sie. Die Weisen.",
+ "Wenn drei Log hineingefallen sind. Nur wenn drei Log in das Tauchwasser hineingefallen sind, während hier ein Teil des Wassers in dem Schwamm oder dem Eimer zurückbleibt."
+ ],
+ [
+ "In einer Kiste oder einem Kasten. Beides sind Gegenstände mit einem so großen Rauminhalt, dass sie für gewöhnlich vierzig Sea Flüssiges oder darüber fassen können und deshalb nicht wie andere Geräte verunreinigungsfähig sind (s. Kelim XV, 1).",
+ "im Meere. D. h. die von allen Seiten vom Meerwasser umgeben sind, in manchen Ausgaben fehlt das Wort: שבים).",
+ "wenn sie nicht ein Loch so breit wie ein Schlauchrohr haben. Nach Barten. sind sie wie eine Grube unter oder neben der Tauche (עוקה oben Mischna 1), in der man nur untertauchen darf, wenn sie durch ein Loch in der Weite eines Schlauchrohrs mit der Tauche verbunden ist. Danach bleibt aber die Ansicht des R. Jehuda schwierig, warum er hier eine so große Öffnung verlangt, wie sie sonst für die Verbindung mit dem Tauchwasser nirgends gefordert wird. Nach יו״ב handelt es sich hier gar nicht um die Verbindung mit dem Meerwasser, sondern um das Untertauchen in einem Gerät. Als Grundsatz gilt, dass man in einem Gerät nicht untertauchen darf, auch wenn es vierzig Sea tauglichen Wassers enthält. Wie man aber nach Mischna 2 Geräte, die in einem Eimer liegen, in einer Tauche untertauchen darf, auch wenn der Eimer selbst nicht unrein ist, wenn nur die Öffnung des Eimers die Weite eines Schlauchrohrs hat, so könnte man annehmen, dass auch Gegenstände, die man in einen im Meerwasser stehenden Kasten untertaucht, als im Meerwasser untergetaucht gelten, wenn eine Verbindung vorhanden ist, weil ja der Kasten selbst in das Wasser untergetaucht ist. Demgegenüber erklärt die Mischna, dass dieses nicht der Fall ist, weil man ja den Kasten nicht untertaucht, sondern er fest auf dem Boden steht, und es deshalb eher zu befürchten ist, dass wenn dieses erlaubt wird, man es schließlich auch für zulässig halten wird, etwas in einem Gefäß, das nicht mit einer Quelle oder Tauche verbunden ist, unterzutauchen. Will man deshalb in dem Kasten unter tauchen, so muss man ihm die Eigenschaft als Gerät nehmen, und dieses geschieht dadurch, dass man am Boden oder dicht über dem Boden ein Loch macht, das hier die Größe haben muss, die im Allgemeinen für die die Tauche betreffenden Bestimmungen vorgeschrieben ist. In ähnlicher Weise fasst auch מ''א die Mischna auf; dagegen spricht aber, dass in der Tosefta V, 2 der Ausspruch des R. Jehuda ausdrücklich auf die Verbindung durch השקה bezogen wird, s. auch oben IV, 5.",
+ "Bei einem großen Gerät. Das acht Handbreiten oder darüber groß ist.",
+ "muss es vier Handbreiten groß sein. Obgleich diese vier Handbreiten noch nicht den größeren Teil des Gerätes ausmachen.",
+ "bei einem kleinen. Bei dem vier Handbreiten schon mehr als den größeren Teil des Gerätes ausmachen.",
+ "Ist es ein Sack oder ein Korb. Im Meerwasser oder überhaupt in einer Tauche.",
+ "verbunden ist. Da sie aus durchlässigen Stoffen sind.",
+ "Hat man sie unter die Traufrinne gestellt. Damit das Regenwasser durch sie hindurchfließt.",
+ "machen sie die Tauche. Wenn das Wasser aus ihnen in eine Tauche fließt, die keine vierzig Sea Wasser enthält.",
+ "nicht untauglich. Das Wasser gilt nicht als geschöpft, weil sie durchlässig sind.",
+ "sondern. Andere Lesart: ומטבילין.",
+ "man kann sie untertauchen und gradenwegs wieder herausnehmen. Wenn man in einer Tauche, die abgemessene vierzig Sea Wasser enthält, einen Wasser in sich aufnehmenden Gegenstand untertaucht, darf man ihn nach dem Untertauchen nicht mit der Öffnung nach oben herausheben, weil dadurch das in ihm befindliche Wasser das Wasser in der Tauche auf weniger als vierzig Sea reduziert, und wenn man dann das Wasser aus ihm wieder zurückgießt, die Tauche untauglich wird, man muss ihn deshalb mit der Öffnung nach unten herausheben (s. weiter VII, 6). Das ist bei einem Sack und einem Korbe nicht nötig, weil das in ihnen befindliche Wasser nicht als geschöpft gilt."
+ ],
+ [
+ "Taucht man Geräte in einem beschädigten irdenen Gef. גסטרא gr. γάστρα = ein bauchiges Gefäß, es wird darunter gewöhnlich ein irdenes Gefäß verstanden, von dem der obere Teil abgebrochen ist, deshalb γάστρα genannt, weil nur der untere bauchige Teil erhalten ist. So erklärt auch Maim. (Kelim II, 6), dass damit ein Untersatz gemeint ist, den man nur dazu gebrauchen kann, ihn unter ein mit Flüssigkeit gefülltes Gefäß zu setzen, um die überfließende oder durchsickernde Flüssigkeit aufzufangen.",
+ "das in der Tauche steht. Und dessen Wasserinhalt durch die Lücken an den beschädigten Stellen des Gefäßes mit dem Wasser der Tauche in Verbindung steht, das mit seinem oberen Rande aber aus dem Wasser der Tauche herausragt (רא״ש).",
+ "werden sie von ihrer Unreinheit rein. Und es ist nicht nötig, wie bei der Kiste und dem Kasten in der vorhergehenden Mischna, dass es am Boden oder dicht am Boden durchlöchert ist, weil es, wenn es auch für Unreinheit noch empfänglich ist, doch an sich schon kein richtiges Gefäß ist.",
+ "aber sie werden durch das irdene Gef. Wenn dieses unrein ist.",
+ "wieder verunreinigt. Ein irdenes Gefäß wird durch Untertauchen nicht rein. Das Wasser in dem Gefäß wird nicht durch das Gefäß verunreinigt, da es mit dem Tauchwasser in Verbindung steht. Sobald man die untergetauchten Geräte aber aus dem in dem Gefäße enthaltenen Wasser heraushebt, während sie sich noch zwischen der Einfassung des Gefäßes befinden, wird das an den untergetauchten Geräten noch hängende Wasser, das nicht mehr mit der Tauche verbunden ist, unrein, weil Speisen und Getränke, sobald sie in den Luftraum eines unreinen irdenen Gefäßes kommen, unrein werden, und verunreinigt wieder die untergetauchten Geräte.",
+ "sind sie rein. Da dann die Geräte, sobald sie aus dem Wasser herausgehoben werden, sich außerhalb des Luftraumes des unreinen Gefäßes befinden und das an ihnen hängende Wasser deshalb nicht unrein wird.",
+ "Kommt eine Quelle aus einem Ofen. Der unrein ist. Auch der Ofen ist ein irdenes Gerät und verunreinigt, wenn er unrein ist, Speisen und Getränke, die in seinen Innenraum kommen, auch wenn sie ihn nicht berühren.",
+ "ist er rein. Weil ein Mensch durch den Innenraum des Ofens nicht unrein wird.",
+ "und seine Hände sind unrein. Weil die Hände des Menschen, wenn sie in den Luftraum eines unreinen Ofens kommen, unrein werden (s. Jadajim III, 1). Dadurch, dass die Hände in dem Quellwasser, das in dem Luftraume des Ofens fließt, untergetaucht sind, sind sie nicht rein geworden, ebenso wenig wie jemand rein wird, wenn er mit einem verunreinigenden Kriechtiere in der Hand untertaucht.",
+ "Steht von ihr. Der Quelle.",
+ "sind auch seine Hände rein. Da dann seine unrein gewordenen Hände beim Heraussteigen durch das außerhalb des Ofens stehende Wasser wieder rein geworden sind."
+ ],
+ [
+ "Für die Verbindung von Tauchen. Wenn man das Wasser von zwei neben einander liegenden Tauchen, die jede für sich keine vierzig Sea enthalten, mit einander verbinden will, um eine taugliche Tauche herzustellen, kann dieses in der Weise geschehen, dass man die sie von einander trennende Zwischenwand in der Weite eines Schlauchrohrs durchbricht, so dass das Wasser der einen mit dem der anderen in dieser Weite, d. h. sowohl in dieser Breite wie in dieser Höhe, sich verbindet. Verbinden sich dagegen die Oberflächen der beiden Wasser, so genügt eine Verbindung in der Breite eines Schlauchrohrs und der Höhe einer Knoblauchschale (s. weiter Mischna 9). Auch wenn man eine Tauche von geschöpftem Wasser mit einer tauglichen Tauche durch ein Loch in der Zwischenwand verbinden will, ist eine Verbindung in der Breite und Höhe eines Schlauchrohrs erforderlich; wird aber angenommen, dass geschöpftes Wasser nach Toravorschrift tauglich und nur nach rabbinischer Verordnung für das Untertauchen untauglich ist, genügt für diesen Fall eine Verbindung in Haaresbreite (s. Barten. zur folgenden Mischna).",
+ "gilt als Maß die Breite eines Schlauchrohrs. Ein Rohr, das man in die Öffnung eines Schlauches hineinsetzt, wenn man ihn füllen will.",
+ "dessen Dicke. Die Dicke der Wandung des Rohrs.",
+ "worin man zwei Finger. Nach Maim. Zeigefinger und Mittelfinger, nach ר״ש und רא״ש zwei Zeigefinger.",
+ "ob die Verbindung so breit wie ein Schlauchrohr ist oder nicht. Und es lässt sich, nachdem man darin untergetaucht hat, nicht mehr fest stellen, wie es war.",
+ "weil dieses eine Toravorschrift ist. Dass die Tauche vierzig Sea enthalten muss und das Maß der Tauchenverbindung.",
+ "dasselbe gilt von der Olivengröße von einem Toten und der Olivengröße von einem Aas und der Linsengröße von einem Kriechtier. Auch wenn man im Zweifel ist, ob sie bei ihrer Berührung die erforderliche Größe hatten, ist man unrein, weil alle Maß-Bestimmungen auf Sinai-Vorschrift beruhen.",
+ "was in der Schlauchrohr-Breite. כשפופרת steht im Sinne von בכשפופרת.",
+ "stehen bleibt. Erde, Steinchen, Wasserpflanzen und Lebewesen, die sich in dem Loch festsetzen.",
+ "was im Wasser selbst entsteht. Quallen und dergleichen."
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+ [
+ "Man kann Tauchen tauglich machen. Eine durch die andere, indem man sie mit einander verbindet.",
+ "durch eine darunter liegende. Obgleich sonst eine Verbindung auf schräger Ebene nicht als Verbindung gilt (s. Toharot VIII, 9).",
+ "und eine entfernt liegende durch eine in der Nähe liegende. Ob gleich es möglich ist, dass, als man untertauchte, die Verbindung durch irgendjemand unterbrochen war.",
+ "Man bringt eine irdene oder bleierne Röhre. Oder aus irgendeinem anderen Material, man pflegte nur meist solche Röhren zu benutzen (Maim.). Der Grundsatz, dass das Hineinleiten von Wasser in eine Tauche vermittels eines Gegenstandes, der Unreinheit annimmt, die Tauche untauglich macht (s. V. M. 10), gilt für das bloße Verbinden von zwei Tauchen nicht.",
+ "bis sie mit Wasser gefüllt wird. Maim. erklärt: man legt die Röhre mit dem einen Ende in das Wasser der unteren tauglichen Tauche, lenkt dann die Röhre mit der Hand so, dass sie sich ganz mit Wasser füllt, dann leitet man das andere Ende der mit Wasser gefüllten Röhre in die obere Tauche hinein, die keine vierzig Sea Wasser enthält, sobald sich da die Wasser nur in Haaresbreite berühren, ist auch die obere Tauche tauglich. Nach ר״ש wird eine Tauche mit weniger als vierzig Sea Wasser nicht durch Verbindung mit einer tauglichen in Haaresbreite tauglich, sondern nur durch Verbindung in Breite eines Schlauchrohrs. Vielmehr handelt es sich nach ihm um eine Tauche mit geschöpftem Wasser, die durch Verbindung mit der unteren tauglichen Tauche tauglich gemacht werden soll, dazu ist keine Verbindung in Breite eines Schlauchrohrs nötig, wenn die Untauglichkeit von geschöpftem Wasser nur auf rabbinischer Verordnung beruht. Er erklärt: man legt die Röhre mit dem einen Ende in die obere und mit dem anderen in die untere Tauche, hebt dann mit der Hand das untere Ende hoch, bis sich die Röhre mit Wasser aus der oberen Tauche gefüllt hat, und lässt dann das Wasser in die untere hineinfließen. Nach רא״ש hat das Hochhalten der Röhre mit der Hand, bis sie sich mit Wasser gefüllt hat, den Zweck, dass sich darin soviel Wasser ansammelt, dass beim ersten Berühren mit der tauglichen Tauche die Verbindung wenigstens die Breite eines Schlauchrohrs hat, nachher genüge dann die Verbindung in Haaresbreite.",
+ "und leitet es. Das Wasser.",
+ "bis es das andere. Das Wasser in der anderen Tauche.",
+ "Sind in der oberen vierzig Sea. Taugliches Wasser.",
+ "auf der Schulter. ממלא בכתף verkürzt für ממלא ומביא בכתף, es soll damit ausgedrückt werden, dass man das Wasser direkt aus den auf den Schultern getragenen Schöpfeimern hineingießen kann, ohne es erst auf der Erde auszugießen und von da hineinfließen zu lassen.",
+ "hintragen und in die obere hineingießen. Bis diese überläuft und das Überlaufende in die untere hineinfließt.",
+ "bis in die untere vierzig Sea hinunter fließen. Weil das Wasser einer tauglichen Tauche von 40 Sea tauglich bleibt, wenn auch noch so viel geschöpftes Wasser hinzugegossen wird."
+ ],
+ [
+ "Wenn die Wand zwischen zwei Tauchen. Von denen die eine weniger als vierzig Sea enthält oder die erst beide zusammen 40 Sea Wasser enthalten.",
+ "von oben nach unten. Mit שתי bezeichnet man bei einem Gewebe die Kettenfäden, die bei einem aufrecht stehenden Webstuhl von oben nach unten aufgezogen sind, während ערב die Bezeichnung für die Einschlagsfäden ist, die von der einen Seite nach der anderen durch sie hindurchgezogen werden. Dem entsprechend ist hier bei der Mauer unter שתי die Richtung von oben nach unten zu verstehen und unter ערב die von der einen Seite der Mauer zur anderen, so erklären auch fast alle Erklärer. Nur ר״ש erklärt merkwürdiger Weise hier לשתי mit: von einer Seite zur anderen, und לערב: von oben nach unten, ebenso auch רא״ש. Es ist wohl anzunehmen, dass auch sie unter שתי die Richtung von oben nach unten und unter ערב die von einer Seite zur anderen verstehen, nach ihnen aber נהדק לשתי in dem Sinne aufzufassen ist: wenn die שתי-Richtung der Mauer, das ist ihre Höhe, gespalten ist, und zwar durch einen von der einen nach der anderen Seite laufenden Spalt, durch den der obere Teil der Mauer von dem unteren abgetrennt ist, und ebenso סנדק לערב: wenn die ערב-Richtung der Mauer, das ist ihre Breite, gespalten ist, und zwar durch einen von oben nach unten verlaufenden Spalt, durch den das eine Ende der Mauer von dem anderen getrennt ist. (Damit gleicht sich auch der von מ״א angeführte Widerspruch aus, dass ר״ש selbst zu der Mischna Ohalot VI, 3 שתי mit von oben nach unten und ערב von der einen Seite zur anderen erklärt. Dort heißt es in der Tosefta nicht נסדק לשתי und ׳נסדק לערב sondern כמין שתי und ׳כמין ערב das heißt, wenn der Spalt so ist, wie er bei dem שתי oder wie er bei dem ערב ist; wenn die Kettenfäden auf gezogen sind ohne die Einschlagsfäden, geht zwischen einem Faden und dem anderen ein Spalt von oben nach unten, und ebenso, wenn nur die Einschlagsfäden da wären ohne die Kettenfäden, würde zwischen einem Einschlagsfaden und dem anderen ein Spalt von der einen Seite zur anderen gehen).",
+ "gespalten ist. So dass durch den Spalt das Wasser der einen mit dem der anderen in Verbindung steht.",
+ "gelten sie als verbunden. Auch wenn der Spalt nicht so weit wie ein Schlauchrohr ist. Wenn die Tauchen nur durch ein Loch in der Mauer verbunden sind, muss dieses die Weite eines Schlauchrohrs haben, wenn aber die ganze Mauer von oben bis unten auseinander gespalten ist, gelten die Tauchen als verbunden, wenn der Spalt auch noch so klein ist. So nach Maim. Nach einer anderen Erklärung heißt מצטרף: die ganze Länge des Spaltes rechnet zusammen, d. h. wenn der ganze Spalt in kleinste Teile zerschnitten und an einander gelegt die Weite eines Schlauchrohrs ergibt, nur dann gelten die Tauchen als verbunden.",
+ "gelten sie nicht als verbunden. Weil der obere Teil der Mauer durch seine Schwere sich doch allmählich senken und so der Spalt sich wieder schließen wird, deshalb werden die Tauchen trotz des Spaltes als durch die Mauer getrennt betrachtet (יו״ב).",
+ "Umgekehrt ist die Sache. Er ist der Ansicht, dass ein über die ganze Mauer gehen der Spalt nicht besser ist als ein Loch und auch die Weite eines Schlauchrohrs haben muss. Geht aber der Spalt von der einen Seite der Mauer bis zur anderen, so wird durch das durchdringende Wasser der untere Teil der Mauer immer mehr abgebröckelt und deshalb nicht als Trennung betrachtet (יו״ב).",
+ "Dringen sie (die Tauchen. So dass die beiden Wasser-Oberflächen sich im freien Raum berühren.",
+ "so genügt die Höhe einer Knoblauch-Schale in der Breite eines Schlauchrohrs. Der berührende Wasserstreifen muss die Breite eines Schlauchrohrs haben, braucht jedoch nur so hoch wie eine Knoblauchschale zu sein."
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+ "Wenn ein Abzugsbecken. אביק nach Fleischer, zu Levy Wörterbuch = arab. אנביק vom gr. ἄμβιξ, ein Destillierbecher, hier ein Metallbecken, das in den Boden des Badebassins eingesetzt wurde, in das ein zu verschließendes Abflussrohr einmündete, das man öffnete, wenn das Wasser aus dem Bassin abfließen sollte.",
+ "sich in der Mitte des Bades. Wenn es in der Mitte des Badebassins angebracht ist, in das man das Wasser zur Herstellung der Tauche fließen lässt.",
+ "macht es untauglich. Das Becken bleibt ein Gerät, auch nachdem es am Boden befestigt und auch wenn es nur für diesen Zweck angefertigt worden ist, insoweit, dass das in ihm gesammelte Wasser als geschöpftes Wasser gilt. Befindet sich das Becken in der Mitte, so läuft das frische Wasser, das man in das Bassin hineinlässt, nachdem man das schmutzige hat abfließen lassen, zunächst in das Becken, da dieses tiefer liegt als der Bassinboden, es befindet sich danach in der leeren Tauche zunächst geschöpftes Wasser, deshalb bleibt die Tauche untauglich, auch wenn sie sich dann mit tauglichem Wasser füllt. Vorauszusetzen ist, dass das Becken wenigstens drei Log Wasser fasst, da erst diese eine Tauche untauglich machen, oder man muss mit יו״ב annehmen, dass auch das über dem Becken stehende Wasser als durch das Becken geschöpft betrachtet wird.",
+ "weil es da einer Tauche neben einer anderen Tauche gleicht. Nur wenn das Becken in der Mitte liegt und von allen Seiten von dem übrigen Tauchenwasser umgeben ist, gilt das Wasser in dem Becken als zu der Tauche gehörig und ist deshalb, weil zuerst geschöpftes Wasser in ihr war, die Tauche untauglich. Liegt dagegen das Becken an der Seite, so gilt das Wasser in ihm als eine besondere Wasseransammlung für sich, durch die das übrige Wasser in der Tauche nicht untauglich wird. Auch wenn in das Bassin 40 Sea taugliches Wasser hineingelassen werden, bleibt aber das Wasser in dem Becken trotz seiner Verbindung mit einer tauglichen Tauche zum Untertauchen untauglich, weil es sich in einem Gefäß befindet (s. oben V, Note 4).",
+ "Wenn das Badebassin. אמבטי, gr. ἐμβατή, Behältnis zum Baden.",
+ "bevor solches in das Abzugsbecken gelangt. Wenn der Rand des Beckens höher liegt als der Boden des Bassins, so dass beim Hineinlassen zuerst sich Wasser auf dem Boden sammelt.",
+ "ist es tauglich. Nach יו״ב, auch wenn das Becken in der Mitte liegt, nach מ״א machen die Weisen diesen Unterschied nur, wenn das Becken an der Seite liegt. Ein Viertel Log Wasser genügt nach Toravorschrift für das Unter tauchen kleiner Gegenstände; sobald sich deshalb ein Viertel Log Wasser auf dem Boden des Bassins angesammelt hat, ist bereits eine Tauche mit tauglichem Wasser vorhanden, und wird deshalb, wenn dann das Becken sich mit Wasser füllt, dieses als eine besondere Tauche betrachtet.",
+ "ist es untauglich. Auch wenn sich das Becken an der Seite befindet.",
+ "aufnimmt. Damit ist vielleicht gemeint, wenn das Loch zum Abflussrohr verschlossen ist (s. dagegen מ״א).",
+ "wie es auch sein mag. Sowohl in der Mitte wie an der Seite."
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+ "Wenn in einer Reinigungsleitung. מטהרת nach der Erklärung von ר״ש: eine an den Wänden des Baderaums entlang führende Wasserleitung zur Abspülung nach dem Baden im warmen Bade.",
+ "in einem Bade die untere. Von zwei nebeneinander fließenden Leitungen, von denen die eine etwas tiefer liegt als die andere. Die beiden Leitungen sind durch eine Zwischenwand getrennt, durch ein Loch in dieser Wand ist aber das Wasser der einen Leitung mit dem in der anderen wieder verbunden.",
+ "sich drei Log befinden. Wenn das Loch so groß und breit ist, dass drei Log Wasser darin Raum haben.",
+ "ist es untauglich. Wenn die obere Leitung keine 40 Sea Wasser enthält, wird das darin fließende Wasser untauglich, als wenn drei Log geschöpften Wassers darin hineingefallen wären. Umso mehr wird die untere Leitung untauglich, wenn sie taugliches Wasser enthält und die obere geschöpftes, weil doch das Wasser eher von oben nach unten als von unten nach oben fließt. So nach der Erklärung von רא״ש, ר״ש und Barten. Nach der Erklärung von יו״ב besteht die מטהרת aus zwei übereinander liegenden Leitungen, die obere dient dazu, taugliches Wasser zu einer Tauche hinzu leiten, die untere, gebrauchtes Wasser abfließen zu lassen. Der Boden der oberen Leitung ist nach der unteren zu durchlöchert, damit Steinchen und Erdklumpen, die das Wasser mit sich führt, in die untere Leitung hineinfallen und mit dem Abflusswasser abfließen, daher die Bezeichnung des Ganzen als מטהרת. Wenn nun drei Log von dem Wasser der unteren Leitung an dem Loch vorbeifließen, bevor vierzig Sea Wasser durch die obere Leitung hindurchgeflossen sind, ist es, als wenn die drei Log geschöpften Wassers in das taugliche Wasser hineingefallen wären, und ist das Wasser als mit geschöpftem gemischt untauglich. So erklärt יו״ב das אם יש כנגד הנקב ג׳ לוגין. Nach א״ר handelt es sich um zwei nebeneinander liegende Leitungen, von denen die eine etwas tiefer liegt als die andere, doch so, dass durch das Loch in der Zwischenwand Wasser auch von der tiefer liegenden Leitung in die höher liegende hineinfließen kann. Das אם יש כנגד הנקב ג׳ לוגין bedeutet aber nach ihm: wenn durch das Loch drei Log von dem Wasser der unteren Leitung in die obere und von dort in die Tauche hineinfließen, in die sich das Wasser der oberen Leitung ergießt, bevor vierzig Sea aus der oberen Leitung in die Tauche hineingeflossen sind, so ist die Tauche untauglich.",
+ "Wie der dreihundertzwanzigste Teil einer Tauche. So nach Maim. und Barten., die בריכה als gleichbedeutend mit מקוה auffassen, wie es in unserer Masechta häufig gebraucht wird. Danach erklärt Maim.: wenn die untere Leitung die zu einer מקוה erforderlichen vierzig Sea Wasser enthält, muss der Rauminhalt des Loches/320 des Rauminhalts der unteren Leitung betragen, da 1 Sea = 24 Log, 40 Sea = 960 Log, demnach 3 Log =/320 von 40 Sea sind. Enthält die untere Leitung mehr oder weniger als 40 Sea, so muss der Rauminhalt des Loches einen dementsprechend kleineren oder größeren Teil des Rauminhaltes der Leitung betragen. Dagegen wendet א״ר ein, dass danach die Ausführung der Mischna etwas ganz Überflüssiges aussprechen würde, denn dass 3 Log =/320 von 40 Sea sind, braucht doch die Mischna nicht erst zu sagen. Auch nach ihm steht בריכה hier in der Bedeutung von ׳מקרה aber es ist damit nicht die Wasseransammlung in der unteren Leitung gemeint, sondern die מקוה die durch das aus der oberen Leitung fließende Wasser entsteht. Danach erklärt er: wenn das Loch so groß ist, dass in der Zeit, in der 40 Sea aus der oberen Leitung in die zu bildende מקוה hineinfließen, drei Log aus der unteren Leitung durch das Loch in die obere hinein- und mit deren Wasser mit hinausfließen, so ist die entstandene מקוה untauglich, weil nur 40 Sea weniger 3 Log taugliches Wasser hineingeflossen sind, die durch die 3 Log geschöpften Wassers untauglich geworden sind. Darauf stellt die Mischna die Frage, wie groß das Loch sein muss, damit dieses anzunehmen ist, und die Antwort lautet: so groß, dass in 320 Teilen Wasser, die aus der oberen Leitung hinausfließen, immer ein Teil aus der unteren Leitung enthalten ist. Ob dieses der Fall ist, lässt sich sehr einfach dadurch feststellen, dass man zunächst das Loch verstopft und 319 Log oder halbe Log oder von irgendeinem anderen Maße, aus der oberen Leitung herausfließen lässt, dann das Loch öffnet und sieht, ob in derselben Zeit, in der vorher 319 Log hinausgeflossen sind, jetzt 320 hinausfließen. Ist dieses der Fall, so folgt daraus, dass1/320 von dem in die Tauche (בריכה) hineingeflossenen Wasser, demnach von den zuerst hineingeflossenen 40 Sea = 960 Log960/320 = 3 Log geschöpftes Wasser waren und dadurch die Tauche untauglich geworden ist. Nach יו״ב ist hier בריכת nicht als gleichbedeutend mit מקוה aufzufassen, sondern er versteht darunter das gesamte durch die obere Leitung fließende Wasser von der Stelle an, aus der es nach der Leitung hinfließt, bis zu der Stelle, wo es aus ihr wieder hinausfließt. Die Frage, wie groß das Loch sein muss, um das Wasser untauglich zu machen, beantwortet die Mischna danach dahin: wenn das Loch so groß ist, dass es1/320 von der Wassermenge fasst, die sich zu einer Zeit in dem oberen Wasser befindet, von der Stelle an, wo dieses seinen Ausgang nimmt, bis dorthin, wo es aus der oberen Leitung herausfließt. Würde z. B. diese Wassermenge 320 Log betragen, so müsste danach das Loch so groß sein, dass es ein Log fasst, dann wird es betrachtet, als wenn dieses eine Log in die 320 Log des oberen Wassers hineingeflossen ist und sich mit ihnen vermischt hat; sind nun 3×320 = 960 Log, die für eine Tauche erforderliche Wassermenge, durch die obere Leitung geflossen, befinden sich danach darunter 3 Log von dem unteren geschöpften Wasser und ist deshalb das Wasser für eine Tauche untauglich. Auch wenn die betreffende Wassermenge nur 160 Log betragen würde, das Loch danach nur ein halbes Log zu fassen brauchte, würde das Wasser untauglich werden, obgleich dann die 3 Log erst durch 6-maligen Zufluss mit den 40 Sea weniger drei Log tauglichen Wassers sich vermischt haben, weil man von vorneherein auf dieses fortgesetzte Hin einfließen des geschöpften Wassers hat rechnen müssen (s. oben III, Schluss von Note 38).",
+ "Auch wenn die untere voll mit tauglichem und die obere voll mit geschöpftem ist. So dass sicher geschöpftes Wasser aus der oberen Leitung in die untere hineingeflossen ist.",
+ "denn sie. Die Weisen.",
+ "Wenn drei Log hineingefallen sind. Wenn sie unmittelbar in eine Tauche hineingefallen sind, machen sie die Tauche, wenn diese keine 40 Sea enthält, untauglich, nicht aber, wenn sie wie hier vorher mit einer größeren Wassermenge vermischt eine Strecke dahingeflossen und dann erst in die Tauche hineingeflossen sind (s. oben IV, 4)."
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+ "die die Tauche ergänzen. Wenn sie in eine Tauche hineinkommen, die weniger als 40 Sea Wasser enthält, den Wasserinhalt zu den erforderlichen 40 Sea ergänzen.",
+ "und nicht untauglich machen. Wenn drei Log von ihnen aus einem Gefäß in eine Tauche hineinfallen, die weniger als 40 Sea Wasser enthält.",
+ "Salz und flüssiger. Der so dünn ist, dass man ihn von einem Gefäß in ein anderes gießt.",
+ "dass Schnee. Nach יו״ב: selbst Schnee, der sofort zu Wasser wird, wenn er in Wasser hineinkommt, umso weniger die anderen in der Mischna genannten Dinge.",
+ "aber die Leute von Medba. מידבא s. Num. 21, 30.",
+ "Gehet hinaus und bringet Schnee und stellet daraus ursprünglich eine Tauche her. Selbst wenn die Tauche nur aus geschmolzenem Schnee besteht, ist sie tauglich. Daraus, dass er zu ihnen gesagt hat „bringet Schnee“, ist zu entnehmen, dass auch er der Ansicht war, dass trotzdem Schnee durch das Hineintun in ein Gefäß nicht untauglich wird. Dass er R. Akiba gegenüber nachzuweisen suchte, dass Schnee nicht einmal ergänzt, ist nach Maim. dahin zu verstehen, dass er nur für diese Ansicht Belege beizubringen suchte, selbst aber gar nicht diese Ansicht teilte. מ״א sucht diesen Widerspruch dadurch auszugleichen, dass er meint, R. Ismael habe gegen die Herstellung einer Tauche aus Schnee, den man hat schmelzen lassen, bis daraus 40 Sea Wasser entstanden sind, gar nichts einzuwenden gehabt; trotzdem sei er der Ansicht gewesen, dass man Schnee nicht dazu verwenden darf, um eine Tauche von weniger als 40 Sea Wasser damit zu ergänzen, weil man, wenn man den Schnee in das Wasser hineinwirft, nicht genau wissen kann, wieviel Wasser er ergeben wird, und deshalb die Tauche leicht für tauglich halten kann, während sie noch gar keine 40 Sea Wasser enthält.",
+ "Ein Hagelkorn ist wie Wasser. Nach Barten.: wenn davon aus einem Gefäß drei Log in eine Tauche von weniger als 40 Sea hineinfallen, so ist die Tauche untauglich. Nach יו״ב eine Tauche von weniger als 40 Sea wird, wenn 3 Log davon aus einem Gefäß hineinfallen, allerdings nicht untauglich, aber es gilt trotzdem auch insofern als Wasser, als es als geschöpft gilt, wenn man es in ein Gefäß hineingetan hat; R. Jochanan behauptet dieses vom Hagelkorn, obwohl dieses am wenigsten dem flüssigen Wasser gleicht, doch gilt dieses nach ihm ebenso vom Schnee, Reif und Eis.",
+ "Wenn in einer Tauche an vierzig Sea ein Sea fehlt und es fällt ein Sea von ihnen. D. h. soviel, dass sich daraus beim Zergehen ein Sea Wasser ergibt.",
+ "dass sie ergänzen und nicht untauglich machen. Da ein Sea doch soviel mehr als drei Log sind, und die Tauche, wenn es aus einem Gefäß hineingetan wird, trotzdem nicht dadurch untauglich wird."
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+ "die untauglich machen. S. Note 2.",
+ "und nicht ergänzen. Note 1.",
+ "Wasser. Geschöpftes.",
+ "in das etwas. Früchte oder Kraut.",
+ "Tresterwein. תמד = temetum, man gewinnt ihn, indem man auf die ausgepressten Weintrauben oder auf Weinhefe Wasser aufgießt.",
+ "so lange er noch nicht fermentiert. So lange gilt der Aufguss noch als Wasser, nicht als Wein. Sind jedoch durch die aus den Traubenresten gekommene Flüssigkeit aus drei Maßen Wasser, die man aufgegossen hat, vier geworden, so gilt es, auch ohne dass es fermentiert hat, schon als Wein, weil es allgemein üblich war, einen Teil Wein mit drei Teilen Wasser, um ihn zu mildern, zu mischen (s. Chullin I, 7).",
+ "Wenn in einer Tauche an vierzig Sea ein Kurtob. S. oben III Note 5.",
+ "Dagegen die übrigen Flüssigkeiten. Die Machschirin VI, 4 neben dem Wasser genannt werden (מ״א stellt es allerdings als zweifelhaft hin, ob Tau nicht ebenso wie Schnee und Hagel als Wasser zu betrachten ist).",
+ "und Fruchtsaft. Aus Früchten, die man nicht aufzupressen pflegt.",
+ "Salzlake. Lake von eingesalzenen Fischen.",
+ "Fischlake. מורייס = muries, Fischlake, auch Pökelbrühe.",
+ "in manchen ergänzen sie nicht. Sie sind die Dinge, die nicht ergänzen und nicht untauglich machen. Sie ergänzen nur, wenn schon 40 Sea darin waren und nach Hinzu tun von einem Sea von ihnen ein Sea wieder herausgenommen worden ist, so dass keine volle 40 Sea tauglichen Wassers mehr darin sind, in eine Tauche von weniger als 40 Sea hineingetan aber ergänzen sie nicht, machen aber die Tauche auch nicht untauglich.",
+ "ergänzt es sie nicht. Macht aber die Tauche auch nicht untauglich, wie geschöpftes Wasser sie untauglich machen würde.",
+ "bleibt sie tauglich. Obgleich der größere Teil des herausgenommenen Sea doch aus tauglichem Wasser besteht, demnach in der Tauche weniger als 40 Sea tauglichen Wassers Zurückbleiben, die erst durch das hinzugekommene zu 40 Sea ergänzt werden. Dieses Verfahren darf bis zu 19 mal wiederholt werden, weil in jedem Sea, das man herausnimmt, doch auch etwas von dem Hinzugetanen enthalten ist und des halb jedenfalls noch mehr als die Hälfte von den ursprünglichen 40 Sea in der Tauche zurückbleibt, weiter aber darf dieses Verfahren nicht wiederholt werden, weil dann die 40 Sea in der Tauche vielleicht zur größeren Hälfte nicht mehr aus tauglichem Wasser sondern aus dem hinzugekommenen bestehen (s. Jebamot 82b). Mit geschöpftem Wasser dagegen kann man dieses Verfahren unbegrenzt wiederholen, auch wenn dadurch schließlich die ganzen 40 Sea tauglichen Wassers, die ursprünglich darin waren, herausgeschöpft werden, nach den meisten Dezisoren bleibt die Tauche auch in diesem Falle tauglich. Nach Maim. dagegen bleibt in dem Falle unserer Mischna nur bei einmaligem Hinzutun und Herausnehmen von einem Sea die Tauche tauglich, bei geschöpftem Wasser nur so lange, wie noch über die Hälfte von dem ursprünglichen tauglichen Wasser in der Tauche zurückbleibt (s. הלכות מקואות IV, 7 und dort כסף משנה)."
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+ "Hat. Nach א״ר ist dieser erste Absatz der Mischna hinter Mischna 4 zu setzen, so dass Mischna 3 beginnend mit נפל לתוכו יין zunächst von dem Untauglichwerden der Tauche durch Veränderung ihrer Farbe spricht und dann von dem besonderen Fall, wenn man Trauben oder Olivenkörbe darin abgespült hat.",
+ "man Olivenkörbe oder Traubenkörbe in ihr abgespült und ihr Aussehen sich dadurch. Durch den von den Körben aufgesogenen Trauben- oder Olivensaft.",
+ "bleibt sie tauglich. Nur eine von Natur farbige Flüssig keil macht die Tauche untauglich, wenn sie in sie hineinfällt und sich mit ihr vermischt und ihr Aussehen sich dadurch verändert. Der in die Körbe eingedrungene Saft hat aber aufgehört, eine Flüssigkeit zu sein, und macht deshalb die Tauche nicht untauglich.",
+ "Jose sagt. Erubin 29b.",
+ "Färbe-Wasser. Wasser, in dem ein Farbstoff aufgelöst ist.",
+ "macht sie bei drei Log untauglich. Wie gewöhnliches Wasser, wenn es aus einem Gefäß in eine Tauche von nicht 40 Sea hineinfällt.",
+ "macht sie aber nicht wegen Veränderung des Aussehens untauglich. Weil das Wasser von Natur keine andere Farbe hatte und der Farbstoff, durch den es gefärbt worden ist und der sich beim Hineinfallen mit dem Wasser der Tauche vermischt hat, niemals eine für sich bestehende Flüssigkeit gewesen ist.",
+ "Ist Wein oder Olivenschleim. מוחל s. Toharot IX Note 12. Sabb. 144b או חומץ ומוחל.",
+ "in sie. In eine Tauche, die nicht 40 Sea Wasser enthält.",
+ "hineingefallen. Ebenso irgend ein anderer farbiger Fruchtsaft.",
+ "und dadurch ihr Aussehen verändert worden. Wenn es auch nicht die Wein- oder Olivenfarbe angenommen hat, sobald es nur anders aussieht als vorher (ראב״ד).",
+ "ist sie untauglich. Weil es aussehen würde, als wenn man in Fruchtwasser untertauchen dürfte. Aus demselben Grunde wird auch eine Tauche von 40 Sea Wasser untauglich, wenn sie durch hineingefallenen Wein ihr Aussehen verändert hat, nur dass man da beliebig viel Wasser hin zugießen und dadurch ihr ursprüngliches Aussehen wieder herstellen kann.",
+ "bis Regen fällt und ihr Aussehen wieder wie das von Wasser wird. Sobald das Wasser wieder sein ursprüngliches Aussehen angenommen hat, ist es wieder tauglich, ohne dass man etwas aus der Tauche abfließen zu lassen braucht, wie in dem Fall, wenn drei Log geschöpften Wassers in eine Tauche von weniger als 40 Sea hineingefallen sind (s. oben III, 2)."
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+ "Ist Wein oder Olivenschleim in sie. In eine taugliche Tauche.",
+ "darf man darin nicht untertauchen. Auch nicht in dem Teile des Wassers, dessen Aussehen unverändert geblieben ist.",
+ "wenn nicht vierzig Sea das Aussehen von Wasser behalten haben. Aber auch dann darf man nur in dem unverändert gebliebenen Teile des Wassers untertauchen."
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+ " Makkot 4a.",
+ "Ist in drei Log Wasser. Im Talmud (Makkot 4a und Chullin 26a): שלשת לרגין מים חסר קורטוב.",
+ "und sie fallen in eine Tauche. Die nicht 40 Sea Wasser enthält.",
+ "hinein. Ohne das Aussehen des Wassers in der Tauche zu verändern.",
+ "machen sie diese nicht untauglich. Obwohl es volle drei Log Wasser waren, weil sie nicht das Aussehen von Wasser, sondern das von Wein hatten.",
+ "machen sie diese nicht untauglich. Obwohl sie das Aus sehen von Wasser hatten, weil ein Kurtob darin Milch war und diese nach Mischna 2 nicht untauglich macht.",
+ "Es richtet sich alles nach dem Aussehen. Deshalb ist, obwohl ein Kurtob von den drei Log Milch war, da die ganzen drei Log das Aussehen von Wasser hatten, die Tauche untauglich."
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+ [
+ " Chagiga 19a. Gittin 16a.",
+ "ist die erste rein und die zweite unrein. Da auf dem Körper des zuerst Untergetauchten jedenfalls etwas Wasser verblieben ist und deshalb beim Untertauchen des zweiten keine 40 Sea mehr in der Tauche waren.",
+ "wenn die Füße der ersten noch das Wasser berührt haben. Wenn auch der ganze übrige Körper schon außerhalb des Wassers war, als die zweite untertauchte.",
+ "ist auch die zweite rein. Weil die Füße noch im Wasser standen, wird der Badende als noch im Wasser stehend betrachtet und gilt deshalb auch das Wasser auf seinem übrigen Körper als noch nicht von der Tauche losgelöst.",
+ "Hatte man einen Sagum-Stoff. סגוס = σάγος, sagum, ein dicker grober Stoff, s. Negaim XI, 11.",
+ "so ist die Person. Die danach untergetaucht ist.",
+ "rein. Nach Barten. ist dies nur die Ansicht des R. Jehuda. Maim. scheint nicht dieser Ansicht zu sein, da er nicht wie R. Jehuda entscheidet und doch diesen Ausspruch als Halacha anführt. Der Unterschied besteht darin, dass der Körper des aus dem Bade Herausgestiegenen doch nur stellenweise noch vom Wasser befeuchtet ist, deshalb nützt es nach dem ersten Tanna nichts, wenn auch seine Füße noch im Wasser stehen; der dicke Stoff dagegen ist vollständig mit Wasser durchtränkt, wenn deshalb auch nur ein Teil von ihm das Wasser noch berührt, steht tatsächlich noch das gesamte Wasser mit der Tauche in Verbindung. Nach ר״ש und רא״ש ist gar nicht gemeint, dass nach dem Untertauchen des Stoffes eine Person darin untergetaucht ist, sondern bezieht sich das טהור auf die Tauche selbst: auch wenn man einen Sagumstoff darin untergetaucht hat, gilt das Wasser in dem Stoff noch nicht als geschöpft, so lange noch ein Teil von ihm das Wasser in der Tauche berührt, und bleibt deshalb die Tauche tauglich, auch wenn dann drei Log Wasser aus dem Stoff wieder in die nun keine 40 Sea enthaltende Tauche zurückgeflossen sind.",
+ "sobald man ihre Ränder aus dem Wasser herausgehoben hat. Da sie mit Polstermaterial gefüllt sind, gelten sie als Gegenstände, die bestimmt sind, etwas in sie hineinzutun, deshalb gilt das in ihnen enthaltene Wasser, sobald man sie heraushebt, als geschöpft.",
+ "Man taucht sie unter und hebt sie mit nach unten gebogenen Rändern heraus. Bevor man sie untertaucht, muss man die Naht an einer Seite auftrennen, damit das Wasser auch die Innenseite bespült (s. weiter X, 2). Beim Herausheben wendet man die aufgetrennte Seite nach unten, so dass das Wasser nicht in sie hineingetan ist und deshalb nicht als geschöpft gilt."
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+ "Hat man eine Bettstelle darin. In einer Tauche von genau 40 Sea, in der das Wasser nicht so hoch steht, dass man das Bett mit den Füßen darin untertauchen kann.",
+ "auch wenn die Füße in dicken. Nichtflüssigen, der nicht dazu geeignet ist, darin unterzutauchen (s. oben II, 10).",
+ "Schlamm. Auf dem Boden der Tauche.",
+ "weil das Wasser schon vorher in ihn eindringt. Das Wasser dringt vorher in die durch die Füße nieder gedrückten Stellen im Schlamme ein, bevor die Füße darin einsinken, die Füße stehen deshalb nicht im Schlamm, sondern im Wasser.",
+ "Wenn das Wasser in einer Tauche zu flach. מרודד breitgeschlagen, auseinander gezogen, von רדד = niedertreten.",
+ "steht. Es sind 40 Sea Wasser in der Tauche, das Wasser steht aber so flach, dass man nicht mit dem ganzen Körper darin untertauchen kann.",
+ "kann man selbst Holzbündel oder Rohrbündel. Nicht nur Steine, die undurchlässig sind, darf man dazu benutzen, sondern selbst Holz- oder Rohrbündel, in die das Wasser eindringt, wodurch der Wasserinhalt der Tauche vermindert wird, weil das in sie eingedrungene Wasser mit dem Wasser der Tauche in Verbindung steht und noch zu ihm gerechnet wird. Nur darf man die Steine oder Bündel nicht durch die ganze Mitte der Tauche legen, weil dadurch die Tauche in zwei Teile geteilt werden würde, von denen jeder keine 40 Sea Wasser enthält.",
+ "hineinpressen. Die Bündel müssen durch etwas beschwert werden, damit sie das Wasser zusammenpressen, weil sie sonst im Wasser schwimmen würden.",
+ "damit das Wasser in die Höhe geht. יתפתו von תפח = anschwellen.",
+ "Wenn eine Nadel. Die unrein ist.",
+ "auf den Stufen der Tauch-Höhle liegt. Und man sie nicht erst aufheben und untertauchen will.",
+ "und man das Wasser in Bewegung bringt. So dass es die Stufe, auf der die Nadel liegt, bespült.",
+ "sobald eine Wasserwelle. Die aber von dem Wasser in der Tauche sich nicht losgelöst haben darf.",
+ "über sie hingeflossen ist. Das Wasser der Welle wird nicht als fließendes Wasser betrachtet, da es nur durch die Hand in Bewegung gesetzt ist und wieder in die Tauche zurückfließt. Es wird auch nicht als Tauchwasser, das durch die Hand, die für Unreinheit empfänglich ist, hingeleitet worden ist, betrachtet, da es in Verbindung mit der Tauche steht und deshalb als Bestandteil derselben wie diese tauglich bleibt."
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+ "Das Land Israel gilt als rein. Selbst wo der Boden in Händen von Nichtisraeliten ist, gilt er im Allgemeinen als rein, soweit kein Grund vorliegt, das Gegenteil anzunehmen, während aller Boden außerhalb des israelitischen Landes des Zweifels wegen allgemein nach rabbinischer Vorschrift als unrein gilt.",
+ "und seine Tauchen gelten als rein. Es wird angenommen, dass sie nach Vorschrift hergestellt sind, allerdings mit den Beschränkungen, die in der Mischna weiter folgen, danach würde טהורים hier, wie auch sonst öfters in der Mischna, in der Bedeutung von כשרים stehen, wenn man nicht annehmen will, dass ומקואותיה טהורים sich nur auf die Reinheit der Tauchen bezieht, dass man nicht zu befürchten braucht, dass sie, bevor sie 40 Sea enthalten haben, verunreinigt worden sind, danach würde das טהורים ohne jede Beschränkung gelten (s. יו״ב).",
+ "Die Tauchen der Völker außerhalb des Landes. Selbst dort, wo Israeliten wohnen, sobald man nicht bestimmt weiß, dass sie nach Vorschrift hergestellt sind.",
+ "sind für durch eine Pollution unrein Gewordene tauglich. Für das Untertauchen von unreinen Personen oder Geräten, um rein zu werden, können sie überhaupt nicht in Betracht kommen, weil diese durch die Luft des Auslandes doch sofort wieder unrein werden würden, da nicht nur der Boden sondern auch die Luft des Auslandes nach rabbinischer Anordnung verunreinigt (1. Sabb. 15b). Aber auch für eine Frau, um sich nach der Menstruation für den Umgang mit ihrem Manne zu reinigen, sind sie nicht zu gebrauchen, wenn man nicht bestimmt weiß, dass sie nach Vorschrift hergestellt sind. Nur der durch eine Pollution unrein Gewordene kann darin untertauchen, um sich wieder mit Thoraworten beschäftigen zu dürfen, weil hierfür auch das Untertauchen in geschöpftem Wasser genügt (s. oben III, Note 32).",
+ "selbst wenn sie mit einem Brunnenschwengel. קילון gr. κήλων = Brunnenschwengel. Nach ר״ש und Bart. ist unter קילון ein Graben zu verstehen, in den das Wasser hineingegossen wird, um es an seinen Sammelplatz hinzuleiten (vgl. Moed Katan I, 1 und Machschirin IV, 9).",
+ "Die im Lande. Die 40 Sea enthalten, wenn man auch nicht bestimmt weiß, ob es nicht vielleicht geschöpftes Wasser ist.",
+ "die außerhalb des Stadteinganges. Andere Lesart: לפתח.",
+ "sind auch für Menstruierende tauglich. Weil man dort kein zusammengetragenes Wasser zu sammeln pflegt, um darin zu waschen oder zu baden, deshalb mit Bestimmtheit anzunehmen ist, dass es Regenwasser ist, das sich von selbst angesammelt hat.",
+ "die innerhalb des Stadteinganges. Andere Lesart: לפתח.",
+ "sind für durch eine Pollution unrein Gewordene tauglich und für alle anderen Unreinen untauglich. Weil Wasseransammlungen innerhalb der Stadt, sobald man nicht weiß, dass sie zu dem Zwecke angelegt sind, um als Tauche zu dienen, im Allgemeinen aus geschöpftem Wasser hergestellt sind, um darin zu waschen oder zu baden.",
+ "sind unrein. D. h. untauglich.",
+ "weil man sie zum Waschen. Aruch liest: ׳מפני הכבישה von כבש = niedertreten, weil sie an einer Stelle liegen, die von Menschen viel betreten wird.",
+ "benutzt haben kann. Wenn auch anzunehmen ist, dass sie aus von selbst angesammeltem Regenwasser bestehen, ist doch zu befürchten, dass Vorübergehende, bevor sich 40 Sea darin angesammelt hatten, Kleidungsstücke darin gewaschen haben, und beim Auswringen drei Log Wasser in sie zurückgeflossen und sie dadurch untauglich geworden sind."
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+ "Wegen einer Pollution muss in folgenden Fällen ein Tauchbad genommen werden. Nach Toravorschrift wird man durch einen Samen-Abgang nur unrein, wenn man die Loslösung des Samens verspürt hat (s. Nidda 43a), nach rabbinischer Vorschrift wird man aber auch in den folgenden Fällen unrein, weil zu befürchten ist, dass man glaubt, nur die Loslösung des Urins verspürt zu haben, während es in Wirklichkeit die Loslösung von Samen war, die man gespürt hat; da danach das Untertauchen in diesen Fällen nur eine rabbinische Vorschrift ist, ist der Untertauchende sofort rein und braucht er nicht erst den Sonnenuntergang abzuwarten (s. Para XI, 5), deshalb heißt es in der Mischna nicht, sie sind unrein, sondern nur, sie müssen ein Tauchbad nehmen (מ״א). Nach יו״ב handelt es sich in der Mischna nur um das Tauchbad, das nach rabbinischer Vorschrift genommen werden muss, um sich wieder mit Toraworten beschäftigen zu dürfen.",
+ "Bemerkt man beim Wasserlassen eine tropfenartige oder getrübte Flüssigkeit. Urin pflegt klar zu sein und in einem Strahl, nicht in Tropfen, herauszukommen. Wenn deshalb beim Wasserlassen sich eine trübe Flüssigkeit oder eine klare, die tropfenweis herauskommt, sich zeigt, so kann das als ein Anzeichen dafür angesehen werden, dass durch den Urin Samen, der sich in der Harnröhre festgesetzt hatte, mit hinausgespült worden ist.",
+ "wenn am Anfang. Des Wasserlassens.",
+ "ist man rein. Weil, wenn es sich um in der Harnröhre zurückgebliebenen Samen handeln würde, jedenfalls zuerst etwas Urin würde herausgeflossen sein und dann erst der von ihm mitgerissene Samen, die Trübung bezw. die Tropfenbildung deshalb auf irgend eine andere Ursache zurück-zuführen sind.",
+ "wenn vom Anfang bis zum Schluss. Nach Maim.: wenn vom Anfang bis zum Ende nur eine tropfenartige oder getrübte Flüssigkeit abgegangen ist, nach anderen: wenn man vom Anfang bis zum Ende solche tropfenartige oder getrübte Flüssigkeit mit abgegangen ist.",
+ "ist man rein. Nach der ersten Erklärung kann es nicht zurückgebliebener Samen sein, weil dieser jetzt nicht von selbst abgehen würde, nachdem er bei der vorangegangenen Samenentleerung nicht mit abgegangen ist, nach der anderen Erklärung, weil die am Anfang abgegangene Flüssigkeit kein Samen sein kann, sondern ihre Trübung oder Tropfenbildung auf eine andere Ursache zurückzuführen ist, ist dieses auch für die in der Mitte und am Ende bemerkten anzunehmen. So nach der Erklärung von יו״ב. מ״א erklärt: Samen hat zwei Kennzeichen, er pflegt dickflüssig zu sein, nicht tropfenartig, und weiß, nicht trübe. Fehlt eines dieser Kennzeichen, so ist es kein Samen, trotzdem ist man unrein, wenn man inmitten oder am Ende des Wasserlassens solche Flüssigkeit bemerkt wegen der zu befürchtenden Verwechslung mit einer Flüssigkeit, die beide Kennzeichen hat. Bemerkt man aber solche Flüssigkeit am Anfang des Wasserlassens, so ist eine solche Verwechslung nicht zu befürchten, da, wie oben ausgeführt, vor dem Wasserlassen ein Samenabgang nicht anzunehmen ist.",
+ "ist man unrein. In allen Fällen, weil dieses die charakteristischen Zeichen des Samens sind.",
+ "Zwischen einer weißen und einer getrübten ist kein Unterschied. Wenn der Ausfluss weiß und dickflüssig ist er auch am Anfang und vom Anfang bis zum Ende rein, wie wenn er trübe ist, obgleich die weiße Farbe ein charakteristisches Kennzeichen des Samens ist (Maim.). Nach מ״א ist R. Jose der Ansicht, dass die weiße Farbe überhaupt kein Kennzeichen des Samens ist, sondern er ebensowohl auch trübe aussehen kann, wenn er nur dickflüssig ist."
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+ "der ist unrein. Auch wenn sie sich am Anfang des Wasserlassens oder ohne jede Begleitung von Urin zeigen, weil die Dickflüssigkeit ein Zeichen dafür ist, dass es sicher Samenausfluss ist, im Gegensatz zu dem Tanna in der vorhergehenden Mischna, nach dem das Tropfenartige immer ein Anzeichen dafür ist, dass es kein Samenausfluss ist.",
+ "Wer in der Nacht eine wollüstige Erregung hatte. Indem ihm geträumt hat, dass er einen Coitus vollzogen hat (Nidda 43a). הרהר = über etwas nachdenken, zumeist im üblen Sinne: schlechten oder sinnlichen Gedanken nachgehen.",
+ "ist unrein. Auch wenn er keinen Samenausfluss auf sich bemerkt, weil er jedenfalls einen Samenausfluss hatte, dieser nur vertrocknet und nicht mehr zu bemerken ist.",
+ "Wenn. Sabbat 86a.",
+ "einer Frau am dritten Tage. Nach mit ihr vollzogenem Coitus.",
+ "ist sie rein. Auch wenn der Coitus am Schluss des ersten und der Samenabgang am Anfang des dritten Tages stattgefunden hat, so dass dazwischen nur etwas über 24 Stunden (= 2 Ona’s, siehe die folgende Note) liegen, so nach Raschi (Sabb. 86a). Nach Maim. müssen auch nach R. Eleasar nach dem Coitus drei volle Ona’s vergangen sein, wobei die Ona, innerhalb der er stattgefunden hat, nicht mitgezählt wird. Nach dieser Zeit gilt der Samen nicht mehr als Samen und verunreinigt deshalb nicht mehr durch seinen Abgang, während er bis dahin die Unreinheit des von einem Manne abgegangenen Samens an sich hat und auch die Frau, von der er abgeht, verunreinigt.",
+ "Manchmal sind dies vier Ona’s. Der Ausdruck עונה = Zeit dient auch als Bezeichnung für einen bestimmten Zeitraum, einen Tag oder eine Nacht, gleichviel ob sie lang oder kurz sind, nach einer anderen Ansicht für die Hälfte eines 24 Stunden-Tages, also für den Zeitraum von 12 Stunden. R. Ismael ist nicht der Ansicht, dass ein Samenabgang schon am dritten Tage rein ist, sondern erst am vierten Tage, jedoch auch dann, wenn der Coitus am Schluss des ersten Tages und der Samenabgang am Anfang des vierten Tages stattgefunden hat, in diesem Falle liegen dazwischen nur zwei volle Tage, das sind 4 Ona’s.",
+ "manchmal sind es fünf. Wenn z. B. der Coitus am Morgen des ersten Tages stattgefunden hat und der Samenabgang am Abend zum vierten Tage, da liegen dazwischen außer den 4 Ona’s der beiden vollen Tage noch die Ona des ersten Tages vom Morgen bis zum Abend.",
+ "manchmal sind es sechs. Wenn der Coitus am Abend zum ersten Tage stattgefunden hat, da sind drei volle Tage, das sind 6 Ona’s, vergangen.",
+ "Es sind immer fünf. Die voneinander abweichenden Ansichten der drei Tannaim werden im Talmud (Sabb. 86a) folgendermaßen begründet: Dass auch die Frau durch Abgang von beim Coitus in sie eingedrungenem Samen unrein wird, wird daraus geschlossen, dass vor der G’ttesoffenbarung am Sinai an das Volk das Gebot erging, um sich hierfür rein zu halten, sich drei Tage des geschlechtlichen Umgangs zu enthalten (Exod. 19, 15). Da geschlechtlicher Umgang nur für einen Tag unrein macht, kann dieses Gebot nur darum ergangen sein, damit auch die Frauen, denen nach dem Coitus Samen wieder abging, noch Zeit hatten, sich vorher von ihrer Unreinheit zu reinigen. Es muss danach der zwischen dem Erlass dieses Gebots und dem Offenbarungstage liegende Zeitraum der Zeit entsprechen, innerhalb der der von der Frau abgehende Samen diese noch verunreinigt, während nach dieser Zeit abgehender Samen nicht mehr als Samen gilt und deshalb die Frau nicht unrein macht. Wenn dann nach ihrer Reinigung nach dieser Zeit einer Frau noch Samen abging, blieb sie trotzdem rein, weil der Samenabgang dann nicht mehr verunreinigt. Die Offenbarung hat nun nach allen Ansichten an einem Sabbat stattgefunden, das Enthaltungsgebot wurde nach Ansicht von R. Eleasar ben Asarja am Donnerstag früh verkündet, das Reinigungsbad musste spätestens am Freitagabend genommen werden, da Sonnabend in aller Frühe das Volk zur Entgegennahme der Offenbarung sich versammelte. Es lag also zwischen diesen beiden Zeitpunkten nur ein Zeitraum von 3×12 Stunden, so nach Maim., nach Raschi nur von etwas über 2×12 Stunden, da das am Donnerstag erlassene Enthaltungsgebot erst vom Schlusse dieses Tages an befolgt wurde, und ist danach ein Samenabgang, der nach diesem Zeitraum eintritt, nicht mehr verunreinigend. Nach R. Ismael ist das Enthaltungsgebot schon am Mittwoch im Laufe des Tages ergangen und sollte sich auf drei Tage erstrecken, wobei jedoch der Mittwoch bereits mitgezählt wurde, selbst wenn man mit der Enthaltung erst am Schlusse dieses Tages begonnen hatte. Da am Freitagabend die Reinigung stattfinden musste, so waren für die, die am Mittwoch erst kurz vor Schluss des Tages mit der Enthaltung begonnen hatten, genau zwei volle Tage, das sind vier Ona’s, vergangen, für die, die seit Mittwoch früh keinen Coitus vollzogen hatten, fünf Ona’s, und für die, die zuletzt am vorhergehenden Abend ihn vollzogen hatten, sechs Ona’s. Dementsprechend verunreinigt der Samenabgang bei der Frau immer, bis der dritte Tag nach dem Coitus vergangen ist, den Tag, an dem dieser stattgefunden hat, mit eingerechnet, einerlei zu welcher Tageszeit er stattgefunden hat, wonach dieser Zeitraum zuweilen nur vier, zuweilen fünf und zuweilen sechs Ona’s beträgt. Nach R. Akiba ist das Enthaltungsgebot am Mittwoch früh ergangen und musste sofort vom Beginn des Tages an beobachtet werden, es sollten demnach von dem letzten Coitus volle fünf Ona’s vergangen sein, darum verunreinigt nach ihm der Samenabgang immer bis nach Ablauf eines Zeitraums von fünf Ona’s, das sind 5×12 Stunden, nach dem vollzogenen Coitus, gleichviel zu welcher Tageszeit dieser stattgefunden hat (s. Sabb. 86a)."
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+ "ist dieser unrein. Wie Samen, der einem Israeliten abgeht. Im Talmud bleibt die Frage unentschieden, ob wie bei einer Israelitin nur innerhalb von drei Tagen oder selbst nach Ablauf dieser Zeit (Nidda 34b).",
+ "abgeht. Selbst innerhalb der drei Tage.",
+ "ist dieser rein. Nach rabbinischer Vorschrift ist jede von einem Nichtisraeliten abgehende Flüssigkeit unrein wie die einer זב um aber diese Unreinheit als eine nur rabbinische zu kennzeichnen, ist für den Samenabgang diese Bestimmung nicht getroffen worden, sondern ist der von ihm abgegangene Samen rein.",
+ "Wenn eine Frau nach vollzogenem Beischlaf hinuntergestiegen und untergetaucht ist. Um sich von der Verunreinigung durch den Beischlaf zu reinigen (Lev. 15, 18).",
+ "ohne das Innere ihrer Scham gereinigt zu haben. Wörtlich: ohne ihr Haus ausgekehrt zu haben.",
+ "als wäre sie gar nicht untergetaucht. Weil nach dem Untertauchen ihr noch Samen abgehen kann und sie dadurch wieder unrein wird.",
+ "unrein. Weil befürchtet werden muss, dass in der Harnröhre zurückgebliebene Samenreste zusammen mit dem Wasser abgehen. Diese Samenreste verunreinigen, auch wenn man ihren Abgang nicht spürt, weil man schon während der Pollution ihre Loslösung von ihrer Ursprungsstelle gespürt hat (Nidda 43a).",
+ "bleibt er rein. Weil da der Samen gleich mit voller Kraft abgeht und nicht anzunehmen ist, dass etwas von ihm in der Harnröhre zurückgeblieben ist. Maim. erklärt: ist er jung, selbst wenn er krank ist, oder ist er gesund, danach müsste man חולה וזקן erklären: wenn er durch Krankheit oder Alter geschwächt ist. Jung heißt der Mensch, solange er auf einem Fuße stehend den Schuh von dem anderen Fuße aus ziehen und wieder anziehen kann (Chullin 24b)."
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+ "ist sie von ihrer Unreinheit rein geworden. Durch das Untertauchen hat sie aufgehört, בדה zu sein, und ist ihr der geschlechtliche Umgang mit ihrem Manne wieder gestattet.",
+ "aber sie ist wieder durch ihren Speichel unrein geworden. Der Speichel einer נדה ist ein אב הטומאה und verunreinigt den, der ihn berührt oder trägt. Da sie die Münze schon, bevor sie durch Untertauchen rein geworden war, im Munde hatte, so hatte sich schon da Speichel von ihrem Munde abgelöst und war auf die Münze gekommen. Dieser Speichel ist, da er nicht mehr zu ihrem Körper gehörte, durch ihr Untertauchen nicht rein geworden, er macht sie deshalb, nachdem sie untergetaucht 1st, durch seine Berührung oder, wenn angenommen wird. dass seine Berührung im Munde sie nicht unrein macht, weil eine Berührung in einer eingeschlossenen Körperstelle (מגע ברת הסתרים) den Körper nicht unrein macht (s. יו״ב), dadurch, dass sie ihn trägt, wieder unrein ersten Grades.",
+ "Hat sie ihr Haar in den Mund genommen. So dass das Wasser nicht an das Haar herankommen kann.",
+ "ihre Hand geschlossen. So dass die innere Handfläche nicht mit dem Wasser in Berührung kommt,",
+ "ihre Lippen zusammengepresst. So fest, dass das Wasser überhaupt nicht in den Mund hineingelangen kann. In die Höhlungen am Körper braucht das Wasser beim Untertauchen nicht einzudringen, aber es muss wenigstens möglich sein, dass es in sie eindringt. קרץ arab. قرص = abschneiden, hier: durch festes Zusammenschließen der Lippen die Mundhöhle nach außen hin abscheiden.",
+ "als wäre sie nicht untergetaucht. Da nicht ihr ganzer Körper vom Wasser bespült worden ist.",
+ "bleiben sie unrein. Weil an die Stelle, wo er sie mit der Hand festhält, das Wasser nicht herankann.",
+ "hat er seine Hand mit Wasser bespült. Und dann sie damit angefasst und festgehalten.",
+ "sind sie rein. Weil die Feuchtigkeit auf dem Handinnern sich mit dem Wasser der Tauche verbindet und mit ihm eins wird und danach auch die Stelle, die mit der Hand festgehalten worden ist, vom Wasser bespült worden ist.",
+ "dass das Wasser an sie herankommen kann. Nach Maim. und רא״ש genügt dieses nach dem ersten Tanna nicht, weil er doch befürchten wird, dass ihm der unterzutauchende Gegenstand entgleitet, und ihn deshalb nicht locker genug halten wird, während nach R. Simon dieses nicht zu befürchten ist, er deshalb die Hand nicht vorher zu bespülen braucht. Nach einer anderen Erklärung würde auch nach dem ersten Tanna ein lockeres Festhalten vollständig genügen, ohne dass man zu befürchten braucht, dass er es nicht locker genug halten wird, will er es aber ganz festhalten, muss er die Hand vorher bespülen, während nach R. Simon das vorherige Bespülen der Hand nichts nützt, wenn die Hand den Gegenstand fest umschließt (s. מ״א).",
+ "An eingeschlossene. Wie die Mundhöhle, Nasenlöcher, das innere Ohr.",
+ "und eingefaltete Körperstellen braucht das Wasser nicht heranzukommen. Aber das Wasser muss an sie herankommen können, sie dürfen des halb nicht fest geschlossen bezw. verstopft sein."
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+ " Sabb. 57a.",
+ "Folgende Dinge gelten am Menschen als trennend. Beim Untertauchen muss der ganze Körper vom Wasser bespült werden. Haftet auf irgendeiner Körperstelle etwas Undurchlässiges, durch das diese von dem Wasser getrennt wird, so dass das Wasser nicht an sie herankommt, so wird man durch das Untertauchen nicht rein. Nur wenn das auf einer Körperstelle Haftende so wenig beachtet wird, dass es gar nicht als störend empfunden wird (s. weiter Note 32), stört es auch beim Unter tauchen nicht sondern gilt es als zu dem Körper gehörend. Die Mischna zählt nun zunächst diejenigen Dinge auf, die das Wasser nicht durchlassen und die deshalb das Untertauchen stören, weil sie auf dem Körper als Fremdkörper störend empfunden werden.",
+ "Wollfäden und Flachsfäden und Bänder auf dem Kopfe der Mädchen. Mit denen die Haare durchflochten oder fest zusammengebunden sind. Sie lassen das Wasser nicht durch und werden beim Baden als störend empfunden, denn man pflegt sie dabei herauszunehmen, um auch das Kopfhaar waschen zu können. Das Kopfhaar muss ebenso wie der ganze Körper untergetaucht werden.",
+ "weil das Wasser durch sie durchdringt. Deshalb stören sie das Unter tauchen nicht, obwohl sie auf dem Körper als störend empfunden werden. Nach dem ersten Tanna dagegen stören die aus Wolle, obwohl sie Wasser durchlassen, weil sie beim Baden dennoch als störend empfunden werden."
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+ "Haarwulste. קילקין gr. κιλκἰον = Kilikisches Ziegenhaar, auch daraus gefertigter Stoff (s. Kelim XXIX, 1), hier dicht zusammengewachsene Haarwulste, sie werden nach Raschi im Namen von Hai Gaon (s. Chullin 126b, v. כחוט השערה) deshalb קלקין = Haargeflecht genannt, weil wie in diese auch in sie vom Körper losgelöste Haarbüschel mit verflochten sind.",
+ "auf dem Herzen. Auf der Brust in der Herzgegend.",
+ "am Bart. Das Haar ist in diesen Wulsten so dicht verwachsen, dass es Wasser nicht durchlässt, und es wird störend empfunden, weil es durch Schweiß verschmutzt ist.",
+ "und an der Scham. בית הסתרים wörtlich = verborgene, verdeckte Stelle, euphemistisch für die Scham.",
+ "bei einer Frau. Nur bei einer verheirateten Frau, weil diese den Haarwulst an dieser Stelle als störend empfindet.",
+ "Augenschmalz. לפלוף von לפף = umwickeln, zusammenfügen, klebrige Masse, die aus dem Auge kommt.",
+ "außerhalb des Auges. Auch wenn er feucht ist, lässt er das Wasser nicht durch und wird störend empfunden.",
+ "Schorf außerhalb der Wundöffnung. Nur der Schorf auf der Wundöffnung wird nicht als störend empfunden, auf geschlossenen Stellen der Wunde dagegen wird er als störend empfunden.",
+ "und das Wundpiaster. Obwohl man es mit Absicht auf die Wunde gelegt hat, stört es doch, wenn es ins Wasser kommt, weil das Wasser den Aufstrich wegspült (מ״א).",
+ "vertrockneter Saft. Saft von Früchten oder Baumharz.",
+ "Schweißkügelchen. מלמולין von מלל = reiben, durch Zusammenreiben körnig gewordener Schweiß.",
+ "Töpferlehm und Schmutzspritzer. Drei Schlamm- oder Lehmarten, die so fest sind, dass sie Wasser nicht durchlassen.",
+ "Was ist schlammiger. ירן = Schlamm, Kot (Ps. 69, 3. 40, 3), die Etymologie ist zweifelhaft.",
+ "Damit ist der Schlamm in den Gruben. Am Boden von Gruben oder Brunnen.",
+ "wie es heißt. Ps. 40, 3.",
+ "wenn es Kittlehm. מרקה von מרק = bestreichen, zum Verstreichen und Verkleben von Rissen in Gefäßen hergerichteter Lehm, der besonders fest ist und kein Wasser durchlässt.",
+ "Schmutzspritzer. גץ יוני nach Levy, Wörterbuch = das griechische ≡ eine Bezeichnung für Schlammpfützen auf viel betretenem Boden, die eine diesem Buchstaben ähnliche Form anzunehmen pflegen. Statt dieser gesuchten Erklärung ist vielleicht גץ = Funke in der Bedeutung von Spritzer zu fassen, wie יצוץ = Funke auch als Bezeichnung für Tropfen gebraucht wird (s. Sabb. 199b), danach גץ יוני = Spritzer aus Straßenschlamm.",
+ "wie Pfähle empfunden werden. Wenn der eingetretene Straßenschlamm hart wird, hat man beim Gehen die Empfindung, als wenn man auf hervorstehenden Pflöcken geht.",
+ "In diesen Schlammarten darf man nicht untertauchen. Man darf auch beim Untertauchen nicht auf solchem Schlamm stehen, wie in dem dicken Schlamm oben VII, 7, weil diese Schlammarten eine Trennung zwischen den Füßen und dem Wasser der Tauche bilden (s. ר״ש zu VII, 7 und מ״א).",
+ "und man darf mit ihnen Behaftetes. So nach der einen Erklärung von Barten., wonach אותן im Sinne von עמם = אׅתׇּן „mit ihnen“, während er auf dem unterzutauchenden Gegenstande haftet, zu verstehen ist (s. Straschun). Die zweite Erklärung ist die des ר״ש: wenn solcher Schlamm sich mit unrein gewordenem Wasser vermischt hat, wird durch Verbindung (השקה) mit einer Tauche wohl das Wasser rein, der Schlamm aber bleibt trotzdem unrein.",
+ "nicht untertauchen. Auch nicht, wenn der Schlamm feucht ist (s. תרע״א).",
+ "mit allen anderen Schlammarten Behaftetes. Auch hier מטבילין בו in dem Sinne: man darf die Gegenstände „mit ihm“ behaftet untertauchen, wie weiter בפחמין (anders Tosf. Jomt.).",
+ "Mit Staub auf den Füßen soll man nicht untertauchen. Weil der Staub sich mit dem Wasser vermischen und zu Schlamm werden kann. Staub gilt jedoch nicht als trennend, ist es deshalb geschehen, gilt das Tauchbad doch als genommen (Maim. הלכות מקואות II, 10).",
+ "Einen Kessel. קומקמוס auch קומקום arab., قُمقُم gr. κονκούμιον ein großer Kessel.",
+ "darf man nicht mit daran haftenden Kohleresten. Nach Barten. ist unter פחמין der sich ansetzende Ruß zu verstehen. dieser aber kann nicht als trennend gelten, da er nicht als störend empfunden wird. Dagegen erklärt Maim.: man pflegt glühende Kohlen in den mit Wasser gefüllten Kessel hineinzuwerfen, um sie zu löschen, dabei pflegen sich Kohlen stücke an die Wände des Kessels anzusetzen, diese müssen vorher abgekratzt werden, damit sie nicht eine Trennung zwischen dem Kessel und dem Wasser bilden."
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+ "und auf der Scham bei einem Manne. Weil sie an diesen Stellen nicht als störend empfunden zu werden pflegen.",
+ "Zwischen Mann und Frau ist kein Unterschied. Inbetreff der Haarwulste auf der Scham.",
+ "was man. Der Untertauchende. Nach מ״א wendet sich R. Elieser damit gegen die ganze vorhergehende Aufzählung von Dingen, die als störend empfunden werden, und kommt es nach ihm nur darauf an, ob der betreffende Untertauchende das auf ihm Haftende als störend empfindet oder nicht (anders Tosf. Jomt.).",
+ "als störend empfindet. מקפיד von קפד = zusammenziehen, Hif. etwas zusammengezogen d. h. genau nehmen, darauf achten, bei wünschenswerten Dingen, dass sie vorhanden sind, bei nicht wünschenswerten, dass sie entfernt werden."
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+ "Augenschmalz im Auge. Wenn es feucht ist, wird es dort nicht als störend empfunden, ist es dagegen trocken, gilt es wie außerhalb des Auges als trennend (Nidda 67a).",
+ "Schorf auf der Wundöffnung. Dieser und die folgenden Dinge gelten nicht als trennend, weil sie entweder nicht als störend empfunden werden oder für Wasser durchlässig sind.",
+ "ein lose hängender. מדולדל von דלדל = lockern.",
+ "Nagel. Wenn von dem Nagel in seiner ganzen Breite ein Stück abgesplittert ist und nur noch lose daran hängt, trennt das abgesplitterte Stück nicht, weil die darunter liegende Fingerhaut offen daliegt und von dem Wasser bespült wird. Ist dagegen nur ein kleiner Teil abgesplittert, der nicht herunterhängt, sondern noch fest am Finger anliegt, so trennt er, weil er doch schließlich abfällt oder abgeschnitten werden muss und deshalb nicht mehr zum Körper gehört, an die darunter liegende Fingerhaut das Wasser aber nicht herankommt, weil der Splitter zu dicht darauf liegt (s. מ״ש).",
+ "Durch die Härchen. כשות heißen die haarartigen Fasern auf Pflanzen wie auf Gurken und Melonen (s. Ukzin II, 1), danach hier die feinen Härchen auf der Kinderhaut, die nicht in der Haut wurzeln und deshalb nicht als eigentliche Körperhaare betrachtet werden können.",
+ "auf einem Kinde wird das Kind nicht unrein. Wenn eine Unreinheit an ein solches Härchen angerührt hat, weil das Härchen nicht als Bestandteil des Körpers gilt.",
+ "und es überträgt durch sie nicht die Unreinheit auf anderes. Wenn das Kind unrein ist und mit dem Härchen etwas anderes berührt.",
+ "Durch die Haut auf einer Wunde wird man unrein und überträgt die Unreinheit auf anderes. Die beiden letzten Aussprüche gehören sachlich eigentlich gar nicht hierher, sie werden hier nur angeführt, weil auch im Vorhergehenden von solchen Dingen die Rede ist, die obwohl auf dem Körper haftend doch nicht als zu diesem gehörend und als trennend betrachtet werden, und solchen, die nicht als trennend gelten. Nach א״ר dagegen ist וכשות של קטן zu lesen und gehört dieses noch zu dem Vorhergehenden: auch solche Härchen gehören zu den Dingen, die nicht als trennend gelten. Das folgende לא טמא ולא מטמא bezieht sich dann auf alle vorher genannten Dinge, sowohl die als trennend gelten wie die nicht als trennend geltenden, der Körper wird durch sie nicht unrein, wenn eine Unreinheit sie berührt, und von dem Körper wird, wenn er unrein ist, durch sie die Unreinheit nicht auf andere Dinge übertragen."
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+ " Sabb. 15b.",
+ "Pech und Myrrhe. מור gr. μύῤῥα = Gummiharz, Aruch erklärt es mit מוסקו = Moschus, nach einer anderen Erklärung מסתיכי = μαστίχη, mastix. Eine andere Lesart ist: וחמר = Lehm.",
+ "auf Glasgefäßen. Nach Raschi (Sabb. 15b) gelten bei Glasgefäßen nur Pech und Myrrhe als trennend, weil sie ganz besonders fest auf den Gefäßen haften, während andere weniger fest haftende Stoffe nicht als trennend gelten, weil sie von der glatten Glasfläche sich von selbst wieder loslösen und deshalb nicht als störend empfunden werden; danach würden auf anderen nicht so glatten Gefäßen auch andere darauf haftende Stoffe als trennend gelten. Nach Maim. (הלכות מקואות III, 1) gelten bei allen Gefäßen nur Pech und Myrrhe und ihnen ähnliches als trennend, er muss danach annehmen, dass anderes auch auf anderen Gefäßen nicht so fest haftet, dass das Wasser nicht an die darunter liegende Gefäßfläche herankommen kann. Den Einwand, dass nach der Halacha Glasgefäße ebenso wie irdene Gefäße überhaupt nicht durch Untertauchen wieder rein werden, widerlegt der Talmud durch die Erklärung, dass es auch Glasgefäße gibt, die durch Untertauchen wieder rein werden, wenn nämlich das Gefäß durch ein Loch unbrauchbar geworden war und man das Loch durch hinein gegossenes Blei verlötet hat, ein solches Gefäß wird nach R. Meir durch Unter tauchen wieder rein, weil er der Ansicht ist, dass die Art des Gefäßes sich nach dem richtet, wodurch es zusammengehalten wird (דבר המעמיד).",
+ "sei es auf der Innenseite sei es auf der Außenseite. Dagegen gibt es auch Gefäße, bei denen sie nur auf der Innenseite als trennend gelten und nicht auch auf der Außenseite (s. Tosefta VI).",
+ "auf einer Liegebank. דרגש eine Art von niedrigem Bett, auch Bahre, die Etymologie ist zweifelhaft.",
+ "wenn sie beschmutzt. בלוסין von בלס = vermischen, so Sabb. 76b: עיסה בלוסה ein Teig aus mit der Kleie gemischtem Mehl, daher hier Gegenstände, die durch verschiedene auf ihnen haftende Dinge beschmutzt sind.",
+ "gelten sie nicht als trennend. Weil sie dann nicht als störend empfunden werden.",
+ "Auf Bettstellen eines besseren Hausstandes. בעל הבית der Besitzer eines Hauses, im Gegensatz zu dem besitzlosen Armen.",
+ "auf denen eines Armen gilt es nicht als trennend. Weil, dieser es nicht als störend empfindet.",
+ "Auf dem Sattel. ׳איכוף andere Lesart: אוכף arab. اكاف = Sattel eines Esels oder Kamels.",
+ "auf dem von Schläuche-Beförderern. זקקים abgeleitet von זיקה = Schlauch, die Schläuche auf den Tieren befördern und deshalb das auf dem Sattel Haftende nicht als störend empfinden.",
+ "Auf einer Satteldecke. In ed. Ven. und unseren Talmudausgaben fehlt dieser Satz, danach bezieht sich der Ausspruch des R. Simon ben Gamliel auf das vorhergehende ושל זקקים אינו חוצץ. Sabb. 114a hat die Lesart: רבב על המרדע חוצץ.",
+ "gilt es als trennend. Nach Barten, nur, wenn es wie auf den Kleidern eines עם הארץ in der folgenden Mischna auf beiden Seiten sichtbar ist.",
+ "Wenn der Fleck so groß wie ein italischer Issar ist. Wenn sich der Ausspruch auf das ושל זקקים אינו חוצץ bezieht: nur wenn der Fleck nicht so groß wie ein italischer Issar ist."
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+ " Sabb. 114a.",
+ "Auf Kleidern gilt er. Der Fleck.",
+ "Auf denen von Torabeflissenen. בנאים die Bauleute, darunter sind nach R. Jochanan (Sabb. 114a) die תלמידי חכמים zu verstehen, deren Lebenswerk es ist, an dem Bau der Welt mitzuarbeiten, sie müssen ganz besonders auch auf äußere Sauberkeit achten, deshalb wird auf ihren Kleidern auch ein einseitiger Fleck schon als störend empfunden.",
+ "auf denen von Toraleeren. בור wie Abot II, 5 der unbebaute, wissensleere Mensch. Im Gegensatz zu R. Jochanan erklärt R. Simon ben Lakisch בלנאים = בנאים mit אוליירין = olearii, Badediener (s. Toharot VII, Note 40), wonach Adolf Schwarz (Monatsschrift f. G. u. W. d. J. 71. Jahrgang Heft 1/2) vermutet, dass dieser im Nachsatz nicht בור sondern בייר = Brunnenmeister gelesen habe, da בלן und בייר in Mischna und Tosefta öfters neben einander genannt werden."
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+ "Auf dem Schurz von mit Pech Arbeitenden. Die Pech herstellen oder Gegenstände verpichen.",
+ "und von Baumbeschneidern gelten sie nicht als trennend. Da der Schurz dazu dient, um das bei der Arbeit Tropfende aufzufangen, wird das darauf Getropfte nicht als störend empfunden.",
+ "Desgleichen auch nicht auf dem von Feigentrocknern. קייצין von קיץ = Sommerfrucht, die die Sommerfrüchte zum Trocknen sammeln, sie umwickeln die Hände, um sie bei dem Hantieren mit den fetten Früchten nicht zu sehr zu beschmutzen, so nach einer Erklärung im Barten. Nach einer anderen Erklärung abgeleitet von קוץ (Dorn) = Dornensammler, die sich durch das Tuch vor den Dornen-Stichen schützen wollen.",
+ "Dies gilt als Grundsatz. Ganz allgemein für alles auf Gegenständen Haftende. Nach מ״א ist es nur auf das letzte zu beziehen und begründet die Ansicht des ersten Tanna, der nicht der Ansicht des R. Jehuda ist. Unter קייצין sind die Dornensammler gemeint, sie binden sich das Tuch nur um, um sich vor Dornenrissen zu schützen, es stört sie deshalb nicht, wenn Risse darin entstehen, nach R. Jehuda werden deshalb auch Flecke darauf nicht als störend empfunden. Dem wird als Grundsatz entgegengestellt, dass nur das, was nicht als störend empfunden wird, nicht trennt, nicht aber daraus, dass ein darin entstehender Riss nicht als störend empfunden wird, geschlossen werden kann, dass auch darauf entstehende Schmutzflecken nicht als störend empfunden werden."
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+ "Alle Griffe. Arme oder Griffe, die wie der Stiel an einer Axt hineingesteckt und wieder herausgezogen werden können. Wenn sie so, wie sie sollen, in dem Geräte stecken, sind sie ein Teil des Gerätes und brauchen beim Untertauchen die durch sie verdeckten Stellen des Gerätes nicht vom Wasser berührt zu werden. Ist dieses jedoch nicht der Fall, gelten sie als Fremdkörper, die das Wasser hindern, an die von ihnen verdeckten Stellen des unterzutauchenden Gerätes heranzukommen.",
+ "die man nicht richtig. So, wie sie eigentlich darin stecken sollten.",
+ "oder richtig aber nicht vollständig. So nach ר״ש und Barten. מרק׳ = vollenden, s. Tamid IV Note 17.",
+ "die aber zerbrochen sind. So dass sie nicht mehr als Handhaben für die Geräte dienen können.",
+ "gelten als trennend. Anders erklärt Maim. (s. Comment. und הלכות מקואות III, 11), nach ihm handelt es sich um hohle Griffe, deren Hohlraum in den Hohlraum der Geräte hineinmündet. Da die Griffe hohl sind, muss beim Untertauchen das Wasser auch in die Griffe hineinkommen. Stecken die Griffe nicht richtig in den Geräten, so gelten sie als Fremdkörper, und gelten deshalb weder die Geräte noch die Griffe als richtig untergetaucht, weil das Wasser nicht an die Stellen hinge langen kann, wo Griff und Gerätswand sich gegenseitig verdecken. Aber auch wenn der Griff richtig in dem Geräte steckt, fließt doch beim Untertauchen das Wasser nicht von selbst aus dem Gefäß in den hohlen Griff hinein, sondern muss man den Griff hin und her bewegen (מרק nach ומרק ושטף במים Lev. 6, 21 = spülen, schütteln), damit auch dieser Hohlraum des Griffs vom Wasser bespült wird. Ist der Griff durch einen Bruch in der Mitte zusammengedrückt, so dass durch diesen Bruch der eine Teil des Griffs von dem anderen getrennt ist und das Wasser nicht hindurchfließen kann, so gilt er ebenfalls nicht als untergetaucht.",
+ "als wäre es gar nicht untergetaucht. Weil das umgestülpte Gefäß sich beim Untertauchen nicht mit Wasser füllt.",
+ "Hat man es in richtiger Weise. Nicht umgestülpt, sondern mit dem Boden nach unten.",
+ "aber ohne das Halsstück. Das schwierige בלא זבורית suchen die Erklärer in verschiedener Weise zu erklären, doch gibt keine der gegebenen Auslegungen einen befriedigenden Sinn. Aruch übersetzt זבורית mit בית יד = Griff oder Henkel, nach Maim. ist darunter irgendein nebensächlicher Ansatz oder Ausläufer an dem Geräte zu verstehen, der, weil er nur etwas nebensächliches an dem Geräte ist, זבורית heißt, wie in der Sprache der Mischna ein minderwertiges Feld זבורית genannt wird. Danach will die Mischna sagen, wenn man ein Gerät, an welchem ein solcher Ansatz ist, senkrecht untergetaucht hat, gilt es, auch wenn es sich ganz mit Wasser gefüllt hat, noch nicht als untergetaucht, weil bei diesem senkrechten Untertauchen das Wasser nicht in diesen Ansatz hineinfließt, sondern muss man zu diesem Zwecke das Gerät im Wasser auf die Seite neigen. Dieser Auffassung widerspricht aber der Wortlaut der Mischna, denn danach müsste es nicht heißen: wenn man ein Gerät ohne זיבורית untergetaucht hat, sondern: ein Gerät mit einem זיבורית muss man beim Untertauchen auf die Seite neigen. Nach ראב״ד (הלכות מקואות III, 12) ist nicht זיבורית, sondern זרבובית zu lesen, und bezeichnet dieses Wort, verwandt mit ׳מרזב eine Schnauze, die an der Seite des Gerätes zum Abfließen des Inhalts angebracht ist. Hat ein Gefäß außer seiner oberen Öffnung auch noch eine Öffnung an der Seite, so füllt sich beim Untertauchen das ganze Gefäß mit Wasser; hat es dagegen keine Öffnung an der Seite, so füllt es sich beim senkrechten Untertauchen wegen der in dem Gefäß enthaltenen Luft nicht vollständig mit Wasser, sondern muss man es zu diesem Zweck erst auf die Seite neigen. Abgesehen davon, ob dieser Unterschied überhaupt besteht, müsste es auch danach in der Mischna nicht heißen: הטבילו בלא זרבובית, sondern כלי שאין לו זרבובית יטנו על צדו. Schönheit, im Wörterbuch המשכיר, will in זיבורית das lateinische Wort sabura = Schiffs sand, Ballast, (arab. صابُورةerkennen und erklärt: wenn man ein Gefäß in einen Eimer hineintut und mit diesem zusammen untertaucht, so wird das Gefäß, wenn es leicht ist, von dem in den Eimer eindringenden Wasser in die Höhe gehoben und auf diesem schwimmen, ohne dass es sich selbst mit Wasser füllt; man muss es deshalb mit etwas beschweren oder, wenn dieses nicht geschehen ist, es auf die Seite neigen, damit das Wasser in es eindringt. Auch das ist eine gesuchte, wenig einleuchtende Auslegung. Ich möchte des halb vielmehr annehmen, dass unter זיבורית oder זברורית ein zum Einfüllen bestimmter breiter Aufsatz zu verstehen ist, der auf die enge Öffnung des Gefäßes hinaufgesetzt wird, aber auch wieder heruntergenommen werden kann, wie die ידות, von denen die Mischna vorher spricht. Befindet sich beim Unter tauchen dieser breite Hals auf dem Gefäß, so füllt sich auch beim senkrechten Untertauchen das Gefäß sofort mit Wasser; taucht man aber, so ist danach der einfache Sinn der Mischna, das enghalsige Gefäß, ohne dass das breite Halsstück darauf sitzt, senkrecht unter, so füllt sich das Gefäß wegen des engen Halses nicht, sondern muss man es auf die Seite neigen.",
+ "bis man es auf die Seite geneigt hat. Weil beim senkrechten Untertauchen der mittlere breitere Teil sich nicht mit Wasser füllt.",
+ "deren Öffnung nach unten umgebogen ist. Der obere Rand des Gefäßes ist nach innen umgelegt, so dass, auch wenn man das Gefäß auf die Seite legt, das Wasser nicht in den Raum zwischen der Wand des Gefäßes und dem umgelegten Rand gelangen kann.",
+ "bis man an der Seite ein Loch macht. Durch das das Wasser in diesen Zwischenraum eindringen kann. Maim. scheint auch hier עד שיטנו על צדה gelesen zu haben (s. הלכות מקואות III, 14), weil der umgelegte Rand nicht so dicht anliegt, dass bei der seitlichen Lage das Wasser nicht hineingelangen kann.",
+ "Ein Tintenfass. קלמרין καλαμάριον = Schreibzeug, Tintenfass.",
+ "bis man an der Seite ein Loch macht. Weil der Rand vollständig nach innen umgebogen zu sein pflegt, damit beim Umstürzen keine Tinte hinausfließt."
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+ "Bei einer Decke und einem Kissen aus Leder muss das Wasser in das Innere hineinkommen. Man muss sie vor dem Unter tauchen auftrennen, weil man die Füllung herauszunehmen und hineinzutun pflegt, die innere Seite daher als die Aufnahmefläche des Ganzen zu betrachten ist.",
+ "bei einem runden Kissen. Ein kleines vollkommen geschlossenes Kissen.",
+ "einem Schuhleisten. אמום syr. אמומא eine Form, arab. אמאם = Muster, hier ein Schuhleisten aus mit Haaren oder Wollflocken gefülltem Leder.",
+ "einem Amulett. קמיע syr. קמיע Amulet, eine lederne Kapsel, welche Kräuter oder ein beschriebenes Pergamentstück enthält und als Schutz oder Heilmittel getragen wird.",
+ "und einem Tefillin-Gehäuse braucht das Wasser nicht hineinzukommen. Weil diese Gegenstände stets geschlossen zu bleiben pflegen.",
+ "Pflegt man nicht etwas in es hineinzustecken und wieder herauszunehmen. Eine Höhlung in einem Gegenstande gilt nur dann als ein בית קבול, wenn sie dazu dient, etwas hineinzutun, um es später wieder herauszunehmen; tut man aber die Füllung hinein, damit sie ständig darin bleibt, wird die Füllung ein Bestandteil des Gegenstandes und hört die Höhlung auf, ein בית קבול zu sein."
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+ "eines Armen. Wenn der Arme eine zerrissene Stelle an seinem Kleide zusammengeknotet hat, pflegt er es schon für immer so zu belassen, deshalb braucht eine solche Verknotung vor dem Untertauchen nicht gelöst zu werden; der Bessersituierte dagegen wird wohl vorübergehend einen Riss verknoten, für die Dauer wird ihn diese Verknotung aber doch stören, deshalb muss vor dem Untertauchen der Knoten aufgelöst werden, damit er keine חציצה bildet.",
+ "in den Fransen. נימה gr. νῆμα = Faden, gemeint sind die am Saume herab hängenden Fäden, die man zu Fransen zusammenzuknoten pflegt.",
+ "im Sandalen-Verschluss. חבט von חבט = anschlagen, Zusammenstoßen, Schleifen, die nur zum Schmuck an den Enden der Sandalenriemen angebracht sind.",
+ "wenn er fest zugezogen. חצה = eine Scheidewand bilden, wenn der Knoten so fest zusammengezogen ist, dass das Wasser nicht in ihn eindringen kann (nach Tosaf. Menachot 36a und ר״ש steht hier חצה im Sinne von אוצה vom hebr. ארץ = zusammengedrängt).",
+ "wenn er sich nicht herauf- und herabziehen lässt. Wenn der Knoten so fest ist, dass der Riemen sich nicht durch ihn hin- und herziehen lässt. So nach ר״ש und Bart., die das קשרי der Mischna auch auf תפלה של ראש רשל זררע beziehen. Nach Maim. handelt es sich um die מעברתא genannten Schlitze an den Gehäusen der Tefillin, durch die die Riemen hindurchgezogen werden; wenn der Schlitz der Kopf-Tefilla so fest auf dem durchgezogenen Riemen aufliegt, dass kein Wasser eindringen kann, oder der Schlitz der Arm-Tefilla so ganz von dem Riemen ausgefüllt wird, dass die den Riemen umschließenden Seiten des Schlitzes sich nicht auf und ab bewegen lassen, braucht man beim Untertauchen die Riemen nicht herauszunehmen. Für diese Auffassung spricht die Feminal- und Singularform שהוא חוצה und שאינה עולה ויורדת, auf תפלה sich beziehend, während, auf קשרי bezogen, die Pluralbezw. Maskulinform hätte stehen müssen. Nicht erklärt bleibt nach beiden Auslegungen, warum für die dichte Zusammenfügung bei der תפלה של ראש ein anderer Ausdruck gebraucht wird als bei der של זרוע"
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+ "der Knoten auf der Schulter eines Unterkleides. פרקסים, andere Lesart: פקרסין (Kelim XXIX, 1 אפיקרסין) = επικάρσιον ein Hemd oder enges Unterkleid, das an den Schultern und am Halse durch Schleifen zusammengehalten wurde. Maim. liest: ושבכתף.",
+ "der Hohlsaum. In dem der Stoff zusammengefaltet und zusammengezogen liegt.",
+ "eines Leinüberwurfes muss glattgezogen werden. Damit das Wasser überallhin gelangen kann.",
+ "die Sandalenschlitze. שניצן ed. Lowe: שנץ, nach R. Hai und ר״ש (s. Kelim XXVI, 1) der umgeschlagene Saum der Sandale, durch den die Riemen zum Zuschnüren gezogen werden, vgl. שנס (I. K. 18, 46) gürten, zusammenziehen.",
+ "die man gewaschen. In feuchtem Zustande und zusammengefaltet.",
+ "wenn Blasen aufsteigen. Das Auf steigen von Blasen ist ein Zeichen, dass das Tauchenwasser in das Tuch eingedrungen ist und sich mit der in dem Tuche befindlichen Feuchtigkeit vermischt hat; dadurch ist diese auch Tauchenwasser geworden und gilt das Tuch als untergetaucht, wenn auch das eigentliche Tauchwasser nicht an alle Stellen des Tuches gelangt ist.",
+ "wenn Blasen aufgestiegen sind und aufgehört haben aufzusteigen. Das erst ist das Zeichen, dass sämtliche Teile des Tuches mit dem Tauchenwasser durchtränkt sind."
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+ " Chullin 73a.",
+ "die lang. Über die in der Mischna Kelim XXIX angegebenen Maße hinaus.",
+ "sind und noch beschnitten. Talmudausg.: לקצוץ.",
+ "brauchen nur bis zu der ihnen zugedachten Länge untergetaucht zu werden. Der Teil, der noch abgeschnitten werden soll, wird als schon abgeschnitten betrachtet, und der Griff gilt als untergetaucht, obgleich die beim Abschneiden entstehende Schriftfläche noch durch das abzuschneidende Stück verdeckt wird und das Wasser nicht dorthin gelangen kann, weil bei verdeckten Stellen (בית הסתרים) von Geräten es nicht erforderlich ist, dass das Wasser dorthin gelangen kann (s. ר״ש).",
+ "Jehuda. Chullin 73a דברי ר׳ מאיר וחכמים אומרים.",
+ "Sie müssen ganz untergetaucht werden. Er ist nicht der Ansicht, dass, was abgeschnitten werden soll, als bereits abgeschnitten betrachtet wird.",
+ "Die Kette an einem großen Eimer bis zu vier Handbreiten. Nur bis zu dieser Länge gilt die Kette als zum Eimer gehörend, weil bei der Schwere der Kette, die man zu einem großen Eimer gebraucht, sie zu schwer werden würde, wenn sie noch länger wäre.",
+ "wo dieses Maß endet. Weil man sie sicher noch bis auf dieses Maß verkürzen wird.",
+ "Den betreffenden Ring. In dem dieses Maß endet.",
+ "außer wenn man ihn an ihn festgenäht hat. Der Knoten, mit dem er angebunden ist, muss deshalb beim Untertauchen gelockert werden."
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+ "Heißes Wasser kann man nicht in kaltem untertauchen. Durch השקה (s. V. M. 12).",
+ "gutes nicht in schlechtem und schlechtes nicht in gutem. Nach ׳ר״ש weil zu befürchten ist, dass mit Rücksicht auf die verschiedene Beschaffenheit des Tauchen- und des unreinen Wassers man sie nicht in die gehörige Berührung mit einander bringen wird; nach Maim., weil nur ganz gleichartiges Wasser durch Berührung in dem Tauchenwasser aufgeht, nicht aber irgendwie ungleichartiges.",
+ "Hat. S. Sebachim 78b.",
+ "als wäre es nicht untergetaucht. Weil andere Flüssigkeiten als Wasser durch Berührung mit dem Tauchenwasser nicht rein werden, und die unrein bleibende Flüssigkeit in dem Gefäß deshalb eine חציצה bildet, so dass auch dieses durch das Untertauchen nicht rein wird.",
+ "als wäre es mit Wasser gefüllt. Und der Urin wird durch die השקה rein, das Gefäß gilt demnach als untergetaucht. Eine andere Lesart ist: רואים אותן כאילו הן יין (s. Sebach. 18b), danach wird der Urin nur rein, wenn er durch das Untertauchen die Farbe von Wasser angenommen hat.",
+ "war es mit Entsündigungswasser. Das mit der Asche der Entsündigungskuh gemischte Wasser.",
+ "wenn mehr Wasser als Entsündigungswasser darin ist. Das Entsündigungswasser wird durch die Vermischung mit dem Tauchenwasser zwar untauglich, es verunreinigt aber dennoch auch weiter durch Berührung (Para IX, 8), und das mit ihm gefüllte Gefäß kann deshalb durch das Untertauchen nicht rein werden. Erst wenn in dem Gefäß mehr anderes Wasser ist als Entsündigungswasser, wird dieses nach dem Mehrheitsgesetz rein und wird deshalb auch das untergetauchte Gefäß rein. (מ״א).",
+ "als wäre es nicht untergetaucht. Nach R. Jose gilt das Mehrheitsgesetz für das Entsündigungswasser nicht. Ebenso wie nach Para IX, 1 das Entsündigungswasser untauglich wird, wenn auch nur die kleinste Menge anderen Wassers hineinfällt, und diese nicht nach dem Mehrheitsgesetz in dem Entsündigungswasser aufgeht, geht auch die kleinste Menge von Entsündigungswasser nicht in der Mehrheit des Tauchenwassers auf, die kleine Menge von Entsündigungswasser in dem Gefäß bleibt deshalb unrein und verunreinigt wieder das Gefäß (מ״א)."
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+ " Meila IV, 5.",
+ "Alle Speisen zählen zusammen zur Erreichung des Maßes eines halben Halbbrotes. פרס ist die Bezeichnung für die Hälfte eines Brotes, das für zwei Mahlzeiten ausreicht, das ist nach Raschi eines Brotes in der Größe von 8 Eiern; nach Maim. von 6 Eiern, פרס demnach nach Raschi = 4 Eigrößen, nach Maim. = 3 Eigrößen, und חצי פרס nach dem einen = 2, nach dem anderen = 1½ Eigrößen (s. Keret. III Note 20).",
+ "den Körper zu verunreinigen. Wer von unreinen Speisen soviel gegessen hat, wie ein solches halbes Halbbrot ausmacht, dessen Körper ist untauglich, Hebe und Heiliges zu genießen, und der macht Hebe und Heiliges durch Berührung untauglich zum Genuss, bis er ein Reinigungsbad genommen hat.",
+ "alle Flüssigkeiten zählen zusammen zu einem Viertellog. Ein Viertel-Log von Getränken entspricht dem halben Halbbrot bei Speisen.",
+ "dass bei jenem alle Flüssigkeiten dem Wasser gleichgestellt werden. Wogegen eine Tauche nur durch Hin einfallen von drei Log geschöpften Wassers untauglich wird, nicht aber durch Hineinfallen einer anderen Flüssigkeit. Ebenso gilt für die Tauche die Bestimmung, dass die 40 Sea, die jede Tauche enthalten muss, nur aus Wasser bestehen müssen und keine andere Flüssigkeit darin enthalten sein darf; darin liegt aber grade in der Nichtgleichstellung anderer Flüssigkeiten mit dem Wasser eine Erschwerung auch bei der Tauche (s. Barten.). Nach א״ר ist statt מבמקוה zu lesen: מבנפלו עליו, nur beim Trinken unreiner Flüssigkeit sind alle anderen Flüssigkeiten dem Wasser gleichgestellt, nicht aber, wenn drei Log geschöpften Wassers auf jemanden gefallen sind, da ist man nur unrein, wenn die ganzen drei Log Wasser waren, nicht aber, wenn eine andere Flüssigkeit darunter war."
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+ [
+ "Hat jemand unreine Speisen gegessen oder unreine Flüssigkeiten. Außer Wasser.",
+ "und hat sie dann wieder ausgebrochen. Bevor sie die zum Verdauen nötige Zeit im Magen gelegen haben (מ״א).",
+ "weil sie im Körper nicht rein geworden sind. Durch das Untertauchen des Körpers ist die im Körper enthaltene noch unverdaute Speise oder Flüssigkeit nicht rein geworden.",
+ "weil es im Körper rein geworden ist. Wasser wird durch Versenkung in das Wasser der Tauche (השקה) rein. Der das Wasser umgebende Körper wird nicht als חציצה betrachtet, ähnlich wie nach Jebamot 78a das Kind im Mutterleibe einer Untergetauchten mit als untergetaucht gilt (מ״א).",
+ "Hat. Chullin 71b.",
+ "dann ein Totenzelt betreten. Wodurch er ein אב הטומאה geworden ist.",
+ "wie er gewesen ist. Der Ring ist nicht unrein geworden, weil ein verschluckter Gegenstand nicht unrein wird, wenn der, der ihn verschluckt hat, ein Totenzeit betritt.",
+ "Hat er einen unreinen Ring. Der durch Berührung mit einem Toten אב הטומאה geworden ist.",
+ "muss er untertauchen. Weil er durch seine Berührung, bevor er ihn hinuntergeschluckt hat, unrein geworden ist.",
+ "kann dann Hebe genießen. Weil ein verschluckter Gegenstand nicht mehr verunreinigt.",
+ "ist er unrein. Da er durch das Untertauchen dessen, der ihn verschluckt hat, nicht rein geworden ist.",
+ "und verunreinigt ihn. Durch die Berührung beim Ausbrechen.",
+ "wenn er sichtbar ist. D. h. wenn er von außen sichtbar und nicht von der Körperhaut bedeckt ist.",
+ "wenn er nicht sichtbar ist. Sondern ganz von der Haut bedeckt ist.",
+ "kann man untertauchen und dann Hebe genießen. Auch wenn der Pfeil unrein ist, weil ein im Körper eingeschlossener Gegenstand nicht verunreinigt."
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Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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+ "\nVorbemerkungen.\n(Diese Vorbemerkungen werden mit VN bezeichnet werden)\n1) Es gibt dreierlei Aussatzschäden: a) Aussatz am Menschen (נגעי אדם). b) Aussatz an Kleidern (נגעי נגדים). c) Aussatz an Häusern (נגעי בתים). Bei jedem נגע ist zu unterscheiden zwischen dem eingeschlossenen (מוסגר) und dem endgültig entschieden für unrein erklärten (מוחלט).\n2) Sobald bei einem Menschen (ebenso beim Kleid und Haus) ein Zeichen des Aussatzes sichtbar wird, muss er Y0r den Priester gebracht werden, der entweder durch eigene Kenntnis des Gesetzes oder auf Grund der Belehrung durch einen Gesetzeskundigen den Aussätzigen für rein oder unrein oder der Einschliessung bedürftig erklärt.\n3) Beim Menschen gibt es folgende Aussatzarten: a) Der gewöhnliche Aussatz an der glatten Haut (עור בשר). b) Der Aussatz infolge einer Entzündung (שחין), oder eines Brandgeschwürs (מכוה). c) Der Aussatz an behaarten Stellen des Kopfes und Bartes (נתק). d) Der Aussatz auf einer Glatze des Kopfes, und zwar entweder auf der Vorderseite desselben (נכחת) oder auf der Hinterseite (קרחת). e) Die dunke lfarbigen Flecke an unbehaarten Stellen der Haut (בהק), welche rein sind.\n4) Der Aussatzschaden ist nur unrein, wenn er die Grösse einer halben (kilikischen) Bohne hat (damit ist einer der zwei zusammengewachsenen Teile der Bohne verstanden). Diese Grösse wird גויס genannt und wird in 6,1 genauer bestimmt.\n5) Unter נגע עור בשר versteht man gewisse Flecken, die an der glatten Haut entstehen. Es gibt hierbei vier verschiedene weisse Aussatzfarben, welche Unreinheit bewirken können: a) glänzend weise wie Schnee (בהרת). b) wollweiss (שאח, nach den חכמים). Diese beiden Farben werden אכוח (Hauptschäden) genannt. c) kalkweiss, Dies ist eine Nebenart (תולדה) von נדרת. d) eihäutchenweiss (כקרום ביצה) ; dies ist (nach den חכמים) eine Nebenart von שאת. Die letzten beiden Nebenarten werden in der Thora (Lev. 13,2) als ספחת bezeichnet.\n6) Jede der genannten 4 weissen Farben kann auch mit Rot gemischt sein. Eine solche weisse, ins Rote spielende Farbe wird in der Mischna פתוך (Gemischtes) genannt.\n7) Eine Hautentzündung (שחין) kann entweder von innen heraus oder durch einen Schlag entstehen. Entsteht eine Hautentzündung durch Feuer oder durch etwas, das vom Feuer erhitzt wurde (האור תולדת), so heisst sie מכוה (ein Brandgeschwür). Solange die Heilung des שהין noch nicht begonnen, heisst die Entzündung שחין המורד (der sich empörende, d. h. der Heilung noch widerstrebende שחין). An einem solchen kann kein unreiner נגע entstehen. 1st wieder die Entzündung ganz geheilt und veinarbt (צלקת), so wird ein dort entstdener נגע wie ein ננע עור נשר betrachtet. Die Vorschriften über Entzündungen gelten nur für den Zustand der begonnenen, aber noch nicht vollendeten Heilung, indem sich statt der durch die Entzündung zerstörten Haut eine neue feine Haut, wie die Schale des Knoblauehs (השום כקליפת), gebildet hat.\n8) Der Haar-Aussatz (נתק) oder der Aussatz-Schaden am Kopfe oder am Barte zeigt sich zunächst durch Ausfallen des Haares an einer Stelle von der Grösse eines נרים (VN 4). Nach Maimonides wird der blosse Haarausfall נגע genannt, und es bedarf gar keiner Farben-Veränderung. Nach Ramban dagogen muss ausserdem diese Stelle eine andere Farbe als seine Umgebung haben. Jedenfalls aber ist hier nicht eine der 4 Farben, die bei נגעי עור בשר vorkommen, erforderlich, um den Verdacht des Aussatzes zu erregen; dies gibt auch Ramban zu.\n9) Vom Kahlkopf (sowohl am Vorderhaupte als am Hinterhaupte) sagt die Thora (Lev. 13,40—43): er ist rein, d. b. selbst wenn die Farbe etwas verändert ist., wird es nicht als נתק angesehen; vielmehr hat der Kahlkopf den gesetzlichen Charakter von עור בשר insofern, dass er nur durch einen נגע in einer der 4 Farben oder deren Mischung (VN 5—6) unrein macht.\n10) Hiernach muss zwischen נתק einerseits und קרחת וגבהת andererseits ein Unterschied bestehen. Nach ראב״ד (Comment. zum Sifra) ist נתק eine vereinzelte kable Stelle in der Mitte des Hauptes, die rinsgsum von Haarwuchs umgeben ist, קרחת oder גבהת bezeichnet dagegen den ganz kahl gewordenen Hinter- oder Vorderkopf. Jedoch ר״ש zu Negaïm 10,10 meint, קרהת oder גבחת bezeichnet einen unheilbaren Kahlkopf, dessen Haare nie wieder wachsen, נתק aber ein temporäres Ausfallen der Haare. Ramban will diese Ansicht im Stamme נתק finden, der „reissen, trennen“ bedeutet, während der beim Kahlköpf gebrauchte Ausdruck מרט ein gänzliches Ausfallen bezeichnet. Indessen ist nach Maim. (טומאת צרעת 5,8) auch der als קרח zu betrachten, dem durch eine Krankheit oder durch eine Salbe das Haupthaar ausgefallen, selbst wenn das Haar wieder wachsen kann (vgl. m. Comment. zu Lev. I 381).\n11) Unter נהק (reine Flecken) sind dunkelweisse Flecken an der glatten Haut (עור כשר) zu verstehen, die weniger weiss sind als das Eihäutchen (s. oben Nr. 5).\n12) Die Aussatzschäden an der Haut des Fleisches machen den Menschen erst dann endgültig unrein (מוחלט), wenn bei ihnen eines der Unreinheitszeichen (םימני טימאה) sich zeigt. Diese sind: a) Weisses Haar שער לבן (mindestens 2 Haare); b) Eine Stelle gesunden Fleisches (מחיה), die allseitig vom נגע umgeben (מבוצר, eingeschlossen) ist; c) Die Ausbreitung (פסיון), d. h. dass der נגע grösser geworden ist, als er bei der früheren Besichtigung war. Selbstverständlich kann bei der ersten Besichtigung von םסיון nicht die Rede sein.\n13) Beim נתק (Nr. 8) ist nicht weisses Haar, sondern statt dessen goldgelbes Haar, שער צהוב (mindestens zwei Haare) ein Unreinheitszeichen. Ferner unterscheidet sich נתק von den andern Aussatzschäden dadurch, dass es dabei auch ein Reinheitszeichen (סימן טהרה) gibt, und wenn dieses vorbanden ist, schaden die Unreinheitszeichen nicht. Dieses Reinheitszeichen ist schwarzes Haar, שער שחור (mindestens zwei Haare), und wenn der Priester solches im נתק findet, kann er ihn sofort für rein erklären. Nach Sifra ist nicht gerade schwarzes Haar nötig, sondern jedes Haar, das nicht goldgelb ist, heisst hier שחור.\n14) Ein נגע עור בשר wird מוחלט bei jedem der 3 in Nr. 12 genannten Unreinheitszeichen; שחין oder מכוה nur durch שער לבן oder נתק ; פסיון endlich nur durch שער צהוב oder פסיון, die קרחת ונכחת nur durch מחיה oder פסיון.\n15) Wenn ein נגע עור בשר vor den Priester kommt (Nr. 2) und dieser darin eines der 2 Unreinheitszeichen, שער לבן oder מחיה, sieht, so erklärt er ihn für unrein, wo aber nicht, so erfolgt eine Einschliessung (הסגר) auf 7 Tage, nach welcher Zeit auch פסיון (Nr. 12 c) als Zeichen der Unreinheit gilt. Ist auch jetzt kein Unreinheitszeichen sichtbar, so erfolgt eine fernere siebentägige Einschliessung. Der siebente Tag wird hierbei mitgerechnet, sodass die Einschliessung im ganzen 13 Tage währt. Der Eingeschlossene wird für rein erklärt, wenn der נגע nach der erstmaligen Einschliessung kleiner als ein גריס (Nr. 4) geworden ist, oder wenn derselbe nach zweimaliger Einschliessung wenigstens sich nicht ausgebreitet hat, sondern in seiner ursprünglichen Grösse geblieben ist, vorausgesetzt, dass niemals שער לבן oder מחיה sich gezeigt hat.\n16) Unter Einschliessung (הסגר) ist nicht zu verstehen, dass der Aussätzige in einem Hause eingeschlossen bleibe und dasselbe nicht verlasse; vielmehr hat der Priester nur dem Aussätzigen zu sagen: הרי אתה מוסגר (Du bist unter Verschluss), und, wenn der Aussätzige in einer mit einer Mauer umgebenen Stadt wohnt, ihn ausserhalb der Stadt zu senden (Kelim 1, 7), um da während der ganzen Zeit des Verschlusses einsam zu verbleiben (vgl. משנה למלך ה׳ צרעת 14,5).\n17) In dieser Beziehung sowie bezüglich der Verunreinigung ist der מוסגר vollständig dem מוחלט gleich. Der Unterschied zwischen beiden besteht bloss darin, dass der מוחלט sein Haar wild wachsen lassen und seine Kleider einreissen muss (Lev. 13, 45) und, nachdem er geheilt ist, sich den in Lev. 14, 1 ff. gegebenen Vorschriften zu unterziehen hat, wozu der מוסנר nicht verpflichtet ist.\n18) Der Aussätzige verunreinigt durch „Hineinkommen“ (ביאה), vgl. VK 28. Ein Aussätziger verunreinigt ferner durch Berühren und Tragen (במגע ובמשא), und auch sein Lager und sein Sitz (ומושב משכב) sind unrein; nach Maimonides ein אב הטומאה, wie bei זב (VK 29—31), nach Andern nur ראשון לטומאה (vgl. Maim. צרעת 10,11 und מל״ם das.).\n19) Ein iufolge eines סימן טומאה (Nr. 12) entschieden für unrein Erklärter (מוחלט) kann nur rein gesprochen werden, wenn entweder der סימן טומאה geschwunden, oder der נגע kleiner als ein גרים, oder dunkler als קרום ביצה (Nr. 4 u. 5 vgl. Nr. 11) geworden ist, oder endlich, wenn der Aussatz die ganze Haut bedeckt (פרח בכולו, Lev. 13, 12).\n20) שחין und מכוה (Nr. 7) ist dadurch unterschieden von andern Aussatzschäden, dass dabei nur eine einmalige siebentägige Einschliessung stattfindet, und wenn nach diesen 7 Tagen kein Unreinheitszeichen (Nr. 14) sichtbar ist, erfolgt die Reinsprechung.\n21) Bei נתק (Nr. 8) wird nach der ersten siebentägigen Einschliessung, falls sich kein םימן טימאה (Nr. 14) vorfindet, vor der zweiten siebentätigen Einschliessung גלוח (das Scheren) vorgenommen, indem das ganze Haupthaar abgeschoren und 2 Haare rings um den נתק stehen gelassen werden. Dieses Scheren braucht nicht der Priester zu besorgen, sondern es kann von jedermann vollzogen worden. Auch ist hierzu kein Schermesser (תער) nötig; es kann vielmehr mit jedem beliebigen Instrument geschehen.\n22) Der מוסגר bedarf nach seiner Reinsprechung bloss der טבילה (VK 9). Dagegen muss der מוחלט, nachdem er rein gesprochen worden (Nr. 19), sich noch den Reinigungsvorschriften unterziehen, welche in Negaïm Abschnitt XIII dargestellt sind.\n23) Den Vorschriften über Kleider-Aussatz (נגעי בגדים) unterliegen alle weissen Kleider oder Geräte aus Schafwolle oder Leinen, ferner weisses Zettel- oder Einschlaggarn aus diesen beiden Stoffen, endlich alle Geräte aus gegerbtem Fell, auch wenn es gefärbt ist.\n24) Beim Kleider-Aussatz werden in der Thora nur zwei Farben genannt: ירקרק und אדמדם. Ersteres ist nach der Mischna (11,4) ירקרק שבירוקים, was nach Tosefta 1,5 entweder „glänzendes Grün“ (wie eine Pfauenfeder) oder (nach einer andern Ansicht) „wacbsgelb“ bedeutet. אדמדם ist Dach Miscbna אדמדם שבאדומים, d. h. (nach Tos.) „Karmesinrot“. Ein Fleck von einer dieser beiden Farben (oder von beiden zugleich) in der Grösse eines גרים in den oben genannten Kleidern oder Stoffen gilt als נגע, infolge dessen der Priester das Objekt auf 7 Tage einscbliesst, d. h. unter Verschluss befindlich erklärt (Nr. 16).\n25) Zeigt sich am siebenten Tage: 1. Dass die Farbe des נגע nicht dunkel geworden und 2. dass der נגע sich im Kleide weiter ausgebreitet hat, so ist es entschieden unrein (מוחלט) und muss verbrannt werden. Ist die Farbe sehr dunkel geworden und der נגע hat sich nicht ausgebreitet, so wird es für rein erklärt und bedarf nur der טבילה. Ist jedoch zwar die Farbe nicht dunkel geworden, der נגע hat sich aber nicht ausgebreitet, oder es hat sich zwar der נגע ausgebreitet, aber die Farbe ist dunkel geworden, so wird das Kleid gewaschen und noch einmal auf 7 Tage (zusammen 13 Tage, Nr. 15) eingeschlossen. So nach Maimonides.\n26) Ist am 13. Tage nach der zweiten Einschliessung alles beim Alten geblieben, so ist das Kleid unrein und mues verbrannt werden. Nur wenn der נגע eine reine Farbe bekommen (er ist nicht grün und nicht rot), ist das Kleid rein und bedarf nur der טבילה. Ist aber die Farbe des נגע bloss dunkler geworden, so wird das Stück, woran der נגע ist, herausgerissen (und verbrannt) und an dessen Stelle ein Fleck (מטליח) eingesetzt. Das Kleid ist dann nach der טבילה rein. Hat sich aber nach der Reinsprechung wieder eine der נגע - Farben gezeigt, so wird das Kleid verbrannt.\n27) Ein aussätziges Kleid (sowohl מוהלט als מוסגר) verunreinigt ebenso, wie ein aussätziger Mensch (Nr. 18). Es muss ebenfalls, auch als מוסגר, ausserhalb der Stadt bleiben, ja sogar in Städten, die nicht von einor Mauer umgeben sind, aus denen der aussätzige Mensch nicht verwiesen wird (Tosefta 7, 14).\n28) Beim aussätzigen Hause sind die Unreinheitsfarben ירקרק und אדמדם wie beim Kleide (Nr. 24). Hierbei wird aber noch die Bestimmung hinzugefügt: שקערורות (Lev. 14,37), was nach Sifra „tiefscheinend“ (שוקעות במראיהן) bedeutet. Das gesetzliche Quantum (שיעור) des נגע ist beim Hause doppelt so gross, als bei den andern Aussatzschäden, nämlich 2 גרים lang und 1 גרים breit.\n29) Nur die Häuser der Israeliten im Lande Israel, die viereckig sind, aus Steinen, Erde und Holz bestehen, mindestens 4 Ellen lang und 4 Ellen breit sind, unterliegen den Vorschriften über בתים נגעי. Nur an der Wand, und zwar an deren inneren Seite ist ein נגע am Hause verunreinigend.\n30) Nachdem der Priester einen נגע an einem Hause wahrgenommen, erfolgt eine Verschliessung auf 7 Tage. Nach Raschi und ר״ש muss hier die Türe des Hauses tatsächlich verschlossen werden. Dagegen meint משנה למלך (zu ה׳ צרעת 14,5), dass nach Maimón, bloss mündlich das Haus unter Verschluss befindlich erklärt wird, wie oben Nr. 16.\n31) Es gibt bei den נגעי בתים 10 verschiedene Fälle. Nach der ersten Verschliessung gibt es nämlich 4 Eventualitäten:\n1) כהה, der Fleck ist dunkel geworden, sodass er eine unschädliche Farbe (מראה כשר) erhalten hat;\n2) הלך לו, er ist entweder ganz geschwunden, oder es ist weniger als ein שיעור (Nr. 28) davon geblieben. In diesen beiden Fällen gilt die Bestimmung: קולפו והוא טהור, man schält den Ort des נגע ab, und das Haus ist rein.\n3) עמר בעיניו, er ist in seiner Gestalt geblieben, dann wird das Haus verschlossen (מסגיר).\n4) פשה, wenn der Schaden sich vergrössert hat, dann gilt die Bestimmung: חולץ וקיצה וטח ומסגיר, der schadhafte Stein (resp. die Steine) wird herausgezogen, rings um den Stein wird abgekratzt, und nachdem die Steine durch andere ersetzt worden, wird die Stelle mit neuer Erde bekleidet. Darauf ־wird das Haus wieder auf 7 Tage (der siebente der ersten 7 wird auch zu den zweiten 7 Tagen gezählt) verschlossen. In diesem 4. Falle kann der Ausgang nach der zweiten Verschliessung ein zweifacher sein:\na) חזר, der Aussatz kehrt zurück; dann muss das Haus niedergerissen werden (נותץ),\nb) לא חזר, der Aussatz kehrt nicht wieder; dann wird das Haus durch Vögol entsündigt (טעון צפרים), nach Lev. 14, 49—53 und ist rein.\nDer 3. Fall kann 6 Ausgänge haben:\n3a) Dass nach der zweiten Verschliessung der Schaden כהה (Nr. 1) wird;\n3b) dass er schwindet (הולך). In diesen beiden Fällen gilt die Bestimmung: קולפו וטעון צפרים (2 und 4b).\n3c) Bleibt es nach dem zweiten חסנר in seiner Gestalt (עומד בעיניו), so ist man חולץ וקוצה וטח (4) und verschliesst zum dritten Male auf 7 Tage. Die 3 Verscbliessungen dauern nur 19 Tage, da der siebente und 13. Tag doppelt gezählt werden. Am 19. Tag erfolgt:\nα) חזר, wenn der Schaden wiederkehrt, נתיצה (Niederreissen des Hauses);\nβ) kehrt er nicht wieder (לא חזר), Entsüudigung des Hauees durch צפרים (4b).\n3d) Hat sich der נגע nach der zweiten Verschliessung ausgebreitet (פשה), so ist man ebenfalls חולץ וקוצה וטח und zum dritten Male מסגיר, wie bei 3c, und nach dem 3. הסגר erfolgt:\nα) נתיצה, wenn חזר,\nβ) Entsündigung durch צפרים, wenn לא חזר (wie bei 3 c).\n32) Ein aussätziges Haus (sowohl מוסגר als מוחלט) verunreinigt durch Berührung, mit dem Unterschied jedoch, dass מוסגר nur verunreinigt, wenn man es von innen berührt, während מוחלט auch von aussen verunreinigt (vgl. jedoch מל״ט zu טומאת צרעת 16, 3).\n33) Ein Mensch, der in ein aussätziges Haus (מוסגר oder מוחלט) hineinkommt, wird sogleich unrein, wenn er auch nicht im Hause verweilt. Dagegen werden dessen Kleider erst dann unrein, wenn er da כדי אכילת פרם (s. die Erklärung zu 13, 9) verweilt hat. Jedoch werden Geräte oder Kleider, die selbständig, nicht als Bekleidung eines Menschen, in ein aussätziges Haus gebracht werden, ebenso sogleich unrein, wie ein Mensch, der hineingeht.\n34) Steine, Erde und Holz des aussätzigen Hauses (מוסגר oder מוחלט) müssen, wie das aussätzige Kleid (Nr. 27), ausserhalb der Stadt, auch wenn sie nicht mit einer Mauer umgeben ist, hinausgeschafft werden. Sie verunreinigen ferner, wie der aussätzige Mensch ,במשא ובביאה כמגע (Nr. 18).\n"
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+ "Der Farben. Schebuot 2 a; 5 b; Sifra Neg. II,4.",
+ "der Aussatzschäden. liier ist die Rede von den Aussatzschäden an der glatten Haut (נגעי עור בשר), die auch in der Thora (Lev. 13, 1 ff.) zuerst behandelt werden (vgl. VN 5).",
+ "gibt es zwei Arten. Die weiter genannten Hauptarien בחרת und שאת.",
+ "welche in vier zerfallen. Indem jede der Hauptschäden (אבות) noch eine Unterart (תולדה) hat, die in der Thora (Lev. 13,2) ספחת genannt wird (vgl. meinen Kommentar das.).",
+ "Die Bahereth. כהרת, von בהר, leuchten, eine lichte Stelle und ein Fleck auf der Haut.",
+ "ist hochweiss. עזה, stark, hochweiss.",
+ "die Unterart derselben ist wie der Kalk des Tempels. Des heiligen Tempels, der besonders weise war.",
+ "Die Seëth. שאת, eine Erhebung, Erhabenheit; שאת לכנה (Lev. 13, 10) eine weisse Erhebung.",
+ "ist wie das Eihäutchen. Das unter der äussern Schale liegt.",
+ "die Unterart derselben wie weisse Wolle. Nach Schebuoth 6b: כצמר נקי בן יומו שמכבנין אותו למילת, wie die Wolle, [die man erhält] wenn man ein Lämmchen am Tage seiner Geburt mit einer Decke umwickelt, um die feine Schafwolle zu gewinnen. נקי bedeutet im Samaritanischen (vgl. die sam. Übers. zu Gen. 22,8) ein Lamm, ebenso im Syr. ܢܶܩܝܳܐ. מילת stammt ans dem gr. μηλωτή (Schaffell, Schafpelz).",
+ "die Unterart derselben wie das Eihäutchen. Die Reihe der weissen Farben ist nach den meisten Erklärern: Schneeweiss, Wollweiss, Kalkweiss, Eihäutchenweiss. Nach den Weisen sind demnach die 2 אבות (Note 8) am stärksten weiss. Nach R. Meïr dagegen ist בחרת das stärkste und שאת das dunkelste Weiss. Nach א״ר ist die Reihenfolge: Schnee, Kalk, Wolle, Eihäutchen."
+ ],
+ [
+ "Die Mischung. פתוך, von chald. פחך, vermischen. Hier ist gemeint: eine Mischung von Weiss und Rot. Davon ist in der Thora (Lev. 18,19) die Rede (בחרת לבנת אדמדמת). Dies steht zwar bei שחין, gilt aber auch für נגע עור בשר (VN 6).",
+ "beim Schneeweissen. Sifra Neg. II, 5",
+ "ist wie Wein mit Schnee vermengt. מזוג (das gewöhnlich bei einer Mischung von Wein mit Wasser gebraucht wird) bezeichnet auch hier eine Mischung von 2 Teilen Weiss mit einem Teile Rot (א״ר); nach יו״ב 3 Teile Weiss und ein Teil Rot.",
+ "die Mischung beim Kalkweissen wie Blut. Tos. Schebuoth 6 b v. ואם liest: 1 כ״ן (wie Wein).",
+ "mit Milch gemengt. In demselben Verhältnis wie Note 13 angegeben. Jedoch ist bei dieser Mischung das Rot etwas stärker. Was hier von בהרת und ihrer Unterart bestimmt wird, das gilt auch von שאת und ihrer Unterart (Sifra).",
+ "Das Rötliche. אדמדם ist dasselbe, wie פתוך des R. Ismaël; nur gebraucht jeder Tanna den Ausdruck, den er von seinem Lehrer vernommen (א״ר nach Edujot 1,3).",
+ "bei beiden Arten. Bei Schneeweiss und Kalkweise.",
+ "nur ist es beim Schneeweissen hell und beim Kalk weissen dunkler. ויה (wie דיה) schwach, matt, dunkel, d. h. weniger weise."
+ ],
+ [
+ "Von diesen. Sifra Neg. I,4.",
+ "vier Farben. Nach ר״ש und ראב״ד gilt diese Bestimmung nur von jedem אב mit seiner תולדה. Demnach liest Bart. מארבעה statt ארבעה, d. h. unter diesen 4 Farben gibt es welche, die miteinander zusammengerechnet werden. Dagegen meint Maim., dass jede der 4 Farben mit jeder andern zusammengerechnet wird; dafür spricht auch die Tosefta.",
+ "wird die eine mit der andern zusammengerechnet. Zum Quantum eines גרים (VN 4) Ausserdem sagt auch diese Bestimmung, dass diese 4 Farben als einander gesetzlich gleich betrachtet werden, so dass, wenn am Ende einer Einschliessungs-Woche anstatt der einen Farbe die andere Farbe vorgefunden wurde, dies nicht als ein anderer נגע, sondern so beurteilt wird, als wäre noch die ursprüngliche Farbe vorliegend.",
+ "freizusprechen. פטר, entlassen, freisprechen, d. h. für vollständig rein erklären.",
+ "[als aussätzig] zu entscheiden. חלט (verwandt mit חלד) die Dauer, die Ewigkeit (arab. خلد) chald. לחלוטין, für immer; daher החלט, endgültig [für unrein] erklären.",
+ "oder einzuschliessen. Was hierunter zu verstehen ist, vgl. VN 16 und מ״א. Über den Unterschied zwischen הסגר und החלט s. VN 17.",
+ "einzuschliessen. Auf weitere 7 Tage. Dass man am Anfang verschliesst, wenn auch zwei Farben zusammengerechnet einen גרים betragen, ist bereits in dem ersten להסגיר ausgesagt.",
+ "wenn [der Fleck] am Ende der ersten Woche stehen geblieben. Sowohl bezüglich der Quantität (er ist nicht grösser geworden), als bezüglich des Aussehens, er hat die נגע-Farbe (mindestens כקרום ביצה, vgl, Note 11) beibehalten. Wenn nur der Fleck in einer der 4 verschiedenen נגצים-Farben geblieben, trotzdem das stärkere Weiss sich in ein schwächeres, oder das schwächere Weiss sich in ein stärkeres verwandelt hat, so wird dies als „stehen geblieben“ (עוטר) betrachtet (vgl. 4,7).",
+ "wenn er noch am Ende der zweiten Woche stehen geblieben. Wie in Note 25. Wenn auch der נגע nicht dunkler geworden ist, erfolgt dennoch die Freisprechung. Über den Satz והנה נהח הנגע in Lev. 13, 6, welcher dieser Bestimmung zu widersprechen scheint, vgl. meinen Comment, zu Lev. I S. 371 f.",
+ "[als aussätzig] zu entscheiden. חלט (verwandt mit חלד) die Dauer, die Ewigkeit (arab. خلد) chald. לחלוטין, für immer; daher החלט, endgiltig [für unrein] erklären.",
+ "wenn darin gesundes Fleisch. מחיה (Lev. 13,10), von חיה, die Stelle, wo sich das lebende Fleisch (כשר חי) befindet, im Gegensatz zum Aussätzigen, das gefühllos und abgestorben ist (Nmn. 12,12). Das Quantum der מחיה muss derart sein, dass sie den Raum im Quadrat ausfüllt, den die Entfernung zweier Haare am Körper einnimmt, d. h. שתי שערות על שתי שערות, d. i. gleich einem Quadrate von der Grösse einer Linse (כעושה.",
+ "oder weisses Haar. שֵעָד bedeutet mindestens zwei Haare, denn ein Haar heisst שְׂערָה.",
+ "gleich anfangs. Bei der ersten Besichtigung durch den Priester.",
+ "oder am Ende der ersten Woche. Wenn diese Unreinheitszeichen anfangs nicht vorgefunden wurden, sondern erst nachdem der נגע eine Woche eingeschlossen war.",
+ "oder am Ende der zweiten Woche. Nach der zweiten Einschliessung.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Selbst wenn auch nach der zweiten Woche kein Unreinheitszeichen sichtbar war und infolge dessen Freisprechung erfolgte, aber nach einigen Tagen ein Unreinheitszeichen wahrgenommen wurde, so wird es ebenfalls als entschieden unreiner Aussatz erklärt.",
+ "ferner [als aussätzig] zu entscheiden. חלט (verwandt mit חלד) die Dauer, die Ewigkeit (arab. خلد) chald. לחלוטין, für immer; daher החלט, endgültig [für unrein] erklären.",
+ "wenn daran eine Ausbreitung. von פשה, sich ausbreiten; der נגע ist grösser geworden, als er früher bei der ersten Besichtigung war. Dieses Unreinheitszeichen kann erst bei der zweiten Besichtigung (die erst nach 7 Tagen erfolgt) zur Geltung kommen. Eine Ausbreitung vor der ersten Einschliessung gilt nicht als Unreinheitszeichen.",
+ "oder nach der Freisprechung. Selbst wenn auch nach der zweiten Woche kein Unreinheitszeichen sichtbar war und infolge dessen Freisprechung erfolgte, aber nach einigen Tagen ein Unreinheitszeichen wahrgenommen wurde, so wird es ebenfalls als entschieden unreiner Aussatz erklärt.",
+ "endlich zu entscheiden. חלט (verwandt mit חלד) die Dauer, die Ewigkeit (arab. خلد) chald. לחלוטין, für immer; daher החלט, endgültig [für unrein] erklären.",
+ "wenn nach der Freisprechung die ganze Körperhaut weiss geworden ist. Wenn die ganze Körperhaut sich nach der Reinsprechung in Weiss verwandelt, so wird dies als ein grosser פשיון betrachtet, der ebenso unrein macht, wie ein kleiner פשיון.",
+ "oder nach der Einschliessung die ganze Haut weiss geworden. Nach einer טומאה, sowohl nach הסגר als nach החלט, ist כולו הפך לבן für rein zu erklären, vgl. Lev. 13,13. Dagegen ist nach einer טהרה dies entweder nach den פטור als פשיון verunreinigend, oder wenn jemand von vornherein ganz weiss vor den Priester gebracht wird, so muss er eingeschlossen werden, damit man sehe, ob sich nicht nach der ersten oder zweiten Woche ein סימן טומאה zeigen wird, vgl. weiter Abschnitt 8. In allen bisher genannten Fällen gilt die am Anfang dieser Mischna ausgesprochene Bestimmung, dass die eine Farbe mit der andern zum Quantum eines גריס zusammengerechnet wird.",
+ "Diese. Die oben genannten weissen, rötlichen, oder aus zwei verschiedenen Farben zusammengesetzten.",
+ "von denen alle [Bestimmungen über die] Aussatzschäden. Die נגעי עור בשר sowie Entzündung und Brandgeschwür und קרחת וגבחת ; dagegen gelten für den Haar-Aussatz (נתק) andere Vorschriften, vgl. VN 8."
+ ],
+ [
+ "Chanina. Vgl. Sebachim 88 b; Sifra Neg. II, 6.",
+ "Vorsteher der Priester. סגן, der Vorsteher, der zugleich unter Umständen den Hohepriester vertrat, Joma 39 a.",
+ "Der Farben der Aussatzschäden gibt es sechzehn. Diesen Satz des R. Chanina hat Bart. gestrichen, auch Maimon. hat er nicht vorgelegen. In der Tosefta wird noch die Ansicht dess R. Ismael angeführt, der zwölf Aussatz-Farben zählt. Diese Zahl erklärt ד״ש so, dass R. Ismael der Ansicht ist, dass von den 4 Farben nur der אב mit seiner חולדה zusammengerechnet werden (oben Note 19). Demnach gibt es sechserlei Farben, 4 einfache und zwei zusammengesetzte. Dazu kommen noch 6, wenn jede dieser Farben mit Rot gemischt ist (VN 6). Die Zahl 16 erhält man am einfachsten, wenn man zu diesen zwölf noch ירקרק und אדמדם vom Kleider-Aussatz und dieselben Farben von Häuser-Aussatz hinzuzählt (VN 24 und 28).",
+ "Sohn Archinos. Ohalot 3,1, Note 5.",
+ "Es gibt sechsund-dreissig Farben der Aussatzschäden. Wir erklären nach Bart. und Maimon.: 4 Farben und 4 mit Rot gemischte (VN 6) sind 8. Diese können Vorkommen 1. bei נגעי עור בשר; 2. bei שחין und מכוה (die, weil gleichen Bestimmungen unterliegend, für eins gezählt werden) ; 3. קרחת und גבהת (die ebenfalls für eins zählen); 4. נתקים (bei denen zwar alle andern Farben auch טמא sind, nichtsdestoweniger aber obige 8 Farben als טמא erklärt werden, (יר״ב). Dies gibt 4 mal 8 = 32 ; dazu noch die Farben ירקרק und אדמדם bei Kleidern und Häusern, wie in Note 40.",
+ "Zweiundsiebzig. Er rechnet die 36 des R. Dosa doppelt, das Aussehen der Farbe bei der ersten Besichtigung des Priesters und das bei der letzten Besichtigung nach der letzten Einschliessung (vgl. יו״ב), wobei die endgültige Entscheidung erfolgt, ob rein oder unrein. Andere Erklärungen bei ר״ש und א״ר.",
+ "Man besieht die Aussatzschäden Anfangs nicht am Tage nach dem Schabbat. Am Sonntag.",
+ "weil das Ende seiner Woche. Der ersten Einschliessung.",
+ "dann auf den Schabbat fiele. An welchem Tage der Priester den נגע nicht besichtigen dürfte.",
+ "weil dann das Ende seiner zweiten Woche. Der zweiten Einschliessung.",
+ "auf den Schabbat fiele. Da die beiden Einschliessungs-Wochen nur 13 Tage betragen, indem der siebente Tag zur ersten und zweiten Woche zählt (VN 15).",
+ "weil dann das Ende ihrer dritten Woche auf den Schabbat fiele. Die 3 Einschliessungswochen bei dem Häuser-Aussatz betragen zusammen nur 19 Tage, da der erste und siebente Tag der mittleren Woche zur vorhergehenden und zur folgenden Woche gezählt werden (VN 31,3e).",
+ "Man kann sie jederzeit besehen. Nur nicht am Schabbat nnd an den Feiertagen, vgl. weiter Note 52.",
+ "fällt die folgende Besichtigung. Der siebente Tag der Einschliessung.",
+ "auf den Schabbat. Am Schabbat (und am Feiertage) darf man keinen נגע besichtigen und darüber ein Urteil fällen, denn dies gliche dem Reehtsprechen, das an den heiligen Tagen verboten ist, nach Beza 5,2; so Maimon., Bart. und יו״ב, anders מ״א.",
+ "so verschiebt man sie bis auf nach dem Schabbat. Die zweite Woche beginnt auch dann erst am Sonntag.",
+ "Dies. Die Aufschiebung der Besichtigung."
+ ],
+ [
+ "War darin [am Schabbat] weisses Haar. Hätte der Priester dies gesehen, so würde er den Aussätzigen für entschieden unrein (מוחלט) erklärt haben (VN 12).",
+ "und das weisse Haar ist [am folgenden Tage] verschwunden. In diesem Falle würde er zwar auch, wenn er gestern für מוחלט erklärt worden wäre, heute nach Verschwinden des Unreinheitszeichens wieder reingesprochen werden. Dennoch aber dient ihm die Aufschiebung zur Erleichterung, da er dadurch von den erschwerenden Vorschriften und von den Opfern des מוחלט befreit ist (VN 17).",
+ "[nämlich] entweder eins weiss und eins schwarz. Da unter שער mindestens 2 Haare zu verstehen sind (Note 28), so ist es kein Unreinheitszeichen, wenn eines davon nicht den dafür geltenden Bestimmungen entspricht.",
+ "waren sie. Am Schabbat.",
+ "lang. Sie hatten die Länge, wie sie in Nidda 6, 12 (vgl. weiter 4,4) bestimmt wild.",
+ "[nämlich] entweder eins lang. Da unter שער mindestens 2 Haare zu verstehen sind (Note 28), so ist es kein Unreinheitszeichen, wenn eines davon nicht den dafür geltenden Bestimmungen entspricht.",
+ "hat sich [nach dem Schabbat] eine Entzündung an beide [Haare. Dadurch hören die weissen Haare auf als Unreinheitszeichen zu gelten, vgl. weiter 8, 7.",
+ "oder an eines angesetzt. Am Schabbat waren aber die weissen Haare noch im נהרת und wären als סימן טימאה erklärt worden.",
+ "hat die Entzündung beide [Haare. Dadurch hören die weissen Haare auf als Unreinheitszeichen zu gelten, vgl. weiter 8, 7.",
+ "oder eines umgeben. Da Dach 4, 3 auch bei der Entzündung das weisse Haar als Unreinheitszeichen gilt, so meint תוי״ט u. A., es sei hier von einem שהין המורד die Rede, der nicht unrein werden kann (VN7); anders מ״א.",
+ "oder hat die beiden Haare voneinander gesondert. Dadurch hören die weissen Haare auf als Unreinheitszeichen zu gelten, vgl. weiter 8, 7.",
+ "oder ein Bohak. Vgl. VN 11.",
+ "Avar darin gesundes Fleisch. Was ein Unreinheitszeichen ist, VN 12.",
+ "und ist [nach Schabbat] verschwunden. In diesem Falle würde er zwar auch, wenn er gestern für מוחלט erklärt worden wäre, heute nach Verschwinden des Unreinheitszeichens wieder reingesprochen werden. Dennoch aber dient ihm die Aufschiebung zur Erleichterung, da er dadurch von den erschwerenden Vorschriften und von den Opfern des מוחלט befreit ist (VN 17).",
+ "war es viereckig. Nur in dieser Form ist die מחיה ein Unreinheitszeichen. Allerdings genügt es, dass die מחיה einen Flächenraum einnimmt, auf dem ein Quadrat von שתי שערות עד שתי שערות Platz hat, vgl. Note 27 und 6,2.",
+ "war es umgeben. Eine מחיה muss allseitig von dem נגע (in der Breite von 2 Haaren) umgeben sein, VN 12.",
+ "war es. Am Schabbat.",
+ "gesammelt. So, dass an einer Stelle ein Quadrat von der in Note 65 angegebenen Grösse Platz hatte.",
+ "und nun. Am Sonntag.",
+ "verstreut. So, dass nicht das erforderliche Quantum an einer Stelle zu finden ist.",
+ "oder es ist nun. Am Sonntag.",
+ "eine Entzündung gekommen und darin eingedrungen. Nur in dieser Form ist die מחיה ein Unreinheitszeichen. Allerdings genügt es, dass die מחיה einen Flächenraum einnimmt, auf dem ein Quadrat von שתי שערות עד שתי שערות Platz hat, vgl. Note 27 und 6,2.",
+ "oder es hat. Am Sonntag.",
+ "das geheilte Fleisch eines Brandgeschwürs oder ein Bohak. Vgl. VN 11.",
+ "es umgeben. So, dass es nicht, wie erforderlich (Note 66), vom נגע allseitig umgeben ist.",
+ "geteilt oder vermindert. So, dass nicht das erforderliche Quantum an einer Stelle zu finden ist.",
+ "war. Am Schabbat.",
+ "Ausbreitung daran. Was ein Unreinheitszeichen ist, VN 12.",
+ "und die Ausbreitung ist nun. Am Sonntag.",
+ "vergangen. Der נגע, der am Schabbat sich ausgebreitet hatte, ist am Sonntag wieder zurückgegangen,",
+ "oder der ursprüngliche Fleck. אום = אם, Mutter, Stamm, Ursprung, das Ursprüngliche.",
+ "ist verschwunden. Und es ist nur die Ausbreitung zurückgeblieben.",
+ "dass er. Am Sonntag.",
+ "samt der Ausbreitung nicht die Grösse einer Bohnengraupe hat. Würde heute, am Schluss der ersten Woche, noch ein גייס geblieben sein, so müsste er noch eine Woche eingeschlossen werden (VN 15).",
+ "oder ist. Am Sonntag.",
+ "zwischen den ursprünglichen Fleck. אום = אם, Mutter, Stamm, Ursprung, das Ursprüngliche.",
+ "oder ein Bohak eingedrungen. Während am Schabbat zwischen dem אום und der Ausbreitung nichts Scheidendes vorhanden war."
+ ],
+ [
+ "Wie zur Erschwerung. Diese Mischna wiederholt nur die vorhergehende, aber in umgekehrter Ordnung, so nämlich, dass am Schabbat kein Unreinheitszeichen vorbanden war und am Sonntag sich ein solches gezeigt hat.",
+ "War. Am Schabbat.",
+ "waren [die Haare. Am Schabbat.",
+ "und sie wurden. Am Sonntag.",
+ "oder es war. Am Schabbat.",
+ "ein Haar schwarz und eins weise. Da unter שער mindestens 2 Haare zu verstehen sind (Note 28), so ist es kein Unreinheitszeichen, wenn eines davon nicht den dafür geltenden Bestimmungen entspricht.",
+ "und es wurden. Am Sonntag.",
+ "waren sie. Am Schabbat.",
+ "zu kurz und wurden. Am Sonntag.",
+ "lang. Sie hatten die Länge, wie sie in Nidda 6, 12 (vgl. weiter 4,4) bestimmt wild.",
+ "oder es Avar. Am Schabbat.",
+ "eins kurz und eins lang. Da unter שער mindestens 2 Haare zu verstehen sind (Note 28), so ist es kein Unreinheitszeichen, wenn eines davon nicht den dafür geltenden Bestimmungen entspricht.",
+ "und es wurden. Am Sonntag.",
+ "war eine Entzündung an beiden [Haaren] oder an einem derselben angesetzt. Dadurch hören die weissen Haare auf als Unreinheitszeichen zu gelten, vgl. weiter 8, 7.",
+ "oder hat die Entzündung beide [Haare] oder eins derselben umgeben. Da Dach 4, 3 auch bei der Entzündung das weisse Haar als Unreinheitszeichen gilt, so meint תוי״ט u. A., es sei hier von einem שהין המורד die Rede, der nicht unrein werden kann (VN7); anders מ״א.",
+ "das geheilte Fleisch eines Brandgeschwürs oder der Bohak. Vgl. VN 11.",
+ "war. Am Schabbat.",
+ "und nun entstand darin gesundes Fleisch. Was ein Unreinheitszeichen ist, VN 12.",
+ "war es. Am Schabbat.",
+ "und nun. Am Sonntag.",
+ "wurde es viereckig. Nur iu dieser Form ist die מחיה ein Unreinheitszeichen. Allerdings genügt es, dass die מחיה einen Flächenraum einnimmt, auf dem ein Quadrat von שתי שערות עד שתי שערות Platz hat, vgl. Note 27 und 6,2.",
+ "oder es war. Am Schabbat.",
+ "und nun. Am Sonntag.",
+ "ward es umgeben. Eine מחיה muss allseitig von dem נגע (in der Breite von 2 Haaren) umgeben sein, VN 12.",
+ "oder es war. Am Schabbat.",
+ "verstreut. So, dass nicht das erforderliche Quantum an einer Stelle zu finden ist.",
+ "und nun ist es gesammelt. So, dass an einer Stelle ein Quadrat von der in Note 65 angegebenen Grösse Platz hatte.",
+ "oder es war. Am Schabbat.",
+ "eine Entzündung gekommen und hineingedrungen. So, dass nicht das erforderliche Quantum an einer Stelle zu finden ist.",
+ "oder ein Bohak. Vgl. VN 11.",
+ "hatte es. Am Schabbat.",
+ "umgeben. So, dass es nicht, wie erforderlich (Note 66), vom נגע allseitig umgeben ist.",
+ "oder vermindert. So, dass nicht das erforderliche Quantum an einer Stelle zu finden ist.",
+ "und nun. Am Sonntag.",
+ "sind sie vergangen. Und die מחיה ist wieder, wie erforderlich (Note 66), vom וגע allseitig umgeben.",
+ "Avar. Am Schabbat.",
+ "und es entstand. Am Sonntag.",
+ "daran eine Ausbreitung. Was ein Unreinheitszeichen ist, VN 12.",
+ "Avar. Am Schabbat.",
+ "zwischen dem ursprünglichen Fleck. אום = אם, Mutter, Stamm, Ursprung, das Ursprüngliche.",
+ "oder ein Bohak vorhanden. Welche den אום von der Ausbreitung schieden.",
+ "und nun. Am Sonntag.",
+ "sind sie verschwunden. So dass nun der אום mit der Ausbreitung zusammenhängt."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Der hellweisse Fleck. Sifra Neg. 1,4 f.",
+ "sieht an einem Germanen. גרמני, ein Germane, gemeint ist einer, der eine weisse Hautfarbe hat.",
+ "dunkel aus. Dunkler als קרום ביצה (1,1); er muss also freigesprochen werden, da man den נגע nach der Haut der zu besichtigenden Person beurteilt.",
+ "während der dunkle. Der dunkler als קרום ניצח ist.",
+ "beim Äthiopier. כושי, ein Äthiopier, eine Person mit schwarzer Hautfarbe.",
+ "hochweiss aussiebt. So dass er mit einem solchen נגע eingeschlossen oder für entschieden unrein erklärt wird, obgleich eine mittelfarbige Person hierbei freigesprochen würde.",
+ "ich will ihre Sühne sein. D. h. ich will die Leiden, die über sie verhängt werden, auf mich nehmen, um für sie Sühne zu erwirken. Aus Liebe zu seinem Volke gebraucht R. Ismael hier diese Redeweise, da er von einem Aussatz des Israeliten spricht.",
+ "sehen wie Buchsbaum. אשכרוע, Targ. zu תאשור (Jes. 41,19) Buchsbaum, vgl. Löw, Aram. Pflanzennamen 37f.",
+ "sondern mittelfarbig. Nach R. Ismael sind alle Personen so zu beurteilen, als wenn sie mittelfarbig (Buchsbaumfarbig) wären, und was bei dem einen rein oder unrein ist, wird auch bei dem andern so erklärt, wiewohl seine Hautfarbe anders geartet ist. (Nach ראב״ר ist die Ansicht des R. Ismael, dass bei einem besonders Weissen (Germanen) oder besonders dunklen (Äthiopier) das Aussatz-Gesetz nicht anzuwenden sei).",
+ "Akiba sagt. Nach יו״ב stimmt R. Akiba insofern mit R. Ismael überein, dass die נגעים bei allen Personen in gleicher Weise zu beurteilen sind; nur ist nach R. Ismael das Weise des Buchsbaumes und nach R. Akiba ein mittelfarbiges Weiss, das von jenem etwas verschieden ist, als Umgebung des Aussatzes anzunehmen. Ausserdem hat R. Ismael kein bestimmtes Verfahren angegeben, wie der Priester eine solche Umgebung zustande bringt, sondern es der Schätzung des Priesters überlassen, zu beurteilen, wie der נגע bei solcher Umgebung aussehen würde, während R. Akiba das folgende Verfahren vorschreibt.",
+ "umgebe damit [den Schaden] von aussen. Man mache eine Linie mit einer Mittelfarbe rings am den נגע.",
+ "zeigen. Dadurch lässt sich beurteilen, wie das Weisse des נגע auf einer mittelfarbigen Haut aussehen würde.",
+ "es wird also beurteilt der Germane nach seiner Leibfarbe zur Erleichterung. Da bei ihm die Farbe des נגע dunkler aussieht, wird er freigesprochen (Note 2).",
+ "und der Äthiopier nach der Mittelfarbe zur Erleichterung. Er wird freigesprochen, wenn der נגע bei einem Mittelfarbigen dunkler als קרום ביצה erschiene, wiewohl derselbe bei diesem כושי heller aussieht. Vgl. 5, 1, wonach man bei zweifelhaften Aussatzschäden erleichtern soll.",
+ "Beide. Der Germane und der Äthiopier.",
+ "werden nach der Mittelfarbe beurteilt. Wie R. Akiba sagt. Doch wird dies nach den “Weisen durch Schätzung beurteilt, (vgl. Noto 9)."
+ ],
+ [
+ "Man. Sanhedrin 34 b; Sifra Neg. 2,3.",
+ "besichtigt die Schäden nicht frühmorgens. Weil da das Tageslicht nicht hell genug ist.",
+ "und nicht zwischen den Abenden. בין הערבים ist hier nicht, wie in der Thora, die Zeit zwischen Mittag und Abend, sondern nach der neunten Tagesstunde (3 Uhr Nachmittag) bis Abend (מ״א).",
+ "nicht im Hause. Selbstverständlich gilt dies nur für Menschen- und Kleideraussatz; dagegen kann der Häuseraussatz nur im Hause besichtigt werden",
+ "weil alsdann die dunkle Farbe hell-weiss aussieht. Dies bezieht sich auf sämtliche vorhergehenden Sätze. Es könnte dadurch die unstatthafte Erschwerung erfolgen, dass ein reiner Fleck für unrein erklärt wird.",
+ "weil dann die hellweisse Farbe dunkel scheint. Man könnte also einen unreinen נגע für rein erklären.",
+ "Um die dritte. Vor der dritten Stunde ist „Frühmorgens“.",
+ "siebente. Die sechste Stunde aber heisst „Mittags“.",
+ "achte und neunte Stunde. Nachher ist zwischen den Abenden (Note 18).",
+ "achte. Nach R. Jehuda ist bis zur vierten Stunde „Frühmorgens“, und die sechste und siebente Stunde „Mittags“.",
+ "und neunte Stunde. Die Stunden sind hier, wie in Berachot 1,2 „Zeitstunden“ (שעות זמניות), indem der Tag zu jeder Jahreszeit in 12 Teile geteilt und jeder solche Teil „eine Stunde“ genannt wird."
+ ],
+ [
+ "Ein Priester. Sifra Neg. 4,4.",
+ "der auf einem Auge erblindet oder dessen Augenlicht. Hier ist gemeint, dass beider Augen Licht verdunkelt ist (תו״ט, nicht so תא״ש).",
+ "was die Augen. Er muss mit beiden Augen sehen, darf also auch nicht auf einem Auge blind sein.",
+ "In einem dunkeln Hause. Chullin 10b; Jerusch. Beza 3,5; Sifra Mez. V, 11.",
+ "bricht man keine Fenster aus. Sind aber Fenster vorhanden, die durch Läden verschlossen sind, so müssen diese geöffnet werden (Tosefta)."
+ ],
+ [
+ "Wie ist die Besichtigung des Schadens. D. h. welche Stellen des Körpers müssen besichtigt werden, indem sie nicht zu den durch Hautfalten und Körperbiegungen verdeckten Teilen (בית הסתרים) gehören, an denen ein נגע nicht unrein macht.",
+ "Der Mann. Nidda 67 b, Sifra Neg. 4,3.",
+ "wie grabend. Dies bezieht sich auf die Stellung der Beine, dass sie auseinander gesperrt werden.",
+ "und Oliven pflückend. Dies bezieht sich auf die Haltung der Arme, dass sie emporgehoben werden.",
+ "das Weib wie Brot zurichtend. Bezüglich der Haltung der Beine.",
+ "und. Falls der נגע unter der Brust sich befindet.",
+ "ihr Kind säugend. Nur wenn bei solcher Stellung der נגע sichtbar ist, kann er Unreinheit bringen; was da nicht sichtbar ist, heisst בית הסתרים (Note 32).",
+ "und wie an einem aufrechtstehenden Stuhl. Vgl. Kelim 21,1, Note 3.",
+ "wobei die rechte Armhöhle. שחי (von שחה, sich bücken), die Biegung, daher Achselhöhlung.",
+ "sichtbar ist. Indem der rechte Arm emporgehoben wird.",
+ "die Flachs spinnt betreffs der linken. Wenn an der linken Armhöhle ein נגע sich befindet.",
+ "ebenso muss man beim Scheren aussehen. Nur das Haar, dass bei den oben angegebenen Stellungen sichtbar ist, muss (nach Lev. 14, 9) bescheren weiden; was man da nicht sieht, heisst בית הסתרים und braucht nicht abgeschoren zu werden."
+ ],
+ [
+ "Alle Schäden darf ein Mensch besichtigen. Auch die seiner Verwandten.",
+ "Auch nicht die Schäden seiner Verwandten. Weil in Deut. 21,5 נגע mit ריב (Rechtsstreit) zusammengestellt wird. Sowie der Rechtsstreit nicht durch einen Verwandten beurteilt werden darf, ebenso der נגע; vgl. Sanhedrin 34b, Sifre Deut. 208, Sifra Neg. I,10.",
+ "Alle Gelübde darf ein Mensch. Ein Gesetzes-Gelehrter (חנם); vgl. Sifre Num. 163 v. זה הדבר.",
+ "nur nicht seine eigenen. Sifre Num. 153 v. לא יחל",
+ "Auch. Vgl. Jerusch. Nedarim 10,8.",
+ "nicht. Wenn er auch ein חכם ist.",
+ "die auf ihr Verhalten zu andern Leuten Bezug haben. Wohl aber kann der Gatte die Gelübde seiner Frau lösen, die ihr Verhalten zu ihm selbst betreffen, vgl. Nedarim 11,1, Note 3.",
+ "Alle Erstgeburten. Bechoroth 31 a.",
+ "darf ein Mensch besichtigen. Ob eie einen Leibesfehler haben und ausserhalb des Heiligtums geschlachtet werden dürfen."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Alle. Arachin 3a.",
+ "Menschen. Selbst ein Kind; auch ein kanaanitischer Sklave, den man beschnitten und in einem Reinigungsbade untergetaucht hat, der in bezug auf die jüdischen Pflichten den Frauen gleich gestellt ist.",
+ "ausgenommen Nicht - Israeliten. Bei denen die Unreinheitsgesetze überhaupt keine Anwendung finden (Nasir 61b), vgl. auch weiter Anfang Abschn. XI und XII.",
+ "und Beisass-Proselyten. Das sind, nach der rezipierten Halacha, Proselyten, welche die sieben Gebote der Noachiden angenommen haben und infolge dessen im Lande Israel wohnen dürfen. Diese sieben Gebote sind: Die Verbote von 1. Götzendienst, 2. Gotteslästerung, 3. Mord, 4. Raub, 5. Inzest, 6. Genuss eines von einem lebenden Säugetier oder Vogel abgetrennten Gliedes, 7. Das Gebot der Rechtspflege.",
+ "Jeder. Auch ein Nicht-Priester (vgl. יו׳׳ב).",
+ "ist. Wenn er die נגעים-Gesetze genau kennt.",
+ "nur die Unreinheits- und Reinheitserklärung muss durch einen Priester. Auch wenn derselbe kein Gesetzeskundiger ist.",
+ "Man. Der gesetzkundige Nicht-Priester.",
+ "kann zu ihm. Zum unkundigen Priester.",
+ "rein. Wenn der Aussätzige verschlossen werden soll, sagt ebenfalls der Gesetzkundige zum Priester: Sage: „Du bist unter Verschluss“ (VN 16), und der Priester muss dies nachsprechen (יו״ב).",
+ "Man darf nicht zwei Schäden auf einmal besichtigen. Weil man da nicht jeden einzelnen genau untersuchen würde.",
+ "es sei an einer Person oder an zwei Personen. Wenn auch die zwei Schäden an zwei Personen sich befinden, darf nicht ein Priester beide auf einmal besichtigen.",
+ "verschliesst ihn. Wenn er bloß eine der 4 Farben und kein Unreinheitszeichen findet.",
+ "oder erklärt ihn für entschieden unrein. Wenn er ein Unreinheitszeichen (weisses Haar oder gesundes Fleisch) findet.",
+ "oder er spricht ihn frei. Wenn die Farbe dunkler als קיום ביצת ist (VN 11).",
+ "dann schreitet man zum zweiten. Zum zweiten Schaden; auch wenn er an demselben Manne sich befindet. Dies gilt aber nur, wenn dieser Schaden bereits vorher, bevor noch über den ersten Schaden das Urteil gesprochen worden, entstanden war. Ist aber erst nach dem Urteilsspruch an derselben Person noch ein zweiter Schaden entstanden, so gelten dafür die folgenden Bestimmungen.",
+ "Man kann. Sifra Neg. 2, 6—8.",
+ "den schon Verschlossenen nicht noch einmal verschliessen. Wenn etwa inmitten der Verschluss-Woche noch ein zweiter נגע entstanden ist, so wird dieser nicht besichtigt, um etwa, wenn dieser נגע ebenfalls eine Verschliessung erforderlich machte, die Verschluss-Woche erst von dieser zweiten Besichtigung ab zu rechnen.",
+ "auch nicht den entschieden Unreinen abermals für entschieden unrein erklären. Vielmehr muss man warten, bis der erste נגע geheilt ist und dafür die Reinigungsopfer dargebracht worden sind. Dann erst kann man zur Beurteilung des zweiten נגע schreiten. Bevor dies letztere geschieht, gilt die Person als rein (ראכ״ד).",
+ "man darf nicht den entschieden Unreinen wiederum verschliessen. Wenn ein neuer נגע entstanden ist, der eine Verschliessung erforderlich machen würde, wird dieser nicht eher besichtigt, bis der erste geheilt und dafür Reinigungsopfer dargebracht sind. Dann erst kann die Verschliessung wegen des zweiten נגע erfolgen, und die Verschlusswoche wird erst von dieser Zeit ab gerechnet.",
+ "oder den Verschlossenen wiederum für entschieden unrein erklären. Wenn innerhalb der Verschlusswoche ein zweiter נגע mit einem טומאת סימן entstanden ist, so erfolgt nicht die Entscheidung wegen dieses Schadens. Wenn daher am Ende der Verschlusswoche der סימן טומאת vergangen ist, so findet keine entschiedene Unreinheits-Erklärung statt, und es bedarf keiner Reinigungsopfer.",
+ "Aber anfangs. Wenn der zweite Schaden anfangs entstanden ist, bevor noch die Person wegen des ersten verschlossen worden ist.",
+ "oder am Ende der Woche. Wenn der zweite נגע am Ende der ersten, oder am Ende der zweiten Woche entstanden ist, bevor noch über den ersten נגע das Urteil gesprochen worden (יו״ב und מ״א).",
+ "kann man. Den Besichtigten.",
+ "verschliessen. Wegen des einen ננע.",
+ "und nochmals. Zu derselben Zeit wegen des andern נגע.",
+ "verschliessen. Nachdem man zu ihm gesagt hat: „Du stehst unter Verschluss wegen dieses נגע“, besichtigt man den zweiten und kann ev. sagen: „Du stehst auch wegen dieses zweiten נגע unter Verschluss“.",
+ "für entschieden unrein erklären. Wegen des einen נגע.",
+ "und abermals. Zu derselben Zeit wegen des andern נגע.",
+ "für entschieden unrein erklären. Falls man an beiden Unreinheitszeichen gefunden hat.",
+ "verschliessen. Wegen des einen נגע.",
+ "und freisprechen. Zu derselben Zeit wegen des andern נגע.",
+ "für entschieden unrein erklären. Wegen des einen נגע.",
+ "und. Zu derselben Zeit wegen des andern נגע.",
+ "freifreisprechen. Man kann auch wegen des einen נגע verschliessen und wegen des andern für unrein entscheiden. Über die verschiedenen Konsequenzen, welche die gleichzeitige Beurteilung beider Schäden nach sich zieht, vgl. יו״ב."
+ ],
+ [
+ "Wenn an einem Bräutigam. Sifra Neg. 5,2; Moëd katan 7 b, Bechoroth 34 b.",
+ "so lässt man ihm noch die sieben Hochzeitstage. Während dieser Tage wird der Schaden nicht besichtigt.",
+ "dies gilt sowohl für seine Person als für sein Haus und für sein Gewand. Auch an diesen wird der Schaden nicht besichtigt.",
+ "Ebenso lässt man. Bei jedermann.",
+ "an einem Feste. Wenn während der Festtage ein נגע entsteht.",
+ "alle Festtage hingehen. Während dieser Tage wird der Schaden nicht besichtigt."
+ ],
+ [
+ "Die Haut des Fleisches. Wenn an dieser ein נגע entsteht.",
+ "kann unrein werden. Entschieden unrein.",
+ "innerhalb zweier Wochen. Vgl. VN 15.",
+ "und zwar durch drei Zeichen. Durch eines der drei Zeichen",
+ "durch weisses Haar oder gesundes Fleisch anfangs. Gleich bei der ersten Besichtigung durch den Priester.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "durch Ausbreitung am Ende der ersten Woche. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "welche nur dreizehn Tage sind. Da der siebente Tag zur ersten und zur zweiten Woche gerechnet wird (VN 15)."
+ ],
+ [
+ "Die Entzündung. Weiter 9,1; Chullin 8a.",
+ "und das Brandgeschwür. Vgl. VN 7.",
+ "werden unrein. Entschieden unrein.",
+ "in einer Woche. Diese werden, wenn kein Unreinheitszeichen anfangs gefunden wird, nur eine Woche verschlossen.",
+ "durch weisses Haar anfangs. Gleich bei der ersten Besichtigung durch den Priester.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "durch Ausbreitung am Ende der Woche. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "die aus sieben Tagen. Wenn auch erst am Ende des siebenten Tages ein סימן טומאה gefunden wird, ist er unrein."
+ ],
+ [
+ "Die Haar-Aussatzschäden. Vgl. VN 8 und weiter unten 10, 1.",
+ "werden unrein. Vgl. VN 15.",
+ "innerhalb zweier Wochen. Vgl. VN 21.",
+ "durch dünnes goldgelbes Haar. Mindestens zwei Haare.",
+ "durch dünnes goldgelbes Haar anfangs. Gleich bei der ersten Besichtigung durch den Priester.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "durch Ausbreitung am Ende der ersten Woche. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "welche nur dreizehn Tage sind. Da der siebente Tag zur ersten und zur zweiten Woche gerechnet wird (VN 15)."
+ ],
+ [
+ "Die. Weiter 10, 10.",
+ "Hinter- oder Vorderglatze. Vgl. VN 9; über den Unterschied zwischen diesen und נתק vgl, VN 10.",
+ "werden unrein. Entschieden unrein.",
+ "oder durch Ausbreitung. Weisses Haar ist dort kein Unreinheitszeichen, weil dort kein Haar wächst.",
+ "durch gesundes Fleisch anfangs. Gleich bei der ersten Besichtigung durch den Priester.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "durch Ausbreitung am Ende der ersten Woche. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "welche dreizehn Tage sind. Da der siebente Tag zur ersten und zur zweiten Woche gerechnet wird (VN 15)."
+ ],
+ [
+ "Die Kleider. Vgl. VN 23.",
+ "oder dunkelrot. Vgl. VN 24.",
+ "Durch dunkelgrün oder dunkelrot anfangs. Wenn eine dieser beiden Farben bei der ersten Besichtigung sich zeigt, wird das Kleid eingeschlossen. בתחילה hat sonach hier nicht dieselbe Bedeutung, wie oben beim Menschen-Aussatz, wo derselbe für entschieden unrein erklärt wird.",
+ "oder am Ende der ersten Woche. Dies ist ebenfalls so zu verstehen, dass, wenn am Ende der ersten Woche eine dieser Farben stehen geblieben, das Kleid auf eine zweite Woche verschlossen wird.",
+ "oder am Ende der zweiten Woche. Wenn die Farbe auch in der zweiten Woche stehen geblieben ist, muss das Kleid verbrannt werden. Vgl. 11,5 und VN 26. Damit erklärt es sich, dass hier beim Kleider-Aussatz die Farben als סימני טומאה bezeichnet werden, was oben beim Menschen-Aussatz nicht geschieht. Denn beim Kleider-Aussatz bewirken die Farben ירקרק und אדמדם, wenn sie zwei Wochen stehen geblieben, die entschiedene Unreinheits-Erklärung, worauf das Kleid verbrannt werden muss. Dagegen können die Aussatz-Farben beim Menschen, wenn sie auch viele Jahre stehen bleiben, sobald sie nur sich nicht ausbreiten, keine entschiedene Unreinheits-Erklärung bewirken; sie werden daher nicht „Unreinheits-Zeichen“ genannt.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Auch nach der Freisprechung kann das Wiedererscheinen einer dieser Farben unter Umständen, wie sie in VN. 26 angegeben sind, die Unreinheitserklärung und die Verbrennung des Kleides erforderlich machen.",
+ "durch Ausbreitung am Ende der ersten Woche. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Das ist, wenn der נגע, nachdem er geschwunden, wieder in גרים Grösse gekommen ist, vgl. VN. 67.",
+ "welche nur dreizehn Tage sind. Da der siebente Tag zur ersten und zur zweiten Woche gerechnet wird (VN 15)."
+ ],
+ [
+ "Die Häuser. An denen sich Aussatz-Erscheinungen zeigen, vgl. VN. 28.",
+ "werden unrein innerhalb dreier Wochen. Es kann drei Wochen dauern, bis die entschiedene Unreinheitserklärung erfolgt.",
+ "durch dunkelgrün oder dunkelrot. Vgl. VN. 24 und 28. Den Grund, dass hier ebenso wie beim Kleider-Aussatz die Farben als סימני טומאה bezeichnet werden, ersieht man aus Note 55.",
+ "Durch dunkelgrün oder dunkelrot anfangs. Wenn Flecken in der Grösse von 2 גרים in einer dieser beiden Farben oder in beiden zusammen sich zeigen, muss das Haus verschlossen werden. בתהלה ist also hier ebenso wie oben beim Kleide zu erklären (Note 53).",
+ "oder am Ende der ersten Woche. Wenn am Ende der ersten Woche die Farben in derselben Grösse stehen geblieben sind, muss das Haus auf noch eine zweite Woche verschlossen werden.",
+ "oder am Ende der zweiten Woche. Bleiben die Farben in derselben Grösse noch die zweite Woche stehen, so erfolgt zuerst חולץ וקוצה וטח (vgl. VN. 31, 4) und darauf eine nochmalige Verschliessung auf eine dritte Woche.",
+ "oder am Ende der dritten Woche. Wenn die נגע-Farben am Ende der dritten Woche wieder in der Grösse von mindestens 2 גרים erscheinen, wird das Haus als entschieden unrein niedergerissen.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn nach Verschwinden der Aussatz Farbe das Haus reingesprochen wurde und vor der Entsündigung des Hauses durch die Vögel (nach Lev. 14, 49—53) die נגע-Farbe wieder zum Vorschein kommt, so muss es für entschieden unrein erklärt und niedergerissen werden. Hat aber die Entsündigung durch Vögel bereits stattgefunden, so wird die wieder erscheinende Aussatz-Farbe wie ein neuer נגע nach VN. 30—31 behandelt.",
+ "durch Ausbreitung. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "am Ende der ersten Woche. Hat sich der נגע bis Ende der ersten Verschluss-Woche ausgebreitet, so gilt die Vorschrift: חולץ וקוצה וטח, und es erfolgt eine abermalige Verschliessung auf eine Woche.",
+ "oder am Ende der zweiten Woche. Ist der נגע nach der ersten Woche stehen geblieben und infolge dessen nochmals auf eine Woche eingeschlossen worden, er hat sich aber nach dieser Zeit ausgebreitet, so erfolgt חולץ וקוצה וטח und eine drittmalige Verschliessung auf eine Woche (VN. 31, 3).",
+ "oder am Ende der dritten Woche. Von einer Ausbreitung in buchstäblichem Sinne des Wortes kann am Ende der dritten Woche keine Rede sein, da doch vor der dritten Verschliessung (nach Note 66) חולץ וקוצה וטח stattgefunden hat und so der נגע entfernt worden ist. Vielmehr wird in diesem Falle jede Wiederkehr des נגע in der Grösse von 2 גרים als eine „Ausbreitung“ bezeichnet, da hier der נגע im Hause verborgen war und sich aus dem Verborgenen an eine sichtbare Stelle ausgebreitet hat.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Auch da wird die Wiederkehr des נגע als „Ausbreitung“ betrachtet. Ist diese vor der Entsündigung erfolgt, so wird das Haus niedergerissen, wenn aber erst nach der Entsündigung, dann wird dies gleich einem neuen נגע behandelt, wie Note 64.",
+ "welche nur neunzehn Tage sind. Da der siebente und der dreizehnte Tag zur vorhergehenden und zur folgenden Woche gerechnet werden.",
+ "Es gibt bei den Aussatzschäden nicht [eine Verschliessungszeit von] weniger als einer Woche. Nämlich bei der Entzündung und dem Brandschaden (Mischna 4).",
+ "und nicht [eine solche von] mehr als drei Wochen. Beim Häuser-Aussatz. Bei den anderen Aussatz* Schäden gibt es eine Verschliessungszeit von zwei Wochen."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Es gibt [Bestimmungen. Erschwerender Art.",
+ "Das weisse Haar macht gleich anfangs. Bei der ersten Besichtigung durch den Priester. Auch wenn es zweifelhaft ist, ob nicht das weisse Haar schon vor dem Aussatzschaden da war, ist der Schaden für unrein zu erklären (s. weiter Mischna 11). Durch Ausbreitung dagegen wird der Aussatzschaden erst unrein, wenn sie nach vorausgegangener Besichtigung und Verschliessung eingetreten ist.",
+ "es macht in jeder weissen Färbung. Auch wenn es ein so dunkles Weiss ist, dass ein Fleck von solcher Farbe nicht als Aussatzschaden gelten würde. Die Ausbreitung dagegen macht nur unrein, wenn sie eine der vier Aussatzfarben hat.",
+ "und es kann niemals ein Reinheitszeichen werden. Auch nicht, wenn sich der ganze Körper mit weissem Haar bedeckt. Dagegen wird durch Ausbreitung, wenn sie sich über den ganzen Körper erstreckt, der Aussätzige rein.",
+ "dass die Ausbreitung in noch so geringem Umfange. Während weisses Haar nur unrein macht, wenn es wenigstens zwei Haare sind, die so lang sind, dass man sie mit der Schere abschneiden kann (s. Nidda VI, 12).",
+ "dass sie bei allen Aussatzschäden. Während weisses Haar nur beim Aussatz auf der glatten Haut (עור בשר), der Hautentzündung und dem Brandgeschwür ein Unreinheitszeichen ist.",
+ "ausserhalb des Aussatzschadens. Weisses Haar dagegen ist nur dann ein Unreinheitszeichen, wenn es innerhalb des Aussatzschadens entsteht."
+ ],
+ [
+ "Es gibt [Bestimmungen. Erschwerender Art.",
+ "Das gesunde Fleisch macht gleich anfangs. Bei der ersten Besichtigung durch den Priester. Auch wenn es zweifelhaft ist, ob nicht das weisse Haar schon vor dem Aussatzschaden da war, ist der Schaden für unrein zu erklären (s. weiter Mischna 11). Durch Ausbreitung dagegen wird der Aussatzschaden erst unrein, wenn sie nach vorausgegangener Besichtigung und Verschliessung eingetreten ist.",
+ "es macht in jeder Farbe. Sobald es nur die Farbe von gesundem Fleisch des betreffenden Aussätzigen hat (ריש und רא״ש). Die Ausbreitung dagegen macht nur unrein, wenn sie eine der vier Aussatzfarben hat.",
+ "und es kann niemals ein Reinheitszeichen werden. Auch nicht, wenn sich der ganze Körper mit weissem Haar bedeckt. Dagegen wird durch Ausbreitung, wenn sie sich über den ganzen Körper erstreckt, der Aussätzige rein.",
+ "dass eine noch so geringe Ausbreitung. Während das gesunde Fleisch wenigstens die Grösse einer Linse im Quadrat haben muss (ר״ש, s. I Note 27).",
+ "dass sie bei allen Aussalzschäden. Gesundes Fleisch dagegen nur bei Aussatzschäden auf der glatten Haut und der Hinter- und Vorderglatze.",
+ "ausserhalb des Aussatzschadens. Gesundes Fleisch dagegen nur, wenn es ringsum von dem Aussatzschaden umgeben ist."
+ ],
+ [
+ "Es gibt [Bestimmungen. Erschwerender Art.",
+ "Das weisse Haar macht bei der Entzündung und beim Brandgeschwür. Ebenso wie bei dem Aussatzschaden auf der glatten Haut, während gesundes Fleisch bei der Entzündung und beim Brandgeschwür kein Unreinheitszeichen ist.",
+ "beisammenstehend und zerstreut. Auch wenn die zwei Haare auf zwei auseinander liegenden Stellen des Aussatzschadens stehen, während gesundes Fleisch nur dann ein Unreinheitszeichen ist, wenn es ein zusammenhängendes Stück von der Grösse einer Linse im Quadrat bildet.",
+ "eingeschlossen. Von dem Aussatzschaden rings umgeben.",
+ "und nicht eingeschlossen. Sondern ganz am Rande des Aussatzschadens stehend. Gesundes Fleisch dagegen ist nur dann ein Unreinheitszeichen, wenn es allseitig von dem Aussatzschaden in der Breite von mindestens zwei Haaren umgeben ist.",
+ "dass es beim Hinterkahlkopf und beim Vorderkahlkopf. Wo weisses Haar kein Unreinheitszeichen ist.",
+ "umgewandelt und nicht umgewandelt. Gleichviel ob zuerst der Aussatzschaden da war und dann gesundes Fleisch darauf entstanden ist oder ob das gesunde Fleisch vorher da war und dann der Aussatzschaden um dasselbe herum entstanden ist. Weisses Haar dagegen macht nur unrein, wenn der Aussatzschaden vorher da war und dann weisses Haar sich darauf gezeigt hat.",
+ "bei dem ganz in weiss verwandelten stört. Wenn nach der Verschliessung oder Unreinerklärung das Weiss des Aussatzes sich über den ganzen Körper ausgebreitet hat, ist der Aussätzige für rein zu erklären (Lev. 13,13). War aber gesundes Fleisch auf dem Aussatzschaden und dieses ist nicht weiss geworden, oder ist gesundes Fleisch von der in Note 9 angegebenen Grösse nachher darauf entstanden, so ist der Aussätzige unrein. Bleibt dagegen in einem solchen Falle weisses Haar zurück oder ist es nachher darauf entstanden, so stört dieses die Reinerklärung des Aussätzigen nicht.",
+ "und in jeder Färbung. Sobald es nur die Farbe von gesundem Fleisch des betreffenden Aussätzigen hat (ריש und רא״ש). Die Ausbreitung dagegen macht nur unrein, wenn sie eine der vier Aussatzfarben hat."
+ ],
+ [
+ "Sind die zwei Haare an der Wurzel schwarz. משחיר und מלבין Hifil wie יאדימי und ילכינו, Jes. 1,18.",
+ "und an der Spitze weiss. משחיר und מלבין Hifil wie יאדימו und ילבינו, Jes. 1,18.",
+ "so ist er unrein. Es kommt nur auf den untersten Teil des Haares an, weil es heisst (Lev. 13,3): ושער בנגע הפך לבן, „das Haar in dem נגע hat sich in weiss verwandelt“, d. h. das Haar, wo es aus dem נגע herauswächst.",
+ "soviel dass man es mit der Schere abschneiden kann. Die Halacha entscheidet wie R. Meïr, es braucht nur das geringste Teilchen des Haares an der Wurzel weiss gefärbt zu sein, das Haar selbst muss aber wenigstens so lang sein, dass man es mit der Schere abschneiden kann (Ansicht des R. Akiba, Nidda VI, 12).",
+ "so ist er rein. Auch hierin kommt es nur auf den untersten Teil des Haares an, s. Note 20.",
+ "Ein Fleck. Den Ausdruck בהרת gebraucht die Mischna hier und weiter als allgemeine Bezeichnung für alle נגעים, die nur unrein sind, wenn die Haut eine weisse Färbung angenommen hat.",
+ "ist unrein. Nach der Erklärung des ר״ש meint die Mischna: wenn der נגע genau die Grösse eines גרים hat und es stehen darauf nicht nur zwei, sondern noch mehr weisse Haare, sage ich nicht, die Stellen der Haut, auf denen die weiteren weissen Haare stehen, gehören nicht mit zu dem נגע und dieser hat daher nicht die volle Grösse eines גרים, sondern der נגע ist unrein; oder wenn auf einem נגע, der genau die Grösse eines גרים hat und der verschlossen werden müsste, schwarze Haare stehen, sage ich ebenso nicht, durch diese schwarzen Haare ist der נגע kleiner als ein גרים und deshalb für rein zu erklären, sondern er ist unrein, d. h. er muss verschlossen werden. Maim. und Bart. haben die Lesart ושער שחור, die der ר״ש ebenfalls zitiert, sie erklären danach die Mischna folgendermassen: wenn der נגע genau die Grösse eines גרים hat und neben den zwei weissen Haaren auch schwarzes Haar darauf steht, wird durch das schwarze Haar die Grösse des נגע nicht verkleinert, sondern ist er trotzdem unrein. Nach א״ר, der ebenfalls ושער שחור liest, will die Mischna zwei Dinge sagen: erstens, dass ein נגע, auf dem zwei weisse Haare stehen, unrein ist, auch wenn daneben schwarze Haare stehen, im Gegensatz zu der Bestimmung beim נתק, der für rein zu erklären ist, sobald schwarzes Haar darauf entsteht, selbst wenn das goldgelbe Haar, das ihn unrein gemacht hat, nicht verschwunden ist (s. weiter X, 8); das אין חוששין der Mischna gibt nicht die Begründung zu dem Vorhergehenden, wie nach der Erklärung der anderen, sondern ist ein zweiter mit dem Vorangehenden garnicht zusammenhängender Ausspruch der Mischna.",
+ "auf der das schwarze Haar. Nach der Lesart או שער שחור wäre hier zu ergänzen: „oder das weisse Haar“.",
+ "weil sie gar nicht zu erfassen ist. Die Löcher in der Haut, auf denen die Haare stehen, sind so verschwindend klein, dass sie bei Bemessung der Grösse des נגע garnicht in Betracht kommen."
+ ],
+ [
+ "Ein Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe. S. VI. Note 1.",
+ "gehört er zu ihm. זוקק = verbinden, verpflichten, zu einer Verpflichtung zu sich heranziehen, danach ist זקקה zu erklären: der Streifen bewirkt durch das auf ihm entstandene Unreinheitszeichen, dass der נגע als mit ihm verbunden unrein wird, als wenn es sich auf dem נגע selbst gezeigt hätte.",
+ "inbezug auf weisses Haar und auf Ausbreitung. Insofern dass, wenn auf dem Streifen weisses Haar entsteht oder er sich ausbreitet, der נגע unrein ist.",
+ "aber nicht inbezug auf gesundes Fleisch. Weil auf dem nur zwei Haare breiten Streifen eine מחיה überhaupt keinen Platz hat, denn eine מחיה muss mindestens so gross sein wie das Quadrat des Raumes, den zwei Haare auf der Haut des Menschen einnehmen, und ausserdem noch von allen Seiten von einem mindestens zwei Haare breiten Streifen des נגע umgeben sein.",
+ "Zwei Flecken. Jeder von der Grösse eines גרים; sind aber die beiden Flecken zusammen nur von der Grösse eines גרים, verbindet der Streifen sie nicht, um als נגע zu gelten, auch nicht, wenn er die Breite von zwei Haaren hat (so nach מ״א im Gegensatz zu יו״ב).",
+ "verbindet er sie. Inbezug auf die Unreinheitszeichen bilden sie einen נגע, wenn z. B. auf jedem der beiden Flecke nur ein weisses Haar entstanden ist, ist der Betreffende unrein."
+ ],
+ [
+ "Ein Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe und darauf gesundes Fleisch von der Grösse einer Linse. Gemeint ist, dass der נגע die Grösse eines גרים hat ohne das von ihm umschlossene gesunde Fleisch.",
+ "und inmitten des gesunden Fleisches weisses Haar. Der נגע ist in diesem Zustande für unrein zu erklären, nicht wogen des weissen Haares, weil dieses nicht auf dem נגע selbst steht, dagegen wegen dos gesunden Fleisches.",
+ "schwindet das gesunde Fleisch. Indem sich der נגע auch über die Stelle ausbreitet, an der bisher das gesunde Fleisch war.",
+ "ist er unrein. Ed. Ven. 1625 hat auch hier die Form טמא, nicht טמאה, siehe תוי״ט und die Erklärungsversuche von תא״ש und יו״ב.",
+ "wegen des weissen Haares. Weil dieses jetzt auf dem נגע selbst steht. Obwohl es als Grundsatz gilt, dass weisses Haar nur dann als ein Unreinheitszeichen gilt, wenn an der Stelle, wo es entstanden ist, der נגע schon vorher vorhanden war, gilt in diesem Falle der נגע für unrein, weil das gesunde Fleisch auf dem נגע als mit zu dem נגע gehörend betrachtet wird.",
+ "ist er unrein wegen des gesunden Fleisches. D. h. er bleibt unrein wegen des gesunden Fleisches.",
+ "Simon erklärt ihn für rein. Im ersteren Falle, wenn das gesunde Fleisch geschwunden und das weisse Haar geblieben ist.",
+ "weil es nicht auf dem Fleck sich umgewandelt hat. Als es entstanden oder weiss geworden ist, war auf dieser Stelle noch kein נגע. R. Simon ist nicht der Ansicht, dass das gesunde Fleisch inmitten des נגע in dieser Beziehung als zu dem נגע gehörend betrachtet wird.",
+ "Ein Fleck und gesundes Fleisch zusammen von der Grösse einer Bohnengraupe und weisses Haar inmitten des Flecks. In diesem Zustande ist der נגע zwar unrein wegen des gesunden Fleisches, denn auch wenn der נגע nur mit dem gesunden Fleisch zusammen die Grösse eines גרים hat, ist er unrein, er ist aber nicht unrein wegen des weissen Haares, weil dieses nur dann ein Unreinheitszeichen ist, wenn der נגע allein für sich die Grösse eines גרים hat.",
+ "schwindet das gesunde Fleisch. Indem sich der נגע auch über die Stelle ausbreitet, an der bisher das gesunde Fleisch war.",
+ "ist er unrein. Ed. Ven. 1625 hat auch hier die Form טמא, nicht טמאה, siehe תוי״ט und die Erklärungsversuche von תא״ש und יו״ב.",
+ "wegen des weissen Haares. Obgleich das weisse Haar schon da war, bevor der נגע allein für sich die Grösse eines נרים hatte, wird auch in dieser Beziehung das gesunde Fleisch als zu dem נגע gehörend betrachtet, dass, nachdem jetzt der נגע sich über die Stelle des gesunden Fleisches auegebreitet und der נגע die Grösse eines גרים erreicht hat, angenommen wird, das weisse Haar habe schon vorher auf einem נגע כגרים gestanden, und der נגע ist deshalb unrein (s. oben Note 2).",
+ "ist er unrein wegen des gesunden Fleisches. D. h. er bleibt unrein wegen des gesunden Fleisches.",
+ "Simon erklärt ihn für rein. Im ersteren Falle, wenn das gesunde Fleisch geschwunden und das weisse Haar geblieben ist.",
+ "weil es nicht auf einem Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe sich umgewandelt hat. Das weisse Haar, das auf dem נגע entstanden ist, bevor er für sich allein die Grösse eines גרים hatte, wird nicht zu einem Unreinheitszeichen, auch wenn nachher durch die Umwandlung des gesunden Fleisches in נגע der נגע die Grösse eines גרים erlangt hat.",
+ "wenn er an der Stelle des weissen Haares so gross wie eine Bohnengraupe ist. Ohne dass die Stelle; auf der vorher das gesunde Fleisch war, hinzugerechnet zu werden braucht; es wäre damit nur gesagt, dass auch R. Simon der Ansicht des Tanna in Mischna 11 dieses Abschnittes zustimmt, dass auch wenn es zweifelhaft ist, ob zuerst der נגע oder zuerst das weisse Haar da war, der נגע unrein ist (תויי׳ט). Aber auch R. Josua, der dort dieser Ansicht nicht zustimmt, könnte hier der Ansicht sein, dass der נגע unrein ist, weil in diesem Falle der נגע schon vorher wegen des gesunden Fleisches unrein war (חזקת טומאה) und deshalb, wenn dieser Unreinheitsgrund jetzt auch geschwunden ist, der נגע trotz des Zweifels, ob das weisse Haar erst nach dem נגע entstanden ist, wegen des weissen Haares für unrein zu erklären ist (יו״ב). Eine andere Erklärung begründet die abweichende Ansicht des R. Simon damit, dass er meint, weisses Haar sei nur dann ein Unreinheitszeichen, wenn es durch einen נגע von der Grösse eines גרים entstanden ist, deshalb könne es nie ein Unreinheitszeichen werden, wenn es auf gesundem Fleisch entstanden ist oder auf einem נגע, der erst zusammen mit gesundem Fleisch die Grösse eines גרים hat, wo das gesunde Fleisch mit zu seinem Entstehen beigetragen hat. Danach könnte man aber vielleicht meinen, dass auch, wenn es auf einem נגע von der Grösse eines גרים entstanden ist, in dessen Mitte gesundes Fleisch ist, es ebenfalls nicht als ein Unreinheitszeichen zu betrachten sei, weil das gesunde Fleisch mit zu seinem Entstehen beigetragen habe, deshalb erklärt die Mischna, dass in diesem Falle R. Simon zustimmt, dass der נגע unrein ist, weil das weisse Haar durch den נגע נגרים auch ohne das gesunde Fleisch entstanden ist (מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Ein Fleck. Von der Grösse eines גרים.",
+ "auf dem. Nachdem er eine Woche verschlossen war.",
+ "gesundes Fleisch und Ausbreitung entstanden sind. Und der deshalb von dem Priester für unrein erklärt worden ist.",
+ "ist er unrein wegen des gesunden Fleisches. Auch wenn die Unreinheitserklärung wegen des geschwundenen und nicht wegen des verbliebenen Unreinheitszeichens erfolgt war (יו״ב).",
+ "Ist er. Ein נגע von der Grösse eines גרים, der von dem Priester auf eine Woche verschlossen worden ist.",
+ "geschwunden. Vor der zweiten oder bei der zweiten Besichtigung durch den Priester.",
+ "wie er war. Er wird nicht als ein neuer נגע betrachtet, sondern als der alte, der eine zweite Woche zu verschliessen, und, wenn er auch dann sich gleich geblieben ist, für rein zu erklären ist.",
+ "nach der Freisprechung. Wenn nach erfolgter Freisprechung der verschwundene נגע an derselben Stelle sich wieder gezeigt hat.",
+ "War er hellweiss und ist dunkelweiss geworden. Bei der Besichtigung am Ende der ersten oder der zweiten Woche.",
+ "wenn er nicht bis unter die vier Aussatzfärben abgeblasst ist. Ist er jedoch bei der Besichtigung so weit abgeblasst, dass der Priester ihn für rein erklärt hat, und er nimmt dann wieder eine Unreinheitsfarbe an, so gilt er als ein neuer נגע.",
+ "Ist er. Ein נגע von der Grösse eines גרים.",
+ "zurückgegangen. Am Ende der ersten oder zweiten Woche, 80 dass der נגע für rein za erklären wäre, oder der Priester ihn schon für rein erklärt hat (nicht so ר״ש), כנס intrans. = hineingehen, eingehen, kleiner werden.",
+ "und hat sich wieder ausgebreitet. Er hat wieder genau die Grösse eines גרים erlangt, wie er sie vorher hatte.",
+ "hat er sich ausgebreitet. Am Ende der ersten oder der zweiten Woche, so dass der נגע für unrein zu erklären wäre oder der Priester ihn schon für unrein erklärt hat.",
+ "und ist wieder zurückgegangen. Er ist wieder auf die Grösse eines גרים zurückgegangen, wie er vorher war.",
+ "Akiba ihn für unrein. R. Akiba betrachtet auch die Ausbreitung nach vorhergegangener Abnahme und ebenso die Ausbreitung, die wieder zurückgegangen ist, als ein Unreinheitszeichen.",
+ "die Weisen erklären ihn für rein. Sie sind der Ansicht, dass das nicht als Ausbreitung gilt, der נגע ist doch in beiden Fällen jetzt genau so, wie er am Anfang war, deshalb ist er, wenn es am Ende der ersten Woche war, auf eine zweite Woche einzuschliessen, wenn am Ende der zweiten Woche, für rein zu erklären. So nach der Erklärung von Bart. Nach der Erklärung des ר״ש und רא״ש, denen מ״ש, יו״ב und מ״א folgen, spricht die Mischna von einem נגע, der die Grösse von mehr als einem גרים hatte, um dieses mehr ist der נגע zunächst zurückgegangen und dann ist es wiedergekommen, oder der נגע hat sich zuerst noch weiter ausgebreitet und ist dann wieder auf seine ursprüngliche Grösse zurückgegangen; einen נגע von der Grösse von genau einem גרים dagegen, der auf weniger als ein גרים zurückgegangen, würde selbst R Akiba nicht wegen Ausbreitung für unrein erklären. Ganz abweichend von diesen Erklärungen legt א״ר das כנסת und פשתה der Mischna aus Nach ihm wäre unter כנסה ופשתה zu verstehen: der נגע hat sich zuerst auf einer Seite verkleinert und dann auf einer anderen Seite sich vergrössert, und unter פשתה וכנסה: er hat sich zuerst auf einer Seite vergrössert und dann auf einer anderen sich verkleinert, und die Streitfrage zwischen R. Akiba und den Weisen ist die, ob das Stück, um das der נגע sich vergrössert hat, mit zu dem נגע hinzuzurechnen ist, obgleich der ursprüngliche נגע sich auf weniger als ein גרים verkleinert hat, oder nicht; die folgenden Mischna 8 und 9 wären danach nur die weitere Ausführung der hier zunächst allgemein gegebenen Regel."
+ ],
+ [
+ "während von dem ursprünglichen Fleck. S. I Note 73.",
+ "soviel wie eine halbe Bohnengraupe geschwunden ist. So dass jetzt wieder ein נגע von der Grösse eines גרים da ist, von dem ursprünglichen נגע jedoch nur ein Stück von der Grösse eines halben גרים geblieben ist.",
+ "Akiba wie ein neuer besichtigt werden. Da von dem ursprünglichen נגע nur ein Stück von der Grösse eines halben גרים übrig geblieben ist, ist dieser נגע als geschwunden zu betrachten, jedoch wird dieses zurückgebliebene Stück zu dem neu hinzugetretenen halben גרים hinzugerechnet, um das Ganze als einen neuen נגע zu betrachten. Mit der Erklärung des א״ר zu der vorhergehenden Mischna (Note 61) vereinigt sich dieser Ausspruch des R. Akiba natürlich nicht, nach ihm ist als Ausspruch des R. Akiba nicht תראה בתחלה, sondern: הרי הוא כבתחלה zu lesen, die Ausbreitung auf der einen Seite wird zu dem נגע hinzugerechnet, es ist demnach so, als wäre der נגע geblieben, wie er war.",
+ "die Weisen erklären ihn für rein. Sie sind der Ansicht, da der ursprüngliche נגע auf die Grösse eines halben גרים zurückgegangen ist, ist dieser נגע als vollständig geschwunden zu betrachten, der zurückgebliebene Teil kann deshalb nicht zu dem neu hinzugetretenen hinzugerechnet werden, dieser hat aber nur die Grösse eines halben גרים, deshalb ist er für rein zu erklären (יו״ב). Bart, erklärt: die Weisen erklären ihn für rein, weil der נגע jetzt nur wieder ebenso gross ist, wie er war, sich also nicht ausgebreitet hat, deshalb ist er, wenn es am Ende der ersten Woche ist, nochmals zu verschliessen, am Ende der zweiten Woche für rein zu erklären. Dagegen wendet schon תוי״ט ein, dass danach R. Akiba der Ansicht sein müsste, dass es trotzdem als eine Ausbreitung betrachtet werde, er danach ihn aber für unrein erklären müsste."
+ ],
+ [
+ "während von dem ursprünglichen Fleck soviel wie eine halbe Bohnengraupe geschwunden ist. So dass der נגע jetzt grösser ist, als er anfangs war.",
+ "Akiba unrein. Da von dem ursprünglichen נגע weniger geschwunden ist, als auf der anderen Seite hinzugekommen ist, wird in diesem Falle der ursprüngliche נגע immer noch als vorhanden betrachtet und ist, da er jetzt grösser als ein גרים ist, für unrein zu erklären (יו״ב).",
+ "die Weisen erklären ihn für rein. Sie sind der Ansicht, dass auch in diesem Falle der ursprüngliche נגע, da er kleiner als ein גרים geworden ist, als vollständig geschwunden zu betrachten ist, der hinzugekommene Teil hat aber nur die Grösse eines halben גרים und etwas, deshalb ist er für rein zu erklären. Nach einigen Erklärern spricht die Mischna hier und in den vorhergehenden Fällen nur von dem Falle, dass die angeführten Veränderungen an dem נגע erst eingetreten sind, nachdem dieser von dem Priester bereits für rein erklärt worden war; R. Akiba ist der Ansicht, dass ebenso wie, wenn der נגע zwei Wochen sich gleich geblieben und deshalb von dem Priester für rein erklärt worden ist, eine nachher eintretende Ausbreitung dennoch ihn wieder unrein macht und der נגע nicht als nicht mehr vorhanden betrachtet wird, so auch in diesen Fällen der zurückgebliebene Teil des ursprünglichen נגע zu dem hinzugekommenen mit hinzuzurechnen ist, während die Weisen der Ansicht sind, dass dieses nur der Fall ist, wenn der ursprüngliche נגע in Grösse eines גריס noch vorhanden ist, nicht aber, wenn er diese Grösse nicht mehr hat.",
+ "Akiba unrein. Aus dem Note 67 angegebenen Grunde. Würde sich der נגע jedoch nur um die Grösse eines גרים ausgebreitet haben, würde er auch nach R. Akiba nicht für unrein zu erklären, sondern als ein neuer נגע zu betrachten sein (יר״ב)."
+ ],
+ [
+ "der sich um eine Bohnengraupe ausgebreitet hat. Und der deshalb für unrein erklärt worden ist.",
+ "auf dessen Ausbreitung. Nach der Unreinheitserklärung (מ״א).",
+ "Akiba unrein. Da wegen der Ausbreitung der נגע, als noch der ursprüngliche Teil des נגע vorhanden war, für unrein erklärt worden war, ist die Ausbreitung, auch nachdem jetzt der ursprüngliche Teil geschwunden ist, als Teil des ursprünglichen נגע zu betrachten. Deshalb bleibt der נגע, wenn auf der Ausbreitung andere Unreinheitszeichen entstanden sind, unrein, auch wenn der ursprüngliche Fleck geschwunden ist, und braucht nicht erst von neuem besichtigt zu werden (s. weiter V, 2).",
+ "Er muss wie ein neuer besichtigt werden. Obgleich auch bei dieser neuen Besichtigung der נגע sofort für unrein zu erklären wäre, ergibt sich doch ein Unterschied zwischen der Ansicht der Weisen und der des R. Akiba, wenn ein solcher Fall gerade während eines Festes eintritt (s. oben III, 2) und in Hinsicht auf die nach der Reinerklärung zu bringenden Opfer (יו״ב).",
+ "ist zu verschliessen. Wie jeder נגע von der Grösse eines גרים, auf dem nicht zwei weisse Haare stehen.",
+ "ist zu verschliessen. Obgleich jetzt zwei weisse Haare auf einem נגע von der Grösse eines גרים stehen, ist dieser dennoch nicht für unrein zu erklären, weil das erste Haar schon da war, als der נגע noch nicht die Grösse eines גרים hatte.",
+ "ist zu verschliessen. Weil weder die zwei Haare, die auf dem נגע entstanden sind, als er noch nicht die Grösse eines גרים hatte, noch das eine Haar, das entstanden ist, als er die Grösse eines גרים hatte, noch beide zusammen den נגע unrein machen."
+ ],
+ [
+ "ist für entschieden unrein zu erklären. Denn beide Haare sind auf dem נגע entstanden, als er die Grösse eines גרים hatte, wenn sie auch nur auf der hinzugekommenen Hälfte gewachsen sind oder sich gefärbt haben.",
+ "weil sie gesagt haben. Die Mischna gibt zum Schluss den Grund an, auf dem die vorangehenden Bestimmungen beruhen",
+ "Wenn der Fleck. In der Grösse eines גרים.",
+ "ist er unrein. Es wird dieses daraus geschlossen, weil es Lev. 13,10 heisst: והיא הפכה שער לבן, der Aussatz hat das Haar in weiss verwandelt, was nicht der Fall ist, wenn das weisse Haar schon vor ihm da war.",
+ "ist er rein. D. h. es ist kein Unreinheitszeichen, sondern der נגע muss, als wenn kein weisses Haar da wäre, verschlossen werden.",
+ "wenn es zweifelhaft ist. Indem der Aussätzige selbst nicht weiss, welches zuerst da war (מ׳׳א).",
+ "ist er unrein. Weil die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass das Entstehen des weissen Haares eine Folge-erscheinung des נגע ist (יו״ב).",
+ "Josua erkannte. קהה verw. mit כהה = stumpf sein oder werden, davon קיהה Piel trans. wie Hifil. הקהה = stumpf machen, hier in übertragenem Sinne: eine Ansicht als unrichtig nachweisen, sie nicht anerkennen. (Der Talmud (Nidda 19 b) hat die Lesart: ורבי יהושע אומר כהה, s. dort רש״י und תוספות).",
+ "dies. Dass im Zweifelfalle der נגע unrein ist."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "ausser diesem. Dem in der vorhergehenden Mischna erwähnten.",
+ "ob es derselbe ist oder ein anderer statt. Nicht an derselben Stelle, indem man nicht mehr genau weise, auf welcher Stelle der נגע vorher gewesen ist.",
+ "so ist er unrein. Selbst wenn es dem Priester und dem Aussätzigen so vorkommt, als wenn der נגע vorher an einer anderen Stelle gewesen wäre und dieser נגע deshalb als ein neuer verschlossen werden müsste (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "darauf ist das weisse Haar geschwunden und dann ist weisses Haar wiedergekommen. Bevor der Priester den נגע wegen des Verschwindens des weissen Haares für rein erklärt hat.",
+ "ebenso wenn es gesundes Fleisch oder Ausbreitung ist. Das sich nach dem Verschwinden des weissen Haares auf dem נגע gezeigt hat.",
+ "am Ende der zweiten Woche oder nach der Freisprechung. Gleichviel zu welchen von diesen Zeiten die Unreinheitserklärung vor dem Schwinden und Wiederkommen stattgefunden hatte.",
+ "wie es gewesen. Es bedarf nicht erst der erneuten Unreinheitserklärung durch den Priester, sondern er gilt als ein für unrein erklärter נגע, an dessen Unreinheit sich nichts geändert hat.",
+ "ebenso wenn es weisses Haar oder Ausbreitung ist. Das sich nach dem Verschwinden des gesunden Fleisches gezeigt hat.",
+ "am Ende der zweiten Woche oder nach der Freisprechung. Gleichviel zu welchen von diesen Zeiten die Unreinheitserklärung vor dem Schwinden und Wiederkommen stattgefunden hatte.",
+ "wie es gewesen. Es bedarf nicht erst der erneuten Unreinheitserklärung durch den Priester, sondern er gilt als ein für unrein erklärter נגע, an dessen Unreinheit sich nichts geändert hat.",
+ "ebenso wenn es weisses Haar. Hier fehlt auffallender Weise das erwartete ומחיה; Erklärungsversuche dafür s. Maim., ר״ש und יו״ב ,ר״אש und תא״ש.",
+ "am Ende der zweiten Woche oder nach der Freisprechung. Gleichviel zu welchen von diesen Zeiten die Unreinheitserklärung vor dem Schwinden und Wiederkommen stattgefunden hatte.",
+ "wie es gewesen. Es bedarf nicht erst der erneuten Unreinheitserklärung durch den Priester, sondern er gilt als ein für unrein erklärter נגע, an dessen Unreinheit sich nichts geändert hat."
+ ],
+ [
+ "Zurückgelassenes. פקודה, s. Edujot V, Note 82.",
+ "ihn für unrein. Obgleich der jetzt wieder aufgetretene נגע dem weissen Haar nicht vorangegangen ist, trifft nach Ansicht Akabias die Bestimmung ושערה הפך לבן dennoch darauf zu, weil doch immerhin ein נגע, der vorher dagewesene, das Haar in weise verwandelt hat. Nach einer anderen Erklärung: Der Umstand, dass mit dem נגע nicht auch zugleich das weisse Haar verschwunden ist, ist ein Beweis dafür, dass der Aussatz noch nicht geheilt war und dass der wiedergekommene Fleck derselbe ist, wie der zuerst dagewesene, der dem weissen Haar vorangegangen war (ראב״ד).",
+ "die Weisen dagegen für rein. Das weisse Haar ist als dem נגע vorangegangen zu betrachten und deshalb für ihn kein Unreinheitszeichen, der נגע muss vielmehr wie ein neuer besichtigt werden (s. oben IV, 7).",
+ "dass er rein ist. Weil der ursprüngliche נגע vollständig verschwunden war.",
+ "Was aber ist zurückgelassenes Haar. Das als Unreinheitszeichen zu betrachten ist.",
+ "hat aber das weisse Haar auf dem Platz des Flecks zurückgelassen und ist dann wiedergekommen. In diesem Falle spricht der zurückgebliebene Teil des נגע dafür, dass auch der wiedergekommene ein Teil des ursprünglichen נגע war, es demnach noch derselbe נגע ist, der dem weissen Haar vorangegangen war.",
+ "für nichtig erklärt hat. Eine andere Lesart ist: כשם שבטלת (א״ר).",
+ "keine Geltung. Sondern auch in diesem Falle ist der נגע wegen des zurückgelassenen Haares für unrein zu erklären."
+ ],
+ [
+ "wenn er gleich am Anfang vorliegt. Im Gegensatz zu den in den vorhergehenden Absätzen behandelten Fällen, in denen der Zweifel erst nach der Unreinheitserklärung entstanden ist.",
+ "so lange er noch nicht in den Zustand der Unreinheit eingetreten war. D. h. noch nicht für entschieden unrein erklärt worden ist, selbst wenn er bereits verschlossen war. Zu נזקק s. Bechor. IV, Note 53.",
+ "Wenn zwei. Aussatzschäden.",
+ "am Ende der ersten Woche ist er an diesem so gross wie ein Sela und an jenem so gross wie ein Sela. Ebenso, wenn an einem von beiden ein anderes Unreinheitszeichen entstanden ist (יו״ב).",
+ "sei es an einem Manne. Wenn beide נגעים an einem Manne waren, obgleich in diesem Falle der Betreffende wegen des einen נגע, der sich erweitert hat, eigentlich hätte für entschieden unrein erklärt, und wegen des anderen, der sich gleich geblieben ist, hätte verschlossen werden müssen.",
+ "sei es an zwei Männern. Obgleich da doch selbst derjenige, bei dem der נגע sich gleich geblieben ist, hätte verschlossen werden müssen.",
+ "ist er rein. Es wird dies damit begründet, dass es in der Schrift (Lev. 13,22) heisst: וטמא אותו הכהן, der Priester soll „ihn“, d. h. den נגע, für unrein erklären, in diesem Falle kann aber der Priester weder den einen noch den anderen נגע bestimmt für unrein erklären, da er ja nicht weiss, welcher von beiden derjenige ist, der sich ausgebreitet hat. Deshalb hat es aber auch keinen Zweck, die beiden נגעים noch eine Woche zu verschliessen, da das Verschliessen nur den Zweck hat, zu sehen, ob nach einer Woche ein סימן טומאה an dem נגע entstanden und er danach für unrein zu erklären ist, in diesem Falle der Priester aber, auch wenn nach einer Woche beide נגעים sich auf mehr als einen Sela ausgebreitet haben, dennoch keinen von beiden wegen dieser jetzt entstandenen Ausbreitung für unrein erklären kann, da er doch vielleicht schon bei der vorangegangenen Besichtigung sich ausgebreitet hatte und schon deswegen hätte für unrein erklärt werden müssen; deshalb bleibt nur übrig, beide נגעים für rein zu erklären (הרא״ש).",
+ "An einem Manne ist er unrein und an zwei Männern ist er rein. Nach Ansicht des R. Akiba bezieht sich das אותו „ihn“ nicht auf den נגע, sondern auf den vom Aussatz Behafteten. Sind beide נגעים an einem Manne, so kann er diesen mit Bestimmtheit für unrein erklären, im anderen Falle aber weiss er ja nicht, welchen von beiden Aussätzigen er für unrein erklären soll."
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+ [
+ "sind sie beide unrein. Da beide sich ausgebreitet haben.",
+ "sind sie beide unrein. Obgleich bei demjenigen, der am Anfang schon so gross wie ein Sela war, die Ausbreitung jetzt wieder geschwunden ist und er demnach für rein zu erklären wäre.",
+ "bis sie auf die Grösse einer Bohnengraupe zurückgegangen sind. Und demnach beide, weil die Ausbreitung wieder bei ihnen geschwunden ist, für rein erklärt werden können."
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+ "Der Flächenraum des Fleckens muss ein Quadrat von der Grösse einer Kilikischen Bohnengraupe. גרים von גרס = brechen, zerteilen. Die Bohne ist länglich und rund, wenn man sie in der Mitte der Länge nach durchschneidet, erhält man eine grade Fläche, nach der man die Länge der Bohne bemessen kann. Die so gewonnene Bohnenhälfte heisst גריס. Es gibt kleinere und grössere Bohnen, die Kilikische gehört zu den grösseren Bohnenarten. Der Aussatzflecken muss so lang sein, wie diese Bohnengraupe lang ist, und ebenso breit, so dass man eine zu einem Quadrat ihrer Länge erweiterte Bohnengraupe in ihn hineinsetzen kann. Hat der Aussatzflecken nicht diese Länge, wenn er auch noch so breit ist, ist er rein, und ebenso umgekehrt (Maim. הלכות טו״צ I,8).",
+ "Eine Bohnengraupe. Gemeint ist: ein Quadrat von der Länge einer Bohnengraupe.",
+ "nimmt den Raum von neun Linsen. Auch hier ist wieder gemeint: von neun quadratförmig erweiterten Linsen.",
+ "eine Linse den Raum von vier Haaren. שתי שערות על שתי שערות ein Quadrat von שתי שערות. Unter שחי שערות versteht man den Raum, den die Entfernung zweier Haare am Körper (nicht am Kopf oder Bart) des Menschen von einander einnimmt, ein Quadrat dieser Entfernung wird demnach von vier solchen Haaren begrenzt (so nach den Erklärern, siehe dagegen weiter Note 5).",
+ "das ergibt einen Raum von 36 Haaren. Neun Linsen - Quadrate, jedes von vier Haaren, zusammen also von 36 Haaren begrenzt, aneinander gefügt, ergeben ein Bohnengraupen - Quadrat. Nach dieser Erklärung würde allerdings für die Abmessung auf dem Körper des Menschen das נמצאו שלשים ושש שערות gar nichts zu bedeuten haben und deshalb eigentlich ganz überflüssig dastehen. Soll aber, wie die übliche Erklärung annimmt, dieser Zusatz besagen, dass ein Bohnengraupen-Quadrat den Raum von 36 Haaren auf dem Körper des Menschen einnimmt, nämlich den Raum zwischen 6 Haaren in der Länge und 6 Haaren in der Breite, so würde das mit dem vorher Gesagten nicht übereinstimmen. Wenn ein Linsenquadrat auf die Haut aufgelegt in der Länge die Entfernung von einem Haar zum zweiten, das zweite die vom zweiten zum dritten, das dritte die vom dritten zum vierten bedeckt, und ebenso in der Breite, so ergibt sich, dass die 9 Linsenquadrate, die den Raum eines Bohnengraupen-Quadrates einnehmen sollen, nur den Raum zwischen 16 Haaren bedecken, und nicht, wie die Mischna sagt, den von 36 Haaren. Das נמצאו שלשים ושש שערות ist nur zu verstehen, wenn man annimmt, dass mit שתי שערות nicht die Entfernung zweier Haare voneinander gemeint ist, sondern der Raum der Haut, auf dem zwei Haare wachsen, d. h. jedes Haar als der Mittelpunkt gedacht des ihn umgebenden Teiles der Haut. Danach würde שתי שערות nicht nur die Entfernung zweier Haare voneinander bedeuten, sondern zu dieser Entfernung würde noch auf beiden Seiten die halbe Entfernung von dem nächsten Haare hinzukommen. So würde jedes Linsen-Quadrat nicht von vier Haaren begrenzt sein, so dass das zweite Haar des ersten Quadrats mit dem ersten des zweiten Quadrats usw. zusammenfällt, sondern jedes Quadrat würde vier andere Haare bedecken, und danach die neun Linsen Quadrate, die den Raum eines Bohnengraupen-Quadrats ausmachen, in der Tat einen Raum von 36 Haaren auf dem Körper des Menschen einnehmen. Siehe die nebenstehende Abbildung."
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+ "Ein Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe und darauf gesundes Fleisch von der Grösse einer Linse. Gesundes Fleisch auf einem נגע ist nur dann ein סימן טומאה, wenn es so gross wie eine Linse gleich dem Quadrat eines Baumes von שתי שערות ist und auf allen Seiten von dem נגע in der Breite einer Linse umgeben ist; das ist der Fall, wenn der נגע auch nur genau so gross wie ein גריס = neun Linsen ist und das gesunde Fleisch genau auf der Mitte des נגע sich befindet. Danach erklären die meisten Ausleger (Maim. Bart., ר״ש und רא״ש), dass die Mischna hier von einem solchen נגע spricht, der mit dem gesunden Fleisch zusammen nur genau so gross wie eia גרים ist.",
+ "hat der Fleck zugenommen. Nach aussen hin sich erweitert, nachdem er wegen des gesunden Fleisches für unrein erklärt worden war.",
+ "ist er unrein. Wegen der Ausbreitung, der נגע ist deshalb auch unrein, wenn das gesunde Fleisch wieder verschwindet, die Ausbreitung gilt als ein סימן טומאה auch an einem נגע, der bereits ohne sie unrein war.",
+ "ist er rein. Weil er jetzt nicht mehr die Grosse eines גריס hat. Nach einer anderen Erklärung (s. ר״ש רא׳יש und יו״ב) spricht die Mischna von einem נגע, der ohne das gesunde Fleisch so gross wie ein גריס ist, danach muss hier gemeint sein, wenn der נגע soweit abgenommen hat, dass er nicht mehr das gesunde Fleisch auf allen Seiten in der Breite eines Raumes von שתי שערות umgibt.",
+ "hat das gesunde Fleisch zugenommen. Sich auf dem נגע ausgebreitet.",
+ "ist er unrein. Ed. Löwe: טהורה. Nach der ersten Erklärung kann es hier nicht טמאה heissen, sondern ist statt dessen טהורה zu lesen, denn da das gesunde Fleisch sich ausgebreitet hat und der ganze נגע mit dem gesunden Fleisch zusammen nur so gross wie ein גרים war, ist nun das gesunde Fleisch nicht mehr auf allen Seiten von einem Raum von שתי שערות umgeben und der נגע deshalb für rein zu erklären. Nach der zweiten Erklärung, nach der der נגע ohne das gesunde Fleisch so gross wie ein גרים war, bleibt er auch nach der Zunahme des gesunden Fleisches unrein, solange dieses noch auf allen Seiten von שתי שערות des נגע umgeben ist.",
+ "ist er rein. Da gesundes Fleisch, das weniger gross als eine Linse ist, kein Zeichen der Unreinheit ist (s. weiter Note 18)."
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+ "Ein Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe und darauf gesundes Fleisch weniger gross als eine Linse. Der verschlossen worden ist, um zu sehen, ob sich ein סימן טומאה darauf entwickeln wird. Hier kann die Mischna nur meinen, wenn der Fleck ohne das gesunde Fleisch so gross wie ein גרים ist. Gesundes Fleisch wird bei der Abmessung der גריס-Grösse eines נגע nur dann mitgerechnet, wenn es die Grösse einer Linse hat, hat es diese Grösse nicht, wird es wie gesunde Haut betrachtet, der נגע hätte demnach hier nicht die Grösse eines גרים und brauchte daher nicht verschlossen zu werden; auch wenn er danach zugenommen hat, wäre er aber dann nicht für unrein zu erklären, da eine Ausbreitung vor stattgefundenem Verschluss nicht als סימן טומאה gilt (s. oben IV, 1).",
+ "hat der Fleck zugenommen. Nach aussen hin, so dass er jetzt ohne das gesunde Fleisch so gross wie ein גרים ist.",
+ "hat er abgenommen. So dass er jetzt weniger gross als ein גרים oder auch mit dem gesunden Fleisch zusammen so gross wie ein גרים ist (רא״ש; s. Note 13).",
+ "hat das gesunde Fleisch zugenommen. Und ist so gross wie eine Linse geworden, aber nicht grösser, denn da der נגע nur so gross wie ein גרים ist, würde es dann nicht auf allen Seiten von dem נגע in der Breite von שתי שערות umgeben sein.",
+ "hat es abgenommen. Und der Fleck sich an die Stelle, wo es war, ausgebreitet, so dass dieser jetzt grösser als ein גרים geworden ist.",
+ "ist er nach R. Meïr unrein. R. Meïr ist der Ansicht, dass in diesem Falle auch die Ausbreitung nach innen als Ausbreitung gilt. In der vorhergehenden Mischna heisst es allerdings, ohne dass R. Meïr dem widerspricht, dass wenn das gesunde Fleisch abgenommen hat, der נגע rein ist, trotzdem doch auch dort durch die Abnahme des gesunden Fleisches der Fleck sich vergrössert hat. Dort aber hatte das gesunde Fleisch die Grösse einer Linse, war also ein סימן טומאה, hat es abgenommen und ist kleiner als eine Linse geworden, so ist das ein Zeichen der Heilung, nicht der Ausbreitung des נגע, während hier, wo das gesunde Fleisch nicht die Grösse einer Linse hatte, die Stelle, welche es einnahm, noch wie die übrige gesunde Haut zu betrachten war und deshalb die Ausbreitung des נגע über diese Stelle wohl als eine Ausbreitung des נגע zu betrachten ist (א״ר). Nach der Erklärung, wonach es sich in der obigen Mischna um den Fall handelt, dass der נגע einschliesslich des gesunden Fleisches nur so gross wie ein גרים war, lässt sich der Unterschied noch einfacher begründen. Gesundes Fleisch wird zu dem נגע nur hinzugerechnet, wenn es die Grösse einer Linse hat, so lange es diese Grösse hatte, hatte also der נגע die Grösse eines גרים und konnte durch Ausbreitung nach aussen unrein werden. Sobald aber das gesunde Fleisch abgenommen und nicht mehr die Grösse einer Linse bat, wird es, wie oben ausgeführt, nicht mehr zu dem נגע hinzugerechnet, der נגע hat demnach nicht mehr die Grösse eines גרים, nur ein נגע von der Grösse eines גרים wird aber durch Ausbreitung unrein. Hier dagegen spricht die Mischna von einem נגע, der ohne das gesunde Fleisch die Grösse eines גרים hatte, deshalb wird nach Ansicht des R. Meïr hier auch die Ausbreitung über die Stelle, an der das gesunde Fleisch war, als Ausbeutung betrachtet, obgleich es eine Ausbreitung nach innen ist (ר״ש und (רא״ש).",
+ "nach den Weisen ist er rein. Gemeint ist, er ist nicht wegen Ausbreitung für unrein zu erklären, sondern es ist so, als wenn er sich nicht verändert hätte (Maim. ה׳ טו״צ III, 5)."
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+ "haben sie zugenommen oder haben sie abgenommen. Sowohl wenn das gesunde Fleisch zugenommen und dadurch der Fleck sich verkleinert hat, als auch wenn der Fleck nach innen sich ausgebreitet und dadurch das gesunde Fleisch sich verkleinert hat, obgleich diese Ausbreitung nach innen nicht als Ausbreitung gilt, solange das gesunde Fleisch die Grösse einer Linse und der Fleck zusammen mit dem gesunden Fleisch die eines גרים hat, bleibt der נגע wegen des gesunden Fleisches unrein.",
+ "wenn sie sich nur nicht bis auf weniger als ihr Mass verkleinert haben. Das gesunde Fleisch nicht weniger gross als eine Linse und der Fleck zusammen mit ihm nicht kleiner als ein גרים geworden ist, und bei Zunahme des gesunden Fleisches dieses noch auf allen Seiten von dem Fleck in der Breite von שתי שערות umgeben ist."
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+ "und ausserhalb des gesunden Fleisches ist wieder ein Fleck. Der wieder das gesunde Fleisch rings umgibt.",
+ "da kommt der innere [Fleck] unter Verschluss. Das gesunde Fleisch ist für ihn kein סיסן טומאת, da es von ihm nicht rings umgeben ist, er muss aber verschlossen werden, und der Aussätzige kann, auch nachdem der für unrein erklärte äussere Fleck wieder geheilt ist, nicht für rein erklärt werden, so lange es sich nicht entschieden hat, ob an dem inneren Fleck nicht noch ein סימן טומאה sich gezeigt hat.",
+ "und der äussere ist für entschieden unrein zu erklären. Weil er das gesunde Fleisch rings umschliesst.",
+ "da der Fleck. Der innere.",
+ "in ihm eingeschlossen ist. Das gesunde Fleisch ist nach R. Jose nicht als von dem äusseren Fleck rings umgeben zu betrachten, weil es in der Mitte von dem inneren Fleck rings umgrenzt wird.",
+ "Wenn es an der Innenseite geschwunden ist. Indem der innere Fleck sich über die Stelle, wo es war, ausgebreitet bat.",
+ "ist es ein Zeichen für Ausbreitung des inneren [Flecks] und der äussere ist rein. Da das gesunde Fleisch jetzt nicht mehr so gross wie eine Linse oder ganz geschwunden ist, um dessentwillen der Fleck für unrein erklärt worden war.",
+ "und wenn an der Aussenseite. Indem der äussere Fleck sich über die Stelle, wo es war, ausgebreitet hat.",
+ "ist der äussere rein. Da das gesunde Fleisch geschwunden ist oder sich verkleinert hat, und die Ausbreitung des äusseren Flecks nach innen nicht als Ausbreitung gilt.",
+ "und der innere. והפנימית להסגיר fehlt in L. und N.",
+ "kommt unter Verschluss. Da an ihm sich nichts geändert hat; ist es am Ende der zweiten Woche, so ist auch er deshalb für rein zu erklären.",
+ "ist er. Auch der innere Fleck.",
+ "rein. Nach R. Akiba gilt auch die Ausbreitung des inneren Flecks über das gesunde Fleisch als eine Ausbreitung nach innen, weil sie doch innerhalb des äusseren Flecks liegt, sie gilt deshalb nicht als Ausbreitung und macht den Fleck nicht unrein, dieser muss deshalb je nach dem verschlossen oder auch für rein erklärt werden (anders ר״ש, der die Lesart hat: בין כך ובין כך החיצונה טהורה und erklärt, einerlei ob wie in dem zuerst besprochenen Fall das gesunde Fleisch die Grösse einer Linse hat, oder ob es an der Innenseite oder Aussenseite geschwunden ist)."
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+ [
+ "Wenn es nur so gross wie eine herbeigebrachte. Das heisst, wenn das gesunde Fleisch nur genau die Grösse einer Linse hat.",
+ "was darüber hinaus war. Wenn sich der innere Fleck darüber ausgebreitet hat.",
+ "ein Zeichen für die Ausbreitung des inneren [Flecks. Selbst nach der Ansicht des R. Akiba, wonach eine Ausbreitung des inneren Flecks über das gesunde Fleisch als eine Ausbreitung im Innern des נגע nicht als solche gilt, ist dieses jedoch nur dann der Fall, wenn das gesunde Fleisch nur genau die Grösse einer Linse hatte und der äussere Fleck mit ihm zusammen so gross wie ein גרים war, das gesunde Fleisch somit mit zu dem äusseren Fleck gehörte. War dagegen das gesunde Fleisch grösser als eine Linse und der innere Fleck hat sich über die Stelle, um die es grösser als eine Linse war, ausgebreitet, ist dies keine Ausbreitung im Innern, sondern wie eine Ausbreitung nach irgend einer anderen Stelle der Haut (רא״ש).",
+ "und der äussere ist unrein. Wenn von dem gesunden Fleisch noch so viel wie eine Linsengrösse zurückgeblieben ist.",
+ "War dort. Zwischen dem inneren und dem äusseren Fleck.",
+ "ein Bohak. בהק (Lev. 13, 39) = eine dunkelweisse Lichtung auf der Haut, nicht hellweiss wie die Aussatzfarben, und deshalb rein.",
+ "weniger gross als eine Linse. Selbst wenn er weniger gross als eine Linse ist (יו״ב). Anders Maim. und Bart., nach denen ein בהק von der Grösse einer Linse wie gesundes Fleisch zu beurteilen wäre (s. dagegen תוי״ט).",
+ "so ist es ein Zeichen der Ausbreitung für den inneren [Fleck. Wenn dieser sich über den בהק ausgebreitet hat. Auch nach R. Akiba, nach dessen Ansicht eine Ausbreitung des inneren Flecks über das gesunde Fleisch nicht als Ausbreitung gilt, weil das gesunde Fleisch den äusseren Fleck unrein macht und demnach zu diesem gehört, der innere Fleck sich danach nicht nach aussen, sondern in den äusseren Fleck hinein ausgebreitet hat, gilt hier die Ausbreitung des inneren Flecks als eine Ausbreitung nach aussen, weil der בהק gar nicht zu dem äusseren Fleck gehört, der innere Fleck sich also auf einen ausserhalb von ihm liegenden gesunden Teil der Haut ausgedehnt hat.",
+ "aber kein Zeichen der Ausbreitung für den äusseren. Wenn der äussere Fleck sich über den בהק ausgebreitet bat, gilt dieses trotzdem als eine Ausbreitung nach innen, da doch dieser den נהק von allen Seiten umschliesst. So nach der Erklärung von יו״ב. Nach der Erklärung des ר״ש meint die Mischna: wenn zwischen dem inneren Fleck und dem gesunden Fleisch noch ein Bohak weniger gross als eine Linse ist, und nun der innere Fleck sich über das gesunde Fleisch ausbreitet, gilt das als Ausbreitung, trotzdem der בהק dazwischen liegt, weil dieser nicht die Grösse einer Linse bat (vgl. oben I, 5), wenn der äussere Fleck sich darüber ausbreitet, gilt es nicht als Ausbreitung, weil es eine Ausbreitung nach innen ist. Ähnlich wie יו״ב erklärt מ״א, nur dass er annimmt, die Mischna meine mit היה בוהק פחות מכעדשה: war dort ein בהק, gleichviel wie gross, oder gesundes Fleisch, weniger gross als eine Linse, bei beiden liege der Fall gleich; ebenso א״ר, der das סימן פשיון וכו׳ auf alle in dieser und der vorhergehenden Mischna angeführten Fälle bezieht."
+ ],
+ [
+ " Kidduschin 25a.",
+ "die wegen gesunden Fleisches nicht unrein werden können. Aus dem Schriftausdruck וראהו הכהן der Priester soll „ihn“ den נגע sehen, wird geschlossen, dass er den ganzen נגע mit einem Blick übersehen muss. Die nachgenannten Gliederspitzen sind aber nur klein und gewölbt, und wenn auf ihnen gesundes Fleisch entstanden ist, hindert dieses das Auge, den ganzen נגע mit einem Blick zu überblicken.",
+ "Die Fingerspitzen an den Händen und Füssen. Das sind zwanzig.",
+ "die Ohrenspitzen. Der ganze Rand der beiden Ohrmuscheln, da sie sich vollständig gleich sind, werden sie nur als eines gezählt.",
+ "die Nasenspitze. Das ist die zweiundzwanzigste.",
+ "die Spitze des männlichen Gliedes. Das sind dreiundzwanzig. גויה = Körper, oder ראש הגויה, wird ebenso wie אבר = Glied oft als Bezeichnung für das männliche Glied gebraucht.",
+ "und die Spitzen der Brüste. Die wieder, weil sie sich vollständig gleich sind, nur als eines gezählt werden.",
+ "beim Weibe. Nicht aber beim Manne, weil sie da nicht so stark gewölbt sind.",
+ "Auch Warzen und Gewächse können wegen gesunden Fleisches nicht unrein werden. Wenn sie nicht auf der Oberfläche ein גרים breit sind (תוספתא)."
+ ],
+ [
+ "die durch einen Fleck nicht unrein werden. Weil es beim Aussatzschaden heisst (Lev. 13, 2): נעור בשרו, sind solche Stellen des Körpers ausgeschlossen, die nicht Haut und Fleisch sind, und weil es heisst (Lev. 13,12): לכל מראה עיני הכהן „soweit die Augen des Priesters sehen“, sind solche Stellen ausgeschlossen, die sich nicht in ungezwungener Stellung dem Auge des Priesters darbieten. Die nachstehend aufgeführten Körperteilen gehören teils zu der erstem teils zu der letzteren Art.",
+ "das Innere des Mundes. Wozu auch die Röte der Lippen gehört, die nicht sichtbar ist, wenn der Mund geschlossen ist (תוספתא).",
+ "die Falten. Die Fettfalten am Körper eines fetten Menschen.",
+ "und die Falten am Halse. Wie sie jeder Mensch hat.",
+ "unter der Brust. Was beim Säugen des Kindes davon nicht sichtbar ist, siehe oben II, 4.",
+ "und die Achselhöhle. Ebenso die Höhlung zwischen Körper und Schenkeln, s. II, 4.",
+ "die Fusssohle. Die durch das ständige Auftreten eine so harte Haut bat, dass sie nicht mehr עור הבשר genannt werden kann (רא״ש).",
+ "der Kopf und der Bart. Wenn nicht durch Ausfallen der Haare kahle Stellen darauf entstanden sind.",
+ "eine Entzündung. Die durch innere Hitze entstanden ist.",
+ "oder ein Brandgeschwür. Das durch Verbrennen am Feuer entstanden ist.",
+ "oder eine Hitzewunde. קדח ist die Bezeichnung für eine Entzündung, die nicht von innen heraus entstanden ist, sondern durch einen Schlag oder Stoss von aussen durch einen nicht am Feuer erhitzten Gegenstand, sowie für ein Brandgeschwür, das nicht direkt durch Verbrennen am Feuer, sondern an einem durch Feuer erhitzten Gegenstand entstanden ist.",
+ "die noch [der Heilung] widerstreben. So lange sich an Stelle der durch die Entzündung zerstörten Haut nicht eine neue feine Haut gebildet hat (s. V N. 7).",
+ "diese werden durch einen Aussatzschaden nicht unrein. Weil sie nicht עור הבשר heissen.",
+ "und werden. Wenn auf ihnen ein Aussatzschaden entsteht.",
+ "zu einem Aussatzschaden. Einem daneben liegenden, der nicht die Grösse eines גרים hat.",
+ "der Aussatzschaden kann sich in sie hinein nicht ausbreiten. Auch wenn er sich über sie ausbreitet, gilt dies nicht als Ausbreitung.",
+ "sie machen nicht unrein wegen gesunden Fleisches. Wenn sie von einem נגע eingeschlossen sind, gelten sie nicht als gesundes Fleisch, den נגע unrein zu machen.",
+ "und sie stören nicht das sich ganz in weiss verwandeln. Wenn der Aussatz sich über den ganzen Körper ausgebreitet hat ausser über eine oder mehrere solcher Stellen, ist der Betreffende für rein zu erklären.",
+ "Hat sich auf dem Kopf oder Bart eine Glatze entwickelt. Eine kahle Stelle auf Kopf oder Bart hat den gesetzlichen Charakter von עור ובשר (s. V N 9).",
+ "der Hitzewunde eine Vernarbung geworden. S. V N 7.",
+ "so werden sie durch einen Aussatzschaden unrein. Wenn dann auf ihnen ein נגע in einer der vier Farben oder deren Mischung entsteht (s. VII, 1).",
+ "dagegen worden sie. Wenn auf ihnen ein Aussatzschaden entsteht.",
+ "zu Aussatzschäden. Auf anderen Stellen der Haut.",
+ "nicht hinzugerechnet. Weil die auf diesen Stellen entstehenden Aussatzschäden in der Schrift besonders behandelt werden, woraus zu schliessen ist, dass sie nicht der gleichen Art sind wie die auf anderen Stellen der Haut.",
+ "und der Aussatzschaden kann sich in sie hinein nicht ausbreiten. Ebenso ein Aussatzschaden von ihnen nicht auf einen auf anderen Stellen der Haut (Maim.).",
+ "und sie machen nicht unrein wegen gesunden Fleisches. Selbst die vernarbte Entzündung oder die kahl gewordene Kopf- oder Bartstelle gelten nicht als gesundes Fleisch, einen sie einschliessenden נגע unrein zu machen.",
+ "aber sie stören das sich ganz in weiss Verwandeln. Wenn der Aussatz sich über den ganzen Körper ausgebreitet hat bis auf eine dieser Stellen, bleibt der Betreffende unrein, weil auch diese Stellen durch einen נגע unrein werden können (s. weiter VIII, 5).",
+ "Der Kopf und der Bart. Die Stellen, auf denen der Bart zu wachsen pflegt.",
+ "und die Gewächse auf dem Kopf und am Bart. Aus der Kopf- oder Barthaut herausgewachsene Gewächse, auf denen keine Haare wachsen. Nach anderen: Haarbüschel, die vom Kopf oder Bart ausgehend an Stellen der Haut gewachsen sind, die nicht zur Kopf- und Barthaut gehören.",
+ "unterliegen den gleichen Vorschriften wie die Haut des Fleisches. Ihre Haut wird in allen Beziehungen wie die übrige Haut des Körpers betrachtet."
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+ "Folgende Flecke sind rein. Selbst wenn erst nachher ein Unreinheitszeichen auf ihnen entstanden ist (יו״ב).",
+ "Die schon da waren. Aus den einleitenden Worten der Schrift (Lev. 13,2): בשרו אדם ני יהיה בעור wird geschlossen, dass die nachfolgenden נגעים-Vorschriften nur Geltung haben, „כי יהיה״ wenn der נגע entstanden ist, als für den von ihm Betroffenen die נגע-Gesetze bereits in Geltung waren, nicht aber „שהיה כנר״ wenn er bereits vorher da war.",
+ "auf einer Falte. Auf der ein נגע nie unrein wird, s. oben VI, 8.",
+ "während sie noch [der Heilung] widerstrebten. S. VI, Note 58—63.",
+ "der Hitzewunde eine Vernarbung geworden. So dass der נגע, wenn er jetzt darauf entstehen würde, unrein wäre.",
+ "sind sie rein. Weil in allen diesen Fällen der נגע schon da gewesen ist, als für die betreffenden Stellen die נגע-Gesetze noch nicht anzuwenden waren.",
+ "bevor noch Haare darauf gewachsen waren. Als für sie, wie für die übrige Haut des Körpers, die נגע-Vorschriften noch galten.",
+ "dann sind Haare darauf gewachsen. So dass, wenn der נגע jetzt darauf entstanden wäre, er nicht als solcher gelten würde.",
+ "und dann sind sie wieder kahl geworden. So dass jetzt der נגע wieder auf einer Stelle steht, für die die gleichen Vorschriften wie für die übrige Haut des Körpers gelten.",
+ "und dann geheilt. Dieser Absatz der Mischna wird von den Erklärern verschieden verstanden und ausgelegt. Aus der Erklärung des Maim. Comm, ist zu entnehmen, dass er die Worte der Mischna folgendermassen auffasst: War ein Fleck auf der Haut und dann ist eine Entzündung darauf entstanden, so ist der Fleck als ein נגע על עור בשרו unrein, so lange die Entzündung nicht vernarbt ist. Allerdings ist ein Fleck, der auf einer noch nicht vernarbten Entzündung (שחין המורד) entsteht, niemals unrein, ein schon vorher auf der Haut gewesener Fleck bleibt aber als נגע על עור בשרו unrein, bis die Entzündung vernarbt ist. Ist nun die Entzündung vernarbt und שחין ונרפא (Lev. 13,18) geworden, so treten die hierfür gegebenen Bestimmungen in Kraft, der Fleck ist nicht mehr als נגע על עור בשרו unrein, sondern nach den Vorschriften von שחין zu behandeln Ist die Entzündung dann vollständig geheilt, so ist der Fleck wieder ein נגע על עור בשרו und als solcher unrein. Anders erklären ר״ש und Bart., nach ihnen ist das eiste צרבת zu streichen und sind die Worte der Mischna so zu verstehen: War ein Fleck da, bevor die Entzündung entstanden war (עד שלא נעשו), und war der Fleck deshalb unrein, dann ist eine Entzündung darauf entstanden, so hat dieses die Folge, dass der Fleck jetzt für rein zu erklären ist, weil es in der Schrift heisst (Lev. 13,19): שאת והיה במקום השחין, nur wenn auf der Entzündung ein Fleck entsteht, ist er als נגע zu betrachten, nicht aber ein Fleck, der schon vor der Entzündung da war. Ist nun die Entzündung vernarbt und wieder ganz geheilt, so tritt wieder der frühere Zustand ein und der נגע ist unrein. Gegen diese Erklärung ist einzuwenden, dass danach der mittlere Zustand in den Worten der Mischna gar nicht ausgesprochen wäre, auch nicht einzusehen wäre, warum es in der Mischna heisst: נעשו צרבת וחיו vernarbt und geheilt (s. תוי״ט).",
+ "unrein. Das heisst, sie werden wie jeder andere נגע על עור בשרו betrachtet.",
+ "die Weisen erklären sie für rein. Weil ein נגע nur dann als ein solcher gilt, wenn die Stelle, auf der er sich befindet, ununterbrochen eine solche war, dass ein darauf sich befindender נגע für unrein erklärt werden kann."
+ ],
+ [
+ "Haben sie. Solche Flecken, die bei ihrem Entstehen nicht als solche gegolten haben.",
+ "ihre Farbe geändert. Nachdem zum Beispiel der Nichtjude Jude geworden ist.",
+ "sei es zur Erleichterung sei es zur Erschwerung. Indem aus dem glänzend weissen Fleck ein weniger weisser geworden ist oder umgekehrt.",
+ "War er schneeweiss. Die weisseste Aussatzfarbe.",
+ "und ist wie der Kalk des Tempels geworden. Die Nebenfarbe der schneeweissen, s. VN. 5.",
+ "wie weisse Wolle. Die zweite Hauptfarbe.",
+ "oder eihäutchenweiss. Die Nebenfarbe der wollweissen. Die schneeweisse Farbe hat sich in eine der drei minder weissen Farben verändert, so nach יו״ב. Bart. erklärt: Die schneeweisse Farbe hat sich in die kalkweisse oder die wollweisse in die eihäutchenweisse verändert.",
+ "ist er annähernd. So nach א״ר und יו״ב. Das ספחת der Schrift erklärt der Talmud (Schebuot 6 b) als abgeleitet von ספח = anschliessen: etwas, das den beiden anderen, שאת und בהרת, nahekommt. Danach erklärt א״ר: War der נגע ein שאת, d. h. wollweiss und ist er nicht so weit abgeblasst, dass er nur noch so weiss, wie ein Eihäutchen ist, sondern ist er nur etwas dunkler als wollweiss geworden, oder war er hochweiss wie Schnee und ist er nicht so weit abgeblasst, dass er nur noch so weiss wie der Kalk des Tempels ist, sondern ist er nur etwas dunkler als schneeweiss geworden. Nach יו״ב bezieht sich beides auf das היתה כשלג der Mischna: war der Fleck schneeweiss und hat er eine Farbe angenommen, die zwischen eihäutchen- und wollweiss oder zwischen kalkweiss und hochweiss liegt. Anders erklärt Bart., nach ihm spricht die Mischna von zwei Fällen, der Fleck war schneeweiss und ist kalkweiss geworden, oder er war wollweiss und ist eihäutchenweiss geworden, und sie fährt nun nur erklärend fort: es ist demnach aus dem שאת, der wollweissen Farbe, ein מספחת שאת die Nebenfarbe der wollweissen d. i. die eihäutchenweisse, oder aus der עזה der schneeweissen ein מספחת עזה die Nebenfarbe der schneeweissen d. i. die kalkweisse geworden.",
+ "wie ein Seëth. S. I,1 und V N 5.",
+ "oder annähernd hochweiss. עזה steht hier abgekürzt für עזת כשלג.",
+ "wie der Kalk des Tempels oder schneeweiss. Auch hier erklärt Bart, wieder: oder war er wie der Kalk des Tempels und ist schneeweiss geworden.",
+ "rein. Da die jetzige sowohl wie die ursprüngliche Farbe zu den Aussatzfarben gehören, gilt er immer noch als derselbe נגע.",
+ "ist er rein. Wenn die Aussatzfarbe abgeblasst ist, ist es immer noch derselbe נגע.",
+ "muss er wie ein neuer besichtigt werden. Wenn die Aussatzfarbe stärker geworden ist, ist er als ein neuer נגע zu betrachten.",
+ "muss er wie ein neuer besichtigt werden. Sobald die Farbe sich auch nur um ein weniges geändert hat, gilt er nicht mehr als derselbe נגע."
+ ],
+ [
+ "Ein Fleck. Von der Grösse eines גרים.",
+ "ist am Anfang. Lev. 13, 4.",
+ "und am Ende der ersten Woche. Wenn er unverändert geblieben ist, Lev. 13, 5.",
+ "am Ende der zweiten Woche. Lev. 13, 5.",
+ "und nach der Freisprechung. Wenn er nach der zweiten Woche, weil er sich nicht verändert hat, freigesprochen worden ist, braucht er nicht wieder verschlossen zu werden, selbst wenn er dann eine andere Farbe angenommen hat (רא״ש).",
+ "War er. Der Priester.",
+ "ihn zu verschliessen oder ihn freizusprechen. Er hat aber den entscheidenden Ausspruch noch nicht getan (VN. 16).",
+ "ist er für entschieden unrein zu erklären. Während der Zeit des Verschlusses dagegen kann er wegen entstandener Unreinheitszeichen nicht für entschieden unrein erklärt werden, sondern er bleibt bis zum Ende der Woche unter Verschluss.",
+ "ist. Auch gleich am Anfang.",
+ "ihn für entschieden unrein zu erklären. Er hat aber den entscheidenden Ausspruch noch nicht getan (VN. 16).",
+ "so ist er am Anfang und am Ende der ersten Woche zu verschliessen. Hatte er ihn dagegen schon für entschieden unrein erklärt und dann sind die Unreinheitszeichen geschwunden, so ist er für rein zu erklären.",
+ "am Ende der zweiten Woche und nach der Freisprechung. Wenn er am Ende der ersten Woche freigesprochen war, weil die Unreinheitszeichen geschwunden waren, dann aber wieder Unreinheitszeichen entstanden und, während er noch im Begriff war, ihn für entschieden unrein zu erklären, wieder geschwunden sind, so ist er freizusprechen, weil über einen נגע, der einmal nach vorangegangenem Verschluss oder nach vorangegangener Unreinerklärung für rein erklärt worden ist, nicht wieder Verschliessung verhängt werden kann (מ״א)."
+ ],
+ [
+ " Sabb. 94b.",
+ "Wer Unreinheitszeichen herausreisst. Sodass der נגע ihretwegen nicht mehr für unrein erklärt werden kann, wenn er z. B. von zwei weissen Haaren eines herausreisst. Bleibt auch nach dem Herausreissen das Unreinheitszeichen noch bestehen, reiset er z. B. von drei weissen Haaren eines heraus, so übertritt er nach Maim. (הלכות טו״צ, X, 1) auch ein Verbot, erhält aber keine Geisselstrafe.",
+ "oder gesundes Fleisch herausbrennt. So dass es aufhört, als gesundes Fleisch zu gelten, und als Brandgeschwür zu behandeln ist.",
+ "übertritt ein Verbot. Das Verbot beruht auf dem Schriftvers (Deut. 24, 8): השטר בנגע הצרעת und erstreckt sich auf alle Arten von Aussatz, auf jeden Zustand, in dem er sich befindet, sei es bevor der Priester ihn besichtigt hat. sei es während der Verschliessung, sei es nach der Unreinerklärung, und auch auf das Herausschneiden des ganzen Aussatzes.",
+ "unrein. Er verbleibt trotz der Entfernung des Unreinheitszeichens unrein.",
+ "als sie nach Narwad. L. und N. lesen: נדבה, andere Mischnaausgaben: נדווד oder גדווד.",
+ "dass. Wenn es geschehen ist.",
+ "ihnen Beweisgründe vor zubringen. Nach Tosefta hat R. Akiba folgenden Beweis für seine Ansicht vorgebracht: Warum ist er rein, wenn er die Unreinheitszeichen herausgerissen hat, bevor er zum Priester gekommen ist? Weil der Priester sie noch nicht gesehen hatte. So ist er auch rein, wenn er sie während des Verschlusses ausgerissen hat, da auch da der Priester sie noch nicht gesehen hatte. Unter dem Sehen des Priesters ist die Besichtigung durch den Priester zu verstehen, die erst dann als erfolgt gilt, wenn der Priester sein Urteil gesprochen hat",
+ "ob er vor dem Priester steht. Und sie ausreisst, bevor der Priester ihn für unrein erklärt hat.",
+ "er ist rein. D. h. er wird nicht wegen der herausgerissenen Unreinheitszeichen für unrein erklärt, sondern weiter behandelt, als wären keine Unreinheitszeichen dagewesen.",
+ "bis dass ihn der Priester. Schon vor dem Herausreissen.",
+ "Von wann an wird er wieder rein. Wenn er die Unreinheitszeichen nach der Unreinerklärung durch den Priester herausgerissen hat.",
+ "Wenn an ihm ein anderer Aussatzschaden entstanden und er von diesem rein geworden ist. Aussatz gilt als eine Strafe für üble Nachrede; wenn er von dem zweiten Aussatz, der ihn befallen hat, geheilt worden ist, ist anzunehmen, dass er auch von dem ersten, auch wenn er die Unreinheitszeichen nicht herausgerissen hätte, wieder befreit worden wäre. Eine andere Begründung: die Unreinerklärung ist nur eine Strafe für sein unbefugtes Handeln, ist er von einem neuen Aussatz befallen worden, so ist er dadurch schon für sein Vergehen bestraft, schwindet dieser Aussatz wieder, so ist er deshalb für rein zu erklären (מ״א).",
+ "Erst wenn er. Der neue Aussatz, so nach ר״ש und Bart., weil dadurch der Betreffende rein geworden wäre, auch wenn er die Unreinheitszeichen nicht ausgerissen hätte. Auf den alten Aussatz kann sich das עד שתפרח בכולו nicht beziehen, da dieser nach Toragesetz rein ist, auch wenn die Unreinheitszeichen gegen die Vorschrift herausgerissen worden sind, und es als Grundsatz gilt, dass nur ein unreiner נגע durch Ausbreitung über den ganzen Körper rein wird (s. weiter VIII, 1). Der רא״ש bezieht es trotzdem übereinstimmend mit dem nachfolgenden עד שתתמעט בהרתו auf den alten Aussatz, indem er meint, dass in diesem Falle der Aussatz durch Ausbreitung über den ganzen Körper rein wird, weil er doch nach Toragesetz schon vorher eigentlich für rein zu erklären gewesen wäre.",
+ "am ganzen Körper ausgebrochen oder der Fleck. Der ursprüngliche, aus dem er die Unreinheitszeichen entfernt hat.",
+ "kleiner als eine Bohnengraupe geworden ist. Auch R. Elieser stimmt zu, dass er dadurch rein wird (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ " Bechor. 34a.",
+ "Wer einen Fleck. Entsprechend dem in der vorhergehenden Mischna besprochenen Fall einen für unrein erklärten Fleck.",
+ "und er ist herausgeschnitten worden. Ohne dass er die Absicht hatte, ihn herauszuschneiden.",
+ "ist rein. Weil es in der Schrift (Lev. 13,46) heisst: כל ימי אשר הנגע בו יטמא nur so lange der Aussatzschaden an ihm ist, ist er unrein.",
+ "wenn ein anderer Aussatzschaden an ihm entsteht und er von diesem rein wird. S. Note 51.",
+ "Erst wenn er. Der neue Aussatz.",
+ "am ganzen Körper ausgebrochen ist. Der Talmud (Bechor. 34b) hat auch hier den Zusatz: או עד שתמעט בהרתו מכגרים, siehe die Erklärung dazu dort in רש״י.",
+ "Ist er oben auf der Vorhaut. Nach der Ansicht des ראב״ד (הלכות טו״צ, III,8) ist ebenso wie gesundes Fleisch auch ein Fleck auf der Spitze des männlichen Gliedes nicht unrein (s. oben VI, 7). Trotzdem dürfte ein solcher Fleck auch nach seiner Ansicht eigentlich nicht abgeschnitten werden, denn das Verbot des Herausschneidens eines Aussatzes bezieht sich auch auf reine Aussatzschäden (s. Talm. Sabb. 132b). Auch braucht es sich nicht um einen Fleck zu handeln, der auf der Vorhaut entstanden ist, sondern auf einer anderen Stelle, und der sich dann über die Vorhaut ausgebreitet hat und als Ausbreitung eines נגע unrein ist (יר״ב).",
+ "darf die Beschneidung vorgenommen werden. Das Gebot der Beschneidung verdrängt, wann immer sie vorgenommen wird, das Verbot des Ausschneidens des Aussatzes."
+ ]
+ ],
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+ "Ist [ein Aussatzschaden] aus dem Zustande der Unreinheit. Nachdem der Priester ihn verschlossen oder für entschieden unrein erklärt hatte.",
+ "ist er rein. Lev. 13,13.",
+ "ist er auch nur] an Gliederspitzen. Auf denen gesundes Fleisch nicht als Unreinheitszeichen gilt, s. oben VI, 7.",
+ "ist er unrein. Weil es in der Schrift (Lev. 13,14) heisst: חי יטמא וביום הראות בו בשר „an dem Tage, wo auf ihm“ — auch nur auf den Gliederspitzen — „gesundes Fleisch gesehen wird, ist er unrein“. Die Stelle, auf der das gesunde Fleisch wieder sichtbar ist, muss aber mindestens so gross wie eine Linse sein (Maim.).",
+ "bis der Fleck wieder kleiner wird als eine Bohnengraupe. Dann erst ist er wieder rein, auch wenn das Unreinheitszeichen, das ihn unrein gemacht hat, noch vorhanden ist; ist dieses geschwunden, ist er selbstverständlich rein, auch wenn er noch grösser als eine Bohnengraupe ist.",
+ "Aus dem Zustande der Reinheit. Nicht wenn vorher überhaupt kein נגע da war, denn wer von vorneherein mit einem Aussatz über den ganzen Körper vor den Priester kommt, ist nach Mischna 7 dieses Abschnitts zu verschliessen, sondern gemeint ist: wenn jemand wegen eines נגע für unrein erklärt war, dann nach Verschwinden des Unreinheitszeichens für rein erklärt worden ist, oder wenn der נגע nach zweimaligem Verschliessen sich nicht verändert hat und deshalb für rein erklärt worden ist (so nach Maim., s. dagegen ר״ש), oder ein נגע auf einer Stelle war, auf der kein נגע unrein ist, und er sich dann über den ganzen Körper ausgebreitet hat.",
+ "ist er unrein. Weil die Schriftstelle, nach der der Aussatz durch Ausbreitung über den ganzen Körper rein wird, nur von einem bereits für unrein erklärten Aussatz spricht, ein reiner dagegen wird dadurch wie durch jede Ausbreitung unrein.",
+ "ist er unrein. Das will sagen, in diesem Falle ändert der Rückgang von den Gliederspitzen den Zustand nicht wie in dem ersten Falle, wo dadurch der reine נגע wieder unrein wird.",
+ "wie er gewesen. Bevor er angefangen hat, sich über den ganzen Körper auszubreiten."
+ ],
+ [
+ "auf dem gesundes Fleisch von der Grösse einer Linse ist. Und der deshalb vom Priester für unrein erklärt worden ist.",
+ "und nachher. Bevor der Priester nach der Ausbreitung sein Urteil über ihn ausgesprochen hat.",
+ "ist das gesunde Fleisch geschwunden. Obgleich der נגע sich zunächst nicht über die ganze Haut ausgebreitet, sondern erst nachträglich auch das gesunde Fleisch überzogen hat, hat der Priester ihn für rein zu erklären.",
+ "oder von dem. Zuerst.",
+ "und nachher. Bevor der Priester nach der Veränderung sein Urteil ausgesprochen hat. Hätte er sein Urteil ausgesprochen, so hätte er den נגע für rein erklären müssen, da das Unreinheitszeichen geschwunden war und eine Ausbreitung des נגע nach innen nicht als Ausbreitung gilt. Wenn danach der נגע sich dann über die ganze Haut ausgebreitet hat, so müsste er für unrein erklärt werden nach dem oben angegebenen Grundsatz: הפורח מן הטהור טמא.",
+ "ist rein. Das Schwinden des gesunden Fleisches auf dem נגע gilt schon als der Anfang seiner Ausbreitung über die ganze Haut, er hat sich danach aus dem Zustande der Unreinheit über die ganze Haut ausgebreitet und ist deshalb rein.",
+ "ist er unrein. Lev. 13,14.",
+ "Josua unrein. R. Josua ist der Ansicht, die Schrift spreche allerdings nur von gesundem Fleisch, meine aber damit, wenn überhaupt ein Unreinheitszeichen darauf entsteht, deshalb habe weisses Haar dieselbe Wirkung wie gesundes Fleisch.",
+ "nach Ansicht der Weisen rein. Weil die Schrift nur von gesundem Fleisch spricht."
+ ],
+ [
+ "auf dem weisses Haar ist. Der deshalb vom Priester für unrein erklärt worden ist.",
+ "selbst wenn das weisse Haar auf seiner Stelle geblieben ist. Durch Ausbreitung über die ganze Haut wird ein unreiner נגע rein, selbst wenn die Unreinheitszeichen nicht geschwunden sind, nur wenn gesundes Fleisch sich darauf zeigt oder darauf geblieben ist, ist er nach der Schrift (Lev. 13, 15) unrein. Auch R. Josua erklärt den נגע nur für unrein, wenn nach der Ausbreitung über die ganze Haut weisses Haar darauf entstanden ist, aber nicht, wenn das bereits vorhandene weisse Haar darauf geblieben ist (Maim.).",
+ "der sich ausgebreitet hat. Der deshalb vom Priester für unrein erklärt worden ist.",
+ "Wenn er bei diesen allen. Wo der נגע durch die Ausbreitung über die ganze Haut rein geworden ist, nachdem er vorher wegen gesunden Fleisches oder wegen weissen Haares oder wegen Ausbreitung für unrein erklärt worden war.",
+ "ist er rein. Ein allgemeiner Schlusssatz zu dem Vorhergehenden: nur wenn die Ausbreitung über die ganze Haut stattgefunden hat, ist der נגע rein, wenn nur über einen Teil, dagegen unrein."
+ ],
+ [
+ "wo durch das Ausbrechen über die Gliederspitzen der unreine [Fleck] rein geworden ist. Wenn erst durch die Ausbreitung über die Gliederspitzen der vorher unreine נגע rein geworden ist, wenn z. B. nach der Verschliessung sich findet, dass er über den ganzen Körper sich ausgebreitet hat, die Gliederspitzen aber frei geblieben sind, und er deshalb für unrein erklärt worden ist, und er dann auch über die Gliederspitzen sich ausgedehnt hat und danach für rein erklärt worden ist.",
+ "wird er durch das Zurückgehen wieder unrein. Ist dagegen der נגע von vorneherein über die ganze Haut und über die Gliederspitzen ausgebreitet gewesen und deshalb nach zweimaligem Verschluss für rein erklärt worden, und dann ist er von den Gliederspitzen zurückgegangen, wird er dadurch nicht unrein, weil da die Reinerklärung nicht von der Ausbreitung über die Gliederspitzen abgehängt hat, denn gleichviel ob diese nach der ersten Woche bedeckt geblieben oder bloßgelegt worden wären, hätte der נגע zum zweiten Male verschlossen werden müssen, und gleichviel ob sie am Ende der zweiten Woche noch bedeckt oder bloßgelegt waren, musste er für rein erklärt werden (א״ר und יו״ב)",
+ "wo durch das Zurückgehen von den Gliederspitzen der reine unrein geworden ist. Wie angegeben, wenn erst durch die Ausbreitung über die Gliederspitzen der vorher unreine נגע rein geworden war.",
+ "selbsthundertmal. Die Bestimmung der Schrift, dass durch die Bloßlegung der נגע unrein wird (וביום הראות בו בשר חי יטמא) und durch die Wiederbedeckung (כי ישוב הבשר החי ונהפך ללבן) wieder rein wird, gilt nicht nur für ein Mal, sondern auch, wenn es sich noch so oft wiederholt."
+ ],
+ [
+ "stört beim Ausbrechen [über die ganze Haut. Es gilt nicht als ein Ausbrechen über die ganze Haut, wenn eine solche Stelle von ihm frei geblieben ist.",
+ "was durch einen Aussatzfleck nicht unrein werden kann. Das sind die nachher genannten Stellen. Die Gliederspitzen sind darunter nicht aufgeführt, weil auf ihnen nach VI, 7 gesundes Fleisch allerdings nicht unrein macht, wohl aber ein Aussatzfleck, so nach Ansicht des Maim. Aber selbst nach Ansicht des ראביד, nach der auch ein auf ihnen entstandener Aussatzfleck nie unrein werden kann, können sie dennoch das Unreinwerden eines Aussatzfleckes verursachen, wenn nämlich ein auf der übrigen Haut befindlicher Fleck sich auf sie ausbreitet.",
+ "Ist er. Nachdem er unter Verschluss gewesen oder für unrein erklärt war.",
+ "während sie noch widerstrebten. S. VII, 1.",
+ "und dann. Nachdem er deshalb für rein erklärt war.",
+ "der Hitzewunde eine Vernarbung geworden. So dass jetzt ein Aussatzfleck auf ihnen unrein werden kann.",
+ "ist er rein. Weil sie beim Ausbrechen über die ganze Haut das Reinwerden nicht gestört haben, stören sie auch jetzt die Reinheit nicht.",
+ "Ist er über die ganze Haut ausgebrochen bis auf eine halbe Linsengrösse. Gesundes Fleisch, das nach dem Ausbrechen des נגע über die ganze Haut sich zeigt, macht nur dann unrein, wenn es die Grösse einer Linse hat, beim Ausbrechen aber stört es, auch wenn es kleiner als eine Linse ist. Nach Maim. (הלכות טו״צ VII, 6) stört es, wenn es kleiner als eine Linse dicht an dem behaarten Kopf usw. sich befindet, auch bei dem Ausbrechen über die ganze Haut nicht, er hatte in unserer Mischna jedenfalls eine andere Lesart vor sich (s. כסף משנה z. St.).",
+ "an einer Entzündung oder einem Brandgeschwür oder einer Hitzewunde. Und ist er also wegen der halben Linsengrösse unrein geblieben.",
+ "ist er unrein. Weil er auch vorher, als diese Stellen noch nicht gestört hatten wegen der halben Linsengrösse, über die er sich nicht ausgebreitet hatte, unrein war.",
+ "selbst wenn an der Stelle des gesunden Fleisches. Der halben Linsengrösse, über die er sich zunächst nicht ausgebreitet hatte.",
+ "ein Fleck entstanden ist. So dass jetzt nur noch die Stellen am Kopf usw., die anfänglich nicht gestört hatten, stören.",
+ "bis er über die ganze Haut ausgebrochen ist. Sowohl über den Kopf usw. als auch über die anfänglich frei gebliebene halbe Linsengrösse."
+ ],
+ [
+ "[der Aussatz. Selbst wenn die Ausbreitung von dem reinen Fleck ihren Ausgang genommen hat, so dass man annehmen könnte, dass er trotz der Ausbreitung über die ganze Haut unrein wäre nach dem Grundsatz הפורח מן הטהור טמא.",
+ "ist er rein. Weil der Aussätzige doch wegen des unreinen Flecks unrein war und demnach die Ausbreitung über die ganze Haut aus dem Zustande der Unreinheit erfolgt ist (Maim.).",
+ "an den beiden Augenlidern. Wenn beim Ausbrechen über die ganze Haut der Aussatz über Ober- und Unterlippe, über neben einander liegende Finger, über Unter- und Oberlid des Auges sich ausgebreitet hat, aber nicht über die zwischen ihnen liegenden Stellen der Haut.",
+ "ist er rein. Die zwischen ihnen liegenden Stellen der Haut stören nicht, sondern es gilt als ein Ausbrechen des Aussatzes über den ganzen Körper (so nach Maim., anders nach ריש und Bart.). Eine den Zusammenhang mit den Vorhergehenden und das אן על שי der Mischna mehr rechtfertigende Erklärung gibt מ״א: Ist von zwei Flecken, von denen der eine auf der Ober- und der andere auf der Unterlippe war, der eine durch Rückgang der Ausbreitung rein geworden, so sind nicht etwa die beiden Flecken als einer zu betrachten und deshalb auch der zweite Fleck rein, so dass dann beim Ausbrechen über den ganzen Körper der Betreffende unrein ist, selbst wenn beim Zusammenschliessen die beiden Flecken nur wie einer aus- sehen, sondern er wird durch das Ausbrechen des Aussatzes über den ganzen Körper rein.",
+ "aber nicht über einen Bohak. S. VI Note 39.",
+ "ist er unrein. Wenn ein verschlossener נגע sich über die ganze Haut bis auf einen בוהק ausgebreitet hat, ist er unrein wegen Ausbreitung, wenn ein für unrein Erklärter נגע, bleibt er unrein, weil er nicht über die ganze Haut sich ausgebreitet hat.",
+ "Ist er an Gliederspitzen wieder zurückgegangen. Nachdem er für rein erklärt war, weil er sich über die ganze Haut ausgebreitet hatte.",
+ "ist er rein. Weil nach der Schrift nur das Auftreten von בשר הי den durch Ausbreitung über die ganze Haut rein gewordenen wieder unrein macht, ein בוהק aber nicht dem בשר חי gleichzustellen ist. Auch wenn ein בוהק an irgend einer anderen Stelle der Haut auftritt, wird dadurch der durch Ausbreitung über die ganze Haut rein gewordene nicht unrein. Man hätte nur annehmen können, dass trotzdem vielleicht ein an den Gliederspitzen auftretender בוהק doch unrein machen könnte und zwar aus folgendem Grunde: es kann hier nur ein נגע gemeint sein, der zunächst wegen Freibleibens der Gliederspitzen für unrein erklärt war, der dann durch Ausbreitung über die Gliederspitzen rein geworden ist und der dann von den Gliederspitzen wieder zurückgegangen ist, denn wäre er nicht vorher durch Freibleiben der Gliederspitzen für unrein erklärt worden, kann das nachherige Zurückgehen von den Gliederspitzen ihn überhaupt nicht unrein machen (s. oben Note 24); da demnach der נגע wegen Freibleibens der Gliederspitzen vorher für unrein erklärt war, hätte man annehmen können, dass deshalb, auch wenn auf ihnen sich jetzt nur ein בוהק gezeigt hat, der נגע wieder unrein wird, deshalb erklärt die Mischna, dass selbst ein auf den Gliederspitzen auftretender בוחק nicht unrein macht (יו״ב).",
+ "Ist er an Gliederspitzen um weniger als eine Linsengrösse zurückgegangen. Es hat sich darauf gesundes Fleisch, aber nicht in der Grösse einer Linse, gezeigt (s. dagegen תוי״ט).",
+ "ist er nach R. Meïr unrein. R. Meïr ist der Ansicht, dass gesundes Fleisch ebenso wie beim Aasbrechen so auch beim Zurückgehen stört, auch wenn es weniger gross als eine Linse ist.",
+ "Ein Bohak [wie. Die meisten Erklärer lesen oder erklären im Sinne von: בוהק ופחות מכעדשה.",
+ "aber kein Unreinheitszeichen am Ende. Im Gegensatz zu R. Meïr, der einen בוהק beim Zurückgehen nicht für ein Unreinheitszeichen erklärt, wohl aber gesundes Fleisch, wenn es weniger gross als eine Linse ist. Nach Maim. ist gesundes Fleisch weniger gross als eine Linse auch am Anfang kein Unreinheitszeichen (s. oben Note 34), er erklärt בוהק פחות מכעדשה: eine freigewordene Stelle von der Grösse einer Linse, von der nur ein Teil בוהק ist."
+ ],
+ [
+ "ist weisses Haar. Ebenso wenn sich gesundes Fleisch darauf gezeigt hat.",
+ "darauf entstanden. Am Ende der ersten oder der zweiten Woche.",
+ "Sind. Nach der Unreinerklärung.",
+ "geheiltes Fleisch eines Brandgeschwürs oder ein Bohak von einander gesondert. S. oben I Noten 57—63. Durch eine jede dieser Veränderungen hat das weisse Haar aufgehört, ein Unreinheitszeichen zu sein und ist deshalb der נגע rein geworden.",
+ "ist [dann] auf ihm gesundes Fleisch oder weisses Haar. Obgleich nach der Reinerklärung wegen Ausbreitung über die ganze Haut nur gesundes Fleisch unrein macht, nicht aber weisses Haar (s. oben Note 18), ist hier auch das weisse Haar ein Unreinheitszeichen, weil es nicht nach der Reinerklärung wegen Ausbreitung über die ganze Haut aufgetreten ist, sondern nach Reinerklärung wegen Verschwindens der vorher vorhanden gewesenen Unreinheitszeichen.",
+ "ist er rein. Auch wenn die Veränderung, durch die das weisse Haar aufgehört hat, ein Unreinheitszeichen zu sein, am Ende der ersten Woche geschehen ist, ist er für rein zu erklären und braucht nicht noch eine zweite Woche verschlossen zu werden (יו״ב).",
+ "Wenn in allen diesen Fällen. Sei es, dass auf dem von vorneherein über die ganze Haut ausgebreiteten נגע ein Unreinheitszeichen entstanden ist, sei es nicht, sei es, dass es entstanden aber durch eine der genannten Veränderungen aufgehört hat, ein Unreinheitszeichen zu sein.",
+ "wie er gewesen ist. Weil nach Mischna 4 (s. dort Note 23) das Zurückgehen von den Gliederspitzen nur dann unrein macht, wenn durch die Ausbreitung über sie der vorher unrein gewesene rein geworden ist, hier dagegen sich der נגע von vorneherein über die ganze Haut erstreckt hatte und deshalb das Zurückgehen von den Gliederspitzen gar keinen Einfluss ausübt (א״ר). Nach Maim. bedeutet הרי אלו כסות שהיו: sie werden wieder, wie sie vorher waren, d. h. bevor sich der נגע über die ganze Haut ausgebreitet hatte (s. dagegen תא״ש).",
+ "Ist er [dann. Nachdem er von den Gliederspitzen zurückgegangen war.",
+ "an ihnen zum Teil. Über einen Teil einer Gliederspitze, nicht über die ganze.",
+ "ist er unrein. Wegen Ausbreitung (s. oben Note 28).",
+ "ist er dann. Nachdem er durch die Ausbreitung über einen Teil der Gliederspitze wieder für unrein erklärt worden ist.",
+ "ist er rein. Nach dem Grundsatz, dass ein Ausbrechen über die ganze Haut aus dem Zustande der Unreinheit rein macht. Ist er dagegen bald nach dem Zurückgehen von den Gliederspitzen wieder über sie im ganzen ausgebrochen, siehe die folgende Mischna."
+ ],
+ [
+ "ist er unrein. Die Erklärer fassen diesen Satz als Fortsetzung des Schlusses der vorhergehenden Mischna auf: Beim Freiwerden der Gliederspitzen bleibt der נגע, wie er vorher war, war er vorher rein, wenn z. B. kein Unreinheitszeichen darauf entstanden ist oder durch eine der erwähnten Veränderungen das Unreinheitszeichen aufgehört hat, ein solches zu sein, so ist er auch nach dem Freiwerden der Gliederspitzen rein geblieben, und wenn diese jetzt wieder ganz von dem נגע bedeckt werden, ist das ein Ausbrechen über die ganze Haut aus dem Zustande der Reinheit, deshalb ist er unrein.",
+ "aus dem Zustande der Unreinheit. Wenn ein Unreinheitszeichen auf ihm entstanden und er deshalb für unrein erklärt worden war, dann die Gliederspitzen frei geworden sind, und diese jetzt wieder ganz bedeckt werden, so ist das ein Ausbrechen über die ganze Haut aus dem Zustande der Unreinheit, deshalb ist er rein.",
+ "Der. Megilla I,7.",
+ "aus der Verschliessung rein Hervorgegangene ist frei. Während der Verschliessung.",
+ "vom Wildwachsenlassen der Haare und dem Einreissen der Kleider. Lev. 13,45.",
+ "braucht sich. Nach der Entlassung aus dem Verschluss.",
+ "nicht scheren zu lassen. Lev. 14,8. 9.",
+ "und kein Vogelpaar zu bringen. Lev. 14,4.",
+ "beide verunreinigen durch Hineinkommen. In einen allseitig abgegrenzten Raum z. B. in ein Haus, s. V K 24."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand vollständig weiss mit einer Linsengrösse von gesundem Fleisch [vor den Priester] kommt. Und demgemäss für unrein erklärt worden ist.",
+ "dann ist [der Aussatz] über die ganze Haut ausgebrochen. Er hat auch über das gesunde Fleisch sich ausgehreitet, so dass jetzt der Aussatz rein geworden ist.",
+ "wie wenn die Gliederspitzen bei einem grossen. Einen grossen Fleck nennt man einen Fleck, der über die ganze Haut ausgebrochen ist, einen kleinen, der nur eine Stelle der Haut bedeckt.",
+ "Fleck wieder frei geworden sind. Da der נגע von vorneherein über die ganze Haut bis auf die Linsengrösse gesunden Fleisches ausgebrochen und nach Verschwinden des gesunden Fleisches für rein erklärt worden war, macht das Freiwerden der Gliederspitzen ihn nicht unrein, da er nicht erst durch das Ausbrechen über die Gliederspitzen aus dem unreinen Zustande rein geworden ist (s. oben Note 24).",
+ "wie wenn sie bei einem kleinen Fleck wieder frei geworden sind. Er ist der Ansicht, dass der נגע nicht als ein von vorneherein über die ganze Haut ausgebrochener gelten kann, da ja eine Linsengrösse noch frei von ihm war, erst durch die Ausbreitung auch über diese Stelle ist er rein geworden, es ist demnach ein נגע, der erst durch Ausbrechen über die ganze Haut rein geworden ist und der durch das Freiwerden von Gliederspitzen wieder unrein wird, so nach א״ר. Dagegen wäre einzuwenden, dass immerhin der נגע doch nicht erst durch die Ausbreitung über die Gliederspitzen rein geworden ist, sondern diese schon vorher von ihm bedeckt waren. Deshalb meint יו״ב, dass auch nach Ansicht des R. Eleasar der נגע durch das Freiwerden von Gliederspitzen nicht unrein wird, im Gegensatz zu R. Ismael ist er nur der Ansicht, dass nach dem Freiwerden von Gliederspitzen der נגע nicht als ein über die ganze Haut ausgebrochener gilt und deshalb, wenn weisses Haar auf ihm entsteht, er wieder unrein wird, während R. Ismael der Ansicht ist, er gilt als ein über die ganze Haut ausgebrochener נגע, der rein bleibt, selbst wenn nachher weisses Haar darauf entsteht (s. VIII, 2). Hiervon abweichende Erklärungen s. רא״ש ,ר״ש, Bart. u. תוי״ט."
+ ],
+ [
+ "Wer für entschieden unrein erklärt war. Weil ein Unreinheitszeichen auf dem נגע war.",
+ "ihn von dem Priester besichtigen. Und nach dem jetzigen Befund über ihn entscheiden.",
+ "der ist rein. Da der Priester ihn noch nicht wegen des Schwindens der Unreinheitszeichen für rein erklärt hatte, war er noch unrein, und ist er demnach aus dem Zustande der Unreinheit über die ganze Haut ausgebrochen und deshalb rein.",
+ "unrein wäre. Da er dann für rein erklärt worden wäre und ein Ausbrechen über die ganze Haut aus dem Zustande der Reinheit unrein macht.",
+ "der ist unrein. D. h. er muss verschlossen werden.",
+ "hätte er ihn von dem Priester besichtigen lassen. Bevor er über die ganze Haut ausgebrochen war, und wäre er deshalb vom Priester verschlossen worden.",
+ "rein wäre. Er wäre, nachdem er sich über die ganze Haut ausgebreitet hat, für rein erklärt worden und hätte nicht mehr verschlossen zu werden brauchen, er hätte also jetzt durch die vorher geschehene Besichtigung einen Vorteil."
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+ ],
+ [
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+ "Die Entzündung. Oben III,4.",
+ "und das Brandgeschwür werden unrein innerhalb einer Woche. Wenn auf ihnen ein Aussatzfleck entsteht ohne weiteres Unreinheitszeichen, werden sie nur für eine Woche verschlossen. Ist am Ende der Woche ein Unreinheitszeichen auf ihnen entstanden, werden sie für unrein erklärt, wenn nicht, erfolgt ihre Freisprechung.",
+ "durch weisses Haar. Gleich am Anfang oder am Ende der Woche oder auch nach erfolgter Freisprechung.",
+ "oder durch Ausbreitung. Am Ende der Woche oder auch nach erfolgter Freisprechung.",
+ "Was ist eine Entzündung. Unter שהין ist zunächst eine aus innen heraus entstandene Entzündung der Haut zu verstehen. Was fällt ausserdem unter diesen Begriff?",
+ "Ist sie. Die Haut.",
+ "durch ein Holz oder einen Stein beschädigt. Und infolge des Stosses hat sich die Haut entzündet.",
+ "durch Öltrester. Überreste von ausgepressten Oliven, in denen sich durch die Zusammenpressung Wärme entwickelt (s. Bab. Bat. II, 1).",
+ "oder durch Tiberias-Wasser. Aus den dortigen warmen Quellen.",
+ "Was ist ein Brandgeschwür. מכוח wird in der Schrift selbst genauer als מכות אש bezeichnet, ein durch Feuer entstandenes Brandmal. Was fällt ausserdem unter diesen Begriff?",
+ "Ist sie an Kohle. An durch Feuer erhitzter Kohle.",
+ "was durch Feuer entstanden ist. Durch irgendwelche Dinge, die durch Feuer erhitzt worden sind."
+ ],
+ [
+ "Entzündung und Brandgeschwür werden nicht mit einander zusammengerechnet. Wenn sie beide neben einander liegen, gilt nur dasjenige für einen נגע, das für sich allein so gross wie eine Bohnengraupe ist.",
+ "die Ausbreitung von einem zum anderen oder von ihnen zur Haut des Fleisches oder von der Haut des Fleisches. Von einem נגע auf der übrigen Haut.",
+ "zu ihnen gilt nicht als Ausbreitung. Als Ausbreitung gilt nur, wenn sich der auf dem Brandgeschwür entstandene Fleck über den übrigen Teil des Brandgeschwürs ausgebreitet bat.",
+ "So lange sie noch [der Heilung] widerstreben. D. h. so lange die Wunde noch offen ist.",
+ "sind sie rein. Auch wenn ein Aussatzfleck auf ihnen entsteht, denn die Schrift spricht nur von einem שהין ונרפא (Lev. 13, 18), einer in der Heilung begriffenen Entzündung, und einer מחית המכוה (Lev. 13,24), einem gesundenden Brandgeschwür.",
+ "von der in der Tora gesprochen wird. Von der es in der Schrift (Lev. 13, 23) heisst, dass sie auf eine Woche zu verschliessen und, wenn kein Unreinheitszeichen darauf entstanden ist für rein zu erklären ist.",
+ "Sind sie wieder geheilt. Vollständig zugeheilt.",
+ "selbst wenn an ihrer Stelle noch eine Narbe. צלק = spalten, davon צלקת eine Spalte, Vertiefung."
+ ],
+ [
+ "] wenn jemandem an der Innenfläche der Hand ein Fleck von der Grösse eines Sela entstanden ist und die Stelle. Auf der der einen Sela grosse Fleck entstanden ist.",
+ "ist eine Entzündungs-Vernarbung. Der Fleck bedeckt die ganze Entzündungs-Vernarbung.",
+ "ist die Stelle nicht geeignet. Da auf der Innenfläche der Hand kein Haar wächst.",
+ "eine Ausbreitung gibt es bei ihm nicht. Da der Fleck sich nur über eine Stelle ausserhalb der Entzündung ausbreiten kann und dieses nach Mischna 2 nicht als Ausbreitung gilt.",
+ "und gesundes Fleisch macht ihn nicht unrein. Da gesundes Fleisch bei Entzündung und Brandgeschwür nicht als Unreinheitszeichen gilt. Das Verschliessen hat doch nur den Zweck, zu sehen, ob am Ende der Woche ein Unreinheitszeichen auf dem נגע entstanden ist, während hier ein solches doch gar nicht entstehen kann.",
+ "Vielleicht geht er zurück. Nachdem er am Ende der Woche für rein erklärt war, wird der Fleck kleiner, so dass er nicht mehr die ganze Entzündung bedeckt.",
+ "und breitet sich dann wieder aus. So dass er jetzt sofort für unrein erklärt werden muss. Würde er dagegen nicht verschlossen worden sein, als der Fleck noch die ganze Entzündung bedeckte, weil er sich ja nicht ausbreiten konnte, und man hätte ihn erst verschlossen, als er kleiner geworden war, würde er, wenn er sich dann wieder ausbreitet, doch erst am Ende der Woche für unrein erklärt werden können, es kann demnach das Verschliessen des Fleckes, als er noch so gross wie die Entzündung war, doch eine sonst nicht eintretende Folge haben (so nach יו״ב; anders Maim. und Bart.).",
+ "“. Da sagten sie zu ihm: „Bleibt nicht aber [die Frage, wenn] die Stelle nur 80 gross wie eine Bohnengraupe ist. Wie ist es da? Da kannst du doch nicht sagen: der Fleck könnte nach dem Verschluss zurückgehen und sich dann wieder ausbreiten und müsste dann wegen Ausbreitung für unrein erklärt werden, denn nachdem er nach dem Verschluss kleiner als eine Bohnengraupe geworden ist, hat er aufgehört, ein נגע zu sein, wird er dann wieder grösser, kann er nicht wegen Ausbreitung für unrein erklärt werden, sondern muss er wie ein neuer נגע verschlossen werden.",
+ "Darüber. Über den Grund, warum auch in diesem Falle der נגע trotzdem zu verschliessen ist, ist mir nichts überliefert, wohl aber ist mir überliefert, dass er auch in diesem Falle zu verschliessen ist.",
+ "um die Worte der Weisen zu bestätigen. Wenn durch diese Erklärung meine Überlieferung als richtig und begründet bestätigt wird.",
+ "Vielleicht entsteht an ihm eine andere Entzündung ausserhalb der ersten. Auf der Innenfläche der Hand.",
+ "und er. Der auf der ersten Entzündung befindliche Fleck.",
+ "breitet sich in diese hinein aus. So dass der נגע wegen Ausbreitung unrein wird, da eine Ausbreitung von einer Entzündung auf eine andere als Ausbreitung gilt."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Die Haaraussatze. Vgl. VN 8 und oben III, 5.",
+ "werden unrein innerhalb zweier Wochen. Wenn kein Unreinheitszeichen auf ihnen ist, werden sie wie ein נגע auf der Haut zweimal verschlossen, und wenn ein Unreinheitszeichen auf ihnen entsteht, am Ende der ersten oder zweiten Woche unrein. Vgl. VN 21.",
+ "durch dünnes goldgelbes Haar. Mindestens zwei Haare.",
+ "wenn es krankhaft. לקוי = geschlagen, geschwächt.",
+ "kurz. Durch seine Kürze vom übrigen Haar abstechend. Der Ausdruck דק = schwach, den die Schrift gebraucht, bezieht sich nicht auf die Dicke, sondern auf die Länge.",
+ "selbst wenn es lang. Der Ausdruck דק bezieht sich nur auf die Dicke.",
+ "oder. Eine andere Lesart hat statt ״ולא״ או, fragend; und nicht ebensowohl auffallend dünn und lang?",
+ "[ebensowohl] auffallend dünn und lang. Ob sie kurz oder lang sind, man meint nur, dass sie auffallend dünn sind.",
+ "und nicht auffallend dünn und lang. Beim Haar ist eben der Sprachgebrauch ein anderer als beim Stock oder Bohr."
+ ],
+ [
+ "Dünnes goldgelbes Haar macht unrein beisammenstehend und zerstreut. Wenn sie auf zwei ganz auseinanderliegenden Stellen des Aussatzes stehen.",
+ "eingeschlossen. Von dem Aussatz rings umgeben.",
+ "und nicht eingeschlossen. Ganz am Rande des Aussatzes stehend.",
+ "umgewandelt und nicht umgewandelt. Gleichviel ob zuerst der Aussatz da war und dann das goldgelbe Haar darauf entstanden ist oder umgekehrt.",
+ "dessen Wirkung durch anderes Haar nicht aufgehoben wird. Wenn ausser den zwei weissen Haaren auch schwarzes Haar auf dem נגע ist, wird dadurch die Wirkung des weissen Haares nicht aufgehoben.",
+ "dessen Wirkung durch anderes Haar aufgehoben wird. Lev. 13, 31. 37.",
+ "wo es nötig war zu sagen. Wo die Schrift das nicht umgewandelte ausschliessen wollte.",
+ "bei dem es heisst. Lev. 13,32.",
+ "und es ist kein goldgelbes Haar darauf entstanden. Und es nicht heisst: ולא הפך שער צהוב."
+ ],
+ [
+ "Das nachgewachsene [schwarze Haar] hebt die Wirkung des goldgelben Haares und der Ausbreitung auf. Wenn der Aussatz wegen darauf gewachsenen goldgelben Haares oder wegen Ausbreitung für unrein erklärt worden ist, und es sind zwei schwarze Haare darauf gewachsen, ist der Aussatz rein, weil dieses ein Zeichen für die Heilung des Aussatzes ist (s. Lev. 13,37). Nach Maim. müssen die Haare schwarz sein, nach den anderen Erklärern können sie auch jede andere Farbe haben, wenn sie nur nicht goldgelb sind.",
+ "beisammenstehend und zerstreut. Wenn sie auf zwei ganz auseinanderliegenden Stellen des Aussatzes stehen.",
+ "eingeschlossen. Von dem Aussatz rings umgeben.",
+ "und nicht eingeschlossen. Ganz am Rande des Aussatzes stehend.",
+ "Das zurückgebliebene. Wenn zwei schwarze Haare auf dem Aussatzfleck zurückgeblieben sind.",
+ "[schwarze Haar] hebt die Wirkung des goldgelben Haares und der Ausbreitung auf. Er ist für rein zu erklären, auch wenn goldgelbes Haar darauf ist, und braucht nicht verschlossen zu werden, wenn kein goldgelbes Haar darauf ist, da er weder durch Entstehen von goldgelbem Haar noch durch Ausbreitung unrein werden kann (תא״ש).",
+ "wenn es an der Seite. Am Rande des Aussatzes.",
+ "wenn es nicht von dem stehengebliebenen. Dem mit Haar bedeckten Teile des Kopfes oder Bartes.",
+ "um den Raum von zwei Haaren entfernt. Und demnach von dem Aussatz ringsum eingeschlossen ist,",
+ "ein goldgelbes und ein weisses. Die schon vorher auf der Aussatzstelle waren.",
+ "heben die Wirkung nicht auf. Obgleich (s. folgende Mischna) goldgelbes Haar, das schon vor dem Aussatz da war, nicht als Unreinheitszeichen gilt, gilt es doch selbst zusammen mit einem schwarzen oder weissen Haar auch nicht als Reinheitszeichen, nach Maim. (s. oben Note 18) zusammen mit einem schwarzen Haar nicht, um wieviel weniger zusammen mit einem weissen Haare, das nach seiner Ansicht selbst kein Reinheitszeichen ist."
+ ],
+ [
+ "ist rein. Es macht den Aussatz nicht unrein.",
+ "Jehuda erklärt es für unrein. S. oben Mischna 2.",
+ "hebt aber nicht die Wirkung auf. Es ist, wie der erste Tanna sagt, kein Unreinheitszeichen, sie ist aber auch kein Reinheitszeichen.",
+ "was kein Unreinheitszeichen beim Haaraussatz ist. Sowohl goldgelbes Haar, das vor dem Aussatz da war, wie alles andere nicht dünne goldgelbe Haar."
+ ],
+ [
+ "Wie schert man beim Haaraussatz. Nach Lev. 13,33 ist bei dem vom Haaraussatz Befallenen, wenn am Schluss der ersten Woche kein Unreinheitszeichen sich an ihm gezeigt hat, ein Scheren vorzunehmen, und zwar ist der Körperteil, auf dem der Aussatz ist, zu scheren; die Stelle, auf der der Aussatz ist, kann nicht geschoren werden, da ja der Haaraussatz sich gerade in dem Ausfallen des Haares zeigt (s. V N. 8), der Zusatz der Schrift: ואת הנתק לא יגלח kann sich deshalb nicht auf den Haaraussatz selbst, sondern nur auf seine nächste Umgebung beziehen.",
+ "Man schert aussen um ihn herum und lässt zwei Haare nächst dem Rande. Rund um die Stelle des Aussatzes herum.",
+ "wenn er sich ausbreitet. Da der Haaraussatz durch Ausfallen des Haares sich zu erkennen gibt, würde seine Ausbreitung gar nicht zu erkennen sein, wenn man den ganzen Kopf kahl scheren würde.",
+ "ebenso wenn er sich dann. Nach dem das goldgelbe Haar geschwunden war.",
+ "selbst nach der Freisprechung. Gleichviel wann er wegen des goldgelben Haares für unrein erklärt worden war.",
+ "wie er gewesen. Er bleibt weiter entschieden unrein und braucht nicht erst wegen des wiedererschienenen oder neu erschienenen Unreinheitszeichens von dem Priester für unrein erklärt zu werden.",
+ "ist dann die Ausbreitung geschwunden und dann die Ausbreitung. Nach irgend einer Seite.",
+ "am Ende der ersten Woche. Gleichviel wann er wegen Ausbreitung für unrein erklärt worden war. Hier fehlt das בתחלה, weil eine Ausbreitung gleich am Anfang nicht unrein macht."
+ ],
+ [
+ "Wenn zwei Haaraussätze. Jeder mindestens eine Bohnengraupe gross.",
+ "die durch eine Haarreihe voneinander getrennt sind. Diese Haarreihe gilt nicht wie sonst schwarzes Haar als Reinheitszeichen, weil sie schon vor den beiden Aussätzen da war, und solches Haar nach Mischna 3 nur dann als Reinheitszeichen gilt, wenn es von dem Aussatz ringsum eingeschlossen ist, hier aber das Haar für jeden der beiden Aussätze am Rande steht.",
+ "und es entsteht an einer Stelle. Der Haarreihe.",
+ "eine Lücke. Indem dort die Haare ausfallen.",
+ "ist er. Der Aussätzige.",
+ "unrein. Weil jedenfalls einer der beiden Aussätze sich ausgebreitet hat, so nach יו״ב. Das würde aber dem oben V, 4 Gesagten widersprechen, wonach in Zweifelsfällen, wenn man nicht weiss, welcher von zwei Aussatzschäden selbst an einem und demselben Menschen sich ausgebreitet hat, der Betreffende nicht für unrein erklärt werden kann. Der רא״ש erklärt: der von den beiden Aussätzen ist unrein, der auf der Seite liegt, auf der zuerst das eine der beiden Haare, welche zu der Haarreihe gehörten, ausgefallen ist, weil dieser sich ausgebreitet hat, der andere dagegen muss weiter verschlossen werden.",
+ "ist er rein. Weil dadurch beide Aussätze zu einem geworden sind und nun die Haare zwischen den beiden Lücken von allen Seiten von dem Aussatz eingeschlossen sind und deshalb ein Reinheitszeichen geworden sind.",
+ "Wie gross muss die Lücke sein. Jede der beiden Lücken, die das zwischen ihnen stehen gebliebene Haar einschliessen.",
+ "[selbst] wenn sie so gross wie eine Bohnengraupe ist. Selbst dann werden die beiden Aussätze nicht wie einer betrachtet, so dass sie durch das in der Mitte verbliebene Haar rein werden, sondern nur wenn an zwei Stellen eine Lücke entsteht."
+ ],
+ [
+ "Wenn von zwei Haaraussätzen der eine innerhalb des anderen liegt und sie durch eine Haarreihe voneinander getrennt sind. Innerhalb eines Haaraussatzes befindet sich ein zweiter, der von ihm rings umgeben, aber durch eine Haarreihe ringsum von ihm getrennt ist. Wie nach Miscbna VI, 5 gesundes Fleisch, das einen Fleck ringsum umgibt, der wieder von einem äusseren Fleck rings umgeben ist, zu dem äusseren Fleck gerechnet wird, weil es von diesem rings umgeben ist, und nicht zu dem inneren Fleck, so macht auch hier die zurückgebliebene Haarreihe den äusseren Aussatz rein, nicht aber den inneren, dieser muss vielmehr verschlossen werden.",
+ "und es entsteht. Nachdem er verschlossen worden ist.",
+ "ist er. Der Aussätzige.",
+ "unrein. Weil der innere Aussatz durch die entstandene Lücke sich ausgebreitet hat. Der äussere Aussatz dagegen bleibt rein, da noch immer genug schwarze Haare da sind, die von ihm rings umschlossen werden, aber auch abgesehen davon der äussere Aussatz nicht etwa wegen Ausbreitung für unrein erklärt werden kann, da eine Ausbreitung nach der von ihm eingeschlossenen Innenfläche hin nicht als Ausbreitung gilt (יו״ב).",
+ "ist er rein. Beide Aussätze werden nunmehr als einer betrachtet, der rein ist, weil das zurückgebliebene Haar von ihm ringsum eingeschlossen ist.",
+ "Wie der Raum von zwei Haaren. Beide Lücken müssen auch hier mindestens den Raum von zwei Haaren ausmachen.",
+ "wenn sie so gross wie eine Bohnengraupe ist. Weil dadurch auch schon beide Aussätze zu einem geworden sind. Bei zwei neben einander liegenden Aussätzen ist auch in diesem Falle der Betreffende unrein (siehe die vorhergehende Mischna), weil die zwischen ihnen stehen gebliebene Haarreihe an ihren Enden mit dem übrigen Kopfhaar verbunden ist, die Haare demnach nicht auf allen Seiten von dem Aussatz umschlossen sind, hier dagegen ist die Haarreihe ringsum von dem übrigen Kopfhaar getrennt, deshalb macht sie den Aussatz rein. Ist dagegen die Lücke nicht so gross wie eine Bohnengraupe, wird die ganze Haarreihe noch als zusammenhängender Teil des Kopfhaares betrachtet, an den sich nach innen und nach aussen je ein Aussatz anschliesst, die Haare sind danach nicht vom Aussatz eingeschlossen und gelten deshalb nicht als Reinheitszeichen (ר״ש)"
+ ],
+ [
+ "Ist schwarzes Haar darauf entstanden. Auch wenn es schon vorher darauf war, nur muss es dann ringsum von dem Aussatz eingeschlossen sein, siehe oben Mischna 3.",
+ "ist er rein. Auch wenn das goldgelbe Haar auf dem Aussatz geblieben ist.",
+ "auch wenn das schwarze Haar wieder geschwunden ist. Nachdem der Aussatz wegen des schwarzen Haares für rein erklärt worden ist.",
+ "ist er rein. Auch wenn das goldgelbe Haar darauf geblieben ist, denn es heisst in der Schrift (Lev. 13,37): נרפא הנתק טהור הוא „der Aussatz ist geheilt, er ist rein“, das schwarze Haar ist ein Zeichen, dass der Aussatz geheilt ist, er ist rein, und es bedarf jetzt nicht mehr des schwarzen Haares, sondern er ist rein, auch wenn dieses wieder verschwindet.",
+ "der einmal für rein erklärt worden ist. Weil sich schwarzes Haar auf ihm gezeigt hat.",
+ "wird niemals wieder unrein. Der Aussatz bleibt rein, auch wenn er vorher wegen Ausbreitung für unrein erklärt, durch das Erscheinen von schwarzem Haar rein geworden war und dann das schwarze Haar wieder geschwunden ist, oder nach dem Schwinden des schwarzen Haares wieder goldgelbes Haar sich gezeigt oder der Aussatz sich ausgebreitet hat. Diese Ansicht braucht nicht in Widerspruch zu stehen mit der in Mischna 5, wonach ein Aussatz, der wegen goldgelben Haares für unrein erklärt war, wenn dieses schwindet und dann wiederkommt oder der Aussatz sich ausbreitet, er unrein bleibt, denn dort war durch das Schwinden des goldgelben Haares nur ein Unreinheitszeichen geschwunden, deshalb wird der Aussatz durch Wiedererscheinen eines Unreinheitszeichens wieder unrein, hier dagegen ist durch das schwarze Haar als Reinheitszeichen der Aussatz rein geworden, deshalb bleibt er rein, auch wenn sich wieder ein Unreinheitszeichen darauf zeigt (יו״ב).",
+ "wird niemals wieder unrein. Jeder Aussatz, der einmal trotz goldgelben Haares für rein erklärt worden ist, kann durch goldgelbes Haar niemals wieder unrein werden. So fasst יו״ב diesen Ausspruch des R. Simon, danach schränkt dieser das von R. Simon ben Jehuda Gesagte dahin ein, dass nach Schwinden des schwarzen Haares nur ein Wiederkehren des vorher dagewesenen Unreinheitszeichens nicht unrein macht, nicht aber, wenn der Aussatz vorher wegen Ausbreitung unrein war und nach Schwinden des schwarzen Haares sich goldgelbes Haar gezeigt hat oder umgekehrt. Dagegen geht R. Simon weiter als der erste Tanna, da nach dessen Ansicht nach Schwinden des schwarzen Haares nur das vorher schon dagewesene goldgelbe Haar nicht unrein macht, wohl aber neues goldgelbes Haar, das sich auf dem Aussatz zeigt (anders ר״ש und Bart.). Nach א״ר meint der erste Tanna: durch das schwarze Haar hat das goldgelbe aufgehört, ein Unreinheitszeichen zu sein, auch nach dem Schwinden des schwarzen Haares bleibt deshalb der Aussatz rein, entsteht aber ein neues Unreinheitszeichen, kann dieses nicht durch das goldgelbe Haar aufgehoben werden gemäss der Ansicht des R. Elieser ben Jakob in Mischna 4. R. Simon, der dort die Ansicht vertritt, dass alles, was beim Haaraussatz nicht als Unreinheitszeichen gilt, als Reinheitszeichen anzusehen ist, erklärt demgemäss auch hier, das goldgelbe Haar, nachdem es durch das schwarze Haar ein Reinheitszeichen geworden ist, hebt, so lange es da ist, jedes Unreinheitszeichen, auch ein erst nachher entstehendes, auf, verschwindet es aber, wird der Aussatz durch ein neu entstehendes Unreinheitszeichen unrein. R. Simon ben Jehuda dagegen ist der Ansicht, dass der Aussatz niemals wieder unrein werden kann, auch nicht, wenn das goldgelbe Haar verschwindet und anderes wiederkommt oder der Aussatz sich ausbreitet."
+ ],
+ [
+ "und dann. Nachdem er durch goldgelbes Haar oder Ausbreitung für unrein erklärt, oder selbst nach zweimaligem Verschluss für rein erklärt war, dieses im Gegensatz zum Hautaussatz, der, wenn er aus dem Zustande der Reinheit sich über den ganzen Körper ausbreitet, unrein ist (ר״ש). Dagegen ist auch der Haaraussatz nicht rein, wenn er von vorneherein über den ganzen Kopf ausgebreitet war.",
+ "hat sich der Aussatz über den ganzen Kopf. Oder über den ganzen Bart.",
+ "ausgebreitet. Der Haaraussatz wird נתק genannt von נתק = losreissen, ניתק כל ראשו heisst demnach: der Haarausfall hat sich über den ganzen Kopf ausgebreitet.",
+ "Der Kopf und der Bart stören sich gegenseitig nicht. Es genügt, wenn der Aussatz sich nur über den ganzen Kopf und nicht über den Bart ausgebreitet hat, und ebenso umgekehrt.",
+ "die durch etwas anderes voneinander geschieden sind. Durch das Bart- und Kopfhaar.",
+ "dennoch sich gegenseitig stören. Ein Hautaussatz gilt erst dann als über die ganze Körperhaut ausgebrochen, wenn er sich über alle Stellen ausgebreitet hat, auf denen ein Aussatzfleck unrein sein kann.",
+ "die nicht durch etwas anderes voneinander geschieden sind. Das Barthaar schliesst unmittelbar an das Kopfhaar an.",
+ "erst recht sich gegenseitig stören. R. Jehuda stimmt dem trotzdem nicht zu, weil die Gesichtshaut der übrigen Körperhaut vollständig gleich ist, würden sie nicht durch das Haar voneinander getrennt sein, würde auch ein Aussatz von der einen zur anderen sich ausbreiten und ein Aussatz auf der einen mit einem auf der anderen zusammengerechnet werden, deshalb ist es folgerichtig, dass sie sich auch gegenseitig stören; Kopf- und Bartaussatz dagegen sind verschiedener Art, sie werden nicht zusammengerechnet und eine Ausbreitung vom Kopf zum Bart und umgekehrt gilt nicht als Ausbreitung, deshalb ist es folgerichtig, dass sie einander auch nicht stören.",
+ "Der Kopf und der Bart werden nicht mit einander zusammengerechnet. Wenn ein Teil des Aussatzes auf dem einen und ein Teil auf dem anderen ist.",
+ "Vom Gelenk des Kinnbackens. Die Tosefta erklärt: wenn man einen Faden von einem Ohr zum anderen zieht, so gehört alles, was oberhalb dieses Fadens wächst, zum Kopfhaar, was unterhalb desselben, zum Bart.",
+ "bis zum Knorpelring der Luftröhre. S. Chullin X Note 54."
+ ],
+ [
+ "Die Hinterglatze und die Vorderglatze. Über den Unterschied zwischen נתק und קרחת und גבחת vgl. VN 10.",
+ "werden unrein. Hinterglatze und Vorderglatze an sich Bind rein (Lev. 13,40.41) und brauchen nicht verschlossen zu werden, erst wenn ein Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe in einer der Aussatzfarben darauf entsteht, muss er verschlossen werden.",
+ "innerhalb zweier Wochen. Wie ein Aussatzfleck auf der übrigen Haut.",
+ "durch gesundes Fleisch und durch Ausbreitung. Aber nicht durch weisses Haar.",
+ "Was ist eine Glatze. קרחת bedeutet sowohl allgemein Glatze wie insbesondere die Hinterglatze.",
+ "Wenn jemand Nesam. Nach Levy Wörterbuch = סם mit vorges. נ, ein Pulver, das das Wachstum der Haare verhindert.",
+ "auf der kein Haar mehr wachsen kann. Oder wenn die Haare infolge von Krankheit oder Alter ausgefallen sind (יו״ב).",
+ "bis zum Nackenwulst. Nach יו״ב der oberste Halswirbel vgl. Obal. I 8.",
+ "wo der Schädel nach der Vorderseite abfällt bis zum oberen Rand des Haares. Bis zu den Stellen oberhalb der Stirn, wo der Haarwuchs anfängt, einschliesslich der Schläfenhaare (Tosefta).",
+ "Die Hinterglatze und die Vorderglatze werden nicht mit einander zusammengerechnet. Wenn sich neben einander auf jeder von ihnen ein Fleck befindet, der weniger gross als eine Bohnengraupe ist.",
+ "Wenn sich zwischen ihnen Haar befindet. Das die beiden Flecke voneinander trennt."
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+ "Alle Kleider. Unter dem Ausdruck בגדים wird hier alles zusammengefasst, worauf sich die Vorschriften über den Kleideraussatz beziehen, s. VN 23.",
+ "werden durch Aussatzschäden. Die ebenso wie bei dem Hautaussatz mindestens so gross wie eine Bohnengraupe sein müssen.",
+ "ausgenommen die von Nichtisraeliten. Beim Hautaussatz (oben III, 1) wird auch der eines גר חושב ausgenommen, nach Bart, und יו״ב bildet beim Kleideraussatz dagegen der eines גר תושב keine Ausnahme.",
+ "werden sie besichtigt wie bei einer Anfangs-Besichtigung. Im Gegensatz zu der Bestimmung beim Hautaussatz (oben VII, 1), wonach der Aussatz, den ein Nichtisraelite an sich hatte, bevor er Israelit geworden, gar nicht unrein ist.",
+ "Felle von Wassertieren. Mit ים ist hier nicht nur das Meer gemeint, sondern jedes Wasser, im Gegensatz zum Trockenen, wie Gen. 1,10.",
+ "werden durch Aussatzschäden nicht unrein. Weil beim Kleideraussatz Felle neben Flachs und Wolle genannt werden, daraus wird geschlossen, dass wie der Flachs aus der Erde kommt und die Wolle von auf dem Lande lebenden Tieren, auch nur die Felle von Landtieren gemeint sind, nicht aber solche von Wassertieren.",
+ "Hat. Kelim XVII, 13.",
+ "man mit ihnen etwas von einem auf dem Lande entstehenden [Tiere] verbunden. Und zwar so, dass sie inbezug auf Verunreinigungsfähigkeit ein Zusammengehörendes bilden.",
+ "selbst nur eine Schnur. Die für sich allein gar nicht das Mass haben, um eine Unreinheit annehmen zu können.",
+ "was Unreinheit annimmt. Wenn es nur ein Stoff ist, der überhaupt Unreinheit annimmt, selbst wenn es nicht Wolle oder Leinen oder Fell von einem Landtier ist (so nach א״ר und יו״ב).",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Gleichviel ob der Aussatz auf dem Fell oder auf dem angefügten Teil entsteht."
+ ],
+ [
+ "Kamel-Wolle. Unter dem Ausdruck צמר ist nur Schafwolle zu verstehen, dagegen nicht die Wolle von Kamelen.",
+ "die man mit einander vermischt hat. Und dann sie gesponnen und ein Kleid oder auch nur Fäden daraus gemacht hat.",
+ "werden sie durch Aussatzschäden nicht unrein. Weil die darin enthaltene Schafwolle durch die grössere Menge der Kamelwolle aufgehoben wird, als wäre sie überhaupt nicht darin vorhanden.",
+ "werden sie durch Aussatzschäden unrein. Weil da die Schafwolle nicht in der Kamelwolle aufgegangen ist und nach der vorhergehenden Mischna schon das kleinste Stück von verunreinigungsfähigem Stoff, das mit dem nicht verunreinigungsfähigem verbunden ist, das Ganze verunreinigungsfähig macht.",
+ "Ebenso ist es bei Flachs und Hanf. Obgleich sie sich einander sehr ähnlich sind, werden sie dennoch als zwei Stoffe verschiedener Art betrachtet, von denen der eine in dem anderen aufgehen kann."
+ ],
+ [
+ "Farbige. Gleichviel ob von Natur oder von Menschenhand gefärbt.",
+ "Felle und Kleider werden durch Aussatzschäden nicht unrein. Wie Flachs von Natur weiss ist und nicht gefärbt zu werden pflegt, so ist auch Wolle nur dann durch Aussatz verunreinigungsfähig, wenn sie von Natur weiss und nicht gefärbt worden ist, ebenso das Fell (Sifra).",
+ "Die Felle sind wie die Häuser. Sie sind auch gefärbt, gleichviel ob von Natur oder durch Menschenhand, verunreinigungsfähig.",
+ "Die von Natur farbigen. Felle."
+ ],
+ [
+ "an dem der Aufzug. שתי, von aram. שתא = weben, heissen die Fäden, welche auf dem Webstuhl in die Länge aufgezogen werden.",
+ "farbig und der Einschlag. ערב, von ערב = mischen, verbinden, heissen die Fäden, welche in den Aufzug hineingefügt werden und mit ihm das Gewebe bilden.",
+ "lichtet es sich nach dem [mehr] sichtbaren. Bei Kleidern pflegt der Einschlag mehr hervorzutreten, bei Kissen und Decken mehr der Aufzug (Tosefta).",
+ "Die Kleider werden unrein durch stärkstes Grün und durch stärkstes Rot. Die Formen ירקרק und אדמדם in der Schrift werden als Steigerungsformen aufgefasst: das grünste unter dem grünen und das roteste unter dem roten, ersteres pfauengrün, letzteres karmesinrot.",
+ "War er. Der Aussatzflecken.",
+ "rot und hat sich in grün ausgebreitet. Am Schluss der Woche zeigt der Aussatz eine Ausbreitung, aber nicht in der gleichen, sondern in der anderen Aussatzfarbe.",
+ "Hat er sich verändert. Von grün in rot oder von rot in grün.",
+ "sich verändert und sich nicht ausgebreitet. Abweichend von den anderen Erklärern erklärt מ״ש: ist das Grün oder Bot blasser geworden, hat sich aber dabei ausgebreitet, oder ist es stärker grün oder rot geworden, hat sich dagegen nicht ausgebreitet (vgl. Maim. הטו״צ XII, 1 und VN 25).",
+ "als hätte er sich nicht verändert. Ist es am Schluss der ersten Woche, wird deshalb im ersteren Falle das Kleid verbrannt, im letzteren gewaschen und nochmals verschlossen. Ist es am Schluss der zweiten Woche, wird es in beiden Fällen verbrannt, nach Maim. dagegen im letzteren Falle, wie wenn der Aussatz nach dem zweiten Verschluss abgeblasst ist (s. die folgende Mischna), nur der Aussatz herausgeschnitten und verbrannt.",
+ "Er muss wie ein neuer besichtigt werden. Er wird, weil er eine andere Färbung angenommen hat, wie ein neu entstandener Aussatz angesehen."
+ ],
+ [
+ "Ist er in der ersten Woche unverändert. In Grösse und Farbe.",
+ "wird er. Der Aussatzfleck mit der Stelle des Kleides, auf der er sich befindet.",
+ "gewaschen. Mit den sieben Nidda IX, 6 aufgeführten Reinigungsmitteln (א״ר).",
+ "und [wieder] verschlossen. 1st jedoch durch das Waschen der Aussatz vollständig geschwunden, so ist das Kleid rein und bedarf nur noch des Reinigungsbades (Lev. 13,58).",
+ "wird es. Das ganze Kleid.",
+ "wird es verbrannt. Nachdem die Ausbreitung festgestellt worden ist.",
+ "Ist er gleich anfangs. Als er vom Priester besichtigt wurde, bevor dieser noch entschieden hatte, dass er zu verschliessen ist.",
+ "dunkler geworden. So dass er jetzt nicht mehr die stärkstgrüne oder stärkstrote Farbe hat, aber immerhin noch als grün bzw. rot anzusprechen ist.",
+ "Ismael gewaschen und verschlossen. Wie wenn er nach der ersten Woche dunkler geworden wäre. Hierin wäre danach die Bestimmung beim Kleideraussatz strenger als beim Hautaussatz, da bei diesem, wenn das Unreinheitszeichen geschwunden ist, bevor der Priester seine Entscheidung getroffen hat, der Aussatz nicht verschlossen zu werden braucht.",
+ "Man braucht sich mit ihm nicht zu befassen. Sondern er ist sofort für rein zu erklären.",
+ "Ist er in der ersten. Woche.",
+ "dunkler. S. Note 38.",
+ "wird er gewaschen und verschlossen. Hätte er gleich im Anfang diese Farbe gehabt, wäre er gar nicht erst verschlossen worden. Da er aber bereits mit der eigentlichen Aussatzfarbe verschlossen worden war, kann er jetzt Dicht für rein erklärt werden, sondern muss nochmals verschlossen werden, damit sich herausstellt, ob die frühere Farbe wiederkehrt oder nicht.",
+ "Ist er in der zweiten dunkler geworden. Nachdem er in der ersten Woche unverändert geblieben war, ist er am Schluss der zweiten weniger stark grün bzw. rot.",
+ "und man muss einen Flicken. מטרית von טלא = mit Flecken versehen, flicken.",
+ "einsetzen. Um zu sehen, ob an derselben Stelle der Aussatz wiederkehrt."
+ ],
+ [
+ "Ist wieder ein Aussatzschaden auf dem Kleide. Nachdem man an die Stelle des herausgerissenen Stückes ein anderes eingesetzt hat.",
+ "wird der Flicken nicht mit davon betroffen. Wörtlich: mau rettet sich den Flicken, indem man ihn nicht mit zu verbrennen braucht, wenn man das Kleid verbrennen muss, weil an ihm ursprünglich gar kein Aussatz gewesen war.",
+ "verbrennt man das Kleid. Insofern wird der Flicken als zu dem Kleide gehörend betrachtet, in das er eingesetzt worden ist, dass das Kleid verbrannt werden muss, wie wenn der Aussatz auf irgend einer Stelle des Kleides selbst wiedergekehrt ist. Dagegen wird er insofern nicht als zu dem Kleide gehörend betrachtet, dass er seihst nicht mit verbrannt zu werden braucht, sondern er muss erst verbrannt werden, wenn er nach Verschluss sich ausgebreitet hat oder nach zweimaligem Verschluss unverändert geblieben ist; wenn er kleiner als drei Fingerbreiten im Quadrat ist, kann er überhaupt durch Aussatz nicht unrein werden",
+ "Hat man von dem verschlossenen Kleide. Von dem verschlossen gewesenen, aus dem man nach dem zweiten Verschluss den Aussatzflecken herausgerissen hat.",
+ "einen Flicken in ein reines eingesetzt und dann ist auf dem Kleide. Aus dem dieser Flecken genommen ist.",
+ "wieder ein Aussatzschaden entstanden. So dass dieses Kleid verbrannt werden muss.",
+ "verbrennt man den Flicken. Weil er insofern noch als zu dem Kleid, von dem er genommen worden ist, gehörend betrachtet wird, dass er durch das Wiederkehren des Aussatzes auf dem Kleide auch mit unrein wird. Entsteht auf dem Kleide, in das er eingesetzt worden ist, das bisher rein war, ein Aussatz, so trifft dieser selbstverständlich auch den Flicken mit, und dieser muss verbrannt werden, weil er von einem Kleide stammt, auf dem schon ein Aussatz gewesen war, und jetzt auf ihm ein Aussatz wiedergekehrt ist (ר״ש). In unserer Mischna lesen ר״ש und Bart. auch hier nicht את המטלית שורף, sondern מציל את המטלית und erklären: die Verbindung mit dem reinen Kleide rettet den Flicken, dass er nicht mehr als zu dem Kleide, von dem er stammt, gehörend betrachtet wird und nicht dadurch unrein wird, dass auf jenem der Aussatz wiedergekehrt ist.",
+ "verbrennt man das erste Kleid. Weil der Flicken noch als zu dem ersten Kleide gehörend betrachtet wird und es deshalb ebenso ist, als wenn der Aussatz auf diesem wiedergekehrt ist. Auch nach der Lesart von ר״ש und Bart. wird in diesem Falle durch den Aussatz auf dem Flicken auch das erste Kleid unrein, weil das Wiederauftreten des Aussatzes auf dem Flicken dafür spricht, dass er noch von dem Aussatz, der auf dem ersten Kleide war, infiziert war, deshalb wird er trotz seiner Verbindung mit dem reinen Kleide noch als zu dem ersten Kleide gehörend betrachtet (יו״ב)",
+ "und der Flicken dient dem zweiten Kleide bei dem [Auftreten der] Zeichen. D. h. man verschliesst das zweite Kleid mit dem Flicken, und wenn nach dem Verschluss das Kleid für rein erklärt worden ist, weil es durch kein Unreinheitszeichen unrein geworden ist, verbrennt man dann den Flicken (Tosefta)."
+ ],
+ [
+ "Bei einem Tuch. קייטא nach Maim. von קיט = Sommer, ein Sommerkleid, das aus verschiedenfarbigen Teilen zusammengesetzt ist. Levy Wörterbuch leitet es von קטה = קטע zerhacken ab und übersetzt: ein aus kleinen Stücken zusammengesetzter Vorhang. Nach Krauss Talmud. Archäologie I S. 333 ist קייטא = κοίτη Tuch, Vorhang.",
+ "auf dem farbige und weisse Felder. פספס = ψήϕος Mosaikstein.",
+ "hat die Ausbreitung von einem zum anderen. von einem weissen zum anderen weissen Felde.",
+ "Geltung. Obgleich ein farbiges Feld dazwischen liegt. Beim Hautaussatz macht eine Ausbreitung nicht unrein, wenn zwischen ihr und dem Aussatzfleck eine Stelle ist, die nicht unrein werden kann. Beim Kleideraussatz dagegen, bei dem, wie weiter in der Mischna aasgeführt wird, eine Ausbreitung auch dann als solche gilt, wenn sie sich nicht unmittelbar an den Aussatz anschliesst (פשיון רחוק), macht sie auch in diesem Falle unrein. Ist durch eine solche Ausbreitung der Aussatz unrein geworden, so muss das ganze Tuch, auch die farbigen Felder eingeschlossen, verbrannt werden (Maim.).",
+ "Wenn aber. Vgl. den ähnlich formulierten Einwand oben IX, 3, wo Bart. ebenso wie hier א״ל הרי מקומח כגרים liest Hinter dem ״ו„ ist wohl der Fragesatz hinzuzudenken: wie ist es in dem Falle, dass statt der vielen weissen Felder ״הרי הוא פספס יחידי״ es nur ein einziges Feld ist, das weiss ist.",
+ "Darüber. Warum auch da der Aussatz erst verschlossen werden muss, wenn er das weisse Feld ganz bedeckt, da dort kein anderes weisses Feld da ist, auf das er sich ausbreiten kann.",
+ "um die Worte der Weisen zu bestätigen. Dass es auch in diesem Falle verschlossen werden muss.",
+ "Du bist ein grosser Weiser. Aus den Worten der Schrift, dass der Aussatz für unrein zu erklären ist, wenn der Priester bei der zweiten Besichtigung sieht, dass der Aussatz sein Aussehen nicht geändert hat und der Aussatz sich nicht ausgebreitet hat (Lev. 13,55: פשה והנגע לא), hätte man schliessen können, dass er nur dann für unrein zu erklären ist, wenn die Möglichkeit Vorgelegen bat, dass er sich ausbreitet, und der Priester feststellt, dass dieses nicht geschehen ist. Dem gegenüber erklärt R. Jehuda ben Bethera, dass das Schriftwort nicht so zu deuten ist, sondern der Aussatz in jedem Falle, wenn er nach zwei Wochen unverändert geblieben ist, für unrein zu erklären ist (יד״ב und ם״א)",
+ "eine entfernt liegende in der Grösse einer Bohnengraupe. Und dieses auch nur beim Kleideraussatz, nicht aber beim Hautaussatz. Auch beim Kleideraussatz gilt nur eine Ausbreitung auf der gleichen Tuchseite, nicht aber von der Vorder- auf die Rückseite oder umgekehrt, die gilt nur bei Fellen auch als Ausbreitung s. weiter Mischna 11.",
+ "und ein wieder auftretender. Wenn, nachdem der Aussatz am Schluss der zweiten Woche abgeblasst und herausgerissen war, er sich von neuem auf dem Kleide zeigt."
+ ],
+ [
+ " Sabb 27 b.",
+ "Der Aufzug und der Einschlag. Die Webfäden, die zum Aufzug und zum Einschlag bestimmt sind. Nach fast sämtlichen Erklärern sind sowohl Woll- wie Flachsfäden gemeint und macht nur R. Jehuda einen Unterschied zwischen diesen und jenen Nach Bart, der die Worte des ersten Tanna nur auf Wollfäden bezieht, gehören die Worte והאונין של פשתן משיתלבנו nicht mehr zu den Worten des R. Jehuda, sondern sie sind die Fortsetzung der Worte des ersten Tanna, der auch R. Jehuda nicht widerspricht.",
+ "werden sofort. Nachdem sie gesponnen sind.",
+ "durch Aussatzschäden unrein. Wenn sie nebeneinander liegend den Raum einer Bohnengraupe im Geviert einnehmen.",
+ "wenn er abgekocht. Man pflegte die Fäden, die für den Aufzug bestimmt waren, vor ihrer Verwendung in heisses Wasser zu tun, um sie fein und geschmeidig zu machen. Eine andere Lesart ist: משישלה = wenn sie herausgezogen ist, nämlich aus dem heissen Wasser.",
+ "der Einschlag sofort. R. Jehuda ist der Ansicht, dass Aufzug und Einschlag nur verunreinigungsfähig sind, wenn sie fertig zur Verwendung sind (נגמרה מלאכתן), wie auch nur fertig gegerbte Felle verunreinigungsfähig sind. Deshalb werden die dünnen für den Aufzug bestimmten Fäden erst unrein, wenn sie durch das heisse Wasser fein und geschmeidig gemacht worden sind Für den Einschlag dagegen wurden gröbere Fäden verwendet, deshalb werden diese sofort unrein, so nach Maim. Nach יו״ב pflegte man die Aufzugsfäden vorher in heissem Wasser zu reinigen, weil sie in dem Gewebe mehr hervortreten, die Einschlagsfäden dagegen, die von den Aufzugsfäden von beiden Seiten bedeckt werden, reinigte man vorher nicht, deshalb sind sie sofort verunreinigungsfähig.",
+ "und die Flachsfäden. Bei denen sich die für den Aufzug von denen für den Einschlag gar nicht unterscheiden, oder nach der Erklärung von יו״ב, bei denen der Einschlag von den Aufzugsfäden nicht verdeckt wird.",
+ "nachdem sie gebleicht sind. Die Flachsfasern werden im Ofen gebleicht und dann erst gesponnen.",
+ "Wie gross muss das Knäuel. פקעת s. Kelim X, 4.",
+ "sein. Die Fäden pflegen in Knäuel aufgewickelt zu werden.",
+ "dass es durch Aussatzschäden. Durch einen Aussatzschaden von der Grösse eines גרים, der sich auf der Oberfläche des aufgewickelten Garns zeigt.",
+ "Dass man daraus [ein Gewebe von] drei [Fingerbreiten] im Geviert Aufzug und Einschlag weben kann. Das Knäuel muss den Umfang haben, der sich ergibt, wenn man so viel Aufzugsfaden und so viel Einschlagsfaden, wie man zu einem solchen Gewebe braucht, zusammenwickelt. Würde es nur Aufzugsfaden von solcher Länge sein, würde der Umfang kleiner sein, da dieser dünner ist als der Einschlagsfaden, ebenso umgekehrt, wenn es nur Einschlagsfaden wäre.",
+ "selbst wenn es nur aus Aufzug. Der, wenn man ihn allein zu dem Gewebe benützen würde, schon bei einem geringen Umfange des Knäuels für ein solches Gewebe ausreichen würde.",
+ "oder nur aus Einschlag. Der, wenn man ihn allein zu dem Gewebe benützen würde, bei einem solchen Umfange des Knäuels nicht für ein solches Gewebe ausreichen würde",
+ "Besteht es aus gerissenen Fäden. פסיקות von פסק = trennen, das Knäuel besteht nicht aus einem zusammenhängenden Faden, sondern aus Fadenstücken, die nicht wieder zusammengeknüpft sind."
+ ],
+ [
+ "von der einen Spule. סליל, so heissen die Spulen auf dem Webstuhl, durch die das Garn sich abwickelt, von סלל = sich drehen, schwenken.",
+ "von dem oberen Querbalken. Der obere Weberbaum, um welchen die Aufzugsfäden gewickelt sind, s. Kelim XXI Note 2.",
+ "auf den unteren. Um den das fertige Gewebe gelegt wird.",
+ "aufwickelt. So dass das, was auf dem einen Teile sich befindet, mit dem auf dem anderen durch das dazwischen liegende verbunden ist.",
+ "ebenso bei zwei Seiten eines Hemdes. Vorderteil und Hinterteil, die nur oben an den Achseln lose mit einander verbunden sind.",
+ "[Zeigt er sich] an den eingeschlagenen Fäden. נפש המסכת heissen die Einschlagsfäden, die noch nicht mit den Aufzugsfäden fest verbunden sind, sondern noch lose zwischen ihnen liegen. Sie werden die „Seele“ des Gewebes genannt, weil erst durch sie das Gewebe fest zusammengezogen und ihm Festigkeit verliehen wird. מסכת —Gewebe, s. Richter 16, 13.",
+ "oder an der stehenden Kette. Die Aufzugsfäden, die auf dem oberen Querbalken aufgewickelt und nach dem untern hin angeknotet oder gespannt sind.",
+ "so werden sie durch Aussatzschäden sofort. V. fehlt מיד.",
+ "unrein. Obwohl sie noch nicht durch das Weben zusammengefügt sind, werden sie durch einen auf ihnen sich zeigenden Aussatz unrein, auch wenn der Aussatz zum Teil auf dem einen und zum Teil auf dem anderen sich zeigt (יו״ב). Nach Maim. (הלכות מו״צ XIII, 9) spricht die Mischna nur von dem Fall, dass sich der Aussatz sowohl auf dem einen als auch auf dem anderen zeigt, und ist in diesem Falle auch alles unrein, selbst wenn ein Teil des Aussatzes auf dem schon gewebten Zeug liegt, während er das נראה בשתי in der folgenden Mischna erklärt, wenn er בשתי לבדו nur auf dem Aufzug und nicht auf dem Einschlag sich zeigt.",
+ "wenn sie dicht aneinander gereiht sind. Nur die straff aufgespannten Kettenfäden werden durch den auf den Einschlagsfäden auftretenden Aussatz auch unrein, nicht aber, wenn sie noch lose herunterhängen und nicht neben einander festgespannt sind (Maim)."
+ ],
+ [
+ "ist das Gewebte rein. Wenn das Tuch schon fertig gewebt ist, weil dann, wie es in der Mischna gleich weiter heisst, selbst wenn die Fäden als Saumfäden an dem Tuche bleiben würden, dieses dennoch rein bleiben würde.",
+ "ist die stehende Kette rein. Nur wenn man nicht die Absicht hat, die Kettenfäden als Saumfäden an dem Tuch zu belassen, im anderen Falle ist auch die Kette unrein (ר״ש).",
+ "verbrennt man die Saumfaden. נימא gr. νῇμα — Faden, hier die Fäden, die vom Saume des Tuches herunterhängen. Die Fäden sind ein Anhängsel des Tuches und werden deshalb durch den Aussatz auf diesem mit unrein.",
+ "ist das Leintuch rein. Weil das Tuch nicht als Anhängsel der Fäden betrachtet werden kann, die Fäden aber auch kein Bestandteil des Tuches sind, dass dieses durch den Aussatz auf ihnen unrein werden sollte.",
+ "kann man die Borten. אמרא, Ableitung zweifelhaft, Borten oder Quasten, die man zum Schmuck am Saum der Gewänder anbrachte.",
+ "weiter gebrauchen. Wörtlich: man rettet sie und braucht sie nicht zu verbrennen, wenn das Gewand unrein geworden ist und verbrannt werden muss. Aus dem überflüssigem Zusatz בצמר או בפשתים in dem Schriftverse (Lev. 13,52), in dem geboten wird, das aussätzige Kleid zu verbrennen, wird geschlossen, dass nur das aus Wolle oder Leinen gefertigte Kleid verbrannt werden muss, nicht aber die aus anderen Stoffen bestehenden Borten.",
+ "selbst wenn sie aus Purpurwolle sind. Aus dem ebenfalls überflüssigen אשר יהיה בו הנגע in demselben Schriftverse wird geschlossen, dass die Borten, selbst wenn sie aus Wolle sind, aber gefärbt, so dass sie selbst keinen Aussatz annehmen können, auch nicht verbrannt zu werden brauchen (Sifra; s. dagegen Maim. הטו״צ XIII, 10)."
+ ],
+ [
+ "Alles. Aus Wolle oder Leinen oder gegerbten Fellen gefertigte.",
+ "was verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit ist. Wenn es in Grösse und Art die Bedingungen erfüllt, unter denen es durch Toten-Unreinheit unrein werden kann.",
+ "wenn es auch nicht verunreinigungsfähig durch Midras. Siehe VK 30.",
+ "das Segel. Von קלע = in Bewegung sein, schwanken, schleudern.",
+ "ein Vorhang. וילון = velum, Vorhang, Tür-Vorhang. Diese beiden können nicht midras-unrein werden, da sie nicht zum Darauftreten oder liegen bestimmt sind (s. Kel. XX, 6).",
+ "das Stirnband. שביס (Jes. 3,18) ein am Kopfnetz befestigter Stirnschmuck.",
+ "eines Kopfnetzes. סבכה von סבך = flechten, Netz, hier Kopfnetz. Das Stirnband kann als Schmuckstück durch Toten-Unreinheit unrein werden (s. Kelim XXVIII, 10), dagegen kann es nicht midras-unrein werden, weil es nicht die hierfür nötige Grösse von drei Handbreiten im Geviert hat.",
+ "Bücher-Umhüllungen. Sie werden durch Totenunreinheit unrein, weil sie zuweilen auch zum Gebrauch des Menschen dienen, indem man sie auf den Schoß legt und sich damit wärmt (s. Kelim XXIV, 14), dagegen können sie nicht midras-unrein werden, da sie nicht dazu bestimmt sind, sich darauf zu setzen oder zu legen.",
+ "Gürtel. גלגלון, Etymologie unsicher, s. Eduj. III, 4. Ein Gürtel kann, weil er ein Kleidungsstück ist, durch Totenunreinheit unrein werden, wenn er auch nicht die vorgeschriebene Grösse hat, nicht aber midras-unrein (Maim. הלכות כלים XXII, 1).",
+ "Schuh- und Sandalen-Riemen. Sie können nicht midras-unrein werden, weil sie nicht das vorgeschriebene Mass haben, wohl aber unrein durch Toten-Unreinheit (s. Kel. XXIV Note 51).",
+ "die eine Bohnengraupe breit sind. Da ein Aussatz, der nicht die Grösse einer Bohnengraupe im Geviert hat, rein ist.",
+ "diese werden durch Aussatzschäden unrein Zeigt sich an einem Filz-Mantel. סגוס = σαγος, ein Mantel aus grobem filzigem Wollstoff.",
+ "nur wenn er sich an dem Gewebten und an den Wollflocken. Die aus dem Gewebe hervorragen und es bedecken.",
+ "Der Schlauch und die Hirtentasche. תורמל aram. und syr. Hirtentasche, auch Ranzen und Tasche aus Leder überhaupt.",
+ "wie man sie gewöhnlich zu tragen pflegt. Wenn sich auf ihnen ein Aussatz zeigt, zieht man nicht die zusammengefalteten Stellen aus einander, so dass der Aussatz dadurch durch die unter den Falten liegenden aussalzfreien Stellen zerteilt wird und dann vielleicht nicht ein Aussatz von der Grösse einer Bohnengraupe an einer Stelle zurückbleibt, sondern der Aussatz wird an der Tasche, zusammengefaltet wie sie ist, besichtigt (יו״ב und מ׳יא).",
+ "und die Ausbreitung gilt bei ihnen [auch] von ihrer Innenseite nach ihrer Rückseite und von ihrer Rückseite nach ihrer Innenseite. So bei allen aus Fellen gefertigten Gegenständen, nicht aber bei den aus Wolle und Leinen (s. oben Note 64). Die Ausbreitung muss aber als פשיון רחוק die Grösse einer Bohnengraupe haben, s. oben Mischna 7."
+ ],
+ [
+ "Ist ein verschlossenes Kleid. Bevor über es entschieden war.",
+ "unter andere geraten. Indem entweder der verschlossene Aussatz während des Verschlusses abgeblasst war und das Kleid unter andere Kleider geraten ist, auf denen der Aussatz von vornherein blass war, die deshalb überhaupt rein sind. Oder man hat das verschlossene Kleid gefärbt und es ist unter andere farbige Kleider geraten, die durch Aussatz nicht unrein werden, oder das verschlossene Kleid ist unter aussätzige Kleider von Nichtisraeliten geraten, die auch durch Aussatz nicht unrein werden.",
+ "sind sie alle rein. Nach dem Grundsatz, dass jeder Zweifelsfall bei einem Aussatz, so lange sich kein Unreinheitszeichen an ihm gezeigt hat, rein ist, s. oben V, 4.",
+ "hat man es. Obgleich es nicht erlaubt ist.",
+ "zerschnitten. In Stücke, die kleiner als drei Fingerbreiten im Geviert und deshalb nicht verunreinigungsfähig sind.",
+ "oder Charpie daraus gemacht. Das Gewebe vollständig aufgelöst.",
+ "es zu benützen. Die Bezeichnung des Aussatzes (Lev. 13,52) als צרעת ממארת = eines bösartigen Aussatzes wird dahin gedeutet, dass man von dem für unrein erklärten Kleid keinerlei Nutzen mehr haben darf, auch nicht von dem verschlossenen, so lange es nicht zerschnitten oder vollständig zerpflückt ist.",
+ "Ist ein für entschieden unrein erklärtes unrein. Da ein schon für unrein erklärtes unter ihnen ist, sind sie alle unrein.",
+ "hat man es zerschnitten oder Charpie daraus gemacht. Die Unreinheit bleibt bestehen, auch wenn es vollständig zerpflückt ist.",
+ "es zu benutzen. Auch nach dem Zerpflücken bleibt das Nutzniessungs-Verbot bestehen."
+ ]
+ ],
+ [
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+ " Gittin 89a",
+ "Alle Häuser. Im heiligen Lande (Lev. 14,34).",
+ "ausgenommen die von Nichtisraeliten. Das אחוזתכם im Schriftverse schliesst Häuser, die im Besitz von Nichtisraeliten sind, aus.",
+ "Kauft jemand Häuser. Im heiligen Lande.",
+ "werden sie besichtigt wie bei einer Anfangsbesichtigung. Als hätte sich der Aussatz erst jetzt gezeigt.",
+ "Ein rundes Haus. Daraus, dass in der Schrift zweimal קירות הבית, Wände des Hauses, erwähnt werden, wird geschlossen, dass nur ein Haus, das vier Wände hat, unrein werden kann.",
+ "ein dreieckiges. טריגון gr. τϱἰγωνος = dreieckig, ebenso wenn es nur zwei oder mehr als vier Ecken hat (Bab. Batr. 164 b; Nasir 8 b)",
+ "ein auf einem Schiff. Aus dem ארץ אחותכם der Schrift wird geschlossen, dass nur ein Haus, das fest auf dem Erdboden ruht, unrein werden kann.",
+ "oder Mast. אסקריא gr. κεραία = Segelstange, steht hier wohl für Mast. N liest: אכסדייה, wohl korrumpiert für אסכדיא gr. σχεδία = Floss.",
+ "oder aus vier Balken. Die lose auf die Erde gelegt sind oder wie bei einer Altane aus dem Mauerwerk hervorragen.",
+ "selbst wenn es [nur] auf vier Säulen steht. Wenn es auf vier Säulen, die fest in der Erde stehen, aufgebaut ist (יו״ב), nach Bart. selbst wenn es nur aus vier Säulen mit einem Dach darüber besteht und der Zwischenraum zwischen den Säulen offen ist."
+ ],
+ [
+ "in dem eine der Seiten mit Marmor überzogen ist oder eine mit Fels. An der Stelle aus der Erde hervorgewachsenem Gestein",
+ "oder eine mit Ziegeln oder eine mit Erde. Erdschollen.",
+ "ist rein. Weil ein Haus nur unrein wird, wenn jede seiner vier Wände Steine und Holz und Erde (Lehm) enthält und nicht mit einem anderen Material überzogen ist, das den sich auf ihm zeigenden Aussatz von dem allein für Aussatz empfänglichen Material der Wand trennt. Unter Steinen versteht man nur aus der Erde losgelöste und gehobene Steine, nicht aus der Erde emporwachsenden Fels, unter Erde nur zum Zusammenhalten und Bestreichen hergerichtete Erde, nicht rohe Erdschollen.",
+ "das nicht aus Steinen und Holz und Erde war. In dem nicht jede der vier Wände diese drei Bestandteile enthalten hat.",
+ "an dem sich ein Aussatzschaden gezeigt hat. Wenn selbst an einer Wand, die alle drei Bestandteile enthalten hat",
+ "und nachher hat man Steine und Holz und Erde darin eingefügt. So dass jetzt alle vier Wände alle drei Bestandteile enthalten.",
+ "ist rein. Weil beim Entstehen des Aussatzes das Haus nicht für Aussatz - Unreinheit empfänglich war.",
+ "rein. Vorausgesetzt, dass man die Absicht hatte, weiter zu weben, denn ein fertiges Kleidungsstück kann unrein werden, auch wenn es nicht dieses Mindestmass hat (s. XI Note 103).",
+ "Ein Haus. Die Begründung für das in der Mischna Gelehrte. Ed V.: שאין.",
+ "wenn es. Jede seiner vier Wände muss diese drei Bestandteile enthalten, die die Schrift (Lev 14, 45) nennt."
+ ],
+ [
+ "Er muss in der Grösse von zwei Bohnengraupen auf zwei Steinen oder auf einem Stein auftreten. Deshalb muss in jeder Wand mindestens ein Stein sein, zusammen vier Steine, so dass auf jeder der vier Wände sich ein Aussatz zeigen kann. Nach ihm ist בקירות הבית zu erklären: an einer der Wände des Hauses",
+ "aber nicht auf einem Stein. Es genügt nicht, wenn er auf einem Steine auftritt, weil in der Schrift immer von אבנים in der Mehrzahl gesprochen wird, deshalb müssen es mindestens acht Steine sein, zwei in jeder Wand.",
+ "sagt. Sanhed. 71b; Nidda 19 a.",
+ "auf zwei Mauern. Der Aussatz muss auf אבנים, mindestens zwei Steinen, und בקירות, mindestens zwei Wänden sich zeigen.",
+ "die in einem Winkel zueinander stehen. Die acht Steine müssen so verteilt sein, dass jeder der beiden Steine einer Wand mit einem Stein der anstossenden Wand zusammenstösst.",
+ "zwei Bohnengraupen lang und eine Bohnengraupe breit. Das ist das Mass für den Hausaussatz auch nach Ansicht der vorher genannten Tannaim."
+ ],
+ [
+ "um es unter die Oberschwelle. שקוף wie משקוף die Oberschwelle. Es muss in jeder Wand soviel Holz sein, wie man zu der Unterlage braucht, die man unter der Oberschwelle anzubringen pflegt, damit die Tür fest anliegt und dicht schliesst.",
+ "um daraus einen Überzug. סנדל nach Maim, eine Verschalung aus Holz, um die Unebenheiten der Oberschwelle auszugleichen",
+ "um den Zwischenraum zwischen den Bruchstücken eines Steines auszufüllen. פצים von פצם = aufreissen, spalten, heisst der in die Mauer gebrochene Türrand, daher auch Pfosten, Türpfosten. Hier sind unter פצים וחברו nach Maim, die beiden Hälften eines auseinander gebrochenen Steins zu verstehen, wenn sie aneinander gelegt werden, besteht eine Lücke, die mit Erde ausgefüllt wird, פצים demnach die durch Bruch ungleich gewordene Steinkante.",
+ "Krippenwände. Wände, die in einem Wohnhause aufgeführt sind, um Krippen daran zu befestigen.",
+ "und die Wände eines Verschlags. Die nur als Scheidewände aufgeführt sind, um einen Teil des Raumes von dem anderen zu trennen (anders Bart.).",
+ "Jerusalem. Das bei der Besitznahme des Landes nicht einem einzelnen Stamme zugeteilt worden ist.",
+ "und das Ausland werden durch Aussatzschäden nicht unrein. Weil die Bestimmungen über den Hausaussatz nur für ארץ אחותכם, das Erbland Israels, Geltung haben."
+ ],
+ [
+ "indem er sagt. Lev. 14,35.",
+ "um das Haus zu besichtigen. Lev 14,36.",
+ "selbst Holzbündel und Rohrbündel. Die gar keine Unreinheit annehmen.",
+ "Das wäre eine Beschäftigung für den Beschäftigungslosen. Dinge hinwegzuräumen, die nicht unrein werden können, auch wenn sie drinnen bleiben, so nach ר״ש und Bart. Nach יו״ב ,א״ר und מ״א dagegen müssen nach Ansicht des R. Jehuda auch Holzbündel und Rohrbündel weggeräumt werden, damit sie nicht unrein werden, obgleich sie sonst keinerlei Unreinheit annehmen, weil beim Hausaussatz es heisst: ולא יטמא כל אשר בבית, danach durch ihn alles, was im Hause ist, unrein wird, auch was sonst keinerlei Unreinheit annehmen kann. R. Simon stimmt dem R. Jehuda darin zu, dass auch solche Dinge hinausgeräumt werden müssen, aber nicht deshalb, damit sie nicht unrein werden, denn nach seiner Ansicht bezieht sich das כל אשר בבית nur auf solche Dinge, die auch sonst unrein werden können, sondern nur, weil die Schrift es einmal so vorgeschrieben hat, danach wäre nicht zu lesen לַפָּנוּי sondern לְפִנּוּי und zu übersetzen: „Es ist das eine zum Ausräumen gehörende (wenn auch ganz unnötig erscheinende) Bemühung“. R. Meïr dagegen ist der Ansicht, dass man solche Dinge, die keine Unreinheit annehmen, auch nicht wegzuräumen braucht.",
+ "Was kann er. Der Aussatz.",
+ "ihm unrein machen. Dass er es deshalb vorher herausschaffen muss.",
+ "Auf was hat die Thora Rücksicht genommen. Durch das Gebot, es vor der Besichtigung hinauszuräumen.",
+ "Auf sein irdenes Gefäss. Das, wenn es einmal unrein geworden ist, nur durch Zerbrechen wieder rein werden kann.",
+ "seinen Krug und sein Tropffläschchen. S. Kelim III Note 8. Eine andere Lesart ist: תפיו = Herd.",
+ "was einem Sünder. Aussatz ist nach der Überlieferung eine Strafe für die Sünde der Bösrede."
+ ],
+ [
+ "Er geht nicht in sein Haus und verschliesst. Das aussätzige Haus vermittels einer Schnur oder durch einen Boten, oder indem er selbst nochmals hingeht (Raschi Chull. 10b; Nedar. 56 b). Nach הלכות טו״צ) משנה למלך XIV, 5) braucht auch beim Hausaussatz der Priester das Haus nicht wirklich zu verschliessen, sondern wie beim Haut- und Kleideraussatz es nur für vorschlossen zu erklären, danach würde die Mischna hier nur angeben, wann er diese Erklärung abzugeben hat.",
+ "und verschliesst. Nachdem er das Hans vorschriftsmässig verschlossen hat, könnte er es dann trotzdem für einen Augenblick, um hinaus zu gehen, wieder öffnen (s. יו״ב).",
+ "denn es heisst. Lev. 14,38.",
+ "dann. Lev. 14,40.",
+ "Dann. Lev. 14,42.",
+ "Man darf nicht Steine von der einen Seite. Des aussätzigen Hauses.",
+ "und Kalk überhaupt nicht. Weil Kalk nicht als Erde sondern als ein Gestein betrachtet wird.",
+ "und nicht zwei an die Stelle von einem bringen. Da die Vorschrift lautet: האבנים וחלצו את in der Mehrzahl, ebenso ולקחו אבנים אחרות müssen mindestens zwei Steine herausgezogen und zwei wieder eingesetzt werden.",
+ "an die Stelle der drei oder an die Stelle der vier bringen. Hat man zwei oder mehr Steine herausgezogen, ist es gleich, wieviel Steine man an ihrer Stelle wieder einsetzt.",
+ "Von hier. Von der Vorschrift beim Hausaussatz, dass bei einer gemeinschaftlichen Mauer beide Hausbesitzer an dem Einreissen und Wiederaufbau der Mauer sich zu beteiligen haben.",
+ "Wehe dem Frevler. S. Note 42.",
+ "beide ziehen heraus. Die Steine aus der gemeinschaftlichen Mauer.",
+ "beide kratzen ab. Die Erde rings um die Steine herum.",
+ "Dagegen bringt er. Der, in dessen Haus der Aussatz sich gezeigt hat.",
+ "allein die Erde. Um die Wände des Hauses frisch zu bestreichen.",
+ "denn es heisst. Lev. 14,42.",
+ "sein Nachbar braucht am Überstreichen sich nicht mit ihm zu beteiligen. Der Hausbesitzer hat allein die Erde zu beschaffen und allein das Überstreichen zu besorgen."
+ ],
+ [
+ "Ende der Woche. Nachdem das Haus nach dem Überstreichen zum zweiten Male eine Woche verschlossen war.",
+ "so. Lev. 14, 45.",
+ "eine entfernt liegende. D. h. nicht unmittelbar an den Aussatz sich anschliessende.",
+ "und ein wiederauftretender. Gleichviel ob er an derselben oder an einer. anderen Stelle oder an einer anderen Wand auftritt.",
+ "an Häusern in der Grösse von zwei Bohnengraupen. Zwei Bohnengraupen lang und eine breit."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Es gibt zehn Fälle. S. VN 31.",
+ "Ist er in der ersten [Woche] dunkel geworden. So dass er nicht mehr die Aussatzfarbe hat. Die Unreinheitsfarben sind beim Hausaussatz dieselben wie beim Kleideraussatz (s. Lev. 14, 37).",
+ "schält man ihn ab. Die mit dem Aussatz behaftete Stelle. Dieses Abschälen entspricht dem Waschen beim mit Aussatz behafteten Kleide (מ״א).",
+ "Ist er in der zweiten dunkel geworden. Nachdem er in der ersten Woche unverändert geblieben und deshalb nochmals verschlossen worden war.",
+ "schält man ihn ab und es bedarf [zu seiner Entsündigung] der Vögel. Lev. 14,49.",
+ "zieht man ihn heraus. Die Steine, auf denen der Aussatz ist.",
+ "kratzt ab. קצה = abschneiden. Nachdem die Steine herausgezogen sind, wird die schadhafte Stelle ringsum abgekratzt.",
+ "und überstreicht. Nachdem andere Steine an die Stelle der herausgerissenen eingesetzt worden sind, überkleidet man sie mit frischer Erde, טח von טוח = mit Erde bekleiden.",
+ "und gewährt ihm noch eine Woche. Er wird nochmals auf eine Woche verschlossen.",
+ "wird es niedergerissen. Das Haus wird vollständig niedergerissen.",
+ "bedarf es der Vögel. Und dann ist das Haus rein.",
+ "sich ein Aussatzschaden an ihm gezeigt hat. In den Fällen, wo eine Entsündigung durch die Vögel erforderlich ist.",
+ "wird es niedergerissen. Der Aussatz ist, nachdem er herausgerissen war, wiedergekehrt, deshalb muss das Haus niedergerissen werden. Ob auch in dem Falle, wo der Aussatz nur heruntergeschält zu werden brauchte, ist fraglich, s. יו״ב und מ״א.",
+ "wird er wie ein neuer besichtigt. Er wird wie ein neu aufgetretener Aussatz behandelt."
+ ],
+ [
+ "Einen. Chullin 128 b.",
+ "Stein in der Mauerecke. Man nimmt hierzu gewöhnlich so grosse Steine, dass sie die ganze Dicke der Mauer ausfüllen, das Gleiche gilt für andere Steine, die durch die ganze Mauer gehen.",
+ "ganz heraus. Auch wenn es eine gemeinschaftliche Mauer zwischen dem aussätzigen und einem Nachbarhause ist, weil es beim Herausreissen heisst (Lev. 14,40): וחלצו sie, er und der Nachbar, sollen herausreissen.",
+ "reisst man das. Den Teil des Steines.",
+ "an seiner Stelle. Weil es beim Niederreissen heisst (Lev. 14,45): ונתן in der Einzahl.",
+ "dass es aus Hauptpfeilern und Zwischenschichten. Die Hauptpfeiler bestehen aus grossen Steinen, die durch die ganze Dicke der Mauer gehen, der Kaum zwischen ihnen wird durch kleinere Steine ausgefüllt, so dass jede Seite der Mauer ihre eigenen Steine hat. פתין wie פתים (Lev. 2,6) Bruchstücke, hier Bruchsteine. Levy Wörterbuch bringt פתין mit פותיא = Breite zusammen und erklärt ראש als die aufrecht stehende Säule und פתין als die Querschichten.",
+ "und er tritt an einem Hauptpfeiler. N. בראשין.",
+ "lässt man an seiner Stelle. Nach א״ר und יו״ב bezieht sich der Ansspruch des R. Elieser auf das Niederreissen, wo nach Ansicht des ersten Tanna auch von einem durch die ganze Mauer gehenden Stein nur der Teil auf der Seite des aussätzigen Hauses niedergerissen zu werden braucht, wogegen R. Elieser meint, dass ein solcher Stein ganz mit niedergerissen werden muss. Dagegen beziehen חוי״ט und מ״א den Ausspruch des R. Elieser auf das Herausreissen, nach dem ersten Tanna müssten nicht nur die durch die ganze Mauer gehenden Steine, sondern auch ein an den aussätzigen Stein sich anschliessender Stein auf der anderen Seite der Mauer mit herausgerissen werden, die Mischna spricht nur von einem אבן שבזוית, um zu sagen, dass selbst ein solcher beim Niederreissen nicht ganz mit niedergerissen zu werden braucht, wogegen R. Elieser meint, dass auch beim Herausreissen nur die durch die ganze Mauer gehenden Steine herausgerissen werden müssen, nicht aber die nicht durchgehenden Steine."
+ ],
+ [
+ "Tritt an einem Hause ein Aussatzschaden auf. Der es unrein macht, so dass es niedergerissen werden muss.",
+ "und auf dem Hause ist ein Stockwerk. Nur die Mauern des mit dem Aussatz behafteten Raumes müssen niedergerissen werden, nicht die eines Nebenraumes oder darüber gelegenen Raumes.",
+ "lässt man das Gebälk. Das als Decke für den unteren und zugleich als Unterlage für den Fussboden des oberen Raumes dient.",
+ "für das Stockwerk. Man stützt es von unten und braucht es nicht mit niederzureissen.",
+ "sein Holz und seine Erde. Über und zwischen den Balken.",
+ "dagegen erhält man sieb die Rahmen. Holzrahmen an den Türeingängen und Fenstern, die nicht in die Mauer eingebaut waren. מלבן denom. von לבנה, zunächst die Form, deren man sich zum Formen der Ziegel bediente, danach jede rechteckige Einfassung.",
+ "und die Fenstergitter. שריג von שרג = flüchten, Flechtwerk oder Gitterwerk, auch diese waren nur eingesetzt, nicht eingebaut.",
+ "der oben darauf eingebaut ist. Als Zwischenlage zwischen den Mauern und den Balken, damit diese nicht zu sehr durch die Feuchtigkeit der Mauern leiden.",
+ "wird mit niedergerissen. Wenn man das Haus einreisst und das Gebälk mit dem oberen Stockwerk stehen lässt (מ״א und יו״ב).",
+ "sein Holz und seine Erde. Eines aussätzigen Hauses.",
+ "verunreinigen. S. VN 34.",
+ "Wie immer sie sind. Auch wenn Steine darunter sind, die weniger gross als eine Olive sind, verunreinigen sie, Bruchstücke von Steinen dagegen nur, wenn sie so gross wie eine Olive sind (א״ר)."
+ ],
+ [
+ "Ein. Jebam. 103 b.",
+ "verschlossenes Haus verunreinigt an der Innenseite. Wenn man sie berührt, auch ohne drinnen zu stehen. Nach Maim. und Bart. ist mit מתוכו gemeint, was sich drinnen befindet, nur die aussätzigen Stellen verunreinigen durch Berührung sowohl von innen wie von aussen auch bei dem verschlossenen Hause.",
+ "dieses und jenes verunreinigen beim Hineinkommen. Menschen und Gegenstände, die in das Haus hineinkommen, s. weiter Mischna 9."
+ ],
+ [
+ "Wenn man [Steine] von einem verschlossenen Hause. Nach der ersten oder zweiten Woche, nachdem das Haus abgekratzt und frisch überstrichen worden ist, oder selbst während des Verschlusses (יו״ב).",
+ "und der Schaden tritt an dem Hause. Aus dem man die Steine genommen hat.",
+ "zieht man die Steine heraus. Sie werden von der Unreinheit des Hauses, aus dem sie genommen sind, mit betroffen und müssen deshalb herausgerissen werden. Vgl. oben XI, 6 die gleiche Bestimmung bei dem Kleideraussatz. Auch ר״ש und Bart., die dort מציל את המטלית lesen (s. dort Note 53), lesen hier חולץ את האבנים, weil dort der Flicken von einem Kleide genommen worden ist, das nach zweimaligem Verschluss für rein erklärt worden ist, während hier die Steine aus einem Hause genommen sind, das nochmals verschlossen werden musste.",
+ "und die Steine dienen dem zweiten Hause bei dem [Auftreten der] Zeichen. Sie müssen als frühere Bestandteile des ersten Hauses auch herausgerissen werden, da sie aber jetzt Bestandteile des zweiten Hauses geworden sind, ist durch den auf ihnen aufgetretenen Aussatz auch dieses ein aussätziges Haus geworden, und muss man deshalb so lange mit dem Herausreissen warten, bis sich die gesetzlichen Folgen, die sich daraus für dieses ergeben, entschieden haben."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Haus ein mit Aussatz behaftetes Haus. Ein verschlossenes oder ein für entschieden unrein erklärtes.",
+ "überdacht. Das aussätzige Haus steht im Innenraum eines anderen Hauses, so dass das Dach dieses Hauses auch das aussätzige Haus überdacht. Nach der Erklärung des ר״אש meint die Mischna nicht, dass das ganze aussätzige Haus von dem äusseren Hause überdacht wird, sondern nur ein Teil des Daches eines nebenstehenden Hauses sich über das aussätzige Haus hinzieht und zwar nicht über den Teil der Mauern, an dem sich der Aussatz befindet.",
+ "rein. Das aussätzige Haus verunreinigt nur den, der in es hineinkommt, nicht aber den, der mit ihm sich unter einem Dach befindet.",
+ "Elieser. Ven.: ר׳ אלעזר.",
+ "Wenn schon ein Stein. Der am Schluss der Woche aus der Mauer des verschlossenen Hauses herausgezogen worden ist, oder irgend ein Stein aus dem für entschieden unrein erklärten Hause.",
+ "von ihm beim Hineinkommen. Wenn er in ein reines Haus hineinkommt.",
+ "soll es selbst. Das ganze verschlossene oder unreine Haus.",
+ "nicht beim Hineinkommen. Da es im Innern des überdachenden Hauses steht."
+ ],
+ [
+ " Berach. 25a; Kidd. 33 b.",
+ "Steht der Unreine. Ein wegen Aussatzes Verschlossener oder für entschieden unrein Erklärter.",
+ "wird er unrein. Aus der Bestimmung (Lev. 13,46) חוץ למחנה מושכו wird geschlossen, dass jeder Ort, wo der Aussätzige sich niederlässt, als sein Aufenthaltsort betrachtet wird, und deshalb, wenn der Ort überdacht ist, alles was unter dasselbe Dach kommt, ohne von dem Aussätzigen durch eine Scheidewand geschieden zu sein, unrein wird.",
+ "Steht der Reine unter dem Baum und der Unreine geht vorüber. Durch das bloße Vorübergehen wird der Ort nicht der מושב des Aussätzigen.",
+ "ist er unrein. Durch das Stehenbleiben ist der Ort מושג des Aussätzigen geworden.",
+ "Ebenso bleibt er bei einem mit einem Aussatzschaden behafteten Stein rein. Wenn ein Reiner unter dem Baume steht und es geht jemand, der einen mit Aussatz behafteten Stein trägt, vorüber.",
+ "hat er ihn niedergelegt. Oder ist er mit dem Steine unter dem Baum stehen geblieben. Das Gleiche gilt auch für den Kleideraussatz."
+ ],
+ [
+ "der mit seinem Kopf und dem grösseren Teile seines Körpers in ein unreines. Ein verschlossenes oder für entschieden unrein erklärtes (Lev. 14,46).",
+ "und ein Unreiner. Aussätziger.",
+ "hat es unrein gemacht. Alles, was sich in dem Hause befindet, ist unrein geworden, s. VK 28.",
+ "von dem ein Stück von drei [Fingerbreiten] im Geviert. Nur ein Stück von mindestens dieser Grösse wird בגד genannt und nimmt Unreinheit an.",
+ "ist unrein geworden. Bei einem grossen בגד wird durch das Hineinkommen eines solchen Stückes des בגד das ganze בגד unrein. Macht das hineingekommene Stück den grösseren Teil des בגד aus, ist das ganze unrein, auch wenn das hineingekommene weniger als drei Fingerbreiten im Geviert ist (א״ר).",
+ "von dem auch nur. Auch wenn das hineingekommene Stück nicht der grössere Teil des בגד und nicht drei Fingerbreiten im Geviert gross ist.",
+ "hat es unrein gemacht. Aus dem Schriftwort (Num. 12,12) אל נא תהי כפת wird geschlossen, dass der Aussatz wie Toten-Unreinheit schon in Olivengrösse verunreinigt (Jebam. 103 b)."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Berach. 41 a.",
+ "jemand in ein mit Aussatz behaftetes Haus hineingeht mit seinen Kleidern. Nicht mit ihnen bekleidet, sondern zusammengelegt.",
+ "sind er und sie sofort unrein. Ebenso wie ein Mensch, der in ein aussätziges Hans hineinkommt, sofort unrein wird, wird auch jedes Gerät und Kleidungsstück, das hineingebracht wird, sofort unrein, ausgenommen Gegenstände und Kleidungsstücke, die der hineinkommende Mensch auf seinem Leibe hat, dieses werden nicht sofort unrein, s. weiter Note 66.",
+ "und hat er seine Sandalen an seinen Füssen und seine Ringe an seinen Händen. T. באצבעותיו.",
+ "und sie sind rein. Nach Lev. 14,47 werden die Kleider, die der in ein aussätziges Haus hineinkommende Mensch als Bekleidung trägt, nicht sofort, sondern erst nach der dort angedeuteten Frist unrein. Obgleich der Mensch selbst sofort unrein wird, bleiben die Kleider, die er auf sich hat, trotz der Berührung mit ihm zunächst rein, da der Mensch durch das Hineinkommen nur ראשון לטומאה wird und Geräte und Kleidungsstücke nur durch Berührung eines אב הטומאה unrein werden (s. VK 16 u. 28).",
+ "wie man ein halbes. פרם von סרס brechen, teilen=Teil, Hälfte, ist die Bezeichnung für die Hälfte eines Brotes, das für zwei Mahlzeiten ausreicht, das ist nach Raschi eines Brotes in der Grösse von 8 Eiern, nach Maim. von 6 Eiern, פרם demnach nach Raschi = 4 Eigrössen, nach Maim. = 3 Eigrössen.",
+ "Brot von Weizen. Das, weil es feiner ist, schneller verzehrt wird.",
+ "angelehnt. In Ruhe und nicht im Umherlaufen.",
+ "und mit Zukost. Mit der Zukost zusammen lässt sich das Brot schneller verzehren. לפתן urspr. wohl ein aus Rüben (לפת) zubereitetes Gemüse, das als Zukost diente, dann Zukost überhaupt."
+ ],
+ [
+ "Steht er drinnen. In dem aussätzigen Hause.",
+ "und hat seine Hand nach aussen hinaus gestreckt und seine Ringe sind an seinen Händen. An den Fingern.",
+ "wie man ein halbes Brot verzehrt. Weil die Hände zum Körper gehören und alles, was er auf dem Körper trägt, nach dieser Zeit unrein ist. Trägt er die Ringe nicht an den Händen, sondern in den Händen, sind sie sofort unrein, wie wenn auch die Hände drinnen gewesen wären (Tosefta, s. dagegen ר״ש)",
+ "Jehuda sofort unrein. Da der Körper sich draussen befindet, können die hineingekommenen Ringe nicht den Vorzug geniessen, als Bekleidung eines hineingekommenen Menschen erst nach dem Verweilen von כדי אכילת פרס unrein zu werden, sondern sie werden wie jeder andere hineingekommene Gegenstand sofort unrein.",
+ "wie man ein halbes Brot verzehrt. Da sie als Bekleidung der Hand hineingekommen sind, geniessen sie den Vorzug als Bekleidung, obwohl der Mensch, dem sie als Bekleidung dienen, gar nicht hineingekommen und gar nicht unrein geworden ist. Die hineingestreckte Hand bleibt nach Toravorschrift rein und ist nur nach rabbinischer Vorschrift unrein.",
+ "wo sein ganzer Körper unrein wird. Wenn er mit dem ganzen Körper in das aussätzige Haus hineingekommen ist.",
+ "wo nicht sein ganzer Körper unrein wird. Sondern nur die hineingestreckte Hand und auch diese nur nach rabbinischer Vorschrift.",
+ "wie man ein halbes Brot verzehrt. R. Jehuda machte dagegen geltend, dass auch die Bekleidung eines Nichtisraeliten oder eines Viehs, die selbst durch das Hineinkommen nicht unrein werden, dennoch sofort unrein wird (Tosefta)."
+ ],
+ [
+ "Betritt ein Aussätziger. Ein verschlossener oder für entschieden unrein erklärter.",
+ "sind alle Geräte. Ebenso alle Menschen und Speise und Getränke.",
+ "Nur bis zur Höhe von vier Ellen. Das ist die Höhe eines mittelgrossen Menschen mit über den Kopf ausgestreckten Armen (Tosafot Sabb. 92 a v. אשתכח). Nur Gegenstände, die in dem Raum bis zu dieser Höhe sich befinden, werden als mit dem Aussätzigen im gleichen Raume sich befindend betrachtet und deshalb durch sein Hineinkommen unrein.",
+ "Die Geräte sind sofort. Auch wenn der Aussätzige sich gar nicht darin aufgehalten hat. Nur das unter einem nicht eingezäunten Baume (oben Mischna 7) sich Befindende verunreinigt der Aussätzige erst, wenn er unter dem Baume stehen geblieben ist (s. Tosaf. Jebam. 103 b v. כיון שנכנס).",
+ "wie man eine Lampe anzündet. R. Jehuda ist der Ansicht, dass der Aussätzige durch sein Hineinkommen das Haus nur verunreinigt, wenn er es mit Erlaubnis des Hausbesitzers betritt und dieser ihn nicht wieder hinauszugehen heisst. Ist deshalb soviel Zeit vergangen, dass der Hausbesitzer sich hätte Licht machen können, ohne dass er ihn hinauszugehen geheissen hat, so wird angenommen, dass er mit seiner Erlaubnis in das Haus hineingegangen ist, und ist das Haus deshalb unrein."
+ ],
+ [
+ "macht man für ihn einen abgeteilten Raum. מחיצה = Scheidewand, dann auch der durch Scheidewände abgeteilte Raum.",
+ "zehn Faustbreiten hoch und vier Ellen breit. Und ebenso lang (Maim.), dadurch wird dieser abgetrennte Raum der מושב des Aussätzigen und werden die in dem übrigen Raume sich Aufhaltenden nicht durch ihn unrein.",
+ "er geht als erster hinein und als letzter heraus. Wenn er, um dorthin zu gelangen, durch den Synagogenraum gehen muss, denn geht er hindurch, während sich Synagogenbesucher darin befinden, würden diese durch sein Hindurchgehen unrein werden, s. Note 82. Maim. führt als Grund an, er könnte beim Hindurchgehen stehen bleiben und dadurch die dort Anwesenden verunreinigen, er scheint danach der Ansicht zu sein, dass auch in der Synagoge, wie unter einem Baume, der Aussätzige die dort Befindlichen nur dann verunreinigt, wenn er stehen geblieben ist (s. יו״ב).",
+ "was mit fest anschliessendem Deckel. S. Kelim IX Note 76.",
+ "im Totenzelte schützt. Dass es selbst und alles, was sich in ihm befindet, nicht unrein wird, s. Kelim X, 1.",
+ "was zugedeckt. Ohne צמיד פתיל.",
+ "im Totenzelte schützt. S. Ohalot V, 6.",
+ "schützt zugedeckt im mit Aussatz behaftetem Hause. Nach R. Jose ist die Aussatz-Unreinheit nicht der Toten-Unreinheit gleichzustellen, da sie nicht so schwer ist wie diese, deshalb schützt bei ihr schon das, was bei der Toten-Unreinheit erst in dem nächst leichteren Falle schützt.",
+ "im mit Aussatz behafteten Hause rein. Danach bleibt alles, was sich, wenn auch nicht zugedeckt, in einer Grube in einem aussätzigen oder von einem Aussätzigen betretenen Hause befindet, rein."
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+ ],
+ [
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+ "Man brachte eine neue. Sie durfte noch nicht gebraucht sein.",
+ "irdene Schale. פיילי gr. ϕιάλη = ein Trinkgefäss.",
+ "und tat ein Viertel [Log] Quellwasser. מים חיים wird nur solches Quellwasser genannt, das immer quillt und nie versiegt.",
+ "dann brachte man zwei in der Freiheit lebende Vögel. So nach R. Jose Hagalili (Sifra Lev. 14, 53), דרור = Freiheit. Nach der Ismael’schen Schule (Sabb. 106 b) Vögel, die sich nicht zähmen lassen, „die auch im Hause ebenso (d. h. ebenso ungezähmt) wohnen wie auf dem Felde“ (שדרה בבית כבשרה) דרור, danach zusammenhängend mit דור = wohnen. Nach יו״ב ist darunter der Sperling zu verstehen, nach Tosefta 8, 3 קיכל = ϰίχλη die Drossel, Chullin 69 a סנונית לבנה nach Raschi = die weisse Schwalbe.",
+ "er. Der Priester.",
+ "schlachtete einen davon über dem irdenen Gefäss und über dem Quellwasser. So dass das Blut in das Wasser hineinfloss.",
+ "machte eine Grube und vergrub ihn. S. Temura VII, 4.",
+ "in seinem. Des Aussätzigen.",
+ "Dann nahm er Zedernholz. S. weiter Mischna 6.",
+ "und Ysop und karmesinrote Wolle. Einen Streifen glänzend roter (שני) mit den Eiernestern des Carmesinwurms (תולעת) gefärbter Wolle.",
+ "umwickelte sie. Alle drei.",
+ "mit dem. Herabhängenden.",
+ "brachte die Spitzen der Flügel und die Spitzen des Schwanzes des zweiten an sie heran. הקיף Hifil von נקף = anreihen, heranrücken.",
+ "tauchte ein. Den Vogel mit dem Bund Zedernholz, Ysop und Wolle in das mit Wasser gemischte Blut.",
+ "auf seine Stirn. Die Vorschrift והזה על המטהר, dass das Blut auf den Aussätzigen gesprengt werden soll, will nach der einen Ansicht besagen, dass es auf die am meisten nach auswärts gewendete Fläche des Körpers zu sprengen ist, das ist die äussere Handfläche, nach der anderen auf die oberste, das ist die Stirn.",
+ "Ebenso sprengte man beim Hause auf die Oberschwelle. Die Oberschwelle beim Hause entspricht der Stirn beim Menschen. Das Dach des Hauses kommt ebenso wie der Scheitel beim Menschen nicht in Betracht, weil da das Blut für den Davorstehenden nicht so unmittelbar sichtbar ist (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "den lebenden Vogel fortfliegen zu lassen. Nachdem das Schlachten des einen Vogels und das Besprengen ausserhalb der Stadt, wo der Aussätzige sich aufhielt, vorgenommen worden war, begab sich der Priester in die Stadt zurück, um den zweiten Vogel aus der Stadt heraus fortfliegen zu lassen, s. Lev. 14, 53.",
+ "Er wandte sein Gesicht nicht nach dem Meere. Wenn die Stadt in der Nähe des Meeres gelegen war.",
+ "nicht nach der Stadt und nicht nach der Wüste. Wenn eine solche in der Nähe war.",
+ "denn es heisst. Lev. 14, 53.",
+ "Und er lasse den lebenden Vogel aus der Stadt hinaus auf das Feld. Nicht aber auf das Meer oder die Wüste.",
+ "Dann ging er daran. Er ging wieder aus der Stadt heraus zu dem Aussätzigen.",
+ "er führte ein Schermesser über seinen ganzen Körper. Überall, wo sich Haaransammlungen befinden, mit Ausnahme der bei gewöhnlicher Körperhaltung nicht sichtbaren Stellen, s. oben II, 4 (Bart. und א״ר; s. dagegen תוי״ט und Sote 16 a f.).",
+ "dann wusch. Tauchte sie in ein Tauchbad.",
+ "er seine Kleider. Obgleich die Kleider, wenn der Aussätzige sie anzog, wieder unrein wurden, da er weiter ein אב הטומאה blieb, war das Reinigen der Kleider auch bei dieser ersten Reinigung vorgeschrieben, um sie von der טומאת משכב ומושב zu reinigen, da sie nun nur noch durch die Berührung des Aussätzigen unrein werden konnten (יו״ב).",
+ "verunreinigte aber noch wie ein Kriechtier. S Kelim I Note 2.",
+ "war sieben Tage aus seinem Hause verbannt und. Das וישב מחוץ לאהלו wird im Sifra dahin gedeutet, dass ihm geschlechtlicher Umgang verboten ist. Nach א״ר (vgl. auch Moed Katan 15 b) ist darunter beides zu verstehen, das Betreten seines Hauses und der geschlechtliche Umgang."
+ ],
+ [
+ "dann wusch er seine Kleider und nahm ein Tauchbad. Lev. 14, 9.",
+ "er war wie ein am Tage Untergetauchter. Der nur Hebe und Heiliges durch Berührung verunreinigte.",
+ "und durfte Zehnt. מעשר שני.",
+ "So ergeben sich drei Reinheitsgrade. Das Reinwerden unmittelbar nach dem Tauchbad zum Geniessen von Zehnt, das nach dem Untergang der Sonne zum Geniessen von Hebe und das Dach Darbringung der Sühnopfer zum Genuss von Heiligem; das Reinwerden nach dem ersten Tauchbad (s. die vorhergehende Mischna) wird nicht mitgezählt, da er auch nach diesem Tauchbad noch ein אב הטומאה bleibt. Dagegen erklärt א״ר, dass mit den drei Reinheitsgraden das Reinwerden nach dem ersten Tauchbad, das nach dem zweiten Tauchbad und darauf erfolgtem Sonnenuntergang und das nach Darbringung der Sühnopfer gemeint ist, weil nur bei diesen drei die Schrift der Ausdruck וטהר gebraucht, nicht aber das Reinwerden für das Geniessen von Zehnt zwischen dem zweiten Tauchbad und Sonnenuntergang, das als Reinwerden in der Schrift nicht ausdrücklich bezeichnet wird. Dem entsprechend gibt es auch bei der Wöchnerin drei Reinheitsgrade, das Reinwerden für den Umgang mit dem Manne nach den ersten sieben bzw. vierzehn Tagen, das für den Genuss von Hebe nach vierzig bzw. achtzig Tagen und darauf erfolgtem Sonnenuntergang und das für den Genuss von Heiligem nach Darbringung ihrer Sühnopfer.",
+ "und [ebenso] drei Reinheitsgrade bei der Wöchnerin. Nach der ersten Erklärung in der vorhergehenden Note die gleichen wie bei dem Aussätzigen, danach aber nicht nur bei der Wöchnerin, sondern ebenso auch bei dem זב und der זבה, die auch ein Sühnopfer darbringen."
+ ],
+ [
+ "Drei. Nasir 40 a.",
+ "wurden geschoren und das Scheren war für sie ein Gebot. Dass es nur durch ein Schermesser geschehen durfte.",
+ "der Nasir. Nur das Kopfhaar.",
+ "der Aussätzige und die Leviten. Das Haar des ganzen Körpers, bei der einmaligen Weihe für ihr heiliges Amt (Num. 8, 7)."
+ ],
+ [
+ "Wuchs und Wert einander gleichen und gleichzeitig angeschafft werden. S. Joma VI, 1.",
+ "Hatte man den einen geschlachtet. Selbst wenn man den einen schon geschlachtet hat, kann man zu dem zweiten noch einen anderen hinzukaufen, ebenso aber auch, wenn man schon vor dem Schlachten den Irrtum bemerkt hat, da sich der Irrtum erst nach der Anschaffung herausgestellt hat, gilt es als ein בדיעבד und stört deshalb die nicht gleichzeitige Anschaffung nicht.",
+ "und den ersten. Den geschlachteten.",
+ "durfte man geniessen. Er ist durch das Schlachten nicht für den Genuss verboten geworden, weil er von vorneherein nicht dafür geeignet war (s. Kidduschin 57 a).",
+ "Hatte man ihn geschlachtet und er war als trefa. Die Bezeichnung חיות טהורות (Lev. 14, 4) besagt, dass die Vögel gesund, unverstümmelt und zum Genuss erlaubt sein müssen (s. Chullin 140 a).",
+ "und von dem ersten war die Nutzniessung erlaubt. Da der Vogel nicht für seinen Zweck geeignet war, ist er durch das Schlachten nicht verboten geworden.",
+ "War das Blut verschüttet worden. Bevor damit die Sprengungen ausgeführt worden sind.",
+ "musste der zum Fortfliegen bestimmte umkommen. Da der geschlachtete Vogel für seinen Zweck geeignet war, ist durch sein Schlachten sowohl er selbst wie der zweite Vogel für jeden anderen Gebrauch verboten geworden, dieser darf deshalb auch nicht mehr zusammen mit einem Ersatz für den ersten verwendet werden (תרע״א). Der durch das Schlachten des ersten verboten gewordene zweite Vogel wird erst, nachdem man ihn hat fortfliegen lassen, wieder erlaubt (vgl. Kiddusch. 57 a).",
+ "War der zum Fortfliegen bestimmte umgekommen. Nachdem der erste Vogel geschlachtet und bevor das Blut gesprengt worden war. War dagegen das Blut bereits gesprengt, war der Pflicht genügt, auch wenn man den zweiten Vogel nicht mehr fortfliegen lassen konnte (ראב״ד zu הלכות מו״צ XI, 4).",
+ "wurde das Blut fortgegossen. Und musste ein neues Vogelpaar genommen werden."
+ ],
+ [
+ "dass es eine Elle lang und so dick wie die Viertel-Dicke eines Bettstellen-Fusses. Der wohl gewöhnlich die gleiche Dicke hatte.",
+ "ein [Fuss] in zwei [Teile gespalten] und diese zwei in vier. Das soll wohl heissen: nicht so dick wie ein Viertel der Fusslänge, sondern wie die Fussdicke, wenn durch Spalten der Dicke der eine Fuss in vier gespalten worden ist.",
+ "nicht Stibiam-Ysop. Nach der bläulichen Farbe so benannt, כוחל arab. كخل = Stibium, Augenschminke.",
+ "der einen Beinamen hat. Nach Nidda 26 a musste der Ysop mindestens eine Handbreite lang sein, nach Joma 42 a der Streifen Wolle das Gewicht eines Schekel haben."
+ ],
+ [
+ "ein Sündopfertier. Ein weibliches Schaf.",
+ "ein Schuldopfertier. Ein männliches Schaf.",
+ "und ein Ganzopfertier. Ein männliches Schaf.",
+ "der Bedürftige brachte einen Sündopfervogel und einen Ganzopfervogel. Als Schuldopfer dagegen ebenso wie der Bemittelte ein männliches Schaf."
+ ],
+ [
+ "Er. Der Aussätzige.",
+ "trat an das Schuldopfer heran. Nach der Tosefta trat der Priester mit dem Opfertier an das Nikanor-Tor, der Aussätzige, der vorher nochmals ein Tauchbad genommen hatte, blieb ausserhalb des Tores stehen, weil er das Heiligtum noch nicht betreten durfte, er streckte nur seine Hände hinein und vollzog mit dem Priester gemeinsam an dem Opfer die Schwingung, dann stützte er seine Hände auf das Opfer, und dann wurde dieses nach innen geführt und geschlachtet. Nach Maim. (הלכות מחוס׳ כפ׳ IV, 2) wurde die Schwingung von dem Priester allein vollzogen; nach מ״א fand das Aufstützen der Hände ausserhalb des Heiligtums statt, weshalb die Mischna das Tauchbad des Aussätzigen und sein Herantreten an das Nikanor-Tor auch erst nach dem Schlachten des Opfers erwähnt.",
+ "ging. Nachdem das Blut an den Altar gesprengt war.",
+ "Der Aussätzige nahm ein Tauchbad in der Aussätzigen-Kammer. S. Middot II Note 46.",
+ "und ging und stellte sich an das Nikanor-Tor. Nach der ersten Auslegung in Note 54 ist dieser Absatz der Mischna als Plusqpf. aufzufassen.",
+ "Er brauchte kein Tauchbad zu nehmen. Da er bereits am vorhergehenden Tage ein Tauchbad genommen hatte, s. oben Mischna 3. Nach der anderen Ansicht musste er trotzdem nochmals ein Tauchbad nehmen, weil er während der Zeit seiner Unreinheit nicht gewohnt war, sich vor Berührung mit Unreinem in Acht zu nehmen, und deshalb zu befürchten war, dass er inzwischen aus Unachtsamkeit sich wieder verunreinigt hatte. Allerdings würde in diesem Falle er auch durch das Tauchbad noch nicht rein werden, da er ja immer noch ein טבול יום wäre, immerhin sollte er soweit möglich sich von einer ihm etwa anhaftenden Unreinheit zu befreien suchen."
+ ],
+ [
+ "Er streckte seinen Kopf nach innen hinein. Der Aussätzige darf das Heiligtum nicht betreten, so lange seine Sühnopfer noch nicht dargebracht sind, und das Blut darf nicht aus dem Heiligtum herauskommen, da es dadurch untauglich würde, deshalb muss der Aussätzige draussen bleiben und nur die betreffenden Körperteile hineinstrecken. Allerdings ist für den Unreinen auch das Hineinstrecken einzelner Körperteile verboten (ביאה במקצת שמה ביאה), da es anders aber unmöglich ist, die Tora-Vorschrift zu erfüllen, fällt in diesem Falle das Verbot weg (עשה דחי לא תעשה). Nach Ansicht von Maim. ist das Verbot von ביאה במקצת nur ein rabbinisches Verbot.",
+ "und man gab [von dem Blute] auf den Knorpel. Nach den meisten Erklären der mittlere Teil des Ohres, nach Kimchi im ס׳ השרשים das Ohrläppchen.",
+ "seines Ohres. des rechten.",
+ "seine Hand. des rechten.",
+ "seinen Fuss. des rechten.",
+ "Er streckte alle drei zugleich hinein. Da auf diese Weise das doch eigentlich entgegenstehende Verbot nur ein Mal übertreten zu werden braucht (מ״א).",
+ "kein rechtes. Das ימנית ist wohl auch auf בהן יד und בהן רגל zu beziehen.",
+ "konnte er niemals wieder rein werden. Nach ר״ש und Bart. jedoch nur in dem Falle, wenn er beim Eintritt in die Reinigung die Glieder noch hatte, hatten sie ihm dagegen auch vorher schon gefehlt, treten die betreffenden Körperstellen für sie ein",
+ "hat man auch dem Gebot genügt. Deshalb gab man es, wenn die Glieder auf der rechten Seite fehlten, nicht auf die betreffenden Körperstellen der rechten Seite, sondern auf die Glieder der linken Seite. Dagegen hat man bei Vorhandensein der Glieder auf der rechten Seite auch nach R. Simon der Pflicht nicht genügt, wenn man das Blut auf die der linken Seite gegeben hat (vgl. Menachot 10 a und b). So liest auch der Talmud Sanh. 45 b und 88 a: נותן על של שמאל ויוצא, ebenso Nasir 46 mit Umstellung der Tradenten: יניח על של שמאל ויצא, wonach sich der Ausspruch des R. Simon ebenso wie das נותן des R. Elieser nur auf den angegebenen Fall bezieht."
+ ],
+ [
+ "Dann nahm er. Der Priester, der mit dem Schuldopfer und dem Log Öl die Schwingung ausgeführt und das Schuldopfer dargebracht hatte (Lev. 14, 12).",
+ "von dem Log Öl und goss davon. Er goss nur soviel davon ab, wie zu den nachfolgenden Handlungen gebraucht wurde.",
+ "in die Hand. Die linke.",
+ "eines anderen. Weil es (Lev. 14, 15) nicht heisst: על כפו השמאלית sondern על כף הכהן השמאלית.",
+ "Er. Der Priester, der mit dem Schuldopfer und dem Log Öl die Schwingung ausgeführt und das Schuldopfer dargebracht hatte (Lev. 14, 12).",
+ "tauchte ein. Seinen rechten Zeigefinger in das in die linke Hand gegossene Blut.",
+ "und sprengte siebenmal nach der Richtung. Das לפני ה׳ (Lev. 14, 16) wird dahin gedeutet, dass der Priester das Antlitz dem Allerheiligsten zuwenden muss, wenn er die Sprengungen vornimmt, nicht dass er das Öl in das Heiligtum hineinbringt, sondern er bleibt im Vorhof stehen und sprengt das Öl auf den Fussboden der עזרה.",
+ "zu jeder Sprengung tauchte er wieder ein. Seinen Finger.",
+ "denn so heisst es. Lev. 14, 28.",
+ "ihn zu sühnen. Lev. 14, 18 und 29.",
+ "Akiba. Er bezieht das לכפר und וכפר in den Versen 18 und 29 auf das vorangehende Giessen des Öls auf den Kopf des Aussätzigen.",
+ "was von der Vorschrift Zurückbleiben kann. Über den Ausdruck שירי מצוה s. Menach. IX Note 67.",
+ "die Sühne ist vollzogen. Er bezieht das לכפר und וכפר auf das dargebrachte Schuldopfer.",
+ "muss er von neuem ein anderes bringen. Er hat nicht alles zur Sühne Vorgeschriebene richtig vollzogen.",
+ "Akiba. Nach der Vorschrift (Lev. 14, 15): ולקח הכהן מלוג השמן ויצק muss bei den nachfolgenden Handlungen noch das volle Log Öl vorhanden sein, das hierfür bestimmt worden war, ist dieses nicht der Fall, so ist auch das noch vorhandene Öl für den weiteren Gebrauch untauglich. Nach R. Akiba wird jedoch erst beim Abgiessen das gesamte Öl für die nachfolgenden Handlungen zu einem zusammengehörenden Ganzen verbunden, so dass, wenn danach etwas von dem Öl abhanden kommt, so dass nicht mehr das volle Log da ist, auch das noch vorhandene Öl untauglich wird, weil es nicht das vorgeschriebene Mass enthält (יציקה קבעה לה s. Raschi Menach. 9 a קמיצה קבעה לה). Ist dagegen das Öl vor dem Abgiessen weniger als ein Log geworden, ist dadurch das zurückgebliebene Öl nicht untauglich geworden, sondern es darf durch Zugiessen wieder zu einem Log aufgefüllt werden. Allerdings muss mit dem aufgefüllten Log die vorher vorgenommene Schwingung nochmals wiederholt werden (יו״ב).",
+ "bevor er davon [auf den Aussätzigen. Die bereits ausgeführten Handlungen braucht er aber nicht nochmals vorzunehmen (s. Joma 61 a)."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Arachin 17 b.",
+ "und er ist. Bevor alle Opfer dargebracht worden.",
+ "reich. Unter einem reichen Aussätzigen versteht man den, der die Mittel hat, die drei vorgeschriebenen Tieropfer darzubringen. Reichen ihm hierzu die Mittel nicht, so hat er nur als Schuldopfer ein Lamm darzubringen, als Sündopfer und als Ganzopfer je eine junge Taube oder Turteltaube.",
+ "richtet es sich immer nach dem Sündopfer. Das Schuldopfer wurde zuerst dargebracht, dann das Sündopfer und dann das Ganzopfer. War er zur Zeit, als das Sündopfer dargebracht wurde, bemittelt und ist dann verarmt, muss er doch als Ganzopfer ein Schaf darbringen, war er, als das Sündopfer dargebracht wurde, unbemittelt und hat er deshalb als solches eine Taube dargebracht, und er ist dann bemittelt geworden, bringt er doch als Ganzopfer nur eine Taube dar. Nach R. Simon ist die Darbringung des Sündopfers massgebend, weil nur darin und in der des Ganzopfers sich der Arme von dem Reichen unterscheidet, nach R. Jehuda die des Schuldopfers, weil damit seine Reinigung beginnt."
+ ],
+ [
+ "Ein. Keretot 28 a.",
+ "der das Opfer eines reichen dargebracht hat. Indem er die dazu erforderlichen Mittel sich geborgt oder anderweitig verschafft hat.",
+ "hat seiner Pflicht genügt. Es ist ihm auch von vorneherein gestattet, es darzubringen.",
+ "Es darf jemand für. על ידי = für, anstatt, vgl. das aram. איידי.",
+ "seinen Sklaven und seine Sklavin. Die alle kein eigenes Vermögen haben und von ihm unterhalten werden.",
+ "das Opfer eines Armen bringen. Obgleich er selbst vermögend ist und für sich selbst das Opfer eines Vermögenden darbringen müsste.",
+ "und sie dann Opferfleisch. Das sie vor Darbringung ihres Sühnopfers nicht essen dürfen.",
+ "Auch für seine Frau muss er. Der Vermögende, wie für sich selbst.",
+ "das Opfer eines Reichen bringen. Wenn sie selbst auch kein Vermögen hat.",
+ "das sie zu bringen hat. Nach Maim. und Bart. gilt dies für alle Opfer, die sie zu bringen hat, mit Ausnähme solcher, die sie freiwillig zu bringen gelobt hat, nach ר״ש gilt dieses auch nicht für Opfer, die sie für begangene Sünden zu bringen hat."
+ ],
+ [
+ "Sind die Opfertiere von zwei Aussätzigen unter einander geraten. Jeder der beiden Aussätzigen hat ein männliches Schaf als Schuldopfer und eines als Ganzopfer und ein weibliches als Sündopfer hingebracht, man weiss aber nicht mehr, welches von den zwei Schuldopfertieren und welches von den zwei Ganzopfertieren und welches von den zwei Sündopfertieren dem einen gehört und welches dem anderen.",
+ "und man hat das Opfer von einem von ihnen dargebracht. Man hat von den drei Paaren je eines dargebracht mit der Bestimmung, dass es für denjenigen als Opfer gelten soll, dem es gehört, um danach die drei anderen mit der gleichen Bestimmung darzubringen.",
+ "und dann ist einer von ihnen gestorben. So dass die drei zurückgebliebenen Opfer nicht mehr mit der obigen Bestimmung dargebracht werden können, da es ja vielleicht gerade die Opfer des Gestorbenen sind und nur das Ganzopfer eines Gestorbenen auch nach seinem Tode dargebracht werden darf (s. Kinnim II, 5), nicht aber sein Sündopfer und sein Schuldopfer, sondern das Sündopfer muss man umkommen lassen (s. Temura IV, 1) und das Schuldopfer weiden lassen, bis es einen Leibesfehler bekommt, dann es verkaufen und den Erlös in die Spendenbüchse tun (s. Temura III, 3). Der Überlebende kann aber auch Dicht zwei andere Tiere nehmen und sie als sein Sündopfer und sein Schuldopfer darbringen, da vielleicht die bereits dargebrachten Tiere die seinen gewesen sind, er demnach bereits seine Opfer dargebracht hat, und er damit gegen das Verbot verstossen würde, Nichtheiliges im Heiligtum darzubringen. So hätte der Überlebende gar keine Möglichkeit, durch Darbringung der vorgeschriebenen Opfer sich von seiner Unreinheit zu reinigen; so erklärt יו״ב die Mischna. Nach ר״ש, Maim. und Bart. handelt es sich in der Mischna nur um die Frage der Darbringung des Sündopfers. Von den untereinander geratenen Tieren der beiden Aussätzigen ist das eine der beiden Sündopfertiere bereits dargebracht worden, bevor der eine von ihnen gestorben ist (dafür spricht das קרב קרבנו im Singular), und es handelt sich nur um die Frage, wie der Überlebende sich der Pflicht der Darbringung seines Sündopfers entledigen kann. Um das Ganzopfer handelt es sich nicht, weil dieses, wie oben schon erwähnt, auch für einen bereits Gestorbenen dargebracht werden darf, und auch um das Schuldopfer nicht, entweder weil, wie Maim. (הלכות נזירות X, 8) entscheidet, die Nichtdarbringung des Schuldopfers die Reinigung des Aussätzigen nicht hindert, oder weil in einem solchen Falle ausnahmsweise auch das Schuldopfer mit der Bestimmung dargebracht werden darf, dass im Falle das Schuldopfer des Darbringenden bereits dargebracht worden ist, es als freiwilliges Friedensopfer gelten soll, weil für das Schuldopfer die gleichen Blutsprengungen wie für das Friedensopfer vorgeschrieben sind, während bei einem Sündopfer eine solche Bestimmung nicht angängig ist, weil bei diesem die Blutsprengungen anders sind als beim Friedensopfer (vgl. Nidda 70 a).",
+ "Josua befragt. Nidda 69 b.",
+ "Er verschreibe sein Vermögen einem anderen. Mit der Vereinbarung, dass er es ihm nach seiner Reinigung wieder zurückschenkt, so dass er in der Zwischenzeit unbemittelt ist.",
+ "und bringe dann das Armen-Opfer. Er bringt für den Fall, dass die bereits dargebrachten Opfer nicht die seinen waren, jetzt, da er unbemittelt ist, eine Taube als Sündopfer dar, das darf er, trotzdem er vielleicht durch das dargebrachte Sündopfer bereits seiner Pflicht genügt hat, weil ein Vogel-Sündopfer auch in einem Zweifelsfall dargebracht werden darf (s. Nasir 29 a). Als Schuldopfer und als Ganzopfer kann er, wie am Schluss von Note 96 ausgeführt, die zurückgebliebenen Tiere darbringen; dass er jetzt ein Armer ist, stört nicht, da ein Armer auch mit den für den Reichen vorgeschriebenen Opfern seiner Pflicht genügt."
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+ "\nVorbemerkungen.\n(Diese Vorbemerkungen werden mit VN bezeichnet werden)\n1) Es gibt dreierlei Aussatzschäden: a) Aussatz am Menschen (נגעי אדם). b) Aussatz an Kleidern (נגעי נגדים). c) Aussatz an Häusern (נגעי בתים). Bei jedem נגע ist zu unterscheiden zwischen dem eingeschlossenen (מוסגר) und dem endgültig entschieden für unrein erklärten (מוחלט).\n2) Sobald bei einem Menschen (ebenso beim Kleid und Haus) ein Zeichen des Aussatzes sichtbar wird, muss er Y0r den Priester gebracht werden, der entweder durch eigene Kenntnis des Gesetzes oder auf Grund der Belehrung durch einen Gesetzeskundigen den Aussätzigen für rein oder unrein oder der Einschliessung bedürftig erklärt.\n3) Beim Menschen gibt es folgende Aussatzarten: a) Der gewöhnliche Aussatz an der glatten Haut (עור בשר). b) Der Aussatz infolge einer Entzündung (שחין), oder eines Brandgeschwürs (מכוה). c) Der Aussatz an behaarten Stellen des Kopfes und Bartes (נתק). d) Der Aussatz auf einer Glatze des Kopfes, und zwar entweder auf der Vorderseite desselben (נכחת) oder auf der Hinterseite (קרחת). e) Die dunke lfarbigen Flecke an unbehaarten Stellen der Haut (בהק), welche rein sind.\n4) Der Aussatzschaden ist nur unrein, wenn er die Grösse einer halben (kilikischen) Bohne hat (damit ist einer der zwei zusammengewachsenen Teile der Bohne verstanden). Diese Grösse wird גויס genannt und wird in 6,1 genauer bestimmt.\n5) Unter נגע עור בשר versteht man gewisse Flecken, die an der glatten Haut entstehen. Es gibt hierbei vier verschiedene weisse Aussatzfarben, welche Unreinheit bewirken können: a) glänzend weise wie Schnee (בהרת). b) wollweiss (שאח, nach den חכמים). Diese beiden Farben werden אכוח (Hauptschäden) genannt. c) kalkweiss, Dies ist eine Nebenart (תולדה) von נדרת. d) eihäutchenweiss (כקרום ביצה) ; dies ist (nach den חכמים) eine Nebenart von שאת. Die letzten beiden Nebenarten werden in der Thora (Lev. 13,2) als ספחת bezeichnet.\n6) Jede der genannten 4 weissen Farben kann auch mit Rot gemischt sein. Eine solche weisse, ins Rote spielende Farbe wird in der Mischna פתוך (Gemischtes) genannt.\n7) Eine Hautentzündung (שחין) kann entweder von innen heraus oder durch einen Schlag entstehen. Entsteht eine Hautentzündung durch Feuer oder durch etwas, das vom Feuer erhitzt wurde (האור תולדת), so heisst sie מכוה (ein Brandgeschwür). Solange die Heilung des שהין noch nicht begonnen, heisst die Entzündung שחין המורד (der sich empörende, d. h. der Heilung noch widerstrebende שחין). An einem solchen kann kein unreiner נגע entstehen. 1st wieder die Entzündung ganz geheilt und veinarbt (צלקת), so wird ein dort entstdener נגע wie ein ננע עור נשר betrachtet. Die Vorschriften über Entzündungen gelten nur für den Zustand der begonnenen, aber noch nicht vollendeten Heilung, indem sich statt der durch die Entzündung zerstörten Haut eine neue feine Haut, wie die Schale des Knoblauehs (השום כקליפת), gebildet hat.\n8) Der Haar-Aussatz (נתק) oder der Aussatz-Schaden am Kopfe oder am Barte zeigt sich zunächst durch Ausfallen des Haares an einer Stelle von der Grösse eines נרים (VN 4). Nach Maimonides wird der blosse Haarausfall נגע genannt, und es bedarf gar keiner Farben-Veränderung. Nach Ramban dagogen muss ausserdem diese Stelle eine andere Farbe als seine Umgebung haben. Jedenfalls aber ist hier nicht eine der 4 Farben, die bei נגעי עור בשר vorkommen, erforderlich, um den Verdacht des Aussatzes zu erregen; dies gibt auch Ramban zu.\n9) Vom Kahlkopf (sowohl am Vorderhaupte als am Hinterhaupte) sagt die Thora (Lev. 13,40—43): er ist rein, d. b. selbst wenn die Farbe etwas verändert ist., wird es nicht als נתק angesehen; vielmehr hat der Kahlkopf den gesetzlichen Charakter von עור בשר insofern, dass er nur durch einen נגע in einer der 4 Farben oder deren Mischung (VN 5—6) unrein macht.\n10) Hiernach muss zwischen נתק einerseits und קרחת וגבהת andererseits ein Unterschied bestehen. Nach ראב״ד (Comment. zum Sifra) ist נתק eine vereinzelte kable Stelle in der Mitte des Hauptes, die rinsgsum von Haarwuchs umgeben ist, קרחת oder גבהת bezeichnet dagegen den ganz kahl gewordenen Hinter- oder Vorderkopf. Jedoch ר״ש zu Negaïm 10,10 meint, קרהת oder גבחת bezeichnet einen unheilbaren Kahlkopf, dessen Haare nie wieder wachsen, נתק aber ein temporäres Ausfallen der Haare. Ramban will diese Ansicht im Stamme נתק finden, der „reissen, trennen“ bedeutet, während der beim Kahlköpf gebrauchte Ausdruck מרט ein gänzliches Ausfallen bezeichnet. Indessen ist nach Maim. (טומאת צרעת 5,8) auch der als קרח zu betrachten, dem durch eine Krankheit oder durch eine Salbe das Haupthaar ausgefallen, selbst wenn das Haar wieder wachsen kann (vgl. m. Comment. zu Lev. I 381).\n11) Unter נהק (reine Flecken) sind dunkelweisse Flecken an der glatten Haut (עור כשר) zu verstehen, die weniger weiss sind als das Eihäutchen (s. oben Nr. 5).\n12) Die Aussatzschäden an der Haut des Fleisches machen den Menschen erst dann endgültig unrein (מוחלט), wenn bei ihnen eines der Unreinheitszeichen (םימני טימאה) sich zeigt. Diese sind: a) Weisses Haar שער לבן (mindestens 2 Haare); b) Eine Stelle gesunden Fleisches (מחיה), die allseitig vom נגע umgeben (מבוצר, eingeschlossen) ist; c) Die Ausbreitung (פסיון), d. h. dass der נגע grösser geworden ist, als er bei der früheren Besichtigung war. Selbstverständlich kann bei der ersten Besichtigung von םסיון nicht die Rede sein.\n13) Beim נתק (Nr. 8) ist nicht weisses Haar, sondern statt dessen goldgelbes Haar, שער צהוב (mindestens zwei Haare) ein Unreinheitszeichen. Ferner unterscheidet sich נתק von den andern Aussatzschäden dadurch, dass es dabei auch ein Reinheitszeichen (סימן טהרה) gibt, und wenn dieses vorbanden ist, schaden die Unreinheitszeichen nicht. Dieses Reinheitszeichen ist schwarzes Haar, שער שחור (mindestens zwei Haare), und wenn der Priester solches im נתק findet, kann er ihn sofort für rein erklären. Nach Sifra ist nicht gerade schwarzes Haar nötig, sondern jedes Haar, das nicht goldgelb ist, heisst hier שחור.\n14) Ein נגע עור בשר wird מוחלט bei jedem der 3 in Nr. 12 genannten Unreinheitszeichen; שחין oder מכוה nur durch שער לבן oder נתק ; פסיון endlich nur durch שער צהוב oder פסיון, die קרחת ונכחת nur durch מחיה oder פסיון.\n15) Wenn ein נגע עור בשר vor den Priester kommt (Nr. 2) und dieser darin eines der 2 Unreinheitszeichen, שער לבן oder מחיה, sieht, so erklärt er ihn für unrein, wo aber nicht, so erfolgt eine Einschliessung (הסגר) auf 7 Tage, nach welcher Zeit auch פסיון (Nr. 12 c) als Zeichen der Unreinheit gilt. Ist auch jetzt kein Unreinheitszeichen sichtbar, so erfolgt eine fernere siebentägige Einschliessung. Der siebente Tag wird hierbei mitgerechnet, sodass die Einschliessung im ganzen 13 Tage währt. Der Eingeschlossene wird für rein erklärt, wenn der נגע nach der erstmaligen Einschliessung kleiner als ein גריס (Nr. 4) geworden ist, oder wenn derselbe nach zweimaliger Einschliessung wenigstens sich nicht ausgebreitet hat, sondern in seiner ursprünglichen Grösse geblieben ist, vorausgesetzt, dass niemals שער לבן oder מחיה sich gezeigt hat.\n16) Unter Einschliessung (הסגר) ist nicht zu verstehen, dass der Aussätzige in einem Hause eingeschlossen bleibe und dasselbe nicht verlasse; vielmehr hat der Priester nur dem Aussätzigen zu sagen: הרי אתה מוסגר (Du bist unter Verschluss), und, wenn der Aussätzige in einer mit einer Mauer umgebenen Stadt wohnt, ihn ausserhalb der Stadt zu senden (Kelim 1, 7), um da während der ganzen Zeit des Verschlusses einsam zu verbleiben (vgl. משנה למלך ה׳ צרעת 14,5).\n17) In dieser Beziehung sowie bezüglich der Verunreinigung ist der מוסגר vollständig dem מוחלט gleich. Der Unterschied zwischen beiden besteht bloss darin, dass der מוחלט sein Haar wild wachsen lassen und seine Kleider einreissen muss (Lev. 13, 45) und, nachdem er geheilt ist, sich den in Lev. 14, 1 ff. gegebenen Vorschriften zu unterziehen hat, wozu der מוסנר nicht verpflichtet ist.\n18) Der Aussätzige verunreinigt durch „Hineinkommen“ (ביאה), vgl. VK 28. Ein Aussätziger verunreinigt ferner durch Berühren und Tragen (במגע ובמשא), und auch sein Lager und sein Sitz (ומושב משכב) sind unrein; nach Maimonides ein אב הטומאה, wie bei זב (VK 29—31), nach Andern nur ראשון לטומאה (vgl. Maim. צרעת 10,11 und מל״ם das.).\n19) Ein iufolge eines סימן טומאה (Nr. 12) entschieden für unrein Erklärter (מוחלט) kann nur rein gesprochen werden, wenn entweder der סימן טומאה geschwunden, oder der נגע kleiner als ein גרים, oder dunkler als קרום ביצה (Nr. 4 u. 5 vgl. Nr. 11) geworden ist, oder endlich, wenn der Aussatz die ganze Haut bedeckt (פרח בכולו, Lev. 13, 12).\n20) שחין und מכוה (Nr. 7) ist dadurch unterschieden von andern Aussatzschäden, dass dabei nur eine einmalige siebentägige Einschliessung stattfindet, und wenn nach diesen 7 Tagen kein Unreinheitszeichen (Nr. 14) sichtbar ist, erfolgt die Reinsprechung.\n21) Bei נתק (Nr. 8) wird nach der ersten siebentägigen Einschliessung, falls sich kein םימן טימאה (Nr. 14) vorfindet, vor der zweiten siebentätigen Einschliessung גלוח (das Scheren) vorgenommen, indem das ganze Haupthaar abgeschoren und 2 Haare rings um den נתק stehen gelassen werden. Dieses Scheren braucht nicht der Priester zu besorgen, sondern es kann von jedermann vollzogen worden. Auch ist hierzu kein Schermesser (תער) nötig; es kann vielmehr mit jedem beliebigen Instrument geschehen.\n22) Der מוסגר bedarf nach seiner Reinsprechung bloss der טבילה (VK 9). Dagegen muss der מוחלט, nachdem er rein gesprochen worden (Nr. 19), sich noch den Reinigungsvorschriften unterziehen, welche in Negaïm Abschnitt XIII dargestellt sind.\n23) Den Vorschriften über Kleider-Aussatz (נגעי בגדים) unterliegen alle weissen Kleider oder Geräte aus Schafwolle oder Leinen, ferner weisses Zettel- oder Einschlaggarn aus diesen beiden Stoffen, endlich alle Geräte aus gegerbtem Fell, auch wenn es gefärbt ist.\n24) Beim Kleider-Aussatz werden in der Thora nur zwei Farben genannt: ירקרק und אדמדם. Ersteres ist nach der Mischna (11,4) ירקרק שבירוקים, was nach Tosefta 1,5 entweder „glänzendes Grün“ (wie eine Pfauenfeder) oder (nach einer andern Ansicht) „wacbsgelb“ bedeutet. אדמדם ist Dach Miscbna אדמדם שבאדומים, d. h. (nach Tos.) „Karmesinrot“. Ein Fleck von einer dieser beiden Farben (oder von beiden zugleich) in der Grösse eines גרים in den oben genannten Kleidern oder Stoffen gilt als נגע, infolge dessen der Priester das Objekt auf 7 Tage einscbliesst, d. h. unter Verschluss befindlich erklärt (Nr. 16).\n25) Zeigt sich am siebenten Tage: 1. Dass die Farbe des נגע nicht dunkel geworden und 2. dass der נגע sich im Kleide weiter ausgebreitet hat, so ist es entschieden unrein (מוחלט) und muss verbrannt werden. Ist die Farbe sehr dunkel geworden und der נגע hat sich nicht ausgebreitet, so wird es für rein erklärt und bedarf nur der טבילה. Ist jedoch zwar die Farbe nicht dunkel geworden, der נגע hat sich aber nicht ausgebreitet, oder es hat sich zwar der נגע ausgebreitet, aber die Farbe ist dunkel geworden, so wird das Kleid gewaschen und noch einmal auf 7 Tage (zusammen 13 Tage, Nr. 15) eingeschlossen. So nach Maimonides.\n26) Ist am 13. Tage nach der zweiten Einschliessung alles beim Alten geblieben, so ist das Kleid unrein und mues verbrannt werden. Nur wenn der נגע eine reine Farbe bekommen (er ist nicht grün und nicht rot), ist das Kleid rein und bedarf nur der טבילה. Ist aber die Farbe des נגע bloss dunkler geworden, so wird das Stück, woran der נגע ist, herausgerissen (und verbrannt) und an dessen Stelle ein Fleck (מטליח) eingesetzt. Das Kleid ist dann nach der טבילה rein. Hat sich aber nach der Reinsprechung wieder eine der נגע - Farben gezeigt, so wird das Kleid verbrannt.\n27) Ein aussätziges Kleid (sowohl מוהלט als מוסגר) verunreinigt ebenso, wie ein aussätziger Mensch (Nr. 18). Es muss ebenfalls, auch als מוסגר, ausserhalb der Stadt bleiben, ja sogar in Städten, die nicht von einor Mauer umgeben sind, aus denen der aussätzige Mensch nicht verwiesen wird (Tosefta 7, 14).\n28) Beim aussätzigen Hause sind die Unreinheitsfarben ירקרק und אדמדם wie beim Kleide (Nr. 24). Hierbei wird aber noch die Bestimmung hinzugefügt: שקערורות (Lev. 14,37), was nach Sifra „tiefscheinend“ (שוקעות במראיהן) bedeutet. Das gesetzliche Quantum (שיעור) des נגע ist beim Hause doppelt so gross, als bei den andern Aussatzschäden, nämlich 2 גרים lang und 1 גרים breit.\n29) Nur die Häuser der Israeliten im Lande Israel, die viereckig sind, aus Steinen, Erde und Holz bestehen, mindestens 4 Ellen lang und 4 Ellen breit sind, unterliegen den Vorschriften über בתים נגעי. Nur an der Wand, und zwar an deren inneren Seite ist ein נגע am Hause verunreinigend.\n30) Nachdem der Priester einen נגע an einem Hause wahrgenommen, erfolgt eine Verschliessung auf 7 Tage. Nach Raschi und ר״ש muss hier die Türe des Hauses tatsächlich verschlossen werden. Dagegen meint משנה למלך (zu ה׳ צרעת 14,5), dass nach Maimón, bloss mündlich das Haus unter Verschluss befindlich erklärt wird, wie oben Nr. 16.\n31) Es gibt bei den נגעי בתים 10 verschiedene Fälle. Nach der ersten Verschliessung gibt es nämlich 4 Eventualitäten:\n1) כהה, der Fleck ist dunkel geworden, sodass er eine unschädliche Farbe (מראה כשר) erhalten hat;\n2) הלך לו, er ist entweder ganz geschwunden, oder es ist weniger als ein שיעור (Nr. 28) davon geblieben. In diesen beiden Fällen gilt die Bestimmung: קולפו והוא טהור, man schält den Ort des נגע ab, und das Haus ist rein.\n3) עמר בעיניו, er ist in seiner Gestalt geblieben, dann wird das Haus verschlossen (מסגיר).\n4) פשה, wenn der Schaden sich vergrössert hat, dann gilt die Bestimmung: חולץ וקיצה וטח ומסגיר, der schadhafte Stein (resp. die Steine) wird herausgezogen, rings um den Stein wird abgekratzt, und nachdem die Steine durch andere ersetzt worden, wird die Stelle mit neuer Erde bekleidet. Darauf ־wird das Haus wieder auf 7 Tage (der siebente der ersten 7 wird auch zu den zweiten 7 Tagen gezählt) verschlossen. In diesem 4. Falle kann der Ausgang nach der zweiten Verschliessung ein zweifacher sein:\na) חזר, der Aussatz kehrt zurück; dann muss das Haus niedergerissen werden (נותץ),\nb) לא חזר, der Aussatz kehrt nicht wieder; dann wird das Haus durch Vögol entsündigt (טעון צפרים), nach Lev. 14, 49—53 und ist rein.\nDer 3. Fall kann 6 Ausgänge haben:\n3a) Dass nach der zweiten Verschliessung der Schaden כהה (Nr. 1) wird;\n3b) dass er schwindet (הולך). In diesen beiden Fällen gilt die Bestimmung: קולפו וטעון צפרים (2 und 4b).\n3c) Bleibt es nach dem zweiten חסנר in seiner Gestalt (עומד בעיניו), so ist man חולץ וקוצה וטח (4) und verschliesst zum dritten Male auf 7 Tage. Die 3 Verscbliessungen dauern nur 19 Tage, da der siebente und 13. Tag doppelt gezählt werden. Am 19. Tag erfolgt:\nα) חזר, wenn der Schaden wiederkehrt, נתיצה (Niederreissen des Hauses);\nβ) kehrt er nicht wieder (לא חזר), Entsüudigung des Hauees durch צפרים (4b).\n3d) Hat sich der נגע nach der zweiten Verschliessung ausgebreitet (פשה), so ist man ebenfalls חולץ וקוצה וטח und zum dritten Male מסגיר, wie bei 3c, und nach dem 3. הסגר erfolgt:\nα) נתיצה, wenn חזר,\nβ) Entsündigung durch צפרים, wenn לא חזר (wie bei 3 c).\n32) Ein aussätziges Haus (sowohl מוסגר als מוחלט) verunreinigt durch Berührung, mit dem Unterschied jedoch, dass מוסגר nur verunreinigt, wenn man es von innen berührt, während מוחלט auch von aussen verunreinigt (vgl. jedoch מל״ט zu טומאת צרעת 16, 3).\n33) Ein Mensch, der in ein aussätziges Haus (מוסגר oder מוחלט) hineinkommt, wird sogleich unrein, wenn er auch nicht im Hause verweilt. Dagegen werden dessen Kleider erst dann unrein, wenn er da כדי אכילת פרם (s. die Erklärung zu 13, 9) verweilt hat. Jedoch werden Geräte oder Kleider, die selbständig, nicht als Bekleidung eines Menschen, in ein aussätziges Haus gebracht werden, ebenso sogleich unrein, wie ein Mensch, der hineingeht.\n34) Steine, Erde und Holz des aussätzigen Hauses (מוסגר oder מוחלט) müssen, wie das aussätzige Kleid (Nr. 27), ausserhalb der Stadt, auch wenn sie nicht mit einer Mauer umgeben ist, hinausgeschafft werden. Sie verunreinigen ferner, wie der aussätzige Mensch ,במשא ובביאה כמגע (Nr. 18).\n"
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+ "Der Farben. Schebuot 2 a; 5 b; Sifra Neg. II,4.",
+ "der Aussatzschäden. liier ist die Rede von den Aussatzschäden an der glatten Haut (נגעי עור בשר), die auch in der Thora (Lev. 13, 1 ff.) zuerst behandelt werden (vgl. VN 5).",
+ "gibt es zwei Arten. Die weiter genannten Hauptarien בחרת und שאת.",
+ "welche in vier zerfallen. Indem jede der Hauptschäden (אבות) noch eine Unterart (תולדה) hat, die in der Thora (Lev. 13,2) ספחת genannt wird (vgl. meinen Kommentar das.).",
+ "Die Bahereth. כהרת, von בהר, leuchten, eine lichte Stelle und ein Fleck auf der Haut.",
+ "ist hochweiss. עזה, stark, hochweiss.",
+ "die Unterart derselben ist wie der Kalk des Tempels. Des heiligen Tempels, der besonders weise war.",
+ "Die Seëth. שאת, eine Erhebung, Erhabenheit; שאת לכנה (Lev. 13, 10) eine weisse Erhebung.",
+ "ist wie das Eihäutchen. Das unter der äussern Schale liegt.",
+ "die Unterart derselben wie weisse Wolle. Nach Schebuoth 6b: כצמר נקי בן יומו שמכבנין אותו למילת, wie die Wolle, [die man erhält] wenn man ein Lämmchen am Tage seiner Geburt mit einer Decke umwickelt, um die feine Schafwolle zu gewinnen. נקי bedeutet im Samaritanischen (vgl. die sam. Übers. zu Gen. 22,8) ein Lamm, ebenso im Syr. ܢܶܩܝܳܐ. מילת stammt ans dem gr. μηλωτή (Schaffell, Schafpelz).",
+ "die Unterart derselben wie das Eihäutchen. Die Reihe der weissen Farben ist nach den meisten Erklärern: Schneeweiss, Wollweiss, Kalkweiss, Eihäutchenweiss. Nach den Weisen sind demnach die 2 אבות (Note 8) am stärksten weiss. Nach R. Meïr dagegen ist בחרת das stärkste und שאת das dunkelste Weiss. Nach א״ר ist die Reihenfolge: Schnee, Kalk, Wolle, Eihäutchen."
+ ],
+ [
+ "Die Mischung. פתוך, von chald. פחך, vermischen. Hier ist gemeint: eine Mischung von Weiss und Rot. Davon ist in der Thora (Lev. 18,19) die Rede (בחרת לבנת אדמדמת). Dies steht zwar bei שחין, gilt aber auch für נגע עור בשר (VN 6).",
+ "beim Schneeweissen. Sifra Neg. II, 5",
+ "ist wie Wein mit Schnee vermengt. מזוג (das gewöhnlich bei einer Mischung von Wein mit Wasser gebraucht wird) bezeichnet auch hier eine Mischung von 2 Teilen Weiss mit einem Teile Rot (א״ר); nach יו״ב 3 Teile Weiss und ein Teil Rot.",
+ "die Mischung beim Kalkweissen wie Blut. Tos. Schebuoth 6 b v. ואם liest: 1 כ״ן (wie Wein).",
+ "mit Milch gemengt. In demselben Verhältnis wie Note 13 angegeben. Jedoch ist bei dieser Mischung das Rot etwas stärker. Was hier von בהרת und ihrer Unterart bestimmt wird, das gilt auch von שאת und ihrer Unterart (Sifra).",
+ "Das Rötliche. אדמדם ist dasselbe, wie פתוך des R. Ismaël; nur gebraucht jeder Tanna den Ausdruck, den er von seinem Lehrer vernommen (א״ר nach Edujot 1,3).",
+ "bei beiden Arten. Bei Schneeweiss und Kalkweise.",
+ "nur ist es beim Schneeweissen hell und beim Kalk weissen dunkler. ויה (wie דיה) schwach, matt, dunkel, d. h. weniger weise."
+ ],
+ [
+ "Von diesen. Sifra Neg. I,4.",
+ "vier Farben. Nach ר״ש und ראב״ד gilt diese Bestimmung nur von jedem אב mit seiner תולדה. Demnach liest Bart. מארבעה statt ארבעה, d. h. unter diesen 4 Farben gibt es welche, die miteinander zusammengerechnet werden. Dagegen meint Maim., dass jede der 4 Farben mit jeder andern zusammengerechnet wird; dafür spricht auch die Tosefta.",
+ "wird die eine mit der andern zusammengerechnet. Zum Quantum eines גרים (VN 4) Ausserdem sagt auch diese Bestimmung, dass diese 4 Farben als einander gesetzlich gleich betrachtet werden, so dass, wenn am Ende einer Einschliessungs-Woche anstatt der einen Farbe die andere Farbe vorgefunden wurde, dies nicht als ein anderer נגע, sondern so beurteilt wird, als wäre noch die ursprüngliche Farbe vorliegend.",
+ "freizusprechen. פטר, entlassen, freisprechen, d. h. für vollständig rein erklären.",
+ "[als aussätzig] zu entscheiden. חלט (verwandt mit חלד) die Dauer, die Ewigkeit (arab. خلد) chald. לחלוטין, für immer; daher החלט, endgültig [für unrein] erklären.",
+ "oder einzuschliessen. Was hierunter zu verstehen ist, vgl. VN 16 und מ״א. Über den Unterschied zwischen הסגר und החלט s. VN 17.",
+ "einzuschliessen. Auf weitere 7 Tage. Dass man am Anfang verschliesst, wenn auch zwei Farben zusammengerechnet einen גרים betragen, ist bereits in dem ersten להסגיר ausgesagt.",
+ "wenn [der Fleck] am Ende der ersten Woche stehen geblieben. Sowohl bezüglich der Quantität (er ist nicht grösser geworden), als bezüglich des Aussehens, er hat die נגע-Farbe (mindestens כקרום ביצה, vgl, Note 11) beibehalten. Wenn nur der Fleck in einer der 4 verschiedenen נגצים-Farben geblieben, trotzdem das stärkere Weiss sich in ein schwächeres, oder das schwächere Weiss sich in ein stärkeres verwandelt hat, so wird dies als „stehen geblieben“ (עוטר) betrachtet (vgl. 4,7).",
+ "wenn er noch am Ende der zweiten Woche stehen geblieben. Wie in Note 25. Wenn auch der נגע nicht dunkler geworden ist, erfolgt dennoch die Freisprechung. Über den Satz והנה נהח הנגע in Lev. 13, 6, welcher dieser Bestimmung zu widersprechen scheint, vgl. meinen Comment, zu Lev. I S. 371 f.",
+ "[als aussätzig] zu entscheiden. חלט (verwandt mit חלד) die Dauer, die Ewigkeit (arab. خلد) chald. לחלוטין, für immer; daher החלט, endgiltig [für unrein] erklären.",
+ "wenn darin gesundes Fleisch. מחיה (Lev. 13,10), von חיה, die Stelle, wo sich das lebende Fleisch (כשר חי) befindet, im Gegensatz zum Aussätzigen, das gefühllos und abgestorben ist (Nmn. 12,12). Das Quantum der מחיה muss derart sein, dass sie den Raum im Quadrat ausfüllt, den die Entfernung zweier Haare am Körper einnimmt, d. h. שתי שערות על שתי שערות, d. i. gleich einem Quadrate von der Grösse einer Linse (כעושה.",
+ "oder weisses Haar. שֵעָד bedeutet mindestens zwei Haare, denn ein Haar heisst שְׂערָה.",
+ "gleich anfangs. Bei der ersten Besichtigung durch den Priester.",
+ "oder am Ende der ersten Woche. Wenn diese Unreinheitszeichen anfangs nicht vorgefunden wurden, sondern erst nachdem der נגע eine Woche eingeschlossen war.",
+ "oder am Ende der zweiten Woche. Nach der zweiten Einschliessung.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Selbst wenn auch nach der zweiten Woche kein Unreinheitszeichen sichtbar war und infolge dessen Freisprechung erfolgte, aber nach einigen Tagen ein Unreinheitszeichen wahrgenommen wurde, so wird es ebenfalls als entschieden unreiner Aussatz erklärt.",
+ "ferner [als aussätzig] zu entscheiden. חלט (verwandt mit חלד) die Dauer, die Ewigkeit (arab. خلد) chald. לחלוטין, für immer; daher החלט, endgültig [für unrein] erklären.",
+ "wenn daran eine Ausbreitung. von פשה, sich ausbreiten; der נגע ist grösser geworden, als er früher bei der ersten Besichtigung war. Dieses Unreinheitszeichen kann erst bei der zweiten Besichtigung (die erst nach 7 Tagen erfolgt) zur Geltung kommen. Eine Ausbreitung vor der ersten Einschliessung gilt nicht als Unreinheitszeichen.",
+ "oder nach der Freisprechung. Selbst wenn auch nach der zweiten Woche kein Unreinheitszeichen sichtbar war und infolge dessen Freisprechung erfolgte, aber nach einigen Tagen ein Unreinheitszeichen wahrgenommen wurde, so wird es ebenfalls als entschieden unreiner Aussatz erklärt.",
+ "endlich zu entscheiden. חלט (verwandt mit חלד) die Dauer, die Ewigkeit (arab. خلد) chald. לחלוטין, für immer; daher החלט, endgültig [für unrein] erklären.",
+ "wenn nach der Freisprechung die ganze Körperhaut weiss geworden ist. Wenn die ganze Körperhaut sich nach der Reinsprechung in Weiss verwandelt, so wird dies als ein grosser פשיון betrachtet, der ebenso unrein macht, wie ein kleiner פשיון.",
+ "oder nach der Einschliessung die ganze Haut weiss geworden. Nach einer טומאה, sowohl nach הסגר als nach החלט, ist כולו הפך לבן für rein zu erklären, vgl. Lev. 13,13. Dagegen ist nach einer טהרה dies entweder nach den פטור als פשיון verunreinigend, oder wenn jemand von vornherein ganz weiss vor den Priester gebracht wird, so muss er eingeschlossen werden, damit man sehe, ob sich nicht nach der ersten oder zweiten Woche ein סימן טומאה zeigen wird, vgl. weiter Abschnitt 8. In allen bisher genannten Fällen gilt die am Anfang dieser Mischna ausgesprochene Bestimmung, dass die eine Farbe mit der andern zum Quantum eines גריס zusammengerechnet wird.",
+ "Diese. Die oben genannten weissen, rötlichen, oder aus zwei verschiedenen Farben zusammengesetzten.",
+ "von denen alle [Bestimmungen über die] Aussatzschäden. Die נגעי עור בשר sowie Entzündung und Brandgeschwür und קרחת וגבחת ; dagegen gelten für den Haar-Aussatz (נתק) andere Vorschriften, vgl. VN 8."
+ ],
+ [
+ "Chanina. Vgl. Sebachim 88 b; Sifra Neg. II, 6.",
+ "Vorsteher der Priester. סגן, der Vorsteher, der zugleich unter Umständen den Hohepriester vertrat, Joma 39 a.",
+ "Der Farben der Aussatzschäden gibt es sechzehn. Diesen Satz des R. Chanina hat Bart. gestrichen, auch Maimon. hat er nicht vorgelegen. In der Tosefta wird noch die Ansicht dess R. Ismael angeführt, der zwölf Aussatz-Farben zählt. Diese Zahl erklärt ד״ש so, dass R. Ismael der Ansicht ist, dass von den 4 Farben nur der אב mit seiner חולדה zusammengerechnet werden (oben Note 19). Demnach gibt es sechserlei Farben, 4 einfache und zwei zusammengesetzte. Dazu kommen noch 6, wenn jede dieser Farben mit Rot gemischt ist (VN 6). Die Zahl 16 erhält man am einfachsten, wenn man zu diesen zwölf noch ירקרק und אדמדם vom Kleider-Aussatz und dieselben Farben von Häuser-Aussatz hinzuzählt (VN 24 und 28).",
+ "Sohn Archinos. Ohalot 3,1, Note 5.",
+ "Es gibt sechsund-dreissig Farben der Aussatzschäden. Wir erklären nach Bart. und Maimon.: 4 Farben und 4 mit Rot gemischte (VN 6) sind 8. Diese können Vorkommen 1. bei נגעי עור בשר; 2. bei שחין und מכוה (die, weil gleichen Bestimmungen unterliegend, für eins gezählt werden) ; 3. קרחת und גבהת (die ebenfalls für eins zählen); 4. נתקים (bei denen zwar alle andern Farben auch טמא sind, nichtsdestoweniger aber obige 8 Farben als טמא erklärt werden, (יר״ב). Dies gibt 4 mal 8 = 32 ; dazu noch die Farben ירקרק und אדמדם bei Kleidern und Häusern, wie in Note 40.",
+ "Zweiundsiebzig. Er rechnet die 36 des R. Dosa doppelt, das Aussehen der Farbe bei der ersten Besichtigung des Priesters und das bei der letzten Besichtigung nach der letzten Einschliessung (vgl. יו״ב), wobei die endgültige Entscheidung erfolgt, ob rein oder unrein. Andere Erklärungen bei ר״ש und א״ר.",
+ "Man besieht die Aussatzschäden Anfangs nicht am Tage nach dem Schabbat. Am Sonntag.",
+ "weil das Ende seiner Woche. Der ersten Einschliessung.",
+ "dann auf den Schabbat fiele. An welchem Tage der Priester den נגע nicht besichtigen dürfte.",
+ "weil dann das Ende seiner zweiten Woche. Der zweiten Einschliessung.",
+ "auf den Schabbat fiele. Da die beiden Einschliessungs-Wochen nur 13 Tage betragen, indem der siebente Tag zur ersten und zweiten Woche zählt (VN 15).",
+ "weil dann das Ende ihrer dritten Woche auf den Schabbat fiele. Die 3 Einschliessungswochen bei dem Häuser-Aussatz betragen zusammen nur 19 Tage, da der erste und siebente Tag der mittleren Woche zur vorhergehenden und zur folgenden Woche gezählt werden (VN 31,3e).",
+ "Man kann sie jederzeit besehen. Nur nicht am Schabbat nnd an den Feiertagen, vgl. weiter Note 52.",
+ "fällt die folgende Besichtigung. Der siebente Tag der Einschliessung.",
+ "auf den Schabbat. Am Schabbat (und am Feiertage) darf man keinen נגע besichtigen und darüber ein Urteil fällen, denn dies gliche dem Reehtsprechen, das an den heiligen Tagen verboten ist, nach Beza 5,2; so Maimon., Bart. und יו״ב, anders מ״א.",
+ "so verschiebt man sie bis auf nach dem Schabbat. Die zweite Woche beginnt auch dann erst am Sonntag.",
+ "Dies. Die Aufschiebung der Besichtigung."
+ ],
+ [
+ "War darin [am Schabbat] weisses Haar. Hätte der Priester dies gesehen, so würde er den Aussätzigen für entschieden unrein (מוחלט) erklärt haben (VN 12).",
+ "und das weisse Haar ist [am folgenden Tage] verschwunden. In diesem Falle würde er zwar auch, wenn er gestern für מוחלט erklärt worden wäre, heute nach Verschwinden des Unreinheitszeichens wieder reingesprochen werden. Dennoch aber dient ihm die Aufschiebung zur Erleichterung, da er dadurch von den erschwerenden Vorschriften und von den Opfern des מוחלט befreit ist (VN 17).",
+ "[nämlich] entweder eins weiss und eins schwarz. Da unter שער mindestens 2 Haare zu verstehen sind (Note 28), so ist es kein Unreinheitszeichen, wenn eines davon nicht den dafür geltenden Bestimmungen entspricht.",
+ "waren sie. Am Schabbat.",
+ "lang. Sie hatten die Länge, wie sie in Nidda 6, 12 (vgl. weiter 4,4) bestimmt wild.",
+ "[nämlich] entweder eins lang. Da unter שער mindestens 2 Haare zu verstehen sind (Note 28), so ist es kein Unreinheitszeichen, wenn eines davon nicht den dafür geltenden Bestimmungen entspricht.",
+ "hat sich [nach dem Schabbat] eine Entzündung an beide [Haare. Dadurch hören die weissen Haare auf als Unreinheitszeichen zu gelten, vgl. weiter 8, 7.",
+ "oder an eines angesetzt. Am Schabbat waren aber die weissen Haare noch im נהרת und wären als סימן טימאה erklärt worden.",
+ "hat die Entzündung beide [Haare. Dadurch hören die weissen Haare auf als Unreinheitszeichen zu gelten, vgl. weiter 8, 7.",
+ "oder eines umgeben. Da Dach 4, 3 auch bei der Entzündung das weisse Haar als Unreinheitszeichen gilt, so meint תוי״ט u. A., es sei hier von einem שהין המורד die Rede, der nicht unrein werden kann (VN7); anders מ״א.",
+ "oder hat die beiden Haare voneinander gesondert. Dadurch hören die weissen Haare auf als Unreinheitszeichen zu gelten, vgl. weiter 8, 7.",
+ "oder ein Bohak. Vgl. VN 11.",
+ "Avar darin gesundes Fleisch. Was ein Unreinheitszeichen ist, VN 12.",
+ "und ist [nach Schabbat] verschwunden. In diesem Falle würde er zwar auch, wenn er gestern für מוחלט erklärt worden wäre, heute nach Verschwinden des Unreinheitszeichens wieder reingesprochen werden. Dennoch aber dient ihm die Aufschiebung zur Erleichterung, da er dadurch von den erschwerenden Vorschriften und von den Opfern des מוחלט befreit ist (VN 17).",
+ "war es viereckig. Nur in dieser Form ist die מחיה ein Unreinheitszeichen. Allerdings genügt es, dass die מחיה einen Flächenraum einnimmt, auf dem ein Quadrat von שתי שערות עד שתי שערות Platz hat, vgl. Note 27 und 6,2.",
+ "war es umgeben. Eine מחיה muss allseitig von dem נגע (in der Breite von 2 Haaren) umgeben sein, VN 12.",
+ "war es. Am Schabbat.",
+ "gesammelt. So, dass an einer Stelle ein Quadrat von der in Note 65 angegebenen Grösse Platz hatte.",
+ "und nun. Am Sonntag.",
+ "verstreut. So, dass nicht das erforderliche Quantum an einer Stelle zu finden ist.",
+ "oder es ist nun. Am Sonntag.",
+ "eine Entzündung gekommen und darin eingedrungen. Nur in dieser Form ist die מחיה ein Unreinheitszeichen. Allerdings genügt es, dass die מחיה einen Flächenraum einnimmt, auf dem ein Quadrat von שתי שערות עד שתי שערות Platz hat, vgl. Note 27 und 6,2.",
+ "oder es hat. Am Sonntag.",
+ "das geheilte Fleisch eines Brandgeschwürs oder ein Bohak. Vgl. VN 11.",
+ "es umgeben. So, dass es nicht, wie erforderlich (Note 66), vom נגע allseitig umgeben ist.",
+ "geteilt oder vermindert. So, dass nicht das erforderliche Quantum an einer Stelle zu finden ist.",
+ "war. Am Schabbat.",
+ "Ausbreitung daran. Was ein Unreinheitszeichen ist, VN 12.",
+ "und die Ausbreitung ist nun. Am Sonntag.",
+ "vergangen. Der נגע, der am Schabbat sich ausgebreitet hatte, ist am Sonntag wieder zurückgegangen,",
+ "oder der ursprüngliche Fleck. אום = אם, Mutter, Stamm, Ursprung, das Ursprüngliche.",
+ "ist verschwunden. Und es ist nur die Ausbreitung zurückgeblieben.",
+ "dass er. Am Sonntag.",
+ "samt der Ausbreitung nicht die Grösse einer Bohnengraupe hat. Würde heute, am Schluss der ersten Woche, noch ein גייס geblieben sein, so müsste er noch eine Woche eingeschlossen werden (VN 15).",
+ "oder ist. Am Sonntag.",
+ "zwischen den ursprünglichen Fleck. אום = אם, Mutter, Stamm, Ursprung, das Ursprüngliche.",
+ "oder ein Bohak eingedrungen. Während am Schabbat zwischen dem אום und der Ausbreitung nichts Scheidendes vorhanden war."
+ ],
+ [
+ "Wie zur Erschwerung. Diese Mischna wiederholt nur die vorhergehende, aber in umgekehrter Ordnung, so nämlich, dass am Schabbat kein Unreinheitszeichen vorbanden war und am Sonntag sich ein solches gezeigt hat.",
+ "War. Am Schabbat.",
+ "waren [die Haare. Am Schabbat.",
+ "und sie wurden. Am Sonntag.",
+ "oder es war. Am Schabbat.",
+ "ein Haar schwarz und eins weise. Da unter שער mindestens 2 Haare zu verstehen sind (Note 28), so ist es kein Unreinheitszeichen, wenn eines davon nicht den dafür geltenden Bestimmungen entspricht.",
+ "und es wurden. Am Sonntag.",
+ "waren sie. Am Schabbat.",
+ "zu kurz und wurden. Am Sonntag.",
+ "lang. Sie hatten die Länge, wie sie in Nidda 6, 12 (vgl. weiter 4,4) bestimmt wild.",
+ "oder es Avar. Am Schabbat.",
+ "eins kurz und eins lang. Da unter שער mindestens 2 Haare zu verstehen sind (Note 28), so ist es kein Unreinheitszeichen, wenn eines davon nicht den dafür geltenden Bestimmungen entspricht.",
+ "und es wurden. Am Sonntag.",
+ "war eine Entzündung an beiden [Haaren] oder an einem derselben angesetzt. Dadurch hören die weissen Haare auf als Unreinheitszeichen zu gelten, vgl. weiter 8, 7.",
+ "oder hat die Entzündung beide [Haare] oder eins derselben umgeben. Da Dach 4, 3 auch bei der Entzündung das weisse Haar als Unreinheitszeichen gilt, so meint תוי״ט u. A., es sei hier von einem שהין המורד die Rede, der nicht unrein werden kann (VN7); anders מ״א.",
+ "das geheilte Fleisch eines Brandgeschwürs oder der Bohak. Vgl. VN 11.",
+ "war. Am Schabbat.",
+ "und nun entstand darin gesundes Fleisch. Was ein Unreinheitszeichen ist, VN 12.",
+ "war es. Am Schabbat.",
+ "und nun. Am Sonntag.",
+ "wurde es viereckig. Nur iu dieser Form ist die מחיה ein Unreinheitszeichen. Allerdings genügt es, dass die מחיה einen Flächenraum einnimmt, auf dem ein Quadrat von שתי שערות עד שתי שערות Platz hat, vgl. Note 27 und 6,2.",
+ "oder es war. Am Schabbat.",
+ "und nun. Am Sonntag.",
+ "ward es umgeben. Eine מחיה muss allseitig von dem נגע (in der Breite von 2 Haaren) umgeben sein, VN 12.",
+ "oder es war. Am Schabbat.",
+ "verstreut. So, dass nicht das erforderliche Quantum an einer Stelle zu finden ist.",
+ "und nun ist es gesammelt. So, dass an einer Stelle ein Quadrat von der in Note 65 angegebenen Grösse Platz hatte.",
+ "oder es war. Am Schabbat.",
+ "eine Entzündung gekommen und hineingedrungen. So, dass nicht das erforderliche Quantum an einer Stelle zu finden ist.",
+ "oder ein Bohak. Vgl. VN 11.",
+ "hatte es. Am Schabbat.",
+ "umgeben. So, dass es nicht, wie erforderlich (Note 66), vom נגע allseitig umgeben ist.",
+ "oder vermindert. So, dass nicht das erforderliche Quantum an einer Stelle zu finden ist.",
+ "und nun. Am Sonntag.",
+ "sind sie vergangen. Und die מחיה ist wieder, wie erforderlich (Note 66), vom וגע allseitig umgeben.",
+ "Avar. Am Schabbat.",
+ "und es entstand. Am Sonntag.",
+ "daran eine Ausbreitung. Was ein Unreinheitszeichen ist, VN 12.",
+ "Avar. Am Schabbat.",
+ "zwischen dem ursprünglichen Fleck. אום = אם, Mutter, Stamm, Ursprung, das Ursprüngliche.",
+ "oder ein Bohak vorhanden. Welche den אום von der Ausbreitung schieden.",
+ "und nun. Am Sonntag.",
+ "sind sie verschwunden. So dass nun der אום mit der Ausbreitung zusammenhängt."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Der hellweisse Fleck. Sifra Neg. 1,4 f.",
+ "sieht an einem Germanen. גרמני, ein Germane, gemeint ist einer, der eine weisse Hautfarbe hat.",
+ "dunkel aus. Dunkler als קרום ביצה (1,1); er muss also freigesprochen werden, da man den נגע nach der Haut der zu besichtigenden Person beurteilt.",
+ "während der dunkle. Der dunkler als קרום ניצח ist.",
+ "beim Äthiopier. כושי, ein Äthiopier, eine Person mit schwarzer Hautfarbe.",
+ "hochweiss aussiebt. So dass er mit einem solchen נגע eingeschlossen oder für entschieden unrein erklärt wird, obgleich eine mittelfarbige Person hierbei freigesprochen würde.",
+ "ich will ihre Sühne sein. D. h. ich will die Leiden, die über sie verhängt werden, auf mich nehmen, um für sie Sühne zu erwirken. Aus Liebe zu seinem Volke gebraucht R. Ismael hier diese Redeweise, da er von einem Aussatz des Israeliten spricht.",
+ "sehen wie Buchsbaum. אשכרוע, Targ. zu תאשור (Jes. 41,19) Buchsbaum, vgl. Löw, Aram. Pflanzennamen 37f.",
+ "sondern mittelfarbig. Nach R. Ismael sind alle Personen so zu beurteilen, als wenn sie mittelfarbig (Buchsbaumfarbig) wären, und was bei dem einen rein oder unrein ist, wird auch bei dem andern so erklärt, wiewohl seine Hautfarbe anders geartet ist. (Nach ראב״ר ist die Ansicht des R. Ismael, dass bei einem besonders Weissen (Germanen) oder besonders dunklen (Äthiopier) das Aussatz-Gesetz nicht anzuwenden sei).",
+ "Akiba sagt. Nach יו״ב stimmt R. Akiba insofern mit R. Ismael überein, dass die נגעים bei allen Personen in gleicher Weise zu beurteilen sind; nur ist nach R. Ismael das Weise des Buchsbaumes und nach R. Akiba ein mittelfarbiges Weiss, das von jenem etwas verschieden ist, als Umgebung des Aussatzes anzunehmen. Ausserdem hat R. Ismael kein bestimmtes Verfahren angegeben, wie der Priester eine solche Umgebung zustande bringt, sondern es der Schätzung des Priesters überlassen, zu beurteilen, wie der נגע bei solcher Umgebung aussehen würde, während R. Akiba das folgende Verfahren vorschreibt.",
+ "umgebe damit [den Schaden] von aussen. Man mache eine Linie mit einer Mittelfarbe rings am den נגע.",
+ "zeigen. Dadurch lässt sich beurteilen, wie das Weisse des נגע auf einer mittelfarbigen Haut aussehen würde.",
+ "es wird also beurteilt der Germane nach seiner Leibfarbe zur Erleichterung. Da bei ihm die Farbe des נגע dunkler aussieht, wird er freigesprochen (Note 2).",
+ "und der Äthiopier nach der Mittelfarbe zur Erleichterung. Er wird freigesprochen, wenn der נגע bei einem Mittelfarbigen dunkler als קרום ביצה erschiene, wiewohl derselbe bei diesem כושי heller aussieht. Vgl. 5, 1, wonach man bei zweifelhaften Aussatzschäden erleichtern soll.",
+ "Beide. Der Germane und der Äthiopier.",
+ "werden nach der Mittelfarbe beurteilt. Wie R. Akiba sagt. Doch wird dies nach den “Weisen durch Schätzung beurteilt, (vgl. Noto 9)."
+ ],
+ [
+ "Man. Sanhedrin 34 b; Sifra Neg. 2,3.",
+ "besichtigt die Schäden nicht frühmorgens. Weil da das Tageslicht nicht hell genug ist.",
+ "und nicht zwischen den Abenden. בין הערבים ist hier nicht, wie in der Thora, die Zeit zwischen Mittag und Abend, sondern nach der neunten Tagesstunde (3 Uhr Nachmittag) bis Abend (מ״א).",
+ "nicht im Hause. Selbstverständlich gilt dies nur für Menschen- und Kleideraussatz; dagegen kann der Häuseraussatz nur im Hause besichtigt werden",
+ "weil alsdann die dunkle Farbe hell-weiss aussieht. Dies bezieht sich auf sämtliche vorhergehenden Sätze. Es könnte dadurch die unstatthafte Erschwerung erfolgen, dass ein reiner Fleck für unrein erklärt wird.",
+ "weil dann die hellweisse Farbe dunkel scheint. Man könnte also einen unreinen נגע für rein erklären.",
+ "Um die dritte. Vor der dritten Stunde ist „Frühmorgens“.",
+ "siebente. Die sechste Stunde aber heisst „Mittags“.",
+ "achte und neunte Stunde. Nachher ist zwischen den Abenden (Note 18).",
+ "achte. Nach R. Jehuda ist bis zur vierten Stunde „Frühmorgens“, und die sechste und siebente Stunde „Mittags“.",
+ "und neunte Stunde. Die Stunden sind hier, wie in Berachot 1,2 „Zeitstunden“ (שעות זמניות), indem der Tag zu jeder Jahreszeit in 12 Teile geteilt und jeder solche Teil „eine Stunde“ genannt wird."
+ ],
+ [
+ "Ein Priester. Sifra Neg. 4,4.",
+ "der auf einem Auge erblindet oder dessen Augenlicht. Hier ist gemeint, dass beider Augen Licht verdunkelt ist (תו״ט, nicht so תא״ש).",
+ "was die Augen. Er muss mit beiden Augen sehen, darf also auch nicht auf einem Auge blind sein.",
+ "In einem dunkeln Hause. Chullin 10b; Jerusch. Beza 3,5; Sifra Mez. V, 11.",
+ "bricht man keine Fenster aus. Sind aber Fenster vorhanden, die durch Läden verschlossen sind, so müssen diese geöffnet werden (Tosefta)."
+ ],
+ [
+ "Wie ist die Besichtigung des Schadens. D. h. welche Stellen des Körpers müssen besichtigt werden, indem sie nicht zu den durch Hautfalten und Körperbiegungen verdeckten Teilen (בית הסתרים) gehören, an denen ein נגע nicht unrein macht.",
+ "Der Mann. Nidda 67 b, Sifra Neg. 4,3.",
+ "wie grabend. Dies bezieht sich auf die Stellung der Beine, dass sie auseinander gesperrt werden.",
+ "und Oliven pflückend. Dies bezieht sich auf die Haltung der Arme, dass sie emporgehoben werden.",
+ "das Weib wie Brot zurichtend. Bezüglich der Haltung der Beine.",
+ "und. Falls der נגע unter der Brust sich befindet.",
+ "ihr Kind säugend. Nur wenn bei solcher Stellung der נגע sichtbar ist, kann er Unreinheit bringen; was da nicht sichtbar ist, heisst בית הסתרים (Note 32).",
+ "und wie an einem aufrechtstehenden Stuhl. Vgl. Kelim 21,1, Note 3.",
+ "wobei die rechte Armhöhle. שחי (von שחה, sich bücken), die Biegung, daher Achselhöhlung.",
+ "sichtbar ist. Indem der rechte Arm emporgehoben wird.",
+ "die Flachs spinnt betreffs der linken. Wenn an der linken Armhöhle ein נגע sich befindet.",
+ "ebenso muss man beim Scheren aussehen. Nur das Haar, dass bei den oben angegebenen Stellungen sichtbar ist, muss (nach Lev. 14, 9) bescheren weiden; was man da nicht sieht, heisst בית הסתרים und braucht nicht abgeschoren zu werden."
+ ],
+ [
+ "Alle Schäden darf ein Mensch besichtigen. Auch die seiner Verwandten.",
+ "Auch nicht die Schäden seiner Verwandten. Weil in Deut. 21,5 נגע mit ריב (Rechtsstreit) zusammengestellt wird. Sowie der Rechtsstreit nicht durch einen Verwandten beurteilt werden darf, ebenso der נגע; vgl. Sanhedrin 34b, Sifre Deut. 208, Sifra Neg. I,10.",
+ "Alle Gelübde darf ein Mensch. Ein Gesetzes-Gelehrter (חנם); vgl. Sifre Num. 163 v. זה הדבר.",
+ "nur nicht seine eigenen. Sifre Num. 153 v. לא יחל",
+ "Auch. Vgl. Jerusch. Nedarim 10,8.",
+ "nicht. Wenn er auch ein חכם ist.",
+ "die auf ihr Verhalten zu andern Leuten Bezug haben. Wohl aber kann der Gatte die Gelübde seiner Frau lösen, die ihr Verhalten zu ihm selbst betreffen, vgl. Nedarim 11,1, Note 3.",
+ "Alle Erstgeburten. Bechoroth 31 a.",
+ "darf ein Mensch besichtigen. Ob eie einen Leibesfehler haben und ausserhalb des Heiligtums geschlachtet werden dürfen."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Alle. Arachin 3a.",
+ "Menschen. Selbst ein Kind; auch ein kanaanitischer Sklave, den man beschnitten und in einem Reinigungsbade untergetaucht hat, der in bezug auf die jüdischen Pflichten den Frauen gleich gestellt ist.",
+ "ausgenommen Nicht - Israeliten. Bei denen die Unreinheitsgesetze überhaupt keine Anwendung finden (Nasir 61b), vgl. auch weiter Anfang Abschn. XI und XII.",
+ "und Beisass-Proselyten. Das sind, nach der rezipierten Halacha, Proselyten, welche die sieben Gebote der Noachiden angenommen haben und infolge dessen im Lande Israel wohnen dürfen. Diese sieben Gebote sind: Die Verbote von 1. Götzendienst, 2. Gotteslästerung, 3. Mord, 4. Raub, 5. Inzest, 6. Genuss eines von einem lebenden Säugetier oder Vogel abgetrennten Gliedes, 7. Das Gebot der Rechtspflege.",
+ "Jeder. Auch ein Nicht-Priester (vgl. יו׳׳ב).",
+ "ist. Wenn er die נגעים-Gesetze genau kennt.",
+ "nur die Unreinheits- und Reinheitserklärung muss durch einen Priester. Auch wenn derselbe kein Gesetzeskundiger ist.",
+ "Man. Der gesetzkundige Nicht-Priester.",
+ "kann zu ihm. Zum unkundigen Priester.",
+ "rein. Wenn der Aussätzige verschlossen werden soll, sagt ebenfalls der Gesetzkundige zum Priester: Sage: „Du bist unter Verschluss“ (VN 16), und der Priester muss dies nachsprechen (יו״ב).",
+ "Man darf nicht zwei Schäden auf einmal besichtigen. Weil man da nicht jeden einzelnen genau untersuchen würde.",
+ "es sei an einer Person oder an zwei Personen. Wenn auch die zwei Schäden an zwei Personen sich befinden, darf nicht ein Priester beide auf einmal besichtigen.",
+ "verschliesst ihn. Wenn er bloß eine der 4 Farben und kein Unreinheitszeichen findet.",
+ "oder erklärt ihn für entschieden unrein. Wenn er ein Unreinheitszeichen (weisses Haar oder gesundes Fleisch) findet.",
+ "oder er spricht ihn frei. Wenn die Farbe dunkler als קיום ביצת ist (VN 11).",
+ "dann schreitet man zum zweiten. Zum zweiten Schaden; auch wenn er an demselben Manne sich befindet. Dies gilt aber nur, wenn dieser Schaden bereits vorher, bevor noch über den ersten Schaden das Urteil gesprochen worden, entstanden war. Ist aber erst nach dem Urteilsspruch an derselben Person noch ein zweiter Schaden entstanden, so gelten dafür die folgenden Bestimmungen.",
+ "Man kann. Sifra Neg. 2, 6—8.",
+ "den schon Verschlossenen nicht noch einmal verschliessen. Wenn etwa inmitten der Verschluss-Woche noch ein zweiter נגע entstanden ist, so wird dieser nicht besichtigt, um etwa, wenn dieser נגע ebenfalls eine Verschliessung erforderlich machte, die Verschluss-Woche erst von dieser zweiten Besichtigung ab zu rechnen.",
+ "auch nicht den entschieden Unreinen abermals für entschieden unrein erklären. Vielmehr muss man warten, bis der erste נגע geheilt ist und dafür die Reinigungsopfer dargebracht worden sind. Dann erst kann man zur Beurteilung des zweiten נגע schreiten. Bevor dies letztere geschieht, gilt die Person als rein (ראכ״ד).",
+ "man darf nicht den entschieden Unreinen wiederum verschliessen. Wenn ein neuer נגע entstanden ist, der eine Verschliessung erforderlich machen würde, wird dieser nicht eher besichtigt, bis der erste geheilt und dafür Reinigungsopfer dargebracht sind. Dann erst kann die Verschliessung wegen des zweiten נגע erfolgen, und die Verschlusswoche wird erst von dieser Zeit ab gerechnet.",
+ "oder den Verschlossenen wiederum für entschieden unrein erklären. Wenn innerhalb der Verschlusswoche ein zweiter נגע mit einem טומאת סימן entstanden ist, so erfolgt nicht die Entscheidung wegen dieses Schadens. Wenn daher am Ende der Verschlusswoche der סימן טומאת vergangen ist, so findet keine entschiedene Unreinheits-Erklärung statt, und es bedarf keiner Reinigungsopfer.",
+ "Aber anfangs. Wenn der zweite Schaden anfangs entstanden ist, bevor noch die Person wegen des ersten verschlossen worden ist.",
+ "oder am Ende der Woche. Wenn der zweite נגע am Ende der ersten, oder am Ende der zweiten Woche entstanden ist, bevor noch über den ersten נגע das Urteil gesprochen worden (יו״ב und מ״א).",
+ "kann man. Den Besichtigten.",
+ "verschliessen. Wegen des einen ננע.",
+ "und nochmals. Zu derselben Zeit wegen des andern נגע.",
+ "verschliessen. Nachdem man zu ihm gesagt hat: „Du stehst unter Verschluss wegen dieses נגע“, besichtigt man den zweiten und kann ev. sagen: „Du stehst auch wegen dieses zweiten נגע unter Verschluss“.",
+ "für entschieden unrein erklären. Wegen des einen נגע.",
+ "und abermals. Zu derselben Zeit wegen des andern נגע.",
+ "für entschieden unrein erklären. Falls man an beiden Unreinheitszeichen gefunden hat.",
+ "verschliessen. Wegen des einen נגע.",
+ "und freisprechen. Zu derselben Zeit wegen des andern נגע.",
+ "für entschieden unrein erklären. Wegen des einen נגע.",
+ "und. Zu derselben Zeit wegen des andern נגע.",
+ "freifreisprechen. Man kann auch wegen des einen נגע verschliessen und wegen des andern für unrein entscheiden. Über die verschiedenen Konsequenzen, welche die gleichzeitige Beurteilung beider Schäden nach sich zieht, vgl. יו״ב."
+ ],
+ [
+ "Wenn an einem Bräutigam. Sifra Neg. 5,2; Moëd katan 7 b, Bechoroth 34 b.",
+ "so lässt man ihm noch die sieben Hochzeitstage. Während dieser Tage wird der Schaden nicht besichtigt.",
+ "dies gilt sowohl für seine Person als für sein Haus und für sein Gewand. Auch an diesen wird der Schaden nicht besichtigt.",
+ "Ebenso lässt man. Bei jedermann.",
+ "an einem Feste. Wenn während der Festtage ein נגע entsteht.",
+ "alle Festtage hingehen. Während dieser Tage wird der Schaden nicht besichtigt."
+ ],
+ [
+ "Die Haut des Fleisches. Wenn an dieser ein נגע entsteht.",
+ "kann unrein werden. Entschieden unrein.",
+ "innerhalb zweier Wochen. Vgl. VN 15.",
+ "und zwar durch drei Zeichen. Durch eines der drei Zeichen",
+ "durch weisses Haar oder gesundes Fleisch anfangs. Gleich bei der ersten Besichtigung durch den Priester.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "durch Ausbreitung am Ende der ersten Woche. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "welche nur dreizehn Tage sind. Da der siebente Tag zur ersten und zur zweiten Woche gerechnet wird (VN 15)."
+ ],
+ [
+ "Die Entzündung. Weiter 9,1; Chullin 8a.",
+ "und das Brandgeschwür. Vgl. VN 7.",
+ "werden unrein. Entschieden unrein.",
+ "in einer Woche. Diese werden, wenn kein Unreinheitszeichen anfangs gefunden wird, nur eine Woche verschlossen.",
+ "durch weisses Haar anfangs. Gleich bei der ersten Besichtigung durch den Priester.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "durch Ausbreitung am Ende der Woche. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "die aus sieben Tagen. Wenn auch erst am Ende des siebenten Tages ein סימן טומאה gefunden wird, ist er unrein."
+ ],
+ [
+ "Die Haar-Aussatzschäden. Vgl. VN 8 und weiter unten 10, 1.",
+ "werden unrein. Vgl. VN 15.",
+ "innerhalb zweier Wochen. Vgl. VN 21.",
+ "durch dünnes goldgelbes Haar. Mindestens zwei Haare.",
+ "durch dünnes goldgelbes Haar anfangs. Gleich bei der ersten Besichtigung durch den Priester.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "durch Ausbreitung am Ende der ersten Woche. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "welche nur dreizehn Tage sind. Da der siebente Tag zur ersten und zur zweiten Woche gerechnet wird (VN 15)."
+ ],
+ [
+ "Die. Weiter 10, 10.",
+ "Hinter- oder Vorderglatze. Vgl. VN 9; über den Unterschied zwischen diesen und נתק vgl, VN 10.",
+ "werden unrein. Entschieden unrein.",
+ "oder durch Ausbreitung. Weisses Haar ist dort kein Unreinheitszeichen, weil dort kein Haar wächst.",
+ "durch gesundes Fleisch anfangs. Gleich bei der ersten Besichtigung durch den Priester.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "durch Ausbreitung am Ende der ersten Woche. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn er auch bereits rein gesprochen worden war und nachträglich sich ein Unreinheitszeichen einstellt, wird er für entschieden unrein erklärt.",
+ "welche dreizehn Tage sind. Da der siebente Tag zur ersten und zur zweiten Woche gerechnet wird (VN 15)."
+ ],
+ [
+ "Die Kleider. Vgl. VN 23.",
+ "oder dunkelrot. Vgl. VN 24.",
+ "Durch dunkelgrün oder dunkelrot anfangs. Wenn eine dieser beiden Farben bei der ersten Besichtigung sich zeigt, wird das Kleid eingeschlossen. בתחילה hat sonach hier nicht dieselbe Bedeutung, wie oben beim Menschen-Aussatz, wo derselbe für entschieden unrein erklärt wird.",
+ "oder am Ende der ersten Woche. Dies ist ebenfalls so zu verstehen, dass, wenn am Ende der ersten Woche eine dieser Farben stehen geblieben, das Kleid auf eine zweite Woche verschlossen wird.",
+ "oder am Ende der zweiten Woche. Wenn die Farbe auch in der zweiten Woche stehen geblieben ist, muss das Kleid verbrannt werden. Vgl. 11,5 und VN 26. Damit erklärt es sich, dass hier beim Kleider-Aussatz die Farben als סימני טומאה bezeichnet werden, was oben beim Menschen-Aussatz nicht geschieht. Denn beim Kleider-Aussatz bewirken die Farben ירקרק und אדמדם, wenn sie zwei Wochen stehen geblieben, die entschiedene Unreinheits-Erklärung, worauf das Kleid verbrannt werden muss. Dagegen können die Aussatz-Farben beim Menschen, wenn sie auch viele Jahre stehen bleiben, sobald sie nur sich nicht ausbreiten, keine entschiedene Unreinheits-Erklärung bewirken; sie werden daher nicht „Unreinheits-Zeichen“ genannt.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Auch nach der Freisprechung kann das Wiedererscheinen einer dieser Farben unter Umständen, wie sie in VN. 26 angegeben sind, die Unreinheitserklärung und die Verbrennung des Kleides erforderlich machen.",
+ "durch Ausbreitung am Ende der ersten Woche. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Das ist, wenn der נגע, nachdem er geschwunden, wieder in גרים Grösse gekommen ist, vgl. VN. 67.",
+ "welche nur dreizehn Tage sind. Da der siebente Tag zur ersten und zur zweiten Woche gerechnet wird (VN 15)."
+ ],
+ [
+ "Die Häuser. An denen sich Aussatz-Erscheinungen zeigen, vgl. VN. 28.",
+ "werden unrein innerhalb dreier Wochen. Es kann drei Wochen dauern, bis die entschiedene Unreinheitserklärung erfolgt.",
+ "durch dunkelgrün oder dunkelrot. Vgl. VN. 24 und 28. Den Grund, dass hier ebenso wie beim Kleider-Aussatz die Farben als סימני טומאה bezeichnet werden, ersieht man aus Note 55.",
+ "Durch dunkelgrün oder dunkelrot anfangs. Wenn Flecken in der Grösse von 2 גרים in einer dieser beiden Farben oder in beiden zusammen sich zeigen, muss das Haus verschlossen werden. בתהלה ist also hier ebenso wie oben beim Kleide zu erklären (Note 53).",
+ "oder am Ende der ersten Woche. Wenn am Ende der ersten Woche die Farben in derselben Grösse stehen geblieben sind, muss das Haus auf noch eine zweite Woche verschlossen werden.",
+ "oder am Ende der zweiten Woche. Bleiben die Farben in derselben Grösse noch die zweite Woche stehen, so erfolgt zuerst חולץ וקוצה וטח (vgl. VN. 31, 4) und darauf eine nochmalige Verschliessung auf eine dritte Woche.",
+ "oder am Ende der dritten Woche. Wenn die נגע-Farben am Ende der dritten Woche wieder in der Grösse von mindestens 2 גרים erscheinen, wird das Haus als entschieden unrein niedergerissen.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Wenn nach Verschwinden der Aussatz Farbe das Haus reingesprochen wurde und vor der Entsündigung des Hauses durch die Vögel (nach Lev. 14, 49—53) die נגע-Farbe wieder zum Vorschein kommt, so muss es für entschieden unrein erklärt und niedergerissen werden. Hat aber die Entsündigung durch Vögel bereits stattgefunden, so wird die wieder erscheinende Aussatz-Farbe wie ein neuer נגע nach VN. 30—31 behandelt.",
+ "durch Ausbreitung. Aber am Anfang kann wegen Ausbreitung keine Unreinheits-Erklärung stattfinden.",
+ "am Ende der ersten Woche. Hat sich der נגע bis Ende der ersten Verschluss-Woche ausgebreitet, so gilt die Vorschrift: חולץ וקוצה וטח, und es erfolgt eine abermalige Verschliessung auf eine Woche.",
+ "oder am Ende der zweiten Woche. Ist der נגע nach der ersten Woche stehen geblieben und infolge dessen nochmals auf eine Woche eingeschlossen worden, er hat sich aber nach dieser Zeit ausgebreitet, so erfolgt חולץ וקוצה וטח und eine drittmalige Verschliessung auf eine Woche (VN. 31, 3).",
+ "oder am Ende der dritten Woche. Von einer Ausbreitung in buchstäblichem Sinne des Wortes kann am Ende der dritten Woche keine Rede sein, da doch vor der dritten Verschliessung (nach Note 66) חולץ וקוצה וטח stattgefunden hat und so der נגע entfernt worden ist. Vielmehr wird in diesem Falle jede Wiederkehr des נגע in der Grösse von 2 גרים als eine „Ausbreitung“ bezeichnet, da hier der נגע im Hause verborgen war und sich aus dem Verborgenen an eine sichtbare Stelle ausgebreitet hat.",
+ "oder auch nach der Freisprechung. Auch da wird die Wiederkehr des נגע als „Ausbreitung“ betrachtet. Ist diese vor der Entsündigung erfolgt, so wird das Haus niedergerissen, wenn aber erst nach der Entsündigung, dann wird dies gleich einem neuen נגע behandelt, wie Note 64.",
+ "welche nur neunzehn Tage sind. Da der siebente und der dreizehnte Tag zur vorhergehenden und zur folgenden Woche gerechnet werden.",
+ "Es gibt bei den Aussatzschäden nicht [eine Verschliessungszeit von] weniger als einer Woche. Nämlich bei der Entzündung und dem Brandschaden (Mischna 4).",
+ "und nicht [eine solche von] mehr als drei Wochen. Beim Häuser-Aussatz. Bei den anderen Aussatz* Schäden gibt es eine Verschliessungszeit von zwei Wochen."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Es gibt [Bestimmungen. Erschwerender Art.",
+ "Das weisse Haar macht gleich anfangs. Bei der ersten Besichtigung durch den Priester. Auch wenn es zweifelhaft ist, ob nicht das weisse Haar schon vor dem Aussatzschaden da war, ist der Schaden für unrein zu erklären (s. weiter Mischna 11). Durch Ausbreitung dagegen wird der Aussatzschaden erst unrein, wenn sie nach vorausgegangener Besichtigung und Verschliessung eingetreten ist.",
+ "es macht in jeder weissen Färbung. Auch wenn es ein so dunkles Weiss ist, dass ein Fleck von solcher Farbe nicht als Aussatzschaden gelten würde. Die Ausbreitung dagegen macht nur unrein, wenn sie eine der vier Aussatzfarben hat.",
+ "und es kann niemals ein Reinheitszeichen werden. Auch nicht, wenn sich der ganze Körper mit weissem Haar bedeckt. Dagegen wird durch Ausbreitung, wenn sie sich über den ganzen Körper erstreckt, der Aussätzige rein.",
+ "dass die Ausbreitung in noch so geringem Umfange. Während weisses Haar nur unrein macht, wenn es wenigstens zwei Haare sind, die so lang sind, dass man sie mit der Schere abschneiden kann (s. Nidda VI, 12).",
+ "dass sie bei allen Aussatzschäden. Während weisses Haar nur beim Aussatz auf der glatten Haut (עור בשר), der Hautentzündung und dem Brandgeschwür ein Unreinheitszeichen ist.",
+ "ausserhalb des Aussatzschadens. Weisses Haar dagegen ist nur dann ein Unreinheitszeichen, wenn es innerhalb des Aussatzschadens entsteht."
+ ],
+ [
+ "Es gibt [Bestimmungen. Erschwerender Art.",
+ "Das gesunde Fleisch macht gleich anfangs. Bei der ersten Besichtigung durch den Priester. Auch wenn es zweifelhaft ist, ob nicht das weisse Haar schon vor dem Aussatzschaden da war, ist der Schaden für unrein zu erklären (s. weiter Mischna 11). Durch Ausbreitung dagegen wird der Aussatzschaden erst unrein, wenn sie nach vorausgegangener Besichtigung und Verschliessung eingetreten ist.",
+ "es macht in jeder Farbe. Sobald es nur die Farbe von gesundem Fleisch des betreffenden Aussätzigen hat (ריש und רא״ש). Die Ausbreitung dagegen macht nur unrein, wenn sie eine der vier Aussatzfarben hat.",
+ "und es kann niemals ein Reinheitszeichen werden. Auch nicht, wenn sich der ganze Körper mit weissem Haar bedeckt. Dagegen wird durch Ausbreitung, wenn sie sich über den ganzen Körper erstreckt, der Aussätzige rein.",
+ "dass eine noch so geringe Ausbreitung. Während das gesunde Fleisch wenigstens die Grösse einer Linse im Quadrat haben muss (ר״ש, s. I Note 27).",
+ "dass sie bei allen Aussalzschäden. Gesundes Fleisch dagegen nur bei Aussatzschäden auf der glatten Haut und der Hinter- und Vorderglatze.",
+ "ausserhalb des Aussatzschadens. Gesundes Fleisch dagegen nur, wenn es ringsum von dem Aussatzschaden umgeben ist."
+ ],
+ [
+ "Es gibt [Bestimmungen. Erschwerender Art.",
+ "Das weisse Haar macht bei der Entzündung und beim Brandgeschwür. Ebenso wie bei dem Aussatzschaden auf der glatten Haut, während gesundes Fleisch bei der Entzündung und beim Brandgeschwür kein Unreinheitszeichen ist.",
+ "beisammenstehend und zerstreut. Auch wenn die zwei Haare auf zwei auseinander liegenden Stellen des Aussatzschadens stehen, während gesundes Fleisch nur dann ein Unreinheitszeichen ist, wenn es ein zusammenhängendes Stück von der Grösse einer Linse im Quadrat bildet.",
+ "eingeschlossen. Von dem Aussatzschaden rings umgeben.",
+ "und nicht eingeschlossen. Sondern ganz am Rande des Aussatzschadens stehend. Gesundes Fleisch dagegen ist nur dann ein Unreinheitszeichen, wenn es allseitig von dem Aussatzschaden in der Breite von mindestens zwei Haaren umgeben ist.",
+ "dass es beim Hinterkahlkopf und beim Vorderkahlkopf. Wo weisses Haar kein Unreinheitszeichen ist.",
+ "umgewandelt und nicht umgewandelt. Gleichviel ob zuerst der Aussatzschaden da war und dann gesundes Fleisch darauf entstanden ist oder ob das gesunde Fleisch vorher da war und dann der Aussatzschaden um dasselbe herum entstanden ist. Weisses Haar dagegen macht nur unrein, wenn der Aussatzschaden vorher da war und dann weisses Haar sich darauf gezeigt hat.",
+ "bei dem ganz in weiss verwandelten stört. Wenn nach der Verschliessung oder Unreinerklärung das Weiss des Aussatzes sich über den ganzen Körper ausgebreitet hat, ist der Aussätzige für rein zu erklären (Lev. 13,13). War aber gesundes Fleisch auf dem Aussatzschaden und dieses ist nicht weiss geworden, oder ist gesundes Fleisch von der in Note 9 angegebenen Grösse nachher darauf entstanden, so ist der Aussätzige unrein. Bleibt dagegen in einem solchen Falle weisses Haar zurück oder ist es nachher darauf entstanden, so stört dieses die Reinerklärung des Aussätzigen nicht.",
+ "und in jeder Färbung. Sobald es nur die Farbe von gesundem Fleisch des betreffenden Aussätzigen hat (ריש und רא״ש). Die Ausbreitung dagegen macht nur unrein, wenn sie eine der vier Aussatzfarben hat."
+ ],
+ [
+ "Sind die zwei Haare an der Wurzel schwarz. משחיר und מלבין Hifil wie יאדימי und ילכינו, Jes. 1,18.",
+ "und an der Spitze weiss. משחיר und מלבין Hifil wie יאדימו und ילבינו, Jes. 1,18.",
+ "so ist er unrein. Es kommt nur auf den untersten Teil des Haares an, weil es heisst (Lev. 13,3): ושער בנגע הפך לבן, „das Haar in dem נגע hat sich in weiss verwandelt“, d. h. das Haar, wo es aus dem נגע herauswächst.",
+ "soviel dass man es mit der Schere abschneiden kann. Die Halacha entscheidet wie R. Meïr, es braucht nur das geringste Teilchen des Haares an der Wurzel weiss gefärbt zu sein, das Haar selbst muss aber wenigstens so lang sein, dass man es mit der Schere abschneiden kann (Ansicht des R. Akiba, Nidda VI, 12).",
+ "so ist er rein. Auch hierin kommt es nur auf den untersten Teil des Haares an, s. Note 20.",
+ "Ein Fleck. Den Ausdruck בהרת gebraucht die Mischna hier und weiter als allgemeine Bezeichnung für alle נגעים, die nur unrein sind, wenn die Haut eine weisse Färbung angenommen hat.",
+ "ist unrein. Nach der Erklärung des ר״ש meint die Mischna: wenn der נגע genau die Grösse eines גרים hat und es stehen darauf nicht nur zwei, sondern noch mehr weisse Haare, sage ich nicht, die Stellen der Haut, auf denen die weiteren weissen Haare stehen, gehören nicht mit zu dem נגע und dieser hat daher nicht die volle Grösse eines גרים, sondern der נגע ist unrein; oder wenn auf einem נגע, der genau die Grösse eines גרים hat und der verschlossen werden müsste, schwarze Haare stehen, sage ich ebenso nicht, durch diese schwarzen Haare ist der נגע kleiner als ein גרים und deshalb für rein zu erklären, sondern er ist unrein, d. h. er muss verschlossen werden. Maim. und Bart. haben die Lesart ושער שחור, die der ר״ש ebenfalls zitiert, sie erklären danach die Mischna folgendermassen: wenn der נגע genau die Grösse eines גרים hat und neben den zwei weissen Haaren auch schwarzes Haar darauf steht, wird durch das schwarze Haar die Grösse des נגע nicht verkleinert, sondern ist er trotzdem unrein. Nach א״ר, der ebenfalls ושער שחור liest, will die Mischna zwei Dinge sagen: erstens, dass ein נגע, auf dem zwei weisse Haare stehen, unrein ist, auch wenn daneben schwarze Haare stehen, im Gegensatz zu der Bestimmung beim נתק, der für rein zu erklären ist, sobald schwarzes Haar darauf entsteht, selbst wenn das goldgelbe Haar, das ihn unrein gemacht hat, nicht verschwunden ist (s. weiter X, 8); das אין חוששין der Mischna gibt nicht die Begründung zu dem Vorhergehenden, wie nach der Erklärung der anderen, sondern ist ein zweiter mit dem Vorangehenden garnicht zusammenhängender Ausspruch der Mischna.",
+ "auf der das schwarze Haar. Nach der Lesart או שער שחור wäre hier zu ergänzen: „oder das weisse Haar“.",
+ "weil sie gar nicht zu erfassen ist. Die Löcher in der Haut, auf denen die Haare stehen, sind so verschwindend klein, dass sie bei Bemessung der Grösse des נגע garnicht in Betracht kommen."
+ ],
+ [
+ "Ein Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe. S. VI. Note 1.",
+ "gehört er zu ihm. זוקק = verbinden, verpflichten, zu einer Verpflichtung zu sich heranziehen, danach ist זקקה zu erklären: der Streifen bewirkt durch das auf ihm entstandene Unreinheitszeichen, dass der נגע als mit ihm verbunden unrein wird, als wenn es sich auf dem נגע selbst gezeigt hätte.",
+ "inbezug auf weisses Haar und auf Ausbreitung. Insofern dass, wenn auf dem Streifen weisses Haar entsteht oder er sich ausbreitet, der נגע unrein ist.",
+ "aber nicht inbezug auf gesundes Fleisch. Weil auf dem nur zwei Haare breiten Streifen eine מחיה überhaupt keinen Platz hat, denn eine מחיה muss mindestens so gross sein wie das Quadrat des Raumes, den zwei Haare auf der Haut des Menschen einnehmen, und ausserdem noch von allen Seiten von einem mindestens zwei Haare breiten Streifen des נגע umgeben sein.",
+ "Zwei Flecken. Jeder von der Grösse eines גרים; sind aber die beiden Flecken zusammen nur von der Grösse eines גרים, verbindet der Streifen sie nicht, um als נגע zu gelten, auch nicht, wenn er die Breite von zwei Haaren hat (so nach מ״א im Gegensatz zu יו״ב).",
+ "verbindet er sie. Inbezug auf die Unreinheitszeichen bilden sie einen נגע, wenn z. B. auf jedem der beiden Flecke nur ein weisses Haar entstanden ist, ist der Betreffende unrein."
+ ],
+ [
+ "Ein Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe und darauf gesundes Fleisch von der Grösse einer Linse. Gemeint ist, dass der נגע die Grösse eines גרים hat ohne das von ihm umschlossene gesunde Fleisch.",
+ "und inmitten des gesunden Fleisches weisses Haar. Der נגע ist in diesem Zustande für unrein zu erklären, nicht wogen des weissen Haares, weil dieses nicht auf dem נגע selbst steht, dagegen wegen dos gesunden Fleisches.",
+ "schwindet das gesunde Fleisch. Indem sich der נגע auch über die Stelle ausbreitet, an der bisher das gesunde Fleisch war.",
+ "ist er unrein. Ed. Ven. 1625 hat auch hier die Form טמא, nicht טמאה, siehe תוי״ט und die Erklärungsversuche von תא״ש und יו״ב.",
+ "wegen des weissen Haares. Weil dieses jetzt auf dem נגע selbst steht. Obwohl es als Grundsatz gilt, dass weisses Haar nur dann als ein Unreinheitszeichen gilt, wenn an der Stelle, wo es entstanden ist, der נגע schon vorher vorhanden war, gilt in diesem Falle der נגע für unrein, weil das gesunde Fleisch auf dem נגע als mit zu dem נגע gehörend betrachtet wird.",
+ "ist er unrein wegen des gesunden Fleisches. D. h. er bleibt unrein wegen des gesunden Fleisches.",
+ "Simon erklärt ihn für rein. Im ersteren Falle, wenn das gesunde Fleisch geschwunden und das weisse Haar geblieben ist.",
+ "weil es nicht auf dem Fleck sich umgewandelt hat. Als es entstanden oder weiss geworden ist, war auf dieser Stelle noch kein נגע. R. Simon ist nicht der Ansicht, dass das gesunde Fleisch inmitten des נגע in dieser Beziehung als zu dem נגע gehörend betrachtet wird.",
+ "Ein Fleck und gesundes Fleisch zusammen von der Grösse einer Bohnengraupe und weisses Haar inmitten des Flecks. In diesem Zustande ist der נגע zwar unrein wegen des gesunden Fleisches, denn auch wenn der נגע nur mit dem gesunden Fleisch zusammen die Grösse eines גרים hat, ist er unrein, er ist aber nicht unrein wegen des weissen Haares, weil dieses nur dann ein Unreinheitszeichen ist, wenn der נגע allein für sich die Grösse eines גרים hat.",
+ "schwindet das gesunde Fleisch. Indem sich der נגע auch über die Stelle ausbreitet, an der bisher das gesunde Fleisch war.",
+ "ist er unrein. Ed. Ven. 1625 hat auch hier die Form טמא, nicht טמאה, siehe תוי״ט und die Erklärungsversuche von תא״ש und יו״ב.",
+ "wegen des weissen Haares. Obgleich das weisse Haar schon da war, bevor der נגע allein für sich die Grösse eines נרים hatte, wird auch in dieser Beziehung das gesunde Fleisch als zu dem נגע gehörend betrachtet, dass, nachdem jetzt der נגע sich über die Stelle des gesunden Fleisches auegebreitet und der נגע die Grösse eines גרים erreicht hat, angenommen wird, das weisse Haar habe schon vorher auf einem נגע כגרים gestanden, und der נגע ist deshalb unrein (s. oben Note 2).",
+ "ist er unrein wegen des gesunden Fleisches. D. h. er bleibt unrein wegen des gesunden Fleisches.",
+ "Simon erklärt ihn für rein. Im ersteren Falle, wenn das gesunde Fleisch geschwunden und das weisse Haar geblieben ist.",
+ "weil es nicht auf einem Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe sich umgewandelt hat. Das weisse Haar, das auf dem נגע entstanden ist, bevor er für sich allein die Grösse eines גרים hatte, wird nicht zu einem Unreinheitszeichen, auch wenn nachher durch die Umwandlung des gesunden Fleisches in נגע der נגע die Grösse eines גרים erlangt hat.",
+ "wenn er an der Stelle des weissen Haares so gross wie eine Bohnengraupe ist. Ohne dass die Stelle; auf der vorher das gesunde Fleisch war, hinzugerechnet zu werden braucht; es wäre damit nur gesagt, dass auch R. Simon der Ansicht des Tanna in Mischna 11 dieses Abschnittes zustimmt, dass auch wenn es zweifelhaft ist, ob zuerst der נגע oder zuerst das weisse Haar da war, der נגע unrein ist (תויי׳ט). Aber auch R. Josua, der dort dieser Ansicht nicht zustimmt, könnte hier der Ansicht sein, dass der נגע unrein ist, weil in diesem Falle der נגע schon vorher wegen des gesunden Fleisches unrein war (חזקת טומאה) und deshalb, wenn dieser Unreinheitsgrund jetzt auch geschwunden ist, der נגע trotz des Zweifels, ob das weisse Haar erst nach dem נגע entstanden ist, wegen des weissen Haares für unrein zu erklären ist (יו״ב). Eine andere Erklärung begründet die abweichende Ansicht des R. Simon damit, dass er meint, weisses Haar sei nur dann ein Unreinheitszeichen, wenn es durch einen נגע von der Grösse eines גרים entstanden ist, deshalb könne es nie ein Unreinheitszeichen werden, wenn es auf gesundem Fleisch entstanden ist oder auf einem נגע, der erst zusammen mit gesundem Fleisch die Grösse eines גרים hat, wo das gesunde Fleisch mit zu seinem Entstehen beigetragen hat. Danach könnte man aber vielleicht meinen, dass auch, wenn es auf einem נגע von der Grösse eines גרים entstanden ist, in dessen Mitte gesundes Fleisch ist, es ebenfalls nicht als ein Unreinheitszeichen zu betrachten sei, weil das gesunde Fleisch mit zu seinem Entstehen beigetragen habe, deshalb erklärt die Mischna, dass in diesem Falle R. Simon zustimmt, dass der נגע unrein ist, weil das weisse Haar durch den נגע נגרים auch ohne das gesunde Fleisch entstanden ist (מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Ein Fleck. Von der Grösse eines גרים.",
+ "auf dem. Nachdem er eine Woche verschlossen war.",
+ "gesundes Fleisch und Ausbreitung entstanden sind. Und der deshalb von dem Priester für unrein erklärt worden ist.",
+ "ist er unrein wegen des gesunden Fleisches. Auch wenn die Unreinheitserklärung wegen des geschwundenen und nicht wegen des verbliebenen Unreinheitszeichens erfolgt war (יו״ב).",
+ "Ist er. Ein נגע von der Grösse eines גרים, der von dem Priester auf eine Woche verschlossen worden ist.",
+ "geschwunden. Vor der zweiten oder bei der zweiten Besichtigung durch den Priester.",
+ "wie er war. Er wird nicht als ein neuer נגע betrachtet, sondern als der alte, der eine zweite Woche zu verschliessen, und, wenn er auch dann sich gleich geblieben ist, für rein zu erklären ist.",
+ "nach der Freisprechung. Wenn nach erfolgter Freisprechung der verschwundene נגע an derselben Stelle sich wieder gezeigt hat.",
+ "War er hellweiss und ist dunkelweiss geworden. Bei der Besichtigung am Ende der ersten oder der zweiten Woche.",
+ "wenn er nicht bis unter die vier Aussatzfärben abgeblasst ist. Ist er jedoch bei der Besichtigung so weit abgeblasst, dass der Priester ihn für rein erklärt hat, und er nimmt dann wieder eine Unreinheitsfarbe an, so gilt er als ein neuer נגע.",
+ "Ist er. Ein נגע von der Grösse eines גרים.",
+ "zurückgegangen. Am Ende der ersten oder zweiten Woche, 80 dass der נגע für rein za erklären wäre, oder der Priester ihn schon für rein erklärt hat (nicht so ר״ש), כנס intrans. = hineingehen, eingehen, kleiner werden.",
+ "und hat sich wieder ausgebreitet. Er hat wieder genau die Grösse eines גרים erlangt, wie er sie vorher hatte.",
+ "hat er sich ausgebreitet. Am Ende der ersten oder der zweiten Woche, so dass der נגע für unrein zu erklären wäre oder der Priester ihn schon für unrein erklärt hat.",
+ "und ist wieder zurückgegangen. Er ist wieder auf die Grösse eines גרים zurückgegangen, wie er vorher war.",
+ "Akiba ihn für unrein. R. Akiba betrachtet auch die Ausbreitung nach vorhergegangener Abnahme und ebenso die Ausbreitung, die wieder zurückgegangen ist, als ein Unreinheitszeichen.",
+ "die Weisen erklären ihn für rein. Sie sind der Ansicht, dass das nicht als Ausbreitung gilt, der נגע ist doch in beiden Fällen jetzt genau so, wie er am Anfang war, deshalb ist er, wenn es am Ende der ersten Woche war, auf eine zweite Woche einzuschliessen, wenn am Ende der zweiten Woche, für rein zu erklären. So nach der Erklärung von Bart. Nach der Erklärung des ר״ש und רא״ש, denen מ״ש, יו״ב und מ״א folgen, spricht die Mischna von einem נגע, der die Grösse von mehr als einem גרים hatte, um dieses mehr ist der נגע zunächst zurückgegangen und dann ist es wiedergekommen, oder der נגע hat sich zuerst noch weiter ausgebreitet und ist dann wieder auf seine ursprüngliche Grösse zurückgegangen; einen נגע von der Grösse von genau einem גרים dagegen, der auf weniger als ein גרים zurückgegangen, würde selbst R Akiba nicht wegen Ausbreitung für unrein erklären. Ganz abweichend von diesen Erklärungen legt א״ר das כנסת und פשתה der Mischna aus Nach ihm wäre unter כנסה ופשתה zu verstehen: der נגע hat sich zuerst auf einer Seite verkleinert und dann auf einer anderen Seite sich vergrössert, und unter פשתה וכנסה: er hat sich zuerst auf einer Seite vergrössert und dann auf einer anderen sich verkleinert, und die Streitfrage zwischen R. Akiba und den Weisen ist die, ob das Stück, um das der נגע sich vergrössert hat, mit zu dem נגע hinzuzurechnen ist, obgleich der ursprüngliche נגע sich auf weniger als ein גרים verkleinert hat, oder nicht; die folgenden Mischna 8 und 9 wären danach nur die weitere Ausführung der hier zunächst allgemein gegebenen Regel."
+ ],
+ [
+ "während von dem ursprünglichen Fleck. S. I Note 73.",
+ "soviel wie eine halbe Bohnengraupe geschwunden ist. So dass jetzt wieder ein נגע von der Grösse eines גרים da ist, von dem ursprünglichen נגע jedoch nur ein Stück von der Grösse eines halben גרים geblieben ist.",
+ "Akiba wie ein neuer besichtigt werden. Da von dem ursprünglichen נגע nur ein Stück von der Grösse eines halben גרים übrig geblieben ist, ist dieser נגע als geschwunden zu betrachten, jedoch wird dieses zurückgebliebene Stück zu dem neu hinzugetretenen halben גרים hinzugerechnet, um das Ganze als einen neuen נגע zu betrachten. Mit der Erklärung des א״ר zu der vorhergehenden Mischna (Note 61) vereinigt sich dieser Ausspruch des R. Akiba natürlich nicht, nach ihm ist als Ausspruch des R. Akiba nicht תראה בתחלה, sondern: הרי הוא כבתחלה zu lesen, die Ausbreitung auf der einen Seite wird zu dem נגע hinzugerechnet, es ist demnach so, als wäre der נגע geblieben, wie er war.",
+ "die Weisen erklären ihn für rein. Sie sind der Ansicht, da der ursprüngliche נגע auf die Grösse eines halben גרים zurückgegangen ist, ist dieser נגע als vollständig geschwunden zu betrachten, der zurückgebliebene Teil kann deshalb nicht zu dem neu hinzugetretenen hinzugerechnet werden, dieser hat aber nur die Grösse eines halben גרים, deshalb ist er für rein zu erklären (יו״ב). Bart, erklärt: die Weisen erklären ihn für rein, weil der נגע jetzt nur wieder ebenso gross ist, wie er war, sich also nicht ausgebreitet hat, deshalb ist er, wenn es am Ende der ersten Woche ist, nochmals zu verschliessen, am Ende der zweiten Woche für rein zu erklären. Dagegen wendet schon תוי״ט ein, dass danach R. Akiba der Ansicht sein müsste, dass es trotzdem als eine Ausbreitung betrachtet werde, er danach ihn aber für unrein erklären müsste."
+ ],
+ [
+ "während von dem ursprünglichen Fleck soviel wie eine halbe Bohnengraupe geschwunden ist. So dass der נגע jetzt grösser ist, als er anfangs war.",
+ "Akiba unrein. Da von dem ursprünglichen נגע weniger geschwunden ist, als auf der anderen Seite hinzugekommen ist, wird in diesem Falle der ursprüngliche נגע immer noch als vorhanden betrachtet und ist, da er jetzt grösser als ein גרים ist, für unrein zu erklären (יו״ב).",
+ "die Weisen erklären ihn für rein. Sie sind der Ansicht, dass auch in diesem Falle der ursprüngliche נגע, da er kleiner als ein גרים geworden ist, als vollständig geschwunden zu betrachten ist, der hinzugekommene Teil hat aber nur die Grösse eines halben גרים und etwas, deshalb ist er für rein zu erklären. Nach einigen Erklärern spricht die Mischna hier und in den vorhergehenden Fällen nur von dem Falle, dass die angeführten Veränderungen an dem נגע erst eingetreten sind, nachdem dieser von dem Priester bereits für rein erklärt worden war; R. Akiba ist der Ansicht, dass ebenso wie, wenn der נגע zwei Wochen sich gleich geblieben und deshalb von dem Priester für rein erklärt worden ist, eine nachher eintretende Ausbreitung dennoch ihn wieder unrein macht und der נגע nicht als nicht mehr vorhanden betrachtet wird, so auch in diesen Fällen der zurückgebliebene Teil des ursprünglichen נגע zu dem hinzugekommenen mit hinzuzurechnen ist, während die Weisen der Ansicht sind, dass dieses nur der Fall ist, wenn der ursprüngliche נגע in Grösse eines גריס noch vorhanden ist, nicht aber, wenn er diese Grösse nicht mehr hat.",
+ "Akiba unrein. Aus dem Note 67 angegebenen Grunde. Würde sich der נגע jedoch nur um die Grösse eines גרים ausgebreitet haben, würde er auch nach R. Akiba nicht für unrein zu erklären, sondern als ein neuer נגע zu betrachten sein (יר״ב)."
+ ],
+ [
+ "der sich um eine Bohnengraupe ausgebreitet hat. Und der deshalb für unrein erklärt worden ist.",
+ "auf dessen Ausbreitung. Nach der Unreinheitserklärung (מ״א).",
+ "Akiba unrein. Da wegen der Ausbreitung der נגע, als noch der ursprüngliche Teil des נגע vorhanden war, für unrein erklärt worden war, ist die Ausbreitung, auch nachdem jetzt der ursprüngliche Teil geschwunden ist, als Teil des ursprünglichen נגע zu betrachten. Deshalb bleibt der נגע, wenn auf der Ausbreitung andere Unreinheitszeichen entstanden sind, unrein, auch wenn der ursprüngliche Fleck geschwunden ist, und braucht nicht erst von neuem besichtigt zu werden (s. weiter V, 2).",
+ "Er muss wie ein neuer besichtigt werden. Obgleich auch bei dieser neuen Besichtigung der נגע sofort für unrein zu erklären wäre, ergibt sich doch ein Unterschied zwischen der Ansicht der Weisen und der des R. Akiba, wenn ein solcher Fall gerade während eines Festes eintritt (s. oben III, 2) und in Hinsicht auf die nach der Reinerklärung zu bringenden Opfer (יו״ב).",
+ "ist zu verschliessen. Wie jeder נגע von der Grösse eines גרים, auf dem nicht zwei weisse Haare stehen.",
+ "ist zu verschliessen. Obgleich jetzt zwei weisse Haare auf einem נגע von der Grösse eines גרים stehen, ist dieser dennoch nicht für unrein zu erklären, weil das erste Haar schon da war, als der נגע noch nicht die Grösse eines גרים hatte.",
+ "ist zu verschliessen. Weil weder die zwei Haare, die auf dem נגע entstanden sind, als er noch nicht die Grösse eines גרים hatte, noch das eine Haar, das entstanden ist, als er die Grösse eines גרים hatte, noch beide zusammen den נגע unrein machen."
+ ],
+ [
+ "ist für entschieden unrein zu erklären. Denn beide Haare sind auf dem נגע entstanden, als er die Grösse eines גרים hatte, wenn sie auch nur auf der hinzugekommenen Hälfte gewachsen sind oder sich gefärbt haben.",
+ "weil sie gesagt haben. Die Mischna gibt zum Schluss den Grund an, auf dem die vorangehenden Bestimmungen beruhen",
+ "Wenn der Fleck. In der Grösse eines גרים.",
+ "ist er unrein. Es wird dieses daraus geschlossen, weil es Lev. 13,10 heisst: והיא הפכה שער לבן, der Aussatz hat das Haar in weiss verwandelt, was nicht der Fall ist, wenn das weisse Haar schon vor ihm da war.",
+ "ist er rein. D. h. es ist kein Unreinheitszeichen, sondern der נגע muss, als wenn kein weisses Haar da wäre, verschlossen werden.",
+ "wenn es zweifelhaft ist. Indem der Aussätzige selbst nicht weiss, welches zuerst da war (מ׳׳א).",
+ "ist er unrein. Weil die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass das Entstehen des weissen Haares eine Folge-erscheinung des נגע ist (יו״ב).",
+ "Josua erkannte. קהה verw. mit כהה = stumpf sein oder werden, davon קיהה Piel trans. wie Hifil. הקהה = stumpf machen, hier in übertragenem Sinne: eine Ansicht als unrichtig nachweisen, sie nicht anerkennen. (Der Talmud (Nidda 19 b) hat die Lesart: ורבי יהושע אומר כהה, s. dort רש״י und תוספות).",
+ "dies. Dass im Zweifelfalle der נגע unrein ist."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "ausser diesem. Dem in der vorhergehenden Mischna erwähnten.",
+ "ob es derselbe ist oder ein anderer statt. Nicht an derselben Stelle, indem man nicht mehr genau weise, auf welcher Stelle der נגע vorher gewesen ist.",
+ "so ist er unrein. Selbst wenn es dem Priester und dem Aussätzigen so vorkommt, als wenn der נגע vorher an einer anderen Stelle gewesen wäre und dieser נגע deshalb als ein neuer verschlossen werden müsste (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "darauf ist das weisse Haar geschwunden und dann ist weisses Haar wiedergekommen. Bevor der Priester den נגע wegen des Verschwindens des weissen Haares für rein erklärt hat.",
+ "ebenso wenn es gesundes Fleisch oder Ausbreitung ist. Das sich nach dem Verschwinden des weissen Haares auf dem נגע gezeigt hat.",
+ "am Ende der zweiten Woche oder nach der Freisprechung. Gleichviel zu welchen von diesen Zeiten die Unreinheitserklärung vor dem Schwinden und Wiederkommen stattgefunden hatte.",
+ "wie es gewesen. Es bedarf nicht erst der erneuten Unreinheitserklärung durch den Priester, sondern er gilt als ein für unrein erklärter נגע, an dessen Unreinheit sich nichts geändert hat.",
+ "ebenso wenn es weisses Haar oder Ausbreitung ist. Das sich nach dem Verschwinden des gesunden Fleisches gezeigt hat.",
+ "am Ende der zweiten Woche oder nach der Freisprechung. Gleichviel zu welchen von diesen Zeiten die Unreinheitserklärung vor dem Schwinden und Wiederkommen stattgefunden hatte.",
+ "wie es gewesen. Es bedarf nicht erst der erneuten Unreinheitserklärung durch den Priester, sondern er gilt als ein für unrein erklärter נגע, an dessen Unreinheit sich nichts geändert hat.",
+ "ebenso wenn es weisses Haar. Hier fehlt auffallender Weise das erwartete ומחיה; Erklärungsversuche dafür s. Maim., ר״ש und יו״ב ,ר״אש und תא״ש.",
+ "am Ende der zweiten Woche oder nach der Freisprechung. Gleichviel zu welchen von diesen Zeiten die Unreinheitserklärung vor dem Schwinden und Wiederkommen stattgefunden hatte.",
+ "wie es gewesen. Es bedarf nicht erst der erneuten Unreinheitserklärung durch den Priester, sondern er gilt als ein für unrein erklärter נגע, an dessen Unreinheit sich nichts geändert hat."
+ ],
+ [
+ "Zurückgelassenes. פקודה, s. Edujot V, Note 82.",
+ "ihn für unrein. Obgleich der jetzt wieder aufgetretene נגע dem weissen Haar nicht vorangegangen ist, trifft nach Ansicht Akabias die Bestimmung ושערה הפך לבן dennoch darauf zu, weil doch immerhin ein נגע, der vorher dagewesene, das Haar in weise verwandelt hat. Nach einer anderen Erklärung: Der Umstand, dass mit dem נגע nicht auch zugleich das weisse Haar verschwunden ist, ist ein Beweis dafür, dass der Aussatz noch nicht geheilt war und dass der wiedergekommene Fleck derselbe ist, wie der zuerst dagewesene, der dem weissen Haar vorangegangen war (ראב״ד).",
+ "die Weisen dagegen für rein. Das weisse Haar ist als dem נגע vorangegangen zu betrachten und deshalb für ihn kein Unreinheitszeichen, der נגע muss vielmehr wie ein neuer besichtigt werden (s. oben IV, 7).",
+ "dass er rein ist. Weil der ursprüngliche נגע vollständig verschwunden war.",
+ "Was aber ist zurückgelassenes Haar. Das als Unreinheitszeichen zu betrachten ist.",
+ "hat aber das weisse Haar auf dem Platz des Flecks zurückgelassen und ist dann wiedergekommen. In diesem Falle spricht der zurückgebliebene Teil des נגע dafür, dass auch der wiedergekommene ein Teil des ursprünglichen נגע war, es demnach noch derselbe נגע ist, der dem weissen Haar vorangegangen war.",
+ "für nichtig erklärt hat. Eine andere Lesart ist: כשם שבטלת (א״ר).",
+ "keine Geltung. Sondern auch in diesem Falle ist der נגע wegen des zurückgelassenen Haares für unrein zu erklären."
+ ],
+ [
+ "wenn er gleich am Anfang vorliegt. Im Gegensatz zu den in den vorhergehenden Absätzen behandelten Fällen, in denen der Zweifel erst nach der Unreinheitserklärung entstanden ist.",
+ "so lange er noch nicht in den Zustand der Unreinheit eingetreten war. D. h. noch nicht für entschieden unrein erklärt worden ist, selbst wenn er bereits verschlossen war. Zu נזקק s. Bechor. IV, Note 53.",
+ "Wenn zwei. Aussatzschäden.",
+ "am Ende der ersten Woche ist er an diesem so gross wie ein Sela und an jenem so gross wie ein Sela. Ebenso, wenn an einem von beiden ein anderes Unreinheitszeichen entstanden ist (יו״ב).",
+ "sei es an einem Manne. Wenn beide נגעים an einem Manne waren, obgleich in diesem Falle der Betreffende wegen des einen נגע, der sich erweitert hat, eigentlich hätte für entschieden unrein erklärt, und wegen des anderen, der sich gleich geblieben ist, hätte verschlossen werden müssen.",
+ "sei es an zwei Männern. Obgleich da doch selbst derjenige, bei dem der נגע sich gleich geblieben ist, hätte verschlossen werden müssen.",
+ "ist er rein. Es wird dies damit begründet, dass es in der Schrift (Lev. 13,22) heisst: וטמא אותו הכהן, der Priester soll „ihn“, d. h. den נגע, für unrein erklären, in diesem Falle kann aber der Priester weder den einen noch den anderen נגע bestimmt für unrein erklären, da er ja nicht weiss, welcher von beiden derjenige ist, der sich ausgebreitet hat. Deshalb hat es aber auch keinen Zweck, die beiden נגעים noch eine Woche zu verschliessen, da das Verschliessen nur den Zweck hat, zu sehen, ob nach einer Woche ein סימן טומאה an dem נגע entstanden und er danach für unrein zu erklären ist, in diesem Falle der Priester aber, auch wenn nach einer Woche beide נגעים sich auf mehr als einen Sela ausgebreitet haben, dennoch keinen von beiden wegen dieser jetzt entstandenen Ausbreitung für unrein erklären kann, da er doch vielleicht schon bei der vorangegangenen Besichtigung sich ausgebreitet hatte und schon deswegen hätte für unrein erklärt werden müssen; deshalb bleibt nur übrig, beide נגעים für rein zu erklären (הרא״ש).",
+ "An einem Manne ist er unrein und an zwei Männern ist er rein. Nach Ansicht des R. Akiba bezieht sich das אותו „ihn“ nicht auf den נגע, sondern auf den vom Aussatz Behafteten. Sind beide נגעים an einem Manne, so kann er diesen mit Bestimmtheit für unrein erklären, im anderen Falle aber weiss er ja nicht, welchen von beiden Aussätzigen er für unrein erklären soll."
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+ [
+ "sind sie beide unrein. Da beide sich ausgebreitet haben.",
+ "sind sie beide unrein. Obgleich bei demjenigen, der am Anfang schon so gross wie ein Sela war, die Ausbreitung jetzt wieder geschwunden ist und er demnach für rein zu erklären wäre.",
+ "bis sie auf die Grösse einer Bohnengraupe zurückgegangen sind. Und demnach beide, weil die Ausbreitung wieder bei ihnen geschwunden ist, für rein erklärt werden können."
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+ "Der Flächenraum des Fleckens muss ein Quadrat von der Grösse einer Kilikischen Bohnengraupe. גרים von גרס = brechen, zerteilen. Die Bohne ist länglich und rund, wenn man sie in der Mitte der Länge nach durchschneidet, erhält man eine grade Fläche, nach der man die Länge der Bohne bemessen kann. Die so gewonnene Bohnenhälfte heisst גריס. Es gibt kleinere und grössere Bohnen, die Kilikische gehört zu den grösseren Bohnenarten. Der Aussatzflecken muss so lang sein, wie diese Bohnengraupe lang ist, und ebenso breit, so dass man eine zu einem Quadrat ihrer Länge erweiterte Bohnengraupe in ihn hineinsetzen kann. Hat der Aussatzflecken nicht diese Länge, wenn er auch noch so breit ist, ist er rein, und ebenso umgekehrt (Maim. הלכות טו״צ I,8).",
+ "Eine Bohnengraupe. Gemeint ist: ein Quadrat von der Länge einer Bohnengraupe.",
+ "nimmt den Raum von neun Linsen. Auch hier ist wieder gemeint: von neun quadratförmig erweiterten Linsen.",
+ "eine Linse den Raum von vier Haaren. שתי שערות על שתי שערות ein Quadrat von שתי שערות. Unter שחי שערות versteht man den Raum, den die Entfernung zweier Haare am Körper (nicht am Kopf oder Bart) des Menschen von einander einnimmt, ein Quadrat dieser Entfernung wird demnach von vier solchen Haaren begrenzt (so nach den Erklärern, siehe dagegen weiter Note 5).",
+ "das ergibt einen Raum von 36 Haaren. Neun Linsen - Quadrate, jedes von vier Haaren, zusammen also von 36 Haaren begrenzt, aneinander gefügt, ergeben ein Bohnengraupen - Quadrat. Nach dieser Erklärung würde allerdings für die Abmessung auf dem Körper des Menschen das נמצאו שלשים ושש שערות gar nichts zu bedeuten haben und deshalb eigentlich ganz überflüssig dastehen. Soll aber, wie die übliche Erklärung annimmt, dieser Zusatz besagen, dass ein Bohnengraupen-Quadrat den Raum von 36 Haaren auf dem Körper des Menschen einnimmt, nämlich den Raum zwischen 6 Haaren in der Länge und 6 Haaren in der Breite, so würde das mit dem vorher Gesagten nicht übereinstimmen. Wenn ein Linsenquadrat auf die Haut aufgelegt in der Länge die Entfernung von einem Haar zum zweiten, das zweite die vom zweiten zum dritten, das dritte die vom dritten zum vierten bedeckt, und ebenso in der Breite, so ergibt sich, dass die 9 Linsenquadrate, die den Raum eines Bohnengraupen-Quadrates einnehmen sollen, nur den Raum zwischen 16 Haaren bedecken, und nicht, wie die Mischna sagt, den von 36 Haaren. Das נמצאו שלשים ושש שערות ist nur zu verstehen, wenn man annimmt, dass mit שתי שערות nicht die Entfernung zweier Haare voneinander gemeint ist, sondern der Raum der Haut, auf dem zwei Haare wachsen, d. h. jedes Haar als der Mittelpunkt gedacht des ihn umgebenden Teiles der Haut. Danach würde שתי שערות nicht nur die Entfernung zweier Haare voneinander bedeuten, sondern zu dieser Entfernung würde noch auf beiden Seiten die halbe Entfernung von dem nächsten Haare hinzukommen. So würde jedes Linsen-Quadrat nicht von vier Haaren begrenzt sein, so dass das zweite Haar des ersten Quadrats mit dem ersten des zweiten Quadrats usw. zusammenfällt, sondern jedes Quadrat würde vier andere Haare bedecken, und danach die neun Linsen Quadrate, die den Raum eines Bohnengraupen-Quadrats ausmachen, in der Tat einen Raum von 36 Haaren auf dem Körper des Menschen einnehmen. Siehe die nebenstehende Abbildung."
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+ "Ein Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe und darauf gesundes Fleisch von der Grösse einer Linse. Gesundes Fleisch auf einem נגע ist nur dann ein סימן טומאה, wenn es so gross wie eine Linse gleich dem Quadrat eines Baumes von שתי שערות ist und auf allen Seiten von dem נגע in der Breite einer Linse umgeben ist; das ist der Fall, wenn der נגע auch nur genau so gross wie ein גריס = neun Linsen ist und das gesunde Fleisch genau auf der Mitte des נגע sich befindet. Danach erklären die meisten Ausleger (Maim. Bart., ר״ש und רא״ש), dass die Mischna hier von einem solchen נגע spricht, der mit dem gesunden Fleisch zusammen nur genau so gross wie eia גרים ist.",
+ "hat der Fleck zugenommen. Nach aussen hin sich erweitert, nachdem er wegen des gesunden Fleisches für unrein erklärt worden war.",
+ "ist er unrein. Wegen der Ausbreitung, der נגע ist deshalb auch unrein, wenn das gesunde Fleisch wieder verschwindet, die Ausbreitung gilt als ein סימן טומאה auch an einem נגע, der bereits ohne sie unrein war.",
+ "ist er rein. Weil er jetzt nicht mehr die Grosse eines גריס hat. Nach einer anderen Erklärung (s. ר״ש רא׳יש und יו״ב) spricht die Mischna von einem נגע, der ohne das gesunde Fleisch so gross wie ein גריס ist, danach muss hier gemeint sein, wenn der נגע soweit abgenommen hat, dass er nicht mehr das gesunde Fleisch auf allen Seiten in der Breite eines Raumes von שתי שערות umgibt.",
+ "hat das gesunde Fleisch zugenommen. Sich auf dem נגע ausgebreitet.",
+ "ist er unrein. Ed. Löwe: טהורה. Nach der ersten Erklärung kann es hier nicht טמאה heissen, sondern ist statt dessen טהורה zu lesen, denn da das gesunde Fleisch sich ausgebreitet hat und der ganze נגע mit dem gesunden Fleisch zusammen nur so gross wie ein גרים war, ist nun das gesunde Fleisch nicht mehr auf allen Seiten von einem Raum von שתי שערות umgeben und der נגע deshalb für rein zu erklären. Nach der zweiten Erklärung, nach der der נגע ohne das gesunde Fleisch so gross wie ein גרים war, bleibt er auch nach der Zunahme des gesunden Fleisches unrein, solange dieses noch auf allen Seiten von שתי שערות des נגע umgeben ist.",
+ "ist er rein. Da gesundes Fleisch, das weniger gross als eine Linse ist, kein Zeichen der Unreinheit ist (s. weiter Note 18)."
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+ "Ein Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe und darauf gesundes Fleisch weniger gross als eine Linse. Der verschlossen worden ist, um zu sehen, ob sich ein סימן טומאה darauf entwickeln wird. Hier kann die Mischna nur meinen, wenn der Fleck ohne das gesunde Fleisch so gross wie ein גרים ist. Gesundes Fleisch wird bei der Abmessung der גריס-Grösse eines נגע nur dann mitgerechnet, wenn es die Grösse einer Linse hat, hat es diese Grösse nicht, wird es wie gesunde Haut betrachtet, der נגע hätte demnach hier nicht die Grösse eines גרים und brauchte daher nicht verschlossen zu werden; auch wenn er danach zugenommen hat, wäre er aber dann nicht für unrein zu erklären, da eine Ausbreitung vor stattgefundenem Verschluss nicht als סימן טומאה gilt (s. oben IV, 1).",
+ "hat der Fleck zugenommen. Nach aussen hin, so dass er jetzt ohne das gesunde Fleisch so gross wie ein גרים ist.",
+ "hat er abgenommen. So dass er jetzt weniger gross als ein גרים oder auch mit dem gesunden Fleisch zusammen so gross wie ein גרים ist (רא״ש; s. Note 13).",
+ "hat das gesunde Fleisch zugenommen. Und ist so gross wie eine Linse geworden, aber nicht grösser, denn da der נגע nur so gross wie ein גרים ist, würde es dann nicht auf allen Seiten von dem נגע in der Breite von שתי שערות umgeben sein.",
+ "hat es abgenommen. Und der Fleck sich an die Stelle, wo es war, ausgebreitet, so dass dieser jetzt grösser als ein גרים geworden ist.",
+ "ist er nach R. Meïr unrein. R. Meïr ist der Ansicht, dass in diesem Falle auch die Ausbreitung nach innen als Ausbreitung gilt. In der vorhergehenden Mischna heisst es allerdings, ohne dass R. Meïr dem widerspricht, dass wenn das gesunde Fleisch abgenommen hat, der נגע rein ist, trotzdem doch auch dort durch die Abnahme des gesunden Fleisches der Fleck sich vergrössert hat. Dort aber hatte das gesunde Fleisch die Grösse einer Linse, war also ein סימן טומאה, hat es abgenommen und ist kleiner als eine Linse geworden, so ist das ein Zeichen der Heilung, nicht der Ausbreitung des נגע, während hier, wo das gesunde Fleisch nicht die Grösse einer Linse hatte, die Stelle, welche es einnahm, noch wie die übrige gesunde Haut zu betrachten war und deshalb die Ausbreitung des נגע über diese Stelle wohl als eine Ausbreitung des נגע zu betrachten ist (א״ר). Nach der Erklärung, wonach es sich in der obigen Mischna um den Fall handelt, dass der נגע einschliesslich des gesunden Fleisches nur so gross wie ein גרים war, lässt sich der Unterschied noch einfacher begründen. Gesundes Fleisch wird zu dem נגע nur hinzugerechnet, wenn es die Grösse einer Linse hat, so lange es diese Grösse hatte, hatte also der נגע die Grösse eines גרים und konnte durch Ausbreitung nach aussen unrein werden. Sobald aber das gesunde Fleisch abgenommen und nicht mehr die Grösse einer Linse bat, wird es, wie oben ausgeführt, nicht mehr zu dem נגע hinzugerechnet, der נגע hat demnach nicht mehr die Grösse eines גרים, nur ein נגע von der Grösse eines גרים wird aber durch Ausbreitung unrein. Hier dagegen spricht die Mischna von einem נגע, der ohne das gesunde Fleisch die Grösse eines גרים hatte, deshalb wird nach Ansicht des R. Meïr hier auch die Ausbreitung über die Stelle, an der das gesunde Fleisch war, als Ausbeutung betrachtet, obgleich es eine Ausbreitung nach innen ist (ר״ש und (רא״ש).",
+ "nach den Weisen ist er rein. Gemeint ist, er ist nicht wegen Ausbreitung für unrein zu erklären, sondern es ist so, als wenn er sich nicht verändert hätte (Maim. ה׳ טו״צ III, 5)."
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+ "haben sie zugenommen oder haben sie abgenommen. Sowohl wenn das gesunde Fleisch zugenommen und dadurch der Fleck sich verkleinert hat, als auch wenn der Fleck nach innen sich ausgebreitet und dadurch das gesunde Fleisch sich verkleinert hat, obgleich diese Ausbreitung nach innen nicht als Ausbreitung gilt, solange das gesunde Fleisch die Grösse einer Linse und der Fleck zusammen mit dem gesunden Fleisch die eines גרים hat, bleibt der נגע wegen des gesunden Fleisches unrein.",
+ "wenn sie sich nur nicht bis auf weniger als ihr Mass verkleinert haben. Das gesunde Fleisch nicht weniger gross als eine Linse und der Fleck zusammen mit ihm nicht kleiner als ein גרים geworden ist, und bei Zunahme des gesunden Fleisches dieses noch auf allen Seiten von dem Fleck in der Breite von שתי שערות umgeben ist."
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+ "und ausserhalb des gesunden Fleisches ist wieder ein Fleck. Der wieder das gesunde Fleisch rings umgibt.",
+ "da kommt der innere [Fleck] unter Verschluss. Das gesunde Fleisch ist für ihn kein סיסן טומאת, da es von ihm nicht rings umgeben ist, er muss aber verschlossen werden, und der Aussätzige kann, auch nachdem der für unrein erklärte äussere Fleck wieder geheilt ist, nicht für rein erklärt werden, so lange es sich nicht entschieden hat, ob an dem inneren Fleck nicht noch ein סימן טומאה sich gezeigt hat.",
+ "und der äussere ist für entschieden unrein zu erklären. Weil er das gesunde Fleisch rings umschliesst.",
+ "da der Fleck. Der innere.",
+ "in ihm eingeschlossen ist. Das gesunde Fleisch ist nach R. Jose nicht als von dem äusseren Fleck rings umgeben zu betrachten, weil es in der Mitte von dem inneren Fleck rings umgrenzt wird.",
+ "Wenn es an der Innenseite geschwunden ist. Indem der innere Fleck sich über die Stelle, wo es war, ausgebreitet bat.",
+ "ist es ein Zeichen für Ausbreitung des inneren [Flecks] und der äussere ist rein. Da das gesunde Fleisch jetzt nicht mehr so gross wie eine Linse oder ganz geschwunden ist, um dessentwillen der Fleck für unrein erklärt worden war.",
+ "und wenn an der Aussenseite. Indem der äussere Fleck sich über die Stelle, wo es war, ausgebreitet hat.",
+ "ist der äussere rein. Da das gesunde Fleisch geschwunden ist oder sich verkleinert hat, und die Ausbreitung des äusseren Flecks nach innen nicht als Ausbreitung gilt.",
+ "und der innere. והפנימית להסגיר fehlt in L. und N.",
+ "kommt unter Verschluss. Da an ihm sich nichts geändert hat; ist es am Ende der zweiten Woche, so ist auch er deshalb für rein zu erklären.",
+ "ist er. Auch der innere Fleck.",
+ "rein. Nach R. Akiba gilt auch die Ausbreitung des inneren Flecks über das gesunde Fleisch als eine Ausbreitung nach innen, weil sie doch innerhalb des äusseren Flecks liegt, sie gilt deshalb nicht als Ausbreitung und macht den Fleck nicht unrein, dieser muss deshalb je nach dem verschlossen oder auch für rein erklärt werden (anders ר״ש, der die Lesart hat: בין כך ובין כך החיצונה טהורה und erklärt, einerlei ob wie in dem zuerst besprochenen Fall das gesunde Fleisch die Grösse einer Linse hat, oder ob es an der Innenseite oder Aussenseite geschwunden ist)."
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+ [
+ "Wenn es nur so gross wie eine herbeigebrachte. Das heisst, wenn das gesunde Fleisch nur genau die Grösse einer Linse hat.",
+ "was darüber hinaus war. Wenn sich der innere Fleck darüber ausgebreitet hat.",
+ "ein Zeichen für die Ausbreitung des inneren [Flecks. Selbst nach der Ansicht des R. Akiba, wonach eine Ausbreitung des inneren Flecks über das gesunde Fleisch als eine Ausbreitung im Innern des נגע nicht als solche gilt, ist dieses jedoch nur dann der Fall, wenn das gesunde Fleisch nur genau die Grösse einer Linse hatte und der äussere Fleck mit ihm zusammen so gross wie ein גרים war, das gesunde Fleisch somit mit zu dem äusseren Fleck gehörte. War dagegen das gesunde Fleisch grösser als eine Linse und der innere Fleck hat sich über die Stelle, um die es grösser als eine Linse war, ausgebreitet, ist dies keine Ausbreitung im Innern, sondern wie eine Ausbreitung nach irgend einer anderen Stelle der Haut (רא״ש).",
+ "und der äussere ist unrein. Wenn von dem gesunden Fleisch noch so viel wie eine Linsengrösse zurückgeblieben ist.",
+ "War dort. Zwischen dem inneren und dem äusseren Fleck.",
+ "ein Bohak. בהק (Lev. 13, 39) = eine dunkelweisse Lichtung auf der Haut, nicht hellweiss wie die Aussatzfarben, und deshalb rein.",
+ "weniger gross als eine Linse. Selbst wenn er weniger gross als eine Linse ist (יו״ב). Anders Maim. und Bart., nach denen ein בהק von der Grösse einer Linse wie gesundes Fleisch zu beurteilen wäre (s. dagegen תוי״ט).",
+ "so ist es ein Zeichen der Ausbreitung für den inneren [Fleck. Wenn dieser sich über den בהק ausgebreitet hat. Auch nach R. Akiba, nach dessen Ansicht eine Ausbreitung des inneren Flecks über das gesunde Fleisch nicht als Ausbreitung gilt, weil das gesunde Fleisch den äusseren Fleck unrein macht und demnach zu diesem gehört, der innere Fleck sich danach nicht nach aussen, sondern in den äusseren Fleck hinein ausgebreitet hat, gilt hier die Ausbreitung des inneren Flecks als eine Ausbreitung nach aussen, weil der בהק gar nicht zu dem äusseren Fleck gehört, der innere Fleck sich also auf einen ausserhalb von ihm liegenden gesunden Teil der Haut ausgedehnt hat.",
+ "aber kein Zeichen der Ausbreitung für den äusseren. Wenn der äussere Fleck sich über den בהק ausgebreitet bat, gilt dieses trotzdem als eine Ausbreitung nach innen, da doch dieser den נהק von allen Seiten umschliesst. So nach der Erklärung von יו״ב. Nach der Erklärung des ר״ש meint die Mischna: wenn zwischen dem inneren Fleck und dem gesunden Fleisch noch ein Bohak weniger gross als eine Linse ist, und nun der innere Fleck sich über das gesunde Fleisch ausbreitet, gilt das als Ausbreitung, trotzdem der בהק dazwischen liegt, weil dieser nicht die Grösse einer Linse bat (vgl. oben I, 5), wenn der äussere Fleck sich darüber ausbreitet, gilt es nicht als Ausbreitung, weil es eine Ausbreitung nach innen ist. Ähnlich wie יו״ב erklärt מ״א, nur dass er annimmt, die Mischna meine mit היה בוהק פחות מכעדשה: war dort ein בהק, gleichviel wie gross, oder gesundes Fleisch, weniger gross als eine Linse, bei beiden liege der Fall gleich; ebenso א״ר, der das סימן פשיון וכו׳ auf alle in dieser und der vorhergehenden Mischna angeführten Fälle bezieht."
+ ],
+ [
+ " Kidduschin 25a.",
+ "die wegen gesunden Fleisches nicht unrein werden können. Aus dem Schriftausdruck וראהו הכהן der Priester soll „ihn“ den נגע sehen, wird geschlossen, dass er den ganzen נגע mit einem Blick übersehen muss. Die nachgenannten Gliederspitzen sind aber nur klein und gewölbt, und wenn auf ihnen gesundes Fleisch entstanden ist, hindert dieses das Auge, den ganzen נגע mit einem Blick zu überblicken.",
+ "Die Fingerspitzen an den Händen und Füssen. Das sind zwanzig.",
+ "die Ohrenspitzen. Der ganze Rand der beiden Ohrmuscheln, da sie sich vollständig gleich sind, werden sie nur als eines gezählt.",
+ "die Nasenspitze. Das ist die zweiundzwanzigste.",
+ "die Spitze des männlichen Gliedes. Das sind dreiundzwanzig. גויה = Körper, oder ראש הגויה, wird ebenso wie אבר = Glied oft als Bezeichnung für das männliche Glied gebraucht.",
+ "und die Spitzen der Brüste. Die wieder, weil sie sich vollständig gleich sind, nur als eines gezählt werden.",
+ "beim Weibe. Nicht aber beim Manne, weil sie da nicht so stark gewölbt sind.",
+ "Auch Warzen und Gewächse können wegen gesunden Fleisches nicht unrein werden. Wenn sie nicht auf der Oberfläche ein גרים breit sind (תוספתא)."
+ ],
+ [
+ "die durch einen Fleck nicht unrein werden. Weil es beim Aussatzschaden heisst (Lev. 13, 2): נעור בשרו, sind solche Stellen des Körpers ausgeschlossen, die nicht Haut und Fleisch sind, und weil es heisst (Lev. 13,12): לכל מראה עיני הכהן „soweit die Augen des Priesters sehen“, sind solche Stellen ausgeschlossen, die sich nicht in ungezwungener Stellung dem Auge des Priesters darbieten. Die nachstehend aufgeführten Körperteilen gehören teils zu der erstem teils zu der letzteren Art.",
+ "das Innere des Mundes. Wozu auch die Röte der Lippen gehört, die nicht sichtbar ist, wenn der Mund geschlossen ist (תוספתא).",
+ "die Falten. Die Fettfalten am Körper eines fetten Menschen.",
+ "und die Falten am Halse. Wie sie jeder Mensch hat.",
+ "unter der Brust. Was beim Säugen des Kindes davon nicht sichtbar ist, siehe oben II, 4.",
+ "und die Achselhöhle. Ebenso die Höhlung zwischen Körper und Schenkeln, s. II, 4.",
+ "die Fusssohle. Die durch das ständige Auftreten eine so harte Haut bat, dass sie nicht mehr עור הבשר genannt werden kann (רא״ש).",
+ "der Kopf und der Bart. Wenn nicht durch Ausfallen der Haare kahle Stellen darauf entstanden sind.",
+ "eine Entzündung. Die durch innere Hitze entstanden ist.",
+ "oder ein Brandgeschwür. Das durch Verbrennen am Feuer entstanden ist.",
+ "oder eine Hitzewunde. קדח ist die Bezeichnung für eine Entzündung, die nicht von innen heraus entstanden ist, sondern durch einen Schlag oder Stoss von aussen durch einen nicht am Feuer erhitzten Gegenstand, sowie für ein Brandgeschwür, das nicht direkt durch Verbrennen am Feuer, sondern an einem durch Feuer erhitzten Gegenstand entstanden ist.",
+ "die noch [der Heilung] widerstreben. So lange sich an Stelle der durch die Entzündung zerstörten Haut nicht eine neue feine Haut gebildet hat (s. V N. 7).",
+ "diese werden durch einen Aussatzschaden nicht unrein. Weil sie nicht עור הבשר heissen.",
+ "und werden. Wenn auf ihnen ein Aussatzschaden entsteht.",
+ "zu einem Aussatzschaden. Einem daneben liegenden, der nicht die Grösse eines גרים hat.",
+ "der Aussatzschaden kann sich in sie hinein nicht ausbreiten. Auch wenn er sich über sie ausbreitet, gilt dies nicht als Ausbreitung.",
+ "sie machen nicht unrein wegen gesunden Fleisches. Wenn sie von einem נגע eingeschlossen sind, gelten sie nicht als gesundes Fleisch, den נגע unrein zu machen.",
+ "und sie stören nicht das sich ganz in weiss verwandeln. Wenn der Aussatz sich über den ganzen Körper ausgebreitet hat ausser über eine oder mehrere solcher Stellen, ist der Betreffende für rein zu erklären.",
+ "Hat sich auf dem Kopf oder Bart eine Glatze entwickelt. Eine kahle Stelle auf Kopf oder Bart hat den gesetzlichen Charakter von עור ובשר (s. V N 9).",
+ "der Hitzewunde eine Vernarbung geworden. S. V N 7.",
+ "so werden sie durch einen Aussatzschaden unrein. Wenn dann auf ihnen ein נגע in einer der vier Farben oder deren Mischung entsteht (s. VII, 1).",
+ "dagegen worden sie. Wenn auf ihnen ein Aussatzschaden entsteht.",
+ "zu Aussatzschäden. Auf anderen Stellen der Haut.",
+ "nicht hinzugerechnet. Weil die auf diesen Stellen entstehenden Aussatzschäden in der Schrift besonders behandelt werden, woraus zu schliessen ist, dass sie nicht der gleichen Art sind wie die auf anderen Stellen der Haut.",
+ "und der Aussatzschaden kann sich in sie hinein nicht ausbreiten. Ebenso ein Aussatzschaden von ihnen nicht auf einen auf anderen Stellen der Haut (Maim.).",
+ "und sie machen nicht unrein wegen gesunden Fleisches. Selbst die vernarbte Entzündung oder die kahl gewordene Kopf- oder Bartstelle gelten nicht als gesundes Fleisch, einen sie einschliessenden נגע unrein zu machen.",
+ "aber sie stören das sich ganz in weiss Verwandeln. Wenn der Aussatz sich über den ganzen Körper ausgebreitet hat bis auf eine dieser Stellen, bleibt der Betreffende unrein, weil auch diese Stellen durch einen נגע unrein werden können (s. weiter VIII, 5).",
+ "Der Kopf und der Bart. Die Stellen, auf denen der Bart zu wachsen pflegt.",
+ "und die Gewächse auf dem Kopf und am Bart. Aus der Kopf- oder Barthaut herausgewachsene Gewächse, auf denen keine Haare wachsen. Nach anderen: Haarbüschel, die vom Kopf oder Bart ausgehend an Stellen der Haut gewachsen sind, die nicht zur Kopf- und Barthaut gehören.",
+ "unterliegen den gleichen Vorschriften wie die Haut des Fleisches. Ihre Haut wird in allen Beziehungen wie die übrige Haut des Körpers betrachtet."
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+ "Folgende Flecke sind rein. Selbst wenn erst nachher ein Unreinheitszeichen auf ihnen entstanden ist (יו״ב).",
+ "Die schon da waren. Aus den einleitenden Worten der Schrift (Lev. 13,2): בשרו אדם ני יהיה בעור wird geschlossen, dass die nachfolgenden נגעים-Vorschriften nur Geltung haben, „כי יהיה״ wenn der נגע entstanden ist, als für den von ihm Betroffenen die נגע-Gesetze bereits in Geltung waren, nicht aber „שהיה כנר״ wenn er bereits vorher da war.",
+ "auf einer Falte. Auf der ein נגע nie unrein wird, s. oben VI, 8.",
+ "während sie noch [der Heilung] widerstrebten. S. VI, Note 58—63.",
+ "der Hitzewunde eine Vernarbung geworden. So dass der נגע, wenn er jetzt darauf entstehen würde, unrein wäre.",
+ "sind sie rein. Weil in allen diesen Fällen der נגע schon da gewesen ist, als für die betreffenden Stellen die נגע-Gesetze noch nicht anzuwenden waren.",
+ "bevor noch Haare darauf gewachsen waren. Als für sie, wie für die übrige Haut des Körpers, die נגע-Vorschriften noch galten.",
+ "dann sind Haare darauf gewachsen. So dass, wenn der נגע jetzt darauf entstanden wäre, er nicht als solcher gelten würde.",
+ "und dann sind sie wieder kahl geworden. So dass jetzt der נגע wieder auf einer Stelle steht, für die die gleichen Vorschriften wie für die übrige Haut des Körpers gelten.",
+ "und dann geheilt. Dieser Absatz der Mischna wird von den Erklärern verschieden verstanden und ausgelegt. Aus der Erklärung des Maim. Comm, ist zu entnehmen, dass er die Worte der Mischna folgendermassen auffasst: War ein Fleck auf der Haut und dann ist eine Entzündung darauf entstanden, so ist der Fleck als ein נגע על עור בשרו unrein, so lange die Entzündung nicht vernarbt ist. Allerdings ist ein Fleck, der auf einer noch nicht vernarbten Entzündung (שחין המורד) entsteht, niemals unrein, ein schon vorher auf der Haut gewesener Fleck bleibt aber als נגע על עור בשרו unrein, bis die Entzündung vernarbt ist. Ist nun die Entzündung vernarbt und שחין ונרפא (Lev. 13,18) geworden, so treten die hierfür gegebenen Bestimmungen in Kraft, der Fleck ist nicht mehr als נגע על עור בשרו unrein, sondern nach den Vorschriften von שחין zu behandeln Ist die Entzündung dann vollständig geheilt, so ist der Fleck wieder ein נגע על עור בשרו und als solcher unrein. Anders erklären ר״ש und Bart., nach ihnen ist das eiste צרבת zu streichen und sind die Worte der Mischna so zu verstehen: War ein Fleck da, bevor die Entzündung entstanden war (עד שלא נעשו), und war der Fleck deshalb unrein, dann ist eine Entzündung darauf entstanden, so hat dieses die Folge, dass der Fleck jetzt für rein zu erklären ist, weil es in der Schrift heisst (Lev. 13,19): שאת והיה במקום השחין, nur wenn auf der Entzündung ein Fleck entsteht, ist er als נגע zu betrachten, nicht aber ein Fleck, der schon vor der Entzündung da war. Ist nun die Entzündung vernarbt und wieder ganz geheilt, so tritt wieder der frühere Zustand ein und der נגע ist unrein. Gegen diese Erklärung ist einzuwenden, dass danach der mittlere Zustand in den Worten der Mischna gar nicht ausgesprochen wäre, auch nicht einzusehen wäre, warum es in der Mischna heisst: נעשו צרבת וחיו vernarbt und geheilt (s. תוי״ט).",
+ "unrein. Das heisst, sie werden wie jeder andere נגע על עור בשרו betrachtet.",
+ "die Weisen erklären sie für rein. Weil ein נגע nur dann als ein solcher gilt, wenn die Stelle, auf der er sich befindet, ununterbrochen eine solche war, dass ein darauf sich befindender נגע für unrein erklärt werden kann."
+ ],
+ [
+ "Haben sie. Solche Flecken, die bei ihrem Entstehen nicht als solche gegolten haben.",
+ "ihre Farbe geändert. Nachdem zum Beispiel der Nichtjude Jude geworden ist.",
+ "sei es zur Erleichterung sei es zur Erschwerung. Indem aus dem glänzend weissen Fleck ein weniger weisser geworden ist oder umgekehrt.",
+ "War er schneeweiss. Die weisseste Aussatzfarbe.",
+ "und ist wie der Kalk des Tempels geworden. Die Nebenfarbe der schneeweissen, s. VN. 5.",
+ "wie weisse Wolle. Die zweite Hauptfarbe.",
+ "oder eihäutchenweiss. Die Nebenfarbe der wollweissen. Die schneeweisse Farbe hat sich in eine der drei minder weissen Farben verändert, so nach יו״ב. Bart. erklärt: Die schneeweisse Farbe hat sich in die kalkweisse oder die wollweisse in die eihäutchenweisse verändert.",
+ "ist er annähernd. So nach א״ר und יו״ב. Das ספחת der Schrift erklärt der Talmud (Schebuot 6 b) als abgeleitet von ספח = anschliessen: etwas, das den beiden anderen, שאת und בהרת, nahekommt. Danach erklärt א״ר: War der נגע ein שאת, d. h. wollweiss und ist er nicht so weit abgeblasst, dass er nur noch so weiss, wie ein Eihäutchen ist, sondern ist er nur etwas dunkler als wollweiss geworden, oder war er hochweiss wie Schnee und ist er nicht so weit abgeblasst, dass er nur noch so weiss wie der Kalk des Tempels ist, sondern ist er nur etwas dunkler als schneeweiss geworden. Nach יו״ב bezieht sich beides auf das היתה כשלג der Mischna: war der Fleck schneeweiss und hat er eine Farbe angenommen, die zwischen eihäutchen- und wollweiss oder zwischen kalkweiss und hochweiss liegt. Anders erklärt Bart., nach ihm spricht die Mischna von zwei Fällen, der Fleck war schneeweiss und ist kalkweiss geworden, oder er war wollweiss und ist eihäutchenweiss geworden, und sie fährt nun nur erklärend fort: es ist demnach aus dem שאת, der wollweissen Farbe, ein מספחת שאת die Nebenfarbe der wollweissen d. i. die eihäutchenweisse, oder aus der עזה der schneeweissen ein מספחת עזה die Nebenfarbe der schneeweissen d. i. die kalkweisse geworden.",
+ "wie ein Seëth. S. I,1 und V N 5.",
+ "oder annähernd hochweiss. עזה steht hier abgekürzt für עזת כשלג.",
+ "wie der Kalk des Tempels oder schneeweiss. Auch hier erklärt Bart, wieder: oder war er wie der Kalk des Tempels und ist schneeweiss geworden.",
+ "rein. Da die jetzige sowohl wie die ursprüngliche Farbe zu den Aussatzfarben gehören, gilt er immer noch als derselbe נגע.",
+ "ist er rein. Wenn die Aussatzfarbe abgeblasst ist, ist es immer noch derselbe נגע.",
+ "muss er wie ein neuer besichtigt werden. Wenn die Aussatzfarbe stärker geworden ist, ist er als ein neuer נגע zu betrachten.",
+ "muss er wie ein neuer besichtigt werden. Sobald die Farbe sich auch nur um ein weniges geändert hat, gilt er nicht mehr als derselbe נגע."
+ ],
+ [
+ "Ein Fleck. Von der Grösse eines גרים.",
+ "ist am Anfang. Lev. 13, 4.",
+ "und am Ende der ersten Woche. Wenn er unverändert geblieben ist, Lev. 13, 5.",
+ "am Ende der zweiten Woche. Lev. 13, 5.",
+ "und nach der Freisprechung. Wenn er nach der zweiten Woche, weil er sich nicht verändert hat, freigesprochen worden ist, braucht er nicht wieder verschlossen zu werden, selbst wenn er dann eine andere Farbe angenommen hat (רא״ש).",
+ "War er. Der Priester.",
+ "ihn zu verschliessen oder ihn freizusprechen. Er hat aber den entscheidenden Ausspruch noch nicht getan (VN. 16).",
+ "ist er für entschieden unrein zu erklären. Während der Zeit des Verschlusses dagegen kann er wegen entstandener Unreinheitszeichen nicht für entschieden unrein erklärt werden, sondern er bleibt bis zum Ende der Woche unter Verschluss.",
+ "ist. Auch gleich am Anfang.",
+ "ihn für entschieden unrein zu erklären. Er hat aber den entscheidenden Ausspruch noch nicht getan (VN. 16).",
+ "so ist er am Anfang und am Ende der ersten Woche zu verschliessen. Hatte er ihn dagegen schon für entschieden unrein erklärt und dann sind die Unreinheitszeichen geschwunden, so ist er für rein zu erklären.",
+ "am Ende der zweiten Woche und nach der Freisprechung. Wenn er am Ende der ersten Woche freigesprochen war, weil die Unreinheitszeichen geschwunden waren, dann aber wieder Unreinheitszeichen entstanden und, während er noch im Begriff war, ihn für entschieden unrein zu erklären, wieder geschwunden sind, so ist er freizusprechen, weil über einen נגע, der einmal nach vorangegangenem Verschluss oder nach vorangegangener Unreinerklärung für rein erklärt worden ist, nicht wieder Verschliessung verhängt werden kann (מ״א)."
+ ],
+ [
+ " Sabb. 94b.",
+ "Wer Unreinheitszeichen herausreisst. Sodass der נגע ihretwegen nicht mehr für unrein erklärt werden kann, wenn er z. B. von zwei weissen Haaren eines herausreisst. Bleibt auch nach dem Herausreissen das Unreinheitszeichen noch bestehen, reiset er z. B. von drei weissen Haaren eines heraus, so übertritt er nach Maim. (הלכות טו״צ, X, 1) auch ein Verbot, erhält aber keine Geisselstrafe.",
+ "oder gesundes Fleisch herausbrennt. So dass es aufhört, als gesundes Fleisch zu gelten, und als Brandgeschwür zu behandeln ist.",
+ "übertritt ein Verbot. Das Verbot beruht auf dem Schriftvers (Deut. 24, 8): השטר בנגע הצרעת und erstreckt sich auf alle Arten von Aussatz, auf jeden Zustand, in dem er sich befindet, sei es bevor der Priester ihn besichtigt hat. sei es während der Verschliessung, sei es nach der Unreinerklärung, und auch auf das Herausschneiden des ganzen Aussatzes.",
+ "unrein. Er verbleibt trotz der Entfernung des Unreinheitszeichens unrein.",
+ "als sie nach Narwad. L. und N. lesen: נדבה, andere Mischnaausgaben: נדווד oder גדווד.",
+ "dass. Wenn es geschehen ist.",
+ "ihnen Beweisgründe vor zubringen. Nach Tosefta hat R. Akiba folgenden Beweis für seine Ansicht vorgebracht: Warum ist er rein, wenn er die Unreinheitszeichen herausgerissen hat, bevor er zum Priester gekommen ist? Weil der Priester sie noch nicht gesehen hatte. So ist er auch rein, wenn er sie während des Verschlusses ausgerissen hat, da auch da der Priester sie noch nicht gesehen hatte. Unter dem Sehen des Priesters ist die Besichtigung durch den Priester zu verstehen, die erst dann als erfolgt gilt, wenn der Priester sein Urteil gesprochen hat",
+ "ob er vor dem Priester steht. Und sie ausreisst, bevor der Priester ihn für unrein erklärt hat.",
+ "er ist rein. D. h. er wird nicht wegen der herausgerissenen Unreinheitszeichen für unrein erklärt, sondern weiter behandelt, als wären keine Unreinheitszeichen dagewesen.",
+ "bis dass ihn der Priester. Schon vor dem Herausreissen.",
+ "Von wann an wird er wieder rein. Wenn er die Unreinheitszeichen nach der Unreinerklärung durch den Priester herausgerissen hat.",
+ "Wenn an ihm ein anderer Aussatzschaden entstanden und er von diesem rein geworden ist. Aussatz gilt als eine Strafe für üble Nachrede; wenn er von dem zweiten Aussatz, der ihn befallen hat, geheilt worden ist, ist anzunehmen, dass er auch von dem ersten, auch wenn er die Unreinheitszeichen nicht herausgerissen hätte, wieder befreit worden wäre. Eine andere Begründung: die Unreinerklärung ist nur eine Strafe für sein unbefugtes Handeln, ist er von einem neuen Aussatz befallen worden, so ist er dadurch schon für sein Vergehen bestraft, schwindet dieser Aussatz wieder, so ist er deshalb für rein zu erklären (מ״א).",
+ "Erst wenn er. Der neue Aussatz, so nach ר״ש und Bart., weil dadurch der Betreffende rein geworden wäre, auch wenn er die Unreinheitszeichen nicht ausgerissen hätte. Auf den alten Aussatz kann sich das עד שתפרח בכולו nicht beziehen, da dieser nach Toragesetz rein ist, auch wenn die Unreinheitszeichen gegen die Vorschrift herausgerissen worden sind, und es als Grundsatz gilt, dass nur ein unreiner נגע durch Ausbreitung über den ganzen Körper rein wird (s. weiter VIII, 1). Der רא״ש bezieht es trotzdem übereinstimmend mit dem nachfolgenden עד שתתמעט בהרתו auf den alten Aussatz, indem er meint, dass in diesem Falle der Aussatz durch Ausbreitung über den ganzen Körper rein wird, weil er doch nach Toragesetz schon vorher eigentlich für rein zu erklären gewesen wäre.",
+ "am ganzen Körper ausgebrochen oder der Fleck. Der ursprüngliche, aus dem er die Unreinheitszeichen entfernt hat.",
+ "kleiner als eine Bohnengraupe geworden ist. Auch R. Elieser stimmt zu, dass er dadurch rein wird (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ " Bechor. 34a.",
+ "Wer einen Fleck. Entsprechend dem in der vorhergehenden Mischna besprochenen Fall einen für unrein erklärten Fleck.",
+ "und er ist herausgeschnitten worden. Ohne dass er die Absicht hatte, ihn herauszuschneiden.",
+ "ist rein. Weil es in der Schrift (Lev. 13,46) heisst: כל ימי אשר הנגע בו יטמא nur so lange der Aussatzschaden an ihm ist, ist er unrein.",
+ "wenn ein anderer Aussatzschaden an ihm entsteht und er von diesem rein wird. S. Note 51.",
+ "Erst wenn er. Der neue Aussatz.",
+ "am ganzen Körper ausgebrochen ist. Der Talmud (Bechor. 34b) hat auch hier den Zusatz: או עד שתמעט בהרתו מכגרים, siehe die Erklärung dazu dort in רש״י.",
+ "Ist er oben auf der Vorhaut. Nach der Ansicht des ראב״ד (הלכות טו״צ, III,8) ist ebenso wie gesundes Fleisch auch ein Fleck auf der Spitze des männlichen Gliedes nicht unrein (s. oben VI, 7). Trotzdem dürfte ein solcher Fleck auch nach seiner Ansicht eigentlich nicht abgeschnitten werden, denn das Verbot des Herausschneidens eines Aussatzes bezieht sich auch auf reine Aussatzschäden (s. Talm. Sabb. 132b). Auch braucht es sich nicht um einen Fleck zu handeln, der auf der Vorhaut entstanden ist, sondern auf einer anderen Stelle, und der sich dann über die Vorhaut ausgebreitet hat und als Ausbreitung eines נגע unrein ist (יר״ב).",
+ "darf die Beschneidung vorgenommen werden. Das Gebot der Beschneidung verdrängt, wann immer sie vorgenommen wird, das Verbot des Ausschneidens des Aussatzes."
+ ]
+ ],
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+ "Ist [ein Aussatzschaden] aus dem Zustande der Unreinheit. Nachdem der Priester ihn verschlossen oder für entschieden unrein erklärt hatte.",
+ "ist er rein. Lev. 13,13.",
+ "ist er auch nur] an Gliederspitzen. Auf denen gesundes Fleisch nicht als Unreinheitszeichen gilt, s. oben VI, 7.",
+ "ist er unrein. Weil es in der Schrift (Lev. 13,14) heisst: חי יטמא וביום הראות בו בשר „an dem Tage, wo auf ihm“ — auch nur auf den Gliederspitzen — „gesundes Fleisch gesehen wird, ist er unrein“. Die Stelle, auf der das gesunde Fleisch wieder sichtbar ist, muss aber mindestens so gross wie eine Linse sein (Maim.).",
+ "bis der Fleck wieder kleiner wird als eine Bohnengraupe. Dann erst ist er wieder rein, auch wenn das Unreinheitszeichen, das ihn unrein gemacht hat, noch vorhanden ist; ist dieses geschwunden, ist er selbstverständlich rein, auch wenn er noch grösser als eine Bohnengraupe ist.",
+ "Aus dem Zustande der Reinheit. Nicht wenn vorher überhaupt kein נגע da war, denn wer von vorneherein mit einem Aussatz über den ganzen Körper vor den Priester kommt, ist nach Mischna 7 dieses Abschnitts zu verschliessen, sondern gemeint ist: wenn jemand wegen eines נגע für unrein erklärt war, dann nach Verschwinden des Unreinheitszeichens für rein erklärt worden ist, oder wenn der נגע nach zweimaligem Verschliessen sich nicht verändert hat und deshalb für rein erklärt worden ist (so nach Maim., s. dagegen ר״ש), oder ein נגע auf einer Stelle war, auf der kein נגע unrein ist, und er sich dann über den ganzen Körper ausgebreitet hat.",
+ "ist er unrein. Weil die Schriftstelle, nach der der Aussatz durch Ausbreitung über den ganzen Körper rein wird, nur von einem bereits für unrein erklärten Aussatz spricht, ein reiner dagegen wird dadurch wie durch jede Ausbreitung unrein.",
+ "ist er unrein. Das will sagen, in diesem Falle ändert der Rückgang von den Gliederspitzen den Zustand nicht wie in dem ersten Falle, wo dadurch der reine נגע wieder unrein wird.",
+ "wie er gewesen. Bevor er angefangen hat, sich über den ganzen Körper auszubreiten."
+ ],
+ [
+ "auf dem gesundes Fleisch von der Grösse einer Linse ist. Und der deshalb vom Priester für unrein erklärt worden ist.",
+ "und nachher. Bevor der Priester nach der Ausbreitung sein Urteil über ihn ausgesprochen hat.",
+ "ist das gesunde Fleisch geschwunden. Obgleich der נגע sich zunächst nicht über die ganze Haut ausgebreitet, sondern erst nachträglich auch das gesunde Fleisch überzogen hat, hat der Priester ihn für rein zu erklären.",
+ "oder von dem. Zuerst.",
+ "und nachher. Bevor der Priester nach der Veränderung sein Urteil ausgesprochen hat. Hätte er sein Urteil ausgesprochen, so hätte er den נגע für rein erklären müssen, da das Unreinheitszeichen geschwunden war und eine Ausbreitung des נגע nach innen nicht als Ausbreitung gilt. Wenn danach der נגע sich dann über die ganze Haut ausgebreitet hat, so müsste er für unrein erklärt werden nach dem oben angegebenen Grundsatz: הפורח מן הטהור טמא.",
+ "ist rein. Das Schwinden des gesunden Fleisches auf dem נגע gilt schon als der Anfang seiner Ausbreitung über die ganze Haut, er hat sich danach aus dem Zustande der Unreinheit über die ganze Haut ausgebreitet und ist deshalb rein.",
+ "ist er unrein. Lev. 13,14.",
+ "Josua unrein. R. Josua ist der Ansicht, die Schrift spreche allerdings nur von gesundem Fleisch, meine aber damit, wenn überhaupt ein Unreinheitszeichen darauf entsteht, deshalb habe weisses Haar dieselbe Wirkung wie gesundes Fleisch.",
+ "nach Ansicht der Weisen rein. Weil die Schrift nur von gesundem Fleisch spricht."
+ ],
+ [
+ "auf dem weisses Haar ist. Der deshalb vom Priester für unrein erklärt worden ist.",
+ "selbst wenn das weisse Haar auf seiner Stelle geblieben ist. Durch Ausbreitung über die ganze Haut wird ein unreiner נגע rein, selbst wenn die Unreinheitszeichen nicht geschwunden sind, nur wenn gesundes Fleisch sich darauf zeigt oder darauf geblieben ist, ist er nach der Schrift (Lev. 13, 15) unrein. Auch R. Josua erklärt den נגע nur für unrein, wenn nach der Ausbreitung über die ganze Haut weisses Haar darauf entstanden ist, aber nicht, wenn das bereits vorhandene weisse Haar darauf geblieben ist (Maim.).",
+ "der sich ausgebreitet hat. Der deshalb vom Priester für unrein erklärt worden ist.",
+ "Wenn er bei diesen allen. Wo der נגע durch die Ausbreitung über die ganze Haut rein geworden ist, nachdem er vorher wegen gesunden Fleisches oder wegen weissen Haares oder wegen Ausbreitung für unrein erklärt worden war.",
+ "ist er rein. Ein allgemeiner Schlusssatz zu dem Vorhergehenden: nur wenn die Ausbreitung über die ganze Haut stattgefunden hat, ist der נגע rein, wenn nur über einen Teil, dagegen unrein."
+ ],
+ [
+ "wo durch das Ausbrechen über die Gliederspitzen der unreine [Fleck] rein geworden ist. Wenn erst durch die Ausbreitung über die Gliederspitzen der vorher unreine נגע rein geworden ist, wenn z. B. nach der Verschliessung sich findet, dass er über den ganzen Körper sich ausgebreitet hat, die Gliederspitzen aber frei geblieben sind, und er deshalb für unrein erklärt worden ist, und er dann auch über die Gliederspitzen sich ausgedehnt hat und danach für rein erklärt worden ist.",
+ "wird er durch das Zurückgehen wieder unrein. Ist dagegen der נגע von vorneherein über die ganze Haut und über die Gliederspitzen ausgebreitet gewesen und deshalb nach zweimaligem Verschluss für rein erklärt worden, und dann ist er von den Gliederspitzen zurückgegangen, wird er dadurch nicht unrein, weil da die Reinerklärung nicht von der Ausbreitung über die Gliederspitzen abgehängt hat, denn gleichviel ob diese nach der ersten Woche bedeckt geblieben oder bloßgelegt worden wären, hätte der נגע zum zweiten Male verschlossen werden müssen, und gleichviel ob sie am Ende der zweiten Woche noch bedeckt oder bloßgelegt waren, musste er für rein erklärt werden (א״ר und יו״ב)",
+ "wo durch das Zurückgehen von den Gliederspitzen der reine unrein geworden ist. Wie angegeben, wenn erst durch die Ausbreitung über die Gliederspitzen der vorher unreine נגע rein geworden war.",
+ "selbsthundertmal. Die Bestimmung der Schrift, dass durch die Bloßlegung der נגע unrein wird (וביום הראות בו בשר חי יטמא) und durch die Wiederbedeckung (כי ישוב הבשר החי ונהפך ללבן) wieder rein wird, gilt nicht nur für ein Mal, sondern auch, wenn es sich noch so oft wiederholt."
+ ],
+ [
+ "stört beim Ausbrechen [über die ganze Haut. Es gilt nicht als ein Ausbrechen über die ganze Haut, wenn eine solche Stelle von ihm frei geblieben ist.",
+ "was durch einen Aussatzfleck nicht unrein werden kann. Das sind die nachher genannten Stellen. Die Gliederspitzen sind darunter nicht aufgeführt, weil auf ihnen nach VI, 7 gesundes Fleisch allerdings nicht unrein macht, wohl aber ein Aussatzfleck, so nach Ansicht des Maim. Aber selbst nach Ansicht des ראביד, nach der auch ein auf ihnen entstandener Aussatzfleck nie unrein werden kann, können sie dennoch das Unreinwerden eines Aussatzfleckes verursachen, wenn nämlich ein auf der übrigen Haut befindlicher Fleck sich auf sie ausbreitet.",
+ "Ist er. Nachdem er unter Verschluss gewesen oder für unrein erklärt war.",
+ "während sie noch widerstrebten. S. VII, 1.",
+ "und dann. Nachdem er deshalb für rein erklärt war.",
+ "der Hitzewunde eine Vernarbung geworden. So dass jetzt ein Aussatzfleck auf ihnen unrein werden kann.",
+ "ist er rein. Weil sie beim Ausbrechen über die ganze Haut das Reinwerden nicht gestört haben, stören sie auch jetzt die Reinheit nicht.",
+ "Ist er über die ganze Haut ausgebrochen bis auf eine halbe Linsengrösse. Gesundes Fleisch, das nach dem Ausbrechen des נגע über die ganze Haut sich zeigt, macht nur dann unrein, wenn es die Grösse einer Linse hat, beim Ausbrechen aber stört es, auch wenn es kleiner als eine Linse ist. Nach Maim. (הלכות טו״צ VII, 6) stört es, wenn es kleiner als eine Linse dicht an dem behaarten Kopf usw. sich befindet, auch bei dem Ausbrechen über die ganze Haut nicht, er hatte in unserer Mischna jedenfalls eine andere Lesart vor sich (s. כסף משנה z. St.).",
+ "an einer Entzündung oder einem Brandgeschwür oder einer Hitzewunde. Und ist er also wegen der halben Linsengrösse unrein geblieben.",
+ "ist er unrein. Weil er auch vorher, als diese Stellen noch nicht gestört hatten wegen der halben Linsengrösse, über die er sich nicht ausgebreitet hatte, unrein war.",
+ "selbst wenn an der Stelle des gesunden Fleisches. Der halben Linsengrösse, über die er sich zunächst nicht ausgebreitet hatte.",
+ "ein Fleck entstanden ist. So dass jetzt nur noch die Stellen am Kopf usw., die anfänglich nicht gestört hatten, stören.",
+ "bis er über die ganze Haut ausgebrochen ist. Sowohl über den Kopf usw. als auch über die anfänglich frei gebliebene halbe Linsengrösse."
+ ],
+ [
+ "[der Aussatz. Selbst wenn die Ausbreitung von dem reinen Fleck ihren Ausgang genommen hat, so dass man annehmen könnte, dass er trotz der Ausbreitung über die ganze Haut unrein wäre nach dem Grundsatz הפורח מן הטהור טמא.",
+ "ist er rein. Weil der Aussätzige doch wegen des unreinen Flecks unrein war und demnach die Ausbreitung über die ganze Haut aus dem Zustande der Unreinheit erfolgt ist (Maim.).",
+ "an den beiden Augenlidern. Wenn beim Ausbrechen über die ganze Haut der Aussatz über Ober- und Unterlippe, über neben einander liegende Finger, über Unter- und Oberlid des Auges sich ausgebreitet hat, aber nicht über die zwischen ihnen liegenden Stellen der Haut.",
+ "ist er rein. Die zwischen ihnen liegenden Stellen der Haut stören nicht, sondern es gilt als ein Ausbrechen des Aussatzes über den ganzen Körper (so nach Maim., anders nach ריש und Bart.). Eine den Zusammenhang mit den Vorhergehenden und das אן על שי der Mischna mehr rechtfertigende Erklärung gibt מ״א: Ist von zwei Flecken, von denen der eine auf der Ober- und der andere auf der Unterlippe war, der eine durch Rückgang der Ausbreitung rein geworden, so sind nicht etwa die beiden Flecken als einer zu betrachten und deshalb auch der zweite Fleck rein, so dass dann beim Ausbrechen über den ganzen Körper der Betreffende unrein ist, selbst wenn beim Zusammenschliessen die beiden Flecken nur wie einer aus- sehen, sondern er wird durch das Ausbrechen des Aussatzes über den ganzen Körper rein.",
+ "aber nicht über einen Bohak. S. VI Note 39.",
+ "ist er unrein. Wenn ein verschlossener נגע sich über die ganze Haut bis auf einen בוהק ausgebreitet hat, ist er unrein wegen Ausbreitung, wenn ein für unrein Erklärter נגע, bleibt er unrein, weil er nicht über die ganze Haut sich ausgebreitet hat.",
+ "Ist er an Gliederspitzen wieder zurückgegangen. Nachdem er für rein erklärt war, weil er sich über die ganze Haut ausgebreitet hatte.",
+ "ist er rein. Weil nach der Schrift nur das Auftreten von בשר הי den durch Ausbreitung über die ganze Haut rein gewordenen wieder unrein macht, ein בוהק aber nicht dem בשר חי gleichzustellen ist. Auch wenn ein בוהק an irgend einer anderen Stelle der Haut auftritt, wird dadurch der durch Ausbreitung über die ganze Haut rein gewordene nicht unrein. Man hätte nur annehmen können, dass trotzdem vielleicht ein an den Gliederspitzen auftretender בוהק doch unrein machen könnte und zwar aus folgendem Grunde: es kann hier nur ein נגע gemeint sein, der zunächst wegen Freibleibens der Gliederspitzen für unrein erklärt war, der dann durch Ausbreitung über die Gliederspitzen rein geworden ist und der dann von den Gliederspitzen wieder zurückgegangen ist, denn wäre er nicht vorher durch Freibleiben der Gliederspitzen für unrein erklärt worden, kann das nachherige Zurückgehen von den Gliederspitzen ihn überhaupt nicht unrein machen (s. oben Note 24); da demnach der נגע wegen Freibleibens der Gliederspitzen vorher für unrein erklärt war, hätte man annehmen können, dass deshalb, auch wenn auf ihnen sich jetzt nur ein בוהק gezeigt hat, der נגע wieder unrein wird, deshalb erklärt die Mischna, dass selbst ein auf den Gliederspitzen auftretender בוחק nicht unrein macht (יו״ב).",
+ "Ist er an Gliederspitzen um weniger als eine Linsengrösse zurückgegangen. Es hat sich darauf gesundes Fleisch, aber nicht in der Grösse einer Linse, gezeigt (s. dagegen תוי״ט).",
+ "ist er nach R. Meïr unrein. R. Meïr ist der Ansicht, dass gesundes Fleisch ebenso wie beim Aasbrechen so auch beim Zurückgehen stört, auch wenn es weniger gross als eine Linse ist.",
+ "Ein Bohak [wie. Die meisten Erklärer lesen oder erklären im Sinne von: בוהק ופחות מכעדשה.",
+ "aber kein Unreinheitszeichen am Ende. Im Gegensatz zu R. Meïr, der einen בוהק beim Zurückgehen nicht für ein Unreinheitszeichen erklärt, wohl aber gesundes Fleisch, wenn es weniger gross als eine Linse ist. Nach Maim. ist gesundes Fleisch weniger gross als eine Linse auch am Anfang kein Unreinheitszeichen (s. oben Note 34), er erklärt בוהק פחות מכעדשה: eine freigewordene Stelle von der Grösse einer Linse, von der nur ein Teil בוהק ist."
+ ],
+ [
+ "ist weisses Haar. Ebenso wenn sich gesundes Fleisch darauf gezeigt hat.",
+ "darauf entstanden. Am Ende der ersten oder der zweiten Woche.",
+ "Sind. Nach der Unreinerklärung.",
+ "geheiltes Fleisch eines Brandgeschwürs oder ein Bohak von einander gesondert. S. oben I Noten 57—63. Durch eine jede dieser Veränderungen hat das weisse Haar aufgehört, ein Unreinheitszeichen zu sein und ist deshalb der נגע rein geworden.",
+ "ist [dann] auf ihm gesundes Fleisch oder weisses Haar. Obgleich nach der Reinerklärung wegen Ausbreitung über die ganze Haut nur gesundes Fleisch unrein macht, nicht aber weisses Haar (s. oben Note 18), ist hier auch das weisse Haar ein Unreinheitszeichen, weil es nicht nach der Reinerklärung wegen Ausbreitung über die ganze Haut aufgetreten ist, sondern nach Reinerklärung wegen Verschwindens der vorher vorhanden gewesenen Unreinheitszeichen.",
+ "ist er rein. Auch wenn die Veränderung, durch die das weisse Haar aufgehört hat, ein Unreinheitszeichen zu sein, am Ende der ersten Woche geschehen ist, ist er für rein zu erklären und braucht nicht noch eine zweite Woche verschlossen zu werden (יו״ב).",
+ "Wenn in allen diesen Fällen. Sei es, dass auf dem von vorneherein über die ganze Haut ausgebreiteten נגע ein Unreinheitszeichen entstanden ist, sei es nicht, sei es, dass es entstanden aber durch eine der genannten Veränderungen aufgehört hat, ein Unreinheitszeichen zu sein.",
+ "wie er gewesen ist. Weil nach Mischna 4 (s. dort Note 23) das Zurückgehen von den Gliederspitzen nur dann unrein macht, wenn durch die Ausbreitung über sie der vorher unrein gewesene rein geworden ist, hier dagegen sich der נגע von vorneherein über die ganze Haut erstreckt hatte und deshalb das Zurückgehen von den Gliederspitzen gar keinen Einfluss ausübt (א״ר). Nach Maim. bedeutet הרי אלו כסות שהיו: sie werden wieder, wie sie vorher waren, d. h. bevor sich der נגע über die ganze Haut ausgebreitet hatte (s. dagegen תא״ש).",
+ "Ist er [dann. Nachdem er von den Gliederspitzen zurückgegangen war.",
+ "an ihnen zum Teil. Über einen Teil einer Gliederspitze, nicht über die ganze.",
+ "ist er unrein. Wegen Ausbreitung (s. oben Note 28).",
+ "ist er dann. Nachdem er durch die Ausbreitung über einen Teil der Gliederspitze wieder für unrein erklärt worden ist.",
+ "ist er rein. Nach dem Grundsatz, dass ein Ausbrechen über die ganze Haut aus dem Zustande der Unreinheit rein macht. Ist er dagegen bald nach dem Zurückgehen von den Gliederspitzen wieder über sie im ganzen ausgebrochen, siehe die folgende Mischna."
+ ],
+ [
+ "ist er unrein. Die Erklärer fassen diesen Satz als Fortsetzung des Schlusses der vorhergehenden Mischna auf: Beim Freiwerden der Gliederspitzen bleibt der נגע, wie er vorher war, war er vorher rein, wenn z. B. kein Unreinheitszeichen darauf entstanden ist oder durch eine der erwähnten Veränderungen das Unreinheitszeichen aufgehört hat, ein solches zu sein, so ist er auch nach dem Freiwerden der Gliederspitzen rein geblieben, und wenn diese jetzt wieder ganz von dem נגע bedeckt werden, ist das ein Ausbrechen über die ganze Haut aus dem Zustande der Reinheit, deshalb ist er unrein.",
+ "aus dem Zustande der Unreinheit. Wenn ein Unreinheitszeichen auf ihm entstanden und er deshalb für unrein erklärt worden war, dann die Gliederspitzen frei geworden sind, und diese jetzt wieder ganz bedeckt werden, so ist das ein Ausbrechen über die ganze Haut aus dem Zustande der Unreinheit, deshalb ist er rein.",
+ "Der. Megilla I,7.",
+ "aus der Verschliessung rein Hervorgegangene ist frei. Während der Verschliessung.",
+ "vom Wildwachsenlassen der Haare und dem Einreissen der Kleider. Lev. 13,45.",
+ "braucht sich. Nach der Entlassung aus dem Verschluss.",
+ "nicht scheren zu lassen. Lev. 14,8. 9.",
+ "und kein Vogelpaar zu bringen. Lev. 14,4.",
+ "beide verunreinigen durch Hineinkommen. In einen allseitig abgegrenzten Raum z. B. in ein Haus, s. V K 24."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand vollständig weiss mit einer Linsengrösse von gesundem Fleisch [vor den Priester] kommt. Und demgemäss für unrein erklärt worden ist.",
+ "dann ist [der Aussatz] über die ganze Haut ausgebrochen. Er hat auch über das gesunde Fleisch sich ausgehreitet, so dass jetzt der Aussatz rein geworden ist.",
+ "wie wenn die Gliederspitzen bei einem grossen. Einen grossen Fleck nennt man einen Fleck, der über die ganze Haut ausgebrochen ist, einen kleinen, der nur eine Stelle der Haut bedeckt.",
+ "Fleck wieder frei geworden sind. Da der נגע von vorneherein über die ganze Haut bis auf die Linsengrösse gesunden Fleisches ausgebrochen und nach Verschwinden des gesunden Fleisches für rein erklärt worden war, macht das Freiwerden der Gliederspitzen ihn nicht unrein, da er nicht erst durch das Ausbrechen über die Gliederspitzen aus dem unreinen Zustande rein geworden ist (s. oben Note 24).",
+ "wie wenn sie bei einem kleinen Fleck wieder frei geworden sind. Er ist der Ansicht, dass der נגע nicht als ein von vorneherein über die ganze Haut ausgebrochener gelten kann, da ja eine Linsengrösse noch frei von ihm war, erst durch die Ausbreitung auch über diese Stelle ist er rein geworden, es ist demnach ein נגע, der erst durch Ausbrechen über die ganze Haut rein geworden ist und der durch das Freiwerden von Gliederspitzen wieder unrein wird, so nach א״ר. Dagegen wäre einzuwenden, dass immerhin der נגע doch nicht erst durch die Ausbreitung über die Gliederspitzen rein geworden ist, sondern diese schon vorher von ihm bedeckt waren. Deshalb meint יו״ב, dass auch nach Ansicht des R. Eleasar der נגע durch das Freiwerden von Gliederspitzen nicht unrein wird, im Gegensatz zu R. Ismael ist er nur der Ansicht, dass nach dem Freiwerden von Gliederspitzen der נגע nicht als ein über die ganze Haut ausgebrochener gilt und deshalb, wenn weisses Haar auf ihm entsteht, er wieder unrein wird, während R. Ismael der Ansicht ist, er gilt als ein über die ganze Haut ausgebrochener נגע, der rein bleibt, selbst wenn nachher weisses Haar darauf entsteht (s. VIII, 2). Hiervon abweichende Erklärungen s. רא״ש ,ר״ש, Bart. u. תוי״ט."
+ ],
+ [
+ "Wer für entschieden unrein erklärt war. Weil ein Unreinheitszeichen auf dem נגע war.",
+ "ihn von dem Priester besichtigen. Und nach dem jetzigen Befund über ihn entscheiden.",
+ "der ist rein. Da der Priester ihn noch nicht wegen des Schwindens der Unreinheitszeichen für rein erklärt hatte, war er noch unrein, und ist er demnach aus dem Zustande der Unreinheit über die ganze Haut ausgebrochen und deshalb rein.",
+ "unrein wäre. Da er dann für rein erklärt worden wäre und ein Ausbrechen über die ganze Haut aus dem Zustande der Reinheit unrein macht.",
+ "der ist unrein. D. h. er muss verschlossen werden.",
+ "hätte er ihn von dem Priester besichtigen lassen. Bevor er über die ganze Haut ausgebrochen war, und wäre er deshalb vom Priester verschlossen worden.",
+ "rein wäre. Er wäre, nachdem er sich über die ganze Haut ausgebreitet hat, für rein erklärt worden und hätte nicht mehr verschlossen zu werden brauchen, er hätte also jetzt durch die vorher geschehene Besichtigung einen Vorteil."
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+ ],
+ [
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+ "Die Entzündung. Oben III,4.",
+ "und das Brandgeschwür werden unrein innerhalb einer Woche. Wenn auf ihnen ein Aussatzfleck entsteht ohne weiteres Unreinheitszeichen, werden sie nur für eine Woche verschlossen. Ist am Ende der Woche ein Unreinheitszeichen auf ihnen entstanden, werden sie für unrein erklärt, wenn nicht, erfolgt ihre Freisprechung.",
+ "durch weisses Haar. Gleich am Anfang oder am Ende der Woche oder auch nach erfolgter Freisprechung.",
+ "oder durch Ausbreitung. Am Ende der Woche oder auch nach erfolgter Freisprechung.",
+ "Was ist eine Entzündung. Unter שהין ist zunächst eine aus innen heraus entstandene Entzündung der Haut zu verstehen. Was fällt ausserdem unter diesen Begriff?",
+ "Ist sie. Die Haut.",
+ "durch ein Holz oder einen Stein beschädigt. Und infolge des Stosses hat sich die Haut entzündet.",
+ "durch Öltrester. Überreste von ausgepressten Oliven, in denen sich durch die Zusammenpressung Wärme entwickelt (s. Bab. Bat. II, 1).",
+ "oder durch Tiberias-Wasser. Aus den dortigen warmen Quellen.",
+ "Was ist ein Brandgeschwür. מכוח wird in der Schrift selbst genauer als מכות אש bezeichnet, ein durch Feuer entstandenes Brandmal. Was fällt ausserdem unter diesen Begriff?",
+ "Ist sie an Kohle. An durch Feuer erhitzter Kohle.",
+ "was durch Feuer entstanden ist. Durch irgendwelche Dinge, die durch Feuer erhitzt worden sind."
+ ],
+ [
+ "Entzündung und Brandgeschwür werden nicht mit einander zusammengerechnet. Wenn sie beide neben einander liegen, gilt nur dasjenige für einen נגע, das für sich allein so gross wie eine Bohnengraupe ist.",
+ "die Ausbreitung von einem zum anderen oder von ihnen zur Haut des Fleisches oder von der Haut des Fleisches. Von einem נגע auf der übrigen Haut.",
+ "zu ihnen gilt nicht als Ausbreitung. Als Ausbreitung gilt nur, wenn sich der auf dem Brandgeschwür entstandene Fleck über den übrigen Teil des Brandgeschwürs ausgebreitet bat.",
+ "So lange sie noch [der Heilung] widerstreben. D. h. so lange die Wunde noch offen ist.",
+ "sind sie rein. Auch wenn ein Aussatzfleck auf ihnen entsteht, denn die Schrift spricht nur von einem שהין ונרפא (Lev. 13, 18), einer in der Heilung begriffenen Entzündung, und einer מחית המכוה (Lev. 13,24), einem gesundenden Brandgeschwür.",
+ "von der in der Tora gesprochen wird. Von der es in der Schrift (Lev. 13, 23) heisst, dass sie auf eine Woche zu verschliessen und, wenn kein Unreinheitszeichen darauf entstanden ist für rein zu erklären ist.",
+ "Sind sie wieder geheilt. Vollständig zugeheilt.",
+ "selbst wenn an ihrer Stelle noch eine Narbe. צלק = spalten, davon צלקת eine Spalte, Vertiefung."
+ ],
+ [
+ "] wenn jemandem an der Innenfläche der Hand ein Fleck von der Grösse eines Sela entstanden ist und die Stelle. Auf der der einen Sela grosse Fleck entstanden ist.",
+ "ist eine Entzündungs-Vernarbung. Der Fleck bedeckt die ganze Entzündungs-Vernarbung.",
+ "ist die Stelle nicht geeignet. Da auf der Innenfläche der Hand kein Haar wächst.",
+ "eine Ausbreitung gibt es bei ihm nicht. Da der Fleck sich nur über eine Stelle ausserhalb der Entzündung ausbreiten kann und dieses nach Mischna 2 nicht als Ausbreitung gilt.",
+ "und gesundes Fleisch macht ihn nicht unrein. Da gesundes Fleisch bei Entzündung und Brandgeschwür nicht als Unreinheitszeichen gilt. Das Verschliessen hat doch nur den Zweck, zu sehen, ob am Ende der Woche ein Unreinheitszeichen auf dem נגע entstanden ist, während hier ein solches doch gar nicht entstehen kann.",
+ "Vielleicht geht er zurück. Nachdem er am Ende der Woche für rein erklärt war, wird der Fleck kleiner, so dass er nicht mehr die ganze Entzündung bedeckt.",
+ "und breitet sich dann wieder aus. So dass er jetzt sofort für unrein erklärt werden muss. Würde er dagegen nicht verschlossen worden sein, als der Fleck noch die ganze Entzündung bedeckte, weil er sich ja nicht ausbreiten konnte, und man hätte ihn erst verschlossen, als er kleiner geworden war, würde er, wenn er sich dann wieder ausbreitet, doch erst am Ende der Woche für unrein erklärt werden können, es kann demnach das Verschliessen des Fleckes, als er noch so gross wie die Entzündung war, doch eine sonst nicht eintretende Folge haben (so nach יו״ב; anders Maim. und Bart.).",
+ "“. Da sagten sie zu ihm: „Bleibt nicht aber [die Frage, wenn] die Stelle nur 80 gross wie eine Bohnengraupe ist. Wie ist es da? Da kannst du doch nicht sagen: der Fleck könnte nach dem Verschluss zurückgehen und sich dann wieder ausbreiten und müsste dann wegen Ausbreitung für unrein erklärt werden, denn nachdem er nach dem Verschluss kleiner als eine Bohnengraupe geworden ist, hat er aufgehört, ein נגע zu sein, wird er dann wieder grösser, kann er nicht wegen Ausbreitung für unrein erklärt werden, sondern muss er wie ein neuer נגע verschlossen werden.",
+ "Darüber. Über den Grund, warum auch in diesem Falle der נגע trotzdem zu verschliessen ist, ist mir nichts überliefert, wohl aber ist mir überliefert, dass er auch in diesem Falle zu verschliessen ist.",
+ "um die Worte der Weisen zu bestätigen. Wenn durch diese Erklärung meine Überlieferung als richtig und begründet bestätigt wird.",
+ "Vielleicht entsteht an ihm eine andere Entzündung ausserhalb der ersten. Auf der Innenfläche der Hand.",
+ "und er. Der auf der ersten Entzündung befindliche Fleck.",
+ "breitet sich in diese hinein aus. So dass der נגע wegen Ausbreitung unrein wird, da eine Ausbreitung von einer Entzündung auf eine andere als Ausbreitung gilt."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Die Haaraussatze. Vgl. VN 8 und oben III, 5.",
+ "werden unrein innerhalb zweier Wochen. Wenn kein Unreinheitszeichen auf ihnen ist, werden sie wie ein נגע auf der Haut zweimal verschlossen, und wenn ein Unreinheitszeichen auf ihnen entsteht, am Ende der ersten oder zweiten Woche unrein. Vgl. VN 21.",
+ "durch dünnes goldgelbes Haar. Mindestens zwei Haare.",
+ "wenn es krankhaft. לקוי = geschlagen, geschwächt.",
+ "kurz. Durch seine Kürze vom übrigen Haar abstechend. Der Ausdruck דק = schwach, den die Schrift gebraucht, bezieht sich nicht auf die Dicke, sondern auf die Länge.",
+ "selbst wenn es lang. Der Ausdruck דק bezieht sich nur auf die Dicke.",
+ "oder. Eine andere Lesart hat statt ״ולא״ או, fragend; und nicht ebensowohl auffallend dünn und lang?",
+ "[ebensowohl] auffallend dünn und lang. Ob sie kurz oder lang sind, man meint nur, dass sie auffallend dünn sind.",
+ "und nicht auffallend dünn und lang. Beim Haar ist eben der Sprachgebrauch ein anderer als beim Stock oder Bohr."
+ ],
+ [
+ "Dünnes goldgelbes Haar macht unrein beisammenstehend und zerstreut. Wenn sie auf zwei ganz auseinanderliegenden Stellen des Aussatzes stehen.",
+ "eingeschlossen. Von dem Aussatz rings umgeben.",
+ "und nicht eingeschlossen. Ganz am Rande des Aussatzes stehend.",
+ "umgewandelt und nicht umgewandelt. Gleichviel ob zuerst der Aussatz da war und dann das goldgelbe Haar darauf entstanden ist oder umgekehrt.",
+ "dessen Wirkung durch anderes Haar nicht aufgehoben wird. Wenn ausser den zwei weissen Haaren auch schwarzes Haar auf dem נגע ist, wird dadurch die Wirkung des weissen Haares nicht aufgehoben.",
+ "dessen Wirkung durch anderes Haar aufgehoben wird. Lev. 13, 31. 37.",
+ "wo es nötig war zu sagen. Wo die Schrift das nicht umgewandelte ausschliessen wollte.",
+ "bei dem es heisst. Lev. 13,32.",
+ "und es ist kein goldgelbes Haar darauf entstanden. Und es nicht heisst: ולא הפך שער צהוב."
+ ],
+ [
+ "Das nachgewachsene [schwarze Haar] hebt die Wirkung des goldgelben Haares und der Ausbreitung auf. Wenn der Aussatz wegen darauf gewachsenen goldgelben Haares oder wegen Ausbreitung für unrein erklärt worden ist, und es sind zwei schwarze Haare darauf gewachsen, ist der Aussatz rein, weil dieses ein Zeichen für die Heilung des Aussatzes ist (s. Lev. 13,37). Nach Maim. müssen die Haare schwarz sein, nach den anderen Erklärern können sie auch jede andere Farbe haben, wenn sie nur nicht goldgelb sind.",
+ "beisammenstehend und zerstreut. Wenn sie auf zwei ganz auseinanderliegenden Stellen des Aussatzes stehen.",
+ "eingeschlossen. Von dem Aussatz rings umgeben.",
+ "und nicht eingeschlossen. Ganz am Rande des Aussatzes stehend.",
+ "Das zurückgebliebene. Wenn zwei schwarze Haare auf dem Aussatzfleck zurückgeblieben sind.",
+ "[schwarze Haar] hebt die Wirkung des goldgelben Haares und der Ausbreitung auf. Er ist für rein zu erklären, auch wenn goldgelbes Haar darauf ist, und braucht nicht verschlossen zu werden, wenn kein goldgelbes Haar darauf ist, da er weder durch Entstehen von goldgelbem Haar noch durch Ausbreitung unrein werden kann (תא״ש).",
+ "wenn es an der Seite. Am Rande des Aussatzes.",
+ "wenn es nicht von dem stehengebliebenen. Dem mit Haar bedeckten Teile des Kopfes oder Bartes.",
+ "um den Raum von zwei Haaren entfernt. Und demnach von dem Aussatz ringsum eingeschlossen ist,",
+ "ein goldgelbes und ein weisses. Die schon vorher auf der Aussatzstelle waren.",
+ "heben die Wirkung nicht auf. Obgleich (s. folgende Mischna) goldgelbes Haar, das schon vor dem Aussatz da war, nicht als Unreinheitszeichen gilt, gilt es doch selbst zusammen mit einem schwarzen oder weissen Haar auch nicht als Reinheitszeichen, nach Maim. (s. oben Note 18) zusammen mit einem schwarzen Haar nicht, um wieviel weniger zusammen mit einem weissen Haare, das nach seiner Ansicht selbst kein Reinheitszeichen ist."
+ ],
+ [
+ "ist rein. Es macht den Aussatz nicht unrein.",
+ "Jehuda erklärt es für unrein. S. oben Mischna 2.",
+ "hebt aber nicht die Wirkung auf. Es ist, wie der erste Tanna sagt, kein Unreinheitszeichen, sie ist aber auch kein Reinheitszeichen.",
+ "was kein Unreinheitszeichen beim Haaraussatz ist. Sowohl goldgelbes Haar, das vor dem Aussatz da war, wie alles andere nicht dünne goldgelbe Haar."
+ ],
+ [
+ "Wie schert man beim Haaraussatz. Nach Lev. 13,33 ist bei dem vom Haaraussatz Befallenen, wenn am Schluss der ersten Woche kein Unreinheitszeichen sich an ihm gezeigt hat, ein Scheren vorzunehmen, und zwar ist der Körperteil, auf dem der Aussatz ist, zu scheren; die Stelle, auf der der Aussatz ist, kann nicht geschoren werden, da ja der Haaraussatz sich gerade in dem Ausfallen des Haares zeigt (s. V N. 8), der Zusatz der Schrift: ואת הנתק לא יגלח kann sich deshalb nicht auf den Haaraussatz selbst, sondern nur auf seine nächste Umgebung beziehen.",
+ "Man schert aussen um ihn herum und lässt zwei Haare nächst dem Rande. Rund um die Stelle des Aussatzes herum.",
+ "wenn er sich ausbreitet. Da der Haaraussatz durch Ausfallen des Haares sich zu erkennen gibt, würde seine Ausbreitung gar nicht zu erkennen sein, wenn man den ganzen Kopf kahl scheren würde.",
+ "ebenso wenn er sich dann. Nach dem das goldgelbe Haar geschwunden war.",
+ "selbst nach der Freisprechung. Gleichviel wann er wegen des goldgelben Haares für unrein erklärt worden war.",
+ "wie er gewesen. Er bleibt weiter entschieden unrein und braucht nicht erst wegen des wiedererschienenen oder neu erschienenen Unreinheitszeichens von dem Priester für unrein erklärt zu werden.",
+ "ist dann die Ausbreitung geschwunden und dann die Ausbreitung. Nach irgend einer Seite.",
+ "am Ende der ersten Woche. Gleichviel wann er wegen Ausbreitung für unrein erklärt worden war. Hier fehlt das בתחלה, weil eine Ausbreitung gleich am Anfang nicht unrein macht."
+ ],
+ [
+ "Wenn zwei Haaraussätze. Jeder mindestens eine Bohnengraupe gross.",
+ "die durch eine Haarreihe voneinander getrennt sind. Diese Haarreihe gilt nicht wie sonst schwarzes Haar als Reinheitszeichen, weil sie schon vor den beiden Aussätzen da war, und solches Haar nach Mischna 3 nur dann als Reinheitszeichen gilt, wenn es von dem Aussatz ringsum eingeschlossen ist, hier aber das Haar für jeden der beiden Aussätze am Rande steht.",
+ "und es entsteht an einer Stelle. Der Haarreihe.",
+ "eine Lücke. Indem dort die Haare ausfallen.",
+ "ist er. Der Aussätzige.",
+ "unrein. Weil jedenfalls einer der beiden Aussätze sich ausgebreitet hat, so nach יו״ב. Das würde aber dem oben V, 4 Gesagten widersprechen, wonach in Zweifelsfällen, wenn man nicht weiss, welcher von zwei Aussatzschäden selbst an einem und demselben Menschen sich ausgebreitet hat, der Betreffende nicht für unrein erklärt werden kann. Der רא״ש erklärt: der von den beiden Aussätzen ist unrein, der auf der Seite liegt, auf der zuerst das eine der beiden Haare, welche zu der Haarreihe gehörten, ausgefallen ist, weil dieser sich ausgebreitet hat, der andere dagegen muss weiter verschlossen werden.",
+ "ist er rein. Weil dadurch beide Aussätze zu einem geworden sind und nun die Haare zwischen den beiden Lücken von allen Seiten von dem Aussatz eingeschlossen sind und deshalb ein Reinheitszeichen geworden sind.",
+ "Wie gross muss die Lücke sein. Jede der beiden Lücken, die das zwischen ihnen stehen gebliebene Haar einschliessen.",
+ "[selbst] wenn sie so gross wie eine Bohnengraupe ist. Selbst dann werden die beiden Aussätze nicht wie einer betrachtet, so dass sie durch das in der Mitte verbliebene Haar rein werden, sondern nur wenn an zwei Stellen eine Lücke entsteht."
+ ],
+ [
+ "Wenn von zwei Haaraussätzen der eine innerhalb des anderen liegt und sie durch eine Haarreihe voneinander getrennt sind. Innerhalb eines Haaraussatzes befindet sich ein zweiter, der von ihm rings umgeben, aber durch eine Haarreihe ringsum von ihm getrennt ist. Wie nach Miscbna VI, 5 gesundes Fleisch, das einen Fleck ringsum umgibt, der wieder von einem äusseren Fleck rings umgeben ist, zu dem äusseren Fleck gerechnet wird, weil es von diesem rings umgeben ist, und nicht zu dem inneren Fleck, so macht auch hier die zurückgebliebene Haarreihe den äusseren Aussatz rein, nicht aber den inneren, dieser muss vielmehr verschlossen werden.",
+ "und es entsteht. Nachdem er verschlossen worden ist.",
+ "ist er. Der Aussätzige.",
+ "unrein. Weil der innere Aussatz durch die entstandene Lücke sich ausgebreitet hat. Der äussere Aussatz dagegen bleibt rein, da noch immer genug schwarze Haare da sind, die von ihm rings umschlossen werden, aber auch abgesehen davon der äussere Aussatz nicht etwa wegen Ausbreitung für unrein erklärt werden kann, da eine Ausbreitung nach der von ihm eingeschlossenen Innenfläche hin nicht als Ausbreitung gilt (יו״ב).",
+ "ist er rein. Beide Aussätze werden nunmehr als einer betrachtet, der rein ist, weil das zurückgebliebene Haar von ihm ringsum eingeschlossen ist.",
+ "Wie der Raum von zwei Haaren. Beide Lücken müssen auch hier mindestens den Raum von zwei Haaren ausmachen.",
+ "wenn sie so gross wie eine Bohnengraupe ist. Weil dadurch auch schon beide Aussätze zu einem geworden sind. Bei zwei neben einander liegenden Aussätzen ist auch in diesem Falle der Betreffende unrein (siehe die vorhergehende Mischna), weil die zwischen ihnen stehen gebliebene Haarreihe an ihren Enden mit dem übrigen Kopfhaar verbunden ist, die Haare demnach nicht auf allen Seiten von dem Aussatz umschlossen sind, hier dagegen ist die Haarreihe ringsum von dem übrigen Kopfhaar getrennt, deshalb macht sie den Aussatz rein. Ist dagegen die Lücke nicht so gross wie eine Bohnengraupe, wird die ganze Haarreihe noch als zusammenhängender Teil des Kopfhaares betrachtet, an den sich nach innen und nach aussen je ein Aussatz anschliesst, die Haare sind danach nicht vom Aussatz eingeschlossen und gelten deshalb nicht als Reinheitszeichen (ר״ש)"
+ ],
+ [
+ "Ist schwarzes Haar darauf entstanden. Auch wenn es schon vorher darauf war, nur muss es dann ringsum von dem Aussatz eingeschlossen sein, siehe oben Mischna 3.",
+ "ist er rein. Auch wenn das goldgelbe Haar auf dem Aussatz geblieben ist.",
+ "auch wenn das schwarze Haar wieder geschwunden ist. Nachdem der Aussatz wegen des schwarzen Haares für rein erklärt worden ist.",
+ "ist er rein. Auch wenn das goldgelbe Haar darauf geblieben ist, denn es heisst in der Schrift (Lev. 13,37): נרפא הנתק טהור הוא „der Aussatz ist geheilt, er ist rein“, das schwarze Haar ist ein Zeichen, dass der Aussatz geheilt ist, er ist rein, und es bedarf jetzt nicht mehr des schwarzen Haares, sondern er ist rein, auch wenn dieses wieder verschwindet.",
+ "der einmal für rein erklärt worden ist. Weil sich schwarzes Haar auf ihm gezeigt hat.",
+ "wird niemals wieder unrein. Der Aussatz bleibt rein, auch wenn er vorher wegen Ausbreitung für unrein erklärt, durch das Erscheinen von schwarzem Haar rein geworden war und dann das schwarze Haar wieder geschwunden ist, oder nach dem Schwinden des schwarzen Haares wieder goldgelbes Haar sich gezeigt oder der Aussatz sich ausgebreitet hat. Diese Ansicht braucht nicht in Widerspruch zu stehen mit der in Mischna 5, wonach ein Aussatz, der wegen goldgelben Haares für unrein erklärt war, wenn dieses schwindet und dann wiederkommt oder der Aussatz sich ausbreitet, er unrein bleibt, denn dort war durch das Schwinden des goldgelben Haares nur ein Unreinheitszeichen geschwunden, deshalb wird der Aussatz durch Wiedererscheinen eines Unreinheitszeichens wieder unrein, hier dagegen ist durch das schwarze Haar als Reinheitszeichen der Aussatz rein geworden, deshalb bleibt er rein, auch wenn sich wieder ein Unreinheitszeichen darauf zeigt (יו״ב).",
+ "wird niemals wieder unrein. Jeder Aussatz, der einmal trotz goldgelben Haares für rein erklärt worden ist, kann durch goldgelbes Haar niemals wieder unrein werden. So fasst יו״ב diesen Ausspruch des R. Simon, danach schränkt dieser das von R. Simon ben Jehuda Gesagte dahin ein, dass nach Schwinden des schwarzen Haares nur ein Wiederkehren des vorher dagewesenen Unreinheitszeichens nicht unrein macht, nicht aber, wenn der Aussatz vorher wegen Ausbreitung unrein war und nach Schwinden des schwarzen Haares sich goldgelbes Haar gezeigt hat oder umgekehrt. Dagegen geht R. Simon weiter als der erste Tanna, da nach dessen Ansicht nach Schwinden des schwarzen Haares nur das vorher schon dagewesene goldgelbe Haar nicht unrein macht, wohl aber neues goldgelbes Haar, das sich auf dem Aussatz zeigt (anders ר״ש und Bart.). Nach א״ר meint der erste Tanna: durch das schwarze Haar hat das goldgelbe aufgehört, ein Unreinheitszeichen zu sein, auch nach dem Schwinden des schwarzen Haares bleibt deshalb der Aussatz rein, entsteht aber ein neues Unreinheitszeichen, kann dieses nicht durch das goldgelbe Haar aufgehoben werden gemäss der Ansicht des R. Elieser ben Jakob in Mischna 4. R. Simon, der dort die Ansicht vertritt, dass alles, was beim Haaraussatz nicht als Unreinheitszeichen gilt, als Reinheitszeichen anzusehen ist, erklärt demgemäss auch hier, das goldgelbe Haar, nachdem es durch das schwarze Haar ein Reinheitszeichen geworden ist, hebt, so lange es da ist, jedes Unreinheitszeichen, auch ein erst nachher entstehendes, auf, verschwindet es aber, wird der Aussatz durch ein neu entstehendes Unreinheitszeichen unrein. R. Simon ben Jehuda dagegen ist der Ansicht, dass der Aussatz niemals wieder unrein werden kann, auch nicht, wenn das goldgelbe Haar verschwindet und anderes wiederkommt oder der Aussatz sich ausbreitet."
+ ],
+ [
+ "und dann. Nachdem er durch goldgelbes Haar oder Ausbreitung für unrein erklärt, oder selbst nach zweimaligem Verschluss für rein erklärt war, dieses im Gegensatz zum Hautaussatz, der, wenn er aus dem Zustande der Reinheit sich über den ganzen Körper ausbreitet, unrein ist (ר״ש). Dagegen ist auch der Haaraussatz nicht rein, wenn er von vorneherein über den ganzen Kopf ausgebreitet war.",
+ "hat sich der Aussatz über den ganzen Kopf. Oder über den ganzen Bart.",
+ "ausgebreitet. Der Haaraussatz wird נתק genannt von נתק = losreissen, ניתק כל ראשו heisst demnach: der Haarausfall hat sich über den ganzen Kopf ausgebreitet.",
+ "Der Kopf und der Bart stören sich gegenseitig nicht. Es genügt, wenn der Aussatz sich nur über den ganzen Kopf und nicht über den Bart ausgebreitet hat, und ebenso umgekehrt.",
+ "die durch etwas anderes voneinander geschieden sind. Durch das Bart- und Kopfhaar.",
+ "dennoch sich gegenseitig stören. Ein Hautaussatz gilt erst dann als über die ganze Körperhaut ausgebrochen, wenn er sich über alle Stellen ausgebreitet hat, auf denen ein Aussatzfleck unrein sein kann.",
+ "die nicht durch etwas anderes voneinander geschieden sind. Das Barthaar schliesst unmittelbar an das Kopfhaar an.",
+ "erst recht sich gegenseitig stören. R. Jehuda stimmt dem trotzdem nicht zu, weil die Gesichtshaut der übrigen Körperhaut vollständig gleich ist, würden sie nicht durch das Haar voneinander getrennt sein, würde auch ein Aussatz von der einen zur anderen sich ausbreiten und ein Aussatz auf der einen mit einem auf der anderen zusammengerechnet werden, deshalb ist es folgerichtig, dass sie sich auch gegenseitig stören; Kopf- und Bartaussatz dagegen sind verschiedener Art, sie werden nicht zusammengerechnet und eine Ausbreitung vom Kopf zum Bart und umgekehrt gilt nicht als Ausbreitung, deshalb ist es folgerichtig, dass sie einander auch nicht stören.",
+ "Der Kopf und der Bart werden nicht mit einander zusammengerechnet. Wenn ein Teil des Aussatzes auf dem einen und ein Teil auf dem anderen ist.",
+ "Vom Gelenk des Kinnbackens. Die Tosefta erklärt: wenn man einen Faden von einem Ohr zum anderen zieht, so gehört alles, was oberhalb dieses Fadens wächst, zum Kopfhaar, was unterhalb desselben, zum Bart.",
+ "bis zum Knorpelring der Luftröhre. S. Chullin X Note 54."
+ ],
+ [
+ "Die Hinterglatze und die Vorderglatze. Über den Unterschied zwischen נתק und קרחת und גבחת vgl. VN 10.",
+ "werden unrein. Hinterglatze und Vorderglatze an sich Bind rein (Lev. 13,40.41) und brauchen nicht verschlossen zu werden, erst wenn ein Fleck von der Grösse einer Bohnengraupe in einer der Aussatzfarben darauf entsteht, muss er verschlossen werden.",
+ "innerhalb zweier Wochen. Wie ein Aussatzfleck auf der übrigen Haut.",
+ "durch gesundes Fleisch und durch Ausbreitung. Aber nicht durch weisses Haar.",
+ "Was ist eine Glatze. קרחת bedeutet sowohl allgemein Glatze wie insbesondere die Hinterglatze.",
+ "Wenn jemand Nesam. Nach Levy Wörterbuch = סם mit vorges. נ, ein Pulver, das das Wachstum der Haare verhindert.",
+ "auf der kein Haar mehr wachsen kann. Oder wenn die Haare infolge von Krankheit oder Alter ausgefallen sind (יו״ב).",
+ "bis zum Nackenwulst. Nach יו״ב der oberste Halswirbel vgl. Obal. I 8.",
+ "wo der Schädel nach der Vorderseite abfällt bis zum oberen Rand des Haares. Bis zu den Stellen oberhalb der Stirn, wo der Haarwuchs anfängt, einschliesslich der Schläfenhaare (Tosefta).",
+ "Die Hinterglatze und die Vorderglatze werden nicht mit einander zusammengerechnet. Wenn sich neben einander auf jeder von ihnen ein Fleck befindet, der weniger gross als eine Bohnengraupe ist.",
+ "Wenn sich zwischen ihnen Haar befindet. Das die beiden Flecke voneinander trennt."
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+ "Alle Kleider. Unter dem Ausdruck בגדים wird hier alles zusammengefasst, worauf sich die Vorschriften über den Kleideraussatz beziehen, s. VN 23.",
+ "werden durch Aussatzschäden. Die ebenso wie bei dem Hautaussatz mindestens so gross wie eine Bohnengraupe sein müssen.",
+ "ausgenommen die von Nichtisraeliten. Beim Hautaussatz (oben III, 1) wird auch der eines גר חושב ausgenommen, nach Bart, und יו״ב bildet beim Kleideraussatz dagegen der eines גר תושב keine Ausnahme.",
+ "werden sie besichtigt wie bei einer Anfangs-Besichtigung. Im Gegensatz zu der Bestimmung beim Hautaussatz (oben VII, 1), wonach der Aussatz, den ein Nichtisraelite an sich hatte, bevor er Israelit geworden, gar nicht unrein ist.",
+ "Felle von Wassertieren. Mit ים ist hier nicht nur das Meer gemeint, sondern jedes Wasser, im Gegensatz zum Trockenen, wie Gen. 1,10.",
+ "werden durch Aussatzschäden nicht unrein. Weil beim Kleideraussatz Felle neben Flachs und Wolle genannt werden, daraus wird geschlossen, dass wie der Flachs aus der Erde kommt und die Wolle von auf dem Lande lebenden Tieren, auch nur die Felle von Landtieren gemeint sind, nicht aber solche von Wassertieren.",
+ "Hat. Kelim XVII, 13.",
+ "man mit ihnen etwas von einem auf dem Lande entstehenden [Tiere] verbunden. Und zwar so, dass sie inbezug auf Verunreinigungsfähigkeit ein Zusammengehörendes bilden.",
+ "selbst nur eine Schnur. Die für sich allein gar nicht das Mass haben, um eine Unreinheit annehmen zu können.",
+ "was Unreinheit annimmt. Wenn es nur ein Stoff ist, der überhaupt Unreinheit annimmt, selbst wenn es nicht Wolle oder Leinen oder Fell von einem Landtier ist (so nach א״ר und יו״ב).",
+ "so ist es verunreinigungsfähig. Gleichviel ob der Aussatz auf dem Fell oder auf dem angefügten Teil entsteht."
+ ],
+ [
+ "Kamel-Wolle. Unter dem Ausdruck צמר ist nur Schafwolle zu verstehen, dagegen nicht die Wolle von Kamelen.",
+ "die man mit einander vermischt hat. Und dann sie gesponnen und ein Kleid oder auch nur Fäden daraus gemacht hat.",
+ "werden sie durch Aussatzschäden nicht unrein. Weil die darin enthaltene Schafwolle durch die grössere Menge der Kamelwolle aufgehoben wird, als wäre sie überhaupt nicht darin vorhanden.",
+ "werden sie durch Aussatzschäden unrein. Weil da die Schafwolle nicht in der Kamelwolle aufgegangen ist und nach der vorhergehenden Mischna schon das kleinste Stück von verunreinigungsfähigem Stoff, das mit dem nicht verunreinigungsfähigem verbunden ist, das Ganze verunreinigungsfähig macht.",
+ "Ebenso ist es bei Flachs und Hanf. Obgleich sie sich einander sehr ähnlich sind, werden sie dennoch als zwei Stoffe verschiedener Art betrachtet, von denen der eine in dem anderen aufgehen kann."
+ ],
+ [
+ "Farbige. Gleichviel ob von Natur oder von Menschenhand gefärbt.",
+ "Felle und Kleider werden durch Aussatzschäden nicht unrein. Wie Flachs von Natur weiss ist und nicht gefärbt zu werden pflegt, so ist auch Wolle nur dann durch Aussatz verunreinigungsfähig, wenn sie von Natur weiss und nicht gefärbt worden ist, ebenso das Fell (Sifra).",
+ "Die Felle sind wie die Häuser. Sie sind auch gefärbt, gleichviel ob von Natur oder durch Menschenhand, verunreinigungsfähig.",
+ "Die von Natur farbigen. Felle."
+ ],
+ [
+ "an dem der Aufzug. שתי, von aram. שתא = weben, heissen die Fäden, welche auf dem Webstuhl in die Länge aufgezogen werden.",
+ "farbig und der Einschlag. ערב, von ערב = mischen, verbinden, heissen die Fäden, welche in den Aufzug hineingefügt werden und mit ihm das Gewebe bilden.",
+ "lichtet es sich nach dem [mehr] sichtbaren. Bei Kleidern pflegt der Einschlag mehr hervorzutreten, bei Kissen und Decken mehr der Aufzug (Tosefta).",
+ "Die Kleider werden unrein durch stärkstes Grün und durch stärkstes Rot. Die Formen ירקרק und אדמדם in der Schrift werden als Steigerungsformen aufgefasst: das grünste unter dem grünen und das roteste unter dem roten, ersteres pfauengrün, letzteres karmesinrot.",
+ "War er. Der Aussatzflecken.",
+ "rot und hat sich in grün ausgebreitet. Am Schluss der Woche zeigt der Aussatz eine Ausbreitung, aber nicht in der gleichen, sondern in der anderen Aussatzfarbe.",
+ "Hat er sich verändert. Von grün in rot oder von rot in grün.",
+ "sich verändert und sich nicht ausgebreitet. Abweichend von den anderen Erklärern erklärt מ״ש: ist das Grün oder Bot blasser geworden, hat sich aber dabei ausgebreitet, oder ist es stärker grün oder rot geworden, hat sich dagegen nicht ausgebreitet (vgl. Maim. הטו״צ XII, 1 und VN 25).",
+ "als hätte er sich nicht verändert. Ist es am Schluss der ersten Woche, wird deshalb im ersteren Falle das Kleid verbrannt, im letzteren gewaschen und nochmals verschlossen. Ist es am Schluss der zweiten Woche, wird es in beiden Fällen verbrannt, nach Maim. dagegen im letzteren Falle, wie wenn der Aussatz nach dem zweiten Verschluss abgeblasst ist (s. die folgende Mischna), nur der Aussatz herausgeschnitten und verbrannt.",
+ "Er muss wie ein neuer besichtigt werden. Er wird, weil er eine andere Färbung angenommen hat, wie ein neu entstandener Aussatz angesehen."
+ ],
+ [
+ "Ist er in der ersten Woche unverändert. In Grösse und Farbe.",
+ "wird er. Der Aussatzfleck mit der Stelle des Kleides, auf der er sich befindet.",
+ "gewaschen. Mit den sieben Nidda IX, 6 aufgeführten Reinigungsmitteln (א״ר).",
+ "und [wieder] verschlossen. 1st jedoch durch das Waschen der Aussatz vollständig geschwunden, so ist das Kleid rein und bedarf nur noch des Reinigungsbades (Lev. 13,58).",
+ "wird es. Das ganze Kleid.",
+ "wird es verbrannt. Nachdem die Ausbreitung festgestellt worden ist.",
+ "Ist er gleich anfangs. Als er vom Priester besichtigt wurde, bevor dieser noch entschieden hatte, dass er zu verschliessen ist.",
+ "dunkler geworden. So dass er jetzt nicht mehr die stärkstgrüne oder stärkstrote Farbe hat, aber immerhin noch als grün bzw. rot anzusprechen ist.",
+ "Ismael gewaschen und verschlossen. Wie wenn er nach der ersten Woche dunkler geworden wäre. Hierin wäre danach die Bestimmung beim Kleideraussatz strenger als beim Hautaussatz, da bei diesem, wenn das Unreinheitszeichen geschwunden ist, bevor der Priester seine Entscheidung getroffen hat, der Aussatz nicht verschlossen zu werden braucht.",
+ "Man braucht sich mit ihm nicht zu befassen. Sondern er ist sofort für rein zu erklären.",
+ "Ist er in der ersten. Woche.",
+ "dunkler. S. Note 38.",
+ "wird er gewaschen und verschlossen. Hätte er gleich im Anfang diese Farbe gehabt, wäre er gar nicht erst verschlossen worden. Da er aber bereits mit der eigentlichen Aussatzfarbe verschlossen worden war, kann er jetzt Dicht für rein erklärt werden, sondern muss nochmals verschlossen werden, damit sich herausstellt, ob die frühere Farbe wiederkehrt oder nicht.",
+ "Ist er in der zweiten dunkler geworden. Nachdem er in der ersten Woche unverändert geblieben war, ist er am Schluss der zweiten weniger stark grün bzw. rot.",
+ "und man muss einen Flicken. מטרית von טלא = mit Flecken versehen, flicken.",
+ "einsetzen. Um zu sehen, ob an derselben Stelle der Aussatz wiederkehrt."
+ ],
+ [
+ "Ist wieder ein Aussatzschaden auf dem Kleide. Nachdem man an die Stelle des herausgerissenen Stückes ein anderes eingesetzt hat.",
+ "wird der Flicken nicht mit davon betroffen. Wörtlich: mau rettet sich den Flicken, indem man ihn nicht mit zu verbrennen braucht, wenn man das Kleid verbrennen muss, weil an ihm ursprünglich gar kein Aussatz gewesen war.",
+ "verbrennt man das Kleid. Insofern wird der Flicken als zu dem Kleide gehörend betrachtet, in das er eingesetzt worden ist, dass das Kleid verbrannt werden muss, wie wenn der Aussatz auf irgend einer Stelle des Kleides selbst wiedergekehrt ist. Dagegen wird er insofern nicht als zu dem Kleide gehörend betrachtet, dass er seihst nicht mit verbrannt zu werden braucht, sondern er muss erst verbrannt werden, wenn er nach Verschluss sich ausgebreitet hat oder nach zweimaligem Verschluss unverändert geblieben ist; wenn er kleiner als drei Fingerbreiten im Quadrat ist, kann er überhaupt durch Aussatz nicht unrein werden",
+ "Hat man von dem verschlossenen Kleide. Von dem verschlossen gewesenen, aus dem man nach dem zweiten Verschluss den Aussatzflecken herausgerissen hat.",
+ "einen Flicken in ein reines eingesetzt und dann ist auf dem Kleide. Aus dem dieser Flecken genommen ist.",
+ "wieder ein Aussatzschaden entstanden. So dass dieses Kleid verbrannt werden muss.",
+ "verbrennt man den Flicken. Weil er insofern noch als zu dem Kleid, von dem er genommen worden ist, gehörend betrachtet wird, dass er durch das Wiederkehren des Aussatzes auf dem Kleide auch mit unrein wird. Entsteht auf dem Kleide, in das er eingesetzt worden ist, das bisher rein war, ein Aussatz, so trifft dieser selbstverständlich auch den Flicken mit, und dieser muss verbrannt werden, weil er von einem Kleide stammt, auf dem schon ein Aussatz gewesen war, und jetzt auf ihm ein Aussatz wiedergekehrt ist (ר״ש). In unserer Mischna lesen ר״ש und Bart. auch hier nicht את המטלית שורף, sondern מציל את המטלית und erklären: die Verbindung mit dem reinen Kleide rettet den Flicken, dass er nicht mehr als zu dem Kleide, von dem er stammt, gehörend betrachtet wird und nicht dadurch unrein wird, dass auf jenem der Aussatz wiedergekehrt ist.",
+ "verbrennt man das erste Kleid. Weil der Flicken noch als zu dem ersten Kleide gehörend betrachtet wird und es deshalb ebenso ist, als wenn der Aussatz auf diesem wiedergekehrt ist. Auch nach der Lesart von ר״ש und Bart. wird in diesem Falle durch den Aussatz auf dem Flicken auch das erste Kleid unrein, weil das Wiederauftreten des Aussatzes auf dem Flicken dafür spricht, dass er noch von dem Aussatz, der auf dem ersten Kleide war, infiziert war, deshalb wird er trotz seiner Verbindung mit dem reinen Kleide noch als zu dem ersten Kleide gehörend betrachtet (יו״ב)",
+ "und der Flicken dient dem zweiten Kleide bei dem [Auftreten der] Zeichen. D. h. man verschliesst das zweite Kleid mit dem Flicken, und wenn nach dem Verschluss das Kleid für rein erklärt worden ist, weil es durch kein Unreinheitszeichen unrein geworden ist, verbrennt man dann den Flicken (Tosefta)."
+ ],
+ [
+ "Bei einem Tuch. קייטא nach Maim. von קיט = Sommer, ein Sommerkleid, das aus verschiedenfarbigen Teilen zusammengesetzt ist. Levy Wörterbuch leitet es von קטה = קטע zerhacken ab und übersetzt: ein aus kleinen Stücken zusammengesetzter Vorhang. Nach Krauss Talmud. Archäologie I S. 333 ist קייטא = κοίτη Tuch, Vorhang.",
+ "auf dem farbige und weisse Felder. פספס = ψήϕος Mosaikstein.",
+ "hat die Ausbreitung von einem zum anderen. von einem weissen zum anderen weissen Felde.",
+ "Geltung. Obgleich ein farbiges Feld dazwischen liegt. Beim Hautaussatz macht eine Ausbreitung nicht unrein, wenn zwischen ihr und dem Aussatzfleck eine Stelle ist, die nicht unrein werden kann. Beim Kleideraussatz dagegen, bei dem, wie weiter in der Mischna aasgeführt wird, eine Ausbreitung auch dann als solche gilt, wenn sie sich nicht unmittelbar an den Aussatz anschliesst (פשיון רחוק), macht sie auch in diesem Falle unrein. Ist durch eine solche Ausbreitung der Aussatz unrein geworden, so muss das ganze Tuch, auch die farbigen Felder eingeschlossen, verbrannt werden (Maim.).",
+ "Wenn aber. Vgl. den ähnlich formulierten Einwand oben IX, 3, wo Bart. ebenso wie hier א״ל הרי מקומח כגרים liest Hinter dem ״ו„ ist wohl der Fragesatz hinzuzudenken: wie ist es in dem Falle, dass statt der vielen weissen Felder ״הרי הוא פספס יחידי״ es nur ein einziges Feld ist, das weiss ist.",
+ "Darüber. Warum auch da der Aussatz erst verschlossen werden muss, wenn er das weisse Feld ganz bedeckt, da dort kein anderes weisses Feld da ist, auf das er sich ausbreiten kann.",
+ "um die Worte der Weisen zu bestätigen. Dass es auch in diesem Falle verschlossen werden muss.",
+ "Du bist ein grosser Weiser. Aus den Worten der Schrift, dass der Aussatz für unrein zu erklären ist, wenn der Priester bei der zweiten Besichtigung sieht, dass der Aussatz sein Aussehen nicht geändert hat und der Aussatz sich nicht ausgebreitet hat (Lev. 13,55: פשה והנגע לא), hätte man schliessen können, dass er nur dann für unrein zu erklären ist, wenn die Möglichkeit Vorgelegen bat, dass er sich ausbreitet, und der Priester feststellt, dass dieses nicht geschehen ist. Dem gegenüber erklärt R. Jehuda ben Bethera, dass das Schriftwort nicht so zu deuten ist, sondern der Aussatz in jedem Falle, wenn er nach zwei Wochen unverändert geblieben ist, für unrein zu erklären ist (יד״ב und ם״א)",
+ "eine entfernt liegende in der Grösse einer Bohnengraupe. Und dieses auch nur beim Kleideraussatz, nicht aber beim Hautaussatz. Auch beim Kleideraussatz gilt nur eine Ausbreitung auf der gleichen Tuchseite, nicht aber von der Vorder- auf die Rückseite oder umgekehrt, die gilt nur bei Fellen auch als Ausbreitung s. weiter Mischna 11.",
+ "und ein wieder auftretender. Wenn, nachdem der Aussatz am Schluss der zweiten Woche abgeblasst und herausgerissen war, er sich von neuem auf dem Kleide zeigt."
+ ],
+ [
+ " Sabb 27 b.",
+ "Der Aufzug und der Einschlag. Die Webfäden, die zum Aufzug und zum Einschlag bestimmt sind. Nach fast sämtlichen Erklärern sind sowohl Woll- wie Flachsfäden gemeint und macht nur R. Jehuda einen Unterschied zwischen diesen und jenen Nach Bart, der die Worte des ersten Tanna nur auf Wollfäden bezieht, gehören die Worte והאונין של פשתן משיתלבנו nicht mehr zu den Worten des R. Jehuda, sondern sie sind die Fortsetzung der Worte des ersten Tanna, der auch R. Jehuda nicht widerspricht.",
+ "werden sofort. Nachdem sie gesponnen sind.",
+ "durch Aussatzschäden unrein. Wenn sie nebeneinander liegend den Raum einer Bohnengraupe im Geviert einnehmen.",
+ "wenn er abgekocht. Man pflegte die Fäden, die für den Aufzug bestimmt waren, vor ihrer Verwendung in heisses Wasser zu tun, um sie fein und geschmeidig zu machen. Eine andere Lesart ist: משישלה = wenn sie herausgezogen ist, nämlich aus dem heissen Wasser.",
+ "der Einschlag sofort. R. Jehuda ist der Ansicht, dass Aufzug und Einschlag nur verunreinigungsfähig sind, wenn sie fertig zur Verwendung sind (נגמרה מלאכתן), wie auch nur fertig gegerbte Felle verunreinigungsfähig sind. Deshalb werden die dünnen für den Aufzug bestimmten Fäden erst unrein, wenn sie durch das heisse Wasser fein und geschmeidig gemacht worden sind Für den Einschlag dagegen wurden gröbere Fäden verwendet, deshalb werden diese sofort unrein, so nach Maim. Nach יו״ב pflegte man die Aufzugsfäden vorher in heissem Wasser zu reinigen, weil sie in dem Gewebe mehr hervortreten, die Einschlagsfäden dagegen, die von den Aufzugsfäden von beiden Seiten bedeckt werden, reinigte man vorher nicht, deshalb sind sie sofort verunreinigungsfähig.",
+ "und die Flachsfäden. Bei denen sich die für den Aufzug von denen für den Einschlag gar nicht unterscheiden, oder nach der Erklärung von יו״ב, bei denen der Einschlag von den Aufzugsfäden nicht verdeckt wird.",
+ "nachdem sie gebleicht sind. Die Flachsfasern werden im Ofen gebleicht und dann erst gesponnen.",
+ "Wie gross muss das Knäuel. פקעת s. Kelim X, 4.",
+ "sein. Die Fäden pflegen in Knäuel aufgewickelt zu werden.",
+ "dass es durch Aussatzschäden. Durch einen Aussatzschaden von der Grösse eines גרים, der sich auf der Oberfläche des aufgewickelten Garns zeigt.",
+ "Dass man daraus [ein Gewebe von] drei [Fingerbreiten] im Geviert Aufzug und Einschlag weben kann. Das Knäuel muss den Umfang haben, der sich ergibt, wenn man so viel Aufzugsfaden und so viel Einschlagsfaden, wie man zu einem solchen Gewebe braucht, zusammenwickelt. Würde es nur Aufzugsfaden von solcher Länge sein, würde der Umfang kleiner sein, da dieser dünner ist als der Einschlagsfaden, ebenso umgekehrt, wenn es nur Einschlagsfaden wäre.",
+ "selbst wenn es nur aus Aufzug. Der, wenn man ihn allein zu dem Gewebe benützen würde, schon bei einem geringen Umfange des Knäuels für ein solches Gewebe ausreichen würde.",
+ "oder nur aus Einschlag. Der, wenn man ihn allein zu dem Gewebe benützen würde, bei einem solchen Umfange des Knäuels nicht für ein solches Gewebe ausreichen würde",
+ "Besteht es aus gerissenen Fäden. פסיקות von פסק = trennen, das Knäuel besteht nicht aus einem zusammenhängenden Faden, sondern aus Fadenstücken, die nicht wieder zusammengeknüpft sind."
+ ],
+ [
+ "von der einen Spule. סליל, so heissen die Spulen auf dem Webstuhl, durch die das Garn sich abwickelt, von סלל = sich drehen, schwenken.",
+ "von dem oberen Querbalken. Der obere Weberbaum, um welchen die Aufzugsfäden gewickelt sind, s. Kelim XXI Note 2.",
+ "auf den unteren. Um den das fertige Gewebe gelegt wird.",
+ "aufwickelt. So dass das, was auf dem einen Teile sich befindet, mit dem auf dem anderen durch das dazwischen liegende verbunden ist.",
+ "ebenso bei zwei Seiten eines Hemdes. Vorderteil und Hinterteil, die nur oben an den Achseln lose mit einander verbunden sind.",
+ "[Zeigt er sich] an den eingeschlagenen Fäden. נפש המסכת heissen die Einschlagsfäden, die noch nicht mit den Aufzugsfäden fest verbunden sind, sondern noch lose zwischen ihnen liegen. Sie werden die „Seele“ des Gewebes genannt, weil erst durch sie das Gewebe fest zusammengezogen und ihm Festigkeit verliehen wird. מסכת —Gewebe, s. Richter 16, 13.",
+ "oder an der stehenden Kette. Die Aufzugsfäden, die auf dem oberen Querbalken aufgewickelt und nach dem untern hin angeknotet oder gespannt sind.",
+ "so werden sie durch Aussatzschäden sofort. V. fehlt מיד.",
+ "unrein. Obwohl sie noch nicht durch das Weben zusammengefügt sind, werden sie durch einen auf ihnen sich zeigenden Aussatz unrein, auch wenn der Aussatz zum Teil auf dem einen und zum Teil auf dem anderen sich zeigt (יו״ב). Nach Maim. (הלכות מו״צ XIII, 9) spricht die Mischna nur von dem Fall, dass sich der Aussatz sowohl auf dem einen als auch auf dem anderen zeigt, und ist in diesem Falle auch alles unrein, selbst wenn ein Teil des Aussatzes auf dem schon gewebten Zeug liegt, während er das נראה בשתי in der folgenden Mischna erklärt, wenn er בשתי לבדו nur auf dem Aufzug und nicht auf dem Einschlag sich zeigt.",
+ "wenn sie dicht aneinander gereiht sind. Nur die straff aufgespannten Kettenfäden werden durch den auf den Einschlagsfäden auftretenden Aussatz auch unrein, nicht aber, wenn sie noch lose herunterhängen und nicht neben einander festgespannt sind (Maim)."
+ ],
+ [
+ "ist das Gewebte rein. Wenn das Tuch schon fertig gewebt ist, weil dann, wie es in der Mischna gleich weiter heisst, selbst wenn die Fäden als Saumfäden an dem Tuche bleiben würden, dieses dennoch rein bleiben würde.",
+ "ist die stehende Kette rein. Nur wenn man nicht die Absicht hat, die Kettenfäden als Saumfäden an dem Tuch zu belassen, im anderen Falle ist auch die Kette unrein (ר״ש).",
+ "verbrennt man die Saumfaden. נימא gr. νῇμα — Faden, hier die Fäden, die vom Saume des Tuches herunterhängen. Die Fäden sind ein Anhängsel des Tuches und werden deshalb durch den Aussatz auf diesem mit unrein.",
+ "ist das Leintuch rein. Weil das Tuch nicht als Anhängsel der Fäden betrachtet werden kann, die Fäden aber auch kein Bestandteil des Tuches sind, dass dieses durch den Aussatz auf ihnen unrein werden sollte.",
+ "kann man die Borten. אמרא, Ableitung zweifelhaft, Borten oder Quasten, die man zum Schmuck am Saum der Gewänder anbrachte.",
+ "weiter gebrauchen. Wörtlich: man rettet sie und braucht sie nicht zu verbrennen, wenn das Gewand unrein geworden ist und verbrannt werden muss. Aus dem überflüssigem Zusatz בצמר או בפשתים in dem Schriftverse (Lev. 13,52), in dem geboten wird, das aussätzige Kleid zu verbrennen, wird geschlossen, dass nur das aus Wolle oder Leinen gefertigte Kleid verbrannt werden muss, nicht aber die aus anderen Stoffen bestehenden Borten.",
+ "selbst wenn sie aus Purpurwolle sind. Aus dem ebenfalls überflüssigen אשר יהיה בו הנגע in demselben Schriftverse wird geschlossen, dass die Borten, selbst wenn sie aus Wolle sind, aber gefärbt, so dass sie selbst keinen Aussatz annehmen können, auch nicht verbrannt zu werden brauchen (Sifra; s. dagegen Maim. הטו״צ XIII, 10)."
+ ],
+ [
+ "Alles. Aus Wolle oder Leinen oder gegerbten Fellen gefertigte.",
+ "was verunreinigungsfähig durch Toten-Unreinheit ist. Wenn es in Grösse und Art die Bedingungen erfüllt, unter denen es durch Toten-Unreinheit unrein werden kann.",
+ "wenn es auch nicht verunreinigungsfähig durch Midras. Siehe VK 30.",
+ "das Segel. Von קלע = in Bewegung sein, schwanken, schleudern.",
+ "ein Vorhang. וילון = velum, Vorhang, Tür-Vorhang. Diese beiden können nicht midras-unrein werden, da sie nicht zum Darauftreten oder liegen bestimmt sind (s. Kel. XX, 6).",
+ "das Stirnband. שביס (Jes. 3,18) ein am Kopfnetz befestigter Stirnschmuck.",
+ "eines Kopfnetzes. סבכה von סבך = flechten, Netz, hier Kopfnetz. Das Stirnband kann als Schmuckstück durch Toten-Unreinheit unrein werden (s. Kelim XXVIII, 10), dagegen kann es nicht midras-unrein werden, weil es nicht die hierfür nötige Grösse von drei Handbreiten im Geviert hat.",
+ "Bücher-Umhüllungen. Sie werden durch Totenunreinheit unrein, weil sie zuweilen auch zum Gebrauch des Menschen dienen, indem man sie auf den Schoß legt und sich damit wärmt (s. Kelim XXIV, 14), dagegen können sie nicht midras-unrein werden, da sie nicht dazu bestimmt sind, sich darauf zu setzen oder zu legen.",
+ "Gürtel. גלגלון, Etymologie unsicher, s. Eduj. III, 4. Ein Gürtel kann, weil er ein Kleidungsstück ist, durch Totenunreinheit unrein werden, wenn er auch nicht die vorgeschriebene Grösse hat, nicht aber midras-unrein (Maim. הלכות כלים XXII, 1).",
+ "Schuh- und Sandalen-Riemen. Sie können nicht midras-unrein werden, weil sie nicht das vorgeschriebene Mass haben, wohl aber unrein durch Toten-Unreinheit (s. Kel. XXIV Note 51).",
+ "die eine Bohnengraupe breit sind. Da ein Aussatz, der nicht die Grösse einer Bohnengraupe im Geviert hat, rein ist.",
+ "diese werden durch Aussatzschäden unrein Zeigt sich an einem Filz-Mantel. סגוס = σαγος, ein Mantel aus grobem filzigem Wollstoff.",
+ "nur wenn er sich an dem Gewebten und an den Wollflocken. Die aus dem Gewebe hervorragen und es bedecken.",
+ "Der Schlauch und die Hirtentasche. תורמל aram. und syr. Hirtentasche, auch Ranzen und Tasche aus Leder überhaupt.",
+ "wie man sie gewöhnlich zu tragen pflegt. Wenn sich auf ihnen ein Aussatz zeigt, zieht man nicht die zusammengefalteten Stellen aus einander, so dass der Aussatz dadurch durch die unter den Falten liegenden aussalzfreien Stellen zerteilt wird und dann vielleicht nicht ein Aussatz von der Grösse einer Bohnengraupe an einer Stelle zurückbleibt, sondern der Aussatz wird an der Tasche, zusammengefaltet wie sie ist, besichtigt (יו״ב und מ׳יא).",
+ "und die Ausbreitung gilt bei ihnen [auch] von ihrer Innenseite nach ihrer Rückseite und von ihrer Rückseite nach ihrer Innenseite. So bei allen aus Fellen gefertigten Gegenständen, nicht aber bei den aus Wolle und Leinen (s. oben Note 64). Die Ausbreitung muss aber als פשיון רחוק die Grösse einer Bohnengraupe haben, s. oben Mischna 7."
+ ],
+ [
+ "Ist ein verschlossenes Kleid. Bevor über es entschieden war.",
+ "unter andere geraten. Indem entweder der verschlossene Aussatz während des Verschlusses abgeblasst war und das Kleid unter andere Kleider geraten ist, auf denen der Aussatz von vornherein blass war, die deshalb überhaupt rein sind. Oder man hat das verschlossene Kleid gefärbt und es ist unter andere farbige Kleider geraten, die durch Aussatz nicht unrein werden, oder das verschlossene Kleid ist unter aussätzige Kleider von Nichtisraeliten geraten, die auch durch Aussatz nicht unrein werden.",
+ "sind sie alle rein. Nach dem Grundsatz, dass jeder Zweifelsfall bei einem Aussatz, so lange sich kein Unreinheitszeichen an ihm gezeigt hat, rein ist, s. oben V, 4.",
+ "hat man es. Obgleich es nicht erlaubt ist.",
+ "zerschnitten. In Stücke, die kleiner als drei Fingerbreiten im Geviert und deshalb nicht verunreinigungsfähig sind.",
+ "oder Charpie daraus gemacht. Das Gewebe vollständig aufgelöst.",
+ "es zu benützen. Die Bezeichnung des Aussatzes (Lev. 13,52) als צרעת ממארת = eines bösartigen Aussatzes wird dahin gedeutet, dass man von dem für unrein erklärten Kleid keinerlei Nutzen mehr haben darf, auch nicht von dem verschlossenen, so lange es nicht zerschnitten oder vollständig zerpflückt ist.",
+ "Ist ein für entschieden unrein erklärtes unrein. Da ein schon für unrein erklärtes unter ihnen ist, sind sie alle unrein.",
+ "hat man es zerschnitten oder Charpie daraus gemacht. Die Unreinheit bleibt bestehen, auch wenn es vollständig zerpflückt ist.",
+ "es zu benutzen. Auch nach dem Zerpflücken bleibt das Nutzniessungs-Verbot bestehen."
+ ]
+ ],
+ [
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+ " Gittin 89a",
+ "Alle Häuser. Im heiligen Lande (Lev. 14,34).",
+ "ausgenommen die von Nichtisraeliten. Das אחוזתכם im Schriftverse schliesst Häuser, die im Besitz von Nichtisraeliten sind, aus.",
+ "Kauft jemand Häuser. Im heiligen Lande.",
+ "werden sie besichtigt wie bei einer Anfangsbesichtigung. Als hätte sich der Aussatz erst jetzt gezeigt.",
+ "Ein rundes Haus. Daraus, dass in der Schrift zweimal קירות הבית, Wände des Hauses, erwähnt werden, wird geschlossen, dass nur ein Haus, das vier Wände hat, unrein werden kann.",
+ "ein dreieckiges. טריגון gr. τϱἰγωνος = dreieckig, ebenso wenn es nur zwei oder mehr als vier Ecken hat (Bab. Batr. 164 b; Nasir 8 b)",
+ "ein auf einem Schiff. Aus dem ארץ אחותכם der Schrift wird geschlossen, dass nur ein Haus, das fest auf dem Erdboden ruht, unrein werden kann.",
+ "oder Mast. אסקריא gr. κεραία = Segelstange, steht hier wohl für Mast. N liest: אכסדייה, wohl korrumpiert für אסכדיא gr. σχεδία = Floss.",
+ "oder aus vier Balken. Die lose auf die Erde gelegt sind oder wie bei einer Altane aus dem Mauerwerk hervorragen.",
+ "selbst wenn es [nur] auf vier Säulen steht. Wenn es auf vier Säulen, die fest in der Erde stehen, aufgebaut ist (יו״ב), nach Bart. selbst wenn es nur aus vier Säulen mit einem Dach darüber besteht und der Zwischenraum zwischen den Säulen offen ist."
+ ],
+ [
+ "in dem eine der Seiten mit Marmor überzogen ist oder eine mit Fels. An der Stelle aus der Erde hervorgewachsenem Gestein",
+ "oder eine mit Ziegeln oder eine mit Erde. Erdschollen.",
+ "ist rein. Weil ein Haus nur unrein wird, wenn jede seiner vier Wände Steine und Holz und Erde (Lehm) enthält und nicht mit einem anderen Material überzogen ist, das den sich auf ihm zeigenden Aussatz von dem allein für Aussatz empfänglichen Material der Wand trennt. Unter Steinen versteht man nur aus der Erde losgelöste und gehobene Steine, nicht aus der Erde emporwachsenden Fels, unter Erde nur zum Zusammenhalten und Bestreichen hergerichtete Erde, nicht rohe Erdschollen.",
+ "das nicht aus Steinen und Holz und Erde war. In dem nicht jede der vier Wände diese drei Bestandteile enthalten hat.",
+ "an dem sich ein Aussatzschaden gezeigt hat. Wenn selbst an einer Wand, die alle drei Bestandteile enthalten hat",
+ "und nachher hat man Steine und Holz und Erde darin eingefügt. So dass jetzt alle vier Wände alle drei Bestandteile enthalten.",
+ "ist rein. Weil beim Entstehen des Aussatzes das Haus nicht für Aussatz - Unreinheit empfänglich war.",
+ "rein. Vorausgesetzt, dass man die Absicht hatte, weiter zu weben, denn ein fertiges Kleidungsstück kann unrein werden, auch wenn es nicht dieses Mindestmass hat (s. XI Note 103).",
+ "Ein Haus. Die Begründung für das in der Mischna Gelehrte. Ed V.: שאין.",
+ "wenn es. Jede seiner vier Wände muss diese drei Bestandteile enthalten, die die Schrift (Lev 14, 45) nennt."
+ ],
+ [
+ "Er muss in der Grösse von zwei Bohnengraupen auf zwei Steinen oder auf einem Stein auftreten. Deshalb muss in jeder Wand mindestens ein Stein sein, zusammen vier Steine, so dass auf jeder der vier Wände sich ein Aussatz zeigen kann. Nach ihm ist בקירות הבית zu erklären: an einer der Wände des Hauses",
+ "aber nicht auf einem Stein. Es genügt nicht, wenn er auf einem Steine auftritt, weil in der Schrift immer von אבנים in der Mehrzahl gesprochen wird, deshalb müssen es mindestens acht Steine sein, zwei in jeder Wand.",
+ "sagt. Sanhed. 71b; Nidda 19 a.",
+ "auf zwei Mauern. Der Aussatz muss auf אבנים, mindestens zwei Steinen, und בקירות, mindestens zwei Wänden sich zeigen.",
+ "die in einem Winkel zueinander stehen. Die acht Steine müssen so verteilt sein, dass jeder der beiden Steine einer Wand mit einem Stein der anstossenden Wand zusammenstösst.",
+ "zwei Bohnengraupen lang und eine Bohnengraupe breit. Das ist das Mass für den Hausaussatz auch nach Ansicht der vorher genannten Tannaim."
+ ],
+ [
+ "um es unter die Oberschwelle. שקוף wie משקוף die Oberschwelle. Es muss in jeder Wand soviel Holz sein, wie man zu der Unterlage braucht, die man unter der Oberschwelle anzubringen pflegt, damit die Tür fest anliegt und dicht schliesst.",
+ "um daraus einen Überzug. סנדל nach Maim, eine Verschalung aus Holz, um die Unebenheiten der Oberschwelle auszugleichen",
+ "um den Zwischenraum zwischen den Bruchstücken eines Steines auszufüllen. פצים von פצם = aufreissen, spalten, heisst der in die Mauer gebrochene Türrand, daher auch Pfosten, Türpfosten. Hier sind unter פצים וחברו nach Maim, die beiden Hälften eines auseinander gebrochenen Steins zu verstehen, wenn sie aneinander gelegt werden, besteht eine Lücke, die mit Erde ausgefüllt wird, פצים demnach die durch Bruch ungleich gewordene Steinkante.",
+ "Krippenwände. Wände, die in einem Wohnhause aufgeführt sind, um Krippen daran zu befestigen.",
+ "und die Wände eines Verschlags. Die nur als Scheidewände aufgeführt sind, um einen Teil des Raumes von dem anderen zu trennen (anders Bart.).",
+ "Jerusalem. Das bei der Besitznahme des Landes nicht einem einzelnen Stamme zugeteilt worden ist.",
+ "und das Ausland werden durch Aussatzschäden nicht unrein. Weil die Bestimmungen über den Hausaussatz nur für ארץ אחותכם, das Erbland Israels, Geltung haben."
+ ],
+ [
+ "indem er sagt. Lev. 14,35.",
+ "um das Haus zu besichtigen. Lev 14,36.",
+ "selbst Holzbündel und Rohrbündel. Die gar keine Unreinheit annehmen.",
+ "Das wäre eine Beschäftigung für den Beschäftigungslosen. Dinge hinwegzuräumen, die nicht unrein werden können, auch wenn sie drinnen bleiben, so nach ר״ש und Bart. Nach יו״ב ,א״ר und מ״א dagegen müssen nach Ansicht des R. Jehuda auch Holzbündel und Rohrbündel weggeräumt werden, damit sie nicht unrein werden, obgleich sie sonst keinerlei Unreinheit annehmen, weil beim Hausaussatz es heisst: ולא יטמא כל אשר בבית, danach durch ihn alles, was im Hause ist, unrein wird, auch was sonst keinerlei Unreinheit annehmen kann. R. Simon stimmt dem R. Jehuda darin zu, dass auch solche Dinge hinausgeräumt werden müssen, aber nicht deshalb, damit sie nicht unrein werden, denn nach seiner Ansicht bezieht sich das כל אשר בבית nur auf solche Dinge, die auch sonst unrein werden können, sondern nur, weil die Schrift es einmal so vorgeschrieben hat, danach wäre nicht zu lesen לַפָּנוּי sondern לְפִנּוּי und zu übersetzen: „Es ist das eine zum Ausräumen gehörende (wenn auch ganz unnötig erscheinende) Bemühung“. R. Meïr dagegen ist der Ansicht, dass man solche Dinge, die keine Unreinheit annehmen, auch nicht wegzuräumen braucht.",
+ "Was kann er. Der Aussatz.",
+ "ihm unrein machen. Dass er es deshalb vorher herausschaffen muss.",
+ "Auf was hat die Thora Rücksicht genommen. Durch das Gebot, es vor der Besichtigung hinauszuräumen.",
+ "Auf sein irdenes Gefäss. Das, wenn es einmal unrein geworden ist, nur durch Zerbrechen wieder rein werden kann.",
+ "seinen Krug und sein Tropffläschchen. S. Kelim III Note 8. Eine andere Lesart ist: תפיו = Herd.",
+ "was einem Sünder. Aussatz ist nach der Überlieferung eine Strafe für die Sünde der Bösrede."
+ ],
+ [
+ "Er geht nicht in sein Haus und verschliesst. Das aussätzige Haus vermittels einer Schnur oder durch einen Boten, oder indem er selbst nochmals hingeht (Raschi Chull. 10b; Nedar. 56 b). Nach הלכות טו״צ) משנה למלך XIV, 5) braucht auch beim Hausaussatz der Priester das Haus nicht wirklich zu verschliessen, sondern wie beim Haut- und Kleideraussatz es nur für vorschlossen zu erklären, danach würde die Mischna hier nur angeben, wann er diese Erklärung abzugeben hat.",
+ "und verschliesst. Nachdem er das Hans vorschriftsmässig verschlossen hat, könnte er es dann trotzdem für einen Augenblick, um hinaus zu gehen, wieder öffnen (s. יו״ב).",
+ "denn es heisst. Lev. 14,38.",
+ "dann. Lev. 14,40.",
+ "Dann. Lev. 14,42.",
+ "Man darf nicht Steine von der einen Seite. Des aussätzigen Hauses.",
+ "und Kalk überhaupt nicht. Weil Kalk nicht als Erde sondern als ein Gestein betrachtet wird.",
+ "und nicht zwei an die Stelle von einem bringen. Da die Vorschrift lautet: האבנים וחלצו את in der Mehrzahl, ebenso ולקחו אבנים אחרות müssen mindestens zwei Steine herausgezogen und zwei wieder eingesetzt werden.",
+ "an die Stelle der drei oder an die Stelle der vier bringen. Hat man zwei oder mehr Steine herausgezogen, ist es gleich, wieviel Steine man an ihrer Stelle wieder einsetzt.",
+ "Von hier. Von der Vorschrift beim Hausaussatz, dass bei einer gemeinschaftlichen Mauer beide Hausbesitzer an dem Einreissen und Wiederaufbau der Mauer sich zu beteiligen haben.",
+ "Wehe dem Frevler. S. Note 42.",
+ "beide ziehen heraus. Die Steine aus der gemeinschaftlichen Mauer.",
+ "beide kratzen ab. Die Erde rings um die Steine herum.",
+ "Dagegen bringt er. Der, in dessen Haus der Aussatz sich gezeigt hat.",
+ "allein die Erde. Um die Wände des Hauses frisch zu bestreichen.",
+ "denn es heisst. Lev. 14,42.",
+ "sein Nachbar braucht am Überstreichen sich nicht mit ihm zu beteiligen. Der Hausbesitzer hat allein die Erde zu beschaffen und allein das Überstreichen zu besorgen."
+ ],
+ [
+ "Ende der Woche. Nachdem das Haus nach dem Überstreichen zum zweiten Male eine Woche verschlossen war.",
+ "so. Lev. 14, 45.",
+ "eine entfernt liegende. D. h. nicht unmittelbar an den Aussatz sich anschliessende.",
+ "und ein wiederauftretender. Gleichviel ob er an derselben oder an einer. anderen Stelle oder an einer anderen Wand auftritt.",
+ "an Häusern in der Grösse von zwei Bohnengraupen. Zwei Bohnengraupen lang und eine breit."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Es gibt zehn Fälle. S. VN 31.",
+ "Ist er in der ersten [Woche] dunkel geworden. So dass er nicht mehr die Aussatzfarbe hat. Die Unreinheitsfarben sind beim Hausaussatz dieselben wie beim Kleideraussatz (s. Lev. 14, 37).",
+ "schält man ihn ab. Die mit dem Aussatz behaftete Stelle. Dieses Abschälen entspricht dem Waschen beim mit Aussatz behafteten Kleide (מ״א).",
+ "Ist er in der zweiten dunkel geworden. Nachdem er in der ersten Woche unverändert geblieben und deshalb nochmals verschlossen worden war.",
+ "schält man ihn ab und es bedarf [zu seiner Entsündigung] der Vögel. Lev. 14,49.",
+ "zieht man ihn heraus. Die Steine, auf denen der Aussatz ist.",
+ "kratzt ab. קצה = abschneiden. Nachdem die Steine herausgezogen sind, wird die schadhafte Stelle ringsum abgekratzt.",
+ "und überstreicht. Nachdem andere Steine an die Stelle der herausgerissenen eingesetzt worden sind, überkleidet man sie mit frischer Erde, טח von טוח = mit Erde bekleiden.",
+ "und gewährt ihm noch eine Woche. Er wird nochmals auf eine Woche verschlossen.",
+ "wird es niedergerissen. Das Haus wird vollständig niedergerissen.",
+ "bedarf es der Vögel. Und dann ist das Haus rein.",
+ "sich ein Aussatzschaden an ihm gezeigt hat. In den Fällen, wo eine Entsündigung durch die Vögel erforderlich ist.",
+ "wird es niedergerissen. Der Aussatz ist, nachdem er herausgerissen war, wiedergekehrt, deshalb muss das Haus niedergerissen werden. Ob auch in dem Falle, wo der Aussatz nur heruntergeschält zu werden brauchte, ist fraglich, s. יו״ב und מ״א.",
+ "wird er wie ein neuer besichtigt. Er wird wie ein neu aufgetretener Aussatz behandelt."
+ ],
+ [
+ "Einen. Chullin 128 b.",
+ "Stein in der Mauerecke. Man nimmt hierzu gewöhnlich so grosse Steine, dass sie die ganze Dicke der Mauer ausfüllen, das Gleiche gilt für andere Steine, die durch die ganze Mauer gehen.",
+ "ganz heraus. Auch wenn es eine gemeinschaftliche Mauer zwischen dem aussätzigen und einem Nachbarhause ist, weil es beim Herausreissen heisst (Lev. 14,40): וחלצו sie, er und der Nachbar, sollen herausreissen.",
+ "reisst man das. Den Teil des Steines.",
+ "an seiner Stelle. Weil es beim Niederreissen heisst (Lev. 14,45): ונתן in der Einzahl.",
+ "dass es aus Hauptpfeilern und Zwischenschichten. Die Hauptpfeiler bestehen aus grossen Steinen, die durch die ganze Dicke der Mauer gehen, der Kaum zwischen ihnen wird durch kleinere Steine ausgefüllt, so dass jede Seite der Mauer ihre eigenen Steine hat. פתין wie פתים (Lev. 2,6) Bruchstücke, hier Bruchsteine. Levy Wörterbuch bringt פתין mit פותיא = Breite zusammen und erklärt ראש als die aufrecht stehende Säule und פתין als die Querschichten.",
+ "und er tritt an einem Hauptpfeiler. N. בראשין.",
+ "lässt man an seiner Stelle. Nach א״ר und יו״ב bezieht sich der Ansspruch des R. Elieser auf das Niederreissen, wo nach Ansicht des ersten Tanna auch von einem durch die ganze Mauer gehenden Stein nur der Teil auf der Seite des aussätzigen Hauses niedergerissen zu werden braucht, wogegen R. Elieser meint, dass ein solcher Stein ganz mit niedergerissen werden muss. Dagegen beziehen חוי״ט und מ״א den Ausspruch des R. Elieser auf das Herausreissen, nach dem ersten Tanna müssten nicht nur die durch die ganze Mauer gehenden Steine, sondern auch ein an den aussätzigen Stein sich anschliessender Stein auf der anderen Seite der Mauer mit herausgerissen werden, die Mischna spricht nur von einem אבן שבזוית, um zu sagen, dass selbst ein solcher beim Niederreissen nicht ganz mit niedergerissen zu werden braucht, wogegen R. Elieser meint, dass auch beim Herausreissen nur die durch die ganze Mauer gehenden Steine herausgerissen werden müssen, nicht aber die nicht durchgehenden Steine."
+ ],
+ [
+ "Tritt an einem Hause ein Aussatzschaden auf. Der es unrein macht, so dass es niedergerissen werden muss.",
+ "und auf dem Hause ist ein Stockwerk. Nur die Mauern des mit dem Aussatz behafteten Raumes müssen niedergerissen werden, nicht die eines Nebenraumes oder darüber gelegenen Raumes.",
+ "lässt man das Gebälk. Das als Decke für den unteren und zugleich als Unterlage für den Fussboden des oberen Raumes dient.",
+ "für das Stockwerk. Man stützt es von unten und braucht es nicht mit niederzureissen.",
+ "sein Holz und seine Erde. Über und zwischen den Balken.",
+ "dagegen erhält man sieb die Rahmen. Holzrahmen an den Türeingängen und Fenstern, die nicht in die Mauer eingebaut waren. מלבן denom. von לבנה, zunächst die Form, deren man sich zum Formen der Ziegel bediente, danach jede rechteckige Einfassung.",
+ "und die Fenstergitter. שריג von שרג = flüchten, Flechtwerk oder Gitterwerk, auch diese waren nur eingesetzt, nicht eingebaut.",
+ "der oben darauf eingebaut ist. Als Zwischenlage zwischen den Mauern und den Balken, damit diese nicht zu sehr durch die Feuchtigkeit der Mauern leiden.",
+ "wird mit niedergerissen. Wenn man das Haus einreisst und das Gebälk mit dem oberen Stockwerk stehen lässt (מ״א und יו״ב).",
+ "sein Holz und seine Erde. Eines aussätzigen Hauses.",
+ "verunreinigen. S. VN 34.",
+ "Wie immer sie sind. Auch wenn Steine darunter sind, die weniger gross als eine Olive sind, verunreinigen sie, Bruchstücke von Steinen dagegen nur, wenn sie so gross wie eine Olive sind (א״ר)."
+ ],
+ [
+ "Ein. Jebam. 103 b.",
+ "verschlossenes Haus verunreinigt an der Innenseite. Wenn man sie berührt, auch ohne drinnen zu stehen. Nach Maim. und Bart. ist mit מתוכו gemeint, was sich drinnen befindet, nur die aussätzigen Stellen verunreinigen durch Berührung sowohl von innen wie von aussen auch bei dem verschlossenen Hause.",
+ "dieses und jenes verunreinigen beim Hineinkommen. Menschen und Gegenstände, die in das Haus hineinkommen, s. weiter Mischna 9."
+ ],
+ [
+ "Wenn man [Steine] von einem verschlossenen Hause. Nach der ersten oder zweiten Woche, nachdem das Haus abgekratzt und frisch überstrichen worden ist, oder selbst während des Verschlusses (יו״ב).",
+ "und der Schaden tritt an dem Hause. Aus dem man die Steine genommen hat.",
+ "zieht man die Steine heraus. Sie werden von der Unreinheit des Hauses, aus dem sie genommen sind, mit betroffen und müssen deshalb herausgerissen werden. Vgl. oben XI, 6 die gleiche Bestimmung bei dem Kleideraussatz. Auch ר״ש und Bart., die dort מציל את המטלית lesen (s. dort Note 53), lesen hier חולץ את האבנים, weil dort der Flicken von einem Kleide genommen worden ist, das nach zweimaligem Verschluss für rein erklärt worden ist, während hier die Steine aus einem Hause genommen sind, das nochmals verschlossen werden musste.",
+ "und die Steine dienen dem zweiten Hause bei dem [Auftreten der] Zeichen. Sie müssen als frühere Bestandteile des ersten Hauses auch herausgerissen werden, da sie aber jetzt Bestandteile des zweiten Hauses geworden sind, ist durch den auf ihnen aufgetretenen Aussatz auch dieses ein aussätziges Haus geworden, und muss man deshalb so lange mit dem Herausreissen warten, bis sich die gesetzlichen Folgen, die sich daraus für dieses ergeben, entschieden haben."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Haus ein mit Aussatz behaftetes Haus. Ein verschlossenes oder ein für entschieden unrein erklärtes.",
+ "überdacht. Das aussätzige Haus steht im Innenraum eines anderen Hauses, so dass das Dach dieses Hauses auch das aussätzige Haus überdacht. Nach der Erklärung des ר״אש meint die Mischna nicht, dass das ganze aussätzige Haus von dem äusseren Hause überdacht wird, sondern nur ein Teil des Daches eines nebenstehenden Hauses sich über das aussätzige Haus hinzieht und zwar nicht über den Teil der Mauern, an dem sich der Aussatz befindet.",
+ "rein. Das aussätzige Haus verunreinigt nur den, der in es hineinkommt, nicht aber den, der mit ihm sich unter einem Dach befindet.",
+ "Elieser. Ven.: ר׳ אלעזר.",
+ "Wenn schon ein Stein. Der am Schluss der Woche aus der Mauer des verschlossenen Hauses herausgezogen worden ist, oder irgend ein Stein aus dem für entschieden unrein erklärten Hause.",
+ "von ihm beim Hineinkommen. Wenn er in ein reines Haus hineinkommt.",
+ "soll es selbst. Das ganze verschlossene oder unreine Haus.",
+ "nicht beim Hineinkommen. Da es im Innern des überdachenden Hauses steht."
+ ],
+ [
+ " Berach. 25a; Kidd. 33 b.",
+ "Steht der Unreine. Ein wegen Aussatzes Verschlossener oder für entschieden unrein Erklärter.",
+ "wird er unrein. Aus der Bestimmung (Lev. 13,46) חוץ למחנה מושכו wird geschlossen, dass jeder Ort, wo der Aussätzige sich niederlässt, als sein Aufenthaltsort betrachtet wird, und deshalb, wenn der Ort überdacht ist, alles was unter dasselbe Dach kommt, ohne von dem Aussätzigen durch eine Scheidewand geschieden zu sein, unrein wird.",
+ "Steht der Reine unter dem Baum und der Unreine geht vorüber. Durch das bloße Vorübergehen wird der Ort nicht der מושב des Aussätzigen.",
+ "ist er unrein. Durch das Stehenbleiben ist der Ort מושג des Aussätzigen geworden.",
+ "Ebenso bleibt er bei einem mit einem Aussatzschaden behafteten Stein rein. Wenn ein Reiner unter dem Baume steht und es geht jemand, der einen mit Aussatz behafteten Stein trägt, vorüber.",
+ "hat er ihn niedergelegt. Oder ist er mit dem Steine unter dem Baum stehen geblieben. Das Gleiche gilt auch für den Kleideraussatz."
+ ],
+ [
+ "der mit seinem Kopf und dem grösseren Teile seines Körpers in ein unreines. Ein verschlossenes oder für entschieden unrein erklärtes (Lev. 14,46).",
+ "und ein Unreiner. Aussätziger.",
+ "hat es unrein gemacht. Alles, was sich in dem Hause befindet, ist unrein geworden, s. VK 28.",
+ "von dem ein Stück von drei [Fingerbreiten] im Geviert. Nur ein Stück von mindestens dieser Grösse wird בגד genannt und nimmt Unreinheit an.",
+ "ist unrein geworden. Bei einem grossen בגד wird durch das Hineinkommen eines solchen Stückes des בגד das ganze בגד unrein. Macht das hineingekommene Stück den grösseren Teil des בגד aus, ist das ganze unrein, auch wenn das hineingekommene weniger als drei Fingerbreiten im Geviert ist (א״ר).",
+ "von dem auch nur. Auch wenn das hineingekommene Stück nicht der grössere Teil des בגד und nicht drei Fingerbreiten im Geviert gross ist.",
+ "hat es unrein gemacht. Aus dem Schriftwort (Num. 12,12) אל נא תהי כפת wird geschlossen, dass der Aussatz wie Toten-Unreinheit schon in Olivengrösse verunreinigt (Jebam. 103 b)."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Berach. 41 a.",
+ "jemand in ein mit Aussatz behaftetes Haus hineingeht mit seinen Kleidern. Nicht mit ihnen bekleidet, sondern zusammengelegt.",
+ "sind er und sie sofort unrein. Ebenso wie ein Mensch, der in ein aussätziges Hans hineinkommt, sofort unrein wird, wird auch jedes Gerät und Kleidungsstück, das hineingebracht wird, sofort unrein, ausgenommen Gegenstände und Kleidungsstücke, die der hineinkommende Mensch auf seinem Leibe hat, dieses werden nicht sofort unrein, s. weiter Note 66.",
+ "und hat er seine Sandalen an seinen Füssen und seine Ringe an seinen Händen. T. באצבעותיו.",
+ "und sie sind rein. Nach Lev. 14,47 werden die Kleider, die der in ein aussätziges Haus hineinkommende Mensch als Bekleidung trägt, nicht sofort, sondern erst nach der dort angedeuteten Frist unrein. Obgleich der Mensch selbst sofort unrein wird, bleiben die Kleider, die er auf sich hat, trotz der Berührung mit ihm zunächst rein, da der Mensch durch das Hineinkommen nur ראשון לטומאה wird und Geräte und Kleidungsstücke nur durch Berührung eines אב הטומאה unrein werden (s. VK 16 u. 28).",
+ "wie man ein halbes. פרם von סרס brechen, teilen=Teil, Hälfte, ist die Bezeichnung für die Hälfte eines Brotes, das für zwei Mahlzeiten ausreicht, das ist nach Raschi eines Brotes in der Grösse von 8 Eiern, nach Maim. von 6 Eiern, פרם demnach nach Raschi = 4 Eigrössen, nach Maim. = 3 Eigrössen.",
+ "Brot von Weizen. Das, weil es feiner ist, schneller verzehrt wird.",
+ "angelehnt. In Ruhe und nicht im Umherlaufen.",
+ "und mit Zukost. Mit der Zukost zusammen lässt sich das Brot schneller verzehren. לפתן urspr. wohl ein aus Rüben (לפת) zubereitetes Gemüse, das als Zukost diente, dann Zukost überhaupt."
+ ],
+ [
+ "Steht er drinnen. In dem aussätzigen Hause.",
+ "und hat seine Hand nach aussen hinaus gestreckt und seine Ringe sind an seinen Händen. An den Fingern.",
+ "wie man ein halbes Brot verzehrt. Weil die Hände zum Körper gehören und alles, was er auf dem Körper trägt, nach dieser Zeit unrein ist. Trägt er die Ringe nicht an den Händen, sondern in den Händen, sind sie sofort unrein, wie wenn auch die Hände drinnen gewesen wären (Tosefta, s. dagegen ר״ש)",
+ "Jehuda sofort unrein. Da der Körper sich draussen befindet, können die hineingekommenen Ringe nicht den Vorzug geniessen, als Bekleidung eines hineingekommenen Menschen erst nach dem Verweilen von כדי אכילת פרס unrein zu werden, sondern sie werden wie jeder andere hineingekommene Gegenstand sofort unrein.",
+ "wie man ein halbes Brot verzehrt. Da sie als Bekleidung der Hand hineingekommen sind, geniessen sie den Vorzug als Bekleidung, obwohl der Mensch, dem sie als Bekleidung dienen, gar nicht hineingekommen und gar nicht unrein geworden ist. Die hineingestreckte Hand bleibt nach Toravorschrift rein und ist nur nach rabbinischer Vorschrift unrein.",
+ "wo sein ganzer Körper unrein wird. Wenn er mit dem ganzen Körper in das aussätzige Haus hineingekommen ist.",
+ "wo nicht sein ganzer Körper unrein wird. Sondern nur die hineingestreckte Hand und auch diese nur nach rabbinischer Vorschrift.",
+ "wie man ein halbes Brot verzehrt. R. Jehuda machte dagegen geltend, dass auch die Bekleidung eines Nichtisraeliten oder eines Viehs, die selbst durch das Hineinkommen nicht unrein werden, dennoch sofort unrein wird (Tosefta)."
+ ],
+ [
+ "Betritt ein Aussätziger. Ein verschlossener oder für entschieden unrein erklärter.",
+ "sind alle Geräte. Ebenso alle Menschen und Speise und Getränke.",
+ "Nur bis zur Höhe von vier Ellen. Das ist die Höhe eines mittelgrossen Menschen mit über den Kopf ausgestreckten Armen (Tosafot Sabb. 92 a v. אשתכח). Nur Gegenstände, die in dem Raum bis zu dieser Höhe sich befinden, werden als mit dem Aussätzigen im gleichen Raume sich befindend betrachtet und deshalb durch sein Hineinkommen unrein.",
+ "Die Geräte sind sofort. Auch wenn der Aussätzige sich gar nicht darin aufgehalten hat. Nur das unter einem nicht eingezäunten Baume (oben Mischna 7) sich Befindende verunreinigt der Aussätzige erst, wenn er unter dem Baume stehen geblieben ist (s. Tosaf. Jebam. 103 b v. כיון שנכנס).",
+ "wie man eine Lampe anzündet. R. Jehuda ist der Ansicht, dass der Aussätzige durch sein Hineinkommen das Haus nur verunreinigt, wenn er es mit Erlaubnis des Hausbesitzers betritt und dieser ihn nicht wieder hinauszugehen heisst. Ist deshalb soviel Zeit vergangen, dass der Hausbesitzer sich hätte Licht machen können, ohne dass er ihn hinauszugehen geheissen hat, so wird angenommen, dass er mit seiner Erlaubnis in das Haus hineingegangen ist, und ist das Haus deshalb unrein."
+ ],
+ [
+ "macht man für ihn einen abgeteilten Raum. מחיצה = Scheidewand, dann auch der durch Scheidewände abgeteilte Raum.",
+ "zehn Faustbreiten hoch und vier Ellen breit. Und ebenso lang (Maim.), dadurch wird dieser abgetrennte Raum der מושב des Aussätzigen und werden die in dem übrigen Raume sich Aufhaltenden nicht durch ihn unrein.",
+ "er geht als erster hinein und als letzter heraus. Wenn er, um dorthin zu gelangen, durch den Synagogenraum gehen muss, denn geht er hindurch, während sich Synagogenbesucher darin befinden, würden diese durch sein Hindurchgehen unrein werden, s. Note 82. Maim. führt als Grund an, er könnte beim Hindurchgehen stehen bleiben und dadurch die dort Anwesenden verunreinigen, er scheint danach der Ansicht zu sein, dass auch in der Synagoge, wie unter einem Baume, der Aussätzige die dort Befindlichen nur dann verunreinigt, wenn er stehen geblieben ist (s. יו״ב).",
+ "was mit fest anschliessendem Deckel. S. Kelim IX Note 76.",
+ "im Totenzelte schützt. Dass es selbst und alles, was sich in ihm befindet, nicht unrein wird, s. Kelim X, 1.",
+ "was zugedeckt. Ohne צמיד פתיל.",
+ "im Totenzelte schützt. S. Ohalot V, 6.",
+ "schützt zugedeckt im mit Aussatz behaftetem Hause. Nach R. Jose ist die Aussatz-Unreinheit nicht der Toten-Unreinheit gleichzustellen, da sie nicht so schwer ist wie diese, deshalb schützt bei ihr schon das, was bei der Toten-Unreinheit erst in dem nächst leichteren Falle schützt.",
+ "im mit Aussatz behafteten Hause rein. Danach bleibt alles, was sich, wenn auch nicht zugedeckt, in einer Grube in einem aussätzigen oder von einem Aussätzigen betretenen Hause befindet, rein."
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+ ],
+ [
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+ "Man brachte eine neue. Sie durfte noch nicht gebraucht sein.",
+ "irdene Schale. פיילי gr. ϕιάλη = ein Trinkgefäss.",
+ "und tat ein Viertel [Log] Quellwasser. מים חיים wird nur solches Quellwasser genannt, das immer quillt und nie versiegt.",
+ "dann brachte man zwei in der Freiheit lebende Vögel. So nach R. Jose Hagalili (Sifra Lev. 14, 53), דרור = Freiheit. Nach der Ismael’schen Schule (Sabb. 106 b) Vögel, die sich nicht zähmen lassen, „die auch im Hause ebenso (d. h. ebenso ungezähmt) wohnen wie auf dem Felde“ (שדרה בבית כבשרה) דרור, danach zusammenhängend mit דור = wohnen. Nach יו״ב ist darunter der Sperling zu verstehen, nach Tosefta 8, 3 קיכל = ϰίχλη die Drossel, Chullin 69 a סנונית לבנה nach Raschi = die weisse Schwalbe.",
+ "er. Der Priester.",
+ "schlachtete einen davon über dem irdenen Gefäss und über dem Quellwasser. So dass das Blut in das Wasser hineinfloss.",
+ "machte eine Grube und vergrub ihn. S. Temura VII, 4.",
+ "in seinem. Des Aussätzigen.",
+ "Dann nahm er Zedernholz. S. weiter Mischna 6.",
+ "und Ysop und karmesinrote Wolle. Einen Streifen glänzend roter (שני) mit den Eiernestern des Carmesinwurms (תולעת) gefärbter Wolle.",
+ "umwickelte sie. Alle drei.",
+ "mit dem. Herabhängenden.",
+ "brachte die Spitzen der Flügel und die Spitzen des Schwanzes des zweiten an sie heran. הקיף Hifil von נקף = anreihen, heranrücken.",
+ "tauchte ein. Den Vogel mit dem Bund Zedernholz, Ysop und Wolle in das mit Wasser gemischte Blut.",
+ "auf seine Stirn. Die Vorschrift והזה על המטהר, dass das Blut auf den Aussätzigen gesprengt werden soll, will nach der einen Ansicht besagen, dass es auf die am meisten nach auswärts gewendete Fläche des Körpers zu sprengen ist, das ist die äussere Handfläche, nach der anderen auf die oberste, das ist die Stirn.",
+ "Ebenso sprengte man beim Hause auf die Oberschwelle. Die Oberschwelle beim Hause entspricht der Stirn beim Menschen. Das Dach des Hauses kommt ebenso wie der Scheitel beim Menschen nicht in Betracht, weil da das Blut für den Davorstehenden nicht so unmittelbar sichtbar ist (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "den lebenden Vogel fortfliegen zu lassen. Nachdem das Schlachten des einen Vogels und das Besprengen ausserhalb der Stadt, wo der Aussätzige sich aufhielt, vorgenommen worden war, begab sich der Priester in die Stadt zurück, um den zweiten Vogel aus der Stadt heraus fortfliegen zu lassen, s. Lev. 14, 53.",
+ "Er wandte sein Gesicht nicht nach dem Meere. Wenn die Stadt in der Nähe des Meeres gelegen war.",
+ "nicht nach der Stadt und nicht nach der Wüste. Wenn eine solche in der Nähe war.",
+ "denn es heisst. Lev. 14, 53.",
+ "Und er lasse den lebenden Vogel aus der Stadt hinaus auf das Feld. Nicht aber auf das Meer oder die Wüste.",
+ "Dann ging er daran. Er ging wieder aus der Stadt heraus zu dem Aussätzigen.",
+ "er führte ein Schermesser über seinen ganzen Körper. Überall, wo sich Haaransammlungen befinden, mit Ausnahme der bei gewöhnlicher Körperhaltung nicht sichtbaren Stellen, s. oben II, 4 (Bart. und א״ר; s. dagegen תוי״ט und Sote 16 a f.).",
+ "dann wusch. Tauchte sie in ein Tauchbad.",
+ "er seine Kleider. Obgleich die Kleider, wenn der Aussätzige sie anzog, wieder unrein wurden, da er weiter ein אב הטומאה blieb, war das Reinigen der Kleider auch bei dieser ersten Reinigung vorgeschrieben, um sie von der טומאת משכב ומושב zu reinigen, da sie nun nur noch durch die Berührung des Aussätzigen unrein werden konnten (יו״ב).",
+ "verunreinigte aber noch wie ein Kriechtier. S Kelim I Note 2.",
+ "war sieben Tage aus seinem Hause verbannt und. Das וישב מחוץ לאהלו wird im Sifra dahin gedeutet, dass ihm geschlechtlicher Umgang verboten ist. Nach א״ר (vgl. auch Moed Katan 15 b) ist darunter beides zu verstehen, das Betreten seines Hauses und der geschlechtliche Umgang."
+ ],
+ [
+ "dann wusch er seine Kleider und nahm ein Tauchbad. Lev. 14, 9.",
+ "er war wie ein am Tage Untergetauchter. Der nur Hebe und Heiliges durch Berührung verunreinigte.",
+ "und durfte Zehnt. מעשר שני.",
+ "So ergeben sich drei Reinheitsgrade. Das Reinwerden unmittelbar nach dem Tauchbad zum Geniessen von Zehnt, das nach dem Untergang der Sonne zum Geniessen von Hebe und das Dach Darbringung der Sühnopfer zum Genuss von Heiligem; das Reinwerden nach dem ersten Tauchbad (s. die vorhergehende Mischna) wird nicht mitgezählt, da er auch nach diesem Tauchbad noch ein אב הטומאה bleibt. Dagegen erklärt א״ר, dass mit den drei Reinheitsgraden das Reinwerden nach dem ersten Tauchbad, das nach dem zweiten Tauchbad und darauf erfolgtem Sonnenuntergang und das nach Darbringung der Sühnopfer gemeint ist, weil nur bei diesen drei die Schrift der Ausdruck וטהר gebraucht, nicht aber das Reinwerden für das Geniessen von Zehnt zwischen dem zweiten Tauchbad und Sonnenuntergang, das als Reinwerden in der Schrift nicht ausdrücklich bezeichnet wird. Dem entsprechend gibt es auch bei der Wöchnerin drei Reinheitsgrade, das Reinwerden für den Umgang mit dem Manne nach den ersten sieben bzw. vierzehn Tagen, das für den Genuss von Hebe nach vierzig bzw. achtzig Tagen und darauf erfolgtem Sonnenuntergang und das für den Genuss von Heiligem nach Darbringung ihrer Sühnopfer.",
+ "und [ebenso] drei Reinheitsgrade bei der Wöchnerin. Nach der ersten Erklärung in der vorhergehenden Note die gleichen wie bei dem Aussätzigen, danach aber nicht nur bei der Wöchnerin, sondern ebenso auch bei dem זב und der זבה, die auch ein Sühnopfer darbringen."
+ ],
+ [
+ "Drei. Nasir 40 a.",
+ "wurden geschoren und das Scheren war für sie ein Gebot. Dass es nur durch ein Schermesser geschehen durfte.",
+ "der Nasir. Nur das Kopfhaar.",
+ "der Aussätzige und die Leviten. Das Haar des ganzen Körpers, bei der einmaligen Weihe für ihr heiliges Amt (Num. 8, 7)."
+ ],
+ [
+ "Wuchs und Wert einander gleichen und gleichzeitig angeschafft werden. S. Joma VI, 1.",
+ "Hatte man den einen geschlachtet. Selbst wenn man den einen schon geschlachtet hat, kann man zu dem zweiten noch einen anderen hinzukaufen, ebenso aber auch, wenn man schon vor dem Schlachten den Irrtum bemerkt hat, da sich der Irrtum erst nach der Anschaffung herausgestellt hat, gilt es als ein בדיעבד und stört deshalb die nicht gleichzeitige Anschaffung nicht.",
+ "und den ersten. Den geschlachteten.",
+ "durfte man geniessen. Er ist durch das Schlachten nicht für den Genuss verboten geworden, weil er von vorneherein nicht dafür geeignet war (s. Kidduschin 57 a).",
+ "Hatte man ihn geschlachtet und er war als trefa. Die Bezeichnung חיות טהורות (Lev. 14, 4) besagt, dass die Vögel gesund, unverstümmelt und zum Genuss erlaubt sein müssen (s. Chullin 140 a).",
+ "und von dem ersten war die Nutzniessung erlaubt. Da der Vogel nicht für seinen Zweck geeignet war, ist er durch das Schlachten nicht verboten geworden.",
+ "War das Blut verschüttet worden. Bevor damit die Sprengungen ausgeführt worden sind.",
+ "musste der zum Fortfliegen bestimmte umkommen. Da der geschlachtete Vogel für seinen Zweck geeignet war, ist durch sein Schlachten sowohl er selbst wie der zweite Vogel für jeden anderen Gebrauch verboten geworden, dieser darf deshalb auch nicht mehr zusammen mit einem Ersatz für den ersten verwendet werden (תרע״א). Der durch das Schlachten des ersten verboten gewordene zweite Vogel wird erst, nachdem man ihn hat fortfliegen lassen, wieder erlaubt (vgl. Kiddusch. 57 a).",
+ "War der zum Fortfliegen bestimmte umgekommen. Nachdem der erste Vogel geschlachtet und bevor das Blut gesprengt worden war. War dagegen das Blut bereits gesprengt, war der Pflicht genügt, auch wenn man den zweiten Vogel nicht mehr fortfliegen lassen konnte (ראב״ד zu הלכות מו״צ XI, 4).",
+ "wurde das Blut fortgegossen. Und musste ein neues Vogelpaar genommen werden."
+ ],
+ [
+ "dass es eine Elle lang und so dick wie die Viertel-Dicke eines Bettstellen-Fusses. Der wohl gewöhnlich die gleiche Dicke hatte.",
+ "ein [Fuss] in zwei [Teile gespalten] und diese zwei in vier. Das soll wohl heissen: nicht so dick wie ein Viertel der Fusslänge, sondern wie die Fussdicke, wenn durch Spalten der Dicke der eine Fuss in vier gespalten worden ist.",
+ "nicht Stibiam-Ysop. Nach der bläulichen Farbe so benannt, כוחל arab. كخل = Stibium, Augenschminke.",
+ "der einen Beinamen hat. Nach Nidda 26 a musste der Ysop mindestens eine Handbreite lang sein, nach Joma 42 a der Streifen Wolle das Gewicht eines Schekel haben."
+ ],
+ [
+ "ein Sündopfertier. Ein weibliches Schaf.",
+ "ein Schuldopfertier. Ein männliches Schaf.",
+ "und ein Ganzopfertier. Ein männliches Schaf.",
+ "der Bedürftige brachte einen Sündopfervogel und einen Ganzopfervogel. Als Schuldopfer dagegen ebenso wie der Bemittelte ein männliches Schaf."
+ ],
+ [
+ "Er. Der Aussätzige.",
+ "trat an das Schuldopfer heran. Nach der Tosefta trat der Priester mit dem Opfertier an das Nikanor-Tor, der Aussätzige, der vorher nochmals ein Tauchbad genommen hatte, blieb ausserhalb des Tores stehen, weil er das Heiligtum noch nicht betreten durfte, er streckte nur seine Hände hinein und vollzog mit dem Priester gemeinsam an dem Opfer die Schwingung, dann stützte er seine Hände auf das Opfer, und dann wurde dieses nach innen geführt und geschlachtet. Nach Maim. (הלכות מחוס׳ כפ׳ IV, 2) wurde die Schwingung von dem Priester allein vollzogen; nach מ״א fand das Aufstützen der Hände ausserhalb des Heiligtums statt, weshalb die Mischna das Tauchbad des Aussätzigen und sein Herantreten an das Nikanor-Tor auch erst nach dem Schlachten des Opfers erwähnt.",
+ "ging. Nachdem das Blut an den Altar gesprengt war.",
+ "Der Aussätzige nahm ein Tauchbad in der Aussätzigen-Kammer. S. Middot II Note 46.",
+ "und ging und stellte sich an das Nikanor-Tor. Nach der ersten Auslegung in Note 54 ist dieser Absatz der Mischna als Plusqpf. aufzufassen.",
+ "Er brauchte kein Tauchbad zu nehmen. Da er bereits am vorhergehenden Tage ein Tauchbad genommen hatte, s. oben Mischna 3. Nach der anderen Ansicht musste er trotzdem nochmals ein Tauchbad nehmen, weil er während der Zeit seiner Unreinheit nicht gewohnt war, sich vor Berührung mit Unreinem in Acht zu nehmen, und deshalb zu befürchten war, dass er inzwischen aus Unachtsamkeit sich wieder verunreinigt hatte. Allerdings würde in diesem Falle er auch durch das Tauchbad noch nicht rein werden, da er ja immer noch ein טבול יום wäre, immerhin sollte er soweit möglich sich von einer ihm etwa anhaftenden Unreinheit zu befreien suchen."
+ ],
+ [
+ "Er streckte seinen Kopf nach innen hinein. Der Aussätzige darf das Heiligtum nicht betreten, so lange seine Sühnopfer noch nicht dargebracht sind, und das Blut darf nicht aus dem Heiligtum herauskommen, da es dadurch untauglich würde, deshalb muss der Aussätzige draussen bleiben und nur die betreffenden Körperteile hineinstrecken. Allerdings ist für den Unreinen auch das Hineinstrecken einzelner Körperteile verboten (ביאה במקצת שמה ביאה), da es anders aber unmöglich ist, die Tora-Vorschrift zu erfüllen, fällt in diesem Falle das Verbot weg (עשה דחי לא תעשה). Nach Ansicht von Maim. ist das Verbot von ביאה במקצת nur ein rabbinisches Verbot.",
+ "und man gab [von dem Blute] auf den Knorpel. Nach den meisten Erklären der mittlere Teil des Ohres, nach Kimchi im ס׳ השרשים das Ohrläppchen.",
+ "seines Ohres. des rechten.",
+ "seine Hand. des rechten.",
+ "seinen Fuss. des rechten.",
+ "Er streckte alle drei zugleich hinein. Da auf diese Weise das doch eigentlich entgegenstehende Verbot nur ein Mal übertreten zu werden braucht (מ״א).",
+ "kein rechtes. Das ימנית ist wohl auch auf בהן יד und בהן רגל zu beziehen.",
+ "konnte er niemals wieder rein werden. Nach ר״ש und Bart. jedoch nur in dem Falle, wenn er beim Eintritt in die Reinigung die Glieder noch hatte, hatten sie ihm dagegen auch vorher schon gefehlt, treten die betreffenden Körperstellen für sie ein",
+ "hat man auch dem Gebot genügt. Deshalb gab man es, wenn die Glieder auf der rechten Seite fehlten, nicht auf die betreffenden Körperstellen der rechten Seite, sondern auf die Glieder der linken Seite. Dagegen hat man bei Vorhandensein der Glieder auf der rechten Seite auch nach R. Simon der Pflicht nicht genügt, wenn man das Blut auf die der linken Seite gegeben hat (vgl. Menachot 10 a und b). So liest auch der Talmud Sanh. 45 b und 88 a: נותן על של שמאל ויוצא, ebenso Nasir 46 mit Umstellung der Tradenten: יניח על של שמאל ויצא, wonach sich der Ausspruch des R. Simon ebenso wie das נותן des R. Elieser nur auf den angegebenen Fall bezieht."
+ ],
+ [
+ "Dann nahm er. Der Priester, der mit dem Schuldopfer und dem Log Öl die Schwingung ausgeführt und das Schuldopfer dargebracht hatte (Lev. 14, 12).",
+ "von dem Log Öl und goss davon. Er goss nur soviel davon ab, wie zu den nachfolgenden Handlungen gebraucht wurde.",
+ "in die Hand. Die linke.",
+ "eines anderen. Weil es (Lev. 14, 15) nicht heisst: על כפו השמאלית sondern על כף הכהן השמאלית.",
+ "Er. Der Priester, der mit dem Schuldopfer und dem Log Öl die Schwingung ausgeführt und das Schuldopfer dargebracht hatte (Lev. 14, 12).",
+ "tauchte ein. Seinen rechten Zeigefinger in das in die linke Hand gegossene Blut.",
+ "und sprengte siebenmal nach der Richtung. Das לפני ה׳ (Lev. 14, 16) wird dahin gedeutet, dass der Priester das Antlitz dem Allerheiligsten zuwenden muss, wenn er die Sprengungen vornimmt, nicht dass er das Öl in das Heiligtum hineinbringt, sondern er bleibt im Vorhof stehen und sprengt das Öl auf den Fussboden der עזרה.",
+ "zu jeder Sprengung tauchte er wieder ein. Seinen Finger.",
+ "denn so heisst es. Lev. 14, 28.",
+ "ihn zu sühnen. Lev. 14, 18 und 29.",
+ "Akiba. Er bezieht das לכפר und וכפר in den Versen 18 und 29 auf das vorangehende Giessen des Öls auf den Kopf des Aussätzigen.",
+ "was von der Vorschrift Zurückbleiben kann. Über den Ausdruck שירי מצוה s. Menach. IX Note 67.",
+ "die Sühne ist vollzogen. Er bezieht das לכפר und וכפר auf das dargebrachte Schuldopfer.",
+ "muss er von neuem ein anderes bringen. Er hat nicht alles zur Sühne Vorgeschriebene richtig vollzogen.",
+ "Akiba. Nach der Vorschrift (Lev. 14, 15): ולקח הכהן מלוג השמן ויצק muss bei den nachfolgenden Handlungen noch das volle Log Öl vorhanden sein, das hierfür bestimmt worden war, ist dieses nicht der Fall, so ist auch das noch vorhandene Öl für den weiteren Gebrauch untauglich. Nach R. Akiba wird jedoch erst beim Abgiessen das gesamte Öl für die nachfolgenden Handlungen zu einem zusammengehörenden Ganzen verbunden, so dass, wenn danach etwas von dem Öl abhanden kommt, so dass nicht mehr das volle Log da ist, auch das noch vorhandene Öl untauglich wird, weil es nicht das vorgeschriebene Mass enthält (יציקה קבעה לה s. Raschi Menach. 9 a קמיצה קבעה לה). Ist dagegen das Öl vor dem Abgiessen weniger als ein Log geworden, ist dadurch das zurückgebliebene Öl nicht untauglich geworden, sondern es darf durch Zugiessen wieder zu einem Log aufgefüllt werden. Allerdings muss mit dem aufgefüllten Log die vorher vorgenommene Schwingung nochmals wiederholt werden (יו״ב).",
+ "bevor er davon [auf den Aussätzigen. Die bereits ausgeführten Handlungen braucht er aber nicht nochmals vorzunehmen (s. Joma 61 a)."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Arachin 17 b.",
+ "und er ist. Bevor alle Opfer dargebracht worden.",
+ "reich. Unter einem reichen Aussätzigen versteht man den, der die Mittel hat, die drei vorgeschriebenen Tieropfer darzubringen. Reichen ihm hierzu die Mittel nicht, so hat er nur als Schuldopfer ein Lamm darzubringen, als Sündopfer und als Ganzopfer je eine junge Taube oder Turteltaube.",
+ "richtet es sich immer nach dem Sündopfer. Das Schuldopfer wurde zuerst dargebracht, dann das Sündopfer und dann das Ganzopfer. War er zur Zeit, als das Sündopfer dargebracht wurde, bemittelt und ist dann verarmt, muss er doch als Ganzopfer ein Schaf darbringen, war er, als das Sündopfer dargebracht wurde, unbemittelt und hat er deshalb als solches eine Taube dargebracht, und er ist dann bemittelt geworden, bringt er doch als Ganzopfer nur eine Taube dar. Nach R. Simon ist die Darbringung des Sündopfers massgebend, weil nur darin und in der des Ganzopfers sich der Arme von dem Reichen unterscheidet, nach R. Jehuda die des Schuldopfers, weil damit seine Reinigung beginnt."
+ ],
+ [
+ "Ein. Keretot 28 a.",
+ "der das Opfer eines reichen dargebracht hat. Indem er die dazu erforderlichen Mittel sich geborgt oder anderweitig verschafft hat.",
+ "hat seiner Pflicht genügt. Es ist ihm auch von vorneherein gestattet, es darzubringen.",
+ "Es darf jemand für. על ידי = für, anstatt, vgl. das aram. איידי.",
+ "seinen Sklaven und seine Sklavin. Die alle kein eigenes Vermögen haben und von ihm unterhalten werden.",
+ "das Opfer eines Armen bringen. Obgleich er selbst vermögend ist und für sich selbst das Opfer eines Vermögenden darbringen müsste.",
+ "und sie dann Opferfleisch. Das sie vor Darbringung ihres Sühnopfers nicht essen dürfen.",
+ "Auch für seine Frau muss er. Der Vermögende, wie für sich selbst.",
+ "das Opfer eines Reichen bringen. Wenn sie selbst auch kein Vermögen hat.",
+ "das sie zu bringen hat. Nach Maim. und Bart. gilt dies für alle Opfer, die sie zu bringen hat, mit Ausnähme solcher, die sie freiwillig zu bringen gelobt hat, nach ר״ש gilt dieses auch nicht für Opfer, die sie für begangene Sünden zu bringen hat."
+ ],
+ [
+ "Sind die Opfertiere von zwei Aussätzigen unter einander geraten. Jeder der beiden Aussätzigen hat ein männliches Schaf als Schuldopfer und eines als Ganzopfer und ein weibliches als Sündopfer hingebracht, man weiss aber nicht mehr, welches von den zwei Schuldopfertieren und welches von den zwei Ganzopfertieren und welches von den zwei Sündopfertieren dem einen gehört und welches dem anderen.",
+ "und man hat das Opfer von einem von ihnen dargebracht. Man hat von den drei Paaren je eines dargebracht mit der Bestimmung, dass es für denjenigen als Opfer gelten soll, dem es gehört, um danach die drei anderen mit der gleichen Bestimmung darzubringen.",
+ "und dann ist einer von ihnen gestorben. So dass die drei zurückgebliebenen Opfer nicht mehr mit der obigen Bestimmung dargebracht werden können, da es ja vielleicht gerade die Opfer des Gestorbenen sind und nur das Ganzopfer eines Gestorbenen auch nach seinem Tode dargebracht werden darf (s. Kinnim II, 5), nicht aber sein Sündopfer und sein Schuldopfer, sondern das Sündopfer muss man umkommen lassen (s. Temura IV, 1) und das Schuldopfer weiden lassen, bis es einen Leibesfehler bekommt, dann es verkaufen und den Erlös in die Spendenbüchse tun (s. Temura III, 3). Der Überlebende kann aber auch Dicht zwei andere Tiere nehmen und sie als sein Sündopfer und sein Schuldopfer darbringen, da vielleicht die bereits dargebrachten Tiere die seinen gewesen sind, er demnach bereits seine Opfer dargebracht hat, und er damit gegen das Verbot verstossen würde, Nichtheiliges im Heiligtum darzubringen. So hätte der Überlebende gar keine Möglichkeit, durch Darbringung der vorgeschriebenen Opfer sich von seiner Unreinheit zu reinigen; so erklärt יו״ב die Mischna. Nach ר״ש, Maim. und Bart. handelt es sich in der Mischna nur um die Frage der Darbringung des Sündopfers. Von den untereinander geratenen Tieren der beiden Aussätzigen ist das eine der beiden Sündopfertiere bereits dargebracht worden, bevor der eine von ihnen gestorben ist (dafür spricht das קרב קרבנו im Singular), und es handelt sich nur um die Frage, wie der Überlebende sich der Pflicht der Darbringung seines Sündopfers entledigen kann. Um das Ganzopfer handelt es sich nicht, weil dieses, wie oben schon erwähnt, auch für einen bereits Gestorbenen dargebracht werden darf, und auch um das Schuldopfer nicht, entweder weil, wie Maim. (הלכות נזירות X, 8) entscheidet, die Nichtdarbringung des Schuldopfers die Reinigung des Aussätzigen nicht hindert, oder weil in einem solchen Falle ausnahmsweise auch das Schuldopfer mit der Bestimmung dargebracht werden darf, dass im Falle das Schuldopfer des Darbringenden bereits dargebracht worden ist, es als freiwilliges Friedensopfer gelten soll, weil für das Schuldopfer die gleichen Blutsprengungen wie für das Friedensopfer vorgeschrieben sind, während bei einem Sündopfer eine solche Bestimmung nicht angängig ist, weil bei diesem die Blutsprengungen anders sind als beim Friedensopfer (vgl. Nidda 70 a).",
+ "Josua befragt. Nidda 69 b.",
+ "Er verschreibe sein Vermögen einem anderen. Mit der Vereinbarung, dass er es ihm nach seiner Reinigung wieder zurückschenkt, so dass er in der Zwischenzeit unbemittelt ist.",
+ "und bringe dann das Armen-Opfer. Er bringt für den Fall, dass die bereits dargebrachten Opfer nicht die seinen waren, jetzt, da er unbemittelt ist, eine Taube als Sündopfer dar, das darf er, trotzdem er vielleicht durch das dargebrachte Sündopfer bereits seiner Pflicht genügt hat, weil ein Vogel-Sündopfer auch in einem Zweifelsfall dargebracht werden darf (s. Nasir 29 a). Als Schuldopfer und als Ganzopfer kann er, wie am Schluss von Note 96 ausgeführt, die zurückgebliebenen Tiere darbringen; dass er jetzt ein Armer ist, stört nicht, da ein Armer auch mit den für den Reichen vorgeschriebenen Opfern seiner Pflicht genügt."
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Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "\nÜbersetzt und erklärt von Rabbiner Dr. Moses Auerbach.\nEinleitung.\nDer Traktat behandelt als eigentliches Thema die Bestimmungen für die Menstruation (vgl. Levit. XV, 19—24) und die Geburt (vgl. Levit. XII, 1—5). Hauptsächlich beschäftigt sich der Traktat mit den hierbei in Betracht kommenden Reinheitsgesetzen. Deshalb hat er seinen Platz im Seder Tohorot. Außerdem werden die Bestimmungen hinsichtlich des ehelichen Verkehrs erwähnt. Daneben finden sich einige Vorschriften aus verwandten Gebieten, wie über den Samenfluß und eine größere Zahl von Gesetzen aus ganz fremden Gebieten, die lediglich im Anschluß an entsprechende Bestimmungen des Traktatthemas angeführt werden.\nA. Von der Menstruation handeln I, 1—II, 2; II, 5—7; VI, 13—14; VIII, 1—4; IX, 1—11; X, 1—2. Und zwar sprechen I, 1—II, 2 über die Reinheitsgesetze und körperliche Untersuchungen zur Feststellung, ob nicht Menstrualblutungen eingetreten sind. II, 5—7 lehren, welche Blutungen als Menstruation zu betrachten oder zu befürchten sind. VI, 13—14 und VIII 1—4 sprechen über die Folgen eines Blutfleckens, den eine Frau findet, ohne zu wissen, wann er erstanden ist. In IX, 1—5 werden verschiedene Fälle behandelt, in denen man den Eintritt der Menstruation befürchten muß. In IX, 6—7 werden Methoden zur Untersuchung Vorgefundener Flecke angegeben, um festzustellen, ob sie Blutflecken sind. IX, 8—10 lehren die Bestimmung der Periode. IX, 11 und X, 1 sprechen über Blutungen von Jungverheirateten, X, 2 über Untersuchungen nach der Menstruation, um ihre endgültige Beendigung festzustellen.\nIm Anschluß hieran spricht X, 3 über die Untersuchungen, die der am Samenfluß und die am Blutfluß Leidende vorzunehmen haben. X, 4, 5 sprechen über Nachwirkungen der Menstruation und anderen Unreinheiten nach dem Tode.\nB. Von der Geburt bezw. Fehlgeburt und ihren reinheitsgesetzlichen Folgen handeln III, 1—7; IV, 4—V, 1; X, 6—7. Abschnitt III spricht darüber, welche Abgänge als Geburten zu betrachten sind und welche Geburten bezw. Fehlgeburten als männliche oder weibliehe Geburten zu gelten haben, so daß die Vorschriften von Levit. XII, 4—5 anzuwenden sind. IV, 4—7 behandelt den Eintritt der Menstruation und des außergewöhnlichen Blutflusses (vgl. Levit. XV, 25 ff.) vor und nach der Geburt. V, 1 spricht über die Vorschnften nach einer künstlichen Geburt. X, 6—7 enthalten Vorschriften über das Blut der Reinheit nach der Geburt.\nC. Bestimmungen hinsichtlich des ehelichen Verkehrs enthalten II, 1—4 und X, 8. II, 1—3 sprechen über die Anwendung von Untersuchungstüchern und den Folgen der Auffindung von Blutflecken nach dem Verkehr hinsichtlich der Reinheitsgesetze und etwaiger Sühneopfer. II, 4 lehrt, daß ohne besondere Veranlassung hinsichtlich des Verkehrs nicht zu befürchten ist, daß die Ehefrau an Menstruation leidet. X, 8 spricht über die Folgen des ehelichen Verkehrs trotz vorangegangenen Blutung in den 11 Tagen nach der Menstruationswoche.\nD. Weil V, 3 gelehrt wird, daß schon bei einem neugeborenen Mädchen die Menstruationsunreinheit eintreten kann, werden von dieser Mischna an bis VI, 1 die unteren Altersgrenzen für eine Reihe von Gesetzen angegeben. In dieser Mischna wird dann gesagt, daß bei einer jungen Frau, das untere Zeichen der Geschlechtsreife (Haare an den Geschlechtsteilen) ohne das obere (Rundung der Brüste) eintreten kann, aber nicht umgedreht. Im Anschluß hieran folgt nun bis IV, 11 eine Anzahl von Gesetzen, bei denen immer zwei Bestimmungen von einander abhängig oder unabhängig sind. — VII, 1 wird gelehrt, daß das Menstruationsblut selbst verunreinigt. Dann werden weitere Träger der Unreinheit aufgezählt, die unter verschiedenen Bedingungen Unreinheit verbreiten.\nMit Ausnahme der großen Exkurse von V, 3 bis VI, 11 und Abschnitt VII und einiger kleinen Anführungen aus anderen Gebieten behandelt also das Traktat die drei eng zu einander gehörenden Bezirke der Menstruation, der Geburt und des ehelichen Verkehrs.\nEiner genauen Abgrenzung bedarf noch der Begriff der Menstruation דם נדה gegenüber dem außergewöhnlichen Blutfluß דם זיבה. Leviticus XV, 25 bezeichnet diesen als בלא עת נדתה — außer der Menstruation, also auch längere Zeit nachher — und על נדתה — unmittelbar nach der Menstruation. (Vgl. hierzu Nidda 73a und Hoffmann, Leviticus z. St.). „Außer der Zeit der Menstruation“ heiße die 11 Tage nach der Menstruation; vgl. Nidda 72b, אחד עשר יום שבין נדה לנדה הלכה למשה מסיני. Eine Blutung in diesen Tagen gilt nicht als Menstrualblutung דם נדה, sondern als außergewöhnliche Blutung דם זיבה; aber eine Blutung am 12. Tag gilt wieder als Menstrualblutung. Über die Berechnung der 11 Tage herrscht Meinungsverschiedenheit. Vgl. hierzu Bet Josef zu Jore Dea 183. Nach den meisten Dezisoren beginnen sie nach Ablauf der Woche der tatsächlich eingetretenen Menstruation. Sobald dann nach Verlauf der 11 Tage eine neue Menstruation eintritt, beginnt eine neue Festsetzung der 7 und 11 Tage, ganz gleichgültig, wann die neue Menstruation beginnt. Nach Maimonides הל׳ איסורי ביאה פ״ו sind aber die 7 Tage der Menstruation und die darauf folgenden 11 der außergewöhnlichen Blutung unabhängig von dem tatsächlichen Eintreten der Menstruation. Sie richten sich nach der ersten Menstruation des Mädchens, bezw. nach der ersten Menstruation nach einer Geburt. Von da an und weiter hat die Frau ihr ganzes Leben hindurch oder bis zu einer Geburt stets nach Perioden von 18 Tagen zu rechnen. Blutungen in den ersten 7 Tagen der Periode gelten als Menstruation, in den nächsten 11 als außergewöhnliche Blutung, von 19.—25. wieder als Menstruation, vom 26.—36. als außergewöhnliche Blutung, ganz gleichgültig, wann die frühere Blutung tatsächlich eingetreten war.\nDie Menstruation verunreinigt die Frau für 7 Tage, in diesen Tagen ist der eheliche Verkehr verboten (Lev. 18, 19, 20, 18). Es ist dabei kein Unterschied, ob die Blutung auf den ersten Tag beschränkt war, oder sich bis kurz vor Sonnenuntergang am siebenten Tage hinzog. Wenn sie nur bis zu diesem Augenblick aufhört, kann die Frau nach der eigentlichen Toravorschrift abends ein Bad nehmen (vergl. hierzu Mikwaot I, 7) und ist rein und darf ehelichen Verkehr pflegen. — Wenn aber eine Blutung in den 11 Tagen nach der Menstruationswoche, also in den Tagen des außergewöhnlichen Blutflusses ימי זיבה eintritt, so ist zu unterscheiden: Sind die Blutungen immer nur auf einen oder zwei Tage beschränkt, der dritte Tag aber ist blutfrei, so ist die Frau „am kleinen Blutfluß leidend“ זבה קטנה. Sie braucht dann nur den auf den oder die Tage der Blutung folgenden Tag abzuwarten שומרת יום כנגד יום, Erst im Laufe dieses Tages kann sie baden; ein Bad am Vorabend ist wirkungslos. Tritt dann bis zum Abend keine Blutung ein, so ist die Frau rein und darf ehelichen Verkehr pflegen. Hat sie aber während dieser 11 Tage an drei aufeinander folgenden Tagen Blutungen, so ist sie „am großen Blutfluß leidend“ זבה גדולה. Um rein zu werden, muß sie vom Blutfluß sieben völlig reine Tage Tage zählen. Hat sie aber während dieser sieben Tage eine Blutung, so muß sie vom darauf folgenden Tage an von neuem sieben reine Tage zählen. Hat sie sieben völlig reine Tage gezählt und im Laufe des siebenten gebadet, so ist sie am Abend rein und darf ehelichen Verkehr pflegen. Am 8. Tag hat sie die (Lev. 15, 29) vorgeschriebenen Opfer zu bringen und darf dann wieder von Opfern genießen). So sind die Bestimmungen nach dem Toragesetz. Vgl. Maimonides הל איסורי ביאה פ״ו. Von Rabbi und den Amoraim sind später die für heute gültigen, erschwerenden Vorsichtsmaßregeln hinsichtlich der Bestimmungen über den ehelichen Verkehr nach Eintritt von Blutungen eingeführt. Vgl. Jore Dea, § 183 u. ff.\n1) Nach rabbinischer Vorschrift muß sie nach Darbringung der Opfer nochmals ein Tauchbad nehmen, bevor sie Opferspeisen genießen darf. Vgl. Chagiga 24b, Maim. הל׳ אבות הסום׳ פ׳ י-ב הל׳ ט״ו.\n"
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+ " Diese Mischna findet sich auch Edujot I, 1; s. a. d. den Kommentar. Kontroverse zwischen Schammai und Hillel sind selten. Sie finden sich in der Mischna noch Chagiga II, 2; Abot I, 15; Edujot I, 2, 3.",
+ "Bei allen Frauen. Die menstruieren, so dass für sie die Reinheitsvorschriften von Lev. 15, 19 ff gelten.",
+ "genügt. די genug; דין genug für sie.",
+ "ihre <italic>Zeit</italic>. D. h. die Zeit, da sie den Blutfluss spüren. Erst, was sie von dieser Zeit an berühren, bezw. was sie tragen, oder worauf sie ruhen (vgl. Einleitung zu Kelim § 29 ff.), gilt als unrein. Die Unreinheit der Menstruierenden tritt allerdings schon in dem Augenblick ein, da das Blut aus dem Uterus (חדר) herausfließt, obwohl es sich noch in der Scheide (בית החיצון) befindet (vgl. Nid. V, 1 und II, 5; s. a. Preuß, Biblisch-talmud. Medizin, S. 130 ff u. S. 135 f.). Dennoch haben nach Schammai die Weisen die Unreinheit erst von dem Augenblick angenommen, da der Blutfluß gespürt wurde, und nicht die Befürchtung ausgesprochen, es könne schon vorher Blut in der Scheide gewesen sein. Sie meinten, nach Schammai, wenn eine Frau schon vor dem bemerkten Eintritt der Menstruation für unrein gälte, würde der Mann aus Furcht, durch Verkehr mit seiner unreinen Gattin eine schwere Sünde zu begehen (vgl. Lev. 18, 19), sich überhaupt von ihr fernhalten.",
+ "Untersuchung. Bei der sie sich noch rein gefunden hatte.",
+ "Untersuchung. Bei der sie die verunreinigende Menstruation wahrgenommen hat.",
+ "wenn auch für viele Tage. Auch wenn zwischen der letzten, ungünstig ausgefallenen Untersuchung und der vorletzten, bei der sie noch sicher rein war, viele Tage liegen, so muss die Frau sich rückwirkend für die ganze Zeit seit der letzten Untersuchung in sakraler Hinsicht (לטהרות) als unrein betrachten. Alle Gegenstände, die sie in diesem Zeitraum berührte oder trug, oder auf denen sie ruhte (vgl. Note 4), sind als unrein zu vermuten. Da diese rückwirkende Unreinheitsvermutung lediglich sakrale Bedeutung hat, hinsichtlich des in dieser Zwischenzeit gepflegten ehelichen Verkehrs לבעלה keinerlei Geltung hat, so liegt nach Hillel auch für den gewissenhaftesten Gatten kein Grund vor, zu fürchten, er habe sich versündigt. Deshalb meint Hillel, die Weisen durften in sakraler Hinsicht die Erschwerung machen, ohne das Bedenken, hierdurch könne sich der Gatte von seiner Frau zurückhalten.",
+ "Die Weisen. Die anderen Gelehrten, seien es Zeitgenossen Hillels und Schammais, oder Spätere. ׳מעת לעת wörtlich von Zeit zu Zeit, bedeutet: genau 24 Stunden, von der heutigen Tageszeit bis zur gestrigen zurückgerechnet.",
+ "aber sagen: Weder wie die Worte des einen, noch wie die des anderen (ist die Halacha); sondern (rückwärts gerechnete) Zeitraum von 24 Stunden. על יד neben; vgl. Jos. 15, 46 על יד אשדוד, und Nehem. 2 ועל ידו בנו u. ö.",
+ "letzten. Wenn z. B. die letzte, ungünstig ausgefallene Untersuchung am Mittwoch um 12 Uhr stattgefunden hat, die vorletzte, günstige am Sonntag um 10, so braucht die Frau nicht anzunehmen, dass sie seit Sonntag unrein war, sondern muss sich nur rückwärts bis Dienstag um 12 unrein vermuten.",
+ ") und die Zeit von Untersuchung bis Untersuchung verringert neben dem Zeitraum von 24 Stunden. War z. B. die letzte Untersuchung am Mittwoch um 12 Uhr, die vorletzte Mittwoch um 8, so braucht sie sich nicht 24 Stunden rückwärts bis Dienstag um 12 unrein zu vermuten, sondern nur 4 Stunden bis zur vorletzten, günstigen.",
+ "die ihre regelmäßige Periode. וסת Gewohnheit, technischer Ausdruck für Regel der Frau; wohl aus dem griechischen ἔθος s. a. Löw bei Krauss II, S. 237. Hier ist וסת קבוע gemeint, eine in bestimmten Abständen (gewöhnlich nach etwa 30 Tagen) wiederkehrende Menstruation. Der וסת heißt קבוע wenn er dreimal hintereinander zur gleichen Zeit eingetreten ist.",
+ "genügt ihre Zeit. Wenn sie beim regelmäßigen Eintritt der Periode Blut wahrnimmt, braucht sie sich erst von jetzt an als unrein zu betrachten. Dies geben auch Hillel und die Weisen zu.",
+ "Tüchern. עדים vgl. Jes. 64, 5; Tücher der Monatsregel; arab. عدّة eigentlich Monatsregel, dann Tuch, das zur Feststellung der eingetretenen Menstruation benutzt wird.",
+ "pflegt. Die Frauen, welche mit der Priesterhebe oder anderen Dingen, für deren Berührung der Reinheitszustand vorgeschrieben war, zu tun hatten, mussten sich der Vorsicht wegen vor und nach dem ehelichen Verkehr untersuchen. Vgl. Nid. 11bf und Maimonides הל׳ מטמאי משכב ומושב ד׳ ז und Tur, Jore Dea § 186.",
+ "wie eine Untersuchung. Nach Nid. 5a wird nur die Untersuchung nach dem Verkehr als vollwertig betrachtet, da die vorangehende Untersuchung der Aufregung wegen vielleicht nicht ganz gründlich war.",
+ "so dass sie neben dem Zeitraum von 24 Stunden verringert. Es braucht nicht befürchtet zu werden, dass ein etwaiger Blutstropfen auf dem Tüchlein durch Samen verdeckt war. (Nid. 5a.)"
+ ],
+ [
+ "es genügt ihre Zeit. Dass in der vorigen Mischna gesagt war, bei jeder Frau mit regelmäßiger Periode genüge ihre Zeit.",
+ "Saß sie auf einem Bette. Das Beispiel ist so gewählt, um zu lehren, dass zwar bei einer Frau mit regelmäßiger Periode das Bett, auf dem sie vor wahrgenommener Blutung saß, rein ist, bei einer Frau ohne regelmäßige Periode aber auch das Bett 24 Stunden rückwirkend als völlig unrein gilt und den Menschen, der in diesem Zeitraum auf ihm saß, mit seiner Kleidung verunreinigt (Nid. 5b). M. kommentiert aber: selbst bei einer Frau mit regelmäßiger Periode ist das Bett rückwirkend unrein; nur für andere Gegenstände gilt die Unreinheit erst von der Wahrnehmung an. S. a. מלאכת שלמה.",
+ "und hantierte. Wörtlich: war beschäftigt mit …",
+ "trennte sich. Vom Bett und den Gegenständen.",
+ "danach Blut) wahr, dann ist sie unrein, aber alles (andere. Bett und die anderen Gegenstände. M. erklärt וכולן und all die Gegenstände, mit denen sie hantierte; das Bett ist aber rückwirkend unrein. Vgl. Anm. 20.",
+ "Sie. Die Frau ohne regelmäßige Periode.",
+ "so zählt. Die 7 Tage der Unreinheit."
+ ],
+ [
+ "Die Jugendliche. Vgl. Mischna 4 und 5. Nur für diese 4 Frauen genügt ihre Zeit, nicht für alle, wie Schammai (Mischna 1) sagte.",
+ "die Schwangere. Vgl. Mischna 4 und 5. Nur für diese 4 Frauen genügt ihre Zeit, nicht für alle, wie Schammai (Mischna 1) sagte.",
+ "die Stillende. Vgl. Mischna 4 und 5. Nur für diese 4 Frauen genügt ihre Zeit, nicht für alle, wie Schammai (Mischna 1) sagte.",
+ "und Matrone. Vgl. Mischna 4 und 5. Nur für diese 4 Frauen genügt ihre Zeit, nicht für alle, wie Schammai (Mischna 1) sagte.",
+ "Aber. Nach der Tosefta I, 5, wie sie Nid. 7b zitiert wird, hat R. Josua ursprünglich die Ansicht E. Eliesers für die Praxis abgelehnt; nach dem Wortlaute in Nid. 7b und auch nach Jeruschalmi, Nid. I, 2 hat R. Josua nach dem Tode R. Eliesers dessen Ansicht als Halacha erklärt. Danach könnte der Schlusssatz der Mischna von R. Josua nach R. Eliesers Tode gesagt sein. Aber nach dem Wortlaute unserer Tosefta כל ימיו על ר׳ אליעזר היו העם נוהגין כדבריו אחר שמת החזיר ר׳ י את הדברים ליושנן והלכה כר אליעזר scheint man sich in der Praxis zuerst nach R. Elieser gerichtet zu haben, und nach R. Eliesers Tod hätte R. Josua seine Ansicht, die einer älteren Praxis entsprach, wieder durchgesetzt. Später aber wurde wieder wie R. Elieser entschieden. Hiernach wäre der Schlusssatz unserer Mischna eine redaktionelle Bemerkung. — Die folgenden Mischnajot, die ja R. Eliesers Worte näher erklären, setzten wohl voraus, dass seine Ansicht Halacha ist. Der Talmud (Nid. 7b) entscheidet jedenfalls wie R. Elieser, ebenso Maimonides."
+ ],
+ [
+ "Jugendliche. Der Erklärung wegen, die hier in der Mischna dem Ausdruck בתולה gegeben wird, konnte er nicht wie gewöhnlich mit „Jungfrau“ übersetzt werden.",
+ "noch keine Blutung. Menstruationsblutungen; vgl. Anm. 30.",
+ "auch wenn sie verheiratet. Und auch der eheliche Verkehr stattgefunden hat, selbst wenn sie infolge des Verkehrs Blutungen hatte, ja sogar, wenn sie schon Kinder hat und infolge der Geburt Blutungen gehabt hatte. (Nid. 8b.)",
+ "bemerkt werden kann. 3 Monate nach der Empfängnis. (Nid. 8 b.)",
+ "bis sie ihr Kind entwöhnt. Nach Ansicht der später angeführten Weisen 24 Monate, nach R. Meir, solange sie stillt, selbst 5 Jahre nach der Geburt.",
+ "Gab sie ihr Kind einer Amme, oder hatte sie es entwöhnt, oder ist es gestorben, da sagt R. Meir: sie verunreinigt (rückwirkend) 24 Stunden. R. Meir meint, solange sie stillt, wird das sonst durch die Menstruation abgehende Blut in Milch umgesetzt. Wenn sie daher innerhalb der üblichen Stillperiode (z. Zt. der Mischna und des Talmuds 24 Monate) zu stillen aufhört, so gilt sie hinsichtlich der Menstruationsblutung nicht mehr als Stillende. Wenn sie aber auch viel länger als üblich stillt, gilt sie noch immer als Stillende. (Nid. 9a.).",
+ "Es genügt ihr ihre Zeit. Die Weisen meinen, das Ausbleiben der Menstruation ist lediglich eine Nachwirkung der Geburt und hält unabhängig vom Stillen des Kindes gewöhnlich 24 Monate an. (Nid. 9a.)"
+ ],
+ [
+ "Matrone. So ist hier זקנה zu übersetzen, nicht „Greisin“. Nach Nid. 9b wird eine Frau als זקנה erklärt, der es nicht peinlich ist, oder die es nicht übel nimmt, wenn man sie „Mütterchen“ (אמא) nennt. Maimonides in מטמאי משכב ומושב פ״ד ה אן הל איסורי ביאה פ״ט הל ה׳ hat זקנה statt. גאמא)",
+ "? Eine jede, bei der 3 Zeiträume. Der gewöhnlichen Menstruationsperiode = 3 Monate (s. a. תוי״ט und מ״א)",
+ "Elasar. Die Ausgaben auch M. haben R. Elieser. Doch muss es wohl R. Elasar heißen, da R. Elieser in der dritten Mischna nur die vier Frauen nannte. Auch sind die 4.—6. Mischna als Kontroversen der Schüler R. Akibas über die Erklärung des Satzes R. Eliesers in der dritten Mischna zu betrachten. Schüler R. Akibas und Kollege der hier genannten R. Meir und R. Jose ist aber R. Elasar (ben Schammua). — Erub. 46a hat im Zitat unserer Mischna R. Elasar. Am Rande der Wilnaer Talmudausgabe, Nid. 7b wird hierauf hingewiesen und Elasar als richtige La. betrachtet; so auch מלאכת שלמה. Auch die dem Jeruschalmi beigedruckte Mischna hat ר׳ לעזר.",
+ "Jeder. Auch wenn sie noch keine Matrone ist. R. Elasar meint wohl, dass R. Elieser (Mischna 3) bei jeder Matrone erst von der Wahrnehmung der Blutung an Unreinheit annimmt, auch wenn die Periode noch nicht ausgesetzt hat. Vgl. die vorige Anm.",
+ "Frau, bei der 3 Zeiträume vorübergegangen sind, genügt ihre Zeit, R. Jose sagt: Einer Schwangeren und einer Stillenden, bei denen 3 Zeiträume vorübergegangen sind. Aber wenn die Periode noch nicht dreimal ausgesetzt hatte, verunreinigt bei der Schwangeren und bei der Stillenden die Blutung rückwirkend. Also streitet R. Jose gegen die in der vierten Mischna anonym angeführte Meinung, dass bei der Schwangeren und Stillenden die Blutung nicht rückwirkend verunreinigt, ohne Rücksicht auf bereits vorangegangenes Aussetzen der Periode."
+ ],
+ [
+ "Blutung. Der vier in der dritten Mischna genannten Frauen.",
+ "es genügt ihr. Jeder einzelnen der vier Frauen.",
+ "Bei der ersten Wahrnehmung. Wenn sie zum ersten Male eine Menstrualblutung haben; die Schwangere, Stillende und Matrone, nachdem sie bereits sicher ihrer Kategorie angehören. Nid. 10b wird darüber gestritten, ob die Beschränkung auf die erste Blutung für alle vier genannten Frauen gilt, oder nur für die Jugendliche und die Matrone.",
+ "Aber bei der zweiten verunreinigt sie (rückwirkend) 24 Stunden. Bezw. bis zur letzten Untersuchung, wie bei jeder anderen Frau (vgl. die Ansicht der Weisen in der ersten Mischna).",
+ "Wenn sie aber die erste als Folge eines äußeren Anlasses. Hier hat אונס nicht gerade die Bedeutung von „Unglücksfall“ oder „Zwang“. Als solch Anlass gilt z. B. Springen."
+ ],
+ [
+ "es genügt ihr. Der Frau, die eine regelmäßige Periode hat. (Raschi u. Bart.) Die zweite Mischna war lediglich Erklärung des Begriffes דיה שעתה die dritte eine Anmerkung R. Eliesers, dass es auch außer den Frauen mit regelmäßiger Periode noch vier Frauen gibt, deren Blutungen nicht rückwirkend verunreinigen. Die 4.—6. sind Erklärungen zu R. Eliesers Worten. Jetzt wird der am Ende der ersten Mischna besprochene Fall von כל אשה שיש לה וסת weiter behandelt. Tos. Nid. 4b s. v כל אשה beziehen aber unsere Mischna auf die vier Frauen. Nach Maimon. הל משכב ומושב ם״ד ה״ו müssen die vier Frauen und die mit regelmäßiger Periode sich täglich zweimal untersuchen.",
+ "muss sie sich doch untersuchen. Obwohl die festgestellte Blutung nicht rückwirkend verunreinigt, soll sie sich doch morgens und gegen Abend untersuchen; vielleicht findet sie Blut, das sie ohne Untersuchung erst später merken würde. Auch kann durch solche Untersuchung eine Änderung der Periode festgestellt werden. Vgl. Nid. 11a.",
+ "außer als Menstruierende. Da sie ja ohnedies unrein ist und auch während der Menstruationszeit keine Änderung der Periode feststellen kann.",
+ "und wenn sie sich in der Zeit der Blutreinheit. Die Wöchnerin vom 8.—40. Tag nach einer männlichen Geburt, vom 15.—80. nach einer weiblichen; s. Lev. c .12. Eine Untersuchung in diesen Tagen ist überflüssig, da dann die Blutung nicht verunreinigt und auch nicht zur Feststellung der Periode gelten kann. R. Akiba Eger (תוסס רע״ק) macht darauf aufmerksam, dass auch die noch im Kindesalter stehende Frau (s. oben Anm. 45) von dieser Untersuchung befreit ist, ebenso die erwachsene Frau, die innerhalb des 11tägigen Zeitraumes nach den 7 Niddatagen steht (vgl. weiter IV, 7).",
+ "tüchern. עדים vgl. Jes. 64, 5; Tücher der Monatsregel; arab. عدّة eigentlich Monatsregel, dann Tuch, das zur Feststellung der eingetretenen Menstruation benutzt wird.",
+ "pflegen. Jede Frau, die mit Gegenständen zu tun hat, für die levitische Reinheit vorgeschrieben ist, auch wenn sie eine regelmäßige Periode hat. (Raschi zur Mischna und Nid. 12a, Bart.). Für solche Frau ist auch die Untersuchung vor und nach dem Verkehr vorgeschrieben. Frauen, die nicht mit solchen Gegenständen zu tun haben, brauchen sich nicht einmal vor und nach dem Verkehr zu untersuchen, auch wenn sie keine regelmäßige Periode haben. Nid. 12a כל לבעלה לא בעיא בדיקה. Nach Maimonides הל איסורי ביאה פ״ד הל׳ ט״ז ist die Untersuchung nach dem Verkehr auch für Frauen mit regelmäßiger Periode Pflicht, die nicht mit reinen Gegenständen zu tun haben. Vgl. dort מ׳מ und כ״כל Wenn sie keine regelmäßige Periode haben, müssen sie sich auch vor dem Verkehr untersuchen.",
+ "wenn sie sich in der Zeit der Blutreinheit. Die Wöchnerin vom 8.—40. Tag nach einer männlichen Geburt, vom 15.—80. nach einer weiblichen; s. Lev. c .12. Eine Untersuchung in diesen Tagen ist überflüssig, da dann die Blutung nicht verunreinigt und auch nicht zur Feststellung der Periode gelten kann. R. Akiba Eger (תוסס רע״ק) macht darauf aufmerksam, dass auch die noch im Kindesalter stehende Frau (s. oben Anm. 45) von dieser Untersuchung befreit ist, ebenso die erwachsene Frau, die innerhalb des 11tägigen Zeitraumes nach den 7 Niddatagen steht (vgl. weiter IV, 7).",
+ "der jungen Frau. Die ganz jung verheiratete Frau, deren Blutung nach dem Verkehr als dessen Folge, nicht als Menstrualblut, zu betrachten ist. Die näheren Bestimmungen werden später, X, 1 gegeben. — Aber zu den Untersuchungen morgens und abends ist sie verpflichtet, wenn sie mit reinen Gegenständen zu tun hat. (Raschi zur Mischna.)",
+ "Und zweimal. Zweimal an jedem Tage, auch wenn sie keinen Verkehr pflegt (nach Dr. J. Cohn).",
+ "am Morgen. Falls sie dann oder im Laufe des Tages eine Blutung wahrnimmt, bleiben doch die Gegenstände rein, die sie in der Nacht berührte.",
+ "und in der Abenddämmerung. Falls sie dann oder später eine Blutung wahrnimmt, bleiben doch die früher berührten Gegenstände rein.",
+ "bevor sie den ehelichen Verkehr pflegen will. Wörtlich: Wenn sie daran geht, ihr Haus zu besorgen. Eigentlich brauchte sie sich erst nach dem Verkehr zu untersuchen, um festzustellen, dass durch ihn keine Blutung hervorgerufen wurde. Vgl. weiter II, 1. Doch hat man für die Frauen, die mit reinen Gegenständen zu tun haben, auch eine Untersuchung vor dem Verkehr angeordnet. S. a. oben Anm. 16.",
+ "Darüber hinaus noch die Priesterfrauen. Die Frauen von Priestern, ihre unverheirateten oder kinderlos verwitweten Töchter, müssen sich außer zu den gegebenen Zeiten auch vor Genuss der Priesterhebe untersuchen, um sie ja nicht in unreinem Zustand zu genießen.",
+ "auch nachdem sie von der Priesterhebe gegessen haben. Damit man die von ihr berührten Reste der Priesterhebe als rein betrachten kann, auch wenn die Frau bei einer späteren Untersuchung eine Blutung feststellt. (Nid. 6a.)"
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+ "ist bei Frauen zu loben. Obwohl die Frauen, deren Zeit genügt, bei Feststellung der Pflichtuntersuchungen (vgl. I, 1 u. Anm. 14 u. 49) rückwirkend keine Unreinheit anzunehmen brauchen, so ist es doch lobenswert, wenn sie durch oftmalige, freiwillige Untersuchungen einen etwaigen früheren Unreinheitszustand rechtzeitig feststellen. Dies gilt nur für Frauen, die mit reinen Gegenständen zu tun haben; andere Frauen sollen sich שלא בשעת וסתה überhaupt nicht untersuchen (Nid. 12a). Nach Maimonides in Mischne Tora gilt die Bestimmung für alle Frauen. Vgl. Abschnitt I, Anm. 49. —",
+ "aber bei Männern. Um festzustellen, ob sie sich nicht vielleicht durch Samenfluss verunreinigt haben.",
+ "verdient sie abgehackt zu werden. Weil das männliche Glied durch die Berührung gereizt wird und so zum Samenerguss gebracht werden kann.",
+ "Wenn den Taubstummen. Eine nur Taube oder nur Stumme ist aber der Vollsinnigen gleichgestellt. Obwohl sprachlich חרש nur taub bedeuten muss, hat es in der Mischna in der Regel die Bedeutung von „taubstumm“. Vgl. Terumot. I, 2 חרש שדברו בו חכמים בכל מקום שאינו לא שומע ולא מדבר; s. d. a. תוי׳׳ם.",
+ "den Blinden. Nach Nid. 13b ist das Wort סומא zu streichen. Die Blinde kann sich selbst untersuchen; nur muss sie das Tuch einer Vollsinnigen zeigen. — סומא ist männliche und weibliche Form. Außer an unserer Stelle ist es auch Ket. III, 5 weiblich gebraucht. M. liest hier סומה.",
+ "und den Geistesgestörten. Infolge einer Krankheit (Nid. 13b), während שומה irr von Anlage sein kann.",
+ "so können diese sie versorgen. Sie untersuchen und im Mikwe baden.",
+ "tüchern zu pflegen. Zu עדים s. I, Anm. 15. Nach den meisten Erklärern gilt diese Bestimmung nur für die Frauen, die mit reinen Gegenständen zu tun haben, nach Maimonides für alle Frauen; vgl. Abschnitt I, Anm. 49.",
+ "einem für ihn. Den Gatten.",
+ "Die Gewissenhaften. Vgl. Abschnitt I, Anm. 49. Nach der Auffassung, dass unsere Mischna nur von den Frauen handelt, die sich mit reinen Gegenständen beschäftigen, besteht die besondere Gewissenhaftigkeit darin, außer den beiden nach der Untersuchung zu benutzenden Tüchern noch ein drittes reines Tuch vorzubereiten, mit dem sie sich vor dem Verkehr untersuchen. Nach Maimonides הל׳ איסורי ביאה פ״ה הל׳ י׳׳ד וס׳׳ז untersuchen sich die besonders gewissenhaften Frauen, auch wenn sie nicht mit reinen Gegenständen beschäftigt sind und regelmäßige Periode haben, vor dem Verkehr, während die weniger gewissenhaften sich nur nach dem Verkehr untersuchen. Für Frauen ohne regelmäßige Periode ist auch die Untersuchung vor dem Verkehr unbedingte Pflicht, nicht ein Zeichen besonderer Gewissenhaftigkeit. S. aber Jore Dea 196, 2.",
+ "um das Haus herzurichten. D. h. um sich für den Verkehr vorzubereiten. M. liest להתקין."
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+ "so sind sie unrein und müssen ein Opfer bringen. Da dann die Frau während des Verkehrs schon sicher unrein war. Der Mann, der mit einer Nidda verkehrt, wird wie diese selbst 7 Tage unrein. (Lev. 15, 24.) Auf Verkehr mit der Nidda steht aber für beide Gatten die כרת-Strafe (Lev. 20, 18), also im Falle der Fahrlässigkeit ein Sündopfer. Allerdings haben sie nur dann wegen Fahrlässigkeit das Opfer zu bringen, wenn der Verkehr kurz vor Eintritt der Periode stattfand, sonst gilt die Blutung während des Verkehrs als ein nicht zu vermeidender Unglücksfall אונס. der keine Sühne erheischt רמב״ם הל שגגות פ״ה ה״ו וכ״מ שם, s. a. תום רע״ק",
+ "Findet man es auf ihrem sofort. Krauß liest ׳אותים Jastrow אותיס εὐϑέως.",
+ "so sind sie unrein und müssen ein Opfer bringen. Da auch in diesem Falle als sicher anzunehmen ist, dass die Frau während des Verkehrs bereits unrein war.",
+ "so gelten sie als zweifelhaft unrein. 1So dass während 7 Tage auch andere Menschen oder Gegenstände durch sie zweifelhaft unrein werden. Wenn sie z. B. Priesterhebe berührt haben, darf sie nicht gegessen werden. Doch kann sie auch nicht verbrannt werden, weil sie vielleicht nicht unrein wurde. Auch die Frau gilt nur als rabbinisch unrein, weil sie die Blutung nicht gespürt hatte (תוסס׳ רע׳׳ק)",
+ "und sind frei von dem Opfer. Nach Maimonides im Mischnakommentar und Bart. sind sie nur frei von dem Opfer, nämlich dem Sündopfer, müssen aber das für den Zweifelfall vorgeschriebene Schuldopfer bringen. In ed. Dérenbourg fügt M. hinzu, dass die Mischna, die sie nur vom Sündopfer, nicht aber vom Schuldopfer befreit, die im Talmud nicht anerkannte Ansicht R. Meirs (Ker. 18a) vertritt. In Mischne Tora הל׳ שגגות פ״ה ה״י erklärt Maimonides sie überhaupt frei vom Opfer; s. d. לחם משנה und הל׳ שגגות פ׳׳ח ה״ב."
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+ "Antlitz. Euphemismus für den unteren Körperteil.",
+ "Nachher. Wenn sie sich erst nach diesem Zeitraum untersucht und unrein findet.",
+ "verunreinigt sie 24 Stunden rückwärts. Vgl. Abschnitt I, 1.",
+ "verunreinigt aber nicht ihren Gatten. Für 7 Tage. Doch ist er, als von ihr innerhalb der 24 Stunden berührt, nach rabbinischer Vorschrift für einen Tag unrein.",
+ "Sie verunreinigt auch ihren Gatten. Für 7 Tage.",
+ "dass sie ihren Gatten verunreinigt. Für 7 Tage.",
+ "wenn sie einen Fleck sieht. Und später Verkehr pflegt. Allerdings wird die Frau, die, ohne eine Blutung gespürt zu haben, einen Flecken sieht, nur nach rabbinischer Vorschrift als Nidda betrachtet. Genaue Bestimmungen hierüber gibt Abschnitt VIII."
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+ "für ihre Gatten rein zu sein. So dass der Mann nicht verpflichtet ist, die Frau vor dem Verkehr zu fragen, ob sie rein ist. Nach Raschi will die Mischna die Untersuchung vor dem Verkehr als unnötig bezeichnen, falls die Frau sich nicht mit reinen Gegenständen zu beschäftigen hat. Über den Geltungsbereich dieser Bestimmung bringt der Talmud (Nid. 16) verschiedene Ansichten. Nach der rezipierten Halacha (Jore Dea 184, 1, 11, 12) gilt sie für die Frauen mit regelmäßiger Periode, bevor ihre Zeit kommt, oder wenn nach ihr so viel Zeit verstrichen ist, dass die Frau schon wieder rein ist. Bei Frauen ohne regelmäßige Periode hängt es davon ab, ob noch keine 30 Tage seit Beginn der letzten Menstruation vergangen sind, bezw. nach den 30 Tagen wieder Zeit genug zur Reinigung war.",
+ "für sie rein zu sein. Denn man darf annehmen, dass sie sich auch in Abwesenheit ihrer Männer auf Reinheit beobachtet haben.",
+ "Bet Schammai sagen. Nach den meisten Erklärern bezieht sich die folgende Kontroverse nur auf Frauen, die sich mit reinen Gegenständen zu beschäftigen haben, nach Maimonides auch auf andere. Vgl. Abschnitt I, Anm. 49 und in unserem Abschnitt Anm. 9.",
+ "tücher nötig. In der Regel prüft sie die Tücher erst am Morgen bei Tageslicht. Wenn sie nun die gleichen Tücher mehrmals benutzt, fürchten Bet Schammai, dass der Samen nach einem späteren Verkehr einen Blutstropfen, der nach einem früheren auf das Tuch kam, verdecken könnte. Sie könnte dann ihre Unreinheit am Morgen nicht mehr feststellen.",
+ "oder sie pflegen den Verkehr beim Scheine des Lichtes. Nicht wörtlich, da der Verkehr bei Licht unschicklich ist (Nidr. 16b). Gemeint ist: sie soll nach jedem Verkehr die benutzten Tücher bei Licht untersuchen.",
+ "tücher für die ganze Nacht. Eines vor dem ersten, eines nach dem letzten Verkehr."
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+ "Die Weisen wandten für die Frau. Hinsichtlich der Lage der Genitalien. Vgl. zu dieser Mischna, Preuß, Biblisch-talmudische Medizin, S. 130 ff und Katzenelson, Anatomie des Talmud, S. 278.",
+ "die Kammer. Die Mischna vergleicht die Lage der weiblichen Genitalien mit der Lage der Räume eines Hauses. Die „Kammer“ ist nach Preuß der Uterus, als innerster Teil der Genitalien.",
+ "der Vorraum. Die gewöhnliche Lesart ist פרוזדור; doch haben Tosafot z. St. auch die La פרוזדור so a. L. Nach Löw bei Krauß (Lehnwörter) nicht von πρόθυρον, sondern wie das syr. פרוסתדא aus dem Accus, von προστάς (προστάδα) Vorzimmer. Der „Vorraum“ ist nach Preuß die Vulva. Ihre Bezeichnung trägt sie von ihrer Lage vor dem Uterus, dem sie vorgelagert ist, so wie im altgriechischen Haus der Säulenhof vor dem Speisesaal lag. Nach Kazenelson ist der „Vorraum“ Vagina und Vestibulum vaginae.",
+ "und das Obergemach. Das „Obergemach“ ist nach Preuß die Scheide. Nach Kazenelson ist es die Harnblase, die über dem Uterus ist, wenn sich die zu untersuchende Frau in Rückenlage befindet. Nach Maimonides — vgl. Kommentar und הל׳ איסורי ביאה פ׳׳ה ה״ה — wird das „Obergemach“ von zwei gewundenen Gängen oberhalb des Uterus gebildet, in denen der weibliche Samen reift. Hierzu passt die Bemerkung des Talmuds (Nid. 17b), dass eine Öffnung (לול) vom Obergemach zum Vorraum herabgeht, nämlich ein freier Raum zwischen den beiden Gängen. Hierzu bemerkt R. Hunna: Blut, das sich im Vorraum von dieser Öffnung nach innen, d. h. zum Uterus hin, befindet, ist zweifellos unrein, wenn es sich aber von dieser Öffnung ab nach außen befindet, ist es zweifelhaft, ob es unrein ist. Denn Blut im inneren Teil des Voxraumes ist als sicher dem Uterus entstammend zu betrachten; das Blut vor der Öffnung kann aber aus dem Obergemach herabgeflossen, also rein sein. S. a. Raschi z. St.. —S. a. Preuß und Kazenelson a. a. O. gegen die Erklärung des Maimonides. מגיד משנה הל׳ א׳׳ב פ׳׳ה ה׳׳מ bemerkt im Namen des Nachmanides, dass uns die Sachkunde zur Erklärung der Mischna fehlt.",
+ "Das Blut der Kammer ist unrein. Es ist das eigentliche Menstruationsblut. Die Talmudausgaben haben den Zusatz דם עלייה סהור.",
+ "als unrein. Als sicher unrein, so dass Priesterhebe verbrannt wird, wenn sie von einer Frau berührt würde, die im Vorraum Blut fand, weil Bluterguss aus dem Uterus ein regelmäßiger Vorgang ist und öfter eintritt als aus dem „Obergemach“ vgl. B. batra 24a. Allerdings nur, wenn das Blut im innern Teil, hinter der Öffnung des Obergemaches, gefunden wurde. Vgl. Anm. 31. Wurde es im vorderen Teil gefunden, so ist ein gewöhnlicher Zweifel, ob die Frau unrein ist. (Maim. הל׳ איסורי ביאה פ״ה ה״ה).",
+ "dass es von der Quelle. מקור = מקרר דמיה; vgl. Levit. 12, 7."
+ ],
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+ "arten. Die näheren Erklärungen gibt die nächste Mischna.",
+ "das safranfarbige. Wie der Glanz des Safrans.",
+ "verdünnten Weines. Rotweines.",
+ "des Mangoldwassers. Wassers„ in dem Mangold eingew1eicht war.",
+ "während Bet Hillel es für rein erklären. Nach Ansicht des nicht genannten ersten Lehrers wird eine Frau bei Feststellung der ersten fünf Blutfarben sicher unrein; bei einer Flüssigkeit von Färbung des Mangoldswassers oder der Brühe gebratenen Fleisches ist sie als zweifelhaft unrein zu betrachten. In den beiden letzten Fällen ist sie nach Bet Schammai sicher unrein, nach Bet Hillel sicher rein (Bart, nach Nid. 19).",
+ "Gelbliche. S. Tosef. zu Nid. 19b s. v. הירוק und Edujot V, 6 und Anm. 85.",
+ "erklärt Akabja ben Mahalalel für unrein. Sicher unrein.",
+ "während sie die Weisen für rein. Nach Nid. 19b betrachten die Weisen die gelbliche Farbe als sicher rein, während der nicht genannte erste Lehrer, der die fünf unreinen Blutfarben aufzählt, sie nicht für sicher unrein, aber auch nicht für sicher rein erklärt.",
+ "wenn sie. Die gelbliche Flüssigkeit.",
+ "auch. Nach Nid. 19b schließt sich R. Meir der Ansicht Akabjas an. Doch meint er, dass auch nach Auffassung der Weisen, die gelbliche Flüssigkeit in einer Hinsicht als Blut gelten müsse.",
+ "nicht als Fleck. Wenn auch ein gelblicher Fleck nicht als verunreinigender Blutfleck betrachtet wird, …",
+ "doch. Nach Nid. 19b schließt sich R. Meir der Ansicht Akabjas an. Doch meint er, dass auch nach Auffassung der Weisen, die gelbliche Flüssigkeit in einer Hinsicht als Blut gelten müsse.",
+ "als Flüssigkeit verunreinigen. Nach Nid. 19b nicht eigentlich verunreinigen, sondern Genießbares durch Befeuchtung verunreinigungsfähig machen. Wenigstens in der Hinsicht sollten auch die Weisen die gelbliche Flüssigkeit als Blut betrachten, dass es Genießbares verunreinigungsfähig machen kann. Vgl. Machschirin VI, 4.",
+ "weder so noch so. Weder in der einen noch in der andern Hinsicht gilt sie als Blut. R. Jose ist der bisher nicht genannte erste Lehrer in unserer Mischna. S. a. תוי״ט."
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+ "rot. Welche Färbung gilt in der vorigen Mischna als rote Blutfarbe?",
+ "Wie das Blut der Wunde. Nach der von Maimón, angenommenen Ansicht R. Nachmans und Amemars (Nid. 19b): wie das erste beim Aderlass ausströmende Blut.",
+ "Noch dunkler. Die Bemerkung, dass die dunklere Färbung unrein, die schwächere rein ist, gilt für alle genannten fünf Blutfarben. Sie steht deshalb bei der schwarzen, um zu lehren, dass auch hier die schwächere rein ist. Da nämlich die schwarze Farbe nur als Verfärbung der roten betrachtet wird, hätte man irrtümlich auch ein schwächeres Schwarz für eine unreine Farbe halten können. (Maim.)",
+ "schwächer. Die Bemerkung, dass die dunklere Färbung unrein, die schwächere rein ist, gilt für alle genannten fünf Blutfarben. Sie steht deshalb bei der schwarzen, um zu lehren, dass auch hier die schwächere rein ist. Da nämlich die schwarze Farbe nur als Verfärbung der roten betrachtet wird, hätte man irrtümlich auch ein schwächeres Schwarz für eine unreine Farbe halten können. (Maim.)",
+ "wie die ausgesprochene. Wie das mittelste Blatt des mittelsten Stangels, während er noch frisch im Erdreich steckt.",
+ "aus der Ebene von Bet Kerem. בקעת בית הכרם ist hier wohl eine Ebene bei Akko. Vgl. E. Sapir הארץ, Nr. 246; Lunz ירושלים S. 162f.; und I. S. Horowitz ארץ ישראל ושכנותיה S. 140, Anm. 7. Unser בית הכרם ist wohl nicht mit dem in Jer. 6, 1 und Middot III, 4 genannten zu identifizieren.",
+ "wenn man Wasser darüber fließen. Man gießt etwas Wasser auf die Erde, gerade so viel, dass es etwas über der Erde steht. Mit dem durch die Erde getrübten Wasser vergleicht man die Flüssigkeit.",
+ "vom Saronswein. Aus der Saronsebene, der Küstenebene zwischen Karmel und Jaffa."
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+ "Wenn einer Frau ein Stück. Geschwulst. Vgl. Preuß, S. 482. Solch Geschwulst gilt nicht als Anfangsstadium der Geburt.",
+ "so ist sie unrein. Die Blutung wird als Menstruation betrachtet, so dass die Frau als Menstruierende gilt.",
+ "ist sie rein. Man braucht keine unbemerkte Blutung anzunehmen, da es möglich ist, dass der Uterus sich ohne Blutung öffnet. אפשר לפתיחת קבר בלא דם. Selbst wenn in dem Stück Blut ist, bleibt die Frau rein; vgl. Nid. 21b עמה אין בתוכה לא..",
+ "In beiden Fällen ist sie unrein. da nach R. Jehuda eine Öffnung des Uterus ohne Blutung unmöglich ist, muss eine Blutung stattgefunden haben, selbst wenn man sie nicht bemerkt hat."
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+ "Wenn ihr etwas einer Schale. Gemeint ist etwas einer rötlichen Schale oder einem rötlichen Haare Ähnliches.",
+ "einem Haar. Gemeint ist etwas einer rötlichen Schale oder einem rötlichen Haare Ähnliches.",
+ "oder roten Mücken. Nach Raschi, der יבתושים mit יתושים erklärt.",
+ "soll sie es in Wasser. In lauwarmes Wasser. Der Talmud (Nid. 22b) lässt es unentschieden, ob man diese Gegenstände volle 24 Stunden im Wasser liegen lassen soll.",
+ "Wenn sie. Die verschiedenen Formen, die ihr abgingen.",
+ "sich auflösen. Dann handelte es sich um eingetrocknetes Blut, das zufällig solche Formen annahm.",
+ "ist sie unrein. Als Menstruierende",
+ "ist sie rein. Dann handelt es sich nicht um eingetrocknetes Blut, sondern um Schorf, der sich von einer innerlichen Wunde losgelöst hat. Vgl. Maimón., הל איסורי ביאה פ׳י׳ה ה und Kommentar.",
+ "Gewürm oder Kriechtieren. שקגים ורמשים sind wohl als allgemeiner Ausdruck gebraucht, ohne bestimmte Gattungen angeben zu sollen, s. a. Makk. III, 2, Anm. 25.",
+ "Ähnliches verliert. Hier handelt es sich um einen richtigen Abort.",
+ "falls dabei eine Blutung stattfand. Entsprechend der Ansicht der Weisen in der ersten Mischna. Vgl. auch Anm. 2 und 3.",
+ "ist sie rein. Entsprechend der Ansicht der Weisen in der ersten Mischna. Vgl. auch Anm. 2 und 3.",
+ "Gewild oder Vögeln Ähnliches. Vgl, weiter Anm. 20.",
+ "so muss sie die Wartezeit. Zum Ausdrucke תשב vgl. Levit, 12, 4f., wo תשב בדמי טהרה bedeutet: sie bleibt beim „Blute der Reinheit“ und sich nur auf die 33, bezw. 66 Tage des Blutes der Reinheit bezieht, während hier der Ausdruck תשב auch auf die 7, bezw. 14 Tage der Unreinheit sich bezieht. Die Frau ist also 7 Tage als Gebärerin unrein; während der dann folgenden 33 Tage ist sie — nach vorangegangenem Bad im Mikwe — rein, auch wenn sie Blutungen hat, Blut der Reinheit דם טהר",
+ "für ein weibliches. 14 Tage der Unreinheit als Gebärerin und dann 66 Tage des Blutes der Reinheit; s. Lev. 12, 5.",
+ "Kann man es nicht erkennen. Ob der Abort männlich oder weiblich ist.",
+ "so muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind. D. h. sie muss die Erschwerungen beider Fälle auf sich nehmen. Sie gilt 14 Tage als Gebärerin unrein, als hätte sie ein Mädchen geboren. Die Tage des Blutes der Reinheit gehen aber nur bis zum Ende des 40. Tages nach der Geburt, als hätte sie einen Knaben geboren, währen also nur 26 Tage.",
+ "Meirs. Im Talmud (Nid. 23b) wird ausgeführt: nach allen Ansichten wird die Fehlgeburt nur dann als menschliches Wesen betrachtet — also die Frau als Gebärerin —, wenn sie im Gesicht menschenähnlich ist. Die Kontroverse zwischen den Weisen und R. Meir bezieht sich auf den Fall, dass das Gesicht nur zum Teil menschenähnlich ist. Und zwar meint — nach der dort angeführten Baraita — R. Meir כל צורת אדם, die Weisen מצורת אדם. Raschi erklärt: R. Meir betrachtet die Missgeburt als Menschen, wenn sie im Gesicht nur irgend etwas (כל = שהוא), Menschenähnliches hat, z. B. ein Menschenauge, obwohl alle übrigen Gesichtsteile tierisches Aussehen haben; die Weisen betrachten sie nur dann als menschlich, wenn ein wesentlicher Teil, etwa das halbe Gesicht, menschenähnlich ist. Diese Erklärung entspricht der einfachen Auffassung unserer Mischna, nach der R. Meir etwas als menschliche Geburt betrachtet, was die Weisen noch nicht für menschlich halten. Nach Maimonides betrachtet R. Meir die Missgeburt nur dann als eine menschliche, wenn das ganze Gesicht, menschliche Formen hat, während nach den Weisen schon einige Gesichtszüge genügen. Nach dieser Auffassung hätte also R. Meir die erleichternde Ansicht, dass die Frau nur dann als Gebärerin zu betrachten ist, wenn das ganze Gesicht der Missgeburt menschliche Züge hat. Maimonides selbst macht im Kommentar darauf aufmerksam, dass seine Auffassung nicht dem einfachen Sinn der Mischna entspricht, — Tosafot s. v. והתגיא beziehen die Erklärungen des Talmuds a. a. O. nur auf Fälle, in denen die Missgeburt nicht völlig tierisches Aussehen hat. Wenn sie aber in allen Körperteilen einem Tier gleicht, betrachtet sie R. Meir nach Tos. (entsprechend den Diskussionen p. 22b f.) als richtige Geburt, so dass die Frau als Gebärerin gilt. Hiernach hat im Allgemeinen R. Meir die erschwerende Ansicht, dass eine völlig tierische Missgeburt, als richtige Geburt zu betrachten ist, דהתם יצירה כתיב während die Weisen sie nicht als solche behandeln. Ein menschlicher Körper mit völlig tierischem Gesicht gilt auch nach R. Meir nicht als menschliche Geburt. Ein tierischer Körper mit völlig menschlichen Gesichtszügen hat nach allen Ansichten die Bestimmungen einer menschlichen Geburt. Wenn aber die Gesichtszüge zum Teil menschlich, zum Teil tierisch sind, dann ist nach Auffassung der Tosafot R. Meir der leichteren Ansicht, dass die Missgeburt nicht als richtige Geburt, weder als menschliche, noch als tierische, gilt, während sie nach den Weisen als menschliche Geburt betrachtet wird.",
+ "Was nicht etwas von Menschenform. Im Talmud (Nid. 23b) wird ausgeführt: nach allen Ansichten wird die Fehlgeburt nur dann als menschliches Wesen betrachtet — also die Frau als Gebärerin —, wenn sie im Gesicht menschenähnlich ist. Die Kontroverse zwischen den Weisen und R. Meir bezieht sich auf den Fall, dass das Gesicht nur zum Teil menschenähnlich ist. Und zwar meint — nach der dort angeführten Baraita — R. Meir כל צורת אדם, die Weisen מצורת אדם. Raschi erklärt: R. Meir betrachtet die Missgeburt als Menschen, wenn sie im Gesicht nur irgendetwas (כל = שהוא), Menschenähnliches hat, z. B. ein Menschenauge, obwohl alle übrigen Gesichtsteile tierisches Aussehen haben; die Weisen betrachten sie nur dann als menschlich, wenn ein wesentlicher Teil, etwa das halbe Gesicht, menschenähnlich ist. Diese Erklärung entspricht der einfachen Auffassung unserer Mischna, nach der R. Meir etwas als menschliche Geburt betrachtet, was die Weisen noch nicht für menschlich halten. Nach Maimonides betrachtet R. Meir die Missgeburt nur dann als eine menschliche, wenn das ganze Gesicht, menschliche Formen hat, während nach den Weisen schon einige Gesichtszüge genügen. Nach dieser Auffassung hätte also R. Meir die erleichternde Ansicht, dass die Frau nur dann als Gebärerin zu betrachten ist, wenn das ganze Gesicht der Missgeburt menschliche Züge hat. Maimonides selbst macht im Kommentar darauf aufmerksam, dass seine Auffassung nicht dem einfachen Sinn der Mischna entspricht, — Tosafot s. v. והתגיא beziehen die Erklärungen des Talmuds a. a. O. nur auf Fälle, in denen die Missgeburt nicht völlig tierisches Aussehen hat. Wenn sie aber in allen Körperteilen einem Tier gleicht, betrachtet sie R. Meir nach Tos. (entsprechend den Diskussionen p. 22b f.) als richtige Geburt, so dass die Frau als Gebärerin gilt. Hiernach hat im Allgemeinen R. Meir die erschwerende Ansicht, dass eine völlig tierische Missgeburt, als richtige Geburt zu betrachten ist, דהתם יצירה כתיב während die Weisen sie nicht als solche behandeln. Ein menschlicher Körper mit völlig tierischem Gesicht gilt auch nach R. Meir nicht als menschliche Geburt. Ein tierischer Körper mit völlig menschlichen Gesichtszügen hat nach allen Ansichten die Bestimmungen einer menschlichen Geburt. Wenn aber die Gesichtszüge zum Teil menschlich, zum Teil tierisch sind, dann ist nach Auffassung der Tosafot R. Meir der leichteren Ansicht, dass die Missgeburt nicht als richtige Geburt, weder als menschliche, noch als tierische, gilt, während sie nach den Weisen als menschliche Geburt betrachtet wird."
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+ "Schefir. Nach Maimonides zu Bechor III, 1 ist Schefir eine wie aus geronnenem Blut bestehende äußere Haut über der „Schilja“ (s. w. Anm. 26). Zu Ohal. VII, 5; s. ed. Dérenb. Hier zur Stelle sagt er kurz, Schefir bestände ganz aus Fleisch. Nach Preuß a. a. O., S. 481 ist Schefir das Abortierei.",
+ "Genunim. Nach Maimonides sind es wurmförmige Fleischstückchen. Der Talmud (24b) erklärt oder liest-Farben und meint wohl Fleischstückchen von verschiedener Farbe.",
+ "braucht sie nicht die Befürchtung. Sie braucht nicht anzunehmen, dass sie die Unreinheit einer Gebärerin habe. Falls sie keine Blutung hat, ist sie auch nicht Nidda. Vgl. Mischna 1.",
+ "gewirkt. Vgl רקמתי Ps. 139, 15. Man konnte schon den Beginn der Bildung des Embryo erkennen. Vgl. Nid. 25a und Maimón. הל׳ איסורי ביאה פ י ודי׳ג.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches. Zum Ausdrucke תשב vgl. Levit, 12, 4f., wo תשב בדמי טהרה bedeutet: sie bleibt beim „Blute der Reinheit“ und sich nur auf die 33, bezw. 66 Tage des Blutes der Reinheit bezieht, während hier der Ausdruck תשב auch auf die 7, bezw. 14 Tage der Unreinheit sich bezieht. Die Frau ist also 7 Tage als Gebärerin unrein; während der dann folgenden 33 Tage ist sie — nach vorangegangenem Bad im Mikwe — rein, auch wenn sie Blutungen hat, Blut der Reinheit דם טהר",
+ "und weibliches. 14 Tage der Unreinheit als Gebärerin und dann 66 Tage des Blutes der Reinheit; s. Lev. 12, 5."
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+ "Sandal. σάνδαλον Sandale oder Name eines Fisches (Krauß). Also ist „Sandal“ wohl eine Missgeburt in Form einer Sandale oder eines Fisches. Die Tosefta (Nid. IV, 7), erklärt: Der „Sandal“, von dem sie sprachen, gleicht einem Fisch im Meere. R. Simon b. Gamliel sagt: er gleicht einer Ochsenzunge. Im Talmud (Nid. 25b) ist bei der Erklärung, er gleiche einem Fisch noch den Zusatz: es ist ein Embryo, nur plattgedrückt. Maimonides הל׳ איסורי ביאה פ׳י׳י הל׳ י׳־׳ב spricht von zwei Arten „Sandal“. Es kann ein zungenförmiges Gebilde sein, das sich um einen Teil des Embryo gelegt hat. Solch Sandal kommt ohne Kind nie vor. Doch kann „Sandal“ auch ein im Mutterleibe zerdrücktes Kind sein.",
+ "Schilja. „Schilja“ ist nach Maimonides die innere Haut, in der das Embryo liegt. Nach der gewöhnlichen Erklärung ist sie die Nachgeburt. Vgl. Preuß a. a. O., S. 462. — Unsere Mischna spricht von dem Fall, dass ein Schilja ohne erkennbare Frucht abgegangen ist.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind einhalten. Bei einem allein geborenen „Sandal“, weil er selbst als missgeborenes Kind zu betrachten ist, und man sein Geschlecht nicht feststellen kann. Bei einem „Sandal“, der mit einem richtigen Kinde zusammen zur Welt kam, weil er möglicherweise ein zerdrücktes Zwillingsembryo ist. Vgl. Nid. 25b und Maimonides a. a. O. — Bei einer „Schilja“ lehrt unsere Mischna weiter, dass sie nie ohne Kind vorkommt. Hinsichtlich des in die „Schilja“ zerdrückten und im Blute aufgelösten Kindes muss mit der Möglichkeit beider Geschlechter gerechnet werden. Über die Konsequenzen der doppelten Möglichkeit s. Anm. 16, 17, 19.",
+ "so ist das Haus unrein. Die Menschen und Gegenstände im Hause werden unrein, wie sie unrein werden, wenn sie mit einem Toten im selben Hause sind. Vgl. Trakt. Ohalot.",
+ "ohne Kind gibt. Also muss im Augenblick, da die Frau die „Schilja“ verlor, in dieser ein totes Embryo gewesen sein, das nachträglich in die „Schilja“ hineingedrückt und im Blute aufgelöst wurde.",
+ "bevor es zur Welt kam. Im Mutterleibe verunreinigt das tote Embryo nicht. Das bereits aufgelöste Embryo verunreinigt das Haus nicht, da es vom Geburtsblute majorisiert ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn sie einen Unbestimmten. סומסום, wörtlich „Verstopfter“, dessen Genitalien durch eine Haut überwachsen sind, so dass man sein Geschlecht nicht feststellen kann. S. a. Chagiga I, Anm, 3—4 und Bechor.VI, Anm. 92.",
+ "oder einen Zwitter. ὰνδρόγυνος Mannweib mit den Genitalien beider Geschlechter.",
+ "zur Welt bringt. Da es sich in dieser Mischna um die Geburt eines lebensfähigen Kindes handeln kann, ist die obige Übersetzung angewandt.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind einhalten. S. Anm. 16, 17, 19.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind einhalten. Man darf nicht annehmen, dass das unbestimmte oder das Zwitterkind das gleiche Geschlecht wie der Zwillingsbruder hat.",
+ "die Wartezeit für ein weibliches Kind einzuhalten. Da die Frau zweifellos ein weibliches Kind gebar, hat sie nach Ablauf der 14 Tage der Unreinheit ihre 66 Tage der Reinheit, auch wenn sie gleichzeitig ein männliches Zwillingskind geboren hatte. Also hat das vielleicht männliche Geschlecht des Unbestimmten oder des Zwitters keinen beschränkenden Einfluss auf die Dauer der Reinheitstage. Andererseits fallen die 7 Unreinheitstage des vielleicht männlichen Kindes ohnedies mit der ersten Woche der 14 Unreinheitstage des sicher weiblichen Kindes zusammen.",
+ "gliedweise zerstückelt. Wörtlich: zerschnitten.",
+ "oder. So unsere La. מחותך או מסורס. Die dem Jeruschalmi beigedruckte Mischna liest ומסורס S. a. Anm. 40.",
+ "in verkehrter Lage. So erklärt Raschi דרך מרגלותיו ולשון היפוך הוא; nach Maim, in falscher Reihenfolge, z. B. zuerst eine Hand, dann ein Fuß, dann ein Arm.",
+ "sobald der größte Teil seines Körpers zur Welt kam. Nach Nidda 29a erklärt R. Jochanan die Worte מחותך (ומסורס) או (שלם) ומסורס = מחותך או מסורס. Nach R. Jochanan gilt auch bei gliedweiser Geburt das Kind als geboren, sobald auch nur der Kopf zur Welt kam. S. a. Maimón. הל׳ איסורי ביאה פי וי.",
+ "Wenn seine Stirn. Nach Jeruschalmi z. St. der größte Teil des Schädels mit der Stirn. S. a. כסף משנה zu הל׳ איסורי ביאה פ~י ד״ח."
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+ "was es ist. Nach Maimón, a. a. O. ה׳ י״ט handelt es sich um eine Frau, die schwanger war, deren Kind aber verloren ging, z. B. ins Wasser fiel.",
+ "so hält sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind. Da es gar nicht feststand, dass sie schwanger war.",
+ "ob es ein Kind war oder nicht. Da es gar nicht feststand, dass sie schwanger war.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind und als Menstruierende einhalten. Sie gilt 14 Tage unrein wie nach der Geburt eines Mädchens, hat aber gar kein Blut der Reinheit; denn vielleicht ist sie keine Gebärerin und wird auch durch eine Blutung innerhalb der 40, bezw. 80 Tage Menstruierende; vgl. Anm. 16, 17. Auch die Berücksichtigung der Möglichkeit, es handle sich um eine männliche Geburt, kann eine besondere Folge haben, wenn sie am 34. und am 41. Tage nach der Geburt eine Blutung hat. Da der 34.—40. Tag möglicherweise in die Zeit des Blutes der Reinheit fällt, kann die Blutung in diesen Tagen nicht sicher als Menstruation gelten, so dass bei der Blutung am 41. Tage zu befürchten ist, sie sei der Beginn von 7 Tagen der Menstruation. Ebenso wenn sie am 74. und 81. Blutung hatte, muss sie sich bis zum Ablauf des 87. Tages als Menstruierende betrachten. Vgl. Nid. 30b und Raschi z. St. — S. a. Maim. — הל׳ איסורי ביאה ם י הל׳ כ״א."
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+ "Tage. Nach dem ehelichen Verkehr. Vor dem 40. Tage liegt noch weniger Befürchtung vor.",
+ "braucht sie nicht die Befürchtung wegen eines Kindes zu haben. Denn vor dem 41. Tage nach der Empfängnis ist die Frucht noch kein vollendetes Embryo.",
+ "Tag. Nach dem ehelichen Verkehr. Von nun an kann es bereits der 41. Tag nach der Empfängnis sein; die Frucht könnte männlich oder weiblich sein. Andererseits ist es vielleicht noch nicht der 41. Tag nach der Empfängnis, so dass die Frau nicht als Gebärerin gelten kann und auch durch eine Blutung vor dem 40. Tage nach Abgang der Frucht als Menstruierende zu betrachten ist.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind einhalten und sich als Menstruierende betrachten. Sie gilt 14 Tage unrein wie nach der Geburt eines Mädchens, hat aber gar kein Blut der Reinheit; denn vielleicht ist sie keine Gebärerin und wird auch durch eine Blutung innerhalb der 40, bezw. 80 Tage Menstruierende; vgl. Anm. 16, 17. Auch die Berücksichtigung der Möglichkeit, es handle sich um eine männliche Geburt, kann eine besondere Folge haben, wenn sie am 34. und am 41. Tage nach der Geburt eine Blutung hat. Da der 34.—40. Tag möglicherweise in die Zeit des Blutes der Reinheit fällt, kann die Blutung in diesen Tagen nicht sicher als Menstruation gelten, so dass bei der Blutung am 41. Tage zu befürchten ist, sie sei der Beginn von 7 Tagen der Menstruation. Ebenso wenn sie am 74. und 81. Blutung hatte, muss sie sich bis zum Ablauf des 87. Tages als Menstruierende betrachten. Vgl. Nid. 30b und Raschi z. St. — S. a. Maim. — הל׳ איסורי ביאה ם י הל׳ כ״א.",
+ "Die Weisen. „Die Weisen“ sind hier identisch mit dem nicht genannten ersten Lehrer. Der Redaktor der Mischna hat ihn als „die Weisen“ bezeichnet, um anzudeuten, dass die Halacha sich nach ihm richtet. Vgl. Nid. 30b und Raschi z. St."
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+ "Die Töchter der Kutäer. Die Nachkommen der vom Assyrerkönig aus Kuta und anderen Gegenden in der Provinz Samaria angesiedelten Volksstämme (II. Reg. 20, 24). Zur Zeit der Mischna wurden sie in vieler Hinsicht als Juden behandelt. Allerdings nahm man nur an, dass sie das Toragesetz seinem Wortsinne nach erfüllten, ohne Rücksicht auf die mündliche Überlieferung. Seit der Zeit R. Amris (Ende des dritten Jahrhunderts) betrachtete man sie in jeder Beziehung als Nichtjuden. Vgl. Chul. 6a.",
+ "gelten von ihrer Wiege ab als Menstruierende. Nach der Überlieferung kann auch ein neugeborenes Mädchen bei einer Blutung als Menstruierende gelten (Nid. 32). Die Kutäer beachten die Überlieferung aber nicht. Da es hierdurch vorkommen kann, dass ein kleines Kutäermädchen unrein ist, die Kutäer es aber nicht als unrein betrachten würden, behandeln die Weisen der Vorsicht wegen jedes Kutäermädchen wie eine Menstruierende.",
+ "Und die Kutäer verunreinigen das untere Lager. Das Lager, auf dem sie ruhen. Vgl. hierzu Vorbemerkungen zu Kelim § 29.",
+ "des Flußleidenden. Ein Gegenstand, der sich mittelbar auf einem Flußleidenden befindet, ohne ihn zu berühren. Solch Gegenstand kann nur Lebensmittel verunreinigen, aber nicht Menschen oder Geräte. Vgl. hierzu Vorbemerkungen zu Kelim § 34 und Sabim IV, 6; Kelim I, 3.",
+ "weil sie Menstruierenden beiwohnen. Unter Umständen verkehren sie mit Frauen, die nach der mündlichen Überlieferung noch Menstruierende sind, während die Kutäer sie bereits für rein halten.",
+ "denn. והן hat hier die Bedeutung von שהן wie תוי״ט z. St. bemerkt. Dort werden auch andere Fälle angeführt, dass ש für ו׳ steht.",
+ "sie. Die Kutäerinnen.",
+ "halten Wartezeit bei jedem Blute. So kann es Vorkommen, dass ihre Frau zuerst eine Blutung reinen Blutes hatte. Der Kutäer betrachtete es aber als Menstrualblut und zählt von dieser Blutung die sieben Menstruationstage. Er betrachtet daher seine Frau am 8. Tage als rein, selbst wenn sie vielleicht im Laufe der späteren Tage eine Menstrualblutung hatte, sich also von dieser Blutung an 7 Tage unrein betrachten müsste. — Nach Nid. 33a gilt die Bestimmung nur für verheiratete Kutäer.",
+ "Aber man wird ihretwegen. Manche Ausgaben haben עליה; dann kann nur gemeint sein: der Kutäerin wegen. Auch nach der La. עליהן (wie in der dem Talmud beigedruckten Mischna) kann es bedeuten: der Kutäerinnen wegen. Es ist dabei zu beachten, dass die Ausgaben weiter lesen שורסין עליהם את התרומה. M. und ed. Livorno lesen allerdings beides mal עליהם, die Mischna zum Jeruschalmi עליהן. Nach der La. עליה od. עליהן will die Mischna vielleicht sagen, dass derjenige, der wegen des Verkehrs mit einer Kutäerin als unrein gilt, nicht so weit als unrein betrachtet wird, dass es sich durch Betreten des Heiligtums schuldig — bei Absicht der כרת Strafe, bei Irrtum des Opfers — macht, während jemand, der mit einer Menstruierenden verkehrte, auch durch das Betreten des Heiligtums schuldig wird, so lange er sich nicht gereinigt hat. Die Erörterung im Talmud (Nid. 33b) bezieht sich vielleicht nur auf ואין שורפין עליהם את התרומה Vgl. משנה למלך להל׳ ביאת המקדש פ״ז הל׳ י״ז und מלאכת שלמה zu unserer Mischna. Raschi und nach ihm Bart, erklären allerdings אין חייבים עליהן על ביאת מקדש auf den, der in Kleidern, die den Kutäern als Lager dienten, das Heiligtum betrat. Über die Schwierigkeit dieser Erklärung s. תוי״ט z. St.",
+ "nicht schuldig wegen des Betretens des Heiligtumes und man verbrennt ihretwegen. Vgl. die vorige Anmerkung. Hier kann sich עליהם auf alles bisher Genannte beziehen, auf die Kutäerinnen, auf die Kutäer und die Kleider, die ihnen zum Lager dienten. Vgl. Tos. zu Sabb. 16b s. v. אף בנות.",
+ "etwas Zweifelhaftes ist. Mit Rücksicht darauf, dass nach Tohor. IV, 5 Priesterhebe auf zweifelhafte Verunreinigung hin verbrannt wird, erklärt der Talmud (Nid. 33b), dass hier ein doppelter Zweifel vorliegt: vielleicht war die Kutäerin gar nicht unrein, und vielleicht hatte ihr Gatte in letzter Zeit nicht mit ihr verkehrt. — Auch muss unsere Mischna von Fällen sprechen, dass die Kleider des Kutäers die Hebe nicht berühren, oder dass sie sicher vorher gereinigt wären. Sonst würde man ihrer Berührung wegen die Hebe verbrennen, da man sie schon verbrennt, wenn die Kleider eines Am Haarez sie berühren. Vgl. Nid. 33b und Tos. s. v. בכותי."
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+ "Die Töchter der Sadduzäer. Die Anhänger der Sekte, die die mündliche Lehre nicht anerkannte; vgl, zu Makkot I, 6, Anm. 51.",
+ "solange sie in den Wegen ihrer Väter zu wandeln pflegten. Stillschweigend nimmt man an, dass die Töchter wie die Väter sich nicht nach der mündlichen Lehre richteten. S. a. Anm. 8.",
+ "in den Wegen Israels zu gehen. Auch die mündliche Lehre zu befolgen.",
+ "so sind sie wie Israelitinnen. Sinngemäß muss es heißen כישראליות. Manche Ausgaben haben ׳כישראל manche כישראלית.",
+ "Sie sind immer wie Israelitinnen. Sinngemäß muss es heißen כישראליות. Manche Ausgaben haben ׳כישראל manche כישראלית.",
+ "in den Wegen ihrer Väter zu wandeln. R. Jose nimmt an, dass sie in der Regel die Menstrualvorschriften entsprechend der mündlichen Lehre einhalten. Vgl. Tosefta Nid. V, 2 (zit. Nid. 33 b)."
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+ "Das Blut einer Nichtjüdin. Nach der Vorschrift der Tora verunreinigen Nichtjuden nicht. Nach Anordnung der Weisen verunreinigen sie wie Flussleidende. Bet Schammai meinen aber, die Weisen haben ihre Menstrualblutung von der Unreinheitsbestimmung ausgenommen, damit man daran erkenne, dass es nach Toravorschrift überhaupt keine Unreinheit bei ihnen gibt.",
+ "und das Blut der Reinheit. Vom 8.—40. Tag nach einer männlichen, vom 15.—80. nach einer weiblichen Geburt.",
+ "einer Aussätzigen. Die Ausflüsse des und der Aussätzigen (wie Speichel und Urin) verunreinigen allerdings; aber Bet Schammai betrachtet das Blut der Reinheit in diesem Sinn nicht als Ausfluss.",
+ "Aber Bet Hillel sagen. Bet Hillel meinen, das Blut einer menstruierenden Nichtjüdin verunreinigt nach rabbinischer Vorschrift in feuchtem Zustande. Da es im Gegensatz zum Menstrualblut einer Jüdin im getrockneten Zustande völlig rein ist, so ist dies schon genügendes Merkmal dafür, dass es nach Toravorschrift nicht unrein ist. — Bet Hillel rechnen auch das Blut der Reinheit zu den Ausflüssen der Aussätzigen. S. Nid. 34b.",
+ "wie ihr Speichel und ihr Urin. Die nur in feuchtem Zustande verunreinigen.",
+ "Betreffs. Vgl. Ed. V, 4.",
+ "des Blutes einer Gebärerin. Nach Ablauf der 7 Tage der Unreinheit nach einer männlichen Geburt, bezw. der 14 nach einer weiblichen.",
+ "es ist wie ihr Speichel und ihr Urin. Nach Bet Schammai verunreinigt das Blut der Reinheit der Wöchnerin, die noch kein Bad nahm, nur nach rabbinischer Anordnung. Zum Hinweis darauf, dass es nach Toravorschrift rein ist, beschränkten die Weisen die Unreinheit auf den feuchten Zustand.",
+ "es verunreinigt im feuchten und trockenen Zustand. Nach Bet Hillel bleibt auch nach den 7. bezw. 14 Tagen der Unreinheit ihr Blut nach Toravorschrift unrein, so lange sie nicht ihr Tauchbad genommen hat.",
+ "dass es bei einer am Fluss leidenden Gebärerin. D. h. die zur Zeit der Geburt an dem in Lev. 15, 25 erwähnten außergewöhnlichen Blutfluß litt und noch keine reinen 7 Tage zählte. Hatte sie aber bereits 7 reine Tage, unterließ nur, das Reinigungsbad zu nehmen, so erklären Bet Schammai ihr Blut nach Toravorschrift für rein, so dass es nur nach rabbinischer Anordnung im feuchten Zustande verunreinigt. Vgl. Nid. 35b."
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+ "Die schwer Gebärende. Zu ergänzen ist (לילד) המקשה wie Chul. IV, 1 ff. Wegen des folgenden קשתה das wohl קשתה. zu lesen ist (vgl. Gen. 35, 16) ist wohl המקשה zu lesen, obwohl Gen. 35, 17 הקשותה nach ותקש steht. Ed. Liv. (Jerus.) liest allerdings המקשה und קשתה; Jerusch, ed. Venedig hat קישת.",
+ "Menstruierende sein. Im Talmud (Nid. 36b) erklärt Raba בימי נדה נדה בימי זיבה טהורה, und ebenso lautet eine dort angeführte Baraita המקשה בימי נדה נדה בימי זיבה טהורה. Um dem Wortlaut unserer Mischna möglichst zu entsprechen, ist obige Übersetzung gewählt. Der Sinn ist: die schwer Gebärende, die eine Blutung hatte, gilt als Menstruierende, wenn sie sich in den 7 Tagen der Menstruation befindet. Ist sie aber in den folgenden 11 Tagen, in denen eine andere Frau durch eine Blutung Flussleidende (זבה) würde, so wird sie durch eine Blutung während der Wehen nicht unrein. Denn ein außergewöhnlicher Blutfluß verunreinigt nicht, wenn er durch Kindesnöte hervorgerufen wurde דמה מחמת עצמה ולא מחמת ולד — Mehr dem Wortlaute der Mischna entspricht die Erklärung Rabs: המקשה) נדה ליומא) Die Schwergebärende hat (bei außergewöhnlichem Blutfluß) für einen Tag den Charakter einer Menstruierenden, insofern sie nur an dem einen Tage unrein ist, abends sich durch das Tauchbad reinigen kann. Vgl. Raschi z. St.",
+ "Wenn sie drei Tage Wehen hatte. Die mit Blutungen verbunden waren.",
+ "während der 11 Tage. Nach den 7 Tagen der Menstruationsunreinheit; vgl. die vorige Anm. Über die verschiedenen Berechnungen der 7 und 11 Tage s. בית יוסף לטיו־ י״ד סי קם׳.",
+ "hatte dann aber 24 Stunden Ruhe. Wenn aber die Geburt ohne die angegebene Pause nach den Wehen kam, so gilt die Blutung als Begleiterscheinung der Geburt und verunreinigt nicht einmal bei einer Dauer von 3 Tagen. Vgl. מא.",
+ "so ist sie eine im Blutfluß Gebärende. Und ist unrein. Die Pause zeigt, dass die frühere Blutung nicht als Begleiterscheinung der Geburt zu betrachten war, sondern außergewöhnlicher Blutfluß war.",
+ "eine Nacht und einen Tag. Nur wenn die Ruhepause mit Beginn der Nacht einsetzte und den ganzen folgenden Tag anhielt, gilt die Frau als am Blutfluß leidend. Währte die Pause aber etwa von 3 Uhr Montagnachmittag bis Dienstagnachmittag 3 Uhr, so gilt die Frau nicht als am Blutfluß leidend.",
+ "so wie die Nacht des Sabbats und ihr. יומו bezieht sich auf לילי da שבת auch in der Mischna weiblich ist; vgl. Demai II, 4; Menachot X, 3.",
+ "auch wenn nicht vom Blute. Diese Worte beziehen sich auf den anfangs gebrauchten Ausdruck ׳ושפתה über dessen Dauer R. Elieser und R. Josua streiten. — Obwohl die Blutung während der Wehen auch in der Schmerzenspause bis zur Geburt andauerte, gilt sie nicht als Begleiterscheinung der Geburt, sondern verunreinigt als außergewöhnlicher Blutfluß."
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+ "Wie lange gilt ihre Schwergeburt. Wie lange vor der Geburt dürfen die Blutungen innerhalb der 11 Tage nach der Menstruationswoche angefangen haben, um schon als Begleiterscheinung der Geburt betrachtet zu werden.",
+ "? R. Meir sagt: sogar 40 und 50 Tage. 40 Tage bei einer gesunden Frau, 50 bei einer leidenden. — Wenn die Blutungen während dieses Zeitraumes in den 11 Tagen nach der Menstruationswoche begonnen haben, so gelten sie schon als Begleiterscheinung der Geburt und nicht als unreiner außergewöhnlicher Blutfluß. — Ob und inwiefern bei Andauern der Blutungen über die 11 Tage hinaus, Menstruationsunreinheit eintritt, ist strittig. Vgl. Nid. 37b und 38a und מגיד משנה להל׳ איסורי ביאה פ״ז ה״א, sowie מלאכת שלמה und משנה אחרונה zu unserer Mischna.",
+ "es muss ihr ihr Monat genügen. Nur Blutungen im neunten Monat der Schwangerschaft können als Begleiterscheinungen der Geburt betrachtet werden. Nach der im Talmud (Nid. 38a) angeführten Baraita bestreitet R. Jehuda im Namen R. Tarfons die in der vorigen Mischna ausgesprochene Ansicht, dass die Pause vor der Geburt die Blutung nicht als Begleiterscheinung der Geburt gelten lässt. Nach ihm wären Blutungen an den ersten Tagen des neunten Kalendermonats seit der Empfängnis rein, selbst wenn sie schon am letzten Tag des achten begannen מיעוט זיבה בח' רוב זיבה בט und die Geburt erst am Ende des Monats eintrat. Andererseits sind sie unreiner Blutfluß, wenn sie an den beiden letzten Tagen des achten Monats רוב זיבה בח' begannen, am ersten des neunten andauerten, auch wenn die Geburt schon am zweiten (vielleicht auch schon am ersten) stattfand.",
+ "eine Schwergeburt gilt nicht länger als zwei Wochen. Blutungen bei Wehen in den 11 Tagen nach der Menstruationswoche gelten nur dann nicht als Blutfluß, wenn sie innerhalb der letzten 14 Tage vor der Geburt begannen und sie selbst und die Wehen ohne die Pause bis zur Geburt anhalten. S. a. Anm. 35."
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+ "Wenn eine Frau innerhalb der 80 Tagen nach einer weiblichen Geburt eine Schwergeburt. Da sie vom 15. Tage nach der Geburt an durch das Tauchbad wieder rein wurde, und ihr der eheliche Verkehr gestattet war, konnte sie wieder schwanger werden.",
+ "rein. Denn bis zu Ende des 80. Tages sind die Tage der Reinheit.",
+ "bis das Embryo zur Welt kommt. Von dann an tritt die Unreinheit der Gebärerin ein.",
+ "Elieser erklärt für unrein. R. Elieser betrachtet auch in den Tagen der Reinheit Blutungen, die durch eine Frühgeburt veranlasst wurden, nicht als Blut der Reinheit. Vgl. a. Anm. 53.",
+ "wo für Blut in der Ruhe. Bei einer gewöhnlichen Schwergebärenden, die nicht kurz nach einer Geburt steht. S. Mischna 4.",
+ "die Erschwerung. החמיר ... הקל, wörtlich: er (der Schriftvers) hat erschwert … erleichtert.",
+ "für Blut der Schwergeburt. Wenn die Schmerzen ohne die Ruhepause bis zur Geburt anhalten.",
+ "die Erleichterung. החמיר ... הקל, wörtlich: er (der Schriftvers) hat erschwert … erleichtert.",
+ "Platz greift. Dass sie in den 11 Tagen nach der Menstruation rein ist; s. Mischna 4.",
+ "dass wir da. Vom 15. Tage bis zum Ende des 80. nach der weiblichen Geburt.",
+ "wo beim Blut der Ruhe. Das ohne Veranlassung durch eine Geburt auftritt.",
+ "die Erleichterung. Dass alle Blutungen als Blut der Reinheit betrachtet werden.",
+ "Dem durch einen logischen Schluss Gefolgerten. Der Bestimmung für das Blut der Schwergeburt in der Zeit vom 15. Tage bis zum Ende des 80.",
+ "genüge es. Zu דיו vgl. Bab. k. II, 5 und die dortigen Anmerkungen.",
+ "woraus es gefolgert wurde. Die Blutung bei einer gewöhnlichen Schwergeburt.",
+ "In welcher Hinsicht gilt für sie. Die Frau.",
+ "Hinsichtlich der Unreinheit vom Blutflusse. So dass sie vor ihrer Reinigung nicht 7 völlig reine Tage zählen muss.",
+ "Aber sie ist unrein durch die Unreinheit der Menstruierenden. So dass sie zwar nach der Blutung 7 Tage unrein ist, aber, auch wenn sie bis kurz vor Ende des siebten Tages Blutungen hatte, am Abend zum achten sich durch das Tauchbad reinigen darf. (Maimon.) — Nach Raschis (38b s. v. אימא) Auffassung meint R. Elieser, dass die Frau vom 15. Tage bis zum Ende des 80. durch Blutungen bei der Frühgeburt immer unrein wie eine Menstruierende wird, auch wenn die Blutung in den 11 Tagen nach der Menstruation begann„ Eigentlich sollte nach R. Elieser in den 80 Tagen nur die Blutung in der Menstruationswoche verunreinigen wie bei einer gewöhnlichen Schwergeburt; doch hat die Tora durch den Ausdruck תשב (Lev. 12, 5) den Unterschied zwischen Menstruationswoche und den folgenden 11 Tagen aufgehoben. Mit seinem דיי-Einwand wollte er nur die Ansicht der Weisen widerlegen, dass alle Blutungen, auch in der Menstruationswoche rein sind. Doch wollte er nicht die eigene begründen, dass auch die Blutungen in den 11 Tagen unrein sind. — Nach Ansicht R. Menachems erklärt R. Elieser nur die Blutungen in der Menstruationswoche für unrein, die in den 11 Tagen aber für rein. Es wäre dann nach R. Elieser kein Unterschied zwischen einer gewöhnlichen Gebärerin und einer Frau, die kurz nach einer Geburt eine Frühgeburt hat. Die Weisen erkennen grundsätzlich den דיו-Einwand an, meinen aber, durch den Ausdruck תשב habe die Tora für die Wöchnerin den Unterschied der verschiedenen Zeiten aufgehoben und auch Blutungen in der Menstruationswoche für rein erklärt. Vgl. Tos. Nid. 38b s. v. אימא."
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+ "Während aller 11 Tage. Nach den 7 Tagen der Menstruationswoche.",
+ "ist sie. Jede Frau.",
+ "in der Annahme der Reinheit. Und braucht sich nicht zu untersuchen, da in diesen Tagen nicht mit Blutungen zu rechnen ist; oder: da sie auf Blutungen in diesen Tagen hin ihre Periode nicht bestimmen kann. Vgl. Nid. 39 a.",
+ "Saß sie da. Nach Ablauf der 11 Tage. Jetzt sollte sie sich untersuchen, da mit der Möglichkeit einer Blutung zu rechnen ist.",
+ "War die Zeit ihrer Periode gekommen und sie hatte sich nicht untersucht. Obwohl sie sich später untersuchte, ohne Blut zu finden.",
+ "so ist sie unrein. Weil der Tanna annimmt, dass die Periode zu gewöhnlicher Zeit eingetreten war, ohne dass die Frau es bemerkte. S. a. תוי״ט z. St.",
+ "Aber die Tage des Flußleidenden. An den 7 reinen Tagen, die er nach Levit. 15, 13 vor dem Reinigungsbad zu zählen hat, muss er durch Untersuchung feststellen, dass er keinen Fluss hatte.",
+ "und der am Blutfluß Leidenden. Die vor ihrer Reinigung 7 blutfreie Tage gezählt haben muss.",
+ "die sich einen Tag entsprechend einem Tage beobachtet. Die nur an einem oder zwei Tagen in den 11 Tagen nach der Menstruationswoche Blutungen hatte und sich einen Tag beobachten muss, ob nicht wieder eine Blutung eintritt. Das Tauchbad darf sie allerdings schon nach Sonnenaufgang nehmen; vgl. Meg. II, 4.",
+ "sie sind in der Annahme der Unreinheit. S. a. weiter X, .3."
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+ "Bauchwand zur Welt kam. Zu יוצא דופן vgl. Preuß a. a. O., S. 492 ff, Preuß (S. 498) hält es für wahrscheinlich, dass unter יוצא דופן das durch die Operation der Bauchschwangerschaft, vielleicht auch des Kaiserschnittes, gewonnene Kind zu verstehen ist.",
+ "die Wartezeit der Tage der Unreinheit und der Tage der Reinheit. Vgl. III, Anm. 16, 17.",
+ "Aber seinetwegen ist man zum Opfer. Den Opfern, die die Wöchnerin nach Ablauf der Tage der Reinheit zu bringen hat; vgl. Levit. 16, 6 ff.",
+ "nicht verpflichtet. Die Opferpflicht tritt nur nach einer Geburt ein, bei der das Kind auf dem gleichen Wege zur Welt kam, auf dem die Befruchtung geschehen war, da es heißt אשה כי תזריע וילדה זכר (Lev. 12, 2) Nid. 40a.",
+ "es ist wie ein regelmäßig Geborenes. Auch hinsichtlich der Opferpflicht. Die nicht notwendige Wiederholung des Wortes תלד im Vs. 5 ואם נקבה תלד will die Pflicht zu den Opfern auch nach Geburt des יוצא דופן lehren. Nid. 40a und Raschi z. St.",
+ "Alle Frauen verunreinigen. Bei Blutung der Menstruation und der außergewöhnlichen Blutung, sowie bei Wiederherausgabe männlichen Samens. Nid. 41b; vgl, a. תוי ט zur Mischna. Ob auch bei der Geburt, vgl. Tos. zu Nid. 42b s. v. שהוציא und י תוס׳ רע״ק אות ב'.",
+ "im Vorraum. Nid. 41b erklärt R. Jochanan בית החיצון mit עד בין השנים bis zu den Zähnen, nach R. Jehuda erläutert den erklärenden Ausdruck der Baraita מקום דישה mit: מקום שהשמש דש soweit beim Verkehr das Glied reicht. Die Stelle בין השנים wird in der Baraita als כלפנים, also als nicht mehr zum בית החיצון gehörig bezeichnet. — בית החיצון ist wohl die Scheide (vgl. Preuß, S. 136 und Kazenelson S. 277) und בין השנים Ostium vaginae (Kazenelson). Vgl. hierzu Abschn. II, Anm. 30.",
+ "denn es heißt. Lev. 15, 19: Der Vers steht bei der Menstruierenden, gilt aber auch für die außergewöhnliche Blutung; vgl. Raschi zu Nid. 41b.",
+ "wenn ihre Unreinheit nach außen gedrungen ist. Bei ihnen heißt es: wenn er flussleidend von seinem Körperteil wird (Lev. 15, 2) und: wenn von ihm Samenerguss abgeht (Lev. 15, 16). Nid. 35b und Tosefta Sabim II, 4 werden Unterschiede zwischen den beiden Ausflüssen angegeben; u. a. ist der Ausfluss des Flussleidens wie verdorbenes Eiweiß, der der Pollution wie unverdorbenes Eiweiß."
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+ "dass seine Glieder erbebten. Durch die Ablösung von Samen.",
+ "soll man das Glied halten. Um den Austritt des Samens aus dem Gliede aufzuhalten. Nur in diesem Falle ist das Festhalten des Gliedes gestattet, weil der Samen sich bereits abgelöst hatte (Nid. 43a). S. a. Abschnitt II, 1.",
+ "und die Hebe hinunterschlingen. Um möglichst die Hebe hinterzuschlucken, bevor der Samen aus dem Gliede heraustritt.",
+ "Auch verunreinigen sie. Die Ende Mischna 1 Genannten, die Menstruierende, der Flussleidende und, wer Pollution hatte.",
+ "bei jedem Quantum. Von Fluss oder Samen, das sie verlieren. Der Samen selbst verunreinigt erst im Quantum einer Linse (Nid. 43 b)."
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+ "Ein Mädchen von einem Tage kann. Wörtlich: wird verunreinigt, wenn es nämlich eine Blutung hat.",
+ "mit zehn wegen des Blutflusses. Wenn es durch eine Blutung am Tage der Geburt Menstruierende wurde und nach Ablauf der 7 Tage der Menstruation am 8., 9. und 10. Tage weitere Blutungen hatte.",
+ "Ein Knabe von einem Tage kann. Wörtlich: wird verunreinigt, wenn er nämlich Samenfluss (vgl. Anm. 9), oder Aussatz hat, oder durch einen Toten verunreinigt wurde. Die beiden letzten Fälle gelten ebenso für ein Mädchen; s. a. Raschi Nid. 44a s. v. אדם.",
+ "verpflichtet zur Schwagerehe. Selbst wenn er erst unmittelbar vor dem Tode des kinderlos verstorbenen Bruders geboren war; vgl. Deut. 25, 5.",
+ "und befreit von der Schwagerehe. Selbst wenn er als einziges Kind nach dem Tode des Vaters geboren war und nur einen Augenblick gelebt hat. Vgl. Jeb. 35 b f. Allerdings befreit ein nachgeborenes vor 30 Tagen verstorbenes Kind nur dann völlig von den Pflichten der Schwagerehe, wenn es ganz sicher volle 9 Monate ausgetragen war. Sonst muss die Chaliza vollzogen werden. Vgl. Maimonides הל׳ יבום והליצח פ״א ה״ה. Die gleiche Bestimmung gilt für ein Mädchen.",
+ "Er lässt von der Priesterhebe genießen. Wenn ein Priester seine nicht als Priestertochter geborene Witwe kinderlos, aber in Hoffnung zurücklässt, und sie gebiert ein Kind — Knabe oder Mädchen —, so darf sie sofort nach Ablauf der Geburtsunreinheit wieder Priesterhebe genießen. Vgl. Jeb. 69 b und Maim. הל' תרומה פ''ו הל׳ י''ב",
+ "und macht zur Hebe unfähig. Ein verstorbener Priester hat von einer ihm erlaubten Frau Kinder hinterlassen, aber auch eine Witwe, die von einem früheren Mann geschieden war, die er also nicht hätte heiraten dürfen (vgl. Levit. 21, 14) und deren etwaige Kinder als Entweihte חללים keine Priesterabgaben genießen dürfen (vgl. Maim. הל איסורי ביאה פי״ט הל' י'). Diese Witwe war beim Tode des Priesters in Hoffnung und hat einen Sohn geboren, so ist dieser vom Augenblick seiner Geburt an erbberechtigt, hat also Anteil an den zur Erbschaft des Priesters gehörenden Knechten. Da der Sohn der früher Geschiedenen selbst keine Priesterhebe genießen darf, dürfen es auch nicht seine Knechte. Hierdurch macht er es den ihm und seinen legitimen Brüdern gemeinsam gehörenden Knechten unmöglich, Priesterhebe zu genießen. Dasselbe würde-auch für ein nachgeborenes Mädchen gelten, wenn der Priester keine Söhne hinterlassen hätte, sie also erbberechtigt wäre. — Die Mischna spricht nicht von dem einfachen Fall, dass eine bisher kinderlose Priestertochter von einem Nichtpriester verwitwet, aber in Hoffnung war und nun einen Sohn geboren hat, dass sie dann mit Rücksicht auf diesen Sohn nicht wieder Priesterhebe essen darf; denn die verwitwete Priestertochter, die in Hoffnung ist, darf auch vor der Geburt keine Hebe essen (Nid. 44a).",
+ "Er erbt und lässt erben. Wenn eine Witwe nach der Geburt des Kindes stirbt, so ist dieses ihr Erbe. Stirbt dann das Kind, so lässt es seine Brüder väterlicherseits erben, obwohl sie von einer anderen Mutter sind. — Wenn aber das Kind vor der Mutter stirbt, so erbt die Familie der Mutter. Vgl. Nid. 44 und Maim.",
+ "ist schuldig. הל נחלות פ''א הל' י״ב י''ג) Wer selbst ein neugeborenes Kind mordet, ist Todes schuldig, allerdings nur, wenn es sicher erst neun volle Monate nach der Empfängnis geboren war, also als sicher lebensfähig zu gelten hatte. Vgl. Nid. 44b und Maim. ״הל׳ רוצח פ׳׳ב ה״ו — Über Zerstückelung eines noch ungeborenen Kindes zur Rettung der Mutter s. Ohalot VII, 6; Maim. הל׳ רוצח פ''א ד''ט; Choschen Mischpat 425, 2.",
+ "Familienmitglied. So dass sie bei seinem Tod die Trauerpflichten zu erfüllen haben, allerdings nur, wenn er sicher erst volle neun Monate nach der Empfängnis geboren war, sonst erst vom 31. Tage nach der Geburt an. Nid. 44b und Bechor 49a. Zum Ausdruck חתן vgl. Exodus 4, 25 f. und Ibn. Esra das., der im Namen des R. Schemuel ben Chofni schreibt ומנהג הנשים לקרוא לבן כאשר יומל חתן. Danach bedeutet hier חתן שלם ein richtiges, völlig ausgebildetes Kind, das seiner Körperbeschaffenheit nach schon zur Beschneidung geeignet wäre. S. a. תוי''ט zu unserer Stelle und Aruch completum s. v. חתן a. E., und Gesenius-Buhl s. v. חתן"
+ ],
+ [
+ "Ein Mädchen von drei Jahren. Nach völlig beendetem 3. Jahre, vom ersten Tage des 4. Lebensjahres an. Nid. 44b und Maim. הל׳ אישות פ''ג הל׳ י''א.",
+ "wird durch Beiwohnung geehelicht. Falls der Vater es einem Manne zur Ehe übergeben hatte. S. a. Kid. I, 1 und II, 1. — Die Beiwohnung eines Mädchens von drei Jahren gilt in jeder Hinsicht als richtige Beiwohnung.",
+ "Und wenn der Schwager ihr beiwohnt. Der Bruder ihres kinderlos verstorbenen Mannes.",
+ "hat er sie sich zugeeignet. Als Gattin.",
+ "einer Ehefrau schuldig. Wenn der Vater das Mädchen verheiratet hatte, so gilt seine Schändung als vollkommener Ehebruch, so dass der Missetäter des Todes schuldig ist.",
+ "Auch verunreinigt es seinen Gatten. Wenn es wegen Menstruation (als נדה) oder außergewöhnlicher Blutung (als זבה) unrein ist und ein Mann wohnt ihr bei, so verunreinigt das Beiwohnen auch den Mann für 7 Tage (vgl. Levit. 15, 24 u. Nid. 73a). — Ist das Mädchen aber jünger, so kann das Beiwohnen als solches nicht verunreinigen. Doch verunreinigt das Mädchen durch Berührung für einen Tag (Raschi).",
+ "so dass er sein unterstes Lager verunreinigt. S. Abschnitt IV, Anm. 3 u. 4.",
+ "wie die Oberdecke. S. Abschnitt IV, Anm. 3 u. 4.",
+ "kann es Hebe genießen. Auch das israelitische Mädchen darf nach Heirat mit einem Priester Hebe essen. — Vor zurückgelegten 3 Jahren darf es die Hebe nicht essen, auch wenn sein Vater es mit dem Priester verheiratet hatte, da es dann nur als Verlobte, nicht als richtige Ehefrau gilt (תוספות חדשים).",
+ "Wohnte ihm ein Untauglicher. Jemand, der keine Israelitin heiraten darf, z. B. ein Nichtjude oder ein nichtjüdischer Sklave; vgl. Jebam. 68a.",
+ "so macht er es zum Priestertum. Zur Ehe mit einem Priester und zum Genuss der den Priestertöchtern und Frauen erlaubten Priesterabgaben. Vgl. Jebam. 68a. Raschi s. v. פסלוה und Maim. הל׳ איסורי ביאה פי״ח הל׳ ג׳.",
+ "genannten Verwandten. Denen es bei Todesstrafe verboten ist, ihm beizuwohnen, z. B. der Vater oder Schwiegervater.",
+ "es selbst aber ist straffrei. Weil es als minderjährig noch nicht straffähig ist.",
+ "Bei einem geringeren (Alter. Als 3 Jahre und 1 Tag.",
+ "als ob man einen Finger ins Auge legt. Es tränt wohl, erholt sich aber wieder, als wäre nichts gewesen. Ebenso ist der Verkehr mit einem jüngeren Mädchen ohne dauernde Folgen. (Maimon.)"
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Knabe von 9 Jahre und einem Tage. Von diesem Alter an hat sein Beiwohnen Bedeutung.",
+ "seiner Schwägerin. Der Witwe seines kinderlos verstorbenen Bruders.",
+ "so hat er sie sich zugeeignet. Dass sie insofern als seine Ehefrau gilt, dass kein anderer Bruder mehr an ihr die Schwagerehe vollziehen kann. Vgl. Jebam. X, 8 und Jeb. 96a. Nach Raschi erwirbt er auch die Güter des verstorbenen Bruders. Vgl. hierzu תויט",
+ "einen Scheidebrief geben. Wenn er sie später von sich scheiden will. Wenn er ihr dann als Volljähriger nochmals beigewohnt hat, gilt sie vollkommen als seine Ehefrau, so dass der Scheidebrief allein zur endgültigen Trennung genügt. — Hat er ihr als Volljähriger nicht beigewohnt, so muss neben dem Scheidebrief der Chalizaakt vollzogen werden. Nid. 45a.",
+ "Er verunreinigt wegen einer Menstruierenden. Wenn er ihr als Menstruierenden beiwohnt, ist es hinsichtlich seiner Verunreinigung ebenso, als wäre er erwachsen.",
+ "eines Flußleidenden. S. Abschnitt IV, Anm. 3 u. 4.",
+ "Er macht untauglich. Falls er seiner Abstammung nach keine Israelitin heiraten darf, macht er durch die Beiwohnung eine Priestertochter oder -frau unfähig, Priesterhebe zu genießen. S. o. Anm. 33 u. 34.",
+ "lässt aber die Priesterhebe nicht genießen. Wenn er ein Priester ist und heiratet eine Israelitin (Maim. u. Bart.) oder wohnte der israelitischen Witwe des kinderlos verstorbenen Bruders bei (Raschi), so gilt die Frau seinetwegen noch nicht als Priesterfrau, dass sie Hebe essen dürfte.",
+ "Er macht ein Tier untauglich für den Altar. Wenn er mit einem Tiere Unzucht trieb, ist es untauglich zum Opfer, obwohl nur ein Zeuge oder der Eigentümer des Tieres es bezeugt. Vgl. Temura 28a und Sebach. VIII, 1. S. a. die nächste Anm.",
+ "und es wird seinetwegen gesteinigt. Wenn zwei gültige Zeugen bezeugen, dass der Knabe Unzucht mit dem Tier trieb. Aber auf Aussage eines Zeugen oder des Eigentümers wird das Tier nicht gesteinigt.",
+ "genannten Verwandten. Z. B. der Mutter oder Schwester.",
+ "Er ist aber straffrei. Als Minderjähriger."
+ ],
+ [
+ "Bei einem Mädchen von 11 Jahren und einem Tage werden die Gelübde geprüft. Ob sie die Bedeutung des Gelübdes versteht; nur dann ist das Gelübde gültig.",
+ "Bei einem Mädchen von 12 Jahren und einem Tag sind die Gelübde gültig. Auch ohne weitere Prüfung, selbst wenn das Mädchen von 12 Jahren und 1 Tag (bezw. der Knabe von 13 J. u. 1 T.) erklärt, die Bedeutung des Gelübdes nicht verstanden zu haben. Nach Maimon. ׳הל׳ נדרים פי''א ה״ג und Komment, ed. Dérenb. ist beim Mädchen von 12 Jahren und 1 Tag und beim Knaben von 13 J. u. 1 T. nicht nötig, dass sie bereits 2 Haare an den Genitalien haben. In den dem Talmud beigedruckten Kommentar des Maimonides und nach Bart, ist das Vorhandensein zweier Haare Vorbedingung; so ergibt sich nach unserer La. auch aus Nid. 47a; s. a. משנה למלך הל׳ נדרים פי׳׳ג הל׳ ג׳.",
+ "man prüft während des ganzen zwölften Jahres. Selbst wenn das Mädchen in den ersten 30 Tagen des zwölften Jahres (bezw. der Knabe im dreizehnten Jahre) die Bedeutung des Gelübdes nicht kannte, muss man bis zu Ende des 12. (bezw. 13.) Jahres immer wieder prüfen. So erklären nach Nid. 46b Maim, in dem Talmud beigedruckten Kommentar und Bert. Maim. ed. Dérenb. und הל׳ נדרים פי׳׳א הל ג׳ erklärt: auch wenn sie zu Beginn des 12. (13.) Jahres die Bedeutung kannten, muss man bei späteren Gelübden während des ganzen Jahres immer wieder prüfen. — S. a. בית יוסף לטור י''ד סי׳ רל''ג.",
+ "werden die Gelübde geprüft. Ob er die Bedeutung des Gelübdes versteht; s. a. Anm. 50.",
+ "Bei einem Knaben von 13 Jahren und einem Tage sind die Gelübde gültig. Auch ohne weitere Prüfung, selbst wenn das Mädchen von 12 Jahren und 1 Tag (bezw. der Knabe von 13 J. u. 1 T.) erklärt, die Bedeutung des Gelübdes nicht verstanden zu haben. Nach Maimon. ׳הל׳ נדרים פי''א ה״ג und Komment, ed. Dérenb. ist beim Mädchen von 12 Jahren und 1 Tag und beim Knaben von 13 J. u. 1 T. nicht nötig, dass sie bereits 2 Haare an den Genitalien haben. In den dem Talmud beigedruckten Kommentar des Maimonides und nach Bart, ist das Vorhandensein zweier Haare Vorbedingung; so ergibt sich nach unserer La. auch aus Nid. 47a; s. a. משנה למלך הל׳ נדרים פי׳׳ג הל׳ ג׳.",
+ "man prüft während des ganzen dreizehnten Jahres. Selbst wenn das Mädchen in den ersten 30 Tagen des zwölften Jahres (bezw. der Knabe im dreizehnten Jahre) die Bedeutung des Gelübdes nicht kannte, muss man bis zu Ende des 12. (bezw. 13.) Jahres immer wieder prüfen. So erklären nach Nid. 46b Maim, in dem dem Talmud beigedruckten Kommentar und Bert. Maim. ed. Dérenb. und הל׳ נדרים פי׳׳א הל ג׳ erklärt: auch wenn sie zu Beginn des 12. (13.) Jahres die Bedeutung kannten, muss man bei späteren Gelübden während des ganzen Jahres immer wieder prüfen. — S. a. בית יוסף לטור י''ד סי׳ רל''ג.",
+ "Vor diesem Zeitpunkte. Vor Beginn des 12. Lebensjahres des Mädchens oder des 13. des Knaben.",
+ "ihre Heiligung nicht als Heiligung. Wenn sie einen Gegenstand dem Heiligtum weihen.",
+ "Nach diesem Zeitpunkte. Nach Beginn des 13. Mädchenjahres oder des 14. Knabenjahres.",
+ "zu wem wir die Heiligung aussprachen. Da sie dann als vollkommen erwachsen gelten. Bei Erwachsenen gilt solche Erklärung nicht als Grund, das Gelübde als ungültig zu betrachten. — Nur wenn ein Erwachsener irrsinnig ist, wird sein Gelübde als nichtig betrachtet (Raschi)."
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+ "Die Weisen gebrauchten für die Frau ein Gleichnis. Zum Ausdruck der verschiedenen Phasen der körperlichen Entwickelung.",
+ "unreife. פגה unreife Frucht, insbesondere: unreife Feige. Vgl. I. Löw, Flora der Juden I, S. 237, und Goldmann in R. E. J. 1911, S. 223.",
+ "heranreifende. ביחל ist eine weitere Stufe des Reifens; vgl. Schebiit IV, 7. S. a. Löw und Goldmann a. a. O.",
+ "und reife Frucht. צמל, Tosefta ed. Zuckerm. Nid. VI, 647 hat צמיל; danach liest Löw צמל. Dem Zusammenhang nach ist צמל die reife Frucht. Zur Etymologie s. Löw a. a. O.",
+ "In beiden Stadien. Wörtlich: in diesem und in diesem. — T. hat אמרו und bezieht das Folgende auf Ketub. IV, 4. — Bis zum Ende des 12. Lebensjahres gilt jedes Mädchen als Kind. Besitzt es bei Beginn des 13. Jahres die Pubertätshaare (s. o. Anm. 51), so gilt es von nun an 6 Monate lang als heranreifende Frau נערה. Zeigen sich die Haare erst später, so werden die 6 Monate von dem Tage gerechnet, an dem die Haare sichtbar wurden. Nach Ablauf der 6 Monate gilt das Mädchen als reife Frau בוגרת. So ist es bei normaler Entwicklung. Vgl. hierzu und zur anormalen Entwicklung Maim. הל׳ אישות פ״ב הל׳ א׳ עד ה nebst Kommentatoren und Maimonides Kommentar zu Ket. III, 8. — Nach נדי׳א beziehen sich die 3 Stufen פגה בוחל צמל auf ein Mädchen von 12 J. und 1 Tag, das noch keine Pubertätshaare hat.",
+ "hat ihr Vater Recht an ihrem Funde. Was das Mädchen in diesem Alter findet oder verdient, gehört dem Vater.",
+ "ihrer Hände Arbeit. Was das Mädchen in diesem Alter findet oder verdient, gehört dem Vater.",
+ "und der Zerstörung ihrer Gelübde. Der Vater hat das Recht, die Gelübde seiner Tochter bis zu diesem Alter für ungültig zu erklären. Vgl. Num. 30, 4ff."
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+ [
+ "Welches sind ihre Anzeichen. Nach Raschi für die Phase der völligen Reife צמל, nach Tosaf. s. v. איזהו u. Maim. הל׳ אישות פ׳׳ב ח׳ für die Phase der reifenden Frau ׳בוחל weil hierzu Abschnitt VI, 1 besser paßt; s. a. א״ר.",
+ "wenn sich unter der Brust eine Falte zeigt. Wenn die Brustwarze so groß ist, dass sich unter ihr eine Falte zeigt, wenn die Frau die Arme nach hinten hält.",
+ "wenn die Brüste sich neigen. Nach vorn neigen. Das ist später als das Sichtbarwerden der Falte.",
+ "einsinkt und nur langsam sich wieder aufrichtet. Nur wenn alle hier angegebenen Merkmale eingetreten sind, gilt die Frau als zweifellos völlig erwachsen. Aber auch bei einem ist sie in erschwerender Hinsicht als erwachsen zu betrachten. S. a. Maim. הל׳ אישות פ׳׳ב הל׳ ז׳ ח׳."
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+ "Wenn eine Zwanzigjährige. Nach R. Jose ben Kippar (Nid. 47b) ist hiermit eine Frau von 19 Jahren und 30 Tagen gemeint. S. a. Maim. דל׳ אישות פ׳׳ב הל׳ ד׳ und die Kommentare.",
+ "noch nicht zwei Haare. Pubertätshaare an den Genitalien.",
+ "soll sie Beweis bringen. Damit sie von der Schwagerehe bezw. Chaliza frei ist.",
+ "dass sie zwanzigjährig und. Dass sie außerdem die Merkmale der Ailonith hat. So Maim. und Bert., entsprechend der Erklärung von Rab zu בן עשרים שנה (Nid. 47b) והוא שנולדו בו סימני סריס. Wenn sie nicht die Merkmale der Ailonith aufweist, gilt sie bis zur Vollendung des 35. Jahres noch als Kind.",
+ "dass sie Ailonit. אילונית wörtlich: weiblicher Widder, Ausdruck für gebärunfähige Frau. Maim. הל׳ אישות פ״ב zählt nach Jeb. 80 b die Merkmale der Ailonith auf; vgl. hierzu Preuß, S. 261.",
+ "noch wird an ihr die Schwagerehe vollzogen. Obwohl ihr Mann kinderlos gestorben war, da die Bestimmung für Schwagerehe oder Chaliza nur für eine gebärfähige Frau gelten. Vgl. Sifre zu Deut. 25, 6 אשר תלד פרט לאילונית Sie kann daher ohne weiteres sich wieder verheiraten. (Raschi zu Mischna)",
+ "Wenn eine Zwanzigjähriger. Von 19 Jahren und 30 Tagen; s. Anm. 69.",
+ "noch nicht zwei Haare hat. Pubertätshaare an den Genitalien.",
+ "Beweis bringen. Um nicht den Chalizaakt an sich vollziehen zu lassen תוי׳׳ט. T. hat יביאו sie (die Verwandten der Frau) sollen den Beweis bringen, damit die Frau von der Schwagerehe, bezw. dem Chalizaakt befreit ist.",
+ "dass er zwanzigjährig ist und. Vgl. Anm. 72.",
+ "dass er die Merkmale eines Saris. Eigentlich Verschnittener. Hier ist aber סריס חמה oder סריס שמים, ein von Natur nicht Zeugungsfähiger verstanden. Vgl. Jeb. 80b. Dort und nach dort bei Maim. הל׳ אישות פ״ב הל׳ ס״ג werden die Merkmale aufgezählt. S. a. Preuß, S. 259.",
+ "noch vollzieht er die Schwagerehe. Obwohl der kinderlos verstorbene Bruder eine Witwe hinterließ. Vgl. Sifre zu Deut. 25, להקים לאחיו פרט לסריס.",
+ "beide. Wörtlich: dieser und dieser, d. h. Mann und Frau, können schon als Achtzehnjährige Saris bezw. Ailonit sein."
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+ "Ist das untere Zeichen. Die beiden Pubertätshaare.",
+ "während das obere. Die sich ausbildenden Brüste der heranreifenden Frau (״בוחל) Vgl. Abschnitt V, 7. S. a. dort Anm. 65. Nach der Auffassung von Tos. Nid. 47a s. v. איזהו bezieht sich unsere Mischna auf V, 8s.",
+ "so kann sie den Chalizaakt vollziehen oder die Schwagerehe kann an ihr vollzogen werden. Weil sie bereits als Erwachsene gilt, obwohl das unverheiratete Mädchen mit 12 Jahren und 1 Tag als Na’ara noch unter Botmäßigkeit des Vaters steht. Vgl. Abschn. V, 7 und Anm. 62—64.",
+ "obwohl es unmöglich ist. Nach Ansicht der mit R. Meir streitenden Weisen unmöglich ist; sie meinen: wenn das obere Zeichen vorhanden ist, so müssen auch die Pubertätshaare gewachsen sein. Und wenn sie nicht auffindbar sind, so sind sie sicher ausgefallen. Nach R. Meir kann die Ausbildung der Brüste den Pubertätshaaren vorangehen, gilt aber allein nicht als Zeichen des Erwachsenseins.",
+ "noch kann die Schwagerehe an ihr vollzogen werden. Da die junge Frau nach R. Meir noch nicht als erwachsen gilt (s. die vorige Anm.) und nach R. Meirs Auffassung Schwagerehe und Chalizaakt bei der nicht erwachsenen Frau nicht angehen. (Jebam. 105b).",
+ "sie kann den Chalizaakt vollziehen oder die Schwagerehe kann an ihr vollzogen werden. Da sie sicher erwachsen ist; s. a. Anm. 4. — Wäre sie nicht erwachsen, so könnte nach Ansicht dieser Weisen wohl die Schwagerehe, aber nicht der Chalizaakt vollzogen werden. (Tos. Nid. 48a s. v. (וחכ״א).",
+ "wenn das untere nicht gekommen ist. An sich ist hier die Begründung nicht mehr nötig, da die Ansicht der Weisen oben bereits als verwahrende Parenthese in die Worte R. Meirs eingeschoben wurden. Doch stehen sie hier oder sind sie gelassen, um die Ansicht R. Meirs, für die Schriftverse zur Bekräftigung angeführt werden können (Nid. 48a) als nicht maßgebend zu bezeichnen, oder auch, um den Übergang zu den folgenden Mischnajot zu bilden (Nid. 49a)."
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+ "Ähnlich. Wie mit dem Verhältnis zwischen dem Sichtbarwerden des unteren und oberen Zeichens der körperlichen Reife.",
+ "lässt auch ausfließen. Wenn die Öffnung des Loches so groß ist, dass durch sie eine Flüssigkeit einfließen kann, so lässt sie sie gewiss auch ausfließen. — Man kann es in folgender Weise prüfen: man legt das gelöcherte Gerät in ein größeres, mit Wasser gefülltes. Wenn in das kleinere Wasser eindringt, so ist die Öffnung des Loches groß genug, um Wasser einzulassen.",
+ "Manches. Bei manchem Gerät lässt die kleinere Öffnung wohl ausfließen, aber nicht einfließen. — Ein irdenes Gerät, dessen Loch Wasser einlässt, gilt nicht mehr als Gerät, in dem man das Reinigungswasser durch Einschütten der Asche der roten Kuh weihen kann; vgl. Para V, 5 und Maim. הל׳ פרה פ׳׳ו ה׳׳ו. Falls es nur für Flüssigkeit diente, verliert es durch solches Loch die Fähigkeit, unrein zu werden oder zu bleiben; vgl. Kelim III, 1 und Maim. הל׳ כלים פ׳ י״ט ה״א. Ist das Loch aber nur so groß, dass es Wasser ausfließen lässt, so kann das Gerät zum Weihen des Reinigungswassers benutzt werden und behält auch die Fähigkeit, unrein zu werden oder zu bleiben. Nur ein bereits beschädigtes irdenes Gerät גסטרא verliert schon durch ein kleines Loch, das Wasser aus-, aber nicht einfließen lässt, den Charakter eines Gerätes. Vgl. Kelim. IV, 2, 3, Raschi zu Sabb. 95b. Maim. a. a. O.",
+ "hat auch die des Knochens. Ein überzähliger Finger oder Zeh mit Nagel gilt als Glied, so dass er — getrennt vom lebenden oder toten Menschenkörper — die Zeltunreinheit eines toten Gliedes verbreitet, ohne eine Mindestgröße haben zu müssen; vgl. Ohal. I, 7. Er verunreinigt aber auch des gerstenkorngroßen Knochens wegen durch Berührt- und Getragenwerden.",
+ "aber nicht die des Nagels. Falls der überzählige Finger nicht in der Reihe der anderen Finger stand, verunreinigt er ohne Nagel nicht durch Zeltunreinheit, sondern nur wegen des Knochens durch Berührt- und Getragenwerden und nur nach rabbinischer Anordnung; vgl. Tos. Nid. 49 b s. v. יש und Maim. הל׳ טומאת מת פ׳ ב ה״ז. — Stand aber der nagellose überzählige Finger in der Reihe der anderen Finger, oder ist an ihm Fleisch von Olivengröße, so verunreinigt er auch durch Zeltunreinheit. (Raschi z. St.) — Siehe zur Übersetzung und Erklärung der Mischna מ״׳א."
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+ "Alles was durch Darauftreten unrein wird. Jedes Gerät, das durch Herauftreten, Sitzen und Liegen eines Flußleidenden und ähnlicher Unreiner den schweren Grad der Unreinheit אב הטומאה erhält (vgl. Vorbemerk. zu Kelim § 29ff).",
+ "aber nicht durch Darauf treten. Geräte, die nicht zur Unterlage eines Menschen bestimmt sind, z. B. ein umgestülptes Hohlmaß. Würde sich jemand darauf stellen, so würde der, der es benutzen will, ihn auffordern, aufzustehen עמוד ונעשה מלאכתנו — Solch Gerät erhält als Unterlage des Flußleidenden nicht den schweren Grad der Unreinheit, sondern nur durch seine Berührung den leichteren Grad ולד הטומאה. Durch einen Toten wird es aber unrein schweren Grades. (Nid. 49a Raschi)."
+ ],
+ [
+ "bei Lebensstrafsachen Richter zu sein. Vgl. Sanh. IV, 2.",
+ "bei Geldstrafsachen zu richten. Z. B. ein Bastard aus einer bei Todesstrafe verbotenen Ehe; vgl. Jebam. IV, 13. Er darf bei Geldprozessen Richter sein, aber nicht bei Lebensstrafprozessen. Betreffs des Proselyten s. Sanh. 36 u. Tos. s. v. חדא und Raschi zu Jeb. 102a s. v. גר Maim. הל׳ סנה׳ פ׳׳ב ט׳.",
+ "Richter zu sein. Auch ein Einäugiger, der nach R. Meirs Ansicht nicht Richter, aber Zeuge sein kann. Aber nach Ansicht der Weisen darf ein Einäugiger in Geldsachen Richter sein. Vgl. Maim. הל׳ סנהדרין פ''ב ה''ט. S. a. Tos. Nid. 50 a s. v. ור׳ מאיר."
+ ],
+ [
+ "Was zu den Zehnten pflichtig. Vgl. Maasrot I, 1. Die Zehnten sind der erste Zehnte, der zweite und der Armenzehnte; die a. a. O. aufgezählten Bedingungen gelten auch für die Verpflichtung. die Priesterhebe abzuscheiden.",
+ "nimmt Speiseunreinheit. Vgl. Vorbemerkung zu Kelim § 17.",
+ "ist aber nicht zu den Zehnten pflichtig. Z. B. Fleisch, Fische, Eier."
+ ],
+ [
+ "Was zur Pea pflichtig ist. D. h. die Fruchtarten, die nicht ganz abgeerntet werden dürfen, da von ihnen ein Rest an der Ecke פאה für die Armen gelassen werden muss (Lev.19, 9); vgl. Pea I, 4.",
+ "aber nicht zur Pea pflichtig. Früchte, wie Feigen, die nicht gleichzeitig abgeerntet werden, oder solche Krautarten, die man nicht aufhebt. Sie sind der Zehntenpflicht unterworfen, aber nicht der Eckenpflicht; vgl. Maasrot und Pea a. a. O."
+ ],
+ [
+ "Was zum Erstling der Schur verpflichtet. Schafe, deren erste Schur dem Priester gegeben werden muss (Deut. 18, 4);vgl. Chul. XI, 1.",
+ "abgaben. Dass von ihm der rechte Vorderfuß, der Kinnbacken — mit der Zunge — und der Magen dem Priester gegeben wird (Deut. 18, 3).",
+ "Manches ist zu den Abgaben verpflichtet und nicht zum Erstling der Schur verpflichtet. Ziegen und Rinder, von denen der Priester die gen. Abgaben erhält, aber nichts von ihren Haaren."
+ ],
+ [
+ "bei dem die Pflicht des Wegschaffens angeht. Die Pflicht, die im Erlassjahre von selbst gewachsenen Baumfrüchte und von selbst gewachsenen Gemüsearten aus dem Hause zu schaffen, sobald von ihrer Art sich auf dem Felde nichts mehr findet (Nid. 51b und Pes. 52b, s. d. Raschi und Tos.).",
+ "des siebten Jahres. Das Verbot, mit den Früchten Handel zu treiben oder sie minderwertig zu benutzen (vgl. Maim. הל שמטה ויובל פ״ה).",
+ "aber nicht die Pflicht des Wegschaffens. Solche von selbst gewachsenen Gemüsearten, die im Winter und Sommer sich auf dem Felde finden. Für sie geht die Heiligkeit der Früchte des Erlassjahres an, ohne dass sie der Pflicht des Wegschaffens unterliegen; Nid. 51b, s. aber Schebiit VII, 7 und תוי״ט z. St."
+ ],
+ [
+ "hat Flossen. Ist also ein erlaubter Fisch (Levit. 11, 9) selbst wenn man die Flossen nicht sieht. Entweder würden sie noch wachsen, oder sie sind abgefallen. (Chul. 66a/b).",
+ "aber keine Schuppen. Ist also ein verbotener Fisch.",
+ "hat gespaltene Klauen. Findet man ein unbekanntes Tier mit Hörnern, dem die Füße fehlen, darf man annehmen, dass es gespaltene Klauen hatte, also erlaubt ist. — טלפים bedeutet: gespaltene Klauen (Raschi zu Nid. 51b). — Nach Raschi zu Chul. 59b und Tos. 59a/b s. v. אלו bezieht sich unsere Mischna auf die Bestimmungen des Wildes, dessen Fett im Gegensatz zu dem der Haustiere erlaubt ist. קרנים sind dann die besonders geformten Hörner des Wildes (Chul. 59b) טלפים seine besonders geformten Klauen. S. a. תוי׳׳ט und מלאכת שלמה.",
+ "aber keine Hörner. Das Schwein. Die gespaltenen Klauen sind kein Beweis für Hörner (Raschi zu Nid. 51b). Nach Raschi und Tos. zu Chul. 59 sind die besonderen wildartigen Klauen kein Beweis für wildartige Hörner. S. a. die vorige Anm."
+ ],
+ [
+ "den Segenspruch verlangt. Z. B. Speisen, von denen man zumindest soviel wie eine Olive gegessen hat.",
+ "verlangt vorher den Segenspruch. Vor und nach ihrem Genuss ist ein Segenspruch zu sprechen.",
+ "verlangt ihn nicht nachher. Z. B. Wohlgerüche und die meisten Gebote wie Zizit, Schofar, Sukka."
+ ],
+ [
+ "die zwei Haare. Pubertätshaare an den Genitalien, und die volle 12 Jahre alt ist. S. Maim. הל׳ אישית פ''ב ה''א.",
+ "oder es kann an ihr die Schwagerehe vollzogen werden. Da sie als vollkommene Erwachsene gilt. — Die besondere Hervorhebung ihrer Fähigkeit soll nur die Ansicht ausschließen, die den Chalizaakt auch von einer nicht erwachsenen Frau für gültig erklärt.",
+ "der zwei Haare. Die Pubertätshaare, und der volle 13 Jahre alt ist. Maim. הל׳ אישות פ''ב ה''י und הל׳ ממרים פ׳׳ז ה״ה.",
+ "Er kann ungehorsamer und widerspenstiger Sohn werden. Die Bestimmungen des ungehorsamen und widerspenstigen Sohnes (Deut. 21, 18ff.) können bei ihm angewandt werden. S. a. Sanh. VIII.",
+ "nachdem er zwei Haare hevorbrachte. Die Bestimmungen des ungehorsamen und widerspenstigen Sohnes (Deut. 21, 18ff.) können bei ihm angewandt werden. S. a. Sanh. VIII.",
+ "bis der Bart. Das Haar an den Genitalien. Die angegebene Zeitspanne kann höchstens 3 Monate umfassen. Ist das Haar schon vorher herumgewachsen, so gelten die Bestimmungen nicht mehr. (Sanh. 69a.)",
+ "die Weisen haben hier nur in einer dezenten Ausdrucksweise gesprochen. Mit dem Worte התחתון beginnt wohl die redaktionelle Bemerkung zur Erklärung des ungewöhnlichen Ausdruckes זקן für das Haar an den Genitalien Zum Wort אלא ist sinngemäß etwa ein Satz wie ולא אמרו זקן zu ergänzen.",
+ "die zwei Haare hervorbrachte. Pubertätshaare an den Genitalien, und die volle 12 Jahre alt ist. S. Maim. הל׳ אישית פ''ב ה''א.",
+ "kann sich nicht weigern. Wenn eine unmündige Waise von ihrer Mutter oder ihrem Bruder mit ihrem Einverständnis verheiratet war, gilt die Ehe nur nach rabbinischer Vorschrift md kann durch Weigerung der jungen Frau (מיאון) gelöst werden. Vgl. Jeb. XIII, 1, 2. Dasselbe gilt auch für eine „Waise bei Lebzeiten des Vaters“ יתומה בחיי אביה, d. i. eine Unmündige, die von ihrem Vater verheiratet war, dann von diesem Manne geschieden oder verwitwet war und darauf, noch immer als Unmündige sich wieder verheiratet hatte; vgl. Kid. 44b und Raschi das. — Solche Weigerung genügt aber nur, bis nach vollendetem 12. Jahre die Pubertätshaare gewachsen sind; später ist ein richtiger Scheidungsbrief nötig. a. Maim. הל׳ גירושין פי''א ה״ד.",
+ "bis das Dunkele die Oberhand gewinnt. Über die helle Haut. Chul. 26b heißt es עד שירבה השחור על הלבן, Nid. 52a wird erklärt, die beiden Haare müssen — nach R. Jehuda — so lang sein, dass sie die helle Haut verdunkelt."
+ ],
+ [
+ "die bei der Kuh. Der roten Kuh; Para II, 5.",
+ "bei den Aussatzplagen. Negaim IV, bes. Mischna 4. Nur 2 Haare verunreinigen s. תוי zu IV, 1 s. v. ומטמא.",
+ "und überall. Z. B. als Zeichen der Pubertät, s. a. מ״׳א.",
+ "dass man sie mit dem Nagel abreißen. קרץ abreißen, abschneiden; vgl. Pea VII, 4; Joma III, 1; Kelim 15, 2; Negaim IV, 4. S. a. Mikw. VIII, 5, wo es „zusammendrücken“ heißt; danach hier: festhalten.",
+ "dass sie mit der Scheere weggenommen werden können. Das größte Maß ist die Länge, dass man die Spitzen bis zu ihrer Wurzel biegen kann, das kleinste, dass man die Haare nur mit der Scheere abnehmen kann. Vgl. Maim. Kommentar 1 und 2 הל אישות פ''ב הל׳ ט״ז."
+ ],
+ [
+ "Wenn sie einen Flecken sieht. Wenn eine Frau einen Blutflecken findet. S. weiter Abschnitt VIII.",
+ "so ist sie mit ihrer Rechnung aus der Ordnung gekommen. Wörtlich: ist sie verdorben. Sie weiß nicht, wann der Blutfleck kam. Hält sie in den zur Menstruation geeigneten Tagen (vgl. Einleitung), so kann sie nicht wissen, von welchem Tage an sie den Beginn der Menstruationswoche ימי נדה und dann die 11 Tage der außergewöhnlichen Blutung ימי זיבה zu rechnen hat. Wenn sie daher später nach dem Finden des Fleckes eine Blutung hat, muss sie im Zweifel sein, ob sie Nidda oder Saba ist. — Nach Maimonides entsteht durch einen Fleck, der in den zur Menstruation geeigneten Tagen gefunden wird, nur der Zweifel, welcher Tag als Beginn der Periode zu betrachten ist.",
+ "und sie muss wegen des Blutflusses fürchten. Wenn sie bereits am dritten oder einem späteren der 11 zur außergewöhnlichen Blutung geeigneten Tage hält, und der Fleck hat die dreifache Größe einer Bohnengraupe (vgl. Negaim VI, 1 und Anm.), so muss sie befürchten, dass an den beiden vorangehenden Tagen und am heutigen je ein bohnengraupengroßer Fleck kam. Sie muss sich also zweifelshalber als Blutflussleidende betrachten.",
+ "Die Weisen. Sie vertreten die Ansicht des R. Chanina ben Antigonos. (Nid. 52b.)",
+ "wegen des Blutflusses. Auch nach R. Chanina ben Antigonos ist Befürchtung wegen Blutflusses zu hegen, wenn die Frau an jedem der drei Tage ein anderes sauberes Hemd anzog und an jedem einen bohnengraupengroßen Blutfleck findet, oder wenn sie an den beiden vorangehenden Tagen Blutungen hatte und am dritten einen bohnengraupengroßen Fleck findet. (Nid. 52b.)"
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Frau am elften Tage in der Abenddämmerung. Man konnte nicht sicher feststellen, ob es noch Tag war. Es ist also zu zweifeln, ob zur Zeit der Blutung noch der 11. Tag der zur außergewöhnlichen Blutung geeigneten Tage oder bereits der erste der zur Menstruation geeigneten war.",
+ "Ende des Blutflusses. Bei der Übersetzung sind die Worte וסוף נדה תחלת זיבה als Parenthese gefasst entsprechend der Erklärung R. Chisda’s (Nid. 53b)."
+ ]
+ ],
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+ [
+ "Das Blut der Menstruierenden. Vgl. zu unserer Mischna Kelim I, 3.",
+ "Aber der Samenfluss. Des Flußleidenden.",
+ "der Schleim. Nasenschleim oder der beim Husten ausgeworfene Schleim.",
+ " Des Flußleidenden.",
+ "und der Speichel. Des Flußleidenden.",
+ "das Aas. Von Vieh und Wild.",
+ "Wie lange kann ihr Aufweichen dauern. Da sie so auch im jetzigen trockenen Zustand verunreinigen. — Nach Ansicht von Rabed zu הל׳ משכב ומושב פ״ב ה״א bezieht sich die Zeitangabe nur auf Kriechtier und Aas.",
+ "ist rein. Es verunreinigt nicht in Olivengröße; doch verunreinigt es wie Gruftstaub רקה in einer Menge wie einen Löffel voll (מלא תרווד; d. i. zwei Hände voll). Vgl. hierzu Ohalot II, 2 und Anm. das."
+ ],
+ [
+ "verunreinigt rückwirkend. Alle reinen Gegenstände, die mit ihm in Berührung gekommen sein können. — Bezüglich der zweifelhaften Verunreinigung wird die Zugangsstraße wie der Bezirk eines Einzelnen betrachtet, so dass die erschwerende Möglichkeit angenommen wird. S. a. Toharot III, 6 und VI, 4.",
+ "oder bis zurzeit des Ausfegens. Da beim Ausfegen die Straße abgesucht wurde. Das Tier wäre also gefunden, hätte es damals schon in der Straße gelegen. Vgl. Nid. 56b חזקתו בדוק s. a. תוי״ט z. St.",
+ "rückwirkend. Alles Reine, mit dem die Frau sich beschäftigte.",
+ "oder bis zur Zeit des Waschens. Da beim Waschen das Hemd untersucht wurde, so dass ein etwaiger Fleck sicher gefunden wäre; der jetzt Vorgefundene ist also scher erst nachher gekommen. Vgl. Nid. 56b.",
+ "Es. Kriechtier oder Fleck. Dass in der vorigen Mischna gesagt wurde, das Kriechtier verunreinige im trockenen Zustande nicht, sprach von solchem Grade der Vertrockenheit, dass das Tier sich auch in lauwarmem Wasser im Laufe von 24 Stunden nicht aufweicht מ׳׳א.",
+ "von der an es noch hätte feucht sein können. Das Wort להזור verlangt eigentlich die Übersetzung: bis es wieder feucht sein kann. Das gäbe aber keinen Sinn. Der Ausdruck ist hier eine Angleichung an den Ausdruck לחזור לכמות שהן in der vorigen Mischna. S. תוים — R. Simon streitet nur hinsichtlich des noch feuchten Kriechtieres. Aber der feuchte Fleck verunreinigt rückwirkend bis zur Zeit des Waschens. Wenn er auch inzwischen längst eingetrocknet war, so kann er doch später wieder feucht geworden sein. (Nid. 56b)."
+ ],
+ [
+ "die von Rekem. רקם s. a. Git. I, 1, wo רקם als Grenzstadt angegeben wird. Vgl. Neubauer, Geogr. des Talmud, S. 20, Klein ארץ ישר׳ S. 83. Es ist wohl רקם דחגרא Petra (s. a. Gesenius-Buhl s. v. רקם) Vielleicht wurde die edomitische Bevölkerung unter Hyrkan zum Judentum gezwungen, blieb ihm aber nicht treu.",
+ "sind rein. Die Bewohner Rekems sind Nichtjuden. Die Weisen haben die Blutflecke von Nichtjüdinnen nicht für unrein erklärt. S. a. oben IV, 3.",
+ "weil sie. Die Bewohner Rekems sind eigentlich Proselyten.",
+ "Proselyten sind und sich irren. Sie haben aber das Toragesetz aufgegeben und leben wie Nichtjuden, sie müssen aber als — wenn auch sündige — Juden betrachtet werden. So erklärt Raschi zu Jeb. 15a. Hier z. St. erklärt Raschi: Sie verwahren nicht ihre blutbefleckten Kleider, also טועין im Sinne von: wissen sich nicht zu benehmen. — S. a. מ''א.",
+ "sind rein. Vgl. Anm. 13.",
+ "Von Israeliten und Kutäern. Nid. 56b wird ausgeführt, dass im Text der Mischna eine Lücke ist. Die Mischna muss lauten: מבין ישראל ומבין הכותים טמאין הנמצאין בערי ישראל טהורין הנמצאין בערי כותים ר' מאיר מטמא וחכמים מטהרין שלא נחשדו על כתמיהן. Der Talmud erklärt selbst den rekonstruierten Text: (Die Blutflecke), die von Israeliten und von Kutäern kommen, sind unrein; denn die Kutäer sind wahre Proselyten. (Sie sind also hinsichtlich des Menstruationsblutes wie Juden zu behandeln; vgl. Abschn. IV, Anm. 1.) — (Die Flecke), die in den israelitischen Städten (an allgemein zugänglichen Stellen; s. a. מ״א) gefunden werden, sind rein; denn (die Israeliten) wurden hinsichtlich ihrer Flecken nicht verdächtigt, dass sie die mit Menstruationsblut befleckten Kleidungsstücke herumliegen lassen und verwahren sie. Also ist nicht zu fürchten, dass die Flecken von Menstrualblut stammen. Die in den Städten der Kutäer gefundenen (Flecke) erklärt R. Meir für unrein; denn (die Kutäer) wurden hinsichtlich ihrer Flecke verdächtigt. (Es ist also zu fürchten, dass die Kleider mit Menstrualblut befleckt sind). Die Weisen erklären (die Flecke) für rein; denn (die Kutäer) wurden hinsichtlich ihrer Flecke nicht verdächtigt. (Also ist auch hier nicht zu fürchten, dass die Flecken von Menstrualblut stammen) — א״ר erklärt einfach: Die Flecke, die in einer von Israeliten und Kutäern bewohnten Stadt gefunden werden, sind nach R. Meir unrein, weil sie von Kutäerinnen stammen können, die ihre befleckten Kleider nicht verwahren."
+ ],
+ [
+ "die irgendwo. In israelitischen, bezw. kutäischen Wohnorten; vgl. die vorige Anm.",
+ "die in den Zimmern gefunden werden. Denn hier wurden sie vielleicht verwahrt.",
+ "und in der Umgebung des Hauses der Unreinen. Ein Zimmer, in dem sich die Frauen während der Menstruationszeit aufhalten. (Raschi.)",
+ "verunreinigt. Maim. ed. Dérenb. hat richtig מטמא. Die gew. Ausgaben der Mischna, auch die dem Talmud beigedruckte, haben מטמאין.",
+ "durch das Zelt. Durch Zeltunreinheit. Vgl. Vorbemerk, zu Kelim § 27.",
+ "sie begraben. לא היו קוברים, wohl nur ungenau statt אינם קוברים. Die Kutäer meinten, das Gebot, Tote zu beerdigen, beziehe sich nicht auf Fehlgeburten."
+ ],
+ [
+ "Sie sind beglaubt. Die Kutäer beobachteten in der Regel nur die in der schriftlichen Lehre ausdrücklich angeführten Gebote. Hierzu gehören im Allgemeinen die meisten Gesetze über Totenunreinheit und über das Erstgeborenenopfer. Aber auch hinsichtlich solcher Gesetze sind die Kutäer nur beglaubt, wenn wir sehen, dass sie sich selbst nach ihrer Aussage richten. Sonst ist zu fürchten, dass sie den Fragesteller irreführen, da sie das Gebot: „Vor einen Blinden sollst du keinen Anstoß legen (Lev. 19, 14)“ nur wörtlich auffassen und es nicht für unrecht halten, jemanden durch falsche Auskunft zu einer Sünde zu veranlassen.",
+ "wir haben dort die Fehlgeburten begraben. Vielleicht dient ihre Aussage dazu, um Hebe zu verbrennen, die sich über der betreffenden Stelle befanden. Dies träfe nur zu, wenn die Kutäer selbst Hebe verbrennen, die an dieser Stelle waren; s. die vorige Anm. — Möglicherweise ist dieser Fall nur wegen des nächsten angeführt. Vgl. ערוך לנר z. St. und תום אנשי שם.",
+ "oder haben sie nicht begraben. So dass die Stelle durch einen Toten nicht verunreinigt ist. Der betreffende Kutäer, der die Auskunft gab, war selbst Priester und aß an dieser Stelle. S. a. Anm. 24.",
+ "Sie sind beglaubt. Die Kutäer beobachteten in der Regel nur die in der schriftlichen Lehre ausdrücklich angeführten Gebote. Hierzu gehören im Allgemeinen die meisten Gesetze über Totenunreinheit und über das Erstgeborenenopfer. Aber auch hinsichtlich solcher Gesetze sind die Kutäer nur beglaubt, wenn wir sehen, dass sie sich selbst nach ihrer Aussage richten. Sonst ist zu fürchten, dass sie den Fragesteller irreführen, da sie das Gebot: „Vor einen Blinden sollst du keinen Anstoß legen (Lev. 19, 14)“ nur wörtlich auffassen und es nicht für unrecht halten, jemanden durch falsche Auskunft zu einer Sünde zu veranlassen.",
+ "ob es bereits ein Erstgeborenes geworfen hat. So dass das nächstgeborene Tier nicht den Heiligkeitsvorschriften des Erstgeborenen unterliegt.",
+ "oder ob es nicht geworfen hat. So dass das jetzt geborene Tier als Erstgeborenes zu betrachten ist.",
+ "Sie sind beglaubt hinsichtlich der Kennzeichnung von Gräbern. Dass man sich darauf verlassen kann, dass an den nicht bezeichneten Stellen Priesterhebe stehen darf. Die Pflicht, Gräber zu bezeichnen, steht zwar nicht in Tora, aber in Ezechiel 39, 15.",
+ "aber sie sind nicht beglaubt hinsichtlich der hervorstehenden Zweige. Vgl. Ohalot VIII, 2. Selbst wenn sicher unter einem der Zweige oder der Steine ein Grab ist, es aber unbekannt ist, unter welchem, und der kutäische Priester unter einem derselben Hebe isst. In solchen Zweifelsfällen sind die Kutäer nicht vorsichtig.",
+ "und herausragenden Steine. Vgl. Ohalot VIII, 2. Selbst wenn sicher unter einem der Zweige oder der Steine ein Grab ist, es aber unbekannt ist, unter welchem, und der kutäische Priester unter einem derselben Hebe isst. In solchen Zweifelsfällen sind die Kutäer nicht vorsichtig.",
+ "und hinsichtlich eines Grabfeldes. Vgl, Ohalot II, 3 und Anm. 33; XVII und bes. XVIII, 2—4, wo drei Arten von Knochenfeldern aufgezählt werden; s. d. auch Anm. 44. Die Aussagen der Kutäer sind nicht glaubwürdig hinsichtlich des Vorhandenseins oder Ausdehnung eines Knochenfeldes. Die Bestimmungen über das Knochenfeld sind nur rabbinischer Natur. Vgl. Maim., Komment, zu Ohal. XVII, 1; הל׳ טומאת מת כ׳״ט הל׳ י״ב; Raschi Pes. 92 b; Tos. s. v. אמר.",
+ "sind sie nicht glaubwürdig. Z. B. hinsichtlich der Sabbatgrenze oder des Weines der Götzendiener."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn eine Frau einen Fleck. Blutfleck.",
+ "auf ihrem Körper zur Scham hin. תורפה Schande, Schmach; בית חתורפה für weibliche Scham. S. a. Teruma VIII, 8; Ab. sara. II, 3 und Anm. 20.",
+ "so ist sie unrein. Da zu fürchten ist, dass der Fleck von Menstrualblut herrührt.",
+ "An. Jetzt wird erklärt, welche Stellen am Körper als „zur Scham hin“ zu betrachten sind.",
+ "ihrer Ferse. עקב kann hier Ferse oder Fußsohle sein; s. מ׳׳א und א''ר Auf die Ferse kann beim Gehen, auf die Sohle beim Sitzen mit unterschlagenen Beinen Menstrualblut getropft sein.",
+ "und an der Zehenspitze. Beim Gehen kann Menstrualblut auf die Zehenspitze getropft sein.",
+ "An ihrem Schenkel und an ihrem Fuß auf der Innenseite. Soweit die Schenkel und Füße sich aneinanderpressen lassen.",
+ "ist sie unrein. Hierhin kann das Menstralblut leicht hinabfließen.",
+ "nach beiden Richtungen. Nach vorn und hinten.",
+ "Sah sie auf ihrem Hemde vom Gürtel an nach unten. Auch auf der Außenseite; vgl. Jore Dea 190, 12. — Vom Gürtel an nach unten heißt zur Scham hin.",
+ "falls er bis zur Scham hin reichte. Sie kann dann mit dem Ärmel bis dorthin gekommen sein.",
+ "Hatte sie es. Das Hemd.",
+ "weil es sich verschiebt. Jede Stelle des Hemdes kann an die unteren Körperteile gerührt haben.",
+ "Ebenso ist es bei einer Decke. פליום; Mischna zum Talmud und L. haben פוליום; wohl πάλλιον oder pallium; s. Löw bei Krauß s. v. אפיליון also Mantel oder Bettdecke, bei denen es möglich ist, dass nachts jede Stelle an den Unterkörper kommt; s. a. תוי׳׳ט."
+ ],
+ [
+ "Sie kann alles als Ursache. Für den Fleck, um nicht befürchten zu müssen, dass er von Menstrualblut herrührt. — Dass eine Frau überhaupt fürchten muss, ein Fleck sei Menstrualblut, ohne dass sie Blutabgang gespürt hatte, ist nur rabbinische Vorschrift. עד שתרגיש בבשרה Nid. 57 a. Deshalb gilt in sehr vielen Fällen die leichtere Auffassung. S. weiter Mischna 3 und Nid. 59 a.",
+ "ein Vogel geschlachtet. Vgl. hierzu Tos. Chul. 2 a s. v. הכל.",
+ "so kann sie das als Ursache annehmen. Für den Fleck, um nicht befürchten zu müssen, dass er von Menstrualblut herrührt. — Dass eine Frau überhaupt fürchten muss, ein Fleck sei Menstrualblut, ohne dass sie Blutabgang gespürt hatte, ist nur rabbinische Vorschrift. עד שתרגיש בבשרה Nid. 57 a. Deshalb gilt in sehr vielen Fällen die leichtere Auffassung. S. weiter Mischna 3 und Nid. 59 a.",
+ "Wie weit. Bis zu welcher. Größe des Fleckes, kann sie annehmen, dass er von einer zerdrückten Wanze herrührt?",
+ "bis zu einer Bohnengraupe. Bis zu dieser Größe kann der Fleck als Wanzenblut betrachtet werden. Ist er größer (Nid. 55 b), muss man fürchten, dass er vom Menstrualblut herrührt. — Über die Größe der Bohnengraupe s. Neg. VI, 1 u. Anm.",
+ "obwohl sie sie nicht getötet hat. R. Chanina streitet gegen den nicht genannten ersten Lehrer, in dem er annehmen lässt, der Blutfleck stammt von einer Wanze, obwohl die Frau nicht weiß, dass sie eine Wanze getötet hat.",
+ "auch bei ihrem Sohne oder ihrem Manne annehmen. Wenn sie mit blutigen Gegenständen zu tun oder eine Wunde hatten. S. a. Maim. הל׳ איסורי ביאה פ׳ם הל׳ כ״ד und Jore Dea 190, 19.",
+ "Wenn sie. Die Frau selbst.",
+ "eine Wunde gehabt hatte. Auch wenn die Wunde schon zugeheilt ist; s. die nächste Mischna.",
+ "und sie kann wieder aufbrechen. Zu גלע s. Prov. 18, 1."
+ ],
+ [
+ "dass seine Schüler sich anschauten. Verwundert über seine erleichternde Entscheidung.",
+ "Weshalb. So nach der gewöhnlichen Bedeutung von מה; dann ist vor den שלא אמרה zu ergänzen: (es ist nicht auffällig) denn sie habe nicht gesagt, S. a. Nid, 45 a wo R. Akiba zu seinen Schülern sagt למה הדבר קשה בעיניכם. Vielleicht hat aber מה hier die Bedeutung „nicht“ wie Hi. 31, 1; vgl. Gesenius-Buhl s. v. מה S. a. Bab. k. I, 4 a. E.",
+ "haben doch die Bestimmung. Über den Blutfleck.",
+ "Blut. Der Vers spricht nur von Blut, nicht von einem Fleck. S. a. Anm. 15."
+ ],
+ [
+ "tuch. S. oben I, Anm. 15.",
+ "unter die Decke. Das Bettlaken, auf dem man liegt; vgl. Kelim XX, 1.",
+ "und es findet sich auf ihm Blut. Von höchstens Bohnengraupengröße.",
+ "so ist es. Eigentlich das Tuch. Gemeint ist die Frau, die sich mit dem Tuch untersucht hat.",
+ "rund. Es ist anzunehmen, dass er von einer Wanze herrührt.",
+ "wenn er länglich ist. Dann ist eher anzunehmen, dass er bei der Untersuchung entstanden ist."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn eine Frau ihre Notdurft. Gemeint ist: Urin ließ.",
+ "verrichtete. Trotz des היא עושה ist mit Rücksicht auf das folgende ראתה mit Imperfekt übersetzt.",
+ "und dann Blut sah. Im Nachtgeschirr fand.",
+ "ist sie unrein. Da bei der Frau Urin im Stehen nicht leicht ausströmen kann, ist zu befürchten, dass er vor dem Auslaufen an den Uterus kam und das Blut von hier stammt. Da bei nur tröpfelndem Abgang des Urins die gleichzeitige Öffnung des Uterus nicht ganz ausgeschlossen ist. מ״א. S. a. Tos. Nid. 59 b s. v. האשה.",
+ "ist sie rein. Nid. 59 b wird ausgeführt, dass nach R. Meir die Frau nur dann rein ist, wenn sie am Rande des Geschirrs saß, der Urin ausströmte und das Blut sich mitten im Geschirr fand. Dann ist nicht zu fürchten, dass es am Ende des Urinierens mit tröpfelndem Urin herauskam, da in diesem Falle das Blut am Rande des Geschirres gesunden wäre. Das Blut stammt also von einer wunden Stelle."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Mann und eine Frau ihre Notdurft. Gemeint ist: Urin ließ.",
+ "und dann findet sich Blut auf dem Wasser. Im Urin.",
+ "für rein. Die Frau darf levitisch reine Gegenstände berühren. Nach Ansicht R. Jochanans (Nid. 59 b) erklärt in unserem Falle auch R. Meir die Frau für rein, da zu ihren Gunsten noch die Möglichkeit hinzukommt, dass das Blut vom Manne stammt."
+ ],
+ [
+ "Hatte sie ihr Hemd einer Nichtjüdin. Gemeint ist eine erwachsene Nichtjüdin, bei der mit Menstruation zu rechnen ist. Für eine Nichtjüdin gelten die Vorschriften der Menstruationsunreinheit nicht; andererseits verunreinigt sie immer nach rabbinischer Vorschrift levitisch reine Gegenstände. Vgl. oben IV, 3.",
+ "oder einer Menstruierenden. Da sie ohnedies unrein ist, hat der von ihr stammende Flecken keine Bedeutung.",
+ "verliehen. Und nachher selbst angezogen.",
+ "so kann sie bei ihr vermuten. Sie kann annehmen, dass der Flecken von der anderen Frau stammt und nicht von ihr selbst. — Da die Verunreinigung durch einen Blutflecken nur auf rabbinischer Bestimmung beruht, hat man die Erleichterung geschaffen, dass man die Herkunft der Flecken möglichst so erklärt, dass er nicht verunreinigt.",
+ "Wenn drei Frauen. Jüdinnen.",
+ "so sind alle unrein. In diesem Falle ist eine bisher reine Frau sicher unrein geworden. Daher darf keiner annehmen, dass eine der anderen unrein ist, sie selbst aber rein. Da nun keine Frau, ohne bei einer anderen den Schaden anzunehmen, ihn von sich ausschließen kann, muss sie den Schaden bei sich befürchten, obwohl die Unreinheit nur auf rabbinischer Bestimmung beruht. Vgl. hierzu Mikwaot II, 3 und טורי זהב י''ז ול״ו zu Jore Dea 190.",
+ "Saßen sie. Auch wenn nur eine Frau dort gesessen hatte; vgl. die Begründung R. Nechemjas Ende der Mischna.",
+ "auf einem steinernen Stuhl. Der keine Unreinheit annimmt; vgl. Vorb. z. Kelim § 15. Dasselbe gilt von jedem Gegenstand, der nicht verunreinigt werden kann; auch wenn sie auf der Außenseite eines irdenen Gerätes saß, da es von außen her nicht verunreinigt werden kann.",
+ "oder auf einer Bank. Unter אצטבא ist eine festgebaute Bank verstanden, die nicht als Gerät gilt und deshalb keine Unreinheit annimmt (מ''א). Es gibt aber nicht gebaute Bänke im Bade ׳ספסלין שבמרחץ die unrein werden können. Vgl. Kelim. XXII, 10.",
+ "nimmt auch keine Flecken an. Die Weisen haben ihre Vorschrift, dass ein Blutflecken verunreinigt, nur auf Flecken beschränkt, die auf Gegenständen gefunden werden, die Unreinheit annehmen."
+ ],
+ [
+ "Hatten drei Frauen in demselben Bette geschlafen. Und hatten so dicht aneinander gelegen, dass der Blutfleck, der unter der einen gefunden wird, auch von den anderen stammen kann.",
+ "Hatte sich eine von ihnen untersucht. Unmittelbar nachdem der Blutfleck gefunden war.",
+ "Und. Wenn eine Frau in einem Zustande war, dass bei ihr Menstruation nicht anzunehmen war, z. B. in der Schwangerschaft (vgl. oben I, 3 ff.), kann sie annehmen, dass der Fleck von der oder den anderen kommt, bei denen mit Menstruation zu rechnen ist. Nid. 60 b.",
+ "Wenn sie. Alle in Betracht kommenden Frauen.",
+ "zu sehen. Vgl. Anm. 20.",
+ "als wäre sie geeignet. Und alle sind unrein. Da bei allen gleich schwer Menstruationsblut zu vermuten ist, darf keine den Fleck auf die anderen zurückführen. S. a. Anm. 13."
+ ],
+ [
+ "Hatten drei Frauen in demselben Bett geschlafen. Aber nicht dicht nebeneinander. S. Anm. 18.",
+ "so sind sie alle unrein. Es ist immerhin möglich, dass auch die beiden anderen an der Stelle des Fleckes gelegen hatten.",
+ "unter der nach innen. Der am meisten nach innen, zur Wand hin, liegenden.",
+ "so sind die beiden nach innen liegenden. Die Frau an der Wand und die neben ihr, in der Mitte, liegende.",
+ "die nach außen liegende rein. Dass sie einmal an der Stelle des Blutfleckes gelegen hat, ist nicht zu befürchten.",
+ "so sind die beiden. Die in der Mitte und die zum äußeren Bettrande hin liegenden.",
+ "Jehuda. In T. und Maim, fehlen die Worte אר״י.",
+ "Wann (trifft es zu. Dass die nach innen liegende Frau rein ist.",
+ "wenn sie am Fußende des Bettes hinübergegangen waren. Wenn also die innen liegende nicht über die Stelle des Blutfleckes kam.",
+ "wenn sie aber alle drei. In T. fehlt שלשתן.",
+ "steigt. D. h. von der Längsseite. Es ist also auch die nach innen liegende Frau über die Stelle des Fleckes hinweg gestiegen. — Ed. Livorno vokalisiert עליה Auch Raschi hat ״עלייה. Allerdings verbessert es ב״ח in עליה. — Tur und Schulchan Aruch, Jore Dea 190, 50 lesen עליה und erklären: die nach innen liegenden Frauen sind über sie, die außen liegende, hinweggegangen. Vgl. מלאכת שלמה.",
+ "so sind sie alle unrein. Auch die am meisten nach innen liegende Frau kann beim Hineingehen ins Bett den Fleck verursacht haben.",
+ "so sind sie alle unrein. Vgl. Anm. 25.",
+ "Einem unreinen Schutthaufen. In dem sich ein zumindest olivengroßes Stück Fleisch eines Toten befindet.",
+ "der zwischen zwei reine geraten ist. Und man weiß nicht, welcher der unreine ist.",
+ "Dann ist er rein und die zwei (anderen) unrein. (Hatte man) zwei (durchsucht) und rein gefunden, so sind sie rein und der dritte unrein. (Hatte man) alle drei (durchsucht) und rein gefunden, so sind sie alle unrein. Das sind die Worte R. Meirs; denn R. Meir sagte: Jede Sache, die in der Annahme der Unreinheit war, bleibt in der Unreinheit, bis dir bekannt wird, wo die Unreinheit ist. Aber die Weisen sagen: Man durchsucht, bis man zum Felsen kommt oder zur jungfräulichen (Erde. Boden, der noch nie gepflügt ist. Hat man die Schutthaufen so weit durchsucht, ohne Totenfleisch zu finden, darf man nach Ansicht der Weisen annehmen, dass ein Raubvogel es gefressen hat. — Im Falle der drei Frauen, die sich sämtlich rein fanden, geben aber die Weisen zu, dass sie sich alle drei als unrein betrachten müssen, da der Blutfleck doch von einer von ihnen stammen muss (Maim. u. Bart.) S. a. Anm. 24."
+ ],
+ [
+ "Sieben Reinigungsmittel. Zu diesen Reinigungsmitteln vgl. Krauß, Talmudische Archäologie I, S. 154 f. S. a. Schabb. IX, 5.",
+ "lässt man über den Fleck hinweggehen. Um festzustellen, ob er ein Blut oder Farbfleck ist (Raschi zu Sanh. 49 b) oder wenigstens als Farbfleck betrachtet werden kann (Tos. Nid. 62a s. v. הטבילו; s. a. Raschi Nid. 62), oder ob er so fest vom Tuche eingesogen ist, dass er nicht mehr als Fleck gilt (Rosch Nid. 62 a s. v. להטבילו a. E.; s. a. R. Tarn in Tos. Sanh. 49 b s. v. מעבירין). — S. weiter Anm. 46. Die Feststellung, ob der Fleck als Blutfleck zu behandeln ist, kommt für die Frau in Betracht, die ihn an ihrem Hemde fand und ihn nicht auf Berührung mit blutigen Gegenständen zurückführen kann. Vgl. Maim. הל איסורי ביאה פ''ט הל ל״ו und Jore Dea 190, 31, wo hervorgehoben wird, dass man sich heute auf die Untersuchung nicht verlassen darf, da wir die einzelnen Reinigungsmittel nicht sicher identifizieren können. Ferner ist die Feststellung des Fleckes notwendig, um zu wissen, ob er das Tuch, auf dem er sich befindet, verunreinigt (vgl. Abschnitt VII, 1). Die Behandlung des Tuches ist das Thema unserer Mischna.",
+ "Geschmacklosen Speichel. Wird in den nächsten Mischna erklärt.",
+ "Graupenwasser. Wird in den nächsten Mischna erklärt.",
+ "Urin. Wird in den nächsten Mischna erklärt.",
+ "Natron. נתר ist nach Krauß a. a. O., S. 575 f. Natron, also wohl ein mineralisches Laugensalz (s. a, Kelim II, Anm. 7), בורית ein vegetabilisches.",
+ "Borit. קימוניא (Schabb. IX, 5 ׳קימוליא so auch in der Einzeichnung des Talmuds Nid. 62 a; Sanh. 49 b), wird im Talmud (Sabb. 90 a und Nid. 62 a) von R. Jehuda שלוף דוץ erklärt. Raschi (Sabb. 90 a und Sanh. 49 b bemerkt, dass er die Bedeutung dieses Ausdruckes nicht kennt. Maim, erklärt: Alkalisalz.",
+ "Kimonia. אשלג wird nach Samuel (Nid. 62 a) in Perlenlöchern gefunden. Nach Krauß a. a. O., S. 577 ist es eine Kalipflanze.",
+ "Aschlag. אשלג wird nach Samuel (Nid. 62 a) in Perlenlöchern gefunden. Nach Krauß a. a. O., S. 577 ist es eine Kalipflanze.",
+ "getaucht. In ein Tauchbad, um es zu reinigen.",
+ "so ist er Farbe. Nach Raschi zu Sanh. 49 b ist der Fleck, der trotz Anwendung der sieben Mittel blieb, sicher Farbe und kein Blut. — Tosafot zu Nid. 62 a s. v. הטבילו erklären: Man darf annehmen, dass der Fleck, der trotz Anwendung der sieben Mittel blieb, Farbe ist; denn selbst wenn er ein Blutfleck wäre, muss er nicht von Menstrualblut stammen. Und auch in diesem ungünstigsten Falle kann der vom Stoff eingesogene Fleck nach Toravorschrift nicht mehr verunreinigen. (Vgl. Ohal. III, 2 und Nid. 62 b.) — Nach einer anderen Auffassung (Rosch zu Nid. 62 a s. v. הטבילו a. E.; s. a. Tos. s. v. הטביל a. E.) bedeutet הרי זה צבע: er gilt nur als Farbe, nicht als Blutfleck. Ein Fleck, der vom Tuche so fest eingesogen ist, dass er durch die Behandlung mit den sieben Mitteln nicht entfernt werden kann, gilt nicht mehr als Fleck, sondern ist wie Farbe des Tuches. Selbst wenn er sicher von Menstrualblut stammt, kann er nicht mehr verunreinigen. Dies ist wohl auch die Auffassung des R. Tarn Sanh. 49 b s. מעבירין. — Die etwaige ursprüngliche Verunreinigung des Tuches durch den noch nicht eingesogenen Fleck ist durch das erste Untertauchen behoben. Da sich nun herausgestellt hat, dass inzwischen der Fleck so fest eingesogen war, dass er durch die sieben Mittel nicht entfernt werden konnte, galt er nicht mehr als Fleck, und das Tuch ist seit dem Tauchen rein. — Wenn der Fleck aber durch die sieben Mittel entfernt oder abgeschwächt wurde, so galt er vorher nicht als fest eingesogen und verunreinigte vielleicht das Tuch nach dem Tauchen von neuem. Das Tuch muss daher durch ein zweites Tauchen gereinigt werden.",
+ "man braucht nicht unterzutauchen. Zum zweiten Male, damit es von nun an als rein gelten kann.",
+ "untertauchen. Zum zweiten Male, damit es von nun an als rein gelten kann."
+ ],
+ [
+ "der nichts genossen hatte. Wenn man seit Beginn der Nacht nichts gegessen — nach מ״א seit der Abendmahlzeit —, von Mitternacht an geschlafen und nach dem Aufstehen nicht viel gesprochen hatte und noch keine drei Stunden nach dem Aufstehen verstrichen sind: Nid. 63 a, Maim. הל׳ איסורי ביאה פ״ט הל ל''ח.",
+ "Zerkaute. Und mit Speichel vermischte.",
+ "die sich von selbst zerteilt haben. So nach R. Gerschom, zit. im Aruch s. v. חלק III: מלעיסת אותו פול שנתבשל כל כך שמאליו הוא נחלק לשנים והאי נפש כמו מנפשיה מעצמו. Im Namen seines Lehrers erklärt R. G. נפש als Schale und חלוקת נפש „von selbst in seiner Schale zerteilt - Nach dem angebl. Komment, des R. Hai Gaon (das.) ist mit נפש die Kehle gemeint, und חלוקות נפש bezeichnet die zerbissenen Bohnen, die man bereits hinterschlucken will. Ähnlich erklärt er auch nach der Lesart עוקת נפש (die auch Tosefta VIII, 9 hat) עוקת הגרון Hohlraum der Kehle.",
+ "der in Gärung übergegangen ist. Mindestens 3 und höchstens 40 Tage alt ist. Vgl. Sabb. 90a und Tos. s. v. ״מי.",
+ "reiben. Nid. 63a bleibt unentschieden, ob man dreimal hin und her, also sechsmal über den Fleck reiben muss, oder im Ganzen nur dreimal.",
+ "Hat man sie nicht in ihrer Reihenfolge. Wie sie in der vorigen Mischna aufgezählt sind.",
+ "so hat man nichts getan. Trotz der Unwirksamkeit der Mittel darf man den Fleck nicht als Färbfleck betrachten, bezw. man muss trotz Anwendung der Mittel den Fleck noch als Blutfleck behandeln. Vgl. Anm. 41 und 47."
+ ],
+ [
+ "die ihre Regel. Vgl. Abschnitt I, 1 und Anm. 13. Dort ist die Regel nach bestimmten Zeitabständen gemeint, in unserer Mischna die durch körperliche Erscheinungen eingeleitete Regel, auch unabhängig von Zeitintervallen.",
+ "genügt ihre Zeit. Vgl. oben I, 1 und Anm. 3, 4.",
+ "Folgende sind Arten der Regel. Die längere Zeit anhalten, und nach denen die Menstruation eintritt. Tos. Nid. 63 a s. v. מעסשת.",
+ "Wenn sie gähnt. So Tosafot und Maimun. Nach Raschi: sich reckt.",
+ "niest. So Tosafot; nach Aruch: aufstößt; nach Tur, Jore Dea, 189: Blähungen lässt.",
+ "am Nabel. Wörtlich: Öffnung des Bauches.",
+ "oder unten am Unterleib. An der Gebärmutter.",
+ "Flüssigkeit. Von Farben, die sie nicht als Blut gelten lassen;; vgl. Abschn. II, 6, 7.",
+ "oder wenn sie Schauder überläuft und ähnliche (Erscheinungen. Wie Kopfschmerzen oder Zittern.",
+ "was sich bei ihr dreimal wiederholt hat. Wörtlich: was sie sich dreimal bestimmt hat, d. h. wenn dreimal nach Auftreten solcher Erscheinungen die Menstruation kam, kann die Frau annehmen, dass sie auch jetzt erst nach ihrem Auftreten gekommen ist, sie also bis dahin rein war."
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+ "zu Beginn der Regelerscheinungen zu sehen. Blut der Menstruation.",
+ "unrein. Wenn sie später Blut sieht, muss sie befürchten, dass die Menstruation schon zu Beginn der Erscheinungen eingetreten waren, das Blut nur noch nicht ausgelaufen war. Vgl. Maim. הל׳ משכב ומושב פ״ג ה׳ ו׳ a. E., s. a. יו״ב.",
+ "Auch Tage und Stunden. Ebenso wie man bei der Regel nach körperlichen Erscheinungen erst von diesen Erscheinungen an mit Eintritt der Menstruation zu rechnen hat, ebenso ist es bei der Regel nach Zeitintervallen. Wenn die Regel zu einer bestimmten Stunde einzutreten pflegt, braucht die Frau erst von dieser Stunde an, nicht bereits vom Beginn des Tages# mit der Menstruation zu rechnen.",
+ "so ist sie nur bei Sonnenaufgang verboten. Ihrem Manne. Dieser Teil der Mischna spricht von der Zulässigkeit des ehelichen Verkehrs um die Zeit, da die Regel einzutreten pflegt. — Die Worte היתה למודה כו׳ sagt auch R. Jose. (Raschi Bart.)",
+ "Der ganze Tage gehört ihr. Wenn die Menstruation bis Sonnenaufgang nicht eintrat, braucht man mit ihrem Eintritt nicht mehr zu rechnen. — Nid. 63 b wird erklärt, dass R. Jehuda nur dann nach Sonnenaufgang nicht mehr mit der Menstruation rechnet, wenn sie gewöhnlich vor Sonnenaufgang, also noch am Ende der Nacht, eintritt. Während R. Jose mit der Menstruation nur genau um die Zeit rechnet, da sie einzutreten pflegt, befürchtet R. Jehuda ihren Eintritt während der ganzen Tageszeit עובה. Wenn sie also gewöhnlich vor Sonnenaufgang sich einstellt, so rechnet R. Jehuda während der ganzen Nacht mit ihrem Eintritt, aber nicht mehr am Tage. Also gehört ihr der Tag auch nach R. Jehuda. — Wenn aber die Menstruation nach Sonnenaufgang, also am Tage einzutreten pflegt, so rechnet R. Jehuda mit ihr an diesem ganzen Tage, nicht aber in der vorangehenden Nacht. (Raschi u. Bart.). — Zur halachischen Praxis s. Jore Dea 184."
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+ "Tage. Am 15. Tage des Monats oder am 15. Tage nach Ablauf der letzten Menstruationswoche, d. i. am 22. nach Beginn der letzten Menstruation; vgl. Nid. 39; s. a. ״מלאכת שלמה.",
+ "verboten. Am 15. und am 20. des nächsten Monats oder nach Eintritt der vorangehenden Periode ist der eheliche Verkehr verboten.",
+ "bestimmt. Von nun an braucht sie nur am 20. mit dem Eintritt der Menstruation zu rechnen.",
+ "Denn eine Frau bestimmt sich die Regel nicht. Fest, so dass sie nur mit dieser Regel zu rechnen hat.",
+ "und sie reinigt. Sie hält den bisherigen Tag der Regel für rein, d. h. sie braucht nicht anzunehmen, an ihm durch die Menstruation unrein zu werden.",
+ "bis sie dreimal von ihr genommen wurde. Dass sie dreimal hintereinander die Regel an einem anderen, als dem bisherigen Tag hatte. — Die dreimalige Wiederholung ist nur nötig, wenn bisher die Regel zumindest dreimal an demselben Tage eingetreten war. Eine ein oder zweimalige Bestimmung der Regel wird schon durch eine Abänderung aufgehoben (Nid. 64 a)."
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+ "Die Frauen sind hinsichtlich ihrer Jungfräulichkeit. Wenn der Ehemann behauptet, keine Zeichen der Jungfräulichkeit gefunden zu haben (Maim.); vgl. Dt. 22, 13ff. S. aber א״ר.",
+ "mancher schwarzen. Auch eine schwarze Flüssigkeit kann Blut der Jungfräulichkeit sein. Wenn nach dem Verkehr statt roter Flecken sich schwarze finden, kann der Mann nicht behaupten, kein Blut gefunden zu haben.",
+ "Jeder Weinstock hat. Ursprünglich von Natur.",
+ "ist vertrocknet. τρυγητή getrocknet (Kr.) L. und Ms. Kaufmann טרוקטי ebenso Jerusch. Ket. I, 1. R. Jehuda will wohl sagen: Ebenso, wie es vertrocknete Weinstöcke gibt, kann auch eine Jungfrau so blutarm sein, dass sie bei der Defloration kein Blut verliert. Das Ausbleiben der Blutung ist daher kein Beweis der mangelnden Jungfräulichkeit, wenn die Frau aus einer solch blutarmen Familie stammt Vgl. Ket. I, 1. Nach Raschi Ket. 10 b und Maim. הל׳ אישרת פי''א הל׳ י״ב haben Frauen aus solcher Familie auch keine Menstruation. So sagt auch der Talmud Nid. 64 b zu תנא דור :דורקטי קטוע weil solche Frauen nicht gebärfähig sind."
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+ "noch nicht gekommen war. Die früheste normale Zeit für die Menstruation ist das zurückgelegte zwölfte Lebensjahr, wenn das Mädchen bereits zwei Pubertätshaare hat. (Ran zu Rif, Schebuot II.)",
+ "Man gibt ihm vier Nächte. Wenn es in den ersten vier Nächten, in denen der Mann ihm beiwohnte, Blut sah, so gilt das Blut nicht als Menstruationsblut, sondern als nicht verunreinigende Deflorationsblutung, auch wenn die vier Nächte sich auf längere Zeit verteilten. Tos. Nid. 64 b s. v. ד׳ לילות; so auch Tosefta Nid. IX, 7.",
+ "Bis die Wunde geheilt ist. Der Defloration. — Bei dem verheirateten Kinde gelten die Bestimmungen, auch wenn es vorzeitig bereits Menstruation gehabt hatte.",
+ "War seine Zeit zum Sehen. Die früheste normale Zeit für die Menstruation ist das zurückgelegte zwölfte Lebensjahr, wenn das Mädchen bereits zwei Pubertätshaare hat. (Ran zu Rif, Schebuot II.)",
+ "Man gibt ihm die erste Nacht. Nur in der ersten Nacht darf sie Blut als Folge der Defloration betrachten; von der zweiten Nacht gilt es als Menstruationsblut und verunreinigt.",
+ "vier Nächte. Da die-Hochzeit einer Jungfrau gewöhnlich am Mittwoch war (vgl. Ket. I, 1), ist die Nacht nach Sabbatausgang gewöhnlich die vierte. — Doch gilt das Blut in den vier ersten Nächten der Beiwohnung auch dann als Deflorationsblutung, wenn zwischen ihnen längere Zwischenräume waren. תוי״ט nach Nid. 64 b. — Alle Bestimmungen der Mischna gelten nur bis zum Alter von 12½ Jahren. Nach dieser Zeit ist der Verkehr nur in der ganzen ersten Nacht gestattet, falls das Mädchen noch nie menstruiert hatte. Sonst ist nur die erste Beiwohnung erlaubt. S. Nid. 64b. אמר רב בוגרת כו'.",
+ "Hatte es. Das erwachsene Mädchen bis 12½ J.; s. a. Anm. 1 u. 5.",
+ "Man gibt ihm die pflichtgemäße Beiwohnung. Die erste Beiwohnung. Wenn die Frau bei der ersten Zusammenkunft Blut spürt, braucht sie es nicht als Menstrualblut zu betrachten, wohl aber bei der zweiten, auch in derselben Nacht.",
+ "Die ganze Nacht. Auch wenn mehrmalige Zusammenkunft stattfindet, und die Frau beim zweiten oder späteren Blutung spürt. — Zur halachischen Praxis s. Jore Dea 193."
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+ "Wenn eine Menstruierende sich am siebten Tage. Seit Beginn der Menstruation.",
+ "in der Abenddämmerung aber sich nicht abgesondert. Zu הפרישה ist wohl את עצמה מן הטומאה zu ergänzen. Doch könnte auch etwa בין יום ובין לילה zu ergänzen: sie hat nicht in Reinheit zwischen Tag und Nacht geschieden. Sie hatte sich nicht untersucht, um durch die Feststellung, dass jetzt am Ende der Menstruationswoche keine Blutung mehr vorhanden ist, sich von der Unreinheit zu trennen. Sie hatte aber ohne diese Untersuchung ein Tauchbad genommen.",
+ "in der Annahme der Reinheit. Es ist anzunehmen, dass am Ende der Menstruationswoche keine Blutung mehr war, so dass die Frau durch das Untertauchen rein geworden war und erst durch die jetzige Blutung wieder unrein wurde. Die reinen Gegenstände, die sie nach dem Tauchbade bis zur Wirkung der jetzigen Blutung berührte, bleiben rein. S. a. Anm. 14.",
+ "so ist sie in der Annahme der Unreinheit. Da sie bei der letzten Untersuchung noch Blut fand, muss sie fürchten, dass Blutungen bis unmittelbar vor der jetzigen, günstig ausgefallenen Untersuchung vorkamen. Es ist also möglich, dass sie nach Ablauf der Menstruationswoche an außergewöhnlichen Blutungen זיבה litt.",
+ "Sie. Die im ersten Satz der Mischna behandelte Frau, die sich am Morgen des siebten Tages rein gefunden hatte und einige Tage später sich unrein fand. — Der zweite Fall der Mischna ist wohl als eine Art Anmerkung zum ersten eingeschoben.",
+ "verunreinigt (rückwirkend) 24 Stunden. Was sie innerhalb der letzten 24 Stunden vor dieser ungünstigen Untersuchung berührte, gilt als unrein. (Vgl. oben Abschn. ,I 1 und Anm. 9), während ihre Berührung seit dem Tauchbade bis dahin nicht verunreinigte, da seit dem Tauchbad die Annahme der Reinheit galt. Vgl. Anm. 11. — Nach der rezipierten Auffassung der Mischna (vgl. Anm. 13) wirkt auch die Blutung außerhalb der Periode ימי זיבה rückwärts verunreinigend. Vgl. Nid. 68 b.",
+ "und. Oder; vgl. die Ansicht der Weisen Abschnitt I, 1.",
+ "von Untersuchung zu Untersuchung. Wenn sie sich innerhalb der letzten 24 Stunden untersucht und rein gefunden hatte, so braucht sie sich nur seit dieser Untersuchung als unrein zu betrachten; denn die Annahme der Reinheit gilt seit dem Tauchbad zumindest bis zu der günstig verlaufenen Untersuchung.",
+ "Wenn sie eine Regel hat. Und die jetzt festgestellte Blutung fällt in die Zeit ihrer Regel. Allerdings fällt die jetzige Untersuchung in die Tage der außergewöhnlichen Blutung ימי זיבה (vgl. die Einleitung zu unserem Traktate), und für diese Tage gibt es keine eigentliche Festsetzung der Regel. Doch gilt dies nur insofern, als selbst dreimaliger Eintritt von Blutungen am gleichen Tage während dieser Zeit schon durch einmaligen Wechsel auf einen anderen Tag unberücksichtigt bleiben darf, weil in diesen Tagen Blutungen nicht zu erwarten sind. Wenn aber in unserem Falle an dem durch dreimalige Wiederholung der Blutung bestimmten Tag bei der Untersuchung sich Blut gezeigt hat, darf man annehmen, dass es sich jetzt als Blut der Regel eingestellt hat, also sicher keine Blutungen vorangingen. S. Nid. 68 b und Maim. הל׳ איסורי ביאה פ״ח הל ט'.",
+ "genügt ihr ihre Zeit. S. Abschnitt I, Anm. 3 u. 4.",
+ "die sich nicht in Reinheit von der Zeit des Minchagebetes. D. i. hier wohl 2½ Stunden vor Nacht מנחה קטנה (nicht eine halbe Stunde nach Mittag מנחה גדולה; s. Berach. 26 b). S. a. Bet Josef zu Tur Jore Dea 196. — Nach R. Jehuda genügt die Untersuchung am Morgen des siebten Tages nicht; sie muss gegen Abend, frühestens unmittelbar nach der Zeit des Minchagebetes stattgefunden haben.",
+ "Selbst wenn sie sich am zweiten. Nach den Weisen genügt die Feststellung, dass die Blutung aufgehört hat, schon am Morgen des zweiten Tag der Menstruationswoche, vorausgesetzt, dass später keine neue Blutung wahrgenommen wurde. Günstige Untersuchungen an den späteren Tagen der Menstruationswoche genügen erst recht. Dagegen genügt es nach dem Wortlaut der Weisen nicht, dass bei der Untersuchung am ersten Tage, auch gegen Abend, ein Aufhören der Blutung festgestellt war; s. a. Nid. 68 b."
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+ "Betreffs des am Samenfluss Leidenden. Der nach Aufhören des Flusses noch sieben Tage zählen muss, an denen er rein vom Flusse ist.",
+ "und der am Blutfluß Leidenden. Sie muss auch nach Aufhören ihres Flusses sieben vom Flusse reine Tage zählen. S. Levit. 16, 28; s. a. Einleitung zu unserem Traktate.",
+ "die sich am ersten Tage. Am Tage nach dem Aufhören des Flusses.",
+ "untersucht und rein gefunden und. Nach der Auffassung von Rab (Nid. 69a) meint R. Elieser; am ersten oder am siebten Tage; sie müssen sich nur einmal während der sieben Tage untersucht haben. Nach R. Chanina müssen sie sich am ersten und siebenten Tag untersucht haben.",
+ "sie sind in der Annahme der Reinheit. Vgl. Anm. 11.",
+ "sie haben nur den ersten und siebten Tag. Und müssen noch fünf reine Tage zählen. Nach R. Josua müssen sieben reine Tage gezählt werden; doch müssen sie nicht ununterbrochen aufeinander folgen.",
+ "sie haben nur den siebten Tag. Und sie müssen noch sechs reine Tage zählen. Nach R. Akiba müssen sieben ununterbrochen aufeinander folgende reine Tage gezählt werden. S. מ״א."
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+ "verunreinigen durch Tragen. Durch Getragenwerden; wer oder was sie trägt, wird unrein. Da jeder Tote durch Getragenwerden verunreinigt, muss hier von solcher Form der טומאת משא die Rede sein, die bei anderen Toten nicht angeht. Wenn sie auf einem schweren Stein אבן מסמא liegen, unter dem Geräte liegen, so wurden diese unrein, während sie durch einen gewöhnlichen Toten, der auf dem Stein liegt, nicht unrein würden. Allerdings ist diese Verunreinigung durch die in der Mischna genannten Toten nur rabbinische Anordnung. Würde man diese Form der Verunreinigung nicht eingeführt haben, so könnte es Vorkommen, dass man Gegenstände unter einem Stein für rein betrachtet, auf dem ein ohnmächtiger Flussleidender lag, den man für tot hielt. — Zu אבן מסמא vgl. Kel. I, 3 und Anm. 19 (auch Tos. Rosch Nid. 69 b liest אבן מוסמא) und Vorbemerkung zu Kelim § 31. — R. Simson zu Kelim I, 3 meint, אבן מסמא sei nur ein Beispiel, die gleiche Wirkung habe jede Sache, die selbst nicht verunreinigt werden kann, sogar Papier. S. a. die Einleitung von תפארת ישראל zu Tohorot § 6.",
+ "bis das Fleisch verwest. Dann ist eine Verwechslung mit einem Lebenden nicht mehr zu befürchten.",
+ "dass er nicht durch Tragen. S. Anm. 28. Da er auch bei Lebzeiten nur nach rabbinischer Vorschrift verunreinigt, braucht man wegen Verwechslung des Toten mit dem Lebenden nicht besorgt zu sein.",
+ "Menstruierende. Um nicht die während der Menstruationszeit Verstorbene zu beschämen. (Nid. 71 a.)"
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+ "Blut abging. Nach dem Tode.",
+ "so verunreinigt. Viele Ausgaben haben מטמאה; doch es ist wohl מטמא zu lesen, wobei דם nicht רביעית Subjekt ist, was zu כתם gewiss schlecht paßt. Nachher heißt es doch auch שנעקר. M., L. und Livorno haben מטמא",
+ "es als Fleck. D. h. in noch so kleiner Menge als Menstruationsblut (Raschi, Tos.).",
+ "und verunreinigt durch Zeltenunreinheit. In der Menge eines viertel Log; s. Ohalot II, 2; s. a. Vorb. zu Ohalot.",
+ "dass es als Fleck verunreinigt. Da doch in diesem Falle zumindest ein Teil des Blutes bei Lebzeiten sich losgelöst hatte. — Aus der Bemerkung R. Jose’s ergibt sich, dass nach R. Jehuda das Viertellog auch durch Zeltunreinheit verunreinigt. — Allerdings verunreinigt es nur nach rabbinischer Vorschrift, da keinesfalls das ganze Viertel Totenblut ist; es ist also als Mischungsblut דם תבוסה zu betrachten. S. Nid. 71 und 62a; Ohal. II, 2 und III, 5.",
+ "Deshalb verunreinigt es nicht durch Zeltunreinheit. Weil der zuerst ausgeflossene Teil des Blutes doch kein Totenblut war und das später hinzugekommene Blut tropfenweise von dem früheren majorisiert würde. Nach R. Jehuda werden aber gleichartige Stoffe nicht majorisiert מן במינו לא בטיל; s. a. Tos. Nid. 71b s. v. ר׳״י."
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+ [
+ "die sich im Zustande des Blutes der Reinheit befand. Vom 8.—40. Tage nach der Geburt eines Knaben, vom 15.—80. nach der eines Mädchens, nachdem sie ein Tauchbad genommen hatte; s. Levit. 12, 3, 4.",
+ "durfte Wasser für das Pessachopfer umgießen. Aus einem Gerät in ein anderes, in dem sie das Opferfleisch abwischen wollte. Durch das Tauchbad verlor sie die Unreinheit der Gebärerin, wurde aber noch nicht völlig rein, durfte noch keine Priesterhebe, und gewiss keine Opferspeisen berühren. Levit. 12, 4. Bis zum Ablauf des 40., bezw. 80. Tage hatte sie den Charakter eines Menschen, der nach seiner Unreinheit getaucht hatte, aber bis zur völligen Reinheit noch Sonnenuntergang הערב שמש abwarten musste, ״סבול יום Vgl. Vorbemerk, zu Kelim, § 9. Man nennt sie deshalb טבולת יום ארוך, eine Frau, die einen langen Tag als nur getaucht, aber nicht völlig gereinigt gilt. Vgl. hierzu Einl. des תפארת ישראל zu Tohorot, § 54. — Da sie nur wie ein Unreiner zweiten Grades שני לטומאה war, verunreinigte sie das von ihr berührte Gerät nicht. Doch durfte sie das Wasser nicht berühren, das zur Benutzung für Opferfleisch wie dieses selbst behandelt wurde חולין שנעשו על מהרת קדש sonst wäre es unrein dritten Grades שלישי לטומאה geworden und hätte das Opferfleisch verunreinigt.",
+ "Berührung eines Totenunreinen in Bezug auf heilige Gegenstände. Sie verunreinigt heilige Gegenstände wie jemand, der an einen Totenunreinen (der אב הטומאה ist) anrührte, also ראשון לטומאה ist. Dies ist die Ansicht des Abba Schaul (Nid. 71b), dass ein טבול יום in Bezug auf heilige Gegenstände unrein ersten Grades ראשון לטומאה ist, der berührte heilige Gegenstand also unrein zweiten Grades wird und dem nächsten die Unreinheit dritten Grades gibt, so dass es auch noch einen weiteren heiligen Gegenstand untauglich פסול macht. — Andererseits ergibt sich im Falle unserer Mischna eine Erleichterung: Da Abba Schaul die Weiterwirkung der Unreinheit nur auf wirkliche heilige Gegenstände קדשים beschränkt und nicht auf Speisen und Getränke ausdehnt, die von ihren Benutzern wie heilige Gegenstände behandelt, — חולין שנעשו על טהרת קדש לאו כקדש דמי — dürfte die Frau das Wasser selbst berühren, da es von einem טבול יום nicht verunreinigt wird.",
+ "sogar wie ein Totenunreiner. Der auch Geräte verunreinigt. Also darf die Frau das Wasser nicht umgießen, auch ohne es zu berühren, da sie das Gerät verunreinigen würde ראשון לטומאה und dieses das Wasser שני לטומאה."
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+ "dass sie vom Zehnten. Dem zweiten Zehnten מעשר שני. Obwohl sie nach Bet Schammai in Bezug auf eigentliche heilige Gegenstände wie ein Totenunreiner אב הטומאה und nach Bet Hillel wie ein Unreiner ersten Grades ראשון לטומאה ist, stimmen sie überein, dass sie in Bezug auf den zweiten Zehnt wie jemand ist, der nach der Unreinheit sein Tauchbad genommen hat und vor Sonnenuntergang als טבול יום vom Zehnt essen darf. Vgl. Negaim XIV, 3.",
+ "essen darf und die Teighebe. Vgl. Num. 15, 19 ff.",
+ "sich abtrennen. Obwohl von dem Teig die Hebe noch abzunehmen ist, darf טבול יום sie berühren, ohne sie zu verunreinigen. Vgl. Nid. 7 a האי טבול יום כיון דלא מטמא ודאי חולין לא גזרו עליו משום חולין הטבולין לחלה Tos, Nid. 71 b s. v. חולין.",
+ "und daneben legen. Wenn man Hebe von mehreren Teigen abscheidet, soll man sie nebeneinander legen. Vgl. Challa I, 9. — Nach Nid. 7 a soll sie den Teig auf eine Unterlage, die nicht unrein werden kann, legen, damit sie daran denkt, ihn nach der Benennung nicht zu berühren.",
+ "dann. Aber nicht vorher. Bereits benannte Hebe darf sie nicht berühren. Doch fürchtet man nicht, dass sie die bereits benannte Hebe berühren würde, wenn man ihr gestattet, die noch nicht benannte zu berühren.",
+ "dass er rein bleibt. Die Flüssigkeit, die ein טבול יום ausscheidet, verunreinigen die Priesterhebe nicht; vgl. Twul Jom II, 1. Dasselbe gilt für die der Wöchnerin.",
+ "Sie bedarf des Tauchens am Ende. Der 40, bezw. 80 Tage. Am Abend zum 41., bezw. 81. Tag muss sie ein zweites Tauchbad nehmen, um Priesterhebe zu essen (wenn sie Frau oder nicht verheiratete Tochter eines Priesters ist) und das Heiligtum zu betreten; so Raschi zu Nid. 29 b ליל שמונים ואחד Nach Raschi Nid. 71 b und Bart. nimmt sie das Bad am Abend zum 40., bezw. 80, Tage, Sie kann aber Priesterhebe erst nach Ablauf des Tages essen; vgl. תפארת ישראל — S, aber מ״א.",
+ "Sie bedarf nicht des Tauchens am Ende. Aber um Opferspeisen zu genießen, muss sie auch nach der Ansicht der Bet Hillel nochmals tauchen, da sie doch noch zur Darbringung ihrer Opfer (vgl. Lev. 12, 6 ff.) verpflichtet מחוסרת כפרה ist. Erst nachdem sie am 41., bezw. 81. Tage ihre Opfer gebracht und dann — nach rabbinischer Vorschrift — nochmals ein Tauchbad genommen hat, darf sie Opferspeisen genießen. Vgl. Chagiga III, 3 u. 24 b. Hinsichtlich der Berührung von Heiligem vgl. תויט s. v. אינה."
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+ "Wenn eine Frau am elften Tage. Nach Ablauf der Menstruationswoche. Es ist der letzte Tag, an dem eine Blutung als außergewöhnliche Blutung זיבה gilt; die Blutung am folgenden Tag ist schon wieder Menstruation. Vgl. die Einleitung zu unserem Traktat.",
+ "Sie. Die Frau und ihr Mann.",
+ "verunreinigen Lager und Sitz. Obwohl die außergewöhnliche Blutung am 11. Tage die Frau nicht durch Wiederholung an den beiden folgenden zu einer am großen Blutfluß Leidenden זבה גדולה machen kann, betrachten Bet Schammai sie in jeder Hinsicht als eine am kleinen Fluss Leidende זבה קטנה Diese muss sich nach Toravorschrift am folgenden Tag beobachten, ob sie nicht wieder Blutungen hat שומרת יום כנגד יום, und darf erst an diesem Tage tauchen. Ihr Bad am Abend ist wertlos; hinsichtlich der Verunreinigung und des ehelichen Verkehrs ist sie trotz des Bades wie eine Flussleidende. Auf dem bewusst sündhaften Verkehr ruht Todesstrafe כרת auf dem irrtümlichen die Pflicht zum Sündopfer חמאת. All diese Bestimmungen gelten nach Bet Schammai auch für die Frau, die am 11. Tage eine Blutung hatte.",
+ "Sie sind frei vom Opfer. Da nach Bet Hillel diese Frau nach Toravorschrift keine Flussleidende ist, fällt durch das am Abend genommene Bad das Opfer weg. Maim. הל׳ איסורי ביאה פ''ו הל י''ז. Die anderen Bestimmungen gelten nach rabbinischer Vorschrift.",
+ "Tauchte sie am nächsten Tage. Nach Vorschrift der am kleinen Blutfluß Leidenden.",
+ "und pflegt ehelichen Verkehr. Während des Tages. In einem dunkeln Zimmer ist sonst der Verkehr am Tage gestattet; vgl. Nid. 17 a.",
+ "und nachher. Während des Tages. In einem dunkeln Zimmer ist sonst der Verkehr am Tage gestattet; vgl. Nid. 17 a.",
+ "sind aber frei vom Opfer. Nach Toravorschrift hat die Blutung am 12. Tag keine rückwirkende Kraft, da der 12. Tag bereits zur neuen Menstruationswoche gehört, und die Blutung daher zu der vorn 11. Tag keine Beziehung hat. Doch meinen Bet Schammai, dass nach rabbinischer Vorschrift die Bestimmungen hinsichtlich der Verunreinigungen ebenso gelten wie nach Toravorschrift am Tage nach der Blutung vor dem 11. Tag.",
+ "Er ist ein Gieriger. Es ist verboten, am Tage nach der Blutung am 11. Tag ehelichen Verkehr zu pflegen. Sie fürchten, man könnte hierdurch sich verleiten lassen, auch am Tage nach einer Blutung vor dem 11. Tag Verkehr zu pflegen. — Aber die schwere, rückwirkende Verunreinigung des Lagers findet nicht statt, da die Blutung am 12. Menstruationsblutung ist (vgl. die vorige Anm.). Die Frau verunreinigt von nun an wie eine Menstruierende, als solche heilige Gegenstände auch rückwirkend.",
+ "wenn sie innerhalb der elf Tage. Nach R. Jochanan (Nid. 72 b) auch am 10., obwohl sie während der Tage des außergewöhnlichen Blutflusses nur noch an einem weiteren Tage Blutung haben kann, also nicht am großen Blutfluß leidend זבה גדולה werden kann. S. Maim. הל׳ משכב ומושב פ''ה ה''ח.",
+ "am Abend. Für eine am Blutfluß Leidende ist das Bad am Abend nach der Blutung wirkungslos; vgl. Anm. 52, 53.",
+ "dass sie. Die Frau und ihr Mann.",
+ "so ist das eine Unsitte. Denn wenn sie im Laufe dieses Tages, der doch noch zu den 11 Tagen gehört, eine Blutung hat, so wird das Tauchbad wirkungslos, und es stellt sich heraus, dass der Verkehr mit einer am Blutfluß Leidenden stattgefunden hat.",
+ "ihre Berührung und ihre Beiwohnung sind in der Schwebe. Auch wenn sie keine Blutung hat, gelten die von ihr berührten Gegenstände bis zum Abend zweifelsweise als unrein. Bei Eintritt der Blutung vor dem Abend sind sie sicher unrein. In diesem Falle müssen Mann und Frau das Sündopfer חטאת bringen. Tritt bis zum Abend keine Blutung ein, sind sie frei."
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+ "\nÜbersetzt und erklärt von Rabbiner Dr. Moses Auerbach.\nEinleitung.\nDer Traktat behandelt als eigentliches Thema die Bestimmungen für die Menstruation (vgl. Levit. XV, 19—24) und die Geburt (vgl. Levit. XII, 1—5). Hauptsächlich beschäftigt sich der Traktat mit den hierbei in Betracht kommenden Reinheitsgesetzen. Deshalb hat er seinen Platz im Seder Tohorot. Außerdem werden die Bestimmungen hinsichtlich des ehelichen Verkehrs erwähnt. Daneben finden sich einige Vorschriften aus verwandten Gebieten, wie über den Samenfluß und eine größere Zahl von Gesetzen aus ganz fremden Gebieten, die lediglich im Anschluß an entsprechende Bestimmungen des Traktatthemas angeführt werden.\nA. Von der Menstruation handeln I, 1—II, 2; II, 5—7; VI, 13—14; VIII, 1—4; IX, 1—11; X, 1—2. Und zwar sprechen I, 1—II, 2 über die Reinheitsgesetze und körperliche Untersuchungen zur Feststellung, ob nicht Menstrualblutungen eingetreten sind. II, 5—7 lehren, welche Blutungen als Menstruation zu betrachten oder zu befürchten sind. VI, 13—14 und VIII 1—4 sprechen über die Folgen eines Blutfleckens, den eine Frau findet, ohne zu wissen, wann er erstanden ist. In IX, 1—5 werden verschiedene Fälle behandelt, in denen man den Eintritt der Menstruation befürchten muß. In IX, 6—7 werden Methoden zur Untersuchung Vorgefundener Flecke angegeben, um festzustellen, ob sie Blutflecken sind. IX, 8—10 lehren die Bestimmung der Periode. IX, 11 und X, 1 sprechen über Blutungen von Jungverheirateten, X, 2 über Untersuchungen nach der Menstruation, um ihre endgültige Beendigung festzustellen.\nIm Anschluß hieran spricht X, 3 über die Untersuchungen, die der am Samenfluß und die am Blutfluß Leidende vorzunehmen haben. X, 4, 5 sprechen über Nachwirkungen der Menstruation und anderen Unreinheiten nach dem Tode.\nB. Von der Geburt bezw. Fehlgeburt und ihren reinheitsgesetzlichen Folgen handeln III, 1—7; IV, 4—V, 1; X, 6—7. Abschnitt III spricht darüber, welche Abgänge als Geburten zu betrachten sind und welche Geburten bezw. Fehlgeburten als männliche oder weibliehe Geburten zu gelten haben, so daß die Vorschriften von Levit. XII, 4—5 anzuwenden sind. IV, 4—7 behandelt den Eintritt der Menstruation und des außergewöhnlichen Blutflusses (vgl. Levit. XV, 25 ff.) vor und nach der Geburt. V, 1 spricht über die Vorschnften nach einer künstlichen Geburt. X, 6—7 enthalten Vorschriften über das Blut der Reinheit nach der Geburt.\nC. Bestimmungen hinsichtlich des ehelichen Verkehrs enthalten II, 1—4 und X, 8. II, 1—3 sprechen über die Anwendung von Untersuchungstüchern und den Folgen der Auffindung von Blutflecken nach dem Verkehr hinsichtlich der Reinheitsgesetze und etwaiger Sühneopfer. II, 4 lehrt, daß ohne besondere Veranlassung hinsichtlich des Verkehrs nicht zu befürchten ist, daß die Ehefrau an Menstruation leidet. X, 8 spricht über die Folgen des ehelichen Verkehrs trotz vorangegangenen Blutung in den 11 Tagen nach der Menstruationswoche.\nD. Weil V, 3 gelehrt wird, daß schon bei einem neugeborenen Mädchen die Menstruationsunreinheit eintreten kann, werden von dieser Mischna an bis VI, 1 die unteren Altersgrenzen für eine Reihe von Gesetzen angegeben. In dieser Mischna wird dann gesagt, daß bei einer jungen Frau, das untere Zeichen der Geschlechtsreife (Haare an den Geschlechtsteilen) ohne das obere (Rundung der Brüste) eintreten kann, aber nicht umgedreht. Im Anschluß hieran folgt nun bis IV, 11 eine Anzahl von Gesetzen, bei denen immer zwei Bestimmungen von einander abhängig oder unabhängig sind. — VII, 1 wird gelehrt, daß das Menstruationsblut selbst verunreinigt. Dann werden weitere Träger der Unreinheit aufgezählt, die unter verschiedenen Bedingungen Unreinheit verbreiten.\nMit Ausnahme der großen Exkurse von V, 3 bis VI, 11 und Abschnitt VII und einiger kleinen Anführungen aus anderen Gebieten behandelt also das Traktat die drei eng zu einander gehörenden Bezirke der Menstruation, der Geburt und des ehelichen Verkehrs.\nEiner genauen Abgrenzung bedarf noch der Begriff der Menstruation דם נדה gegenüber dem außergewöhnlichen Blutfluß דם זיבה. Leviticus XV, 25 bezeichnet diesen als בלא עת נדתה — außer der Menstruation, also auch längere Zeit nachher — und על נדתה — unmittelbar nach der Menstruation. (Vgl. hierzu Nidda 73a und Hoffmann, Leviticus z. St.). „Außer der Zeit der Menstruation“ heiße die 11 Tage nach der Menstruation; vgl. Nidda 72b, אחד עשר יום שבין נדה לנדה הלכה למשה מסיני. Eine Blutung in diesen Tagen gilt nicht als Menstrualblutung דם נדה, sondern als außergewöhnliche Blutung דם זיבה; aber eine Blutung am 12. Tag gilt wieder als Menstrualblutung. Über die Berechnung der 11 Tage herrscht Meinungsverschiedenheit. Vgl. hierzu Bet Josef zu Jore Dea 183. Nach den meisten Dezisoren beginnen sie nach Ablauf der Woche der tatsächlich eingetretenen Menstruation. Sobald dann nach Verlauf der 11 Tage eine neue Menstruation eintritt, beginnt eine neue Festsetzung der 7 und 11 Tage, ganz gleichgültig, wann die neue Menstruation beginnt. Nach Maimonides הל׳ איסורי ביאה פ״ו sind aber die 7 Tage der Menstruation und die darauf folgenden 11 der außergewöhnlichen Blutung unabhängig von dem tatsächlichen Eintreten der Menstruation. Sie richten sich nach der ersten Menstruation des Mädchens, bezw. nach der ersten Menstruation nach einer Geburt. Von da an und weiter hat die Frau ihr ganzes Leben hindurch oder bis zu einer Geburt stets nach Perioden von 18 Tagen zu rechnen. Blutungen in den ersten 7 Tagen der Periode gelten als Menstruation, in den nächsten 11 als außergewöhnliche Blutung, von 19.—25. wieder als Menstruation, vom 26.—36. als außergewöhnliche Blutung, ganz gleichgültig, wann die frühere Blutung tatsächlich eingetreten war.\nDie Menstruation verunreinigt die Frau für 7 Tage, in diesen Tagen ist der eheliche Verkehr verboten (Lev. 18, 19, 20, 18). Es ist dabei kein Unterschied, ob die Blutung auf den ersten Tag beschränkt war, oder sich bis kurz vor Sonnenuntergang am siebenten Tage hinzog. Wenn sie nur bis zu diesem Augenblick aufhört, kann die Frau nach der eigentlichen Toravorschrift abends ein Bad nehmen (vergl. hierzu Mikwaot I, 7) und ist rein und darf ehelichen Verkehr pflegen. — Wenn aber eine Blutung in den 11 Tagen nach der Menstruationswoche, also in den Tagen des außergewöhnlichen Blutflusses ימי זיבה eintritt, so ist zu unterscheiden: Sind die Blutungen immer nur auf einen oder zwei Tage beschränkt, der dritte Tag aber ist blutfrei, so ist die Frau „am kleinen Blutfluß leidend“ זבה קטנה. Sie braucht dann nur den auf den oder die Tage der Blutung folgenden Tag abzuwarten שומרת יום כנגד יום, Erst im Laufe dieses Tages kann sie baden; ein Bad am Vorabend ist wirkungslos. Tritt dann bis zum Abend keine Blutung ein, so ist die Frau rein und darf ehelichen Verkehr pflegen. Hat sie aber während dieser 11 Tage an drei aufeinander folgenden Tagen Blutungen, so ist sie „am großen Blutfluß leidend“ זבה גדולה. Um rein zu werden, muß sie vom Blutfluß sieben völlig reine Tage Tage zählen. Hat sie aber während dieser sieben Tage eine Blutung, so muß sie vom darauf folgenden Tage an von neuem sieben reine Tage zählen. Hat sie sieben völlig reine Tage gezählt und im Laufe des siebenten gebadet, so ist sie am Abend rein und darf ehelichen Verkehr pflegen. Am 8. Tag hat sie die (Lev. 15, 29) vorgeschriebenen Opfer zu bringen und darf dann wieder von Opfern genießen). So sind die Bestimmungen nach dem Toragesetz. Vgl. Maimonides הל איסורי ביאה פ״ו. Von Rabbi und den Amoraim sind später die für heute gültigen, erschwerenden Vorsichtsmaßregeln hinsichtlich der Bestimmungen über den ehelichen Verkehr nach Eintritt von Blutungen eingeführt. Vgl. Jore Dea, § 183 u. ff.\n1) Nach rabbinischer Vorschrift muß sie nach Darbringung der Opfer nochmals ein Tauchbad nehmen, bevor sie Opferspeisen genießen darf. Vgl. Chagiga 24b, Maim. הל׳ אבות הסום׳ פ׳ י-ב הל׳ ט״ו.\n"
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+ " Diese Mischna findet sich auch Edujot I, 1; s. a. d. den Kommentar. Kontroverse zwischen Schammai und Hillel sind selten. Sie finden sich in der Mischna noch Chagiga II, 2; Abot I, 15; Edujot I, 2, 3.",
+ "Bei allen Frauen. Die menstruieren, so dass für sie die Reinheitsvorschriften von Lev. 15, 19 ff gelten.",
+ "genügt. די genug; דין genug für sie.",
+ "ihre <italic>Zeit</italic>. D. h. die Zeit, da sie den Blutfluss spüren. Erst, was sie von dieser Zeit an berühren, bezw. was sie tragen, oder worauf sie ruhen (vgl. Einleitung zu Kelim § 29 ff.), gilt als unrein. Die Unreinheit der Menstruierenden tritt allerdings schon in dem Augenblick ein, da das Blut aus dem Uterus (חדר) herausfließt, obwohl es sich noch in der Scheide (בית החיצון) befindet (vgl. Nid. V, 1 und II, 5; s. a. Preuß, Biblisch-talmud. Medizin, S. 130 ff u. S. 135 f.). Dennoch haben nach Schammai die Weisen die Unreinheit erst von dem Augenblick angenommen, da der Blutfluß gespürt wurde, und nicht die Befürchtung ausgesprochen, es könne schon vorher Blut in der Scheide gewesen sein. Sie meinten, nach Schammai, wenn eine Frau schon vor dem bemerkten Eintritt der Menstruation für unrein gälte, würde der Mann aus Furcht, durch Verkehr mit seiner unreinen Gattin eine schwere Sünde zu begehen (vgl. Lev. 18, 19), sich überhaupt von ihr fernhalten.",
+ "Untersuchung. Bei der sie sich noch rein gefunden hatte.",
+ "Untersuchung. Bei der sie die verunreinigende Menstruation wahrgenommen hat.",
+ "wenn auch für viele Tage. Auch wenn zwischen der letzten, ungünstig ausgefallenen Untersuchung und der vorletzten, bei der sie noch sicher rein war, viele Tage liegen, so muss die Frau sich rückwirkend für die ganze Zeit seit der letzten Untersuchung in sakraler Hinsicht (לטהרות) als unrein betrachten. Alle Gegenstände, die sie in diesem Zeitraum berührte oder trug, oder auf denen sie ruhte (vgl. Note 4), sind als unrein zu vermuten. Da diese rückwirkende Unreinheitsvermutung lediglich sakrale Bedeutung hat, hinsichtlich des in dieser Zwischenzeit gepflegten ehelichen Verkehrs לבעלה keinerlei Geltung hat, so liegt nach Hillel auch für den gewissenhaftesten Gatten kein Grund vor, zu fürchten, er habe sich versündigt. Deshalb meint Hillel, die Weisen durften in sakraler Hinsicht die Erschwerung machen, ohne das Bedenken, hierdurch könne sich der Gatte von seiner Frau zurückhalten.",
+ "Die Weisen. Die anderen Gelehrten, seien es Zeitgenossen Hillels und Schammais, oder Spätere. ׳מעת לעת wörtlich von Zeit zu Zeit, bedeutet: genau 24 Stunden, von der heutigen Tageszeit bis zur gestrigen zurückgerechnet.",
+ "aber sagen: Weder wie die Worte des einen, noch wie die des anderen (ist die Halacha); sondern (rückwärts gerechnete) Zeitraum von 24 Stunden. על יד neben; vgl. Jos. 15, 46 על יד אשדוד, und Nehem. 2 ועל ידו בנו u. ö.",
+ "letzten. Wenn z. B. die letzte, ungünstig ausgefallene Untersuchung am Mittwoch um 12 Uhr stattgefunden hat, die vorletzte, günstige am Sonntag um 10, so braucht die Frau nicht anzunehmen, dass sie seit Sonntag unrein war, sondern muss sich nur rückwärts bis Dienstag um 12 unrein vermuten.",
+ ") und die Zeit von Untersuchung bis Untersuchung verringert neben dem Zeitraum von 24 Stunden. War z. B. die letzte Untersuchung am Mittwoch um 12 Uhr, die vorletzte Mittwoch um 8, so braucht sie sich nicht 24 Stunden rückwärts bis Dienstag um 12 unrein zu vermuten, sondern nur 4 Stunden bis zur vorletzten, günstigen.",
+ "die ihre regelmäßige Periode. וסת Gewohnheit, technischer Ausdruck für Regel der Frau; wohl aus dem griechischen ἔθος s. a. Löw bei Krauss II, S. 237. Hier ist וסת קבוע gemeint, eine in bestimmten Abständen (gewöhnlich nach etwa 30 Tagen) wiederkehrende Menstruation. Der וסת heißt קבוע wenn er dreimal hintereinander zur gleichen Zeit eingetreten ist.",
+ "genügt ihre Zeit. Wenn sie beim regelmäßigen Eintritt der Periode Blut wahrnimmt, braucht sie sich erst von jetzt an als unrein zu betrachten. Dies geben auch Hillel und die Weisen zu.",
+ "Tüchern. עדים vgl. Jes. 64, 5; Tücher der Monatsregel; arab. عدّة eigentlich Monatsregel, dann Tuch, das zur Feststellung der eingetretenen Menstruation benutzt wird.",
+ "pflegt. Die Frauen, welche mit der Priesterhebe oder anderen Dingen, für deren Berührung der Reinheitszustand vorgeschrieben war, zu tun hatten, mussten sich der Vorsicht wegen vor und nach dem ehelichen Verkehr untersuchen. Vgl. Nid. 11bf und Maimonides הל׳ מטמאי משכב ומושב ד׳ ז und Tur, Jore Dea § 186.",
+ "wie eine Untersuchung. Nach Nid. 5a wird nur die Untersuchung nach dem Verkehr als vollwertig betrachtet, da die vorangehende Untersuchung der Aufregung wegen vielleicht nicht ganz gründlich war.",
+ "so dass sie neben dem Zeitraum von 24 Stunden verringert. Es braucht nicht befürchtet zu werden, dass ein etwaiger Blutstropfen auf dem Tüchlein durch Samen verdeckt war. (Nid. 5a.)"
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+ "es genügt ihre Zeit. Dass in der vorigen Mischna gesagt war, bei jeder Frau mit regelmäßiger Periode genüge ihre Zeit.",
+ "Saß sie auf einem Bette. Das Beispiel ist so gewählt, um zu lehren, dass zwar bei einer Frau mit regelmäßiger Periode das Bett, auf dem sie vor wahrgenommener Blutung saß, rein ist, bei einer Frau ohne regelmäßige Periode aber auch das Bett 24 Stunden rückwirkend als völlig unrein gilt und den Menschen, der in diesem Zeitraum auf ihm saß, mit seiner Kleidung verunreinigt (Nid. 5b). M. kommentiert aber: selbst bei einer Frau mit regelmäßiger Periode ist das Bett rückwirkend unrein; nur für andere Gegenstände gilt die Unreinheit erst von der Wahrnehmung an. S. a. מלאכת שלמה.",
+ "und hantierte. Wörtlich: war beschäftigt mit …",
+ "trennte sich. Vom Bett und den Gegenständen.",
+ "danach Blut) wahr, dann ist sie unrein, aber alles (andere. Bett und die anderen Gegenstände. M. erklärt וכולן und all die Gegenstände, mit denen sie hantierte; das Bett ist aber rückwirkend unrein. Vgl. Anm. 20.",
+ "Sie. Die Frau ohne regelmäßige Periode.",
+ "so zählt. Die 7 Tage der Unreinheit."
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+ "Die Jugendliche. Vgl. Mischna 4 und 5. Nur für diese 4 Frauen genügt ihre Zeit, nicht für alle, wie Schammai (Mischna 1) sagte.",
+ "die Schwangere. Vgl. Mischna 4 und 5. Nur für diese 4 Frauen genügt ihre Zeit, nicht für alle, wie Schammai (Mischna 1) sagte.",
+ "die Stillende. Vgl. Mischna 4 und 5. Nur für diese 4 Frauen genügt ihre Zeit, nicht für alle, wie Schammai (Mischna 1) sagte.",
+ "und Matrone. Vgl. Mischna 4 und 5. Nur für diese 4 Frauen genügt ihre Zeit, nicht für alle, wie Schammai (Mischna 1) sagte.",
+ "Aber. Nach der Tosefta I, 5, wie sie Nid. 7b zitiert wird, hat R. Josua ursprünglich die Ansicht E. Eliesers für die Praxis abgelehnt; nach dem Wortlaute in Nid. 7b und auch nach Jeruschalmi, Nid. I, 2 hat R. Josua nach dem Tode R. Eliesers dessen Ansicht als Halacha erklärt. Danach könnte der Schlusssatz der Mischna von R. Josua nach R. Eliesers Tode gesagt sein. Aber nach dem Wortlaute unserer Tosefta כל ימיו על ר׳ אליעזר היו העם נוהגין כדבריו אחר שמת החזיר ר׳ י את הדברים ליושנן והלכה כר אליעזר scheint man sich in der Praxis zuerst nach R. Elieser gerichtet zu haben, und nach R. Eliesers Tod hätte R. Josua seine Ansicht, die einer älteren Praxis entsprach, wieder durchgesetzt. Später aber wurde wieder wie R. Elieser entschieden. Hiernach wäre der Schlusssatz unserer Mischna eine redaktionelle Bemerkung. — Die folgenden Mischnajot, die ja R. Eliesers Worte näher erklären, setzten wohl voraus, dass seine Ansicht Halacha ist. Der Talmud (Nid. 7b) entscheidet jedenfalls wie R. Elieser, ebenso Maimonides."
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+ "Jugendliche. Der Erklärung wegen, die hier in der Mischna dem Ausdruck בתולה gegeben wird, konnte er nicht wie gewöhnlich mit „Jungfrau“ übersetzt werden.",
+ "noch keine Blutung. Menstruationsblutungen; vgl. Anm. 30.",
+ "auch wenn sie verheiratet. Und auch der eheliche Verkehr stattgefunden hat, selbst wenn sie infolge des Verkehrs Blutungen hatte, ja sogar, wenn sie schon Kinder hat und infolge der Geburt Blutungen gehabt hatte. (Nid. 8b.)",
+ "bemerkt werden kann. 3 Monate nach der Empfängnis. (Nid. 8 b.)",
+ "bis sie ihr Kind entwöhnt. Nach Ansicht der später angeführten Weisen 24 Monate, nach R. Meir, solange sie stillt, selbst 5 Jahre nach der Geburt.",
+ "Gab sie ihr Kind einer Amme, oder hatte sie es entwöhnt, oder ist es gestorben, da sagt R. Meir: sie verunreinigt (rückwirkend) 24 Stunden. R. Meir meint, solange sie stillt, wird das sonst durch die Menstruation abgehende Blut in Milch umgesetzt. Wenn sie daher innerhalb der üblichen Stillperiode (z. Zt. der Mischna und des Talmuds 24 Monate) zu stillen aufhört, so gilt sie hinsichtlich der Menstruationsblutung nicht mehr als Stillende. Wenn sie aber auch viel länger als üblich stillt, gilt sie noch immer als Stillende. (Nid. 9a.).",
+ "Es genügt ihr ihre Zeit. Die Weisen meinen, das Ausbleiben der Menstruation ist lediglich eine Nachwirkung der Geburt und hält unabhängig vom Stillen des Kindes gewöhnlich 24 Monate an. (Nid. 9a.)"
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+ "Matrone. So ist hier זקנה zu übersetzen, nicht „Greisin“. Nach Nid. 9b wird eine Frau als זקנה erklärt, der es nicht peinlich ist, oder die es nicht übel nimmt, wenn man sie „Mütterchen“ (אמא) nennt. Maimonides in מטמאי משכב ומושב פ״ד ה אן הל איסורי ביאה פ״ט הל ה׳ hat זקנה statt. גאמא)",
+ "? Eine jede, bei der 3 Zeiträume. Der gewöhnlichen Menstruationsperiode = 3 Monate (s. a. תוי״ט und מ״א)",
+ "Elasar. Die Ausgaben auch M. haben R. Elieser. Doch muss es wohl R. Elasar heißen, da R. Elieser in der dritten Mischna nur die vier Frauen nannte. Auch sind die 4.—6. Mischna als Kontroversen der Schüler R. Akibas über die Erklärung des Satzes R. Eliesers in der dritten Mischna zu betrachten. Schüler R. Akibas und Kollege der hier genannten R. Meir und R. Jose ist aber R. Elasar (ben Schammua). — Erub. 46a hat im Zitat unserer Mischna R. Elasar. Am Rande der Wilnaer Talmudausgabe, Nid. 7b wird hierauf hingewiesen und Elasar als richtige La. betrachtet; so auch מלאכת שלמה. Auch die dem Jeruschalmi beigedruckte Mischna hat ר׳ לעזר.",
+ "Jeder. Auch wenn sie noch keine Matrone ist. R. Elasar meint wohl, dass R. Elieser (Mischna 3) bei jeder Matrone erst von der Wahrnehmung der Blutung an Unreinheit annimmt, auch wenn die Periode noch nicht ausgesetzt hat. Vgl. die vorige Anm.",
+ "Frau, bei der 3 Zeiträume vorübergegangen sind, genügt ihre Zeit, R. Jose sagt: Einer Schwangeren und einer Stillenden, bei denen 3 Zeiträume vorübergegangen sind. Aber wenn die Periode noch nicht dreimal ausgesetzt hatte, verunreinigt bei der Schwangeren und bei der Stillenden die Blutung rückwirkend. Also streitet R. Jose gegen die in der vierten Mischna anonym angeführte Meinung, dass bei der Schwangeren und Stillenden die Blutung nicht rückwirkend verunreinigt, ohne Rücksicht auf bereits vorangegangenes Aussetzen der Periode."
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+ "Blutung. Der vier in der dritten Mischna genannten Frauen.",
+ "es genügt ihr. Jeder einzelnen der vier Frauen.",
+ "Bei der ersten Wahrnehmung. Wenn sie zum ersten Male eine Menstrualblutung haben; die Schwangere, Stillende und Matrone, nachdem sie bereits sicher ihrer Kategorie angehören. Nid. 10b wird darüber gestritten, ob die Beschränkung auf die erste Blutung für alle vier genannten Frauen gilt, oder nur für die Jugendliche und die Matrone.",
+ "Aber bei der zweiten verunreinigt sie (rückwirkend) 24 Stunden. Bezw. bis zur letzten Untersuchung, wie bei jeder anderen Frau (vgl. die Ansicht der Weisen in der ersten Mischna).",
+ "Wenn sie aber die erste als Folge eines äußeren Anlasses. Hier hat אונס nicht gerade die Bedeutung von „Unglücksfall“ oder „Zwang“. Als solch Anlass gilt z. B. Springen."
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+ "es genügt ihr. Der Frau, die eine regelmäßige Periode hat. (Raschi u. Bart.) Die zweite Mischna war lediglich Erklärung des Begriffes דיה שעתה die dritte eine Anmerkung R. Eliesers, dass es auch außer den Frauen mit regelmäßiger Periode noch vier Frauen gibt, deren Blutungen nicht rückwirkend verunreinigen. Die 4.—6. sind Erklärungen zu R. Eliesers Worten. Jetzt wird der am Ende der ersten Mischna besprochene Fall von כל אשה שיש לה וסת weiter behandelt. Tos. Nid. 4b s. v כל אשה beziehen aber unsere Mischna auf die vier Frauen. Nach Maimon. הל משכב ומושב ם״ד ה״ו müssen die vier Frauen und die mit regelmäßiger Periode sich täglich zweimal untersuchen.",
+ "muss sie sich doch untersuchen. Obwohl die festgestellte Blutung nicht rückwirkend verunreinigt, soll sie sich doch morgens und gegen Abend untersuchen; vielleicht findet sie Blut, das sie ohne Untersuchung erst später merken würde. Auch kann durch solche Untersuchung eine Änderung der Periode festgestellt werden. Vgl. Nid. 11a.",
+ "außer als Menstruierende. Da sie ja ohnedies unrein ist und auch während der Menstruationszeit keine Änderung der Periode feststellen kann.",
+ "und wenn sie sich in der Zeit der Blutreinheit. Die Wöchnerin vom 8.—40. Tag nach einer männlichen Geburt, vom 15.—80. nach einer weiblichen; s. Lev. c .12. Eine Untersuchung in diesen Tagen ist überflüssig, da dann die Blutung nicht verunreinigt und auch nicht zur Feststellung der Periode gelten kann. R. Akiba Eger (תוסס רע״ק) macht darauf aufmerksam, dass auch die noch im Kindesalter stehende Frau (s. oben Anm. 45) von dieser Untersuchung befreit ist, ebenso die erwachsene Frau, die innerhalb des 11tägigen Zeitraumes nach den 7 Niddatagen steht (vgl. weiter IV, 7).",
+ "tüchern. עדים vgl. Jes. 64, 5; Tücher der Monatsregel; arab. عدّة eigentlich Monatsregel, dann Tuch, das zur Feststellung der eingetretenen Menstruation benutzt wird.",
+ "pflegen. Jede Frau, die mit Gegenständen zu tun hat, für die levitische Reinheit vorgeschrieben ist, auch wenn sie eine regelmäßige Periode hat. (Raschi zur Mischna und Nid. 12a, Bart.). Für solche Frau ist auch die Untersuchung vor und nach dem Verkehr vorgeschrieben. Frauen, die nicht mit solchen Gegenständen zu tun haben, brauchen sich nicht einmal vor und nach dem Verkehr zu untersuchen, auch wenn sie keine regelmäßige Periode haben. Nid. 12a כל לבעלה לא בעיא בדיקה. Nach Maimonides הל איסורי ביאה פ״ד הל׳ ט״ז ist die Untersuchung nach dem Verkehr auch für Frauen mit regelmäßiger Periode Pflicht, die nicht mit reinen Gegenständen zu tun haben. Vgl. dort מ׳מ und כ״כל Wenn sie keine regelmäßige Periode haben, müssen sie sich auch vor dem Verkehr untersuchen.",
+ "wenn sie sich in der Zeit der Blutreinheit. Die Wöchnerin vom 8.—40. Tag nach einer männlichen Geburt, vom 15.—80. nach einer weiblichen; s. Lev. c .12. Eine Untersuchung in diesen Tagen ist überflüssig, da dann die Blutung nicht verunreinigt und auch nicht zur Feststellung der Periode gelten kann. R. Akiba Eger (תוסס רע״ק) macht darauf aufmerksam, dass auch die noch im Kindesalter stehende Frau (s. oben Anm. 45) von dieser Untersuchung befreit ist, ebenso die erwachsene Frau, die innerhalb des 11tägigen Zeitraumes nach den 7 Niddatagen steht (vgl. weiter IV, 7).",
+ "der jungen Frau. Die ganz jung verheiratete Frau, deren Blutung nach dem Verkehr als dessen Folge, nicht als Menstrualblut, zu betrachten ist. Die näheren Bestimmungen werden später, X, 1 gegeben. — Aber zu den Untersuchungen morgens und abends ist sie verpflichtet, wenn sie mit reinen Gegenständen zu tun hat. (Raschi zur Mischna.)",
+ "Und zweimal. Zweimal an jedem Tage, auch wenn sie keinen Verkehr pflegt (nach Dr. J. Cohn).",
+ "am Morgen. Falls sie dann oder im Laufe des Tages eine Blutung wahrnimmt, bleiben doch die Gegenstände rein, die sie in der Nacht berührte.",
+ "und in der Abenddämmerung. Falls sie dann oder später eine Blutung wahrnimmt, bleiben doch die früher berührten Gegenstände rein.",
+ "bevor sie den ehelichen Verkehr pflegen will. Wörtlich: Wenn sie daran geht, ihr Haus zu besorgen. Eigentlich brauchte sie sich erst nach dem Verkehr zu untersuchen, um festzustellen, dass durch ihn keine Blutung hervorgerufen wurde. Vgl. weiter II, 1. Doch hat man für die Frauen, die mit reinen Gegenständen zu tun haben, auch eine Untersuchung vor dem Verkehr angeordnet. S. a. oben Anm. 16.",
+ "Darüber hinaus noch die Priesterfrauen. Die Frauen von Priestern, ihre unverheirateten oder kinderlos verwitweten Töchter, müssen sich außer zu den gegebenen Zeiten auch vor Genuss der Priesterhebe untersuchen, um sie ja nicht in unreinem Zustand zu genießen.",
+ "auch nachdem sie von der Priesterhebe gegessen haben. Damit man die von ihr berührten Reste der Priesterhebe als rein betrachten kann, auch wenn die Frau bei einer späteren Untersuchung eine Blutung feststellt. (Nid. 6a.)"
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+ "ist bei Frauen zu loben. Obwohl die Frauen, deren Zeit genügt, bei Feststellung der Pflichtuntersuchungen (vgl. I, 1 u. Anm. 14 u. 49) rückwirkend keine Unreinheit anzunehmen brauchen, so ist es doch lobenswert, wenn sie durch oftmalige, freiwillige Untersuchungen einen etwaigen früheren Unreinheitszustand rechtzeitig feststellen. Dies gilt nur für Frauen, die mit reinen Gegenständen zu tun haben; andere Frauen sollen sich שלא בשעת וסתה überhaupt nicht untersuchen (Nid. 12a). Nach Maimonides in Mischne Tora gilt die Bestimmung für alle Frauen. Vgl. Abschnitt I, Anm. 49. —",
+ "aber bei Männern. Um festzustellen, ob sie sich nicht vielleicht durch Samenfluss verunreinigt haben.",
+ "verdient sie abgehackt zu werden. Weil das männliche Glied durch die Berührung gereizt wird und so zum Samenerguss gebracht werden kann.",
+ "Wenn den Taubstummen. Eine nur Taube oder nur Stumme ist aber der Vollsinnigen gleichgestellt. Obwohl sprachlich חרש nur taub bedeuten muss, hat es in der Mischna in der Regel die Bedeutung von „taubstumm“. Vgl. Terumot. I, 2 חרש שדברו בו חכמים בכל מקום שאינו לא שומע ולא מדבר; s. d. a. תוי׳׳ם.",
+ "den Blinden. Nach Nid. 13b ist das Wort סומא zu streichen. Die Blinde kann sich selbst untersuchen; nur muss sie das Tuch einer Vollsinnigen zeigen. — סומא ist männliche und weibliche Form. Außer an unserer Stelle ist es auch Ket. III, 5 weiblich gebraucht. M. liest hier סומה.",
+ "und den Geistesgestörten. Infolge einer Krankheit (Nid. 13b), während שומה irr von Anlage sein kann.",
+ "so können diese sie versorgen. Sie untersuchen und im Mikwe baden.",
+ "tüchern zu pflegen. Zu עדים s. I, Anm. 15. Nach den meisten Erklärern gilt diese Bestimmung nur für die Frauen, die mit reinen Gegenständen zu tun haben, nach Maimonides für alle Frauen; vgl. Abschnitt I, Anm. 49.",
+ "einem für ihn. Den Gatten.",
+ "Die Gewissenhaften. Vgl. Abschnitt I, Anm. 49. Nach der Auffassung, dass unsere Mischna nur von den Frauen handelt, die sich mit reinen Gegenständen beschäftigen, besteht die besondere Gewissenhaftigkeit darin, außer den beiden nach der Untersuchung zu benutzenden Tüchern noch ein drittes reines Tuch vorzubereiten, mit dem sie sich vor dem Verkehr untersuchen. Nach Maimonides הל׳ איסורי ביאה פ״ה הל׳ י׳׳ד וס׳׳ז untersuchen sich die besonders gewissenhaften Frauen, auch wenn sie nicht mit reinen Gegenständen beschäftigt sind und regelmäßige Periode haben, vor dem Verkehr, während die weniger gewissenhaften sich nur nach dem Verkehr untersuchen. Für Frauen ohne regelmäßige Periode ist auch die Untersuchung vor dem Verkehr unbedingte Pflicht, nicht ein Zeichen besonderer Gewissenhaftigkeit. S. aber Jore Dea 196, 2.",
+ "um das Haus herzurichten. D. h. um sich für den Verkehr vorzubereiten. M. liest להתקין."
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+ "so sind sie unrein und müssen ein Opfer bringen. Da dann die Frau während des Verkehrs schon sicher unrein war. Der Mann, der mit einer Nidda verkehrt, wird wie diese selbst 7 Tage unrein. (Lev. 15, 24.) Auf Verkehr mit der Nidda steht aber für beide Gatten die כרת-Strafe (Lev. 20, 18), also im Falle der Fahrlässigkeit ein Sündopfer. Allerdings haben sie nur dann wegen Fahrlässigkeit das Opfer zu bringen, wenn der Verkehr kurz vor Eintritt der Periode stattfand, sonst gilt die Blutung während des Verkehrs als ein nicht zu vermeidender Unglücksfall אונס. der keine Sühne erheischt רמב״ם הל שגגות פ״ה ה״ו וכ״מ שם, s. a. תום רע״ק",
+ "Findet man es auf ihrem sofort. Krauß liest ׳אותים Jastrow אותיס εὐϑέως.",
+ "so sind sie unrein und müssen ein Opfer bringen. Da auch in diesem Falle als sicher anzunehmen ist, dass die Frau während des Verkehrs bereits unrein war.",
+ "so gelten sie als zweifelhaft unrein. 1So dass während 7 Tage auch andere Menschen oder Gegenstände durch sie zweifelhaft unrein werden. Wenn sie z. B. Priesterhebe berührt haben, darf sie nicht gegessen werden. Doch kann sie auch nicht verbrannt werden, weil sie vielleicht nicht unrein wurde. Auch die Frau gilt nur als rabbinisch unrein, weil sie die Blutung nicht gespürt hatte (תוסס׳ רע׳׳ק)",
+ "und sind frei von dem Opfer. Nach Maimonides im Mischnakommentar und Bart. sind sie nur frei von dem Opfer, nämlich dem Sündopfer, müssen aber das für den Zweifelfall vorgeschriebene Schuldopfer bringen. In ed. Dérenbourg fügt M. hinzu, dass die Mischna, die sie nur vom Sündopfer, nicht aber vom Schuldopfer befreit, die im Talmud nicht anerkannte Ansicht R. Meirs (Ker. 18a) vertritt. In Mischne Tora הל׳ שגגות פ״ה ה״י erklärt Maimonides sie überhaupt frei vom Opfer; s. d. לחם משנה und הל׳ שגגות פ׳׳ח ה״ב."
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+ "Antlitz. Euphemismus für den unteren Körperteil.",
+ "Nachher. Wenn sie sich erst nach diesem Zeitraum untersucht und unrein findet.",
+ "verunreinigt sie 24 Stunden rückwärts. Vgl. Abschnitt I, 1.",
+ "verunreinigt aber nicht ihren Gatten. Für 7 Tage. Doch ist er, als von ihr innerhalb der 24 Stunden berührt, nach rabbinischer Vorschrift für einen Tag unrein.",
+ "Sie verunreinigt auch ihren Gatten. Für 7 Tage.",
+ "dass sie ihren Gatten verunreinigt. Für 7 Tage.",
+ "wenn sie einen Fleck sieht. Und später Verkehr pflegt. Allerdings wird die Frau, die, ohne eine Blutung gespürt zu haben, einen Flecken sieht, nur nach rabbinischer Vorschrift als Nidda betrachtet. Genaue Bestimmungen hierüber gibt Abschnitt VIII."
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+ "für ihre Gatten rein zu sein. So dass der Mann nicht verpflichtet ist, die Frau vor dem Verkehr zu fragen, ob sie rein ist. Nach Raschi will die Mischna die Untersuchung vor dem Verkehr als unnötig bezeichnen, falls die Frau sich nicht mit reinen Gegenständen zu beschäftigen hat. Über den Geltungsbereich dieser Bestimmung bringt der Talmud (Nid. 16) verschiedene Ansichten. Nach der rezipierten Halacha (Jore Dea 184, 1, 11, 12) gilt sie für die Frauen mit regelmäßiger Periode, bevor ihre Zeit kommt, oder wenn nach ihr so viel Zeit verstrichen ist, dass die Frau schon wieder rein ist. Bei Frauen ohne regelmäßige Periode hängt es davon ab, ob noch keine 30 Tage seit Beginn der letzten Menstruation vergangen sind, bezw. nach den 30 Tagen wieder Zeit genug zur Reinigung war.",
+ "für sie rein zu sein. Denn man darf annehmen, dass sie sich auch in Abwesenheit ihrer Männer auf Reinheit beobachtet haben.",
+ "Bet Schammai sagen. Nach den meisten Erklärern bezieht sich die folgende Kontroverse nur auf Frauen, die sich mit reinen Gegenständen zu beschäftigen haben, nach Maimonides auch auf andere. Vgl. Abschnitt I, Anm. 49 und in unserem Abschnitt Anm. 9.",
+ "tücher nötig. In der Regel prüft sie die Tücher erst am Morgen bei Tageslicht. Wenn sie nun die gleichen Tücher mehrmals benutzt, fürchten Bet Schammai, dass der Samen nach einem späteren Verkehr einen Blutstropfen, der nach einem früheren auf das Tuch kam, verdecken könnte. Sie könnte dann ihre Unreinheit am Morgen nicht mehr feststellen.",
+ "oder sie pflegen den Verkehr beim Scheine des Lichtes. Nicht wörtlich, da der Verkehr bei Licht unschicklich ist (Nidr. 16b). Gemeint ist: sie soll nach jedem Verkehr die benutzten Tücher bei Licht untersuchen.",
+ "tücher für die ganze Nacht. Eines vor dem ersten, eines nach dem letzten Verkehr."
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+ "Die Weisen wandten für die Frau. Hinsichtlich der Lage der Genitalien. Vgl. zu dieser Mischna, Preuß, Biblisch-talmudische Medizin, S. 130 ff und Katzenelson, Anatomie des Talmud, S. 278.",
+ "die Kammer. Die Mischna vergleicht die Lage der weiblichen Genitalien mit der Lage der Räume eines Hauses. Die „Kammer“ ist nach Preuß der Uterus, als innerster Teil der Genitalien.",
+ "der Vorraum. Die gewöhnliche Lesart ist פרוזדור; doch haben Tosafot z. St. auch die La פרוזדור so a. L. Nach Löw bei Krauß (Lehnwörter) nicht von πρόθυρον, sondern wie das syr. פרוסתדא aus dem Accus, von προστάς (προστάδα) Vorzimmer. Der „Vorraum“ ist nach Preuß die Vulva. Ihre Bezeichnung trägt sie von ihrer Lage vor dem Uterus, dem sie vorgelagert ist, so wie im altgriechischen Haus der Säulenhof vor dem Speisesaal lag. Nach Kazenelson ist der „Vorraum“ Vagina und Vestibulum vaginae.",
+ "und das Obergemach. Das „Obergemach“ ist nach Preuß die Scheide. Nach Kazenelson ist es die Harnblase, die über dem Uterus ist, wenn sich die zu untersuchende Frau in Rückenlage befindet. Nach Maimonides — vgl. Kommentar und הל׳ איסורי ביאה פ׳׳ה ה״ה — wird das „Obergemach“ von zwei gewundenen Gängen oberhalb des Uterus gebildet, in denen der weibliche Samen reift. Hierzu passt die Bemerkung des Talmuds (Nid. 17b), dass eine Öffnung (לול) vom Obergemach zum Vorraum herabgeht, nämlich ein freier Raum zwischen den beiden Gängen. Hierzu bemerkt R. Hunna: Blut, das sich im Vorraum von dieser Öffnung nach innen, d. h. zum Uterus hin, befindet, ist zweifellos unrein, wenn es sich aber von dieser Öffnung ab nach außen befindet, ist es zweifelhaft, ob es unrein ist. Denn Blut im inneren Teil des Voxraumes ist als sicher dem Uterus entstammend zu betrachten; das Blut vor der Öffnung kann aber aus dem Obergemach herabgeflossen, also rein sein. S. a. Raschi z. St.. —S. a. Preuß und Kazenelson a. a. O. gegen die Erklärung des Maimonides. מגיד משנה הל׳ א׳׳ב פ׳׳ה ה׳׳מ bemerkt im Namen des Nachmanides, dass uns die Sachkunde zur Erklärung der Mischna fehlt.",
+ "Das Blut der Kammer ist unrein. Es ist das eigentliche Menstruationsblut. Die Talmudausgaben haben den Zusatz דם עלייה סהור.",
+ "als unrein. Als sicher unrein, so dass Priesterhebe verbrannt wird, wenn sie von einer Frau berührt würde, die im Vorraum Blut fand, weil Bluterguss aus dem Uterus ein regelmäßiger Vorgang ist und öfter eintritt als aus dem „Obergemach“ vgl. B. batra 24a. Allerdings nur, wenn das Blut im innern Teil, hinter der Öffnung des Obergemaches, gefunden wurde. Vgl. Anm. 31. Wurde es im vorderen Teil gefunden, so ist ein gewöhnlicher Zweifel, ob die Frau unrein ist. (Maim. הל׳ איסורי ביאה פ״ה ה״ה).",
+ "dass es von der Quelle. מקור = מקרר דמיה; vgl. Levit. 12, 7."
+ ],
+ [
+ "arten. Die näheren Erklärungen gibt die nächste Mischna.",
+ "das safranfarbige. Wie der Glanz des Safrans.",
+ "verdünnten Weines. Rotweines.",
+ "des Mangoldwassers. Wassers„ in dem Mangold eingew1eicht war.",
+ "während Bet Hillel es für rein erklären. Nach Ansicht des nicht genannten ersten Lehrers wird eine Frau bei Feststellung der ersten fünf Blutfarben sicher unrein; bei einer Flüssigkeit von Färbung des Mangoldswassers oder der Brühe gebratenen Fleisches ist sie als zweifelhaft unrein zu betrachten. In den beiden letzten Fällen ist sie nach Bet Schammai sicher unrein, nach Bet Hillel sicher rein (Bart, nach Nid. 19).",
+ "Gelbliche. S. Tosef. zu Nid. 19b s. v. הירוק und Edujot V, 6 und Anm. 85.",
+ "erklärt Akabja ben Mahalalel für unrein. Sicher unrein.",
+ "während sie die Weisen für rein. Nach Nid. 19b betrachten die Weisen die gelbliche Farbe als sicher rein, während der nicht genannte erste Lehrer, der die fünf unreinen Blutfarben aufzählt, sie nicht für sicher unrein, aber auch nicht für sicher rein erklärt.",
+ "wenn sie. Die gelbliche Flüssigkeit.",
+ "auch. Nach Nid. 19b schließt sich R. Meir der Ansicht Akabjas an. Doch meint er, dass auch nach Auffassung der Weisen, die gelbliche Flüssigkeit in einer Hinsicht als Blut gelten müsse.",
+ "nicht als Fleck. Wenn auch ein gelblicher Fleck nicht als verunreinigender Blutfleck betrachtet wird, …",
+ "doch. Nach Nid. 19b schließt sich R. Meir der Ansicht Akabjas an. Doch meint er, dass auch nach Auffassung der Weisen, die gelbliche Flüssigkeit in einer Hinsicht als Blut gelten müsse.",
+ "als Flüssigkeit verunreinigen. Nach Nid. 19b nicht eigentlich verunreinigen, sondern Genießbares durch Befeuchtung verunreinigungsfähig machen. Wenigstens in der Hinsicht sollten auch die Weisen die gelbliche Flüssigkeit als Blut betrachten, dass es Genießbares verunreinigungsfähig machen kann. Vgl. Machschirin VI, 4.",
+ "weder so noch so. Weder in der einen noch in der andern Hinsicht gilt sie als Blut. R. Jose ist der bisher nicht genannte erste Lehrer in unserer Mischna. S. a. תוי״ט."
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+ "rot. Welche Färbung gilt in der vorigen Mischna als rote Blutfarbe?",
+ "Wie das Blut der Wunde. Nach der von Maimón, angenommenen Ansicht R. Nachmans und Amemars (Nid. 19b): wie das erste beim Aderlass ausströmende Blut.",
+ "Noch dunkler. Die Bemerkung, dass die dunklere Färbung unrein, die schwächere rein ist, gilt für alle genannten fünf Blutfarben. Sie steht deshalb bei der schwarzen, um zu lehren, dass auch hier die schwächere rein ist. Da nämlich die schwarze Farbe nur als Verfärbung der roten betrachtet wird, hätte man irrtümlich auch ein schwächeres Schwarz für eine unreine Farbe halten können. (Maim.)",
+ "schwächer. Die Bemerkung, dass die dunklere Färbung unrein, die schwächere rein ist, gilt für alle genannten fünf Blutfarben. Sie steht deshalb bei der schwarzen, um zu lehren, dass auch hier die schwächere rein ist. Da nämlich die schwarze Farbe nur als Verfärbung der roten betrachtet wird, hätte man irrtümlich auch ein schwächeres Schwarz für eine unreine Farbe halten können. (Maim.)",
+ "wie die ausgesprochene. Wie das mittelste Blatt des mittelsten Stangels, während er noch frisch im Erdreich steckt.",
+ "aus der Ebene von Bet Kerem. בקעת בית הכרם ist hier wohl eine Ebene bei Akko. Vgl. E. Sapir הארץ, Nr. 246; Lunz ירושלים S. 162f.; und I. S. Horowitz ארץ ישראל ושכנותיה S. 140, Anm. 7. Unser בית הכרם ist wohl nicht mit dem in Jer. 6, 1 und Middot III, 4 genannten zu identifizieren.",
+ "wenn man Wasser darüber fließen. Man gießt etwas Wasser auf die Erde, gerade so viel, dass es etwas über der Erde steht. Mit dem durch die Erde getrübten Wasser vergleicht man die Flüssigkeit.",
+ "vom Saronswein. Aus der Saronsebene, der Küstenebene zwischen Karmel und Jaffa."
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+ "Wenn einer Frau ein Stück. Geschwulst. Vgl. Preuß, S. 482. Solch Geschwulst gilt nicht als Anfangsstadium der Geburt.",
+ "so ist sie unrein. Die Blutung wird als Menstruation betrachtet, so dass die Frau als Menstruierende gilt.",
+ "ist sie rein. Man braucht keine unbemerkte Blutung anzunehmen, da es möglich ist, dass der Uterus sich ohne Blutung öffnet. אפשר לפתיחת קבר בלא דם. Selbst wenn in dem Stück Blut ist, bleibt die Frau rein; vgl. Nid. 21b עמה אין בתוכה לא..",
+ "In beiden Fällen ist sie unrein. da nach R. Jehuda eine Öffnung des Uterus ohne Blutung unmöglich ist, muss eine Blutung stattgefunden haben, selbst wenn man sie nicht bemerkt hat."
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+ "Wenn ihr etwas einer Schale. Gemeint ist etwas einer rötlichen Schale oder einem rötlichen Haare Ähnliches.",
+ "einem Haar. Gemeint ist etwas einer rötlichen Schale oder einem rötlichen Haare Ähnliches.",
+ "oder roten Mücken. Nach Raschi, der יבתושים mit יתושים erklärt.",
+ "soll sie es in Wasser. In lauwarmes Wasser. Der Talmud (Nid. 22b) lässt es unentschieden, ob man diese Gegenstände volle 24 Stunden im Wasser liegen lassen soll.",
+ "Wenn sie. Die verschiedenen Formen, die ihr abgingen.",
+ "sich auflösen. Dann handelte es sich um eingetrocknetes Blut, das zufällig solche Formen annahm.",
+ "ist sie unrein. Als Menstruierende",
+ "ist sie rein. Dann handelt es sich nicht um eingetrocknetes Blut, sondern um Schorf, der sich von einer innerlichen Wunde losgelöst hat. Vgl. Maimón., הל איסורי ביאה פ׳י׳ה ה und Kommentar.",
+ "Gewürm oder Kriechtieren. שקגים ורמשים sind wohl als allgemeiner Ausdruck gebraucht, ohne bestimmte Gattungen angeben zu sollen, s. a. Makk. III, 2, Anm. 25.",
+ "Ähnliches verliert. Hier handelt es sich um einen richtigen Abort.",
+ "falls dabei eine Blutung stattfand. Entsprechend der Ansicht der Weisen in der ersten Mischna. Vgl. auch Anm. 2 und 3.",
+ "ist sie rein. Entsprechend der Ansicht der Weisen in der ersten Mischna. Vgl. auch Anm. 2 und 3.",
+ "Gewild oder Vögeln Ähnliches. Vgl, weiter Anm. 20.",
+ "so muss sie die Wartezeit. Zum Ausdrucke תשב vgl. Levit, 12, 4f., wo תשב בדמי טהרה bedeutet: sie bleibt beim „Blute der Reinheit“ und sich nur auf die 33, bezw. 66 Tage des Blutes der Reinheit bezieht, während hier der Ausdruck תשב auch auf die 7, bezw. 14 Tage der Unreinheit sich bezieht. Die Frau ist also 7 Tage als Gebärerin unrein; während der dann folgenden 33 Tage ist sie — nach vorangegangenem Bad im Mikwe — rein, auch wenn sie Blutungen hat, Blut der Reinheit דם טהר",
+ "für ein weibliches. 14 Tage der Unreinheit als Gebärerin und dann 66 Tage des Blutes der Reinheit; s. Lev. 12, 5.",
+ "Kann man es nicht erkennen. Ob der Abort männlich oder weiblich ist.",
+ "so muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind. D. h. sie muss die Erschwerungen beider Fälle auf sich nehmen. Sie gilt 14 Tage als Gebärerin unrein, als hätte sie ein Mädchen geboren. Die Tage des Blutes der Reinheit gehen aber nur bis zum Ende des 40. Tages nach der Geburt, als hätte sie einen Knaben geboren, währen also nur 26 Tage.",
+ "Meirs. Im Talmud (Nid. 23b) wird ausgeführt: nach allen Ansichten wird die Fehlgeburt nur dann als menschliches Wesen betrachtet — also die Frau als Gebärerin —, wenn sie im Gesicht menschenähnlich ist. Die Kontroverse zwischen den Weisen und R. Meir bezieht sich auf den Fall, dass das Gesicht nur zum Teil menschenähnlich ist. Und zwar meint — nach der dort angeführten Baraita — R. Meir כל צורת אדם, die Weisen מצורת אדם. Raschi erklärt: R. Meir betrachtet die Missgeburt als Menschen, wenn sie im Gesicht nur irgend etwas (כל = שהוא), Menschenähnliches hat, z. B. ein Menschenauge, obwohl alle übrigen Gesichtsteile tierisches Aussehen haben; die Weisen betrachten sie nur dann als menschlich, wenn ein wesentlicher Teil, etwa das halbe Gesicht, menschenähnlich ist. Diese Erklärung entspricht der einfachen Auffassung unserer Mischna, nach der R. Meir etwas als menschliche Geburt betrachtet, was die Weisen noch nicht für menschlich halten. Nach Maimonides betrachtet R. Meir die Missgeburt nur dann als eine menschliche, wenn das ganze Gesicht, menschliche Formen hat, während nach den Weisen schon einige Gesichtszüge genügen. Nach dieser Auffassung hätte also R. Meir die erleichternde Ansicht, dass die Frau nur dann als Gebärerin zu betrachten ist, wenn das ganze Gesicht der Missgeburt menschliche Züge hat. Maimonides selbst macht im Kommentar darauf aufmerksam, dass seine Auffassung nicht dem einfachen Sinn der Mischna entspricht, — Tosafot s. v. והתגיא beziehen die Erklärungen des Talmuds a. a. O. nur auf Fälle, in denen die Missgeburt nicht völlig tierisches Aussehen hat. Wenn sie aber in allen Körperteilen einem Tier gleicht, betrachtet sie R. Meir nach Tos. (entsprechend den Diskussionen p. 22b f.) als richtige Geburt, so dass die Frau als Gebärerin gilt. Hiernach hat im Allgemeinen R. Meir die erschwerende Ansicht, dass eine völlig tierische Missgeburt, als richtige Geburt zu betrachten ist, דהתם יצירה כתיב während die Weisen sie nicht als solche behandeln. Ein menschlicher Körper mit völlig tierischem Gesicht gilt auch nach R. Meir nicht als menschliche Geburt. Ein tierischer Körper mit völlig menschlichen Gesichtszügen hat nach allen Ansichten die Bestimmungen einer menschlichen Geburt. Wenn aber die Gesichtszüge zum Teil menschlich, zum Teil tierisch sind, dann ist nach Auffassung der Tosafot R. Meir der leichteren Ansicht, dass die Missgeburt nicht als richtige Geburt, weder als menschliche, noch als tierische, gilt, während sie nach den Weisen als menschliche Geburt betrachtet wird.",
+ "Was nicht etwas von Menschenform. Im Talmud (Nid. 23b) wird ausgeführt: nach allen Ansichten wird die Fehlgeburt nur dann als menschliches Wesen betrachtet — also die Frau als Gebärerin —, wenn sie im Gesicht menschenähnlich ist. Die Kontroverse zwischen den Weisen und R. Meir bezieht sich auf den Fall, dass das Gesicht nur zum Teil menschenähnlich ist. Und zwar meint — nach der dort angeführten Baraita — R. Meir כל צורת אדם, die Weisen מצורת אדם. Raschi erklärt: R. Meir betrachtet die Missgeburt als Menschen, wenn sie im Gesicht nur irgendetwas (כל = שהוא), Menschenähnliches hat, z. B. ein Menschenauge, obwohl alle übrigen Gesichtsteile tierisches Aussehen haben; die Weisen betrachten sie nur dann als menschlich, wenn ein wesentlicher Teil, etwa das halbe Gesicht, menschenähnlich ist. Diese Erklärung entspricht der einfachen Auffassung unserer Mischna, nach der R. Meir etwas als menschliche Geburt betrachtet, was die Weisen noch nicht für menschlich halten. Nach Maimonides betrachtet R. Meir die Missgeburt nur dann als eine menschliche, wenn das ganze Gesicht, menschliche Formen hat, während nach den Weisen schon einige Gesichtszüge genügen. Nach dieser Auffassung hätte also R. Meir die erleichternde Ansicht, dass die Frau nur dann als Gebärerin zu betrachten ist, wenn das ganze Gesicht der Missgeburt menschliche Züge hat. Maimonides selbst macht im Kommentar darauf aufmerksam, dass seine Auffassung nicht dem einfachen Sinn der Mischna entspricht, — Tosafot s. v. והתגיא beziehen die Erklärungen des Talmuds a. a. O. nur auf Fälle, in denen die Missgeburt nicht völlig tierisches Aussehen hat. Wenn sie aber in allen Körperteilen einem Tier gleicht, betrachtet sie R. Meir nach Tos. (entsprechend den Diskussionen p. 22b f.) als richtige Geburt, so dass die Frau als Gebärerin gilt. Hiernach hat im Allgemeinen R. Meir die erschwerende Ansicht, dass eine völlig tierische Missgeburt, als richtige Geburt zu betrachten ist, דהתם יצירה כתיב während die Weisen sie nicht als solche behandeln. Ein menschlicher Körper mit völlig tierischem Gesicht gilt auch nach R. Meir nicht als menschliche Geburt. Ein tierischer Körper mit völlig menschlichen Gesichtszügen hat nach allen Ansichten die Bestimmungen einer menschlichen Geburt. Wenn aber die Gesichtszüge zum Teil menschlich, zum Teil tierisch sind, dann ist nach Auffassung der Tosafot R. Meir der leichteren Ansicht, dass die Missgeburt nicht als richtige Geburt, weder als menschliche, noch als tierische, gilt, während sie nach den Weisen als menschliche Geburt betrachtet wird."
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+ "Schefir. Nach Maimonides zu Bechor III, 1 ist Schefir eine wie aus geronnenem Blut bestehende äußere Haut über der „Schilja“ (s. w. Anm. 26). Zu Ohal. VII, 5; s. ed. Dérenb. Hier zur Stelle sagt er kurz, Schefir bestände ganz aus Fleisch. Nach Preuß a. a. O., S. 481 ist Schefir das Abortierei.",
+ "Genunim. Nach Maimonides sind es wurmförmige Fleischstückchen. Der Talmud (24b) erklärt oder liest-Farben und meint wohl Fleischstückchen von verschiedener Farbe.",
+ "braucht sie nicht die Befürchtung. Sie braucht nicht anzunehmen, dass sie die Unreinheit einer Gebärerin habe. Falls sie keine Blutung hat, ist sie auch nicht Nidda. Vgl. Mischna 1.",
+ "gewirkt. Vgl רקמתי Ps. 139, 15. Man konnte schon den Beginn der Bildung des Embryo erkennen. Vgl. Nid. 25a und Maimón. הל׳ איסורי ביאה פ י ודי׳ג.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches. Zum Ausdrucke תשב vgl. Levit, 12, 4f., wo תשב בדמי טהרה bedeutet: sie bleibt beim „Blute der Reinheit“ und sich nur auf die 33, bezw. 66 Tage des Blutes der Reinheit bezieht, während hier der Ausdruck תשב auch auf die 7, bezw. 14 Tage der Unreinheit sich bezieht. Die Frau ist also 7 Tage als Gebärerin unrein; während der dann folgenden 33 Tage ist sie — nach vorangegangenem Bad im Mikwe — rein, auch wenn sie Blutungen hat, Blut der Reinheit דם טהר",
+ "und weibliches. 14 Tage der Unreinheit als Gebärerin und dann 66 Tage des Blutes der Reinheit; s. Lev. 12, 5."
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+ "Sandal. σάνδαλον Sandale oder Name eines Fisches (Krauß). Also ist „Sandal“ wohl eine Missgeburt in Form einer Sandale oder eines Fisches. Die Tosefta (Nid. IV, 7), erklärt: Der „Sandal“, von dem sie sprachen, gleicht einem Fisch im Meere. R. Simon b. Gamliel sagt: er gleicht einer Ochsenzunge. Im Talmud (Nid. 25b) ist bei der Erklärung, er gleiche einem Fisch noch den Zusatz: es ist ein Embryo, nur plattgedrückt. Maimonides הל׳ איסורי ביאה פ׳י׳י הל׳ י׳־׳ב spricht von zwei Arten „Sandal“. Es kann ein zungenförmiges Gebilde sein, das sich um einen Teil des Embryo gelegt hat. Solch Sandal kommt ohne Kind nie vor. Doch kann „Sandal“ auch ein im Mutterleibe zerdrücktes Kind sein.",
+ "Schilja. „Schilja“ ist nach Maimonides die innere Haut, in der das Embryo liegt. Nach der gewöhnlichen Erklärung ist sie die Nachgeburt. Vgl. Preuß a. a. O., S. 462. — Unsere Mischna spricht von dem Fall, dass ein Schilja ohne erkennbare Frucht abgegangen ist.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind einhalten. Bei einem allein geborenen „Sandal“, weil er selbst als missgeborenes Kind zu betrachten ist, und man sein Geschlecht nicht feststellen kann. Bei einem „Sandal“, der mit einem richtigen Kinde zusammen zur Welt kam, weil er möglicherweise ein zerdrücktes Zwillingsembryo ist. Vgl. Nid. 25b und Maimonides a. a. O. — Bei einer „Schilja“ lehrt unsere Mischna weiter, dass sie nie ohne Kind vorkommt. Hinsichtlich des in die „Schilja“ zerdrückten und im Blute aufgelösten Kindes muss mit der Möglichkeit beider Geschlechter gerechnet werden. Über die Konsequenzen der doppelten Möglichkeit s. Anm. 16, 17, 19.",
+ "so ist das Haus unrein. Die Menschen und Gegenstände im Hause werden unrein, wie sie unrein werden, wenn sie mit einem Toten im selben Hause sind. Vgl. Trakt. Ohalot.",
+ "ohne Kind gibt. Also muss im Augenblick, da die Frau die „Schilja“ verlor, in dieser ein totes Embryo gewesen sein, das nachträglich in die „Schilja“ hineingedrückt und im Blute aufgelöst wurde.",
+ "bevor es zur Welt kam. Im Mutterleibe verunreinigt das tote Embryo nicht. Das bereits aufgelöste Embryo verunreinigt das Haus nicht, da es vom Geburtsblute majorisiert ist."
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+ "Wenn sie einen Unbestimmten. סומסום, wörtlich „Verstopfter“, dessen Genitalien durch eine Haut überwachsen sind, so dass man sein Geschlecht nicht feststellen kann. S. a. Chagiga I, Anm, 3—4 und Bechor.VI, Anm. 92.",
+ "oder einen Zwitter. ὰνδρόγυνος Mannweib mit den Genitalien beider Geschlechter.",
+ "zur Welt bringt. Da es sich in dieser Mischna um die Geburt eines lebensfähigen Kindes handeln kann, ist die obige Übersetzung angewandt.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind einhalten. S. Anm. 16, 17, 19.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind einhalten. Man darf nicht annehmen, dass das unbestimmte oder das Zwitterkind das gleiche Geschlecht wie der Zwillingsbruder hat.",
+ "die Wartezeit für ein weibliches Kind einzuhalten. Da die Frau zweifellos ein weibliches Kind gebar, hat sie nach Ablauf der 14 Tage der Unreinheit ihre 66 Tage der Reinheit, auch wenn sie gleichzeitig ein männliches Zwillingskind geboren hatte. Also hat das vielleicht männliche Geschlecht des Unbestimmten oder des Zwitters keinen beschränkenden Einfluss auf die Dauer der Reinheitstage. Andererseits fallen die 7 Unreinheitstage des vielleicht männlichen Kindes ohnedies mit der ersten Woche der 14 Unreinheitstage des sicher weiblichen Kindes zusammen.",
+ "gliedweise zerstückelt. Wörtlich: zerschnitten.",
+ "oder. So unsere La. מחותך או מסורס. Die dem Jeruschalmi beigedruckte Mischna liest ומסורס S. a. Anm. 40.",
+ "in verkehrter Lage. So erklärt Raschi דרך מרגלותיו ולשון היפוך הוא; nach Maim, in falscher Reihenfolge, z. B. zuerst eine Hand, dann ein Fuß, dann ein Arm.",
+ "sobald der größte Teil seines Körpers zur Welt kam. Nach Nidda 29a erklärt R. Jochanan die Worte מחותך (ומסורס) או (שלם) ומסורס = מחותך או מסורס. Nach R. Jochanan gilt auch bei gliedweiser Geburt das Kind als geboren, sobald auch nur der Kopf zur Welt kam. S. a. Maimón. הל׳ איסורי ביאה פי וי.",
+ "Wenn seine Stirn. Nach Jeruschalmi z. St. der größte Teil des Schädels mit der Stirn. S. a. כסף משנה zu הל׳ איסורי ביאה פ~י ד״ח."
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+ "was es ist. Nach Maimón, a. a. O. ה׳ י״ט handelt es sich um eine Frau, die schwanger war, deren Kind aber verloren ging, z. B. ins Wasser fiel.",
+ "so hält sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind. Da es gar nicht feststand, dass sie schwanger war.",
+ "ob es ein Kind war oder nicht. Da es gar nicht feststand, dass sie schwanger war.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind und als Menstruierende einhalten. Sie gilt 14 Tage unrein wie nach der Geburt eines Mädchens, hat aber gar kein Blut der Reinheit; denn vielleicht ist sie keine Gebärerin und wird auch durch eine Blutung innerhalb der 40, bezw. 80 Tage Menstruierende; vgl. Anm. 16, 17. Auch die Berücksichtigung der Möglichkeit, es handle sich um eine männliche Geburt, kann eine besondere Folge haben, wenn sie am 34. und am 41. Tage nach der Geburt eine Blutung hat. Da der 34.—40. Tag möglicherweise in die Zeit des Blutes der Reinheit fällt, kann die Blutung in diesen Tagen nicht sicher als Menstruation gelten, so dass bei der Blutung am 41. Tage zu befürchten ist, sie sei der Beginn von 7 Tagen der Menstruation. Ebenso wenn sie am 74. und 81. Blutung hatte, muss sie sich bis zum Ablauf des 87. Tages als Menstruierende betrachten. Vgl. Nid. 30b und Raschi z. St. — S. a. Maim. — הל׳ איסורי ביאה ם י הל׳ כ״א."
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+ "Tage. Nach dem ehelichen Verkehr. Vor dem 40. Tage liegt noch weniger Befürchtung vor.",
+ "braucht sie nicht die Befürchtung wegen eines Kindes zu haben. Denn vor dem 41. Tage nach der Empfängnis ist die Frucht noch kein vollendetes Embryo.",
+ "Tag. Nach dem ehelichen Verkehr. Von nun an kann es bereits der 41. Tag nach der Empfängnis sein; die Frucht könnte männlich oder weiblich sein. Andererseits ist es vielleicht noch nicht der 41. Tag nach der Empfängnis, so dass die Frau nicht als Gebärerin gelten kann und auch durch eine Blutung vor dem 40. Tage nach Abgang der Frucht als Menstruierende zu betrachten ist.",
+ "muss sie die Wartezeit für ein männliches und weibliches Kind einhalten und sich als Menstruierende betrachten. Sie gilt 14 Tage unrein wie nach der Geburt eines Mädchens, hat aber gar kein Blut der Reinheit; denn vielleicht ist sie keine Gebärerin und wird auch durch eine Blutung innerhalb der 40, bezw. 80 Tage Menstruierende; vgl. Anm. 16, 17. Auch die Berücksichtigung der Möglichkeit, es handle sich um eine männliche Geburt, kann eine besondere Folge haben, wenn sie am 34. und am 41. Tage nach der Geburt eine Blutung hat. Da der 34.—40. Tag möglicherweise in die Zeit des Blutes der Reinheit fällt, kann die Blutung in diesen Tagen nicht sicher als Menstruation gelten, so dass bei der Blutung am 41. Tage zu befürchten ist, sie sei der Beginn von 7 Tagen der Menstruation. Ebenso wenn sie am 74. und 81. Blutung hatte, muss sie sich bis zum Ablauf des 87. Tages als Menstruierende betrachten. Vgl. Nid. 30b und Raschi z. St. — S. a. Maim. — הל׳ איסורי ביאה ם י הל׳ כ״א.",
+ "Die Weisen. „Die Weisen“ sind hier identisch mit dem nicht genannten ersten Lehrer. Der Redaktor der Mischna hat ihn als „die Weisen“ bezeichnet, um anzudeuten, dass die Halacha sich nach ihm richtet. Vgl. Nid. 30b und Raschi z. St."
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+ "Die Töchter der Kutäer. Die Nachkommen der vom Assyrerkönig aus Kuta und anderen Gegenden in der Provinz Samaria angesiedelten Volksstämme (II. Reg. 20, 24). Zur Zeit der Mischna wurden sie in vieler Hinsicht als Juden behandelt. Allerdings nahm man nur an, dass sie das Toragesetz seinem Wortsinne nach erfüllten, ohne Rücksicht auf die mündliche Überlieferung. Seit der Zeit R. Amris (Ende des dritten Jahrhunderts) betrachtete man sie in jeder Beziehung als Nichtjuden. Vgl. Chul. 6a.",
+ "gelten von ihrer Wiege ab als Menstruierende. Nach der Überlieferung kann auch ein neugeborenes Mädchen bei einer Blutung als Menstruierende gelten (Nid. 32). Die Kutäer beachten die Überlieferung aber nicht. Da es hierdurch vorkommen kann, dass ein kleines Kutäermädchen unrein ist, die Kutäer es aber nicht als unrein betrachten würden, behandeln die Weisen der Vorsicht wegen jedes Kutäermädchen wie eine Menstruierende.",
+ "Und die Kutäer verunreinigen das untere Lager. Das Lager, auf dem sie ruhen. Vgl. hierzu Vorbemerkungen zu Kelim § 29.",
+ "des Flußleidenden. Ein Gegenstand, der sich mittelbar auf einem Flußleidenden befindet, ohne ihn zu berühren. Solch Gegenstand kann nur Lebensmittel verunreinigen, aber nicht Menschen oder Geräte. Vgl. hierzu Vorbemerkungen zu Kelim § 34 und Sabim IV, 6; Kelim I, 3.",
+ "weil sie Menstruierenden beiwohnen. Unter Umständen verkehren sie mit Frauen, die nach der mündlichen Überlieferung noch Menstruierende sind, während die Kutäer sie bereits für rein halten.",
+ "denn. והן hat hier die Bedeutung von שהן wie תוי״ט z. St. bemerkt. Dort werden auch andere Fälle angeführt, dass ש für ו׳ steht.",
+ "sie. Die Kutäerinnen.",
+ "halten Wartezeit bei jedem Blute. So kann es Vorkommen, dass ihre Frau zuerst eine Blutung reinen Blutes hatte. Der Kutäer betrachtete es aber als Menstrualblut und zählt von dieser Blutung die sieben Menstruationstage. Er betrachtet daher seine Frau am 8. Tage als rein, selbst wenn sie vielleicht im Laufe der späteren Tage eine Menstrualblutung hatte, sich also von dieser Blutung an 7 Tage unrein betrachten müsste. — Nach Nid. 33a gilt die Bestimmung nur für verheiratete Kutäer.",
+ "Aber man wird ihretwegen. Manche Ausgaben haben עליה; dann kann nur gemeint sein: der Kutäerin wegen. Auch nach der La. עליהן (wie in der dem Talmud beigedruckten Mischna) kann es bedeuten: der Kutäerinnen wegen. Es ist dabei zu beachten, dass die Ausgaben weiter lesen שורסין עליהם את התרומה. M. und ed. Livorno lesen allerdings beides mal עליהם, die Mischna zum Jeruschalmi עליהן. Nach der La. עליה od. עליהן will die Mischna vielleicht sagen, dass derjenige, der wegen des Verkehrs mit einer Kutäerin als unrein gilt, nicht so weit als unrein betrachtet wird, dass es sich durch Betreten des Heiligtums schuldig — bei Absicht der כרת Strafe, bei Irrtum des Opfers — macht, während jemand, der mit einer Menstruierenden verkehrte, auch durch das Betreten des Heiligtums schuldig wird, so lange er sich nicht gereinigt hat. Die Erörterung im Talmud (Nid. 33b) bezieht sich vielleicht nur auf ואין שורפין עליהם את התרומה Vgl. משנה למלך להל׳ ביאת המקדש פ״ז הל׳ י״ז und מלאכת שלמה zu unserer Mischna. Raschi und nach ihm Bart, erklären allerdings אין חייבים עליהן על ביאת מקדש auf den, der in Kleidern, die den Kutäern als Lager dienten, das Heiligtum betrat. Über die Schwierigkeit dieser Erklärung s. תוי״ט z. St.",
+ "nicht schuldig wegen des Betretens des Heiligtumes und man verbrennt ihretwegen. Vgl. die vorige Anmerkung. Hier kann sich עליהם auf alles bisher Genannte beziehen, auf die Kutäerinnen, auf die Kutäer und die Kleider, die ihnen zum Lager dienten. Vgl. Tos. zu Sabb. 16b s. v. אף בנות.",
+ "etwas Zweifelhaftes ist. Mit Rücksicht darauf, dass nach Tohor. IV, 5 Priesterhebe auf zweifelhafte Verunreinigung hin verbrannt wird, erklärt der Talmud (Nid. 33b), dass hier ein doppelter Zweifel vorliegt: vielleicht war die Kutäerin gar nicht unrein, und vielleicht hatte ihr Gatte in letzter Zeit nicht mit ihr verkehrt. — Auch muss unsere Mischna von Fällen sprechen, dass die Kleider des Kutäers die Hebe nicht berühren, oder dass sie sicher vorher gereinigt wären. Sonst würde man ihrer Berührung wegen die Hebe verbrennen, da man sie schon verbrennt, wenn die Kleider eines Am Haarez sie berühren. Vgl. Nid. 33b und Tos. s. v. בכותי."
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+ "Die Töchter der Sadduzäer. Die Anhänger der Sekte, die die mündliche Lehre nicht anerkannte; vgl, zu Makkot I, 6, Anm. 51.",
+ "solange sie in den Wegen ihrer Väter zu wandeln pflegten. Stillschweigend nimmt man an, dass die Töchter wie die Väter sich nicht nach der mündlichen Lehre richteten. S. a. Anm. 8.",
+ "in den Wegen Israels zu gehen. Auch die mündliche Lehre zu befolgen.",
+ "so sind sie wie Israelitinnen. Sinngemäß muss es heißen כישראליות. Manche Ausgaben haben ׳כישראל manche כישראלית.",
+ "Sie sind immer wie Israelitinnen. Sinngemäß muss es heißen כישראליות. Manche Ausgaben haben ׳כישראל manche כישראלית.",
+ "in den Wegen ihrer Väter zu wandeln. R. Jose nimmt an, dass sie in der Regel die Menstrualvorschriften entsprechend der mündlichen Lehre einhalten. Vgl. Tosefta Nid. V, 2 (zit. Nid. 33 b)."
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+ "Das Blut einer Nichtjüdin. Nach der Vorschrift der Tora verunreinigen Nichtjuden nicht. Nach Anordnung der Weisen verunreinigen sie wie Flussleidende. Bet Schammai meinen aber, die Weisen haben ihre Menstrualblutung von der Unreinheitsbestimmung ausgenommen, damit man daran erkenne, dass es nach Toravorschrift überhaupt keine Unreinheit bei ihnen gibt.",
+ "und das Blut der Reinheit. Vom 8.—40. Tag nach einer männlichen, vom 15.—80. nach einer weiblichen Geburt.",
+ "einer Aussätzigen. Die Ausflüsse des und der Aussätzigen (wie Speichel und Urin) verunreinigen allerdings; aber Bet Schammai betrachtet das Blut der Reinheit in diesem Sinn nicht als Ausfluss.",
+ "Aber Bet Hillel sagen. Bet Hillel meinen, das Blut einer menstruierenden Nichtjüdin verunreinigt nach rabbinischer Vorschrift in feuchtem Zustande. Da es im Gegensatz zum Menstrualblut einer Jüdin im getrockneten Zustande völlig rein ist, so ist dies schon genügendes Merkmal dafür, dass es nach Toravorschrift nicht unrein ist. — Bet Hillel rechnen auch das Blut der Reinheit zu den Ausflüssen der Aussätzigen. S. Nid. 34b.",
+ "wie ihr Speichel und ihr Urin. Die nur in feuchtem Zustande verunreinigen.",
+ "Betreffs. Vgl. Ed. V, 4.",
+ "des Blutes einer Gebärerin. Nach Ablauf der 7 Tage der Unreinheit nach einer männlichen Geburt, bezw. der 14 nach einer weiblichen.",
+ "es ist wie ihr Speichel und ihr Urin. Nach Bet Schammai verunreinigt das Blut der Reinheit der Wöchnerin, die noch kein Bad nahm, nur nach rabbinischer Anordnung. Zum Hinweis darauf, dass es nach Toravorschrift rein ist, beschränkten die Weisen die Unreinheit auf den feuchten Zustand.",
+ "es verunreinigt im feuchten und trockenen Zustand. Nach Bet Hillel bleibt auch nach den 7. bezw. 14 Tagen der Unreinheit ihr Blut nach Toravorschrift unrein, so lange sie nicht ihr Tauchbad genommen hat.",
+ "dass es bei einer am Fluss leidenden Gebärerin. D. h. die zur Zeit der Geburt an dem in Lev. 15, 25 erwähnten außergewöhnlichen Blutfluß litt und noch keine reinen 7 Tage zählte. Hatte sie aber bereits 7 reine Tage, unterließ nur, das Reinigungsbad zu nehmen, so erklären Bet Schammai ihr Blut nach Toravorschrift für rein, so dass es nur nach rabbinischer Anordnung im feuchten Zustande verunreinigt. Vgl. Nid. 35b."
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+ "Die schwer Gebärende. Zu ergänzen ist (לילד) המקשה wie Chul. IV, 1 ff. Wegen des folgenden קשתה das wohl קשתה. zu lesen ist (vgl. Gen. 35, 16) ist wohl המקשה zu lesen, obwohl Gen. 35, 17 הקשותה nach ותקש steht. Ed. Liv. (Jerus.) liest allerdings המקשה und קשתה; Jerusch, ed. Venedig hat קישת.",
+ "Menstruierende sein. Im Talmud (Nid. 36b) erklärt Raba בימי נדה נדה בימי זיבה טהורה, und ebenso lautet eine dort angeführte Baraita המקשה בימי נדה נדה בימי זיבה טהורה. Um dem Wortlaut unserer Mischna möglichst zu entsprechen, ist obige Übersetzung gewählt. Der Sinn ist: die schwer Gebärende, die eine Blutung hatte, gilt als Menstruierende, wenn sie sich in den 7 Tagen der Menstruation befindet. Ist sie aber in den folgenden 11 Tagen, in denen eine andere Frau durch eine Blutung Flussleidende (זבה) würde, so wird sie durch eine Blutung während der Wehen nicht unrein. Denn ein außergewöhnlicher Blutfluß verunreinigt nicht, wenn er durch Kindesnöte hervorgerufen wurde דמה מחמת עצמה ולא מחמת ולד — Mehr dem Wortlaute der Mischna entspricht die Erklärung Rabs: המקשה) נדה ליומא) Die Schwergebärende hat (bei außergewöhnlichem Blutfluß) für einen Tag den Charakter einer Menstruierenden, insofern sie nur an dem einen Tage unrein ist, abends sich durch das Tauchbad reinigen kann. Vgl. Raschi z. St.",
+ "Wenn sie drei Tage Wehen hatte. Die mit Blutungen verbunden waren.",
+ "während der 11 Tage. Nach den 7 Tagen der Menstruationsunreinheit; vgl. die vorige Anm. Über die verschiedenen Berechnungen der 7 und 11 Tage s. בית יוסף לטיו־ י״ד סי קם׳.",
+ "hatte dann aber 24 Stunden Ruhe. Wenn aber die Geburt ohne die angegebene Pause nach den Wehen kam, so gilt die Blutung als Begleiterscheinung der Geburt und verunreinigt nicht einmal bei einer Dauer von 3 Tagen. Vgl. מא.",
+ "so ist sie eine im Blutfluß Gebärende. Und ist unrein. Die Pause zeigt, dass die frühere Blutung nicht als Begleiterscheinung der Geburt zu betrachten war, sondern außergewöhnlicher Blutfluß war.",
+ "eine Nacht und einen Tag. Nur wenn die Ruhepause mit Beginn der Nacht einsetzte und den ganzen folgenden Tag anhielt, gilt die Frau als am Blutfluß leidend. Währte die Pause aber etwa von 3 Uhr Montagnachmittag bis Dienstagnachmittag 3 Uhr, so gilt die Frau nicht als am Blutfluß leidend.",
+ "so wie die Nacht des Sabbats und ihr. יומו bezieht sich auf לילי da שבת auch in der Mischna weiblich ist; vgl. Demai II, 4; Menachot X, 3.",
+ "auch wenn nicht vom Blute. Diese Worte beziehen sich auf den anfangs gebrauchten Ausdruck ׳ושפתה über dessen Dauer R. Elieser und R. Josua streiten. — Obwohl die Blutung während der Wehen auch in der Schmerzenspause bis zur Geburt andauerte, gilt sie nicht als Begleiterscheinung der Geburt, sondern verunreinigt als außergewöhnlicher Blutfluß."
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+ "Wie lange gilt ihre Schwergeburt. Wie lange vor der Geburt dürfen die Blutungen innerhalb der 11 Tage nach der Menstruationswoche angefangen haben, um schon als Begleiterscheinung der Geburt betrachtet zu werden.",
+ "? R. Meir sagt: sogar 40 und 50 Tage. 40 Tage bei einer gesunden Frau, 50 bei einer leidenden. — Wenn die Blutungen während dieses Zeitraumes in den 11 Tagen nach der Menstruationswoche begonnen haben, so gelten sie schon als Begleiterscheinung der Geburt und nicht als unreiner außergewöhnlicher Blutfluß. — Ob und inwiefern bei Andauern der Blutungen über die 11 Tage hinaus, Menstruationsunreinheit eintritt, ist strittig. Vgl. Nid. 37b und 38a und מגיד משנה להל׳ איסורי ביאה פ״ז ה״א, sowie מלאכת שלמה und משנה אחרונה zu unserer Mischna.",
+ "es muss ihr ihr Monat genügen. Nur Blutungen im neunten Monat der Schwangerschaft können als Begleiterscheinungen der Geburt betrachtet werden. Nach der im Talmud (Nid. 38a) angeführten Baraita bestreitet R. Jehuda im Namen R. Tarfons die in der vorigen Mischna ausgesprochene Ansicht, dass die Pause vor der Geburt die Blutung nicht als Begleiterscheinung der Geburt gelten lässt. Nach ihm wären Blutungen an den ersten Tagen des neunten Kalendermonats seit der Empfängnis rein, selbst wenn sie schon am letzten Tag des achten begannen מיעוט זיבה בח' רוב זיבה בט und die Geburt erst am Ende des Monats eintrat. Andererseits sind sie unreiner Blutfluß, wenn sie an den beiden letzten Tagen des achten Monats רוב זיבה בח' begannen, am ersten des neunten andauerten, auch wenn die Geburt schon am zweiten (vielleicht auch schon am ersten) stattfand.",
+ "eine Schwergeburt gilt nicht länger als zwei Wochen. Blutungen bei Wehen in den 11 Tagen nach der Menstruationswoche gelten nur dann nicht als Blutfluß, wenn sie innerhalb der letzten 14 Tage vor der Geburt begannen und sie selbst und die Wehen ohne die Pause bis zur Geburt anhalten. S. a. Anm. 35."
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+ "Wenn eine Frau innerhalb der 80 Tagen nach einer weiblichen Geburt eine Schwergeburt. Da sie vom 15. Tage nach der Geburt an durch das Tauchbad wieder rein wurde, und ihr der eheliche Verkehr gestattet war, konnte sie wieder schwanger werden.",
+ "rein. Denn bis zu Ende des 80. Tages sind die Tage der Reinheit.",
+ "bis das Embryo zur Welt kommt. Von dann an tritt die Unreinheit der Gebärerin ein.",
+ "Elieser erklärt für unrein. R. Elieser betrachtet auch in den Tagen der Reinheit Blutungen, die durch eine Frühgeburt veranlasst wurden, nicht als Blut der Reinheit. Vgl. a. Anm. 53.",
+ "wo für Blut in der Ruhe. Bei einer gewöhnlichen Schwergebärenden, die nicht kurz nach einer Geburt steht. S. Mischna 4.",
+ "die Erschwerung. החמיר ... הקל, wörtlich: er (der Schriftvers) hat erschwert … erleichtert.",
+ "für Blut der Schwergeburt. Wenn die Schmerzen ohne die Ruhepause bis zur Geburt anhalten.",
+ "die Erleichterung. החמיר ... הקל, wörtlich: er (der Schriftvers) hat erschwert … erleichtert.",
+ "Platz greift. Dass sie in den 11 Tagen nach der Menstruation rein ist; s. Mischna 4.",
+ "dass wir da. Vom 15. Tage bis zum Ende des 80. nach der weiblichen Geburt.",
+ "wo beim Blut der Ruhe. Das ohne Veranlassung durch eine Geburt auftritt.",
+ "die Erleichterung. Dass alle Blutungen als Blut der Reinheit betrachtet werden.",
+ "Dem durch einen logischen Schluss Gefolgerten. Der Bestimmung für das Blut der Schwergeburt in der Zeit vom 15. Tage bis zum Ende des 80.",
+ "genüge es. Zu דיו vgl. Bab. k. II, 5 und die dortigen Anmerkungen.",
+ "woraus es gefolgert wurde. Die Blutung bei einer gewöhnlichen Schwergeburt.",
+ "In welcher Hinsicht gilt für sie. Die Frau.",
+ "Hinsichtlich der Unreinheit vom Blutflusse. So dass sie vor ihrer Reinigung nicht 7 völlig reine Tage zählen muss.",
+ "Aber sie ist unrein durch die Unreinheit der Menstruierenden. So dass sie zwar nach der Blutung 7 Tage unrein ist, aber, auch wenn sie bis kurz vor Ende des siebten Tages Blutungen hatte, am Abend zum achten sich durch das Tauchbad reinigen darf. (Maimon.) — Nach Raschis (38b s. v. אימא) Auffassung meint R. Elieser, dass die Frau vom 15. Tage bis zum Ende des 80. durch Blutungen bei der Frühgeburt immer unrein wie eine Menstruierende wird, auch wenn die Blutung in den 11 Tagen nach der Menstruation begann„ Eigentlich sollte nach R. Elieser in den 80 Tagen nur die Blutung in der Menstruationswoche verunreinigen wie bei einer gewöhnlichen Schwergeburt; doch hat die Tora durch den Ausdruck תשב (Lev. 12, 5) den Unterschied zwischen Menstruationswoche und den folgenden 11 Tagen aufgehoben. Mit seinem דיי-Einwand wollte er nur die Ansicht der Weisen widerlegen, dass alle Blutungen, auch in der Menstruationswoche rein sind. Doch wollte er nicht die eigene begründen, dass auch die Blutungen in den 11 Tagen unrein sind. — Nach Ansicht R. Menachems erklärt R. Elieser nur die Blutungen in der Menstruationswoche für unrein, die in den 11 Tagen aber für rein. Es wäre dann nach R. Elieser kein Unterschied zwischen einer gewöhnlichen Gebärerin und einer Frau, die kurz nach einer Geburt eine Frühgeburt hat. Die Weisen erkennen grundsätzlich den דיו-Einwand an, meinen aber, durch den Ausdruck תשב habe die Tora für die Wöchnerin den Unterschied der verschiedenen Zeiten aufgehoben und auch Blutungen in der Menstruationswoche für rein erklärt. Vgl. Tos. Nid. 38b s. v. אימא."
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+ "Während aller 11 Tage. Nach den 7 Tagen der Menstruationswoche.",
+ "ist sie. Jede Frau.",
+ "in der Annahme der Reinheit. Und braucht sich nicht zu untersuchen, da in diesen Tagen nicht mit Blutungen zu rechnen ist; oder: da sie auf Blutungen in diesen Tagen hin ihre Periode nicht bestimmen kann. Vgl. Nid. 39 a.",
+ "Saß sie da. Nach Ablauf der 11 Tage. Jetzt sollte sie sich untersuchen, da mit der Möglichkeit einer Blutung zu rechnen ist.",
+ "War die Zeit ihrer Periode gekommen und sie hatte sich nicht untersucht. Obwohl sie sich später untersuchte, ohne Blut zu finden.",
+ "so ist sie unrein. Weil der Tanna annimmt, dass die Periode zu gewöhnlicher Zeit eingetreten war, ohne dass die Frau es bemerkte. S. a. תוי״ט z. St.",
+ "Aber die Tage des Flußleidenden. An den 7 reinen Tagen, die er nach Levit. 15, 13 vor dem Reinigungsbad zu zählen hat, muss er durch Untersuchung feststellen, dass er keinen Fluss hatte.",
+ "und der am Blutfluß Leidenden. Die vor ihrer Reinigung 7 blutfreie Tage gezählt haben muss.",
+ "die sich einen Tag entsprechend einem Tage beobachtet. Die nur an einem oder zwei Tagen in den 11 Tagen nach der Menstruationswoche Blutungen hatte und sich einen Tag beobachten muss, ob nicht wieder eine Blutung eintritt. Das Tauchbad darf sie allerdings schon nach Sonnenaufgang nehmen; vgl. Meg. II, 4.",
+ "sie sind in der Annahme der Unreinheit. S. a. weiter X, .3."
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+ "Bauchwand zur Welt kam. Zu יוצא דופן vgl. Preuß a. a. O., S. 492 ff, Preuß (S. 498) hält es für wahrscheinlich, dass unter יוצא דופן das durch die Operation der Bauchschwangerschaft, vielleicht auch des Kaiserschnittes, gewonnene Kind zu verstehen ist.",
+ "die Wartezeit der Tage der Unreinheit und der Tage der Reinheit. Vgl. III, Anm. 16, 17.",
+ "Aber seinetwegen ist man zum Opfer. Den Opfern, die die Wöchnerin nach Ablauf der Tage der Reinheit zu bringen hat; vgl. Levit. 16, 6 ff.",
+ "nicht verpflichtet. Die Opferpflicht tritt nur nach einer Geburt ein, bei der das Kind auf dem gleichen Wege zur Welt kam, auf dem die Befruchtung geschehen war, da es heißt אשה כי תזריע וילדה זכר (Lev. 12, 2) Nid. 40a.",
+ "es ist wie ein regelmäßig Geborenes. Auch hinsichtlich der Opferpflicht. Die nicht notwendige Wiederholung des Wortes תלד im Vs. 5 ואם נקבה תלד will die Pflicht zu den Opfern auch nach Geburt des יוצא דופן lehren. Nid. 40a und Raschi z. St.",
+ "Alle Frauen verunreinigen. Bei Blutung der Menstruation und der außergewöhnlichen Blutung, sowie bei Wiederherausgabe männlichen Samens. Nid. 41b; vgl, a. תוי ט zur Mischna. Ob auch bei der Geburt, vgl. Tos. zu Nid. 42b s. v. שהוציא und י תוס׳ רע״ק אות ב'.",
+ "im Vorraum. Nid. 41b erklärt R. Jochanan בית החיצון mit עד בין השנים bis zu den Zähnen, nach R. Jehuda erläutert den erklärenden Ausdruck der Baraita מקום דישה mit: מקום שהשמש דש soweit beim Verkehr das Glied reicht. Die Stelle בין השנים wird in der Baraita als כלפנים, also als nicht mehr zum בית החיצון gehörig bezeichnet. — בית החיצון ist wohl die Scheide (vgl. Preuß, S. 136 und Kazenelson S. 277) und בין השנים Ostium vaginae (Kazenelson). Vgl. hierzu Abschn. II, Anm. 30.",
+ "denn es heißt. Lev. 15, 19: Der Vers steht bei der Menstruierenden, gilt aber auch für die außergewöhnliche Blutung; vgl. Raschi zu Nid. 41b.",
+ "wenn ihre Unreinheit nach außen gedrungen ist. Bei ihnen heißt es: wenn er flussleidend von seinem Körperteil wird (Lev. 15, 2) und: wenn von ihm Samenerguss abgeht (Lev. 15, 16). Nid. 35b und Tosefta Sabim II, 4 werden Unterschiede zwischen den beiden Ausflüssen angegeben; u. a. ist der Ausfluss des Flussleidens wie verdorbenes Eiweiß, der der Pollution wie unverdorbenes Eiweiß."
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+ [
+ "dass seine Glieder erbebten. Durch die Ablösung von Samen.",
+ "soll man das Glied halten. Um den Austritt des Samens aus dem Gliede aufzuhalten. Nur in diesem Falle ist das Festhalten des Gliedes gestattet, weil der Samen sich bereits abgelöst hatte (Nid. 43a). S. a. Abschnitt II, 1.",
+ "und die Hebe hinunterschlingen. Um möglichst die Hebe hinterzuschlucken, bevor der Samen aus dem Gliede heraustritt.",
+ "Auch verunreinigen sie. Die Ende Mischna 1 Genannten, die Menstruierende, der Flussleidende und, wer Pollution hatte.",
+ "bei jedem Quantum. Von Fluss oder Samen, das sie verlieren. Der Samen selbst verunreinigt erst im Quantum einer Linse (Nid. 43 b)."
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+ "Ein Mädchen von einem Tage kann. Wörtlich: wird verunreinigt, wenn es nämlich eine Blutung hat.",
+ "mit zehn wegen des Blutflusses. Wenn es durch eine Blutung am Tage der Geburt Menstruierende wurde und nach Ablauf der 7 Tage der Menstruation am 8., 9. und 10. Tage weitere Blutungen hatte.",
+ "Ein Knabe von einem Tage kann. Wörtlich: wird verunreinigt, wenn er nämlich Samenfluss (vgl. Anm. 9), oder Aussatz hat, oder durch einen Toten verunreinigt wurde. Die beiden letzten Fälle gelten ebenso für ein Mädchen; s. a. Raschi Nid. 44a s. v. אדם.",
+ "verpflichtet zur Schwagerehe. Selbst wenn er erst unmittelbar vor dem Tode des kinderlos verstorbenen Bruders geboren war; vgl. Deut. 25, 5.",
+ "und befreit von der Schwagerehe. Selbst wenn er als einziges Kind nach dem Tode des Vaters geboren war und nur einen Augenblick gelebt hat. Vgl. Jeb. 35 b f. Allerdings befreit ein nachgeborenes vor 30 Tagen verstorbenes Kind nur dann völlig von den Pflichten der Schwagerehe, wenn es ganz sicher volle 9 Monate ausgetragen war. Sonst muss die Chaliza vollzogen werden. Vgl. Maimonides הל׳ יבום והליצח פ״א ה״ה. Die gleiche Bestimmung gilt für ein Mädchen.",
+ "Er lässt von der Priesterhebe genießen. Wenn ein Priester seine nicht als Priestertochter geborene Witwe kinderlos, aber in Hoffnung zurücklässt, und sie gebiert ein Kind — Knabe oder Mädchen —, so darf sie sofort nach Ablauf der Geburtsunreinheit wieder Priesterhebe genießen. Vgl. Jeb. 69 b und Maim. הל' תרומה פ''ו הל׳ י''ב",
+ "und macht zur Hebe unfähig. Ein verstorbener Priester hat von einer ihm erlaubten Frau Kinder hinterlassen, aber auch eine Witwe, die von einem früheren Mann geschieden war, die er also nicht hätte heiraten dürfen (vgl. Levit. 21, 14) und deren etwaige Kinder als Entweihte חללים keine Priesterabgaben genießen dürfen (vgl. Maim. הל איסורי ביאה פי״ט הל' י'). Diese Witwe war beim Tode des Priesters in Hoffnung und hat einen Sohn geboren, so ist dieser vom Augenblick seiner Geburt an erbberechtigt, hat also Anteil an den zur Erbschaft des Priesters gehörenden Knechten. Da der Sohn der früher Geschiedenen selbst keine Priesterhebe genießen darf, dürfen es auch nicht seine Knechte. Hierdurch macht er es den ihm und seinen legitimen Brüdern gemeinsam gehörenden Knechten unmöglich, Priesterhebe zu genießen. Dasselbe würde-auch für ein nachgeborenes Mädchen gelten, wenn der Priester keine Söhne hinterlassen hätte, sie also erbberechtigt wäre. — Die Mischna spricht nicht von dem einfachen Fall, dass eine bisher kinderlose Priestertochter von einem Nichtpriester verwitwet, aber in Hoffnung war und nun einen Sohn geboren hat, dass sie dann mit Rücksicht auf diesen Sohn nicht wieder Priesterhebe essen darf; denn die verwitwete Priestertochter, die in Hoffnung ist, darf auch vor der Geburt keine Hebe essen (Nid. 44a).",
+ "Er erbt und lässt erben. Wenn eine Witwe nach der Geburt des Kindes stirbt, so ist dieses ihr Erbe. Stirbt dann das Kind, so lässt es seine Brüder väterlicherseits erben, obwohl sie von einer anderen Mutter sind. — Wenn aber das Kind vor der Mutter stirbt, so erbt die Familie der Mutter. Vgl. Nid. 44 und Maim.",
+ "ist schuldig. הל נחלות פ''א הל' י״ב י''ג) Wer selbst ein neugeborenes Kind mordet, ist Todes schuldig, allerdings nur, wenn es sicher erst neun volle Monate nach der Empfängnis geboren war, also als sicher lebensfähig zu gelten hatte. Vgl. Nid. 44b und Maim. ״הל׳ רוצח פ׳׳ב ה״ו — Über Zerstückelung eines noch ungeborenen Kindes zur Rettung der Mutter s. Ohalot VII, 6; Maim. הל׳ רוצח פ''א ד''ט; Choschen Mischpat 425, 2.",
+ "Familienmitglied. So dass sie bei seinem Tod die Trauerpflichten zu erfüllen haben, allerdings nur, wenn er sicher erst volle neun Monate nach der Empfängnis geboren war, sonst erst vom 31. Tage nach der Geburt an. Nid. 44b und Bechor 49a. Zum Ausdruck חתן vgl. Exodus 4, 25 f. und Ibn. Esra das., der im Namen des R. Schemuel ben Chofni schreibt ומנהג הנשים לקרוא לבן כאשר יומל חתן. Danach bedeutet hier חתן שלם ein richtiges, völlig ausgebildetes Kind, das seiner Körperbeschaffenheit nach schon zur Beschneidung geeignet wäre. S. a. תוי''ט zu unserer Stelle und Aruch completum s. v. חתן a. E., und Gesenius-Buhl s. v. חתן"
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+ [
+ "Ein Mädchen von drei Jahren. Nach völlig beendetem 3. Jahre, vom ersten Tage des 4. Lebensjahres an. Nid. 44b und Maim. הל׳ אישות פ''ג הל׳ י''א.",
+ "wird durch Beiwohnung geehelicht. Falls der Vater es einem Manne zur Ehe übergeben hatte. S. a. Kid. I, 1 und II, 1. — Die Beiwohnung eines Mädchens von drei Jahren gilt in jeder Hinsicht als richtige Beiwohnung.",
+ "Und wenn der Schwager ihr beiwohnt. Der Bruder ihres kinderlos verstorbenen Mannes.",
+ "hat er sie sich zugeeignet. Als Gattin.",
+ "einer Ehefrau schuldig. Wenn der Vater das Mädchen verheiratet hatte, so gilt seine Schändung als vollkommener Ehebruch, so dass der Missetäter des Todes schuldig ist.",
+ "Auch verunreinigt es seinen Gatten. Wenn es wegen Menstruation (als נדה) oder außergewöhnlicher Blutung (als זבה) unrein ist und ein Mann wohnt ihr bei, so verunreinigt das Beiwohnen auch den Mann für 7 Tage (vgl. Levit. 15, 24 u. Nid. 73a). — Ist das Mädchen aber jünger, so kann das Beiwohnen als solches nicht verunreinigen. Doch verunreinigt das Mädchen durch Berührung für einen Tag (Raschi).",
+ "so dass er sein unterstes Lager verunreinigt. S. Abschnitt IV, Anm. 3 u. 4.",
+ "wie die Oberdecke. S. Abschnitt IV, Anm. 3 u. 4.",
+ "kann es Hebe genießen. Auch das israelitische Mädchen darf nach Heirat mit einem Priester Hebe essen. — Vor zurückgelegten 3 Jahren darf es die Hebe nicht essen, auch wenn sein Vater es mit dem Priester verheiratet hatte, da es dann nur als Verlobte, nicht als richtige Ehefrau gilt (תוספות חדשים).",
+ "Wohnte ihm ein Untauglicher. Jemand, der keine Israelitin heiraten darf, z. B. ein Nichtjude oder ein nichtjüdischer Sklave; vgl. Jebam. 68a.",
+ "so macht er es zum Priestertum. Zur Ehe mit einem Priester und zum Genuss der den Priestertöchtern und Frauen erlaubten Priesterabgaben. Vgl. Jebam. 68a. Raschi s. v. פסלוה und Maim. הל׳ איסורי ביאה פי״ח הל׳ ג׳.",
+ "genannten Verwandten. Denen es bei Todesstrafe verboten ist, ihm beizuwohnen, z. B. der Vater oder Schwiegervater.",
+ "es selbst aber ist straffrei. Weil es als minderjährig noch nicht straffähig ist.",
+ "Bei einem geringeren (Alter. Als 3 Jahre und 1 Tag.",
+ "als ob man einen Finger ins Auge legt. Es tränt wohl, erholt sich aber wieder, als wäre nichts gewesen. Ebenso ist der Verkehr mit einem jüngeren Mädchen ohne dauernde Folgen. (Maimon.)"
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+ "Wenn ein Knabe von 9 Jahre und einem Tage. Von diesem Alter an hat sein Beiwohnen Bedeutung.",
+ "seiner Schwägerin. Der Witwe seines kinderlos verstorbenen Bruders.",
+ "so hat er sie sich zugeeignet. Dass sie insofern als seine Ehefrau gilt, dass kein anderer Bruder mehr an ihr die Schwagerehe vollziehen kann. Vgl. Jebam. X, 8 und Jeb. 96a. Nach Raschi erwirbt er auch die Güter des verstorbenen Bruders. Vgl. hierzu תויט",
+ "einen Scheidebrief geben. Wenn er sie später von sich scheiden will. Wenn er ihr dann als Volljähriger nochmals beigewohnt hat, gilt sie vollkommen als seine Ehefrau, so dass der Scheidebrief allein zur endgültigen Trennung genügt. — Hat er ihr als Volljähriger nicht beigewohnt, so muss neben dem Scheidebrief der Chalizaakt vollzogen werden. Nid. 45a.",
+ "Er verunreinigt wegen einer Menstruierenden. Wenn er ihr als Menstruierenden beiwohnt, ist es hinsichtlich seiner Verunreinigung ebenso, als wäre er erwachsen.",
+ "eines Flußleidenden. S. Abschnitt IV, Anm. 3 u. 4.",
+ "Er macht untauglich. Falls er seiner Abstammung nach keine Israelitin heiraten darf, macht er durch die Beiwohnung eine Priestertochter oder -frau unfähig, Priesterhebe zu genießen. S. o. Anm. 33 u. 34.",
+ "lässt aber die Priesterhebe nicht genießen. Wenn er ein Priester ist und heiratet eine Israelitin (Maim. u. Bart.) oder wohnte der israelitischen Witwe des kinderlos verstorbenen Bruders bei (Raschi), so gilt die Frau seinetwegen noch nicht als Priesterfrau, dass sie Hebe essen dürfte.",
+ "Er macht ein Tier untauglich für den Altar. Wenn er mit einem Tiere Unzucht trieb, ist es untauglich zum Opfer, obwohl nur ein Zeuge oder der Eigentümer des Tieres es bezeugt. Vgl. Temura 28a und Sebach. VIII, 1. S. a. die nächste Anm.",
+ "und es wird seinetwegen gesteinigt. Wenn zwei gültige Zeugen bezeugen, dass der Knabe Unzucht mit dem Tier trieb. Aber auf Aussage eines Zeugen oder des Eigentümers wird das Tier nicht gesteinigt.",
+ "genannten Verwandten. Z. B. der Mutter oder Schwester.",
+ "Er ist aber straffrei. Als Minderjähriger."
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+ [
+ "Bei einem Mädchen von 11 Jahren und einem Tage werden die Gelübde geprüft. Ob sie die Bedeutung des Gelübdes versteht; nur dann ist das Gelübde gültig.",
+ "Bei einem Mädchen von 12 Jahren und einem Tag sind die Gelübde gültig. Auch ohne weitere Prüfung, selbst wenn das Mädchen von 12 Jahren und 1 Tag (bezw. der Knabe von 13 J. u. 1 T.) erklärt, die Bedeutung des Gelübdes nicht verstanden zu haben. Nach Maimon. ׳הל׳ נדרים פי''א ה״ג und Komment, ed. Dérenb. ist beim Mädchen von 12 Jahren und 1 Tag und beim Knaben von 13 J. u. 1 T. nicht nötig, dass sie bereits 2 Haare an den Genitalien haben. In den dem Talmud beigedruckten Kommentar des Maimonides und nach Bart, ist das Vorhandensein zweier Haare Vorbedingung; so ergibt sich nach unserer La. auch aus Nid. 47a; s. a. משנה למלך הל׳ נדרים פי׳׳ג הל׳ ג׳.",
+ "man prüft während des ganzen zwölften Jahres. Selbst wenn das Mädchen in den ersten 30 Tagen des zwölften Jahres (bezw. der Knabe im dreizehnten Jahre) die Bedeutung des Gelübdes nicht kannte, muss man bis zu Ende des 12. (bezw. 13.) Jahres immer wieder prüfen. So erklären nach Nid. 46b Maim, in dem Talmud beigedruckten Kommentar und Bert. Maim. ed. Dérenb. und הל׳ נדרים פי׳׳א הל ג׳ erklärt: auch wenn sie zu Beginn des 12. (13.) Jahres die Bedeutung kannten, muss man bei späteren Gelübden während des ganzen Jahres immer wieder prüfen. — S. a. בית יוסף לטור י''ד סי׳ רל''ג.",
+ "werden die Gelübde geprüft. Ob er die Bedeutung des Gelübdes versteht; s. a. Anm. 50.",
+ "Bei einem Knaben von 13 Jahren und einem Tage sind die Gelübde gültig. Auch ohne weitere Prüfung, selbst wenn das Mädchen von 12 Jahren und 1 Tag (bezw. der Knabe von 13 J. u. 1 T.) erklärt, die Bedeutung des Gelübdes nicht verstanden zu haben. Nach Maimon. ׳הל׳ נדרים פי''א ה״ג und Komment, ed. Dérenb. ist beim Mädchen von 12 Jahren und 1 Tag und beim Knaben von 13 J. u. 1 T. nicht nötig, dass sie bereits 2 Haare an den Genitalien haben. In den dem Talmud beigedruckten Kommentar des Maimonides und nach Bart, ist das Vorhandensein zweier Haare Vorbedingung; so ergibt sich nach unserer La. auch aus Nid. 47a; s. a. משנה למלך הל׳ נדרים פי׳׳ג הל׳ ג׳.",
+ "man prüft während des ganzen dreizehnten Jahres. Selbst wenn das Mädchen in den ersten 30 Tagen des zwölften Jahres (bezw. der Knabe im dreizehnten Jahre) die Bedeutung des Gelübdes nicht kannte, muss man bis zu Ende des 12. (bezw. 13.) Jahres immer wieder prüfen. So erklären nach Nid. 46b Maim, in dem dem Talmud beigedruckten Kommentar und Bert. Maim. ed. Dérenb. und הל׳ נדרים פי׳׳א הל ג׳ erklärt: auch wenn sie zu Beginn des 12. (13.) Jahres die Bedeutung kannten, muss man bei späteren Gelübden während des ganzen Jahres immer wieder prüfen. — S. a. בית יוסף לטור י''ד סי׳ רל''ג.",
+ "Vor diesem Zeitpunkte. Vor Beginn des 12. Lebensjahres des Mädchens oder des 13. des Knaben.",
+ "ihre Heiligung nicht als Heiligung. Wenn sie einen Gegenstand dem Heiligtum weihen.",
+ "Nach diesem Zeitpunkte. Nach Beginn des 13. Mädchenjahres oder des 14. Knabenjahres.",
+ "zu wem wir die Heiligung aussprachen. Da sie dann als vollkommen erwachsen gelten. Bei Erwachsenen gilt solche Erklärung nicht als Grund, das Gelübde als ungültig zu betrachten. — Nur wenn ein Erwachsener irrsinnig ist, wird sein Gelübde als nichtig betrachtet (Raschi)."
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+ "Die Weisen gebrauchten für die Frau ein Gleichnis. Zum Ausdruck der verschiedenen Phasen der körperlichen Entwickelung.",
+ "unreife. פגה unreife Frucht, insbesondere: unreife Feige. Vgl. I. Löw, Flora der Juden I, S. 237, und Goldmann in R. E. J. 1911, S. 223.",
+ "heranreifende. ביחל ist eine weitere Stufe des Reifens; vgl. Schebiit IV, 7. S. a. Löw und Goldmann a. a. O.",
+ "und reife Frucht. צמל, Tosefta ed. Zuckerm. Nid. VI, 647 hat צמיל; danach liest Löw צמל. Dem Zusammenhang nach ist צמל die reife Frucht. Zur Etymologie s. Löw a. a. O.",
+ "In beiden Stadien. Wörtlich: in diesem und in diesem. — T. hat אמרו und bezieht das Folgende auf Ketub. IV, 4. — Bis zum Ende des 12. Lebensjahres gilt jedes Mädchen als Kind. Besitzt es bei Beginn des 13. Jahres die Pubertätshaare (s. o. Anm. 51), so gilt es von nun an 6 Monate lang als heranreifende Frau נערה. Zeigen sich die Haare erst später, so werden die 6 Monate von dem Tage gerechnet, an dem die Haare sichtbar wurden. Nach Ablauf der 6 Monate gilt das Mädchen als reife Frau בוגרת. So ist es bei normaler Entwicklung. Vgl. hierzu und zur anormalen Entwicklung Maim. הל׳ אישות פ״ב הל׳ א׳ עד ה nebst Kommentatoren und Maimonides Kommentar zu Ket. III, 8. — Nach נדי׳א beziehen sich die 3 Stufen פגה בוחל צמל auf ein Mädchen von 12 J. und 1 Tag, das noch keine Pubertätshaare hat.",
+ "hat ihr Vater Recht an ihrem Funde. Was das Mädchen in diesem Alter findet oder verdient, gehört dem Vater.",
+ "ihrer Hände Arbeit. Was das Mädchen in diesem Alter findet oder verdient, gehört dem Vater.",
+ "und der Zerstörung ihrer Gelübde. Der Vater hat das Recht, die Gelübde seiner Tochter bis zu diesem Alter für ungültig zu erklären. Vgl. Num. 30, 4ff."
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+ "Welches sind ihre Anzeichen. Nach Raschi für die Phase der völligen Reife צמל, nach Tosaf. s. v. איזהו u. Maim. הל׳ אישות פ׳׳ב ח׳ für die Phase der reifenden Frau ׳בוחל weil hierzu Abschnitt VI, 1 besser paßt; s. a. א״ר.",
+ "wenn sich unter der Brust eine Falte zeigt. Wenn die Brustwarze so groß ist, dass sich unter ihr eine Falte zeigt, wenn die Frau die Arme nach hinten hält.",
+ "wenn die Brüste sich neigen. Nach vorn neigen. Das ist später als das Sichtbarwerden der Falte.",
+ "einsinkt und nur langsam sich wieder aufrichtet. Nur wenn alle hier angegebenen Merkmale eingetreten sind, gilt die Frau als zweifellos völlig erwachsen. Aber auch bei einem ist sie in erschwerender Hinsicht als erwachsen zu betrachten. S. a. Maim. הל׳ אישות פ׳׳ב הל׳ ז׳ ח׳."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Zwanzigjährige. Nach R. Jose ben Kippar (Nid. 47b) ist hiermit eine Frau von 19 Jahren und 30 Tagen gemeint. S. a. Maim. דל׳ אישות פ׳׳ב הל׳ ד׳ und die Kommentare.",
+ "noch nicht zwei Haare. Pubertätshaare an den Genitalien.",
+ "soll sie Beweis bringen. Damit sie von der Schwagerehe bezw. Chaliza frei ist.",
+ "dass sie zwanzigjährig und. Dass sie außerdem die Merkmale der Ailonith hat. So Maim. und Bert., entsprechend der Erklärung von Rab zu בן עשרים שנה (Nid. 47b) והוא שנולדו בו סימני סריס. Wenn sie nicht die Merkmale der Ailonith aufweist, gilt sie bis zur Vollendung des 35. Jahres noch als Kind.",
+ "dass sie Ailonit. אילונית wörtlich: weiblicher Widder, Ausdruck für gebärunfähige Frau. Maim. הל׳ אישות פ״ב zählt nach Jeb. 80 b die Merkmale der Ailonith auf; vgl. hierzu Preuß, S. 261.",
+ "noch wird an ihr die Schwagerehe vollzogen. Obwohl ihr Mann kinderlos gestorben war, da die Bestimmung für Schwagerehe oder Chaliza nur für eine gebärfähige Frau gelten. Vgl. Sifre zu Deut. 25, 6 אשר תלד פרט לאילונית Sie kann daher ohne weiteres sich wieder verheiraten. (Raschi zu Mischna)",
+ "Wenn eine Zwanzigjähriger. Von 19 Jahren und 30 Tagen; s. Anm. 69.",
+ "noch nicht zwei Haare hat. Pubertätshaare an den Genitalien.",
+ "Beweis bringen. Um nicht den Chalizaakt an sich vollziehen zu lassen תוי׳׳ט. T. hat יביאו sie (die Verwandten der Frau) sollen den Beweis bringen, damit die Frau von der Schwagerehe, bezw. dem Chalizaakt befreit ist.",
+ "dass er zwanzigjährig ist und. Vgl. Anm. 72.",
+ "dass er die Merkmale eines Saris. Eigentlich Verschnittener. Hier ist aber סריס חמה oder סריס שמים, ein von Natur nicht Zeugungsfähiger verstanden. Vgl. Jeb. 80b. Dort und nach dort bei Maim. הל׳ אישות פ״ב הל׳ ס״ג werden die Merkmale aufgezählt. S. a. Preuß, S. 259.",
+ "noch vollzieht er die Schwagerehe. Obwohl der kinderlos verstorbene Bruder eine Witwe hinterließ. Vgl. Sifre zu Deut. 25, להקים לאחיו פרט לסריס.",
+ "beide. Wörtlich: dieser und dieser, d. h. Mann und Frau, können schon als Achtzehnjährige Saris bezw. Ailonit sein."
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+ ],
+ [
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+ "Ist das untere Zeichen. Die beiden Pubertätshaare.",
+ "während das obere. Die sich ausbildenden Brüste der heranreifenden Frau (״בוחל) Vgl. Abschnitt V, 7. S. a. dort Anm. 65. Nach der Auffassung von Tos. Nid. 47a s. v. איזהו bezieht sich unsere Mischna auf V, 8s.",
+ "so kann sie den Chalizaakt vollziehen oder die Schwagerehe kann an ihr vollzogen werden. Weil sie bereits als Erwachsene gilt, obwohl das unverheiratete Mädchen mit 12 Jahren und 1 Tag als Na’ara noch unter Botmäßigkeit des Vaters steht. Vgl. Abschn. V, 7 und Anm. 62—64.",
+ "obwohl es unmöglich ist. Nach Ansicht der mit R. Meir streitenden Weisen unmöglich ist; sie meinen: wenn das obere Zeichen vorhanden ist, so müssen auch die Pubertätshaare gewachsen sein. Und wenn sie nicht auffindbar sind, so sind sie sicher ausgefallen. Nach R. Meir kann die Ausbildung der Brüste den Pubertätshaaren vorangehen, gilt aber allein nicht als Zeichen des Erwachsenseins.",
+ "noch kann die Schwagerehe an ihr vollzogen werden. Da die junge Frau nach R. Meir noch nicht als erwachsen gilt (s. die vorige Anm.) und nach R. Meirs Auffassung Schwagerehe und Chalizaakt bei der nicht erwachsenen Frau nicht angehen. (Jebam. 105b).",
+ "sie kann den Chalizaakt vollziehen oder die Schwagerehe kann an ihr vollzogen werden. Da sie sicher erwachsen ist; s. a. Anm. 4. — Wäre sie nicht erwachsen, so könnte nach Ansicht dieser Weisen wohl die Schwagerehe, aber nicht der Chalizaakt vollzogen werden. (Tos. Nid. 48a s. v. (וחכ״א).",
+ "wenn das untere nicht gekommen ist. An sich ist hier die Begründung nicht mehr nötig, da die Ansicht der Weisen oben bereits als verwahrende Parenthese in die Worte R. Meirs eingeschoben wurden. Doch stehen sie hier oder sind sie gelassen, um die Ansicht R. Meirs, für die Schriftverse zur Bekräftigung angeführt werden können (Nid. 48a) als nicht maßgebend zu bezeichnen, oder auch, um den Übergang zu den folgenden Mischnajot zu bilden (Nid. 49a)."
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+ [
+ "Ähnlich. Wie mit dem Verhältnis zwischen dem Sichtbarwerden des unteren und oberen Zeichens der körperlichen Reife.",
+ "lässt auch ausfließen. Wenn die Öffnung des Loches so groß ist, dass durch sie eine Flüssigkeit einfließen kann, so lässt sie sie gewiss auch ausfließen. — Man kann es in folgender Weise prüfen: man legt das gelöcherte Gerät in ein größeres, mit Wasser gefülltes. Wenn in das kleinere Wasser eindringt, so ist die Öffnung des Loches groß genug, um Wasser einzulassen.",
+ "Manches. Bei manchem Gerät lässt die kleinere Öffnung wohl ausfließen, aber nicht einfließen. — Ein irdenes Gerät, dessen Loch Wasser einlässt, gilt nicht mehr als Gerät, in dem man das Reinigungswasser durch Einschütten der Asche der roten Kuh weihen kann; vgl. Para V, 5 und Maim. הל׳ פרה פ׳׳ו ה׳׳ו. Falls es nur für Flüssigkeit diente, verliert es durch solches Loch die Fähigkeit, unrein zu werden oder zu bleiben; vgl. Kelim III, 1 und Maim. הל׳ כלים פ׳ י״ט ה״א. Ist das Loch aber nur so groß, dass es Wasser ausfließen lässt, so kann das Gerät zum Weihen des Reinigungswassers benutzt werden und behält auch die Fähigkeit, unrein zu werden oder zu bleiben. Nur ein bereits beschädigtes irdenes Gerät גסטרא verliert schon durch ein kleines Loch, das Wasser aus-, aber nicht einfließen lässt, den Charakter eines Gerätes. Vgl. Kelim. IV, 2, 3, Raschi zu Sabb. 95b. Maim. a. a. O.",
+ "hat auch die des Knochens. Ein überzähliger Finger oder Zeh mit Nagel gilt als Glied, so dass er — getrennt vom lebenden oder toten Menschenkörper — die Zeltunreinheit eines toten Gliedes verbreitet, ohne eine Mindestgröße haben zu müssen; vgl. Ohal. I, 7. Er verunreinigt aber auch des gerstenkorngroßen Knochens wegen durch Berührt- und Getragenwerden.",
+ "aber nicht die des Nagels. Falls der überzählige Finger nicht in der Reihe der anderen Finger stand, verunreinigt er ohne Nagel nicht durch Zeltunreinheit, sondern nur wegen des Knochens durch Berührt- und Getragenwerden und nur nach rabbinischer Anordnung; vgl. Tos. Nid. 49 b s. v. יש und Maim. הל׳ טומאת מת פ׳ ב ה״ז. — Stand aber der nagellose überzählige Finger in der Reihe der anderen Finger, oder ist an ihm Fleisch von Olivengröße, so verunreinigt er auch durch Zeltunreinheit. (Raschi z. St.) — Siehe zur Übersetzung und Erklärung der Mischna מ״׳א."
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+ [
+ "Alles was durch Darauftreten unrein wird. Jedes Gerät, das durch Herauftreten, Sitzen und Liegen eines Flußleidenden und ähnlicher Unreiner den schweren Grad der Unreinheit אב הטומאה erhält (vgl. Vorbemerk. zu Kelim § 29ff).",
+ "aber nicht durch Darauf treten. Geräte, die nicht zur Unterlage eines Menschen bestimmt sind, z. B. ein umgestülptes Hohlmaß. Würde sich jemand darauf stellen, so würde der, der es benutzen will, ihn auffordern, aufzustehen עמוד ונעשה מלאכתנו — Solch Gerät erhält als Unterlage des Flußleidenden nicht den schweren Grad der Unreinheit, sondern nur durch seine Berührung den leichteren Grad ולד הטומאה. Durch einen Toten wird es aber unrein schweren Grades. (Nid. 49a Raschi)."
+ ],
+ [
+ "bei Lebensstrafsachen Richter zu sein. Vgl. Sanh. IV, 2.",
+ "bei Geldstrafsachen zu richten. Z. B. ein Bastard aus einer bei Todesstrafe verbotenen Ehe; vgl. Jebam. IV, 13. Er darf bei Geldprozessen Richter sein, aber nicht bei Lebensstrafprozessen. Betreffs des Proselyten s. Sanh. 36 u. Tos. s. v. חדא und Raschi zu Jeb. 102a s. v. גר Maim. הל׳ סנה׳ פ׳׳ב ט׳.",
+ "Richter zu sein. Auch ein Einäugiger, der nach R. Meirs Ansicht nicht Richter, aber Zeuge sein kann. Aber nach Ansicht der Weisen darf ein Einäugiger in Geldsachen Richter sein. Vgl. Maim. הל׳ סנהדרין פ''ב ה''ט. S. a. Tos. Nid. 50 a s. v. ור׳ מאיר."
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+ [
+ "Was zu den Zehnten pflichtig. Vgl. Maasrot I, 1. Die Zehnten sind der erste Zehnte, der zweite und der Armenzehnte; die a. a. O. aufgezählten Bedingungen gelten auch für die Verpflichtung. die Priesterhebe abzuscheiden.",
+ "nimmt Speiseunreinheit. Vgl. Vorbemerkung zu Kelim § 17.",
+ "ist aber nicht zu den Zehnten pflichtig. Z. B. Fleisch, Fische, Eier."
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+ [
+ "Was zur Pea pflichtig ist. D. h. die Fruchtarten, die nicht ganz abgeerntet werden dürfen, da von ihnen ein Rest an der Ecke פאה für die Armen gelassen werden muss (Lev.19, 9); vgl. Pea I, 4.",
+ "aber nicht zur Pea pflichtig. Früchte, wie Feigen, die nicht gleichzeitig abgeerntet werden, oder solche Krautarten, die man nicht aufhebt. Sie sind der Zehntenpflicht unterworfen, aber nicht der Eckenpflicht; vgl. Maasrot und Pea a. a. O."
+ ],
+ [
+ "Was zum Erstling der Schur verpflichtet. Schafe, deren erste Schur dem Priester gegeben werden muss (Deut. 18, 4);vgl. Chul. XI, 1.",
+ "abgaben. Dass von ihm der rechte Vorderfuß, der Kinnbacken — mit der Zunge — und der Magen dem Priester gegeben wird (Deut. 18, 3).",
+ "Manches ist zu den Abgaben verpflichtet und nicht zum Erstling der Schur verpflichtet. Ziegen und Rinder, von denen der Priester die gen. Abgaben erhält, aber nichts von ihren Haaren."
+ ],
+ [
+ "bei dem die Pflicht des Wegschaffens angeht. Die Pflicht, die im Erlassjahre von selbst gewachsenen Baumfrüchte und von selbst gewachsenen Gemüsearten aus dem Hause zu schaffen, sobald von ihrer Art sich auf dem Felde nichts mehr findet (Nid. 51b und Pes. 52b, s. d. Raschi und Tos.).",
+ "des siebten Jahres. Das Verbot, mit den Früchten Handel zu treiben oder sie minderwertig zu benutzen (vgl. Maim. הל שמטה ויובל פ״ה).",
+ "aber nicht die Pflicht des Wegschaffens. Solche von selbst gewachsenen Gemüsearten, die im Winter und Sommer sich auf dem Felde finden. Für sie geht die Heiligkeit der Früchte des Erlassjahres an, ohne dass sie der Pflicht des Wegschaffens unterliegen; Nid. 51b, s. aber Schebiit VII, 7 und תוי״ט z. St."
+ ],
+ [
+ "hat Flossen. Ist also ein erlaubter Fisch (Levit. 11, 9) selbst wenn man die Flossen nicht sieht. Entweder würden sie noch wachsen, oder sie sind abgefallen. (Chul. 66a/b).",
+ "aber keine Schuppen. Ist also ein verbotener Fisch.",
+ "hat gespaltene Klauen. Findet man ein unbekanntes Tier mit Hörnern, dem die Füße fehlen, darf man annehmen, dass es gespaltene Klauen hatte, also erlaubt ist. — טלפים bedeutet: gespaltene Klauen (Raschi zu Nid. 51b). — Nach Raschi zu Chul. 59b und Tos. 59a/b s. v. אלו bezieht sich unsere Mischna auf die Bestimmungen des Wildes, dessen Fett im Gegensatz zu dem der Haustiere erlaubt ist. קרנים sind dann die besonders geformten Hörner des Wildes (Chul. 59b) טלפים seine besonders geformten Klauen. S. a. תוי׳׳ט und מלאכת שלמה.",
+ "aber keine Hörner. Das Schwein. Die gespaltenen Klauen sind kein Beweis für Hörner (Raschi zu Nid. 51b). Nach Raschi und Tos. zu Chul. 59 sind die besonderen wildartigen Klauen kein Beweis für wildartige Hörner. S. a. die vorige Anm."
+ ],
+ [
+ "den Segenspruch verlangt. Z. B. Speisen, von denen man zumindest soviel wie eine Olive gegessen hat.",
+ "verlangt vorher den Segenspruch. Vor und nach ihrem Genuss ist ein Segenspruch zu sprechen.",
+ "verlangt ihn nicht nachher. Z. B. Wohlgerüche und die meisten Gebote wie Zizit, Schofar, Sukka."
+ ],
+ [
+ "die zwei Haare. Pubertätshaare an den Genitalien, und die volle 12 Jahre alt ist. S. Maim. הל׳ אישית פ''ב ה''א.",
+ "oder es kann an ihr die Schwagerehe vollzogen werden. Da sie als vollkommene Erwachsene gilt. — Die besondere Hervorhebung ihrer Fähigkeit soll nur die Ansicht ausschließen, die den Chalizaakt auch von einer nicht erwachsenen Frau für gültig erklärt.",
+ "der zwei Haare. Die Pubertätshaare, und der volle 13 Jahre alt ist. Maim. הל׳ אישות פ''ב ה''י und הל׳ ממרים פ׳׳ז ה״ה.",
+ "Er kann ungehorsamer und widerspenstiger Sohn werden. Die Bestimmungen des ungehorsamen und widerspenstigen Sohnes (Deut. 21, 18ff.) können bei ihm angewandt werden. S. a. Sanh. VIII.",
+ "nachdem er zwei Haare hevorbrachte. Die Bestimmungen des ungehorsamen und widerspenstigen Sohnes (Deut. 21, 18ff.) können bei ihm angewandt werden. S. a. Sanh. VIII.",
+ "bis der Bart. Das Haar an den Genitalien. Die angegebene Zeitspanne kann höchstens 3 Monate umfassen. Ist das Haar schon vorher herumgewachsen, so gelten die Bestimmungen nicht mehr. (Sanh. 69a.)",
+ "die Weisen haben hier nur in einer dezenten Ausdrucksweise gesprochen. Mit dem Worte התחתון beginnt wohl die redaktionelle Bemerkung zur Erklärung des ungewöhnlichen Ausdruckes זקן für das Haar an den Genitalien Zum Wort אלא ist sinngemäß etwa ein Satz wie ולא אמרו זקן zu ergänzen.",
+ "die zwei Haare hervorbrachte. Pubertätshaare an den Genitalien, und die volle 12 Jahre alt ist. S. Maim. הל׳ אישית פ''ב ה''א.",
+ "kann sich nicht weigern. Wenn eine unmündige Waise von ihrer Mutter oder ihrem Bruder mit ihrem Einverständnis verheiratet war, gilt die Ehe nur nach rabbinischer Vorschrift md kann durch Weigerung der jungen Frau (מיאון) gelöst werden. Vgl. Jeb. XIII, 1, 2. Dasselbe gilt auch für eine „Waise bei Lebzeiten des Vaters“ יתומה בחיי אביה, d. i. eine Unmündige, die von ihrem Vater verheiratet war, dann von diesem Manne geschieden oder verwitwet war und darauf, noch immer als Unmündige sich wieder verheiratet hatte; vgl. Kid. 44b und Raschi das. — Solche Weigerung genügt aber nur, bis nach vollendetem 12. Jahre die Pubertätshaare gewachsen sind; später ist ein richtiger Scheidungsbrief nötig. a. Maim. הל׳ גירושין פי''א ה״ד.",
+ "bis das Dunkele die Oberhand gewinnt. Über die helle Haut. Chul. 26b heißt es עד שירבה השחור על הלבן, Nid. 52a wird erklärt, die beiden Haare müssen — nach R. Jehuda — so lang sein, dass sie die helle Haut verdunkelt."
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+ [
+ "die bei der Kuh. Der roten Kuh; Para II, 5.",
+ "bei den Aussatzplagen. Negaim IV, bes. Mischna 4. Nur 2 Haare verunreinigen s. תוי zu IV, 1 s. v. ומטמא.",
+ "und überall. Z. B. als Zeichen der Pubertät, s. a. מ״׳א.",
+ "dass man sie mit dem Nagel abreißen. קרץ abreißen, abschneiden; vgl. Pea VII, 4; Joma III, 1; Kelim 15, 2; Negaim IV, 4. S. a. Mikw. VIII, 5, wo es „zusammendrücken“ heißt; danach hier: festhalten.",
+ "dass sie mit der Scheere weggenommen werden können. Das größte Maß ist die Länge, dass man die Spitzen bis zu ihrer Wurzel biegen kann, das kleinste, dass man die Haare nur mit der Scheere abnehmen kann. Vgl. Maim. Kommentar 1 und 2 הל אישות פ''ב הל׳ ט״ז."
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+ [
+ "Wenn sie einen Flecken sieht. Wenn eine Frau einen Blutflecken findet. S. weiter Abschnitt VIII.",
+ "so ist sie mit ihrer Rechnung aus der Ordnung gekommen. Wörtlich: ist sie verdorben. Sie weiß nicht, wann der Blutfleck kam. Hält sie in den zur Menstruation geeigneten Tagen (vgl. Einleitung), so kann sie nicht wissen, von welchem Tage an sie den Beginn der Menstruationswoche ימי נדה und dann die 11 Tage der außergewöhnlichen Blutung ימי זיבה zu rechnen hat. Wenn sie daher später nach dem Finden des Fleckes eine Blutung hat, muss sie im Zweifel sein, ob sie Nidda oder Saba ist. — Nach Maimonides entsteht durch einen Fleck, der in den zur Menstruation geeigneten Tagen gefunden wird, nur der Zweifel, welcher Tag als Beginn der Periode zu betrachten ist.",
+ "und sie muss wegen des Blutflusses fürchten. Wenn sie bereits am dritten oder einem späteren der 11 zur außergewöhnlichen Blutung geeigneten Tage hält, und der Fleck hat die dreifache Größe einer Bohnengraupe (vgl. Negaim VI, 1 und Anm.), so muss sie befürchten, dass an den beiden vorangehenden Tagen und am heutigen je ein bohnengraupengroßer Fleck kam. Sie muss sich also zweifelshalber als Blutflussleidende betrachten.",
+ "Die Weisen. Sie vertreten die Ansicht des R. Chanina ben Antigonos. (Nid. 52b.)",
+ "wegen des Blutflusses. Auch nach R. Chanina ben Antigonos ist Befürchtung wegen Blutflusses zu hegen, wenn die Frau an jedem der drei Tage ein anderes sauberes Hemd anzog und an jedem einen bohnengraupengroßen Blutfleck findet, oder wenn sie an den beiden vorangehenden Tagen Blutungen hatte und am dritten einen bohnengraupengroßen Fleck findet. (Nid. 52b.)"
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+ "Wenn eine Frau am elften Tage in der Abenddämmerung. Man konnte nicht sicher feststellen, ob es noch Tag war. Es ist also zu zweifeln, ob zur Zeit der Blutung noch der 11. Tag der zur außergewöhnlichen Blutung geeigneten Tage oder bereits der erste der zur Menstruation geeigneten war.",
+ "Ende des Blutflusses. Bei der Übersetzung sind die Worte וסוף נדה תחלת זיבה als Parenthese gefasst entsprechend der Erklärung R. Chisda’s (Nid. 53b)."
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+ "Das Blut der Menstruierenden. Vgl. zu unserer Mischna Kelim I, 3.",
+ "Aber der Samenfluss. Des Flußleidenden.",
+ "der Schleim. Nasenschleim oder der beim Husten ausgeworfene Schleim.",
+ " Des Flußleidenden.",
+ "und der Speichel. Des Flußleidenden.",
+ "das Aas. Von Vieh und Wild.",
+ "Wie lange kann ihr Aufweichen dauern. Da sie so auch im jetzigen trockenen Zustand verunreinigen. — Nach Ansicht von Rabed zu הל׳ משכב ומושב פ״ב ה״א bezieht sich die Zeitangabe nur auf Kriechtier und Aas.",
+ "ist rein. Es verunreinigt nicht in Olivengröße; doch verunreinigt es wie Gruftstaub רקה in einer Menge wie einen Löffel voll (מלא תרווד; d. i. zwei Hände voll). Vgl. hierzu Ohalot II, 2 und Anm. das."
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+ "verunreinigt rückwirkend. Alle reinen Gegenstände, die mit ihm in Berührung gekommen sein können. — Bezüglich der zweifelhaften Verunreinigung wird die Zugangsstraße wie der Bezirk eines Einzelnen betrachtet, so dass die erschwerende Möglichkeit angenommen wird. S. a. Toharot III, 6 und VI, 4.",
+ "oder bis zurzeit des Ausfegens. Da beim Ausfegen die Straße abgesucht wurde. Das Tier wäre also gefunden, hätte es damals schon in der Straße gelegen. Vgl. Nid. 56b חזקתו בדוק s. a. תוי״ט z. St.",
+ "rückwirkend. Alles Reine, mit dem die Frau sich beschäftigte.",
+ "oder bis zur Zeit des Waschens. Da beim Waschen das Hemd untersucht wurde, so dass ein etwaiger Fleck sicher gefunden wäre; der jetzt Vorgefundene ist also scher erst nachher gekommen. Vgl. Nid. 56b.",
+ "Es. Kriechtier oder Fleck. Dass in der vorigen Mischna gesagt wurde, das Kriechtier verunreinige im trockenen Zustande nicht, sprach von solchem Grade der Vertrockenheit, dass das Tier sich auch in lauwarmem Wasser im Laufe von 24 Stunden nicht aufweicht מ׳׳א.",
+ "von der an es noch hätte feucht sein können. Das Wort להזור verlangt eigentlich die Übersetzung: bis es wieder feucht sein kann. Das gäbe aber keinen Sinn. Der Ausdruck ist hier eine Angleichung an den Ausdruck לחזור לכמות שהן in der vorigen Mischna. S. תוים — R. Simon streitet nur hinsichtlich des noch feuchten Kriechtieres. Aber der feuchte Fleck verunreinigt rückwirkend bis zur Zeit des Waschens. Wenn er auch inzwischen längst eingetrocknet war, so kann er doch später wieder feucht geworden sein. (Nid. 56b)."
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+ "die von Rekem. רקם s. a. Git. I, 1, wo רקם als Grenzstadt angegeben wird. Vgl. Neubauer, Geogr. des Talmud, S. 20, Klein ארץ ישר׳ S. 83. Es ist wohl רקם דחגרא Petra (s. a. Gesenius-Buhl s. v. רקם) Vielleicht wurde die edomitische Bevölkerung unter Hyrkan zum Judentum gezwungen, blieb ihm aber nicht treu.",
+ "sind rein. Die Bewohner Rekems sind Nichtjuden. Die Weisen haben die Blutflecke von Nichtjüdinnen nicht für unrein erklärt. S. a. oben IV, 3.",
+ "weil sie. Die Bewohner Rekems sind eigentlich Proselyten.",
+ "Proselyten sind und sich irren. Sie haben aber das Toragesetz aufgegeben und leben wie Nichtjuden, sie müssen aber als — wenn auch sündige — Juden betrachtet werden. So erklärt Raschi zu Jeb. 15a. Hier z. St. erklärt Raschi: Sie verwahren nicht ihre blutbefleckten Kleider, also טועין im Sinne von: wissen sich nicht zu benehmen. — S. a. מ''א.",
+ "sind rein. Vgl. Anm. 13.",
+ "Von Israeliten und Kutäern. Nid. 56b wird ausgeführt, dass im Text der Mischna eine Lücke ist. Die Mischna muss lauten: מבין ישראל ומבין הכותים טמאין הנמצאין בערי ישראל טהורין הנמצאין בערי כותים ר' מאיר מטמא וחכמים מטהרין שלא נחשדו על כתמיהן. Der Talmud erklärt selbst den rekonstruierten Text: (Die Blutflecke), die von Israeliten und von Kutäern kommen, sind unrein; denn die Kutäer sind wahre Proselyten. (Sie sind also hinsichtlich des Menstruationsblutes wie Juden zu behandeln; vgl. Abschn. IV, Anm. 1.) — (Die Flecke), die in den israelitischen Städten (an allgemein zugänglichen Stellen; s. a. מ״א) gefunden werden, sind rein; denn (die Israeliten) wurden hinsichtlich ihrer Flecken nicht verdächtigt, dass sie die mit Menstruationsblut befleckten Kleidungsstücke herumliegen lassen und verwahren sie. Also ist nicht zu fürchten, dass die Flecken von Menstrualblut stammen. Die in den Städten der Kutäer gefundenen (Flecke) erklärt R. Meir für unrein; denn (die Kutäer) wurden hinsichtlich ihrer Flecke verdächtigt. (Es ist also zu fürchten, dass die Kleider mit Menstrualblut befleckt sind). Die Weisen erklären (die Flecke) für rein; denn (die Kutäer) wurden hinsichtlich ihrer Flecke nicht verdächtigt. (Also ist auch hier nicht zu fürchten, dass die Flecken von Menstrualblut stammen) — א״ר erklärt einfach: Die Flecke, die in einer von Israeliten und Kutäern bewohnten Stadt gefunden werden, sind nach R. Meir unrein, weil sie von Kutäerinnen stammen können, die ihre befleckten Kleider nicht verwahren."
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+ "die irgendwo. In israelitischen, bezw. kutäischen Wohnorten; vgl. die vorige Anm.",
+ "die in den Zimmern gefunden werden. Denn hier wurden sie vielleicht verwahrt.",
+ "und in der Umgebung des Hauses der Unreinen. Ein Zimmer, in dem sich die Frauen während der Menstruationszeit aufhalten. (Raschi.)",
+ "verunreinigt. Maim. ed. Dérenb. hat richtig מטמא. Die gew. Ausgaben der Mischna, auch die dem Talmud beigedruckte, haben מטמאין.",
+ "durch das Zelt. Durch Zeltunreinheit. Vgl. Vorbemerk, zu Kelim § 27.",
+ "sie begraben. לא היו קוברים, wohl nur ungenau statt אינם קוברים. Die Kutäer meinten, das Gebot, Tote zu beerdigen, beziehe sich nicht auf Fehlgeburten."
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+ "Sie sind beglaubt. Die Kutäer beobachteten in der Regel nur die in der schriftlichen Lehre ausdrücklich angeführten Gebote. Hierzu gehören im Allgemeinen die meisten Gesetze über Totenunreinheit und über das Erstgeborenenopfer. Aber auch hinsichtlich solcher Gesetze sind die Kutäer nur beglaubt, wenn wir sehen, dass sie sich selbst nach ihrer Aussage richten. Sonst ist zu fürchten, dass sie den Fragesteller irreführen, da sie das Gebot: „Vor einen Blinden sollst du keinen Anstoß legen (Lev. 19, 14)“ nur wörtlich auffassen und es nicht für unrecht halten, jemanden durch falsche Auskunft zu einer Sünde zu veranlassen.",
+ "wir haben dort die Fehlgeburten begraben. Vielleicht dient ihre Aussage dazu, um Hebe zu verbrennen, die sich über der betreffenden Stelle befanden. Dies träfe nur zu, wenn die Kutäer selbst Hebe verbrennen, die an dieser Stelle waren; s. die vorige Anm. — Möglicherweise ist dieser Fall nur wegen des nächsten angeführt. Vgl. ערוך לנר z. St. und תום אנשי שם.",
+ "oder haben sie nicht begraben. So dass die Stelle durch einen Toten nicht verunreinigt ist. Der betreffende Kutäer, der die Auskunft gab, war selbst Priester und aß an dieser Stelle. S. a. Anm. 24.",
+ "Sie sind beglaubt. Die Kutäer beobachteten in der Regel nur die in der schriftlichen Lehre ausdrücklich angeführten Gebote. Hierzu gehören im Allgemeinen die meisten Gesetze über Totenunreinheit und über das Erstgeborenenopfer. Aber auch hinsichtlich solcher Gesetze sind die Kutäer nur beglaubt, wenn wir sehen, dass sie sich selbst nach ihrer Aussage richten. Sonst ist zu fürchten, dass sie den Fragesteller irreführen, da sie das Gebot: „Vor einen Blinden sollst du keinen Anstoß legen (Lev. 19, 14)“ nur wörtlich auffassen und es nicht für unrecht halten, jemanden durch falsche Auskunft zu einer Sünde zu veranlassen.",
+ "ob es bereits ein Erstgeborenes geworfen hat. So dass das nächstgeborene Tier nicht den Heiligkeitsvorschriften des Erstgeborenen unterliegt.",
+ "oder ob es nicht geworfen hat. So dass das jetzt geborene Tier als Erstgeborenes zu betrachten ist.",
+ "Sie sind beglaubt hinsichtlich der Kennzeichnung von Gräbern. Dass man sich darauf verlassen kann, dass an den nicht bezeichneten Stellen Priesterhebe stehen darf. Die Pflicht, Gräber zu bezeichnen, steht zwar nicht in Tora, aber in Ezechiel 39, 15.",
+ "aber sie sind nicht beglaubt hinsichtlich der hervorstehenden Zweige. Vgl. Ohalot VIII, 2. Selbst wenn sicher unter einem der Zweige oder der Steine ein Grab ist, es aber unbekannt ist, unter welchem, und der kutäische Priester unter einem derselben Hebe isst. In solchen Zweifelsfällen sind die Kutäer nicht vorsichtig.",
+ "und herausragenden Steine. Vgl. Ohalot VIII, 2. Selbst wenn sicher unter einem der Zweige oder der Steine ein Grab ist, es aber unbekannt ist, unter welchem, und der kutäische Priester unter einem derselben Hebe isst. In solchen Zweifelsfällen sind die Kutäer nicht vorsichtig.",
+ "und hinsichtlich eines Grabfeldes. Vgl, Ohalot II, 3 und Anm. 33; XVII und bes. XVIII, 2—4, wo drei Arten von Knochenfeldern aufgezählt werden; s. d. auch Anm. 44. Die Aussagen der Kutäer sind nicht glaubwürdig hinsichtlich des Vorhandenseins oder Ausdehnung eines Knochenfeldes. Die Bestimmungen über das Knochenfeld sind nur rabbinischer Natur. Vgl. Maim., Komment, zu Ohal. XVII, 1; הל׳ טומאת מת כ׳״ט הל׳ י״ב; Raschi Pes. 92 b; Tos. s. v. אמר.",
+ "sind sie nicht glaubwürdig. Z. B. hinsichtlich der Sabbatgrenze oder des Weines der Götzendiener."
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+ "Wenn eine Frau einen Fleck. Blutfleck.",
+ "auf ihrem Körper zur Scham hin. תורפה Schande, Schmach; בית חתורפה für weibliche Scham. S. a. Teruma VIII, 8; Ab. sara. II, 3 und Anm. 20.",
+ "so ist sie unrein. Da zu fürchten ist, dass der Fleck von Menstrualblut herrührt.",
+ "An. Jetzt wird erklärt, welche Stellen am Körper als „zur Scham hin“ zu betrachten sind.",
+ "ihrer Ferse. עקב kann hier Ferse oder Fußsohle sein; s. מ׳׳א und א''ר Auf die Ferse kann beim Gehen, auf die Sohle beim Sitzen mit unterschlagenen Beinen Menstrualblut getropft sein.",
+ "und an der Zehenspitze. Beim Gehen kann Menstrualblut auf die Zehenspitze getropft sein.",
+ "An ihrem Schenkel und an ihrem Fuß auf der Innenseite. Soweit die Schenkel und Füße sich aneinanderpressen lassen.",
+ "ist sie unrein. Hierhin kann das Menstralblut leicht hinabfließen.",
+ "nach beiden Richtungen. Nach vorn und hinten.",
+ "Sah sie auf ihrem Hemde vom Gürtel an nach unten. Auch auf der Außenseite; vgl. Jore Dea 190, 12. — Vom Gürtel an nach unten heißt zur Scham hin.",
+ "falls er bis zur Scham hin reichte. Sie kann dann mit dem Ärmel bis dorthin gekommen sein.",
+ "Hatte sie es. Das Hemd.",
+ "weil es sich verschiebt. Jede Stelle des Hemdes kann an die unteren Körperteile gerührt haben.",
+ "Ebenso ist es bei einer Decke. פליום; Mischna zum Talmud und L. haben פוליום; wohl πάλλιον oder pallium; s. Löw bei Krauß s. v. אפיליון also Mantel oder Bettdecke, bei denen es möglich ist, dass nachts jede Stelle an den Unterkörper kommt; s. a. תוי׳׳ט."
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+ "Sie kann alles als Ursache. Für den Fleck, um nicht befürchten zu müssen, dass er von Menstrualblut herrührt. — Dass eine Frau überhaupt fürchten muss, ein Fleck sei Menstrualblut, ohne dass sie Blutabgang gespürt hatte, ist nur rabbinische Vorschrift. עד שתרגיש בבשרה Nid. 57 a. Deshalb gilt in sehr vielen Fällen die leichtere Auffassung. S. weiter Mischna 3 und Nid. 59 a.",
+ "ein Vogel geschlachtet. Vgl. hierzu Tos. Chul. 2 a s. v. הכל.",
+ "so kann sie das als Ursache annehmen. Für den Fleck, um nicht befürchten zu müssen, dass er von Menstrualblut herrührt. — Dass eine Frau überhaupt fürchten muss, ein Fleck sei Menstrualblut, ohne dass sie Blutabgang gespürt hatte, ist nur rabbinische Vorschrift. עד שתרגיש בבשרה Nid. 57 a. Deshalb gilt in sehr vielen Fällen die leichtere Auffassung. S. weiter Mischna 3 und Nid. 59 a.",
+ "Wie weit. Bis zu welcher. Größe des Fleckes, kann sie annehmen, dass er von einer zerdrückten Wanze herrührt?",
+ "bis zu einer Bohnengraupe. Bis zu dieser Größe kann der Fleck als Wanzenblut betrachtet werden. Ist er größer (Nid. 55 b), muss man fürchten, dass er vom Menstrualblut herrührt. — Über die Größe der Bohnengraupe s. Neg. VI, 1 u. Anm.",
+ "obwohl sie sie nicht getötet hat. R. Chanina streitet gegen den nicht genannten ersten Lehrer, in dem er annehmen lässt, der Blutfleck stammt von einer Wanze, obwohl die Frau nicht weiß, dass sie eine Wanze getötet hat.",
+ "auch bei ihrem Sohne oder ihrem Manne annehmen. Wenn sie mit blutigen Gegenständen zu tun oder eine Wunde hatten. S. a. Maim. הל׳ איסורי ביאה פ׳ם הל׳ כ״ד und Jore Dea 190, 19.",
+ "Wenn sie. Die Frau selbst.",
+ "eine Wunde gehabt hatte. Auch wenn die Wunde schon zugeheilt ist; s. die nächste Mischna.",
+ "und sie kann wieder aufbrechen. Zu גלע s. Prov. 18, 1."
+ ],
+ [
+ "dass seine Schüler sich anschauten. Verwundert über seine erleichternde Entscheidung.",
+ "Weshalb. So nach der gewöhnlichen Bedeutung von מה; dann ist vor den שלא אמרה zu ergänzen: (es ist nicht auffällig) denn sie habe nicht gesagt, S. a. Nid, 45 a wo R. Akiba zu seinen Schülern sagt למה הדבר קשה בעיניכם. Vielleicht hat aber מה hier die Bedeutung „nicht“ wie Hi. 31, 1; vgl. Gesenius-Buhl s. v. מה S. a. Bab. k. I, 4 a. E.",
+ "haben doch die Bestimmung. Über den Blutfleck.",
+ "Blut. Der Vers spricht nur von Blut, nicht von einem Fleck. S. a. Anm. 15."
+ ],
+ [
+ "tuch. S. oben I, Anm. 15.",
+ "unter die Decke. Das Bettlaken, auf dem man liegt; vgl. Kelim XX, 1.",
+ "und es findet sich auf ihm Blut. Von höchstens Bohnengraupengröße.",
+ "so ist es. Eigentlich das Tuch. Gemeint ist die Frau, die sich mit dem Tuch untersucht hat.",
+ "rund. Es ist anzunehmen, dass er von einer Wanze herrührt.",
+ "wenn er länglich ist. Dann ist eher anzunehmen, dass er bei der Untersuchung entstanden ist."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn eine Frau ihre Notdurft. Gemeint ist: Urin ließ.",
+ "verrichtete. Trotz des היא עושה ist mit Rücksicht auf das folgende ראתה mit Imperfekt übersetzt.",
+ "und dann Blut sah. Im Nachtgeschirr fand.",
+ "ist sie unrein. Da bei der Frau Urin im Stehen nicht leicht ausströmen kann, ist zu befürchten, dass er vor dem Auslaufen an den Uterus kam und das Blut von hier stammt. Da bei nur tröpfelndem Abgang des Urins die gleichzeitige Öffnung des Uterus nicht ganz ausgeschlossen ist. מ״א. S. a. Tos. Nid. 59 b s. v. האשה.",
+ "ist sie rein. Nid. 59 b wird ausgeführt, dass nach R. Meir die Frau nur dann rein ist, wenn sie am Rande des Geschirrs saß, der Urin ausströmte und das Blut sich mitten im Geschirr fand. Dann ist nicht zu fürchten, dass es am Ende des Urinierens mit tröpfelndem Urin herauskam, da in diesem Falle das Blut am Rande des Geschirres gesunden wäre. Das Blut stammt also von einer wunden Stelle."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Mann und eine Frau ihre Notdurft. Gemeint ist: Urin ließ.",
+ "und dann findet sich Blut auf dem Wasser. Im Urin.",
+ "für rein. Die Frau darf levitisch reine Gegenstände berühren. Nach Ansicht R. Jochanans (Nid. 59 b) erklärt in unserem Falle auch R. Meir die Frau für rein, da zu ihren Gunsten noch die Möglichkeit hinzukommt, dass das Blut vom Manne stammt."
+ ],
+ [
+ "Hatte sie ihr Hemd einer Nichtjüdin. Gemeint ist eine erwachsene Nichtjüdin, bei der mit Menstruation zu rechnen ist. Für eine Nichtjüdin gelten die Vorschriften der Menstruationsunreinheit nicht; andererseits verunreinigt sie immer nach rabbinischer Vorschrift levitisch reine Gegenstände. Vgl. oben IV, 3.",
+ "oder einer Menstruierenden. Da sie ohnedies unrein ist, hat der von ihr stammende Flecken keine Bedeutung.",
+ "verliehen. Und nachher selbst angezogen.",
+ "so kann sie bei ihr vermuten. Sie kann annehmen, dass der Flecken von der anderen Frau stammt und nicht von ihr selbst. — Da die Verunreinigung durch einen Blutflecken nur auf rabbinischer Bestimmung beruht, hat man die Erleichterung geschaffen, dass man die Herkunft der Flecken möglichst so erklärt, dass er nicht verunreinigt.",
+ "Wenn drei Frauen. Jüdinnen.",
+ "so sind alle unrein. In diesem Falle ist eine bisher reine Frau sicher unrein geworden. Daher darf keiner annehmen, dass eine der anderen unrein ist, sie selbst aber rein. Da nun keine Frau, ohne bei einer anderen den Schaden anzunehmen, ihn von sich ausschließen kann, muss sie den Schaden bei sich befürchten, obwohl die Unreinheit nur auf rabbinischer Bestimmung beruht. Vgl. hierzu Mikwaot II, 3 und טורי זהב י''ז ול״ו zu Jore Dea 190.",
+ "Saßen sie. Auch wenn nur eine Frau dort gesessen hatte; vgl. die Begründung R. Nechemjas Ende der Mischna.",
+ "auf einem steinernen Stuhl. Der keine Unreinheit annimmt; vgl. Vorb. z. Kelim § 15. Dasselbe gilt von jedem Gegenstand, der nicht verunreinigt werden kann; auch wenn sie auf der Außenseite eines irdenen Gerätes saß, da es von außen her nicht verunreinigt werden kann.",
+ "oder auf einer Bank. Unter אצטבא ist eine festgebaute Bank verstanden, die nicht als Gerät gilt und deshalb keine Unreinheit annimmt (מ''א). Es gibt aber nicht gebaute Bänke im Bade ׳ספסלין שבמרחץ die unrein werden können. Vgl. Kelim. XXII, 10.",
+ "nimmt auch keine Flecken an. Die Weisen haben ihre Vorschrift, dass ein Blutflecken verunreinigt, nur auf Flecken beschränkt, die auf Gegenständen gefunden werden, die Unreinheit annehmen."
+ ],
+ [
+ "Hatten drei Frauen in demselben Bette geschlafen. Und hatten so dicht aneinander gelegen, dass der Blutfleck, der unter der einen gefunden wird, auch von den anderen stammen kann.",
+ "Hatte sich eine von ihnen untersucht. Unmittelbar nachdem der Blutfleck gefunden war.",
+ "Und. Wenn eine Frau in einem Zustande war, dass bei ihr Menstruation nicht anzunehmen war, z. B. in der Schwangerschaft (vgl. oben I, 3 ff.), kann sie annehmen, dass der Fleck von der oder den anderen kommt, bei denen mit Menstruation zu rechnen ist. Nid. 60 b.",
+ "Wenn sie. Alle in Betracht kommenden Frauen.",
+ "zu sehen. Vgl. Anm. 20.",
+ "als wäre sie geeignet. Und alle sind unrein. Da bei allen gleich schwer Menstruationsblut zu vermuten ist, darf keine den Fleck auf die anderen zurückführen. S. a. Anm. 13."
+ ],
+ [
+ "Hatten drei Frauen in demselben Bett geschlafen. Aber nicht dicht nebeneinander. S. Anm. 18.",
+ "so sind sie alle unrein. Es ist immerhin möglich, dass auch die beiden anderen an der Stelle des Fleckes gelegen hatten.",
+ "unter der nach innen. Der am meisten nach innen, zur Wand hin, liegenden.",
+ "so sind die beiden nach innen liegenden. Die Frau an der Wand und die neben ihr, in der Mitte, liegende.",
+ "die nach außen liegende rein. Dass sie einmal an der Stelle des Blutfleckes gelegen hat, ist nicht zu befürchten.",
+ "so sind die beiden. Die in der Mitte und die zum äußeren Bettrande hin liegenden.",
+ "Jehuda. In T. und Maim, fehlen die Worte אר״י.",
+ "Wann (trifft es zu. Dass die nach innen liegende Frau rein ist.",
+ "wenn sie am Fußende des Bettes hinübergegangen waren. Wenn also die innen liegende nicht über die Stelle des Blutfleckes kam.",
+ "wenn sie aber alle drei. In T. fehlt שלשתן.",
+ "steigt. D. h. von der Längsseite. Es ist also auch die nach innen liegende Frau über die Stelle des Fleckes hinweg gestiegen. — Ed. Livorno vokalisiert עליה Auch Raschi hat ״עלייה. Allerdings verbessert es ב״ח in עליה. — Tur und Schulchan Aruch, Jore Dea 190, 50 lesen עליה und erklären: die nach innen liegenden Frauen sind über sie, die außen liegende, hinweggegangen. Vgl. מלאכת שלמה.",
+ "so sind sie alle unrein. Auch die am meisten nach innen liegende Frau kann beim Hineingehen ins Bett den Fleck verursacht haben.",
+ "so sind sie alle unrein. Vgl. Anm. 25.",
+ "Einem unreinen Schutthaufen. In dem sich ein zumindest olivengroßes Stück Fleisch eines Toten befindet.",
+ "der zwischen zwei reine geraten ist. Und man weiß nicht, welcher der unreine ist.",
+ "Dann ist er rein und die zwei (anderen) unrein. (Hatte man) zwei (durchsucht) und rein gefunden, so sind sie rein und der dritte unrein. (Hatte man) alle drei (durchsucht) und rein gefunden, so sind sie alle unrein. Das sind die Worte R. Meirs; denn R. Meir sagte: Jede Sache, die in der Annahme der Unreinheit war, bleibt in der Unreinheit, bis dir bekannt wird, wo die Unreinheit ist. Aber die Weisen sagen: Man durchsucht, bis man zum Felsen kommt oder zur jungfräulichen (Erde. Boden, der noch nie gepflügt ist. Hat man die Schutthaufen so weit durchsucht, ohne Totenfleisch zu finden, darf man nach Ansicht der Weisen annehmen, dass ein Raubvogel es gefressen hat. — Im Falle der drei Frauen, die sich sämtlich rein fanden, geben aber die Weisen zu, dass sie sich alle drei als unrein betrachten müssen, da der Blutfleck doch von einer von ihnen stammen muss (Maim. u. Bart.) S. a. Anm. 24."
+ ],
+ [
+ "Sieben Reinigungsmittel. Zu diesen Reinigungsmitteln vgl. Krauß, Talmudische Archäologie I, S. 154 f. S. a. Schabb. IX, 5.",
+ "lässt man über den Fleck hinweggehen. Um festzustellen, ob er ein Blut oder Farbfleck ist (Raschi zu Sanh. 49 b) oder wenigstens als Farbfleck betrachtet werden kann (Tos. Nid. 62a s. v. הטבילו; s. a. Raschi Nid. 62), oder ob er so fest vom Tuche eingesogen ist, dass er nicht mehr als Fleck gilt (Rosch Nid. 62 a s. v. להטבילו a. E.; s. a. R. Tarn in Tos. Sanh. 49 b s. v. מעבירין). — S. weiter Anm. 46. Die Feststellung, ob der Fleck als Blutfleck zu behandeln ist, kommt für die Frau in Betracht, die ihn an ihrem Hemde fand und ihn nicht auf Berührung mit blutigen Gegenständen zurückführen kann. Vgl. Maim. הל איסורי ביאה פ''ט הל ל״ו und Jore Dea 190, 31, wo hervorgehoben wird, dass man sich heute auf die Untersuchung nicht verlassen darf, da wir die einzelnen Reinigungsmittel nicht sicher identifizieren können. Ferner ist die Feststellung des Fleckes notwendig, um zu wissen, ob er das Tuch, auf dem er sich befindet, verunreinigt (vgl. Abschnitt VII, 1). Die Behandlung des Tuches ist das Thema unserer Mischna.",
+ "Geschmacklosen Speichel. Wird in den nächsten Mischna erklärt.",
+ "Graupenwasser. Wird in den nächsten Mischna erklärt.",
+ "Urin. Wird in den nächsten Mischna erklärt.",
+ "Natron. נתר ist nach Krauß a. a. O., S. 575 f. Natron, also wohl ein mineralisches Laugensalz (s. a, Kelim II, Anm. 7), בורית ein vegetabilisches.",
+ "Borit. קימוניא (Schabb. IX, 5 ׳קימוליא so auch in der Einzeichnung des Talmuds Nid. 62 a; Sanh. 49 b), wird im Talmud (Sabb. 90 a und Nid. 62 a) von R. Jehuda שלוף דוץ erklärt. Raschi (Sabb. 90 a und Sanh. 49 b bemerkt, dass er die Bedeutung dieses Ausdruckes nicht kennt. Maim, erklärt: Alkalisalz.",
+ "Kimonia. אשלג wird nach Samuel (Nid. 62 a) in Perlenlöchern gefunden. Nach Krauß a. a. O., S. 577 ist es eine Kalipflanze.",
+ "Aschlag. אשלג wird nach Samuel (Nid. 62 a) in Perlenlöchern gefunden. Nach Krauß a. a. O., S. 577 ist es eine Kalipflanze.",
+ "getaucht. In ein Tauchbad, um es zu reinigen.",
+ "so ist er Farbe. Nach Raschi zu Sanh. 49 b ist der Fleck, der trotz Anwendung der sieben Mittel blieb, sicher Farbe und kein Blut. — Tosafot zu Nid. 62 a s. v. הטבילו erklären: Man darf annehmen, dass der Fleck, der trotz Anwendung der sieben Mittel blieb, Farbe ist; denn selbst wenn er ein Blutfleck wäre, muss er nicht von Menstrualblut stammen. Und auch in diesem ungünstigsten Falle kann der vom Stoff eingesogene Fleck nach Toravorschrift nicht mehr verunreinigen. (Vgl. Ohal. III, 2 und Nid. 62 b.) — Nach einer anderen Auffassung (Rosch zu Nid. 62 a s. v. הטבילו a. E.; s. a. Tos. s. v. הטביל a. E.) bedeutet הרי זה צבע: er gilt nur als Farbe, nicht als Blutfleck. Ein Fleck, der vom Tuche so fest eingesogen ist, dass er durch die Behandlung mit den sieben Mitteln nicht entfernt werden kann, gilt nicht mehr als Fleck, sondern ist wie Farbe des Tuches. Selbst wenn er sicher von Menstrualblut stammt, kann er nicht mehr verunreinigen. Dies ist wohl auch die Auffassung des R. Tarn Sanh. 49 b s. מעבירין. — Die etwaige ursprüngliche Verunreinigung des Tuches durch den noch nicht eingesogenen Fleck ist durch das erste Untertauchen behoben. Da sich nun herausgestellt hat, dass inzwischen der Fleck so fest eingesogen war, dass er durch die sieben Mittel nicht entfernt werden konnte, galt er nicht mehr als Fleck, und das Tuch ist seit dem Tauchen rein. — Wenn der Fleck aber durch die sieben Mittel entfernt oder abgeschwächt wurde, so galt er vorher nicht als fest eingesogen und verunreinigte vielleicht das Tuch nach dem Tauchen von neuem. Das Tuch muss daher durch ein zweites Tauchen gereinigt werden.",
+ "man braucht nicht unterzutauchen. Zum zweiten Male, damit es von nun an als rein gelten kann.",
+ "untertauchen. Zum zweiten Male, damit es von nun an als rein gelten kann."
+ ],
+ [
+ "der nichts genossen hatte. Wenn man seit Beginn der Nacht nichts gegessen — nach מ״א seit der Abendmahlzeit —, von Mitternacht an geschlafen und nach dem Aufstehen nicht viel gesprochen hatte und noch keine drei Stunden nach dem Aufstehen verstrichen sind: Nid. 63 a, Maim. הל׳ איסורי ביאה פ״ט הל ל''ח.",
+ "Zerkaute. Und mit Speichel vermischte.",
+ "die sich von selbst zerteilt haben. So nach R. Gerschom, zit. im Aruch s. v. חלק III: מלעיסת אותו פול שנתבשל כל כך שמאליו הוא נחלק לשנים והאי נפש כמו מנפשיה מעצמו. Im Namen seines Lehrers erklärt R. G. נפש als Schale und חלוקת נפש „von selbst in seiner Schale zerteilt - Nach dem angebl. Komment, des R. Hai Gaon (das.) ist mit נפש die Kehle gemeint, und חלוקות נפש bezeichnet die zerbissenen Bohnen, die man bereits hinterschlucken will. Ähnlich erklärt er auch nach der Lesart עוקת נפש (die auch Tosefta VIII, 9 hat) עוקת הגרון Hohlraum der Kehle.",
+ "der in Gärung übergegangen ist. Mindestens 3 und höchstens 40 Tage alt ist. Vgl. Sabb. 90a und Tos. s. v. ״מי.",
+ "reiben. Nid. 63a bleibt unentschieden, ob man dreimal hin und her, also sechsmal über den Fleck reiben muss, oder im Ganzen nur dreimal.",
+ "Hat man sie nicht in ihrer Reihenfolge. Wie sie in der vorigen Mischna aufgezählt sind.",
+ "so hat man nichts getan. Trotz der Unwirksamkeit der Mittel darf man den Fleck nicht als Färbfleck betrachten, bezw. man muss trotz Anwendung der Mittel den Fleck noch als Blutfleck behandeln. Vgl. Anm. 41 und 47."
+ ],
+ [
+ "die ihre Regel. Vgl. Abschnitt I, 1 und Anm. 13. Dort ist die Regel nach bestimmten Zeitabständen gemeint, in unserer Mischna die durch körperliche Erscheinungen eingeleitete Regel, auch unabhängig von Zeitintervallen.",
+ "genügt ihre Zeit. Vgl. oben I, 1 und Anm. 3, 4.",
+ "Folgende sind Arten der Regel. Die längere Zeit anhalten, und nach denen die Menstruation eintritt. Tos. Nid. 63 a s. v. מעסשת.",
+ "Wenn sie gähnt. So Tosafot und Maimun. Nach Raschi: sich reckt.",
+ "niest. So Tosafot; nach Aruch: aufstößt; nach Tur, Jore Dea, 189: Blähungen lässt.",
+ "am Nabel. Wörtlich: Öffnung des Bauches.",
+ "oder unten am Unterleib. An der Gebärmutter.",
+ "Flüssigkeit. Von Farben, die sie nicht als Blut gelten lassen;; vgl. Abschn. II, 6, 7.",
+ "oder wenn sie Schauder überläuft und ähnliche (Erscheinungen. Wie Kopfschmerzen oder Zittern.",
+ "was sich bei ihr dreimal wiederholt hat. Wörtlich: was sie sich dreimal bestimmt hat, d. h. wenn dreimal nach Auftreten solcher Erscheinungen die Menstruation kam, kann die Frau annehmen, dass sie auch jetzt erst nach ihrem Auftreten gekommen ist, sie also bis dahin rein war."
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+ "zu Beginn der Regelerscheinungen zu sehen. Blut der Menstruation.",
+ "unrein. Wenn sie später Blut sieht, muss sie befürchten, dass die Menstruation schon zu Beginn der Erscheinungen eingetreten waren, das Blut nur noch nicht ausgelaufen war. Vgl. Maim. הל׳ משכב ומושב פ״ג ה׳ ו׳ a. E., s. a. יו״ב.",
+ "Auch Tage und Stunden. Ebenso wie man bei der Regel nach körperlichen Erscheinungen erst von diesen Erscheinungen an mit Eintritt der Menstruation zu rechnen hat, ebenso ist es bei der Regel nach Zeitintervallen. Wenn die Regel zu einer bestimmten Stunde einzutreten pflegt, braucht die Frau erst von dieser Stunde an, nicht bereits vom Beginn des Tages# mit der Menstruation zu rechnen.",
+ "so ist sie nur bei Sonnenaufgang verboten. Ihrem Manne. Dieser Teil der Mischna spricht von der Zulässigkeit des ehelichen Verkehrs um die Zeit, da die Regel einzutreten pflegt. — Die Worte היתה למודה כו׳ sagt auch R. Jose. (Raschi Bart.)",
+ "Der ganze Tage gehört ihr. Wenn die Menstruation bis Sonnenaufgang nicht eintrat, braucht man mit ihrem Eintritt nicht mehr zu rechnen. — Nid. 63 b wird erklärt, dass R. Jehuda nur dann nach Sonnenaufgang nicht mehr mit der Menstruation rechnet, wenn sie gewöhnlich vor Sonnenaufgang, also noch am Ende der Nacht, eintritt. Während R. Jose mit der Menstruation nur genau um die Zeit rechnet, da sie einzutreten pflegt, befürchtet R. Jehuda ihren Eintritt während der ganzen Tageszeit עובה. Wenn sie also gewöhnlich vor Sonnenaufgang sich einstellt, so rechnet R. Jehuda während der ganzen Nacht mit ihrem Eintritt, aber nicht mehr am Tage. Also gehört ihr der Tag auch nach R. Jehuda. — Wenn aber die Menstruation nach Sonnenaufgang, also am Tage einzutreten pflegt, so rechnet R. Jehuda mit ihr an diesem ganzen Tage, nicht aber in der vorangehenden Nacht. (Raschi u. Bart.). — Zur halachischen Praxis s. Jore Dea 184."
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+ "Tage. Am 15. Tage des Monats oder am 15. Tage nach Ablauf der letzten Menstruationswoche, d. i. am 22. nach Beginn der letzten Menstruation; vgl. Nid. 39; s. a. ״מלאכת שלמה.",
+ "verboten. Am 15. und am 20. des nächsten Monats oder nach Eintritt der vorangehenden Periode ist der eheliche Verkehr verboten.",
+ "bestimmt. Von nun an braucht sie nur am 20. mit dem Eintritt der Menstruation zu rechnen.",
+ "Denn eine Frau bestimmt sich die Regel nicht. Fest, so dass sie nur mit dieser Regel zu rechnen hat.",
+ "und sie reinigt. Sie hält den bisherigen Tag der Regel für rein, d. h. sie braucht nicht anzunehmen, an ihm durch die Menstruation unrein zu werden.",
+ "bis sie dreimal von ihr genommen wurde. Dass sie dreimal hintereinander die Regel an einem anderen, als dem bisherigen Tag hatte. — Die dreimalige Wiederholung ist nur nötig, wenn bisher die Regel zumindest dreimal an demselben Tage eingetreten war. Eine ein oder zweimalige Bestimmung der Regel wird schon durch eine Abänderung aufgehoben (Nid. 64 a)."
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+ "Die Frauen sind hinsichtlich ihrer Jungfräulichkeit. Wenn der Ehemann behauptet, keine Zeichen der Jungfräulichkeit gefunden zu haben (Maim.); vgl. Dt. 22, 13ff. S. aber א״ר.",
+ "mancher schwarzen. Auch eine schwarze Flüssigkeit kann Blut der Jungfräulichkeit sein. Wenn nach dem Verkehr statt roter Flecken sich schwarze finden, kann der Mann nicht behaupten, kein Blut gefunden zu haben.",
+ "Jeder Weinstock hat. Ursprünglich von Natur.",
+ "ist vertrocknet. τρυγητή getrocknet (Kr.) L. und Ms. Kaufmann טרוקטי ebenso Jerusch. Ket. I, 1. R. Jehuda will wohl sagen: Ebenso, wie es vertrocknete Weinstöcke gibt, kann auch eine Jungfrau so blutarm sein, dass sie bei der Defloration kein Blut verliert. Das Ausbleiben der Blutung ist daher kein Beweis der mangelnden Jungfräulichkeit, wenn die Frau aus einer solch blutarmen Familie stammt Vgl. Ket. I, 1. Nach Raschi Ket. 10 b und Maim. הל׳ אישרת פי''א הל׳ י״ב haben Frauen aus solcher Familie auch keine Menstruation. So sagt auch der Talmud Nid. 64 b zu תנא דור :דורקטי קטוע weil solche Frauen nicht gebärfähig sind."
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+ "noch nicht gekommen war. Die früheste normale Zeit für die Menstruation ist das zurückgelegte zwölfte Lebensjahr, wenn das Mädchen bereits zwei Pubertätshaare hat. (Ran zu Rif, Schebuot II.)",
+ "Man gibt ihm vier Nächte. Wenn es in den ersten vier Nächten, in denen der Mann ihm beiwohnte, Blut sah, so gilt das Blut nicht als Menstruationsblut, sondern als nicht verunreinigende Deflorationsblutung, auch wenn die vier Nächte sich auf längere Zeit verteilten. Tos. Nid. 64 b s. v. ד׳ לילות; so auch Tosefta Nid. IX, 7.",
+ "Bis die Wunde geheilt ist. Der Defloration. — Bei dem verheirateten Kinde gelten die Bestimmungen, auch wenn es vorzeitig bereits Menstruation gehabt hatte.",
+ "War seine Zeit zum Sehen. Die früheste normale Zeit für die Menstruation ist das zurückgelegte zwölfte Lebensjahr, wenn das Mädchen bereits zwei Pubertätshaare hat. (Ran zu Rif, Schebuot II.)",
+ "Man gibt ihm die erste Nacht. Nur in der ersten Nacht darf sie Blut als Folge der Defloration betrachten; von der zweiten Nacht gilt es als Menstruationsblut und verunreinigt.",
+ "vier Nächte. Da die-Hochzeit einer Jungfrau gewöhnlich am Mittwoch war (vgl. Ket. I, 1), ist die Nacht nach Sabbatausgang gewöhnlich die vierte. — Doch gilt das Blut in den vier ersten Nächten der Beiwohnung auch dann als Deflorationsblutung, wenn zwischen ihnen längere Zwischenräume waren. תוי״ט nach Nid. 64 b. — Alle Bestimmungen der Mischna gelten nur bis zum Alter von 12½ Jahren. Nach dieser Zeit ist der Verkehr nur in der ganzen ersten Nacht gestattet, falls das Mädchen noch nie menstruiert hatte. Sonst ist nur die erste Beiwohnung erlaubt. S. Nid. 64b. אמר רב בוגרת כו'.",
+ "Hatte es. Das erwachsene Mädchen bis 12½ J.; s. a. Anm. 1 u. 5.",
+ "Man gibt ihm die pflichtgemäße Beiwohnung. Die erste Beiwohnung. Wenn die Frau bei der ersten Zusammenkunft Blut spürt, braucht sie es nicht als Menstrualblut zu betrachten, wohl aber bei der zweiten, auch in derselben Nacht.",
+ "Die ganze Nacht. Auch wenn mehrmalige Zusammenkunft stattfindet, und die Frau beim zweiten oder späteren Blutung spürt. — Zur halachischen Praxis s. Jore Dea 193."
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+ "Wenn eine Menstruierende sich am siebten Tage. Seit Beginn der Menstruation.",
+ "in der Abenddämmerung aber sich nicht abgesondert. Zu הפרישה ist wohl את עצמה מן הטומאה zu ergänzen. Doch könnte auch etwa בין יום ובין לילה zu ergänzen: sie hat nicht in Reinheit zwischen Tag und Nacht geschieden. Sie hatte sich nicht untersucht, um durch die Feststellung, dass jetzt am Ende der Menstruationswoche keine Blutung mehr vorhanden ist, sich von der Unreinheit zu trennen. Sie hatte aber ohne diese Untersuchung ein Tauchbad genommen.",
+ "in der Annahme der Reinheit. Es ist anzunehmen, dass am Ende der Menstruationswoche keine Blutung mehr war, so dass die Frau durch das Untertauchen rein geworden war und erst durch die jetzige Blutung wieder unrein wurde. Die reinen Gegenstände, die sie nach dem Tauchbade bis zur Wirkung der jetzigen Blutung berührte, bleiben rein. S. a. Anm. 14.",
+ "so ist sie in der Annahme der Unreinheit. Da sie bei der letzten Untersuchung noch Blut fand, muss sie fürchten, dass Blutungen bis unmittelbar vor der jetzigen, günstig ausgefallenen Untersuchung vorkamen. Es ist also möglich, dass sie nach Ablauf der Menstruationswoche an außergewöhnlichen Blutungen זיבה litt.",
+ "Sie. Die im ersten Satz der Mischna behandelte Frau, die sich am Morgen des siebten Tages rein gefunden hatte und einige Tage später sich unrein fand. — Der zweite Fall der Mischna ist wohl als eine Art Anmerkung zum ersten eingeschoben.",
+ "verunreinigt (rückwirkend) 24 Stunden. Was sie innerhalb der letzten 24 Stunden vor dieser ungünstigen Untersuchung berührte, gilt als unrein. (Vgl. oben Abschn. ,I 1 und Anm. 9), während ihre Berührung seit dem Tauchbade bis dahin nicht verunreinigte, da seit dem Tauchbad die Annahme der Reinheit galt. Vgl. Anm. 11. — Nach der rezipierten Auffassung der Mischna (vgl. Anm. 13) wirkt auch die Blutung außerhalb der Periode ימי זיבה rückwärts verunreinigend. Vgl. Nid. 68 b.",
+ "und. Oder; vgl. die Ansicht der Weisen Abschnitt I, 1.",
+ "von Untersuchung zu Untersuchung. Wenn sie sich innerhalb der letzten 24 Stunden untersucht und rein gefunden hatte, so braucht sie sich nur seit dieser Untersuchung als unrein zu betrachten; denn die Annahme der Reinheit gilt seit dem Tauchbad zumindest bis zu der günstig verlaufenen Untersuchung.",
+ "Wenn sie eine Regel hat. Und die jetzt festgestellte Blutung fällt in die Zeit ihrer Regel. Allerdings fällt die jetzige Untersuchung in die Tage der außergewöhnlichen Blutung ימי זיבה (vgl. die Einleitung zu unserem Traktate), und für diese Tage gibt es keine eigentliche Festsetzung der Regel. Doch gilt dies nur insofern, als selbst dreimaliger Eintritt von Blutungen am gleichen Tage während dieser Zeit schon durch einmaligen Wechsel auf einen anderen Tag unberücksichtigt bleiben darf, weil in diesen Tagen Blutungen nicht zu erwarten sind. Wenn aber in unserem Falle an dem durch dreimalige Wiederholung der Blutung bestimmten Tag bei der Untersuchung sich Blut gezeigt hat, darf man annehmen, dass es sich jetzt als Blut der Regel eingestellt hat, also sicher keine Blutungen vorangingen. S. Nid. 68 b und Maim. הל׳ איסורי ביאה פ״ח הל ט'.",
+ "genügt ihr ihre Zeit. S. Abschnitt I, Anm. 3 u. 4.",
+ "die sich nicht in Reinheit von der Zeit des Minchagebetes. D. i. hier wohl 2½ Stunden vor Nacht מנחה קטנה (nicht eine halbe Stunde nach Mittag מנחה גדולה; s. Berach. 26 b). S. a. Bet Josef zu Tur Jore Dea 196. — Nach R. Jehuda genügt die Untersuchung am Morgen des siebten Tages nicht; sie muss gegen Abend, frühestens unmittelbar nach der Zeit des Minchagebetes stattgefunden haben.",
+ "Selbst wenn sie sich am zweiten. Nach den Weisen genügt die Feststellung, dass die Blutung aufgehört hat, schon am Morgen des zweiten Tag der Menstruationswoche, vorausgesetzt, dass später keine neue Blutung wahrgenommen wurde. Günstige Untersuchungen an den späteren Tagen der Menstruationswoche genügen erst recht. Dagegen genügt es nach dem Wortlaut der Weisen nicht, dass bei der Untersuchung am ersten Tage, auch gegen Abend, ein Aufhören der Blutung festgestellt war; s. a. Nid. 68 b."
+ ],
+ [
+ "Betreffs des am Samenfluss Leidenden. Der nach Aufhören des Flusses noch sieben Tage zählen muss, an denen er rein vom Flusse ist.",
+ "und der am Blutfluß Leidenden. Sie muss auch nach Aufhören ihres Flusses sieben vom Flusse reine Tage zählen. S. Levit. 16, 28; s. a. Einleitung zu unserem Traktate.",
+ "die sich am ersten Tage. Am Tage nach dem Aufhören des Flusses.",
+ "untersucht und rein gefunden und. Nach der Auffassung von Rab (Nid. 69a) meint R. Elieser; am ersten oder am siebten Tage; sie müssen sich nur einmal während der sieben Tage untersucht haben. Nach R. Chanina müssen sie sich am ersten und siebenten Tag untersucht haben.",
+ "sie sind in der Annahme der Reinheit. Vgl. Anm. 11.",
+ "sie haben nur den ersten und siebten Tag. Und müssen noch fünf reine Tage zählen. Nach R. Josua müssen sieben reine Tage gezählt werden; doch müssen sie nicht ununterbrochen aufeinander folgen.",
+ "sie haben nur den siebten Tag. Und sie müssen noch sechs reine Tage zählen. Nach R. Akiba müssen sieben ununterbrochen aufeinander folgende reine Tage gezählt werden. S. מ״א."
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+ "verunreinigen durch Tragen. Durch Getragenwerden; wer oder was sie trägt, wird unrein. Da jeder Tote durch Getragenwerden verunreinigt, muss hier von solcher Form der טומאת משא die Rede sein, die bei anderen Toten nicht angeht. Wenn sie auf einem schweren Stein אבן מסמא liegen, unter dem Geräte liegen, so wurden diese unrein, während sie durch einen gewöhnlichen Toten, der auf dem Stein liegt, nicht unrein würden. Allerdings ist diese Verunreinigung durch die in der Mischna genannten Toten nur rabbinische Anordnung. Würde man diese Form der Verunreinigung nicht eingeführt haben, so könnte es Vorkommen, dass man Gegenstände unter einem Stein für rein betrachtet, auf dem ein ohnmächtiger Flussleidender lag, den man für tot hielt. — Zu אבן מסמא vgl. Kel. I, 3 und Anm. 19 (auch Tos. Rosch Nid. 69 b liest אבן מוסמא) und Vorbemerkung zu Kelim § 31. — R. Simson zu Kelim I, 3 meint, אבן מסמא sei nur ein Beispiel, die gleiche Wirkung habe jede Sache, die selbst nicht verunreinigt werden kann, sogar Papier. S. a. die Einleitung von תפארת ישראל zu Tohorot § 6.",
+ "bis das Fleisch verwest. Dann ist eine Verwechslung mit einem Lebenden nicht mehr zu befürchten.",
+ "dass er nicht durch Tragen. S. Anm. 28. Da er auch bei Lebzeiten nur nach rabbinischer Vorschrift verunreinigt, braucht man wegen Verwechslung des Toten mit dem Lebenden nicht besorgt zu sein.",
+ "Menstruierende. Um nicht die während der Menstruationszeit Verstorbene zu beschämen. (Nid. 71 a.)"
+ ],
+ [
+ "Blut abging. Nach dem Tode.",
+ "so verunreinigt. Viele Ausgaben haben מטמאה; doch es ist wohl מטמא zu lesen, wobei דם nicht רביעית Subjekt ist, was zu כתם gewiss schlecht paßt. Nachher heißt es doch auch שנעקר. M., L. und Livorno haben מטמא",
+ "es als Fleck. D. h. in noch so kleiner Menge als Menstruationsblut (Raschi, Tos.).",
+ "und verunreinigt durch Zeltenunreinheit. In der Menge eines viertel Log; s. Ohalot II, 2; s. a. Vorb. zu Ohalot.",
+ "dass es als Fleck verunreinigt. Da doch in diesem Falle zumindest ein Teil des Blutes bei Lebzeiten sich losgelöst hatte. — Aus der Bemerkung R. Jose’s ergibt sich, dass nach R. Jehuda das Viertellog auch durch Zeltunreinheit verunreinigt. — Allerdings verunreinigt es nur nach rabbinischer Vorschrift, da keinesfalls das ganze Viertel Totenblut ist; es ist also als Mischungsblut דם תבוסה zu betrachten. S. Nid. 71 und 62a; Ohal. II, 2 und III, 5.",
+ "Deshalb verunreinigt es nicht durch Zeltunreinheit. Weil der zuerst ausgeflossene Teil des Blutes doch kein Totenblut war und das später hinzugekommene Blut tropfenweise von dem früheren majorisiert würde. Nach R. Jehuda werden aber gleichartige Stoffe nicht majorisiert מן במינו לא בטיל; s. a. Tos. Nid. 71b s. v. ר׳״י."
+ ],
+ [
+ "die sich im Zustande des Blutes der Reinheit befand. Vom 8.—40. Tage nach der Geburt eines Knaben, vom 15.—80. nach der eines Mädchens, nachdem sie ein Tauchbad genommen hatte; s. Levit. 12, 3, 4.",
+ "durfte Wasser für das Pessachopfer umgießen. Aus einem Gerät in ein anderes, in dem sie das Opferfleisch abwischen wollte. Durch das Tauchbad verlor sie die Unreinheit der Gebärerin, wurde aber noch nicht völlig rein, durfte noch keine Priesterhebe, und gewiss keine Opferspeisen berühren. Levit. 12, 4. Bis zum Ablauf des 40., bezw. 80. Tage hatte sie den Charakter eines Menschen, der nach seiner Unreinheit getaucht hatte, aber bis zur völligen Reinheit noch Sonnenuntergang הערב שמש abwarten musste, ״סבול יום Vgl. Vorbemerk, zu Kelim, § 9. Man nennt sie deshalb טבולת יום ארוך, eine Frau, die einen langen Tag als nur getaucht, aber nicht völlig gereinigt gilt. Vgl. hierzu Einl. des תפארת ישראל zu Tohorot, § 54. — Da sie nur wie ein Unreiner zweiten Grades שני לטומאה war, verunreinigte sie das von ihr berührte Gerät nicht. Doch durfte sie das Wasser nicht berühren, das zur Benutzung für Opferfleisch wie dieses selbst behandelt wurde חולין שנעשו על מהרת קדש sonst wäre es unrein dritten Grades שלישי לטומאה geworden und hätte das Opferfleisch verunreinigt.",
+ "Berührung eines Totenunreinen in Bezug auf heilige Gegenstände. Sie verunreinigt heilige Gegenstände wie jemand, der an einen Totenunreinen (der אב הטומאה ist) anrührte, also ראשון לטומאה ist. Dies ist die Ansicht des Abba Schaul (Nid. 71b), dass ein טבול יום in Bezug auf heilige Gegenstände unrein ersten Grades ראשון לטומאה ist, der berührte heilige Gegenstand also unrein zweiten Grades wird und dem nächsten die Unreinheit dritten Grades gibt, so dass es auch noch einen weiteren heiligen Gegenstand untauglich פסול macht. — Andererseits ergibt sich im Falle unserer Mischna eine Erleichterung: Da Abba Schaul die Weiterwirkung der Unreinheit nur auf wirkliche heilige Gegenstände קדשים beschränkt und nicht auf Speisen und Getränke ausdehnt, die von ihren Benutzern wie heilige Gegenstände behandelt, — חולין שנעשו על טהרת קדש לאו כקדש דמי — dürfte die Frau das Wasser selbst berühren, da es von einem טבול יום nicht verunreinigt wird.",
+ "sogar wie ein Totenunreiner. Der auch Geräte verunreinigt. Also darf die Frau das Wasser nicht umgießen, auch ohne es zu berühren, da sie das Gerät verunreinigen würde ראשון לטומאה und dieses das Wasser שני לטומאה."
+ ],
+ [
+ "dass sie vom Zehnten. Dem zweiten Zehnten מעשר שני. Obwohl sie nach Bet Schammai in Bezug auf eigentliche heilige Gegenstände wie ein Totenunreiner אב הטומאה und nach Bet Hillel wie ein Unreiner ersten Grades ראשון לטומאה ist, stimmen sie überein, dass sie in Bezug auf den zweiten Zehnt wie jemand ist, der nach der Unreinheit sein Tauchbad genommen hat und vor Sonnenuntergang als טבול יום vom Zehnt essen darf. Vgl. Negaim XIV, 3.",
+ "essen darf und die Teighebe. Vgl. Num. 15, 19 ff.",
+ "sich abtrennen. Obwohl von dem Teig die Hebe noch abzunehmen ist, darf טבול יום sie berühren, ohne sie zu verunreinigen. Vgl. Nid. 7 a האי טבול יום כיון דלא מטמא ודאי חולין לא גזרו עליו משום חולין הטבולין לחלה Tos, Nid. 71 b s. v. חולין.",
+ "und daneben legen. Wenn man Hebe von mehreren Teigen abscheidet, soll man sie nebeneinander legen. Vgl. Challa I, 9. — Nach Nid. 7 a soll sie den Teig auf eine Unterlage, die nicht unrein werden kann, legen, damit sie daran denkt, ihn nach der Benennung nicht zu berühren.",
+ "dann. Aber nicht vorher. Bereits benannte Hebe darf sie nicht berühren. Doch fürchtet man nicht, dass sie die bereits benannte Hebe berühren würde, wenn man ihr gestattet, die noch nicht benannte zu berühren.",
+ "dass er rein bleibt. Die Flüssigkeit, die ein טבול יום ausscheidet, verunreinigen die Priesterhebe nicht; vgl. Twul Jom II, 1. Dasselbe gilt für die der Wöchnerin.",
+ "Sie bedarf des Tauchens am Ende. Der 40, bezw. 80 Tage. Am Abend zum 41., bezw. 81. Tag muss sie ein zweites Tauchbad nehmen, um Priesterhebe zu essen (wenn sie Frau oder nicht verheiratete Tochter eines Priesters ist) und das Heiligtum zu betreten; so Raschi zu Nid. 29 b ליל שמונים ואחד Nach Raschi Nid. 71 b und Bart. nimmt sie das Bad am Abend zum 40., bezw. 80, Tage, Sie kann aber Priesterhebe erst nach Ablauf des Tages essen; vgl. תפארת ישראל — S, aber מ״א.",
+ "Sie bedarf nicht des Tauchens am Ende. Aber um Opferspeisen zu genießen, muss sie auch nach der Ansicht der Bet Hillel nochmals tauchen, da sie doch noch zur Darbringung ihrer Opfer (vgl. Lev. 12, 6 ff.) verpflichtet מחוסרת כפרה ist. Erst nachdem sie am 41., bezw. 81. Tage ihre Opfer gebracht und dann — nach rabbinischer Vorschrift — nochmals ein Tauchbad genommen hat, darf sie Opferspeisen genießen. Vgl. Chagiga III, 3 u. 24 b. Hinsichtlich der Berührung von Heiligem vgl. תויט s. v. אינה."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Frau am elften Tage. Nach Ablauf der Menstruationswoche. Es ist der letzte Tag, an dem eine Blutung als außergewöhnliche Blutung זיבה gilt; die Blutung am folgenden Tag ist schon wieder Menstruation. Vgl. die Einleitung zu unserem Traktat.",
+ "Sie. Die Frau und ihr Mann.",
+ "verunreinigen Lager und Sitz. Obwohl die außergewöhnliche Blutung am 11. Tage die Frau nicht durch Wiederholung an den beiden folgenden zu einer am großen Blutfluß Leidenden זבה גדולה machen kann, betrachten Bet Schammai sie in jeder Hinsicht als eine am kleinen Fluss Leidende זבה קטנה Diese muss sich nach Toravorschrift am folgenden Tag beobachten, ob sie nicht wieder Blutungen hat שומרת יום כנגד יום, und darf erst an diesem Tage tauchen. Ihr Bad am Abend ist wertlos; hinsichtlich der Verunreinigung und des ehelichen Verkehrs ist sie trotz des Bades wie eine Flussleidende. Auf dem bewusst sündhaften Verkehr ruht Todesstrafe כרת auf dem irrtümlichen die Pflicht zum Sündopfer חמאת. All diese Bestimmungen gelten nach Bet Schammai auch für die Frau, die am 11. Tage eine Blutung hatte.",
+ "Sie sind frei vom Opfer. Da nach Bet Hillel diese Frau nach Toravorschrift keine Flussleidende ist, fällt durch das am Abend genommene Bad das Opfer weg. Maim. הל׳ איסורי ביאה פ''ו הל י''ז. Die anderen Bestimmungen gelten nach rabbinischer Vorschrift.",
+ "Tauchte sie am nächsten Tage. Nach Vorschrift der am kleinen Blutfluß Leidenden.",
+ "und pflegt ehelichen Verkehr. Während des Tages. In einem dunkeln Zimmer ist sonst der Verkehr am Tage gestattet; vgl. Nid. 17 a.",
+ "und nachher. Während des Tages. In einem dunkeln Zimmer ist sonst der Verkehr am Tage gestattet; vgl. Nid. 17 a.",
+ "sind aber frei vom Opfer. Nach Toravorschrift hat die Blutung am 12. Tag keine rückwirkende Kraft, da der 12. Tag bereits zur neuen Menstruationswoche gehört, und die Blutung daher zu der vorn 11. Tag keine Beziehung hat. Doch meinen Bet Schammai, dass nach rabbinischer Vorschrift die Bestimmungen hinsichtlich der Verunreinigungen ebenso gelten wie nach Toravorschrift am Tage nach der Blutung vor dem 11. Tag.",
+ "Er ist ein Gieriger. Es ist verboten, am Tage nach der Blutung am 11. Tag ehelichen Verkehr zu pflegen. Sie fürchten, man könnte hierdurch sich verleiten lassen, auch am Tage nach einer Blutung vor dem 11. Tag Verkehr zu pflegen. — Aber die schwere, rückwirkende Verunreinigung des Lagers findet nicht statt, da die Blutung am 12. Menstruationsblutung ist (vgl. die vorige Anm.). Die Frau verunreinigt von nun an wie eine Menstruierende, als solche heilige Gegenstände auch rückwirkend.",
+ "wenn sie innerhalb der elf Tage. Nach R. Jochanan (Nid. 72 b) auch am 10., obwohl sie während der Tage des außergewöhnlichen Blutflusses nur noch an einem weiteren Tage Blutung haben kann, also nicht am großen Blutfluß leidend זבה גדולה werden kann. S. Maim. הל׳ משכב ומושב פ''ה ה''ח.",
+ "am Abend. Für eine am Blutfluß Leidende ist das Bad am Abend nach der Blutung wirkungslos; vgl. Anm. 52, 53.",
+ "dass sie. Die Frau und ihr Mann.",
+ "so ist das eine Unsitte. Denn wenn sie im Laufe dieses Tages, der doch noch zu den 11 Tagen gehört, eine Blutung hat, so wird das Tauchbad wirkungslos, und es stellt sich heraus, dass der Verkehr mit einer am Blutfluß Leidenden stattgefunden hat.",
+ "ihre Berührung und ihre Beiwohnung sind in der Schwebe. Auch wenn sie keine Blutung hat, gelten die von ihr berührten Gegenstände bis zum Abend zweifelsweise als unrein. Bei Eintritt der Blutung vor dem Abend sind sie sicher unrein. In diesem Falle müssen Mann und Frau das Sündopfer חטאת bringen. Tritt bis zum Abend keine Blutung ein, sind sie frei."
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Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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+ "\nVorbemerkungen.\n1. Es ist bereits in V K 4 bemerkt, dass ein מת als אבי אבות הטומאה noch ein anderes Ding zum אב הטומאה macht. Ferner ist V K 5 gelehrt, wie die Regel חרב הרי הוא כחלל beim מת und טמא מת anzuwenden ist.\n2. Diese Toten-Unreinheit wird nicht bloss durch eine ganze menschliche Leiche bewirkt, sondern auch durch einzelne Teile derselben, wie sie im zweiten Abschnitt unseres Traktats aufgezählt werden, sowie auch durch das Totenzelt in dessen verschiedenen Arten (vgl. V K 27).\n3. Menschen und Geräte, die durch eine Toten-Unreinheit unmittelbar oder mittelbar zum אב הטומאה werden, bleiben sieben Tage unrein und müssen den in Num. 19, 19 vorgeschriebenen Besprengungen und der טבילה unterzogen werden (V K 9). Doch meint Ramban (Comment, zu Num. 19, 16): Die Regel חרב הרי הוא כחלל gilt (für die Menschen oder Geräte, die das חרב berühren) bloss bezüglich der siebentägigen Unreinheit, aber nicht bezüglich der Besprengung. Ein ולד הטומאה (V K 1) bleibt nur bis zum Abend unrein.\n4. Nur ein אבי אבות הטומאה kann הטומאת אהל (Zelt-Unreinheit) bewirken, aber nicht ein אב הטומאה. Es gibt aber manche Dinge, die, trotzdem sie אבי אבות הטומאה sind, nicht im Zelte verunreinigen, אין מטמאין באהל (vgl. 2, 3). Auch gilt die Regel חרב הרי הוא כחלל nicht bezüglich der טומאת אהל, vgl. Ramban zu Num. 19, 16.\n5. Die Zelt-Unreinheit kann, wio V K 27 bemerkt, von dreifacher Art sein: 1) Es ist etwas מאהיל על המת, es bildet ein Zelt über dem Toten, d. h. es befindet sich in senkrechter Richtung über einem Toten. Von einem solchen spricht, nach Talmud Chullin 125 b, Num. 19, 16, da eine solche „Ueberdachung“ eines מת unter dem Begriff מגע (Berührung) subsumiert und daher אהל נגיעה, eine der Berührung gleich geachtete Ueberdachung, genannt wird. Zu derselben Kategorie gehört 2) מת מאהיל עליו, dass ein Toter etwas überdacht, d. h. über etwas in senkrechter Richtung sich befindet. Von anderem Charakter ist 3) die eigentliche Zelt-Unreinheit (אהל גרידא), von der Num. 19, 14 spricht. Dieses heisst: דבר אחר מאהיל עליו ועל המת, es befindet sich etwas mit einem מת unter einundderselben Bedachung. Dies heisst: טומאת אהל בהמשכה (Chullin das.), eine Zelt-Unreinheit durch Ueberleitung, indem hier durch die Bedachung die Unreinheit des Toten auf den reinen Gegenstand übergeleitet wird.\n6. Die Bedachung (אהל), welche die letztere Wirkung hat, muss 1) mindestens das Mass von einer Handbreite in der Länge und ebensoviel in der Breite (טפח על טפח) haben; 2) von der טומאה (darunter verstehen wir hier stets eine Toten-Unreinheit) mindestens eine Handbreite entfernt sein; mit anderen Worten, es muss zwischen dem אהל und der טומאה ein freier Raum von mindestens einem Kabik-טפח sich befinden (חלל טפח). Doch kann nach rabbinischer Anordnung ein beweglicher Gegenstand auch nur von der Breite eines drittel טפח die טומאה überleiten, nach 16, 1 (s. das.).\n7. Ist zwischen der טומאה und der Bedachung (אהל) kein חלל טפח, so nennt man dies eine טומאה רצוצה, eine eingeengte טומאה. Von einer solchen gilt der Satz: בוקעת ועולה בוקעת ויורדת, d. h. sie kann sich in der Höhe sowohl als in der Tiefe uneingeschränkt in senkrechter Richtung mitteilen, solange sie nicht durch ein Zelt gehemmt wird, das im Stande ist חוצץ בפני הטומאה zu sein, d. h. als ein scheidender Gegenstand die Verbreitung der טומאה zu verhindern, s. § 8. Dagegen ist was unter einem solchen Zelte neben der טומאה liegt, rein, wenn es die טומאה nicht berührt. Eine טומאה, die unter freiem Himmel liegt, ist zwar auch בוקעת ועולה, aber nicht בוקעת ויורדת.\n8. Sowie eine Bedachung mit einem חלל טפח die Unreinheit auf alle unter der Bedachung befindlichen Gegenstände verbreitet, ebenso schützt sie alle über derselben befindlichen Gegenstände vor der Unreinheit, sie ist חוצץ בפני הטומאה. Soll das Zelt die Verbreitung einer טומאה רצוצה hemmen, so muss dasselbe an der Seite eine Oeffnung von mindestens einem Quadrat-טפח haben. \n9. Ein allseitig geschlossenes Grab (קבר סתום), innerhalb dessen zwischen der Leiche und der sie deckenden Erdschicht ein freier Raum von mindestens einem Kubik-טפח sich befindet, ist in seiner ganzen Ausdehnung, ebenso wie das מת, ein אבי אבות הטומאה, und wer darüber selbst an der Stelle, die nicht vom מת eingenommen wird, wegschreitet, wird unrein. Ist aber zwischen der Leiche und der sie bedeckenden Erde kein חלל טפח, so ist dies als טומאה רצוצה zu betrachten und nach § 7. zu beurteilen. Dasselbe gilt von einem verschlossenen Sarge (ארון), in welchem sich ein מת befindet. Dies die Ansicht von ראב״ד und Tosafot Berachot 19 b. Dagegen ist nach Maimon. ·(טומאת מת 12, 6) ein ארון nur nach rabbinischer Bestimmung einem קבר סתום gleich.\n10. Ein Haus, das eine zum Ein- und Ausgang bestimmte Türe hat, verunreinigt, wenn sich eine Toten-Unreinheit in demselben befindet, nur das, was sich im innern Raume befindet, oder was die Wände im Innern berührt. Was die Wände von aussen berührt und was auf dem Dache sich befindet, wird nicht unrein. Dies gilt, selbst wenn die Türe des Hauses verschlossen ist.\n11. Wird aber die Türe mit Entfernung der bisherigen Türeinfassungen völlig vermauert (פרץ את פצימיו), so wird es als ein geschlossenes Grab betrachtet und unterliegt den in § 9 angegebenen Bestimmungen. Was ein solches Haus auch nur von aussen oder am Dache berührt, wird unrein.\n12. In einem Hause, in welchem sich eine durch Bedachung verunreinigende טומאה befindet, ist nicht bloss alles unter der Ueberdachung unrein, sondern auch alles, was im Grund und Boden unter der Ueberdachung vergraben liegt bis in die tiefsten Tiefen (עד התהום). Ueber den Schutz, den ein צמיד פתיל gewährt, siehe Kelim Abschn. 10.\n13. Was unter der Oberschwelle eines solchen Hauses sich befindet, ist ebenfalls unrein, selbst wenn es ausserhalb der Türe liegt; denn der Ort, durch welchen das מת binausgetragen werden soll (סוף הטומאה לצאת שם), wird auch von der טומאה betroffen. Ob dies eine sinaïtische Tradition oder bloss rabbinische Bestimmung sei, ist controvers; vgl. 7, 3. Hat das Haus mehrere Ausgangstüren, so unterliegen alle dieser Bestimmung von סוף טומאה לצאת, und erst wenn man ausdrücklich erklärt hat, eine bestimmte Türe oder ein Fenster zum Hinausbringen der טומאה zu benutzen, sind die andern Ausgänge rein. Das Mass der Oeffnung zum Hinausbringen der טומאה ist bei einem כזית vom מת ein Quadrat-טפח, bei einem grössern Teile vier טפחים im Quadrat, wie bei einer ganzen Leiche.\n14. Die im vorigen § erwähnte טומאה erstreckt sich nicht bloss auf den Raum unter der Oberschwelle der Ausgangstüre, sondern auch auf den ganzen Raum, der von dem an der Seite der Ausgangstüre befindlichen vorspringenden Dache oder Mauervorsprung bedeckt wird (wenn der vorspringende Teil wenigstens ein טפח breit ist).\n15. Wenn zwei nebeneinander befindliche Zelte durch eine bis an die Bedachung reichende Wand von einander getrennt sind, so kann die טומאה, die in einem Zelte liegt, nicht in das andere Zelt dringen, und die Gegenstände im andern Zelte bleiben rein. Dasselbe gilt, wenn ein Zimmer durch eine bis an die Decke reichende Scheidewand in zwei Teile geteilt wird. Die Wand ist חוצץ בפני הטומאה.\n16. Dies gilt aber nur, wenn jedes der beiden Zelte, resp. jeder der beiden Teile, einen besondern Ausgang hat. Dann dringt die טומאה nicht vom einem Raume in den andern, selbst wenn eine Türe (die aber verschlossen ist) in der Scheidewand sich befindet, durch die man von einem Raume in den Nebenraum gelangen könnte. Kann man jedoch von einem Raume nur durch den andern hinausgelangen, so dringt zwar die טומאה nicht vom äassern Raume in den innern, wohl aber vom innern in den äussern, so dass, wenn eine טומאה im innern Raume liegt, auch alles im äussern Raume Befindliche unrein wird, weil die טומאה keinen andern Ausgang hat, als durch diesen Raum.\n17. Wenn in der Scheidewand zwischen zwei Zelten eine offene Türe oder sonst eine Oeffnung sich befindet, die man entweder zum Aufbewahren oder zum Hinaus- und Hineinbringen von Gegenständen benutzt, und diese Oeffhung mindestens einen Quadrat-טפח misst, so kann die טומאה von einem Raum in den andern dringen. Dasselbe gilt von einem Raume im Erdgeschoss, dessen Bedachung durch eine Oeffnung von einem Quadrat-טפח mit dem Söller in Verbindung steht. Da dringt ebensfalls jede im Erdgeschoss befindliche Zelt-Unreinheit in den Söller, und jede solche Unreinheit im Söller verunreinigt alles im Erdgeschoss. Was hier von zwei Räumen gesagt wird, gilt selbstverständlich auch von drei oder mehreren Räumen, die durch Oeffnungen von je einem Quadrat-טפח mit einander verbunden sind. Stets kann da eine טומאה, die in einem Raume liegt, alles in den andern Räumen Befindliche verunreinigen.\n18. Hat man aber die Oeffnung in der Scheidewand zwischen einem Raume und dem andern verstopft, so dringt die טומאה nicht vom einem Zelte in das andere, selbst wenn man beabsichtigt, den Verschluss nicht für immer dort zu lassen, sondern später wieder zu entfernen. Hat man jedoch die Oeffnung nicht ganz verschlossen, sondern nur derart verkleinert, dass sie nicht mehr das erforderliche Mass von einem Quadrat-טפח hat; dann kann der Verschluss nur, wenn man ihn für immer dort lassen will, das Weiterdringen der טומאה verhindern, nicht aber, wenn man ihn später zu entfernen beabsichtigt.\n19. Ein Verschluss kann nur dann das Weiterdringen der טומאה verhindern, wenn der verschliessende Gegenstand selbst nicht verunreinigungsfähig ist. Verschliesst man aber z. B. mit einem Geräte, das selbst die Unreinheit annehmen kann; so gilt der Satz: כל שמקבל טומאה אינו חוצץ בפני הטומאה, was selbst für טומאה empfänglich ist, kann nicht als Scheidewand das Weiterdringen der טומאה verhindern.\n20. Wenn bei einem allseitig verschlossenem Grabe (קבר סתום) darüber (oder darunter) ein Zelt sich befindet, so verbreitet sich die טומאה auf den ganzen innern Raum dieses Zeltes, und alles was darin ist, wird unrein. Dagegen verhindert die Bedachung (resp. der Boden) des Zoltes die weitere Verbreitung der טומאה nach unten (oder nach oben). Letzteres gilt aber nur, wenn das Zelt an der Seite eine Oeffnung von mindestens einem Quadrat-טפח hat, vgl. oben § 8 bei טומאה רצוצה.\n21. Das Zelt selbst wird durch eine Toten-Unreinheit für sieben Tage unrein und bedarf der Besprengung, wenn dies aus einem der Stoffe besteht, die bei der Ueberdachung der Stiftshütte Vorkommen. Es sind dies: Wolle, Felle, Ziegenhaare (Sackstoff), und aus dem Pflanzenreiche Flachs (s. Sabbat 2, 3). Ein Zelt aus diesen Stoffen wird, selbst wenn es am Boden befestigt ist (קבוע בקרקע), toten-unrein. Zelte aus andern Stoffen werden nur, wenn sie vom Boden getrennt (תלוש) und כלים sind, von dem darin befindlichen Toten unrein, aber nicht, wenn sie קבוע בקרקע oder keine כלים sind. Es gibt aber Stoffe, die selbst als am Boden befestigte Zelte nicht unrein werden: Bein, Glas, Wassertierstoffe oder grosse, 40 Seah fassende Gefässe (vgl. יו״ב 7, 1 פתח האהל Nr. 3, vgl. aber auch גידולי טהרה, Responsen Nr. 19 bez. der grossen Gefässe).\n22. Diese Unterscheidungen haben jedoch nur Folge bezüglich der Unreinheit des Zeltes selbst; dagegen sind hinsichtlich der Uebertragung der Unreinheit auf alles unter einundderselben Ueberdachung mit einer Toten-Unreinheit sich Befindende alle Stoffe, sowie קבוע und תלוש, einander gleich. Ob diejenigen Zelte, welche selbst verunreinigungsfähig sind, dennoch nach § 8 חוצץ בפני הטומאה sind, ist controvers; vgl. משנה למלך zu טומאת מת 5, 12 und גידולי טהרה, Resp. Nr. 19.\n23. Zu den vom Grabe ausgehenden Unreinheiten gehört auch die des Grab-Verschlusses (גולל) und die der Stützen desselben (דופק), worüber Näheres in 2, 4 angegeben wird.\n24. Ein Feld, in welchem sich durch Umackerung eines Grabes Gebeinsplitter an die Oberfläche verbreitet haben können, heisst בית הפרס. Dieses verunreinigt aber nur במגע ובמשא, den der eine Scholle davon berührt oder trägt. Es verunreinigt nicht באהל, durch Ueberdachung. Der Name בית הפרם wurde auch übertragen auf ein Feld, in welchem ein Grab verloren gegangen ist (שדה שאבד בה קבר). Dies verunreinigt auch באהל (vgl. Abschn. 2, 3). Ausführliche Bestimmungen über בית חפרס geben Abschn. 17 und 18.\n25. Derjenige, der den טמא מת berührt in dem Momente, in welchem dieser selbst noch mit dem מת in Berührung ist, wird ebenso, wie der טמא מת, ein אב הטומאה und auf sieben Tage unrein. (Es ist dies die bereits in V K 25 für einen andern Fall erwähnte טומאה בחבורין). Dabei erhält der Berührende denselben Grad der Unreinheit, wie der Mensch, den er berührt. Dagegen wird derjenige, der den טמא מת berührt, nachdem dieser nicht mehr in Verbindung mit dem מת steht (שלא בחבורין), bloss ראשון, dessen Unreinheit nur bis zum Abend dauert. Nach Maimonides (טומאת מת 5, 2) ist diese Bestimmung von טומאה בחבורין bei der Toten-Unreinheit bloss דברי סופרים (eine rabbinische Verordnung).\nAusser den bereits nach den Vorbemerkungen zu Kelim genannten Kommentaren ist noch der Kommentar סדרי טהרות von R. Gerschon Chanoch Henich zu nennen, der mit der Abbreviatur ס״ט angeführt werden wird.\n*) VK4 bedeutet „Vorbemerkungen zu Kelim Nr. 4.“ Die Vorbemerkungen zu Ohalot werden als VO bezeichnet werden.\n"
+ ],
+ "": [
+ [
+ [
+ "Manchmal werden zwei Dinge durch einen Toten. Jeruschalmi Nasir VII Ende. Unter einem „Toten“ ist nicht bloss eine ganze Leiche zu verstehen, sondern auch Teile einer solchen, die nach Abschnitt 2 als אבי אבות הטומאה (VK, 4) anzusehen sind.",
+ "unrein. Ein drittes Ding kann aber, wenn dies ein Mensch oder ein Gerät ist, nicht mehr unrein werden.",
+ "eines wird siebentägig-unrein. Und muss noch am dritten und siebenten Tage besprengt werden und dann noch טבילה haben, nach Num. 19, 19.",
+ "und eines abend-unrein. Wörtlich: „es wird unrein mit einer Abend-Unreinheit“. Darunter versteht man, dass ein Ding bis zum Sonnenuntergang des Tages, an dem es unrein geworden, in seiner Unreinheit verbleibt. Hat vor Sonnenuntergang טבילה (VK, 9) stattgefunden, so tritt nach Sonnenuntergang die vollständige Reinheit ein.",
+ "zwei siebentägig-unrein und eines abend-unrein. Das letztere vermag nicht mehr einen Menschen oder ein Gerät zu verunreinigen.",
+ "drei siebentägig-unrein und einer abend-unrein. Das letztere vermag nicht mehr einen Menschen oder ein Gerät zu verunreinigen.",
+ "der einen Toten. Alles, was אבי אבות הטומאה ist.",
+ "wird siebentägig-unrein. Er ist ein אב הטימאה geworden, und jeder durch מת bewirkte אב הטומאה ist siebentägig unrein (VO, 3).",
+ "der diesen berührt. Dieser ist bloss ראשון (VK, 2).",
+ "wird abend-unrein. Das gilt aber nur, wenn der erste Mensch, während er den zweiten berührt, nicht mehr mit dem Toten in Verbindung steht (שלא בחבורין). Dagegen wird der, welcher den noch in Verbindung mit dem מת stehenden Menschen berührt, ein אב הטומאה und siebentägig unrein VO, 25."
+ ],
+ [
+ "die einen Toten berühren. Diese werden nach dem Satze חרב חרי הוא כחלל gleich einem אבי אבות הטומאה. Vgl. VK, 5, wonach einige diesen Satz nur für Metall-Geräte gelten lassen, und nach Allen bei כלי חרס der Satz nicht gilt.",
+ "welche diese Geräte berühren. Das Gerät wird nur אב הטומאה, obgleich das berührte Gerät ein אבי אבות הטומאה ist. Denn nur, wenn das Gerät einen Menschen berührt, der ein אב oder אבי אבות ist, erhält es den טומאה-Grad des Berührten; aber nicht, wenn das Gerät ein anderes Gerät berührt.",
+ "wird abend-unrein. Denn dieses ist bloss ראשון. Es hätte hier der Fall so angenommen werden können, dass zuerst ein Mensch den Toten berührt, dann כלים den Menschen, und das dritte kann zuletzt sowohl ein Mensch als ein כלי sein. Allein die Mischna hat die vorliegende Ordnung vorgezogen, um damit die in Note 11 angegebene Gesetzesbestimmung zu lehren."
+ ],
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+ "die einen Toten berühren. Diese werden nach dem Satze חרב הרי הוא כחלל gleich einem אבי אבות הטומאה. Vgl. VK, 5, wonach einige diesen Satz nur für Metall-Geräte gelten lassen, und nach Allen bei כלי חרס der Satz nicht gilt.",
+ "der diese Geräte berührt. Dieser wird אב הטומאה.",
+ "die diesen Menschen berühren. Diese werden ebenfalls אב הטומאה nach VK, 5.",
+ "es sei Mensch oder Geräte. Diese werden bloss ראשון, vgl. Note 11.",
+ "Ich weiss noch. Manche lesen יש לו statt יש לי, wonach לו sich auf מת bezieht: Der Tote kann auch ein Fünftes verunreinigen.",
+ "Wenn ein Zeltpflock. השפוד (arab. سغود) eig. ein Bratspiess, aber auch sonst eine Stange. Hier ist die Rede von einer metallenen Stange, die als Zeltpflock dient und im Zeitraume steckt (Richter 4, 21). Nach Maimon. ist hier von der Zeltstange in der Mitte des Zeltes die Rede. Wäre die Stange von Holz, so würde sie als flaches Holzgerät nicht verunreinigungsfähig sein (VK 12)",
+ "im Zelte. Das nach VO, 21 durch einen Toten selbst siebentätig unrein wird. Ein solches Zelt ist, solange der Tote sich darin befindet, ein אבי אבות, und auch der Pflock ist ein אבי אבות.",
+ "so werden Zelt und Pflock. Diese beiden sind אבי אבות.",
+ "der den Pflock berührt. Der ist ein אב הטומאה.",
+ "die diesen Menschen berühren. Diese werden auch אבות הטומאה, nach Note 14.",
+ "Das Zelt wird nicht mitgerechnet. Da der Pflock als Teil des Zeltes betrachtet wird, so gelten Pflock und Zelt bloss als ein Ding, denn beide empfangen die Unreinheit direkt vom Toten. R. Akiba dagegen meint, selbst wenn der Pflock erst nach der Entfernung des Toten vom Zelte in das Zelt gesteckt wird, bewirkt er dieselbe Unreinheit, wie wenn er während der Anwesenheit des Toten darin gewesen wäre, vgl. ס״ט S. 28 ff."
+ ],
+ [
+ "Mensch und Geräte werden durch einen Toten unrein. Der Inhalt dieser Mischna folgt aus den drei vorhergehenden משניות.",
+ "unrein werden können. Wie in Mischna 2.",
+ "beim Menschen aber nur zwei. Wie in Mischna 1.",
+ "die unrein werden können. Wie in Mischna 3",
+ "sind es nur drei. Wie in Mischna 2. Jedoch können, während der Mensch oder das Gerät mit dem Toten in Verbindung steht (בחבורין), selbst tausend gleichzeitig mit einander in Verbindung befindliche Gegenstände verunreinigt werden (nach VO, 25). Die Bestimmung von חבורין findet aber nur Anwendung bei Menschen und Geräten, aber nicht bei Speisen und Getränken (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Mensch und Kleider. Anstatt כלים (in M. 4) werden hier בגדים genannt, weil diese auch für Sitz und Lager geeignet sind (מ״א).",
+ "seine Kleider. Die er während der Berührung des זב anhat, oder auch nur berührt. Dasselbe gilt von jedem Geräte, das er während dieser Zeit berührt (VK 25). Diese טימאה בחבורין beim זב überträgt sich aber nur auf das erste Gerät, mit dem der ניגע בזב unmittelbar in Verbindung steht, aber nicht auf ein zweites Gerät, das vom ersten berührt wird. Anders bei מת, oben Note 26.",
+ "die einen Flüssigen berühren. Ebenso die Kleider, die der זב anhat.",
+ "können andere Kleider nicht verunreinigen. Denn die Kleider sind bloss ראשון, und ein Gerät (ebenso ein Kleid) kann nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden (VK 16).",
+ "dass die den Flüssigen tragenden Kleider. Auf denen er gesessen oder gelegen hat.",
+ "einen Menschen. Der sie berührt oder trägt oder darauf sitzt.",
+ "verunreinigen können. Denn der Sitz und das Lager des זב sind אב הטומאה (VK 32). Auch die Kleider des den משכב berührenden Menschen werden unrein in der Weise, wie in VK 25 bestimmt wird.",
+ "aber der den Flüssigen tragende Mensch. Selbst während er mit dem זב in Verbindung steht (בחבורין).",
+ "kann keinen andern Menschen. Auch kein irdenes Gerät.",
+ "verunreinigen. Wohl aber kann er während dieser Zeit בחבורין ein כלי שטף (VK 10) verunreinigen."
+ ],
+ [
+ "Ein Mensch. Jebamot 120 b, Nasir 43 a.",
+ "als bis ihm die Seele ausgeht. Wenn er das Leben gänzlich ausgehaucht hat.",
+ "dessen Sehnen zerschnitten sind. גַיּדֵ (denom. von גיד, Sehne), die Sehnen zerschneiden (Aruch), überhaupt „zerschneiden“; מגויד, ein Zerschnittener; vgl. Jebamot 16, 3.",
+ "selbst der Agonisierende. גוסס, ein im Todeskampfe (Agonie) Liegender (viell. vom syr. ܓܘܰܣ kämpfen). Nach Einigen ist es von גיססא, die Brust (arab. جوش) abzuleiten, der in Brustbeklemmung Beflndliche (vgl. Aruch V. גסס). Vgl. auch Pesachim Abschn. 5, Note 42.",
+ "Ein solcher verpflichtet zur Leviratsehe. Auch wenn der Levir גוסס ist, darf dessen יבמה sich nicht mit einem andern Manne verheiraten.",
+ "und befreit von der Leviratsehe. Wenn beim Tode des Mannes ein Kind zurückbleibt, so befreit es, selbst wenn es גוסס ist, die Witwe von der Leviratsehe.",
+ "Er kann zum Essen der Hebe befugen. Wenn die Tochter eines Nichtpriesters mit einem Priester verheiratet war und von ihm einen Sohn geboren hat, darf sie selbst nach dem Tode des Mannes תרומה essen; dies darf sie, selbst wenn der Sohn גוסס ist.",
+ "oder dazu untauglich machen. Wenn eines Priesters Tochter mit einem Nichtpriester verheiratet war, darf sie zwar, wenn sie kein Kind vom Manne hat, nach dem Tode des Mannes ins Vaterhaus zurückkehren und תרומה essen, aber nicht wenn sie ein Kind von dem Nichtpriester hat, selbst wenn dieses schon גוסס ist.",
+ "So auch verunreinigen Vieh und Wild nicht eher. Als נבלה (VK, 6 A) durch Berührung und Tragung.",
+ "als bis ihnen das Leben ausgeht. Um so mehr gilt dies vom Kriechtier (שרץ), das nur durch Berührung aber nicht durch Tragung verunreinigt.",
+ "Ist ihnen der Kopf abgeschnitten worden. Der Nacken mit dem grössten Teil des Fleisches genügt bei Vieh, Wild und Geflügel (Chullin 20 b). Beim Kriechtier ist das Abschneiden des Kopfes erforderlich (vgl. Chullin 21 a und Raschi das.).",
+ "obgleich sie noch zappeln. פיכס (von φριξός, Schauer, Schauder) zappeln, zucken.",
+ "wie mit dem Schwanze einer Eidechse. Lev. 11, 30.",
+ "der. Selbst nachdem er vom Körper abgeschnitten ist.",
+ "noch zappelt. Ein Beweis, dass das Zappeln kein Lebenszeichen ist."
+ ],
+ [
+ "Die Glieder. Ein Glied wird nur ein Teil eines Menschen oder Tieres genannt, an dem Fleisch, Sehnen und Knochen sind (vgl. aber Chullin 128 b)",
+ "oder weniger als eine Linsengrösse vom Kriechtier bewirken die ihnen eigentümliche Verunreinigung. Das Glied eines toten Menschen verunreinigt durch Berührung, Tragung und Überdachung, das eines Aases durch Berührung und Tragung und das eines Kriechtieres durch Berührung. Vgl. Nidda 43 b."
+ ],
+ [
+ "Zweihundert und achtundvierzig. Sabbat 92 a Tosafot v. במרפקו.",
+ "Glieder sind am menschlichen Körper. Vgl. hierüber Preuss, Biblisch-talmudische Medizin S. 66 ff. und die dort angeführte Literatur.",
+ "Dreissig im Fuss. פיסת הרגל, eig. Fusssohle, vgl. weiter unten zu פיסת היד.",
+ "zehn am Sprunggelenk. קורסל, bibl. קרסול (Ps. 18, 37), das Sprunggelenk, die Verbindungsstelle von Fuss und Bein.",
+ "zwei am Unterschenkel. שוק, hier der Unterschenkel, im Talmud heisst dieser ארכובה, während שוק den Oberschenkel bezeichnet (vgl. יו״ב).",
+ "fünf im Knie. Dazu erklärt die Tosefta (Ahilot 1, 6): „jederseits zwei und die Kniescheibe in der Mitte.“ — „Gemeint sind also die Kondylen (Knochengelenke) der Unterschenkelbeine und des Oberschenkelbeines, die man offenbar als selbständige Knochen zählte“ (Preuss l. c. S. 71).",
+ "eins im Oberschenkel. ירך, Oberschenkel, s. oben Note 58.",
+ "drei im Schenkelkopf. קטלית, (gr. κοτύλη) der Kopf des Oberschenkels (כף הירך, Gen. 32, 36) und was nach oben hin daran hängt (Maimon.).",
+ "elf Rippen. In jeder der 18 Wirbel (חוליות, s. weiter) steckt auf jeder Seite eine Rippe. Die erste auf jeder Seite wird zur Brust gerechnet (Chullin 45 a) und wird nicht mitgezählt (über den Grund vgl. יו״ב), dann folgen auf jeder Seite 11 grosse Rippen „in denen Mark sich befindet“; darauf je drei kleine Rippen (Chullin 52 a). Die drei letzten Wirbel haben keine Rippen (vgl. לבושי שרד zu ה׳ טרפות העצמות c. 12). Obige talmudische Angaben betreffen die Säugetiere; unsere Mischna setzt dieselben Zahlen beim Menschen voraus",
+ "dreissig in der Hand. פס ידא = פיסת היד (St. פסס, ausbreiten), die Fläche der Hand, dasselbe wie כף.",
+ "zwei im Vorderarm. קנה, Rohr, Stange, hier Bezeichnung für den Vorderarm.",
+ "zwei im Ellenbogen. מרסק, chald. und arab Ellenbogen, Ellenbogengelenk (vgl. Preuss S. 71).",
+ "eins im Oberarm. זרוע, der Oberarmschaft.",
+ "vier in der Schulter. כתף, Schulter, „die ganze Partie, die vorn durch das Schlüsselbein hinten durch die Gräte des Schulterblattes begrenzt wird (Preuss S. 53).",
+ "dazu achtzehn Wirbel. חוליות (חוליא, Ring, s. Kelim 5, 8) Wirbel. Gemeint sind nach Preuss (S. 72) die 12 Brust und 6 Lendenwirbel, die bei Individuen von besonders hoher Statur beobachtet werden",
+ "am Rückgrate. שדרה, L. u. M. שיזרה Rückgrat.",
+ "neun im Kopfe. Nach Tos. 1, 6 ist der Kiefer (לחי) in dieser Zahl mit einbegriffen.",
+ "acht im Halse. Die sieben Wirbel und das Zungenbein (Preuss l. c. 72; vgl. auch יו״ב).",
+ "sechs im Herzschlüssel. So wird die Brust genannt, weil sie durch ihre Bewegung bewirkt, dass die Lunge dem Herzen Luft zuführt und so ihm gleichsam wie ein Schlüssel dient (Maimon.) Nach Chullin 46 a ist „die Brust“ der dem Erdboden zugewendete Teil des Tieres, nach oben bis zum Halse und nach unten bis zum Pansen reichend. Dazu gehören auch die zwei obersten Rippen (vgl. hierüber Preuss S. 73, die mit als Anteil vom Friedensopfer dem Priester gegeben werden, (s. oben Note 62).",
+ "und fünf an den Öffnungen. Des Afters und der Harnröhre. Nach Maimon. und Bart. ist von penis und testikel allein die Rede. Die Mehrzahl steht, weil da eine Öffnung für Harn und eine für Samen vorhanden ist (Bechorot 44 b).",
+ "Jedes einzelne dieser Glieder verunreinigt. Dagegen verunreinigen solche Glieder, in denen kein Knochen ist (wie z. B. Herz und Nieren) nur, so wie das Fleisch eines Toten, in der Grösse einer Olive. In Bechorot 45 a werden noch einige Glieder aufgezählt, die nur beim Weibe vorhanden sind; diese verunreinigen nur במגע ובמשא aber nicht באהל (vgl. יו״ב).",
+ "Wenn gehörig Fleisch daran ist. Soviel, dass das Glied, wenn es am lebenden Menschen sich befände, verheilen könnte; vgl. Kelim 1, 5.",
+ "verunreinigen sie nur durch Berührung und Tragung. Da hierzu ein Knochen in der Grösse eines Gersternkorns genügt (2, 3). Das gilt aber nur vom toten Menschen; dagegen ist ein Glied von נבלה und שרץ, wenn nicht gehörig Fleisch daran ist, vollständig rein (יו״ב).",
+ "aber nicht durch Überdachung. Dies wird in Sifre Num. c. 127 aus der Schrift deduziert, vgl. Maimon."
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+ "Folgende Dinge. Moed katan 5 b; Tos. Chullin 89 b v. ואמר,",
+ "verunreinigen durch Bedachung. Vgl. Nasir 7, 2",
+ "Ein Toter. Da weiter gesagt wird, dass schon ein olivengrosses Stück Fleisch oder ein Glied eines Toten diese Verunreinigung bewirkt, so meint der Talmud (Chullin 89 b), dass hier von einem toten Abortiv-Fötus die Rede ist, das noch kein כזית Fleisch und noch keine mit Sehnen versehenen Glieder hat.",
+ "ein olivengrosses Stück. Vom Fleische.",
+ "ein olivengrosses Stück Aufgelöstes. נצל, vgl. Nasir 50 a, wonach man unter נצל Fleisch vom Toten versteht, das sich in Flüssigkeit aufgelöst und dann wieder geronnen und consistent geworden ist (vgl. auch Jerusch. das.), נצל von נזל, zerfliessen (syr. ܢܨܰܠ).",
+ "ein Löffel voll. Das ist zwei Hände voll.",
+ "Verwestes. רקב, eine verweste Leiche, die zu Pulver zerfallen ist. Vgl. Nasir 51 a, wonach מלא תרווד רקב nur von einem solchen Toten verunreinigt, der als vollständige Leiche, ohne dass ein Glied fehlte, ohne Bekleidung in einem Sarge von Marmor oder Stein bestattet worden ist.",
+ "das Rückgrat. Wenn auch kern Fleisch daran ist.",
+ "der Hirnschädel. Wenn auch kern Fleisch daran ist.",
+ "die gehörig mit Fleisch. Und Sehnen.",
+ "ein viertel Kab. Das ist soviel wie sechs Eier.",
+ "Knochen vom grössten Teil des Baues. Unter „Bau“ sind hier die grossen Knochen verstanden, die das Skelet des Körpers bilden: Unter und Oberschenkel, Rippen und Rückgrat. Das Rückgrat ist, wie oben gesagt, allein für sich verunreinigend, wenn es auch kein viertel Kab ausmacht. Unter רוב בנין sind hier nach Bechorot 45 a zwei Unterschenkel und ein Oberschenkel zu verstehen. Vgl. noch Edujot 1, 7.",
+ "oder vom grössten Teil der Zahl. Das viertel Kab Knochen muss entweder von Knochen, die רוב בנין, oder Knochen, die רוב מנין betragen, genommen worden sein. Ist es aber von Knochen genommen, die weder רוב בנין noch רוב מנין ausmachen, so verunreinigt das viertel Kab nicht im Zelte. So erklärt א״ר. Nach Maimon. und Bart. verunreinigt ein viertel Kab, wenn es auch weniger als רוב בנין oder רוב מנין ausmacht, in jedem Falle (es braucht nicht gerade von רוב בנין oder רוב מנין genommen zu werden). Sie erklären מרוב בנין „wenn es auch weniger als רוב בנין ist“, ebenso מרוב מנין. Diese Erklärung erscheint sehr gezwungen. Noch andere Erklärungen vgl. im ס׳יט.",
+ "der grösste Teil des Baues oder der grösste Teil der Zahl. Wenn es entweder vollständig רוב בנין (das sind zwei Unterschenkel und ein Oberschenkel) oder vollständig רוב מנין (125 Glieder) sind.",
+ "wenn sie auch kein viertel Kab betragen. Das kann bei einer Frühgeburt der Fall sein.",
+ "alle diese verunreinigen. Durch Berühren, Tragen und Bedachen. Eine Ausnahme macht רקב, das durch Berühren nicht verunreinigen kann, da man nicht alle Staubteile (die doch von einander getrennt sind) gleichzeitig berühren kann (Chullin 128).",
+ "Hundert fünf und zwanzig. Diese Zahl ist verunreinigend, wenn auch ein Toter mehr oder weniger als 248 Glieder hatte (Bechorot 45)."
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+ "Ein viertel Log Blut. Das dem Menschen nach eingetretenem Tode entflossen. Dies ist nach dem Thora-Gesetze verunreinigend.",
+ "oder ein viertel Log Mischungs-Blut. Blut, das vom Menschen zum Teil vor dem Tode, zum Teil nach dem Tode herausgeflossen ist. Über die Etymologie von תבוסה s. weiter 3, 5. Dieses gemischte Blut verunreinigt bloss nach rabbinischer Bestimmung (Nidda 62 b.).",
+ "von einem Toten. Dies bezieht sich sowohl auf דם, als auf דם תבוסה, beides verunreinigt nur, wenn es von einem Toten herrührt.",
+ "Selbst von zwei Toten. Im Chullin 72 a und Parallelst, wird dies aus der Mehrzahl נפשת in Lev. 21, 11 deduziert. Der Controversant des R. Akiba weist dagegen auf die defektive Schreibung des נפשת hin, wonach nur von einem Toten die Rede ist (Sanhedrin 4 a).",
+ "wenn es noch so wenig ist. Es gilt vom Blute dasselbe, wie von den Knochen Sowie die Knochen eines Menschen insgesamt, auch wenn sie nicht das entsprechende Mass (ein viertel Kab) betragen, verunreinigen, ebenso verunreinigt das Blut, auch wenn es nicht das gehörige Mass (ein viertel Log) beträgt.",
+ "Nur wenn es ein viertel Log beträgt. Das Blut kann nicht mit den Knochen verglichen werden. Jn Tosefta 3, 3 werden hierfür drei Gründe angegeben.",
+ "Eine Olivengrosse von lebendem oder totem Gewürm. Vgl. Temura 31 a, Tos. v. מלא.",
+ "Elieser für ebenso verunreinigend wie das Fleisch derselben. Denn dass Gewürm ist aus dem Fleische der Leiche entstanden, vgl. Job. 25, 6.",
+ "Die Weisen aber erklären es für rein. Das Gewürm ist ein neues Geschöpf und nicht mit der verwesten Leiche (רקב) zu vergleichen.",
+ "Von der Asche. Nidda 28 a",
+ "verbrannter Leichen. Die auf eine solche Weise verbrannt worden sind, dass der Leiche keine Holzasche beigemischt ist",
+ "verunreinigt ein Mass eines viertel Kab. Wie bei den Knochen.",
+ "Die Weisen aber erklären sie für rein. Sie betrachten die Asche nicht mehr als מת, vgl. aber ר״ש.",
+ "Etwas. Nidda 27 b.",
+ "über ein Löffel voll. In den Talmud-Ausgaben befindet sich die LA.: מלא תרווד רקב ועוד עפר קברות (ein Löffel voll Verwestes und noch Gruftstaub dazu). Dies gibt keinen rechten Sinn; denn wenn es R. Simon für rein erklärt, weil Staub beigemischt ist, dann hätte doch nicht gerade von „Gruftstaub“ gesprochen werden dürfen. Es scheint, dass durch ein Homoioteleuton einige Worte ausgefallen sind; es muss heissen: מלא תרווד רקב [ועוד עפר ומלא תרווד] ועוד עפר קברות. Es waren also ursprünglich in der Mischna zwei Controversen zwischen dem ersten Tanna und R. Simon vorhanden. Dieselben werden in Nidda 27 b aus Baraita’s angeführt (vgl. מ״א).",
+ "Gruftstaub. Nach Raschi (Nidda 27 b) ist hier die Rede von einem Toten, der im Kleide oder nicht in einem Marmorsarg bestattet worden ist, so dass nach Note 6 ein Löffel רקב von diesem Toten nicht verunreinigt, weil noch etwas Anderes beigemischt ist. Es wird nun hier gelehrt, dass wenn von einem solcherweise begrabenen Toten mehr als ein Löffel vorhanden ist, dies verunreinigt, als eine Mischung von רקב und anderem Staube. Vgl. die Rechtfertigung dieser Erklärung in ס״ט. Nach Maimon. versteht man unter עפר קברות Staub, gemischt mit Blut und anderer Flüssigkeit, den man in einem Grab findet und von dem man nicht weise, ob dies Verwestes vom Toten oder anderer Staub ist. Beide obige Erklärungen findet man in Tosefta 2, 3 vertreten.",
+ "Simon erklärt es für rein. Nach R. Simon ist Verwestes, dem anderer Staub beigemischt wurde, nicht verunreinigend, wenn es auch mehr als ein Löffel voll ist (Nidda l. c.).",
+ "macht es keine Verbindung aus hinsichtlich der Verunreinigung. Es gilt nicht als ein Körper, denn „was ein Mensch verbindet, gilt nicht als verbunden“ (3, 4). Es kann daher nicht durch Berührung verunreinigen, ebenso wie unzusammenhängendes רקב (Note 14). Durch Bedachung und Tragen verunreinigt es aber den, der das Ganze trägt oder überdacht."
+ ],
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+ "Ein Knochen wie ein Gerstenkorn. Berachot 41a.",
+ "Erde vom Auslande. Eine Erdscholle vom Auslande verunreinigt den, der sie berührt oder trägt auf sieben Tage. Dieser bedarf auch der Besprengung (הזאה), weil möglicherweise in der Scholle ein gerstengrosses Totengebein sein könnte. Dies ist aber bloss eine rabbinische Verordnung, über deren Ursprung Sabbat 14 b ff. zu vergleichen ist. Wie gross diese Scholle sein muss, wird in Bechorot 22 a bestimmt. Ein Mensch, der ins Ausland reist, ist, selbst wenn er die Erde nicht berührt (z. B. wenn er zu Pferde reitet) unrein, aber nur bis zum Abend; er bedarf auch nicht der Besprengung.",
+ "eine Totenbein-Stätte. בית הפרס, ein Feld, in welchem ein Grab umgeackert worden ist. Nach Maimon. von פרס, ausbreiten, weil sich Gebeinsplitter über eine grössere Fläche verbreiten. Nach Raschi (Nidda 57 a) von פרס, teilen, brechen, da die Gebeine zerbrochen wurden. Nach Tosafot (das.) weil die Fusssohlen der Menschen (פרסות) diese Stätte meiden. Mussafia erklärt es vom gr. φόρος (= forum), Vorhof eines Grabes. Zuckermandel (Ges. Aufsätze I S. 91) nimmt פרס in der Bedeutung Hälfte, indem die 100 Quadratellen des בית הפרס die Hälfte eines צמד ausmachten. Allein dies letztere lässt sich nicht beweisen. Auch hätte es dann בית פרס (ohne Art.) heissen müssen, wie אכילת פרס ,בית סאה. Vgl. noch Abschn. 17 und 18 über בית הפרס. Die Unreinheit des בית הפרס ist ebenfalls eine rabbinische Verordnung.",
+ "die nicht gehörig mit Fleisch versehen sind. Nach Abschn. 1, Ende.",
+ "ein Rückgrat oder ein Hirnschädel. Auch beide zusammen verunreinigen nicht im Zelte, wenn jedes defekt ist.",
+ "die unvollständig sind. Und kein viertel Kab betragen.",
+ "Wie viel muss am Rückgrat fehlen. Dass es nur durch Berühren und Tragen, aber nicht im Zelte verunreinigen soll.",
+ "Nur ein Wirbel. Vgl. Chullin 52 b und Parallelst.",
+ "soviel wie die Dicke eines Bohrers. Bechorot 37 b.",
+ "er sterben müsste. Die Grösse eines סלע (Bech. das.), das ist ein drittel Handbreite (weniger eine Kleinigkeit).",
+ "Von dem kleinen der Aerzte. Dem Schädelbohrer (Trepan).",
+ "Von dem grossen der Tempelhalle. S. Kelim 17, 12."
+ ],
+ [
+ "Der Grab-Verschluss und dessen Stützen. Über גולל und דופק sind die Erklärer verschiedener Ansicht. Nach Maimon. (טומאת מת 2, 15) werden diese Ausdrücke von keinem Erdgrabe, auch von keinem am Erdboden befestigten Grabe gebraucht. Vielmehr handelt es sich um einen Fall, dass man an die Seiten eines Toten ringsum Geräte oder Steine hingestellt und darüber eine Bedeckung aus Geräten oder Steinen gemacht hat. Die Bedeckung wird da גולל, und die Seiten, die diese stützen, דופק genannt. Diese Erklärung scheint der Sifre zu Num. 19, 16 und Talm. Chullin 72 a zu fordern, wo aus den Worten על פני השדה (auf dem Felde) die Verunreinigung des גולל ודופק deduziert wird. Nach Raschi ist גולל der Sargdeckel, und דופק die Seitenbretter des Sarges (vgl. Ketubot 4 b und sonst). Nach ר״ש (ebenso R. Tam, Sabbat 152 b) ist גולל ein grosser breiter Stein, den man als Denkmal auf das Grab legt. Diesem Stein werden an zwei Seiten je ein Stein als Stütze untergelegt, und diese Stützen heissen דופק. Die meisten alten Erklärer aber (R. Hai, R. Chananel, Aruch, Rabed, auch Maimon. im Mischna-Comm. und Ramban) fassen גולל als den Verschluss des Grabes, der gewöhnlich aus einem oder mehreren grossen Steinen bestand und von den Seitenwänden, zwischen denen der Tote lag, gestützt wurde. Diese Erklärung passt für Senkgräber, die wie unsere Gräber, in den Boden getieft werden. Bei den wagrecht in die Felswände einer Höhle hineingegrabenen Schiebgräbern (כוכין, B. batra 6, 8, Note 62) muss der Verschluss gewöhnlich durch einen grossen senkrecht aufgestellten Stein bewirkt worden sein, zu dessen Stützen man noch andere Steine gebrauchte. Der Name גולל wird gewöhnlich von גלל, wälzen, abgeleitet, weil der grosse Stein herangewälzt wurde (Matth. 27, 60). דופק wird von דפק (anklopfen), nach R. Hai von דפקא (Seite) abgeleitet.",
+ "verunreinigen durch Berühren und Bedachen. Nach Raschi (Erubin 15 a) selbst nachdem sie vom Toten weggenommen worden sind. Dies aber nur, wenn diese aus verunreinigungsfähigen Gegenständen gemacht sind. גולל ודופק, die aus Stein oder anderen nicht verunreinigungsfähigen Dingen bestehen, sind, sobald sie vom Toten entfernt werden, rein (Maimon. טומאת מת 6, 4).",
+ "aber nicht durch Tragen. Denn in Num. 19, 16 ist nur vom Berühren die Rede, aber nicht vom Tragen. אהל jedoch ist mit נגיעה verwandt (VO, 5).",
+ "Wenn Graberde darunter ist. Die Erde unter dem Toten, wovon 16, 3 Näheres lehrt.",
+ "verunreinigen sie durch Tragen. Weil er diese Erde mit erschüttert, was dem Tragen dieser Erde gleich geachtet wird (VK 22).",
+ "die Stützen dieser Stützen. Das, womit der דופק gestützt wird. Im Sifre sutta heisst dies דופק אחר דופק."
+ ],
+ [
+ "rein. Weil sie nicht das gesetzlich erforderliche Mass haben.",
+ "Ein olivengrosses Stück von einem Toten. Soviel ist die Quantität des Embryo am Anfang seiner Bildung, dasselbe gilt vom viertel Log Blut (vgl. יו״ב und ס״ט zu Kelim 5 a).",
+ "ein Knochen wie ein Gerstenkorn und ein Glied von einem Lebenden. Dagegen verunreinigt ein Glied vom Toten in solchem Falle wenigstens במגע ובמשא, solange es die Grösse eines Gerstenkorns hat.",
+ "dessen Knochen unvollständig ist. Selbst wenn der Knochen sehr gross ist."
+ ],
+ [
+ "Ein Rückgrat. Jerusch. Berachot 1, 1.",
+ "oder ein Hirnschädel von zwei Toten. Die eine Hälfte der Wirbel von einem und die andere Hälfte von einem andern Toten; das Gleiche gilt vom Hirnschädel.",
+ "ein viertel Log Blut. Nasir 38 a.",
+ "von zwei Toten. Dies hat bereits oben M. 2 gestanden und wird hier nur wegen der andern gleichartigen Bestimmungen wiederholt.",
+ "ein Glied von zwei Toten. Die eine Hälfte von einem und die andere von einem andern Toten.",
+ "Menschen. Vgl. weiter am Ende des Abschnitts und die Bem. in מ״א und יו״ב hier.",
+ "die Weisen aber erklären sie für rein. Sie verunreinigen nicht im Zelte, s. oben Note 51."
+ ],
+ [
+ "Einen gerstengrossen Knochen. Nasir 52 b.",
+ "Akiba für verunreinigend. Durch Tragen aber nicht durch Berühren (Maimon. טומאת מת 4, 4).",
+ "ein gerstengrosser Knochen. So lautet die Tradition (in der Einzahl).",
+ "Simon für rein. Es verunreinigt weder durch Berühren, noch durch Tragen, noch durch Bedachen.",
+ "die Weisen aber erklären es für verunreinigend. Im Zelte und durch Tragen; nach ר׳׳ש und רא״ש auch durch Berühren.",
+ "ist rein. Selbst wenn es ein Mensch wieder verbunden hat, gilt dies nicht als Verbindung.",
+ "Jose erklärt es für verunreinigend. Durch Tragen und im Zelte, aber nicht durch Berühren.",
+ "rein ist. Weil niemals ein vollständiges Quantum vorhanden war."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn. Edujot 3, 1; Chullin 124 a.",
+ "eins von den im Zelte verunreinigenden Dingen. Die oben 2, 1 f. aufgezählt werden.",
+ "geteilt. So dass jedes einzelne Stück nicht das gesetzlich bestimmte Quantum (שיעור) hat.",
+ "und ins Haus. Unter einer Überdachung,",
+ "Sohn Archinos. הרכינס, andere LA. ארכינס = Ἀργĩνος.",
+ "für rein. Die beiden Teile werden nicht zum gesetzlichen Quantum verbunden.",
+ "die Weisen aber erklären es für unrein. Nach ihrer Ansicht werden die beiden Stücke zum שיעור verbunden.",
+ "Berührt. Von הנוגע bis ובמת (9 Wörter) hat dem ר״ש in Edujot 3, 1 nicht Vorgelegen. In der Tat passt auch das Beispiel von נבלה nicht zur vorhergehenden Bestimmung, die von מת handelt. Nach unserer LA. muss man annehmen, es werde in diesem Beispiele gezeigt, dass R. Dosa und die Weisen auch bei נבלה controversieren (vgl. מ״א und יו״ב).",
+ "deren jedes eine halbe Olivengrösse hat. Dasselbe gilt von der Berührung zwei halber Linsengrössen vom Kriechtier (שרץ); nur verunreinigt dies nicht durch Tragen (vgl. Kelim 1, 1).",
+ "oder berührt er eine halbe Olivengrösse vom Toten. Chullin 125 a.",
+ "halbe Olivengrösse überdacht. Diese Überdachung wird wie eine Berührung betrachtet, nach VO, 5.",
+ "halbe Olivengrösse ihn überdacht. Das gilt ebenfalls wie eine Berührung (Note 11).",
+ "oder überdacht er zwei halbe Olivengrössen. Ebenso wenn zwei halbe Olivengrössen ihn überdachen (יו״ב).",
+ "ihn für rein. R. Dosa widerspricht auch den in 2, 7 enthaltenen Bestimmungen (יו״ב). Doch meint מ״א, dass, wenn die zwei halben Olivengrössen einander berühren, sie auch nach R. Dosa als verbunden gelten.",
+ "während eine andere Sache. Z. B. ein Brett oder ein Balken.",
+ "halbe Olivengrösse überdacht. Hier soll durch die gemeinsame Überdachung die Toten-Unreinheit auf den Reinen übergeleitet werden (טומאת אהל בהמשכה). Vgl. VO, 5.",
+ "oder er überdacht eine halbe Olivengrösse. Diese Überdachung wird wie eine Berührung betrachtet, nach VO, 5.",
+ "während eine andere Sache. Z. B. ein Brett oder ein Balken.",
+ "halbe Olivengrösse überdacht. Hier soll durch die gemeinsame Überdachung die Toten-Unreinheit auf den Reinen übergeleitet werden (טומאת אהל בהמשכה). Vgl. VO, 5.",
+ "so ist er rein. Selbst nach den Weisen. Die hier in Betracht kommende „Zelt-Unreinheit durch Überleitung“ kann salbst nach den Weisen nicht mit der ihr ungleichartigen Berührungs-Unreinheit verbunden werden, während sie die oben (Note 11 und 12) erwähnte Überdachung als mit der Berührung gleichartig (אהל נגיעה) betrachten und jene mit dieser verbinden. So nach der Erklärung von Tosafot (Chullin 125 b v. ומאן א״ר) רא״ש und מ״א. Anders erklären Maimon. Bart. u. A., vgl. ס״ט S. 143.",
+ "und die Weisen erklären ihn für unrein. Nach R. Meïr verbinden die Weisen, die Berührungs-Unreinheit des Toten mit allen Zelt-Unreinheiten ohne Unterschied, da Berührung als mit jeder Überdachung gleichartig (das Zelt als mit Unreinheit gefüllt) betrachtet wird.",
+ "Alles. Fortsetzung der Worte des R. Meïr. „Alles“, d. h. alle Fälle, wo es gilt, zwei halbe Quanta mit einander zu verbinden.",
+ "macht unrein. Nach den Weisen.",
+ "ausser Berührung mit Tragen. Wenn jemand ein halbes Quantum berührt, während er ein anderes halbes Quantum trägt oder bewegt (ohne es zu berühren), so wird er nicht unrein.",
+ "oder Tragen mit Überdachung. Wenn jemand ein halbes Quantum trägt, während er ein anderes halbes Quantum überdacht.",
+ "Das ist die Regel. Dies ist der Schluss der Worte des ersten Tanna, die durch die Worte des R. Meïr unterbrochen worden.",
+ "was zu einem Namen gehört. Wie Berührung mit Berührung (oder mit אהל נגיעה), Tragung mit Tragung, Überdachung mit Überdachung.",
+ "was zu zwei Namen gehört. Wie Berührung mit אהל המשכה, Note 17."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Nidda 27 b.",
+ "ein Löffel voll Verwestes. Das nach 2, 1 im Zelte verunreinigt.",
+ "im Hause ausgestreut liegt. Und dadurch mit etwas Staub vermischt ist.",
+ "Simon aber erklärt es für rein. Denn sowie von vorne herein nur das als רקב gilt, dem nichts Anderes beigemischt ist (2, 1, Note 6); ebenso darf nachher dem רקב nichts beigemischt werden, wenn es seinen Charakter beibehalten soll; vgl. oben 2, 2, Note 29.",
+ "Wenn ein viertel Log Blut. B. kamma 101 a, Nidda 62 b.",
+ "so ist das Haus rein. Was ins Haus kommt, nachdem das Blut von der Erde aufgesogen worden, ist rein.",
+ "Ist es aber in einem Kleide eingesogen. Und das Kleid wird in ein Haus gebracht.",
+ "wenn es gewaschen wird und ein Viertel Log Blut davon herauskommt. Dies lässt sich dadurch bestimmen, dass man das Kleid in einem bestimmten Mass Wasser wäscht, dann ein gleiches Mass Wasser mit einem Viertel Log Blut vermischt, und dann sieht, ob die Röte des ersten Wassers dem des zweiten gleicht.",
+ "verunreinigend. Alles, was im Hause war, ist unrein.",
+ "so lässt es rein. Das im Hause Befindliche bleibt rein. Dagegen bleibt das Kleid unrein, da es doch ein ganzes Viertel Log Blut berührt hat. Die Regel חרב הרי הוא כחלל gilt nicht für die Zelt-Unreinheit (VO, 4). Statt טמאה und טהורה (femin.) corrigieren Einige daher טמא und טהור (masc.). Will man die feminina beibehalten, so muss man sie auf das רביעית דם beziehen (vgl. מ״ש). Doch Tosafot in Nidda 62 b bezieht die Adjektive auf das Kleid (כסות), vgl. das.",
+ "ist rein. Nach R. Jochanan in Nidda 62 b, selbst wenn man es vermittels Seife (צפון) herausbringen könnte."
+ ],
+ [
+ "Ist. Vgl. Meïla 17 a.",
+ "es. Das viertel Log Blut.",
+ "in freier Luft. Unter freiem Himmel, wo kein Zelt darüber ist.",
+ "wenn der Ort abschüssig ist. קטפרס (L: קטפריס), gr. xατϕερές, abschüssig.",
+ "rein. Denn was auf einer abschüssigen Fläche flieset, wird nicht als verbunden betrachtet; er hat demnach nur einen Teil des שיעור überdacht.",
+ "ist aber der Ort eine Vertiefung. אשבורן, eine Vertiefung, Grube, wo sich Wasser sammelt (wie arab. مشابر, Sumpf. Kohut).",
+ "oder das Blut geronnen. קרש syr. ܩܪܰܫ (Pa.) Wasser gefrieren machen, daher fest werden, gerinnen (vom Blut). In diesem Zustande gilt es auch auf einer abschüssigen Stelle als verbunden.",
+ "so ist er unrein. In beiden Fällen gilt das Blut als zusammenhängend (חבור), und wer auch nur einen Teil davon überdacht, ist unrein.",
+ "Ist es auf die Schwelle. אסכופא = אסקופא (syr. ܐܶܣܟܽܘܦܬܳܐ) Schwelle, Unterschwelle (von שקף = סקף, schlagen).",
+ "es sei. Die Schwelle abschüssig.",
+ "nach innen. So dass das Blut ins Haus hineinfliessen wird.",
+ "oder nach aussen. So dass das Blut hinausfliesst. So nach der Erklärung des ר״ש und Bart. Nach רא״ש ist בין … בין mit „sowohl … als“ zu übersetzen: „Die Schwelle ist abschüssig sowohl nach innen als nach aussen“.",
+ "und das Haus überdacht es. Einen Teil des Blutes.",
+ "so bleibt es. Alles, was sich im Hause befindet.",
+ "rein. Denn was auf einer abschüssigen Fläche flieset, wird nicht als verbunden betrachtet; er hat demnach nur einen Teil des שיעור überdacht.",
+ "so ist es. Alles, was sich im Hause befindet.",
+ "Alles. Nasir 51a, Nidda 55 a.",
+ "das Haar und die Nägel. Nur das, was dem Knochen insofern ähnlich ist, dass es mit dem Menschen erschaffen und wenn es von ihm weggenommen wird, sich nicht regeneriert, ist verunreinigend; ausgeschlossen sind die Zähne, die nicht mit dem Menschen erschaffen sind; ferner Haar und Nägel, die wenn sie abgeschnitten werden, von neuem wachsen (Nidda l. c.).",
+ "sind sie alle unrein. Sie gelten dann als Teil des Toten (oder als Handhabe, יד, der Toten-Unreinheit, תוי״ט)."
+ ],
+ [
+ "Wenn der Tote ausserhalb. M, L. und מ״ש lesen בחוץ.",
+ "so ist das Haus. Alles, was im Hause ist.",
+ "unrein. Weil das Haus das am Toten haftende Haar überdacht.",
+ "einen Teil. Auch nur einen Teil des Knochens und nicht des Fleisches.",
+ "ins Innere hineinbringt und das Haus ihn. Diesen Teil.",
+ "so ist es. Alles, was im Hause ist.",
+ "unrein. Denn der Knochen wird als Handhabe (יד) des Fleisches betrachtet.",
+ "Sind es zwei Totenknochen. Vgl. Chullin 118 b, 119 b.",
+ "an denen zwei halbe Olivengrössen Fleisch haften. An jedem Knochen eine halbe Olivengrösse.",
+ "und man bringt Teile derselben. Von jedem Knochen einen Teil.",
+ "so ist es. Alles, was im Hause ist.",
+ "unrein. Der Knochen gilt auch für den halben שיעור als יד, und die beiden halben Quanta gelten als mit einander verbunden, nach Mischna 1.",
+ "Sind sie. Das Fleischstück resp. die Fleischstücke an den Knochen.",
+ "so bleibt es. Alles, was im Hause ist.",
+ "denn eine Verbindung durch Menschenhände gilt nicht als Verbindung. Dieser Satz gilt nur für solche Dinge, die gewöhnlich von Natur (בידי שמים) mit einander verbunden sind. Dagegen wird bei Geräten (oder andern Dingen), die durch Menschenhände gemacht werden, auch eine Verbindung durch Menschenhände als richtige Verbindung betrachtet (מ״א ,יו״ב und ס״ט)."
+ ],
+ [
+ "Was. Vgl. Nidda 71 a.",
+ "heisst Mischungs-Blut. Worüber oben 2, 2 gesprochen wurde. תבוסה, vom Stamm ביס, das „vermischen“ bedeutet. Daher ביסא die Schüssel, in welcher das Speiseopfer angerührt wird. Im samarit. Targum wird בליל (gemischt) mit פסיס übersetzt. In Jes. 22, 5 ist מבוסה synonym mit מהומה und מבוכה, Verwirrung. מתבוססת בדמיך (Ez. 16, 6; 22) heisst „dich in deinem Blute wälzend“. מתגלגל = מתבוסס (denn גלגל wird auch in der Bedeutung „mischen“ beim Teige gebraucht). Danach ist תבוסת אחזיהו לבוא (2. Chron. 22, 7) = גלגול א׳ לבוא zu erklären: „es hat sich so getroffen (gewälzt), dass Ach. kam“ (vgl. נתגלגל הדבר, Sabbat 10 b).",
+ "Wenn vom Toten ein achtel Log Blut beim Leben. Unmittelbar vor dem Tode.",
+ "und ein achtel nach dem Tode herausgekommen. Diese beiden achtel Log werden zu einem רביעית verbunden.",
+ "von denen beiden dann ein viertel weggenommen wurde. Nur in diesem Falle kann man das beim Leben ausgeflossene Blut mit dem Blute des מת verbinden, weil letzteres von einem ganzen Quantum (שיעור) herrührt.",
+ "Sowohl dieses als jenes. Sowohl der Fall von R. Ismael als der des R. Akiba.",
+ "wird wie Wasser betrachtet. Und verunreinigt nicht. Welches דם חבוסה nach R. Elieser ja verunreinigt, wird in einer Baraita in Nidda 71 a bestimmt.",
+ "Was heisst Mischungs-Blut. Dies ist nicht Fortsetzung der Worte des R. Elieser; vielmehr will die Mischna jetzt die Worte der in der Baraita mit R. Elieser controversierenden Weisen näher erklären. Nach Bart. ist dies Forts. der Worte des R. Elieser, vgl. ס״ט.",
+ "Wenn unter einem Erhängten. צלוב, ein Gekreuzigter, Jebamot 16, 3.",
+ "dessen Blut fliesst. שתת, langsam fliessen. aber stetig ohne Unterbrechung.",
+ "ein viertel Log Blut. Wovon die Hälfte nach dem Tode geflossen.",
+ "dessen Blut tropft. Es fällt mit Unterbrechungen ein Tropfen nach dem andern.",
+ "so ist dies rein. In diesem Falle ist jeder Tropfen gleich bei seiner Vermischung mit dem beim Leben herausgekommenen reinen Blute durch die Mehrheit aufgehoben (בטל) worden. Wenn nun auch zuletzt das unreine Blut die Hälfte beträgt, kann es keine verunreinigende Wirkung mehr haben, da es nach und nach vernichtet worden ist (ראשון ראשון בטל), vgl. Sebachim 8, 6, Note 56.",
+ "Nicht so. לא כן = לא כי, nicht so.",
+ "sondern das fliessende ist rein. da ist anzunehmen, der Mensch kann beim Herausfliessen noch gelebt haben.",
+ "und das tropfende ist verunreinigend. Denn das tropfenweise kommende Blut ist sicherlich erst nach dem Tode herauggekommen. So erklärt Maimonides. Nach ר״ש und den meisten Erklärern ist nach R. Jehuda das fliessende Blut rein, weil wir annehmen, der Todestropfen (der Tropfen, bei dem das Leben ausgegangen ist) sei am Holze (am Galgen) kleben geblieben (שותת heisst demnach, es ist am Holze herabgeflossen), was beim tropfenden Blute nicht angenommen werden kann. Die Annahme ראשון ראשון בטל ist aber nach R. Jehuda ausgeschlossen, da nach seiner in Sebachim 8, 6 ausgesprochenen Ansicht gleichartige Dinge einander nicht aufheben (אין דם מבטל דם). — Diese Erklärung ist dem Talmud Nidda 71 b entnommen."
+ ],
+ [
+ "Bei einer Olivengrösse vom Toten. Die in einem Zelte sich befindet.",
+ "um alle übrigen Öffnungen vor der Verunreinigung zu schützen. Vgl. 7, 3, wonach bei einem Hause, das mehrere Türen hat, alle Geräte, die unter den Oberschwellen liegen, durch eine im Hause befindliche Totenunreinheit unrein werden, selbst wenn die Türen geschlossen sind und dadurch der von der Oberschwelle überdachte Raum von dem Totenhause getrennt ist. Der Grund ist in VO, 13 angegeben. Hat aber das Haus eine Öffnung, die man zum Hinausschaffen der Totenunreinheit bestimmt hat, so schützt diese Öffnung alle anderen Ausgänge vor der Unreinheit. Das Mass dieser Öffnung zum Hinausschaffen der Unreinheit braucht bei einer Olivengrösse vom Toten nur eine Handbreite im Quadrat zu sein. Bei einem ganzen Toten muss die Öffnung mindestens vier Handbreiten im Quadrat messen.",
+ "Jedoch zur Hinausführung der Unreinheit. Von einem Zelte unter die Oberschwelle oder Türe (Maim.) oder in ein anstossendes Zelt, das durch eine Scheidewand von ihm getrennt ist. (Bart.)",
+ "immer) eine Öffnung von einer Handbreite (im Quadrat. Selbst wenn ein ganzer Toter in dem Zelte liegt. Vgl. VO, 17. Anstatt פותח טפח hat die Tosefta ed. Zuckermandl zumeist פותי טפח, d. h. die Breite oder Weite von einem טפח.",
+ "wird wie ein ganzer Toter angesehen. Sodass dabei nur eine Öffnung von vier Handbreiten im Quadrat alle übrigen vor der Verunreinigung schützen kann.",
+ "Das Rückgrat und der Hirnschädel sind wie ein ganzer Toter. Selbst wenn sie nur eine Olivengrösse oder noch weniger betragen (ס״ט). Nach Andern (א״ר und יו״ב) meint R. Jose, nur diese Teile werden wie ein ganzer Toter betrachtet, nicht aber ein anderes Stück, wenn es auch grösser als eine Olive ist."
+ ],
+ [
+ "Eine. Sukka 10a.",
+ "Breite und Höhe in Kubikform. Darunter ist ein Raum verstanden, dessen Bedachung mindestens das Mass von einer Handbreite in der Länge und ebensoviel in der Breite hat und von der Totenunreinheit mindestens eine Handbreite entfernt ist, so dass unter der Bedachung ein freier Raum von mindestens einem Kubik-טפח vorhanden ist, vgl. VO, 6. Ist eine dieser Dimensionen kleiner als eine Handbreite, so gelten die folgenden Bestimmungen nicht, obgleich das minus der einen Dimension durch ein plus der anderen Dimensionen ersetzt wird; z. B. wenn die Höhe des Raumes bloss eine halbe Handbreite, dafür aber die Länge oder die Breite zwei Handbreiten beträgt.",
+ "bringt die Unreinheit. Von der Bedachung wird die unter ihr befindliche Toten-Unreinheit auf einen gleichzeitig unter ihr befindlichen reinen Gegenstand übergeleitet (VO, 5).",
+ "und macht vor der Verunreinigung eine Scheidewand. Diese Bedachung schützt alle über derselben befindlichen reinen Gegenstände vor der unter derselben befindlichen Toten-Unreinheit VO, 8. —",
+ "In welcher Weise. Diese Frage bezieht sich nach den meisten Commentaren bloss auf die letztere Bestimmung.",
+ "Wenn unter einem Hause. Nasir 53 b Tos. v. חרב.",
+ "ein gewölbter. קמר, aus dem gr. xαμορα (Wölbung), wölben, קמור gewölbt, bedeckt.",
+ "Kanal. ביב (von נבב = בוב Hohles, Röhre, Kanal, durch den das Ausguss-Wasser aus dem Hause fortgeschafft wird.",
+ "und derselbe hat die Weite von einer Handbreite. Der Kanal ist so weit, dass über der darin befindlichen טומאה ein freier Raum von mindestens einem Kubik טפח (nach Note 85) vorhanden ist.",
+ "und am Ausfluss. Der an der Strasse ausserhalb des Hauses sich befindet.",
+ "eine Öffnung von einer Handbreite. Im Quadrat.",
+ "wenn sich eine Unreinheit. Eine Olivengrösse von einem Toten. Wäre es ein grösserer Teil oder gar ein ganzer Toter (z. B. ein Abortus), so müsste die Abfluss-Öffnung 4 טפחים im Quadrat messen (Tosefta V 3).",
+ "das Haus. Die in ihr befindlichen Geräte.",
+ "rein. Die Bedachung des Kanals schützt alle im Hause befindlichen Gegenstände vor der Totenunreinheit im Kanal (oben Note 87). da diese Unreinheit einen Ausgang hat (VO, 15—16). Doch darf die Öffnung, die das Ausguss-Wasser vom Hause aufnimmt, keinen טפח im Quadrat messen; denn wäre dies der Fall, so würde die Unreinheit durch diese Öffnung ins Haus dringen (VO, 17). Nach Maimon. und dem Verf. des פני יהושע kann durch diese Kanal-Öffnung, selbst wenn sie einen טפח im Quadrat beträgt, die Unreinheit nicht ins Haus kommen. Dies ist auch die Ansicht des תשב״ץ. Vgl. hierüber ספר פתח האהל (Warschau 1901) 2, 8 S. 65 f. —",
+ "so ist das im Kanal Befindliche rein. Die Bedachung schützt den Kanal vor dem Eindringen der טומאה, da die Öffnung kleiner als ein טפח ist (Note 95). —",
+ "aber nicht hinein. Im ersten Falle geht die טומאה durch die Öffnung des Kanals nach der Strasse und nicht auf der andern Seite ins Haus. Im zweiten Falle hat die טומאה zur Türe des Hauses ihren Ausgang und dringt nicht in den Kanal. — Diese Begründung ist bloss nach der Erkl. des Maim. (Note 95) nötig. Wenn aber, wie die meisten Erklärer meinen, die Öffnung des Kanals am Hause keinen Quadrat-טפח misst (Note 95), so ist diese Begründung ganz überflüssig. In der Tat fehlt auch der Satz שדרך—להכנס in manchen Codices (vgl. מ״ש).",
+ "Hat der Kanal eine Weite von einer Handbreite. Der Kanal ist so weit, dass über der darin befindlichen טומאה ein freier Raum von mindestens einem Kubik טפח (nach Note 85) vorhanden ist.",
+ "aber am Ausfluss. Der an der Strasse ausserhalb des Hauses sich befindet.",
+ "keine Öffnung von einer Handbreite. Im Quadrat.",
+ "wenn in demselben eine Unreinheit. Eine Olivengrösse von einem Toten. Wäre es ein grösserer Teil oder gar ein ganzer Toter (z. B. ein Abortus), so müsste die Abfluss-Öffnung 4 טפחים im Quadrat messen (Tosefta V 3).",
+ "das Haus. Die in ihr befindlichen Geräte.",
+ "unrein. Denn da die טומאה keinen Ausgang hat, so geht sie durch die andere Seite ins Haus. So nach Maim. (Note 95). Nach den andern Erklärern ist das Haus unrein, trotzdem die Öffnung nach dem Hause ebenfalls keinen Quadrat-טפח misst, weil der Kanal wie ein verschlossenes Grab (קבר סתום) anzusehen ist. das die טומאה auf das ganze darüber befindliche Zelt verbreitet (VO, 20).",
+ "so ist das im Kanal Befindliche rein. Da der Kanal die Weite eines טפח hat, schützt er das in ihm Befindliche vor der Unreinheit.",
+ "denn die Unreinheit geht gewöhnlich hinaus. Durch die Haustüre.",
+ "aber nicht hinein. In den Kanal, trotzdem die Öffnung nach dem Hause einen Quadrat-טפח misst (nach Maimon.). Nach den andern Erklärern wäre diese Begründung hier, wie oben (Note 97), überflüssig und mit einigen Codd. nicht zu lesen.",
+ "Hat der Kanal nicht die Weite von einer Handbreite und auch am Ausfluss keine Öffnung. Diese letztere Bedingung ist überflüssig; denn auch eine Öffnung von einem Quadrat-טפח wäre hier nicht von Belang, da die Weite der Röhre keinen Kubik-טפח hat (Bart.).",
+ "von einer Handbreite. Im Quadrat.",
+ "wenn eine Unreinheit. Eine Olivengrösse von einem Toten. Wäre es ein grösserer Teil oder gar ein ganzer Toter (z. B. ein Abortus), so müsste die Abfluss-Öffnung 4 טפחים im Quadrat messen (Tosefta V 3).",
+ "das Haus unrein. Es ist im Kanal eine eingeengte טומאה (VO, 7), die sich nach der Höhe ins Zelt verbreitet. Indessen genügt dieser Grund nicht nach der Ansicht derjenigen Erklärer, dass eine טומאה רצוצה, selbst wenn sie in ein Zelt kommt, sich nur in senkrechter Richtung mitteilt, nicht aber auf die an den Seiten liegenden Gegenstände verbreitet. Es muss daher unsere Bestimmung mit der in der folgenden Note 104 gegebenen Erklärung begründet werden.",
+ "so ist alles im Kanal Befindliche unrein. Denn da die Röhre keine Höhlung hat, die als Zelt angesehen werden kann, so ist sie als zum Grund und Boden des Hauses gehörig zu betrachten, und die im Hause befindliche Unreinheit verbreitet sich bis in die tiefsten Tiefen (VO, 12) Ebenso verbreitet sich die im Hause vergrabene טומאה auf alle im Hause befindlichen Gegenstände.",
+ "Es ist einerlei. Sukka 20 b.",
+ "ob dies. Der am Anfang unserer Mischna (Note 85) genannte Raum.",
+ "oder ob es Salpeter. מלחת, (von מלח, Salz) Salpeter (= sal petrae, Steinsalz), das die Erde mürbe macht und aufreibt.",
+ "Ebenso ist es bei einer durch Steinlagen. מרבך, nach ראב״ד (zu Sifra, Nedaba IV, 12), der מרבג liest, von רבג, übereinander häufen (vom ar. رجب). And. LA. נדבך = מרבך (Esra 6, 4), Steinlage, wo mitunter zwischen den Steinen eine Höhlung sich befindet.",
+ "oder Balkenschichten. סואר (and. LA. סוור und צבר), von צבד = סוור, eine Schicht von Balken, zwischen denen eine Höhlung von einem Kubik-טפח vorhanden ist. Von allen diesen Höhlungen gelten die am Anfang unserer Mischna gegebenen Bestimmungen.",
+ "das nicht durch Menschenhände gemacht worden. Mit der Absicht, eine Bedachung herzustellen.",
+ "gilt nicht als Bedachung. In Bezug auf die obigen Bestimmungen.",
+ "Doch gesteht er zu. Dieser Satz wird im Talmud (Sukka 21a) als Baraita angeführt.",
+ "dass Felsenspitzen. שקיף (vom hehr. שקף, hervorragen) eine hervorragende Felsenspitze. Nach Raschi sind שקיפים Felsenklüfte, die durch vom Sturmwind herabgeschleuderte Felsen entstehen.",
+ "und Felsenklüfte. Im Talm. (l. c.) נקיקי הסלעים, Felsenspalten.",
+ "als solche gelten. Weil diese eine grosse Faustgrösse haben, gelten sie als Bedachung, obgleich sie nicht durch Menschenhände gemacht sind, vgl. Kelim 17, 12, Note 119 und Talm. Sukka 21 a."
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+ "Wenn. Vgl. Sanhedrin 106 a und Raschi das.",
+ "ein Schrank. Von Holz, der wegen seiner Grösse nicht verunreinigungsfähig ist, vgl. Ende dieses Abschnitts.",
+ "im Freien. Unter freiem Himmel.",
+ "wenn in dessen Innern. Im inneren Raume des Schrankes.",
+ "die Geräte in dessen Wanddicke. Die in der Dicke der Seitenwände angebrachten kleinen Nischen, die nach innen und nach aussen geöffnet sind, deren Öffnung aber keinen Quadrat-טפח misst (Nicht so Maimon.).",
+ "rein. Der innere Raum der Nischen wird als zum freien Himmel und nicht als zum Schranke gehörig betrachtet (תוי״ט). Ausserdem kann die Unreinheit nicht in den Raum der Nischen dringen, da sie ihren Ausgang durch die Schranktüre hat und die Öffnung der Nischen keinen Quadrat-טפח misst (vgl. מ״א).",
+ "so sind die in dessen Innern befindlichen Geräte rein. Aus dem in Note 6 angegebenen Grunde.",
+ "als wäre sie in zwei Hälften geteilt. Die dem Innern zugewendete Hälfte der Wanddicke gehört zum Innern, die andere Hälfte nach aussen. Vgl. weiter 6, 3.",
+ "wenn im Innern des Schrankes. Oder auch in einer Wandnische (יו״ב und מ״א).",
+ "eine Unreinheit sich befindet. Selbst wenn die Türen des Schrankes zugemacht sind.",
+ "das Haus. Die im Hause befindlichen Geräte.",
+ "unrein. Da die טומאה nur den Ausgang durch die Schranktüren nach dem Hause hat (vgl. VO, 13).",
+ "rein. Falls die Schranktüren zugemacht sind. Dies gilt auch nur, wenn der Schrank selbst wegen seiner Grösse keine טומאה annehmen kann; denn sonst könnte er die Geräte in dessen Innern nicht vor der Unreinheit schützen.",
+ "denn die Unreinheit geht gewöhnlich hinaus. Daher ist im ersten Falle das Haus unrein.",
+ "aber nicht hinein. Vom Hause in den Schrank. Daher sind im letzteren Falle die Gerate im Schranke rein.",
+ "zwischen jenem und dem Hausgebälke. Der Zimmerdecke.",
+ "wenn ein freier Raum von einer Kubik-Handbreite. Wie in Abschn. 3, Note 85 angegeben. Aber es muss hier auch der Raum nach dem Hause zu eine Öffnung von mindestens einem Quadrat-טפח haben, wenn die טומאה vom Hause in diese Räume eindringen soll.",
+ "unrein. Wenn eine Toten-Unreinheit im Hause ist.",
+ "rein. Denn diese engen Räume gelten für die טומאה wie verschlossen, sodass sie dort nicht eindringen kann.",
+ "Befindet sich aber daselbst. An einem der oben genannten engen Räume.",
+ "so ist das Haus. Die im Hause befindlichen Geräte.",
+ "unrein. Auch wenn unter dem Boden des Schrankes sich eine Toten-Unreinheit befindet, kann das Zelt, das der Schrank bildet, nicht das Haus vor der Unreinheit schützen, nach dem Grundsätze: Ein abschliessender Deckel und Zelte schützen die in ihnen befindlichen reinen Dinge vor Verunreinigung, verhindern aber nicht Unreines am Verunreinigen (Kelim 3, 6 Note 48)."
+ ],
+ [
+ "Betreffs. Chullin 125 b.",
+ "der Lade. Nach Raschi, ר״ש und Bart. handelt es sich hier um mehrere kleine Laden (oder Schubladen), die im Innern des Schrankes angebracht sind, um in denselben kleine Gegenstände zu vorwahren. Nach Andern ist hier von einer Schublade die Rede, die sich unten am Schranke befindet.",
+ "Wenn darin ein freier Raum von einer Kubik-Handbreite. Wie in Abschn. 3 Note 85 angegeben.",
+ "aber deren Öffnung keine Handbreite misst. Nach den meisten Erklärern müsste angenommen werden, dass die Lade oben an der Öffnung schmäler ist als unten, so dass, trotzdem im Innern ein פותח טפח vorhanden ist, dennoch die Öffnung keine טפח-Breite hat. Maimon. scheint aber die Stelle so zu erklären, dass die Lade unten am Schranke angebracht und nach dem Innern des Schrankes offen ist. Diese Öffnung hat die Weite von einem טפח. Ausserdem hat aber die Lade an der vorderen Seite eine kleine Öffnung nach aussen (יציאתה), die keine טפח-Breite hat. Übrigens hat der Münchener Cod. in Chullin die LA.: תיבת המגדל שאין בה פיתח טפח, eine LA., die auch Raschi vorgelegen hat, aber von ihm verworfen wird.
Figur der תיבה nach dem handschriftl. פי׳ המשניות לרמב״ם der Kgl. Bibliothek zu Berlin.</p>",
+ "das Haus unrein. Obgleich die Öffnung der Lade klein ist, ist das Haus dennoch unrein, wie im folgenden (Note 28) der Grund angegeben ist, weil die Unreinheit keinen andern Ausgang hat. als den durch das Haus.",
+ "rein. Die Unreinheit kann nicht in die Lade eindringen, weil deren Öffnung kleiner als ein Quadrat-טפח ist.",
+ "denn die Unreinheit geht gewöhnlich hinaus. Aus der Lade ins Haus, daher ist im ersten Falle das Haus unrein (Note 26).",
+ "aber nicht hinein. Vom Hause in die Lade. — Es gelten demnach bezüglich der Lade dieselben Bestimmungen, wie oben (Note 12—13) beim Schrank. Trotzdem die Lade nicht das grosse Mass (weiter Note 52) hat, ist sie doch nicht verunreinigungsfähig, weil sie als Teil des Schrankes gilt. Anders bei den Fächer-Behältnissen eines Kastens in Kelim 19, 7. Den Grund siehe in יו״ב hier.",
+ "Jose erklärt es. Das Haus, wenn die Unreinheit in der Lade ist.",
+ "für rein. Nach רא״ש würde auch oben (Note 12) nach R. Jose das Haus rein bleiben, und nur bei einem ganzen Toten, den man gewöhnlich nicht zerschneidet oder verbrennt, gilt die Bestimmung in Abschn. 7, 3 (VO, 13). Doch sind andere Erklärer gegen רא״ש, vgl. יו״ב ,א״ר und מ״א u. A.",
+ "da man die Unreinheit in halben Teilen. In Teilen, die nicht die Grösse haben, um ein Zelt verunreinigen zu können (oben 2, 1).",
+ "oder an ihrem Orte verbrennen kann. Sodass keine Unreinheit durch das Haus hinauskommen wird."
+ ],
+ [
+ "Wenn der Schrank. Chullin 125 b.",
+ "in der Türe des Hauses. Nach Raschi und Bart. steht der ganze Schrank innerhalb des Hauses und nur dessen Türen befinden sich im Raume des Hauseingangs. Nach Maim. dagegen steht der Schrank ganz ausserhalb des Hausinnern im Eingangsraume (vgl. ס״ט).",
+ "dass er sich nach aussen öffnet. Doch kann der Schrank verschlossen sein; es genügt, dass man ihn nach aussen öffnen könne (יו״ב).",
+ "wenn in demselben. Im Schranke.",
+ "das Haus rein. Es ist hier im Hause keine טומאה רצוצה (VO, 7), da der Schrank die Weite eines טפח hat; auch der Ausgang der טומאה befindet sich nicht im Hause (VO, 13), sondern ausserhalb desselben.",
+ "so ist das in jenem. Im Schranke.",
+ "Befindliche unrein. ר״ש und Bart. sowie Talmud lesen טהור (rein) statt טמא. Diese LA. ist verständlicher, da die טומאה in den Schrank, der selbst nicht verunreinigungsfähig ist (Note 2), nicht eindringen kann. Die uns vorliegende LA., die auch Maim. hat, wird von כסף משנה dadurch erklärt, dass im vorliegenden Falle der Schrank den ganzen Raum der Türe ausfüllt, so dass die טומאה keine Ausgangsöffnung hat; sie dringt daher durch die Wände des Schranks hinaus (vgl. תוי״ט). Vgl. auch 9, 10.",
+ "denn. Die Worte שדרך bis להכנס werden vom Talm. (Chullin 125 b) nicht zitiert und scheinen ihm nicht vorgelegen zu haben.",
+ "die Unreinheit geht gewöhnlich hinaus. Auch durch die Wände des Schranks, wie durch die Türen, trotzdem sie verschlossen sind.",
+ "aber nicht hinein. Vom Schrank ins Haus.",
+ "War dessen Maschine. Über מיכני vgl. Kelim 18, 2, Note 11. L. hat hier: מכנה Bei dieser Maschine wird hier ein Behältnis vorausgesetzt. Es wird wohl ein mit Rädern versehenes Brett gewesen sein, das von vier breiten Leisten eingefasst war. Der Schrank wurde mit einem solchen Räderwerk verbunden, um ihn fortbewegen zu können.",
+ "drei Fingerbreiten. Das ist weniger als ein טפח, denn ein טפח beträgt 4 Fingerbreiten.",
+ "rückwärts. Ins Haus hinein.",
+ "wenn daselbst. Im Behältnis der Maschine, im 3 Finger breiten Raume, der sich im Hause befindet.",
+ "das Haus rein. Die טומאה kann nicht ins Haus dringen, weil der im Hause befindliche Teil der Maschine keine טפח-Breite hat.",
+ "dass daselbst. Im Behältnis der Maschine.",
+ "ein freier Saum von einer Kubik-Handbreite vorhanden ist. Das Behältnis hat nicht nur die Länge und Breite, sondern auch die Höhe von mindestens einer Handbreite. Dies ist deshalb nötig, weil nur bei einem Raume von solcher Grösse es erforderlich ist, dass auch die Ausgangsöffnung der טומאה die Breite von einem טפח hat, nicht aber, wenn die טומאה in einem kleineren Raume liegt.",
+ "und die Maschine nicht weiter hinaus. Rückwärts vom Schranke ins Haus hinein. So Maimonides. Nach And. heisst אינה יוצאה: die Maschine kann nicht vom Schrank abgelöst werden (wie אינה נשמטת in Kelim 18, 2). Nur in diesem Falle gilt sie als Teil des Schrankes und ist wie dieser nicht verunreinigungsfähig.",
+ "gezogen werden kann. So dass kein טפח des Maschinen-Behältnisses ins Haus gelangen kann.",
+ "und der Schrank das bestimmte Mass. Wie es in Kelim 15, 1 bestimmt ist, bei welchem Masse die Holzgeräte nicht verunreinigungsfähig sind.",
+ "hat. Nur ein Gerät von solcher Grösse kann die Verbreitung der טומאה verhindern; es ist חוצץ בפני הטומאה sowohl der Schrank selbst, als die mit ihm verbundene Maschine."
+ ]
+ ],
+ [
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+ "dessen Röhre. עין התנור, vgl. Kelim 8, 7, Note 55. Wie zumeist ist auch hier von einem irdenen Ofen die Rede.",
+ "hinaus geht und gewölbt. Sieh oben 3, 7, Note 89.",
+ "ist. Die Röhre ist also ausserhalb des Hauses, oben gedeckt und hat nur an der Seite eine Öffnung.",
+ "und die Totenbestatter haben diese. Die Wölbung der Röhre. Wiewohl עין femin. ist, so steht doch עליו, weil die Bedachung nicht über der Öffnung der Röhre (der eig. עין), die ja an der Seite ist, sondern über der Wölbung (etwa קמרון, oder nach Maim. קובב) senkrecht sich befand. עליו ist also על הקמרון, über der Wölbung.",
+ "Alles. Der Ofen und alles, was im Hause ist.",
+ "ist unrein. Die Unreinheit geht durch die Öffnung der Röhre in den Ofen und dann durch die Mündung des Ofens ins Haus. Nach ר״ש hat die Öffnung der Röhre nicht die Grösse einer Quadrat-Handbreite; Bet-Schammai aber sind der Ansicht, dass in ein Gerät die Unreinheit auch durch die kleinste Öffnung eindringen kann. רא״ש dagegen meint, die Röhre muss eine Öffnung von einer Quadrat-Handbreite haben, weil sonst, selbst wenn die Toten-Unreinheit in der Röhre wäre, der Ofen rein bliebe, nach Kelim 8, 7 (vgl. das. Note 64 und 65).",
+ "das Haus aber bleibt rein. Wohl kann die Unreinheit in den Ofen dringen und diesen verunreinigen, aber nicht von diesem ins Haus. Die Unreinheit kann auch nicht in den Ofen gelangen, weil die Öffnung der Röhre nicht die Grösse einer Quadrat-Handbreite hat (ר״ש). Nach רא״ש ist die Ansicht des R. Akiba, ja auch die der Bet-Hillel schwierig. רא״ש hat wohl wie Maimon. erklärt: Nach R. Akiba ist auch der Ofen rein, weil der Tote nicht den Ofen selbst, sondern nur die von ihm ausgehende Wölbung der Röhre überdacht. Bet Hillel aber erklären dennoch den Ofen für unrein, weil die überdachte Röhre als ein Teil des Ofens betrachtet wird. Eine andere Erklärung nach רא״ש vgl. in תוי״ט."
+ ],
+ [
+ "Wenn über eine Luke. ארובה, eine Öffnung von einer Quadrat-Handbreite, die im Gebälke des Hauses, das zugleich der Fussboden des Söllers ist, sich befindet.",
+ "zwischen dem Hause. In welchem sich ein Toter befindet.",
+ "und dem Söller ein Topf. Dessen Rückseite dem unreinen Raume zugewendet wird.",
+ "gestellt wird. So dass er die Luke vollständig verschliesst. Wäre also der Topf ganz, so würde er den Söller vor der Unreinheit bewahren, da ein irdenes von der Rückseite aus keine Unreinheit annimmt (VK, 26).",
+ "in welches Flüssigkeit eindringen kann. In solchem Zustande ist ein Topf, der gewöhnlich für Speisen und Getränke bestimmt ist, noch fähig, die Unreinheit anzunehmen (Kelim 3, 1). Dagegen kann er nicht mehr vor der Unreinheit schützen (vgl. Kelim 9, Ende, Note 115 und 10, 8, Note 91). Hier aber könnte er dennoch Schutz gewähren, weil er mit den Zelt-Wänden (dem Hausgebälke) verbunden und deshalb dem Zelte gleich ist, aus dem nur durch eine Öffnung von einem Quadrat-טפח die טומאה in ein anderes Zelt dringen kann.",
+ "Alles. Der Topf und alles, was sich im Söller befindet.",
+ "ist unrein. Der Topf gilt nicht als Teil der Zeltwände, sondern als Gerät für sich, das, weil nur mit einem kleinen Loch versehen, Unreinheit annimmt. Ein unreiner Gegenstand aber kann vor der Toten-Unreinheit nicht schützen (VO, 19).",
+ "Der Topf ist unrein. Nach Note 15. Denn in Bezug auf den Topf selbst haben die Rabbinen bestimmt, dass er nicht als Teil der Wand betrachtet wird, wiewohl er doch eigentlich einen Verschluss der Luke bildet.",
+ "der Söller aber bleibt rein. Bezüglich des Söllers gilt der Topf als Teil der Zeltwände und bewahrt vor der Unreinheit, trotzdem er selbst unrein ist, weil dessen Unreinheit bloss eine rabbinische Anordnung ist, vgl. ר״ש zu 13, 5.",
+ "Auch der Topf bleibt rein. Da er als Teil der Zeltwände betrachtet wird, vgl. Note 13."
+ ],
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+ "Wenn dieser. Der Topf.",
+ "ganz ist. Edujot 1, 14; Kelim 10, 1; Chagiga 22a.",
+ "sagen Bet-Hillel. Hier steht בית הלל vor בית שמאי, weil erstere eine für alle Gegenstände gleiche Entscheidung treffen; oder weil ב״ה sich zur Ansicht von ב״ש bekehrte und dies neben den Worte von ב״ש stehen soll (anders oben Mischna 1—2), vgl. תוי״ט.",
+ "Er schützt alles (vor Unreinheit. Was im Söller sich befindet, sowohl Speisen und Getränke, als Menschen und Geräte.",
+ "Er schützt nur die Speisen und Getränke und irdene Geräte. Aber nicht andere Geräte und Menschen. Der Grund hierfür ist in der Mischna Edujot 1, 14 angegeben, weil ein irdenes Gerät beim עם הארץ als unrein gilt und ein unreines Gerät nicht חוצץ sein kann. Vgl. das. die ausführliche Auseinandersetzung.",
+ "Späterhin haben Bet-Hillel wie Bet-Schammai entschieden. Diese Worte sind hier überflüssig, da die gleichen Worte Ende Mischna 2 sich auf alle 3 vorher erwähnten Fälle beziehen (א״ר und יו״ב). Sie sind wohl nur aus Edujot 1, 14 hiehergesetzt worden."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Chagiga 22 b.",
+ "dort. In dem obengenannten Söller, dessen Luke durch den ganzen Topf verschlossen ist",
+ "eine Flasche. לגין = λάγυνος, eine Flasche aus Holz oder Metall.",
+ "so ist die Flasche siebentägig-unrein. Da der Topf dieses Gerät vor der Toten-Unreinheit nicht schützt (nach der Ansicht von Bet-Schammai).",
+ "und die Getränke bleiben rein. Sie werden durch den Topf vor der Toten-Unreinheit geschützt. Sie werden aber auch nicht durch die unreine Flasche verunreinigt, da die Unreinheit der letzteren nur eine rabbinische Anordnung ist, die bloss für das Gerät, aber nicht für die darin befindlichen Speisen und Getränke getroffen wurde.",
+ "schüttet man sie in ein anderes Gerät. Aus Holz oder Metall.",
+ "so sind sie unrein. Da das Gerät bereits vorher totenunrein geworden war, verunreinigt es auch die in dasselbe hineingeschütteten Speisen oder Getränke.",
+ "Wenn. Chagiga 22 b.",
+ "dort. In dem obengenannten Söller, dessen Luke durch den ganzen Topf verschlossen ist",
+ "eine Frau in einem Troge. Aus Holz oder Metall.",
+ "so sind die Frau und der Trog siebentägig-unrein. Da weder Menschen noch Geräte (ausser irdenen) durch den Topf vor Unreinheit bewahrt werden.",
+ "und der Teig bleibt rein. Aus dem in Note 29 angegebenen Grunde.",
+ "Hat sie aber diesen in ein anderes Gerät. Aus Holz oder Metall.",
+ "so ist er unrein. Da das Gerät bereits vorher totenunrein geworden war, verunreinigt es auch die in dasselbe hineingeschütteten Speisen oder Getränke.",
+ "Später entschieden Bet-Hillel wie Bet-Schammai. Nachdem Bet-Schammai ihre Ansicht wohl begründet hatten (in Mischna Edujot 1, 14)."
+ ],
+ [
+ "Waren es. Die behufs Schutzes vor Toten-Unreinheit zum Verschluss der Luke (Note 11) dienenden Geräte.",
+ "Erde. Die keine Unreinheit annehmen (VK 15).",
+ "so ist alles. Was sich im Söller befindet.",
+ "rein. Da diese Geräte auch beim עם הארץ als rein gelten, so kommt der oben Note 23 angegebene Grund dabei nicht in Betracht.",
+ "War es. Die behufs Schutzes vor Toten-Unreinheit zum Verschluss der Luke (Note 11) dienenden Geräte.",
+ "ein reines Gerät. Auch ein irdenes.",
+ "das für Heiliges. Opferspeisen oder Öl zur Lampe des Tempels.",
+ "oder für Entsündigungswasser. Vgl. Num. 19, 9.",
+ "so ist ebenfalls alles. Was sich im Söller befindet.",
+ "rein. Da auch solche irdene Geräte des עם הארץ als rein gelten.",
+ "weil alle. Auch ein עם הארץ.",
+ "betreffs des Entsündigungswassers. Und umsomehr betreffs des Heiligen.",
+ "beglaubt sind. Dass sie dabei die Reinheitsvorschriften beobachten.",
+ "weil nicht verunreinigungsfähige Geräte. Wie Geräte aus Rindermiet, Stein oder Erde.",
+ "und reine. Die auch beim עם הארץ unzweifelhaft rein sind.",
+ "irdene Geräte. Wie die zu Heiligem bestimmten.",
+ "mit den Zeltwänden. Zusammen mit den Zeltwänden, wie im obigen Beispiele, wo der Topf die Luke verschliesst, können die reinen Geräte vor der Unreinheit schützen. Dagegen können die Geräte allein nicht vor der Unreinheit bewahren; es sei denn mit צמיד פתיל, nach Kelim 10, 1; vgl. Kelim 9, Note 76.",
+ "schützen. Maimon. liest ומצילין statt מצילין. Danach ist dieser Satz eine besondere Bestimmung. Während der vorhergehende Satz lehrt, dass die obengenannten Geräte vor der Unreinheit bewahren (חוצצין בפני הטומאה), weil sie nicht verunreinigungsfähig sind oder für unzweifelhaft rein gelten, wird darauf bestimmt, dass, sowie die Geräte als Deckel (über der Luke) das obere Zelt vor Unreinheit bewahren (nicht wegen der דפנות אהלים, vgl. מ״א), ebenso können die Geräte, deren Mündungen mit Zeltwänden bedeckt sind, ihren Inhalt vor der Unreinheit schützen. Dies wird dann durch das כיצד וכו׳ in der folgenden Mischna erläutert."
+ ],
+ [
+ "In welcher Weise. Nach der LA. מצילין (oben Note 49) werden hier zu den bereits obengenannten Fällen noch neue Beispiele hinzugefügt, bei denen der grösste Teil der Schutzwand (vor der Unreinheit) durch das Gerät gebildet wird (יו״ב).",
+ "Wenn in einem Hause. In welchem ein Toter liegt.",
+ "ein Brunnen. Der in der Tiefe des Erdbodens gegraben, aber oberhalb des Bodens mit einer Wand von mindestens einer Handbreit-Höhe eingefasst ist.",
+ "oder eine Zisterne. והדות L. und M. והחדות, ein auf der Erde gebauter Wasserbehälter (B. batra 4, 2).",
+ "worauf ein Olivenkorb. כפישה, von כבש =) כפש), ein grosses Holz-Gefäss zum Erweichen der Oliven, dessen Wand keinen טפח hoch ist.",
+ "gelegt ist. Nach Maim. ist der Bottich umgestülpt auf den Brunnen gelegt.",
+ "so bleibt (alles. Was im Brunnen oder in der Zisterne sich befindet.",
+ "rein. Die Wände des Brunnens oder der Zisterne gelten als Zeltwände (weil das Hausgebälke auch den Brunnen überdacht, מ״א); daher kann das darüber gedeckte Gefäss vor der Unreinheit bewahren; jedoch muss dieses Gefäss nicht-verunreinigungsfähig sein. Dies ist der Fall, wenn es mehr als 40 Seah fasst (Bart.), oder wenn es ein steinernes Gefäss ist (ראב״ד), oder wenn es nur als Bedeckung dient. (R. Meïr Rothenburg bei תוב״ד), oder wenn der Korb mit vielen Löchern versehen ist (vgl. Kelim 2, 3, Note 31).",
+ "Ist es aber ein glatter Brunnen. Ein Brunnen ohne Wände.",
+ "oder ein offener. Die besten Zeugnisse lesen פתוחה (offen, nicht zugestopft); doch תוי״ט liest פחותה (beschädigt, vgl. weiter 9, 3).",
+ "Bienenkorb. Der 40 Seah fassen kann und daher nicht verunreinigungsfähig ist (VK 13).",
+ "so ist es. Was im Brunnen oder im Bienenkorbe liegt.",
+ "unrein. Weil keine Zeltwände da sind, indem der Brunnen keine Wände hat und die Wände des Bienenkorbs nicht als Zeltwände gelten (vgl. מ״א).",
+ "Legt man über dieselben. Über den glatten Brunnen oder über die Mündung des Bienenkorbs.",
+ "oder einen Deckel. Vgl. Kelim 8, 8 und 15, 2 Note 32.",
+ "der keine Leisten hat. Also kein Gerät ist.",
+ "so bleibt es. Was im Brunnen oder im Bienenkorbe liegt.",
+ "rein. Denn nur bei Geräten ist es erforderlich, dass sie mit Zeltwänden verbunden seien, wenn sie vor der Unreinheit schützen sollen, nicht aber bei solchen Bedeckungen, die keine Geräte sind.",
+ "denn. Dies ist eine Begründung der Bestimmung in Note 63. Zugleich wird aber auch der letzte Satz damit begründet, indem gesagt wird, dass nur bei Geräten diese oder die Zelte der Wände (von einer טפח-Höhe) bedürfen, nicht aber bei einer Bedeckung mit einem glatten Brette, das kein Gerät ist.",
+ "wenn sie. Entweder das mit dem Zelte verbundene Gerät, oder das Zelt selbst.",
+ "Eine Handbreite. In der Höhe.",
+ "Ist bloss eine halbe Handbreite. In der Höhe.",
+ "von der einen. An der Wand des Gerätes.",
+ "und eine halbe Handbreite von der andern Seite. An der Wand des Brunnens.",
+ "es muss vielmehr eine Handbreite an der einen Stelle. Entweder am Brunnen oder am bedeckenden Geräte."
+ ],
+ [
+ "So wie sie. Die Geräte in Verbindung mit Zeltwänden.",
+ "innerhalb eines Zeltes. Unter der Bedachung des Zeltes.",
+ "ebenso schützen sie auch ausserhalb desselben. Wenn das Gerät im Freien sich befindet und dessen Mündung dicht an der Aussenseite der Zeltwand (oder weniger als ein טפח von der Wand entfernt, יו״ב) liegt.",
+ "Wenn auf Pflöcken. Diese müssen wenigstens eine Handbreite hoch sein, weil sonst dabei die Bestimmung von טומאה רצוצה (VO, 7) gilt (Tosefta 6, 3).",
+ "an der Aussenseite eines Zeltes ein Korb. Dessen Wand mindestens eine טפח-Höhe hat. Auch darf der Korb nicht verunreinigungsfähig sein, nach Note 58.",
+ "so bleiben die Geräte im Korbe. Und auch die über dem Korbe befindlichen (ר״ש).",
+ "rein. Durch die Verbindung mit der Zeltwand, gilt der Korb auch als Zelt, dessen Wände das Eindringen der טומאה verhindern (vgl. VO 8).",
+ "Liegt er. Der Korb.",
+ "so schützt er. Der Korb.",
+ "nicht. Die im Korbe befindlichen Geräte vor der Unreinheit; denn nur in Verbindung mit einer Zeltwand kann der Korb schützen; die Wand eines Hofes oder eines Gartens ist aber keine Zeltwand.",
+ "Wenn ein Balken. Der mindestens einen טפח in der Länge, ebensoviel in der Breite misst und ebenso weit vom Erdboden entfernt ist, so dass der Raum unter demselben als אהל gilt (VO, 6), das die Unreinheit auf alles darunter Befindliche überleitet (VO 5).",
+ "von einer Wand. Eines Hauses.",
+ "bis zur andern Wand. Eines gegenüber liegenden Hauses.",
+ "an demselben. Am Balken.",
+ "ein Topf hängt und darunter. Unter dem Balken, aber nicht unter dem Topfe. Wäre die Toten-Unreinheit unter dem Topfe, dann würde in jedem Falle alles, was in senkrechter Richtung über dem Topfe sich befindet, unrein sein (יו״ב).",
+ "sich eine Unreinheit. Z. B. eine Olivengrösse von einem Toten.",
+ "die Weisen aber erklären sie für unrein. Falls zwischen der Mündung des Topfes und der untern Fläche des über dem Topfe befindlichen Balkenteiles ein Zwischenraum von einem טפח vorhanden ist, gesteht R. Akiba zu, dass die Geräte im Topfe unrein sind. Denn die Unreinheit verbreitet sich über den ganzen Raum zwischen dem Balken und dem Erbboden (Note 83) und dringt auch durch den טפח-weiten Zwischenraum in den Topf hinein. Läge wieder der Topf dicht an der unteren Fläche des Balkens, so dass die Mündung des Topfes durch den Balken vollständig verdeckt wäre, so würden auch nach der Ansicht der Weisen die Geräte im Topfe rein bleiben. Denn die טומאה hat da keinen Zutritt in das Innere des Topfes, da zwischen dessen Mündung und dem Balken kein Zwischenraum vorhanden ist; von der Aussenseite aber kann der irdene Topf keine Unreinheit annehmen (VK 26). Die Controverse zwischen R. Akiba und den Weisen hat daher bloss den Fall zur Voraussetzung, dass zwischen dem Topfe und dem Balken zwar ein Zwischenraum vorhanden ist, der aber geringer ist als ein טפח. R. Akiba meint, bei diesem Balken gelte dieselbe Bestimmung wie beim Zimmergebälke und wie bei den Zeltwänden, so dass ein Gerät, welches weniger als ein טפח davon entfernt ist, vor der טומאה schützt (s. oben Note 76). Die Weisen aber betrachten den Topf nicht als mit Zeltwänden verbunden, da der Balken keine Wände hat und auch die Wände, auf welchen die beiden Enden des Balkens ruhen, nicht für den Balken, sondern für das Innere des Hauses gemacht sind (יו״ב). Indessen controversieren die Tanaïm nach der Tosefta (6, 4) auch oben bei einem Korbe, der von einer Zeltwand weniger als einen טפח entfernt liegt, vgl. das."
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+ ],
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+ "Menschen. Erubin 31 a Tos. v. ומר.",
+ "und Geräte können als Bedachungen wirken zu verunreinigen. Wenn sie die Toten-Unreinheit und einen reinen Gegenstand gleichzeitig überdachen, so bringen sie, gleich einem Zelte, die Unreinheit auf den reinen Gegenstand (VO 5).",
+ "aber nicht rein zu erhalten. Sie können nicht, wie das Zelt (nach VO 8), vor der Toten Unreinheit schützen.",
+ "Wieso. Mit diesem כיצד werden, wie oben 5, 6 (Note 51) Bestimmungen angeführt, die aus dem vorhergehenden Satz abgeleitet werden, dass nämlich auch solche Bedachungen die von Menschen oder Geräten gehalten oder gestützt werden, wohl die Unreinheit überleiten, aber nicht vor der Unreinheit schützen können.",
+ "Wenn vier Personen eine Bahre. Nach der uns vorliegenden LA. נדבך erklären ר״ש und Bart.: „ein grosser Stein“. Indessen hat L נרוור, M נִרְוָד, A נרווד. Letztere beiden, ebenso R. Hai und מ״ש erklären: „eine Totenbahre“. Hier kann nur die Bahre ohne einen Toten gemeint sein. Die Etymologie ist dunkel (vieil, von רבד = דוור, das Lager bereiten, Spr. 7, 16).",
+ "tragen. Unter freiem Himmel.",
+ "und darunter. Unter der Bahre.",
+ "so sind die darüber. Über der ganzen Bahre, nicht bloss die Geräte, die sich über der Unreinheit befinden; denn, da die Bahre die Unreinheit über den ganzen von ihr bedachten Raum leitet, so wird dieser ganze Raum wie mit Unreinheit angefüllt betrachtet, welche dann, da die Bahre nicht als Scheidewand gilt, alles über der Bahre Befindliche verunreinigt (so יו״ב, andere Ansichten in ס״ט).",
+ "befindlichen Geräte unrein. Obgleich die Bahre nicht verunreinigungsfähig ist (etwa als flaches Holzgerät, VK 12), so kann sie doch, weil sie von Menschen getragen wird, nicht vor der Unreinheit schützen.",
+ "so sind die darunter. Unter der Bahre.",
+ "befindlichen Geräte. Selbst wenn sie nicht senkrecht unter der טומאה liegen.",
+ "unrein. Denn die טומאה dringt durch die Bahre und verbreitet sich über den ganzen Raum unterhalb der Bahre. Dadurch wird dann auch der ganze Raum über der Bahre unrein (יו״ב).",
+ "Eliëser erklärt. In beiden Fällen.",
+ "sie. Die Geräte.",
+ "für rein. Die von Menschen getragene Bedachung kann nach R. Elieser auch vor der Unreinheit schützen, ebenso wie sie die Unreinheit als „Zelt“ überleitet. Dies gilt aber nur dann, wenn die Träger der Bahre nicht selbst unrein werden. Dies ist der Fall, wenn die Tragestangen der Bahre kein Drittel טפח in der Dicke haben, vgl. weiter 16, 1.",
+ "Liegt. B. batra 19 b Tos. v. רואין.",
+ "von Stein oder von Erde sind. Die nicht Unreinheit annehmen.",
+ "so sind alle darunter liegenden Geräte unrein. Die Bahre kann vor der Unreinheit nicht schützen, wenn sie durch Geräte gestützt wird, selbst wenn diese Geräte keine Unreinheit annehmen. Nach der Tosefta ist R. Elieser auch hier, wie oben, divergierender Ansicht. Doch meinen יו״ב und מ״א, dass unsere Mischna, welche hier nicht die abweichende Ansicht des R. Elieser bringt, der Meinung sei, dass hier R. El. mit den andern Weisen übereinstimmt.",
+ "Liegt die Bahre auf vier Steinen oder auf einem lebenden Dinge. Damit sind bloss Tiere, aber nicht Menschen gemeint.",
+ "so sind die darunter liegenden Geräte rein. In diesem Falle schützt die Bahre vor der Toten-Unreinheit."
+ ],
+ [
+ "Wenn. B. batra 19 b Tos. v. רואין.",
+ "die Totenbestatter durch eine Vorhalle. אכסדרה (gr. ἐξέδρα) eine Vorhalle, ein bedeckter Gang vor dem Hause.",
+ "Vorbeigehen und einer von ihnen. Von den Begleitern, aber nicht von den Trägern des Toten (ר״ש und Bart.). Maimon erklärt: die Türe war verschlossen, und einer der Totenträger fasste den Schlüssel.",
+ "die Türe. Des Hauses, bevor noch der Tote unter die Halle gebracht wurde.",
+ "zumacht. Damit die Toten-Unreinheit nicht ins Haus gelange.",
+ "und sie mit dem Schlüssel zuhält. Damit die Türe sich nicht wieder öffne.",
+ "wenn die Türe von selbst. Ohne dass sie der Mensch oder der Schlüssel zuhielte.",
+ "das Haus. Alles, was sich im Hause befindet.",
+ "rein. Die Türe gilt als Scheidewand, die das Eindringen der טומאה verhindert.",
+ "so wird es. Alles, was sich im Hause befindet.",
+ "unrein. Eine Scheidewand, die durch einen Menschen oder durch ein Gerät (der Schlüssel gilt auch als Gerät) gehalten werden muss, kann das Eindringen der טומאה nicht verhindern.",
+ "Ebenso wenn. B. batra 19 b.",
+ "ein Fass. Das irdene Fass ist mit der Mündung der טומאה zugewendet, siehe weiter unten Note 40.",
+ "mit dürren Feigen. Nach dem Talm. daselbst nur, wenn dies weder für Menschen noch für Vieh geniessbar ist, und deshalb nicht Unreinheit annehmen kann. Sonst könnte es die טומאה nicht hemmen (VO 19).",
+ "oder ein Korb mit Stroh. Nach dem Talm. daselbst nur, wenn dies weder für Menschen noch für Vieh geniessbar ist, und deshalb nicht Unreinheit annehmen kann. Sonst könnte es die טומאה nicht hemmen (VO 19).",
+ "in ein Fenster. Ein Loch, das mindestens einen טפח im Quadrat misst und zwischen zwei Zelten sich befindet, in deren einem ein Toter liegt.",
+ "ist. Damit die טומאה nicht (nach VO 17) ins andere Zelt dringe.",
+ "wenn die Feigen oder das Stroh für sich allein. Ohne das Fass oder den Korb.",
+ "alles. Was sich im andern Raume befindet.",
+ "rein. Die nicht verunreinigungsfähigen Dinge verhindern das Weiterdringen der טומאה (VO 18).",
+ "unrein. Denn was durch ein Gerät gehalten werden muss, kann das Weiterdringen der טומאה nicht verhindern.",
+ "Wenn man ein Haus durch Krüge. Die neben und übereinander gelegt werden. L. hat: בקינקינים, das vielleicht, wie בקינקלים, „mit einem Gitterwerk“ bedeutet, vgl. Kelim 22, 10; hier würde ein metallenes Gitterwerk gemeint sein.",
+ "abteilt. Um den abgeteilten Raum vor der Unreinheit, die sich im andern Raum befindet, zu schützen (VO 15 und 16).",
+ "wenn die Beklebung für sich allein. Ohne die Krüge.",
+ "alles. Was sich im andern Raume befindet.",
+ "unrein. Denn da der Lehm nur durch die Geräte Bestand hat, kann er nicht vor der Unreinheit schützen. Indessen gilt dies nur, wenn die Mündungen der Krüge dem unreinen Raume zugewendet sind. Liegen aber die (irdenen) Krüge so, dass ihre Rückseite dem unreinen Raume zugewendet ist, so vermögen sie selbst, da ein irdenes Gerät von der Rückseite aus keine טומאה annimmt, auch vor der Toten-Unreinheit zu schützen, vgl. oben 5, 3."
+ ],
+ [
+ "welche dem Hause dient. Zur Erklärung dieses Ausdrucks vgl. weiter Mischna 6 Anf., Note 84.",
+ "Wenn eine Wand ans Freie. An die Strasse oder an den Hof.",
+ "grenzt. Nach Maim. muss auch die obere Wandfläche unter freiem Himmel stehen und darf nicht vom Dache bedeckt sein; sonst würde auch, wenn die טומאה in der äusseren Hälfte liegt, das Haus unrein sein (vgl. מ״א).",
+ "und in derselben. In einer vermauerten Höhlung der Wand, die keine טפח-Weite hat, die טומאה also רצוצה ist (VO 7). (Nach ר״ש muss jedoch die Wand eine kleine Öffnung nach dem Hause haben, s. תיו״ט). Sie ist jedoch nicht בוקעת ועולה, wenn sie in der innern Hälfte liegt. Wäre in der Höhlung ein freier Raum von einem Kubik-טפח, so würde die ganze Wand als קבר סתום zu beurteilen sein, nach VO 9.",
+ "wenn diese in der innern Hälfte. In der dem Hause anliegenden Hälfte der Wanddicke.",
+ "das Haus unrein. Sowie wenn die טומאה im Hause läge, da diese Hälfte der Wanddicke zum Hause gehört.",
+ "und was darüber. Über der טומאה in senkrechter Richtung.",
+ "bleibt rein. Trotzdem die Unreinheit רצוצה ist, dringt sio doch nicht in die Höhe, weil sie als im Hause befindlich betrachtet wird.",
+ "liegt sie aber in der äusseren Hälfte. In der dem Freien anliegenden Hälfte der Wanddicke.",
+ "so ist das Haus rein. Die טומאה wird nicht als im Hause liegend betrachtet, denn diese Hälfte gehört nicht zum Hause.",
+ "und was darüber. Über der טומאה in senkrechter Richtung.",
+ "unrein. Da die טומאה רצוצה in senkrechter Richtung in die Höhe dringt (VO 7).",
+ "Liegt sie in der Mitte. Die טומאה ist von innen und von aussen gleich weit entfernt, sodass die eine Hälfte der טומאה in der innern Hälfte der Wanddicke und die andere Hälfte der טומאה in der äusseren Hälfte liegt.",
+ "so ist das Haus unrein. Da, wenn auch nur die Hälfte der טומאה in dem zu einem bestimmten Zelte gehörigen Teile liegt, dieses Zelt unrein ist, wie wenn die ganze טומאה darin läge.",
+ "Was darüber. Über der טומאה in senkrechter Richtung.",
+ "steht, erklärt R. Meïr für unrein. Da die Hälfte der טומאה in der nach aussen gehörigen Hälfte liegt, dringt die טומאה als רצוצה nach oben. Doch ist dasjenige, was senkrecht über der Hälfte der טומאה sich befindet, die nach innen gehört, auch nach R. Meïr rein (יו״ב).",
+ "die Weisen aber erklären es für rein. Weil in diesem Falle die Wand ganz als zum Hause gehörig betrachtet wird, vgl. 10, 3.",
+ "die ganze Wand wird zum Hause gerechnet. Selbst wenn die טומאה in der äusseren Hälfte der Wand liegt, gilt es so, als wenn sie im Hause läge."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einer Wand. In einer Nische derselben, wie oben Note 44 angegeben.",
+ "und das zur reinen Hälfte. Zur Hälfte, in der keine טומאה liegt.",
+ "nähere rein. Selbstverständlich ist das, was über der טומאה in senkrechter Richtung sich befindet, rein, da die טומאה zu einem der beiden Häuser gehört und nicht nach oben dringt.",
+ "so sind beide Häuser unrein. Aus dem in Note 53 angegebenen Grunde.",
+ "und die Geräte befinden sich in der Zwischenwand. In einer vermauerten Höhlung der Wand, die keine טפח-Weite hat, die טומאה also רצוצה ist (VO 7). (Nach ר״ש muss jedoch die Wand eine kleine Öffnung nach dem Hause haben, s. תיו״ט). Sie ist jedoch nicht בוקעת ועולה, wenn sie in der innern Hälfte liegt. Wäre in der Höhlung ein freier Raum von einem Kubik-טפח, so würde die ganze Wand als קבר סתום zu beurteilen sein, nach VO 9.",
+ "sind unrein. Sowie, wenn sie im Hause lägen. Der Umstand, dass sie eingemauert sind, kann sie vor der טומאה nicht schützen. Nur wenn sie sich in einem anderen Zelte befänden oder in einem mit צמיד שתיל verschlossenen Gefässe wären (nach Kelim 10, 1), könnten sie vor der Unreinheit bewahrt bleiben.",
+ "die in der dem reinen Hanse anliegenden Hälfte befindlichen sind rein. Gleich denen, die sich im andern reinen Zelte befinden.",
+ "die genau in der Mitte liegenden sind unrein. Aus demselben Grunde, wie in Note 53.",
+ "Wenn sich eine Unreinheit im Estrich. מעזיבה, der Estrich (vgl. Kelim 20, 5). Das Dach des Hauses bestand aus dem Gebälk und dem darüberliegenden Estrich. Zwischen diesen beiden wurde noch eine Matte (מפץ) gelegt, die man an den Balken befestigte (Kelim das.).",
+ "zwischen dem Hause und dem Söller befindet. Sie ist dort eingeengt (רצוצה), wie in Note 44 angegeben.",
+ "Ist sie in der untern Hälfte. Diese gehört zum Hause, denn der Estrich dient auch dazu, das Gebälk zu festigen, auf dass es nicht schwanke.",
+ "ist sie in der obern Hälfte. Diese gehört zum Söller.",
+ "so sind beide unrein. Vgl. Note 53.",
+ "Befindet sich eine Unreinheit in einem der beiden Räume. Im Hause oder im Söller.",
+ "und im Estrich liegen Geräte. Wie in Note 44.",
+ "die in der Mitte liegenden sind unrein. Wie oben Note 61—63 begründet.",
+ "der ganze Estrich wird zum Söller gerechnet. Er wird als Fussboden des Söllers betrachtet, vgl. B. mezia 10, 2 Note 13."
+ ],
+ [
+ "Befindet sich eine Unreinheit zwischen den Balken. Die unter dem Estrich liegen und das Gebälk des Hauses bilden. Die Unreinheit befindet sich zwischen einem Balken und dem andern.",
+ "ein Scheide-Gegenstand. Etwa eine über die Unreinheit geklebte Lehmschicht.",
+ "wie eine Knoblauchschale. D. h. die Scheidewand darf noch so dünn sein, vgl. Kelim 9, 1.",
+ "wenn dort. Wo die Unreinheit liegt.",
+ "ein freier Raum von einer Kubik-Handbreite. Über der Unreinheit.",
+ "alles. Was sich im Hause und im Söller befindet.",
+ "unrein. Da die Stätte, welche die טומאה umschliesst, als ein verschlossenes Grab betrachtet wird, welches nach VO, 9 alle Zelte, die es ringsumher berühren, verunreinigt.",
+ "als wären sie verschlossen. Als wäre sie eine eingeengte Unreinheit (טומאה רצוצה), bei der die Bestimmung von VO, 7 gilt. So Bart. und And. Nach א״ר und יו״ב ist zu erklären: Man betrachtet den Fall so, wie wenn die טומאה im Estrich verschlossen wäre, wobei nach Mischna 4 zu entscheiden ist, je nachdem die טומאה in der obern oder untern Hälfte liegt.",
+ "Ist sie im Hause sichtbar. Es ist keine Scheidewand von der Dicke einer Knoblauchschale unter der טומאה. Nach Maimon. auch, wenn eine durchsichtige Scheidewand (z. B. von Glas) darunter ist.",
+ "so ist in jedem Falle. Sowohl wenn dort ein פותח טפח ist, oder nicht. So Bart. Nach א״ר und יו״ב: Sowohl wenn die טומאה in der untern als wenn sie in der obern Hälfte liegt; oder: sowohl wenn die טומאה zwischen den Balken als auch wenn sie im Estrich liegt.",
+ "das Haus unrein. Ebenso wie wenn die טומאה im Hause läge."
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+ "Wenn ein Haus einer Wand dient. Dieser Ausdruck ist verschieden von dem oben in Mischna 3 vorkommenden Ausdruck: „eine Wand, welche dem Hause dient.“ Letzterer Ausdruck bezeichnet jede der Wände, die auf der Oberfläche der Erde stehen und einen Raum einschliessen, wobei durch die Wände das Haus gebildet wird. Wenn man aber nebeneinander zwei Vertiefungen in die Erde gräbt, so heisst die zwischen beiden verbleibende Erdschicht nicht: „eine Wand, die dem Hause dient“, da diese Wand nicht das Haus (die Vertiefung) gebildet hat, sondern es haben im Gegenteil die Vertiefungen die Wand zu Stande gebracht; man sagt daher in folgendem Falle: das Haus dient der Wand (Maimon.).",
+ "so wird sie beurteilt nach der Dicke einer Knoblauch-Schale. Hier kommt es nicht darauf an, ob die טומאה zu einem oder zum anderen Hause näher liegt, wie oben in Mischna 4, da hier die Wand nicht für das Haus gemacht worden, sondern von selbst entstanden ist.",
+ "Ist eine Wand zwischen zwei Grab-Nischen. כוך, eine Grab-Nische, eine Vertiefung in der Wand der Grabhöhle, vgl. B. batra 6, 8.",
+ "und es befindet sich eine Unreinheit in den Räumen. In der Nische oder in der Höhle.",
+ "über welchen eine Scheidewand von der Dicke einer Knoblauch-Schale. D. h. die Scheidewand darf noch so dünn sein, vgl. Kelim 9, 1.",
+ "so sind die Geräte rein. Die dünnste Scheidewand genügt, den Zutritt der טומאה zu verhindern.",
+ "die Geräte ebenfalls rein. Indessen dringt die טומאה als טומאה רצוצה in senkrechter Richtung in die. Höhe und in die Tiefe (VO, 7). Nach יו״ב gilt unsere Bestimmung auch, wenn die Höhlung, in welcher die טומאה liegt, die Weite eines טפח hat. Dagegen meint מ״א, dass in letzterem Falle die Wand, wie ein verschlossenes Grab (VO, 9) alle anliegenden Räume verunreinigt.",
+ "Befindet sich die Unreinheit unter einer Säule. Die am Eingang der Höhle steht.",
+ "so dringt die Unreinheit aufwärts und abwärts. Wie jede eingeengte טומאה, nach VO, 7. Dasselbe gilt auch von einer Säule, die an einem Hause steht und bis zum Gebälke reicht."
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+ "welche unter dem Säulenknauf. פרח (vgl. 1. Kön. 7, 26) heisst das Capitäl einer Säule wegen der daran befindlichen blumenförmigen Verzierungen.",
+ "sich befinden. Die Geräte befinden sich unter dem Knauf, während die Unreinheit unter der Säule liegt.",
+ "sind rein. Die טומאה רצוצה unter der Säule dringt nur aufwärts und abwärts, aber nicht unter dem Knauf (VO, 7).",
+ "erklärt sie für unrein. Denn der Knauf wird wie die Säule betrachtet, so dass wenn die טומאה aufwärts dringt, dieselbe auch den vom Knaufe überdachten Geräten sich mitteilt.",
+ "Befinden sich unter dem Säulenknauf. Unter dem im Freien stehenden Teile desselben. L liest בכלים st. והכלים.",
+ "wenn dort. Unter dem Knauf.",
+ "ein freier Raum yon einer Kubik-Handbreite. Das ist der Fall, wenn das Capitäl eine Handbreite von der Säule hervorragt.",
+ "unrein. Da die Geräte und die Unreinheit unter einundderselben Bedachung liegen.",
+ "rein. Selbst wenn über der טומאה eine Bedachung von einer טפח-Breite und über den Geräten ebenfalls eine solche Bedachung vorhanden ist, aber zwischen diesen beiden Bedachungen ist der herausragende Teil des Knaufs keinen טפח breit, kann die טומאה nicht auf die Geräte übergeleitet werden, vgl. 12, 3 (יו״ב).",
+ "Wenn zwei Wandschränke. פרדסקים, nach R. Hai, Maim. und Aruch, ein Wandschrank, eine Nische in der Wand, die mit einer Türe versehen ist. Im Syr. ܦܰܪܪܺܝܣܩܳܐ, dasselbe. Die Etymologie ist unsicher; vielleicht πυργίσκος, Türmchen, Schränkchen.",
+ "nebeneinander oder übereinander sich befinden. Und in einem derselben liegt eine טומאה.",
+ "wenn einer. Derjenige, in welchem die טומאה liegt.",
+ "von beiden geöffnet wird. Und der andere bleibt verschlossen.",
+ "der Schrank und das Haus. Alles, was sich in diesen Räumen befindet.",
+ "unrein. Denn die Unreinheit verbreitet sich vom Schranke aus, der doch eine Öffnung von mindestens einem Quadrat-טשח hat, nach dem Hause. Dies ist aber auch der Fall, wenn die Türe dieses Schrankes verschlossen bleibt, falls die טומאה keinen andern Ausgang hat als durch das Haus (VO, 16).",
+ "der andere aber. Was im andern Schranke, selbst in der dem Hause anliegenden Hälfte der Wanddicke, sich befindet.",
+ "bleibt rein. Denn da der Schrank einen פותח טפח hat, so wird er nicht so wie die dem Hause dienende Wand beurteilt (Mischna 3), er gilt vielmehr als besonderes Zelt, dessen Verschluss das in demselben Befindliche vor der טומאה schützt.",
+ "Man betrachtet aber. Im Falle, dass die טומאה nicht im innern Raume der Schränke liegt, sondern in einer der anliegenden Wände vergraben ist, sei es in der Wanddicke hinter den Schränken, sei es in der Wand oberhalb oder unterhalb der Schränke, sei es in der an deren Seiten liegenden Wand.",
+ "als wären sie verstopft. Als wäre der innere Raum der Nischen ganz vermauert.",
+ "und dann wird bezüglich der dem Hause mitzuteilenden Unreinheit die Wand als in zwei Hälften geteilt beurteilt. Wie in Mischna 3. Wenn also die טומאה in der dem Hause anliegenden Hälfte der Wanddicke liegt, ist alles im Hause unrein, sonst rein. Dass man den innern Raum der Nische als verstopft betrachtet, ist zunächst bezüglich der dem Hause mitzuteilenden Unreinheit von Belang. Hat z. B. die Wand eine Dicke von zwei Ellen, von denen die Nische die Hälfte (eine Elle) einnimmt, und die טומאה liegt ¼ Elle hinter der Nische vergraben, so würde, wenn man die Nische nicht als vermauert ansähe, das Haus unrein sein, da die טומאה von innen nur ¼ Elle, von aussen aber ¾ Ellen entfernt liegt. Betrachtet man aber die Nische als verstopft, so liegt die טומאה von innen5/4 Ellen, von aussen aber nur3/4 Ellen entfernt, und das Haus ist rein. Ausserdem dringt auch, wenn ein Schrank über dem andern ist und es liegt eine טומאה unter dem Boden des unteren vergraben, die טומאה, da sie רצוצה ist, nach dem obern Schrank, weil beide Schränke als vermauert betrachtet werden (vgl. VO, 7). — Wir haben die beiden letzten Sätze nach Maim. erklärt."
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+ "Wenn eine Unreinheit in der Wand ist und einen freien Raum von einer Kubik-Handbreite. S. oben 3, 7.",
+ "hat. So dass die Wand als ein verschlossenes Grab betrachtet wird (VO, 9).",
+ "so sind alle darüber befindlichen Söller. Denen diese Wand ebenfalls als Wand dient, da sie hoch bis zum Dach des obersten Söllers hinaufragt. Ferner spricht unser Satz von dem Falle, dass die Enden der Balken aller Söller in Löchern dieser unreinen Wand stecken, so dass die Balken diese unreine Wand zugleich mit dem innern Raum der Söller überdachen (יו״ב).",
+ "unrein. Denn das Gebälk jedes Söllers bringt die Unreinheit des verschlossenen Grabes (der Wand) in den innern Raum des Söllers. Ebenso ist das Zimmer unter den Söllern unrein, da ja auch dessen Gebälk die unreine Wand und zugleich den innern Raum des Zimmers überdacht. Hätte die טומאה keinen freien Raum von einem Kubik-טפח, so würde sie, wenn sie in der äussern Hälfte der Wanddicke sich befände, als טומאה רצוצה bloss in senkrechter Richtung aufwärts und abwärts, aber nicht ins Innere der Söller dringen. Befände sich die טומאה in der inneren Hälfte der Wanddicke, so würde nach 6, 3 das anstossende Zimmer unrein sein, alle anderen Räume aber würden rein bleiben (יו״ב).",
+ "Ist aber ein Söller über zwei Häuser. Zwischen denen die unreine Wand sich befindet.",
+ "gebaut. Derart, dass die unreine Wand bloss unter dem innern Raum des untersten Söllers steht.",
+ "so ist nur dieser. Der unterste Söller.",
+ "unrein. Da die Unreinheit des verschlossenen Grabes (der Wand) hineindringt.",
+ "aber alle andern darüber befindlichen Söller bleiben rein. Denn das Gebälke des untersten verhindert das Weiterdringen der טומאה.",
+ "In einer Dünen-Wand. כותל שונית, vgl. die Erklärung weiter 18, 7: „Was heisst שונית? Der Ort, wo das Meer beim Sturm hinansteigt.“ Demnach heisst der Meeresstrand, soweit das Meer bei einer Sturmflut hinaufsteigt, שונית. Ein auf diesem sandigen Boden gebildeter Sandhügel, den man als Wand zu einer Hütte benutzte, ist wohl unter כותל שונית zu verstehen. Maimon. liest שנות ,שנית oder שנותי (L. und N. haben שנות) und erklärt es mit „zweite Wand“, die man dicht neben der ersten Wand gebaut hat, und die טומאה ist zwischen beiden Wänden eingeengt (רצוצה). Nach Bart. ist כותל שונית eine dicke starke Wand, die man als Damm gegen das stürmische Meer baut; nach Andern s. תוי״ט) eine Felsklippenwand, die (ebenso wie die Düne) nicht durch Menschenhände gemacht ist.",
+ "dringt die Unreinheit. Die sich in einer Höhlung derselben befindet.",
+ "in senkrechter Richtung aufwärts und abwärts. Selbst wenn in der Höhlung ein freier Raum von einem Kubik-טפח vorhanden ist, wird nicht, wie beim verschlossenen Grabe, alles Anliegende verunreinigt. Dies ist nur bei einer durch Menschenhände gebauten Wand der Fall (vgl. א״ר und יו״ב).",
+ "Bezüglich eines massiven. D. h. nicht mit einer Höhlung versehenen.",
+ "Grabmals. נפש, ein Grabmal, ebenso im Syr. ܢܰܦܫܳܐ (vgl. Schekalim 2, Ende). Dieses steht über einem Grabe, das keinen freien Raum von einem Kubik-טפח hat.",
+ "weil die Unreinheit nur senkrecht aufwärts und abwärts dringt. Wie eine טומאה רצוצה (VO, 7).",
+ "Ist aber am Orte der Unreinheit. Im Grabe (Maim.) oder im Sarge (Bart., vgl. Tos. B. batra 100b v. ורומן) vgl. VO 9.",
+ "was jenes. Das Grabmal.",
+ "weil es einem verschlossenen Grabe gleicht. Die Unreinheit des Grabmals gleicht der des darunter befindlichen Grabes (vgl מ״א).",
+ "Hat man daran. An das massive Grabmal, das über einem Grabe steht, das keinen חלל טפח hat (Maim.).",
+ "Lauben gesetzt. So dass das Grabmal den Lauben als Wand dient.",
+ "so sind sie. Die Lauben.",
+ "unrein. Denn das Grabmal ist eine Zeltwand geworden; es befindet sich demnach die Unreinheit in einem Zelte und verunreinigt dasselbe.",
+ "Jehuda erklärt sie. Die Lauben.",
+ "für rein. Denn das Grabmal gehört zum Grabe und wird nicht als Wand des Zeltes betrachtet, und da das Grabmal an den Seiten rein ist, so verunreinigt es nicht die Lauben. So nach Maim. Dagegen erklären ראב״ד und Andere, dass die Bestimmung über die Lauben sich auf das unmittelbar Vorhergehende bezieht, wo die Unreinheit einen חלל טפח hat. Dennoch erklärt R. Jehuda die Lauben für rein, weil die Lauben nur neben dem Grabmal stehen und darauf gestützt sind (vgl. יו״ב)."
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+ "Alle schrägen Teile der Zelte. Selbst diejenigen Teile, die nicht eine Handbreite hoch sind.",
+ "sind wie die Zelte selbst. Wie die Teile des Zeltes, welche das für ein Zelt bestimmte Mass, nämlich einen טפח in der Länge und ebensoviel in der Breite und in der Höhe messen. Hat ein Teil des Zeltes dieses Mass, so sind alle anderen Teile, wenn sie auch nicht dieses Mass haben, ebenso wie der erstere Teil zu betrachten.",
+ "dass sie am Ende nur eine Fingerbreite hoch. Vom Fussboden entfernt.",
+ "wenn eine Unreinheit im Zelte. Wo die Bedachung einen טפח vom Boden entfernt ist.",
+ "die Geräte unter dem Abhang. Wo die Bedachung nur eine Fingerbreite hoch liegt.",
+ "befindet sich eine Unreinheit unter dem Abhang. Wo die Bedachung nur eine Fingerbreite hoch liegt.",
+ "so sind die Geräte im Zelte. Wo die Bedachung einen טפח vom Boden entfernt ist.",
+ "unrein. Obwohl die טומאה unter einer Bedachung ist, die keinen טפח hoch liegt, so gilt sie doch nicht als טומאה רצוצה (VO 7), weil der Raum unter dieser Bedachung als Teil des andern einen טפח hoch liegenden Zeltes betrachtet wird.",
+ "Wenn die Unreinheit inwendig. Im innern Raum des Zeltes, sei es im hohen, sei es im niedrigen Teile (so nach ר״ש und ראב״ד). Nach Maimon. spricht unsere Stelle nur vom schrägen Teile (שיפוע), der keinen טפח hoch ist.",
+ "wer das Zelt. Nachdem der Tote bereits aus demselben entfernt wurde (ר״ש und יו״ב). Nach ראב״ד nur während der Tote noch darin ist; nach Maim. gelten unsere Bestimmungen in beiden Fällen. Jedenfalls spricht man hier von einem Zelte, das nach VO 21 durch eine Toten-Unreinheit selbst für sieben Tage unrein wird.",
+ "siebentägig unrein. Denn das Zelt ist wie der Tote ein אבי אבות הטומאה (nach Maim. VK 5), der dasselbe berührende Mensch wird also אב הטומאה (VK 4), wird also siebentägig unrein (VO 3). Nach ראב״ד wird der Mensch nur אב הטומאה, wenn er das Zelt berührt, während der Tote darin ist, wegen טומאה בחבורין, nach VO 25 (vgl. ס״ט). Der Satz חרב הרי היא כחלל gilt nur für Metallgeräte (VK 5).",
+ "wer es von aussen berührt. Die Aussenseite des Zeltes wird wie ein anderes Gerät betrachtet, das nur אב הטומאה ist, vgl. 1, 2 Note 11.",
+ "ist unrein bis zum Abend. Nach 1, 2, Note 12.",
+ "siebentägig unrein. Nach Maimon. weil die Aussenseite ein אבי אבות הטומאה und der Berührende (auch nach der Entfernung des Toten) ein אב הטומאה wird; nach ראב״ד wird der Berührende nur wegen טומאה בחבורין ein אב הטומאה (wie in Note 32 angegeben).",
+ "wer es von innen berührt. Die innere Seite wird in diesem Falle wie ein anderes Gerät betrachtet. Indessen ist das Zelt selbst, sowohl von innen als von aussen, ein אב הטומאה und sieben Tage unrein, ebenso auch im Falle von Note 33.",
+ "ist unrein bis zum Abend. Nach 1, 2, Note 12.",
+ "Befindet sich eine halbe Olivengrösse innerhalb und eine halbe Olivengrösse ausserhalb. In diesem Falle ist das Zelt selbst siebentägig unrein, da man die beiden halben Olivengrössen miteinander verbindet, nach der Ansicht der Weisen in 3, 1.",
+ "nur bis zum Abend unrein. Denn wenn auch bezüglich des Zeltes selbst die innere und äussere Seite als ein Gerät gilt (das zwei halbe כזית berührt hat), so werden diese beiden Seiten bezüglich des sie Berührenden wie zwei Geräte angesehen, und jede Seite ist nur so unrein, wie die Geräte, welche die vom Toten verunreinigten Geräte berühren (1, 2), wobei derjenige, der die ersteren berührt, nur bis zum Abend unrein wird (das. Note 12). So ר״ש; eine andere Begründung in יו״ב.",
+ "Schleppt sich. מרודד, (von רדד, niedertreten) niedergedrückt.",
+ "ein Teil des Zeltes. Des über dem Zelte liegenden Teppichs.",
+ "an der Erde hin. So dass gar kein freier Raum zwischen dem Teppich und der Erde vorhanden ist, oder, wenn ein solcher vorhanden ist, derselbe nicht mit dem innern Raum des Zeltes in Verbindung steht.",
+ "und es liegt eine Unreinheit darunter. Unter dem an der Erde sich hinschleppenden Teile.",
+ "oder darüber. Sie liegt auf diesem Teile.",
+ "so dringt diese nur senkrecht aufwärts und abwärts. So dass zwar das Zelt selbst (nach VO 21) unrein ist, aber wer hineingeht, ohne das Zelt zu berühren, rein bleibt; denn etwas, das bloss durch Berührung einer Toten-Unreinheit unrein geworden, bewirkt keine טומאת אהל, selbst wenn es (wegen חרב הרי הוא כחלל) ein אב הטומאה ist (VO 4).",
+ "Wenn ein Zelt auf einem Söller ausgespannt ist und ein Teil. Des Zeltteppichs.",
+ "sich hinschleppt über die Luke zwischen dem Hause. In welchem eine Toten-Unreinheit sich befindet.",
+ "Es schützt. Der die Luke bedeckende Teil des Teppichs schützt den Söller, dass die im Hause befindliche טומאה nicht in den Söller dringe.",
+ "wie ein Zelt gewöhnlich ausgespannt ist. Denn nach 8, 3 kann ein Teppich nur dann vor der טומאה schützen, wenn er als Zelt ausgespannt ist. R. Jose dagegen ist der Ansicht, dass in unserem Falle der Teppich schützt, weil er einerseits ein Zeltteppich ist, andererseits die Luke des Hauses bedeckt und daher mit dem Hause zusammen als ein Zelt betrachtet werden kann."
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+ "Wenn ein Toter. Erubin 68 a und Parallelst.",
+ "woran viele Türen sind. Wiewohl alle verschlossen sind.",
+ "so sind alle. Alle Türen, d. h. der Raum unter den Oberschwellen.",
+ "unrein. Denn die Türe, durch welche der Tote hinausgetragen werden soll, ist unrein, nach VO 13. Solange man aber nicht bestimmt hat, durch welche Türe der Tote hinausgetragen werden soll, sind alle unrein.",
+ "Ward eine geöffnet. Obgleich sie von selbst (etwa durch den Wind), aufgegangen ist.",
+ "alle andern aber sind rein. Von nun ab; was aber vorher unter den andern Oberschwellen gelegen hat (bevor die eine Türe geöffnet wurde), ist unrein (יו״ב)",
+ "Hat man beschlossen. D. h. man hat dies ausgesprochen, vgl. Kelim 25, 9 und B. Mezia 3, 12 Note 71.",
+ "welches vier Handbreiten im Quadrat gross ist. Dieses Mass ist nötig für einen Toten; für eine Olivengrösee von einem Toten genügt ein טפח im Quadrat (oben 3, 6).",
+ "so schützt dies alle Türen. Die noch verschlossen geblieben.",
+ "bevor der Tote gestorben ist. Denn nachdem einmal alle Türen unrein geworden, kann ein Beschluss die Unreinheit nicht beseitigen; es sei denn, dass eine Türe tatsächlich geöffnet worden.",
+ "Auch wenn er bereits gestorben ist. Genügt der Beschluss, die Unreinheit von nun ab (Note 53) zu beseitigen.",
+ "War einer der Eingänge zugebaut worden. Mit Steinen vermauert, während die anderen Eingänge bloss mit Türen verschlossen waren.",
+ "wenn man. An diesem vermauerten Eingang.",
+ "Sobald man die Öffnung begonnen hat. Nach beiden Ansichten genügt hier nicht der blosse Beschluss, den vermauerten Eingang zu öffnen; denn wo es noch der Arbeit bedarf, kann ein Gedanke nicht einmal verunreinigungsfähig machen (Kelim 26, 7), umsoweniger kann er Reinheit verursachen (מ״א).",
+ "machen will. Es war an dieser Stelle gar kein Eingang, und er will jetzt einen solchen herstellen.",
+ "machen muss. Sonst sind die anderen Türen nicht vor der Unreinheit geschützt."
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+ "aus einem Hause in ein anderes bringt. Und eine kurze Zeit, nachdem sie ins andere Haus gekommen, gebärt sie ein totes Kind.",
+ "so ist das erstere. Das Haus, aus dem man sie weggebracht.",
+ "wegen Zweifels unrein. Wiewohl ein im Innern des Mutterleibes eingeschlossenes totes Kind nicht verunreinigt (vgl. Kelim 8, 5 Note 37, Chullin 4, 3 Note 14), so ist das erste Haus dennoch unrein, weil es zweifelhaft ist, ob nicht bereits im ersten Hause der Kopf des toten Kindes herausgetreten war, wobei es schon als geboren gilt und das Haus verunreinigt.",
+ "und das zweite ist gewiss unrein. Dies ist selbstverständlich. Doch meint א״ר, die Mischna will sagen, selbst die Geräte, die man vor der Geburt des toten Kindes aus dem Hause weggeschafft, seien gewiss unrein, denn wir nehmen an, die Gebärmutter habe sich gleich beim Eintreten ins Haus geöffnet.",
+ "Wenn sie unter den Armen. גפים, Flügel, bedeutet auch Arme (wie ala); vgl. Sabbat 129 a.",
+ "gefasst werden musste. Weil sie nicht gehen konnte; da steht zu befürchten, dass das tote Kind bereits im ersten Hause herausgetreten ist.",
+ "wenn sie aber selbst gehen konnte. Vom ersten Hause ins zweite Haus.",
+ "ist es nicht möglich zu gehen. Es hat also sicherlich die Gebärmutter sich nicht im ersten Hause geöffnet.",
+ "Bei Fehlgeburten wird dieses Öffnen der Gebärmutter. Wovon R. Jehuda gesprochen hat.",
+ "wie ein Spindelwirtel. פיקה (vgl. Kelim 11, 6, Note 55). Nach Bechorot 22 a ist hier ein Wirtel gemeint, der heim Spinnen der Zettelfäden gebraucht wird; (beim Spinnen der Einschlagfäden wird ein grösserer Wirtel gebraucht). Nur wenn der Kopf der Fehlgeburt diese Grösse hat, ist das Gehen ein Zeichen, dass sich die Gebärmutter noch nicht geöffnet hat. Ist der Kopf aber kleiner, so kann die Frau noch gehen, trotzdem die Gebärmutter sich geöffnet hat; das erste Haus ist also auch, wenn die Frau ins zweite Haus gehen konnte, unrein."
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+ "Ist. Bei einer Zwillingsgeburt.",
+ "so ist dieses. Wenn vor seiner Geburt das tote Kind aus dem Hause geschafft worden.",
+ "rein. Es ist nicht siebentägig unrein; denn solange das Kind im Mutterleibe eingeschlossen war, konnte es durch das tote Kind nicht verunreinigt werden (als טהרה בלועה, Chullin 71 a), und nachdem es geboren war, hatte man das tote Kind schon aus dem Hause geschafft. Indessen da die Mutter, die mit dem toten Kinde unter ein und demselben Zelte sich befand, siebentägig unrein geworden, so ist das lebende Kind bei der Geburt durch Berührung der Mutter bis zum Abend unrein geworden (1, 1, Note 8).",
+ "so ist das erste. Selbst wenn man es vor der Geburt des toten Kindes aus dem Hause geschafft.",
+ "unrein. Denn sobald die Gebärmutter bei der Geburt des lebenden Kindes sich geöffnet, wird dieses durch das tote Kind, das später ebenfalls herauskommen wird, verunreinigt (VO 13), vgl. aber auch יו״ב.",
+ "in einer Eihaut. שפיר, die Haut, in der das Embryo liegt.",
+ "ist es unrein. Denn in diesem Falle hat sich die Gebärmutter zwischen der Geburt des ersten lebenden Kindes und der des zweiten toten Kindes nicht geschlossen, so dass ersteres durch letzteres unrein geworden ist.",
+ "ist es rein. Wenn die Zwillinge in zwei Häuten herauskommen, schliesst sich die Gebärmutter nach dem Heraustreten des ersten lebenden Kindes, so dass dieses nicht durch das noch im Mutterleibe befindliche tote Kind verunreinigt wird (so nach א״ר und יו״ב, anders Bart.)."
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+ "Wenn ein Weib schwer gebärt. Und dadurch in Lebensgefahr schwebt.",
+ "zerschneidet man das Kind im Mutterleibe und holt es stückweise heraus. Solange das Kind nicht geboren ist, darf man es töten, um die Mutter zu retten.",
+ "Ist aber. Sanhedrin 72 b, Jerusch. das. VIII Ende, Jerusch. Ab. sara 2, 2.",
+ "der grösste Teil. Tos. Sanhed. 59a v. ליכא liest ראשו statt רובו. Nach Bart. und A. gilt unsere Bestimmung, sobald die Stirne herausgekommen ist.",
+ "darf man es nicht mehr verletzen. Denn dann gilt das Kind als bereits geboren, und man darf es, selbst um ein anderes Menschenleben zu retten, nicht töten.",
+ "denn man darf nicht ein Leben. Das Leben des Kindes.",
+ "für ein anderes. Für das Leben der Frau."
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+ "Manche Dinge bringen die Unreinheit. Wenn unter einem dieser Dinge eine Toten-Unreinheit und ein anderer Gegenstand gleichzeitig sich befinden, so wird von jenem die Unreinheit auf diesen Gegenstand übergeleitet, nach VO 5,",
+ "und können auch eine Scheidewand bilden. Wenn dieselben, sei es aufrecht stehend, sei es in horizentaler Lage, zwischen der Unreinheit und einem reinen Gegenstande sich befinden, so schützen sie letztern vor der Unreinheit, nach VO 8 und 15.",
+ "Eine Kiste. השידה bis ביבש, s. Kelim 15, 1.",
+ "welche. Diese Bestimmung bezieht sich auf alle vorher genannten Dinge.",
+ "ein Schurzfell. סקורטיא und קטבליא s. Kelim 16, 4, Note 41 und 44.",
+ "eine Bett-Unterlage. סקורטיא und קטבליא s. Kelim 16, 4, Note 41 und 44.",
+ "ein Laken. Nach Tos. Sabbat 27 b v. ואין ist hier von einem seidenen Laken die Rede; nach ר״ש von einem leinenen.",
+ "eine Decke. מפץ, Kelim 27, 2, Note 25.",
+ "oder Matte. מחצלת, Kelim 17, 17, Note 171.",
+ "die wie Zelte gemacht sind. D. h. sie sind als Dach über Wände ausgespannt. Diese Bestimmung bezieht sich auf die sechs letztgenannten Dinge, die doch als Geräte selbst verunreinigungsfähig sind und nach VO 19 nicht schützen sollten; wenn sie aber über Wänden als Dach ausgespannt sind, schützen sie. Nach Tos. l. c. ist mit dieser Bestimmung gemeint, dass sie am Erdboden befestigt sind.",
+ "eine Heerde von unreinem oder reinem Vieh. Die dicht gedrängt beisammen stehen.",
+ "Scharen. מכונה hat nach Maim. beim Wild dieselbe Bedeutung wie עדר beim Vieh. Nach Ar., רא״ש und Andern bedeutet es „Wohnstätte“ (wie מכון), Nest.",
+ "von Wild oder Geflügel. Nach L und N ist ועוף zu streichen.",
+ "ein ruhender Vogel. Nach Maim. muss der Vogel an der Stelle angebunden sein; nach ר״ש ist dies nicht nötig.",
+ "oder wenn eine Frau eine Laube für ihr Kind. Das sie mit aufs Feld nimmt, während sie erntet. And. LAA. statt לבנה vgl. bei ט״ש und יו״ב.",
+ "in den Ähren macht. Um es vor der Sonne zu schützen.",
+ "die Schwertlilie. אירוס = Ἶρις.",
+ "der Epheu. l. קיסוס = κισσός.",
+ "das Eselskraut. Nach R. Hai: Eselsgurken: nach Ar. identisch mit פקעת שדה (2. Kön. 4, 39).",
+ "der griechische Kürbis. Alle hier aufgezählten Kräuter haben besonders breite Blätter. Übrigens handelt es sich hier um Kräuter, die noch am Boden haften und daher nicht verunreinigungsfähig sind (VK 17), siehe weiter M. 5.",
+ "und reine Speisen. Damit sind gemeint Speisen, die nach VK 17 noch nicht zum Annehmen der טומאה vorbereitet sind.",
+ "gibt es bei reinen Speisen nicht zu. Weil man solche gewöhnlich nicht als Schutzdach (אהל) gebraucht.",
+ "ausser bei Feigenkuchen. Diese pflegte man als Schutzdach zu gebrauchen (Tosefta)."
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+ "Die Vorsprünge. זיז, ein Vorsprung von Stein oder Holz, der aus einer Wand herausragt, B. batra 3, 6.",
+ "die Altanen. גיזריות; Einige lesen: כסוסטראות (vgl. מ״ש). Auch in B. batra 3, 8 stehen זיזין und גזוזטראות beisammen, vgl. die Erklärung das. Über den Unterschied zwischen זיזין und גזריות vgl. weiter 14, 1.",
+ "die Taubenschläge. שובך, ein Taubenschlag, der aus der Wand herausragt und eine Bedachung über der Erde bildet (Maimon.).",
+ "die Felsenspitzen und Felsenklüfte. Vgl. Abschn. 3, Ende.",
+ "die Überhänge. גהרים (von גהר, sich niederbeugen), die Überhänge der Wände. Nach einer and. LA. (Aruch) heisst es הגחרים (aus dem arab. جحر) Höhlen, Grotten.",
+ "die Klippen. שננים, L: שננות, Mehrz. von שן סלע, Felsenklippe (Maim.),",
+ "Baumgezweig und herausragende Steine. Deren Erklärung weiter folgt.",
+ "wenn sie einen leichten Estrich. מעזיבה רכה, nach Maimon. und Bart.: ein leichter Estrich aus Weiden oder Schilf und ein wenig Lehm darüber. Nach einer anderen LA. heiset es מעזיבה רכה: ein schwerer Estrich (vgl. מ״ש). Nach יו״ב heisst מעזיבה רכה ein weicher Estrich. Es wird erfordert, dass die Zweige (resp. Steine) so eng nebeneinander sind, dass auch ein weicher Estrich nicht durchfalle.",
+ "Einen mittleren Estrich. Es muss so stark sein, dass es einen mittleren Estrich tragen kann; wenn es aber nur einen leichten tragen kann, bringt es nicht die Unreinheit und schützt nicht.",
+ "Baumgezweig. Nasir 54 b; Nidda 57 a.",
+ "der über die Erde eine Laube bildet. Dessen Zweige sich zur Erde hinabbiegen, so dass unter denselben eine Laube gebildet ist.",
+ "die aus der Mauer herausragen. Und eine Bedachung von mindestens einer טפח-Breite bilden, wenn auch die Steine durch kleine Zwischenräume von einander getrennt sind."
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+ "Eine Kiste. השידה bis ביבש, s. Kelim 15, 1.",
+ "welche. Diese Bestimmung bezieht sich auf alle vorher genannten Dinge.",
+ "keinen Boden haben. Sie haben keinen breiten flachen Boden, so dass sie nicht an einem Orte zu ruhen bestimmt sind.",
+ "oder wenn sie nicht vierzig Seah Flüssiges oder zwei Kor Trockenes fassen können. So dass sie auch gefüllt von Ort zu Ort getragen werden können und demnach Unreinheit annehmen. Alles aber, was Unreinheit annimmt, kann nicht vor der Unreinheit schützen (VO 19).",
+ "eine Bett-Unterlage. סקורטיא und קטבליא s. Kelim 16, 4, Note 41 und 44.",
+ "eine Decke. מפץ, Kelim 27, 2, Note 25.",
+ "oder Matte. מחצלת, Kelim 17, 17, Note 171.",
+ "die. Diese Bestimmung bezieht sich auf die sechs letztgenannten Dinge.",
+ "nicht wie Zelte gemacht sind. Vgl. oben Note 9.",
+ "totes Vieh oder Wild. Diese sind selbst unrein (VK 6 Ac) und können daher nicht vor der Unreinheit schützen.",
+ "und unreine Speisen. Speisen, die zur Annahme der טומאה vorbereitet sind (s. Note 20), und daher jetzt durch die Toten-Unreinheit verunreinigt werden und nicht zu schützen vermögen.",
+ "Diesen. Diesen bisher genannten Dingen, die im Gegensatz zu den in Mischna 1 aufgezählten Dingen stehen.",
+ "Die vom Menschen getriebene Mühle. D. i. eine kleine Handmühle, während die grosse Mühle von Tieren getrieben wurde. Nach ר״ש und Bart. ist hier die Rede von einer Handmühle, die Unreinheit annehmen kann. Nach Maim. dagegen schützt auch eine steinerne Handmühle nicht (trotzdem sie nicht verunreinigungsfähig ist, VK 15), weil man dieses Gerät, das leicht beweglich ist, nicht an demselben Ort für immer stehen lässt."
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+ "Ein ausgebreiteter Aufzug. Zettelfäden, die derart ausgespannt sind, dass sie einen unreinen Raum von einem reinen scheiden, schützen letzteren vor der Unreinheit. Dagegen wenn dieser Aufzug gleichzeitig einen Toten und Geräte überdacht, weiden die Geräte nicht unrein; denn nur ein fertiges Gewebe kann als Zelt die טומאה bringen.",
+ "Stricke eines Bettes. Das Strickgeflecht, welches um die Stangen des Bettrahmens gelegt wird, vgl. Kelim 16, 1, Note 14.",
+ "Lastkörbe. Vgl. Kelim 24, 9.",
+ "und Fenstergitter. Alle hier genannten Geräte sind gelöchert. Nur darf kein Loch einen טפח im Quadrat messen; vgl. Chullin 125 b."
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+ "welche noch am Boden haften. Weil diese Pflanzen nicht auch im Winter bestehen bleiben (Maim). Nach Tos. Sukka 13a v. ירקות: weil sie vom Winde hin und her bewegt werden.",
+ "mit Ausnahme der (oben. In M. 1.",
+ "aufgezählten Kräuter. Die im Sommer und Winter am Boden bestehen bleiben.",
+ "ein Hagelstein. כיפת, von כיפא ,כיף, Fels, Stein.",
+ "Eis. גליד (Targ. zu קיפאון, Sach. 14, 6), Frost, Eis.",
+ "Salz. Alle diese Dinge gelten nicht als Zelte, weil sie zerfliessen und nicht bestehen bleiben.",
+ "was von einem Ort zum andern. Über die טומאה hinweg.",
+ "springt. דלג heisst, wenn man mit einem Fuese hinwegspringt, während der andere Fuss auf der Erde ruht.",
+ "und was von einem Ort zum andern. Über die טומאה hinweg.",
+ "hüpft. קפץ bedeutet mit beiden Füssen gleichzeitig wegspringen (Maimon.), vgl. ס״ט.",
+ "ein fliegender Vogel. Tos. Erubin 30 b. v. ומר.",
+ "ein flatternder Mantel. Der vom Winde durch die Luft getragen wird. S. Tos. Nasir 55 a.",
+ "was dasselbe festhalten kann. Dass es sich nicht hin und her bewege. S. Sabbat 101 b.",
+ "oder hat man auf den Mantel einen Stein gedrückt. Auf das eine Ende, während das andere vom Winde bewegt wird und ein Zelt bildet.",
+ "so bringen sie die Unreinheit. Doch können sie nicht schützen; so יו״ב; nicht so מ״א.",
+ "Ein Haus auf dem Schiffe. Wenn man z. B. auf dem Schiffe eine Hütte errichtet hat (vgl. Sukka 22 b).",
+ "bringt nicht die Unreinheit. Weil es beim Seewind nicht bestehen bleibt (ס״ט). Nach Andern will R. Jose nur sagen, dass das Haus auf dem Schiffe dem Schiffe gleicht, das, weil beweglich, die Unreinheit nicht bringt."
+ ],
+ [
+ "Wenn zwei Fässer. Irdene.",
+ "mit einem anschliessenden Deckel. Nach Kelim 9, 7, Note 76.",
+ "so sind sie. Die Fässer.",
+ "rein. Da doch jedes Fass mit צמיד פתיל verschlossen ist, welches, selbst wenn ein ganzes זית im anderen Fasse wäre, das Eindringen der טומאה verhindern würde; umsomehr ist dies hier der Fall, da bloss ein halb זית im andern Fasse sich befindet.",
+ "und das Haus unrein. Denn der צמיד פתיל schützt bloss die im Gefässe befindlichen Dinge vor Verunreinigung, verhindert aber nicht, dass eine im Gefässe befindliche טומאה hinausdringe und andere Dinge verunreinige (Kelim 8, 6, Note 48). Die beiden halben זית werden auch mit einander verbunden, nach 3, 1.",
+ "so ist dieses. Das nicht mehr durch צמיד פתיל geschützt ist.",
+ "und das Haus. Nach Note 66.",
+ "aber das andere ist rein. Da es durch צמיד פתיל geschützt ist.",
+ "Ebenso verhält es sich bei zwei Zimmern. In deren jedem ein halb זית eines Toten sich befindet.",
+ "die. Jedes von beiden.",
+ "gegen das Haas. Jedes hat eine Türe nach dem Hause und sonst keinen Ausgang.",
+ "zu öffnen sind. Wenn auch die Türen verschlossen sind, ist das Haus dennoch unrein wegen סוף טומאה לצאת, vgl. 4, 1, Note 12. Die Zimmer sind aber rein, da in jedem nur ein halb זית sich befindet und die Türen verschlossen sind, so dass die טומאת vom Hause aus nicht eindringt, vgl. 4, 1."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn ein Bienenkorb. כורת, ein zylinderförmiger Korb, dessen eine Grundfläche (der Boden) fest ist, während die andere (die Mündung) geöffnet werden kann und hier als offen vorausgesetzt wird. Es handelt sich hier jedenfalls um einen Korb, der nicht verunreinigungsfähig ist. Nach Maim. ר״ש und A. ist der Korb so gross, dass er 40 Seah fasst, so dass er nach Kelim 15, 1 keine Unreinheit annimmt. Doch wird dagegen eingewendet, dass ja solche Geräte nach 8,1 auch vor der טומאה schützen (חוצצין), während hier vorausgesetzt wird, dass der Korb nicht חוצץ ist. Diesem Einwand begegnet מ״א damit, dass ein so grosses Gerät zwar im Freien als אהל betrachtet wird und חוצץ ist; jedoch im Hause, das ein festes Zelt (אהל קבע) ist, kann ein solches bewegliches Zelt (אהל עראי) nicht schützen (vgl. Sukka 21b). — Andere Erklärer jedoch (א״ר ,ראב״ד) nehmen an, dass hier nicht von einem 40 Seah fassenden Korbe die Rede ist, sondern von einem, der aus einem anderen Grunde keine טומאה annimmt, entweder weil er Löcher (Fluglöcher) hat (א״ר), oder weil er aus nicht verunreinigungsfähigem Material (VK 15) gefertigt ist.",
+ "in der Türe eines Hauses steht. Und zwar auf der Seite, d. h. auf dem Zylinder-Mantel liegend.",
+ "und zwar mit der Mündung nach aussen. Und mit dem Boden nach innen.",
+ "und es liegt eine Olivengrösse vom Toten draussen unter. So dass diese eine טומאה רצוצה ist (VO 7), da unter dem Korbe kein חלל טפח vorhanden ist.",
+ "oder über dem Korbe. Unter freiem Himmel.",
+ "was gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "der Olivengrösse darunter oder darüber liegt. Nach Maimon. auch was im Innern des Korbes gerade gegenüber der Unreinheit liegt; dagegen nach ר״ש und Bart. ist im Innern des Korbes alles rein.",
+ "unrein. Wenn die Unreinheit unter dem Korbe liegt, verunreinigt sie als טומאה רצוצה alles in senkrechter Richtung (bloss das im Korbe Befindliche wird nach ר״ש und Bart. durch den Korb geschützt). Wenn aber die Unreinheit über dem Korbe liegt, so ist sie, als unter freiem Himmel liegend, zwar Dicht בוקעת ויורדת (VO 7); doch verunreinigt sie bis zum Erdboden alles, was ihr gerade gegenüber liegt (vgl. 10, 6); der Korb kann vor der Unreinheit keinen Schutz gewähren, nach Abschn. 6, 1.",
+ "was nicht derselben gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "ferner was im Korbe ist. Nach ר״ש und Bart. (Note 8) auch wenn es gerade gegenüber der Unreinheit liegt, weil der Korb alles, was in demselben ist, vor der Unreinheit schützt; nach Maim. nur wenn es nicht gerade gegenüber der Unreinheit liegt.",
+ "und das Haus. Alles was sich im Hause befindet.",
+ "sind rein. Denn alles was neben einer טומאה רצוצה liegt, ohne diese zu berühren, ist rein (VO 7).",
+ "so ist nur das Haus. Auch was unter dem im Hause befindlichen Teil des Korbes liegt (מ״א).",
+ "unrein. Dagegen sind die Geräte im Korbe rein, da dessen Mündung nach aussen steht.",
+ "ist sie im Korbe. Einerlei, ob in dem Teile, der im Hause ist, oder in dem, der draussen ist.",
+ "so ist alles. Was im Korbe, unter oder über dem Korbe, oder im Hause sich befindet.",
+ "unrein. Da nach 6, 1 ein Gerät wohl als Zelt wirkt, zu verunreinigen, aber nicht vor Unreinheit zu schützen, so bringt der obere Teil des Korbes als Zelt die Unreinheit an alle genannten Orte, weil die obere und untere Mantel-Fläche sowie der Boden des Korbes vor der Unreinheit keinen Schutz bieten (Maim., מ״א ,א״ר, anders ר״ש und Bart.)."
+ ],
+ [
+ "Steht ein solcher Korb eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und eine Unreinheit ist darunter. Von da kommt die טומאה auch ins Haus, da dieser Raum mit dem Hause ein אהל bildet. Ebenso nach oben, da der Korb nicht schützt (nach 6, 1).",
+ "oder im Hause. Von da kommt die טומאה unter den Korb (nach Note 18), und von hier nach oben (das).",
+ "oder darüber. S. Note 15. Von da kommt die טומאה unter den Korb (nach Note 8), und von hier nach dem Hause und überallhin nach oben, da sobald die טומאה unten ist, das untere Zelt als mit טומאה angefüllt betrachtet wird.",
+ "so ist alles unrein. Was unter oder über dem Korbe oder im Hause liegt.",
+ "ausgenommen was im Korbe ist. Weil der Korb als nicht verunreinigungsfähiges Gerät (Note 1) alles, was darin sich befindet, vor Unreinheit schützt (s. aber Note 8 und מ״א).",
+ "so ist alles. Was im Korbe, unter oder über dem Korbe, oder im Hause sich befindet.",
+ "unrein. Nach Note 16."
+ ],
+ [
+ "Wobei sind obige Worte. Dass der Korb vor der Unreinheit nicht schützt.",
+ "Wenn der Korb noch als Gerät gilt. Er ist nicht derart beschädigt, dass er nicht mehr als Gerät gelten kann.",
+ "und lose. מחלחלת (bezieht sich auf כורת) lose stehend, vgl. Kelim 10, 3.",
+ "steht. Er steht so lose zwischen den Türpfosten, dass er nicht zusammen mit den Zelt-Wänden wie ein Zelt schützen kann, nach 5, 5 Ende. Wir folgen hier der Erklärung des R. Josua Heller in seiner Schrift מעיני יהושע (Wilna 1879). Die anderen Erklärer erklären מחולחלת mit „gelöchert“, „mit Löchern versehen“; Maim. fasst es als „hohl“, „inwendig nicht mit Stroh ausgefüllt.“ Alle diese Erklärungen bieten grosse Schwierigkeiten, die in obiger Schrift ausführlich dargelegt sind.",
+ "ist er aber durchbrochen. Am Boden, so dass er nichts mehr aufnehmen könnte und deshalb den Charakter eines כלי verloren hat und als Zelt (אהל) zu betrachten ist, so תוי״ט (anders מ״א und יו״ב).",
+ "und mit Stroh zugestopft. Dies macht ihn nicht wieder zum כלי, da dies keine vollständige Reparatur ist; indessen bewirkt doch diese Verstopfung soviel, dass die טומאה nicht durch die Öffnung eindringen kann (vgl. 8, 1).",
+ "oder steht er gedrängt. אפוצה, die Tosefta hat אפוסה (vom arab. عغص, zusammendrücken), gedrängt stehend. In Jer. Pesach. I, 27 c wird מחוללות und אפוצות von Fässern gebraucht, die in Zwischenräumen, resp. gedrängt nebeneinander stehen. Entsprechend den in Note 27 angeführten divergierenden Erklärungen zu מחלחלת sind auch die Deutungen von אפוצה verschieden. Nach Maim. bedeutet es „ausgestopft“ mit Stroh, so dass kein חלל טפח im Innern vorhanden ist. Die anderen Erklärer fassen es als „zugemacht, verschlossen“; die Löcher sind alle so zugemacht, dass kein טפח offen geblieben.",
+ "wann heisst er gedrängt stehend. Wie viel Zwischenraum darf zwischen dem Korbe und der Wand sein, dass ersterer noch als gedrängt stehend bezeichnet werden kann.",
+ "wenn er auf keiner Seite. Der Wände.",
+ "einen Zwischenraum von einer Handbreite hat. Ein Zwischenraum von weniger als einer Handbreite wird bezüglich der Unreinheits-Vorschriften als nicht vorhanden betrachtet, wie wenn die beiden getrennten Gegenstände mit einander verbunden (לבוד) wären (vgl. מ״א); vgl. auch oben Abschn. 5, Note 89 und 76 (etwas abweichend bei מעיני יהושע).",
+ "Liegt eine Olivengrösse vom Toten unter dem Korbe. Als טומאה רצוצה (VO 7).",
+ "was dieser gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "abwärts bis zum Abgrund liegt. Dagegen kann die טימאה nicht nach aufwärts und nicht einmal in das Innere des Korbes dringen, da der Korb als Zelt gilt, das vor der טומאה schützt.",
+ "liegt die Unreinheit über dem Korbe. Im Freien.",
+ "unrein. Nach VO 7; nach unten dringt die טומאה nicht, da der Korb schützt.",
+ "so ist nur das Haus unrein. Nach מהר״ם bei תוי״ט auch was unter dem im Hause befindlichen Teile des Korbes ist; doch wird dies von מ״א bestritten.",
+ "unrein. Denn da der Korb als Zelt betrachtet wird, so kann die טומאה nicht in einen anderen Raum hinausdringen, es sei denn, dass es durch eine Türe oder ein Fenster mit demselben verbunden ist."
+ ],
+ [
+ "Steht ein solcher Korb. Wie er in Mischna 3 (Note 28 bis 33) bezeichnet ist.",
+ "eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und eine Unreinheit ist darunter. Von da kommt die טומאה auch ins Haus (wie in Note 18 angegeben), aber nicht nach oben, da in unserem Falle der Korb als Zelt gilt und schützt.",
+ "oder im Hause. Von da kommt die טומאה unter den Korb (wie in Note 19), aber nicht nach oben (nach Note 41).",
+ "das Innere. Dieses wird von dem allseitig verschlossenen Korbe geschützt. Sogar der Teil des Innern, der im Hause ist, ist rein.",
+ "des Korbes und was darüber. Nur auf dem ausserhalb des Hauses befindlichen Teil. Das dort Liegende wird nach Note 41 und 42 durch den Korb geschützt.",
+ "so ist nur dieses Innere unrein. Wie oben Note 39.",
+ "unrein. Wie in Note 37."
+ ],
+ [
+ "Wobei gelten obige Worte. Die in den 4 ersten Mischna’s gegebenen Bestimmungen.",
+ "Wenn die Mündung des Korbes nach aussen geht. Bisher wurden 4 Fälle (in 4 Mischna’s) vorgeführt, die von einem Korbe sprechen, dessen Mündung nach aussen geht; nun werden in Mischna 5—8 dieselben 4 Fälle besprochen hinsichtlich eines Korbes, dessen Mündung nach innen geht, so dass Mischna 5 der M. 1, M. 6 der M. 2, M. 7 der M. 3 und M. 8 der M. 4 entspricht.",
+ "wenn aber nach innen. Die Mündung ist nach innen geöffnet, so dass der innere Raum des Korbes mit dem des Hauses vereinigt ist und die טומאה von dem einen Raume in den andern dringen kann.",
+ "und eine Olivengrösse vom Toten sich darunter. So dass diese eine טומאה רצוצה ist (VO 7), da unter dem Korbe kein חלל טפח vorhanden ist.",
+ "oder darüber. Unter freiem Himmel.",
+ "was gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "darüber und darin. Das Wort ותוכה muss nach den in Note 8 angeführten Ansichten des ר״ש und Bart., sowie nach fast allen anderen Erklärern gestrichen werden. Nur nach der in Note 9 angeführten Ansicht des Maimon. kann ותוכה stehen bleiben.",
+ "unrein. Wenn die Unreinheit unter dem Korbe liegt, verunreinigt sie als טומאה רצוצה alles in senkrechter Richtung (bloss das im Korbe Befindliche wird nach ר״ש und Bart. durch den Korb geschützt). Wenn aber die Unreinheit über dem Korbe liegt, so ist sie, als unter freiem Himmel liegend, zwar Dicht בוקעת ויורדת (VO 7); doch verunreinigt sie bis zum Erdboden alles, was ihr gerade gegenüber liegt (vgl. 10, 6); der Korb kann vor der Unreinheit keinen Schutz gewähren, nach Abschn. 6, 1.",
+ "was der Olivengrösse nicht gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "was im Korbe ist. Nach ר״ש und Bart. (Note 8) auch wenn es gerade gegenüber der Unreinheit liegt, weil der Korb alles, was in demselben ist, vor der Unreinheit schützt; nach Maim. nur wenn es nicht gerade gegenüber der Unreinheit liegt.",
+ "und das Haus. Alles was sich im Hause befindet.",
+ "sind rein. Denn alles was neben einer טומאה רצוצה liegt, ohne diese zu berühren, ist rein (VO 7).",
+ "Ist die Unreinheit im Korbe. Einerlei, ob in dem Teile, der im Hause ist, oder in dem, der draussen ist.",
+ "so ist alles. Was im Korbe, unter oder über dem Korbe, oder im Hause sich befindet.",
+ "unrein. Denn da der innere Raum des Korbes und des Hauses als vereinigt gelten, ist in jedem der beiden Fälle die טומאה im Korbe befindlich, und von da dringt sie nach unten und nach oben, weil die Wände des Korbes nicht schützen, nach Note 16."
+ ],
+ [
+ "Steht ein solcher Korb eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und eine Unreinheit ist darunter. Von da kommt die טומאה auch ins Haus, da dieser Raum mit dem Hause ein אחל bildet. Ebenso nach oben, da der Korb nicht schützt (nach 6, 1).",
+ "oder im Hause. Sobald die טומאה im Hause ist, dringt sie durch die Mündung des Korbes in dessen Inneres, so dass auch das Innere vom Korbe nicht geschützt werden kann und unrein wird.",
+ "so ist alles unrein. Während oben in Mischna 2 das Innere des Korbes nach Note 22 geschützt wird, ist dies hier nicht der Fall, weil die טומאת vom Hause durch die Mündung des Korbes in dessen Inneres gelangt."
+ ],
+ [
+ "Wobei sind obige Worte. In Mischna 5 und 6.",
+ "wenn der Korb noch als Gerät gilt. Er ist nicht derart beschädigt, dass er nicht mehr als Gerät gelten kann.",
+ "und lose. מחלחלת (bezieht sich auf כורת) lose stehend, vgl. Kelim 10, 3.",
+ "steht. Er steht so lose zwischen den Türpfosten, dass er nicht zusammen mit den Zelt-Wänden wie ein Zelt schützen kann, nach 5, 5 Ende. Wir folgen hier der Erklärung des R. Josua Heller in seiner Schrift מעיני יהושע (Wilna 1879). Die anderen Erklärer erklären מחולחלת mit „gelöchert“, „mit Löchern versehen“; Maim. fasst es als „hohl“, „inwendig nicht mit Stroh ausgefüllt.“ Alle diese Erklärungen bieten grosse Schwierigkeiten, die in obiger Schrift ausführlich dargelegt sind.",
+ "ist er aber durchbrochen. Am Boden, so dass er nichts mehr aufnehmen könnte und deshalb den Charakter eines כלי verloren hat und als Zelt (אהל) zu betrachten ist, so תוי״ט (anders מ״א und יו״ב).",
+ "und mit Stroh zugestopft. Dies macht ihn nicht wieder zum כלי, da dies keine vollständige Reparatur ist; indessen bewirkt doch diese Verstopfung soviel, dass die טומאה nicht durch die Öffnung eindringen kann (vgl. 8, 1).",
+ "oder steht er gedrängt. אפוצה, die Tosefta hat אפוסה (vom arab. عغص, zusammendrücken), gedrängt stehend. In Jer. Pesach. I, 27 c wird מחוללות und אפוצות von Fässern gebraucht, die in Zwischenräumen, resp. gedrängt nebeneinander stehen. Entsprechend den in Note 27 angeführten divergierenden Erklärungen zu מחלחלת sind auch die Deutungen von אפוצה verschieden. Nach Maim. bedeutet es „ausgestopft“ mit Stroh, so dass kein חלל טפח im Innern vorhanden ist. Die anderen Erklärer fassen es als „zugemacht, verschlossen“; die Löcher sind alle so zugemacht, dass kein טפח offen geblieben.",
+ "wann heisst es gedrängt stehend. Wie viel Zwischenraum darf zwischen dem Korbe und der Wand sein, dass ersterer noch als gedrängt stehend bezeichnet werden kann.",
+ "wenn er auf keiner Seite. Der Wände.",
+ "einen Zwischenraum von einer Handbreite hat. Ein Zwischenraum von weniger als einer Handbreite wird bezüglich der Unreinheits-Vorschriften als nicht vorhanden betrachtet, wie wenn die beiden getrennten Gegenstände mit einander verbunden (לבוד) wären (vgl. מ״א); vgl. auch oben Abschn. 5, Note 89 und 76 (etwas abweichend bei מעיני יהושע).",
+ "Liegt eine Olivengrösse vom Toten unter dem Korbe. Als טומאה רצוצה (VO 7).",
+ "was dieser gegenüber abwärts bis zum Abgrunde liegt. Dagegen kann die טימאה nicht nach aufwärts und nicht einmal in das Innere des Korbes dringen, da der Korb als Zelt gilt, das vor der טומאה schützt.",
+ "liegt die Unreinheit über dem Korbe. Im Freien.",
+ "unrein. Nach VO 7; nach unten dringt die טומאה nicht, da der Korb schützt.",
+ "so ist alles im Korbe und im Hause Befindliche unrein. Da das Innere des Korbes nach dem Hause offen ist und mit diesem ein Zelt bildet, so dass die טומאה von einen Raume in den andern dringt. Nach oben und nach unten aber kann die טומאה nicht dringen, weil die Wände des Korbes חוצץ sind."
+ ],
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+ "Steht ein solcher Korb. Wie er in Mischna 7 bezeichnet ist.",
+ "eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und eine Unreinheit ist darunter. Von da kommt die טומאה auch ins Haus (wie in Note 18 angegeben), aber nicht nach oben, da in unserem Falle der Korb als Zelt gilt und schützt.",
+ "oder im Hause. Von da kommt die טומאה sowohl unter den Korb, als auch durch die Mündung in den Korb.",
+ "oder im Korbe. Von da kommt die טומאה durch die offene Mündung ins Haus, und vom Hause unter den Korb, da von hier ein חלל טפח nach dem Hause geht.",
+ "so ist alles. Die 3 genannten Räume",
+ "ausgenommen was über dem Korbe ist. Ausserhalb des Hauses. Dieser Raum wird durch die Wand des Korbes geschützt.",
+ "unrein. Wie in Note 37."
+ ],
+ [
+ "Füllt ein solcher Korb. Der nicht verunreinigungsfähig ist, nach Note 1.",
+ "das ganze Haus aus. Er befindet sich ganz im Innern des Hauses und ruht mit seinem Boden auf der Erde, während die Mündung nach oben gerichtet ist.",
+ "so dass zwischen ihm und dem Gebälke keine Handbreit-Weite vorhanden ist. Der Rand der offenen Mündung ist von der Decke des Hauses keine Handbreite entfernt.",
+ "das Haus unrein. Weil die טומאה keinen andern Ausgang hat, als durch das Haus, vgl. Abschn. 4, Note 12.",
+ "rein. Weil die טומאה nicht in einen Raum dringen kann, der nicht eine Öffnung von der Weite eines טפח hat. Das Gerät schützt in diesem Falle seinen Inhalt zusammen mit den Zeltwänden (s. Abschn. 5. Note 76 und 89).",
+ "aber nicht hinein. Vgl. Abschn. 3. Mischna 7.",
+ "ob er aufrecht steht. Und bis nahe an die Decke reicht (Note 64).",
+ "oder auf der Seite liegt. So dass dessen Mündung von der Wand des Hauses weniger als einen טפח entfernt liegt.",
+ "ob es ein Korb ist oder zwei übereinander. Der Boden des obern Korbes ruht auf der Mündung des untern, und zwischen der Mündung des obern Korbes und der Decke des Hauses ist die Entfernung weniger als ein טפח."
+ ],
+ [
+ "Steht ein solcher Korb. Der nicht verunreinigungsfähig ist, nach Note 1.",
+ "im Eingang. Aufrecht mit dor Mündung nach oben.",
+ "so dass zwischen ihm und der Überschwelle. Statt המשקוף lesen T., N. u. and. השקוף. Nach ס״ט versteht mau unter שקוף die ganze Einfassung des Eingangs: Unter und Oberschwelle samt beiden Pfosten.",
+ "keine Handbreit-Weite vorhanden ist. Selbstverständlich ist auch unter dem Korbe kein חלל טפח vorhanden, da er auf dem Boden ruht, wie der Ausdruck עומדת zeigt (יו״ב).",
+ "das Haus rein. Da die Mündung des Korbes als durch die Oberschwelle, von der sie keinen טפח entfernt ist, verschlossen betrachtet wird, so schützt der Korb zusammen mit den Zeltwänden.",
+ "unrein. Es spricht hier von dem Falle, dass der Korb den ganzen Eingang ausfüllt (vgl. oben Note 72 die Erklärung von ס״ט), so dass die טומאה keinen andern Ausgang hat, als durch den Korb. Es ist hier derselbe Fall, wie in Abschn. 4, M. 3, wo ein Schrank den ganzen Eingang ausfüllt. Nach ר״ש und A. ist zu lesen טהור statt טמא. Nach dieser LA. handelt der Satz von dem Falle, dass das Haus noch eine andere Türe hat, die geöffnet worden ist.",
+ "aber nicht hinein. Diese Begründung bezieht sich (nach unserer LA.) auf den ersten Satz, wonach, wenn die Unreinheit im Korbe ist, das Haus rein bleibt; denn obwohl die טומאה im Korbe vergraben (טמונה) ist, so dringt sie wohl hinaus nach aussen, aber nicht ins Haus (מ״א)."
+ ],
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+ "Liegt der Korb. Der ein nicht verunreinigungsfähiges Gerät ist.",
+ "auf der Seite im Freien. Die Bestimmungen in unserer Mischna sind identisch mit denen in Mischna 1; nur dass hier das Haus nicht in Betracht kommt, da der Korb unter freiem Himmel steht.",
+ "und eine Olivengrösse vom Toten liegt unter. So dass diese eine טומאה רצוצה ist (VO 7), da unter dem Korbe kein חלל טפח vorhanden ist.",
+ "was gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "der Olivengrösse darunter oder darüber liegt. Nach Maimon. auch was im Innern des Korbes gerade gegenüber der Unreinheit liegt; dagegen nach ר״ש und Bart. ist im Innern des Korbes alles rein.",
+ "unrein. Wenn die Unreinheit unter dem Korbe liegt, verunreinigt sie als טומאה רצוצה alles in senkrechter Richtung (bloss das im Korbe Befindliche wird nach ר״ש und Bart. durch den Korb geschützt). Wenn aber die Unreinheit über dem Korbe liegt, so ist sie, als unter freiem Himmel liegend, zwar Dicht בוקעת ויורדת (VO 7); doch verunreinigt sie bis zum Erdboden alles, was ihr gerade gegenüber liegt (vgl. 10, 6); der Korb kann vor der Unreinheit keinen Schutz gewähren, nach Abschn. 6, 1.",
+ "was nicht derselben gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "ferner was im Korbe liegt. Nach ר״ש und Bart. (Note 8) auch wenn es gerade gegenüber der Unreinheit liegt, weil der Korb alles, was in demselben ist, vor der Unreinheit schützt; nach Maim. nur wenn es nicht gerade gegenüber der Unreinheit liegt.",
+ "ist rein. Denn alles was neben einer טומאה רצוצה liegt, ohne diese zu berühren, ist rein (VO 7).",
+ "so ist alles. Was im Korbe, unter oder über dem Korbe liegt.",
+ "unrein. Da nach 6, 1 ein Gerät wohl als Zelt wirkt, zu verunreinigen, aber nicht vor Unreinheit zu schützen, so bringt der obere Teil des Korbes als Zelt die Unreinheit an alle genannten Orte, weil die obere und untere Mantel-Fläche sowie der Boden des Korbes vor der Unreinheit keinen Schutz bieten (Maim., מ״א ,א״ר, anders ר״ש und Bart.)."
+ ],
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+ "eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und eine Unreinheit ist darunter. Von da kommt die טומאה über den Korb, da der Korb nicht schützt (nach 6, 1).",
+ "oder darüber. S. Note 20.",
+ "so ist alles. Was unter oder über dem Korbe liegt.",
+ "ausgenommen was im Korbe ist. Weil der Korb als nicht verunreinigungsfähiges Gerät (Note 1) alles, was darin sich befindet, vor Unreinheit schützt (s. aber Note 8 und מ״א).",
+ "so ist alles. Was im Korbe, unter oder über dem Korbe liegt.",
+ "unrein. Die bisherigen Bestimmungen dieser Mischna sind identisch mit denen der Mischna 2; nur dass das Haus hier nicht in Betracht kommt.",
+ "Wobei. Von hier ab werden bis zum Ende dieser Mischna Bestimmungen gegeben, welche (mit wenigen Variationen) denen der Mischnas 3 und 4 gleich sind.",
+ "sind obige Worte. Dass der Korb vor der Unreinheit nicht schützt.",
+ "Wenn der Korb noch als Gerät. Er ist nicht derart beschädigt, dass er nicht mehr als Gerät gelten kann.",
+ "gilt. Das hier und in M. 14 מחולחלת und weiter אפוצה fehlt, versteht sich nach unserer Erklärung in Note 27 am einfachsten, da hier, wo der Korb im Freien sich befindet, nicht davon die Rede sein kann, dass er lose oder gedrängt steht. Nach den andern dort angeführten Erklärungen lässt sich das Fehlen von מחולחלת und אפוצה in unserer Mischna und in M. 14 nur durch gezwungene Annahmen erklären.",
+ "ist er aber durchbrochen. Am Boden, so dass er nichts mehr aufnehmen könnte und deshalb den Charakter eines כלי verloren hat und als Zelt (אהל) zu betrachten ist, so תוי״ט (anders מ״א und יו״ב).",
+ "und mit Stroh zugestopft. Dies macht ihn nicht wieder zum כלי, da dies keine vollständige Reparatur ist; indessen bewirkt doch diese Verstopfung soviel, dass die טומאה nicht durch die Öffnung eindringen kann (vgl. 8, 1).",
+ "oder. Anstatt אפוצה, das hier nicht angeht, wird eine andere Bedingung gesetzt, wodurch der Korb nicht als Gerät, sondern als אהל zu gelten hat.",
+ "nach der Ansicht der Weisen. Diese Ansicht findet man in der Tosefta Kelim II, 5,1 in folgenden Worten: כלי גללים וכלי אכנים וכלי אדמה הבאין במרה ר׳ מאיר אומר הרי הן ככלים וחכמים אומרים הרי הן כאהלים Geräte aus Viehexkrementen, aus Stein oder aus ungebrannter Erde, welche das Mass von 40 Seah haben, sind nach R. Meïir als Geräte (nicht als Zele) zu betrachten; nach den Weisen aber gelten sie als Zelte. Ob R. Meïir wenigstens zugesteht, dass Holzgeräte, die 40 Seah fassen können, als Zelte gelten und vor Unreinheit schützen, könnte zweifelhaft erscheinen (vgl. ס״ט 145 a). Jedenfalls sagt unsere Mischna, dass nach der Ansicht der Weisen alle Geräte, die 40 Seah fassen können, als Zelte gelten und vor der Unreinheit schützen.",
+ "wenn er vierzig Seah fassen kann. Vgl. Kelim 15, 1 und oben Note 1.",
+ "Liegt eine Olivengrösse vom Toten unter dem Korbe. Als טומאה רצוצה (VO 7).",
+ "was dieser gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "abwärts bis zum Abgrund liegt. Dagegen kann die טימאה nicht nach aufwärts und nicht einmal in das Innere des Korbes dringen, da der Korb als Zelt gilt, das vor der טומאה schützt.",
+ "unrein. Nach VO 7; nach unten dringt die טומאה nicht, da der Korb schützt.",
+ "unrein. Denn da der Korb als Zelt betrachtet wird, so kann die טומאה nicht in einen anderen Raum hinausdringen, es sei denn, dass es durch eine Türe oder ein Fenster mit demselben verbunden ist.",
+ "Liegt ein solcher Korb eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "unrein. Nach oben dringt die טומאה nicht, da der Korb als Zelt schützt.",
+ "so ist nur dessen Inneres unrein. Denn da der Korb als Zelt betrachtet wird, so kann die טומאה nicht in einen anderen Raum hinausdringen, es sei denn, dass es durch eine Türe oder ein Fenster mit demselben verbunden ist.",
+ "unrein. Nach VO 7; nach unten dringt die טומאה nicht, da der Korb schützt."
+ ],
+ [
+ "Sitzt der Korb auf seinem Boden auf. Im Freien, mit der Mündung nach oben.",
+ "und er gilt als Gerät. Der Boden ist ganz und nicht durchbrochen. Nach ס״ט bedeutet והיא כלי: Das Innere ist ein Gerät und kein אהל, indem die obere Öffnung mindestens einen טפח im Quadrat misst.",
+ "darin oder darüber. Oberhalb der Mündung.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts. Hier steht der Ausdruck בוקעת (der oben M. 11 und sonst bei dem auf der Seite liegenden Korbe nicht gebraucht wird), weil hier die טומאה auch ins Innere des Korbes dringt; denn da die Mündung nach oben geht und der Korb das oberhalb der Mündung Befindliche nicht schützen kann, so schützt er auch das davon nicht geschiedene Innere nicht. Indessen nach der oben Note 9 angeführten Ansicht des Maimon., wonach auch, wenn der Korb auf der Seite liegt, die טומאה ins Innere des Korbes dringt, bliebe die Frage bestehen, warum nicht oben ebenfalls der Ausdruck בוקעת gebraucht wird. Die Antwort darauf gibt מ״א, dass oben wegen על גבה nicht der Ausdruck בוקעת stehen kann; denn dieser Ausdruck bedeutet, dass die טומאה bis in den tiefsten Abgrund dringt, während im Falle על גבה die טומאה nur bis zum Erdboden dringt, wie oben Note 8 erklärt ist. Allein nach ראב״ד würde auch in unserer M. die טומאה nur bis zur Erde dringen, s. תוי״ט zu 10, 6.",
+ "und abwärts. Auch wenn die טומאה im Korbe oder darüber ist, wird sie, da der Korb nicht חוצץ ist, so betrachtet, als wäre sie unter dem Korbe, wobei sie als טומאה רצוצה aufwärts und abwärts dringt (מ״ש, vgl. weiter 10,6).",
+ "Steht ein solcher Korb eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "oder ist er zugedeckt. Nur wenn er mit einem Geräte zugedeckt ist, gilt folgende Bestimmung, aber nicht, wenn er mit einem Brette zugedeckt ist, vgl. oben 5, 6 (ר״ש und Bart). Nach מ״א gilt sie auch in letzterem Falle.",
+ "oder auf seine Mündung gestülpt. Dann ist unter dem Korbe ein Zelt, das die טומאה bringt.",
+ "so ist alles unrein. Denn sobald die טומאה in einen Raum dringt, der als אהל gilt, verbreitet sie sich über diesen ganzen Raum und dringt dann auch durch das Gerät nach oben, da ein Gerät wohl als Zelt gilt insofern, dass es die טומאה bringt, aber nicht vor der טומאה schützen kann, vgl. 6, 1."
+ ],
+ [
+ "Wobei. Auch die Bestimmungen dieser Mischna entsprechen denen in M. 3 und 4 und den Variationen in M. 12; nur ist hier noch eine divergierende Ansicht angegeben.",
+ "Wenn der Korb noch als Gerät. Er ist nicht derart beschädigt, dass er nicht mehr als Gerät gelten kann.",
+ "gilt. Das hier und in M. 14 מחולחלת und weiter אפוצה fehlt, versteht sich nach unserer Erklärung in Note 27 am einfachsten, da hier, wo der Korb im Freien sich befindet, nicht davon die Rede sein kann, dass er lose oder gedrängt steht. Nach den andern dort angeführten Erklärungen lässt sich das Fehlen von מחולחלת und אפוצה in unserer Mischna und in M. 14 nur durch gezwungene Annahmen erklären.",
+ "ist er aber durchbrochen. Am Boden, so dass er nichts mehr aufnehmen könnte und deshalb den Charakter eines כלי verloren hat und als Zelt (אהל) zu betrachten ist, so תוי״ט (anders מ״א und יו״ב).",
+ "und mit Stroh zugestopft. Dies macht ihn nicht wieder zum כלי, da dies keine vollständige Reparatur ist; indessen bewirkt doch diese Verstopfung soviel, dass die טומאה nicht durch die Öffnung eindringen kann (vgl. 8, 1).",
+ "oder. Anstatt אפוצה, das hier nicht angeht, wird eine andere Bedingung gesetzt, wodurch der Korb nicht als Gerät, sondern als אהל zu gelten hat.",
+ "nach der Ansicht der Weisen. Diese Ansicht findet man in der Tosefta Kelim II, 5,1 in folgenden Worten: כלי גללים וכלי אכנים וכלי אדמה הבאין במרה ר׳ מאיר אומר הרי הן ככלים וחכמים אומרים הרי הן כאהלים Geräte aus Viehexkrementen, aus Stein oder aus ungebrannter Erde, welche das Mass von 40 Seah haben, sind nach R. Meïir als Geräte (nicht als Zele) zu betrachten; nach den Weisen aber gelten sie als Zelte. Ob R. Meïir wenigstens zugesteht, dass Holzgeräte, die 40 Seah fassen können, als Zelte gelten und vor Unreinheit schützen, könnte zweifelhaft erscheinen (vgl. ס״ט 145 a). Jedenfalls sagt unsere Mischna, dass nach der Ansicht der Weisen alle Geräte, die 40 Seah fassen können, als Zelte gelten und vor der Unreinheit schützen.",
+ "wenn er vierzig Seah fassen kann. Vgl. Kelim 15, 1 und oben Note 1.",
+ "darin oder darüber. Oberhalb der Mündung.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts. Wie oben (s. Note 93 und 94). Denn da der Korb oben offen ist und auf dem Boden steht, so ist hier kein Zelt vorhanden, weder unter dem Korbe noch im Innern desselben; deshalb kann der Boden keinen Schutz gewähren.",
+ "Simon sagen. Diese Tannaïm sind der Ansicht, dass ein Korb von dieser Art auch dann Schutz vor der טומאה bietet, wenn er auf seinem Boden ruht mit der Mündung nach oben, wie ein Korb, der auf der Seite liegt.",
+ "Es dringt. Wenn die Unreinheit unter dem Korbe liegt.",
+ "weder die Unreinheit in denselben aufwärts. Es ist also nur alles, was der Unreinheit gegenüber abwärts bis zum Abgründe liegt, unrein, wie oben in M. 12. —",
+ "noch. Wenn die Unreinheit in dem Korbe oder über demselben sich befindet.",
+ "aus demselben abwärts. Sondern nur aufwärts in senkrechter Richtung bis zum Himmel und von oben in das Innere des Korbes. Der Unterschied zwischen unserem Falle und dem in M. 12 ist, dass hier, wo zwischen dem Innern und oberhalb des Korbes keine Scheidewand existiert, die טומאה ungehemmt von dem einen Raum in den andern dringt.",
+ "Steht ein solcher Korb eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und. Da das Innere des Korbes nach dem Hause offen ist und mit diesem ein Zelt bildet, so dass die טומאה von einen Raume in den andern dringt. Nach oben und nach unten aber kann die טומאה nicht dringen, weil die Wände des Korbes חוצץ sind.",
+ "so ist nur das unter dem Korbe Befindliche unrein. Dies gilt auch nach der Ansicht des ersten Tanna. Denn da unter dem Korbe ein freier Raum von einem Kubik-טפח vorhanden ist, so gilt der Boden des Korbes als Dach eines אהל (da der Korb kein כלי ist), über das hinaus die טומאה nicht dringen kann.",
+ "unrein. Unter dem Korbe aber ist alles rein, da der untere Raum als Zelt gilt, das vom Boden des Korbes (als Dach) geschützt wird."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einem Sarge. ארון ist hier fem., wie auch 1. Sam 4,17. —",
+ "der. Es handelt sich hier, wie aus der Tosefta (10,7) zu ersehen ist, um einen Sarg, der in einen aus einem Berge hervorragenden Felsen eingehauen und oben mit einem Deckel verschlossen ist.",
+ "unten breit und oben schmal ist. Etwa in dieser Form:
",
+ "was den Sarg unten. Den Teil, der nicht dem Deckel gegenüber liegt.",
+ "rein. Denn dieser Teil gilt nicht als Seitenwand des Sarges, sondern als ein Teil des Bergfelsens, der nicht unrein wird.",
+ "was ihn oben. An dem Teile, der dem Deckel gegenüber liegt.",
+ "wird unrein. Indem dieser Teil als דופק und der Deckel als גולל betrachtet wird, nach VO 23 und 2,4, Note 43. —",
+ "Ist er oben breit und unten schmal. Etwa in dieser Form:
",
+ "was irgendwo. Sei es oben, sei es unten.",
+ "unrein. Denn in diesem Falle ist der ganze Sarg überall dem Deckel gegenüber und als דופק zu betrachten.",
+ "Wenn der Sarg überall gleich ist. Er hat oben und unten die gleiche Breite.",
+ "unrein. Wie in Note 116. —",
+ "Josua sagt. Vgl. dieselben Worte des R. Josua am Ende des 12. Abschn.",
+ "Was von einer Handbreite. Neben dem Deckel des Grabes.",
+ "ist rein. Denn dies wird als zum Erdboden gehörig und nicht als Teil des Sarges betrachtet.",
+ "ist unrein. Denn dies gehört zum Sarge (יו״ב und א״ר). Nach Maimon. u. A. sagt. R. Josua: Wer die Handbreite des Steinbodens, die unter dem Toten liegt, berührt, ist unrein; wer aber von dieser Handbreite abwärts den Steinboden berührt, ist rein; denn nur der dem Toten zunächst liegende טפח gehört zum Boden des Sarges (vgl. auch מ״א).",
+ "Ist der Sarg wie eine Kleiderkiste. קמטרא vgl. Kelim 16,7, Note 69. —",
+ "gebildet. Nach ר״ש und Bart. bedeckt bei der קמטרא der Deckel die ganze Dicke der Kiste, während beim גלוסקום der Deckel nur die Höhlung schliesst. Nach יו״ב ist קמטרא ein Koffer, dessen obere Decke und Wände nicht durch Kanten von einander geschieden sind, sondern zusammen eine gerundete Fläche (wie die Hälfte eines Zylinder-Mantels) bilden.",
+ "unrein. Da die Wände unter dem Deckel liegen und alles, was dem Deckel gegenüber liegt, unrein ist (ר״ש und Bart.). Nach יו״ב: Weil hier die Wände vom Deckel nicht geschieden erscheinen, so werden die Seitenwände auch wie die obere Decke betrachtet.",
+ "ist er wie ein Kasten. גלוסקום (gr. γλωσσόκομον), nach Maimon. ein Schmuckkästchen; sonst auch דלוסקמא, vgl. B. mezia 1, 8.",
+ "was irgendwo. An den Wänden.",
+ "ausser dem Orte der Öffnung. Dem Deckel, welcher die Höhlung verschliesst. Nach יו״ב ist גלוסקום ein Kasten mit bauchigen Wänden und flachem Boden und Deckel. Wer da die Wände, die nicht dem Toten gegenüber liegen, berührt, ist rein. Dagegen wer den Deckel, und selbstverständlich den gegenüberliegenden Boden, berührt, ist unrein."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Wir geben die Erklärung dieser Mischna nach der oben in Note 27 angeführten Schrift מעיני יהושע.",
+ "ein Fass. Es ist hier von einem irdenen Fasse die Rede, das (vgl. VK 26) von der äusseren Seite aus keine Unreinheit annimmt, dagegen von innen schon, wenn eine Unreinheit sich in dessen hohlem Raum befindet, unrein wird. Der Gestalt nach ist das hier in Rede stehende Fass ein bauchiges Gerät, das sich nach unten und nach oben hin allmählich verengt Es hat unten einen kreisförmigen flachen Boden (שולים), auf dem es gewöhnlich aufsitzt; oben ist die Mündung, die mit einem Deckel (כסוי oder מגופה) verschlossen werden kann. Es wird vorausgesetzt, dass der Raum unter der bauchigen Wand an keiner Stelle eine Kubik-טפח beträgt, so dass dieser Raum nicht als אהל betrachtet werden kann.",
+ "und eine Olivengrösse vom Toten darunter. Es ist da eine טימאה רצוצה (s. Note 4).",
+ "oder darin gegenüber dem untern Boden. Nicht innerhalb der auswärts gehenden Rundung der bauchigen Wand.",
+ "sich befindet. Dasselbe gilt auch, wenn die Unreinheit sich oberhalb der offenen Mündung gegenüber dem untern Boden befindet.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts. Durch den untern Boden, der nicht schützt., ebenso wie in M. 13, vgl. Note 93.",
+ "und abwärts. Vgl. Note 94.",
+ "und das Fass ist. Auch wenn die טומאה unter dem Fasse liegt.",
+ "unrein. Obgleich das Fass von aussen keine טומאה annimmt (Note 130), so wird es hier dennoch unrein, weil die טומאה aufwärts und von da wieder abwärts in das Innere des Fasses dringt.",
+ "Ist die Unreinheit unter dessen Seitenwand. Unter der bauchigen Wand, unter der kein חלל טפח vorhanden ist (Note 130), so dass die טומאה dort ebenfalls רצוצה ist.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts. Und verunreinigt alles, was über der טומאה senkrecht oberhalb oder unterhalb der bauchigen Wand liegt",
+ "und das Fass bleibt rein. Ebenso alles was sich im Fasse befindet, da es von aussen keine טומאה annimmt. Ins Innere aber dringt die טומאה hier nicht, ebenso wie beim Korbe, der auf der Seite liegt, oben M. 11, vgl. Note 9 die Ansicht des ריש. Nach der dort angeführten Ansicht des Maimon. aber spricht die Mischna hier von dem Falle, dass die טומאה derart unter der Wand liegt, dass sie beim Aufwärtssteigen nur durch die Dicke der Wand dringt, ohne den innern Raum zu treffen. So erklärt auch Maimon. in seinem Comment. dieser M.",
+ "Ist sie inwendig unter der Seitenwand. Innerhalb der bauchigen Höhlung.",
+ "wenn in den Seitenwänden. An irgendeiner Stelle der bauchigen Höhlung, wenn auch nicht gerade dort, wo die טומאה liegt.",
+ "ein freier Raum von einer Kubik-Handbreite sich befindet. Dann verbreitet sich die טומאה über den ganzen Raum dieser Höhlung, die als ein אהל betrachtet wird, nach 7,2, Note 25.",
+ "alles. Was innerhalb der bauchigen Höhlung, was darüber und darunter sich befindet und das Fass selbst.",
+ "unrein. Die Wände eines Gerätes können vor einer Zelt-Unreinheit nicht schützen (nach 6,1); das Fass selbst aber ist unrein, weil die Unreinheit in dessen Innerem sich befindet.",
+ "was jedoch gegen die Mündung zu liegt. Sowohl im Innern des Fasses, als darunter und darüber.",
+ "bleibt rein. Da über der Mündung keine Bedachung sich befindet, welche auf den derselben gegenüber liegenden Raum die טומאה überleiten könnte. Es liegt hier derselbe Fall vor, wie in 10, 1, wo alles, was sich gegenüber der Luke befindet, rein ist.",
+ "wenn aber nicht. Wenn in der bauchigen Höhlung kein חלל טפח vorhanden ist, dann haben wir hier eine טומאה רצוצה.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts. Wie oben Note 139; nur ist hier das Fass unrein, da die טומאה in dessen Innerem sich befindet.",
+ "Wobei sind obige Worte gesagt. Dass alle bisher getroffenen Bestimmungen zutreffen. Die Bestimmungen sind nämlich für 3 Fälle gegeben: 1. Wenn die טומאה unter dem Boden oder demselben gegenüber im Innern liegt; 2. Wenn sie unter der bauchigen Wand draussen ist; 3. Wenn sie im Innern der bauchigen Höhlung sich befindet.",
+ "Bei einem reinen Fasse. Ein reines irdenes Gefäss kann im Falle 2 das Innere vor dem Eindringen der טומאה schützen (nach Note 140).",
+ "ist es aber unrein. Ein unreines Gerät schützt nicht vor der Toten-Unreinheit; es würde demnach bei einem solchen im Falle 2 die טומאה ins Innere der bauchigen Höhlung dringen, und es wären da dieselben Bestimmungen wie im Falle 3 zu treffen. Jedoch die Bestimmungen vom Falle 1 und 3 gelten auch für ein unreines Fass. Allerdings würden die Bestimmungen vom Falle 2 auch nicht gelten, wenn das Fass nur fähig wäre, von aussen Unreinheit anzunehmen, z. B., wenn es von Holz wäre, da auch ein solches nicht vor der Toten Unreinheit schützt (VO 19).",
+ "oder steht es eine Handbreite über der Erde. Dann ändern sich die Bestimmungen in allen 3 Fällen. Denn dann ist das ganze Gefäss ein Zelt, das nach 6,1 Unreinheit bringt, aber nicht schützt, und die nach oben gekommene Unreinheit dringt (vgl. Note 137) von da wieder abwärts ins Innere und so wird alles unrein.",
+ "oder ist es zugedeckt. Dann ändern sich die Bestimmungen vom Falle 1 und Falle 3. Im Falle 1, wo die טומאה unter dem Fasse רצוצה ist und dieselbe erst aufwärts und von da wieder abwärts (Note 137) dringt, trifft sie den Deckel, der, weil kein צמיד פתיל, nach der Bestimmung von Kelim 10,2 (vgl. Kelim 9, Note 76), nicht schützt. Die טומאה dringt also ine Innere des Fasses, über dem der Deckel, ein אהל bildet, und so wird alles unrein. Umsomehr gälte dies für den Fall 3, wo die טומאה im Innern des Fasses sich befindet. Dagegen werden im Falle 2 die Bestimmungen durch den Deckel nicht geändert, wie leicht zu ersehen.",
+ "oder auf seine Mündung gestülpt. Hierbei gelten dieselben Bestimmungen, wie in Note 154.",
+ "alles unrein. Diese Entscheidung gilt nur bei der Bedingung: „wenn es eine Handbreite über der Erde steht,“ für alle 3 am Anfang dieser Mischna genannten Fälle (vgl. Note. 153). Dagegen gilt diese Entscheidung bei den andern hier vorausgeschickten Bedingungen nicht für alle 3 Fälle, sondern entweder nur für einen Fall (Note 152), oder für 2 Fälle (Note 154 und 155)."
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+ ],
+ [
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+ "Wenn. Sukka 18 a",
+ "in einem Hause eine Luke. Eine Öffnung im Gebälke des Hauses dem freien Himmel zu; es ist weder ein Dach noch ein Söller darüber.",
+ "die eine Handbreite im Quadrat. Vgl. Abschn. 3, Note 82.",
+ "wenn eine Unreinheit im Hause. In dem nicht der Luke gegenüber liegenden bedeckten Teil des Hauses",
+ "das der Luke gegenüber. Im Hause in senkrechter Richtung der Luke",
+ "Befindliche rein. Da dies unter freiem Himmel liegt und nicht von einem Dach bedeckt ist.",
+ "so ist das Haus rein. Da die Unreinheit unter freiem Himmel liegt und nicht vod einem Zelte bedeckt ist, das dieselbe auf die im Hause befindlichen Gegenstände überleiten könnte.",
+ "Befindet sich die Unreinheit sei es im Hause. In dem nicht der Luke gegenüber liegenden bedeckten Teil des Hauses",
+ "sei es der Luke gegenüber. Im Hause in senkrechter Richtung der Luke",
+ "und jemand setzt seinen Fuss über die Luke. So dass die Luke auch überdacht ist; vgl. 6,1. —",
+ "so vermischt er die Unreinheit. Das ganze Haus — auch der Teil gegenüber der Luke — wird als ein Zelt betrachtet, und alles darin Befindliche, sowie auch derjenige, der seinen Fuss über die Luke gesetzt hat, wird unrein.",
+ "Ist ein Teil der Unreinheit im Hause und ein Teil der Luke gegenüber. Wenn auch das Ganze nur eine Olivengrösse beträgt, so dass ein Teil davon nicht das zur Verunreinigung erforderliche Quantum hat.",
+ "so ist das Haus. Alles was im Hause ist.",
+ "unrein. Obwohl nur ein halbes Quantum überdacht ist.",
+ "was gegenüber der Unreinheit. Über dem Teile, der gegenüber der Luke ist.",
+ "ist unrein. Da die beiden Teile zusammenhängen und zusammen das erforderliche Quantum haben, so kann auch ein Teil davon verunreinigen, vgl. 3,4."
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+ [
+ "Hat. Sabbat 157 a, Tos. v. הלקטי.",
+ "so ist das Haus rein. Die bisherigen Bestimmungen in M. 2, die denen der M. 1 gleich sind, wollen uns lehren, dass zwei Dinge, wenn sie auch nur durch einen geringen Zwischenraum von weniger als einer Handbreite voneinander getrennt sind, nicht als zusammenhängend (לבוד) betrachtet werden bezüglich der Unreinheits-Bestimmungen; vgl מ״א. Dies ist nach Sukka 18 a eine sinaïtische Tradition. Wohl aber wird לבור gesagt, wenn daraus eine erleichternde Bestimmung resultiert, vgl. 4, 1, Note 19.",
+ "Ist die Unreinheit im Hause. In dem nicht der Luke gegenüber liegenden bedeckten Teil des Hauses",
+ "so ist er. Der seinen Fuss hingesetzt hat.",
+ "rein. Da durch eine Öffnung, die kein פותח טפח hat, die Unreinheit nicht hinausdringt; vgl. Tos. 11,7. Dagegen gilt bezüglich der im Hause befindlichen Gegenstände die Bestimmung von M. 1: „er vermischt die Unreinheit.“",
+ "so erklärt ihn. Der seinen Fuss hingesetzt hat.",
+ "R. Meïr für unrein. Da sein Fuss die טומאה direkt überdacht, gilt der Raum, trotzdem die Öffnung weniger als ein פותח טפח ist, nicht als verschlossen (רא״ש).",
+ "so ist er. Der seinen Fuss hingesetzt hat.",
+ "unrein. Denn er wird, sobald er den Fuss hinstreckt, unrein, bevor er noch die Öffnung verschlossen hatte.",
+ "so ist er. Der seinen Fuss hingesetzt hat.",
+ "rein. Da die Öffnung verschlossen war, bevor die טומאה ins Haus kam, kann letztere nicht hinausdringen.",
+ "Wenn zwei Füsse. Von zwei Personen (oder auch von einer Person).",
+ "so ist er. Der Andere.",
+ "rein. Obgleich sein Fuss erst auf die Öffnung kam, als die טומאה schon darunter war.",
+ "weil der Fuss des Ersteren vor der Unreinheit da war. Und der Fuss des Zweiten auch über der Öffnung sich befand, bevor noch die טומאה darunter war, wenngleich die Überdachung erst erfolgte, nachdem der Erste den Fuss hervorgezogen, und die טומאה damals schon darunter war, (Maimon.)."
+ ],
+ [
+ "Ist ein Teil der Unreinheit im Hause. In dem nicht der Luke gegenüber liegenden bedeckten Teil des Hauses",
+ "und ein Teil derselben der Luke. Die keinen פותח טפח hat, wie in M. 2.",
+ "so ist das Haus. Alles was im Hause ist.",
+ "und auch das gegenüber der Unreinreit Befindliche ist unrein. Wie oben in Note 14 werden auch hier die beiden zusammenhängenden Teile zu dem erforderlichen Quantum vereinigt.",
+ "aber das gegenüber der Unreinheit Befindliche ist rein. Denn, da hier die Luke keinen פותח טפח hat, so gilt sie insofern als verschlossen, dass der unter derselben befindliche Teil der Unreinheit nicht mit dem andern Teil vereinigt wird (רא״ש).",
+ "als auch das gegenüber der Unreinheit Befindliche verunreinigen könnte. Wenn z. B. die Unreinheit 2 Olivengrössen hat, von denen 1/2 unter dem Dache und/2 unter der Luke liegt.",
+ "so ist alles unrein. Aber nur falls die Unreinheit schon da war, als er den Gegenstand auf die Luke gelegt hat, wie oben Note 20 (יו״ב.)",
+ "aber das gegenüber der Unreinheit Befindliche bleibt rein. Da die Luke keinen פותח טפח hat und im ganzen keine zwei Olivengrössen vorhanden sind, dass man eine als zum Hause und eine als zur Luke gehörig betrachten könnte."
+ ],
+ [
+ "Wenn mehrere Luken gerade übereinander sind. Es befindet sich eine Luke zwischen dem Hause und dem ersten Stockwerke, eine zwischen diesem und dem zweiten Stockwerke usw. bis zum obersten Stockwerke, in welchem eine Luke dem freien Himmel zu geht, und alle Luken sind gerade übereinander.",
+ "wenn eine Unreinheit im Hause. In dem nicht der Luke gegenüber liegenden bedeckten Teil des Hauses",
+ "das den Luken gegenüber Befindliche rein. Da dies unter freiem Himmel liegt und nicht von einem Dach bedeckt ist.",
+ "sei es über die obere sei es über die untere Luke. So nach Bart., u. A. Nach ר״ש ist zu übersetzen: „Sowohl oben als unten“. Vgl. aber ס״ט, der diese Erklärung zurückweist (vgl. auch מ״א).",
+ "so ist alles unrein. Sowohl das im Hause als das in den Söllern Befindliche. Wenn das Gerät die Luke des obersten Stockwerkes bedeckt, ist selbstverständlich alles unrein, da sich nun alles unter einer Bedachung befindet. Aber auch wenn das Gerät nur die unterste Luke des Hauses bedeckt, so wird diese Decke als bis hinauf (zur obersten Luke) gezogen betrachtet (גוד אסיק). Das Gerät kann aber nicht als Scheidewand zwischen dem Hause und den Söllern gelten, weil es selbst die Unreinheit annehmen kann (VO 19). —",
+ "Gibt man aber. Über eine der Luken.",
+ "unrein. Denn dies wird ein verschlossenes Zelt, in welchem alles darin mit der Unreinheit zusammen Befindliche unrein wird.",
+ "bleibt rein. Weil ein solches Gerät (zusammen mit den Zeltwänden) als Scheidewand das Weiterdringen der טומאה nach oben verhindert (s. oben 5, 5, Note 49)."
+ ],
+ [
+ "so ist das Haus rein. Wie oben in M. 2, Note 16.",
+ "sei es über die obere sei es über die untere Luke. So nach Bart., u. A. Nach ר״ש ist zu übersetzen: „Sowohl oben als unten“. Vgl. aber ס״ט, der diese Erklärung zurückweist (vgl. auch מ״א).",
+ "so ist nur das untere Haus unrein. Selbst wenn die oberste Luke verdeckt wird, ist nur das untere Haus unrein. Der Grund ist oben Note 18 angegeben.",
+ "Ist aber die Unreinheit den Luken gegenüber. Im Hause in senkrechter Richtung der Luke",
+ "sei es über die obere sei es über die untere Luke. So nach Bart., u. A. Nach ר״ש ist zu übersetzen: „Sowohl oben als unten“. Vgl. aber ס״ט, der diese Erklärung zurückweist (vgl. auch מ״א).",
+ "so ist alles unrein. Alles was im Hause und alles was gegenüber den Luken sich befindet (vgl. יו״ב, Note 18 und 38). Es gilt jedoch hier dasselbe, wie oben in M. 2 bei der Kontroverse zwischen R. Meïr und den Weisen (תוי״ט).",
+ "sei es über die obere sei es über die untere Luke. So nach Bart., u. A. Nach ר״ש ist zu übersetzen: „Sowohl oben als unten“. Vgl. aber ס״ט, der diese Erklärung zurückweist (vgl. auch מ״א).",
+ "so ist nur das untere Haus unrein. Selbst wenn die oberste Luke verdeckt wird, ist nur das untere Haus unrein. Der Grund ist oben Note 18 angegeben."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Luke im Hause sich befindet und ein Topf unter derselben. Über dem Erdboden des Hauses, so dass er keine Handbreite von diesem entfernt ist.",
+ "hinaufkäme. D. h. heraufgezogen würde.",
+ "dessen Ränder nicht die der Luke berührten. Bequem durch die Luke heraufgezogen werden könnte, ohne dass er die Ränder der Luke berührte (so Maim. und Bart.). Dagegen bestimmt ס״ט, dass der Umfang des Topfes genau dem Umfang der Lukenöffnung angemessen ist, dass wenn er durch die Luke gezogen wird, er die Öffnung vollständig ausfüllt (vgl. auch יו״ב). Diese Bedingung ist, nur wegen der folgenden Bestimmung היתה גבוהה וכו׳ gesetzt; dagegen gilt die erste Bestimmung auch, wenn die Ränder des Topfes die der Luke berührten.",
+ "wenn eine Unreinheit unter. Da der Topf keine Handbreite über dem Erdboben steht, so ist die darunter liegende Unreinheit eine טומאה רצוצה nach VO 7.",
+ "in. Da nach VO 19 ein verunreinigungsfähiges Gefäss nicht חוצץ ist, so dringt auch in diesem Falle die טומאה unter den Topf und ist da רצוצה.",
+ "oder über. Da nach VO 19 ein verunreinigungsfähiges Gefäss nicht חוצץ ist, so dringt auch in diesem Falle die טומאה unter den Topf und ist da רצוצה.",
+ "die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts dringend. Was aber neben der טומאה im Hause liegt, ist rein (nach VO 7). Dagegen ist alles, was im Topfe ist, auch wenn es neben der טומאה liegt und dieselbe nicht berührt, unrein. Dies gilt auch im ersten Falle, wo die טומאה unter dem Topfe liegt. Denn, wiewohl ein irdenes Gefäss von aussen keine טומאה annimmt (VK 26), so dringt doch die טומאה רציצה uneingeschränkt, den Topf gleichsam durchbrechend, ins Innere des Topfes, wodurch der ganze innere Raum desselben unrein wird.",
+ "Steht er aber eine Handbreite über der Erde. Da gilt der Raum unter dem Topfe ata Zelt.",
+ "darunter. Unter dem Topfe.",
+ "und das Haus. Das Haus bildet mit dem Raume unter dem Topfe ein Zelt, denn da der Topf genau in die Öffnung der Luke hineinpasst (Note 42), so wird es so angesehen, als befänden sich die Ränder der Luke unten neben den Rändern des Topfes. Man denkt sich die obere Decke des Hauses bis an den Topf hinabgezogen (גוד אחית oder חנוט רמי, vgl. hierüber 12, 5).",
+ "unrein. Wäre aber, wenn der Topf in die Luke hinaufgezogen würde, auch nur ein kleiner Zwischenraum zwischen den Rändern des Topfes und denen der Luke, so könnte nicht das Haus mit dem Raume unter der Luke als ein Zelt angesehen werden (nach Note 16).",
+ "bleibt rein. Denn der Topf, der als in der Luke befindlich angesehen wird, schützt mit den Zeltwänden, nach 5, 5, Ende. Jedoch gilt dies nur für Speisen, Getränke und irdene Gefässe, nach 5,3.",
+ "so ist alles unrein. Denn da in diesem Falle das Gefäss unrein wird, kann es nicht mit den Zeltwänden vor der Unreinheit schützen (nach 5, 5). Die Unreinheit dringt daher auch unter das Gefäss (Note 44), und da dieser Raum mit dem ganzen Hause ein Zelt bildet (Noto 48), so wird das ganze Haus verunreinigt. Anstatt הכל טמא liest Maimon. hier: הכל טהור „Alles ist rein“. Nach dieser LA. muss angenommen werden, dass hier das irdene Gefäss mit den Zeltwänden vor Unreinheit schützt. Die Rechtfertigung dieser Ansicht vgl. bei ס״ט."
+ ],
+ [
+ "Steht der Topf. Ausserhalb des Hauses.",
+ "an der Seite der Türschwelle. Oben 3, 3, Note 43. Aruch liest: אסכופא.",
+ "eine Handbreite desselben die Oberschwelle. And. LA. בשקוף statt במשקוף.",
+ "berühren würde. Der Topf ist unten viel breiter als oben, so dass, wenn er senkrecht hinaufgezogen würde, eine Handbreite des unteren Teiles unter die Oberschwelle käme, während die Mündung noch ganz draussen sich befände. So nach ר״ש und Bart. Nach Maim. würde von der Mündung eine Handbreite unter die Oberschwelle kommen. Nach יו״ב u. A. würde von der Wand des Topfes ein Teil in der Breite eines טפח die nach aussen gerichtete Seite der Oberschwelle berühren.",
+ "darunter. Da ist es eine טומאה רצוצה, wie in Note 43).",
+ "darin oder darüber. Aber nicht unter der Oberechwelle.",
+ "die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts dringend. Wie oben Note 44 und 45.",
+ "Steht er eine Handbreite über der Erde. Da gilt der Raum unter dem Topfe ata Zelt.",
+ "darunter. Unter dem Topfe.",
+ "und das Haus. Auch hier bildet, wie in Note 48, der Raum unter dem Topfe mit dem Hause ein Zelt, weil dies so betrachtet wird, als wäre der Topf mit der Oberschwelle verbunden, da, wenn der Topf heraufgezogen würde, er eine Handbreite der Oberschwelle berühren würde.",
+ "bleibt rein. Der Topf schützt auch hier, wie in Note 50, mit den Zeltwänden.",
+ "so ist alles unrein. Wie oben Note 51. Nur ist hier auch nach Maim. הכל טמא zu lesen; da hier der Topf nur an einer Seite mit den Zeltwänden verbunden wäre (nicht, wie oben, von allen Seiten), so kann er nicht schützen, vgl. ס״ט.",
+ "nicht eine Handbreite desselben die Oberschwelle berühren würde. Sondern weniger als eine Handbreite.",
+ "oder ist er (in solcher Weise. So dass weniger als ein טפח die Oberschwelle berührt.",
+ "mit der Oberschwelle verbunden. Der Topf steht nicht unten, so dass er erst heraufgezogen werden müsste, sondern er ist oben und mit der Oberschwelle verbunden.",
+ "wenn eine Unreinheit darunter. Der Topf steht nicht unten, so dass er erst heraufgezogen werden müsste, sondern er ist oben und mit der Oberschwelle verbunden.",
+ "darunter unrein. Das Haus ist nicht unrein, da es nicht mit dem Raume unter dem Topfe als ein Zelt betrachtet wird, weil von der Oberschwelle nicht eine Handbreite vom Topfe berührt wird. Nichtsdestoweniger gilt der Topf insofern als mit Zellwänden verbunden, dass er das, was in und über demselben sich befindet, vor Unreinheit, schürzt, denn dazu ist nicht eine Verbindung von einer Handbreitengrösse erforderlich, es genügt zu diesem Zwecke, dass der Topf nahe an der Wand und keinen טפח davon entfernt sich befinde, s. oben 5, 7 und יו״ב das. Note 58"
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+ [
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+ "Wenn ein Haus. Das Dach eines Hauses.",
+ "gespalten ist. Über das ganze, so dass es in zwei Teile geteilt ist.",
+ "wenn eine Unreinheit sich im äusseren Teile. Unter dem am Eingang des Hauses befindlichen Dachteile.",
+ "die Geräte im innern. Unter dem anderen Teile des Daches.",
+ "rein. Die beiden Teile des Daches sind zwei von einander gesonderte Zelte, von denen das äussere nicht die Unreinheit in das innere hinüberleitet. Trotzdem der Zwischenraum zwischen beiden Teilen weniger als einen טפח beträgt, gilt hier dennoch nicht das Gesetz von לבוד, nach 10, 2, Note 16, —",
+ "Befindet sich eine Unreinheit im innern Teile. Dieser Fall ist schwerer als der erste, nach der Regel: „Die Unreinheit geht gewöhnlich hinaus, aber nicht hinein“ (4, 1 und sonst).",
+ "wenn die Spalte vier Handbreiten. Ein solch grosser Zwischenraum genügt auch hier, das Überschreiten der טומאה zu verhindern.",
+ "Sie mag noch so klein sein. Nach der Tosefta (12, 1) jedoch wenigstens so breit, wie die Dicke einer Senkblei-Schnur (חוט המשקולת).",
+ "Eine Weite von einer Handbreite. Nach der Tosefta (das.) gilt dies nur bei einer Olivengrösse von einem Toten; dagegen bei einem ganzen Toten stimmen (nach R. Jose) Bet-Hillel mit Bet-Schammai überein, dass ein Zwischenranum von 4 טפחים erforderlich ist, nach der Bestimmung in 3, 6."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Vorhalle. Vgl. 6, 2, Note 20, Nach Raschi in Sukka 18 a ist die אכסדרא auf Säulen gestützt uud an den Seiten offen (ebenso hier viele Kommentare); nach Tosafot (das. 18b v. אכסדרא) dagegen (ebenso תוי ט und ט״ש) ist sie nur an einer Seite offen.",
+ "gespalten ist. Nach Tosafot geht die Spalte hier von der hinteren Seite nach der vorderen offenen Seite; denn würde dieselbe von einer Wand bis zur andern Wand gehen, so wäre auch hier zu beachten, ob die טומאה im äussern oder im inneren Teile der Vorhalle ist.",
+ "die Geräte auf der andern Seite rein. Der Grund ist derselbe, wie in Note 5; nur gibt es hier keinen Unterschied zwischen den beiden Seiten, da jede von beiden einen besonderen Ausgang hat.",
+ "Setzt man einen Fuss oder ein Rohr oben über die Spalte. Dies bezieht sich auch auf die Fälle in Mischna 1.",
+ "so vermischt man die Unreinheit. Die beiden Zelte gelten dadurch als zu einem vereinigt, und die טומאה verbreitet sich von einem in das andere. Das Rohr muss wenigstens einen טפח lang, dessen Dicke muss wenigstens so gross wie die Breite der Spalte und der Länge nach in die Spalte hineingelegt sein, so dass die beiden Teile des Daches in der Breite eines טפח miteinander verbunden sind.",
+ "Setzt man das Rohr an den Erdboden. Derart, dass die Länge des Rohres genau der Länge der Spalte gegenüber sich befindet.",
+ "dass es eine Handbreite über der Erde liegt. In diesem Falle werden die Ränder der Spalte als bis hinab zum Rohre gezogen betrachtet (גוד אחית); da nun unter letzterem auch ein טפח Zwischenraum bis zum Erdboden vorhanden ist, so kann durch diesen Raum die טומאה von dem einen Teile nach dem andern sich verbreiten. Ist aber dieser Zwischenraum weniger als ein טפח, so wären die beiden Teile wie durch eine Wand geschieden, durch welche, weil sie keine טפח-grosse Öffnnng hat, die טומאה nicht weiter dringen kann."
+ ],
+ [
+ "Ein dicker Mantel. Kelim 29, 1, Note 7.",
+ "und ein dicker Block. Kelim 20, 5, Note 71.",
+ "bringen keine Unreinheit hinüber. Obgleich sie so dick sind, dass der oberste Teil über einen טפח von der Erde entfernt ist, wird dies nicht so angesehen, als wäre der untere Teil beseitigt„ so dass der oberste Teil ein Zelt über einen פותח טפח bildet.",
+ "dass sie. Der unterste Teil derselben.",
+ "Übereinander liegende Teile eines Kleides. קפולים (von קפל, Kleider zusammenlegen), die Lagen eines zusammengelegten Kleides.",
+ "bringen keine Unreinheit hinüber. Hier müsste es eigentlich heissen: bringen schon die Unreinheit hinüber, wenn auch nur der oberste Teil eine Handbreite hoch über der Erde liegt. In diesem Sinne wird auch von א״ר korrigiert. Vgl. jedoch ס״ט.",
+ "dass der oberste Teil eine Handbreite hoch über der Erde liegt. Wie in Note 16 werden hier die Ränder der Spalte als bis hinab zum obersten Teil des Kleides gezogen betrachtet, und da dieser Teil einen טפח hoch über der Erde liegt, so bildet er ein Zelt, vermittels dessen die טומאה von der einen Seite nach der andern verbreitet wird. Die untern Teile des Kleides gelten aber nicht als Scheidewand zwischen den beiden Seiten, weil sie selbst verunreinigungsfähig sind, vgl. VO. 19.",
+ "Steht. Edujot 4, 12.",
+ "dort. Unter der Spalte.",
+ "er bringt die Unreinheit nicht hinüber. Da der Mensch keinen טפח über der Erde steht, so bildet er kein Zelt an dieser Stelle, das die beiden Seiten der Halle miteinander verbinden könnte.",
+ "der Mensch ist hohl. Er wird wie hohl betrachtet, obgleich sein Inneres von den Eingeweiden ausgefüllt ist.",
+ "und sein oberer Teil. Welcher die innere Höhlung überdacht.",
+ "bringt die Unreinheit hinüber. Wie oben bei den übereinander liegenden Teilen eines Kleides (vgl. Note 23)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand aus dem Fenster schaut und über Totengräbern. Und gleichzeitig über den Toten.",
+ "Er bringt nicht die Unreinheit. In das Zimmer, aus welchem er hinausschaut. Wiewohl der Mensch gleichzeitig den Toten und das Zimmer überdacht, leitet er dennoch nicht die טומאה vom Toten ins Zimmer hinüber, weil die Stelle, wo sein Körper auf dem Fenster liegt, die beiden Überdachungen (den über dem Toten und den über dem Zimmer befindlichen Körperteil) von einander scheidet.",
+ "Er bringt die Unreinheit. Nach ihrer oben (M. 3) ausgesprochenen Ansicht, dass der Mensch wie hohl betrachtet wird und dessen oberer Teil die טומאה überleitet",
+ "Sie. Bet-Schammai.",
+ "wenn er. Der zum Fenster Hinausschauende.",
+ "dass sie. Die Kleider oder der oben liegende Mensch.",
+ "die Unreinheit bringen. Da sie einen טפח hoch über dem unter ihnen befindlichen Fensterrahmen sich befinden und der unten liegende Mensch keine Scheidewand bildet, da er selbst verunreinigungsfähig ist (Note 23)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand über der Türschwelle. Oben 10, 7.",
+ "liegt. Zum Teil im Hause, zum Teil draussen.",
+ "und die Totengräber. Mit dem Toten.",
+ "überdachen ihn. Sie tragen den Toten über dem Bauche des Menschen.",
+ "Er bringt nicht die Unreinheit. Selbst wenn de Schwelle einen טפח hoch ist, so dass der Mensch einen טפח über der Erde liegt und der unter ihm befindliche Raum unrein wird (da der Mensch, als selbst verunreinigungsfähig, keine Scheidewand bildet, Note 23), so bringt er dennoch nicht die Unreinheit ins Haus, aus dem in Note 31 angegebenen Grunde.",
+ "Er bringt die Unreinheit. Selbst wenn die Schwelle keinen טפח hoch ist, nach dem in Note 32 angegebenen Grunde."
+ ],
+ [
+ "in solchem Falle. Während der Mensch, wie oben M. 5, über der Schwelle liegt.",
+ "und der Mensch. Sein ausserhalb des Hauses befindlicher Teil.",
+ "rein. Wie oben Note 41 angegeben.",
+ "werden sie unrein. Nach Note 42."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Chullin 126 a.",
+ "und der Hund ist dann gestorben. Würde der Hund noch am Leben sein, so könnte die in dessen Innerem befindliche Unreinheit nicht verunreinigen. Dagegen gilt die im toten Tiere befindliche Unreinheit nicht als טומאה בלועה, vgl. Kelim 8, 5, Note 37 und 38.",
+ "und liegt auf der Türschwelle. Derart, dass der Hals des Hundes unter der Oberschwelle liegt und der Mund nach innen gerichtet ist. Dagegen liegt der Bauch des Hundes, in welchem des Toten Fleisch liegt, draussen unter freiem Himmel.",
+ "Wenn sein Hals eine Handbreite breit ist. Dies ist der Fall, wenn der Umfang des Halses drei Handbreiten beträgt. Der Umfang des Halses wird nämlich wie ein Kreis angesehen, dessen Durchmesser rund ein Drittel der Peripherie misst, nach der talmudischen Regel: כל שיש בהקיפי שלשה טפחים יש בו רוחב טפח. Jeder Kreis, dessen Peripherie 3 טפחים beträgt, hat einen Durchmesser von einem טפח (Sukka 7 b). Es ist bereits von verschiedenen Erklärern bemerkt worden, dass diese Angabe nicht ganz genau ist. Vielmehr ist beim Durchmesser von einem טפח die Peripherie ungefähr 3/7 טפחים, genauer: 3, 14159 … טפחים. — Nach der Erklärung des רא״ש muss in unserer Misclina der Umfang des Halses 4/5 oder/5 טפחים betragen. Denn dieser Umfang muss ein Kreis sein, bei dem die Seite des eingeschriebenen Quadrats einen טפח misst, und das ist nur der Fall, wenn die Peripherie21/5 טפחים, der Durchmesser also (nach obiger talmudischer Regel)7/5 טפחים beträgt. Es sei in nebenstehender Figur a c b d das im Kreise eingeschriebene Quadrat, so ist (nach bekannten Regeln) dessen Diagonale a b der Durchmesser des Kreises. Nun hat nach einer talmudischen Regel (כל אמתא בריבועא אמתא ותרי חומשי באלכסונה) auch jedes Quadrat, dessen Seite einen טפח misst, eine Diagonale von 12/5 טפחים. Ebenso ist auch umgekehrt, wenn a b = 12/5 טפחים ist, die Quadratseite a c = 1 טפח. Die letztere talmudische Regel ist, wie schon Tosafot in Sukka 8a v. כל bemerken, ebenfalls nicht ganz genau. Vielmehr ist, wie bekannt, die Diagonale a c. √2 = a c. 1,41421 … Dem Talmud genügte für die Praxis die erste Dezimalstelle. Er nahm also die Zahl 12/5, = 1,4 an. Dass dem Talmud auch eine genauere Berechnung bekannt war, hat Dr. B. Zuckermann (Das Mathematische im Talmud S 8) nachgewiesen.
",
+ "bringt er die Unreinheit. Denn die „obere Seite“ überdacht die טומאה und leitet dieselbe durch den Mund ins Haus, wie oben M. 3, Ende. Obgleich hier die innere Höhlung des Halses keinen freien Raum von einem Kubik-טפח hat, so meint R. Meïir, wir denken uns den Hals ausgehöhlt derart, dass der hohle Raum die Weite von einem Kubik-טפח erhält (חוקקין להשלים, wir höhlen aus, um bis zum erforderlichen Quantum zu ergänzen, Sabbat 7 b). Dass totes Vieh und Wild die Unreinheit bringen, aber nicht als Scheidewand gelten, wird oben 8,3 gelehrt.",
+ "Man berücksichtigt die Unreinheit. Man untersucht, an welcher Stelle sich die Unreinheit befindet.",
+ "ist sie der Oberschwelle gegenüber einwärts. So dass das Haus die טומאה überdacht.",
+ "so ist. Auch wenn der Hals des Hundes nicht ein טפח breit ist.",
+ "das Haus unrein. Denn die טימאה, die im Körper des Hundes verborgen ist, dringt aufwärts ins Haus und verunreinigt dasselbe (טימאה טמונה בוקעת). — So der einfache Sinn der Worte des R. Jose (Bart. Maim.). Indessen hat der Talmud (Chullin 126 a) an einer andern Stelle gefunden, dass nach der Ansicht des R. Jose eine טומאה טמונה nicht aufwärts dringt. Deshalb erklärt der Talm., R. Jose meine (nach einer Version ist in der Mischna so zu lesen): רואין את חלל הטומאה, d. h. es genügt nicht (wie R. Meïr meint), dass die Breite des Halses einen טפח misst, sondern man muss die Höhlung der טומאה berücksichtigen, und nur wenn diese ein Kubik-טפח gross ist, verbreitet sich die טומאה ins Haus, sonst ist das Haus rein. Der Satz חוקקין להשלים (Note 51) wird von R. Jose bestritten. Das folgende מכנגד המשקוף (der Talmud liest השקוף statt המשקוף) ist eine neue Bestimmung, die R. Jose gegen R. Meïr ausspricht, Während letzterer die ganze Schwelle (אסקופה) als zum Innern des Hauses gehörig betrachtet, meint R. Jose, nur bis zum שקוף, d. i. die Stelle, wo die Türe schliesst (ungefähr in der Mitte der Schwelle) gehört zum Innern des Hauses; liegt aber der Mund des Hundes ausserhalb des שקוף, ist das Haus rein. Dies die Erklärung des Talmud, der die meisten Commentare folgen. Wir haben jedoch nach der einfachen Erklärung von Bart. und Maimonides übersetzt.",
+ "ist sie. Die Unreinheit.",
+ "der Oberschwelle gegenüber auswärts. Es wird der Magen, wo die טומאה liegt, nicht von der Oberschwelle überdacht (Maim.).",
+ "so ist das Haus rein. Obgleich der Mund im Hause liegt.",
+ "Wenn der Mund einwärts liegt. Der Hintere liegt also auswärts.",
+ "liegt der Mund auswärts. Und der Hintere einwärts.",
+ "denn die Unreinheit geht nach hinten ab. Vgl. VO 13.",
+ "In jedem Falle. Auch wenn der Hals weniger als ein טפח breit ist, und auch wenn die טומאה ausserhalb der Oberschwelle liegt, und auch wenn der Hund einwärts liegt.",
+ "ist das Haus unrein. Denn die Speise wird manchmal auch durch den Mund ausgeworfen.",
+ "im Leibe bleiben. Vor dem Tode des Hundes, dass es als vollständig verzehrt nicht mehr verunreinigt.",
+ "bei Vögeln und Fischen. Wenn diese das Fleisch eines Toten gegessen haben.",
+ "verbrannt würde. Tos. Chullin 97 a v. אמר.",
+ "Bei Vögeln und Fischen. Dasselbe gilt (ausser dem Hunde) auch von anderen Tieren; vgl, Parah 9, 5."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einem Hause eine Zisterne. החדות, oben 5, 6, Note 54.",
+ "in der ein Leuchter steht. Und im Hause befindet sich eine Totenunreinheit.",
+ "dessen Aufsatz. והפרח, Kelim 11, 7, Note 75. —",
+ "hinausgeht. Oben über den inneren Raum der Zisterne, so dass er den Rand der Zisterne bedeckt.",
+ "und darüber. Über den Aufsatz.",
+ "ein Olivenkorb. כפישה, oben 5, 6, Note 55.",
+ "so gelegt ist. Und der Rand des Aufsatzes liegt zwischen dem Korbe und dem Rande der Zisterne (Maim. und יו״ב).",
+ "der Korb über der Mündung der Zisterne stehen bliebe. Und nicht in die Zisterne hineinfiele.",
+ "Die Zisterne ist rein. Denn was in der Zisterne ist, wird vor der Totenunreinheit durch den verschliessenden Korb nebst den Zelt wänden geschützt, vgl. oben 5, 6, Note 58.",
+ "und der Leuchter ist unrein. Wegen des Teils des Aufsatzes, der im Hause sichtbar ist. Trotzdem aber der Leuchter nach der Regel חרב הוא כחלל (VK 5) ein אבי אבות הטומאה geworden, verunreinigt er dennoch nicht die mit ihm in demselben Zelte befindlichen Gegenstände, da jene Regel bezüglich der Zeltunreinheit keine Geltung hat (VO 4), vgl. יו״ב.",
+ "Auch der Leuchter ist rein. Obgleich der Aufsatz von der Seite im Hause sichtbar ist, so wird er dennoch nicht unrein, weil er nicht über die Wände der Zisterne in den Raum des Hauses hinausragt. Wäre dies aber ja der Fall, so würde der Leuchter unrein sein (so יו״ב, nicht so Bart.).",
+ "alles. Sowohl die Zisterne als der Leuchter.",
+ "unrein ist. Da der Korb durch den Aufsatz, der ein Gerät ist, gestützt wird, kann er nicht als schützendes Zelt gelten, vgl. oben 6, 1 Note 17."
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+ "welche zwischen den Rändern des Korbes und den Rändern der Zisterne liegen. Hier handelt es sich um den Fall, dass der Korb nicht durch den Leuchter gestützt wird (oben Note 76).",
+ "selbst bis zur untersten Tiefe. Nicht bloss die Geräte, die auf den Rändern der Zisterne liegen, sondern auch die, welche unter den Zisternenwänden bis zur untersten Tiefe sich befinden.",
+ "bleiben rein. Der die Zisterne bedeckende Korb schützt auch alles, was sich unter dem Boden und den Wänden der Zisterne befindet, vor der Unreinheit. Wäre dieser Deckel nicht dort, so würde alles, was im Erdboden des Hauses bis zur untersten Tiefe vergraben ist, unrein sein (15, 5) vgl. VO. 12. —",
+ "Befindet sich dort. In der Zisterne, oder auf ihrem Rande, oder unter ihrem Boden.",
+ "eine Unreinheit. Selbst wenn der Korb die Zisterne bedeckt und selbst wenn derselbe fest darauf sitzt, wie ein צמיר פתיל (Kelim 10, 1).",
+ "so ist das Haus unrein. Weil die טומאה keinen andern Ausgang hat als durch das Haus, vgl. 4, 1, Note 12.",
+ "Befindet sich eine Unreinheit im Hause. Und die Zisterne ist vom Korbe bedeckt.",
+ "so gilt bezüglich der Geräte in den Wänden. In dem Teile der Wände, der nicht vom Korbe bedeckt ist. (ס״ט).",
+ "Wenn daselbst ein Raum von einer Kubik-Handbreite vorhanden ist. Dies bildet ein schützendes Zelt für sich.",
+ "so sind sie rein. Wie in dem Falle 3, 7, vgl. das. Note 87.",
+ "so werden sie unrein. Denn die Wände der Zisterne, soweit sie nicht vom Korbe bedeckt ist, werden wie der Erdboden des Hauses betrachtet, in dem alles dort Vergrabene unrein ist (15, 5). Vgl. Note 84.",
+ "Wenn die Wände der Zisterne breiter sind als die des Hauses. Die Wände des Hauses sind auf den Wänden der Zisterne aufgebaut und die letzteren sind breiter als die ersteren, so dass sie nach aussen (oder auch nach innen) über die Wände des Hauses hinausragen.",
+ "so sind sie in jedem Falle. Auch wenn der Raum keine Kubik-Handbreite hat.",
+ "rein. Da in diesem Falle die Wände der Zisterne nicht wie der Erdboden des Hauses betrachtet, sondern zum inneren Raume der Zisterne gerechnet werden, weil sie vom Hause kenntlich unterschieden sind (ס״ט)."
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+ "Wenn ein Brett auf der Öffnung eines neuen. Der noch nicht so geheizt, wie in Kelim 5, 1 angegeben, und daher nicht verunreinigungsfähig ist.",
+ "Backofens. Der im Freien steht. Über תנור s. Kelim 5, 1, Note 1.",
+ "liegt und über alle Seiten eine Handbreite herausragt. Dieser herausragende Teil gilt als Zelt und hemmt die darunter liegende טומאה, dass sie nicht über die Zeltwand hinausdringe. Würde der Ofen schon geheizt worden und ein כלי sein, so könnte das Zelt, das durch ein כלי gestützt ist, nicht vor der טומאה schützen, nach 6, 1, Note 4. —",
+ "wenn eine Unreinheit sich darunter. Unter dem herausragenden Teile des Brettes.",
+ "Geräte über demselben. Über dem Brette, selbst wenn sie senkrecht über der טומאה sich befinden.",
+ "rein. Jedoch ist alles, was unter dem Brette liegt, unrein. Auch was im Ofen liegt ist unrein (so תוי״ט). Nach מ״א und ס״ט ist letzteres rein, vgl. Kelim 10, 7.",
+ "Ist eine Unreinheit darüber. Über dem Brett.",
+ "so sind die Geräte unter demselben rein. Das Brett und der neue Ofen schützen vor der Unreinheit.",
+ "Bei einem alten Ofen. Der nach der Bestimmung in Kelim 5, 1 geheizt worden.",
+ "aber ist. Es sei die Unreinheit unter oder über dem Brett.",
+ "alles. Sowohl was unter oder über dem Brett, als was im Ofen sich befindet.",
+ "unrein. Da ein Zelt, das durch ein Gerät gestützt wird, wohl Unreinheit bringt, aber nicht vor Unreinheit schützt (6, 1). —",
+ "erklärt es für rein. Er meint, dass ein Ofen (auch ein alter), obgleich derselbe, nach der Vorschrift in Lev. 11, 35, verunreinigungsfähig ist, dennoch bezüglich der Bestimmungen in 6, 1 nicht als כלי gilt, da er am Erdboden befestigt ist und dieser seinen Unterboden bildet (so א״ר und יו״ב, anders ס״ט).",
+ "Liegt es. Das Brett.",
+ "auf der Öffnung zweier Öfen. Zweier alter Öfen (Bart); nach יו״ב ,א״ר und מ״א ist hier von den beiden bisher genannten Öfen die Rede, es ist also ein Ofen neu und der andere alt.",
+ "und es ist zwischen ihnen. Zwischen beiden Öfen.",
+ "so sind sie. Sowohl die Öfen, als was in den beiden Öfen und unter und über dem Brette sich befindet.",
+ "unrein. Da das Brett auch durch den alten Ofen, der ein כלי ist, gestützt wird.",
+ "erklärt sie für rein. Wie oben in Note 13."
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+ "Wenn ein Deckel. סרידה, ein siebartig gelöcherter Deckel, vgl. Kelim 8, 3. — Nach Bart. יו״ב u. a. hat der Deckel keinen Leisten, wie oben 5, 6. Nach Maim. u. a. ist hier von einem mit einem Leisten versehenen Deckel die Rede.",
+ "auf der Öffnung eines Backofens. Der Deckel ragt über alle Seiten eine Handbreite heraus, wie in M. 1. —",
+ "dass diese damit fest verschlossen ist. Durch Verstreichung, wie dies in Kelim 9, 7, Note 76 angegeben.",
+ "und es ist eine Unreinheit darunter oder darüber. Unter oder über dem herausragenden טפח des Deckels.",
+ "so ist alles. Was unter oder über dem herausragenden Teile des Deckels sich befindet.",
+ "unrein. Der Deckel schützt nicht, weil er ein Gerät ist (nach יו״ב auch wenn er keinen Leisten hat).",
+ "ist rein. Da der durch einen צמיד פתיל verschlossene Ofen vor der טומאה schützt, so dass dieselbe in den innern Raum des Ofens nicht eindringen kann; so wird auch das über dem innern Raum des Ofens nicht unrein.",
+ "Befindet sich aber die Unreinheit über dem innern Raum des Ofens. Auf dem Teil des Deckels, der über dem innern Raum des Ofens liegt.",
+ "unrein. Was aber darunter liegt, ist rein, da der צמיד פתיל es schützt."
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+ "Wenn ein Brett auf der Öffnung eines alten Ofens liegt. Z. B. das Brett ragt nach Osten und Westen eine Handbreite heraus, aber nicht nach Norden und Süden.",
+ "Seite. Im Osten z. B.",
+ "die Geräte unter der anderen Seite. Im Westen.",
+ "rein. Denn das Zelt im Osten steht in keiner Verbindung mit dem im Westen (da im Norden und Süden nichts herausragt), und der Ofen bildet eine Scheidewand zwischen den beiden Zelten. Nach א״ר und יו״ב gilt dies nur, wenn das Brett durch צמיד פתיל dem Ofen angeschlossen ist.",
+ "Jose erklärt sie für unrein. Er meint, der Ofen bildet keine Scheidewand zwischen den beiden Zelten, die durch das Brett miteinander verbunden sind. Über den Widerspruch mit 6, 2 (Note 38) vgl. יו״ב und מ״א.",
+ "Der Vorsprung. הבטח (and. LA אבטח), nach Maimon. ein Vorsprung, der von der Fensterbank hervortritt und dazu dient, dass der aus dem Fenster Hinausschauende sich darauf stützt (St. בטח, sich stützen), ebenso R. Hai. Es gibt noch viele andere Erklärungen.",
+ "bringt die Unreinheit. Die unter dem Vorsprung ausserhalb des Hauses sich befindet.",
+ "nicht hinüber. Auf die im Hause befindlichen Gegenstände.",
+ "Ist ein Gesimse. זיז, s. oben 8, 2, Note 23.",
+ "daran. Auf dem בטח ist ein Gesimse, das ins Innere des Hauses hineingeht (Maim., vgl. R. Hai).",
+ "dies bringt die Unreinheit nicht hinüber. Da die טומאה nicht unter dem Gesimse, sondern unter dem בטח liegt.",
+ "und das obere Gesimse. Das über dem בטח liegt und in das Innere des Hauses hineinragt. Nach א״ר ist בטח ein gürtelartiger, schmaler Vorsprung, der um den Ofen angebracht ist. Es bezieht sich unsere Bestimmung dann auf den vorhergehenden Fall (Note 29—32). Der בטח leitet die טומאה nicht von der einen hervorragenden Seite nach der anderen herüber, weil er nicht ein טפח breit ist. Wiewohl ein זיז nach 14, 1 bei noch so geringem Masse die טומאה bringt, so ist dies beim בטח nicht der Fall. Ist über dem בטח noch ein זיז (ein Gesimsen-Vorsprung), so kann er nach R. Elieser, wenn er kein טפח breit ist, ebenfalls nicht die טומאה hinüberbringen, weil nach Tosefta 14, 8 bei zwei übereinander hervortretenden Vorsprüngen (שני זיזין זה על גבי זח) der obere nur dann die טומאה bringt, wenn er ein טפח breit ist. R. Josua dagegen sagt, da der בטח nicht die טומאה bringt, so ist derselbe als nicht vorhanden zu betrachten, und der darüber befindliche זיז gilt als einzelner זיז, der nach 14, 1 auch beim geringsten Masse die טומאח bringt.",
+ "bringt die Unreinheit hinüber. Auf die im Hause befindlichen Gegenstände."
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+ "Wenn man für eine Sandale. סנדל של עריסה, sandalförmige metallene Untersätze, die man unter die Füsse der Wiege legte.",
+ "einen Durchbruch gemacht hat bis ins Haus hinein. Man hat absichtlich im Estrich des Söllers Löcher von der Grösse eines Quadrat-טפח gemacht, um die Untersätze der Wiege dort hineinzustecken. Würden die Löcher von selbst entstanden sein, so würde nach 13, 1 das Mass von einem Quadrat-טפח nicht genügen.",
+ "so ist. Wenn im untern Hause eine Toten-Unreinheit sich befindet.",
+ "alles. Im Hause und im Söller.",
+ "unrein. Die Sandale kann als Gerät nicht vor der Unreinheit schützen, nach 6, 1.",
+ "wo aber nicht. Wenn die Öffnung kleiner ist.",
+ "so zählt man dabei. Die Grade der Unreinheit.",
+ "wie man bei einem Toten zählt. Die Sandale und die Wiege sind siebentägig unrein, und das in der Wiege liegende Kind ist unrein bis zum Abend, vgl. 1, 2. Dagegen kann in den Söller die טומאה nicht dringen, da die Öffnung weniger als ein Quadrat-טפח gross ist. Über den Widerspruch zwischen unserer Stelle und 10, 2 vgl. die Kommentare."
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+ "Wenn. Sukka 22 a.",
+ "die Balken des Hauses und des Söllers keinen Estrich. מעזיבה , 6, 5, Note 64. —",
+ "haben. Und es liegen auch keine Bretter (und keine Matte) darüber (Raschi).",
+ "und genau über einander liegen. Die oberen Balken liegen den unteren gegenüber, jene sind ebenso breit wie diese, und jeder hat mindestens die Breite von einem טפח.",
+ "wenn sich unter einem Balken. Unter einem der untern Balken",
+ "nur der Raum unter diesem. Unter seiner ganzen Länge.",
+ "unrein. Dagegen ist der Raum darüber rein, da er von dem טפח-breiten Balken, der ein Zelt bildet, vor der Unreinheit geschützt wird. Umsomehr ist das unter den andern Balken Befindliche rein, da ja der die Unreinheit bedachende Balken von den andern durch einen Zwischenraum geschieden ist.",
+ "so ist nur der Raum zwischen ihnen. Zwischen ihrer ganzen Länge.",
+ "unrein. Was aber unter dem untern und über dem obern Balken sich befindet, ist rein, denn die Balken bilden eine Scheidewand vor der טומאה.",
+ "unrein. Da die טומאה unter freiem Himmel liegt (vgl. VO 7). Das darunter Befindliche ist rein.",
+ "Liegen die obern über den Zwischenräumen der untern. Und sie sind genau so breit wie diese Zwischenräume, so dass wenn man die oberen Balken hinab, oder die unteren hinaufziehen würde, ein vollständig abschliessendes Gebälke ohne Zwischenräume vorhanden wäre.",
+ "der Raum unter allen unrein. Ich betrachte dies so, als wäre es ein vollständig zusammenhängendes ununterbrochenes Zelt. Die Räume unter den untern Balken sind sämtlich unrein, weil man sich die oberen Balken hinabgezogen denkt (גור אהית, oben 11, 2, Note 16). Bezüglich der Räume unter den obern Balken denkt man sich wieder die untern bis hinauf gezogen (גור אסיק), als wenn oben ein Gebälke ohne Zwischenräume vorhanden wäre.",
+ "unrein. Wie in Note 57. —"
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+ [
+ "Wenn ein Balken. Ein viereckiger oder runder (zylinderförmiger) Balken.",
+ "wenn er eine Handbreite breit ist. Das ist beim runden Balken der Fall, wenn der durch den auf der Achse des Zylinders gemachten senkrechten Durchschnitt gebildete Kreis einen טפח im Durchmesser hat.",
+ "die Unreinheit unter seine ganze Länge. Auch unter die Teile des Balkens, die nicht so breit sind (Maim. טומאת מת 12, 7).",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts. Was senkrecht über oder unter der Unreinheit sich befindet, ist unrein; alles andere bleibt rein (VO 7).",
+ "Wie viel. Erubin 13b.",
+ "drei Handbreiten. Vgl. die erste Regel oben 11, 7, Note 50.",
+ "wenn er viereckig. Ein rechteckiges Prisma.",
+ "denn der Umfang des viereckigen ist um ein Viertel mehr als der des runden. Der Umfang des viereckigen Balkens beträgt 4 טפחים, während der Umfang des runden nur 3 טפחים hat. — Dass der Talmud nur für die Praxis das Verhältnis der Peripherie zum Durchmesser des Kreises wie 3: 1 rechnet, aber auch gewusst hat, dass diese Rechnung ungenau ist, zeigt Zuckermann in der oben (11, 7) angeführten Schrift S. 23 ff."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Säule. Die zylinderförmig ist.",
+ "im Freien liegt. Mit der Mantelfläche auf dem Erdboden.",
+ "wenn ihr Umfang vierundzwanzig Handbreiten. Nach den oben (11, 7, Note 50) angeführten zwei talmudischen Regeln ist diese Zahl nicht richtig. Der Umfang der Säule brauchte vielmehr danach nur 21 Handbreiten zu betragen, was sich leicht zeigen lässt. Es sei der Kreis um C ein auf der Achse der hier genannten Säule senkrechter Durchschnitt. Der Kreis berührt den Erdboden im Punkte J. Beschreibt man um diesen Kreis das Quadrat ABDE (dessen Seite, wie ersichtlich, dem Durchmesser des Kreises gleich ist), so muss sich in dem Winkelraum dieses Quadrates ein Quadrat AHGF, dessen Seite ein טפח lang ist, zeichnen lassen, damit unter der Säule ein freier Raum von einem Kubik-טפח vorhanden sei, der nach 3, 7 die טומאה bringen kann. Wenn nun die Quadratseite FG gleich 1 טפח sein soll, so muss dessen Diagonale AG =/5 טפח׳ sein. Dies ist aber der Fall, wenn der Umfang des Kreises C 21 טפחים beträgt. Denn dann beträgt die Quadrat-seite AB (= dem Durchmesser des Kreises) 7 טפחים; folglich dessen Diagonale AD = 7 + ¹⁴⁄₅ טפח, und da GL (als Durchmesser) = 7 טפח׳ ist, so sind AG + LD = ¹⁴⁄₅ טפח׳. AG ist aber = LD, wie leicht zu beweisen; folglich ist AG =/5 טפח׳. — Wenn aber unsere Mischna statt 21 טפח׳ 24 טפחים hat, so muss, da die erste Regel in 11, 7, Note 50 in M. 6 unmittelbar unserer M. voransteht und daher nicht zu ändern ist, die zweite dort befindliche talmudische Regel nach unserer Mischna anders lauten, und zwar, wie bereits Zuckermann (l. c.) annimmt: כל אמה במרובע אמה ושליש באלכסון. „Jede Quadratelle hat 1/3 Elle in der Diagonale“. Man wollte wohl zur Zeit unserer (sehr alten) Mischna der leichteren Rechnung und der Kürze wegen einen Bruch mit dem Zähler 1 haben, und da war1/3 (שליש) der dem wirklichen Werte (0, 41421) am nächsten liegende so geartete Bruch. Rechnen wir nun die Diagonale =4/3 der Quadratseite, so stimmt die Zahl 24 in unserer Mischna ganz genau. Ist der Umfang des Kreises 24, so ist die Quadratseite AB (= dem Durchmesser) = 8. Die Diagonale AD = 8 + ⁸⁄₃, also AG + LD = ⁸⁄₃, und AG = ⁴⁄₃; folglich FG = 1 טפח. Wir wollen nun noch die ziemlich genaue Quantität des vorliegenden Kreisumfanges berechnen. Nennen wir denselben u, den Durchmesser d, und setzen wir die kleine Quadratseite FG (wie erforderlich) = 1. Es ist dann AG = LD = √2. Wir haben dann die Gleichung: AD = d + 2 √2 = d √2, daher
Es lässt sich vielleicht dadurch erklären, warum unsere Mischna das Verhältnis zwischen Quadratseite und Diagonale nicht, wie im Talmud. — 1:7/5 angenommen. Die Frage mag ursprünglich im Lehrhause gestellt worden sein, ob eine Unreinheit unter einer solchen Säule auf einen darüber sich bückenden Menschen בוקעת ועולה ist (da solche Fälle häufiger vorkommen, als dass unter der Säule Gegenstände liegen). Hätte man nach den gewöhnlichen Regeln (wie in 11, 7, Note 50) gerechnet, so würde, wie oben gezeigt, die Entscheidung gelautet haben: Falls der Umfang der Säule mindestens 21 טפחים beträgt, ist die Unreinheit nicht בוקעת ועולה. Das wäre aber eine ungenaue Entscheidung zur Erleichterung (לקולא), da, wie gezeigt, tatsächlich noch bei 21, 45 die Unreinheit בוקעת ועולה ist. Es wurde daher für diese Entscheidung das Verhältnis wie 1 : ⁴⁄₃ gerechnet, wobei sich die Zahl 24 ergab, die allerdings auch ungenau war, aber eine Erschwerung zur Folge hatte (לחומרא לא דק). Diese Entscheidung wurde dann in der Mischna fixiert, wiewohl sie nach der einen Seite (die aber selten vorkommt) eine unberechtigte קולא zur Konsequenz hatte. Dies zur Rechtfertigung der Mischna, bei welcher so manche Erklärer sich in ihren Berechnungen verirrt haben.",
+ "die Unreinheit unter ihre ganze Seite. Selbst an den Stellen m und n der obigen Figur, wo der freie Raum keinen Kubik-טפח beträgt, nach der Lehre in 7, 2, Note 25.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts. Wie in Note 64."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Olivengrösse vom Toten an der Türschwelle. Oben 3, 3, Note 43.",
+ "klebt. Sie klebt an der Aussenseite der Schwelle, wo sie nicht vom Hause überdacht wird.",
+ "Elieser das Haus für unrein. Er erklärt auch diese Stelle wie das Innere des Hauses, weil, wenn man hier die טומאה liegen liesse, man es auch in dem vom Hause überdachten Teile erlauben würde (מ״א).",
+ "Josua erklärt es für rein. Weil die טומאה nicht vom Hause überdacht wird. Die Besorgnis (גזירה) des R. Elieser teilt R. Josua nicht.",
+ "so wird sie. Die Schwelle.",
+ "als in zwei Hälften geteilt beurteilt. Liegt die טומאה unter der dem Innern anliegenden Hälfte der Schwelle, so ist das Haus unrein; liegt sie unter der äusseren Hälfte, so ist das Haus rein, wie oben 6, 3.",
+ "Klebt sie an der Oberschwelle. An der Aussenseite der Oberschwelle.",
+ "so ist das Haus unrein. Auch nach R. Josua. Denn in diesem Falle teilt auch dieser die oben (Note 76) ausgesprochene Besorgnis des R. Elieser (א״ר).",
+ "Jose erklärt es für rein. R. Jose achtet auch in diesem Falle nicht auf obige Besorgnis.",
+ "Liegt sie. Die Olivengrösse vom Toten.",
+ "wer die Oberschwelle. Auch an der Aussensseite.",
+ "unrein. Auch nach R. Jose. Denn da die טומאה an dieser Stelle vorbei hinausgeschafft werden wird, so erklärt man die Aussenseite ebenso für unrein, wie den Raum unter der Oberschwelle (wegen גזירה, wie in Note 76).",
+ "Wer die untere Schwelle. An der Aussenseite.",
+ "Elieser für unrein. Er betrachtet diese wie das Innere des Hauses, aus dem in Note 76 angegebenen Grunde (גזירה).",
+ "Wer sie von einer Handbreite abwärts berührt. Den dem Erdboden anliegenden טפח der Aussenseite der Schwelle.",
+ "ist rein. Denn dieser ist dem Erdboden gleich zu achten.",
+ "ist unrein. Weil über die Schwelle die טומאה hinausgeschafft werden wird, wie oben in Note 85 angegeben."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn. Kelim 17, 11; B. batra 19b Tosafot v. רקיק; zum ganzen Abschn. vgl. Sifre Sutta ed. Horovitz S. 144 f.",
+ "man eine Lichtöffnung. מאור, ein Loch, um Licht einfallen zu lassen.",
+ "von vorne herein. Es ist nicht ein Überbleibsel (vgl. weiter Note 6).",
+ "deren Mass. Damit die Unreinheit durch diese Öffnung von einem Zelte ins Nebenzelt komme.",
+ "wie die Dicke des grossen Bohrers der Tempelhalle. Die nähere Bestimmung in Kelim. l. c. und Bechorot 37b f.",
+ "zwei Fingerbreiten Höhe bei einer Daumen-Breite. Dies ist ein grösseres Mass als das Vorhergenannte (so Maim., anders Tos. Note 1). Noch grösser ist eine Handbreite im Quadrat, weiter Note 12.",
+ "noch nicht ganz vollendet hat. Einerlei aus welchem Grunde immer er dies nicht vollendet hat.",
+ "oder ist sie durch Salpeter-Frass. מלחת, oben 3, 7, Note 107.",
+ "so ist deren Mass wie eine Faustgrösse. Dies ist grösser als eine Quadrat-Handbreite; eine nähere Bestimmung vgl. 17, 12.",
+ "sie. Die nicht durch Menschenhände entstandene Öffnung.",
+ "zu gebrauchen. Etwa Gegenstände dorthin zu legen.",
+ "so ist deren Mans eine Handbreiten-Weite. Eine Handbreite im Quadrat, vgl. 3, 7, Note 82.",
+ "so ist deren Mass wie die Dicke des Bohrers. Wie oben Note 5.",
+ "Bei Gittern. Aus Holz- oder Eisenstäben. Sie sind in Magazinöffnungen angebracht, die als Luftlöcher dienen.",
+ "und Jalousieen. רפפות, (von רפף, schwanken) ein bewegliches Gitter, nach der Tosefta 14, 3 Gitterfenster in Sommerhäusern.",
+ "zur Grösse einer Bohrer - Dicke zusammengerechnet. Es genügt also, dass alle Zwischenräume zusammen dieses Mass haben.",
+ "Obige Masse. Alle in dieser Mischna genannten Masse.",
+ "gelten sowohl die Unreinheit hereinzubringen. Wie oben Note 5 angegeben.",
+ "als sie hinauszubringen. Dass die Unreinheit in dieser Öffnung nicht als טומאה רצוצה gelte, die aufwärts und abwärts dringt, nach VO 7. Nach א״ר und יו״ב ist hier unter „Hinausbringen der Unreinheit“ der Fall in 7, 5 (vgl. das. Note 55) verstanden, wobei durch eine Öffnung alle andern verschlossenen Ausgänge vor der Unreinheit bewahrt werden.",
+ "Nur zum Hereinbringen der Unreinheit. Dazu genügen auch die kleinern Masse, weil dabei eine Erschwerung (חומרא) herauskommt.",
+ "aber zum Hinausbringen der Unreinheit. Wie in Note 18, wobei ein kleineres Mass eine Erleichterung (קולא) zur Folge hätte."
+ ],
+ [
+ "das zur freien Luft hinausgeht. Nach Bart. dient es dazu, Luft einzulassen, und ist dasselbe wie die Lichtöffnung in M. 1. Nach Tos. (oben Note 1) und Anderen soll dadurch eine freie Aussicht gewonnen werden, um etwa Gärten zu bewachen.",
+ "ist das Mass die Bohrer-Dicke. Wie oben Note 5. Nach Tos. l. c. ist hier ein mittelgrosser Bohrer gemeint.",
+ "Baut man ausserhalb desselben ein Haus. So dass dadurch der Zutritt von Licht und Luft gestört, resp. die Aussicht verhindert wird.",
+ "so ist das Mass eine Handbreiten-Weite. Wie oben Note 11 und 12, da man nun die Öffnung bloß zu einem derartigen Gebrauche benutzen kann.",
+ "Hat man das Gebälke. Des vor dem Fenster gebauten Hauses.",
+ "an die Mitte des Fensters gesetzt. In der Weise, dass nur die untere Hälfte des Fensters durch das Haus verdeckt wird.",
+ "und der obere Teil das der Bohrer-Dicke. Da dieser Teil zur freien Luft hinausgeht."
+ ],
+ [
+ "Das Loch in der Türe. Das keinen bestimmten Zweck hat (nach יו״ב, ein Loch, das man zum momentanen Gebrauche gemacht und dann vergessen hat zu verstopfen.)",
+ "hat zum Masse die Faust-Grösse. Wie ein von selbst entstandenes Loch, Note 9.",
+ "Eine Handbreiten-Weite. Wie eine zum Gebrauche bestimmte Öffnung, Note 11. (vgl. die LA im Sifre sutta, zit. in ר״ש).",
+ "Hat der Zimmermann unten oder oben eine Lücke gelassen. Indem die Bretter zu kurz waren.",
+ "aber nicht vollständig. מרק, vollenden, vgl. Joma 3, 4.",
+ "angeschlossen. Dadurch ist die Türe zum geringen Teil offen geblieben.",
+ "so ist das Mass eine Faust-Grösse. Die Öffnung gilt in allen diesen Fällen als von selbst entstanden."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Platz. In der Wand des Hauses.",
+ "für eine Spatel. אספתי, gr. σπάθη, die Spatel, ein breites flaches Holz, dessen sich die Weber statt des Kammes (קירוס, Kelim 21, 1, Note 5) beim alten senkrechten Webestuhl bedienten, um den Einschlag festzuschlagen und so das Gewebe dicht zu machen (ר״ש liest אצבתי und erklärt ebenso).",
+ "oder für eine Lampe. Da die Lampe zum Webegerät nicht passt, dürfte besser mit Horovitz (ספרי זוטא l. c.) ניר zu lesen sein (ein Schaft), vgl. Kelim 21, 1, Note 4. קנה kann dann ebenfalls Bezeichnung eines Schaftes sein (vgl. Rieger, Spinnen, Färben, Weben S. 29).",
+ "so ist nach Bet-Schammai das Mass so viel als zum Gebrauche. Für das betreffende Gerät.",
+ "Macht man eine Öffnung zur Augenweide. Zur Aussicht nach einem schönen Platze.",
+ "oder zum sonstigen Gebrauche. Allerlei Gegenstände hinzulegen.",
+ "so ist das Mass eine Handbreiten-Weite. Auch nach Bet-Schammai, da die Öffnung für verschiedene Gegenstände gebraucht werden soll."
+ ],
+ [
+ "Folgende Dinge vermindern das Mass einer Handbreite. Wenn bei einer Öffnung, die eine Quadrat-Handbreite misst, der Raum durch Hineinlegen eines der folgenden Dinge vermindert wird, kann durch diese Öffnung nicht die טומאה von einem Zelte ins andere kommen.",
+ "Ein Stück Fleisch. Von einem Toten.",
+ "das weniger als eine Olive gross ist. Das nicht verunreinigt; vgl. 2, 1.",
+ "so dass die Unreinheit von einem viertel Kab Totenknochen nicht durchgeht. Wörtlich: „vermindert an der Seite (על ידי) eines viertel Kab Knochen“ (vgl. 2, 1, Note 10 u. 11). — Ist aber in einem Zelt ein כזית vom Totenfleisch, so kann das kleinere Stück Fleisch in der Öffnung nicht das Durchgehen der טומאה verhindern, da im Gegenteil das eine Stück Fleisch mit dem andern sich verbindet.",
+ "der kleiner als ein Gerstenkorn ist. Das gar nicht verunreinigt, vgl. 2, 3.",
+ "so dass die Unreinheit von einem olivengrossen Stück Toten-Fleisch nicht durchgeht. Wörtlich: „vermindert an der Seite einer Olivengrösse von Fleisch“. — Dagegen vermindert ein kleiner Knochen nicht den Raum, wenn die Unreinheit im Nebenzelte von einem viertel Kab Knochen herrührt, da Knochen mit Knochen als verbunden betrachtet werden.",
+ "weniger als eine Olivengrösse von Toten. Es wird obige Bestimmung (Note 43—45) wiederholt, um im allgemeinen zu lehren, dass die Verminderung (ausser beim כזית Fleisch) bei allen in 2,1—2 genannten Zeltunreinheiten bewirkt wird.",
+ "weniger als eine Olivengrösse vom Aase. Dies verunreinigt nicht (Nidda 42b).",
+ "weniger als eine Linsengrösse vom Kriechtier. Verunreinigt nicht, ausser wenn es ein ganzes Glied ist (1, 7).",
+ "weniger als eine Eigrösse von Speisen. Ist nach dem Thoragesetze nicht verunreinigungsfähig; vgl. Schabbat 91a, Tos. v. אי.",
+ "das ins Fenster hineingewachsene Getreide. Nach B. batra 20a wenn es drei טפחים von der Wand entfernt wurzelt, so dass es der Wand nicht schadet. Als am Boden haftend ist es nicht verunreinigungsfähig.",
+ "Rohr-Mark. ככי, Kelim 17, 17, Note 180.",
+ "von einiger Merklichkeit. Es ist nicht zu dünn.",
+ "welches man nicht zum Essen bestimmt hat. Hätte man es zum Essen bestimmt, so wäre es auch ohne הכשר verunreinigungsfähig, Teharot 1, 1.",
+ "verunreinigungsfähig gemacht hat. Dadurch, dass man es mit einer Flüssigkeit benetzt hat, nach VK 17.",
+ "aber nicht zum Essen bestimmt hat. Das Aas der unreinen, d. h. der zum Essen verbotenen Vögel, ist erst dann als Speise verunreinigungsfähig, wenn man es zu essen gedenkt und benetzt hat, Teharot 1,3."
+ ],
+ [
+ "Ein Totenknochen vermindert nicht gegen Totenknochen. Oben Note 47.",
+ "Totenfleisch nicht gegen Totenfleisch. Oben Note 45.",
+ "nicht eine Linsengrösse vom Kriechtier. Weil diese Dinge verunreinigen, oben Note 49 und 50.",
+ "nicht eine Eigrösse von Speisen. Wenn sie durch Benetzung verunreinigungsfähig geworden (תוי״ט); nach Maim. auch wenn dies nicht geschehen.",
+ "nicht an Fenstern. Weniger als drei טפחים entfernt von der Wand.",
+ "wachsendes Getreide. Da ist es bestimmt, entfernt zu werden, weil es die Wand beschädigt, oben Note 52. — Dinge, die man später wegzuschaffen gedenkt, verhindern nicht das Weiterdringen der טומאה, B. batra 19b.",
+ "nicht Rohr-Mark. ככי, Kelim 17, 17, Note 180.",
+ "woran nichts Merkliches. Das sehr dünn ist.",
+ "das man zum Essen bestimmt und verunreinigungsfähig gemacht hat. Oben Note 55—57.",
+ "nicht mit Aussatz behaftete Zetteloder Einschlag-Fäden. Nach Negaïn 11, 8.",
+ "und nicht ein Ziegel von einer Totenbein-Stätte. Ein Ziegel aus Erde vom בית הפרס, vgl. 2, 3, Note 33. —",
+ "so R. Meïr. Nach seiner Ansicht ist ein solcher Lehmziegel unrein.",
+ "weil dessen Erde rein ist. Nach ihrer Ansicht ist nur eine frische unbearbeitete Scholle in der Grösse des Siegels der grossen Warensäcke unrein, vgl. 17, 5. —",
+ "das Unreine. Auch alles, was verunreinigungsfähig ist."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Das Gesimse. זיז, oben 8, 2, Note 23.",
+ "bringt die Unreinheit. Die unter ihm sich befindet, ins Haus.",
+ "wenn es noch so schmal ist. Weil der Raum unter demselben als mit dem Raume des Hauses verbunden und das Gesimse mit der Decke des Hauses als ein und dasselbe Zelt betrachtet wird.",
+ "der Balkon. גיזרה scheint hier eine Abkürzung von גזוזטרא (Balkon, Altane) zu sein (8, 2, Note 24), גזרה in Ezech. 41, 12 hat eine andere Bedeutung.",
+ "und der Vorbau. גבלית (and. LA. גובלית, גבילית). Die Tosefta erklärt: (l. ומיושר ) איזו היא גבלית כל המעוקם מכאן ומכאן ומשויר מן חאמצע Was heisst גבלית? Ein Vorsprung, der von beiden Seiten schief (sich abwärts neigt) und in der Mitte gerade ist. Es stammt danach גבלית von جبل (Berg), da er die Form eines Berges hat (mit zwei Abdachungen und einem Rücken).",
+ "dessen Vorderseite nach unten gewandt ist. Das vordere Ende ist nach unten gebogen. Daher wird dieses Ende wie bis zur Erde reichend angesehen und der Raum unter dem Gesimse mit dem des Hauses verbunden.",
+ "beim Balkon ist die Vorderseite aufwärts gewandt. Daher kann der Raum unter demselben nicht als mit dem des Hauses verbunden betrachtet werden. Der Balkon muss deshalb, als gesondertes Zelt, ein טפח breit sein.",
+ "das drei Steinschichten. נדבך, Esra 6, 4, Steinreihe. Diese hat eine Breite von 4 טפחים.",
+ "über der Türe ist. Um so mehr gilt obige Bestimmung, wenn das Gesimse noch näher an der Türe ist (יו״ב).",
+ "steht es. Das Gesimse.",
+ "bei Handbreiten-Weite. Denn dann kann es nicht als mit dem Hause verbunden, sondern nur als besonderes Zelt betrachtet werden.",
+ "Die Kränze. Vorsprünge, die kranzförmig sind und oberhalb der Türe stehen.",
+ "und die Bildwerke. Vorsprünge, die mit Bildwerken verziert sind.",
+ "bei Handbreiten-Weite. Sie werden als Zelte für sich betrachtet."
+ ],
+ [
+ "Das Gesimse über der Türe bringt die Unreinheit bei Handbreiten-Weite. Dieser Satz steht im Widerspruch mit der Bestimmung am Anfang unseres Abschnitts. Nach Bart ר״ש und רא״ש handelt es sich hier um eine verschlossene Türe, wobei der Raum unter dem זיז nicht mit dem Hause verbunden werden kann, dann kann es natürlich nicht die Unreinheit ins Haus bringen (da dies ja verschlossen ist), sondern nur auf die Geräte, die unter dem זיז selbst sich befinden. א״ר streicht die Worte מביא את הטומאה. Nach ihm ist zu übersetzen: „Das Gesimse (bringt die Unreinheit) bei noch so geringem Masse sowohl über eine Türe, deren Mass eine Handbreiten-Weite ist, als über einem Fenster, dessen Mass eine Höhe von zwei Fingerbreiten, als über dem, dessen Mass eine Bohrer-Dicke ist“ R. Jose fordert dann für die zwei letzten Fälle ein anderes Mass, stimmt aber im ersten Falle mit dem ersten Tanna überein. In derselben Weise erklärt יו״ב, ohne zu korrigieren, indem er מביא את וכו׳ als einen Relativsatz fasst (welches die טומאה bei einem פותח טפח bringt.)",
+ "dessen Mass eine Höhe von zwei Fingerbreiten. Wie oben 13, 1 angegeben.",
+ "dessen Mass eine Bohrer-Dicke ist. Bei der von vorne herein gemachten Lichtöffnung nach 13, 1. —",
+ "Jose sagt. R. Jose bezieht sich nur auf die zwei letzten Fälle (Note 16 und 17). —",
+ "wie das Fenster ist. Also muss das Gesimse im ersten Falle (Note 16) zwei Fingerbreiten messen; im zweiten Falle (Note 17) eine Bohrer-Dicke. — Nach ס״ט gibt unsere Mischna das Mass der Länge des Gesimses an, während Mischna 1 das Mass der Breite angibt Das מלואו des R. Jose (das sich auf die zwei letzten Angaben bezieht) ist zu übersetzen: „Die ganze Ausdehnung des Fensters“, d. h. der זיז muss so lang sein, dass er sich über das ganze Fenster erstreckt, über dem er sich befindet."
+ ],
+ [
+ "Ein Stab über der Türe. Der auf zwei in die Wand über der Türe eingeschlagenen Pflöcken liegt.",
+ "wäre er auch hundert Ellen hoch darüber. Höher als die Oberschwelle.",
+ "bringt die Unreinheit bei noch so geringem Masse. Wiewohl ein Gesimse in diesem Falle eine טפח-Breite haben muss (oben Note 11), so genügt bei einem Stabe das geringste Mass, weil er beweglich ist und leicht von oben weiter hinunter versetzt werden kann.",
+ "Es darf dabei nicht mehr erschwert werden als beim Gesimse. Er bringt also die Unreinheit nur, wenn er nicht höher als zwölf טפהים über der Türe steht (Note 9)"
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Gesimse. Das ein טפח breit ist, also ein Zelt bildet.",
+ "das ganze Haus umgibt. Wie ein Gürtel.",
+ "und über der Türe nur drei Fingerbreiten. Das ist weniger als ein טפח, denn ein טפח beträgt vier Fingerbreiten.",
+ "reicht. Während über dem übrigen Teil der Türe kein Gesimse steht.",
+ "die Geräte unter jenem. Unter dem ganzen Gesimse.",
+ "unrein. Denn die über dem Hause stehenden drei Fingerbreiten des Gesimses werden als zum Hause gehörig betrachtet, so dass sich die טומאה vom Hause dorthin verbreitet; von dort verbreitet sich die Unreinheit unter das ganze Gesimse, da das ganze ein zusammenhängendes Zelt bildet. רא״ש liest טהורים (sie sind rein) statt טמאים; die Erklärung hierzu vgl. in ס״ט.",
+ "Ist eine Unreinheit unter ihm. Dem Gesimse.",
+ "Elieser das Haus für unrein. Denn ebenso wie die טומאה vom Hause unter das Gesimse kommt, verbreitet sich die unter dem Gesimse befindliche טומאה ins Haus.",
+ "Josua erklärt es für rein. Denn wohl kann das Gesimse als zum Hause gehörig, aber nicht das Haus als zum Gesimse gehörig betrachtet werden. Würde das Gesimse ein טפח über der Türe reichen, so würde auch nach R. Josua dieser Teil des Gesimses als Zelt mit dem Hause als verbunden gelten und die טומאה hineinbringen. Nach ר״ש und andern Erklärern hängt die Kontroverse hier mit der derselben Tannaïm in 12,8 zusammen.",
+ "um den rings umher eine Vorhalle. אכסדרה, oben 6,2, Note 20. —",
+ "läuft. Und die Vorhalle reicht nur drei Fingerbreiten über der Türe des Hauses. Da gelten dieselben Bestimmungen: Ist eine Unreinheit im Hause, so sind die Geräte in der Vorhalle unrein; ist eine Unreinheit in der Vorhalle, so sind die Geräte im Hause nach R. Elieser unrein, nach R. Josua rein."
+ ],
+ [
+ "Wenn zwei Gesimse über einander stehen. Und das eine genau so breit ist wie das andere, ebenso wie die genau übereinander liegenden Balken in 12, 5. Die Bestimmungen hier stimmen daher mit den dortigen überein.",
+ "jeder Handbreiten-Weite hat und der Zwischenraum eine Handbreite beträgt. So dass der Raum zwischen beiden Gesimsen auch als Zelt gilt. Es wird als selbstverständlich vorausgesetzt, dass zwischen dem untern Gesimse und dem Erdboden wenigstens ein טפח Zwischenraum ist.",
+ "wenn sich eine Unreinheit unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "das unten Befindliche. Unter dem ganzen Gesimse.",
+ "unrein. Dagegen ist der Raum darüber rein, da er von dem ein מפח-breiten Gesimse, das ein Zelt bildet, vor der Unreinheit geschützt wird.",
+ "Ist die Unreinheit im Zwischenraume. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "so ist alles im Zwischenraume unrein. Was aber unter dem untern und über dem obern Gesimse sich befindet, ist rein, denn die Gesimse bilden eine Scheidewand vor der טומאה.",
+ "Ist die Unreinheit darüber. Über dem oberen Gesimse.",
+ "unrein. Da die טומאה unter dem freien Himmel liegt (vgl. VO 7). Das darunter Befindliche ist rein",
+ "Ragt das obere. Gesimse.",
+ "wenn eine Unreinheit sich unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "oder zwischen beiden. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "der Raum unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "und dazwischen. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "unrein. In jedem der beiden Fälle sind beide Räume unrein, denn das herausragende Stück (unter welches die טומאה kommt) bewirkt, dass die טומאה aus dem einen Raum in den andern gelangt.",
+ "befindet sie. Die Unreinheit.",
+ "sich darüber. Über dem oberen Gesimse.",
+ "unrein. Da die טומאה unter dem freien Himmel liegt (vgl. VO 7). Das darunter Befindliche ist rein",
+ "wenn sich eine Unreinheit unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "der untere Raum und der Zwischenraum. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "unrein. Wiewohl das herausragende Stück weniger als ein טפח breit ist, bewirkt es dennoch die Verbreitung der טומאה vom untern Raum nach dem Zwischenraume, da es mit dem andern Teil des Gesimses verbunden ein Zelt bildet, wie oben Note 29.",
+ "Ist die Unreinheit im Zwischenraume. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "oder unter dem hervorragenden Stück. Unten auf dem Erdboden.",
+ "Der untere Raum und der Zwischenraum sind unrein. R. Elieser folgt hier seiner oben (Note 31) ausgesprochenen Ansicht, dass die טומאה, die sich unter einem Raume von weniger als ein טפח befindet oder dahin verbreitet, von da nach einem mit diesem Raum verbundenen Zelte dringt.",
+ "Der Zwischenraum. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "und der Raum unter dem hervorragenden Stück. Unten auf dom Erdboden.",
+ "aber der Raum unter dem untersten ist rein. Im ersten Falle wird dieser Raum durch das untere Gesimse geschützt. Im zweiten Falle (und umsomehr im ersten Falle) kann der schmale überragende Teil nicht die טומאה in das anstossende Zelt bringen, nach der oben (Note 32) von R. Josua ausgesprochenen Ansicht."
+ ],
+ [
+ "aber zwischen ihnen. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "ist kein Raum von der Breite einer Handbreite. Es wird aber als selbstverständlich vorausgesetzt, dass zwischen dem untern Gesimse und dem Erdboden ein Zwischenraum von mindestens einer Handbreite vorhanden ist.",
+ "wenn sich eine Unreinheit unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "der untere Raum. Nur dieser. Der Zwischenraum und der Raum über dem obern Gesimse werden durch das untere Gesimse, das ein Zelt bildet, geschützt.",
+ "Befindet sie sich im Zwischenraum. In diesem Falle ist die Unreinheit רצוצה (VO 7).",
+ "oder darüber. In diesem Falle liegt die טומאה unter freiem Himmel (VO 7).",
+ "unrein. Nach unten kann die טומאה nicht dringen, da das untere Gesimse als Zeltdach schützt.",
+ "Andere LA. Diese LA hatten רא״ש ,ר״ש und Bart.",
+ "aber die Zwischenräume. Das ביניהן wird hiernach von zwei Zwischenräumen verstanden, von dem Raume zwischen beiden Gesimsen und dem Raume zwischen dem untern Gesimse und dem Erdboden.",
+ "wenn die Unreinheit sich unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "oder dazwischen. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "der Raum unten und dazwischen unrein. Da das untere Gesimse weder nach unten noch nach oben einen freien Raum von einem טפח hat, so wird es als nicht vorhanden betrachtet, und der Raum vom obern Gesimse bis zum Erdboden gilt als ein Zelt, ebenso wie oben 11, 3, Note 23 die untern Teile des Kleides als nicht vorhanden betrachtet werden. So רא״ש. Indessen wird von יו״ב und ס״ט schon dagegen eingewendet, dass oben diese Bestimmung nur von den Kleiderteilen gilt, weil sie verunreinigungsfähig sind, was doch hier bei dem mit dem Gebäude verbundenen Gesimse nicht der Fall ist. Die meisten Kommentare entscheiden sich daher für die erstere LA., vgl. indessen יו״ב und מ״א.",
+ "unrein. Da die טומאה unter dem freien Himmel liegt (vgl. VO 7). Das darunter Befindliche ist rein"
+ ],
+ [
+ "Haben die Gesimse keine Handbreiten-Weite. Solche Gesimse werden als nicht vorhanden betrachtet.",
+ "senkrecht aufwärts und abwärts. Nach Maim. (טומאת מת 17, 4) gilt dies als טומאה רצוצה. Dagegen meint ראב״ד, dass dies ein Irrtum sei; vielmehr liege der Grund unserer Bestimmung in dem Umstande, dass kein Zelt vorhanden ist, welches die טומאה nach den Seiten bringen könnte.",
+ "die sich eine Handbreite hoch über der Erde befinden. Und die voneinander durch einen Zwischenraum getrennt sind. Dabei gelten dieselben Bestimmungen, die in Mischna 5 bis 7 bezüglich der zwei über einander stehenden Gesimse angegeben sind. Nach יו״ב bezieht sich dieser letzte Satz nur auf die unmittelbar vorher stehende Bestimmung; vgl. das."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Ein. Diese Mischna bis טבליות ist wörtlich in 11, 3 zu finden. (Die Erklärung dazu vgl. das Noten 17 bis 23.). Dort handelt es sich jedoch speziell um ein Haus, das in zwei Teile geteilt ist, und um das Hinüber bringen der טומאה von einem Teile in den anderen, während hier vom Bringen der טומאה im allgemeinen die Rede ist; Daher die Wiederholung.",
+ "Übereinander gelegte Holzplatten. טבליות, Mehrz. von טבלא (Kelim 2, 3, Note 28).",
+ "dass die oberste eine Handbreite über der Erde liegt. Die untern Platten werden als nicht vorhanden betrachtet, da sie selbst Unreinheit annehmen (Tosefta Kelim II, 6, 7. Nach יו״ב gilt die Platte als nicht vorhanden, selbst wenn sie Unreinheit annehmen kann (wie in dem Falle Kelim 22, 2), solange man nicht ausdrücklich bestimmt, dass man dieselbe dort für die Dauer liegen lassen wolle (vgl. Mischna 7).",
+ "Bei Marmorplatten. Wenn Marmorsteinplatten übereinander liegen und eine טומאה befindet sich unter der untersten, die kein טפח über der Erde liegt, während die oberste Platte wohl ein טפח hoch über der Erde liegt..",
+ "aber dringt die Unreinheit aufwärts und abwärts. Wie eine טומאה רצוצה (VO 7). Die Marmorsteine werden wie die Erde betrachtet; eine טומאה, die darunter liegt, gleicht einer טומאה, die unter Erde oder Steinen liegt (Mischna 7)."
+ ],
+ [
+ "Wenn Holzplatten mit ihren Eckspitzen einander berühren. So dass die Berührungsstelle kein טפח breit ist.",
+ "und eine Handbreite hoch über der Erde liegen. Jede einzelne Platte liegt so hoch.",
+ "der die zweite Platte berührt. Während die טומאה unter der ersten liegt.",
+ "siebentägig unrein. Als hätte diese Platte die Toten-Unreinheit unmittelbar berührt. Denn was ein Zelt, das einen Toten überdacht, berührt, (selbst an einer Stelle des Zeltes, die kein טפח breit ist), ist so, als hätte es den Toten selbst berührt. Die zweite Platte wird demnach (nach 1, 2, Note 10) ein אבי אבות, und der sie berührende Mensch ein אב הטומאה, der Dach VO 3 siebentägig unrein ist. Indessen erhebt sich die Schwierigkeit, dass 1) der Satz, das ein אהל המת Berührende gilt so, als hätte es den Toten selbst berührt, nur aus 1, 2 Ende abgeleitet wird (Bart.). Jedoch nach der dort in Note 22 gegebenen Begründung gilt dies nur von dem Pflock, der ein Teil des Zeltes ist, was doch hier von der zweiten Platte nicht behauptet werden kann. 2) gilt nach einigen der Satz חרב הרי הוא כחלל nicht von Holzgeräten (VK 5); die zweite Platte wird also jedenfalls kein אבי אבות, sondern nur אב, und der Mensch wird nur ראשון und sollte nur bis Abend unrein sein (1, 2, Note 12). Zur Beantwortung der ersten Frage muss angenommen werden, dass die zweite Platte bezüglich ihrer eigenen טומאה selbst wie ein Totenzelt betrachtet wird, obgleich sie die erste Platte nicht in einer טפח-Breite berührt (vgl. 16, 1). Zur Beantwortung der zweiten Frage ist anzunehmen, dass der Mensch, der das Totenzelt, während es noch den Toten überdacht, berührt, wegen טומאה בחבורין siebentägig unrein wird (nach VO 25); vgl. die ausführliche Erörterung in ס״ט.",
+ "Die Geräte unter der ersten. Die sich gleichzeitig mit der טומאה dort befinden.",
+ "die unter der zweiten sind rein. Wiewohl die zweite Platte wie ein Totenzelt betrachtet wird (nach Note 9), so gilt dies nur bezüglich der Unreinheit der Platte selbst, aber nicht bezüglich der unter derselben befindlichen Geräte. Hierzu wäre erforderlich, dass sie in einer טפח-Breite mit der ersten Platte in Verbindung steht (16, 1).",
+ "Ein Tisch. Dessen Platte entweder rund oder lang und schmal ist (א״ר, Maim.). Es muss an einer Stelle der Platte ein Stück von einem Quadrat-טפח vorhanden sein. — Da dies aber selbstverständlich ist und nicht bloß vom Tisch, sondern von jeder Überdachung gilt, haben ר״ש und A. unsere Bestimmung anders erklärt. Es ist hier die Rede von einem Tisch, der aus einer rechteckigen Platte besteht, deren Untergestell ein hohles rechtwinkliges Parallelepiped darstellt (eine Kiste ohne Boden und ohne Decke, תיבה פרוצה). Die Platte ragt aber nur wenig über das Untergestell heraus. Es wird nun gelehrt, dass der herausragende Teil des Tisches die unter ihm befindliche טימאה nur dann weiter bringt, wenn dieser Teil ein Quadrat-טפח vom Untergestell herausragt. Der Teil des Tisches, der vom Gestell eingeschlossen ist, gilt nicht als mit dem andern Teil verbunden, weil er von ihm durch die Wände des Gestells getrennt ist. Aus demselben Grunde kann auch eine טומאה innerhalb des Gestells nicht andere dort befindliche Gegenstände verunreinigen, wenn das Gestell nicht ein טפח breit ist (sei es noch so lang); der Teil der Platte, der über das Gestell herausragt, gilt nicht als mit dem über dem Gestell befindlichen verbunden."
+ ],
+ [
+ "Wenn Fässer. Hier ist von irdenen Fässern die Rede, wie es in 9, 16, Note 130 beschrieben ist.",
+ "im Freien auf ihrem Boden stehen. Mit der Mündung nach ober.",
+ "oder umgelegt sind. Mit der Mündung seitwärts.",
+ "und einander in Handbreiten-Weite berühren. Die bauchigen Wände berühren einander in der Länge eines טפח. Diese Bedingung ist nur beim Schlusssatz unserer Mischna erforderlich.",
+ "so dringt eine unter einem befindliche Unreinheit. Als טומאה רצוצה.",
+ "senkrecht aufwärts und abwärts. Diese Bestimmung ist in jedem der beiden am Anfang gesetzten Fälle in anderem Sinne zu fassen. Im Falle, dass die Fässer auf den Seitenwänden liegen (umgelegt sind), ist nur das, was senkrecht der טימאה gegenüber, unter oder über dem Fasse sich befindet, unrein; dagegen ist, was in dem Fasse ist, rein, da das irdene Gerät, das von der äusseren Seite aus keine Unreinheit annimmt, das in seinem Innern Befindliche vor der טומאה schützt (vgl. 9, 16, Note 140); dagegen dringt im Falle, dass das Fass auf seinem Boden (aufrecht) steht, die טומאה auch ins Innere des Fasses, und es wird alles unrein, Fass samt Inhalt (יו״ב). Das irdene Gefäss kann es hierbei nicht schützen, aus dem in Note 9, 16, Note 137 (vgl. auch 9, 13, Note 93) angegebenen Grunde.",
+ "Wobei ist dies gesagt. Dass bei umgelegten Fässern die טומאה nur senkrecht aufwärts und abwärts dringt.",
+ "sind sie aber unrein. Da unreine Geräte nicht vor der טומאה schützen, dringt dieselbe ins Innere des Fasses. Die oberen Wände aller Fässer, die miteinander in einer Handbreite in Verbindung stehen, bilden nun ein einziges Zelt, wodurch die טומאה unter alle diese oberen Wände der Fässer sich verbreitet.",
+ "oder. Selbst wenn die Fässer rein sind.",
+ "stehen sie eine Handbreite hoch über der Erde. In diesem Falle bilden alle Fässer ein einziges Zelt, selbst wenn sie mit der Mündung nach oben stehen.",
+ "der Raum unter allen unrein. Da sich die טומאה unter alle verbreitet. Die Frage, wie bezüglich der im Innern und oberhalb der Fässer befindlichen Gegenstände zu entscheiden sei, braucht die Mischna hier nicht zu erörtern, weil hierüber bereits oben 9, 16 (und noch an andern Stellen) alles Nötige zu finden ist."
+ ],
+ [
+ "mit Brettern oder Teppichen. Die so hergerichtet sind, dass sie keine טומאה annehmen (nach Kelim 20, 6); so יו״ב. Nach Maim. bezieht sich יריעות nur auf den Fall מן הקורות, wobei die Teppiche ein Zelt bilden. Ein solches kann schützen, selbst wenn es verunreinigungsfähig ist (8, 1, Note 9).",
+ "von den Seiten. Man hat eine senkrechte Scheidewand innerhalb eines Zimmers hergestellt, so dass hinter derselben ein Alkoven vom Zimmer abgesondert ist.",
+ "oder von den Balken. Man hat eine waagerechte Scheidewand parallel dem Gebälke gezogen, so dass das Zimmer in Ober- und Untergemach geteilt wurde.",
+ "die Geräte in dem Abteil. Im Alkoven oder im Obergemach.",
+ "rein. Die Scheidewand verhindert das Eindringen der Unreinheit in den Abteil, wie oben 6, 2 (vgl. das. Note 40).",
+ "ist eine Unreinheit im Abteil. Im Alkoven oder im Obergemach.",
+ "so sind die Geräte im Hause unrein. Die Scheidewand kann wohl das Hineindringen, aber nicht das Hinausdringen der Unreinheit verhindern, ebenso wie dies beim צמיד פתיל gilt, Kelim 3, 6 Note 48.",
+ "die Geräte im Abteil. Im Alkoven oder im Obergemach.",
+ "aber sind. Wenn in diesem Abteil eine טומאה sich befindet.",
+ "wenn dort ein Raum von einer Handbreiten-Weite vorhanden ist. Dann gilt es als Zelt.",
+ "unrein. Da die טומאה sich über das ganze Zelt verbreitet.",
+ "rein. Weil die Unreinheit dort רצוצה ist, die wohl senkrecht aufwärts und abwärts dringt, aber sich nicht auf daneben liegende Gegenstände verbreitet (VO 7). Dennoch aber sind die Geräte im Hause unrein (was רא״ש auffällig findet), weil die Scheidewand nur eine schwache, nicht für die Dauer bestimmte Wand ist und die hinter derselben befindliche טומאה bezüglich der Geräte des Hauses nicht als רצוצה gilt, sondern als im Hause liegend betrachtet wird (vgl. die ausführliche Begründung in ס״ט). Maim. erklärt כלים שבחצץ als „die in der Dicke der Scheidewand befindlichen Geräte“; doch erscheint diese Erklärung gezwungen."
+ ],
+ [
+ "Teilt man es vom Fussboden ab. Man legt Bretter oberhalb des Fussbodens so, dass zwischen diesem und den Brettern ein kleiner Zwischenraum gelassen wird.",
+ "wenn sich eine Unreinheit im Abteil. Zwischen den Brettern und dem Fussboden.",
+ "befindet. Selbst wenn dort ein טפח Zwischenraum vorhanden, so dass die Unreinheit nicht רצוצה ist.",
+ "die Geräte im Hause unrein. Weil die טומאה keinen besonderen Ausgang hat, dringt sie in das Haus hinauf, ebenso wie 3, 7 beim Kanal unter dem Hause (vgl. das. Note 98).",
+ "rein. Ebenso wie beim Kanal, oben 3, 7, Note 99—100.",
+ "denn der Fussboden des Hauses. Wenn darunter kein freier Raum von einem Kubik-טפח vorhanden ist.",
+ "wird bis zum Abgrunde hinab dem Hause gleich geachtet. Nach VO 12."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Haus mit Stroh. Gehacktes Stroh, das als Viehfutter gebraucht wird.",
+ "gefüllt und zwischen diesem und dem oberen Gebälke nicht ein Raum von einer Handbreite ist. So dass im Hause über dem Stroh kein Zelt vorhanden ist.",
+ "wenn inwendig. Im Stroh.",
+ "die dem Ausgange gegenüber. Der Türe gegenüber wird gewöhnlich ein Raum leer gelassen, der als Durchgangsraum dient, wenn man Stroh zum Gebrauche nehmen will.",
+ "befindlichen Geräte unrein. Weil die טומאה keinen andern Ausgang hat, als durch diesen leeren Raum, wie in 9, 9, Note 65. Obgleich die טומאה im Stroh רצוצה ist, dringt sie dennoch in den leeren Raum, wie die in einer Wand befindliche טומאה ins Haus dringt. Es verhält sich hier so, wie in 6, 4, Note 46; nur dass hier, wo das Stroh ganz von den Wänden des Hauses eingeschlossen ist, das ganze Stroh wie das Innere des Hauses betrachtet wird.",
+ "ist die Unreinheit draussen. In dem leeren Raume ausserhalb des Strohplatzes.",
+ "so sind die Geräte inwendig. Im Stroh.",
+ "falls an ihrer Stelle ein Raum von einer Kubik-Handbreite vorhanden ist. Dann gilt dieser Raum als besonderes Zelt.",
+ "rein. Das Zelt schützt vor der Unreinheit.",
+ "unrein. Wiewohl oben (Note 29) die im Abteil befindlichen Geräte rein sind, selbst wenn dieser nicht ein טפח breit ist (so die meisten Erklärer gegen ר״ש und רא״ש), so kann hier das Stroh, das nicht als Scheidewand hingelegt worden und bestimmt ist, weggeräumt zu werden, nicht schützen, wenn es kein Zelt bildet (ס״ט).",
+ "Ist aber zwischen dem Stroh und dem obern Gebälke ein Raum von einer Handbreite. So dass das Stroh ein Zelt über sich hat.",
+ "so sind sie in jedem Falle. Es sei an der Stelle der Geräte ein Kubik-טפח-Raum oder nicht.",
+ "unrein. Denn innerhalb eines Zeltes kann das durch das Stroh gebildete Zelt nicht schützen, weil das Stroh bestimmt ist, weggeräumt zu werden."
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+ "In einem Hause. Erubin 78b; Sukka 4a.",
+ "das man mit Erde. Anstatt עפר lesen einige תבן (Stroh); doch erklären bereits die Kommentare diese LA für unrichtig.",
+ "die man für immer dort belassen will. ובטלו, wörtlich: und er hat es (das ins Haus Gelegte) aufgehoben, d. h. aufgegeben. Er hat ausdrücklich erklärt, er wolle es dort liegen lassen und niemals wegnehmen. Nach dieser richtigen LA gehört ובטלו zum Vordersatz; der Nachsatz beginnt erst mit טומאה בוקעת. Maim. liest בטלו ohne ו׳ und fasst das Wort als Nachsatz, indem er ihn auf das Haus bezieht: Er hat das Haus nichtig gemacht, dass es nicht mehr als Zelt gilt. Wenn daher innerhalb dieses Hauses an einer Stelle eine טומאה und an einer andern Stelle Geräte sich befinden, werden letztere nicht unrein.",
+ "ebenso in einem Haufen. כרי (von כור rund sein), ein abgerundeter Haufen.",
+ "von Getreide oder in einem Haufen von Sternchen. Letztere Haufen liegen im Freien.",
+ "selbst wie der Steinhäufen über ’Achan. Vgl. Jos. 7, 26. Gemeint ist, selbst wenn der Haufen so gross ist, wie jener Steinhaufen. Nach רא״ש soll es bedeuten: Selbst wenn er, wie der Steinhaufen von ’Achan, nur auf kurze Zeit errichtet war. – Allein bereits יו״ב bemerkt, dass es dort heisst עד היום הזה; der Steinhaufen bestand also lange Zeit.",
+ "selbst wenn sie an der Seite der Geräte sich befindet. Jedoch die Geräte nicht berührt.",
+ "nur senkrecht aufwärts und abwärts. Wie eine טומאה רצוצה (VO 7), und wenn am Orte der טומאה ein freier Raum von einem Kubik-טפח vorhanden ist, wird alles wie ein verschlossenes Grab beurteilt, nach VO 9."
+ ],
+ [
+ "Wer. Sotah 44a; B. batra 101a.",
+ "im Vorhofe von Grabhöhlen. Nach Mischna B. batra 6, 8 waren die Grabhöhlen bedeckte Vertiefungen, die mit senkrechten Wänden versehen waren. In diesen Wänden war eine bestimmte Anzahl von Nischen (כוכין) angebracht, um in jede derselben eine Leiche mit ihrem Sarge hineinzuschieben. Vor dem Eingang zur Höhle machte man einen Vorhof als Raum für die Totenbahre und deren Träger. Es konnten aber bis vier Höhlen einen gemeinsamen Vorhof haben, so dass an jeder Seite dieses Hofes eine Höhle sich befand.",
+ "wenn derselbe vier Ellen im Quadrat. Um so eher, wenn derselbe noch grösser ist.",
+ "misst. Obgleich nach Sotah 44a die Leiche (nach einer rabbinischen Verordnung) vier Ellen ringsumher verunreinigt, so gilt dies nicht von einer Leiche, die in einem von Wänden eingeschlossenen Raume sich befindet.",
+ "Vier Handbreiten im Quadrat. Nach יו״ב gilt dies nur, wenn der Hof auf einer Seite offen ist und ihn nur an drei Seiten Grabhöhlen umgeben; ist er aber an allen vier Seiten von Grabhöhlen eingeschlossen, so muss er auch nach Bet-Hillel mindestens vier Ellen im Quadrat messen. Anders ריש und Bart. Jedenfalls ist aber derjenige, der die Oberschwelle der Höhlentüre berührt, unrein (vgl. 12, 8).",
+ "Wenn man einen Balken als Verschluss. Über גולל vgl. 2, 4 Note 43 die verschiedenen Ansichten; hier ist es am einfachsten als Verschluss einer Grabnische zu erklären.",
+ "er mag aufrecht. Senkrecht.",
+ "stehen oder auf der Seite. Waagrecht vor der Grabnische. In diesen beiden Fällen wird die Grabnische durch eine Seitenfläche des Balkens verschlossen.",
+ "so ist nur der vor dem Eingang befindliche Teil desselben. Der die Öffnung der Grabnische verschliessende Teil des Balkens.",
+ "unrein. Wer aber die andern Teile des Balkens berührt, bleibt rein.",
+ "Hat man dessen Spitze zum Grab-Verschluss gemacht. Man hat den Balken so gesetzt, dass eine der Grundflächen desselben die Grabnische verschliesst und die andere Grundfläche nach vorne heraussteht.",
+ "so ist er nur bis vier Handbreiten. Die an der Grabnische liegen.",
+ "Das Ganze gilt als eine Verbindung. Solange man das übrige nicht weggeschnitten hat, verunreinigt der ganze Balken als Grabverschluss, da das ganze vor dem Grabe liegt. Vgl. eine ähnliche Kontroverse in Mikwaot 10, 5."
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+ "das mit einem fest anschliessenden Deckel. Wie es in Kelim 10, 2 näher bestimmt wird.",
+ "siebentägig unrein. Denn der גולל verunreinigt, solange er das Grab verschliesst, den Berührenden ebenso wie der Tote (Chullin 72a).",
+ "das Fass aber und die Getränke. Nachdem sie vom Grabe entfernt worden.",
+ "sind rein. Da ein irdenes Gerät mit צמיד פתיל vor der Totenunreinheit geschützt ist (Kelim 10, 1, Note 1).",
+ "Wenn man ein Tier zu einem Grab-Verschlusse gemacht hat. Man hatte gerade keinen andern Verschluss und hat ein lebendes Tier dort fest gebunden, so dass die Grabnische dadurch verschlossen wurde.",
+ "wer es berührt. Solange es dem Grabe als Verschluss dient.",
+ "verunreinigt nicht als Grab-Verschluss. Sukka 15b. Nach den Weisen kann auch ein Mensch nicht als Grabverschluss verunreinigen, sowohl aber Tiere, trotzdem diese selbst keine טימאה annehmen."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand einen Toten berührt. Dieser wird ein אב הטומאה.",
+ "und Geräte. Auch nachdem er sich vom Toten getrennt hat.",
+ "oder einen Toten überdacht. Dieser wird ein אב הטומאה.",
+ "und Geräte. Auch nachdem er sich vom Toten getrennt hat.",
+ "so sind diese unrein. Sie werden auch als אב הטומאה (nach VK 5) siebentägig unrein.",
+ "Wenn jemand aber einen Toten überdacht. Er hält etwa die Hand über dem Toten, wobei er jedenfalls ein אב הטומאה wird, selbst wenn die Hand keine טפח-Breite hat. Denn nur zur Überleitung der טומאה auf einen andern Gegenstand bedarf es eines טפח-Zeltes, nicht aber um selbst die טומאה anzunehmen, vgl. 16, 1.",
+ "und Geräte überdacht. Entweder nach der Entfernung vom Toten, oder er hat gleichzeitig mit der Überdachung des Toten die Geräte mit der Hand, die keine טפח-Breite hat, überdacht.",
+ "oder einen Toten berührt. Dieser wird ein אב הטומאה.",
+ "und. Nachher oder auch gleichzeitig.",
+ "so sind diese. Die Geräte.",
+ "rein. Da der durch einen Toten Verunreinigte (טמא מת) nicht durch Überdachung verunreinigen kann, sondern nur durch Berührung.",
+ "Ist aber in seiner Hand eine Handbreiten-Weite. Die Hand ist so breit, dass darin eine Fläche vorhanden ist, die sowohl in der Länge als in der Breite einen טפח misst.",
+ "so sind sie. Wenn sie mit dem Toten von derselben Hand, die ja ein Zelt bildet, überdacht werden. Hat er mit der einen Hand den Toten und mit der andern die Geräte überdacht, so muss nach יו״ב auch der Arm ein טפח breit sein; nach ס״ט ist dies nicht nötig (nach 7, 2).",
+ "Wenn in zwei Häusern je eine halbe Olivengrösse vom Toten sich befindet und jemand seine beiden Hände in jene. Die eine Hand in das eine Haus und die andere Hand in das andere Haus.",
+ "wenn in jeder seiner Hände. Nach יו״ב muss auch jeder Arm ein טפח breit sein",
+ "eine Handbreiten-Weite ist. Die Hand ist so breit, dass darin eine Fläche vorhanden ist, die sowohl in der Länge als in der Breite einen טפח misst.",
+ "die Unreinheit. Die beiden Arme verbinden beiden Häuser, dass sie wie ein Zelt betrachtet werden.. Der Körper des Menschen gilt nicht als Scheidewand zwischen den beiden Zelten, weil eia Ding, das selbst Unreinheit annimmt, nicht als Scheidewand gilt (oder weil der Mensch hohl ist, wie oben in 11, 3 bestimmt wird, רא״ש).",
+ "bringt er die Unreinheit nicht. Beide Häuser sind rein, da in jedem nur eine halbe Olivengrösse vom Toten sich befindet. Jedoch ist der Mensch, wenn er jede seiner beiden Hände über eine halbe Olivengrösse vom Toten gleichzeitig gehalten hat (selbst wenn diese im Freien liegen), unrein, nach 3,1, Note 13."
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+ "Alles Bewegliche. Kelim 17, 8; Schabbat 16b und Jerusch. das. 1, 4.",
+ "bringt die Unreinheit. Wenn ein Ende desselben über einen Toten und das andere Ende über reine Geräte oder Speisen liegt, bringt es die Unreinheit über die reinen Dinge.",
+ "wenn es die Dicke eines Rinder-Steckens. Dessen Umfang ein טפח und die Dicke/3 טפח ist, siehe Kelim 17, 8, Note 69.",
+ "Ich will meine Kinder verderben. קפח (arab. قغخ schlagen, ebenso كغح) schlagen, verwunden, verderben. Er meint, er will seine Kinder verlieren, wenn diese Halacha nicht falsch ist.",
+ "wenn dies nicht eine verderbte Halacha. הלכה, eine Norm, Gesetzesbestimmung.",
+ "und zwar hat sich ein Zuhörer geirrt. Er hat bloß die Entscheidung gehört, ohne deren Grund zu erkennen.",
+ "der auf der Schulter einen Rinderstecken. מרדע, Kelim 9, 7, Note 80.",
+ "und man erklärte ihn. Den Ackersmann.",
+ "für unrein. Der Zuhörer glaubte nun irrtümlich, die Unrein-Erklärung sei erfolgt, weil der Stecken gleichzeitig das Grab und den Ackersmann überdacht hat (nach VO 5), und folgerte daraus die Bestimmung, dass bewegliche Dinge bei einer Breite wie die Dicke eines מרדע die Zelt-Unreinbeit durch Überleituug bewirken. Tatsächlich war folgendes der Grund.",
+ "wegen der den Toten überdachenden Geräte. Der Rinderstecken mit den mit ihm verbundenen Geräten (dem Stachel und der Schaufel) ist durch das Überdachen des Grabes unrein geworden (denn eine solche Verunreigung erfolgt auch beim geringsten Masse); dann ist der Ackersmann durch Berührung des Rinder-Steckens siebentägig unrein geworden, nach 1, 3, Note 13.",
+ "sodass die Worte der Weisen. Die am Anfang unserer Mischna ausgesprochen sind.",
+ "nämlich. Man hat folgende Bestimmungen getroffen.",
+ "Alle beweglichen Dinge bringen die Unreinheit. Die siebentägige Unreinheit.",
+ "auf den dieselben tragenden Menschen. Dieser sollte, wenn zwischen dem Rinder-Stecken und seiner Schulter ein Gewand scheidet, nur bis zum Abend unrein sein; denn der מרדע ist אבי אבות, das Gewand אב הטומאה, und der Mensch ראשון, nach 1, 2. Dennoch haben die Weisen verordnet, er solle 7 Tage unrein sein, wie wenn der מרדע die Zelt-Unreinheit nach VO 5 auf ihn gebracht hätte.",
+ "bei der Dicke eines Rinder-Steckens. Da in diesem Falle der Umfang einen טפח beträgt, würde man sich irren und die Unreinheit von der Überdachung des Menschen herleiten und fälschlich glauben, dass auch eine Zelt-Unreinheit bei einer טפח-Breite den Menschen nur bis zum Abend unrein macht. Deshalb hat man bestimmt, dass der Träger solcher Dinge in diesem Falle 7 Tage unrein sei, wie wenn das Ding einen טפח in der Breite hätte.",
+ "auf sich selbst. D. h. die Dinge, die den Toten überdachen oder von ihm überdacht werden.",
+ "bei noch so geringem Masse. Dies ist nicht eine rabbinische Bestimmung, sondern Thoragesetz; denn nur bei der Zelt-Unreinheit durch Überleitung ist eine טפח-Weite erforderlich (VO 5 — 6).",
+ "auf andere Menschen aber und auf Geräte. Welche von einem beweglichen Dinge von der Dicke eines מרדע, ohne es zu berühren, gleichzeitig mit einem מת überdacht werden.",
+ "nur bei einer Handbreiten-Weite. Wie es das Thoragesetz bestimmt. Denn in diesem Falle sind die Menschen und Geräte, wenn der bedachende Gegenstand weniger als ein טפח breit ist, gar nicht unrein; die Weisen brauchten daher keine Vorbeugungsbestimmung zu treffen."
+ ],
+ [
+ "In welcher Weise. Diese Frage bezieht sich nur auf die zwei letzten Bestimmungen.",
+ "Wenn eine Spindel. כוש, darunter ist hier die Spindelstange mit dem Haken zu verstehen (Kelim 9, 6, Note 59—60), die zusammen verunreinigungsfähig sind.",
+ "in der Wand steckt und sich darunter eine halbe Olivengröese vom Toten und ebenso viel darüber. Die beiden Stücke gelten als verbunden, nach der Ansicht der Weisen in 3,1.",
+ "also bringt sie die Unreinheit auf sich bei noch so geringem Masse. Da die Spindel nicht einen טפח breit ist.",
+ "der auf seiner Schulter die Tragstange. האסל = הסל (L. und M. lesen so), Kelim 17, 16, Note 156.",
+ "so sind die Geräte an der andern Seite rein. Die Stange kann die טומאה nicht auf die Töpfe überleiten. Die Stange selbst wird unrein, wenn sie einen Behälter zum Gelde hat (Kelim 17, 16), ebenso der Mensch, der sie berührt. Jedoch die Töpfe werden durch Berührung der Stange nicht nur ein, weil ein irdenes Gerät von der Rückseite aus keine Unreinheit annimmt.",
+ "so sind sie unrein. Die Stange bringt die טומאה auf die Töpfe. Der Mensch, der zwischen der das Grab überdachenden Seite der Stange und der andern Seite steht, bildet keine schützende Scheidewand, nach 6, 1, Note 3.",
+ "Die Erdbügel. תלולית (von חלל, hoch sein) ein Erdhügel.",
+ "welche nahe zur Stadt. In deren Nähe ein Begräbnisplatz liegt, Ketubot 20b.",
+ "oder zur Strasse. In deren Nähe ein Begräbnisplatz liegt, Ketubot 20b.",
+ "sind unrein. Weil die Frauen dort ihre Abortus begraben.",
+ "Die fern. Von der Stadt und der Strasse.",
+ "rein. Nach der Ferne geht eine Frau nicht allein, sondern nur in Begleitung eines Mannes, und da geht sie lieber nach dem Begräbnisplatz, um dort den Abortus zu begraben.",
+ "unrein. Denn es ist zu befürchten, dass einst eine Stadt in der Nähe lag, die später zerstört wurde, und dies in Vergessenheit geriet.",
+ "Naheliegend heisst er. Der Hügel.",
+ "wenn kein anderer näher liegt. Wenn aber ein Hügel näher zur Stadt ist, wird der andere, selbst wenn er innerhalb von fünfzig Ellen liegt, als fernliegend beurteilt, denn wenn eine Frau ihren Abortus begraben will, geht sie zum nähern, nicht zum entfernteren Hügel.",
+ "wenn kein Mensch der Entstehung desselben sich erinnern kann. In diesem Fall ist zu befürchten, dass einst eine Stadt in der Nähe lag, und es ist dies vergessen worden."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Nasir 64b, B. batra 101b, Jer. das. 5.",
+ "jemand Anfangs. D. h. es war bisher nicht bekannt, dass hier ein Grab sei.",
+ "einen Toten. An dem kein Zeichen zu sehen ist, dass er gewaltsam ermordet worden. Bei Ermordeten gelten nicht die folgenden Bestimmungen (bez. תבוסה und der Gräber-Nachbarschaft).",
+ "findet. Nur wenn man findet; dies schliesst den Fall aus, dass man einen Toten an einer bestimmten Stelle begraben hat, nicht in der Absicht, ihn später von dort wegzuschaffen. Einen solchen darf man nicht exhumieren und anderswohin schaffen.",
+ "welcher wie gewöhnlich liegt. Er darf, wenn alle folgenden Bestimmungen gelten sollen, nicht sitzend oder mit dem Kopf zwischen den Knieen liegend gefunden worden sein; denn in diesem Falle ist anzunehmen, dass es ein Heide ist, da die Israeliten nicht in solcher Weise die Toten beerdigen.",
+ "so kann er ihn. Wenn er ihn von dort wegschaffen will.",
+ "samt seiner Mischungs-Erde. תבוסה oder תפוסה (wie der Talmud liest) heisst die lockere Erde unter dem Toten, die mit dem Blute und anderen vom Toten herrührenden Flüssigkeiten (נצל , 2, 1, Note 5) vermischt ist. Dazu kommt noch eine drei Fingerbreiten dicke Schicht von der unter jener lockern Erde befindlichen harten jungfräulichen Erde, die man ebenfalls mit dem Toten wegnehmen muss (Nasir 65a). Über die Etymologie von תכוסה oder תפוסה vgl. oben 3, 5, Note 65.",
+ "Findet. Zum Verständnis der folgenden Bestimmungen (die wir zuerst nach Bart. erklären wollen) seien die Bestimmungen der Mischna B. batra 6, 8 vorausgeschickt: Wenn jemand übernimmt, für seinen nächsten eine Grabstätte anzulegen, so hat er folgendes zu tun: a) Er mache das Innere der Grabhöhle 4 Ellen breit, 6 Ellen lang und 4 Ellen hoch. b) In den Wänden dieser Höhle seien 8 Nischen ausgehöhlt (vgl. oben 15, 8, Note 63), nämlich 3 an der rechten Längenwand, 3 an der linken und 2 an der hintern dem Eingang gegenüber liegenden Breitenwand, c) Die Nischen seien 4 Ellen lang, 1 Elle (= 6 טפחים) breit und 7 טפחים hoch. d) Man mache einen Vorhof am Eingang der Höhle, der 6 Ellen im Quadrat hat, so viel als die Totenbahre und deren Träger an Raum einnehmen e) Zu diesem Vorhofe öffne man 2 Höhlen, eine von der einen, und eine von der andern (gegenüberliegenden) Seite. Von den andern 2 Seiten bleibt der Zutritt frei. (Nach R. Simon öffnet man 4 Höhlen, nach 4 Seiten).",
+ "er aber drei Tote. Dadurch ist man berechtigt anzunehmen, dass hier noch mehr Tote begraben sind, unter folgenden Bedingungen.",
+ "falls zwischen einem und dem andern. Zwischen dem ersten und dritten Grabe. In B. batra heisst es ביניהם (zwischen ihnen) statt בין זה לזה.",
+ "vier. Das ist das Mass der Breite der Höhle (Note 42a).",
+ "bis acht Ellen. Dieses Mass erhält man annähernd, wenn man die Diagonale der Höhle berechnet, welche √4² + 6² = √52 = 7, 21 … beträgt. Da dies mehr als 7 Ellen ist, wird die Zahl 8 angenommen.",
+ "Raum ist. D. h. nicht weniger als 4 und nicht mehr als 8 Ellen.",
+ "so viel als eine Bahre und ihre Träger einnehmen. Die 8 Worte כמלא מטה וקובריה fehlen im Talmud (Nasir und B. batra) und werden von ר״ש und Bart. gestrichen, da diese Worte in der Mischna B. batra (Note 42d) beim Masse des Vorhofes zur Grabhöhle gebraucht werden.",
+ "eine Nachbarschaft von Gräbern. Ein Begräbnisplatz, wo die Toten für die Dauer begraben wurden und nicht fortgeschafft werden dürfen.",
+ "und man untersucht von da. Vom Ende der Totenkörper.",
+ "weiter. Nach den Richtungen, wo nach der Lage der Toten die Möglichkeit vorliegt, dass hier eine Höhle, ein Vorhof vor dieser, und eine zweite Höhle an der anderen Seite des Vorhofes vorhanden war (nach Note 42 de).",
+ "zwanzig Ellen. Die in Note 51 erwähnten 3 Räume haben zwar nur zusammen eine Länge von 18 Ellen. Allein von einer der beiden Höhlen wird das Mass der Diagonale, wie oben Note 46 angegeben, gerechnet.—Die Schwierigkeiten, die sich bei obiger Erklärung darbieten, sind bereits von vielen Erklärern bemerkt worden. Es sei deshalb noch die Erklärung des א״ר auf Grund des Jeruschalmi (Nasir 9) mitgeteilt. Obgleich nach der Mischna B. batra der Vorhof 6 Ellen im Quadrat misst, so gilt dies nur für den Verkäufer einer Grabstätte, der ein knappes Mass geben kann. Mitunter macht man aber den Vorhof geräumig in der Grösse von 8 Ellen im Quadrat. Der Vorhof von 6 Ellen bietet nach der Mischna Raum (allerdings knappen) für die Bahre und ihre Träger und die Ablöser derselben. Mitunter machte man aber einen Vorhof von nur 4 Ellen im Quadrat für die Bahre mit den Trägern, ohne Ablöser (vgl. Berachot 3, 1). Das Minimum eines Vorhofes war also 4, das Maximum 8 Ellen im Quadrat. Unsere Mischna spricht nun von dem Falle, dass man 3 Tote findet, bei denen zwischen dem ersten und zweiten, und ebenso zwischen dem zweiten und dritten eine Distanz von mindestens 4 und höchstens 8 Ellen vorhanden ist. Da ist anzunehmen, dass zwischen je zwei Toten ein Vorhof lag, wo die Toten in den zum Vorhof geöffneten Höhlen begraben wurden. Da nun aber sowohl der erste als der dritte Tote möglicherweise am Anfang einer Höhle begraben sind, muss man sowohl vom ersteren als vom letzteren ab 20 Ellen untersuchen, 6 Ellen der Höhle, 8 Ellen als das Maximum eines Vorhofs und 6 Ellen der Höhle auf der andern Seite des Hofes. Die Worte כמלא המטה וקובריה sind hiernach nicht zu streichen.",
+ "Findet man am Ende dieser zwanzig Ellen wieder einen Toten. Hier genügt schon die Auffindung eines einzelnen Toten, um die weitere Untersuchung nötig zu machen. Denn nachdem einmal durch die Auffindung von 3 Toten das Vorhandensein eines Begräbnisplatzes an dieser Stelle wahrscheinlich gemacht wurde, erregt schon der eine Tote die Befürchtung, es könnte hier eine neue Grabstätte, bestehend aus Grabhöhle, Vorhof und zweiter Grabhöhle (nach Note 42de), begonnen haben.",
+ "so untersucht man wieder zwanzig Ellen. Nach Note 52.",
+ "denn die Sache hat einen guten Grund. Wörtlich: „Die Sache hat Füsse.“",
+ "hätte man diesen. Diesen Toten.",
+ "Anfangs. Bevor man die drei ersten Toten gefunden hatte.",
+ "so hätte man ihn samt seiner Mischungs-Erde wegnehmen können. Und hätte ihn nicht an seine Stelle zurückbringen müssen, selbst wenn man nachher durch Auffindung jener drei Toten das Vorhandensein eines Begräbnisplatzes in einer Entfernung von nur 20 Ellen entdeckt hätte."
+ ],
+ [
+ "Wer diese Untersuchung. Die in vorhergehender Mischna angeordnet wird.",
+ "untersucht eine Quadrat-Elle. א״ר liest bloß אמה und streicht על אמה. In der Tat wäre es genügend, wenn nur nach der Längenrichtung der 20 Ellen langen Strecke ein ellenlanger schmaler Streifen untersucht würde. Die Breite brauchte nicht eine Elle zu betragen. Indessen, meint יו״ב, die LA. אמה על אמה beibehalten zu sollen, da auch Tote hier begraben sein können, die von kleiner Statur sind und erst bei der Untersuchung eines ellenbreiten Streifens entdeckt werden.",
+ "und lässt eine Elle stehen. Da gewöhnlich zwischen einer Grabnische und der anderen mindestens eine Elle Zwischenraum gelassen wird, so kann man auch bei dieser Untersuchung eine Elle unaufgegraben lassen. Es ist nicht anzunehmen, dass gerade in dieser Elle eine Sargnische sich befindet, da ja eine solche Nische eine Elle breit war (Note 42c). — Dies Verfahren wird in der ganzen 20 Ellen langen Strecke fortgesetzt, so dass man im ganzen 10 Quadrat-Ellen untersucht.",
+ "Man gräbt hinein. Jede Quadrat-Elle, die man untersucht, muss so tief aufgegraben werden.",
+ "bis man auf einen Felsen. Auf felsigen Boden.",
+ "oder auf jungfräuliche Erde. בתולה oder קרקע בתולה heisst die noch unbearbeitete Erde (terra virgo bei Plinius).",
+ "Wer die Erde vom Orte der Unreinheit. Von den aufgegrabenen Stellen, die der Unreinheit verdächtig waren.",
+ "darf. Wenn er ein Kohen (כהן) ist.",
+ "noch seine Hebe. בדמעו. Im samar. Targum wird חלב in Num. 18, 12 (wo es תרומה, die Hebe, bezeichnet) mit דמע übersetzt, ebenso in Gen. 45, 18 (wo es „Fett = das Beste“ bedeutet), vgl. hierüber Magazin für die Wissenschaft des Judentums 1886, S. 55.",
+ "essen. Obgleich ein כהן die Untersuchung nicht vornehmen darf, da er sich nicht der möglichen Verunreinigung aussetzen darf, so kann er, wenn er es doch getan hat, seine Hebe essen. Es kann aber auch von dem Sklaven eines כחן sprechen. Nach Maim. ist hier nicht gemeint, dass der כהן in den מקום הטומאה hineingehe, sondern dass er die Erde, die man hinausgetragen, weiter fortschaffe (vgl. aber טומאת מת 9, 9).",
+ "forträumt. המפקח, von פקח, öffnen.",
+ "darf nicht seine Hebe essen. Obgleich man nicht weise, ob der Verschüttete bereits tot ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn man beim Untersuchen. Innerhalb der 20 Ellen.",
+ "an einen Bach oder an einen Kanal. שלולית, nach B. kamma 61a entweder ein Teich von gesammeltem Regenwasser (Samuel), oder ein Wassergraben, der die anliegenden Felder bewässert (R. Jochanan).",
+ "oder an eine Landstrasse. Eine 16 Ellen breite Strasse, vgl. B. kamma 6, 4, Note 26.",
+ "so kann man aufhören. Man braucht nicht weiter auf der andern Seite des Wassers oder der Strasse zu untersuchen (Bart.). Nach ר״ש muss man auf der andern Seite die Untersuchung fortsetzen.",
+ "worin Menschen. Selbst wenn diese Israeliten waren.",
+ "und alles ist rein. Man braucht nicht die unter den Toten liegende Erde (תבוסה) wegzunehmen, und es ist nicht nötig, eine weitere Untersuchung von 20 Ellen vorzunehmen.",
+ "Wenn man ein Grab. קברו, eig. sein Grab, wo er vorläufig einen Toten begraben hat mit der Absicht, ihn später fortzuschaffen und auf einen Begräbnisplatz zu bringen.",
+ "und alles ist rein. קברו, eig. sein Grab, wo er vorläufig einen Toten begraben hat mit der Absicht, ihn später fortzuschaffen und auf einen Begräbnisplatz zu bringen.",
+ "worin man Frühgeburten. Bei Frühgeburten braucht man die תבוסה nicht mitzunehmen, ebenso nicht bei Erschlagenen.",
+ "und alles ist rein. Man braucht nicht die unter den Toten liegende Erde (תבוסה) wegzunehmen, und es ist nicht nötig, eine weitere Untersuchung von 20 Ellen vorzunehmen.",
+ "Simon sagt. ר״ש und רא״ש haben die Worte ר׳ שמעון אומר nicht gelesen, dann muss es ואם statt אם heissen. ואם התקינו לקבר bedeutet danach: „wenn er es aber zum dauernden Grabe bestimmt hat“ (vgl. מ״ש).",
+ "Wenn man dieselben. Das Feld oder die Grube. R. Simen bezieht sich nur auf die letzten beiden Fälle, wo die Toten mit Absicht an diese Stelle gebracht wurden (יו״ב).",
+ "gehört auch die Mischungs-Erde dazu. Zu den Toten, und man muss diese (nach Note 41) mit wegnehmen. Doch ist es auch nach R. Simon nicht nötig, eine Untersuchung von 20 Ellen in der Nachbarschaft (שכונח) vorzunehmen."
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+ ],
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+ [
+ "Wenn. Vgl. Nidda 57 a.",
+ "jemand ein Grab. Die Grabstelle und noch weiter hinaus.",
+ "so macht er dadurch eine Totenbein-Stätte. Vgl. 2, 3 Note 33. Ein בית הפרס verunreinigt den, der eine Scholle davon berührt oder trägt, aber nicht durch Überdachung (VO 24).",
+ "Eine Furchenstrecke. מענה ein Streifen Landes, den der Pflüger auf einmal pflügt.",
+ "nämlich hundert Ellen (im Quadrat. Von der Grabstelle an, die er zu pflügen begonnen hat, 100 Ellen nach der Länge des Feldes und 100 Ellen nach der Breite; so weit führt der Pflug die Totenbeine (der Ort der Grabstelle ist wohl dabei eingerechnet). So Bart. Wie es scheint, gilt diese Bestimmung selbst im Falle, dass er nur nach einer Richtung pflügt (מ״א).",
+ "eine Fläche von vier Seah Aussaat. Ein Seah Aussaat hat 50 Ellen im Quadrat = 2500 Quadrat-Ellen (Erubin 23b); daher sind 4 Seah Aussaat 100 Ellen im Quadrat = 10000 Quadrat-Ellen. Nach יו״ב spricht diese Mischna von dem Falle, dass er von der Grabstelle aus nach allen 4 Seiten pflügt, und die 100 Ellen sind vom Mittelpunkte des Grabes nach jeder Seite hin zu messen, so dass im Ganzen ein Quadrat, dessen jede Seite 200 Ellen misst, zum בית הפרס gemacht wird; zusammen sind dies 40000 Quadrat-Ellen, so dass für jede Seite 4 Seah Aussaat gerechnet wird. Er stützt diese Ansicht durch die Tosefta (17, 1), welche מאה אמה לכל רוח (100 Ellen nach jeder Seite) angibt.",
+ "Eine Fläche von fünf Seah Aussaat. Das sind 12500 Quadrat-Ellen. Die Seite des Quadrates ist nach dieser Ansicht ungefähr 111/4 Ellen √12500); genauer 111,8 .. Ellen.",
+ "Dies. Diese Worte spricht der erste Tanna (nicht R. Jose); so ר״ש.",
+ "wenn es abwärts geht. Und ebenso auf einem ebenen Felde (Bart.). — Nach einer Erklärung im רא״ש (und מ״ש) ist במורד ובמעלה zu verbinden. Danach gilt die Massbestimmung von 4 Seah Aussaat nur für das Pflügen auf ebenem Boden; dagegen wird für einen gebirgigen Boden, mag der Pflug abwärts oder aufwärts gehen, die folgende Bestimmung getroffen.",
+ "Wickensaat auf den Trichter des Saatpflugs. בורך המחרישה nach R. Hai כורך. Am hinteren Ende des Saatpflug-Grindels war ein trichterförmiges Gefäss angebracht, das unten in eine enge, an der Sterze entlang oder inneihalb der Sterze laufende Röhre auslief. In diesen Trichter wurden die Saatkörner getan, die infolge der durch die Bewegung des Pfluges verursachten Erschütterung einzeln in die frisch gezogene Furche fielen (Vogelstein, Die Landwirtschaft in Palästina, S. 29).",
+ "wo drei Wicken neben einander wachsen. Es sind dort noch drei Saatkörner durch die Röhre zusammen herausgefallen",
+ "geht dann die Totenbein-Stätte. Es wird angenommen, dass so weit vom Pfluge Totenbeine geführt werden können.",
+ "Die ganze Verordnung. Bezüglich der Unreinheit des בית הפרס.",
+ "aber nicht wenn es aufwärts geht. Denn beim Aufwärtsgange wird der Pflug derart geschüttelt, dass die Totenbeine gleich beim Beginn des Pflügens herabfallen."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand beim Pflügen. Eines Grabes.",
+ "auf einen Felsen oder auf eine Steinwand. גדר eine Mauer von Steinen (Spr. 24, 31).",
+ "stösst. (טחה = טוח, stossen), dadurch ist der Pflug abgeschüttelt worden.",
+ "oder den Pflug abschüttelt. Er schüttelt absichtlich die am Pfluge befindliche Erde ab.",
+ "so macht er nur bis dahin die Totenbein-Stätte. Selbst wenn dies nach 5 oder 6 Ellen geschehen ist.",
+ "Eine Totenbein-Stätte kann wieder eine andere Totenbein-Stätte machen. Wenn jemand innerhalb eines בית הפרס zu pflügen beginnt, so wird von dieser Stelle ab 100 Ellen weit ein neues בית הפרס gerechnet, als wenn er von einem Grabe aus zu pflügen begonnen hätte.",
+ "Wenn jemand eine halbe Furchenstrecke. 50 Ellen rom Grabe ab.",
+ "und dann abermals. Nach einiger Unterbrechung.",
+ "und so auch an den Seiten. Er hat z. B. zuerst in der Richtung von Osten nach Westen, und dann in der Richtung von Norden nach Süden gepflügt.",
+ "so macht er. Über die 100 Ellen hinaus.",
+ "keine Totenbein-Stätte. Vgl. Mischna Temura 1, 5 und Talmud das. 13a."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand eine Grube voller Totenknochen. מלטימיא, in Tosefta מלא טמיא; nach Maim. und A. eine Grube voller Totengebeine (טמיא, Gebeine). Levy fasst das מ (wie bei dem folgenden מצבירת) als Servilbuchstaben und erklärt לטימיא = λατομíα (= λατóμιον), Steinbruch. Dann müsste es aber auch ein Steinbruch, in dem sich Knochen befinden, sein, indem העצמות auch auf מלטימיא sich bezieht.",
+ "oder er pflügt von einem Beinhaufen. Der nicht in einer Grube, sondern auf der flachen Erde liegt. Für diese beiden Fälle hat man die בית הפרס-Verordnung nicht getroffen, weil sie nur äusserst selten vorkommen.",
+ "in welchem ein Grab verloren ist. Dabei findet ein doppelter Zweifel (ספק סשיקא) statt: 1) vielleicht hat man die Grabstelle nicht bepflügt; 2) wenn auch dies geschehen ist, vielleicht hat der Pflug keine Gebeine mitgeschleppt. Es handelt sich hier nämlich um den Fall, dass man nicht das ganze Feld bepflügt hat.",
+ "gefunden wurde. Nachdem er bereits das Feld bepflügt hatte, so dass er beim Pflügen vom Grabe nichts gewusst hat. Die בית הפרס-Verordnung gilt aber nur für den, der vorsätzlich ein Grab einackert.",
+ "was nicht ihm gehört. Ohne Zustimmung des Eigentümers. In diesem Falle kann man den Eigentümer, der sich nicht vergangen hat, nicht bestrafen, sein Feld für unrein zu erklären. Hieraus ist zu ersehen, dass die בית הפרס-Verordnung zur Strafe gegen die Grabschänder getroffen worden ist.",
+ "oder wenn ein Nicht-Israelit pflügt. Gegen Nichtjuden ist die Strafmassregel nicht verordnet worden.",
+ "denn selbst betreffs der Samaritaner gilt nicht die Totenbein-Stätte-Verordnung. Um so weniger gilt sie für Nichtjuden."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Totenbein-Stätten-Feld oberhalb seines reinen Feldes liegt. Die beiden Felder liegen am Abhang eines Berges, das unreine oben und das reine unten.",
+ "war dieses. Das reine Feld.",
+ "und sie. Die Regengüsse.",
+ "haben es weise gemacht. Indem die Erde des obern Feldes diese Farbe hat.",
+ "oder es. Das reine Feld.",
+ "und sie. Die Regengüsse.",
+ "haben es rot gemacht. Indem die Erde des obern Feldes diese Farbe hat.",
+ "so macht dies doch das reine Feld nicht zu einer Totenbein-Stätte. Da die בית הפרס-Verordnung nur bezüglich der unaufgelösten Erdschollen, aber nicht betreffe der vom Wasser weggeschwemmten Erde gilt."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einem Felde ein Grab verloren ist. Man weiss nicht, wo das Grab ist. Ein solches Feld gilt ganz als unrein und verunreinigt auch durch Bedachen, vgl. weiter 18, 3.",
+ "der Söller rein. Denn in keinem Falle kann die Unreinheit in den Söller empordringen; befindet sich das Grab innerhalb des Hauses, so ist wohl das Haus unrein, der Söller aber ist rein, da er durch das Gebälke des Hauses vor der Unreinheit geschützt wird (VO 8); ist das Grab unter der Eingangs-Schwelle, so dringt zwar die Unreinheit ins Haus (vgl. 12,8), kann aber nicht weiter in den Söller dringen; liegt das Grab endlich unter der Wand, so dringt die Unreinheit zwar als טומאה רצוצה über die Wand des Hauses und des Söllers in senkrechter Richtung nach oben (VO 7), kann aber weder in das Haus noch in den Söller gelangen.",
+ "so ist der Söller unrein. Denn in diesem Falle steht zu befürchten, dass die Unreinheit unter der Wand des Hauses gerade unter der Türe des Söllers sich befindet; sie dringt also in den Eingang des Söllers unter die Oberschwelle und verbreitet sich von hier aus in den Söller.",
+ "Wenn Erde von einer Totenbein-Stätte oder Erde vom Auslande. Die ebenfalls unrein ist (oben 2, 3, Note 32).",
+ "an Krautstengeln. Die mit Erdschollen ausgerissen und dann in einen Bund zusammengebunden wurden.",
+ "zusammengerechnet zum Masse eines Warensack. מרצופין, Kelim, 20, 1, Note 2.",
+ "Siegels. Wenn die Schollen zusammen so gross sind, wio ein solches Siegel, verunreinigen sie. Vgl. die nähere Bestimmung dieses Masses in Bechorot 22a.",
+ "Es sagte R Jehuda. Um die Meinung der Weisen zu stützen.",
+ "Einst kamen Briefe aus fernem Lande an die Söhne der Hohepriester. Vgl. Kethubot 13, 1, Note 8.",
+ "und die Weisen hatten dabei kein Bedenken wegen Unreinheit. Weil jedes einzelne Siegel nicht so gross war, wie ein Warensack-Siegel."
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+ ],
+ [
+ [
+ "Wie kann man in einer Totenbein-Stätte Weinlese halten. In einer Weise, dass der Wein rein bleibt (vgl. Jerusch. Schabbat 1,4). Nach ראב״ד ist die folgende Reinheits-Vorschrift absolut geboten, weil man auch die profanen Früchte im Lande Israels nicht verunreinigen darf (vgl. מ״א).",
+ "Man besprengt die Menschen und die Geräte zum ersten und zum zweiten Male. Man hält die zur Weinlese nötigen Menschen 7 Tage in reinem Zustande und besprengt eie am 3. und 7. Tage mit Entsündigungs-Wasser, nach der Vorschrift in Num. 19, 12; 18 – 19. Selbst wenn die Menschen und die Geräte vollständig rein sind, soll man mit ihnen so verfahren, als wären sie toten-unrein geworden (יו״ב).",
+ "Nun lesen sie den Wein ab. Die abgeschnittenen Weintrauben werden durch das בית הפרס nicht verunreinigt, weil sie noch unbenetzt sind (VK 17). Wiewohl nach Schabbat 15a die Weintrauben, die zum Keltern geschnitten werden, als empfänglich für die Unreinheit gelten, so findet diese bloß rabbinische Bestimmung hier bezüglich der bloß rabbinischen Unreinheit des בית הפרס keine Anwendung.",
+ "und andere. Die nicht durch das בית הפרס unrein geworden.",
+ "nehmen ihnen denselben ab und bringen ihn zur Kelter. In anderen Geräten. Die Winzer selbst, die durch das בית הפרס unrein geworden sind, dürfen die Weintrauben nicht in die Kelter bringen, da dort viele Flüssigkeiten sich befinden, wodurch die Trauben benetzt und für die טומאה empfänglich werden, sodass die Winzer sie verunreinigen würden.",
+ "Wenn die ersteren. Die Winzer.",
+ "die letzteren. Die den Wein Abnehmenden.",
+ "so werden diese unrein. Weil die Winzer durch das Verweilen im בית הפרס zum אב הטומאה geworden sind, so dass sie auch Menschen und Geräte verunreinigen. Die Abnehmenden würden dann auch alle Weintrauben unrein machen.",
+ "Bet-Schammai. Diese sind der Ansicht, dass die oben (in Note 3) erwähnte Bestimmung von Schabbat 15 a auch bezüglich der Unreinheit des בית הפרס Anwendung findet. Es müssen daher die folgenden Vorsichtsmassregeln getroffen werden.",
+ "Man ergreife die Sichel mittels Bastes. Der nicht die טומאה annimmt, סיב (= ציב), Faser, besondere Bast vom Palmbaum.",
+ "oder schneide die Trauben mit einem scharfen Steine. Der nicht die טומאה annimmt, סיב (= ציב), Faser, besondere Bast vom Palmbaum.",
+ "lasse sie in den Korb. כפישה, oben 5, 6, Note 55. Das Gefäss muss so gross sein, dass es keine טומאה annimmt, nach VK. 13.",
+ "hineinfallen und bringe sie zur Kelter. Der Winzer, selbst kann sie zur Kolter bringen, da die Vorsichtsmassregeln, die er beim Lesen beobachtet, ihn stets daran erinnern werden, dass er die Trauben nicht berühren darf.",
+ "der zu einer Totenbein-Stätte gemacht wurde. Es waren die Weinstöcke daselbst gepflanzt, bevor die Stätte zum בית הפרס gemacht worden ist.",
+ "hat man aber eine Totenbein-Stätte bepflanzt. Dieser hat (nach der Ansicht des R. Jose) unrecht gehandelt, dass er am בית הפרס einen Weinberg gepflanzt hat.",
+ "auf dem Markte verkaufen. Nicht damit sie zum Keltern verwendet werden (wodurch sie nach Note 3 für טומאה empfänglich sind), sondern als Trauben verzehrt werden."
+ ],
+ [
+ "Es gibt. Moëd katan 5b.",
+ "dreierlei Totenbein-Stätten. Die bezüglich der bei ihnen geltenden gesetzlichen Bestimmung von einander verschieden sind. Die 3 בית הפרס werden in unserer M. und in M. 3 und 4 aufgezählt: 1. wenn ein Grab bepflügt wird; 2. wenn in einem Felde ein Grab verloren ist; 3. ein Trauer-Feld.",
+ "in der dadurch gemachten Totenbein - Stätte. Nach 17, 1.",
+ "allerlei Bäume. Nach R. Jose (oben Note 14) sind Weinstöcke ausgenommen.",
+ "pflanzen. Da die Bäume nicht ausgerissen werden und bei ihnen die weiter (Note 21) erwähnte Befürchtung nicht vorhanden ist (ראב״ד zu טומאת מת 10,8).",
+ "aber nicht allerlei Saaten säen. Da die Saaten oft mit der Wurzel ausgerissen werden, so ist zu befürchten, dass an der an den Wurzeln verbleibenden Erde Totenbeine hängen bleiben werden, die ins Haus gebracht, dort Verunreinigung verursachen könnten.",
+ "die geschnitten werden. Wobei obige Befürchtung wegfällt.",
+ "Hat man diese. Die Saaten, die in der Regel geschnitten werden.",
+ "so muß man den Ertrag in dem Felde selbst. Im בית הפרס-Felde.",
+ "aufhäufen. Und auch dort dreschen.",
+ "und sodann mit zwei Sieben. Mit einer nach der andern.",
+ "durchsieben. Um die Frucht von allem Staube zu reinigen, in welchem Totenbeine von einer Gerstenkorn-Grösse (vgl. 2,3) sich befinden könnten.",
+ "Das Getreide. Die im Tr. Challa Anf. aufgezählten 5 Getreidearten.",
+ "die Hülsenfrüchte aber mit drei Sieben. Weil an diesen mehr Staub haften bleibt.",
+ "Stroh und Stengel. עצה, nach den Kommentaren, die Stengel der Hülsenfrüchte.",
+ "muß man verbrennen. Auf dem Felde; vielleicht ist ein Totenbeinchen darin.",
+ "Diese Stätte. Und auch die Erdschollen derselben.",
+ "aber nicht durch Bedachen. S. oben 2, 3.—"
+ ],
+ [
+ "in welchem ein Grab verloren ist. Man weise nicht, an welcher Stelle das Grab sich befindet. Nach Tos. Nidda 57 a v. בית הפרס heisst dieses Feld (ebenso wie das der folgenden Mischna) nur in uneigentlichem Sinne בית הפרס, da solche Felder nicht als „Totenbeinstätten“ bezeichnet werden können; sie werden nur so genannt, weil sie in manchen Bestimmungen dem ersten in M. 2 genannten Felde, dem eigentlichen בית הפ, gleich sind.",
+ "darf mit allerlei Saaten besäet. Es ist nicht zu befürchten, dass beim Ausreissen der Saaten Erde mit Totenbeinen an den Wurzeln hängen bleibt, da hier keine Totenbeine umhergestreut liegen; so tief aber bis zum begrabenen Toten reichen die Wurzeln der Saaten nicht Eine and. LA ist: אינה נזרעת כל זרע „es darf nicht mit allerlei Saaten besät werden“ (so auch die Tosefta). Die Erklärung dieser LA vgl. in תוי״ט und sehr ausführlich ס״ט.",
+ "ader nicht mit allerlei Bäumen bepflanzt werden. Um nicht Leute, die Lust haben, Früchte zu essen, zu gewöhnen, diese Stätte zu betreten und so durch Bedachung sich zu verunreinigen (Bart.). Nach Maim.: weil die Wurzeln der Bäume tief in die Erde dringen und bis zu Toten gelangen (vgl. יו״ב und ס״ט).",
+ "Man darf darin keine Bäume. Selbst wenn sie gepflanzt waren, bevor das Grab dort verloren war.",
+ "stehen lassen. Aus dem in Note 36 angegebenen ersten Grunde oder weil, wer es sieht meinen könnte, der Baum sei erst später dort gepflanzt worden.",
+ "ausgenommen leere. סרק, B. batra 2, 7, Note 59.",
+ "Bäume. Diese darf man nicht bloß dort stehen lassen, sondern auch von vornherein dort pflanzen (Bart.).",
+ "die keine Früchte tragen. Dies ist eine Erklärung zum vorhergehenden אילן סרק, die wegen M. Kilajim 6, 5 hier nötig war (תא״ש).",
+ "Tragen und Bedachen. So auch nach 17, 5, Note 38. Statt ובאהל heisst es in der Mischna der Talmud-Ausgaben: ואין מטמאין באהל (sie verunreinigen nicht durch Bedachen). Die Bestimmung bezieht sich da auf die von diesem Felde kommenden Erdschollen (ס״ט)."
+ ],
+ [
+ "Ein. Moëd katan 5 b.",
+ "Trauer-Feld. שדה בזכין, nach dem Talmud das.: ein Feld, in welchem man Tote beweint, d h Trauerreden über die Toten hält. Dieser Platz liegt nicht weit entfernt vom Begräbnisplatz. Tos. in Nidda 57 a v בית הפרס bringt eine LA שדה כוכין, ein Feld der Grabnischen (vgl über כוך B. batra 6, 8, Note 62), und erklärt, es ist ein Feld (wohl in der Nähe der Grabhöhle), wo man den Toten einige Zeit liegen lässt, um ihn bei gelegener Zeit nach dem Begräbnisort (den כוכין) zu bringen. So erklärt auch א״ר, der sich auf die Tosefta beruft, aber die Tos. erst korrigieren muss, um sie mit der Mischna in Übereinstimmung zu bringen.",
+ "darf nicht bepflanzt und nicht besäet werden. Weil der Besitzer dieses Feldes dasselbe bereits aufgegeben und der öffentlichen Benutzung überlassen hat; deshalb darf er nicht wieder davon Besitz ergreifen (vgl. M. B. batra 6, 7, Note 50), so ר״ש und Bart. nach Moëd katan 5b. Danach aber hätte diese Bestimmung nichts mit den Unreinheits-Vorschriften zu tun und würde nicht in unseren Traktat hineingehören. Man wird daher besser mit Maim. annehmen, dass zu befürchten steht, man habe einmal in diesem Felde, das in der Nähe eines Begräbnisplatzes liegt und vom Besitzer aufgegeben worden ist, einen Toten begraben. Man soll daher diese Stätte nicht oft von Menschen betreten lassen.",
+ "Die Erde davon. Die Erdschollen, die von diesem Felde genommen werden.",
+ "ist rein. Da es ja zweifelhaft ist, ob je eine Unreinheit dort vorhanden war.",
+ "und man kann daraus Öfen für Heiliges machen. Was bei den beiden vorgenannten בית הפרסות nicht gestattet ist.",
+ "Bet-Schammai. Pessachim 92 b, Chagiga 25 b.",
+ "und Bet-Hillel. Welche weiter unten kontroversieren.",
+ "dass man (die Totenbein-Stätte. Die in M. 2 genannte.",
+ "untersucht. Nach der weiter unten angegebenen Weise",
+ "der sein Pessach opfern will. Nachdem er vorher im בית הפרס gewesen und möglicherweise unrein geworden ist, wonach er kein Pessach opfern kann (vgl Num. 9, 6).",
+ "man untersucht aber nicht um der Hebe willen. Wenn ein Priester, der über ein בית הפרס gegangen ist, תרומה essen will, kann er sich auf die weiter unten angegebene Untersuchung nicht verlassen. Denn nur bezüglich der Pessach-Opferung, deren Unterlassung die כרת-Strafe nach sich zieht Num. 9,13), haben die Rabbinen ihre בית הפרס Bestimmungen nicht ganz aufrecht erhalten, nicht aber wegen des Verzehrens von תרומה, das bloß ein einfaches Gebot ist.",
+ "Wegen eines Nasir. Der dort gegangen und nun in Zweifel ist, ob er unrein geworden und die Vorschriften von Num. 6, 9—12 zu beobachten hat, oder nicht.",
+ "Man untersucht. Ein anderer untersucht die Stätte. Der Nasir selbst darf es nicht, weil er sich nicht absichtlich der möglichen Verunreinigung aussetzen darf. Findet der Untersucher ein Totenbeinchen von der Grösse eines Gerstenkorns, so gilt der Nasir als unrein; wo nicht, ist er rein.",
+ "Man untersucht nicht. Da der Nasir in jedem Falle für zweifelhaft unrein gehalten wird. א״ר liest umgekehrt: „Bet-Schammai sagen: Man untersucht nicht, und Bet-Hillel sagen: Man untersucht.“ Diese LA befolgt die Regel, dass Bet-Hillel nur ausnahmsweise gegen Bet Schammai die erschwerende Ansicht hat (vgl. Edujot 4, 1, Note 1); vgl. aber יו״ב u. ס״ט.",
+ "fortbewegen kann. Die lockere Erde.",
+ "tut sie in ein fein gelöchertes Sieb und zerreibt sie. וממחה, von מחח. stossen, reiben. M. und L. lesen: וממהח, Ar. יממהא, was dasselbe bedeutet, vgl. Kelim 24, 17, Note 75.",
+ "ist er. Der dort gegangen ist.",
+ "unrein. D. h. zweifelhaft unrein, vielleicht hat er das Beinchen berührt oder bewegt. In den oben, Note 49, angeführten Talmudstellen wird eine andere Untersuchungsart angegeben, nämlich מנפח אדם בית הפרס (man bläst im בית הפרס), was wohl nach Mischna Maaserot 4,5 (מנפח מיד ליד, vgl. Beza 12b) zu erklären ist: Er schüttet die lockere Erde von einer Hand in die andere und bläst dabei den Staub weg; dadurch sieht er, ob darin ein Toten-Beinchen ist (יו״ב). Über den Widerspruch zwischen dem Talmud und unserer Mischna vgl. ר״ש."
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+ "Auf welche Weise macht man eine Totenbein-Stätte. Die in M. 2 genannte.",
+ "Man nimmt davon drei Handbreiten tief. So tief dringt die Pflugschar, welche die Totenbeine verschleppt; vgl M. B. batra 2, 12.",
+ "(Rabbi sagt. Die Worte רבי אומר fehlen im Talmud, ebenso in M. und L. Nach unserer LA. sind die folgenden Worte: או bis ממקום אחר טהור ein Zusatz des Rabbi zur alten Mischna.",
+ "oder gibt darauf [Erde. Von einem reinen Orte.",
+ "Wenn man von der einen Hälfte desselben drei Handbreiten tief [Erde] weggenommen. Und sie aus dem Felde fortgeschafft hat.",
+ "und auf die andere Hälfte drei Handbreiten hoch [Erde. Von einem reinen Orte.",
+ "so ist es. Das בית הפרס-Feld",
+ "Sogar wenn man davon. Vom ganzen Felde.",
+ "ist es. Das בית הפרס-Feld",
+ "rein. Da man durch ein solches Kennzeichen gemahnt wird, den Pflug nicht tiefer als 1/2 Handbreiten in die Erde zu senken (יו״ב).",
+ "Wenn man eine Totenbein-Stätte. Die in M. 2 genannte.",
+ "die man nicht bewegen kann. Mit grossen Steinen, die sich nicht bewegen, wenn man auf sie tritt.",
+ "Auch wenn man ein Totenbein-Feld umgräbt. עזק, umgraben, wie Jesaja 5, 2.",
+ "ist es rein. Weil er beim Umgraben das Feld am besten untersucht (Maim. nach der Tosefta). Nach dem ersten Tanna genügt diese Untersuchung nicht."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand in einer Totenbein-Stätte. Die in M. 2 genannte.",
+ "die man nicht bewegen kann. Selbst wenn diese Steine nicht von neuem auf das Feld gelegt wurden (wie in der vorhergehenden Mischna), sondern bereits von früherer Zeit da waren (ס״ט), so bleibt er dennoch rein; denn er sah, dass auf den Steinen kein Totenbein lag, er also ein solches nicht berührt hat, und da die Steine nicht bewegt werden können, so hat er auch ein etwa darunter liegendes Beinchen nicht bewegt.",
+ "die kräftig sind. So dass wenn durch sie ein Toten-Beinchen bewegt wird, dies durch ihre eigene Kraft geschieht und der Reitende nichts dazu beiträgt.",
+ "so bleibt er. Der Gehende oder Reitende.",
+ "rein. Über die Frage, warum der auf einem Menschen Reitende durch den Menschen, der Toten-Beinchen bewegt und ein אב הטומאה wird, nicht selbst verunreinigt wird, vgl. die Kommentare, besonders ס״ט.",
+ "Geht. B. mezia 105b.",
+ "die man bewegen kann. Die nicht am Boden festsitzen und durch den darüber Schreitenden bewegt werden.",
+ "deren Kräfte schwach sind. Wann ein Mensch oder ein Vieh in dieser Beziehung als schwach beurteilt wird, ist im Talmud B. mezia 105 b angegeben.",
+ "so ist er unrein. In letzterem Falle, weil die Kraft des Reitenden die unten liegenden Toten Beine mitbewegt.",
+ "Wenn jemand in heidnischen Ländern. Vgl. oben 2, 3 Note 32.",
+ "so ist er unrein. Wiewohl man dort keine Toten begräbt, so ist dennoch zu befürchten, dass unreine Erde dorthin geraten ist.",
+ "Reist er aber auf der See oder am Strande. שונית ist wohl abgekürzt aus עשינית (in Mechilta zu Exod. 15, 5). Es ist der Meeresstrand, wo die Sturmflut des Meeres (vgl. aram. עשונא, syr. ܥܰܫܺܝܢܽܘܬܳܐ, Kraft, Stärke) hinansteigt, vgl. oben 7, 1, Note 10. — Das Wort hat dann mit יעֵן (einer Felsenklippe) nichts zu tun.",
+ "so ist er rein. Weil man dort keine Toten begräbt.",
+ "wo das Meer bei einer Sturmflut hinaufsteigt. Nach Maim. und Bart. ist er bloß rein bezüglich der schweren Unreinheit (der siebentägigen Unreinheit); dagegen bringt der Raum des Heidenlandes (אויר) überall die leichte Unreinheit (bis zum Abend). Andere bestreiten diese Ansicht (vgl. יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand in Syrien. Vgl. B. kamma 7, 7 Note 38. Die Erde dieses Landes (aber nicht der Luftraum) ist ebenso wie die des übrigen Auslandes, unrein; doch sind dort die Vorschriften betreffs der Verzehntung und des Brachjahres, wie im Lande Israel, zu beobachten.",
+ "wenn er in Reinheit dahin gehen kann. Es ist zwischen seinem Felde und dem Lande Israel kein Stück vom Heidenlande.",
+ "rein. Die Schollen dieses Feldes sind rein, da dies Feld einem Israeliten gehört und dicht an das Land Israel grenzt.",
+ "kann er aber nicht in Reinheit dahin gehen. Es befindet sich ein טפח breiter Streifen Erde vom Heidenlande oder von einem Begräbnisplatze zwischen diesem Felde und dem Lande Israel.",
+ "aber doch der Pflicht der Verzehntung und des Brachjahres unterworfen. Vgl. Gittin 8 a. Ob dies nach der Thora oder bloß nach rabbinischer Bestimmung Pflicht ist, ist kontrovers, vgl. Gittin 46 a.",
+ "Die Wohnungen. Pessachim 9 a.",
+ "der Heiden. Auch im Lande Israel.",
+ "sind unrein. Weil sie ihre Abortus in ihren Häusern begruben.",
+ "dass man sie untersuchen muss. Wie ein Feld, in welchem ein Grab verloren ist.",
+ "Vierzig Tage. So vieler Tage bedarf es, bis die Bildung der Frucht im Mutterleibe vollendet ist, vgl. M. Nidda 3, 7.",
+ "wenn er auch kein Weib bei sich hatte. Denn er kann ein Weib in sein Haus gebracht haben.",
+ "Wenn aber ein Knecht. Ein kanaanitischer Knecht eines Israeliten.",
+ "oder ein Weib. Eine Israelitin.",
+ "das Haus beobachten. dass dort kein Abortus begraben werde."
+ ],
+ [
+ "Die tiefen Kanäle. ביב, oben 3, 7, Note 90. Einige lesen; הכוכים statt הביבים (die unterirdischen Höhlen, vgl. B. batra 6, 8 Note 62).",
+ "Auch die Misthaufen und die lockere Erde. Da ist zu befürchten, dass die Erde durch das Begraben aufgelockert wurde.",
+ "Jeder Ort. Pessachim 9 a. Tos. B. kamma 19 b v. וחזיר.",
+ "wo ein Schwein und ein Wiesel. Statt והחולדה liest Bart. וברדלס (s. Tosefta 16, 13), Iltis oder Marder (vgl. Löw bei Krauss, Lehnw. S. 164).",
+ "bedarf nicht der Untersuchung. Weil diese Tiere den Abortus weggeschleppt oder aufgefressen haben."
+ ],
+ [
+ "Die Säulenhallen. אצטבא = אצטווניות, eine Säulenhalle (στοά).",
+ "unterliegen nicht der Verordnung betreffs der Heiden-Wohnungen. Da diese zum Lustwandeln bestimmt sind, so begräbt man dort keine Abortus.",
+ "Eine Stadt der Heiden. Eine Stadt im Lande Israel, die von Heiden bewohnt war",
+ "unterliegt nicht der Verordnung betreffs der Heiden-Wohnungen. Weil dort wilde Tiere hausen, die alles Fleisch verzehren.",
+ "Die Ostseite von Kesrin. Caesarea maritima.",
+ "und die Westseite von Kesarion. קסריון (so liest L), Caesarea Philippi. Vgl. Hildesheimer, Beitr zur Geogr. Pal. 4 ff. u. 42 ff. und R. Joseph Schwarz דברי יוסף III—IV, S. 50.",
+ "Die Ostseite von Akko. עכו, die Hafenstadt Akko an der gleichnamigen Meeresbucht, Hildesheimer l. c. 11 f.",
+ "war zweifelhaft. Ob diese als Land Israel oder als Heidenland betrachtet werden soll.",
+ "und die Weisen haben sie für rein erklärt. Indem man sich überzeugt hat, dass dort keine Gräber sind. L. liest: מזרח קיסרין ומערב קיסריון וקברות מזרח עכו חיה ספק וטיהרו חכמים (Bezüglich des Ostens von Kesrin, des Westens von Kesarion und der Begräbnisplätze von Akko bestand ein Zweifel, und die Weisen erklärten es für rein).",
+ "Rabbi. R. Jehuda ha-Nasi.",
+ "und sein Gerichtshof haben wegen Keni. קיני. Nach Jos. Schwarz, das heil. Land S. 106 ist dieses קיני identisch mit „Keni unweit Lod“, das im Jerusch. Ende Tsrumoth und in Sohar Thasria 42 b erwähnt wird. Nach ס״ט, der sich auf die Tosefta stützt, soll darunter das im Jerusch. Schebiit und im Sifre u. sonst unter den Grenzen von Palästina genannte גינייא דאשקלון gemeint sein, vgl. Hildesheimer, l. c. 72 ff.",
+ "abgestimmt und es für rein erklärt. Man hat beschlossen, es als Land Israel zu betrachten."
+ ],
+ [
+ "Zehnerlei Örter unterliegen nicht den Verordnungen betreffs der Heiden-Wohnungen. Weil sie nicht als ständige Wohnungen dienen.",
+ "Die Zelte der Araber. Die als Nomaden von Ort zu Ort ziehen und ihre Zelte am Lagerorte aufschlagen.",
+ "die Feld-Hütten. Der Fruchthüter.",
+ "die Binsenhütten. Welche oben spitz zulaufen.",
+ "die Fruchthütten. Nach den Kommentaren Hütten, die zum Bergen der Früchte auf dem Felde dienen, um sie vor Regen zu schützen.",
+ "die Sommerhütten. אלקטיות, von קיץ = קיימא, Sommer S. Maaserot 3, 7.",
+ "ein Torhaus. בית שער, ein Pförtnerhaus für den Torwächter, nach Maim.: Torweg, Hausflur.",
+ "das Pfeilenhaus. Wo die Pfeile, wohl auch noch andere Waffen (vgl. Tosefta: בית הזיגות) aufbewahrt werden, ein Zeughaus.",
+ "und die Wohnungen der Legionen. Die Kasernen. Die Tosefta hat: הקסטראות והלגיונות, die Lager und die Legionen (-Häuser)."
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+ "\nVorbemerkungen.\n1. Es ist bereits in V K 4 bemerkt, dass ein מת als אבי אבות הטומאה noch ein anderes Ding zum אב הטומאה macht. Ferner ist V K 5 gelehrt, wie die Regel חרב הרי הוא כחלל beim מת und טמא מת anzuwenden ist.\n2. Diese Toten-Unreinheit wird nicht bloss durch eine ganze menschliche Leiche bewirkt, sondern auch durch einzelne Teile derselben, wie sie im zweiten Abschnitt unseres Traktats aufgezählt werden, sowie auch durch das Totenzelt in dessen verschiedenen Arten (vgl. V K 27).\n3. Menschen und Geräte, die durch eine Toten-Unreinheit unmittelbar oder mittelbar zum אב הטומאה werden, bleiben sieben Tage unrein und müssen den in Num. 19, 19 vorgeschriebenen Besprengungen und der טבילה unterzogen werden (V K 9). Doch meint Ramban (Comment, zu Num. 19, 16): Die Regel חרב הרי הוא כחלל gilt (für die Menschen oder Geräte, die das חרב berühren) bloss bezüglich der siebentägigen Unreinheit, aber nicht bezüglich der Besprengung. Ein ולד הטומאה (V K 1) bleibt nur bis zum Abend unrein.\n4. Nur ein אבי אבות הטומאה kann הטומאת אהל (Zelt-Unreinheit) bewirken, aber nicht ein אב הטומאה. Es gibt aber manche Dinge, die, trotzdem sie אבי אבות הטומאה sind, nicht im Zelte verunreinigen, אין מטמאין באהל (vgl. 2, 3). Auch gilt die Regel חרב הרי הוא כחלל nicht bezüglich der טומאת אהל, vgl. Ramban zu Num. 19, 16.\n5. Die Zelt-Unreinheit kann, wio V K 27 bemerkt, von dreifacher Art sein: 1) Es ist etwas מאהיל על המת, es bildet ein Zelt über dem Toten, d. h. es befindet sich in senkrechter Richtung über einem Toten. Von einem solchen spricht, nach Talmud Chullin 125 b, Num. 19, 16, da eine solche „Ueberdachung“ eines מת unter dem Begriff מגע (Berührung) subsumiert und daher אהל נגיעה, eine der Berührung gleich geachtete Ueberdachung, genannt wird. Zu derselben Kategorie gehört 2) מת מאהיל עליו, dass ein Toter etwas überdacht, d. h. über etwas in senkrechter Richtung sich befindet. Von anderem Charakter ist 3) die eigentliche Zelt-Unreinheit (אהל גרידא), von der Num. 19, 14 spricht. Dieses heisst: דבר אחר מאהיל עליו ועל המת, es befindet sich etwas mit einem מת unter einundderselben Bedachung. Dies heisst: טומאת אהל בהמשכה (Chullin das.), eine Zelt-Unreinheit durch Ueberleitung, indem hier durch die Bedachung die Unreinheit des Toten auf den reinen Gegenstand übergeleitet wird.\n6. Die Bedachung (אהל), welche die letztere Wirkung hat, muss 1) mindestens das Mass von einer Handbreite in der Länge und ebensoviel in der Breite (טפח על טפח) haben; 2) von der טומאה (darunter verstehen wir hier stets eine Toten-Unreinheit) mindestens eine Handbreite entfernt sein; mit anderen Worten, es muss zwischen dem אהל und der טומאה ein freier Raum von mindestens einem Kabik-טפח sich befinden (חלל טפח). Doch kann nach rabbinischer Anordnung ein beweglicher Gegenstand auch nur von der Breite eines drittel טפח die טומאה überleiten, nach 16, 1 (s. das.).\n7. Ist zwischen der טומאה und der Bedachung (אהל) kein חלל טפח, so nennt man dies eine טומאה רצוצה, eine eingeengte טומאה. Von einer solchen gilt der Satz: בוקעת ועולה בוקעת ויורדת, d. h. sie kann sich in der Höhe sowohl als in der Tiefe uneingeschränkt in senkrechter Richtung mitteilen, solange sie nicht durch ein Zelt gehemmt wird, das im Stande ist חוצץ בפני הטומאה zu sein, d. h. als ein scheidender Gegenstand die Verbreitung der טומאה zu verhindern, s. § 8. Dagegen ist was unter einem solchen Zelte neben der טומאה liegt, rein, wenn es die טומאה nicht berührt. Eine טומאה, die unter freiem Himmel liegt, ist zwar auch בוקעת ועולה, aber nicht בוקעת ויורדת.\n8. Sowie eine Bedachung mit einem חלל טפח die Unreinheit auf alle unter der Bedachung befindlichen Gegenstände verbreitet, ebenso schützt sie alle über derselben befindlichen Gegenstände vor der Unreinheit, sie ist חוצץ בפני הטומאה. Soll das Zelt die Verbreitung einer טומאה רצוצה hemmen, so muss dasselbe an der Seite eine Oeffnung von mindestens einem Quadrat-טפח haben. \n9. Ein allseitig geschlossenes Grab (קבר סתום), innerhalb dessen zwischen der Leiche und der sie deckenden Erdschicht ein freier Raum von mindestens einem Kubik-טפח sich befindet, ist in seiner ganzen Ausdehnung, ebenso wie das מת, ein אבי אבות הטומאה, und wer darüber selbst an der Stelle, die nicht vom מת eingenommen wird, wegschreitet, wird unrein. Ist aber zwischen der Leiche und der sie bedeckenden Erde kein חלל טפח, so ist dies als טומאה רצוצה zu betrachten und nach § 7. zu beurteilen. Dasselbe gilt von einem verschlossenen Sarge (ארון), in welchem sich ein מת befindet. Dies die Ansicht von ראב״ד und Tosafot Berachot 19 b. Dagegen ist nach Maimon. ·(טומאת מת 12, 6) ein ארון nur nach rabbinischer Bestimmung einem קבר סתום gleich.\n10. Ein Haus, das eine zum Ein- und Ausgang bestimmte Türe hat, verunreinigt, wenn sich eine Toten-Unreinheit in demselben befindet, nur das, was sich im innern Raume befindet, oder was die Wände im Innern berührt. Was die Wände von aussen berührt und was auf dem Dache sich befindet, wird nicht unrein. Dies gilt, selbst wenn die Türe des Hauses verschlossen ist.\n11. Wird aber die Türe mit Entfernung der bisherigen Türeinfassungen völlig vermauert (פרץ את פצימיו), so wird es als ein geschlossenes Grab betrachtet und unterliegt den in § 9 angegebenen Bestimmungen. Was ein solches Haus auch nur von aussen oder am Dache berührt, wird unrein.\n12. In einem Hause, in welchem sich eine durch Bedachung verunreinigende טומאה befindet, ist nicht bloss alles unter der Ueberdachung unrein, sondern auch alles, was im Grund und Boden unter der Ueberdachung vergraben liegt bis in die tiefsten Tiefen (עד התהום). Ueber den Schutz, den ein צמיד פתיל gewährt, siehe Kelim Abschn. 10.\n13. Was unter der Oberschwelle eines solchen Hauses sich befindet, ist ebenfalls unrein, selbst wenn es ausserhalb der Türe liegt; denn der Ort, durch welchen das מת binausgetragen werden soll (סוף הטומאה לצאת שם), wird auch von der טומאה betroffen. Ob dies eine sinaïtische Tradition oder bloss rabbinische Bestimmung sei, ist controvers; vgl. 7, 3. Hat das Haus mehrere Ausgangstüren, so unterliegen alle dieser Bestimmung von סוף טומאה לצאת, und erst wenn man ausdrücklich erklärt hat, eine bestimmte Türe oder ein Fenster zum Hinausbringen der טומאה zu benutzen, sind die andern Ausgänge rein. Das Mass der Oeffnung zum Hinausbringen der טומאה ist bei einem כזית vom מת ein Quadrat-טפח, bei einem grössern Teile vier טפחים im Quadrat, wie bei einer ganzen Leiche.\n14. Die im vorigen § erwähnte טומאה erstreckt sich nicht bloss auf den Raum unter der Oberschwelle der Ausgangstüre, sondern auch auf den ganzen Raum, der von dem an der Seite der Ausgangstüre befindlichen vorspringenden Dache oder Mauervorsprung bedeckt wird (wenn der vorspringende Teil wenigstens ein טפח breit ist).\n15. Wenn zwei nebeneinander befindliche Zelte durch eine bis an die Bedachung reichende Wand von einander getrennt sind, so kann die טומאה, die in einem Zelte liegt, nicht in das andere Zelt dringen, und die Gegenstände im andern Zelte bleiben rein. Dasselbe gilt, wenn ein Zimmer durch eine bis an die Decke reichende Scheidewand in zwei Teile geteilt wird. Die Wand ist חוצץ בפני הטומאה.\n16. Dies gilt aber nur, wenn jedes der beiden Zelte, resp. jeder der beiden Teile, einen besondern Ausgang hat. Dann dringt die טומאה nicht vom einem Raume in den andern, selbst wenn eine Türe (die aber verschlossen ist) in der Scheidewand sich befindet, durch die man von einem Raume in den Nebenraum gelangen könnte. Kann man jedoch von einem Raume nur durch den andern hinausgelangen, so dringt zwar die טומאה nicht vom äassern Raume in den innern, wohl aber vom innern in den äussern, so dass, wenn eine טומאה im innern Raume liegt, auch alles im äussern Raume Befindliche unrein wird, weil die טומאה keinen andern Ausgang hat, als durch diesen Raum.\n17. Wenn in der Scheidewand zwischen zwei Zelten eine offene Türe oder sonst eine Oeffnung sich befindet, die man entweder zum Aufbewahren oder zum Hinaus- und Hineinbringen von Gegenständen benutzt, und diese Oeffhung mindestens einen Quadrat-טפח misst, so kann die טומאה von einem Raum in den andern dringen. Dasselbe gilt von einem Raume im Erdgeschoss, dessen Bedachung durch eine Oeffnung von einem Quadrat-טפח mit dem Söller in Verbindung steht. Da dringt ebensfalls jede im Erdgeschoss befindliche Zelt-Unreinheit in den Söller, und jede solche Unreinheit im Söller verunreinigt alles im Erdgeschoss. Was hier von zwei Räumen gesagt wird, gilt selbstverständlich auch von drei oder mehreren Räumen, die durch Oeffnungen von je einem Quadrat-טפח mit einander verbunden sind. Stets kann da eine טומאה, die in einem Raume liegt, alles in den andern Räumen Befindliche verunreinigen.\n18. Hat man aber die Oeffnung in der Scheidewand zwischen einem Raume und dem andern verstopft, so dringt die טומאה nicht vom einem Zelte in das andere, selbst wenn man beabsichtigt, den Verschluss nicht für immer dort zu lassen, sondern später wieder zu entfernen. Hat man jedoch die Oeffnung nicht ganz verschlossen, sondern nur derart verkleinert, dass sie nicht mehr das erforderliche Mass von einem Quadrat-טפח hat; dann kann der Verschluss nur, wenn man ihn für immer dort lassen will, das Weiterdringen der טומאה verhindern, nicht aber, wenn man ihn später zu entfernen beabsichtigt.\n19. Ein Verschluss kann nur dann das Weiterdringen der טומאה verhindern, wenn der verschliessende Gegenstand selbst nicht verunreinigungsfähig ist. Verschliesst man aber z. B. mit einem Geräte, das selbst die Unreinheit annehmen kann; so gilt der Satz: כל שמקבל טומאה אינו חוצץ בפני הטומאה, was selbst für טומאה empfänglich ist, kann nicht als Scheidewand das Weiterdringen der טומאה verhindern.\n20. Wenn bei einem allseitig verschlossenem Grabe (קבר סתום) darüber (oder darunter) ein Zelt sich befindet, so verbreitet sich die טומאה auf den ganzen innern Raum dieses Zeltes, und alles was darin ist, wird unrein. Dagegen verhindert die Bedachung (resp. der Boden) des Zoltes die weitere Verbreitung der טומאה nach unten (oder nach oben). Letzteres gilt aber nur, wenn das Zelt an der Seite eine Oeffnung von mindestens einem Quadrat-טפח hat, vgl. oben § 8 bei טומאה רצוצה.\n21. Das Zelt selbst wird durch eine Toten-Unreinheit für sieben Tage unrein und bedarf der Besprengung, wenn dies aus einem der Stoffe besteht, die bei der Ueberdachung der Stiftshütte Vorkommen. Es sind dies: Wolle, Felle, Ziegenhaare (Sackstoff), und aus dem Pflanzenreiche Flachs (s. Sabbat 2, 3). Ein Zelt aus diesen Stoffen wird, selbst wenn es am Boden befestigt ist (קבוע בקרקע), toten-unrein. Zelte aus andern Stoffen werden nur, wenn sie vom Boden getrennt (תלוש) und כלים sind, von dem darin befindlichen Toten unrein, aber nicht, wenn sie קבוע בקרקע oder keine כלים sind. Es gibt aber Stoffe, die selbst als am Boden befestigte Zelte nicht unrein werden: Bein, Glas, Wassertierstoffe oder grosse, 40 Seah fassende Gefässe (vgl. יו״ב 7, 1 פתח האהל Nr. 3, vgl. aber auch גידולי טהרה, Responsen Nr. 19 bez. der grossen Gefässe).\n22. Diese Unterscheidungen haben jedoch nur Folge bezüglich der Unreinheit des Zeltes selbst; dagegen sind hinsichtlich der Uebertragung der Unreinheit auf alles unter einundderselben Ueberdachung mit einer Toten-Unreinheit sich Befindende alle Stoffe, sowie קבוע und תלוש, einander gleich. Ob diejenigen Zelte, welche selbst verunreinigungsfähig sind, dennoch nach § 8 חוצץ בפני הטומאה sind, ist controvers; vgl. משנה למלך zu טומאת מת 5, 12 und גידולי טהרה, Resp. Nr. 19.\n23. Zu den vom Grabe ausgehenden Unreinheiten gehört auch die des Grab-Verschlusses (גולל) und die der Stützen desselben (דופק), worüber Näheres in 2, 4 angegeben wird.\n24. Ein Feld, in welchem sich durch Umackerung eines Grabes Gebeinsplitter an die Oberfläche verbreitet haben können, heisst בית הפרס. Dieses verunreinigt aber nur במגע ובמשא, den der eine Scholle davon berührt oder trägt. Es verunreinigt nicht באהל, durch Ueberdachung. Der Name בית הפרם wurde auch übertragen auf ein Feld, in welchem ein Grab verloren gegangen ist (שדה שאבד בה קבר). Dies verunreinigt auch באהל (vgl. Abschn. 2, 3). Ausführliche Bestimmungen über בית חפרס geben Abschn. 17 und 18.\n25. Derjenige, der den טמא מת berührt in dem Momente, in welchem dieser selbst noch mit dem מת in Berührung ist, wird ebenso, wie der טמא מת, ein אב הטומאה und auf sieben Tage unrein. (Es ist dies die bereits in V K 25 für einen andern Fall erwähnte טומאה בחבורין). Dabei erhält der Berührende denselben Grad der Unreinheit, wie der Mensch, den er berührt. Dagegen wird derjenige, der den טמא מת berührt, nachdem dieser nicht mehr in Verbindung mit dem מת steht (שלא בחבורין), bloss ראשון, dessen Unreinheit nur bis zum Abend dauert. Nach Maimonides (טומאת מת 5, 2) ist diese Bestimmung von טומאה בחבורין bei der Toten-Unreinheit bloss דברי סופרים (eine rabbinische Verordnung).\nAusser den bereits nach den Vorbemerkungen zu Kelim genannten Kommentaren ist noch der Kommentar סדרי טהרות von R. Gerschon Chanoch Henich zu nennen, der mit der Abbreviatur ס״ט angeführt werden wird.\n*) VK4 bedeutet „Vorbemerkungen zu Kelim Nr. 4.“ Die Vorbemerkungen zu Ohalot werden als VO bezeichnet werden.\n"
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+ "Manchmal werden zwei Dinge durch einen Toten. Jeruschalmi Nasir VII Ende. Unter einem „Toten“ ist nicht bloss eine ganze Leiche zu verstehen, sondern auch Teile einer solchen, die nach Abschnitt 2 als אבי אבות הטומאה (VK, 4) anzusehen sind.",
+ "unrein. Ein drittes Ding kann aber, wenn dies ein Mensch oder ein Gerät ist, nicht mehr unrein werden.",
+ "eines wird siebentägig-unrein. Und muss noch am dritten und siebenten Tage besprengt werden und dann noch טבילה haben, nach Num. 19, 19.",
+ "und eines abend-unrein. Wörtlich: „es wird unrein mit einer Abend-Unreinheit“. Darunter versteht man, dass ein Ding bis zum Sonnenuntergang des Tages, an dem es unrein geworden, in seiner Unreinheit verbleibt. Hat vor Sonnenuntergang טבילה (VK, 9) stattgefunden, so tritt nach Sonnenuntergang die vollständige Reinheit ein.",
+ "zwei siebentägig-unrein und eines abend-unrein. Das letztere vermag nicht mehr einen Menschen oder ein Gerät zu verunreinigen.",
+ "drei siebentägig-unrein und einer abend-unrein. Das letztere vermag nicht mehr einen Menschen oder ein Gerät zu verunreinigen.",
+ "der einen Toten. Alles, was אבי אבות הטומאה ist.",
+ "wird siebentägig-unrein. Er ist ein אב הטימאה geworden, und jeder durch מת bewirkte אב הטומאה ist siebentägig unrein (VO, 3).",
+ "der diesen berührt. Dieser ist bloss ראשון (VK, 2).",
+ "wird abend-unrein. Das gilt aber nur, wenn der erste Mensch, während er den zweiten berührt, nicht mehr mit dem Toten in Verbindung steht (שלא בחבורין). Dagegen wird der, welcher den noch in Verbindung mit dem מת stehenden Menschen berührt, ein אב הטומאה und siebentägig unrein VO, 25."
+ ],
+ [
+ "die einen Toten berühren. Diese werden nach dem Satze חרב חרי הוא כחלל gleich einem אבי אבות הטומאה. Vgl. VK, 5, wonach einige diesen Satz nur für Metall-Geräte gelten lassen, und nach Allen bei כלי חרס der Satz nicht gilt.",
+ "welche diese Geräte berühren. Das Gerät wird nur אב הטומאה, obgleich das berührte Gerät ein אבי אבות הטומאה ist. Denn nur, wenn das Gerät einen Menschen berührt, der ein אב oder אבי אבות ist, erhält es den טומאה-Grad des Berührten; aber nicht, wenn das Gerät ein anderes Gerät berührt.",
+ "wird abend-unrein. Denn dieses ist bloss ראשון. Es hätte hier der Fall so angenommen werden können, dass zuerst ein Mensch den Toten berührt, dann כלים den Menschen, und das dritte kann zuletzt sowohl ein Mensch als ein כלי sein. Allein die Mischna hat die vorliegende Ordnung vorgezogen, um damit die in Note 11 angegebene Gesetzesbestimmung zu lehren."
+ ],
+ [
+ "die einen Toten berühren. Diese werden nach dem Satze חרב הרי הוא כחלל gleich einem אבי אבות הטומאה. Vgl. VK, 5, wonach einige diesen Satz nur für Metall-Geräte gelten lassen, und nach Allen bei כלי חרס der Satz nicht gilt.",
+ "der diese Geräte berührt. Dieser wird אב הטומאה.",
+ "die diesen Menschen berühren. Diese werden ebenfalls אב הטומאה nach VK, 5.",
+ "es sei Mensch oder Geräte. Diese werden bloss ראשון, vgl. Note 11.",
+ "Ich weiss noch. Manche lesen יש לו statt יש לי, wonach לו sich auf מת bezieht: Der Tote kann auch ein Fünftes verunreinigen.",
+ "Wenn ein Zeltpflock. השפוד (arab. سغود) eig. ein Bratspiess, aber auch sonst eine Stange. Hier ist die Rede von einer metallenen Stange, die als Zeltpflock dient und im Zeitraume steckt (Richter 4, 21). Nach Maimon. ist hier von der Zeltstange in der Mitte des Zeltes die Rede. Wäre die Stange von Holz, so würde sie als flaches Holzgerät nicht verunreinigungsfähig sein (VK 12)",
+ "im Zelte. Das nach VO, 21 durch einen Toten selbst siebentätig unrein wird. Ein solches Zelt ist, solange der Tote sich darin befindet, ein אבי אבות, und auch der Pflock ist ein אבי אבות.",
+ "so werden Zelt und Pflock. Diese beiden sind אבי אבות.",
+ "der den Pflock berührt. Der ist ein אב הטומאה.",
+ "die diesen Menschen berühren. Diese werden auch אבות הטומאה, nach Note 14.",
+ "Das Zelt wird nicht mitgerechnet. Da der Pflock als Teil des Zeltes betrachtet wird, so gelten Pflock und Zelt bloss als ein Ding, denn beide empfangen die Unreinheit direkt vom Toten. R. Akiba dagegen meint, selbst wenn der Pflock erst nach der Entfernung des Toten vom Zelte in das Zelt gesteckt wird, bewirkt er dieselbe Unreinheit, wie wenn er während der Anwesenheit des Toten darin gewesen wäre, vgl. ס״ט S. 28 ff."
+ ],
+ [
+ "Mensch und Geräte werden durch einen Toten unrein. Der Inhalt dieser Mischna folgt aus den drei vorhergehenden משניות.",
+ "unrein werden können. Wie in Mischna 2.",
+ "beim Menschen aber nur zwei. Wie in Mischna 1.",
+ "die unrein werden können. Wie in Mischna 3",
+ "sind es nur drei. Wie in Mischna 2. Jedoch können, während der Mensch oder das Gerät mit dem Toten in Verbindung steht (בחבורין), selbst tausend gleichzeitig mit einander in Verbindung befindliche Gegenstände verunreinigt werden (nach VO, 25). Die Bestimmung von חבורין findet aber nur Anwendung bei Menschen und Geräten, aber nicht bei Speisen und Getränken (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Mensch und Kleider. Anstatt כלים (in M. 4) werden hier בגדים genannt, weil diese auch für Sitz und Lager geeignet sind (מ״א).",
+ "seine Kleider. Die er während der Berührung des זב anhat, oder auch nur berührt. Dasselbe gilt von jedem Geräte, das er während dieser Zeit berührt (VK 25). Diese טימאה בחבורין beim זב überträgt sich aber nur auf das erste Gerät, mit dem der ניגע בזב unmittelbar in Verbindung steht, aber nicht auf ein zweites Gerät, das vom ersten berührt wird. Anders bei מת, oben Note 26.",
+ "die einen Flüssigen berühren. Ebenso die Kleider, die der זב anhat.",
+ "können andere Kleider nicht verunreinigen. Denn die Kleider sind bloss ראשון, und ein Gerät (ebenso ein Kleid) kann nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden (VK 16).",
+ "dass die den Flüssigen tragenden Kleider. Auf denen er gesessen oder gelegen hat.",
+ "einen Menschen. Der sie berührt oder trägt oder darauf sitzt.",
+ "verunreinigen können. Denn der Sitz und das Lager des זב sind אב הטומאה (VK 32). Auch die Kleider des den משכב berührenden Menschen werden unrein in der Weise, wie in VK 25 bestimmt wird.",
+ "aber der den Flüssigen tragende Mensch. Selbst während er mit dem זב in Verbindung steht (בחבורין).",
+ "kann keinen andern Menschen. Auch kein irdenes Gerät.",
+ "verunreinigen. Wohl aber kann er während dieser Zeit בחבורין ein כלי שטף (VK 10) verunreinigen."
+ ],
+ [
+ "Ein Mensch. Jebamot 120 b, Nasir 43 a.",
+ "als bis ihm die Seele ausgeht. Wenn er das Leben gänzlich ausgehaucht hat.",
+ "dessen Sehnen zerschnitten sind. גַיּדֵ (denom. von גיד, Sehne), die Sehnen zerschneiden (Aruch), überhaupt „zerschneiden“; מגויד, ein Zerschnittener; vgl. Jebamot 16, 3.",
+ "selbst der Agonisierende. גוסס, ein im Todeskampfe (Agonie) Liegender (viell. vom syr. ܓܘܰܣ kämpfen). Nach Einigen ist es von גיססא, die Brust (arab. جوش) abzuleiten, der in Brustbeklemmung Beflndliche (vgl. Aruch V. גסס). Vgl. auch Pesachim Abschn. 5, Note 42.",
+ "Ein solcher verpflichtet zur Leviratsehe. Auch wenn der Levir גוסס ist, darf dessen יבמה sich nicht mit einem andern Manne verheiraten.",
+ "und befreit von der Leviratsehe. Wenn beim Tode des Mannes ein Kind zurückbleibt, so befreit es, selbst wenn es גוסס ist, die Witwe von der Leviratsehe.",
+ "Er kann zum Essen der Hebe befugen. Wenn die Tochter eines Nichtpriesters mit einem Priester verheiratet war und von ihm einen Sohn geboren hat, darf sie selbst nach dem Tode des Mannes תרומה essen; dies darf sie, selbst wenn der Sohn גוסס ist.",
+ "oder dazu untauglich machen. Wenn eines Priesters Tochter mit einem Nichtpriester verheiratet war, darf sie zwar, wenn sie kein Kind vom Manne hat, nach dem Tode des Mannes ins Vaterhaus zurückkehren und תרומה essen, aber nicht wenn sie ein Kind von dem Nichtpriester hat, selbst wenn dieses schon גוסס ist.",
+ "So auch verunreinigen Vieh und Wild nicht eher. Als נבלה (VK, 6 A) durch Berührung und Tragung.",
+ "als bis ihnen das Leben ausgeht. Um so mehr gilt dies vom Kriechtier (שרץ), das nur durch Berührung aber nicht durch Tragung verunreinigt.",
+ "Ist ihnen der Kopf abgeschnitten worden. Der Nacken mit dem grössten Teil des Fleisches genügt bei Vieh, Wild und Geflügel (Chullin 20 b). Beim Kriechtier ist das Abschneiden des Kopfes erforderlich (vgl. Chullin 21 a und Raschi das.).",
+ "obgleich sie noch zappeln. פיכס (von φριξός, Schauer, Schauder) zappeln, zucken.",
+ "wie mit dem Schwanze einer Eidechse. Lev. 11, 30.",
+ "der. Selbst nachdem er vom Körper abgeschnitten ist.",
+ "noch zappelt. Ein Beweis, dass das Zappeln kein Lebenszeichen ist."
+ ],
+ [
+ "Die Glieder. Ein Glied wird nur ein Teil eines Menschen oder Tieres genannt, an dem Fleisch, Sehnen und Knochen sind (vgl. aber Chullin 128 b)",
+ "oder weniger als eine Linsengrösse vom Kriechtier bewirken die ihnen eigentümliche Verunreinigung. Das Glied eines toten Menschen verunreinigt durch Berührung, Tragung und Überdachung, das eines Aases durch Berührung und Tragung und das eines Kriechtieres durch Berührung. Vgl. Nidda 43 b."
+ ],
+ [
+ "Zweihundert und achtundvierzig. Sabbat 92 a Tosafot v. במרפקו.",
+ "Glieder sind am menschlichen Körper. Vgl. hierüber Preuss, Biblisch-talmudische Medizin S. 66 ff. und die dort angeführte Literatur.",
+ "Dreissig im Fuss. פיסת הרגל, eig. Fusssohle, vgl. weiter unten zu פיסת היד.",
+ "zehn am Sprunggelenk. קורסל, bibl. קרסול (Ps. 18, 37), das Sprunggelenk, die Verbindungsstelle von Fuss und Bein.",
+ "zwei am Unterschenkel. שוק, hier der Unterschenkel, im Talmud heisst dieser ארכובה, während שוק den Oberschenkel bezeichnet (vgl. יו״ב).",
+ "fünf im Knie. Dazu erklärt die Tosefta (Ahilot 1, 6): „jederseits zwei und die Kniescheibe in der Mitte.“ — „Gemeint sind also die Kondylen (Knochengelenke) der Unterschenkelbeine und des Oberschenkelbeines, die man offenbar als selbständige Knochen zählte“ (Preuss l. c. S. 71).",
+ "eins im Oberschenkel. ירך, Oberschenkel, s. oben Note 58.",
+ "drei im Schenkelkopf. קטלית, (gr. κοτύλη) der Kopf des Oberschenkels (כף הירך, Gen. 32, 36) und was nach oben hin daran hängt (Maimon.).",
+ "elf Rippen. In jeder der 18 Wirbel (חוליות, s. weiter) steckt auf jeder Seite eine Rippe. Die erste auf jeder Seite wird zur Brust gerechnet (Chullin 45 a) und wird nicht mitgezählt (über den Grund vgl. יו״ב), dann folgen auf jeder Seite 11 grosse Rippen „in denen Mark sich befindet“; darauf je drei kleine Rippen (Chullin 52 a). Die drei letzten Wirbel haben keine Rippen (vgl. לבושי שרד zu ה׳ טרפות העצמות c. 12). Obige talmudische Angaben betreffen die Säugetiere; unsere Mischna setzt dieselben Zahlen beim Menschen voraus",
+ "dreissig in der Hand. פס ידא = פיסת היד (St. פסס, ausbreiten), die Fläche der Hand, dasselbe wie כף.",
+ "zwei im Vorderarm. קנה, Rohr, Stange, hier Bezeichnung für den Vorderarm.",
+ "zwei im Ellenbogen. מרסק, chald. und arab Ellenbogen, Ellenbogengelenk (vgl. Preuss S. 71).",
+ "eins im Oberarm. זרוע, der Oberarmschaft.",
+ "vier in der Schulter. כתף, Schulter, „die ganze Partie, die vorn durch das Schlüsselbein hinten durch die Gräte des Schulterblattes begrenzt wird (Preuss S. 53).",
+ "dazu achtzehn Wirbel. חוליות (חוליא, Ring, s. Kelim 5, 8) Wirbel. Gemeint sind nach Preuss (S. 72) die 12 Brust und 6 Lendenwirbel, die bei Individuen von besonders hoher Statur beobachtet werden",
+ "am Rückgrate. שדרה, L. u. M. שיזרה Rückgrat.",
+ "neun im Kopfe. Nach Tos. 1, 6 ist der Kiefer (לחי) in dieser Zahl mit einbegriffen.",
+ "acht im Halse. Die sieben Wirbel und das Zungenbein (Preuss l. c. 72; vgl. auch יו״ב).",
+ "sechs im Herzschlüssel. So wird die Brust genannt, weil sie durch ihre Bewegung bewirkt, dass die Lunge dem Herzen Luft zuführt und so ihm gleichsam wie ein Schlüssel dient (Maimon.) Nach Chullin 46 a ist „die Brust“ der dem Erdboden zugewendete Teil des Tieres, nach oben bis zum Halse und nach unten bis zum Pansen reichend. Dazu gehören auch die zwei obersten Rippen (vgl. hierüber Preuss S. 73, die mit als Anteil vom Friedensopfer dem Priester gegeben werden, (s. oben Note 62).",
+ "und fünf an den Öffnungen. Des Afters und der Harnröhre. Nach Maimon. und Bart. ist von penis und testikel allein die Rede. Die Mehrzahl steht, weil da eine Öffnung für Harn und eine für Samen vorhanden ist (Bechorot 44 b).",
+ "Jedes einzelne dieser Glieder verunreinigt. Dagegen verunreinigen solche Glieder, in denen kein Knochen ist (wie z. B. Herz und Nieren) nur, so wie das Fleisch eines Toten, in der Grösse einer Olive. In Bechorot 45 a werden noch einige Glieder aufgezählt, die nur beim Weibe vorhanden sind; diese verunreinigen nur במגע ובמשא aber nicht באהל (vgl. יו״ב).",
+ "Wenn gehörig Fleisch daran ist. Soviel, dass das Glied, wenn es am lebenden Menschen sich befände, verheilen könnte; vgl. Kelim 1, 5.",
+ "verunreinigen sie nur durch Berührung und Tragung. Da hierzu ein Knochen in der Grösse eines Gersternkorns genügt (2, 3). Das gilt aber nur vom toten Menschen; dagegen ist ein Glied von נבלה und שרץ, wenn nicht gehörig Fleisch daran ist, vollständig rein (יו״ב).",
+ "aber nicht durch Überdachung. Dies wird in Sifre Num. c. 127 aus der Schrift deduziert, vgl. Maimon."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Folgende Dinge. Moed katan 5 b; Tos. Chullin 89 b v. ואמר,",
+ "verunreinigen durch Bedachung. Vgl. Nasir 7, 2",
+ "Ein Toter. Da weiter gesagt wird, dass schon ein olivengrosses Stück Fleisch oder ein Glied eines Toten diese Verunreinigung bewirkt, so meint der Talmud (Chullin 89 b), dass hier von einem toten Abortiv-Fötus die Rede ist, das noch kein כזית Fleisch und noch keine mit Sehnen versehenen Glieder hat.",
+ "ein olivengrosses Stück. Vom Fleische.",
+ "ein olivengrosses Stück Aufgelöstes. נצל, vgl. Nasir 50 a, wonach man unter נצל Fleisch vom Toten versteht, das sich in Flüssigkeit aufgelöst und dann wieder geronnen und consistent geworden ist (vgl. auch Jerusch. das.), נצל von נזל, zerfliessen (syr. ܢܨܰܠ).",
+ "ein Löffel voll. Das ist zwei Hände voll.",
+ "Verwestes. רקב, eine verweste Leiche, die zu Pulver zerfallen ist. Vgl. Nasir 51 a, wonach מלא תרווד רקב nur von einem solchen Toten verunreinigt, der als vollständige Leiche, ohne dass ein Glied fehlte, ohne Bekleidung in einem Sarge von Marmor oder Stein bestattet worden ist.",
+ "das Rückgrat. Wenn auch kern Fleisch daran ist.",
+ "der Hirnschädel. Wenn auch kern Fleisch daran ist.",
+ "die gehörig mit Fleisch. Und Sehnen.",
+ "ein viertel Kab. Das ist soviel wie sechs Eier.",
+ "Knochen vom grössten Teil des Baues. Unter „Bau“ sind hier die grossen Knochen verstanden, die das Skelet des Körpers bilden: Unter und Oberschenkel, Rippen und Rückgrat. Das Rückgrat ist, wie oben gesagt, allein für sich verunreinigend, wenn es auch kein viertel Kab ausmacht. Unter רוב בנין sind hier nach Bechorot 45 a zwei Unterschenkel und ein Oberschenkel zu verstehen. Vgl. noch Edujot 1, 7.",
+ "oder vom grössten Teil der Zahl. Das viertel Kab Knochen muss entweder von Knochen, die רוב בנין, oder Knochen, die רוב מנין betragen, genommen worden sein. Ist es aber von Knochen genommen, die weder רוב בנין noch רוב מנין ausmachen, so verunreinigt das viertel Kab nicht im Zelte. So erklärt א״ר. Nach Maimon. und Bart. verunreinigt ein viertel Kab, wenn es auch weniger als רוב בנין oder רוב מנין ausmacht, in jedem Falle (es braucht nicht gerade von רוב בנין oder רוב מנין genommen zu werden). Sie erklären מרוב בנין „wenn es auch weniger als רוב בנין ist“, ebenso מרוב מנין. Diese Erklärung erscheint sehr gezwungen. Noch andere Erklärungen vgl. im ס׳יט.",
+ "der grösste Teil des Baues oder der grösste Teil der Zahl. Wenn es entweder vollständig רוב בנין (das sind zwei Unterschenkel und ein Oberschenkel) oder vollständig רוב מנין (125 Glieder) sind.",
+ "wenn sie auch kein viertel Kab betragen. Das kann bei einer Frühgeburt der Fall sein.",
+ "alle diese verunreinigen. Durch Berühren, Tragen und Bedachen. Eine Ausnahme macht רקב, das durch Berühren nicht verunreinigen kann, da man nicht alle Staubteile (die doch von einander getrennt sind) gleichzeitig berühren kann (Chullin 128).",
+ "Hundert fünf und zwanzig. Diese Zahl ist verunreinigend, wenn auch ein Toter mehr oder weniger als 248 Glieder hatte (Bechorot 45)."
+ ],
+ [
+ "Ein viertel Log Blut. Das dem Menschen nach eingetretenem Tode entflossen. Dies ist nach dem Thora-Gesetze verunreinigend.",
+ "oder ein viertel Log Mischungs-Blut. Blut, das vom Menschen zum Teil vor dem Tode, zum Teil nach dem Tode herausgeflossen ist. Über die Etymologie von תבוסה s. weiter 3, 5. Dieses gemischte Blut verunreinigt bloss nach rabbinischer Bestimmung (Nidda 62 b.).",
+ "von einem Toten. Dies bezieht sich sowohl auf דם, als auf דם תבוסה, beides verunreinigt nur, wenn es von einem Toten herrührt.",
+ "Selbst von zwei Toten. Im Chullin 72 a und Parallelst, wird dies aus der Mehrzahl נפשת in Lev. 21, 11 deduziert. Der Controversant des R. Akiba weist dagegen auf die defektive Schreibung des נפשת hin, wonach nur von einem Toten die Rede ist (Sanhedrin 4 a).",
+ "wenn es noch so wenig ist. Es gilt vom Blute dasselbe, wie von den Knochen Sowie die Knochen eines Menschen insgesamt, auch wenn sie nicht das entsprechende Mass (ein viertel Kab) betragen, verunreinigen, ebenso verunreinigt das Blut, auch wenn es nicht das gehörige Mass (ein viertel Log) beträgt.",
+ "Nur wenn es ein viertel Log beträgt. Das Blut kann nicht mit den Knochen verglichen werden. Jn Tosefta 3, 3 werden hierfür drei Gründe angegeben.",
+ "Eine Olivengrosse von lebendem oder totem Gewürm. Vgl. Temura 31 a, Tos. v. מלא.",
+ "Elieser für ebenso verunreinigend wie das Fleisch derselben. Denn dass Gewürm ist aus dem Fleische der Leiche entstanden, vgl. Job. 25, 6.",
+ "Die Weisen aber erklären es für rein. Das Gewürm ist ein neues Geschöpf und nicht mit der verwesten Leiche (רקב) zu vergleichen.",
+ "Von der Asche. Nidda 28 a",
+ "verbrannter Leichen. Die auf eine solche Weise verbrannt worden sind, dass der Leiche keine Holzasche beigemischt ist",
+ "verunreinigt ein Mass eines viertel Kab. Wie bei den Knochen.",
+ "Die Weisen aber erklären sie für rein. Sie betrachten die Asche nicht mehr als מת, vgl. aber ר״ש.",
+ "Etwas. Nidda 27 b.",
+ "über ein Löffel voll. In den Talmud-Ausgaben befindet sich die LA.: מלא תרווד רקב ועוד עפר קברות (ein Löffel voll Verwestes und noch Gruftstaub dazu). Dies gibt keinen rechten Sinn; denn wenn es R. Simon für rein erklärt, weil Staub beigemischt ist, dann hätte doch nicht gerade von „Gruftstaub“ gesprochen werden dürfen. Es scheint, dass durch ein Homoioteleuton einige Worte ausgefallen sind; es muss heissen: מלא תרווד רקב [ועוד עפר ומלא תרווד] ועוד עפר קברות. Es waren also ursprünglich in der Mischna zwei Controversen zwischen dem ersten Tanna und R. Simon vorhanden. Dieselben werden in Nidda 27 b aus Baraita’s angeführt (vgl. מ״א).",
+ "Gruftstaub. Nach Raschi (Nidda 27 b) ist hier die Rede von einem Toten, der im Kleide oder nicht in einem Marmorsarg bestattet worden ist, so dass nach Note 6 ein Löffel רקב von diesem Toten nicht verunreinigt, weil noch etwas Anderes beigemischt ist. Es wird nun hier gelehrt, dass wenn von einem solcherweise begrabenen Toten mehr als ein Löffel vorhanden ist, dies verunreinigt, als eine Mischung von רקב und anderem Staube. Vgl. die Rechtfertigung dieser Erklärung in ס״ט. Nach Maimon. versteht man unter עפר קברות Staub, gemischt mit Blut und anderer Flüssigkeit, den man in einem Grab findet und von dem man nicht weise, ob dies Verwestes vom Toten oder anderer Staub ist. Beide obige Erklärungen findet man in Tosefta 2, 3 vertreten.",
+ "Simon erklärt es für rein. Nach R. Simon ist Verwestes, dem anderer Staub beigemischt wurde, nicht verunreinigend, wenn es auch mehr als ein Löffel voll ist (Nidda l. c.).",
+ "macht es keine Verbindung aus hinsichtlich der Verunreinigung. Es gilt nicht als ein Körper, denn „was ein Mensch verbindet, gilt nicht als verbunden“ (3, 4). Es kann daher nicht durch Berührung verunreinigen, ebenso wie unzusammenhängendes רקב (Note 14). Durch Bedachung und Tragen verunreinigt es aber den, der das Ganze trägt oder überdacht."
+ ],
+ [
+ "Ein Knochen wie ein Gerstenkorn. Berachot 41a.",
+ "Erde vom Auslande. Eine Erdscholle vom Auslande verunreinigt den, der sie berührt oder trägt auf sieben Tage. Dieser bedarf auch der Besprengung (הזאה), weil möglicherweise in der Scholle ein gerstengrosses Totengebein sein könnte. Dies ist aber bloss eine rabbinische Verordnung, über deren Ursprung Sabbat 14 b ff. zu vergleichen ist. Wie gross diese Scholle sein muss, wird in Bechorot 22 a bestimmt. Ein Mensch, der ins Ausland reist, ist, selbst wenn er die Erde nicht berührt (z. B. wenn er zu Pferde reitet) unrein, aber nur bis zum Abend; er bedarf auch nicht der Besprengung.",
+ "eine Totenbein-Stätte. בית הפרס, ein Feld, in welchem ein Grab umgeackert worden ist. Nach Maimon. von פרס, ausbreiten, weil sich Gebeinsplitter über eine grössere Fläche verbreiten. Nach Raschi (Nidda 57 a) von פרס, teilen, brechen, da die Gebeine zerbrochen wurden. Nach Tosafot (das.) weil die Fusssohlen der Menschen (פרסות) diese Stätte meiden. Mussafia erklärt es vom gr. φόρος (= forum), Vorhof eines Grabes. Zuckermandel (Ges. Aufsätze I S. 91) nimmt פרס in der Bedeutung Hälfte, indem die 100 Quadratellen des בית הפרס die Hälfte eines צמד ausmachten. Allein dies letztere lässt sich nicht beweisen. Auch hätte es dann בית פרס (ohne Art.) heissen müssen, wie אכילת פרס ,בית סאה. Vgl. noch Abschn. 17 und 18 über בית הפרס. Die Unreinheit des בית הפרס ist ebenfalls eine rabbinische Verordnung.",
+ "die nicht gehörig mit Fleisch versehen sind. Nach Abschn. 1, Ende.",
+ "ein Rückgrat oder ein Hirnschädel. Auch beide zusammen verunreinigen nicht im Zelte, wenn jedes defekt ist.",
+ "die unvollständig sind. Und kein viertel Kab betragen.",
+ "Wie viel muss am Rückgrat fehlen. Dass es nur durch Berühren und Tragen, aber nicht im Zelte verunreinigen soll.",
+ "Nur ein Wirbel. Vgl. Chullin 52 b und Parallelst.",
+ "soviel wie die Dicke eines Bohrers. Bechorot 37 b.",
+ "er sterben müsste. Die Grösse eines סלע (Bech. das.), das ist ein drittel Handbreite (weniger eine Kleinigkeit).",
+ "Von dem kleinen der Aerzte. Dem Schädelbohrer (Trepan).",
+ "Von dem grossen der Tempelhalle. S. Kelim 17, 12."
+ ],
+ [
+ "Der Grab-Verschluss und dessen Stützen. Über גולל und דופק sind die Erklärer verschiedener Ansicht. Nach Maimon. (טומאת מת 2, 15) werden diese Ausdrücke von keinem Erdgrabe, auch von keinem am Erdboden befestigten Grabe gebraucht. Vielmehr handelt es sich um einen Fall, dass man an die Seiten eines Toten ringsum Geräte oder Steine hingestellt und darüber eine Bedeckung aus Geräten oder Steinen gemacht hat. Die Bedeckung wird da גולל, und die Seiten, die diese stützen, דופק genannt. Diese Erklärung scheint der Sifre zu Num. 19, 16 und Talm. Chullin 72 a zu fordern, wo aus den Worten על פני השדה (auf dem Felde) die Verunreinigung des גולל ודופק deduziert wird. Nach Raschi ist גולל der Sargdeckel, und דופק die Seitenbretter des Sarges (vgl. Ketubot 4 b und sonst). Nach ר״ש (ebenso R. Tam, Sabbat 152 b) ist גולל ein grosser breiter Stein, den man als Denkmal auf das Grab legt. Diesem Stein werden an zwei Seiten je ein Stein als Stütze untergelegt, und diese Stützen heissen דופק. Die meisten alten Erklärer aber (R. Hai, R. Chananel, Aruch, Rabed, auch Maimon. im Mischna-Comm. und Ramban) fassen גולל als den Verschluss des Grabes, der gewöhnlich aus einem oder mehreren grossen Steinen bestand und von den Seitenwänden, zwischen denen der Tote lag, gestützt wurde. Diese Erklärung passt für Senkgräber, die wie unsere Gräber, in den Boden getieft werden. Bei den wagrecht in die Felswände einer Höhle hineingegrabenen Schiebgräbern (כוכין, B. batra 6, 8, Note 62) muss der Verschluss gewöhnlich durch einen grossen senkrecht aufgestellten Stein bewirkt worden sein, zu dessen Stützen man noch andere Steine gebrauchte. Der Name גולל wird gewöhnlich von גלל, wälzen, abgeleitet, weil der grosse Stein herangewälzt wurde (Matth. 27, 60). דופק wird von דפק (anklopfen), nach R. Hai von דפקא (Seite) abgeleitet.",
+ "verunreinigen durch Berühren und Bedachen. Nach Raschi (Erubin 15 a) selbst nachdem sie vom Toten weggenommen worden sind. Dies aber nur, wenn diese aus verunreinigungsfähigen Gegenständen gemacht sind. גולל ודופק, die aus Stein oder anderen nicht verunreinigungsfähigen Dingen bestehen, sind, sobald sie vom Toten entfernt werden, rein (Maimon. טומאת מת 6, 4).",
+ "aber nicht durch Tragen. Denn in Num. 19, 16 ist nur vom Berühren die Rede, aber nicht vom Tragen. אהל jedoch ist mit נגיעה verwandt (VO, 5).",
+ "Wenn Graberde darunter ist. Die Erde unter dem Toten, wovon 16, 3 Näheres lehrt.",
+ "verunreinigen sie durch Tragen. Weil er diese Erde mit erschüttert, was dem Tragen dieser Erde gleich geachtet wird (VK 22).",
+ "die Stützen dieser Stützen. Das, womit der דופק gestützt wird. Im Sifre sutta heisst dies דופק אחר דופק."
+ ],
+ [
+ "rein. Weil sie nicht das gesetzlich erforderliche Mass haben.",
+ "Ein olivengrosses Stück von einem Toten. Soviel ist die Quantität des Embryo am Anfang seiner Bildung, dasselbe gilt vom viertel Log Blut (vgl. יו״ב und ס״ט zu Kelim 5 a).",
+ "ein Knochen wie ein Gerstenkorn und ein Glied von einem Lebenden. Dagegen verunreinigt ein Glied vom Toten in solchem Falle wenigstens במגע ובמשא, solange es die Grösse eines Gerstenkorns hat.",
+ "dessen Knochen unvollständig ist. Selbst wenn der Knochen sehr gross ist."
+ ],
+ [
+ "Ein Rückgrat. Jerusch. Berachot 1, 1.",
+ "oder ein Hirnschädel von zwei Toten. Die eine Hälfte der Wirbel von einem und die andere Hälfte von einem andern Toten; das Gleiche gilt vom Hirnschädel.",
+ "ein viertel Log Blut. Nasir 38 a.",
+ "von zwei Toten. Dies hat bereits oben M. 2 gestanden und wird hier nur wegen der andern gleichartigen Bestimmungen wiederholt.",
+ "ein Glied von zwei Toten. Die eine Hälfte von einem und die andere von einem andern Toten.",
+ "Menschen. Vgl. weiter am Ende des Abschnitts und die Bem. in מ״א und יו״ב hier.",
+ "die Weisen aber erklären sie für rein. Sie verunreinigen nicht im Zelte, s. oben Note 51."
+ ],
+ [
+ "Einen gerstengrossen Knochen. Nasir 52 b.",
+ "Akiba für verunreinigend. Durch Tragen aber nicht durch Berühren (Maimon. טומאת מת 4, 4).",
+ "ein gerstengrosser Knochen. So lautet die Tradition (in der Einzahl).",
+ "Simon für rein. Es verunreinigt weder durch Berühren, noch durch Tragen, noch durch Bedachen.",
+ "die Weisen aber erklären es für verunreinigend. Im Zelte und durch Tragen; nach ר׳׳ש und רא״ש auch durch Berühren.",
+ "ist rein. Selbst wenn es ein Mensch wieder verbunden hat, gilt dies nicht als Verbindung.",
+ "Jose erklärt es für verunreinigend. Durch Tragen und im Zelte, aber nicht durch Berühren.",
+ "rein ist. Weil niemals ein vollständiges Quantum vorhanden war."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn. Edujot 3, 1; Chullin 124 a.",
+ "eins von den im Zelte verunreinigenden Dingen. Die oben 2, 1 f. aufgezählt werden.",
+ "geteilt. So dass jedes einzelne Stück nicht das gesetzlich bestimmte Quantum (שיעור) hat.",
+ "und ins Haus. Unter einer Überdachung,",
+ "Sohn Archinos. הרכינס, andere LA. ארכינס = Ἀργĩνος.",
+ "für rein. Die beiden Teile werden nicht zum gesetzlichen Quantum verbunden.",
+ "die Weisen aber erklären es für unrein. Nach ihrer Ansicht werden die beiden Stücke zum שיעור verbunden.",
+ "Berührt. Von הנוגע bis ובמת (9 Wörter) hat dem ר״ש in Edujot 3, 1 nicht Vorgelegen. In der Tat passt auch das Beispiel von נבלה nicht zur vorhergehenden Bestimmung, die von מת handelt. Nach unserer LA. muss man annehmen, es werde in diesem Beispiele gezeigt, dass R. Dosa und die Weisen auch bei נבלה controversieren (vgl. מ״א und יו״ב).",
+ "deren jedes eine halbe Olivengrösse hat. Dasselbe gilt von der Berührung zwei halber Linsengrössen vom Kriechtier (שרץ); nur verunreinigt dies nicht durch Tragen (vgl. Kelim 1, 1).",
+ "oder berührt er eine halbe Olivengrösse vom Toten. Chullin 125 a.",
+ "halbe Olivengrösse überdacht. Diese Überdachung wird wie eine Berührung betrachtet, nach VO, 5.",
+ "halbe Olivengrösse ihn überdacht. Das gilt ebenfalls wie eine Berührung (Note 11).",
+ "oder überdacht er zwei halbe Olivengrössen. Ebenso wenn zwei halbe Olivengrössen ihn überdachen (יו״ב).",
+ "ihn für rein. R. Dosa widerspricht auch den in 2, 7 enthaltenen Bestimmungen (יו״ב). Doch meint מ״א, dass, wenn die zwei halben Olivengrössen einander berühren, sie auch nach R. Dosa als verbunden gelten.",
+ "während eine andere Sache. Z. B. ein Brett oder ein Balken.",
+ "halbe Olivengrösse überdacht. Hier soll durch die gemeinsame Überdachung die Toten-Unreinheit auf den Reinen übergeleitet werden (טומאת אהל בהמשכה). Vgl. VO, 5.",
+ "oder er überdacht eine halbe Olivengrösse. Diese Überdachung wird wie eine Berührung betrachtet, nach VO, 5.",
+ "während eine andere Sache. Z. B. ein Brett oder ein Balken.",
+ "halbe Olivengrösse überdacht. Hier soll durch die gemeinsame Überdachung die Toten-Unreinheit auf den Reinen übergeleitet werden (טומאת אהל בהמשכה). Vgl. VO, 5.",
+ "so ist er rein. Selbst nach den Weisen. Die hier in Betracht kommende „Zelt-Unreinheit durch Überleitung“ kann salbst nach den Weisen nicht mit der ihr ungleichartigen Berührungs-Unreinheit verbunden werden, während sie die oben (Note 11 und 12) erwähnte Überdachung als mit der Berührung gleichartig (אהל נגיעה) betrachten und jene mit dieser verbinden. So nach der Erklärung von Tosafot (Chullin 125 b v. ומאן א״ר) רא״ש und מ״א. Anders erklären Maimon. Bart. u. A., vgl. ס״ט S. 143.",
+ "und die Weisen erklären ihn für unrein. Nach R. Meïr verbinden die Weisen, die Berührungs-Unreinheit des Toten mit allen Zelt-Unreinheiten ohne Unterschied, da Berührung als mit jeder Überdachung gleichartig (das Zelt als mit Unreinheit gefüllt) betrachtet wird.",
+ "Alles. Fortsetzung der Worte des R. Meïr. „Alles“, d. h. alle Fälle, wo es gilt, zwei halbe Quanta mit einander zu verbinden.",
+ "macht unrein. Nach den Weisen.",
+ "ausser Berührung mit Tragen. Wenn jemand ein halbes Quantum berührt, während er ein anderes halbes Quantum trägt oder bewegt (ohne es zu berühren), so wird er nicht unrein.",
+ "oder Tragen mit Überdachung. Wenn jemand ein halbes Quantum trägt, während er ein anderes halbes Quantum überdacht.",
+ "Das ist die Regel. Dies ist der Schluss der Worte des ersten Tanna, die durch die Worte des R. Meïr unterbrochen worden.",
+ "was zu einem Namen gehört. Wie Berührung mit Berührung (oder mit אהל נגיעה), Tragung mit Tragung, Überdachung mit Überdachung.",
+ "was zu zwei Namen gehört. Wie Berührung mit אהל המשכה, Note 17."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Nidda 27 b.",
+ "ein Löffel voll Verwestes. Das nach 2, 1 im Zelte verunreinigt.",
+ "im Hause ausgestreut liegt. Und dadurch mit etwas Staub vermischt ist.",
+ "Simon aber erklärt es für rein. Denn sowie von vorne herein nur das als רקב gilt, dem nichts Anderes beigemischt ist (2, 1, Note 6); ebenso darf nachher dem רקב nichts beigemischt werden, wenn es seinen Charakter beibehalten soll; vgl. oben 2, 2, Note 29.",
+ "Wenn ein viertel Log Blut. B. kamma 101 a, Nidda 62 b.",
+ "so ist das Haus rein. Was ins Haus kommt, nachdem das Blut von der Erde aufgesogen worden, ist rein.",
+ "Ist es aber in einem Kleide eingesogen. Und das Kleid wird in ein Haus gebracht.",
+ "wenn es gewaschen wird und ein Viertel Log Blut davon herauskommt. Dies lässt sich dadurch bestimmen, dass man das Kleid in einem bestimmten Mass Wasser wäscht, dann ein gleiches Mass Wasser mit einem Viertel Log Blut vermischt, und dann sieht, ob die Röte des ersten Wassers dem des zweiten gleicht.",
+ "verunreinigend. Alles, was im Hause war, ist unrein.",
+ "so lässt es rein. Das im Hause Befindliche bleibt rein. Dagegen bleibt das Kleid unrein, da es doch ein ganzes Viertel Log Blut berührt hat. Die Regel חרב הרי הוא כחלל gilt nicht für die Zelt-Unreinheit (VO, 4). Statt טמאה und טהורה (femin.) corrigieren Einige daher טמא und טהור (masc.). Will man die feminina beibehalten, so muss man sie auf das רביעית דם beziehen (vgl. מ״ש). Doch Tosafot in Nidda 62 b bezieht die Adjektive auf das Kleid (כסות), vgl. das.",
+ "ist rein. Nach R. Jochanan in Nidda 62 b, selbst wenn man es vermittels Seife (צפון) herausbringen könnte."
+ ],
+ [
+ "Ist. Vgl. Meïla 17 a.",
+ "es. Das viertel Log Blut.",
+ "in freier Luft. Unter freiem Himmel, wo kein Zelt darüber ist.",
+ "wenn der Ort abschüssig ist. קטפרס (L: קטפריס), gr. xατϕερές, abschüssig.",
+ "rein. Denn was auf einer abschüssigen Fläche flieset, wird nicht als verbunden betrachtet; er hat demnach nur einen Teil des שיעור überdacht.",
+ "ist aber der Ort eine Vertiefung. אשבורן, eine Vertiefung, Grube, wo sich Wasser sammelt (wie arab. مشابر, Sumpf. Kohut).",
+ "oder das Blut geronnen. קרש syr. ܩܪܰܫ (Pa.) Wasser gefrieren machen, daher fest werden, gerinnen (vom Blut). In diesem Zustande gilt es auch auf einer abschüssigen Stelle als verbunden.",
+ "so ist er unrein. In beiden Fällen gilt das Blut als zusammenhängend (חבור), und wer auch nur einen Teil davon überdacht, ist unrein.",
+ "Ist es auf die Schwelle. אסכופא = אסקופא (syr. ܐܶܣܟܽܘܦܬܳܐ) Schwelle, Unterschwelle (von שקף = סקף, schlagen).",
+ "es sei. Die Schwelle abschüssig.",
+ "nach innen. So dass das Blut ins Haus hineinfliessen wird.",
+ "oder nach aussen. So dass das Blut hinausfliesst. So nach der Erklärung des ר״ש und Bart. Nach רא״ש ist בין … בין mit „sowohl … als“ zu übersetzen: „Die Schwelle ist abschüssig sowohl nach innen als nach aussen“.",
+ "und das Haus überdacht es. Einen Teil des Blutes.",
+ "so bleibt es. Alles, was sich im Hause befindet.",
+ "rein. Denn was auf einer abschüssigen Fläche flieset, wird nicht als verbunden betrachtet; er hat demnach nur einen Teil des שיעור überdacht.",
+ "so ist es. Alles, was sich im Hause befindet.",
+ "Alles. Nasir 51a, Nidda 55 a.",
+ "das Haar und die Nägel. Nur das, was dem Knochen insofern ähnlich ist, dass es mit dem Menschen erschaffen und wenn es von ihm weggenommen wird, sich nicht regeneriert, ist verunreinigend; ausgeschlossen sind die Zähne, die nicht mit dem Menschen erschaffen sind; ferner Haar und Nägel, die wenn sie abgeschnitten werden, von neuem wachsen (Nidda l. c.).",
+ "sind sie alle unrein. Sie gelten dann als Teil des Toten (oder als Handhabe, יד, der Toten-Unreinheit, תוי״ט)."
+ ],
+ [
+ "Wenn der Tote ausserhalb. M, L. und מ״ש lesen בחוץ.",
+ "so ist das Haus. Alles, was im Hause ist.",
+ "unrein. Weil das Haus das am Toten haftende Haar überdacht.",
+ "einen Teil. Auch nur einen Teil des Knochens und nicht des Fleisches.",
+ "ins Innere hineinbringt und das Haus ihn. Diesen Teil.",
+ "so ist es. Alles, was im Hause ist.",
+ "unrein. Denn der Knochen wird als Handhabe (יד) des Fleisches betrachtet.",
+ "Sind es zwei Totenknochen. Vgl. Chullin 118 b, 119 b.",
+ "an denen zwei halbe Olivengrössen Fleisch haften. An jedem Knochen eine halbe Olivengrösse.",
+ "und man bringt Teile derselben. Von jedem Knochen einen Teil.",
+ "so ist es. Alles, was im Hause ist.",
+ "unrein. Der Knochen gilt auch für den halben שיעור als יד, und die beiden halben Quanta gelten als mit einander verbunden, nach Mischna 1.",
+ "Sind sie. Das Fleischstück resp. die Fleischstücke an den Knochen.",
+ "so bleibt es. Alles, was im Hause ist.",
+ "denn eine Verbindung durch Menschenhände gilt nicht als Verbindung. Dieser Satz gilt nur für solche Dinge, die gewöhnlich von Natur (בידי שמים) mit einander verbunden sind. Dagegen wird bei Geräten (oder andern Dingen), die durch Menschenhände gemacht werden, auch eine Verbindung durch Menschenhände als richtige Verbindung betrachtet (מ״א ,יו״ב und ס״ט)."
+ ],
+ [
+ "Was. Vgl. Nidda 71 a.",
+ "heisst Mischungs-Blut. Worüber oben 2, 2 gesprochen wurde. תבוסה, vom Stamm ביס, das „vermischen“ bedeutet. Daher ביסא die Schüssel, in welcher das Speiseopfer angerührt wird. Im samarit. Targum wird בליל (gemischt) mit פסיס übersetzt. In Jes. 22, 5 ist מבוסה synonym mit מהומה und מבוכה, Verwirrung. מתבוססת בדמיך (Ez. 16, 6; 22) heisst „dich in deinem Blute wälzend“. מתגלגל = מתבוסס (denn גלגל wird auch in der Bedeutung „mischen“ beim Teige gebraucht). Danach ist תבוסת אחזיהו לבוא (2. Chron. 22, 7) = גלגול א׳ לבוא zu erklären: „es hat sich so getroffen (gewälzt), dass Ach. kam“ (vgl. נתגלגל הדבר, Sabbat 10 b).",
+ "Wenn vom Toten ein achtel Log Blut beim Leben. Unmittelbar vor dem Tode.",
+ "und ein achtel nach dem Tode herausgekommen. Diese beiden achtel Log werden zu einem רביעית verbunden.",
+ "von denen beiden dann ein viertel weggenommen wurde. Nur in diesem Falle kann man das beim Leben ausgeflossene Blut mit dem Blute des מת verbinden, weil letzteres von einem ganzen Quantum (שיעור) herrührt.",
+ "Sowohl dieses als jenes. Sowohl der Fall von R. Ismael als der des R. Akiba.",
+ "wird wie Wasser betrachtet. Und verunreinigt nicht. Welches דם חבוסה nach R. Elieser ja verunreinigt, wird in einer Baraita in Nidda 71 a bestimmt.",
+ "Was heisst Mischungs-Blut. Dies ist nicht Fortsetzung der Worte des R. Elieser; vielmehr will die Mischna jetzt die Worte der in der Baraita mit R. Elieser controversierenden Weisen näher erklären. Nach Bart. ist dies Forts. der Worte des R. Elieser, vgl. ס״ט.",
+ "Wenn unter einem Erhängten. צלוב, ein Gekreuzigter, Jebamot 16, 3.",
+ "dessen Blut fliesst. שתת, langsam fliessen. aber stetig ohne Unterbrechung.",
+ "ein viertel Log Blut. Wovon die Hälfte nach dem Tode geflossen.",
+ "dessen Blut tropft. Es fällt mit Unterbrechungen ein Tropfen nach dem andern.",
+ "so ist dies rein. In diesem Falle ist jeder Tropfen gleich bei seiner Vermischung mit dem beim Leben herausgekommenen reinen Blute durch die Mehrheit aufgehoben (בטל) worden. Wenn nun auch zuletzt das unreine Blut die Hälfte beträgt, kann es keine verunreinigende Wirkung mehr haben, da es nach und nach vernichtet worden ist (ראשון ראשון בטל), vgl. Sebachim 8, 6, Note 56.",
+ "Nicht so. לא כן = לא כי, nicht so.",
+ "sondern das fliessende ist rein. da ist anzunehmen, der Mensch kann beim Herausfliessen noch gelebt haben.",
+ "und das tropfende ist verunreinigend. Denn das tropfenweise kommende Blut ist sicherlich erst nach dem Tode herauggekommen. So erklärt Maimonides. Nach ר״ש und den meisten Erklärern ist nach R. Jehuda das fliessende Blut rein, weil wir annehmen, der Todestropfen (der Tropfen, bei dem das Leben ausgegangen ist) sei am Holze (am Galgen) kleben geblieben (שותת heisst demnach, es ist am Holze herabgeflossen), was beim tropfenden Blute nicht angenommen werden kann. Die Annahme ראשון ראשון בטל ist aber nach R. Jehuda ausgeschlossen, da nach seiner in Sebachim 8, 6 ausgesprochenen Ansicht gleichartige Dinge einander nicht aufheben (אין דם מבטל דם). — Diese Erklärung ist dem Talmud Nidda 71 b entnommen."
+ ],
+ [
+ "Bei einer Olivengrösse vom Toten. Die in einem Zelte sich befindet.",
+ "um alle übrigen Öffnungen vor der Verunreinigung zu schützen. Vgl. 7, 3, wonach bei einem Hause, das mehrere Türen hat, alle Geräte, die unter den Oberschwellen liegen, durch eine im Hause befindliche Totenunreinheit unrein werden, selbst wenn die Türen geschlossen sind und dadurch der von der Oberschwelle überdachte Raum von dem Totenhause getrennt ist. Der Grund ist in VO, 13 angegeben. Hat aber das Haus eine Öffnung, die man zum Hinausschaffen der Totenunreinheit bestimmt hat, so schützt diese Öffnung alle anderen Ausgänge vor der Unreinheit. Das Mass dieser Öffnung zum Hinausschaffen der Unreinheit braucht bei einer Olivengrösse vom Toten nur eine Handbreite im Quadrat zu sein. Bei einem ganzen Toten muss die Öffnung mindestens vier Handbreiten im Quadrat messen.",
+ "Jedoch zur Hinausführung der Unreinheit. Von einem Zelte unter die Oberschwelle oder Türe (Maim.) oder in ein anstossendes Zelt, das durch eine Scheidewand von ihm getrennt ist. (Bart.)",
+ "immer) eine Öffnung von einer Handbreite (im Quadrat. Selbst wenn ein ganzer Toter in dem Zelte liegt. Vgl. VO, 17. Anstatt פותח טפח hat die Tosefta ed. Zuckermandl zumeist פותי טפח, d. h. die Breite oder Weite von einem טפח.",
+ "wird wie ein ganzer Toter angesehen. Sodass dabei nur eine Öffnung von vier Handbreiten im Quadrat alle übrigen vor der Verunreinigung schützen kann.",
+ "Das Rückgrat und der Hirnschädel sind wie ein ganzer Toter. Selbst wenn sie nur eine Olivengrösse oder noch weniger betragen (ס״ט). Nach Andern (א״ר und יו״ב) meint R. Jose, nur diese Teile werden wie ein ganzer Toter betrachtet, nicht aber ein anderes Stück, wenn es auch grösser als eine Olive ist."
+ ],
+ [
+ "Eine. Sukka 10a.",
+ "Breite und Höhe in Kubikform. Darunter ist ein Raum verstanden, dessen Bedachung mindestens das Mass von einer Handbreite in der Länge und ebensoviel in der Breite hat und von der Totenunreinheit mindestens eine Handbreite entfernt ist, so dass unter der Bedachung ein freier Raum von mindestens einem Kubik-טפח vorhanden ist, vgl. VO, 6. Ist eine dieser Dimensionen kleiner als eine Handbreite, so gelten die folgenden Bestimmungen nicht, obgleich das minus der einen Dimension durch ein plus der anderen Dimensionen ersetzt wird; z. B. wenn die Höhe des Raumes bloss eine halbe Handbreite, dafür aber die Länge oder die Breite zwei Handbreiten beträgt.",
+ "bringt die Unreinheit. Von der Bedachung wird die unter ihr befindliche Toten-Unreinheit auf einen gleichzeitig unter ihr befindlichen reinen Gegenstand übergeleitet (VO, 5).",
+ "und macht vor der Verunreinigung eine Scheidewand. Diese Bedachung schützt alle über derselben befindlichen reinen Gegenstände vor der unter derselben befindlichen Toten-Unreinheit VO, 8. —",
+ "In welcher Weise. Diese Frage bezieht sich nach den meisten Commentaren bloss auf die letztere Bestimmung.",
+ "Wenn unter einem Hause. Nasir 53 b Tos. v. חרב.",
+ "ein gewölbter. קמר, aus dem gr. xαμορα (Wölbung), wölben, קמור gewölbt, bedeckt.",
+ "Kanal. ביב (von נבב = בוב Hohles, Röhre, Kanal, durch den das Ausguss-Wasser aus dem Hause fortgeschafft wird.",
+ "und derselbe hat die Weite von einer Handbreite. Der Kanal ist so weit, dass über der darin befindlichen טומאה ein freier Raum von mindestens einem Kubik טפח (nach Note 85) vorhanden ist.",
+ "und am Ausfluss. Der an der Strasse ausserhalb des Hauses sich befindet.",
+ "eine Öffnung von einer Handbreite. Im Quadrat.",
+ "wenn sich eine Unreinheit. Eine Olivengrösse von einem Toten. Wäre es ein grösserer Teil oder gar ein ganzer Toter (z. B. ein Abortus), so müsste die Abfluss-Öffnung 4 טפחים im Quadrat messen (Tosefta V 3).",
+ "das Haus. Die in ihr befindlichen Geräte.",
+ "rein. Die Bedachung des Kanals schützt alle im Hause befindlichen Gegenstände vor der Totenunreinheit im Kanal (oben Note 87). da diese Unreinheit einen Ausgang hat (VO, 15—16). Doch darf die Öffnung, die das Ausguss-Wasser vom Hause aufnimmt, keinen טפח im Quadrat messen; denn wäre dies der Fall, so würde die Unreinheit durch diese Öffnung ins Haus dringen (VO, 17). Nach Maimon. und dem Verf. des פני יהושע kann durch diese Kanal-Öffnung, selbst wenn sie einen טפח im Quadrat beträgt, die Unreinheit nicht ins Haus kommen. Dies ist auch die Ansicht des תשב״ץ. Vgl. hierüber ספר פתח האהל (Warschau 1901) 2, 8 S. 65 f. —",
+ "so ist das im Kanal Befindliche rein. Die Bedachung schützt den Kanal vor dem Eindringen der טומאה, da die Öffnung kleiner als ein טפח ist (Note 95). —",
+ "aber nicht hinein. Im ersten Falle geht die טומאה durch die Öffnung des Kanals nach der Strasse und nicht auf der andern Seite ins Haus. Im zweiten Falle hat die טומאה zur Türe des Hauses ihren Ausgang und dringt nicht in den Kanal. — Diese Begründung ist bloss nach der Erkl. des Maim. (Note 95) nötig. Wenn aber, wie die meisten Erklärer meinen, die Öffnung des Kanals am Hause keinen Quadrat-טפח misst (Note 95), so ist diese Begründung ganz überflüssig. In der Tat fehlt auch der Satz שדרך—להכנס in manchen Codices (vgl. מ״ש).",
+ "Hat der Kanal eine Weite von einer Handbreite. Der Kanal ist so weit, dass über der darin befindlichen טומאה ein freier Raum von mindestens einem Kubik טפח (nach Note 85) vorhanden ist.",
+ "aber am Ausfluss. Der an der Strasse ausserhalb des Hauses sich befindet.",
+ "keine Öffnung von einer Handbreite. Im Quadrat.",
+ "wenn in demselben eine Unreinheit. Eine Olivengrösse von einem Toten. Wäre es ein grösserer Teil oder gar ein ganzer Toter (z. B. ein Abortus), so müsste die Abfluss-Öffnung 4 טפחים im Quadrat messen (Tosefta V 3).",
+ "das Haus. Die in ihr befindlichen Geräte.",
+ "unrein. Denn da die טומאה keinen Ausgang hat, so geht sie durch die andere Seite ins Haus. So nach Maim. (Note 95). Nach den andern Erklärern ist das Haus unrein, trotzdem die Öffnung nach dem Hause ebenfalls keinen Quadrat-טפח misst, weil der Kanal wie ein verschlossenes Grab (קבר סתום) anzusehen ist. das die טומאה auf das ganze darüber befindliche Zelt verbreitet (VO, 20).",
+ "so ist das im Kanal Befindliche rein. Da der Kanal die Weite eines טפח hat, schützt er das in ihm Befindliche vor der Unreinheit.",
+ "denn die Unreinheit geht gewöhnlich hinaus. Durch die Haustüre.",
+ "aber nicht hinein. In den Kanal, trotzdem die Öffnung nach dem Hause einen Quadrat-טפח misst (nach Maimon.). Nach den andern Erklärern wäre diese Begründung hier, wie oben (Note 97), überflüssig und mit einigen Codd. nicht zu lesen.",
+ "Hat der Kanal nicht die Weite von einer Handbreite und auch am Ausfluss keine Öffnung. Diese letztere Bedingung ist überflüssig; denn auch eine Öffnung von einem Quadrat-טפח wäre hier nicht von Belang, da die Weite der Röhre keinen Kubik-טפח hat (Bart.).",
+ "von einer Handbreite. Im Quadrat.",
+ "wenn eine Unreinheit. Eine Olivengrösse von einem Toten. Wäre es ein grösserer Teil oder gar ein ganzer Toter (z. B. ein Abortus), so müsste die Abfluss-Öffnung 4 טפחים im Quadrat messen (Tosefta V 3).",
+ "das Haus unrein. Es ist im Kanal eine eingeengte טומאה (VO, 7), die sich nach der Höhe ins Zelt verbreitet. Indessen genügt dieser Grund nicht nach der Ansicht derjenigen Erklärer, dass eine טומאה רצוצה, selbst wenn sie in ein Zelt kommt, sich nur in senkrechter Richtung mitteilt, nicht aber auf die an den Seiten liegenden Gegenstände verbreitet. Es muss daher unsere Bestimmung mit der in der folgenden Note 104 gegebenen Erklärung begründet werden.",
+ "so ist alles im Kanal Befindliche unrein. Denn da die Röhre keine Höhlung hat, die als Zelt angesehen werden kann, so ist sie als zum Grund und Boden des Hauses gehörig zu betrachten, und die im Hause befindliche Unreinheit verbreitet sich bis in die tiefsten Tiefen (VO, 12) Ebenso verbreitet sich die im Hause vergrabene טומאה auf alle im Hause befindlichen Gegenstände.",
+ "Es ist einerlei. Sukka 20 b.",
+ "ob dies. Der am Anfang unserer Mischna (Note 85) genannte Raum.",
+ "oder ob es Salpeter. מלחת, (von מלח, Salz) Salpeter (= sal petrae, Steinsalz), das die Erde mürbe macht und aufreibt.",
+ "Ebenso ist es bei einer durch Steinlagen. מרבך, nach ראב״ד (zu Sifra, Nedaba IV, 12), der מרבג liest, von רבג, übereinander häufen (vom ar. رجب). And. LA. נדבך = מרבך (Esra 6, 4), Steinlage, wo mitunter zwischen den Steinen eine Höhlung sich befindet.",
+ "oder Balkenschichten. סואר (and. LA. סוור und צבר), von צבד = סוור, eine Schicht von Balken, zwischen denen eine Höhlung von einem Kubik-טפח vorhanden ist. Von allen diesen Höhlungen gelten die am Anfang unserer Mischna gegebenen Bestimmungen.",
+ "das nicht durch Menschenhände gemacht worden. Mit der Absicht, eine Bedachung herzustellen.",
+ "gilt nicht als Bedachung. In Bezug auf die obigen Bestimmungen.",
+ "Doch gesteht er zu. Dieser Satz wird im Talmud (Sukka 21a) als Baraita angeführt.",
+ "dass Felsenspitzen. שקיף (vom hehr. שקף, hervorragen) eine hervorragende Felsenspitze. Nach Raschi sind שקיפים Felsenklüfte, die durch vom Sturmwind herabgeschleuderte Felsen entstehen.",
+ "und Felsenklüfte. Im Talm. (l. c.) נקיקי הסלעים, Felsenspalten.",
+ "als solche gelten. Weil diese eine grosse Faustgrösse haben, gelten sie als Bedachung, obgleich sie nicht durch Menschenhände gemacht sind, vgl. Kelim 17, 12, Note 119 und Talm. Sukka 21 a."
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+ "Wenn. Vgl. Sanhedrin 106 a und Raschi das.",
+ "ein Schrank. Von Holz, der wegen seiner Grösse nicht verunreinigungsfähig ist, vgl. Ende dieses Abschnitts.",
+ "im Freien. Unter freiem Himmel.",
+ "wenn in dessen Innern. Im inneren Raume des Schrankes.",
+ "die Geräte in dessen Wanddicke. Die in der Dicke der Seitenwände angebrachten kleinen Nischen, die nach innen und nach aussen geöffnet sind, deren Öffnung aber keinen Quadrat-טפח misst (Nicht so Maimon.).",
+ "rein. Der innere Raum der Nischen wird als zum freien Himmel und nicht als zum Schranke gehörig betrachtet (תוי״ט). Ausserdem kann die Unreinheit nicht in den Raum der Nischen dringen, da sie ihren Ausgang durch die Schranktüre hat und die Öffnung der Nischen keinen Quadrat-טפח misst (vgl. מ״א).",
+ "so sind die in dessen Innern befindlichen Geräte rein. Aus dem in Note 6 angegebenen Grunde.",
+ "als wäre sie in zwei Hälften geteilt. Die dem Innern zugewendete Hälfte der Wanddicke gehört zum Innern, die andere Hälfte nach aussen. Vgl. weiter 6, 3.",
+ "wenn im Innern des Schrankes. Oder auch in einer Wandnische (יו״ב und מ״א).",
+ "eine Unreinheit sich befindet. Selbst wenn die Türen des Schrankes zugemacht sind.",
+ "das Haus. Die im Hause befindlichen Geräte.",
+ "unrein. Da die טומאה nur den Ausgang durch die Schranktüren nach dem Hause hat (vgl. VO, 13).",
+ "rein. Falls die Schranktüren zugemacht sind. Dies gilt auch nur, wenn der Schrank selbst wegen seiner Grösse keine טומאה annehmen kann; denn sonst könnte er die Geräte in dessen Innern nicht vor der Unreinheit schützen.",
+ "denn die Unreinheit geht gewöhnlich hinaus. Daher ist im ersten Falle das Haus unrein.",
+ "aber nicht hinein. Vom Hause in den Schrank. Daher sind im letzteren Falle die Gerate im Schranke rein.",
+ "zwischen jenem und dem Hausgebälke. Der Zimmerdecke.",
+ "wenn ein freier Raum von einer Kubik-Handbreite. Wie in Abschn. 3, Note 85 angegeben. Aber es muss hier auch der Raum nach dem Hause zu eine Öffnung von mindestens einem Quadrat-טפח haben, wenn die טומאה vom Hause in diese Räume eindringen soll.",
+ "unrein. Wenn eine Toten-Unreinheit im Hause ist.",
+ "rein. Denn diese engen Räume gelten für die טומאה wie verschlossen, sodass sie dort nicht eindringen kann.",
+ "Befindet sich aber daselbst. An einem der oben genannten engen Räume.",
+ "so ist das Haus. Die im Hause befindlichen Geräte.",
+ "unrein. Auch wenn unter dem Boden des Schrankes sich eine Toten-Unreinheit befindet, kann das Zelt, das der Schrank bildet, nicht das Haus vor der Unreinheit schützen, nach dem Grundsätze: Ein abschliessender Deckel und Zelte schützen die in ihnen befindlichen reinen Dinge vor Verunreinigung, verhindern aber nicht Unreines am Verunreinigen (Kelim 3, 6 Note 48)."
+ ],
+ [
+ "Betreffs. Chullin 125 b.",
+ "der Lade. Nach Raschi, ר״ש und Bart. handelt es sich hier um mehrere kleine Laden (oder Schubladen), die im Innern des Schrankes angebracht sind, um in denselben kleine Gegenstände zu vorwahren. Nach Andern ist hier von einer Schublade die Rede, die sich unten am Schranke befindet.",
+ "Wenn darin ein freier Raum von einer Kubik-Handbreite. Wie in Abschn. 3 Note 85 angegeben.",
+ "aber deren Öffnung keine Handbreite misst. Nach den meisten Erklärern müsste angenommen werden, dass die Lade oben an der Öffnung schmäler ist als unten, so dass, trotzdem im Innern ein פותח טפח vorhanden ist, dennoch die Öffnung keine טפח-Breite hat. Maimon. scheint aber die Stelle so zu erklären, dass die Lade unten am Schranke angebracht und nach dem Innern des Schrankes offen ist. Diese Öffnung hat die Weite von einem טפח. Ausserdem hat aber die Lade an der vorderen Seite eine kleine Öffnung nach aussen (יציאתה), die keine טפח-Breite hat. Übrigens hat der Münchener Cod. in Chullin die LA.: תיבת המגדל שאין בה פיתח טפח, eine LA., die auch Raschi vorgelegen hat, aber von ihm verworfen wird.
Figur der תיבה nach dem handschriftl. פי׳ המשניות לרמב״ם der Kgl. Bibliothek zu Berlin.</p>",
+ "das Haus unrein. Obgleich die Öffnung der Lade klein ist, ist das Haus dennoch unrein, wie im folgenden (Note 28) der Grund angegeben ist, weil die Unreinheit keinen andern Ausgang hat. als den durch das Haus.",
+ "rein. Die Unreinheit kann nicht in die Lade eindringen, weil deren Öffnung kleiner als ein Quadrat-טפח ist.",
+ "denn die Unreinheit geht gewöhnlich hinaus. Aus der Lade ins Haus, daher ist im ersten Falle das Haus unrein (Note 26).",
+ "aber nicht hinein. Vom Hause in die Lade. — Es gelten demnach bezüglich der Lade dieselben Bestimmungen, wie oben (Note 12—13) beim Schrank. Trotzdem die Lade nicht das grosse Mass (weiter Note 52) hat, ist sie doch nicht verunreinigungsfähig, weil sie als Teil des Schrankes gilt. Anders bei den Fächer-Behältnissen eines Kastens in Kelim 19, 7. Den Grund siehe in יו״ב hier.",
+ "Jose erklärt es. Das Haus, wenn die Unreinheit in der Lade ist.",
+ "für rein. Nach רא״ש würde auch oben (Note 12) nach R. Jose das Haus rein bleiben, und nur bei einem ganzen Toten, den man gewöhnlich nicht zerschneidet oder verbrennt, gilt die Bestimmung in Abschn. 7, 3 (VO, 13). Doch sind andere Erklärer gegen רא״ש, vgl. יו״ב ,א״ר und מ״א u. A.",
+ "da man die Unreinheit in halben Teilen. In Teilen, die nicht die Grösse haben, um ein Zelt verunreinigen zu können (oben 2, 1).",
+ "oder an ihrem Orte verbrennen kann. Sodass keine Unreinheit durch das Haus hinauskommen wird."
+ ],
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+ "Wenn der Schrank. Chullin 125 b.",
+ "in der Türe des Hauses. Nach Raschi und Bart. steht der ganze Schrank innerhalb des Hauses und nur dessen Türen befinden sich im Raume des Hauseingangs. Nach Maim. dagegen steht der Schrank ganz ausserhalb des Hausinnern im Eingangsraume (vgl. ס״ט).",
+ "dass er sich nach aussen öffnet. Doch kann der Schrank verschlossen sein; es genügt, dass man ihn nach aussen öffnen könne (יו״ב).",
+ "wenn in demselben. Im Schranke.",
+ "das Haus rein. Es ist hier im Hause keine טומאה רצוצה (VO, 7), da der Schrank die Weite eines טפח hat; auch der Ausgang der טומאה befindet sich nicht im Hause (VO, 13), sondern ausserhalb desselben.",
+ "so ist das in jenem. Im Schranke.",
+ "Befindliche unrein. ר״ש und Bart. sowie Talmud lesen טהור (rein) statt טמא. Diese LA. ist verständlicher, da die טומאה in den Schrank, der selbst nicht verunreinigungsfähig ist (Note 2), nicht eindringen kann. Die uns vorliegende LA., die auch Maim. hat, wird von כסף משנה dadurch erklärt, dass im vorliegenden Falle der Schrank den ganzen Raum der Türe ausfüllt, so dass die טומאה keine Ausgangsöffnung hat; sie dringt daher durch die Wände des Schranks hinaus (vgl. תוי״ט). Vgl. auch 9, 10.",
+ "denn. Die Worte שדרך bis להכנס werden vom Talm. (Chullin 125 b) nicht zitiert und scheinen ihm nicht vorgelegen zu haben.",
+ "die Unreinheit geht gewöhnlich hinaus. Auch durch die Wände des Schranks, wie durch die Türen, trotzdem sie verschlossen sind.",
+ "aber nicht hinein. Vom Schrank ins Haus.",
+ "War dessen Maschine. Über מיכני vgl. Kelim 18, 2, Note 11. L. hat hier: מכנה Bei dieser Maschine wird hier ein Behältnis vorausgesetzt. Es wird wohl ein mit Rädern versehenes Brett gewesen sein, das von vier breiten Leisten eingefasst war. Der Schrank wurde mit einem solchen Räderwerk verbunden, um ihn fortbewegen zu können.",
+ "drei Fingerbreiten. Das ist weniger als ein טפח, denn ein טפח beträgt 4 Fingerbreiten.",
+ "rückwärts. Ins Haus hinein.",
+ "wenn daselbst. Im Behältnis der Maschine, im 3 Finger breiten Raume, der sich im Hause befindet.",
+ "das Haus rein. Die טומאה kann nicht ins Haus dringen, weil der im Hause befindliche Teil der Maschine keine טפח-Breite hat.",
+ "dass daselbst. Im Behältnis der Maschine.",
+ "ein freier Saum von einer Kubik-Handbreite vorhanden ist. Das Behältnis hat nicht nur die Länge und Breite, sondern auch die Höhe von mindestens einer Handbreite. Dies ist deshalb nötig, weil nur bei einem Raume von solcher Grösse es erforderlich ist, dass auch die Ausgangsöffnung der טומאה die Breite von einem טפח hat, nicht aber, wenn die טומאה in einem kleineren Raume liegt.",
+ "und die Maschine nicht weiter hinaus. Rückwärts vom Schranke ins Haus hinein. So Maimonides. Nach And. heisst אינה יוצאה: die Maschine kann nicht vom Schrank abgelöst werden (wie אינה נשמטת in Kelim 18, 2). Nur in diesem Falle gilt sie als Teil des Schrankes und ist wie dieser nicht verunreinigungsfähig.",
+ "gezogen werden kann. So dass kein טפח des Maschinen-Behältnisses ins Haus gelangen kann.",
+ "und der Schrank das bestimmte Mass. Wie es in Kelim 15, 1 bestimmt ist, bei welchem Masse die Holzgeräte nicht verunreinigungsfähig sind.",
+ "hat. Nur ein Gerät von solcher Grösse kann die Verbreitung der טומאה verhindern; es ist חוצץ בפני הטומאה sowohl der Schrank selbst, als die mit ihm verbundene Maschine."
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+ "dessen Röhre. עין התנור, vgl. Kelim 8, 7, Note 55. Wie zumeist ist auch hier von einem irdenen Ofen die Rede.",
+ "hinaus geht und gewölbt. Sieh oben 3, 7, Note 89.",
+ "ist. Die Röhre ist also ausserhalb des Hauses, oben gedeckt und hat nur an der Seite eine Öffnung.",
+ "und die Totenbestatter haben diese. Die Wölbung der Röhre. Wiewohl עין femin. ist, so steht doch עליו, weil die Bedachung nicht über der Öffnung der Röhre (der eig. עין), die ja an der Seite ist, sondern über der Wölbung (etwa קמרון, oder nach Maim. קובב) senkrecht sich befand. עליו ist also על הקמרון, über der Wölbung.",
+ "Alles. Der Ofen und alles, was im Hause ist.",
+ "ist unrein. Die Unreinheit geht durch die Öffnung der Röhre in den Ofen und dann durch die Mündung des Ofens ins Haus. Nach ר״ש hat die Öffnung der Röhre nicht die Grösse einer Quadrat-Handbreite; Bet-Schammai aber sind der Ansicht, dass in ein Gerät die Unreinheit auch durch die kleinste Öffnung eindringen kann. רא״ש dagegen meint, die Röhre muss eine Öffnung von einer Quadrat-Handbreite haben, weil sonst, selbst wenn die Toten-Unreinheit in der Röhre wäre, der Ofen rein bliebe, nach Kelim 8, 7 (vgl. das. Note 64 und 65).",
+ "das Haus aber bleibt rein. Wohl kann die Unreinheit in den Ofen dringen und diesen verunreinigen, aber nicht von diesem ins Haus. Die Unreinheit kann auch nicht in den Ofen gelangen, weil die Öffnung der Röhre nicht die Grösse einer Quadrat-Handbreite hat (ר״ש). Nach רא״ש ist die Ansicht des R. Akiba, ja auch die der Bet-Hillel schwierig. רא״ש hat wohl wie Maimon. erklärt: Nach R. Akiba ist auch der Ofen rein, weil der Tote nicht den Ofen selbst, sondern nur die von ihm ausgehende Wölbung der Röhre überdacht. Bet Hillel aber erklären dennoch den Ofen für unrein, weil die überdachte Röhre als ein Teil des Ofens betrachtet wird. Eine andere Erklärung nach רא״ש vgl. in תוי״ט."
+ ],
+ [
+ "Wenn über eine Luke. ארובה, eine Öffnung von einer Quadrat-Handbreite, die im Gebälke des Hauses, das zugleich der Fussboden des Söllers ist, sich befindet.",
+ "zwischen dem Hause. In welchem sich ein Toter befindet.",
+ "und dem Söller ein Topf. Dessen Rückseite dem unreinen Raume zugewendet wird.",
+ "gestellt wird. So dass er die Luke vollständig verschliesst. Wäre also der Topf ganz, so würde er den Söller vor der Unreinheit bewahren, da ein irdenes von der Rückseite aus keine Unreinheit annimmt (VK, 26).",
+ "in welches Flüssigkeit eindringen kann. In solchem Zustande ist ein Topf, der gewöhnlich für Speisen und Getränke bestimmt ist, noch fähig, die Unreinheit anzunehmen (Kelim 3, 1). Dagegen kann er nicht mehr vor der Unreinheit schützen (vgl. Kelim 9, Ende, Note 115 und 10, 8, Note 91). Hier aber könnte er dennoch Schutz gewähren, weil er mit den Zelt-Wänden (dem Hausgebälke) verbunden und deshalb dem Zelte gleich ist, aus dem nur durch eine Öffnung von einem Quadrat-טפח die טומאה in ein anderes Zelt dringen kann.",
+ "Alles. Der Topf und alles, was sich im Söller befindet.",
+ "ist unrein. Der Topf gilt nicht als Teil der Zeltwände, sondern als Gerät für sich, das, weil nur mit einem kleinen Loch versehen, Unreinheit annimmt. Ein unreiner Gegenstand aber kann vor der Toten-Unreinheit nicht schützen (VO, 19).",
+ "Der Topf ist unrein. Nach Note 15. Denn in Bezug auf den Topf selbst haben die Rabbinen bestimmt, dass er nicht als Teil der Wand betrachtet wird, wiewohl er doch eigentlich einen Verschluss der Luke bildet.",
+ "der Söller aber bleibt rein. Bezüglich des Söllers gilt der Topf als Teil der Zeltwände und bewahrt vor der Unreinheit, trotzdem er selbst unrein ist, weil dessen Unreinheit bloss eine rabbinische Anordnung ist, vgl. ר״ש zu 13, 5.",
+ "Auch der Topf bleibt rein. Da er als Teil der Zeltwände betrachtet wird, vgl. Note 13."
+ ],
+ [
+ "Wenn dieser. Der Topf.",
+ "ganz ist. Edujot 1, 14; Kelim 10, 1; Chagiga 22a.",
+ "sagen Bet-Hillel. Hier steht בית הלל vor בית שמאי, weil erstere eine für alle Gegenstände gleiche Entscheidung treffen; oder weil ב״ה sich zur Ansicht von ב״ש bekehrte und dies neben den Worte von ב״ש stehen soll (anders oben Mischna 1—2), vgl. תוי״ט.",
+ "Er schützt alles (vor Unreinheit. Was im Söller sich befindet, sowohl Speisen und Getränke, als Menschen und Geräte.",
+ "Er schützt nur die Speisen und Getränke und irdene Geräte. Aber nicht andere Geräte und Menschen. Der Grund hierfür ist in der Mischna Edujot 1, 14 angegeben, weil ein irdenes Gerät beim עם הארץ als unrein gilt und ein unreines Gerät nicht חוצץ sein kann. Vgl. das. die ausführliche Auseinandersetzung.",
+ "Späterhin haben Bet-Hillel wie Bet-Schammai entschieden. Diese Worte sind hier überflüssig, da die gleichen Worte Ende Mischna 2 sich auf alle 3 vorher erwähnten Fälle beziehen (א״ר und יו״ב). Sie sind wohl nur aus Edujot 1, 14 hiehergesetzt worden."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Chagiga 22 b.",
+ "dort. In dem obengenannten Söller, dessen Luke durch den ganzen Topf verschlossen ist",
+ "eine Flasche. לגין = λάγυνος, eine Flasche aus Holz oder Metall.",
+ "so ist die Flasche siebentägig-unrein. Da der Topf dieses Gerät vor der Toten-Unreinheit nicht schützt (nach der Ansicht von Bet-Schammai).",
+ "und die Getränke bleiben rein. Sie werden durch den Topf vor der Toten-Unreinheit geschützt. Sie werden aber auch nicht durch die unreine Flasche verunreinigt, da die Unreinheit der letzteren nur eine rabbinische Anordnung ist, die bloss für das Gerät, aber nicht für die darin befindlichen Speisen und Getränke getroffen wurde.",
+ "schüttet man sie in ein anderes Gerät. Aus Holz oder Metall.",
+ "so sind sie unrein. Da das Gerät bereits vorher totenunrein geworden war, verunreinigt es auch die in dasselbe hineingeschütteten Speisen oder Getränke.",
+ "Wenn. Chagiga 22 b.",
+ "dort. In dem obengenannten Söller, dessen Luke durch den ganzen Topf verschlossen ist",
+ "eine Frau in einem Troge. Aus Holz oder Metall.",
+ "so sind die Frau und der Trog siebentägig-unrein. Da weder Menschen noch Geräte (ausser irdenen) durch den Topf vor Unreinheit bewahrt werden.",
+ "und der Teig bleibt rein. Aus dem in Note 29 angegebenen Grunde.",
+ "Hat sie aber diesen in ein anderes Gerät. Aus Holz oder Metall.",
+ "so ist er unrein. Da das Gerät bereits vorher totenunrein geworden war, verunreinigt es auch die in dasselbe hineingeschütteten Speisen oder Getränke.",
+ "Später entschieden Bet-Hillel wie Bet-Schammai. Nachdem Bet-Schammai ihre Ansicht wohl begründet hatten (in Mischna Edujot 1, 14)."
+ ],
+ [
+ "Waren es. Die behufs Schutzes vor Toten-Unreinheit zum Verschluss der Luke (Note 11) dienenden Geräte.",
+ "Erde. Die keine Unreinheit annehmen (VK 15).",
+ "so ist alles. Was sich im Söller befindet.",
+ "rein. Da diese Geräte auch beim עם הארץ als rein gelten, so kommt der oben Note 23 angegebene Grund dabei nicht in Betracht.",
+ "War es. Die behufs Schutzes vor Toten-Unreinheit zum Verschluss der Luke (Note 11) dienenden Geräte.",
+ "ein reines Gerät. Auch ein irdenes.",
+ "das für Heiliges. Opferspeisen oder Öl zur Lampe des Tempels.",
+ "oder für Entsündigungswasser. Vgl. Num. 19, 9.",
+ "so ist ebenfalls alles. Was sich im Söller befindet.",
+ "rein. Da auch solche irdene Geräte des עם הארץ als rein gelten.",
+ "weil alle. Auch ein עם הארץ.",
+ "betreffs des Entsündigungswassers. Und umsomehr betreffs des Heiligen.",
+ "beglaubt sind. Dass sie dabei die Reinheitsvorschriften beobachten.",
+ "weil nicht verunreinigungsfähige Geräte. Wie Geräte aus Rindermiet, Stein oder Erde.",
+ "und reine. Die auch beim עם הארץ unzweifelhaft rein sind.",
+ "irdene Geräte. Wie die zu Heiligem bestimmten.",
+ "mit den Zeltwänden. Zusammen mit den Zeltwänden, wie im obigen Beispiele, wo der Topf die Luke verschliesst, können die reinen Geräte vor der Unreinheit schützen. Dagegen können die Geräte allein nicht vor der Unreinheit bewahren; es sei denn mit צמיד פתיל, nach Kelim 10, 1; vgl. Kelim 9, Note 76.",
+ "schützen. Maimon. liest ומצילין statt מצילין. Danach ist dieser Satz eine besondere Bestimmung. Während der vorhergehende Satz lehrt, dass die obengenannten Geräte vor der Unreinheit bewahren (חוצצין בפני הטומאה), weil sie nicht verunreinigungsfähig sind oder für unzweifelhaft rein gelten, wird darauf bestimmt, dass, sowie die Geräte als Deckel (über der Luke) das obere Zelt vor Unreinheit bewahren (nicht wegen der דפנות אהלים, vgl. מ״א), ebenso können die Geräte, deren Mündungen mit Zeltwänden bedeckt sind, ihren Inhalt vor der Unreinheit schützen. Dies wird dann durch das כיצד וכו׳ in der folgenden Mischna erläutert."
+ ],
+ [
+ "In welcher Weise. Nach der LA. מצילין (oben Note 49) werden hier zu den bereits obengenannten Fällen noch neue Beispiele hinzugefügt, bei denen der grösste Teil der Schutzwand (vor der Unreinheit) durch das Gerät gebildet wird (יו״ב).",
+ "Wenn in einem Hause. In welchem ein Toter liegt.",
+ "ein Brunnen. Der in der Tiefe des Erdbodens gegraben, aber oberhalb des Bodens mit einer Wand von mindestens einer Handbreit-Höhe eingefasst ist.",
+ "oder eine Zisterne. והדות L. und M. והחדות, ein auf der Erde gebauter Wasserbehälter (B. batra 4, 2).",
+ "worauf ein Olivenkorb. כפישה, von כבש =) כפש), ein grosses Holz-Gefäss zum Erweichen der Oliven, dessen Wand keinen טפח hoch ist.",
+ "gelegt ist. Nach Maim. ist der Bottich umgestülpt auf den Brunnen gelegt.",
+ "so bleibt (alles. Was im Brunnen oder in der Zisterne sich befindet.",
+ "rein. Die Wände des Brunnens oder der Zisterne gelten als Zeltwände (weil das Hausgebälke auch den Brunnen überdacht, מ״א); daher kann das darüber gedeckte Gefäss vor der Unreinheit bewahren; jedoch muss dieses Gefäss nicht-verunreinigungsfähig sein. Dies ist der Fall, wenn es mehr als 40 Seah fasst (Bart.), oder wenn es ein steinernes Gefäss ist (ראב״ד), oder wenn es nur als Bedeckung dient. (R. Meïr Rothenburg bei תוב״ד), oder wenn der Korb mit vielen Löchern versehen ist (vgl. Kelim 2, 3, Note 31).",
+ "Ist es aber ein glatter Brunnen. Ein Brunnen ohne Wände.",
+ "oder ein offener. Die besten Zeugnisse lesen פתוחה (offen, nicht zugestopft); doch תוי״ט liest פחותה (beschädigt, vgl. weiter 9, 3).",
+ "Bienenkorb. Der 40 Seah fassen kann und daher nicht verunreinigungsfähig ist (VK 13).",
+ "so ist es. Was im Brunnen oder im Bienenkorbe liegt.",
+ "unrein. Weil keine Zeltwände da sind, indem der Brunnen keine Wände hat und die Wände des Bienenkorbs nicht als Zeltwände gelten (vgl. מ״א).",
+ "Legt man über dieselben. Über den glatten Brunnen oder über die Mündung des Bienenkorbs.",
+ "oder einen Deckel. Vgl. Kelim 8, 8 und 15, 2 Note 32.",
+ "der keine Leisten hat. Also kein Gerät ist.",
+ "so bleibt es. Was im Brunnen oder im Bienenkorbe liegt.",
+ "rein. Denn nur bei Geräten ist es erforderlich, dass sie mit Zeltwänden verbunden seien, wenn sie vor der Unreinheit schützen sollen, nicht aber bei solchen Bedeckungen, die keine Geräte sind.",
+ "denn. Dies ist eine Begründung der Bestimmung in Note 63. Zugleich wird aber auch der letzte Satz damit begründet, indem gesagt wird, dass nur bei Geräten diese oder die Zelte der Wände (von einer טפח-Höhe) bedürfen, nicht aber bei einer Bedeckung mit einem glatten Brette, das kein Gerät ist.",
+ "wenn sie. Entweder das mit dem Zelte verbundene Gerät, oder das Zelt selbst.",
+ "Eine Handbreite. In der Höhe.",
+ "Ist bloss eine halbe Handbreite. In der Höhe.",
+ "von der einen. An der Wand des Gerätes.",
+ "und eine halbe Handbreite von der andern Seite. An der Wand des Brunnens.",
+ "es muss vielmehr eine Handbreite an der einen Stelle. Entweder am Brunnen oder am bedeckenden Geräte."
+ ],
+ [
+ "So wie sie. Die Geräte in Verbindung mit Zeltwänden.",
+ "innerhalb eines Zeltes. Unter der Bedachung des Zeltes.",
+ "ebenso schützen sie auch ausserhalb desselben. Wenn das Gerät im Freien sich befindet und dessen Mündung dicht an der Aussenseite der Zeltwand (oder weniger als ein טפח von der Wand entfernt, יו״ב) liegt.",
+ "Wenn auf Pflöcken. Diese müssen wenigstens eine Handbreite hoch sein, weil sonst dabei die Bestimmung von טומאה רצוצה (VO, 7) gilt (Tosefta 6, 3).",
+ "an der Aussenseite eines Zeltes ein Korb. Dessen Wand mindestens eine טפח-Höhe hat. Auch darf der Korb nicht verunreinigungsfähig sein, nach Note 58.",
+ "so bleiben die Geräte im Korbe. Und auch die über dem Korbe befindlichen (ר״ש).",
+ "rein. Durch die Verbindung mit der Zeltwand, gilt der Korb auch als Zelt, dessen Wände das Eindringen der טומאה verhindern (vgl. VO 8).",
+ "Liegt er. Der Korb.",
+ "so schützt er. Der Korb.",
+ "nicht. Die im Korbe befindlichen Geräte vor der Unreinheit; denn nur in Verbindung mit einer Zeltwand kann der Korb schützen; die Wand eines Hofes oder eines Gartens ist aber keine Zeltwand.",
+ "Wenn ein Balken. Der mindestens einen טפח in der Länge, ebensoviel in der Breite misst und ebenso weit vom Erdboden entfernt ist, so dass der Raum unter demselben als אהל gilt (VO, 6), das die Unreinheit auf alles darunter Befindliche überleitet (VO 5).",
+ "von einer Wand. Eines Hauses.",
+ "bis zur andern Wand. Eines gegenüber liegenden Hauses.",
+ "an demselben. Am Balken.",
+ "ein Topf hängt und darunter. Unter dem Balken, aber nicht unter dem Topfe. Wäre die Toten-Unreinheit unter dem Topfe, dann würde in jedem Falle alles, was in senkrechter Richtung über dem Topfe sich befindet, unrein sein (יו״ב).",
+ "sich eine Unreinheit. Z. B. eine Olivengrösse von einem Toten.",
+ "die Weisen aber erklären sie für unrein. Falls zwischen der Mündung des Topfes und der untern Fläche des über dem Topfe befindlichen Balkenteiles ein Zwischenraum von einem טפח vorhanden ist, gesteht R. Akiba zu, dass die Geräte im Topfe unrein sind. Denn die Unreinheit verbreitet sich über den ganzen Raum zwischen dem Balken und dem Erbboden (Note 83) und dringt auch durch den טפח-weiten Zwischenraum in den Topf hinein. Läge wieder der Topf dicht an der unteren Fläche des Balkens, so dass die Mündung des Topfes durch den Balken vollständig verdeckt wäre, so würden auch nach der Ansicht der Weisen die Geräte im Topfe rein bleiben. Denn die טומאה hat da keinen Zutritt in das Innere des Topfes, da zwischen dessen Mündung und dem Balken kein Zwischenraum vorhanden ist; von der Aussenseite aber kann der irdene Topf keine Unreinheit annehmen (VK 26). Die Controverse zwischen R. Akiba und den Weisen hat daher bloss den Fall zur Voraussetzung, dass zwischen dem Topfe und dem Balken zwar ein Zwischenraum vorhanden ist, der aber geringer ist als ein טפח. R. Akiba meint, bei diesem Balken gelte dieselbe Bestimmung wie beim Zimmergebälke und wie bei den Zeltwänden, so dass ein Gerät, welches weniger als ein טפח davon entfernt ist, vor der טומאה schützt (s. oben Note 76). Die Weisen aber betrachten den Topf nicht als mit Zeltwänden verbunden, da der Balken keine Wände hat und auch die Wände, auf welchen die beiden Enden des Balkens ruhen, nicht für den Balken, sondern für das Innere des Hauses gemacht sind (יו״ב). Indessen controversieren die Tanaïm nach der Tosefta (6, 4) auch oben bei einem Korbe, der von einer Zeltwand weniger als einen טפח entfernt liegt, vgl. das."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Menschen. Erubin 31 a Tos. v. ומר.",
+ "und Geräte können als Bedachungen wirken zu verunreinigen. Wenn sie die Toten-Unreinheit und einen reinen Gegenstand gleichzeitig überdachen, so bringen sie, gleich einem Zelte, die Unreinheit auf den reinen Gegenstand (VO 5).",
+ "aber nicht rein zu erhalten. Sie können nicht, wie das Zelt (nach VO 8), vor der Toten Unreinheit schützen.",
+ "Wieso. Mit diesem כיצד werden, wie oben 5, 6 (Note 51) Bestimmungen angeführt, die aus dem vorhergehenden Satz abgeleitet werden, dass nämlich auch solche Bedachungen die von Menschen oder Geräten gehalten oder gestützt werden, wohl die Unreinheit überleiten, aber nicht vor der Unreinheit schützen können.",
+ "Wenn vier Personen eine Bahre. Nach der uns vorliegenden LA. נדבך erklären ר״ש und Bart.: „ein grosser Stein“. Indessen hat L נרוור, M נִרְוָד, A נרווד. Letztere beiden, ebenso R. Hai und מ״ש erklären: „eine Totenbahre“. Hier kann nur die Bahre ohne einen Toten gemeint sein. Die Etymologie ist dunkel (vieil, von רבד = דוור, das Lager bereiten, Spr. 7, 16).",
+ "tragen. Unter freiem Himmel.",
+ "und darunter. Unter der Bahre.",
+ "so sind die darüber. Über der ganzen Bahre, nicht bloss die Geräte, die sich über der Unreinheit befinden; denn, da die Bahre die Unreinheit über den ganzen von ihr bedachten Raum leitet, so wird dieser ganze Raum wie mit Unreinheit angefüllt betrachtet, welche dann, da die Bahre nicht als Scheidewand gilt, alles über der Bahre Befindliche verunreinigt (so יו״ב, andere Ansichten in ס״ט).",
+ "befindlichen Geräte unrein. Obgleich die Bahre nicht verunreinigungsfähig ist (etwa als flaches Holzgerät, VK 12), so kann sie doch, weil sie von Menschen getragen wird, nicht vor der Unreinheit schützen.",
+ "so sind die darunter. Unter der Bahre.",
+ "befindlichen Geräte. Selbst wenn sie nicht senkrecht unter der טומאה liegen.",
+ "unrein. Denn die טומאה dringt durch die Bahre und verbreitet sich über den ganzen Raum unterhalb der Bahre. Dadurch wird dann auch der ganze Raum über der Bahre unrein (יו״ב).",
+ "Eliëser erklärt. In beiden Fällen.",
+ "sie. Die Geräte.",
+ "für rein. Die von Menschen getragene Bedachung kann nach R. Elieser auch vor der Unreinheit schützen, ebenso wie sie die Unreinheit als „Zelt“ überleitet. Dies gilt aber nur dann, wenn die Träger der Bahre nicht selbst unrein werden. Dies ist der Fall, wenn die Tragestangen der Bahre kein Drittel טפח in der Dicke haben, vgl. weiter 16, 1.",
+ "Liegt. B. batra 19 b Tos. v. רואין.",
+ "von Stein oder von Erde sind. Die nicht Unreinheit annehmen.",
+ "so sind alle darunter liegenden Geräte unrein. Die Bahre kann vor der Unreinheit nicht schützen, wenn sie durch Geräte gestützt wird, selbst wenn diese Geräte keine Unreinheit annehmen. Nach der Tosefta ist R. Elieser auch hier, wie oben, divergierender Ansicht. Doch meinen יו״ב und מ״א, dass unsere Mischna, welche hier nicht die abweichende Ansicht des R. Elieser bringt, der Meinung sei, dass hier R. El. mit den andern Weisen übereinstimmt.",
+ "Liegt die Bahre auf vier Steinen oder auf einem lebenden Dinge. Damit sind bloss Tiere, aber nicht Menschen gemeint.",
+ "so sind die darunter liegenden Geräte rein. In diesem Falle schützt die Bahre vor der Toten-Unreinheit."
+ ],
+ [
+ "Wenn. B. batra 19 b Tos. v. רואין.",
+ "die Totenbestatter durch eine Vorhalle. אכסדרה (gr. ἐξέδρα) eine Vorhalle, ein bedeckter Gang vor dem Hause.",
+ "Vorbeigehen und einer von ihnen. Von den Begleitern, aber nicht von den Trägern des Toten (ר״ש und Bart.). Maimon erklärt: die Türe war verschlossen, und einer der Totenträger fasste den Schlüssel.",
+ "die Türe. Des Hauses, bevor noch der Tote unter die Halle gebracht wurde.",
+ "zumacht. Damit die Toten-Unreinheit nicht ins Haus gelange.",
+ "und sie mit dem Schlüssel zuhält. Damit die Türe sich nicht wieder öffne.",
+ "wenn die Türe von selbst. Ohne dass sie der Mensch oder der Schlüssel zuhielte.",
+ "das Haus. Alles, was sich im Hause befindet.",
+ "rein. Die Türe gilt als Scheidewand, die das Eindringen der טומאה verhindert.",
+ "so wird es. Alles, was sich im Hause befindet.",
+ "unrein. Eine Scheidewand, die durch einen Menschen oder durch ein Gerät (der Schlüssel gilt auch als Gerät) gehalten werden muss, kann das Eindringen der טומאה nicht verhindern.",
+ "Ebenso wenn. B. batra 19 b.",
+ "ein Fass. Das irdene Fass ist mit der Mündung der טומאה zugewendet, siehe weiter unten Note 40.",
+ "mit dürren Feigen. Nach dem Talm. daselbst nur, wenn dies weder für Menschen noch für Vieh geniessbar ist, und deshalb nicht Unreinheit annehmen kann. Sonst könnte es die טומאה nicht hemmen (VO 19).",
+ "oder ein Korb mit Stroh. Nach dem Talm. daselbst nur, wenn dies weder für Menschen noch für Vieh geniessbar ist, und deshalb nicht Unreinheit annehmen kann. Sonst könnte es die טומאה nicht hemmen (VO 19).",
+ "in ein Fenster. Ein Loch, das mindestens einen טפח im Quadrat misst und zwischen zwei Zelten sich befindet, in deren einem ein Toter liegt.",
+ "ist. Damit die טומאה nicht (nach VO 17) ins andere Zelt dringe.",
+ "wenn die Feigen oder das Stroh für sich allein. Ohne das Fass oder den Korb.",
+ "alles. Was sich im andern Raume befindet.",
+ "rein. Die nicht verunreinigungsfähigen Dinge verhindern das Weiterdringen der טומאה (VO 18).",
+ "unrein. Denn was durch ein Gerät gehalten werden muss, kann das Weiterdringen der טומאה nicht verhindern.",
+ "Wenn man ein Haus durch Krüge. Die neben und übereinander gelegt werden. L. hat: בקינקינים, das vielleicht, wie בקינקלים, „mit einem Gitterwerk“ bedeutet, vgl. Kelim 22, 10; hier würde ein metallenes Gitterwerk gemeint sein.",
+ "abteilt. Um den abgeteilten Raum vor der Unreinheit, die sich im andern Raum befindet, zu schützen (VO 15 und 16).",
+ "wenn die Beklebung für sich allein. Ohne die Krüge.",
+ "alles. Was sich im andern Raume befindet.",
+ "unrein. Denn da der Lehm nur durch die Geräte Bestand hat, kann er nicht vor der Unreinheit schützen. Indessen gilt dies nur, wenn die Mündungen der Krüge dem unreinen Raume zugewendet sind. Liegen aber die (irdenen) Krüge so, dass ihre Rückseite dem unreinen Raume zugewendet ist, so vermögen sie selbst, da ein irdenes Gerät von der Rückseite aus keine טומאה annimmt, auch vor der Toten-Unreinheit zu schützen, vgl. oben 5, 3."
+ ],
+ [
+ "welche dem Hause dient. Zur Erklärung dieses Ausdrucks vgl. weiter Mischna 6 Anf., Note 84.",
+ "Wenn eine Wand ans Freie. An die Strasse oder an den Hof.",
+ "grenzt. Nach Maim. muss auch die obere Wandfläche unter freiem Himmel stehen und darf nicht vom Dache bedeckt sein; sonst würde auch, wenn die טומאה in der äusseren Hälfte liegt, das Haus unrein sein (vgl. מ״א).",
+ "und in derselben. In einer vermauerten Höhlung der Wand, die keine טפח-Weite hat, die טומאה also רצוצה ist (VO 7). (Nach ר״ש muss jedoch die Wand eine kleine Öffnung nach dem Hause haben, s. תיו״ט). Sie ist jedoch nicht בוקעת ועולה, wenn sie in der innern Hälfte liegt. Wäre in der Höhlung ein freier Raum von einem Kubik-טפח, so würde die ganze Wand als קבר סתום zu beurteilen sein, nach VO 9.",
+ "wenn diese in der innern Hälfte. In der dem Hause anliegenden Hälfte der Wanddicke.",
+ "das Haus unrein. Sowie wenn die טומאה im Hause läge, da diese Hälfte der Wanddicke zum Hause gehört.",
+ "und was darüber. Über der טומאה in senkrechter Richtung.",
+ "bleibt rein. Trotzdem die Unreinheit רצוצה ist, dringt sio doch nicht in die Höhe, weil sie als im Hause befindlich betrachtet wird.",
+ "liegt sie aber in der äusseren Hälfte. In der dem Freien anliegenden Hälfte der Wanddicke.",
+ "so ist das Haus rein. Die טומאה wird nicht als im Hause liegend betrachtet, denn diese Hälfte gehört nicht zum Hause.",
+ "und was darüber. Über der טומאה in senkrechter Richtung.",
+ "unrein. Da die טומאה רצוצה in senkrechter Richtung in die Höhe dringt (VO 7).",
+ "Liegt sie in der Mitte. Die טומאה ist von innen und von aussen gleich weit entfernt, sodass die eine Hälfte der טומאה in der innern Hälfte der Wanddicke und die andere Hälfte der טומאה in der äusseren Hälfte liegt.",
+ "so ist das Haus unrein. Da, wenn auch nur die Hälfte der טומאה in dem zu einem bestimmten Zelte gehörigen Teile liegt, dieses Zelt unrein ist, wie wenn die ganze טומאה darin läge.",
+ "Was darüber. Über der טומאה in senkrechter Richtung.",
+ "steht, erklärt R. Meïr für unrein. Da die Hälfte der טומאה in der nach aussen gehörigen Hälfte liegt, dringt die טומאה als רצוצה nach oben. Doch ist dasjenige, was senkrecht über der Hälfte der טומאה sich befindet, die nach innen gehört, auch nach R. Meïr rein (יו״ב).",
+ "die Weisen aber erklären es für rein. Weil in diesem Falle die Wand ganz als zum Hause gehörig betrachtet wird, vgl. 10, 3.",
+ "die ganze Wand wird zum Hause gerechnet. Selbst wenn die טומאה in der äusseren Hälfte der Wand liegt, gilt es so, als wenn sie im Hause läge."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einer Wand. In einer Nische derselben, wie oben Note 44 angegeben.",
+ "und das zur reinen Hälfte. Zur Hälfte, in der keine טומאה liegt.",
+ "nähere rein. Selbstverständlich ist das, was über der טומאה in senkrechter Richtung sich befindet, rein, da die טומאה zu einem der beiden Häuser gehört und nicht nach oben dringt.",
+ "so sind beide Häuser unrein. Aus dem in Note 53 angegebenen Grunde.",
+ "und die Geräte befinden sich in der Zwischenwand. In einer vermauerten Höhlung der Wand, die keine טפח-Weite hat, die טומאה also רצוצה ist (VO 7). (Nach ר״ש muss jedoch die Wand eine kleine Öffnung nach dem Hause haben, s. תיו״ט). Sie ist jedoch nicht בוקעת ועולה, wenn sie in der innern Hälfte liegt. Wäre in der Höhlung ein freier Raum von einem Kubik-טפח, so würde die ganze Wand als קבר סתום zu beurteilen sein, nach VO 9.",
+ "sind unrein. Sowie, wenn sie im Hause lägen. Der Umstand, dass sie eingemauert sind, kann sie vor der טומאה nicht schützen. Nur wenn sie sich in einem anderen Zelte befänden oder in einem mit צמיד שתיל verschlossenen Gefässe wären (nach Kelim 10, 1), könnten sie vor der Unreinheit bewahrt bleiben.",
+ "die in der dem reinen Hanse anliegenden Hälfte befindlichen sind rein. Gleich denen, die sich im andern reinen Zelte befinden.",
+ "die genau in der Mitte liegenden sind unrein. Aus demselben Grunde, wie in Note 53.",
+ "Wenn sich eine Unreinheit im Estrich. מעזיבה, der Estrich (vgl. Kelim 20, 5). Das Dach des Hauses bestand aus dem Gebälk und dem darüberliegenden Estrich. Zwischen diesen beiden wurde noch eine Matte (מפץ) gelegt, die man an den Balken befestigte (Kelim das.).",
+ "zwischen dem Hause und dem Söller befindet. Sie ist dort eingeengt (רצוצה), wie in Note 44 angegeben.",
+ "Ist sie in der untern Hälfte. Diese gehört zum Hause, denn der Estrich dient auch dazu, das Gebälk zu festigen, auf dass es nicht schwanke.",
+ "ist sie in der obern Hälfte. Diese gehört zum Söller.",
+ "so sind beide unrein. Vgl. Note 53.",
+ "Befindet sich eine Unreinheit in einem der beiden Räume. Im Hause oder im Söller.",
+ "und im Estrich liegen Geräte. Wie in Note 44.",
+ "die in der Mitte liegenden sind unrein. Wie oben Note 61—63 begründet.",
+ "der ganze Estrich wird zum Söller gerechnet. Er wird als Fussboden des Söllers betrachtet, vgl. B. mezia 10, 2 Note 13."
+ ],
+ [
+ "Befindet sich eine Unreinheit zwischen den Balken. Die unter dem Estrich liegen und das Gebälk des Hauses bilden. Die Unreinheit befindet sich zwischen einem Balken und dem andern.",
+ "ein Scheide-Gegenstand. Etwa eine über die Unreinheit geklebte Lehmschicht.",
+ "wie eine Knoblauchschale. D. h. die Scheidewand darf noch so dünn sein, vgl. Kelim 9, 1.",
+ "wenn dort. Wo die Unreinheit liegt.",
+ "ein freier Raum von einer Kubik-Handbreite. Über der Unreinheit.",
+ "alles. Was sich im Hause und im Söller befindet.",
+ "unrein. Da die Stätte, welche die טומאה umschliesst, als ein verschlossenes Grab betrachtet wird, welches nach VO, 9 alle Zelte, die es ringsumher berühren, verunreinigt.",
+ "als wären sie verschlossen. Als wäre sie eine eingeengte Unreinheit (טומאה רצוצה), bei der die Bestimmung von VO, 7 gilt. So Bart. und And. Nach א״ר und יו״ב ist zu erklären: Man betrachtet den Fall so, wie wenn die טומאה im Estrich verschlossen wäre, wobei nach Mischna 4 zu entscheiden ist, je nachdem die טומאה in der obern oder untern Hälfte liegt.",
+ "Ist sie im Hause sichtbar. Es ist keine Scheidewand von der Dicke einer Knoblauchschale unter der טומאה. Nach Maimon. auch, wenn eine durchsichtige Scheidewand (z. B. von Glas) darunter ist.",
+ "so ist in jedem Falle. Sowohl wenn dort ein פותח טפח ist, oder nicht. So Bart. Nach א״ר und יו״ב: Sowohl wenn die טומאה in der untern als wenn sie in der obern Hälfte liegt; oder: sowohl wenn die טומאה zwischen den Balken als auch wenn sie im Estrich liegt.",
+ "das Haus unrein. Ebenso wie wenn die טומאה im Hause läge."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Haus einer Wand dient. Dieser Ausdruck ist verschieden von dem oben in Mischna 3 vorkommenden Ausdruck: „eine Wand, welche dem Hause dient.“ Letzterer Ausdruck bezeichnet jede der Wände, die auf der Oberfläche der Erde stehen und einen Raum einschliessen, wobei durch die Wände das Haus gebildet wird. Wenn man aber nebeneinander zwei Vertiefungen in die Erde gräbt, so heisst die zwischen beiden verbleibende Erdschicht nicht: „eine Wand, die dem Hause dient“, da diese Wand nicht das Haus (die Vertiefung) gebildet hat, sondern es haben im Gegenteil die Vertiefungen die Wand zu Stande gebracht; man sagt daher in folgendem Falle: das Haus dient der Wand (Maimon.).",
+ "so wird sie beurteilt nach der Dicke einer Knoblauch-Schale. Hier kommt es nicht darauf an, ob die טומאה zu einem oder zum anderen Hause näher liegt, wie oben in Mischna 4, da hier die Wand nicht für das Haus gemacht worden, sondern von selbst entstanden ist.",
+ "Ist eine Wand zwischen zwei Grab-Nischen. כוך, eine Grab-Nische, eine Vertiefung in der Wand der Grabhöhle, vgl. B. batra 6, 8.",
+ "und es befindet sich eine Unreinheit in den Räumen. In der Nische oder in der Höhle.",
+ "über welchen eine Scheidewand von der Dicke einer Knoblauch-Schale. D. h. die Scheidewand darf noch so dünn sein, vgl. Kelim 9, 1.",
+ "so sind die Geräte rein. Die dünnste Scheidewand genügt, den Zutritt der טומאה zu verhindern.",
+ "die Geräte ebenfalls rein. Indessen dringt die טומאה als טומאה רצוצה in senkrechter Richtung in die. Höhe und in die Tiefe (VO, 7). Nach יו״ב gilt unsere Bestimmung auch, wenn die Höhlung, in welcher die טומאה liegt, die Weite eines טפח hat. Dagegen meint מ״א, dass in letzterem Falle die Wand, wie ein verschlossenes Grab (VO, 9) alle anliegenden Räume verunreinigt.",
+ "Befindet sich die Unreinheit unter einer Säule. Die am Eingang der Höhle steht.",
+ "so dringt die Unreinheit aufwärts und abwärts. Wie jede eingeengte טומאה, nach VO, 7. Dasselbe gilt auch von einer Säule, die an einem Hause steht und bis zum Gebälke reicht."
+ ],
+ [
+ "welche unter dem Säulenknauf. פרח (vgl. 1. Kön. 7, 26) heisst das Capitäl einer Säule wegen der daran befindlichen blumenförmigen Verzierungen.",
+ "sich befinden. Die Geräte befinden sich unter dem Knauf, während die Unreinheit unter der Säule liegt.",
+ "sind rein. Die טומאה רצוצה unter der Säule dringt nur aufwärts und abwärts, aber nicht unter dem Knauf (VO, 7).",
+ "erklärt sie für unrein. Denn der Knauf wird wie die Säule betrachtet, so dass wenn die טומאה aufwärts dringt, dieselbe auch den vom Knaufe überdachten Geräten sich mitteilt.",
+ "Befinden sich unter dem Säulenknauf. Unter dem im Freien stehenden Teile desselben. L liest בכלים st. והכלים.",
+ "wenn dort. Unter dem Knauf.",
+ "ein freier Raum yon einer Kubik-Handbreite. Das ist der Fall, wenn das Capitäl eine Handbreite von der Säule hervorragt.",
+ "unrein. Da die Geräte und die Unreinheit unter einundderselben Bedachung liegen.",
+ "rein. Selbst wenn über der טומאה eine Bedachung von einer טפח-Breite und über den Geräten ebenfalls eine solche Bedachung vorhanden ist, aber zwischen diesen beiden Bedachungen ist der herausragende Teil des Knaufs keinen טפח breit, kann die טומאה nicht auf die Geräte übergeleitet werden, vgl. 12, 3 (יו״ב).",
+ "Wenn zwei Wandschränke. פרדסקים, nach R. Hai, Maim. und Aruch, ein Wandschrank, eine Nische in der Wand, die mit einer Türe versehen ist. Im Syr. ܦܰܪܪܺܝܣܩܳܐ, dasselbe. Die Etymologie ist unsicher; vielleicht πυργίσκος, Türmchen, Schränkchen.",
+ "nebeneinander oder übereinander sich befinden. Und in einem derselben liegt eine טומאה.",
+ "wenn einer. Derjenige, in welchem die טומאה liegt.",
+ "von beiden geöffnet wird. Und der andere bleibt verschlossen.",
+ "der Schrank und das Haus. Alles, was sich in diesen Räumen befindet.",
+ "unrein. Denn die Unreinheit verbreitet sich vom Schranke aus, der doch eine Öffnung von mindestens einem Quadrat-טשח hat, nach dem Hause. Dies ist aber auch der Fall, wenn die Türe dieses Schrankes verschlossen bleibt, falls die טומאה keinen andern Ausgang hat als durch das Haus (VO, 16).",
+ "der andere aber. Was im andern Schranke, selbst in der dem Hause anliegenden Hälfte der Wanddicke, sich befindet.",
+ "bleibt rein. Denn da der Schrank einen פותח טפח hat, so wird er nicht so wie die dem Hause dienende Wand beurteilt (Mischna 3), er gilt vielmehr als besonderes Zelt, dessen Verschluss das in demselben Befindliche vor der טומאה schützt.",
+ "Man betrachtet aber. Im Falle, dass die טומאה nicht im innern Raume der Schränke liegt, sondern in einer der anliegenden Wände vergraben ist, sei es in der Wanddicke hinter den Schränken, sei es in der Wand oberhalb oder unterhalb der Schränke, sei es in der an deren Seiten liegenden Wand.",
+ "als wären sie verstopft. Als wäre der innere Raum der Nischen ganz vermauert.",
+ "und dann wird bezüglich der dem Hause mitzuteilenden Unreinheit die Wand als in zwei Hälften geteilt beurteilt. Wie in Mischna 3. Wenn also die טומאה in der dem Hause anliegenden Hälfte der Wanddicke liegt, ist alles im Hause unrein, sonst rein. Dass man den innern Raum der Nische als verstopft betrachtet, ist zunächst bezüglich der dem Hause mitzuteilenden Unreinheit von Belang. Hat z. B. die Wand eine Dicke von zwei Ellen, von denen die Nische die Hälfte (eine Elle) einnimmt, und die טומאה liegt ¼ Elle hinter der Nische vergraben, so würde, wenn man die Nische nicht als vermauert ansähe, das Haus unrein sein, da die טומאה von innen nur ¼ Elle, von aussen aber ¾ Ellen entfernt liegt. Betrachtet man aber die Nische als verstopft, so liegt die טומאה von innen5/4 Ellen, von aussen aber nur3/4 Ellen entfernt, und das Haus ist rein. Ausserdem dringt auch, wenn ein Schrank über dem andern ist und es liegt eine טומאה unter dem Boden des unteren vergraben, die טומאה, da sie רצוצה ist, nach dem obern Schrank, weil beide Schränke als vermauert betrachtet werden (vgl. VO, 7). — Wir haben die beiden letzten Sätze nach Maim. erklärt."
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+ "Wenn eine Unreinheit in der Wand ist und einen freien Raum von einer Kubik-Handbreite. S. oben 3, 7.",
+ "hat. So dass die Wand als ein verschlossenes Grab betrachtet wird (VO, 9).",
+ "so sind alle darüber befindlichen Söller. Denen diese Wand ebenfalls als Wand dient, da sie hoch bis zum Dach des obersten Söllers hinaufragt. Ferner spricht unser Satz von dem Falle, dass die Enden der Balken aller Söller in Löchern dieser unreinen Wand stecken, so dass die Balken diese unreine Wand zugleich mit dem innern Raum der Söller überdachen (יו״ב).",
+ "unrein. Denn das Gebälk jedes Söllers bringt die Unreinheit des verschlossenen Grabes (der Wand) in den innern Raum des Söllers. Ebenso ist das Zimmer unter den Söllern unrein, da ja auch dessen Gebälk die unreine Wand und zugleich den innern Raum des Zimmers überdacht. Hätte die טומאה keinen freien Raum von einem Kubik-טפח, so würde sie, wenn sie in der äussern Hälfte der Wanddicke sich befände, als טומאה רצוצה bloss in senkrechter Richtung aufwärts und abwärts, aber nicht ins Innere der Söller dringen. Befände sich die טומאה in der inneren Hälfte der Wanddicke, so würde nach 6, 3 das anstossende Zimmer unrein sein, alle anderen Räume aber würden rein bleiben (יו״ב).",
+ "Ist aber ein Söller über zwei Häuser. Zwischen denen die unreine Wand sich befindet.",
+ "gebaut. Derart, dass die unreine Wand bloss unter dem innern Raum des untersten Söllers steht.",
+ "so ist nur dieser. Der unterste Söller.",
+ "unrein. Da die Unreinheit des verschlossenen Grabes (der Wand) hineindringt.",
+ "aber alle andern darüber befindlichen Söller bleiben rein. Denn das Gebälke des untersten verhindert das Weiterdringen der טומאה.",
+ "In einer Dünen-Wand. כותל שונית, vgl. die Erklärung weiter 18, 7: „Was heisst שונית? Der Ort, wo das Meer beim Sturm hinansteigt.“ Demnach heisst der Meeresstrand, soweit das Meer bei einer Sturmflut hinaufsteigt, שונית. Ein auf diesem sandigen Boden gebildeter Sandhügel, den man als Wand zu einer Hütte benutzte, ist wohl unter כותל שונית zu verstehen. Maimon. liest שנות ,שנית oder שנותי (L. und N. haben שנות) und erklärt es mit „zweite Wand“, die man dicht neben der ersten Wand gebaut hat, und die טומאה ist zwischen beiden Wänden eingeengt (רצוצה). Nach Bart. ist כותל שונית eine dicke starke Wand, die man als Damm gegen das stürmische Meer baut; nach Andern s. תוי״ט) eine Felsklippenwand, die (ebenso wie die Düne) nicht durch Menschenhände gemacht ist.",
+ "dringt die Unreinheit. Die sich in einer Höhlung derselben befindet.",
+ "in senkrechter Richtung aufwärts und abwärts. Selbst wenn in der Höhlung ein freier Raum von einem Kubik-טפח vorhanden ist, wird nicht, wie beim verschlossenen Grabe, alles Anliegende verunreinigt. Dies ist nur bei einer durch Menschenhände gebauten Wand der Fall (vgl. א״ר und יו״ב).",
+ "Bezüglich eines massiven. D. h. nicht mit einer Höhlung versehenen.",
+ "Grabmals. נפש, ein Grabmal, ebenso im Syr. ܢܰܦܫܳܐ (vgl. Schekalim 2, Ende). Dieses steht über einem Grabe, das keinen freien Raum von einem Kubik-טפח hat.",
+ "weil die Unreinheit nur senkrecht aufwärts und abwärts dringt. Wie eine טומאה רצוצה (VO, 7).",
+ "Ist aber am Orte der Unreinheit. Im Grabe (Maim.) oder im Sarge (Bart., vgl. Tos. B. batra 100b v. ורומן) vgl. VO 9.",
+ "was jenes. Das Grabmal.",
+ "weil es einem verschlossenen Grabe gleicht. Die Unreinheit des Grabmals gleicht der des darunter befindlichen Grabes (vgl מ״א).",
+ "Hat man daran. An das massive Grabmal, das über einem Grabe steht, das keinen חלל טפח hat (Maim.).",
+ "Lauben gesetzt. So dass das Grabmal den Lauben als Wand dient.",
+ "so sind sie. Die Lauben.",
+ "unrein. Denn das Grabmal ist eine Zeltwand geworden; es befindet sich demnach die Unreinheit in einem Zelte und verunreinigt dasselbe.",
+ "Jehuda erklärt sie. Die Lauben.",
+ "für rein. Denn das Grabmal gehört zum Grabe und wird nicht als Wand des Zeltes betrachtet, und da das Grabmal an den Seiten rein ist, so verunreinigt es nicht die Lauben. So nach Maim. Dagegen erklären ראב״ד und Andere, dass die Bestimmung über die Lauben sich auf das unmittelbar Vorhergehende bezieht, wo die Unreinheit einen חלל טפח hat. Dennoch erklärt R. Jehuda die Lauben für rein, weil die Lauben nur neben dem Grabmal stehen und darauf gestützt sind (vgl. יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Alle schrägen Teile der Zelte. Selbst diejenigen Teile, die nicht eine Handbreite hoch sind.",
+ "sind wie die Zelte selbst. Wie die Teile des Zeltes, welche das für ein Zelt bestimmte Mass, nämlich einen טפח in der Länge und ebensoviel in der Breite und in der Höhe messen. Hat ein Teil des Zeltes dieses Mass, so sind alle anderen Teile, wenn sie auch nicht dieses Mass haben, ebenso wie der erstere Teil zu betrachten.",
+ "dass sie am Ende nur eine Fingerbreite hoch. Vom Fussboden entfernt.",
+ "wenn eine Unreinheit im Zelte. Wo die Bedachung einen טפח vom Boden entfernt ist.",
+ "die Geräte unter dem Abhang. Wo die Bedachung nur eine Fingerbreite hoch liegt.",
+ "befindet sich eine Unreinheit unter dem Abhang. Wo die Bedachung nur eine Fingerbreite hoch liegt.",
+ "so sind die Geräte im Zelte. Wo die Bedachung einen טפח vom Boden entfernt ist.",
+ "unrein. Obwohl die טומאה unter einer Bedachung ist, die keinen טפח hoch liegt, so gilt sie doch nicht als טומאה רצוצה (VO 7), weil der Raum unter dieser Bedachung als Teil des andern einen טפח hoch liegenden Zeltes betrachtet wird.",
+ "Wenn die Unreinheit inwendig. Im innern Raum des Zeltes, sei es im hohen, sei es im niedrigen Teile (so nach ר״ש und ראב״ד). Nach Maimon. spricht unsere Stelle nur vom schrägen Teile (שיפוע), der keinen טפח hoch ist.",
+ "wer das Zelt. Nachdem der Tote bereits aus demselben entfernt wurde (ר״ש und יו״ב). Nach ראב״ד nur während der Tote noch darin ist; nach Maim. gelten unsere Bestimmungen in beiden Fällen. Jedenfalls spricht man hier von einem Zelte, das nach VO 21 durch eine Toten-Unreinheit selbst für sieben Tage unrein wird.",
+ "siebentägig unrein. Denn das Zelt ist wie der Tote ein אבי אבות הטומאה (nach Maim. VK 5), der dasselbe berührende Mensch wird also אב הטומאה (VK 4), wird also siebentägig unrein (VO 3). Nach ראב״ד wird der Mensch nur אב הטומאה, wenn er das Zelt berührt, während der Tote darin ist, wegen טומאה בחבורין, nach VO 25 (vgl. ס״ט). Der Satz חרב הרי היא כחלל gilt nur für Metallgeräte (VK 5).",
+ "wer es von aussen berührt. Die Aussenseite des Zeltes wird wie ein anderes Gerät betrachtet, das nur אב הטומאה ist, vgl. 1, 2 Note 11.",
+ "ist unrein bis zum Abend. Nach 1, 2, Note 12.",
+ "siebentägig unrein. Nach Maimon. weil die Aussenseite ein אבי אבות הטומאה und der Berührende (auch nach der Entfernung des Toten) ein אב הטומאה wird; nach ראב״ד wird der Berührende nur wegen טומאה בחבורין ein אב הטומאה (wie in Note 32 angegeben).",
+ "wer es von innen berührt. Die innere Seite wird in diesem Falle wie ein anderes Gerät betrachtet. Indessen ist das Zelt selbst, sowohl von innen als von aussen, ein אב הטומאה und sieben Tage unrein, ebenso auch im Falle von Note 33.",
+ "ist unrein bis zum Abend. Nach 1, 2, Note 12.",
+ "Befindet sich eine halbe Olivengrösse innerhalb und eine halbe Olivengrösse ausserhalb. In diesem Falle ist das Zelt selbst siebentägig unrein, da man die beiden halben Olivengrössen miteinander verbindet, nach der Ansicht der Weisen in 3, 1.",
+ "nur bis zum Abend unrein. Denn wenn auch bezüglich des Zeltes selbst die innere und äussere Seite als ein Gerät gilt (das zwei halbe כזית berührt hat), so werden diese beiden Seiten bezüglich des sie Berührenden wie zwei Geräte angesehen, und jede Seite ist nur so unrein, wie die Geräte, welche die vom Toten verunreinigten Geräte berühren (1, 2), wobei derjenige, der die ersteren berührt, nur bis zum Abend unrein wird (das. Note 12). So ר״ש; eine andere Begründung in יו״ב.",
+ "Schleppt sich. מרודד, (von רדד, niedertreten) niedergedrückt.",
+ "ein Teil des Zeltes. Des über dem Zelte liegenden Teppichs.",
+ "an der Erde hin. So dass gar kein freier Raum zwischen dem Teppich und der Erde vorhanden ist, oder, wenn ein solcher vorhanden ist, derselbe nicht mit dem innern Raum des Zeltes in Verbindung steht.",
+ "und es liegt eine Unreinheit darunter. Unter dem an der Erde sich hinschleppenden Teile.",
+ "oder darüber. Sie liegt auf diesem Teile.",
+ "so dringt diese nur senkrecht aufwärts und abwärts. So dass zwar das Zelt selbst (nach VO 21) unrein ist, aber wer hineingeht, ohne das Zelt zu berühren, rein bleibt; denn etwas, das bloss durch Berührung einer Toten-Unreinheit unrein geworden, bewirkt keine טומאת אהל, selbst wenn es (wegen חרב הרי הוא כחלל) ein אב הטומאה ist (VO 4).",
+ "Wenn ein Zelt auf einem Söller ausgespannt ist und ein Teil. Des Zeltteppichs.",
+ "sich hinschleppt über die Luke zwischen dem Hause. In welchem eine Toten-Unreinheit sich befindet.",
+ "Es schützt. Der die Luke bedeckende Teil des Teppichs schützt den Söller, dass die im Hause befindliche טומאה nicht in den Söller dringe.",
+ "wie ein Zelt gewöhnlich ausgespannt ist. Denn nach 8, 3 kann ein Teppich nur dann vor der טומאה schützen, wenn er als Zelt ausgespannt ist. R. Jose dagegen ist der Ansicht, dass in unserem Falle der Teppich schützt, weil er einerseits ein Zeltteppich ist, andererseits die Luke des Hauses bedeckt und daher mit dem Hause zusammen als ein Zelt betrachtet werden kann."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Toter. Erubin 68 a und Parallelst.",
+ "woran viele Türen sind. Wiewohl alle verschlossen sind.",
+ "so sind alle. Alle Türen, d. h. der Raum unter den Oberschwellen.",
+ "unrein. Denn die Türe, durch welche der Tote hinausgetragen werden soll, ist unrein, nach VO 13. Solange man aber nicht bestimmt hat, durch welche Türe der Tote hinausgetragen werden soll, sind alle unrein.",
+ "Ward eine geöffnet. Obgleich sie von selbst (etwa durch den Wind), aufgegangen ist.",
+ "alle andern aber sind rein. Von nun ab; was aber vorher unter den andern Oberschwellen gelegen hat (bevor die eine Türe geöffnet wurde), ist unrein (יו״ב)",
+ "Hat man beschlossen. D. h. man hat dies ausgesprochen, vgl. Kelim 25, 9 und B. Mezia 3, 12 Note 71.",
+ "welches vier Handbreiten im Quadrat gross ist. Dieses Mass ist nötig für einen Toten; für eine Olivengrösee von einem Toten genügt ein טפח im Quadrat (oben 3, 6).",
+ "so schützt dies alle Türen. Die noch verschlossen geblieben.",
+ "bevor der Tote gestorben ist. Denn nachdem einmal alle Türen unrein geworden, kann ein Beschluss die Unreinheit nicht beseitigen; es sei denn, dass eine Türe tatsächlich geöffnet worden.",
+ "Auch wenn er bereits gestorben ist. Genügt der Beschluss, die Unreinheit von nun ab (Note 53) zu beseitigen.",
+ "War einer der Eingänge zugebaut worden. Mit Steinen vermauert, während die anderen Eingänge bloss mit Türen verschlossen waren.",
+ "wenn man. An diesem vermauerten Eingang.",
+ "Sobald man die Öffnung begonnen hat. Nach beiden Ansichten genügt hier nicht der blosse Beschluss, den vermauerten Eingang zu öffnen; denn wo es noch der Arbeit bedarf, kann ein Gedanke nicht einmal verunreinigungsfähig machen (Kelim 26, 7), umsoweniger kann er Reinheit verursachen (מ״א).",
+ "machen will. Es war an dieser Stelle gar kein Eingang, und er will jetzt einen solchen herstellen.",
+ "machen muss. Sonst sind die anderen Türen nicht vor der Unreinheit geschützt."
+ ],
+ [
+ "aus einem Hause in ein anderes bringt. Und eine kurze Zeit, nachdem sie ins andere Haus gekommen, gebärt sie ein totes Kind.",
+ "so ist das erstere. Das Haus, aus dem man sie weggebracht.",
+ "wegen Zweifels unrein. Wiewohl ein im Innern des Mutterleibes eingeschlossenes totes Kind nicht verunreinigt (vgl. Kelim 8, 5 Note 37, Chullin 4, 3 Note 14), so ist das erste Haus dennoch unrein, weil es zweifelhaft ist, ob nicht bereits im ersten Hause der Kopf des toten Kindes herausgetreten war, wobei es schon als geboren gilt und das Haus verunreinigt.",
+ "und das zweite ist gewiss unrein. Dies ist selbstverständlich. Doch meint א״ר, die Mischna will sagen, selbst die Geräte, die man vor der Geburt des toten Kindes aus dem Hause weggeschafft, seien gewiss unrein, denn wir nehmen an, die Gebärmutter habe sich gleich beim Eintreten ins Haus geöffnet.",
+ "Wenn sie unter den Armen. גפים, Flügel, bedeutet auch Arme (wie ala); vgl. Sabbat 129 a.",
+ "gefasst werden musste. Weil sie nicht gehen konnte; da steht zu befürchten, dass das tote Kind bereits im ersten Hause herausgetreten ist.",
+ "wenn sie aber selbst gehen konnte. Vom ersten Hause ins zweite Haus.",
+ "ist es nicht möglich zu gehen. Es hat also sicherlich die Gebärmutter sich nicht im ersten Hause geöffnet.",
+ "Bei Fehlgeburten wird dieses Öffnen der Gebärmutter. Wovon R. Jehuda gesprochen hat.",
+ "wie ein Spindelwirtel. פיקה (vgl. Kelim 11, 6, Note 55). Nach Bechorot 22 a ist hier ein Wirtel gemeint, der heim Spinnen der Zettelfäden gebraucht wird; (beim Spinnen der Einschlagfäden wird ein grösserer Wirtel gebraucht). Nur wenn der Kopf der Fehlgeburt diese Grösse hat, ist das Gehen ein Zeichen, dass sich die Gebärmutter noch nicht geöffnet hat. Ist der Kopf aber kleiner, so kann die Frau noch gehen, trotzdem die Gebärmutter sich geöffnet hat; das erste Haus ist also auch, wenn die Frau ins zweite Haus gehen konnte, unrein."
+ ],
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+ "Ist. Bei einer Zwillingsgeburt.",
+ "so ist dieses. Wenn vor seiner Geburt das tote Kind aus dem Hause geschafft worden.",
+ "rein. Es ist nicht siebentägig unrein; denn solange das Kind im Mutterleibe eingeschlossen war, konnte es durch das tote Kind nicht verunreinigt werden (als טהרה בלועה, Chullin 71 a), und nachdem es geboren war, hatte man das tote Kind schon aus dem Hause geschafft. Indessen da die Mutter, die mit dem toten Kinde unter ein und demselben Zelte sich befand, siebentägig unrein geworden, so ist das lebende Kind bei der Geburt durch Berührung der Mutter bis zum Abend unrein geworden (1, 1, Note 8).",
+ "so ist das erste. Selbst wenn man es vor der Geburt des toten Kindes aus dem Hause geschafft.",
+ "unrein. Denn sobald die Gebärmutter bei der Geburt des lebenden Kindes sich geöffnet, wird dieses durch das tote Kind, das später ebenfalls herauskommen wird, verunreinigt (VO 13), vgl. aber auch יו״ב.",
+ "in einer Eihaut. שפיר, die Haut, in der das Embryo liegt.",
+ "ist es unrein. Denn in diesem Falle hat sich die Gebärmutter zwischen der Geburt des ersten lebenden Kindes und der des zweiten toten Kindes nicht geschlossen, so dass ersteres durch letzteres unrein geworden ist.",
+ "ist es rein. Wenn die Zwillinge in zwei Häuten herauskommen, schliesst sich die Gebärmutter nach dem Heraustreten des ersten lebenden Kindes, so dass dieses nicht durch das noch im Mutterleibe befindliche tote Kind verunreinigt wird (so nach א״ר und יו״ב, anders Bart.)."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Weib schwer gebärt. Und dadurch in Lebensgefahr schwebt.",
+ "zerschneidet man das Kind im Mutterleibe und holt es stückweise heraus. Solange das Kind nicht geboren ist, darf man es töten, um die Mutter zu retten.",
+ "Ist aber. Sanhedrin 72 b, Jerusch. das. VIII Ende, Jerusch. Ab. sara 2, 2.",
+ "der grösste Teil. Tos. Sanhed. 59a v. ליכא liest ראשו statt רובו. Nach Bart. und A. gilt unsere Bestimmung, sobald die Stirne herausgekommen ist.",
+ "darf man es nicht mehr verletzen. Denn dann gilt das Kind als bereits geboren, und man darf es, selbst um ein anderes Menschenleben zu retten, nicht töten.",
+ "denn man darf nicht ein Leben. Das Leben des Kindes.",
+ "für ein anderes. Für das Leben der Frau."
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+ ],
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+ "Manche Dinge bringen die Unreinheit. Wenn unter einem dieser Dinge eine Toten-Unreinheit und ein anderer Gegenstand gleichzeitig sich befinden, so wird von jenem die Unreinheit auf diesen Gegenstand übergeleitet, nach VO 5,",
+ "und können auch eine Scheidewand bilden. Wenn dieselben, sei es aufrecht stehend, sei es in horizentaler Lage, zwischen der Unreinheit und einem reinen Gegenstande sich befinden, so schützen sie letztern vor der Unreinheit, nach VO 8 und 15.",
+ "Eine Kiste. השידה bis ביבש, s. Kelim 15, 1.",
+ "welche. Diese Bestimmung bezieht sich auf alle vorher genannten Dinge.",
+ "ein Schurzfell. סקורטיא und קטבליא s. Kelim 16, 4, Note 41 und 44.",
+ "eine Bett-Unterlage. סקורטיא und קטבליא s. Kelim 16, 4, Note 41 und 44.",
+ "ein Laken. Nach Tos. Sabbat 27 b v. ואין ist hier von einem seidenen Laken die Rede; nach ר״ש von einem leinenen.",
+ "eine Decke. מפץ, Kelim 27, 2, Note 25.",
+ "oder Matte. מחצלת, Kelim 17, 17, Note 171.",
+ "die wie Zelte gemacht sind. D. h. sie sind als Dach über Wände ausgespannt. Diese Bestimmung bezieht sich auf die sechs letztgenannten Dinge, die doch als Geräte selbst verunreinigungsfähig sind und nach VO 19 nicht schützen sollten; wenn sie aber über Wänden als Dach ausgespannt sind, schützen sie. Nach Tos. l. c. ist mit dieser Bestimmung gemeint, dass sie am Erdboden befestigt sind.",
+ "eine Heerde von unreinem oder reinem Vieh. Die dicht gedrängt beisammen stehen.",
+ "Scharen. מכונה hat nach Maim. beim Wild dieselbe Bedeutung wie עדר beim Vieh. Nach Ar., רא״ש und Andern bedeutet es „Wohnstätte“ (wie מכון), Nest.",
+ "von Wild oder Geflügel. Nach L und N ist ועוף zu streichen.",
+ "ein ruhender Vogel. Nach Maim. muss der Vogel an der Stelle angebunden sein; nach ר״ש ist dies nicht nötig.",
+ "oder wenn eine Frau eine Laube für ihr Kind. Das sie mit aufs Feld nimmt, während sie erntet. And. LAA. statt לבנה vgl. bei ט״ש und יו״ב.",
+ "in den Ähren macht. Um es vor der Sonne zu schützen.",
+ "die Schwertlilie. אירוס = Ἶρις.",
+ "der Epheu. l. קיסוס = κισσός.",
+ "das Eselskraut. Nach R. Hai: Eselsgurken: nach Ar. identisch mit פקעת שדה (2. Kön. 4, 39).",
+ "der griechische Kürbis. Alle hier aufgezählten Kräuter haben besonders breite Blätter. Übrigens handelt es sich hier um Kräuter, die noch am Boden haften und daher nicht verunreinigungsfähig sind (VK 17), siehe weiter M. 5.",
+ "und reine Speisen. Damit sind gemeint Speisen, die nach VK 17 noch nicht zum Annehmen der טומאה vorbereitet sind.",
+ "gibt es bei reinen Speisen nicht zu. Weil man solche gewöhnlich nicht als Schutzdach (אהל) gebraucht.",
+ "ausser bei Feigenkuchen. Diese pflegte man als Schutzdach zu gebrauchen (Tosefta)."
+ ],
+ [
+ "Die Vorsprünge. זיז, ein Vorsprung von Stein oder Holz, der aus einer Wand herausragt, B. batra 3, 6.",
+ "die Altanen. גיזריות; Einige lesen: כסוסטראות (vgl. מ״ש). Auch in B. batra 3, 8 stehen זיזין und גזוזטראות beisammen, vgl. die Erklärung das. Über den Unterschied zwischen זיזין und גזריות vgl. weiter 14, 1.",
+ "die Taubenschläge. שובך, ein Taubenschlag, der aus der Wand herausragt und eine Bedachung über der Erde bildet (Maimon.).",
+ "die Felsenspitzen und Felsenklüfte. Vgl. Abschn. 3, Ende.",
+ "die Überhänge. גהרים (von גהר, sich niederbeugen), die Überhänge der Wände. Nach einer and. LA. (Aruch) heisst es הגחרים (aus dem arab. جحر) Höhlen, Grotten.",
+ "die Klippen. שננים, L: שננות, Mehrz. von שן סלע, Felsenklippe (Maim.),",
+ "Baumgezweig und herausragende Steine. Deren Erklärung weiter folgt.",
+ "wenn sie einen leichten Estrich. מעזיבה רכה, nach Maimon. und Bart.: ein leichter Estrich aus Weiden oder Schilf und ein wenig Lehm darüber. Nach einer anderen LA. heiset es מעזיבה רכה: ein schwerer Estrich (vgl. מ״ש). Nach יו״ב heisst מעזיבה רכה ein weicher Estrich. Es wird erfordert, dass die Zweige (resp. Steine) so eng nebeneinander sind, dass auch ein weicher Estrich nicht durchfalle.",
+ "Einen mittleren Estrich. Es muss so stark sein, dass es einen mittleren Estrich tragen kann; wenn es aber nur einen leichten tragen kann, bringt es nicht die Unreinheit und schützt nicht.",
+ "Baumgezweig. Nasir 54 b; Nidda 57 a.",
+ "der über die Erde eine Laube bildet. Dessen Zweige sich zur Erde hinabbiegen, so dass unter denselben eine Laube gebildet ist.",
+ "die aus der Mauer herausragen. Und eine Bedachung von mindestens einer טפח-Breite bilden, wenn auch die Steine durch kleine Zwischenräume von einander getrennt sind."
+ ],
+ [
+ "Eine Kiste. השידה bis ביבש, s. Kelim 15, 1.",
+ "welche. Diese Bestimmung bezieht sich auf alle vorher genannten Dinge.",
+ "keinen Boden haben. Sie haben keinen breiten flachen Boden, so dass sie nicht an einem Orte zu ruhen bestimmt sind.",
+ "oder wenn sie nicht vierzig Seah Flüssiges oder zwei Kor Trockenes fassen können. So dass sie auch gefüllt von Ort zu Ort getragen werden können und demnach Unreinheit annehmen. Alles aber, was Unreinheit annimmt, kann nicht vor der Unreinheit schützen (VO 19).",
+ "eine Bett-Unterlage. סקורטיא und קטבליא s. Kelim 16, 4, Note 41 und 44.",
+ "eine Decke. מפץ, Kelim 27, 2, Note 25.",
+ "oder Matte. מחצלת, Kelim 17, 17, Note 171.",
+ "die. Diese Bestimmung bezieht sich auf die sechs letztgenannten Dinge.",
+ "nicht wie Zelte gemacht sind. Vgl. oben Note 9.",
+ "totes Vieh oder Wild. Diese sind selbst unrein (VK 6 Ac) und können daher nicht vor der Unreinheit schützen.",
+ "und unreine Speisen. Speisen, die zur Annahme der טומאה vorbereitet sind (s. Note 20), und daher jetzt durch die Toten-Unreinheit verunreinigt werden und nicht zu schützen vermögen.",
+ "Diesen. Diesen bisher genannten Dingen, die im Gegensatz zu den in Mischna 1 aufgezählten Dingen stehen.",
+ "Die vom Menschen getriebene Mühle. D. i. eine kleine Handmühle, während die grosse Mühle von Tieren getrieben wurde. Nach ר״ש und Bart. ist hier die Rede von einer Handmühle, die Unreinheit annehmen kann. Nach Maim. dagegen schützt auch eine steinerne Handmühle nicht (trotzdem sie nicht verunreinigungsfähig ist, VK 15), weil man dieses Gerät, das leicht beweglich ist, nicht an demselben Ort für immer stehen lässt."
+ ],
+ [
+ "Ein ausgebreiteter Aufzug. Zettelfäden, die derart ausgespannt sind, dass sie einen unreinen Raum von einem reinen scheiden, schützen letzteren vor der Unreinheit. Dagegen wenn dieser Aufzug gleichzeitig einen Toten und Geräte überdacht, weiden die Geräte nicht unrein; denn nur ein fertiges Gewebe kann als Zelt die טומאה bringen.",
+ "Stricke eines Bettes. Das Strickgeflecht, welches um die Stangen des Bettrahmens gelegt wird, vgl. Kelim 16, 1, Note 14.",
+ "Lastkörbe. Vgl. Kelim 24, 9.",
+ "und Fenstergitter. Alle hier genannten Geräte sind gelöchert. Nur darf kein Loch einen טפח im Quadrat messen; vgl. Chullin 125 b."
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+ "welche noch am Boden haften. Weil diese Pflanzen nicht auch im Winter bestehen bleiben (Maim). Nach Tos. Sukka 13a v. ירקות: weil sie vom Winde hin und her bewegt werden.",
+ "mit Ausnahme der (oben. In M. 1.",
+ "aufgezählten Kräuter. Die im Sommer und Winter am Boden bestehen bleiben.",
+ "ein Hagelstein. כיפת, von כיפא ,כיף, Fels, Stein.",
+ "Eis. גליד (Targ. zu קיפאון, Sach. 14, 6), Frost, Eis.",
+ "Salz. Alle diese Dinge gelten nicht als Zelte, weil sie zerfliessen und nicht bestehen bleiben.",
+ "was von einem Ort zum andern. Über die טומאה hinweg.",
+ "springt. דלג heisst, wenn man mit einem Fuese hinwegspringt, während der andere Fuss auf der Erde ruht.",
+ "und was von einem Ort zum andern. Über die טומאה hinweg.",
+ "hüpft. קפץ bedeutet mit beiden Füssen gleichzeitig wegspringen (Maimon.), vgl. ס״ט.",
+ "ein fliegender Vogel. Tos. Erubin 30 b. v. ומר.",
+ "ein flatternder Mantel. Der vom Winde durch die Luft getragen wird. S. Tos. Nasir 55 a.",
+ "was dasselbe festhalten kann. Dass es sich nicht hin und her bewege. S. Sabbat 101 b.",
+ "oder hat man auf den Mantel einen Stein gedrückt. Auf das eine Ende, während das andere vom Winde bewegt wird und ein Zelt bildet.",
+ "so bringen sie die Unreinheit. Doch können sie nicht schützen; so יו״ב; nicht so מ״א.",
+ "Ein Haus auf dem Schiffe. Wenn man z. B. auf dem Schiffe eine Hütte errichtet hat (vgl. Sukka 22 b).",
+ "bringt nicht die Unreinheit. Weil es beim Seewind nicht bestehen bleibt (ס״ט). Nach Andern will R. Jose nur sagen, dass das Haus auf dem Schiffe dem Schiffe gleicht, das, weil beweglich, die Unreinheit nicht bringt."
+ ],
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+ "Wenn zwei Fässer. Irdene.",
+ "mit einem anschliessenden Deckel. Nach Kelim 9, 7, Note 76.",
+ "so sind sie. Die Fässer.",
+ "rein. Da doch jedes Fass mit צמיד פתיל verschlossen ist, welches, selbst wenn ein ganzes זית im anderen Fasse wäre, das Eindringen der טומאה verhindern würde; umsomehr ist dies hier der Fall, da bloss ein halb זית im andern Fasse sich befindet.",
+ "und das Haus unrein. Denn der צמיד פתיל schützt bloss die im Gefässe befindlichen Dinge vor Verunreinigung, verhindert aber nicht, dass eine im Gefässe befindliche טומאה hinausdringe und andere Dinge verunreinige (Kelim 8, 6, Note 48). Die beiden halben זית werden auch mit einander verbunden, nach 3, 1.",
+ "so ist dieses. Das nicht mehr durch צמיד פתיל geschützt ist.",
+ "und das Haus. Nach Note 66.",
+ "aber das andere ist rein. Da es durch צמיד פתיל geschützt ist.",
+ "Ebenso verhält es sich bei zwei Zimmern. In deren jedem ein halb זית eines Toten sich befindet.",
+ "die. Jedes von beiden.",
+ "gegen das Haas. Jedes hat eine Türe nach dem Hause und sonst keinen Ausgang.",
+ "zu öffnen sind. Wenn auch die Türen verschlossen sind, ist das Haus dennoch unrein wegen סוף טומאה לצאת, vgl. 4, 1, Note 12. Die Zimmer sind aber rein, da in jedem nur ein halb זית sich befindet und die Türen verschlossen sind, so dass die טומאת vom Hause aus nicht eindringt, vgl. 4, 1."
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+ "Wenn ein Bienenkorb. כורת, ein zylinderförmiger Korb, dessen eine Grundfläche (der Boden) fest ist, während die andere (die Mündung) geöffnet werden kann und hier als offen vorausgesetzt wird. Es handelt sich hier jedenfalls um einen Korb, der nicht verunreinigungsfähig ist. Nach Maim. ר״ש und A. ist der Korb so gross, dass er 40 Seah fasst, so dass er nach Kelim 15, 1 keine Unreinheit annimmt. Doch wird dagegen eingewendet, dass ja solche Geräte nach 8,1 auch vor der טומאה schützen (חוצצין), während hier vorausgesetzt wird, dass der Korb nicht חוצץ ist. Diesem Einwand begegnet מ״א damit, dass ein so grosses Gerät zwar im Freien als אהל betrachtet wird und חוצץ ist; jedoch im Hause, das ein festes Zelt (אהל קבע) ist, kann ein solches bewegliches Zelt (אהל עראי) nicht schützen (vgl. Sukka 21b). — Andere Erklärer jedoch (א״ר ,ראב״ד) nehmen an, dass hier nicht von einem 40 Seah fassenden Korbe die Rede ist, sondern von einem, der aus einem anderen Grunde keine טומאה annimmt, entweder weil er Löcher (Fluglöcher) hat (א״ר), oder weil er aus nicht verunreinigungsfähigem Material (VK 15) gefertigt ist.",
+ "in der Türe eines Hauses steht. Und zwar auf der Seite, d. h. auf dem Zylinder-Mantel liegend.",
+ "und zwar mit der Mündung nach aussen. Und mit dem Boden nach innen.",
+ "und es liegt eine Olivengrösse vom Toten draussen unter. So dass diese eine טומאה רצוצה ist (VO 7), da unter dem Korbe kein חלל טפח vorhanden ist.",
+ "oder über dem Korbe. Unter freiem Himmel.",
+ "was gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "der Olivengrösse darunter oder darüber liegt. Nach Maimon. auch was im Innern des Korbes gerade gegenüber der Unreinheit liegt; dagegen nach ר״ש und Bart. ist im Innern des Korbes alles rein.",
+ "unrein. Wenn die Unreinheit unter dem Korbe liegt, verunreinigt sie als טומאה רצוצה alles in senkrechter Richtung (bloss das im Korbe Befindliche wird nach ר״ש und Bart. durch den Korb geschützt). Wenn aber die Unreinheit über dem Korbe liegt, so ist sie, als unter freiem Himmel liegend, zwar Dicht בוקעת ויורדת (VO 7); doch verunreinigt sie bis zum Erdboden alles, was ihr gerade gegenüber liegt (vgl. 10, 6); der Korb kann vor der Unreinheit keinen Schutz gewähren, nach Abschn. 6, 1.",
+ "was nicht derselben gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "ferner was im Korbe ist. Nach ר״ש und Bart. (Note 8) auch wenn es gerade gegenüber der Unreinheit liegt, weil der Korb alles, was in demselben ist, vor der Unreinheit schützt; nach Maim. nur wenn es nicht gerade gegenüber der Unreinheit liegt.",
+ "und das Haus. Alles was sich im Hause befindet.",
+ "sind rein. Denn alles was neben einer טומאה רצוצה liegt, ohne diese zu berühren, ist rein (VO 7).",
+ "so ist nur das Haus. Auch was unter dem im Hause befindlichen Teil des Korbes liegt (מ״א).",
+ "unrein. Dagegen sind die Geräte im Korbe rein, da dessen Mündung nach aussen steht.",
+ "ist sie im Korbe. Einerlei, ob in dem Teile, der im Hause ist, oder in dem, der draussen ist.",
+ "so ist alles. Was im Korbe, unter oder über dem Korbe, oder im Hause sich befindet.",
+ "unrein. Da nach 6, 1 ein Gerät wohl als Zelt wirkt, zu verunreinigen, aber nicht vor Unreinheit zu schützen, so bringt der obere Teil des Korbes als Zelt die Unreinheit an alle genannten Orte, weil die obere und untere Mantel-Fläche sowie der Boden des Korbes vor der Unreinheit keinen Schutz bieten (Maim., מ״א ,א״ר, anders ר״ש und Bart.)."
+ ],
+ [
+ "Steht ein solcher Korb eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und eine Unreinheit ist darunter. Von da kommt die טומאה auch ins Haus, da dieser Raum mit dem Hause ein אהל bildet. Ebenso nach oben, da der Korb nicht schützt (nach 6, 1).",
+ "oder im Hause. Von da kommt die טומאה unter den Korb (nach Note 18), und von hier nach oben (das).",
+ "oder darüber. S. Note 15. Von da kommt die טומאה unter den Korb (nach Note 8), und von hier nach dem Hause und überallhin nach oben, da sobald die טומאה unten ist, das untere Zelt als mit טומאה angefüllt betrachtet wird.",
+ "so ist alles unrein. Was unter oder über dem Korbe oder im Hause liegt.",
+ "ausgenommen was im Korbe ist. Weil der Korb als nicht verunreinigungsfähiges Gerät (Note 1) alles, was darin sich befindet, vor Unreinheit schützt (s. aber Note 8 und מ״א).",
+ "so ist alles. Was im Korbe, unter oder über dem Korbe, oder im Hause sich befindet.",
+ "unrein. Nach Note 16."
+ ],
+ [
+ "Wobei sind obige Worte. Dass der Korb vor der Unreinheit nicht schützt.",
+ "Wenn der Korb noch als Gerät gilt. Er ist nicht derart beschädigt, dass er nicht mehr als Gerät gelten kann.",
+ "und lose. מחלחלת (bezieht sich auf כורת) lose stehend, vgl. Kelim 10, 3.",
+ "steht. Er steht so lose zwischen den Türpfosten, dass er nicht zusammen mit den Zelt-Wänden wie ein Zelt schützen kann, nach 5, 5 Ende. Wir folgen hier der Erklärung des R. Josua Heller in seiner Schrift מעיני יהושע (Wilna 1879). Die anderen Erklärer erklären מחולחלת mit „gelöchert“, „mit Löchern versehen“; Maim. fasst es als „hohl“, „inwendig nicht mit Stroh ausgefüllt.“ Alle diese Erklärungen bieten grosse Schwierigkeiten, die in obiger Schrift ausführlich dargelegt sind.",
+ "ist er aber durchbrochen. Am Boden, so dass er nichts mehr aufnehmen könnte und deshalb den Charakter eines כלי verloren hat und als Zelt (אהל) zu betrachten ist, so תוי״ט (anders מ״א und יו״ב).",
+ "und mit Stroh zugestopft. Dies macht ihn nicht wieder zum כלי, da dies keine vollständige Reparatur ist; indessen bewirkt doch diese Verstopfung soviel, dass die טומאה nicht durch die Öffnung eindringen kann (vgl. 8, 1).",
+ "oder steht er gedrängt. אפוצה, die Tosefta hat אפוסה (vom arab. عغص, zusammendrücken), gedrängt stehend. In Jer. Pesach. I, 27 c wird מחוללות und אפוצות von Fässern gebraucht, die in Zwischenräumen, resp. gedrängt nebeneinander stehen. Entsprechend den in Note 27 angeführten divergierenden Erklärungen zu מחלחלת sind auch die Deutungen von אפוצה verschieden. Nach Maim. bedeutet es „ausgestopft“ mit Stroh, so dass kein חלל טפח im Innern vorhanden ist. Die anderen Erklärer fassen es als „zugemacht, verschlossen“; die Löcher sind alle so zugemacht, dass kein טפח offen geblieben.",
+ "wann heisst er gedrängt stehend. Wie viel Zwischenraum darf zwischen dem Korbe und der Wand sein, dass ersterer noch als gedrängt stehend bezeichnet werden kann.",
+ "wenn er auf keiner Seite. Der Wände.",
+ "einen Zwischenraum von einer Handbreite hat. Ein Zwischenraum von weniger als einer Handbreite wird bezüglich der Unreinheits-Vorschriften als nicht vorhanden betrachtet, wie wenn die beiden getrennten Gegenstände mit einander verbunden (לבוד) wären (vgl. מ״א); vgl. auch oben Abschn. 5, Note 89 und 76 (etwas abweichend bei מעיני יהושע).",
+ "Liegt eine Olivengrösse vom Toten unter dem Korbe. Als טומאה רצוצה (VO 7).",
+ "was dieser gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "abwärts bis zum Abgrund liegt. Dagegen kann die טימאה nicht nach aufwärts und nicht einmal in das Innere des Korbes dringen, da der Korb als Zelt gilt, das vor der טומאה schützt.",
+ "liegt die Unreinheit über dem Korbe. Im Freien.",
+ "unrein. Nach VO 7; nach unten dringt die טומאה nicht, da der Korb schützt.",
+ "so ist nur das Haus unrein. Nach מהר״ם bei תוי״ט auch was unter dem im Hause befindlichen Teile des Korbes ist; doch wird dies von מ״א bestritten.",
+ "unrein. Denn da der Korb als Zelt betrachtet wird, so kann die טומאה nicht in einen anderen Raum hinausdringen, es sei denn, dass es durch eine Türe oder ein Fenster mit demselben verbunden ist."
+ ],
+ [
+ "Steht ein solcher Korb. Wie er in Mischna 3 (Note 28 bis 33) bezeichnet ist.",
+ "eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und eine Unreinheit ist darunter. Von da kommt die טומאה auch ins Haus (wie in Note 18 angegeben), aber nicht nach oben, da in unserem Falle der Korb als Zelt gilt und schützt.",
+ "oder im Hause. Von da kommt die טומאה unter den Korb (wie in Note 19), aber nicht nach oben (nach Note 41).",
+ "das Innere. Dieses wird von dem allseitig verschlossenen Korbe geschützt. Sogar der Teil des Innern, der im Hause ist, ist rein.",
+ "des Korbes und was darüber. Nur auf dem ausserhalb des Hauses befindlichen Teil. Das dort Liegende wird nach Note 41 und 42 durch den Korb geschützt.",
+ "so ist nur dieses Innere unrein. Wie oben Note 39.",
+ "unrein. Wie in Note 37."
+ ],
+ [
+ "Wobei gelten obige Worte. Die in den 4 ersten Mischna’s gegebenen Bestimmungen.",
+ "Wenn die Mündung des Korbes nach aussen geht. Bisher wurden 4 Fälle (in 4 Mischna’s) vorgeführt, die von einem Korbe sprechen, dessen Mündung nach aussen geht; nun werden in Mischna 5—8 dieselben 4 Fälle besprochen hinsichtlich eines Korbes, dessen Mündung nach innen geht, so dass Mischna 5 der M. 1, M. 6 der M. 2, M. 7 der M. 3 und M. 8 der M. 4 entspricht.",
+ "wenn aber nach innen. Die Mündung ist nach innen geöffnet, so dass der innere Raum des Korbes mit dem des Hauses vereinigt ist und die טומאה von dem einen Raume in den andern dringen kann.",
+ "und eine Olivengrösse vom Toten sich darunter. So dass diese eine טומאה רצוצה ist (VO 7), da unter dem Korbe kein חלל טפח vorhanden ist.",
+ "oder darüber. Unter freiem Himmel.",
+ "was gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "darüber und darin. Das Wort ותוכה muss nach den in Note 8 angeführten Ansichten des ר״ש und Bart., sowie nach fast allen anderen Erklärern gestrichen werden. Nur nach der in Note 9 angeführten Ansicht des Maimon. kann ותוכה stehen bleiben.",
+ "unrein. Wenn die Unreinheit unter dem Korbe liegt, verunreinigt sie als טומאה רצוצה alles in senkrechter Richtung (bloss das im Korbe Befindliche wird nach ר״ש und Bart. durch den Korb geschützt). Wenn aber die Unreinheit über dem Korbe liegt, so ist sie, als unter freiem Himmel liegend, zwar Dicht בוקעת ויורדת (VO 7); doch verunreinigt sie bis zum Erdboden alles, was ihr gerade gegenüber liegt (vgl. 10, 6); der Korb kann vor der Unreinheit keinen Schutz gewähren, nach Abschn. 6, 1.",
+ "was der Olivengrösse nicht gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "was im Korbe ist. Nach ר״ש und Bart. (Note 8) auch wenn es gerade gegenüber der Unreinheit liegt, weil der Korb alles, was in demselben ist, vor der Unreinheit schützt; nach Maim. nur wenn es nicht gerade gegenüber der Unreinheit liegt.",
+ "und das Haus. Alles was sich im Hause befindet.",
+ "sind rein. Denn alles was neben einer טומאה רצוצה liegt, ohne diese zu berühren, ist rein (VO 7).",
+ "Ist die Unreinheit im Korbe. Einerlei, ob in dem Teile, der im Hause ist, oder in dem, der draussen ist.",
+ "so ist alles. Was im Korbe, unter oder über dem Korbe, oder im Hause sich befindet.",
+ "unrein. Denn da der innere Raum des Korbes und des Hauses als vereinigt gelten, ist in jedem der beiden Fälle die טומאה im Korbe befindlich, und von da dringt sie nach unten und nach oben, weil die Wände des Korbes nicht schützen, nach Note 16."
+ ],
+ [
+ "Steht ein solcher Korb eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und eine Unreinheit ist darunter. Von da kommt die טומאה auch ins Haus, da dieser Raum mit dem Hause ein אחל bildet. Ebenso nach oben, da der Korb nicht schützt (nach 6, 1).",
+ "oder im Hause. Sobald die טומאה im Hause ist, dringt sie durch die Mündung des Korbes in dessen Inneres, so dass auch das Innere vom Korbe nicht geschützt werden kann und unrein wird.",
+ "so ist alles unrein. Während oben in Mischna 2 das Innere des Korbes nach Note 22 geschützt wird, ist dies hier nicht der Fall, weil die טומאת vom Hause durch die Mündung des Korbes in dessen Inneres gelangt."
+ ],
+ [
+ "Wobei sind obige Worte. In Mischna 5 und 6.",
+ "wenn der Korb noch als Gerät gilt. Er ist nicht derart beschädigt, dass er nicht mehr als Gerät gelten kann.",
+ "und lose. מחלחלת (bezieht sich auf כורת) lose stehend, vgl. Kelim 10, 3.",
+ "steht. Er steht so lose zwischen den Türpfosten, dass er nicht zusammen mit den Zelt-Wänden wie ein Zelt schützen kann, nach 5, 5 Ende. Wir folgen hier der Erklärung des R. Josua Heller in seiner Schrift מעיני יהושע (Wilna 1879). Die anderen Erklärer erklären מחולחלת mit „gelöchert“, „mit Löchern versehen“; Maim. fasst es als „hohl“, „inwendig nicht mit Stroh ausgefüllt.“ Alle diese Erklärungen bieten grosse Schwierigkeiten, die in obiger Schrift ausführlich dargelegt sind.",
+ "ist er aber durchbrochen. Am Boden, so dass er nichts mehr aufnehmen könnte und deshalb den Charakter eines כלי verloren hat und als Zelt (אהל) zu betrachten ist, so תוי״ט (anders מ״א und יו״ב).",
+ "und mit Stroh zugestopft. Dies macht ihn nicht wieder zum כלי, da dies keine vollständige Reparatur ist; indessen bewirkt doch diese Verstopfung soviel, dass die טומאה nicht durch die Öffnung eindringen kann (vgl. 8, 1).",
+ "oder steht er gedrängt. אפוצה, die Tosefta hat אפוסה (vom arab. عغص, zusammendrücken), gedrängt stehend. In Jer. Pesach. I, 27 c wird מחוללות und אפוצות von Fässern gebraucht, die in Zwischenräumen, resp. gedrängt nebeneinander stehen. Entsprechend den in Note 27 angeführten divergierenden Erklärungen zu מחלחלת sind auch die Deutungen von אפוצה verschieden. Nach Maim. bedeutet es „ausgestopft“ mit Stroh, so dass kein חלל טפח im Innern vorhanden ist. Die anderen Erklärer fassen es als „zugemacht, verschlossen“; die Löcher sind alle so zugemacht, dass kein טפח offen geblieben.",
+ "wann heisst es gedrängt stehend. Wie viel Zwischenraum darf zwischen dem Korbe und der Wand sein, dass ersterer noch als gedrängt stehend bezeichnet werden kann.",
+ "wenn er auf keiner Seite. Der Wände.",
+ "einen Zwischenraum von einer Handbreite hat. Ein Zwischenraum von weniger als einer Handbreite wird bezüglich der Unreinheits-Vorschriften als nicht vorhanden betrachtet, wie wenn die beiden getrennten Gegenstände mit einander verbunden (לבוד) wären (vgl. מ״א); vgl. auch oben Abschn. 5, Note 89 und 76 (etwas abweichend bei מעיני יהושע).",
+ "Liegt eine Olivengrösse vom Toten unter dem Korbe. Als טומאה רצוצה (VO 7).",
+ "was dieser gegenüber abwärts bis zum Abgrunde liegt. Dagegen kann die טימאה nicht nach aufwärts und nicht einmal in das Innere des Korbes dringen, da der Korb als Zelt gilt, das vor der טומאה schützt.",
+ "liegt die Unreinheit über dem Korbe. Im Freien.",
+ "unrein. Nach VO 7; nach unten dringt die טומאה nicht, da der Korb schützt.",
+ "so ist alles im Korbe und im Hause Befindliche unrein. Da das Innere des Korbes nach dem Hause offen ist und mit diesem ein Zelt bildet, so dass die טומאה von einen Raume in den andern dringt. Nach oben und nach unten aber kann die טומאה nicht dringen, weil die Wände des Korbes חוצץ sind."
+ ],
+ [
+ "Steht ein solcher Korb. Wie er in Mischna 7 bezeichnet ist.",
+ "eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und eine Unreinheit ist darunter. Von da kommt die טומאה auch ins Haus (wie in Note 18 angegeben), aber nicht nach oben, da in unserem Falle der Korb als Zelt gilt und schützt.",
+ "oder im Hause. Von da kommt die טומאה sowohl unter den Korb, als auch durch die Mündung in den Korb.",
+ "oder im Korbe. Von da kommt die טומאה durch die offene Mündung ins Haus, und vom Hause unter den Korb, da von hier ein חלל טפח nach dem Hause geht.",
+ "so ist alles. Die 3 genannten Räume",
+ "ausgenommen was über dem Korbe ist. Ausserhalb des Hauses. Dieser Raum wird durch die Wand des Korbes geschützt.",
+ "unrein. Wie in Note 37."
+ ],
+ [
+ "Füllt ein solcher Korb. Der nicht verunreinigungsfähig ist, nach Note 1.",
+ "das ganze Haus aus. Er befindet sich ganz im Innern des Hauses und ruht mit seinem Boden auf der Erde, während die Mündung nach oben gerichtet ist.",
+ "so dass zwischen ihm und dem Gebälke keine Handbreit-Weite vorhanden ist. Der Rand der offenen Mündung ist von der Decke des Hauses keine Handbreite entfernt.",
+ "das Haus unrein. Weil die טומאה keinen andern Ausgang hat, als durch das Haus, vgl. Abschn. 4, Note 12.",
+ "rein. Weil die טומאה nicht in einen Raum dringen kann, der nicht eine Öffnung von der Weite eines טפח hat. Das Gerät schützt in diesem Falle seinen Inhalt zusammen mit den Zeltwänden (s. Abschn. 5. Note 76 und 89).",
+ "aber nicht hinein. Vgl. Abschn. 3. Mischna 7.",
+ "ob er aufrecht steht. Und bis nahe an die Decke reicht (Note 64).",
+ "oder auf der Seite liegt. So dass dessen Mündung von der Wand des Hauses weniger als einen טפח entfernt liegt.",
+ "ob es ein Korb ist oder zwei übereinander. Der Boden des obern Korbes ruht auf der Mündung des untern, und zwischen der Mündung des obern Korbes und der Decke des Hauses ist die Entfernung weniger als ein טפח."
+ ],
+ [
+ "Steht ein solcher Korb. Der nicht verunreinigungsfähig ist, nach Note 1.",
+ "im Eingang. Aufrecht mit dor Mündung nach oben.",
+ "so dass zwischen ihm und der Überschwelle. Statt המשקוף lesen T., N. u. and. השקוף. Nach ס״ט versteht mau unter שקוף die ganze Einfassung des Eingangs: Unter und Oberschwelle samt beiden Pfosten.",
+ "keine Handbreit-Weite vorhanden ist. Selbstverständlich ist auch unter dem Korbe kein חלל טפח vorhanden, da er auf dem Boden ruht, wie der Ausdruck עומדת zeigt (יו״ב).",
+ "das Haus rein. Da die Mündung des Korbes als durch die Oberschwelle, von der sie keinen טפח entfernt ist, verschlossen betrachtet wird, so schützt der Korb zusammen mit den Zeltwänden.",
+ "unrein. Es spricht hier von dem Falle, dass der Korb den ganzen Eingang ausfüllt (vgl. oben Note 72 die Erklärung von ס״ט), so dass die טומאה keinen andern Ausgang hat, als durch den Korb. Es ist hier derselbe Fall, wie in Abschn. 4, M. 3, wo ein Schrank den ganzen Eingang ausfüllt. Nach ר״ש und A. ist zu lesen טהור statt טמא. Nach dieser LA. handelt der Satz von dem Falle, dass das Haus noch eine andere Türe hat, die geöffnet worden ist.",
+ "aber nicht hinein. Diese Begründung bezieht sich (nach unserer LA.) auf den ersten Satz, wonach, wenn die Unreinheit im Korbe ist, das Haus rein bleibt; denn obwohl die טומאה im Korbe vergraben (טמונה) ist, so dringt sie wohl hinaus nach aussen, aber nicht ins Haus (מ״א)."
+ ],
+ [
+ "Liegt der Korb. Der ein nicht verunreinigungsfähiges Gerät ist.",
+ "auf der Seite im Freien. Die Bestimmungen in unserer Mischna sind identisch mit denen in Mischna 1; nur dass hier das Haus nicht in Betracht kommt, da der Korb unter freiem Himmel steht.",
+ "und eine Olivengrösse vom Toten liegt unter. So dass diese eine טומאה רצוצה ist (VO 7), da unter dem Korbe kein חלל טפח vorhanden ist.",
+ "was gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "der Olivengrösse darunter oder darüber liegt. Nach Maimon. auch was im Innern des Korbes gerade gegenüber der Unreinheit liegt; dagegen nach ר״ש und Bart. ist im Innern des Korbes alles rein.",
+ "unrein. Wenn die Unreinheit unter dem Korbe liegt, verunreinigt sie als טומאה רצוצה alles in senkrechter Richtung (bloss das im Korbe Befindliche wird nach ר״ש und Bart. durch den Korb geschützt). Wenn aber die Unreinheit über dem Korbe liegt, so ist sie, als unter freiem Himmel liegend, zwar Dicht בוקעת ויורדת (VO 7); doch verunreinigt sie bis zum Erdboden alles, was ihr gerade gegenüber liegt (vgl. 10, 6); der Korb kann vor der Unreinheit keinen Schutz gewähren, nach Abschn. 6, 1.",
+ "was nicht derselben gerade gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "ferner was im Korbe liegt. Nach ר״ש und Bart. (Note 8) auch wenn es gerade gegenüber der Unreinheit liegt, weil der Korb alles, was in demselben ist, vor der Unreinheit schützt; nach Maim. nur wenn es nicht gerade gegenüber der Unreinheit liegt.",
+ "ist rein. Denn alles was neben einer טומאה רצוצה liegt, ohne diese zu berühren, ist rein (VO 7).",
+ "so ist alles. Was im Korbe, unter oder über dem Korbe liegt.",
+ "unrein. Da nach 6, 1 ein Gerät wohl als Zelt wirkt, zu verunreinigen, aber nicht vor Unreinheit zu schützen, so bringt der obere Teil des Korbes als Zelt die Unreinheit an alle genannten Orte, weil die obere und untere Mantel-Fläche sowie der Boden des Korbes vor der Unreinheit keinen Schutz bieten (Maim., מ״א ,א״ר, anders ר״ש und Bart.)."
+ ],
+ [
+ "eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und eine Unreinheit ist darunter. Von da kommt die טומאה über den Korb, da der Korb nicht schützt (nach 6, 1).",
+ "oder darüber. S. Note 20.",
+ "so ist alles. Was unter oder über dem Korbe liegt.",
+ "ausgenommen was im Korbe ist. Weil der Korb als nicht verunreinigungsfähiges Gerät (Note 1) alles, was darin sich befindet, vor Unreinheit schützt (s. aber Note 8 und מ״א).",
+ "so ist alles. Was im Korbe, unter oder über dem Korbe liegt.",
+ "unrein. Die bisherigen Bestimmungen dieser Mischna sind identisch mit denen der Mischna 2; nur dass das Haus hier nicht in Betracht kommt.",
+ "Wobei. Von hier ab werden bis zum Ende dieser Mischna Bestimmungen gegeben, welche (mit wenigen Variationen) denen der Mischnas 3 und 4 gleich sind.",
+ "sind obige Worte. Dass der Korb vor der Unreinheit nicht schützt.",
+ "Wenn der Korb noch als Gerät. Er ist nicht derart beschädigt, dass er nicht mehr als Gerät gelten kann.",
+ "gilt. Das hier und in M. 14 מחולחלת und weiter אפוצה fehlt, versteht sich nach unserer Erklärung in Note 27 am einfachsten, da hier, wo der Korb im Freien sich befindet, nicht davon die Rede sein kann, dass er lose oder gedrängt steht. Nach den andern dort angeführten Erklärungen lässt sich das Fehlen von מחולחלת und אפוצה in unserer Mischna und in M. 14 nur durch gezwungene Annahmen erklären.",
+ "ist er aber durchbrochen. Am Boden, so dass er nichts mehr aufnehmen könnte und deshalb den Charakter eines כלי verloren hat und als Zelt (אהל) zu betrachten ist, so תוי״ט (anders מ״א und יו״ב).",
+ "und mit Stroh zugestopft. Dies macht ihn nicht wieder zum כלי, da dies keine vollständige Reparatur ist; indessen bewirkt doch diese Verstopfung soviel, dass die טומאה nicht durch die Öffnung eindringen kann (vgl. 8, 1).",
+ "oder. Anstatt אפוצה, das hier nicht angeht, wird eine andere Bedingung gesetzt, wodurch der Korb nicht als Gerät, sondern als אהל zu gelten hat.",
+ "nach der Ansicht der Weisen. Diese Ansicht findet man in der Tosefta Kelim II, 5,1 in folgenden Worten: כלי גללים וכלי אכנים וכלי אדמה הבאין במרה ר׳ מאיר אומר הרי הן ככלים וחכמים אומרים הרי הן כאהלים Geräte aus Viehexkrementen, aus Stein oder aus ungebrannter Erde, welche das Mass von 40 Seah haben, sind nach R. Meïir als Geräte (nicht als Zele) zu betrachten; nach den Weisen aber gelten sie als Zelte. Ob R. Meïir wenigstens zugesteht, dass Holzgeräte, die 40 Seah fassen können, als Zelte gelten und vor Unreinheit schützen, könnte zweifelhaft erscheinen (vgl. ס״ט 145 a). Jedenfalls sagt unsere Mischna, dass nach der Ansicht der Weisen alle Geräte, die 40 Seah fassen können, als Zelte gelten und vor der Unreinheit schützen.",
+ "wenn er vierzig Seah fassen kann. Vgl. Kelim 15, 1 und oben Note 1.",
+ "Liegt eine Olivengrösse vom Toten unter dem Korbe. Als טומאה רצוצה (VO 7).",
+ "was dieser gegenüber. In senkrechter Richtung.",
+ "abwärts bis zum Abgrund liegt. Dagegen kann die טימאה nicht nach aufwärts und nicht einmal in das Innere des Korbes dringen, da der Korb als Zelt gilt, das vor der טומאה schützt.",
+ "unrein. Nach VO 7; nach unten dringt die טומאה nicht, da der Korb schützt.",
+ "unrein. Denn da der Korb als Zelt betrachtet wird, so kann die טומאה nicht in einen anderen Raum hinausdringen, es sei denn, dass es durch eine Türe oder ein Fenster mit demselben verbunden ist.",
+ "Liegt ein solcher Korb eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "unrein. Nach oben dringt die טומאה nicht, da der Korb als Zelt schützt.",
+ "so ist nur dessen Inneres unrein. Denn da der Korb als Zelt betrachtet wird, so kann die טומאה nicht in einen anderen Raum hinausdringen, es sei denn, dass es durch eine Türe oder ein Fenster mit demselben verbunden ist.",
+ "unrein. Nach VO 7; nach unten dringt die טומאה nicht, da der Korb schützt."
+ ],
+ [
+ "Sitzt der Korb auf seinem Boden auf. Im Freien, mit der Mündung nach oben.",
+ "und er gilt als Gerät. Der Boden ist ganz und nicht durchbrochen. Nach ס״ט bedeutet והיא כלי: Das Innere ist ein Gerät und kein אהל, indem die obere Öffnung mindestens einen טפח im Quadrat misst.",
+ "darin oder darüber. Oberhalb der Mündung.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts. Hier steht der Ausdruck בוקעת (der oben M. 11 und sonst bei dem auf der Seite liegenden Korbe nicht gebraucht wird), weil hier die טומאה auch ins Innere des Korbes dringt; denn da die Mündung nach oben geht und der Korb das oberhalb der Mündung Befindliche nicht schützen kann, so schützt er auch das davon nicht geschiedene Innere nicht. Indessen nach der oben Note 9 angeführten Ansicht des Maimon., wonach auch, wenn der Korb auf der Seite liegt, die טומאה ins Innere des Korbes dringt, bliebe die Frage bestehen, warum nicht oben ebenfalls der Ausdruck בוקעת gebraucht wird. Die Antwort darauf gibt מ״א, dass oben wegen על גבה nicht der Ausdruck בוקעת stehen kann; denn dieser Ausdruck bedeutet, dass die טומאה bis in den tiefsten Abgrund dringt, während im Falle על גבה die טומאה nur bis zum Erdboden dringt, wie oben Note 8 erklärt ist. Allein nach ראב״ד würde auch in unserer M. die טומאה nur bis zur Erde dringen, s. תוי״ט zu 10, 6.",
+ "und abwärts. Auch wenn die טומאה im Korbe oder darüber ist, wird sie, da der Korb nicht חוצץ ist, so betrachtet, als wäre sie unter dem Korbe, wobei sie als טומאה רצוצה aufwärts und abwärts dringt (מ״ש, vgl. weiter 10,6).",
+ "Steht ein solcher Korb eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "oder ist er zugedeckt. Nur wenn er mit einem Geräte zugedeckt ist, gilt folgende Bestimmung, aber nicht, wenn er mit einem Brette zugedeckt ist, vgl. oben 5, 6 (ר״ש und Bart). Nach מ״א gilt sie auch in letzterem Falle.",
+ "oder auf seine Mündung gestülpt. Dann ist unter dem Korbe ein Zelt, das die טומאה bringt.",
+ "so ist alles unrein. Denn sobald die טומאה in einen Raum dringt, der als אהל gilt, verbreitet sie sich über diesen ganzen Raum und dringt dann auch durch das Gerät nach oben, da ein Gerät wohl als Zelt gilt insofern, dass es die טומאה bringt, aber nicht vor der טומאה schützen kann, vgl. 6, 1."
+ ],
+ [
+ "Wobei. Auch die Bestimmungen dieser Mischna entsprechen denen in M. 3 und 4 und den Variationen in M. 12; nur ist hier noch eine divergierende Ansicht angegeben.",
+ "Wenn der Korb noch als Gerät. Er ist nicht derart beschädigt, dass er nicht mehr als Gerät gelten kann.",
+ "gilt. Das hier und in M. 14 מחולחלת und weiter אפוצה fehlt, versteht sich nach unserer Erklärung in Note 27 am einfachsten, da hier, wo der Korb im Freien sich befindet, nicht davon die Rede sein kann, dass er lose oder gedrängt steht. Nach den andern dort angeführten Erklärungen lässt sich das Fehlen von מחולחלת und אפוצה in unserer Mischna und in M. 14 nur durch gezwungene Annahmen erklären.",
+ "ist er aber durchbrochen. Am Boden, so dass er nichts mehr aufnehmen könnte und deshalb den Charakter eines כלי verloren hat und als Zelt (אהל) zu betrachten ist, so תוי״ט (anders מ״א und יו״ב).",
+ "und mit Stroh zugestopft. Dies macht ihn nicht wieder zum כלי, da dies keine vollständige Reparatur ist; indessen bewirkt doch diese Verstopfung soviel, dass die טומאה nicht durch die Öffnung eindringen kann (vgl. 8, 1).",
+ "oder. Anstatt אפוצה, das hier nicht angeht, wird eine andere Bedingung gesetzt, wodurch der Korb nicht als Gerät, sondern als אהל zu gelten hat.",
+ "nach der Ansicht der Weisen. Diese Ansicht findet man in der Tosefta Kelim II, 5,1 in folgenden Worten: כלי גללים וכלי אכנים וכלי אדמה הבאין במרה ר׳ מאיר אומר הרי הן ככלים וחכמים אומרים הרי הן כאהלים Geräte aus Viehexkrementen, aus Stein oder aus ungebrannter Erde, welche das Mass von 40 Seah haben, sind nach R. Meïir als Geräte (nicht als Zele) zu betrachten; nach den Weisen aber gelten sie als Zelte. Ob R. Meïir wenigstens zugesteht, dass Holzgeräte, die 40 Seah fassen können, als Zelte gelten und vor Unreinheit schützen, könnte zweifelhaft erscheinen (vgl. ס״ט 145 a). Jedenfalls sagt unsere Mischna, dass nach der Ansicht der Weisen alle Geräte, die 40 Seah fassen können, als Zelte gelten und vor der Unreinheit schützen.",
+ "wenn er vierzig Seah fassen kann. Vgl. Kelim 15, 1 und oben Note 1.",
+ "darin oder darüber. Oberhalb der Mündung.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts. Wie oben (s. Note 93 und 94). Denn da der Korb oben offen ist und auf dem Boden steht, so ist hier kein Zelt vorhanden, weder unter dem Korbe noch im Innern desselben; deshalb kann der Boden keinen Schutz gewähren.",
+ "Simon sagen. Diese Tannaïm sind der Ansicht, dass ein Korb von dieser Art auch dann Schutz vor der טומאה bietet, wenn er auf seinem Boden ruht mit der Mündung nach oben, wie ein Korb, der auf der Seite liegt.",
+ "Es dringt. Wenn die Unreinheit unter dem Korbe liegt.",
+ "weder die Unreinheit in denselben aufwärts. Es ist also nur alles, was der Unreinheit gegenüber abwärts bis zum Abgründe liegt, unrein, wie oben in M. 12. —",
+ "noch. Wenn die Unreinheit in dem Korbe oder über demselben sich befindet.",
+ "aus demselben abwärts. Sondern nur aufwärts in senkrechter Richtung bis zum Himmel und von oben in das Innere des Korbes. Der Unterschied zwischen unserem Falle und dem in M. 12 ist, dass hier, wo zwischen dem Innern und oberhalb des Korbes keine Scheidewand existiert, die טומאה ungehemmt von dem einen Raum in den andern dringt.",
+ "Steht ein solcher Korb eine Handbreite über der Erde. So, dass unter demselben ein Zelt mit חלל טפח (VO 6) vorhanden ist.",
+ "und. Da das Innere des Korbes nach dem Hause offen ist und mit diesem ein Zelt bildet, so dass die טומאה von einen Raume in den andern dringt. Nach oben und nach unten aber kann die טומאה nicht dringen, weil die Wände des Korbes חוצץ sind.",
+ "so ist nur das unter dem Korbe Befindliche unrein. Dies gilt auch nach der Ansicht des ersten Tanna. Denn da unter dem Korbe ein freier Raum von einem Kubik-טפח vorhanden ist, so gilt der Boden des Korbes als Dach eines אהל (da der Korb kein כלי ist), über das hinaus die טומאה nicht dringen kann.",
+ "unrein. Unter dem Korbe aber ist alles rein, da der untere Raum als Zelt gilt, das vom Boden des Korbes (als Dach) geschützt wird."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einem Sarge. ארון ist hier fem., wie auch 1. Sam 4,17. —",
+ "der. Es handelt sich hier, wie aus der Tosefta (10,7) zu ersehen ist, um einen Sarg, der in einen aus einem Berge hervorragenden Felsen eingehauen und oben mit einem Deckel verschlossen ist.",
+ "unten breit und oben schmal ist. Etwa in dieser Form:
",
+ "was den Sarg unten. Den Teil, der nicht dem Deckel gegenüber liegt.",
+ "rein. Denn dieser Teil gilt nicht als Seitenwand des Sarges, sondern als ein Teil des Bergfelsens, der nicht unrein wird.",
+ "was ihn oben. An dem Teile, der dem Deckel gegenüber liegt.",
+ "wird unrein. Indem dieser Teil als דופק und der Deckel als גולל betrachtet wird, nach VO 23 und 2,4, Note 43. —",
+ "Ist er oben breit und unten schmal. Etwa in dieser Form:
",
+ "was irgendwo. Sei es oben, sei es unten.",
+ "unrein. Denn in diesem Falle ist der ganze Sarg überall dem Deckel gegenüber und als דופק zu betrachten.",
+ "Wenn der Sarg überall gleich ist. Er hat oben und unten die gleiche Breite.",
+ "unrein. Wie in Note 116. —",
+ "Josua sagt. Vgl. dieselben Worte des R. Josua am Ende des 12. Abschn.",
+ "Was von einer Handbreite. Neben dem Deckel des Grabes.",
+ "ist rein. Denn dies wird als zum Erdboden gehörig und nicht als Teil des Sarges betrachtet.",
+ "ist unrein. Denn dies gehört zum Sarge (יו״ב und א״ר). Nach Maimon. u. A. sagt. R. Josua: Wer die Handbreite des Steinbodens, die unter dem Toten liegt, berührt, ist unrein; wer aber von dieser Handbreite abwärts den Steinboden berührt, ist rein; denn nur der dem Toten zunächst liegende טפח gehört zum Boden des Sarges (vgl. auch מ״א).",
+ "Ist der Sarg wie eine Kleiderkiste. קמטרא vgl. Kelim 16,7, Note 69. —",
+ "gebildet. Nach ר״ש und Bart. bedeckt bei der קמטרא der Deckel die ganze Dicke der Kiste, während beim גלוסקום der Deckel nur die Höhlung schliesst. Nach יו״ב ist קמטרא ein Koffer, dessen obere Decke und Wände nicht durch Kanten von einander geschieden sind, sondern zusammen eine gerundete Fläche (wie die Hälfte eines Zylinder-Mantels) bilden.",
+ "unrein. Da die Wände unter dem Deckel liegen und alles, was dem Deckel gegenüber liegt, unrein ist (ר״ש und Bart.). Nach יו״ב: Weil hier die Wände vom Deckel nicht geschieden erscheinen, so werden die Seitenwände auch wie die obere Decke betrachtet.",
+ "ist er wie ein Kasten. גלוסקום (gr. γλωσσόκομον), nach Maimon. ein Schmuckkästchen; sonst auch דלוסקמא, vgl. B. mezia 1, 8.",
+ "was irgendwo. An den Wänden.",
+ "ausser dem Orte der Öffnung. Dem Deckel, welcher die Höhlung verschliesst. Nach יו״ב ist גלוסקום ein Kasten mit bauchigen Wänden und flachem Boden und Deckel. Wer da die Wände, die nicht dem Toten gegenüber liegen, berührt, ist rein. Dagegen wer den Deckel, und selbstverständlich den gegenüberliegenden Boden, berührt, ist unrein."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Wir geben die Erklärung dieser Mischna nach der oben in Note 27 angeführten Schrift מעיני יהושע.",
+ "ein Fass. Es ist hier von einem irdenen Fasse die Rede, das (vgl. VK 26) von der äusseren Seite aus keine Unreinheit annimmt, dagegen von innen schon, wenn eine Unreinheit sich in dessen hohlem Raum befindet, unrein wird. Der Gestalt nach ist das hier in Rede stehende Fass ein bauchiges Gerät, das sich nach unten und nach oben hin allmählich verengt Es hat unten einen kreisförmigen flachen Boden (שולים), auf dem es gewöhnlich aufsitzt; oben ist die Mündung, die mit einem Deckel (כסוי oder מגופה) verschlossen werden kann. Es wird vorausgesetzt, dass der Raum unter der bauchigen Wand an keiner Stelle eine Kubik-טפח beträgt, so dass dieser Raum nicht als אהל betrachtet werden kann.",
+ "und eine Olivengrösse vom Toten darunter. Es ist da eine טימאה רצוצה (s. Note 4).",
+ "oder darin gegenüber dem untern Boden. Nicht innerhalb der auswärts gehenden Rundung der bauchigen Wand.",
+ "sich befindet. Dasselbe gilt auch, wenn die Unreinheit sich oberhalb der offenen Mündung gegenüber dem untern Boden befindet.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts. Durch den untern Boden, der nicht schützt., ebenso wie in M. 13, vgl. Note 93.",
+ "und abwärts. Vgl. Note 94.",
+ "und das Fass ist. Auch wenn die טומאה unter dem Fasse liegt.",
+ "unrein. Obgleich das Fass von aussen keine טומאה annimmt (Note 130), so wird es hier dennoch unrein, weil die טומאה aufwärts und von da wieder abwärts in das Innere des Fasses dringt.",
+ "Ist die Unreinheit unter dessen Seitenwand. Unter der bauchigen Wand, unter der kein חלל טפח vorhanden ist (Note 130), so dass die טומאה dort ebenfalls רצוצה ist.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts. Und verunreinigt alles, was über der טומאה senkrecht oberhalb oder unterhalb der bauchigen Wand liegt",
+ "und das Fass bleibt rein. Ebenso alles was sich im Fasse befindet, da es von aussen keine טומאה annimmt. Ins Innere aber dringt die טומאה hier nicht, ebenso wie beim Korbe, der auf der Seite liegt, oben M. 11, vgl. Note 9 die Ansicht des ריש. Nach der dort angeführten Ansicht des Maimon. aber spricht die Mischna hier von dem Falle, dass die טומאה derart unter der Wand liegt, dass sie beim Aufwärtssteigen nur durch die Dicke der Wand dringt, ohne den innern Raum zu treffen. So erklärt auch Maimon. in seinem Comment. dieser M.",
+ "Ist sie inwendig unter der Seitenwand. Innerhalb der bauchigen Höhlung.",
+ "wenn in den Seitenwänden. An irgendeiner Stelle der bauchigen Höhlung, wenn auch nicht gerade dort, wo die טומאה liegt.",
+ "ein freier Raum von einer Kubik-Handbreite sich befindet. Dann verbreitet sich die טומאה über den ganzen Raum dieser Höhlung, die als ein אהל betrachtet wird, nach 7,2, Note 25.",
+ "alles. Was innerhalb der bauchigen Höhlung, was darüber und darunter sich befindet und das Fass selbst.",
+ "unrein. Die Wände eines Gerätes können vor einer Zelt-Unreinheit nicht schützen (nach 6,1); das Fass selbst aber ist unrein, weil die Unreinheit in dessen Innerem sich befindet.",
+ "was jedoch gegen die Mündung zu liegt. Sowohl im Innern des Fasses, als darunter und darüber.",
+ "bleibt rein. Da über der Mündung keine Bedachung sich befindet, welche auf den derselben gegenüber liegenden Raum die טומאה überleiten könnte. Es liegt hier derselbe Fall vor, wie in 10, 1, wo alles, was sich gegenüber der Luke befindet, rein ist.",
+ "wenn aber nicht. Wenn in der bauchigen Höhlung kein חלל טפח vorhanden ist, dann haben wir hier eine טומאה רצוצה.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts. Wie oben Note 139; nur ist hier das Fass unrein, da die טומאה in dessen Innerem sich befindet.",
+ "Wobei sind obige Worte gesagt. Dass alle bisher getroffenen Bestimmungen zutreffen. Die Bestimmungen sind nämlich für 3 Fälle gegeben: 1. Wenn die טומאה unter dem Boden oder demselben gegenüber im Innern liegt; 2. Wenn sie unter der bauchigen Wand draussen ist; 3. Wenn sie im Innern der bauchigen Höhlung sich befindet.",
+ "Bei einem reinen Fasse. Ein reines irdenes Gefäss kann im Falle 2 das Innere vor dem Eindringen der טומאה schützen (nach Note 140).",
+ "ist es aber unrein. Ein unreines Gerät schützt nicht vor der Toten-Unreinheit; es würde demnach bei einem solchen im Falle 2 die טומאה ins Innere der bauchigen Höhlung dringen, und es wären da dieselben Bestimmungen wie im Falle 3 zu treffen. Jedoch die Bestimmungen vom Falle 1 und 3 gelten auch für ein unreines Fass. Allerdings würden die Bestimmungen vom Falle 2 auch nicht gelten, wenn das Fass nur fähig wäre, von aussen Unreinheit anzunehmen, z. B., wenn es von Holz wäre, da auch ein solches nicht vor der Toten Unreinheit schützt (VO 19).",
+ "oder steht es eine Handbreite über der Erde. Dann ändern sich die Bestimmungen in allen 3 Fällen. Denn dann ist das ganze Gefäss ein Zelt, das nach 6,1 Unreinheit bringt, aber nicht schützt, und die nach oben gekommene Unreinheit dringt (vgl. Note 137) von da wieder abwärts ins Innere und so wird alles unrein.",
+ "oder ist es zugedeckt. Dann ändern sich die Bestimmungen vom Falle 1 und Falle 3. Im Falle 1, wo die טומאה unter dem Fasse רצוצה ist und dieselbe erst aufwärts und von da wieder abwärts (Note 137) dringt, trifft sie den Deckel, der, weil kein צמיד פתיל, nach der Bestimmung von Kelim 10,2 (vgl. Kelim 9, Note 76), nicht schützt. Die טומאה dringt also ine Innere des Fasses, über dem der Deckel, ein אהל bildet, und so wird alles unrein. Umsomehr gälte dies für den Fall 3, wo die טומאה im Innern des Fasses sich befindet. Dagegen werden im Falle 2 die Bestimmungen durch den Deckel nicht geändert, wie leicht zu ersehen.",
+ "oder auf seine Mündung gestülpt. Hierbei gelten dieselben Bestimmungen, wie in Note 154.",
+ "alles unrein. Diese Entscheidung gilt nur bei der Bedingung: „wenn es eine Handbreite über der Erde steht,“ für alle 3 am Anfang dieser Mischna genannten Fälle (vgl. Note. 153). Dagegen gilt diese Entscheidung bei den andern hier vorausgeschickten Bedingungen nicht für alle 3 Fälle, sondern entweder nur für einen Fall (Note 152), oder für 2 Fälle (Note 154 und 155)."
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+ ],
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+ "Wenn. Sukka 18 a",
+ "in einem Hause eine Luke. Eine Öffnung im Gebälke des Hauses dem freien Himmel zu; es ist weder ein Dach noch ein Söller darüber.",
+ "die eine Handbreite im Quadrat. Vgl. Abschn. 3, Note 82.",
+ "wenn eine Unreinheit im Hause. In dem nicht der Luke gegenüber liegenden bedeckten Teil des Hauses",
+ "das der Luke gegenüber. Im Hause in senkrechter Richtung der Luke",
+ "Befindliche rein. Da dies unter freiem Himmel liegt und nicht von einem Dach bedeckt ist.",
+ "so ist das Haus rein. Da die Unreinheit unter freiem Himmel liegt und nicht vod einem Zelte bedeckt ist, das dieselbe auf die im Hause befindlichen Gegenstände überleiten könnte.",
+ "Befindet sich die Unreinheit sei es im Hause. In dem nicht der Luke gegenüber liegenden bedeckten Teil des Hauses",
+ "sei es der Luke gegenüber. Im Hause in senkrechter Richtung der Luke",
+ "und jemand setzt seinen Fuss über die Luke. So dass die Luke auch überdacht ist; vgl. 6,1. —",
+ "so vermischt er die Unreinheit. Das ganze Haus — auch der Teil gegenüber der Luke — wird als ein Zelt betrachtet, und alles darin Befindliche, sowie auch derjenige, der seinen Fuss über die Luke gesetzt hat, wird unrein.",
+ "Ist ein Teil der Unreinheit im Hause und ein Teil der Luke gegenüber. Wenn auch das Ganze nur eine Olivengrösse beträgt, so dass ein Teil davon nicht das zur Verunreinigung erforderliche Quantum hat.",
+ "so ist das Haus. Alles was im Hause ist.",
+ "unrein. Obwohl nur ein halbes Quantum überdacht ist.",
+ "was gegenüber der Unreinheit. Über dem Teile, der gegenüber der Luke ist.",
+ "ist unrein. Da die beiden Teile zusammenhängen und zusammen das erforderliche Quantum haben, so kann auch ein Teil davon verunreinigen, vgl. 3,4."
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+ "Hat. Sabbat 157 a, Tos. v. הלקטי.",
+ "so ist das Haus rein. Die bisherigen Bestimmungen in M. 2, die denen der M. 1 gleich sind, wollen uns lehren, dass zwei Dinge, wenn sie auch nur durch einen geringen Zwischenraum von weniger als einer Handbreite voneinander getrennt sind, nicht als zusammenhängend (לבוד) betrachtet werden bezüglich der Unreinheits-Bestimmungen; vgl מ״א. Dies ist nach Sukka 18 a eine sinaïtische Tradition. Wohl aber wird לבור gesagt, wenn daraus eine erleichternde Bestimmung resultiert, vgl. 4, 1, Note 19.",
+ "Ist die Unreinheit im Hause. In dem nicht der Luke gegenüber liegenden bedeckten Teil des Hauses",
+ "so ist er. Der seinen Fuss hingesetzt hat.",
+ "rein. Da durch eine Öffnung, die kein פותח טפח hat, die Unreinheit nicht hinausdringt; vgl. Tos. 11,7. Dagegen gilt bezüglich der im Hause befindlichen Gegenstände die Bestimmung von M. 1: „er vermischt die Unreinheit.“",
+ "so erklärt ihn. Der seinen Fuss hingesetzt hat.",
+ "R. Meïr für unrein. Da sein Fuss die טומאה direkt überdacht, gilt der Raum, trotzdem die Öffnung weniger als ein פותח טפח ist, nicht als verschlossen (רא״ש).",
+ "so ist er. Der seinen Fuss hingesetzt hat.",
+ "unrein. Denn er wird, sobald er den Fuss hinstreckt, unrein, bevor er noch die Öffnung verschlossen hatte.",
+ "so ist er. Der seinen Fuss hingesetzt hat.",
+ "rein. Da die Öffnung verschlossen war, bevor die טומאה ins Haus kam, kann letztere nicht hinausdringen.",
+ "Wenn zwei Füsse. Von zwei Personen (oder auch von einer Person).",
+ "so ist er. Der Andere.",
+ "rein. Obgleich sein Fuss erst auf die Öffnung kam, als die טומאה schon darunter war.",
+ "weil der Fuss des Ersteren vor der Unreinheit da war. Und der Fuss des Zweiten auch über der Öffnung sich befand, bevor noch die טומאה darunter war, wenngleich die Überdachung erst erfolgte, nachdem der Erste den Fuss hervorgezogen, und die טומאה damals schon darunter war, (Maimon.)."
+ ],
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+ "Ist ein Teil der Unreinheit im Hause. In dem nicht der Luke gegenüber liegenden bedeckten Teil des Hauses",
+ "und ein Teil derselben der Luke. Die keinen פותח טפח hat, wie in M. 2.",
+ "so ist das Haus. Alles was im Hause ist.",
+ "und auch das gegenüber der Unreinreit Befindliche ist unrein. Wie oben in Note 14 werden auch hier die beiden zusammenhängenden Teile zu dem erforderlichen Quantum vereinigt.",
+ "aber das gegenüber der Unreinheit Befindliche ist rein. Denn, da hier die Luke keinen פותח טפח hat, so gilt sie insofern als verschlossen, dass der unter derselben befindliche Teil der Unreinheit nicht mit dem andern Teil vereinigt wird (רא״ש).",
+ "als auch das gegenüber der Unreinheit Befindliche verunreinigen könnte. Wenn z. B. die Unreinheit 2 Olivengrössen hat, von denen 1/2 unter dem Dache und/2 unter der Luke liegt.",
+ "so ist alles unrein. Aber nur falls die Unreinheit schon da war, als er den Gegenstand auf die Luke gelegt hat, wie oben Note 20 (יו״ב.)",
+ "aber das gegenüber der Unreinheit Befindliche bleibt rein. Da die Luke keinen פותח טפח hat und im ganzen keine zwei Olivengrössen vorhanden sind, dass man eine als zum Hause und eine als zur Luke gehörig betrachten könnte."
+ ],
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+ "Wenn mehrere Luken gerade übereinander sind. Es befindet sich eine Luke zwischen dem Hause und dem ersten Stockwerke, eine zwischen diesem und dem zweiten Stockwerke usw. bis zum obersten Stockwerke, in welchem eine Luke dem freien Himmel zu geht, und alle Luken sind gerade übereinander.",
+ "wenn eine Unreinheit im Hause. In dem nicht der Luke gegenüber liegenden bedeckten Teil des Hauses",
+ "das den Luken gegenüber Befindliche rein. Da dies unter freiem Himmel liegt und nicht von einem Dach bedeckt ist.",
+ "sei es über die obere sei es über die untere Luke. So nach Bart., u. A. Nach ר״ש ist zu übersetzen: „Sowohl oben als unten“. Vgl. aber ס״ט, der diese Erklärung zurückweist (vgl. auch מ״א).",
+ "so ist alles unrein. Sowohl das im Hause als das in den Söllern Befindliche. Wenn das Gerät die Luke des obersten Stockwerkes bedeckt, ist selbstverständlich alles unrein, da sich nun alles unter einer Bedachung befindet. Aber auch wenn das Gerät nur die unterste Luke des Hauses bedeckt, so wird diese Decke als bis hinauf (zur obersten Luke) gezogen betrachtet (גוד אסיק). Das Gerät kann aber nicht als Scheidewand zwischen dem Hause und den Söllern gelten, weil es selbst die Unreinheit annehmen kann (VO 19). —",
+ "Gibt man aber. Über eine der Luken.",
+ "unrein. Denn dies wird ein verschlossenes Zelt, in welchem alles darin mit der Unreinheit zusammen Befindliche unrein wird.",
+ "bleibt rein. Weil ein solches Gerät (zusammen mit den Zeltwänden) als Scheidewand das Weiterdringen der טומאה nach oben verhindert (s. oben 5, 5, Note 49)."
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+ "so ist das Haus rein. Wie oben in M. 2, Note 16.",
+ "sei es über die obere sei es über die untere Luke. So nach Bart., u. A. Nach ר״ש ist zu übersetzen: „Sowohl oben als unten“. Vgl. aber ס״ט, der diese Erklärung zurückweist (vgl. auch מ״א).",
+ "so ist nur das untere Haus unrein. Selbst wenn die oberste Luke verdeckt wird, ist nur das untere Haus unrein. Der Grund ist oben Note 18 angegeben.",
+ "Ist aber die Unreinheit den Luken gegenüber. Im Hause in senkrechter Richtung der Luke",
+ "sei es über die obere sei es über die untere Luke. So nach Bart., u. A. Nach ר״ש ist zu übersetzen: „Sowohl oben als unten“. Vgl. aber ס״ט, der diese Erklärung zurückweist (vgl. auch מ״א).",
+ "so ist alles unrein. Alles was im Hause und alles was gegenüber den Luken sich befindet (vgl. יו״ב, Note 18 und 38). Es gilt jedoch hier dasselbe, wie oben in M. 2 bei der Kontroverse zwischen R. Meïr und den Weisen (תוי״ט).",
+ "sei es über die obere sei es über die untere Luke. So nach Bart., u. A. Nach ר״ש ist zu übersetzen: „Sowohl oben als unten“. Vgl. aber ס״ט, der diese Erklärung zurückweist (vgl. auch מ״א).",
+ "so ist nur das untere Haus unrein. Selbst wenn die oberste Luke verdeckt wird, ist nur das untere Haus unrein. Der Grund ist oben Note 18 angegeben."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Luke im Hause sich befindet und ein Topf unter derselben. Über dem Erdboden des Hauses, so dass er keine Handbreite von diesem entfernt ist.",
+ "hinaufkäme. D. h. heraufgezogen würde.",
+ "dessen Ränder nicht die der Luke berührten. Bequem durch die Luke heraufgezogen werden könnte, ohne dass er die Ränder der Luke berührte (so Maim. und Bart.). Dagegen bestimmt ס״ט, dass der Umfang des Topfes genau dem Umfang der Lukenöffnung angemessen ist, dass wenn er durch die Luke gezogen wird, er die Öffnung vollständig ausfüllt (vgl. auch יו״ב). Diese Bedingung ist, nur wegen der folgenden Bestimmung היתה גבוהה וכו׳ gesetzt; dagegen gilt die erste Bestimmung auch, wenn die Ränder des Topfes die der Luke berührten.",
+ "wenn eine Unreinheit unter. Da der Topf keine Handbreite über dem Erdboben steht, so ist die darunter liegende Unreinheit eine טומאה רצוצה nach VO 7.",
+ "in. Da nach VO 19 ein verunreinigungsfähiges Gefäss nicht חוצץ ist, so dringt auch in diesem Falle die טומאה unter den Topf und ist da רצוצה.",
+ "oder über. Da nach VO 19 ein verunreinigungsfähiges Gefäss nicht חוצץ ist, so dringt auch in diesem Falle die טומאה unter den Topf und ist da רצוצה.",
+ "die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts dringend. Was aber neben der טומאה im Hause liegt, ist rein (nach VO 7). Dagegen ist alles, was im Topfe ist, auch wenn es neben der טומאה liegt und dieselbe nicht berührt, unrein. Dies gilt auch im ersten Falle, wo die טומאה unter dem Topfe liegt. Denn, wiewohl ein irdenes Gefäss von aussen keine טומאה annimmt (VK 26), so dringt doch die טומאה רציצה uneingeschränkt, den Topf gleichsam durchbrechend, ins Innere des Topfes, wodurch der ganze innere Raum desselben unrein wird.",
+ "Steht er aber eine Handbreite über der Erde. Da gilt der Raum unter dem Topfe ata Zelt.",
+ "darunter. Unter dem Topfe.",
+ "und das Haus. Das Haus bildet mit dem Raume unter dem Topfe ein Zelt, denn da der Topf genau in die Öffnung der Luke hineinpasst (Note 42), so wird es so angesehen, als befänden sich die Ränder der Luke unten neben den Rändern des Topfes. Man denkt sich die obere Decke des Hauses bis an den Topf hinabgezogen (גוד אחית oder חנוט רמי, vgl. hierüber 12, 5).",
+ "unrein. Wäre aber, wenn der Topf in die Luke hinaufgezogen würde, auch nur ein kleiner Zwischenraum zwischen den Rändern des Topfes und denen der Luke, so könnte nicht das Haus mit dem Raume unter der Luke als ein Zelt angesehen werden (nach Note 16).",
+ "bleibt rein. Denn der Topf, der als in der Luke befindlich angesehen wird, schützt mit den Zeltwänden, nach 5, 5, Ende. Jedoch gilt dies nur für Speisen, Getränke und irdene Gefässe, nach 5,3.",
+ "so ist alles unrein. Denn da in diesem Falle das Gefäss unrein wird, kann es nicht mit den Zeltwänden vor der Unreinheit schützen (nach 5, 5). Die Unreinheit dringt daher auch unter das Gefäss (Note 44), und da dieser Raum mit dem ganzen Hause ein Zelt bildet (Noto 48), so wird das ganze Haus verunreinigt. Anstatt הכל טמא liest Maimon. hier: הכל טהור „Alles ist rein“. Nach dieser LA. muss angenommen werden, dass hier das irdene Gefäss mit den Zeltwänden vor Unreinheit schützt. Die Rechtfertigung dieser Ansicht vgl. bei ס״ט."
+ ],
+ [
+ "Steht der Topf. Ausserhalb des Hauses.",
+ "an der Seite der Türschwelle. Oben 3, 3, Note 43. Aruch liest: אסכופא.",
+ "eine Handbreite desselben die Oberschwelle. And. LA. בשקוף statt במשקוף.",
+ "berühren würde. Der Topf ist unten viel breiter als oben, so dass, wenn er senkrecht hinaufgezogen würde, eine Handbreite des unteren Teiles unter die Oberschwelle käme, während die Mündung noch ganz draussen sich befände. So nach ר״ש und Bart. Nach Maim. würde von der Mündung eine Handbreite unter die Oberschwelle kommen. Nach יו״ב u. A. würde von der Wand des Topfes ein Teil in der Breite eines טפח die nach aussen gerichtete Seite der Oberschwelle berühren.",
+ "darunter. Da ist es eine טומאה רצוצה, wie in Note 43).",
+ "darin oder darüber. Aber nicht unter der Oberechwelle.",
+ "die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts dringend. Wie oben Note 44 und 45.",
+ "Steht er eine Handbreite über der Erde. Da gilt der Raum unter dem Topfe ata Zelt.",
+ "darunter. Unter dem Topfe.",
+ "und das Haus. Auch hier bildet, wie in Note 48, der Raum unter dem Topfe mit dem Hause ein Zelt, weil dies so betrachtet wird, als wäre der Topf mit der Oberschwelle verbunden, da, wenn der Topf heraufgezogen würde, er eine Handbreite der Oberschwelle berühren würde.",
+ "bleibt rein. Der Topf schützt auch hier, wie in Note 50, mit den Zeltwänden.",
+ "so ist alles unrein. Wie oben Note 51. Nur ist hier auch nach Maim. הכל טמא zu lesen; da hier der Topf nur an einer Seite mit den Zeltwänden verbunden wäre (nicht, wie oben, von allen Seiten), so kann er nicht schützen, vgl. ס״ט.",
+ "nicht eine Handbreite desselben die Oberschwelle berühren würde. Sondern weniger als eine Handbreite.",
+ "oder ist er (in solcher Weise. So dass weniger als ein טפח die Oberschwelle berührt.",
+ "mit der Oberschwelle verbunden. Der Topf steht nicht unten, so dass er erst heraufgezogen werden müsste, sondern er ist oben und mit der Oberschwelle verbunden.",
+ "wenn eine Unreinheit darunter. Der Topf steht nicht unten, so dass er erst heraufgezogen werden müsste, sondern er ist oben und mit der Oberschwelle verbunden.",
+ "darunter unrein. Das Haus ist nicht unrein, da es nicht mit dem Raume unter dem Topfe als ein Zelt betrachtet wird, weil von der Oberschwelle nicht eine Handbreite vom Topfe berührt wird. Nichtsdestoweniger gilt der Topf insofern als mit Zellwänden verbunden, dass er das, was in und über demselben sich befindet, vor Unreinheit, schürzt, denn dazu ist nicht eine Verbindung von einer Handbreitengrösse erforderlich, es genügt zu diesem Zwecke, dass der Topf nahe an der Wand und keinen טפח davon entfernt sich befinde, s. oben 5, 7 und יו״ב das. Note 58"
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+ "Wenn ein Haus. Das Dach eines Hauses.",
+ "gespalten ist. Über das ganze, so dass es in zwei Teile geteilt ist.",
+ "wenn eine Unreinheit sich im äusseren Teile. Unter dem am Eingang des Hauses befindlichen Dachteile.",
+ "die Geräte im innern. Unter dem anderen Teile des Daches.",
+ "rein. Die beiden Teile des Daches sind zwei von einander gesonderte Zelte, von denen das äussere nicht die Unreinheit in das innere hinüberleitet. Trotzdem der Zwischenraum zwischen beiden Teilen weniger als einen טפח beträgt, gilt hier dennoch nicht das Gesetz von לבוד, nach 10, 2, Note 16, —",
+ "Befindet sich eine Unreinheit im innern Teile. Dieser Fall ist schwerer als der erste, nach der Regel: „Die Unreinheit geht gewöhnlich hinaus, aber nicht hinein“ (4, 1 und sonst).",
+ "wenn die Spalte vier Handbreiten. Ein solch grosser Zwischenraum genügt auch hier, das Überschreiten der טומאה zu verhindern.",
+ "Sie mag noch so klein sein. Nach der Tosefta (12, 1) jedoch wenigstens so breit, wie die Dicke einer Senkblei-Schnur (חוט המשקולת).",
+ "Eine Weite von einer Handbreite. Nach der Tosefta (das.) gilt dies nur bei einer Olivengrösse von einem Toten; dagegen bei einem ganzen Toten stimmen (nach R. Jose) Bet-Hillel mit Bet-Schammai überein, dass ein Zwischenranum von 4 טפחים erforderlich ist, nach der Bestimmung in 3, 6."
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+ "Wenn eine Vorhalle. Vgl. 6, 2, Note 20, Nach Raschi in Sukka 18 a ist die אכסדרא auf Säulen gestützt uud an den Seiten offen (ebenso hier viele Kommentare); nach Tosafot (das. 18b v. אכסדרא) dagegen (ebenso תוי ט und ט״ש) ist sie nur an einer Seite offen.",
+ "gespalten ist. Nach Tosafot geht die Spalte hier von der hinteren Seite nach der vorderen offenen Seite; denn würde dieselbe von einer Wand bis zur andern Wand gehen, so wäre auch hier zu beachten, ob die טומאה im äussern oder im inneren Teile der Vorhalle ist.",
+ "die Geräte auf der andern Seite rein. Der Grund ist derselbe, wie in Note 5; nur gibt es hier keinen Unterschied zwischen den beiden Seiten, da jede von beiden einen besonderen Ausgang hat.",
+ "Setzt man einen Fuss oder ein Rohr oben über die Spalte. Dies bezieht sich auch auf die Fälle in Mischna 1.",
+ "so vermischt man die Unreinheit. Die beiden Zelte gelten dadurch als zu einem vereinigt, und die טומאה verbreitet sich von einem in das andere. Das Rohr muss wenigstens einen טפח lang, dessen Dicke muss wenigstens so gross wie die Breite der Spalte und der Länge nach in die Spalte hineingelegt sein, so dass die beiden Teile des Daches in der Breite eines טפח miteinander verbunden sind.",
+ "Setzt man das Rohr an den Erdboden. Derart, dass die Länge des Rohres genau der Länge der Spalte gegenüber sich befindet.",
+ "dass es eine Handbreite über der Erde liegt. In diesem Falle werden die Ränder der Spalte als bis hinab zum Rohre gezogen betrachtet (גוד אחית); da nun unter letzterem auch ein טפח Zwischenraum bis zum Erdboden vorhanden ist, so kann durch diesen Raum die טומאה von dem einen Teile nach dem andern sich verbreiten. Ist aber dieser Zwischenraum weniger als ein טפח, so wären die beiden Teile wie durch eine Wand geschieden, durch welche, weil sie keine טפח-grosse Öffnnng hat, die טומאה nicht weiter dringen kann."
+ ],
+ [
+ "Ein dicker Mantel. Kelim 29, 1, Note 7.",
+ "und ein dicker Block. Kelim 20, 5, Note 71.",
+ "bringen keine Unreinheit hinüber. Obgleich sie so dick sind, dass der oberste Teil über einen טפח von der Erde entfernt ist, wird dies nicht so angesehen, als wäre der untere Teil beseitigt„ so dass der oberste Teil ein Zelt über einen פותח טפח bildet.",
+ "dass sie. Der unterste Teil derselben.",
+ "Übereinander liegende Teile eines Kleides. קפולים (von קפל, Kleider zusammenlegen), die Lagen eines zusammengelegten Kleides.",
+ "bringen keine Unreinheit hinüber. Hier müsste es eigentlich heissen: bringen schon die Unreinheit hinüber, wenn auch nur der oberste Teil eine Handbreite hoch über der Erde liegt. In diesem Sinne wird auch von א״ר korrigiert. Vgl. jedoch ס״ט.",
+ "dass der oberste Teil eine Handbreite hoch über der Erde liegt. Wie in Note 16 werden hier die Ränder der Spalte als bis hinab zum obersten Teil des Kleides gezogen betrachtet, und da dieser Teil einen טפח hoch über der Erde liegt, so bildet er ein Zelt, vermittels dessen die טומאה von der einen Seite nach der andern verbreitet wird. Die untern Teile des Kleides gelten aber nicht als Scheidewand zwischen den beiden Seiten, weil sie selbst verunreinigungsfähig sind, vgl. VO. 19.",
+ "Steht. Edujot 4, 12.",
+ "dort. Unter der Spalte.",
+ "er bringt die Unreinheit nicht hinüber. Da der Mensch keinen טפח über der Erde steht, so bildet er kein Zelt an dieser Stelle, das die beiden Seiten der Halle miteinander verbinden könnte.",
+ "der Mensch ist hohl. Er wird wie hohl betrachtet, obgleich sein Inneres von den Eingeweiden ausgefüllt ist.",
+ "und sein oberer Teil. Welcher die innere Höhlung überdacht.",
+ "bringt die Unreinheit hinüber. Wie oben bei den übereinander liegenden Teilen eines Kleides (vgl. Note 23)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand aus dem Fenster schaut und über Totengräbern. Und gleichzeitig über den Toten.",
+ "Er bringt nicht die Unreinheit. In das Zimmer, aus welchem er hinausschaut. Wiewohl der Mensch gleichzeitig den Toten und das Zimmer überdacht, leitet er dennoch nicht die טומאה vom Toten ins Zimmer hinüber, weil die Stelle, wo sein Körper auf dem Fenster liegt, die beiden Überdachungen (den über dem Toten und den über dem Zimmer befindlichen Körperteil) von einander scheidet.",
+ "Er bringt die Unreinheit. Nach ihrer oben (M. 3) ausgesprochenen Ansicht, dass der Mensch wie hohl betrachtet wird und dessen oberer Teil die טומאה überleitet",
+ "Sie. Bet-Schammai.",
+ "wenn er. Der zum Fenster Hinausschauende.",
+ "dass sie. Die Kleider oder der oben liegende Mensch.",
+ "die Unreinheit bringen. Da sie einen טפח hoch über dem unter ihnen befindlichen Fensterrahmen sich befinden und der unten liegende Mensch keine Scheidewand bildet, da er selbst verunreinigungsfähig ist (Note 23)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand über der Türschwelle. Oben 10, 7.",
+ "liegt. Zum Teil im Hause, zum Teil draussen.",
+ "und die Totengräber. Mit dem Toten.",
+ "überdachen ihn. Sie tragen den Toten über dem Bauche des Menschen.",
+ "Er bringt nicht die Unreinheit. Selbst wenn de Schwelle einen טפח hoch ist, so dass der Mensch einen טפח über der Erde liegt und der unter ihm befindliche Raum unrein wird (da der Mensch, als selbst verunreinigungsfähig, keine Scheidewand bildet, Note 23), so bringt er dennoch nicht die Unreinheit ins Haus, aus dem in Note 31 angegebenen Grunde.",
+ "Er bringt die Unreinheit. Selbst wenn die Schwelle keinen טפח hoch ist, nach dem in Note 32 angegebenen Grunde."
+ ],
+ [
+ "in solchem Falle. Während der Mensch, wie oben M. 5, über der Schwelle liegt.",
+ "und der Mensch. Sein ausserhalb des Hauses befindlicher Teil.",
+ "rein. Wie oben Note 41 angegeben.",
+ "werden sie unrein. Nach Note 42."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Chullin 126 a.",
+ "und der Hund ist dann gestorben. Würde der Hund noch am Leben sein, so könnte die in dessen Innerem befindliche Unreinheit nicht verunreinigen. Dagegen gilt die im toten Tiere befindliche Unreinheit nicht als טומאה בלועה, vgl. Kelim 8, 5, Note 37 und 38.",
+ "und liegt auf der Türschwelle. Derart, dass der Hals des Hundes unter der Oberschwelle liegt und der Mund nach innen gerichtet ist. Dagegen liegt der Bauch des Hundes, in welchem des Toten Fleisch liegt, draussen unter freiem Himmel.",
+ "Wenn sein Hals eine Handbreite breit ist. Dies ist der Fall, wenn der Umfang des Halses drei Handbreiten beträgt. Der Umfang des Halses wird nämlich wie ein Kreis angesehen, dessen Durchmesser rund ein Drittel der Peripherie misst, nach der talmudischen Regel: כל שיש בהקיפי שלשה טפחים יש בו רוחב טפח. Jeder Kreis, dessen Peripherie 3 טפחים beträgt, hat einen Durchmesser von einem טפח (Sukka 7 b). Es ist bereits von verschiedenen Erklärern bemerkt worden, dass diese Angabe nicht ganz genau ist. Vielmehr ist beim Durchmesser von einem טפח die Peripherie ungefähr 3/7 טפחים, genauer: 3, 14159 … טפחים. — Nach der Erklärung des רא״ש muss in unserer Misclina der Umfang des Halses 4/5 oder/5 טפחים betragen. Denn dieser Umfang muss ein Kreis sein, bei dem die Seite des eingeschriebenen Quadrats einen טפח misst, und das ist nur der Fall, wenn die Peripherie21/5 טפחים, der Durchmesser also (nach obiger talmudischer Regel)7/5 טפחים beträgt. Es sei in nebenstehender Figur a c b d das im Kreise eingeschriebene Quadrat, so ist (nach bekannten Regeln) dessen Diagonale a b der Durchmesser des Kreises. Nun hat nach einer talmudischen Regel (כל אמתא בריבועא אמתא ותרי חומשי באלכסונה) auch jedes Quadrat, dessen Seite einen טפח misst, eine Diagonale von 12/5 טפחים. Ebenso ist auch umgekehrt, wenn a b = 12/5 טפחים ist, die Quadratseite a c = 1 טפח. Die letztere talmudische Regel ist, wie schon Tosafot in Sukka 8a v. כל bemerken, ebenfalls nicht ganz genau. Vielmehr ist, wie bekannt, die Diagonale a c. √2 = a c. 1,41421 … Dem Talmud genügte für die Praxis die erste Dezimalstelle. Er nahm also die Zahl 12/5, = 1,4 an. Dass dem Talmud auch eine genauere Berechnung bekannt war, hat Dr. B. Zuckermann (Das Mathematische im Talmud S 8) nachgewiesen.
",
+ "bringt er die Unreinheit. Denn die „obere Seite“ überdacht die טומאה und leitet dieselbe durch den Mund ins Haus, wie oben M. 3, Ende. Obgleich hier die innere Höhlung des Halses keinen freien Raum von einem Kubik-טפח hat, so meint R. Meïir, wir denken uns den Hals ausgehöhlt derart, dass der hohle Raum die Weite von einem Kubik-טפח erhält (חוקקין להשלים, wir höhlen aus, um bis zum erforderlichen Quantum zu ergänzen, Sabbat 7 b). Dass totes Vieh und Wild die Unreinheit bringen, aber nicht als Scheidewand gelten, wird oben 8,3 gelehrt.",
+ "Man berücksichtigt die Unreinheit. Man untersucht, an welcher Stelle sich die Unreinheit befindet.",
+ "ist sie der Oberschwelle gegenüber einwärts. So dass das Haus die טומאה überdacht.",
+ "so ist. Auch wenn der Hals des Hundes nicht ein טפח breit ist.",
+ "das Haus unrein. Denn die טימאה, die im Körper des Hundes verborgen ist, dringt aufwärts ins Haus und verunreinigt dasselbe (טימאה טמונה בוקעת). — So der einfache Sinn der Worte des R. Jose (Bart. Maim.). Indessen hat der Talmud (Chullin 126 a) an einer andern Stelle gefunden, dass nach der Ansicht des R. Jose eine טומאה טמונה nicht aufwärts dringt. Deshalb erklärt der Talm., R. Jose meine (nach einer Version ist in der Mischna so zu lesen): רואין את חלל הטומאה, d. h. es genügt nicht (wie R. Meïr meint), dass die Breite des Halses einen טפח misst, sondern man muss die Höhlung der טומאה berücksichtigen, und nur wenn diese ein Kubik-טפח gross ist, verbreitet sich die טומאה ins Haus, sonst ist das Haus rein. Der Satz חוקקין להשלים (Note 51) wird von R. Jose bestritten. Das folgende מכנגד המשקוף (der Talmud liest השקוף statt המשקוף) ist eine neue Bestimmung, die R. Jose gegen R. Meïr ausspricht, Während letzterer die ganze Schwelle (אסקופה) als zum Innern des Hauses gehörig betrachtet, meint R. Jose, nur bis zum שקוף, d. i. die Stelle, wo die Türe schliesst (ungefähr in der Mitte der Schwelle) gehört zum Innern des Hauses; liegt aber der Mund des Hundes ausserhalb des שקוף, ist das Haus rein. Dies die Erklärung des Talmud, der die meisten Commentare folgen. Wir haben jedoch nach der einfachen Erklärung von Bart. und Maimonides übersetzt.",
+ "ist sie. Die Unreinheit.",
+ "der Oberschwelle gegenüber auswärts. Es wird der Magen, wo die טומאה liegt, nicht von der Oberschwelle überdacht (Maim.).",
+ "so ist das Haus rein. Obgleich der Mund im Hause liegt.",
+ "Wenn der Mund einwärts liegt. Der Hintere liegt also auswärts.",
+ "liegt der Mund auswärts. Und der Hintere einwärts.",
+ "denn die Unreinheit geht nach hinten ab. Vgl. VO 13.",
+ "In jedem Falle. Auch wenn der Hals weniger als ein טפח breit ist, und auch wenn die טומאה ausserhalb der Oberschwelle liegt, und auch wenn der Hund einwärts liegt.",
+ "ist das Haus unrein. Denn die Speise wird manchmal auch durch den Mund ausgeworfen.",
+ "im Leibe bleiben. Vor dem Tode des Hundes, dass es als vollständig verzehrt nicht mehr verunreinigt.",
+ "bei Vögeln und Fischen. Wenn diese das Fleisch eines Toten gegessen haben.",
+ "verbrannt würde. Tos. Chullin 97 a v. אמר.",
+ "Bei Vögeln und Fischen. Dasselbe gilt (ausser dem Hunde) auch von anderen Tieren; vgl, Parah 9, 5."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einem Hause eine Zisterne. החדות, oben 5, 6, Note 54.",
+ "in der ein Leuchter steht. Und im Hause befindet sich eine Totenunreinheit.",
+ "dessen Aufsatz. והפרח, Kelim 11, 7, Note 75. —",
+ "hinausgeht. Oben über den inneren Raum der Zisterne, so dass er den Rand der Zisterne bedeckt.",
+ "und darüber. Über den Aufsatz.",
+ "ein Olivenkorb. כפישה, oben 5, 6, Note 55.",
+ "so gelegt ist. Und der Rand des Aufsatzes liegt zwischen dem Korbe und dem Rande der Zisterne (Maim. und יו״ב).",
+ "der Korb über der Mündung der Zisterne stehen bliebe. Und nicht in die Zisterne hineinfiele.",
+ "Die Zisterne ist rein. Denn was in der Zisterne ist, wird vor der Totenunreinheit durch den verschliessenden Korb nebst den Zelt wänden geschützt, vgl. oben 5, 6, Note 58.",
+ "und der Leuchter ist unrein. Wegen des Teils des Aufsatzes, der im Hause sichtbar ist. Trotzdem aber der Leuchter nach der Regel חרב הוא כחלל (VK 5) ein אבי אבות הטומאה geworden, verunreinigt er dennoch nicht die mit ihm in demselben Zelte befindlichen Gegenstände, da jene Regel bezüglich der Zeltunreinheit keine Geltung hat (VO 4), vgl. יו״ב.",
+ "Auch der Leuchter ist rein. Obgleich der Aufsatz von der Seite im Hause sichtbar ist, so wird er dennoch nicht unrein, weil er nicht über die Wände der Zisterne in den Raum des Hauses hinausragt. Wäre dies aber ja der Fall, so würde der Leuchter unrein sein (so יו״ב, nicht so Bart.).",
+ "alles. Sowohl die Zisterne als der Leuchter.",
+ "unrein ist. Da der Korb durch den Aufsatz, der ein Gerät ist, gestützt wird, kann er nicht als schützendes Zelt gelten, vgl. oben 6, 1 Note 17."
+ ],
+ [
+ "welche zwischen den Rändern des Korbes und den Rändern der Zisterne liegen. Hier handelt es sich um den Fall, dass der Korb nicht durch den Leuchter gestützt wird (oben Note 76).",
+ "selbst bis zur untersten Tiefe. Nicht bloss die Geräte, die auf den Rändern der Zisterne liegen, sondern auch die, welche unter den Zisternenwänden bis zur untersten Tiefe sich befinden.",
+ "bleiben rein. Der die Zisterne bedeckende Korb schützt auch alles, was sich unter dem Boden und den Wänden der Zisterne befindet, vor der Unreinheit. Wäre dieser Deckel nicht dort, so würde alles, was im Erdboden des Hauses bis zur untersten Tiefe vergraben ist, unrein sein (15, 5) vgl. VO. 12. —",
+ "Befindet sich dort. In der Zisterne, oder auf ihrem Rande, oder unter ihrem Boden.",
+ "eine Unreinheit. Selbst wenn der Korb die Zisterne bedeckt und selbst wenn derselbe fest darauf sitzt, wie ein צמיר פתיל (Kelim 10, 1).",
+ "so ist das Haus unrein. Weil die טומאה keinen andern Ausgang hat als durch das Haus, vgl. 4, 1, Note 12.",
+ "Befindet sich eine Unreinheit im Hause. Und die Zisterne ist vom Korbe bedeckt.",
+ "so gilt bezüglich der Geräte in den Wänden. In dem Teile der Wände, der nicht vom Korbe bedeckt ist. (ס״ט).",
+ "Wenn daselbst ein Raum von einer Kubik-Handbreite vorhanden ist. Dies bildet ein schützendes Zelt für sich.",
+ "so sind sie rein. Wie in dem Falle 3, 7, vgl. das. Note 87.",
+ "so werden sie unrein. Denn die Wände der Zisterne, soweit sie nicht vom Korbe bedeckt ist, werden wie der Erdboden des Hauses betrachtet, in dem alles dort Vergrabene unrein ist (15, 5). Vgl. Note 84.",
+ "Wenn die Wände der Zisterne breiter sind als die des Hauses. Die Wände des Hauses sind auf den Wänden der Zisterne aufgebaut und die letzteren sind breiter als die ersteren, so dass sie nach aussen (oder auch nach innen) über die Wände des Hauses hinausragen.",
+ "so sind sie in jedem Falle. Auch wenn der Raum keine Kubik-Handbreite hat.",
+ "rein. Da in diesem Falle die Wände der Zisterne nicht wie der Erdboden des Hauses betrachtet, sondern zum inneren Raume der Zisterne gerechnet werden, weil sie vom Hause kenntlich unterschieden sind (ס״ט)."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn ein Brett auf der Öffnung eines neuen. Der noch nicht so geheizt, wie in Kelim 5, 1 angegeben, und daher nicht verunreinigungsfähig ist.",
+ "Backofens. Der im Freien steht. Über תנור s. Kelim 5, 1, Note 1.",
+ "liegt und über alle Seiten eine Handbreite herausragt. Dieser herausragende Teil gilt als Zelt und hemmt die darunter liegende טומאה, dass sie nicht über die Zeltwand hinausdringe. Würde der Ofen schon geheizt worden und ein כלי sein, so könnte das Zelt, das durch ein כלי gestützt ist, nicht vor der טומאה schützen, nach 6, 1, Note 4. —",
+ "wenn eine Unreinheit sich darunter. Unter dem herausragenden Teile des Brettes.",
+ "Geräte über demselben. Über dem Brette, selbst wenn sie senkrecht über der טומאה sich befinden.",
+ "rein. Jedoch ist alles, was unter dem Brette liegt, unrein. Auch was im Ofen liegt ist unrein (so תוי״ט). Nach מ״א und ס״ט ist letzteres rein, vgl. Kelim 10, 7.",
+ "Ist eine Unreinheit darüber. Über dem Brett.",
+ "so sind die Geräte unter demselben rein. Das Brett und der neue Ofen schützen vor der Unreinheit.",
+ "Bei einem alten Ofen. Der nach der Bestimmung in Kelim 5, 1 geheizt worden.",
+ "aber ist. Es sei die Unreinheit unter oder über dem Brett.",
+ "alles. Sowohl was unter oder über dem Brett, als was im Ofen sich befindet.",
+ "unrein. Da ein Zelt, das durch ein Gerät gestützt wird, wohl Unreinheit bringt, aber nicht vor Unreinheit schützt (6, 1). —",
+ "erklärt es für rein. Er meint, dass ein Ofen (auch ein alter), obgleich derselbe, nach der Vorschrift in Lev. 11, 35, verunreinigungsfähig ist, dennoch bezüglich der Bestimmungen in 6, 1 nicht als כלי gilt, da er am Erdboden befestigt ist und dieser seinen Unterboden bildet (so א״ר und יו״ב, anders ס״ט).",
+ "Liegt es. Das Brett.",
+ "auf der Öffnung zweier Öfen. Zweier alter Öfen (Bart); nach יו״ב ,א״ר und מ״א ist hier von den beiden bisher genannten Öfen die Rede, es ist also ein Ofen neu und der andere alt.",
+ "und es ist zwischen ihnen. Zwischen beiden Öfen.",
+ "so sind sie. Sowohl die Öfen, als was in den beiden Öfen und unter und über dem Brette sich befindet.",
+ "unrein. Da das Brett auch durch den alten Ofen, der ein כלי ist, gestützt wird.",
+ "erklärt sie für rein. Wie oben in Note 13."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Deckel. סרידה, ein siebartig gelöcherter Deckel, vgl. Kelim 8, 3. — Nach Bart. יו״ב u. a. hat der Deckel keinen Leisten, wie oben 5, 6. Nach Maim. u. a. ist hier von einem mit einem Leisten versehenen Deckel die Rede.",
+ "auf der Öffnung eines Backofens. Der Deckel ragt über alle Seiten eine Handbreite heraus, wie in M. 1. —",
+ "dass diese damit fest verschlossen ist. Durch Verstreichung, wie dies in Kelim 9, 7, Note 76 angegeben.",
+ "und es ist eine Unreinheit darunter oder darüber. Unter oder über dem herausragenden טפח des Deckels.",
+ "so ist alles. Was unter oder über dem herausragenden Teile des Deckels sich befindet.",
+ "unrein. Der Deckel schützt nicht, weil er ein Gerät ist (nach יו״ב auch wenn er keinen Leisten hat).",
+ "ist rein. Da der durch einen צמיד פתיל verschlossene Ofen vor der טומאה schützt, so dass dieselbe in den innern Raum des Ofens nicht eindringen kann; so wird auch das über dem innern Raum des Ofens nicht unrein.",
+ "Befindet sich aber die Unreinheit über dem innern Raum des Ofens. Auf dem Teil des Deckels, der über dem innern Raum des Ofens liegt.",
+ "unrein. Was aber darunter liegt, ist rein, da der צמיד פתיל es schützt."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Brett auf der Öffnung eines alten Ofens liegt. Z. B. das Brett ragt nach Osten und Westen eine Handbreite heraus, aber nicht nach Norden und Süden.",
+ "Seite. Im Osten z. B.",
+ "die Geräte unter der anderen Seite. Im Westen.",
+ "rein. Denn das Zelt im Osten steht in keiner Verbindung mit dem im Westen (da im Norden und Süden nichts herausragt), und der Ofen bildet eine Scheidewand zwischen den beiden Zelten. Nach א״ר und יו״ב gilt dies nur, wenn das Brett durch צמיד פתיל dem Ofen angeschlossen ist.",
+ "Jose erklärt sie für unrein. Er meint, der Ofen bildet keine Scheidewand zwischen den beiden Zelten, die durch das Brett miteinander verbunden sind. Über den Widerspruch mit 6, 2 (Note 38) vgl. יו״ב und מ״א.",
+ "Der Vorsprung. הבטח (and. LA אבטח), nach Maimon. ein Vorsprung, der von der Fensterbank hervortritt und dazu dient, dass der aus dem Fenster Hinausschauende sich darauf stützt (St. בטח, sich stützen), ebenso R. Hai. Es gibt noch viele andere Erklärungen.",
+ "bringt die Unreinheit. Die unter dem Vorsprung ausserhalb des Hauses sich befindet.",
+ "nicht hinüber. Auf die im Hause befindlichen Gegenstände.",
+ "Ist ein Gesimse. זיז, s. oben 8, 2, Note 23.",
+ "daran. Auf dem בטח ist ein Gesimse, das ins Innere des Hauses hineingeht (Maim., vgl. R. Hai).",
+ "dies bringt die Unreinheit nicht hinüber. Da die טומאה nicht unter dem Gesimse, sondern unter dem בטח liegt.",
+ "und das obere Gesimse. Das über dem בטח liegt und in das Innere des Hauses hineinragt. Nach א״ר ist בטח ein gürtelartiger, schmaler Vorsprung, der um den Ofen angebracht ist. Es bezieht sich unsere Bestimmung dann auf den vorhergehenden Fall (Note 29—32). Der בטח leitet die טומאה nicht von der einen hervorragenden Seite nach der anderen herüber, weil er nicht ein טפח breit ist. Wiewohl ein זיז nach 14, 1 bei noch so geringem Masse die טומאה bringt, so ist dies beim בטח nicht der Fall. Ist über dem בטח noch ein זיז (ein Gesimsen-Vorsprung), so kann er nach R. Elieser, wenn er kein טפח breit ist, ebenfalls nicht die טומאה hinüberbringen, weil nach Tosefta 14, 8 bei zwei übereinander hervortretenden Vorsprüngen (שני זיזין זה על גבי זח) der obere nur dann die טומאה bringt, wenn er ein טפח breit ist. R. Josua dagegen sagt, da der בטח nicht die טומאה bringt, so ist derselbe als nicht vorhanden zu betrachten, und der darüber befindliche זיז gilt als einzelner זיז, der nach 14, 1 auch beim geringsten Masse die טומאח bringt.",
+ "bringt die Unreinheit hinüber. Auf die im Hause befindlichen Gegenstände."
+ ],
+ [
+ "Wenn man für eine Sandale. סנדל של עריסה, sandalförmige metallene Untersätze, die man unter die Füsse der Wiege legte.",
+ "einen Durchbruch gemacht hat bis ins Haus hinein. Man hat absichtlich im Estrich des Söllers Löcher von der Grösse eines Quadrat-טפח gemacht, um die Untersätze der Wiege dort hineinzustecken. Würden die Löcher von selbst entstanden sein, so würde nach 13, 1 das Mass von einem Quadrat-טפח nicht genügen.",
+ "so ist. Wenn im untern Hause eine Toten-Unreinheit sich befindet.",
+ "alles. Im Hause und im Söller.",
+ "unrein. Die Sandale kann als Gerät nicht vor der Unreinheit schützen, nach 6, 1.",
+ "wo aber nicht. Wenn die Öffnung kleiner ist.",
+ "so zählt man dabei. Die Grade der Unreinheit.",
+ "wie man bei einem Toten zählt. Die Sandale und die Wiege sind siebentägig unrein, und das in der Wiege liegende Kind ist unrein bis zum Abend, vgl. 1, 2. Dagegen kann in den Söller die טומאה nicht dringen, da die Öffnung weniger als ein Quadrat-טפח gross ist. Über den Widerspruch zwischen unserer Stelle und 10, 2 vgl. die Kommentare."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Sukka 22 a.",
+ "die Balken des Hauses und des Söllers keinen Estrich. מעזיבה , 6, 5, Note 64. —",
+ "haben. Und es liegen auch keine Bretter (und keine Matte) darüber (Raschi).",
+ "und genau über einander liegen. Die oberen Balken liegen den unteren gegenüber, jene sind ebenso breit wie diese, und jeder hat mindestens die Breite von einem טפח.",
+ "wenn sich unter einem Balken. Unter einem der untern Balken",
+ "nur der Raum unter diesem. Unter seiner ganzen Länge.",
+ "unrein. Dagegen ist der Raum darüber rein, da er von dem טפח-breiten Balken, der ein Zelt bildet, vor der Unreinheit geschützt wird. Umsomehr ist das unter den andern Balken Befindliche rein, da ja der die Unreinheit bedachende Balken von den andern durch einen Zwischenraum geschieden ist.",
+ "so ist nur der Raum zwischen ihnen. Zwischen ihrer ganzen Länge.",
+ "unrein. Was aber unter dem untern und über dem obern Balken sich befindet, ist rein, denn die Balken bilden eine Scheidewand vor der טומאה.",
+ "unrein. Da die טומאה unter freiem Himmel liegt (vgl. VO 7). Das darunter Befindliche ist rein.",
+ "Liegen die obern über den Zwischenräumen der untern. Und sie sind genau so breit wie diese Zwischenräume, so dass wenn man die oberen Balken hinab, oder die unteren hinaufziehen würde, ein vollständig abschliessendes Gebälke ohne Zwischenräume vorhanden wäre.",
+ "der Raum unter allen unrein. Ich betrachte dies so, als wäre es ein vollständig zusammenhängendes ununterbrochenes Zelt. Die Räume unter den untern Balken sind sämtlich unrein, weil man sich die oberen Balken hinabgezogen denkt (גור אהית, oben 11, 2, Note 16). Bezüglich der Räume unter den obern Balken denkt man sich wieder die untern bis hinauf gezogen (גור אסיק), als wenn oben ein Gebälke ohne Zwischenräume vorhanden wäre.",
+ "unrein. Wie in Note 57. —"
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Balken. Ein viereckiger oder runder (zylinderförmiger) Balken.",
+ "wenn er eine Handbreite breit ist. Das ist beim runden Balken der Fall, wenn der durch den auf der Achse des Zylinders gemachten senkrechten Durchschnitt gebildete Kreis einen טפח im Durchmesser hat.",
+ "die Unreinheit unter seine ganze Länge. Auch unter die Teile des Balkens, die nicht so breit sind (Maim. טומאת מת 12, 7).",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts. Was senkrecht über oder unter der Unreinheit sich befindet, ist unrein; alles andere bleibt rein (VO 7).",
+ "Wie viel. Erubin 13b.",
+ "drei Handbreiten. Vgl. die erste Regel oben 11, 7, Note 50.",
+ "wenn er viereckig. Ein rechteckiges Prisma.",
+ "denn der Umfang des viereckigen ist um ein Viertel mehr als der des runden. Der Umfang des viereckigen Balkens beträgt 4 טפחים, während der Umfang des runden nur 3 טפחים hat. — Dass der Talmud nur für die Praxis das Verhältnis der Peripherie zum Durchmesser des Kreises wie 3: 1 rechnet, aber auch gewusst hat, dass diese Rechnung ungenau ist, zeigt Zuckermann in der oben (11, 7) angeführten Schrift S. 23 ff."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Säule. Die zylinderförmig ist.",
+ "im Freien liegt. Mit der Mantelfläche auf dem Erdboden.",
+ "wenn ihr Umfang vierundzwanzig Handbreiten. Nach den oben (11, 7, Note 50) angeführten zwei talmudischen Regeln ist diese Zahl nicht richtig. Der Umfang der Säule brauchte vielmehr danach nur 21 Handbreiten zu betragen, was sich leicht zeigen lässt. Es sei der Kreis um C ein auf der Achse der hier genannten Säule senkrechter Durchschnitt. Der Kreis berührt den Erdboden im Punkte J. Beschreibt man um diesen Kreis das Quadrat ABDE (dessen Seite, wie ersichtlich, dem Durchmesser des Kreises gleich ist), so muss sich in dem Winkelraum dieses Quadrates ein Quadrat AHGF, dessen Seite ein טפח lang ist, zeichnen lassen, damit unter der Säule ein freier Raum von einem Kubik-טפח vorhanden sei, der nach 3, 7 die טומאה bringen kann. Wenn nun die Quadratseite FG gleich 1 טפח sein soll, so muss dessen Diagonale AG =/5 טפח׳ sein. Dies ist aber der Fall, wenn der Umfang des Kreises C 21 טפחים beträgt. Denn dann beträgt die Quadrat-seite AB (= dem Durchmesser des Kreises) 7 טפחים; folglich dessen Diagonale AD = 7 + ¹⁴⁄₅ טפח, und da GL (als Durchmesser) = 7 טפח׳ ist, so sind AG + LD = ¹⁴⁄₅ טפח׳. AG ist aber = LD, wie leicht zu beweisen; folglich ist AG =/5 טפח׳. — Wenn aber unsere Mischna statt 21 טפח׳ 24 טפחים hat, so muss, da die erste Regel in 11, 7, Note 50 in M. 6 unmittelbar unserer M. voransteht und daher nicht zu ändern ist, die zweite dort befindliche talmudische Regel nach unserer Mischna anders lauten, und zwar, wie bereits Zuckermann (l. c.) annimmt: כל אמה במרובע אמה ושליש באלכסון. „Jede Quadratelle hat 1/3 Elle in der Diagonale“. Man wollte wohl zur Zeit unserer (sehr alten) Mischna der leichteren Rechnung und der Kürze wegen einen Bruch mit dem Zähler 1 haben, und da war1/3 (שליש) der dem wirklichen Werte (0, 41421) am nächsten liegende so geartete Bruch. Rechnen wir nun die Diagonale =4/3 der Quadratseite, so stimmt die Zahl 24 in unserer Mischna ganz genau. Ist der Umfang des Kreises 24, so ist die Quadratseite AB (= dem Durchmesser) = 8. Die Diagonale AD = 8 + ⁸⁄₃, also AG + LD = ⁸⁄₃, und AG = ⁴⁄₃; folglich FG = 1 טפח. Wir wollen nun noch die ziemlich genaue Quantität des vorliegenden Kreisumfanges berechnen. Nennen wir denselben u, den Durchmesser d, und setzen wir die kleine Quadratseite FG (wie erforderlich) = 1. Es ist dann AG = LD = √2. Wir haben dann die Gleichung: AD = d + 2 √2 = d √2, daher
Es lässt sich vielleicht dadurch erklären, warum unsere Mischna das Verhältnis zwischen Quadratseite und Diagonale nicht, wie im Talmud. — 1:7/5 angenommen. Die Frage mag ursprünglich im Lehrhause gestellt worden sein, ob eine Unreinheit unter einer solchen Säule auf einen darüber sich bückenden Menschen בוקעת ועולה ist (da solche Fälle häufiger vorkommen, als dass unter der Säule Gegenstände liegen). Hätte man nach den gewöhnlichen Regeln (wie in 11, 7, Note 50) gerechnet, so würde, wie oben gezeigt, die Entscheidung gelautet haben: Falls der Umfang der Säule mindestens 21 טפחים beträgt, ist die Unreinheit nicht בוקעת ועולה. Das wäre aber eine ungenaue Entscheidung zur Erleichterung (לקולא), da, wie gezeigt, tatsächlich noch bei 21, 45 die Unreinheit בוקעת ועולה ist. Es wurde daher für diese Entscheidung das Verhältnis wie 1 : ⁴⁄₃ gerechnet, wobei sich die Zahl 24 ergab, die allerdings auch ungenau war, aber eine Erschwerung zur Folge hatte (לחומרא לא דק). Diese Entscheidung wurde dann in der Mischna fixiert, wiewohl sie nach der einen Seite (die aber selten vorkommt) eine unberechtigte קולא zur Konsequenz hatte. Dies zur Rechtfertigung der Mischna, bei welcher so manche Erklärer sich in ihren Berechnungen verirrt haben.",
+ "die Unreinheit unter ihre ganze Seite. Selbst an den Stellen m und n der obigen Figur, wo der freie Raum keinen Kubik-טפח beträgt, nach der Lehre in 7, 2, Note 25.",
+ "so dringt die Unreinheit senkrecht aufwärts und abwärts. Wie in Note 64."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Olivengrösse vom Toten an der Türschwelle. Oben 3, 3, Note 43.",
+ "klebt. Sie klebt an der Aussenseite der Schwelle, wo sie nicht vom Hause überdacht wird.",
+ "Elieser das Haus für unrein. Er erklärt auch diese Stelle wie das Innere des Hauses, weil, wenn man hier die טומאה liegen liesse, man es auch in dem vom Hause überdachten Teile erlauben würde (מ״א).",
+ "Josua erklärt es für rein. Weil die טומאה nicht vom Hause überdacht wird. Die Besorgnis (גזירה) des R. Elieser teilt R. Josua nicht.",
+ "so wird sie. Die Schwelle.",
+ "als in zwei Hälften geteilt beurteilt. Liegt die טומאה unter der dem Innern anliegenden Hälfte der Schwelle, so ist das Haus unrein; liegt sie unter der äusseren Hälfte, so ist das Haus rein, wie oben 6, 3.",
+ "Klebt sie an der Oberschwelle. An der Aussenseite der Oberschwelle.",
+ "so ist das Haus unrein. Auch nach R. Josua. Denn in diesem Falle teilt auch dieser die oben (Note 76) ausgesprochene Besorgnis des R. Elieser (א״ר).",
+ "Jose erklärt es für rein. R. Jose achtet auch in diesem Falle nicht auf obige Besorgnis.",
+ "Liegt sie. Die Olivengrösse vom Toten.",
+ "wer die Oberschwelle. Auch an der Aussensseite.",
+ "unrein. Auch nach R. Jose. Denn da die טומאה an dieser Stelle vorbei hinausgeschafft werden wird, so erklärt man die Aussenseite ebenso für unrein, wie den Raum unter der Oberschwelle (wegen גזירה, wie in Note 76).",
+ "Wer die untere Schwelle. An der Aussenseite.",
+ "Elieser für unrein. Er betrachtet diese wie das Innere des Hauses, aus dem in Note 76 angegebenen Grunde (גזירה).",
+ "Wer sie von einer Handbreite abwärts berührt. Den dem Erdboden anliegenden טפח der Aussenseite der Schwelle.",
+ "ist rein. Denn dieser ist dem Erdboden gleich zu achten.",
+ "ist unrein. Weil über die Schwelle die טומאה hinausgeschafft werden wird, wie oben in Note 85 angegeben."
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+ "Wenn. Kelim 17, 11; B. batra 19b Tosafot v. רקיק; zum ganzen Abschn. vgl. Sifre Sutta ed. Horovitz S. 144 f.",
+ "man eine Lichtöffnung. מאור, ein Loch, um Licht einfallen zu lassen.",
+ "von vorne herein. Es ist nicht ein Überbleibsel (vgl. weiter Note 6).",
+ "deren Mass. Damit die Unreinheit durch diese Öffnung von einem Zelte ins Nebenzelt komme.",
+ "wie die Dicke des grossen Bohrers der Tempelhalle. Die nähere Bestimmung in Kelim. l. c. und Bechorot 37b f.",
+ "zwei Fingerbreiten Höhe bei einer Daumen-Breite. Dies ist ein grösseres Mass als das Vorhergenannte (so Maim., anders Tos. Note 1). Noch grösser ist eine Handbreite im Quadrat, weiter Note 12.",
+ "noch nicht ganz vollendet hat. Einerlei aus welchem Grunde immer er dies nicht vollendet hat.",
+ "oder ist sie durch Salpeter-Frass. מלחת, oben 3, 7, Note 107.",
+ "so ist deren Mass wie eine Faustgrösse. Dies ist grösser als eine Quadrat-Handbreite; eine nähere Bestimmung vgl. 17, 12.",
+ "sie. Die nicht durch Menschenhände entstandene Öffnung.",
+ "zu gebrauchen. Etwa Gegenstände dorthin zu legen.",
+ "so ist deren Mans eine Handbreiten-Weite. Eine Handbreite im Quadrat, vgl. 3, 7, Note 82.",
+ "so ist deren Mass wie die Dicke des Bohrers. Wie oben Note 5.",
+ "Bei Gittern. Aus Holz- oder Eisenstäben. Sie sind in Magazinöffnungen angebracht, die als Luftlöcher dienen.",
+ "und Jalousieen. רפפות, (von רפף, schwanken) ein bewegliches Gitter, nach der Tosefta 14, 3 Gitterfenster in Sommerhäusern.",
+ "zur Grösse einer Bohrer - Dicke zusammengerechnet. Es genügt also, dass alle Zwischenräume zusammen dieses Mass haben.",
+ "Obige Masse. Alle in dieser Mischna genannten Masse.",
+ "gelten sowohl die Unreinheit hereinzubringen. Wie oben Note 5 angegeben.",
+ "als sie hinauszubringen. Dass die Unreinheit in dieser Öffnung nicht als טומאה רצוצה gelte, die aufwärts und abwärts dringt, nach VO 7. Nach א״ר und יו״ב ist hier unter „Hinausbringen der Unreinheit“ der Fall in 7, 5 (vgl. das. Note 55) verstanden, wobei durch eine Öffnung alle andern verschlossenen Ausgänge vor der Unreinheit bewahrt werden.",
+ "Nur zum Hereinbringen der Unreinheit. Dazu genügen auch die kleinern Masse, weil dabei eine Erschwerung (חומרא) herauskommt.",
+ "aber zum Hinausbringen der Unreinheit. Wie in Note 18, wobei ein kleineres Mass eine Erleichterung (קולא) zur Folge hätte."
+ ],
+ [
+ "das zur freien Luft hinausgeht. Nach Bart. dient es dazu, Luft einzulassen, und ist dasselbe wie die Lichtöffnung in M. 1. Nach Tos. (oben Note 1) und Anderen soll dadurch eine freie Aussicht gewonnen werden, um etwa Gärten zu bewachen.",
+ "ist das Mass die Bohrer-Dicke. Wie oben Note 5. Nach Tos. l. c. ist hier ein mittelgrosser Bohrer gemeint.",
+ "Baut man ausserhalb desselben ein Haus. So dass dadurch der Zutritt von Licht und Luft gestört, resp. die Aussicht verhindert wird.",
+ "so ist das Mass eine Handbreiten-Weite. Wie oben Note 11 und 12, da man nun die Öffnung bloß zu einem derartigen Gebrauche benutzen kann.",
+ "Hat man das Gebälke. Des vor dem Fenster gebauten Hauses.",
+ "an die Mitte des Fensters gesetzt. In der Weise, dass nur die untere Hälfte des Fensters durch das Haus verdeckt wird.",
+ "und der obere Teil das der Bohrer-Dicke. Da dieser Teil zur freien Luft hinausgeht."
+ ],
+ [
+ "Das Loch in der Türe. Das keinen bestimmten Zweck hat (nach יו״ב, ein Loch, das man zum momentanen Gebrauche gemacht und dann vergessen hat zu verstopfen.)",
+ "hat zum Masse die Faust-Grösse. Wie ein von selbst entstandenes Loch, Note 9.",
+ "Eine Handbreiten-Weite. Wie eine zum Gebrauche bestimmte Öffnung, Note 11. (vgl. die LA im Sifre sutta, zit. in ר״ש).",
+ "Hat der Zimmermann unten oder oben eine Lücke gelassen. Indem die Bretter zu kurz waren.",
+ "aber nicht vollständig. מרק, vollenden, vgl. Joma 3, 4.",
+ "angeschlossen. Dadurch ist die Türe zum geringen Teil offen geblieben.",
+ "so ist das Mass eine Faust-Grösse. Die Öffnung gilt in allen diesen Fällen als von selbst entstanden."
+ ],
+ [
+ "Wenn man einen Platz. In der Wand des Hauses.",
+ "für eine Spatel. אספתי, gr. σπάθη, die Spatel, ein breites flaches Holz, dessen sich die Weber statt des Kammes (קירוס, Kelim 21, 1, Note 5) beim alten senkrechten Webestuhl bedienten, um den Einschlag festzuschlagen und so das Gewebe dicht zu machen (ר״ש liest אצבתי und erklärt ebenso).",
+ "oder für eine Lampe. Da die Lampe zum Webegerät nicht passt, dürfte besser mit Horovitz (ספרי זוטא l. c.) ניר zu lesen sein (ein Schaft), vgl. Kelim 21, 1, Note 4. קנה kann dann ebenfalls Bezeichnung eines Schaftes sein (vgl. Rieger, Spinnen, Färben, Weben S. 29).",
+ "so ist nach Bet-Schammai das Mass so viel als zum Gebrauche. Für das betreffende Gerät.",
+ "Macht man eine Öffnung zur Augenweide. Zur Aussicht nach einem schönen Platze.",
+ "oder zum sonstigen Gebrauche. Allerlei Gegenstände hinzulegen.",
+ "so ist das Mass eine Handbreiten-Weite. Auch nach Bet-Schammai, da die Öffnung für verschiedene Gegenstände gebraucht werden soll."
+ ],
+ [
+ "Folgende Dinge vermindern das Mass einer Handbreite. Wenn bei einer Öffnung, die eine Quadrat-Handbreite misst, der Raum durch Hineinlegen eines der folgenden Dinge vermindert wird, kann durch diese Öffnung nicht die טומאה von einem Zelte ins andere kommen.",
+ "Ein Stück Fleisch. Von einem Toten.",
+ "das weniger als eine Olive gross ist. Das nicht verunreinigt; vgl. 2, 1.",
+ "so dass die Unreinheit von einem viertel Kab Totenknochen nicht durchgeht. Wörtlich: „vermindert an der Seite (על ידי) eines viertel Kab Knochen“ (vgl. 2, 1, Note 10 u. 11). — Ist aber in einem Zelt ein כזית vom Totenfleisch, so kann das kleinere Stück Fleisch in der Öffnung nicht das Durchgehen der טומאה verhindern, da im Gegenteil das eine Stück Fleisch mit dem andern sich verbindet.",
+ "der kleiner als ein Gerstenkorn ist. Das gar nicht verunreinigt, vgl. 2, 3.",
+ "so dass die Unreinheit von einem olivengrossen Stück Toten-Fleisch nicht durchgeht. Wörtlich: „vermindert an der Seite einer Olivengrösse von Fleisch“. — Dagegen vermindert ein kleiner Knochen nicht den Raum, wenn die Unreinheit im Nebenzelte von einem viertel Kab Knochen herrührt, da Knochen mit Knochen als verbunden betrachtet werden.",
+ "weniger als eine Olivengrösse von Toten. Es wird obige Bestimmung (Note 43—45) wiederholt, um im allgemeinen zu lehren, dass die Verminderung (ausser beim כזית Fleisch) bei allen in 2,1—2 genannten Zeltunreinheiten bewirkt wird.",
+ "weniger als eine Olivengrösse vom Aase. Dies verunreinigt nicht (Nidda 42b).",
+ "weniger als eine Linsengrösse vom Kriechtier. Verunreinigt nicht, ausser wenn es ein ganzes Glied ist (1, 7).",
+ "weniger als eine Eigrösse von Speisen. Ist nach dem Thoragesetze nicht verunreinigungsfähig; vgl. Schabbat 91a, Tos. v. אי.",
+ "das ins Fenster hineingewachsene Getreide. Nach B. batra 20a wenn es drei טפחים von der Wand entfernt wurzelt, so dass es der Wand nicht schadet. Als am Boden haftend ist es nicht verunreinigungsfähig.",
+ "Rohr-Mark. ככי, Kelim 17, 17, Note 180.",
+ "von einiger Merklichkeit. Es ist nicht zu dünn.",
+ "welches man nicht zum Essen bestimmt hat. Hätte man es zum Essen bestimmt, so wäre es auch ohne הכשר verunreinigungsfähig, Teharot 1, 1.",
+ "verunreinigungsfähig gemacht hat. Dadurch, dass man es mit einer Flüssigkeit benetzt hat, nach VK 17.",
+ "aber nicht zum Essen bestimmt hat. Das Aas der unreinen, d. h. der zum Essen verbotenen Vögel, ist erst dann als Speise verunreinigungsfähig, wenn man es zu essen gedenkt und benetzt hat, Teharot 1,3."
+ ],
+ [
+ "Ein Totenknochen vermindert nicht gegen Totenknochen. Oben Note 47.",
+ "Totenfleisch nicht gegen Totenfleisch. Oben Note 45.",
+ "nicht eine Linsengrösse vom Kriechtier. Weil diese Dinge verunreinigen, oben Note 49 und 50.",
+ "nicht eine Eigrösse von Speisen. Wenn sie durch Benetzung verunreinigungsfähig geworden (תוי״ט); nach Maim. auch wenn dies nicht geschehen.",
+ "nicht an Fenstern. Weniger als drei טפחים entfernt von der Wand.",
+ "wachsendes Getreide. Da ist es bestimmt, entfernt zu werden, weil es die Wand beschädigt, oben Note 52. — Dinge, die man später wegzuschaffen gedenkt, verhindern nicht das Weiterdringen der טומאה, B. batra 19b.",
+ "nicht Rohr-Mark. ככי, Kelim 17, 17, Note 180.",
+ "woran nichts Merkliches. Das sehr dünn ist.",
+ "das man zum Essen bestimmt und verunreinigungsfähig gemacht hat. Oben Note 55—57.",
+ "nicht mit Aussatz behaftete Zetteloder Einschlag-Fäden. Nach Negaïn 11, 8.",
+ "und nicht ein Ziegel von einer Totenbein-Stätte. Ein Ziegel aus Erde vom בית הפרס, vgl. 2, 3, Note 33. —",
+ "so R. Meïr. Nach seiner Ansicht ist ein solcher Lehmziegel unrein.",
+ "weil dessen Erde rein ist. Nach ihrer Ansicht ist nur eine frische unbearbeitete Scholle in der Grösse des Siegels der grossen Warensäcke unrein, vgl. 17, 5. —",
+ "das Unreine. Auch alles, was verunreinigungsfähig ist."
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+ ],
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+ "Das Gesimse. זיז, oben 8, 2, Note 23.",
+ "bringt die Unreinheit. Die unter ihm sich befindet, ins Haus.",
+ "wenn es noch so schmal ist. Weil der Raum unter demselben als mit dem Raume des Hauses verbunden und das Gesimse mit der Decke des Hauses als ein und dasselbe Zelt betrachtet wird.",
+ "der Balkon. גיזרה scheint hier eine Abkürzung von גזוזטרא (Balkon, Altane) zu sein (8, 2, Note 24), גזרה in Ezech. 41, 12 hat eine andere Bedeutung.",
+ "und der Vorbau. גבלית (and. LA. גובלית, גבילית). Die Tosefta erklärt: (l. ומיושר ) איזו היא גבלית כל המעוקם מכאן ומכאן ומשויר מן חאמצע Was heisst גבלית? Ein Vorsprung, der von beiden Seiten schief (sich abwärts neigt) und in der Mitte gerade ist. Es stammt danach גבלית von جبل (Berg), da er die Form eines Berges hat (mit zwei Abdachungen und einem Rücken).",
+ "dessen Vorderseite nach unten gewandt ist. Das vordere Ende ist nach unten gebogen. Daher wird dieses Ende wie bis zur Erde reichend angesehen und der Raum unter dem Gesimse mit dem des Hauses verbunden.",
+ "beim Balkon ist die Vorderseite aufwärts gewandt. Daher kann der Raum unter demselben nicht als mit dem des Hauses verbunden betrachtet werden. Der Balkon muss deshalb, als gesondertes Zelt, ein טפח breit sein.",
+ "das drei Steinschichten. נדבך, Esra 6, 4, Steinreihe. Diese hat eine Breite von 4 טפחים.",
+ "über der Türe ist. Um so mehr gilt obige Bestimmung, wenn das Gesimse noch näher an der Türe ist (יו״ב).",
+ "steht es. Das Gesimse.",
+ "bei Handbreiten-Weite. Denn dann kann es nicht als mit dem Hause verbunden, sondern nur als besonderes Zelt betrachtet werden.",
+ "Die Kränze. Vorsprünge, die kranzförmig sind und oberhalb der Türe stehen.",
+ "und die Bildwerke. Vorsprünge, die mit Bildwerken verziert sind.",
+ "bei Handbreiten-Weite. Sie werden als Zelte für sich betrachtet."
+ ],
+ [
+ "Das Gesimse über der Türe bringt die Unreinheit bei Handbreiten-Weite. Dieser Satz steht im Widerspruch mit der Bestimmung am Anfang unseres Abschnitts. Nach Bart ר״ש und רא״ש handelt es sich hier um eine verschlossene Türe, wobei der Raum unter dem זיז nicht mit dem Hause verbunden werden kann, dann kann es natürlich nicht die Unreinheit ins Haus bringen (da dies ja verschlossen ist), sondern nur auf die Geräte, die unter dem זיז selbst sich befinden. א״ר streicht die Worte מביא את הטומאה. Nach ihm ist zu übersetzen: „Das Gesimse (bringt die Unreinheit) bei noch so geringem Masse sowohl über eine Türe, deren Mass eine Handbreiten-Weite ist, als über einem Fenster, dessen Mass eine Höhe von zwei Fingerbreiten, als über dem, dessen Mass eine Bohrer-Dicke ist“ R. Jose fordert dann für die zwei letzten Fälle ein anderes Mass, stimmt aber im ersten Falle mit dem ersten Tanna überein. In derselben Weise erklärt יו״ב, ohne zu korrigieren, indem er מביא את וכו׳ als einen Relativsatz fasst (welches die טומאה bei einem פותח טפח bringt.)",
+ "dessen Mass eine Höhe von zwei Fingerbreiten. Wie oben 13, 1 angegeben.",
+ "dessen Mass eine Bohrer-Dicke ist. Bei der von vorne herein gemachten Lichtöffnung nach 13, 1. —",
+ "Jose sagt. R. Jose bezieht sich nur auf die zwei letzten Fälle (Note 16 und 17). —",
+ "wie das Fenster ist. Also muss das Gesimse im ersten Falle (Note 16) zwei Fingerbreiten messen; im zweiten Falle (Note 17) eine Bohrer-Dicke. — Nach ס״ט gibt unsere Mischna das Mass der Länge des Gesimses an, während Mischna 1 das Mass der Breite angibt Das מלואו des R. Jose (das sich auf die zwei letzten Angaben bezieht) ist zu übersetzen: „Die ganze Ausdehnung des Fensters“, d. h. der זיז muss so lang sein, dass er sich über das ganze Fenster erstreckt, über dem er sich befindet."
+ ],
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+ "Ein Stab über der Türe. Der auf zwei in die Wand über der Türe eingeschlagenen Pflöcken liegt.",
+ "wäre er auch hundert Ellen hoch darüber. Höher als die Oberschwelle.",
+ "bringt die Unreinheit bei noch so geringem Masse. Wiewohl ein Gesimse in diesem Falle eine טפח-Breite haben muss (oben Note 11), so genügt bei einem Stabe das geringste Mass, weil er beweglich ist und leicht von oben weiter hinunter versetzt werden kann.",
+ "Es darf dabei nicht mehr erschwert werden als beim Gesimse. Er bringt also die Unreinheit nur, wenn er nicht höher als zwölf טפהים über der Türe steht (Note 9)"
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+ "Wenn ein Gesimse. Das ein טפח breit ist, also ein Zelt bildet.",
+ "das ganze Haus umgibt. Wie ein Gürtel.",
+ "und über der Türe nur drei Fingerbreiten. Das ist weniger als ein טפח, denn ein טפח beträgt vier Fingerbreiten.",
+ "reicht. Während über dem übrigen Teil der Türe kein Gesimse steht.",
+ "die Geräte unter jenem. Unter dem ganzen Gesimse.",
+ "unrein. Denn die über dem Hause stehenden drei Fingerbreiten des Gesimses werden als zum Hause gehörig betrachtet, so dass sich die טומאה vom Hause dorthin verbreitet; von dort verbreitet sich die Unreinheit unter das ganze Gesimse, da das ganze ein zusammenhängendes Zelt bildet. רא״ש liest טהורים (sie sind rein) statt טמאים; die Erklärung hierzu vgl. in ס״ט.",
+ "Ist eine Unreinheit unter ihm. Dem Gesimse.",
+ "Elieser das Haus für unrein. Denn ebenso wie die טומאה vom Hause unter das Gesimse kommt, verbreitet sich die unter dem Gesimse befindliche טומאה ins Haus.",
+ "Josua erklärt es für rein. Denn wohl kann das Gesimse als zum Hause gehörig, aber nicht das Haus als zum Gesimse gehörig betrachtet werden. Würde das Gesimse ein טפח über der Türe reichen, so würde auch nach R. Josua dieser Teil des Gesimses als Zelt mit dem Hause als verbunden gelten und die טומאה hineinbringen. Nach ר״ש und andern Erklärern hängt die Kontroverse hier mit der derselben Tannaïm in 12,8 zusammen.",
+ "um den rings umher eine Vorhalle. אכסדרה, oben 6,2, Note 20. —",
+ "läuft. Und die Vorhalle reicht nur drei Fingerbreiten über der Türe des Hauses. Da gelten dieselben Bestimmungen: Ist eine Unreinheit im Hause, so sind die Geräte in der Vorhalle unrein; ist eine Unreinheit in der Vorhalle, so sind die Geräte im Hause nach R. Elieser unrein, nach R. Josua rein."
+ ],
+ [
+ "Wenn zwei Gesimse über einander stehen. Und das eine genau so breit ist wie das andere, ebenso wie die genau übereinander liegenden Balken in 12, 5. Die Bestimmungen hier stimmen daher mit den dortigen überein.",
+ "jeder Handbreiten-Weite hat und der Zwischenraum eine Handbreite beträgt. So dass der Raum zwischen beiden Gesimsen auch als Zelt gilt. Es wird als selbstverständlich vorausgesetzt, dass zwischen dem untern Gesimse und dem Erdboden wenigstens ein טפח Zwischenraum ist.",
+ "wenn sich eine Unreinheit unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "das unten Befindliche. Unter dem ganzen Gesimse.",
+ "unrein. Dagegen ist der Raum darüber rein, da er von dem ein מפח-breiten Gesimse, das ein Zelt bildet, vor der Unreinheit geschützt wird.",
+ "Ist die Unreinheit im Zwischenraume. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "so ist alles im Zwischenraume unrein. Was aber unter dem untern und über dem obern Gesimse sich befindet, ist rein, denn die Gesimse bilden eine Scheidewand vor der טומאה.",
+ "Ist die Unreinheit darüber. Über dem oberen Gesimse.",
+ "unrein. Da die טומאה unter dem freien Himmel liegt (vgl. VO 7). Das darunter Befindliche ist rein",
+ "Ragt das obere. Gesimse.",
+ "wenn eine Unreinheit sich unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "oder zwischen beiden. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "der Raum unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "und dazwischen. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "unrein. In jedem der beiden Fälle sind beide Räume unrein, denn das herausragende Stück (unter welches die טומאה kommt) bewirkt, dass die טומאה aus dem einen Raum in den andern gelangt.",
+ "befindet sie. Die Unreinheit.",
+ "sich darüber. Über dem oberen Gesimse.",
+ "unrein. Da die טומאה unter dem freien Himmel liegt (vgl. VO 7). Das darunter Befindliche ist rein",
+ "wenn sich eine Unreinheit unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "der untere Raum und der Zwischenraum. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "unrein. Wiewohl das herausragende Stück weniger als ein טפח breit ist, bewirkt es dennoch die Verbreitung der טומאה vom untern Raum nach dem Zwischenraume, da es mit dem andern Teil des Gesimses verbunden ein Zelt bildet, wie oben Note 29.",
+ "Ist die Unreinheit im Zwischenraume. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "oder unter dem hervorragenden Stück. Unten auf dem Erdboden.",
+ "Der untere Raum und der Zwischenraum sind unrein. R. Elieser folgt hier seiner oben (Note 31) ausgesprochenen Ansicht, dass die טומאה, die sich unter einem Raume von weniger als ein טפח befindet oder dahin verbreitet, von da nach einem mit diesem Raum verbundenen Zelte dringt.",
+ "Der Zwischenraum. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "und der Raum unter dem hervorragenden Stück. Unten auf dom Erdboden.",
+ "aber der Raum unter dem untersten ist rein. Im ersten Falle wird dieser Raum durch das untere Gesimse geschützt. Im zweiten Falle (und umsomehr im ersten Falle) kann der schmale überragende Teil nicht die טומאה in das anstossende Zelt bringen, nach der oben (Note 32) von R. Josua ausgesprochenen Ansicht."
+ ],
+ [
+ "aber zwischen ihnen. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "ist kein Raum von der Breite einer Handbreite. Es wird aber als selbstverständlich vorausgesetzt, dass zwischen dem untern Gesimse und dem Erdboden ein Zwischenraum von mindestens einer Handbreite vorhanden ist.",
+ "wenn sich eine Unreinheit unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "der untere Raum. Nur dieser. Der Zwischenraum und der Raum über dem obern Gesimse werden durch das untere Gesimse, das ein Zelt bildet, geschützt.",
+ "Befindet sie sich im Zwischenraum. In diesem Falle ist die Unreinheit רצוצה (VO 7).",
+ "oder darüber. In diesem Falle liegt die טומאה unter freiem Himmel (VO 7).",
+ "unrein. Nach unten kann die טומאה nicht dringen, da das untere Gesimse als Zeltdach schützt.",
+ "Andere LA. Diese LA hatten רא״ש ,ר״ש und Bart.",
+ "aber die Zwischenräume. Das ביניהן wird hiernach von zwei Zwischenräumen verstanden, von dem Raume zwischen beiden Gesimsen und dem Raume zwischen dem untern Gesimse und dem Erdboden.",
+ "wenn die Unreinheit sich unten. Unter dem untern Gesimse.",
+ "oder dazwischen. Zwischen beiden Gesimsen.",
+ "der Raum unten und dazwischen unrein. Da das untere Gesimse weder nach unten noch nach oben einen freien Raum von einem טפח hat, so wird es als nicht vorhanden betrachtet, und der Raum vom obern Gesimse bis zum Erdboden gilt als ein Zelt, ebenso wie oben 11, 3, Note 23 die untern Teile des Kleides als nicht vorhanden betrachtet werden. So רא״ש. Indessen wird von יו״ב und ס״ט schon dagegen eingewendet, dass oben diese Bestimmung nur von den Kleiderteilen gilt, weil sie verunreinigungsfähig sind, was doch hier bei dem mit dem Gebäude verbundenen Gesimse nicht der Fall ist. Die meisten Kommentare entscheiden sich daher für die erstere LA., vgl. indessen יו״ב und מ״א.",
+ "unrein. Da die טומאה unter dem freien Himmel liegt (vgl. VO 7). Das darunter Befindliche ist rein"
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+ "Haben die Gesimse keine Handbreiten-Weite. Solche Gesimse werden als nicht vorhanden betrachtet.",
+ "senkrecht aufwärts und abwärts. Nach Maim. (טומאת מת 17, 4) gilt dies als טומאה רצוצה. Dagegen meint ראב״ד, dass dies ein Irrtum sei; vielmehr liege der Grund unserer Bestimmung in dem Umstande, dass kein Zelt vorhanden ist, welches die טומאה nach den Seiten bringen könnte.",
+ "die sich eine Handbreite hoch über der Erde befinden. Und die voneinander durch einen Zwischenraum getrennt sind. Dabei gelten dieselben Bestimmungen, die in Mischna 5 bis 7 bezüglich der zwei über einander stehenden Gesimse angegeben sind. Nach יו״ב bezieht sich dieser letzte Satz nur auf die unmittelbar vorher stehende Bestimmung; vgl. das."
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+ "Ein. Diese Mischna bis טבליות ist wörtlich in 11, 3 zu finden. (Die Erklärung dazu vgl. das Noten 17 bis 23.). Dort handelt es sich jedoch speziell um ein Haus, das in zwei Teile geteilt ist, und um das Hinüber bringen der טומאה von einem Teile in den anderen, während hier vom Bringen der טומאה im allgemeinen die Rede ist; Daher die Wiederholung.",
+ "Übereinander gelegte Holzplatten. טבליות, Mehrz. von טבלא (Kelim 2, 3, Note 28).",
+ "dass die oberste eine Handbreite über der Erde liegt. Die untern Platten werden als nicht vorhanden betrachtet, da sie selbst Unreinheit annehmen (Tosefta Kelim II, 6, 7. Nach יו״ב gilt die Platte als nicht vorhanden, selbst wenn sie Unreinheit annehmen kann (wie in dem Falle Kelim 22, 2), solange man nicht ausdrücklich bestimmt, dass man dieselbe dort für die Dauer liegen lassen wolle (vgl. Mischna 7).",
+ "Bei Marmorplatten. Wenn Marmorsteinplatten übereinander liegen und eine טומאה befindet sich unter der untersten, die kein טפח über der Erde liegt, während die oberste Platte wohl ein טפח hoch über der Erde liegt..",
+ "aber dringt die Unreinheit aufwärts und abwärts. Wie eine טומאה רצוצה (VO 7). Die Marmorsteine werden wie die Erde betrachtet; eine טומאה, die darunter liegt, gleicht einer טומאה, die unter Erde oder Steinen liegt (Mischna 7)."
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+ "Wenn Holzplatten mit ihren Eckspitzen einander berühren. So dass die Berührungsstelle kein טפח breit ist.",
+ "und eine Handbreite hoch über der Erde liegen. Jede einzelne Platte liegt so hoch.",
+ "der die zweite Platte berührt. Während die טומאה unter der ersten liegt.",
+ "siebentägig unrein. Als hätte diese Platte die Toten-Unreinheit unmittelbar berührt. Denn was ein Zelt, das einen Toten überdacht, berührt, (selbst an einer Stelle des Zeltes, die kein טפח breit ist), ist so, als hätte es den Toten selbst berührt. Die zweite Platte wird demnach (nach 1, 2, Note 10) ein אבי אבות, und der sie berührende Mensch ein אב הטומאה, der Dach VO 3 siebentägig unrein ist. Indessen erhebt sich die Schwierigkeit, dass 1) der Satz, das ein אהל המת Berührende gilt so, als hätte es den Toten selbst berührt, nur aus 1, 2 Ende abgeleitet wird (Bart.). Jedoch nach der dort in Note 22 gegebenen Begründung gilt dies nur von dem Pflock, der ein Teil des Zeltes ist, was doch hier von der zweiten Platte nicht behauptet werden kann. 2) gilt nach einigen der Satz חרב הרי הוא כחלל nicht von Holzgeräten (VK 5); die zweite Platte wird also jedenfalls kein אבי אבות, sondern nur אב, und der Mensch wird nur ראשון und sollte nur bis Abend unrein sein (1, 2, Note 12). Zur Beantwortung der ersten Frage muss angenommen werden, dass die zweite Platte bezüglich ihrer eigenen טומאה selbst wie ein Totenzelt betrachtet wird, obgleich sie die erste Platte nicht in einer טפח-Breite berührt (vgl. 16, 1). Zur Beantwortung der zweiten Frage ist anzunehmen, dass der Mensch, der das Totenzelt, während es noch den Toten überdacht, berührt, wegen טומאה בחבורין siebentägig unrein wird (nach VO 25); vgl. die ausführliche Erörterung in ס״ט.",
+ "Die Geräte unter der ersten. Die sich gleichzeitig mit der טומאה dort befinden.",
+ "die unter der zweiten sind rein. Wiewohl die zweite Platte wie ein Totenzelt betrachtet wird (nach Note 9), so gilt dies nur bezüglich der Unreinheit der Platte selbst, aber nicht bezüglich der unter derselben befindlichen Geräte. Hierzu wäre erforderlich, dass sie in einer טפח-Breite mit der ersten Platte in Verbindung steht (16, 1).",
+ "Ein Tisch. Dessen Platte entweder rund oder lang und schmal ist (א״ר, Maim.). Es muss an einer Stelle der Platte ein Stück von einem Quadrat-טפח vorhanden sein. — Da dies aber selbstverständlich ist und nicht bloß vom Tisch, sondern von jeder Überdachung gilt, haben ר״ש und A. unsere Bestimmung anders erklärt. Es ist hier die Rede von einem Tisch, der aus einer rechteckigen Platte besteht, deren Untergestell ein hohles rechtwinkliges Parallelepiped darstellt (eine Kiste ohne Boden und ohne Decke, תיבה פרוצה). Die Platte ragt aber nur wenig über das Untergestell heraus. Es wird nun gelehrt, dass der herausragende Teil des Tisches die unter ihm befindliche טימאה nur dann weiter bringt, wenn dieser Teil ein Quadrat-טפח vom Untergestell herausragt. Der Teil des Tisches, der vom Gestell eingeschlossen ist, gilt nicht als mit dem andern Teil verbunden, weil er von ihm durch die Wände des Gestells getrennt ist. Aus demselben Grunde kann auch eine טומאה innerhalb des Gestells nicht andere dort befindliche Gegenstände verunreinigen, wenn das Gestell nicht ein טפח breit ist (sei es noch so lang); der Teil der Platte, der über das Gestell herausragt, gilt nicht als mit dem über dem Gestell befindlichen verbunden."
+ ],
+ [
+ "Wenn Fässer. Hier ist von irdenen Fässern die Rede, wie es in 9, 16, Note 130 beschrieben ist.",
+ "im Freien auf ihrem Boden stehen. Mit der Mündung nach ober.",
+ "oder umgelegt sind. Mit der Mündung seitwärts.",
+ "und einander in Handbreiten-Weite berühren. Die bauchigen Wände berühren einander in der Länge eines טפח. Diese Bedingung ist nur beim Schlusssatz unserer Mischna erforderlich.",
+ "so dringt eine unter einem befindliche Unreinheit. Als טומאה רצוצה.",
+ "senkrecht aufwärts und abwärts. Diese Bestimmung ist in jedem der beiden am Anfang gesetzten Fälle in anderem Sinne zu fassen. Im Falle, dass die Fässer auf den Seitenwänden liegen (umgelegt sind), ist nur das, was senkrecht der טימאה gegenüber, unter oder über dem Fasse sich befindet, unrein; dagegen ist, was in dem Fasse ist, rein, da das irdene Gerät, das von der äusseren Seite aus keine Unreinheit annimmt, das in seinem Innern Befindliche vor der טומאה schützt (vgl. 9, 16, Note 140); dagegen dringt im Falle, dass das Fass auf seinem Boden (aufrecht) steht, die טומאה auch ins Innere des Fasses, und es wird alles unrein, Fass samt Inhalt (יו״ב). Das irdene Gefäss kann es hierbei nicht schützen, aus dem in Note 9, 16, Note 137 (vgl. auch 9, 13, Note 93) angegebenen Grunde.",
+ "Wobei ist dies gesagt. Dass bei umgelegten Fässern die טומאה nur senkrecht aufwärts und abwärts dringt.",
+ "sind sie aber unrein. Da unreine Geräte nicht vor der טומאה schützen, dringt dieselbe ins Innere des Fasses. Die oberen Wände aller Fässer, die miteinander in einer Handbreite in Verbindung stehen, bilden nun ein einziges Zelt, wodurch die טומאה unter alle diese oberen Wände der Fässer sich verbreitet.",
+ "oder. Selbst wenn die Fässer rein sind.",
+ "stehen sie eine Handbreite hoch über der Erde. In diesem Falle bilden alle Fässer ein einziges Zelt, selbst wenn sie mit der Mündung nach oben stehen.",
+ "der Raum unter allen unrein. Da sich die טומאה unter alle verbreitet. Die Frage, wie bezüglich der im Innern und oberhalb der Fässer befindlichen Gegenstände zu entscheiden sei, braucht die Mischna hier nicht zu erörtern, weil hierüber bereits oben 9, 16 (und noch an andern Stellen) alles Nötige zu finden ist."
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+ [
+ "mit Brettern oder Teppichen. Die so hergerichtet sind, dass sie keine טומאה annehmen (nach Kelim 20, 6); so יו״ב. Nach Maim. bezieht sich יריעות nur auf den Fall מן הקורות, wobei die Teppiche ein Zelt bilden. Ein solches kann schützen, selbst wenn es verunreinigungsfähig ist (8, 1, Note 9).",
+ "von den Seiten. Man hat eine senkrechte Scheidewand innerhalb eines Zimmers hergestellt, so dass hinter derselben ein Alkoven vom Zimmer abgesondert ist.",
+ "oder von den Balken. Man hat eine waagerechte Scheidewand parallel dem Gebälke gezogen, so dass das Zimmer in Ober- und Untergemach geteilt wurde.",
+ "die Geräte in dem Abteil. Im Alkoven oder im Obergemach.",
+ "rein. Die Scheidewand verhindert das Eindringen der Unreinheit in den Abteil, wie oben 6, 2 (vgl. das. Note 40).",
+ "ist eine Unreinheit im Abteil. Im Alkoven oder im Obergemach.",
+ "so sind die Geräte im Hause unrein. Die Scheidewand kann wohl das Hineindringen, aber nicht das Hinausdringen der Unreinheit verhindern, ebenso wie dies beim צמיד פתיל gilt, Kelim 3, 6 Note 48.",
+ "die Geräte im Abteil. Im Alkoven oder im Obergemach.",
+ "aber sind. Wenn in diesem Abteil eine טומאה sich befindet.",
+ "wenn dort ein Raum von einer Handbreiten-Weite vorhanden ist. Dann gilt es als Zelt.",
+ "unrein. Da die טומאה sich über das ganze Zelt verbreitet.",
+ "rein. Weil die Unreinheit dort רצוצה ist, die wohl senkrecht aufwärts und abwärts dringt, aber sich nicht auf daneben liegende Gegenstände verbreitet (VO 7). Dennoch aber sind die Geräte im Hause unrein (was רא״ש auffällig findet), weil die Scheidewand nur eine schwache, nicht für die Dauer bestimmte Wand ist und die hinter derselben befindliche טומאה bezüglich der Geräte des Hauses nicht als רצוצה gilt, sondern als im Hause liegend betrachtet wird (vgl. die ausführliche Begründung in ס״ט). Maim. erklärt כלים שבחצץ als „die in der Dicke der Scheidewand befindlichen Geräte“; doch erscheint diese Erklärung gezwungen."
+ ],
+ [
+ "Teilt man es vom Fussboden ab. Man legt Bretter oberhalb des Fussbodens so, dass zwischen diesem und den Brettern ein kleiner Zwischenraum gelassen wird.",
+ "wenn sich eine Unreinheit im Abteil. Zwischen den Brettern und dem Fussboden.",
+ "befindet. Selbst wenn dort ein טפח Zwischenraum vorhanden, so dass die Unreinheit nicht רצוצה ist.",
+ "die Geräte im Hause unrein. Weil die טומאה keinen besonderen Ausgang hat, dringt sie in das Haus hinauf, ebenso wie 3, 7 beim Kanal unter dem Hause (vgl. das. Note 98).",
+ "rein. Ebenso wie beim Kanal, oben 3, 7, Note 99—100.",
+ "denn der Fussboden des Hauses. Wenn darunter kein freier Raum von einem Kubik-טפח vorhanden ist.",
+ "wird bis zum Abgrunde hinab dem Hause gleich geachtet. Nach VO 12."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Haus mit Stroh. Gehacktes Stroh, das als Viehfutter gebraucht wird.",
+ "gefüllt und zwischen diesem und dem oberen Gebälke nicht ein Raum von einer Handbreite ist. So dass im Hause über dem Stroh kein Zelt vorhanden ist.",
+ "wenn inwendig. Im Stroh.",
+ "die dem Ausgange gegenüber. Der Türe gegenüber wird gewöhnlich ein Raum leer gelassen, der als Durchgangsraum dient, wenn man Stroh zum Gebrauche nehmen will.",
+ "befindlichen Geräte unrein. Weil die טומאה keinen andern Ausgang hat, als durch diesen leeren Raum, wie in 9, 9, Note 65. Obgleich die טומאה im Stroh רצוצה ist, dringt sie dennoch in den leeren Raum, wie die in einer Wand befindliche טומאה ins Haus dringt. Es verhält sich hier so, wie in 6, 4, Note 46; nur dass hier, wo das Stroh ganz von den Wänden des Hauses eingeschlossen ist, das ganze Stroh wie das Innere des Hauses betrachtet wird.",
+ "ist die Unreinheit draussen. In dem leeren Raume ausserhalb des Strohplatzes.",
+ "so sind die Geräte inwendig. Im Stroh.",
+ "falls an ihrer Stelle ein Raum von einer Kubik-Handbreite vorhanden ist. Dann gilt dieser Raum als besonderes Zelt.",
+ "rein. Das Zelt schützt vor der Unreinheit.",
+ "unrein. Wiewohl oben (Note 29) die im Abteil befindlichen Geräte rein sind, selbst wenn dieser nicht ein טפח breit ist (so die meisten Erklärer gegen ר״ש und רא״ש), so kann hier das Stroh, das nicht als Scheidewand hingelegt worden und bestimmt ist, weggeräumt zu werden, nicht schützen, wenn es kein Zelt bildet (ס״ט).",
+ "Ist aber zwischen dem Stroh und dem obern Gebälke ein Raum von einer Handbreite. So dass das Stroh ein Zelt über sich hat.",
+ "so sind sie in jedem Falle. Es sei an der Stelle der Geräte ein Kubik-טפח-Raum oder nicht.",
+ "unrein. Denn innerhalb eines Zeltes kann das durch das Stroh gebildete Zelt nicht schützen, weil das Stroh bestimmt ist, weggeräumt zu werden."
+ ],
+ [
+ "In einem Hause. Erubin 78b; Sukka 4a.",
+ "das man mit Erde. Anstatt עפר lesen einige תבן (Stroh); doch erklären bereits die Kommentare diese LA für unrichtig.",
+ "die man für immer dort belassen will. ובטלו, wörtlich: und er hat es (das ins Haus Gelegte) aufgehoben, d. h. aufgegeben. Er hat ausdrücklich erklärt, er wolle es dort liegen lassen und niemals wegnehmen. Nach dieser richtigen LA gehört ובטלו zum Vordersatz; der Nachsatz beginnt erst mit טומאה בוקעת. Maim. liest בטלו ohne ו׳ und fasst das Wort als Nachsatz, indem er ihn auf das Haus bezieht: Er hat das Haus nichtig gemacht, dass es nicht mehr als Zelt gilt. Wenn daher innerhalb dieses Hauses an einer Stelle eine טומאה und an einer andern Stelle Geräte sich befinden, werden letztere nicht unrein.",
+ "ebenso in einem Haufen. כרי (von כור rund sein), ein abgerundeter Haufen.",
+ "von Getreide oder in einem Haufen von Sternchen. Letztere Haufen liegen im Freien.",
+ "selbst wie der Steinhäufen über ’Achan. Vgl. Jos. 7, 26. Gemeint ist, selbst wenn der Haufen so gross ist, wie jener Steinhaufen. Nach רא״ש soll es bedeuten: Selbst wenn er, wie der Steinhaufen von ’Achan, nur auf kurze Zeit errichtet war. – Allein bereits יו״ב bemerkt, dass es dort heisst עד היום הזה; der Steinhaufen bestand also lange Zeit.",
+ "selbst wenn sie an der Seite der Geräte sich befindet. Jedoch die Geräte nicht berührt.",
+ "nur senkrecht aufwärts und abwärts. Wie eine טומאה רצוצה (VO 7), und wenn am Orte der טומאה ein freier Raum von einem Kubik-טפח vorhanden ist, wird alles wie ein verschlossenes Grab beurteilt, nach VO 9."
+ ],
+ [
+ "Wer. Sotah 44a; B. batra 101a.",
+ "im Vorhofe von Grabhöhlen. Nach Mischna B. batra 6, 8 waren die Grabhöhlen bedeckte Vertiefungen, die mit senkrechten Wänden versehen waren. In diesen Wänden war eine bestimmte Anzahl von Nischen (כוכין) angebracht, um in jede derselben eine Leiche mit ihrem Sarge hineinzuschieben. Vor dem Eingang zur Höhle machte man einen Vorhof als Raum für die Totenbahre und deren Träger. Es konnten aber bis vier Höhlen einen gemeinsamen Vorhof haben, so dass an jeder Seite dieses Hofes eine Höhle sich befand.",
+ "wenn derselbe vier Ellen im Quadrat. Um so eher, wenn derselbe noch grösser ist.",
+ "misst. Obgleich nach Sotah 44a die Leiche (nach einer rabbinischen Verordnung) vier Ellen ringsumher verunreinigt, so gilt dies nicht von einer Leiche, die in einem von Wänden eingeschlossenen Raume sich befindet.",
+ "Vier Handbreiten im Quadrat. Nach יו״ב gilt dies nur, wenn der Hof auf einer Seite offen ist und ihn nur an drei Seiten Grabhöhlen umgeben; ist er aber an allen vier Seiten von Grabhöhlen eingeschlossen, so muss er auch nach Bet-Hillel mindestens vier Ellen im Quadrat messen. Anders ריש und Bart. Jedenfalls ist aber derjenige, der die Oberschwelle der Höhlentüre berührt, unrein (vgl. 12, 8).",
+ "Wenn man einen Balken als Verschluss. Über גולל vgl. 2, 4 Note 43 die verschiedenen Ansichten; hier ist es am einfachsten als Verschluss einer Grabnische zu erklären.",
+ "er mag aufrecht. Senkrecht.",
+ "stehen oder auf der Seite. Waagrecht vor der Grabnische. In diesen beiden Fällen wird die Grabnische durch eine Seitenfläche des Balkens verschlossen.",
+ "so ist nur der vor dem Eingang befindliche Teil desselben. Der die Öffnung der Grabnische verschliessende Teil des Balkens.",
+ "unrein. Wer aber die andern Teile des Balkens berührt, bleibt rein.",
+ "Hat man dessen Spitze zum Grab-Verschluss gemacht. Man hat den Balken so gesetzt, dass eine der Grundflächen desselben die Grabnische verschliesst und die andere Grundfläche nach vorne heraussteht.",
+ "so ist er nur bis vier Handbreiten. Die an der Grabnische liegen.",
+ "Das Ganze gilt als eine Verbindung. Solange man das übrige nicht weggeschnitten hat, verunreinigt der ganze Balken als Grabverschluss, da das ganze vor dem Grabe liegt. Vgl. eine ähnliche Kontroverse in Mikwaot 10, 5."
+ ],
+ [
+ "das mit einem fest anschliessenden Deckel. Wie es in Kelim 10, 2 näher bestimmt wird.",
+ "siebentägig unrein. Denn der גולל verunreinigt, solange er das Grab verschliesst, den Berührenden ebenso wie der Tote (Chullin 72a).",
+ "das Fass aber und die Getränke. Nachdem sie vom Grabe entfernt worden.",
+ "sind rein. Da ein irdenes Gerät mit צמיד פתיל vor der Totenunreinheit geschützt ist (Kelim 10, 1, Note 1).",
+ "Wenn man ein Tier zu einem Grab-Verschlusse gemacht hat. Man hatte gerade keinen andern Verschluss und hat ein lebendes Tier dort fest gebunden, so dass die Grabnische dadurch verschlossen wurde.",
+ "wer es berührt. Solange es dem Grabe als Verschluss dient.",
+ "verunreinigt nicht als Grab-Verschluss. Sukka 15b. Nach den Weisen kann auch ein Mensch nicht als Grabverschluss verunreinigen, sowohl aber Tiere, trotzdem diese selbst keine טימאה annehmen."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand einen Toten berührt. Dieser wird ein אב הטומאה.",
+ "und Geräte. Auch nachdem er sich vom Toten getrennt hat.",
+ "oder einen Toten überdacht. Dieser wird ein אב הטומאה.",
+ "und Geräte. Auch nachdem er sich vom Toten getrennt hat.",
+ "so sind diese unrein. Sie werden auch als אב הטומאה (nach VK 5) siebentägig unrein.",
+ "Wenn jemand aber einen Toten überdacht. Er hält etwa die Hand über dem Toten, wobei er jedenfalls ein אב הטומאה wird, selbst wenn die Hand keine טפח-Breite hat. Denn nur zur Überleitung der טומאה auf einen andern Gegenstand bedarf es eines טפח-Zeltes, nicht aber um selbst die טומאה anzunehmen, vgl. 16, 1.",
+ "und Geräte überdacht. Entweder nach der Entfernung vom Toten, oder er hat gleichzeitig mit der Überdachung des Toten die Geräte mit der Hand, die keine טפח-Breite hat, überdacht.",
+ "oder einen Toten berührt. Dieser wird ein אב הטומאה.",
+ "und. Nachher oder auch gleichzeitig.",
+ "so sind diese. Die Geräte.",
+ "rein. Da der durch einen Toten Verunreinigte (טמא מת) nicht durch Überdachung verunreinigen kann, sondern nur durch Berührung.",
+ "Ist aber in seiner Hand eine Handbreiten-Weite. Die Hand ist so breit, dass darin eine Fläche vorhanden ist, die sowohl in der Länge als in der Breite einen טפח misst.",
+ "so sind sie. Wenn sie mit dem Toten von derselben Hand, die ja ein Zelt bildet, überdacht werden. Hat er mit der einen Hand den Toten und mit der andern die Geräte überdacht, so muss nach יו״ב auch der Arm ein טפח breit sein; nach ס״ט ist dies nicht nötig (nach 7, 2).",
+ "Wenn in zwei Häusern je eine halbe Olivengrösse vom Toten sich befindet und jemand seine beiden Hände in jene. Die eine Hand in das eine Haus und die andere Hand in das andere Haus.",
+ "wenn in jeder seiner Hände. Nach יו״ב muss auch jeder Arm ein טפח breit sein",
+ "eine Handbreiten-Weite ist. Die Hand ist so breit, dass darin eine Fläche vorhanden ist, die sowohl in der Länge als in der Breite einen טפח misst.",
+ "die Unreinheit. Die beiden Arme verbinden beiden Häuser, dass sie wie ein Zelt betrachtet werden.. Der Körper des Menschen gilt nicht als Scheidewand zwischen den beiden Zelten, weil eia Ding, das selbst Unreinheit annimmt, nicht als Scheidewand gilt (oder weil der Mensch hohl ist, wie oben in 11, 3 bestimmt wird, רא״ש).",
+ "bringt er die Unreinheit nicht. Beide Häuser sind rein, da in jedem nur eine halbe Olivengrösse vom Toten sich befindet. Jedoch ist der Mensch, wenn er jede seiner beiden Hände über eine halbe Olivengrösse vom Toten gleichzeitig gehalten hat (selbst wenn diese im Freien liegen), unrein, nach 3,1, Note 13."
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+ "Alles Bewegliche. Kelim 17, 8; Schabbat 16b und Jerusch. das. 1, 4.",
+ "bringt die Unreinheit. Wenn ein Ende desselben über einen Toten und das andere Ende über reine Geräte oder Speisen liegt, bringt es die Unreinheit über die reinen Dinge.",
+ "wenn es die Dicke eines Rinder-Steckens. Dessen Umfang ein טפח und die Dicke/3 טפח ist, siehe Kelim 17, 8, Note 69.",
+ "Ich will meine Kinder verderben. קפח (arab. قغخ schlagen, ebenso كغح) schlagen, verwunden, verderben. Er meint, er will seine Kinder verlieren, wenn diese Halacha nicht falsch ist.",
+ "wenn dies nicht eine verderbte Halacha. הלכה, eine Norm, Gesetzesbestimmung.",
+ "und zwar hat sich ein Zuhörer geirrt. Er hat bloß die Entscheidung gehört, ohne deren Grund zu erkennen.",
+ "der auf der Schulter einen Rinderstecken. מרדע, Kelim 9, 7, Note 80.",
+ "und man erklärte ihn. Den Ackersmann.",
+ "für unrein. Der Zuhörer glaubte nun irrtümlich, die Unrein-Erklärung sei erfolgt, weil der Stecken gleichzeitig das Grab und den Ackersmann überdacht hat (nach VO 5), und folgerte daraus die Bestimmung, dass bewegliche Dinge bei einer Breite wie die Dicke eines מרדע die Zelt-Unreinbeit durch Überleituug bewirken. Tatsächlich war folgendes der Grund.",
+ "wegen der den Toten überdachenden Geräte. Der Rinderstecken mit den mit ihm verbundenen Geräten (dem Stachel und der Schaufel) ist durch das Überdachen des Grabes unrein geworden (denn eine solche Verunreigung erfolgt auch beim geringsten Masse); dann ist der Ackersmann durch Berührung des Rinder-Steckens siebentägig unrein geworden, nach 1, 3, Note 13.",
+ "sodass die Worte der Weisen. Die am Anfang unserer Mischna ausgesprochen sind.",
+ "nämlich. Man hat folgende Bestimmungen getroffen.",
+ "Alle beweglichen Dinge bringen die Unreinheit. Die siebentägige Unreinheit.",
+ "auf den dieselben tragenden Menschen. Dieser sollte, wenn zwischen dem Rinder-Stecken und seiner Schulter ein Gewand scheidet, nur bis zum Abend unrein sein; denn der מרדע ist אבי אבות, das Gewand אב הטומאה, und der Mensch ראשון, nach 1, 2. Dennoch haben die Weisen verordnet, er solle 7 Tage unrein sein, wie wenn der מרדע die Zelt-Unreinheit nach VO 5 auf ihn gebracht hätte.",
+ "bei der Dicke eines Rinder-Steckens. Da in diesem Falle der Umfang einen טפח beträgt, würde man sich irren und die Unreinheit von der Überdachung des Menschen herleiten und fälschlich glauben, dass auch eine Zelt-Unreinheit bei einer טפח-Breite den Menschen nur bis zum Abend unrein macht. Deshalb hat man bestimmt, dass der Träger solcher Dinge in diesem Falle 7 Tage unrein sei, wie wenn das Ding einen טפח in der Breite hätte.",
+ "auf sich selbst. D. h. die Dinge, die den Toten überdachen oder von ihm überdacht werden.",
+ "bei noch so geringem Masse. Dies ist nicht eine rabbinische Bestimmung, sondern Thoragesetz; denn nur bei der Zelt-Unreinheit durch Überleitung ist eine טפח-Weite erforderlich (VO 5 — 6).",
+ "auf andere Menschen aber und auf Geräte. Welche von einem beweglichen Dinge von der Dicke eines מרדע, ohne es zu berühren, gleichzeitig mit einem מת überdacht werden.",
+ "nur bei einer Handbreiten-Weite. Wie es das Thoragesetz bestimmt. Denn in diesem Falle sind die Menschen und Geräte, wenn der bedachende Gegenstand weniger als ein טפח breit ist, gar nicht unrein; die Weisen brauchten daher keine Vorbeugungsbestimmung zu treffen."
+ ],
+ [
+ "In welcher Weise. Diese Frage bezieht sich nur auf die zwei letzten Bestimmungen.",
+ "Wenn eine Spindel. כוש, darunter ist hier die Spindelstange mit dem Haken zu verstehen (Kelim 9, 6, Note 59—60), die zusammen verunreinigungsfähig sind.",
+ "in der Wand steckt und sich darunter eine halbe Olivengröese vom Toten und ebenso viel darüber. Die beiden Stücke gelten als verbunden, nach der Ansicht der Weisen in 3,1.",
+ "also bringt sie die Unreinheit auf sich bei noch so geringem Masse. Da die Spindel nicht einen טפח breit ist.",
+ "der auf seiner Schulter die Tragstange. האסל = הסל (L. und M. lesen so), Kelim 17, 16, Note 156.",
+ "so sind die Geräte an der andern Seite rein. Die Stange kann die טומאה nicht auf die Töpfe überleiten. Die Stange selbst wird unrein, wenn sie einen Behälter zum Gelde hat (Kelim 17, 16), ebenso der Mensch, der sie berührt. Jedoch die Töpfe werden durch Berührung der Stange nicht nur ein, weil ein irdenes Gerät von der Rückseite aus keine Unreinheit annimmt.",
+ "so sind sie unrein. Die Stange bringt die טומאה auf die Töpfe. Der Mensch, der zwischen der das Grab überdachenden Seite der Stange und der andern Seite steht, bildet keine schützende Scheidewand, nach 6, 1, Note 3.",
+ "Die Erdbügel. תלולית (von חלל, hoch sein) ein Erdhügel.",
+ "welche nahe zur Stadt. In deren Nähe ein Begräbnisplatz liegt, Ketubot 20b.",
+ "oder zur Strasse. In deren Nähe ein Begräbnisplatz liegt, Ketubot 20b.",
+ "sind unrein. Weil die Frauen dort ihre Abortus begraben.",
+ "Die fern. Von der Stadt und der Strasse.",
+ "rein. Nach der Ferne geht eine Frau nicht allein, sondern nur in Begleitung eines Mannes, und da geht sie lieber nach dem Begräbnisplatz, um dort den Abortus zu begraben.",
+ "unrein. Denn es ist zu befürchten, dass einst eine Stadt in der Nähe lag, die später zerstört wurde, und dies in Vergessenheit geriet.",
+ "Naheliegend heisst er. Der Hügel.",
+ "wenn kein anderer näher liegt. Wenn aber ein Hügel näher zur Stadt ist, wird der andere, selbst wenn er innerhalb von fünfzig Ellen liegt, als fernliegend beurteilt, denn wenn eine Frau ihren Abortus begraben will, geht sie zum nähern, nicht zum entfernteren Hügel.",
+ "wenn kein Mensch der Entstehung desselben sich erinnern kann. In diesem Fall ist zu befürchten, dass einst eine Stadt in der Nähe lag, und es ist dies vergessen worden."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Nasir 64b, B. batra 101b, Jer. das. 5.",
+ "jemand Anfangs. D. h. es war bisher nicht bekannt, dass hier ein Grab sei.",
+ "einen Toten. An dem kein Zeichen zu sehen ist, dass er gewaltsam ermordet worden. Bei Ermordeten gelten nicht die folgenden Bestimmungen (bez. תבוסה und der Gräber-Nachbarschaft).",
+ "findet. Nur wenn man findet; dies schliesst den Fall aus, dass man einen Toten an einer bestimmten Stelle begraben hat, nicht in der Absicht, ihn später von dort wegzuschaffen. Einen solchen darf man nicht exhumieren und anderswohin schaffen.",
+ "welcher wie gewöhnlich liegt. Er darf, wenn alle folgenden Bestimmungen gelten sollen, nicht sitzend oder mit dem Kopf zwischen den Knieen liegend gefunden worden sein; denn in diesem Falle ist anzunehmen, dass es ein Heide ist, da die Israeliten nicht in solcher Weise die Toten beerdigen.",
+ "so kann er ihn. Wenn er ihn von dort wegschaffen will.",
+ "samt seiner Mischungs-Erde. תבוסה oder תפוסה (wie der Talmud liest) heisst die lockere Erde unter dem Toten, die mit dem Blute und anderen vom Toten herrührenden Flüssigkeiten (נצל , 2, 1, Note 5) vermischt ist. Dazu kommt noch eine drei Fingerbreiten dicke Schicht von der unter jener lockern Erde befindlichen harten jungfräulichen Erde, die man ebenfalls mit dem Toten wegnehmen muss (Nasir 65a). Über die Etymologie von תכוסה oder תפוסה vgl. oben 3, 5, Note 65.",
+ "Findet. Zum Verständnis der folgenden Bestimmungen (die wir zuerst nach Bart. erklären wollen) seien die Bestimmungen der Mischna B. batra 6, 8 vorausgeschickt: Wenn jemand übernimmt, für seinen nächsten eine Grabstätte anzulegen, so hat er folgendes zu tun: a) Er mache das Innere der Grabhöhle 4 Ellen breit, 6 Ellen lang und 4 Ellen hoch. b) In den Wänden dieser Höhle seien 8 Nischen ausgehöhlt (vgl. oben 15, 8, Note 63), nämlich 3 an der rechten Längenwand, 3 an der linken und 2 an der hintern dem Eingang gegenüber liegenden Breitenwand, c) Die Nischen seien 4 Ellen lang, 1 Elle (= 6 טפחים) breit und 7 טפחים hoch. d) Man mache einen Vorhof am Eingang der Höhle, der 6 Ellen im Quadrat hat, so viel als die Totenbahre und deren Träger an Raum einnehmen e) Zu diesem Vorhofe öffne man 2 Höhlen, eine von der einen, und eine von der andern (gegenüberliegenden) Seite. Von den andern 2 Seiten bleibt der Zutritt frei. (Nach R. Simon öffnet man 4 Höhlen, nach 4 Seiten).",
+ "er aber drei Tote. Dadurch ist man berechtigt anzunehmen, dass hier noch mehr Tote begraben sind, unter folgenden Bedingungen.",
+ "falls zwischen einem und dem andern. Zwischen dem ersten und dritten Grabe. In B. batra heisst es ביניהם (zwischen ihnen) statt בין זה לזה.",
+ "vier. Das ist das Mass der Breite der Höhle (Note 42a).",
+ "bis acht Ellen. Dieses Mass erhält man annähernd, wenn man die Diagonale der Höhle berechnet, welche √4² + 6² = √52 = 7, 21 … beträgt. Da dies mehr als 7 Ellen ist, wird die Zahl 8 angenommen.",
+ "Raum ist. D. h. nicht weniger als 4 und nicht mehr als 8 Ellen.",
+ "so viel als eine Bahre und ihre Träger einnehmen. Die 8 Worte כמלא מטה וקובריה fehlen im Talmud (Nasir und B. batra) und werden von ר״ש und Bart. gestrichen, da diese Worte in der Mischna B. batra (Note 42d) beim Masse des Vorhofes zur Grabhöhle gebraucht werden.",
+ "eine Nachbarschaft von Gräbern. Ein Begräbnisplatz, wo die Toten für die Dauer begraben wurden und nicht fortgeschafft werden dürfen.",
+ "und man untersucht von da. Vom Ende der Totenkörper.",
+ "weiter. Nach den Richtungen, wo nach der Lage der Toten die Möglichkeit vorliegt, dass hier eine Höhle, ein Vorhof vor dieser, und eine zweite Höhle an der anderen Seite des Vorhofes vorhanden war (nach Note 42 de).",
+ "zwanzig Ellen. Die in Note 51 erwähnten 3 Räume haben zwar nur zusammen eine Länge von 18 Ellen. Allein von einer der beiden Höhlen wird das Mass der Diagonale, wie oben Note 46 angegeben, gerechnet.—Die Schwierigkeiten, die sich bei obiger Erklärung darbieten, sind bereits von vielen Erklärern bemerkt worden. Es sei deshalb noch die Erklärung des א״ר auf Grund des Jeruschalmi (Nasir 9) mitgeteilt. Obgleich nach der Mischna B. batra der Vorhof 6 Ellen im Quadrat misst, so gilt dies nur für den Verkäufer einer Grabstätte, der ein knappes Mass geben kann. Mitunter macht man aber den Vorhof geräumig in der Grösse von 8 Ellen im Quadrat. Der Vorhof von 6 Ellen bietet nach der Mischna Raum (allerdings knappen) für die Bahre und ihre Träger und die Ablöser derselben. Mitunter machte man aber einen Vorhof von nur 4 Ellen im Quadrat für die Bahre mit den Trägern, ohne Ablöser (vgl. Berachot 3, 1). Das Minimum eines Vorhofes war also 4, das Maximum 8 Ellen im Quadrat. Unsere Mischna spricht nun von dem Falle, dass man 3 Tote findet, bei denen zwischen dem ersten und zweiten, und ebenso zwischen dem zweiten und dritten eine Distanz von mindestens 4 und höchstens 8 Ellen vorhanden ist. Da ist anzunehmen, dass zwischen je zwei Toten ein Vorhof lag, wo die Toten in den zum Vorhof geöffneten Höhlen begraben wurden. Da nun aber sowohl der erste als der dritte Tote möglicherweise am Anfang einer Höhle begraben sind, muss man sowohl vom ersteren als vom letzteren ab 20 Ellen untersuchen, 6 Ellen der Höhle, 8 Ellen als das Maximum eines Vorhofs und 6 Ellen der Höhle auf der andern Seite des Hofes. Die Worte כמלא המטה וקובריה sind hiernach nicht zu streichen.",
+ "Findet man am Ende dieser zwanzig Ellen wieder einen Toten. Hier genügt schon die Auffindung eines einzelnen Toten, um die weitere Untersuchung nötig zu machen. Denn nachdem einmal durch die Auffindung von 3 Toten das Vorhandensein eines Begräbnisplatzes an dieser Stelle wahrscheinlich gemacht wurde, erregt schon der eine Tote die Befürchtung, es könnte hier eine neue Grabstätte, bestehend aus Grabhöhle, Vorhof und zweiter Grabhöhle (nach Note 42de), begonnen haben.",
+ "so untersucht man wieder zwanzig Ellen. Nach Note 52.",
+ "denn die Sache hat einen guten Grund. Wörtlich: „Die Sache hat Füsse.“",
+ "hätte man diesen. Diesen Toten.",
+ "Anfangs. Bevor man die drei ersten Toten gefunden hatte.",
+ "so hätte man ihn samt seiner Mischungs-Erde wegnehmen können. Und hätte ihn nicht an seine Stelle zurückbringen müssen, selbst wenn man nachher durch Auffindung jener drei Toten das Vorhandensein eines Begräbnisplatzes in einer Entfernung von nur 20 Ellen entdeckt hätte."
+ ],
+ [
+ "Wer diese Untersuchung. Die in vorhergehender Mischna angeordnet wird.",
+ "untersucht eine Quadrat-Elle. א״ר liest bloß אמה und streicht על אמה. In der Tat wäre es genügend, wenn nur nach der Längenrichtung der 20 Ellen langen Strecke ein ellenlanger schmaler Streifen untersucht würde. Die Breite brauchte nicht eine Elle zu betragen. Indessen, meint יו״ב, die LA. אמה על אמה beibehalten zu sollen, da auch Tote hier begraben sein können, die von kleiner Statur sind und erst bei der Untersuchung eines ellenbreiten Streifens entdeckt werden.",
+ "und lässt eine Elle stehen. Da gewöhnlich zwischen einer Grabnische und der anderen mindestens eine Elle Zwischenraum gelassen wird, so kann man auch bei dieser Untersuchung eine Elle unaufgegraben lassen. Es ist nicht anzunehmen, dass gerade in dieser Elle eine Sargnische sich befindet, da ja eine solche Nische eine Elle breit war (Note 42c). — Dies Verfahren wird in der ganzen 20 Ellen langen Strecke fortgesetzt, so dass man im ganzen 10 Quadrat-Ellen untersucht.",
+ "Man gräbt hinein. Jede Quadrat-Elle, die man untersucht, muss so tief aufgegraben werden.",
+ "bis man auf einen Felsen. Auf felsigen Boden.",
+ "oder auf jungfräuliche Erde. בתולה oder קרקע בתולה heisst die noch unbearbeitete Erde (terra virgo bei Plinius).",
+ "Wer die Erde vom Orte der Unreinheit. Von den aufgegrabenen Stellen, die der Unreinheit verdächtig waren.",
+ "darf. Wenn er ein Kohen (כהן) ist.",
+ "noch seine Hebe. בדמעו. Im samar. Targum wird חלב in Num. 18, 12 (wo es תרומה, die Hebe, bezeichnet) mit דמע übersetzt, ebenso in Gen. 45, 18 (wo es „Fett = das Beste“ bedeutet), vgl. hierüber Magazin für die Wissenschaft des Judentums 1886, S. 55.",
+ "essen. Obgleich ein כהן die Untersuchung nicht vornehmen darf, da er sich nicht der möglichen Verunreinigung aussetzen darf, so kann er, wenn er es doch getan hat, seine Hebe essen. Es kann aber auch von dem Sklaven eines כחן sprechen. Nach Maim. ist hier nicht gemeint, dass der כהן in den מקום הטומאה hineingehe, sondern dass er die Erde, die man hinausgetragen, weiter fortschaffe (vgl. aber טומאת מת 9, 9).",
+ "forträumt. המפקח, von פקח, öffnen.",
+ "darf nicht seine Hebe essen. Obgleich man nicht weise, ob der Verschüttete bereits tot ist."
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+ "Wenn man beim Untersuchen. Innerhalb der 20 Ellen.",
+ "an einen Bach oder an einen Kanal. שלולית, nach B. kamma 61a entweder ein Teich von gesammeltem Regenwasser (Samuel), oder ein Wassergraben, der die anliegenden Felder bewässert (R. Jochanan).",
+ "oder an eine Landstrasse. Eine 16 Ellen breite Strasse, vgl. B. kamma 6, 4, Note 26.",
+ "so kann man aufhören. Man braucht nicht weiter auf der andern Seite des Wassers oder der Strasse zu untersuchen (Bart.). Nach ר״ש muss man auf der andern Seite die Untersuchung fortsetzen.",
+ "worin Menschen. Selbst wenn diese Israeliten waren.",
+ "und alles ist rein. Man braucht nicht die unter den Toten liegende Erde (תבוסה) wegzunehmen, und es ist nicht nötig, eine weitere Untersuchung von 20 Ellen vorzunehmen.",
+ "Wenn man ein Grab. קברו, eig. sein Grab, wo er vorläufig einen Toten begraben hat mit der Absicht, ihn später fortzuschaffen und auf einen Begräbnisplatz zu bringen.",
+ "und alles ist rein. קברו, eig. sein Grab, wo er vorläufig einen Toten begraben hat mit der Absicht, ihn später fortzuschaffen und auf einen Begräbnisplatz zu bringen.",
+ "worin man Frühgeburten. Bei Frühgeburten braucht man die תבוסה nicht mitzunehmen, ebenso nicht bei Erschlagenen.",
+ "und alles ist rein. Man braucht nicht die unter den Toten liegende Erde (תבוסה) wegzunehmen, und es ist nicht nötig, eine weitere Untersuchung von 20 Ellen vorzunehmen.",
+ "Simon sagt. ר״ש und רא״ש haben die Worte ר׳ שמעון אומר nicht gelesen, dann muss es ואם statt אם heissen. ואם התקינו לקבר bedeutet danach: „wenn er es aber zum dauernden Grabe bestimmt hat“ (vgl. מ״ש).",
+ "Wenn man dieselben. Das Feld oder die Grube. R. Simen bezieht sich nur auf die letzten beiden Fälle, wo die Toten mit Absicht an diese Stelle gebracht wurden (יו״ב).",
+ "gehört auch die Mischungs-Erde dazu. Zu den Toten, und man muss diese (nach Note 41) mit wegnehmen. Doch ist es auch nach R. Simon nicht nötig, eine Untersuchung von 20 Ellen in der Nachbarschaft (שכונח) vorzunehmen."
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+ "Wenn. Vgl. Nidda 57 a.",
+ "jemand ein Grab. Die Grabstelle und noch weiter hinaus.",
+ "so macht er dadurch eine Totenbein-Stätte. Vgl. 2, 3 Note 33. Ein בית הפרס verunreinigt den, der eine Scholle davon berührt oder trägt, aber nicht durch Überdachung (VO 24).",
+ "Eine Furchenstrecke. מענה ein Streifen Landes, den der Pflüger auf einmal pflügt.",
+ "nämlich hundert Ellen (im Quadrat. Von der Grabstelle an, die er zu pflügen begonnen hat, 100 Ellen nach der Länge des Feldes und 100 Ellen nach der Breite; so weit führt der Pflug die Totenbeine (der Ort der Grabstelle ist wohl dabei eingerechnet). So Bart. Wie es scheint, gilt diese Bestimmung selbst im Falle, dass er nur nach einer Richtung pflügt (מ״א).",
+ "eine Fläche von vier Seah Aussaat. Ein Seah Aussaat hat 50 Ellen im Quadrat = 2500 Quadrat-Ellen (Erubin 23b); daher sind 4 Seah Aussaat 100 Ellen im Quadrat = 10000 Quadrat-Ellen. Nach יו״ב spricht diese Mischna von dem Falle, dass er von der Grabstelle aus nach allen 4 Seiten pflügt, und die 100 Ellen sind vom Mittelpunkte des Grabes nach jeder Seite hin zu messen, so dass im Ganzen ein Quadrat, dessen jede Seite 200 Ellen misst, zum בית הפרס gemacht wird; zusammen sind dies 40000 Quadrat-Ellen, so dass für jede Seite 4 Seah Aussaat gerechnet wird. Er stützt diese Ansicht durch die Tosefta (17, 1), welche מאה אמה לכל רוח (100 Ellen nach jeder Seite) angibt.",
+ "Eine Fläche von fünf Seah Aussaat. Das sind 12500 Quadrat-Ellen. Die Seite des Quadrates ist nach dieser Ansicht ungefähr 111/4 Ellen √12500); genauer 111,8 .. Ellen.",
+ "Dies. Diese Worte spricht der erste Tanna (nicht R. Jose); so ר״ש.",
+ "wenn es abwärts geht. Und ebenso auf einem ebenen Felde (Bart.). — Nach einer Erklärung im רא״ש (und מ״ש) ist במורד ובמעלה zu verbinden. Danach gilt die Massbestimmung von 4 Seah Aussaat nur für das Pflügen auf ebenem Boden; dagegen wird für einen gebirgigen Boden, mag der Pflug abwärts oder aufwärts gehen, die folgende Bestimmung getroffen.",
+ "Wickensaat auf den Trichter des Saatpflugs. בורך המחרישה nach R. Hai כורך. Am hinteren Ende des Saatpflug-Grindels war ein trichterförmiges Gefäss angebracht, das unten in eine enge, an der Sterze entlang oder inneihalb der Sterze laufende Röhre auslief. In diesen Trichter wurden die Saatkörner getan, die infolge der durch die Bewegung des Pfluges verursachten Erschütterung einzeln in die frisch gezogene Furche fielen (Vogelstein, Die Landwirtschaft in Palästina, S. 29).",
+ "wo drei Wicken neben einander wachsen. Es sind dort noch drei Saatkörner durch die Röhre zusammen herausgefallen",
+ "geht dann die Totenbein-Stätte. Es wird angenommen, dass so weit vom Pfluge Totenbeine geführt werden können.",
+ "Die ganze Verordnung. Bezüglich der Unreinheit des בית הפרס.",
+ "aber nicht wenn es aufwärts geht. Denn beim Aufwärtsgange wird der Pflug derart geschüttelt, dass die Totenbeine gleich beim Beginn des Pflügens herabfallen."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand beim Pflügen. Eines Grabes.",
+ "auf einen Felsen oder auf eine Steinwand. גדר eine Mauer von Steinen (Spr. 24, 31).",
+ "stösst. (טחה = טוח, stossen), dadurch ist der Pflug abgeschüttelt worden.",
+ "oder den Pflug abschüttelt. Er schüttelt absichtlich die am Pfluge befindliche Erde ab.",
+ "so macht er nur bis dahin die Totenbein-Stätte. Selbst wenn dies nach 5 oder 6 Ellen geschehen ist.",
+ "Eine Totenbein-Stätte kann wieder eine andere Totenbein-Stätte machen. Wenn jemand innerhalb eines בית הפרס zu pflügen beginnt, so wird von dieser Stelle ab 100 Ellen weit ein neues בית הפרס gerechnet, als wenn er von einem Grabe aus zu pflügen begonnen hätte.",
+ "Wenn jemand eine halbe Furchenstrecke. 50 Ellen rom Grabe ab.",
+ "und dann abermals. Nach einiger Unterbrechung.",
+ "und so auch an den Seiten. Er hat z. B. zuerst in der Richtung von Osten nach Westen, und dann in der Richtung von Norden nach Süden gepflügt.",
+ "so macht er. Über die 100 Ellen hinaus.",
+ "keine Totenbein-Stätte. Vgl. Mischna Temura 1, 5 und Talmud das. 13a."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand eine Grube voller Totenknochen. מלטימיא, in Tosefta מלא טמיא; nach Maim. und A. eine Grube voller Totengebeine (טמיא, Gebeine). Levy fasst das מ (wie bei dem folgenden מצבירת) als Servilbuchstaben und erklärt לטימיא = λατομíα (= λατóμιον), Steinbruch. Dann müsste es aber auch ein Steinbruch, in dem sich Knochen befinden, sein, indem העצמות auch auf מלטימיא sich bezieht.",
+ "oder er pflügt von einem Beinhaufen. Der nicht in einer Grube, sondern auf der flachen Erde liegt. Für diese beiden Fälle hat man die בית הפרס-Verordnung nicht getroffen, weil sie nur äusserst selten vorkommen.",
+ "in welchem ein Grab verloren ist. Dabei findet ein doppelter Zweifel (ספק סשיקא) statt: 1) vielleicht hat man die Grabstelle nicht bepflügt; 2) wenn auch dies geschehen ist, vielleicht hat der Pflug keine Gebeine mitgeschleppt. Es handelt sich hier nämlich um den Fall, dass man nicht das ganze Feld bepflügt hat.",
+ "gefunden wurde. Nachdem er bereits das Feld bepflügt hatte, so dass er beim Pflügen vom Grabe nichts gewusst hat. Die בית הפרס-Verordnung gilt aber nur für den, der vorsätzlich ein Grab einackert.",
+ "was nicht ihm gehört. Ohne Zustimmung des Eigentümers. In diesem Falle kann man den Eigentümer, der sich nicht vergangen hat, nicht bestrafen, sein Feld für unrein zu erklären. Hieraus ist zu ersehen, dass die בית הפרס-Verordnung zur Strafe gegen die Grabschänder getroffen worden ist.",
+ "oder wenn ein Nicht-Israelit pflügt. Gegen Nichtjuden ist die Strafmassregel nicht verordnet worden.",
+ "denn selbst betreffs der Samaritaner gilt nicht die Totenbein-Stätte-Verordnung. Um so weniger gilt sie für Nichtjuden."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Totenbein-Stätten-Feld oberhalb seines reinen Feldes liegt. Die beiden Felder liegen am Abhang eines Berges, das unreine oben und das reine unten.",
+ "war dieses. Das reine Feld.",
+ "und sie. Die Regengüsse.",
+ "haben es weise gemacht. Indem die Erde des obern Feldes diese Farbe hat.",
+ "oder es. Das reine Feld.",
+ "und sie. Die Regengüsse.",
+ "haben es rot gemacht. Indem die Erde des obern Feldes diese Farbe hat.",
+ "so macht dies doch das reine Feld nicht zu einer Totenbein-Stätte. Da die בית הפרס-Verordnung nur bezüglich der unaufgelösten Erdschollen, aber nicht betreffe der vom Wasser weggeschwemmten Erde gilt."
+ ],
+ [
+ "Wenn in einem Felde ein Grab verloren ist. Man weiss nicht, wo das Grab ist. Ein solches Feld gilt ganz als unrein und verunreinigt auch durch Bedachen, vgl. weiter 18, 3.",
+ "der Söller rein. Denn in keinem Falle kann die Unreinheit in den Söller empordringen; befindet sich das Grab innerhalb des Hauses, so ist wohl das Haus unrein, der Söller aber ist rein, da er durch das Gebälke des Hauses vor der Unreinheit geschützt wird (VO 8); ist das Grab unter der Eingangs-Schwelle, so dringt zwar die Unreinheit ins Haus (vgl. 12,8), kann aber nicht weiter in den Söller dringen; liegt das Grab endlich unter der Wand, so dringt die Unreinheit zwar als טומאה רצוצה über die Wand des Hauses und des Söllers in senkrechter Richtung nach oben (VO 7), kann aber weder in das Haus noch in den Söller gelangen.",
+ "so ist der Söller unrein. Denn in diesem Falle steht zu befürchten, dass die Unreinheit unter der Wand des Hauses gerade unter der Türe des Söllers sich befindet; sie dringt also in den Eingang des Söllers unter die Oberschwelle und verbreitet sich von hier aus in den Söller.",
+ "Wenn Erde von einer Totenbein-Stätte oder Erde vom Auslande. Die ebenfalls unrein ist (oben 2, 3, Note 32).",
+ "an Krautstengeln. Die mit Erdschollen ausgerissen und dann in einen Bund zusammengebunden wurden.",
+ "zusammengerechnet zum Masse eines Warensack. מרצופין, Kelim, 20, 1, Note 2.",
+ "Siegels. Wenn die Schollen zusammen so gross sind, wio ein solches Siegel, verunreinigen sie. Vgl. die nähere Bestimmung dieses Masses in Bechorot 22a.",
+ "Es sagte R Jehuda. Um die Meinung der Weisen zu stützen.",
+ "Einst kamen Briefe aus fernem Lande an die Söhne der Hohepriester. Vgl. Kethubot 13, 1, Note 8.",
+ "und die Weisen hatten dabei kein Bedenken wegen Unreinheit. Weil jedes einzelne Siegel nicht so gross war, wie ein Warensack-Siegel."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wie kann man in einer Totenbein-Stätte Weinlese halten. In einer Weise, dass der Wein rein bleibt (vgl. Jerusch. Schabbat 1,4). Nach ראב״ד ist die folgende Reinheits-Vorschrift absolut geboten, weil man auch die profanen Früchte im Lande Israels nicht verunreinigen darf (vgl. מ״א).",
+ "Man besprengt die Menschen und die Geräte zum ersten und zum zweiten Male. Man hält die zur Weinlese nötigen Menschen 7 Tage in reinem Zustande und besprengt eie am 3. und 7. Tage mit Entsündigungs-Wasser, nach der Vorschrift in Num. 19, 12; 18 – 19. Selbst wenn die Menschen und die Geräte vollständig rein sind, soll man mit ihnen so verfahren, als wären sie toten-unrein geworden (יו״ב).",
+ "Nun lesen sie den Wein ab. Die abgeschnittenen Weintrauben werden durch das בית הפרס nicht verunreinigt, weil sie noch unbenetzt sind (VK 17). Wiewohl nach Schabbat 15a die Weintrauben, die zum Keltern geschnitten werden, als empfänglich für die Unreinheit gelten, so findet diese bloß rabbinische Bestimmung hier bezüglich der bloß rabbinischen Unreinheit des בית הפרס keine Anwendung.",
+ "und andere. Die nicht durch das בית הפרס unrein geworden.",
+ "nehmen ihnen denselben ab und bringen ihn zur Kelter. In anderen Geräten. Die Winzer selbst, die durch das בית הפרס unrein geworden sind, dürfen die Weintrauben nicht in die Kelter bringen, da dort viele Flüssigkeiten sich befinden, wodurch die Trauben benetzt und für die טומאה empfänglich werden, sodass die Winzer sie verunreinigen würden.",
+ "Wenn die ersteren. Die Winzer.",
+ "die letzteren. Die den Wein Abnehmenden.",
+ "so werden diese unrein. Weil die Winzer durch das Verweilen im בית הפרס zum אב הטומאה geworden sind, so dass sie auch Menschen und Geräte verunreinigen. Die Abnehmenden würden dann auch alle Weintrauben unrein machen.",
+ "Bet-Schammai. Diese sind der Ansicht, dass die oben (in Note 3) erwähnte Bestimmung von Schabbat 15 a auch bezüglich der Unreinheit des בית הפרס Anwendung findet. Es müssen daher die folgenden Vorsichtsmassregeln getroffen werden.",
+ "Man ergreife die Sichel mittels Bastes. Der nicht die טומאה annimmt, סיב (= ציב), Faser, besondere Bast vom Palmbaum.",
+ "oder schneide die Trauben mit einem scharfen Steine. Der nicht die טומאה annimmt, סיב (= ציב), Faser, besondere Bast vom Palmbaum.",
+ "lasse sie in den Korb. כפישה, oben 5, 6, Note 55. Das Gefäss muss so gross sein, dass es keine טומאה annimmt, nach VK. 13.",
+ "hineinfallen und bringe sie zur Kelter. Der Winzer, selbst kann sie zur Kolter bringen, da die Vorsichtsmassregeln, die er beim Lesen beobachtet, ihn stets daran erinnern werden, dass er die Trauben nicht berühren darf.",
+ "der zu einer Totenbein-Stätte gemacht wurde. Es waren die Weinstöcke daselbst gepflanzt, bevor die Stätte zum בית הפרס gemacht worden ist.",
+ "hat man aber eine Totenbein-Stätte bepflanzt. Dieser hat (nach der Ansicht des R. Jose) unrecht gehandelt, dass er am בית הפרס einen Weinberg gepflanzt hat.",
+ "auf dem Markte verkaufen. Nicht damit sie zum Keltern verwendet werden (wodurch sie nach Note 3 für טומאה empfänglich sind), sondern als Trauben verzehrt werden."
+ ],
+ [
+ "Es gibt. Moëd katan 5b.",
+ "dreierlei Totenbein-Stätten. Die bezüglich der bei ihnen geltenden gesetzlichen Bestimmung von einander verschieden sind. Die 3 בית הפרס werden in unserer M. und in M. 3 und 4 aufgezählt: 1. wenn ein Grab bepflügt wird; 2. wenn in einem Felde ein Grab verloren ist; 3. ein Trauer-Feld.",
+ "in der dadurch gemachten Totenbein - Stätte. Nach 17, 1.",
+ "allerlei Bäume. Nach R. Jose (oben Note 14) sind Weinstöcke ausgenommen.",
+ "pflanzen. Da die Bäume nicht ausgerissen werden und bei ihnen die weiter (Note 21) erwähnte Befürchtung nicht vorhanden ist (ראב״ד zu טומאת מת 10,8).",
+ "aber nicht allerlei Saaten säen. Da die Saaten oft mit der Wurzel ausgerissen werden, so ist zu befürchten, dass an der an den Wurzeln verbleibenden Erde Totenbeine hängen bleiben werden, die ins Haus gebracht, dort Verunreinigung verursachen könnten.",
+ "die geschnitten werden. Wobei obige Befürchtung wegfällt.",
+ "Hat man diese. Die Saaten, die in der Regel geschnitten werden.",
+ "so muß man den Ertrag in dem Felde selbst. Im בית הפרס-Felde.",
+ "aufhäufen. Und auch dort dreschen.",
+ "und sodann mit zwei Sieben. Mit einer nach der andern.",
+ "durchsieben. Um die Frucht von allem Staube zu reinigen, in welchem Totenbeine von einer Gerstenkorn-Grösse (vgl. 2,3) sich befinden könnten.",
+ "Das Getreide. Die im Tr. Challa Anf. aufgezählten 5 Getreidearten.",
+ "die Hülsenfrüchte aber mit drei Sieben. Weil an diesen mehr Staub haften bleibt.",
+ "Stroh und Stengel. עצה, nach den Kommentaren, die Stengel der Hülsenfrüchte.",
+ "muß man verbrennen. Auf dem Felde; vielleicht ist ein Totenbeinchen darin.",
+ "Diese Stätte. Und auch die Erdschollen derselben.",
+ "aber nicht durch Bedachen. S. oben 2, 3.—"
+ ],
+ [
+ "in welchem ein Grab verloren ist. Man weise nicht, an welcher Stelle das Grab sich befindet. Nach Tos. Nidda 57 a v. בית הפרס heisst dieses Feld (ebenso wie das der folgenden Mischna) nur in uneigentlichem Sinne בית הפרס, da solche Felder nicht als „Totenbeinstätten“ bezeichnet werden können; sie werden nur so genannt, weil sie in manchen Bestimmungen dem ersten in M. 2 genannten Felde, dem eigentlichen בית הפ, gleich sind.",
+ "darf mit allerlei Saaten besäet. Es ist nicht zu befürchten, dass beim Ausreissen der Saaten Erde mit Totenbeinen an den Wurzeln hängen bleibt, da hier keine Totenbeine umhergestreut liegen; so tief aber bis zum begrabenen Toten reichen die Wurzeln der Saaten nicht Eine and. LA ist: אינה נזרעת כל זרע „es darf nicht mit allerlei Saaten besät werden“ (so auch die Tosefta). Die Erklärung dieser LA vgl. in תוי״ט und sehr ausführlich ס״ט.",
+ "ader nicht mit allerlei Bäumen bepflanzt werden. Um nicht Leute, die Lust haben, Früchte zu essen, zu gewöhnen, diese Stätte zu betreten und so durch Bedachung sich zu verunreinigen (Bart.). Nach Maim.: weil die Wurzeln der Bäume tief in die Erde dringen und bis zu Toten gelangen (vgl. יו״ב und ס״ט).",
+ "Man darf darin keine Bäume. Selbst wenn sie gepflanzt waren, bevor das Grab dort verloren war.",
+ "stehen lassen. Aus dem in Note 36 angegebenen ersten Grunde oder weil, wer es sieht meinen könnte, der Baum sei erst später dort gepflanzt worden.",
+ "ausgenommen leere. סרק, B. batra 2, 7, Note 59.",
+ "Bäume. Diese darf man nicht bloß dort stehen lassen, sondern auch von vornherein dort pflanzen (Bart.).",
+ "die keine Früchte tragen. Dies ist eine Erklärung zum vorhergehenden אילן סרק, die wegen M. Kilajim 6, 5 hier nötig war (תא״ש).",
+ "Tragen und Bedachen. So auch nach 17, 5, Note 38. Statt ובאהל heisst es in der Mischna der Talmud-Ausgaben: ואין מטמאין באהל (sie verunreinigen nicht durch Bedachen). Die Bestimmung bezieht sich da auf die von diesem Felde kommenden Erdschollen (ס״ט)."
+ ],
+ [
+ "Ein. Moëd katan 5 b.",
+ "Trauer-Feld. שדה בזכין, nach dem Talmud das.: ein Feld, in welchem man Tote beweint, d h Trauerreden über die Toten hält. Dieser Platz liegt nicht weit entfernt vom Begräbnisplatz. Tos. in Nidda 57 a v בית הפרס bringt eine LA שדה כוכין, ein Feld der Grabnischen (vgl über כוך B. batra 6, 8, Note 62), und erklärt, es ist ein Feld (wohl in der Nähe der Grabhöhle), wo man den Toten einige Zeit liegen lässt, um ihn bei gelegener Zeit nach dem Begräbnisort (den כוכין) zu bringen. So erklärt auch א״ר, der sich auf die Tosefta beruft, aber die Tos. erst korrigieren muss, um sie mit der Mischna in Übereinstimmung zu bringen.",
+ "darf nicht bepflanzt und nicht besäet werden. Weil der Besitzer dieses Feldes dasselbe bereits aufgegeben und der öffentlichen Benutzung überlassen hat; deshalb darf er nicht wieder davon Besitz ergreifen (vgl. M. B. batra 6, 7, Note 50), so ר״ש und Bart. nach Moëd katan 5b. Danach aber hätte diese Bestimmung nichts mit den Unreinheits-Vorschriften zu tun und würde nicht in unseren Traktat hineingehören. Man wird daher besser mit Maim. annehmen, dass zu befürchten steht, man habe einmal in diesem Felde, das in der Nähe eines Begräbnisplatzes liegt und vom Besitzer aufgegeben worden ist, einen Toten begraben. Man soll daher diese Stätte nicht oft von Menschen betreten lassen.",
+ "Die Erde davon. Die Erdschollen, die von diesem Felde genommen werden.",
+ "ist rein. Da es ja zweifelhaft ist, ob je eine Unreinheit dort vorhanden war.",
+ "und man kann daraus Öfen für Heiliges machen. Was bei den beiden vorgenannten בית הפרסות nicht gestattet ist.",
+ "Bet-Schammai. Pessachim 92 b, Chagiga 25 b.",
+ "und Bet-Hillel. Welche weiter unten kontroversieren.",
+ "dass man (die Totenbein-Stätte. Die in M. 2 genannte.",
+ "untersucht. Nach der weiter unten angegebenen Weise",
+ "der sein Pessach opfern will. Nachdem er vorher im בית הפרס gewesen und möglicherweise unrein geworden ist, wonach er kein Pessach opfern kann (vgl Num. 9, 6).",
+ "man untersucht aber nicht um der Hebe willen. Wenn ein Priester, der über ein בית הפרס gegangen ist, תרומה essen will, kann er sich auf die weiter unten angegebene Untersuchung nicht verlassen. Denn nur bezüglich der Pessach-Opferung, deren Unterlassung die כרת-Strafe nach sich zieht Num. 9,13), haben die Rabbinen ihre בית הפרס Bestimmungen nicht ganz aufrecht erhalten, nicht aber wegen des Verzehrens von תרומה, das bloß ein einfaches Gebot ist.",
+ "Wegen eines Nasir. Der dort gegangen und nun in Zweifel ist, ob er unrein geworden und die Vorschriften von Num. 6, 9—12 zu beobachten hat, oder nicht.",
+ "Man untersucht. Ein anderer untersucht die Stätte. Der Nasir selbst darf es nicht, weil er sich nicht absichtlich der möglichen Verunreinigung aussetzen darf. Findet der Untersucher ein Totenbeinchen von der Grösse eines Gerstenkorns, so gilt der Nasir als unrein; wo nicht, ist er rein.",
+ "Man untersucht nicht. Da der Nasir in jedem Falle für zweifelhaft unrein gehalten wird. א״ר liest umgekehrt: „Bet-Schammai sagen: Man untersucht nicht, und Bet-Hillel sagen: Man untersucht.“ Diese LA befolgt die Regel, dass Bet-Hillel nur ausnahmsweise gegen Bet Schammai die erschwerende Ansicht hat (vgl. Edujot 4, 1, Note 1); vgl. aber יו״ב u. ס״ט.",
+ "fortbewegen kann. Die lockere Erde.",
+ "tut sie in ein fein gelöchertes Sieb und zerreibt sie. וממחה, von מחח. stossen, reiben. M. und L. lesen: וממהח, Ar. יממהא, was dasselbe bedeutet, vgl. Kelim 24, 17, Note 75.",
+ "ist er. Der dort gegangen ist.",
+ "unrein. D. h. zweifelhaft unrein, vielleicht hat er das Beinchen berührt oder bewegt. In den oben, Note 49, angeführten Talmudstellen wird eine andere Untersuchungsart angegeben, nämlich מנפח אדם בית הפרס (man bläst im בית הפרס), was wohl nach Mischna Maaserot 4,5 (מנפח מיד ליד, vgl. Beza 12b) zu erklären ist: Er schüttet die lockere Erde von einer Hand in die andere und bläst dabei den Staub weg; dadurch sieht er, ob darin ein Toten-Beinchen ist (יו״ב). Über den Widerspruch zwischen dem Talmud und unserer Mischna vgl. ר״ש."
+ ],
+ [
+ "Auf welche Weise macht man eine Totenbein-Stätte. Die in M. 2 genannte.",
+ "Man nimmt davon drei Handbreiten tief. So tief dringt die Pflugschar, welche die Totenbeine verschleppt; vgl M. B. batra 2, 12.",
+ "(Rabbi sagt. Die Worte רבי אומר fehlen im Talmud, ebenso in M. und L. Nach unserer LA. sind die folgenden Worte: או bis ממקום אחר טהור ein Zusatz des Rabbi zur alten Mischna.",
+ "oder gibt darauf [Erde. Von einem reinen Orte.",
+ "Wenn man von der einen Hälfte desselben drei Handbreiten tief [Erde] weggenommen. Und sie aus dem Felde fortgeschafft hat.",
+ "und auf die andere Hälfte drei Handbreiten hoch [Erde. Von einem reinen Orte.",
+ "so ist es. Das בית הפרס-Feld",
+ "Sogar wenn man davon. Vom ganzen Felde.",
+ "ist es. Das בית הפרס-Feld",
+ "rein. Da man durch ein solches Kennzeichen gemahnt wird, den Pflug nicht tiefer als 1/2 Handbreiten in die Erde zu senken (יו״ב).",
+ "Wenn man eine Totenbein-Stätte. Die in M. 2 genannte.",
+ "die man nicht bewegen kann. Mit grossen Steinen, die sich nicht bewegen, wenn man auf sie tritt.",
+ "Auch wenn man ein Totenbein-Feld umgräbt. עזק, umgraben, wie Jesaja 5, 2.",
+ "ist es rein. Weil er beim Umgraben das Feld am besten untersucht (Maim. nach der Tosefta). Nach dem ersten Tanna genügt diese Untersuchung nicht."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand in einer Totenbein-Stätte. Die in M. 2 genannte.",
+ "die man nicht bewegen kann. Selbst wenn diese Steine nicht von neuem auf das Feld gelegt wurden (wie in der vorhergehenden Mischna), sondern bereits von früherer Zeit da waren (ס״ט), so bleibt er dennoch rein; denn er sah, dass auf den Steinen kein Totenbein lag, er also ein solches nicht berührt hat, und da die Steine nicht bewegt werden können, so hat er auch ein etwa darunter liegendes Beinchen nicht bewegt.",
+ "die kräftig sind. So dass wenn durch sie ein Toten-Beinchen bewegt wird, dies durch ihre eigene Kraft geschieht und der Reitende nichts dazu beiträgt.",
+ "so bleibt er. Der Gehende oder Reitende.",
+ "rein. Über die Frage, warum der auf einem Menschen Reitende durch den Menschen, der Toten-Beinchen bewegt und ein אב הטומאה wird, nicht selbst verunreinigt wird, vgl. die Kommentare, besonders ס״ט.",
+ "Geht. B. mezia 105b.",
+ "die man bewegen kann. Die nicht am Boden festsitzen und durch den darüber Schreitenden bewegt werden.",
+ "deren Kräfte schwach sind. Wann ein Mensch oder ein Vieh in dieser Beziehung als schwach beurteilt wird, ist im Talmud B. mezia 105 b angegeben.",
+ "so ist er unrein. In letzterem Falle, weil die Kraft des Reitenden die unten liegenden Toten Beine mitbewegt.",
+ "Wenn jemand in heidnischen Ländern. Vgl. oben 2, 3 Note 32.",
+ "so ist er unrein. Wiewohl man dort keine Toten begräbt, so ist dennoch zu befürchten, dass unreine Erde dorthin geraten ist.",
+ "Reist er aber auf der See oder am Strande. שונית ist wohl abgekürzt aus עשינית (in Mechilta zu Exod. 15, 5). Es ist der Meeresstrand, wo die Sturmflut des Meeres (vgl. aram. עשונא, syr. ܥܰܫܺܝܢܽܘܬܳܐ, Kraft, Stärke) hinansteigt, vgl. oben 7, 1, Note 10. — Das Wort hat dann mit יעֵן (einer Felsenklippe) nichts zu tun.",
+ "so ist er rein. Weil man dort keine Toten begräbt.",
+ "wo das Meer bei einer Sturmflut hinaufsteigt. Nach Maim. und Bart. ist er bloß rein bezüglich der schweren Unreinheit (der siebentägigen Unreinheit); dagegen bringt der Raum des Heidenlandes (אויר) überall die leichte Unreinheit (bis zum Abend). Andere bestreiten diese Ansicht (vgl. יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand in Syrien. Vgl. B. kamma 7, 7 Note 38. Die Erde dieses Landes (aber nicht der Luftraum) ist ebenso wie die des übrigen Auslandes, unrein; doch sind dort die Vorschriften betreffs der Verzehntung und des Brachjahres, wie im Lande Israel, zu beobachten.",
+ "wenn er in Reinheit dahin gehen kann. Es ist zwischen seinem Felde und dem Lande Israel kein Stück vom Heidenlande.",
+ "rein. Die Schollen dieses Feldes sind rein, da dies Feld einem Israeliten gehört und dicht an das Land Israel grenzt.",
+ "kann er aber nicht in Reinheit dahin gehen. Es befindet sich ein טפח breiter Streifen Erde vom Heidenlande oder von einem Begräbnisplatze zwischen diesem Felde und dem Lande Israel.",
+ "aber doch der Pflicht der Verzehntung und des Brachjahres unterworfen. Vgl. Gittin 8 a. Ob dies nach der Thora oder bloß nach rabbinischer Bestimmung Pflicht ist, ist kontrovers, vgl. Gittin 46 a.",
+ "Die Wohnungen. Pessachim 9 a.",
+ "der Heiden. Auch im Lande Israel.",
+ "sind unrein. Weil sie ihre Abortus in ihren Häusern begruben.",
+ "dass man sie untersuchen muss. Wie ein Feld, in welchem ein Grab verloren ist.",
+ "Vierzig Tage. So vieler Tage bedarf es, bis die Bildung der Frucht im Mutterleibe vollendet ist, vgl. M. Nidda 3, 7.",
+ "wenn er auch kein Weib bei sich hatte. Denn er kann ein Weib in sein Haus gebracht haben.",
+ "Wenn aber ein Knecht. Ein kanaanitischer Knecht eines Israeliten.",
+ "oder ein Weib. Eine Israelitin.",
+ "das Haus beobachten. dass dort kein Abortus begraben werde."
+ ],
+ [
+ "Die tiefen Kanäle. ביב, oben 3, 7, Note 90. Einige lesen; הכוכים statt הביבים (die unterirdischen Höhlen, vgl. B. batra 6, 8 Note 62).",
+ "Auch die Misthaufen und die lockere Erde. Da ist zu befürchten, dass die Erde durch das Begraben aufgelockert wurde.",
+ "Jeder Ort. Pessachim 9 a. Tos. B. kamma 19 b v. וחזיר.",
+ "wo ein Schwein und ein Wiesel. Statt והחולדה liest Bart. וברדלס (s. Tosefta 16, 13), Iltis oder Marder (vgl. Löw bei Krauss, Lehnw. S. 164).",
+ "bedarf nicht der Untersuchung. Weil diese Tiere den Abortus weggeschleppt oder aufgefressen haben."
+ ],
+ [
+ "Die Säulenhallen. אצטבא = אצטווניות, eine Säulenhalle (στοά).",
+ "unterliegen nicht der Verordnung betreffs der Heiden-Wohnungen. Da diese zum Lustwandeln bestimmt sind, so begräbt man dort keine Abortus.",
+ "Eine Stadt der Heiden. Eine Stadt im Lande Israel, die von Heiden bewohnt war",
+ "unterliegt nicht der Verordnung betreffs der Heiden-Wohnungen. Weil dort wilde Tiere hausen, die alles Fleisch verzehren.",
+ "Die Ostseite von Kesrin. Caesarea maritima.",
+ "und die Westseite von Kesarion. קסריון (so liest L), Caesarea Philippi. Vgl. Hildesheimer, Beitr zur Geogr. Pal. 4 ff. u. 42 ff. und R. Joseph Schwarz דברי יוסף III—IV, S. 50.",
+ "Die Ostseite von Akko. עכו, die Hafenstadt Akko an der gleichnamigen Meeresbucht, Hildesheimer l. c. 11 f.",
+ "war zweifelhaft. Ob diese als Land Israel oder als Heidenland betrachtet werden soll.",
+ "und die Weisen haben sie für rein erklärt. Indem man sich überzeugt hat, dass dort keine Gräber sind. L. liest: מזרח קיסרין ומערב קיסריון וקברות מזרח עכו חיה ספק וטיהרו חכמים (Bezüglich des Ostens von Kesrin, des Westens von Kesarion und der Begräbnisplätze von Akko bestand ein Zweifel, und die Weisen erklärten es für rein).",
+ "Rabbi. R. Jehuda ha-Nasi.",
+ "und sein Gerichtshof haben wegen Keni. קיני. Nach Jos. Schwarz, das heil. Land S. 106 ist dieses קיני identisch mit „Keni unweit Lod“, das im Jerusch. Ende Tsrumoth und in Sohar Thasria 42 b erwähnt wird. Nach ס״ט, der sich auf die Tosefta stützt, soll darunter das im Jerusch. Schebiit und im Sifre u. sonst unter den Grenzen von Palästina genannte גינייא דאשקלון gemeint sein, vgl. Hildesheimer, l. c. 72 ff.",
+ "abgestimmt und es für rein erklärt. Man hat beschlossen, es als Land Israel zu betrachten."
+ ],
+ [
+ "Zehnerlei Örter unterliegen nicht den Verordnungen betreffs der Heiden-Wohnungen. Weil sie nicht als ständige Wohnungen dienen.",
+ "Die Zelte der Araber. Die als Nomaden von Ort zu Ort ziehen und ihre Zelte am Lagerorte aufschlagen.",
+ "die Feld-Hütten. Der Fruchthüter.",
+ "die Binsenhütten. Welche oben spitz zulaufen.",
+ "die Fruchthütten. Nach den Kommentaren Hütten, die zum Bergen der Früchte auf dem Felde dienen, um sie vor Regen zu schützen.",
+ "die Sommerhütten. אלקטיות, von קיץ = קיימא, Sommer S. Maaserot 3, 7.",
+ "ein Torhaus. בית שער, ein Pförtnerhaus für den Torwächter, nach Maim.: Torweg, Hausflur.",
+ "das Pfeilenhaus. Wo die Pfeile, wohl auch noch andere Waffen (vgl. Tosefta: בית הזיגות) aufbewahrt werden, ein Zeughaus.",
+ "und die Wohnungen der Legionen. Die Kasernen. Die Tosefta hat: הקסטראות והלגיונות, die Lager und die Legionen (-Häuser)."
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Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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+ "Introduction": [
+ "\nEinleitung.\nDie traditionelle Benennung des Traktates ist: Ukzin. Die Form עוּקְצִין ist das Plural des aramäischen עוּקְצָא. Die korrekte hebräische Form ist wohl עֳקָצִים als Plural von עקֶץ. Bei Maim. ed. Dér. ist die Ueberschrift des Traktates עקצים, bei Lowe עקצין: Ed. Livorno hat die nicht vokalisierte Ueberschrift עוקצים; I, 6; vokalisiert sie עוֹקָצִים und עוֹקָצֵי, so auch Terum. XI, 4 עוֹקָצֵי, Sabb. VII, 4 עוֹקָצֵהֶן, Sukk. III, 6 עוֹקָצֹוֹ, aber Sanh. V, 2 עָקְצֵי und Kel. XIII, 5 עָקְצָהּ.\nDer Traktat lehrt, welche Pflanzen und Lebewesen und welche Teile von ihnen völlig oder in beschränkter Weise hinsichtlich der Speisenunreinheit טומאת אוכלין wie Nahrungsmittel behandelt werden, obwohl sie z. T. überhaupt nicht oder in der Regel nicht zur menschlichen Nahrung dienen.\nSeinen Namen עוקצין „Stiele“ trägt der Traktat von den Fruchtstielen, die als Griff der Früchte an ihrer Unreinheit teilnehmen. Die beiden ersten Abschnitte beschäftigen sich fast ausschließlich mit den nicht genießbaren Teilen von Nahrungsmitteln, während der dritte über Pflanzen und Lebewesen selbst spricht, die zumeist mit gewissen Beschränkungen Speisenunreinheit annehmen.\nEinleitend wird gelehrt, daß die Teile von Pflanzen und Lebewesen, die als Griff יד des Genießbaren gelten, an seiner Unreinheit teilnehmen. Sie werden bei Verunreinigung des Genießbaren unrein, und dieses wird unrein, wenn eine Unreinheinheit den Griff verunreinigt. Doch werden sie nicht zum Genießbaren hinzugerechnet, um es zum Mindestmaß der Eigröße zu ergänzen. (Vergl. hierzu I, Anm. 5). Die Teile, die als Schutz שומר des Genießbaren betrachtet werden, nehmen an seiner Unreinheit teil und ergänzen es zur Eigröße (I, 1). Die zweite und dritte Mischna sprechen über solche Pflanzenteile. Es wird auch angegeben, bis zu welche Länge ein Stiel als Griff der Frucht gilt (3b). Die vierte und fünfte Mischna enthalten Kontroversen über bestimmte Planzenteile. Die sechste Mischna lehrt, daß einige Stiele, die zuweilen mitgegessen werden, die Frucht zur Eigröße ergänzen. Die erste Mischna des zweiten Abschnittes lehrt, daß manche Pflanzenteile, die scheinbar zum Genießbaren gehören, für die Speisenunreinheit nicht in Betracht kommen. Die nächste Mischna bespricht die Beurteilung der Kerne, die dritte, die von angefaulten Stellen einiger Früchte und von einzelnen Fruchtteilen. Die vierte Mischna handelt von den Schalen der genießbaren Pflanzen. Die fünfte Mischna geht etwas vom Thema ab. Sie lehrt, wie lange noch nicht ganz zertrennte Nahrungsmittel hinsichtlich der Uebertragung der Unreinheit als zusammengehörig betrachtet werden. Die sechste Mischna bespricht, wie lange die Eierschalen und die von Granatäpfeln als Schutz des Genießbaren gelten. Im Anschluß daran wird kurz bemerkt, welche provisorischen Nähte hinsichtlich den Mischungen verbotener Kleiderstoffe כלאי בגדים als deren Verbindung gelte. Die siebte Mischna lehrt, wie lang vertrocknete Gemüseblätter das Gemüse zum Mindestmaß der Eigröße ergänzen. Die achte Mischna spricht über die Mitberechnung von kleinen Hohlräumen in Nahrungsmitteln zur Eigröße. Die beiden letzten Mischnajot des zweiten Abschnittes behandeln die Fähigkeit zur Unreinheit der Topfpflanzen. Wenn der Topf unten fest geschlossen ist, können die lebenden Pflanzen unter Umständen unrein werden.\nDer dritte Abschnitt des Traktates sagt einleitend, daß manche Dinge Speisenunreinheit erst nach Befähigung zur Unreinheit durch Flüssigkeiten (Vergl. Machschir. VI, 4) und nach ausdrücklicher Bestimmung zur menschlichen Nahrung annehmen. Für manche ist diese Befähigung nicht nötig, für manche die Bestimmung nicht, für manche keines von beiden. (1). Während die eigentlichen Nahrungsmittel nur die Befähigung nötig haben (1b), muß anderes erst ausdrücklich zur menschlichen Nahrung bestimmt werden (2). Manche Dinge, die von selbst unrein sind, aber nicht ohne weiteres als Nahrung gelten, müssen hierzu bestimmt werden, wenn sie als unreine Speisen betrachtet werden sollen (vergl. III, Anm. 16); manche gelten ohne weiteres als Speisen (3). Die vierte und die fünfte Mischna sprechen über etwaige Speisenunreinheit von Gewürzen über ihre Behandlung von bestimmten Blättern, durch die sie genußfähig werden. Wie bei Gewürzen die Fähigkeit zur Unreinheit von ihrer Beurteilung als Nahrungsmittel abhängig ist, so ist es auch die Erlaubnis, sie für Geld des zweiten Zehnten zu kaufen. Deshalb schließt sich eine Erörterung hierüber an. Beide Fragen werden dann auch weiter hinsichtlich nicht ausgereifter Früchte und junger Baumtriebe behandelt (6, 7). Dann wird festgestellt, von wann an Fische und noch nicht ganz abgepflückte Früchte schon als Speisen gelten (8). Die nächste Mischna lehrt, welche Tierfette erst zur Unreinheit befähigt werden müssen, und wann die zum Genuß verbotenen Fische und Heuschrecken als menschliche Nahrung gelten können. Weil es zur Bestimmung seiner und des Honigs Unreinheit nötig ist, bringt die zehnte Mischna eine Kontroverse, ob der Bienenkorb als beweglicher oder unbeweglicher Gegenstand zu behandeln ist. Im Anschluß daran folgt eine Kontroverse, wann Honig hinsichtlich der Verunreinigung als Getränk zu gelten hat (11).\nDamit sind die halachische Erörterungen des Traktates und der ganzen Mischna beendet. In den meisten Ausgaben (vgl. III, Anm. 77) folgen zwei agadische Aussprüche, die der Mischna einen passenden Abschluß geben.\n"
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+ "was Griff. Der ungenießbare Teil von genießbaren Pflanzen und Lebewesen, an dem sie festgehalten werden können, z. B. der Stiel einer Frucht, der Knochen, an dem Fleisch haftet.",
+ "und nicht Schutz. Des essbaren Gegenstandes.",
+ "wird unrein. Wenn der essbare Gegenstand verunreinigt wird, so werden Griff und Schutz ebenfalls unrein, obwohl sie nicht genießbar sind und für sich allein nicht unrein werden könnten.",
+ "und lässt unrein werden. Durch das Anrühren von Unreinem an Griff oder Schutz kann der essbare Gegenstand unrein werden, obwohl er nicht unmittelbar berührt wurde.",
+ "vereinigt sich aber nicht. Wenn der unrein gewordene essbare Gegenstand ohne den Griff und den Schutz die zur Weiterverunreinigung notwendige Größe eines Eies (vgl. Para XI, 3; Tohor. II, 1) nicht hat, sie aber durch Hinzurechnung von Griff und Hülle erreichen würde. Nach Maim. הל׳ טומאת אוכלין ד׳ א׳ und Raschi zu Pes. 33b s. v. בכביצה, Raschbam B. b. 80a s. v. ולא משקה kann Genießbares auch in kleinster Quantität unrein werden, so dass hinsichtlich des Unreinwerdens die etwaige Hinzurechnung von Griff und Schutz nicht in Betracht kommt. Aber nach R. Tam in Tos. zu 33b Sabb. 91a s. v. אי u. ö. muss Genießbares auch zum Unreinwerden mindestens Eigröße haben. Dann käme die Hinzurechnung von Griff und Schutz auch hierbei in Betracht.",
+ "wird unrein. Wenn der essbare Gegenstand verunreinigt wird, so werden Griff und Schutz ebenfalls unrein, obwohl sie nicht genießbar sind und für sich allein nicht unrein werden könnten.",
+ "lässt unrein werden. Durch das Anrühren von Unreinem an Griff oder Schutz kann der essbare Gegenstand unrein werden, obwohl er nicht unmittelbar berührt wurde.",
+ "und verunreinigt sich. Wenn der unrein gewordene essbare Gegenstand ohne den Griff und den Schutz die zur Weiterverunreinigung notwendige Größe eines Eies (vgl. Para XI, 3; Tohor. II, 1) nicht hat, sie aber durch Hinzurechnung von Griff und Hülle erreichen würde. Nach Maim. הל׳ טומאת אוכלין ד׳ א׳ und Raschi zu Pes. 33b s. v. בכביצה, Raschbam B. b. 80a s. v. ולא משקה kann Genießbares auch in kleinster Quantität unrein werden, so dass hinsichtlich des Unreinwerdens die etwaige Hinzurechnung von Griff und Schutz nicht in Betracht kommt. Aber nach R. Tam in Tos. zu 33b Sabb. 91a s. v. אי u. ö. muss Genießbares auch zum Unreinwerden mindestens Eigröße haben. Dann käme die Hinzurechnung von Griff und Schutz auch hierbei in Betracht.",
+ "wird nicht unrein. Durch Verunreinigung des mit ihm verbundenen essbaren Gegenstandes.",
+ "und lässt nicht unrein werden. Durch seine Verunreinigung verunreinigt er den Gegenstand nicht. Noch weniger verbindet er sich mit ihm."
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+ "der Zwiebeln und der Kaflote. Kaflot ist eine Lauchart; vgl. Löw, Flora II, 137.",
+ "und ihre Blattkrone. Der Kranz der ehemaligen Blütenblätter.",
+ "und die Säule. Nach dem R. Hai zugeschrieb. Kommentar u. Aruch: Das Mittelstück, in dessen oberem Teile der Samen liegt.",
+ "soweit sie im Genießbaren ist. Wörtlich: soweit sie entspricht Der Teil, der nicht im Genießbaren liegt, gilt nicht als dessen Schutz; s. die nächste Mischna.",
+ "die Wurzeln des Lattichs. חזרים = חזרת, Rasch und Rosch; nach Löw, Aram. Pflanz. 175, pl. von חזרת",
+ "des Rettichs und der Steckrübe. Nach Löw, Flora I, 515; nach Maim. eine Art Rettich.",
+ " Hierzu gehören als Nachsatz die Schlussworte der Mischna כר׳ הרי אלו מיטמאין: denn alles Angeführte gilt als Schutz für den genießbaren Teil der Frucht. — Die Worte: „Das sind … vereinigen sich nicht“ und „R. Elasar … Boden“ sind in die Mischna R. Meir’s eingeschoben.",
+ "Die Wurzel der Fenchelmerke. Nach Löw, Aram. Pflanzennamen, 261.",
+ "der Raute. Löw, Flora III, 317.",
+ "das Mittelstück der Ähre. An dem die Getreidekörner sitzen.",
+ "ihre Hüllblätter. Spelzblätter, die das Getreidekorn umschließen.",
+ " Nach Löw, Aram. Pflanzennamen, 261.",
+ "auch der Staub auf den Wurzeln. So Rasch nach Aruch. סיג soll gleich dem bibl. סיג, Schlacke, sein und hier in Übertragung die Bedeutung von Staub haben. רצפות ist vielleicht als pl. von רצפה Boden, in übertragenem Sinne auf die im Boden liegenden genießbaren Wurzeln gebraucht.",
+ "lassen unrein werden und vereinigen sich. Weil sie als Schutz des Genießbaren gelten. — Vgl. Mischna 1."
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+ "vereinigen sich aber nicht. Weil sie wohl Griff, aber nicht Schutz sind; vgl. Mischna 1.",
+ "der Zwiebeln und der Kaflote. Kaflot ist eine Lauchart; vgl. Löw, Flora II, 137.",
+ "die Säule. Nach dem R. Hai zugeschrieb. Kommentar u. Aruch: Das Mittelstück, in dessen oberem Teile der Samen liegt.",
+ "soweit sie nicht im Genießbaren ist. Wörtlich: soweit sie entspricht Der Teil, der nicht im Genießbaren liegt, gilt nicht als dessen Schutz; s. die nächste Mischna.",
+ "der Griff der Rebe. Das Stück der Rebe, mit dem man die Traube hält.",
+ "von beiden Seiten. Der daran hängenden Traube.",
+ "der Griff der Traube. Der Stiel der Traube, der an der Rebe sitzt.",
+ "in jeder Länge. Der Stiel mag noch so lang sein, er gilt doch noch als zu den Beeren gehöriger Griff. Andererseits gilt auch der dicht an den Beeren sitzende Teil nicht als ihr Schutz, dass er sich etwa mit ihnen zur Eigröße vereinigen könnte.",
+ "das Gerippe der leeren Traube. Von der die meisten Beeren abgenommen sind, aber vereinzelte Beeren hängen noch an ihm. Dieses Traubengerippe gilt in jeder Größe als Griff der noch verbliebenen Beeren. S. a. Mischna 5.",
+ "vier Handbreiten lang. Ein 4 Handbreiten langes Stück des Zweiges, Körner.",
+ "drei Handbreiten lang. Da die Griffe oder Wurzeln abgerissen werden, gelten sie in jeder Länge als Griff; s. a. Anm. 25.",
+ "und die Granen der Ähren. Zuweilen hält man die Ähren an den Granen; deshalb gelten auch diese als Griff der Körner.",
+ "vereinigen sich aber nicht. Weil sie wohl Griff, aber nicht Schutz sind; vgl. Mischna 1."
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+ "lassen nicht unrein werden und vereinigen sich nicht. Weil sie weder als Griff noch als Schutz gelten.",
+ "Die Wurzeln der Kohlstengel. Löw, Flora I, 483.",
+ "und die wiederausschlagenden Wurzeln. Die man nach der Ernte in der Erde lässt, damit sie wieder ausschlagen (Maim.).",
+ "des Mangold und der weißen Rübe. Löw, Flora I, 487.",
+ "auch wenn es ausgerissen wurde. Wenn die Früchte gewöhnlich abgeschnitten werden, gelten die Wurzeln auch dann nicht als Griff, wenn sie mit herausgezogen wurden und die Frucht an ihnen gehalten wird.",
+ "Jose erklärt bei allen. Anderen, die gewöhnlich geschnitten werden und bei Mangoldwurzeln.",
+ "für unrein. Sie gelten als Griff, so dass sie selbst unrein werden und die Frucht unrein werden lassen können. S. Anm. 3 u. 4.",
+ "aber bei den Wurzeln der Kohlstengel und der weißen Rübe für rein. D. h. sie können nicht unrein werden und werden lassen, weil sie nicht als Griff gelten. S. Anm. 3 u. 4."
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+ "die man auf der Tenne zertreten. √בסס findet sich sonst nicht in der Mischna, ist wohl gleich der biblischen √בוס, von dem das auch biblische תבוסה abgeleitet ist.",
+ "sind rein. D. h. sie können nicht unrein werden und werden lassen, weil sie nicht als Griff gelten. S. Anm. 3 u. 4.",
+ "für unrein. Sie gelten als Griff, so dass sie selbst unrein werden und die Frucht unrein werden lassen können. S. Anm. 3 u. 4.",
+ "Der Stengel einer Traube. Eine der kleinen Verästelungen, an denen die Beeren sitzen.",
+ "ist rein. Gilt nicht als Griff; s. Anm. 38.",
+ "so ist er unrein. Da er als Griff gilt; s. Anm. 37.",
+ "Der Stiel einer Dattel. Der am Dattelbüschel sitzende Stiel, der die einzelnen Datteln hält. Löw, Flora II, S. 333.",
+ "ist rein. Gilt nicht als Griff; s. Anm. 38.",
+ "ist er unrein. Da er als Griff gilt; s. Anm. 37.",
+ "ist rein. Da sie weder als Griff noch als Schutz gilt.",
+ "Blieb ein Kügelchen. Die eigentliche Hülsenfrucht.",
+ "ist sie unrein. Da sie als Schutz gilt, kann sie selbst unrein werden, werden lassen und sich mit der Frucht vereinigen; s. Anm. 3 u. 4. So nach Raschi, Tos. zu Chul. 119a, Maim., Kommentar, Rasch. Nach Maim. הל׳ טמאת אוכלין ה׳ ט׳ scheint die Schote nur als Griff zu gelten, mit dem man die in ihr angewachsenen Früchte hält; s. תוי״ט s. v. ומטמא",
+ "Elasar ben Asarja erklärt bei Bohnen für rein. Da die verhältnismäßig großen Bohnen die Schote weder zum Schutz noch zum Angefasstwerden nötig haben; s. Anm. 46.",
+ "Hülsenfrüchten für unrein. Vgl, Anm. 46.",
+ "bei ihrer Berührung. Wenn man die anderen Hülsenfrüchte in der Schote in die Hand nimmt, ist es angenehm, dass sie noch in der Schote sind, weil sie durch die Schote vor Staub geschützt werden, oder weil man sie bequemer greifen kann; s. Anm. 46."
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+ "von Süßholz. Nach Löw, Flora II, 391 f.; nach Maim. u. Rasch eine Feigenart.",
+ "und Karoben. Karobe oder Johannisbrotbaum s. Löw, Flora II, S. 393 ff.",
+ "lassen unrein werden und vereinigen sich. Weil diese Stiele zuweilen mit der Frucht gegessen werden, gelten sie als Teil der Frucht (Rasch).",
+ "Krustumilen. Eine Birnenart; s. Löw II, 237.",
+ "Mispeln. Nach Löw, Flora III, S. 244. — פריש wird gewöhnlich als Quitte erklärt; vgl. Löw, III, S, 241 f.",
+ "der Stiel des Kürbis in Handbreitenlänge. Gilt bis zu dieser Länge von der Frucht an gerechnet als Griff.",
+ "der Artischoke. Löw, Flora I, 408.",
+ "in Handbreitenlänge. Gilt bis zu dieser Länge von der Frucht an gerechnet als Griff.",
+ "zwei Handbreiten. Gilt bis zu dieser Länge von der Frucht an gerechnet als Griff.",
+ "diese. Die Stiele von Birnen und von den später genannten Früchten gelten als Griff, aber nicht als Schutz.",
+ "Alle übrigen Stiele werden nicht unrein und lassen nicht unrein werden. Da sie weder als Schutz noch als Griff gelten."
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+ "Wenn man Oliven mit ihren Blättern. טרף Blatt, in der Mischna nur hier, im Aram. טרפא",
+ "eingelegt. In Wein oder Essig.",
+ "sind (sie. Die Blätter.",
+ "rein. Nehmen keine Unreinheit an, da sie nicht als Teil der Frucht gelten.",
+ "nur des Aussehens wegen eingelegt hat. Die Blätter dienen nur zur Verzierung.",
+ "Der Flaum. Die feinen Härchen auf der Schale.",
+ "der Gurke und ihre Krone. Der Rest der Blütenblätter oben an der Gurke.",
+ "sind rein. Da sie weder als Schutz noch als Griff gelten. Vgl. I, 1.",
+ "sind sie. Flaum und Krone.",
+ "unrein. Der Händler betrachtet sie als Schutz gegenüber den betastenden Händen der Käufer (Maim., Rasch)."
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+ "Alle Kerne. Nach Löw, Flora II, 339 גלעינה wie das syrische גלעא = גרעין",
+ "vereinigen sich aber nicht. Vgl. I, 1. — Obwohl die Kerne nicht zum Anfassen der Früchte dienen, werden sie hinsichtlich der Unreinheit wie Griffe behandelt. Maim. — Nach תפארת ישר׳, weil sie der Frucht den Halt geben. S. a. Anm. 14.",
+ "Der Kern einer frischen Dattel. רוטב ist frische Dattel; vgl. Teb. jom III, 6 תמרים רטובות",
+ "vereinigt sich (mit ihr. Er gilt als Schutz (vgl. I, 1), nach Maim., weil ohne ihn die frische Dattel zusammenfällt; nach Rasch gilt er als Fruchtteil, weil sein Saft ausgesogen wird.",
+ "obwohl er heraus ragt. Obwohl er nicht mehr ganz in der Frucht ist; so nach Maim.; nach Rasch, auch wenn er ganz herausgenommen ist; vgl. Anm. 14 u. 18.",
+ "einer getrockneten vereinigt sich nicht. Weil die Dattel auch ohne ihn nicht zusammenfällt, oder weil der Kern der getrockneten Dattel keinen richtigen Saft hat. S. Anm, 14.",
+ "Deshalb vereinigt sich die Kernhülle. So nach unseren Ausgaben und M. חותל; vgl. Ez. 16, 4 ואחתל לא חתלת Nach Maim.: Weil bei der trockenen Dattel nicht der Kern, sondern die hart gewordene, von ihm losgelöste Haut das Fruchtfleisch hält, gilt sie als Schutz der Frucht, während bei der frischen Dattel der Kern und nicht die an ihm haftende Kernhülle das Zusammenfallen der Frucht verhindert. — Rasch liest mit Aruch und der einen La. in dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar חותם und erklärt es als den Stempel am Stiel der Dattel; vgl. Toh. X, 5. Doch bemerkt er selbst, dass nach seiner Erklärung das Wort לפיכך schwer zu verstehen ist.",
+ "der zum Teil herausragt. Nach Maim. ist dieser Satz die Erklärung zu dem obigen אע״פ שיוצאה. Nach Rasch besagt er: wenn ein Teil der frischen Dattel gegessen ist, der Kern steckt aber noch in dem Rest, so gilt nur der noch in diesem Rest steckende Teil als Schutz.",
+ "so weit er in dem Genießbaren. Dem Fruchtfleisch.",
+ "vereinigt sich. Mit dem Fleisch zur Eigröße, da er als sein Schutz gilt.",
+ "soweit das Genießbare. Das Fleisch.",
+ "Ismael. So die Ausgaben, T. u. M.; Rasch, Rosch, Bart. lesen ר׳ שמעון",
+ "ihn rings umgibt. Wenn das Fleisch so dick ist, dass man aus ihm einen Fleischring um den Knochen bilden könnte, so würde sich der ganze Knochenteil mit dem Fleisch vereinigen, der von diesem Ring eingeschlossen werden könnte. Nach Tosefta II, 5 brauchte der Fleischring nur die Dicke eines Webefadens zu haben.",
+ "wie. Nach Maim.: und zwar vereinigt sich nur eine so dünne Schicht von dem Knochen mit dem an ihm sitzenden Fleisch wie die zarten Blätter der drei Gartengemüse. — Nach Rasch sagt die Mischna: so wie es auch bei den drei Gartengemüsen der Fall ist, dass sich von den ungenießbaren Teilen das mit dem Genießbaren vereinigt, was mit ihm zusammengewachsen ist. — Nach dieser Auffassung würde statt כגון besser וכן stehen, wie R. Elijahu von Wilna emendiert. — Nach Tosefta II, 3, 4 vereinigt sich von dem hohlen Knochen und dem Stengel der 3 Gemüsearten der unter dem Genießbaren sitzende Teil bis zum Hohlraum, von dem nicht hohlen Knochen die oberste Schicht.",
+ "Pfefferkraut. Löw, Flora II, 103 u. 105; s. a. Sabb. 128a.",
+ "Ysop und Thymian. Löw, Flora II, 103 u. 105; s. a. Sabb. 128a."
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+ "so vereinigt er sich nicht. Mit dem nicht verfaulten Teil der Frucht zur Eigröße, da er selbst ungenießbar ist und für den nicht verfaulten Teil weder Schutz noch Griff ist.",
+ "Die Spitze des Granatapfels. Maim. erklärt: An den Schalen der Granatäpfel ist eine Art Kelch, der den oberen Teil des Granatapfels umgibt. An seinem Rande sind Zacken, die den Zähnen eines Kammes ähnlich sind. Deshalb wird der Kelch „Kamm“ genannt … Wird er abgeschält und weggeworfen, so werden die Kerne des Granatapfels noch nicht aufgedeckt. Deshalb betrachtet ihn R. Elasar nicht als Schutz. Wenn dieser Kelch abgeschält ist, so findet sich auch bei ihnen (wohl wie beim Etrog) eine gelbliche Erhöhung, der Spitze der Brustwarzen ähnlich, die sich auf dem Granatapfel erhebt. Sie heißt „Spitze des Granatapfels“ פיטמא של רמון. Wenn man nun diese Spitze abschneidet, aber nicht bis zu ihrer Wurzel, so deckt man auch dann noch nicht die Kerne auf. Der Kelch ist auch nach völliger Reife der Granatäpfel ganz angefüllt mit feinen gelben Blütenblättern. Das ist die hier erwähnte Blüte.",
+ "vereinigt sich. Da sie als Schutz des Granatapfels gilt.",
+ "aber seine Blüte. Maim. erklärt: An den Schalen der Granatäpfel ist eine Art Kelch, der den oberen Teil des Granatapfels umgibt. An seinem Rande sind Zacken, die den Zähnen eines Kammes ähnlich sind. Deshalb wird der Kelch „Kamm“ genannt … Wird er abgeschält und weggeworfen, so werden die Kerne des Granatapfels noch nicht aufgedeckt. Deshalb betrachtet ihn R. Elasar nicht als Schutz. Wenn dieser Kelch abgeschält ist, so findet sich auch bei ihnen (wohl wie beim Etrog) eine gelbliche Erhöhung, der Spitze der Brustwarzen ähnlich, die sich auf dem Granatapfel erhebt. Sie heißt „Spitze des Granatapfels“ פיטמא של רמון. Wenn man nun diese Spitze abschneidet, aber nicht bis zu ihrer Wurzel, so deckt man auch dann noch nicht die Kerne auf. Der Kelch ist auch nach völliger Reife der Granatäpfel ganz angefüllt mit feinen gelben Blütenblättern. Das ist die hier erwähnte Blüte.",
+ "vereinigt sich nicht. Da sie nicht als Schutz gilt, sondern als Schutz auf dem Schutz, nämlich der Spitze. S. Raschi zu Chul. 118b. Doch gilt die Blüte als Griff, so dass sie unrein wird und verunreinigt. Das gleiche gilt nach dem ersten, nicht genannten Lehrer auch für den „Kamm“ (vgl. Anm. 27). So nach R. Sa’adja in מ״ש. Nach תוי״ט wird der Kamm wie die Spitze betrachtet.",
+ "Auch der Kamm. Maim. erklärt: An den Schalen der Granatäpfel ist eine Art Kelch, der den oberen Teil des Granatapfels umgibt. An seinem Rande sind Zacken, die den Zähnen eines Kammes ähnlich sind. Deshalb wird der Kelch „Kamm“ genannt … Wird er abgeschält und weggeworfen, so werden die Kerne des Granatapfels noch nicht aufgedeckt. Deshalb betrachtet ihn R. Elasar nicht als Schutz. Wenn dieser Kelch abgeschält ist, so findet sich auch bei ihnen (wohl wie beim Etrog) eine gelbliche Erhöhung, der Spitze der Brustwarzen ähnlich, die sich auf dem Granatapfel erhebt. Sie heißt „Spitze des Granatapfels“ פיטמא של רמון. Wenn man nun diese Spitze abschneidet, aber nicht bis zu ihrer Wurzel, so deckt man auch dann noch nicht die Kerne auf. Der Kelch ist auch nach völliger Reife der Granatäpfel ganz angefüllt mit feinen gelben Blütenblättern. Das ist die hier erwähnte Blüte.",
+ "ist rein. Wird nicht unrein und verunreinigt nicht. Er gilt nicht einmal als Griff. — Nach R. Sa’adja in מ״ש sagt R. Elieser: Weder die Blüte noch der Kamm gelten auch nur als Griff, während sie nach dem ersten Lehrer beide als Griff betrachtet werden. Nach תוי״ט sagt R. Elieser: Auch der Kamm, der doch nach dem ersten Lehrer sogar als Schutz betrachtet wird, gilt nicht als Griff und gewiss nicht die Blüte."
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+ "Alle Schalen. Die das Genießbare unmittelbar umschließen, wie die meisten Fruchtschalen und Eierschalen. Aber die äußere Schale der Nüsse gelten nicht als Schutz der Frucht, da sie Hülle auf der Hülle שומר ע״ג שומר sind. Rasch und Rosch.",
+ "An der Zwiebel sind drei. Die meisten Ausgaben haben fälschlich שלשה; s. a. מ״ש.",
+ "Die innere. Die nicht Schutz der Frucht, sondern selbst genießbar ist. S. Raschi Chul. 119b.",
+ "mag sie unversehrt oder durchlöchert. √קדר durchbohren; vgl. Erub. V, 4.",
+ "wenn sie durchlöchert ist. Die mittlere Schale gilt als Schutz des genießbaren Zwiebelteiles, aber nur wenn sie unversehrt ist. — Nach תפארת ישראל gilt sie durchlöchert immerhin als Griff.",
+ "die äußere ist in beiden Fällen rein. Vereinigt sich nicht mit dem Genießbaren. Nach Raschi Chul. 119a, weil sie Hülle auf der Hülle ist. Danach könnte sie aber als Griff gelten. — Doch besagt der Ausdruck טהורה eher, dass sie vollkommen rein ist, also nicht einmal als Griff gilt. S. תפארת ישר׳ und מ״א."
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+ "Wenn man zum Kochen zerschneidet. Z. B. Fleisch oder Zwiebeln.",
+ "aber noch nicht ganz durchgeschnitten. Zu √מרק vgl. Jom. III, 4; Tamid IV, 2; Ohal. XIII, 3; Mikw. X, 1. Nach Fleischer bei Levy soll aus der ursprünglichen Bedeutung „glätten“, „fertig machen“ entstanden sein. Hier hat es wohl diese Bedeutung; nach Ben Jehuda, Thes. ist es ein bes. Stamm. Vgl. das assyr. maraku zerreiben (Ges.-Buhl).",
+ "so gilt. Das noch nicht ganz zerschnittene Verbindungsteilchen der einzelnen Stücke.",
+ "es nicht als Verbindung. Weil man weiß, dass beim Kochen auch dies Teilchen auseinander geht. Man wollte also gar nicht, dass die Verbindung auch jetzt hält. — Durch Verunreinigung des einen Stückes, wird das andere nicht unrein.",
+ "zum Einlegen. In Essig oder in andere Flüssigkeiten.",
+ "und zum Sieden. So nach der gewöhnlichen Auffassung, dass שלוק verstärktes Kochen bedeutet. Danach müsste man erklären: durch das starke Kochen schrumpft das Fleisch zusammen und das schon gelockerte Verbindungsstück verhärtet sich wieder. — Doch ist die Mischna leichter zu verstehen, wenn hier שלוק die Bedeutung von leichtem Ankochen hat. Vgl. hierzu Tosaf. und Ran zu Ned. 49a; תוס׳ רע״ק zu Ned. VI, 1; sowie פירוש הארוך des R. Elia von Wilna zu Terum. X, 11; s. a. מ״ש. — Dann würde die Mischna besagen: Beim leichten Kochen bleibt das Verbindungsstück erhalten und gilt deshalb als Verbindung.",
+ "oder um es auf den Tisch zu legen. Man schneidet in die Speise ein, um sie mit den Einschnitten, aber zum Teil noch verbunden auf den Tisch zu legen.",
+ "so gilt es. Das noch nicht ganz zerschnittene Verbindungsteilchen der einzelnen Stücke.",
+ "als Verbindung. Durch die Verunreinigung des einen Stückes, wird auch das andere unrein.",
+ "keine Verbindung. Es lagen mehrere noch etwas verbundene Stücke da, eines hat man bereits ganz abgeschnitten, so ist die Verbindung nur für dieses Stück gelöst. Für die anderen besteht sie noch weiter, obwohl man die Absicht hat, auch sie ganz abzuschneiden; s. a. Rasch.",
+ "die man aneinander gereiht. Nach Maim., Komment, und Rosch schnitt man Nüsse mit den dünnen Zweigen ab, flocht die Zweige ineinander und hing diese geflochtenen Nusszweige auf √אמן erklären sie: aufziehen, nach Est. 2, 7 ויהי אומן את הדסה. Nach Maim. הל׳ טומאת אוכלין ו׳ י״א schnitt man die Nüsse mit den Stielen ab und flocht sie zu einer Art Kette. — Alle Teile der Kette gelten als Griff für die Nüsse, auch die eine Nuss für die andere. (Rosch). S. a. תפארת ישראל, Anm. zu Note 56.",
+ "die man zusammen gebündelt. In ähnlicher Weise wie die Nüsse wurden die Zwiebeln, die mit ihren Blättern abgepflückt waren, zusammengebunden. √חמר aufhäufen; vgl. Ex. 8, 10 ויצברו אותם המרים המרים.",
+ "Begann man die Nüsse abzulösen. Aus der Nusskette.",
+ "und die Zwiebeln abzuschälen. Aus dem Zwiebelgeflecht. √קלף = קלף; vgl. Ma’asrot I, 6.",
+ "so hört die Verbindung auf. Auch für den Teil der einzelnen Frucht, der noch nicht abgetrennt ist. Nach Maim. הל׳ טומאת אוכלין י׳ י״א gilt die Verbindung auch nicht mehr für die übrigen Früchte. Nach תפארת ישר׳ gilt sie für diese auch weiter; s. a. Anm. 45. — Im Komment, bezieht Maim. diesen Satz nicht auf den vorangehenden. Er erklärt: Wenn man die einzelnen Nüsse oder Zwiebeln schält, so gilt die Schale nicht mehr als Schutz שומר (vgl. I, 1) auch wenn man sie nachträglich wieder um die geschälte Frucht legt, da die Schale nur dann als Hülle gilt, wenn sie von Natur mit der Frucht verbunden ist.",
+ "Für die Nüsse und die Mandeln bleibt die Verbindung. Dieser Satz will sicher angeben, wie lange die Fruchtschalen als Schutz der Frucht gelten.",
+ "zerschlägt. √רסס vgl. Am. 6, 11. Maim. Erklärt רצן√ שירצץ = שירסס ganz zerschlagen. Er will damit wohl sagen: Wenn man die Schalen der Nüsse oder Mandeln zerschlägt, so gelten sie noch so lange als schützende Hülle, als sie nicht ganz zertrümmert sind; so lange sie nur gebrochen sind, gelten sie als Hülle. S. a. כ״מ zu הל׳ טומאת אוכלין ו׳ א׳."
+ ],
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+ "Bei einem weich gekochten Ei. Vgl. Sabb. III, 3.",
+ "bis man es aufschlägt. Maim. erklärt יגוס: aufschneidet. √גסס ist nach Aruch compl. = arab. גֹש. Man öffnet das ganz wenig gekochte Ei, an einer Stelle, um es auszutrinken. Jetzt bildet die Schale keinen Schutz mehr, da das noch flüssige Ei durch die Öffnung ausfließen kann. M. in den Talmudausgaben und ed. Dér. liest mit Rasch und Rosch יגוס. Doch hatte מ״ש bei Maim. יגוז √גזז aufschneiden; so liest auch Bart. — Rasch und Rosch erklären יגוס = herumrührt nach Machschirim V, 11. Rosch führt aus: Man trennt mit einem Stäbchen das Ei von der Schale, um es mit Salz bestreut zu essen. Wenn es auch noch immer in der Schale liegt, so gilt diese weder als Hülle noch Griff des Eies, sondern wie ein Gefäß, in dem das Ei liegt. Vgl. Anm. 50 a. E.",
+ "zerschlägt. Zu √רסס s. Anm. 52. — Beim hart gekochten Ei gilt nach Maim. die Schale als Schutz, bis sie ganz zertrümmert ist. Nach Rosch gilt sie nicht mehr als Schutz, wenn man die Zertrümmerung begonnen hat.",
+ "Ein Knochen, in dem Mark ist (gilt als Verbindung. Als Hülle des Markes.",
+ "zerschlägt. Vgl. Anm. 52 und 55.",
+ "bis man mit einem Rohr daraufschlägt. Wenn man den Granatapfel auch in Stücke scheidet, gilt für jedes Stück der an ihm haftende Teil der Schale als schützende Hülle, bis man das Fruchtstück von der Schale durch Aufschlagen mit einem Röhrchen oder Ähnl. löst. Dann gilt die Schale nicht mehr als Hülle, auch wenn das Fruchtstück noch in ihr liegt. Vgl. Anm. 50 a. E. Hier hört die Verbindung des einzelnen Stückes wohl auch nach Maim. beim Beginn des Aufschlagens auf, weil man dieses Stück ganz ablösen will. Bei dem harten Ei ist es möglich, dass er jetzt nur einen Teil abschälen will. Vgl. Anm. 55.",
+ "In ähnlicher Weise gilt die Verbindung beim Heftfaden der Wäscher. Die Wäscher heften vor dem Waschen Wäschestücke aneinander, damit keines verloren geht; nach dem Waschen werden die Fäde herausgezogen. Die Fäden gelten als Verbindung der Wäschestücke; bei Verunreinigung des einen Stückes wird auch das durch den Faden mit ihm verbundene andere unrein. Sobald man aber den Faden aufzutrennen beginnt, gilt er nicht mehr als Verbindung, auch wenn er die Stücke noch zusammenhält, weil er von vornherein nicht als dauernde Verbindung gedacht war.",
+ "das man mit zweierlei Stoff genäht. Man hat Stücke aus Wolle mit Leinenfaden oder Leinenstücke mit Wollfaden genäht. Da man das Kleid nicht anziehen darf, gilt die jetzige tatsächliche Verbindung hinsichtlich der Mitverunreinigung des angenähten Stückes nur, bis man anfängt, auseinander zu trennen. S. d. vorige Anm. S. a. Para XII, 9."
+ ],
+ [
+ "Grüne Blätter von Kraut vereinigen sich. Zur Eigröße; vgl. I, Anm. 5. Die grünen Blätter sind genießbar.",
+ "aber weißliche vereinigen sich nicht. Weil sie nicht mehr genießbar sind. — Sie gelten auch nicht als Schutz nach תפארת ישראל wohl aber als Griff. Vgl. I, 1."
+ ],
+ [
+ "Die Blätter der Zwiebel und der Zwiebeltriebe. Nach Maim. sind בני בצלים die Triebe, die aus der bereits abgeschnittenen, in Wasser gestellten Zwiebel hervorkommen. Nach Rasch ist בן בצל das Mittelstück der Zwiebel.",
+ "wenn Saft in ihnen ist. Um festzustellen, ob die Zwiebelblätter den Umfang eines Eies haben, werden sie nicht zusammengepresst, sondern mit dem Saft im Blatt und Stengel gemessen. Der Saft gilt als Teil der Blätter.",
+ "Wenn ein Hohlraum in ihnen ist. Wenn der Saft vertrocknet und sich in den Blättern und Stengeln leere Stellen bilden.",
+ "presst man ihren Hohlraum. Man darf die leeren Stellen nicht mitrechnen, sondern muss die Blätter zusammendrücken, um ihren Umfang zu messen.",
+ "Locker gebackenes Brot. Wörtlich: schwammartiges Brot. Vgl. Chal. I, 5; Kel. V, 1. — Die vielen kleinen Zwischenräume werden mitgerechnet, wohl weil sie zur eigentlichen Form des Gebäckes gehören.",
+ "Wenn ein Hohlraum. Ein mehr als gewöhnlich großer Hohlraum, wie er zuweilen beim Backen entsteht.",
+ "das sich ausdehnte. Beim Kochen. So nach Maim. und Bart.",
+ "und zusammengeschrumpftes. Beim Kochen. So nach Maim. und Bart.",
+ "Fleisch eines alten Tieres werden nach ihrem Umfang. Wenn das Kalbfleisch jetzt Eigröße hat, obwohl er ursprünglich sie nicht hatte, kann es verunreinigen (s. a. Anm. 5); wenn das Fleisch des alten Tieres jetzt nicht Eigröße hat, kann es nicht verunreinigen, obwohl es sie früher hatte. So nach R. Chija, Rab und R. Jochanan, Men. 54a."
+ ],
+ [
+ "Hatte man einen Kürbis in einem Topf. Der nicht durchlöchert ist. Was darin wächst, gilt nicht als mit der Erde verbunden, sondern wie abgeschnitten (vgl. Sabb. 95). Der Kürbis kann daher durch die 7 in Machschirin VI, 4 genannten Flüssigkeiten zur Unreinheit befähigt und dann durch eine Unreinheit unrein werden. So nach Raschi Chul. 128a; Rasch; Bart. Anders nach Maim. im Komment, und הל׳ טומאת ב׳ ט׳; s. d. Rabed und כ״מ.",
+ "und er ist aus dem Topf herausgewachsen. Ist also nicht mehr durch die Topfwand von der Erde getrennt.",
+ "so ist er rein. Da er durch die Luft mit der Erde in Verbindung steht, gilt er jetzt wie aus der Erde wachsend und verliert die Fähigkeit, unrein zu werden, und wird rein, wenn er vorher verunreinigt war.",
+ "Wie kommt er dazu. Wörtlich: was für eine Bewandtnis hat es damit? S. a. תוי״ט zu Ket. I, 8.",
+ "das Unreine. Der Teil des Kürbis, der im Topf zur Unreinheit befähigt, bezw. verunreinigt war.",
+ "das Reine. Der aus dem Topf herausgewachsene Teil.",
+ "kann gegessen. Als rein."
+ ],
+ [
+ "Geräte aus Rindermist und Geräte aus Erde. Aus ungebrannter Erde.",
+ "aus denen die Wurzeln herauswachsen können. Auch wenn sie kein Loch haben, durchwachsen die Wurzeln des in ihnen Gepflanzten die wenig festen Wände.",
+ "werden. Das in ihnen Gepflanzte gilt als mit der Erde verblinden, kann daher noch nicht zur Unreinheit befähigt werden; s. a. Anm. 73 Auch das in ihm befindliche Wasser gilt als noch mit der Erde verbunden und befähigt nicht zur Unreinheit. — Hier hat אינו מכשיר nicht die gewöhnliche Bedeutung: befähigt nicht, sondern: lässt nicht fähig werden, wenn eine der 7 Flüssigkeiten auf sie kommt.",
+ "Ein durchlöcherter Topf lässt Saaten nicht fähig zur Verunreinigung werden. Das in ihm Gepflanzte gilt als mit der Erde verbunden. S. die vorig. Anm.",
+ "werden. Das in ihm Gepflanzte gilt als nicht mit der Erde verbunden; s. Anm. 71.",
+ "Welches ist das Maß des Loches. Dass der Topf als durchlöchert gilt.",
+ "Hat man ihn. Den nicht durchlöcherten Topf.",
+ "so gilt er wie eine Tafel ohne Rand. Das in ihm Gepflanzte gilt als mit dem Erdboden verbunden, da die Wände des Topfes seine Erde nicht vom Erdboden trennen; es kann also nicht zur Unreinheit befähigt werden. Vgl. Anm. 80."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Manche Dinge haben Befähigung. Zur Unreinheit durch eine der 7 in Machschirin VI, 4 gen. Flüssigkeiten.",
+ "haben aber keine Bestimmung. Die besondere Bestimmung, dass der Gegenstand menschliche Nahrung sein soll, so dass für ihn die Bestimmung der Speisenunreinheit gelten können.",
+ "hat aber keine Bestimmung nötig. Wenn man beim Pflücken der Frucht auch nicht ausdrücklich bestimmte, dass sie der menschlichen Nahrung dienen solle, so gilt sie doch als zum menschlichen Genuss bestimmt und kann unrein werden, während Viehfutter nicht unrein werden kann."
+ ],
+ [
+ "Was. An Fleisch. — Ein ganzes Glied, das vom lebenden Menschen abgeschnitten ist, verunreinigt ohne weiteres.",
+ "man vom Menschen. Vom lebenden. Denn Fleisch vom toten Menschen und vom toten, nicht rituell geschlachteten Tieres verunreinigt ohne weiteres. Das Aas des nicht rituell geschlachteten Vogels verunreinigt ohne weiteres den, der von ihm ein olivengroßes Stück isst; vgl. Tohor. I, 1. — S. a. weiter die nächste Mischna und Anm. 16.",
+ "vom Vieh. Vom lebenden. Denn Fleisch vom toten Menschen und vom toten, nicht rituell geschlachteten Tieres verunreinigt ohne weiteres. Das Aas des nicht rituell geschlachteten Vogels verunreinigt ohne weiteres den, der von ihm ein olivengroßes Stück isst; vgl. Tohor. I, 1. — S. a. weiter die nächste Mischna und Anm. 16.",
+ "vom Gewild. Vom lebenden. Denn Fleisch vom toten Menschen und vom toten, nicht rituell geschlachteten Tieres verunreinigt ohne weiteres. Das Aas des nicht rituell geschlachteten Vogels verunreinigt ohne weiteres den, der von ihm ein olivengroßes Stück isst; vgl. Tohor. I, 1. — S. a. weiter die nächste Mischna und Anm. 16.",
+ "und von Vögeln. Vom lebenden. Denn Fleisch vom toten Menschen und vom toten, nicht rituell geschlachteten Tieres verunreinigt ohne weiteres. Das Aas des nicht rituell geschlachteten Vogels verunreinigt ohne weiteres den, der von ihm ein olivengroßes Stück isst; vgl. Tohor. I, 1. — S. a. weiter die nächste Mischna und Anm. 16.",
+ "vom Aas eines unreinen Vogels. Das nicht ohne weiteres unrein ist. Vgl. Tohor. I, 2.",
+ "und das Fett. Vom rituell geschlachteten reinen Vieh. Die Befeuchtung durch das Blut des Schlachtens befähigt nicht zur Unreinheit, weil zur Zeit des Schlachtens das Fett nicht als menschliche Nahrung galt; vgl. תוי״ט z. St.",
+ "in den Dörfern. In den Dörfern hat man reichlich Fleisch. Deshalb gilt hier Fett nicht ohne weiteres als menschliche Nahrung Nach einer anderen Auffassung wird Fett im allgemeinen von der armen Dorfbevölkerung nicht gegessen. S. Raschi zu Chul. 128a. — Rasch und Rosch beziehen das Wort בכפרים auch auf נבלת העוף הטמא; dann hätte das Aas des unreinen Vogels nur in den Dörfern Bestimmung und Befähigung nötig, aber in den Städten nur Befähigung. S. dagegen תפארת ישראל, מ׳׳ש und מ״א.",
+ "und adle übrigen Feldgewächse. Die nicht ohne weiteres zur menschlichen Nahrung bestimmt sind, während die von den verschiedenen Lehrern als Ausnahmen angeführten Gewächse ohne weiteres zur menschlichen Nahrung bestimmt sind. — ירקות ist hier mit „Gewächse“ wiedergegeben, weil Trüffeln und Schwämme nicht als Kräuter bezeichnet werden können.",
+ "außer Trüffeln. Nach Löw, Pflanzennamen, S. 303; nach Maim. und Aruch sind שמרקעין eine Zwiebelart. — M. liest statt :חוץ משמרקעים ופטריות ושמרקעין ופטריות , so dass auch diese Bestimmung nötig haben. Dementsprechend schreibt er הל׳ :צריכים מחשבה בכפרים … ושאר ירקות השדה כגון הבצלים הקשים ביותר והפטריות טימאת אוכלין ג׳ ג׳ ; s. a. כ״מ z. St.",
+ "dem Portulak. Löw, Pflanzennamen, S. 321.",
+ "und Petersilie. L. Löw, Flora III, S .426.",
+ "außer den wilden Artischoken. Löw, Flora I, S. 408 ff. Cynara Syriaca.",
+ "außer dem schwarzen Nachtschatten. Die meisten Ausgaben haben allerdings כלוסים wie I, 6; s. d. Anm. 50. Doch handelt es sich hier wohl um eine auf dem Felde wachsende Pflanze; daher ist mit M. die La. בלוסים vorzuziehen. בלוסים ist nach Löw, Flora III, S. 380f. solanum nigrum.",
+ "diese. All das im ersten Teil der Mischna bis כל שאר ירקות Genannte. Es handelt sich um Dinge, die in der Regel nicht der menschlichen Nahrung dienen, ihr aber dienen können, allerdings z. T. nur Nichtjuden.",
+ "haben Bestimmung. Zur Unreinheit durch eine der 7 in Machschirin VI, 4 gen. Flüssigkeiten.",
+ "und Befähigung. Die besondere Bestimmung, dass der Gegenstand menschliche Nahrung sein soll, so dass für ihn die Bestimmung der Speisenunreinheit gelten können."
+ ],
+ [
+ "Das Aas von unreinem Vieh. Es ist zwar ohne weiteres unrein; die Bestimmung zur menschlichen Nahrung hat aber dann Bedeutung, wenn ein nicht olivengroßes Stückchen von diesem Aas, das seiner Winzigkeit wegen nicht verunreinigt, sich mit einem ohnedies nicht eigroßen Stückchen Speise verbindet. Wenn man das kleine Fleischstückchen vom unreinen Vieh zum Essen bestimmt hat, gilt es als menschliche Nahrung und kann sich mit der Speise zur Eigröße vereinigen, so dass sie zusammen als unreine Speise verunreinigen können. Vgl. Kerit. 21a.",
+ "hat überall. Es gilt in der Regel weder in den Städten noch in den Dörfern als menschliche Nahrung.",
+ "das Aas vom reinen Vogel. Das ohne weiteres nicht durch Berührung verunreinigt, sondern nur den es Essenden",
+ "hat in den Dörfern. Wo es in der Regel nicht gegessen wird; s. a. Anm. 8.",
+ "Bestimmung. Zur Unreinheit durch eine der 7 in Machschirin VI, 4 gen. Flüssigkeiten.",
+ "sie haben aber keine Befähigung. Die besondere Bestimmung, dass der Gegenstand menschliche Nahrung sein soll, so dass für ihn die Bestimmung der Speisenunreinheit gelten können.",
+ "nötig. Da sie ja bei genügendem Quantum ohne weiteres verunreinigen können — das Aas vom unreinen Vieh durch Berührung und Getragenwerden, das des reinen Vogels beim Gegessenwerden — brauchen sie auch zur Speiseunreinheit nicht erst befähigt zu werden.",
+ "Das Aas vom reinen Vieh überall. Es wird von Nichtjuden in den Städten und Dörfern gegessen.",
+ "das Aas vom reinen Vogel und das Fett auf den Märkten. D. h. in den Städten, wo viele Menschen zusammen kommen (s. a. Anm. 8), gilt beides ohne weiteres als menschliche Nahrung. — Das hier gen. Fett stammt vom reinen, rituell geschlachteten Vieh. Es bedarf keiner besonderen Befähigung zur Unreinheit, da er sie mit dem Fleisch des Tieres durch das beim Schlachten ausfließende Blut erhielt. S. Raschi zu Kerit. 21a. Da das Fett in den Städten der menschlichen Nahrung dient, gilt hier für es die gleiche Bestimmung wie für das Fleisch, während in den Dörfern die Befeuchtung beim Schlachten das hier nicht als Nahrung geltende Fleisch nicht zur Unreinheit befähigt. S. Raschi Kerit. 21a; Rasch und Rosch. Vgl. Anm. 7. — Maim. im Komment. und Bart. fassen das hier gen. Fett als das vom Aas des unreinen Tieres, das ebenso wie das Fleisch ohne weiteres verunreinigt. S. aber Maim. הל׳ טומאת אוכלין ג׳ ג׳ und כ״מ das.",
+ "das Kaninchen und das Schwein. Gelten in den Städten als menschliche Nahrungsmittel. Auch ohne ausdrückliche Bestimmung gelten daher für sie die Vorschriften der Speisenunreinheit. Vgl. Anm. 16. — Befähigung zur Unreinheit hat ihr Fleisch so wenig nötig wie das anderer unreiner Tiere. S. a. Anm. 20."
+ ],
+ [
+ "Für den Dill. Löw, Pfln. S. 373.",
+ "wenn er seinen Geschmack in den Topf gegeben hat. Nachdem der Dill seine Würze beim Kochen abgegeben hat, gilt er wie ungenießbares Holz, so dass ein Nichtpriester durch seinen Genuss keine Schuld auf sich lädt.",
+ "Die Triebe der Zweige. So Maim.; Löw, Pflzn. S. 289 hält זרדים für einen Pflanzennamen.",
+ "und des Pfefferkrautes. Löw, Flora I, S. 505.",
+ "und die Blätter des wilden Lof. Nach Jerusch. Schebi’it V, 2 ist לוף eine Zwiebelart. Nach Löw, Flora 214 ist es Arum oder Aronstab.",
+ "bis sie schmackhaft. Durch Einlegen in Salzwasser o. ä.",
+ "ebenso die der Koloquinten. Löw, Flora I, S. 539."
+ ],
+ [
+ "Der Kostus. Löw, Flora I, S. 391. קושט gehört zu den wohlriechenden Bestandteilen des Tempelweihrauches; s. Kerit. 6a.",
+ "der Piment. L. liest חֶמֶס, auch die gew. Ausgaben, T. und M. haben חמס. Auch der R. Hai Gaon zugeschr. Komment, hat חמס und erklärt: קנמין = Zimmt, nach manchen זנגבילא = Ingwer. So erklärt auch Rasch i. N. der Scheeltot. Aruch liest חמם, s. a. im Zitat unserer Mischna in Nid. 51b und Sifre Dt. 107, חימום. Löw, Flora III, S. 495 erklärt nach dem Syrischen Amomum, Piment.",
+ "die besten wohlriechenden Pflanzen. Nach Maim. ist ראשי בשמים die allgemeine Bezeichnung für wohlriechende Pflanzen.",
+ "der Hahnenfu. Löw, Flora III, S. 125; Raschi zu Nid. 51b setzt תיאה = סיאה (Ma’asr. III, 9) Pfefferkraut, Saturei (Löw, Flora II, S. 105); s. a. Tos. s. v. תיאה, s. a. Tebul jom I, Anm. 29.",
+ "der Asant. Vgl. Teb. j. I, Anm. 30.",
+ "Kuchen aus Safransamen. חריע wird allgemein als Safran כרכום = מוריקא erklärt; so bereits jer. Kil. II, 8 (6). — חלות חריע sind in Kuchenform gepresste Safrankörner.",
+ "dürfen für Zehntengeld. Das Geld, auf das der zweite Zehnt ausgelöst wurde, weil man ihn nicht nach Jerusalem bringen konnte; vgl. Dt. 14, 25. Für dieses Geld sollen nur Nahrungsmittel gekauft werden; s. Ma’aser sch. II. und Maim. הל׳ מע״ש ז׳ ג׳. Da die angeführten Gewürze zum Würzen oder Färben von Speisen benutzt wurden, erlaubt R. Akiba sie für Zehntengeld zu kaufen, obwohl sie für sich allein nicht gegessen werden. S. a. Sifre Dt. 107.",
+ "verunreinigen aber nicht durch Speisenunreinheit. Weil sie für sich allein nicht gegessen wurden.",
+ "dann dürfen sie auch nicht für Zehntengeld gekauft werden. Hinsichtlich des Speisecharakters der Gewürze ist kein Unterschied, ob es sich um den Einkauf für Zehntengeld oder um etwaige Speisenunreinheit handelt. — Nach Nid. 51b gelten sie in keinem der beiden Fälle als Speisen, dürfen also nicht für Zehntengeld gekauft werden und verunreinigen nicht durch Speisenunreinheit."
+ ],
+ [
+ "Unreife Feigen. Vgl. Hohel. 2, 13.",
+ "und die unreife Weinbeere. Vgl. Jer. 31, 29 u. ö.; Pes. 53a heißt die Weinbeere בוסר, wenn sie nur die Größe einer weißen Bohne hat. — Nach Maim. gelten die Ausdrücke פג und בוסר auch für andere nicht ausgereifte Früchte; und zwar heißt die noch ganz saure Frucht פג die schon weiter entwickelte, aber noch nicht ganz ausgereifte בוסר.",
+ "Akiba für unrein. Sie gelten als Speisen und können daher Speisenunreinheit annehmen.",
+ "nachdem sie in die Zeit der Zehntenpflicht gekommen sind. Erst dann können sie unrein werden. — Ma’asrot II, 2ff. wird der Zeitpunkt angegeben, wann für die einzelnen Früchte die Zehntenpflicht eintreten kann. Der Zeitpunkt liegt später als der von פג und בוסר.",
+ "Verdorbene Oliven und Weintrauben. Die am Baum hart wurden und beim Pressen nur ganz wenig Saft abgeben. S. Bab. m. 105a. Nach Raschi das. sind es Früchte, die nie ausreifen.",
+ "die Bet Hillel für rein. Sie können Speisenunreinheit nicht annehmen, weil sie nicht als Speise gelten; denn es lohnt nicht, sie um des wenigen Saftes willen zu pressen. S. תפארת ישר׳.",
+ "Den Kümmel erklären. Nach Ber. 40a ist der Geruch des Kümmels ungesund, sein Genuss gesund. Mit Rücksicht auf den Geruch betrachten danach Bet Schammai den Kümmel wohl nicht als Nahrungsmittel, während er es nach Bet Hillel wegen seines die Gesundheit fördernden Genuss wohl ist. S. תפארת ישר׳.",
+ "die Bet Schammai für rein. Sie können Speisenunreinheit nicht annehmen, weil sie nicht als Speise gelten; denn es lohnt nicht, sie um des wenigen Saftes willen zu pressen. S. תפארת ישר׳.",
+ "die Bet Hillel für unrein. Sie gelten als Speisen und können daher Speisenunreinheit annehmen."
+ ],
+ [
+ "Der Gipfeltrieb. S. Löw, Flora II, S. 325. — Der junge Trieb ist genießbar, später verholzt er.",
+ "in jeder Hinsicht wie Holz. Er nimmt keine Speisenunreinheit an. Der Segensspruch vor seinem Genuss ist nicht על פרי העץ, sondern שהכל; Erub. 28b.",
+ "nur darf er für Zehntengeld. Das Geld, auf das der zweite Zehnt ausgelöst wurde, weil man ihn nicht nach Jerusalem bringen konnte; vgl. Dt. 14, 25. Für dieses Geld sollen nur Nahrungsmittel gekauft werden; s. Ma’aser sch. II. und Maim. הל׳ מע״ש ז׳ ג׳. Da die angeführten Gewürze zum Würzen oder Färben von Speisen benutzt wurden, erlaubt R. Akiba sie für Zehntengeld zu kaufen, obwohl sie für sich allein nicht gegessen werden. S. a. Sifre Dt. 107.",
+ "gekauft werden. Weil er aus dem Baum erwächst, also „Frucht von Frucht“ פרי מפרי ist.",
+ "Die Dattelrispen. Löw, Flora II, S. 333. S. a. Maim. Aruch. — Nach Erub. 28b handelt es sich um die Rispe der weiblichen Dattel, da die der männlichen nach R. Jehuda zehntenpflchtig ist. — Raschi (Erub. 28a); Rasch und Rosch erklären כפניות als schlechte, nicht ausgereifte Datteln. — Unsere Mischna gibt die Ansicht R. Jehuda’s wieder. S. Tosefta Ma’aser sch. I, 14, und Erub. 28b; s. a. Tosefta Ukz. III, 11.",
+ "sind Nahrungsmittel. Da sie allgemein gegessen werden.",
+ "aber frei von der Zehntenpflicht. Weil sie noch nicht ausgereift sind."
+ ],
+ [
+ "Von wann an nehmen Fische Unreinheit an. Lebende, bezw. lebensfähige Fische nehmen Unreinheit nicht an. Tote Fische sind an sich nicht unrein, können aber als Nahrungsmittel Speisenunreinheit annehmen.",
+ "nachdem man sie gefangen hat. Da sie ja nicht geschlachtet zu werden brauchen, gelten sie bereits jetzt wie tot. S. Raschi zu Chul. 75a. Nach Bet Schammai gelten sie auch dann als tot und deshalb als Speise, wenn sie, ins Wasser zurückgeworfen, noch weiter leben könnten. S. Tos. zu Chul. 75a s. v. מ״א.",
+ "leben können. So nach den gewöhnlichen Ausgaben, M. und L. — Das Zitat der Mischna in Chul. 75a hat die einfachere Lesart משעה שאין יכולים לחיות. So lesen auch Rasch und Rosch. — Nach Raschi zu Chul. 75a ist der Fisch auch im Wasser nicht mehr zum Leben zurückzurufen, wenn er an den Flossen bereits ganz hart und trocken geworden ist.",
+ "Einen abgerissenen Feigenzweig. Mit reifen Früchten. Die Streitfrage hinsichtlich der Fähigkeit, Unreinheit anzunehmen, bezieht sich auf die Früchte. — Sind die Früchte schon so trocken, dass sie am Baum nicht mehr weiter reifen, sind aber genießbar, so können sie vielleicht auch nach R. Jehuda Speisenunreinheit auch dann annehmen, wenn sie mit ihrem Zweige fest auf dem Baum sitzen. Vgl. Chul. 127b und 128b n. Tos. das. s. v. ר״י. Die gleichen Bestimmungen gelten nach Chul. 127 b auch für anderes Obst; vgl. תפארת ישר׳.",
+ "mit der Rinde. Des Baumes.",
+ "Jehuda für rein. D. h. Die Früchte können nicht unrein werden, da sie noch als am Baum wachsend gelten.",
+ "leben kann. Nur wenn der Zweig noch wieder mit dem Stamm zusammenwachsen kann, gelten seine Früchte noch als auf dem Baum wachsend. Sonst können sie nach Befeuchtung unrein werden.",
+ "der auch nur noch durch eine kleine Wurzel verbunden. Mit dem Boden. — Er kann dadurch wieder festwurzeln."
+ ],
+ [
+ "Das Fett eines reinen Viehes hat nicht die Unreinheit des Aases. Levit. 7, 24 wird es zum Genusse verboten, aber ausdrücklich zu jeder Verarbeitung gestattet, also auch für Zwecke des Heiligtumes. Daraus ergibt sich, dass es im Gegensatze zum Fleische nicht unrein ist. Vgl. Sifra, Zaw, Par. 10 und Pes. 23a. — Das Fett vom Aase des unreinen Viehes und vom reinen und unreinen Gewild ist wie das Fleisch unrein. Vgl. Sifra a. a. O.; s. a. Anm. 22.",
+ "Deshalb hat es Befähigung. Zur Unreinheit durch eine der 7 in Machschirin VI, 4 angeführten Flüssigkeiten.",
+ "nötig. Erst nach dieser Befähigung kann es durch eine Unreinheit die Speisenunreinheit annehmen. — Die Mischna bemerkt nichts darüber, ob dieses Fett vorher ausdrücklich zur menschlichen Nahrung bestimmt sein musste. Nach Mischna 2 und 3 ist es wohl in den Dörfern nötig, in den Städten nicht. S. a. Anm. 8 u. 22.",
+ "Das Fett eines unreinen Viehes hat die Unreinheit des Aases. Ebenso wie das Fleisch; vgl. Anm. 60. Es ist also, auch ohne zur Nahrung bestimmt und befeuchtet zu werden als Aas Unreinheitserzeuger אב הטומאה.",
+ "Deshalb hat es Befähigung. Zur Unreinheit durch eine der 7 in Machschirin VI, 4 angeführten Flüssigkeiten.",
+ "Unreine. Zum Essen verbotene (vgl. Levit. 11), tote.",
+ "Fische und unreine. Zum Essen verbotene (vgl. Levit. 11), tote.",
+ "Heuschrecken haben in den Dörfern. Hier gelten sie nicht ohne weiteres als Nahrungsmittel, während sie es in den Städten auch ohne ausdrückliche Bestimmung sind. Befähigung zur Unreinheit durch Befeuchtung und tatsächlicher Verunreinigung ist überall Voraussetzung ihrer Unreinheit. Denn an sich sind tote Fische und Heuschrecken nicht unrein."
+ ],
+ [
+ "Auf einem Bienenkorb. Diese Mischna ist hier aus Schebi’it X, 7 wiederholt. Hier ist sie wegen des Satzes מקבלת טומאה במקומה angeführt. — Die nähere Bestimmung des Korbes s. Anm. 69.",
+ "er ist wie der Boden. In zivilrechtlicher Hinsicht. Er wird z. B. wie Grund und Boden durch Geld, Kaufbrief und tatsächliche Besitznahme erworben. Vgl. Kid. I, 5.",
+ "man schreibt auf ihn einen Prosbol. Die Urkunde, durch welche man vor Ablauf des Erlassjahres seine Schuldforderungen dem Gericht überträgt und sich von ihm die Vollstreckung übertragen lässt. Vgl. Schebi’it X, 4; Maim. הל׳ שמטה ט׳ ט״ו ע״ד י״ח. — Die Prosbolurkunde kann nur ausgestellt werden, wenn der Schuldner Grundbesitz hat. Vgl. Schebi’it X, 6.",
+ "er nimmt an seinem Platze Unreinheit nicht an. Nach der auf Tos. Ukzin VII, 16 und Jerusch. beruhenden Erklärung Bart.’s zu Schebi’it X, 7 bezieht sich die Kontroverse lediglich auf den Fall, dass der Bienenkorb auf dem Boden steht, ohne angemauert zu sein. Ist er angemauert, so betrachten ihn auch die Weisen als Grund und Boden. Steht er etwa auf Pflöcken, so betrachtet ihn auch R. Elieser als beweglichen Gegenstand. — Wer aus dem hier stehenden Korb Honig am Sabbat herausnimmt, ist auch nach R. Elieser nicht zum Sündopfer verpflichtet. S. יו״ב zu Schebi’it X, 7 gegen תוס׳ רע׳׳ק. — So lange der Bienenkorb an seinem Platz steht, nimmt er keine Unreinheit an. Wenn er aber von seinem Platz genommen ist, kann er unrein werden, nach Ansicht von R. Tam B. b. 66a, nur nach rabbinischer Anordnung, weil man ihn dann mit Geräten verwechseln könnte. Raschbam a. a. O. erklärt: so lange der Honig im Korbe ist, gilt er als mit ihm verbunden; ist er herausgenommen, so nimmt er ohne weiteres Speisenunreinheit an.",
+ "ist zum Sündopfer verpflichtet. Es ist ebenso, als ob man Früchte vom Baum abpflückt. Vgl. Sabb. 95a. — Wenn man daher — nach Ansicht R. Eliesers — versehentlich Waben herausnimmt, ist man zum Sündopfer verpflichtet.",
+ "er. Der Korb und der Honig in ihm; s. a. Anm. 69.",
+ "nimmt an seinem Platze Unreinheit. Der Korb als Gerät, der Honig als Speise.",
+ "ist frei. Vom Sündopfer. — Wohl auch, wenn der Bienenkorb angemauert ist, obgleich die Weisen ihn in diesem Falle als Grund und Boden betrachten (vgl. Anm. 69), da nur R. Elieser das Herausnehmen der Waben als Abpflücken betrachtet; s. Sabb. 95 a., Maim. הל׳ שבת כ״א und כ״מ das."
+ ],
+ [
+ "Von wann an können Honigwaben als Getränk. Der Honig im Bienenkorb — nach Ansicht der in der vorigen Mischna erw. Weisen, auch wenn er auf dem Erdboden steht, nach R. Elieser, wenn er auf Pflöcken steht (s. Anm. 69) — ist als feste Speise zu betrachten, so dass für ihn die Reinheitsbestimmungen der festen Speisen, nicht die der Getränke gelten. Vgl. Maim. אוכלין א׳ י״ח הל׳ טומאת; seine Bemerkung im Kommentar, der Honig im Korbe habe weder den Charakter von Speise noch von Trank, träfe nur für den festgemauerten Bienenkorb zu; s. Anm. 69.",
+ "wenn man erwärmt. So Maim., der hier יחרחר und חרחור Teb. j. I, 3 nach חרחור Dt. 28, 22 von √חרר brennen, rösten ableitet und erklärt: Bet Schammai betrachtet den Honig in den Waben bereits als Flüssigkeit, sobald man sie erwärmt, damit der Honig ausfließt. Aruch leitet יחרחר von der gleichen Wurzel ab, stellt es aber zusammen mit יחרחר ריב Pr. 26, 21 und erklärt: sobald man den Streit mit den Bienen beginnt, d. h. sie durch Rauch aus dem Korbe vertreibt, um den Honig zu nehmen. Aruch kennt auch die Lesart יהרהר die er erklärt: sobald man daran denkt, die Waben herauszunehmen.",
+ "wenn man zerschneidet. Wenn man die Waben zerschneidet, damit der Honig ausfließt, dann gilt der ausfließende Honig als Getränk. So nach Maim.; s. a. הל׳ טומאת אוכלין א׳ י״ח."
+ ],
+ [
+ "Josua ben Levi. Weil hier der Ausspruch des R. Josua b. Levi angeführt wird, bezeichnet ihn Maim. in der Einleitung zu Mischna als Tanna. An mehreren Stellen im Talmud wird er aber als Amora betrachtet. Vgl. תוי״ט s. v. אמר ר״ש a. E. Doch wäre es verständlich, dass der Ausspruch eines jüngeren Schülers Rabbi’s noch in der Mischna Platz fand, da doch auch R. Jehuda Nesia, der Enkel Rabbi’s, in Ab. s. II, 6 noch erwähnt wird. — Sehr auffällig ist aber, dass der hier angeführte Ausspruch R. Josua’s in Sanh. 100a als palästinensische Agada i. N. von Raba bar Mari angeführt wird, die Abaje nicht bekannt war. (Dies bemerkt R. David Sinzheim in seinem handschriftlich erhaltenen Kommentar zu Tohorot; s. a. רש״ש) Raschi zu Sanh. 100a macht nicht darauf aufmerksam, dass diese Agada sich bereits in Ukzin findet. Im Kommentar von Rasch fehlt die Erklärung der ganzen Mischna. Rasch hat sie also wohl nicht als Mischna betrachtet. Sie fehlt auch bei Lowe. — Der folgende Ausspruch des R. Simon ben Chalafta ist allerdings dem Midrasch Bamidbar rabba, Par. 13 (zu 7, 19) als Schluss der Mischna bekannt. Hier wird gesagt, so wie die Mischna mit dem Buchstaben מ beginnt, mit den Worten מאימתי קורין את שמע, so schließt sie auch mit מ, mit den Worten ה׳ יברך את עמו בשלום (Bemerkung R. Dav. Sinzheims a. a. O.) — Die agadischen Aussprüche wurden der Mischna am Ende angefügt, um mit Segenssprüchen für die Gerechten, die sich mit der Thora beschäftigen und für ganz Israel, dem die Thora gegeben ist, zu schließen.",
+ "einem jeden Gerechten. Obwohl bei den vielen Kontroversen der Mischna immer nur einer recht behalten kann, so ist doch jeder, der sich um der Thora willen mit ihr beschäftigt, ein Gerechter und wird seinen Lohn für seine Mühe erhalten; s. תוי״ט.",
+ "und ihre Schatzkammern fülle ich an. Das Wort יש drückt das Vorhandensein aus, so dass להנחיל יש eigentlich bedeutet: das Seiende in Besitz zu geben. Dies erscheint als Tautologie. Deshalb wird יש nach seinem Zahlenwert als 310 erklärt. Im תפארה ישר׳ wird darauf aufmerksam gemacht, dass 310 als Hälfte von 620 die Hälfte, der Gesamtzahl der 613 Thoragesetze und der 7 rabbinischen ist. Vielleicht soll angedeutet werden, dass die vollkommene Thora nur aus der ihr geweihten Diskussion verstanden wird, dass deshalb jeder der beiden Gegner, mag er zum Schluss recht behalten oder nicht, die Hälfte der Thora erarbeitet und dafür belohnt wird.",
+ "Simon ben Chalafta. S. Anm. 72. — R. Simon b. Ch. war einer der angesehensten Schüler Rabbi’s. (s. M. k. 9b ר״ש ב״ח איפטר מיניה דרבי; vgl. Dik. Sofr.), Kollege von R. Chija und R. Simon bar Rabbi; vgl. Ber. r. c. 79 (zu 33, 18). Sein Ausspruch wurde wohl deshalb nach dem des jüngeren R. Josua b. L. angeführt, um die Mischna mit dem Wort שלום zu schließen.",
+ " Bei den vielen Kontroversen in den Lehrhäusern liegt eine gewisse Gefahr, dass die sachlichen Gegensätze zu persönlichem Streite führen können. Deshalb wird im Schlusssatz der Mischna mit ihren vielen hundert Kontroversen gesagt: das Ziel aller Diskussionen muss das Finden der Wahrheit sein, durch die nach allen Gegensätzen schließlich der Friede erreicht wird."
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+ "\nEinleitung.\nDie traditionelle Benennung des Traktates ist: Ukzin. Die Form עוּקְצִין ist das Plural des aramäischen עוּקְצָא. Die korrekte hebräische Form ist wohl עֳקָצִים als Plural von עקֶץ. Bei Maim. ed. Dér. ist die Ueberschrift des Traktates עקצים, bei Lowe עקצין: Ed. Livorno hat die nicht vokalisierte Ueberschrift עוקצים; I, 6; vokalisiert sie עוֹקָצִים und עוֹקָצֵי, so auch Terum. XI, 4 עוֹקָצֵי, Sabb. VII, 4 עוֹקָצֵהֶן, Sukk. III, 6 עוֹקָצֹוֹ, aber Sanh. V, 2 עָקְצֵי und Kel. XIII, 5 עָקְצָהּ.\nDer Traktat lehrt, welche Pflanzen und Lebewesen und welche Teile von ihnen völlig oder in beschränkter Weise hinsichtlich der Speisenunreinheit טומאת אוכלין wie Nahrungsmittel behandelt werden, obwohl sie z. T. überhaupt nicht oder in der Regel nicht zur menschlichen Nahrung dienen.\nSeinen Namen עוקצין „Stiele“ trägt der Traktat von den Fruchtstielen, die als Griff der Früchte an ihrer Unreinheit teilnehmen. Die beiden ersten Abschnitte beschäftigen sich fast ausschließlich mit den nicht genießbaren Teilen von Nahrungsmitteln, während der dritte über Pflanzen und Lebewesen selbst spricht, die zumeist mit gewissen Beschränkungen Speisenunreinheit annehmen.\nEinleitend wird gelehrt, daß die Teile von Pflanzen und Lebewesen, die als Griff יד des Genießbaren gelten, an seiner Unreinheit teilnehmen. Sie werden bei Verunreinigung des Genießbaren unrein, und dieses wird unrein, wenn eine Unreinheinheit den Griff verunreinigt. Doch werden sie nicht zum Genießbaren hinzugerechnet, um es zum Mindestmaß der Eigröße zu ergänzen. (Vergl. hierzu I, Anm. 5). Die Teile, die als Schutz שומר des Genießbaren betrachtet werden, nehmen an seiner Unreinheit teil und ergänzen es zur Eigröße (I, 1). Die zweite und dritte Mischna sprechen über solche Pflanzenteile. Es wird auch angegeben, bis zu welche Länge ein Stiel als Griff der Frucht gilt (3b). Die vierte und fünfte Mischna enthalten Kontroversen über bestimmte Planzenteile. Die sechste Mischna lehrt, daß einige Stiele, die zuweilen mitgegessen werden, die Frucht zur Eigröße ergänzen. Die erste Mischna des zweiten Abschnittes lehrt, daß manche Pflanzenteile, die scheinbar zum Genießbaren gehören, für die Speisenunreinheit nicht in Betracht kommen. Die nächste Mischna bespricht die Beurteilung der Kerne, die dritte, die von angefaulten Stellen einiger Früchte und von einzelnen Fruchtteilen. Die vierte Mischna handelt von den Schalen der genießbaren Pflanzen. Die fünfte Mischna geht etwas vom Thema ab. Sie lehrt, wie lange noch nicht ganz zertrennte Nahrungsmittel hinsichtlich der Uebertragung der Unreinheit als zusammengehörig betrachtet werden. Die sechste Mischna bespricht, wie lange die Eierschalen und die von Granatäpfeln als Schutz des Genießbaren gelten. Im Anschluß daran wird kurz bemerkt, welche provisorischen Nähte hinsichtlich den Mischungen verbotener Kleiderstoffe כלאי בגדים als deren Verbindung gelte. Die siebte Mischna lehrt, wie lang vertrocknete Gemüseblätter das Gemüse zum Mindestmaß der Eigröße ergänzen. Die achte Mischna spricht über die Mitberechnung von kleinen Hohlräumen in Nahrungsmitteln zur Eigröße. Die beiden letzten Mischnajot des zweiten Abschnittes behandeln die Fähigkeit zur Unreinheit der Topfpflanzen. Wenn der Topf unten fest geschlossen ist, können die lebenden Pflanzen unter Umständen unrein werden.\nDer dritte Abschnitt des Traktates sagt einleitend, daß manche Dinge Speisenunreinheit erst nach Befähigung zur Unreinheit durch Flüssigkeiten (Vergl. Machschir. VI, 4) und nach ausdrücklicher Bestimmung zur menschlichen Nahrung annehmen. Für manche ist diese Befähigung nicht nötig, für manche die Bestimmung nicht, für manche keines von beiden. (1). Während die eigentlichen Nahrungsmittel nur die Befähigung nötig haben (1b), muß anderes erst ausdrücklich zur menschlichen Nahrung bestimmt werden (2). Manche Dinge, die von selbst unrein sind, aber nicht ohne weiteres als Nahrung gelten, müssen hierzu bestimmt werden, wenn sie als unreine Speisen betrachtet werden sollen (vergl. III, Anm. 16); manche gelten ohne weiteres als Speisen (3). Die vierte und die fünfte Mischna sprechen über etwaige Speisenunreinheit von Gewürzen über ihre Behandlung von bestimmten Blättern, durch die sie genußfähig werden. Wie bei Gewürzen die Fähigkeit zur Unreinheit von ihrer Beurteilung als Nahrungsmittel abhängig ist, so ist es auch die Erlaubnis, sie für Geld des zweiten Zehnten zu kaufen. Deshalb schließt sich eine Erörterung hierüber an. Beide Fragen werden dann auch weiter hinsichtlich nicht ausgereifter Früchte und junger Baumtriebe behandelt (6, 7). Dann wird festgestellt, von wann an Fische und noch nicht ganz abgepflückte Früchte schon als Speisen gelten (8). Die nächste Mischna lehrt, welche Tierfette erst zur Unreinheit befähigt werden müssen, und wann die zum Genuß verbotenen Fische und Heuschrecken als menschliche Nahrung gelten können. Weil es zur Bestimmung seiner und des Honigs Unreinheit nötig ist, bringt die zehnte Mischna eine Kontroverse, ob der Bienenkorb als beweglicher oder unbeweglicher Gegenstand zu behandeln ist. Im Anschluß daran folgt eine Kontroverse, wann Honig hinsichtlich der Verunreinigung als Getränk zu gelten hat (11).\nDamit sind die halachische Erörterungen des Traktates und der ganzen Mischna beendet. In den meisten Ausgaben (vgl. III, Anm. 77) folgen zwei agadische Aussprüche, die der Mischna einen passenden Abschluß geben.\n"
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+ "": [
+ [
+ [
+ "was Griff. Der ungenießbare Teil von genießbaren Pflanzen und Lebewesen, an dem sie festgehalten werden können, z. B. der Stiel einer Frucht, der Knochen, an dem Fleisch haftet.",
+ "und nicht Schutz. Des essbaren Gegenstandes.",
+ "wird unrein. Wenn der essbare Gegenstand verunreinigt wird, so werden Griff und Schutz ebenfalls unrein, obwohl sie nicht genießbar sind und für sich allein nicht unrein werden könnten.",
+ "und lässt unrein werden. Durch das Anrühren von Unreinem an Griff oder Schutz kann der essbare Gegenstand unrein werden, obwohl er nicht unmittelbar berührt wurde.",
+ "vereinigt sich aber nicht. Wenn der unrein gewordene essbare Gegenstand ohne den Griff und den Schutz die zur Weiterverunreinigung notwendige Größe eines Eies (vgl. Para XI, 3; Tohor. II, 1) nicht hat, sie aber durch Hinzurechnung von Griff und Hülle erreichen würde. Nach Maim. הל׳ טומאת אוכלין ד׳ א׳ und Raschi zu Pes. 33b s. v. בכביצה, Raschbam B. b. 80a s. v. ולא משקה kann Genießbares auch in kleinster Quantität unrein werden, so dass hinsichtlich des Unreinwerdens die etwaige Hinzurechnung von Griff und Schutz nicht in Betracht kommt. Aber nach R. Tam in Tos. zu 33b Sabb. 91a s. v. אי u. ö. muss Genießbares auch zum Unreinwerden mindestens Eigröße haben. Dann käme die Hinzurechnung von Griff und Schutz auch hierbei in Betracht.",
+ "wird unrein. Wenn der essbare Gegenstand verunreinigt wird, so werden Griff und Schutz ebenfalls unrein, obwohl sie nicht genießbar sind und für sich allein nicht unrein werden könnten.",
+ "lässt unrein werden. Durch das Anrühren von Unreinem an Griff oder Schutz kann der essbare Gegenstand unrein werden, obwohl er nicht unmittelbar berührt wurde.",
+ "und verunreinigt sich. Wenn der unrein gewordene essbare Gegenstand ohne den Griff und den Schutz die zur Weiterverunreinigung notwendige Größe eines Eies (vgl. Para XI, 3; Tohor. II, 1) nicht hat, sie aber durch Hinzurechnung von Griff und Hülle erreichen würde. Nach Maim. הל׳ טומאת אוכלין ד׳ א׳ und Raschi zu Pes. 33b s. v. בכביצה, Raschbam B. b. 80a s. v. ולא משקה kann Genießbares auch in kleinster Quantität unrein werden, so dass hinsichtlich des Unreinwerdens die etwaige Hinzurechnung von Griff und Schutz nicht in Betracht kommt. Aber nach R. Tam in Tos. zu 33b Sabb. 91a s. v. אי u. ö. muss Genießbares auch zum Unreinwerden mindestens Eigröße haben. Dann käme die Hinzurechnung von Griff und Schutz auch hierbei in Betracht.",
+ "wird nicht unrein. Durch Verunreinigung des mit ihm verbundenen essbaren Gegenstandes.",
+ "und lässt nicht unrein werden. Durch seine Verunreinigung verunreinigt er den Gegenstand nicht. Noch weniger verbindet er sich mit ihm."
+ ],
+ [
+ "der Zwiebeln und der Kaflote. Kaflot ist eine Lauchart; vgl. Löw, Flora II, 137.",
+ "und ihre Blattkrone. Der Kranz der ehemaligen Blütenblätter.",
+ "und die Säule. Nach dem R. Hai zugeschrieb. Kommentar u. Aruch: Das Mittelstück, in dessen oberem Teile der Samen liegt.",
+ "soweit sie im Genießbaren ist. Wörtlich: soweit sie entspricht Der Teil, der nicht im Genießbaren liegt, gilt nicht als dessen Schutz; s. die nächste Mischna.",
+ "die Wurzeln des Lattichs. חזרים = חזרת, Rasch und Rosch; nach Löw, Aram. Pflanz. 175, pl. von חזרת",
+ "des Rettichs und der Steckrübe. Nach Löw, Flora I, 515; nach Maim. eine Art Rettich.",
+ " Hierzu gehören als Nachsatz die Schlussworte der Mischna כר׳ הרי אלו מיטמאין: denn alles Angeführte gilt als Schutz für den genießbaren Teil der Frucht. — Die Worte: „Das sind … vereinigen sich nicht“ und „R. Elasar … Boden“ sind in die Mischna R. Meir’s eingeschoben.",
+ "Die Wurzel der Fenchelmerke. Nach Löw, Aram. Pflanzennamen, 261.",
+ "der Raute. Löw, Flora III, 317.",
+ "das Mittelstück der Ähre. An dem die Getreidekörner sitzen.",
+ "ihre Hüllblätter. Spelzblätter, die das Getreidekorn umschließen.",
+ " Nach Löw, Aram. Pflanzennamen, 261.",
+ "auch der Staub auf den Wurzeln. So Rasch nach Aruch. סיג soll gleich dem bibl. סיג, Schlacke, sein und hier in Übertragung die Bedeutung von Staub haben. רצפות ist vielleicht als pl. von רצפה Boden, in übertragenem Sinne auf die im Boden liegenden genießbaren Wurzeln gebraucht.",
+ "lassen unrein werden und vereinigen sich. Weil sie als Schutz des Genießbaren gelten. — Vgl. Mischna 1."
+ ],
+ [
+ "vereinigen sich aber nicht. Weil sie wohl Griff, aber nicht Schutz sind; vgl. Mischna 1.",
+ "der Zwiebeln und der Kaflote. Kaflot ist eine Lauchart; vgl. Löw, Flora II, 137.",
+ "die Säule. Nach dem R. Hai zugeschrieb. Kommentar u. Aruch: Das Mittelstück, in dessen oberem Teile der Samen liegt.",
+ "soweit sie nicht im Genießbaren ist. Wörtlich: soweit sie entspricht Der Teil, der nicht im Genießbaren liegt, gilt nicht als dessen Schutz; s. die nächste Mischna.",
+ "der Griff der Rebe. Das Stück der Rebe, mit dem man die Traube hält.",
+ "von beiden Seiten. Der daran hängenden Traube.",
+ "der Griff der Traube. Der Stiel der Traube, der an der Rebe sitzt.",
+ "in jeder Länge. Der Stiel mag noch so lang sein, er gilt doch noch als zu den Beeren gehöriger Griff. Andererseits gilt auch der dicht an den Beeren sitzende Teil nicht als ihr Schutz, dass er sich etwa mit ihnen zur Eigröße vereinigen könnte.",
+ "das Gerippe der leeren Traube. Von der die meisten Beeren abgenommen sind, aber vereinzelte Beeren hängen noch an ihm. Dieses Traubengerippe gilt in jeder Größe als Griff der noch verbliebenen Beeren. S. a. Mischna 5.",
+ "vier Handbreiten lang. Ein 4 Handbreiten langes Stück des Zweiges, Körner.",
+ "drei Handbreiten lang. Da die Griffe oder Wurzeln abgerissen werden, gelten sie in jeder Länge als Griff; s. a. Anm. 25.",
+ "und die Granen der Ähren. Zuweilen hält man die Ähren an den Granen; deshalb gelten auch diese als Griff der Körner.",
+ "vereinigen sich aber nicht. Weil sie wohl Griff, aber nicht Schutz sind; vgl. Mischna 1."
+ ],
+ [
+ "lassen nicht unrein werden und vereinigen sich nicht. Weil sie weder als Griff noch als Schutz gelten.",
+ "Die Wurzeln der Kohlstengel. Löw, Flora I, 483.",
+ "und die wiederausschlagenden Wurzeln. Die man nach der Ernte in der Erde lässt, damit sie wieder ausschlagen (Maim.).",
+ "des Mangold und der weißen Rübe. Löw, Flora I, 487.",
+ "auch wenn es ausgerissen wurde. Wenn die Früchte gewöhnlich abgeschnitten werden, gelten die Wurzeln auch dann nicht als Griff, wenn sie mit herausgezogen wurden und die Frucht an ihnen gehalten wird.",
+ "Jose erklärt bei allen. Anderen, die gewöhnlich geschnitten werden und bei Mangoldwurzeln.",
+ "für unrein. Sie gelten als Griff, so dass sie selbst unrein werden und die Frucht unrein werden lassen können. S. Anm. 3 u. 4.",
+ "aber bei den Wurzeln der Kohlstengel und der weißen Rübe für rein. D. h. sie können nicht unrein werden und werden lassen, weil sie nicht als Griff gelten. S. Anm. 3 u. 4."
+ ],
+ [
+ "die man auf der Tenne zertreten. √בסס findet sich sonst nicht in der Mischna, ist wohl gleich der biblischen √בוס, von dem das auch biblische תבוסה abgeleitet ist.",
+ "sind rein. D. h. sie können nicht unrein werden und werden lassen, weil sie nicht als Griff gelten. S. Anm. 3 u. 4.",
+ "für unrein. Sie gelten als Griff, so dass sie selbst unrein werden und die Frucht unrein werden lassen können. S. Anm. 3 u. 4.",
+ "Der Stengel einer Traube. Eine der kleinen Verästelungen, an denen die Beeren sitzen.",
+ "ist rein. Gilt nicht als Griff; s. Anm. 38.",
+ "so ist er unrein. Da er als Griff gilt; s. Anm. 37.",
+ "Der Stiel einer Dattel. Der am Dattelbüschel sitzende Stiel, der die einzelnen Datteln hält. Löw, Flora II, S. 333.",
+ "ist rein. Gilt nicht als Griff; s. Anm. 38.",
+ "ist er unrein. Da er als Griff gilt; s. Anm. 37.",
+ "ist rein. Da sie weder als Griff noch als Schutz gilt.",
+ "Blieb ein Kügelchen. Die eigentliche Hülsenfrucht.",
+ "ist sie unrein. Da sie als Schutz gilt, kann sie selbst unrein werden, werden lassen und sich mit der Frucht vereinigen; s. Anm. 3 u. 4. So nach Raschi, Tos. zu Chul. 119a, Maim., Kommentar, Rasch. Nach Maim. הל׳ טמאת אוכלין ה׳ ט׳ scheint die Schote nur als Griff zu gelten, mit dem man die in ihr angewachsenen Früchte hält; s. תוי״ט s. v. ומטמא",
+ "Elasar ben Asarja erklärt bei Bohnen für rein. Da die verhältnismäßig großen Bohnen die Schote weder zum Schutz noch zum Angefasstwerden nötig haben; s. Anm. 46.",
+ "Hülsenfrüchten für unrein. Vgl, Anm. 46.",
+ "bei ihrer Berührung. Wenn man die anderen Hülsenfrüchte in der Schote in die Hand nimmt, ist es angenehm, dass sie noch in der Schote sind, weil sie durch die Schote vor Staub geschützt werden, oder weil man sie bequemer greifen kann; s. Anm. 46."
+ ],
+ [
+ "von Süßholz. Nach Löw, Flora II, 391 f.; nach Maim. u. Rasch eine Feigenart.",
+ "und Karoben. Karobe oder Johannisbrotbaum s. Löw, Flora II, S. 393 ff.",
+ "lassen unrein werden und vereinigen sich. Weil diese Stiele zuweilen mit der Frucht gegessen werden, gelten sie als Teil der Frucht (Rasch).",
+ "Krustumilen. Eine Birnenart; s. Löw II, 237.",
+ "Mispeln. Nach Löw, Flora III, S. 244. — פריש wird gewöhnlich als Quitte erklärt; vgl. Löw, III, S, 241 f.",
+ "der Stiel des Kürbis in Handbreitenlänge. Gilt bis zu dieser Länge von der Frucht an gerechnet als Griff.",
+ "der Artischoke. Löw, Flora I, 408.",
+ "in Handbreitenlänge. Gilt bis zu dieser Länge von der Frucht an gerechnet als Griff.",
+ "zwei Handbreiten. Gilt bis zu dieser Länge von der Frucht an gerechnet als Griff.",
+ "diese. Die Stiele von Birnen und von den später genannten Früchten gelten als Griff, aber nicht als Schutz.",
+ "Alle übrigen Stiele werden nicht unrein und lassen nicht unrein werden. Da sie weder als Schutz noch als Griff gelten."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Wenn man Oliven mit ihren Blättern. טרף Blatt, in der Mischna nur hier, im Aram. טרפא",
+ "eingelegt. In Wein oder Essig.",
+ "sind (sie. Die Blätter.",
+ "rein. Nehmen keine Unreinheit an, da sie nicht als Teil der Frucht gelten.",
+ "nur des Aussehens wegen eingelegt hat. Die Blätter dienen nur zur Verzierung.",
+ "Der Flaum. Die feinen Härchen auf der Schale.",
+ "der Gurke und ihre Krone. Der Rest der Blütenblätter oben an der Gurke.",
+ "sind rein. Da sie weder als Schutz noch als Griff gelten. Vgl. I, 1.",
+ "sind sie. Flaum und Krone.",
+ "unrein. Der Händler betrachtet sie als Schutz gegenüber den betastenden Händen der Käufer (Maim., Rasch)."
+ ],
+ [
+ "Alle Kerne. Nach Löw, Flora II, 339 גלעינה wie das syrische גלעא = גרעין",
+ "vereinigen sich aber nicht. Vgl. I, 1. — Obwohl die Kerne nicht zum Anfassen der Früchte dienen, werden sie hinsichtlich der Unreinheit wie Griffe behandelt. Maim. — Nach תפארת ישר׳, weil sie der Frucht den Halt geben. S. a. Anm. 14.",
+ "Der Kern einer frischen Dattel. רוטב ist frische Dattel; vgl. Teb. jom III, 6 תמרים רטובות",
+ "vereinigt sich (mit ihr. Er gilt als Schutz (vgl. I, 1), nach Maim., weil ohne ihn die frische Dattel zusammenfällt; nach Rasch gilt er als Fruchtteil, weil sein Saft ausgesogen wird.",
+ "obwohl er heraus ragt. Obwohl er nicht mehr ganz in der Frucht ist; so nach Maim.; nach Rasch, auch wenn er ganz herausgenommen ist; vgl. Anm. 14 u. 18.",
+ "einer getrockneten vereinigt sich nicht. Weil die Dattel auch ohne ihn nicht zusammenfällt, oder weil der Kern der getrockneten Dattel keinen richtigen Saft hat. S. Anm, 14.",
+ "Deshalb vereinigt sich die Kernhülle. So nach unseren Ausgaben und M. חותל; vgl. Ez. 16, 4 ואחתל לא חתלת Nach Maim.: Weil bei der trockenen Dattel nicht der Kern, sondern die hart gewordene, von ihm losgelöste Haut das Fruchtfleisch hält, gilt sie als Schutz der Frucht, während bei der frischen Dattel der Kern und nicht die an ihm haftende Kernhülle das Zusammenfallen der Frucht verhindert. — Rasch liest mit Aruch und der einen La. in dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar חותם und erklärt es als den Stempel am Stiel der Dattel; vgl. Toh. X, 5. Doch bemerkt er selbst, dass nach seiner Erklärung das Wort לפיכך schwer zu verstehen ist.",
+ "der zum Teil herausragt. Nach Maim. ist dieser Satz die Erklärung zu dem obigen אע״פ שיוצאה. Nach Rasch besagt er: wenn ein Teil der frischen Dattel gegessen ist, der Kern steckt aber noch in dem Rest, so gilt nur der noch in diesem Rest steckende Teil als Schutz.",
+ "so weit er in dem Genießbaren. Dem Fruchtfleisch.",
+ "vereinigt sich. Mit dem Fleisch zur Eigröße, da er als sein Schutz gilt.",
+ "soweit das Genießbare. Das Fleisch.",
+ "Ismael. So die Ausgaben, T. u. M.; Rasch, Rosch, Bart. lesen ר׳ שמעון",
+ "ihn rings umgibt. Wenn das Fleisch so dick ist, dass man aus ihm einen Fleischring um den Knochen bilden könnte, so würde sich der ganze Knochenteil mit dem Fleisch vereinigen, der von diesem Ring eingeschlossen werden könnte. Nach Tosefta II, 5 brauchte der Fleischring nur die Dicke eines Webefadens zu haben.",
+ "wie. Nach Maim.: und zwar vereinigt sich nur eine so dünne Schicht von dem Knochen mit dem an ihm sitzenden Fleisch wie die zarten Blätter der drei Gartengemüse. — Nach Rasch sagt die Mischna: so wie es auch bei den drei Gartengemüsen der Fall ist, dass sich von den ungenießbaren Teilen das mit dem Genießbaren vereinigt, was mit ihm zusammengewachsen ist. — Nach dieser Auffassung würde statt כגון besser וכן stehen, wie R. Elijahu von Wilna emendiert. — Nach Tosefta II, 3, 4 vereinigt sich von dem hohlen Knochen und dem Stengel der 3 Gemüsearten der unter dem Genießbaren sitzende Teil bis zum Hohlraum, von dem nicht hohlen Knochen die oberste Schicht.",
+ "Pfefferkraut. Löw, Flora II, 103 u. 105; s. a. Sabb. 128a.",
+ "Ysop und Thymian. Löw, Flora II, 103 u. 105; s. a. Sabb. 128a."
+ ],
+ [
+ "so vereinigt er sich nicht. Mit dem nicht verfaulten Teil der Frucht zur Eigröße, da er selbst ungenießbar ist und für den nicht verfaulten Teil weder Schutz noch Griff ist.",
+ "Die Spitze des Granatapfels. Maim. erklärt: An den Schalen der Granatäpfel ist eine Art Kelch, der den oberen Teil des Granatapfels umgibt. An seinem Rande sind Zacken, die den Zähnen eines Kammes ähnlich sind. Deshalb wird der Kelch „Kamm“ genannt … Wird er abgeschält und weggeworfen, so werden die Kerne des Granatapfels noch nicht aufgedeckt. Deshalb betrachtet ihn R. Elasar nicht als Schutz. Wenn dieser Kelch abgeschält ist, so findet sich auch bei ihnen (wohl wie beim Etrog) eine gelbliche Erhöhung, der Spitze der Brustwarzen ähnlich, die sich auf dem Granatapfel erhebt. Sie heißt „Spitze des Granatapfels“ פיטמא של רמון. Wenn man nun diese Spitze abschneidet, aber nicht bis zu ihrer Wurzel, so deckt man auch dann noch nicht die Kerne auf. Der Kelch ist auch nach völliger Reife der Granatäpfel ganz angefüllt mit feinen gelben Blütenblättern. Das ist die hier erwähnte Blüte.",
+ "vereinigt sich. Da sie als Schutz des Granatapfels gilt.",
+ "aber seine Blüte. Maim. erklärt: An den Schalen der Granatäpfel ist eine Art Kelch, der den oberen Teil des Granatapfels umgibt. An seinem Rande sind Zacken, die den Zähnen eines Kammes ähnlich sind. Deshalb wird der Kelch „Kamm“ genannt … Wird er abgeschält und weggeworfen, so werden die Kerne des Granatapfels noch nicht aufgedeckt. Deshalb betrachtet ihn R. Elasar nicht als Schutz. Wenn dieser Kelch abgeschält ist, so findet sich auch bei ihnen (wohl wie beim Etrog) eine gelbliche Erhöhung, der Spitze der Brustwarzen ähnlich, die sich auf dem Granatapfel erhebt. Sie heißt „Spitze des Granatapfels“ פיטמא של רמון. Wenn man nun diese Spitze abschneidet, aber nicht bis zu ihrer Wurzel, so deckt man auch dann noch nicht die Kerne auf. Der Kelch ist auch nach völliger Reife der Granatäpfel ganz angefüllt mit feinen gelben Blütenblättern. Das ist die hier erwähnte Blüte.",
+ "vereinigt sich nicht. Da sie nicht als Schutz gilt, sondern als Schutz auf dem Schutz, nämlich der Spitze. S. Raschi zu Chul. 118b. Doch gilt die Blüte als Griff, so dass sie unrein wird und verunreinigt. Das gleiche gilt nach dem ersten, nicht genannten Lehrer auch für den „Kamm“ (vgl. Anm. 27). So nach R. Sa’adja in מ״ש. Nach תוי״ט wird der Kamm wie die Spitze betrachtet.",
+ "Auch der Kamm. Maim. erklärt: An den Schalen der Granatäpfel ist eine Art Kelch, der den oberen Teil des Granatapfels umgibt. An seinem Rande sind Zacken, die den Zähnen eines Kammes ähnlich sind. Deshalb wird der Kelch „Kamm“ genannt … Wird er abgeschält und weggeworfen, so werden die Kerne des Granatapfels noch nicht aufgedeckt. Deshalb betrachtet ihn R. Elasar nicht als Schutz. Wenn dieser Kelch abgeschält ist, so findet sich auch bei ihnen (wohl wie beim Etrog) eine gelbliche Erhöhung, der Spitze der Brustwarzen ähnlich, die sich auf dem Granatapfel erhebt. Sie heißt „Spitze des Granatapfels“ פיטמא של רמון. Wenn man nun diese Spitze abschneidet, aber nicht bis zu ihrer Wurzel, so deckt man auch dann noch nicht die Kerne auf. Der Kelch ist auch nach völliger Reife der Granatäpfel ganz angefüllt mit feinen gelben Blütenblättern. Das ist die hier erwähnte Blüte.",
+ "ist rein. Wird nicht unrein und verunreinigt nicht. Er gilt nicht einmal als Griff. — Nach R. Sa’adja in מ״ש sagt R. Elieser: Weder die Blüte noch der Kamm gelten auch nur als Griff, während sie nach dem ersten Lehrer beide als Griff betrachtet werden. Nach תוי״ט sagt R. Elieser: Auch der Kamm, der doch nach dem ersten Lehrer sogar als Schutz betrachtet wird, gilt nicht als Griff und gewiss nicht die Blüte."
+ ],
+ [
+ "Alle Schalen. Die das Genießbare unmittelbar umschließen, wie die meisten Fruchtschalen und Eierschalen. Aber die äußere Schale der Nüsse gelten nicht als Schutz der Frucht, da sie Hülle auf der Hülle שומר ע״ג שומר sind. Rasch und Rosch.",
+ "An der Zwiebel sind drei. Die meisten Ausgaben haben fälschlich שלשה; s. a. מ״ש.",
+ "Die innere. Die nicht Schutz der Frucht, sondern selbst genießbar ist. S. Raschi Chul. 119b.",
+ "mag sie unversehrt oder durchlöchert. √קדר durchbohren; vgl. Erub. V, 4.",
+ "wenn sie durchlöchert ist. Die mittlere Schale gilt als Schutz des genießbaren Zwiebelteiles, aber nur wenn sie unversehrt ist. — Nach תפארת ישראל gilt sie durchlöchert immerhin als Griff.",
+ "die äußere ist in beiden Fällen rein. Vereinigt sich nicht mit dem Genießbaren. Nach Raschi Chul. 119a, weil sie Hülle auf der Hülle ist. Danach könnte sie aber als Griff gelten. — Doch besagt der Ausdruck טהורה eher, dass sie vollkommen rein ist, also nicht einmal als Griff gilt. S. תפארת ישר׳ und מ״א."
+ ],
+ [
+ "Wenn man zum Kochen zerschneidet. Z. B. Fleisch oder Zwiebeln.",
+ "aber noch nicht ganz durchgeschnitten. Zu √מרק vgl. Jom. III, 4; Tamid IV, 2; Ohal. XIII, 3; Mikw. X, 1. Nach Fleischer bei Levy soll aus der ursprünglichen Bedeutung „glätten“, „fertig machen“ entstanden sein. Hier hat es wohl diese Bedeutung; nach Ben Jehuda, Thes. ist es ein bes. Stamm. Vgl. das assyr. maraku zerreiben (Ges.-Buhl).",
+ "so gilt. Das noch nicht ganz zerschnittene Verbindungsteilchen der einzelnen Stücke.",
+ "es nicht als Verbindung. Weil man weiß, dass beim Kochen auch dies Teilchen auseinander geht. Man wollte also gar nicht, dass die Verbindung auch jetzt hält. — Durch Verunreinigung des einen Stückes, wird das andere nicht unrein.",
+ "zum Einlegen. In Essig oder in andere Flüssigkeiten.",
+ "und zum Sieden. So nach der gewöhnlichen Auffassung, dass שלוק verstärktes Kochen bedeutet. Danach müsste man erklären: durch das starke Kochen schrumpft das Fleisch zusammen und das schon gelockerte Verbindungsstück verhärtet sich wieder. — Doch ist die Mischna leichter zu verstehen, wenn hier שלוק die Bedeutung von leichtem Ankochen hat. Vgl. hierzu Tosaf. und Ran zu Ned. 49a; תוס׳ רע״ק zu Ned. VI, 1; sowie פירוש הארוך des R. Elia von Wilna zu Terum. X, 11; s. a. מ״ש. — Dann würde die Mischna besagen: Beim leichten Kochen bleibt das Verbindungsstück erhalten und gilt deshalb als Verbindung.",
+ "oder um es auf den Tisch zu legen. Man schneidet in die Speise ein, um sie mit den Einschnitten, aber zum Teil noch verbunden auf den Tisch zu legen.",
+ "so gilt es. Das noch nicht ganz zerschnittene Verbindungsteilchen der einzelnen Stücke.",
+ "als Verbindung. Durch die Verunreinigung des einen Stückes, wird auch das andere unrein.",
+ "keine Verbindung. Es lagen mehrere noch etwas verbundene Stücke da, eines hat man bereits ganz abgeschnitten, so ist die Verbindung nur für dieses Stück gelöst. Für die anderen besteht sie noch weiter, obwohl man die Absicht hat, auch sie ganz abzuschneiden; s. a. Rasch.",
+ "die man aneinander gereiht. Nach Maim., Komment, und Rosch schnitt man Nüsse mit den dünnen Zweigen ab, flocht die Zweige ineinander und hing diese geflochtenen Nusszweige auf √אמן erklären sie: aufziehen, nach Est. 2, 7 ויהי אומן את הדסה. Nach Maim. הל׳ טומאת אוכלין ו׳ י״א schnitt man die Nüsse mit den Stielen ab und flocht sie zu einer Art Kette. — Alle Teile der Kette gelten als Griff für die Nüsse, auch die eine Nuss für die andere. (Rosch). S. a. תפארת ישראל, Anm. zu Note 56.",
+ "die man zusammen gebündelt. In ähnlicher Weise wie die Nüsse wurden die Zwiebeln, die mit ihren Blättern abgepflückt waren, zusammengebunden. √חמר aufhäufen; vgl. Ex. 8, 10 ויצברו אותם המרים המרים.",
+ "Begann man die Nüsse abzulösen. Aus der Nusskette.",
+ "und die Zwiebeln abzuschälen. Aus dem Zwiebelgeflecht. √קלף = קלף; vgl. Ma’asrot I, 6.",
+ "so hört die Verbindung auf. Auch für den Teil der einzelnen Frucht, der noch nicht abgetrennt ist. Nach Maim. הל׳ טומאת אוכלין י׳ י״א gilt die Verbindung auch nicht mehr für die übrigen Früchte. Nach תפארת ישר׳ gilt sie für diese auch weiter; s. a. Anm. 45. — Im Komment, bezieht Maim. diesen Satz nicht auf den vorangehenden. Er erklärt: Wenn man die einzelnen Nüsse oder Zwiebeln schält, so gilt die Schale nicht mehr als Schutz שומר (vgl. I, 1) auch wenn man sie nachträglich wieder um die geschälte Frucht legt, da die Schale nur dann als Hülle gilt, wenn sie von Natur mit der Frucht verbunden ist.",
+ "Für die Nüsse und die Mandeln bleibt die Verbindung. Dieser Satz will sicher angeben, wie lange die Fruchtschalen als Schutz der Frucht gelten.",
+ "zerschlägt. √רסס vgl. Am. 6, 11. Maim. Erklärt רצן√ שירצץ = שירסס ganz zerschlagen. Er will damit wohl sagen: Wenn man die Schalen der Nüsse oder Mandeln zerschlägt, so gelten sie noch so lange als schützende Hülle, als sie nicht ganz zertrümmert sind; so lange sie nur gebrochen sind, gelten sie als Hülle. S. a. כ״מ zu הל׳ טומאת אוכלין ו׳ א׳."
+ ],
+ [
+ "Bei einem weich gekochten Ei. Vgl. Sabb. III, 3.",
+ "bis man es aufschlägt. Maim. erklärt יגוס: aufschneidet. √גסס ist nach Aruch compl. = arab. גֹש. Man öffnet das ganz wenig gekochte Ei, an einer Stelle, um es auszutrinken. Jetzt bildet die Schale keinen Schutz mehr, da das noch flüssige Ei durch die Öffnung ausfließen kann. M. in den Talmudausgaben und ed. Dér. liest mit Rasch und Rosch יגוס. Doch hatte מ״ש bei Maim. יגוז √גזז aufschneiden; so liest auch Bart. — Rasch und Rosch erklären יגוס = herumrührt nach Machschirim V, 11. Rosch führt aus: Man trennt mit einem Stäbchen das Ei von der Schale, um es mit Salz bestreut zu essen. Wenn es auch noch immer in der Schale liegt, so gilt diese weder als Hülle noch Griff des Eies, sondern wie ein Gefäß, in dem das Ei liegt. Vgl. Anm. 50 a. E.",
+ "zerschlägt. Zu √רסס s. Anm. 52. — Beim hart gekochten Ei gilt nach Maim. die Schale als Schutz, bis sie ganz zertrümmert ist. Nach Rosch gilt sie nicht mehr als Schutz, wenn man die Zertrümmerung begonnen hat.",
+ "Ein Knochen, in dem Mark ist (gilt als Verbindung. Als Hülle des Markes.",
+ "zerschlägt. Vgl. Anm. 52 und 55.",
+ "bis man mit einem Rohr daraufschlägt. Wenn man den Granatapfel auch in Stücke scheidet, gilt für jedes Stück der an ihm haftende Teil der Schale als schützende Hülle, bis man das Fruchtstück von der Schale durch Aufschlagen mit einem Röhrchen oder Ähnl. löst. Dann gilt die Schale nicht mehr als Hülle, auch wenn das Fruchtstück noch in ihr liegt. Vgl. Anm. 50 a. E. Hier hört die Verbindung des einzelnen Stückes wohl auch nach Maim. beim Beginn des Aufschlagens auf, weil man dieses Stück ganz ablösen will. Bei dem harten Ei ist es möglich, dass er jetzt nur einen Teil abschälen will. Vgl. Anm. 55.",
+ "In ähnlicher Weise gilt die Verbindung beim Heftfaden der Wäscher. Die Wäscher heften vor dem Waschen Wäschestücke aneinander, damit keines verloren geht; nach dem Waschen werden die Fäde herausgezogen. Die Fäden gelten als Verbindung der Wäschestücke; bei Verunreinigung des einen Stückes wird auch das durch den Faden mit ihm verbundene andere unrein. Sobald man aber den Faden aufzutrennen beginnt, gilt er nicht mehr als Verbindung, auch wenn er die Stücke noch zusammenhält, weil er von vornherein nicht als dauernde Verbindung gedacht war.",
+ "das man mit zweierlei Stoff genäht. Man hat Stücke aus Wolle mit Leinenfaden oder Leinenstücke mit Wollfaden genäht. Da man das Kleid nicht anziehen darf, gilt die jetzige tatsächliche Verbindung hinsichtlich der Mitverunreinigung des angenähten Stückes nur, bis man anfängt, auseinander zu trennen. S. d. vorige Anm. S. a. Para XII, 9."
+ ],
+ [
+ "Grüne Blätter von Kraut vereinigen sich. Zur Eigröße; vgl. I, Anm. 5. Die grünen Blätter sind genießbar.",
+ "aber weißliche vereinigen sich nicht. Weil sie nicht mehr genießbar sind. — Sie gelten auch nicht als Schutz nach תפארת ישראל wohl aber als Griff. Vgl. I, 1."
+ ],
+ [
+ "Die Blätter der Zwiebel und der Zwiebeltriebe. Nach Maim. sind בני בצלים die Triebe, die aus der bereits abgeschnittenen, in Wasser gestellten Zwiebel hervorkommen. Nach Rasch ist בן בצל das Mittelstück der Zwiebel.",
+ "wenn Saft in ihnen ist. Um festzustellen, ob die Zwiebelblätter den Umfang eines Eies haben, werden sie nicht zusammengepresst, sondern mit dem Saft im Blatt und Stengel gemessen. Der Saft gilt als Teil der Blätter.",
+ "Wenn ein Hohlraum in ihnen ist. Wenn der Saft vertrocknet und sich in den Blättern und Stengeln leere Stellen bilden.",
+ "presst man ihren Hohlraum. Man darf die leeren Stellen nicht mitrechnen, sondern muss die Blätter zusammendrücken, um ihren Umfang zu messen.",
+ "Locker gebackenes Brot. Wörtlich: schwammartiges Brot. Vgl. Chal. I, 5; Kel. V, 1. — Die vielen kleinen Zwischenräume werden mitgerechnet, wohl weil sie zur eigentlichen Form des Gebäckes gehören.",
+ "Wenn ein Hohlraum. Ein mehr als gewöhnlich großer Hohlraum, wie er zuweilen beim Backen entsteht.",
+ "das sich ausdehnte. Beim Kochen. So nach Maim. und Bart.",
+ "und zusammengeschrumpftes. Beim Kochen. So nach Maim. und Bart.",
+ "Fleisch eines alten Tieres werden nach ihrem Umfang. Wenn das Kalbfleisch jetzt Eigröße hat, obwohl er ursprünglich sie nicht hatte, kann es verunreinigen (s. a. Anm. 5); wenn das Fleisch des alten Tieres jetzt nicht Eigröße hat, kann es nicht verunreinigen, obwohl es sie früher hatte. So nach R. Chija, Rab und R. Jochanan, Men. 54a."
+ ],
+ [
+ "Hatte man einen Kürbis in einem Topf. Der nicht durchlöchert ist. Was darin wächst, gilt nicht als mit der Erde verbunden, sondern wie abgeschnitten (vgl. Sabb. 95). Der Kürbis kann daher durch die 7 in Machschirin VI, 4 genannten Flüssigkeiten zur Unreinheit befähigt und dann durch eine Unreinheit unrein werden. So nach Raschi Chul. 128a; Rasch; Bart. Anders nach Maim. im Komment, und הל׳ טומאת ב׳ ט׳; s. d. Rabed und כ״מ.",
+ "und er ist aus dem Topf herausgewachsen. Ist also nicht mehr durch die Topfwand von der Erde getrennt.",
+ "so ist er rein. Da er durch die Luft mit der Erde in Verbindung steht, gilt er jetzt wie aus der Erde wachsend und verliert die Fähigkeit, unrein zu werden, und wird rein, wenn er vorher verunreinigt war.",
+ "Wie kommt er dazu. Wörtlich: was für eine Bewandtnis hat es damit? S. a. תוי״ט zu Ket. I, 8.",
+ "das Unreine. Der Teil des Kürbis, der im Topf zur Unreinheit befähigt, bezw. verunreinigt war.",
+ "das Reine. Der aus dem Topf herausgewachsene Teil.",
+ "kann gegessen. Als rein."
+ ],
+ [
+ "Geräte aus Rindermist und Geräte aus Erde. Aus ungebrannter Erde.",
+ "aus denen die Wurzeln herauswachsen können. Auch wenn sie kein Loch haben, durchwachsen die Wurzeln des in ihnen Gepflanzten die wenig festen Wände.",
+ "werden. Das in ihnen Gepflanzte gilt als mit der Erde verblinden, kann daher noch nicht zur Unreinheit befähigt werden; s. a. Anm. 73 Auch das in ihm befindliche Wasser gilt als noch mit der Erde verbunden und befähigt nicht zur Unreinheit. — Hier hat אינו מכשיר nicht die gewöhnliche Bedeutung: befähigt nicht, sondern: lässt nicht fähig werden, wenn eine der 7 Flüssigkeiten auf sie kommt.",
+ "Ein durchlöcherter Topf lässt Saaten nicht fähig zur Verunreinigung werden. Das in ihm Gepflanzte gilt als mit der Erde verbunden. S. die vorig. Anm.",
+ "werden. Das in ihm Gepflanzte gilt als nicht mit der Erde verbunden; s. Anm. 71.",
+ "Welches ist das Maß des Loches. Dass der Topf als durchlöchert gilt.",
+ "Hat man ihn. Den nicht durchlöcherten Topf.",
+ "so gilt er wie eine Tafel ohne Rand. Das in ihm Gepflanzte gilt als mit dem Erdboden verbunden, da die Wände des Topfes seine Erde nicht vom Erdboden trennen; es kann also nicht zur Unreinheit befähigt werden. Vgl. Anm. 80."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "Manche Dinge haben Befähigung. Zur Unreinheit durch eine der 7 in Machschirin VI, 4 gen. Flüssigkeiten.",
+ "haben aber keine Bestimmung. Die besondere Bestimmung, dass der Gegenstand menschliche Nahrung sein soll, so dass für ihn die Bestimmung der Speisenunreinheit gelten können.",
+ "hat aber keine Bestimmung nötig. Wenn man beim Pflücken der Frucht auch nicht ausdrücklich bestimmte, dass sie der menschlichen Nahrung dienen solle, so gilt sie doch als zum menschlichen Genuss bestimmt und kann unrein werden, während Viehfutter nicht unrein werden kann."
+ ],
+ [
+ "Was. An Fleisch. — Ein ganzes Glied, das vom lebenden Menschen abgeschnitten ist, verunreinigt ohne weiteres.",
+ "man vom Menschen. Vom lebenden. Denn Fleisch vom toten Menschen und vom toten, nicht rituell geschlachteten Tieres verunreinigt ohne weiteres. Das Aas des nicht rituell geschlachteten Vogels verunreinigt ohne weiteres den, der von ihm ein olivengroßes Stück isst; vgl. Tohor. I, 1. — S. a. weiter die nächste Mischna und Anm. 16.",
+ "vom Vieh. Vom lebenden. Denn Fleisch vom toten Menschen und vom toten, nicht rituell geschlachteten Tieres verunreinigt ohne weiteres. Das Aas des nicht rituell geschlachteten Vogels verunreinigt ohne weiteres den, der von ihm ein olivengroßes Stück isst; vgl. Tohor. I, 1. — S. a. weiter die nächste Mischna und Anm. 16.",
+ "vom Gewild. Vom lebenden. Denn Fleisch vom toten Menschen und vom toten, nicht rituell geschlachteten Tieres verunreinigt ohne weiteres. Das Aas des nicht rituell geschlachteten Vogels verunreinigt ohne weiteres den, der von ihm ein olivengroßes Stück isst; vgl. Tohor. I, 1. — S. a. weiter die nächste Mischna und Anm. 16.",
+ "und von Vögeln. Vom lebenden. Denn Fleisch vom toten Menschen und vom toten, nicht rituell geschlachteten Tieres verunreinigt ohne weiteres. Das Aas des nicht rituell geschlachteten Vogels verunreinigt ohne weiteres den, der von ihm ein olivengroßes Stück isst; vgl. Tohor. I, 1. — S. a. weiter die nächste Mischna und Anm. 16.",
+ "vom Aas eines unreinen Vogels. Das nicht ohne weiteres unrein ist. Vgl. Tohor. I, 2.",
+ "und das Fett. Vom rituell geschlachteten reinen Vieh. Die Befeuchtung durch das Blut des Schlachtens befähigt nicht zur Unreinheit, weil zur Zeit des Schlachtens das Fett nicht als menschliche Nahrung galt; vgl. תוי״ט z. St.",
+ "in den Dörfern. In den Dörfern hat man reichlich Fleisch. Deshalb gilt hier Fett nicht ohne weiteres als menschliche Nahrung Nach einer anderen Auffassung wird Fett im allgemeinen von der armen Dorfbevölkerung nicht gegessen. S. Raschi zu Chul. 128a. — Rasch und Rosch beziehen das Wort בכפרים auch auf נבלת העוף הטמא; dann hätte das Aas des unreinen Vogels nur in den Dörfern Bestimmung und Befähigung nötig, aber in den Städten nur Befähigung. S. dagegen תפארת ישראל, מ׳׳ש und מ״א.",
+ "und adle übrigen Feldgewächse. Die nicht ohne weiteres zur menschlichen Nahrung bestimmt sind, während die von den verschiedenen Lehrern als Ausnahmen angeführten Gewächse ohne weiteres zur menschlichen Nahrung bestimmt sind. — ירקות ist hier mit „Gewächse“ wiedergegeben, weil Trüffeln und Schwämme nicht als Kräuter bezeichnet werden können.",
+ "außer Trüffeln. Nach Löw, Pflanzennamen, S. 303; nach Maim. und Aruch sind שמרקעין eine Zwiebelart. — M. liest statt :חוץ משמרקעים ופטריות ושמרקעין ופטריות , so dass auch diese Bestimmung nötig haben. Dementsprechend schreibt er הל׳ :צריכים מחשבה בכפרים … ושאר ירקות השדה כגון הבצלים הקשים ביותר והפטריות טימאת אוכלין ג׳ ג׳ ; s. a. כ״מ z. St.",
+ "dem Portulak. Löw, Pflanzennamen, S. 321.",
+ "und Petersilie. L. Löw, Flora III, S .426.",
+ "außer den wilden Artischoken. Löw, Flora I, S. 408 ff. Cynara Syriaca.",
+ "außer dem schwarzen Nachtschatten. Die meisten Ausgaben haben allerdings כלוסים wie I, 6; s. d. Anm. 50. Doch handelt es sich hier wohl um eine auf dem Felde wachsende Pflanze; daher ist mit M. die La. בלוסים vorzuziehen. בלוסים ist nach Löw, Flora III, S. 380f. solanum nigrum.",
+ "diese. All das im ersten Teil der Mischna bis כל שאר ירקות Genannte. Es handelt sich um Dinge, die in der Regel nicht der menschlichen Nahrung dienen, ihr aber dienen können, allerdings z. T. nur Nichtjuden.",
+ "haben Bestimmung. Zur Unreinheit durch eine der 7 in Machschirin VI, 4 gen. Flüssigkeiten.",
+ "und Befähigung. Die besondere Bestimmung, dass der Gegenstand menschliche Nahrung sein soll, so dass für ihn die Bestimmung der Speisenunreinheit gelten können."
+ ],
+ [
+ "Das Aas von unreinem Vieh. Es ist zwar ohne weiteres unrein; die Bestimmung zur menschlichen Nahrung hat aber dann Bedeutung, wenn ein nicht olivengroßes Stückchen von diesem Aas, das seiner Winzigkeit wegen nicht verunreinigt, sich mit einem ohnedies nicht eigroßen Stückchen Speise verbindet. Wenn man das kleine Fleischstückchen vom unreinen Vieh zum Essen bestimmt hat, gilt es als menschliche Nahrung und kann sich mit der Speise zur Eigröße vereinigen, so dass sie zusammen als unreine Speise verunreinigen können. Vgl. Kerit. 21a.",
+ "hat überall. Es gilt in der Regel weder in den Städten noch in den Dörfern als menschliche Nahrung.",
+ "das Aas vom reinen Vogel. Das ohne weiteres nicht durch Berührung verunreinigt, sondern nur den es Essenden",
+ "hat in den Dörfern. Wo es in der Regel nicht gegessen wird; s. a. Anm. 8.",
+ "Bestimmung. Zur Unreinheit durch eine der 7 in Machschirin VI, 4 gen. Flüssigkeiten.",
+ "sie haben aber keine Befähigung. Die besondere Bestimmung, dass der Gegenstand menschliche Nahrung sein soll, so dass für ihn die Bestimmung der Speisenunreinheit gelten können.",
+ "nötig. Da sie ja bei genügendem Quantum ohne weiteres verunreinigen können — das Aas vom unreinen Vieh durch Berührung und Getragenwerden, das des reinen Vogels beim Gegessenwerden — brauchen sie auch zur Speiseunreinheit nicht erst befähigt zu werden.",
+ "Das Aas vom reinen Vieh überall. Es wird von Nichtjuden in den Städten und Dörfern gegessen.",
+ "das Aas vom reinen Vogel und das Fett auf den Märkten. D. h. in den Städten, wo viele Menschen zusammen kommen (s. a. Anm. 8), gilt beides ohne weiteres als menschliche Nahrung. — Das hier gen. Fett stammt vom reinen, rituell geschlachteten Vieh. Es bedarf keiner besonderen Befähigung zur Unreinheit, da er sie mit dem Fleisch des Tieres durch das beim Schlachten ausfließende Blut erhielt. S. Raschi zu Kerit. 21a. Da das Fett in den Städten der menschlichen Nahrung dient, gilt hier für es die gleiche Bestimmung wie für das Fleisch, während in den Dörfern die Befeuchtung beim Schlachten das hier nicht als Nahrung geltende Fleisch nicht zur Unreinheit befähigt. S. Raschi Kerit. 21a; Rasch und Rosch. Vgl. Anm. 7. — Maim. im Komment. und Bart. fassen das hier gen. Fett als das vom Aas des unreinen Tieres, das ebenso wie das Fleisch ohne weiteres verunreinigt. S. aber Maim. הל׳ טומאת אוכלין ג׳ ג׳ und כ״מ das.",
+ "das Kaninchen und das Schwein. Gelten in den Städten als menschliche Nahrungsmittel. Auch ohne ausdrückliche Bestimmung gelten daher für sie die Vorschriften der Speisenunreinheit. Vgl. Anm. 16. — Befähigung zur Unreinheit hat ihr Fleisch so wenig nötig wie das anderer unreiner Tiere. S. a. Anm. 20."
+ ],
+ [
+ "Für den Dill. Löw, Pfln. S. 373.",
+ "wenn er seinen Geschmack in den Topf gegeben hat. Nachdem der Dill seine Würze beim Kochen abgegeben hat, gilt er wie ungenießbares Holz, so dass ein Nichtpriester durch seinen Genuss keine Schuld auf sich lädt.",
+ "Die Triebe der Zweige. So Maim.; Löw, Pflzn. S. 289 hält זרדים für einen Pflanzennamen.",
+ "und des Pfefferkrautes. Löw, Flora I, S. 505.",
+ "und die Blätter des wilden Lof. Nach Jerusch. Schebi’it V, 2 ist לוף eine Zwiebelart. Nach Löw, Flora 214 ist es Arum oder Aronstab.",
+ "bis sie schmackhaft. Durch Einlegen in Salzwasser o. ä.",
+ "ebenso die der Koloquinten. Löw, Flora I, S. 539."
+ ],
+ [
+ "Der Kostus. Löw, Flora I, S. 391. קושט gehört zu den wohlriechenden Bestandteilen des Tempelweihrauches; s. Kerit. 6a.",
+ "der Piment. L. liest חֶמֶס, auch die gew. Ausgaben, T. und M. haben חמס. Auch der R. Hai Gaon zugeschr. Komment, hat חמס und erklärt: קנמין = Zimmt, nach manchen זנגבילא = Ingwer. So erklärt auch Rasch i. N. der Scheeltot. Aruch liest חמם, s. a. im Zitat unserer Mischna in Nid. 51b und Sifre Dt. 107, חימום. Löw, Flora III, S. 495 erklärt nach dem Syrischen Amomum, Piment.",
+ "die besten wohlriechenden Pflanzen. Nach Maim. ist ראשי בשמים die allgemeine Bezeichnung für wohlriechende Pflanzen.",
+ "der Hahnenfu. Löw, Flora III, S. 125; Raschi zu Nid. 51b setzt תיאה = סיאה (Ma’asr. III, 9) Pfefferkraut, Saturei (Löw, Flora II, S. 105); s. a. Tos. s. v. תיאה, s. a. Tebul jom I, Anm. 29.",
+ "der Asant. Vgl. Teb. j. I, Anm. 30.",
+ "Kuchen aus Safransamen. חריע wird allgemein als Safran כרכום = מוריקא erklärt; so bereits jer. Kil. II, 8 (6). — חלות חריע sind in Kuchenform gepresste Safrankörner.",
+ "dürfen für Zehntengeld. Das Geld, auf das der zweite Zehnt ausgelöst wurde, weil man ihn nicht nach Jerusalem bringen konnte; vgl. Dt. 14, 25. Für dieses Geld sollen nur Nahrungsmittel gekauft werden; s. Ma’aser sch. II. und Maim. הל׳ מע״ש ז׳ ג׳. Da die angeführten Gewürze zum Würzen oder Färben von Speisen benutzt wurden, erlaubt R. Akiba sie für Zehntengeld zu kaufen, obwohl sie für sich allein nicht gegessen werden. S. a. Sifre Dt. 107.",
+ "verunreinigen aber nicht durch Speisenunreinheit. Weil sie für sich allein nicht gegessen wurden.",
+ "dann dürfen sie auch nicht für Zehntengeld gekauft werden. Hinsichtlich des Speisecharakters der Gewürze ist kein Unterschied, ob es sich um den Einkauf für Zehntengeld oder um etwaige Speisenunreinheit handelt. — Nach Nid. 51b gelten sie in keinem der beiden Fälle als Speisen, dürfen also nicht für Zehntengeld gekauft werden und verunreinigen nicht durch Speisenunreinheit."
+ ],
+ [
+ "Unreife Feigen. Vgl. Hohel. 2, 13.",
+ "und die unreife Weinbeere. Vgl. Jer. 31, 29 u. ö.; Pes. 53a heißt die Weinbeere בוסר, wenn sie nur die Größe einer weißen Bohne hat. — Nach Maim. gelten die Ausdrücke פג und בוסר auch für andere nicht ausgereifte Früchte; und zwar heißt die noch ganz saure Frucht פג die schon weiter entwickelte, aber noch nicht ganz ausgereifte בוסר.",
+ "Akiba für unrein. Sie gelten als Speisen und können daher Speisenunreinheit annehmen.",
+ "nachdem sie in die Zeit der Zehntenpflicht gekommen sind. Erst dann können sie unrein werden. — Ma’asrot II, 2ff. wird der Zeitpunkt angegeben, wann für die einzelnen Früchte die Zehntenpflicht eintreten kann. Der Zeitpunkt liegt später als der von פג und בוסר.",
+ "Verdorbene Oliven und Weintrauben. Die am Baum hart wurden und beim Pressen nur ganz wenig Saft abgeben. S. Bab. m. 105a. Nach Raschi das. sind es Früchte, die nie ausreifen.",
+ "die Bet Hillel für rein. Sie können Speisenunreinheit nicht annehmen, weil sie nicht als Speise gelten; denn es lohnt nicht, sie um des wenigen Saftes willen zu pressen. S. תפארת ישר׳.",
+ "Den Kümmel erklären. Nach Ber. 40a ist der Geruch des Kümmels ungesund, sein Genuss gesund. Mit Rücksicht auf den Geruch betrachten danach Bet Schammai den Kümmel wohl nicht als Nahrungsmittel, während er es nach Bet Hillel wegen seines die Gesundheit fördernden Genuss wohl ist. S. תפארת ישר׳.",
+ "die Bet Schammai für rein. Sie können Speisenunreinheit nicht annehmen, weil sie nicht als Speise gelten; denn es lohnt nicht, sie um des wenigen Saftes willen zu pressen. S. תפארת ישר׳.",
+ "die Bet Hillel für unrein. Sie gelten als Speisen und können daher Speisenunreinheit annehmen."
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+ "Der Gipfeltrieb. S. Löw, Flora II, S. 325. — Der junge Trieb ist genießbar, später verholzt er.",
+ "in jeder Hinsicht wie Holz. Er nimmt keine Speisenunreinheit an. Der Segensspruch vor seinem Genuss ist nicht על פרי העץ, sondern שהכל; Erub. 28b.",
+ "nur darf er für Zehntengeld. Das Geld, auf das der zweite Zehnt ausgelöst wurde, weil man ihn nicht nach Jerusalem bringen konnte; vgl. Dt. 14, 25. Für dieses Geld sollen nur Nahrungsmittel gekauft werden; s. Ma’aser sch. II. und Maim. הל׳ מע״ש ז׳ ג׳. Da die angeführten Gewürze zum Würzen oder Färben von Speisen benutzt wurden, erlaubt R. Akiba sie für Zehntengeld zu kaufen, obwohl sie für sich allein nicht gegessen werden. S. a. Sifre Dt. 107.",
+ "gekauft werden. Weil er aus dem Baum erwächst, also „Frucht von Frucht“ פרי מפרי ist.",
+ "Die Dattelrispen. Löw, Flora II, S. 333. S. a. Maim. Aruch. — Nach Erub. 28b handelt es sich um die Rispe der weiblichen Dattel, da die der männlichen nach R. Jehuda zehntenpflchtig ist. — Raschi (Erub. 28a); Rasch und Rosch erklären כפניות als schlechte, nicht ausgereifte Datteln. — Unsere Mischna gibt die Ansicht R. Jehuda’s wieder. S. Tosefta Ma’aser sch. I, 14, und Erub. 28b; s. a. Tosefta Ukz. III, 11.",
+ "sind Nahrungsmittel. Da sie allgemein gegessen werden.",
+ "aber frei von der Zehntenpflicht. Weil sie noch nicht ausgereift sind."
+ ],
+ [
+ "Von wann an nehmen Fische Unreinheit an. Lebende, bezw. lebensfähige Fische nehmen Unreinheit nicht an. Tote Fische sind an sich nicht unrein, können aber als Nahrungsmittel Speisenunreinheit annehmen.",
+ "nachdem man sie gefangen hat. Da sie ja nicht geschlachtet zu werden brauchen, gelten sie bereits jetzt wie tot. S. Raschi zu Chul. 75a. Nach Bet Schammai gelten sie auch dann als tot und deshalb als Speise, wenn sie, ins Wasser zurückgeworfen, noch weiter leben könnten. S. Tos. zu Chul. 75a s. v. מ״א.",
+ "leben können. So nach den gewöhnlichen Ausgaben, M. und L. — Das Zitat der Mischna in Chul. 75a hat die einfachere Lesart משעה שאין יכולים לחיות. So lesen auch Rasch und Rosch. — Nach Raschi zu Chul. 75a ist der Fisch auch im Wasser nicht mehr zum Leben zurückzurufen, wenn er an den Flossen bereits ganz hart und trocken geworden ist.",
+ "Einen abgerissenen Feigenzweig. Mit reifen Früchten. Die Streitfrage hinsichtlich der Fähigkeit, Unreinheit anzunehmen, bezieht sich auf die Früchte. — Sind die Früchte schon so trocken, dass sie am Baum nicht mehr weiter reifen, sind aber genießbar, so können sie vielleicht auch nach R. Jehuda Speisenunreinheit auch dann annehmen, wenn sie mit ihrem Zweige fest auf dem Baum sitzen. Vgl. Chul. 127b und 128b n. Tos. das. s. v. ר״י. Die gleichen Bestimmungen gelten nach Chul. 127 b auch für anderes Obst; vgl. תפארת ישר׳.",
+ "mit der Rinde. Des Baumes.",
+ "Jehuda für rein. D. h. Die Früchte können nicht unrein werden, da sie noch als am Baum wachsend gelten.",
+ "leben kann. Nur wenn der Zweig noch wieder mit dem Stamm zusammenwachsen kann, gelten seine Früchte noch als auf dem Baum wachsend. Sonst können sie nach Befeuchtung unrein werden.",
+ "der auch nur noch durch eine kleine Wurzel verbunden. Mit dem Boden. — Er kann dadurch wieder festwurzeln."
+ ],
+ [
+ "Das Fett eines reinen Viehes hat nicht die Unreinheit des Aases. Levit. 7, 24 wird es zum Genusse verboten, aber ausdrücklich zu jeder Verarbeitung gestattet, also auch für Zwecke des Heiligtumes. Daraus ergibt sich, dass es im Gegensatze zum Fleische nicht unrein ist. Vgl. Sifra, Zaw, Par. 10 und Pes. 23a. — Das Fett vom Aase des unreinen Viehes und vom reinen und unreinen Gewild ist wie das Fleisch unrein. Vgl. Sifra a. a. O.; s. a. Anm. 22.",
+ "Deshalb hat es Befähigung. Zur Unreinheit durch eine der 7 in Machschirin VI, 4 angeführten Flüssigkeiten.",
+ "nötig. Erst nach dieser Befähigung kann es durch eine Unreinheit die Speisenunreinheit annehmen. — Die Mischna bemerkt nichts darüber, ob dieses Fett vorher ausdrücklich zur menschlichen Nahrung bestimmt sein musste. Nach Mischna 2 und 3 ist es wohl in den Dörfern nötig, in den Städten nicht. S. a. Anm. 8 u. 22.",
+ "Das Fett eines unreinen Viehes hat die Unreinheit des Aases. Ebenso wie das Fleisch; vgl. Anm. 60. Es ist also, auch ohne zur Nahrung bestimmt und befeuchtet zu werden als Aas Unreinheitserzeuger אב הטומאה.",
+ "Deshalb hat es Befähigung. Zur Unreinheit durch eine der 7 in Machschirin VI, 4 angeführten Flüssigkeiten.",
+ "Unreine. Zum Essen verbotene (vgl. Levit. 11), tote.",
+ "Fische und unreine. Zum Essen verbotene (vgl. Levit. 11), tote.",
+ "Heuschrecken haben in den Dörfern. Hier gelten sie nicht ohne weiteres als Nahrungsmittel, während sie es in den Städten auch ohne ausdrückliche Bestimmung sind. Befähigung zur Unreinheit durch Befeuchtung und tatsächlicher Verunreinigung ist überall Voraussetzung ihrer Unreinheit. Denn an sich sind tote Fische und Heuschrecken nicht unrein."
+ ],
+ [
+ "Auf einem Bienenkorb. Diese Mischna ist hier aus Schebi’it X, 7 wiederholt. Hier ist sie wegen des Satzes מקבלת טומאה במקומה angeführt. — Die nähere Bestimmung des Korbes s. Anm. 69.",
+ "er ist wie der Boden. In zivilrechtlicher Hinsicht. Er wird z. B. wie Grund und Boden durch Geld, Kaufbrief und tatsächliche Besitznahme erworben. Vgl. Kid. I, 5.",
+ "man schreibt auf ihn einen Prosbol. Die Urkunde, durch welche man vor Ablauf des Erlassjahres seine Schuldforderungen dem Gericht überträgt und sich von ihm die Vollstreckung übertragen lässt. Vgl. Schebi’it X, 4; Maim. הל׳ שמטה ט׳ ט״ו ע״ד י״ח. — Die Prosbolurkunde kann nur ausgestellt werden, wenn der Schuldner Grundbesitz hat. Vgl. Schebi’it X, 6.",
+ "er nimmt an seinem Platze Unreinheit nicht an. Nach der auf Tos. Ukzin VII, 16 und Jerusch. beruhenden Erklärung Bart.’s zu Schebi’it X, 7 bezieht sich die Kontroverse lediglich auf den Fall, dass der Bienenkorb auf dem Boden steht, ohne angemauert zu sein. Ist er angemauert, so betrachten ihn auch die Weisen als Grund und Boden. Steht er etwa auf Pflöcken, so betrachtet ihn auch R. Elieser als beweglichen Gegenstand. — Wer aus dem hier stehenden Korb Honig am Sabbat herausnimmt, ist auch nach R. Elieser nicht zum Sündopfer verpflichtet. S. יו״ב zu Schebi’it X, 7 gegen תוס׳ רע׳׳ק. — So lange der Bienenkorb an seinem Platz steht, nimmt er keine Unreinheit an. Wenn er aber von seinem Platz genommen ist, kann er unrein werden, nach Ansicht von R. Tam B. b. 66a, nur nach rabbinischer Anordnung, weil man ihn dann mit Geräten verwechseln könnte. Raschbam a. a. O. erklärt: so lange der Honig im Korbe ist, gilt er als mit ihm verbunden; ist er herausgenommen, so nimmt er ohne weiteres Speisenunreinheit an.",
+ "ist zum Sündopfer verpflichtet. Es ist ebenso, als ob man Früchte vom Baum abpflückt. Vgl. Sabb. 95a. — Wenn man daher — nach Ansicht R. Eliesers — versehentlich Waben herausnimmt, ist man zum Sündopfer verpflichtet.",
+ "er. Der Korb und der Honig in ihm; s. a. Anm. 69.",
+ "nimmt an seinem Platze Unreinheit. Der Korb als Gerät, der Honig als Speise.",
+ "ist frei. Vom Sündopfer. — Wohl auch, wenn der Bienenkorb angemauert ist, obgleich die Weisen ihn in diesem Falle als Grund und Boden betrachten (vgl. Anm. 69), da nur R. Elieser das Herausnehmen der Waben als Abpflücken betrachtet; s. Sabb. 95 a., Maim. הל׳ שבת כ״א und כ״מ das."
+ ],
+ [
+ "Von wann an können Honigwaben als Getränk. Der Honig im Bienenkorb — nach Ansicht der in der vorigen Mischna erw. Weisen, auch wenn er auf dem Erdboden steht, nach R. Elieser, wenn er auf Pflöcken steht (s. Anm. 69) — ist als feste Speise zu betrachten, so dass für ihn die Reinheitsbestimmungen der festen Speisen, nicht die der Getränke gelten. Vgl. Maim. אוכלין א׳ י״ח הל׳ טומאת; seine Bemerkung im Kommentar, der Honig im Korbe habe weder den Charakter von Speise noch von Trank, träfe nur für den festgemauerten Bienenkorb zu; s. Anm. 69.",
+ "wenn man erwärmt. So Maim., der hier יחרחר und חרחור Teb. j. I, 3 nach חרחור Dt. 28, 22 von √חרר brennen, rösten ableitet und erklärt: Bet Schammai betrachtet den Honig in den Waben bereits als Flüssigkeit, sobald man sie erwärmt, damit der Honig ausfließt. Aruch leitet יחרחר von der gleichen Wurzel ab, stellt es aber zusammen mit יחרחר ריב Pr. 26, 21 und erklärt: sobald man den Streit mit den Bienen beginnt, d. h. sie durch Rauch aus dem Korbe vertreibt, um den Honig zu nehmen. Aruch kennt auch die Lesart יהרהר die er erklärt: sobald man daran denkt, die Waben herauszunehmen.",
+ "wenn man zerschneidet. Wenn man die Waben zerschneidet, damit der Honig ausfließt, dann gilt der ausfließende Honig als Getränk. So nach Maim.; s. a. הל׳ טומאת אוכלין א׳ י״ח."
+ ],
+ [
+ "Josua ben Levi. Weil hier der Ausspruch des R. Josua b. Levi angeführt wird, bezeichnet ihn Maim. in der Einleitung zu Mischna als Tanna. An mehreren Stellen im Talmud wird er aber als Amora betrachtet. Vgl. תוי״ט s. v. אמר ר״ש a. E. Doch wäre es verständlich, dass der Ausspruch eines jüngeren Schülers Rabbi’s noch in der Mischna Platz fand, da doch auch R. Jehuda Nesia, der Enkel Rabbi’s, in Ab. s. II, 6 noch erwähnt wird. — Sehr auffällig ist aber, dass der hier angeführte Ausspruch R. Josua’s in Sanh. 100a als palästinensische Agada i. N. von Raba bar Mari angeführt wird, die Abaje nicht bekannt war. (Dies bemerkt R. David Sinzheim in seinem handschriftlich erhaltenen Kommentar zu Tohorot; s. a. רש״ש) Raschi zu Sanh. 100a macht nicht darauf aufmerksam, dass diese Agada sich bereits in Ukzin findet. Im Kommentar von Rasch fehlt die Erklärung der ganzen Mischna. Rasch hat sie also wohl nicht als Mischna betrachtet. Sie fehlt auch bei Lowe. — Der folgende Ausspruch des R. Simon ben Chalafta ist allerdings dem Midrasch Bamidbar rabba, Par. 13 (zu 7, 19) als Schluss der Mischna bekannt. Hier wird gesagt, so wie die Mischna mit dem Buchstaben מ beginnt, mit den Worten מאימתי קורין את שמע, so schließt sie auch mit מ, mit den Worten ה׳ יברך את עמו בשלום (Bemerkung R. Dav. Sinzheims a. a. O.) — Die agadischen Aussprüche wurden der Mischna am Ende angefügt, um mit Segenssprüchen für die Gerechten, die sich mit der Thora beschäftigen und für ganz Israel, dem die Thora gegeben ist, zu schließen.",
+ "einem jeden Gerechten. Obwohl bei den vielen Kontroversen der Mischna immer nur einer recht behalten kann, so ist doch jeder, der sich um der Thora willen mit ihr beschäftigt, ein Gerechter und wird seinen Lohn für seine Mühe erhalten; s. תוי״ט.",
+ "und ihre Schatzkammern fülle ich an. Das Wort יש drückt das Vorhandensein aus, so dass להנחיל יש eigentlich bedeutet: das Seiende in Besitz zu geben. Dies erscheint als Tautologie. Deshalb wird יש nach seinem Zahlenwert als 310 erklärt. Im תפארה ישר׳ wird darauf aufmerksam gemacht, dass 310 als Hälfte von 620 die Hälfte, der Gesamtzahl der 613 Thoragesetze und der 7 rabbinischen ist. Vielleicht soll angedeutet werden, dass die vollkommene Thora nur aus der ihr geweihten Diskussion verstanden wird, dass deshalb jeder der beiden Gegner, mag er zum Schluss recht behalten oder nicht, die Hälfte der Thora erarbeitet und dafür belohnt wird.",
+ "Simon ben Chalafta. S. Anm. 72. — R. Simon b. Ch. war einer der angesehensten Schüler Rabbi’s. (s. M. k. 9b ר״ש ב״ח איפטר מיניה דרבי; vgl. Dik. Sofr.), Kollege von R. Chija und R. Simon bar Rabbi; vgl. Ber. r. c. 79 (zu 33, 18). Sein Ausspruch wurde wohl deshalb nach dem des jüngeren R. Josua b. L. angeführt, um die Mischna mit dem Wort שלום zu schließen.",
+ " Bei den vielen Kontroversen in den Lehrhäusern liegt eine gewisse Gefahr, dass die sachlichen Gegensätze zu persönlichem Streite führen können. Deshalb wird im Schlusssatz der Mischna mit ihren vielen hundert Kontroversen gesagt: das Ziel aller Diskussionen muss das Finden der Wahrheit sein, durch die nach allen Gegensätzen schließlich der Friede erreicht wird."
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Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
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+ "\nDer Traktat פרה, ein verkürzter Ausdruck für פרה אדומה, enthält die Bestimmungen über die unter den peinlichsten Vorsichtsmassregeln vorzunehmende Herstellung des mit der Asche einer verbrannten roten Kuh gemischten Sprengwassers, מי חטאת genannt, womit jeder Mensch und jeder Gegenstand, der durch eine Toten-Unreinheit אב הטומאה geworden war, zweimal, am dritten und am siebenten Tage, besprengt werden musste, um durch ein Tauchbad wieder rein werden zu können, und über die Besprengung mit diesem Wasser und seine Wirkung auf die mit ihm in Berührung kommenden Menschen und Gegenstände (Num. Cap. 19). Der Traktat besteht aus 12 Abschnitten.\nDie ersten vier Abschnitte handeln von der Herstellung der Asche: Wie das zu schlachtende und zu verbrennende Tier beschaffen sein musste und was es zur Verwendung für diesen Zweck untauglich machte (I und II). Wie der Priester, der das Schlachten und Verbrennen vornehmen sollte, hierfür vorbereitet wurde (III, 1—8). Das Schlachten der Kuh, die mit dem Blut des geschlachteten Tieres vorzunehmenden Sprengungen, das Verbrennen der Kuh und das Aufsammeln der Asche (III, 9—IV Ende).\nEs folgen die Bestimmungen über die für die Asche und für das Wasser zu verwendenden Gefässe (V). Ueber das Einschütten der Asche in das Wasser (VI, 1—3). Wodurch das für das Sprengwasser bestimmte Wasser beim Schöpfen oder nach dem Schöpfen untauglich werden konnte (VI, 4—VIII, 1). Wie beim Einschütten der Asche der Einschüttende durch das Wasser selbst unrein werden konnte und einige dem ähnliche Fälle bei anderen Unreinheitsgesetzen (VIII, 2—7). Welches Wasser für das Sprengwasser verwendet werden durfte (VIII, 8—11).\nDie letzten Abschnitte enthalten die Bestimmungen, wodurch Sprengwasser untauglich (פסול) und wodurch es unrein (טמא) wurde, und welche Folgen beides hatte (IX). Ueber das Unreinwerden des Sprengwassers und der sich damit Beschäftigenden durch Berührung mit anderen selbst reinen Gegenständen und des Gefässes mit Asche oder Sprengwasser durch Niedersetzen auf einen unreinen Ort (X). Erschwerende Bestimmungen über das Unreinwerden des Sprengwassers im Vergleich zu denen über das Unreinwerden von Heiligem und von Hebe (XI, 1—6). Ueber den Ysop, der zum Besprengen verwendet wurde (XI, 7—9), und beim Besprengen zu beobachtende Bestimmungen (XII und XIII).\n"
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+ "Das Kalb. Das nach Deut. 21, 1—9 die Bewohner der nächstgelegenen Stadt zu bringen hatten, wenn ein Erschlagener auf dem Felde gefunden worden und der Täter nicht zu ermitteln war.",
+ "darf nur erstjährig sein. Nicht über ein Jahr alt.",
+ "und die Kuh. Die rote Kuh, die zu der Herstellung des Sühnwassers verwendet wurde, mit dem alles durch Toten-Unreinheit Verunreinigte besprengt werden musste (Num. 19).",
+ "zweitjährig. Sobald das Tier das erste Lebensjahr überschritten hat, ist es kein Kalb mehr, sondern eine Kuh. Ist das Tier über zwei Jahre alt, ist es wohl auch noch zu verwenden, nach R. Elieser ist aber dem zweitjährigen der Vorzug zu geben (s. weiter Note 6.",
+ "Das Kalb darf zweitjährig. Auch im zweiten Jahre gilt es noch als עגל. Im allgemeinen ist unter עגל allerdings ein erstjähriges Tier zu verstehen, hier aber lautet der Ausdruck עגלת בקר, darin ist auch ein zweitjähriges mit inbegriffen.",
+ "Tauglich ist auch eine ältere. Nicht nur nach R. Meïr, sondern auch nach R. Elieser und den Weisen.",
+ "nur lässt man sie. Wenn sie nach R. Elieser älter als zwei, nach den Weisen älter als vier und nach R. Meïr älter als fünf Jahre ist.",
+ "nicht stehen. Nachdem man sich bei ihrer Anschaffung von ihrer Tauglichkeit überzeugt hat, um sie dann nachher ohne nochmalige Untersuchung zu verwenden (יו״ב).",
+ "es könnten sich schwarze Haare zeigen. Was nach R. Elieser schon bei einer über zwei Jahre alten zu befürchten ist, nach den Weisen erst bei einer über vier und nach R. Meïr erst bei einer über fünf Jahre alten, das Tier müsste deshalb vor seiner Verwendung nochmals darauf untersucht werden.",
+ "dass. Nach א״ר ist ושלא תפסל zu lesen: und dass sie nicht in der Zwischenzeit durch etwas anderes untauglich wird, was auch bei einem älteren Tiere eher zu befürchten ist als bei einem jüngeren.",
+ "[die Kuh muss] eine שלישת. Sie darf nur im dritten Lebensjahre stehen, nicht jünger und nicht älter sein.",
+ "Warum gebrauchst du den Ausdruck שְׁלשִׁית. Warum nicht den gebräuchlichen Ausdruck שְׁלשִׁית .",
+ "die dritte] unter anderen bei einer Zählung. Es könnte deshalb gemeint sein: ein Tier, das als drittes von der Mutter geworfen worden ist, das man für besonders gut hielt, vgl. Jes. 15, 5: עגלת שלישיה (Maim.).",
+ "der vierte] unter anderen bei einer Zählung. Also etwa der zu viert gepflanzte Weinberg.",
+ "Ein gleiches über den Ausspruch. S. Erub. VIII, 2.",
+ "Wer in einem aussätzigen Hause ein halbes Brot gegessen hat von dreien aus einem Kab. Erst wenn er so lange Zeit in dem Hause verweilt hat, wie hierzu nötig ist, sind auch die Kleider, die er an seinem Körper trägt, unrein, s. Negaim XIII, 9.",
+ "von achtzehn aus einem Seah. Was doch dasselbe ist, da ein סאה = 6 קבים ist. Das סאה ist ein in der Schrift häufig angeführtes Maass, während das קב nur an einer einzigen Stelle (II Kön. 6, 25) erwähnt wird.",
+ "ist keine Challah davon genommen. Challahpflichtig ist ein Teig nur, wenn er etwas über /4 Kab Mehl enthält, jedes der drei aus einem Kab Mehl gemachten Brote enthält demnach ein volles Drittel Kab Mehl.",
+ "ist es um die Challa weniger geworden. Von dem Seah, aus dem die achtzehn Brote gemacht worden sind, hat Challah genommen werden müssen, es enthält deshalb jedes der Brote etwas weniger als 1/18 Seah oder 1/3 Kab."
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+ "denn es heisst. Num. 8, 8.",
+ "Und einen zweit[jährig]en. Das שני kann hier nicht die Bedeutung „einen zweiten“ haben, denn dann würde es ganz überflüssig stehen, da aus dem Zusammenhang sich von selbst ergibt, dass dies ein zweiter Stier neben dem zuerst genannten ist. Unter שני ist deshalb ein zweitjähriger zu verstehen, wie oben unter שְלָשִי ein drittjähriger. Malbim (התורה וחמצוה zu Lev. 4, 3) führt hierfür noch die weitere Begründung an: wenn שני ein zweiter bedeuten sollte, so würde es hinter בן בקר stehen und heissen müssen ופר בן בקר שני תקח לחטאת. Da aber das בן בקר hinter שני steht, kann es nur die Apposition zu שני sein: einen zweitjährigen Stier, das ist ein בן בקר. Da nun in der Schrift, wo ein Stier als ein Opfertier vorgeschrieben wird, es fast ausnahmslos פר בן בקר heisst, schliesst daraus R. Jose, dass zu Stieren immer nur zweitjährige verwendet werden dürfen. R. Jose ist wie R. Elieser in der vorhergehenden Mischna der Ansicht, dass, sobald das Tier über ein Jahr alt ist, es nichtmehr עגל, sondern פר oder פר בן בקר genannt wird.",
+ "die Weisen sagen: (Auch. אף fehlt in manchen Ausgaben.",
+ "drittjährige. Nach der Lesart בני שלש, die ר״ש für die richtige hält, erkennen die Weisen die Auslegung des R. Jose nicht an, sondern sind wie die חכמים in Mischna 1 der Ansicht, dass ein Tier auch im zweiten Lebensjahre noch עגל heisst; wo die Schrift einen פר vorschreibt muss deshalb das Tier mindestens drittjährig sein. Nach der Lesart אף כני שלש sind die hier genannten Weisen nicht dieselben und nicht gleicher Ansicht wie die, חכמים in Mischna 1. Der מהר״ם (s. Tosf. Jomt.) meint, dass auch diese Lesart nicht der Ansicht der חכמים in Mischna 1 widerspricht, indem er erklärt, das אף beziehe sich nur auf die angezogene Schriftstelle, trotzdem dort ein zweitjähriger Stier vorgeschrieben wird, durfte auch ein drittjähriger verwendet werden, da unter פר sonst immer ein solcher verstanden wird, nur für diesen Fall hat die Schrift durch das פר שני auch einen zweitjährigen für verwendbar erklärt, für alle anderen Opfer ist dagegen nur ein drittjähriges Tier als פר verwendbar. Dass die חכמים hier nicht wie in Mischna 1 auch ein viertjähriges Tier mit einschliessen, findet nach מ״א seine Erklärung darin, dass nach ihrer Ansicht für Opfertiere eine bestimmte Altersgrenze durch Toravorschrift festgesetzt war, nicht aber für die פרה אדומה, für die nur die rabbinische Vorschrift aus dem in der Mischna angegebenen Grunde eine Altersgrenze bestimmt hat.",
+ "Auch. Das אף im Ausspruch des R. Meïr bezieht sich auf den Ausspruch der חכמים; nicht nur drittjährige, sondern auch viertjährige und fünfjährige sind als פרים brauchbar, nicht aber wie nach R. Jose zweitjährige.",
+ "nur bringt man der Würde [des Heiligtums] halber nicht ältere Tiere. Es entspricht mehr der Würde des Heiligtums, wenn junge kräftige Tiere als Opfer dargebracht werden, als schon alternde, wenn sie auch noch nicht durch ihr Alter gebrechlich und überhaupt untauglich geworden sind (vgl Bechor. VI, 12). Dieser Grund wird in Mischna 1 nicht angegeben, weil die rote Kuh kein Opfertier war und ausserhalb des Heiligtums geschlachtet wurde."
+ ],
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+ "Schafe dürfen nur erstjährig sein und Widder zweitjährig. Im ersten Lebensjahre wird das Schaf ככש genannt, im zweiten איל.",
+ "bei allen. Nach מ״א auch bei der Berechnung der Altersgrenzen für die in Mischna 2 und 3 genannten Tiere.",
+ "[wird das Jahr] vom Tage bis zum [wiederkehrenden] Tage [gerechnet. Das Jahr schliesst erst ab mit der Wiederkehr des Kalendertages, an dem das Tier geboren ist. Mit der ersten Wiederkehr dieses Tages hört das Tier auf, ein כבש zu heissen, und beginnt der dreizehnte Monat, nach dessen Ablauf das Tier ein איל heisst. Nach Ablauf des zweiten Jahres heisst es nach מ״א auch weiter ein איל (s. auch Raschi Chullin 23 a v. פלגס), eignet sich aber aus dem in der vorhergehenden Mischna angegebenen Grunde nicht mehr zur Darbringung.",
+ "Im dreizehnten Monat ist [das Tier weder als Widder noch als Schaf tauglich. Erst nach Ablauf des ersten Monats des zweiten Lebensjahres wird es איל genannt (s. Chull. 23 a und Menach. 91 b).",
+ "Tarfon nannte es . פלגס vermutlich gr. πάλλαξ = Jüngling.",
+ "Ben Asai nannte es . נוקד arab. نقد, vgl. נקד = Viehbesitzer 2 K. 3, 4; Amos 1,1.",
+ "Ismael nannte es . N.: פרדגמא, L: פרכריגמא gr. παϱαχάϱαγμα = eine Münze, deren Prägung abgeschabt ist und erst wieder erneuert werden muss.",
+ "bringt man dazu. N. und L.: הביא עליו נסכי איל לא עלה לו מזבחו.",
+ "wird aber dadurch nicht von seiner Opferpflicht entbunden. Wenn man einen איל darzubringen hatte oder ein כבש darzubringen hatte, hat man mit der Darbringung des פלגס seiner Pflicht nicht genügt. לא עולה לו = es wird ihm nicht angerechnet, מזבחו — dass er damit von seinem Opfer frei wird.",
+ "Ist es dreizehn Monate und einen Tag alt. Das heisst: an dem Tage, der auf den Abschluss des dreizehnten Monats folgt."
+ ],
+ [
+ "Sünd- und Ganzopfer der Gemeinde. Soweit dafür Schafe oder Ziegen vorgeschrieben sind.",
+ "Sündopfer einer Einzelperson. Für das ein Schaf oder eine Ziege vorgeschrieben ist.",
+ "das Schuldopfer eines Nasir und das Schuldopfer eines Aussätzigen. Die beide ein Schaf als Schuldopfer zu bringen haben.",
+ "sind vom dreissigsten Tage an und weiter tauglich. Nach Lev. 22, 27 kann ein Tier schon vom achten Tage an als Opfer dargebracht werden, doch soll man zu den vorgeschriebenen Pflichtopfern, mit Ausnahme der weiter angeführten, nicht so junge Tiere wählen, sondern solche, die wenigstens dreissig Tage alt sind. Maim. begründet dieses damit, dass es heisst: והיאה ירצה es wird wohlgefällig aufgenommen, wenn es über dieses Mindestalter weiter hinaus ist.",
+ "auch schon am dreissigsten Tage. Da es von der Erstgeburt (Exod. 22, 29) heisst: ביום השמיני תתנו לי „am achten Tage sollst du sie mir geben“, wird auch das ומיום השמיני והלאה (Lev. 22, 27) dahin gedeutet, dass auch der achte Tag mit einbegriffen ist.",
+ "sind sie tauglich. Weil sie nach Toravorschrift da schon tauglich sind.",
+ "Gelübde und freiwillige Gaben. Wenn jemand durch הרי זו oder הרי עלי ein Schaf oder eine Ziege zum Opfer bestimmt hat, für sie gilt, weil sie keine Pflichtopfer sind, sie rabbinische Beschränkung nicht (s. Note 39).",
+ "der Zehnt und das Pessach-Opfer. Für das Pessachopfer geben ר״ש und Bart, als Grund an, weil kleine Familien ein möglichst junges Tier nehmen mussten, damit sie es auch ganz verzehren konnten; מהר״ם fügt als weiteren Grund hinzu, weil der Bedarf ein sehr grosser war und durch die Beschränkung es leicht hätte Vorkommen können, dass man nicht die genügende Anzahl hätte auftreiben können. Maim. gibt als Grund für die Erstgeburt an, weil es bei ihr ausdrücklich in der Schrift heisst: ביום השמיני תתנו לי, Zehnt- und Pessachopfer sind aber betreff der Blutsprengung der Erstgeburt gleichgestellt, deshalb auch inbezug des Alters. Nach יו״ב ist auch bei diesen drei der Grund, weil sie nicht in dem Sinne Pflichtopfer sind wie die übrigen Pflichtopfer, denn die Erstgeburt hat nicht der Eigentümer darzubringen, sondern er gibt sie irgend einem Priester als ihm zukommende Gabe und dieser bringt sie als Opfer dar, der Zehntpflicht kann man sich entziehen, indem man die Tiere schlachtet, bevor die Zeit zum Verzehnten gekommen ist (s. Bechor. IX, 6), oder den Tieren einen Leibesfehler beibringt, der sie zum Zehnt untauglich macht, und der Pflicht, das Pessachopfer darzubringen, kann man sich entziehen, indem man zur Zeit der Darbringung sich בדרך רחוקה befindet."
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+ "die Weisen erklären sie für untauglich. Sowohl R. Elieser wie die Weisen sind der Ansicht, des R. Jehuda in Mischna 4, dass die Kuh durch Bespringen nicht untauglich wird, wenn dies ohne Wissen des Eigentümers geschehen ist. Ist sie aber trächtig geworden, so wird sie nach Ansicht der Weisen dadurch untauglich, weil das Tragen des Fötus als Tragen einer Last gilt, nach Ansicht des R. Elieser ist dies nicht der Fall, weil der Fötus als ein Teil des Muttertieres zu betrachten ist.",
+ "Sie darf nicht von einem Nichtjuden gekauft werden. Weil zu befürchten ist, dass dieser sie geschlechtlich missbraucht hat und sie dadurch untauglich geworden ist. Als anderer Grund wird Abod. Sar. 23 a angegeben, weil es heisst דבר אל בני ישראל ויקחו אליך, damit solle gesagt sein, dass der Kauf nur unter Israeliten stattfinden darf.",
+ "die Weisen erklären [eine solche] für tauglich. Die Auslegung von דבר אל בני ישראל erkennen sie nicht an, und die Befürchtung, dass der Götzendiener sie geschlechtlich missbraucht haben könnte, liegt nach ihnen nicht vor, trotzdem die Götzendiener im allgemeinen solcher Unzucht verdächtig sind, weil er dieselbe bei seinem eigenen Vieh nicht vornehmen wird, um es nicht dadurch unfruchtbar zu machen. Dass er die Kuh hat bespringen lassen oder sie zu irgend einer Dienstleistung verwendet hat, die sie zu ihrer Verwendung als פרה אדומה untauglich macht, ist gewiss nicht zu befürchten, weil da, wo seine Sinnlichkeit nicht mit im Spiele ist, er sich schon aus eigenem Interesse davor hüten wird, etwas mit ihr vorzunehmen, was sie hierfür untauglich macht.",
+ "und nicht nur bei dieser allein. Nicht nur die rote Kuh darf man nach Ansicht der Weisen auch von einem Götzendiener kaufen.",
+ "sondern bei allen Gemeinde wie Privatopfern. Auch sie können auch von einem Götzendiener gekauft werden.",
+ "sie. Das באין kann sich nicht auf das hier vorangehende כל קרבנות הצבור והיחיד beziehen, denn Erstgeburt und Zehnt dürfen nicht aus dem Auslande gebracht werden (s. Temura III, 5), sondern im Anschluss an das vorangehende כל קרבנות הצבור והיחיד, womit hier Tieropfer gemeint sind, wiederholt hier die Mischna den Menach. VIII, 1 gebrachten Grundsatz, der mit denselben Worten beginnt כל קרבנות הצבור והיחיד, womit aber dort nur Mehlopfer gemeint sind, von ihnen sagt auch hier die Mischna: באין מהארץ ומחו״ל וכו׳.",
+ "von neuem. Diesjährigem.",
+ "ausgenommen das Omer. Am Pessach.",
+ "und die beiden Brote. Am Wochenfeste.",
+ "die nur von neuem. Weil es beim Omer heisst (Lev. 23, 10): ראשית קצירכם „das Erste eurer Ernte“, und bei den beiden Broten (Lev. 23, 16): מנחה הדשה „ein Mehlopfer von dem neuen“.",
+ "und vom Inlande. Weil es heim Omer heisst; כי תבאו אל הארץ „wenn ihr kommen werdet in das Land, und bei den beiden Broten: ממושבותיכם תביאו „von euren Wohnsitzen sollt ihr es bringen“."
+ ],
+ [
+ "schneidet man sie ab. Jedoch nur so weit, dass man nicht den aus dem Kopf bzw. Fuss hineingewachsenen Knorpel, זכרות genannt, mit abschneidet, denn dadurch würde man dem Tiere einen Leibesfehler beibringen, der es untauglich macht, (s. Bechor. 44 a). Dieses Entfernen des Schwarzen an den Hörnern und Klauen ist nach מ״א nur deshalb geboten, weil es das äussere Aussehen stört (מפני מראית העין), ist dieses jedoch nicht möglich, ohne das זכרות mit abzuschneiden, schneidet man es deshalb nicht ab und ist die Kuh trotzdem tauglich.",
+ "die Zähne und die Zunge machen die Kuh nicht untauglich. Auch wenn sie schwarz aussehen.",
+ "Eine zwerghafte ist tauglich. Ebenso jede andere Abweichung von dem gewöhnlichen, die bei Opfertieren nicht als Leibesfehler gilt (s. Bechor. VII, 6), obwohl es bei der roten Kuh heisst: תמימה אשר אין בה מום, was man so auffassen könnte, als müsste sie vollkommen ohne Fehler sein; das תמימה ist aber nicht auf das folgende אשר אין בה מום zu beziehen, sondern auf das vorangehende אדומה, sie muss vollkommen rot sein, als Leibesfehler gelten aber bei ihnen nur dieselben Fehler wie bei den Opfertieren.",
+ "Jehuda für untauglich. Selbst wenn wieder rote Haare darauf gewachsen sind, weil diese doch niemals die starke Rötung bekommen wie die übrigen Haare.",
+ "ist sie untauglich. Sind jedoch wieder rote Haare darauf gewachsen, ist sie tauglich."
+ ],
+ [
+ "Eine seitwärts herausgezogene. S. Sebachim VIII Note 14.",
+ "als Buhlerin-Lohn oder als Hundepreis gegebene. Deut. 23, 19.",
+ "ist untauglich. Wie bei allen Opfertieren, weil auch die rote Kuh ein חטאת genannt wird (Num. 19, 9).",
+ "Elieser erklärt sie. Wie aus der Begründung hervorgeht, wendet sich R. Elieser nur dagegen, dass אתנן und מחיר untauglich sein sollen (s. dagegen מ״א).",
+ "denn es heisst. Deut. 23, 19.",
+ "diese aber kommt. L. ביאה לבית, N. הבאה לבית.",
+ "nicht in das Haus. Sondern wird ausserhalb des Heiligtums geschlachtet (Num. 19, 3.) Nach Ansicht der Weisen will das בית ח׳ nicht die Kuh ausschliessen, die nicht im Heiligtum geschlachtet wird, sondern vielmehr die Goldplatten einschliessen, mit denen man die Wände des Heiligtums belegte (Temura 30 b).",
+ "machen auch bei der Kuh untauglich. Weil die Schrift vorschreibt: אשר אין בה מום.",
+ "hat man sich an ihren Schwanz gehängt. Und sich von ihr ziehen lassen, ebenso wenn man sich an irgend einen anderen ihrer Körperteile gehängt und sich von ihr hat ziehen lassen.",
+ "hat mit ihr einen Fluss überquert. Dieses wird nur als ein einzelner Beispielfall zu dem Vorhergehenden angeführt: hat man sich an sie angehängt, um sich von ihr, da das Tier schwimmen kann, über einen Fluss hinüberbringen zu lassen.",
+ "hat man den Halfterstrick auf sie hinauf umgelegt. Den herabhängenden Strick auf die Kuh hinaufgelegt.",
+ "ist sie untauglich. In der Schrift heisst es nur: אשר לא עלה עליה עול, es darf kein Joch auf sie gekommen sein, nach Sota 46 a ist aber darin mit inbegriffen, wenn die Dienstkraft des Tieres in irgend einer anderen Weise benutzt worden ist, entsprechend der Bestimmung אשר לא עובד בה bei der עגלה ערופה, nur mit dem Unterschiede, dass das Auflegen eines Joches das Tier untauglich macht, auch wenn es ohne augenblicklichen Arbeitszweck geschieht, jede andere Inanspruchnahme der Dienstkraft des Tieres jedoch nur, wenn deren Benutzung damit beabsichtigt ist. Bei dem Auflegen des Halfterstricks und dem Ausbreiten des Mantels auf das Tier wird demnach die Absicht vorausgesetzt, dass das Tier diese Gegenstände tragen soll.",
+ "wenn man sie mit dem Halfter angebunden hat. Damit sie nicht fortläuft und sich beschädigt.",
+ "lässt sie tauglich. Weil das nicht als eine Benutzung ihrer Arbeitskraft zu betrachten ist.",
+ "was um eines anderen Zweckes willen. Sobald nur auch ein anderer Zweck damit beabsichtigt ist (Bart.)."
+ ],
+ [
+ "ist sie untauglich. Das Bespringen hat den Zweck, Junge von der Kuh zu erzielen, es ist deshalb eine Benutzung des Tieres zu einem nicht diesem zugute kommenden Zwecke, die es untauglich macht, wenn sie von dem Eigentümer vorgenommen oder veranlasst oder auch nur gerne (ניחא ליה) zugelassen worden ist, und es dem Eigentümer doch nur recht sein kann, wenn er durch das Bespringen Junge von seiner Kuh bekommt. In diesem Falle wird es ihm allerdings nicht lieb sein, da durch das Bespringen die Kuh untauglich wird und deshalb ihren besonderen Wert verliert. Würde die Kuh nicht aus diesem Grunde für untauglich erklärt werden, so würde ihm das Bespringen doch aber wieder recht sein, deshalb ist auch in diesem Falle, wenn von ihm das Bespringen nur zugelassen worden ist, die Kuh für untauglich zu erklären. Hat der Eigentümer von dem Bespringen überhaupt nichts gewusst, ist nach ר״ש und Bart. die Kuh trotzdem untauglich, s. dagegen מ״א.",
+ "Wenn er. Der Eigentümer.",
+ "sie hat bespringen lassen. Nach ר״ש und Bart.: auch wenn er es nur zugelassen hat, es also mit seinem Wissen geschehen ist, in diesem Falle stimmt R. Jehuda den Weisen zu; nach מ״א und יו״ב: nur wenn er irgend etwas mit dazu getan hat.",
+ "hat es sie von selbst besprungen. Nach ר״ש und Bart.: wenn es ganz ohne Wissen des Eigentümers geschehen ist, wodurch nach Ansicht der Weisen sie ebenfalls untauglich wird; nach מ״א und יו״ב: wenn er gar nichts dazu getan hat, wodurch er zu erkennen gegeben hat, dass es ihm recht ist, obwohl er davon gewusst hat."
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+ [
+ "ist sie untauglich. Und nützt es nichts, wenn man sie ausreisst.",
+ "Auch wenn sie in einem Haarbecher sind. Nach Maim. und א״ר grössere kreisförmige Vertiefungen in der Haut, aus denen je mehrere Haare wachsen; nach ר״ש und Bart. gleichbedeutend mit גומא (s. Jeruschalmi Aboda Sara II Ende), R. Jehuda gebraucht nur die Bezeichnung, wie er sie von seinem Lehrer gehört hat, danach wäre das Wort אפילו zu streichen.",
+ "stehen einander aber gerade gegenüber. So möchte ich das מוכיחות wie נוכח vom Stw. יכח erklären, die Erklärer fassen es alle in der Bedeutung von dicht bei einander stehend. Maim. in יד החזקה hat: מונחות זו על זו.",
+ "ist sie untauglich. Nach einigen Erklärern gehört dieser Satz, da in ihm der Ausdruck כוסות gebraucht wird, noch zu dem Ausspruch des R. Jehuda, nach anderen will er sagen, dass selbst nach der Ansicht, nach der sie nur untauglich machen, wenn sie aus einer Haargrube, nicht aber wenn sie aus verschiedenen Haargruben eines Haarbechers gewachsen sind, sie dennoch aber untauglich machen, wenn sie dicht bei einander stehen, auch wenn sie selbst aus zwei neben einander liegenden Haarbechern herausgewachsen sind.",
+ "reisse man sie heraus. Wenn die Haare nicht in einer Grube und nicht dicht beieinander stehen, machen sie das Tier nicht untauglich, auch wenn es vier oder fünf Haare sind, nur soll man sie des Augenscheins wegen herausreissen; eine grössere Anzahl von Haaren dagegen machen es, auch wenn sie ganz zerstreut stehen, untauglich.",
+ "Selbst wenn es fünfzig sind. Die Zahl fünfzig soll wohl nur eine grössere Anzahl bezeichnen, auch eine grössere Zahl von zerstreut stehenden Haaren macht das Tier nicht untauglich, sondern es genügt, wenn man sie herausreisst.",
+ "Sind an ihr zwei Haare. Durch die das Tier untauglich werden kann.",
+ "an der Wurzel schwarz. S. Negaim IV Note 19.",
+ "was sichtbar ist. Das ist nach dem oberen Teil.",
+ "Nach der Wurzel. Wenn das Haar von der Wurzel an soweit hinauf rot ist, dass man es, wenn es nur so lang wäre, mit einer Schere abschneiden könnte, gilt es als rot und braucht man nur den oberen schwarzen Teil abzuschneiden; ist es dagegen nicht so weit hinauf rot, gilt es auch nach den Weisen nicht für rot (vgl. Negaim IV, 4; Bechor. 25 a)."
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+ "Sieben. Joma 2 a.",
+ "aus seinem Hause nach der an der nordöstlichen Seite des Tempels gelegenen Kammer. Diese Kammer wurde gewählt, damit sie ihn schon durch ihre Lage auf den Ernst der von ihm vorzunehmenden Handlung hinweise. Ihre nördliche Lage sollte ihn darauf hinweisen, dass es ein חטאת sei, mit dem er sich zu beschäftigen hatte, alle Sündopfer wurden auf der Nordseite geschlachtet, und ihre östliche Lage, dass er die Kuh gegenüber dem Eingang zum Heiligtum, der auf der Ostseite war, zu schlachten hatte.",
+ "sich zurückziehen. Nach einer Ansicht im Talmud ist dieses siebentägige Sichzurückziehen des Priesters, der die rote Kuh zu verbrennen hatte, schon in der Schrift in dem Abschnitt über die Einsetzung der Priester (Lev. 8, 34) angedeutet, nach einer anderen ist es nur eine von den rabbinischen Erschwerungen (מעלות s. folgende Note), die man für alle die Herstellung des Sühnwassers und dieses selbst betreffenden Vorschriften anzuordnen für nötig befunden hat (Joma 3 b).",
+ "das Stein-Haus. Weil während dieser sieben Tage in ihr nur Geräte aus Stein oder ähnlichem Material, die niemals unrein werden können, verwendet wurden, um den Priester vor jeder Verunreinigung, die er sich durch Berührung unreiner Geräte zuziehen könnte, zu sichern. Es war dieses eine von den vielen Erschwerungen, die man als eine Art Gegengewicht gegen den eingeführten Gebrauch angeordnet hatte, den Priester, bevor er an die Kuh herantrat, zu verunreinigen und darauf ein Tauchbad nehmen zu lassen, so dass er immer noch ein טבול יום war, wenn er seine Verrichtungen mit der Kuh vornahm, um damit zu dokumentieren, dass im Gegensatz zu der Ansicht der Sadduzäer auch ein טבול יום diese Handlungen vornehmen durfte (s. weiter Mischna 7). Damit daraus nun nicht etwa ein Rückschluss auf die geringere Heiligkeit dieser Handlungen gezogen werde, hat man dagegen auf der anderen Seite wieder eine ganze Reihe von erschwerenden Bestimmungen getroffen, die über das durch das Gesetz Gebotene hinausgehen.",
+ "und besprengte. Um ihn von einer Verunreinigung durch Toten-Unreinheit, die er sich unbewusst vor seiner Absonderung zugezogen haben konnte, zu reinigen.",
+ "ihn alle die sieben Tage. Mit Ausnahme des Schabbats, an dem das Besprengen zur Reinigung verboten war. Man liess deshalb die Absonderung stets mit einem Mittwoch beginnen, so dass der vierte Tag der Absonderung auf den Schabbat fiel, weil am vierten Tage ein Besprengen ohnedies nicht nötig war. Das Besprengen an jedem dieser Tage hatte nämlich seinen Grund nur darin, dass es als wünschenswert galt (הזאה בזמנה מצוה), das Besprengen gerade am dritten und am siebenten Tage nach der Verunreinigung vorzunehmen, nicht erst nach dem dritten und dann vier Tage nach dieser ersten Besprengung. Deshalb musste er am ersten Tage besprengt werden, weil dieses vielleicht der dritte Tag nach seiner Verunreinigung war, und dann wieder am fünften, weil dieses dann der siebente Tag war, ebenso am zweiten, weil dieses vielleicht der dritte Tag nach seiner Verunreinigung war, und dann wieder am sechsten, ebenso am dritten, weil er sich vielleicht am Tage seiner Absonderung noch vorher verunreinigt haben konnte, und dann wieder am siebenten. Der vierte Tag dagegen hätte nur als siebenter Tag nach seiner Verunreinigung in Frage kommen können, das Besprengen am siebenten Tage kam aber nur in Betracht, wenn ein Besprengen am dritten Tage vorausgegangen war, was hier nicht der Fall war.",
+ "das] aus allen dort vorhandenen. Von jeder Entsündigungskuh, die seit Moses Zeit verbrannnt worden war, wurde ein Teil der Asche im Heiligtum aufbewahrt (s. weiter Mischna 5 und 11).",
+ "[Aschen von] Entsündigungskühen [hergestellt war. Nach א״ר und יו״ב wurde alle Tage Asche von allen dort vorhandenen Aschenresten dazu verwendet, nach Maim. ר״ש und Bart jeden Tag Asche von einem der Aschenreste.",
+ "Man besprengte ihn nur am dritten und am siebenten Tage. Er ist der Ansicht, dass kein Wert darauf gelegt wurde, dass die erste Besprengung gerade am dritten Tage nach der Verunreinigung vorgenommen werde, sondern sie musste nur frühestens am dritten Tage, und dann die zweite Besprengung am vierten Tage nach der ersten vorgenommen werden, deshalb genügte es, wenn der Priester am dritten Tage nach der ersten seiner Absonderung besprengt wurde für den Fall, dass er sich am Tage seiner Absonderung oder an irgend einem vorgehenden Tage unwissentlich verunreinigt hatte, und dann wieder am siebenten Tage.",
+ "und den zum Versöhnungstage besprengte man nur am dritten und am siebenten. R. Chanina ist der gleichen Ansicht wie R. Jose, den Priester, der sich mit der roten Kuh zu beschäftigen hatte, besprengte man trotzdem alle sieben Tage aus dem Note 4 angegebenen Grunde."
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+ "Es. Sukka 21 a.",
+ "die auf Felsboden gebaut waren. Der Boden war felsig, so dass kaum angenommen werden konnte, dass darunter ein Toter begraben worden war.",
+ "und deren Untergrund hohl war. Zur grösseren Vorsicht hatte man dennoch den ganzen Boden unterhöhlt, so dass dadurch ein Zwischenraum zwischen dem auf dem Boden und dem unter dem Hohlraum Befindlichen geschaffen war.",
+ "wegen eines [vielleicht] in der Tiefe. קבר התהום ist wie טומאת התהום die Bezeichnung für ein Grab bzw. eine Leiche oder Leichenteile, von deren Vorhandensein an dem betreffenden Orte kein Mensch etwas gewusst hat, die da nach menschlicher Kenntnis so verborgen waren wie die Untiefe oder der Meeresgrund.",
+ "vorhandenen Grabes. Durch den geschaffenen Hohlraum wurde erreicht, dass selbst wenn ein Grab sich in der Tiefe befinden sollte, die Unreinheit nicht nach oben dringen konnte (s. VO, 7—9).",
+ "die dort niederkamen und dort ihre Kinder grosszogen. So dass diese, so weit wie möglich, vor einer Verunreinigung durch Toten-Unreinheit geschützt waren (s. weiter Mischna 4).",
+ "auf deren Rücken Türen. Die auf beiden Seiten über den Rücken der Tiere hinausragten.",
+ "auf diese. Hätten die Kinder auf dem Rücken der Tiere gesessen, hätte es leicht Vorkommen können, dass sie eines ihrer Glieder über den Rücken hinausgestreckt und damit über eine auf dem Wege liegende Toten-Unreinheit ein Dach gebildet hätten und dadurch unrein geworden wären. Nach Bart. ging man in der Vorsicht noch weiter, indem man überhaupt nur Ochsen mit sehr breiten Bäuchen verwendete, so dass diese schon das Hinaufdringen der etwa vorhandenen Unreinheit zu den hinausgestreckten Gliedern der Kinder verhinderten, und dann noch Türen auf den Rücken der Tiere legte.",
+ "welche steinerne Becher. Die überhaupt keine Unreinheit annehmen.",
+ "stiegen sie hinunter. Nach Maim. und Bart. in das Wasser hinein, wo sicher das Vorhandensein eines קבר התהום nicht zu befürchten war, oder auch an den Rand des Wassers, wo eine solche Befürchtung auch sehr ferne lag (s. Tosaf. Sukka 21 a v. ירדו.",
+ "Von seinem Sitze aus liess jedes [den Becher] hinunter. Um auch dieser entferntest liegenden Möglichkeit Rechnung zu tragen."
+ ],
+ [
+ "stiegen sie hinunter. Dort konnten sie sich zu Fuss bewegen, ohne eine Verunreinigung befürchten zu müssen.",
+ "der Untergrund des Tempelberges und der Tempelhöfe war wegen eines [vielleicht] in der Tiefe vorhandenen Grabes hohl. s. Mischna 6.",
+ "am Eingänge zum Tempelvorhofe. An dem Eingang, der vom Zwinger (חיל) zum Frauen-Vorhof führte.",
+ "war ein Krug. קלל aram. קולתא, ar. قلة = Krug.",
+ "mit der Entsündigungs-Asche. Da die Asche von jeder der verbrannten Kühe besonders aufbewahrt wurde (s. oben Note 8), waren entweder mehrere solche Krüge da oder müssen in einem grossen Kruge die Aschereste getrennt voneinander gelegen haben.",
+ "Man brachte nun ein männliches Schaf. Das, wenn es einen Schlag bekommt, mit mehr Vehemenz als ein weibliches zurückspringt.",
+ "und befestigte und umwickelte. Man knüpfte an das Ende des Strickes einen Stock und umwickelte diesen dann mit dem Strick, so dass zwischen den Windungen des Strickes Vertiefungen entstanden, in diese setzte sich beim Hineinwerfen des Strickes in den Aschekrug Asche fest, die dann beim Zurückspringen des Stocks mit hinausgerissen wurde (יו״ב). N. hat מקל מסבך, wonach das Wort מְסֻבָּךְ = umwickelt zu lesen ist. Der Aruch liest: מקל או מסבך, fasst demnach das Wort als Subst. מַסְבֵּךְ = Geflechte, Gestrüpp.",
+ "so dass dieser erschreckt zurücksprang. Durch das Zurückspringen des Bocks wurde der Stock aus dem Aschekrug und mit ihm die auf ihm liegende Asche herausgerissen. Auch dieses umständliche Herausholen der Asche war eine von den oben erwähnten Erschwerungen. Wenn man die Asche direkt aus dem Krug hinausgenommen hätte, würde der, der sie herausnahm, wenn er unrein war, die Asche durch seine Berührung verunreinigt haben. Würde man die Asche vermittels des Stockes direkt herausgeholt haben, würde der, der den Stock hineinsteckte, wenn er durch טומאת זיבה oder als בועל נדה unrein war, die Asche durch die Bewegung (היסט) verunreinigt haben. Bei den Kindern lagen allerdings diese Befürchtungen nicht vor, trotzdem liess man auch bei ihnen die gleiche Vorsicht walten.",
+ "und nahm dann [von der Asche] und tat davon soviel hinein. Das Hineintun der Asche in das Wasser wird mit dem Ausdruck קידוש bezeichnet, weil dadurch das Wasser zum Entsündigungswasser wird. Das Hineintun der Asche durfte allerdings nach V, 4 sonst nicht durch ein Kind geschehen, hier aber, wo mit dem Wasser nur aus übergrosser Vorsicht diejenigen, die mit der Kuh sich beschäftigen sollten, besprengt wurden, die einer Verunreinigung sich gar nicht bewusst waren, wurde über dieses Bedenken hinweggesehen, weil hier das Hauptgewicht darauf gelegt wurde, dass bei der Herstellung des Entsündigungswassers und seiner Verwendung jede Möglichkeit einer Verunreinigung vermieden wurde (יו״ב).",
+ "dass sie auf der Oberfläche des Wassers sichtbar war. D. h. dass die Asche nicht in dem Wasser aufging, sondern nach dem Hineintun noch darin sichtbar war.",
+ "die Oberhand zu bekommen. רדה = niedertreten, sich über den anderen erheben. Diese übertriebenen ans Lächerliche grenzenden Erschwerungen könnten ihnen nur Gelegenheit geben, sich über uns erhaben zu fühlen.",
+ "sondern man nahm selbst die Asche und tat sie hinein. Die ganze künstliche Prozedur, die Asche aus dem Krug herauszuholen war nicht nötig, sondern die Kinder nahmen die Asche direkt aus dem Krug und taten sie in das Wasser. Auf Grund einer Tosefta erklären ר״ש und Bart., dass in der von der Mischna dargestellten Weise verfahren wurde, als die aus Babylon zurückgekehrten Exulanten sich zum ersten Male wieder Entsündigungswasser herstellen wollten. Sie hatten im Exil keine Gelegenheit gehabt, sich von Toten-Unreinheit zu reinigen, schon der Aufenthalt ausserhalb des heiligen Landes hatte sie unrein gemacht, deshalb konnte, da sie alle unrein waren, das Wasser nur in dieser Weise hergestellt werden, und danach wurden dann alle diese Erschwerungen auch für die Folgezeit beibehalten. R. Jose dagegen ist der Ansicht, dass die Exulanten Entsündigungsasche mit ins Exil genommen hatten, die Bestimmung, dass schon der Boden des Exils verunreinigt, sei damals noch nicht getroffen gewesen, es gab daher unter den Zurückgekehrten Reine genug, die alle diese Handlungen vornehmen konnten, deshalb lag auch keine Veranlassung vor, diese in den Augen der Sadduzäer herabwürdigenden Umständlichkeiten bei den weiteren Herstellungen von Entsündigungswasser einzuführen."
+ ],
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+ "Man liess nicht die für. על גבי חטאת wörtlich: auf den Rücken des Entsündigungsopfers, auf die Handlungen hin, die man für die eine in Aussicht genommene Entsündigungskuh bereits ausgeführt hatte, durfte man nicht, wenn diese z. B. untauglich geworden war, nun eine andere nehmen, sondern es mussten für diese alle bereits für die erste vorgenommenen vorbereitenden Handlungen von neuem vorgenommen werden (vgl. מגב לגב Jomtob II, 3).",
+ "und nicht für ein [hierfür vorbereitetes] Kind ein anderes eintreten. Es durften nur die Kinder, die hierfür bestimmt waren, die oben angeführten Handlungen vornehmen, nicht aber ein anderes Kind, das nicht hierfür bestimmt war, selbst wenn es mit ihnen zusammen grossgezogen und deshalb ebenso wie sie vor jeder Verunreinigung beschützt worden war (יו״ב). Maim. erklärt: jede Handlung durfte nur von einem Kinde vorgenommen werden, das besonders für diese Handlung vorbereitet worden war, nicht durch ein anderes, wenn es auch ebenso rein war. Ebenso durfte ein Kind, das für das Besprengen eines Priesters bestimmt war, nicht zum Besprengen eines anderen verwendet werden.",
+ "und [auch] die Kinder mussten besprengt werden. Trotzdem alle Vorsichtsmassregeln getroffen waren, um sie vor jeder Verunreinigung zu schützen, konnten sie sich doch verunreinigt haben, und mussten sie sich deshalb gegenseitig besprengen.",
+ "Sie brauchten nicht besprengt zu werden. R. Akiba ist der Ansicht, dass nach allen den getroffenen Vorsichtsmassregeln nicht mehr zu befürchten war, dass sie sich an einer Totenunreinheit verunreinigt hatten, dagegen ist auch er der Ansicht, dass sie, bevor sie zum Wasserschöpfen gingen, ein Tauchbad nehmen mussten, da sie sich an einer leichteren Unreinheit verunreinigt haben konnten."
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+ "Waren nicht [Aschenreste] von sieben. Das heisst von allen sieben Entsündigungskühen, die nach Ansicht des R. Meïr bis dahin verbrannt worden waren. Ein Teil der Asche von jeder Entsündigungskuh wurde nach Mischna 11 im חיל aufbewahrt, und nach Mischna 1 sollten alle vorhandenen Aschenreste bei Herstellung des Entsündigungswassers verwendet werden.",
+ "von einer. Selbst wenn nur noch die Asche von einer da war, genügte auch diese.",
+ "Wer hatte sie hergestellt. Wann hatte man, um Entsündigungsasche zu beschaffen, eine פרה אדומה verbrannt.",
+ "haben je zwei. R. Meïr hatte die Überlieferung, dass sie beide nur deshalb noch eine zweite hergestellt haben, weil bei der Herstellung der ersten sich nachträglich ein Fehler herausgestellt hatte, der sie untauglich machte, daher waren es nach ihm tatsächlich nur fünf nach Esra.",
+ "Eljehoënai. Der Name findet sich: Esra 8, 4 und I Chron. 26, 3; etwas verändert: Esra 10, 22. 27, Neh. 12, 41, I Chrou. 3,23. 24, und 8, 20.",
+ "der Sohn des Hakuf. Der Aruch hat die Lesart: בן הקייף.",
+ "der Sohn des Fabi. Andere Lesart: בן פיאבי und בן פיאני."
+ ],
+ [
+ "jeder Pfeiler. אוטם s. Midd. IV Note 51.",
+ "wegen eines [vielleicht] in der Tiefe vorhandenen Grabes. Die Brücke war lang und musste deshalb durch Pfeiler gestützt werden. Die Stellen der Brücke, unter denen die Pfeiler waren, wären aber nicht gegen die von unten aufsteigende Unreinheit geschützt gewesen, da sich unter ihnen ja kein Hohlraum befand. Deshalb musste über diesen unteren Steg noch ein zweiter oberer auch wieder auf Pfeilern ruhender aufgesetzt werden, und zwar in der Weise, dass die oberen Pfeiler nicht mit den unteren korrespondierten, so dass die Stellen über den unteren Pfeilern durch den Hohlraum zwischen dem oberen und dem unteren Steg ebenfalls gegen die aufsteigende Unreinheit gesichert waren.",
+ "und die Kuh. Obgleich ein lebendes Tier überhaupt keine Unreinheit annimmt."
+ ],
+ [
+ " Joma 42 b.",
+ "Wollte die Kuh nicht herausgehen. Man konnte sie nicht mittels eines ihr angelegten Stricks mit Gewalt ziehen, weil das gegen die Bestimmung אשר לא עובד בה verstossen hätte, s. oben II, 3 (מ״א).",
+ "liess man nicht eine schwarze mit ihr gehen. Um sie dadurch zum Mitgehen zu veranlassen.",
+ "man habe zwei geschlachtet. Aus der Bestimmung (Num. 19, 3): ושחט אותה wird geschlossen, dass man zugleich mit ihr nicht auch eine andere Kuh schlachten darf.",
+ "sondern weil es heisst. Num. 19, 3.",
+ "sie allein. Nach dem Talmud darf nach R. Jose auch kein anderes Tier z. B. ein Esel mit ihr zusammen herausgeführt werden, nach dem ersten Tanna wäre dies nicht verboten.",
+ "Älteste Israëls gingen zu Fuss voraus. Sie gingen zu Fuss, weil es sich um die Ausführung einer מצוה handelte, und gingen voraus, um den Priester, der die מצוה ausführte, um ihn zu ehren, schon bei seinem Kommen zu empfangen.",
+ "man verunreinigte [nämlich] den Priester. Ebenso alle, die sich mit der roten Kuh beschäftigten (מ״א), dann liess man sie ein Tauchbad nehmen und dann sofort, ohne den Sonnenuntergang abzuwarten, mit dem Schlachten der Kuh beginnen. Nach ר״ש und Bart. wurde der Priester dadurch verunreinigt, dass die nicht für die Herstellung der פרה אדומה vorbereiteten Ältesten ihre Hände auf ihn legten (s. folgende Mischna), durch diese Berührung wurde er unrein, weil selbst derjenige, der inbezug auf Heiliges für rein galt, inbezug auf die Reinheit von מי חטאת als unrein betrachtet wurde. Nach Raschi (Chag. 23 b) und Maim. (הלכות פ״א I, 14) verunreinigte man ihn durch Berührung eines שרץ oder irgend einer anderen Unreinheit, die nur Untertauchen und הערב שמש erforderte.",
+ "damit es nicht heisse. Andere Lesart: שהיו אומרים.",
+ "hergestellt werden. Nach der Überlieferung ist unter dem Ausdruck איש טהור in dem פרה אדומה Abschnitt nicht ein vollständig Reiner zu verstehen — das wird derjenige, der unrein war, erst nachdem er ein Tauchbad genommen und danach die Sonne untergegangen war — sondern einer, der soweit rein war, dass es ihm gestattet war, Zehnt zu geniessen, das durfte er, sobald er das Tauchbad genommen hatte, während er Teruma erst geniessen durfte, nachdem die Sonne untergegangen war. Die Sadduzäer erkannten diese Überlieferung nicht an, sondern nach ihnen durfte nur ein vollständig Reiner sich mit der roten Kuh beschäftigen. Um dieser irrigen Lehre der Sadduzäer entgegenzutreten, verunreinigte man absichtlich die Priester wie alle, die bei der Herstellung des Entsündigungswassers beschäftigt waren, unmittelbar vorher und liess sie dann untertauchen, um sie dann, ohne den Sonnenuntergang abzuwarten, bei den auszuführenden Handlungen zu verwenden."
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+ "Sie. Die oben erwähnten זקנים.",
+ "legten ihre Hände auf ihn. Nach ר״ש und Bart., um ihn durch ihre Berührung zu verunreinigen, nach Raschi und Maim. ist anzunehmen, dass dieses Händeauflegen nur geschah, um die Bedeutsamkeit der von ihm vorzunehmenden Handlungen hervorzuheben.",
+ "Mein Herr Hohepriester. Nach IV, 1 waren die Meinungen darüber geteilt, ob gerade der Hohepriester oder auch irgend ein anderer Priester die Handlungen vornehmen konnte, zumeist pflegte jedenfalls der Hohepriester selbst sie auszuführen.",
+ "Tauche einmal. טבול אחת wie Joma I, 7 והפג אחת, sie wollten damit gleichsam sagen: lass es dich nicht verdriessen, wegen dieser dir absichtlich zugefügten Verunreinigung noch einmal ein Tauchbad nehmen zu müssen.",
+ "Eschen und Zypressen. Deren Holz leicht verbrennt und eine feine Asche ergibt.",
+ "und von glatten. Der Feigenbaum pflegt viele Zweige anzusetzen, die dadurch entstehenden Knorren verbrennen nicht so gut.",
+ "man bildete aus ihnen eine Art Pyramide. Unten breit und oben, wo die zu verbrennende Kuh lag, schmal zulaufend.",
+ "liess Luftöffnungen. An den Seiten, damit der Luftzug das Feuer anfachte.",
+ "ihre lichte Seite. חזיתה s. Tamid II Note 23.",
+ "war nach Westen. Nach dem Heiligtume zu gewandt."
+ ],
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+ "Man fesselte sie mit einem Strick aus Binsen. Weil dieses überhaupt keine Unreinheit annimmt.",
+ "mit dem Kopf nach Süden und dem Gesicht nach Westen. Das Tier wurde so niedergelegt, dass es der Länge nach zwischen Süd und Nord lag, mit dem Kopf nach Süden, dann wurde der Kopf so gewendet, dass das Gesicht nach Westen nach dem Heiligtum zu gerichtet war.",
+ "er schlachtete mit seiner rechten Hand und fing [das Blut] mit der linken auf. Nach den meisten Erklärern fing er das Blut in einem Becken auf, nach Maim. musste er es in der Band und nicht in einem Becken auffangen.",
+ "Mit der rechten fing er es auf. Danach musste er, wenn er mit der rechten Hand schlachtete, das Messer sofort nach dem Schlachten ablegen, um das Blut mit der rechten Band aufzufangen. R. Jehuda ist der Ansicht, dass ebenso wie bei den Opfertieren das Auffangen des Blutes mit der linken Band als untauglich galt (s. Sebach. II, 1), auch hier das Blut mit der rechten Hand aufgefangen werden musste.",
+ "und tat es dann in seine linke. Um zu den Sprengungen mit dem Finger der rechten Hand darin eintauchen zu können",
+ "Dann sprengte er mit seiner rechten. Nach dem Grundsatz (Sebach. 24 b): כל מקום שנאמר אצבע וכהונה אינה אלא ימין.",
+ "er tauchte ein. Den Zeigefinger (s. Menach. 11a).",
+ "und sprengte siebenmal nach der Richtung des Allerheiligsten. Vgl. Midd. II, 4, gegenüber dem Eingang zum Hechal lag der Eingang in das Allerheiligste.",
+ "zu jeder Sprengung erfolgte ein Eintauchen. Mit dem nach einer Sprengung auf dem Finger zurückgebliebenen Blut durfte keine zweite Sprengung ausgeführt werden.",
+ "wischte er seine Hand an dem Körper der Kuh ab. Damit auch das darauf zurückgebliebene Blut mit verbrannt wird gemäss der Vorschrift (Num. 19, 5): ואת דמה על פרשה ישרף. Auch das nach jeder Sprengung auf dem Finger zurückgebliebene Blut musste er abwischen, damit es mit verbrannt wird, nach Maim. wurde auch dieses jedes Mal an dem Körper der Kuh abgewischt, nach den anderen Erklärern wischte er es an dem Rand des Blutbeckens ab, weil beim Abwischen an dem Tierkörper leicht ein Haar von der Tierhaut an dem Finger des Priesters kleben bleiben konnte (Raschi Sebach. 93 b v. במה יקנח; Menach. 7 b). Nach der Erklärung von Maim. ist mit קינח את ידו nicht das Abwischen des Fingers nach der letzten Sprengung sondern das Abwischen der ganzen Hand gemeint, in der er das Blut gehalten hatte.",
+ "dann ging er hinunter. Bis dahin stand er oben neben der Kuh, jetzt ging er hinunter (s. weiter Note 78), um von unten den Holzstoss in Brand zu setzen.",
+ "und zündete das Feuer mit Kienholz. אליתות s. Tamid II Note 25.",
+ "Mit trocknen Palmzweigen. מ״א meint, dass nach dem ersten Tanna auch das Kienholz nur von denselben Holzarten sein durfte wie das übrige Holz, während R. Akiba der Ansicht ist, dass auch anderes Holz dazu genommen werden durfte."
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+ "War sie dann aufgerissen. Das Zedernholz u.s. w. sollte אל תוך שופת הסרה (Num. 19, 6) hineingeworfen werden, deshalb musste damit gewartet werden, bis der Tierleib auseinander gerissen war und sie in diesen hineingeworfen werden konnten. War der Körper durch das Feuer nicht aufgeplatzt, konnte er auch aufgeschlitzt werden.",
+ "trat [der Priester] aus der Kufe. גת die Kelter, eine Vertiefung in der Erde, in der die Trauben getreten werden. In einer solchen Erdvertiefung war die Holzpyramide aufgebaut, damit die verbrannten Teile der Kuh in diese hineinfielen und, zu Asche geworden, gesammelt werden konnten. In dieser Vertiefung stand auch der Priester, wenn er das Feuer anzündete; um das Zedernholz u. s. w. hineinzuwerfen, musste er aus der Vertiefung heraustreten, da jedes Werfen einen gewissen Abstand erfordert. Nach der Erklärung von Maim. ist unter גת hier wohl nicht eine Vertiefung in der Erde zu verstehen, sondern wird der brennende Holzhaufen mit der brennenden Kuh eine גת genannt, weil durch das Feuer alles zusammenbricht, ähnlich wie in der Kelter durch das Treten die Trauben durcheinander gemischt werden.",
+ "nahm Zedernholz und Ysop und karmesinrote Wolle und rief ihnen. Den in Mischna 7 erwähnten Ältesten.",
+ "diese karmesinrote Wolle. Da es von allen dreien auch solche Arten gab, die man nicht dazu verwenden durfte, zeigte er sie ihnen, um sich von ihnen bestätigen zu lassen, dass es die vorschriftsmässigen Arten waren (Maim.).",
+ "drei Mal bei jeder Sache. In N. und L. fehlt das wiederholte על בל דבר ודבר (vgl. Menach. X, 3)."
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+ "Dann umwickelte er sie. Das Zedernholz, den Ysop und die karmesinrote Wolle.",
+ "mit den Enden des wollenen Streifens. S. Joma 41b.",
+ "Steinerne Hämmer und steinerne Siebe benützte man dazu. Er ist der Ansicht, dass auch hierzu nur Gegenstände verwendet werden durften, die überhaupt keine Unreinheit annehmen, nach der Ansicht der Weisen war dies nicht nötig, da Asche nach Toravorschrift überhaupt keine Unreinheit annimmt.",
+ "Ein schwarzgebranntes Stück. Nicht nur die Asche der Kuh, sondern auch die aller mit ihr verbrannten Teile, des Holzes, des Ysop u. s. w. galten als אפר חפרה.",
+ "auf dem Asche war. Wenn nur die Oberfläche zu Asche geworden war, so nach א״ר. Die anderen Ausleger erklären שיש בו אפר: wenn es soweit verbrannt war, dass es beim Zerstossen in Asche zerfallen musste.",
+ "auf dem keine war. Nach der zweiten Erklärung: wenn es beim Zerstossen in kleine Stücke zerfiel.",
+ "das liess man liegen. Man sammelte es nicht mit der übrigen Asche, es durfte nicht mit zu der Herstellung des Entsündigungswassers verwendet werden. מ״א übersetzt: man liess es liegen, bis es vollständig zu Asche verbrannt war.",
+ "ein Knochen wurde in diesem wie in jenem Falle zerstossen. Und konnte dann vermischt mit der übrigen Asche verwendet werden. Ein noch gar nicht zu Asche gewordener Knochen durfte zerstossen für sich allein dagegen nicht als אפר חפרה verwendet werden (א״ר).",
+ "Dann teilte man sie. Die gesammelte Asche.",
+ "der eine wurde im Zwinger niedergelegt. Siehe oben Mischna 3.",
+ "der andere auf dem Ölberg. Zur Benutzung für die im Heiligtum beschäftigten Priester.",
+ "und der andere wurde unter alle Priester-Abteilungen verteilt. Jede von den 24 Priesterabteilungen bekam einen Teil davon und nahm sie mit nach Hause, sie wurde bei dem Vorsitzenden der Abteilung aufbewahrt und erforderlichen Falls verwendet, wenn jemand kam, um sich besprengen zu lassen, da die Besprengung nicht grade in Jerusalem vorgenommen werden musste. Nach Maim. Hilch. Para III, 4 war der Teil, der den Priesterabteilungen gegeben wurde, für die Priester, der Teil, der auf dem Ölberge aufbewahrt wurde, für die Allgemeinheit bestimmt, die Asche im Zwinger diente למשמרת. Siehe auch Maim. Comment. z. St. und תוי״ט. Nach Raschi zu Num. 19, 9 diente die bei den Priesterabteilungen aufgehobene Asche dem allgemeinen Gebrauch, die Asche, auf dem Ölberge diente den Priestern, die noch eine rote Kuh verbrennen wollten."
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+ "Hat man die Entsündigungskuh für einen anderen als ihren Namen. Der Priester hat bei der Ausführung der Handlung ausdrücklich einen anderen Zweck im Sinne gehabt, für den er diese Handlung ausführt, z. B. dass er das Tier als Ganzopfer oder Friedensopfer schlachtet (s. Sebach. I Note 1).",
+ "oder für einen anderen und für ihren Namen. Er hat bei Ausführung der Handlung zuerst den richtigen Zweck beabsichtigt, dann aber auch einen anderen angegeben, oder umgekehrt (s. Sebach. I, Note 37).",
+ "ist sie untauglich. Weil die rote Kuh in der Schrift חטאת genannt wird und ein Sündopfer durch jede solche abweichende Zweckangabe untauglich wird (Sebach. I, 1).",
+ "Elieser erklärt sie für tauglich. Trotzdem die Schrift sie חטאת nennt, kann sie nicht dem Sündopfer gleichgestellt werden, weil sie gar kein Opfertier ist, sondern alle Handlungen an ihr ausserhalb des Heiligtums vorgenommen werden.",
+ "Ohne dass [der Opfernde] die Hände und Füsse gewaschen hatte. S. Exod. 30, 19, 20. Da sie ein חטאת genannt wird, musste der Priester wie vor jeder Opferhandlung sich vorher die Hände und Füsse waschen. Ob dieses Waschen wie vor den Opferhandlungen im Heiligtum und in einem heiligen Gerät geschehen musste, darüber ist eine Kontroverse im Talmud Sebach. 20 b.",
+ "Elieser erklärt sie für tauglich. Aus dem Note 4 angegebenen Grunde, zumal es bei dieser Vorschrift ausdrücklich heisst: בבאם אל אהל מועד ירחצו מים.",
+ "Jehuda erklärt sie für tauglich. Im פרה אדומה-Abschnitt heisst es: ונתתם ״אותה„ אל אלעזר הכהן. Im Talmud (Joma 22 b) wird das אותה dahin ausgelegt, dass nur bei dieser ersten פרה אדומה ein Eleasar, der zwar nicht der Hohepriester — denn damals lebte noch Ahron — aber doch ein Priester-Vorsteher (סגן הכהנים) war, die Handlungen vollziehen sollte, bei allen nachfolgenden פרות אדומות dagegen sollte diese Bestimmung keine Geltung haben. Das ist nun nach der einen Ansicht im Talmud dahin aufzufassen, dass nur bei dieser ersten פרה אדומה Eleasar der ausführende Priester sein sollte, obgleich er nicht der Hohepriester war, bei allen anderen nachfolgenden dagegen durfte es nur der Hohepriester sein, weil die ganze Vorschrift über die פרה אדומה in der Schrift eine חוקה genannt wird (Num. 19, 1) wie die über den Opferdienst des Versöhnungstages (Lev. 16, 34), und dieser nur durch den Hohepriester ausgeführt werden durfte. Nach der anderen Ansicht dagegen soll es besagen, dass nur bei dieser ersten פרה אדומה nur Eleasar, weil er ein Vorsteher der Priester war, der ausführende Priester sein durfte, nicht aber ein gewöhnlicher Priester, bei allen nachfolgenden dagegen auch ein gewöhnlicher Priester der ausführende sein durfte.",
+ "Wenn [der Priester] nicht mit allen Priesterkleidern bekleidet. Der ausführende Priester musste bei allen Handlungen mit der vorgeschriebenen Priesterkleidung bekleidet sein.",
+ "Man bediente sich dabei der weissen Kleider. Auch wenn der ausführende Priester der Hohepriester war, durfte er nicht die Hohepriesterliche Kleidung dabei tragen, sondern die weissen Kleider, wie er sie beim Opferdienst am Versöhnungstage trug, und die die gleichen waren, wie sie auch die gewöhnlichen Priester trugen."
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+ "Hat man sie ausserhalb ihrer Kufe. S. III, Note 78. Die גת war so breit, dass sie den ganzen Raum, der dem Eingänge zum Heiligtum gegenüber lag, ausfüllte. Hatte man die Kuh nicht innerhalb dieses Raumes verbrannt, so war sie untauglich, weil ebenso wie das Sprengen auch das Schlachten und Verbrennen nur gegenüber dem Eingang zum Heiligtume erfolgen durfte (Sebach. 113 a).",
+ "oder in zwei Kufen. Den einen Teil in der einen und den anderen in der anderen. Da es in der Schrift heisst ושרף את הפרה, darf nur ein Verbrennen stattfinden (שרפה אחת במשמע), nicht aber ein Verbrennen an zwei getrennten Brandstellen",
+ "oder hat man zwei in einer Kufe verbrannt. Gleichzeitig.",
+ "ist sie untauglich. Nach ר״ש und Bart. macht auch das gleichzeitige Verbrennen von zwei Kühen in einer Kufe aus dem Grunde untauglich, weil das gleichzeitige Verbrennen einer zweiten Kuh eine Handlung ist, die als nicht dazu gehörend das Verbrennen der ersten Kuh untauglich macht. Nach רא״ש kann das Verbrennen einer zweiten Kuh nicht als eine solche Handlung gelten, da mit ihr nicht eine Ablenkung der Gedanken von der zu vollführenden Handlung (היסח הדעת) verbunden ist, da er ja weiter mit der Verbrennung einer Kuh beschäftigt ist, sondern er gibt als Grund an, weil es heisst: ושרף את הפרה, er soll die Kuh, und nicht gleichzeitig zwei Kühe verbrennen. S. auch Chul. 32a u. Tos. s. v. נשחטה.",
+ "Hat man von der sechsten [Sprengung] die siebente gesprengt. Der Priester hat mit demselben Blut, mit dem er die sechste Sprengung vorgenommen hatte, ohne den Finger von neuem einzutauchen, eine siebente Sprengung gemacht.",
+ "und dann die siebente Sprengung wiederholt. Er hat dann den Finger von neuem eingetaucht und nochmals eine siebente Sprengung gemacht.",
+ "ist [die Kuh] untauglich. Die erste siebente Sprengung war untauglich, weil er nicht vorher den Finger von neuem eingetaucht hatte, die Sprengungen sind demnach durch eine fremde Handlung unterbrochen worden und dadurch ist die Kuh nach Mischna 4 untauglich geworden.",
+ "Hat man von der siebenten [Sprengung] eine achte gesprengt. Diese achte Sprengung kann nicht untauglich machen, weil mit der siebenten die vorgeschriebenen Sprengungen beendet waren, eine nicht vorgeschriebene Sprengung mit dem Blute aber überhaupt nicht als eine die vorgeschriebenen Handlungen unterbrechende Handlung gilt.",
+ "und dann die achte Sprengung wiederholt. Auch wenn man den Finger nochmals eingetaucht und die achte Sprengung wiederholt hat.",
+ "ist sie tauglich. Nach Maim. macht eine über die sieben vorgeschriebenen Sprengungen hinausgehende Sprengung nur dann nicht untauglich, wenn sie von einem anderen Priester ausgeführt worden ist; wenn aber derselbe Priester, der beim Verbrennen der Kuh beschäftigt war, sie ausführt, ist diese Sprengung eine die vorgeschriebenen Handlungen unterbrechende Handlung und die Kuh deshalb untauglich. So erklären die Mischna Maim., א״ר und יר״ב, für deren Auffassung das מ in מששית und משביעית spricht. Dagegen erklären ר״ש und רא״ש und Bart., dass das הזה מששית שביעית hier ebenso zu verstehen ist wie das ähnliche קרא לתשיעי עשירי in Bechor. IX, 8: der Priester hat die sechste Sprengung als siebente gesprengt, auch wenn er dann richtig nochmals eine siebente sprengt, ist die Kuh untauglich, weil die Sprengungen nicht in der vorgeschriebenen Weise erfolgt sind. Hat er dagegen die siebente Sprengung als achte Sprengung gesprengt, so macht dieses die Kuh nicht untauglich, weil es eine achte Sprengung nach der Vorschrift überhaupt nicht gibt und die Bezeichnung als achte deshalb nur ein lapsus linguae sein kann. Auch wenn er dann nochmals eine achte Sprengung gemacht hat, schadet dieses nichts, weil nach Ausführung der vorgeschriebenen Sprengungen ein nochmaliges Sprengen nicht als eine die Handlungen unterbrechende fremde Handlung gilt."
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+ "Hat man sie ohne Holz. Indem man das Tier selbst in Brand gesteckt hat.",
+ "oder auf irgend welchen anderen. Als den oben III, 8 genannten.",
+ "oder selbst auf Stoppeln oder Streu. Die fast gar keine Asche ergeben.",
+ "ist sie tauglich. Obgleich man sie eigentlich unzerlegt, wie sie geschlachtet worden ist, verbrennen soll (Chull. 11 a).",
+ "ist sie tauglich. Ebenso wie selbst ein Opfertier, das man mit der Absicht geschlachtet hat, etwas, das zum Essen nicht bestimmt ist, davon zu essen, dadurch nicht untauglich wird (s. Sebach. III, 3).",
+ "Eine Absicht macht bei der Kuh [überhaupt] nicht untauglich. Obgleich ein Opfertier nach seiner Ansicht dadurch untauglich wird (s. a. a. O.) stimmt er hier der Ansicht zu, dass dadurch die Kuh nicht untauglich wird (ס״א). Nach רא״ש ,ר״ש und Bart. geht R. Elieser in seiner Ansicht noch weiter als der erste Tanna; während nach diesem nur die Absicht, etwas davon zu essen, was nicht zum Essen bestimmt ist, die auch bei den Opfertieren nicht untauglich macht, auch hier nicht untauglich macht, ist R. Elieser der Ansicht, dass selbst eine Absicht, die bei Opfertieren untauglich macht, wie die Absicht, beim Schlachten oder Blutauffangen das Blut erst am folgenden Tage zu sprengen (s. Sebach. II, 2), hier nicht untauglich macht."
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+ " Chull. 29 b.",
+ "vom Anfang bis zum Ende. Dreimal wird in der Schrift die Vorschrift des Waschens der Kleider wiederholt, zunächst für den Priester nach dem Hineinwerfen des Zedernholzes u. s. w., dann für den, der die Kuh verbrennt, und dann für den, der die Asche gesammelt hat. Daraus wird geschlossen, dass alle Handlungen vom Schlachten bis nach dem Einsammeln der Asche die Kleider verunreinigen (Sifre). Nach rabbinischer Verordnung werden selbst bei dem, der die Verbrennung nur überwacht, die Kleider unrein (s. Bab. mez. 93 a).",
+ "verunreinigen [hierdurch] ihre Kleider. In die sie während ihrer Beschäftigung gekleidet sind, ebenso Kleider oder andere Gegenstände, mit denen sie während ihrer Beschäftigung in Berührung gekommen sind (s. Hoffmann, Leviticus zu 11, 28).",
+ "und machen sie. Die Kuh.",
+ "durch eine [Neben]-Beschäftigung. Wenn sie während ihrer Beschäftigung mit der Kuh, sei es bei der Ausführung einer Handlung sei es zwischen einer Handlung und der anderen, noch eine andere Handlung ausgeführt haben. Eine solche Nebenbeschäftigung macht jedoch nur untauglich, bis die Kuh zu Asche geworden ist, eine Nebenbeschäftigung bei der Beschäftigung mit der Asche macht nicht untauglich.",
+ "Ist beim Schlachten etwas sie untauglich Machendes vorgekommen. In dem man z. B. beim Schlachten zugleich einen anderen Gegenstand durchschnitten hat.",
+ "verunreinigt sie die Kleider nicht. Da gleich bei der ersten mit ihr vorgenommenen Handlung die Kuh untauglich geworden ist, wird diese Handlung gar nicht als eine an einem für diesen Zweck bestimmten Tiere vorgenommene betrachtet, auch der Schlachtende selbst ist deshalb dadurch nicht unrein geworden. (מ״א).",
+ "die sich nachher mit ihr beschäftigt haben. S. Chuff. 29 b).",
+ "so ergibt sich aus der strengen Vorschrift. Dass durch eine Nebenbeschäftigung die Kuh untauglich wird.",
+ "als Folge eine Erleichterung. Dass nach diesem Untauglichwerden die Beschäftigung mit ihr nicht mehr verunreinigt.",
+ "Während der ganzen Zeit unterliegt sie [dem Verbot] der Veruntreuung. Von dem Augenblick an, wo sie für ihren Zweck bestimmt worden ist, bis sie zu Asche geworden ist. Die Asche unterliegt nicht mehr der Veruntreuung (s. Menach. 51 b), ebenso unterliegt die Kuh nicht der Veruntreuung, nachdem sie untauglich geworden ist, da sie nur deshalb der Veruntreuung unterliegt, weil sie ein חטאת genannt wird. Nachdem sie untauglich geworden ist, heisst sie aber nicht mehr חטאת, da sie dann nicht mehr die Kleider verunreinigt (יר״ב).",
+ "und müssen die Handlungen bei Tage geschehen. Nach ר״ש und רא״ש darf das Verbrennen auch bei Nacht geschehen, nach א״ר ist die Sifrestelle, die sie hierfür anführen, korrumpiert.",
+ "und durch einen Priester. Nach Ansicht von Samuel (Joma 42 a) darf das Schlachten auch durch einen Nichtpriester vorgenommen werden.",
+ "bis sie zu Asche geworden ist. Das bezieht sich auf alles Vorhergehende.",
+ "und eine [Neben-]Beschäftigung macht untauglich auch beim Wasser. Das man zur Herstellung des Entsündigungswassers gebraucht.",
+ "bis man die Asche hineingetan hat. Wenn man während der Beschäftigung mit dem Wasser, während des Schöpfens, Tragens oder Umgiessens mit etwas anderem sich beschäftigt hat, ist das Wasser untauglich geworden. Nachdem man aber die Asche hineingetan hat, wird das Wasser durch eine Nebenbeschäftigung nicht mehr untauglich."
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+ "Wer sich ein irdenes Gefäss. Nur bei der Herstellung des Entsündigungswassers, womit der ausführende Priester vorher besprengt wurde, wurden nur steinerne Gefässe verwendet, die gar keine Unreinheit annehmen konnten, sonst durften hierbei alle Art Gefässe verwendet werden, s. weiter Mischna 5.",
+ "für das Entsündigungswasser. Um das Wasser oder die Asche hineinzutun.",
+ "muss ein Tauchbad nehmen. Auch der vollständig Reine gilt inbezug auf das Entsündigungswasser und alles mit ihm in Beziehung Stehende für unrein.",
+ "und neben dem Brennofen. In dem die Gefässe gebrannt werden.",
+ "übernachten. Er muss eventuell die ganze Nacht neben dem Ofen zubringen, wo sich die Öffnung zu dem Ofen befindet, um zu verhüten, dass jemand die Tür öffnet, um zu sehen, ob die Gefässe bereits fertig sind, und sie dabei durch Berührung verunreinigt.",
+ "Er kann es sich auch aus dem Hause. Selbst aus dem Hause eines עם הארץ.",
+ "holen und es ist tauglich. Wenn der Besitzer erklärt, dass er es von dem Augenblick an, wo es fertig war, zu diesem Zweck vor jeder Verunreinigung behütet hat.",
+ "denn inbezug auf das Entsündigungswasser ist jeder beglaubt. S. Ohalot V, 5.",
+ "Wo es sich um Hebe. Bei der Hebe braucht man nach dem ersten Tanna mit der Vorsicht nicht so weit zu gehen wie bei dem Entsündigungswasser, nach R. Jehuda ist da grössere Vorsicht nötig, weil wegen der geringeren Heiligkeit nicht jeder beglaubt ist, dass er die nötige Vorsicht hat walten lassen (יו״ב).",
+ "braucht er nur den Ofen zu öffnen. Nach einer von ר״ש gebrachten Tosefta kann sogar der Töpfer den Ofen öffnen und braucht man nicht zu befürchten, dass er oder ein anderer die Gefässe berührt hat.",
+ "[Nur] aus der zweiten Reihe. Nicht aus der vordersten Reihe, weil zu befürchten ist, dass die jemand berührt hat.",
+ "[Nur] aus der dritten Reihe. Weil zu befürchten ist, dass beim Prüfen der in der vordersten Reihe stehenden Gefässe jemand auch an die in der zweiten Reihe angerührt hat."
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+ [
+ "Wenn man ein Gefäss für das Entsündigungswasser in ein Wasser untertaucht. Um es für seinen Zweck zu reinigen.",
+ "das nicht für das Weihen. Durch das Hineintun der Asche in das Wasser wird dieses zu Entsündigungswasser geweiht, deshalb wird dieses Hineinschütten der Asche mit dem Ausdruck מקדש und קידוש bezeichnet und die hineingeschüttete Asche selbst קידוש genannt.",
+ "geeignet ist. Nur Quellwasser ist dafür geeignet (Num. 19, 17), vgl. auch weiter VIII, 8—11).",
+ "muss man es abtrocknen. Bevor man damit schöpft, damit sich nicht die zurückgebliebene Feuchtigkeit von ungeeignetem Wasser mit dem hineingetanen Wasser vermischt.",
+ "braucht man es nicht abzutrocknen. Obgleich die zurückgebliebene Feuchtigkeit nicht zu dem bestimmten Zwecke geschöpft worden ist, macht sie das hineingetane Wasser nicht untauglich, weil angenommen wird, dass man von vorneherein mit dem Zurückbleiben solcher Feuchtigkeit gerechnet und sie deshalb gleich mit hierfür bestimmt hat.",
+ "in das bereits geweiht worden ist. Das bereits mit Asche vermischt ist.",
+ "aufzunehmen. So lesen N. und L. Unsere Ausgg. lesen: להוסיף.",
+ "muss man es in jedem Falle abtrocknen. Weil jedes Hinzutun von Wasser, selbst wenn es für den Zweck geeignet ist, nachdem die Asche bereits in das Wasser hineingetan ist, das Wasser untauglich macht (s, weiter IX, 1)."
+ ],
+ [
+ "Einen Kürbis. קרמת ein ausgehöhlter Kürbis, dessen man sich zum Wasserschöpfen bediente (s. Kelim III, Note 38).",
+ "den man im Wasser untergetaucht hat. Um ihn bei der Herstellung des Entsündigungswassers zu gebrauchen, wie alles, was man hierbei gebrauchen wollte, vorher besonders für die Verwendung zu diesem Zweck untergetaucht werden musste, auch wenn es noch nie unrein geworden war.",
+ "das für das Weihen nicht. N. und L. שחן ראוין לקדש.",
+ "darf man für das Weihen gebrauchen. Nachdem man ihn abgetrocknet hat (s. vorhergehende Mischna) obgleich beim Untertauchen nicht geeignetes Wasser in den Kürbis eingedrungen sein kann, das dann wieder ausschwitzt und mit dem hineingetanen Wasser sich vermischt.",
+ "war er unrein gewesen. Bevor man ihn untergetaucht hat.",
+ "darf man nicht in ihm weihen. Weil zu befürchten ist, dass Flüssigkeit, die er in sich aufgenommen hatte, als er noch unrein war, und die unrein geblieben ist, weil sie das Tauchwasser gar nicht berührt hat, jetzt von ihm ausgeschwitzt wird und das hineingetane Wasser durch seine Berührung verunreinigt. Nach der Lesart von N. und L., die auch Maim. Vorgelegen hat und auch im Talmud Jerus. (Erubin IX, 4 und Chagiga III, 4) gebracht wird, handelt es sich um einen Kürbis, der in für das Hineinschütten geeignetes Wasser untergetaucht worden ist, Maim. erklärt auch das שחטבילוה nicht: den man zu dem bestimmten Zwecke untergetaucht, sondern: den man schon wiederholt beim Schöpfen in Wasser getaucht und der dadurch gewiss von dem Wasser in sich eingesaugt hat. Wenn das in den Kürbis eingedrungene Wasser auch wieder ausschwitzt und sich mit dem hineingetanen Wasser vermischt, macht es dieses nicht untauglich, obgleich es nicht nach der Vorschrift mit einem Gefässe geschöpft worden ist (מ״א). Ist aber der Kürbis einmal unrein geworden, so bleibt die in ihn eingedrungene Flüssigkeit unrein, und wenn es auch für den Zweck geeignetes Wasser war, verunreinigt es das hineingetane Wasser schon durch die Berührung.",
+ "Wenn man vorher. Bevor der Kürbis unrein geworden war.",
+ "darin weihen darf. Obgleich das Wasser, das er ausschwitzt, nicht für den Zweck geeignet war; nach der anderen Lesart: obgleich das Wasser, das er ausschwitzt, nicht vorschriftsmässig geschöpft worden war.",
+ "darf man auch nachher darin weihen. Wenn bei dem reinen Kürbis über die Befürchtung hinweggesehen wird, dass er vielleicht ungeeignetes Wasser ausschwitzen könnte, so kann man auch bei dem unrein gewesenen darüber hinwegsehen, dass er vielleicht unreines Wasser ausschwitzt.",
+ "darf man auch vorher nicht darin weihen. Der erste Tanna dagegen ist der Ansicht, dass wohl ein Unterschied zu machen ist: bei dem reinen Kürbis würde selbst das ausgeschwitzte ungeeignete oder nach der Lesart שהן ראוין das ausgeschwitzte geeignete Wasser nach Toravorschrift das hineingetane Wasser nicht untauglich machen, da das wenige ausgeschwitzte Wasser in dem hineingetanen seiner geringen Quantität wegen aufgehen würde (בטל ברובו) und es nur eine rabbinische Erschwerung ist, dass man diesen Grundsatz bei der roten Kuh nicht gelten lässt, von dieser Erschwerung wird in diesem Falle abgesehen, weil es ja nicht sicher ist, ob der Kürbis Wasser ausschwitzen wird. Bei dem unrein gewesenen Kürbis dagegen würde selbst das geringste Quantum Wasser, das er ausschwitzt, das hineingetane Wasser durch seine Berührung nach rabbinischer Vorschrift verunreinigen und untauglich machen, deshalb muss auch auf die Möglichkeit Rücksicht genommen werden, dass er Wasser ausschwitzt (ס״א). Welcher Ansicht R. Josua ist, ob in beiden Fällen der erschwerenden oder der erleichternden, geht aus der Mischna nicht klar hervor, nach den meisten Erklärern ist er der Ansicht, dass man in beiden Fällen nicht hineinschütten darf, nach dem רא״ש dagegen ist er der Ansicht, dass man in beiden Fällen hineinschütten darf, weil auch bei dem unrein gewesenen das ausgeschwitzte Wasser durch das Untertauchen des Kürbisses rein geworden ist.",
+ "In keinem Falle. Ob der Kürbis vorher unrein geworden war oder nicht.",
+ "darin. Auch nachdem man ihn abgetrocknet hat (s. vorhergehende Mischna).",
+ "hineintun. S. oben Note 20. Die dort angeführte Bestimmung gilt als eine so strenge, dass auch die bloße Befürchtung, dass der Kürbis Wasser ausschwitzen könnte, ihn für den Zweck untauglich macht. Unsere Ausgg. lesen auch hier: לא יוסיף."
+ ],
+ [
+ " Chagiga 23 a.",
+ "das man für die Zwecke des Entsündigungswassers zurechtgeschnitten hat. Schilfrohr, das man unter Beobachtung aller für das Entsündigungswasser zu beobachtenden Vorschriften vom Erdboden abgeschnitten und aus dem man das ganze Mark herausgenommen hat, um die Asche hineinzutun (nach einer anderen im Aruch gebrachten Erklärung, das man zurechtgemacht hat, um es zum Anzünden des Holzstosses zu verwenden).",
+ "sogleich unter. Das Rohr hat den Charakter eines Gerätes erhalten, das Unreinheit annehmen kann (s. Kelim XVII, 17), als solches müsste er eigentlich erst verunreinigt und dann untergetaucht werden, um dann noch am selben Tage, bevor die Sonne untergegangen ist, bei der Herstellung des Entsündigungswassers verwendet zu werden. R. Elieser hält aber diese Verunreinigung nicht für nötig, weil selbst ein unter Beobachtung aller Reinheitsvorschriften hergestelltes Gefäss wegen der Befürchtung, dass vielleicht bei seiner Herstellung unreiner Speichel eines עם הארץ darauf gespritzt sein kann, wo es sich um seine Verwendung bei der Herstellung des Entsündigungswassers handelt, als so unrein betrachtet wird, wie ein durch Totenunreinheit verunreinigtes Gefäss, nachdem am siebenten Tage auf es gesprengt worden ist. Wie ein solches erst nach Sonnenuntergang vollständig rein werden kann, so auch dieses; es genügte deshalb dieses Untertauchen, um der irrigen Lehre der Sadduzäer entgegenzutreten (s. III Note 53).",
+ "Man verunreinigt es und dann taucht man es unter. Nach ihm genügt dieses aus weither geholter Befürchtung angeordnete Untertauchen nicht, um der irrigen Lehre der Sadduzäer entgegenzutreten, sondern ist eine direkte Verunreinigung des Rohres nötig, um ihnen zu zeigen, dass trotzdem der Sonnenuntergang nicht abgewartet zu werden braucht.",
+ "ein Geistesschwacher und ein Unmündiger. S. Chull. I Note 3—5. Das gleiche gilt auch für das Wasserschöpfen (Maim. הלכות מרה אדומה VI, 2), dagegen darf das Sprengen auch durch einen Unmündigen geschehen (s. weiter XII, 10). Das Wasserschöpfen und Hineinschütten oben III, 3 konnte durch Kinder vorgenommen werden, weil es sich da nur um das Besprengen des Priesters handelte, der nur aus besonderer Vorsicht vorher besprengt wurde (יר״ב).",
+ "und eine Frau und einen Doppelgeschlechtlichen für untauglich. Die Begründungen s. Joma 43 a."
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+ "aus Stein und aus [ungebrannter] Erde. Obgleich sie insofern nicht als Gefässe gelten, als sie nicht wie andere Gefässe unrein werden können, und obgleich bei ihrer Verwendung demnach auch die Bestimmung nicht befolgt werden kann, dass alles, was bei der Herstellung des Entsündigungswassers verwendet wird, erst an demselben Tag untergetaucht sein muss und noch nicht durch den darauf folgenden Sonnenuntergang vollständig rein geworden sein darf (יו״ב).",
+ "auch in einem Schiff. Obgleich es, selbst wenn es ein transportables hölzernes oder irdenes Fahrzeug ist, keine Unreinheit annehmen kann (s. Sabb. IX, 2), und obgleich das Entsündigungswasser und die Asche nicht auf einem Schiff transportiert werden dürfen (s. weiter IX, 6).",
+ "Man darf die Weihe nicht vornehmen in Gefässwänden. Gewölbte Seitenwände von Gefässen, deren Boden durchbrochen ist, die aber auf die Seite gelegt, weil sie rund sind, noch gu gebrauchen sind, Flüssigkeiten in sie hineinzugiessen. Obgleich solche Wände nach Kelim IV, 1 noch als Gefässe gelten und Unreinheit annehmen, sind sie zu diesem Zwecke nicht zu gebrauchen.",
+ "nicht in dem Boden eines Zobers. Unten am Boden pflegte eine Vertiefung für die Hand angebracht zu sein, um den schweren Zober besser heben zu können (s. Kelim II, 3).",
+ "nicht in einem Fassspund. In der Vertiefung zum Hineinstecken des Fingers beim Herausheben des Spundes (s. Kelim X, 3).",
+ "weihen und sprengen darf. Danach ist auch am Anfänge der Mischna mit dem מקדשין nicht nur das Hineinschütten der Asche gemeint, sondern ebenso auch das Schöpfen des Wassers und das Sprengen.",
+ "Nur Gefässe schützen mittels des fest anschliessenden Deckels. Wenn Gefässe, die keine Unreinheit annehmen, fest verschlossen in einem Totenzelte stehen, bleibt alles, was in diesen Gefässen ist, rein. Bedingung ist jedoch, dass es ganze Gefässe sind und nicht durchlöcherte, die nicht als כלים gelten (s. Kelim IX, Note 112).",
+ "wie auch. Das שאין glbt hier nicht wie Kelim VIII, 8 die Begründung für das Vorhergehende an, sondern nur einen anderen Fall, wo es ebenfalls erforderlich ist, dass es ein ganzes Gefäss ist.",
+ "nur Gefässe vor einem irdenen Gefässe schützen. Wenn ein Gefäss in das Innere eines irdenen Gefässes, in dem ein Kriechtier liegt, herabgelassen ist, der obere Rand des herabgelassenen Gefässes ragt aber über den Rand des irdenen Gefässes hinaus, so bleibt der Inhalt des herabgelassenen Gefässes rein, Bedingung ist aber auch hier, dass das herabgelassene Gefäss noch die Eigenschaft eines Gefässes hat (s. Kelim VIII. 2)."
+ ],
+ [
+ "Die Eiform. Der Töpfer knetet zunächst aus Lehm eine ovale nach innen vertiefte Form, aus der er dann die Gefässe formt.",
+ "der Töpfer ist tauglich. Die Form gilt, weil sie eine Vertiefung hat, in die man etwas hineintun kann, bereits als Gefäss.",
+ "Jose erklärt sie für untauglich. Obgleich auch Geräte aus ungebrannter Erde tauglich sind (s. oben Mischnah 5), weil diese Form nicht zur Benutzung als Gerät bestimmt ist, sondern erst die daraus geformten Geräte, nachdem sie im Ofen gebrannt sind, es ist deshalb ein noch nicht fertiges Gerät (כלי שלא נגמרה מלאכתו) und deshalb untauglich.",
+ "Ein Hühnerei. Die Eierschale, aus der man das Innere entfernt hat.",
+ "die Weisen für untauglich. Welf es zu gebrechlich ist, um als Gefäss verwendet zu werden (vgl. Kelim XVII, Note 140)."
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+ [
+ " Mikw. IV, 6.",
+ "In einer in den Felsen gehauenen Tränkrinne. In die das Wasser aus der Quelle hineinfliesst. Mit שוקת wird schlechthin das Geläss bezeichnet, in welchem die Weihung vorgenommen wird.",
+ "darf man nicht [das Wasser] sammeln. Das darin gesammelte Wasser gilt nicht als geschöpft, da die aus dem Felsen gehauene Rinne nicht als Gefäss gilt.",
+ "und nicht darin weihen. Wenn man vorschriftsmässig geschöpftes Wasser in sie hineingegossen hat, darf man nicht die Asche dort hineinschütten.",
+ "und nicht daraus sprengen. Man darf das mit Asche gemischte Wasser nicht in sie hineintun, um aus ihr zu sprengen.",
+ "und sie braucht keinen fest anschliessenden Deckel zu haben. Ein einfach auf sie gelegter Deckel schützt ihren Inhalt gegen die Totenzelt-Unreinheit (s. Ohol. V, 6).",
+ "und sie macht das Tauchbad nicht untauglich. Wenn das in ihr gesammelte Quellwasser oder Regenwasser in ein Tauchbad fliesst, das noch nicht das vorschriftsmässige Quantum Wasser enthält, gilt es nicht als geschöpftes Wasser, durch das das Tauchbad untauglich werden würde.",
+ "War sie ein Gefäss und hat man sie mit Kalk [an den Boden] befestigt. Man hat einen losen Stein ausgehöhlt und eine Rinne aus ihm gemacht und ihn dann erst auf dem Erdboden befestigt.",
+ "und sie macht das Tauchbad untauglich. Obgleich sie jetzt fest mit dem Erdboden verbunden ist, gilt sie doch weiter als ein Gefäss.",
+ "Hat sie am Boden ein Loch. Nach יו״ב (s. Maim. Hilch. Para VI, 6) ein Loch, das so gross ist, dass Flüssigkeit durch dasselbe eindringen kann, dadurch verliert das Gefäss seine Eigenschaft als Gefäss (s. Kelim III, 1).",
+ "und man hat es mit einem Lappen zugestopft. Die Verstopfung mit dem Lappen genügt nicht, um das Gefäss wieder zu einem Gefäss zu machen.",
+ "weil es nicht durch ein Gefäss rundum zusammengehalten ist. Das Wasser wird nicht, wie es in einem Gefässe der Fall ist, durch das Gefäss ringsum zusammengehalten, sondern an der Stelle, wo der Boden durchlöchert ist, durch den Lappen, mit dem man das Loch verstopft hat. עגולים = gerundet, ringsum eingeschlossen, כלי = durch das Gefäss.",
+ "an der Seite. Wenn das Loch oberhalb des Bodens an einer der Seitenwände ist.",
+ "weil es durch ein Gefäss rundum zusammengehalten ist. In diesem Falle ist das Wasser tauglich, weil es unterhalb des Loches durch das Gefäss ringsum zusammengehalten wird und das Gefäss deshalb seine Eigenschaft als Gefäss nicht eingebüsst hat. Nach מ״א spricht die Mischna nicht von einem Loch, das so gross ist, dass das Gefäss dadurch seine Eigenschaft als Gefäss verliert, sondern von einem kleinen Loch, aus dem nur Flüssigkeit herausfliessen kann. Trotzdem das Gefäss dadurch seine Eigenschaft als solches nicht verliert, ist das Wasser untauglich, wenn sich das Loch auf dem Boden befindet, weil da das ganze Wasser nur durch den Lappen, der das Loch verstopft, in dem Gefässe festgehalten wird, nicht durch das Gefäss. Wenn dagegen das Loch sich an der Seite befindet, ist das Wasser tauglich, weil es auch ohne die Verstopfung des Loches bis zur Höhe des Loches durch das Gefäss zusammengehalten würde. Für diese Erklärung spricht, dass die Mischna nicht einfach sagt: מפני שאינו כלי, sondern den eigentümlichen Ausdruck gebraucht: מפני שאינן עגולים כלי. Maim. Hilch. Para VI, 6 hat die Lesart: שהמים שבו אינן על עיגול הכלי.",
+ "Hat man einen Kranz von Lehm darauf. Auf diese auf den Erdboden befestigte Tränkrinne, ebenso auf irgend ein nicht auf den Erdboden befestigtes Gerät.",
+ "gesetzt und das Wasser ist bis dorthin. Bis an den darauf gesetzten Kranz.",
+ "ist es. Das Wasser, das von dem Kranz eingeschlossen ist.",
+ "untauglich. Weil der Kranz nicht, als zu dem Gefässe gehörend betrachtet wird.",
+ "dass er mit ihr zusammen fortbewegt werden kann. Bart. erklärt: dass, wenn man die Rinne fortbewegt, der Kranz nicht herunterfällt, dagegen יו״ב: dass, wenn man den Kranz fortbewegt, die Rinne mit fortbewegt wird."
+ ],
+ [
+ "Wenn zwei Tränkrinnen in einem Steine. Der nicht am Boden befestigt ist.",
+ "gilt das Weihen nicht für das Wasser in der zweiten. Obgleich die beiden Rinnen sich in einem Stein befinden, gelten sie nicht als ein Gefäss, sondern jede Rinne gilt als ein Gefäss für sich.",
+ "Führt ein Loch in der Weite eines Schlauchrohrs. שפופרת הנוד ein Rohr, das man in die Öffnung des Schlauches hineinsteckt, um durch dasselbe Flüssigkeiten hineinzugiessen. Das Rohr pflegte so weit zu sein, dass man Zeigefinger und Mittelfinger zusammen bequem darin herumdrehen konnte.",
+ "dass es über beiden steht. Wenn die Zwischenwand zwischen den beiden Rinnen so niedrig ist, dass das Wasser über sie hinweg von der einen zur anderen geht.",
+ "gilt das Weihen auch für das Wasser in der zweiten. Die Verbindung zwischen den beiden Hohlräumen macht die beiden Rinnen zu einem Gefäss, doch muss man natürlich in die eine Rinne so viel Asche hineingetan haben, dass sie für das Wasser in beiden Rinnen ausreicht."
+ ],
+ [
+ "Wenn man zwei Steine an einander rückt und daraus eine Tränkrinne macht. In keinem der beiden Steine war eine rundum geschlossene Vertiefung, und man hat sie so aneinander gerückt, dass nur eine rundum geschlossene Vertiefung entstanden ist, allerdings mit einem Spalt in der Mitte, an der Stelle, wo die beiden Steine aneinander gerückt sind.",
+ "ebenso zwei Mulden. Man hat zwei Mulden, in deren beiden schon eine rundum geschlossene Vertiefung war, so aneinander gestellt, dass aus den beiden Vertiefungen eine neue von beiden eingeschlossene Vertiefung entstanden ist, wiederum mit einem Spalt in der Mitte.",
+ "so gilt das Weihen nicht für das dazwischen stehende Wasser. Die Tränkrinne gilt trotz des Spaltes als Gefäss, weil der Spalt nicht so weit ist, dass man durch ihn Flüssigkeit in die Rinne hineingiessen kann, das übrige Wasser in der Rinne ist deshalb tauglich und als Entsündigungswasser zu gebrauchen, wenn man die Asche hineingeschüttet hat, nur das in dem Spalt stehende Wasser ist nicht zu gebrauchen, weil es nicht in dem Gefässe steht. Nach א״ר gilt das übrige Wasser wohl als Entsündigungswasser, ist aber trotzdem auch zum Sprengen nicht zu benutzen, da es mit dem Wasser in dem Spalt sich vermischt.",
+ "Hat man sie. Die beiden Teile.",
+ "ist das dazwischen stehende Wasser geweiht. Da dann das verbindende Material ein Bestandteil des Gefässes bildet."
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+ [
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+ "Ist beim Weihen die weihende Asche auf die Hand [des Weihenden] gefallen oder auf eine Seitenwand. Der Tränkrinne, in der sich das Wasser befindet.",
+ "und dann erst ist sie auf [das Wasser in der] Tränkrinne gefallen. Nicht durch die Kraft des Wassers, sondern sie hat sich von selbst von dort losgelöst und ist in das Wasser gefallen (s. Sanhedrin 77 b).",
+ "ist es untauglich. Das Wasser kann nicht als Entsündigungwasser benutzt werden, weil es in dem Schriftabschnitte heisst ונתן — אל כלי die Asche muss durch den Betreffenden selbst in das Gefäss getan werden.",
+ "Ist sie aus der Röhre. In der sich die Asche befindet.",
+ "in die Tränkrinne gefallen. Von selbst, ohne dass der die Röhre in der Hand Haltende etwas dazu getan hat.",
+ "Hat man sie. Die Asche zum Hineinschütten.",
+ "aus der Röhre genommen und diese dann verschlossen oder eine Tür zugemacht. Bevor man die Asche in das Wasser geschüttet hat.",
+ "ist die Weihasche tauglich. Das Verschliessen der Röhre oder der Tür ist eine nicht zu der ausführenden Handlung gehörende Nebenhandlung, die Ausführung einer solchen macht die Asche nicht untauglich, wohl aber das Wasser (s. oben IV, 4).",
+ "das Wasser. N: וחכמים פוסלין.",
+ "aber untauglich. Weil man die Herstellung des Wassers durch das Hineinschütten der Asche durch das Schliessen der Röhre oder der Tür unterbrochen hat.",
+ "Hat man sie. Die Röhre, nachdem man die Asche zum Hineinschütten aus ihr herausgezogen hat.",
+ "auf dem Erdboden aufgerichtet. Aufgestellt, damit die noch in der offenen Röhre sich befindende Asche nicht herausfällt.",
+ "ist es. Das Wasser.",
+ "untauglich. Weil das Aufstellen auf dem Boden eine Handlung ist, die nur wegen der in der Röhre zurückgebliebenen Asche geschieht und deshalb eine Nebenhandlung ist, die das Wasser untauglich macht.",
+ "weil es [anders] nicht möglich ist. Weil man die Röhre, nachdem man etwas von der Asche herausgenommen hat, nicht wieder verschliessen kann, ist es überhaupt nicht anders möglich, etwas von der Asche herauszunehmen, als indem man die Röhre zum Hineinschütten schräge hält und dann wieder aufrichtet, deshalb ist das Wiederaufrichten in der Hand eine zu der auszuführenden Handlung gehörende, und nicht eine Nebenhandlung. So erklärt Maim. und Bart. nach der Lesart: מפני שאי אפשר, die auch א״ר liest. Nach einer anderen Lesart: מפני שאפשר erklären ר״ש und רא״ש und der Bart. in einer zweiten Auslegung, dass es sich hier nicht um das Untauglichwerden durch eine Nebenhandlung handelt, sondern das פסול und כשר sich auf die Asche bezieht, die durch eine Nebenhandlung überhaupt nicht untauglich wird, wohl aber, wenn sie nicht gehörig beobachtet und bewacht wird, weil es von ihr heisst (Num. 19, 9): והיתה לעדת בני ישראל למשמרת. Mit dem Hinstellen auf die Erde hat man aufgehört, die Asche gehörig zu beobachten; deshalb ist die noch in der Röhre befindliche Asche untauglich geworden, hält man die Röhre aufrecht in der Hand, bleibt sie tauglich, weil es möglich ist, dabei sie gehörig zu beobachten."
+ ],
+ [
+ "Schwimmt die Weihasche oben auf dem Wasser. Wenn von der hineingeschütteten Asche etwas auf der Oberfläche des Wassers liegen geblieben ist, gleichviel ob es von dem Wasser bereits angefeuchtet ist oder nicht.",
+ "sie nehmen und [anderweitig] damit weihen. In anderes Wasser, um es durch Hineinschütten zu Entsündigunswasser zu machen. Wenn die Asche das Wasser berührt hat, muss man sie allerdings vorher abtrocknen, denn das an der Asche haftende Wasser ist bereits Entsündigungswasser und würde durch Vermischung mit dem Wasser, das erst durch das Hineinschütten der Asche zu Entsündigungswasser werden soll, untauglich werden (s. oben V Note 20).",
+ "darf man nicht mehr zum Weihen verwenden. Durch die Berührung mit dem Wasser ist die Asche bereits zu dem Zwecke, zu dem sie bestimmt war, verwendet worden (נעשתה מציתו), deshalb ist ihr die Weihe gebende Eigenschaft benommen und ist sie für weitere Verwendung untauglich. Nach der Ansicht von R. Meïr und R. Simon dagegen erfüllt die Asche nur den Zweck, das Wasser für die eigentliche מצוה des Besprengens geeignet zu machen, es kann daher von der Asche nicht נעשתה מציתו gelten.",
+ "Hat man das Wasser abgegossen. זלף tropfen, langsam abfliessen lassen, ebenso wenn durch die Sprengungen das Wasser verbraucht worden ist.",
+ "trocknet man sie ab. Hier wird das Abtrocknen ausdrücklich erwähnt, das im ersten Falle als selbstverständlich vorausgesetzt wird, um hervorzuheben, dass selbst in diesem Falle das Abtrocknens genügt, obgleich die Asche von dem Wasser vollständig durchtränkt ist.",
+ "darf man nicht mehr zum Weihen verwenden. Um wie viel weniger diese Asche, die von dem Wasser durchtränkt ist."
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+ [
+ "und es befindet sich in ihr ein Tropffläschchen. S. Kelim III Note 8.",
+ "gilt das Weihen auch für das in ihm befindliche Wasser. Die Öffnung des Tropffläschchens steht in dem Wasser, das sich in der Tränkrinne befindet, und verbindet das in ihm enthaltene Wasser mit dem Wasser in der Tränkrinne. In diesem Falle, da die Gefässe sich in einander befinden, genügt die winzigste Verbindung und ist nicht, wie oben V, 8, wo sich die Gefässe neben einander befinden, eine Weite der Verbindungsleitung כשפופרת הנוד erforderlich.",
+ "ist das in ihm befindliche Wasser untauglich. Weil der Schwamm nicht als Gefäss dient; daher gilt das in ihm befindliche Wasser nicht als unmittelbar in ein Gefäss gegossen und ist deshalb untauglich.",
+ "Wie soll man es machen. Um das in der Tränkrinne befindliche Wasser zu benutzen (יו״ב).",
+ "Man giesst ab. In einem anderen Gefäss, oder sprengt vorsichtig aus dem Wasser, ohne den Schwamm zu berühren.",
+ "untauglich. Weil durch die Berührung Wasser aus dem Schwamm herausgedrückt worden sein kann, das durch Vermischung mit dem übrigen Wasser alles untauglich macht."
+ ],
+ [
+ " Sebach. 25 b.",
+ "Hat man seine Hand oder seinen Fuss oder Grünzeug-Blätter. Die gegessen werden und deshalb wie alle Esswaren Unreinheit annehmen.",
+ "damit das Wasser. Das Quellwasser, das man zur Herstellung des Entsündigungwassers gebrauchen will.",
+ "über sie in das Fass. In das man dann die Asche hineinschütten will.",
+ "ist es untauglich. Das Wasser muss mit einem Gefäss aus der Quelle gefüllt werden, hier aber ist es erst vermittels einer Sache, die Unreinheit annimmt, über die es hinübergeleitet worden ist, in das Gefäss geflossen, durch das Hinüberfliessen über eine solche Sache hört es auf, direkt aus der Quelle genommenes Wasser zu sein und ist deshalb, noch bevor es in das Gefäss geflossen ist, untauglich geworden (Maim.).",
+ "Schilf- oder Nussbaum-Blätter. Die nicht geniessbar sind und deshalb keine Unreinheit annehmen (vgl. Edujoth VII Note 21).",
+ "ist es tauglich. Da das Wasser nur über Dinge geflossen ist, die keine Unreinheit annehmen, hat es nicht aufgehört, direkt aus der Quelle kommendes Wasser zu sein, ebenso wie, wenn es über Felsgestein fliesst, das Wasser ist direkt aus der Quelle in das Fass geflossen und damit der Vorschrift genügt, dass es in einem Gefäss gefüllt sein muss. So nach der Erklärung von Maim. Nach der Erklärung des ר״ש gilt für das Entsündigungswasser derselbe Grundsatz wie für das Wasser einer מקוה, dass es nicht über einen Gegenstand, der Unreinheit annimmt, geflossen sein darf, so auch Sebachim 25 b."
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+ "Hat man die Quelle abgeleitet in eine Weinkelter oder in Zisternen. Durch einen Graben Wasser aus der Quelle in eine solche Vertiefung fliessen lassen und dann diese Verbindung zwischen beiden wieder aufgehoben, גבים s. Mikwaot I Note 3.",
+ "ist es. Das in ihnen angesammelte Wasser.",
+ "untauglich. Es gilt nicht mehr als Quellwasser, nachdem die Verbindung mit der Quelle unterbrochen ist.",
+ "für Flussleidende. Als Tauchbad zu ihrer Reinigung, der männliche Flussleidende darf nur in Quellwasser baden.",
+ "und Aussätzige. Für das Wasser, in das man bei ihrer Reinigung das Blut des geschlachteten Vogels tropfen liess (s. Negaim XIV, 1) und das ebenfalls unmittelbar aus der Quelle geschöpft sein musste.",
+ "und für das Weihen des Entsündigungswassers. Zu dem ebenfalls nur aus der Quelle geschöpftes Wasser verwendet werden durfte.",
+ "weil es nicht in ein Gefäss gefüllt worden ist. Diese Begründung bezieht sich nur auf die zuletzt genannten, auf die Aussätzigen und das Entsündigungswasser, für diese ist das Wasser deshalb untauglich, weil Kelter und Zisterne nicht als Gefässe gelten, so dass in sie das Blut des für den bisherigen Aussätzigen geschlachteten Vogels nicht hineintropfen darf und in ihnen das Entsündigungswasser nicht geweiht werden kann. Andererseits verliert das Wasser in der Kelter und Zisterne den Charakter des Quellwassers, so dass man aus ihnen auch nicht Wasser für den Aussätzigen oder für die Asche schöpfen kann. Das Moment, dass das Wasser in der Kelter und der Zisterne nicht mehr als Quellwasser gilt, ist auch ausschlaggebend dafür, dass der bisherige Flussleidende nicht in ihm baden soll, da er in Quellwasser baden muss. Diese gemeinsame Untauglichkeit für alle 3 Kategorien veranlasste den Tanna der Mischna, sie nebeneinander anzuführen, obwohl die in der Mischna gegebene Begründung nur für die beiden letzten Kategorien gilt. Vgl. Mikw. I, 8."
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+ "Wenn fünf Personen fünf Fässer für fünf Weihungen gefüllt haben. Jeder hatte die Absicht, das Wasser, das er gefüllt hat, für sich zu weihen.",
+ "sie für eine Weihung zu verwenden. Das Wasser aus den fünf Fässern zusammenzugiessen und dann die Asche hineinzuschütten.",
+ "oder für eine Weihung. Nachdem sie das Wasser aus den fünf Fässern zusammengegossen haben würden.",
+ "sie für fünf Weihungen zu verwenden. Es nicht zusammenzugiessen, sondern in jedem Fass besonders zu weihen.",
+ "so sind sie alle tauglich. Im ersteren Falle gilt das Zusammengiessen nicht als eine Nebenhandlung, die den Wasserinhalt der einzelnen Fässer untauglich macht, weil das Umgiessen des geschöpften Wassers von einem in ein anderes Gefäss nicht als eine Nebenhandlung gilt. Im zweiten Falle gilt ebenso das Zurückgiessen in die einzelnen Fässer nicht als eine Nebenhandlung, obgleich beim Zusammengiessen die Wasserinhalte der einzelnen Fässer sich vermischt haben und danach beim Zurückgiessen doch eigentlich jeder nicht nur sein Wasser zurückgiesst, sondern auch Wasser von den anderen sich darunter befindet, die Beschäftigung damit aber eigentlich als eine Nebenhandlung betrachtet werden müsste, weil angenommen wird, dass jeder doch nur seinen Anteil an dem Wasser wieder aus dem gemeinsamen Fass zurückgiesst יו״ב.",
+ "so ist nur das letzte tauglich. Nachdem er das erste Fass gefüllt hat, um in demselben zu weihen, ist das Füllen der weiteren Fässer vor dem Weihen eine beim Schöpfen ausgeführte Nebenhandlung, die das Wasser in dem ersten Fass untauglich gemacht hat, ebenso bei den weiteren Fässern, deshalb darf er nicht das Wasser aus den fünf Fässern zusammengiessen und dann es weihen, sondern das Wasser in den vier ersten Fässern ist untauglich und nur das in dem letzten kann er weihen.",
+ "für eine Weihung. Er brauchte soviel Wasser, dass er es nicht in einem Fass füllen konnte, sondern fünf Fässer dazu brauchte, die er dann nachher zusammengiessen wollte. Da er das Wasser in allen fünf Fässern zu einem Weihen gebrauchen wollte, ist das Füllen nicht durch eine Nebenhandlung unterbrochen worden.",
+ "sie für fünf Weihungen zu verwenden. Und dann auch tatsächlich jedes Fass besonders geweiht hat.",
+ "das er zuerst geweiht hat. Denn das Wasser in den übrigen Fässern ist durch die unterbrechende Handlung des Weihens in dem ersten Fass untauglich geworden.",
+ "Hat er zu jemanden gesagt. Nachdem er fünf Fässer für eine Weihung gefüllt hat.",
+ "Weihe für dich diese. Und der Aufgeforderte hat in jedem Fass besonders geweiht.",
+ "ist nur das erste tauglich. Da er ihm das Wasser zu seinem Gebrauch überlassen hat, ist es so, als wenn der Zweite es in der gleichen Absicht, wie es durch den Ersten geschehen ist, gefüllt hätte, deshalb ist nur das Fass, in dem er zuerst geweiht, tauglich.",
+ "sind alle tauglich. Das Wasser ist Eigentum desjenigen geblieben, der es gefüllt hat, dieser hat keine Nebenhandlung ausgeführt, der Andere, dem das Wasser gar nicht gehört, kann aber ihm nicht sein Wasser durch eine Nebenhandlung untauglich machen. Nach מ״א macht eine Nebenhandlung nur deshalb untauglich, weil ihre Ausführung die Gedanken ablenkt; hat er das Wasser einem anderen überlassen, sind seine Gedanken nicht mehr darauf gerichtet, die Gedanken des anderen sind durch die Nebenhandlung abgelenkt, deshalb wird das Wasser untauglich, hat er aber nicht dem anderen überlassen, bleiben seine Gedanken noch immer darauf gerichtet, deshalb wird das Wasser nicht untauglich, wenn auch der andere dabei eine Nebenhandlung verrichtet."
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+ "wenn er für sich und für einen anderen. Gleichzeitig.",
+ "sind [die Wasser] beide untauglich. Denn das gleichzeitige Füllen zweier Gefässe für zwei getrennte Weihungen macht das Wasser in beiden Gefässen untauglich.",
+ "sei es für ihn selbst sei es für einen anderen. Ob er das Wasser für sich selbst oder für einen anderen gefüllt hat."
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+ "Wenn jemand mit einer Hand weiht und mit der anderen eine Handlung ausführt. Wenn man während der Ausführung der Handlungen mit der Asche eine Nebenhandlung ausführt, wird die Asche nicht untauglich, wohl aber wird das Wasser dadurch untauglich, dass man, während man damit beschäftigt ist, die Asche in dasselbe hineinzuschütten, bevor man sie hineingeschüttet hat, eine Nebenhandlung ausführt (s. oben IV, 4).",
+ "ist [das Wasser] untauglich. ר״ש und Bart.: weil er vielleicht die Nebenhandlung schon ausgeübt hat, bevor er die Asche in das Wasser hineingeschüttet hat, nach Maim.: weil er mit der Nebenhandlung jedenfalls schon beschäftigt war, bevor die Asche in das Wasser hineingefallen ist.",
+ "ist [das Wasser] tauglich. Das Wasser, das ihm garnicht gehört, kann er nicht durch eine Nebenhandlung untauglich machen (s. oben Note 13). Nur beim Füllen des Wassers (s. die vorangehende Mischna) oder wenn jemand zum Wächter über das Wasser vom Eigentümer bestellt worden ist, macht er auch das ihm nicht gehörende Wasser durch eine Nebenhandlung untauglich, weil er hierfür ein Entgelt nehmen darf (s. Bechor. 29 a) und deshalb für den Augenblick das Wasser, als wäre es sein eigenes, betrachtet wird. Für das Weihen dagegen darf er kein Entgelt nehmen (s. Bechor. IV, 6), er steht deshalb in keinerlei Beziehung zu dem Wasser und kann es deshalb auch nicht durch eine Nebenhandlung untauglich machen (יו״ב).",
+ "Wenn jemand für sich und einen anderen. Zu gleicher Zeit.",
+ "ist seines untauglich. Sein Wasser ist untauglich geworden durch die beim Weihen ausgeführte Nebenhandlung des Weihens des Wassers des Anderen, die ihn bereits während des Weihens des eigenen Wassers beschäftigt hat (s. oben Note 18).",
+ "und des anderen tauglich. Weil das Wasser, das ihm nicht gehört, nicht durch die von ihm ausgeführte Nebenhandlung des Weihens des eigenen Wassers untauglich wird.",
+ "Wenn jemand für zwei. Fremde."
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+ "Weihe du für mich und ich werde für dich weihen. Nachdem jeder für sich sein Wasser gefüllt hatte, hat der eine zum Anderen gesagt: Weihe du mein Wasser und ich werde das deine weihen.",
+ "ist das erste tauglich. Das Wasser, das zuerst geweiht worden ist, ist tauglich, das andere aber ist untauglich; sein Eigentümer hat doch vorher das erste geweiht und diese Handlung gilt seinem Wasser gegenüber als störende Nebenhandlung.",
+ "ist das letzte tauglich. Das zuerst gefüllte Wasser dagegen ist dadurch untauglich geworden, dass dessen Eigentümer, bevor es geweiht worden ist, das Wasser für den Anderen gefüllt hat, also eine Nebenhandlung vornahm, bevor sein Wasser geweiht war.",
+ "Weibe du für mich und ich werde. Dann.",
+ "sind beide tauglich. Der eine hat die Handlung des Schöpfens erst ausgeführt, nachdem sein Wasser bereits geweiht war und es deshalb nicht mehr durch eine Handlung untauglich werden konnte, das Wasser des anderen ist erst geschöpft worden, nachdem der Eigentümer die Handlung des Hineinschüttens in das andere Wasser bereits ausgeführt hatte.",
+ "fülle du für mich und ich werde. Dann.",
+ "sind beide untauglich. Das Wasser, das der eine gefüllt hat, ist dadurch untauglich geworden, dass der, für den es gefüllt worden ist, bevor es geweiht worden ist, das andere Wasser geweiht hat, und das Wasser, das geweiht worden ist, ist dadurch untauglich geworden, dass bevor in dasselbe hineingeschüttet worden ist, sein Eigentümer Wasser für den anderen gefüllt hat. Ganz anders erklärt Maim. die Mischna. Wie bereits Note 19 erwähnt, darf für das Hineinschütten kein Entgelt genommen werden, deshalb ist in dem Falle קדש לי ואקדש לך nur das erste tauglich, weil der, der zuletzt geweiht hat, dafür durch das Weihen seines Wassers durch den anderen entlohnt worden ist und dadurch das Wasser untauglich gemacht hat. In dem Falle, מלא לי ואמלא לך ist das zuletzt gefüllte Wasser tauglich, weil das Füllen des Wassers gegen Entgelt es nicht untauglich macht, dagegen ist das zuerst gefüllte untauglich, weil der Betreffende beim Füllen zugleich den Gedanken hatte, dass der andere dafür das Wasser für ihn füllen werde, es ist deshalb so, als wenn er für sich und einen anderen zugleich gefüllt hätte, und das Wasser deshalb untauglich. In dem Falle קדש לי ואמלא לך ist das erste tauglich, weil das gleichzeitige Ausführen einer anderen Handlung beim Weihen nicht untauglich macht, und das letzte, weil das Füllen des Wassers gegen Entgelt nicht untauglich macht. In dem Falle מלא לי ואקדש לך ist das erste untauglich, weil er beim Füllen zugleich den Gedanken an das Weihen seines Wassers gehabt hat, und das letzte, weil das Weihen gegen Entgelt erfolgt ist."
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+ [
+ "füllt für den eigenen Gebrauch zuerst und knüpft es an die Tragstange. אסל gr. ἄσιλλα, eine Tragstange, die quer über die Schulter gelegt wird, eine Last hängt vorne herunter, eine andere hinten.",
+ "und dann füllt er für das Entsündigungswasser. Untauglich wäre das Entsündigungswasser auch dann nicht, wenn man sein eigenes, früher eingefülltes Wasser an die Tragstange gehängt hätte, weil dieses Anhängen dem Gleichgewicht an der Stange dient, also auch den Transport des Entsündigungswassers erleichtert. Aber man soll lieber die Behandlung des Entsündigungswassers nicht einmal durch solche Tätigkeit unterbrechen. (א״ר)",
+ "ist es untauglich. Durch das Füllen des für den eigenen Gebrauch bestimmten Wassers ist das vorher gefüllte Wasser für seinen Zweck untauglich geworden, da beim Füllen jede fremde Handlung untauglich macht.",
+ "Das für den eigenen Gebrauch hängt er nach hinten. Das gleichzeitige Tragen des zum eigenen Gebrauch bestimmten Wassers macht das Entsündigungswasser nicht untauglich, weil man ohne dieses Gegengewicht das Wasser nicht an der Tragstange tragen kann, das Tragen des eigenen Wassers demnach nicht eine zum Tragen des Entsündigungswassers nicht gehörende Nebenhandlung ist (רא״ש).",
+ "und das für das Entsündigungswasser nach vorne. Um es besser im Auge behalten zu können.",
+ "ist es untauglich. Weil er nur auf das vorne hängende Wasser achten wird und dadurch seine Gedanken ganz von dem Entsündigungswasser abgelenkt werden.",
+ "weil es [anders] nicht möglich ist. Und deshalb seine Aufmerksamkeit durch das vorne hängende Entsündigungswasser auch von selbst auf das hinten hängende gelenkt wird. N. ebenso wie Bart. lesen: מפני שאפשר weil es möglich ist, danach ist zu ergänzen: durch das Aufmerken auf das vorne hängende die Gedanken auch auf das hinten hängende gerichtet zu halten."
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+ [
+ "Wenn jemand den [geborgten] Strick. Den er beim Füllen des Wassers gebraucht hat.",
+ "in der Hand auf seinen Weg. Den er zu nehmen hat, um das Wasser abzutragen.",
+ "mitnimmt. Um ihn dem Eigentümer zurückzubringen.",
+ "bleibt es. Das Wasser.",
+ "tauglich. In dem Mitnehmen des Strickes liegt keine besondere Handlung, da er den Weg ja ohnehin des Wassers wegen zu machen hat.",
+ "ist es untauglich. Der Umweg, den er des Strickes wegen vor dem Weihen macht, ist eine Nebenhandlung, die das Wasser untauglich macht.",
+ "Dessentwillen. Um vor den dort versammelten Gelehrten die Frage entscheiden zu lassen, wie in einem solchen Falle zu verfahren sei.",
+ "ist einer an drei Festen. S. Chullin 48 a und 77 a Raschi v. שהייה תלתא ריגלי. S. Jeb. 122 a; vgl. aber Halevy Dor. Har. I e S. 45 f.; aus unserer Stelle ist wohl zu entnehmen, dass auch nach der Zerstörung des zweiten Tempels die Reinheitsgesetze eingehalten wurden; vgl. hierzu Nid. 6 b s. a. משנה למלך חל׳ אבל פ״ג ה״א.",
+ "und am dritten Feste. Erst da ist die Frage zur Entscheidung gekommen.",
+ "haben sie es ihm als eine nur für das eine Mal geltende Entscheidung. הוראת שעה = eine aus den Zeitumständen sich ergebende und nur für sie gültige Entscheidung.",
+ "für tauglich erklärt. Weil besondere Umstände Vorlagen, für dieses Mal die Untauglichkeit nicht auszusprechen."
+ ],
+ [
+ "Wenn man den Strick nach und nach auf die Hand windet. המכנן nach Levy, Wörterbuch von כנן arab. كنّ = umringen, Piel = umwinden; wenn man den Strick, durch den man das Schöpfgefäss hinaufzieht, beim Hinaufziehen nach und nach um die Hand windet. על יד על יד soll wohl das allmähliche Umwinden um die Hand bezeichnen, wie man es beim Hinaufziehen zu machen pflegt, die Talmudausgaben haben nur einmal על יד.",
+ "ist es tauglich. Weil das Umwinden mit zum Schöpfen gehört.",
+ "wenn man ihn erst zuletzt. Nachdem man das Gefäss bereits vollständig heraufgezogen hat.",
+ "ist es untauglich. Weil das Umwickeln des Stricks um die Hand da nicht um des Schöpfens sondern um des Strickes willen geschieht, und deshalb eine Nebenhandlung ist.",
+ "Dieses. Nicht den in der vorhergehenden Mischna erwähnten Fall, da würde man vielleicht auch nicht einmal ausnahmsweise das Wasser für tauglich erklärt haben, weil das Abtragen des Strickes eine Handlung ist, die in gar keinem Zusammenhänge mehr mit dem Schöpfen steht, das Aufwickeln des Strickes dagegen ist doch nur das Nachholen einer Handlung, die man als mit zum Schöpfen gehörend vorher hätte machen dürfen (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Wenn man das Fass. Mit dem man das Wasser aus dem Brunnen schöpft, um es in die Tränkrinne zu giessen.",
+ "wegstellt. Nachdem man ein oder mehrere Male damit geschöpft hat.",
+ "damit es nicht zerbrochen wird. In der Zwischenzeit, bevor man mit dem Schöpfen fortfährt.",
+ "um damit zu weihen. Wenn es in der Absicht geschehen ist, nachher weiter für dasselbe Entsündigungswasser zu schöpfen.",
+ "ist es tauglich. Weil es dann als eine zum Schöpfen gehörende Handlung zu betrachten ist.",
+ "ist es untauglich. Das Hinwegtragen des bereits geweihten Wassers gehört nicht mehr zu der Handlung des Schöpfens oder Weihens, es ist deshalb eine Nebenhandlung, die das Wasser untauglich macht.",
+ "Wenn man aus der Tränkrinne Scherben wegräumt. Während des Schöpfens.",
+ "damit sie mehr Wasser fasse. Damit man desto mehr Wasser hineingiessen kann.",
+ "wenn man das Wasser heraushebt. זולף s. oben VI Note 18, hier das Herausheben des Wassers beim Sprengen oder das Abgiessen von Wasser aus der Tränkrinne, nachdem es geweiht ist.",
+ "ist es untauglich. Weil es dann zu einem Zwecke geschehen ist, der nicht mehr mit dem Schöpfen zusammenhangt."
+ ],
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+ "während er das Wasser auf der Schulter trägt. An der oben erwähnten Tragstange, bevor das Wasser geweiht worden ist.",
+ "eine Gesetzesentscheidung trifft oder anderen den Weg zeigt. Obgleich die Unterbrechung nur in Worten besteht.",
+ "ist es untauglich. Alle diese Dinge werden als eine Nebenhandlung betrachtet, durch die das Wasser untauglich wird.",
+ "um sie zu geniessen. Auch wenn er sie genossen hat.",
+ "ist es tauglich. Weil das Essen zur Stärkung bei der Arbeit dient und deshalb als eine dazu gehörende Handlung betrachtet wird.",
+ "die ihm im Wege sind. Beim Forttragen des Wassers.",
+ "ist es tauglich. Auch das Forttragen des Wassers gehört noch zu der Handlung des Füllens.",
+ "durch die eine Handlung. Eine wirkliche Handlung, die der Betreffende ausführt, nicht eine bloße Anweisung durch Worte.",
+ "ist es untauglich. Wenn es eine Nebenhandlung ist, die nicht für das Füllen bezw. für das Forttragen nötig ist.",
+ "durch die keine Handlung ausgeführt wird. Wie z. B. das Treffen einer Gesetzesentscheidung.",
+ "wenn er stehen blieb. Weil dadurch seine Gedanken von dem Wasser abgelenkt worden sind.",
+ "ist es tauglich. Nach Maim. bedeutet כל דבר שהוא משום מלאכה alles, was eine Nebenhandlung ist, weil es nicht des Wassers wegen geschieht, und דבר שאינו משום מלאכה was keine Nebenhandlung ist, weil es des Wassers wegen geschieht. R. Jehuda legt nach ihm nur die Worte des ersten Tanna dahin aus, dass auch das Gemessen von Speisen oder das Töten einer auf dem Wege liegenden Schlange nur dann nicht untauglich macht, wenn man sich dabei nicht aufgehalten hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand sein Wasser. Ebenso die Asche.",
+ "einem Unreinen. Wenn er auch nur nicht so rein ist, wie es für das Entsündigungswasser erforderlich ist.",
+ "übergibt. Um es vor Verunreinigung oder sonstigem Untauglich werden zu behüten.",
+ "ist es untauglich. Da er selbst unrein ist und sich deshalb vor Berührung von Unreinem nicht inachtzunehmen braucht, ist er kein geeigneter Wächter für das Wasser oder die Asche, die vor Verunreinigung besonders behütet werden müssen (למשמרת Lev. 19, 3).",
+ "ist es tauglich. Auch wenn der Eigentümer dann vor dem Weihen eine Handlung ausgeführt hat, da der, dem er das Wasser übergeben hat, nun an seine Stelle getreten ist und nur durch eine von ihm ausgeführte Handlung das Wasser untauglich wird.",
+ "wenn der Eigentümer keine Handlung ausgeführt hat. R. Elieser meint: wer das Wasser einem Unreinen übergibt, weise, dass dieser nicht zuverlässig ist, und behält deshalb das Wasser weiter unter seiner eigenen Obhut, das Wasser wird deshalb durch die bloße Übergabe nicht untauglich und durch eine Nebenhandlung nur, wenn sie von dem Eigentümer selbst ausgeführt wird."
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+ "Wenn zwei für Entsündigungswasser füllen und einer hilft dem anderen es aufheben. Es auf der Schulter zu tragen.",
+ "oder einer zieht dem anderen einen Dorn heraus. Der ihn beim Füllen stört.",
+ "ist es für eine Weihung. Wenn das Wasser, das beide gefüllt haben, vor dem Weihen zusammengegossen werden soll.",
+ "ist es tauglich. Es sind keine Nebenhandlungen, sondern sie gehören mit zu der Handlung des Füllens.",
+ "ist es untauglich. Da diese Handlungen nicht zu der Handlung des Füllens seines Wassers gehört, und er demnach eine Nebenhandlung ausgeführt hat.",
+ "wenn sie es unter einander abgemacht haben. Es hat der eine zum anderen gesagt: nur, wenn du mir beim Heben meines Wassers helfen wirst, werde ich dir beim Heben deines Wassers helfen, iu diesem Falle gehört das Helfen beim Heben des Wassers des anderen mit zu dem Füllen seines Wassers, da es ihm erst dadurch möglich ist, sein eigenes Wasser zu heben (א״ר und יו״ב). Anders רא׳׳ש ,ר״ש und Bart."
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+ "Wenn jemand etwas niederreisst. Was ihm beim Abtragen des Wassers im Wege ist.",
+ "es wieder aufzurichten. Auch wenn er das Niedergerissene wieder aufbauen muss, es also kein bloßes Zerstören, sondern zugleich eine vorbereitende Handlung für das Wiederaufbauen ist.",
+ "hat er es wieder aufgerichtet. Vor dem Weihen.",
+ "ist es untauglich. Weil das Wiederaufbauen nicht mehr eine für das Wasser notwendige Handlung ist, selbst wenn ihm das Niederreissen nur unter der Bedingung gestattet worden ist, dass er es sofort wieder herrichtet denn er hätte doch immerhin das Hineinschütten vorher vornehmen können (מ״א). Die Tosefta bringt eine Ansicht des R. Jose, dass im letzteren Falle das Wasser tauglich bleibt, selbst wenn er das Eingerissene sofort wieder aufrichtet.",
+ "mit der Absicht. Er hat beim Essen die Absicht, was er übrig lässt, zum Trocknen beiseite zu legen. Nach ר״ש und יו״ב: er hat die Früchte nur unter der Bedingung zum Essen erhalten, dass er die übrig bleibenden zum Trocknen bei Seite legt.",
+ "davon zum Trocknen bei Seite zu legen. קצה = absondern, bei Seite legen, davon מוקצה = die zum vollen Austrocknen an einem besonderen Orte aufgehäuften Feigen.",
+ "ist es tauglich. Das Essen gilt nicht als Nebenhandlung, s. Note 68. Der bloße Gedanke oder die ihm gestellte Bedingung, dass er dafür die Früchte, die er nicht isst, zum Trocknen bei Seite zu legen hat, machen das Wasser nicht untauglich.",
+ "hat er davon bei Seite gelegt. Vor dem Weihen. Nach R. Jose: ohne dass ihm dies vorher als Bedingung gestellt worden war (s. Note 90).",
+ "Hat er gegessen. Ohne den Gedanken an eine nach dem Essen auszuführende Nebenhandlung.",
+ "was er noch in der Hand hat. Vor dem Weihen.",
+ "unter einem Feigenbaum geworfen oder in die trockenden Feigen. S. Note 92.",
+ "damit es nicht verloren geht. Wenn er auch gar nicht die Absicht hatte, dass sie dort trocknen sollen.",
+ "ist es untauglich. Denn auch das bloße Verwahren von Esswaren vor dem Verlorengehen gilt als eine Handlung. Hat er dagegen Reste, die gar nicht mehr zum Gemessen geeignet sind, auf den Kehrichthaufen geworfen, gilt das nicht als Nebenhandlung."
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+ "Wenn zwei die Tränkrinne. In der sich das Wasser befindet, in der die Asche hineingeschüttet werden soll.",
+ "überwachen und einer von ihnen ist unrein geworden. S. oben VII, 10.",
+ "weil es unter der Obhut des ersten ist. Es ist nicht nötig, dass das Wasser ununterbrochen von demselben Wächter bewacht wird.",
+ "Hat er aufgehört. עמד = stehen bleiben, er ist in seiner Arbeit stehen geblieben, hat sie nicht weiter fortgesetzt.",
+ "weil es unter der Obhut des ersten ist. Nicht nur die Unreinheit eines der Wächter, sondern auch eine von ihm ausgeführte Nebenhandlung, während der andere das Wasser bewachte, macht das Wasser nicht untauglich."
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+ "Wer das Entsündigungswasser weiht. Schon beim Hineinschütten muss man diese Vorsicht üben, um so mehr beim nachherigen Forttragen und Sprengen (יו״ב).",
+ "wenn Flüssigkeit. Irgendwelche Flüssigkeit. Jede Flüssigkeit, die nicht besonders für den Gebrauch bei der Herstellung des Entsündigungswassers vor Unreinheit bewahrt worden ist, gilt in Hinsicht auf das Entsündigungswasser als unrein.",
+ "auf sie fällt. Weil, wie die Mischna weiter als Begründung anführt, jede solche Flüssigkeit, wenn sie auf die Kleidungsstücke fällt, diese unrein macht; diese Erschwerung hat man jedoch nicht auf den Fall ausgedehnt, wenn die Flüssigkeit auf den Körper des Menschen fällt, da bleibt der Mensch rein, ausser wenn er sie mit der Hand berührt, da wird die Hand unrein und infolge dessen der ganze Körper (s. weiter XII, 7).",
+ "und verunreinigt ihn. Die Sandale verunreinigt den Menschen, obgleich sonst der Mensch nur durch eine אב הטומאה unrein werden kann, weil es zu den Erschwerungen bei den Unreinheiten des Entsündigungswassers zählt, dass dabei kein Unterschied zwischen schwereren und leichteren Unreinheitsgraden gemacht wird (אין מונין ראשון ושני בחטאת). Ebenso wie durch die Sandale würde der Mensch auch durch jedes andere Kleidungsstück, auf das eine Flüssigkeit fällt, unrein werden, ohne Kleidungsstücke jedoch kann er nicht sein, und muss er deshalb darauf achten, dass keine Flüssigkeit auf sie fällt, Sandalen dagegen soll er aus Vorsicht gar nicht erst anlegen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Die Flüssigkeit.",
+ "hätte mich nicht verunreinigt. Wenn sie auf meinen Körper gefallen wäre.",
+ "und du. Die Sandale, die erst durch die Flüssigkeit unrein geworden ist.",
+ "hast mich unrein gemacht. Die gegebene Erklärung ist die von Maim., ר״ש und Bart., die unter משקין der Mischna irgendwelche von aussen kommende Flüssigkeit verstehen. Doch gibt ר״ש als zweite Erklärung die Auffassung von הלכות) ראב״ד פ״א XIII, 8), dass unter משקין das mit Asche gemischte Entsündigungswasser gemeint ist, von dem leicht etwas auf die Sandale herausspritzen kann, dieses herausgespritzte Wasser ist untauglich geworden, weil er seine Aufmerksamkeit nicht mehr darauf gerichtet hält, und verunreinigt deshalb die Sandale.",
+ "ist diese unrein und verunreinigt ihn. Nach יו״ב, der der Erklärung von ראב״ד folgt, gibt dieser Teil der Mischna nicht nur die Begründung für den vorangehenden Teil, sondern behandelt er einen besonderen Fall. Der erste Teil der Mischna spricht davon, wenn von dem Entsündigungswasser auf die Sandale gefallen ist, der zweite Teil, wenn eine andere nicht für das Entsündigungswasser besonders rein gehaltene Flüssigkeit auf die Kleidung oder den Körper des Menschen gefallen ist. Ist sie auf irgend einen Körperteil mit Ausnahme der Hände gefallen, bleibt der Mensch rein (s. weiter X, 2), ist sie dagegen auf seine Kleidung gefallen, ist die Kleidung unrein nach dem Grundsatz, dass selbst für Heiliges rein gehaltene Kleider für den Gebrauch beim Entsündigungswasser als midras-unrein gelten (s. Chagiga II, 7)."
+ ],
+ [
+ "Wer die Kuh. Die rote Kuh.",
+ "oder die Stiere. Die פרים הנשרפים, deren Fleisch nicht auf den Altar kam und nicht von den Priestern verzehrt wurde, sondern von denen nur die Opferteile auf den Altar kamen, während alles Übrige ausserhalb Jerusalems auf einem dazu bestimmten Platz verbrannt wurde; ebenso die שעירים הנשרפים (s. Sebachim IV Noten 31 u. 32).",
+ "verbrennt und der den [Sünden =] Bock. Am Versöhnungstage.",
+ "fortführt. In die Wüste.",
+ "verunreinigt die Kleider. Die Kleider, welche sie bei Ausführung der Handlungen am Leibe haben, ebenso Kleider und sonstige Geräte, die sie, während sie damit beschäftigt sind, berühren, mit Ausnahme von irdenen Gefässen und Menschen, die durch ihre Berührung nicht unrein werden.",
+ "die Kuh und die Stiere und der fortzuführende Bock selbst verunreinigen nicht die Kleider. Durch bloße Berührung.",
+ "da trifft wieder zu. Die Kleider könnten zu dem Menschen sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Die Kuh, der Stier oder der Bock, weil du dich mit ihnen beschäftigt hast."
+ ],
+ [
+ "Wer Aas von einem reinem Vogel geniesst. Aas von einem reinen Vogel verunreinigt nicht durch bloße Berührung, auch den Menschen nicht, wenn er es berührt, geniesst er aber davon ein olivengrosses Stück, wird er selbst und werden die Kleider, die er im Augenblick des Herunterschluckens trägt, und die Kleider und sonstigen Geräte, die er in dem Augenblick berührt, unrein (s. Tohar. 1, 1).",
+ "da trifft wieder zu. Die Kleider könnten zu dem Menschen sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Das olivengrosse Stück Aas, das du verschluckt hast",
+ "hätte mich nicht verunreinigt. Wenn es mich berührt hätte."
+ ],
+ [
+ "Alle [durch eine Unreinheit] erzeugten Unreinheiten. ולד הטומאה heisst jede erst durch Berührung mit einer Unreinheit erzeugte Unreinheit.",
+ "verunreinigen nicht Geräte. Geräte können nur durch einen Unreinheitserzeuger (אב הטומאה) verunreinigt werden (s. VK 16).",
+ "wohl aber Flüssigkeiten. Sie verunreinigen Geräte, auch wenn sie selbst erst durch Berührung unrein geworden sind. Es ist dieses eine von den Sabb. 13 b aufgezählten rabbinischen Erschwerungen die durch Mehrheitsbeschluss festgesetzt worden sind, s. dort die dazu gegebene Begründung. Nach יו״ב ist משקה als Objekt aufzufassen: eine erzeugte Unreinheit kann Geräte nicht verunreinigen, wohl aber werden Flüssigkeiten selbst durch eine erzeugte Unreinheit zweiten Grades unrein (s, weiter Mischna 7)",
+ "verunreinigt sie jene. Nach der zuerst angeführten Auffassung ist das nur die weitere Ausführung zu dem אלא משקה: nur Flüssigkeiten, wenn sie auch nur durch Berührung einer Unreinheit unrein geworden sind, machen auch Geräte unrein. Nach der Auffassung des יו״ב ist das die Fortsetzung zu dem Vorhergehenden: ist eine Flüssigkeit durch Berührung mit einer erzeugten Unreinheit auch nur unrein zweiten Grades geworden, verunreinigt sie durch ihre Berührung Geräte.",
+ "da trifft wieder zu. Die Geräte, die durch die Berührung mit der Flüssigkeit unrein geworden sind, könnten zu dieser sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Die erzeugte Unreinheit.",
+ "hätte mich nicht verunreinigt. Da Geräte durch eine solche nicht verunreinigt werden können."
+ ],
+ [
+ "Ein irdenes Gerät verunreinigt kein anderes. Ein irdenes Gefäss kann niemals ein אב הטומאה werden (s. Erubin 104 b Raschi v. לא), deshalb kann es nach der vorhergehenden Mischna nie ein anderes Gefäss verunreinigen. Unter חבירו ist jedes andere Gerät zu verstehen, nicht nur ein anderes irdenes Gefäss.",
+ "wohl aber Flüssigkeit. Weil Flüssigkeiten auch durch eine erzeugte Unreinheit verunreinigt werden (s. Mischna 7).",
+ "ist die Flüssigkeit unrein geworden. Durch das unreine irdene Gefäss.",
+ "verunreinigt sie jenes. Jedes andere Gerät.",
+ "da trifft wieder zu. Das andere Gefäss könnte zu der Flüssigkeit sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Das unreine irdene Gefäss."
+ ],
+ [
+ "was die Hebe untauglich macht. Das sind alle Unreinheiten zweiten Grades sowie alle Sabim V, 12 angeführten Unreinheiten, die in dieser Beziehung den Unreinheiten zweiten Grades gleichgestellt sind. Sie machen durch Berührung Hebe unrein, diese Unreinheit kann aber nicht weiter unrein machen (s. VK 3).",
+ "verunreinigt Flüssigkeiten. Es ist dieses eine rabbinische Erschwerung, die für Flüssigkeiten deshalb getroffen worden ist, weil es auch Flüssigkeiten gibt, die Unreinheitserzeuger sind, wie die von einem זב ausgeschiedenen, und Flüssigkeiten immer ohne jede Vorbedingung unrein werden können und nicht erst wie Speisen dafür aufnahmefähig (הכשר) gemacht sein müssen.",
+ "die wieder eines verunreinigt und eines untauglich macht. Die Flüssigkeit wird unrein ersten Grades; wenn sie eine Hebe berührt, wird diese unrein zweiten Grades und macht durch weitere Berührung Hebe untauglich. In ed. N. fehlt das ולפסול אחד.",
+ "mit Ausnahme des am selben Tage Untergetauchten. Der vorschriftsmässig zu seiner Reinigung das Tauchbad genommen hat und doch noch nicht vollständig rein ist, da er erst mit Sonnenuntergang vollständig rein wird. Obwohl dieser nach Toravorschrift inbezug auf Hebe noch unrein ist und diese verunreinigt, hat man auf ihn doch nicht diese Erschwerung ausgedehnt, dass er durch Berührung von Flüssigkeiten diese zu Unreinheiten ersten Grades macht, weil er doch immerhin inbezug auf Profanes schon als vollständig rein gilt.",
+ "da trifft wieder zu. Die durch die Flüssigkeit verunreinigte Speise könnte zu der Flüssigkeit sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Die Unreinheit zweiten Grades, die nur die Hebe untauglich macht.",
+ "hätte mich nicht verunreinigt. Da es beim Profanen überhaupt keine Unreinheit dritten Grades gibt, und selbst wenn es Hebe ist, diese durch die Berührung der Unreinheit zweiten Grades doch nur untauglich geworden wäre, aber nicht unrein.",
+ "und du hast mich unrein gemacht. Durch die Berührung mit der Flüssigkeit ist das Berührte unrein zweiten Grades geworden und damit das Profane untauglich, die Hebe unrein"
+ ],
+ [
+ " Mikw. V,4.",
+ "Alle Meere. In dem Ausdruck ימים sind auch kleine Seen mit inbegriffen.",
+ "sind wie Wasser-Ansammlungen. Sie gelten nicht als Quellwasser (מים חיים), das für den Flussleidenden, für Aussätzige und für das Entsündigungswasser vorgeschrieben ist und in dem man auch, während es fliesst, untertauchen darf, sondern als Wasseransammlungen, wie sie für alle sonstigen Unreinen genügen, die aber während des Untertauchens nicht fliessen dürfen und selbst für die Reinigung der kleinsten Gegenstände mindestens 40 Sea Wasser enthalten müssen.",
+ "denn es heisst. Genes. 1, 10.",
+ "Das grosse Meer ist wie eine Wasser-Ansammlung. Nur der Ozean, der das Festland umgibt, ist in der Schrift mit מקוה המים gemeint, nicht aber die kleinen Binnenmeere und Binnenseen, sie gelten wie Quellwasser.",
+ "weil in ihm viele Meeresarten enthalten sind. Die Schrift bezeichnet nur deshalb das grosse Meer, den Ozean, mit der Mehrzahl ימים, weil so viele Wasser sich in ihn ergiessen,",
+ "Alle Meere reinigen in fliessendem Zustand. R. Jose ist der Ansicht, dass unter dem מקוה המים der Schrift alle Meere und Seen zu verstehen sind, aber sie nennt sie nicht in der Hinsicht מקוה המים, dass sie in fliessendem Zustande nicht reinigen, sondern nur in der Hinsicht, dass sie nicht als מים חיים gelten, weil מים חיים nur solche Wasser heissen, die immer wieder frisch aus dem Erdboden hervorquellen.",
+ "sind aber untauglich für die am Fluss Leidenden. Der am Fluss leidende Mann muss zu seiner Reinigung in Quellwasser untertauchen.",
+ "für die Aussätzigen. Das Wasser, in das man bei der Reinigung des Aussätzigen das Blut des geschlachteten Vogels hineintropfen lässt, muss Quellwasser sein.",
+ "und zum Weihen des Entsündigungswassers. Dazu darf auch nur Quellwasser genommen werden."
+ ],
+ [
+ "Angeschlagenes. מוכים Hofal von נכה (wie מוכה שחין), mit etwas behaftet, was ihm in seinem reinen ursprünglichen Zustande nicht zu eigen ist. Maim. ed. Derenbourg erklärt מוכים mit مضرورة = beschädigt.",
+ "gesalzenes oder warmes. Am Feuer gewärmtes. Da es sich durch das Salz bzw. das Feuer verändert hat, heisst es nicht mehr מים חיים, s. Mischua 11.",
+ "Versiegendes Wasser ist untauglich. מים חיים heisst nur beständig quellendes Wasser.",
+ "versiegt es nur in Kriegszeiten. פולמסיות Pl. von פולמוס gr. πόλεμος. In Kriegszeiten werden Quellen oft durch Missbrauch oder Gewalt verstopft.",
+ "oder in Jahren der Dürre. In denen infolge der Trockenheit das Zuflusswasser in der Erde versiegt."
+ ],
+ [
+ "Das Wasser des Karmion. קדמיון (s. Bab. Batr. 74 b). Nach Aruch der Amana-Fluss (2 K. 5, 12), so auch Schwarz, Das heilige Land. Neubauer, Geographie des Talmuds, liest קדמיון und versteht darunter den Fluss Kison, der (Richter 5, 21) נחל קדומים genannt wird.",
+ "und das Wasser des Piga. פוגה. Bab. Batr. 74 b und Sanh. 5 b: פיגה. Nach Neubauer a. a. O. Pagida Belus, nach Schwarz der biblische Fluss Parpar, ein Nebenfluss des Amana.",
+ "das Wasser des Jordan und das Wasser des Jarmuch. Der grosse östliche Nebenfluss des Jordan.",
+ "weil es gemischtes Wasser ist. Es fliesst aus vielen Rinnsalen untaugliches Wasser in sie hinein.",
+ "Jehuda erklärt es für untauglich. An der Stelle, wo die beiden Wasser sich vermischen: von da an aber, wo sie als eine Quelle weiterfliessen, ist das Wasser tauglich (s. ר״ש)."
+ ],
+ [
+ "Der Ahabs-Brunnen. Sonst nirgends erwähnt.",
+ "und die Paneas-Höhle. Eine Grotte am Fusse des Hermon, aus welcher der Banias, einer der Quellflüsse des Jordan, fliesst (s. Bechor. 55 a). Das Wasser aus dieser Quelle ist tauglich, weil sich noch kein anderes untaugliches Wasser mit ihm vermischt hat.",
+ "das sich verändert hat. In seinem Aussehen oder seiner Beschaffenheit.",
+ "ist tauglich. Ist aber die Veränderung durch irgend etwas anderes Hinzugekommenes entstanden, ist es untauglich.",
+ "Ein Wassergraben. Der sein Wasser aus einer Quelle erhält.",
+ "dass nicht jemand die Verbindung unterbricht. S. oben VI, 5.",
+ "dass [sein Wasser] erlaubt ist. Man darf das Wasser benutzen, auch wenn nicht darauf geachtet worden ist, ob nicht die Verbindung mit der Quelle unterbrochen worden ist. Unter חזקה versteht man die Annahme, dass etwas in seinem einmal festgestellten Zustande verbleibt, so lange kein wesentlicher Grund vorliegt, eine Änderung anzunehmen.",
+ "Sind in einen Brunnen Scherben oder Erde hineingefallen. Die das Wasser getrübt haben.",
+ "bis er wieder klar wird. Dass das Wasser wieder reines, ungetrübtes Quellwasser ist."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ " Sebachim 80 a.",
+ "Ist in den Krug. Unter צלוחית = Krug, Flasche oder Schale wird in der Mischna das Gefäss verstanden, in das man das mit Asche bereits gemischte Wasser hineingetan hat, um daraus die Sprengungen vorzunehmen, wie unter שוקת das Gefäss, in das erst die Asche hineingeschüttet werden sollte.",
+ "ganz wenig Wasser. Auch wenn es für Entsündigungswasser geeignetes Wasser ist (s. oben V, 20), יו״ב fasst deshalb das כל שהן in der Bedeutung von: was für Wasser es auch sei, selbst wenn es für den Zweck geeignetes ist. Voraussetzung ist natürlich, dass das hineingefallene Wasser טהור לחטאת war, da es sonst das Wasser schon durch seine Berührung untauglich macht.",
+ "sprenge man zwei Sprengungen. Man muss auf den zu Reinigenden zweimal sprengen. Obwohl nach dem Grundsatz יש בילה, wenn Flüssigkeit in eine andere Flüssigkeit hineinfällt, angenommen wird, dass sie sich mit dieser so vermischt, dass jedes Teilchen der Mischung etwas von beiden Flüssigkeiten enthält, und demnach auch in der ersten Sprengung jedenfalls etwas von dem ursprünglichen Entsündigungswasser enthalten war, dieses etwas aber schon zur Reinigung genügt, weil auch schon das geringste Quantum Wasser, das durch die Sprengung auf den zu Reinigenden fällt, diesen reinigt, ist nach R. Elieser noch eine zweite Sprengung als eine Art Strafe für den Sprengenden vorgeschrieben (s. Sebach. 80 a), damit er nicht von dem hineingefallenen Wasser einen Vorteil hat, durch die zwei Sprengungen holt er aus dem Wasser ausser dem Quantum, das er auch sonst zu einer Sprengung gebraucht haben würde, auch das Quantum wieder heraus, das hineingefallen ist. Maim. erklärt יזה שתי חזיות: er sprenge zwei Sprengungen auf die Erde, bevor er auf den zu Reinigenden sprengt. Die zwei Sprengungen auf den zu Reinigenden würde noch keine Strafe für den Sprengenden darstellen, da er dazu von dem ursprünglichen Wasser doch nur ebensoviel verwenden würde, wie er auch ohnedies hätte verwenden müssen. Vielmehr soll er zunächst durch eine Sprengung auf die Erde das hineingefallene Wasserquantum und dann als Strafe noch eine zweite Sprengung auf die Erde aus dem Wasser herausnehmen, und dann erst auf den zu Reinigenden sprengen (מהרי״ח).",
+ "die Weisen erklären [das Wasser im Kruge] für untauglich. Sie sind der Ansicht, dass auch für das Wasser, das durch die jedesmalige Sprengung auf den zu Reinigenden fallen muss, ein gewisses Mass vorgeschrieben ist, und dass es nicht genügt, wenn dieses Maass erst durch mehrere Sprengungen erreicht wird. Da nach dem Grundsatz יש בילה bei jeder Sprengung auch ein Teilchen von dem hineingefallenen Wasser auf den zu Reinigenden fällt, ist deshalb zu befürchten, dass nicht genügend viel von dem ursprünglichen Wasser auf ihn fällt, deshalb erklären sie das Wasser überhaupt für untauglich.",
+ "und der Tau wird aufsteigen. S. Ezod. 16, 14.",
+ "die Weisen erklären es für untauglich. Sie sind der Ansicht, dass nur auf Trockenes gefallener Tau wieder verdunstet, aber nicht, wenn er in eine Flüssigkeit gefallen ist.",
+ "Sind Flüssigkeiten. Unter Flüssigkeiten versteht man ausser Wasser und Tau: Wein, Blut Öl, Milch und Honig.",
+ "oder Fruchtsäfte. Wein und Öl gelten nicht als Fruchtsäfte.",
+ "in ihn hineingefallen. Die טחור לחטאת waren. Waren sie dies nicht, so verunreinigen sie den Krug und dieser muss untergetaucht werden.",
+ "und man muss ihn noch abtrocknen. Wenn man wieder Entsündigungswasser hineingiessen will.",
+ "Gummi. קומוס gr. ϰὸμμι = Gummi.",
+ "Vitriol. קנקנתוס gr. χάλϰανϑος eine Art Schwärze, nach Aruch und Tosaf. (Erub. 13 b) = Vitriol, nach Raschi dort = artamentum.",
+ "die ein Zeichen hinterlässt. Indem sie abfärbt.",
+ "und man braucht ihn nicht abzutrocknen. Denn wenn etwas davon in dem Gefäss zurückgeblieben wäre, würde man es an der Farbe erkennen."
+ ],
+ [
+ "und sie sind aufgeplatzt. So dass anzunehmen ist, dass Flüssigkeit aus ihrem Innern herausgeflossen ist und sich mit dem Wasser vermischt hat.",
+ "Der schwarze Käfer. חפושית arab. خنغسة eine Käferart, scarabaeus niger.",
+ "macht es in jedem Falle. Auch wenn er nicht aufgeplatzt ist und das Wasser seine Farbe nicht verändert hat.",
+ "weil er so wie ein Rohr ist. Das Wasser dringt in ihn hinein und nimmt beim Wiederausfliessen Flüssigkeit aus seinem Innern mit hinaus.",
+ "Der Kornwurm. דירה = Kornwurm, Levy Wörterb. vermutet, dass es vielleicht eigentlich die Wohnung des Käfers, die Larve, bedeutet.",
+ "und die Blattlaus im Getreide lassen es tauglich. Auch wenn sie geplatzt sind."
+ ],
+ [
+ "ist es untauglich. Weil es beim Trinken mit Speichel gemischtes Wasser wieder in das Gefäss hineinfliessen lässt.",
+ "weil sie saugt. Sie zieht das Wasser nur hinauf, ohne dass wieder etwas zurückfliesst.",
+ "Kein Kriechtier macht es untauglich. Weil sie wie die Taube nur das Wasser aufsaugen.",
+ "weil dieses leckt. Mit der Zunge, dadurch kommt Speichel von der Zunge in das Wasser.",
+ "weil diese speit. Sie speit das Wasser aus dem Munde wieder in das Gefäss zurück.",
+ "Auch [mit Ausnahme] der Maus. Weil auch diese manchmal wieder ausspeit."
+ ],
+ [
+ "Hat man die Absicht [ausgesprochen. Unter מחשבה ist die ausgesprochene Absicht zu verstehen, s. Sebach. I Note 37.",
+ "untauglich gemacht. Da man die Absicht hatte, es zu trinken, hat man ihm nicht mehr die für das Entsündigungswasser vorgeschriebene Aufmerksamkeit zugewendet, es ist deshalb durch היסח הרעת untauglich geworden. פסל wie Sebach. II, 1. Unsere Ausgaben lesen: ר״א אומר פסול, was jedenfalls inkorrekt ist, da es פסולין heissen müsste (vgl. מ״ש).",
+ "wenn er [das Gefäss] neigt. Die bloße Absicht, es zu trinken, lässt ihn die vorgeschriebene Aufmerksamkeit noch nicht davon abwenden, da er doch nicht bestimmt weiss, ob er diese seine Absicht auch ausführen wird. Erst wenn er die erste Vorbereitung zum Trinken macht, ist anzunehmen, dass er den Gedanken, es als Entsündigungswasser zu benutzen, aufgegeben hat.",
+ "erst wenn er [das Gefäss] neigt. Da das Wasser schon fertiges Entsündigungswasser ist, ist anzunehmen, dass er trotz seiner Absicht, es zu trinken, die vorgeschriebene Aufmerksamkeit nicht davon abgewendet hat, solange er nicht das Gefäss zum Trinken geneigt hat.",
+ "erst wenn er davon trinkt. Da es schon fertiges Entsündigungswasser ist, ist nicht anzunehmen, dass er die vorgeschriebene Aufmerksamkeit davon abgewendet hat; auch wenn er das Gefäss bereits zum Trinken geneigt hat, da er selbst noch immer nicht sicher weiss, ob er seine Absicht auch wirklich ausführen wird. Hat er aber davon getrunken, ist das Wasser untauglich, weil Speichel aus seinem Munde in das Wasser hineingekommen sein kann, ebenso wie wenn ein Vieh oder Wild davon getrunken hat.",
+ "hat er davon in den Schlund gegossen. Ohne mit seinem Mund und Speichel das Gefäss zu berühren."
+ ],
+ [
+ "Entsündigungswasser. Fertiges Entsündigungswasser, in das schon die Asche hineingeschüttet ist.",
+ "das untauglich geworden ist. Entsündigungswasser verunreinigt, auch wenn es untauglich geworden ist, den Menschen, der es berührt, dass durch seine Berührung Hebe untauglich wird (s. weiter Mischna 8).",
+ "damit nicht andere dadurch zu Schaden kommen. תקלה = Straucheln, Anstoss. Es könnte jemand, ohne davon zu wissen, den Lehm, während er noch feucht ist, berühren und dann Hebe durch Berührung unrein machen.",
+ "Es ist zunichte geworden. Durch das Verkneten mit dem Lehm ist das Wasser ein Bestandteil des Lehms geworden und verunreinigt deshalb nicht mehr.",
+ "Hat. Pessachim 17 b.",
+ "wird ihr Fleisch innerhalb vierundzwanzig Stunden. מעת לעת ל Von einer Tageszeit bis zur gleichen Tageszeit am folgenden Tage = 24 Stunden.",
+ "unrein. So lange ein Tier lebt, kann es nicht unrein werden, gemeint ist, wenn man das Tier innerhalb vierundzwanzig Stunden schlachtet, wird das Fleisch durch die Berührung mit dem getrunkenen Wasser unrein, nach vierundzwanzig Stunden ist es ein Bestandteil des in dem Tiere vorhandenen Unrats geworden und verunreinigt nicht mehr.",
+ "In ihren Eingeweiden ist es zunichte geworden. Sobald das Tier es getrunken hat, hat es aufgehört, ein Getränk zu sein, und ist ein Bestandteil des Mageninhalts des Tieres geworden."
+ ],
+ [
+ " Chagiga 28 a.",
+ "Entsündigungswasser und Entsündigungsasche darf man nicht zu Schiff über einen Fluss. Nur über einen Fluss nicht, wohl aber über ein Meer (Maim. הלכות פ״א X, 3).",
+ "bringen. Wegen eines Vorkommnisses, dass einmal jemand sie zu Schiff über den Jordan gebracht und sich nachträglich herausgestellt hat, dass in dem Schiffsboden eine Toten Unreinheit versteckt war, hat man den Schiffern nicht mehr getraut und das allgemeine Verbot erlassen, sie zu Schiff über einen Fluss zu bringen.",
+ "auf der Wasserfläche schwimmend. Auch darauf hat man das Verbot ausgedehnt, dass man nicht das Gefäss mit dem Wasser oder der Asche über den Fluss hinüberschwimmen lässt oder ein Mensch es schwimmend hinüberbringt.",
+ "auch nicht an der einen [Fluss-] Seite stehend sie nach der anderen hinüberwerfen. Jede Art, sie hinüberzuschaffen, ohne dass man beim Hinüberschaffen mit seinen Füssen den Erdboden berührt, hat man in das Verbot mit eingeschlossen.",
+ "Dagegen darf man damit bis an den Hals im Wasser. Selbst wenn ihm das Wasser bis an den Hals reicht, sobald er nur mit den Füssen den Boden berührt, ebenso ist es erlaubt, es über eine Brücke hinüberzuführen (Jebam. 116 b).",
+ "Es darf auch der für das Entsündigungswasser Reine hinübersetzen. Auch zu Schiff über einen Fluss.",
+ "das noch nicht geweiht ist. Das Verbot ist nur für die Asche und das Entsündigungswasser erlassen worden."
+ ],
+ [
+ " Bechor. 23 a.",
+ "Hat taugliche Asche sich mit Herdasche. מקלה der Herd, von קלה = verbrennen.",
+ "richtet es sich inbetreff der Verunreinigung nach der Mehrheit. Die Asche der verbrannten Kuh nimmt zwar Unreinheit an (s. weiter XI, 6), sie selbst aber verunreinigt nach ihrer Fertigstellung nicht wie das Entsündigungswasser (s. Maim. הלכות פ״א V, 4). Nach Raschi (Bechor. 23 a) meint die Mischna, wenn die Mehrheit Herdasche ist, verunreinigt sie nicht durch ihre Berührung, weil auzunehmen ist, dass der Berührende nicht die Entsündigungsasche sondern die Herdasche berührt hat, er ist demnach im Gegensatz zu Maim. der Ansicht, dass die Entsündigungsasche auch nach ihrer Fertigstellung durch Berührung verunreinigt. Nach Maim. meint die Mischna, wenn man mit dieser gemischten Asche geweiht hat, verunreinigt das Wasser wie anderes Entsündigungswasser nur, wenn die Mehrheit Entsündigungsasche war, nicht aber, wenn die Mehrheit Herdasche war. Auf Grund der Ansicht des Maim. könnte man auch erklären: wenn die Mehrheit Entsündigungsasche war, nimmt die Asche wie andere Entsündigungsasche Unreinheit an, war die Mehrheit Herdasche, nimmt die Mischung wie andere gewöhnliche Asche keine Unreinheit an; dafür spräche die Lesart unserer Mischna Ausgg., die ליטמא lesen.",
+ "man darf sie aber nicht zum Weihen verwenden. Selbst wenn die Mehrheit Entsündigungsasche war.",
+ "Man darf sie im ganzen zum Weihen verwenden. Nach יו״ב nur, wenn die Mehrheit Entsündigungsasche war, in diesem Falle ist R. Elieser der Ansicht, dass man die Mischung im ganzen zum Weihen verwenden kann, so dass jedenfalls die nötige Menge Entsündigungsasche in das Wasser hineinkommt. War aber die Mehrheit Herdasche, kann man auch nach R. Elieser die Mischung nicht zum Weihen verwenden, da ja auch inbezug auf Verunreinigung die Mischung nicht als Entsündigungsasche, sondern als Herdasche betrachtet wird (s. dagegen Bart.)."
+ ],
+ [
+ "das untauglich geworden ist. Indem es z. B. durch etwas von aussen kommendes sein Aussehen verändert hat (s. oben VIII Note 71).",
+ "verunreinigt den inbezug auf Hebe. Nach Toravorschrift verunreinigt nur taugliches Entsündigungswasser den, der es berührt oder trägt; nur in Hinsicht auf das Entsündigungswasser selbst und alles mit ihm zusammenhängende (d. h. לחטאת) bleibt der Betreffende rein (nach Maim. verunreinigt das Berühren oder Tragen nur, wenn es nicht zum Zwecke der Sprengung nötig war, in diesem Falle auch den für Entsündigungswasser Reinen, im anderen Falle verunreinigt es dagegen nicht). Untaugliches Entsündigungswasser dagegen verunreinigt nach Toravorschrift überhaupt nicht, die rabbinische Erschwerung stellt es in Hinsicht auf Hebe dem tauglichen gleich, so dass der, der es berührt oder trägt, insoweit unrein wird, dass er Hebe durch Berührung verunreinigt.",
+ "Reinen durch seine Hände und durch seinen Körper. Sowohl wenn er es mit den Händen, als auch wenn er es mit einem anderen Körperteil berührt.",
+ "und den inbezug auf Entsündigungswasser Reinen nicht durch seine Hände und nicht durch seinen Körper. Er bleibt für die weitere Beschäftigung mit dem Entsündigungswasser rein, auch wenn seine Hände oder sein Körper das untauglich gewordene berührt haben.",
+ "Ist es unrein geworden. Unrein gewordenes Entsündigungswasser.",
+ "verunreinigt es den inbezug auf Hebe Reinen durch seine Hände und durch seinen Körper. Es wird inbezug auf Hebe dem reinen Entsündigungswasser gleichgestellt, insofern, dass wer es mit den Händen oder dem Körper berührt oder trägt, insoweit unrein wird, dass er Hebe durch Berühren verunreinigt.",
+ "und den inbezug auf Entsündigungswasser Reinen durch seine Hände. Insofern wird es nicht dem reinen Entsündigungswasser gleichgestellt, denn wer dieses mit den Händen berührt, bleibt für die weitere Beschäftigung mit dem Entsündigungswasser rein (s. oben Note 55), wer dagegen unreines mit den Händen berührt hat, dessen Hände sind für die weitere Beschäftigung mit dem Entsündigungswasser unrein, wie immer unreine Flüssigkeit die Hände durch Berührung verunreinigt, und nachdem die Hände unrein geworden sind, ist auch der ganze Mensch für die weitere Beschäftigung mit dem Entsündigungswasser unrein (s. weiter XII, 7).",
+ "aber nicht durch seinen Körper. Wenn das unreine Entsündigungswasser den Körper berührt, bleibt der Betreffende, wie bei Berührung von reinem, für die weitere Beschäftigung mit dem Entsündigungswasser rein."
+ ],
+ [
+ "verunreinigt es den inbezug auf Hebe Reinen durch seine Hände und durch seinen Körper. Es wird ebenso wie untauglich gewordenes inbezug auf Hebe dem tauglichen Entsündigunswasser gleichgestellt.",
+ "den inbezug auf Entsündigungswasser Reinen nicht durch seine Hände und nicht durch seinen Körper. Ebenfalls, weil es vollständig dem tauglichen Entsündigungswasser gleichgestellt wird."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "midras-unrein zu werden. S. VK 29 und 34.",
+ "macht maddaf-unrein für Entsündigungswasser. Wenn jemand einen solchen Gegenstand, der nicht für Entsündigungswasser rein gehalten worden ist, berührt oder trägt oder bewegt, ist er für Entsündigungswasser unrein, wie wenn er einen midras-unreinen Gegenstand berührt, getragen ober bewegt hätte, weil es ja möglich ist, dass er wirklich midras-unrein geworden ist. Über den Ausdruck מדף s. Edujot VI Noten 24 u. 25, es ist die Bezeichnung für eine leichtere Unreinheit, deshalb wird die hier erwähnte Unreinheit מדף genannt weil sie nur auf einer rabbinischen Erschwerung beruht, der Gegenstand gilt, wie א״ר sich ausdrückt, als מדף מדרס d. h. obwohl nicht tatsächlich, so doch nach rabbinischer Verordnung als midras-unrein. Maim. (Comment.) erklärt das מדף לחטאת: Der Gegenstand verunreinigt den für Entsündigungswasser Reinen, auch wenn er ihn nicht berührt noch trägt noch bewegt, sondern er nur über ihm, selbst getrennt durch andere Gegenstände, liegt, so wie das über dem זב Liegende מדף-unrein wird, auch wenn zwischen ihm und dem oben Liegendem noch so viele andere Dinge liegen.",
+ "sei es unrein sei es rein. Wenn es nicht besonders für die Zwecke des Entsündigungswassers rein gehalten worden ist.",
+ "und das Gleiche gilt für den Menschen. Weil er, ohne es zu wissen, durch Fluss unrein oder verunreinigt worden sein kann.",
+ "toten-unrein zu werden. Aber nicht midras-unrein werden kann, weil es nicht dazu bestimmt ist, darauf zu treten oder zu sitzen oder zu liegen.",
+ "nicht maddaf-unrein. Es verunreinigt den für Entsündigungswasser Reinen nicht, wenn er es trägt oder bewegt, da Toten-Unreines nicht durch Tragen oder Bewegung verunreinigt, wohl aber verunreinigt es ihn, wenn er es berührt.",
+ "Es macht maddaf-unrein. Weil man die Erschwerung bei Geräten, die midras-unrein werden können, angeordnet hat, hat man sie auch auf Geräte, die toten-unrein werden können, ausgedehnt.",
+ "Ist es unrein. Nach der Tosetta nur, wenn es durch Berührung eines Toten אב הטומאח geworden ist, weil es da in dieser Beziehung dem midras Unreinen gleicht, das ebenfalls ein אב הטומאה ist, nicht aber, wenn es nur unrein geringeren Grades ist.",
+ "macht es nicht maddaf-unrein. Es verunreinigt nicht, wenn man es trägt oder bewegt, sondern nur, wenn man es berührt."
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+ "ist er unrein. מדף ist zunächst die Bezeichnung für die Unreinheit des über dem זב Liegenden, aber durch andere dazwischen liegende Gegenstände von ihm Getrennten. Diese Unreinheit beruht nur auf rabbinischer Verordnung und verunreinigt nur durch Berührung Speisen und Flüssigkeiten. In weiterem Sinne wird dann diese Bezeichnung מדף auch auf alle anderen Unreinheiten angewendet, die nur auf rabbinischer Verordnung beruhen. In der vorhergehenden Mischna ist ausgeführt, dass Gegenstände, die midras-unrein werden können, gleichviel ob sie unrein oder rein sind, sofern sie nicht besonders für das Entsündigungswasser rein gehalten worden sind, und ebenso die toten-unrein werden können, nach Ansicht der Weisen wenn sie אב הטומאה geworden sind, den für Entsündigungswasser Reinen nicht nur durch Berührung, sondern auch durch Tragen oder Bewegen verunreinigen. Hier fährt nun die Mischna fort und sagt, dass alle Gegenstände, auch wenn sie nicht midras-unrein oder toten-unrein werden können, sobald sie wenn auch nur nach rabbinischer Verordnung unrein geworden sind und demnach einen Menschen nicht verunreinigen können, den für Entsündigungsopfer Reinen durch Berührung verunreinigen, so nach der Erklärung von יו״ב. Nach Maim. (הלכות פ״א XIII, 7) verunreinigen allerdings alle Gegenstände, auch ohne dass sie unrein geworden sind, wenn sie nicht besonders für das Entsündigungswasser rein gehalten worden sind, den für Entsündigungswasser Reinen durch Berührung. Diesen Widerspruch zu lösen bringt תוי׳׳ט .s) כסף משנה) die Erklärung des ר׳ קורקוס, dass alle Gegenstände, wenn sie nicht besondere für Entsündigungswasser rein gehalten worden sind, den für Entsündigungswasser Reinen nur durch Berührung mit der Hand verunreinigen, sind sie aber maddaf-unrein geworden, sowohl durch Berührung mit der Hand wie mit dem Körper. Diese Unterscheidung hält ם״א nicht für begründet, er erklärt deshalb שנגע במדף: der an irgend einen maddaf-unreinen Gegenstand anrührt, also auch an einen reinen Gegenstand, sofern er nicht besonders für das Entsündigungswasser rein gehalten worden ist, weil auch dieser inbezug auf das Entsündigungswasser als maddaf-unrein gilt. א״ר ändert die Lesart שנגע במדף in שנשא במדף und erklärt diese Mischna als Ergänzung zu der vorhergehenden, dort wird nur gesagt, welche Gegenstände für den für Entsündigungswasser Reinen als maddaf unrein gelten, und hier wird gesagt, dass er, wenn er diese Maddaf-Unreinheit auch nur trägt, unrein wird.",
+ "Hat eine Flasche. לגין gr. λἀγυνος eine Flasche ans Metall, in die man das fertige Entsündigungswasser hineinzugiessen pflegte.",
+ "für das Entsündigungswasser an eine Maddaf-Unreinheit angerührt. Nach א״ר, der oben שנשא und hier שנגע liest, will die Mischna den Unterschied hervorheben, nur der Mensch kann auch durch Tragen einer Unreinheit unrein werden, ein Gerät aber wird durch Tragen einer Unreinheit niemals unrein.",
+ "Hat der für Entsündigungswasser Reine an Speisen oder Getränke. Gleichviel ob sie unrein oder rein sind, sofern sie nicht besonders für das Entsündigungswasser rein gehalten worden sind.",
+ "ist er unrein. Sie gelten für das Entsündigungswasser als unrein, unreine Speisen und Getränke verunreinigen aber die Hände, und nachdem die Hände unrein geworden sind, ist auch der ganze Körper unrein (s. weiter XII, 7).",
+ "ist er rein. Da auch sonst die Berührung unreiner Speisen oder Getränke mit dem Fuss diesen nicht unrein macht.",
+ "Hat er sie mit seiner Hand bewegt. Ohne sie zu herrühren.",
+ "Josua ihn für unrein. Wie er oben Mischna 1 die Erschwerung bei Geräten, die midras-unrein werden können, auch auf solche, die nur toten-unrein werden können, ausdehnt, so auch hier die für das Berühren mit der Hand getroffene Erschwerung auf das bloße Bewegen durch die Hand.",
+ "die Weisen erklären ihn für rein. Wie sie auch oben in der Erschwerung nicht so weit gehen. Dort erklären sie allerdings ihn für unrein, wenn der Gegenstand tatsächlich ein אב הטומאה war, hier aber, wo dieses nicht der Fall sein kann, da Speisen und Getränke niemals אב הטומאה werden können, erklären sie ihn für rein, auch wenn die Speisen oder Getränke unrein waren."
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+ [
+ "Hat der Krug. S. oben III Note 23.",
+ "mit Entsündigungswasser. In dem das mit Asche vermischte Wasser oder nur die Asche sich befindet, von denen es in der Schrift (Num. 19, 9) heisst, dass man sie auf einen reinen Platz stellen soll",
+ "an ein Kriechtier. Ein totes.",
+ "ist er rein. Weil ein irdenes Gefäss nicht durch Berührung seiner Aussenfläche und ein steinernes überhaupt nicht unrein wird.",
+ "hat man ihn darauf. Auf das Kriechtier.",
+ "Elieser ihn für rein. Weil die Asche nicht auf dem unreinen Kriechtier steht, sondern in dem rein bleibenden Gefässe ruht.",
+ "die Weisen erklären ihn für unrein. Weil doch immerhin der Platz, auf dem die in dem Gefässe enthaltene Asche steht, unrein ist.",
+ "Hat er an Speisen oder Getränke. Die unrein geworden sind und deshalb nach rabbinischer Verordnung auch Geräte durch Berührung verunreinigen, denn so weit geht die für Entsündigungswasser getroffene Erschwerung nicht, dass sie, auch wenn sie nur nicht besonders hierfür rein gehalten worden sind, auch in Beziehung auf das והניחו במקום טהור für unrein gelten sollen (יו״ב).",
+ "oder heilige Schriften. Die nach rabbinischer Verordnung Hebe durch Berührung verunreinigen (s. Sabim V, 12).",
+ "ist er rein. S. Note 22.",
+ "Jose ihn für rein. Weil nach Toravorschrift sie Geräte überhaupt nicht verunreinigen können, gelten sie als מקום טהור.",
+ "die Weisen erklären ihn für unrein. Auch das, was nur nach rabbinischer Verordnung den leichtesten Grad der Unreinheit an sich hat, gilt nicht als מקום טהור."
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+ "Hat der für Entsündigungszwecke Reine einen Ofen. Der nicht besonders für Entsündigungswasser rein gehalten worden ist.",
+ "ist er rein. Weil der Ofen ein irdenes Gerät ist, das niemals ein אב הטומאה werden und deshalb sonst nie einen Menschen verunreinigen kann, sondern nur die Hände, hat man auch die Erschwerung für das Entsündigungswasser nur für den Fall getroffen, wenn man ihn mit den Händen berührt, dass dann die Hände und weiter der ganze Mensch dadurch unrein wird, aber nicht, wenn man ihn mit einem anderen Körperteil berührt (מ״א).",
+ "Hat er auf dem Ofen gestanden und seine Hand mit der Flasche. Die metallene Flasche mit dem fertigen Entsündigungswasser (s. oben Note 11).",
+ "ebenso wenn die Tragstange. S. oben VII, 31.",
+ "auf dem Ofen liegt und daran zwei Krüge. Mit Asche oder mit Asche gemischtem Wasser.",
+ "Akiba es für rein. Weil die Asche nicht auf dem Ofen ruht, sondern in dem Luftraum ausserhalb des Ofens, verstösst es nicht gegen die Vorschrift והניח במקום טהור.",
+ "die Weisen erklären es für unrein. Weil die Asche nur durch den auf dem Ofen stehenden Menschen oder die auf ihm liegende Tragstange gehalten wird, gilt sie nicht als auf einem מקום טהור ruhend; ein solcher Ofen gilt nicht als מקום טהור, weil er, wenn er tatsächlich unrein ist, selbst einen Menschen durch bloßes Bewegen verunreinigen kann, während Speisen und Getränke, die nur nicht besonders für Entsündigungswasser rein gehalten worden sind, als מקום טהור gelten (s. oben Note 26), weil sie sonst nie einen Menschen verunreinigen können. Ist dagegen der Ofen tatsächlich unrein gewesen, würde auch nach R. Akiba der für Entsündigungsopfer Reine dadurch, dass er barfuss auf dem Ofen steht (s. oben VIII, 2) und ihn mit seinen Füssen berührt, nach der Ansicht der Weisen in Mischna 1 unrein geworden sein und das Entsündigungswasser, das er in seiner Hand trägt, verunreinigen. Im Gegensatz hierzu erklärt מ״א, dass dieser Fall nur auf tatsächlich unreinem Ofen sich beziehen kann, denn ein nur nicht besonders für Entsündigungswasser rein gehaltener Ofen könnte auch nach den Weisen nicht verunreinigen, da er ebenso wie Speisen und Getränke, die nicht für diesen Zweck rein gehalten worden sind, als מקום טהור gilt."
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+ " Sebachim 93 a.",
+ "Hat er entfernt. Nicht auf dem Ofen, sondern vor dem Ofen.",
+ "vom Ofen. Ob der Ofen unrein oder lediglich nicht טהור לחטאת war, ist zwischen יו״ב und מ״א kontrovers.",
+ "gestanden und seine Hände nach der Fensternische. Die hinter dem Ofen in der Mauer war und in der die Flasche stand.",
+ "ausgestreckt und die Flasche von dort genommen und sie über den Ofen hinübergeführt. Der Ofen hat seine Öffnung oben, wenn er die Flasche über dem Ofen zu sich herüberholt, ist sie daher über den Innenraum des Ofens, der, wenn der Ofen unrein ist, verunreinigt, hinübergeführt worden.",
+ "Akiba es für unrein. Nach einer Ansicht im Talmud, weil R. Akiba der Ansicht ist, dass, wenn ein Gegenstand sich auch nur in dem Luftraum über einer Sache befunden hat, es ebenso ist, als wenn er auf der Sache geruht hat (קלוטה כמו שהונחה דמיא), die Flasche hat demnach auf dem Innenraum des Ofens geruht, und dieser ist kein מקום טחור. Nach einer anderen Ansicht würde selbst R. Akiba diesen seinen Grundsatz auf diesen Fall nicht anwenden, er erklärt nur deshalb das Wasser für unrein, weil zu befürchten ist, dass beim Hinüberführen die Flasche doch vielleicht in den Innenraum des Ofens hineingekommen ist und demnach auf einem nicht reinen Ort geruht hat.",
+ "die Weisen erklären es für rein. Weil die Flasche auf dem nicht reinen Innenraum gar nicht geruht hat.",
+ "das für Entsündigungszwecke rein ist oder in dem noch nicht geweihtes Wasser ist. Weil die Vorschrift von במקום טחור nur für die Asche und das mit Asche gemischte Entsündigungswasser gilt."
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+ "Hat die Flasche. Aus Metall",
+ "mit Entsündigungswasser an eine mit Heiligem oder mit Hebe. Eine Flasche mit Heiligem oder Hebe, die nur hierfür und nicht für Entsündigungswasser rein gehalten worden ist.",
+ "ist die mit Entsündigungswasser unrein. Weil auch Heiliges und Hebe für Entsündigungszwecke als unrein gelten.",
+ "die mit Heiligem und die mit Hebe sind rein. Sie bleiben weiter für Heiliges bezw. für Hebe rein, trotzdem die unrein gewordene Flasche mit Entsündigungswasser sie berührt hat, weil diese nur ראשון לטומאה geworden ist und ein Gefäss nur durch Berührung eines אב הטומאה unrein wird.",
+ "Hat er beide in beiden Händen gehalten. In der einen Hand die Flasche mit Entsündigungswasser und in der anderen die von Heiligem oder von Hebe.",
+ "sind beide unrein. Beide Flaschen sind vollständig unrein geworden, so dass sie auch Profanes verunreinigen durch Berührung der nicht für Entsündigungswasser reinen Flasche ist der Mensch für Entsündigungswasser unrein geworden und dadurch auch die Flasche, die er in seiner anderen Hand trägt. Die Flasche macht wieder das in ihr enthaltene Wasser für Entsündigungswasser unrein, und das nun für Entsündigungswasser unrein gewordene Wasser macht ebenso wie reines Entsündigungswasser den für Entsündigungswasser unrein gewordenen Menschen dadurch, dass er es trägt vollständig unrein (s. Note 48) und zwar soweit, dass auch die Geräte, die er während des Tragens dieses Wassers berührt, unrein werden (s. Kelim. I, 2), also auch die Flasche von Hebe oder Heiligem, die er in der anderen Hand trägt. Nach Sabim V, 1 gilt aber derjenige, der soweit unrein wird, dass auch die Kleider, die er trägt, sowie die Geräte, mit denen er während des Berührens oder Tragens der Unreinheit in Berührung war, unrein werden, als ein אב הטומאה, die Flasche von Heiligem oder Hebe, die er in der anderen Hand getragen hat, ist demnach durch seine Berührung ראשון לטומאה geworden und demnach auch der etwaige Inhalt unrein geworden (א״ר).",
+ "sind beide rein. Da er die Flasche von Hebe oder Heiligem nicht mit seiner bloßen Hand berührt hat, ist er für Entsündigungswasser rein geblieben und ebenso die Flasche mit dem Entsündigungswasser, das sie enthält. Durch das Tragen des Entsündigungswassers ist er nicht unrein geworden, da dieses nur den für Entsündigungswasser nicht Reinen verunreinigt, die Flasche von Hebe oder Heiligem aber hat er überhaupt nicht mit der Hand berührt, sie ist deshalb ebenfalls rein geblieben.",
+ "die mit Entsündigungswasser in einem Papier und die für Hebe. Oder von Heiligem.",
+ "sind beide unrein. Die Flasche mit Entsündigungswasser ist unrein geworden, obwohl sie in Papier eingeschlagen war und dieses keine Unreinheit annimmt, weil er durch die Berührung der Flasche von Hebe für Entsündigungswasser unrein geworden ist und jeder, der sich erst durch ein Tauchbad reinigen muss, also auch der nur für Entsündigungswasser Unreine, das Entsündigungswasser nicht nur durch Berührung sondern auch durch Tragen verunreinigt (s. weiter XI, 6). Da er aber für Entsündigungswasser unrein geworden war, hat ihn das Entsündigungswasser dadurch, dass er es getragen hat, für die ganze Zeit, während er es trägt, zu einem אב הטומאה gemacht. deshalb ist auch die Flasche von Hebe durch seine Berührung ein ראשון לטומאה geworden und verunreinigt weiter auch die darin enthaltene Hebe.",
+ "sind beide rein. S. Note 52. Da er die Flasche von Hebe nicht mit der bloßen Hand berührt hat und deshalb für Entsündigungswasser rein geblieben ist, ist es gleichgültig, ob auch die Flasche mit Entsündigungswasser in Papier eingeschlagen war oder er sie in seiner bloßen Hand gehalten hat.",
+ "Die mit Entsündigungswasser ist unrein. Auch wenn die Flasche mit Hebe oder beide in ein Papier eingeschlagen waren. Er ist der Ansicht, dass nicht für Entsündigungswasser Reines den für Entsündigungswasser Reinen nicht nur durch Berührung unrein macht, sondern auch, wenn er es mit der Hand nur in Bewegung bringt (s. oben Mischna 2 Note 16), er ist deshalb durch die Flasche mit Hebe für Entsündigungswasser unrein geworden, trotzdem sie in ein Papier eingeschlagen war, und hat die Flasche mit Entsündigungswasser, die er in der anderen Hand trägt, unrein gemacht. auch wenn sie in ein Papier eingeschlagen war. Die in Papier eingeschlagene Flasche mit Hebe dagegen bleibt rein, obgleich er als ein für Entsündigungswasser Unreiner durch das Tragen der Flasche mit dem Entsündigungswasser ein אב הטומאה geworden ist, der auch das Gerät, das er berührt, unrein macht, weil er die Flasche mit Hebe, die in Papier eingeschlagen war, gar nicht berührt, sondern nur getragen hat, und durch das bloße Tragen das Gerät nicht unrein wird (S. Sabim V, 1).",
+ "und er hat sie angerührt. Beide zugleich.",
+ "ist die mit Entsündigungswasser unrein. Durch die Berührung der Flasche mit Hebe ist er für Entsündigungswasser unrein geworden und verunreinigt durch seine Berührung die Flasche mit Entsündigungswasser, und diese wieder das Wasser, wie oben ausgeführt. Das Wasser macht nun wieder durch Berührung die für Entsündigungswasser unrein gewordene Flasche vollständig unrein auch für Profanes.",
+ "die mit Heiligem und die mit Hebe sind rein. Sie bleiben für Heiliges oder Hebe rein, da er das Entsündigungswasser nicht getragen hat, wodurch auch die Flasche von Hebe oder Heiligem, die er dabei berührt hat, unrein geworden wäre, sondern nur die unrein gewordene Flasche mit Entsündigungswasser berührt hat, diese war aber nur ein ראשון לטומאה, und ein Mensch kann nur durch einen אב הטומאה unrein werden.",
+ "Hat er sie bewegt. Ohne sie zu berühren.",
+ "erklärt R Josua sie für unrein. S. oben Note 56. Die Flasche mit Hebe dagegen bleibt trotzdem rein, wie am Schluss der Note 56 ausgeführt worden ist,",
+ "die Weisen erklären sie für rein. Sie sind der Ansicht, dass nicht für Entsündigungswasser Reines den für Entsündigungswasser Reinen nur durch Berührung unrein macht, deshalb ist er und danach auch die Flasche mit Entsündigungswasser nicht unrein geworden."
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+ " S. Chullin 9 b.",
+ "Wenn man einen Krug. Mit Entsündigungswasser (s. oben IX Note 2).",
+ "ist [das Wasser] untauglich. Das Wasser darf nicht zum Besprengen verwendet werden, weil zu befürchten ist, dass derjenige, der es zugedeckt hat, es dabei berührt hat, und die meisten Menschen sind für Entsündigungswasser nicht rein.",
+ "und kommt und findet ihn aufgedeckt. In diesem Falle ist es die grössere Wahrscheinlichkeit, dass es durch ein Tier aufgedeckt worden ist, denn Tiere pflegen zugedeckte Gefässe aufzudecken, um daraus zu trinken, Menschen dagegen pflegen offen stehende Gefasse zuzudecken, oder zugedeckte, nachdem sie daraus getrunken haben, wieder zuzudecken.",
+ "dass ein Wiesel davon trinken konnte. Wenn es nicht frei in der Luft gehangen hat, so dass ein Wiesel nicht herankonnte.",
+ "oder eine Schlange nach Ansicht des Rabban Gamliel. Oben IX, 3.",
+ "oder dass in der Nacht Tau darauf gefallen ist. War aber keines von diesen möglich, ist das Wasser rein, weil es dann doppelt zweifelhaft ist (ספק ספיקא), dass das Wasser unrein geworden ist, vielleicht hat es ein Tier aufgedeckt, und ein Tier verunreinigt doch nicht, und wenn es selbst ein Mensch gewesen ist, vielleicht war es ein für Entsündigungswasser reiner.",
+ "Das Entsündigungwasser. Bereits geweihtes Wasser oder Entsündigungsasche, die in einem irdenen Gefässe mit fest anschliessendem Deckel in einem Totenzelte sich befinden.",
+ "wird durch einen fest anschliessenden Deckel nicht geschützt. Sie sind trotz des fest anschliessenden Deckels unrein, weil sie sich nicht auf einem מקום טהור befinden (s. oben X, 3).",
+ "dagegen wird noch nicht geweihtes Wasser durch einen fest anschliessenden Deckel geschützt. Weil nur für die Asche vorgeschrieben ist, dass sie auf einem מקום טהור ruhen muss."
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+ "das bei Hebe als rein gilt. Wo es zweifelhaft ist, ob die Hebe durch eine Unreinheit verunreinigt worden ist, und sie deshalb für rein erklärt wird.",
+ "gilt auch beim Entsündigungswasser. Und bei seiner Herstellung.",
+ "als rein. Wenn ein gleicher Fall beim Entsündigungswasser vorliegt, gilt auch dieses für rein.",
+ "was bei Hebe als schwankend gilt. תלוי = hängend, schwankend. Es gibt Zweifelfälle, wo die Entscheidung schwankend ist, indem die Hebe nicht als rein gilt und deshalb nicht gegessen werden darf, aber auch nicht als wirklich unrein gilt und deshalb nicht wie sonst unreine Hebe verbrannt werden darf.",
+ "muss beim Entsündigungswasser fortgegossen werden. Hebe ist etwas Heiliges und darf deshalb, so lange sie nicht bestimmt unrein und dadurch für den Genuss unbrauchbar geworden ist, nicht verbrannt werden, sondern man muss sie im Zweifelfälle liegen lassen, bis sie bestimmt unrein geworden ist, und sie dann verbrennen (s. Teramot VIII, 8). Für Entsündigungswasser dagegen gilt diese Vorschrift nicht, es muss, wenn es durch zweifelhafte Verunreinigung zum Besprengen unbrauchbar geworden ist, weggegossen werden, damit nicht durch seine Berührung weitere zweifelhafte Verunreinigungen entstehen.",
+ "Hat man auf solches hin. Nachdem man mit solchem eigentlich wegzugiessenden Wasser besprengt worden ist und demnach, wenn dieses unrein war, selbst unrein geblieben ist.",
+ "ist dies schwankend. Wenn es Hebe war, darf diese nicht verbrannt werden, weil das Wasser vielleicht rein war und der Besprengte durch die Besprengung rein geworden ist, er demnach die Hebe gar nicht verunreinigt hat.",
+ "Die Holzgitter. רפפות nach Bart.: Gitter aus Holz, vom Stamme רפף = lose, locker sein, vielfach durchbrochene Holzflächen, die man in die Fensteröffnungen setzte.",
+ "sind für Heiliges und für Hebe und für Entsündigungswasser [immer] rein. Sie nehmen keine Unreinheit an, weil sie keine Geräte sind und auch nicht geeignet sind, darauf zu sitzen oder zu liegen.",
+ "Wenn sie nachgeben. רעדות vom Stamme רעד zittern, erschüttert werden, wenn sie so lose zusammengefügt sind, dass sie bei jedem Druck nachgeben.",
+ "sind sie für Entsündigungswasser unrein. Weil sie auch dazu benutzt werden können, sich darauf zu setzen oder zu legen, hat man für Entsündigungswasser die Erschwerung getroffen, sie als empfänglich für Midras-Unreinheit zu betrachten. Nach א״ר sind unter רפפות die Sabim III genannten lockeren Dinge zu verstehen, die, wenn ein זב auf ihnen gesessen hat, zum Teil rein bleiben, zum Teil unrein werden, ebenso unter רעדות die Sabim IV genannten, die dadurch, dass sie durch eine vom זב bewirkte Erschütterung bewegt worden sind, zum Teil unrein werden, zum Teil rein bleiben. Danach wird hier gesagt, dass alles, was dort für rein erklärt wird, in gleicher Weise rein für Hebe, für Heiliges, wie für Entsündigungswasser ist, während R. Elieser der Ansicht ist, das nur die erstgenannten, die dort für rein erklärt werden, auch für Entsündigungswasser rein sind, dass dagegen die letztgenannten, selbst die, die dort für rein erklärt werden, nur rein für Hebe und Heiliges sind, nicht aber für Entsündigungswasser."
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+ "Ist ein Stück Feigenkuchen. דבילה arab. دبل = pressen, zusammendrücken, in eine runde Masse zusammengedrückte Feigen.",
+ "wenn es Eigrösse hatte. Ein kleineres Stück von einer Speise kann Unreinheit nicht übertragen",
+ "gleichviel ob es unrein oder rein war. Da, was rein für Hebe ist, für Entsündigungswasser als unrein gilt.",
+ "ist des Todes schuldig. Durch die unnötige Berührung mit dem Entsündigungswasser wurde der Mensch unrein (Maim. הלכות פ״א XV, 1); wenn aber ein Unreiner Hebe isst, macht er sich todesschuldig. Falls der Ausdruck „des Todes schuldig“ buchstäblich zu nehmen ist, muss unsere Mischna annehmen, dass מעשר אילן דאוריתא ist (vgl. Maim. הלכות תרומה II, 1), oder dass es, wie ר״ש annimmt, sich nicht um eigentliche Hebe handelt, sondern um בכורים, die auch oft תרומה genannt werden. Nach ר״ש ist das Stück Feigenkuchen durch die Berührung mit dem Wasser verunreinigt, (nach Kelim I, 1 und 2 und Maim. הלכות פ״א XV, 1 werden aber nur Menschen oder Geräte durch das Wasser verunreinigt). Es läge dann der Fall vor, dass ein Unreiner unreine Hebe isst; wenn die Mischna ihn für todesschuldig erklärt, widerspricht sie Chullin 113 b. Doch braucht der Ausdruck nicht durchaus buchstäblich zu gelten, vgl. ר״ש und יו״ב.",
+ "ist des Todes schuldig. Weil er durch die Berührung mit dem Entsündigungswasser unrein geworden ist und doch Hebe gegessen bat. Nach א״ר ist dieser Absatz zu streichen, auch N. und V. und die Talmudausgaben haben diesen Absatz nicht (vgl. א״ר und מ״א).",
+ "ist das Wasser rein. Er ist der Ansicht, dass das für Hebe Reine nicht für Entsündigungswasser unrein ist.",
+ "ist er unrein geworden. Selbst wenn der bisher ganz Reine bei der Vorbereitung zum Sprengen in das Entsündigungswasser tauchte, also nicht durch unnötige Berührung unrein wurde, verunreinigt er sich doch, weil er den Kopf mit dem grösseren Teil des Körpers in geschöpftes Wasser, nämlich das Entsündigungswasser tauchte, vgl. Sabim V, 12 (רא״ש ,רמב״ם). Durch ihn wird dann auch das Entsündigungswasser unrein."
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+ "Alles. Menschen oder Geräte.",
+ "was nach Tora-Vorschrift in Wasser untergetaucht werden muss. Weil es durch einen אב הטומאה verunreinigt worden ist.",
+ "verunreinigt Heiliges und Hebe und Profanes und Zehnt. Als Unreinheit ersten Grades macht es das, was mit ihm in Berührung kommt, zweiten Grades unrein, das, wenn es Profanes oder Zehnt ist, nicht weiter verunreinigen kann, wenn es Hebe ist, noch eine Unreinheit dritten Grades und, wenn es Heiliges ist, noch eine dritten und vierten Grades erzeugen kann. Mit מעשר ist hier zweiter Zehnt gemeint, der nicht in Unreinheit gegessen werden darf, vgl. Maim. הלכות מעשר שני III, 1.",
+ "und darf nicht in das Heiligtum kommen. Auch solche Geräte nicht, (s. Maim. הלכות ביאת מקדש III, 17)",
+ "Nach dem Untertauchen. לאחר ביאתו scilc. במים.",
+ "verunreinigt es Heiliges und macht Hebe untauglich. Nach dem Reinigungsbad gilt der oder das Untergetauchte bis zum Sonnenuntergang noch als unrein zweiten Grades, das Heiliges unrein dritten Grades macht, das noch weiter eine Unreinheit vierten Grades erzeugen kann. Hebe dagegen, die dritten Grades unrein ist, kann nicht weiter verunreinigen, sie wird deshalb nicht טמא sondern פסול genannt, sie selbst ist wegen ihrer Unreinheit untauglich zum Genuss, verunreinigt aber nicht weiter.",
+ "Es macht Heiliges und Hebe untauglich. Da durch das Tauchbad die Unreinheit so weit abgeschwächt ist, dass sie, obwohl jetzt zweiten Grades, doch auch Heiliges nur noch untauglich, nicht unrein macht (s. Meïla 8 b). Manche Ausgaben lesen hier nicht ובתרומה, da hierüber keine Meinungsverschiedenheit herrscht.",
+ "Profanes und Zehnt sind ihm erlaubt. Sowohl nach Ansicht der Weisen wie nach R. Meïr sind sie ihm erlaubt, d. h. sie werden durch seine Berührung nicht unrein.",
+ "Ist er ins Heiligtum. In den Israeliten-Vorhof (s. Kelim I, 8).",
+ "ist er schuldig. Wenn mit Bewusstsein, macht er sich der Strafe der Ausrottung schuldig, wenn aus Versehen, hat er ein Süudopfer zu bringen. Es gibt allerdings auch Unreine, denen das Betreten des Heiligtums verboten ist, die aber, wenn sie das Verbot übertreten, doch nicht dieser Strafe verfallen (s. Maim. הלכות ביאת מקדש III, 14), deshalb heisst es im ersten Teil der Mischna nur, dass es jedem, der nach Toravorschrift unterzutauchen hat, verboten ist, vorher das Heiligtum zu betreten. Auch nach dem Untertauchen, so fährt nun die Mischna fort, bleibt dieses Verbot nicht nur weiter bestehen, sondern auch die Ausrottungsstrafe trifft den, für den sie festgesetzt ist, nicht nur, wenn er vor dem Tauchbad das Heiligtum betritt, sondern auch nach dem Tauchbad, so lange die Sonne nicht untergegangen ist (א״ר)."
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+ "was nach rabbinischer Verordnung in Wasser untergetaucht werden muss. Gemeint sind die Sabim V, 12 aufgezählten Unreinheiten, die nach rabbinischer Verordnung als Unreinheiten zweiten Grades gelten.",
+ "Profanes und Zehnt sind ihm erlaubt. S. oben Note 35.",
+ "Die Weisen verbieten hinsichtlich des Zehnte. Der Unreine darf Zehnt nicht geniessen, obgleich er ihn durch seine Berührung nicht verunreinigt (Chagiga 18 b)",
+ "Nach dem Untertauchen ist ihm alles erlaubt. Auch bevor die Sonne untergegangen ist.",
+ "ist er straffrei. Da die Strafe nur für den festgesetzt ist, der durch einen אב הטומאה דאורייתא unrein geworden das Heiligtum betritt."
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+ "in Wasser untergetaucht werden muss. Selbst wenn es nur, um für Entsündigungswasser rein zu sein, untergetaucht werden muss.",
+ "verunreinigt das Entsündigungswasser. Das bereits geweiht ist.",
+ "der das Entsündigungswasser sprengt. Ebenso jeden für Entsündigungswasser Beinen.",
+ "durch Berühren und durch Tragen. Dadurch, dass diese von dem Unreinen berührt oder ohne Berührung getragen werden, nach מ״א soll hier היסט = משא sein.",
+ "den [für Verunreinigung] empfänglich gemachten. Speisen, also auch der geniessbare Ysop, können erst unrein werden, nachdem sie durch eine darauf gefallene Flüssigkeit hierfür empfänglich geworden sind, dieses Empfänglichwerden für Unreinheit wird הכשר genannt. Natürlich muss hier diese Flüssigkeit für Entsündigungswasser rein gewesen sein, da sonst der Ysop schon durch die Berührung mit diesem unrein geworden ist.",
+ "aber nicht durch Tragen. Vgl. Note 46."
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+ "dies ist Ysop. Die Pflanze, die man schlechthin „der Ysop“, d. h. der allgemein mit dieser Bezeichnung gemeinte Ysop, nennt.",
+ "Stibium Ysop. S. Negaim XIV Note 47.",
+ "solcher von unreiner Hebe. Da Ysop ein geniessbares Kraut ist, muss man davon, wenn man es zum Essen gepflückt hat, Hebe absondern.",
+ "ist untauglich. Auch wenn er nicht das Volumen eines Eis hat und deshalb das Entsündigungswasser nicht verunreinigt, weil er immerhin doch selbst unrein ist. Das gleiche gilt auch für einen unreinen profanen, die Mischna spricht nur deshalb von Hebe, um zu sagen, dass man mit dieser, auch wenn sie rein ist, nicht sprengen soll.",
+ "mit dem von reiner Hebe. Selbst wenn sie besondere für Entsündigungswasser rein gehalten worden ist.",
+ "soll man nicht sprengen. Weil Hebe vor Verunreinigung behütet werden muss, Entsündigungswasser aber leicht untauglich werden kann und dann die Hebe verunreinigen würde.",
+ "Mit noch treibenden. Die noch aus dem Erdboden saugen.",
+ "Pflanzen und mit noch verschlossenen. תמרה = Dattel, dann auch dattelförmige Knospe. יונקות und תמרות bezeichnen zwei aufeinander folgende Entwicklungsstadien der Pflanze. In der Tosefta erklärt B. Meïr: יונקות heissen Blutenkelche, die noch nicht gereift sind, תמרות solche, die überhaupt noch keine Blüten haben, während die Weisen erklären: תמרות heissen Blütenkelche, die noch nicht gereift sind, יונקות solche, die überhaupt noch keine Blüten haben.",
+ "wenn sie noch verschlossen waren. Danach ist anzunehmen, dass תמרות ein früheres Entwicklungsstadium bezeichnet als יונקות.",
+ "die noch nicht gereift sind. D. h. an denen die Früchte noch nicht gereift sind, es würde das der Ansicht des R. Meïr in der Tosefta entsprechen. גבעול von גביע = גבע Kelch, mit angehängtem ל, der Blütenkelch."
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+ "den Aussätzigen damit zu reinigen. Im Gegensatz zu der Ansicht des R. Elieser in der Tosefta (s. ר״ש zu Negaim XIV, 1), nach der ebenso wie das Wasser und das Gefäss, in das man das Wasser hineintut, auch das Zedernholz, der Ysop und die wollene Schnur, mit denen man den Aussätzigen besprengt, noch nicht gebraucht sein dürfen.",
+ "um ihn als Holz zu verwenden. Pflanzen, die nicht als Genussmittel dienen, nehmen keine Unreinheit an.",
+ "und es sind Flüssigkeiten. Die nicht für Entsündigungswasser rein gehalten worden sind.",
+ "trocknet man ihn. Damit nicht die noch darauf befindliche nicht reine Flüssigkeit mit dem Entsündigungswasser sich vermischt.",
+ "ist er untauglich. Durch die darauf gekommene Flüssigkeit ist der Ysop für Unreinheit empfänglich geworden und, da sie nicht für Entsündigungswasser rein war, zugleich unrein geworden.",
+ "Hat man ihn für Entsündigungswasser gepflückt. Zu dem Zweck, damit die Sprengungen vorzunehmen.",
+ "ist es, wie wenn man ihn zum Speisen gepflückt hat; dies die Worte des R. Meïr. Er ist der Ansicht, dass Ysop allgemein als Genussmittel dient, deshalb ist er nur dann nicht für Unreinheit empfänglich, wenn man die ausgesprochene Absicht hatte, ihn als solches nicht zu verwenden, man könnte ihn vielleicht nach dem Sprengen noch geniessen wollen.",
+ "gepflückt hat. Sie sind der Ansicht, dass Ysop nur dann als Genussmittel gilt, wenn man ihn ausdrücklich hierfür gepflückt hat (מ״א)."
+ ],
+ [
+ "und an diesen drei Blütenkelche. An jedem Strunk ein Blütenkelch.",
+ "Sind an einem Ysop. Aus einer Wurzel hervorgesprossen, und an jedem Strunk ist ein Blütenkelch.",
+ "spaltet. פסק = פסג spalten, nicht vollständig voneinander trennen (s. תרע״א), auch so gelten sie schon als drei getrennte Strunke (nach יו׳׳ב ist vollständiges voneinander trennen gemeint). Spaltet man dagegen nicht von der Wurzel auf, kann man nicht der Vorschrift, sie zusammenzubinden (אגודת אזוב) genügen, da sie bereits von Natur zusammengewachsen sind (אגד בירי שמיס לא שמיה אגד).",
+ "ist er tauglich. Der Ysop gilt als tauglich, auch wenn man die Vorschrift des Zusammenbindens nicht erfüllt hat.",
+ "drei Strunke. In L. nun N. fehlen die Wörter: שלשת קלחים ובהם, ebenso im Texte des Maim. ed. Derenbourg und Sukka 13 a.",
+ "und an diesen drei Blütenkelche. Nach den Ausführungen im Talmud (Sukka 13a) ist R. Jose der Ansicht, dass es von vornherein drei sein müssen und es untauglich ist, wenn es nur zwei sind, während nach der ersten Ansicht es von vorneherein drei sein sollen, es aber nicht untauglich ist, wenn es nur zwei sind.",
+ "übrig geblieben sein. Wenn durch den Gebrauch die Blütenkelche abgenutzt sind.",
+ "und die Stümpfe können noch so klein sein. Nach dem Gebrauch, während von vorneherein sie mindestens eine Handbreite lang sein müssen (ת״ויט)."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ " Sukka 37 a.",
+ "Ist der Ysop zu kurz. So dass man damit nicht an das Wasser in dem Gefäss heranreicht.",
+ "macht man ihn durch einen Faden. An den man ihn anbindet.",
+ "oder eine Spindel. In die man ihn hineinsteckt.",
+ "genügend. מספקו von ספק = genug sein, hinreichen.",
+ "taucht ihn ein. Obgleich es heisst (Num. 19, 18): ולקח אזוב וטבל, dass man den Ysop beim Eintauchen in die Hand nehmen soll, gefügt man auch so der Vorschrift, weil unter ולקח auch das in die Hand nehmen vermittels eines anderen Gegenstandes verstanden wird.",
+ "dann fasst man den Ysop an. Da man beim Sprengen den Ysop unmittelbar anfassen muss (רש״י סוכה ל״ז וכן ר״ש).",
+ "so darf auch nur mit dem Ysop eingetaucht werden. Sie sind der Ansicht, dass der Vorschrift ולקה nur genügt wird, wenn man den Gegenstand unmittelbar in der Hand hält."
+ ],
+ [
+ "ob das Gesprengte. Das auf den Unreinen gefallen ist.",
+ "Hat man auf zwei Geräte gesprengt. Zugleich mit einer Sprengung.",
+ "ob man auf beide gesprengt hat. Ob man beim Sprengen jedes der beiden Geräte getroffen hat.",
+ "oder nur von dem einen auf das andere abgenässt. מצה = etwas Feuchtes ausdrücken, der eine Gegenstand hat gleichsam etwas von dem auf ihn gefallenen Wasser abgenässt und auf den anderen abgegeben.",
+ "Liegt eine Nadel. Eine unreine, um sie zu besprengen.",
+ "auf einer Tonscherbe. Als Unterlage, die Tonscherbe ist rein und brauchte nicht besprengt zu werden.",
+ "kann man in der gewöhnlichen Weise hineintauchen und herausziehen. Nach Bart.: obwohl beim Hindurchziehen durch den engen Hals vielleicht Wasser vom Ysop abgestreift wird und nicht soviel darauf zurückbleibt, wie auf dem eingetauchten Ysop vorhanden sein muss. Nach Maim.: obwohl durch den engen Hals Wasser vielleicht vom Ysop abgestreift wird und dieses dann wieder beim Herausziehen vom Ysop mitgenommen wird, dieses Wasser dann aber nicht, wie die Vorschrift ist, durch Eintauchen auf den Ysop gekommen ist. Nach ר״ש: obwohl durch den engen Hals beim Herausziehen vielleicht eigene Feuchtigkeit aus dem Ysop herausgepresst wird, die sich mit dem auf ihm befindlichen Wasser vermischt und es untauglich macht.",
+ "Nur zu der ersten Sprengung. Nach Bart.: bei der ersten Sprengung wird noch soviel Wasser wie nötig auf dem Ysop vorhanden sein, ist aber die erste Sprengung damit gemacht, ist zu befürchten, dass dieses nicht mehr der Fall ist. Nach Maim.: beim Eintauchen und Herausziehen zur zweiten Sprengung ist der Ysop schon durchweicht und deshalb die angegebene Befürchtung wohl begründet, die bei dem Hinausziehen zur ersten Sprengung als nicht vorliegend erachtet wird. Nach ר״ש: Wenn man nach der ersten Sprengung, durch die schon ein Teil des Wassers von dem Ysop abgespritzt ist, noch eine zweite Sprengung damit macht, muss diese schon mit grösserer Kraft erfolgen und ist deshalb wohl zu befürchten, dass dadurch der schon beim Hinausziehen durch den engen Hals gelockerte Eigensaft des Ysop herausdringt und sich mit dem Wasser vermischt und es untauglich macht (יו״ב).",
+ "nur darf man nicht [die Flüssigkeit] aufsaugen. יספג von ספוג (σπόγγος) Schwamm = wie ein Schwamm aufsaugen (s. Sebach. VI Note 46), das Wasser muss so in dem Gefässe stehen, dass man den Ysop darin eintauchen kann, aber nicht es durch ihn wie mit einem Schwamm aufsaugen lassen muss.",
+ "nach vorne. Auf vorne stehende Geräte.",
+ "und hat nach hinten gesprengt. Das Wasser hat hinten stehende getroffen.",
+ "ist die Sprengung untauglich. Das Gerät wird nur rein, wenn man die Absicht hatte, es zu besprengen, nach Ansicht des ראב׳׳ד, auch wenn man nicht die Absicht hatte, es damit rein zu machen, nach Maim. muss man dabei diese Absicht gehabt haben.",
+ "ist die Sprengung tauglich. Bei der Absicht, nach vorne zu sprengen, meint man nicht nur auf die Geräte, die geradeaus vorne stehen, sondern auch auf die, die vorne seitwärts stehen, ebenso demnach bei der Absicht, nach hinten zu sprengen, auch auf die, die hinten seitwärts stehen.",
+ "Man darf auf einen Menschen mit seinem Wissen und ohne sein Wissen sprengen. Nur der Sprengende muss die Absicht haben, die Sprengung auszuführen, bei dem Besprengten ist keine Absicht erforderlich, wie man ja auch Geräte besprengt.",
+ "zugleich. Mit einer Sprengung, wenn nur auf jeden oder jedes von ihnen ein Tropfen von dem Wasser fällt."
+ ],
+ [
+ "die Unreinheit annimmt. Wenn sie auch jetzt nicht unrein war.",
+ "[das Eintauchen] nicht zu wiederholen. Sondern darf mit demselben Wasser auf dem Ysop Unreines besprengen Da der Ysop mit der Absicht eingetaucht worden ist, einen Gegenstand, der für Unreinheit empfänglich ist, damit zu besprengen, ist das Eintauchen in der rechten Absicht geschehen, und darf deshalb damit Unreines besprengt werden, auch wenn man davon auf einen Gegenstand gesprengt hat, der gar nicht für Unreinheit empfänglich ist.",
+ "[das Eintauchen] wiederholen. Da der Ysop zu dem Zwecke eingetaucht worden ist, einen Gegenstand, der für Unreinheit gar nicht empfänglich ist, zu besprengen, ist der Vorschrift des Eintauchens zum Zwecke der Reinigung gar nicht genügt, deshalb muss, um Unreines zu besprengen, das Eintauchen wiederholt werden, und auch der irrtümlich besprengte Gegenstand ist, wenn er unrein war, durch die Besprengung nicht rein geworden. So nach der Erklärung von Maim. Bart. und יו״ב. Ganz anders erklären ראב״ד ,רא״ש יר״ש und א״ר, nach ihnen ist unter ישנה nicht das Wiederholen des Eintauchens zu verstehen, sondern das nochmalige Sprengen mit dem Wasser, das auf dem Ysop ist. Hat man auf eine Sache, die nicht für Unreinheit empfänglich ist, gesprengt, ist dadurch, selbst wenn man eigentlich die Absicht hatte, auf etwas, das für Unreinheit empfänglich ist, zu sprengen, das Wasser auf dem Ysop untauglich geworden und darf man deshalb nicht mehr damit sprengen, bis man von neuem eingetaucht hat. Hat man dagegen auf eine Sache, die für Unreinheit empfänglich ist, gesprengt, selbst wenn sie nicht unrein war, auch wenn man eigentlich die Absicht hatte, auf etwas, das gar nicht für Unreinheit empfänglich ist, zu sprengen, ist das Wasser dadurch nicht untauglich geworden und darf man damit weiter sprengen (S. dazu יומא 14 a).",
+ "und man hat auf ein Vieh. Mensch und Vieh als Beispiele für etwas, was für Verunreinigung empfänglich bezw. nicht empfänglich ist.",
+ "Das heruntertropfende. Das von dem Ysop heruntertropft.",
+ "Wasser. In den Fällen, wo man mit dem Ysop nicht weitersprengen darf, bevor man ihn von neuem eingetaucht hat.",
+ "ist tauglich. Es bleibt taugliches Entsündigungswasser, man darf nur nicht damit sprengen, weil das vorausgegangene Eintauchen als nicht geschehen betrachtet werden muss, man kann es deshalb für sich oder, wenn es wieder in das Gefäss zurückgegossen worden ist, als Entsündigungswasser benutzen (יו״ב).",
+ "darum verunreinigt es als Entsündigungswasser. Wie jedes taugliche Entsündigungswasser den nicht für Entsündigungswasser Reinen bezw. auch den dafür Reinen, wenn die Berührung nicht zum Zwecke des Besprengens und des damit Zusammenhängenden geschieht (s. oben XI Note 24), unrein macht."
+ ],
+ [
+ "Hat das Besprengen aus einer Nische. In der Aussenseite der Mauer.",
+ "die öffentlicher Besitz ist. In der Nische stand zu allgemeinem Gebrauche ein Gefäss mit Entsündigungswasser und daraus hat man auf den Unreinen gesprengt.",
+ "stattgefunden und [der Besprengte] das Heiligtum betreten. In dem Gedanken, dass er durch das Besprengen sich vorschriftsmässig gereinigt hat.",
+ "ist er frei. Er braucht kein Sundopfer zu bringen wie sonst derjenige, der irrtümlich in Unreinheit das Heiligtum betreten hat. Nach Maim., weil nur derjenige ein Sündopfer zu bringen hat, der insofern gefehlt hat, als er sich nicht vorher genügend vergewissert hat, ob er ein Unrecht begeht oder nicht, dieser aber sich darauf verlassen durfte, dass das Entsündigungswasser, das zum allgemeinen Gebrauch dort hingestellt war, tauglich sei. Nach ר״ש und רא״ש ist unter חלון של רבים eine Nische zu verstehen, von der aus man diejenigen besprengte, die in Zweifel waren, ob sie sich nicht an einem öffentlichen Platz eine Unreinheit zugezogen hatten, trotzdem sie eigentlich gar keiner Reinigung bedurften, da eine zweifelhafte in der Öffentlichkeit zugezogene Unreinheit als rein betrachtet wird; deshalb braucht dieser, der sich hat besprengen lassen, auch wenn sich nachher herausstellt, dass das Wasser untauglich war, jedenfalls kein Sündopfer zu bringen.",
+ "ist er schuldig. Nach Maim., weil er sich nicht darauf verlassen durfte, dass das in der Nische eines Privatmanns stehende Wasser tauglich ist, und demnach doch gefehlt hat.",
+ "weil der Hohepriester wegen Betretens des Heiligtums überhaupt nicht schuldig wird. Dies ist die Ansicht R. Simons in Horajot, s. d. Note 54.",
+ "Man pflegte vor einer solchen öffentlichen Nische auszugleiten. Soviel Wasser sammelte sich von den vielen Sprengungen auf dem Erdboden.",
+ "trat darauf und liess sich nicht zurückhalten. Danach das Heiligtum zu betreten.",
+ "weil sie. Die Weisen.",
+ "nicht mehr verunreinigt. Mit dem Wasser waren bereits die Sprengungen ausgeführt, deshalb verunreinigte es nicht die, die darauf traten."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Reiner die unreine Hacke. Die ein אב הטומאה geworden ist und deshalb besprengt werden muss.",
+ "und man hat darauf gesprengt. N. und Talmudausg. lesen: והזה עליו, Maim. ed. Derenb,: ומזה.",
+ "bleibt er. Der die Hacke hält.",
+ "rein. Das Kleid ist durch die Berührung der Hacke unrein ersten Grades geworden, verunreinigt aber ihn selbst nicht, da ein Mensch nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden kann.",
+ "wie zu einer Sprengung nötig ist. Er wird auch dadurch, dass er das Wasser, das auf die Hacke gesprengt worden ist, trägt, nicht unrein, weil das Wasser, nachdem die Besprengung bereits vollzogen ist, nicht verunreinigt; anderenfalls würde das Wasser ihn verunreinigen, da zur Besprengung der Hacke es nicht notwendig ist, dass sie jemand mit der Hand festhält.",
+ "dass es zu einer Sprengung genügt. Und dass deshalb der, der es berührt oder trägt, unrein wird.",
+ "dass man die Spitzen der Blütenkelche darin eintauchen und damit sprengen kann. Dass ausser dem, was beim Eintauchen von dem Ysop aufgesaugt wird, noch soviel Wasser auf ihm verbleibt, dass man damit eine Sprengung ausführen kann, nur wenn ein solches Quantum Wasser da ist, wird der, der es berührt oder trägt, unrein. Auf das zu Besprengende dagegen braucht nur der kleinste Tropfen zu fallen (s. Joma 14 a).",
+ "als wenn es auf einem Ysop aus Erz wäre. In das überhaupt kein Wasser eindringt. Wenn deshalb so viel Wasser da ist, dass man damit eine Sprengung ausführen kann, wird der, der es berührt oder trägt, unrein, wenn auch beim Eintauchen der Ysop das ganze Wasser aufsaugen und nichts mehr zum Sprengen übrig bleiben würde."
+ ],
+ [
+ "Wenn man mit einem unreinen. D. h. der nicht für Entsündigungswasser rein gehalten worden ist.",
+ "Ysop sprengt und daran soviel wie ein Ei ist. Speisen verunreinigen nur, wenn sie wenigstens das Volumen eines Eis haben.",
+ "ist das Wasser untauglich. Das Wasser ist durch die Berührung mit dem eingetauchten Ysop untauglich geworden.",
+ "und die Sprengung untauglich. Als eine Besprengung mit untauglichem Wasser.",
+ "ist das Wasser tauglich. Da der Ysop nicht soviel Volumen hatte, um untauglich machen zu können.",
+ "und die Sprengung untauglich. Weil nicht nur der Sprengende, sondern auch der Ysop, mit dem er sprengt, für Entsündigungswasser rein sein muss.",
+ "Er. Der Ysop, der nicht für Entsündigungswasser rein war und Eigrösse hatte.",
+ "verunreinigt den anderen. Wenn er nach dem Sprengen einen anderen Ysop berührt, macht er auch diesen für Entsündigungswasser unrein, weil er selbst durch die Berührung mit dem untauglich gewordenen Wasser unrein geworden ist.",
+ "selbst wenn es hundert sind. Weil inbezug auf Entsündigungswasser kein Unterschied zwischen den verschiedenen Graden der Unreinheit gemacht wird (s. oben VIII Note 9)."
+ ],
+ [
+ "Sind dem für Entsündigungszwecke Reinen die Hände unrein geworden. S. Jadajim III, 1.",
+ "und er verunreinigt wieder einen anderen. Der seinen Körper berührt."
+ ],
+ [
+ "Ist an der Flasche. Aus Metall oder Holz. Eine irdene Flasche dagegen, die niemals ein אב הטומאה werden kann, wird auch beim Entsündigungswasser nicht אב הטומאה, dass sie Menschen und Geräte verunreinigen kann (מ״א).",
+ "von Entsündigungswasser die Aussenseite unrein geworden. Dadurch, dass unreine Flüssigkeit darauf gekommen ist (s. Kelim XXV, 6).",
+ "ist auch die Innenseite unrein geworden. Ebenso wie bei heiligen Geräten (s. Kelim XXV, 9).",
+ "und die andere wieder eine andere. Die unrein gewordene Flasche wird für Entsündigungswasser als אב הטומאה betrachtet und verunreinigt deshalb andere Geräte, und diese wieder andere, weil beim Entsündigungswasser der Unreinheitsgrad immer derselbe bleibt.",
+ "Die Glocke und der Klöppel gelten als verbunden. Wenn der Klöppel in der Glocke hängt, gelten beide als ein zusammengehöriges Gerät und, wenn der eine Teil unrein geworden ist, ist auch der andere unrein, ebenso gilt, wenn auf den einen gesprengt worden ist, auch der andere für besprengt.",
+ "Bei einer Spindel. כוש Die Spindel. Diese bestand aus drei Teilen: 1) der eigentlichen Spindel, um die sich der Faden wickelte, einem Stäbchen aus Holz, כוש im engeren Sinne genannt, 2) einem Haken aus Metall am Kopfe des Stäbchens zum Festhalten des Fadens צינורא genannt und 3) einem Ringe, dem Wirtel, am unteren Ende, ebenfalls aus Metall, um das Stäbchen zu beschweren und das Drehen der Spindel leichter zu machen, פיקה genannt.",
+ "für Weiden. רובן, andere Lesart: ארכן gleichbedeutend mit ערבה = Weide, eine Spindel, die man zum Spinnen von Weidenmatten gebrauchtet. Nach א״ר ist unter רובן der wollartige Bast zwischen Rinde und Holz zu verstehen, nach הלכות פ״א) ראב״ד XIII, 10) das Schiffbau, von ארבא = Schiff, oder die Bogensehne, von רובה קשת.",
+ "soll man nicht auf die Spindelstange und nicht auf den Wirtel sprengen. Wenn die Spindel unrein geworden ist, soll man nicht auf diese Teile sprengen, sondern auf die צינורא an der Spitze, weil diese den Hauptteil der Spindel bildet und die anderen Teile oft heruntergenommen zu werden pflegen, deshalb nicht als mit ihm verbunden gelten. Nach Bart. genügt es nur nicht, wenn man auf einen dieser Teile sprengt, sondern muss man auf beide sprengen.",
+ "gilt sie als besprengt. Für den Fall, dass es geschehen ist, gelten alle Teile als verbunden und man braucht nur auf einen Teil der Spindel zu sprengen.",
+ "Bei einer für Flachs gelten sie als verbunden. Weil man bei dieser Spindel die Teile nicht auseinander zu nehmen pflegt und sie deshalb stets als verbunden gelten.",
+ "die an Ringen befestigt ist. So dass man sie zur Reinigung herausnehmen kann.",
+ "gilt als verbunden. Weil sie doch meistens daran befestigt ist.",
+ "der Untersatz. מלכן denom. von לבנה = Ziegel, ein länglicher viereckiger Rahmen, hier ist ein solcher Untersatz gemeint, den man unter die Bettfüsse stellte, damit ihnen die Erdfeuchtigkeit nicht schade.",
+ "gilt nicht als verbunden. Mit dem Bett.",
+ "nicht für das Unreinwerden. Wenn der Untersatz unrein geworden ist, ist nicht auch das Bett unrein, und ebenso umgekehrt,",
+ "und nicht für das Reinwerden. Durch Besprengen.",
+ "Alle hineingebohrten. קדוחות von קדח = bohren, davon מקדח der Bohrer. Nach Maim. und Bart.: Handgriffe, in die eine Öffnung hineingebohrt ist, in die man den Rand oder die Spitze des Gefässes hineinfügt, wie bei dem Messer die Klinge in den Stil. Nach ר״ש und א״ר: Handgriffe, die in eine an dem Gefäss befindliche Öffnung hineingebohrt sind.",
+ "Auch die eingekerbten. חרוקות von חרק arab. خرق = einschneiden, kerben. Nach Maim. und Bart.: Handgriffe, die in eine Kerbe des Gefässes hineingefügt sind. Nach ר״ש und א״ר, der חדוקות liest (vermutlich von חדק verw. mit חזק = hineindrücken): Handgriffe, in die der Rand oder die Spitze des Gefässes hineingedrückt ist."
+ ],
+ [
+ "Die Körbe am Saumsattel. קנתל nach Maim. ein Rohrgeflecht, durch das die daran hängenden oder befestigten Körbe zusammengehalten wurden. Nach Levy, Wörterbuch = τά ϰανδήλια der Saumsattel eines Packesels, an dem die Packkörbe befestigt waren.",
+ "das Brett der Dreschwalze. טרבל = τϱίβολος, eine Dreschtafel, an der unten spitze Steine befestigt waren, sie bestand aus mehreren Teilen, die auseinander zu nehmen waren.",
+ "der Zapfen an der Totenbahre. כליבה von כלב = flüchten, eigentlich ein Geflechte, ein Gerüste ans Stangen oder Zweigen, auf dem man den Toten hinaustrug. Der קרן genannte Zapfen wurde hineingesteckt, um die Leiche festzuhalten, und war je nach der Länge derselben verstellbar. א״ר liest כליבה (s. Tosaf. Moed kat. 27 b) ebenso Maim. ed. Derenb.",
+ "die Trinkhörner der Reisenden. Die in der Art wie unsere zusammenzuschiebenden Trinkbecher aus mehreren Teilen bestanden, um sie nach Bedarf zu verlängern oder zu verkürzen.",
+ "der Schlüsselbund. An dem mehrere Schlüssel hängen.",
+ "von den Wäschern Zusammengeheftetes. Die Wäscher pflegten kleine Wäschestücke mit den grossen zusammenzuheften, damit sie nicht verloren gehen",
+ "das mit Kilajim zusammengenäht ist. Ein wollenes, das mit einem leinenen Faden zusammengenäht ist oder umgekehrt, dessen einzelne Teile man deshalb wieder voneinander trennen muss.",
+ "gelten als verbunden für Verunreinigung. Trotzdem sie eigentlich nicht als verbunden gelten sollten, hat man in erschwerendem Sinne bestimmt, dass sie inbezug auf Verunreinigung als verbunden betrachtet werden."
+ ],
+ [
+ "als nicht verbunden für das Besprengen. Wenn man auf den Kessel gesprengt hat, ist der Deckel noch nicht rein und ebenso umgekehrt. Dass sie bei Verunreinigung als verbunden gelten, ist nur eine Erschwerung, da sie eigentlich nicht als verbunden zu betrachten sind.",
+ "ist der Wärmkessel nicht besprengt. Sie sind in Wirklichkeit als verbunden zu betrachten, trotzdem genügt das Besprengen des Deckels nicht, weil dieser doch Dur ein nebensächlicher Bestandteil des Kessels ist, ähnlich wie bei der Spindel in Mischna 8.",
+ "Alle sind tauglich zum Sprengen ausser dem Unbestimmt. S. Bechor. VI Note 92.",
+ "und dem Doppelt-Geschlechtlichen. S Bechor. VI Note 93.",
+ "der Frau. Weil es heisst (Num. 19, 18): וטבל במים איש טהור והזח, das Eintauchen wie das Sprengen muss durch einen Mann geschehen, damit ist auch der טומטוס und der אנדרוגינוס ausgeschlossen. denn sie gelten auch nicht als איש.",
+ "das noch keinen Verstand hat. Dagegen darf ein Knabe, der weiss, um was es sich handelt, sprengen, auch wenn er noch ein קטן ist.",
+ "Die Frau kann [dem Sprengenden] nachhelfen und er sprengt. Gleichviel ob es ein Kind mit Verstand oder ein Erwachsener ist.",
+ "sie kann ihm das Wasser halten. Da dieses keine zum Sprengen gehörende Handlung ist, die nur durch einen Mann ausgeführt werden dürfte.",
+ "wenn auch nur beim Sprengen. Um so mehr beim Eintauchen, auf das sich das Wort איש zunächst bezieht."
+ ],
+ [
+ "Hat man den Ysop am Tage eingetaucht und am Tage gesprengt. Das Eintauchen wie das Sprengen muss am Tage geschehen, da es heisst (Num. 19, 19): ביום השלישי וביום השביעי.",
+ "ist es tauglich. Auch wenn längere Zeit dazwischen verstrichen ist, nach Tosf. Jomt. nur, wenn beides an demselben Tage geschehen ist, nach einer von ihm gebrachten Lesart: טבל ביום והזה ביום שלאחריו פסול.",
+ "Dagegen kann [der Mensch] selbst in der Nacht untertauchen und sich am Tage besprengen lassen. Nach dem Schriftwort soll der Unreine am siebenten Tage besprengt werden, dann ein Tauchbad nehmen, und wenn die Sonne untergeht, ist er dann rein. Maim. und nach ihm Bart. erklären deshalb, dass die Mischna hier von dem Falle spricht, dass der Unreine sich am siebenten Tage noch nicht hat besprengen lassen — das Besprengen muss nicht unbedingt am siebenten Tage erfolgen, es müssen nur zwischen dem ersten und dem zweiten Besprengen mindestens vier Tage liegen — in diesem Falle kann er am siebenten Tage in der Nacht sein Tauchbad nehmen und dann an einem der folgenden Tage sich besprengen lassen. Dagegen erklärt ר״ש der Erklärung des ובינו תם folgend (s. Tosaf. Megilla 20 a), dass die Mischna hier nicht von dem nach dem Besprengen zu nehmenden Tauchbad spricht, sondern von dem, das er vor dem Besprengen zur Reinigung für das Besprengen zu nehmen hat (s. Tosaf. Jebam. 46 b ד״ה דאין חזאה כלא טבילה), dieses Tauchbad braucht er nicht am Tage zu nehmen, sondern er kann es schon in der vorhergehenden Nacht nehmen. א״ר erklärt, er braucht das nach dem Besprengen zu nehmende Bad nicht am Tage zu nehmen, sondern er kann auch, nachdem er am Tage besprengt worden ist, erst in der Nacht untertauchen, nur wird er dann natürlich erst mit Sonnenuntergang am nächsten Tage rein.",
+ "denn. Das „denn“ kann man wohl so auffassen, dass es die Begründung dafür gibt, dass gesagt worden ist, dass das Besprengen nur am Tage stattfinden darf.",
+ "doch ist es in allen Fällen. Bei allem, von dem vorher gesagt ist, dass es nur am Tage geschehen darf."
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+ "\nDer Traktat פרה, ein verkürzter Ausdruck für פרה אדומה, enthält die Bestimmungen über die unter den peinlichsten Vorsichtsmassregeln vorzunehmende Herstellung des mit der Asche einer verbrannten roten Kuh gemischten Sprengwassers, מי חטאת genannt, womit jeder Mensch und jeder Gegenstand, der durch eine Toten-Unreinheit אב הטומאה geworden war, zweimal, am dritten und am siebenten Tage, besprengt werden musste, um durch ein Tauchbad wieder rein werden zu können, und über die Besprengung mit diesem Wasser und seine Wirkung auf die mit ihm in Berührung kommenden Menschen und Gegenstände (Num. Cap. 19). Der Traktat besteht aus 12 Abschnitten.\nDie ersten vier Abschnitte handeln von der Herstellung der Asche: Wie das zu schlachtende und zu verbrennende Tier beschaffen sein musste und was es zur Verwendung für diesen Zweck untauglich machte (I und II). Wie der Priester, der das Schlachten und Verbrennen vornehmen sollte, hierfür vorbereitet wurde (III, 1—8). Das Schlachten der Kuh, die mit dem Blut des geschlachteten Tieres vorzunehmenden Sprengungen, das Verbrennen der Kuh und das Aufsammeln der Asche (III, 9—IV Ende).\nEs folgen die Bestimmungen über die für die Asche und für das Wasser zu verwendenden Gefässe (V). Ueber das Einschütten der Asche in das Wasser (VI, 1—3). Wodurch das für das Sprengwasser bestimmte Wasser beim Schöpfen oder nach dem Schöpfen untauglich werden konnte (VI, 4—VIII, 1). Wie beim Einschütten der Asche der Einschüttende durch das Wasser selbst unrein werden konnte und einige dem ähnliche Fälle bei anderen Unreinheitsgesetzen (VIII, 2—7). Welches Wasser für das Sprengwasser verwendet werden durfte (VIII, 8—11).\nDie letzten Abschnitte enthalten die Bestimmungen, wodurch Sprengwasser untauglich (פסול) und wodurch es unrein (טמא) wurde, und welche Folgen beides hatte (IX). Ueber das Unreinwerden des Sprengwassers und der sich damit Beschäftigenden durch Berührung mit anderen selbst reinen Gegenständen und des Gefässes mit Asche oder Sprengwasser durch Niedersetzen auf einen unreinen Ort (X). Erschwerende Bestimmungen über das Unreinwerden des Sprengwassers im Vergleich zu denen über das Unreinwerden von Heiligem und von Hebe (XI, 1—6). Ueber den Ysop, der zum Besprengen verwendet wurde (XI, 7—9), und beim Besprengen zu beobachtende Bestimmungen (XII und XIII).\n"
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+ [
+ "Das Kalb. Das nach Deut. 21, 1—9 die Bewohner der nächstgelegenen Stadt zu bringen hatten, wenn ein Erschlagener auf dem Felde gefunden worden und der Täter nicht zu ermitteln war.",
+ "darf nur erstjährig sein. Nicht über ein Jahr alt.",
+ "und die Kuh. Die rote Kuh, die zu der Herstellung des Sühnwassers verwendet wurde, mit dem alles durch Toten-Unreinheit Verunreinigte besprengt werden musste (Num. 19).",
+ "zweitjährig. Sobald das Tier das erste Lebensjahr überschritten hat, ist es kein Kalb mehr, sondern eine Kuh. Ist das Tier über zwei Jahre alt, ist es wohl auch noch zu verwenden, nach R. Elieser ist aber dem zweitjährigen der Vorzug zu geben (s. weiter Note 6.",
+ "Das Kalb darf zweitjährig. Auch im zweiten Jahre gilt es noch als עגל. Im allgemeinen ist unter עגל allerdings ein erstjähriges Tier zu verstehen, hier aber lautet der Ausdruck עגלת בקר, darin ist auch ein zweitjähriges mit inbegriffen.",
+ "Tauglich ist auch eine ältere. Nicht nur nach R. Meïr, sondern auch nach R. Elieser und den Weisen.",
+ "nur lässt man sie. Wenn sie nach R. Elieser älter als zwei, nach den Weisen älter als vier und nach R. Meïr älter als fünf Jahre ist.",
+ "nicht stehen. Nachdem man sich bei ihrer Anschaffung von ihrer Tauglichkeit überzeugt hat, um sie dann nachher ohne nochmalige Untersuchung zu verwenden (יו״ב).",
+ "es könnten sich schwarze Haare zeigen. Was nach R. Elieser schon bei einer über zwei Jahre alten zu befürchten ist, nach den Weisen erst bei einer über vier und nach R. Meïr erst bei einer über fünf Jahre alten, das Tier müsste deshalb vor seiner Verwendung nochmals darauf untersucht werden.",
+ "dass. Nach א״ר ist ושלא תפסל zu lesen: und dass sie nicht in der Zwischenzeit durch etwas anderes untauglich wird, was auch bei einem älteren Tiere eher zu befürchten ist als bei einem jüngeren.",
+ "[die Kuh muss] eine שלישת. Sie darf nur im dritten Lebensjahre stehen, nicht jünger und nicht älter sein.",
+ "Warum gebrauchst du den Ausdruck שְׁלשִׁית. Warum nicht den gebräuchlichen Ausdruck שְׁלשִׁית .",
+ "die dritte] unter anderen bei einer Zählung. Es könnte deshalb gemeint sein: ein Tier, das als drittes von der Mutter geworfen worden ist, das man für besonders gut hielt, vgl. Jes. 15, 5: עגלת שלישיה (Maim.).",
+ "der vierte] unter anderen bei einer Zählung. Also etwa der zu viert gepflanzte Weinberg.",
+ "Ein gleiches über den Ausspruch. S. Erub. VIII, 2.",
+ "Wer in einem aussätzigen Hause ein halbes Brot gegessen hat von dreien aus einem Kab. Erst wenn er so lange Zeit in dem Hause verweilt hat, wie hierzu nötig ist, sind auch die Kleider, die er an seinem Körper trägt, unrein, s. Negaim XIII, 9.",
+ "von achtzehn aus einem Seah. Was doch dasselbe ist, da ein סאה = 6 קבים ist. Das סאה ist ein in der Schrift häufig angeführtes Maass, während das קב nur an einer einzigen Stelle (II Kön. 6, 25) erwähnt wird.",
+ "ist keine Challah davon genommen. Challahpflichtig ist ein Teig nur, wenn er etwas über /4 Kab Mehl enthält, jedes der drei aus einem Kab Mehl gemachten Brote enthält demnach ein volles Drittel Kab Mehl.",
+ "ist es um die Challa weniger geworden. Von dem Seah, aus dem die achtzehn Brote gemacht worden sind, hat Challah genommen werden müssen, es enthält deshalb jedes der Brote etwas weniger als 1/18 Seah oder 1/3 Kab."
+ ],
+ [
+ "denn es heisst. Num. 8, 8.",
+ "Und einen zweit[jährig]en. Das שני kann hier nicht die Bedeutung „einen zweiten“ haben, denn dann würde es ganz überflüssig stehen, da aus dem Zusammenhang sich von selbst ergibt, dass dies ein zweiter Stier neben dem zuerst genannten ist. Unter שני ist deshalb ein zweitjähriger zu verstehen, wie oben unter שְלָשִי ein drittjähriger. Malbim (התורה וחמצוה zu Lev. 4, 3) führt hierfür noch die weitere Begründung an: wenn שני ein zweiter bedeuten sollte, so würde es hinter בן בקר stehen und heissen müssen ופר בן בקר שני תקח לחטאת. Da aber das בן בקר hinter שני steht, kann es nur die Apposition zu שני sein: einen zweitjährigen Stier, das ist ein בן בקר. Da nun in der Schrift, wo ein Stier als ein Opfertier vorgeschrieben wird, es fast ausnahmslos פר בן בקר heisst, schliesst daraus R. Jose, dass zu Stieren immer nur zweitjährige verwendet werden dürfen. R. Jose ist wie R. Elieser in der vorhergehenden Mischna der Ansicht, dass, sobald das Tier über ein Jahr alt ist, es nichtmehr עגל, sondern פר oder פר בן בקר genannt wird.",
+ "die Weisen sagen: (Auch. אף fehlt in manchen Ausgaben.",
+ "drittjährige. Nach der Lesart בני שלש, die ר״ש für die richtige hält, erkennen die Weisen die Auslegung des R. Jose nicht an, sondern sind wie die חכמים in Mischna 1 der Ansicht, dass ein Tier auch im zweiten Lebensjahre noch עגל heisst; wo die Schrift einen פר vorschreibt muss deshalb das Tier mindestens drittjährig sein. Nach der Lesart אף כני שלש sind die hier genannten Weisen nicht dieselben und nicht gleicher Ansicht wie die, חכמים in Mischna 1. Der מהר״ם (s. Tosf. Jomt.) meint, dass auch diese Lesart nicht der Ansicht der חכמים in Mischna 1 widerspricht, indem er erklärt, das אף beziehe sich nur auf die angezogene Schriftstelle, trotzdem dort ein zweitjähriger Stier vorgeschrieben wird, durfte auch ein drittjähriger verwendet werden, da unter פר sonst immer ein solcher verstanden wird, nur für diesen Fall hat die Schrift durch das פר שני auch einen zweitjährigen für verwendbar erklärt, für alle anderen Opfer ist dagegen nur ein drittjähriges Tier als פר verwendbar. Dass die חכמים hier nicht wie in Mischna 1 auch ein viertjähriges Tier mit einschliessen, findet nach מ״א seine Erklärung darin, dass nach ihrer Ansicht für Opfertiere eine bestimmte Altersgrenze durch Toravorschrift festgesetzt war, nicht aber für die פרה אדומה, für die nur die rabbinische Vorschrift aus dem in der Mischna angegebenen Grunde eine Altersgrenze bestimmt hat.",
+ "Auch. Das אף im Ausspruch des R. Meïr bezieht sich auf den Ausspruch der חכמים; nicht nur drittjährige, sondern auch viertjährige und fünfjährige sind als פרים brauchbar, nicht aber wie nach R. Jose zweitjährige.",
+ "nur bringt man der Würde [des Heiligtums] halber nicht ältere Tiere. Es entspricht mehr der Würde des Heiligtums, wenn junge kräftige Tiere als Opfer dargebracht werden, als schon alternde, wenn sie auch noch nicht durch ihr Alter gebrechlich und überhaupt untauglich geworden sind (vgl Bechor. VI, 12). Dieser Grund wird in Mischna 1 nicht angegeben, weil die rote Kuh kein Opfertier war und ausserhalb des Heiligtums geschlachtet wurde."
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+ "Schafe dürfen nur erstjährig sein und Widder zweitjährig. Im ersten Lebensjahre wird das Schaf ככש genannt, im zweiten איל.",
+ "bei allen. Nach מ״א auch bei der Berechnung der Altersgrenzen für die in Mischna 2 und 3 genannten Tiere.",
+ "[wird das Jahr] vom Tage bis zum [wiederkehrenden] Tage [gerechnet. Das Jahr schliesst erst ab mit der Wiederkehr des Kalendertages, an dem das Tier geboren ist. Mit der ersten Wiederkehr dieses Tages hört das Tier auf, ein כבש zu heissen, und beginnt der dreizehnte Monat, nach dessen Ablauf das Tier ein איל heisst. Nach Ablauf des zweiten Jahres heisst es nach מ״א auch weiter ein איל (s. auch Raschi Chullin 23 a v. פלגס), eignet sich aber aus dem in der vorhergehenden Mischna angegebenen Grunde nicht mehr zur Darbringung.",
+ "Im dreizehnten Monat ist [das Tier weder als Widder noch als Schaf tauglich. Erst nach Ablauf des ersten Monats des zweiten Lebensjahres wird es איל genannt (s. Chull. 23 a und Menach. 91 b).",
+ "Tarfon nannte es . פלגס vermutlich gr. πάλλαξ = Jüngling.",
+ "Ben Asai nannte es . נוקד arab. نقد, vgl. נקד = Viehbesitzer 2 K. 3, 4; Amos 1,1.",
+ "Ismael nannte es . N.: פרדגמא, L: פרכריגמא gr. παϱαχάϱαγμα = eine Münze, deren Prägung abgeschabt ist und erst wieder erneuert werden muss.",
+ "bringt man dazu. N. und L.: הביא עליו נסכי איל לא עלה לו מזבחו.",
+ "wird aber dadurch nicht von seiner Opferpflicht entbunden. Wenn man einen איל darzubringen hatte oder ein כבש darzubringen hatte, hat man mit der Darbringung des פלגס seiner Pflicht nicht genügt. לא עולה לו = es wird ihm nicht angerechnet, מזבחו — dass er damit von seinem Opfer frei wird.",
+ "Ist es dreizehn Monate und einen Tag alt. Das heisst: an dem Tage, der auf den Abschluss des dreizehnten Monats folgt."
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+ "Sünd- und Ganzopfer der Gemeinde. Soweit dafür Schafe oder Ziegen vorgeschrieben sind.",
+ "Sündopfer einer Einzelperson. Für das ein Schaf oder eine Ziege vorgeschrieben ist.",
+ "das Schuldopfer eines Nasir und das Schuldopfer eines Aussätzigen. Die beide ein Schaf als Schuldopfer zu bringen haben.",
+ "sind vom dreissigsten Tage an und weiter tauglich. Nach Lev. 22, 27 kann ein Tier schon vom achten Tage an als Opfer dargebracht werden, doch soll man zu den vorgeschriebenen Pflichtopfern, mit Ausnahme der weiter angeführten, nicht so junge Tiere wählen, sondern solche, die wenigstens dreissig Tage alt sind. Maim. begründet dieses damit, dass es heisst: והיאה ירצה es wird wohlgefällig aufgenommen, wenn es über dieses Mindestalter weiter hinaus ist.",
+ "auch schon am dreissigsten Tage. Da es von der Erstgeburt (Exod. 22, 29) heisst: ביום השמיני תתנו לי „am achten Tage sollst du sie mir geben“, wird auch das ומיום השמיני והלאה (Lev. 22, 27) dahin gedeutet, dass auch der achte Tag mit einbegriffen ist.",
+ "sind sie tauglich. Weil sie nach Toravorschrift da schon tauglich sind.",
+ "Gelübde und freiwillige Gaben. Wenn jemand durch הרי זו oder הרי עלי ein Schaf oder eine Ziege zum Opfer bestimmt hat, für sie gilt, weil sie keine Pflichtopfer sind, sie rabbinische Beschränkung nicht (s. Note 39).",
+ "der Zehnt und das Pessach-Opfer. Für das Pessachopfer geben ר״ש und Bart, als Grund an, weil kleine Familien ein möglichst junges Tier nehmen mussten, damit sie es auch ganz verzehren konnten; מהר״ם fügt als weiteren Grund hinzu, weil der Bedarf ein sehr grosser war und durch die Beschränkung es leicht hätte Vorkommen können, dass man nicht die genügende Anzahl hätte auftreiben können. Maim. gibt als Grund für die Erstgeburt an, weil es bei ihr ausdrücklich in der Schrift heisst: ביום השמיני תתנו לי, Zehnt- und Pessachopfer sind aber betreff der Blutsprengung der Erstgeburt gleichgestellt, deshalb auch inbezug des Alters. Nach יו״ב ist auch bei diesen drei der Grund, weil sie nicht in dem Sinne Pflichtopfer sind wie die übrigen Pflichtopfer, denn die Erstgeburt hat nicht der Eigentümer darzubringen, sondern er gibt sie irgend einem Priester als ihm zukommende Gabe und dieser bringt sie als Opfer dar, der Zehntpflicht kann man sich entziehen, indem man die Tiere schlachtet, bevor die Zeit zum Verzehnten gekommen ist (s. Bechor. IX, 6), oder den Tieren einen Leibesfehler beibringt, der sie zum Zehnt untauglich macht, und der Pflicht, das Pessachopfer darzubringen, kann man sich entziehen, indem man zur Zeit der Darbringung sich בדרך רחוקה befindet."
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+ "die Weisen erklären sie für untauglich. Sowohl R. Elieser wie die Weisen sind der Ansicht, des R. Jehuda in Mischna 4, dass die Kuh durch Bespringen nicht untauglich wird, wenn dies ohne Wissen des Eigentümers geschehen ist. Ist sie aber trächtig geworden, so wird sie nach Ansicht der Weisen dadurch untauglich, weil das Tragen des Fötus als Tragen einer Last gilt, nach Ansicht des R. Elieser ist dies nicht der Fall, weil der Fötus als ein Teil des Muttertieres zu betrachten ist.",
+ "Sie darf nicht von einem Nichtjuden gekauft werden. Weil zu befürchten ist, dass dieser sie geschlechtlich missbraucht hat und sie dadurch untauglich geworden ist. Als anderer Grund wird Abod. Sar. 23 a angegeben, weil es heisst דבר אל בני ישראל ויקחו אליך, damit solle gesagt sein, dass der Kauf nur unter Israeliten stattfinden darf.",
+ "die Weisen erklären [eine solche] für tauglich. Die Auslegung von דבר אל בני ישראל erkennen sie nicht an, und die Befürchtung, dass der Götzendiener sie geschlechtlich missbraucht haben könnte, liegt nach ihnen nicht vor, trotzdem die Götzendiener im allgemeinen solcher Unzucht verdächtig sind, weil er dieselbe bei seinem eigenen Vieh nicht vornehmen wird, um es nicht dadurch unfruchtbar zu machen. Dass er die Kuh hat bespringen lassen oder sie zu irgend einer Dienstleistung verwendet hat, die sie zu ihrer Verwendung als פרה אדומה untauglich macht, ist gewiss nicht zu befürchten, weil da, wo seine Sinnlichkeit nicht mit im Spiele ist, er sich schon aus eigenem Interesse davor hüten wird, etwas mit ihr vorzunehmen, was sie hierfür untauglich macht.",
+ "und nicht nur bei dieser allein. Nicht nur die rote Kuh darf man nach Ansicht der Weisen auch von einem Götzendiener kaufen.",
+ "sondern bei allen Gemeinde wie Privatopfern. Auch sie können auch von einem Götzendiener gekauft werden.",
+ "sie. Das באין kann sich nicht auf das hier vorangehende כל קרבנות הצבור והיחיד beziehen, denn Erstgeburt und Zehnt dürfen nicht aus dem Auslande gebracht werden (s. Temura III, 5), sondern im Anschluss an das vorangehende כל קרבנות הצבור והיחיד, womit hier Tieropfer gemeint sind, wiederholt hier die Mischna den Menach. VIII, 1 gebrachten Grundsatz, der mit denselben Worten beginnt כל קרבנות הצבור והיחיד, womit aber dort nur Mehlopfer gemeint sind, von ihnen sagt auch hier die Mischna: באין מהארץ ומחו״ל וכו׳.",
+ "von neuem. Diesjährigem.",
+ "ausgenommen das Omer. Am Pessach.",
+ "und die beiden Brote. Am Wochenfeste.",
+ "die nur von neuem. Weil es beim Omer heisst (Lev. 23, 10): ראשית קצירכם „das Erste eurer Ernte“, und bei den beiden Broten (Lev. 23, 16): מנחה הדשה „ein Mehlopfer von dem neuen“.",
+ "und vom Inlande. Weil es heim Omer heisst; כי תבאו אל הארץ „wenn ihr kommen werdet in das Land, und bei den beiden Broten: ממושבותיכם תביאו „von euren Wohnsitzen sollt ihr es bringen“."
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+ "schneidet man sie ab. Jedoch nur so weit, dass man nicht den aus dem Kopf bzw. Fuss hineingewachsenen Knorpel, זכרות genannt, mit abschneidet, denn dadurch würde man dem Tiere einen Leibesfehler beibringen, der es untauglich macht, (s. Bechor. 44 a). Dieses Entfernen des Schwarzen an den Hörnern und Klauen ist nach מ״א nur deshalb geboten, weil es das äussere Aussehen stört (מפני מראית העין), ist dieses jedoch nicht möglich, ohne das זכרות mit abzuschneiden, schneidet man es deshalb nicht ab und ist die Kuh trotzdem tauglich.",
+ "die Zähne und die Zunge machen die Kuh nicht untauglich. Auch wenn sie schwarz aussehen.",
+ "Eine zwerghafte ist tauglich. Ebenso jede andere Abweichung von dem gewöhnlichen, die bei Opfertieren nicht als Leibesfehler gilt (s. Bechor. VII, 6), obwohl es bei der roten Kuh heisst: תמימה אשר אין בה מום, was man so auffassen könnte, als müsste sie vollkommen ohne Fehler sein; das תמימה ist aber nicht auf das folgende אשר אין בה מום zu beziehen, sondern auf das vorangehende אדומה, sie muss vollkommen rot sein, als Leibesfehler gelten aber bei ihnen nur dieselben Fehler wie bei den Opfertieren.",
+ "Jehuda für untauglich. Selbst wenn wieder rote Haare darauf gewachsen sind, weil diese doch niemals die starke Rötung bekommen wie die übrigen Haare.",
+ "ist sie untauglich. Sind jedoch wieder rote Haare darauf gewachsen, ist sie tauglich."
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+ "Eine seitwärts herausgezogene. S. Sebachim VIII Note 14.",
+ "als Buhlerin-Lohn oder als Hundepreis gegebene. Deut. 23, 19.",
+ "ist untauglich. Wie bei allen Opfertieren, weil auch die rote Kuh ein חטאת genannt wird (Num. 19, 9).",
+ "Elieser erklärt sie. Wie aus der Begründung hervorgeht, wendet sich R. Elieser nur dagegen, dass אתנן und מחיר untauglich sein sollen (s. dagegen מ״א).",
+ "denn es heisst. Deut. 23, 19.",
+ "diese aber kommt. L. ביאה לבית, N. הבאה לבית.",
+ "nicht in das Haus. Sondern wird ausserhalb des Heiligtums geschlachtet (Num. 19, 3.) Nach Ansicht der Weisen will das בית ח׳ nicht die Kuh ausschliessen, die nicht im Heiligtum geschlachtet wird, sondern vielmehr die Goldplatten einschliessen, mit denen man die Wände des Heiligtums belegte (Temura 30 b).",
+ "machen auch bei der Kuh untauglich. Weil die Schrift vorschreibt: אשר אין בה מום.",
+ "hat man sich an ihren Schwanz gehängt. Und sich von ihr ziehen lassen, ebenso wenn man sich an irgend einen anderen ihrer Körperteile gehängt und sich von ihr hat ziehen lassen.",
+ "hat mit ihr einen Fluss überquert. Dieses wird nur als ein einzelner Beispielfall zu dem Vorhergehenden angeführt: hat man sich an sie angehängt, um sich von ihr, da das Tier schwimmen kann, über einen Fluss hinüberbringen zu lassen.",
+ "hat man den Halfterstrick auf sie hinauf umgelegt. Den herabhängenden Strick auf die Kuh hinaufgelegt.",
+ "ist sie untauglich. In der Schrift heisst es nur: אשר לא עלה עליה עול, es darf kein Joch auf sie gekommen sein, nach Sota 46 a ist aber darin mit inbegriffen, wenn die Dienstkraft des Tieres in irgend einer anderen Weise benutzt worden ist, entsprechend der Bestimmung אשר לא עובד בה bei der עגלה ערופה, nur mit dem Unterschiede, dass das Auflegen eines Joches das Tier untauglich macht, auch wenn es ohne augenblicklichen Arbeitszweck geschieht, jede andere Inanspruchnahme der Dienstkraft des Tieres jedoch nur, wenn deren Benutzung damit beabsichtigt ist. Bei dem Auflegen des Halfterstricks und dem Ausbreiten des Mantels auf das Tier wird demnach die Absicht vorausgesetzt, dass das Tier diese Gegenstände tragen soll.",
+ "wenn man sie mit dem Halfter angebunden hat. Damit sie nicht fortläuft und sich beschädigt.",
+ "lässt sie tauglich. Weil das nicht als eine Benutzung ihrer Arbeitskraft zu betrachten ist.",
+ "was um eines anderen Zweckes willen. Sobald nur auch ein anderer Zweck damit beabsichtigt ist (Bart.)."
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+ "ist sie untauglich. Das Bespringen hat den Zweck, Junge von der Kuh zu erzielen, es ist deshalb eine Benutzung des Tieres zu einem nicht diesem zugute kommenden Zwecke, die es untauglich macht, wenn sie von dem Eigentümer vorgenommen oder veranlasst oder auch nur gerne (ניחא ליה) zugelassen worden ist, und es dem Eigentümer doch nur recht sein kann, wenn er durch das Bespringen Junge von seiner Kuh bekommt. In diesem Falle wird es ihm allerdings nicht lieb sein, da durch das Bespringen die Kuh untauglich wird und deshalb ihren besonderen Wert verliert. Würde die Kuh nicht aus diesem Grunde für untauglich erklärt werden, so würde ihm das Bespringen doch aber wieder recht sein, deshalb ist auch in diesem Falle, wenn von ihm das Bespringen nur zugelassen worden ist, die Kuh für untauglich zu erklären. Hat der Eigentümer von dem Bespringen überhaupt nichts gewusst, ist nach ר״ש und Bart. die Kuh trotzdem untauglich, s. dagegen מ״א.",
+ "Wenn er. Der Eigentümer.",
+ "sie hat bespringen lassen. Nach ר״ש und Bart.: auch wenn er es nur zugelassen hat, es also mit seinem Wissen geschehen ist, in diesem Falle stimmt R. Jehuda den Weisen zu; nach מ״א und יו״ב: nur wenn er irgend etwas mit dazu getan hat.",
+ "hat es sie von selbst besprungen. Nach ר״ש und Bart.: wenn es ganz ohne Wissen des Eigentümers geschehen ist, wodurch nach Ansicht der Weisen sie ebenfalls untauglich wird; nach מ״א und יו״ב: wenn er gar nichts dazu getan hat, wodurch er zu erkennen gegeben hat, dass es ihm recht ist, obwohl er davon gewusst hat."
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+ "ist sie untauglich. Und nützt es nichts, wenn man sie ausreisst.",
+ "Auch wenn sie in einem Haarbecher sind. Nach Maim. und א״ר grössere kreisförmige Vertiefungen in der Haut, aus denen je mehrere Haare wachsen; nach ר״ש und Bart. gleichbedeutend mit גומא (s. Jeruschalmi Aboda Sara II Ende), R. Jehuda gebraucht nur die Bezeichnung, wie er sie von seinem Lehrer gehört hat, danach wäre das Wort אפילו zu streichen.",
+ "stehen einander aber gerade gegenüber. So möchte ich das מוכיחות wie נוכח vom Stw. יכח erklären, die Erklärer fassen es alle in der Bedeutung von dicht bei einander stehend. Maim. in יד החזקה hat: מונחות זו על זו.",
+ "ist sie untauglich. Nach einigen Erklärern gehört dieser Satz, da in ihm der Ausdruck כוסות gebraucht wird, noch zu dem Ausspruch des R. Jehuda, nach anderen will er sagen, dass selbst nach der Ansicht, nach der sie nur untauglich machen, wenn sie aus einer Haargrube, nicht aber wenn sie aus verschiedenen Haargruben eines Haarbechers gewachsen sind, sie dennoch aber untauglich machen, wenn sie dicht bei einander stehen, auch wenn sie selbst aus zwei neben einander liegenden Haarbechern herausgewachsen sind.",
+ "reisse man sie heraus. Wenn die Haare nicht in einer Grube und nicht dicht beieinander stehen, machen sie das Tier nicht untauglich, auch wenn es vier oder fünf Haare sind, nur soll man sie des Augenscheins wegen herausreissen; eine grössere Anzahl von Haaren dagegen machen es, auch wenn sie ganz zerstreut stehen, untauglich.",
+ "Selbst wenn es fünfzig sind. Die Zahl fünfzig soll wohl nur eine grössere Anzahl bezeichnen, auch eine grössere Zahl von zerstreut stehenden Haaren macht das Tier nicht untauglich, sondern es genügt, wenn man sie herausreisst.",
+ "Sind an ihr zwei Haare. Durch die das Tier untauglich werden kann.",
+ "an der Wurzel schwarz. S. Negaim IV Note 19.",
+ "was sichtbar ist. Das ist nach dem oberen Teil.",
+ "Nach der Wurzel. Wenn das Haar von der Wurzel an soweit hinauf rot ist, dass man es, wenn es nur so lang wäre, mit einer Schere abschneiden könnte, gilt es als rot und braucht man nur den oberen schwarzen Teil abzuschneiden; ist es dagegen nicht so weit hinauf rot, gilt es auch nach den Weisen nicht für rot (vgl. Negaim IV, 4; Bechor. 25 a)."
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+ "Sieben. Joma 2 a.",
+ "aus seinem Hause nach der an der nordöstlichen Seite des Tempels gelegenen Kammer. Diese Kammer wurde gewählt, damit sie ihn schon durch ihre Lage auf den Ernst der von ihm vorzunehmenden Handlung hinweise. Ihre nördliche Lage sollte ihn darauf hinweisen, dass es ein חטאת sei, mit dem er sich zu beschäftigen hatte, alle Sündopfer wurden auf der Nordseite geschlachtet, und ihre östliche Lage, dass er die Kuh gegenüber dem Eingang zum Heiligtum, der auf der Ostseite war, zu schlachten hatte.",
+ "sich zurückziehen. Nach einer Ansicht im Talmud ist dieses siebentägige Sichzurückziehen des Priesters, der die rote Kuh zu verbrennen hatte, schon in der Schrift in dem Abschnitt über die Einsetzung der Priester (Lev. 8, 34) angedeutet, nach einer anderen ist es nur eine von den rabbinischen Erschwerungen (מעלות s. folgende Note), die man für alle die Herstellung des Sühnwassers und dieses selbst betreffenden Vorschriften anzuordnen für nötig befunden hat (Joma 3 b).",
+ "das Stein-Haus. Weil während dieser sieben Tage in ihr nur Geräte aus Stein oder ähnlichem Material, die niemals unrein werden können, verwendet wurden, um den Priester vor jeder Verunreinigung, die er sich durch Berührung unreiner Geräte zuziehen könnte, zu sichern. Es war dieses eine von den vielen Erschwerungen, die man als eine Art Gegengewicht gegen den eingeführten Gebrauch angeordnet hatte, den Priester, bevor er an die Kuh herantrat, zu verunreinigen und darauf ein Tauchbad nehmen zu lassen, so dass er immer noch ein טבול יום war, wenn er seine Verrichtungen mit der Kuh vornahm, um damit zu dokumentieren, dass im Gegensatz zu der Ansicht der Sadduzäer auch ein טבול יום diese Handlungen vornehmen durfte (s. weiter Mischna 7). Damit daraus nun nicht etwa ein Rückschluss auf die geringere Heiligkeit dieser Handlungen gezogen werde, hat man dagegen auf der anderen Seite wieder eine ganze Reihe von erschwerenden Bestimmungen getroffen, die über das durch das Gesetz Gebotene hinausgehen.",
+ "und besprengte. Um ihn von einer Verunreinigung durch Toten-Unreinheit, die er sich unbewusst vor seiner Absonderung zugezogen haben konnte, zu reinigen.",
+ "ihn alle die sieben Tage. Mit Ausnahme des Schabbats, an dem das Besprengen zur Reinigung verboten war. Man liess deshalb die Absonderung stets mit einem Mittwoch beginnen, so dass der vierte Tag der Absonderung auf den Schabbat fiel, weil am vierten Tage ein Besprengen ohnedies nicht nötig war. Das Besprengen an jedem dieser Tage hatte nämlich seinen Grund nur darin, dass es als wünschenswert galt (הזאה בזמנה מצוה), das Besprengen gerade am dritten und am siebenten Tage nach der Verunreinigung vorzunehmen, nicht erst nach dem dritten und dann vier Tage nach dieser ersten Besprengung. Deshalb musste er am ersten Tage besprengt werden, weil dieses vielleicht der dritte Tag nach seiner Verunreinigung war, und dann wieder am fünften, weil dieses dann der siebente Tag war, ebenso am zweiten, weil dieses vielleicht der dritte Tag nach seiner Verunreinigung war, und dann wieder am sechsten, ebenso am dritten, weil er sich vielleicht am Tage seiner Absonderung noch vorher verunreinigt haben konnte, und dann wieder am siebenten. Der vierte Tag dagegen hätte nur als siebenter Tag nach seiner Verunreinigung in Frage kommen können, das Besprengen am siebenten Tage kam aber nur in Betracht, wenn ein Besprengen am dritten Tage vorausgegangen war, was hier nicht der Fall war.",
+ "das] aus allen dort vorhandenen. Von jeder Entsündigungskuh, die seit Moses Zeit verbrannnt worden war, wurde ein Teil der Asche im Heiligtum aufbewahrt (s. weiter Mischna 5 und 11).",
+ "[Aschen von] Entsündigungskühen [hergestellt war. Nach א״ר und יו״ב wurde alle Tage Asche von allen dort vorhandenen Aschenresten dazu verwendet, nach Maim. ר״ש und Bart jeden Tag Asche von einem der Aschenreste.",
+ "Man besprengte ihn nur am dritten und am siebenten Tage. Er ist der Ansicht, dass kein Wert darauf gelegt wurde, dass die erste Besprengung gerade am dritten Tage nach der Verunreinigung vorgenommen werde, sondern sie musste nur frühestens am dritten Tage, und dann die zweite Besprengung am vierten Tage nach der ersten vorgenommen werden, deshalb genügte es, wenn der Priester am dritten Tage nach der ersten seiner Absonderung besprengt wurde für den Fall, dass er sich am Tage seiner Absonderung oder an irgend einem vorgehenden Tage unwissentlich verunreinigt hatte, und dann wieder am siebenten Tage.",
+ "und den zum Versöhnungstage besprengte man nur am dritten und am siebenten. R. Chanina ist der gleichen Ansicht wie R. Jose, den Priester, der sich mit der roten Kuh zu beschäftigen hatte, besprengte man trotzdem alle sieben Tage aus dem Note 4 angegebenen Grunde."
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+ "Es. Sukka 21 a.",
+ "die auf Felsboden gebaut waren. Der Boden war felsig, so dass kaum angenommen werden konnte, dass darunter ein Toter begraben worden war.",
+ "und deren Untergrund hohl war. Zur grösseren Vorsicht hatte man dennoch den ganzen Boden unterhöhlt, so dass dadurch ein Zwischenraum zwischen dem auf dem Boden und dem unter dem Hohlraum Befindlichen geschaffen war.",
+ "wegen eines [vielleicht] in der Tiefe. קבר התהום ist wie טומאת התהום die Bezeichnung für ein Grab bzw. eine Leiche oder Leichenteile, von deren Vorhandensein an dem betreffenden Orte kein Mensch etwas gewusst hat, die da nach menschlicher Kenntnis so verborgen waren wie die Untiefe oder der Meeresgrund.",
+ "vorhandenen Grabes. Durch den geschaffenen Hohlraum wurde erreicht, dass selbst wenn ein Grab sich in der Tiefe befinden sollte, die Unreinheit nicht nach oben dringen konnte (s. VO, 7—9).",
+ "die dort niederkamen und dort ihre Kinder grosszogen. So dass diese, so weit wie möglich, vor einer Verunreinigung durch Toten-Unreinheit geschützt waren (s. weiter Mischna 4).",
+ "auf deren Rücken Türen. Die auf beiden Seiten über den Rücken der Tiere hinausragten.",
+ "auf diese. Hätten die Kinder auf dem Rücken der Tiere gesessen, hätte es leicht Vorkommen können, dass sie eines ihrer Glieder über den Rücken hinausgestreckt und damit über eine auf dem Wege liegende Toten-Unreinheit ein Dach gebildet hätten und dadurch unrein geworden wären. Nach Bart. ging man in der Vorsicht noch weiter, indem man überhaupt nur Ochsen mit sehr breiten Bäuchen verwendete, so dass diese schon das Hinaufdringen der etwa vorhandenen Unreinheit zu den hinausgestreckten Gliedern der Kinder verhinderten, und dann noch Türen auf den Rücken der Tiere legte.",
+ "welche steinerne Becher. Die überhaupt keine Unreinheit annehmen.",
+ "stiegen sie hinunter. Nach Maim. und Bart. in das Wasser hinein, wo sicher das Vorhandensein eines קבר התהום nicht zu befürchten war, oder auch an den Rand des Wassers, wo eine solche Befürchtung auch sehr ferne lag (s. Tosaf. Sukka 21 a v. ירדו.",
+ "Von seinem Sitze aus liess jedes [den Becher] hinunter. Um auch dieser entferntest liegenden Möglichkeit Rechnung zu tragen."
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+ "stiegen sie hinunter. Dort konnten sie sich zu Fuss bewegen, ohne eine Verunreinigung befürchten zu müssen.",
+ "der Untergrund des Tempelberges und der Tempelhöfe war wegen eines [vielleicht] in der Tiefe vorhandenen Grabes hohl. s. Mischna 6.",
+ "am Eingänge zum Tempelvorhofe. An dem Eingang, der vom Zwinger (חיל) zum Frauen-Vorhof führte.",
+ "war ein Krug. קלל aram. קולתא, ar. قلة = Krug.",
+ "mit der Entsündigungs-Asche. Da die Asche von jeder der verbrannten Kühe besonders aufbewahrt wurde (s. oben Note 8), waren entweder mehrere solche Krüge da oder müssen in einem grossen Kruge die Aschereste getrennt voneinander gelegen haben.",
+ "Man brachte nun ein männliches Schaf. Das, wenn es einen Schlag bekommt, mit mehr Vehemenz als ein weibliches zurückspringt.",
+ "und befestigte und umwickelte. Man knüpfte an das Ende des Strickes einen Stock und umwickelte diesen dann mit dem Strick, so dass zwischen den Windungen des Strickes Vertiefungen entstanden, in diese setzte sich beim Hineinwerfen des Strickes in den Aschekrug Asche fest, die dann beim Zurückspringen des Stocks mit hinausgerissen wurde (יו״ב). N. hat מקל מסבך, wonach das Wort מְסֻבָּךְ = umwickelt zu lesen ist. Der Aruch liest: מקל או מסבך, fasst demnach das Wort als Subst. מַסְבֵּךְ = Geflechte, Gestrüpp.",
+ "so dass dieser erschreckt zurücksprang. Durch das Zurückspringen des Bocks wurde der Stock aus dem Aschekrug und mit ihm die auf ihm liegende Asche herausgerissen. Auch dieses umständliche Herausholen der Asche war eine von den oben erwähnten Erschwerungen. Wenn man die Asche direkt aus dem Krug hinausgenommen hätte, würde der, der sie herausnahm, wenn er unrein war, die Asche durch seine Berührung verunreinigt haben. Würde man die Asche vermittels des Stockes direkt herausgeholt haben, würde der, der den Stock hineinsteckte, wenn er durch טומאת זיבה oder als בועל נדה unrein war, die Asche durch die Bewegung (היסט) verunreinigt haben. Bei den Kindern lagen allerdings diese Befürchtungen nicht vor, trotzdem liess man auch bei ihnen die gleiche Vorsicht walten.",
+ "und nahm dann [von der Asche] und tat davon soviel hinein. Das Hineintun der Asche in das Wasser wird mit dem Ausdruck קידוש bezeichnet, weil dadurch das Wasser zum Entsündigungswasser wird. Das Hineintun der Asche durfte allerdings nach V, 4 sonst nicht durch ein Kind geschehen, hier aber, wo mit dem Wasser nur aus übergrosser Vorsicht diejenigen, die mit der Kuh sich beschäftigen sollten, besprengt wurden, die einer Verunreinigung sich gar nicht bewusst waren, wurde über dieses Bedenken hinweggesehen, weil hier das Hauptgewicht darauf gelegt wurde, dass bei der Herstellung des Entsündigungswassers und seiner Verwendung jede Möglichkeit einer Verunreinigung vermieden wurde (יו״ב).",
+ "dass sie auf der Oberfläche des Wassers sichtbar war. D. h. dass die Asche nicht in dem Wasser aufging, sondern nach dem Hineintun noch darin sichtbar war.",
+ "die Oberhand zu bekommen. רדה = niedertreten, sich über den anderen erheben. Diese übertriebenen ans Lächerliche grenzenden Erschwerungen könnten ihnen nur Gelegenheit geben, sich über uns erhaben zu fühlen.",
+ "sondern man nahm selbst die Asche und tat sie hinein. Die ganze künstliche Prozedur, die Asche aus dem Krug herauszuholen war nicht nötig, sondern die Kinder nahmen die Asche direkt aus dem Krug und taten sie in das Wasser. Auf Grund einer Tosefta erklären ר״ש und Bart., dass in der von der Mischna dargestellten Weise verfahren wurde, als die aus Babylon zurückgekehrten Exulanten sich zum ersten Male wieder Entsündigungswasser herstellen wollten. Sie hatten im Exil keine Gelegenheit gehabt, sich von Toten-Unreinheit zu reinigen, schon der Aufenthalt ausserhalb des heiligen Landes hatte sie unrein gemacht, deshalb konnte, da sie alle unrein waren, das Wasser nur in dieser Weise hergestellt werden, und danach wurden dann alle diese Erschwerungen auch für die Folgezeit beibehalten. R. Jose dagegen ist der Ansicht, dass die Exulanten Entsündigungsasche mit ins Exil genommen hatten, die Bestimmung, dass schon der Boden des Exils verunreinigt, sei damals noch nicht getroffen gewesen, es gab daher unter den Zurückgekehrten Reine genug, die alle diese Handlungen vornehmen konnten, deshalb lag auch keine Veranlassung vor, diese in den Augen der Sadduzäer herabwürdigenden Umständlichkeiten bei den weiteren Herstellungen von Entsündigungswasser einzuführen."
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+ "Man liess nicht die für. על גבי חטאת wörtlich: auf den Rücken des Entsündigungsopfers, auf die Handlungen hin, die man für die eine in Aussicht genommene Entsündigungskuh bereits ausgeführt hatte, durfte man nicht, wenn diese z. B. untauglich geworden war, nun eine andere nehmen, sondern es mussten für diese alle bereits für die erste vorgenommenen vorbereitenden Handlungen von neuem vorgenommen werden (vgl. מגב לגב Jomtob II, 3).",
+ "und nicht für ein [hierfür vorbereitetes] Kind ein anderes eintreten. Es durften nur die Kinder, die hierfür bestimmt waren, die oben angeführten Handlungen vornehmen, nicht aber ein anderes Kind, das nicht hierfür bestimmt war, selbst wenn es mit ihnen zusammen grossgezogen und deshalb ebenso wie sie vor jeder Verunreinigung beschützt worden war (יו״ב). Maim. erklärt: jede Handlung durfte nur von einem Kinde vorgenommen werden, das besonders für diese Handlung vorbereitet worden war, nicht durch ein anderes, wenn es auch ebenso rein war. Ebenso durfte ein Kind, das für das Besprengen eines Priesters bestimmt war, nicht zum Besprengen eines anderen verwendet werden.",
+ "und [auch] die Kinder mussten besprengt werden. Trotzdem alle Vorsichtsmassregeln getroffen waren, um sie vor jeder Verunreinigung zu schützen, konnten sie sich doch verunreinigt haben, und mussten sie sich deshalb gegenseitig besprengen.",
+ "Sie brauchten nicht besprengt zu werden. R. Akiba ist der Ansicht, dass nach allen den getroffenen Vorsichtsmassregeln nicht mehr zu befürchten war, dass sie sich an einer Totenunreinheit verunreinigt hatten, dagegen ist auch er der Ansicht, dass sie, bevor sie zum Wasserschöpfen gingen, ein Tauchbad nehmen mussten, da sie sich an einer leichteren Unreinheit verunreinigt haben konnten."
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+ "Waren nicht [Aschenreste] von sieben. Das heisst von allen sieben Entsündigungskühen, die nach Ansicht des R. Meïr bis dahin verbrannt worden waren. Ein Teil der Asche von jeder Entsündigungskuh wurde nach Mischna 11 im חיל aufbewahrt, und nach Mischna 1 sollten alle vorhandenen Aschenreste bei Herstellung des Entsündigungswassers verwendet werden.",
+ "von einer. Selbst wenn nur noch die Asche von einer da war, genügte auch diese.",
+ "Wer hatte sie hergestellt. Wann hatte man, um Entsündigungsasche zu beschaffen, eine פרה אדומה verbrannt.",
+ "haben je zwei. R. Meïr hatte die Überlieferung, dass sie beide nur deshalb noch eine zweite hergestellt haben, weil bei der Herstellung der ersten sich nachträglich ein Fehler herausgestellt hatte, der sie untauglich machte, daher waren es nach ihm tatsächlich nur fünf nach Esra.",
+ "Eljehoënai. Der Name findet sich: Esra 8, 4 und I Chron. 26, 3; etwas verändert: Esra 10, 22. 27, Neh. 12, 41, I Chrou. 3,23. 24, und 8, 20.",
+ "der Sohn des Hakuf. Der Aruch hat die Lesart: בן הקייף.",
+ "der Sohn des Fabi. Andere Lesart: בן פיאבי und בן פיאני."
+ ],
+ [
+ "jeder Pfeiler. אוטם s. Midd. IV Note 51.",
+ "wegen eines [vielleicht] in der Tiefe vorhandenen Grabes. Die Brücke war lang und musste deshalb durch Pfeiler gestützt werden. Die Stellen der Brücke, unter denen die Pfeiler waren, wären aber nicht gegen die von unten aufsteigende Unreinheit geschützt gewesen, da sich unter ihnen ja kein Hohlraum befand. Deshalb musste über diesen unteren Steg noch ein zweiter oberer auch wieder auf Pfeilern ruhender aufgesetzt werden, und zwar in der Weise, dass die oberen Pfeiler nicht mit den unteren korrespondierten, so dass die Stellen über den unteren Pfeilern durch den Hohlraum zwischen dem oberen und dem unteren Steg ebenfalls gegen die aufsteigende Unreinheit gesichert waren.",
+ "und die Kuh. Obgleich ein lebendes Tier überhaupt keine Unreinheit annimmt."
+ ],
+ [
+ " Joma 42 b.",
+ "Wollte die Kuh nicht herausgehen. Man konnte sie nicht mittels eines ihr angelegten Stricks mit Gewalt ziehen, weil das gegen die Bestimmung אשר לא עובד בה verstossen hätte, s. oben II, 3 (מ״א).",
+ "liess man nicht eine schwarze mit ihr gehen. Um sie dadurch zum Mitgehen zu veranlassen.",
+ "man habe zwei geschlachtet. Aus der Bestimmung (Num. 19, 3): ושחט אותה wird geschlossen, dass man zugleich mit ihr nicht auch eine andere Kuh schlachten darf.",
+ "sondern weil es heisst. Num. 19, 3.",
+ "sie allein. Nach dem Talmud darf nach R. Jose auch kein anderes Tier z. B. ein Esel mit ihr zusammen herausgeführt werden, nach dem ersten Tanna wäre dies nicht verboten.",
+ "Älteste Israëls gingen zu Fuss voraus. Sie gingen zu Fuss, weil es sich um die Ausführung einer מצוה handelte, und gingen voraus, um den Priester, der die מצוה ausführte, um ihn zu ehren, schon bei seinem Kommen zu empfangen.",
+ "man verunreinigte [nämlich] den Priester. Ebenso alle, die sich mit der roten Kuh beschäftigten (מ״א), dann liess man sie ein Tauchbad nehmen und dann sofort, ohne den Sonnenuntergang abzuwarten, mit dem Schlachten der Kuh beginnen. Nach ר״ש und Bart. wurde der Priester dadurch verunreinigt, dass die nicht für die Herstellung der פרה אדומה vorbereiteten Ältesten ihre Hände auf ihn legten (s. folgende Mischna), durch diese Berührung wurde er unrein, weil selbst derjenige, der inbezug auf Heiliges für rein galt, inbezug auf die Reinheit von מי חטאת als unrein betrachtet wurde. Nach Raschi (Chag. 23 b) und Maim. (הלכות פ״א I, 14) verunreinigte man ihn durch Berührung eines שרץ oder irgend einer anderen Unreinheit, die nur Untertauchen und הערב שמש erforderte.",
+ "damit es nicht heisse. Andere Lesart: שהיו אומרים.",
+ "hergestellt werden. Nach der Überlieferung ist unter dem Ausdruck איש טהור in dem פרה אדומה Abschnitt nicht ein vollständig Reiner zu verstehen — das wird derjenige, der unrein war, erst nachdem er ein Tauchbad genommen und danach die Sonne untergegangen war — sondern einer, der soweit rein war, dass es ihm gestattet war, Zehnt zu geniessen, das durfte er, sobald er das Tauchbad genommen hatte, während er Teruma erst geniessen durfte, nachdem die Sonne untergegangen war. Die Sadduzäer erkannten diese Überlieferung nicht an, sondern nach ihnen durfte nur ein vollständig Reiner sich mit der roten Kuh beschäftigen. Um dieser irrigen Lehre der Sadduzäer entgegenzutreten, verunreinigte man absichtlich die Priester wie alle, die bei der Herstellung des Entsündigungswassers beschäftigt waren, unmittelbar vorher und liess sie dann untertauchen, um sie dann, ohne den Sonnenuntergang abzuwarten, bei den auszuführenden Handlungen zu verwenden."
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+ "Sie. Die oben erwähnten זקנים.",
+ "legten ihre Hände auf ihn. Nach ר״ש und Bart., um ihn durch ihre Berührung zu verunreinigen, nach Raschi und Maim. ist anzunehmen, dass dieses Händeauflegen nur geschah, um die Bedeutsamkeit der von ihm vorzunehmenden Handlungen hervorzuheben.",
+ "Mein Herr Hohepriester. Nach IV, 1 waren die Meinungen darüber geteilt, ob gerade der Hohepriester oder auch irgend ein anderer Priester die Handlungen vornehmen konnte, zumeist pflegte jedenfalls der Hohepriester selbst sie auszuführen.",
+ "Tauche einmal. טבול אחת wie Joma I, 7 והפג אחת, sie wollten damit gleichsam sagen: lass es dich nicht verdriessen, wegen dieser dir absichtlich zugefügten Verunreinigung noch einmal ein Tauchbad nehmen zu müssen.",
+ "Eschen und Zypressen. Deren Holz leicht verbrennt und eine feine Asche ergibt.",
+ "und von glatten. Der Feigenbaum pflegt viele Zweige anzusetzen, die dadurch entstehenden Knorren verbrennen nicht so gut.",
+ "man bildete aus ihnen eine Art Pyramide. Unten breit und oben, wo die zu verbrennende Kuh lag, schmal zulaufend.",
+ "liess Luftöffnungen. An den Seiten, damit der Luftzug das Feuer anfachte.",
+ "ihre lichte Seite. חזיתה s. Tamid II Note 23.",
+ "war nach Westen. Nach dem Heiligtume zu gewandt."
+ ],
+ [
+ "Man fesselte sie mit einem Strick aus Binsen. Weil dieses überhaupt keine Unreinheit annimmt.",
+ "mit dem Kopf nach Süden und dem Gesicht nach Westen. Das Tier wurde so niedergelegt, dass es der Länge nach zwischen Süd und Nord lag, mit dem Kopf nach Süden, dann wurde der Kopf so gewendet, dass das Gesicht nach Westen nach dem Heiligtum zu gerichtet war.",
+ "er schlachtete mit seiner rechten Hand und fing [das Blut] mit der linken auf. Nach den meisten Erklärern fing er das Blut in einem Becken auf, nach Maim. musste er es in der Band und nicht in einem Becken auffangen.",
+ "Mit der rechten fing er es auf. Danach musste er, wenn er mit der rechten Hand schlachtete, das Messer sofort nach dem Schlachten ablegen, um das Blut mit der rechten Band aufzufangen. R. Jehuda ist der Ansicht, dass ebenso wie bei den Opfertieren das Auffangen des Blutes mit der linken Band als untauglich galt (s. Sebach. II, 1), auch hier das Blut mit der rechten Hand aufgefangen werden musste.",
+ "und tat es dann in seine linke. Um zu den Sprengungen mit dem Finger der rechten Hand darin eintauchen zu können",
+ "Dann sprengte er mit seiner rechten. Nach dem Grundsatz (Sebach. 24 b): כל מקום שנאמר אצבע וכהונה אינה אלא ימין.",
+ "er tauchte ein. Den Zeigefinger (s. Menach. 11a).",
+ "und sprengte siebenmal nach der Richtung des Allerheiligsten. Vgl. Midd. II, 4, gegenüber dem Eingang zum Hechal lag der Eingang in das Allerheiligste.",
+ "zu jeder Sprengung erfolgte ein Eintauchen. Mit dem nach einer Sprengung auf dem Finger zurückgebliebenen Blut durfte keine zweite Sprengung ausgeführt werden.",
+ "wischte er seine Hand an dem Körper der Kuh ab. Damit auch das darauf zurückgebliebene Blut mit verbrannt wird gemäss der Vorschrift (Num. 19, 5): ואת דמה על פרשה ישרף. Auch das nach jeder Sprengung auf dem Finger zurückgebliebene Blut musste er abwischen, damit es mit verbrannt wird, nach Maim. wurde auch dieses jedes Mal an dem Körper der Kuh abgewischt, nach den anderen Erklärern wischte er es an dem Rand des Blutbeckens ab, weil beim Abwischen an dem Tierkörper leicht ein Haar von der Tierhaut an dem Finger des Priesters kleben bleiben konnte (Raschi Sebach. 93 b v. במה יקנח; Menach. 7 b). Nach der Erklärung von Maim. ist mit קינח את ידו nicht das Abwischen des Fingers nach der letzten Sprengung sondern das Abwischen der ganzen Hand gemeint, in der er das Blut gehalten hatte.",
+ "dann ging er hinunter. Bis dahin stand er oben neben der Kuh, jetzt ging er hinunter (s. weiter Note 78), um von unten den Holzstoss in Brand zu setzen.",
+ "und zündete das Feuer mit Kienholz. אליתות s. Tamid II Note 25.",
+ "Mit trocknen Palmzweigen. מ״א meint, dass nach dem ersten Tanna auch das Kienholz nur von denselben Holzarten sein durfte wie das übrige Holz, während R. Akiba der Ansicht ist, dass auch anderes Holz dazu genommen werden durfte."
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+ "War sie dann aufgerissen. Das Zedernholz u.s. w. sollte אל תוך שופת הסרה (Num. 19, 6) hineingeworfen werden, deshalb musste damit gewartet werden, bis der Tierleib auseinander gerissen war und sie in diesen hineingeworfen werden konnten. War der Körper durch das Feuer nicht aufgeplatzt, konnte er auch aufgeschlitzt werden.",
+ "trat [der Priester] aus der Kufe. גת die Kelter, eine Vertiefung in der Erde, in der die Trauben getreten werden. In einer solchen Erdvertiefung war die Holzpyramide aufgebaut, damit die verbrannten Teile der Kuh in diese hineinfielen und, zu Asche geworden, gesammelt werden konnten. In dieser Vertiefung stand auch der Priester, wenn er das Feuer anzündete; um das Zedernholz u. s. w. hineinzuwerfen, musste er aus der Vertiefung heraustreten, da jedes Werfen einen gewissen Abstand erfordert. Nach der Erklärung von Maim. ist unter גת hier wohl nicht eine Vertiefung in der Erde zu verstehen, sondern wird der brennende Holzhaufen mit der brennenden Kuh eine גת genannt, weil durch das Feuer alles zusammenbricht, ähnlich wie in der Kelter durch das Treten die Trauben durcheinander gemischt werden.",
+ "nahm Zedernholz und Ysop und karmesinrote Wolle und rief ihnen. Den in Mischna 7 erwähnten Ältesten.",
+ "diese karmesinrote Wolle. Da es von allen dreien auch solche Arten gab, die man nicht dazu verwenden durfte, zeigte er sie ihnen, um sich von ihnen bestätigen zu lassen, dass es die vorschriftsmässigen Arten waren (Maim.).",
+ "drei Mal bei jeder Sache. In N. und L. fehlt das wiederholte על בל דבר ודבר (vgl. Menach. X, 3)."
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+ "Dann umwickelte er sie. Das Zedernholz, den Ysop und die karmesinrote Wolle.",
+ "mit den Enden des wollenen Streifens. S. Joma 41b.",
+ "Steinerne Hämmer und steinerne Siebe benützte man dazu. Er ist der Ansicht, dass auch hierzu nur Gegenstände verwendet werden durften, die überhaupt keine Unreinheit annehmen, nach der Ansicht der Weisen war dies nicht nötig, da Asche nach Toravorschrift überhaupt keine Unreinheit annimmt.",
+ "Ein schwarzgebranntes Stück. Nicht nur die Asche der Kuh, sondern auch die aller mit ihr verbrannten Teile, des Holzes, des Ysop u. s. w. galten als אפר חפרה.",
+ "auf dem Asche war. Wenn nur die Oberfläche zu Asche geworden war, so nach א״ר. Die anderen Ausleger erklären שיש בו אפר: wenn es soweit verbrannt war, dass es beim Zerstossen in Asche zerfallen musste.",
+ "auf dem keine war. Nach der zweiten Erklärung: wenn es beim Zerstossen in kleine Stücke zerfiel.",
+ "das liess man liegen. Man sammelte es nicht mit der übrigen Asche, es durfte nicht mit zu der Herstellung des Entsündigungswassers verwendet werden. מ״א übersetzt: man liess es liegen, bis es vollständig zu Asche verbrannt war.",
+ "ein Knochen wurde in diesem wie in jenem Falle zerstossen. Und konnte dann vermischt mit der übrigen Asche verwendet werden. Ein noch gar nicht zu Asche gewordener Knochen durfte zerstossen für sich allein dagegen nicht als אפר חפרה verwendet werden (א״ר).",
+ "Dann teilte man sie. Die gesammelte Asche.",
+ "der eine wurde im Zwinger niedergelegt. Siehe oben Mischna 3.",
+ "der andere auf dem Ölberg. Zur Benutzung für die im Heiligtum beschäftigten Priester.",
+ "und der andere wurde unter alle Priester-Abteilungen verteilt. Jede von den 24 Priesterabteilungen bekam einen Teil davon und nahm sie mit nach Hause, sie wurde bei dem Vorsitzenden der Abteilung aufbewahrt und erforderlichen Falls verwendet, wenn jemand kam, um sich besprengen zu lassen, da die Besprengung nicht grade in Jerusalem vorgenommen werden musste. Nach Maim. Hilch. Para III, 4 war der Teil, der den Priesterabteilungen gegeben wurde, für die Priester, der Teil, der auf dem Ölberge aufbewahrt wurde, für die Allgemeinheit bestimmt, die Asche im Zwinger diente למשמרת. Siehe auch Maim. Comment. z. St. und תוי״ט. Nach Raschi zu Num. 19, 9 diente die bei den Priesterabteilungen aufgehobene Asche dem allgemeinen Gebrauch, die Asche, auf dem Ölberge diente den Priestern, die noch eine rote Kuh verbrennen wollten."
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+ "Hat man die Entsündigungskuh für einen anderen als ihren Namen. Der Priester hat bei der Ausführung der Handlung ausdrücklich einen anderen Zweck im Sinne gehabt, für den er diese Handlung ausführt, z. B. dass er das Tier als Ganzopfer oder Friedensopfer schlachtet (s. Sebach. I Note 1).",
+ "oder für einen anderen und für ihren Namen. Er hat bei Ausführung der Handlung zuerst den richtigen Zweck beabsichtigt, dann aber auch einen anderen angegeben, oder umgekehrt (s. Sebach. I, Note 37).",
+ "ist sie untauglich. Weil die rote Kuh in der Schrift חטאת genannt wird und ein Sündopfer durch jede solche abweichende Zweckangabe untauglich wird (Sebach. I, 1).",
+ "Elieser erklärt sie für tauglich. Trotzdem die Schrift sie חטאת nennt, kann sie nicht dem Sündopfer gleichgestellt werden, weil sie gar kein Opfertier ist, sondern alle Handlungen an ihr ausserhalb des Heiligtums vorgenommen werden.",
+ "Ohne dass [der Opfernde] die Hände und Füsse gewaschen hatte. S. Exod. 30, 19, 20. Da sie ein חטאת genannt wird, musste der Priester wie vor jeder Opferhandlung sich vorher die Hände und Füsse waschen. Ob dieses Waschen wie vor den Opferhandlungen im Heiligtum und in einem heiligen Gerät geschehen musste, darüber ist eine Kontroverse im Talmud Sebach. 20 b.",
+ "Elieser erklärt sie für tauglich. Aus dem Note 4 angegebenen Grunde, zumal es bei dieser Vorschrift ausdrücklich heisst: בבאם אל אהל מועד ירחצו מים.",
+ "Jehuda erklärt sie für tauglich. Im פרה אדומה-Abschnitt heisst es: ונתתם ״אותה„ אל אלעזר הכהן. Im Talmud (Joma 22 b) wird das אותה dahin ausgelegt, dass nur bei dieser ersten פרה אדומה ein Eleasar, der zwar nicht der Hohepriester — denn damals lebte noch Ahron — aber doch ein Priester-Vorsteher (סגן הכהנים) war, die Handlungen vollziehen sollte, bei allen nachfolgenden פרות אדומות dagegen sollte diese Bestimmung keine Geltung haben. Das ist nun nach der einen Ansicht im Talmud dahin aufzufassen, dass nur bei dieser ersten פרה אדומה Eleasar der ausführende Priester sein sollte, obgleich er nicht der Hohepriester war, bei allen anderen nachfolgenden dagegen durfte es nur der Hohepriester sein, weil die ganze Vorschrift über die פרה אדומה in der Schrift eine חוקה genannt wird (Num. 19, 1) wie die über den Opferdienst des Versöhnungstages (Lev. 16, 34), und dieser nur durch den Hohepriester ausgeführt werden durfte. Nach der anderen Ansicht dagegen soll es besagen, dass nur bei dieser ersten פרה אדומה nur Eleasar, weil er ein Vorsteher der Priester war, der ausführende Priester sein durfte, nicht aber ein gewöhnlicher Priester, bei allen nachfolgenden dagegen auch ein gewöhnlicher Priester der ausführende sein durfte.",
+ "Wenn [der Priester] nicht mit allen Priesterkleidern bekleidet. Der ausführende Priester musste bei allen Handlungen mit der vorgeschriebenen Priesterkleidung bekleidet sein.",
+ "Man bediente sich dabei der weissen Kleider. Auch wenn der ausführende Priester der Hohepriester war, durfte er nicht die Hohepriesterliche Kleidung dabei tragen, sondern die weissen Kleider, wie er sie beim Opferdienst am Versöhnungstage trug, und die die gleichen waren, wie sie auch die gewöhnlichen Priester trugen."
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+ "Hat man sie ausserhalb ihrer Kufe. S. III, Note 78. Die גת war so breit, dass sie den ganzen Raum, der dem Eingänge zum Heiligtum gegenüber lag, ausfüllte. Hatte man die Kuh nicht innerhalb dieses Raumes verbrannt, so war sie untauglich, weil ebenso wie das Sprengen auch das Schlachten und Verbrennen nur gegenüber dem Eingang zum Heiligtume erfolgen durfte (Sebach. 113 a).",
+ "oder in zwei Kufen. Den einen Teil in der einen und den anderen in der anderen. Da es in der Schrift heisst ושרף את הפרה, darf nur ein Verbrennen stattfinden (שרפה אחת במשמע), nicht aber ein Verbrennen an zwei getrennten Brandstellen",
+ "oder hat man zwei in einer Kufe verbrannt. Gleichzeitig.",
+ "ist sie untauglich. Nach ר״ש und Bart. macht auch das gleichzeitige Verbrennen von zwei Kühen in einer Kufe aus dem Grunde untauglich, weil das gleichzeitige Verbrennen einer zweiten Kuh eine Handlung ist, die als nicht dazu gehörend das Verbrennen der ersten Kuh untauglich macht. Nach רא״ש kann das Verbrennen einer zweiten Kuh nicht als eine solche Handlung gelten, da mit ihr nicht eine Ablenkung der Gedanken von der zu vollführenden Handlung (היסח הדעת) verbunden ist, da er ja weiter mit der Verbrennung einer Kuh beschäftigt ist, sondern er gibt als Grund an, weil es heisst: ושרף את הפרה, er soll die Kuh, und nicht gleichzeitig zwei Kühe verbrennen. S. auch Chul. 32a u. Tos. s. v. נשחטה.",
+ "Hat man von der sechsten [Sprengung] die siebente gesprengt. Der Priester hat mit demselben Blut, mit dem er die sechste Sprengung vorgenommen hatte, ohne den Finger von neuem einzutauchen, eine siebente Sprengung gemacht.",
+ "und dann die siebente Sprengung wiederholt. Er hat dann den Finger von neuem eingetaucht und nochmals eine siebente Sprengung gemacht.",
+ "ist [die Kuh] untauglich. Die erste siebente Sprengung war untauglich, weil er nicht vorher den Finger von neuem eingetaucht hatte, die Sprengungen sind demnach durch eine fremde Handlung unterbrochen worden und dadurch ist die Kuh nach Mischna 4 untauglich geworden.",
+ "Hat man von der siebenten [Sprengung] eine achte gesprengt. Diese achte Sprengung kann nicht untauglich machen, weil mit der siebenten die vorgeschriebenen Sprengungen beendet waren, eine nicht vorgeschriebene Sprengung mit dem Blute aber überhaupt nicht als eine die vorgeschriebenen Handlungen unterbrechende Handlung gilt.",
+ "und dann die achte Sprengung wiederholt. Auch wenn man den Finger nochmals eingetaucht und die achte Sprengung wiederholt hat.",
+ "ist sie tauglich. Nach Maim. macht eine über die sieben vorgeschriebenen Sprengungen hinausgehende Sprengung nur dann nicht untauglich, wenn sie von einem anderen Priester ausgeführt worden ist; wenn aber derselbe Priester, der beim Verbrennen der Kuh beschäftigt war, sie ausführt, ist diese Sprengung eine die vorgeschriebenen Handlungen unterbrechende Handlung und die Kuh deshalb untauglich. So erklären die Mischna Maim., א״ר und יר״ב, für deren Auffassung das מ in מששית und משביעית spricht. Dagegen erklären ר״ש und רא״ש und Bart., dass das הזה מששית שביעית hier ebenso zu verstehen ist wie das ähnliche קרא לתשיעי עשירי in Bechor. IX, 8: der Priester hat die sechste Sprengung als siebente gesprengt, auch wenn er dann richtig nochmals eine siebente sprengt, ist die Kuh untauglich, weil die Sprengungen nicht in der vorgeschriebenen Weise erfolgt sind. Hat er dagegen die siebente Sprengung als achte Sprengung gesprengt, so macht dieses die Kuh nicht untauglich, weil es eine achte Sprengung nach der Vorschrift überhaupt nicht gibt und die Bezeichnung als achte deshalb nur ein lapsus linguae sein kann. Auch wenn er dann nochmals eine achte Sprengung gemacht hat, schadet dieses nichts, weil nach Ausführung der vorgeschriebenen Sprengungen ein nochmaliges Sprengen nicht als eine die Handlungen unterbrechende fremde Handlung gilt."
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+ "Hat man sie ohne Holz. Indem man das Tier selbst in Brand gesteckt hat.",
+ "oder auf irgend welchen anderen. Als den oben III, 8 genannten.",
+ "oder selbst auf Stoppeln oder Streu. Die fast gar keine Asche ergeben.",
+ "ist sie tauglich. Obgleich man sie eigentlich unzerlegt, wie sie geschlachtet worden ist, verbrennen soll (Chull. 11 a).",
+ "ist sie tauglich. Ebenso wie selbst ein Opfertier, das man mit der Absicht geschlachtet hat, etwas, das zum Essen nicht bestimmt ist, davon zu essen, dadurch nicht untauglich wird (s. Sebach. III, 3).",
+ "Eine Absicht macht bei der Kuh [überhaupt] nicht untauglich. Obgleich ein Opfertier nach seiner Ansicht dadurch untauglich wird (s. a. a. O.) stimmt er hier der Ansicht zu, dass dadurch die Kuh nicht untauglich wird (ס״א). Nach רא״ש ,ר״ש und Bart. geht R. Elieser in seiner Ansicht noch weiter als der erste Tanna; während nach diesem nur die Absicht, etwas davon zu essen, was nicht zum Essen bestimmt ist, die auch bei den Opfertieren nicht untauglich macht, auch hier nicht untauglich macht, ist R. Elieser der Ansicht, dass selbst eine Absicht, die bei Opfertieren untauglich macht, wie die Absicht, beim Schlachten oder Blutauffangen das Blut erst am folgenden Tage zu sprengen (s. Sebach. II, 2), hier nicht untauglich macht."
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+ " Chull. 29 b.",
+ "vom Anfang bis zum Ende. Dreimal wird in der Schrift die Vorschrift des Waschens der Kleider wiederholt, zunächst für den Priester nach dem Hineinwerfen des Zedernholzes u. s. w., dann für den, der die Kuh verbrennt, und dann für den, der die Asche gesammelt hat. Daraus wird geschlossen, dass alle Handlungen vom Schlachten bis nach dem Einsammeln der Asche die Kleider verunreinigen (Sifre). Nach rabbinischer Verordnung werden selbst bei dem, der die Verbrennung nur überwacht, die Kleider unrein (s. Bab. mez. 93 a).",
+ "verunreinigen [hierdurch] ihre Kleider. In die sie während ihrer Beschäftigung gekleidet sind, ebenso Kleider oder andere Gegenstände, mit denen sie während ihrer Beschäftigung in Berührung gekommen sind (s. Hoffmann, Leviticus zu 11, 28).",
+ "und machen sie. Die Kuh.",
+ "durch eine [Neben]-Beschäftigung. Wenn sie während ihrer Beschäftigung mit der Kuh, sei es bei der Ausführung einer Handlung sei es zwischen einer Handlung und der anderen, noch eine andere Handlung ausgeführt haben. Eine solche Nebenbeschäftigung macht jedoch nur untauglich, bis die Kuh zu Asche geworden ist, eine Nebenbeschäftigung bei der Beschäftigung mit der Asche macht nicht untauglich.",
+ "Ist beim Schlachten etwas sie untauglich Machendes vorgekommen. In dem man z. B. beim Schlachten zugleich einen anderen Gegenstand durchschnitten hat.",
+ "verunreinigt sie die Kleider nicht. Da gleich bei der ersten mit ihr vorgenommenen Handlung die Kuh untauglich geworden ist, wird diese Handlung gar nicht als eine an einem für diesen Zweck bestimmten Tiere vorgenommene betrachtet, auch der Schlachtende selbst ist deshalb dadurch nicht unrein geworden. (מ״א).",
+ "die sich nachher mit ihr beschäftigt haben. S. Chuff. 29 b).",
+ "so ergibt sich aus der strengen Vorschrift. Dass durch eine Nebenbeschäftigung die Kuh untauglich wird.",
+ "als Folge eine Erleichterung. Dass nach diesem Untauglichwerden die Beschäftigung mit ihr nicht mehr verunreinigt.",
+ "Während der ganzen Zeit unterliegt sie [dem Verbot] der Veruntreuung. Von dem Augenblick an, wo sie für ihren Zweck bestimmt worden ist, bis sie zu Asche geworden ist. Die Asche unterliegt nicht mehr der Veruntreuung (s. Menach. 51 b), ebenso unterliegt die Kuh nicht der Veruntreuung, nachdem sie untauglich geworden ist, da sie nur deshalb der Veruntreuung unterliegt, weil sie ein חטאת genannt wird. Nachdem sie untauglich geworden ist, heisst sie aber nicht mehr חטאת, da sie dann nicht mehr die Kleider verunreinigt (יר״ב).",
+ "und müssen die Handlungen bei Tage geschehen. Nach ר״ש und רא״ש darf das Verbrennen auch bei Nacht geschehen, nach א״ר ist die Sifrestelle, die sie hierfür anführen, korrumpiert.",
+ "und durch einen Priester. Nach Ansicht von Samuel (Joma 42 a) darf das Schlachten auch durch einen Nichtpriester vorgenommen werden.",
+ "bis sie zu Asche geworden ist. Das bezieht sich auf alles Vorhergehende.",
+ "und eine [Neben-]Beschäftigung macht untauglich auch beim Wasser. Das man zur Herstellung des Entsündigungswassers gebraucht.",
+ "bis man die Asche hineingetan hat. Wenn man während der Beschäftigung mit dem Wasser, während des Schöpfens, Tragens oder Umgiessens mit etwas anderem sich beschäftigt hat, ist das Wasser untauglich geworden. Nachdem man aber die Asche hineingetan hat, wird das Wasser durch eine Nebenbeschäftigung nicht mehr untauglich."
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+ "Wer sich ein irdenes Gefäss. Nur bei der Herstellung des Entsündigungswassers, womit der ausführende Priester vorher besprengt wurde, wurden nur steinerne Gefässe verwendet, die gar keine Unreinheit annehmen konnten, sonst durften hierbei alle Art Gefässe verwendet werden, s. weiter Mischna 5.",
+ "für das Entsündigungswasser. Um das Wasser oder die Asche hineinzutun.",
+ "muss ein Tauchbad nehmen. Auch der vollständig Reine gilt inbezug auf das Entsündigungswasser und alles mit ihm in Beziehung Stehende für unrein.",
+ "und neben dem Brennofen. In dem die Gefässe gebrannt werden.",
+ "übernachten. Er muss eventuell die ganze Nacht neben dem Ofen zubringen, wo sich die Öffnung zu dem Ofen befindet, um zu verhüten, dass jemand die Tür öffnet, um zu sehen, ob die Gefässe bereits fertig sind, und sie dabei durch Berührung verunreinigt.",
+ "Er kann es sich auch aus dem Hause. Selbst aus dem Hause eines עם הארץ.",
+ "holen und es ist tauglich. Wenn der Besitzer erklärt, dass er es von dem Augenblick an, wo es fertig war, zu diesem Zweck vor jeder Verunreinigung behütet hat.",
+ "denn inbezug auf das Entsündigungswasser ist jeder beglaubt. S. Ohalot V, 5.",
+ "Wo es sich um Hebe. Bei der Hebe braucht man nach dem ersten Tanna mit der Vorsicht nicht so weit zu gehen wie bei dem Entsündigungswasser, nach R. Jehuda ist da grössere Vorsicht nötig, weil wegen der geringeren Heiligkeit nicht jeder beglaubt ist, dass er die nötige Vorsicht hat walten lassen (יו״ב).",
+ "braucht er nur den Ofen zu öffnen. Nach einer von ר״ש gebrachten Tosefta kann sogar der Töpfer den Ofen öffnen und braucht man nicht zu befürchten, dass er oder ein anderer die Gefässe berührt hat.",
+ "[Nur] aus der zweiten Reihe. Nicht aus der vordersten Reihe, weil zu befürchten ist, dass die jemand berührt hat.",
+ "[Nur] aus der dritten Reihe. Weil zu befürchten ist, dass beim Prüfen der in der vordersten Reihe stehenden Gefässe jemand auch an die in der zweiten Reihe angerührt hat."
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+ "Wenn man ein Gefäss für das Entsündigungswasser in ein Wasser untertaucht. Um es für seinen Zweck zu reinigen.",
+ "das nicht für das Weihen. Durch das Hineintun der Asche in das Wasser wird dieses zu Entsündigungswasser geweiht, deshalb wird dieses Hineinschütten der Asche mit dem Ausdruck מקדש und קידוש bezeichnet und die hineingeschüttete Asche selbst קידוש genannt.",
+ "geeignet ist. Nur Quellwasser ist dafür geeignet (Num. 19, 17), vgl. auch weiter VIII, 8—11).",
+ "muss man es abtrocknen. Bevor man damit schöpft, damit sich nicht die zurückgebliebene Feuchtigkeit von ungeeignetem Wasser mit dem hineingetanen Wasser vermischt.",
+ "braucht man es nicht abzutrocknen. Obgleich die zurückgebliebene Feuchtigkeit nicht zu dem bestimmten Zwecke geschöpft worden ist, macht sie das hineingetane Wasser nicht untauglich, weil angenommen wird, dass man von vorneherein mit dem Zurückbleiben solcher Feuchtigkeit gerechnet und sie deshalb gleich mit hierfür bestimmt hat.",
+ "in das bereits geweiht worden ist. Das bereits mit Asche vermischt ist.",
+ "aufzunehmen. So lesen N. und L. Unsere Ausgg. lesen: להוסיף.",
+ "muss man es in jedem Falle abtrocknen. Weil jedes Hinzutun von Wasser, selbst wenn es für den Zweck geeignet ist, nachdem die Asche bereits in das Wasser hineingetan ist, das Wasser untauglich macht (s, weiter IX, 1)."
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+ "Einen Kürbis. קרמת ein ausgehöhlter Kürbis, dessen man sich zum Wasserschöpfen bediente (s. Kelim III, Note 38).",
+ "den man im Wasser untergetaucht hat. Um ihn bei der Herstellung des Entsündigungswassers zu gebrauchen, wie alles, was man hierbei gebrauchen wollte, vorher besonders für die Verwendung zu diesem Zweck untergetaucht werden musste, auch wenn es noch nie unrein geworden war.",
+ "das für das Weihen nicht. N. und L. שחן ראוין לקדש.",
+ "darf man für das Weihen gebrauchen. Nachdem man ihn abgetrocknet hat (s. vorhergehende Mischna) obgleich beim Untertauchen nicht geeignetes Wasser in den Kürbis eingedrungen sein kann, das dann wieder ausschwitzt und mit dem hineingetanen Wasser sich vermischt.",
+ "war er unrein gewesen. Bevor man ihn untergetaucht hat.",
+ "darf man nicht in ihm weihen. Weil zu befürchten ist, dass Flüssigkeit, die er in sich aufgenommen hatte, als er noch unrein war, und die unrein geblieben ist, weil sie das Tauchwasser gar nicht berührt hat, jetzt von ihm ausgeschwitzt wird und das hineingetane Wasser durch seine Berührung verunreinigt. Nach der Lesart von N. und L., die auch Maim. Vorgelegen hat und auch im Talmud Jerus. (Erubin IX, 4 und Chagiga III, 4) gebracht wird, handelt es sich um einen Kürbis, der in für das Hineinschütten geeignetes Wasser untergetaucht worden ist, Maim. erklärt auch das שחטבילוה nicht: den man zu dem bestimmten Zwecke untergetaucht, sondern: den man schon wiederholt beim Schöpfen in Wasser getaucht und der dadurch gewiss von dem Wasser in sich eingesaugt hat. Wenn das in den Kürbis eingedrungene Wasser auch wieder ausschwitzt und sich mit dem hineingetanen Wasser vermischt, macht es dieses nicht untauglich, obgleich es nicht nach der Vorschrift mit einem Gefässe geschöpft worden ist (מ״א). Ist aber der Kürbis einmal unrein geworden, so bleibt die in ihn eingedrungene Flüssigkeit unrein, und wenn es auch für den Zweck geeignetes Wasser war, verunreinigt es das hineingetane Wasser schon durch die Berührung.",
+ "Wenn man vorher. Bevor der Kürbis unrein geworden war.",
+ "darin weihen darf. Obgleich das Wasser, das er ausschwitzt, nicht für den Zweck geeignet war; nach der anderen Lesart: obgleich das Wasser, das er ausschwitzt, nicht vorschriftsmässig geschöpft worden war.",
+ "darf man auch nachher darin weihen. Wenn bei dem reinen Kürbis über die Befürchtung hinweggesehen wird, dass er vielleicht ungeeignetes Wasser ausschwitzen könnte, so kann man auch bei dem unrein gewesenen darüber hinwegsehen, dass er vielleicht unreines Wasser ausschwitzt.",
+ "darf man auch vorher nicht darin weihen. Der erste Tanna dagegen ist der Ansicht, dass wohl ein Unterschied zu machen ist: bei dem reinen Kürbis würde selbst das ausgeschwitzte ungeeignete oder nach der Lesart שהן ראוין das ausgeschwitzte geeignete Wasser nach Toravorschrift das hineingetane Wasser nicht untauglich machen, da das wenige ausgeschwitzte Wasser in dem hineingetanen seiner geringen Quantität wegen aufgehen würde (בטל ברובו) und es nur eine rabbinische Erschwerung ist, dass man diesen Grundsatz bei der roten Kuh nicht gelten lässt, von dieser Erschwerung wird in diesem Falle abgesehen, weil es ja nicht sicher ist, ob der Kürbis Wasser ausschwitzen wird. Bei dem unrein gewesenen Kürbis dagegen würde selbst das geringste Quantum Wasser, das er ausschwitzt, das hineingetane Wasser durch seine Berührung nach rabbinischer Vorschrift verunreinigen und untauglich machen, deshalb muss auch auf die Möglichkeit Rücksicht genommen werden, dass er Wasser ausschwitzt (ס״א). Welcher Ansicht R. Josua ist, ob in beiden Fällen der erschwerenden oder der erleichternden, geht aus der Mischna nicht klar hervor, nach den meisten Erklärern ist er der Ansicht, dass man in beiden Fällen nicht hineinschütten darf, nach dem רא״ש dagegen ist er der Ansicht, dass man in beiden Fällen hineinschütten darf, weil auch bei dem unrein gewesenen das ausgeschwitzte Wasser durch das Untertauchen des Kürbisses rein geworden ist.",
+ "In keinem Falle. Ob der Kürbis vorher unrein geworden war oder nicht.",
+ "darin. Auch nachdem man ihn abgetrocknet hat (s. vorhergehende Mischna).",
+ "hineintun. S. oben Note 20. Die dort angeführte Bestimmung gilt als eine so strenge, dass auch die bloße Befürchtung, dass der Kürbis Wasser ausschwitzen könnte, ihn für den Zweck untauglich macht. Unsere Ausgg. lesen auch hier: לא יוסיף."
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+ " Chagiga 23 a.",
+ "das man für die Zwecke des Entsündigungswassers zurechtgeschnitten hat. Schilfrohr, das man unter Beobachtung aller für das Entsündigungswasser zu beobachtenden Vorschriften vom Erdboden abgeschnitten und aus dem man das ganze Mark herausgenommen hat, um die Asche hineinzutun (nach einer anderen im Aruch gebrachten Erklärung, das man zurechtgemacht hat, um es zum Anzünden des Holzstosses zu verwenden).",
+ "sogleich unter. Das Rohr hat den Charakter eines Gerätes erhalten, das Unreinheit annehmen kann (s. Kelim XVII, 17), als solches müsste er eigentlich erst verunreinigt und dann untergetaucht werden, um dann noch am selben Tage, bevor die Sonne untergegangen ist, bei der Herstellung des Entsündigungswassers verwendet zu werden. R. Elieser hält aber diese Verunreinigung nicht für nötig, weil selbst ein unter Beobachtung aller Reinheitsvorschriften hergestelltes Gefäss wegen der Befürchtung, dass vielleicht bei seiner Herstellung unreiner Speichel eines עם הארץ darauf gespritzt sein kann, wo es sich um seine Verwendung bei der Herstellung des Entsündigungswassers handelt, als so unrein betrachtet wird, wie ein durch Totenunreinheit verunreinigtes Gefäss, nachdem am siebenten Tage auf es gesprengt worden ist. Wie ein solches erst nach Sonnenuntergang vollständig rein werden kann, so auch dieses; es genügte deshalb dieses Untertauchen, um der irrigen Lehre der Sadduzäer entgegenzutreten (s. III Note 53).",
+ "Man verunreinigt es und dann taucht man es unter. Nach ihm genügt dieses aus weither geholter Befürchtung angeordnete Untertauchen nicht, um der irrigen Lehre der Sadduzäer entgegenzutreten, sondern ist eine direkte Verunreinigung des Rohres nötig, um ihnen zu zeigen, dass trotzdem der Sonnenuntergang nicht abgewartet zu werden braucht.",
+ "ein Geistesschwacher und ein Unmündiger. S. Chull. I Note 3—5. Das gleiche gilt auch für das Wasserschöpfen (Maim. הלכות מרה אדומה VI, 2), dagegen darf das Sprengen auch durch einen Unmündigen geschehen (s. weiter XII, 10). Das Wasserschöpfen und Hineinschütten oben III, 3 konnte durch Kinder vorgenommen werden, weil es sich da nur um das Besprengen des Priesters handelte, der nur aus besonderer Vorsicht vorher besprengt wurde (יר״ב).",
+ "und eine Frau und einen Doppelgeschlechtlichen für untauglich. Die Begründungen s. Joma 43 a."
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+ "aus Stein und aus [ungebrannter] Erde. Obgleich sie insofern nicht als Gefässe gelten, als sie nicht wie andere Gefässe unrein werden können, und obgleich bei ihrer Verwendung demnach auch die Bestimmung nicht befolgt werden kann, dass alles, was bei der Herstellung des Entsündigungswassers verwendet wird, erst an demselben Tag untergetaucht sein muss und noch nicht durch den darauf folgenden Sonnenuntergang vollständig rein geworden sein darf (יו״ב).",
+ "auch in einem Schiff. Obgleich es, selbst wenn es ein transportables hölzernes oder irdenes Fahrzeug ist, keine Unreinheit annehmen kann (s. Sabb. IX, 2), und obgleich das Entsündigungswasser und die Asche nicht auf einem Schiff transportiert werden dürfen (s. weiter IX, 6).",
+ "Man darf die Weihe nicht vornehmen in Gefässwänden. Gewölbte Seitenwände von Gefässen, deren Boden durchbrochen ist, die aber auf die Seite gelegt, weil sie rund sind, noch gu gebrauchen sind, Flüssigkeiten in sie hineinzugiessen. Obgleich solche Wände nach Kelim IV, 1 noch als Gefässe gelten und Unreinheit annehmen, sind sie zu diesem Zwecke nicht zu gebrauchen.",
+ "nicht in dem Boden eines Zobers. Unten am Boden pflegte eine Vertiefung für die Hand angebracht zu sein, um den schweren Zober besser heben zu können (s. Kelim II, 3).",
+ "nicht in einem Fassspund. In der Vertiefung zum Hineinstecken des Fingers beim Herausheben des Spundes (s. Kelim X, 3).",
+ "weihen und sprengen darf. Danach ist auch am Anfänge der Mischna mit dem מקדשין nicht nur das Hineinschütten der Asche gemeint, sondern ebenso auch das Schöpfen des Wassers und das Sprengen.",
+ "Nur Gefässe schützen mittels des fest anschliessenden Deckels. Wenn Gefässe, die keine Unreinheit annehmen, fest verschlossen in einem Totenzelte stehen, bleibt alles, was in diesen Gefässen ist, rein. Bedingung ist jedoch, dass es ganze Gefässe sind und nicht durchlöcherte, die nicht als כלים gelten (s. Kelim IX, Note 112).",
+ "wie auch. Das שאין glbt hier nicht wie Kelim VIII, 8 die Begründung für das Vorhergehende an, sondern nur einen anderen Fall, wo es ebenfalls erforderlich ist, dass es ein ganzes Gefäss ist.",
+ "nur Gefässe vor einem irdenen Gefässe schützen. Wenn ein Gefäss in das Innere eines irdenen Gefässes, in dem ein Kriechtier liegt, herabgelassen ist, der obere Rand des herabgelassenen Gefässes ragt aber über den Rand des irdenen Gefässes hinaus, so bleibt der Inhalt des herabgelassenen Gefässes rein, Bedingung ist aber auch hier, dass das herabgelassene Gefäss noch die Eigenschaft eines Gefässes hat (s. Kelim VIII. 2)."
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+ "Die Eiform. Der Töpfer knetet zunächst aus Lehm eine ovale nach innen vertiefte Form, aus der er dann die Gefässe formt.",
+ "der Töpfer ist tauglich. Die Form gilt, weil sie eine Vertiefung hat, in die man etwas hineintun kann, bereits als Gefäss.",
+ "Jose erklärt sie für untauglich. Obgleich auch Geräte aus ungebrannter Erde tauglich sind (s. oben Mischnah 5), weil diese Form nicht zur Benutzung als Gerät bestimmt ist, sondern erst die daraus geformten Geräte, nachdem sie im Ofen gebrannt sind, es ist deshalb ein noch nicht fertiges Gerät (כלי שלא נגמרה מלאכתו) und deshalb untauglich.",
+ "Ein Hühnerei. Die Eierschale, aus der man das Innere entfernt hat.",
+ "die Weisen für untauglich. Welf es zu gebrechlich ist, um als Gefäss verwendet zu werden (vgl. Kelim XVII, Note 140)."
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+ " Mikw. IV, 6.",
+ "In einer in den Felsen gehauenen Tränkrinne. In die das Wasser aus der Quelle hineinfliesst. Mit שוקת wird schlechthin das Geläss bezeichnet, in welchem die Weihung vorgenommen wird.",
+ "darf man nicht [das Wasser] sammeln. Das darin gesammelte Wasser gilt nicht als geschöpft, da die aus dem Felsen gehauene Rinne nicht als Gefäss gilt.",
+ "und nicht darin weihen. Wenn man vorschriftsmässig geschöpftes Wasser in sie hineingegossen hat, darf man nicht die Asche dort hineinschütten.",
+ "und nicht daraus sprengen. Man darf das mit Asche gemischte Wasser nicht in sie hineintun, um aus ihr zu sprengen.",
+ "und sie braucht keinen fest anschliessenden Deckel zu haben. Ein einfach auf sie gelegter Deckel schützt ihren Inhalt gegen die Totenzelt-Unreinheit (s. Ohol. V, 6).",
+ "und sie macht das Tauchbad nicht untauglich. Wenn das in ihr gesammelte Quellwasser oder Regenwasser in ein Tauchbad fliesst, das noch nicht das vorschriftsmässige Quantum Wasser enthält, gilt es nicht als geschöpftes Wasser, durch das das Tauchbad untauglich werden würde.",
+ "War sie ein Gefäss und hat man sie mit Kalk [an den Boden] befestigt. Man hat einen losen Stein ausgehöhlt und eine Rinne aus ihm gemacht und ihn dann erst auf dem Erdboden befestigt.",
+ "und sie macht das Tauchbad untauglich. Obgleich sie jetzt fest mit dem Erdboden verbunden ist, gilt sie doch weiter als ein Gefäss.",
+ "Hat sie am Boden ein Loch. Nach יו״ב (s. Maim. Hilch. Para VI, 6) ein Loch, das so gross ist, dass Flüssigkeit durch dasselbe eindringen kann, dadurch verliert das Gefäss seine Eigenschaft als Gefäss (s. Kelim III, 1).",
+ "und man hat es mit einem Lappen zugestopft. Die Verstopfung mit dem Lappen genügt nicht, um das Gefäss wieder zu einem Gefäss zu machen.",
+ "weil es nicht durch ein Gefäss rundum zusammengehalten ist. Das Wasser wird nicht, wie es in einem Gefässe der Fall ist, durch das Gefäss ringsum zusammengehalten, sondern an der Stelle, wo der Boden durchlöchert ist, durch den Lappen, mit dem man das Loch verstopft hat. עגולים = gerundet, ringsum eingeschlossen, כלי = durch das Gefäss.",
+ "an der Seite. Wenn das Loch oberhalb des Bodens an einer der Seitenwände ist.",
+ "weil es durch ein Gefäss rundum zusammengehalten ist. In diesem Falle ist das Wasser tauglich, weil es unterhalb des Loches durch das Gefäss ringsum zusammengehalten wird und das Gefäss deshalb seine Eigenschaft als Gefäss nicht eingebüsst hat. Nach מ״א spricht die Mischna nicht von einem Loch, das so gross ist, dass das Gefäss dadurch seine Eigenschaft als Gefäss verliert, sondern von einem kleinen Loch, aus dem nur Flüssigkeit herausfliessen kann. Trotzdem das Gefäss dadurch seine Eigenschaft als solches nicht verliert, ist das Wasser untauglich, wenn sich das Loch auf dem Boden befindet, weil da das ganze Wasser nur durch den Lappen, der das Loch verstopft, in dem Gefässe festgehalten wird, nicht durch das Gefäss. Wenn dagegen das Loch sich an der Seite befindet, ist das Wasser tauglich, weil es auch ohne die Verstopfung des Loches bis zur Höhe des Loches durch das Gefäss zusammengehalten würde. Für diese Erklärung spricht, dass die Mischna nicht einfach sagt: מפני שאינו כלי, sondern den eigentümlichen Ausdruck gebraucht: מפני שאינן עגולים כלי. Maim. Hilch. Para VI, 6 hat die Lesart: שהמים שבו אינן על עיגול הכלי.",
+ "Hat man einen Kranz von Lehm darauf. Auf diese auf den Erdboden befestigte Tränkrinne, ebenso auf irgend ein nicht auf den Erdboden befestigtes Gerät.",
+ "gesetzt und das Wasser ist bis dorthin. Bis an den darauf gesetzten Kranz.",
+ "ist es. Das Wasser, das von dem Kranz eingeschlossen ist.",
+ "untauglich. Weil der Kranz nicht, als zu dem Gefässe gehörend betrachtet wird.",
+ "dass er mit ihr zusammen fortbewegt werden kann. Bart. erklärt: dass, wenn man die Rinne fortbewegt, der Kranz nicht herunterfällt, dagegen יו״ב: dass, wenn man den Kranz fortbewegt, die Rinne mit fortbewegt wird."
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+ "Wenn zwei Tränkrinnen in einem Steine. Der nicht am Boden befestigt ist.",
+ "gilt das Weihen nicht für das Wasser in der zweiten. Obgleich die beiden Rinnen sich in einem Stein befinden, gelten sie nicht als ein Gefäss, sondern jede Rinne gilt als ein Gefäss für sich.",
+ "Führt ein Loch in der Weite eines Schlauchrohrs. שפופרת הנוד ein Rohr, das man in die Öffnung des Schlauches hineinsteckt, um durch dasselbe Flüssigkeiten hineinzugiessen. Das Rohr pflegte so weit zu sein, dass man Zeigefinger und Mittelfinger zusammen bequem darin herumdrehen konnte.",
+ "dass es über beiden steht. Wenn die Zwischenwand zwischen den beiden Rinnen so niedrig ist, dass das Wasser über sie hinweg von der einen zur anderen geht.",
+ "gilt das Weihen auch für das Wasser in der zweiten. Die Verbindung zwischen den beiden Hohlräumen macht die beiden Rinnen zu einem Gefäss, doch muss man natürlich in die eine Rinne so viel Asche hineingetan haben, dass sie für das Wasser in beiden Rinnen ausreicht."
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+ "Wenn man zwei Steine an einander rückt und daraus eine Tränkrinne macht. In keinem der beiden Steine war eine rundum geschlossene Vertiefung, und man hat sie so aneinander gerückt, dass nur eine rundum geschlossene Vertiefung entstanden ist, allerdings mit einem Spalt in der Mitte, an der Stelle, wo die beiden Steine aneinander gerückt sind.",
+ "ebenso zwei Mulden. Man hat zwei Mulden, in deren beiden schon eine rundum geschlossene Vertiefung war, so aneinander gestellt, dass aus den beiden Vertiefungen eine neue von beiden eingeschlossene Vertiefung entstanden ist, wiederum mit einem Spalt in der Mitte.",
+ "so gilt das Weihen nicht für das dazwischen stehende Wasser. Die Tränkrinne gilt trotz des Spaltes als Gefäss, weil der Spalt nicht so weit ist, dass man durch ihn Flüssigkeit in die Rinne hineingiessen kann, das übrige Wasser in der Rinne ist deshalb tauglich und als Entsündigungswasser zu gebrauchen, wenn man die Asche hineingeschüttet hat, nur das in dem Spalt stehende Wasser ist nicht zu gebrauchen, weil es nicht in dem Gefässe steht. Nach א״ר gilt das übrige Wasser wohl als Entsündigungswasser, ist aber trotzdem auch zum Sprengen nicht zu benutzen, da es mit dem Wasser in dem Spalt sich vermischt.",
+ "Hat man sie. Die beiden Teile.",
+ "ist das dazwischen stehende Wasser geweiht. Da dann das verbindende Material ein Bestandteil des Gefässes bildet."
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+ "Ist beim Weihen die weihende Asche auf die Hand [des Weihenden] gefallen oder auf eine Seitenwand. Der Tränkrinne, in der sich das Wasser befindet.",
+ "und dann erst ist sie auf [das Wasser in der] Tränkrinne gefallen. Nicht durch die Kraft des Wassers, sondern sie hat sich von selbst von dort losgelöst und ist in das Wasser gefallen (s. Sanhedrin 77 b).",
+ "ist es untauglich. Das Wasser kann nicht als Entsündigungwasser benutzt werden, weil es in dem Schriftabschnitte heisst ונתן — אל כלי die Asche muss durch den Betreffenden selbst in das Gefäss getan werden.",
+ "Ist sie aus der Röhre. In der sich die Asche befindet.",
+ "in die Tränkrinne gefallen. Von selbst, ohne dass der die Röhre in der Hand Haltende etwas dazu getan hat.",
+ "Hat man sie. Die Asche zum Hineinschütten.",
+ "aus der Röhre genommen und diese dann verschlossen oder eine Tür zugemacht. Bevor man die Asche in das Wasser geschüttet hat.",
+ "ist die Weihasche tauglich. Das Verschliessen der Röhre oder der Tür ist eine nicht zu der ausführenden Handlung gehörende Nebenhandlung, die Ausführung einer solchen macht die Asche nicht untauglich, wohl aber das Wasser (s. oben IV, 4).",
+ "das Wasser. N: וחכמים פוסלין.",
+ "aber untauglich. Weil man die Herstellung des Wassers durch das Hineinschütten der Asche durch das Schliessen der Röhre oder der Tür unterbrochen hat.",
+ "Hat man sie. Die Röhre, nachdem man die Asche zum Hineinschütten aus ihr herausgezogen hat.",
+ "auf dem Erdboden aufgerichtet. Aufgestellt, damit die noch in der offenen Röhre sich befindende Asche nicht herausfällt.",
+ "ist es. Das Wasser.",
+ "untauglich. Weil das Aufstellen auf dem Boden eine Handlung ist, die nur wegen der in der Röhre zurückgebliebenen Asche geschieht und deshalb eine Nebenhandlung ist, die das Wasser untauglich macht.",
+ "weil es [anders] nicht möglich ist. Weil man die Röhre, nachdem man etwas von der Asche herausgenommen hat, nicht wieder verschliessen kann, ist es überhaupt nicht anders möglich, etwas von der Asche herauszunehmen, als indem man die Röhre zum Hineinschütten schräge hält und dann wieder aufrichtet, deshalb ist das Wiederaufrichten in der Hand eine zu der auszuführenden Handlung gehörende, und nicht eine Nebenhandlung. So erklärt Maim. und Bart. nach der Lesart: מפני שאי אפשר, die auch א״ר liest. Nach einer anderen Lesart: מפני שאפשר erklären ר״ש und רא״ש und der Bart. in einer zweiten Auslegung, dass es sich hier nicht um das Untauglichwerden durch eine Nebenhandlung handelt, sondern das פסול und כשר sich auf die Asche bezieht, die durch eine Nebenhandlung überhaupt nicht untauglich wird, wohl aber, wenn sie nicht gehörig beobachtet und bewacht wird, weil es von ihr heisst (Num. 19, 9): והיתה לעדת בני ישראל למשמרת. Mit dem Hinstellen auf die Erde hat man aufgehört, die Asche gehörig zu beobachten; deshalb ist die noch in der Röhre befindliche Asche untauglich geworden, hält man die Röhre aufrecht in der Hand, bleibt sie tauglich, weil es möglich ist, dabei sie gehörig zu beobachten."
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+ "Schwimmt die Weihasche oben auf dem Wasser. Wenn von der hineingeschütteten Asche etwas auf der Oberfläche des Wassers liegen geblieben ist, gleichviel ob es von dem Wasser bereits angefeuchtet ist oder nicht.",
+ "sie nehmen und [anderweitig] damit weihen. In anderes Wasser, um es durch Hineinschütten zu Entsündigunswasser zu machen. Wenn die Asche das Wasser berührt hat, muss man sie allerdings vorher abtrocknen, denn das an der Asche haftende Wasser ist bereits Entsündigungswasser und würde durch Vermischung mit dem Wasser, das erst durch das Hineinschütten der Asche zu Entsündigungswasser werden soll, untauglich werden (s. oben V Note 20).",
+ "darf man nicht mehr zum Weihen verwenden. Durch die Berührung mit dem Wasser ist die Asche bereits zu dem Zwecke, zu dem sie bestimmt war, verwendet worden (נעשתה מציתו), deshalb ist ihr die Weihe gebende Eigenschaft benommen und ist sie für weitere Verwendung untauglich. Nach der Ansicht von R. Meïr und R. Simon dagegen erfüllt die Asche nur den Zweck, das Wasser für die eigentliche מצוה des Besprengens geeignet zu machen, es kann daher von der Asche nicht נעשתה מציתו gelten.",
+ "Hat man das Wasser abgegossen. זלף tropfen, langsam abfliessen lassen, ebenso wenn durch die Sprengungen das Wasser verbraucht worden ist.",
+ "trocknet man sie ab. Hier wird das Abtrocknen ausdrücklich erwähnt, das im ersten Falle als selbstverständlich vorausgesetzt wird, um hervorzuheben, dass selbst in diesem Falle das Abtrocknens genügt, obgleich die Asche von dem Wasser vollständig durchtränkt ist.",
+ "darf man nicht mehr zum Weihen verwenden. Um wie viel weniger diese Asche, die von dem Wasser durchtränkt ist."
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+ "und es befindet sich in ihr ein Tropffläschchen. S. Kelim III Note 8.",
+ "gilt das Weihen auch für das in ihm befindliche Wasser. Die Öffnung des Tropffläschchens steht in dem Wasser, das sich in der Tränkrinne befindet, und verbindet das in ihm enthaltene Wasser mit dem Wasser in der Tränkrinne. In diesem Falle, da die Gefässe sich in einander befinden, genügt die winzigste Verbindung und ist nicht, wie oben V, 8, wo sich die Gefässe neben einander befinden, eine Weite der Verbindungsleitung כשפופרת הנוד erforderlich.",
+ "ist das in ihm befindliche Wasser untauglich. Weil der Schwamm nicht als Gefäss dient; daher gilt das in ihm befindliche Wasser nicht als unmittelbar in ein Gefäss gegossen und ist deshalb untauglich.",
+ "Wie soll man es machen. Um das in der Tränkrinne befindliche Wasser zu benutzen (יו״ב).",
+ "Man giesst ab. In einem anderen Gefäss, oder sprengt vorsichtig aus dem Wasser, ohne den Schwamm zu berühren.",
+ "untauglich. Weil durch die Berührung Wasser aus dem Schwamm herausgedrückt worden sein kann, das durch Vermischung mit dem übrigen Wasser alles untauglich macht."
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+ " Sebach. 25 b.",
+ "Hat man seine Hand oder seinen Fuss oder Grünzeug-Blätter. Die gegessen werden und deshalb wie alle Esswaren Unreinheit annehmen.",
+ "damit das Wasser. Das Quellwasser, das man zur Herstellung des Entsündigungwassers gebrauchen will.",
+ "über sie in das Fass. In das man dann die Asche hineinschütten will.",
+ "ist es untauglich. Das Wasser muss mit einem Gefäss aus der Quelle gefüllt werden, hier aber ist es erst vermittels einer Sache, die Unreinheit annimmt, über die es hinübergeleitet worden ist, in das Gefäss geflossen, durch das Hinüberfliessen über eine solche Sache hört es auf, direkt aus der Quelle genommenes Wasser zu sein und ist deshalb, noch bevor es in das Gefäss geflossen ist, untauglich geworden (Maim.).",
+ "Schilf- oder Nussbaum-Blätter. Die nicht geniessbar sind und deshalb keine Unreinheit annehmen (vgl. Edujoth VII Note 21).",
+ "ist es tauglich. Da das Wasser nur über Dinge geflossen ist, die keine Unreinheit annehmen, hat es nicht aufgehört, direkt aus der Quelle kommendes Wasser zu sein, ebenso wie, wenn es über Felsgestein fliesst, das Wasser ist direkt aus der Quelle in das Fass geflossen und damit der Vorschrift genügt, dass es in einem Gefäss gefüllt sein muss. So nach der Erklärung von Maim. Nach der Erklärung des ר״ש gilt für das Entsündigungswasser derselbe Grundsatz wie für das Wasser einer מקוה, dass es nicht über einen Gegenstand, der Unreinheit annimmt, geflossen sein darf, so auch Sebachim 25 b."
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+ "Hat man die Quelle abgeleitet in eine Weinkelter oder in Zisternen. Durch einen Graben Wasser aus der Quelle in eine solche Vertiefung fliessen lassen und dann diese Verbindung zwischen beiden wieder aufgehoben, גבים s. Mikwaot I Note 3.",
+ "ist es. Das in ihnen angesammelte Wasser.",
+ "untauglich. Es gilt nicht mehr als Quellwasser, nachdem die Verbindung mit der Quelle unterbrochen ist.",
+ "für Flussleidende. Als Tauchbad zu ihrer Reinigung, der männliche Flussleidende darf nur in Quellwasser baden.",
+ "und Aussätzige. Für das Wasser, in das man bei ihrer Reinigung das Blut des geschlachteten Vogels tropfen liess (s. Negaim XIV, 1) und das ebenfalls unmittelbar aus der Quelle geschöpft sein musste.",
+ "und für das Weihen des Entsündigungswassers. Zu dem ebenfalls nur aus der Quelle geschöpftes Wasser verwendet werden durfte.",
+ "weil es nicht in ein Gefäss gefüllt worden ist. Diese Begründung bezieht sich nur auf die zuletzt genannten, auf die Aussätzigen und das Entsündigungswasser, für diese ist das Wasser deshalb untauglich, weil Kelter und Zisterne nicht als Gefässe gelten, so dass in sie das Blut des für den bisherigen Aussätzigen geschlachteten Vogels nicht hineintropfen darf und in ihnen das Entsündigungswasser nicht geweiht werden kann. Andererseits verliert das Wasser in der Kelter und Zisterne den Charakter des Quellwassers, so dass man aus ihnen auch nicht Wasser für den Aussätzigen oder für die Asche schöpfen kann. Das Moment, dass das Wasser in der Kelter und der Zisterne nicht mehr als Quellwasser gilt, ist auch ausschlaggebend dafür, dass der bisherige Flussleidende nicht in ihm baden soll, da er in Quellwasser baden muss. Diese gemeinsame Untauglichkeit für alle 3 Kategorien veranlasste den Tanna der Mischna, sie nebeneinander anzuführen, obwohl die in der Mischna gegebene Begründung nur für die beiden letzten Kategorien gilt. Vgl. Mikw. I, 8."
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+ "Wenn fünf Personen fünf Fässer für fünf Weihungen gefüllt haben. Jeder hatte die Absicht, das Wasser, das er gefüllt hat, für sich zu weihen.",
+ "sie für eine Weihung zu verwenden. Das Wasser aus den fünf Fässern zusammenzugiessen und dann die Asche hineinzuschütten.",
+ "oder für eine Weihung. Nachdem sie das Wasser aus den fünf Fässern zusammengegossen haben würden.",
+ "sie für fünf Weihungen zu verwenden. Es nicht zusammenzugiessen, sondern in jedem Fass besonders zu weihen.",
+ "so sind sie alle tauglich. Im ersteren Falle gilt das Zusammengiessen nicht als eine Nebenhandlung, die den Wasserinhalt der einzelnen Fässer untauglich macht, weil das Umgiessen des geschöpften Wassers von einem in ein anderes Gefäss nicht als eine Nebenhandlung gilt. Im zweiten Falle gilt ebenso das Zurückgiessen in die einzelnen Fässer nicht als eine Nebenhandlung, obgleich beim Zusammengiessen die Wasserinhalte der einzelnen Fässer sich vermischt haben und danach beim Zurückgiessen doch eigentlich jeder nicht nur sein Wasser zurückgiesst, sondern auch Wasser von den anderen sich darunter befindet, die Beschäftigung damit aber eigentlich als eine Nebenhandlung betrachtet werden müsste, weil angenommen wird, dass jeder doch nur seinen Anteil an dem Wasser wieder aus dem gemeinsamen Fass zurückgiesst יו״ב.",
+ "so ist nur das letzte tauglich. Nachdem er das erste Fass gefüllt hat, um in demselben zu weihen, ist das Füllen der weiteren Fässer vor dem Weihen eine beim Schöpfen ausgeführte Nebenhandlung, die das Wasser in dem ersten Fass untauglich gemacht hat, ebenso bei den weiteren Fässern, deshalb darf er nicht das Wasser aus den fünf Fässern zusammengiessen und dann es weihen, sondern das Wasser in den vier ersten Fässern ist untauglich und nur das in dem letzten kann er weihen.",
+ "für eine Weihung. Er brauchte soviel Wasser, dass er es nicht in einem Fass füllen konnte, sondern fünf Fässer dazu brauchte, die er dann nachher zusammengiessen wollte. Da er das Wasser in allen fünf Fässern zu einem Weihen gebrauchen wollte, ist das Füllen nicht durch eine Nebenhandlung unterbrochen worden.",
+ "sie für fünf Weihungen zu verwenden. Und dann auch tatsächlich jedes Fass besonders geweiht hat.",
+ "das er zuerst geweiht hat. Denn das Wasser in den übrigen Fässern ist durch die unterbrechende Handlung des Weihens in dem ersten Fass untauglich geworden.",
+ "Hat er zu jemanden gesagt. Nachdem er fünf Fässer für eine Weihung gefüllt hat.",
+ "Weihe für dich diese. Und der Aufgeforderte hat in jedem Fass besonders geweiht.",
+ "ist nur das erste tauglich. Da er ihm das Wasser zu seinem Gebrauch überlassen hat, ist es so, als wenn der Zweite es in der gleichen Absicht, wie es durch den Ersten geschehen ist, gefüllt hätte, deshalb ist nur das Fass, in dem er zuerst geweiht, tauglich.",
+ "sind alle tauglich. Das Wasser ist Eigentum desjenigen geblieben, der es gefüllt hat, dieser hat keine Nebenhandlung ausgeführt, der Andere, dem das Wasser gar nicht gehört, kann aber ihm nicht sein Wasser durch eine Nebenhandlung untauglich machen. Nach מ״א macht eine Nebenhandlung nur deshalb untauglich, weil ihre Ausführung die Gedanken ablenkt; hat er das Wasser einem anderen überlassen, sind seine Gedanken nicht mehr darauf gerichtet, die Gedanken des anderen sind durch die Nebenhandlung abgelenkt, deshalb wird das Wasser untauglich, hat er aber nicht dem anderen überlassen, bleiben seine Gedanken noch immer darauf gerichtet, deshalb wird das Wasser nicht untauglich, wenn auch der andere dabei eine Nebenhandlung verrichtet."
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+ "wenn er für sich und für einen anderen. Gleichzeitig.",
+ "sind [die Wasser] beide untauglich. Denn das gleichzeitige Füllen zweier Gefässe für zwei getrennte Weihungen macht das Wasser in beiden Gefässen untauglich.",
+ "sei es für ihn selbst sei es für einen anderen. Ob er das Wasser für sich selbst oder für einen anderen gefüllt hat."
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+ "Wenn jemand mit einer Hand weiht und mit der anderen eine Handlung ausführt. Wenn man während der Ausführung der Handlungen mit der Asche eine Nebenhandlung ausführt, wird die Asche nicht untauglich, wohl aber wird das Wasser dadurch untauglich, dass man, während man damit beschäftigt ist, die Asche in dasselbe hineinzuschütten, bevor man sie hineingeschüttet hat, eine Nebenhandlung ausführt (s. oben IV, 4).",
+ "ist [das Wasser] untauglich. ר״ש und Bart.: weil er vielleicht die Nebenhandlung schon ausgeübt hat, bevor er die Asche in das Wasser hineingeschüttet hat, nach Maim.: weil er mit der Nebenhandlung jedenfalls schon beschäftigt war, bevor die Asche in das Wasser hineingefallen ist.",
+ "ist [das Wasser] tauglich. Das Wasser, das ihm garnicht gehört, kann er nicht durch eine Nebenhandlung untauglich machen (s. oben Note 13). Nur beim Füllen des Wassers (s. die vorangehende Mischna) oder wenn jemand zum Wächter über das Wasser vom Eigentümer bestellt worden ist, macht er auch das ihm nicht gehörende Wasser durch eine Nebenhandlung untauglich, weil er hierfür ein Entgelt nehmen darf (s. Bechor. 29 a) und deshalb für den Augenblick das Wasser, als wäre es sein eigenes, betrachtet wird. Für das Weihen dagegen darf er kein Entgelt nehmen (s. Bechor. IV, 6), er steht deshalb in keinerlei Beziehung zu dem Wasser und kann es deshalb auch nicht durch eine Nebenhandlung untauglich machen (יו״ב).",
+ "Wenn jemand für sich und einen anderen. Zu gleicher Zeit.",
+ "ist seines untauglich. Sein Wasser ist untauglich geworden durch die beim Weihen ausgeführte Nebenhandlung des Weihens des Wassers des Anderen, die ihn bereits während des Weihens des eigenen Wassers beschäftigt hat (s. oben Note 18).",
+ "und des anderen tauglich. Weil das Wasser, das ihm nicht gehört, nicht durch die von ihm ausgeführte Nebenhandlung des Weihens des eigenen Wassers untauglich wird.",
+ "Wenn jemand für zwei. Fremde."
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+ [
+ "Weihe du für mich und ich werde für dich weihen. Nachdem jeder für sich sein Wasser gefüllt hatte, hat der eine zum Anderen gesagt: Weihe du mein Wasser und ich werde das deine weihen.",
+ "ist das erste tauglich. Das Wasser, das zuerst geweiht worden ist, ist tauglich, das andere aber ist untauglich; sein Eigentümer hat doch vorher das erste geweiht und diese Handlung gilt seinem Wasser gegenüber als störende Nebenhandlung.",
+ "ist das letzte tauglich. Das zuerst gefüllte Wasser dagegen ist dadurch untauglich geworden, dass dessen Eigentümer, bevor es geweiht worden ist, das Wasser für den Anderen gefüllt hat, also eine Nebenhandlung vornahm, bevor sein Wasser geweiht war.",
+ "Weibe du für mich und ich werde. Dann.",
+ "sind beide tauglich. Der eine hat die Handlung des Schöpfens erst ausgeführt, nachdem sein Wasser bereits geweiht war und es deshalb nicht mehr durch eine Handlung untauglich werden konnte, das Wasser des anderen ist erst geschöpft worden, nachdem der Eigentümer die Handlung des Hineinschüttens in das andere Wasser bereits ausgeführt hatte.",
+ "fülle du für mich und ich werde. Dann.",
+ "sind beide untauglich. Das Wasser, das der eine gefüllt hat, ist dadurch untauglich geworden, dass der, für den es gefüllt worden ist, bevor es geweiht worden ist, das andere Wasser geweiht hat, und das Wasser, das geweiht worden ist, ist dadurch untauglich geworden, dass bevor in dasselbe hineingeschüttet worden ist, sein Eigentümer Wasser für den anderen gefüllt hat. Ganz anders erklärt Maim. die Mischna. Wie bereits Note 19 erwähnt, darf für das Hineinschütten kein Entgelt genommen werden, deshalb ist in dem Falle קדש לי ואקדש לך nur das erste tauglich, weil der, der zuletzt geweiht hat, dafür durch das Weihen seines Wassers durch den anderen entlohnt worden ist und dadurch das Wasser untauglich gemacht hat. In dem Falle, מלא לי ואמלא לך ist das zuletzt gefüllte Wasser tauglich, weil das Füllen des Wassers gegen Entgelt es nicht untauglich macht, dagegen ist das zuerst gefüllte untauglich, weil der Betreffende beim Füllen zugleich den Gedanken hatte, dass der andere dafür das Wasser für ihn füllen werde, es ist deshalb so, als wenn er für sich und einen anderen zugleich gefüllt hätte, und das Wasser deshalb untauglich. In dem Falle קדש לי ואמלא לך ist das erste tauglich, weil das gleichzeitige Ausführen einer anderen Handlung beim Weihen nicht untauglich macht, und das letzte, weil das Füllen des Wassers gegen Entgelt nicht untauglich macht. In dem Falle מלא לי ואקדש לך ist das erste untauglich, weil er beim Füllen zugleich den Gedanken an das Weihen seines Wassers gehabt hat, und das letzte, weil das Weihen gegen Entgelt erfolgt ist."
+ ],
+ [
+ "füllt für den eigenen Gebrauch zuerst und knüpft es an die Tragstange. אסל gr. ἄσιλλα, eine Tragstange, die quer über die Schulter gelegt wird, eine Last hängt vorne herunter, eine andere hinten.",
+ "und dann füllt er für das Entsündigungswasser. Untauglich wäre das Entsündigungswasser auch dann nicht, wenn man sein eigenes, früher eingefülltes Wasser an die Tragstange gehängt hätte, weil dieses Anhängen dem Gleichgewicht an der Stange dient, also auch den Transport des Entsündigungswassers erleichtert. Aber man soll lieber die Behandlung des Entsündigungswassers nicht einmal durch solche Tätigkeit unterbrechen. (א״ר)",
+ "ist es untauglich. Durch das Füllen des für den eigenen Gebrauch bestimmten Wassers ist das vorher gefüllte Wasser für seinen Zweck untauglich geworden, da beim Füllen jede fremde Handlung untauglich macht.",
+ "Das für den eigenen Gebrauch hängt er nach hinten. Das gleichzeitige Tragen des zum eigenen Gebrauch bestimmten Wassers macht das Entsündigungswasser nicht untauglich, weil man ohne dieses Gegengewicht das Wasser nicht an der Tragstange tragen kann, das Tragen des eigenen Wassers demnach nicht eine zum Tragen des Entsündigungswassers nicht gehörende Nebenhandlung ist (רא״ש).",
+ "und das für das Entsündigungswasser nach vorne. Um es besser im Auge behalten zu können.",
+ "ist es untauglich. Weil er nur auf das vorne hängende Wasser achten wird und dadurch seine Gedanken ganz von dem Entsündigungswasser abgelenkt werden.",
+ "weil es [anders] nicht möglich ist. Und deshalb seine Aufmerksamkeit durch das vorne hängende Entsündigungswasser auch von selbst auf das hinten hängende gelenkt wird. N. ebenso wie Bart. lesen: מפני שאפשר weil es möglich ist, danach ist zu ergänzen: durch das Aufmerken auf das vorne hängende die Gedanken auch auf das hinten hängende gerichtet zu halten."
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+ [
+ "Wenn jemand den [geborgten] Strick. Den er beim Füllen des Wassers gebraucht hat.",
+ "in der Hand auf seinen Weg. Den er zu nehmen hat, um das Wasser abzutragen.",
+ "mitnimmt. Um ihn dem Eigentümer zurückzubringen.",
+ "bleibt es. Das Wasser.",
+ "tauglich. In dem Mitnehmen des Strickes liegt keine besondere Handlung, da er den Weg ja ohnehin des Wassers wegen zu machen hat.",
+ "ist es untauglich. Der Umweg, den er des Strickes wegen vor dem Weihen macht, ist eine Nebenhandlung, die das Wasser untauglich macht.",
+ "Dessentwillen. Um vor den dort versammelten Gelehrten die Frage entscheiden zu lassen, wie in einem solchen Falle zu verfahren sei.",
+ "ist einer an drei Festen. S. Chullin 48 a und 77 a Raschi v. שהייה תלתא ריגלי. S. Jeb. 122 a; vgl. aber Halevy Dor. Har. I e S. 45 f.; aus unserer Stelle ist wohl zu entnehmen, dass auch nach der Zerstörung des zweiten Tempels die Reinheitsgesetze eingehalten wurden; vgl. hierzu Nid. 6 b s. a. משנה למלך חל׳ אבל פ״ג ה״א.",
+ "und am dritten Feste. Erst da ist die Frage zur Entscheidung gekommen.",
+ "haben sie es ihm als eine nur für das eine Mal geltende Entscheidung. הוראת שעה = eine aus den Zeitumständen sich ergebende und nur für sie gültige Entscheidung.",
+ "für tauglich erklärt. Weil besondere Umstände Vorlagen, für dieses Mal die Untauglichkeit nicht auszusprechen."
+ ],
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+ "Wenn man den Strick nach und nach auf die Hand windet. המכנן nach Levy, Wörterbuch von כנן arab. كنّ = umringen, Piel = umwinden; wenn man den Strick, durch den man das Schöpfgefäss hinaufzieht, beim Hinaufziehen nach und nach um die Hand windet. על יד על יד soll wohl das allmähliche Umwinden um die Hand bezeichnen, wie man es beim Hinaufziehen zu machen pflegt, die Talmudausgaben haben nur einmal על יד.",
+ "ist es tauglich. Weil das Umwinden mit zum Schöpfen gehört.",
+ "wenn man ihn erst zuletzt. Nachdem man das Gefäss bereits vollständig heraufgezogen hat.",
+ "ist es untauglich. Weil das Umwickeln des Stricks um die Hand da nicht um des Schöpfens sondern um des Strickes willen geschieht, und deshalb eine Nebenhandlung ist.",
+ "Dieses. Nicht den in der vorhergehenden Mischna erwähnten Fall, da würde man vielleicht auch nicht einmal ausnahmsweise das Wasser für tauglich erklärt haben, weil das Abtragen des Strickes eine Handlung ist, die in gar keinem Zusammenhänge mehr mit dem Schöpfen steht, das Aufwickeln des Strickes dagegen ist doch nur das Nachholen einer Handlung, die man als mit zum Schöpfen gehörend vorher hätte machen dürfen (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Wenn man das Fass. Mit dem man das Wasser aus dem Brunnen schöpft, um es in die Tränkrinne zu giessen.",
+ "wegstellt. Nachdem man ein oder mehrere Male damit geschöpft hat.",
+ "damit es nicht zerbrochen wird. In der Zwischenzeit, bevor man mit dem Schöpfen fortfährt.",
+ "um damit zu weihen. Wenn es in der Absicht geschehen ist, nachher weiter für dasselbe Entsündigungswasser zu schöpfen.",
+ "ist es tauglich. Weil es dann als eine zum Schöpfen gehörende Handlung zu betrachten ist.",
+ "ist es untauglich. Das Hinwegtragen des bereits geweihten Wassers gehört nicht mehr zu der Handlung des Schöpfens oder Weihens, es ist deshalb eine Nebenhandlung, die das Wasser untauglich macht.",
+ "Wenn man aus der Tränkrinne Scherben wegräumt. Während des Schöpfens.",
+ "damit sie mehr Wasser fasse. Damit man desto mehr Wasser hineingiessen kann.",
+ "wenn man das Wasser heraushebt. זולף s. oben VI Note 18, hier das Herausheben des Wassers beim Sprengen oder das Abgiessen von Wasser aus der Tränkrinne, nachdem es geweiht ist.",
+ "ist es untauglich. Weil es dann zu einem Zwecke geschehen ist, der nicht mehr mit dem Schöpfen zusammenhangt."
+ ],
+ [
+ "während er das Wasser auf der Schulter trägt. An der oben erwähnten Tragstange, bevor das Wasser geweiht worden ist.",
+ "eine Gesetzesentscheidung trifft oder anderen den Weg zeigt. Obgleich die Unterbrechung nur in Worten besteht.",
+ "ist es untauglich. Alle diese Dinge werden als eine Nebenhandlung betrachtet, durch die das Wasser untauglich wird.",
+ "um sie zu geniessen. Auch wenn er sie genossen hat.",
+ "ist es tauglich. Weil das Essen zur Stärkung bei der Arbeit dient und deshalb als eine dazu gehörende Handlung betrachtet wird.",
+ "die ihm im Wege sind. Beim Forttragen des Wassers.",
+ "ist es tauglich. Auch das Forttragen des Wassers gehört noch zu der Handlung des Füllens.",
+ "durch die eine Handlung. Eine wirkliche Handlung, die der Betreffende ausführt, nicht eine bloße Anweisung durch Worte.",
+ "ist es untauglich. Wenn es eine Nebenhandlung ist, die nicht für das Füllen bezw. für das Forttragen nötig ist.",
+ "durch die keine Handlung ausgeführt wird. Wie z. B. das Treffen einer Gesetzesentscheidung.",
+ "wenn er stehen blieb. Weil dadurch seine Gedanken von dem Wasser abgelenkt worden sind.",
+ "ist es tauglich. Nach Maim. bedeutet כל דבר שהוא משום מלאכה alles, was eine Nebenhandlung ist, weil es nicht des Wassers wegen geschieht, und דבר שאינו משום מלאכה was keine Nebenhandlung ist, weil es des Wassers wegen geschieht. R. Jehuda legt nach ihm nur die Worte des ersten Tanna dahin aus, dass auch das Gemessen von Speisen oder das Töten einer auf dem Wege liegenden Schlange nur dann nicht untauglich macht, wenn man sich dabei nicht aufgehalten hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand sein Wasser. Ebenso die Asche.",
+ "einem Unreinen. Wenn er auch nur nicht so rein ist, wie es für das Entsündigungswasser erforderlich ist.",
+ "übergibt. Um es vor Verunreinigung oder sonstigem Untauglich werden zu behüten.",
+ "ist es untauglich. Da er selbst unrein ist und sich deshalb vor Berührung von Unreinem nicht inachtzunehmen braucht, ist er kein geeigneter Wächter für das Wasser oder die Asche, die vor Verunreinigung besonders behütet werden müssen (למשמרת Lev. 19, 3).",
+ "ist es tauglich. Auch wenn der Eigentümer dann vor dem Weihen eine Handlung ausgeführt hat, da der, dem er das Wasser übergeben hat, nun an seine Stelle getreten ist und nur durch eine von ihm ausgeführte Handlung das Wasser untauglich wird.",
+ "wenn der Eigentümer keine Handlung ausgeführt hat. R. Elieser meint: wer das Wasser einem Unreinen übergibt, weise, dass dieser nicht zuverlässig ist, und behält deshalb das Wasser weiter unter seiner eigenen Obhut, das Wasser wird deshalb durch die bloße Übergabe nicht untauglich und durch eine Nebenhandlung nur, wenn sie von dem Eigentümer selbst ausgeführt wird."
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+ [
+ "Wenn zwei für Entsündigungswasser füllen und einer hilft dem anderen es aufheben. Es auf der Schulter zu tragen.",
+ "oder einer zieht dem anderen einen Dorn heraus. Der ihn beim Füllen stört.",
+ "ist es für eine Weihung. Wenn das Wasser, das beide gefüllt haben, vor dem Weihen zusammengegossen werden soll.",
+ "ist es tauglich. Es sind keine Nebenhandlungen, sondern sie gehören mit zu der Handlung des Füllens.",
+ "ist es untauglich. Da diese Handlungen nicht zu der Handlung des Füllens seines Wassers gehört, und er demnach eine Nebenhandlung ausgeführt hat.",
+ "wenn sie es unter einander abgemacht haben. Es hat der eine zum anderen gesagt: nur, wenn du mir beim Heben meines Wassers helfen wirst, werde ich dir beim Heben deines Wassers helfen, iu diesem Falle gehört das Helfen beim Heben des Wassers des anderen mit zu dem Füllen seines Wassers, da es ihm erst dadurch möglich ist, sein eigenes Wasser zu heben (א״ר und יו״ב). Anders רא׳׳ש ,ר״ש und Bart."
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+ [
+ "Wenn jemand etwas niederreisst. Was ihm beim Abtragen des Wassers im Wege ist.",
+ "es wieder aufzurichten. Auch wenn er das Niedergerissene wieder aufbauen muss, es also kein bloßes Zerstören, sondern zugleich eine vorbereitende Handlung für das Wiederaufbauen ist.",
+ "hat er es wieder aufgerichtet. Vor dem Weihen.",
+ "ist es untauglich. Weil das Wiederaufbauen nicht mehr eine für das Wasser notwendige Handlung ist, selbst wenn ihm das Niederreissen nur unter der Bedingung gestattet worden ist, dass er es sofort wieder herrichtet denn er hätte doch immerhin das Hineinschütten vorher vornehmen können (מ״א). Die Tosefta bringt eine Ansicht des R. Jose, dass im letzteren Falle das Wasser tauglich bleibt, selbst wenn er das Eingerissene sofort wieder aufrichtet.",
+ "mit der Absicht. Er hat beim Essen die Absicht, was er übrig lässt, zum Trocknen beiseite zu legen. Nach ר״ש und יו״ב: er hat die Früchte nur unter der Bedingung zum Essen erhalten, dass er die übrig bleibenden zum Trocknen bei Seite legt.",
+ "davon zum Trocknen bei Seite zu legen. קצה = absondern, bei Seite legen, davon מוקצה = die zum vollen Austrocknen an einem besonderen Orte aufgehäuften Feigen.",
+ "ist es tauglich. Das Essen gilt nicht als Nebenhandlung, s. Note 68. Der bloße Gedanke oder die ihm gestellte Bedingung, dass er dafür die Früchte, die er nicht isst, zum Trocknen bei Seite zu legen hat, machen das Wasser nicht untauglich.",
+ "hat er davon bei Seite gelegt. Vor dem Weihen. Nach R. Jose: ohne dass ihm dies vorher als Bedingung gestellt worden war (s. Note 90).",
+ "Hat er gegessen. Ohne den Gedanken an eine nach dem Essen auszuführende Nebenhandlung.",
+ "was er noch in der Hand hat. Vor dem Weihen.",
+ "unter einem Feigenbaum geworfen oder in die trockenden Feigen. S. Note 92.",
+ "damit es nicht verloren geht. Wenn er auch gar nicht die Absicht hatte, dass sie dort trocknen sollen.",
+ "ist es untauglich. Denn auch das bloße Verwahren von Esswaren vor dem Verlorengehen gilt als eine Handlung. Hat er dagegen Reste, die gar nicht mehr zum Gemessen geeignet sind, auf den Kehrichthaufen geworfen, gilt das nicht als Nebenhandlung."
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+ "Wenn zwei die Tränkrinne. In der sich das Wasser befindet, in der die Asche hineingeschüttet werden soll.",
+ "überwachen und einer von ihnen ist unrein geworden. S. oben VII, 10.",
+ "weil es unter der Obhut des ersten ist. Es ist nicht nötig, dass das Wasser ununterbrochen von demselben Wächter bewacht wird.",
+ "Hat er aufgehört. עמד = stehen bleiben, er ist in seiner Arbeit stehen geblieben, hat sie nicht weiter fortgesetzt.",
+ "weil es unter der Obhut des ersten ist. Nicht nur die Unreinheit eines der Wächter, sondern auch eine von ihm ausgeführte Nebenhandlung, während der andere das Wasser bewachte, macht das Wasser nicht untauglich."
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+ "Wer das Entsündigungswasser weiht. Schon beim Hineinschütten muss man diese Vorsicht üben, um so mehr beim nachherigen Forttragen und Sprengen (יו״ב).",
+ "wenn Flüssigkeit. Irgendwelche Flüssigkeit. Jede Flüssigkeit, die nicht besonders für den Gebrauch bei der Herstellung des Entsündigungswassers vor Unreinheit bewahrt worden ist, gilt in Hinsicht auf das Entsündigungswasser als unrein.",
+ "auf sie fällt. Weil, wie die Mischna weiter als Begründung anführt, jede solche Flüssigkeit, wenn sie auf die Kleidungsstücke fällt, diese unrein macht; diese Erschwerung hat man jedoch nicht auf den Fall ausgedehnt, wenn die Flüssigkeit auf den Körper des Menschen fällt, da bleibt der Mensch rein, ausser wenn er sie mit der Hand berührt, da wird die Hand unrein und infolge dessen der ganze Körper (s. weiter XII, 7).",
+ "und verunreinigt ihn. Die Sandale verunreinigt den Menschen, obgleich sonst der Mensch nur durch eine אב הטומאה unrein werden kann, weil es zu den Erschwerungen bei den Unreinheiten des Entsündigungswassers zählt, dass dabei kein Unterschied zwischen schwereren und leichteren Unreinheitsgraden gemacht wird (אין מונין ראשון ושני בחטאת). Ebenso wie durch die Sandale würde der Mensch auch durch jedes andere Kleidungsstück, auf das eine Flüssigkeit fällt, unrein werden, ohne Kleidungsstücke jedoch kann er nicht sein, und muss er deshalb darauf achten, dass keine Flüssigkeit auf sie fällt, Sandalen dagegen soll er aus Vorsicht gar nicht erst anlegen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Die Flüssigkeit.",
+ "hätte mich nicht verunreinigt. Wenn sie auf meinen Körper gefallen wäre.",
+ "und du. Die Sandale, die erst durch die Flüssigkeit unrein geworden ist.",
+ "hast mich unrein gemacht. Die gegebene Erklärung ist die von Maim., ר״ש und Bart., die unter משקין der Mischna irgendwelche von aussen kommende Flüssigkeit verstehen. Doch gibt ר״ש als zweite Erklärung die Auffassung von הלכות) ראב״ד פ״א XIII, 8), dass unter משקין das mit Asche gemischte Entsündigungswasser gemeint ist, von dem leicht etwas auf die Sandale herausspritzen kann, dieses herausgespritzte Wasser ist untauglich geworden, weil er seine Aufmerksamkeit nicht mehr darauf gerichtet hält, und verunreinigt deshalb die Sandale.",
+ "ist diese unrein und verunreinigt ihn. Nach יו״ב, der der Erklärung von ראב״ד folgt, gibt dieser Teil der Mischna nicht nur die Begründung für den vorangehenden Teil, sondern behandelt er einen besonderen Fall. Der erste Teil der Mischna spricht davon, wenn von dem Entsündigungswasser auf die Sandale gefallen ist, der zweite Teil, wenn eine andere nicht für das Entsündigungswasser besonders rein gehaltene Flüssigkeit auf die Kleidung oder den Körper des Menschen gefallen ist. Ist sie auf irgend einen Körperteil mit Ausnahme der Hände gefallen, bleibt der Mensch rein (s. weiter X, 2), ist sie dagegen auf seine Kleidung gefallen, ist die Kleidung unrein nach dem Grundsatz, dass selbst für Heiliges rein gehaltene Kleider für den Gebrauch beim Entsündigungswasser als midras-unrein gelten (s. Chagiga II, 7)."
+ ],
+ [
+ "Wer die Kuh. Die rote Kuh.",
+ "oder die Stiere. Die פרים הנשרפים, deren Fleisch nicht auf den Altar kam und nicht von den Priestern verzehrt wurde, sondern von denen nur die Opferteile auf den Altar kamen, während alles Übrige ausserhalb Jerusalems auf einem dazu bestimmten Platz verbrannt wurde; ebenso die שעירים הנשרפים (s. Sebachim IV Noten 31 u. 32).",
+ "verbrennt und der den [Sünden =] Bock. Am Versöhnungstage.",
+ "fortführt. In die Wüste.",
+ "verunreinigt die Kleider. Die Kleider, welche sie bei Ausführung der Handlungen am Leibe haben, ebenso Kleider und sonstige Geräte, die sie, während sie damit beschäftigt sind, berühren, mit Ausnahme von irdenen Gefässen und Menschen, die durch ihre Berührung nicht unrein werden.",
+ "die Kuh und die Stiere und der fortzuführende Bock selbst verunreinigen nicht die Kleider. Durch bloße Berührung.",
+ "da trifft wieder zu. Die Kleider könnten zu dem Menschen sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Die Kuh, der Stier oder der Bock, weil du dich mit ihnen beschäftigt hast."
+ ],
+ [
+ "Wer Aas von einem reinem Vogel geniesst. Aas von einem reinen Vogel verunreinigt nicht durch bloße Berührung, auch den Menschen nicht, wenn er es berührt, geniesst er aber davon ein olivengrosses Stück, wird er selbst und werden die Kleider, die er im Augenblick des Herunterschluckens trägt, und die Kleider und sonstigen Geräte, die er in dem Augenblick berührt, unrein (s. Tohar. 1, 1).",
+ "da trifft wieder zu. Die Kleider könnten zu dem Menschen sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Das olivengrosse Stück Aas, das du verschluckt hast",
+ "hätte mich nicht verunreinigt. Wenn es mich berührt hätte."
+ ],
+ [
+ "Alle [durch eine Unreinheit] erzeugten Unreinheiten. ולד הטומאה heisst jede erst durch Berührung mit einer Unreinheit erzeugte Unreinheit.",
+ "verunreinigen nicht Geräte. Geräte können nur durch einen Unreinheitserzeuger (אב הטומאה) verunreinigt werden (s. VK 16).",
+ "wohl aber Flüssigkeiten. Sie verunreinigen Geräte, auch wenn sie selbst erst durch Berührung unrein geworden sind. Es ist dieses eine von den Sabb. 13 b aufgezählten rabbinischen Erschwerungen die durch Mehrheitsbeschluss festgesetzt worden sind, s. dort die dazu gegebene Begründung. Nach יו״ב ist משקה als Objekt aufzufassen: eine erzeugte Unreinheit kann Geräte nicht verunreinigen, wohl aber werden Flüssigkeiten selbst durch eine erzeugte Unreinheit zweiten Grades unrein (s, weiter Mischna 7)",
+ "verunreinigt sie jene. Nach der zuerst angeführten Auffassung ist das nur die weitere Ausführung zu dem אלא משקה: nur Flüssigkeiten, wenn sie auch nur durch Berührung einer Unreinheit unrein geworden sind, machen auch Geräte unrein. Nach der Auffassung des יו״ב ist das die Fortsetzung zu dem Vorhergehenden: ist eine Flüssigkeit durch Berührung mit einer erzeugten Unreinheit auch nur unrein zweiten Grades geworden, verunreinigt sie durch ihre Berührung Geräte.",
+ "da trifft wieder zu. Die Geräte, die durch die Berührung mit der Flüssigkeit unrein geworden sind, könnten zu dieser sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Die erzeugte Unreinheit.",
+ "hätte mich nicht verunreinigt. Da Geräte durch eine solche nicht verunreinigt werden können."
+ ],
+ [
+ "Ein irdenes Gerät verunreinigt kein anderes. Ein irdenes Gefäss kann niemals ein אב הטומאה werden (s. Erubin 104 b Raschi v. לא), deshalb kann es nach der vorhergehenden Mischna nie ein anderes Gefäss verunreinigen. Unter חבירו ist jedes andere Gerät zu verstehen, nicht nur ein anderes irdenes Gefäss.",
+ "wohl aber Flüssigkeit. Weil Flüssigkeiten auch durch eine erzeugte Unreinheit verunreinigt werden (s. Mischna 7).",
+ "ist die Flüssigkeit unrein geworden. Durch das unreine irdene Gefäss.",
+ "verunreinigt sie jenes. Jedes andere Gerät.",
+ "da trifft wieder zu. Das andere Gefäss könnte zu der Flüssigkeit sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Das unreine irdene Gefäss."
+ ],
+ [
+ "was die Hebe untauglich macht. Das sind alle Unreinheiten zweiten Grades sowie alle Sabim V, 12 angeführten Unreinheiten, die in dieser Beziehung den Unreinheiten zweiten Grades gleichgestellt sind. Sie machen durch Berührung Hebe unrein, diese Unreinheit kann aber nicht weiter unrein machen (s. VK 3).",
+ "verunreinigt Flüssigkeiten. Es ist dieses eine rabbinische Erschwerung, die für Flüssigkeiten deshalb getroffen worden ist, weil es auch Flüssigkeiten gibt, die Unreinheitserzeuger sind, wie die von einem זב ausgeschiedenen, und Flüssigkeiten immer ohne jede Vorbedingung unrein werden können und nicht erst wie Speisen dafür aufnahmefähig (הכשר) gemacht sein müssen.",
+ "die wieder eines verunreinigt und eines untauglich macht. Die Flüssigkeit wird unrein ersten Grades; wenn sie eine Hebe berührt, wird diese unrein zweiten Grades und macht durch weitere Berührung Hebe untauglich. In ed. N. fehlt das ולפסול אחד.",
+ "mit Ausnahme des am selben Tage Untergetauchten. Der vorschriftsmässig zu seiner Reinigung das Tauchbad genommen hat und doch noch nicht vollständig rein ist, da er erst mit Sonnenuntergang vollständig rein wird. Obwohl dieser nach Toravorschrift inbezug auf Hebe noch unrein ist und diese verunreinigt, hat man auf ihn doch nicht diese Erschwerung ausgedehnt, dass er durch Berührung von Flüssigkeiten diese zu Unreinheiten ersten Grades macht, weil er doch immerhin inbezug auf Profanes schon als vollständig rein gilt.",
+ "da trifft wieder zu. Die durch die Flüssigkeit verunreinigte Speise könnte zu der Flüssigkeit sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Die Unreinheit zweiten Grades, die nur die Hebe untauglich macht.",
+ "hätte mich nicht verunreinigt. Da es beim Profanen überhaupt keine Unreinheit dritten Grades gibt, und selbst wenn es Hebe ist, diese durch die Berührung der Unreinheit zweiten Grades doch nur untauglich geworden wäre, aber nicht unrein.",
+ "und du hast mich unrein gemacht. Durch die Berührung mit der Flüssigkeit ist das Berührte unrein zweiten Grades geworden und damit das Profane untauglich, die Hebe unrein"
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+ [
+ " Mikw. V,4.",
+ "Alle Meere. In dem Ausdruck ימים sind auch kleine Seen mit inbegriffen.",
+ "sind wie Wasser-Ansammlungen. Sie gelten nicht als Quellwasser (מים חיים), das für den Flussleidenden, für Aussätzige und für das Entsündigungswasser vorgeschrieben ist und in dem man auch, während es fliesst, untertauchen darf, sondern als Wasseransammlungen, wie sie für alle sonstigen Unreinen genügen, die aber während des Untertauchens nicht fliessen dürfen und selbst für die Reinigung der kleinsten Gegenstände mindestens 40 Sea Wasser enthalten müssen.",
+ "denn es heisst. Genes. 1, 10.",
+ "Das grosse Meer ist wie eine Wasser-Ansammlung. Nur der Ozean, der das Festland umgibt, ist in der Schrift mit מקוה המים gemeint, nicht aber die kleinen Binnenmeere und Binnenseen, sie gelten wie Quellwasser.",
+ "weil in ihm viele Meeresarten enthalten sind. Die Schrift bezeichnet nur deshalb das grosse Meer, den Ozean, mit der Mehrzahl ימים, weil so viele Wasser sich in ihn ergiessen,",
+ "Alle Meere reinigen in fliessendem Zustand. R. Jose ist der Ansicht, dass unter dem מקוה המים der Schrift alle Meere und Seen zu verstehen sind, aber sie nennt sie nicht in der Hinsicht מקוה המים, dass sie in fliessendem Zustande nicht reinigen, sondern nur in der Hinsicht, dass sie nicht als מים חיים gelten, weil מים חיים nur solche Wasser heissen, die immer wieder frisch aus dem Erdboden hervorquellen.",
+ "sind aber untauglich für die am Fluss Leidenden. Der am Fluss leidende Mann muss zu seiner Reinigung in Quellwasser untertauchen.",
+ "für die Aussätzigen. Das Wasser, in das man bei der Reinigung des Aussätzigen das Blut des geschlachteten Vogels hineintropfen lässt, muss Quellwasser sein.",
+ "und zum Weihen des Entsündigungswassers. Dazu darf auch nur Quellwasser genommen werden."
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+ [
+ "Angeschlagenes. מוכים Hofal von נכה (wie מוכה שחין), mit etwas behaftet, was ihm in seinem reinen ursprünglichen Zustande nicht zu eigen ist. Maim. ed. Derenbourg erklärt מוכים mit مضرورة = beschädigt.",
+ "gesalzenes oder warmes. Am Feuer gewärmtes. Da es sich durch das Salz bzw. das Feuer verändert hat, heisst es nicht mehr מים חיים, s. Mischua 11.",
+ "Versiegendes Wasser ist untauglich. מים חיים heisst nur beständig quellendes Wasser.",
+ "versiegt es nur in Kriegszeiten. פולמסיות Pl. von פולמוס gr. πόλεμος. In Kriegszeiten werden Quellen oft durch Missbrauch oder Gewalt verstopft.",
+ "oder in Jahren der Dürre. In denen infolge der Trockenheit das Zuflusswasser in der Erde versiegt."
+ ],
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+ "Das Wasser des Karmion. קדמיון (s. Bab. Batr. 74 b). Nach Aruch der Amana-Fluss (2 K. 5, 12), so auch Schwarz, Das heilige Land. Neubauer, Geographie des Talmuds, liest קדמיון und versteht darunter den Fluss Kison, der (Richter 5, 21) נחל קדומים genannt wird.",
+ "und das Wasser des Piga. פוגה. Bab. Batr. 74 b und Sanh. 5 b: פיגה. Nach Neubauer a. a. O. Pagida Belus, nach Schwarz der biblische Fluss Parpar, ein Nebenfluss des Amana.",
+ "das Wasser des Jordan und das Wasser des Jarmuch. Der grosse östliche Nebenfluss des Jordan.",
+ "weil es gemischtes Wasser ist. Es fliesst aus vielen Rinnsalen untaugliches Wasser in sie hinein.",
+ "Jehuda erklärt es für untauglich. An der Stelle, wo die beiden Wasser sich vermischen: von da an aber, wo sie als eine Quelle weiterfliessen, ist das Wasser tauglich (s. ר״ש)."
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+ "Der Ahabs-Brunnen. Sonst nirgends erwähnt.",
+ "und die Paneas-Höhle. Eine Grotte am Fusse des Hermon, aus welcher der Banias, einer der Quellflüsse des Jordan, fliesst (s. Bechor. 55 a). Das Wasser aus dieser Quelle ist tauglich, weil sich noch kein anderes untaugliches Wasser mit ihm vermischt hat.",
+ "das sich verändert hat. In seinem Aussehen oder seiner Beschaffenheit.",
+ "ist tauglich. Ist aber die Veränderung durch irgend etwas anderes Hinzugekommenes entstanden, ist es untauglich.",
+ "Ein Wassergraben. Der sein Wasser aus einer Quelle erhält.",
+ "dass nicht jemand die Verbindung unterbricht. S. oben VI, 5.",
+ "dass [sein Wasser] erlaubt ist. Man darf das Wasser benutzen, auch wenn nicht darauf geachtet worden ist, ob nicht die Verbindung mit der Quelle unterbrochen worden ist. Unter חזקה versteht man die Annahme, dass etwas in seinem einmal festgestellten Zustande verbleibt, so lange kein wesentlicher Grund vorliegt, eine Änderung anzunehmen.",
+ "Sind in einen Brunnen Scherben oder Erde hineingefallen. Die das Wasser getrübt haben.",
+ "bis er wieder klar wird. Dass das Wasser wieder reines, ungetrübtes Quellwasser ist."
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+ " Sebachim 80 a.",
+ "Ist in den Krug. Unter צלוחית = Krug, Flasche oder Schale wird in der Mischna das Gefäss verstanden, in das man das mit Asche bereits gemischte Wasser hineingetan hat, um daraus die Sprengungen vorzunehmen, wie unter שוקת das Gefäss, in das erst die Asche hineingeschüttet werden sollte.",
+ "ganz wenig Wasser. Auch wenn es für Entsündigungswasser geeignetes Wasser ist (s. oben V, 20), יו״ב fasst deshalb das כל שהן in der Bedeutung von: was für Wasser es auch sei, selbst wenn es für den Zweck geeignetes ist. Voraussetzung ist natürlich, dass das hineingefallene Wasser טהור לחטאת war, da es sonst das Wasser schon durch seine Berührung untauglich macht.",
+ "sprenge man zwei Sprengungen. Man muss auf den zu Reinigenden zweimal sprengen. Obwohl nach dem Grundsatz יש בילה, wenn Flüssigkeit in eine andere Flüssigkeit hineinfällt, angenommen wird, dass sie sich mit dieser so vermischt, dass jedes Teilchen der Mischung etwas von beiden Flüssigkeiten enthält, und demnach auch in der ersten Sprengung jedenfalls etwas von dem ursprünglichen Entsündigungswasser enthalten war, dieses etwas aber schon zur Reinigung genügt, weil auch schon das geringste Quantum Wasser, das durch die Sprengung auf den zu Reinigenden fällt, diesen reinigt, ist nach R. Elieser noch eine zweite Sprengung als eine Art Strafe für den Sprengenden vorgeschrieben (s. Sebach. 80 a), damit er nicht von dem hineingefallenen Wasser einen Vorteil hat, durch die zwei Sprengungen holt er aus dem Wasser ausser dem Quantum, das er auch sonst zu einer Sprengung gebraucht haben würde, auch das Quantum wieder heraus, das hineingefallen ist. Maim. erklärt יזה שתי חזיות: er sprenge zwei Sprengungen auf die Erde, bevor er auf den zu Reinigenden sprengt. Die zwei Sprengungen auf den zu Reinigenden würde noch keine Strafe für den Sprengenden darstellen, da er dazu von dem ursprünglichen Wasser doch nur ebensoviel verwenden würde, wie er auch ohnedies hätte verwenden müssen. Vielmehr soll er zunächst durch eine Sprengung auf die Erde das hineingefallene Wasserquantum und dann als Strafe noch eine zweite Sprengung auf die Erde aus dem Wasser herausnehmen, und dann erst auf den zu Reinigenden sprengen (מהרי״ח).",
+ "die Weisen erklären [das Wasser im Kruge] für untauglich. Sie sind der Ansicht, dass auch für das Wasser, das durch die jedesmalige Sprengung auf den zu Reinigenden fallen muss, ein gewisses Mass vorgeschrieben ist, und dass es nicht genügt, wenn dieses Maass erst durch mehrere Sprengungen erreicht wird. Da nach dem Grundsatz יש בילה bei jeder Sprengung auch ein Teilchen von dem hineingefallenen Wasser auf den zu Reinigenden fällt, ist deshalb zu befürchten, dass nicht genügend viel von dem ursprünglichen Wasser auf ihn fällt, deshalb erklären sie das Wasser überhaupt für untauglich.",
+ "und der Tau wird aufsteigen. S. Ezod. 16, 14.",
+ "die Weisen erklären es für untauglich. Sie sind der Ansicht, dass nur auf Trockenes gefallener Tau wieder verdunstet, aber nicht, wenn er in eine Flüssigkeit gefallen ist.",
+ "Sind Flüssigkeiten. Unter Flüssigkeiten versteht man ausser Wasser und Tau: Wein, Blut Öl, Milch und Honig.",
+ "oder Fruchtsäfte. Wein und Öl gelten nicht als Fruchtsäfte.",
+ "in ihn hineingefallen. Die טחור לחטאת waren. Waren sie dies nicht, so verunreinigen sie den Krug und dieser muss untergetaucht werden.",
+ "und man muss ihn noch abtrocknen. Wenn man wieder Entsündigungswasser hineingiessen will.",
+ "Gummi. קומוס gr. ϰὸμμι = Gummi.",
+ "Vitriol. קנקנתוס gr. χάλϰανϑος eine Art Schwärze, nach Aruch und Tosaf. (Erub. 13 b) = Vitriol, nach Raschi dort = artamentum.",
+ "die ein Zeichen hinterlässt. Indem sie abfärbt.",
+ "und man braucht ihn nicht abzutrocknen. Denn wenn etwas davon in dem Gefäss zurückgeblieben wäre, würde man es an der Farbe erkennen."
+ ],
+ [
+ "und sie sind aufgeplatzt. So dass anzunehmen ist, dass Flüssigkeit aus ihrem Innern herausgeflossen ist und sich mit dem Wasser vermischt hat.",
+ "Der schwarze Käfer. חפושית arab. خنغسة eine Käferart, scarabaeus niger.",
+ "macht es in jedem Falle. Auch wenn er nicht aufgeplatzt ist und das Wasser seine Farbe nicht verändert hat.",
+ "weil er so wie ein Rohr ist. Das Wasser dringt in ihn hinein und nimmt beim Wiederausfliessen Flüssigkeit aus seinem Innern mit hinaus.",
+ "Der Kornwurm. דירה = Kornwurm, Levy Wörterb. vermutet, dass es vielleicht eigentlich die Wohnung des Käfers, die Larve, bedeutet.",
+ "und die Blattlaus im Getreide lassen es tauglich. Auch wenn sie geplatzt sind."
+ ],
+ [
+ "ist es untauglich. Weil es beim Trinken mit Speichel gemischtes Wasser wieder in das Gefäss hineinfliessen lässt.",
+ "weil sie saugt. Sie zieht das Wasser nur hinauf, ohne dass wieder etwas zurückfliesst.",
+ "Kein Kriechtier macht es untauglich. Weil sie wie die Taube nur das Wasser aufsaugen.",
+ "weil dieses leckt. Mit der Zunge, dadurch kommt Speichel von der Zunge in das Wasser.",
+ "weil diese speit. Sie speit das Wasser aus dem Munde wieder in das Gefäss zurück.",
+ "Auch [mit Ausnahme] der Maus. Weil auch diese manchmal wieder ausspeit."
+ ],
+ [
+ "Hat man die Absicht [ausgesprochen. Unter מחשבה ist die ausgesprochene Absicht zu verstehen, s. Sebach. I Note 37.",
+ "untauglich gemacht. Da man die Absicht hatte, es zu trinken, hat man ihm nicht mehr die für das Entsündigungswasser vorgeschriebene Aufmerksamkeit zugewendet, es ist deshalb durch היסח הרעת untauglich geworden. פסל wie Sebach. II, 1. Unsere Ausgaben lesen: ר״א אומר פסול, was jedenfalls inkorrekt ist, da es פסולין heissen müsste (vgl. מ״ש).",
+ "wenn er [das Gefäss] neigt. Die bloße Absicht, es zu trinken, lässt ihn die vorgeschriebene Aufmerksamkeit noch nicht davon abwenden, da er doch nicht bestimmt weiss, ob er diese seine Absicht auch ausführen wird. Erst wenn er die erste Vorbereitung zum Trinken macht, ist anzunehmen, dass er den Gedanken, es als Entsündigungswasser zu benutzen, aufgegeben hat.",
+ "erst wenn er [das Gefäss] neigt. Da das Wasser schon fertiges Entsündigungswasser ist, ist anzunehmen, dass er trotz seiner Absicht, es zu trinken, die vorgeschriebene Aufmerksamkeit nicht davon abgewendet hat, solange er nicht das Gefäss zum Trinken geneigt hat.",
+ "erst wenn er davon trinkt. Da es schon fertiges Entsündigungswasser ist, ist nicht anzunehmen, dass er die vorgeschriebene Aufmerksamkeit davon abgewendet hat; auch wenn er das Gefäss bereits zum Trinken geneigt hat, da er selbst noch immer nicht sicher weiss, ob er seine Absicht auch wirklich ausführen wird. Hat er aber davon getrunken, ist das Wasser untauglich, weil Speichel aus seinem Munde in das Wasser hineingekommen sein kann, ebenso wie wenn ein Vieh oder Wild davon getrunken hat.",
+ "hat er davon in den Schlund gegossen. Ohne mit seinem Mund und Speichel das Gefäss zu berühren."
+ ],
+ [
+ "Entsündigungswasser. Fertiges Entsündigungswasser, in das schon die Asche hineingeschüttet ist.",
+ "das untauglich geworden ist. Entsündigungswasser verunreinigt, auch wenn es untauglich geworden ist, den Menschen, der es berührt, dass durch seine Berührung Hebe untauglich wird (s. weiter Mischna 8).",
+ "damit nicht andere dadurch zu Schaden kommen. תקלה = Straucheln, Anstoss. Es könnte jemand, ohne davon zu wissen, den Lehm, während er noch feucht ist, berühren und dann Hebe durch Berührung unrein machen.",
+ "Es ist zunichte geworden. Durch das Verkneten mit dem Lehm ist das Wasser ein Bestandteil des Lehms geworden und verunreinigt deshalb nicht mehr.",
+ "Hat. Pessachim 17 b.",
+ "wird ihr Fleisch innerhalb vierundzwanzig Stunden. מעת לעת ל Von einer Tageszeit bis zur gleichen Tageszeit am folgenden Tage = 24 Stunden.",
+ "unrein. So lange ein Tier lebt, kann es nicht unrein werden, gemeint ist, wenn man das Tier innerhalb vierundzwanzig Stunden schlachtet, wird das Fleisch durch die Berührung mit dem getrunkenen Wasser unrein, nach vierundzwanzig Stunden ist es ein Bestandteil des in dem Tiere vorhandenen Unrats geworden und verunreinigt nicht mehr.",
+ "In ihren Eingeweiden ist es zunichte geworden. Sobald das Tier es getrunken hat, hat es aufgehört, ein Getränk zu sein, und ist ein Bestandteil des Mageninhalts des Tieres geworden."
+ ],
+ [
+ " Chagiga 28 a.",
+ "Entsündigungswasser und Entsündigungsasche darf man nicht zu Schiff über einen Fluss. Nur über einen Fluss nicht, wohl aber über ein Meer (Maim. הלכות פ״א X, 3).",
+ "bringen. Wegen eines Vorkommnisses, dass einmal jemand sie zu Schiff über den Jordan gebracht und sich nachträglich herausgestellt hat, dass in dem Schiffsboden eine Toten Unreinheit versteckt war, hat man den Schiffern nicht mehr getraut und das allgemeine Verbot erlassen, sie zu Schiff über einen Fluss zu bringen.",
+ "auf der Wasserfläche schwimmend. Auch darauf hat man das Verbot ausgedehnt, dass man nicht das Gefäss mit dem Wasser oder der Asche über den Fluss hinüberschwimmen lässt oder ein Mensch es schwimmend hinüberbringt.",
+ "auch nicht an der einen [Fluss-] Seite stehend sie nach der anderen hinüberwerfen. Jede Art, sie hinüberzuschaffen, ohne dass man beim Hinüberschaffen mit seinen Füssen den Erdboden berührt, hat man in das Verbot mit eingeschlossen.",
+ "Dagegen darf man damit bis an den Hals im Wasser. Selbst wenn ihm das Wasser bis an den Hals reicht, sobald er nur mit den Füssen den Boden berührt, ebenso ist es erlaubt, es über eine Brücke hinüberzuführen (Jebam. 116 b).",
+ "Es darf auch der für das Entsündigungswasser Reine hinübersetzen. Auch zu Schiff über einen Fluss.",
+ "das noch nicht geweiht ist. Das Verbot ist nur für die Asche und das Entsündigungswasser erlassen worden."
+ ],
+ [
+ " Bechor. 23 a.",
+ "Hat taugliche Asche sich mit Herdasche. מקלה der Herd, von קלה = verbrennen.",
+ "richtet es sich inbetreff der Verunreinigung nach der Mehrheit. Die Asche der verbrannten Kuh nimmt zwar Unreinheit an (s. weiter XI, 6), sie selbst aber verunreinigt nach ihrer Fertigstellung nicht wie das Entsündigungswasser (s. Maim. הלכות פ״א V, 4). Nach Raschi (Bechor. 23 a) meint die Mischna, wenn die Mehrheit Herdasche ist, verunreinigt sie nicht durch ihre Berührung, weil auzunehmen ist, dass der Berührende nicht die Entsündigungsasche sondern die Herdasche berührt hat, er ist demnach im Gegensatz zu Maim. der Ansicht, dass die Entsündigungsasche auch nach ihrer Fertigstellung durch Berührung verunreinigt. Nach Maim. meint die Mischna, wenn man mit dieser gemischten Asche geweiht hat, verunreinigt das Wasser wie anderes Entsündigungswasser nur, wenn die Mehrheit Entsündigungsasche war, nicht aber, wenn die Mehrheit Herdasche war. Auf Grund der Ansicht des Maim. könnte man auch erklären: wenn die Mehrheit Entsündigungsasche war, nimmt die Asche wie andere Entsündigungsasche Unreinheit an, war die Mehrheit Herdasche, nimmt die Mischung wie andere gewöhnliche Asche keine Unreinheit an; dafür spräche die Lesart unserer Mischna Ausgg., die ליטמא lesen.",
+ "man darf sie aber nicht zum Weihen verwenden. Selbst wenn die Mehrheit Entsündigungsasche war.",
+ "Man darf sie im ganzen zum Weihen verwenden. Nach יו״ב nur, wenn die Mehrheit Entsündigungsasche war, in diesem Falle ist R. Elieser der Ansicht, dass man die Mischung im ganzen zum Weihen verwenden kann, so dass jedenfalls die nötige Menge Entsündigungsasche in das Wasser hineinkommt. War aber die Mehrheit Herdasche, kann man auch nach R. Elieser die Mischung nicht zum Weihen verwenden, da ja auch inbezug auf Verunreinigung die Mischung nicht als Entsündigungsasche, sondern als Herdasche betrachtet wird (s. dagegen Bart.)."
+ ],
+ [
+ "das untauglich geworden ist. Indem es z. B. durch etwas von aussen kommendes sein Aussehen verändert hat (s. oben VIII Note 71).",
+ "verunreinigt den inbezug auf Hebe. Nach Toravorschrift verunreinigt nur taugliches Entsündigungswasser den, der es berührt oder trägt; nur in Hinsicht auf das Entsündigungswasser selbst und alles mit ihm zusammenhängende (d. h. לחטאת) bleibt der Betreffende rein (nach Maim. verunreinigt das Berühren oder Tragen nur, wenn es nicht zum Zwecke der Sprengung nötig war, in diesem Falle auch den für Entsündigungswasser Reinen, im anderen Falle verunreinigt es dagegen nicht). Untaugliches Entsündigungswasser dagegen verunreinigt nach Toravorschrift überhaupt nicht, die rabbinische Erschwerung stellt es in Hinsicht auf Hebe dem tauglichen gleich, so dass der, der es berührt oder trägt, insoweit unrein wird, dass er Hebe durch Berührung verunreinigt.",
+ "Reinen durch seine Hände und durch seinen Körper. Sowohl wenn er es mit den Händen, als auch wenn er es mit einem anderen Körperteil berührt.",
+ "und den inbezug auf Entsündigungswasser Reinen nicht durch seine Hände und nicht durch seinen Körper. Er bleibt für die weitere Beschäftigung mit dem Entsündigungswasser rein, auch wenn seine Hände oder sein Körper das untauglich gewordene berührt haben.",
+ "Ist es unrein geworden. Unrein gewordenes Entsündigungswasser.",
+ "verunreinigt es den inbezug auf Hebe Reinen durch seine Hände und durch seinen Körper. Es wird inbezug auf Hebe dem reinen Entsündigungswasser gleichgestellt, insofern, dass wer es mit den Händen oder dem Körper berührt oder trägt, insoweit unrein wird, dass er Hebe durch Berühren verunreinigt.",
+ "und den inbezug auf Entsündigungswasser Reinen durch seine Hände. Insofern wird es nicht dem reinen Entsündigungswasser gleichgestellt, denn wer dieses mit den Händen berührt, bleibt für die weitere Beschäftigung mit dem Entsündigungswasser rein (s. oben Note 55), wer dagegen unreines mit den Händen berührt hat, dessen Hände sind für die weitere Beschäftigung mit dem Entsündigungswasser unrein, wie immer unreine Flüssigkeit die Hände durch Berührung verunreinigt, und nachdem die Hände unrein geworden sind, ist auch der ganze Mensch für die weitere Beschäftigung mit dem Entsündigungswasser unrein (s. weiter XII, 7).",
+ "aber nicht durch seinen Körper. Wenn das unreine Entsündigungswasser den Körper berührt, bleibt der Betreffende, wie bei Berührung von reinem, für die weitere Beschäftigung mit dem Entsündigungswasser rein."
+ ],
+ [
+ "verunreinigt es den inbezug auf Hebe Reinen durch seine Hände und durch seinen Körper. Es wird ebenso wie untauglich gewordenes inbezug auf Hebe dem tauglichen Entsündigunswasser gleichgestellt.",
+ "den inbezug auf Entsündigungswasser Reinen nicht durch seine Hände und nicht durch seinen Körper. Ebenfalls, weil es vollständig dem tauglichen Entsündigungswasser gleichgestellt wird."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "midras-unrein zu werden. S. VK 29 und 34.",
+ "macht maddaf-unrein für Entsündigungswasser. Wenn jemand einen solchen Gegenstand, der nicht für Entsündigungswasser rein gehalten worden ist, berührt oder trägt oder bewegt, ist er für Entsündigungswasser unrein, wie wenn er einen midras-unreinen Gegenstand berührt, getragen ober bewegt hätte, weil es ja möglich ist, dass er wirklich midras-unrein geworden ist. Über den Ausdruck מדף s. Edujot VI Noten 24 u. 25, es ist die Bezeichnung für eine leichtere Unreinheit, deshalb wird die hier erwähnte Unreinheit מדף genannt weil sie nur auf einer rabbinischen Erschwerung beruht, der Gegenstand gilt, wie א״ר sich ausdrückt, als מדף מדרס d. h. obwohl nicht tatsächlich, so doch nach rabbinischer Verordnung als midras-unrein. Maim. (Comment.) erklärt das מדף לחטאת: Der Gegenstand verunreinigt den für Entsündigungswasser Reinen, auch wenn er ihn nicht berührt noch trägt noch bewegt, sondern er nur über ihm, selbst getrennt durch andere Gegenstände, liegt, so wie das über dem זב Liegende מדף-unrein wird, auch wenn zwischen ihm und dem oben Liegendem noch so viele andere Dinge liegen.",
+ "sei es unrein sei es rein. Wenn es nicht besonders für die Zwecke des Entsündigungswassers rein gehalten worden ist.",
+ "und das Gleiche gilt für den Menschen. Weil er, ohne es zu wissen, durch Fluss unrein oder verunreinigt worden sein kann.",
+ "toten-unrein zu werden. Aber nicht midras-unrein werden kann, weil es nicht dazu bestimmt ist, darauf zu treten oder zu sitzen oder zu liegen.",
+ "nicht maddaf-unrein. Es verunreinigt den für Entsündigungswasser Reinen nicht, wenn er es trägt oder bewegt, da Toten-Unreines nicht durch Tragen oder Bewegung verunreinigt, wohl aber verunreinigt es ihn, wenn er es berührt.",
+ "Es macht maddaf-unrein. Weil man die Erschwerung bei Geräten, die midras-unrein werden können, angeordnet hat, hat man sie auch auf Geräte, die toten-unrein werden können, ausgedehnt.",
+ "Ist es unrein. Nach der Tosetta nur, wenn es durch Berührung eines Toten אב הטומאח geworden ist, weil es da in dieser Beziehung dem midras Unreinen gleicht, das ebenfalls ein אב הטומאה ist, nicht aber, wenn es nur unrein geringeren Grades ist.",
+ "macht es nicht maddaf-unrein. Es verunreinigt nicht, wenn man es trägt oder bewegt, sondern nur, wenn man es berührt."
+ ],
+ [
+ "ist er unrein. מדף ist zunächst die Bezeichnung für die Unreinheit des über dem זב Liegenden, aber durch andere dazwischen liegende Gegenstände von ihm Getrennten. Diese Unreinheit beruht nur auf rabbinischer Verordnung und verunreinigt nur durch Berührung Speisen und Flüssigkeiten. In weiterem Sinne wird dann diese Bezeichnung מדף auch auf alle anderen Unreinheiten angewendet, die nur auf rabbinischer Verordnung beruhen. In der vorhergehenden Mischna ist ausgeführt, dass Gegenstände, die midras-unrein werden können, gleichviel ob sie unrein oder rein sind, sofern sie nicht besonders für das Entsündigungswasser rein gehalten worden sind, und ebenso die toten-unrein werden können, nach Ansicht der Weisen wenn sie אב הטומאה geworden sind, den für Entsündigungswasser Reinen nicht nur durch Berührung, sondern auch durch Tragen oder Bewegen verunreinigen. Hier fährt nun die Mischna fort und sagt, dass alle Gegenstände, auch wenn sie nicht midras-unrein oder toten-unrein werden können, sobald sie wenn auch nur nach rabbinischer Verordnung unrein geworden sind und demnach einen Menschen nicht verunreinigen können, den für Entsündigungsopfer Reinen durch Berührung verunreinigen, so nach der Erklärung von יו״ב. Nach Maim. (הלכות פ״א XIII, 7) verunreinigen allerdings alle Gegenstände, auch ohne dass sie unrein geworden sind, wenn sie nicht besonders für das Entsündigungswasser rein gehalten worden sind, den für Entsündigungswasser Reinen durch Berührung. Diesen Widerspruch zu lösen bringt תוי׳׳ט .s) כסף משנה) die Erklärung des ר׳ קורקוס, dass alle Gegenstände, wenn sie nicht besondere für Entsündigungswasser rein gehalten worden sind, den für Entsündigungswasser Reinen nur durch Berührung mit der Hand verunreinigen, sind sie aber maddaf-unrein geworden, sowohl durch Berührung mit der Hand wie mit dem Körper. Diese Unterscheidung hält ם״א nicht für begründet, er erklärt deshalb שנגע במדף: der an irgend einen maddaf-unreinen Gegenstand anrührt, also auch an einen reinen Gegenstand, sofern er nicht besonders für das Entsündigungswasser rein gehalten worden ist, weil auch dieser inbezug auf das Entsündigungswasser als maddaf-unrein gilt. א״ר ändert die Lesart שנגע במדף in שנשא במדף und erklärt diese Mischna als Ergänzung zu der vorhergehenden, dort wird nur gesagt, welche Gegenstände für den für Entsündigungswasser Reinen als maddaf unrein gelten, und hier wird gesagt, dass er, wenn er diese Maddaf-Unreinheit auch nur trägt, unrein wird.",
+ "Hat eine Flasche. לגין gr. λἀγυνος eine Flasche ans Metall, in die man das fertige Entsündigungswasser hineinzugiessen pflegte.",
+ "für das Entsündigungswasser an eine Maddaf-Unreinheit angerührt. Nach א״ר, der oben שנשא und hier שנגע liest, will die Mischna den Unterschied hervorheben, nur der Mensch kann auch durch Tragen einer Unreinheit unrein werden, ein Gerät aber wird durch Tragen einer Unreinheit niemals unrein.",
+ "Hat der für Entsündigungswasser Reine an Speisen oder Getränke. Gleichviel ob sie unrein oder rein sind, sofern sie nicht besonders für das Entsündigungswasser rein gehalten worden sind.",
+ "ist er unrein. Sie gelten für das Entsündigungswasser als unrein, unreine Speisen und Getränke verunreinigen aber die Hände, und nachdem die Hände unrein geworden sind, ist auch der ganze Körper unrein (s. weiter XII, 7).",
+ "ist er rein. Da auch sonst die Berührung unreiner Speisen oder Getränke mit dem Fuss diesen nicht unrein macht.",
+ "Hat er sie mit seiner Hand bewegt. Ohne sie zu herrühren.",
+ "Josua ihn für unrein. Wie er oben Mischna 1 die Erschwerung bei Geräten, die midras-unrein werden können, auch auf solche, die nur toten-unrein werden können, ausdehnt, so auch hier die für das Berühren mit der Hand getroffene Erschwerung auf das bloße Bewegen durch die Hand.",
+ "die Weisen erklären ihn für rein. Wie sie auch oben in der Erschwerung nicht so weit gehen. Dort erklären sie allerdings ihn für unrein, wenn der Gegenstand tatsächlich ein אב הטומאה war, hier aber, wo dieses nicht der Fall sein kann, da Speisen und Getränke niemals אב הטומאה werden können, erklären sie ihn für rein, auch wenn die Speisen oder Getränke unrein waren."
+ ],
+ [
+ "Hat der Krug. S. oben III Note 23.",
+ "mit Entsündigungswasser. In dem das mit Asche vermischte Wasser oder nur die Asche sich befindet, von denen es in der Schrift (Num. 19, 9) heisst, dass man sie auf einen reinen Platz stellen soll",
+ "an ein Kriechtier. Ein totes.",
+ "ist er rein. Weil ein irdenes Gefäss nicht durch Berührung seiner Aussenfläche und ein steinernes überhaupt nicht unrein wird.",
+ "hat man ihn darauf. Auf das Kriechtier.",
+ "Elieser ihn für rein. Weil die Asche nicht auf dem unreinen Kriechtier steht, sondern in dem rein bleibenden Gefässe ruht.",
+ "die Weisen erklären ihn für unrein. Weil doch immerhin der Platz, auf dem die in dem Gefässe enthaltene Asche steht, unrein ist.",
+ "Hat er an Speisen oder Getränke. Die unrein geworden sind und deshalb nach rabbinischer Verordnung auch Geräte durch Berührung verunreinigen, denn so weit geht die für Entsündigungswasser getroffene Erschwerung nicht, dass sie, auch wenn sie nur nicht besonders hierfür rein gehalten worden sind, auch in Beziehung auf das והניחו במקום טהור für unrein gelten sollen (יו״ב).",
+ "oder heilige Schriften. Die nach rabbinischer Verordnung Hebe durch Berührung verunreinigen (s. Sabim V, 12).",
+ "ist er rein. S. Note 22.",
+ "Jose ihn für rein. Weil nach Toravorschrift sie Geräte überhaupt nicht verunreinigen können, gelten sie als מקום טהור.",
+ "die Weisen erklären ihn für unrein. Auch das, was nur nach rabbinischer Verordnung den leichtesten Grad der Unreinheit an sich hat, gilt nicht als מקום טהור."
+ ],
+ [
+ "Hat der für Entsündigungszwecke Reine einen Ofen. Der nicht besonders für Entsündigungswasser rein gehalten worden ist.",
+ "ist er rein. Weil der Ofen ein irdenes Gerät ist, das niemals ein אב הטומאה werden und deshalb sonst nie einen Menschen verunreinigen kann, sondern nur die Hände, hat man auch die Erschwerung für das Entsündigungswasser nur für den Fall getroffen, wenn man ihn mit den Händen berührt, dass dann die Hände und weiter der ganze Mensch dadurch unrein wird, aber nicht, wenn man ihn mit einem anderen Körperteil berührt (מ״א).",
+ "Hat er auf dem Ofen gestanden und seine Hand mit der Flasche. Die metallene Flasche mit dem fertigen Entsündigungswasser (s. oben Note 11).",
+ "ebenso wenn die Tragstange. S. oben VII, 31.",
+ "auf dem Ofen liegt und daran zwei Krüge. Mit Asche oder mit Asche gemischtem Wasser.",
+ "Akiba es für rein. Weil die Asche nicht auf dem Ofen ruht, sondern in dem Luftraum ausserhalb des Ofens, verstösst es nicht gegen die Vorschrift והניח במקום טהור.",
+ "die Weisen erklären es für unrein. Weil die Asche nur durch den auf dem Ofen stehenden Menschen oder die auf ihm liegende Tragstange gehalten wird, gilt sie nicht als auf einem מקום טהור ruhend; ein solcher Ofen gilt nicht als מקום טהור, weil er, wenn er tatsächlich unrein ist, selbst einen Menschen durch bloßes Bewegen verunreinigen kann, während Speisen und Getränke, die nur nicht besonders für Entsündigungswasser rein gehalten worden sind, als מקום טהור gelten (s. oben Note 26), weil sie sonst nie einen Menschen verunreinigen können. Ist dagegen der Ofen tatsächlich unrein gewesen, würde auch nach R. Akiba der für Entsündigungsopfer Reine dadurch, dass er barfuss auf dem Ofen steht (s. oben VIII, 2) und ihn mit seinen Füssen berührt, nach der Ansicht der Weisen in Mischna 1 unrein geworden sein und das Entsündigungswasser, das er in seiner Hand trägt, verunreinigen. Im Gegensatz hierzu erklärt מ״א, dass dieser Fall nur auf tatsächlich unreinem Ofen sich beziehen kann, denn ein nur nicht besonders für Entsündigungswasser rein gehaltener Ofen könnte auch nach den Weisen nicht verunreinigen, da er ebenso wie Speisen und Getränke, die nicht für diesen Zweck rein gehalten worden sind, als מקום טהור gilt."
+ ],
+ [
+ " Sebachim 93 a.",
+ "Hat er entfernt. Nicht auf dem Ofen, sondern vor dem Ofen.",
+ "vom Ofen. Ob der Ofen unrein oder lediglich nicht טהור לחטאת war, ist zwischen יו״ב und מ״א kontrovers.",
+ "gestanden und seine Hände nach der Fensternische. Die hinter dem Ofen in der Mauer war und in der die Flasche stand.",
+ "ausgestreckt und die Flasche von dort genommen und sie über den Ofen hinübergeführt. Der Ofen hat seine Öffnung oben, wenn er die Flasche über dem Ofen zu sich herüberholt, ist sie daher über den Innenraum des Ofens, der, wenn der Ofen unrein ist, verunreinigt, hinübergeführt worden.",
+ "Akiba es für unrein. Nach einer Ansicht im Talmud, weil R. Akiba der Ansicht ist, dass, wenn ein Gegenstand sich auch nur in dem Luftraum über einer Sache befunden hat, es ebenso ist, als wenn er auf der Sache geruht hat (קלוטה כמו שהונחה דמיא), die Flasche hat demnach auf dem Innenraum des Ofens geruht, und dieser ist kein מקום טחור. Nach einer anderen Ansicht würde selbst R. Akiba diesen seinen Grundsatz auf diesen Fall nicht anwenden, er erklärt nur deshalb das Wasser für unrein, weil zu befürchten ist, dass beim Hinüberführen die Flasche doch vielleicht in den Innenraum des Ofens hineingekommen ist und demnach auf einem nicht reinen Ort geruht hat.",
+ "die Weisen erklären es für rein. Weil die Flasche auf dem nicht reinen Innenraum gar nicht geruht hat.",
+ "das für Entsündigungszwecke rein ist oder in dem noch nicht geweihtes Wasser ist. Weil die Vorschrift von במקום טחור nur für die Asche und das mit Asche gemischte Entsündigungswasser gilt."
+ ],
+ [
+ "Hat die Flasche. Aus Metall",
+ "mit Entsündigungswasser an eine mit Heiligem oder mit Hebe. Eine Flasche mit Heiligem oder Hebe, die nur hierfür und nicht für Entsündigungswasser rein gehalten worden ist.",
+ "ist die mit Entsündigungswasser unrein. Weil auch Heiliges und Hebe für Entsündigungszwecke als unrein gelten.",
+ "die mit Heiligem und die mit Hebe sind rein. Sie bleiben weiter für Heiliges bezw. für Hebe rein, trotzdem die unrein gewordene Flasche mit Entsündigungswasser sie berührt hat, weil diese nur ראשון לטומאה geworden ist und ein Gefäss nur durch Berührung eines אב הטומאה unrein wird.",
+ "Hat er beide in beiden Händen gehalten. In der einen Hand die Flasche mit Entsündigungswasser und in der anderen die von Heiligem oder von Hebe.",
+ "sind beide unrein. Beide Flaschen sind vollständig unrein geworden, so dass sie auch Profanes verunreinigen durch Berührung der nicht für Entsündigungswasser reinen Flasche ist der Mensch für Entsündigungswasser unrein geworden und dadurch auch die Flasche, die er in seiner anderen Hand trägt. Die Flasche macht wieder das in ihr enthaltene Wasser für Entsündigungswasser unrein, und das nun für Entsündigungswasser unrein gewordene Wasser macht ebenso wie reines Entsündigungswasser den für Entsündigungswasser unrein gewordenen Menschen dadurch, dass er es trägt vollständig unrein (s. Note 48) und zwar soweit, dass auch die Geräte, die er während des Tragens dieses Wassers berührt, unrein werden (s. Kelim. I, 2), also auch die Flasche von Hebe oder Heiligem, die er in der anderen Hand trägt. Nach Sabim V, 1 gilt aber derjenige, der soweit unrein wird, dass auch die Kleider, die er trägt, sowie die Geräte, mit denen er während des Berührens oder Tragens der Unreinheit in Berührung war, unrein werden, als ein אב הטומאה, die Flasche von Heiligem oder Hebe, die er in der anderen Hand getragen hat, ist demnach durch seine Berührung ראשון לטומאה geworden und demnach auch der etwaige Inhalt unrein geworden (א״ר).",
+ "sind beide rein. Da er die Flasche von Hebe oder Heiligem nicht mit seiner bloßen Hand berührt hat, ist er für Entsündigungswasser rein geblieben und ebenso die Flasche mit dem Entsündigungswasser, das sie enthält. Durch das Tragen des Entsündigungswassers ist er nicht unrein geworden, da dieses nur den für Entsündigungswasser nicht Reinen verunreinigt, die Flasche von Hebe oder Heiligem aber hat er überhaupt nicht mit der Hand berührt, sie ist deshalb ebenfalls rein geblieben.",
+ "die mit Entsündigungswasser in einem Papier und die für Hebe. Oder von Heiligem.",
+ "sind beide unrein. Die Flasche mit Entsündigungswasser ist unrein geworden, obwohl sie in Papier eingeschlagen war und dieses keine Unreinheit annimmt, weil er durch die Berührung der Flasche von Hebe für Entsündigungswasser unrein geworden ist und jeder, der sich erst durch ein Tauchbad reinigen muss, also auch der nur für Entsündigungswasser Unreine, das Entsündigungswasser nicht nur durch Berührung sondern auch durch Tragen verunreinigt (s. weiter XI, 6). Da er aber für Entsündigungswasser unrein geworden war, hat ihn das Entsündigungswasser dadurch, dass er es getragen hat, für die ganze Zeit, während er es trägt, zu einem אב הטומאה gemacht. deshalb ist auch die Flasche von Hebe durch seine Berührung ein ראשון לטומאה geworden und verunreinigt weiter auch die darin enthaltene Hebe.",
+ "sind beide rein. S. Note 52. Da er die Flasche von Hebe nicht mit der bloßen Hand berührt hat und deshalb für Entsündigungswasser rein geblieben ist, ist es gleichgültig, ob auch die Flasche mit Entsündigungswasser in Papier eingeschlagen war oder er sie in seiner bloßen Hand gehalten hat.",
+ "Die mit Entsündigungswasser ist unrein. Auch wenn die Flasche mit Hebe oder beide in ein Papier eingeschlagen waren. Er ist der Ansicht, dass nicht für Entsündigungswasser Reines den für Entsündigungswasser Reinen nicht nur durch Berührung unrein macht, sondern auch, wenn er es mit der Hand nur in Bewegung bringt (s. oben Mischna 2 Note 16), er ist deshalb durch die Flasche mit Hebe für Entsündigungswasser unrein geworden, trotzdem sie in ein Papier eingeschlagen war, und hat die Flasche mit Entsündigungswasser, die er in der anderen Hand trägt, unrein gemacht. auch wenn sie in ein Papier eingeschlagen war. Die in Papier eingeschlagene Flasche mit Hebe dagegen bleibt rein, obgleich er als ein für Entsündigungswasser Unreiner durch das Tragen der Flasche mit dem Entsündigungswasser ein אב הטומאה geworden ist, der auch das Gerät, das er berührt, unrein macht, weil er die Flasche mit Hebe, die in Papier eingeschlagen war, gar nicht berührt, sondern nur getragen hat, und durch das bloße Tragen das Gerät nicht unrein wird (S. Sabim V, 1).",
+ "und er hat sie angerührt. Beide zugleich.",
+ "ist die mit Entsündigungswasser unrein. Durch die Berührung der Flasche mit Hebe ist er für Entsündigungswasser unrein geworden und verunreinigt durch seine Berührung die Flasche mit Entsündigungswasser, und diese wieder das Wasser, wie oben ausgeführt. Das Wasser macht nun wieder durch Berührung die für Entsündigungswasser unrein gewordene Flasche vollständig unrein auch für Profanes.",
+ "die mit Heiligem und die mit Hebe sind rein. Sie bleiben für Heiliges oder Hebe rein, da er das Entsündigungswasser nicht getragen hat, wodurch auch die Flasche von Hebe oder Heiligem, die er dabei berührt hat, unrein geworden wäre, sondern nur die unrein gewordene Flasche mit Entsündigungswasser berührt hat, diese war aber nur ein ראשון לטומאה, und ein Mensch kann nur durch einen אב הטומאה unrein werden.",
+ "Hat er sie bewegt. Ohne sie zu berühren.",
+ "erklärt R Josua sie für unrein. S. oben Note 56. Die Flasche mit Hebe dagegen bleibt trotzdem rein, wie am Schluss der Note 56 ausgeführt worden ist,",
+ "die Weisen erklären sie für rein. Sie sind der Ansicht, dass nicht für Entsündigungswasser Reines den für Entsündigungswasser Reinen nur durch Berührung unrein macht, deshalb ist er und danach auch die Flasche mit Entsündigungswasser nicht unrein geworden."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ " S. Chullin 9 b.",
+ "Wenn man einen Krug. Mit Entsündigungswasser (s. oben IX Note 2).",
+ "ist [das Wasser] untauglich. Das Wasser darf nicht zum Besprengen verwendet werden, weil zu befürchten ist, dass derjenige, der es zugedeckt hat, es dabei berührt hat, und die meisten Menschen sind für Entsündigungswasser nicht rein.",
+ "und kommt und findet ihn aufgedeckt. In diesem Falle ist es die grössere Wahrscheinlichkeit, dass es durch ein Tier aufgedeckt worden ist, denn Tiere pflegen zugedeckte Gefässe aufzudecken, um daraus zu trinken, Menschen dagegen pflegen offen stehende Gefasse zuzudecken, oder zugedeckte, nachdem sie daraus getrunken haben, wieder zuzudecken.",
+ "dass ein Wiesel davon trinken konnte. Wenn es nicht frei in der Luft gehangen hat, so dass ein Wiesel nicht herankonnte.",
+ "oder eine Schlange nach Ansicht des Rabban Gamliel. Oben IX, 3.",
+ "oder dass in der Nacht Tau darauf gefallen ist. War aber keines von diesen möglich, ist das Wasser rein, weil es dann doppelt zweifelhaft ist (ספק ספיקא), dass das Wasser unrein geworden ist, vielleicht hat es ein Tier aufgedeckt, und ein Tier verunreinigt doch nicht, und wenn es selbst ein Mensch gewesen ist, vielleicht war es ein für Entsündigungswasser reiner.",
+ "Das Entsündigungwasser. Bereits geweihtes Wasser oder Entsündigungsasche, die in einem irdenen Gefässe mit fest anschliessendem Deckel in einem Totenzelte sich befinden.",
+ "wird durch einen fest anschliessenden Deckel nicht geschützt. Sie sind trotz des fest anschliessenden Deckels unrein, weil sie sich nicht auf einem מקום טהור befinden (s. oben X, 3).",
+ "dagegen wird noch nicht geweihtes Wasser durch einen fest anschliessenden Deckel geschützt. Weil nur für die Asche vorgeschrieben ist, dass sie auf einem מקום טהור ruhen muss."
+ ],
+ [
+ "das bei Hebe als rein gilt. Wo es zweifelhaft ist, ob die Hebe durch eine Unreinheit verunreinigt worden ist, und sie deshalb für rein erklärt wird.",
+ "gilt auch beim Entsündigungswasser. Und bei seiner Herstellung.",
+ "als rein. Wenn ein gleicher Fall beim Entsündigungswasser vorliegt, gilt auch dieses für rein.",
+ "was bei Hebe als schwankend gilt. תלוי = hängend, schwankend. Es gibt Zweifelfälle, wo die Entscheidung schwankend ist, indem die Hebe nicht als rein gilt und deshalb nicht gegessen werden darf, aber auch nicht als wirklich unrein gilt und deshalb nicht wie sonst unreine Hebe verbrannt werden darf.",
+ "muss beim Entsündigungswasser fortgegossen werden. Hebe ist etwas Heiliges und darf deshalb, so lange sie nicht bestimmt unrein und dadurch für den Genuss unbrauchbar geworden ist, nicht verbrannt werden, sondern man muss sie im Zweifelfälle liegen lassen, bis sie bestimmt unrein geworden ist, und sie dann verbrennen (s. Teramot VIII, 8). Für Entsündigungswasser dagegen gilt diese Vorschrift nicht, es muss, wenn es durch zweifelhafte Verunreinigung zum Besprengen unbrauchbar geworden ist, weggegossen werden, damit nicht durch seine Berührung weitere zweifelhafte Verunreinigungen entstehen.",
+ "Hat man auf solches hin. Nachdem man mit solchem eigentlich wegzugiessenden Wasser besprengt worden ist und demnach, wenn dieses unrein war, selbst unrein geblieben ist.",
+ "ist dies schwankend. Wenn es Hebe war, darf diese nicht verbrannt werden, weil das Wasser vielleicht rein war und der Besprengte durch die Besprengung rein geworden ist, er demnach die Hebe gar nicht verunreinigt hat.",
+ "Die Holzgitter. רפפות nach Bart.: Gitter aus Holz, vom Stamme רפף = lose, locker sein, vielfach durchbrochene Holzflächen, die man in die Fensteröffnungen setzte.",
+ "sind für Heiliges und für Hebe und für Entsündigungswasser [immer] rein. Sie nehmen keine Unreinheit an, weil sie keine Geräte sind und auch nicht geeignet sind, darauf zu sitzen oder zu liegen.",
+ "Wenn sie nachgeben. רעדות vom Stamme רעד zittern, erschüttert werden, wenn sie so lose zusammengefügt sind, dass sie bei jedem Druck nachgeben.",
+ "sind sie für Entsündigungswasser unrein. Weil sie auch dazu benutzt werden können, sich darauf zu setzen oder zu legen, hat man für Entsündigungswasser die Erschwerung getroffen, sie als empfänglich für Midras-Unreinheit zu betrachten. Nach א״ר sind unter רפפות die Sabim III genannten lockeren Dinge zu verstehen, die, wenn ein זב auf ihnen gesessen hat, zum Teil rein bleiben, zum Teil unrein werden, ebenso unter רעדות die Sabim IV genannten, die dadurch, dass sie durch eine vom זב bewirkte Erschütterung bewegt worden sind, zum Teil unrein werden, zum Teil rein bleiben. Danach wird hier gesagt, dass alles, was dort für rein erklärt wird, in gleicher Weise rein für Hebe, für Heiliges, wie für Entsündigungswasser ist, während R. Elieser der Ansicht ist, das nur die erstgenannten, die dort für rein erklärt werden, auch für Entsündigungswasser rein sind, dass dagegen die letztgenannten, selbst die, die dort für rein erklärt werden, nur rein für Hebe und Heiliges sind, nicht aber für Entsündigungswasser."
+ ],
+ [
+ "Ist ein Stück Feigenkuchen. דבילה arab. دبل = pressen, zusammendrücken, in eine runde Masse zusammengedrückte Feigen.",
+ "wenn es Eigrösse hatte. Ein kleineres Stück von einer Speise kann Unreinheit nicht übertragen",
+ "gleichviel ob es unrein oder rein war. Da, was rein für Hebe ist, für Entsündigungswasser als unrein gilt.",
+ "ist des Todes schuldig. Durch die unnötige Berührung mit dem Entsündigungswasser wurde der Mensch unrein (Maim. הלכות פ״א XV, 1); wenn aber ein Unreiner Hebe isst, macht er sich todesschuldig. Falls der Ausdruck „des Todes schuldig“ buchstäblich zu nehmen ist, muss unsere Mischna annehmen, dass מעשר אילן דאוריתא ist (vgl. Maim. הלכות תרומה II, 1), oder dass es, wie ר״ש annimmt, sich nicht um eigentliche Hebe handelt, sondern um בכורים, die auch oft תרומה genannt werden. Nach ר״ש ist das Stück Feigenkuchen durch die Berührung mit dem Wasser verunreinigt, (nach Kelim I, 1 und 2 und Maim. הלכות פ״א XV, 1 werden aber nur Menschen oder Geräte durch das Wasser verunreinigt). Es läge dann der Fall vor, dass ein Unreiner unreine Hebe isst; wenn die Mischna ihn für todesschuldig erklärt, widerspricht sie Chullin 113 b. Doch braucht der Ausdruck nicht durchaus buchstäblich zu gelten, vgl. ר״ש und יו״ב.",
+ "ist des Todes schuldig. Weil er durch die Berührung mit dem Entsündigungswasser unrein geworden ist und doch Hebe gegessen bat. Nach א״ר ist dieser Absatz zu streichen, auch N. und V. und die Talmudausgaben haben diesen Absatz nicht (vgl. א״ר und מ״א).",
+ "ist das Wasser rein. Er ist der Ansicht, dass das für Hebe Reine nicht für Entsündigungswasser unrein ist.",
+ "ist er unrein geworden. Selbst wenn der bisher ganz Reine bei der Vorbereitung zum Sprengen in das Entsündigungswasser tauchte, also nicht durch unnötige Berührung unrein wurde, verunreinigt er sich doch, weil er den Kopf mit dem grösseren Teil des Körpers in geschöpftes Wasser, nämlich das Entsündigungswasser tauchte, vgl. Sabim V, 12 (רא״ש ,רמב״ם). Durch ihn wird dann auch das Entsündigungswasser unrein."
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+ "Alles. Menschen oder Geräte.",
+ "was nach Tora-Vorschrift in Wasser untergetaucht werden muss. Weil es durch einen אב הטומאה verunreinigt worden ist.",
+ "verunreinigt Heiliges und Hebe und Profanes und Zehnt. Als Unreinheit ersten Grades macht es das, was mit ihm in Berührung kommt, zweiten Grades unrein, das, wenn es Profanes oder Zehnt ist, nicht weiter verunreinigen kann, wenn es Hebe ist, noch eine Unreinheit dritten Grades und, wenn es Heiliges ist, noch eine dritten und vierten Grades erzeugen kann. Mit מעשר ist hier zweiter Zehnt gemeint, der nicht in Unreinheit gegessen werden darf, vgl. Maim. הלכות מעשר שני III, 1.",
+ "und darf nicht in das Heiligtum kommen. Auch solche Geräte nicht, (s. Maim. הלכות ביאת מקדש III, 17)",
+ "Nach dem Untertauchen. לאחר ביאתו scilc. במים.",
+ "verunreinigt es Heiliges und macht Hebe untauglich. Nach dem Reinigungsbad gilt der oder das Untergetauchte bis zum Sonnenuntergang noch als unrein zweiten Grades, das Heiliges unrein dritten Grades macht, das noch weiter eine Unreinheit vierten Grades erzeugen kann. Hebe dagegen, die dritten Grades unrein ist, kann nicht weiter verunreinigen, sie wird deshalb nicht טמא sondern פסול genannt, sie selbst ist wegen ihrer Unreinheit untauglich zum Genuss, verunreinigt aber nicht weiter.",
+ "Es macht Heiliges und Hebe untauglich. Da durch das Tauchbad die Unreinheit so weit abgeschwächt ist, dass sie, obwohl jetzt zweiten Grades, doch auch Heiliges nur noch untauglich, nicht unrein macht (s. Meïla 8 b). Manche Ausgaben lesen hier nicht ובתרומה, da hierüber keine Meinungsverschiedenheit herrscht.",
+ "Profanes und Zehnt sind ihm erlaubt. Sowohl nach Ansicht der Weisen wie nach R. Meïr sind sie ihm erlaubt, d. h. sie werden durch seine Berührung nicht unrein.",
+ "Ist er ins Heiligtum. In den Israeliten-Vorhof (s. Kelim I, 8).",
+ "ist er schuldig. Wenn mit Bewusstsein, macht er sich der Strafe der Ausrottung schuldig, wenn aus Versehen, hat er ein Süudopfer zu bringen. Es gibt allerdings auch Unreine, denen das Betreten des Heiligtums verboten ist, die aber, wenn sie das Verbot übertreten, doch nicht dieser Strafe verfallen (s. Maim. הלכות ביאת מקדש III, 14), deshalb heisst es im ersten Teil der Mischna nur, dass es jedem, der nach Toravorschrift unterzutauchen hat, verboten ist, vorher das Heiligtum zu betreten. Auch nach dem Untertauchen, so fährt nun die Mischna fort, bleibt dieses Verbot nicht nur weiter bestehen, sondern auch die Ausrottungsstrafe trifft den, für den sie festgesetzt ist, nicht nur, wenn er vor dem Tauchbad das Heiligtum betritt, sondern auch nach dem Tauchbad, so lange die Sonne nicht untergegangen ist (א״ר)."
+ ],
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+ "was nach rabbinischer Verordnung in Wasser untergetaucht werden muss. Gemeint sind die Sabim V, 12 aufgezählten Unreinheiten, die nach rabbinischer Verordnung als Unreinheiten zweiten Grades gelten.",
+ "Profanes und Zehnt sind ihm erlaubt. S. oben Note 35.",
+ "Die Weisen verbieten hinsichtlich des Zehnte. Der Unreine darf Zehnt nicht geniessen, obgleich er ihn durch seine Berührung nicht verunreinigt (Chagiga 18 b)",
+ "Nach dem Untertauchen ist ihm alles erlaubt. Auch bevor die Sonne untergegangen ist.",
+ "ist er straffrei. Da die Strafe nur für den festgesetzt ist, der durch einen אב הטומאה דאורייתא unrein geworden das Heiligtum betritt."
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+ "in Wasser untergetaucht werden muss. Selbst wenn es nur, um für Entsündigungswasser rein zu sein, untergetaucht werden muss.",
+ "verunreinigt das Entsündigungswasser. Das bereits geweiht ist.",
+ "der das Entsündigungswasser sprengt. Ebenso jeden für Entsündigungswasser Beinen.",
+ "durch Berühren und durch Tragen. Dadurch, dass diese von dem Unreinen berührt oder ohne Berührung getragen werden, nach מ״א soll hier היסט = משא sein.",
+ "den [für Verunreinigung] empfänglich gemachten. Speisen, also auch der geniessbare Ysop, können erst unrein werden, nachdem sie durch eine darauf gefallene Flüssigkeit hierfür empfänglich geworden sind, dieses Empfänglichwerden für Unreinheit wird הכשר genannt. Natürlich muss hier diese Flüssigkeit für Entsündigungswasser rein gewesen sein, da sonst der Ysop schon durch die Berührung mit diesem unrein geworden ist.",
+ "aber nicht durch Tragen. Vgl. Note 46."
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+ "dies ist Ysop. Die Pflanze, die man schlechthin „der Ysop“, d. h. der allgemein mit dieser Bezeichnung gemeinte Ysop, nennt.",
+ "Stibium Ysop. S. Negaim XIV Note 47.",
+ "solcher von unreiner Hebe. Da Ysop ein geniessbares Kraut ist, muss man davon, wenn man es zum Essen gepflückt hat, Hebe absondern.",
+ "ist untauglich. Auch wenn er nicht das Volumen eines Eis hat und deshalb das Entsündigungswasser nicht verunreinigt, weil er immerhin doch selbst unrein ist. Das gleiche gilt auch für einen unreinen profanen, die Mischna spricht nur deshalb von Hebe, um zu sagen, dass man mit dieser, auch wenn sie rein ist, nicht sprengen soll.",
+ "mit dem von reiner Hebe. Selbst wenn sie besondere für Entsündigungswasser rein gehalten worden ist.",
+ "soll man nicht sprengen. Weil Hebe vor Verunreinigung behütet werden muss, Entsündigungswasser aber leicht untauglich werden kann und dann die Hebe verunreinigen würde.",
+ "Mit noch treibenden. Die noch aus dem Erdboden saugen.",
+ "Pflanzen und mit noch verschlossenen. תמרה = Dattel, dann auch dattelförmige Knospe. יונקות und תמרות bezeichnen zwei aufeinander folgende Entwicklungsstadien der Pflanze. In der Tosefta erklärt B. Meïr: יונקות heissen Blutenkelche, die noch nicht gereift sind, תמרות solche, die überhaupt noch keine Blüten haben, während die Weisen erklären: תמרות heissen Blütenkelche, die noch nicht gereift sind, יונקות solche, die überhaupt noch keine Blüten haben.",
+ "wenn sie noch verschlossen waren. Danach ist anzunehmen, dass תמרות ein früheres Entwicklungsstadium bezeichnet als יונקות.",
+ "die noch nicht gereift sind. D. h. an denen die Früchte noch nicht gereift sind, es würde das der Ansicht des R. Meïr in der Tosefta entsprechen. גבעול von גביע = גבע Kelch, mit angehängtem ל, der Blütenkelch."
+ ],
+ [
+ "den Aussätzigen damit zu reinigen. Im Gegensatz zu der Ansicht des R. Elieser in der Tosefta (s. ר״ש zu Negaim XIV, 1), nach der ebenso wie das Wasser und das Gefäss, in das man das Wasser hineintut, auch das Zedernholz, der Ysop und die wollene Schnur, mit denen man den Aussätzigen besprengt, noch nicht gebraucht sein dürfen.",
+ "um ihn als Holz zu verwenden. Pflanzen, die nicht als Genussmittel dienen, nehmen keine Unreinheit an.",
+ "und es sind Flüssigkeiten. Die nicht für Entsündigungswasser rein gehalten worden sind.",
+ "trocknet man ihn. Damit nicht die noch darauf befindliche nicht reine Flüssigkeit mit dem Entsündigungswasser sich vermischt.",
+ "ist er untauglich. Durch die darauf gekommene Flüssigkeit ist der Ysop für Unreinheit empfänglich geworden und, da sie nicht für Entsündigungswasser rein war, zugleich unrein geworden.",
+ "Hat man ihn für Entsündigungswasser gepflückt. Zu dem Zweck, damit die Sprengungen vorzunehmen.",
+ "ist es, wie wenn man ihn zum Speisen gepflückt hat; dies die Worte des R. Meïr. Er ist der Ansicht, dass Ysop allgemein als Genussmittel dient, deshalb ist er nur dann nicht für Unreinheit empfänglich, wenn man die ausgesprochene Absicht hatte, ihn als solches nicht zu verwenden, man könnte ihn vielleicht nach dem Sprengen noch geniessen wollen.",
+ "gepflückt hat. Sie sind der Ansicht, dass Ysop nur dann als Genussmittel gilt, wenn man ihn ausdrücklich hierfür gepflückt hat (מ״א)."
+ ],
+ [
+ "und an diesen drei Blütenkelche. An jedem Strunk ein Blütenkelch.",
+ "Sind an einem Ysop. Aus einer Wurzel hervorgesprossen, und an jedem Strunk ist ein Blütenkelch.",
+ "spaltet. פסק = פסג spalten, nicht vollständig voneinander trennen (s. תרע״א), auch so gelten sie schon als drei getrennte Strunke (nach יו׳׳ב ist vollständiges voneinander trennen gemeint). Spaltet man dagegen nicht von der Wurzel auf, kann man nicht der Vorschrift, sie zusammenzubinden (אגודת אזוב) genügen, da sie bereits von Natur zusammengewachsen sind (אגד בירי שמיס לא שמיה אגד).",
+ "ist er tauglich. Der Ysop gilt als tauglich, auch wenn man die Vorschrift des Zusammenbindens nicht erfüllt hat.",
+ "drei Strunke. In L. nun N. fehlen die Wörter: שלשת קלחים ובהם, ebenso im Texte des Maim. ed. Derenbourg und Sukka 13 a.",
+ "und an diesen drei Blütenkelche. Nach den Ausführungen im Talmud (Sukka 13a) ist R. Jose der Ansicht, dass es von vornherein drei sein müssen und es untauglich ist, wenn es nur zwei sind, während nach der ersten Ansicht es von vorneherein drei sein sollen, es aber nicht untauglich ist, wenn es nur zwei sind.",
+ "übrig geblieben sein. Wenn durch den Gebrauch die Blütenkelche abgenutzt sind.",
+ "und die Stümpfe können noch so klein sein. Nach dem Gebrauch, während von vorneherein sie mindestens eine Handbreite lang sein müssen (ת״ויט)."
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+ " Sukka 37 a.",
+ "Ist der Ysop zu kurz. So dass man damit nicht an das Wasser in dem Gefäss heranreicht.",
+ "macht man ihn durch einen Faden. An den man ihn anbindet.",
+ "oder eine Spindel. In die man ihn hineinsteckt.",
+ "genügend. מספקו von ספק = genug sein, hinreichen.",
+ "taucht ihn ein. Obgleich es heisst (Num. 19, 18): ולקח אזוב וטבל, dass man den Ysop beim Eintauchen in die Hand nehmen soll, gefügt man auch so der Vorschrift, weil unter ולקח auch das in die Hand nehmen vermittels eines anderen Gegenstandes verstanden wird.",
+ "dann fasst man den Ysop an. Da man beim Sprengen den Ysop unmittelbar anfassen muss (רש״י סוכה ל״ז וכן ר״ש).",
+ "so darf auch nur mit dem Ysop eingetaucht werden. Sie sind der Ansicht, dass der Vorschrift ולקה nur genügt wird, wenn man den Gegenstand unmittelbar in der Hand hält."
+ ],
+ [
+ "ob das Gesprengte. Das auf den Unreinen gefallen ist.",
+ "Hat man auf zwei Geräte gesprengt. Zugleich mit einer Sprengung.",
+ "ob man auf beide gesprengt hat. Ob man beim Sprengen jedes der beiden Geräte getroffen hat.",
+ "oder nur von dem einen auf das andere abgenässt. מצה = etwas Feuchtes ausdrücken, der eine Gegenstand hat gleichsam etwas von dem auf ihn gefallenen Wasser abgenässt und auf den anderen abgegeben.",
+ "Liegt eine Nadel. Eine unreine, um sie zu besprengen.",
+ "auf einer Tonscherbe. Als Unterlage, die Tonscherbe ist rein und brauchte nicht besprengt zu werden.",
+ "kann man in der gewöhnlichen Weise hineintauchen und herausziehen. Nach Bart.: obwohl beim Hindurchziehen durch den engen Hals vielleicht Wasser vom Ysop abgestreift wird und nicht soviel darauf zurückbleibt, wie auf dem eingetauchten Ysop vorhanden sein muss. Nach Maim.: obwohl durch den engen Hals Wasser vielleicht vom Ysop abgestreift wird und dieses dann wieder beim Herausziehen vom Ysop mitgenommen wird, dieses Wasser dann aber nicht, wie die Vorschrift ist, durch Eintauchen auf den Ysop gekommen ist. Nach ר״ש: obwohl durch den engen Hals beim Herausziehen vielleicht eigene Feuchtigkeit aus dem Ysop herausgepresst wird, die sich mit dem auf ihm befindlichen Wasser vermischt und es untauglich macht.",
+ "Nur zu der ersten Sprengung. Nach Bart.: bei der ersten Sprengung wird noch soviel Wasser wie nötig auf dem Ysop vorhanden sein, ist aber die erste Sprengung damit gemacht, ist zu befürchten, dass dieses nicht mehr der Fall ist. Nach Maim.: beim Eintauchen und Herausziehen zur zweiten Sprengung ist der Ysop schon durchweicht und deshalb die angegebene Befürchtung wohl begründet, die bei dem Hinausziehen zur ersten Sprengung als nicht vorliegend erachtet wird. Nach ר״ש: Wenn man nach der ersten Sprengung, durch die schon ein Teil des Wassers von dem Ysop abgespritzt ist, noch eine zweite Sprengung damit macht, muss diese schon mit grösserer Kraft erfolgen und ist deshalb wohl zu befürchten, dass dadurch der schon beim Hinausziehen durch den engen Hals gelockerte Eigensaft des Ysop herausdringt und sich mit dem Wasser vermischt und es untauglich macht (יו״ב).",
+ "nur darf man nicht [die Flüssigkeit] aufsaugen. יספג von ספוג (σπόγγος) Schwamm = wie ein Schwamm aufsaugen (s. Sebach. VI Note 46), das Wasser muss so in dem Gefässe stehen, dass man den Ysop darin eintauchen kann, aber nicht es durch ihn wie mit einem Schwamm aufsaugen lassen muss.",
+ "nach vorne. Auf vorne stehende Geräte.",
+ "und hat nach hinten gesprengt. Das Wasser hat hinten stehende getroffen.",
+ "ist die Sprengung untauglich. Das Gerät wird nur rein, wenn man die Absicht hatte, es zu besprengen, nach Ansicht des ראב׳׳ד, auch wenn man nicht die Absicht hatte, es damit rein zu machen, nach Maim. muss man dabei diese Absicht gehabt haben.",
+ "ist die Sprengung tauglich. Bei der Absicht, nach vorne zu sprengen, meint man nicht nur auf die Geräte, die geradeaus vorne stehen, sondern auch auf die, die vorne seitwärts stehen, ebenso demnach bei der Absicht, nach hinten zu sprengen, auch auf die, die hinten seitwärts stehen.",
+ "Man darf auf einen Menschen mit seinem Wissen und ohne sein Wissen sprengen. Nur der Sprengende muss die Absicht haben, die Sprengung auszuführen, bei dem Besprengten ist keine Absicht erforderlich, wie man ja auch Geräte besprengt.",
+ "zugleich. Mit einer Sprengung, wenn nur auf jeden oder jedes von ihnen ein Tropfen von dem Wasser fällt."
+ ],
+ [
+ "die Unreinheit annimmt. Wenn sie auch jetzt nicht unrein war.",
+ "[das Eintauchen] nicht zu wiederholen. Sondern darf mit demselben Wasser auf dem Ysop Unreines besprengen Da der Ysop mit der Absicht eingetaucht worden ist, einen Gegenstand, der für Unreinheit empfänglich ist, damit zu besprengen, ist das Eintauchen in der rechten Absicht geschehen, und darf deshalb damit Unreines besprengt werden, auch wenn man davon auf einen Gegenstand gesprengt hat, der gar nicht für Unreinheit empfänglich ist.",
+ "[das Eintauchen] wiederholen. Da der Ysop zu dem Zwecke eingetaucht worden ist, einen Gegenstand, der für Unreinheit gar nicht empfänglich ist, zu besprengen, ist der Vorschrift des Eintauchens zum Zwecke der Reinigung gar nicht genügt, deshalb muss, um Unreines zu besprengen, das Eintauchen wiederholt werden, und auch der irrtümlich besprengte Gegenstand ist, wenn er unrein war, durch die Besprengung nicht rein geworden. So nach der Erklärung von Maim. Bart. und יו״ב. Ganz anders erklären ראב״ד ,רא״ש יר״ש und א״ר, nach ihnen ist unter ישנה nicht das Wiederholen des Eintauchens zu verstehen, sondern das nochmalige Sprengen mit dem Wasser, das auf dem Ysop ist. Hat man auf eine Sache, die nicht für Unreinheit empfänglich ist, gesprengt, ist dadurch, selbst wenn man eigentlich die Absicht hatte, auf etwas, das für Unreinheit empfänglich ist, zu sprengen, das Wasser auf dem Ysop untauglich geworden und darf man deshalb nicht mehr damit sprengen, bis man von neuem eingetaucht hat. Hat man dagegen auf eine Sache, die für Unreinheit empfänglich ist, gesprengt, selbst wenn sie nicht unrein war, auch wenn man eigentlich die Absicht hatte, auf etwas, das gar nicht für Unreinheit empfänglich ist, zu sprengen, ist das Wasser dadurch nicht untauglich geworden und darf man damit weiter sprengen (S. dazu יומא 14 a).",
+ "und man hat auf ein Vieh. Mensch und Vieh als Beispiele für etwas, was für Verunreinigung empfänglich bezw. nicht empfänglich ist.",
+ "Das heruntertropfende. Das von dem Ysop heruntertropft.",
+ "Wasser. In den Fällen, wo man mit dem Ysop nicht weitersprengen darf, bevor man ihn von neuem eingetaucht hat.",
+ "ist tauglich. Es bleibt taugliches Entsündigungswasser, man darf nur nicht damit sprengen, weil das vorausgegangene Eintauchen als nicht geschehen betrachtet werden muss, man kann es deshalb für sich oder, wenn es wieder in das Gefäss zurückgegossen worden ist, als Entsündigungswasser benutzen (יו״ב).",
+ "darum verunreinigt es als Entsündigungswasser. Wie jedes taugliche Entsündigungswasser den nicht für Entsündigungswasser Reinen bezw. auch den dafür Reinen, wenn die Berührung nicht zum Zwecke des Besprengens und des damit Zusammenhängenden geschieht (s. oben XI Note 24), unrein macht."
+ ],
+ [
+ "Hat das Besprengen aus einer Nische. In der Aussenseite der Mauer.",
+ "die öffentlicher Besitz ist. In der Nische stand zu allgemeinem Gebrauche ein Gefäss mit Entsündigungswasser und daraus hat man auf den Unreinen gesprengt.",
+ "stattgefunden und [der Besprengte] das Heiligtum betreten. In dem Gedanken, dass er durch das Besprengen sich vorschriftsmässig gereinigt hat.",
+ "ist er frei. Er braucht kein Sundopfer zu bringen wie sonst derjenige, der irrtümlich in Unreinheit das Heiligtum betreten hat. Nach Maim., weil nur derjenige ein Sündopfer zu bringen hat, der insofern gefehlt hat, als er sich nicht vorher genügend vergewissert hat, ob er ein Unrecht begeht oder nicht, dieser aber sich darauf verlassen durfte, dass das Entsündigungswasser, das zum allgemeinen Gebrauch dort hingestellt war, tauglich sei. Nach ר״ש und רא״ש ist unter חלון של רבים eine Nische zu verstehen, von der aus man diejenigen besprengte, die in Zweifel waren, ob sie sich nicht an einem öffentlichen Platz eine Unreinheit zugezogen hatten, trotzdem sie eigentlich gar keiner Reinigung bedurften, da eine zweifelhafte in der Öffentlichkeit zugezogene Unreinheit als rein betrachtet wird; deshalb braucht dieser, der sich hat besprengen lassen, auch wenn sich nachher herausstellt, dass das Wasser untauglich war, jedenfalls kein Sündopfer zu bringen.",
+ "ist er schuldig. Nach Maim., weil er sich nicht darauf verlassen durfte, dass das in der Nische eines Privatmanns stehende Wasser tauglich ist, und demnach doch gefehlt hat.",
+ "weil der Hohepriester wegen Betretens des Heiligtums überhaupt nicht schuldig wird. Dies ist die Ansicht R. Simons in Horajot, s. d. Note 54.",
+ "Man pflegte vor einer solchen öffentlichen Nische auszugleiten. Soviel Wasser sammelte sich von den vielen Sprengungen auf dem Erdboden.",
+ "trat darauf und liess sich nicht zurückhalten. Danach das Heiligtum zu betreten.",
+ "weil sie. Die Weisen.",
+ "nicht mehr verunreinigt. Mit dem Wasser waren bereits die Sprengungen ausgeführt, deshalb verunreinigte es nicht die, die darauf traten."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Reiner die unreine Hacke. Die ein אב הטומאה geworden ist und deshalb besprengt werden muss.",
+ "und man hat darauf gesprengt. N. und Talmudausg. lesen: והזה עליו, Maim. ed. Derenb,: ומזה.",
+ "bleibt er. Der die Hacke hält.",
+ "rein. Das Kleid ist durch die Berührung der Hacke unrein ersten Grades geworden, verunreinigt aber ihn selbst nicht, da ein Mensch nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden kann.",
+ "wie zu einer Sprengung nötig ist. Er wird auch dadurch, dass er das Wasser, das auf die Hacke gesprengt worden ist, trägt, nicht unrein, weil das Wasser, nachdem die Besprengung bereits vollzogen ist, nicht verunreinigt; anderenfalls würde das Wasser ihn verunreinigen, da zur Besprengung der Hacke es nicht notwendig ist, dass sie jemand mit der Hand festhält.",
+ "dass es zu einer Sprengung genügt. Und dass deshalb der, der es berührt oder trägt, unrein wird.",
+ "dass man die Spitzen der Blütenkelche darin eintauchen und damit sprengen kann. Dass ausser dem, was beim Eintauchen von dem Ysop aufgesaugt wird, noch soviel Wasser auf ihm verbleibt, dass man damit eine Sprengung ausführen kann, nur wenn ein solches Quantum Wasser da ist, wird der, der es berührt oder trägt, unrein. Auf das zu Besprengende dagegen braucht nur der kleinste Tropfen zu fallen (s. Joma 14 a).",
+ "als wenn es auf einem Ysop aus Erz wäre. In das überhaupt kein Wasser eindringt. Wenn deshalb so viel Wasser da ist, dass man damit eine Sprengung ausführen kann, wird der, der es berührt oder trägt, unrein, wenn auch beim Eintauchen der Ysop das ganze Wasser aufsaugen und nichts mehr zum Sprengen übrig bleiben würde."
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+ "Wenn man mit einem unreinen. D. h. der nicht für Entsündigungswasser rein gehalten worden ist.",
+ "Ysop sprengt und daran soviel wie ein Ei ist. Speisen verunreinigen nur, wenn sie wenigstens das Volumen eines Eis haben.",
+ "ist das Wasser untauglich. Das Wasser ist durch die Berührung mit dem eingetauchten Ysop untauglich geworden.",
+ "und die Sprengung untauglich. Als eine Besprengung mit untauglichem Wasser.",
+ "ist das Wasser tauglich. Da der Ysop nicht soviel Volumen hatte, um untauglich machen zu können.",
+ "und die Sprengung untauglich. Weil nicht nur der Sprengende, sondern auch der Ysop, mit dem er sprengt, für Entsündigungswasser rein sein muss.",
+ "Er. Der Ysop, der nicht für Entsündigungswasser rein war und Eigrösse hatte.",
+ "verunreinigt den anderen. Wenn er nach dem Sprengen einen anderen Ysop berührt, macht er auch diesen für Entsündigungswasser unrein, weil er selbst durch die Berührung mit dem untauglich gewordenen Wasser unrein geworden ist.",
+ "selbst wenn es hundert sind. Weil inbezug auf Entsündigungswasser kein Unterschied zwischen den verschiedenen Graden der Unreinheit gemacht wird (s. oben VIII Note 9)."
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+ [
+ "Sind dem für Entsündigungszwecke Reinen die Hände unrein geworden. S. Jadajim III, 1.",
+ "und er verunreinigt wieder einen anderen. Der seinen Körper berührt."
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+ "Ist an der Flasche. Aus Metall oder Holz. Eine irdene Flasche dagegen, die niemals ein אב הטומאה werden kann, wird auch beim Entsündigungswasser nicht אב הטומאה, dass sie Menschen und Geräte verunreinigen kann (מ״א).",
+ "von Entsündigungswasser die Aussenseite unrein geworden. Dadurch, dass unreine Flüssigkeit darauf gekommen ist (s. Kelim XXV, 6).",
+ "ist auch die Innenseite unrein geworden. Ebenso wie bei heiligen Geräten (s. Kelim XXV, 9).",
+ "und die andere wieder eine andere. Die unrein gewordene Flasche wird für Entsündigungswasser als אב הטומאה betrachtet und verunreinigt deshalb andere Geräte, und diese wieder andere, weil beim Entsündigungswasser der Unreinheitsgrad immer derselbe bleibt.",
+ "Die Glocke und der Klöppel gelten als verbunden. Wenn der Klöppel in der Glocke hängt, gelten beide als ein zusammengehöriges Gerät und, wenn der eine Teil unrein geworden ist, ist auch der andere unrein, ebenso gilt, wenn auf den einen gesprengt worden ist, auch der andere für besprengt.",
+ "Bei einer Spindel. כוש Die Spindel. Diese bestand aus drei Teilen: 1) der eigentlichen Spindel, um die sich der Faden wickelte, einem Stäbchen aus Holz, כוש im engeren Sinne genannt, 2) einem Haken aus Metall am Kopfe des Stäbchens zum Festhalten des Fadens צינורא genannt und 3) einem Ringe, dem Wirtel, am unteren Ende, ebenfalls aus Metall, um das Stäbchen zu beschweren und das Drehen der Spindel leichter zu machen, פיקה genannt.",
+ "für Weiden. רובן, andere Lesart: ארכן gleichbedeutend mit ערבה = Weide, eine Spindel, die man zum Spinnen von Weidenmatten gebrauchtet. Nach א״ר ist unter רובן der wollartige Bast zwischen Rinde und Holz zu verstehen, nach הלכות פ״א) ראב״ד XIII, 10) das Schiffbau, von ארבא = Schiff, oder die Bogensehne, von רובה קשת.",
+ "soll man nicht auf die Spindelstange und nicht auf den Wirtel sprengen. Wenn die Spindel unrein geworden ist, soll man nicht auf diese Teile sprengen, sondern auf die צינורא an der Spitze, weil diese den Hauptteil der Spindel bildet und die anderen Teile oft heruntergenommen zu werden pflegen, deshalb nicht als mit ihm verbunden gelten. Nach Bart. genügt es nur nicht, wenn man auf einen dieser Teile sprengt, sondern muss man auf beide sprengen.",
+ "gilt sie als besprengt. Für den Fall, dass es geschehen ist, gelten alle Teile als verbunden und man braucht nur auf einen Teil der Spindel zu sprengen.",
+ "Bei einer für Flachs gelten sie als verbunden. Weil man bei dieser Spindel die Teile nicht auseinander zu nehmen pflegt und sie deshalb stets als verbunden gelten.",
+ "die an Ringen befestigt ist. So dass man sie zur Reinigung herausnehmen kann.",
+ "gilt als verbunden. Weil sie doch meistens daran befestigt ist.",
+ "der Untersatz. מלכן denom. von לבנה = Ziegel, ein länglicher viereckiger Rahmen, hier ist ein solcher Untersatz gemeint, den man unter die Bettfüsse stellte, damit ihnen die Erdfeuchtigkeit nicht schade.",
+ "gilt nicht als verbunden. Mit dem Bett.",
+ "nicht für das Unreinwerden. Wenn der Untersatz unrein geworden ist, ist nicht auch das Bett unrein, und ebenso umgekehrt,",
+ "und nicht für das Reinwerden. Durch Besprengen.",
+ "Alle hineingebohrten. קדוחות von קדח = bohren, davon מקדח der Bohrer. Nach Maim. und Bart.: Handgriffe, in die eine Öffnung hineingebohrt ist, in die man den Rand oder die Spitze des Gefässes hineinfügt, wie bei dem Messer die Klinge in den Stil. Nach ר״ש und א״ר: Handgriffe, die in eine an dem Gefäss befindliche Öffnung hineingebohrt sind.",
+ "Auch die eingekerbten. חרוקות von חרק arab. خرق = einschneiden, kerben. Nach Maim. und Bart.: Handgriffe, die in eine Kerbe des Gefässes hineingefügt sind. Nach ר״ש und א״ר, der חדוקות liest (vermutlich von חדק verw. mit חזק = hineindrücken): Handgriffe, in die der Rand oder die Spitze des Gefässes hineingedrückt ist."
+ ],
+ [
+ "Die Körbe am Saumsattel. קנתל nach Maim. ein Rohrgeflecht, durch das die daran hängenden oder befestigten Körbe zusammengehalten wurden. Nach Levy, Wörterbuch = τά ϰανδήλια der Saumsattel eines Packesels, an dem die Packkörbe befestigt waren.",
+ "das Brett der Dreschwalze. טרבל = τϱίβολος, eine Dreschtafel, an der unten spitze Steine befestigt waren, sie bestand aus mehreren Teilen, die auseinander zu nehmen waren.",
+ "der Zapfen an der Totenbahre. כליבה von כלב = flüchten, eigentlich ein Geflechte, ein Gerüste ans Stangen oder Zweigen, auf dem man den Toten hinaustrug. Der קרן genannte Zapfen wurde hineingesteckt, um die Leiche festzuhalten, und war je nach der Länge derselben verstellbar. א״ר liest כליבה (s. Tosaf. Moed kat. 27 b) ebenso Maim. ed. Derenb.",
+ "die Trinkhörner der Reisenden. Die in der Art wie unsere zusammenzuschiebenden Trinkbecher aus mehreren Teilen bestanden, um sie nach Bedarf zu verlängern oder zu verkürzen.",
+ "der Schlüsselbund. An dem mehrere Schlüssel hängen.",
+ "von den Wäschern Zusammengeheftetes. Die Wäscher pflegten kleine Wäschestücke mit den grossen zusammenzuheften, damit sie nicht verloren gehen",
+ "das mit Kilajim zusammengenäht ist. Ein wollenes, das mit einem leinenen Faden zusammengenäht ist oder umgekehrt, dessen einzelne Teile man deshalb wieder voneinander trennen muss.",
+ "gelten als verbunden für Verunreinigung. Trotzdem sie eigentlich nicht als verbunden gelten sollten, hat man in erschwerendem Sinne bestimmt, dass sie inbezug auf Verunreinigung als verbunden betrachtet werden."
+ ],
+ [
+ "als nicht verbunden für das Besprengen. Wenn man auf den Kessel gesprengt hat, ist der Deckel noch nicht rein und ebenso umgekehrt. Dass sie bei Verunreinigung als verbunden gelten, ist nur eine Erschwerung, da sie eigentlich nicht als verbunden zu betrachten sind.",
+ "ist der Wärmkessel nicht besprengt. Sie sind in Wirklichkeit als verbunden zu betrachten, trotzdem genügt das Besprengen des Deckels nicht, weil dieser doch Dur ein nebensächlicher Bestandteil des Kessels ist, ähnlich wie bei der Spindel in Mischna 8.",
+ "Alle sind tauglich zum Sprengen ausser dem Unbestimmt. S. Bechor. VI Note 92.",
+ "und dem Doppelt-Geschlechtlichen. S Bechor. VI Note 93.",
+ "der Frau. Weil es heisst (Num. 19, 18): וטבל במים איש טהור והזח, das Eintauchen wie das Sprengen muss durch einen Mann geschehen, damit ist auch der טומטוס und der אנדרוגינוס ausgeschlossen. denn sie gelten auch nicht als איש.",
+ "das noch keinen Verstand hat. Dagegen darf ein Knabe, der weiss, um was es sich handelt, sprengen, auch wenn er noch ein קטן ist.",
+ "Die Frau kann [dem Sprengenden] nachhelfen und er sprengt. Gleichviel ob es ein Kind mit Verstand oder ein Erwachsener ist.",
+ "sie kann ihm das Wasser halten. Da dieses keine zum Sprengen gehörende Handlung ist, die nur durch einen Mann ausgeführt werden dürfte.",
+ "wenn auch nur beim Sprengen. Um so mehr beim Eintauchen, auf das sich das Wort איש zunächst bezieht."
+ ],
+ [
+ "Hat man den Ysop am Tage eingetaucht und am Tage gesprengt. Das Eintauchen wie das Sprengen muss am Tage geschehen, da es heisst (Num. 19, 19): ביום השלישי וביום השביעי.",
+ "ist es tauglich. Auch wenn längere Zeit dazwischen verstrichen ist, nach Tosf. Jomt. nur, wenn beides an demselben Tage geschehen ist, nach einer von ihm gebrachten Lesart: טבל ביום והזה ביום שלאחריו פסול.",
+ "Dagegen kann [der Mensch] selbst in der Nacht untertauchen und sich am Tage besprengen lassen. Nach dem Schriftwort soll der Unreine am siebenten Tage besprengt werden, dann ein Tauchbad nehmen, und wenn die Sonne untergeht, ist er dann rein. Maim. und nach ihm Bart. erklären deshalb, dass die Mischna hier von dem Falle spricht, dass der Unreine sich am siebenten Tage noch nicht hat besprengen lassen — das Besprengen muss nicht unbedingt am siebenten Tage erfolgen, es müssen nur zwischen dem ersten und dem zweiten Besprengen mindestens vier Tage liegen — in diesem Falle kann er am siebenten Tage in der Nacht sein Tauchbad nehmen und dann an einem der folgenden Tage sich besprengen lassen. Dagegen erklärt ר״ש der Erklärung des ובינו תם folgend (s. Tosaf. Megilla 20 a), dass die Mischna hier nicht von dem nach dem Besprengen zu nehmenden Tauchbad spricht, sondern von dem, das er vor dem Besprengen zur Reinigung für das Besprengen zu nehmen hat (s. Tosaf. Jebam. 46 b ד״ה דאין חזאה כלא טבילה), dieses Tauchbad braucht er nicht am Tage zu nehmen, sondern er kann es schon in der vorhergehenden Nacht nehmen. א״ר erklärt, er braucht das nach dem Besprengen zu nehmende Bad nicht am Tage zu nehmen, sondern er kann auch, nachdem er am Tage besprengt worden ist, erst in der Nacht untertauchen, nur wird er dann natürlich erst mit Sonnenuntergang am nächsten Tage rein.",
+ "denn. Das „denn“ kann man wohl so auffassen, dass es die Begründung dafür gibt, dass gesagt worden ist, dass das Besprengen nur am Tage stattfinden darf.",
+ "doch ist es in allen Fällen. Bei allem, von dem vorher gesagt ist, dass es nur am Tage geschehen darf."
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Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
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+ "\nEinleltung.\nDer Traktat טהרות behandelt in der Hauptsache das Unreinwerden von Speisen und Getränken (s. VK 17—19) und die weitere Uebertragung der Unreinheit durch sie auf andere Speisen und Getränke, auf andere Gegenstände und auf den Menschen (I—III). Da Speisen und Getränke durch die auf sie übertragene Unreinheit immer nur unrein leichteren Grades werden, werden im Anschluss daran ganz allgemein auch die Fälle behandelt, in denen es zweifelhaft ist, ob eine Verunreinigung überhaupt stattgefunden hat, und die Entscheidungen hierüber zusammengestellt (III, 5—IV). Nach feststehender Halacha ist hierbei aber vor allem zu unterscheiden, ob es sich um eine zweifelhafte Verunreinigung in einem Privatgebiet (רשות היחיד) oder in einem öffentlichen Gebiet (רשות הרכים) handelt. Die hieraus sich ergebenden Entscheidungen, sowie die Bestimmungen darüber, was als ein öffentliches Gebiet bei der Beurteilung solcher zweifelhafter Verunreinigungen zu gelten hat, bilden den Haupthinhalt der folgenden Abschnitte (V—VI). Eine besondere Erschwerung ergibt sich für den, der die Reinheitsvorschriften strenge beobachtet und seine Geräte und Speisen und Getränke vor jeder Verunreinigung schützen will (חבר), aus der gesetzlichen Bestimmung, wonach jeder Gesetzesunkundige (עם הארץ) immer als unrein gilt, weil er die Reinheitsgesetze nicht genau beobachtet, und deshalb auch alles, was er berührt, durch seine Berührung unrein wird. Mit den hieraus sich ergebenden Gesetzesbestimmungen beschäftigen sich die sich daran anschliessenden Abschnitte des Traktate (VII—VIII). Die letzten beiden Abschnitte (IX—X) behandeln Verunreinigungen, die bei Oliven, bevor sie in die Presse gebracht werden, und bei der Oel- und Weinbereitung in der Kelter Vorkommen können.\nAuffallend ist die Bezeichnung des Traktats mit dem Namen טהרות. Warum sollte, wie es die Erklärer annehmen, gerade dieser Traktat mit dem gleichen Namen bezeichnet worden sein wie die ganze Mischna-Ordnung, טהרות = Reinheiten, euphemistisch für טומאות = Unreinheiten ? Es ist wohl vielmehr anzunehmen, dass der Ausdruck טהרות hier nicht wie bei der Bezeichnung der ganzen Mischna-Ordnung euphemistisch für טומאות steht, sondern dass er hier die Bedeutung hat, in der dieses Wort in Mischna und Talmud so häufig gebraucht wird, wie auch in diesem Traktat (ועשה טהרות V, 3. 4. 5. 6, כלל אמרו בטהרות VIII, 6), טהרות = rein zu haltende Speisen oder Getränke. Der Traktat handelt in der Hauptsache von dem Unreinwerden von Speisen und Getränken. Wie der Traktat über die Verunreinigung von Geräten, כלים, der über die Verunreinigung durch Ueberdachung, אהלות, der über Aussatzschäden, נגעים heisst, so hat dieser Traktat, der über das Unreinwerden von rein zu haltenden Speisen und Getränken handelt, den Namen טהרות erhalten.\n"
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+ " Sebachim 105 b.",
+ "Dreizehn Dinge. Wie die Zahl 13 aus der nachfolgenden Aufzählung herauskommt, darüber gehen die Ansichten der Erklärer auseinander (s. Maim., ר״ש und יו״ב).",
+ "gelten für das Aas. Die Bestimmungen über das von dem noch lebenden Tiere abgetrennte Glied und über die Wirkung des Schlachtens bei einem Tiere, das trefa ist, betreffen eigentlich nicht das Aas, werden aber trotzdem mit aufgezählt.",
+ " Aas von für den Genuss erlaubtem Geflügel verunreinigt nur den Menschen, der es geniesst, und macht ihn, während er es herunterschluckt, zum אב הטומאה und die Kleider, die er dabei trägt oder Kleider und Geräte, die er berührt, unrein ersten Grades. In grossen Städten, wo es genug Leute gibt, die auch solches Aas essen, gilt es, auch ohne dass man die Absicht gehabt hat, es zu geniessen, als Speise und als unrein ersten Grades, nur auf jüdischen Dörfern, wo solches Aas nicht gegessen zu werden pflegt, bedarf es erst der ausdrücklichen Absicht, es zu geniessen.",
+ "es bedarf nicht des Empfänglichwerdens. Solches Aas ist unrein, ohne dass eine Flüssigkeit darauf gefallen und ohne dass es von einer Unreinheit berührt worden ist.",
+ "wie Speisen. Unreine.",
+ "bei Eigrösse. Wenn ein Stück davon, das so gross wie ein Ei ist, an andere Speisen anrührt, werden diese dadurch unrein zweiten Grades.",
+ "im Schlunde bei Olivengrösse. Auch wenn es nicht ausdrücklich zum Essen bestimmt worden war, verunreinigt es, wenn es soviel wie eine Olive ist, denjenigen, der es isst, in dem Augenblick, wo es sich in seinem Schlund befindet, dass er אב הטומאה wird und die Kleider, die er in diesem Augenblick trägt oder berührt, unrein ersten Grades werden. Nachdem er es hinuntergeschluckt hat, ist er nur unrein ersten Grades und verunreinigt nicht mehr die Gegenstände, die er berührt.",
+ "bleibt bis zum Sonnenuntergang unrein. Auch nachdem er sich durch ein Tauchbad gereinigt bat.",
+ "man wird schuldig. Das für das Betreten des Heiligtums in Unreinheit vorgeschriebene Schuldopfer zu bringen (s. Lev. 5, 3),",
+ "man verbrennt die von ihm verunreinigte Hebe. Wenn der, der davon gegessen hat, Hebe berührt hat, muss diese verbrannt werden, weil er unrein ersten Grades war und die Hebe durch seine Berührung unrein zweiten Grades geworden ist; ebenso wenn das Aas, nachdem man es zum Essen bestimmt hatte, an Hebe angerührt hat, aus demselben Grunde, weil solches Aas auch als unrein ersten Grades gilt (s. oben Note 4).",
+ "wer ein vom noch lebenden Tiere abgelöstes Glied. Wenn es einschliesslich der Knochen und Adern so viel wie eine Olive ist, wenn auch nicht eine Olivengrösse Fleisch daran ist.",
+ "davon. Von einem reinen Vogel.",
+ "erhält die vierzig Geisselhiebe. Im Gegensatz zu der von R. Meïr vertretenen Ansicht (Chullin 102 a), dass das Verbot von אבר מן החי sich nur auf zum Essen erlaubtes Vieh erstreckt, auf Geflügel dagegen überhaupt nicht.",
+ "durch das Schlachten oder Abdrücken. Der Halsröhren bei den Vogelopfern im Heiligtum.",
+ "rein. Trotzdem es, da es trefa ist, nicht für den Genuss erlaubt geworden ist, bat das Schlachten oder Abdrücken doch die Wirkung, dass es nicht, wie wenn es von selbst verendet wäre, Aas wird.",
+ "Es bleibt nicht rein. Sondern gilt als Aas.",
+ "wenn man es abdrückt. Die Begründung zu diesen verschiedenen Ansichten s. Sebachim VII Note 54—66."
+ ],
+ [
+ "Die Federn. Nach Maim, die kleinen Federn, die nach dem Abrupfen der grossen Federn Zurückbleiben.",
+ "und der Flaum. Die unmittelbar auf der Haut liegenden Flaumfedern.",
+ "nehmen Unreinheit an und verunreinigen. Nach ר״ש, Bart. und יו״ב sind auch hier nicht die Federn von einem Aas gemeint, sondern die Federn an einem geschlachteten reinen Vogel, diese werden als Griff (יד) für das darunter liegende Fleisch betrachtet, und nach Ukzin I, 1 wird das Fleisch unrein, wenn an den Griff eine Unreinheit angerührt hat, und wenn das Fleisch unrein ist, verunreinigt schon das Berühren des Griffs. Nach תוי״ט und א״ר meint die Mischna die Federn an einem Aas, das man zum Essen bestimmt hat, sie werden dadurch ebenso wie das Fleisch unrein und verunreinigen, weil sie als Griff für das Fleisch dienen.",
+ "werden aber nicht mit hinzugerechnet. Wenn das Fleisch erst mit den Federn zusammen Eigrösse hat, bzw. Olivengrösse inbezug auf die Verunreinigung beim Verschlingen.",
+ "Der Flaum wird mit hinzugerechnet. Weil diese Flaumfedern nicht als Griff gelten, sondern als Schutz (שוטר) s. Ukzin I, 1.",
+ "Der Schnabel. Die innere Fleischseite desselben.",
+ "und die Nägel. So weit sie im Fleisch drinstecken (Chullin 121 a).",
+ "Auch die Flügel-Ansätze und der Schwanz-Ansatz. Die man gewöhnlich beim Abrupfen der Federn mit herauszuschneiden pflegt.",
+ "weil man sie bei gemästeten [Tieren. Weil sie weicher und zarter sind.",
+ "] daranlässt. Deshalb gelten sie auch bei nicht gemästeten als geniessbar."
+ ],
+ [
+ " Selbst in grossen Städten, wo Aas von reinem Geflügel auch ohne besondere Absicht als Speise gilt, weil solches von unreinem Geflügel selbst von Nichtjuden nicht gegessen zu werden pflegt.",
+ "es muss erst empfänglich gemacht worden sein. Wie jede andere Speise, dadurch dass Flüssigkeit darauf gefallen und es dann verunreinigt worden ist, weil eine Eigenunreinheit ihm überhaupt nicht anhaftet.",
+ "es verunreinigt. Nachdem man es zum Genuss bestimmt hat und es durch Berührung einer Unreinheit unrein geworden ist.",
+ "macht den Körper untauglich. Der Körper dessen, der davon isst, wird unrein zweiten Grades (s. weiter 11, 2) und darf Hebe deshalb nicht essen noch berühren.",
+ "bei Grösse eines halben Halbbrotes. Das sind nach Raschi zwei, nach Maim. anderthalb Eigrössen (s. Meïla IV Note 44 und 45).",
+ "beim Verschlingen einer Olivengrösse davon verunreinigt es nicht. Weil der auf diese Art der Verunreinigung bezogene Schriftvers (Lev. 17, 15) sich nur auf Aas vom zum Genuss erlaubten Tieren bezieht.",
+ "nicht den Sonnenuntergang abzuwarten. S. Para XI, 5.",
+ "] das Heiligtum betritt. Weil seine Unreinheit nur auf einer rabbinischen Verordnung beruht.",
+ "aber man verbrennt von ihm verunreinigte Hebe. Trotzdem im allgemeinen Hebe, die nur nach rabbinischer Verordnung unrein geworden ist, nicht verbrannt werden darf.",
+ "erhält nicht die vierzig Geisseltbiebe. Für das Essen von אבר מן החי, weil dieses Verbot sich nur auf zum Essen erlaubte Tiere bezieht (s Chullin 102 a).",
+ "es wird nicht durch das Schlachten rein. Es kann nicht gemeint sein, dass das Schlachten nicht die Wirkung hat, dass dadurch das Tier nicht als Aas unrein wird, da ja das Aas von unreinem Geflügel überhaupt nicht unrein ist Vielmehr ist gemeint: während bei reinen Tieren, sobald sie geschlachtet sind, das Verbot von אבר מן החי selbst für den Nichtisraeliten aufhört, auch wenn das Tier noch zappelt und noch nicht ganz tot ist, weil es für den Israeliten zum Genuss erlaubt ist, sobald es geschlachtet ist, bleibt hier auch nach dem Schlachten das Verbot von אבר מן החי für den Nichtisraeliten bestehen, bis das Tier vollständig tot ist, weil es für den Israeliten als unreines Tier für den Genuss überhaupt verboten ist. Der oben erwähnte Grundsatz, dass das Verbot von אבר מן החי sich nur auf zum Genuss erlaubte Tiere bezieht, gilt nur für Israeliten, für Nichtisraeliten besteht dieses Verbot auch für unreine Tiere.",
+ "die Federn und der Flaum nehmen Unreinheit an und verunreinigen und werden mit hinzugerechnet. Weil man pflegt, sie als Schutz auf dem Geflügel zu lassen, damit das Fleisch länger frisch bleibt, da es nur wenig Leute gibt, die es essen (s. oben Note 29), und alles, was als Schatz (שומר) dient, nach Ukzin I, 1 mit hinzugerechnet wird (רא״ש).",
+ "der Schnabel und die Nägel nehmen Unreinheit an und verunreinigen und werden mit hinzugerechnet. S. oben Note 24 und 25."
+ ],
+ [
+ " Chullin IX, 1.",
+ "Beim Vieh werden die Haut. Wenn man beim Abziehen der Haut ein Stück Fleisch, das weniger als ein Ei gross ist, absichtlich daran gelassen hat.",
+ "der Fleischsaft. רוטב ist die Brühe; hier ist damit der beim Kochen aus dem Fleisch ausgeschiedene Fleischsaft gemeint, der zu einer festen Masse geronnen ist und deshalb für sich allein nicht gegessen zu werden pflegt, wohl aber zusammen mit dem Fleische.",
+ "der Bodensatz. S. Sebachim III, Note 24, die beim Kochen am Boden sich ansetzende Mischung von Gewürzen und anderen Zutaten, die für sich allein nicht gegessen zu werden pflegen.",
+ "das Abgeschabte. Die beim Abhäuten stellenweise an der Haut unabsichtlich hängen gebliebenen kleinen Fleischteile; nach anderen Erklärungen die sehr harte Halsader und die äussere Rückenmarkshaut.",
+ "die Knochen. In denen sich Mark befindet, nach Maim. (הלכות טומאת אוכלין IV, 4) auch andere Knochen, an denen sich noch angewachsenes Fleisch befindet.",
+ "die Hörner und die Klauen. So weit sie so weich sind, dass, wenn man hineinschneidet, Blut herausfliesst.",
+ "mit hinzugerechnet. Zu einem Stück Fleisch, das weniger als ein Ei gross ist, ebenso die Knochen zu dem in ihnen enthaltenen Mark, wenn diese nicht Eigrösse hat.",
+ "inbezug auf Speisenunreinheit. Die hier angeführten Dinge sind aber keine eigentlichen Speisen, da sie teils, wie die Haut und die Knochen gar nicht, teils, wie der Fleischsaft und die Adern, nur mit dem Fleisch zusammen gegessen zu werden pflegen. Trotzdem werden sie mit dem Fleisch zu der erforderlichen Eigrösse zusammengerechnet, weil sie teils, wie der Fleischsaft und die Adern, doch mit dem Fleische zusammen gegessen zu werden pflegen, teils, wie die Haut und die Knochen, dem Fleische bzw. dem in den Knochen befindlichen Mark als Schutz (שומר) dienen (s. oben Note 40).",
+ "aber nicht inbezug auf die Aas-Unreinheit. Wenn man ein Stück Aas gegessen hat oder berührt oder getragen hat, das erst mit ihnen zusammen so gross wie eine Olive ist.",
+ "wenn jemand. Ein Israelit.",
+ "ein unreines Vieh für einen Nichtjuden geschlachtet hat und es zuckt noch. Es ist noch nicht vollständig tot.",
+ "wie Speisen verunreinigen. Obgleich es auch für den Nichtjuden nicht für den Genuss erlaubt ist, so lange es noch nicht vollständig verendet ist (s. oben Note 39), gilt es dennoch inbezug auf Speisenunreinheit als Speise. (Ausführliches hierüber s. Chullin 121 b und Raschi daselbst).",
+ "wenn es tot ist. Weil es Lev. 11, 39 ausdrücklich heisst: וכי ימות מן חבהמה, erst durch den Tod wird es נבלת.",
+ "oder man den Kopf abgetrennt hat. Sobald der Kopf vollständig abgetrennt ist, gilt das Tier als tot, auch wenn es noch Bewegungen macht.",
+ "Für die Verunreinigung durch Speisen-Unreinheit sind die Grenzen weiter gezogen. Zu ריבה ist zu ergänzen הכתוב : das Schriftwort, aus dem die obigen Bestimmungen abgeleitet werden."
+ ],
+ [
+ "die durch einen Unreinheits-Erzeuger. S. VK Absatz 1 und 2.",
+ "verunreinigt worden ist. Und dadurch unrein ersten Grades geworden ist.",
+ "die durch eine erzeugte Unreinheit verunreinigt worden ist. Und demnach höchstens unrein zweiten Grades geworden ist.",
+ "Eine halbe. Nicht gerade je eine halbe Eigrösse, sondern ebenso auch ein nur etwas weniger als ein eigrosses Stück von der einen und ein dieses rar Eigrösse ergänzendes Stück von der anderen.",
+ "die man mit einander vermengt. Auch wenn man sie mit einander nicht vermengt hat und beide Teile die Hebe gleichzeitig berührt haben.",
+ "gelten als [unrein] zweiten Grades. Und machen Hebe durch Berührung untauglich.",
+ "gelten als dritten Grades. Und machen Hebe durch Berührung nicht untauglich. Ebenso auch, wenn die eine halbe Eigrösse ersten und die andere dritten Grades war.",
+ "gelten als ersten Grades. Weil das Gemenge ein eigrosses Stück ersten Grades enthält.",
+ "gilt der eine wie der andere Teil als zweiten Grades. Weil jedenfalls in keinem der beiden Teile eine ganze Eigrösse von der ersten Grades enthalten ist.",
+ "Ist jeder für sich gesondert. Nicht zusammen, sondern der zweite erst, nachdem der erste nicht mehr darauf war.",
+ "ist dieses untauglich geworden. Da jeder Teil unrein zweiten Grades war, ist die Hebe durch Berührung untauglich d. h. unrein dritten Grades geworden.",
+ "sind sie beide zusammen. Wenn sie auch nicht gleichzeitig darauf gefallen sind, sondern nur gleichzeitig sie berührten.",
+ "ist es zweiten Grades durch sie geworden. Weil sie zusammen eine Eigrösse ersten Grades enthalten, das Brot demnach von einer Eigrösse Speise ersten Grades berührt worden und dadurch unrein zweiten Grades geworden ist."
+ ],
+ [
+ "ist dies nicht untauglich geworden. Weil es bei Hebe keine Unreinheit vierten Grades gibt.",
+ "Hat man sie zerteilt. so dass in keinem der beiden Teile eine Eigrösse von der des ersten Grades enthalten ist.",
+ "gilt der eine wie der andere Teil als zweiten Grades. Nicht dritten Grades.",
+ "Hat man sie zerteilt. In zwei eigrosse Hälften.",
+ "gilt der eine wie der andere Teil als ersten Grades. Weil anzunehmen ist, dass in jedem Teile die Hälfte von der ersten Grades, das ist eine Eigrösse, enthalten ist.",
+ "gelten sie als zweiten Grades. Weil anzunehmen ist, dass in keinem der Teile eine Eigrösse von der ersten Grades enthalten ist.",
+ "Hat man sie zerteilt. In zwei eigrosse Hälften."
+ ],
+ [
+ "Wenn von Teigstücken. מקרצת von קרץ = abschneiden, ein abgetrenntes Stück Teig.",
+ "die an einander kleben. Wörtlich: die sich in einander verbissen haben, die so fest an einander hängen, dass man das eine nicht ablösen kann, ohne dass etwas von dem anderen mit abgelöst wird.",
+ "sind alle unrein ersten Grades. Weil sie wie ein zusammenhängendes Stück bzw. Brot betrachtet werden. Über den Ausdruck תחלה s. weiter Note 84.",
+ "löst man sie von einander. Nachdem sie, als sie noch zusammenhingen, unrein geworden sind.",
+ "Durch eine Flüssigkeit. Jede unreine Flüssigkeit macht das, was sie berührt, unrein zweiten Grades.",
+ "Durch Hände. Die Hände werden, wenn sie nicht bewusst vor Verunreinigung bewahrt worden sind, stets als unrein zweiten Grades betrachtet.",
+ "sind alle unrein dritten Grades. Wenn es Teig oder Brot von Hebe ist, denn bei Profanem gibt es keine Unreinheit dritten Grades."
+ ],
+ [
+ "das unrein ersten Grades. תחלה in der Bedeutung von ראשון, Unreinheit ersten Grades.",
+ "gelten sie alle als ersten Grades. Als wenn die Unreinheit sie angerührt hätte, nachdem sie schon zusammengehängt haben.",
+ "ist jenes ersten Grades und alle anderen sind zweiten Grades. Die Erschwerung, sie als unrein ersten Grades zu betrachten, ist nur für die Zeit getroffen, wo sie noch mit dem unreinen Stück zusammenhängen, nachdem sie wieder davon getrennt sind, sind sie unrein zweiten Grades, weil sie an die Unreinheit ersten Grades angerührt haben.",
+ "ist jenes zweiten Grades und alle anderen sind dritten Grades. Wenn es Teig von Hebe ist.",
+ "ist jenes dritten Grades und alle anderen sind rein. Weil eine Unreinheit dritten Grades auch bei Hebe nur den Teig untauglich macht, er aber nicht weiter verunreinigt, ist hierfür nicht die Erschwerung getroffen worden, dass an ihn angeklebte Teigstücke durch ihn unrein werden (יו״ב), Nach רא״ש ,ר״ש und Bart. ist der Grund, weil nach dem Loslösen die Teigstücke überhaupt nicht mehr unrein sein müssten, da es eine geringere Unreinheit als dritten Grades bei Hebe nicht gibt, gelten sie auch vor dem Loslösen nicht als unrein."
+ ],
+ [
+ "Ist von heiligen Broten. Opferbroten, wie die Schaubrote oder Mehlopferbrote.",
+ "in deren Vertiefungen. Auf ihrer Oberfläche.",
+ "sich heilig gewordenes Wasser. Das zur Verwendung zu Opferzwecken in ein heiliges Gefäss hineingetan und dadurch heilig geworden ist.",
+ "sind alle unrein. Wenn die Brote einander berühren. Eigentlich könnten durch das durch die Berührung des Kriechtieres unrein ersten Grades gewordene Brot nur die nächsten drei Brote unrein zweiten, dritten und vierten Grades werden und müssten alle weiteren Brote rein bleiben, da auch bei Heiligem das unrein vierten Grades gewordene nicht mehr durch Berührung verunreinigt. Weil es sich aber um Heiliges handelt (מפני חיבת הקודש), wird es so angesehen, als wenn nicht das trockene Brot, sondern das auf ihm befindliche Wasser das nächstliegende Brot berührt, Wasser wird aber wie jede Flüssigkeit durch Berührung einer Unreinheit, gleichviel welchen Grades sie ist, immer unrein ersten Grades. Das Wasser auf dem durch das Kriechtier berührten Brote ist demnach unrein ersten Grades geworden, durch die Berührung macht es das nächstliegende Brot unrein zweiten Grades, dadurch wird das auf diesem befindliche Wasser wieder unrein ersten Grades und macht wieder das nächstliegende Brot unrein zweiten Grades und so weiter, so viele Brote es auch sein mögen, so erklärt Maim. die Mischna. Nach א״ר und יו״ב bedarf es dieser Begründung, dass es angesehen wird, als wenn immer das Wasser das nächstliegende Brot berührt hätte, gar nicht, sondern werden auch ohne diese Annahme alle Brote unrein und zwar aus folgendem Grunde : nachdem durch das durch das Kriechtier unrein ersten Grades gewordene Brot das nächstliegende Brot unrein zweiten Grades und weiter durch die Berührung dieses das dritte Brot unrein dritten Grades geworden ist, wird das auf diesem befindliche Wasser, wie oben angegeben, unrein ersten Grades, dadurch wird aber das Brot, auf dem es sich befindet und das doch von ihm berührt wird, wieder unrein zweiten Grades, so dass es das nächstliegende Brot unrein dritten Grades macht und das auf diesem befindliche Wasser wieder unrein ersten Grades wird, und so weiter, so viele Brote es auch sein mögen. Das Wasser muss deshalb durchaus heiliges Wasser sein, weil nur solches durch Berührung einer Unreinheit dritten Grades Unrein wird, nicht heiliges dagegen durch eine Unreinheit dritten Grades überhaupt nicht unrein werden kann. Ganz anders erklärt ר״ש die Mischna. Nach ihm ist zu lesen: ככרות הקדש שבתוך גומותיהן והמים המקודשין und zu übersetzen: „heilige Brote, die in ihren Vertiefungen liegen, und Wasser (Entsündigungswasser), das bereits geweiht ist“. Danach handelt es sich gar nicht um Brote, die sich berühren, sondern um Brote, die auf einer Platte liegen, jedes in einer besonderen Vertiefung, ebenso um Entsündigungswasser, das in verschiedenen Vertiefungen eines Behälters angesammelt ist, und spricht die Mischna die Bestimmung aus, dass sobald eines von den Broten bezw. das Wasser in einer der Vertiefungen des Behälters unrein geworden ist, auch alle anderen Brote bzw. das Wasser in allen anderen Vertiefungen unrein sind, weil die Platte bzw. der Behälter alles zu einem zusammenhängenden Ganzen verbindet.",
+ "bei Hebe sind zwei unrein und eines untauglich. Nach der Erklärung des Maim., weil nur für Heiliges die Bestimmung getroffen ist, dass es anzusehen ist, als wenn das nächstliegende Brot durch das Wasser des unrein geworden Brotes berührt worden wäre. Nach der Erklärung von א״ר und יר״ב. weil bei Hebe das unrein dritten Grades gewordene dritte Brot das auf ihm befindliche Wasser nicht wieder unrein ersten Grades machen kann, weil bei Hebe eine Unreinheit dritten Grades nicht weiter verunreinigt. Nach der Erklärung von ר״ש, weil für Hebe nicht die Bestimmung getroffen ist, dass die Platte alle auf ihr befindlichen Brote verbindet, es können deshalb nur drei Brote unrein werden, und zwar nur, wenn sie sich berühren.",
+ "ist zwischen ihnen eine abfeuchtende Flüssigkeit. טפח — ausbreiten, daher auch Feuchtigkeit verbreiten, anfeuchten.",
+ "ist auch bei Hebe alles unrein. Weil, wie Note 92 ausgeführt, die Feuchtigkeit zwischen dem zweiten und dritten Brote wieder unrein ersten Grades wird und das dritte wieder unrein zweiten Grades macht, dieses wieder die Feuchtigkeit zwischen dem dritten und vierten Brote unrein ersten Grades macht, so dass auch das vierte Brot unrein zweiten Grades wird und so weiter fort."
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+ "Grünkraut. Von Hebe, die durch Berührung mit nicht gewaschenen Händen unrein dritten Grades wird, das Grünkraut ist aber vor dem Einlegen noch nicht befeuchtet gewesen, so dass es noch nicht empfänglich für Unreinheit war.",
+ "in einem Topfe einzulegen. Das Kraut wurde in eine Flüssigkeit eingelegt.",
+ "und ein aus dem Topfe herausragendes Blatt. Das mit seinem in dem Topfe steckenden Ende bereits in die Flüssigkeit eingetaucht und dadurch für Unreinheit empfänglich geworden war.",
+ "an einer trockenen Stelle. Ed N. und Talmudausg.: או במקום הנגוב.",
+ "selbst wenn soviel wie ein Ei daran. An dem ganzen Blatt, dessen herausragendes Ende sie berührt hat.",
+ "nur dieses unrein. Es ist durch die Berührung mit den nicht gewaschenen Händen der Frau, die als unrein zweiten Grades gelten, unrein dritten Grades geworden, daher eigentlich פסול, nicht טמא, da Hebe dritten Grades unrein ist, aber nicht wieder verunreinigt.",
+ "und alles andere rein. Auch die Flüssigkeit in dem Topfe bleibt rein, weil eine Flüssigkeit nur durch Berührung mit einer Unreinheit, die Hebe wenigstens untauglich macht, unrein wird, eine Hebe dritten Grades aber nur untauglich ist und Hebe nicht weiter verunreinigt.",
+ "Hat sie es an einer feuchten Stelle berührt. Das aus dem Topfe herausragende Ende des Blattes war bereits durch die Flüssigkeit im Topfe angefeuchtet.",
+ "alles unrein. Weil die Feuchtigkeit auf dem Blatte, die durch die Berührung der nicht gewaschenen Hände unrein ersten Grades geworden ist, das Blatt unrein zweiten Grades macht, und durch die Berührung mit diesem wieder die Flüssigkeit in dem Topf unrein ersten Grades wird, durch diese wird dann alles, was in dem Topf ist und auch der Topf selbst unrein.",
+ "ist nicht soviel wie ein Ei an ihm. So dass es wohl unrein werden, aber nicht Unreinheit weitertragen kann.",
+ "ist es selbst unrein und alles andere rein. Ed. N. und Talmudausg. fehlen offenbar irrtümlich die Worte: הכל טמא אין בו כביצה.",
+ "Ist es. Das an der feuchten Stelle berührte Blatt, das nicht eigross ist und deshalb eine Unreinheit nicht weiter verbreiten kann",
+ "wieder in den Topf zurückgefallen. So dass die durch die Berührung unrein ersten Grades gewordene Flüssigkeit auf dem Blatt wieder in die Flüssigkeit im Topfe eingetaucht ist.",
+ "ist alles unrein. Weil durch die Flüssigkeit auf dem Blatt die ganze Flüssigkeit unrein geworden ist, weil selbst das geringste Quantum einer unreinen Flüssigkeit weiter verunreinigt. So erklären רא״ש ,ר״ש und Bart. die Mischna. Nach Maim. spricht die Mischna hier nicht von Hebe, sondern von Profanem, und nicht von Verunreinigung durch die nicht gewaschenen Hände einer sonst reinen Frau, sondern durch eine Frau, die als Menstruierende אב הטומאה ist, die weitere Ausführung s. in seinem Kommentar zur Mischna.",
+ "War sie durch Berührung eines durch einen Toten Verunreinigten unrein. Ersten Grades.",
+ "angerührt. Wodurch das Blatt unrein zweiten Grades geworden ist, da es mit dem unteren Ende in der Flüssigkeit steckt, die in dem Topfe ist, und dadurch für Unreinheit empfänglich geworden ist.",
+ "alles unrein. Da das Blatt, das unrein zweiten Grades geworden ist, die Flüssigkeit in dem Topfe wieder unrein ersten Grades macht, und durch diese alles, was in dem Topfe ist, und auch der Topf selbst unrein wird.",
+ "ist es selbst unrein und alles andere rein. Da eine Speise Unreinheit nur überträgt, wenn soviel wie ein Ei an ihr ist.",
+ "wo sie ein Tauchbad genommen. Um sich von ihrer Unreinheit zu reinigen, als solche bleibt sie bis Sonnen-untergang unrein zweiten Grades.",
+ "mit nicht gewaschenen Händen. Die ebenfalls als unrein zweiten Grades gelten.",
+ "den Topf umgeschüttet. מנער = ausschütten, auch umschütteln, umrühren.",
+ "und sieht. Eine andere Lesart ist: ראתה ohne ו, danach wäre zu übersetzen: sie darf mit nicht gewaschenen Händen den Topf umrühren, obwohl diese aus doppeltem Grunde unrein zweiten Grades sind und zu befürchten wäre, dass sie die in dem Topf befindliche Speise mit den Händen berührt; sieht sie man auf ihren Händen eine Flüssigkeit u. s. W.",
+ "ob diese aus dem Topfe darauf gespritzt. Sie danach mit ihren Händen nichts von dem, was im Topfe ist, berührt hat.",
+ "ist oder ein Strunk. Mit einer feuchten Stelle.",
+ "ihre Hände berührt hat. Und dadurch der Strunk bzw. alles, was im Topfe ist, unrein geworden ist.",
+ "ist das Grünkraut untauglich. Nicht weil sie es vielleicht mit den ungewaschenen Händen berührt hat, denn nach Jadajim II, 4 bleibt ein Gegenstand, wenn es zweifelhaft ist, ob er von solchen berührt worden ist, rein, sondern weil sie eine am selben Tage Untergetauchte war und nach Tbul Jom II, 2 der Gegenstand schon bei einer zweifelhaften Berührung durch eine solche unrein wird.",
+ "und der Topf ist rein. Der Topf könnte nur durch Berührung mit einer Unreinheit ersten Grades unrein werden, ein am selben Tage Untergetauchter bildet aber unter den Unreinheiten zweiten Grades insofern eine Ausnahme, als er nach Para VIII, 7 Flüssigkeiten durch Berührung nicht unrein ersten Grades macht, die Flüssigkeit auf dem Strunk würde daher, wenn sie auch Hebe ist, nur unrein dritten Grades geworden sein, und durch eine solche kann ein Gefäss nicht unrein werden."
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+ "Elieser sagt. Chullin 33 b.",
+ "wird unrein. Obgleich ein Mensch nur durch Berührung eines אב הטומאה unrein werden kann, ist die erschwerende Bestimmung getroffen worden, dass eine unreine Speise den, der sie isst, unrein macht, weil man befürchtet hat, dass der, der sie isst, gleichzeitig eine Flüssigkeit, die Hebe ist, in den Mund nimmt, um die Speise besser hinunterzuspülen, und dabei die Hebe durch die Berührung mit der Speise unrein wird ; deshalb hat man bestimmt, dass der, der eine unreine Speise isst, unrein wird, so dass er Hebe überhaupt nicht essen darf.",
+ "dritten Grades. Da in dem einzigen Falle, wo nach Toravorschrift der, der eine unreine Speise geniesst, unrein wird, nämlich durch das Geniessen von Aas von reinem Geflügel, der Mensch unrein wird, trotzdem das Aas an sich überhaupt nicht unrein ist, lautete nach R. Elieser auch hier die Bestimmung dahin, dass der, der eine unreine Speise geniesst, wenigstens nicht in leichterem Grade unrein wird, als die Speise es war, sondern den gleichen Grad der Unreinheit annimmt.",
+ "wird unrein zweiten Grades. Nach seiner Ansicht kann das Genieseen von Aas von reinem Geflügel nicht zum Vergleich herangezogen werden, weil dieser Fall auch insofern einen Ausnahmefall bildet, als er im Gegensatz zu anderen Unreinheiten den Menschen durch äussere Berührung nicht verunreinigt, und durch innere Berührung ihn verunreinigt. Dagegen lässt sich als Beleg dafür, dass derjenige, der eine unreine Speise isst, in leichterem Grade unrein wird, als die Speise selbst es ist, die Bestimmung anführen, dass der, der eine unreine Speise gegessen hat, erst dann, was er berührt, verunreinigt, wenn er soviel wie ein halbes Halbbrot davon gegessen hat, während die unreine Speise selbst schon verunreinigt, wenn sie eigross ist. Deshalb wird der, der eine Speise ersten Grades gegessen hat, nur unrein zweiten Grades, durch Essen einer Speise zweiten Grades wird er aber dennoch auch unrein zweiten Grades, weil eine solche Speise auch sonst durch Berührung unrein zweiten Grades machen kann, wenn sie nämlich eine andere Speise berührt, die auf ihrer Oberfläche feucht ist, durch die Berührung der Unreinheit zweiten Grades wird die Feuchtigkeit unrein ersten Grades, und durch diese die Speise unrein zweiten Grades.",
+ "die unrein dritten Grades ist. Dadurch müsste er nach R. Josua noch leichteren Grades unrein werden, eine weitere Unreinheit als dritten Grades gibt es aber bei Hebe nicht.",
+ "wird unrein zweiten Grades für Heiliges. Weil nur für Hebe rein Gehaltenes für Heiliges als unrein gilt, deshalb ist es inbezug auf Heiliges so, als wenn er Unreines ersten Grades gegessen hätte, und gilt er deshalb beim Berühren von Heiligem als unrein zweiten Grades.",
+ "aber nicht unrein zweiten Grades für Hebe. Aus der Wiederholung ולא שני wird im Talmud der Schluss gezogen, dass er inbezug auf Hebe nicht als unrein zweiten, wohl aber als unrein dritten Grades gilt, dieses wird aber als besondere Erschwerung nur auf das Geniessen von Hebe beschränkt, gilt aber nicht für das Berühren von Hebe, inbezug darauf gilt er überhaupt nicht als unrein (s. Sebachim 99 b).",
+ "als wären sie Hebe. Von diesen spricht die ganze Mischna, nicht von einfach profanen, da es bei diesen keine Unreinheit dritten Grades gibt. Dieselben Bestimmungen würden allerdings für den gelten, der unreine wirkliche Hebe geniesst, die Mischna hebt nur hervor, dass diese erschwerenden Bestimmungen selbst für denjenigen gelten, der profane nur wie Hebe gehaltene Speisen geniesst."
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+ "Profanes ersten Grades. Wenn Profanes durch Berührung eines אב הטומאה unrein ersten Grades geworden ist.",
+ "ist unrein und macht unrein. Das, was es berührt, wird unrein zweiten Grades, dieses kann allerdings bei Profanem nicht weiter verunreinigen und wird deshalb nicht als טמא bezeichnet, sondern als פסול, nach א״ד steht danach der Ausdruck מטטא nicht ganz korrekt für פוסל, nach רא״ש ,ר״ש und Bart. meint die Mischna, es kann auch weiter unrein machen, nämlich Hebe, die es anrührt, da diese, auch wenn sie zweiten Grades geworden ist, die Unreinheit weiter überträgt.",
+ "aber nicht unrein. Nach רא״ש ,ר״ש und Bart.: Hebe wird durch seine Berührung untauglich, aber nicht unrein, da auch Hebe dritten Grades nur פסול ist und die Unreinheit nicht weiter überträgt. א״ר liest statt פסול :פוסל, eine Lesart, die auch L., N. und die Talmudausg. haben : als Profanes zweiten Grades ist es nur untauglich, aber nicht unrein, d. h. es übertägt die Unreinheit nicht weiter.",
+ "dritten Grades darf in einem mit Hebe gemischten Gericht gegessen werden. Nach א״ר : es gilt als vollständig rein, nicht nur inbezug auf Profanes, sondern auch, wenn es mit Hebe in Berührung kommt, gilt es als rein, und die mit ihm gemischte Hebe darf deshalb gegessen werden. Nach den anderen Erklärern : wenn es Profanes ist, das rein für Hebe gehalten worden ist und das deshalb auch im dritten Grade noch als unrein gilt und den, der es geniesst, untauglich für das Geniessen von Hebe macht (s. oben Note 32), darf es trotzdem, wenn es mit Hebe gewürzt oder angerührt worden ist, gegessen werden, wenn nur nicht soviel Hebe darin ist, dass derjenige, der sie, wenn sie unrein wäre, geniesst, sich dadurch strafbar machen würde (s. יו״ב). רמע der gebräuchliche Ausdruck für Hebe, die sich mit Profanem vermischt hat, auch für Hebe überhaupt (s. Oholot XVI, Note 67)."
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+ "Hebe ersten und zweiten Grades ist unrein und macht unrein. Nach א״ר steht der Ausdruck ומטמאין hier wieder nicht ganz korrekt, nur Hebe ersten Grades macht das, was sie berührt, טמא, Hebe zweiten Grades macht es dagegen nur פסול. Nach den anderen Erklärern ist gemeint, auch Hebe zweiten Grades macht, was sie berührt, טמא, nämlich wenn es Heiliges ist, das auch im dritten Grade unrein macht.",
+ "aber nicht unrein. Auch hier lesen א״ר wie L. und N. statt פסול : פוסל, Hebe dritten Grades ist nur untauglich, macht aber weiter nicht unrein. Nach der Lesart פוסל ist zu erklären: sie macht Heiliges פסול, aber nicht טמא.",
+ "vierten Grades darf in einem mit Heiligem gemischten Gericht gegessen werden. Hier erklärt א״ר nicht wie in Mischna 3, dass der vierte Grad als vollständig rein gilt, auch wenn es mit Heiligem in Berührung kommt, da nach Mischna 6 Hebe dritten Grades für Heiliges als unrein ersten Grades gilt, sondern erklärt auch er wie die anderen Erklärer: wenn Hebe wie Heiliges rein gehalten worden ist und deshalb auch noch im vierten Grade verunreinigt als unrein gilt, darf es dennoch mit Heiligem gemischt gegessen werden., wie oben Note 37."
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+ "zweiten und dritten Grades ist unrein und macht unrein. Auch hier ist nach א״ר das ומטמאין inbezug auf das dritten Grades im Sinne von פוסל aufzufassen, nach den anderen Erklärern ist gemeint, auch Heiliges dritten Grades macht, was es berührt, nicht nur פסול, sondern טמא, wenn es nämlich Entsündigungs-Wasser oder -Asche berührt, bei denen es keine Abstufungen und Grade gibt.",
+ "aber nicht unrein. Hier kann offenbar nur die Lesart פסול die richtige sein, denn Heiliges vierten Grades könnte die Unreinheit nur noch auf Entsündigungs-Wasser oder -Asche übertragen, bei diesen gibt es aber keine Abstufung nach Graden und sind sie deshalb, wenn sie unrein werden, nicht פסול, sondern immer טמא.",
+ "fünften Grades darf in einem mit Heiligem gemischten Gericht gegessen werden. Wenn das Heilige wie Entsündigungs-Wasser oder -Asche rein gehalten worden ist und deshalb auch noch im fünften Grade verunreinigt als unrein gilt, darf es dennoch mit Heiligem vermischt gegessen werden, wie oben Note 37."
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+ "Profanes zweiten Grades macht profane Flüssigkeiten. Um soviel mehr solche von Hebe und Heiligem.",
+ "unrein. Ersten Grades (s. Para VIII, 7).",
+ "und Speisen von Hebe untauglich. Um so viel mehr solche von Heiligem.",
+ "Hebe dritten Grades macht heilige Flüssigkeiten unrein. Ersten Grades, nach רא״ש ,ר״ש und Bart. weil ebenso wie alles, was Hebe untauglich macht, jede Flüssigkeit unrein ersten Grades macht, auch alles, was Heiliges untauglich macht, Flüssigkeiten unrein ersten Grades macht.",
+ "wenn man sie wie Heiliges rein gehalten hat. Nur in diesem Falle, wenn die Hebe wie Heiliges gehalten worden und nun unrein dritten Grades geworden ist, macht sie wie wirklich Heiliges durch Berührung Heiliges nur untauglich.",
+ "ist sie aber nur wie Hebe rein gehalten worden. Hebe gilt bei Berührung mit Heiligem immer als unrein ersten Grades, weil zu befürchten ist, dass man bei ihr die Reinheitsvorschriften doch nicht so streng beobachtet haben wird wie bei Heiligem, nach א״ר und יו״ב gilt dieses jedoch nur für unrein gewordene Hebe, nicht aber für reine.",
+ "macht sie zwei Grade unrein und dann noch einen untauglich. Wie Hebe ersten Grades, wenn sie Heiliges berührt. Maim. bezieht das שנעשו לטהרת הקדש auf das vorangehende ופוסל לאוכלי קדש und erklärt: Hebe dritten Grades macht heilige Speisen unrein, selbst solche, die profan sind und nur wie Heiliges rein gehalten worden sind, jedoch nur, wenn es wirkliche Hebe ist, dagegen Profanes, das nur wie Hebe rein gehalten worden ist, kann immer nur in zwei Graden unrein sein, im dritten Grade ist es nur untauglich und verunreinigt nicht durch Berührung, auch Heiliges nicht, weil es doch keine eigentliche Hebe ist, die Heiliges auch noch im vierten Grade untauglich macht."
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+ "Für alle drei gilt das Gleiche. Ebenso wie bei Berührung von Hebe und Hebe die beiden ersten Grade unrein sind und der dritte untauglich ist, und bei der Berührung von Heiligem und Heiligem die drei ersten Grade unrein sind und der vierte untauglich ist, sind auch bei Berührung von Profanem und Hebe immer nur die beiden ersten Grade unrein und der dritte untauglich, und bei Berührung von Profanem und Heiligem immer nur die drei ersten Grade unrein und der vierte untauglich, er ist also nicht der Ansicht, dass Profanes bei der Berührung von Hebe oder Heiligem und Hebe bei der Berührung von Heiligem immer als unrein ersten Grades betrachtet wird.",
+ "macht profane Flüssigkeiten unrein. D. h. eine Unreinheit zweiten Grades, sei sie Profanes oder Hebe oder Heiliges macht Profanes, nur wenn es eine Flüssigkeit ist, unrein und zwar ersten Grades; ebenso macht sie natürlich auch eine Flüssigkeit von Hebe oder Heiligem unrein ersten Grades.",
+ "Der dritte Grad von ihnen allen. Einen dritten Grad gibt es bei Profanem nur, wenn es rein gehalten worden ist, als wenn es Hebe wäre.",
+ "macht heilige Flüssigkeiten unrein. Weil, wie oben erwähnt, alles, was Heiliges untauglich macht, heilige Flüssigkeiten unrein ersten Grades macht, nicht aber profane Flüssigkeiten und solche von Hebe.",
+ "und heilige Speisen untauglich. Heilige Speisen werden durch Berührung einer Unreinheit dritten Grades immer nur untauglich, im Gegensatz zu der Ansicht am Schluss der Mischna 6, wonach Heiliges durch Profanes dritten Grades, das wie Hebe heilig gehalten worden ist, so verunreinigt wird, als wenn es nur ein ersten Grades wäre. Nach der Erklärung, die Maim. dort gibt (s. oben Note 50), vertritt dagegen R. Elieser R. Josua gegenüber die erschwerende Ansicht, da nach R. Josua Profanes, selbst wenn es wie Hebe rein gehalten worden ist, im dritten Grade Heiliges nicht einmal untauglich macht."
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+ "Wer eine Speise zweiten Grades gegessen hat. Und dadurch unrein zweiten Grades geworden ist, s. oben Mischna 2.",
+ "darf sich nicht in der Ölpresse beschäftigen. Bart. liest: יעשה; nach der Lesart יעשם (vgl. Bab. Batr. X, 7) wäre zu übersetzen: er darf sie, nämlich die Oliven, nicht zurechtmachen, d. h. nicht Öl aus ihnen machen, oder: er darf sie nicht pressen, vgl. Ez. 23, 21. Hebe darf man nicht absichtlich verunreinigen, deshalb auch nicht Oliven oder Öl, von dem noch die Hebe abzusondern ist. Deshalb darf der, der unrein zweiten Grades geworden ist, sich mit dem Auspressen der Oliven nicht beschäftigen, weil durch seine Berührung das Öl als Flüssigkeit unrein ersten Grades wird. Nach יו״ב darf er sich auch mit den trockenen Oliven nicht beschäftigen, weil diese wegen der noch in ihnen enthaltenen Hebe wie Hebe nicht verunreinigt werden dürfen, Profanes zweiten Grades aber Hebe untauglich macht.",
+ "gilt wie Profanes. Trotzdem man es wie Heiliges rein gehalten hat, gelten dafür nicht die Reinheitsbestimmungen wie für Heiliges, wie für Profanes, das man wie Hebe rein gehalten hat, die Bestimmungen wie für Hebe gelten, sondern es gelten dafür nur die gleichen Bestimmungen wie für gewöhnliches Profanes, weil der Fall, dass jemand sich vornimmt, sein Profanes so rein zu halten, als wenn es Heiliges wäre, so selten vorkommt, dass darauf gar keine Rücksicht zu nehmen ist (בטלה דעתו אצל כל אדם).",
+ "Eleasar. Andere Lesart: ר׳ אליעזר.",
+ "es ist in zwei Graden unrein und in einem untauglich. Es gilt wenigstens so, als wenn er es wie Hebe rein gehalten hätte, und unterliegt deshalb den gleichen Bestimmungen wie Hebe."
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+ "Fleischbrühe. Unter רוטב versteht man die dicke Brühe von in Wasser gekochtem Fleisch, die im Kalten zu gerinnen pflegt.",
+ "Graupenbrei. גרים = Bohnengraupe, גריסין ein Gericht von in Wasser gekochten Bohnengraupen.",
+ "und Milch. Die, wenn sie lange steht, ebenfalls gerinnt.",
+ "werden. Durch Berührung einer Unreinheit.",
+ "ersten Grades. Weil sie als Flüssigkeiten betrachtet werden.",
+ "sind sie dann geronnen. Nachdem sie unrein geworden waren.",
+ "sind sie zweiten Grades. Weil jedes gerinnende Teilchen durch die Berührung der noch nicht geronnenen Flüssigkeit, die unrein ersten Grades ist, unrein zweiten Grades wird. Die Unreinheit, die sie als Flüssigkeiten angenommen haben, verschwindet dagegen mit dem Augenblick, wo sie aufgehört haben, Flüssigkeiten zu sein und eine trockene Speise geworden sind.",
+ "ist es rein. Die wieder flüssig gewordenen Teilchen verlieren die Unreinheit, die sie als trockene Speise angenommen haben, da sie nun keine Speise mehr sind, und durch die Berührung der noch nicht wieder flüssig gewordenen Masse können sie nicht unrein werden, da mit dem Flüssigwerden des ersten Tropfens keine eigrosse Speise mehr da ist, die ihn verunreinigen könnte.",
+ "weil mit dem Heraustreten des ersten Tropfens dieser durch das eigrosse Stück unrein. Ersten Grades.",
+ "geworden ist. Und durch diesen Tropfen alles weitere Zerfliessende unrein wird, da selbst das kleinste Quantum Flüssigkeit durch Berührung verunreinigt."
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+ " Menach. 3 a.",
+ "Öl wird immer eisten Grades. Auch wenn es gerinnt, weil es doch immer etwas feucht bleibt.",
+ "Auch Honig. Bienenhonig.",
+ "Ist ein Oliven-Klumpen. Ein Klumpen von fest aneinander klebenden Oliven, der unrein geworden war.",
+ "in einen Ofen gefallen und dieser geheizt worden. Und durch die Hitze ist Flüssigkeit aus den Oliven herausgeflossen.",
+ "[der Ofen] rein. Die Oliven können den Ofen nicht verunreinigen, weil ein Gerät nur durch ein אב הטומאה oder durch eine Flüssigkeit unrein wird. Die aus den Oliven heraustretende Flüssigkeit könnte aber erst beim Heraustreten durch die Berührung des unreinen Olivenklumpens unrein werden, beim Herausfliessen des ersten Tropfens ist aber dieser schon weniger gross als ein Ei und kann deshalb die Flüssigkeit nicht verunreinigen. So lange die Flüssigkeit noch in der Olive ist, ist sie nicht unrein, auch wenn die Olive unrein geworden ist, weil sie als Flüssigkeit erst gilt, wenn sie aus der Olive herausgeflossen ist, aber auch nicht als Bestandteil der Olive betrachtet wird, so dass sie beim Unreinwerden der Olive auch mit unrein geworden wäre, sondern als ein Fremdkörper, der von den festen Bestandteilen der Olive eingeschlossen ist (משקין מיפקד פקידי, s. Pessach. 33 b). Nach der anderen dort vertretenen Ansicht, dass משקין מיבלע בליעי d. h. die Flüssigkeit in der Frucht als in die festen Bestandteile derselben eingedrungen und deshalb als ein Bestandteil von ihr betrachtet wird, würde allerdings die Flüssigkeit schon in der Olive unrein geworden sein. Danach muss man annehmen, dass die Mischna hier von einem Olivenklumpen spricht, der nur unrein zweiten Grades war, so dass auch der in ihm enthaltene Saft nur unrein zweiten Grades war; auch eine Flüssigkeit kann aber ein Gerät nur verunreinigen, wenn sie ersten Grades ist, das wird der Saft erst, wenn er als herausgetretene Flüssigkeit von dem unreinen Olivenklumpen berührt wird, deshalb ist der Ofen nur unrein, wenn der Klumpen nach dem Herausfliessen des ersten Tropfens noch eigross ist und diesen verunreinigen kann, so nach רא״ש ,ר״ש und מ״א).",
+ "Haben sie nicht zusammengeklebt. Sondern jede Olive getrennt für sich.",
+ "auch wenn es ein Sea voll war. Da die aus jeder einzelnen Olive herausfliessende Flüssigkeit durch diese allein nicht verunreinigt wird, da sie nicht Eigrösse hat, durch die Hitze diese Flüssigkeit aber sofort verbrennt, bevor sie sich mit den aus den anderen Oliven herausfliessenden Flüssigkeiten verbinden kann, wodurch die gesamten Oliven, trotzdem sie nicht zusammenkleben, zu einer zusammenhängenden Speise werden würden (s. weiter III, 8)."
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+ " Pessach. 33 b.",
+ "der sich an einem Toten verunreinigt hat. Und dadurch ein אב הטומאה geworden ist.",
+ "Oliven oder Trauben. Die durch seine Berührung unrein ersten Grades geworden sind.",
+ "auspresst. Vermittelst eines flachen Holzbretts, das keine Unreinheit annimmt, so dass die herausfliessende Flüssigkeit nur durch die Berührung mit der Frucht unrein werden kann.",
+ "ist es. Das herausfliessende Öl bzw. der Wein.",
+ "rein. Nach der Ansicht משקין מיפקד פקידי (s. oben Note 16) ist die Flüssigkeit, so lange sie noch in den Früchten war, nicht unrein geworden, nach dem Heraustreten können die Früchte sie nicht mehr verunreinigen, da sie nicht mehr eigross sind. Nach der Ansicht משקין מיבלע בליעי spricht die Mischna hier von Früchten, auf die noch keine Flüssigkeit gekommen war und die deshalb noch nicht für Unreinheit empfänglich waren, sie werden erst durch die Berührung des unreinen Menschen unrein, nachdem sie durch die heraustretende Flüssigkeit dafür empfänglich geworden sind, in demselben Moment haben sie aber schon ihre Eigrösse verloren und können die Flüssigkeit nicht mehr unrein machen.",
+ "denn mit dem Heraustreten des ersten Tropfens ist dieser durch die eigrosse Masse unrein geworden. Obgleich der in den Früchten noch enthaltene Saft nach der Ansicht משקין מיפקד פקידי gar nicht unrein geworden ist, wird er dennoch bei Bemessung der Eigrösse der gesamten Früchte als zu diesen gehörend mitberechnet.",
+ "War es ein Flussleidender oder eine Flussleidende. Die einen Gegenstand nicht nur durch Berührung verunreinigen, sondern auch, wenn sie ihn, ohne ihn zu berühren, tragen oder auch nur bewegen.",
+ "weil mit dem Heraustreten des ersten Tropfens dieser durch Tragen. D. h. dadurch, dass er ihn bewegt hat, auch das Bewegen (היסט) wird häufig mit dem Ausdruck משא bezeichnet.",
+ "weil mit dem Heraustreten des ersten Tropfens dieser durch Tragen. Dadurch, dass der Unreine ihn beim Herauspressen bewegt hat, ist er unrein geworden und verunreinigt alles weitere, auch was dann von selbst herausfliesst."
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+ "Hat man Speisen von Eigrösse. Die unrein geworden sind.",
+ "eine Linsengrösse von einem Kriechtier. Die, wenn sie diese Grösse nicht haben, nicht verunreinigen.",
+ "oder eine Olivengrösse von Verworfenem. פגול s. Sebach. II Note 34",
+ "eine Olivengrösse von Übriggebliebenem. Opferfleisch, das nicht in der vorgeschriebenen Zeit verzehrt worden ist.",
+ "eine Olivengrösse von Unschlitt. Ebenso von irgend einer anderen verbotenen Speise, bei diesen allen hat man die Strafe erst verwirkt, wenn man eine Olivengrösse davon gegessen hat.",
+ "so sind jene. Die erstgenannten, bei denen es sich um Unreinheit handelt.",
+ "rein. D. h. sie verunreinigen nicht, weil sie nicht mehr die für die Übertragung der Unreinheit vorgeschriebene Grösse haben.",
+ "und bei diesen. Bei den letztgenannten, bei denen es sich um das Genussverbot handelt.",
+ "Übriggebliebenem oder Unreinem. וטמא hinter פגול ונותר ist wohl hier und ebenso in dem folgenden Absatz der Mischna nur irrtümlich an Stelle von וחלב hineingekommen, weil die drei Dinge פנול נותר וטמא so oft zusammen neben einander genannt werden, der Talmud (Menach. 54 b) zitiert richtig פגול ונותר וחלב",
+ "Übriggebliebenem oder Unreinem schuldig. Bei Feststellung der vorgeschriebenen Grösse ist, wie Maim. bemerkt, immer nur die äussere Grösse massgebend, ohne Rücksicht darauf, ob die Teilchen im Innern fest zusammengepresst sind oder nur aufgequollen sind."
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+ "Alle Unreinheits-Feststellungen. Die Feststellung, ob eine Verunreinigung stattgefunden hat.",
+ "erfolgen nach dem augenblicklichen Befund. Nach dem Zustand, in dem sich die Gegenstände in dem Augenblick befinden, in dem die Befürchtung vorliegt, dass der eine durch den anderen verunreinigt worden sein kann.",
+ "gelten sie als unrein. Wenn z. B. jemand in der Nacht den Körper eines anderen berührt hat und am Morgen sieht er, dass es der Körper eines Toten ist, muss er annehmen, dass er schon in der Nacht tot war, und er ist deshalb unrein (s. weiter V, 7). Dieses gilt jedoch nur, wenn der Körper an derselben Stelle liegt, auf der er ihn berührt hat, nicht aber, wenn er sich jetzt an einer anderen Stelle befindet (s. Nidd. 4 a). Ebenso gilt dieses nicht, wenn der jetzt als tot Aufgefundene kurz vor der Berührung noch lebend gesehen worden ist, weil da nach dem Grundsatz der חזקה angenommen wird, dass er auch weiter noch gelebt hat bis zu dem Augenblick, wo durch die Feststellung seines Todes diese חזקה aufgehoben ist (יו״ב).",
+ "gelten sie als rein. Wenn z. B. ein verbranntes Kriechtier, das nicht mehr verunreinigt, auf Früchten gefunden wird, braucht nicht angenommen zu werden, dass es, als es noch nicht verbrannt war, auf sie gefallen ist und sie verunreinigt hat (s. weiter IX, 9).",
+ "gelten sie als zugedeckt. Wenn in einem Totenzelt ein mit einem Deckel fest verschlossenes irdenes Gefäss gefunden wird, braucht man nicht anzunehmen, dass das Gefäss vorher nicht fest verschlossen gewesen ist und das darin Befindliche durch das Totenzelt unrein geworden ist.",
+ "gelten sie als aufgedeckt. Wenn nach dem Entfernen des Toten aus dem Zelte darin ein Gefäss mit nicht fest verschlossenem Deckel gefunden wird, muss angenommen werden, dass es auch vorher nicht fest verschlossen war und das darin Befindliche unrein geworden ist.",
+ "Ist eine Nadel bei Aufnahme des Befundes voll Rost. So dass man sie nicht mehr zum Nähen gebrauchen kann.",
+ "oder zerbrochen. In beiden Fällen ist die Nadel nicht mehr für Unreinheit empfänglich und hat ihre Unreinheit verloren, auch wenn sie vorher unrein gewesen war (s. Kelim XIII, 5).",
+ "gilt sie als rein. Maim. und Bart. erklären: Die Nadel gilt als rein, und es braucht nicht angenommen zu werden, dass sie vorher unrein geworden war und deshalb, wenn sie jetzt wieder gebrauchsfähig gemacht wird, wieder ihre frühere Unreinheit annimmt (s. Kelim XI, 1)."
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+ "die in einer Zugangsstrasse. מבוי Mehrz. מבואות heissen die in die Verkehrsstrasse (רשות הרבים) einmündenden Gänge, durch die die in den anliegenden Gehöften und Häusern Wohnenden von ihren Wohnungen auf die Strasse gelangen. Diese Gänge gelten nicht als Verkehrsstrassen, sondern als Privatwege (רשות היחיד).",
+ "gelten als im Zustande der Reinheit. Im allgemeinen gilt es als Grundsatz, dass, sobald es zweifelhaft ist, ob eine Verunreinigung stattgefunden hat, wenn es sich um eine Verunreinigung in einem רשות הרבים handelt, angenommen wird, dass die Verunreinigung nicht stattgefunden hat, handelt es sich dagegen um eine Verunreinigung in einem רשות היחיד, so wird angenommen, dass die Verunreinigung stattgefunden hat. Dieses letztere gilt jedoch nur für den Fall, dass es sich um einen Menschen handelt, den man befragen kann, ob die Verunreinigung stattgefunden hat, der selbst aber keine sichere Antwort darauf geben kann, der Taubstumme, Geistesschwache und Unmündige haben aber nicht ihren Vollen Verstand, dass man sie danach befragen könnte, deshalb gelten sie im Zweifelsfall auch in einem רשות היחיד als rein. חזקה ist der gebräuchliche Ausdruck für die Annahme, dass eine Person oder Sache in ihrem bisherigen Zustande so lange unverändert verbleibt, bis man von dem Eintritt des Gegenteils Gewissheit hat.",
+ "jeder Verständige. Auch wenn er blind ist oder schläft.",
+ "als im Zustande der Unreinheit. Wenn er nicht mit Bestimmtheit antworten kann, dass er die Unreinheit nicht berührt hat.",
+ "um befragt werden zu können. Wie Speisen oder Geräte.",
+ "gilt im Zweifelsfalle als rein. Haben diese sich jedoch in der Hand eines Menschen befunden, den man befragen kann, so gelten sie im Zweifelsfalle im רשות היחיד als unrein (s. Pessach. 19 b)."
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+ [
+ "und es gibt Lilien nur auf. Ed. A.: ממקום הטומאה, man erkennt, dass die Lilien nur vom Begräbnisplatz gepflückt sein können.",
+ "ist es rein. Weil das Kind nicht den Verstand hat, dass man es befragen könnte. Das Kind ist rein von Totenunreinheit, im übrigen aber gilt jedes Kind als unrein, weil die Frauen auch in der Zeit ihrer Menstruation es abzuherzen pflegen (s. weiter Note 58 und Tosaf. Nidda 18 b).",
+ "wenn ein Esel zwischen den Gräbern getroffen wird. An einer Stelle, wo das auf ihm liegende Zeug nicht ein Zelt über einem Grabe bildet.",
+ "die Geräte auf ihm rein. Trotzdem er vorher an einer Stelle gestanden haben kann, wo das Zeug ein Zelt über ein Grab gebildet hat und dadurch unrein geworden ist."
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+ " Nidda 18 b.",
+ "Wenn ein Kind. Das im allgemeinen als unrein gilt (s. oben Note 55).",
+ "neben einem Teig getroffen wird. In einem רשות היחיד.",
+ "zu betasten. Das Kind hat die Gewohnheit, alles zu betasten, es liegt hier deshalb nicht ein Zweifel vor, bei dem beide Möglichkeiten die gleiche Wahrscheinlichkeit für sich haben (ספק השקול), sondern die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass das Kind selbst das Stück von dem Teig abgerissen hat, für einen solchen Fall gilt nicht der Grundsatz, dass bei allem, was nicht befragt werden kann, im Zweifelsfalle auch im רשות היחיד für rein zu entscheiden ist. R. Meïr dagegen ist der Ansicht, da es doch auch eine Minderheit von Kindern gibt, die nicht alles betasten, und die Annahme, dass der Teig rein ist, das für sich hat, dass er bisher rein gewesen ist, so machen diese beiden Gründe zusammen (סמוך מיעוטא לחזקה) die Möglichkeit, dass der Teig rein geblieben ist, ebenso wahrscheinlich wie die gegenteilige Annahme, deshalb nehmen wir an, dass das Kind den Teig gar nicht berührt, sondern eine andere reine Person ihm das Teigstück in die Hand gegeben hat. Nach der Erklärung von Raschi (Nidda z. St.) wird für bestimmt angenommen, dass das Kind das Teigstück, das es in der Hand hat, von dem Teige abgenommen hat, und handelt es sich nur um den Zweifel, ob das Kind rein war oder ob es vorher unrein geworden war, weil es die Gewohnheit hat, überall, auch im Schmutz, wo es sich leicht an verunreinigenden Dingen verunreinigen kann, herumzuwühlen.",
+ "Sind in einem Teige von Hühnern. Hühner pflegen vor dem Fressen zuerst zu trinken.",
+ "eingepickte Löcher und es befinden sich in dem Hause unreine. Nur solche, denn wenn sich auch dort reine Flüssigkeiten befinden, wäre der Teig unter allen Umständen rein, da die Hühner nicht befragt werden können, von welchem Wasser sie getrunken haben (מ״א).",
+ "dass sie den Schnabel am Erdboden abtrocknen konnten. Obwohl es zweifelhaft ist, ob sie den Schnabel vorher abgetrocknet oder mit dem von unreiner Flüssigkeit nassen Schnabel in die Brote hineingepickt haben. Liegen die Brote in unmittelbarer Nähe der Flüssigkeit, wird es als sicher angenommen, dass sie den Schnabel vorher nicht abgetrocknet haben. Dass sie vor dem Hineinpicken erst von der Flüssigkeit getrunken haben, gilt als das Wahrscheinliche, deshalb gelten die Brote zwar nicht als ausgesprochen unrein, aber doch als unbe stimmt (תולין), s. Maim. הלכות אבות הטומאות XVI, 4. Auch gilt dieses nach Maim. (ebendort) nur in dem Falle, wenn die Flüssigkeit ganz klar war, war sie dagegen trübe oder schmutzig, so hätte sie an den Broten zu erkennen sein müssen (s. Kidduschin 80 b).",
+ "dass sie mit der Zunge [die Flüssigkeit] ablecken konnten. Von den Lippen.",
+ "dass sie. Die Flüssigkeit.",
+ "erklärt sie bei einem Hunde für rein. Auch wenn sie in unmittelbarer Nähe der Flüssigkeit liegen.",
+ "die Speise liegen zu lassen und zum Wasser zu gehen. Er weise, dass zum Trinken sich immer etwas bieten wird, deshalb läuft er zuerst zur Speise, und erst, nachdem er sich daran satt gefressen hat, geht er zum Trinken, so dass nicht anzunehmen ist, dass er nach dem Trinken nochmals sich an die Speise gemacht hat."
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+ "Wenn jemand eine Unreinheit von einer Stelle zu einer anderen wirft. Und nun im Zweifel ist, ob das Unreine unterwegs etwas berührt und verunreinigt hat, so ist das zweifelhaft Berührte selbst im רשות היחיד aus doppeltem Grunde für rein zu erklären, erstens weil es nicht befragt werden kann (s. oben Note 49), und zweitens weil bei einer vorüberziehenden, nicht an einem Orte ruhenden Unreinheit jede zweifelhafte Berührung stets für rein zu erklären ist (s. Nasir 64 a).",
+ "ein [reines] Brot zwischen [unreine] Schlüssel. Wo die Unreinheit zwar an einem Orte geruht hat, das Brot aber in dem Augenblick, wo es die Unreinheit vielleicht berührt hat, nicht mehr in der Hand des Menschen war, der Fall deshalb, obwohl das Brot von einem Menschen geworfen worden ist, nicht als ein solcher betrachtet werden kann bei dem das, was es vielleicht berührt hat, befragt werden kann.",
+ "einen [unreinen] Schlüssel zwischen [reine] Brote. Wo beides zutrifft, dass das Unreine nicht an einem Orte geruht hat und die Brote, die vielleicht berührt worden sind, nicht befragt werden können.",
+ "so ist es unrein. Er ist der Ansicht, dass dieser Fall als ein solcher gilt, bei dem das, was vielleicht berührt hat, befragt werden kann, da ein Mensch das Brot geworfen hat und dieser befragt werden kann.",
+ "so sind sie rein. Weil das Unreine bei der Berührung nicht an einem Orte geruht hat. So ist nach ר״ש ,רא״ש und יו״ב die Mischna zu erklären. Nach א״ר dagegen besteht darüber keine Meinungsverschiedenheit, dass bei einem von einem Menschen geworfenen Gegenstande man nicht sagen kann, dass dieser nicht befragt werden kann, da ja der Mensch befragt werden kann. Der erste Tanna ist aber der Ansicht, dass ebenso wie, wenn die Unreinheit nicht an einem Orte ruht, auch wenn der reine vielleicht berührte Gegenstand nicht an einem Orte ruht, die zweifelhafte Unreinheit für rein zu erklären ist, während R. Jehuda der Ansicht ist, dass diese Bestimmung nur für den unreinen, nicht aber für den reinen Gegenstand gilt."
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+ " Edujot II, 7.",
+ "Hat ein Wiesel ein Kriechtier. Ein totes, das nach Lev. 11, 29 ff. durch Berührung verunreinigt.",
+ "ob dieses. Das Kriechtier.",
+ "so ist dieses Zweifelhafte rein. Aus doppeltem Grunde, weil die Brote nicht befragt werden können und die Unreinheit nur eine vorüberziehende, nicht an einem Orte ruhende war. Nach מ״א sind die Brote auch in dem Falle rein, wenn das Wiesel nicht über die Brote gelaufen, sondern auf ihnen stillgestanden ist, weil das Maul des Wiesels nicht als ein Ruheort für das Kriechtier gilt."
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+ "Hat ein Wiesel ein Kriechtier. Ein totes, das nach Lev. 11, 29 ff. durch Berührung verunreinigt.",
+ "so ist dieses Zweifelhafte rein. Obgleich es Menschen sind, die befragt werden können.",
+ "weil die Unreinheit nicht auf einem Orte geruht hat. S. Note 9.",
+ "Haben sie daran auf dem Erdboden gezupft. An dem auf dem Boden liegenden Kriechtier oder Aas.",
+ "weil die Unreinheit auf einem Orte geruht bat. Obgleich es nicht ruhig gelegen hat, sondern die Tiere daran gezerrt haben (s. Nasir 64 a)."
+ ],
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+ "unrein. Die Bestimmung, dass bei einer nicht an einem Orte ruhenden Unreinheit ein Zweifelfall für rein zu erklären ist, gilt nur für eine zweifelhafte Berührung, nicht aber für eine zweifelhafte Überdachung, deshalb ist der Mensch unrein, weil er befragt werden kann.",
+ "rein. Weil sie nicht befragt werden können.",
+ "und es findet sich ein Kriechtier in einem von ihnen. So dass zu befürchten ist, dass das Kriechtier vielleicht in dem Brunnen war und auch alle übrigen Eimer es beim Schöpfen berührt haben und dadurch unrein geworden sind.",
+ "ist dieser unrein und alle anderen sind rein. Weil angenommen wird, dass die Unreinheit sich dort befunden hat, wo man sie jetzt findet, das ist in dem Eimer, deshalb ist nur dieser und das in ihm sich befindende Wasser unrein. Durch das Eintauchen dieses Eimers mit dem Kriechtier in den Brunnen ist das Wasser in dem Brunnen nicht unrein geworden, weil Wasser, so lange es sich noch im Boden befindet, keine Unreinheit annimmt, mit Ausnahme der Mikw. I, 1 angeführten Fälle. So nach א״ר und יו״ב. Bart. erklärt entsprechend der Erklärung Raschis zu Nidda 3 b (s. Tosf. Jomt. zu unserer Mischna): wenn jemand ein grosses Fass mit Wasser füllt das er mit einem und demselben Eimer in zehn Malen aus dem Brunnen schöpft, und es findet sich nach der Ausschüttung aus dem Eimer ein Kriechtier in dem Eimer, ist nur der Eimer unrein, alles in dem grossen Gefäss befindliche Wasser dagegen rein, weil angenommen wird, dass das Kriechtier erst nach dem diesmaligen Ausschütten des Wassers hineingekommen ist, da es sonst beim Ausschütten mit in das grosse Gefäss gefallen wäre. Noch anders erklärt Maim. (s. הלכות שאר אבות הטומאות XVII, 1 und ערוך לנר zu נדה ג׳ ב׳ ד״ה המדלה עשרה דליים.",
+ "ist das obere rein. Trotzdem das Tier vielleicht aus dem oberen in den unteren mit hineingeschüttet worden ist. weil die Annahme, dass die Unreinheit sich vielleicht vorher an einer bestimmten anderen Stelle befunden hat, als an der, wo sie sich jetzt befindet, nicht als ein Zweifelsfall gilt, der für unrein zu erklären ist (לא מחזקינן טומאה ממקום למקום). Gegen die von Maim. l. c. gegebene Begründung, dass das obere Gefäss deshalb rein ist, weil es sich um Gefässe handelt, die nicht befragt werden können, wird schon von ראב״ד eingewendet, dass diese Begründung hier nicht zutrifft, da sich das Gefäss in der Hand des Giessen den befunden hat und dieser doch befragt werden kann. Findet sich jedoch nach dem Umgiessen ein Kriechtier in dem oberen Gefäss, so ist auch das, was sich im unteren befindet, unrein, weil anzunehmen ist, dass es vielleicht schon vor dem Umgiessen sich in dem oberen befunden hat (מחזקינן טומאה מזמן לזמן), wenn nicht bestimmte Gründe gegen diese Annahme sprechen (s. oben Note 17)."
+ ],
+ [
+ " Sabb. 15 b.",
+ "Wegen folgender sechs zweifelshalber unreiner Dinge. Die durch rabbinische Verordnung, trotzdem ihre Unreinheit nur zweifelhaft ist, für unrein erklärt worden sind.",
+ "verbrennt man die Hebe. Die von ihnen berührt worden ist. Während es im allgemeinen als Grundsatz gilt, dass man Hebe, die von etwas berührt worden ist, das nur nach rabbinischer Verordnung als unrein gilt, nicht verbrennen darf (Sabb. 16 a), hat die rabbinische Verordnung diese sechs nur des Zweifels halber als unrein geltenden Dinge für so unrein erklärt, als wenn sie nach Toravorschrift unrein wären, deshalb wird Hebe, die von ihnen, wenn auch in einem רשות הרבים, berührt worden ist, verbrannt.",
+ "wegen eines vielleicht durch Totengebein unrein gewordenen Feldes. בית הפרס s. Oholot II Note 33. Wenn Hebe eine Erdscholle von einem solchen Felde berührt hat oder durch einen Menschen oder ein Gerät oder eine Speise, die durch eine solche Berührung unrein geworden sind, berührt worden ist, so wird die Hebe verbrannt.",
+ "wegen der zweifelshalber unreinen aus dem Auslande hereingebrachten Erde. S. Oholot II Note 32.",
+ "wegen der zweifelshalber unreinen Kleider eines Am-ha-Arez. Die deshalb als unrein gelten, weil vielleicht seine Frau während ihres Menstruierens auf ihnen gesessen hat.",
+ "wegen der zweifelshalber unreinen aufgefundenen Geräte. Jedes aufgefundene Gerät gilt als unrein, weil es vielleicht durch eine Totenunreinheit unrein geworden ist, es verunreinigt deshalb selbst Menschen und Geräte.",
+ "wegen des zweifelshalber unreinen Vorgefundenen Speichels. Weil es vielleicht von einem oder einer Flussleidenden, von einer Menstruierenden oder einer Wöchnerin stammt.",
+ "und wegen des zweifelshalber unreinen Urins von einem Menschen. Weil er vielleicht von einem der Genannten herrührt. Maim. liest: על הרוקין על ספק הרוקין :א״ר ,הנמצאים",
+ "an dessen Seite sich Tier-Urin befindet. Raschi und Bart. erklären: obwohl es da doppelt zweifelhaft ist, dass der Urin von einem unreinen Menschen herrühren soll, denn vielleicht stammt er wie der daneben befindliche von einem Tiere, und wenn von einem Menschen, vielleicht von einem reinen.",
+ "verbrennt man die Hebe. Selbst wenn die Berührung in einem öffentlichen Gebiet stattgefunden hat. Ist es dagegen zweifelhaft, ob die Berührung überhaupt stattgefunden hat, verbrennt man die Hebe nicht, auch wenn es in einem Privatgebiet ist.",
+ "auch wenn die Berührung zweifelhaft ist. Obwohl im allgemeinen eine zweifelhafte Berührung selbst im רשות היחיד, wenn es sich um etwas handelt, das nicht befragt werden kann, als rein gilt.",
+ "In einem Privatgebiet bleibt sie im Zustande der Ungewissheit. Sie gilt nicht als rein, aber man verbrennt sie auch nicht, weil doch immerhin ein doppelter Zweifel vorliegt, ob die Unreinheit überhaupt vorhanden war, und wenn sie vorlag, ob die Berührung stattgefunden hat.",
+ "in einem öffentlichen Gebiet ist sie rein. Bei einer zweifelhaften Berührung, darin stimmen die Ansichten aller überein."
+ ],
+ [
+ "Tragen oder Bewegen. Wenn ein Zweifel ist, welcher von den beiden Speicheln berührt oder getragen oder bewegt worden ist.",
+ "[die Hebe] im Zustande der Ungewissheit. Sie wird nicht verbrannt, weil bei einer zweifelhaften Berührung auch in einem Privatgebiete Hebe nicht verbrannt wird, obwohl in diesem Falle im Gegensatz zu dem in der vorhergehenden Mischna eine Berührung wohl stattgefunden hat, es nur zweifelhaft ist, ob der zweifelshalber unreine berührt worden ist (יו״ב).",
+ "wenn es in einem öffentlichem Gebiet ist. Wo bei einer zweifelhaften Berührung sonst die Hebe rein ist.",
+ "nur wenn sie feucht sind. Weil, wenn der Mensch den zweifelshalber unreinen Speichel berührt hat, etwas von diesem auf dem Körper des Menschen haften geblieben ist, die Berührung demnach auf dem Körper des Menschen stattgefunden hat, der ein רשות היחיד ist; sind die Speichel dagegen trocken, ist dieses nicht der Fall, und ist es deshalb eine zweifelhafte Berührung in einem רשות חרבים, wo die Hebe als rein gilt (Maim.).",
+ "beim Tragen. Wenn der Mensch einen der beiden Speichel getragen hat, so dass dieser gleichviel ob er feucht oder abgetrocknet war, auf dem Körper des Menschen geruht hat. Wie es beim Bewegen ist, gibt die Mischna nicht an, da aber beim Bewegen der Speichel mit dem Körper des Menschen gar nicht in Berührung gekommen zu sein braucht, wird es wie eine zweifelhafte Berührung in einem רשות הרבים zu betrachten sein, so dass die Hebe als rein gilt (תא״ש).",
+ "gleichviel ob sie feucht oder getrocknet. Trockener Speichel gilt jedoch nur so lange als Speichel, als er sich noch wieder aufweichen lässt; ist er so vertrocknet, dass er auch durch Aufweichen nicht wieder flüssig wird, gilt er überhaupt nicht mehr als Speichel und ist, selbst wenn er von einem Flussleidenden stammt, nicht unrein (s. Nidda VII,2).",
+ "War nur ein Speichel. Ein zweifelshalber unreiner.",
+ "und jemand hat ihn. Mit Bestimmtheit.",
+ "verbrennt man deswegen die Hebe. Wie dieser Grundsatz für das Berühren schon in der vorhergehenden Mischna ausgesprochen ist, so wird er hier auch auf das Tragen und Bewegen ausgedehnt."
+ ],
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+ "Folgende Zweifelfälle haben die Weisen für rein erklärt. Gleichviel, ob in einem רשות הרבים oder in einem רשות היחיד. Soweit die hier angeführten Zweifelsfälle nicht in den nach-folgenden Mischna-Absätzen näher erklärt werden, werden sie in den Mischna-Traktaten, in die sie hineingehören, ausführlich behandelt.",
+ "einen Zweifelfall bei geschöpftem Wasser für ein Tauchbad. Wenn ein Zweifel entstanden ist, ob ein Tauchbad durch drei Log geschöpften Wassers untauglich geworden ist oder nicht (s. Mikw. II, 3).",
+ "die auf der Oberfläche des Wassers schwimmt. S. die folgende Mischna.",
+ "für das Verunreinigen als rein. Siehe Mischna 9 und 10.",
+ "für das Verunreinigen wie für das Reinwerden als rein. S. Jadajim II, 4.",
+ "einen Zweifelfall in öffentlichem Gebiet. Selbst wenn es sich um etwas handelt, das nach Toravorschrift unrein sein würde.",
+ "einen Zweifelfall bei Verordnungen der Schriftgelehrten. Wenn es sich um eine Unreinheit handelt, die nach rabbinischer Verordnung unrein ist, in diesem Falle gilt das Zweifelhafte auch in einem רשות היחיד als rein.",
+ "einen Zweifelfall bei Profanem. S. weiter Mischna 12.",
+ "einen Zweifelfall bei Kriechtieren. S. weiter Mischna 12.",
+ "einen Zweifelfall bei Aussatzschäden. S. Mischna 13.",
+ "einen Zweifelfall bei Erstgeburten. S. weiter Mischna 12.",
+ "und einen Zweifelfall bei Opfern. S. Mischna 13."
+ ],
+ [
+ "die auf der Oberfläche des Wassers schwimmt. Wenn es zweifelhaft ist, ob sie berührt worden ist.",
+ "[ist rein. Auch in einem רשות היחיד.",
+ "gleichviel ob dieses sich in Gefässen befindet oder auf dem Boden. Weil Wasser nicht als ein Ruheort für die auf ihm schwimmende Unreinheit gilt (s. oben Note 1).",
+ "ist der Zweifelfall unrein. Weil das Gefäss auf dem Boden ruht, gilt auch die in ihm befindliche Unreinheit als auf dem Boden ruhend.",
+ "Wenn der Zweifel. Ob der Mensch die auf dem Wasser schwimmende Unreinheit berührt hat.",
+ "ist er unrein. Weil beim Hineintauchen das Wasser in die Höhe gehoben und dadurch das darauf Schwimmende an den Körper des Tauchenden heran getrieben wird, es deshalb wahrscheinlicher ist, dass es ihn berührt hat.",
+ "rein. Beim Heraussteigen senkt sich das Wasser und entfernt sich dadurch das darauf Schwimmende von dem Körper des Menschen.",
+ "Selbst wenn nur Raum da ist für den Menschen und für die Unreinheit. So dass die Unreinheit den Menschen berührt haben muss.",
+ "ist er rein. Sobald man nicht gesehen hat, dass die Berührung stattgefunden hat, gilt es bei einer schwimmenden Unreinheit als rein (ר״ש). Nach Maim. jedoch nur, wenn es immerhin möglich wäre, dass die Berührung nicht stattgefunden hat."
+ ],
+ [
+ "dieser Zweifelfall ist unrein. Weil, wenn er die Flüssigkeit bestimmt berührt hätte, sie nach Toravorschrift unrein wäre, denn dass Flüssigkeiten durch Berührung mit einer Unreinheit unrein werden, ist Toravorschrift.",
+ "Wenn er ein unreines Brot in seiner Hand hatte und es zwischen reine Flüssigkeiten geworfen hat. L. liest: ופשטה. Diese Lesart, die auch Tosf. Jomt. zitiert, ist vorzuziehen, weil ein Zweifelfall bei einer geworfenen Unreinheit immer als rein gilt (s. oben Mischna 1).",
+ "ob es sie berührt oder nicht berührt hat. Nach ר״ש und Bart. ist hier nicht gemeint, wenn es zweifelhaft ist, ob das geworfene Brot unterwegs die andere Sache berührt hat, wie in der obigen Mischna, sondern ob es sie berührt hat, nachdem es bereits niedergefallen war und deshalb einen Ruheort hatte.",
+ "dieser Zweifelfall ist unrein. Wenn es in einem Privatgebiet war.",
+ "Für das Verunreinigen gilt er als rein. Dass unreine Flüssigkeiten weiter verunreinigen, ist nur rabbinische Verordnung, nach Toravorschrift können sie überhaupt nicht weiter verunreinigen, deshalb gilt bei zweifelhafter Berührung das Berührte als rein.",
+ "und ihn zwischen reine Brote geworfen hat. Selbst wenn es zweifelhaft ist, ob die Flüssigkeit die Brote berührt hat, nachdem sie bereits dort niedergefallen war und demnach ihren Ruheort hatte (s. oben Note 61).",
+ "dieser Zweifelfall ist rein. Denn unreine Flüssigkeiten können nach Toravorschrift die Unreinheit weder auf andere Flüssigkeiten noch auf Speisen übertragen, während unreine Speisen die Unreinheit auf andere Speisen nach Toravorschrift nicht übertragen, wohl aber auf Flüssigkeiten."
+ ],
+ [
+ "Ein Zweifelfall bei Flüssigkeiten gilt für Speisen. Er ist der Ansicht, dass unreine Flüssigkeiten auch nach Toravorschrift die Unreinheit weiter übertragen können, jedoch nur auf Ungleichartiges, also auf Speisen, nicht aber auf Flüssigkeiten (s. Pessachim 18 a und b).",
+ "für Geräte als rein. Weil Geräte nach Toravorschrift nur durch ein אב הטומאה unrein werden können.",
+ "Wie ist das. R. Jose wählt nicht dasselbe Beispiel wie der Tanna in der vorhergehenden Mischna, weil in diesem Falle auch er, wenn auch aus einem anderen Grunde, den Zweifelsfall für rein erklärt, weil eine geworfene Unreinheit im Zweifelsfalle überhaupt nie unrein macht und er der Ansicht ist, dass daran auch nichts geändert wird, wenn der Zweifel darin besteht, ob sie den anderen Gegenstand, nachdem sie bereits niedergefallen war und einen Ruheort hatte, berührt hat (s. oben Note 61). Nach einer anderen Erklärung (s. ר״ש) ist auch R. Jose der Ansicht, dass unreine Flüssigkeiten nach Toravorschrift die Unreinheit überhaupt nicht weitertragen können, in dem von ihm gewählten Beispiel handelt es sich jedoch gar nicht um das Übertragen der Unreinheit auf einen anderen Gegenstand, da ja die Flüssigkeit selbst in dem Teige enthalten ist, es sich also nur um den Zweifel handelt, ob der Teig mit der in ihm enthaltenen Flüssigkeit rein oder unrein ist.",
+ "Wenn zwei Fässer. Mit Wasser gefüllt.",
+ "der für Speisen als unrein und für Geräte als rein gilt. Dieselben Geräte, in denen der als unrein geltende Teig angerichtet worden ist."
+ ],
+ [
+ "Ein Zweifelfall bei den Händen gilt für das Unreinwerden. Wenn es zweifelhaft ist, ob die Hände etwas berührt haben, wodurch sie nach rabbinischer Vorschrift unrein werden.",
+ "wie für das Verunreinigen. Oder etwas berührt und es dadurch unrein gemacht hat.",
+ "wie für das Reinwerden. Oder ob man die noch unreinen Hände vorschriftsmässig gereinigt hat.",
+ "Ein Zweifelfall in öffentlichem Gebiet gilt als rein. Selbst wenn es sich um etwas handelt, das nach Toravorschrift unrein wäre. Diese beiden letzten Aussprüche werden aus Mischna 7 nur der Gleichmässigkeit wegen hier nochmals angeführt, obgleich sie hier gar nicht näher erklärt werden.",
+ "Ein Zweifelfall bei Verordnungen der Schriftgelehrten. Wenn man im Zweifel ist, ob man sich eine nur auf rabbinischer Verordnung beruhende Unreinheit zugezogen hat oder sich von einer solchen vorschriftsmässig gereinigt hat.",
+ "unreine Flüssigkeiten getrunken hat. S. Sabb. 13 b.",
+ "mit dem Kopf und dem grössten Teile des Körpers in geschöpftes Wasser hineingekommen. Nach einem an demselben Tage genommenen Tauchbade (s. Gittin 16 a Tosaf. v. הבא).",
+ "oder auf seinen Kopf und den grösseren Teil seines Körpers drei Log geschöpften Wassers gefallen sind. Auch wenn man nicht an demselben Tage ein Tauchbad genommen hatte.",
+ "die nach Verordnung der Schriftgelehrter vorliegt. Z. B. die Bestimmung, dass Nichtjuden stets als an Ausfluss Unreine zu betrachten sind.",
+ "so ist der Zweifelfall unrein. Wenn es zweifelhaft ist, ob die Berührung durch sie stattgefunden hat oder nicht Ist es dagegen zweifelhaft, ob eine solche Unreinheit überhaupt vorliegt oder nicht, wie bei einem vielleicht durch Totengebein unrein gewordenen Felde, so bleibt bei einer zweifelhaften Berührung, da dann ein doppelter Zweifel vorliegt, obgleich es sich um ein אב הטומאה handelt, der Fall unbestimmt, und man verbrennt seinetwegen die Hebe nicht (s. oben IV, 5)."
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+ [
+ "damit ist die Reinhaltung der [von Unreinem] sich Fernhaltenden. Die פרושים hielten sich daran gebenden, auch von dem Genuss profaner Speisen sich fern zu halten, wenn sie unrein geworden waren. Wegen einer zweifelhaften Unreinheit brauchten sie sich von ihnen nicht fernzuhalten (so מ״א nach Maim. הלכות שאר אה״ט XV, 2).",
+ "bei ihnen ist stets der Augenblick des Auffindens massgebend. Wenn man ein totes Kriechtier zwischen reine Dinge hindurch geworfen hat und man findet es auf dem Boden liegend, ohne dass es diese berührt, braucht man nicht anzunehmen, dass es sie beim Hindurchfliegen berührt hat. Ebenso braucht man, wenn man es verbrannt auf Früchten liegend findet, nicht zu befürchten, dass es in noch frischem Zustande auf sie gefallen ist und sie durch Berührung verunreinigt hat (יו״ב).",
+ "Ein Zweifelfall bei Aussatzschäden. Ob der Aussatzschaden sich ausgebreitet hat und dadurch unrein geworden ist.",
+ "so lange er noch nicht in den Zustand der Unreinheit eingetreten war. Noch nicht für entschieden unrein erklärt, selbst wenn er bereits verschlossen war.",
+ "ist auch der Zweifelfall. Ob er wieder zurückgegangen ist.",
+ "unrein. S. die nähere Ausführung Negaim V, 4 und 5.",
+ "Ein Zweifelfall bei Nasiräer-Gelübden. Wenn jemand ein Nasiräer - Gelübde getan hat für den Fall, dass in einem Getreidehaufen ein bestimmtes Mass Körner enthalten ist, und der Haufen gestohlen worden oder verloren gegangen ist, so dass es nicht mehr festzustellen ist, ob es so war oder nicht.",
+ "entbindet. Das Gelübde gilt nicht als solches, und es ist ihm erlaubt, Wein zu trinken, sich scheren zu lassen und sich an Toten zu verunreinigen (s. Nasir 8 a).",
+ "Ein Zweifelfall bei Erstgeburten. Wenn es zweifelhaft ist, ob es eine Erstgeburt ist oder nicht.",
+ "sowohl bei Erstgeburten von Menschen. Sie braucht nicht durch fünf Selaim, die einem Priester zu geben sind, ausgelöst zu werden.",
+ "sowohl von unreinem. Die Erstgeburt einer Eselin, sie braucht nicht durch ein dem Priester zu übergebendes Lamm ausgelöst zu werden.",
+ "wie von reinem. Sie braucht nicht einem Priester gegeben zu werden, sondern man kann sie weiden lassen, bis sie einen Leibesfehler bekommt, der sie zum Opfer untauglich macht, und sie dann selbst verzehren."
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+ "Wenn. Keretot I, 7.",
+ "eine Frau fünf zweifelhafte Geburten oder fünf zweifelhafte Blutflüsse hinter sich hat. Ohne inzwischen eines von den Opfern, zu denen sie dadurch verpflichtet war, dargebracht zu haben.",
+ "bringt sie nur ein Opfer. Für alle fünf Fälle bringt sie ausser den Ganzopfern, die sie mit der ausdrücklichen Bestimmung darbringen kann, dass sie, im Falle es keine Geburt bzw. kein unreiner Ausfluss war, als freiwillig gebrachte Opfer gelten sollen, nur ein Vogel Sündopfer, weil ein solches nicht als freiwilliges Opfer dargebracht werden kann, und dieses darf nicht verzehrt, sondern muss verbrannt werden, sie soll es nur deshalb darbringen, weil sie vor Darbringung ihres Opfere nicht Heiliges geniessen und nicht das Heiligtum betreten darf (s. Keretot I Note 60).",
+ "die übrigen darzubringen. Für die übrigen Fälle braucht sie ihre Sündopfer nicht darzubringen, weil es nur zweifelhafte Geburten bzw. Ausflüsse waren. Nach יו״ב braucht sie selbst bei einer zweifelhaften Geburt bzw. einem zweifelhaften Ausfluss auch nur ihr Sündopfer darzubringen, damit sie wieder Heiliges geniessen kann, nicht aber ihr Ganzopfer."
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+ "Wenn ein Kriechtier. Eines von den Lev. 11, 29 genannten Kriechtieren, die in totem Zustande durch Berührung verunreinigen.",
+ "und ein Frosch. Dessen Berührung nicht verunreinigt. Nach ר״ש und Bart. sehen Frosch und צב (nach Hoffmann Lev. z. St. = Kröte) einander ähnlich, so dass sie leicht mit einander verwechselt werden können.",
+ "sich in einem öffentlichen Gebiet befinden. Und man nicht weiss, welches von beiden Tieren man berührt hat.",
+ "ebenso eine Olivengrösse von einem Toten. Die auch bei Überdachung verunreinigt.",
+ "und eine Olivengrösse von Aas. Die nur durch Berührung und Tragen, aber nicht durch Bedachung verunreinigt.",
+ "ein Knochen von einem Toten. Der durch Berührung und Tragen verunreinigt.",
+ "und ein Knochen von Aas. Der überhaupt nicht verunreinigt.",
+ "eine Scholle von reiner Erde. Das ist palästinensische Erde.",
+ "und eine Scholle von einem Toten-gebein-Felde. Die wenn auch nur nach rabbinischer Vorschrift durch Berühren und Tragen verunreinigt (s. Ohalot II Note 33).",
+ "eine Scholle von reiner Erde und eine Scholle von ausländischer Erde. Die ebenfalls nach rabbinischer Vorschrift durch Berühren und Tragen verunreinigt.",
+ "der eine unrein. In seiner ganzen Breite, so dass der, der darauf gegangen ist, bestimmt die Unreinheit überdacht hat.",
+ "und es ist jemand auf einem von ihnen. Von den beiden Stegen.",
+ "er hat eines von ihnen. Von den beiden Olivengrössen von einem Toten und von einem Aas.",
+ "er hat eines von ihnen. Einen von den beiden Knochen oder den beiden Erdschollen.",
+ "bewegt. Oder getragen, auch ohne es zu berühren.",
+ "welches von ihnen er bewegt hat. Man vermisst den auf Kriechtier und Frosch bezüglichen Satz: er hat eines von ihnen berührt, und man weise nicht, welches von ihnen er berührt hat. Die Mischna hat wohl nicht für nötig gehalten, ihn herzusetzen, weil er in der gleich folgenden Mischna behandelt wird.",
+ "Akiba unrein. Nach רא״ש ,ר״ש und Bart. ist R. Akiba der Ansicht, dass der Grundsatz, dass eine zweifelhafte Berührung u. s. w. in einem öffentlichen Gebiet als rein gilt, nur für Dinge gilt, die, wenn sie für unrein erklärt werden würden, nicht wieder rein werden könnten, wie Früchte oder irdene Geräte, nicht aber für einen Menschen, der sich von seiner Unreinheit reinigen kann. Nach יו״ב (s. auch מ״א) ist R. Akiba der Ansicht, dass der Grundsatz nur für den Fall gilt, wenn es zweifelhaft ist, ob eine Berührung überhaupt stattgefunden hat, nicht aber, wenn eine Berührung stattgefunden hat, es nur zweifelhaft ist, was berührt worden ist. Nach א״ר ist nach R. Akiba der Grundsatz von ספק טומאה ברשות הרבים nur auf solche Fälle anzuwenden, wo durch eine Unreinerklärung viele betroffen werden würden, nicht aber wenn dadurch nur ein Einzelner betroffen wird."
+ ],
+ [
+ "Gleichviel ob er sagt. So ist das אחד שאמר wohl zu verstehen, nicht wie die Erklärer übersetzen: „wenn einer sagt“. Es ist eine Fortsetzung des in der vorhergehenden Mischna Gesagten und gilt ebenso wie für das Berühren so auch für das Tragen und Überdachen.",
+ "Ich habe dieses. Das an dieser Stelle gelegen hat.",
+ "ob es unrein oder ob es rein war. Ob es die Kröte oder der Frosch, Totenknochen oder Aasknochen war u. s. w, es sich also um den Zweifel handelt, ob der von ihm berührte Gegenstand rein oder unrein war.",
+ "welches von den beiden ich angerührt habe. Wo es sich um den Zweifel handelt, ob die vorhandene Unreinheit von ihm berührt oder nicht berührt worden ist.",
+ "nach den Weisen rein. Nach Maim. spricht die Mischna hier von einem neuen Fall: wem jemand einen Menschen berührt hat und nicht weiss, ob er rein oder unrein war, oder von zwei Menschen, von denen einer unrein und einer rein war, einen berührt hat und nicht weiss, welchen von beiden er berührt hat. Die übrigen Erklärer beziehen die Mischna auch auf den Fall von Kröte und Frosch in der vorhergehenden Mischna, erklären aber: wenn jemand ein Tier berührt hat und nicht weiss, ob es eine Kröte oder ein Frosch war, und wenn Kröte und Frosch dagelegen haben und er nicht weiss, welches von beiden er berührt hat.",
+ "Jose erklärt ihn in allen diesen Fällen. Die in dieser und in der vorhergehenden Mischna angeführt sind.",
+ "weil die Menschen immer [auf Stegen] zu gehen pflegen. Da es schwer fällt, dabei einer zweifelhaften Unreinheit zu entgehen, lässt er für diesen Fall den Grundsatz, dass eine zweifelhafte Unreinheit im öffentlichen Gebiet als rein gilt, auch für den Menschen gelten, weil die Unreinerklärung doch nur eine rabbinische Erschwerung wäre. In allen anderen Fällen dagegen stimmt er der Ansicht des R. Akiba zu, weil der Mensch solche Zweifelfälle leicht vermeiden kann.",
+ "nicht aber [liegende Gegenstände] immer zu berühren. Oder zu tragen oder zu überdachen.",
+ "pflegen. Nach א״ר ist R. Jose derselben Ansicht wie R. Akiba (s. oben Note 17) und macht nur deshalb bei dem Steg eine Ausnahme, weil auf dem Steg viele Menschen zu gehen pflegen, durch die Unreinerklärung deshalb nicht nur dieser Mensch, sondern auch die vielen anderen, die darauf gehen, betroffen werden würden."
+ ],
+ [
+ "Wenn von zwei Stegen. Die öffentliches Gebiet sind.",
+ "einer unrein und einer rein ist. Man weiss aber nicht, welches der unreine und welches der reine ist.",
+ "er hat sich das erste und das zweite Mal besprengen lassen. Am dritten und am siebenten Tage, um sich von der zweifelhaften Toten-Unreinheit zu reinigen.",
+ "hat ein Tauchbad genommen und ist rein geworden. Durch Sonnenuntergang nach dem genommenen Tauchbad ist er auch für das Verzehren von Hebe rein geworden.",
+ "so sind diese rein. Er gilt als rein, weil seine Anfrage sich doch nur auf das Gehen auf dem zweiten Felde erstreckt und der Grundsatz gilt, dass eine zweifelhafte Verunreinigung in öffentlichem Gebiet rein ist.",
+ "Sind die ersten noch vorhanden. So dass es sich jetzt um eine Entscheidung über die ersten und über die zweiten Früchte handelt.",
+ "so bleiben beide im Zustande der Ungewissheit. Sie können nicht für rein erklärt werden, da doch jedenfalls die einen durch seine Berührung unrein geworden sind (vgl weiter Mischna 5), weil es aber nur eine zweifelhafte Unreinheit ist, dürfen sie, wenn sie Hebe sind, beide nicht verbrannt werden.",
+ "Hatte er sich dazwischen nicht gereinigt. Und die ersten Speisen sind noch vorhanden.",
+ "bleiben die ersten im Zustande der Ungewissheit. Denn wenn inan sie für rein erklären würde, weil die zweiten doch jedenfalls unrein sind und es sich danach nur um die Entscheidung über die ersten handelt, könnte der Anfragende leicht daraus den falschen Schluss ziehen, dass sie deshalb für rein erklärt worden sind, weil festgestellt worden ist, dass der Steg, auf dem er zuerst gegangen ist, der reine und der zweite der unreine war (יו״ב). Nach א״ר ist zu lesen: הראשונות טהורות, die ersten sind aus dem angeführten Grunde in der Tat für rein zu erklären.",
+ "und die zweiten müssen verbrannt werden. Denn bei der Berührung dieser war er jedenfalls unrein."
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+ "Wenn ein Kriechtier und ein Frosch auf öffentlichem Gebiete liegen. Und so entstellt sind, dass man nicht mehr erkennen kann, welches das Kriechtier und welches der Frosch ist.",
+ "sind die ersten unbestimmt und die zweiten müssen verbrannt werden. Es gelten danach für diesen Fall genau die gleichen Bestimmungen wie für den Fall mit den beiden Stegen in der vorhergehenden Mischna, nach Maim. will die Mischna damit zum Ausdruck bringen, dass in diesen Fällen, wo es sich um die Entscheidung über von dem zweifelhaft Unreinen berührten Speisen handelt, auch R. Jose (s. Mischna 2) keinen Unterschied macht zwischen dem Gehen über einen Steg und den anderen Fällen."
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+ [
+ " Pessachim 10 a.",
+ "und es ist jemand auf einem von ihnen gegangen und hat sich dann mit reinen Speisen beschäftigt. Und sie wollen eine Entscheidung haben, ob die Früchte rein oder unrein sind. Handelte es sich dagegen um die Frage, ob sie selbst rein oder unrein sind, so würde man ihnen in jedem Falle sagen, dass sie sich reinigen sollen, denn wenn man jeden einzeln für rein erklärt, könnten sie nachher beide eine und dieselbe Hebe berühren, so dass diese sicher durch einen Unreinen berührt worden ist, und ein Dritter, der den näheren Tatbestand nicht kennt, könnte sie verzehren, weil sie doch beide für rein erklärt worden waren (Pessachim 10 a, Tosf. v. הלך).",
+ "sind sie rein. Weil es sich bei beiden um eine zweifelhafte Unreinheit in öffentlichem Gebiet handelt.",
+ "sind sie unrein. Man kann sie nicht beide zugleich für rein erklären, weil doch tatsächlich einer von beiden sich verunreinigt hatte.",
+ "Sie sind in diesem wie in jenem Falle unrein. Nach der Auslegung im Talmud besteht eine Differenz zwischen der Ansicht des R. Jehuda und der des R. Jose nur in dem Falle, wenn einer von den beiden fragen kommt und zuerst über sich entscheiden lässt und dann über den anderen, Dach R. Jehuda ist das dasselbe, wie wenn einer nach dem anderen kommt, und sind danach beide für rein zu erklären, nach R. Jose ist es dasselbe, wie wenn beide zugleich fragen kommen, und sind deshalb beide für unrein zu erklären. Kommt aber erst der eine fragen und dann der andere, sind auch nach R. Jose beide für rein zu erklären."
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+ "sind sie unrein. Hier handelt es sich um eine nur auf rabbinischer Verordnung beruhenden Unreinheit, dass, wer unreine Speisen geniesst, unrein wird. Auch hierbei, will die Mischna sagen, gilt die Bestimmung, dass bei gleichzeitiger Anfrage beide für unrein zu erklären sind."
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+ "und es ist einer gekommen und hat auf seine Kleider getreten. So dass zu befürchten ist, dass der, der darauf getreten hat, vielleicht ein זב war und die Kleider dadurch unrein geworden sind.",
+ "oder ausgespien und er. Der dort Sitzende.",
+ "hat den Speichel berührt. So dass zu befürchten ist, dass der dort Sitzende durch die midras-unrein gewordenen Kleider bezw. durch Berührung des Speichels unrein geworden ist. Nach Maim. Kommentar (ed. Derenbourg) ist zu übersetzen „oder er hat ausgespien und jener hat den Speichel berührt“, und handelt es sich nicht darum, ob der dort Sitzende durch den Vorübergehenden, sondern ob der Vorübergehende durch den dort Sitzenden unrein geworden ist, da man ihn nicht gekannt hat und es möglicher Weise ein זב gewesen ist.",
+ "so verbrennt man wegen des Speichels die Hebe. Weil bei einer bestimmten Berührung von zweifelhaftem Speichel Hebe verbrannt wird, auch wenn die Mehrzahl der in Betracht Kommenden nicht זבים sind (s. oben IV, 5).",
+ "betreff der Kleider richtet es sich nach der Mehrheit. Der dort Vorübergehenden. Der Grundsatz, dass eine zweifelhafte Berührung in einem öffentlichen Gebiet für rein zu erklären ist, gilt nicht für den Fall, dass die Mehrzahl unrein ist, weil dann eher anzunehmen ist, dass der Berührende ein Unreiner war.",
+ "sind seine Sachen midras-unrein. Auch wenn die Mehrzahl der dort Vorübergehenden rein war. In dem ersten Falle, wo es sich nur um die Frage handelt, ob der eine Vorübergegangene rein oder unrein war, spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, wenn die Mehrzahl rein war, dass es ein Reiner war. In diesem Falle dagegen, wo er nicht weiss, wie viele ihn berührt haben, ist es ja möglich, dass sowohl die Mehrzahl der Reinen wie auch die wenigen Unreinen vorübergegangen sind und ihn berührt haben.",
+ "die Weisen erklären sie für rein. Denn vielleicht hat kein Mensch auf seine Kleider getreten, die danach als eine ספק טומאה ברה״ר rein sind.",
+ "Hat. Erubin 35 b.",
+ "er in der Nacht jemanden berührt. In öffentlichem Gebiet.",
+ "und man weiss nicht, ob er gelebt hat oder tot war, und am Morgen steht er auf und findet ihn tot, so erklärt R. Meïr ihn für rein. Denn man darf annehmen, dass er vielleicht in der Nacht, als er ihn berührt hat, noch gelebt hat, es ist deshalb ein Zweifelfall in öffentlichem Gebiet und er für rein zu erklären.",
+ "denn alle Unreinheiten gelten wie im Augenblicke ihrer Auffindung. Hat er indes ihn am Abend noch lebend gesehen, so ist er auch nach Ansicht der Weisen als ספק טומאה ברה״ר für rein zu erklären."
+ ],
+ [
+ "Ist eine Geistesgestörte. Die auf die Zeit ihrer Menstruation nicht achtet. Für einen blödsinnigen Mann gilt dieses nicht, trotzdem doch auch dieser auf die Zeit, wo er ein זב ist, nicht achtet, weil das Auftreten einer זיבה etwas Aussergewöhnliches ist, während bei der Frau das Menstruieren etwas regelmässig Wiederkehrendes ist.",
+ "in der Stadt oder eine Nichtjüdin oder eine Kutäerin. Die beide nach rabbinischer Verordnung immer als זבות gelten; das Gleiche gilt auch für männliche Nichtjuden und Kutäer.",
+ "sind alle Speichel in der Stadt unrein. Auch wenn keine solche Personen in der Stadt sind, gelten nach IV, 5 alle sich vorfindenden Speichel als unrein, jedoch nur als zweifelshalber unrein, deshalb gilt ihre zweifelhafte Berührung in öffentlichem Gebiet als rein, während, wenn eine solche Person in der Stadt ist, sie als bestimmt unrein gelten und selbst ihre zweifelhafte Berührung in öffentlichem Gebiet als unrein gilt (Maim.).",
+ "Wenn eine Frau jemanden auf die Kleider getreten oder mit ihm zusammen in einem Schiff. In einem kleinen schaukelnden Boot, in dem sie, wenn sie eine זבה oder נדה ist, ihn, auch ohne ihn zu berühren, verunreinigt (s. Sabim III, 1).",
+ "kennt. Weil sie, wenn sie unrein gewesen wäre, nicht auf seine Kleider getreten oder mit ihm in einem Boote gefahren wäre.",
+ "so muss er sie befragen. Da es sich auch hier wie in dem ganzen Perek um eine Unreinheit in öffentlichem Gebiet handelt, richtet es sich, wenn sie nicht mehr da ist, um sie zu befragen, wie bei den Kleidern in Mischna 7 danach, ob mehr unreine oder mehr reine Frauen in dem Orte waren (מ״א)."
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+ " Kidduschin 65b.",
+ "ist er rein. Auch wenn es in einem Privatgebiet ist. Wo es sich um Verbotenes handelt, genügt die Aussage eines Zeugen (עד אחר נאמן באיסורים).",
+ "Sagen zwei, du hast dich verunreinigt, und er selbst sagt, ich habe mich nicht verunreinigt, so erklärt ihn R. Meïr für unrein. Da die Aussage zweier Zeugen mehr gilt als seine eigene Behauptung.",
+ "Er ist durch seine eigene Aussage beglaubigt. Nach der Auslegung im Talmud (Keretot 12a) ist die Ansicht der Weisen dahin zu verstehen: er ist beglaubt, weil er den Einwand erheben kann, dass er mit seinem Leugnen nur gemeint habe, dass er nicht mehr unrein sei, da er sich von seiner Unreinheit bereite gereinigt habe. Nach Ansicht des R. Meïr dagegen würde dieser nachträglich erhobene Einwand nicht genügen, um ihn für rein zu erklären, nachdem er ihn nicht sogleich den Zeugen gegenüber erhoben hat. Tosefta VI: Er ist für sich selbst beglaubt, man sagt ihm jedoch nicht ausdrücklich, dass er rein ist, damit er sich aus eigenem Entschluss doch reinige (s. Maim. שאאה״ט XV,11 und כסף משנה z. St.).",
+ "unrein. Da der Aussage zweier Zeugen gegenüber die eines Zeugen keinerlei Gültigkeit hat.",
+ "sagt eine Frau. Die überhaupt nicht zeugnisfähig ist.",
+ "unrein. Wie bei jeder zweifelhaften Verunreinigung eines Menschen, den man befragen kann, in einem Privatgebiet."
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+ "so ist ein Zweifelfall auf ihm. Der eingetreten ist.",
+ "unrein. Auch nachdem er vorher öffentliches Gebiet geworden war und ein während dieser Zeit eingetretener Zweifelfall für rein erklärt worden war.",
+ "rein. Obgleich er vorher Privatgebiet war und ein während dieser Zeit auf ihn eingetretener Zweifelfall für unrein erklärt worden war.",
+ "War jemand dem Tode nahe. מסוכן von סכנה = Gefahr Lebensgefahr, das Leben war schon soweit entflohen, dass man nicht gewiss war, ob er noch lebte oder schon tot war.",
+ "während er im Privatgebiet war. Sowohl bevor man ihn nach dem öffentlichen Gebiet gebracht hatte wie nachdem man ihn wieder in das Privatgebiet zurückgebracht hat.",
+ "rein. Obwohl er vorher im Privatgebiet gelegen hat und ein dort eingetretener Zweifelfall für unrein erklärt worden ist, man demnach angenommen hat, dass er bereits tot sei.",
+ "Das öffentliche Gebiet ist dazwischen getreten. Nur der Zweifelfall, der eingetreten ist, als er zum zweiten Mal im Privatgebiet war, ist für unrein zu erklären, der Zweifelfall aber, der eingetreten ist, als er zuerst im Privatgebiet war, kann nicht für unrein gelten, da er inzwischen im öffentlichen Gebiet gelegen hat und der dort eingetretene Zweifelfall für rein erklärt worden, demnach angenommen worden ist, dass er noch nicht tot war."
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+ " Edujot III, 7.",
+ "wenn der Reine steht und der Unreine vorübergeht. Nach Maim. und Bart. ist mit dem Unreinen hier ein Aussätziger gemeint. Nach Negaim XIII, 7 wird ein Reiner, wenn er unter einem Baum an einem dort stehenden Aussätzigen vorübergeht, unrein, steht dagegen ein Reiner unter einem Baume und der Aussätzige geht unter dem Baume an ihm vorüber, bleibt der Reine rein. Hier handelt es sich in dem ersten Fall um den Zweifel, ob der Reine beim Vorübergehen unter den Baum getreten ist, unter dem der Aussätzige gestanden hat, und dadurch unrein geworden ist oder nicht, in dem zweiten Fall, ob der Aussätzige beim Vorübergehen unter dem Baum stehen geblieben ist, unter dem der Reine gestanden hat, und dieser dadurch unrein geworden ist oder nicht; der Platz unter dem Baume ist ein Privatgebiet, der Platz davor, auf dem der Reine bzw. der Unreine gegangen ist, dagegen öffentliches Gebiet. Nach ר״ש und רא״ש sind hier die beiden oben IV, 3 angeführten Fälle gemeint, wenn zwischen einem Wiesel, das ein Kriechtier im Maule hatte, und einen Hund mit einem Stück Aas im Maule Reine hindurchgegangen sind, oder sie zwischen Reine hindurchgelaufen sind, so bleiben in beiden Fällen, wenn eine Berührung zweifelhaft ist, nach Ansicht der Weisen auch in einem Privatgebiet die Reinen rein, weil die Unreinheit nicht eine an einem Orte ruhende war. Den gegen diese Erklärung erhobenen Einwand, dass nach Edujot II, 7 bei einer nicht an einem Orte ruhenden Unreinheit auch R. Josua eine zweifelhafte Berührung für rein erklärt, sucht Tosf. Jomt. damit zu widerlegen, dass dort nur von Broten die Rede ist, die nicht befragt werden können, wo es sich dagegen um einen Zweifelfall beim Menschen handelt, gilt dieser nach Ansicht des R. Josua selbst bei einer nicht an einem Orte ruhenden Unreinheit als unrein. Nach א״ר ist R. Josua der Ansicht, dass der Grundsatz, dass eine zweifelhafte Verunreinigung in einem öffentlichen Gebiet als rein gilt, nur für eine nicht an einem Orte festliegende Unreinheit Geltung hat. Ebenso wie aber nach seiner Ansicht ein Zweifelfell in einem Privatgebiet als unrein gilt, wenn auch nur das eine, gleichviel ob das Unreine oder das Reine, sich in einem Privatgebiet befunden hat, so gilt auch ein Zweifelfall in einem öffentlichen Gebiet als unrein, gleichviel ob das Unreine oder das Reine an einem Orte geruht hat, während nach Ansicht der Weisen ein Zweifelfall in einem öffentlichen Gebiet immer als rein gilt, wenn auch gleichviel ob das Unreine oder das Reine an einem Orte fest geruht hat.",
+ "wenn das Unreine. In der Hand eines Menschen, der befragt werden kann, denn ein Zweifelfall bei einer Sache, die nicht befragt werden kann, gilt nach allen Ansichten auch in einem Privatgebiet als rein.",
+ "sich in eine im Privatgebiet und das Reine in einem öffentlichen Gebiet. So dass, wenn man sich nach dem Orte richten würde, wo das Unreine sich befunden hat, der Zweifelfall unrein wäre.",
+ "das Reine sich in einem Privatgebiet und das Unreine in einem öffentlichen Gebiet. So dass, wenn man sich nach dem Orte richten würde, wo das Reine sich befunden hat, der Zweifelfall unrein wäre.",
+ "Josua es für unrein. Er ist der Ansicht, dass sobald eines, das Unreine oder das Reine, sich in einem Privatgebiet befunden hat, der Zweifelfall als unrein gilt, da es zweifelhaft ist, welches das Entscheidende ist.",
+ "und die Weisen erklären es für rein. Sie sind der Ansicht, dass nur, wenn beides sich in einem Privatgebiet befanden hat, wie es bei dem Sicheinschliessen einer Ehefrau mit einem fremden Manne der Fall ist, aus dem dieser Grundsatz hergeleitet wird (s. Sota 28 b), der Zweifelfall als unrein gilt. Die Begründung für die Ansichten des R. Josua und der Weisen in den ersten beiden Fällen, wie ר״ש und רא״ש und א״ר sie auffassen, s. oben Note 9."
+ ],
+ [
+ "Steht ein Baum. Ein Baum gilt inbezug auf Verunreinigungen immer als ein Privatgebiet, weil als öffentliches Gebiet dabei nur solche Orte gelten, die von der Allgemeinheit benutzt zu werden pflegen.",
+ "auf öffentlichem Gebiet und die Unreinheit liegt auf. בתוכו d. h. zwischen seinen Ästen und dem Gezweige.",
+ "und es besteigt jemand den Baum. עלה לראשו heisst nicht gerade auf den Gipfel steigen, sondern überhaupt den Baum besteigen (s. Menach. VIII Note 29).",
+ "so ist dieser Zweifelfall unrein. Da er den Baum bestiegen hat, haben sowohl er wie die Unreinheit sich in einem Privatgebiet befunden.",
+ "Steckt jemand seine Hand in ein Mauerloch. In der nach der Strasse zugewandten Seite der Mauer. Auch ein solches Mauerloch gilt aus dem Note 15 angegebenen Grunde als Privatgebiet.",
+ "so ist dieser Zweifelfall unrein. Obgleich er selbst im öffentlichen Gebiet gestanden hat.",
+ "Ist ein Laden unrein und nach einem öffentlichen Gebiet geöffnet. Durch eine darin befindliche Toten-Unreinheit oder dergleichen.",
+ "ist dieser Zweifelfall rein. Weil der ganze unreine Laden als eine im öffentlichen Gebiet sich befindende Unreinheit betrachtet wird und demnach nach allen Ansichten der Zweifelfall als rein gilt.",
+ "ob er [etwas darin] berührt hat oder nicht. Wenn nur etwas durch Berührung Verunreinigendes sich darin befunden hat.",
+ "ist dieser Zweifelfall rein. Weil wohl die Unreinheit sich im Privatgebiet, der Mensch aber sich im öffentlichen Gebiet befunden hat.",
+ "ist dieser Zweifelfall unrein. Da er bestimmt in einen der beiden Läden, also in ein Privatgebiet, hineingegangen ist, handelt es sich um einen Zweifelfall, wo sowohl die Unreinheit wie der Mensch sich in einem Privatgebiet befunden haben."
+ ],
+ [
+ "ist es immer in einem Privatgebiete unrein. Trotz der grösseren Wahrscheinlichkeit für die Reinheit.",
+ "in einem öffentlichen Gebiete rein. Auch wenn nur ein einfacher Zweifel vorliegt.",
+ "Wenn jemand eine Zugangsstrasse. Die Privatgebiet ist",
+ "betreten hat und die Unreinheit befand sich in einem der Höfe. Die in die Zugangsstrasse münden.",
+ "oder die Unreinheit befand sich in einem Hause. Das in einem der Höfe gelegen ist, so dass es, selbst wenn er den Hof betreten hätte, zweifelhaft wäre, ob er das Haus betreten und sich verunreinigt hat.",
+ "ob sie dort war. Als er das Haus betreten hatte.",
+ "ob sie die nötige Grösse hatte. Um zu verunreinigen.",
+ "so ist dieser Zweifelfall unrein. Vgl. Note 25.",
+ "Bei einem Zweifel am Betreten ist er rein. Auch wenn der Mensch und die Unreinheit beide sich in einem Privatgebiet befunden haben, der Mensch in der Zugangsstrasse und die Unreinheit im Hof, und nur der einfache Zweifel vorliegt, ob er den Hof betreten hat oder nicht, ist der Mensch rein. Nach R. Elasar ist der Zweifelfall nur unrein, wenn beide Teile wie bei der סופח (s. oben Note 14) sich in einem und demselben Privatgebiet befinden, während nach Ansicht der Weisen es schon genügt, wenn beide sich in einem Privatgebiet befinden (יו״ב).",
+ "bei einem Zweifel am Berühren der Unreinheit ist er unrein. Auch wenn noch so viele Zweifel vorliegen, darin stimmt R. Elasar mit dem ersten Tanna überein."
+ ],
+ [
+ "Ist jemand in der Regenzeit durch eine Felder-Ebene. בקעה = Tal, Ebene, dient als Bezeichnung für eine angebaute Fläche, auf der sich die Felder von verschiedenen Besitzern an einander reihen. In der Regenzeit, wo die Felder angebaut sind, gilt jedes Feld als das Privatgebiet des betreffenden Blitzers.",
+ "Ich bin dort. Über die Felderfläche.",
+ "Elasar ihn für rein. Entsprechend seiner Ansicht in der vorhergehenden Mischna, weil es sich am ein zweifelhaftes Betreten aus einem Privatgebiet in ein anderes handelt, trotzdem die Privatgebiete hier nicht einmal wie bei Zugangsstrassen, Hof und Haus durch einschliessende Mauern voneinander getrennt, sind."
+ ],
+ [
+ "Ein Zweifelfall im Privatgebiet gilt als unrein. Vorausgesetzt, dass die gleiche Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass die Verunreinigung stattgefunden wie dass sie nicht stattgefunden hat (s. Pessachim 9a Tosf. v. ואם תמצא לומר).",
+ "ein Zweifelfall im öffentlichen Gebiet gilt als rein. Auch hier nur vorausgesetzt, dass nicht Gründe für die Wahrscheinlichkeit sprechen, dass die Verunreinigung stattgefunden hat (s. weiter VII, 1).",
+ "Die Stege von Beth-Gilgal. בית גלגול (s. MGWJ. 1921, S. 88 und S. 370) vermutlich der Name einer Stadt in Palästina, zu der besonders steile Stege hinaufführten, die wegen ihrer Steilheit im allgemeinen nicht begangen wurden (s. Erubin 22b), auch sie galten trotzdem inbezug auf Verunreinigungen als öffentliches Gebiet.",
+ "gelten für den Schabbat als Privatgebiet. D. h. sie gelten inbezug auf den Schabbat nicht als öffentliches Gebiet, weil sie keine allgemeinen Verkehrsstrassen sind, haben aber auch nicht den Charakter eines Privatgebiets, sondern gelten als in der Mitte zwischen beiden liegendes כרמלית genanntes Gebiet (s. Sabb. 6 b).",
+ "für Verunreinigungen als öffentliches Gebiet. Inbezug auf Verunreinigungen gilt als רשות היחיד nur, wie bei der סוטה (s. oben Note 14), ein Raum in einem umschlossenen Privathause, ein nicht umfriedeter Raum, der Privatgebiet ist, nur, wenn nicht drei Menschen darauf zu verkehren pflegen. Verkehren drei Menschen darauf, gilt er als רשות הרבים, auch wenn im Augenblick der zweifelhaften Verunreinigung keine drei Menschen zugegen waren. Waren drei Menschen zugegen, gilt selbst das umschlossene Privatgebiet als רשות הרבים, weil es dann nicht der gleiche Fall ist wie bei der סוטה, wo nur zwei Personen zugegen waren (s. Nasir 57a).",
+ "gelten für den Schabbat als Privatgebiet. Sie sind keine Strassen für den Durchgangsverkehr, da sie in eine Grube u. s. w. hineinmünden.",
+ "für Verunreinigungen als öffentliches Gebiet. Weil dort mehr als zwei Menschen darauf zu verkehren pflegen."
+ ],
+ [
+ "Eine Felder Ebene. S. oben Note 35.",
+ "gilt in der Sommerzeit. Nach der Ernte, wo viele Menschen darauf zu gehen pflegen.",
+ "für den Schabbat als Privatgebiet. Nach Ansicht von R. Aschi (Sabb. 7a) sind hier Felder gemeint, die eingezäunt sind, diese gelten für den Schabbat als vollkommenes רשות היחיד, nicht als כרטלית.",
+ "in der Regenzeit. Wo die Frucht auf den Feldern steht und deshalb Menschen dort überhaupt nicht verkehren."
+ ],
+ [
+ "Eine Basilika. בסילקי gr. βασιλικῇ = Palast, öffentliches Gebäude, das vorzüglich als Gerichtsstand dient.",
+ "gilt für den Schabbat als Privatgebiet. Weil es ein von allen Seiten umschlossener Raum ist",
+ "für Verunreinigungen als öffentliches Gebiet. Obwohl es ein umschlossener Raum ist, weil er für den allgemeinen Verkehr bestimmt ist.",
+ "gilt sie in beiden Hinsichten als Privatgebiet. Auch für Verunreinigungen, da er beobachten kann, wenn jemand in den Raum hineinkommt oder hinausgeht, fühlt er sich sicher, wie wenn er, wie bei der סוטה, mit der Unreinheit in einem Raume allein ist, anders als in einem nicht umschlossenen Raum, wo er jeden Augenblick befürchten muss, dass von irgend einer Seite jemand herankommt.",
+ "für Verunreinigungen als öffentliches Gebiet. Weil es nicht dem Fall bei der סוטה gleicht, da er immer befürchten muss dass jemand unbemerkt hereinkommt. א״ר liest auf Grund einer Tosefta (s. auch Tosf. Jomt.) nicht ורואה, sondern ואינו רואה : wenn er die Ein- und Ausgehenden nicht sehen kann, ist es, wie wenn er sich in einem רשות היחיד befindet, wenn nicht, d. h. wenn er sie sehen kann, wie in einem רשות הרבים."
+ ],
+ [
+ "Eine Durchgangsballe. פרן nach einer Erklärung im Aruch = ϕὰρος ein Leuchtturm an der Küste, nach Anderen ähnlich wie בסילקי eine grosse Halle, die man durch zwei sich gerade gegenüberliegende Eingänge durchschreitet, gr. πόρος = Durchgangshalle.",
+ "gilt als Privatgebiet für den Schabbat und als öffentliches Gebiet für Verunreinigungen. Hier macht auch R. Jehuda keinen Unterschied nach der Erklärung von א״ר, weil die Eingänge einander gerade gegenüberliegen und er deshalb die Ein- und Ausgehenden immer sehen kann, nach den anderen Erklärern, weil die Halle sehr gross ist und er deshalb gar nicht so weit sehen kann.",
+ "ebenso die Seitenräume. Die Teile des Raumes, die nicht gerade zwischen den beiden Eingängen liegen.",
+ "Die Seitenräume gelten in beiden Hinsichten als Privatgebiet. Weil die Menschen nur durch die Mitte zu gehen, die Seiten dagegen gar nicht zu betreten pflegen."
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+ "Die Säulengänge. אסטוונית (Ohalot XVIII, 9 אצטוונית) ein Säulengang vor dem Hause, nach anderen ein Vorbau vor der Ladentür, auf dem der Ladeninhaber zu sitzen pflegt.",
+ "gelten als Privatgebiet. S. oben Note 41.",
+ "gilt als Privatgebiet für den Schabbat und als öffentliches Gebiet für Verunreinigungen. Auch hier macht R. Jehuda keinen Unterschied, nach א״ר, weil der Hof nur klein ist, er die Ein- und Anstehenden deshalb immer sehen kann und der Raum deshalb als ein רשות הרבים gilt, nach den anderen Erklären, weil hier der Hof all direkter Durchgangsraum dient, oder weil der Hof nicht überdacht ist und deshalb eher als רשות הרבים gelten kann (יר״ב)."
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+ " Ketnb. 24 b.",
+ "Wenn ein Topfhändler. Ein Chaber, dessen Geräte rein sind.",
+ "seine Töpfe stehen gelassen hat. Im רשות הרכים. Maim. הלכות משכו״מ XII, 23 liest: שהכניס.",
+ "und hinuntergegangen ist. An den Floss oder an einem Brunnen oder eine Quelle.",
+ "die aussen stehenden unrein. Wie im Talmud ausgeführt wird, nicht aus dem Grunde, weil ein Käufer, der ein עם הארץ ist, sie berührt und verunreinigt haben kann, denn, sobald dieses zu befürchten ist, sind auch die innen stehenden unrein. Ist dieses aber nicht zu befürchten, indem es offensichtlich ist, dass der Händler die Töpfe nicht zum Verkauf dort hingestellt hat, sind auch die aussen stehenden rein. Die Mischna spricht nur von dem Falle, dass der Händler die Töpfe nicht zum Verkauf hingestellt hat, durch die Töpfe aber die Passage auf der Strasse so verengt wird, dass die Kleidersäume der Vorübergehenden in die offenen Töpfe hineingedrängt werden, so dass zu befürchten ist, dass sie durch die Kleider eines עם הארץ unrein geworden sind. Es ist dies einer von den Fällen, wo auch ein Zweifelfall im öffentlichen Gebiet unrein ist, weil die Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass eine Verunreinigung stattgefunden hat (s. oben VI Note 39).",
+ "Wenn sie einzeln dastehen. Da stehen sie mit den Öffnungen nach oben and wird angenommen, dass die Kleidersäume in sie hineingeraten sind.",
+ "Sind sie dagegen zusammengebunden. So dass die Öffnungen nicht gerade nach oben stehen.",
+ "sind sie alle rein. Maim. liest: הכל טמא und erklärt, weil da zu befürchten ist, dass infolge der Enge ein זב die zusammengebundenen Töpfe etwas bei Seite geschoben und damit sie alle zugleich bewegt und verunreinigt hat.",
+ "denn er hat ihm nur die Aufbewahrung des Schlüssels übertragen. Man braucht deshalb nicht zu befürchten, dass er unbefugt das Haus betreten und Dinge darin angerührt hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand einen Am-ha-Arez in seinem Hause wachend zurücklässt und ihn wachend wieder antrifft. Da der Hausherr ihn wachend verlassen hat, muss er darauf gefasst sein, dass dieser jeden Augenblick wieder zurückkommen kann, um zu sehen, ob er auch nichts berührt, deshalb wird er nichts berührt haben. Das ist ein Zweifelfall in einem Privatgebiet, der als rein gilt, weil die grössere Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass eine Verunreinigung nicht stattgefunden hat (s. oben Note 38).",
+ "schlafend zurücklässt und schlafend wieder antrifft. Aach da befürchten wir nicht, dass er in der Zwischenzeit, ohne dass der Hausherr davon gewusst hat, aufgewacht war und berührt hat, weil er ihn ja noch schlafend angetroffen hat.",
+ "wachend zurücklässt und schlafend wiederantrifft. Wo er, da der Hausherr ihn wachend verlassen hat, nicht gewagt haben wird, etwas anzurühren.",
+ "ist das Haus unrein. Da der Hausherr ihn schlafend zurückgelassen hat, nimmt er an, dass er nicht so bald wieder zurückkommen wird, und kann sich erdreistet haben, Dinge im Hause zu berühren.",
+ "wie er mit seiner ausgestreckten Hand berühren konnte. Wenn ihn der Hausherr an derselben Stelle wieder angetroffen hat, wo er ihn zurückgelassen hatte, da dann nicht angenommen wird, dass er auch andere Dinge im Hause berührt hat (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand Handwerker. עמי הארץ.",
+ "ist das Haus unrein. Gleichviel wie er sie verlassen und wieder angetroffen hat, weil die Handwerker, die im Hause zu arbeiten haben, sich nicht fürchten, wenn der Hausherr sie etwas berühren sieht.",
+ "wie sie mit ihrer ausgestreckten Hand berühren konnten. Ohne irgendwo hinaufzusteigen oder hinunterzusteigen, wo sie gar nichts zu tun hatten."
+ ],
+ [
+ "ist das Haus unrein. Weil sie alle Dinge im Hause berührt haben kann. Nach Ansicht der Weisen sind auch in diesem Falle nur die Dinge unrein, die in dem Bereich der Hände der Frau liegen, der Ausspruch der Weisen am Schluss der Mischna bezieht sich auch auf diesen Fall (Maim).",
+ "wie sie mit ihrer ausgestreckten Hand berühren kann. Selbst nach R. Meïr, weil sie, so lange sie mahlt, sich nicht von ihrer Stelle entfernt haben kann.",
+ "die andere alles betasten kann. Es ist deshalb zu befürchten, dass sie auch von der Stelle fortgegangen ist und Dinge, die nicht im Bereich ihrer Hände lagen, berührt hat.",
+ "soweit sie mit ausgestreckten Händen berühren konnten. S. oben N. 17."
+ ],
+ [
+ "wenn er. Der Hausherr, nach רא״ש der Wächter.",
+ "die Eingehenden und Ausgehenden sehen kann. So dass er weiss, dass ohne sein Wissen keine זבה oder גדה das Haus betreten hat.",
+ "die Speisen und Getränke und offenen irdenen Gefässe unrein. Weil diese der Wächter berührt haben kann.",
+ "Sitze und mit einem Deckel fest verschlossenen irdenen Gefässe rein. Von der Unreinheit, die ihnen zugesprochen werden müsste, wenn zu befürchten wäre, dass eine זבה oder נדה das Haus betreten hat. Ein זב macht Lager und Sitze zu einem אב הטומאה, und Gegenstände, die er bewegt, auch ohne sie zu berühren, unrein, ein עם הארץ dagegen gilt als זב nur hinsichtlich seiner Kleider, seines Speichels und seiner Berührung, nicht aber hinsichtlich seines Liegens und Sitzens und des bloßen Bewegens von Gegenständen. Die Lager und Sitze in dem Hause sind deshalb nur ersten Grades unrein wie alle anderen Gegenstände, und die fest verschlossenen irdenen Gefässe sind überhaupt nicht unrein, weil diese durch Berührung von aussen nicht unrein werden und ihr bloßes Bewegen durch den עם הארץ sie nicht unrein macht.",
+ "oder. Das „ו״ ist hier in der Bedeutung von „oder“ aufzufassen: wenn er nicht sieht, nicht die Hineingehenden, oder nicht die Hinausgehenden. ר״ש und Bart. lesen: ולא את היושבים.",
+ "selbst wenn jener geführt werden. מובל von יבל = bringen, führen.",
+ "alles unrein. Weil zu befürchten ist, da ein עם הארץ allein Obacht gegeben hat, dass er זב- oder נדה-unreine Personen hineingelassen hat und sie die Gegenstände im Hause verunreinigt haben."
+ ],
+ [
+ " Chagiga 26a.",
+ "Wenn Steuererheber. Die Israeliten, aber עמי הארץ sind.",
+ "in ein Haus hineingegangen sind. Um dort Gegenstände zu pfänden.",
+ "ist das Haus. Alle Gegenstände im Hause, die durch Berührung unrein werden, auch wenn sie nicht mit ausgestreckter Hand erreichbar sind, weil diese alles durchsuchen.",
+ "unrein. Weil man nicht wissen kann, welche sie berührt und welche sie nicht berührt haben.",
+ "wir sind nicht hineingegangen. Ebenso auch, wenn kein Nichtisraelite bei ihnen war, nur sind sie dann auch beglaubt zu sagen, wir sind hineingegangen und haben nichts berührt.",
+ "wir sind hineingegangen und haben nicht angerührt. Weil sie aus Furcht vor dem sie begleitenden Nichtisraeliten die Gegenstände, die sie vorgefunden haben und die sie hätten pfänden sollen, nicht unberührt werden stehen gelassen haben. Ed. L. und unsere Talmudausgaben lesen: אם יש עמהן עכו״ם נאמנין לומר נכנסנו אבל לא נגענו, was Maim. Comm. dahin erklärt, weil sie aus Furcht vor dem Nichtisraeliten nichts werden angerührt haben, darf man ihnen glauben, dass sie die Gegenstände nicht berührt haben, vorausgesetzt, dass wir nur durch ihre eigene Aussage wissen, dass sie hineingegangen sind, denn glauben wir ihnen das eine, dürfen wir ihnen auch das andere glauben (הפה שאסר הוא הפח שהתיר).",
+ "die die Diebe betreten haben. Wo sie ihren Diebstahl begangen haben oder dabei angetroffen worden sind, da nicht wie bei den Steuereinnehmern anzunehmen ist, dass sie das ganze Haus durchsucht haben, da sie zu befürchten haben, dabei gesehen zu werden.",
+ "Speisen und Getränke und offene irdene Gefässe. Diese können durch die Steuererheber oder die und von der Waschung an ständig darauf geachtet hat, nichts Unsauberes damit zu berühren (s. Schabbat 14a, רש״י v. עסקניות הן)",
+ "dagegen sind Lager und Sitze und mit einem Deckel fest verschlossene irdene Gefässe rein. S. Note 25.",
+ "War aber unter ihnen ein Nichtisraelite. Der als זב gilt,",
+ "oder eine Frau. Von der zu befürchten ist, dass sie eine נדה war."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seine Kleider in einer Kleidernische des Badedieners. אודיארין, andere Lesart: אוריארין, dasselbe wie אוליירין = olearii, die Badediener, die die Badenden mit Öl einreiben.",
+ "sie für rein. Vor jeder Nische ist eine Tür, deshalb ist nicht zu befürchten, dass der Diener sie geöffnet und die Kleider berührt hat.",
+ "Nur. Dann sind sie rein.",
+ "wenn er. Der Badediener.",
+ "ihm den Schlüssel oder ein Siegel. Um es an die Tür anzulegen.",
+ "übergeben. Dann wird er sich nicht mehr für berechtigt halten, die Sachen zu berühren.",
+ "oder er sich ein Zeichen daran gemacht hat. An dem er erkennen kann, ob jemand die Sachen berührt hat.",
+ "Wenn jemand seine Geräte von einem Kelter zum nachfolgenden zurücklässt. Nach Maim. handelt es sich darum, wenn ein כהן seine Gefässe in die Kelter gebracht bat, um sich von dort seine Hebe zu holen, und die Gefässe dort bis zur nächsten Kelterzeit zurückgelassen hat, sind sie als rein zu betrachten, weil der עם הארץ weiss, dass sie für den כהן rein bleiben müssen, und sie deshalb nicht berühren wird; handelt es sich dagegen um Gefässe eines Israeliten, der Profanes nur in Reinheit geniesst, wird der עט הארץ ohne weiteres nicht darauf achten, und sind die Gefässe deshalb nur dann rein, wenn der Israelit sagt, ich habe selbst darauf geachtet. Eine andere Lesart (s. ר״ש und Bart.) liest: בעכו״ם כליו טהורין, danach handelt es sich um einen Israeliten, der bei einem Nichtisraeliten Wein gekeltert und seine Gefässe dort bis zum nächsten Keltern zurückgelassen hat, seine Gefässe sind rein d. h. er braucht nicht zu befürchten, dass der Nichtisraelite sie zu seinem verbotenen Weine benützt hat, nach יו״ב auch nicht, dass er sie überhaupt berührt hat, weil er aus Furcht, dass der Israelite seinen Wein nicht mehr von ihm nehmen wird, sie gar nicht berühren wird; hat er dagegen die Gefässe bei einem Israeliten zurückgelassen und handelt es sich nur darum, ob sie nicht von einem עם הארץ berührt und unrein geworden sind, gelten sie nicht ohne weiteres als rein."
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+ [
+ "Wenn jemand rein war. Ein Priester, der gewohnt war, Hebe zu essen, und dafür sich stets rein gehalten hat.",
+ "und sich vorgenommen hat. Wörtlich: sein Herz davon losgerissen hat.",
+ "sich von ihm zurückzuhalten. Man braucht nicht zu befürchten, dass er selbst Unreines berührt hat. da er die Vorsicht, sich nicht zu verunreinigen, die er bisher geübt, nicht aufzugeben sich vorgenommen hat, und auch nicht, dass andere Unreine ihn ohne sein Wissen berührt haben, weil diese sich von ihm zurückzuhalten gewohnt sind.",
+ "die Weisen erklären ihn für unrein. Da er sich vorgenommen hat, nicht mehr Hebe zu essen, ist zu befürchten, dass er sich auch vor Verunreinigungen nicht genügend in achtgenommen hat.",
+ "Wenn seine Hände rein waren. Auch der reine Priester darf Hebe nicht mit seinen Händen berühren, wenn er diese nicht vorher gewaschen",
+ "sind seine Hände unrein. Auch nach E. Jehuda gilt Hebe, die er berührt, ohne die Hände vorher gewaschen zu haben, als unrein. Dagegen gilt er selbst auch nach Ansicht der Weisen in diesem Falle als rein und braucht kein Tauchbad zu nehmen, da er erklärt, bestimmt zu wissen, dass er sich nicht die Hände verunreinigt hat (יו״ב).",
+ "weil die Hände tätig zu sein pflegen. Und deshalb, obgleich er nichts Unreines berührt hat, die Hände dennoch für Hebe gewaschen werden müssen, weil er vielleicht etwas Unsauberes damit berührt hat."
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+ "einem Armen. Einem עם הארץ.",
+ "und sie trifft ihn dann an der Seite von Hebe stehend. So dass zu befürchten ist, dass er von seinem Hunger getrieben dorthin gegangen ist und die Brote berührt hat.",
+ "ebenso wenn eine Frau herauskommt und trifft ihre Nachbarin. Die Frau eines עם הארץ.",
+ "Akiba für unrein. Obwohl im allgemeinen, abgesehen von den Sonderfällen wie bei Dieben, Steuererhebern u. s. w., nicht angenommen zu werden braucht, dass jemand in einem fremden Hause ohne Erlaubnis Dinge berühren wird, liegt in diesen beiden Fällen nach R. Akiba eine Befürchtung vor, in dem letzteren Falle, weil Frauen neugierig sind, zu erfahren, was ihre Nachbarinnen kochen, im anderen Falle, weil der Arme von seinem Hunger getrieben wird, trotzdem hier der Umstand dagegen spricht, dass er jeden Augenblick darauf gefasst sein muss, dass die Hausfrau wieder herauskommt.",
+ "die Weisen erklären es für rein. Sie sind der Ansicht, dass diese Gründe nicht ausreichen, um befürchten zu müssen, dass sie die Dinge ohne Erlaubnis ungerührt haben.",
+ "Sohn des Philo. Andere Lesart: בן פיאבי.",
+ "Weil. Talmudausgaben und L. lesen: אלא.",
+ "was sie kocht. Deshalb ist auch nach R. Akiba die Befürchtung nur berechtigt, wenn der Topf zugedeckt war, nicht aber, wenn er offen gestanden und sie, ohne ihn zu berühren, hat sehen können, was darin war. Ebenso liegt nach R. Elasar bei dem Armen auch nach Ansicht des R. Akiba keine Befürchtung vor, dass er die Brote berührt hat (א״ר)."
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+ "Wer mit einem Am-ha-Arez zusammen in einem Hofe wohnt und Geräte im Hofe vergessen hat. Ohne Aufsicht.",
+ "und wenn es selbst mit einem Deckel fest verschlossene Fässer. Irdene Fässer, die durch Berührung von aussen nicht unrein werden.",
+ "sind oder ein mit einem Deckel fest verschlossener Ofen. Der ebenfalls durch Berührung von aussen nicht unrein wird, aber auch nicht fortbewegt werden kann, da er am Boden befestigt ist.",
+ "so sind diese unrein. Weil zu befürchten ist, dass die Frau des עם הארץ die Fässer fortbewegt und dadurch verunreinigt hat bzw. den Deckel von dem Ofen abgehoben und diesen von innen berührt und dann wieder geschlossen hat.",
+ "wenn er durch einen Deckel fest verschlossen ist. Weil die Befürchtung der Verunreinigung durch Bewegung nicht vorliegt, ein stattgefundenes Öffnen und Schliessen aber nicht zu befürchten ist.",
+ "er hätte denn eine zehn Handbreiten hohe Scheidewand davor gemacht. Und dadurch den Ofen als in seinem Gebiete stehend gekennzeichnet, in diesem Falle kommt bei dem Ofen, der gar nicht fortbewegt werden kann, noch der Umstand hinzu, dass die Leute des עם הארץ sich gar nicht erlauben werden, an den Ofen heranzugehen, deshalb gilt der Ofen als rein, ist dieses jedoch nicht der Fall, ist auch der Ofen, trotzdem nicht die Befürchtung vorliegt, dass er bewegt worden ist, unrein."
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+ "sind sie toten-unrein. Weil ein עם הארץ immer als toten-unrein gilt und zu befürchten ist, dass er die Gegenstände berührt hat",
+ "und midras-unrein. Wenn es Gegenstände sind, die midras-unrein werden können, weil sie darauf zu sitzen oder zu liegen geeignet sind, sind sie auch midras-unrein, weil zu befürchten ist, dass die als נרה geltende Frau des עם הארץ darauf gesessen oder gelegen hat.",
+ "kennt er ihn. Der עם הארץ, der die Gegenstände ihm übergeben hat.",
+ "sind sie von Toten - Unreinheit rein. Weil er da, wenn er toten-unrein ist, die Gegenstände nicht berühren wird. Auf andere Verunreinigungen dagegen legt er nicht Gewicht, deshalb ist zu befürchten, dass er durch eine andere Verunreinigung ein אב הטומאה geworden ist und die Gegenstände berührt und dadurch unrein ersten Grades gemacht hat, diese brauchen deshalb nur durch ein Tauchbad gereinigt zu werden.",
+ "wohl aber sind sie midras-unrein. Soweit sie midras-unrein werden können, weil von seiner Frau trotzdem befürchtet wird, dass sie sich darauf gesetzt oder gelegt hat.",
+ "so sind sie. Die Kleider.",
+ "wenn er gedrängt voll war. רוצצת = drängen, drücken, wenn der Kasten so voll war, dass der Deckel des Kastens auf die Kleider gedrückt hat.",
+ "midras-unrein. Weil die Frau, wenn sie sich auf den Kasten gesetzt hat, die Kleider niedergedrückt hat.",
+ "[nur] maddaf-unrein. Die Kleider sind nicht midras-unrein, weil sie nicht unmittelbar unter dem Deckel des Kastens liegen und deshalb, wenn auch die Frau auf dem Kasten gesessen hat, nicht durch sie niedergedrückt worden sind. Sie sind aber maddaf unrein, weil die Frau vielleicht den Kasten und damit auch die Kleider bewegt und diese dadurch unrein ersten Grades gemacht hat. Über den Ausdruck מדף s. Para X Note 2. Der Kasten ist in keinem Falle midras-unrein, weil er nicht darauf zu sitzen oder zu liegen gemacht ist, sondern um Gegenstände hineinzulegen.",
+ "auch wenn der Schlüssel in der Hand des Eigentümers ist. So dass der Kasten gar nicht geöffnet worden sein kann."
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+ [
+ "Verliert. מאבד etwas verloren gehen lassen = verlieren.",
+ "man etwas am Tage. In einem öffentlichen Gebiet.",
+ "ist es rein. Obwohl dort viele vorübergegangen sind, liegt keine Veranlassung zu der Annahme vor, dass jemand darauf getreten hat, da er es dann aufgehoben und als Fundgegegenstand mitgenommen haben würde.",
+ "ist es unrein. Trotzdem es ein Zweifelfall in einem öffentlichen Gebiet ist, weil die Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass ein Unreiner, ohne es zu sehen, darauf getreten hat (s. oben VI Note 39).",
+ "ist es unrein. Auch, wenn er auch am Tage dagelegen und niemand ihn aufgenommen hat, demnach anzunehmen wäre, dass ihn auch in der Nacht niemand berührt hat.",
+ "sind sie rein. Auf zum Trocknen ausgebreitete Sachen wird niemand treten, es wäre deshalb nur zu befürchten, dass jemand sie betastet hat, zu dieser Annahme liegt aber keine besondere Veranlassung vor, sie sind deshalb wie in jedem Zweifelfall im öffentlichen Gebiet rein, im Privatgebiet unrein.",
+ "sind sie rein. Auch in einem Privatgebiet, da sich dann jeder Fremde zurückhalten wird, sie zu berühren.",
+ "sind sie ihm heruntergefallen. Von der Stelle im Privatgebiet, wo er sie ausgebreitet hatte.",
+ "sie zu holen. Und er hat sie während des Hingehens nicht im Auge behalten können.",
+ "ist er unrein. Totenunrein, wie wenn der als totenunrein geltende עם הארץ ihn berührt haben könnte, obgleich dieses ganz unwahrscheinlich ist, da der Eimer im Brunnen gelegen hat."
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+ "ist es rein. Die Gegenstände im Hause sind rein, wenn alles unverändert vorgefunden wird, weil keinerlei Anlass für die Annahme vorliegt, dass jemand hineingegangen ist (s. oben VI. Note 38).",
+ "verschlossen und findet es geöffnet, erklärt R. Meïr es für unrein. Da das Haus verschlossen war und jetzt offen steht, liegt Grund zu der Befürchtung vor, dass jemand hineingegangen ist und etwas angerührt hat, um es sich zu nehmen, wenn auch alles unverändert vorgefunden wird.",
+ "denn es waren Diebe da. Und haben das Haus geöffnet.",
+ "sie haben es sich aber überlegt und sind wieder fortgegangen. Ohne hineingegangen zu sein."
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+ "weil sie ohne Erlaubnis hinein gegangen ist. Da sie ohne Erlaubnis des Hausherrn hineingegangen ist, wird sie sich fürchten, eine längere Zeit darin zu verweilen, die nötig ist, um Gegenstände zu betasten, obgleich sie dem Hausherrn mit dem Hineingehen einen Dienst geleistet hat. (יו״ב)."
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+ " Keretot 21a.",
+ "ist unrein. So erklärt Maim. das טמא: es bleibt unrein, wenn es unrein geworden ist, auch wenn es von einem Menschen nicht mehr gegessen werden kann, bis nicht einmal mehr ein Hund es frisst, dagegen ist es für Unreinheit nur empfänglich, so lange ein Mensch es noch geniessen kann, nicht aber, wenn es nur noch als Hundefrass dienen kann; anders der ראב״ד.",
+ "von Menschen gegessen zu werden. Nach Maim., auch wenn es vorher zur Menschenspeise geeignet war.",
+ "bleibt rein. Es ist für Unreinheit nicht empfänglich, auch wenn es noch als Hundefrass dienen kann.",
+ "Wie ist dieses. Ein Beispiel zur Erläuterung der letzteren Bestimmung.",
+ "Ist. Nidda 50 b.",
+ "eine Taube in eine Kelter gefallen. Und darin ertrunken, so dass sich auch Nichtisraeliten ekeln, sie zu geniessen, und sie nur noch den Hunden vorgeworfen werden kann.",
+ "sie für einen Nichtisraeliten herauszuholen. Damit dieser sie isst.",
+ "nimmt sie Unreinheit an. Weil sie wieder zur Speise für einen Menschen bestimmt worden ist, wird sie wieder für Unreinheit empfänglich, da sie noch nicht zum Hundefrass geworden war (s. Maim. Comm.).",
+ "für einen Hund. Oder, was dasselbe ist, wenn man sie ohne besondere Bestimmung herausgeholt hat.",
+ "bleibt sie rein. Da sie nur zum Hundefrass geeignet ist, nimmt sie keine Unreinheit au.",
+ "Sie nimmt Unreinheit an. Auch ohne dass man sie besonders zur Menschenspeise bestimmt hat, weil er der Ansicht ist, dass das Hineinfallen in die Kelter sie noch nicht für den Menschen ungeniessbar gemacht hat, sie ist deshalb wie jedes Aas von reinem Geflügel in grossen Städten für Unreinheit empfänglich (s. oben I Note 4).",
+ "ein Geistesgestörter oder ein Unmündiger den Gedanken gefasst. Sie als Speise für einen Nichtisraeliten herauszuholen.",
+ "haben sie sie herausgeholt. Um sie zu diesem Zwecke zu verwenden.",
+ "nicht aber der bloße Gedanke. Ihr bloßer Gedanke, sie als Speise für einen Menschen zu verwenden, macht sie noch nicht zur menschlichen Speise."
+ ],
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+ " Nidda 7b.",
+ "Wenn die Aussenseiten von Gefässen durch Flüssigkeiten unrein geworden sind. Dass unreine Flüssigkeiten allgemein Geräte verunreinigen, ist nur eine rabbinische Verordnung, denn nach Toravorschrift können Geräte nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden. Um diese Verunreinigung als eine nur auf rabbinischer Verordnung beruhende zu kennzeichnen, ist die Bestimmung getroffen worden, dass nur durch Berührung der Innenseite das Gerät unrein wird, wenn aber nur die Aussenseite berührt worden ist, nur diese unrein ist (s. Kelim XXV, 6).",
+ "verunreinigen sie Flüssigkeiten. Die Flüssigkeit, die sei es durch Berührung eines אב הטומאה sei es durch Berührung einer Unreinheit geringeren Grades immer unrein ersten Grades geworden war, hat durch ihre Berührung die Aussenseiten der Geräte unrein zweiten Grades gemacht. Obwohl eine Unreinheit zweiten Grades bei Profanem sonst sich überhaupt nicht weiter übertragen kann, werden Flüssigkeiten, die die Aussenseiten dieser Geräte berühren, wieder unrein ersten Grades, das ist eine von den erschwerenden Ausnahmebestimmungen, die für Flüssigkeiten getroffen worden sind.",
+ "machen aber Speisen nicht untauglich. Speisen werden durch die Berührung, selbst wenn sie Hebe sind, nicht untauglich, ob wohl sonst Hebe durch Berührung einer Unreinheit zweiten Grades immer unrein dritten Grades d. h. untauglich wird, weil diese Unreinheit eine Unreinheit leichterer Art ist, da sie sich nicht auf das ganze Gerät erstreckt.",
+ "Sie verunreinigen Flüssigkeiten und machen Speisen untauglich. Er erkennt diesen Unterschied nicht an, sondern ist der Ansicht, dass ebenso wie alles, was Hebe untauglich macht, Flüssigkeiten unrein ersten Grades macht, so auch das Umgekehrte gilt.",
+ "Bruder Asarjas. S. Sebachim I Note 12, warum er als Bruder Asarjas angeführt wird.",
+ "Nicht so und nicht so. Profane Flüssigkeiten werden nicht, wie beide Tannaim annehmen, durch sie verunreinigt, und Speisen, die Hebe sind, werden weder, wie R. Josua sagt, durch ihre Berührung untauglich, noch kann man mit R. Elieser sagen, dass sie durch sie überhaupt nicht untauglich werden.",
+ "die durch die Aussenseiten von Gefässen unrein geworden sind. Das sind Flüssigkeiten von Hebe, die durch die Aussenseiten der Geräte wie durch die Berührung jeder anderen Unreinheit zweiten Grades unrein, und zwar unrein ersten Grades geworden sind.",
+ "machen eines. Speise von Hebe, die sie wieder berühren.",
+ "unrein. Zweiten Grades.",
+ "und ein weiteres. Wenn diese wieder Speise von Hebe berührt.",
+ "darauf trifft also wieder der Satz zu. Die indirekt durch Vermittlung der Flüssigkeit durch das Gerät unrein gewordene Speise könnte dies zu der Flüssigkeit sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Die Aussenseite des Geräts."
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+ "Wenn ein Trog einen schrägen Boden. קטפרס gr. καταφερής = abschüssig.",
+ "und der [feste] Teig. Unrein gewordener Teig.",
+ "oben liegt und abfeuchtende Flüssigkeit unten. unter dem Teig, auf dem Boden des Troges.",
+ "und es sind da drei Teigstücke. Die neben einander liegen und sich berühren, aber nicht zusammenhängen.",
+ "so werden sie nicht zusammengerechnet. Nur ein eigrosses Stück Teig kann seine Unreinheit auf die Flüssigkeit übertragen, so dass diese unrein wird und wieder den Trog verunreinigt. Hätte der Trog einen ebenen Boden, so würden die Flüssigkeiten unter den drei Teigstücken als eine zusammenhängende Flüssigkeit betrachtet werden, die durch die Berührung der zusammen eigrossen drei Teigstücke unrein geworden ist. Da aber der Trog einen schrägen Boden bat, gelten die Flüssigkeiten unter den drei Stücken nicht als eine zusammenhängende Flüssigkeit (s. folgende Mischna), jede Flüssigkeit für sich ist aber nur von einem nicht eigrossen Stück Teig berührt worden.",
+ "werden sie zusammengerechnet. Da das geringe Quantum Flüssigkeit, das sich zwischen den beiden Teigstücken befindet und von beiden berührt wird, von einem zusammen eigrossen Stück Teig berührt worden und dadurch unrein geworden ist und die Unreinheit weiter auf die gesamte Flüssigkeit überträgt. So erklären Maim., א״ר und יו״ב diese Mischna; anders Bart. nach ר״ש.",
+ "wenn sie die Flüssigkeit zusammenpressen. רוצצות s. oben Note 13. Nur wenn die beiden Teigstücke so dicht an einander liegen, dass die zwischen beiden befindliche und sie beide berührende Flüssigkeit, wenn man auf die Teigstücke drückt, in sie hineingepresst wird, nur dann gilt diese Flüssigkeit, trotz des abfallenden Trogbodens, auf dem sie sich befindet, als eine zusammenhängende Flüssigkeit, die, da sie die beiden Teigstücke berührt, unrein wird (s. oben Note 64). Ist dieses aber nicht der Fall, gilt diese Flüssigkeit, wenn sie auch noch so gering ist, nicht als eine zusammenhängende Flüssigkeit, es hat deshalb ihr auf der einen Seite liegender Teil nur das eine Teigstück und ihr auf der anderen Seite liegender Teil das andere, jeder danach nur ein nicht eigrosses Teigstück berührt, die Flüssigkeit ist deshalb nicht unrein.",
+ "Steht die Flüssigkeit auf grader Fläche. עומד sie steht, der Gegensatz zu קטפרס.",
+ "auch wenn sie aus Stücken so gross wie Senfkörner bestehen. Weil die ein Ganzes bildende Flüssigkeit von einer zusammen eigrossen Teigmenge berührt worden ist.",
+ "Zerkrümelte. פרוד = zerteilt, andere Leseart פרור = zerkrümelt (vgl. Ohalot III, 1)."
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+ "der vollständig mit unreiner Flüssigkeit. Mit Wasser, denn andere Flüssigkeiten werden durch bloße Berührung mit dem Wasser des Tauchbades nicht rein.",
+ "sobald man das Tauchbad mit ihm berührt hat. השיקה von נשק küssen = wie beim Kuss sich berühren. Unreines Wasser wird durch Berührung mit dem Wasser eines Tauchbades wieder rein. Nach R. Josua wird, wenn man mit dem einem Ende des Stockes das Tauchbad berührt hat, nicht nur das Wasser auf diesem Ende des Stockes rein, das das Wasser des Tauchbades berührt hat, sondern alles Wasser auf dem Stock, obgleich bei der Berührung der Stock eine schräge Ebene bildet. Auch R. Josua ist der Ansicht, dass im allgemeinen קטפרס nicht als zusammenhängend gilt, und bildet nur dieser Fall eine Ausnahme (s. יו״ב). Die Mischna sagt טהורה, das auf den Stock zu beziehen ist, obwohl der Stock als flaches Stück Holz gar nicht unrein werden kann, gemeint ist, dass, was den Stock berührt, durch die darauf befindliche Flüssigkeit nicht unrein wird.",
+ "Erst wenn man ihn ganz untergetaucht hat. Weil die Flüssigkeit auf der schrägen Ebene des Stockes nicht als zusammenhängend gilt.",
+ "Ein Flüssigkeits-Strahl. נצוק von יצק = giessen, ein Strahl, wie er beim Giessen entsteht.",
+ "schräg ablaufende Flüssigkeit. Nicht wie beim Strahl in der Luft hängend, sondern auf einer schrägen Ebene herablaufend.",
+ "und bloße Feuchtigkeit. Die nur noch abfeuchtet, wenn man sie berührt, die Hand aber nicht so feucht macht, dass man damit die Feuchtigkeit noch weiter auf anderes übertragen kann. Nach Maim. ist damit hier nur die Feuchtigkeit gemeint, die auf der schrägen Ebene nach dem Abfliessen des Wassers nach unten auf dem oberen Teile zurückbleibt.",
+ "weder um unrein. Wenn eine auf grader Ebene stehende Flüssigkeit an einer Stelle von einer Unreinheit berührt wird, ist dadurch sofort die ganze Flüssigkeit unrein. Bei diesen drei aber ist dadurch nur die berührte Stelle unrein geworden. Wenn im allgemeinen die daran anschliessenden Stellen durch die Berührung der unrein gewordenen Stelle auch wieder unrein werden, so ist dieses doch nicht der Fall, wenn die Stelle durch Berührung eines טבול יום unrein geworden ist, da eine durch dessen Berührung unrein gewordene Flüssigkeit nicht weiter verunreinigt (S. Para VIII, 7). Ebenso wird, wenn ein zur Verunreinigung nicht ausreichender Teil einer solchen unreinen Flüssigkeit von einem Reinen überdacht worden ist, dieser dadurch nicht unrein (s. Ohalot III, 3).",
+ "noch um rein zu machen. Wie in dem Falle des mit Flüssigkeit bedeckten Stocks.",
+ "eine Vertiefung. אשבורן eine Vertiefung im Boden oder in einem Gefäss, in der die Flüssigkeit angesammelt steht (arab. مشابر = Sumpf)."
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+ "wenn sie im Haufen. מעטן von עטן arab. عطن = Oliven zum Weichwerden und Gären aufhäufen (s. Menach. VIII, 4). Mit מעטן wird sowohl der Haufe selbst wie auch die Unterlage oder der Behälter, auf oder in dem der Haufe liegt, bezeichnet.",
+ "Ölschaum ausschwitzen. Die ausgeschwitzte Flüssigkeit macht die Oliven für Unreinheit empfänglich, weil man wünscht, dass sie die Flüssigkeit ausschwitzen und diese in dem Haufen erhalten bleibt.",
+ "aber nicht durch die Ausschwitzung im Tragkorb. In den die Oliven nach dem Abpflücken hineingelegt werden, weil man nicht wünscht, dass sie in dem Korbe ausschwitzen, da die ausgeschwitzte Flüssigkeit aus dem Korbe herausfließt und verloren geht, und durch Berührung mit einer solchen unerwünscht auf eine Speise gekommene Flüssigkeit diese für Unreinheit nicht empfänglich wird, nach dem Grundsatz: כי יותן דומיא דכי יתן דניחא ליה.",
+ "die Zeit des Ausschwitzens ist nach drei Tagen. Erst nach drei Tagen schwitzen die Oliven etwas Oel mit aus, durch das sie für Unreinheit empfänglich werden, das vorher ausgeschwitzte ist nur Fruchtsaft, der nicht zu den Flüssigkeiten gehört, die Speisen für Unreinheit empfänglich machen.",
+ "wenn drei zusammenkleben. Dass die Oliven zusammenkleben, ist ein Zeichen dafür, dass der Ausfluss fettig ist, also Oel enthält.",
+ "wenn man mit der Arbeit an ihnen fertig ist. Gemeint ist, wenn man die ganze Olivenmenge, die man zum Mürbewerden auf den Haufen legen will, darauf getan hat. erst dann kommt die Ausschwitzung erwünscht und macht sie die Oliven für Unreinheit empfänglich, nicht aber vorher, da die Oliven, die schon vorher angefangen haben auszuschwitzen, durch das längere Ausschwitzen nur leiden würden."
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+ "Ist man mit dem Pflücken fertig. Und hat alle gepflückten Oliven bereits auf den Haufen geworfen.",
+ "eine Feier oder ein Unfall dazwischengekommen. So dass noch eine Zeit vergehen wird, bis er die Oliven von dem Haufen zur Weiterverarbeitung nehmen wird.",
+ "bleiben sie rein. Sie werden durch die in der Zwischenzeit ausgeschwitzte Flüssigkeit nicht für Verunreinigung empfänglich, weil das Ausschwitzen in diesen Fällen nicht erwünscht kommt. Eine andere Lesart ist: נפלו עליהן משקין אין טמא וכו׳ und ist unter טמא zu verstehen: מוכשר, wie oft in מסכת מכשירין, die Oliven bilden noch nicht einen zusammenhängenden Haufen, deshalb ist nur das von der Flüssigkeit Berührte מוכשר.",
+ "Ist eine unreine. Die Oliven, die von der Flüssigkeit berührt worden sind, aber nicht der ganze Haufe. Durch Berührung mit einer unreinen Flüssigkeit wird auch für Unreinheit noch nicht Empfängliches unrein, es wird durch die Berührung zugleich für Unreinheit empfänglich und unrein, selbst wenn die Berührung nicht erwünscht gekommen ist (s. Machschirin I, 1).",
+ "und der aus ihnen. Aus diesen Oliven, deren Ausschwitzen ihm noch nicht erwünscht kommt.",
+ "heraustretende Saft. מוחל auch מוהל, von מהל arab. مهل = langsam fließen, die bittere, schleimige Flüssigkeit, die die Olive, bevor sie gemahlen und gepresst wird, absondert, auch מי זיתים Olivenwasser genannt.",
+ "ist rein. Er wird nicht als Flüssigkeit betrachtet und macht deshalb nicht für Verunreinigung empfänglich und wird auch selbst nicht unrein."
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+ "so sind sie [für Verunreinigung] empfänglich. Sie sind durch die Flüssigkeit, die sie ausschwitzen, für Verunreinigung empfänglich gemacht.",
+ "fällt [unreine. Nach der Lesart משקין טמאים in der vorhergehenden Mischna, sind auch hier mit משקין unreine Flüssigkeiten gemeint, nach der anderen Lesart ist auch hier מוכשרים = טמאים.",
+ "sind sie unrein. Nicht nur die von der Flüssigkeit berührte Stelle, sondern der ganze Olivenhaufe ist unrein, denn die unreine Flüssigkeit verunreinigt durch Berührung den ausgeschwitzten Saft und dieser wieder die sämtlichen Oliven.",
+ "der aus ihnen heraustritt. Nachdem sie durch die Ausschwitzung für Verunreinigung empfänglich geworden sind.",
+ "Elieser für rein. Er gilt nicht als eine von den Flüssigkeiten, die für Verunreinigung empfänglich machen, und wird auch nicht wie diese Flüssigkeiten durch Berührung einer Unreinheit unrein.",
+ "die Weisen für unrein. Nach ihnen gilt auch dieser Schleim wie das aus den Oliven gewonnene Oel als Flüssigkeit.",
+ "Über den aus der Grube heraustretenden. Den aus dem Boden der Ölgrube hervortretenden Schleim, nachdem das Oel aus der Grube ausgeleert worden ist.",
+ "Elieser für rein. Ebenso wie den aus den Oliven herausfließenden.",
+ "die Weisen für unrein. Weil in diesem Schleim sicher immer auch Ölreste enthalten sind."
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+ " Chagiga 25a.",
+ "Wer mit seinen Oliven fertig ist. Alle seine Oliven bereits auf den Haufen gebracht hat, so dass sie für Verunreinigung empfänglich geworden sind.",
+ "und einen Korb übrig gelassen hat. Er hat einen Korb Oliven zurückbehalten und nicht auf den Haufen geworfen, damit diese Oliven nicht für Verunreinigung empfänglich werden, weil die Zeit des Kelterns, während der auch der עם הארץ beglaubigt ist, dass er die Hebe in Reinheit absondern wird, bereits vorüber war, er hat deshalb diese Oliven, die für Verunreinigung überhaupt noch nicht empfänglich sind, zurückbehalten, damit von ihnen die Hebe abgesondert werden kann.",
+ "gebe ihn vor den Augen des Priesters ab. Damit dieser sie auspresst und die Hebe für das gesamte Oel davon abhebt. לעיני הכהן, er muss vor den Augen des Priesters die Oliven in den Korb hineintun, damit dieser die Gewissheit hat, dass sie nicht von dem Gärungshaufen genommen und bereits für Verunreinigung empfänglich geworden sind. Eine andere Leseart ist: יתננו לעני הכהן er gebe sie einem armen Priester, weil nur einem solchen es sich lohnen wird, wegen des geringen Quantums Oel, die Oliven erst auszupressen. Eine andere Lesung ist: ישייר קופה אחת ויתננה, danach erklärt Maim.: wenn die Zeit des Kelterns vorüber ist, kann er die Hebe nicht mehr von dem Oel absondern, sondern lasse einen Korb Oliven zurück und sondere die Hebe von diesem ab.",
+ "Er braucht ihm nur sofort den Schlüssel zu übergeben. Er braucht nicht einen Korb mit Oliven zurückzubehalten, sondern er braucht nur, sobald die Zeit des Kelterns zu Ende geht, den Schlüssel zum Kelterraum sofort einem Priester zu übergeben, so dass dieser die Gewissheit hat, dass keine Verunreinigung nach dieser Zeit stattgefunden hat.",
+ "Innerhalb von vierundzwanzig Stunden. Nach יו״ב ist nicht der Schlüssel zum Kelterraum gemeint, sondern der Schlüssel zu dem Korb mit den Oliven, diesen muss er sofort bzw. innerhalb 24 Stunden dem Priester übergeben, da sonst zu befürchten ist, dass die Oliven inzwischen durch Ausschwitzung für Verunreinigung empfänglich geworden sind und der עם הארץ sie verunreinigt hat."
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+ "Legt man Oliven in das Stampfgef. Andere Lesart: כופש von כפש = umbiegen, umrändern, ein Gefäß mit einem breiten Rand.",
+ "dass sie weich werden. מתן = weich, feucht werden, vielleicht von מתון und המחן d. h. langsam ausreifen.",
+ "sind sie [für Verunreinigung] empfänglich. Dass das Hineinlegen in das Stampfgefäß ein Zeichen ist, dass sie zur Verwendung fertig sind, und die heraustretende Feuchtigkeit erwünscht ist",
+ "um sie zu salzen. Damit sie durch die Feuchtigkeit das Salz besser aufziehen, um sie dann zu essen.",
+ "sie werden nicht empfänglich. Nach Bart., weil sie noch nicht zur Verwendung fertig sind, da sie zum Essen bestimmt sind und dazu erst gesalzen werden müssen, nach יו״ב, weil das Heraustreten der Feuchtigkeit allerdings für den Zweck des Einsalzens erwünscht ist, an sich aber es erwünschter wäre, wenn sie in der Olive bleiben und mit ihr verzehrt werden würde.",
+ "Wer Oliven. Die noch nicht für Verunreinigung empfänglich geworden sind.",
+ "mit unreinen Händen aufspaltet. Um sie zu genießen.",
+ "macht sie unrein. Denn die Flüssigkeit, die beim Aufspalten aus der Olive herausfließt, macht für Verunreinigung empfänglich, durch die Berührung mit den unreinen Händen wird aber die Flüssigkeit unrein ersten Grades nach dem Grundsatz, dass durch alles, was Hebe untauglich macht (s. Sabim V, 12), Flüssigkeiten unrein ersten Grades werden (Para VIII, 7), und durch die Berührung der Flüssigkeit werden die Oliven unrein zweiten Grades."
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+ "damit sie sich zusammenziehen. לגרגרם s. Menachot VIII, Note 25. Die Oliven sollen durch die Sonnenstrahlen trocknen und sich zusammenziehen.",
+ "selbst wenn sie eine Elle hoch liegen. So dass die untersten gewiss nicht von der Sonne ausgetrocknet werden, sondern Feuchtigkeit ausschwitzen.",
+ "nicht empfänglich. Weil ihm die Feuchtigkeit nicht erwünscht ist, er im Gegenteil wünscht, dass sie eintrocknen. ר״ש liest הרי אלו מוכשוין und erklärt לגרגרם: damit sie einzeln durch die Sonne gesüßt und dann mit Salz bestreut verzehrt werden, sie werden durch die Ausschwitzung für Verunreinigung empfänglich, weil sie durch sie süßer und schmackhafter werden, die Ausschwitzung deshalb erwünscht ist.",
+ "damit sie mürbe werden. Beim Mürbewerden schwitzen die Oliven Flüssigkeit aus.",
+ "um sie dann auf das Dach hinaufzulegen. Damit sie dort trocknen.",
+ "damit sie mürbe werden oder um sie zu öffnen. Und sie dann dort trocknen zu lassen.",
+ "so sind sie empfänglich geworden. Durch die vorangegangene Ausschwitzung, weil diese zur Zeit ihm erwünscht war.",
+ "Hat man sie im Hause hingelegt. Ohne die Absicht, dass sie durch das Liegen mürbe werden.",
+ "bis man sein Dach gesichert. Für eine Bewachung des Daches gesorgt hat.",
+ "werden sie nicht empfänglich. Durch die inzwischen von ihnen ausgeschwitzte Flüssigkeit, weil sie in diesem Falle ihm nicht erwünscht kommt."
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+ "Will man von ihnen. Von den auf dem noch nicht fertigen und deshalb für Verunreinigung noch nicht empfänglichen Haufen liegenden Oliven (s. oben Mischna 1).",
+ "einen oder zwei Pressgänge. Der Ausdruck בד wird für diejenige Menge von Oliven gebraucht, die zu einem Pressgang von dem großen Olivenhaufen abgenommen wird.",
+ "in Unreinheit abteilen. Man kann dabei auch unreine Geräte benutzen, weil die Oliven noch nicht für Unreinheit empfänglich sind.",
+ "muss sie aber in Reinheit zudecken. Die abgehobenen Oliven, weil diese, nachdem man sie abgehoben hat, zur Verwendung fertig und deshalb für Verunreinigung empfänglich geworden sind; so יו״ב nach א״ר, anders ר״ש und Bart.",
+ "Man kann sie auch in Unreinheit zudecken. Die abgehobenen Oliven bleiben weiter nicht für Verunreinigung empfänglich, sie werden als zu dem Gärungshaufen gehörend betrachtet, bis sie in die Ölpresse gebracht sind.",
+ "Man kann sie mit Hacken aus Metall herausgraben. Die gesamten Oliven aus dem Gärungshaufen, bis nichts von dem Haufen zurückbleibt, sobald sie, so lange sie auf dem Haufen gelegen haben, noch nicht zur Verwendung fertig und deshalb für Verunreinigung nicht empfänglich waren."
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+ "Findet sich ein Kriechtier in der Oelmühle. In der die harten Oliven gemahlen werden, bevor sie in die Presse zum Auspressen gebracht werden.",
+ "ist nur die Stelle. Das Olivenstück.",
+ "die es berührt hat. Alles übrige bleibt rein, weil die geringe Feuchtigkeit, die sich auf den einzelnen Olivenstücken befindet, keine zusammenhängende Flüssigkeit darstellt, die, sobald sie an einer Stelle unrein geworden ist, überall unrein ist.",
+ "läuft darin schon Flüssigkeit. Und die sämtlichen Olivenstücke liegen in dieser Flüssigkeit.",
+ "ist alles unrein. Denn durch die unrein gewordene Flüssigkeit an dem Olivenstück, das von dem Kriechtier berührt worden ist, ist die gesamte Flüssigkeit unrein geworden und diese verunreinigt weiter alle übrigen Olivenstücke.",
+ "Findet es sich auf den Blättern. Mit denen man die Oliven zu bedecken pflegt.",
+ "wir haben es nicht berührt. Obwohl die Kelterer עמי הארץ sind, die sonst allgemein für unrein gelten und die nur für diesen besonderen Zweck sich gereinigt haben, sind sie beglaubt, wenn sie sagen, dass sie das Kriechtier nicht berührt haben. Die Blätter nehmen keine Unreinheit an. א״ר liesst: לומר לא נגע dass sie sagen: das Kriechtier hat die Oliven nicht berührt.",
+ "Hat es den Klumpsen. אם = אום Mutter, Stamm, die feste zusammenhängende Masse, zu der die Oliven auf dem Gärungshaufen zusammenkleben.",
+ "auch nur mit einem Haar. רא״ש liest: כשערה, die Talmudausgaben: כשעורה.",
+ "ist er unrein. Der ganze Klumpen, weil er durch die ihn verbindende Feuchtigkeit als ein zusammenhängendes Ganzes gilt."
+ ],
+ [
+ "Findet es sich auf Teilstücken. פרודים von פרד = abtrennen, von der fest zusammenhängenden Masse abgespaltene Stücke, die jedes für sich nicht eigroß sind und die auf der Masse liegen.",
+ "was es berührt. Alle von dem Kriechtiere berührten Stellen zusammen.",
+ "ist es unrein. Sowohl die Teilstücke wie die Masse, auf der sie liegen. Die Teilstücke gelten, nachdem sie von der Masse abgespalten worden sind, nicht mehr als ein einheitliches Ganzes, trotzdem werden die einzelnen von dem Kriechtier berührten Stellen unrein, wenn sie jede für sich auch nicht eigroß sind, weil hierfür eine Eigröße nicht erforderlich ist. Nachdem aber von den Teilstücken zusammen eine Eigröße unrein geworden ist, werden durch diesen unrein gewordenen Teil auch die übrigen Oliven der Teilstücke und auch die Olivenmasse, auf der sie liegen, durch ihre Berührung unrein.",
+ "die wieder auf Teilstücken liegen. Wenn die von dem Kriechtier berührten Teilstücke nicht direkt auf der Olivenmasse liegen, sondern auf anderen Teilstücken.",
+ "nur die Berührungsstelle unrein. Nur die von dem Kriechtier berührten Teilstücke sind unrein, die darunter liegenden Teilstücke dagegen bilden kein zusammenhängendes Ganzes, jedes einzelne von ihnen ist aber nur von einem Teil der darüber liegenden, demnach von einer nicht eigroßen unrein gewordenen Stelle berührt und deshalb nicht unrein geworden. So nach Bart., א״ר und יו״ב.",
+ "ist es rein. Die Oliven sind rein, es wird nicht befürchtet, dass das Kriechtier vielleicht vorher auf den Oliven gelegen und sie verunreinigt hat, nach dem Grundsatz, dass nicht angenommen wird, dass eine Unreinheit, die an einer Stelle gefunden wird, vielleicht vorher sich an einer anderen Stelle befunden und das dort Liegende verunreinigt hat (אין מחזיקין טומאה ממקום למקום).",
+ "ist der Gärungshaufen rein. Es wird angenommen, dass das Kriechtier vorher auf dem Gärungshaufen sich befunden hat und mit den Oliven auf das Dach gekommen ist.",
+ "findet es sich auf dem Gärungshaufen ist das Dach unrein. Die Oliven auf dem Dach sind unrein, weil wir annehmen, dass das Kriechtier sich schon vorher auf dem Gärungshaufen befunden hat, als die Oliven noch nicht auf das Dach gebracht waren, nach dem Grundsatz, dass wohl angenommen wird, dass eine Unreinheit, die jetzt an einer Stelle liegt, schon vorher dort gelegen und das, was vorher dort gelegen hat, verunreinigt hat (מחזיקין טומאה מזמן לזמן).",
+ "Findet es sich verbrannt. Ein verbranntes Kriechtier verunreinigt nicht mehr (s. Nidda 56a).",
+ "eben-so ein zerriebenes. מהוהא von מהה (verw. mit מחה) = abnutzen, zerreiben.",
+ "Zeugstück. Ein zerriebenes Zeugstück nimmt keine Unreinheit an und verliert seine Unreinheit, wenn es vorher unrein war (Kelim, XXVII, 12).",
+ "ist es rein. Die Olivenmasse ist rein, weil nicht angenommen wird, dass das Kriechtier, als es noch nicht verbrannt, bzw. das Zeugstück, als es noch nicht zerrieben und noch unrein war, sie berührt hat.",
+ "denn bei allen Unreinheitsfeststellungen richtet man sich nach dem Augenblick des Findens. S. oben III, 5."
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+ "Hat man den Oelpresseraum hinter. בפני = מפני, weil, wenn sie herauswollen, sie die Tür verschlossen vor sich finden; wir sagen hinter ihnen verschließen d. h. nachdem sie drinnen sind.",
+ "den Pressern. Die עמי הארץ sind, die man aber vorher für die Bearbeitung sich hat reinigen lassen.",
+ "abgeschlossen. Damit sie keine Gelegenheit haben, sich wieder zu verunreinigen, und keine unreine עמי הארץ in den Raum hineinkommen.",
+ "und es befinden sich dort midras-unreine Gegenstände. Die אב הטומאה sind und sowohl durch Berührung wie durch Tragen und Bewegen verunreinigen.",
+ "ist der Oelpresseraum. Die Oliven, die die Presser verarbeitet haben.",
+ "unrein. Weil zu befürchten ist, dass sie, trotzdem sie gewusst haben, dass die Gegenstände unrein sind, sich an ihnen wieder verunreinigt haben, weil sie nicht gewohnt sind, sich vor Verunreinigungen zu hüten, und so die Oliven durch sie unrein geworden sind.",
+ "Der Presseraum ist rein. Da sie direkt für diese Arbeit sich haben reinigen müssen, ist nicht zu befürchten, dass sie Gegenstände, von denen sie wissen, dass sie unrein sind, ungerührt haben werden.",
+ "Wenn sie ihnen als rein gelten. Wenn es z. B. Gegenstände eines עם הארץ waren, die nur der Befürchtung wegen, dass sie unrein sein könnten, als unrein gelten, die er selbst aber für rein hält.",
+ "gelten sie ihnen selbst als unrein. Wenn sie gewusst haben, dass es tatsächlich unrein gewordene Gegenstände waren.",
+ "Warum sind sie unrein. L. liest: טמאום, warum haben sie die Geräte verunreinigt, א״ר liest: טמאין und erklärt: warum gelten die Kelterer im Allgemeinen als unrein.",
+ "Nur weil sie in [der Verunreinigung durch] Bewegen nicht bewandert sind. R. Jose wendet sich gegen die Worte des R. Simon, wonach die Oliven rein sind, wenn die Gegenstände auch in den Augen der Presser unrein waren. Dagegen wendet R. Jose ein: warum gelten die Presser im Allgemeinen für unrein, weil sie in der Verunreinigung durch Bewegen nicht bewandert sind, was nützt es daher, dass die Dinge in ihren eigenen Augen unrein waren, es ist doch zu befürchten, dass sie sie bewegt haben (Maim.)"
+ ],
+ [
+ "und in dem Oelpresseraum hat sich unreine Flüssigkeit befunden. An dem Fassboden, auf dem die Presser mit bloßen Füssen gegangen sind. Wenn sie Schuhe anhatten, würden sie mittelbar durch diese unrein geworden sein (s. Para, VIII, 2).",
+ "dass ihre Füße am Erdboden wieder abgetrocknet sein können. Bevor sie damit auf die Oliven getreten haben.",
+ "diese rein. Weil ihre Füße durch die Flüssigkeit nicht unrein geworden waren. Ist dieses aber nicht der Fall, muss angenommen werden, dass noch Flüssigkeit auf ihren Füssen war, als sie die Oliven getreten, und sie diese dadurch verunreinigt haben.",
+ "Die Presser. Die bei der Auspressung der Oliven tätig sind, wobei sie rein sein müssen; das Abpflücken der Oliven kann auch durch Unreine geschehen.",
+ "und die Winzer. Die die Trauben abpflücken und die auch hierbei schon rein sein müssen (s. Sabb. 17 a).",
+ "vor denen liegend eine Unreinheit gefunden wird. Von der sie vorher nichts gewusst haben.",
+ "Wir haben sie nicht berührt. Da sie für diesen Zweck sich besonders haben reinigen müssen, ist ihnen zu vertrauen, dass sie darauf geachtet haben, was sie berührt und was sie nicht berührt haben, wie oben IX, 8.",
+ "ebenso inbezug auf die unter ihnen befindlichen Kinder. Wenn ihre Kinder sie in dem Kelterraum besucht haben, die für unrein gelten, weil ihre Mütter auch in ihrer Menstruationszeit sich nicht zurückzuhalten pflegen, sie zu umarmen und zu küssen, sind sie beglaubt, wenn sie sagen, dass sie sie nicht berührt und die Kinder die Oliven nicht berührt haben, so erklären Maim., ר״אש und א״ר, dem entspricht die Lesart in L. und den Talmudausgaben: וכן כתינוקות. Dagegen beziehen ר״ש und Barten. וכן בתינוקות auf das Folgende und übersetzen: ebenso dürfen die Kinder, die unter ihnen sind (und die, ebenso wie ihre Väter, für diesen Zweck gereinigt worden sind), aus der Tür des Kelterhauses hinausgehen u. s. w., und wird dieses gerade von den Kindern gesagt, weil diese öfter das Bedürfnis haben, sich zu entleeren, als die Erwachsenen.",
+ "Sie dürfen aus dem Eingang des Presseraums hinausgehen und sich hinter dem Zaun entleeren. פונים von פנה = sich wenden, wie wir sagen „austreten”.",
+ "und gelten weiter als rein. Es wird nicht befürchtet, dass sie sich dort verunreinigt haben könnten.",
+ "So weit er. Der Eigentümer, der sie gemietet hat.",
+ "sie noch sehen kann. Da sie wiesen, dass er sie noch sehen kann, werden sie sich vor Verunreinigung inachtnehmen."
+ ],
+ [
+ "in dem die Höhle. In der das Tauchbad sich befindet, in das sie zu ihrer Reinigung untertauchen sollen. Das in den Höhlen angesammelte Wasser wurde vielfach als Reinigungsmittel benutzt (s. Sabb. 14 a).",
+ "bis sie untertauchen. Um sich zu überzeugen, dass sie das Tauchbad nach Vorschrift genommen haben.",
+ "bis sie untertauchen. Weil zu befürchten ist, dass sie, da sie sich selbst für rein gehalten haben, die rituellen Vorschriften für das Untertauchen nicht so genau beachtet haben."
+ ],
+ [
+ "Wenn man [Trauben] aus den Körben oder vom Trockenplatz. משטיח von שטח = ausbreiten, der Platz, auf dem man die Früchte zum Trocknen ausbreitet. Wenn man die Trauben in Körben sammelt oder auf die Erde legt, ist das ein Zeichen, dass man sie nicht keltern, sondern als Frucht verzehren will, denn es geht dabei die aus den Früchten heraustretende Flüssigkeit verloren, indem sie durch das Flechtwerk der Körbe hindurchsickert bzw. in die Erde hineinsickert. Solche Trauben sind deshalb noch nicht für Verunreinigung empfänglich, denn nach Sabb. 17a sind Trauben schon vom Pflücken an für Verunreinigung nur dann empfänglich, wenn man sie für die Kelter gepflückt hat.",
+ "auf der Erde hineinbringt. Zur Kelter, um sie dort entgegen der ursprünglichen Absicht zu keltern.",
+ "muss man sie mit reinen Händen hineinbringen. Weil mit dem Augenblick, wo man sie zum Keltern nimmt, sie wie Früchte sind, die man ursprünglich zum Keltern gepflückt hat, und die deshalb durch die auf ihnen befindliche Flüssigkeit für Verunreinigung empfänglich geworden sind.",
+ "hat man sie verunreinigt. Obwohl nicht gereinigte Hände nur unrein zweiten Grades sind und Profanes nicht verunreinigen können, sind die Trauben unrein, weil von ihnen noch die Hebe abzusondern ist, und nach Ansicht von Beth-Schammai Früchte, in denen noch die Hebe steckt, wie Hebe zu betrachten sind, oder es müssen hier Früchte gemeint sein, die der Eigentümer in Reinheit von Hebe erhalten zu sehen wünscht (Bart.).",
+ "Man darf sie mit unreinen Händen hineinbringen. Da sie ursprünglich nicht für die Kelter gepflückt worden sind, sind sie noch nicht für Verunreinigung empfänglich.",
+ "und kann doch die Hebe in Reinheit davon absondern. Trotzdem man sie jetzt für die Kelter bestimmt hat. Dagegen erklärt Maim. Comment.: man kann sie mit unreinen Händen hintragen, dagegen darf die Hebe nur in Reinheit davon abgehoben werden, womit er, wie מ״א vermutet, meint, nachdem man sie tatsächlich in die Kelter gebracht hat, sind sie für Unreinheit empfänglich geworden, und dürfen sie deshalb nicht mehr mit unreinen Händen berührt werden, da man noch die Hebe in Reinheit davon abzusondern hat.",
+ "Wenn aus dem Bottich. עביט = Vertiefung, ein tiefes, hohles Gefäß, in das man die zum Keltern bestimmten Trauben nach dem Abpflücken hineintut, damit der aus ihnen herausfließende Saft nicht verloren geht.",
+ "oder von der Blätter-Unterlage. Auf die man solche Trauben hinauflegt, damit der herausfließende Saft von den Blättern aufgefangen wird und nicht verloren geht.",
+ "wenn man sie mit unreinen Händen hineinbringt. Weil das Hineintun in den Bottich oder das Legen auf die Blätter-Unterlage ein Zeichen dafür ist, dass sie ursprünglich für die Kelter bestimmt worden waren, oder nach א״ר ein Zeichen dafür, dass ihm an der Erhaltung der heraustretenden Flüssigkeit gelegen war und diese deshalb sie für Verunreinigung empfänglich gemacht hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand [Trauben] aus den Körben oder von dem Trockenplatz auf der Erde isst. Mit unreinen Händen im Kelterraum.",
+ "bleibt die Kelter rein. Weil an der heraustropfenden Flüssigkeit ihm nicht gelegen war, und sie deshalb nicht als Flüssigkeit gilt, um durch die Berührung mit den unreinen Händen unrein zu werden.",
+ "wenn aber aus dem Bottich oder von der Blätter-Unterlage. Wo ihm daran gelegen war, dass der herausfließende Saft erhalten bleibt, und dieser deshalb als Flüssigkeit gilt, die für Verunreinigung empfänglich macht und selbst Unreinheit annimmt.",
+ "und es fällt eine einzelne Beere hinein. Aus seinen Händen in die Kelter.",
+ "bleibt sie. Die Kelter.",
+ "wenn diese. Die Beere.",
+ "noch einen Verschluss hat. Wenn die Beere unten noch durch einen Stengelrest verschlossen ist, so dass nichts heraustropfen kann. Die Beere ist allerdings durch die Berührung mit den unreinen Händen unrein geworden, da sie als ursprünglich für die Kelter gepflückt gilt und deshalb auch ohne Berührung mit einer Flüssigkeit für Verunreinigung empfänglich geworden ist, aber da die Hände nur unrein zweiten Grades sind, ist die Beere nur eine Unreinheit dritten Grades, die selbst Hebe nicht verunreinigt.",
+ "hat sie keinen Verschluss. Und er hat die offene Stelle mit den Händen berührt.",
+ "ist sie unrein. Denn die aus der offenen Stelle heraustropfende Flüssigkeit ist durch die unreinen Hände unrein ersten Grades geworden und, da selbst ein Tropfen Flüssigkeit weiter verunreinigt, ist durch sie die Kelter und ebenso die gesamte beim Treten heraustretende Flüssigkeit und dadurch der gesamte Inhalt der Kelter unrein geworden.",
+ "Sind ihm Trauben heruntergefallen. Die für Verunreinigung empfänglich waren und durch die Berührung mit unreinen Händen (die unrein ersten Grades waren, s. Straschun) unrein geworden waren, an denen aber die daran hängenden Beeren fest verschlossen waren.",
+ "und er hat sie an einer ganz freien Stelle [der Kelter. Wo sie weder mit einer Flüssigkeit noch mit anderen Trauben in Berührung gekommen sind.",
+ "so bleibt sie. Die Kelter.",
+ "wenn sie zusammen nur genau eigroß waren. Die Trauben können die Kelter nicht verunreinigen, weil Geräte durch eine Speise nicht unrein werden, die aus den Trauben heraustretende Flüssigkeit aber gilt beim Heraustreten noch nicht als unrein, weil sie nicht als Bestandteil der Traube gilt (s. Pesach. 33 b), und sobald sie herausgetreten ist, kann sie durch die Trauben nicht mehr verunreinigt werden, da diese dann keine Eigröße mehr haben, da sie nur mit der Flüssigkeit zusammen eigroß waren.",
+ "ist er durch die Eigröße. Durch die zusammen mehr als eigroßen unreinen Trauben.",
+ "unrein geworden. Und dieser unrein gewordene Tropfen verunreinigt dann die Kelter und alle weiter heraustretende Flüssigkeit."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand. Ein עם הארץ.",
+ "am Rande einer Weingrube gestanden und beim Sprechen ihm ein Speichelspritzer aus dem Munde gespritzt ist. Der Speichel eines עם הארץ gilt als unrein wie der eines זב.",
+ "ob er die Grube erreicht. Und der Inhalt der Grube unrein geworden ist.",
+ "dieser Zweifelfall ist rein. Obwohl es ein Zweifelfall in einem Privatgebiet ist, weil die Unreinheit nicht auf einem Platz geruht hat (s. oben IV, 1), und bei einer geworfenen Unreinheit eine zweifelhafte Berührung als rein gilt (so nach א״ר, anders Bart.). Bei einer Ölgrube dagegen ist nach der Tosefta als bestimmt anzunehmen, dass der Speichel durch die Glätte von dem Rande in die Grube geflossen ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn man die Weingrube ausschöpft. זלף gewöhnlich für abgießen gebraucht, hier in der Bedeutung: durch eimerweises Ausschöpfen die Grube leeren.",
+ "und es findet sich. Nachdem man die Grube ausgeschöpft hat.",
+ "sind alle unrein. Weil angenommen wird, dass das Kriechtier auch schon beim Schöpfen sich darin befunden hat, nach dem Grandsatz מחזקינן טומאה מזמן לזמן (s. oben IV, Note 18), und durch Berührung den ganzen Inhalt der Grabe verunreinigt hat.",
+ "ist dieses unrein und alle anderen sind rein. Dass das Kriechtier sich vorher in der Grube befunden hat und beim Schöpfen in das Gefäß hineingekommen ist, so dass der gesamte Inhalt der Grobe schon unrein war, wird nicht angenommen, weil es als Grundsatz gilt, dass nicht angenommen wird, dass eine Unreinheit vorher an einer anderen Stelle, als an der, wo sie gefunden wird, etwas verunreinigt hat לא מחזקינן טומאה ממקום למקום (s. oben IV Note 18).",
+ "Wenn man mit jedem von ihnen [das in ihnen Befindliche] herausgeschöpft hat. D. h. die Gefäße selbst in die Flüssigkeit getaucht und so gefüllt hat.",
+ "Hat man dagegen mit einem Schöpfzober. מחץ s. Para V, 5.",
+ "geschöpft. Und in die Gefäße hineingegossen.",
+ "und es findet sich dann ein Kriechtier in einem von ihnen. Selbst in dem zuerst gefüllten.",
+ "ist dieses allein unrein. Weil angenommen wird, dass sich das Kriechtier vom Anfang an in dem Gefäß befunden hat und danach mit dem übrigen Inhalt der Grube gar nicht in Berührung gekommen ist.",
+ "Wann gilt dieses. Dass angenommen wird, das Kriechtier hat sich von vorneherein in dem Gefäß befunden und deshalb nur dieses unrein ist.",
+ "Wenn man untersucht. Die Gefäße vorher untersucht und darin kein Kriechtier gesehen hat.",
+ "aber nicht zugedeckt hat. Nach dem Füllen sie nicht zugedeckt hat, so dass es möglich ist, dass das Kriechtier nach dem Füllen in das Gefäß hineingefallen ist, in dem es gefunden wird.",
+ "aber nicht untersucht bat. So dass es möglich ist, dass das Kriechtier schon vorher in dem Gefäße war, und deshalb nicht angenommen wird, dass es vorher in der Grube war. Hat man die Gefäße weder vorher untersucht noch nach dem Füllen zugedeckt, so spricht die doppelte Wahrscheinlichkeit dafür, dass nur das Gefäß, in dem das Kriechtier gefunden wird, unrein ist.",
+ "Hat man dagegen untersucht und zugedeckt. So dass das Kriechtier sich nicht von vorneherein in dem Gefäß befunden haben und auch nicht nach dem Füllen hineingefallen sein kann.",
+ "ist alles unrein. Wenn man mit den Gefäßen selbst geschöpft hat, sind alle unrein, auch wenn man es in dem letzten findet, weil das Kriechtier sich schon in der Grube befunden haben muss, und auch wenn man mit einem Zober geschöpft hat, kann man nicht annehmen, dass es vielleicht erst in den Zober gefallen ist, als er dieses Gefäß füllte, und deshalb alle vorher gefüllten rein sind, denn wenn angenommen wird, dass es in dem Zober war, muss angenommen werden, dass es auch schon beim Füllen des ersten Gefäßes darin war, nach dem Grundsatz מחזקינן טומאה מזמן לזמן.",
+ "in der Grube. Wenn es nach dem Füllen der Gefäße sich in der Grube findet.",
+ "ist alles unrein. Selbst wenn man die Gefäße vorher untersucht und nicht zugedeckt hat, wird nicht angenommen, dass das Kriechtier erst nach dem Füllen der Gefäße in die Grube gefallen ist, sondern dass es schon vorher da war nach dem Grundsatz מחזקינן טומאה מזמן לזמן.",
+ "ist alles unrein. Wenn man ihn nicht vorher untersucht, selbst wenn man ihn nach jedem Schöpfen nicht zugedeckt, oder wenn man ihn vorher untersucht und nach jedesmaligem Schöpfen zugedeckt hat, in letzterem Falle muss eben angenommen werden, dass trotz der Untersuchung das Kriechtier schon vorher in dem Zober gewesen ist. Hat man aber den Zober vorher untersucht und nichts darin gefunden, ihn aber nach dem Füllen der Gefäße nicht zugedeckt, sind alle Gefäße rein, weil angenommen wird, dass es erst nach dem Füllen aller Gefäße hineingekommen ist, denn wäre es während des Füllens hineingefallen, hätte man es bemerken müssen, da man beim Schöpfen den Zober beständig in der Hand hatte (יו״ב)"
+ ],
+ [
+ "Der Platz zwischen den Presswalzen. עגולים, von עגול = rund, werden die schweren dicken Walzen genannt, die in Form eines Mühlsteins aus Lehm, Stroh und Flachs geknetet waren und auf die Pressbalken hinaufgewälzt wurden, um den in den Trauben nach dem Treten noch verbliebenen Saft herauszupressen (Kraus, Archäologie II, 235. Aruch v. טלפח). Nach Maim.: runde Behälter, in die die Trauben hineingetan wurden, um sie von dort in die Kelter zu bringen.",
+ "und den Traubentrestern gilt als öffentliches Gebiet. Auch wenn er sich in einem Privatgebiet befindet und nicht drei Personen anwesend sind, denn bei Anwesenheit von wenigstens drei Personen gilt für Verunreinigungen jedes Privatgebiet als öffentliches Gebiet. Dieser Raum gilt schon an sich als öffentliches Gebiet, weil zur Handhabung der schweren Walzen immer viele Menschen gehören, der Raum danach ein Gebiet ist, auf dem sich viele Menschen zu bewegen pflegen.",
+ "soweit er vor den Winzern liegt. D. h. noch nicht abgelesen ist.",
+ "gilt als Privatgebiet. Weil kein Fremder dorthin zugelassen wird.",
+ "als öffentliches Gebiet. Weil die Armen dort Zutritt haben, um Nachlese zu halten. Ob ein Raum als öffentliches oder als Privatgebiet betrachtet wird, ist von entscheidender Bedeutung, wo ein Zweifelfall vorliegt, ob eine Verunreinigung stattgefunden hat oder nicht (s. oben V ff.).",
+ "Wenn die Leute auf der einen Seite hinein- und auf der anderen hinausgehen können. Wenn die Leute ungehindert durch die eine Tür in den abgelesenen Teil des umgrenzten Weinbergs hinein- und durch eine andere wieder hinausgehen können, dann gilt dieser Teil, trotzdem er in einem umgrenzten Privatgebiet liegt, als öffentliches Gebiet, auf dem die Leute sich bewegen. Wenn sie aber wohl in den Raum hineingehen, nicht aber auf der entgegengesetzten Seite wieder hinausgehen können, ohne den noch nicht abgelesenen Teil zu betreten, gilt auch der bereits abgelesene Teil, da er Teil eines als Privatgebiet umgrenzten Raumes ist, noch als Privatgebiet.",
+ "Die Geräte der Ölpresse und der Weinkelter und der Presskorb. עקל, von עקל = winden, flechten, Körbe aus Ruten, Binsen oder Holz, in die der Olivenbrei hineingetan wurde und die dann unter die Pressbalken gelegt wurden, damit das Öl hinausfließt.",
+ "wenn sie aus Holz sind muss man austrocknen. Wenn sie von einem עם הארץ gebraucht worden sind, genügt es nicht, wenn man sie nur abwäscht, sondern man muss vor dem Gebrauch die Flüssigkeit, die in sie eingedrungen ist, und die unrein ist, weil sie durch den עם הארץ hergestellt ist, wieder herauszubringen suchen, nach ר״ש und רא״ש durch Anwendung von Asche und Wasser (vgl. Abod. Sar. 74 b).",
+ "dann werden sie rein. Wenn es Geräte sind, die Unreinheit annehmen, muss man sie dann selbstverständlich noch durch Untertauchen reinigen.",
+ "wenn sie aus Bast. Der von der Feuchtigkeit so stark durchtränkt wird, dass sie schwer wieder herauszubringen ist.",
+ "muss man sie volle zwölf Monate alt werden lassen. Nachdem man sie abgewaschen und ausgetrocknet hat (יו״ב).",
+ "oder sie mit heißem Wasser abbrühen. Und dann, wenn es für Unreinheit empfängliche Geräte sind, sie durch Untertauchen reinigen.",
+ "wenn man sie in einen Stromstrudel gelegt hat. Und sie dort wenigstens zwölf Stunden liegen gelassen hat (Abod. Sar. 75 a)."
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+ "\nEinleltung.\nDer Traktat טהרות behandelt in der Hauptsache das Unreinwerden von Speisen und Getränken (s. VK 17—19) und die weitere Uebertragung der Unreinheit durch sie auf andere Speisen und Getränke, auf andere Gegenstände und auf den Menschen (I—III). Da Speisen und Getränke durch die auf sie übertragene Unreinheit immer nur unrein leichteren Grades werden, werden im Anschluss daran ganz allgemein auch die Fälle behandelt, in denen es zweifelhaft ist, ob eine Verunreinigung überhaupt stattgefunden hat, und die Entscheidungen hierüber zusammengestellt (III, 5—IV). Nach feststehender Halacha ist hierbei aber vor allem zu unterscheiden, ob es sich um eine zweifelhafte Verunreinigung in einem Privatgebiet (רשות היחיד) oder in einem öffentlichen Gebiet (רשות הרכים) handelt. Die hieraus sich ergebenden Entscheidungen, sowie die Bestimmungen darüber, was als ein öffentliches Gebiet bei der Beurteilung solcher zweifelhafter Verunreinigungen zu gelten hat, bilden den Haupthinhalt der folgenden Abschnitte (V—VI). Eine besondere Erschwerung ergibt sich für den, der die Reinheitsvorschriften strenge beobachtet und seine Geräte und Speisen und Getränke vor jeder Verunreinigung schützen will (חבר), aus der gesetzlichen Bestimmung, wonach jeder Gesetzesunkundige (עם הארץ) immer als unrein gilt, weil er die Reinheitsgesetze nicht genau beobachtet, und deshalb auch alles, was er berührt, durch seine Berührung unrein wird. Mit den hieraus sich ergebenden Gesetzesbestimmungen beschäftigen sich die sich daran anschliessenden Abschnitte des Traktate (VII—VIII). Die letzten beiden Abschnitte (IX—X) behandeln Verunreinigungen, die bei Oliven, bevor sie in die Presse gebracht werden, und bei der Oel- und Weinbereitung in der Kelter Vorkommen können.\nAuffallend ist die Bezeichnung des Traktats mit dem Namen טהרות. Warum sollte, wie es die Erklärer annehmen, gerade dieser Traktat mit dem gleichen Namen bezeichnet worden sein wie die ganze Mischna-Ordnung, טהרות = Reinheiten, euphemistisch für טומאות = Unreinheiten ? Es ist wohl vielmehr anzunehmen, dass der Ausdruck טהרות hier nicht wie bei der Bezeichnung der ganzen Mischna-Ordnung euphemistisch für טומאות steht, sondern dass er hier die Bedeutung hat, in der dieses Wort in Mischna und Talmud so häufig gebraucht wird, wie auch in diesem Traktat (ועשה טהרות V, 3. 4. 5. 6, כלל אמרו בטהרות VIII, 6), טהרות = rein zu haltende Speisen oder Getränke. Der Traktat handelt in der Hauptsache von dem Unreinwerden von Speisen und Getränken. Wie der Traktat über die Verunreinigung von Geräten, כלים, der über die Verunreinigung durch Ueberdachung, אהלות, der über Aussatzschäden, נגעים heisst, so hat dieser Traktat, der über das Unreinwerden von rein zu haltenden Speisen und Getränken handelt, den Namen טהרות erhalten.\n"
+ ],
+ "": [
+ [
+ [
+ " Sebachim 105 b.",
+ "Dreizehn Dinge. Wie die Zahl 13 aus der nachfolgenden Aufzählung herauskommt, darüber gehen die Ansichten der Erklärer auseinander (s. Maim., ר״ש und יו״ב).",
+ "gelten für das Aas. Die Bestimmungen über das von dem noch lebenden Tiere abgetrennte Glied und über die Wirkung des Schlachtens bei einem Tiere, das trefa ist, betreffen eigentlich nicht das Aas, werden aber trotzdem mit aufgezählt.",
+ " Aas von für den Genuss erlaubtem Geflügel verunreinigt nur den Menschen, der es geniesst, und macht ihn, während er es herunterschluckt, zum אב הטומאה und die Kleider, die er dabei trägt oder Kleider und Geräte, die er berührt, unrein ersten Grades. In grossen Städten, wo es genug Leute gibt, die auch solches Aas essen, gilt es, auch ohne dass man die Absicht gehabt hat, es zu geniessen, als Speise und als unrein ersten Grades, nur auf jüdischen Dörfern, wo solches Aas nicht gegessen zu werden pflegt, bedarf es erst der ausdrücklichen Absicht, es zu geniessen.",
+ "es bedarf nicht des Empfänglichwerdens. Solches Aas ist unrein, ohne dass eine Flüssigkeit darauf gefallen und ohne dass es von einer Unreinheit berührt worden ist.",
+ "wie Speisen. Unreine.",
+ "bei Eigrösse. Wenn ein Stück davon, das so gross wie ein Ei ist, an andere Speisen anrührt, werden diese dadurch unrein zweiten Grades.",
+ "im Schlunde bei Olivengrösse. Auch wenn es nicht ausdrücklich zum Essen bestimmt worden war, verunreinigt es, wenn es soviel wie eine Olive ist, denjenigen, der es isst, in dem Augenblick, wo es sich in seinem Schlund befindet, dass er אב הטומאה wird und die Kleider, die er in diesem Augenblick trägt oder berührt, unrein ersten Grades werden. Nachdem er es hinuntergeschluckt hat, ist er nur unrein ersten Grades und verunreinigt nicht mehr die Gegenstände, die er berührt.",
+ "bleibt bis zum Sonnenuntergang unrein. Auch nachdem er sich durch ein Tauchbad gereinigt bat.",
+ "man wird schuldig. Das für das Betreten des Heiligtums in Unreinheit vorgeschriebene Schuldopfer zu bringen (s. Lev. 5, 3),",
+ "man verbrennt die von ihm verunreinigte Hebe. Wenn der, der davon gegessen hat, Hebe berührt hat, muss diese verbrannt werden, weil er unrein ersten Grades war und die Hebe durch seine Berührung unrein zweiten Grades geworden ist; ebenso wenn das Aas, nachdem man es zum Essen bestimmt hatte, an Hebe angerührt hat, aus demselben Grunde, weil solches Aas auch als unrein ersten Grades gilt (s. oben Note 4).",
+ "wer ein vom noch lebenden Tiere abgelöstes Glied. Wenn es einschliesslich der Knochen und Adern so viel wie eine Olive ist, wenn auch nicht eine Olivengrösse Fleisch daran ist.",
+ "davon. Von einem reinen Vogel.",
+ "erhält die vierzig Geisselhiebe. Im Gegensatz zu der von R. Meïr vertretenen Ansicht (Chullin 102 a), dass das Verbot von אבר מן החי sich nur auf zum Essen erlaubtes Vieh erstreckt, auf Geflügel dagegen überhaupt nicht.",
+ "durch das Schlachten oder Abdrücken. Der Halsröhren bei den Vogelopfern im Heiligtum.",
+ "rein. Trotzdem es, da es trefa ist, nicht für den Genuss erlaubt geworden ist, bat das Schlachten oder Abdrücken doch die Wirkung, dass es nicht, wie wenn es von selbst verendet wäre, Aas wird.",
+ "Es bleibt nicht rein. Sondern gilt als Aas.",
+ "wenn man es abdrückt. Die Begründung zu diesen verschiedenen Ansichten s. Sebachim VII Note 54—66."
+ ],
+ [
+ "Die Federn. Nach Maim, die kleinen Federn, die nach dem Abrupfen der grossen Federn Zurückbleiben.",
+ "und der Flaum. Die unmittelbar auf der Haut liegenden Flaumfedern.",
+ "nehmen Unreinheit an und verunreinigen. Nach ר״ש, Bart. und יו״ב sind auch hier nicht die Federn von einem Aas gemeint, sondern die Federn an einem geschlachteten reinen Vogel, diese werden als Griff (יד) für das darunter liegende Fleisch betrachtet, und nach Ukzin I, 1 wird das Fleisch unrein, wenn an den Griff eine Unreinheit angerührt hat, und wenn das Fleisch unrein ist, verunreinigt schon das Berühren des Griffs. Nach תוי״ט und א״ר meint die Mischna die Federn an einem Aas, das man zum Essen bestimmt hat, sie werden dadurch ebenso wie das Fleisch unrein und verunreinigen, weil sie als Griff für das Fleisch dienen.",
+ "werden aber nicht mit hinzugerechnet. Wenn das Fleisch erst mit den Federn zusammen Eigrösse hat, bzw. Olivengrösse inbezug auf die Verunreinigung beim Verschlingen.",
+ "Der Flaum wird mit hinzugerechnet. Weil diese Flaumfedern nicht als Griff gelten, sondern als Schutz (שוטר) s. Ukzin I, 1.",
+ "Der Schnabel. Die innere Fleischseite desselben.",
+ "und die Nägel. So weit sie im Fleisch drinstecken (Chullin 121 a).",
+ "Auch die Flügel-Ansätze und der Schwanz-Ansatz. Die man gewöhnlich beim Abrupfen der Federn mit herauszuschneiden pflegt.",
+ "weil man sie bei gemästeten [Tieren. Weil sie weicher und zarter sind.",
+ "] daranlässt. Deshalb gelten sie auch bei nicht gemästeten als geniessbar."
+ ],
+ [
+ " Selbst in grossen Städten, wo Aas von reinem Geflügel auch ohne besondere Absicht als Speise gilt, weil solches von unreinem Geflügel selbst von Nichtjuden nicht gegessen zu werden pflegt.",
+ "es muss erst empfänglich gemacht worden sein. Wie jede andere Speise, dadurch dass Flüssigkeit darauf gefallen und es dann verunreinigt worden ist, weil eine Eigenunreinheit ihm überhaupt nicht anhaftet.",
+ "es verunreinigt. Nachdem man es zum Genuss bestimmt hat und es durch Berührung einer Unreinheit unrein geworden ist.",
+ "macht den Körper untauglich. Der Körper dessen, der davon isst, wird unrein zweiten Grades (s. weiter 11, 2) und darf Hebe deshalb nicht essen noch berühren.",
+ "bei Grösse eines halben Halbbrotes. Das sind nach Raschi zwei, nach Maim. anderthalb Eigrössen (s. Meïla IV Note 44 und 45).",
+ "beim Verschlingen einer Olivengrösse davon verunreinigt es nicht. Weil der auf diese Art der Verunreinigung bezogene Schriftvers (Lev. 17, 15) sich nur auf Aas vom zum Genuss erlaubten Tieren bezieht.",
+ "nicht den Sonnenuntergang abzuwarten. S. Para XI, 5.",
+ "] das Heiligtum betritt. Weil seine Unreinheit nur auf einer rabbinischen Verordnung beruht.",
+ "aber man verbrennt von ihm verunreinigte Hebe. Trotzdem im allgemeinen Hebe, die nur nach rabbinischer Verordnung unrein geworden ist, nicht verbrannt werden darf.",
+ "erhält nicht die vierzig Geisseltbiebe. Für das Essen von אבר מן החי, weil dieses Verbot sich nur auf zum Essen erlaubte Tiere bezieht (s Chullin 102 a).",
+ "es wird nicht durch das Schlachten rein. Es kann nicht gemeint sein, dass das Schlachten nicht die Wirkung hat, dass dadurch das Tier nicht als Aas unrein wird, da ja das Aas von unreinem Geflügel überhaupt nicht unrein ist Vielmehr ist gemeint: während bei reinen Tieren, sobald sie geschlachtet sind, das Verbot von אבר מן החי selbst für den Nichtisraeliten aufhört, auch wenn das Tier noch zappelt und noch nicht ganz tot ist, weil es für den Israeliten zum Genuss erlaubt ist, sobald es geschlachtet ist, bleibt hier auch nach dem Schlachten das Verbot von אבר מן החי für den Nichtisraeliten bestehen, bis das Tier vollständig tot ist, weil es für den Israeliten als unreines Tier für den Genuss überhaupt verboten ist. Der oben erwähnte Grundsatz, dass das Verbot von אבר מן החי sich nur auf zum Genuss erlaubte Tiere bezieht, gilt nur für Israeliten, für Nichtisraeliten besteht dieses Verbot auch für unreine Tiere.",
+ "die Federn und der Flaum nehmen Unreinheit an und verunreinigen und werden mit hinzugerechnet. Weil man pflegt, sie als Schutz auf dem Geflügel zu lassen, damit das Fleisch länger frisch bleibt, da es nur wenig Leute gibt, die es essen (s. oben Note 29), und alles, was als Schatz (שומר) dient, nach Ukzin I, 1 mit hinzugerechnet wird (רא״ש).",
+ "der Schnabel und die Nägel nehmen Unreinheit an und verunreinigen und werden mit hinzugerechnet. S. oben Note 24 und 25."
+ ],
+ [
+ " Chullin IX, 1.",
+ "Beim Vieh werden die Haut. Wenn man beim Abziehen der Haut ein Stück Fleisch, das weniger als ein Ei gross ist, absichtlich daran gelassen hat.",
+ "der Fleischsaft. רוטב ist die Brühe; hier ist damit der beim Kochen aus dem Fleisch ausgeschiedene Fleischsaft gemeint, der zu einer festen Masse geronnen ist und deshalb für sich allein nicht gegessen zu werden pflegt, wohl aber zusammen mit dem Fleische.",
+ "der Bodensatz. S. Sebachim III, Note 24, die beim Kochen am Boden sich ansetzende Mischung von Gewürzen und anderen Zutaten, die für sich allein nicht gegessen zu werden pflegen.",
+ "das Abgeschabte. Die beim Abhäuten stellenweise an der Haut unabsichtlich hängen gebliebenen kleinen Fleischteile; nach anderen Erklärungen die sehr harte Halsader und die äussere Rückenmarkshaut.",
+ "die Knochen. In denen sich Mark befindet, nach Maim. (הלכות טומאת אוכלין IV, 4) auch andere Knochen, an denen sich noch angewachsenes Fleisch befindet.",
+ "die Hörner und die Klauen. So weit sie so weich sind, dass, wenn man hineinschneidet, Blut herausfliesst.",
+ "mit hinzugerechnet. Zu einem Stück Fleisch, das weniger als ein Ei gross ist, ebenso die Knochen zu dem in ihnen enthaltenen Mark, wenn diese nicht Eigrösse hat.",
+ "inbezug auf Speisenunreinheit. Die hier angeführten Dinge sind aber keine eigentlichen Speisen, da sie teils, wie die Haut und die Knochen gar nicht, teils, wie der Fleischsaft und die Adern, nur mit dem Fleisch zusammen gegessen zu werden pflegen. Trotzdem werden sie mit dem Fleisch zu der erforderlichen Eigrösse zusammengerechnet, weil sie teils, wie der Fleischsaft und die Adern, doch mit dem Fleische zusammen gegessen zu werden pflegen, teils, wie die Haut und die Knochen, dem Fleische bzw. dem in den Knochen befindlichen Mark als Schutz (שומר) dienen (s. oben Note 40).",
+ "aber nicht inbezug auf die Aas-Unreinheit. Wenn man ein Stück Aas gegessen hat oder berührt oder getragen hat, das erst mit ihnen zusammen so gross wie eine Olive ist.",
+ "wenn jemand. Ein Israelit.",
+ "ein unreines Vieh für einen Nichtjuden geschlachtet hat und es zuckt noch. Es ist noch nicht vollständig tot.",
+ "wie Speisen verunreinigen. Obgleich es auch für den Nichtjuden nicht für den Genuss erlaubt ist, so lange es noch nicht vollständig verendet ist (s. oben Note 39), gilt es dennoch inbezug auf Speisenunreinheit als Speise. (Ausführliches hierüber s. Chullin 121 b und Raschi daselbst).",
+ "wenn es tot ist. Weil es Lev. 11, 39 ausdrücklich heisst: וכי ימות מן חבהמה, erst durch den Tod wird es נבלת.",
+ "oder man den Kopf abgetrennt hat. Sobald der Kopf vollständig abgetrennt ist, gilt das Tier als tot, auch wenn es noch Bewegungen macht.",
+ "Für die Verunreinigung durch Speisen-Unreinheit sind die Grenzen weiter gezogen. Zu ריבה ist zu ergänzen הכתוב : das Schriftwort, aus dem die obigen Bestimmungen abgeleitet werden."
+ ],
+ [
+ "die durch einen Unreinheits-Erzeuger. S. VK Absatz 1 und 2.",
+ "verunreinigt worden ist. Und dadurch unrein ersten Grades geworden ist.",
+ "die durch eine erzeugte Unreinheit verunreinigt worden ist. Und demnach höchstens unrein zweiten Grades geworden ist.",
+ "Eine halbe. Nicht gerade je eine halbe Eigrösse, sondern ebenso auch ein nur etwas weniger als ein eigrosses Stück von der einen und ein dieses rar Eigrösse ergänzendes Stück von der anderen.",
+ "die man mit einander vermengt. Auch wenn man sie mit einander nicht vermengt hat und beide Teile die Hebe gleichzeitig berührt haben.",
+ "gelten als [unrein] zweiten Grades. Und machen Hebe durch Berührung untauglich.",
+ "gelten als dritten Grades. Und machen Hebe durch Berührung nicht untauglich. Ebenso auch, wenn die eine halbe Eigrösse ersten und die andere dritten Grades war.",
+ "gelten als ersten Grades. Weil das Gemenge ein eigrosses Stück ersten Grades enthält.",
+ "gilt der eine wie der andere Teil als zweiten Grades. Weil jedenfalls in keinem der beiden Teile eine ganze Eigrösse von der ersten Grades enthalten ist.",
+ "Ist jeder für sich gesondert. Nicht zusammen, sondern der zweite erst, nachdem der erste nicht mehr darauf war.",
+ "ist dieses untauglich geworden. Da jeder Teil unrein zweiten Grades war, ist die Hebe durch Berührung untauglich d. h. unrein dritten Grades geworden.",
+ "sind sie beide zusammen. Wenn sie auch nicht gleichzeitig darauf gefallen sind, sondern nur gleichzeitig sie berührten.",
+ "ist es zweiten Grades durch sie geworden. Weil sie zusammen eine Eigrösse ersten Grades enthalten, das Brot demnach von einer Eigrösse Speise ersten Grades berührt worden und dadurch unrein zweiten Grades geworden ist."
+ ],
+ [
+ "ist dies nicht untauglich geworden. Weil es bei Hebe keine Unreinheit vierten Grades gibt.",
+ "Hat man sie zerteilt. so dass in keinem der beiden Teile eine Eigrösse von der des ersten Grades enthalten ist.",
+ "gilt der eine wie der andere Teil als zweiten Grades. Nicht dritten Grades.",
+ "Hat man sie zerteilt. In zwei eigrosse Hälften.",
+ "gilt der eine wie der andere Teil als ersten Grades. Weil anzunehmen ist, dass in jedem Teile die Hälfte von der ersten Grades, das ist eine Eigrösse, enthalten ist.",
+ "gelten sie als zweiten Grades. Weil anzunehmen ist, dass in keinem der Teile eine Eigrösse von der ersten Grades enthalten ist.",
+ "Hat man sie zerteilt. In zwei eigrosse Hälften."
+ ],
+ [
+ "Wenn von Teigstücken. מקרצת von קרץ = abschneiden, ein abgetrenntes Stück Teig.",
+ "die an einander kleben. Wörtlich: die sich in einander verbissen haben, die so fest an einander hängen, dass man das eine nicht ablösen kann, ohne dass etwas von dem anderen mit abgelöst wird.",
+ "sind alle unrein ersten Grades. Weil sie wie ein zusammenhängendes Stück bzw. Brot betrachtet werden. Über den Ausdruck תחלה s. weiter Note 84.",
+ "löst man sie von einander. Nachdem sie, als sie noch zusammenhingen, unrein geworden sind.",
+ "Durch eine Flüssigkeit. Jede unreine Flüssigkeit macht das, was sie berührt, unrein zweiten Grades.",
+ "Durch Hände. Die Hände werden, wenn sie nicht bewusst vor Verunreinigung bewahrt worden sind, stets als unrein zweiten Grades betrachtet.",
+ "sind alle unrein dritten Grades. Wenn es Teig oder Brot von Hebe ist, denn bei Profanem gibt es keine Unreinheit dritten Grades."
+ ],
+ [
+ "das unrein ersten Grades. תחלה in der Bedeutung von ראשון, Unreinheit ersten Grades.",
+ "gelten sie alle als ersten Grades. Als wenn die Unreinheit sie angerührt hätte, nachdem sie schon zusammengehängt haben.",
+ "ist jenes ersten Grades und alle anderen sind zweiten Grades. Die Erschwerung, sie als unrein ersten Grades zu betrachten, ist nur für die Zeit getroffen, wo sie noch mit dem unreinen Stück zusammenhängen, nachdem sie wieder davon getrennt sind, sind sie unrein zweiten Grades, weil sie an die Unreinheit ersten Grades angerührt haben.",
+ "ist jenes zweiten Grades und alle anderen sind dritten Grades. Wenn es Teig von Hebe ist.",
+ "ist jenes dritten Grades und alle anderen sind rein. Weil eine Unreinheit dritten Grades auch bei Hebe nur den Teig untauglich macht, er aber nicht weiter verunreinigt, ist hierfür nicht die Erschwerung getroffen worden, dass an ihn angeklebte Teigstücke durch ihn unrein werden (יו״ב), Nach רא״ש ,ר״ש und Bart. ist der Grund, weil nach dem Loslösen die Teigstücke überhaupt nicht mehr unrein sein müssten, da es eine geringere Unreinheit als dritten Grades bei Hebe nicht gibt, gelten sie auch vor dem Loslösen nicht als unrein."
+ ],
+ [
+ "Ist von heiligen Broten. Opferbroten, wie die Schaubrote oder Mehlopferbrote.",
+ "in deren Vertiefungen. Auf ihrer Oberfläche.",
+ "sich heilig gewordenes Wasser. Das zur Verwendung zu Opferzwecken in ein heiliges Gefäss hineingetan und dadurch heilig geworden ist.",
+ "sind alle unrein. Wenn die Brote einander berühren. Eigentlich könnten durch das durch die Berührung des Kriechtieres unrein ersten Grades gewordene Brot nur die nächsten drei Brote unrein zweiten, dritten und vierten Grades werden und müssten alle weiteren Brote rein bleiben, da auch bei Heiligem das unrein vierten Grades gewordene nicht mehr durch Berührung verunreinigt. Weil es sich aber um Heiliges handelt (מפני חיבת הקודש), wird es so angesehen, als wenn nicht das trockene Brot, sondern das auf ihm befindliche Wasser das nächstliegende Brot berührt, Wasser wird aber wie jede Flüssigkeit durch Berührung einer Unreinheit, gleichviel welchen Grades sie ist, immer unrein ersten Grades. Das Wasser auf dem durch das Kriechtier berührten Brote ist demnach unrein ersten Grades geworden, durch die Berührung macht es das nächstliegende Brot unrein zweiten Grades, dadurch wird das auf diesem befindliche Wasser wieder unrein ersten Grades und macht wieder das nächstliegende Brot unrein zweiten Grades und so weiter, so viele Brote es auch sein mögen, so erklärt Maim. die Mischna. Nach א״ר und יו״ב bedarf es dieser Begründung, dass es angesehen wird, als wenn immer das Wasser das nächstliegende Brot berührt hätte, gar nicht, sondern werden auch ohne diese Annahme alle Brote unrein und zwar aus folgendem Grunde : nachdem durch das durch das Kriechtier unrein ersten Grades gewordene Brot das nächstliegende Brot unrein zweiten Grades und weiter durch die Berührung dieses das dritte Brot unrein dritten Grades geworden ist, wird das auf diesem befindliche Wasser, wie oben angegeben, unrein ersten Grades, dadurch wird aber das Brot, auf dem es sich befindet und das doch von ihm berührt wird, wieder unrein zweiten Grades, so dass es das nächstliegende Brot unrein dritten Grades macht und das auf diesem befindliche Wasser wieder unrein ersten Grades wird, und so weiter, so viele Brote es auch sein mögen. Das Wasser muss deshalb durchaus heiliges Wasser sein, weil nur solches durch Berührung einer Unreinheit dritten Grades Unrein wird, nicht heiliges dagegen durch eine Unreinheit dritten Grades überhaupt nicht unrein werden kann. Ganz anders erklärt ר״ש die Mischna. Nach ihm ist zu lesen: ככרות הקדש שבתוך גומותיהן והמים המקודשין und zu übersetzen: „heilige Brote, die in ihren Vertiefungen liegen, und Wasser (Entsündigungswasser), das bereits geweiht ist“. Danach handelt es sich gar nicht um Brote, die sich berühren, sondern um Brote, die auf einer Platte liegen, jedes in einer besonderen Vertiefung, ebenso um Entsündigungswasser, das in verschiedenen Vertiefungen eines Behälters angesammelt ist, und spricht die Mischna die Bestimmung aus, dass sobald eines von den Broten bezw. das Wasser in einer der Vertiefungen des Behälters unrein geworden ist, auch alle anderen Brote bzw. das Wasser in allen anderen Vertiefungen unrein sind, weil die Platte bzw. der Behälter alles zu einem zusammenhängenden Ganzen verbindet.",
+ "bei Hebe sind zwei unrein und eines untauglich. Nach der Erklärung des Maim., weil nur für Heiliges die Bestimmung getroffen ist, dass es anzusehen ist, als wenn das nächstliegende Brot durch das Wasser des unrein geworden Brotes berührt worden wäre. Nach der Erklärung von א״ר und יר״ב. weil bei Hebe das unrein dritten Grades gewordene dritte Brot das auf ihm befindliche Wasser nicht wieder unrein ersten Grades machen kann, weil bei Hebe eine Unreinheit dritten Grades nicht weiter verunreinigt. Nach der Erklärung von ר״ש, weil für Hebe nicht die Bestimmung getroffen ist, dass die Platte alle auf ihr befindlichen Brote verbindet, es können deshalb nur drei Brote unrein werden, und zwar nur, wenn sie sich berühren.",
+ "ist zwischen ihnen eine abfeuchtende Flüssigkeit. טפח — ausbreiten, daher auch Feuchtigkeit verbreiten, anfeuchten.",
+ "ist auch bei Hebe alles unrein. Weil, wie Note 92 ausgeführt, die Feuchtigkeit zwischen dem zweiten und dritten Brote wieder unrein ersten Grades wird und das dritte wieder unrein zweiten Grades macht, dieses wieder die Feuchtigkeit zwischen dem dritten und vierten Brote unrein ersten Grades macht, so dass auch das vierte Brot unrein zweiten Grades wird und so weiter fort."
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+ "Grünkraut. Von Hebe, die durch Berührung mit nicht gewaschenen Händen unrein dritten Grades wird, das Grünkraut ist aber vor dem Einlegen noch nicht befeuchtet gewesen, so dass es noch nicht empfänglich für Unreinheit war.",
+ "in einem Topfe einzulegen. Das Kraut wurde in eine Flüssigkeit eingelegt.",
+ "und ein aus dem Topfe herausragendes Blatt. Das mit seinem in dem Topfe steckenden Ende bereits in die Flüssigkeit eingetaucht und dadurch für Unreinheit empfänglich geworden war.",
+ "an einer trockenen Stelle. Ed N. und Talmudausg.: או במקום הנגוב.",
+ "selbst wenn soviel wie ein Ei daran. An dem ganzen Blatt, dessen herausragendes Ende sie berührt hat.",
+ "nur dieses unrein. Es ist durch die Berührung mit den nicht gewaschenen Händen der Frau, die als unrein zweiten Grades gelten, unrein dritten Grades geworden, daher eigentlich פסול, nicht טמא, da Hebe dritten Grades unrein ist, aber nicht wieder verunreinigt.",
+ "und alles andere rein. Auch die Flüssigkeit in dem Topfe bleibt rein, weil eine Flüssigkeit nur durch Berührung mit einer Unreinheit, die Hebe wenigstens untauglich macht, unrein wird, eine Hebe dritten Grades aber nur untauglich ist und Hebe nicht weiter verunreinigt.",
+ "Hat sie es an einer feuchten Stelle berührt. Das aus dem Topfe herausragende Ende des Blattes war bereits durch die Flüssigkeit im Topfe angefeuchtet.",
+ "alles unrein. Weil die Feuchtigkeit auf dem Blatte, die durch die Berührung der nicht gewaschenen Hände unrein ersten Grades geworden ist, das Blatt unrein zweiten Grades macht, und durch die Berührung mit diesem wieder die Flüssigkeit in dem Topf unrein ersten Grades wird, durch diese wird dann alles, was in dem Topf ist und auch der Topf selbst unrein.",
+ "ist nicht soviel wie ein Ei an ihm. So dass es wohl unrein werden, aber nicht Unreinheit weitertragen kann.",
+ "ist es selbst unrein und alles andere rein. Ed. N. und Talmudausg. fehlen offenbar irrtümlich die Worte: הכל טמא אין בו כביצה.",
+ "Ist es. Das an der feuchten Stelle berührte Blatt, das nicht eigross ist und deshalb eine Unreinheit nicht weiter verbreiten kann",
+ "wieder in den Topf zurückgefallen. So dass die durch die Berührung unrein ersten Grades gewordene Flüssigkeit auf dem Blatt wieder in die Flüssigkeit im Topfe eingetaucht ist.",
+ "ist alles unrein. Weil durch die Flüssigkeit auf dem Blatt die ganze Flüssigkeit unrein geworden ist, weil selbst das geringste Quantum einer unreinen Flüssigkeit weiter verunreinigt. So erklären רא״ש ,ר״ש und Bart. die Mischna. Nach Maim. spricht die Mischna hier nicht von Hebe, sondern von Profanem, und nicht von Verunreinigung durch die nicht gewaschenen Hände einer sonst reinen Frau, sondern durch eine Frau, die als Menstruierende אב הטומאה ist, die weitere Ausführung s. in seinem Kommentar zur Mischna.",
+ "War sie durch Berührung eines durch einen Toten Verunreinigten unrein. Ersten Grades.",
+ "angerührt. Wodurch das Blatt unrein zweiten Grades geworden ist, da es mit dem unteren Ende in der Flüssigkeit steckt, die in dem Topfe ist, und dadurch für Unreinheit empfänglich geworden ist.",
+ "alles unrein. Da das Blatt, das unrein zweiten Grades geworden ist, die Flüssigkeit in dem Topfe wieder unrein ersten Grades macht, und durch diese alles, was in dem Topfe ist, und auch der Topf selbst unrein wird.",
+ "ist es selbst unrein und alles andere rein. Da eine Speise Unreinheit nur überträgt, wenn soviel wie ein Ei an ihr ist.",
+ "wo sie ein Tauchbad genommen. Um sich von ihrer Unreinheit zu reinigen, als solche bleibt sie bis Sonnen-untergang unrein zweiten Grades.",
+ "mit nicht gewaschenen Händen. Die ebenfalls als unrein zweiten Grades gelten.",
+ "den Topf umgeschüttet. מנער = ausschütten, auch umschütteln, umrühren.",
+ "und sieht. Eine andere Lesart ist: ראתה ohne ו, danach wäre zu übersetzen: sie darf mit nicht gewaschenen Händen den Topf umrühren, obwohl diese aus doppeltem Grunde unrein zweiten Grades sind und zu befürchten wäre, dass sie die in dem Topf befindliche Speise mit den Händen berührt; sieht sie man auf ihren Händen eine Flüssigkeit u. s. W.",
+ "ob diese aus dem Topfe darauf gespritzt. Sie danach mit ihren Händen nichts von dem, was im Topfe ist, berührt hat.",
+ "ist oder ein Strunk. Mit einer feuchten Stelle.",
+ "ihre Hände berührt hat. Und dadurch der Strunk bzw. alles, was im Topfe ist, unrein geworden ist.",
+ "ist das Grünkraut untauglich. Nicht weil sie es vielleicht mit den ungewaschenen Händen berührt hat, denn nach Jadajim II, 4 bleibt ein Gegenstand, wenn es zweifelhaft ist, ob er von solchen berührt worden ist, rein, sondern weil sie eine am selben Tage Untergetauchte war und nach Tbul Jom II, 2 der Gegenstand schon bei einer zweifelhaften Berührung durch eine solche unrein wird.",
+ "und der Topf ist rein. Der Topf könnte nur durch Berührung mit einer Unreinheit ersten Grades unrein werden, ein am selben Tage Untergetauchter bildet aber unter den Unreinheiten zweiten Grades insofern eine Ausnahme, als er nach Para VIII, 7 Flüssigkeiten durch Berührung nicht unrein ersten Grades macht, die Flüssigkeit auf dem Strunk würde daher, wenn sie auch Hebe ist, nur unrein dritten Grades geworden sein, und durch eine solche kann ein Gefäss nicht unrein werden."
+ ],
+ [
+ "Elieser sagt. Chullin 33 b.",
+ "wird unrein. Obgleich ein Mensch nur durch Berührung eines אב הטומאה unrein werden kann, ist die erschwerende Bestimmung getroffen worden, dass eine unreine Speise den, der sie isst, unrein macht, weil man befürchtet hat, dass der, der sie isst, gleichzeitig eine Flüssigkeit, die Hebe ist, in den Mund nimmt, um die Speise besser hinunterzuspülen, und dabei die Hebe durch die Berührung mit der Speise unrein wird ; deshalb hat man bestimmt, dass der, der eine unreine Speise isst, unrein wird, so dass er Hebe überhaupt nicht essen darf.",
+ "dritten Grades. Da in dem einzigen Falle, wo nach Toravorschrift der, der eine unreine Speise geniesst, unrein wird, nämlich durch das Geniessen von Aas von reinem Geflügel, der Mensch unrein wird, trotzdem das Aas an sich überhaupt nicht unrein ist, lautete nach R. Elieser auch hier die Bestimmung dahin, dass der, der eine unreine Speise geniesst, wenigstens nicht in leichterem Grade unrein wird, als die Speise es war, sondern den gleichen Grad der Unreinheit annimmt.",
+ "wird unrein zweiten Grades. Nach seiner Ansicht kann das Genieseen von Aas von reinem Geflügel nicht zum Vergleich herangezogen werden, weil dieser Fall auch insofern einen Ausnahmefall bildet, als er im Gegensatz zu anderen Unreinheiten den Menschen durch äussere Berührung nicht verunreinigt, und durch innere Berührung ihn verunreinigt. Dagegen lässt sich als Beleg dafür, dass derjenige, der eine unreine Speise isst, in leichterem Grade unrein wird, als die Speise selbst es ist, die Bestimmung anführen, dass der, der eine unreine Speise gegessen hat, erst dann, was er berührt, verunreinigt, wenn er soviel wie ein halbes Halbbrot davon gegessen hat, während die unreine Speise selbst schon verunreinigt, wenn sie eigross ist. Deshalb wird der, der eine Speise ersten Grades gegessen hat, nur unrein zweiten Grades, durch Essen einer Speise zweiten Grades wird er aber dennoch auch unrein zweiten Grades, weil eine solche Speise auch sonst durch Berührung unrein zweiten Grades machen kann, wenn sie nämlich eine andere Speise berührt, die auf ihrer Oberfläche feucht ist, durch die Berührung der Unreinheit zweiten Grades wird die Feuchtigkeit unrein ersten Grades, und durch diese die Speise unrein zweiten Grades.",
+ "die unrein dritten Grades ist. Dadurch müsste er nach R. Josua noch leichteren Grades unrein werden, eine weitere Unreinheit als dritten Grades gibt es aber bei Hebe nicht.",
+ "wird unrein zweiten Grades für Heiliges. Weil nur für Hebe rein Gehaltenes für Heiliges als unrein gilt, deshalb ist es inbezug auf Heiliges so, als wenn er Unreines ersten Grades gegessen hätte, und gilt er deshalb beim Berühren von Heiligem als unrein zweiten Grades.",
+ "aber nicht unrein zweiten Grades für Hebe. Aus der Wiederholung ולא שני wird im Talmud der Schluss gezogen, dass er inbezug auf Hebe nicht als unrein zweiten, wohl aber als unrein dritten Grades gilt, dieses wird aber als besondere Erschwerung nur auf das Geniessen von Hebe beschränkt, gilt aber nicht für das Berühren von Hebe, inbezug darauf gilt er überhaupt nicht als unrein (s. Sebachim 99 b).",
+ "als wären sie Hebe. Von diesen spricht die ganze Mischna, nicht von einfach profanen, da es bei diesen keine Unreinheit dritten Grades gibt. Dieselben Bestimmungen würden allerdings für den gelten, der unreine wirkliche Hebe geniesst, die Mischna hebt nur hervor, dass diese erschwerenden Bestimmungen selbst für denjenigen gelten, der profane nur wie Hebe gehaltene Speisen geniesst."
+ ],
+ [
+ "Profanes ersten Grades. Wenn Profanes durch Berührung eines אב הטומאה unrein ersten Grades geworden ist.",
+ "ist unrein und macht unrein. Das, was es berührt, wird unrein zweiten Grades, dieses kann allerdings bei Profanem nicht weiter verunreinigen und wird deshalb nicht als טמא bezeichnet, sondern als פסול, nach א״ד steht danach der Ausdruck מטטא nicht ganz korrekt für פוסל, nach רא״ש ,ר״ש und Bart. meint die Mischna, es kann auch weiter unrein machen, nämlich Hebe, die es anrührt, da diese, auch wenn sie zweiten Grades geworden ist, die Unreinheit weiter überträgt.",
+ "aber nicht unrein. Nach רא״ש ,ר״ש und Bart.: Hebe wird durch seine Berührung untauglich, aber nicht unrein, da auch Hebe dritten Grades nur פסול ist und die Unreinheit nicht weiter überträgt. א״ר liest statt פסול :פוסל, eine Lesart, die auch L., N. und die Talmudausg. haben : als Profanes zweiten Grades ist es nur untauglich, aber nicht unrein, d. h. es übertägt die Unreinheit nicht weiter.",
+ "dritten Grades darf in einem mit Hebe gemischten Gericht gegessen werden. Nach א״ר : es gilt als vollständig rein, nicht nur inbezug auf Profanes, sondern auch, wenn es mit Hebe in Berührung kommt, gilt es als rein, und die mit ihm gemischte Hebe darf deshalb gegessen werden. Nach den anderen Erklärern : wenn es Profanes ist, das rein für Hebe gehalten worden ist und das deshalb auch im dritten Grade noch als unrein gilt und den, der es geniesst, untauglich für das Geniessen von Hebe macht (s. oben Note 32), darf es trotzdem, wenn es mit Hebe gewürzt oder angerührt worden ist, gegessen werden, wenn nur nicht soviel Hebe darin ist, dass derjenige, der sie, wenn sie unrein wäre, geniesst, sich dadurch strafbar machen würde (s. יו״ב). רמע der gebräuchliche Ausdruck für Hebe, die sich mit Profanem vermischt hat, auch für Hebe überhaupt (s. Oholot XVI, Note 67)."
+ ],
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+ "Hebe ersten und zweiten Grades ist unrein und macht unrein. Nach א״ר steht der Ausdruck ומטמאין hier wieder nicht ganz korrekt, nur Hebe ersten Grades macht das, was sie berührt, טמא, Hebe zweiten Grades macht es dagegen nur פסול. Nach den anderen Erklärern ist gemeint, auch Hebe zweiten Grades macht, was sie berührt, טמא, nämlich wenn es Heiliges ist, das auch im dritten Grade unrein macht.",
+ "aber nicht unrein. Auch hier lesen א״ר wie L. und N. statt פסול : פוסל, Hebe dritten Grades ist nur untauglich, macht aber weiter nicht unrein. Nach der Lesart פוסל ist zu erklären: sie macht Heiliges פסול, aber nicht טמא.",
+ "vierten Grades darf in einem mit Heiligem gemischten Gericht gegessen werden. Hier erklärt א״ר nicht wie in Mischna 3, dass der vierte Grad als vollständig rein gilt, auch wenn es mit Heiligem in Berührung kommt, da nach Mischna 6 Hebe dritten Grades für Heiliges als unrein ersten Grades gilt, sondern erklärt auch er wie die anderen Erklärer: wenn Hebe wie Heiliges rein gehalten worden ist und deshalb auch noch im vierten Grade verunreinigt als unrein gilt, darf es dennoch mit Heiligem gemischt gegessen werden., wie oben Note 37."
+ ],
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+ "zweiten und dritten Grades ist unrein und macht unrein. Auch hier ist nach א״ר das ומטמאין inbezug auf das dritten Grades im Sinne von פוסל aufzufassen, nach den anderen Erklärern ist gemeint, auch Heiliges dritten Grades macht, was es berührt, nicht nur פסול, sondern טמא, wenn es nämlich Entsündigungs-Wasser oder -Asche berührt, bei denen es keine Abstufungen und Grade gibt.",
+ "aber nicht unrein. Hier kann offenbar nur die Lesart פסול die richtige sein, denn Heiliges vierten Grades könnte die Unreinheit nur noch auf Entsündigungs-Wasser oder -Asche übertragen, bei diesen gibt es aber keine Abstufung nach Graden und sind sie deshalb, wenn sie unrein werden, nicht פסול, sondern immer טמא.",
+ "fünften Grades darf in einem mit Heiligem gemischten Gericht gegessen werden. Wenn das Heilige wie Entsündigungs-Wasser oder -Asche rein gehalten worden ist und deshalb auch noch im fünften Grade verunreinigt als unrein gilt, darf es dennoch mit Heiligem vermischt gegessen werden, wie oben Note 37."
+ ],
+ [
+ "Profanes zweiten Grades macht profane Flüssigkeiten. Um soviel mehr solche von Hebe und Heiligem.",
+ "unrein. Ersten Grades (s. Para VIII, 7).",
+ "und Speisen von Hebe untauglich. Um so viel mehr solche von Heiligem.",
+ "Hebe dritten Grades macht heilige Flüssigkeiten unrein. Ersten Grades, nach רא״ש ,ר״ש und Bart. weil ebenso wie alles, was Hebe untauglich macht, jede Flüssigkeit unrein ersten Grades macht, auch alles, was Heiliges untauglich macht, Flüssigkeiten unrein ersten Grades macht.",
+ "wenn man sie wie Heiliges rein gehalten hat. Nur in diesem Falle, wenn die Hebe wie Heiliges gehalten worden und nun unrein dritten Grades geworden ist, macht sie wie wirklich Heiliges durch Berührung Heiliges nur untauglich.",
+ "ist sie aber nur wie Hebe rein gehalten worden. Hebe gilt bei Berührung mit Heiligem immer als unrein ersten Grades, weil zu befürchten ist, dass man bei ihr die Reinheitsvorschriften doch nicht so streng beobachtet haben wird wie bei Heiligem, nach א״ר und יו״ב gilt dieses jedoch nur für unrein gewordene Hebe, nicht aber für reine.",
+ "macht sie zwei Grade unrein und dann noch einen untauglich. Wie Hebe ersten Grades, wenn sie Heiliges berührt. Maim. bezieht das שנעשו לטהרת הקדש auf das vorangehende ופוסל לאוכלי קדש und erklärt: Hebe dritten Grades macht heilige Speisen unrein, selbst solche, die profan sind und nur wie Heiliges rein gehalten worden sind, jedoch nur, wenn es wirkliche Hebe ist, dagegen Profanes, das nur wie Hebe rein gehalten worden ist, kann immer nur in zwei Graden unrein sein, im dritten Grade ist es nur untauglich und verunreinigt nicht durch Berührung, auch Heiliges nicht, weil es doch keine eigentliche Hebe ist, die Heiliges auch noch im vierten Grade untauglich macht."
+ ],
+ [
+ "Für alle drei gilt das Gleiche. Ebenso wie bei Berührung von Hebe und Hebe die beiden ersten Grade unrein sind und der dritte untauglich ist, und bei der Berührung von Heiligem und Heiligem die drei ersten Grade unrein sind und der vierte untauglich ist, sind auch bei Berührung von Profanem und Hebe immer nur die beiden ersten Grade unrein und der dritte untauglich, und bei Berührung von Profanem und Heiligem immer nur die drei ersten Grade unrein und der vierte untauglich, er ist also nicht der Ansicht, dass Profanes bei der Berührung von Hebe oder Heiligem und Hebe bei der Berührung von Heiligem immer als unrein ersten Grades betrachtet wird.",
+ "macht profane Flüssigkeiten unrein. D. h. eine Unreinheit zweiten Grades, sei sie Profanes oder Hebe oder Heiliges macht Profanes, nur wenn es eine Flüssigkeit ist, unrein und zwar ersten Grades; ebenso macht sie natürlich auch eine Flüssigkeit von Hebe oder Heiligem unrein ersten Grades.",
+ "Der dritte Grad von ihnen allen. Einen dritten Grad gibt es bei Profanem nur, wenn es rein gehalten worden ist, als wenn es Hebe wäre.",
+ "macht heilige Flüssigkeiten unrein. Weil, wie oben erwähnt, alles, was Heiliges untauglich macht, heilige Flüssigkeiten unrein ersten Grades macht, nicht aber profane Flüssigkeiten und solche von Hebe.",
+ "und heilige Speisen untauglich. Heilige Speisen werden durch Berührung einer Unreinheit dritten Grades immer nur untauglich, im Gegensatz zu der Ansicht am Schluss der Mischna 6, wonach Heiliges durch Profanes dritten Grades, das wie Hebe heilig gehalten worden ist, so verunreinigt wird, als wenn es nur ein ersten Grades wäre. Nach der Erklärung, die Maim. dort gibt (s. oben Note 50), vertritt dagegen R. Elieser R. Josua gegenüber die erschwerende Ansicht, da nach R. Josua Profanes, selbst wenn es wie Hebe rein gehalten worden ist, im dritten Grade Heiliges nicht einmal untauglich macht."
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+ [
+ "Wer eine Speise zweiten Grades gegessen hat. Und dadurch unrein zweiten Grades geworden ist, s. oben Mischna 2.",
+ "darf sich nicht in der Ölpresse beschäftigen. Bart. liest: יעשה; nach der Lesart יעשם (vgl. Bab. Batr. X, 7) wäre zu übersetzen: er darf sie, nämlich die Oliven, nicht zurechtmachen, d. h. nicht Öl aus ihnen machen, oder: er darf sie nicht pressen, vgl. Ez. 23, 21. Hebe darf man nicht absichtlich verunreinigen, deshalb auch nicht Oliven oder Öl, von dem noch die Hebe abzusondern ist. Deshalb darf der, der unrein zweiten Grades geworden ist, sich mit dem Auspressen der Oliven nicht beschäftigen, weil durch seine Berührung das Öl als Flüssigkeit unrein ersten Grades wird. Nach יו״ב darf er sich auch mit den trockenen Oliven nicht beschäftigen, weil diese wegen der noch in ihnen enthaltenen Hebe wie Hebe nicht verunreinigt werden dürfen, Profanes zweiten Grades aber Hebe untauglich macht.",
+ "gilt wie Profanes. Trotzdem man es wie Heiliges rein gehalten hat, gelten dafür nicht die Reinheitsbestimmungen wie für Heiliges, wie für Profanes, das man wie Hebe rein gehalten hat, die Bestimmungen wie für Hebe gelten, sondern es gelten dafür nur die gleichen Bestimmungen wie für gewöhnliches Profanes, weil der Fall, dass jemand sich vornimmt, sein Profanes so rein zu halten, als wenn es Heiliges wäre, so selten vorkommt, dass darauf gar keine Rücksicht zu nehmen ist (בטלה דעתו אצל כל אדם).",
+ "Eleasar. Andere Lesart: ר׳ אליעזר.",
+ "es ist in zwei Graden unrein und in einem untauglich. Es gilt wenigstens so, als wenn er es wie Hebe rein gehalten hätte, und unterliegt deshalb den gleichen Bestimmungen wie Hebe."
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+ "Fleischbrühe. Unter רוטב versteht man die dicke Brühe von in Wasser gekochtem Fleisch, die im Kalten zu gerinnen pflegt.",
+ "Graupenbrei. גרים = Bohnengraupe, גריסין ein Gericht von in Wasser gekochten Bohnengraupen.",
+ "und Milch. Die, wenn sie lange steht, ebenfalls gerinnt.",
+ "werden. Durch Berührung einer Unreinheit.",
+ "ersten Grades. Weil sie als Flüssigkeiten betrachtet werden.",
+ "sind sie dann geronnen. Nachdem sie unrein geworden waren.",
+ "sind sie zweiten Grades. Weil jedes gerinnende Teilchen durch die Berührung der noch nicht geronnenen Flüssigkeit, die unrein ersten Grades ist, unrein zweiten Grades wird. Die Unreinheit, die sie als Flüssigkeiten angenommen haben, verschwindet dagegen mit dem Augenblick, wo sie aufgehört haben, Flüssigkeiten zu sein und eine trockene Speise geworden sind.",
+ "ist es rein. Die wieder flüssig gewordenen Teilchen verlieren die Unreinheit, die sie als trockene Speise angenommen haben, da sie nun keine Speise mehr sind, und durch die Berührung der noch nicht wieder flüssig gewordenen Masse können sie nicht unrein werden, da mit dem Flüssigwerden des ersten Tropfens keine eigrosse Speise mehr da ist, die ihn verunreinigen könnte.",
+ "weil mit dem Heraustreten des ersten Tropfens dieser durch das eigrosse Stück unrein. Ersten Grades.",
+ "geworden ist. Und durch diesen Tropfen alles weitere Zerfliessende unrein wird, da selbst das kleinste Quantum Flüssigkeit durch Berührung verunreinigt."
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+ " Menach. 3 a.",
+ "Öl wird immer eisten Grades. Auch wenn es gerinnt, weil es doch immer etwas feucht bleibt.",
+ "Auch Honig. Bienenhonig.",
+ "Ist ein Oliven-Klumpen. Ein Klumpen von fest aneinander klebenden Oliven, der unrein geworden war.",
+ "in einen Ofen gefallen und dieser geheizt worden. Und durch die Hitze ist Flüssigkeit aus den Oliven herausgeflossen.",
+ "[der Ofen] rein. Die Oliven können den Ofen nicht verunreinigen, weil ein Gerät nur durch ein אב הטומאה oder durch eine Flüssigkeit unrein wird. Die aus den Oliven heraustretende Flüssigkeit könnte aber erst beim Heraustreten durch die Berührung des unreinen Olivenklumpens unrein werden, beim Herausfliessen des ersten Tropfens ist aber dieser schon weniger gross als ein Ei und kann deshalb die Flüssigkeit nicht verunreinigen. So lange die Flüssigkeit noch in der Olive ist, ist sie nicht unrein, auch wenn die Olive unrein geworden ist, weil sie als Flüssigkeit erst gilt, wenn sie aus der Olive herausgeflossen ist, aber auch nicht als Bestandteil der Olive betrachtet wird, so dass sie beim Unreinwerden der Olive auch mit unrein geworden wäre, sondern als ein Fremdkörper, der von den festen Bestandteilen der Olive eingeschlossen ist (משקין מיפקד פקידי, s. Pessach. 33 b). Nach der anderen dort vertretenen Ansicht, dass משקין מיבלע בליעי d. h. die Flüssigkeit in der Frucht als in die festen Bestandteile derselben eingedrungen und deshalb als ein Bestandteil von ihr betrachtet wird, würde allerdings die Flüssigkeit schon in der Olive unrein geworden sein. Danach muss man annehmen, dass die Mischna hier von einem Olivenklumpen spricht, der nur unrein zweiten Grades war, so dass auch der in ihm enthaltene Saft nur unrein zweiten Grades war; auch eine Flüssigkeit kann aber ein Gerät nur verunreinigen, wenn sie ersten Grades ist, das wird der Saft erst, wenn er als herausgetretene Flüssigkeit von dem unreinen Olivenklumpen berührt wird, deshalb ist der Ofen nur unrein, wenn der Klumpen nach dem Herausfliessen des ersten Tropfens noch eigross ist und diesen verunreinigen kann, so nach רא״ש ,ר״ש und מ״א).",
+ "Haben sie nicht zusammengeklebt. Sondern jede Olive getrennt für sich.",
+ "auch wenn es ein Sea voll war. Da die aus jeder einzelnen Olive herausfliessende Flüssigkeit durch diese allein nicht verunreinigt wird, da sie nicht Eigrösse hat, durch die Hitze diese Flüssigkeit aber sofort verbrennt, bevor sie sich mit den aus den anderen Oliven herausfliessenden Flüssigkeiten verbinden kann, wodurch die gesamten Oliven, trotzdem sie nicht zusammenkleben, zu einer zusammenhängenden Speise werden würden (s. weiter III, 8)."
+ ],
+ [
+ " Pessach. 33 b.",
+ "der sich an einem Toten verunreinigt hat. Und dadurch ein אב הטומאה geworden ist.",
+ "Oliven oder Trauben. Die durch seine Berührung unrein ersten Grades geworden sind.",
+ "auspresst. Vermittelst eines flachen Holzbretts, das keine Unreinheit annimmt, so dass die herausfliessende Flüssigkeit nur durch die Berührung mit der Frucht unrein werden kann.",
+ "ist es. Das herausfliessende Öl bzw. der Wein.",
+ "rein. Nach der Ansicht משקין מיפקד פקידי (s. oben Note 16) ist die Flüssigkeit, so lange sie noch in den Früchten war, nicht unrein geworden, nach dem Heraustreten können die Früchte sie nicht mehr verunreinigen, da sie nicht mehr eigross sind. Nach der Ansicht משקין מיבלע בליעי spricht die Mischna hier von Früchten, auf die noch keine Flüssigkeit gekommen war und die deshalb noch nicht für Unreinheit empfänglich waren, sie werden erst durch die Berührung des unreinen Menschen unrein, nachdem sie durch die heraustretende Flüssigkeit dafür empfänglich geworden sind, in demselben Moment haben sie aber schon ihre Eigrösse verloren und können die Flüssigkeit nicht mehr unrein machen.",
+ "denn mit dem Heraustreten des ersten Tropfens ist dieser durch die eigrosse Masse unrein geworden. Obgleich der in den Früchten noch enthaltene Saft nach der Ansicht משקין מיפקד פקידי gar nicht unrein geworden ist, wird er dennoch bei Bemessung der Eigrösse der gesamten Früchte als zu diesen gehörend mitberechnet.",
+ "War es ein Flussleidender oder eine Flussleidende. Die einen Gegenstand nicht nur durch Berührung verunreinigen, sondern auch, wenn sie ihn, ohne ihn zu berühren, tragen oder auch nur bewegen.",
+ "weil mit dem Heraustreten des ersten Tropfens dieser durch Tragen. D. h. dadurch, dass er ihn bewegt hat, auch das Bewegen (היסט) wird häufig mit dem Ausdruck משא bezeichnet.",
+ "weil mit dem Heraustreten des ersten Tropfens dieser durch Tragen. Dadurch, dass der Unreine ihn beim Herauspressen bewegt hat, ist er unrein geworden und verunreinigt alles weitere, auch was dann von selbst herausfliesst."
+ ],
+ [
+ "Hat man Speisen von Eigrösse. Die unrein geworden sind.",
+ "eine Linsengrösse von einem Kriechtier. Die, wenn sie diese Grösse nicht haben, nicht verunreinigen.",
+ "oder eine Olivengrösse von Verworfenem. פגול s. Sebach. II Note 34",
+ "eine Olivengrösse von Übriggebliebenem. Opferfleisch, das nicht in der vorgeschriebenen Zeit verzehrt worden ist.",
+ "eine Olivengrösse von Unschlitt. Ebenso von irgend einer anderen verbotenen Speise, bei diesen allen hat man die Strafe erst verwirkt, wenn man eine Olivengrösse davon gegessen hat.",
+ "so sind jene. Die erstgenannten, bei denen es sich um Unreinheit handelt.",
+ "rein. D. h. sie verunreinigen nicht, weil sie nicht mehr die für die Übertragung der Unreinheit vorgeschriebene Grösse haben.",
+ "und bei diesen. Bei den letztgenannten, bei denen es sich um das Genussverbot handelt.",
+ "Übriggebliebenem oder Unreinem. וטמא hinter פגול ונותר ist wohl hier und ebenso in dem folgenden Absatz der Mischna nur irrtümlich an Stelle von וחלב hineingekommen, weil die drei Dinge פנול נותר וטמא so oft zusammen neben einander genannt werden, der Talmud (Menach. 54 b) zitiert richtig פגול ונותר וחלב",
+ "Übriggebliebenem oder Unreinem schuldig. Bei Feststellung der vorgeschriebenen Grösse ist, wie Maim. bemerkt, immer nur die äussere Grösse massgebend, ohne Rücksicht darauf, ob die Teilchen im Innern fest zusammengepresst sind oder nur aufgequollen sind."
+ ],
+ [
+ "Alle Unreinheits-Feststellungen. Die Feststellung, ob eine Verunreinigung stattgefunden hat.",
+ "erfolgen nach dem augenblicklichen Befund. Nach dem Zustand, in dem sich die Gegenstände in dem Augenblick befinden, in dem die Befürchtung vorliegt, dass der eine durch den anderen verunreinigt worden sein kann.",
+ "gelten sie als unrein. Wenn z. B. jemand in der Nacht den Körper eines anderen berührt hat und am Morgen sieht er, dass es der Körper eines Toten ist, muss er annehmen, dass er schon in der Nacht tot war, und er ist deshalb unrein (s. weiter V, 7). Dieses gilt jedoch nur, wenn der Körper an derselben Stelle liegt, auf der er ihn berührt hat, nicht aber, wenn er sich jetzt an einer anderen Stelle befindet (s. Nidd. 4 a). Ebenso gilt dieses nicht, wenn der jetzt als tot Aufgefundene kurz vor der Berührung noch lebend gesehen worden ist, weil da nach dem Grundsatz der חזקה angenommen wird, dass er auch weiter noch gelebt hat bis zu dem Augenblick, wo durch die Feststellung seines Todes diese חזקה aufgehoben ist (יו״ב).",
+ "gelten sie als rein. Wenn z. B. ein verbranntes Kriechtier, das nicht mehr verunreinigt, auf Früchten gefunden wird, braucht nicht angenommen zu werden, dass es, als es noch nicht verbrannt war, auf sie gefallen ist und sie verunreinigt hat (s. weiter IX, 9).",
+ "gelten sie als zugedeckt. Wenn in einem Totenzelt ein mit einem Deckel fest verschlossenes irdenes Gefäss gefunden wird, braucht man nicht anzunehmen, dass das Gefäss vorher nicht fest verschlossen gewesen ist und das darin Befindliche durch das Totenzelt unrein geworden ist.",
+ "gelten sie als aufgedeckt. Wenn nach dem Entfernen des Toten aus dem Zelte darin ein Gefäss mit nicht fest verschlossenem Deckel gefunden wird, muss angenommen werden, dass es auch vorher nicht fest verschlossen war und das darin Befindliche unrein geworden ist.",
+ "Ist eine Nadel bei Aufnahme des Befundes voll Rost. So dass man sie nicht mehr zum Nähen gebrauchen kann.",
+ "oder zerbrochen. In beiden Fällen ist die Nadel nicht mehr für Unreinheit empfänglich und hat ihre Unreinheit verloren, auch wenn sie vorher unrein gewesen war (s. Kelim XIII, 5).",
+ "gilt sie als rein. Maim. und Bart. erklären: Die Nadel gilt als rein, und es braucht nicht angenommen zu werden, dass sie vorher unrein geworden war und deshalb, wenn sie jetzt wieder gebrauchsfähig gemacht wird, wieder ihre frühere Unreinheit annimmt (s. Kelim XI, 1)."
+ ],
+ [
+ "die in einer Zugangsstrasse. מבוי Mehrz. מבואות heissen die in die Verkehrsstrasse (רשות הרבים) einmündenden Gänge, durch die die in den anliegenden Gehöften und Häusern Wohnenden von ihren Wohnungen auf die Strasse gelangen. Diese Gänge gelten nicht als Verkehrsstrassen, sondern als Privatwege (רשות היחיד).",
+ "gelten als im Zustande der Reinheit. Im allgemeinen gilt es als Grundsatz, dass, sobald es zweifelhaft ist, ob eine Verunreinigung stattgefunden hat, wenn es sich um eine Verunreinigung in einem רשות הרבים handelt, angenommen wird, dass die Verunreinigung nicht stattgefunden hat, handelt es sich dagegen um eine Verunreinigung in einem רשות היחיד, so wird angenommen, dass die Verunreinigung stattgefunden hat. Dieses letztere gilt jedoch nur für den Fall, dass es sich um einen Menschen handelt, den man befragen kann, ob die Verunreinigung stattgefunden hat, der selbst aber keine sichere Antwort darauf geben kann, der Taubstumme, Geistesschwache und Unmündige haben aber nicht ihren Vollen Verstand, dass man sie danach befragen könnte, deshalb gelten sie im Zweifelsfall auch in einem רשות היחיד als rein. חזקה ist der gebräuchliche Ausdruck für die Annahme, dass eine Person oder Sache in ihrem bisherigen Zustande so lange unverändert verbleibt, bis man von dem Eintritt des Gegenteils Gewissheit hat.",
+ "jeder Verständige. Auch wenn er blind ist oder schläft.",
+ "als im Zustande der Unreinheit. Wenn er nicht mit Bestimmtheit antworten kann, dass er die Unreinheit nicht berührt hat.",
+ "um befragt werden zu können. Wie Speisen oder Geräte.",
+ "gilt im Zweifelsfalle als rein. Haben diese sich jedoch in der Hand eines Menschen befunden, den man befragen kann, so gelten sie im Zweifelsfalle im רשות היחיד als unrein (s. Pessach. 19 b)."
+ ],
+ [
+ "und es gibt Lilien nur auf. Ed. A.: ממקום הטומאה, man erkennt, dass die Lilien nur vom Begräbnisplatz gepflückt sein können.",
+ "ist es rein. Weil das Kind nicht den Verstand hat, dass man es befragen könnte. Das Kind ist rein von Totenunreinheit, im übrigen aber gilt jedes Kind als unrein, weil die Frauen auch in der Zeit ihrer Menstruation es abzuherzen pflegen (s. weiter Note 58 und Tosaf. Nidda 18 b).",
+ "wenn ein Esel zwischen den Gräbern getroffen wird. An einer Stelle, wo das auf ihm liegende Zeug nicht ein Zelt über einem Grabe bildet.",
+ "die Geräte auf ihm rein. Trotzdem er vorher an einer Stelle gestanden haben kann, wo das Zeug ein Zelt über ein Grab gebildet hat und dadurch unrein geworden ist."
+ ],
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+ " Nidda 18 b.",
+ "Wenn ein Kind. Das im allgemeinen als unrein gilt (s. oben Note 55).",
+ "neben einem Teig getroffen wird. In einem רשות היחיד.",
+ "zu betasten. Das Kind hat die Gewohnheit, alles zu betasten, es liegt hier deshalb nicht ein Zweifel vor, bei dem beide Möglichkeiten die gleiche Wahrscheinlichkeit für sich haben (ספק השקול), sondern die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass das Kind selbst das Stück von dem Teig abgerissen hat, für einen solchen Fall gilt nicht der Grundsatz, dass bei allem, was nicht befragt werden kann, im Zweifelsfalle auch im רשות היחיד für rein zu entscheiden ist. R. Meïr dagegen ist der Ansicht, da es doch auch eine Minderheit von Kindern gibt, die nicht alles betasten, und die Annahme, dass der Teig rein ist, das für sich hat, dass er bisher rein gewesen ist, so machen diese beiden Gründe zusammen (סמוך מיעוטא לחזקה) die Möglichkeit, dass der Teig rein geblieben ist, ebenso wahrscheinlich wie die gegenteilige Annahme, deshalb nehmen wir an, dass das Kind den Teig gar nicht berührt, sondern eine andere reine Person ihm das Teigstück in die Hand gegeben hat. Nach der Erklärung von Raschi (Nidda z. St.) wird für bestimmt angenommen, dass das Kind das Teigstück, das es in der Hand hat, von dem Teige abgenommen hat, und handelt es sich nur um den Zweifel, ob das Kind rein war oder ob es vorher unrein geworden war, weil es die Gewohnheit hat, überall, auch im Schmutz, wo es sich leicht an verunreinigenden Dingen verunreinigen kann, herumzuwühlen.",
+ "Sind in einem Teige von Hühnern. Hühner pflegen vor dem Fressen zuerst zu trinken.",
+ "eingepickte Löcher und es befinden sich in dem Hause unreine. Nur solche, denn wenn sich auch dort reine Flüssigkeiten befinden, wäre der Teig unter allen Umständen rein, da die Hühner nicht befragt werden können, von welchem Wasser sie getrunken haben (מ״א).",
+ "dass sie den Schnabel am Erdboden abtrocknen konnten. Obwohl es zweifelhaft ist, ob sie den Schnabel vorher abgetrocknet oder mit dem von unreiner Flüssigkeit nassen Schnabel in die Brote hineingepickt haben. Liegen die Brote in unmittelbarer Nähe der Flüssigkeit, wird es als sicher angenommen, dass sie den Schnabel vorher nicht abgetrocknet haben. Dass sie vor dem Hineinpicken erst von der Flüssigkeit getrunken haben, gilt als das Wahrscheinliche, deshalb gelten die Brote zwar nicht als ausgesprochen unrein, aber doch als unbe stimmt (תולין), s. Maim. הלכות אבות הטומאות XVI, 4. Auch gilt dieses nach Maim. (ebendort) nur in dem Falle, wenn die Flüssigkeit ganz klar war, war sie dagegen trübe oder schmutzig, so hätte sie an den Broten zu erkennen sein müssen (s. Kidduschin 80 b).",
+ "dass sie mit der Zunge [die Flüssigkeit] ablecken konnten. Von den Lippen.",
+ "dass sie. Die Flüssigkeit.",
+ "erklärt sie bei einem Hunde für rein. Auch wenn sie in unmittelbarer Nähe der Flüssigkeit liegen.",
+ "die Speise liegen zu lassen und zum Wasser zu gehen. Er weise, dass zum Trinken sich immer etwas bieten wird, deshalb läuft er zuerst zur Speise, und erst, nachdem er sich daran satt gefressen hat, geht er zum Trinken, so dass nicht anzunehmen ist, dass er nach dem Trinken nochmals sich an die Speise gemacht hat."
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+ "Wenn jemand eine Unreinheit von einer Stelle zu einer anderen wirft. Und nun im Zweifel ist, ob das Unreine unterwegs etwas berührt und verunreinigt hat, so ist das zweifelhaft Berührte selbst im רשות היחיד aus doppeltem Grunde für rein zu erklären, erstens weil es nicht befragt werden kann (s. oben Note 49), und zweitens weil bei einer vorüberziehenden, nicht an einem Orte ruhenden Unreinheit jede zweifelhafte Berührung stets für rein zu erklären ist (s. Nasir 64 a).",
+ "ein [reines] Brot zwischen [unreine] Schlüssel. Wo die Unreinheit zwar an einem Orte geruht hat, das Brot aber in dem Augenblick, wo es die Unreinheit vielleicht berührt hat, nicht mehr in der Hand des Menschen war, der Fall deshalb, obwohl das Brot von einem Menschen geworfen worden ist, nicht als ein solcher betrachtet werden kann bei dem das, was es vielleicht berührt hat, befragt werden kann.",
+ "einen [unreinen] Schlüssel zwischen [reine] Brote. Wo beides zutrifft, dass das Unreine nicht an einem Orte geruht hat und die Brote, die vielleicht berührt worden sind, nicht befragt werden können.",
+ "so ist es unrein. Er ist der Ansicht, dass dieser Fall als ein solcher gilt, bei dem das, was vielleicht berührt hat, befragt werden kann, da ein Mensch das Brot geworfen hat und dieser befragt werden kann.",
+ "so sind sie rein. Weil das Unreine bei der Berührung nicht an einem Orte geruht hat. So ist nach ר״ש ,רא״ש und יו״ב die Mischna zu erklären. Nach א״ר dagegen besteht darüber keine Meinungsverschiedenheit, dass bei einem von einem Menschen geworfenen Gegenstande man nicht sagen kann, dass dieser nicht befragt werden kann, da ja der Mensch befragt werden kann. Der erste Tanna ist aber der Ansicht, dass ebenso wie, wenn die Unreinheit nicht an einem Orte ruht, auch wenn der reine vielleicht berührte Gegenstand nicht an einem Orte ruht, die zweifelhafte Unreinheit für rein zu erklären ist, während R. Jehuda der Ansicht ist, dass diese Bestimmung nur für den unreinen, nicht aber für den reinen Gegenstand gilt."
+ ],
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+ " Edujot II, 7.",
+ "Hat ein Wiesel ein Kriechtier. Ein totes, das nach Lev. 11, 29 ff. durch Berührung verunreinigt.",
+ "ob dieses. Das Kriechtier.",
+ "so ist dieses Zweifelhafte rein. Aus doppeltem Grunde, weil die Brote nicht befragt werden können und die Unreinheit nur eine vorüberziehende, nicht an einem Orte ruhende war. Nach מ״א sind die Brote auch in dem Falle rein, wenn das Wiesel nicht über die Brote gelaufen, sondern auf ihnen stillgestanden ist, weil das Maul des Wiesels nicht als ein Ruheort für das Kriechtier gilt."
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+ "Hat ein Wiesel ein Kriechtier. Ein totes, das nach Lev. 11, 29 ff. durch Berührung verunreinigt.",
+ "so ist dieses Zweifelhafte rein. Obgleich es Menschen sind, die befragt werden können.",
+ "weil die Unreinheit nicht auf einem Orte geruht hat. S. Note 9.",
+ "Haben sie daran auf dem Erdboden gezupft. An dem auf dem Boden liegenden Kriechtier oder Aas.",
+ "weil die Unreinheit auf einem Orte geruht bat. Obgleich es nicht ruhig gelegen hat, sondern die Tiere daran gezerrt haben (s. Nasir 64 a)."
+ ],
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+ "unrein. Die Bestimmung, dass bei einer nicht an einem Orte ruhenden Unreinheit ein Zweifelfall für rein zu erklären ist, gilt nur für eine zweifelhafte Berührung, nicht aber für eine zweifelhafte Überdachung, deshalb ist der Mensch unrein, weil er befragt werden kann.",
+ "rein. Weil sie nicht befragt werden können.",
+ "und es findet sich ein Kriechtier in einem von ihnen. So dass zu befürchten ist, dass das Kriechtier vielleicht in dem Brunnen war und auch alle übrigen Eimer es beim Schöpfen berührt haben und dadurch unrein geworden sind.",
+ "ist dieser unrein und alle anderen sind rein. Weil angenommen wird, dass die Unreinheit sich dort befunden hat, wo man sie jetzt findet, das ist in dem Eimer, deshalb ist nur dieser und das in ihm sich befindende Wasser unrein. Durch das Eintauchen dieses Eimers mit dem Kriechtier in den Brunnen ist das Wasser in dem Brunnen nicht unrein geworden, weil Wasser, so lange es sich noch im Boden befindet, keine Unreinheit annimmt, mit Ausnahme der Mikw. I, 1 angeführten Fälle. So nach א״ר und יו״ב. Bart. erklärt entsprechend der Erklärung Raschis zu Nidda 3 b (s. Tosf. Jomt. zu unserer Mischna): wenn jemand ein grosses Fass mit Wasser füllt das er mit einem und demselben Eimer in zehn Malen aus dem Brunnen schöpft, und es findet sich nach der Ausschüttung aus dem Eimer ein Kriechtier in dem Eimer, ist nur der Eimer unrein, alles in dem grossen Gefäss befindliche Wasser dagegen rein, weil angenommen wird, dass das Kriechtier erst nach dem diesmaligen Ausschütten des Wassers hineingekommen ist, da es sonst beim Ausschütten mit in das grosse Gefäss gefallen wäre. Noch anders erklärt Maim. (s. הלכות שאר אבות הטומאות XVII, 1 und ערוך לנר zu נדה ג׳ ב׳ ד״ה המדלה עשרה דליים.",
+ "ist das obere rein. Trotzdem das Tier vielleicht aus dem oberen in den unteren mit hineingeschüttet worden ist. weil die Annahme, dass die Unreinheit sich vielleicht vorher an einer bestimmten anderen Stelle befunden hat, als an der, wo sie sich jetzt befindet, nicht als ein Zweifelsfall gilt, der für unrein zu erklären ist (לא מחזקינן טומאה ממקום למקום). Gegen die von Maim. l. c. gegebene Begründung, dass das obere Gefäss deshalb rein ist, weil es sich um Gefässe handelt, die nicht befragt werden können, wird schon von ראב״ד eingewendet, dass diese Begründung hier nicht zutrifft, da sich das Gefäss in der Hand des Giessen den befunden hat und dieser doch befragt werden kann. Findet sich jedoch nach dem Umgiessen ein Kriechtier in dem oberen Gefäss, so ist auch das, was sich im unteren befindet, unrein, weil anzunehmen ist, dass es vielleicht schon vor dem Umgiessen sich in dem oberen befunden hat (מחזקינן טומאה מזמן לזמן), wenn nicht bestimmte Gründe gegen diese Annahme sprechen (s. oben Note 17)."
+ ],
+ [
+ " Sabb. 15 b.",
+ "Wegen folgender sechs zweifelshalber unreiner Dinge. Die durch rabbinische Verordnung, trotzdem ihre Unreinheit nur zweifelhaft ist, für unrein erklärt worden sind.",
+ "verbrennt man die Hebe. Die von ihnen berührt worden ist. Während es im allgemeinen als Grundsatz gilt, dass man Hebe, die von etwas berührt worden ist, das nur nach rabbinischer Verordnung als unrein gilt, nicht verbrennen darf (Sabb. 16 a), hat die rabbinische Verordnung diese sechs nur des Zweifels halber als unrein geltenden Dinge für so unrein erklärt, als wenn sie nach Toravorschrift unrein wären, deshalb wird Hebe, die von ihnen, wenn auch in einem רשות הרבים, berührt worden ist, verbrannt.",
+ "wegen eines vielleicht durch Totengebein unrein gewordenen Feldes. בית הפרס s. Oholot II Note 33. Wenn Hebe eine Erdscholle von einem solchen Felde berührt hat oder durch einen Menschen oder ein Gerät oder eine Speise, die durch eine solche Berührung unrein geworden sind, berührt worden ist, so wird die Hebe verbrannt.",
+ "wegen der zweifelshalber unreinen aus dem Auslande hereingebrachten Erde. S. Oholot II Note 32.",
+ "wegen der zweifelshalber unreinen Kleider eines Am-ha-Arez. Die deshalb als unrein gelten, weil vielleicht seine Frau während ihres Menstruierens auf ihnen gesessen hat.",
+ "wegen der zweifelshalber unreinen aufgefundenen Geräte. Jedes aufgefundene Gerät gilt als unrein, weil es vielleicht durch eine Totenunreinheit unrein geworden ist, es verunreinigt deshalb selbst Menschen und Geräte.",
+ "wegen des zweifelshalber unreinen Vorgefundenen Speichels. Weil es vielleicht von einem oder einer Flussleidenden, von einer Menstruierenden oder einer Wöchnerin stammt.",
+ "und wegen des zweifelshalber unreinen Urins von einem Menschen. Weil er vielleicht von einem der Genannten herrührt. Maim. liest: על הרוקין על ספק הרוקין :א״ר ,הנמצאים",
+ "an dessen Seite sich Tier-Urin befindet. Raschi und Bart. erklären: obwohl es da doppelt zweifelhaft ist, dass der Urin von einem unreinen Menschen herrühren soll, denn vielleicht stammt er wie der daneben befindliche von einem Tiere, und wenn von einem Menschen, vielleicht von einem reinen.",
+ "verbrennt man die Hebe. Selbst wenn die Berührung in einem öffentlichen Gebiet stattgefunden hat. Ist es dagegen zweifelhaft, ob die Berührung überhaupt stattgefunden hat, verbrennt man die Hebe nicht, auch wenn es in einem Privatgebiet ist.",
+ "auch wenn die Berührung zweifelhaft ist. Obwohl im allgemeinen eine zweifelhafte Berührung selbst im רשות היחיד, wenn es sich um etwas handelt, das nicht befragt werden kann, als rein gilt.",
+ "In einem Privatgebiet bleibt sie im Zustande der Ungewissheit. Sie gilt nicht als rein, aber man verbrennt sie auch nicht, weil doch immerhin ein doppelter Zweifel vorliegt, ob die Unreinheit überhaupt vorhanden war, und wenn sie vorlag, ob die Berührung stattgefunden hat.",
+ "in einem öffentlichen Gebiet ist sie rein. Bei einer zweifelhaften Berührung, darin stimmen die Ansichten aller überein."
+ ],
+ [
+ "Tragen oder Bewegen. Wenn ein Zweifel ist, welcher von den beiden Speicheln berührt oder getragen oder bewegt worden ist.",
+ "[die Hebe] im Zustande der Ungewissheit. Sie wird nicht verbrannt, weil bei einer zweifelhaften Berührung auch in einem Privatgebiete Hebe nicht verbrannt wird, obwohl in diesem Falle im Gegensatz zu dem in der vorhergehenden Mischna eine Berührung wohl stattgefunden hat, es nur zweifelhaft ist, ob der zweifelshalber unreine berührt worden ist (יו״ב).",
+ "wenn es in einem öffentlichem Gebiet ist. Wo bei einer zweifelhaften Berührung sonst die Hebe rein ist.",
+ "nur wenn sie feucht sind. Weil, wenn der Mensch den zweifelshalber unreinen Speichel berührt hat, etwas von diesem auf dem Körper des Menschen haften geblieben ist, die Berührung demnach auf dem Körper des Menschen stattgefunden hat, der ein רשות היחיד ist; sind die Speichel dagegen trocken, ist dieses nicht der Fall, und ist es deshalb eine zweifelhafte Berührung in einem רשות חרבים, wo die Hebe als rein gilt (Maim.).",
+ "beim Tragen. Wenn der Mensch einen der beiden Speichel getragen hat, so dass dieser gleichviel ob er feucht oder abgetrocknet war, auf dem Körper des Menschen geruht hat. Wie es beim Bewegen ist, gibt die Mischna nicht an, da aber beim Bewegen der Speichel mit dem Körper des Menschen gar nicht in Berührung gekommen zu sein braucht, wird es wie eine zweifelhafte Berührung in einem רשות הרבים zu betrachten sein, so dass die Hebe als rein gilt (תא״ש).",
+ "gleichviel ob sie feucht oder getrocknet. Trockener Speichel gilt jedoch nur so lange als Speichel, als er sich noch wieder aufweichen lässt; ist er so vertrocknet, dass er auch durch Aufweichen nicht wieder flüssig wird, gilt er überhaupt nicht mehr als Speichel und ist, selbst wenn er von einem Flussleidenden stammt, nicht unrein (s. Nidda VII,2).",
+ "War nur ein Speichel. Ein zweifelshalber unreiner.",
+ "und jemand hat ihn. Mit Bestimmtheit.",
+ "verbrennt man deswegen die Hebe. Wie dieser Grundsatz für das Berühren schon in der vorhergehenden Mischna ausgesprochen ist, so wird er hier auch auf das Tragen und Bewegen ausgedehnt."
+ ],
+ [
+ "Folgende Zweifelfälle haben die Weisen für rein erklärt. Gleichviel, ob in einem רשות הרבים oder in einem רשות היחיד. Soweit die hier angeführten Zweifelsfälle nicht in den nach-folgenden Mischna-Absätzen näher erklärt werden, werden sie in den Mischna-Traktaten, in die sie hineingehören, ausführlich behandelt.",
+ "einen Zweifelfall bei geschöpftem Wasser für ein Tauchbad. Wenn ein Zweifel entstanden ist, ob ein Tauchbad durch drei Log geschöpften Wassers untauglich geworden ist oder nicht (s. Mikw. II, 3).",
+ "die auf der Oberfläche des Wassers schwimmt. S. die folgende Mischna.",
+ "für das Verunreinigen als rein. Siehe Mischna 9 und 10.",
+ "für das Verunreinigen wie für das Reinwerden als rein. S. Jadajim II, 4.",
+ "einen Zweifelfall in öffentlichem Gebiet. Selbst wenn es sich um etwas handelt, das nach Toravorschrift unrein sein würde.",
+ "einen Zweifelfall bei Verordnungen der Schriftgelehrten. Wenn es sich um eine Unreinheit handelt, die nach rabbinischer Verordnung unrein ist, in diesem Falle gilt das Zweifelhafte auch in einem רשות היחיד als rein.",
+ "einen Zweifelfall bei Profanem. S. weiter Mischna 12.",
+ "einen Zweifelfall bei Kriechtieren. S. weiter Mischna 12.",
+ "einen Zweifelfall bei Aussatzschäden. S. Mischna 13.",
+ "einen Zweifelfall bei Erstgeburten. S. weiter Mischna 12.",
+ "und einen Zweifelfall bei Opfern. S. Mischna 13."
+ ],
+ [
+ "die auf der Oberfläche des Wassers schwimmt. Wenn es zweifelhaft ist, ob sie berührt worden ist.",
+ "[ist rein. Auch in einem רשות היחיד.",
+ "gleichviel ob dieses sich in Gefässen befindet oder auf dem Boden. Weil Wasser nicht als ein Ruheort für die auf ihm schwimmende Unreinheit gilt (s. oben Note 1).",
+ "ist der Zweifelfall unrein. Weil das Gefäss auf dem Boden ruht, gilt auch die in ihm befindliche Unreinheit als auf dem Boden ruhend.",
+ "Wenn der Zweifel. Ob der Mensch die auf dem Wasser schwimmende Unreinheit berührt hat.",
+ "ist er unrein. Weil beim Hineintauchen das Wasser in die Höhe gehoben und dadurch das darauf Schwimmende an den Körper des Tauchenden heran getrieben wird, es deshalb wahrscheinlicher ist, dass es ihn berührt hat.",
+ "rein. Beim Heraussteigen senkt sich das Wasser und entfernt sich dadurch das darauf Schwimmende von dem Körper des Menschen.",
+ "Selbst wenn nur Raum da ist für den Menschen und für die Unreinheit. So dass die Unreinheit den Menschen berührt haben muss.",
+ "ist er rein. Sobald man nicht gesehen hat, dass die Berührung stattgefunden hat, gilt es bei einer schwimmenden Unreinheit als rein (ר״ש). Nach Maim. jedoch nur, wenn es immerhin möglich wäre, dass die Berührung nicht stattgefunden hat."
+ ],
+ [
+ "dieser Zweifelfall ist unrein. Weil, wenn er die Flüssigkeit bestimmt berührt hätte, sie nach Toravorschrift unrein wäre, denn dass Flüssigkeiten durch Berührung mit einer Unreinheit unrein werden, ist Toravorschrift.",
+ "Wenn er ein unreines Brot in seiner Hand hatte und es zwischen reine Flüssigkeiten geworfen hat. L. liest: ופשטה. Diese Lesart, die auch Tosf. Jomt. zitiert, ist vorzuziehen, weil ein Zweifelfall bei einer geworfenen Unreinheit immer als rein gilt (s. oben Mischna 1).",
+ "ob es sie berührt oder nicht berührt hat. Nach ר״ש und Bart. ist hier nicht gemeint, wenn es zweifelhaft ist, ob das geworfene Brot unterwegs die andere Sache berührt hat, wie in der obigen Mischna, sondern ob es sie berührt hat, nachdem es bereits niedergefallen war und deshalb einen Ruheort hatte.",
+ "dieser Zweifelfall ist unrein. Wenn es in einem Privatgebiet war.",
+ "Für das Verunreinigen gilt er als rein. Dass unreine Flüssigkeiten weiter verunreinigen, ist nur rabbinische Verordnung, nach Toravorschrift können sie überhaupt nicht weiter verunreinigen, deshalb gilt bei zweifelhafter Berührung das Berührte als rein.",
+ "und ihn zwischen reine Brote geworfen hat. Selbst wenn es zweifelhaft ist, ob die Flüssigkeit die Brote berührt hat, nachdem sie bereits dort niedergefallen war und demnach ihren Ruheort hatte (s. oben Note 61).",
+ "dieser Zweifelfall ist rein. Denn unreine Flüssigkeiten können nach Toravorschrift die Unreinheit weder auf andere Flüssigkeiten noch auf Speisen übertragen, während unreine Speisen die Unreinheit auf andere Speisen nach Toravorschrift nicht übertragen, wohl aber auf Flüssigkeiten."
+ ],
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+ "Ein Zweifelfall bei Flüssigkeiten gilt für Speisen. Er ist der Ansicht, dass unreine Flüssigkeiten auch nach Toravorschrift die Unreinheit weiter übertragen können, jedoch nur auf Ungleichartiges, also auf Speisen, nicht aber auf Flüssigkeiten (s. Pessachim 18 a und b).",
+ "für Geräte als rein. Weil Geräte nach Toravorschrift nur durch ein אב הטומאה unrein werden können.",
+ "Wie ist das. R. Jose wählt nicht dasselbe Beispiel wie der Tanna in der vorhergehenden Mischna, weil in diesem Falle auch er, wenn auch aus einem anderen Grunde, den Zweifelsfall für rein erklärt, weil eine geworfene Unreinheit im Zweifelsfalle überhaupt nie unrein macht und er der Ansicht ist, dass daran auch nichts geändert wird, wenn der Zweifel darin besteht, ob sie den anderen Gegenstand, nachdem sie bereits niedergefallen war und einen Ruheort hatte, berührt hat (s. oben Note 61). Nach einer anderen Erklärung (s. ר״ש) ist auch R. Jose der Ansicht, dass unreine Flüssigkeiten nach Toravorschrift die Unreinheit überhaupt nicht weitertragen können, in dem von ihm gewählten Beispiel handelt es sich jedoch gar nicht um das Übertragen der Unreinheit auf einen anderen Gegenstand, da ja die Flüssigkeit selbst in dem Teige enthalten ist, es sich also nur um den Zweifel handelt, ob der Teig mit der in ihm enthaltenen Flüssigkeit rein oder unrein ist.",
+ "Wenn zwei Fässer. Mit Wasser gefüllt.",
+ "der für Speisen als unrein und für Geräte als rein gilt. Dieselben Geräte, in denen der als unrein geltende Teig angerichtet worden ist."
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+ "Ein Zweifelfall bei den Händen gilt für das Unreinwerden. Wenn es zweifelhaft ist, ob die Hände etwas berührt haben, wodurch sie nach rabbinischer Vorschrift unrein werden.",
+ "wie für das Verunreinigen. Oder etwas berührt und es dadurch unrein gemacht hat.",
+ "wie für das Reinwerden. Oder ob man die noch unreinen Hände vorschriftsmässig gereinigt hat.",
+ "Ein Zweifelfall in öffentlichem Gebiet gilt als rein. Selbst wenn es sich um etwas handelt, das nach Toravorschrift unrein wäre. Diese beiden letzten Aussprüche werden aus Mischna 7 nur der Gleichmässigkeit wegen hier nochmals angeführt, obgleich sie hier gar nicht näher erklärt werden.",
+ "Ein Zweifelfall bei Verordnungen der Schriftgelehrten. Wenn man im Zweifel ist, ob man sich eine nur auf rabbinischer Verordnung beruhende Unreinheit zugezogen hat oder sich von einer solchen vorschriftsmässig gereinigt hat.",
+ "unreine Flüssigkeiten getrunken hat. S. Sabb. 13 b.",
+ "mit dem Kopf und dem grössten Teile des Körpers in geschöpftes Wasser hineingekommen. Nach einem an demselben Tage genommenen Tauchbade (s. Gittin 16 a Tosaf. v. הבא).",
+ "oder auf seinen Kopf und den grösseren Teil seines Körpers drei Log geschöpften Wassers gefallen sind. Auch wenn man nicht an demselben Tage ein Tauchbad genommen hatte.",
+ "die nach Verordnung der Schriftgelehrter vorliegt. Z. B. die Bestimmung, dass Nichtjuden stets als an Ausfluss Unreine zu betrachten sind.",
+ "so ist der Zweifelfall unrein. Wenn es zweifelhaft ist, ob die Berührung durch sie stattgefunden hat oder nicht Ist es dagegen zweifelhaft, ob eine solche Unreinheit überhaupt vorliegt oder nicht, wie bei einem vielleicht durch Totengebein unrein gewordenen Felde, so bleibt bei einer zweifelhaften Berührung, da dann ein doppelter Zweifel vorliegt, obgleich es sich um ein אב הטומאה handelt, der Fall unbestimmt, und man verbrennt seinetwegen die Hebe nicht (s. oben IV, 5)."
+ ],
+ [
+ "damit ist die Reinhaltung der [von Unreinem] sich Fernhaltenden. Die פרושים hielten sich daran gebenden, auch von dem Genuss profaner Speisen sich fern zu halten, wenn sie unrein geworden waren. Wegen einer zweifelhaften Unreinheit brauchten sie sich von ihnen nicht fernzuhalten (so מ״א nach Maim. הלכות שאר אה״ט XV, 2).",
+ "bei ihnen ist stets der Augenblick des Auffindens massgebend. Wenn man ein totes Kriechtier zwischen reine Dinge hindurch geworfen hat und man findet es auf dem Boden liegend, ohne dass es diese berührt, braucht man nicht anzunehmen, dass es sie beim Hindurchfliegen berührt hat. Ebenso braucht man, wenn man es verbrannt auf Früchten liegend findet, nicht zu befürchten, dass es in noch frischem Zustande auf sie gefallen ist und sie durch Berührung verunreinigt hat (יו״ב).",
+ "Ein Zweifelfall bei Aussatzschäden. Ob der Aussatzschaden sich ausgebreitet hat und dadurch unrein geworden ist.",
+ "so lange er noch nicht in den Zustand der Unreinheit eingetreten war. Noch nicht für entschieden unrein erklärt, selbst wenn er bereits verschlossen war.",
+ "ist auch der Zweifelfall. Ob er wieder zurückgegangen ist.",
+ "unrein. S. die nähere Ausführung Negaim V, 4 und 5.",
+ "Ein Zweifelfall bei Nasiräer-Gelübden. Wenn jemand ein Nasiräer - Gelübde getan hat für den Fall, dass in einem Getreidehaufen ein bestimmtes Mass Körner enthalten ist, und der Haufen gestohlen worden oder verloren gegangen ist, so dass es nicht mehr festzustellen ist, ob es so war oder nicht.",
+ "entbindet. Das Gelübde gilt nicht als solches, und es ist ihm erlaubt, Wein zu trinken, sich scheren zu lassen und sich an Toten zu verunreinigen (s. Nasir 8 a).",
+ "Ein Zweifelfall bei Erstgeburten. Wenn es zweifelhaft ist, ob es eine Erstgeburt ist oder nicht.",
+ "sowohl bei Erstgeburten von Menschen. Sie braucht nicht durch fünf Selaim, die einem Priester zu geben sind, ausgelöst zu werden.",
+ "sowohl von unreinem. Die Erstgeburt einer Eselin, sie braucht nicht durch ein dem Priester zu übergebendes Lamm ausgelöst zu werden.",
+ "wie von reinem. Sie braucht nicht einem Priester gegeben zu werden, sondern man kann sie weiden lassen, bis sie einen Leibesfehler bekommt, der sie zum Opfer untauglich macht, und sie dann selbst verzehren."
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+ "Wenn. Keretot I, 7.",
+ "eine Frau fünf zweifelhafte Geburten oder fünf zweifelhafte Blutflüsse hinter sich hat. Ohne inzwischen eines von den Opfern, zu denen sie dadurch verpflichtet war, dargebracht zu haben.",
+ "bringt sie nur ein Opfer. Für alle fünf Fälle bringt sie ausser den Ganzopfern, die sie mit der ausdrücklichen Bestimmung darbringen kann, dass sie, im Falle es keine Geburt bzw. kein unreiner Ausfluss war, als freiwillig gebrachte Opfer gelten sollen, nur ein Vogel Sündopfer, weil ein solches nicht als freiwilliges Opfer dargebracht werden kann, und dieses darf nicht verzehrt, sondern muss verbrannt werden, sie soll es nur deshalb darbringen, weil sie vor Darbringung ihres Opfere nicht Heiliges geniessen und nicht das Heiligtum betreten darf (s. Keretot I Note 60).",
+ "die übrigen darzubringen. Für die übrigen Fälle braucht sie ihre Sündopfer nicht darzubringen, weil es nur zweifelhafte Geburten bzw. Ausflüsse waren. Nach יו״ב braucht sie selbst bei einer zweifelhaften Geburt bzw. einem zweifelhaften Ausfluss auch nur ihr Sündopfer darzubringen, damit sie wieder Heiliges geniessen kann, nicht aber ihr Ganzopfer."
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+ "Wenn ein Kriechtier. Eines von den Lev. 11, 29 genannten Kriechtieren, die in totem Zustande durch Berührung verunreinigen.",
+ "und ein Frosch. Dessen Berührung nicht verunreinigt. Nach ר״ש und Bart. sehen Frosch und צב (nach Hoffmann Lev. z. St. = Kröte) einander ähnlich, so dass sie leicht mit einander verwechselt werden können.",
+ "sich in einem öffentlichen Gebiet befinden. Und man nicht weiss, welches von beiden Tieren man berührt hat.",
+ "ebenso eine Olivengrösse von einem Toten. Die auch bei Überdachung verunreinigt.",
+ "und eine Olivengrösse von Aas. Die nur durch Berührung und Tragen, aber nicht durch Bedachung verunreinigt.",
+ "ein Knochen von einem Toten. Der durch Berührung und Tragen verunreinigt.",
+ "und ein Knochen von Aas. Der überhaupt nicht verunreinigt.",
+ "eine Scholle von reiner Erde. Das ist palästinensische Erde.",
+ "und eine Scholle von einem Toten-gebein-Felde. Die wenn auch nur nach rabbinischer Vorschrift durch Berühren und Tragen verunreinigt (s. Ohalot II Note 33).",
+ "eine Scholle von reiner Erde und eine Scholle von ausländischer Erde. Die ebenfalls nach rabbinischer Vorschrift durch Berühren und Tragen verunreinigt.",
+ "der eine unrein. In seiner ganzen Breite, so dass der, der darauf gegangen ist, bestimmt die Unreinheit überdacht hat.",
+ "und es ist jemand auf einem von ihnen. Von den beiden Stegen.",
+ "er hat eines von ihnen. Von den beiden Olivengrössen von einem Toten und von einem Aas.",
+ "er hat eines von ihnen. Einen von den beiden Knochen oder den beiden Erdschollen.",
+ "bewegt. Oder getragen, auch ohne es zu berühren.",
+ "welches von ihnen er bewegt hat. Man vermisst den auf Kriechtier und Frosch bezüglichen Satz: er hat eines von ihnen berührt, und man weise nicht, welches von ihnen er berührt hat. Die Mischna hat wohl nicht für nötig gehalten, ihn herzusetzen, weil er in der gleich folgenden Mischna behandelt wird.",
+ "Akiba unrein. Nach רא״ש ,ר״ש und Bart. ist R. Akiba der Ansicht, dass der Grundsatz, dass eine zweifelhafte Berührung u. s. w. in einem öffentlichen Gebiet als rein gilt, nur für Dinge gilt, die, wenn sie für unrein erklärt werden würden, nicht wieder rein werden könnten, wie Früchte oder irdene Geräte, nicht aber für einen Menschen, der sich von seiner Unreinheit reinigen kann. Nach יו״ב (s. auch מ״א) ist R. Akiba der Ansicht, dass der Grundsatz nur für den Fall gilt, wenn es zweifelhaft ist, ob eine Berührung überhaupt stattgefunden hat, nicht aber, wenn eine Berührung stattgefunden hat, es nur zweifelhaft ist, was berührt worden ist. Nach א״ר ist nach R. Akiba der Grundsatz von ספק טומאה ברשות הרבים nur auf solche Fälle anzuwenden, wo durch eine Unreinerklärung viele betroffen werden würden, nicht aber wenn dadurch nur ein Einzelner betroffen wird."
+ ],
+ [
+ "Gleichviel ob er sagt. So ist das אחד שאמר wohl zu verstehen, nicht wie die Erklärer übersetzen: „wenn einer sagt“. Es ist eine Fortsetzung des in der vorhergehenden Mischna Gesagten und gilt ebenso wie für das Berühren so auch für das Tragen und Überdachen.",
+ "Ich habe dieses. Das an dieser Stelle gelegen hat.",
+ "ob es unrein oder ob es rein war. Ob es die Kröte oder der Frosch, Totenknochen oder Aasknochen war u. s. w, es sich also um den Zweifel handelt, ob der von ihm berührte Gegenstand rein oder unrein war.",
+ "welches von den beiden ich angerührt habe. Wo es sich um den Zweifel handelt, ob die vorhandene Unreinheit von ihm berührt oder nicht berührt worden ist.",
+ "nach den Weisen rein. Nach Maim. spricht die Mischna hier von einem neuen Fall: wem jemand einen Menschen berührt hat und nicht weiss, ob er rein oder unrein war, oder von zwei Menschen, von denen einer unrein und einer rein war, einen berührt hat und nicht weiss, welchen von beiden er berührt hat. Die übrigen Erklärer beziehen die Mischna auch auf den Fall von Kröte und Frosch in der vorhergehenden Mischna, erklären aber: wenn jemand ein Tier berührt hat und nicht weiss, ob es eine Kröte oder ein Frosch war, und wenn Kröte und Frosch dagelegen haben und er nicht weiss, welches von beiden er berührt hat.",
+ "Jose erklärt ihn in allen diesen Fällen. Die in dieser und in der vorhergehenden Mischna angeführt sind.",
+ "weil die Menschen immer [auf Stegen] zu gehen pflegen. Da es schwer fällt, dabei einer zweifelhaften Unreinheit zu entgehen, lässt er für diesen Fall den Grundsatz, dass eine zweifelhafte Unreinheit im öffentlichen Gebiet als rein gilt, auch für den Menschen gelten, weil die Unreinerklärung doch nur eine rabbinische Erschwerung wäre. In allen anderen Fällen dagegen stimmt er der Ansicht des R. Akiba zu, weil der Mensch solche Zweifelfälle leicht vermeiden kann.",
+ "nicht aber [liegende Gegenstände] immer zu berühren. Oder zu tragen oder zu überdachen.",
+ "pflegen. Nach א״ר ist R. Jose derselben Ansicht wie R. Akiba (s. oben Note 17) und macht nur deshalb bei dem Steg eine Ausnahme, weil auf dem Steg viele Menschen zu gehen pflegen, durch die Unreinerklärung deshalb nicht nur dieser Mensch, sondern auch die vielen anderen, die darauf gehen, betroffen werden würden."
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+ "Wenn von zwei Stegen. Die öffentliches Gebiet sind.",
+ "einer unrein und einer rein ist. Man weiss aber nicht, welches der unreine und welches der reine ist.",
+ "er hat sich das erste und das zweite Mal besprengen lassen. Am dritten und am siebenten Tage, um sich von der zweifelhaften Toten-Unreinheit zu reinigen.",
+ "hat ein Tauchbad genommen und ist rein geworden. Durch Sonnenuntergang nach dem genommenen Tauchbad ist er auch für das Verzehren von Hebe rein geworden.",
+ "so sind diese rein. Er gilt als rein, weil seine Anfrage sich doch nur auf das Gehen auf dem zweiten Felde erstreckt und der Grundsatz gilt, dass eine zweifelhafte Verunreinigung in öffentlichem Gebiet rein ist.",
+ "Sind die ersten noch vorhanden. So dass es sich jetzt um eine Entscheidung über die ersten und über die zweiten Früchte handelt.",
+ "so bleiben beide im Zustande der Ungewissheit. Sie können nicht für rein erklärt werden, da doch jedenfalls die einen durch seine Berührung unrein geworden sind (vgl weiter Mischna 5), weil es aber nur eine zweifelhafte Unreinheit ist, dürfen sie, wenn sie Hebe sind, beide nicht verbrannt werden.",
+ "Hatte er sich dazwischen nicht gereinigt. Und die ersten Speisen sind noch vorhanden.",
+ "bleiben die ersten im Zustande der Ungewissheit. Denn wenn inan sie für rein erklären würde, weil die zweiten doch jedenfalls unrein sind und es sich danach nur um die Entscheidung über die ersten handelt, könnte der Anfragende leicht daraus den falschen Schluss ziehen, dass sie deshalb für rein erklärt worden sind, weil festgestellt worden ist, dass der Steg, auf dem er zuerst gegangen ist, der reine und der zweite der unreine war (יו״ב). Nach א״ר ist zu lesen: הראשונות טהורות, die ersten sind aus dem angeführten Grunde in der Tat für rein zu erklären.",
+ "und die zweiten müssen verbrannt werden. Denn bei der Berührung dieser war er jedenfalls unrein."
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+ "Wenn ein Kriechtier und ein Frosch auf öffentlichem Gebiete liegen. Und so entstellt sind, dass man nicht mehr erkennen kann, welches das Kriechtier und welches der Frosch ist.",
+ "sind die ersten unbestimmt und die zweiten müssen verbrannt werden. Es gelten danach für diesen Fall genau die gleichen Bestimmungen wie für den Fall mit den beiden Stegen in der vorhergehenden Mischna, nach Maim. will die Mischna damit zum Ausdruck bringen, dass in diesen Fällen, wo es sich um die Entscheidung über von dem zweifelhaft Unreinen berührten Speisen handelt, auch R. Jose (s. Mischna 2) keinen Unterschied macht zwischen dem Gehen über einen Steg und den anderen Fällen."
+ ],
+ [
+ " Pessachim 10 a.",
+ "und es ist jemand auf einem von ihnen gegangen und hat sich dann mit reinen Speisen beschäftigt. Und sie wollen eine Entscheidung haben, ob die Früchte rein oder unrein sind. Handelte es sich dagegen um die Frage, ob sie selbst rein oder unrein sind, so würde man ihnen in jedem Falle sagen, dass sie sich reinigen sollen, denn wenn man jeden einzeln für rein erklärt, könnten sie nachher beide eine und dieselbe Hebe berühren, so dass diese sicher durch einen Unreinen berührt worden ist, und ein Dritter, der den näheren Tatbestand nicht kennt, könnte sie verzehren, weil sie doch beide für rein erklärt worden waren (Pessachim 10 a, Tosf. v. הלך).",
+ "sind sie rein. Weil es sich bei beiden um eine zweifelhafte Unreinheit in öffentlichem Gebiet handelt.",
+ "sind sie unrein. Man kann sie nicht beide zugleich für rein erklären, weil doch tatsächlich einer von beiden sich verunreinigt hatte.",
+ "Sie sind in diesem wie in jenem Falle unrein. Nach der Auslegung im Talmud besteht eine Differenz zwischen der Ansicht des R. Jehuda und der des R. Jose nur in dem Falle, wenn einer von den beiden fragen kommt und zuerst über sich entscheiden lässt und dann über den anderen, Dach R. Jehuda ist das dasselbe, wie wenn einer nach dem anderen kommt, und sind danach beide für rein zu erklären, nach R. Jose ist es dasselbe, wie wenn beide zugleich fragen kommen, und sind deshalb beide für unrein zu erklären. Kommt aber erst der eine fragen und dann der andere, sind auch nach R. Jose beide für rein zu erklären."
+ ],
+ [
+ "sind sie unrein. Hier handelt es sich um eine nur auf rabbinischer Verordnung beruhenden Unreinheit, dass, wer unreine Speisen geniesst, unrein wird. Auch hierbei, will die Mischna sagen, gilt die Bestimmung, dass bei gleichzeitiger Anfrage beide für unrein zu erklären sind."
+ ],
+ [
+ "und es ist einer gekommen und hat auf seine Kleider getreten. So dass zu befürchten ist, dass der, der darauf getreten hat, vielleicht ein זב war und die Kleider dadurch unrein geworden sind.",
+ "oder ausgespien und er. Der dort Sitzende.",
+ "hat den Speichel berührt. So dass zu befürchten ist, dass der dort Sitzende durch die midras-unrein gewordenen Kleider bezw. durch Berührung des Speichels unrein geworden ist. Nach Maim. Kommentar (ed. Derenbourg) ist zu übersetzen „oder er hat ausgespien und jener hat den Speichel berührt“, und handelt es sich nicht darum, ob der dort Sitzende durch den Vorübergehenden, sondern ob der Vorübergehende durch den dort Sitzenden unrein geworden ist, da man ihn nicht gekannt hat und es möglicher Weise ein זב gewesen ist.",
+ "so verbrennt man wegen des Speichels die Hebe. Weil bei einer bestimmten Berührung von zweifelhaftem Speichel Hebe verbrannt wird, auch wenn die Mehrzahl der in Betracht Kommenden nicht זבים sind (s. oben IV, 5).",
+ "betreff der Kleider richtet es sich nach der Mehrheit. Der dort Vorübergehenden. Der Grundsatz, dass eine zweifelhafte Berührung in einem öffentlichen Gebiet für rein zu erklären ist, gilt nicht für den Fall, dass die Mehrzahl unrein ist, weil dann eher anzunehmen ist, dass der Berührende ein Unreiner war.",
+ "sind seine Sachen midras-unrein. Auch wenn die Mehrzahl der dort Vorübergehenden rein war. In dem ersten Falle, wo es sich nur um die Frage handelt, ob der eine Vorübergegangene rein oder unrein war, spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, wenn die Mehrzahl rein war, dass es ein Reiner war. In diesem Falle dagegen, wo er nicht weiss, wie viele ihn berührt haben, ist es ja möglich, dass sowohl die Mehrzahl der Reinen wie auch die wenigen Unreinen vorübergegangen sind und ihn berührt haben.",
+ "die Weisen erklären sie für rein. Denn vielleicht hat kein Mensch auf seine Kleider getreten, die danach als eine ספק טומאה ברה״ר rein sind.",
+ "Hat. Erubin 35 b.",
+ "er in der Nacht jemanden berührt. In öffentlichem Gebiet.",
+ "und man weiss nicht, ob er gelebt hat oder tot war, und am Morgen steht er auf und findet ihn tot, so erklärt R. Meïr ihn für rein. Denn man darf annehmen, dass er vielleicht in der Nacht, als er ihn berührt hat, noch gelebt hat, es ist deshalb ein Zweifelfall in öffentlichem Gebiet und er für rein zu erklären.",
+ "denn alle Unreinheiten gelten wie im Augenblicke ihrer Auffindung. Hat er indes ihn am Abend noch lebend gesehen, so ist er auch nach Ansicht der Weisen als ספק טומאה ברה״ר für rein zu erklären."
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+ "Ist eine Geistesgestörte. Die auf die Zeit ihrer Menstruation nicht achtet. Für einen blödsinnigen Mann gilt dieses nicht, trotzdem doch auch dieser auf die Zeit, wo er ein זב ist, nicht achtet, weil das Auftreten einer זיבה etwas Aussergewöhnliches ist, während bei der Frau das Menstruieren etwas regelmässig Wiederkehrendes ist.",
+ "in der Stadt oder eine Nichtjüdin oder eine Kutäerin. Die beide nach rabbinischer Verordnung immer als זבות gelten; das Gleiche gilt auch für männliche Nichtjuden und Kutäer.",
+ "sind alle Speichel in der Stadt unrein. Auch wenn keine solche Personen in der Stadt sind, gelten nach IV, 5 alle sich vorfindenden Speichel als unrein, jedoch nur als zweifelshalber unrein, deshalb gilt ihre zweifelhafte Berührung in öffentlichem Gebiet als rein, während, wenn eine solche Person in der Stadt ist, sie als bestimmt unrein gelten und selbst ihre zweifelhafte Berührung in öffentlichem Gebiet als unrein gilt (Maim.).",
+ "Wenn eine Frau jemanden auf die Kleider getreten oder mit ihm zusammen in einem Schiff. In einem kleinen schaukelnden Boot, in dem sie, wenn sie eine זבה oder נדה ist, ihn, auch ohne ihn zu berühren, verunreinigt (s. Sabim III, 1).",
+ "kennt. Weil sie, wenn sie unrein gewesen wäre, nicht auf seine Kleider getreten oder mit ihm in einem Boote gefahren wäre.",
+ "so muss er sie befragen. Da es sich auch hier wie in dem ganzen Perek um eine Unreinheit in öffentlichem Gebiet handelt, richtet es sich, wenn sie nicht mehr da ist, um sie zu befragen, wie bei den Kleidern in Mischna 7 danach, ob mehr unreine oder mehr reine Frauen in dem Orte waren (מ״א)."
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+ " Kidduschin 65b.",
+ "ist er rein. Auch wenn es in einem Privatgebiet ist. Wo es sich um Verbotenes handelt, genügt die Aussage eines Zeugen (עד אחר נאמן באיסורים).",
+ "Sagen zwei, du hast dich verunreinigt, und er selbst sagt, ich habe mich nicht verunreinigt, so erklärt ihn R. Meïr für unrein. Da die Aussage zweier Zeugen mehr gilt als seine eigene Behauptung.",
+ "Er ist durch seine eigene Aussage beglaubigt. Nach der Auslegung im Talmud (Keretot 12a) ist die Ansicht der Weisen dahin zu verstehen: er ist beglaubt, weil er den Einwand erheben kann, dass er mit seinem Leugnen nur gemeint habe, dass er nicht mehr unrein sei, da er sich von seiner Unreinheit bereite gereinigt habe. Nach Ansicht des R. Meïr dagegen würde dieser nachträglich erhobene Einwand nicht genügen, um ihn für rein zu erklären, nachdem er ihn nicht sogleich den Zeugen gegenüber erhoben hat. Tosefta VI: Er ist für sich selbst beglaubt, man sagt ihm jedoch nicht ausdrücklich, dass er rein ist, damit er sich aus eigenem Entschluss doch reinige (s. Maim. שאאה״ט XV,11 und כסף משנה z. St.).",
+ "unrein. Da der Aussage zweier Zeugen gegenüber die eines Zeugen keinerlei Gültigkeit hat.",
+ "sagt eine Frau. Die überhaupt nicht zeugnisfähig ist.",
+ "unrein. Wie bei jeder zweifelhaften Verunreinigung eines Menschen, den man befragen kann, in einem Privatgebiet."
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+ "so ist ein Zweifelfall auf ihm. Der eingetreten ist.",
+ "unrein. Auch nachdem er vorher öffentliches Gebiet geworden war und ein während dieser Zeit eingetretener Zweifelfall für rein erklärt worden war.",
+ "rein. Obgleich er vorher Privatgebiet war und ein während dieser Zeit auf ihn eingetretener Zweifelfall für unrein erklärt worden war.",
+ "War jemand dem Tode nahe. מסוכן von סכנה = Gefahr Lebensgefahr, das Leben war schon soweit entflohen, dass man nicht gewiss war, ob er noch lebte oder schon tot war.",
+ "während er im Privatgebiet war. Sowohl bevor man ihn nach dem öffentlichen Gebiet gebracht hatte wie nachdem man ihn wieder in das Privatgebiet zurückgebracht hat.",
+ "rein. Obwohl er vorher im Privatgebiet gelegen hat und ein dort eingetretener Zweifelfall für unrein erklärt worden ist, man demnach angenommen hat, dass er bereits tot sei.",
+ "Das öffentliche Gebiet ist dazwischen getreten. Nur der Zweifelfall, der eingetreten ist, als er zum zweiten Mal im Privatgebiet war, ist für unrein zu erklären, der Zweifelfall aber, der eingetreten ist, als er zuerst im Privatgebiet war, kann nicht für unrein gelten, da er inzwischen im öffentlichen Gebiet gelegen hat und der dort eingetretene Zweifelfall für rein erklärt worden, demnach angenommen worden ist, dass er noch nicht tot war."
+ ],
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+ " Edujot III, 7.",
+ "wenn der Reine steht und der Unreine vorübergeht. Nach Maim. und Bart. ist mit dem Unreinen hier ein Aussätziger gemeint. Nach Negaim XIII, 7 wird ein Reiner, wenn er unter einem Baum an einem dort stehenden Aussätzigen vorübergeht, unrein, steht dagegen ein Reiner unter einem Baume und der Aussätzige geht unter dem Baume an ihm vorüber, bleibt der Reine rein. Hier handelt es sich in dem ersten Fall um den Zweifel, ob der Reine beim Vorübergehen unter den Baum getreten ist, unter dem der Aussätzige gestanden hat, und dadurch unrein geworden ist oder nicht, in dem zweiten Fall, ob der Aussätzige beim Vorübergehen unter dem Baum stehen geblieben ist, unter dem der Reine gestanden hat, und dieser dadurch unrein geworden ist oder nicht; der Platz unter dem Baume ist ein Privatgebiet, der Platz davor, auf dem der Reine bzw. der Unreine gegangen ist, dagegen öffentliches Gebiet. Nach ר״ש und רא״ש sind hier die beiden oben IV, 3 angeführten Fälle gemeint, wenn zwischen einem Wiesel, das ein Kriechtier im Maule hatte, und einen Hund mit einem Stück Aas im Maule Reine hindurchgegangen sind, oder sie zwischen Reine hindurchgelaufen sind, so bleiben in beiden Fällen, wenn eine Berührung zweifelhaft ist, nach Ansicht der Weisen auch in einem Privatgebiet die Reinen rein, weil die Unreinheit nicht eine an einem Orte ruhende war. Den gegen diese Erklärung erhobenen Einwand, dass nach Edujot II, 7 bei einer nicht an einem Orte ruhenden Unreinheit auch R. Josua eine zweifelhafte Berührung für rein erklärt, sucht Tosf. Jomt. damit zu widerlegen, dass dort nur von Broten die Rede ist, die nicht befragt werden können, wo es sich dagegen um einen Zweifelfall beim Menschen handelt, gilt dieser nach Ansicht des R. Josua selbst bei einer nicht an einem Orte ruhenden Unreinheit als unrein. Nach א״ר ist R. Josua der Ansicht, dass der Grundsatz, dass eine zweifelhafte Verunreinigung in einem öffentlichen Gebiet als rein gilt, nur für eine nicht an einem Orte festliegende Unreinheit Geltung hat. Ebenso wie aber nach seiner Ansicht ein Zweifelfell in einem Privatgebiet als unrein gilt, wenn auch nur das eine, gleichviel ob das Unreine oder das Reine, sich in einem Privatgebiet befunden hat, so gilt auch ein Zweifelfall in einem öffentlichen Gebiet als unrein, gleichviel ob das Unreine oder das Reine an einem Orte geruht hat, während nach Ansicht der Weisen ein Zweifelfall in einem öffentlichen Gebiet immer als rein gilt, wenn auch gleichviel ob das Unreine oder das Reine an einem Orte fest geruht hat.",
+ "wenn das Unreine. In der Hand eines Menschen, der befragt werden kann, denn ein Zweifelfall bei einer Sache, die nicht befragt werden kann, gilt nach allen Ansichten auch in einem Privatgebiet als rein.",
+ "sich in eine im Privatgebiet und das Reine in einem öffentlichen Gebiet. So dass, wenn man sich nach dem Orte richten würde, wo das Unreine sich befunden hat, der Zweifelfall unrein wäre.",
+ "das Reine sich in einem Privatgebiet und das Unreine in einem öffentlichen Gebiet. So dass, wenn man sich nach dem Orte richten würde, wo das Reine sich befunden hat, der Zweifelfall unrein wäre.",
+ "Josua es für unrein. Er ist der Ansicht, dass sobald eines, das Unreine oder das Reine, sich in einem Privatgebiet befunden hat, der Zweifelfall als unrein gilt, da es zweifelhaft ist, welches das Entscheidende ist.",
+ "und die Weisen erklären es für rein. Sie sind der Ansicht, dass nur, wenn beides sich in einem Privatgebiet befanden hat, wie es bei dem Sicheinschliessen einer Ehefrau mit einem fremden Manne der Fall ist, aus dem dieser Grundsatz hergeleitet wird (s. Sota 28 b), der Zweifelfall als unrein gilt. Die Begründung für die Ansichten des R. Josua und der Weisen in den ersten beiden Fällen, wie ר״ש und רא״ש und א״ר sie auffassen, s. oben Note 9."
+ ],
+ [
+ "Steht ein Baum. Ein Baum gilt inbezug auf Verunreinigungen immer als ein Privatgebiet, weil als öffentliches Gebiet dabei nur solche Orte gelten, die von der Allgemeinheit benutzt zu werden pflegen.",
+ "auf öffentlichem Gebiet und die Unreinheit liegt auf. בתוכו d. h. zwischen seinen Ästen und dem Gezweige.",
+ "und es besteigt jemand den Baum. עלה לראשו heisst nicht gerade auf den Gipfel steigen, sondern überhaupt den Baum besteigen (s. Menach. VIII Note 29).",
+ "so ist dieser Zweifelfall unrein. Da er den Baum bestiegen hat, haben sowohl er wie die Unreinheit sich in einem Privatgebiet befunden.",
+ "Steckt jemand seine Hand in ein Mauerloch. In der nach der Strasse zugewandten Seite der Mauer. Auch ein solches Mauerloch gilt aus dem Note 15 angegebenen Grunde als Privatgebiet.",
+ "so ist dieser Zweifelfall unrein. Obgleich er selbst im öffentlichen Gebiet gestanden hat.",
+ "Ist ein Laden unrein und nach einem öffentlichen Gebiet geöffnet. Durch eine darin befindliche Toten-Unreinheit oder dergleichen.",
+ "ist dieser Zweifelfall rein. Weil der ganze unreine Laden als eine im öffentlichen Gebiet sich befindende Unreinheit betrachtet wird und demnach nach allen Ansichten der Zweifelfall als rein gilt.",
+ "ob er [etwas darin] berührt hat oder nicht. Wenn nur etwas durch Berührung Verunreinigendes sich darin befunden hat.",
+ "ist dieser Zweifelfall rein. Weil wohl die Unreinheit sich im Privatgebiet, der Mensch aber sich im öffentlichen Gebiet befunden hat.",
+ "ist dieser Zweifelfall unrein. Da er bestimmt in einen der beiden Läden, also in ein Privatgebiet, hineingegangen ist, handelt es sich um einen Zweifelfall, wo sowohl die Unreinheit wie der Mensch sich in einem Privatgebiet befunden haben."
+ ],
+ [
+ "ist es immer in einem Privatgebiete unrein. Trotz der grösseren Wahrscheinlichkeit für die Reinheit.",
+ "in einem öffentlichen Gebiete rein. Auch wenn nur ein einfacher Zweifel vorliegt.",
+ "Wenn jemand eine Zugangsstrasse. Die Privatgebiet ist",
+ "betreten hat und die Unreinheit befand sich in einem der Höfe. Die in die Zugangsstrasse münden.",
+ "oder die Unreinheit befand sich in einem Hause. Das in einem der Höfe gelegen ist, so dass es, selbst wenn er den Hof betreten hätte, zweifelhaft wäre, ob er das Haus betreten und sich verunreinigt hat.",
+ "ob sie dort war. Als er das Haus betreten hatte.",
+ "ob sie die nötige Grösse hatte. Um zu verunreinigen.",
+ "so ist dieser Zweifelfall unrein. Vgl. Note 25.",
+ "Bei einem Zweifel am Betreten ist er rein. Auch wenn der Mensch und die Unreinheit beide sich in einem Privatgebiet befunden haben, der Mensch in der Zugangsstrasse und die Unreinheit im Hof, und nur der einfache Zweifel vorliegt, ob er den Hof betreten hat oder nicht, ist der Mensch rein. Nach R. Elasar ist der Zweifelfall nur unrein, wenn beide Teile wie bei der סופח (s. oben Note 14) sich in einem und demselben Privatgebiet befinden, während nach Ansicht der Weisen es schon genügt, wenn beide sich in einem Privatgebiet befinden (יו״ב).",
+ "bei einem Zweifel am Berühren der Unreinheit ist er unrein. Auch wenn noch so viele Zweifel vorliegen, darin stimmt R. Elasar mit dem ersten Tanna überein."
+ ],
+ [
+ "Ist jemand in der Regenzeit durch eine Felder-Ebene. בקעה = Tal, Ebene, dient als Bezeichnung für eine angebaute Fläche, auf der sich die Felder von verschiedenen Besitzern an einander reihen. In der Regenzeit, wo die Felder angebaut sind, gilt jedes Feld als das Privatgebiet des betreffenden Blitzers.",
+ "Ich bin dort. Über die Felderfläche.",
+ "Elasar ihn für rein. Entsprechend seiner Ansicht in der vorhergehenden Mischna, weil es sich am ein zweifelhaftes Betreten aus einem Privatgebiet in ein anderes handelt, trotzdem die Privatgebiete hier nicht einmal wie bei Zugangsstrassen, Hof und Haus durch einschliessende Mauern voneinander getrennt, sind."
+ ],
+ [
+ "Ein Zweifelfall im Privatgebiet gilt als unrein. Vorausgesetzt, dass die gleiche Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass die Verunreinigung stattgefunden wie dass sie nicht stattgefunden hat (s. Pessachim 9a Tosf. v. ואם תמצא לומר).",
+ "ein Zweifelfall im öffentlichen Gebiet gilt als rein. Auch hier nur vorausgesetzt, dass nicht Gründe für die Wahrscheinlichkeit sprechen, dass die Verunreinigung stattgefunden hat (s. weiter VII, 1).",
+ "Die Stege von Beth-Gilgal. בית גלגול (s. MGWJ. 1921, S. 88 und S. 370) vermutlich der Name einer Stadt in Palästina, zu der besonders steile Stege hinaufführten, die wegen ihrer Steilheit im allgemeinen nicht begangen wurden (s. Erubin 22b), auch sie galten trotzdem inbezug auf Verunreinigungen als öffentliches Gebiet.",
+ "gelten für den Schabbat als Privatgebiet. D. h. sie gelten inbezug auf den Schabbat nicht als öffentliches Gebiet, weil sie keine allgemeinen Verkehrsstrassen sind, haben aber auch nicht den Charakter eines Privatgebiets, sondern gelten als in der Mitte zwischen beiden liegendes כרמלית genanntes Gebiet (s. Sabb. 6 b).",
+ "für Verunreinigungen als öffentliches Gebiet. Inbezug auf Verunreinigungen gilt als רשות היחיד nur, wie bei der סוטה (s. oben Note 14), ein Raum in einem umschlossenen Privathause, ein nicht umfriedeter Raum, der Privatgebiet ist, nur, wenn nicht drei Menschen darauf zu verkehren pflegen. Verkehren drei Menschen darauf, gilt er als רשות הרבים, auch wenn im Augenblick der zweifelhaften Verunreinigung keine drei Menschen zugegen waren. Waren drei Menschen zugegen, gilt selbst das umschlossene Privatgebiet als רשות הרבים, weil es dann nicht der gleiche Fall ist wie bei der סוטה, wo nur zwei Personen zugegen waren (s. Nasir 57a).",
+ "gelten für den Schabbat als Privatgebiet. Sie sind keine Strassen für den Durchgangsverkehr, da sie in eine Grube u. s. w. hineinmünden.",
+ "für Verunreinigungen als öffentliches Gebiet. Weil dort mehr als zwei Menschen darauf zu verkehren pflegen."
+ ],
+ [
+ "Eine Felder Ebene. S. oben Note 35.",
+ "gilt in der Sommerzeit. Nach der Ernte, wo viele Menschen darauf zu gehen pflegen.",
+ "für den Schabbat als Privatgebiet. Nach Ansicht von R. Aschi (Sabb. 7a) sind hier Felder gemeint, die eingezäunt sind, diese gelten für den Schabbat als vollkommenes רשות היחיד, nicht als כרטלית.",
+ "in der Regenzeit. Wo die Frucht auf den Feldern steht und deshalb Menschen dort überhaupt nicht verkehren."
+ ],
+ [
+ "Eine Basilika. בסילקי gr. βασιλικῇ = Palast, öffentliches Gebäude, das vorzüglich als Gerichtsstand dient.",
+ "gilt für den Schabbat als Privatgebiet. Weil es ein von allen Seiten umschlossener Raum ist",
+ "für Verunreinigungen als öffentliches Gebiet. Obwohl es ein umschlossener Raum ist, weil er für den allgemeinen Verkehr bestimmt ist.",
+ "gilt sie in beiden Hinsichten als Privatgebiet. Auch für Verunreinigungen, da er beobachten kann, wenn jemand in den Raum hineinkommt oder hinausgeht, fühlt er sich sicher, wie wenn er, wie bei der סוטה, mit der Unreinheit in einem Raume allein ist, anders als in einem nicht umschlossenen Raum, wo er jeden Augenblick befürchten muss, dass von irgend einer Seite jemand herankommt.",
+ "für Verunreinigungen als öffentliches Gebiet. Weil es nicht dem Fall bei der סוטה gleicht, da er immer befürchten muss dass jemand unbemerkt hereinkommt. א״ר liest auf Grund einer Tosefta (s. auch Tosf. Jomt.) nicht ורואה, sondern ואינו רואה : wenn er die Ein- und Ausgehenden nicht sehen kann, ist es, wie wenn er sich in einem רשות היחיד befindet, wenn nicht, d. h. wenn er sie sehen kann, wie in einem רשות הרבים."
+ ],
+ [
+ "Eine Durchgangsballe. פרן nach einer Erklärung im Aruch = ϕὰρος ein Leuchtturm an der Küste, nach Anderen ähnlich wie בסילקי eine grosse Halle, die man durch zwei sich gerade gegenüberliegende Eingänge durchschreitet, gr. πόρος = Durchgangshalle.",
+ "gilt als Privatgebiet für den Schabbat und als öffentliches Gebiet für Verunreinigungen. Hier macht auch R. Jehuda keinen Unterschied nach der Erklärung von א״ר, weil die Eingänge einander gerade gegenüberliegen und er deshalb die Ein- und Ausgehenden immer sehen kann, nach den anderen Erklärern, weil die Halle sehr gross ist und er deshalb gar nicht so weit sehen kann.",
+ "ebenso die Seitenräume. Die Teile des Raumes, die nicht gerade zwischen den beiden Eingängen liegen.",
+ "Die Seitenräume gelten in beiden Hinsichten als Privatgebiet. Weil die Menschen nur durch die Mitte zu gehen, die Seiten dagegen gar nicht zu betreten pflegen."
+ ],
+ [
+ "Die Säulengänge. אסטוונית (Ohalot XVIII, 9 אצטוונית) ein Säulengang vor dem Hause, nach anderen ein Vorbau vor der Ladentür, auf dem der Ladeninhaber zu sitzen pflegt.",
+ "gelten als Privatgebiet. S. oben Note 41.",
+ "gilt als Privatgebiet für den Schabbat und als öffentliches Gebiet für Verunreinigungen. Auch hier macht R. Jehuda keinen Unterschied, nach א״ר, weil der Hof nur klein ist, er die Ein- und Anstehenden deshalb immer sehen kann und der Raum deshalb als ein רשות הרבים gilt, nach den anderen Erklären, weil hier der Hof all direkter Durchgangsraum dient, oder weil der Hof nicht überdacht ist und deshalb eher als רשות הרבים gelten kann (יר״ב)."
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+ ],
+ [
+ [
+ " Ketnb. 24 b.",
+ "Wenn ein Topfhändler. Ein Chaber, dessen Geräte rein sind.",
+ "seine Töpfe stehen gelassen hat. Im רשות הרכים. Maim. הלכות משכו״מ XII, 23 liest: שהכניס.",
+ "und hinuntergegangen ist. An den Floss oder an einem Brunnen oder eine Quelle.",
+ "die aussen stehenden unrein. Wie im Talmud ausgeführt wird, nicht aus dem Grunde, weil ein Käufer, der ein עם הארץ ist, sie berührt und verunreinigt haben kann, denn, sobald dieses zu befürchten ist, sind auch die innen stehenden unrein. Ist dieses aber nicht zu befürchten, indem es offensichtlich ist, dass der Händler die Töpfe nicht zum Verkauf dort hingestellt hat, sind auch die aussen stehenden rein. Die Mischna spricht nur von dem Falle, dass der Händler die Töpfe nicht zum Verkauf hingestellt hat, durch die Töpfe aber die Passage auf der Strasse so verengt wird, dass die Kleidersäume der Vorübergehenden in die offenen Töpfe hineingedrängt werden, so dass zu befürchten ist, dass sie durch die Kleider eines עם הארץ unrein geworden sind. Es ist dies einer von den Fällen, wo auch ein Zweifelfall im öffentlichen Gebiet unrein ist, weil die Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass eine Verunreinigung stattgefunden hat (s. oben VI Note 39).",
+ "Wenn sie einzeln dastehen. Da stehen sie mit den Öffnungen nach oben and wird angenommen, dass die Kleidersäume in sie hineingeraten sind.",
+ "Sind sie dagegen zusammengebunden. So dass die Öffnungen nicht gerade nach oben stehen.",
+ "sind sie alle rein. Maim. liest: הכל טמא und erklärt, weil da zu befürchten ist, dass infolge der Enge ein זב die zusammengebundenen Töpfe etwas bei Seite geschoben und damit sie alle zugleich bewegt und verunreinigt hat.",
+ "denn er hat ihm nur die Aufbewahrung des Schlüssels übertragen. Man braucht deshalb nicht zu befürchten, dass er unbefugt das Haus betreten und Dinge darin angerührt hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand einen Am-ha-Arez in seinem Hause wachend zurücklässt und ihn wachend wieder antrifft. Da der Hausherr ihn wachend verlassen hat, muss er darauf gefasst sein, dass dieser jeden Augenblick wieder zurückkommen kann, um zu sehen, ob er auch nichts berührt, deshalb wird er nichts berührt haben. Das ist ein Zweifelfall in einem Privatgebiet, der als rein gilt, weil die grössere Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass eine Verunreinigung nicht stattgefunden hat (s. oben Note 38).",
+ "schlafend zurücklässt und schlafend wieder antrifft. Aach da befürchten wir nicht, dass er in der Zwischenzeit, ohne dass der Hausherr davon gewusst hat, aufgewacht war und berührt hat, weil er ihn ja noch schlafend angetroffen hat.",
+ "wachend zurücklässt und schlafend wiederantrifft. Wo er, da der Hausherr ihn wachend verlassen hat, nicht gewagt haben wird, etwas anzurühren.",
+ "ist das Haus unrein. Da der Hausherr ihn schlafend zurückgelassen hat, nimmt er an, dass er nicht so bald wieder zurückkommen wird, und kann sich erdreistet haben, Dinge im Hause zu berühren.",
+ "wie er mit seiner ausgestreckten Hand berühren konnte. Wenn ihn der Hausherr an derselben Stelle wieder angetroffen hat, wo er ihn zurückgelassen hatte, da dann nicht angenommen wird, dass er auch andere Dinge im Hause berührt hat (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand Handwerker. עמי הארץ.",
+ "ist das Haus unrein. Gleichviel wie er sie verlassen und wieder angetroffen hat, weil die Handwerker, die im Hause zu arbeiten haben, sich nicht fürchten, wenn der Hausherr sie etwas berühren sieht.",
+ "wie sie mit ihrer ausgestreckten Hand berühren konnten. Ohne irgendwo hinaufzusteigen oder hinunterzusteigen, wo sie gar nichts zu tun hatten."
+ ],
+ [
+ "ist das Haus unrein. Weil sie alle Dinge im Hause berührt haben kann. Nach Ansicht der Weisen sind auch in diesem Falle nur die Dinge unrein, die in dem Bereich der Hände der Frau liegen, der Ausspruch der Weisen am Schluss der Mischna bezieht sich auch auf diesen Fall (Maim).",
+ "wie sie mit ihrer ausgestreckten Hand berühren kann. Selbst nach R. Meïr, weil sie, so lange sie mahlt, sich nicht von ihrer Stelle entfernt haben kann.",
+ "die andere alles betasten kann. Es ist deshalb zu befürchten, dass sie auch von der Stelle fortgegangen ist und Dinge, die nicht im Bereich ihrer Hände lagen, berührt hat.",
+ "soweit sie mit ausgestreckten Händen berühren konnten. S. oben N. 17."
+ ],
+ [
+ "wenn er. Der Hausherr, nach רא״ש der Wächter.",
+ "die Eingehenden und Ausgehenden sehen kann. So dass er weiss, dass ohne sein Wissen keine זבה oder גדה das Haus betreten hat.",
+ "die Speisen und Getränke und offenen irdenen Gefässe unrein. Weil diese der Wächter berührt haben kann.",
+ "Sitze und mit einem Deckel fest verschlossenen irdenen Gefässe rein. Von der Unreinheit, die ihnen zugesprochen werden müsste, wenn zu befürchten wäre, dass eine זבה oder נדה das Haus betreten hat. Ein זב macht Lager und Sitze zu einem אב הטומאה, und Gegenstände, die er bewegt, auch ohne sie zu berühren, unrein, ein עם הארץ dagegen gilt als זב nur hinsichtlich seiner Kleider, seines Speichels und seiner Berührung, nicht aber hinsichtlich seines Liegens und Sitzens und des bloßen Bewegens von Gegenständen. Die Lager und Sitze in dem Hause sind deshalb nur ersten Grades unrein wie alle anderen Gegenstände, und die fest verschlossenen irdenen Gefässe sind überhaupt nicht unrein, weil diese durch Berührung von aussen nicht unrein werden und ihr bloßes Bewegen durch den עם הארץ sie nicht unrein macht.",
+ "oder. Das „ו״ ist hier in der Bedeutung von „oder“ aufzufassen: wenn er nicht sieht, nicht die Hineingehenden, oder nicht die Hinausgehenden. ר״ש und Bart. lesen: ולא את היושבים.",
+ "selbst wenn jener geführt werden. מובל von יבל = bringen, führen.",
+ "alles unrein. Weil zu befürchten ist, da ein עם הארץ allein Obacht gegeben hat, dass er זב- oder נדה-unreine Personen hineingelassen hat und sie die Gegenstände im Hause verunreinigt haben."
+ ],
+ [
+ " Chagiga 26a.",
+ "Wenn Steuererheber. Die Israeliten, aber עמי הארץ sind.",
+ "in ein Haus hineingegangen sind. Um dort Gegenstände zu pfänden.",
+ "ist das Haus. Alle Gegenstände im Hause, die durch Berührung unrein werden, auch wenn sie nicht mit ausgestreckter Hand erreichbar sind, weil diese alles durchsuchen.",
+ "unrein. Weil man nicht wissen kann, welche sie berührt und welche sie nicht berührt haben.",
+ "wir sind nicht hineingegangen. Ebenso auch, wenn kein Nichtisraelite bei ihnen war, nur sind sie dann auch beglaubt zu sagen, wir sind hineingegangen und haben nichts berührt.",
+ "wir sind hineingegangen und haben nicht angerührt. Weil sie aus Furcht vor dem sie begleitenden Nichtisraeliten die Gegenstände, die sie vorgefunden haben und die sie hätten pfänden sollen, nicht unberührt werden stehen gelassen haben. Ed. L. und unsere Talmudausgaben lesen: אם יש עמהן עכו״ם נאמנין לומר נכנסנו אבל לא נגענו, was Maim. Comm. dahin erklärt, weil sie aus Furcht vor dem Nichtisraeliten nichts werden angerührt haben, darf man ihnen glauben, dass sie die Gegenstände nicht berührt haben, vorausgesetzt, dass wir nur durch ihre eigene Aussage wissen, dass sie hineingegangen sind, denn glauben wir ihnen das eine, dürfen wir ihnen auch das andere glauben (הפה שאסר הוא הפח שהתיר).",
+ "die die Diebe betreten haben. Wo sie ihren Diebstahl begangen haben oder dabei angetroffen worden sind, da nicht wie bei den Steuereinnehmern anzunehmen ist, dass sie das ganze Haus durchsucht haben, da sie zu befürchten haben, dabei gesehen zu werden.",
+ "Speisen und Getränke und offene irdene Gefässe. Diese können durch die Steuererheber oder die und von der Waschung an ständig darauf geachtet hat, nichts Unsauberes damit zu berühren (s. Schabbat 14a, רש״י v. עסקניות הן)",
+ "dagegen sind Lager und Sitze und mit einem Deckel fest verschlossene irdene Gefässe rein. S. Note 25.",
+ "War aber unter ihnen ein Nichtisraelite. Der als זב gilt,",
+ "oder eine Frau. Von der zu befürchten ist, dass sie eine נדה war."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand seine Kleider in einer Kleidernische des Badedieners. אודיארין, andere Lesart: אוריארין, dasselbe wie אוליירין = olearii, die Badediener, die die Badenden mit Öl einreiben.",
+ "sie für rein. Vor jeder Nische ist eine Tür, deshalb ist nicht zu befürchten, dass der Diener sie geöffnet und die Kleider berührt hat.",
+ "Nur. Dann sind sie rein.",
+ "wenn er. Der Badediener.",
+ "ihm den Schlüssel oder ein Siegel. Um es an die Tür anzulegen.",
+ "übergeben. Dann wird er sich nicht mehr für berechtigt halten, die Sachen zu berühren.",
+ "oder er sich ein Zeichen daran gemacht hat. An dem er erkennen kann, ob jemand die Sachen berührt hat.",
+ "Wenn jemand seine Geräte von einem Kelter zum nachfolgenden zurücklässt. Nach Maim. handelt es sich darum, wenn ein כהן seine Gefässe in die Kelter gebracht bat, um sich von dort seine Hebe zu holen, und die Gefässe dort bis zur nächsten Kelterzeit zurückgelassen hat, sind sie als rein zu betrachten, weil der עם הארץ weiss, dass sie für den כהן rein bleiben müssen, und sie deshalb nicht berühren wird; handelt es sich dagegen um Gefässe eines Israeliten, der Profanes nur in Reinheit geniesst, wird der עט הארץ ohne weiteres nicht darauf achten, und sind die Gefässe deshalb nur dann rein, wenn der Israelit sagt, ich habe selbst darauf geachtet. Eine andere Lesart (s. ר״ש und Bart.) liest: בעכו״ם כליו טהורין, danach handelt es sich um einen Israeliten, der bei einem Nichtisraeliten Wein gekeltert und seine Gefässe dort bis zum nächsten Keltern zurückgelassen hat, seine Gefässe sind rein d. h. er braucht nicht zu befürchten, dass der Nichtisraelite sie zu seinem verbotenen Weine benützt hat, nach יו״ב auch nicht, dass er sie überhaupt berührt hat, weil er aus Furcht, dass der Israelite seinen Wein nicht mehr von ihm nehmen wird, sie gar nicht berühren wird; hat er dagegen die Gefässe bei einem Israeliten zurückgelassen und handelt es sich nur darum, ob sie nicht von einem עם הארץ berührt und unrein geworden sind, gelten sie nicht ohne weiteres als rein."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand rein war. Ein Priester, der gewohnt war, Hebe zu essen, und dafür sich stets rein gehalten hat.",
+ "und sich vorgenommen hat. Wörtlich: sein Herz davon losgerissen hat.",
+ "sich von ihm zurückzuhalten. Man braucht nicht zu befürchten, dass er selbst Unreines berührt hat. da er die Vorsicht, sich nicht zu verunreinigen, die er bisher geübt, nicht aufzugeben sich vorgenommen hat, und auch nicht, dass andere Unreine ihn ohne sein Wissen berührt haben, weil diese sich von ihm zurückzuhalten gewohnt sind.",
+ "die Weisen erklären ihn für unrein. Da er sich vorgenommen hat, nicht mehr Hebe zu essen, ist zu befürchten, dass er sich auch vor Verunreinigungen nicht genügend in achtgenommen hat.",
+ "Wenn seine Hände rein waren. Auch der reine Priester darf Hebe nicht mit seinen Händen berühren, wenn er diese nicht vorher gewaschen",
+ "sind seine Hände unrein. Auch nach E. Jehuda gilt Hebe, die er berührt, ohne die Hände vorher gewaschen zu haben, als unrein. Dagegen gilt er selbst auch nach Ansicht der Weisen in diesem Falle als rein und braucht kein Tauchbad zu nehmen, da er erklärt, bestimmt zu wissen, dass er sich nicht die Hände verunreinigt hat (יו״ב).",
+ "weil die Hände tätig zu sein pflegen. Und deshalb, obgleich er nichts Unreines berührt hat, die Hände dennoch für Hebe gewaschen werden müssen, weil er vielleicht etwas Unsauberes damit berührt hat."
+ ],
+ [
+ "einem Armen. Einem עם הארץ.",
+ "und sie trifft ihn dann an der Seite von Hebe stehend. So dass zu befürchten ist, dass er von seinem Hunger getrieben dorthin gegangen ist und die Brote berührt hat.",
+ "ebenso wenn eine Frau herauskommt und trifft ihre Nachbarin. Die Frau eines עם הארץ.",
+ "Akiba für unrein. Obwohl im allgemeinen, abgesehen von den Sonderfällen wie bei Dieben, Steuererhebern u. s. w., nicht angenommen zu werden braucht, dass jemand in einem fremden Hause ohne Erlaubnis Dinge berühren wird, liegt in diesen beiden Fällen nach R. Akiba eine Befürchtung vor, in dem letzteren Falle, weil Frauen neugierig sind, zu erfahren, was ihre Nachbarinnen kochen, im anderen Falle, weil der Arme von seinem Hunger getrieben wird, trotzdem hier der Umstand dagegen spricht, dass er jeden Augenblick darauf gefasst sein muss, dass die Hausfrau wieder herauskommt.",
+ "die Weisen erklären es für rein. Sie sind der Ansicht, dass diese Gründe nicht ausreichen, um befürchten zu müssen, dass sie die Dinge ohne Erlaubnis ungerührt haben.",
+ "Sohn des Philo. Andere Lesart: בן פיאבי.",
+ "Weil. Talmudausgaben und L. lesen: אלא.",
+ "was sie kocht. Deshalb ist auch nach R. Akiba die Befürchtung nur berechtigt, wenn der Topf zugedeckt war, nicht aber, wenn er offen gestanden und sie, ohne ihn zu berühren, hat sehen können, was darin war. Ebenso liegt nach R. Elasar bei dem Armen auch nach Ansicht des R. Akiba keine Befürchtung vor, dass er die Brote berührt hat (א״ר)."
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+ ],
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+ [
+ "Wer mit einem Am-ha-Arez zusammen in einem Hofe wohnt und Geräte im Hofe vergessen hat. Ohne Aufsicht.",
+ "und wenn es selbst mit einem Deckel fest verschlossene Fässer. Irdene Fässer, die durch Berührung von aussen nicht unrein werden.",
+ "sind oder ein mit einem Deckel fest verschlossener Ofen. Der ebenfalls durch Berührung von aussen nicht unrein wird, aber auch nicht fortbewegt werden kann, da er am Boden befestigt ist.",
+ "so sind diese unrein. Weil zu befürchten ist, dass die Frau des עם הארץ die Fässer fortbewegt und dadurch verunreinigt hat bzw. den Deckel von dem Ofen abgehoben und diesen von innen berührt und dann wieder geschlossen hat.",
+ "wenn er durch einen Deckel fest verschlossen ist. Weil die Befürchtung der Verunreinigung durch Bewegung nicht vorliegt, ein stattgefundenes Öffnen und Schliessen aber nicht zu befürchten ist.",
+ "er hätte denn eine zehn Handbreiten hohe Scheidewand davor gemacht. Und dadurch den Ofen als in seinem Gebiete stehend gekennzeichnet, in diesem Falle kommt bei dem Ofen, der gar nicht fortbewegt werden kann, noch der Umstand hinzu, dass die Leute des עם הארץ sich gar nicht erlauben werden, an den Ofen heranzugehen, deshalb gilt der Ofen als rein, ist dieses jedoch nicht der Fall, ist auch der Ofen, trotzdem nicht die Befürchtung vorliegt, dass er bewegt worden ist, unrein."
+ ],
+ [
+ "sind sie toten-unrein. Weil ein עם הארץ immer als toten-unrein gilt und zu befürchten ist, dass er die Gegenstände berührt hat",
+ "und midras-unrein. Wenn es Gegenstände sind, die midras-unrein werden können, weil sie darauf zu sitzen oder zu liegen geeignet sind, sind sie auch midras-unrein, weil zu befürchten ist, dass die als נרה geltende Frau des עם הארץ darauf gesessen oder gelegen hat.",
+ "kennt er ihn. Der עם הארץ, der die Gegenstände ihm übergeben hat.",
+ "sind sie von Toten - Unreinheit rein. Weil er da, wenn er toten-unrein ist, die Gegenstände nicht berühren wird. Auf andere Verunreinigungen dagegen legt er nicht Gewicht, deshalb ist zu befürchten, dass er durch eine andere Verunreinigung ein אב הטומאה geworden ist und die Gegenstände berührt und dadurch unrein ersten Grades gemacht hat, diese brauchen deshalb nur durch ein Tauchbad gereinigt zu werden.",
+ "wohl aber sind sie midras-unrein. Soweit sie midras-unrein werden können, weil von seiner Frau trotzdem befürchtet wird, dass sie sich darauf gesetzt oder gelegt hat.",
+ "so sind sie. Die Kleider.",
+ "wenn er gedrängt voll war. רוצצת = drängen, drücken, wenn der Kasten so voll war, dass der Deckel des Kastens auf die Kleider gedrückt hat.",
+ "midras-unrein. Weil die Frau, wenn sie sich auf den Kasten gesetzt hat, die Kleider niedergedrückt hat.",
+ "[nur] maddaf-unrein. Die Kleider sind nicht midras-unrein, weil sie nicht unmittelbar unter dem Deckel des Kastens liegen und deshalb, wenn auch die Frau auf dem Kasten gesessen hat, nicht durch sie niedergedrückt worden sind. Sie sind aber maddaf unrein, weil die Frau vielleicht den Kasten und damit auch die Kleider bewegt und diese dadurch unrein ersten Grades gemacht hat. Über den Ausdruck מדף s. Para X Note 2. Der Kasten ist in keinem Falle midras-unrein, weil er nicht darauf zu sitzen oder zu liegen gemacht ist, sondern um Gegenstände hineinzulegen.",
+ "auch wenn der Schlüssel in der Hand des Eigentümers ist. So dass der Kasten gar nicht geöffnet worden sein kann."
+ ],
+ [
+ "Verliert. מאבד etwas verloren gehen lassen = verlieren.",
+ "man etwas am Tage. In einem öffentlichen Gebiet.",
+ "ist es rein. Obwohl dort viele vorübergegangen sind, liegt keine Veranlassung zu der Annahme vor, dass jemand darauf getreten hat, da er es dann aufgehoben und als Fundgegegenstand mitgenommen haben würde.",
+ "ist es unrein. Trotzdem es ein Zweifelfall in einem öffentlichen Gebiet ist, weil die Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass ein Unreiner, ohne es zu sehen, darauf getreten hat (s. oben VI Note 39).",
+ "ist es unrein. Auch, wenn er auch am Tage dagelegen und niemand ihn aufgenommen hat, demnach anzunehmen wäre, dass ihn auch in der Nacht niemand berührt hat.",
+ "sind sie rein. Auf zum Trocknen ausgebreitete Sachen wird niemand treten, es wäre deshalb nur zu befürchten, dass jemand sie betastet hat, zu dieser Annahme liegt aber keine besondere Veranlassung vor, sie sind deshalb wie in jedem Zweifelfall im öffentlichen Gebiet rein, im Privatgebiet unrein.",
+ "sind sie rein. Auch in einem Privatgebiet, da sich dann jeder Fremde zurückhalten wird, sie zu berühren.",
+ "sind sie ihm heruntergefallen. Von der Stelle im Privatgebiet, wo er sie ausgebreitet hatte.",
+ "sie zu holen. Und er hat sie während des Hingehens nicht im Auge behalten können.",
+ "ist er unrein. Totenunrein, wie wenn der als totenunrein geltende עם הארץ ihn berührt haben könnte, obgleich dieses ganz unwahrscheinlich ist, da der Eimer im Brunnen gelegen hat."
+ ],
+ [
+ "ist es rein. Die Gegenstände im Hause sind rein, wenn alles unverändert vorgefunden wird, weil keinerlei Anlass für die Annahme vorliegt, dass jemand hineingegangen ist (s. oben VI. Note 38).",
+ "verschlossen und findet es geöffnet, erklärt R. Meïr es für unrein. Da das Haus verschlossen war und jetzt offen steht, liegt Grund zu der Befürchtung vor, dass jemand hineingegangen ist und etwas angerührt hat, um es sich zu nehmen, wenn auch alles unverändert vorgefunden wird.",
+ "denn es waren Diebe da. Und haben das Haus geöffnet.",
+ "sie haben es sich aber überlegt und sind wieder fortgegangen. Ohne hineingegangen zu sein."
+ ],
+ [
+ "weil sie ohne Erlaubnis hinein gegangen ist. Da sie ohne Erlaubnis des Hausherrn hineingegangen ist, wird sie sich fürchten, eine längere Zeit darin zu verweilen, die nötig ist, um Gegenstände zu betasten, obgleich sie dem Hausherrn mit dem Hineingehen einen Dienst geleistet hat. (יו״ב)."
+ ],
+ [
+ " Keretot 21a.",
+ "ist unrein. So erklärt Maim. das טמא: es bleibt unrein, wenn es unrein geworden ist, auch wenn es von einem Menschen nicht mehr gegessen werden kann, bis nicht einmal mehr ein Hund es frisst, dagegen ist es für Unreinheit nur empfänglich, so lange ein Mensch es noch geniessen kann, nicht aber, wenn es nur noch als Hundefrass dienen kann; anders der ראב״ד.",
+ "von Menschen gegessen zu werden. Nach Maim., auch wenn es vorher zur Menschenspeise geeignet war.",
+ "bleibt rein. Es ist für Unreinheit nicht empfänglich, auch wenn es noch als Hundefrass dienen kann.",
+ "Wie ist dieses. Ein Beispiel zur Erläuterung der letzteren Bestimmung.",
+ "Ist. Nidda 50 b.",
+ "eine Taube in eine Kelter gefallen. Und darin ertrunken, so dass sich auch Nichtisraeliten ekeln, sie zu geniessen, und sie nur noch den Hunden vorgeworfen werden kann.",
+ "sie für einen Nichtisraeliten herauszuholen. Damit dieser sie isst.",
+ "nimmt sie Unreinheit an. Weil sie wieder zur Speise für einen Menschen bestimmt worden ist, wird sie wieder für Unreinheit empfänglich, da sie noch nicht zum Hundefrass geworden war (s. Maim. Comm.).",
+ "für einen Hund. Oder, was dasselbe ist, wenn man sie ohne besondere Bestimmung herausgeholt hat.",
+ "bleibt sie rein. Da sie nur zum Hundefrass geeignet ist, nimmt sie keine Unreinheit au.",
+ "Sie nimmt Unreinheit an. Auch ohne dass man sie besonders zur Menschenspeise bestimmt hat, weil er der Ansicht ist, dass das Hineinfallen in die Kelter sie noch nicht für den Menschen ungeniessbar gemacht hat, sie ist deshalb wie jedes Aas von reinem Geflügel in grossen Städten für Unreinheit empfänglich (s. oben I Note 4).",
+ "ein Geistesgestörter oder ein Unmündiger den Gedanken gefasst. Sie als Speise für einen Nichtisraeliten herauszuholen.",
+ "haben sie sie herausgeholt. Um sie zu diesem Zwecke zu verwenden.",
+ "nicht aber der bloße Gedanke. Ihr bloßer Gedanke, sie als Speise für einen Menschen zu verwenden, macht sie noch nicht zur menschlichen Speise."
+ ],
+ [
+ " Nidda 7b.",
+ "Wenn die Aussenseiten von Gefässen durch Flüssigkeiten unrein geworden sind. Dass unreine Flüssigkeiten allgemein Geräte verunreinigen, ist nur eine rabbinische Verordnung, denn nach Toravorschrift können Geräte nur durch einen אב הטומאה verunreinigt werden. Um diese Verunreinigung als eine nur auf rabbinischer Verordnung beruhende zu kennzeichnen, ist die Bestimmung getroffen worden, dass nur durch Berührung der Innenseite das Gerät unrein wird, wenn aber nur die Aussenseite berührt worden ist, nur diese unrein ist (s. Kelim XXV, 6).",
+ "verunreinigen sie Flüssigkeiten. Die Flüssigkeit, die sei es durch Berührung eines אב הטומאה sei es durch Berührung einer Unreinheit geringeren Grades immer unrein ersten Grades geworden war, hat durch ihre Berührung die Aussenseiten der Geräte unrein zweiten Grades gemacht. Obwohl eine Unreinheit zweiten Grades bei Profanem sonst sich überhaupt nicht weiter übertragen kann, werden Flüssigkeiten, die die Aussenseiten dieser Geräte berühren, wieder unrein ersten Grades, das ist eine von den erschwerenden Ausnahmebestimmungen, die für Flüssigkeiten getroffen worden sind.",
+ "machen aber Speisen nicht untauglich. Speisen werden durch die Berührung, selbst wenn sie Hebe sind, nicht untauglich, ob wohl sonst Hebe durch Berührung einer Unreinheit zweiten Grades immer unrein dritten Grades d. h. untauglich wird, weil diese Unreinheit eine Unreinheit leichterer Art ist, da sie sich nicht auf das ganze Gerät erstreckt.",
+ "Sie verunreinigen Flüssigkeiten und machen Speisen untauglich. Er erkennt diesen Unterschied nicht an, sondern ist der Ansicht, dass ebenso wie alles, was Hebe untauglich macht, Flüssigkeiten unrein ersten Grades macht, so auch das Umgekehrte gilt.",
+ "Bruder Asarjas. S. Sebachim I Note 12, warum er als Bruder Asarjas angeführt wird.",
+ "Nicht so und nicht so. Profane Flüssigkeiten werden nicht, wie beide Tannaim annehmen, durch sie verunreinigt, und Speisen, die Hebe sind, werden weder, wie R. Josua sagt, durch ihre Berührung untauglich, noch kann man mit R. Elieser sagen, dass sie durch sie überhaupt nicht untauglich werden.",
+ "die durch die Aussenseiten von Gefässen unrein geworden sind. Das sind Flüssigkeiten von Hebe, die durch die Aussenseiten der Geräte wie durch die Berührung jeder anderen Unreinheit zweiten Grades unrein, und zwar unrein ersten Grades geworden sind.",
+ "machen eines. Speise von Hebe, die sie wieder berühren.",
+ "unrein. Zweiten Grades.",
+ "und ein weiteres. Wenn diese wieder Speise von Hebe berührt.",
+ "darauf trifft also wieder der Satz zu. Die indirekt durch Vermittlung der Flüssigkeit durch das Gerät unrein gewordene Speise könnte dies zu der Flüssigkeit sagen.",
+ "Was dich verunreinigt hat. Die Aussenseite des Geräts."
+ ],
+ [
+ "Wenn ein Trog einen schrägen Boden. קטפרס gr. καταφερής = abschüssig.",
+ "und der [feste] Teig. Unrein gewordener Teig.",
+ "oben liegt und abfeuchtende Flüssigkeit unten. unter dem Teig, auf dem Boden des Troges.",
+ "und es sind da drei Teigstücke. Die neben einander liegen und sich berühren, aber nicht zusammenhängen.",
+ "so werden sie nicht zusammengerechnet. Nur ein eigrosses Stück Teig kann seine Unreinheit auf die Flüssigkeit übertragen, so dass diese unrein wird und wieder den Trog verunreinigt. Hätte der Trog einen ebenen Boden, so würden die Flüssigkeiten unter den drei Teigstücken als eine zusammenhängende Flüssigkeit betrachtet werden, die durch die Berührung der zusammen eigrossen drei Teigstücke unrein geworden ist. Da aber der Trog einen schrägen Boden bat, gelten die Flüssigkeiten unter den drei Stücken nicht als eine zusammenhängende Flüssigkeit (s. folgende Mischna), jede Flüssigkeit für sich ist aber nur von einem nicht eigrossen Stück Teig berührt worden.",
+ "werden sie zusammengerechnet. Da das geringe Quantum Flüssigkeit, das sich zwischen den beiden Teigstücken befindet und von beiden berührt wird, von einem zusammen eigrossen Stück Teig berührt worden und dadurch unrein geworden ist und die Unreinheit weiter auf die gesamte Flüssigkeit überträgt. So erklären Maim., א״ר und יו״ב diese Mischna; anders Bart. nach ר״ש.",
+ "wenn sie die Flüssigkeit zusammenpressen. רוצצות s. oben Note 13. Nur wenn die beiden Teigstücke so dicht an einander liegen, dass die zwischen beiden befindliche und sie beide berührende Flüssigkeit, wenn man auf die Teigstücke drückt, in sie hineingepresst wird, nur dann gilt diese Flüssigkeit, trotz des abfallenden Trogbodens, auf dem sie sich befindet, als eine zusammenhängende Flüssigkeit, die, da sie die beiden Teigstücke berührt, unrein wird (s. oben Note 64). Ist dieses aber nicht der Fall, gilt diese Flüssigkeit, wenn sie auch noch so gering ist, nicht als eine zusammenhängende Flüssigkeit, es hat deshalb ihr auf der einen Seite liegender Teil nur das eine Teigstück und ihr auf der anderen Seite liegender Teil das andere, jeder danach nur ein nicht eigrosses Teigstück berührt, die Flüssigkeit ist deshalb nicht unrein.",
+ "Steht die Flüssigkeit auf grader Fläche. עומד sie steht, der Gegensatz zu קטפרס.",
+ "auch wenn sie aus Stücken so gross wie Senfkörner bestehen. Weil die ein Ganzes bildende Flüssigkeit von einer zusammen eigrossen Teigmenge berührt worden ist.",
+ "Zerkrümelte. פרוד = zerteilt, andere Leseart פרור = zerkrümelt (vgl. Ohalot III, 1)."
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+ "der vollständig mit unreiner Flüssigkeit. Mit Wasser, denn andere Flüssigkeiten werden durch bloße Berührung mit dem Wasser des Tauchbades nicht rein.",
+ "sobald man das Tauchbad mit ihm berührt hat. השיקה von נשק küssen = wie beim Kuss sich berühren. Unreines Wasser wird durch Berührung mit dem Wasser eines Tauchbades wieder rein. Nach R. Josua wird, wenn man mit dem einem Ende des Stockes das Tauchbad berührt hat, nicht nur das Wasser auf diesem Ende des Stockes rein, das das Wasser des Tauchbades berührt hat, sondern alles Wasser auf dem Stock, obgleich bei der Berührung der Stock eine schräge Ebene bildet. Auch R. Josua ist der Ansicht, dass im allgemeinen קטפרס nicht als zusammenhängend gilt, und bildet nur dieser Fall eine Ausnahme (s. יו״ב). Die Mischna sagt טהורה, das auf den Stock zu beziehen ist, obwohl der Stock als flaches Stück Holz gar nicht unrein werden kann, gemeint ist, dass, was den Stock berührt, durch die darauf befindliche Flüssigkeit nicht unrein wird.",
+ "Erst wenn man ihn ganz untergetaucht hat. Weil die Flüssigkeit auf der schrägen Ebene des Stockes nicht als zusammenhängend gilt.",
+ "Ein Flüssigkeits-Strahl. נצוק von יצק = giessen, ein Strahl, wie er beim Giessen entsteht.",
+ "schräg ablaufende Flüssigkeit. Nicht wie beim Strahl in der Luft hängend, sondern auf einer schrägen Ebene herablaufend.",
+ "und bloße Feuchtigkeit. Die nur noch abfeuchtet, wenn man sie berührt, die Hand aber nicht so feucht macht, dass man damit die Feuchtigkeit noch weiter auf anderes übertragen kann. Nach Maim. ist damit hier nur die Feuchtigkeit gemeint, die auf der schrägen Ebene nach dem Abfliessen des Wassers nach unten auf dem oberen Teile zurückbleibt.",
+ "weder um unrein. Wenn eine auf grader Ebene stehende Flüssigkeit an einer Stelle von einer Unreinheit berührt wird, ist dadurch sofort die ganze Flüssigkeit unrein. Bei diesen drei aber ist dadurch nur die berührte Stelle unrein geworden. Wenn im allgemeinen die daran anschliessenden Stellen durch die Berührung der unrein gewordenen Stelle auch wieder unrein werden, so ist dieses doch nicht der Fall, wenn die Stelle durch Berührung eines טבול יום unrein geworden ist, da eine durch dessen Berührung unrein gewordene Flüssigkeit nicht weiter verunreinigt (S. Para VIII, 7). Ebenso wird, wenn ein zur Verunreinigung nicht ausreichender Teil einer solchen unreinen Flüssigkeit von einem Reinen überdacht worden ist, dieser dadurch nicht unrein (s. Ohalot III, 3).",
+ "noch um rein zu machen. Wie in dem Falle des mit Flüssigkeit bedeckten Stocks.",
+ "eine Vertiefung. אשבורן eine Vertiefung im Boden oder in einem Gefäss, in der die Flüssigkeit angesammelt steht (arab. مشابر = Sumpf)."
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+ "wenn sie im Haufen. מעטן von עטן arab. عطن = Oliven zum Weichwerden und Gären aufhäufen (s. Menach. VIII, 4). Mit מעטן wird sowohl der Haufe selbst wie auch die Unterlage oder der Behälter, auf oder in dem der Haufe liegt, bezeichnet.",
+ "Ölschaum ausschwitzen. Die ausgeschwitzte Flüssigkeit macht die Oliven für Unreinheit empfänglich, weil man wünscht, dass sie die Flüssigkeit ausschwitzen und diese in dem Haufen erhalten bleibt.",
+ "aber nicht durch die Ausschwitzung im Tragkorb. In den die Oliven nach dem Abpflücken hineingelegt werden, weil man nicht wünscht, dass sie in dem Korbe ausschwitzen, da die ausgeschwitzte Flüssigkeit aus dem Korbe herausfließt und verloren geht, und durch Berührung mit einer solchen unerwünscht auf eine Speise gekommene Flüssigkeit diese für Unreinheit nicht empfänglich wird, nach dem Grundsatz: כי יותן דומיא דכי יתן דניחא ליה.",
+ "die Zeit des Ausschwitzens ist nach drei Tagen. Erst nach drei Tagen schwitzen die Oliven etwas Oel mit aus, durch das sie für Unreinheit empfänglich werden, das vorher ausgeschwitzte ist nur Fruchtsaft, der nicht zu den Flüssigkeiten gehört, die Speisen für Unreinheit empfänglich machen.",
+ "wenn drei zusammenkleben. Dass die Oliven zusammenkleben, ist ein Zeichen dafür, dass der Ausfluss fettig ist, also Oel enthält.",
+ "wenn man mit der Arbeit an ihnen fertig ist. Gemeint ist, wenn man die ganze Olivenmenge, die man zum Mürbewerden auf den Haufen legen will, darauf getan hat. erst dann kommt die Ausschwitzung erwünscht und macht sie die Oliven für Unreinheit empfänglich, nicht aber vorher, da die Oliven, die schon vorher angefangen haben auszuschwitzen, durch das längere Ausschwitzen nur leiden würden."
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+ "Ist man mit dem Pflücken fertig. Und hat alle gepflückten Oliven bereits auf den Haufen geworfen.",
+ "eine Feier oder ein Unfall dazwischengekommen. So dass noch eine Zeit vergehen wird, bis er die Oliven von dem Haufen zur Weiterverarbeitung nehmen wird.",
+ "bleiben sie rein. Sie werden durch die in der Zwischenzeit ausgeschwitzte Flüssigkeit nicht für Verunreinigung empfänglich, weil das Ausschwitzen in diesen Fällen nicht erwünscht kommt. Eine andere Lesart ist: נפלו עליהן משקין אין טמא וכו׳ und ist unter טמא zu verstehen: מוכשר, wie oft in מסכת מכשירין, die Oliven bilden noch nicht einen zusammenhängenden Haufen, deshalb ist nur das von der Flüssigkeit Berührte מוכשר.",
+ "Ist eine unreine. Die Oliven, die von der Flüssigkeit berührt worden sind, aber nicht der ganze Haufe. Durch Berührung mit einer unreinen Flüssigkeit wird auch für Unreinheit noch nicht Empfängliches unrein, es wird durch die Berührung zugleich für Unreinheit empfänglich und unrein, selbst wenn die Berührung nicht erwünscht gekommen ist (s. Machschirin I, 1).",
+ "und der aus ihnen. Aus diesen Oliven, deren Ausschwitzen ihm noch nicht erwünscht kommt.",
+ "heraustretende Saft. מוחל auch מוהל, von מהל arab. مهل = langsam fließen, die bittere, schleimige Flüssigkeit, die die Olive, bevor sie gemahlen und gepresst wird, absondert, auch מי זיתים Olivenwasser genannt.",
+ "ist rein. Er wird nicht als Flüssigkeit betrachtet und macht deshalb nicht für Verunreinigung empfänglich und wird auch selbst nicht unrein."
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+ "so sind sie [für Verunreinigung] empfänglich. Sie sind durch die Flüssigkeit, die sie ausschwitzen, für Verunreinigung empfänglich gemacht.",
+ "fällt [unreine. Nach der Lesart משקין טמאים in der vorhergehenden Mischna, sind auch hier mit משקין unreine Flüssigkeiten gemeint, nach der anderen Lesart ist auch hier מוכשרים = טמאים.",
+ "sind sie unrein. Nicht nur die von der Flüssigkeit berührte Stelle, sondern der ganze Olivenhaufe ist unrein, denn die unreine Flüssigkeit verunreinigt durch Berührung den ausgeschwitzten Saft und dieser wieder die sämtlichen Oliven.",
+ "der aus ihnen heraustritt. Nachdem sie durch die Ausschwitzung für Verunreinigung empfänglich geworden sind.",
+ "Elieser für rein. Er gilt nicht als eine von den Flüssigkeiten, die für Verunreinigung empfänglich machen, und wird auch nicht wie diese Flüssigkeiten durch Berührung einer Unreinheit unrein.",
+ "die Weisen für unrein. Nach ihnen gilt auch dieser Schleim wie das aus den Oliven gewonnene Oel als Flüssigkeit.",
+ "Über den aus der Grube heraustretenden. Den aus dem Boden der Ölgrube hervortretenden Schleim, nachdem das Oel aus der Grube ausgeleert worden ist.",
+ "Elieser für rein. Ebenso wie den aus den Oliven herausfließenden.",
+ "die Weisen für unrein. Weil in diesem Schleim sicher immer auch Ölreste enthalten sind."
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+ " Chagiga 25a.",
+ "Wer mit seinen Oliven fertig ist. Alle seine Oliven bereits auf den Haufen gebracht hat, so dass sie für Verunreinigung empfänglich geworden sind.",
+ "und einen Korb übrig gelassen hat. Er hat einen Korb Oliven zurückbehalten und nicht auf den Haufen geworfen, damit diese Oliven nicht für Verunreinigung empfänglich werden, weil die Zeit des Kelterns, während der auch der עם הארץ beglaubigt ist, dass er die Hebe in Reinheit absondern wird, bereits vorüber war, er hat deshalb diese Oliven, die für Verunreinigung überhaupt noch nicht empfänglich sind, zurückbehalten, damit von ihnen die Hebe abgesondert werden kann.",
+ "gebe ihn vor den Augen des Priesters ab. Damit dieser sie auspresst und die Hebe für das gesamte Oel davon abhebt. לעיני הכהן, er muss vor den Augen des Priesters die Oliven in den Korb hineintun, damit dieser die Gewissheit hat, dass sie nicht von dem Gärungshaufen genommen und bereits für Verunreinigung empfänglich geworden sind. Eine andere Leseart ist: יתננו לעני הכהן er gebe sie einem armen Priester, weil nur einem solchen es sich lohnen wird, wegen des geringen Quantums Oel, die Oliven erst auszupressen. Eine andere Lesung ist: ישייר קופה אחת ויתננה, danach erklärt Maim.: wenn die Zeit des Kelterns vorüber ist, kann er die Hebe nicht mehr von dem Oel absondern, sondern lasse einen Korb Oliven zurück und sondere die Hebe von diesem ab.",
+ "Er braucht ihm nur sofort den Schlüssel zu übergeben. Er braucht nicht einen Korb mit Oliven zurückzubehalten, sondern er braucht nur, sobald die Zeit des Kelterns zu Ende geht, den Schlüssel zum Kelterraum sofort einem Priester zu übergeben, so dass dieser die Gewissheit hat, dass keine Verunreinigung nach dieser Zeit stattgefunden hat.",
+ "Innerhalb von vierundzwanzig Stunden. Nach יו״ב ist nicht der Schlüssel zum Kelterraum gemeint, sondern der Schlüssel zu dem Korb mit den Oliven, diesen muss er sofort bzw. innerhalb 24 Stunden dem Priester übergeben, da sonst zu befürchten ist, dass die Oliven inzwischen durch Ausschwitzung für Verunreinigung empfänglich geworden sind und der עם הארץ sie verunreinigt hat."
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+ "Legt man Oliven in das Stampfgef. Andere Lesart: כופש von כפש = umbiegen, umrändern, ein Gefäß mit einem breiten Rand.",
+ "dass sie weich werden. מתן = weich, feucht werden, vielleicht von מתון und המחן d. h. langsam ausreifen.",
+ "sind sie [für Verunreinigung] empfänglich. Dass das Hineinlegen in das Stampfgefäß ein Zeichen ist, dass sie zur Verwendung fertig sind, und die heraustretende Feuchtigkeit erwünscht ist",
+ "um sie zu salzen. Damit sie durch die Feuchtigkeit das Salz besser aufziehen, um sie dann zu essen.",
+ "sie werden nicht empfänglich. Nach Bart., weil sie noch nicht zur Verwendung fertig sind, da sie zum Essen bestimmt sind und dazu erst gesalzen werden müssen, nach יו״ב, weil das Heraustreten der Feuchtigkeit allerdings für den Zweck des Einsalzens erwünscht ist, an sich aber es erwünschter wäre, wenn sie in der Olive bleiben und mit ihr verzehrt werden würde.",
+ "Wer Oliven. Die noch nicht für Verunreinigung empfänglich geworden sind.",
+ "mit unreinen Händen aufspaltet. Um sie zu genießen.",
+ "macht sie unrein. Denn die Flüssigkeit, die beim Aufspalten aus der Olive herausfließt, macht für Verunreinigung empfänglich, durch die Berührung mit den unreinen Händen wird aber die Flüssigkeit unrein ersten Grades nach dem Grundsatz, dass durch alles, was Hebe untauglich macht (s. Sabim V, 12), Flüssigkeiten unrein ersten Grades werden (Para VIII, 7), und durch die Berührung der Flüssigkeit werden die Oliven unrein zweiten Grades."
+ ],
+ [
+ "damit sie sich zusammenziehen. לגרגרם s. Menachot VIII, Note 25. Die Oliven sollen durch die Sonnenstrahlen trocknen und sich zusammenziehen.",
+ "selbst wenn sie eine Elle hoch liegen. So dass die untersten gewiss nicht von der Sonne ausgetrocknet werden, sondern Feuchtigkeit ausschwitzen.",
+ "nicht empfänglich. Weil ihm die Feuchtigkeit nicht erwünscht ist, er im Gegenteil wünscht, dass sie eintrocknen. ר״ש liest הרי אלו מוכשוין und erklärt לגרגרם: damit sie einzeln durch die Sonne gesüßt und dann mit Salz bestreut verzehrt werden, sie werden durch die Ausschwitzung für Verunreinigung empfänglich, weil sie durch sie süßer und schmackhafter werden, die Ausschwitzung deshalb erwünscht ist.",
+ "damit sie mürbe werden. Beim Mürbewerden schwitzen die Oliven Flüssigkeit aus.",
+ "um sie dann auf das Dach hinaufzulegen. Damit sie dort trocknen.",
+ "damit sie mürbe werden oder um sie zu öffnen. Und sie dann dort trocknen zu lassen.",
+ "so sind sie empfänglich geworden. Durch die vorangegangene Ausschwitzung, weil diese zur Zeit ihm erwünscht war.",
+ "Hat man sie im Hause hingelegt. Ohne die Absicht, dass sie durch das Liegen mürbe werden.",
+ "bis man sein Dach gesichert. Für eine Bewachung des Daches gesorgt hat.",
+ "werden sie nicht empfänglich. Durch die inzwischen von ihnen ausgeschwitzte Flüssigkeit, weil sie in diesem Falle ihm nicht erwünscht kommt."
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+ [
+ "Will man von ihnen. Von den auf dem noch nicht fertigen und deshalb für Verunreinigung noch nicht empfänglichen Haufen liegenden Oliven (s. oben Mischna 1).",
+ "einen oder zwei Pressgänge. Der Ausdruck בד wird für diejenige Menge von Oliven gebraucht, die zu einem Pressgang von dem großen Olivenhaufen abgenommen wird.",
+ "in Unreinheit abteilen. Man kann dabei auch unreine Geräte benutzen, weil die Oliven noch nicht für Unreinheit empfänglich sind.",
+ "muss sie aber in Reinheit zudecken. Die abgehobenen Oliven, weil diese, nachdem man sie abgehoben hat, zur Verwendung fertig und deshalb für Verunreinigung empfänglich geworden sind; so יו״ב nach א״ר, anders ר״ש und Bart.",
+ "Man kann sie auch in Unreinheit zudecken. Die abgehobenen Oliven bleiben weiter nicht für Verunreinigung empfänglich, sie werden als zu dem Gärungshaufen gehörend betrachtet, bis sie in die Ölpresse gebracht sind.",
+ "Man kann sie mit Hacken aus Metall herausgraben. Die gesamten Oliven aus dem Gärungshaufen, bis nichts von dem Haufen zurückbleibt, sobald sie, so lange sie auf dem Haufen gelegen haben, noch nicht zur Verwendung fertig und deshalb für Verunreinigung nicht empfänglich waren."
+ ],
+ [
+ "Findet sich ein Kriechtier in der Oelmühle. In der die harten Oliven gemahlen werden, bevor sie in die Presse zum Auspressen gebracht werden.",
+ "ist nur die Stelle. Das Olivenstück.",
+ "die es berührt hat. Alles übrige bleibt rein, weil die geringe Feuchtigkeit, die sich auf den einzelnen Olivenstücken befindet, keine zusammenhängende Flüssigkeit darstellt, die, sobald sie an einer Stelle unrein geworden ist, überall unrein ist.",
+ "läuft darin schon Flüssigkeit. Und die sämtlichen Olivenstücke liegen in dieser Flüssigkeit.",
+ "ist alles unrein. Denn durch die unrein gewordene Flüssigkeit an dem Olivenstück, das von dem Kriechtier berührt worden ist, ist die gesamte Flüssigkeit unrein geworden und diese verunreinigt weiter alle übrigen Olivenstücke.",
+ "Findet es sich auf den Blättern. Mit denen man die Oliven zu bedecken pflegt.",
+ "wir haben es nicht berührt. Obwohl die Kelterer עמי הארץ sind, die sonst allgemein für unrein gelten und die nur für diesen besonderen Zweck sich gereinigt haben, sind sie beglaubt, wenn sie sagen, dass sie das Kriechtier nicht berührt haben. Die Blätter nehmen keine Unreinheit an. א״ר liesst: לומר לא נגע dass sie sagen: das Kriechtier hat die Oliven nicht berührt.",
+ "Hat es den Klumpsen. אם = אום Mutter, Stamm, die feste zusammenhängende Masse, zu der die Oliven auf dem Gärungshaufen zusammenkleben.",
+ "auch nur mit einem Haar. רא״ש liest: כשערה, die Talmudausgaben: כשעורה.",
+ "ist er unrein. Der ganze Klumpen, weil er durch die ihn verbindende Feuchtigkeit als ein zusammenhängendes Ganzes gilt."
+ ],
+ [
+ "Findet es sich auf Teilstücken. פרודים von פרד = abtrennen, von der fest zusammenhängenden Masse abgespaltene Stücke, die jedes für sich nicht eigroß sind und die auf der Masse liegen.",
+ "was es berührt. Alle von dem Kriechtiere berührten Stellen zusammen.",
+ "ist es unrein. Sowohl die Teilstücke wie die Masse, auf der sie liegen. Die Teilstücke gelten, nachdem sie von der Masse abgespalten worden sind, nicht mehr als ein einheitliches Ganzes, trotzdem werden die einzelnen von dem Kriechtier berührten Stellen unrein, wenn sie jede für sich auch nicht eigroß sind, weil hierfür eine Eigröße nicht erforderlich ist. Nachdem aber von den Teilstücken zusammen eine Eigröße unrein geworden ist, werden durch diesen unrein gewordenen Teil auch die übrigen Oliven der Teilstücke und auch die Olivenmasse, auf der sie liegen, durch ihre Berührung unrein.",
+ "die wieder auf Teilstücken liegen. Wenn die von dem Kriechtier berührten Teilstücke nicht direkt auf der Olivenmasse liegen, sondern auf anderen Teilstücken.",
+ "nur die Berührungsstelle unrein. Nur die von dem Kriechtier berührten Teilstücke sind unrein, die darunter liegenden Teilstücke dagegen bilden kein zusammenhängendes Ganzes, jedes einzelne von ihnen ist aber nur von einem Teil der darüber liegenden, demnach von einer nicht eigroßen unrein gewordenen Stelle berührt und deshalb nicht unrein geworden. So nach Bart., א״ר und יו״ב.",
+ "ist es rein. Die Oliven sind rein, es wird nicht befürchtet, dass das Kriechtier vielleicht vorher auf den Oliven gelegen und sie verunreinigt hat, nach dem Grundsatz, dass nicht angenommen wird, dass eine Unreinheit, die an einer Stelle gefunden wird, vielleicht vorher sich an einer anderen Stelle befunden und das dort Liegende verunreinigt hat (אין מחזיקין טומאה ממקום למקום).",
+ "ist der Gärungshaufen rein. Es wird angenommen, dass das Kriechtier vorher auf dem Gärungshaufen sich befunden hat und mit den Oliven auf das Dach gekommen ist.",
+ "findet es sich auf dem Gärungshaufen ist das Dach unrein. Die Oliven auf dem Dach sind unrein, weil wir annehmen, dass das Kriechtier sich schon vorher auf dem Gärungshaufen befunden hat, als die Oliven noch nicht auf das Dach gebracht waren, nach dem Grundsatz, dass wohl angenommen wird, dass eine Unreinheit, die jetzt an einer Stelle liegt, schon vorher dort gelegen und das, was vorher dort gelegen hat, verunreinigt hat (מחזיקין טומאה מזמן לזמן).",
+ "Findet es sich verbrannt. Ein verbranntes Kriechtier verunreinigt nicht mehr (s. Nidda 56a).",
+ "eben-so ein zerriebenes. מהוהא von מהה (verw. mit מחה) = abnutzen, zerreiben.",
+ "Zeugstück. Ein zerriebenes Zeugstück nimmt keine Unreinheit an und verliert seine Unreinheit, wenn es vorher unrein war (Kelim, XXVII, 12).",
+ "ist es rein. Die Olivenmasse ist rein, weil nicht angenommen wird, dass das Kriechtier, als es noch nicht verbrannt, bzw. das Zeugstück, als es noch nicht zerrieben und noch unrein war, sie berührt hat.",
+ "denn bei allen Unreinheitsfeststellungen richtet man sich nach dem Augenblick des Findens. S. oben III, 5."
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+ "Hat man den Oelpresseraum hinter. בפני = מפני, weil, wenn sie herauswollen, sie die Tür verschlossen vor sich finden; wir sagen hinter ihnen verschließen d. h. nachdem sie drinnen sind.",
+ "den Pressern. Die עמי הארץ sind, die man aber vorher für die Bearbeitung sich hat reinigen lassen.",
+ "abgeschlossen. Damit sie keine Gelegenheit haben, sich wieder zu verunreinigen, und keine unreine עמי הארץ in den Raum hineinkommen.",
+ "und es befinden sich dort midras-unreine Gegenstände. Die אב הטומאה sind und sowohl durch Berührung wie durch Tragen und Bewegen verunreinigen.",
+ "ist der Oelpresseraum. Die Oliven, die die Presser verarbeitet haben.",
+ "unrein. Weil zu befürchten ist, dass sie, trotzdem sie gewusst haben, dass die Gegenstände unrein sind, sich an ihnen wieder verunreinigt haben, weil sie nicht gewohnt sind, sich vor Verunreinigungen zu hüten, und so die Oliven durch sie unrein geworden sind.",
+ "Der Presseraum ist rein. Da sie direkt für diese Arbeit sich haben reinigen müssen, ist nicht zu befürchten, dass sie Gegenstände, von denen sie wissen, dass sie unrein sind, ungerührt haben werden.",
+ "Wenn sie ihnen als rein gelten. Wenn es z. B. Gegenstände eines עם הארץ waren, die nur der Befürchtung wegen, dass sie unrein sein könnten, als unrein gelten, die er selbst aber für rein hält.",
+ "gelten sie ihnen selbst als unrein. Wenn sie gewusst haben, dass es tatsächlich unrein gewordene Gegenstände waren.",
+ "Warum sind sie unrein. L. liest: טמאום, warum haben sie die Geräte verunreinigt, א״ר liest: טמאין und erklärt: warum gelten die Kelterer im Allgemeinen als unrein.",
+ "Nur weil sie in [der Verunreinigung durch] Bewegen nicht bewandert sind. R. Jose wendet sich gegen die Worte des R. Simon, wonach die Oliven rein sind, wenn die Gegenstände auch in den Augen der Presser unrein waren. Dagegen wendet R. Jose ein: warum gelten die Presser im Allgemeinen für unrein, weil sie in der Verunreinigung durch Bewegen nicht bewandert sind, was nützt es daher, dass die Dinge in ihren eigenen Augen unrein waren, es ist doch zu befürchten, dass sie sie bewegt haben (Maim.)"
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+ "und in dem Oelpresseraum hat sich unreine Flüssigkeit befunden. An dem Fassboden, auf dem die Presser mit bloßen Füssen gegangen sind. Wenn sie Schuhe anhatten, würden sie mittelbar durch diese unrein geworden sein (s. Para, VIII, 2).",
+ "dass ihre Füße am Erdboden wieder abgetrocknet sein können. Bevor sie damit auf die Oliven getreten haben.",
+ "diese rein. Weil ihre Füße durch die Flüssigkeit nicht unrein geworden waren. Ist dieses aber nicht der Fall, muss angenommen werden, dass noch Flüssigkeit auf ihren Füssen war, als sie die Oliven getreten, und sie diese dadurch verunreinigt haben.",
+ "Die Presser. Die bei der Auspressung der Oliven tätig sind, wobei sie rein sein müssen; das Abpflücken der Oliven kann auch durch Unreine geschehen.",
+ "und die Winzer. Die die Trauben abpflücken und die auch hierbei schon rein sein müssen (s. Sabb. 17 a).",
+ "vor denen liegend eine Unreinheit gefunden wird. Von der sie vorher nichts gewusst haben.",
+ "Wir haben sie nicht berührt. Da sie für diesen Zweck sich besonders haben reinigen müssen, ist ihnen zu vertrauen, dass sie darauf geachtet haben, was sie berührt und was sie nicht berührt haben, wie oben IX, 8.",
+ "ebenso inbezug auf die unter ihnen befindlichen Kinder. Wenn ihre Kinder sie in dem Kelterraum besucht haben, die für unrein gelten, weil ihre Mütter auch in ihrer Menstruationszeit sich nicht zurückzuhalten pflegen, sie zu umarmen und zu küssen, sind sie beglaubt, wenn sie sagen, dass sie sie nicht berührt und die Kinder die Oliven nicht berührt haben, so erklären Maim., ר״אש und א״ר, dem entspricht die Lesart in L. und den Talmudausgaben: וכן כתינוקות. Dagegen beziehen ר״ש und Barten. וכן בתינוקות auf das Folgende und übersetzen: ebenso dürfen die Kinder, die unter ihnen sind (und die, ebenso wie ihre Väter, für diesen Zweck gereinigt worden sind), aus der Tür des Kelterhauses hinausgehen u. s. w., und wird dieses gerade von den Kindern gesagt, weil diese öfter das Bedürfnis haben, sich zu entleeren, als die Erwachsenen.",
+ "Sie dürfen aus dem Eingang des Presseraums hinausgehen und sich hinter dem Zaun entleeren. פונים von פנה = sich wenden, wie wir sagen „austreten”.",
+ "und gelten weiter als rein. Es wird nicht befürchtet, dass sie sich dort verunreinigt haben könnten.",
+ "So weit er. Der Eigentümer, der sie gemietet hat.",
+ "sie noch sehen kann. Da sie wiesen, dass er sie noch sehen kann, werden sie sich vor Verunreinigung inachtnehmen."
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+ "in dem die Höhle. In der das Tauchbad sich befindet, in das sie zu ihrer Reinigung untertauchen sollen. Das in den Höhlen angesammelte Wasser wurde vielfach als Reinigungsmittel benutzt (s. Sabb. 14 a).",
+ "bis sie untertauchen. Um sich zu überzeugen, dass sie das Tauchbad nach Vorschrift genommen haben.",
+ "bis sie untertauchen. Weil zu befürchten ist, dass sie, da sie sich selbst für rein gehalten haben, die rituellen Vorschriften für das Untertauchen nicht so genau beachtet haben."
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+ "Wenn man [Trauben] aus den Körben oder vom Trockenplatz. משטיח von שטח = ausbreiten, der Platz, auf dem man die Früchte zum Trocknen ausbreitet. Wenn man die Trauben in Körben sammelt oder auf die Erde legt, ist das ein Zeichen, dass man sie nicht keltern, sondern als Frucht verzehren will, denn es geht dabei die aus den Früchten heraustretende Flüssigkeit verloren, indem sie durch das Flechtwerk der Körbe hindurchsickert bzw. in die Erde hineinsickert. Solche Trauben sind deshalb noch nicht für Verunreinigung empfänglich, denn nach Sabb. 17a sind Trauben schon vom Pflücken an für Verunreinigung nur dann empfänglich, wenn man sie für die Kelter gepflückt hat.",
+ "auf der Erde hineinbringt. Zur Kelter, um sie dort entgegen der ursprünglichen Absicht zu keltern.",
+ "muss man sie mit reinen Händen hineinbringen. Weil mit dem Augenblick, wo man sie zum Keltern nimmt, sie wie Früchte sind, die man ursprünglich zum Keltern gepflückt hat, und die deshalb durch die auf ihnen befindliche Flüssigkeit für Verunreinigung empfänglich geworden sind.",
+ "hat man sie verunreinigt. Obwohl nicht gereinigte Hände nur unrein zweiten Grades sind und Profanes nicht verunreinigen können, sind die Trauben unrein, weil von ihnen noch die Hebe abzusondern ist, und nach Ansicht von Beth-Schammai Früchte, in denen noch die Hebe steckt, wie Hebe zu betrachten sind, oder es müssen hier Früchte gemeint sein, die der Eigentümer in Reinheit von Hebe erhalten zu sehen wünscht (Bart.).",
+ "Man darf sie mit unreinen Händen hineinbringen. Da sie ursprünglich nicht für die Kelter gepflückt worden sind, sind sie noch nicht für Verunreinigung empfänglich.",
+ "und kann doch die Hebe in Reinheit davon absondern. Trotzdem man sie jetzt für die Kelter bestimmt hat. Dagegen erklärt Maim. Comment.: man kann sie mit unreinen Händen hintragen, dagegen darf die Hebe nur in Reinheit davon abgehoben werden, womit er, wie מ״א vermutet, meint, nachdem man sie tatsächlich in die Kelter gebracht hat, sind sie für Unreinheit empfänglich geworden, und dürfen sie deshalb nicht mehr mit unreinen Händen berührt werden, da man noch die Hebe in Reinheit davon abzusondern hat.",
+ "Wenn aus dem Bottich. עביט = Vertiefung, ein tiefes, hohles Gefäß, in das man die zum Keltern bestimmten Trauben nach dem Abpflücken hineintut, damit der aus ihnen herausfließende Saft nicht verloren geht.",
+ "oder von der Blätter-Unterlage. Auf die man solche Trauben hinauflegt, damit der herausfließende Saft von den Blättern aufgefangen wird und nicht verloren geht.",
+ "wenn man sie mit unreinen Händen hineinbringt. Weil das Hineintun in den Bottich oder das Legen auf die Blätter-Unterlage ein Zeichen dafür ist, dass sie ursprünglich für die Kelter bestimmt worden waren, oder nach א״ר ein Zeichen dafür, dass ihm an der Erhaltung der heraustretenden Flüssigkeit gelegen war und diese deshalb sie für Verunreinigung empfänglich gemacht hat."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand [Trauben] aus den Körben oder von dem Trockenplatz auf der Erde isst. Mit unreinen Händen im Kelterraum.",
+ "bleibt die Kelter rein. Weil an der heraustropfenden Flüssigkeit ihm nicht gelegen war, und sie deshalb nicht als Flüssigkeit gilt, um durch die Berührung mit den unreinen Händen unrein zu werden.",
+ "wenn aber aus dem Bottich oder von der Blätter-Unterlage. Wo ihm daran gelegen war, dass der herausfließende Saft erhalten bleibt, und dieser deshalb als Flüssigkeit gilt, die für Verunreinigung empfänglich macht und selbst Unreinheit annimmt.",
+ "und es fällt eine einzelne Beere hinein. Aus seinen Händen in die Kelter.",
+ "bleibt sie. Die Kelter.",
+ "wenn diese. Die Beere.",
+ "noch einen Verschluss hat. Wenn die Beere unten noch durch einen Stengelrest verschlossen ist, so dass nichts heraustropfen kann. Die Beere ist allerdings durch die Berührung mit den unreinen Händen unrein geworden, da sie als ursprünglich für die Kelter gepflückt gilt und deshalb auch ohne Berührung mit einer Flüssigkeit für Verunreinigung empfänglich geworden ist, aber da die Hände nur unrein zweiten Grades sind, ist die Beere nur eine Unreinheit dritten Grades, die selbst Hebe nicht verunreinigt.",
+ "hat sie keinen Verschluss. Und er hat die offene Stelle mit den Händen berührt.",
+ "ist sie unrein. Denn die aus der offenen Stelle heraustropfende Flüssigkeit ist durch die unreinen Hände unrein ersten Grades geworden und, da selbst ein Tropfen Flüssigkeit weiter verunreinigt, ist durch sie die Kelter und ebenso die gesamte beim Treten heraustretende Flüssigkeit und dadurch der gesamte Inhalt der Kelter unrein geworden.",
+ "Sind ihm Trauben heruntergefallen. Die für Verunreinigung empfänglich waren und durch die Berührung mit unreinen Händen (die unrein ersten Grades waren, s. Straschun) unrein geworden waren, an denen aber die daran hängenden Beeren fest verschlossen waren.",
+ "und er hat sie an einer ganz freien Stelle [der Kelter. Wo sie weder mit einer Flüssigkeit noch mit anderen Trauben in Berührung gekommen sind.",
+ "so bleibt sie. Die Kelter.",
+ "wenn sie zusammen nur genau eigroß waren. Die Trauben können die Kelter nicht verunreinigen, weil Geräte durch eine Speise nicht unrein werden, die aus den Trauben heraustretende Flüssigkeit aber gilt beim Heraustreten noch nicht als unrein, weil sie nicht als Bestandteil der Traube gilt (s. Pesach. 33 b), und sobald sie herausgetreten ist, kann sie durch die Trauben nicht mehr verunreinigt werden, da diese dann keine Eigröße mehr haben, da sie nur mit der Flüssigkeit zusammen eigroß waren.",
+ "ist er durch die Eigröße. Durch die zusammen mehr als eigroßen unreinen Trauben.",
+ "unrein geworden. Und dieser unrein gewordene Tropfen verunreinigt dann die Kelter und alle weiter heraustretende Flüssigkeit."
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+ [
+ "Wenn jemand. Ein עם הארץ.",
+ "am Rande einer Weingrube gestanden und beim Sprechen ihm ein Speichelspritzer aus dem Munde gespritzt ist. Der Speichel eines עם הארץ gilt als unrein wie der eines זב.",
+ "ob er die Grube erreicht. Und der Inhalt der Grube unrein geworden ist.",
+ "dieser Zweifelfall ist rein. Obwohl es ein Zweifelfall in einem Privatgebiet ist, weil die Unreinheit nicht auf einem Platz geruht hat (s. oben IV, 1), und bei einer geworfenen Unreinheit eine zweifelhafte Berührung als rein gilt (so nach א״ר, anders Bart.). Bei einer Ölgrube dagegen ist nach der Tosefta als bestimmt anzunehmen, dass der Speichel durch die Glätte von dem Rande in die Grube geflossen ist."
+ ],
+ [
+ "Wenn man die Weingrube ausschöpft. זלף gewöhnlich für abgießen gebraucht, hier in der Bedeutung: durch eimerweises Ausschöpfen die Grube leeren.",
+ "und es findet sich. Nachdem man die Grube ausgeschöpft hat.",
+ "sind alle unrein. Weil angenommen wird, dass das Kriechtier auch schon beim Schöpfen sich darin befunden hat, nach dem Grandsatz מחזקינן טומאה מזמן לזמן (s. oben IV, Note 18), und durch Berührung den ganzen Inhalt der Grabe verunreinigt hat.",
+ "ist dieses unrein und alle anderen sind rein. Dass das Kriechtier sich vorher in der Grube befunden hat und beim Schöpfen in das Gefäß hineingekommen ist, so dass der gesamte Inhalt der Grobe schon unrein war, wird nicht angenommen, weil es als Grundsatz gilt, dass nicht angenommen wird, dass eine Unreinheit vorher an einer anderen Stelle, als an der, wo sie gefunden wird, etwas verunreinigt hat לא מחזקינן טומאה ממקום למקום (s. oben IV Note 18).",
+ "Wenn man mit jedem von ihnen [das in ihnen Befindliche] herausgeschöpft hat. D. h. die Gefäße selbst in die Flüssigkeit getaucht und so gefüllt hat.",
+ "Hat man dagegen mit einem Schöpfzober. מחץ s. Para V, 5.",
+ "geschöpft. Und in die Gefäße hineingegossen.",
+ "und es findet sich dann ein Kriechtier in einem von ihnen. Selbst in dem zuerst gefüllten.",
+ "ist dieses allein unrein. Weil angenommen wird, dass sich das Kriechtier vom Anfang an in dem Gefäß befunden hat und danach mit dem übrigen Inhalt der Grube gar nicht in Berührung gekommen ist.",
+ "Wann gilt dieses. Dass angenommen wird, das Kriechtier hat sich von vorneherein in dem Gefäß befunden und deshalb nur dieses unrein ist.",
+ "Wenn man untersucht. Die Gefäße vorher untersucht und darin kein Kriechtier gesehen hat.",
+ "aber nicht zugedeckt hat. Nach dem Füllen sie nicht zugedeckt hat, so dass es möglich ist, dass das Kriechtier nach dem Füllen in das Gefäß hineingefallen ist, in dem es gefunden wird.",
+ "aber nicht untersucht bat. So dass es möglich ist, dass das Kriechtier schon vorher in dem Gefäße war, und deshalb nicht angenommen wird, dass es vorher in der Grube war. Hat man die Gefäße weder vorher untersucht noch nach dem Füllen zugedeckt, so spricht die doppelte Wahrscheinlichkeit dafür, dass nur das Gefäß, in dem das Kriechtier gefunden wird, unrein ist.",
+ "Hat man dagegen untersucht und zugedeckt. So dass das Kriechtier sich nicht von vorneherein in dem Gefäß befunden haben und auch nicht nach dem Füllen hineingefallen sein kann.",
+ "ist alles unrein. Wenn man mit den Gefäßen selbst geschöpft hat, sind alle unrein, auch wenn man es in dem letzten findet, weil das Kriechtier sich schon in der Grube befunden haben muss, und auch wenn man mit einem Zober geschöpft hat, kann man nicht annehmen, dass es vielleicht erst in den Zober gefallen ist, als er dieses Gefäß füllte, und deshalb alle vorher gefüllten rein sind, denn wenn angenommen wird, dass es in dem Zober war, muss angenommen werden, dass es auch schon beim Füllen des ersten Gefäßes darin war, nach dem Grundsatz מחזקינן טומאה מזמן לזמן.",
+ "in der Grube. Wenn es nach dem Füllen der Gefäße sich in der Grube findet.",
+ "ist alles unrein. Selbst wenn man die Gefäße vorher untersucht und nicht zugedeckt hat, wird nicht angenommen, dass das Kriechtier erst nach dem Füllen der Gefäße in die Grube gefallen ist, sondern dass es schon vorher da war nach dem Grundsatz מחזקינן טומאה מזמן לזמן.",
+ "ist alles unrein. Wenn man ihn nicht vorher untersucht, selbst wenn man ihn nach jedem Schöpfen nicht zugedeckt, oder wenn man ihn vorher untersucht und nach jedesmaligem Schöpfen zugedeckt hat, in letzterem Falle muss eben angenommen werden, dass trotz der Untersuchung das Kriechtier schon vorher in dem Zober gewesen ist. Hat man aber den Zober vorher untersucht und nichts darin gefunden, ihn aber nach dem Füllen der Gefäße nicht zugedeckt, sind alle Gefäße rein, weil angenommen wird, dass es erst nach dem Füllen aller Gefäße hineingekommen ist, denn wäre es während des Füllens hineingefallen, hätte man es bemerken müssen, da man beim Schöpfen den Zober beständig in der Hand hatte (יו״ב)"
+ ],
+ [
+ "Der Platz zwischen den Presswalzen. עגולים, von עגול = rund, werden die schweren dicken Walzen genannt, die in Form eines Mühlsteins aus Lehm, Stroh und Flachs geknetet waren und auf die Pressbalken hinaufgewälzt wurden, um den in den Trauben nach dem Treten noch verbliebenen Saft herauszupressen (Kraus, Archäologie II, 235. Aruch v. טלפח). Nach Maim.: runde Behälter, in die die Trauben hineingetan wurden, um sie von dort in die Kelter zu bringen.",
+ "und den Traubentrestern gilt als öffentliches Gebiet. Auch wenn er sich in einem Privatgebiet befindet und nicht drei Personen anwesend sind, denn bei Anwesenheit von wenigstens drei Personen gilt für Verunreinigungen jedes Privatgebiet als öffentliches Gebiet. Dieser Raum gilt schon an sich als öffentliches Gebiet, weil zur Handhabung der schweren Walzen immer viele Menschen gehören, der Raum danach ein Gebiet ist, auf dem sich viele Menschen zu bewegen pflegen.",
+ "soweit er vor den Winzern liegt. D. h. noch nicht abgelesen ist.",
+ "gilt als Privatgebiet. Weil kein Fremder dorthin zugelassen wird.",
+ "als öffentliches Gebiet. Weil die Armen dort Zutritt haben, um Nachlese zu halten. Ob ein Raum als öffentliches oder als Privatgebiet betrachtet wird, ist von entscheidender Bedeutung, wo ein Zweifelfall vorliegt, ob eine Verunreinigung stattgefunden hat oder nicht (s. oben V ff.).",
+ "Wenn die Leute auf der einen Seite hinein- und auf der anderen hinausgehen können. Wenn die Leute ungehindert durch die eine Tür in den abgelesenen Teil des umgrenzten Weinbergs hinein- und durch eine andere wieder hinausgehen können, dann gilt dieser Teil, trotzdem er in einem umgrenzten Privatgebiet liegt, als öffentliches Gebiet, auf dem die Leute sich bewegen. Wenn sie aber wohl in den Raum hineingehen, nicht aber auf der entgegengesetzten Seite wieder hinausgehen können, ohne den noch nicht abgelesenen Teil zu betreten, gilt auch der bereits abgelesene Teil, da er Teil eines als Privatgebiet umgrenzten Raumes ist, noch als Privatgebiet.",
+ "Die Geräte der Ölpresse und der Weinkelter und der Presskorb. עקל, von עקל = winden, flechten, Körbe aus Ruten, Binsen oder Holz, in die der Olivenbrei hineingetan wurde und die dann unter die Pressbalken gelegt wurden, damit das Öl hinausfließt.",
+ "wenn sie aus Holz sind muss man austrocknen. Wenn sie von einem עם הארץ gebraucht worden sind, genügt es nicht, wenn man sie nur abwäscht, sondern man muss vor dem Gebrauch die Flüssigkeit, die in sie eingedrungen ist, und die unrein ist, weil sie durch den עם הארץ hergestellt ist, wieder herauszubringen suchen, nach ר״ש und רא״ש durch Anwendung von Asche und Wasser (vgl. Abod. Sar. 74 b).",
+ "dann werden sie rein. Wenn es Geräte sind, die Unreinheit annehmen, muss man sie dann selbstverständlich noch durch Untertauchen reinigen.",
+ "wenn sie aus Bast. Der von der Feuchtigkeit so stark durchtränkt wird, dass sie schwer wieder herauszubringen ist.",
+ "muss man sie volle zwölf Monate alt werden lassen. Nachdem man sie abgewaschen und ausgetrocknet hat (יו״ב).",
+ "oder sie mit heißem Wasser abbrühen. Und dann, wenn es für Unreinheit empfängliche Geräte sind, sie durch Untertauchen reinigen.",
+ "wenn man sie in einen Stromstrudel gelegt hat. Und sie dort wenigstens zwölf Stunden liegen gelassen hat (Abod. Sar. 75 a)."
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+ "versionNotes": "Ordnung Seraïm, übers. und erklärt von Ascher Samter. 1887.
Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "\nEINLEITUNG.\nDer Traktat behandelt die besonderen Reinheitsbestimmungen des bisher Unreinen, der bereits sein Reinigungsbad genommen hat, aber noch bis Sonnenuntergang warten muß, um völlig rein zu sein. Aus Levit. 22,7 „Ist die Sonne untergegangen, so ist er (der bisher Unreine, der bereits sein Tauchbad genommen hat) rein und darf dann von dem Heiligen essen; denn es ist sein Brot“, wird Sifra z. St. und Jebam. 74b geschlossen, daß der bisher unreine Priester auch nach dem Bade erst nach Sonnenuntergang die Hebe essen darf. Opferspeisen darf er auch dann nur nach solchen Unreinheiten genießen, die keine besonderen Sühnopfer erheischen. Die bisher Samenflüssigen, Aussätzigen und Frauen nach der Geburt oder nach Blutfluß dürfen Opferspeisen erst nach Darbringung ihrer Sühnopfer essen. — Bis zum Sonnenuntergang hat schon nach Thoravorschrift der bisher Unreine nach seinem Bade den zweiten Grad der leichten Unreinheit שני לטומאה, so daß Profanes durch seine Berührung nicht verunreinigt wird. Auch Priesterhebe und Opferspeisen werden aber durch sie nicht so verunreinigt, daß sie Unreinheit weiter übertragen können. So nach der von Maim. הל׳ אבות הטומאות י׳ ג׳ rezip. Halacha. Nach der Ansicht des Abba Saul (Nidd. 71b) wird die Opferspeise unrein zweiten leichten Grades, so daß sie noch eine weitere verunreinigt, die ihrerseits die von ihr berührte untauglich zum Genusse macht. S. a. zu Abschnitt II, Anm. 3. — Nach R. Meir wird die Opferspeise, die von dem, der heute sein Tauchbad nahm, berührt wurde, unrein dritten leichten Grades, so daß sie die von ihr berührte untauglich zum Genuß macht. Diese drei Ansichten werden nach Tosefta Tohor. I, 4 in Me’ila 8a/b zitiert
. S. a. Para XI,4.\nMit wenigen Ausnahmen behandelt der Traktat nur sein Thema. Der erste Abschnitt bespricht Fälle, in denen Speisen und Getränke hinsichtlich der Berührung eines Menschen, der heute sein Tauchbad nahm, als Einheit gelten, so daß durch die Berührung eines Teiles auch das Übrige zum Genusse untauglich wird, und wann die Teile nicht als Einheit gelten. Gestreift wird auch die Behandlung der Fälle bei Berührung durch noch völlig Unreines.\nDer zweite Abschnitt spricht zuerst über die Körperausscheidungen dessen, der heute sein Tauchbad nahm, im Vergleich zu den Ausscheidungen des völlig Unreinen (1). Dann wird eine Anzahl von Fällen aufgezählt, in denen seine Berührung nur die berührte Speise untauglich macht, ohne ihr Gefäß oder andere mit ihr verbundene Speisen zu beeinflussen, daneben werden auch Fälle erwähnt, in denen es wohl geschieht (2—5). Die beiden nächsten Mischnajot behandeln die besonderen Bestimmungen für die Berührung von Weinfässern (6—7). Im Anschluß daran wird die Wirkung von Unreinheitserzeugern (אבות הטומאה) auf ein in besonderer Art durchlöchertes Weinfaß besprochen (8).\nDie erste Mischna des dritten Abschnittes bemerkt, daß hinsichtlich der Berührung der „Griffe von Speisen“ (vergl. Ukz. I) kein Unterschied zwischen dem, der heute sein Tauchbad nahm, und dem völlig Unreinen ist. Dann werden Besonderheiten von Mischspeisen aus Priesterhebe und Profanem besprochen (2—5). Die letzte Mischna bringt eine Diskussion, inwiefern der Speichel dessen, der heute sein Tauchbad nahm, die Bestimmungen des Speichels eines Reinen und eines Unreinen hat. (Vgl. die Anmerkung zur Mischna).\nDer vierte Abschnitt behandelt die Besonderheiten, die sich daraus ergeben, daß der bisher Unreine, der heute sein Tauchbad nahm, Profanem gegenüber als völlig rein gilt, während er Priesterhebe untauglich macht. Er kann die Priesterhebe vom ersten Zehnten — und natürlich auch von den noch nicht verzehnteten Früchten — abheben, ebenso die Hebe vom Teig, darf sie aber erst als Hebe bezeichnen, wenn er sie aus Händen legte (1, 2). Man darf in einem bisher unreinen Backtroge, den man heute getaucht hatte, Teig kneten, nur muß man die Teighebe herausnehmen, bevor man sie als solche bezeichnet (3). Man kann sogar in einem Krug, der erst heute in einem Tauchbade gereinigt wurde, die Priesterhebe vom Levitenzehnten abschöpfen; nur muß man mit der Benennung bis nach Sonnenuntergang warten, damit der Wein den Charakter von Priesterhebe erst dann erhält, wenn das Gefäß durch Sonnenuntergang auch der Priesterhebe gegenüber als völlig rein gilt (4). Sehr schwierig ist der Zusammenhang der nun folgenden Mischnajot mit den vier ersten. Die fünfte Mischna spricht über zwei Vorschriften aus ganz verschiedenen Gebieten, über Auslösung des zweiten Zehnten und über den Scheidebrief.\nDas Gemeinsame ist nur, daß bei beiden Vorschriften später Erleichterungen gegen den früheren Zustand zugelassen wurden. Dann folgt eine Mischna, die bereits wörtlich in Kelim XIII, 7 angeführt ist. Nach Rasch und Bart, soll sich die Schlußbemerkung des R. Josua in der sechsten Mischna מה להשיב דבר חדש חדשו הסופרים ואין לי auf alle seit der zweiten Mischna aufgezählten Fälle beziehen und deshalb seien die fünfte und sechste Mischna hier angeführt. Wie bereits תוי״ט s. v. ועל כלן bemerkt, findet sich aber in Tosefta II, 14 der Ausspruch R. Josua’s nur zum Falle der zweiten Mischna. Rasch hatte ihn auch zu dem der dritten; so ist es auch in ed. Zuckermann1.\nDie siebte handelt zwar auch nicht von der Berührung durch jemanden, der heute sein Tauchbad nahm, aber sie schließt sich inhaltlich gut an die vierte. Wie diese lehrt sie, daß man bei Absonderung der Priesterabgaben erklären kann, die Abgaben sollen erst später ihren Heiligkeitscharakter erhalten.\n"
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+ "Wenn jemand Teigheben. Die nach Num. 15, 17—21 dem Priester vom Teige zukommende Hebe. Die Bestimmungen für diese Hebe s. im Traktat Challa.",
+ "von einander zu trennen. Man legte die bei den einzelnen Privatleuten oder Bäckern gesammelte Heben in einen Korb, wollte sie nachher einzeln backen.",
+ "sie klebten aber aneinander. Wörtlich: beißen. Sie klebten so fest, dass beim Trennen Stückchen des einen Teiges vom anderen mitgerissen werden. S. a. Tohor. I, Anm. 78.",
+ "der am heutigen Tage ein Tauchbad nahm. Der bisher Unreine, der sein Tauchbad nahm, gilt erst nach Sonnenuntergang als völlig rein, so dass er heilige Speisen essen darf (Levit. 22, 7). Menschen, Geräte und profane Speisen verunreinigt er auch vor Sonnenuntergang nicht. Auch Priesterhebe und heilige Speisen und Getränke macht er nur zum Genuss untauglich, ohne sie so zu verunreinigen, dass sie weiter unrein machen können. Vgl. Para XI, 4 und Maim. ג׳—הל׳ אבות הטומאות פ״י א׳. S. a. Einleitung u. II, Anm. 3. — Wegen dieses leichten Charakters seiner Unreinheit tritt nach Bet Hillel auch die besondere Erleichterung ein, dass hinsichtlich seiner Berührung die in der Mischna angeführten einzelnen Lebensmittelteilchen nicht als zusammenhängend gelten. Durch Berührung des einen Teiles werden die anderen nicht zum Genuss untauglich. Nach Bet Schammai ist es wohl der Fall.",
+ "es gilt nicht als Verbindung. Der bisher Unreine, der sein Tauchbad nahm, gilt erst nach Sonnenuntergang als völlig rein, so dass er heilige Speisen essen darf (Levit. 22, 7). Menschen, Geräte und profane Speisen verunreinigt er auch vor Sonnenuntergang nicht. Auch Priesterhebe und heilige Speisen und Getränke macht er nur zum Genuss untauglich, ohne sie so zu verunreinigen, dass sie weiter unrein machen können. Vgl. Para XI, 4 und Maim. ג׳—הל׳ אבות הטומאות פ״י א׳. S. a. Einleitung u. II, Anm. 3. — Wegen dieses leichten Charakters seiner Unreinheit tritt nach Bet Hillel auch die besondere Erleichterung ein, dass hinsichtlich seiner Berührung die in der Mischna angeführten einzelnen Lebensmittelteilchen nicht als zusammenhängend gelten. Durch Berührung des einen Teiles werden die anderen nicht zum Genuss untauglich. Nach Bet Schammai ist es wohl der Fall.",
+ "Teigstücke. S. Tohor. I. Anm. 77.",
+ "ein dünner Kuchen. המיטה ein dünner Brotkuchen, vielleicht mit Oel gebacken. S. Ben Jehuda, Thesaurus.",
+ "bevor sie noch im Ofen gebräunt. Wörtlich: eine Kruste bekamen.",
+ "Luftbläschen des Wasserschaumes. Nach Maim. ist קולית wörtlich: Schädel; s. a. Chul. IX, wo Maim. erklärt, קולית sei jeder Knochen mit Mark. Vielleicht kommt unser קולית von κοῖλος hohl. מחולחל erklären Maim. Rasch: hohl; s. a. Kel. X, 3 und Anm. 35. — In übertragenem Sinne erklärt dann Maim. קולית של מים מחולחלת Luftblasen des Wasserschaumes. Rasch kennt auch die Erklärung קולית שְלָמים המחולחלת = Hüftknochen mit lose inliegendem Mark. Danach ging der Streit von Bet Schammai und Bet Hillel, ob das Mark durch die Berührung des Knochens untauglich würde. Doch verwirft Rasch diese Erklärung, weil es nach ihr heißen sollte קולית של שלמים.",
+ "Schaum. Wörtlich: das Aufwallen.",
+ "beim ersten. Beim ersten Aufkochen der Bohnen, beim jungen Wein und beim Reis nach Auffassung R. Jehudas liegt der Schaum ganz lose auf, so dass er nach Bet Hillel nicht als zusammenhängend mit dem eigentlichen Inhalt des Gefäßes gelten muss. S. a. Anm. 13.",
+ "der am heutigen Tage ein Tauchbad nahm. Der bisher Unreine, der sein Tauchbad nahm, gilt erst nach Sonnenuntergang als völlig rein, so dass er heilige Speisen essen darf (Levit. 22, 7). Menschen, Geräte und profane Speisen verunreinigt er auch vor Sonnenuntergang nicht. Auch Priesterhebe und heilige Speisen und Getränke macht er nur zum Genuss untauglich, ohne sie so zu verunreinigen, dass sie weiter unrein machen können. Vgl. Para XI, 4 und Maim. ג׳—הל׳ אבות הטומאות פ״י א׳. S. a. Einleitung u. II, Anm. 3. — Wegen dieses leichten Charakters seiner Unreinheit tritt nach Bet Hillel auch die besondere Erleichterung ein, dass hinsichtlich seiner Berührung die in der Mischna angeführten einzelnen Lebensmittelteilchen nicht als zusammenhängend gelten. Durch Berührung des einen Teiles werden die anderen nicht zum Genuss untauglich. Nach Bet Schammai ist es wohl der Fall.",
+ "aber zu bei allen Unreinheiten leichten wie schweren Grades. Dass sie als Verbindung gelten. Wenn also z. B. der Unreine die Luftbläschen des Schaumes berührte, so ist der ganze Inhalt des Topfes unrein."
+ ],
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+ "oder einen Kuchen. המיטה ein dünner Brotkuchen, vielleicht mit Oel gebacken. S. Ben Jehuda, Thesaurus.",
+ "Wasserschaum ohne Luftbläschen. Dünne Schicht von festem Schaum; s. a Anm. 8.",
+ "Schaum beim zweiten. Beim zweiten Aufkochen liegt der Schaum fester auf. Nach anderer Erklärung gelten beim zweiten Aufkochen Wasser und Bohnen als zusammenhängende Masse.",
+ "Schaum von altem. Dessen Schaum fester ist. — Es handelt sich wohl um die zweite Gärung, die nach einigen Monaten im Fass eintritt. S. a. Rosch.",
+ "Schaum von Oel zu jeder Zeit. Wörtlich: immer, d. h. altes wie frisches Oel.",
+ "auch von der Platterbse. Lathyrus cicera; s. Löw, Flora d. J. II, S. 437 u. 441.",
+ "so werden sie unrein. Nach dem Tauchbad macht der bisher Unreine die angeführten Lebensmittel von Priesterhebe oder Heiligem nur untauglich, nicht unrein; s. Anm. 4. Der Ausdruck טמאים ist wegen des Nachsatzes gebraucht, dass selbstverständlich bei Berührung des Schaumes durch Unreine der ganze Inhalt des Gefäßes unrein wird. — Das Wort טמאים ist hier ein abgekürzter Ausdruck. Es soll ausdrücken, dass durch den vom bisher Unreinen berührten Kuchen, Schaum usw. auch der andere Kuchen, bezw. der Inhalt des Gefäßes untauglich wird.",
+ "der am heutigen Tage ein Tauchbad nahm. Der bisher Unreine, der sein Tauchbad nahm, gilt erst nach Sonnenuntergang als völlig rein, so dass er heilige Speisen essen darf (Levit. 22, 7). Menschen, Geräte und profane Speisen verunreinigt er auch vor Sonnenuntergang nicht. Auch Priesterhebe und heilige Speisen und Getränke macht er nur zum Genuss untauglich, ohne sie so zu verunreinigen, dass sie weiter unrein machen können. Vgl. Para XI, 4 und Maim. ג׳—הל׳ אבות הטומאות פ״י א׳. S. a. Einleitung u. II, Anm. 3. — Wegen dieses leichten Charakters seiner Unreinheit tritt nach Bet Hillel auch die besondere Erleichterung ein, dass hinsichtlich seiner Berührung die in der Mischna angeführten einzelnen Lebensmittelteilchen nicht als zusammenhängend gelten. Durch Berührung des einen Teiles werden die anderen nicht zum Genuss untauglich. Nach Bet Schammai ist es wohl der Fall.",
+ "durch alle. Alle wirklichen Unreinheiten; s. die vorige Anm."
+ ],
+ [
+ "Ein Nagel. Ein nagelförmiges Stück, das am Brotlaib hervorragt, ragt. Es soll zuweilen als Zeichen des Besitzers dienen.",
+ "eine kleine Salzkrume. Die am Laib angebacken ist.",
+ "und eine verbrannte Stelle. Eine Stelle am Brot, die im Backofen verbrannte. S. a. Anm. 26.",
+ "die kleiner als Fingerbreite. Sind sie kleiner als Fingerbreite, so gelten sie als Teil des Brotes. Sonst gelten sie als selbständige Stücke.",
+ "sind. So nach Maim., der die Bestimmung פחות מכאצבע auf alle gen. Dinge bezieht. S. a. מ״א.",
+ "alles was mit ihm gegessen wird. Wenn das am Brotlaib Haftende mit ihm gegessen wird, so gilt es als ein Teil von ihm; sonst gilt es, unabhängig von seiner Größe, als selbständiges Stück, das die Untauglichkeit oder Unreinheit nicht auf den Laib überträgt.",
+ "werden unrein. Nach dem Tauchbad macht der bisher Unreine die angeführten Lebensmittel von Priesterhebe oder Heiligem nur untauglich, nicht unrein; s. Anm. 4. Der Ausdruck טמאים ist wegen des Nachsatzes gebraucht, dass selbstverständlich bei Berührung des Schaumes durch Unreine der ganze Inhalt des Gefäßes unrein wird. — Das Wort טמאים ist hier ein abgekürzter Ausdruck. Es soll ausdrücken, dass durch den vom bisher Unreinen berührten Kuchen, Schaum usw. auch der andere Kuchen, bezw. der Inhalt des Gefäßes untauglich wird.",
+ "der heute sein Tauchbad nahm. Der bisher Unreine, der sein Tauchbad nahm, gilt erst nach Sonnenuntergang als völlig rein, so dass er heilige Speisen essen darf (Levit. 22, 7). Menschen, Geräte und profane Speisen verunreinigt er auch vor Sonnenuntergang nicht. Auch Priesterhebe und heilige Speisen und Getränke macht er nur zum Genuss untauglich, ohne sie so zu verunreinigen, dass sie weiter unrein machen können. Vgl. Para XI, 4 und Maim. ג׳—הל׳ אבות הטומאות פ״י א׳. S. a. Einleitung u. II, Anm. 3. — Wegen dieses leichten Charakters seiner Unreinheit tritt nach Bet Hillel auch die besondere Erleichterung ein, dass hinsichtlich seiner Berührung die in der Mischna angeführten einzelnen Lebensmittelteilchen nicht als zusammenhängend gelten. Durch Berührung des einen Teiles werden die anderen nicht zum Genuss untauglich. Nach Bet Schammai ist es wohl der Fall.",
+ "durch alle. Alle wirklichen Unreinheiten; s. die vorige Anm."
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+ "Das Steinchen am Brotlaib. Um die Brotlaibe vor Verwechslung zu schützen, werden zuweilen als Zeichen der Besitzer Steinchen oder Salzstückchen oder Lupine angebacken. Sie gehören aber nicht zum Laibe.",
+ "ein großes Salzstück. Um die Brotlaibe vor Verwechslung zu schützen, werden zuweilen als Zeichen der Besitzer Steinchen oder Salzstückchen oder Lupine angebacken. Sie gehören aber nicht zum Laibe.",
+ "die Lupine. Um die Brotlaibe vor Verwechslung zu schützen, werden zuweilen als Zeichen der Besitzer Steinchen oder Salzstückchen oder Lupine angebacken. Sie gehören aber nicht zum Laibe.",
+ "und die verbrannte Stelle. Über die verbrannte Stelle, die gerade eine Fingerbreite groß ist, wird weder in unserer noch in der vorigen Mischna gesprochen. Der Wortlaut lässt den Schluss zu, dass bei ihrer Berührung durch den bisher Unreinen, der sein Tauchbad nahm, der Brotlaib der Priesterhebe nicht untauglich wird, dass er aber bei ihrer Berührung durch einen Unreinheitserzeuger, und wohl überhaupt durch jeden wirklich unreinen Gegenstand, unrein, bezw. untauglich wird. So תוי״ט im Namen von R. Wolf Worms.",
+ "die größer als Fingerbreite sind. So nach Maim., der die Bestimmung פחות מכאצבע auf alle gen. Dinge bezieht. S. a. מ״א.",
+ "alles was nicht mit ihm gegessen wird. Wenn das am Brotlaib Haftende mit ihm gegessen wird, so gilt es als ein Teil von ihm; sonst gilt es, unabhängig von seiner Größe, als selbständiges Stück, das die Untauglichkeit oder Unreinheit nicht auf den Laib überträgt.",
+ "sind rein. D. h. überträgt durch seine Berührung die Unreinheit nicht auf den Brotlaib. Vgl. a. Anm. 17. a. E.",
+ "bei einem Unreinheitserzeuger. Vgl. Vorbem. zu Kelim § 1 ff."
+ ],
+ [
+ "die Tia. Nach einer bei Maim. angeführten Ansicht ist תיאה die Wurzel von חלתית; s. Anm. 30. — M. liest תייה, so auch L., wo תייָה vokalisiert ist.",
+ "die Chiltit. חלתית, Ferula asa fortida, Asant, so Fleischer bei Levy T. W. 582b; Löw, Flora d. J. III, 452ff. — Nach Maim. zu Ukz. III, 5 dienen תיאה und חלתית zur Würze von Speisen, obwohl sie einen unangenehmen Geruch haben. — Harz und Blätter des Asant wurden gebraucht; s. Löw a. a. O.",
+ "und der Alum. אלום (M. und L. אילום) ist nach Maim. die Wurzel einer bestimmten Art von Chiltit. Er ist eigentlich keine menschliche Nahrung; doch wird auch er in kleinen Mengen Speisen beigemengt.",
+ "Jehuda. R. Jehuda ist Zeitgenosse R, Meirs. Dass er zu dessen Worten einen Zusatz machte, der doch wohl auch als dessen Ansicht gelten sollte, erklärt sich damit, dass R. Meir seit dem Hor. 13 b erwähnten Vorfall nicht mehr persönlich an den Verhandlungen der Metibta teilnahm, und dass R. Jehuda ihn überlebte; s. Kid. 52 b. Andererseits wurden die Lehren Rabbi Meirs in der Metibta sehr viel erwähnt. Vgl. Hor. 14a.",
+ "sind rein. D. h. nehmen durch seine Berührung keine Unreinheit an, da sie nicht als Speisen gelten.",
+ "bei einem Unreinheitserzeuger. Nicht einmal bei ihm.",
+ "werden aber durch alle. Alle wirklichen Unreinheiten; s. die vorige Anm.",
+ "Unreinheiten unrein. Nach Anscht der Weisen gelten die gen. Gegenstände nach rabbinischer Vorschrift (Rasch) hinsichtlich der Berührung durch wirkliche Unreinheiten als Speisen. Nur hinsichtlich der Berührung durch den, der bereits sein Tauchbad nahm, betrachtet man sie nicht als Speisen. S. a. Anm. 4.",
+ "der Sesam und der Pfeffer. Die hier genannten Gegenstände gelten völlig als menschliche Speisen und werden — wenn sie Priesterhebe sind — durch Berührung des bisher Unreinen, der heute sein Tauchbad nahm, untauglich. — Der hier als Speise behandelte Pfeffer ist nach Ber. 37 b und Joma 81 b wohl frischer Pfeffer פלפלין רטיבתא; s. a. Maim. הל׳ ברכות פ״ח הל׳ ז׳ und כ״מ zu הל׳ שביתת עשיר פ״ב ה״ו. — Ukz. III, 5 wird פלפלין nicht als Speise betrachtet. Es ist dort wohl von trockenem Pfeffer פלפלין יבשתא, die Rede, der a. a. O. nicht als Speise gilt. — Doch ist zu beachten, dass Maim. פלפל הל׳ טומאת אוכלין פ״ז ח׳ nicht neben ישומשום קצח erwähnt, aber פ״א הל׳ ו׳ ausdrücklich פלפלין zu den Dingen rechnet, die nach Ukz. III, 5 nicht als Speisen gelten. S. a. מ״א und רש״ש zu unserer Mischna. ",
+ "werden unrein. Nach dem Tauchbad macht der bisher Unreine die angeführten Lebensmittel von Priesterhebe oder Heiligem nur untauglich, nicht unrein; s. Anm. 4. Der Ausdruck טמאים ist wegen des Nachsatzes gebraucht, dass selbstverständlich bei Berührung des Schaumes durch Unreine der ganze Inhalt des Gefäßes unrein wird. — Das Wort טמאים ist hier ein abgekürzter Ausdruck. Es soll ausdrücken, dass durch den vom bisher Unreinen berührten Kuchen, Schaum usw. auch der andere Kuchen, bezw. der Inhalt des Gefäßes untauglich wird."
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+ ],
+ [
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+ "Die Flüssigkeit. Die von seinem Körper ausgeschieden wird, wie Speichel, Urin. ",
+ "ist wie die Flüssigkeiten. Genießbaren.",
+ "verunreinigen nicht. Die von ihm ausgeschiedenen und die von ihm berührten Flüssigkeiten von Priesterhebe oder von Heiligem verunreinigen nicht. Denn auch die von ihm berührte Flüssigkeit wird nur untauglich פסול, kann aber die Unreinheit nicht weiter übertragen, weder auf Priesterhebe noch auf Heiliges. Vgl. I, Anm. 4 u. Maim. הל׳ אבות הטומאות י׳ ד׳ und כ״מ das.; R. Gerschom zu Chul. 88 a דטבול יום פוסל ואינו מטמא בין בתרומה בין בקדש. Raschi das. erklärt דלא גזור בהו רבנן טומאה ; nach Rosch zu T. j. II, 1 hat Raschi gelesen אלו ואלו אין מִטַּמאין. Beide Flüssigkeiten nehmen keine Unreinheit an. Danach spräche die Mischna nicht von Flüssigkeiten von Priesterhebe oder Heiligem, sondern von Profanem und lehrte, dass die Flüssigkeit, die der Mensch, der heute sein Tauchbad nahm, ausscheidet, ebenso wenig unrein ist wie profane Flüssigkeit, die er berührte. Dies nimmt Rosch im Gegensatz zu Maim. a. a. O. als Halacha an. Rasch, dem Bart. folgt, erklärt: Beide Flüssigkeiten machen Heiliges nicht unrein, so dass es weiter verunreinigen könnte, machen es aber untauglich zum Genuss אין מטמאין קדש אבל מפסלי פסלי ליה. So erklärt ר״ת Chul. 87/88 s. v. משקה u. Nid. 71 b s. v. ואם. Nach dieser Auffassung würde unsere Mischna die Ansicht des Abba Saul vertreten, dass jemand, der heute sein Tauchbad nahm, Heiligem gegenüber als unrein ersten leichten Grades gilt, so dass die von ihm berührte heilige Flüssigkeit durch weitere Berührung noch die nächste untauglich machen kann. S. Nid. 71b אבא שאול אומר טבול יום תחלה לקדש לטמא שנים ולפסול אחד Diese Ansicht liegt nach dem Talmud z. St. auch der Mischna Nid. X, 5 zu Grunde; s. d. תוי״ט s. v. כמגע und zu unserer Mischna s. v. כמשקין — S. a. Einleitung zum Traktat.",
+ "leichten. Z. B. jemand, der an eines der acht toten Kriechtiere anrührte, oder jemand, der unreine Speisen aß. Chul. 88 a wird auch das tote Kriechtier als קל betrachtet. — Vgl. Maim. הל׳ טומאת אוכלין י׳ ד׳ und כ״מ das. Gegen die Erklärung von תוי״ט s. מ״א.",
+ "ersten Grades. Vgl. Para VIII, 7.",
+ "die Unreinheitserzeuger ist. Nämlich der Samenfluss, der Speichel und der Urin des Samenflüssigen, Blutfluß, Speichel und Urin der am Blutfluß Leidenden, der Menstruierenden und Gebärerin, sowie der noch feuchte männliche Samen. S. Raschi zu Chul. 88 a s. v. חוץ. — Auch das Entsündigungswasser ist Unreinheitserzeuger. Vgl. hierzu Kel. I, 1—3; Machschirin VI, 6."
+ ],
+ [
+ "einen mit Flüssigkeiten. Genießbaren.",
+ "gefüllten Topf. D. h. die Flüssigkeiten im Topf. — Die Berührung des Topfes wäre wirkungslos. S. I, Anm. 4.",
+ "falls die Flüssigkeit. Die Singulare משקה תרומת und משקה חולין sind wohl der Kürze wegen gebraucht statt משקין של תרומה und משקין של חולין.",
+ "der Topf ist rein. Im Gegensatz zu anderen Unreinheiten werden durch den, der heute sein Tauchbad nahm, Flüssigkeiten nicht unrein leichten ersten Grades (vgl. Para VIII, 7), so dass sie nach rabbin. Vorschrift Geräte verunreinigen könnten (Rosch).",
+ "War aber die Flüssigkeit. Die Singulare משקה תרומת und משקה חולין sind wohl der Kürze wegen gebraucht statt משקין של תרומה und משקין של חולין.",
+ "Waren seine Hände unrein. Nach rabbinischer Vorschrift, durch Berührung mit den im Trakt. Jadajim III angeführten Gegenständen oder auch nur, weil man nicht darauf achtete, dass sie nicht an Unsauberes anrührten; s. Sabb. 14 a.",
+ "so ist alles unrein. Auch der Topf, weil die Hände nach Para VIII, 7 die Flüssigkeiten unrein leichten ersten Grades machen und diese wieder den Topf verunreinigen. Nach Rasch zu unserer Mischna handelt es sich um Flüssigkeiten von Priesterhebe; Maim. bezieht הכל auf Priesterhebe und Profanes. Beide Arten von Flüssigkeiten werden durch unreine Hände unrein ersten Grades. Andererseits werden nach Maim. Geräte durch solche Flüssigkeiten nicht verunreinigt. Vgl. הל׳ אברת הטומאות ט׳ י׳. — Wenn die Flüssigkeiten profan sind, so werden sie nach Maim. (Einleitung zu Jadajim) nur durch Hände verunreinigt, die durch Berührung mit den Jadajim III gen. Gegenständen unrein wurden, nicht aber durch Hände, auf deren Reinheit man nicht geachtet hatte.",
+ "der heute sein Tauchbad nahm. S. a. I, 1.",
+ "im Zweifelsfalle. Wenn z. B. ein Zweifel ist, welches von zwei Broten der Priesterhebe berührt war; s. weitere Fälle Jad. II, 4.",
+ "während bei den Händen der Zweifelsfall. Wenn z. B. ein Zweifel ist, welches von zwei Broten der Priesterhebe berührt war; s. weitere Fälle Jad. II, 4."
+ ],
+ [
+ "der Knoblauch und das Oel. Die man zur Würze in den Brei tat, nachdem man den Knoblauch in Oel zerstoßen hatte.",
+ "so machte dieser alles untauglich. Der ganze Brei, alles Oel und aller Knoblauch werden durch die Berührung eines Teiles des Öles oder des Knoblauches untauglich, weil das profane Oel und der profane Knoblauch nur als Teil des Breies von Priesterhebe gelten. Die Berührung eines Teiles des Öles oder des Knoblauches gilt daher als Berührung des ganzen Breies. — Nach den meisten Erklärern sind Oel und Knoblauch im Brei zu erkennen. Anders erklärt Rasch nach Pes. 44 a; s. aber dort Tos. s. v. מקום.",
+ "so machte dieser nur die berührte Stelle. Nur die Stelle, weil der profane Brei, der selbst nicht unrein werden kann, nicht als Verbindung der durch ihn getrennten Teile des Öles und des Knoblauches gelten kann.",
+ "Machte der Knoblauch. Mit dem Öle, in dem er gestoßen war.",
+ "der größeren Teil aus. D. h. seine Menge war größer als die des Breies.",
+ "so richtet man sich nach der Mehrheit. Waren Oel und Knoblauch profan, so bleibt auch der Brei von Priesterhebe tauglich, da er selbst nicht berührt wurde (s. a. Anm. 14). Zu תוי״ט s. v. הולכין s. מ״א. — Waren sie Priesterhebe, so richtet sich der Brei nach ihnen und gilt mit Oel und Knoblauch als Einheit eines Gerichtes von Priesterhebe. Dieses wird dann durch die Berührung an einer Stelle in seiner Gesamtheit untauglich.",
+ "Es sagte R. Jehuda: Wann (gilt dieses. Dass bei überwiegender Menge des Öles und Knoblauches das ganze Gericht untauglich werden kann.",
+ "Wenn er. So nach der Lesart הוא. Gemeint ist: der Knoblauch mit dem Oel, in dem er zerstoßen wurde, wurde mit Oel und Brei eine Masse. Manche Ausgaben haben הן; so a. M. und L. Danach ist zu erklären: sie, d. h. Brei, Oel und Knoblauch bilden eine Masse.",
+ "War er. Der Knoblauch.",
+ "aber zerstückelt im Mörser. In dem Mörser, in dem man ihn im Oel zerstieß.",
+ "so ist er rein. Der übrige Knoblauch, abgesehen von dem berührten Stück, bleibt rein, auch wenn dieses noch mit den anderen Stücken etwas zusammenhängt oder durch das später geronnene Oel wieder zu einer Masse wurde. S. מ״א. Die Berührung des Öles würde auch nur es selbst, nicht den Knoblauch untauglich machen. S. מ״ש.",
+ "weil man seine Zerstückelung wünscht. Weil man die Stücke einzeln benutzen will.",
+ "und (ebenso. So nach Maim. Es ist zu unterscheiden, ob die zerstoßenen Teile einzeln benutzt oder eine Masse bilden sollen. R. Elia aus Wilna liest auch וכן שאר.",
+ "alles andere Zerstoßene. Z. B. bei Weizenkörnern, die vor dem Stoßen mit Wasser befeuchtet wurden, ist auch zu unterscheiden, ob man sie einzeln oder zusammengestampft benutzen will. — Nach Rasch und Rosch und auch der ersten Erkl. bei Bart. gilt außer für Knoblauch auch für die Dinge, die feucht zerstoßen werden, die gleiche Bestimmung wie für die — im Nachsatz behandelten — trocken zerstoßenen. S. a. die nächste Anm.",
+ "Was man aber. So die meisten Ausgaben mit M. — Rasch, Rosch, Bart. lesen או; s. d. vorige Anm. Nach ihnen heißt es: Alles was gewöhnlich feucht zerstoßen wird (und man hat es auch feucht gestoßen), oder was gewöhnlich feucht zerstoßen wird, man hat es aber nicht feucht gestoßen …",
+ "ohne Flüssigkeit zerstoßen. Auch wenn sich eine zusammenhängende Masse bildete.",
+ "das ist wie ein Kranz von getrockneten Feigen. Der sogar bei Berührung durch einen Unreinen nur an der berührten Stelle unrein wird, sonst rein bleibt. S. Terum. II, 1."
+ ],
+ [
+ "War der Brei oder der dünne Kuchen. S. I, Anm. 6.",
+ "Hatte man es vermengt. Wörtlich: zu einer Masse (mit dem Brei oder dem Kuchen) gemischt. √חבץ = arab. חבץ; vgl. a) Ber. 36 b חביץ קדרה. Das Oel ist aber an der berührten Stelle noch zu erkennen.",
+ "an die das Oel kommt. Nicht als ob der profane Brei oder Kuchen an sich untauglich geworden wäre. Aber die mit Oel durchtränkten Stellen dürfen nicht gegessen werden, weil das untauglich gewordene Oel der Priesterhebe nicht von ihnen getrennt werden kann."
+ ],
+ [
+ "Hatte sich auf heiligem. S. I, Anm. 4.",
+ "Fleische die Brühe. קפה ist die am Boden des Topfes bereits geronnene Brühe aus zerkochtem Fleisch und Zutaten. S. a. Tohor. I, 4 תוי״ט u. Anm. 45.",
+ "berührte die Brühe. S. I, Anm. 4.",
+ "Stücke rein. Die Kruste aus geronnener Brühe bildet keine einheitliche Masse mit den Fleischstücken, so dass nur die Brühe untauglich wird, nicht aber die Fleischstücke.",
+ "als eine einheitliche Verbindung. So dass außer dem berührten Stücke nur das, was von der Brühe und den anderen Stücken bei seinem Herausnehmen mit hochgezogen wird, untauglich wird.",
+ "Beides. Die verkrustete Brühe und die von ihr bedeckten Fleischstücke.",
+ "gilt als einheitliche Verbindung. So dass die Berührung der Kruste alle von ihr bedeckten Stücke und die der Stücke die ganze Kruste untauglich macht.",
+ "die sich auf Brotstücken verkrustet haben. Nach Ansicht des ersten Lehrers bildete die Kruste von der geronnenen Brühe aus Hülsenfrüchten keine Verbindung mit den Brotstücken und zwischen ihnen nach R. Jochanan wohl. — Bei Hülsenfrüchten handelt es sich um Priesterhebe.",
+ "Im Topfe gekochte Hülsenfrüchte. So nach der Lesart מעשה קדרה בקטניות, Doch würde man erwarten של קטניות Möglich wäre auch die Erklärung: Topfgericht (aus Mehlbrei) mit Hülsenfrüchten. — T. und M. lesen מעשה קדרה וקטניות. Maim. erklärt מעשה קדרה als fest gekochten Mehlbrei. Es handelt sich dann um je ein hartgekochtes Gericht von Mehlbrei und Hülsenfrüchten.",
+ "wenn sie einzeln sind. Wenn das Gericht noch nicht zu einer zusammenhängenden Masse gekocht ist, sondern die einzelnen Teilchen sind noch für sich, so gilt der Inhalt des Topfes nicht als Einheit. Wenn daher das berührte Teilchen nicht einmal Eigröße hat, so kann es nicht weiter verunreinigen; s. Tohor. II, 1. Nach unseren Ausgaben das. und Rasch und Rosch z. St., Raschi Pes. 33b s. v. בכביצה können Speisen in geringerer Menge als Eigröße wohl unrein werden, aber nicht weiter verunreinigen; s. a. תוי״ט und Anm. 9a zu Toh. II, 1; s. aber Tos. Pes. 33b s. v. לאימת.",
+ "gelten sie als Verbindung. So dass das ganze Gericht durch die Berührung untauglich wird.",
+ "Bildeten sie viele Stücke. Mindestens von Eigröße; s. Anm. 41.",
+ "so werden sie gezählt. D. h. sie werden nach Unreinheitsgraden gezählt. Wenn also ein Unreinheitserzeuger ein Stück berührte, so wird dieses unrein leichten ersten Grades, das von ihm berührte zweiten, das nächste dritten, bei Heiligem noch das nächste unrein vierten Grades.",
+ "so machte er nur das Oel untauglich. Der Wein bleibt rein, weil er nicht mit dem Oel als einheitliche Masse gilt."
+ ],
+ [
+ "War ein Fass. Mit Wein von Priesterhebe oder mit heiligem Weine.",
+ "in eine mit Wein. Mit profanem Wein. ",
+ "berührte es. Den Wein im Fasse.",
+ "unterhalb seiner. Der Öffnung des Fasses.",
+ "so gilt es als Verbindung. Aller Wein im Fasse gilt als einheitliche Verbindung. Auch wenn das Fass ursprünglich nur zum Teil mit Wein von Priesterhebe gefüllt war, der obere Teil des Fasses hatte sich mit profanem Wein aus der Grube gefüllt, so dass eigentlich nur profaner Wein berührt war, so wird doch der Wein von Priesterhebe im unteren Teil des Fasses untauglich.",
+ "oberhalb der Öffnung. Den profanen Wein der Grube oberhalb des ganz untergetauchten Fasses.",
+ "so gilt es nicht als Verbindung. Der Wein der Grube mit dem des Fasses. Sein Wein bleibt also rein.",
+ "in Manneshöhe stand. Wenn der profane Wein der Grube in noch so großer Höhe über dem untergesunkenen Fass steht.",
+ "so gilt es als Verbindung. Der Wein des Fasses und der der Grube über ihm gelten als Einheit. Durch die Berührung dieses Weines wird daher der Wein der Priesterhebe im Fasse untauglich."
+ ],
+ [
+ "Hatte ein Fass. Mit Wein von Priesterhebe oder mit heiligem Weine.",
+ "an seiner Öffnung. Oben am Fasse. — Die meisten Ausgaben haben מפיה, so a. Ab. s. 60a u. Tosefta II, 4. Doch fehlt es in T., M. und ed. Livorno.",
+ "berührte es. Den Wein im Fasse.",
+ "so ist es. Den Wein im Fasse.",
+ "unrein. Untauglich.",
+ "ist es unrein. Wenn der Wein oben an der Öffnung berührt wurde, ist der ganze Inhalt des Fasses untauglich, weil er als Träger der berührten oberen Schicht eine Einheit mit ihr bildet. Die Berührung des Weines am Boden macht allen Wein untauglich, weil er auf der unteren Schicht ruht und deshalb mit ihm eine Einheit bildet.",
+ "ist es rein. Durch Berührung des Weines an einem Seitenloch wird nur die berührte Stelle untauglich; der übrige Wein bleibt rein. So nach Tosefta II, 4 und der einen Ansicht in Ab. s. 59b/60a. Nach der anderen Ansicht wäre auch nach R. Jehuda aller Wein oberhalb der berührten Stelle untauglich.",
+ "berührte den Strahl. So wird der Strahl untauglich.",
+ "falls darin. In dem unteren Gefäß, in das der berührte Strahl hineinfällt.",
+ "(genügend) ist, geht es in 1. Wenn der Wein im unteren Gefäß hundertmal so viel wie der berührte Strahl ist, der Gesamtinhalt mit dem Strahl also 101 mal so viel wie der Strahl ist, so wird der Strahl majorisiert und kann mit dem anderen Wein des unteren Gefäßes getrunken werden. — Dass die berührte Stelle majorisiert wird, liegt daran, dass sie nur untauglich wurde, da durch Berührung dessen, der heute sein Tauchbad nahm, keine weiter wirkende Unreinheit übertragen wird. Hätte aber ein noch völlig Unreiner den Strahl berührt, so würde dieser den Wein im unteren Gefäß weiter verunreinigen (Bart.) — Wenn Terum. V, 4 gelehrt wird, dass auch unreine Priesterhebe durch das Hundertfache von reiner majorisiert werden kann, so handelt es sich dort um reine Früchte von Priesterhebe, die noch nicht durch Befeuchtung fähig wurden, Unreinheit anzunehmen. S. d. Rasch. zu Mischna 2."
+ ],
+ [
+ "Wenn eine Blase am Fass von außen und innen durchlöchert ist. Beim Härten der Tongefäße entstehen in den Wänden zuweilen blasenartige Hohlräume. Wenn nun solche Blase an einem Fasse an ihrer Außen- und Innenseite ein Loch hat, …",
+ "von oben oder von unten. Es ist gleichgültig, ob die Blase oben oder unten am Fass ist (so תוי״ט s. a. die vorige Mischna), und ob die Löcher oben oder unten an der Blase sind. — Die Worte בין מלמעלן בין מלמטן sind hier nicht nötig; sie sind wohl nur aus Parallelismus zu den weiteren Sätzen gebraucht. S. a. תוי״ט und מ״ש.",
+ "so ist es unrein. Wenn das Fass mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, diese also auch die Blase ausfüllt und ein Unreinheiterzeuger, etwa ein linsengroßes Stück von einem toten Kriechtier, rührte an den Inhalt der Blase, so ist auch die Flüssigkeit im Fasse unrein. — Auch wenn jemand, der heute sein Tauchbad nahm, den Wein von Priesterhebe in der Blase berührt, wird auch der im Fasse untauglich. Wegen des letzten Satzes der Mischna mit dem Falle, dass der Inhalt des Fasses auch beim Unreinheiterzeuger rein bleibt, ist hier gerade von diesem die Rede. S. כ״מ zu Maim. הל׳ טומאת אוכלין ט׳ י״א. — Rabed das. erklärt: die Blase selbst wird durch ein linsengroßes Stück des Kriechtieres verunreinigt und vielleicht auch das Fass, weil die Blase als Eingang zum Fass dienen kann. Wenn aber ihre äußere Öffnung unten ist, kann sie nicht als Eingang und überhaupt nicht als Gefäß dienen und nimmt daher keine Unreinheit an. Ähnlich auch Rosch.",
+ "bei dem Unreinheitserzeuger und unrein beim Totenzelt. Wenn das Fass sonst fest geschlossen, die Blase aber offen ist.",
+ "so ist es unrein. Weil dann die Flüssigkeit der Blase eine Einheit mit der im Fasse bildet. Nach Rabed (s. Anm. 63), weil die Blase den Eingang zum Fass bildet.",
+ "so ist es beim Unreinheitserzeuger rein. Der Inhalt des Fasses bleibt rein, obwohl der der Blase unrein ist, weil nichts von der Blase in das Fass fließen kann. Die etwa vom Fass in die Blase fließende Flüssigkeit gilt aber nicht als Verbindung נצוק אינו חבור; s. Machsch. V, 9. — Die Erklärung von Rabed s. Anm. 63.",
+ "aber unrein beim Totenzelt. Denn die Luft dringt auch in diesem Falle in das Fass, so dass es nicht fest abgeschlossen ist. "
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+ "Alle Griffe der Speisen. Alle natürlichen Griffe, z. B. der Stiel einer Frucht, der Knochen, an dem Fleisch angewachsen ist.",
+ "die als Verbindung beim Unreinheitserzeuger gelten. So dass bei Berührung des Griffes durch den Unreinen die Speise unrein wird. Vgl. Ukz. I, 1.",
+ "der heute sein Tauchbad nahm. So dass durch Berührung des Griffes die Speise von Priesterhebe oder von Heiligem untauglich wird.",
+ "Wenn eine Speise auseinander getrennt. פרס. abbrechen.",
+ "aber noch etwas zusammenhängt. ערה. = arab. ערי zu verbinden.",
+ "so ist dieses wie jenes. Die Berührung des einen Stückes macht nach R. Meir das andere auch dann untauglich, wenn der Zusammenhang nicht mehr so stark ist, dass das größere mit dem kleineren hochgezogen werden kann, wenn nur das kleinere mit dem größeren mitgezogen würde. Nach R. Jehuda müssen die beiden Stücke noch so fest zusammenhängen, dass auch das größere mit dem kleineren hochgezogen werden kann; sonst gelten sie nicht als Einheit.",
+ "so ist dieses wie jenes. Die Berührung des einen Stückes macht nach R. Meir das andere auch dann untauglich, wenn der Zusammenhang nicht mehr so stark ist, dass das größere mit dem kleineren hochgezogen werden kann, wenn nur das kleinere mit dem größeren mitgezogen würde. Nach R. Jehuda müssen die beiden Stücke noch so fest zusammenhängen, dass auch das größere mit dem kleineren hochgezogen werden kann; sonst gelten sie nicht als Einheit.",
+ "R. Nechemja sagt: nach dem reinen (Stück. Richtet man sich. Die Stücke gelten als verbunden, wenn beim Hochziehen des reinen Stückes — d. h. des von dem, der erst heute sein Tauchbad nahm, nicht berührten — das untauglich gewordene mitgezogen würde, so gilt auch das reine als berührt und ist untauglich. Das Größenverhältnis der beiden Stücke ist dabei unwesentlich.",
+ "nach dem unreinen. Wenn bei seinem Hochziehen das reine Stück mitgezogen wird, so ist es auch untauglich.",
+ "Alle übrigen. Außer Obst, Fleisch, Gebackenem oder Gekochtem. Gemeint sind Gemüsearten. — Der Ausdruck שאר כל האוכלים paßt nicht recht für die Gemüsearten. R. Elia aus Wilna — am Rande der Wilnaer Talmudausgabe — liest deshalb ליאחז [ם]וכל האוכלים שדרכ.",
+ "das ergreift man am Blatt. D. h. Wenn dann beim Hochziehen des Blattes der Stengel mitgezogen würde, so gelten sie als Einheit; die Berührung des einen Teiles macht auch den anderen untauglich. — Wenn aber beim Hochziehen des Blattes der Stengel abreißen würde, so gelten sie nicht als Einheit und nur das berührte Blatt oder der berührte Stengel ist untauglich.",
+ "ergreift man am Stengel. Wenn beim Hochziehen des Krautes, das gewöhnlich am Stengel ergriffen wird, das Blatt mit dem Stengel mitgezogen würde, gelten beide Teile als Einheit sonst nicht. Vgl. die vorige Anm."
+ ],
+ [
+ "Lag. S. Eduj. II, 4.",
+ "auf Kraut von Priesterhebe ein geschlagenes Ei. Bei dem das Gelbe und Weiße durch das Schlagen schon vermischt wurde.",
+ "der an dieser Stelle war. Da das Ei schon geschlagen ist, klebt es fest am Stengel und gilt als dessen Teil. Obwohl das Ei, das doch profan ist, als Ei durch die Berührung nicht untauglich werden kann, gilt der Stengel an der Berührungsstelle als berührt und wird untauglich. S. מ״א. — Dagegen bildet das Ei keine Verbindung für alle von ihm bedeckten Stellen, so dass diese etwa als eine Einheit durch die Teilberührung untauglich würden.",
+ "die ganze oberste Reihe. Der Stengel wird untauglich, weil an ihr das Ei haftet.",
+ "wie ein Helm. So dass nicht einmal der Stengel an der Berührungsstelle des Eies untauglich wird.",
+ "so gilt es nicht als Verbindung. So dass nicht einmal der Stengel an der Berührungsstelle des Eies untauglich wird."
+ ],
+ [
+ "Hatte sich ein Eifaden an den Wänden einer Pfanne. לפס gr. λοπάς (Kr.).",
+ "verkrustet. In der Pfanne wurde eine Speise von Priesterhebe mit dem Ei gekocht und eine Strähne vom Ei ist an den Wänden festgekocht und geht etwas über den Rand der Pfanne hinaus.",
+ "berührte ihn innerhalb des Randes. Wenn der Eifaden unterhalb des Randes, also in der Pfanne, berührt wurde.",
+ "so gilt es als Verbindung. Mit der Speise von Priesterhebe, so dass sie untauglich wird. Wohl weil das geschlagene Ei mit der Speise zusammengekocht ist, gilt es, soweit es in der Pfanne ist, als Einheit mit der ganzen Speise, — In der vorigen Mischna lag das geschlagene Ei noch ungekocht auf dem Kraut. Daher gelten noch nicht alle Krautstengel als eine einheitliche Speise.",
+ "gilt es nicht als Verbindung. Durch die Berührung der Eisträhne außerhalb des Randes wird die Speise von Priesterhebe nicht untauglich, wohl weil der an der Außenwand festgekochte Teil des Eies nicht mitgegessen wird und deshalb nicht als Teil der Speise gilt.",
+ "was mit ihm abgeschält wird. Auch wenn der Faden innerhalb der Pfanne berührt wurde, ist nur der Teil der Speise untauglich, der beim Ablösen des Fadens mitgezogen wird. So nach Rasch. — Rosch zitiert auch die Auffassung, dass nach R. Jose auch bei Berührung des Fadens an der Außenwand der Teil der Speise untauglich wird, der bei seiner Loslösung mitgezogen wird.",
+ "Ebenso. Wie mit dem Ei. Der erste nicht genannte Lehrer und R. Jose behandeln den verkrusteten Faden von Hülsenfrüchten, wie sie den des Eies behandeln."
+ ],
+ [
+ "gemengt. Die Mehrheit des Teiges ist profan, so dass er nach Thoravorschrift ganz als profan behandelt werden darf. Da aber der profane Teig nicht hundertmal so viel wie das Stück Priesterhebe ist, so gelten für ihn nach rabbinischer Vorschrift die Bestimmungen für Priesterhebe. Vgl. Orla II, 1.",
+ "oder der mit Sauerteig von Priesterhebe gesäuert. Auch nach der Auffassung, dass der durch Sauerteig von Priesterhebe gesäuerte profane Teig nach Thoravorschrift wie Priesterhebe zu behandeln ist, wird er durch die Berührung nicht untauglich, weil doch die wirkliche Priesterhebe, der Sauerteig, nicht berührt wird. S. Rasch, תוי״ט u. מ״א.",
+ "nicht untauglich. In dieser Hinsicht ist eine erleichternde Ausnahme, weil der Teig nach Thoravorschrift als profan gelten kann. S. Anm. 24.",
+ "befähigt war. Man hatte z. B. den Weizen vor dem Mahlen mit Wasser gewaschen. Vgl. Machschirim I, 1.",
+ "aber mit Fruchtsäften. Die nach Machsch. VI, 4 nicht zur Unreinheit befähigen.",
+ "Elieser ben Jehuda aus Bartota. ברתותא Ort in Nordgaliläa, Schwarz חבראות הארץ. S. 79, 240. — Nach Horowitz א״י ושכנותיה, S. 175a bei Kadesch Naphtali.",
+ "untauglich. Obwohl die Fruchtsäfte nicht zur Unreinheit befähigen, lassen sie den mit ihnen gekneteten Teig als Einheit gelten.",
+ "Akiba sagt in seinem. R. Josua’s.",
+ "Er machte nur seine Berührungsstelle untauglich. Weil die Fruchtsäfte nicht zur Unreinheit befähigen, stellen sie nach R. Akiba auch hinsichtlich der Verunreinigung keine Einheit des Teiges her; s. a. Anm. 34."
+ ],
+ [
+ "Elieser ben Jehuda aus Bartota. ברתותא Ort in Nordgaliläa, Schwarz חבראות הארץ. S. 79, 240. — Nach Horowitz א״י ושכנותיה, S. 175a bei Kadesch Naphtali.",
+ "Er machte alles untauglich. Da das Kraut mit dem Oel von Priesterhebe ganz durchsetzt ist, wird die berührte Stelle auch nach R. Akiba wie das Oel selbst betrachtet und wird durch die Berührung untauglich. Nach R. Elieser bildet das das ganze Kraut durchziehende Oel eine Einheit, so dass alles Oel und dadurch alles Kraut untauglich wird.",
+ "Akiba sagte in seinem. R. Josua’s.",
+ "Er machte nur seine Berührungsstelle untauglich. Das vom Kraut eingesogene Oel gilt nach R. Akiba nicht als miteinander verbunden. S. מ״א. — Dass in der vorigen Mischna auch nach R. Akiba nur Fruchtsäfte, die nicht zur Unreinheit befähigen, keine Verbindung herstellen, wohl aber Oel oder Wasser, hat darin seinen Grund, dass dort der zu verbindende Teig von Priesterhebe ist. Hier ist aber das Kraut profan und kann als solches überhaupt nicht untauglich werden. Die Untauglichkeit entsteht nur mittelbar durch das Oel in ihm."
+ ],
+ [
+ "Hatte ein Reiner von einer Speise gekaut. √נגס nach Aruch und dem R. Hai zugeschr. Komm.: kauen; nach Maim.: abbeißen. Er hatte mit nicht reiner Hand (vgl. II, Anm. 10) in den Mund gefasst und die vom Speichel befeuchtete Speise berührt. So nach Rasch u. Rosch. Die Auffassung Maim.’s s. Anm. 48.",
+ "so ist er. Der Brotlaib und ebenso die Kleider.",
+ "rein. Es ist dies die Ansicht des R. Jehuda (Kelim. VIII, 10), nach der Speichel im Munde noch nicht als Flüssigkeit gilt, die unrein werden kann. Daher hatte die Hand im Munde den Speichel auf der Speise nicht verunreinigt, so dass dieser beim Niederfallen weder Kleid noch Brot verunreinigt.",
+ "Hatte er geöffnete. Eigentlich: gespaltene. Frische, aufgequetschte Oliven.",
+ "Oliven oder feuchte. Noch frische. Vgl. Ukz. II, 2. Bei frischen Datteln saugt man den noch am Kern haftenden Saft.",
+ "bei allem. Nämlich bei allem. Einfacher wäre וכל שהוא und bei allem, … und nachher וכל שאינו. So liest מ׳׳ש. So hat auch Maim. הל׳ טומאת איכלין י״ד ט״ז.",
+ "wo er an seinem Kern saugen wollte und es war (etwas. Von der mit Speichel befeuchteten Frucht.",
+ "so ist er. Der Brotlaib und ebenso die Kleider.",
+ "unrein. Nachdem man die Frucht in die Hand genommen hatte, war der Speichel auf ihr durch die Hand unrein leichten ersten Grades geworden (vgl. Para VIII, 7), so dass er Kleider und Brot verunreinigt (vgl. Seb. V, 12). Da man am Kern saugte, gilt der durch das Saugen vermehrte Speichel als Flüssigkeit, die unrein werden kann. Vgl. Kel. VIII, Anm. 105.",
+ "bei allem. Nämlich bei allem. Einfacher wäre וכל שהוא und bei allem, … und nachher וכל שאינו. So liest מ׳׳ש. So hat auch Maim. הל׳ טומאת איכלין י״ד ט״ז.",
+ "wo er nicht an seinem Kern saugen wollte, und es war (etwas. Von der mit Speichel befeuchteten Frucht.",
+ "so ist er. Der Brotlaib und ebenso die Kleider.",
+ "rein. Da er nicht an der Frucht oder am Kern saugen wollte, gilt der wenige Speichel an der Frucht nicht als Flüssigkeit.",
+ "sind in dieser Hinsicht gleich. Die gleichen Bestimmungen wie für den Reinen, dessen unreine Hände die mit Speichel befeuchteten Speisen berührten, gelten auch für den bisher Unreinen, der heute sein Tauchbad nahm und die Speisen berührte. Auch bei ihm ist der Speichel an sich nicht unrein, sondern wird erst durch die unreinen Hände unrein.",
+ "Diese und jene. Eigentlich: die Früchte, an deren Kern man saugt, und die, an deren Kern man nicht saugt. Gemeint ist: Kleider und Brotlaib werden durch den Speichel an beiden Arten von Früchten unrein.",
+ "denn die Flüssigkeiten des Unreinen befähigen. Der Speichel dessen, der heute sein Tauchbad nahm, gilt nach R. Meir als unrein wie der eines völlig Unreinen und macht gleichzeitig das Brot fähig zur Unreinheit und unrein.",
+ "mit seiner Billigung und ohne seine Billigung. So dass sein Speichel auch dann verunreinigt, wenn er nicht am Kern saugte. — Nach R. Meir würde auch im ersten Fall der Mischna der Speichel verunreinigen, da er nach ihm auch im Munde durch die unreine Hand unrein wird; vgl. Kel. VIII, 10.",
+ "ist nicht unrein. Insofern gilt er nicht als unrein, dass sein Speichel an sich nicht unrein ist. Durch seine nicht reinen Hände wird natürlich wie beim ganz Reinen auch sein Speichel beim Essen von Früchten, an deren Kern man saugt, unrein. — Die Weisen sind der nicht genannte frühere Lehrer, der sagte: „Der Reine und der, der heute sein Tauchbad nahm, sind in dieser Hinsicht gleich.“ Oben haben sie ihre Ansicht nicht begründet. Erst wegen der Bemerkung R. Meirs muss ihr Gegengrund angegeben werden. (R. Meir von Rothenburg). — Im Gegensatz zu Rasch bezieht Maim. die Mischna nicht nur auf die Verunreinigung des Brotes, sondern auch auf die Fähigkeit, unrein zu werden, da ja der Speichel eines jeden Menschen als Flüssigkeit gilt und die Speisen zur Unreinheit befähigt (Machsch. VI, 5) Die Ausdrücke טהור und טמא bedeuten oft „nicht befähigt“ und „befähigt“ zur Unreinheit, (z. B. Machsch. I, 4). — Wenn beim Hineinbeißen — d. i. nach Maim. נגס — in eine Speise Speichel aus dem Mund fließt und auf einen Brotlaib fällt, so befähigt er nicht zur Unreinheit, weil sich der Speichel ohne Willen des Menschen losgelöst hat. (Vgl. zur Ansicht Maim.’s die Einleitung zu Machschirin). Das gleiche gilt auch, wenn man beim Essen einer Frucht, ohne am Kern saugen zu wollen, Speichel fallen ließ. Wollte man aber saugen, so gilt der Speichel als mit Willen abgesondert und befähigt zur Unreinheit. Wenn man nun den Kern mit nicht reinen Händen berührt, so wird der Speichel auf ihm unrein ersten leichten Grades. Fällt dann der feuchte Kern auf die Kleider oder das Brot, so verunreinigt sie der Speichel. Das gilt auch, wenn das Brot profan ist. Die Mischna spricht wohl deshalb von Priesterhebe, um zu lehren, dass im ersten und dritten Fall sogar das Brot von Priesterhebe rein bleibt. (Vgl. hierzu מ״א). — R. Meir meint, der Speichel dessen, der heute sein Tauchbad nahm, befähigt immer zur Unreinheit, auch wenn er gegen den Willen des Menschen abgesondert wurde, ebenso wie der eines völlig Unreinen (vgl. Machsch. I, 1), während nach Auffassung der Weisen der Speichel dessen, der heute sein Tauchbad nahm, wie der eines völlig Reinen gilt. "
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "War Speise vom Zehnten. Vom ersten Zehnten, den die Leviten erhalten. Er gilt in jeder Hinsicht als profan. Vgl. Jebam. 85 b.",
+ "befähigt. Durch eine der sieben in Machsch. VI, 4 aufgezählten Flüssigkeiten.",
+ "oder unreine Hände. Eines Reinen.",
+ "so kann man von ihm die Zehnthebe. Der Zehnte, den der Levit von seinem Zehnten dem Priester zu geben hat. Er hat in jeder Hinsicht die Bestimmungen der Priesterhebe. Vgl. Num. 18, 26 ff.",
+ "in Reinheit abscheiden. Die spätere Priesterhebe des Zehnten bleibt rein, obwohl man auch sie vor ihrer Benennung berührte. — Nach der von Maim. הל׳ אבות הטומאות י״א ט״ו als Halacha rezipierten Ansicht in Sota 30 b gilt ein Teig, von dem Priesterhebe noch abzuheben ist, in Bezug auf Verunreinigungsmöglichkeit als profan, ebenso auch die anderen Dinge, von denen die Priesterabgabe noch zu nehmen ist. — Aber auch nach der Auffassung, dass wegen der noch nicht abgenommenen Priesterhebe der ganze Teig sonst hinsichtlich der Verunreinigung wie Priesterhebe behandelt wird, gilt dies nicht gegenüber der Berührung durch jemanden, der bereits heute sein Tauchbad nahm, und wohl auch nicht gegenüber den unreinen Händen; vgl. Nid. 7 a.",
+ "dritten Grades würde. Wenn der Zehnte durch die Berührung unrein werden könnte."
+ ],
+ [
+ "die heute ihr Tauchbad nahm, (kann. Ohne dass sie den Teig, bezw. die Teighebe untauglich macht.",
+ "die Teighebe. Das zur Teighebe bestimmte Stück; s. Anm. 12. — Ein Teil unserer Mischna findet sich ähnlich Nid. X, 7.",
+ "in einen Korb. Vgl. Ohal. V, 6 und Anm. 55. — Nach Maim. ist כפישה ein Steingerät.",
+ "aus Palmfasern. Vgl. Kel. XXVI, 1 und Sota I, 6 חבל מצרי, der nach Raschi Sot. 7b ein Stück aus Palmbast ist. Nach Jeruschalmi z. St. und auch nach Maim. הל׳ סוטה ג׳ י״א ist es aber ein ägyptischer Strick. — Sota II, 1 (14a) erklärt Raschi entsprechend seiner früheren Erklärung כפיפה מצרית als Korb aus Palmbast. — (Raschi Nid. 7a bemerkt, dass כפיפה kein בית קבול hat, also wohl ein ganz flacher Korb ist, dessen Wand keine Handbreite hoch ist.)",
+ "oder auf ein Brett. Die Ausgaben haben meist נחותא. T. M. L. haben נחותה. Im Zitat der Mischna Nid. 7a אנחותא, so auch der R. Hai zugeschr. geon. Kommentar, Rasch, Rosch. — Raschi Nid. 7a erklärt אנחותא als glattes Holzgerät; namens R. Hai erklärt er: gehobeltes Brett, s. a. Aruch. — Die Frau soll den Teig in solche Geräte legen, die nicht unrein werden können, damit sie daran denkt, dass sie selbst nicht ganz rein ist und deshalb die Teighebe nach ihrer Benennung nicht berühren darf. Raschi Nid. 7a, Rasch, Rosch.",
+ "daneben stellen. Der Teil vom Teig oder von Früchten, der als Priesterabgabe bezeichnet wird, soll im Augenblick der Bezeichnung sich neben dem Hauptteil befinden. Vgl. Challa I, 9 אלא מן מוקף … ואין נוטלין.",
+ "und sie benennen. Nachdem das zur Teighebe bestimmte Stück bereits hingelegt ist, also nicht mehr von der Frau berührt wird, soll sie erst sagen, dass es Teighebe sein soll.",
+ "weil er. Der Teig.",
+ "dritten Grades würde. Wenn der profane Teig durch sie verunreinigt werden könnte."
+ ],
+ [
+ "In einem. Bisher unreinen.",
+ "man den Teig kneten und die Teighebe. Das zur Teighebe bestimmte Stück; s. Anm. 12. — Ein Teil unserer Mischna findet sich ähnlich Nid. X, 7.",
+ "Sie. Die Frau, die die Teighebe abscheidet. Einfacher wäre auch ומקיפין: man stellt daneben (s. תוי״ט und מ״ש). — M. und L. haben in Mischna 2 und 3 eigenartigerweise ומקפת וקורא.",
+ "daneben. Der Teil vom Teig oder von Früchten, der als Priesterabgabe bezeichnet wird, soll im Augenblick der Bezeichnung sich neben dem Hauptteil befinden. Vgl. Challa I, 9 אלא מן מוקף … ואין נוטלין.",
+ "und man benennt. Nachdem das zur Teighebe bestimmte Stück bereits hingelegt ist, also nicht mehr von der Frau berührt wird, soll sie erst sagen, dass es Teighebe sein soll.",
+ "weil er. Der Teig.",
+ "bei Profanem als rein gilt. Die dritte Mischna lehrt, dass kein Unterschied zwischen dem bisher unreinen Menschen und dem bisher unreinen Gefäß ist, die zwar schon das Tauchbad hatten, aber noch auf Sonnenuntergang warten müssen. Maim."
+ ],
+ [
+ "Hatte man eine Flasche. Flasche oder Krug.",
+ "aus einem Fasse von nicht verzehntetem Zehnten. Vom Levitenzehnten, von dem der Priesterzehnte noch nicht abgesondert war. S. Anm. 4.",
+ "Dies soll nach Dunkelwerden. Also erst wenn durch Sonnenuntergang die Flasche völlig rein wird, so dass die Flasche den Priesterzehnten nicht mehr untauglich macht.",
+ "Zehntenhebe. Der Zehnte, den der Levit von seinem Zehnten dem Priester zu geben hat. Er hat in jeder Hinsicht die Bestimmungen der Priesterhebe. Vgl. Num. 18, 26 ff.",
+ "so ist es. Der Inhalt der Flasche, Wein oder Oel, ist erst am Abend Zehnthebe und ist völlig rein; s. die vor. Anm.",
+ "Hatte man. Am Freitag oder am Tage vor dem Festtage.",
+ "Dies soll Erub. עירוב wörtlich: Vereinigung. Vgl. Erubin III. Es handelt sich um עירוב תרומין, durch den der am Sabbat oder Festtag zum Wandern gestattete Raum um 2000 Ellen nach einer Richtung verlegt wird. Der bisher verbotene Bezirk wird mit dem erlaubten vereinigt.",
+ "so hat man nichts. Seine Worte haben keine Wirkung. Der Erub muss bereits vor Sonnenuntergang genießbar sein, der Wein oder das Oel in der Flasche gilt dann aber noch als Zehnt, von dem der Priesterzehnte noch nicht abgeschieden ist, und darf deshalb noch nicht genossen werden. Daher kann der Inhalt der Flasche, der erst nach Sonnenuntergang vom Priester genossen werden kann, nicht als Erub gelten. Vgl. Erub. 36a u. b.",
+ "Zerbrach das Fass. Vor Sonnenuntergang.",
+ "so bleibt die Flasche in ihrem Zustande des Nichtverzehntetseins. Der Inhalt der Flasche sollte nach Sonnenuntergang Zehnthebe von dem Zehnten im Fasse werden. Wenn aber zu dieser Zeit der Zehnte nicht mehr vorhanden ist, so kann nicht der ganze Inhalt der Flasche Zehnthebe von sich selbst werden. Er bleibt daher nicht verzehnteter Zehnt, und von ihm muss der Zehnte als Priesterhebe abgeschieden werden. Der Rest ist dann als verzehnteter Levitenzehnt zum Genuss erlaubt.",
+ "Zerbrach die Flasche. Vor Sonnenuntergang.",
+ "so bleibt das Fass in seinem Zustande des Nichtverzehntetseins. Da ja dann die Zehnthebe nicht abgeschieden ist; s. a. die vorige Anm."
+ ],
+ [
+ "Zuerst hatten sie. Die Weisen.",
+ "Man darf auf die Früchte des Am-ha-Arez. Vgl. Machschirin VI, 3, Anm.",
+ "auslösen. Nach Maim. u. Bart.: Man darf außerhalb Jerusalems Früchte des zweiten Zehnten gegen profane Früchte des Am-ha-Arez auslösen, so dass diese jetzt den Charakter des zweiten Zehnten erhalten. (Vgl. hierzu Maim. הל׳ מע״ש ד׳ ב׳; s. a. Rabed und כ״מ z. St.). Man braucht nicht zu fürchten, dass die Früchte des Am-ha-Arez Früchte des zweiten Zehnten waren, so dass der eigne zweite Zehnt nicht ausgelöst wurde. (S. a. תוי״ט). Nach Rasch und Rosch handelt es sich um Auslösung in Jerusalem. Wenn nämlich jemand in Jerusalem Geld hat, auf das er Früchte vom zweiten Zehnten ausgelöst hatte, so darf er für dieses Geld nur Lebensmittel kaufen, die dann in Jerusalem in Reinheit (allerdings nach dem Bad noch vor Sonnenuntergang) gegessen werden müssen. Nach dem Kauf ist das Geld wieder profan. Wenn nun jemand sein Geld zu anderen Zwecken nötig hat, kann er zu einem Freunde, der hier in Jerusalem Früchte hat und ihm gefällig sein will, sagen: „Dieses Geld soll auf deine Früchte ausgelöst sein.“ Dann gelten die Früchte wie zweiter Zehnt, das Geld ist profan. — Wenn es sich um Geld handelt, auf das Früchte ausgelöst werden, die vielleicht profan waren — man hatte sie von einem Am-ha-Arez gekauft und nur Zweifels halber die Abgaben nochmals abgeschieden דמאי; vgl. Demai II —, so darf man das Geld in Jerusalem auch auf Früchte eines Am-ha-Arez auslösen (s. Ma’aser sch. III, 3). — Handelt es sich aber um Geld, auf das Früchte vom sicheren zweiten Zehnten ausgelöst waren, so darf man sie in Jerusalem nicht gegen Früchte eines Am-ha-Arez einlösen, weil man fürchten muss, dass dieser sie nicht in Reinheit isst.",
+ "auch auf sein Geld. Nach Maim. und Bart.: Man darf außerhalb Jerusalems auch Früchte des zweiten Zehnten gegen das Geld des Am-ha-Arez auslösen und braucht nicht zu fürchten, dass auf dieses bereits ein zweiter Zehnt ausgelöst war. Ursprünglich hatte man hiergegen Bedenken, weil man damit rechnete, dass der Am-ha-Arez das Geld, auf das zweiter Zehnt ausgelöst war, als profan betrachten und nicht sagen würde, dass gegen es bereits ausgelöst ist. — Wie תוי״ט bemerkt, muss es sich in beiden Fällen der Mischna darum handeln, dass die Früchte bezw. das Geld des Am-ha-Arez in der Hand des Auslösenden sind und bleiben, und dass dieser selbst diese Früchte bezw. das Geld, die den Charakter des zweiten Zehnten erhalten haben, in Jerusalem verzehrt; denn man darf einem Am-ha-Arez keinen zweiten Zehnten überlassen. Sonst müsste es sich auch nach Maim. um Früchte handeln, die nur Zweifels halber als zweiter Zehnt gelten. — Nach Rasch und Rosch handelt es sich hier wohl sicher entsprechend dem ersten Falle um Früchte, die man nur Zweifels halber als zweiten Zehnt betrachtete. Man darf sie außerhalb Jerusalems gegen Geld des Am-ha-Arez auslösen, ohne fürchten zu müssen, dass dieser es wie profanes Geld behandeln würde. — Zuerst hatte man das Bedenken, der Am-ha-Arez würde bei Geld weniger als bei Früchten den Heiligkeitscharakter beachten.",
+ "Zuerst. Dieser Teil der Mischna ist aus Git. VI, 5 wiederholt.",
+ "hatten sie. Die Weisen.",
+ "Wenn jemand in Ketten. קולר lat. collare Halseisen, Kette.",
+ "hinaus geht. Zur Aburteilung geführt wird, auch wenn der Prozess um Geld geht; s. Maim. הל׳ גירושין ב׳ י״ב",
+ "so schreibt und gibt. Obwohl der Mann nicht ausdrücklich gesagt hat, man solle den Scheidebrief auch geben. Sicher hat er es gemeint, und nur in der Aufregung unterließ er es zu sagen.",
+ "auch. Die gleiche Bestimmung gilt auch für den, der eine große Reise unternimmt, nach R. Simon auch für den gefährlich Kranken.",
+ "Simon aus Schesor. Nach Saphir הארץ, S. 120, u. Klein א׳׳י, S. 67 ein Ort in der Nähe von Akko. S. u. K. folgen hierbei wohl Parchi; s. aber H. Hildesheimer, Beiträge, Anm. 279.",
+ "auch. Die gleiche Bestimmung gilt auch für den, der eine große Reise unternimmt, nach R. Simon auch für den gefährlich Kranken."
+ ],
+ [
+ "Wenn. Die ganze Mischna findet sich bereits in Kelim XIII, 7. S. dort die Erklärung. — Die Mischna ist hier wohl wiederholt wegen der Bemerkung R. Josuas, die sich nach Tosefta Tebul. j. II, 14 jedenfalls auch auf Mischna 2 bezieht. Mischna 3 gehört zu 2. Mischnajot 4 u. 5 sind wohl eingeschoben. Vgl. Einleitung zu unserem Traktat. — S. a. Rasch und תוי״ט."
+ ],
+ [
+ "Wer die Priesterhebe von der Grube. In der Wein- oder Ölkelter.",
+ "abschied. Er zog ein mit Wein oder Oel gefülltes Fass heraus, um den Inhalt zur Priesterhebe zu bestimmen.",
+ "Unter der Bedingung. Soll der Inhalt des Fasses Priesterhebe sein.",
+ "dass es. Das Fass.",
+ "unversehrt von Bruch. Nur dann soll es Hebe sein, wenn es nicht beim Heraufziehen zerbricht.",
+ "und Vergießen. Wenn kein Wein oder Oel ausgegossen wird. In diesen Fällen soll es nicht Priesterhebe sein, damit nicht der zurückfließende Wein oder das Oel als Priesterhebe den Inhalt der Grube für Nichtpriester ungenießbar macht.",
+ "aber nicht von Unreinheit. Wenn auch das Fass beim Heraufziehen unrein wird, so ist es doch Priesterhebe.",
+ "so vermengt. מדמעת heißt wohl eigentlich „macht zu דמע“, wobei דמע als Priesterhebe zu fassen ist. דמעך Ex. 22, 28 wird in der Mechilta z. St. und Temura 4a als Bezeichnung der Priesterhebe erklärt. (S. a. Hoffmann, Mech. des R. Simon b. J., S. 152, 8). Danach bedeutet מדמעת „macht es zur Priesterhebe“, d. h. „macht es dem Nichtpriester verboten wie Priesterhebe.“ — Der Ausdruck מדומע ist dann die Bezeichnung für die Vermischung von Priesterhebe mit Profanem, wenn dieses nicht mindestens hundertmal so viel wie die Hebe ist. S. a. Chagiga III, Anm. 36; Ohal. XVI, 3 und Anm. 67; Tohor. II, 3.",
+ "es nicht. Da im Falle des Bruches das Fass nicht Priesterhebe ist, macht sein zurückfließender Inhalt den Wein oder das Oel in der Grube nicht zu einer Mischung von Priesterhebe und Profanem, die dem Nichtpriester verboten wäre.",
+ "Bis wohin. Bis zu welcher Entfernung muss spätestens der Bruch der das Vergießen (bezw. die Unreinheit) eingetreten sein, damit das Fass der Bedingung gemäß nicht als Priesterhebe gilt.",
+ "in die Grube kommt. Wenn es noch so nahe zur Grube geschädigt wurde, so ist das Fass keine Priesterhebe.",
+ "Auch wenn man den Gedanken hatte. Ursprünglich hatte man daran gedacht, die Bedingung zu machen, während des Abscheidens der Hebe hatte man aber nicht daran gedacht. — Nach Tosefta II, 17: Wenn er nicht wusste, dass er die Bedingung machen kann. S. Rasch, תוי״ט und מ״א.",
+ "weil es Bedingung des Gerichtshofes. Der oberste Gerichtshof in Jerusalem als autoritative religiöse Behörde d. h. die Weisen haben erklärt: Stillschweigend gilt die Bedingung."
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+ "\nEINLEITUNG.\nDer Traktat behandelt die besonderen Reinheitsbestimmungen des bisher Unreinen, der bereits sein Reinigungsbad genommen hat, aber noch bis Sonnenuntergang warten muß, um völlig rein zu sein. Aus Levit. 22,7 „Ist die Sonne untergegangen, so ist er (der bisher Unreine, der bereits sein Tauchbad genommen hat) rein und darf dann von dem Heiligen essen; denn es ist sein Brot“, wird Sifra z. St. und Jebam. 74b geschlossen, daß der bisher unreine Priester auch nach dem Bade erst nach Sonnenuntergang die Hebe essen darf. Opferspeisen darf er auch dann nur nach solchen Unreinheiten genießen, die keine besonderen Sühnopfer erheischen. Die bisher Samenflüssigen, Aussätzigen und Frauen nach der Geburt oder nach Blutfluß dürfen Opferspeisen erst nach Darbringung ihrer Sühnopfer essen. — Bis zum Sonnenuntergang hat schon nach Thoravorschrift der bisher Unreine nach seinem Bade den zweiten Grad der leichten Unreinheit שני לטומאה, so daß Profanes durch seine Berührung nicht verunreinigt wird. Auch Priesterhebe und Opferspeisen werden aber durch sie nicht so verunreinigt, daß sie Unreinheit weiter übertragen können. So nach der von Maim. הל׳ אבות הטומאות י׳ ג׳ rezip. Halacha. Nach der Ansicht des Abba Saul (Nidd. 71b) wird die Opferspeise unrein zweiten leichten Grades, so daß sie noch eine weitere verunreinigt, die ihrerseits die von ihr berührte untauglich zum Genusse macht. S. a. zu Abschnitt II, Anm. 3. — Nach R. Meir wird die Opferspeise, die von dem, der heute sein Tauchbad nahm, berührt wurde, unrein dritten leichten Grades, so daß sie die von ihr berührte untauglich zum Genuß macht. Diese drei Ansichten werden nach Tosefta Tohor. I, 4 in Me’ila 8a/b zitiert
. S. a. Para XI,4.\nMit wenigen Ausnahmen behandelt der Traktat nur sein Thema. Der erste Abschnitt bespricht Fälle, in denen Speisen und Getränke hinsichtlich der Berührung eines Menschen, der heute sein Tauchbad nahm, als Einheit gelten, so daß durch die Berührung eines Teiles auch das Übrige zum Genusse untauglich wird, und wann die Teile nicht als Einheit gelten. Gestreift wird auch die Behandlung der Fälle bei Berührung durch noch völlig Unreines.\nDer zweite Abschnitt spricht zuerst über die Körperausscheidungen dessen, der heute sein Tauchbad nahm, im Vergleich zu den Ausscheidungen des völlig Unreinen (1). Dann wird eine Anzahl von Fällen aufgezählt, in denen seine Berührung nur die berührte Speise untauglich macht, ohne ihr Gefäß oder andere mit ihr verbundene Speisen zu beeinflussen, daneben werden auch Fälle erwähnt, in denen es wohl geschieht (2—5). Die beiden nächsten Mischnajot behandeln die besonderen Bestimmungen für die Berührung von Weinfässern (6—7). Im Anschluß daran wird die Wirkung von Unreinheitserzeugern (אבות הטומאה) auf ein in besonderer Art durchlöchertes Weinfaß besprochen (8).\nDie erste Mischna des dritten Abschnittes bemerkt, daß hinsichtlich der Berührung der „Griffe von Speisen“ (vergl. Ukz. I) kein Unterschied zwischen dem, der heute sein Tauchbad nahm, und dem völlig Unreinen ist. Dann werden Besonderheiten von Mischspeisen aus Priesterhebe und Profanem besprochen (2—5). Die letzte Mischna bringt eine Diskussion, inwiefern der Speichel dessen, der heute sein Tauchbad nahm, die Bestimmungen des Speichels eines Reinen und eines Unreinen hat. (Vgl. die Anmerkung zur Mischna).\nDer vierte Abschnitt behandelt die Besonderheiten, die sich daraus ergeben, daß der bisher Unreine, der heute sein Tauchbad nahm, Profanem gegenüber als völlig rein gilt, während er Priesterhebe untauglich macht. Er kann die Priesterhebe vom ersten Zehnten — und natürlich auch von den noch nicht verzehnteten Früchten — abheben, ebenso die Hebe vom Teig, darf sie aber erst als Hebe bezeichnen, wenn er sie aus Händen legte (1, 2). Man darf in einem bisher unreinen Backtroge, den man heute getaucht hatte, Teig kneten, nur muß man die Teighebe herausnehmen, bevor man sie als solche bezeichnet (3). Man kann sogar in einem Krug, der erst heute in einem Tauchbade gereinigt wurde, die Priesterhebe vom Levitenzehnten abschöpfen; nur muß man mit der Benennung bis nach Sonnenuntergang warten, damit der Wein den Charakter von Priesterhebe erst dann erhält, wenn das Gefäß durch Sonnenuntergang auch der Priesterhebe gegenüber als völlig rein gilt (4). Sehr schwierig ist der Zusammenhang der nun folgenden Mischnajot mit den vier ersten. Die fünfte Mischna spricht über zwei Vorschriften aus ganz verschiedenen Gebieten, über Auslösung des zweiten Zehnten und über den Scheidebrief.\nDas Gemeinsame ist nur, daß bei beiden Vorschriften später Erleichterungen gegen den früheren Zustand zugelassen wurden. Dann folgt eine Mischna, die bereits wörtlich in Kelim XIII, 7 angeführt ist. Nach Rasch und Bart, soll sich die Schlußbemerkung des R. Josua in der sechsten Mischna מה להשיב דבר חדש חדשו הסופרים ואין לי auf alle seit der zweiten Mischna aufgezählten Fälle beziehen und deshalb seien die fünfte und sechste Mischna hier angeführt. Wie bereits תוי״ט s. v. ועל כלן bemerkt, findet sich aber in Tosefta II, 14 der Ausspruch R. Josua’s nur zum Falle der zweiten Mischna. Rasch hatte ihn auch zu dem der dritten; so ist es auch in ed. Zuckermann1.\nDie siebte handelt zwar auch nicht von der Berührung durch jemanden, der heute sein Tauchbad nahm, aber sie schließt sich inhaltlich gut an die vierte. Wie diese lehrt sie, daß man bei Absonderung der Priesterabgaben erklären kann, die Abgaben sollen erst später ihren Heiligkeitscharakter erhalten.\n"
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+ "Wenn jemand Teigheben. Die nach Num. 15, 17—21 dem Priester vom Teige zukommende Hebe. Die Bestimmungen für diese Hebe s. im Traktat Challa.",
+ "von einander zu trennen. Man legte die bei den einzelnen Privatleuten oder Bäckern gesammelte Heben in einen Korb, wollte sie nachher einzeln backen.",
+ "sie klebten aber aneinander. Wörtlich: beißen. Sie klebten so fest, dass beim Trennen Stückchen des einen Teiges vom anderen mitgerissen werden. S. a. Tohor. I, Anm. 78.",
+ "der am heutigen Tage ein Tauchbad nahm. Der bisher Unreine, der sein Tauchbad nahm, gilt erst nach Sonnenuntergang als völlig rein, so dass er heilige Speisen essen darf (Levit. 22, 7). Menschen, Geräte und profane Speisen verunreinigt er auch vor Sonnenuntergang nicht. Auch Priesterhebe und heilige Speisen und Getränke macht er nur zum Genuss untauglich, ohne sie so zu verunreinigen, dass sie weiter unrein machen können. Vgl. Para XI, 4 und Maim. ג׳—הל׳ אבות הטומאות פ״י א׳. S. a. Einleitung u. II, Anm. 3. — Wegen dieses leichten Charakters seiner Unreinheit tritt nach Bet Hillel auch die besondere Erleichterung ein, dass hinsichtlich seiner Berührung die in der Mischna angeführten einzelnen Lebensmittelteilchen nicht als zusammenhängend gelten. Durch Berührung des einen Teiles werden die anderen nicht zum Genuss untauglich. Nach Bet Schammai ist es wohl der Fall.",
+ "es gilt nicht als Verbindung. Der bisher Unreine, der sein Tauchbad nahm, gilt erst nach Sonnenuntergang als völlig rein, so dass er heilige Speisen essen darf (Levit. 22, 7). Menschen, Geräte und profane Speisen verunreinigt er auch vor Sonnenuntergang nicht. Auch Priesterhebe und heilige Speisen und Getränke macht er nur zum Genuss untauglich, ohne sie so zu verunreinigen, dass sie weiter unrein machen können. Vgl. Para XI, 4 und Maim. ג׳—הל׳ אבות הטומאות פ״י א׳. S. a. Einleitung u. II, Anm. 3. — Wegen dieses leichten Charakters seiner Unreinheit tritt nach Bet Hillel auch die besondere Erleichterung ein, dass hinsichtlich seiner Berührung die in der Mischna angeführten einzelnen Lebensmittelteilchen nicht als zusammenhängend gelten. Durch Berührung des einen Teiles werden die anderen nicht zum Genuss untauglich. Nach Bet Schammai ist es wohl der Fall.",
+ "Teigstücke. S. Tohor. I. Anm. 77.",
+ "ein dünner Kuchen. המיטה ein dünner Brotkuchen, vielleicht mit Oel gebacken. S. Ben Jehuda, Thesaurus.",
+ "bevor sie noch im Ofen gebräunt. Wörtlich: eine Kruste bekamen.",
+ "Luftbläschen des Wasserschaumes. Nach Maim. ist קולית wörtlich: Schädel; s. a. Chul. IX, wo Maim. erklärt, קולית sei jeder Knochen mit Mark. Vielleicht kommt unser קולית von κοῖλος hohl. מחולחל erklären Maim. Rasch: hohl; s. a. Kel. X, 3 und Anm. 35. — In übertragenem Sinne erklärt dann Maim. קולית של מים מחולחלת Luftblasen des Wasserschaumes. Rasch kennt auch die Erklärung קולית שְלָמים המחולחלת = Hüftknochen mit lose inliegendem Mark. Danach ging der Streit von Bet Schammai und Bet Hillel, ob das Mark durch die Berührung des Knochens untauglich würde. Doch verwirft Rasch diese Erklärung, weil es nach ihr heißen sollte קולית של שלמים.",
+ "Schaum. Wörtlich: das Aufwallen.",
+ "beim ersten. Beim ersten Aufkochen der Bohnen, beim jungen Wein und beim Reis nach Auffassung R. Jehudas liegt der Schaum ganz lose auf, so dass er nach Bet Hillel nicht als zusammenhängend mit dem eigentlichen Inhalt des Gefäßes gelten muss. S. a. Anm. 13.",
+ "der am heutigen Tage ein Tauchbad nahm. Der bisher Unreine, der sein Tauchbad nahm, gilt erst nach Sonnenuntergang als völlig rein, so dass er heilige Speisen essen darf (Levit. 22, 7). Menschen, Geräte und profane Speisen verunreinigt er auch vor Sonnenuntergang nicht. Auch Priesterhebe und heilige Speisen und Getränke macht er nur zum Genuss untauglich, ohne sie so zu verunreinigen, dass sie weiter unrein machen können. Vgl. Para XI, 4 und Maim. ג׳—הל׳ אבות הטומאות פ״י א׳. S. a. Einleitung u. II, Anm. 3. — Wegen dieses leichten Charakters seiner Unreinheit tritt nach Bet Hillel auch die besondere Erleichterung ein, dass hinsichtlich seiner Berührung die in der Mischna angeführten einzelnen Lebensmittelteilchen nicht als zusammenhängend gelten. Durch Berührung des einen Teiles werden die anderen nicht zum Genuss untauglich. Nach Bet Schammai ist es wohl der Fall.",
+ "aber zu bei allen Unreinheiten leichten wie schweren Grades. Dass sie als Verbindung gelten. Wenn also z. B. der Unreine die Luftbläschen des Schaumes berührte, so ist der ganze Inhalt des Topfes unrein."
+ ],
+ [
+ "oder einen Kuchen. המיטה ein dünner Brotkuchen, vielleicht mit Oel gebacken. S. Ben Jehuda, Thesaurus.",
+ "Wasserschaum ohne Luftbläschen. Dünne Schicht von festem Schaum; s. a Anm. 8.",
+ "Schaum beim zweiten. Beim zweiten Aufkochen liegt der Schaum fester auf. Nach anderer Erklärung gelten beim zweiten Aufkochen Wasser und Bohnen als zusammenhängende Masse.",
+ "Schaum von altem. Dessen Schaum fester ist. — Es handelt sich wohl um die zweite Gärung, die nach einigen Monaten im Fass eintritt. S. a. Rosch.",
+ "Schaum von Oel zu jeder Zeit. Wörtlich: immer, d. h. altes wie frisches Oel.",
+ "auch von der Platterbse. Lathyrus cicera; s. Löw, Flora d. J. II, S. 437 u. 441.",
+ "so werden sie unrein. Nach dem Tauchbad macht der bisher Unreine die angeführten Lebensmittel von Priesterhebe oder Heiligem nur untauglich, nicht unrein; s. Anm. 4. Der Ausdruck טמאים ist wegen des Nachsatzes gebraucht, dass selbstverständlich bei Berührung des Schaumes durch Unreine der ganze Inhalt des Gefäßes unrein wird. — Das Wort טמאים ist hier ein abgekürzter Ausdruck. Es soll ausdrücken, dass durch den vom bisher Unreinen berührten Kuchen, Schaum usw. auch der andere Kuchen, bezw. der Inhalt des Gefäßes untauglich wird.",
+ "der am heutigen Tage ein Tauchbad nahm. Der bisher Unreine, der sein Tauchbad nahm, gilt erst nach Sonnenuntergang als völlig rein, so dass er heilige Speisen essen darf (Levit. 22, 7). Menschen, Geräte und profane Speisen verunreinigt er auch vor Sonnenuntergang nicht. Auch Priesterhebe und heilige Speisen und Getränke macht er nur zum Genuss untauglich, ohne sie so zu verunreinigen, dass sie weiter unrein machen können. Vgl. Para XI, 4 und Maim. ג׳—הל׳ אבות הטומאות פ״י א׳. S. a. Einleitung u. II, Anm. 3. — Wegen dieses leichten Charakters seiner Unreinheit tritt nach Bet Hillel auch die besondere Erleichterung ein, dass hinsichtlich seiner Berührung die in der Mischna angeführten einzelnen Lebensmittelteilchen nicht als zusammenhängend gelten. Durch Berührung des einen Teiles werden die anderen nicht zum Genuss untauglich. Nach Bet Schammai ist es wohl der Fall.",
+ "durch alle. Alle wirklichen Unreinheiten; s. die vorige Anm."
+ ],
+ [
+ "Ein Nagel. Ein nagelförmiges Stück, das am Brotlaib hervorragt, ragt. Es soll zuweilen als Zeichen des Besitzers dienen.",
+ "eine kleine Salzkrume. Die am Laib angebacken ist.",
+ "und eine verbrannte Stelle. Eine Stelle am Brot, die im Backofen verbrannte. S. a. Anm. 26.",
+ "die kleiner als Fingerbreite. Sind sie kleiner als Fingerbreite, so gelten sie als Teil des Brotes. Sonst gelten sie als selbständige Stücke.",
+ "sind. So nach Maim., der die Bestimmung פחות מכאצבע auf alle gen. Dinge bezieht. S. a. מ״א.",
+ "alles was mit ihm gegessen wird. Wenn das am Brotlaib Haftende mit ihm gegessen wird, so gilt es als ein Teil von ihm; sonst gilt es, unabhängig von seiner Größe, als selbständiges Stück, das die Untauglichkeit oder Unreinheit nicht auf den Laib überträgt.",
+ "werden unrein. Nach dem Tauchbad macht der bisher Unreine die angeführten Lebensmittel von Priesterhebe oder Heiligem nur untauglich, nicht unrein; s. Anm. 4. Der Ausdruck טמאים ist wegen des Nachsatzes gebraucht, dass selbstverständlich bei Berührung des Schaumes durch Unreine der ganze Inhalt des Gefäßes unrein wird. — Das Wort טמאים ist hier ein abgekürzter Ausdruck. Es soll ausdrücken, dass durch den vom bisher Unreinen berührten Kuchen, Schaum usw. auch der andere Kuchen, bezw. der Inhalt des Gefäßes untauglich wird.",
+ "der heute sein Tauchbad nahm. Der bisher Unreine, der sein Tauchbad nahm, gilt erst nach Sonnenuntergang als völlig rein, so dass er heilige Speisen essen darf (Levit. 22, 7). Menschen, Geräte und profane Speisen verunreinigt er auch vor Sonnenuntergang nicht. Auch Priesterhebe und heilige Speisen und Getränke macht er nur zum Genuss untauglich, ohne sie so zu verunreinigen, dass sie weiter unrein machen können. Vgl. Para XI, 4 und Maim. ג׳—הל׳ אבות הטומאות פ״י א׳. S. a. Einleitung u. II, Anm. 3. — Wegen dieses leichten Charakters seiner Unreinheit tritt nach Bet Hillel auch die besondere Erleichterung ein, dass hinsichtlich seiner Berührung die in der Mischna angeführten einzelnen Lebensmittelteilchen nicht als zusammenhängend gelten. Durch Berührung des einen Teiles werden die anderen nicht zum Genuss untauglich. Nach Bet Schammai ist es wohl der Fall.",
+ "durch alle. Alle wirklichen Unreinheiten; s. die vorige Anm."
+ ],
+ [
+ "Das Steinchen am Brotlaib. Um die Brotlaibe vor Verwechslung zu schützen, werden zuweilen als Zeichen der Besitzer Steinchen oder Salzstückchen oder Lupine angebacken. Sie gehören aber nicht zum Laibe.",
+ "ein großes Salzstück. Um die Brotlaibe vor Verwechslung zu schützen, werden zuweilen als Zeichen der Besitzer Steinchen oder Salzstückchen oder Lupine angebacken. Sie gehören aber nicht zum Laibe.",
+ "die Lupine. Um die Brotlaibe vor Verwechslung zu schützen, werden zuweilen als Zeichen der Besitzer Steinchen oder Salzstückchen oder Lupine angebacken. Sie gehören aber nicht zum Laibe.",
+ "und die verbrannte Stelle. Über die verbrannte Stelle, die gerade eine Fingerbreite groß ist, wird weder in unserer noch in der vorigen Mischna gesprochen. Der Wortlaut lässt den Schluss zu, dass bei ihrer Berührung durch den bisher Unreinen, der sein Tauchbad nahm, der Brotlaib der Priesterhebe nicht untauglich wird, dass er aber bei ihrer Berührung durch einen Unreinheitserzeuger, und wohl überhaupt durch jeden wirklich unreinen Gegenstand, unrein, bezw. untauglich wird. So תוי״ט im Namen von R. Wolf Worms.",
+ "die größer als Fingerbreite sind. So nach Maim., der die Bestimmung פחות מכאצבע auf alle gen. Dinge bezieht. S. a. מ״א.",
+ "alles was nicht mit ihm gegessen wird. Wenn das am Brotlaib Haftende mit ihm gegessen wird, so gilt es als ein Teil von ihm; sonst gilt es, unabhängig von seiner Größe, als selbständiges Stück, das die Untauglichkeit oder Unreinheit nicht auf den Laib überträgt.",
+ "sind rein. D. h. überträgt durch seine Berührung die Unreinheit nicht auf den Brotlaib. Vgl. a. Anm. 17. a. E.",
+ "bei einem Unreinheitserzeuger. Vgl. Vorbem. zu Kelim § 1 ff."
+ ],
+ [
+ "die Tia. Nach einer bei Maim. angeführten Ansicht ist תיאה die Wurzel von חלתית; s. Anm. 30. — M. liest תייה, so auch L., wo תייָה vokalisiert ist.",
+ "die Chiltit. חלתית, Ferula asa fortida, Asant, so Fleischer bei Levy T. W. 582b; Löw, Flora d. J. III, 452ff. — Nach Maim. zu Ukz. III, 5 dienen תיאה und חלתית zur Würze von Speisen, obwohl sie einen unangenehmen Geruch haben. — Harz und Blätter des Asant wurden gebraucht; s. Löw a. a. O.",
+ "und der Alum. אלום (M. und L. אילום) ist nach Maim. die Wurzel einer bestimmten Art von Chiltit. Er ist eigentlich keine menschliche Nahrung; doch wird auch er in kleinen Mengen Speisen beigemengt.",
+ "Jehuda. R. Jehuda ist Zeitgenosse R, Meirs. Dass er zu dessen Worten einen Zusatz machte, der doch wohl auch als dessen Ansicht gelten sollte, erklärt sich damit, dass R. Meir seit dem Hor. 13 b erwähnten Vorfall nicht mehr persönlich an den Verhandlungen der Metibta teilnahm, und dass R. Jehuda ihn überlebte; s. Kid. 52 b. Andererseits wurden die Lehren Rabbi Meirs in der Metibta sehr viel erwähnt. Vgl. Hor. 14a.",
+ "sind rein. D. h. nehmen durch seine Berührung keine Unreinheit an, da sie nicht als Speisen gelten.",
+ "bei einem Unreinheitserzeuger. Nicht einmal bei ihm.",
+ "werden aber durch alle. Alle wirklichen Unreinheiten; s. die vorige Anm.",
+ "Unreinheiten unrein. Nach Anscht der Weisen gelten die gen. Gegenstände nach rabbinischer Vorschrift (Rasch) hinsichtlich der Berührung durch wirkliche Unreinheiten als Speisen. Nur hinsichtlich der Berührung durch den, der bereits sein Tauchbad nahm, betrachtet man sie nicht als Speisen. S. a. Anm. 4.",
+ "der Sesam und der Pfeffer. Die hier genannten Gegenstände gelten völlig als menschliche Speisen und werden — wenn sie Priesterhebe sind — durch Berührung des bisher Unreinen, der heute sein Tauchbad nahm, untauglich. — Der hier als Speise behandelte Pfeffer ist nach Ber. 37 b und Joma 81 b wohl frischer Pfeffer פלפלין רטיבתא; s. a. Maim. הל׳ ברכות פ״ח הל׳ ז׳ und כ״מ zu הל׳ שביתת עשיר פ״ב ה״ו. — Ukz. III, 5 wird פלפלין nicht als Speise betrachtet. Es ist dort wohl von trockenem Pfeffer פלפלין יבשתא, die Rede, der a. a. O. nicht als Speise gilt. — Doch ist zu beachten, dass Maim. פלפל הל׳ טומאת אוכלין פ״ז ח׳ nicht neben ישומשום קצח erwähnt, aber פ״א הל׳ ו׳ ausdrücklich פלפלין zu den Dingen rechnet, die nach Ukz. III, 5 nicht als Speisen gelten. S. a. מ״א und רש״ש zu unserer Mischna. ",
+ "werden unrein. Nach dem Tauchbad macht der bisher Unreine die angeführten Lebensmittel von Priesterhebe oder Heiligem nur untauglich, nicht unrein; s. Anm. 4. Der Ausdruck טמאים ist wegen des Nachsatzes gebraucht, dass selbstverständlich bei Berührung des Schaumes durch Unreine der ganze Inhalt des Gefäßes unrein wird. — Das Wort טמאים ist hier ein abgekürzter Ausdruck. Es soll ausdrücken, dass durch den vom bisher Unreinen berührten Kuchen, Schaum usw. auch der andere Kuchen, bezw. der Inhalt des Gefäßes untauglich wird."
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+ "Die Flüssigkeit. Die von seinem Körper ausgeschieden wird, wie Speichel, Urin. ",
+ "ist wie die Flüssigkeiten. Genießbaren.",
+ "verunreinigen nicht. Die von ihm ausgeschiedenen und die von ihm berührten Flüssigkeiten von Priesterhebe oder von Heiligem verunreinigen nicht. Denn auch die von ihm berührte Flüssigkeit wird nur untauglich פסול, kann aber die Unreinheit nicht weiter übertragen, weder auf Priesterhebe noch auf Heiliges. Vgl. I, Anm. 4 u. Maim. הל׳ אבות הטומאות י׳ ד׳ und כ״מ das.; R. Gerschom zu Chul. 88 a דטבול יום פוסל ואינו מטמא בין בתרומה בין בקדש. Raschi das. erklärt דלא גזור בהו רבנן טומאה ; nach Rosch zu T. j. II, 1 hat Raschi gelesen אלו ואלו אין מִטַּמאין. Beide Flüssigkeiten nehmen keine Unreinheit an. Danach spräche die Mischna nicht von Flüssigkeiten von Priesterhebe oder Heiligem, sondern von Profanem und lehrte, dass die Flüssigkeit, die der Mensch, der heute sein Tauchbad nahm, ausscheidet, ebenso wenig unrein ist wie profane Flüssigkeit, die er berührte. Dies nimmt Rosch im Gegensatz zu Maim. a. a. O. als Halacha an. Rasch, dem Bart. folgt, erklärt: Beide Flüssigkeiten machen Heiliges nicht unrein, so dass es weiter verunreinigen könnte, machen es aber untauglich zum Genuss אין מטמאין קדש אבל מפסלי פסלי ליה. So erklärt ר״ת Chul. 87/88 s. v. משקה u. Nid. 71 b s. v. ואם. Nach dieser Auffassung würde unsere Mischna die Ansicht des Abba Saul vertreten, dass jemand, der heute sein Tauchbad nahm, Heiligem gegenüber als unrein ersten leichten Grades gilt, so dass die von ihm berührte heilige Flüssigkeit durch weitere Berührung noch die nächste untauglich machen kann. S. Nid. 71b אבא שאול אומר טבול יום תחלה לקדש לטמא שנים ולפסול אחד Diese Ansicht liegt nach dem Talmud z. St. auch der Mischna Nid. X, 5 zu Grunde; s. d. תוי״ט s. v. כמגע und zu unserer Mischna s. v. כמשקין — S. a. Einleitung zum Traktat.",
+ "leichten. Z. B. jemand, der an eines der acht toten Kriechtiere anrührte, oder jemand, der unreine Speisen aß. Chul. 88 a wird auch das tote Kriechtier als קל betrachtet. — Vgl. Maim. הל׳ טומאת אוכלין י׳ ד׳ und כ״מ das. Gegen die Erklärung von תוי״ט s. מ״א.",
+ "ersten Grades. Vgl. Para VIII, 7.",
+ "die Unreinheitserzeuger ist. Nämlich der Samenfluss, der Speichel und der Urin des Samenflüssigen, Blutfluß, Speichel und Urin der am Blutfluß Leidenden, der Menstruierenden und Gebärerin, sowie der noch feuchte männliche Samen. S. Raschi zu Chul. 88 a s. v. חוץ. — Auch das Entsündigungswasser ist Unreinheitserzeuger. Vgl. hierzu Kel. I, 1—3; Machschirin VI, 6."
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+ "einen mit Flüssigkeiten. Genießbaren.",
+ "gefüllten Topf. D. h. die Flüssigkeiten im Topf. — Die Berührung des Topfes wäre wirkungslos. S. I, Anm. 4.",
+ "falls die Flüssigkeit. Die Singulare משקה תרומת und משקה חולין sind wohl der Kürze wegen gebraucht statt משקין של תרומה und משקין של חולין.",
+ "der Topf ist rein. Im Gegensatz zu anderen Unreinheiten werden durch den, der heute sein Tauchbad nahm, Flüssigkeiten nicht unrein leichten ersten Grades (vgl. Para VIII, 7), so dass sie nach rabbin. Vorschrift Geräte verunreinigen könnten (Rosch).",
+ "War aber die Flüssigkeit. Die Singulare משקה תרומת und משקה חולין sind wohl der Kürze wegen gebraucht statt משקין של תרומה und משקין של חולין.",
+ "Waren seine Hände unrein. Nach rabbinischer Vorschrift, durch Berührung mit den im Trakt. Jadajim III angeführten Gegenständen oder auch nur, weil man nicht darauf achtete, dass sie nicht an Unsauberes anrührten; s. Sabb. 14 a.",
+ "so ist alles unrein. Auch der Topf, weil die Hände nach Para VIII, 7 die Flüssigkeiten unrein leichten ersten Grades machen und diese wieder den Topf verunreinigen. Nach Rasch zu unserer Mischna handelt es sich um Flüssigkeiten von Priesterhebe; Maim. bezieht הכל auf Priesterhebe und Profanes. Beide Arten von Flüssigkeiten werden durch unreine Hände unrein ersten Grades. Andererseits werden nach Maim. Geräte durch solche Flüssigkeiten nicht verunreinigt. Vgl. הל׳ אברת הטומאות ט׳ י׳. — Wenn die Flüssigkeiten profan sind, so werden sie nach Maim. (Einleitung zu Jadajim) nur durch Hände verunreinigt, die durch Berührung mit den Jadajim III gen. Gegenständen unrein wurden, nicht aber durch Hände, auf deren Reinheit man nicht geachtet hatte.",
+ "der heute sein Tauchbad nahm. S. a. I, 1.",
+ "im Zweifelsfalle. Wenn z. B. ein Zweifel ist, welches von zwei Broten der Priesterhebe berührt war; s. weitere Fälle Jad. II, 4.",
+ "während bei den Händen der Zweifelsfall. Wenn z. B. ein Zweifel ist, welches von zwei Broten der Priesterhebe berührt war; s. weitere Fälle Jad. II, 4."
+ ],
+ [
+ "der Knoblauch und das Oel. Die man zur Würze in den Brei tat, nachdem man den Knoblauch in Oel zerstoßen hatte.",
+ "so machte dieser alles untauglich. Der ganze Brei, alles Oel und aller Knoblauch werden durch die Berührung eines Teiles des Öles oder des Knoblauches untauglich, weil das profane Oel und der profane Knoblauch nur als Teil des Breies von Priesterhebe gelten. Die Berührung eines Teiles des Öles oder des Knoblauches gilt daher als Berührung des ganzen Breies. — Nach den meisten Erklärern sind Oel und Knoblauch im Brei zu erkennen. Anders erklärt Rasch nach Pes. 44 a; s. aber dort Tos. s. v. מקום.",
+ "so machte dieser nur die berührte Stelle. Nur die Stelle, weil der profane Brei, der selbst nicht unrein werden kann, nicht als Verbindung der durch ihn getrennten Teile des Öles und des Knoblauches gelten kann.",
+ "Machte der Knoblauch. Mit dem Öle, in dem er gestoßen war.",
+ "der größeren Teil aus. D. h. seine Menge war größer als die des Breies.",
+ "so richtet man sich nach der Mehrheit. Waren Oel und Knoblauch profan, so bleibt auch der Brei von Priesterhebe tauglich, da er selbst nicht berührt wurde (s. a. Anm. 14). Zu תוי״ט s. v. הולכין s. מ״א. — Waren sie Priesterhebe, so richtet sich der Brei nach ihnen und gilt mit Oel und Knoblauch als Einheit eines Gerichtes von Priesterhebe. Dieses wird dann durch die Berührung an einer Stelle in seiner Gesamtheit untauglich.",
+ "Es sagte R. Jehuda: Wann (gilt dieses. Dass bei überwiegender Menge des Öles und Knoblauches das ganze Gericht untauglich werden kann.",
+ "Wenn er. So nach der Lesart הוא. Gemeint ist: der Knoblauch mit dem Oel, in dem er zerstoßen wurde, wurde mit Oel und Brei eine Masse. Manche Ausgaben haben הן; so a. M. und L. Danach ist zu erklären: sie, d. h. Brei, Oel und Knoblauch bilden eine Masse.",
+ "War er. Der Knoblauch.",
+ "aber zerstückelt im Mörser. In dem Mörser, in dem man ihn im Oel zerstieß.",
+ "so ist er rein. Der übrige Knoblauch, abgesehen von dem berührten Stück, bleibt rein, auch wenn dieses noch mit den anderen Stücken etwas zusammenhängt oder durch das später geronnene Oel wieder zu einer Masse wurde. S. מ״א. Die Berührung des Öles würde auch nur es selbst, nicht den Knoblauch untauglich machen. S. מ״ש.",
+ "weil man seine Zerstückelung wünscht. Weil man die Stücke einzeln benutzen will.",
+ "und (ebenso. So nach Maim. Es ist zu unterscheiden, ob die zerstoßenen Teile einzeln benutzt oder eine Masse bilden sollen. R. Elia aus Wilna liest auch וכן שאר.",
+ "alles andere Zerstoßene. Z. B. bei Weizenkörnern, die vor dem Stoßen mit Wasser befeuchtet wurden, ist auch zu unterscheiden, ob man sie einzeln oder zusammengestampft benutzen will. — Nach Rasch und Rosch und auch der ersten Erkl. bei Bart. gilt außer für Knoblauch auch für die Dinge, die feucht zerstoßen werden, die gleiche Bestimmung wie für die — im Nachsatz behandelten — trocken zerstoßenen. S. a. die nächste Anm.",
+ "Was man aber. So die meisten Ausgaben mit M. — Rasch, Rosch, Bart. lesen או; s. d. vorige Anm. Nach ihnen heißt es: Alles was gewöhnlich feucht zerstoßen wird (und man hat es auch feucht gestoßen), oder was gewöhnlich feucht zerstoßen wird, man hat es aber nicht feucht gestoßen …",
+ "ohne Flüssigkeit zerstoßen. Auch wenn sich eine zusammenhängende Masse bildete.",
+ "das ist wie ein Kranz von getrockneten Feigen. Der sogar bei Berührung durch einen Unreinen nur an der berührten Stelle unrein wird, sonst rein bleibt. S. Terum. II, 1."
+ ],
+ [
+ "War der Brei oder der dünne Kuchen. S. I, Anm. 6.",
+ "Hatte man es vermengt. Wörtlich: zu einer Masse (mit dem Brei oder dem Kuchen) gemischt. √חבץ = arab. חבץ; vgl. a) Ber. 36 b חביץ קדרה. Das Oel ist aber an der berührten Stelle noch zu erkennen.",
+ "an die das Oel kommt. Nicht als ob der profane Brei oder Kuchen an sich untauglich geworden wäre. Aber die mit Oel durchtränkten Stellen dürfen nicht gegessen werden, weil das untauglich gewordene Oel der Priesterhebe nicht von ihnen getrennt werden kann."
+ ],
+ [
+ "Hatte sich auf heiligem. S. I, Anm. 4.",
+ "Fleische die Brühe. קפה ist die am Boden des Topfes bereits geronnene Brühe aus zerkochtem Fleisch und Zutaten. S. a. Tohor. I, 4 תוי״ט u. Anm. 45.",
+ "berührte die Brühe. S. I, Anm. 4.",
+ "Stücke rein. Die Kruste aus geronnener Brühe bildet keine einheitliche Masse mit den Fleischstücken, so dass nur die Brühe untauglich wird, nicht aber die Fleischstücke.",
+ "als eine einheitliche Verbindung. So dass außer dem berührten Stücke nur das, was von der Brühe und den anderen Stücken bei seinem Herausnehmen mit hochgezogen wird, untauglich wird.",
+ "Beides. Die verkrustete Brühe und die von ihr bedeckten Fleischstücke.",
+ "gilt als einheitliche Verbindung. So dass die Berührung der Kruste alle von ihr bedeckten Stücke und die der Stücke die ganze Kruste untauglich macht.",
+ "die sich auf Brotstücken verkrustet haben. Nach Ansicht des ersten Lehrers bildete die Kruste von der geronnenen Brühe aus Hülsenfrüchten keine Verbindung mit den Brotstücken und zwischen ihnen nach R. Jochanan wohl. — Bei Hülsenfrüchten handelt es sich um Priesterhebe.",
+ "Im Topfe gekochte Hülsenfrüchte. So nach der Lesart מעשה קדרה בקטניות, Doch würde man erwarten של קטניות Möglich wäre auch die Erklärung: Topfgericht (aus Mehlbrei) mit Hülsenfrüchten. — T. und M. lesen מעשה קדרה וקטניות. Maim. erklärt מעשה קדרה als fest gekochten Mehlbrei. Es handelt sich dann um je ein hartgekochtes Gericht von Mehlbrei und Hülsenfrüchten.",
+ "wenn sie einzeln sind. Wenn das Gericht noch nicht zu einer zusammenhängenden Masse gekocht ist, sondern die einzelnen Teilchen sind noch für sich, so gilt der Inhalt des Topfes nicht als Einheit. Wenn daher das berührte Teilchen nicht einmal Eigröße hat, so kann es nicht weiter verunreinigen; s. Tohor. II, 1. Nach unseren Ausgaben das. und Rasch und Rosch z. St., Raschi Pes. 33b s. v. בכביצה können Speisen in geringerer Menge als Eigröße wohl unrein werden, aber nicht weiter verunreinigen; s. a. תוי״ט und Anm. 9a zu Toh. II, 1; s. aber Tos. Pes. 33b s. v. לאימת.",
+ "gelten sie als Verbindung. So dass das ganze Gericht durch die Berührung untauglich wird.",
+ "Bildeten sie viele Stücke. Mindestens von Eigröße; s. Anm. 41.",
+ "so werden sie gezählt. D. h. sie werden nach Unreinheitsgraden gezählt. Wenn also ein Unreinheitserzeuger ein Stück berührte, so wird dieses unrein leichten ersten Grades, das von ihm berührte zweiten, das nächste dritten, bei Heiligem noch das nächste unrein vierten Grades.",
+ "so machte er nur das Oel untauglich. Der Wein bleibt rein, weil er nicht mit dem Oel als einheitliche Masse gilt."
+ ],
+ [
+ "War ein Fass. Mit Wein von Priesterhebe oder mit heiligem Weine.",
+ "in eine mit Wein. Mit profanem Wein. ",
+ "berührte es. Den Wein im Fasse.",
+ "unterhalb seiner. Der Öffnung des Fasses.",
+ "so gilt es als Verbindung. Aller Wein im Fasse gilt als einheitliche Verbindung. Auch wenn das Fass ursprünglich nur zum Teil mit Wein von Priesterhebe gefüllt war, der obere Teil des Fasses hatte sich mit profanem Wein aus der Grube gefüllt, so dass eigentlich nur profaner Wein berührt war, so wird doch der Wein von Priesterhebe im unteren Teil des Fasses untauglich.",
+ "oberhalb der Öffnung. Den profanen Wein der Grube oberhalb des ganz untergetauchten Fasses.",
+ "so gilt es nicht als Verbindung. Der Wein der Grube mit dem des Fasses. Sein Wein bleibt also rein.",
+ "in Manneshöhe stand. Wenn der profane Wein der Grube in noch so großer Höhe über dem untergesunkenen Fass steht.",
+ "so gilt es als Verbindung. Der Wein des Fasses und der der Grube über ihm gelten als Einheit. Durch die Berührung dieses Weines wird daher der Wein der Priesterhebe im Fasse untauglich."
+ ],
+ [
+ "Hatte ein Fass. Mit Wein von Priesterhebe oder mit heiligem Weine.",
+ "an seiner Öffnung. Oben am Fasse. — Die meisten Ausgaben haben מפיה, so a. Ab. s. 60a u. Tosefta II, 4. Doch fehlt es in T., M. und ed. Livorno.",
+ "berührte es. Den Wein im Fasse.",
+ "so ist es. Den Wein im Fasse.",
+ "unrein. Untauglich.",
+ "ist es unrein. Wenn der Wein oben an der Öffnung berührt wurde, ist der ganze Inhalt des Fasses untauglich, weil er als Träger der berührten oberen Schicht eine Einheit mit ihr bildet. Die Berührung des Weines am Boden macht allen Wein untauglich, weil er auf der unteren Schicht ruht und deshalb mit ihm eine Einheit bildet.",
+ "ist es rein. Durch Berührung des Weines an einem Seitenloch wird nur die berührte Stelle untauglich; der übrige Wein bleibt rein. So nach Tosefta II, 4 und der einen Ansicht in Ab. s. 59b/60a. Nach der anderen Ansicht wäre auch nach R. Jehuda aller Wein oberhalb der berührten Stelle untauglich.",
+ "berührte den Strahl. So wird der Strahl untauglich.",
+ "falls darin. In dem unteren Gefäß, in das der berührte Strahl hineinfällt.",
+ "(genügend) ist, geht es in 1. Wenn der Wein im unteren Gefäß hundertmal so viel wie der berührte Strahl ist, der Gesamtinhalt mit dem Strahl also 101 mal so viel wie der Strahl ist, so wird der Strahl majorisiert und kann mit dem anderen Wein des unteren Gefäßes getrunken werden. — Dass die berührte Stelle majorisiert wird, liegt daran, dass sie nur untauglich wurde, da durch Berührung dessen, der heute sein Tauchbad nahm, keine weiter wirkende Unreinheit übertragen wird. Hätte aber ein noch völlig Unreiner den Strahl berührt, so würde dieser den Wein im unteren Gefäß weiter verunreinigen (Bart.) — Wenn Terum. V, 4 gelehrt wird, dass auch unreine Priesterhebe durch das Hundertfache von reiner majorisiert werden kann, so handelt es sich dort um reine Früchte von Priesterhebe, die noch nicht durch Befeuchtung fähig wurden, Unreinheit anzunehmen. S. d. Rasch. zu Mischna 2."
+ ],
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+ "Wenn eine Blase am Fass von außen und innen durchlöchert ist. Beim Härten der Tongefäße entstehen in den Wänden zuweilen blasenartige Hohlräume. Wenn nun solche Blase an einem Fasse an ihrer Außen- und Innenseite ein Loch hat, …",
+ "von oben oder von unten. Es ist gleichgültig, ob die Blase oben oder unten am Fass ist (so תוי״ט s. a. die vorige Mischna), und ob die Löcher oben oder unten an der Blase sind. — Die Worte בין מלמעלן בין מלמטן sind hier nicht nötig; sie sind wohl nur aus Parallelismus zu den weiteren Sätzen gebraucht. S. a. תוי״ט und מ״ש.",
+ "so ist es unrein. Wenn das Fass mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, diese also auch die Blase ausfüllt und ein Unreinheiterzeuger, etwa ein linsengroßes Stück von einem toten Kriechtier, rührte an den Inhalt der Blase, so ist auch die Flüssigkeit im Fasse unrein. — Auch wenn jemand, der heute sein Tauchbad nahm, den Wein von Priesterhebe in der Blase berührt, wird auch der im Fasse untauglich. Wegen des letzten Satzes der Mischna mit dem Falle, dass der Inhalt des Fasses auch beim Unreinheiterzeuger rein bleibt, ist hier gerade von diesem die Rede. S. כ״מ zu Maim. הל׳ טומאת אוכלין ט׳ י״א. — Rabed das. erklärt: die Blase selbst wird durch ein linsengroßes Stück des Kriechtieres verunreinigt und vielleicht auch das Fass, weil die Blase als Eingang zum Fass dienen kann. Wenn aber ihre äußere Öffnung unten ist, kann sie nicht als Eingang und überhaupt nicht als Gefäß dienen und nimmt daher keine Unreinheit an. Ähnlich auch Rosch.",
+ "bei dem Unreinheitserzeuger und unrein beim Totenzelt. Wenn das Fass sonst fest geschlossen, die Blase aber offen ist.",
+ "so ist es unrein. Weil dann die Flüssigkeit der Blase eine Einheit mit der im Fasse bildet. Nach Rabed (s. Anm. 63), weil die Blase den Eingang zum Fass bildet.",
+ "so ist es beim Unreinheitserzeuger rein. Der Inhalt des Fasses bleibt rein, obwohl der der Blase unrein ist, weil nichts von der Blase in das Fass fließen kann. Die etwa vom Fass in die Blase fließende Flüssigkeit gilt aber nicht als Verbindung נצוק אינו חבור; s. Machsch. V, 9. — Die Erklärung von Rabed s. Anm. 63.",
+ "aber unrein beim Totenzelt. Denn die Luft dringt auch in diesem Falle in das Fass, so dass es nicht fest abgeschlossen ist. "
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+ "Alle Griffe der Speisen. Alle natürlichen Griffe, z. B. der Stiel einer Frucht, der Knochen, an dem Fleisch angewachsen ist.",
+ "die als Verbindung beim Unreinheitserzeuger gelten. So dass bei Berührung des Griffes durch den Unreinen die Speise unrein wird. Vgl. Ukz. I, 1.",
+ "der heute sein Tauchbad nahm. So dass durch Berührung des Griffes die Speise von Priesterhebe oder von Heiligem untauglich wird.",
+ "Wenn eine Speise auseinander getrennt. פרס. abbrechen.",
+ "aber noch etwas zusammenhängt. ערה. = arab. ערי zu verbinden.",
+ "so ist dieses wie jenes. Die Berührung des einen Stückes macht nach R. Meir das andere auch dann untauglich, wenn der Zusammenhang nicht mehr so stark ist, dass das größere mit dem kleineren hochgezogen werden kann, wenn nur das kleinere mit dem größeren mitgezogen würde. Nach R. Jehuda müssen die beiden Stücke noch so fest zusammenhängen, dass auch das größere mit dem kleineren hochgezogen werden kann; sonst gelten sie nicht als Einheit.",
+ "so ist dieses wie jenes. Die Berührung des einen Stückes macht nach R. Meir das andere auch dann untauglich, wenn der Zusammenhang nicht mehr so stark ist, dass das größere mit dem kleineren hochgezogen werden kann, wenn nur das kleinere mit dem größeren mitgezogen würde. Nach R. Jehuda müssen die beiden Stücke noch so fest zusammenhängen, dass auch das größere mit dem kleineren hochgezogen werden kann; sonst gelten sie nicht als Einheit.",
+ "R. Nechemja sagt: nach dem reinen (Stück. Richtet man sich. Die Stücke gelten als verbunden, wenn beim Hochziehen des reinen Stückes — d. h. des von dem, der erst heute sein Tauchbad nahm, nicht berührten — das untauglich gewordene mitgezogen würde, so gilt auch das reine als berührt und ist untauglich. Das Größenverhältnis der beiden Stücke ist dabei unwesentlich.",
+ "nach dem unreinen. Wenn bei seinem Hochziehen das reine Stück mitgezogen wird, so ist es auch untauglich.",
+ "Alle übrigen. Außer Obst, Fleisch, Gebackenem oder Gekochtem. Gemeint sind Gemüsearten. — Der Ausdruck שאר כל האוכלים paßt nicht recht für die Gemüsearten. R. Elia aus Wilna — am Rande der Wilnaer Talmudausgabe — liest deshalb ליאחז [ם]וכל האוכלים שדרכ.",
+ "das ergreift man am Blatt. D. h. Wenn dann beim Hochziehen des Blattes der Stengel mitgezogen würde, so gelten sie als Einheit; die Berührung des einen Teiles macht auch den anderen untauglich. — Wenn aber beim Hochziehen des Blattes der Stengel abreißen würde, so gelten sie nicht als Einheit und nur das berührte Blatt oder der berührte Stengel ist untauglich.",
+ "ergreift man am Stengel. Wenn beim Hochziehen des Krautes, das gewöhnlich am Stengel ergriffen wird, das Blatt mit dem Stengel mitgezogen würde, gelten beide Teile als Einheit sonst nicht. Vgl. die vorige Anm."
+ ],
+ [
+ "Lag. S. Eduj. II, 4.",
+ "auf Kraut von Priesterhebe ein geschlagenes Ei. Bei dem das Gelbe und Weiße durch das Schlagen schon vermischt wurde.",
+ "der an dieser Stelle war. Da das Ei schon geschlagen ist, klebt es fest am Stengel und gilt als dessen Teil. Obwohl das Ei, das doch profan ist, als Ei durch die Berührung nicht untauglich werden kann, gilt der Stengel an der Berührungsstelle als berührt und wird untauglich. S. מ״א. — Dagegen bildet das Ei keine Verbindung für alle von ihm bedeckten Stellen, so dass diese etwa als eine Einheit durch die Teilberührung untauglich würden.",
+ "die ganze oberste Reihe. Der Stengel wird untauglich, weil an ihr das Ei haftet.",
+ "wie ein Helm. So dass nicht einmal der Stengel an der Berührungsstelle des Eies untauglich wird.",
+ "so gilt es nicht als Verbindung. So dass nicht einmal der Stengel an der Berührungsstelle des Eies untauglich wird."
+ ],
+ [
+ "Hatte sich ein Eifaden an den Wänden einer Pfanne. לפס gr. λοπάς (Kr.).",
+ "verkrustet. In der Pfanne wurde eine Speise von Priesterhebe mit dem Ei gekocht und eine Strähne vom Ei ist an den Wänden festgekocht und geht etwas über den Rand der Pfanne hinaus.",
+ "berührte ihn innerhalb des Randes. Wenn der Eifaden unterhalb des Randes, also in der Pfanne, berührt wurde.",
+ "so gilt es als Verbindung. Mit der Speise von Priesterhebe, so dass sie untauglich wird. Wohl weil das geschlagene Ei mit der Speise zusammengekocht ist, gilt es, soweit es in der Pfanne ist, als Einheit mit der ganzen Speise, — In der vorigen Mischna lag das geschlagene Ei noch ungekocht auf dem Kraut. Daher gelten noch nicht alle Krautstengel als eine einheitliche Speise.",
+ "gilt es nicht als Verbindung. Durch die Berührung der Eisträhne außerhalb des Randes wird die Speise von Priesterhebe nicht untauglich, wohl weil der an der Außenwand festgekochte Teil des Eies nicht mitgegessen wird und deshalb nicht als Teil der Speise gilt.",
+ "was mit ihm abgeschält wird. Auch wenn der Faden innerhalb der Pfanne berührt wurde, ist nur der Teil der Speise untauglich, der beim Ablösen des Fadens mitgezogen wird. So nach Rasch. — Rosch zitiert auch die Auffassung, dass nach R. Jose auch bei Berührung des Fadens an der Außenwand der Teil der Speise untauglich wird, der bei seiner Loslösung mitgezogen wird.",
+ "Ebenso. Wie mit dem Ei. Der erste nicht genannte Lehrer und R. Jose behandeln den verkrusteten Faden von Hülsenfrüchten, wie sie den des Eies behandeln."
+ ],
+ [
+ "gemengt. Die Mehrheit des Teiges ist profan, so dass er nach Thoravorschrift ganz als profan behandelt werden darf. Da aber der profane Teig nicht hundertmal so viel wie das Stück Priesterhebe ist, so gelten für ihn nach rabbinischer Vorschrift die Bestimmungen für Priesterhebe. Vgl. Orla II, 1.",
+ "oder der mit Sauerteig von Priesterhebe gesäuert. Auch nach der Auffassung, dass der durch Sauerteig von Priesterhebe gesäuerte profane Teig nach Thoravorschrift wie Priesterhebe zu behandeln ist, wird er durch die Berührung nicht untauglich, weil doch die wirkliche Priesterhebe, der Sauerteig, nicht berührt wird. S. Rasch, תוי״ט u. מ״א.",
+ "nicht untauglich. In dieser Hinsicht ist eine erleichternde Ausnahme, weil der Teig nach Thoravorschrift als profan gelten kann. S. Anm. 24.",
+ "befähigt war. Man hatte z. B. den Weizen vor dem Mahlen mit Wasser gewaschen. Vgl. Machschirim I, 1.",
+ "aber mit Fruchtsäften. Die nach Machsch. VI, 4 nicht zur Unreinheit befähigen.",
+ "Elieser ben Jehuda aus Bartota. ברתותא Ort in Nordgaliläa, Schwarz חבראות הארץ. S. 79, 240. — Nach Horowitz א״י ושכנותיה, S. 175a bei Kadesch Naphtali.",
+ "untauglich. Obwohl die Fruchtsäfte nicht zur Unreinheit befähigen, lassen sie den mit ihnen gekneteten Teig als Einheit gelten.",
+ "Akiba sagt in seinem. R. Josua’s.",
+ "Er machte nur seine Berührungsstelle untauglich. Weil die Fruchtsäfte nicht zur Unreinheit befähigen, stellen sie nach R. Akiba auch hinsichtlich der Verunreinigung keine Einheit des Teiges her; s. a. Anm. 34."
+ ],
+ [
+ "Elieser ben Jehuda aus Bartota. ברתותא Ort in Nordgaliläa, Schwarz חבראות הארץ. S. 79, 240. — Nach Horowitz א״י ושכנותיה, S. 175a bei Kadesch Naphtali.",
+ "Er machte alles untauglich. Da das Kraut mit dem Oel von Priesterhebe ganz durchsetzt ist, wird die berührte Stelle auch nach R. Akiba wie das Oel selbst betrachtet und wird durch die Berührung untauglich. Nach R. Elieser bildet das das ganze Kraut durchziehende Oel eine Einheit, so dass alles Oel und dadurch alles Kraut untauglich wird.",
+ "Akiba sagte in seinem. R. Josua’s.",
+ "Er machte nur seine Berührungsstelle untauglich. Das vom Kraut eingesogene Oel gilt nach R. Akiba nicht als miteinander verbunden. S. מ״א. — Dass in der vorigen Mischna auch nach R. Akiba nur Fruchtsäfte, die nicht zur Unreinheit befähigen, keine Verbindung herstellen, wohl aber Oel oder Wasser, hat darin seinen Grund, dass dort der zu verbindende Teig von Priesterhebe ist. Hier ist aber das Kraut profan und kann als solches überhaupt nicht untauglich werden. Die Untauglichkeit entsteht nur mittelbar durch das Oel in ihm."
+ ],
+ [
+ "Hatte ein Reiner von einer Speise gekaut. √נגס nach Aruch und dem R. Hai zugeschr. Komm.: kauen; nach Maim.: abbeißen. Er hatte mit nicht reiner Hand (vgl. II, Anm. 10) in den Mund gefasst und die vom Speichel befeuchtete Speise berührt. So nach Rasch u. Rosch. Die Auffassung Maim.’s s. Anm. 48.",
+ "so ist er. Der Brotlaib und ebenso die Kleider.",
+ "rein. Es ist dies die Ansicht des R. Jehuda (Kelim. VIII, 10), nach der Speichel im Munde noch nicht als Flüssigkeit gilt, die unrein werden kann. Daher hatte die Hand im Munde den Speichel auf der Speise nicht verunreinigt, so dass dieser beim Niederfallen weder Kleid noch Brot verunreinigt.",
+ "Hatte er geöffnete. Eigentlich: gespaltene. Frische, aufgequetschte Oliven.",
+ "Oliven oder feuchte. Noch frische. Vgl. Ukz. II, 2. Bei frischen Datteln saugt man den noch am Kern haftenden Saft.",
+ "bei allem. Nämlich bei allem. Einfacher wäre וכל שהוא und bei allem, … und nachher וכל שאינו. So liest מ׳׳ש. So hat auch Maim. הל׳ טומאת איכלין י״ד ט״ז.",
+ "wo er an seinem Kern saugen wollte und es war (etwas. Von der mit Speichel befeuchteten Frucht.",
+ "so ist er. Der Brotlaib und ebenso die Kleider.",
+ "unrein. Nachdem man die Frucht in die Hand genommen hatte, war der Speichel auf ihr durch die Hand unrein leichten ersten Grades geworden (vgl. Para VIII, 7), so dass er Kleider und Brot verunreinigt (vgl. Seb. V, 12). Da man am Kern saugte, gilt der durch das Saugen vermehrte Speichel als Flüssigkeit, die unrein werden kann. Vgl. Kel. VIII, Anm. 105.",
+ "bei allem. Nämlich bei allem. Einfacher wäre וכל שהוא und bei allem, … und nachher וכל שאינו. So liest מ׳׳ש. So hat auch Maim. הל׳ טומאת איכלין י״ד ט״ז.",
+ "wo er nicht an seinem Kern saugen wollte, und es war (etwas. Von der mit Speichel befeuchteten Frucht.",
+ "so ist er. Der Brotlaib und ebenso die Kleider.",
+ "rein. Da er nicht an der Frucht oder am Kern saugen wollte, gilt der wenige Speichel an der Frucht nicht als Flüssigkeit.",
+ "sind in dieser Hinsicht gleich. Die gleichen Bestimmungen wie für den Reinen, dessen unreine Hände die mit Speichel befeuchteten Speisen berührten, gelten auch für den bisher Unreinen, der heute sein Tauchbad nahm und die Speisen berührte. Auch bei ihm ist der Speichel an sich nicht unrein, sondern wird erst durch die unreinen Hände unrein.",
+ "Diese und jene. Eigentlich: die Früchte, an deren Kern man saugt, und die, an deren Kern man nicht saugt. Gemeint ist: Kleider und Brotlaib werden durch den Speichel an beiden Arten von Früchten unrein.",
+ "denn die Flüssigkeiten des Unreinen befähigen. Der Speichel dessen, der heute sein Tauchbad nahm, gilt nach R. Meir als unrein wie der eines völlig Unreinen und macht gleichzeitig das Brot fähig zur Unreinheit und unrein.",
+ "mit seiner Billigung und ohne seine Billigung. So dass sein Speichel auch dann verunreinigt, wenn er nicht am Kern saugte. — Nach R. Meir würde auch im ersten Fall der Mischna der Speichel verunreinigen, da er nach ihm auch im Munde durch die unreine Hand unrein wird; vgl. Kel. VIII, 10.",
+ "ist nicht unrein. Insofern gilt er nicht als unrein, dass sein Speichel an sich nicht unrein ist. Durch seine nicht reinen Hände wird natürlich wie beim ganz Reinen auch sein Speichel beim Essen von Früchten, an deren Kern man saugt, unrein. — Die Weisen sind der nicht genannte frühere Lehrer, der sagte: „Der Reine und der, der heute sein Tauchbad nahm, sind in dieser Hinsicht gleich.“ Oben haben sie ihre Ansicht nicht begründet. Erst wegen der Bemerkung R. Meirs muss ihr Gegengrund angegeben werden. (R. Meir von Rothenburg). — Im Gegensatz zu Rasch bezieht Maim. die Mischna nicht nur auf die Verunreinigung des Brotes, sondern auch auf die Fähigkeit, unrein zu werden, da ja der Speichel eines jeden Menschen als Flüssigkeit gilt und die Speisen zur Unreinheit befähigt (Machsch. VI, 5) Die Ausdrücke טהור und טמא bedeuten oft „nicht befähigt“ und „befähigt“ zur Unreinheit, (z. B. Machsch. I, 4). — Wenn beim Hineinbeißen — d. i. nach Maim. נגס — in eine Speise Speichel aus dem Mund fließt und auf einen Brotlaib fällt, so befähigt er nicht zur Unreinheit, weil sich der Speichel ohne Willen des Menschen losgelöst hat. (Vgl. zur Ansicht Maim.’s die Einleitung zu Machschirin). Das gleiche gilt auch, wenn man beim Essen einer Frucht, ohne am Kern saugen zu wollen, Speichel fallen ließ. Wollte man aber saugen, so gilt der Speichel als mit Willen abgesondert und befähigt zur Unreinheit. Wenn man nun den Kern mit nicht reinen Händen berührt, so wird der Speichel auf ihm unrein ersten leichten Grades. Fällt dann der feuchte Kern auf die Kleider oder das Brot, so verunreinigt sie der Speichel. Das gilt auch, wenn das Brot profan ist. Die Mischna spricht wohl deshalb von Priesterhebe, um zu lehren, dass im ersten und dritten Fall sogar das Brot von Priesterhebe rein bleibt. (Vgl. hierzu מ״א). — R. Meir meint, der Speichel dessen, der heute sein Tauchbad nahm, befähigt immer zur Unreinheit, auch wenn er gegen den Willen des Menschen abgesondert wurde, ebenso wie der eines völlig Unreinen (vgl. Machsch. I, 1), während nach Auffassung der Weisen der Speichel dessen, der heute sein Tauchbad nahm, wie der eines völlig Reinen gilt. "
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+ "War Speise vom Zehnten. Vom ersten Zehnten, den die Leviten erhalten. Er gilt in jeder Hinsicht als profan. Vgl. Jebam. 85 b.",
+ "befähigt. Durch eine der sieben in Machsch. VI, 4 aufgezählten Flüssigkeiten.",
+ "oder unreine Hände. Eines Reinen.",
+ "so kann man von ihm die Zehnthebe. Der Zehnte, den der Levit von seinem Zehnten dem Priester zu geben hat. Er hat in jeder Hinsicht die Bestimmungen der Priesterhebe. Vgl. Num. 18, 26 ff.",
+ "in Reinheit abscheiden. Die spätere Priesterhebe des Zehnten bleibt rein, obwohl man auch sie vor ihrer Benennung berührte. — Nach der von Maim. הל׳ אבות הטומאות י״א ט״ו als Halacha rezipierten Ansicht in Sota 30 b gilt ein Teig, von dem Priesterhebe noch abzuheben ist, in Bezug auf Verunreinigungsmöglichkeit als profan, ebenso auch die anderen Dinge, von denen die Priesterabgabe noch zu nehmen ist. — Aber auch nach der Auffassung, dass wegen der noch nicht abgenommenen Priesterhebe der ganze Teig sonst hinsichtlich der Verunreinigung wie Priesterhebe behandelt wird, gilt dies nicht gegenüber der Berührung durch jemanden, der bereits heute sein Tauchbad nahm, und wohl auch nicht gegenüber den unreinen Händen; vgl. Nid. 7 a.",
+ "dritten Grades würde. Wenn der Zehnte durch die Berührung unrein werden könnte."
+ ],
+ [
+ "die heute ihr Tauchbad nahm, (kann. Ohne dass sie den Teig, bezw. die Teighebe untauglich macht.",
+ "die Teighebe. Das zur Teighebe bestimmte Stück; s. Anm. 12. — Ein Teil unserer Mischna findet sich ähnlich Nid. X, 7.",
+ "in einen Korb. Vgl. Ohal. V, 6 und Anm. 55. — Nach Maim. ist כפישה ein Steingerät.",
+ "aus Palmfasern. Vgl. Kel. XXVI, 1 und Sota I, 6 חבל מצרי, der nach Raschi Sot. 7b ein Stück aus Palmbast ist. Nach Jeruschalmi z. St. und auch nach Maim. הל׳ סוטה ג׳ י״א ist es aber ein ägyptischer Strick. — Sota II, 1 (14a) erklärt Raschi entsprechend seiner früheren Erklärung כפיפה מצרית als Korb aus Palmbast. — (Raschi Nid. 7a bemerkt, dass כפיפה kein בית קבול hat, also wohl ein ganz flacher Korb ist, dessen Wand keine Handbreite hoch ist.)",
+ "oder auf ein Brett. Die Ausgaben haben meist נחותא. T. M. L. haben נחותה. Im Zitat der Mischna Nid. 7a אנחותא, so auch der R. Hai zugeschr. geon. Kommentar, Rasch, Rosch. — Raschi Nid. 7a erklärt אנחותא als glattes Holzgerät; namens R. Hai erklärt er: gehobeltes Brett, s. a. Aruch. — Die Frau soll den Teig in solche Geräte legen, die nicht unrein werden können, damit sie daran denkt, dass sie selbst nicht ganz rein ist und deshalb die Teighebe nach ihrer Benennung nicht berühren darf. Raschi Nid. 7a, Rasch, Rosch.",
+ "daneben stellen. Der Teil vom Teig oder von Früchten, der als Priesterabgabe bezeichnet wird, soll im Augenblick der Bezeichnung sich neben dem Hauptteil befinden. Vgl. Challa I, 9 אלא מן מוקף … ואין נוטלין.",
+ "und sie benennen. Nachdem das zur Teighebe bestimmte Stück bereits hingelegt ist, also nicht mehr von der Frau berührt wird, soll sie erst sagen, dass es Teighebe sein soll.",
+ "weil er. Der Teig.",
+ "dritten Grades würde. Wenn der profane Teig durch sie verunreinigt werden könnte."
+ ],
+ [
+ "In einem. Bisher unreinen.",
+ "man den Teig kneten und die Teighebe. Das zur Teighebe bestimmte Stück; s. Anm. 12. — Ein Teil unserer Mischna findet sich ähnlich Nid. X, 7.",
+ "Sie. Die Frau, die die Teighebe abscheidet. Einfacher wäre auch ומקיפין: man stellt daneben (s. תוי״ט und מ״ש). — M. und L. haben in Mischna 2 und 3 eigenartigerweise ומקפת וקורא.",
+ "daneben. Der Teil vom Teig oder von Früchten, der als Priesterabgabe bezeichnet wird, soll im Augenblick der Bezeichnung sich neben dem Hauptteil befinden. Vgl. Challa I, 9 אלא מן מוקף … ואין נוטלין.",
+ "und man benennt. Nachdem das zur Teighebe bestimmte Stück bereits hingelegt ist, also nicht mehr von der Frau berührt wird, soll sie erst sagen, dass es Teighebe sein soll.",
+ "weil er. Der Teig.",
+ "bei Profanem als rein gilt. Die dritte Mischna lehrt, dass kein Unterschied zwischen dem bisher unreinen Menschen und dem bisher unreinen Gefäß ist, die zwar schon das Tauchbad hatten, aber noch auf Sonnenuntergang warten müssen. Maim."
+ ],
+ [
+ "Hatte man eine Flasche. Flasche oder Krug.",
+ "aus einem Fasse von nicht verzehntetem Zehnten. Vom Levitenzehnten, von dem der Priesterzehnte noch nicht abgesondert war. S. Anm. 4.",
+ "Dies soll nach Dunkelwerden. Also erst wenn durch Sonnenuntergang die Flasche völlig rein wird, so dass die Flasche den Priesterzehnten nicht mehr untauglich macht.",
+ "Zehntenhebe. Der Zehnte, den der Levit von seinem Zehnten dem Priester zu geben hat. Er hat in jeder Hinsicht die Bestimmungen der Priesterhebe. Vgl. Num. 18, 26 ff.",
+ "so ist es. Der Inhalt der Flasche, Wein oder Oel, ist erst am Abend Zehnthebe und ist völlig rein; s. die vor. Anm.",
+ "Hatte man. Am Freitag oder am Tage vor dem Festtage.",
+ "Dies soll Erub. עירוב wörtlich: Vereinigung. Vgl. Erubin III. Es handelt sich um עירוב תרומין, durch den der am Sabbat oder Festtag zum Wandern gestattete Raum um 2000 Ellen nach einer Richtung verlegt wird. Der bisher verbotene Bezirk wird mit dem erlaubten vereinigt.",
+ "so hat man nichts. Seine Worte haben keine Wirkung. Der Erub muss bereits vor Sonnenuntergang genießbar sein, der Wein oder das Oel in der Flasche gilt dann aber noch als Zehnt, von dem der Priesterzehnte noch nicht abgeschieden ist, und darf deshalb noch nicht genossen werden. Daher kann der Inhalt der Flasche, der erst nach Sonnenuntergang vom Priester genossen werden kann, nicht als Erub gelten. Vgl. Erub. 36a u. b.",
+ "Zerbrach das Fass. Vor Sonnenuntergang.",
+ "so bleibt die Flasche in ihrem Zustande des Nichtverzehntetseins. Der Inhalt der Flasche sollte nach Sonnenuntergang Zehnthebe von dem Zehnten im Fasse werden. Wenn aber zu dieser Zeit der Zehnte nicht mehr vorhanden ist, so kann nicht der ganze Inhalt der Flasche Zehnthebe von sich selbst werden. Er bleibt daher nicht verzehnteter Zehnt, und von ihm muss der Zehnte als Priesterhebe abgeschieden werden. Der Rest ist dann als verzehnteter Levitenzehnt zum Genuss erlaubt.",
+ "Zerbrach die Flasche. Vor Sonnenuntergang.",
+ "so bleibt das Fass in seinem Zustande des Nichtverzehntetseins. Da ja dann die Zehnthebe nicht abgeschieden ist; s. a. die vorige Anm."
+ ],
+ [
+ "Zuerst hatten sie. Die Weisen.",
+ "Man darf auf die Früchte des Am-ha-Arez. Vgl. Machschirin VI, 3, Anm.",
+ "auslösen. Nach Maim. u. Bart.: Man darf außerhalb Jerusalems Früchte des zweiten Zehnten gegen profane Früchte des Am-ha-Arez auslösen, so dass diese jetzt den Charakter des zweiten Zehnten erhalten. (Vgl. hierzu Maim. הל׳ מע״ש ד׳ ב׳; s. a. Rabed und כ״מ z. St.). Man braucht nicht zu fürchten, dass die Früchte des Am-ha-Arez Früchte des zweiten Zehnten waren, so dass der eigne zweite Zehnt nicht ausgelöst wurde. (S. a. תוי״ט). Nach Rasch und Rosch handelt es sich um Auslösung in Jerusalem. Wenn nämlich jemand in Jerusalem Geld hat, auf das er Früchte vom zweiten Zehnten ausgelöst hatte, so darf er für dieses Geld nur Lebensmittel kaufen, die dann in Jerusalem in Reinheit (allerdings nach dem Bad noch vor Sonnenuntergang) gegessen werden müssen. Nach dem Kauf ist das Geld wieder profan. Wenn nun jemand sein Geld zu anderen Zwecken nötig hat, kann er zu einem Freunde, der hier in Jerusalem Früchte hat und ihm gefällig sein will, sagen: „Dieses Geld soll auf deine Früchte ausgelöst sein.“ Dann gelten die Früchte wie zweiter Zehnt, das Geld ist profan. — Wenn es sich um Geld handelt, auf das Früchte ausgelöst werden, die vielleicht profan waren — man hatte sie von einem Am-ha-Arez gekauft und nur Zweifels halber die Abgaben nochmals abgeschieden דמאי; vgl. Demai II —, so darf man das Geld in Jerusalem auch auf Früchte eines Am-ha-Arez auslösen (s. Ma’aser sch. III, 3). — Handelt es sich aber um Geld, auf das Früchte vom sicheren zweiten Zehnten ausgelöst waren, so darf man sie in Jerusalem nicht gegen Früchte eines Am-ha-Arez einlösen, weil man fürchten muss, dass dieser sie nicht in Reinheit isst.",
+ "auch auf sein Geld. Nach Maim. und Bart.: Man darf außerhalb Jerusalems auch Früchte des zweiten Zehnten gegen das Geld des Am-ha-Arez auslösen und braucht nicht zu fürchten, dass auf dieses bereits ein zweiter Zehnt ausgelöst war. Ursprünglich hatte man hiergegen Bedenken, weil man damit rechnete, dass der Am-ha-Arez das Geld, auf das zweiter Zehnt ausgelöst war, als profan betrachten und nicht sagen würde, dass gegen es bereits ausgelöst ist. — Wie תוי״ט bemerkt, muss es sich in beiden Fällen der Mischna darum handeln, dass die Früchte bezw. das Geld des Am-ha-Arez in der Hand des Auslösenden sind und bleiben, und dass dieser selbst diese Früchte bezw. das Geld, die den Charakter des zweiten Zehnten erhalten haben, in Jerusalem verzehrt; denn man darf einem Am-ha-Arez keinen zweiten Zehnten überlassen. Sonst müsste es sich auch nach Maim. um Früchte handeln, die nur Zweifels halber als zweiter Zehnt gelten. — Nach Rasch und Rosch handelt es sich hier wohl sicher entsprechend dem ersten Falle um Früchte, die man nur Zweifels halber als zweiten Zehnt betrachtete. Man darf sie außerhalb Jerusalems gegen Geld des Am-ha-Arez auslösen, ohne fürchten zu müssen, dass dieser es wie profanes Geld behandeln würde. — Zuerst hatte man das Bedenken, der Am-ha-Arez würde bei Geld weniger als bei Früchten den Heiligkeitscharakter beachten.",
+ "Zuerst. Dieser Teil der Mischna ist aus Git. VI, 5 wiederholt.",
+ "hatten sie. Die Weisen.",
+ "Wenn jemand in Ketten. קולר lat. collare Halseisen, Kette.",
+ "hinaus geht. Zur Aburteilung geführt wird, auch wenn der Prozess um Geld geht; s. Maim. הל׳ גירושין ב׳ י״ב",
+ "so schreibt und gibt. Obwohl der Mann nicht ausdrücklich gesagt hat, man solle den Scheidebrief auch geben. Sicher hat er es gemeint, und nur in der Aufregung unterließ er es zu sagen.",
+ "auch. Die gleiche Bestimmung gilt auch für den, der eine große Reise unternimmt, nach R. Simon auch für den gefährlich Kranken.",
+ "Simon aus Schesor. Nach Saphir הארץ, S. 120, u. Klein א׳׳י, S. 67 ein Ort in der Nähe von Akko. S. u. K. folgen hierbei wohl Parchi; s. aber H. Hildesheimer, Beiträge, Anm. 279.",
+ "auch. Die gleiche Bestimmung gilt auch für den, der eine große Reise unternimmt, nach R. Simon auch für den gefährlich Kranken."
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+ [
+ "Wenn. Die ganze Mischna findet sich bereits in Kelim XIII, 7. S. dort die Erklärung. — Die Mischna ist hier wohl wiederholt wegen der Bemerkung R. Josuas, die sich nach Tosefta Tebul. j. II, 14 jedenfalls auch auf Mischna 2 bezieht. Mischna 3 gehört zu 2. Mischnajot 4 u. 5 sind wohl eingeschoben. Vgl. Einleitung zu unserem Traktat. — S. a. Rasch und תוי״ט."
+ ],
+ [
+ "Wer die Priesterhebe von der Grube. In der Wein- oder Ölkelter.",
+ "abschied. Er zog ein mit Wein oder Oel gefülltes Fass heraus, um den Inhalt zur Priesterhebe zu bestimmen.",
+ "Unter der Bedingung. Soll der Inhalt des Fasses Priesterhebe sein.",
+ "dass es. Das Fass.",
+ "unversehrt von Bruch. Nur dann soll es Hebe sein, wenn es nicht beim Heraufziehen zerbricht.",
+ "und Vergießen. Wenn kein Wein oder Oel ausgegossen wird. In diesen Fällen soll es nicht Priesterhebe sein, damit nicht der zurückfließende Wein oder das Oel als Priesterhebe den Inhalt der Grube für Nichtpriester ungenießbar macht.",
+ "aber nicht von Unreinheit. Wenn auch das Fass beim Heraufziehen unrein wird, so ist es doch Priesterhebe.",
+ "so vermengt. מדמעת heißt wohl eigentlich „macht zu דמע“, wobei דמע als Priesterhebe zu fassen ist. דמעך Ex. 22, 28 wird in der Mechilta z. St. und Temura 4a als Bezeichnung der Priesterhebe erklärt. (S. a. Hoffmann, Mech. des R. Simon b. J., S. 152, 8). Danach bedeutet מדמעת „macht es zur Priesterhebe“, d. h. „macht es dem Nichtpriester verboten wie Priesterhebe.“ — Der Ausdruck מדומע ist dann die Bezeichnung für die Vermischung von Priesterhebe mit Profanem, wenn dieses nicht mindestens hundertmal so viel wie die Hebe ist. S. a. Chagiga III, Anm. 36; Ohal. XVI, 3 und Anm. 67; Tohor. II, 3.",
+ "es nicht. Da im Falle des Bruches das Fass nicht Priesterhebe ist, macht sein zurückfließender Inhalt den Wein oder das Oel in der Grube nicht zu einer Mischung von Priesterhebe und Profanem, die dem Nichtpriester verboten wäre.",
+ "Bis wohin. Bis zu welcher Entfernung muss spätestens der Bruch der das Vergießen (bezw. die Unreinheit) eingetreten sein, damit das Fass der Bedingung gemäß nicht als Priesterhebe gilt.",
+ "in die Grube kommt. Wenn es noch so nahe zur Grube geschädigt wurde, so ist das Fass keine Priesterhebe.",
+ "Auch wenn man den Gedanken hatte. Ursprünglich hatte man daran gedacht, die Bedingung zu machen, während des Abscheidens der Hebe hatte man aber nicht daran gedacht. — Nach Tosefta II, 17: Wenn er nicht wusste, dass er die Bedingung machen kann. S. Rasch, תוי״ט und מ״א.",
+ "weil es Bedingung des Gerichtshofes. Der oberste Gerichtshof in Jerusalem als autoritative religiöse Behörde d. h. die Weisen haben erklärt: Stillschweigend gilt die Bedingung."
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+ "\nEINLEITUNG.\nDer Traktat behandelt die Vorschriften über die Verunreinigung der Hände und ihre Reinigung durch Uebergießen mit Wasser.\nZuerst wird gelehrt, wie viel Wasser notwendig ist (I, 1; II, 1), welche Geräte zum Uebergießen gebraucht werden dürfen (I, 2), wodurch Wasser untauglich wird (I, 3—5), und in welcher Weise übergossen werden darf (I, 5). Dann wird über die Wirkung des Uebergießens auf das Wasser selbst (II, 2) und auf den Menschen gesprochen, ferner über eintretende Zweifel hinsichtlich des Uebergießens und hinsichtlich der Händereinheit (II, 4). Erst im dritten Abschnitt wird gesagt, auf welche Weise die Hände unrein werden können, durch unreine Gegenstände (III, 1—2) und durch Berührung heiliger Schriften (3—5). Weil in der letzten Mischna dieses Abschnittes jene Session des Sanhedrin zu Jawne erwähnt wurde, in der R. Elasar ben Asarja an Stelle R. Gamliels zum Vorsitzenden gewählt war, werden im vierten Abschnitte noch andere Beschlüsse jener Session angeführt (VI, 1—4). Im Anschluß an III, 3—5 wird über den Heiligkeitscharakter von aramäischen Stellen in der Bibel und von Bibelübersetzungen gesprochen (IV, 5). Dann folgt eine Diskussion mit Sadduzäern über die Verunreinigung der Hände durch Berührung mit heiligen Schriften (IV, 6) und im Anschluß daran weitere Diskussionen mit Sadduzäern (IV, 7—8).\nDie Händeunreinheit טומאת ידים beruht auf rabbinischer Bestimmung. Nach Thoravorschrift gibt es keine Sonderunreinheit für die Hände1. Bereits Salomo ordnete an, daß Hände, auf deren Reinhaltung man nicht geachtet hatte, Heiligem gegenüber als unrein zu gelten haben (Sabb. 14b)2.\nZu den 18 Bestimmungen, die nach Ansicht der Bet Schammai getroffen wurden (Sabb. 13b), gehört auch die Händeunreinheit der Priesterhebe gegenüber אתו אינהו וגזור אף לתרומה (Sabb. 15a). Als Grund wird angegeben, daß man mit den Händen an Unsauberes anrührt, und es deshalb eine Mißachtung der Priesterhebe wäre, sie mit nicht besonders gewaschenen Händen zu berühren (vgl. Raschi Sabb. 14a s. v. עסקניות). Die nicht besonders gewaschenen bezw. behüteten Hände gelten als unrein zweiten Grades, um durch ihre Berührung Priesterhebe untauglich zu machen. Um zu verhindern, daß jemand mit bloßen Hände die Thorarolle und wohl überhaubt heilige Schriften (vgl. hierzu III, 5 und Anm. 17 a. E.) berühre, hatte man schon vorher bestimmt, daß nach Berührung von heiligen Schriften die Hände Priesterhebe untauglich machen.\nEine dritte Veranlassung zur Händeunreinheit ist die Berührung von Menschen, die unrein ersten Grades sind, und von unreinen Gegenständen ersten oder zweiten Grades, durch die ja der Mensch selbst nicht unrein werden kann, sowie das Hineinstecken der Hände in ein mit Aussatz behaftetes Haus oder in ein unreines irdenes Gefäß (Jad. III, 1—2). Nach der allerdings nicht als Halacha rezipierten Ansicht R. Akibas können Hände auch unrein ersten Grades werden (III, 1).\nMaimonides (Einleitung zu Jadajim) unterscheidet zwischen „stillschweigender Händeunreinheit“ סתם ידים, die lediglich auf nicht besonders beachtetem Reinhalten der Hände beruht, und der durch eine Unreinheit oder heilige Schriften hervorgerufenen Händeunreinheit ידים טמאות. Die erste Art hat auf profane Flüssigkeiten keinerlei Einwirkung, so daß Priesterhebe, die von ihnen befeuchtet wird, rein bleibt, während die verunreinigten Hände auch profane Flüssigkeiten unrein ersten Grades machen, wie ja nach Tohor. II,6 Flüssigkeiten durch Unreinheit zweiten Grades selbst wieder unrein ersten Grades werden. Auffällig wäre dann — wie מ״א in der Einl. z. Jad. hervorhebt —, Para VIII, 7. In Tebul. j. II, 2 müßten dann unter ידים מסואבות nur sicher verunreinigte Hände verstanden sein. — In Mischne Thora erwähnt Maim. diese Unterscheidung nicht. —\nWährend bei den 18 Bestimmungen die Händeunreinheit nur hinsichtlich der Priesterhebe ausgesprochen wurde, so daß die Waschung der Hände nur vor Berührung von Priesterhebe und\nHeiligem notwendig war, wurde sie später auch vor Genuß — aber nicht vor Berührung — von profanem Brote angeordnet (Chagiga 18b) und auch vor Genuß anderer Speisen, wenn man sie in Flüssigkeit tauchte, da ja nach Tohor. II, 6 auch profane Flüssigkeit durch Unreinheit zweiten Grades unrein werden. (Pes. 115a; Orach Ch. 158).\nUnser Traktat behandelt im wesentlichen die Händeunreinheit und ihre Beseitigung hinsichtlich der Priesterhebe. Doch gelten die meisten Vorschriften über das Uebergießen der Hände auch hinsichtlich des Genusses profaner Speisen; s. a. Chul. 106a/b. Zur Berührung von Heiligem genügt nicht das Uebergießen der Hände; hierzu müssen sie in ein zum Tauchen des unreinen Menchen genügendes Tauchbad eingetaucht werden. (Chagig. II, 5).\n"
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+ "Ein Viertel. Viertel ist die Bezeichnung für ein viertel Log. Das Log hat den Rauminhalt von 6 Eiern. Das Zitat der Mischna in Nasir 38a und Git. 15b hat מרביעית, das Raschi als Gerät vom Inhalt eines viertel Log erklärt. Chul. 107a hat מי רביעית.",
+ "Wasser gibt man auf die Hände. Nach Chagiga II, 5 und der Erklärung im Talmud p. 18b muss man auch vor Genuss von profanem Brot die Hände übergießen. S. a. Ber. VIII, 1. Bei jeglicher Priesterhebe ist sogar für die Berührung mit Händen, auf deren Sauberkeit man nicht geachtet hatte, oder die an die im III. Abschnitt des Traktates gen. Gegenstände angerührt hatten, das Übergießen notwendig, da sonst die Hebe untauglich würde. S. a. die Einleitung zum Traktat.",
+ "auch für zwei (Personen. Für die beiden Hände einer Person ist ein viertel Log nötig; es genügt aber auch für zwei Personen, obwohl doch dann auf keinen von beiden ein viertel Log kommt. Vgl. Chul. 107a. Notwendig ist nur, dass in dem für eine oder zwei Personen bestimmten Gefäß beim Beginn des Ausgießens ein viertel Log war, und dass die beiden Hände eines jeden bis zur Handwurzel übergossen werden. — Nach Maim. im Komm. und הל׳ מקואות י״א ח׳ bezieht sich die Mischna nur auf das zweite Übergießen der Hände (vgl. II, 1 und Anm. 2 u. 5), wenn sie bereits durch das erste Übergießen rein geworden sind. Beim ersten Übergießen ist nach Maim. ein viertel Log für die Hände jeder einzelnen Person notwendig. — Nach den anderen Erklärern bezieht sich die Mischna auf das erste Übergießen; s. a. Rabed u. כ״מ a. a. O.",
+ "ein halbes Log. So nach der Lesart מחצית. Viele Ausgaben haben mit T., M. und L. מחצי לוג „von einem halben Log“.",
+ "für drei. Wenn für zwei Personen ¼ Log genügte, müssten für drei ⅜ ausreichen. Doch fürchteten die Weisen, man würde bei ⅜ Log für drei Personen zu sparsam sein und die Hände nicht ganz übergießen. Wenn man aber von ⅜ Log die Hände einer Person übergossen hat, und es ist noch ¼ übrig, so kann man damit zwei Personen übergießen (Rosch). — Vielleicht war kein Messgerät von ⅜ Log üblich, und deshalb musste man für 3 Personen ein halbes Log nehmen.",
+ "von einem Log für fünf und zehn und hundert. Die hohen Zahlen sind nicht buchstäblich gemeint. Sie sollen nur ausdrücken, dass man mit einem ganzen Log vielen Menschen die Hände übergießen darf, sofern nur die Hände völlig mit Wasser bedeckt werden. (Rosch).",
+ "Nur darf es für den letzten von ihnen nicht weniger als ein Viertel sein. Obwohl es möglich ist, mit weniger als ¼ Log einem Menschen die Hände zu übergießen, muss nach R. Jose für den letzten ¼ übrig bleiben.",
+ "Man darf zum zweiten (Wasser. Nach Maim. (Einleitung zum Traktat) muss man vor Berührung der Priesterhebe die Hände zweimal übergießen. Beim ersten Übergießen wird das Wasser durch die Hände verunreinigt. Um dies unreine Wasser abzuspülen, muss man die Hände nochmals übergießen. (S. a. הל׳ מקואות י״א ח׳. Das Wasser vom ersten Übergießen heißt das erste Wasser, das vom zweiten das zweite. — Eigentlich müsste das unrein gewordene erste Wasser die Hände wieder verunreinigen und diese wieder das zweite Wasser. Aber die Weisen, die die Händeunreinheit nur aus Vorsicht eingeführt haben, bestimmten, dass diese Unreinheit durch zweimaliges Abspülen verschwindet. Vielleicht war ursprünglich der Zweck des zweiten Abspülens lediglich, das durch die mögliche Unsauberkeit der Hände unsauber gewordene erste Wasser abzuwaschen (vgl. Sabb. 14a Raschi s. v. עסקניות) und wurde dann auch auf die Reinigung der Hände übertragen, die nach Berührung der im dritten Abschnitt unseres Traktates angeführten Gegenstände für unrein erklärt wurden. (Vgl. תוי״ט zu II, 2 s. v. ועל). Nach den meisten Erklärern und Dezisoren ist das zweite Abspülen auch vor Genuss von profanem Brot notwendig, außer wenn man über jede Hand ein viertel Log gießt. S. II, 2 und Orach Chajim. 162.",
+ "hinzufügen. Beim Übergießen muss das Wasser die ganze Hand bis zum Handgelenk bespülen. Reichte das Wasser beim ersten Übergießen nicht aus, so hilft es nicht, wenn man noch Wasser nachgießt. Man muss die Hand abtrocknen und dann von neuem mit genügender Menge übergießen. Beim „zweiten Wasser“ (vgl. Anm. 8) kann man Wasser nachgießen, wenn es nicht ausreichte, um die ganze Hand zu bedecken.",
+ "aber man darf zum ersten nicht hinzufügen. Beim Übergießen muss das Wasser die ganze Hand bis zum Handgelenk bespülen. Reichte das Wasser beim ersten Übergießen nicht aus, so hilft es nicht, wenn man noch Wasser nachgießt. Man muss die Hand abtrocknen und dann von neuem mit genügender Menge übergießen. Beim „zweiten Wasser“ (vgl. Anm. 8) kann man Wasser nachgießen, wenn es nicht ausreichte, um die ganze Hand zu bedecken."
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+ "sogar mit Gefäßen. Die so wenig Gefäßcharakter haben, dass sie keine Unreinheit annehmen. Vgl. Vorb. zu Kelim § 15 u. Para V, 5.",
+ "aus Mist. Aus einem Gemenge von Rindermist und Erde. S. Kelim X, Anm. 3.",
+ "aus Stein und aus Erde. Aus ungebrannter Erde.",
+ "Man darf auf die Hände weder mit den Wänden von Gefäßen. Vgl. Para V, 5 und die Anm. das. Zu שולי המחץ s. a. Kel. II, Anm. 40.",
+ "noch mit dem Boden eines Zobers. Vgl. Para V, 5 und die Anm. das. Zu שולי המחץ s. a. Kel. II, Anm. 40.",
+ "noch mit dem Spund des Fasses. Vgl. Para V, 5 und die Anm. das. Zu שולי המחץ s. a. Kel. II, Anm. 40.",
+ "geben. Nicht mit den Wänden eines zerbrochenen Gefäßes und dem Boden eines Zobers, weil sie nur Bruchstücke eines Gefäßes sind. Nicht mit dem Spund des Fasses, weil er nicht selbständiges Gefäß ist, sondern nur als Verschluss dient. — Wenn man den Spund aber so bearbeitet, dass er ein viertel Log fasst, so darf man mit ihm begießen. Tosefta I, 6 u. Chul. 107 a.",
+ "weihen und sprengen darf. S. Para V, 5 und die Anm. das.",
+ "Auch schützen nur Gefäße mittels des fest anschließenden Deckels. S. Para V, 5 und die Anm. das.",
+ "wie auch. שאין hier und in Para V, 5 wie ואין: vgl. Beza I, 2 שאפר כירה und Bez. 8a הכי קאמר ואפר כירה.",
+ "eines irdenen Gefäßes schützen. S. Para V, 5 und die Anm. das."
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+ "das zum Trinken des Viehes unbrauchbar wurde. Z. B. übelriechendes oder bitteres Wasser.",
+ "in Gefäßen. Wenn es in Gefäßen ist, so dass man mit ihm die Hände nur durch Übergießen, nicht durch Eintauchen reinigen könnte.",
+ "aber im Boden. Wenn das Wasser sich in einer Vertiefung in der Erde befindet, ist es dazu tauglich, dass man die Hände durch Hineintauchen reinigt; vgl. Chul. 106a. Wenn das Wasser aber vom Vieh nicht getrunken wird, weil es zu schlammig ist, dann ist es auch zum Eintauchen der Hände untauglich. Vgl. Mikw. II, 9 u. Seb. 22a.",
+ "Fiel Tinte. S. die Anm. zu Para IX, 1.",
+ "Gummi. S. die Anm. zu Para IX, 1.",
+ "oder Vitriol. S. die Anm. zu Para IX, 1.",
+ "so ist es untauglich. Auch zum Eintauchen der Hände, da es hierdurch den Wassercharakter verliert.",
+ "Hatte man mit ihm eine Arbeit ausgeführt. Z. B. Wein in ihm gekühlt (Rosch).",
+ "so ist es untauglich. Auch zum Eintauchen der Hände, weil es nach solcher Benutzung gewöhnlich weggegossen wird (Maim.). מ״א meint, Wasser, in dem Brot eingeweicht wurde, müsste eigentlich weiter als brauchbares Wasser gelten. Doch habe man es für untauglich erklärt, weil es dem Wasser, mit dem Arbeit verrichtet wurde, ähnlich ist.",
+ "Simon der Temani. Nach Rosch aus dem Ort Timna. Vielleicht Timna in Gen. 38, 12 od Jos. 15, 10. — L. hat die von Rosch angeführte Lesart התבני. Vgl. hierzu E. Saphir, Haarez Nr. 1733, 1734, wo das arabische Tebna und Tebne mit Timna identifiziert werden.",
+ "tauglich. Nach Ansicht des ersten Lehrers wird das Wasser untauglich, wenn man mit Absicht das Brot in ihm einweichte; hatte man gar nicht beabsichtigt, Brot einzuweichen, sondern es fiel versehentlich hinein, so bleibt das Wasser tauglich. Hierzu bemerkt R. Simon: das Wasser bleibt auch dann tauglich, wenn man Brot wohl hatte einweichen wollen, aber in einem anderen Gefäß, es war aber versehentlich in dieses Wasser gefallen. — So erklären R. Meir aus Rothenburg und R. Joel Sirkes in ב״ח zu Tur Orach Chaj. 160) und R. Jehosef in מ״ש. — Rasch, Rosch und Maim. in seiner ersten Auffassung ändern אפילו in אם. Dann würde der erste Lehrer das Wasser vielleicht auch dann als untauglich betrachten, wenn das Brot ganz unbeabsichtigt hinein gefallen und eingeweicht wurde, während R. Simon das Wasser für tauglich hält, falls man nicht beabsichtigt hatte, das Brot in ihm einzuweichen. Es wäre dabei unwesentlich, ob man das Brot überhaupt nicht oder in anderem Wasser einweichen wollte. Vgl. hierzu טורי זהב ב׳ zu Orach Chaj. 160, 2."
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+ "Gefäße abgespült oder Maßgefäße ausgewischt. Vgl. Reg. II, 21, 13 כאשר ימחה את הצלחת. — Das Abspülen des Maßgefäßes, soll letzte Reste der früher gemessenen Flüssigkeit oder auch nur den Geruch beseitigen",
+ "so ist es tauglich. Da das Abspülen nicht nötig war, gilt es nicht als eine Arbeit.",
+ "für untauglich. Weil man neue Gefäße vor ihrer Benutzung gewöhnlich abspült, betrachtet R. Jose das Abspülen als Arbeit."
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+ "in das der Bäcker die Brote. גלוסקא wohl gr. κόλλιξ s. Krauß, Arch. I, S. 105 u. 472, und in Sokolow-Festschr. S. 409. — Nach dem R. Hai zugeschr. Kommentar ist גלוסקא ein rundes Brot. Hier ist גלוסקא nicht das fertige Brot, sondern der Teig, dem man bereits die Brotform gab.",
+ "eintaucht. Nachdem der Teig geformt war, wurde er mit Wasser, Wein od. anderer Flüssigkeit bestrichen oder in Wasser getaucht.",
+ "ist untauglich. Auch zum Eintauchen der Hände, weil es nach solcher Benutzung gewöhnlich weggegossen wird (Maim.). מ״א meint, Wasser, in dem Brot eingeweicht wurde, müsste eigentlich weiter als brauchbares Wasser gelten. Doch habe man es für untauglich erklärt, weil es dem Wasser, mit dem Arbeit verrichtet wurde, ähnlich ist.",
+ "in dem er seine Hände nass macht. Um mit ihm den Teig zu befeuchten. Maim., Rosch; s. aber Bet Jos. zu Tur Or. Ch. 160 s. v. ועל מים שהנחתום.",
+ "ist tauglich. Da er das im Gefäß zurückbleibende Wasser nicht benutzt hat.",
+ "übergießen. Da das Wasser auf die Hände nur dadurch laufen kann, dass man das Gefäß mit den Knieen hält, gestattet es auch R. Jose. Das ständige Ausfließen ist durch stets neu wirkende Menschenkraft כח גברא ermöglicht. Nach מגן אברהם zu Orach Ch. 159, 9 ist es nötig, dass das Wasser durch ständig erneute Bewegung der Füße ausgeschüttet wird.",
+ "oder zur Seite neigen. Obwohl das Wasser ohne weiteres Zutun des Menschen ausläuft. — Chul. 107a sagt R. Papa: Man darf die Hände nicht dadurch übergießen lassen, dass man sie unter die Berieselungsröhre eines Gartens hält, weil zum Übergießen Menschenkraft nötig ist. — Rasch meint, dies könne auch der nicht genannte erste Lehrer unserer Mischna zugeben. Auch er verlange Übergießen durch einen Menschen oder wenigstens ein Tier; hierzu genüge aber, dass die Kraft auf das Gefäß, aus dem übergossen wird, unmittelbar so einwirkt, dass das Wasser ausfließt. Auf die Berieselungsröhre wirkt aber Menschenkraft nicht unmittelbar ein. Der Mensch hebt zwar den Schöpfeimer, aus dem das Wasser in die Röhre fließt, an ihr selbst tut er aber nichts unmittelbar. — Doch sei es auch möglich, dass der erste Lehrer, der ja auch das Übergießen durch einen Affen gestatte, keine Menschenkraft verlange, während Chul. 107a der Ansicht R. Jose’s folge. — S. auch טורי זהב zu Orach Ch. 159, 9.",
+ "Der Affe. Oder auch ein anderes Tier. — Nach dieser Ansicht genügt es, dass ein Lebewesen das Wasser mit Bewusstsein über die Hände gießt. Aber Wasser, das in eine Röhre geschüttet war und in der Röhre oder beim Ausfließen die Hände bespült, genügt nicht; vgl. Maim. הל׳ ברכות פ״ו הל׳ י״ג י״ד. — S. aber die vor. Anm.",
+ "für untauglich. Da er Menschenkraft zum Übergießen verlangt; allerdings braucht auch nach R. Jose der Gießende kein Vollsinniger zu sein. Er muss aber das Bewusstsein haben, dass er die Hände übergießt. So Rasch und Rosch nach Tosefta I."
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+ "Hatte man sich eine Hand. Wenn nur eine Hand unrein war; vgl. Chagig. III, 2.",
+ "mit einem Guss. War nur eine Hand unrein, so genügt zur Reinigung ein einmaliges Übergießen bis zum Handgelenk, falls nur ursprünglich ein viertel Log Wasser im Gefäß war, selbst wenn man inzwischen davon auch die Hände eines anderen übergossen hatte. So nach Rasch u. Rosch. Nach Maimonides besagt der Ausdruck טהורה nur, dass das Wasser auf der Hand als rein gilt, auch wenn es nicht ein viertel Log war. Wenn man dann die Hand nochmals, auch mit weniger als einem viertel Log übergießt, so ist sie rein. Beim Übergießen beider Hände muss nach Maim. das erste Wasser mindestens ein viertel Log sein. Vgl. hierzu I, Anm. 3.",
+ "Beide Hände mit einem Guss. Hatte man beide Hände mit einem Guss übergossen.",
+ "bis er mit einem Viertel. Viertel Log.",
+ "übergießt. Nach Rasch und Rosch streitet niemand gegen R. Meirs Ansicht, dass beim einmaligen Übergießen ein viertel Log notwendig ist. — Nach Maim. bezieht sich עד שיטול מרביעית auf das nach seiner Auffassung für Priesterhebe (הל׳ מקואות י״א ג׳) immer notwendige zweite Übergießen. Hierfür verlangt R. Meir ein viertel Log. Weil beim ersten Übergießen das Wasser durch die erste Hand verunreinigt wurde, gilt das auf die zweite Hand fließende bereits als verunreinigt. Dieses kann nur durch mindestens ein viertel Log gereinigt werden. Nach dem nicht genannten ersten Lehrer gilt das beim ersten Übergießen auf die zweite Hand geflossene Wasser nicht als verunreinigt. Daher genügt ihm beim zweiten Übergießen ein geringeres Quantum als ein viertel Log. S. a. הל׳ מקואות פ׳ י״א הל׳ ו׳ ח׳ sowie I, Anm. 3.",
+ "Fiel ein Laib von Priesterhebe (hinein. In das Wasser, das nach Reinigung der Hände auf die Erde floss. Nach Rasch und Rosch handelt es sich um das Wasser des einmaligen Übergießens, nach Maim. um das vom zweiten Übergießen. S. Anm. 2 u. 5.",
+ "so bleibt er rein. Wie den Händen gegenüber, gilt das Wasser auch dem Brot gegenüber als rein.",
+ "für unrein. Nach R. Jose wird das Brot unrein, weil das von den Händen abgeflossene Wasser es verunreinigt, obwohl es in einem Guss ein viertel Log ausmachte. Er vergleicht diesen Fall mit dem in der nächsten Mischna erwähnten, dass Brot auf die Stelle fiel, wohin zuerst das Wasser vom ersten und dann das vom zweiten Übergießen geflossen war. Nach R. Meir ist unser Fall günstiger, weil das auf einmal in einer Menge von einem viertel Log gegossene Wasser nicht unrein wird (Rasch), bezw. weil es sich um das zweite Wasser handelt (Maim.)."
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+ "Wasser. Das vom ersten Übergießen, nach Maim., auch wenn das Wasser ein viertel Log ausmachte, nach den anderen Erklärern, wenn es weniger als ein viertel Log war. Vgl. Anm. 5 u. 8 und I, Anm. 3.",
+ "an eine Stelle übergossen und das zweite. Das nach Maim. immer nötig ist, nach anderen Erklärern, wenn das erste kein viertel Log war; s. a. Anm. 5.",
+ "so ist er unrein. Weil dieses erste Wasser wohl die Hände reinigt, selbst aber unrein wird und Priesterhebe verunreinigt. Vgl. Maim. הל׳ מקואות י״א ג׳. Profanes Brot wird durch das Wasser wohl auch nach denen nicht verunreinigt, die auch für es ein zweimaliges Übergießen fordern. S. תוי״ט s. v. ונפל. — Die Priesterhebe wird auch unrein, wenn sie das Wasser auf der Hand berührt.",
+ "so ist er rein. Da das zweite Wasser rein bleibt.",
+ "so ist er unrein. Er wird durch das erste Wasser verunreinigt; denn das zweite reinigt das erste nur, solange es auf den Händen ist.",
+ "es fand sich aber an seinen Händen ein Stückchen Holz oder ein Krümchen Erde. Auch wenn es ganz lose auflag, so dass es keine Unterbrechung zwischen Wasser und Hand bildete. So nach Rasch und Rosch. Nach Maim. sind die Hände nur unrein, wenn das Holz oder die Erde fest auflag, so dass das erste Wasser nicht an die darunter liegende Handstelle kam. S. a. Maim. הל׳ מקואות י״א ג׳.",
+ "so sind seine Hände unrein. Nach Rasch und Rosch, weil das beim ersten Übergießen unrein gewordene Wasser auf dem Holz oder der Erde durch das zweite Übergießen nicht gereinigt wird und die Hand wieder verunreinigt. Nach Maim. bildete das Holz bezw. die Erde eine Unterbrechung zwischen dem ersten Wasser und der Hand. S. d. vorige Anm.",
+ "das auf seinen Händen ist. Nach Rasch und Rosch: aber nicht das auf dem Holz oder der Erde. Nach Maim.: Der Zweck des zweiten Wassers ist nur die Reinigung des sich noch auf den Händen befindlichen ersten Wassers, nicht aber die Reinigung der infolge der Unterbrechung noch nicht gereinigten Hand.",
+ "rein. Wenn auf der Hand Tierchen sich finden, die im Wasser entstehen, so gelten sie nicht wie Holz oder Erde; daher bleibt die Hand rein. S. a. Mikw. VI, 7."
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+ "Die Hände werden unrein und rein. Alle rabbinischen Vorschriften über Unreinheit der Hände und über ihre Reinigung gelten für die Hand bis zum Handgelenk.",
+ "bis zum Handabschnitt. Die Bestimmung des Abschnittes פרק ist unter den ersten Amoraim kontrovers, Chul. 106a/b lehrt eine Beraita נטילת ידים לחולין עד הפרק לתרומה עד הפרק קידוש ידים ורגלים במקדש עד הפרק . Nach Raschis Auffassung erklärt Rab לחולין עד הפלק bis zum zweiten Fingergelenk, לתרומה עד הפרק bis zum Ansatz der Finger an den Handrücken, d. h. die ganzen Finger, עד הפרק … קידוש ידים bis zur Handwurzel, d. h. die ganze Hand. Samuel lässt für Profanes und Priesterhebe die gleiche Bestimmung in erschwerendem Sinne gelten; verlangt also auch für Profanes das Übergießen der ganzen Finger. Dieser Ansicht pflichtet auch R. Meischa, der Enkel des R. Josua ben Levi, bei. — Nach dieser Auffassung, der sich Rosch, Chul. VIII § 11 anschließt, ist פרק in unserer Mischna der Fingeransatz. Man braucht also vor Genuss von profanem Brot und vor Berührung von Priesterhebe nur die Finger zu übergießen. — Nach Auffassung von Rif (Ber. VIII geg. Ende; s. d. תר״י und Rosch, Chul. a. a. O.) ist עד הפרק immer bis zur Handwurzel. Man muss also auch für Profanes die ganze Hand übergießen. — S. a. Orach Ch. 161, 4.",
+ "so ist sie rein. Da das zweite Wasser auf der Hand das erste reinigt und nicht von ihm verunreinigt wird. Es war also rein, als es über den Abschnitt lief. Dort kann es nicht unrein werden (s. Anm. 18); also ist es beim Zurückfließen auf die Hand rein.",
+ "so ist sie unrein. Das erste Wasser wurde auf der Hand unrein. Hier wird es wohl durch das zweite rein, wenn es aber über den Abschnitt hinausläuft, so wird das überlaufende Wasser von dem zweiten erst außerhalb der Hand erreicht. Dort kann es aber durch das zweite Wasser nicht gereinigt werden. Im Gegenteil auch der Teil vom zweiten Wasser, der außerhalb der Hand mit dem ersten in Berührung kommt, wird hierdurch unrein. Das jetzt zurückfließende Wasser vom ersten und zweiten Übergießen ist also unrein und verunreinigt die Hände. (Vgl. Rasch und א״ר). Nach Maim. (Komm. und הל׳ מקואות י״א ד׳) scheint das zweite Wasser außerhalb der Hand zwar nicht unrein zu werden, kann dieses aber nicht reinigen, so dass die Hand nur durch das zurückfließende erste Wasser unrein wird. — Raschi zu Sota 4 b liest in unserer Mischna נטל ראשונים ושניים חוץ לפרק וחזרו ליד טהורה נטל את הראשונים חוץ לפרק ואת השניים ער הפרק וחזרו ליד טמאה . So haben auch תוס׳ שאנץ und wohl auch שבלי הלקט סי׳ קל׳׳ו. Danach könnte das zweite Wasser das erste auch außerhalb der Hand reinigen. S. dagegen Rasch.",
+ "so sind sie unrein. Nach Maim.: weil das zweite Wasser durch die Hand, die er das erste Mal nicht übergossen hatte, unrein wird und dann die früher bereits übergossene Hand verunreinigt. — Rasch und Rosch erklären nach Tosefta II, 4: Auch wenn man beide Hände, aber einzeln, zum ersten Mal übergossen hatte und sie jetzt beim zweiten Übergießen aneinander hält, so verunreinigen sie sich gegenseitig, weil das Wasser des ersten Übergießens auf jeder Hand das der anderen Hand und dadurch diese selbst verunreinigt. Das Wasser des ersten Übergießens ist unrein, solange es nicht durch das zweite Übergießen auf derselben Hand gereinigt wird.",
+ "dann überlegte er und goss das zweite über seine eine Hand. D. h. über jede seiner Hände einzeln.",
+ "so ist seine Hand rein. Wenn er beim ersten Übergießen beide Hände aneinander hält, so verunreinigt der gemeinsame Guss nicht gegenseitig die Hände. Es ist dann gleichgültig, ob beim zweiten Übergießen die Hände wieder gemeinsam oder jede für sich übergossen werden.",
+ "so ist sie unrein. Das Wasser auf der übergossenen Hand wird durch die nicht übergossene unrein und verunreinigt wieder die übergossene Hand. Da diese Unreinheit nicht von der übergossenen Hand selbst stammt, kann sie nicht durch das zweite Übergießen getilgt werden.",
+ "an seinem Kopfe. Nach רמ״א zu Orach Ch. 162, 8 wird die Hand durch Abtrocknen am Haar nicht verunreinigt, nur durch Kratzen (vgl. Or. Ch. 164, 2). Danach ist ראש hier: Kopfhaar. Nach משנה אחרונה bedeutet es: die nicht mit Haar bedeckten Teile des Kopfes.",
+ "so ist sie rein. Das Wasser vom Übergießen der Hände verunreinigt keinen anderen Körperteil, wird daher durch Berührung mit dem Kopfe nicht unrein. S. a. Anm. 25. — Bleibt aber Wasser am Kopfe oder an der Wand haften, und man berührt es zum zweiten Mal, so wird die Hand unrein. Bart. nach Tosefta I, 3.",
+ "Vier oder fünf Menschen dürfen sich nebeneinander oder auch übereinander übergießen. Das von den Händen des einen auf die des anderen — ohne Unterbrechung in einem Guss — abfließende Wasser gilt diesen gegenüber nicht als verunreinigt, auch nicht als durch Arbeit untauglich geworden oder als nicht aus einem Gefäß kommend und auch nicht als ein Quantum unter einem viertel Log. Rasch nach Tosefta II, 7.",
+ "nur müssen sie die Hände locker halten. Damit das Wasser alle Hände ganz überfließen kann."
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+ "ob mit dem Wasser eine Arbeit verrichtet ist. So dass es untauglich zum Übergießen der Hände wäre. Vgl. I, 3.",
+ "Maß hatte. Vgl. I, 1.",
+ "ob es unrein. Nach Maim. haben hier טמאים und טהורים die gewöhnliche Bedeutung –unrein“ und „rein“ Unreines Wasser würde die Hände verunreinigen, so dass sie wieder Priesterhebe verunreinigen. Vgl. III, 2. Die Mischna lehrt nun, dass Wasser, dessen Reinheitscharakter zweifelhaft ist, die Hände nicht nur nicht verunreinigt, sondern sogar reinigen kann, so dass man mit ihnen Priesterhebe berühren darf. — Nach Rasch bedeutet hier טמאים und טהורים „untauglich“ bezw. „tauglich“ zum Übergießen. Die Mischna spricht dann auch vom Übergießen vor Genuss von profanem Brote. — S. a. I, Anm. 8.",
+ "oder ob es rein. Nach Maim. haben hier טמאים und טהורים die gewöhnliche Bedeutung –unrein“ und „rein“ Unreines Wasser würde die Hände verunreinigen, so dass sie wieder Priesterhebe verunreinigen. Vgl. III, 2. Die Mischna lehrt nun, dass Wasser, dessen Reinheitscharakter zweifelhaft ist, die Hände nicht nur nicht verunreinigt, sondern sogar reinigen kann, so dass man mit ihnen Priesterhebe berühren darf. — Nach Rasch bedeutet hier טמאים und טהורים „untauglich“ bezw. „tauglich“ zum Übergießen. Die Mischna spricht dann auch vom Übergießen vor Genuss von profanem Brote. — S. a. I, Anm. 8.",
+ "rein. Die Hände würden durch das Übergießen rein.",
+ "sagten. Tohor. IV, 7 u. 11.",
+ "Zweifel betreffs der Hände hinsichtlich des Unreinwerdens und des Verunreinigens oder des Reinwerdens. Hiermit ist begründet, dass in den bisher angeführten Fällen die Hände als rein gelten.",
+ "hinsichtlich des Reinwerdens gilt als unrein. Also bestreitet R. Jose, dass die Hände in den bisher angeführten Fällen als rein gelten. Obwohl es sich nur um die leichte rabbinische Unreinheit der Hände handelt, wendet R. Jose den Grundsatz an, dass der einmal festgestellte Zustand durch einen Zweifel nicht als aufgehoben gelten kann. אין ספק מוציא מידי ודאי (יו״ב).",
+ "Wie ist das. Dass der Zweifel hinsichtlich des Unreinwerdens und der Verunreinigung als rein gilt. — Die Bemerkung, dass R. Jose die Hände im Zweifelsfalle an ihrer Reinigung nicht als rein betrachtet, ist nur eine Parenthese. כיצד schließt sich an den Satz מפני שאמרו an.",
+ "berührte oder nicht berührte. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Unreinwerdens der Hände. Zum Unreinwerden durch unreines Brot vgl. III, 2.",
+ "berührte oder nicht berührte. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Verunreinigens. — Es handelt sich hier um Priesterhebe; Profanes wird durch Unreinheit der Hände nicht unrein.",
+ "berührte oder mit der reinen berührte. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Verunreinigens. — Es handelt sich hier um Priesterhebe; Profanes wird durch Unreinheit der Hände nicht unrein.",
+ "ob er den unreinen berührte oder den reinen berührte. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Unreinwerdens der Hände. Zum Unreinwerden durch unreines Brot vgl. III, 2.",
+ "und den reinen mit der reinen oder den reinen mit der unreinen und den unreinen mit der reinen. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Unreinwerdens der Hände. Zum Unreinwerden durch unreines Brot vgl. III, 2.",
+ "u. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Verunreinigens. — Es handelt sich hier um Priesterhebe; Profanes wird durch Unreinheit der Hände nicht unrein."
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+ " Vgl. Nega’im XII—XIII.",
+ "ersten Grades. Sie verunreinigen also sogar Profanes und lassen Priesterhebe unrein zweiten Grades werden, so dass die von dem Profanen oder der Hebe berührte Hebe untauglich wird.",
+ "zweiten Grades. So dass sie wie gewöhnlich nur Priesterhebe untauglich machen.",
+ "der die Kleider im Augenblick seiner Berührung verunreinigt. Wer einen Samenflüssigen oder seinen Samenfluss oder die anderen Sab. V, 6 u. 7 angeführten Unreinheiterzeuger anrührt.",
+ "verunreinigt die Hände. Obwohl der durch die Berührung mit diesen Unreinheiterzeugern Verunreinigte einen Menschen nicht verunreinigen kann, verunreinigt er die Hände.",
+ "ersten Grades werden. Sie verunreinigen also sogar Profanes und lassen Priesterhebe unrein zweiten Grades werden, so dass die von dem Profanen oder der Hebe berührte Hebe untauglich wird.",
+ "zweiten Grades. So dass sie wie gewöhnlich nur Priesterhebe untauglich machen.",
+ "außer in diesem Falle. Nur in den Fällen, dass die Hände in ein mit Aussatz behaftetes Haus hineingehalten werden (vgl. Neg. XIII, 10) oder jemanden berühren, der durch Berührung mit den in Sab. V, 6 u. 7 genannten Unreinheiten fähig wurde, auch seine Kleider zur Unreinheit ersten Grades zu verunreinigen, ist es überhaupt denkbar, dass sie unrein ersten Grades werden. In anderen Fällen findet man es nicht, weil die Voraussetzungen hierfür fehlen. Der Ausdruck חוץ מזה „außer in diesem Falle“, obwohl es zwei Fälle sind, ist wohl so zu erklären: außer in dem Falle, dass die Hände an einer Unreinheit anrühren, die unter Umständen als Unreinheiterzeuger gilt. Das mit Aussatz behaftete Haus würde einen Menschen, der mit seinem Kopfe und dem größten Teil seines Körpers hineinkommt, verunreinigen (s. Neg. XIII, 8), verunreinigt aber nicht, wenn sonst ein Körperteil hineinkommt, ביאה במקצת לא שמה ביאה. Die Unreinheit der hineingestreckten Hände ist nur rabbinisch. R. Akiba meint nun, man habe ihre Unreinheit so behandelt, wie sie für den ganzen Körper nach Thoravorschrift wäre, um Irrtum zu vermeiden. Vgl. hierzu Chul. 33 b. — Die Unreinheit der Hände durch Berührung mit dem durch die Sab. V genannten Unreinheiten Verunreinigten rührt ebenfalls von einer Unreinheit her, die unter Umständen nach Thoravorschrift Gegenstände (z. B. die Kleider, die er bei der Berührung an hat), unrein ersten Grades machen kann.",
+ "die durch Flüssigkeiten. Die nach rabbinischer Vorschrift Geräte verunreinigen, obwohl sie selbst nur unrein ersten Grades sind und Speisen auch dann, wenn sie nur durch Händeunreinheit unrein wurden. S. Sabb. 14 b.",
+ "Was durch einen Unreinheiterzeuger verunreinigt wurde. Also selbst nach Thoravorschrift unrein ersten Grades ist.",
+ "durch erzeugte Unreinheit. Also selbst nach Thoravorschrift nur unrein zweiten Grades ist. Dieses verunreinigt nicht einmal die Hände, erst recht nicht Speisen und Geräte, die nach Thoravorschrift rein sind; vgl. Anm. 7.",
+ "Meine Hände gerieten in den Luftraum eines irdenen Gefäßes. Das unrein war. Die Frau hatte bereits, ohne die Hände zu übergießen, Priesterhebe oder Heiliges berührt. Hätte es sich nur darum gehandelt, ob sie jetzt die Hände übergießen solle, so hätte R. Gamliel es wohl sicher bejaht (יו״ב).",
+ "Es ist klar. Da R. Gamliel danach gefragt hat, woher die Unreinheit des irdenen Gefäßes kam, war er der Ansicht, dass die Hände nur dann unrein seien, wenn das Gefäß durch einen Unreinheiterzeuger verunreinigt war."
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+ "was die Priesterhebe untauglich macht. Also auch Unreines zweiten Grades.",
+ "zweiten Grades zu sein. Auch auf diesen Satz bezieht sich die spätere Bemerkung „das sind die Worte der R. Josua“. Nach den Weisen können, wie die vorige Mischna lehrt, Hände nur durch Unreines ersten Grades verunreinigt werden.",
+ "Eine Hand verunreinigt die andere. Durch Berührung mit der unrein gewordenen Hand wird auch die andere unrein. Maim.; s. aber Tos. Chagig. 24a s. v. בחיבורין. — Nach Maim. u. Bart. geht auch diese Kontroverse hinsichtlich etwaigen Untauglichwerdens von Priesterhebe. Nach Rasch und Rosch geht sie, entsprechend Chag. 24b, nur hinsichtlich Heiligem, während hinsichtlich der Priesterhebe auch R. Josua zugibt, dass eine Hand die andere nicht verunreinigt. — Maim. הל׳ אבות הטומאות פ״ח ז׳ ופ׳ י״ב הל׳ י״ב entscheidet, dass hinsichtlich Priesterhebe die reine Hand durch die Berührung mit der unreinen nicht verunreinigt wird. Hinsichtlich Heiligem wird sie wohl verunreinigt; sogar die Hand eines anderen, wird durch sie verunreinigt; auch ohne Berührung mit der unrein gewordenen wird die andere Hand verunreinigt, wenn die unreine befeuchtet ist. Vgl. hierzu auch Raschi und Tos. Chagiga 24a s. v. בחבורין. S. a. תוי״ט s. v. היד.",
+ "zweiten Grades. Daher kann hinsichtlich Priesterhebe eine Hand die andere nicht verunreinigen, wohl aber wird die andere unrein dritten Grades hinsichtlich Heiligem, so dass sie Heiliges untauglich machen kann. S. א״ר und die vorige Anm. — Der Satz der Weisen gilt wohl nur für Unreinheitübertragung durch Berührung. Aber der Genuss einer Unreinheit zweiten Grades verunreinigt wohl auch nach ihnen im zweiten Grade. Vgl. Tohor. II, 2 u. Maim. הל׳ אבות הטומ׳ ח׳ י׳ und Rosch zu Mischna.",
+ "zweiten Grades. Auch Priesterhebe gegenüber; s. Sabb. 14a. Es gehört dies zu den 18 Bestimmungen (Sabb. 13b). — Mischna 5 gilt demnach auch Priesterhebe gegenüber. — Die Weisen trafen diese Bestimmung, damit man nicht die Hebe neben den heiligen Schriften verwahre und hierdurch Mäuse auf die heiligen Schriften ziehe.",
+ "und verunreinigen die Hände. Nach der Auffassung, dass auch nach R. Josua die im ersten Teile der Mischna erwähnten Verunreinigungen nur hinsichtlich Heiligem gelten (vgl. Anm. 14), führt R. Josua die Verunreinigung durch heilige Schriften, die auch hinsichtlich der Priesterhebe gilt, an, um zu zeigen, dass der Satz אין שני עושה שני nicht einmal Priesterhebe gegenüber allgemeingültig ist, also gewiss nicht Heiligem gegenüber. Vgl. Tos. Chag. 24b s. v. דתנן. — Dass heilige Schriften die Hände verunreinigen sollen, wurde angeordnet, um zu verhindern, dass man heilige Schriften mit bloßen Händen berühre. S. Sabb. 14a; s. d. Tos. s. v. האוחז.",
+ "Man kann keinen Schluss auf Worte der Thora von Worten der Schriftgelehrten ziehen und nicht auf Worte der Schriftgelehrten von Worten der Thora und nicht auf Worte der Schriftgelehrten von Worten der Schriftgelehrten. Man kann also von der Verunreinigung der Hände durch heilige Schriften nicht auf ihre sonstigen Verunreinigungen schließen."
+ ],
+ [
+ "Riemen von Tefillin mit den Tefillin verunreinigen die Hände. Die Tefillin verunreinigen die Hände wegen der Thoraabschnitte in ihnen. Dann wurde weiter angeordnet, dass auch die Riemen verunreinigen, so lange sie mit den Tefillin verknüpft sind."
+ ],
+ [
+ "Der Rand am Buch. Eines oder mehrere Bücher der Bibel.",
+ "am Anfang und am Ende. Der von Schrift freigelassene Teil des Buches am oberen und unteren Rand einer jeden Seite, sowie der unbeschriebene Anfang und das Ende der Buchrolle.",
+ "wenn man den Rollstock. Um den das Buch gerollt wird."
+ ],
+ [
+ "Ein Buch. Eines oder mehrere Bücher der Bibel.",
+ "wie der Abschnitt ויהי בנסוע הארון. Num. 10, 35—36. Diese beiden Verse mit insgesamt 85 Buchstaben bilden einen selbständigen Abschnitt, der nach Rabbis Ansicht (Sabb. 116a) als besonderes Buch zu betrachten ist.",
+ "verunreinigt die Hände. Da es noch als heiliges Buch gilt.",
+ "wie der Abschnitt ויהי בנסוע הארון. Num. 10, 35—36. Diese beiden Verse mit insgesamt 85 Buchstaben bilden einen selbständigen Abschnitt, der nach Rabbis Ansicht (Sabb. 116a) als besonderes Buch zu betrachten ist.",
+ "verunreinigt die Hände. Da sie bereits als heiliges Buch gilt.",
+ "Alle heiligen Schriften. Nicht nur die Bücher der Thora.",
+ "Das Hohelied und Kohelet verunreinigen die Hände. Auch das Hohelied und Kohelet haben die Heiligkeit der biblischen Bücher, so dass auch für sie die rabbinische Vorschrift gilt, dass sie die Hände verunreinigen.",
+ "aber bezüglich Kohelet’s ist ein Streit. Ob es als heiliges Buch zu gelten hat.",
+ "Kohelet verunreinigt die Hände nicht. Weil es nicht als heiliges Buch gilt, sondern nur als Weisheitsbuch Salomos; s. Meg. 7a. Die dort angeführte Baraita entspricht nicht unserer Mischna S. תוי״ט.",
+ "aber bezüglich des Hohenliedes ist ein Streit. Ob es als heiliges Buch zu gelten hat.",
+ "Kohelet gehört zu den erleichternden Erscheinungen der Bet Schammai und den erschwerenden der Bet Hillel. Vgl. Edujot IV u. V. — Nach Bet Schammai verunreinigt es nicht die Hände, nach Bet Hillel wohl.",
+ "Simon ben Asai. Die gleiche Formel zur Bekräftigung seiner Tradition wendet R. Simon ben Asai auch Seb. I, 3 und Jad. IV, 2 an. Da die Aussprüche der bisher angeführten Lehrer mit אומר (ר״ש) ר״י eingeleitet sind, Ben Asai’s aber mit אמד ר״ש ב״ע scheint er nicht unmittelbar mit den Vorigen gestritten zu haben, sondern seine mit dem ersten Lehrer übereinstimmende Ansicht wurde der Wiedergabe der Kontroverse angefügt.",
+ "Ich habe eine Überlieferung von 72 Ältesten. Die La. זקן haben die meisten Ausgaben, auch M. Sie soll nach Seb. 12b die Einheitlichkeit der Überlieferung ausdrücken (s. auch רש׳׳י und שטה מקובצת z. St.). T und L haben jedoch זקנים. — Auffällig ist die Zahl 72, da doch das Sanhedrin nur 71 Mitglieder hatte (s. Sanh. I, 4). Nach Tos. Sanh. 17b s. v. אחד kam zu den 71 Mitgliedern noch ein über ihnen stehender höchster Beamter, der in Hor. I, 4 erwähnte „Vorzüglichste des Gerichtshofes“ שבבית דין מופלא; s. aber Tos. Sukka 51b s. v. והיו בה — Vielleicht bestand damals ausnahmsweise das Sanhedrin aus 72 Mitgliedern, weil der jugendliche R. Elasar ben Asarja, der ihm seiner Jugend wegen bisher noch nicht angehörte, ihm als neuer Nassi beigetreten war. Vgl. Ber. 28a und רש״ש zu Sanh. 16b s. v. אחד.",
+ "vom Tage. Vgl. Ber. 27b. S. a. Halevy, Dor. Har. Ib, S. 318 ff.",
+ "dass das Hohelied und Kohelet die Hände verunreinigen. Weil sie heilige Bücher sind.",
+ "und dass. Die Worte אמר ר״ע כו׳ gehören noch zu der Tradition Ben Asai’s. R. Akiba war Mitglied jenes Sanhedrin, auf das die Tradition zurückging; s. Ber. 27b. In der damaligen Sitzung tat er den von seinem Schüler Ben Asai zitierten Ausspruch. S. a. מ״ש.",
+ "Gott bewahre. Nach der traditionellen Vokalisation ist חַס ein Nomen wie רַב Num. 16, 3 und מַר Jes. 38, 15. Vielleicht ist mit ר״י ברצלוני הל׳ ס״ת לא (zit. bei Ben Jehuda, Thes. 1470) חוס ושלום = „Schonung und Frieden“ zu lesen.",
+ "denn die ganze Welt ist nicht des Tages würdig. So nach der La. כדאי כיום. L und M lesen ביום danach ist zu erklären: Die ganze Welt war am Tage, da das Hohelied gegeben wurde, dieses Glückes nicht würdig.",
+ "so stritten sie nur über Kohelet. Entschieden aber, dass auch Kohelet als heiliges Buch die Hände verunreinigt. — Bis hierher geht der Ausspruch Ben Asai’s.",
+ "Sohn Josuas. T., L., M. haben ישוע.",
+ "so stritten sie und entschieden sie. Über Kohelet hatten sie gestritten und schließlich entschieden, dass es als heiliges Buch die Hände verunreinige."
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+ "An jenem Tage. An dem in der letzten Mischna des vorigen Abschnittes erwähnten Tage der Einsetzung des R. Elasar ben Asarja; s. dort Anm. 33.",
+ "die einen Spalt. Unten am Boden, so dass sie nicht mehr so viel Wasser fassen kann, wie zum Waschen eines Fußes nötig ist. — S. auch die Erklärung dieses Satzes zu Kel. XX, 2.",
+ "unrein sein kann. Auch wenn die Wanne zum Fußbad benutzbar ist, kann sie umgestülpt als Sitz dienen. Da aber dann ihre eigentliche Bestimmung nicht zum Sitzen, sondern zum Fußwaschen ist, so gilt sie hinsichtlich der Midras-Unreinheit nicht als Sitzgelegenheit. Vgl. Vb zu Kel. 29 u. 30. — Wenn sie aber nicht mehr zum Waschen der Füße zu gebrauchen ist, so gilt sie als Sitzgelegenheit. Ist die Wanne kleiner als zwei Log, so kann sie nicht als Sitz in Betracht kommen, ist sie größer als 9 Kab, so kann sie nur nach besonderer Herrichtung als Sitz gelten. S. Kelim XX, 2 u. 4 nach Anm. das.",
+ "Denn. Diese Halacha musste durch Abstimmung entschieden werden, weil R. Akiba sie bestritt.",
+ "wie ihr Name. Auch die gespaltene Wanne, die noch Wanne genannt wird, gilt nicht als Sitzgelegenheit, sondern als zerbrochenes Gerät und wird nicht unrein."
+ ],
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+ "An jenem Tage. An dem in der letzten Mischna des vorigen Abschnittes erwähnten Tage der Einsetzung des R. Elasar ben Asarja; s. dort Anm. 33.",
+ "sagten sie. Diese Mischna findet sich auch Sebachim I, 1 und 3. S. a. dort die Erklärung.",
+ "die nicht für ihren Namen geopfert wurden. Man hatte z. B. bei Darbringung (שחיטה קבלה הולכה זריקה) eines Friedensopfers (שלמים) gesagt (vgl. Raschi Pes. 63a s. v. והכא Tos. Seb. 4b und תוי״ט und תוס׳ רע״ק zu B. m. III, 12), es solle ein Emporopfer (עולה) sein.",
+ "sind gültig. Die weiteren Opferhandlungen haben wie sonst zu geschehen. Falls das Opfer nach seiner ursprünglichen Bestimmung gegessen werden durfte, so hat das auch trotz der Umnennung zu geschehen.",
+ "Nur wurden sie nicht ihren Eigentümern als Pflichterfüllung angerechnet. Sie müssen das Opfer, zu dem sie verpflichtet waren, nochmals bringen.",
+ "Eine Ausnahme bilden das Pesachopfer und das Sündeopfer. Sie sind bei Umnennung völlig ungültig.",
+ "zu seiner Zeit. Am Nachmittage des 14. Nisan. S. a. Seb. I, Anm. 5.",
+ "Es sagte R. Seb. I, 3 hat nur שמעון בן עזאי, wie es Kid. 49b entspricht. S. dort Raschi s. v. בן עזאי. — L hat hier und III, 8 שמעון ב״ע.",
+ "Simon ben Asai. Vgl. Abschnitt III, 5 und Anm. 31—33.",
+ "dass alle zum Essen bestimmten Opfer. Also das Emporopfer nicht.",
+ "Ben. Dieser Schlusssatz ist eine Bemerkung des Redaktors unserer Mischna.",
+ "nur das Emporopfer hinzu. Zum Pesach- und Sündopfer."
+ ],
+ [
+ "An jenem Tage. An dem in der letzten Mischna des vorigen Abschnittes erwähnten Tage der Einsetzung des R. Elasar ben Asarja; s. dort Anm. 33.",
+ "Wie steht es mit Ammon und Moab im siebten Jahre. In den Gebieten von Ammon und Moab, die nicht vom König Sichon erobert waren und daher nicht bei der israelitischen Eroberung Palästinas besetzt werden durften (vgl. Num. 21, 24; Bab. batr. 56a und Tos. s. v. הר; Jeb. 16a, Tos. s. v. עמון) galten nicht die Bestimmungen des Erlassjahres. Obwohl hier nach dem Thoragesetz auch die Priesterhebe und die Zehnten nicht abzuscheiden waren, so musste es nach rabbinischer Vorschrift wie in den anderen Nachbarländern Palästinas geschehen. Die Frage ist nun, ob im Erlassjahre der zweite Zehnte, der selbst oder dessen Auslösesumme in Jerusalem zu verzehren war, abzuscheiden ist oder der Armenzehnte, da doch nach dem Thoragesetz im Erlassjahre keine Abgaben zu leisten sind, also keine Bestimmung bestehen kann, welcher Zehnte zu geben ist.",
+ "denn du erschwerst. Der zweite Zehnte hat schwerere Bestimmungen als der Armenzehnte, da er in Jerusalem verzehrt werden muss und Heiligkeitscharakter hat.",
+ "ich habe die Reihenfolge der Jahre nicht abgeändert. Da nach der Thoravorschrift immer auf die Jahre des Armenzehnten, das dritte und sechste Jahr des Jahrsiebentes, ein Jahr des zweiten Zehnten folgt, das vierte, bezw. das erste; denn im siebten, dem Erlassjahre, gibt es nach Thoravorschrift überhaupt keinen Zehnten. Wenn nun die Weisen für die Gebiete von Ammon und Moab auch im Erlassjahre die Abscheidung der Priesterhebe und der Zehnten vorschreiben, so ist anzunehmen, dass in diesem Jahre, das auf ein Jahr des Armenzehnten folgt, der zweite Zehnte zu geben ist.",
+ "abgeändert. Da nach ihm für Ammon und Moab auf ein Jahr des Armenzehnten wieder ein solches folgt.",
+ "also muss er den Beweis bringen. Da erwiderte R. Tarfon: Ägypten ist Ausland, Ammon und Moab sind Ausland. So wie in Ägypten der Armenzehnte im siebten Jahre (zu geben ist. So wurde damals bestimmt, als man zur Pflicht machte, hier Priesterhebe und die Zehnten zu geben. — In Ammon und Moab wohnten vielleicht damals keine Juden, so dass damals für diese Länder keine Bestimmungen getroffen wurden. Vielleicht gab es aber ursprünglich auch Bestimmungen für Ammon und Moab, da sie aber zeitweise keine jüdische Bevölkerung hatten, fehlte die sichere Überlieferung.",
+ "so auch in Ammon und Moab der Armenzehnte im siebten Jahre. Da erwiderte R. Elasar ben Asarja: Babel ist Ausland, Ammon und Moab sind Ausland. Wie in Babel der zweite Zehnte im siebten Jahre (zu geben ist. So wurde damals bestimmt, als man zur Pflicht machte, hier Priesterhebe und die Zehnten zu geben. — In Ammon und Moab wohnten vielleicht damals keine Juden, so dass damals für diese Länder keine Bestimmungen getroffen wurden. Vielleicht gab es aber ursprünglich auch Bestimmungen für Ammon und Moab, da sie aber zeitweise keine jüdische Bevölkerung hatten, fehlte die sichere Überlieferung.",
+ "damit die Armen Israels sich im siebten Jahre auf es stützen könnten. Um von den dortigen Juden den Armenzehnten zu erhalten.",
+ "Scheinbar gibst du ihnen Vermögensvorteil. מְהַנָּן pi. zu √הנה (Ben Jehuda, Thes. II 1129 liest מַהֲנָן hif. √(הנה also: gibst du ihnen einen Vorteil. Nach der Vokalisation ed. Livorno מְהַנֵּן wäre es pi. √הנןת die sonst nicht belegt scheint.",
+ "schädigst du die Seelen. Du verleitest sie zur Sünde, dass sie nicht pflichtgemäß den zweiten Zehnten geben. In Wirklichkeit hilfst du auch nicht in wirtschaftlicher Hinsicht. Denn als Strafe für die Nichtabgabe des zweiten Zehnten wird der Regen ausbleiben.",
+ "Mit dem Zehnten und der Priesterhebe. Mal. 3, 8. Wie aus Vs. 9 u. 10 zu ersehen ist, war zur Zeit Mal’achi’s eine durch Dürre hervorgerufene Missernte als Strafe für die nicht richtige Abgabe der Priesterhebe und der Zehnten.",
+ "aber nicht in der Art seiner Worte. Ich stimme ihm zu und habe R. Elasar’s Einwand zurückzuweisen, aber mit einem anderen Argument. Denn gegen R. Tarfons Argument ist R. Elasar’s Einwand berechtigt. — על טרפון אחי hat dann die Bedeutung „neben …“",
+ "Babel eine alte Einrichtung und der uns vorliegende Fall. Die Abgabenpflicht für Ammon und Moab.",
+ "Ägypten ist eine Einrichtung der Ältesten. Wohl der Männer der großen Versammlung oder der Generationen nach ihnen. — Vielleicht wurde die Abgabenpflicht für Ägypten damals eingeführt, als es durch die Ptolemäer mit Palästina politisch verbunden war.",
+ "Babel eine Einrichtung der Propheten. Wohl durch die Propheten zur Zeit des bab. Exils.",
+ "und der uns vorliegende Fall. Die Abgabenpflicht für Ammon und Moab.",
+ "Sie. Die Gelehrten des Lehrhauses in Jabne.",
+ "Elieser nach Lud. Die meisten Mischnaausgaben lesen בלוד, aber T., M. und L. ללוד — R. Elieser hatte an der Sitzung im Lehrhaus nicht teilgenommen wegen des Bannes, der über ihn ausgesprochen war. Vgl. Bab. m. 59b; s. a. Halevy, Dor. Har. Ic, S, 286 ff.",
+ "Da weinte. Aus Rührung, dass die Gelehrten nach der Überlieferung entschieden hatten, obwohl sie ihnen unbekannt war. Vielleicht auch aus Schmerz, dass er an der Versammlung nicht hatte teilnehmen können.",
+ "dass er ihn ihnen kund tue. Ps. 25, 14.",
+ "Habt kein Bedenken über eure Abstimmung. Ihr habt das Richtige getroffen.",
+ "und sein Lehrer von seinem Lehrer bis zur Halacha Mosche’s vom Sinai. Wenn die Abgabenpflicht für Ammon und Moab nur rabbinische Vorschrift ist, kann der Ausdruck הלכה למשה מסיני nur uneigentlich gemeint sein und nur besagen, dass die Einrichtung des Armenzehnten für Ammon und Moab sehr alt ist. So Rasch und Bart. — Doch wäre es denkbar, dass R. Elieser der Ansicht war, dass die Abgabepflicht Thoragebot ist. Dann könnte die Bestimmung des Armenzehnten für das siebte Jahr sinaitische Überlieferung sein. So ist es auch nach dem Wortlaut der Tosefta II, 16. מקובלני מריב״ז שקיבל מן הזוגות והזוגות מן הנביאים והנביאים ממשה הלכה למשה מסיני "
+ ],
+ [
+ "und stand vor ihnen. Den Weisen.",
+ "Darf ich in die Gemeinde kommen. D. h. Eine israelitische Frau heiraten.",
+ "Der Schriftvers sagt. So die meisten Ausgaben, auch M, L. T. hat והכתיב: Es steht doch geschrieben. — Dt. 23, 4.",
+ "ist doch schon hinaufgezogen und hat alle Völker durcheinander gewirbelt. Also kann man auch von den aus ammonitischem Gebiet stammenden Proselyten nicht sagen, dass sie gebürtige Ammoniter sind. Da nun die Proselyten der meisten Völker — aller außer den Edomitern, Ägyptern, Ammonitern und Moabitern — israelitischer Frauen heiraten dürfen, kann man annehmen, dass auch der aus ammonitischem Gebiet stammende Proselyt ein Abkömmling eines der Völker ist, deren Proselyten israelitische Frauen heiraten dürfen.",
+ "denn es heißt. Jes. 10, 13, ק׳.",
+ "Der Vers sagt. Jer. 49, 6.",
+ "Sie sind also bereits zurückgekehrt. Also sind jetzt wieder die Bewohner des Ammoniterlandes Ammoniter.",
+ "Der Schriftvers. Amos 9, 14.",
+ "Und sie sind noch nicht zurückgekehrt. Da diese Verheißung noch nicht eingetroffen ist, kann man auch nicht annehmen, dass die Rückkehr Ammons sich schon verwirklicht hat. — Ber. 28a wird darauf aufmerksam gemacht, dass, wie man aus unserer Mischna ersieht, R. Gamliel trotz seiner Absetzung das Lehrhaus weiter besuchte.",
+ "in die Gemeinde zu kommen. D. h. Eine israelitische Frau heiraten."
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+ [
+ "Die aramäischen. Wörtlich: die Übersetzung. Da aber z. Zt. der Mischna — allerdings mit Ausnahme der griechischen Übersetzung — die Übersetzungen der Bibel aramäisch waren, nahm תרגום die Bedeutung von aramäischer Sprache an.",
+ "Stellen in Esra und Daniel verunreinigen die Hände. Da sie als heilige Schrift zu betrachten sind. Vgl. III, 9 und Anm. 17.",
+ "die hebräisch. In hebräischer Übersetzung.",
+ "die aramäisch. Wörtlich: die Übersetzung. Da aber z. Zt. der Mischna — allerdings mit Ausnahme der griechischen Übersetzung — die Übersetzungen der Bibel aramäisch waren, nahm תרגום die Bedeutung von aramäischer Sprache an.",
+ "und die hebräische Schrift. In den vulgär hebräischen Schriftzügen, deren man sich zur Zeit des ersten Tempels bediente, und die auch nach Esra bei den Samaritanern im Gebrauch war. Vgl. Sanh. 21b und 22a. — S. a. Anm. 45.",
+ "Es. Das heilige Buch.",
+ "wenn man es assyrisch. In den „assyrischen“ Schriftzügen, der seit der Rückkehr aus dem babylonischen Exil für heilige Schriften allein zulässigen Quadratschrift. Sanh. 21b; s. auch 22a למה נקרא אשורית שעלה עמהם מאשור תניא רבי אומר בתחלה בכתב זה ניתנה תורה לישר' כיון שחטאו נהפך להם לרועץ וכיון שחזרו בהן החזירו להן ... למה נקרא שמה אשורית שמאושרת בכתב. Doch s. a. die dort angeführte Ansicht des R. Elasar Hamudai."
+ ],
+ [
+ "Wir klagen gegen. קבל in der Bedeutung „klagen“ findet sich in der Mischna nur hier und in den folgenden Mischnajot. Im Aramäischen ist diese Bedeutung gewöhnlich.",
+ "die heiligen Schriften verunreinigen die Hände. Die Sadduzäer wussten die Bedeutung dieser Unreinheit nicht oder stellten sich so, als wüssten sie sie nicht.",
+ "Hameram. Die Lesart המירם in den meisten Ausgaben, auch in T., M. u. L. lässt die Erklärung „Bücher Homers“ als Prototyp nichtheiliger Schriften nicht zu. Der dem Gaon R. Hai zugeschriebene Kommentar liest allerdings דמרוס Maim., Rasch und Rosch bezeichnen ספרי מירם als ketzerische Schriften. I. Perles, R. I. E. III, 109 ff erklärt nach Saadja Gaon (Aruch s. v. המר) הומר als Allegorie (הומר = כמין חומר) und ספרי המירם als allegorische, nicht heilige Schriften, Kohut, I. Q. R. III, 546 המירם=ἵμϵρος Verlangen, Liebe, danach ספרי המירם = Unterhaltungs- oder Liebesschriften. — S. a. Kohut, Aruch compl. s. v. מרום.",
+ "Haben wir. Auffällig ist לנו על הפרושים da doch R. Jochanan selbst Pharisäer war. Vielleicht verstellte er sich als Sadduzäer, um die Gegner leichter ad absurdum führen zu können.",
+ "während die Kochen des Hohenpriesters Jochanan. Gemeint ist wohl der Berach. 29a erwähnte Hohepriester Jochanan, der wegen seiner späteren Hinneigung zu den Sadduzäern auch bei ihnen sehr angesehen war. Über die Identifizierung des Hohenpriesters Jochanan vgl. Bondi, Jahrb. der J. L. G. VI, S. 374 ff. — Die Unreinheit von Menschenknochen und die Reinheit der Eselsknochen bestritten die Sadduzäer nicht. Um sie nach ihrer eigenen Ansicht zu schlagen, stellte sich R. Jochanan, als meinte er, diese Bestimmung gelte nur nach pharisäischer Auffassung.",
+ "damit man nicht etwa aus den Knochen. Vgl. Kel. XVII, 12.",
+ "seines Vaters oder seiner Mutter Löffel herstellte. Diese platte Begründung der Thorabestimmung ist sadduzäisch.",
+ "Auch bei den heiligen Schriften entspricht ihre Unreinheit ihrer Wertschätzung. R. Jochanan benutzt die Begründung der Sadduzäer, um diese mit ihrer eigenen Ansicht zurückzuweisen. Den wirklichen Grund für die Händeunreinheit s. III, Anm. 17."
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+ "für rein erklärt. Vgl. Machschirim V, 9.",
+ "für rein erklärt. Vgl. Mikwaot I, 4. — Da der Wasserarm auch nach Ansicht der Pharisäer rein ist, bedeutet die Anklage nur: nach euerer Anklage gegen uns, müsste man auch euch anklagen.",
+ "Wenn mein. Der Eigentümer des Ochsen und des Esels bezw. des Knechtes und der Magd ist als redend gedacht.",
+ "Ochs und mein. Der Eigentümer des Ochsen und des Esels bezw. des Knechtes und der Magd ist als redend gedacht.",
+ "so sind sie. Gemeint ist: ich bin für ihr Tun schuldig. Dies steht ausdrücklich in der Thora (Ex. 21, 35) wird also von den Sadduzäern zugegeben.",
+ "schuldig. Gemeint ist: ich bin für ihr Tun schuldig. Dies steht ausdrücklich in der Thora (Ex. 21, 35) wird also von den Sadduzäern zugegeben.",
+ "so sind sie frei. Gemeint ist: bin ich frei von der Ersatzpflicht für den von ihnen angerichteten Schaden; vgl. Bab. k. VIII, 4. — Hiergegen wandten sich die Sadduzäer.",
+ "für deren Gesetzeserfüllung ich nicht haftbar bin. D. h. Es gibt für die Tiere keine Pflichten, so dass der Herr sie etwa dazu anhalten müsste. — Dagegen ist der Herr verpflichtet, sein Vieh am Sabbat ruhen zu lassen.",
+ "für deren Gesetzeserfüllung ich haftbar bin. Ich muss z. B. darauf achten, dass sie am Sabbat auch nicht für sich selbst arbeiten oder dass mein Knecht beschnitten wird.",
+ "Denn wenn ich ihn. אקניטנו bezieht sich grammatisch nur auf den Knecht. Das gleiche gilt natürlich auch für die Magd.",
+ "würde er hingehen. Falls ich für sein Tun haftbar wäre.",
+ "und den Garbenhaufen eines anderen. So die meisten Ausgaben, auch T. und M. Ed. Liv. und L אחד „irgendeinen Menschen“.",
+ "und ich wäre verpflichtet zu bezahlen. Mein Knecht könnte mich zu unübersehbarem Schadenersatz verpflichten. Ich hätte dann eine Verantwortung, die ich nicht tragen könnte. Vgl. Bab. k. 4a."
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+ "Ein galiläischer Sadduzäer. Die meisten Ausgaben haben wie auch M. צדוקי הגלילי. Bei T. fehlt, vielleicht mit Rücksicht auf die Zensur, גלילי. — Ed. Livorno hat אפיקורוס גלילי. Rosch hat מין, L. מין גלילי.",
+ "dass ihr mit dem Mosche’s im Scheidebrief schreibt. Es handelt sich vielleicht um einen Vorwurf galiläischer Zeloten gegen die Pharisäer, die aus politischer Rücksicht den Scheidebrief nach den Regierungsjahren der römischen Kaiser datierten. Vgl. Git. VIII, 5 und 80a. Da die Schlussformel des Scheidebriefes כדת משה וישראל lautet, wurden also der Name des jeweiligen Herrschers und der Mosche’s geschrieben.",
+ "Wir klagen. D. h.: Nach deinen Worten müsste man auch euch Sadduzäer anklagen; vgl. Anm. 55.",
+ "Israel zu entsenden. Ex. 5, 2. — Es ist also falsch, in der gleichzeitigen Erwähnung mit dem nichtjüdischen Herrscher eine Herabsetzung Mosche’s zu sehen.",
+ "Gott ist der Gerechte. Ex. 9, 27. — Dieser für die Diskussion entbehrliche Zusatz soll dem Traktat einen guten Abschluss geben."
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+ "\nEINLEITUNG.\nDer Traktat behandelt die Vorschriften über die Verunreinigung der Hände und ihre Reinigung durch Uebergießen mit Wasser.\nZuerst wird gelehrt, wie viel Wasser notwendig ist (I, 1; II, 1), welche Geräte zum Uebergießen gebraucht werden dürfen (I, 2), wodurch Wasser untauglich wird (I, 3—5), und in welcher Weise übergossen werden darf (I, 5). Dann wird über die Wirkung des Uebergießens auf das Wasser selbst (II, 2) und auf den Menschen gesprochen, ferner über eintretende Zweifel hinsichtlich des Uebergießens und hinsichtlich der Händereinheit (II, 4). Erst im dritten Abschnitt wird gesagt, auf welche Weise die Hände unrein werden können, durch unreine Gegenstände (III, 1—2) und durch Berührung heiliger Schriften (3—5). Weil in der letzten Mischna dieses Abschnittes jene Session des Sanhedrin zu Jawne erwähnt wurde, in der R. Elasar ben Asarja an Stelle R. Gamliels zum Vorsitzenden gewählt war, werden im vierten Abschnitte noch andere Beschlüsse jener Session angeführt (VI, 1—4). Im Anschluß an III, 3—5 wird über den Heiligkeitscharakter von aramäischen Stellen in der Bibel und von Bibelübersetzungen gesprochen (IV, 5). Dann folgt eine Diskussion mit Sadduzäern über die Verunreinigung der Hände durch Berührung mit heiligen Schriften (IV, 6) und im Anschluß daran weitere Diskussionen mit Sadduzäern (IV, 7—8).\nDie Händeunreinheit טומאת ידים beruht auf rabbinischer Bestimmung. Nach Thoravorschrift gibt es keine Sonderunreinheit für die Hände1. Bereits Salomo ordnete an, daß Hände, auf deren Reinhaltung man nicht geachtet hatte, Heiligem gegenüber als unrein zu gelten haben (Sabb. 14b)2.\nZu den 18 Bestimmungen, die nach Ansicht der Bet Schammai getroffen wurden (Sabb. 13b), gehört auch die Händeunreinheit der Priesterhebe gegenüber אתו אינהו וגזור אף לתרומה (Sabb. 15a). Als Grund wird angegeben, daß man mit den Händen an Unsauberes anrührt, und es deshalb eine Mißachtung der Priesterhebe wäre, sie mit nicht besonders gewaschenen Händen zu berühren (vgl. Raschi Sabb. 14a s. v. עסקניות). Die nicht besonders gewaschenen bezw. behüteten Hände gelten als unrein zweiten Grades, um durch ihre Berührung Priesterhebe untauglich zu machen. Um zu verhindern, daß jemand mit bloßen Hände die Thorarolle und wohl überhaubt heilige Schriften (vgl. hierzu III, 5 und Anm. 17 a. E.) berühre, hatte man schon vorher bestimmt, daß nach Berührung von heiligen Schriften die Hände Priesterhebe untauglich machen.\nEine dritte Veranlassung zur Händeunreinheit ist die Berührung von Menschen, die unrein ersten Grades sind, und von unreinen Gegenständen ersten oder zweiten Grades, durch die ja der Mensch selbst nicht unrein werden kann, sowie das Hineinstecken der Hände in ein mit Aussatz behaftetes Haus oder in ein unreines irdenes Gefäß (Jad. III, 1—2). Nach der allerdings nicht als Halacha rezipierten Ansicht R. Akibas können Hände auch unrein ersten Grades werden (III, 1).\nMaimonides (Einleitung zu Jadajim) unterscheidet zwischen „stillschweigender Händeunreinheit“ סתם ידים, die lediglich auf nicht besonders beachtetem Reinhalten der Hände beruht, und der durch eine Unreinheit oder heilige Schriften hervorgerufenen Händeunreinheit ידים טמאות. Die erste Art hat auf profane Flüssigkeiten keinerlei Einwirkung, so daß Priesterhebe, die von ihnen befeuchtet wird, rein bleibt, während die verunreinigten Hände auch profane Flüssigkeiten unrein ersten Grades machen, wie ja nach Tohor. II,6 Flüssigkeiten durch Unreinheit zweiten Grades selbst wieder unrein ersten Grades werden. Auffällig wäre dann — wie מ״א in der Einl. z. Jad. hervorhebt —, Para VIII, 7. In Tebul. j. II, 2 müßten dann unter ידים מסואבות nur sicher verunreinigte Hände verstanden sein. — In Mischne Thora erwähnt Maim. diese Unterscheidung nicht. —\nWährend bei den 18 Bestimmungen die Händeunreinheit nur hinsichtlich der Priesterhebe ausgesprochen wurde, so daß die Waschung der Hände nur vor Berührung von Priesterhebe und\nHeiligem notwendig war, wurde sie später auch vor Genuß — aber nicht vor Berührung — von profanem Brote angeordnet (Chagiga 18b) und auch vor Genuß anderer Speisen, wenn man sie in Flüssigkeit tauchte, da ja nach Tohor. II, 6 auch profane Flüssigkeit durch Unreinheit zweiten Grades unrein werden. (Pes. 115a; Orach Ch. 158).\nUnser Traktat behandelt im wesentlichen die Händeunreinheit und ihre Beseitigung hinsichtlich der Priesterhebe. Doch gelten die meisten Vorschriften über das Uebergießen der Hände auch hinsichtlich des Genusses profaner Speisen; s. a. Chul. 106a/b. Zur Berührung von Heiligem genügt nicht das Uebergießen der Hände; hierzu müssen sie in ein zum Tauchen des unreinen Menchen genügendes Tauchbad eingetaucht werden. (Chagig. II, 5).\n"
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+ "Ein Viertel. Viertel ist die Bezeichnung für ein viertel Log. Das Log hat den Rauminhalt von 6 Eiern. Das Zitat der Mischna in Nasir 38a und Git. 15b hat מרביעית, das Raschi als Gerät vom Inhalt eines viertel Log erklärt. Chul. 107a hat מי רביעית.",
+ "Wasser gibt man auf die Hände. Nach Chagiga II, 5 und der Erklärung im Talmud p. 18b muss man auch vor Genuss von profanem Brot die Hände übergießen. S. a. Ber. VIII, 1. Bei jeglicher Priesterhebe ist sogar für die Berührung mit Händen, auf deren Sauberkeit man nicht geachtet hatte, oder die an die im III. Abschnitt des Traktates gen. Gegenstände angerührt hatten, das Übergießen notwendig, da sonst die Hebe untauglich würde. S. a. die Einleitung zum Traktat.",
+ "auch für zwei (Personen. Für die beiden Hände einer Person ist ein viertel Log nötig; es genügt aber auch für zwei Personen, obwohl doch dann auf keinen von beiden ein viertel Log kommt. Vgl. Chul. 107a. Notwendig ist nur, dass in dem für eine oder zwei Personen bestimmten Gefäß beim Beginn des Ausgießens ein viertel Log war, und dass die beiden Hände eines jeden bis zur Handwurzel übergossen werden. — Nach Maim. im Komm. und הל׳ מקואות י״א ח׳ bezieht sich die Mischna nur auf das zweite Übergießen der Hände (vgl. II, 1 und Anm. 2 u. 5), wenn sie bereits durch das erste Übergießen rein geworden sind. Beim ersten Übergießen ist nach Maim. ein viertel Log für die Hände jeder einzelnen Person notwendig. — Nach den anderen Erklärern bezieht sich die Mischna auf das erste Übergießen; s. a. Rabed u. כ״מ a. a. O.",
+ "ein halbes Log. So nach der Lesart מחצית. Viele Ausgaben haben mit T., M. und L. מחצי לוג „von einem halben Log“.",
+ "für drei. Wenn für zwei Personen ¼ Log genügte, müssten für drei ⅜ ausreichen. Doch fürchteten die Weisen, man würde bei ⅜ Log für drei Personen zu sparsam sein und die Hände nicht ganz übergießen. Wenn man aber von ⅜ Log die Hände einer Person übergossen hat, und es ist noch ¼ übrig, so kann man damit zwei Personen übergießen (Rosch). — Vielleicht war kein Messgerät von ⅜ Log üblich, und deshalb musste man für 3 Personen ein halbes Log nehmen.",
+ "von einem Log für fünf und zehn und hundert. Die hohen Zahlen sind nicht buchstäblich gemeint. Sie sollen nur ausdrücken, dass man mit einem ganzen Log vielen Menschen die Hände übergießen darf, sofern nur die Hände völlig mit Wasser bedeckt werden. (Rosch).",
+ "Nur darf es für den letzten von ihnen nicht weniger als ein Viertel sein. Obwohl es möglich ist, mit weniger als ¼ Log einem Menschen die Hände zu übergießen, muss nach R. Jose für den letzten ¼ übrig bleiben.",
+ "Man darf zum zweiten (Wasser. Nach Maim. (Einleitung zum Traktat) muss man vor Berührung der Priesterhebe die Hände zweimal übergießen. Beim ersten Übergießen wird das Wasser durch die Hände verunreinigt. Um dies unreine Wasser abzuspülen, muss man die Hände nochmals übergießen. (S. a. הל׳ מקואות י״א ח׳. Das Wasser vom ersten Übergießen heißt das erste Wasser, das vom zweiten das zweite. — Eigentlich müsste das unrein gewordene erste Wasser die Hände wieder verunreinigen und diese wieder das zweite Wasser. Aber die Weisen, die die Händeunreinheit nur aus Vorsicht eingeführt haben, bestimmten, dass diese Unreinheit durch zweimaliges Abspülen verschwindet. Vielleicht war ursprünglich der Zweck des zweiten Abspülens lediglich, das durch die mögliche Unsauberkeit der Hände unsauber gewordene erste Wasser abzuwaschen (vgl. Sabb. 14a Raschi s. v. עסקניות) und wurde dann auch auf die Reinigung der Hände übertragen, die nach Berührung der im dritten Abschnitt unseres Traktates angeführten Gegenstände für unrein erklärt wurden. (Vgl. תוי״ט zu II, 2 s. v. ועל). Nach den meisten Erklärern und Dezisoren ist das zweite Abspülen auch vor Genuss von profanem Brot notwendig, außer wenn man über jede Hand ein viertel Log gießt. S. II, 2 und Orach Chajim. 162.",
+ "hinzufügen. Beim Übergießen muss das Wasser die ganze Hand bis zum Handgelenk bespülen. Reichte das Wasser beim ersten Übergießen nicht aus, so hilft es nicht, wenn man noch Wasser nachgießt. Man muss die Hand abtrocknen und dann von neuem mit genügender Menge übergießen. Beim „zweiten Wasser“ (vgl. Anm. 8) kann man Wasser nachgießen, wenn es nicht ausreichte, um die ganze Hand zu bedecken.",
+ "aber man darf zum ersten nicht hinzufügen. Beim Übergießen muss das Wasser die ganze Hand bis zum Handgelenk bespülen. Reichte das Wasser beim ersten Übergießen nicht aus, so hilft es nicht, wenn man noch Wasser nachgießt. Man muss die Hand abtrocknen und dann von neuem mit genügender Menge übergießen. Beim „zweiten Wasser“ (vgl. Anm. 8) kann man Wasser nachgießen, wenn es nicht ausreichte, um die ganze Hand zu bedecken."
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+ "sogar mit Gefäßen. Die so wenig Gefäßcharakter haben, dass sie keine Unreinheit annehmen. Vgl. Vorb. zu Kelim § 15 u. Para V, 5.",
+ "aus Mist. Aus einem Gemenge von Rindermist und Erde. S. Kelim X, Anm. 3.",
+ "aus Stein und aus Erde. Aus ungebrannter Erde.",
+ "Man darf auf die Hände weder mit den Wänden von Gefäßen. Vgl. Para V, 5 und die Anm. das. Zu שולי המחץ s. a. Kel. II, Anm. 40.",
+ "noch mit dem Boden eines Zobers. Vgl. Para V, 5 und die Anm. das. Zu שולי המחץ s. a. Kel. II, Anm. 40.",
+ "noch mit dem Spund des Fasses. Vgl. Para V, 5 und die Anm. das. Zu שולי המחץ s. a. Kel. II, Anm. 40.",
+ "geben. Nicht mit den Wänden eines zerbrochenen Gefäßes und dem Boden eines Zobers, weil sie nur Bruchstücke eines Gefäßes sind. Nicht mit dem Spund des Fasses, weil er nicht selbständiges Gefäß ist, sondern nur als Verschluss dient. — Wenn man den Spund aber so bearbeitet, dass er ein viertel Log fasst, so darf man mit ihm begießen. Tosefta I, 6 u. Chul. 107 a.",
+ "weihen und sprengen darf. S. Para V, 5 und die Anm. das.",
+ "Auch schützen nur Gefäße mittels des fest anschließenden Deckels. S. Para V, 5 und die Anm. das.",
+ "wie auch. שאין hier und in Para V, 5 wie ואין: vgl. Beza I, 2 שאפר כירה und Bez. 8a הכי קאמר ואפר כירה.",
+ "eines irdenen Gefäßes schützen. S. Para V, 5 und die Anm. das."
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+ "das zum Trinken des Viehes unbrauchbar wurde. Z. B. übelriechendes oder bitteres Wasser.",
+ "in Gefäßen. Wenn es in Gefäßen ist, so dass man mit ihm die Hände nur durch Übergießen, nicht durch Eintauchen reinigen könnte.",
+ "aber im Boden. Wenn das Wasser sich in einer Vertiefung in der Erde befindet, ist es dazu tauglich, dass man die Hände durch Hineintauchen reinigt; vgl. Chul. 106a. Wenn das Wasser aber vom Vieh nicht getrunken wird, weil es zu schlammig ist, dann ist es auch zum Eintauchen der Hände untauglich. Vgl. Mikw. II, 9 u. Seb. 22a.",
+ "Fiel Tinte. S. die Anm. zu Para IX, 1.",
+ "Gummi. S. die Anm. zu Para IX, 1.",
+ "oder Vitriol. S. die Anm. zu Para IX, 1.",
+ "so ist es untauglich. Auch zum Eintauchen der Hände, da es hierdurch den Wassercharakter verliert.",
+ "Hatte man mit ihm eine Arbeit ausgeführt. Z. B. Wein in ihm gekühlt (Rosch).",
+ "so ist es untauglich. Auch zum Eintauchen der Hände, weil es nach solcher Benutzung gewöhnlich weggegossen wird (Maim.). מ״א meint, Wasser, in dem Brot eingeweicht wurde, müsste eigentlich weiter als brauchbares Wasser gelten. Doch habe man es für untauglich erklärt, weil es dem Wasser, mit dem Arbeit verrichtet wurde, ähnlich ist.",
+ "Simon der Temani. Nach Rosch aus dem Ort Timna. Vielleicht Timna in Gen. 38, 12 od Jos. 15, 10. — L. hat die von Rosch angeführte Lesart התבני. Vgl. hierzu E. Saphir, Haarez Nr. 1733, 1734, wo das arabische Tebna und Tebne mit Timna identifiziert werden.",
+ "tauglich. Nach Ansicht des ersten Lehrers wird das Wasser untauglich, wenn man mit Absicht das Brot in ihm einweichte; hatte man gar nicht beabsichtigt, Brot einzuweichen, sondern es fiel versehentlich hinein, so bleibt das Wasser tauglich. Hierzu bemerkt R. Simon: das Wasser bleibt auch dann tauglich, wenn man Brot wohl hatte einweichen wollen, aber in einem anderen Gefäß, es war aber versehentlich in dieses Wasser gefallen. — So erklären R. Meir aus Rothenburg und R. Joel Sirkes in ב״ח zu Tur Orach Chaj. 160) und R. Jehosef in מ״ש. — Rasch, Rosch und Maim. in seiner ersten Auffassung ändern אפילו in אם. Dann würde der erste Lehrer das Wasser vielleicht auch dann als untauglich betrachten, wenn das Brot ganz unbeabsichtigt hinein gefallen und eingeweicht wurde, während R. Simon das Wasser für tauglich hält, falls man nicht beabsichtigt hatte, das Brot in ihm einzuweichen. Es wäre dabei unwesentlich, ob man das Brot überhaupt nicht oder in anderem Wasser einweichen wollte. Vgl. hierzu טורי זהב ב׳ zu Orach Chaj. 160, 2."
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+ "Gefäße abgespült oder Maßgefäße ausgewischt. Vgl. Reg. II, 21, 13 כאשר ימחה את הצלחת. — Das Abspülen des Maßgefäßes, soll letzte Reste der früher gemessenen Flüssigkeit oder auch nur den Geruch beseitigen",
+ "so ist es tauglich. Da das Abspülen nicht nötig war, gilt es nicht als eine Arbeit.",
+ "für untauglich. Weil man neue Gefäße vor ihrer Benutzung gewöhnlich abspült, betrachtet R. Jose das Abspülen als Arbeit."
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+ "in das der Bäcker die Brote. גלוסקא wohl gr. κόλλιξ s. Krauß, Arch. I, S. 105 u. 472, und in Sokolow-Festschr. S. 409. — Nach dem R. Hai zugeschr. Kommentar ist גלוסקא ein rundes Brot. Hier ist גלוסקא nicht das fertige Brot, sondern der Teig, dem man bereits die Brotform gab.",
+ "eintaucht. Nachdem der Teig geformt war, wurde er mit Wasser, Wein od. anderer Flüssigkeit bestrichen oder in Wasser getaucht.",
+ "ist untauglich. Auch zum Eintauchen der Hände, weil es nach solcher Benutzung gewöhnlich weggegossen wird (Maim.). מ״א meint, Wasser, in dem Brot eingeweicht wurde, müsste eigentlich weiter als brauchbares Wasser gelten. Doch habe man es für untauglich erklärt, weil es dem Wasser, mit dem Arbeit verrichtet wurde, ähnlich ist.",
+ "in dem er seine Hände nass macht. Um mit ihm den Teig zu befeuchten. Maim., Rosch; s. aber Bet Jos. zu Tur Or. Ch. 160 s. v. ועל מים שהנחתום.",
+ "ist tauglich. Da er das im Gefäß zurückbleibende Wasser nicht benutzt hat.",
+ "übergießen. Da das Wasser auf die Hände nur dadurch laufen kann, dass man das Gefäß mit den Knieen hält, gestattet es auch R. Jose. Das ständige Ausfließen ist durch stets neu wirkende Menschenkraft כח גברא ermöglicht. Nach מגן אברהם zu Orach Ch. 159, 9 ist es nötig, dass das Wasser durch ständig erneute Bewegung der Füße ausgeschüttet wird.",
+ "oder zur Seite neigen. Obwohl das Wasser ohne weiteres Zutun des Menschen ausläuft. — Chul. 107a sagt R. Papa: Man darf die Hände nicht dadurch übergießen lassen, dass man sie unter die Berieselungsröhre eines Gartens hält, weil zum Übergießen Menschenkraft nötig ist. — Rasch meint, dies könne auch der nicht genannte erste Lehrer unserer Mischna zugeben. Auch er verlange Übergießen durch einen Menschen oder wenigstens ein Tier; hierzu genüge aber, dass die Kraft auf das Gefäß, aus dem übergossen wird, unmittelbar so einwirkt, dass das Wasser ausfließt. Auf die Berieselungsröhre wirkt aber Menschenkraft nicht unmittelbar ein. Der Mensch hebt zwar den Schöpfeimer, aus dem das Wasser in die Röhre fließt, an ihr selbst tut er aber nichts unmittelbar. — Doch sei es auch möglich, dass der erste Lehrer, der ja auch das Übergießen durch einen Affen gestatte, keine Menschenkraft verlange, während Chul. 107a der Ansicht R. Jose’s folge. — S. auch טורי זהב zu Orach Ch. 159, 9.",
+ "Der Affe. Oder auch ein anderes Tier. — Nach dieser Ansicht genügt es, dass ein Lebewesen das Wasser mit Bewusstsein über die Hände gießt. Aber Wasser, das in eine Röhre geschüttet war und in der Röhre oder beim Ausfließen die Hände bespült, genügt nicht; vgl. Maim. הל׳ ברכות פ״ו הל׳ י״ג י״ד. — S. aber die vor. Anm.",
+ "für untauglich. Da er Menschenkraft zum Übergießen verlangt; allerdings braucht auch nach R. Jose der Gießende kein Vollsinniger zu sein. Er muss aber das Bewusstsein haben, dass er die Hände übergießt. So Rasch und Rosch nach Tosefta I."
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+ "Hatte man sich eine Hand. Wenn nur eine Hand unrein war; vgl. Chagig. III, 2.",
+ "mit einem Guss. War nur eine Hand unrein, so genügt zur Reinigung ein einmaliges Übergießen bis zum Handgelenk, falls nur ursprünglich ein viertel Log Wasser im Gefäß war, selbst wenn man inzwischen davon auch die Hände eines anderen übergossen hatte. So nach Rasch u. Rosch. Nach Maimonides besagt der Ausdruck טהורה nur, dass das Wasser auf der Hand als rein gilt, auch wenn es nicht ein viertel Log war. Wenn man dann die Hand nochmals, auch mit weniger als einem viertel Log übergießt, so ist sie rein. Beim Übergießen beider Hände muss nach Maim. das erste Wasser mindestens ein viertel Log sein. Vgl. hierzu I, Anm. 3.",
+ "Beide Hände mit einem Guss. Hatte man beide Hände mit einem Guss übergossen.",
+ "bis er mit einem Viertel. Viertel Log.",
+ "übergießt. Nach Rasch und Rosch streitet niemand gegen R. Meirs Ansicht, dass beim einmaligen Übergießen ein viertel Log notwendig ist. — Nach Maim. bezieht sich עד שיטול מרביעית auf das nach seiner Auffassung für Priesterhebe (הל׳ מקואות י״א ג׳) immer notwendige zweite Übergießen. Hierfür verlangt R. Meir ein viertel Log. Weil beim ersten Übergießen das Wasser durch die erste Hand verunreinigt wurde, gilt das auf die zweite Hand fließende bereits als verunreinigt. Dieses kann nur durch mindestens ein viertel Log gereinigt werden. Nach dem nicht genannten ersten Lehrer gilt das beim ersten Übergießen auf die zweite Hand geflossene Wasser nicht als verunreinigt. Daher genügt ihm beim zweiten Übergießen ein geringeres Quantum als ein viertel Log. S. a. הל׳ מקואות פ׳ י״א הל׳ ו׳ ח׳ sowie I, Anm. 3.",
+ "Fiel ein Laib von Priesterhebe (hinein. In das Wasser, das nach Reinigung der Hände auf die Erde floss. Nach Rasch und Rosch handelt es sich um das Wasser des einmaligen Übergießens, nach Maim. um das vom zweiten Übergießen. S. Anm. 2 u. 5.",
+ "so bleibt er rein. Wie den Händen gegenüber, gilt das Wasser auch dem Brot gegenüber als rein.",
+ "für unrein. Nach R. Jose wird das Brot unrein, weil das von den Händen abgeflossene Wasser es verunreinigt, obwohl es in einem Guss ein viertel Log ausmachte. Er vergleicht diesen Fall mit dem in der nächsten Mischna erwähnten, dass Brot auf die Stelle fiel, wohin zuerst das Wasser vom ersten und dann das vom zweiten Übergießen geflossen war. Nach R. Meir ist unser Fall günstiger, weil das auf einmal in einer Menge von einem viertel Log gegossene Wasser nicht unrein wird (Rasch), bezw. weil es sich um das zweite Wasser handelt (Maim.)."
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+ "Wasser. Das vom ersten Übergießen, nach Maim., auch wenn das Wasser ein viertel Log ausmachte, nach den anderen Erklärern, wenn es weniger als ein viertel Log war. Vgl. Anm. 5 u. 8 und I, Anm. 3.",
+ "an eine Stelle übergossen und das zweite. Das nach Maim. immer nötig ist, nach anderen Erklärern, wenn das erste kein viertel Log war; s. a. Anm. 5.",
+ "so ist er unrein. Weil dieses erste Wasser wohl die Hände reinigt, selbst aber unrein wird und Priesterhebe verunreinigt. Vgl. Maim. הל׳ מקואות י״א ג׳. Profanes Brot wird durch das Wasser wohl auch nach denen nicht verunreinigt, die auch für es ein zweimaliges Übergießen fordern. S. תוי״ט s. v. ונפל. — Die Priesterhebe wird auch unrein, wenn sie das Wasser auf der Hand berührt.",
+ "so ist er rein. Da das zweite Wasser rein bleibt.",
+ "so ist er unrein. Er wird durch das erste Wasser verunreinigt; denn das zweite reinigt das erste nur, solange es auf den Händen ist.",
+ "es fand sich aber an seinen Händen ein Stückchen Holz oder ein Krümchen Erde. Auch wenn es ganz lose auflag, so dass es keine Unterbrechung zwischen Wasser und Hand bildete. So nach Rasch und Rosch. Nach Maim. sind die Hände nur unrein, wenn das Holz oder die Erde fest auflag, so dass das erste Wasser nicht an die darunter liegende Handstelle kam. S. a. Maim. הל׳ מקואות י״א ג׳.",
+ "so sind seine Hände unrein. Nach Rasch und Rosch, weil das beim ersten Übergießen unrein gewordene Wasser auf dem Holz oder der Erde durch das zweite Übergießen nicht gereinigt wird und die Hand wieder verunreinigt. Nach Maim. bildete das Holz bezw. die Erde eine Unterbrechung zwischen dem ersten Wasser und der Hand. S. d. vorige Anm.",
+ "das auf seinen Händen ist. Nach Rasch und Rosch: aber nicht das auf dem Holz oder der Erde. Nach Maim.: Der Zweck des zweiten Wassers ist nur die Reinigung des sich noch auf den Händen befindlichen ersten Wassers, nicht aber die Reinigung der infolge der Unterbrechung noch nicht gereinigten Hand.",
+ "rein. Wenn auf der Hand Tierchen sich finden, die im Wasser entstehen, so gelten sie nicht wie Holz oder Erde; daher bleibt die Hand rein. S. a. Mikw. VI, 7."
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+ "Die Hände werden unrein und rein. Alle rabbinischen Vorschriften über Unreinheit der Hände und über ihre Reinigung gelten für die Hand bis zum Handgelenk.",
+ "bis zum Handabschnitt. Die Bestimmung des Abschnittes פרק ist unter den ersten Amoraim kontrovers, Chul. 106a/b lehrt eine Beraita נטילת ידים לחולין עד הפרק לתרומה עד הפרק קידוש ידים ורגלים במקדש עד הפרק . Nach Raschis Auffassung erklärt Rab לחולין עד הפלק bis zum zweiten Fingergelenk, לתרומה עד הפרק bis zum Ansatz der Finger an den Handrücken, d. h. die ganzen Finger, עד הפרק … קידוש ידים bis zur Handwurzel, d. h. die ganze Hand. Samuel lässt für Profanes und Priesterhebe die gleiche Bestimmung in erschwerendem Sinne gelten; verlangt also auch für Profanes das Übergießen der ganzen Finger. Dieser Ansicht pflichtet auch R. Meischa, der Enkel des R. Josua ben Levi, bei. — Nach dieser Auffassung, der sich Rosch, Chul. VIII § 11 anschließt, ist פרק in unserer Mischna der Fingeransatz. Man braucht also vor Genuss von profanem Brot und vor Berührung von Priesterhebe nur die Finger zu übergießen. — Nach Auffassung von Rif (Ber. VIII geg. Ende; s. d. תר״י und Rosch, Chul. a. a. O.) ist עד הפרק immer bis zur Handwurzel. Man muss also auch für Profanes die ganze Hand übergießen. — S. a. Orach Ch. 161, 4.",
+ "so ist sie rein. Da das zweite Wasser auf der Hand das erste reinigt und nicht von ihm verunreinigt wird. Es war also rein, als es über den Abschnitt lief. Dort kann es nicht unrein werden (s. Anm. 18); also ist es beim Zurückfließen auf die Hand rein.",
+ "so ist sie unrein. Das erste Wasser wurde auf der Hand unrein. Hier wird es wohl durch das zweite rein, wenn es aber über den Abschnitt hinausläuft, so wird das überlaufende Wasser von dem zweiten erst außerhalb der Hand erreicht. Dort kann es aber durch das zweite Wasser nicht gereinigt werden. Im Gegenteil auch der Teil vom zweiten Wasser, der außerhalb der Hand mit dem ersten in Berührung kommt, wird hierdurch unrein. Das jetzt zurückfließende Wasser vom ersten und zweiten Übergießen ist also unrein und verunreinigt die Hände. (Vgl. Rasch und א״ר). Nach Maim. (Komm. und הל׳ מקואות י״א ד׳) scheint das zweite Wasser außerhalb der Hand zwar nicht unrein zu werden, kann dieses aber nicht reinigen, so dass die Hand nur durch das zurückfließende erste Wasser unrein wird. — Raschi zu Sota 4 b liest in unserer Mischna נטל ראשונים ושניים חוץ לפרק וחזרו ליד טהורה נטל את הראשונים חוץ לפרק ואת השניים ער הפרק וחזרו ליד טמאה . So haben auch תוס׳ שאנץ und wohl auch שבלי הלקט סי׳ קל׳׳ו. Danach könnte das zweite Wasser das erste auch außerhalb der Hand reinigen. S. dagegen Rasch.",
+ "so sind sie unrein. Nach Maim.: weil das zweite Wasser durch die Hand, die er das erste Mal nicht übergossen hatte, unrein wird und dann die früher bereits übergossene Hand verunreinigt. — Rasch und Rosch erklären nach Tosefta II, 4: Auch wenn man beide Hände, aber einzeln, zum ersten Mal übergossen hatte und sie jetzt beim zweiten Übergießen aneinander hält, so verunreinigen sie sich gegenseitig, weil das Wasser des ersten Übergießens auf jeder Hand das der anderen Hand und dadurch diese selbst verunreinigt. Das Wasser des ersten Übergießens ist unrein, solange es nicht durch das zweite Übergießen auf derselben Hand gereinigt wird.",
+ "dann überlegte er und goss das zweite über seine eine Hand. D. h. über jede seiner Hände einzeln.",
+ "so ist seine Hand rein. Wenn er beim ersten Übergießen beide Hände aneinander hält, so verunreinigt der gemeinsame Guss nicht gegenseitig die Hände. Es ist dann gleichgültig, ob beim zweiten Übergießen die Hände wieder gemeinsam oder jede für sich übergossen werden.",
+ "so ist sie unrein. Das Wasser auf der übergossenen Hand wird durch die nicht übergossene unrein und verunreinigt wieder die übergossene Hand. Da diese Unreinheit nicht von der übergossenen Hand selbst stammt, kann sie nicht durch das zweite Übergießen getilgt werden.",
+ "an seinem Kopfe. Nach רמ״א zu Orach Ch. 162, 8 wird die Hand durch Abtrocknen am Haar nicht verunreinigt, nur durch Kratzen (vgl. Or. Ch. 164, 2). Danach ist ראש hier: Kopfhaar. Nach משנה אחרונה bedeutet es: die nicht mit Haar bedeckten Teile des Kopfes.",
+ "so ist sie rein. Das Wasser vom Übergießen der Hände verunreinigt keinen anderen Körperteil, wird daher durch Berührung mit dem Kopfe nicht unrein. S. a. Anm. 25. — Bleibt aber Wasser am Kopfe oder an der Wand haften, und man berührt es zum zweiten Mal, so wird die Hand unrein. Bart. nach Tosefta I, 3.",
+ "Vier oder fünf Menschen dürfen sich nebeneinander oder auch übereinander übergießen. Das von den Händen des einen auf die des anderen — ohne Unterbrechung in einem Guss — abfließende Wasser gilt diesen gegenüber nicht als verunreinigt, auch nicht als durch Arbeit untauglich geworden oder als nicht aus einem Gefäß kommend und auch nicht als ein Quantum unter einem viertel Log. Rasch nach Tosefta II, 7.",
+ "nur müssen sie die Hände locker halten. Damit das Wasser alle Hände ganz überfließen kann."
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+ "ob mit dem Wasser eine Arbeit verrichtet ist. So dass es untauglich zum Übergießen der Hände wäre. Vgl. I, 3.",
+ "Maß hatte. Vgl. I, 1.",
+ "ob es unrein. Nach Maim. haben hier טמאים und טהורים die gewöhnliche Bedeutung –unrein“ und „rein“ Unreines Wasser würde die Hände verunreinigen, so dass sie wieder Priesterhebe verunreinigen. Vgl. III, 2. Die Mischna lehrt nun, dass Wasser, dessen Reinheitscharakter zweifelhaft ist, die Hände nicht nur nicht verunreinigt, sondern sogar reinigen kann, so dass man mit ihnen Priesterhebe berühren darf. — Nach Rasch bedeutet hier טמאים und טהורים „untauglich“ bezw. „tauglich“ zum Übergießen. Die Mischna spricht dann auch vom Übergießen vor Genuss von profanem Brote. — S. a. I, Anm. 8.",
+ "oder ob es rein. Nach Maim. haben hier טמאים und טהורים die gewöhnliche Bedeutung –unrein“ und „rein“ Unreines Wasser würde die Hände verunreinigen, so dass sie wieder Priesterhebe verunreinigen. Vgl. III, 2. Die Mischna lehrt nun, dass Wasser, dessen Reinheitscharakter zweifelhaft ist, die Hände nicht nur nicht verunreinigt, sondern sogar reinigen kann, so dass man mit ihnen Priesterhebe berühren darf. — Nach Rasch bedeutet hier טמאים und טהורים „untauglich“ bezw. „tauglich“ zum Übergießen. Die Mischna spricht dann auch vom Übergießen vor Genuss von profanem Brote. — S. a. I, Anm. 8.",
+ "rein. Die Hände würden durch das Übergießen rein.",
+ "sagten. Tohor. IV, 7 u. 11.",
+ "Zweifel betreffs der Hände hinsichtlich des Unreinwerdens und des Verunreinigens oder des Reinwerdens. Hiermit ist begründet, dass in den bisher angeführten Fällen die Hände als rein gelten.",
+ "hinsichtlich des Reinwerdens gilt als unrein. Also bestreitet R. Jose, dass die Hände in den bisher angeführten Fällen als rein gelten. Obwohl es sich nur um die leichte rabbinische Unreinheit der Hände handelt, wendet R. Jose den Grundsatz an, dass der einmal festgestellte Zustand durch einen Zweifel nicht als aufgehoben gelten kann. אין ספק מוציא מידי ודאי (יו״ב).",
+ "Wie ist das. Dass der Zweifel hinsichtlich des Unreinwerdens und der Verunreinigung als rein gilt. — Die Bemerkung, dass R. Jose die Hände im Zweifelsfalle an ihrer Reinigung nicht als rein betrachtet, ist nur eine Parenthese. כיצד schließt sich an den Satz מפני שאמרו an.",
+ "berührte oder nicht berührte. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Unreinwerdens der Hände. Zum Unreinwerden durch unreines Brot vgl. III, 2.",
+ "berührte oder nicht berührte. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Verunreinigens. — Es handelt sich hier um Priesterhebe; Profanes wird durch Unreinheit der Hände nicht unrein.",
+ "berührte oder mit der reinen berührte. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Verunreinigens. — Es handelt sich hier um Priesterhebe; Profanes wird durch Unreinheit der Hände nicht unrein.",
+ "ob er den unreinen berührte oder den reinen berührte. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Unreinwerdens der Hände. Zum Unreinwerden durch unreines Brot vgl. III, 2.",
+ "und den reinen mit der reinen oder den reinen mit der unreinen und den unreinen mit der reinen. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Unreinwerdens der Hände. Zum Unreinwerden durch unreines Brot vgl. III, 2.",
+ "u. Dies ist ein Beispiel für den Zweifel des Verunreinigens. — Es handelt sich hier um Priesterhebe; Profanes wird durch Unreinheit der Hände nicht unrein."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ " Vgl. Nega’im XII—XIII.",
+ "ersten Grades. Sie verunreinigen also sogar Profanes und lassen Priesterhebe unrein zweiten Grades werden, so dass die von dem Profanen oder der Hebe berührte Hebe untauglich wird.",
+ "zweiten Grades. So dass sie wie gewöhnlich nur Priesterhebe untauglich machen.",
+ "der die Kleider im Augenblick seiner Berührung verunreinigt. Wer einen Samenflüssigen oder seinen Samenfluss oder die anderen Sab. V, 6 u. 7 angeführten Unreinheiterzeuger anrührt.",
+ "verunreinigt die Hände. Obwohl der durch die Berührung mit diesen Unreinheiterzeugern Verunreinigte einen Menschen nicht verunreinigen kann, verunreinigt er die Hände.",
+ "ersten Grades werden. Sie verunreinigen also sogar Profanes und lassen Priesterhebe unrein zweiten Grades werden, so dass die von dem Profanen oder der Hebe berührte Hebe untauglich wird.",
+ "zweiten Grades. So dass sie wie gewöhnlich nur Priesterhebe untauglich machen.",
+ "außer in diesem Falle. Nur in den Fällen, dass die Hände in ein mit Aussatz behaftetes Haus hineingehalten werden (vgl. Neg. XIII, 10) oder jemanden berühren, der durch Berührung mit den in Sab. V, 6 u. 7 genannten Unreinheiten fähig wurde, auch seine Kleider zur Unreinheit ersten Grades zu verunreinigen, ist es überhaupt denkbar, dass sie unrein ersten Grades werden. In anderen Fällen findet man es nicht, weil die Voraussetzungen hierfür fehlen. Der Ausdruck חוץ מזה „außer in diesem Falle“, obwohl es zwei Fälle sind, ist wohl so zu erklären: außer in dem Falle, dass die Hände an einer Unreinheit anrühren, die unter Umständen als Unreinheiterzeuger gilt. Das mit Aussatz behaftete Haus würde einen Menschen, der mit seinem Kopfe und dem größten Teil seines Körpers hineinkommt, verunreinigen (s. Neg. XIII, 8), verunreinigt aber nicht, wenn sonst ein Körperteil hineinkommt, ביאה במקצת לא שמה ביאה. Die Unreinheit der hineingestreckten Hände ist nur rabbinisch. R. Akiba meint nun, man habe ihre Unreinheit so behandelt, wie sie für den ganzen Körper nach Thoravorschrift wäre, um Irrtum zu vermeiden. Vgl. hierzu Chul. 33 b. — Die Unreinheit der Hände durch Berührung mit dem durch die Sab. V genannten Unreinheiten Verunreinigten rührt ebenfalls von einer Unreinheit her, die unter Umständen nach Thoravorschrift Gegenstände (z. B. die Kleider, die er bei der Berührung an hat), unrein ersten Grades machen kann.",
+ "die durch Flüssigkeiten. Die nach rabbinischer Vorschrift Geräte verunreinigen, obwohl sie selbst nur unrein ersten Grades sind und Speisen auch dann, wenn sie nur durch Händeunreinheit unrein wurden. S. Sabb. 14 b.",
+ "Was durch einen Unreinheiterzeuger verunreinigt wurde. Also selbst nach Thoravorschrift unrein ersten Grades ist.",
+ "durch erzeugte Unreinheit. Also selbst nach Thoravorschrift nur unrein zweiten Grades ist. Dieses verunreinigt nicht einmal die Hände, erst recht nicht Speisen und Geräte, die nach Thoravorschrift rein sind; vgl. Anm. 7.",
+ "Meine Hände gerieten in den Luftraum eines irdenen Gefäßes. Das unrein war. Die Frau hatte bereits, ohne die Hände zu übergießen, Priesterhebe oder Heiliges berührt. Hätte es sich nur darum gehandelt, ob sie jetzt die Hände übergießen solle, so hätte R. Gamliel es wohl sicher bejaht (יו״ב).",
+ "Es ist klar. Da R. Gamliel danach gefragt hat, woher die Unreinheit des irdenen Gefäßes kam, war er der Ansicht, dass die Hände nur dann unrein seien, wenn das Gefäß durch einen Unreinheiterzeuger verunreinigt war."
+ ],
+ [
+ "was die Priesterhebe untauglich macht. Also auch Unreines zweiten Grades.",
+ "zweiten Grades zu sein. Auch auf diesen Satz bezieht sich die spätere Bemerkung „das sind die Worte der R. Josua“. Nach den Weisen können, wie die vorige Mischna lehrt, Hände nur durch Unreines ersten Grades verunreinigt werden.",
+ "Eine Hand verunreinigt die andere. Durch Berührung mit der unrein gewordenen Hand wird auch die andere unrein. Maim.; s. aber Tos. Chagig. 24a s. v. בחיבורין. — Nach Maim. u. Bart. geht auch diese Kontroverse hinsichtlich etwaigen Untauglichwerdens von Priesterhebe. Nach Rasch und Rosch geht sie, entsprechend Chag. 24b, nur hinsichtlich Heiligem, während hinsichtlich der Priesterhebe auch R. Josua zugibt, dass eine Hand die andere nicht verunreinigt. — Maim. הל׳ אבות הטומאות פ״ח ז׳ ופ׳ י״ב הל׳ י״ב entscheidet, dass hinsichtlich Priesterhebe die reine Hand durch die Berührung mit der unreinen nicht verunreinigt wird. Hinsichtlich Heiligem wird sie wohl verunreinigt; sogar die Hand eines anderen, wird durch sie verunreinigt; auch ohne Berührung mit der unrein gewordenen wird die andere Hand verunreinigt, wenn die unreine befeuchtet ist. Vgl. hierzu auch Raschi und Tos. Chagiga 24a s. v. בחבורין. S. a. תוי״ט s. v. היד.",
+ "zweiten Grades. Daher kann hinsichtlich Priesterhebe eine Hand die andere nicht verunreinigen, wohl aber wird die andere unrein dritten Grades hinsichtlich Heiligem, so dass sie Heiliges untauglich machen kann. S. א״ר und die vorige Anm. — Der Satz der Weisen gilt wohl nur für Unreinheitübertragung durch Berührung. Aber der Genuss einer Unreinheit zweiten Grades verunreinigt wohl auch nach ihnen im zweiten Grade. Vgl. Tohor. II, 2 u. Maim. הל׳ אבות הטומ׳ ח׳ י׳ und Rosch zu Mischna.",
+ "zweiten Grades. Auch Priesterhebe gegenüber; s. Sabb. 14a. Es gehört dies zu den 18 Bestimmungen (Sabb. 13b). — Mischna 5 gilt demnach auch Priesterhebe gegenüber. — Die Weisen trafen diese Bestimmung, damit man nicht die Hebe neben den heiligen Schriften verwahre und hierdurch Mäuse auf die heiligen Schriften ziehe.",
+ "und verunreinigen die Hände. Nach der Auffassung, dass auch nach R. Josua die im ersten Teile der Mischna erwähnten Verunreinigungen nur hinsichtlich Heiligem gelten (vgl. Anm. 14), führt R. Josua die Verunreinigung durch heilige Schriften, die auch hinsichtlich der Priesterhebe gilt, an, um zu zeigen, dass der Satz אין שני עושה שני nicht einmal Priesterhebe gegenüber allgemeingültig ist, also gewiss nicht Heiligem gegenüber. Vgl. Tos. Chag. 24b s. v. דתנן. — Dass heilige Schriften die Hände verunreinigen sollen, wurde angeordnet, um zu verhindern, dass man heilige Schriften mit bloßen Händen berühre. S. Sabb. 14a; s. d. Tos. s. v. האוחז.",
+ "Man kann keinen Schluss auf Worte der Thora von Worten der Schriftgelehrten ziehen und nicht auf Worte der Schriftgelehrten von Worten der Thora und nicht auf Worte der Schriftgelehrten von Worten der Schriftgelehrten. Man kann also von der Verunreinigung der Hände durch heilige Schriften nicht auf ihre sonstigen Verunreinigungen schließen."
+ ],
+ [
+ "Riemen von Tefillin mit den Tefillin verunreinigen die Hände. Die Tefillin verunreinigen die Hände wegen der Thoraabschnitte in ihnen. Dann wurde weiter angeordnet, dass auch die Riemen verunreinigen, so lange sie mit den Tefillin verknüpft sind."
+ ],
+ [
+ "Der Rand am Buch. Eines oder mehrere Bücher der Bibel.",
+ "am Anfang und am Ende. Der von Schrift freigelassene Teil des Buches am oberen und unteren Rand einer jeden Seite, sowie der unbeschriebene Anfang und das Ende der Buchrolle.",
+ "wenn man den Rollstock. Um den das Buch gerollt wird."
+ ],
+ [
+ "Ein Buch. Eines oder mehrere Bücher der Bibel.",
+ "wie der Abschnitt ויהי בנסוע הארון. Num. 10, 35—36. Diese beiden Verse mit insgesamt 85 Buchstaben bilden einen selbständigen Abschnitt, der nach Rabbis Ansicht (Sabb. 116a) als besonderes Buch zu betrachten ist.",
+ "verunreinigt die Hände. Da es noch als heiliges Buch gilt.",
+ "wie der Abschnitt ויהי בנסוע הארון. Num. 10, 35—36. Diese beiden Verse mit insgesamt 85 Buchstaben bilden einen selbständigen Abschnitt, der nach Rabbis Ansicht (Sabb. 116a) als besonderes Buch zu betrachten ist.",
+ "verunreinigt die Hände. Da sie bereits als heiliges Buch gilt.",
+ "Alle heiligen Schriften. Nicht nur die Bücher der Thora.",
+ "Das Hohelied und Kohelet verunreinigen die Hände. Auch das Hohelied und Kohelet haben die Heiligkeit der biblischen Bücher, so dass auch für sie die rabbinische Vorschrift gilt, dass sie die Hände verunreinigen.",
+ "aber bezüglich Kohelet’s ist ein Streit. Ob es als heiliges Buch zu gelten hat.",
+ "Kohelet verunreinigt die Hände nicht. Weil es nicht als heiliges Buch gilt, sondern nur als Weisheitsbuch Salomos; s. Meg. 7a. Die dort angeführte Baraita entspricht nicht unserer Mischna S. תוי״ט.",
+ "aber bezüglich des Hohenliedes ist ein Streit. Ob es als heiliges Buch zu gelten hat.",
+ "Kohelet gehört zu den erleichternden Erscheinungen der Bet Schammai und den erschwerenden der Bet Hillel. Vgl. Edujot IV u. V. — Nach Bet Schammai verunreinigt es nicht die Hände, nach Bet Hillel wohl.",
+ "Simon ben Asai. Die gleiche Formel zur Bekräftigung seiner Tradition wendet R. Simon ben Asai auch Seb. I, 3 und Jad. IV, 2 an. Da die Aussprüche der bisher angeführten Lehrer mit אומר (ר״ש) ר״י eingeleitet sind, Ben Asai’s aber mit אמד ר״ש ב״ע scheint er nicht unmittelbar mit den Vorigen gestritten zu haben, sondern seine mit dem ersten Lehrer übereinstimmende Ansicht wurde der Wiedergabe der Kontroverse angefügt.",
+ "Ich habe eine Überlieferung von 72 Ältesten. Die La. זקן haben die meisten Ausgaben, auch M. Sie soll nach Seb. 12b die Einheitlichkeit der Überlieferung ausdrücken (s. auch רש׳׳י und שטה מקובצת z. St.). T und L haben jedoch זקנים. — Auffällig ist die Zahl 72, da doch das Sanhedrin nur 71 Mitglieder hatte (s. Sanh. I, 4). Nach Tos. Sanh. 17b s. v. אחד kam zu den 71 Mitgliedern noch ein über ihnen stehender höchster Beamter, der in Hor. I, 4 erwähnte „Vorzüglichste des Gerichtshofes“ שבבית דין מופלא; s. aber Tos. Sukka 51b s. v. והיו בה — Vielleicht bestand damals ausnahmsweise das Sanhedrin aus 72 Mitgliedern, weil der jugendliche R. Elasar ben Asarja, der ihm seiner Jugend wegen bisher noch nicht angehörte, ihm als neuer Nassi beigetreten war. Vgl. Ber. 28a und רש״ש zu Sanh. 16b s. v. אחד.",
+ "vom Tage. Vgl. Ber. 27b. S. a. Halevy, Dor. Har. Ib, S. 318 ff.",
+ "dass das Hohelied und Kohelet die Hände verunreinigen. Weil sie heilige Bücher sind.",
+ "und dass. Die Worte אמר ר״ע כו׳ gehören noch zu der Tradition Ben Asai’s. R. Akiba war Mitglied jenes Sanhedrin, auf das die Tradition zurückging; s. Ber. 27b. In der damaligen Sitzung tat er den von seinem Schüler Ben Asai zitierten Ausspruch. S. a. מ״ש.",
+ "Gott bewahre. Nach der traditionellen Vokalisation ist חַס ein Nomen wie רַב Num. 16, 3 und מַר Jes. 38, 15. Vielleicht ist mit ר״י ברצלוני הל׳ ס״ת לא (zit. bei Ben Jehuda, Thes. 1470) חוס ושלום = „Schonung und Frieden“ zu lesen.",
+ "denn die ganze Welt ist nicht des Tages würdig. So nach der La. כדאי כיום. L und M lesen ביום danach ist zu erklären: Die ganze Welt war am Tage, da das Hohelied gegeben wurde, dieses Glückes nicht würdig.",
+ "so stritten sie nur über Kohelet. Entschieden aber, dass auch Kohelet als heiliges Buch die Hände verunreinigt. — Bis hierher geht der Ausspruch Ben Asai’s.",
+ "Sohn Josuas. T., L., M. haben ישוע.",
+ "so stritten sie und entschieden sie. Über Kohelet hatten sie gestritten und schließlich entschieden, dass es als heiliges Buch die Hände verunreinige."
+ ]
+ ],
+ [
+ [
+ "An jenem Tage. An dem in der letzten Mischna des vorigen Abschnittes erwähnten Tage der Einsetzung des R. Elasar ben Asarja; s. dort Anm. 33.",
+ "die einen Spalt. Unten am Boden, so dass sie nicht mehr so viel Wasser fassen kann, wie zum Waschen eines Fußes nötig ist. — S. auch die Erklärung dieses Satzes zu Kel. XX, 2.",
+ "unrein sein kann. Auch wenn die Wanne zum Fußbad benutzbar ist, kann sie umgestülpt als Sitz dienen. Da aber dann ihre eigentliche Bestimmung nicht zum Sitzen, sondern zum Fußwaschen ist, so gilt sie hinsichtlich der Midras-Unreinheit nicht als Sitzgelegenheit. Vgl. Vb zu Kel. 29 u. 30. — Wenn sie aber nicht mehr zum Waschen der Füße zu gebrauchen ist, so gilt sie als Sitzgelegenheit. Ist die Wanne kleiner als zwei Log, so kann sie nicht als Sitz in Betracht kommen, ist sie größer als 9 Kab, so kann sie nur nach besonderer Herrichtung als Sitz gelten. S. Kelim XX, 2 u. 4 nach Anm. das.",
+ "Denn. Diese Halacha musste durch Abstimmung entschieden werden, weil R. Akiba sie bestritt.",
+ "wie ihr Name. Auch die gespaltene Wanne, die noch Wanne genannt wird, gilt nicht als Sitzgelegenheit, sondern als zerbrochenes Gerät und wird nicht unrein."
+ ],
+ [
+ "An jenem Tage. An dem in der letzten Mischna des vorigen Abschnittes erwähnten Tage der Einsetzung des R. Elasar ben Asarja; s. dort Anm. 33.",
+ "sagten sie. Diese Mischna findet sich auch Sebachim I, 1 und 3. S. a. dort die Erklärung.",
+ "die nicht für ihren Namen geopfert wurden. Man hatte z. B. bei Darbringung (שחיטה קבלה הולכה זריקה) eines Friedensopfers (שלמים) gesagt (vgl. Raschi Pes. 63a s. v. והכא Tos. Seb. 4b und תוי״ט und תוס׳ רע״ק zu B. m. III, 12), es solle ein Emporopfer (עולה) sein.",
+ "sind gültig. Die weiteren Opferhandlungen haben wie sonst zu geschehen. Falls das Opfer nach seiner ursprünglichen Bestimmung gegessen werden durfte, so hat das auch trotz der Umnennung zu geschehen.",
+ "Nur wurden sie nicht ihren Eigentümern als Pflichterfüllung angerechnet. Sie müssen das Opfer, zu dem sie verpflichtet waren, nochmals bringen.",
+ "Eine Ausnahme bilden das Pesachopfer und das Sündeopfer. Sie sind bei Umnennung völlig ungültig.",
+ "zu seiner Zeit. Am Nachmittage des 14. Nisan. S. a. Seb. I, Anm. 5.",
+ "Es sagte R. Seb. I, 3 hat nur שמעון בן עזאי, wie es Kid. 49b entspricht. S. dort Raschi s. v. בן עזאי. — L hat hier und III, 8 שמעון ב״ע.",
+ "Simon ben Asai. Vgl. Abschnitt III, 5 und Anm. 31—33.",
+ "dass alle zum Essen bestimmten Opfer. Also das Emporopfer nicht.",
+ "Ben. Dieser Schlusssatz ist eine Bemerkung des Redaktors unserer Mischna.",
+ "nur das Emporopfer hinzu. Zum Pesach- und Sündopfer."
+ ],
+ [
+ "An jenem Tage. An dem in der letzten Mischna des vorigen Abschnittes erwähnten Tage der Einsetzung des R. Elasar ben Asarja; s. dort Anm. 33.",
+ "Wie steht es mit Ammon und Moab im siebten Jahre. In den Gebieten von Ammon und Moab, die nicht vom König Sichon erobert waren und daher nicht bei der israelitischen Eroberung Palästinas besetzt werden durften (vgl. Num. 21, 24; Bab. batr. 56a und Tos. s. v. הר; Jeb. 16a, Tos. s. v. עמון) galten nicht die Bestimmungen des Erlassjahres. Obwohl hier nach dem Thoragesetz auch die Priesterhebe und die Zehnten nicht abzuscheiden waren, so musste es nach rabbinischer Vorschrift wie in den anderen Nachbarländern Palästinas geschehen. Die Frage ist nun, ob im Erlassjahre der zweite Zehnte, der selbst oder dessen Auslösesumme in Jerusalem zu verzehren war, abzuscheiden ist oder der Armenzehnte, da doch nach dem Thoragesetz im Erlassjahre keine Abgaben zu leisten sind, also keine Bestimmung bestehen kann, welcher Zehnte zu geben ist.",
+ "denn du erschwerst. Der zweite Zehnte hat schwerere Bestimmungen als der Armenzehnte, da er in Jerusalem verzehrt werden muss und Heiligkeitscharakter hat.",
+ "ich habe die Reihenfolge der Jahre nicht abgeändert. Da nach der Thoravorschrift immer auf die Jahre des Armenzehnten, das dritte und sechste Jahr des Jahrsiebentes, ein Jahr des zweiten Zehnten folgt, das vierte, bezw. das erste; denn im siebten, dem Erlassjahre, gibt es nach Thoravorschrift überhaupt keinen Zehnten. Wenn nun die Weisen für die Gebiete von Ammon und Moab auch im Erlassjahre die Abscheidung der Priesterhebe und der Zehnten vorschreiben, so ist anzunehmen, dass in diesem Jahre, das auf ein Jahr des Armenzehnten folgt, der zweite Zehnte zu geben ist.",
+ "abgeändert. Da nach ihm für Ammon und Moab auf ein Jahr des Armenzehnten wieder ein solches folgt.",
+ "also muss er den Beweis bringen. Da erwiderte R. Tarfon: Ägypten ist Ausland, Ammon und Moab sind Ausland. So wie in Ägypten der Armenzehnte im siebten Jahre (zu geben ist. So wurde damals bestimmt, als man zur Pflicht machte, hier Priesterhebe und die Zehnten zu geben. — In Ammon und Moab wohnten vielleicht damals keine Juden, so dass damals für diese Länder keine Bestimmungen getroffen wurden. Vielleicht gab es aber ursprünglich auch Bestimmungen für Ammon und Moab, da sie aber zeitweise keine jüdische Bevölkerung hatten, fehlte die sichere Überlieferung.",
+ "so auch in Ammon und Moab der Armenzehnte im siebten Jahre. Da erwiderte R. Elasar ben Asarja: Babel ist Ausland, Ammon und Moab sind Ausland. Wie in Babel der zweite Zehnte im siebten Jahre (zu geben ist. So wurde damals bestimmt, als man zur Pflicht machte, hier Priesterhebe und die Zehnten zu geben. — In Ammon und Moab wohnten vielleicht damals keine Juden, so dass damals für diese Länder keine Bestimmungen getroffen wurden. Vielleicht gab es aber ursprünglich auch Bestimmungen für Ammon und Moab, da sie aber zeitweise keine jüdische Bevölkerung hatten, fehlte die sichere Überlieferung.",
+ "damit die Armen Israels sich im siebten Jahre auf es stützen könnten. Um von den dortigen Juden den Armenzehnten zu erhalten.",
+ "Scheinbar gibst du ihnen Vermögensvorteil. מְהַנָּן pi. zu √הנה (Ben Jehuda, Thes. II 1129 liest מַהֲנָן hif. √(הנה also: gibst du ihnen einen Vorteil. Nach der Vokalisation ed. Livorno מְהַנֵּן wäre es pi. √הנןת die sonst nicht belegt scheint.",
+ "schädigst du die Seelen. Du verleitest sie zur Sünde, dass sie nicht pflichtgemäß den zweiten Zehnten geben. In Wirklichkeit hilfst du auch nicht in wirtschaftlicher Hinsicht. Denn als Strafe für die Nichtabgabe des zweiten Zehnten wird der Regen ausbleiben.",
+ "Mit dem Zehnten und der Priesterhebe. Mal. 3, 8. Wie aus Vs. 9 u. 10 zu ersehen ist, war zur Zeit Mal’achi’s eine durch Dürre hervorgerufene Missernte als Strafe für die nicht richtige Abgabe der Priesterhebe und der Zehnten.",
+ "aber nicht in der Art seiner Worte. Ich stimme ihm zu und habe R. Elasar’s Einwand zurückzuweisen, aber mit einem anderen Argument. Denn gegen R. Tarfons Argument ist R. Elasar’s Einwand berechtigt. — על טרפון אחי hat dann die Bedeutung „neben …“",
+ "Babel eine alte Einrichtung und der uns vorliegende Fall. Die Abgabenpflicht für Ammon und Moab.",
+ "Ägypten ist eine Einrichtung der Ältesten. Wohl der Männer der großen Versammlung oder der Generationen nach ihnen. — Vielleicht wurde die Abgabenpflicht für Ägypten damals eingeführt, als es durch die Ptolemäer mit Palästina politisch verbunden war.",
+ "Babel eine Einrichtung der Propheten. Wohl durch die Propheten zur Zeit des bab. Exils.",
+ "und der uns vorliegende Fall. Die Abgabenpflicht für Ammon und Moab.",
+ "Sie. Die Gelehrten des Lehrhauses in Jabne.",
+ "Elieser nach Lud. Die meisten Mischnaausgaben lesen בלוד, aber T., M. und L. ללוד — R. Elieser hatte an der Sitzung im Lehrhaus nicht teilgenommen wegen des Bannes, der über ihn ausgesprochen war. Vgl. Bab. m. 59b; s. a. Halevy, Dor. Har. Ic, S, 286 ff.",
+ "Da weinte. Aus Rührung, dass die Gelehrten nach der Überlieferung entschieden hatten, obwohl sie ihnen unbekannt war. Vielleicht auch aus Schmerz, dass er an der Versammlung nicht hatte teilnehmen können.",
+ "dass er ihn ihnen kund tue. Ps. 25, 14.",
+ "Habt kein Bedenken über eure Abstimmung. Ihr habt das Richtige getroffen.",
+ "und sein Lehrer von seinem Lehrer bis zur Halacha Mosche’s vom Sinai. Wenn die Abgabenpflicht für Ammon und Moab nur rabbinische Vorschrift ist, kann der Ausdruck הלכה למשה מסיני nur uneigentlich gemeint sein und nur besagen, dass die Einrichtung des Armenzehnten für Ammon und Moab sehr alt ist. So Rasch und Bart. — Doch wäre es denkbar, dass R. Elieser der Ansicht war, dass die Abgabepflicht Thoragebot ist. Dann könnte die Bestimmung des Armenzehnten für das siebte Jahr sinaitische Überlieferung sein. So ist es auch nach dem Wortlaut der Tosefta II, 16. מקובלני מריב״ז שקיבל מן הזוגות והזוגות מן הנביאים והנביאים ממשה הלכה למשה מסיני "
+ ],
+ [
+ "und stand vor ihnen. Den Weisen.",
+ "Darf ich in die Gemeinde kommen. D. h. Eine israelitische Frau heiraten.",
+ "Der Schriftvers sagt. So die meisten Ausgaben, auch M, L. T. hat והכתיב: Es steht doch geschrieben. — Dt. 23, 4.",
+ "ist doch schon hinaufgezogen und hat alle Völker durcheinander gewirbelt. Also kann man auch von den aus ammonitischem Gebiet stammenden Proselyten nicht sagen, dass sie gebürtige Ammoniter sind. Da nun die Proselyten der meisten Völker — aller außer den Edomitern, Ägyptern, Ammonitern und Moabitern — israelitischer Frauen heiraten dürfen, kann man annehmen, dass auch der aus ammonitischem Gebiet stammende Proselyt ein Abkömmling eines der Völker ist, deren Proselyten israelitische Frauen heiraten dürfen.",
+ "denn es heißt. Jes. 10, 13, ק׳.",
+ "Der Vers sagt. Jer. 49, 6.",
+ "Sie sind also bereits zurückgekehrt. Also sind jetzt wieder die Bewohner des Ammoniterlandes Ammoniter.",
+ "Der Schriftvers. Amos 9, 14.",
+ "Und sie sind noch nicht zurückgekehrt. Da diese Verheißung noch nicht eingetroffen ist, kann man auch nicht annehmen, dass die Rückkehr Ammons sich schon verwirklicht hat. — Ber. 28a wird darauf aufmerksam gemacht, dass, wie man aus unserer Mischna ersieht, R. Gamliel trotz seiner Absetzung das Lehrhaus weiter besuchte.",
+ "in die Gemeinde zu kommen. D. h. Eine israelitische Frau heiraten."
+ ],
+ [
+ "Die aramäischen. Wörtlich: die Übersetzung. Da aber z. Zt. der Mischna — allerdings mit Ausnahme der griechischen Übersetzung — die Übersetzungen der Bibel aramäisch waren, nahm תרגום die Bedeutung von aramäischer Sprache an.",
+ "Stellen in Esra und Daniel verunreinigen die Hände. Da sie als heilige Schrift zu betrachten sind. Vgl. III, 9 und Anm. 17.",
+ "die hebräisch. In hebräischer Übersetzung.",
+ "die aramäisch. Wörtlich: die Übersetzung. Da aber z. Zt. der Mischna — allerdings mit Ausnahme der griechischen Übersetzung — die Übersetzungen der Bibel aramäisch waren, nahm תרגום die Bedeutung von aramäischer Sprache an.",
+ "und die hebräische Schrift. In den vulgär hebräischen Schriftzügen, deren man sich zur Zeit des ersten Tempels bediente, und die auch nach Esra bei den Samaritanern im Gebrauch war. Vgl. Sanh. 21b und 22a. — S. a. Anm. 45.",
+ "Es. Das heilige Buch.",
+ "wenn man es assyrisch. In den „assyrischen“ Schriftzügen, der seit der Rückkehr aus dem babylonischen Exil für heilige Schriften allein zulässigen Quadratschrift. Sanh. 21b; s. auch 22a למה נקרא אשורית שעלה עמהם מאשור תניא רבי אומר בתחלה בכתב זה ניתנה תורה לישר' כיון שחטאו נהפך להם לרועץ וכיון שחזרו בהן החזירו להן ... למה נקרא שמה אשורית שמאושרת בכתב. Doch s. a. die dort angeführte Ansicht des R. Elasar Hamudai."
+ ],
+ [
+ "Wir klagen gegen. קבל in der Bedeutung „klagen“ findet sich in der Mischna nur hier und in den folgenden Mischnajot. Im Aramäischen ist diese Bedeutung gewöhnlich.",
+ "die heiligen Schriften verunreinigen die Hände. Die Sadduzäer wussten die Bedeutung dieser Unreinheit nicht oder stellten sich so, als wüssten sie sie nicht.",
+ "Hameram. Die Lesart המירם in den meisten Ausgaben, auch in T., M. u. L. lässt die Erklärung „Bücher Homers“ als Prototyp nichtheiliger Schriften nicht zu. Der dem Gaon R. Hai zugeschriebene Kommentar liest allerdings דמרוס Maim., Rasch und Rosch bezeichnen ספרי מירם als ketzerische Schriften. I. Perles, R. I. E. III, 109 ff erklärt nach Saadja Gaon (Aruch s. v. המר) הומר als Allegorie (הומר = כמין חומר) und ספרי המירם als allegorische, nicht heilige Schriften, Kohut, I. Q. R. III, 546 המירם=ἵμϵρος Verlangen, Liebe, danach ספרי המירם = Unterhaltungs- oder Liebesschriften. — S. a. Kohut, Aruch compl. s. v. מרום.",
+ "Haben wir. Auffällig ist לנו על הפרושים da doch R. Jochanan selbst Pharisäer war. Vielleicht verstellte er sich als Sadduzäer, um die Gegner leichter ad absurdum führen zu können.",
+ "während die Kochen des Hohenpriesters Jochanan. Gemeint ist wohl der Berach. 29a erwähnte Hohepriester Jochanan, der wegen seiner späteren Hinneigung zu den Sadduzäern auch bei ihnen sehr angesehen war. Über die Identifizierung des Hohenpriesters Jochanan vgl. Bondi, Jahrb. der J. L. G. VI, S. 374 ff. — Die Unreinheit von Menschenknochen und die Reinheit der Eselsknochen bestritten die Sadduzäer nicht. Um sie nach ihrer eigenen Ansicht zu schlagen, stellte sich R. Jochanan, als meinte er, diese Bestimmung gelte nur nach pharisäischer Auffassung.",
+ "damit man nicht etwa aus den Knochen. Vgl. Kel. XVII, 12.",
+ "seines Vaters oder seiner Mutter Löffel herstellte. Diese platte Begründung der Thorabestimmung ist sadduzäisch.",
+ "Auch bei den heiligen Schriften entspricht ihre Unreinheit ihrer Wertschätzung. R. Jochanan benutzt die Begründung der Sadduzäer, um diese mit ihrer eigenen Ansicht zurückzuweisen. Den wirklichen Grund für die Händeunreinheit s. III, Anm. 17."
+ ],
+ [
+ "für rein erklärt. Vgl. Machschirim V, 9.",
+ "für rein erklärt. Vgl. Mikwaot I, 4. — Da der Wasserarm auch nach Ansicht der Pharisäer rein ist, bedeutet die Anklage nur: nach euerer Anklage gegen uns, müsste man auch euch anklagen.",
+ "Wenn mein. Der Eigentümer des Ochsen und des Esels bezw. des Knechtes und der Magd ist als redend gedacht.",
+ "Ochs und mein. Der Eigentümer des Ochsen und des Esels bezw. des Knechtes und der Magd ist als redend gedacht.",
+ "so sind sie. Gemeint ist: ich bin für ihr Tun schuldig. Dies steht ausdrücklich in der Thora (Ex. 21, 35) wird also von den Sadduzäern zugegeben.",
+ "schuldig. Gemeint ist: ich bin für ihr Tun schuldig. Dies steht ausdrücklich in der Thora (Ex. 21, 35) wird also von den Sadduzäern zugegeben.",
+ "so sind sie frei. Gemeint ist: bin ich frei von der Ersatzpflicht für den von ihnen angerichteten Schaden; vgl. Bab. k. VIII, 4. — Hiergegen wandten sich die Sadduzäer.",
+ "für deren Gesetzeserfüllung ich nicht haftbar bin. D. h. Es gibt für die Tiere keine Pflichten, so dass der Herr sie etwa dazu anhalten müsste. — Dagegen ist der Herr verpflichtet, sein Vieh am Sabbat ruhen zu lassen.",
+ "für deren Gesetzeserfüllung ich haftbar bin. Ich muss z. B. darauf achten, dass sie am Sabbat auch nicht für sich selbst arbeiten oder dass mein Knecht beschnitten wird.",
+ "Denn wenn ich ihn. אקניטנו bezieht sich grammatisch nur auf den Knecht. Das gleiche gilt natürlich auch für die Magd.",
+ "würde er hingehen. Falls ich für sein Tun haftbar wäre.",
+ "und den Garbenhaufen eines anderen. So die meisten Ausgaben, auch T. und M. Ed. Liv. und L אחד „irgendeinen Menschen“.",
+ "und ich wäre verpflichtet zu bezahlen. Mein Knecht könnte mich zu unübersehbarem Schadenersatz verpflichten. Ich hätte dann eine Verantwortung, die ich nicht tragen könnte. Vgl. Bab. k. 4a."
+ ],
+ [
+ "Ein galiläischer Sadduzäer. Die meisten Ausgaben haben wie auch M. צדוקי הגלילי. Bei T. fehlt, vielleicht mit Rücksicht auf die Zensur, גלילי. — Ed. Livorno hat אפיקורוס גלילי. Rosch hat מין, L. מין גלילי.",
+ "dass ihr mit dem Mosche’s im Scheidebrief schreibt. Es handelt sich vielleicht um einen Vorwurf galiläischer Zeloten gegen die Pharisäer, die aus politischer Rücksicht den Scheidebrief nach den Regierungsjahren der römischen Kaiser datierten. Vgl. Git. VIII, 5 und 80a. Da die Schlussformel des Scheidebriefes כדת משה וישראל lautet, wurden also der Name des jeweiligen Herrschers und der Mosche’s geschrieben.",
+ "Wir klagen. D. h.: Nach deinen Worten müsste man auch euch Sadduzäer anklagen; vgl. Anm. 55.",
+ "Israel zu entsenden. Ex. 5, 2. — Es ist also falsch, in der gleichzeitigen Erwähnung mit dem nichtjüdischen Herrscher eine Herabsetzung Mosche’s zu sehen.",
+ "Gott ist der Gerechte. Ex. 9, 27. — Dieser für die Diskussion entbehrliche Zusatz soll dem Traktat einen guten Abschluss geben."
+ ]
+ ]
+ ]
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+ "Mischnajot mit deutscher Übersetzung und Erklärung. Berlin 1887-1933 [de]",
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+ "versionTitle": "Mischnajot mit deutscher Übersetzung und Erklärung. Berlin 1887-1933 [de]",
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+ "versionNotes": "Ordnung Seraïm, übers. und erklärt von Ascher Samter. 1887.
Ordnung Moed, von Eduard Baneth. 1887-1927.
Ordnung Naschim, von Marcus Petuchowski u. Simon Schlesinger. 1896-1933.
Ordnung Nesikin, von David Hoffmann. 1893-1898.
Ordnung Kodaschim, von John Cohn. 1910-1925.
Ordnung Toharot, von David Hoffmann, John Cohn und Moses Auerbach. 1910-1933.",
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+ "heTitle": "פירוש גרמני על משנה זבים",
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+ "\nEinleitung.\nTraktat Sabim behandelt die Bestimmungen über die Samenflüssigen. Seine Grundlage ist der Abschnitt Levit. 15, 1—15. — 1) Tosefta, Sabim II, 4 erklärt den Fluß זוב des Sab: Er kommt aus totem Fleisch, ist hell wie das Weiße eines bebrüteten Eies. Im Gegensatz hierzu wird der Samenguß (Sperma) שכבת זרע des Gesunden beschrieben: Er kommt aus lebendigem Fleische, ist gebunden wie das Weiße eines nicht bebrüteten Eies. Unter totem bezw. lebendem Fleische ist das schlaffe, bezw. gespannte Glied verstanden. Der Ausdruck „gebunden“ (קשורה) bedeutet nach Nidda 56a „zusammengeballt“, „tritt in größerer Masse aus“. (S. d. Raschi s. v. שמתעגל). — Unter Fluß des Sab ist danach Gonorrhoe zu verstehen.\nAls Sab, als wirklich am Samenfluß leidend, gilt der Mann nur, wenn er an einem oder an zwei aufeinander folgenden Tagen zweimal Samenfluß in noch so geringer Menge hatte, oder wenn ein einziger Ausfluß sich so lang hinzog, daß man zwischen Anfang und Ende ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen konnte. Dieser Zeitraum muß auch mindestens zwischen zwei aufeinander folgenden Wahrnehmungen des Ausflusses liegen, damit sie als zwei gelten können. (Vgl. hierzu Sabim I, 4, 5; Nid. V, 2 und Maim. י״א – הל׳ מחוסרי כפרה פ״ב ו׳). Ein einmaliger kurzer Samenfluß macht den Mann nicht zum Samenflüssigen, sondern gibt ihm nur die gleiche, leichtere Unreinheit wie nach Samenerguß (I, 1).\nNach zweimaligem Samenfluß gelten für den Sab alle in Levit. 15,4—13 angeführten Bestimmungen. Doch hat er die in Vs. 14—15 angeordneten Opfer nicht zu bringen. Zu ihnen ist nur der vollkommene Samenflüssige זב גמור verpflichtet, der drei oder auch eine oder zwei ihrer Länge wegen als drei geltende Wahrnehmungen von Samenfluß hatte. (Vgl. Megilla I, 7 und Sabim I, 3—4).\nHinsichtlich der Verbreitung der Unreinheit gelten für den Samenflüssigen זב, die am Blutfluß Leidende זבה, die Menstruierende נדה und die Gebärerin יולדת die gleichen Bestimmungen. Sie sind Unreinheitserzeuger אבות הטומאה, verunreinigen Geräte1) durch Berührung, Menschen durch Berührung und Tragen. Sie verunreinigen Lager משכב, Sitz מושב, Reitzeug מרכב, auf denen sie ruhen, auch ohne sie zu berühren und diese Gegenstände können wieder Menschen und Geräte verunreinigen. Ferner verunreinigen die vier genannten Unreinen das, was auf ihnen liegt, auch ohne es zu berühren מדף. Eine weitere Besonderheit dieser vier Unreinen ist es, daß sie Menschen und Geräte, verunreinigen, die von ihnen bewegt werden, während für andere Unreinheitserzeuger Bewegungsunreinheit טומאת היסט nur gilt, wenn sie bewegt werden. (Vgl. hierzu Levit. 15, 4—13; 20—23 (24); 26—27; 13, 2; Kelim I, 3; Sabim II, 4 und V, 1—8; Maim. הל׳ מטמאי משכב ומושב פ״א א׳; פ״ח ב׳). Näheres s. Vorbemerk, zu Kelim § 29—342).\nMit geringen Abschweifungen bespricht unser Traktat nur die Vorschriften für den Samenflüssigen und die drei anderen ihm gleichrangigen Unreinen.\nDer erste Perek behandelt die Zahl, Ausdehnung und Zeit der Wahrnehmungen von Samenfluß, durch die der Leidende den Charakter des Samenflüssigen erhält (1, 3—6). Dazwischen wird der Einfluß des Samenergusses während der sieben Reinheitstage nach Aufhören des Flusses erörtert (2). — Der zweite Perek lehrt, wer alles Samenflüssiger werden kann und in welchen Fällen der Ausfluß nicht als Samenfluß gilt (1—3). Im Anschluß an die Bestimmung, daß man nach einem Samenerguß 24 Stunden lang nicht Samenflüssiger werden kann, sind dann andere Fälle angeführt, bei welchen der Zeitraum von 24 Stunden von Bedeutung ist (3). In der letzten Mischna wird dann gelehrt, in welcher Weise der Samenflüssige auf Sitz, Lager und Menschen Unreinheit überträgt (4). Das Thema wird dann im dritten Perek genauer behandelt, insbesondere, wie ein bisher Reiner dadurch unrein wird, daß er gemeinsam mit einem Samenflüssigen auf einem leicht beweglichen Gegenstand, z. B. einem Boote, einem Baume, einem Brette, sich befindet, oder mit ihm gemeinsam einen Gegenstand bewegt. Auch die erste Mischna des vierten Perek setzt das Thema fort. Dann werden Fälle behandelt, in denen der Samenflüssige nur mittelbar Speisen bewegt (1—3). Die nächsten Mischnajot lehren, wann der Samenflüssige mehrere Gegenstände, auf denen er ruht, verunreinigt (4, 5, 7). Auch wird der Unterschied der Unreinheitsübertragung auf Geräte und auf Lebensmittel gelehrt (6). Nebenbei erfahren wir auch Unterschiede zwischen Samenflüssigen und Toten hinsichtlich der Uebertragung der Unreinheit (6).\nEine genauere Ausführung, wie die Unreinheit des Samenflüssigen auf Lebensmittel, die verschiedenen Arten von Geräten und Menschen übertragen wird, bietet der fünfte Perek (1—6, 8); er lehrt auch die Verbreitung der Unreinheit durch körperliche Ausscheidungen (7). — Im Anschluß an die Art der Unreinheitsübertragung beim Samenflüssigen wird gesagt, wie andere Unreinheiten weiter wirken (8—11). Die letzte Mischna zählt Menchen und Gegenstände auf, deren Berührung Priesterhebe zwar nicht unrein, aber untauglich macht.\n"
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+ "Hat jemand eine Wahrnehmung von Samenfluss. Tosefta Sab. II unterscheidet zwischen Samenfluss זוב und Samenerguss שכבת זרע (= קרי): Samenfluss kommt aus totem, schlaffem Glied und ist hell wie das Weiße eines bereits angebrüteten Eies; Samenerguss kommt aus lebendigem (erregtem) Glied und ist gebunden wie das Weiße eines noch nicht angebrüteten Eies. S. a. die Einleitung.",
+ "tag abwarten muss. Hatte eine Frau innerhalb der 11 Tage nach der Menstruationswoche (s. hierzu Einleitung zu Nidda) an einem Tage Blut wahrgenommen, so muss sie sich am nächsten Tag beobachten, ob sie nicht wieder Blut wahrnimmt. (Vgl. Nid. X, 8.) Auch wenn sie an diesem Tage keine Wahrnehmung macht, so verunreinigt sie doch nach rabbinischer Vorschrift an diesem Tage Lager und Sitz. — Nach Nid. 72 b gilt nach Bet Schammai für den Samenflüssigen bei einer Wahrnehmung nicht die Bestimmung dieser Frau selbst, sondern die des Mannes, der ihr an diesem Tage beiwohnte. Hinsichtlich seines Lagers und Sitzes muss man abwarten; findet im Laufe des Tages eine neue Wahrnehmung statt, so sind sie bereits unrein gewesen, sonst sind sie rein. Falls eine neue Wahrnehmung stattfindet, verunreinigt auch der erste Ausfluss den, der ihn trägt.",
+ "der am Samenerguss. Tosefta Sab. II unterscheidet zwischen Samenfluss זוב und Samenerguss שכבת זרע (= קרי): Samenfluss kommt aus totem, schlaffem Glied und ist hell wie das Weiße eines bereits angebrüteten Eies; Samenerguss kommt aus lebendigem (erregtem) Glied und ist gebunden wie das Weiße eines noch nicht angebrüteten Eies. S. a. die Einleitung.",
+ "leidet. Sein Sitz und Lager sind rein; der Ausfluss selbst verunreinigt nicht den Träger.",
+ "hatte er unterbrochen. Er hatte keine Wahrnehmung.",
+ "aber am dritten hatte er zwei Wahrnehmungen. Der Samenflüssige wird durch drei Wahrnehmungen unrein, auch wenn sie alle am selben Tage stattfanden.",
+ "oder eine in der Ausdehnung von zweien. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "er gilt als eigentlicher Samenflüssiger. Er hat auch das (Levit. 15, 14) vorgeschriebene Taubenopfer zu bringen, das nur nach dreimaliger Wahrnehmung des Flusses gebracht wird. — Nid. 43 b wird aus den drei Ausdrücken את זובו, רד בשרו׳ בזובו (Levit. 15, 3) abgeleitet, dass man durch drei Wahrnehmungen ein eigentlicher Samenflüssiger wird, der auch das Opfer zu bringen hat. Aus dem Ausdruck מזובו wird abgeleitet, dass man durch zwei Wahrnehmungen zum Teil als Flüssiger gilt und Lager und Sitz verunreinigt und erst nach 7 reinen Tagen im Quellbad rein wird.",
+ "ist jedoch vom Opfer befreit. Der Tag ohne Wahrnehmung lässt die eine des ersten Tages als erledigt gelten, so dass nur die beiden, bezw. die eine ausgedehnte, des dritten Tages rechnen. Nach nur zweimaliger Wahrnehmung des Flusses wird aber kein Opfer gebracht.",
+ "Elasar ben Jehuda. L. hat לעזר M. אלעזר, ebenso מ״ש, der noch den Zusatz איש ברתותא hat. In der Tosefta I, 5 wird die Ansicht von ל׳ שמען משם ר׳ אלעזר איש ברתותא angeführt. In der Tosefta wird bemerkt, dass die erste, in unserer Mischna anonym angeführte Ansicht über den Streit die R. Akibas ist.",
+ "dass er nicht als eigentlicher Samenflüssiger gilt. Also das Opfer nicht bringt.",
+ "er gilt als eigentlicher Samenflüssiger. Weil er in diesem Falle nach den zwei Wahrnehmungen, bezw. der einen ausgedehnten, sieben reine Tage zählen muss, bevor er sich im Quellbad reinigen kann, lässt der eine freie Tag die Wahrnehmungen nicht als erledigt gelten. Die Wahrnehmung am dritten Tage verbindet sich daher mit den vorhergegangenen. — Wären aber zwei Tage frei, so könnte sich eine Wahrnehmung am vierten Tag nicht mit den früheren verbinden. (So nach der Korrektur und Erklärung R. Elia’s, Wilna zu Tosefta I, 6—7.) S. a. מ״א",
+ "Aber Bet Hillel sagen. Auch in diesem Falle gilt der freie Tag als Unterbrechung."
+ ],
+ [
+ "Wenn jemand am dritten Tage der Zählung. Der Zählung der 7 reinen Tage nach Aufhören des Flusses.",
+ "seines Samenflusses. Tosefta Sab. II unterscheidet zwischen Samenfluss זוב und Samenerguss שכבת זרע (= קרי): Samenfluss kommt aus totem, schlaffem Glied und ist hell wie das Weiße eines bereits angebrüteten Eies; Samenerguss kommt aus lebendigem (erregtem) Glied und ist gebunden wie das Weiße eines noch nicht angebrüteten Eies. S. a. die Einleitung.",
+ "er hebt die beiden vorangegangenen Tage auf. Dass er seinen Tag aufhebt, d. h. dass der Tag des Samenergusses nicht mit zu den sieben reinen Tagen gerechnet werden darf, wird Nid. 22a aus dem Schriftverse abgeleitet. Bet Schammai fürchten bis zum dritten Tag der 7 reinen Tage, dass in dem Samenerguss auch Fluss sein könnte. (Rasch.) — Nach Bet Schammai muss man also nach Ablauf dieses dritten Tages noch 7 reine Tage zählen, um sich im Quellbad zu reinigen.",
+ "er hebt nur seinen. Nur dieser Tag wird abgerechnet; nach seinem Ablauf braucht man nur noch 5 reine Tage zu zählen.",
+ "R. Ismael sagt: Wer am zweiten (Tag. Der 7 reinen Tage Samenerguss wahrnimmt.",
+ "hebt den vorangegangenen. Den ersten der 7 reinen Tage. — Nach R. Ismaels Ansicht ist hierüber kein Streit zwischen Bet Schammai und Bet Hillel. (Rosch.) Am zweiten Tag befürchten auch Bet Hillel, es könnte im Samenerguss auch Fluss sein.",
+ "Akiba. R. Akiba und R. Ismael streiten wohl über die Auffassung des nicht genannten ersten Lehrers hinsichtlich des Samenergusses am zweiten der 7 reinen Tage. (תוספות חדשים).",
+ "und sie. Bet Schammai. Am vierten fürchten auch sie nicht, dass im Samenerguss noch Fluss sein könnte. — Dieser Satz ist vielleicht die Fortsetzung der Worte R. Akibas, der erklären will, weshalb der erste Lehrer gerade vom dritten Tag spricht. Der Grund ist nicht, weil Bet Hillel etwa am zweiten Tag nicht streiten, sondern weil Bet Schammai am vierten nicht streiten. (תוספות חדשים).",
+ "hat er die vorangegangenen aufgehoben. Denn die 7 reinen Tage dürfen nicht vom Samenfluss unterbrochen sein. Nid. 33 b. ביניהן לטהרתו… שלא תהא טומאת זיבה מפסקת"
+ ],
+ [
+ "so ist er ein eigentlicher Samenflüssiger. Er hat auch das Opfer zu bringen, das nach zwei einfachen Wahrnehmungen nicht gebracht wird. — Die Mischna lehrt, dass es gleich ist, ob die 3 Wahrnehmungen am selben Tage oder an zwei oder drei ununterbrochen aufeinander folgenden stattfanden. — Dass Wahrnehmungen in der Nacht die gleiche Bedeutung haben, wird hervorgehoben, weil der Schriftausdruck רבים ימים (Levit. 15, 25), der bei der am Blutfluß Leidenden steht, die irrtümliche Auffassung veranlassen könnte, dass ihre und des Samenflüssigen Wahrnehmungen nur am Tage Folge hätten. (S. Nid. 73a und Raschi das. und מ״א zu unserer Mischna.)"
+ ],
+ [
+ "Hatte er eine Wahrnehmung und unterbrach so lange wie ein Bad und Abtrocknen. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "und hatte dann. War die Unterbrechung kürzer, so gelten die Wahrnehmungen vor und nach ihr als eine, falls sie nicht zusammen so lang wie ein Bad und Abtrockenen (Dauer eines Weges von 50 Schritt) dauerten. — Als eine Wahrnehmung gilt auch die kürzeste.",
+ "zwei Wahrnehmungen oder eine in der Ausdehnung von zweien. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "oder er hatte zwei Wahrnehmungen oder eine in der Ausdehnung von zweien. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "und unterbrach so lange wie ein Bad und Abtrocknen. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "so ist er ein eigentlicher Samenflüssiger. Eine genügend ausgedehnte Wahrnehmung gilt als doppelt, ob ihr eine andere vorangegangen ist oder folgt. — Zwei ganz kurze Wahrnehmungen gelten nur dann als zwei, wenn man in der zwischen ihnen liegenden Zeit baden und sich abtrocknen könnte."
+ ],
+ [
+ "von Gad Jawan. Eine Oertlichkeit bei Jerusalem in der Nähe der Siloaquelle oder ihres Abflusses.",
+ "wie zweimal Baden und zweimal Abtrocknen. Das ist die Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 100 Ellen geht. Rosch. Vgl. Anm. 6. — Diese Mischna lehrt, dass alle 3 Wahrnehmungen ohne Unterbrechungen stattfinden können.",
+ "so ist er ein eigentlicher Samenflüssiger. Eine genügend ausgedehnte Wahrnehmung gilt als doppelt, ob ihr eine andere vorangegangen ist oder folgt. — Zwei ganz kurze Wahrnehmungen gelten nur dann als zwei, wenn man in der zwischen ihnen liegenden Zeit baden und sich abtrocknen könnte.",
+ "Hatte er eine Wahrnehmung in der Ausdehnung von zweien. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "wie von dreien ist. Im Gegensatz zum ungenannten ersten Lehrer meint R. Jose, dass eine Wahrnehmung in der Ausdehnung von dreien wohl als 3 Wahrnehmungen gilt, aber die in der Ausdehnung von zweien gilt nur als eine, wenn ihr keine andere vorangegangen ist oder folgt. (Maim.)."
+ ],
+ [
+ "Hatte er heute eine Wahrnehmung und eine. Auch wenn sie nicht die Ausdehnung von zweien hat.",
+ "wenn es sicher ist, dass ein Teil der Wahrnehmung (noch) von heute ist und ein Teil zu morgen (gehört. Tatsächlich kann es nie sicher sein, da der Augenblick nicht festzustellen ist. Die Mischna spricht nur theoretisch davon, dass es möglich wäre. Vgl. Rosch. — Wenn eine Wahrnehmung noch vor Beginn der Nacht und nachher wäre, also zwei Tagen angehörte, gilt sie immer wie zwei Wahrnehmungen. Maim. nach Tosefta I, 13. Dies gibt auch R. Jose zu.",
+ "so ist es sicher hinsichtlich des Opfers und der Unreinheit. Dass er als eigentlicher Samenflüssiger, der drei Wahrnehmungen hatte, das Opfer zu bringen hat, 7 reine Tage zählen muss und sich dann nur im Quellbad reinigen kann. S. o. Anm. 7",
+ "Wenn es ein Zweifel ist, ob ein Teil der Wahrnehmung (noch) von heute ist und ein Teil zu morgen (gehörte. So dass vielleicht nur zwei Wahrnehmungen gerechnet werden.",
+ "so ist es sicher hinsichtlich der Unreinheit. Da er zumindest zwei Wahrnehmungen hatte. S. o. Anm. 7.",
+ "und zweifelhaft hinsichtlich des Opfers. Da vielleicht 3 Wahrnehmungen zu rechnen sind, muss er die beiden Tauben als Sünd-, bezw. Emporopfer bringen. Da es aber vielleicht nur zwei Wahrnehmungen sind, darf auch das Sündopfer nicht gegessen werden.",
+ "so ist ein Zweifel hinsichtlich der Unreinheit und des Opfers. Vielleicht gehörte die erste Wahrnehmung zwei Tagen an und die zweite ganz oder zum Teil zum dritten, oder die erste noch ganz zum ersten Tage und die zweite zum zweiten und dritten Tage; dann hätte er an drei aufeinander folgenden Tagen Wahrnehmungen gehabt und müsste auch das Opfer bringen. Vielleicht gehörten aber beide Wahrnehmungen demselben Tage oder zwei aufeinander folgenden an; dann wäre er ein Samenflüssiger mit zwei Wahrnehmungen, würde also Lager und Sitz verunreinigen, aber nicht zum Opfer verpflichtet sein. Vielleicht gehört aber die erste Wahrnehmung noch ganz dem ersten Tage an, die zweite bereits ganz dem dritten, so dass ein Tag zwischen ihnen unterbrach; dann würde er (nach Bet Hillel) nur wie einer, der am Samenerguss leidet, verunreinigen. Vgl. Mischna 1 und Anm. 3.",
+ "so ist ein Zweifel hinsichtlich der Unreinheit. Ob eine oder zwei Wahrnehmungen zu rechnen sind, ob er also Lager und Bett verunreinigt oder nur so, wie jemand, der am Samenerguss leidet. S. Anm. 3."
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+ "auch Proselyten und Sklaven. Obwohl der Schriftvers (Lev. 15, 2) von בני ישראל spricht, gelten die Vorschriften auch für Proselyten und Sklaven. Vgl. Torat. Kohanim Mezora Sabim Par. 1 מנין לרבות את הגרים ואת העבדים ת״ל ואמרת אליהם.",
+ "ein Taubstummer. Die Mischna will betonen, dass auch bei ihnen die besondere Lager- und Sitzunreinheit gilt, obwohl sie nicht zur Einhaltung der Gesetze verpflichtet sind. Im Torat Kohanim a. a. O. wird die Fähigkeit des Unmündigen zur Unreinheit des Flusses aus dem Schriftverse abgeleitet: aus איש איש od. זכר בין גדול בן קטן.",
+ "ein Irrsinniger. Die Mischna will betonen, dass auch bei ihnen die besondere Lager- und Sitzunreinheit gilt, obwohl sie nicht zur Einhaltung der Gesetze verpflichtet sind. Im Torat Kohanim a. a. O. wird die Fähigkeit des Unmündigen zur Unreinheit des Flusses aus dem Schriftverse abgeleitet: aus איש איש od. זכר בין גדול בן קטן.",
+ "ein Unmündiger. Die Mischna will betonen, dass auch bei ihnen die besondere Lager- und Sitzunreinheit gilt, obwohl sie nicht zur Einhaltung der Gesetze verpflichtet sind. Im Torat Kohanim a. a. O. wird die Fähigkeit des Unmündigen zur Unreinheit des Flusses aus dem Schriftverse abgeleitet: aus איש איש od. זכר בין גדול בן קטן.",
+ "Verschnittener. Wörtlich: durch die Sonne, d. h. von Natur Verschnittener. Vgl. Jebam. VIII, 4. S. a. Preuß, Bibi. u. Talmud. Medizin, S. 259.",
+ "Einem Unbestimmten. Vgl. Nid. III, 5.",
+ "und einem Zwitter. Vgl. Nid. III, 5.",
+ "Sie werden unrein bei Blut wie eine Frau. Die am Blutfluß leidet. Nur 5 Blutarten verunreinigen sie. S. Nid. II, 6 f.",
+ "bei weißem Fluss. Samenfluss.",
+ "und ihre Unreinheit ist zweifelhafter. Bei nur weißem oder nur rotem Fluss ist zweifelhaft, ob das von ihnen Berührte unrein wird. Von ihnen berührte Priesterhebe darf nicht gegessen und nicht verbrannt werden. — Hatten sie weißen und roten Fluss, so wird die von ihnen berührte Hebe verbrannt."
+ ],
+ [
+ " Ein Teil der Mischna findet sich bereits Nasir IX, 3.",
+ "Nach sieben Hinsichten untersucht man den Samenflüssigen. Der Samenfluss gilt nur dann als eigentlicher Samenfluss, wenn er ohne erkennbaren äußeren Anlass sich einstellt; vgl. Torat Koh. a. a. O. מבשרו טמא ולא מחמת ד״א. — Wenn jemand eine Wahrnehmung hatte, untersucht man, ob ihr einer der sieben hier genannten Anlässe vorangegangen ist. In diesem Falle gilt der Betreffende nur als am Samenerguss Leidender בעל קרי, ist nur einen Tag unrein und verunreinigt nur durch Berührung. — Stellt sich aber heraus, dass der Mann die zweite Wahrnehmung ohne äußeren Anlass hatte, so gilt er als Samenflüssiger, trotzdem die erste Wahrnehmung möglicherweise durch einen äußeren Anlass sich einstellte.",
+ "des Samenflusses verpflichtet. So lange er noch nicht zwei Wahrnehmungen hatte, deren zweite zumindest keinen äußeren Anlass hatte. S. a. Anm. 25—28.",
+ "Anblick. Einer Frau oder Denken an sie.",
+ "Wenn. Bis hierher ist die Mischna in Nasir IX, 3 angeführt. Es ist wohl die alte Mischna. — Hier beginnt dann die Erklärung zur alten Mischna. Es ist auffällig, dass das später genannte הרהור vor den früheren מאכל ומשתה erklärt wird. Vielleicht ist der erste Zusatz älter als R. Akibas. Vielleicht sind מאכל ומשתה nur deswegen später behandelt, weil hier eine längere Diskussion wiedergegeben wird.",
+ "auch wenn er irgend. Auch wenn die Speisen oder die Getränke die Samenbildung nicht verstärken, während nach Ansicht der hier nicht genannten Weisen nur solche Speisen und Getränke zur Untersuchung verwendet werden können. — Tosefta II, 5 wird die Ansicht der Weisen von R. Elieser ben Pinchas im Namen des R. Jehuda ben Betera vertreten.",
+ "gute oder schlechte aß oder irgend. Auch wenn die Speisen oder die Getränke die Samenbildung nicht verstärken, während nach Ansicht der hier nicht genannten Weisen nur solche Speisen und Getränke zur Untersuchung verwendet werden können. — Tosefta II, 5 wird die Ansicht der Weisen von R. Elieser ben Pinchas im Namen des R. Jehuda ben Betera vertreten.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen, die mit R. Akiba streiten; vgl. die vorige Anm.",
+ "Dann gäbe es keine Samenflüssige. Fast immer wird man vor dem Samenfluss irgend etwas gegessen oder getrunken haben, so dass man sagen kann, der Fluss sei hierdurch veranlasst.",
+ "Ihr seid nicht verantwortlich für Samenflüssige. Es schadet euch doch nicht, wenn man niemals Samenfluss feststellen kann.",
+ "Ist er. Hier beginnt wieder die Mischna, wie sie Nasir XI, 3 angeführt wird.",
+ "des Samenflusses verpflichtet. Hatte er bereits zwei Wahrnehmungen und zumindest die zweite ohne äußeren Anlass.",
+ "so untersucht man ihn nicht. Denn nach der dritten Wahrnehmung ist er dann zum Opfer verpflichtet, auch wenn sie die Folge eines äußeren Anlasses war.",
+ "Sein. Des Mannes, der bereits zwei Wahrnehmungen hatte.",
+ "sein Zweifel. Wenn es ein Zweifel ist, ob der Samenfluss, dessen Spur sich am Kleid findet, vielleicht nur Folge eines auch stattgefundenen Samenergusses war. Vgl. Nasir 66a und Tos. das. s. v. אמר רבא.",
+ "und Samenerguss. Der zweifellose Samenerguss. S .a. die nächste Anmerkung und תוי״ט zu Nasir IX, 4. Bart. erklärt ספקו ושכבת זרעו als ein Glied wie ספק שכבת זרעו. S. a. רש״ש zu Nasir 66 a.",
+ "sind unrein. D. h. verunreinigen nicht nur durch Berührung wie der Samenerguss eines bisher Reinen, sondern auch den, der sie trägt. Vgl. Nasir 66 a. — Dass der Samenerguss des Samenflüssigen sowie sein Auswurf den Träger verunreinigt, lehrt bereits Kelim I, 3 מעלה מהן זובו של … זב ושכבת זרעו ומימי רגליו שהן מטמאין במגע ובמשא. Unsere Mischna hebt es vielleicht deshalb hervor, weil manche Tannaim meinen, dass gerade der Samenerguss den Träger nicht verunreinigt. Vgl. Nasir 66 a. — Dort werden allerdings nur Ansichten angeführt, dass der Samenerguss am Tage der Wahrnehmung des Flusses oder bis 24 Stunden nachher den Träger verunreinigt, während er nach Kelim I, 3 auch später verunreinigt. S. a. מ״א. Maim. הל׳ משכב ומושב פ״א הל׳ י״ב unterscheidet nicht hinsichtlich des Zeitpunktes.",
+ "denn es liegt ein Anhalt. Dass Unreinheit des Samenflüssigen vorliegt, da bereits zwei Wahrnehmungen vorausgegangen sind. — Nach ר״ש bezieht sich diese Begründung nur auf ספקו und auch nicht hinsichtlich der Verunreinigung des Trägers durch den Fluss, sondern hinsichtlich der Folge der Wahrnehmung für den Samenflüssigen. Da der Samenerguss in den 7 reinen Tagen nach Aufhören des Flusses nur einen Tag, aber eine Wahrnehmung des Flusses alle bisher gezählten aufhebt (vgl. I, 2 u. Nid. 22 c), der Fluss infolge des Ergusses aber nicht als Fluss gilt, wird hervorgehoben, dass hier im Zweifelsfalle die Wahrnehmung als Fluss betrachtet wird. — Bis zu den Worten רגלים לדבר findet sich unsere Mischna auch in Nasir IX.",
+ "so untersucht man ihn. Um festzustellen, ob sie Folge eines äußeren Anlasses war. In diesem Falle würde sie nicht mit zwei ohne äußeren Anlass folgenden zusammengerechnet werden, um ihn zum Opfer zu verpflichten. Hinsichtlich der Unreinheit ist die Untersuchung nicht nötig. Denn auch die durch einen Anlass hervorgerufene erste Untersuchung vereinigt sich mit der ohne ihn eintretenden zweiten, um den Mann als Samenflüssigen unrein sein zu lassen. Rasch nach Nid. 35 a.",
+ "bei der zweiten untersucht man ihn. Um festzustellen, ob sie mit der ersten Wahrnehmung zusammen ihm die Unreinheit des Samenflüssigen gibt oder mit der dritten ihn zum Opfer verpflichtet.",
+ "bei der dritten untersucht man ihn nicht. Nachdem bereits die zweite Wahrnehmung ohne äußeren Anlass dem Mann die Unreinheit des Samenflüssigen gab, verpflichtet ihn die dritte in jedem Falle, auch wenn sie Folge eines Anlasses wäre, zum Opfer. Bei der dritten Wahrnehmung des Samenflüssigen wird ebenso wenig wie bei allen der Blutflüssigen zwischen veranlassten und nicht veranlassten unterschieden. Nid. 35 a. — Diese Ansicht des nicht genannten Lehrers entspricht den vorher gemachten Bemerkungen עד שלא נזקק לזיבה und משנזקק לזיבה",
+ "Auch bei der dritten untersucht man ihn wegen des Opfers. R. Elieser streitet gegen die bisherige Annahme, dass das Opfer auch bei der auf äußeren Anlass zurückgehenden dritten Wahrnehmungen zu bringen ist. Er meint deshalb, man muss auch bei der dritten Wahrnehmung nach etwaiger Veranlassung forschen. Der Vergleich mit dem Blutflusse der Frau, der auch bei äußerem Anlass verunreinigt, gilt nur für die vierte Wahrnehmung. Diese hat für das Opfer keine Bedeutung, da zu ihm die dritte schon verpflichtet hat. Es handelt sich um eine Wahrnehmung während der 7 reinen Tage. Sie hebt die bereits gezählten Tage in jedem Falle auf, auch wenn sie auf äußeren Anlass zurückgeht. Vgl. Nasir 65 b u. Nid. 35 a. — M. und andere La haben אלעזר."
+ ],
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+ "Wer einen Samenerguss wahrnimmt, kann Samenflusses wegen 24 Stunden lang nicht. Es handelt sich um die zweite Wahrnehmung, die sonst die Unreinheit des Flusses veranlasst. — Hier ist aber anzunehmen, dass der Fluss nur infolge des Ergusses, also eines äußeren Anlasses, eintrat. — Nach Ansicht des ersten, nichtgenannten Lehrern ist das bis 24 Stunden nach dem Samenerguss anzunehmen.",
+ "am selben Tage. Nur bis zum Abend.",
+ "kann sofort Samenflusses wegen unrein werden. Obwohl er noch als Nichtjude innerhalb der 24 letzten Stunden, bezw. am selben Tage Samenerguss gehabt hatte; s. Rosch u. Bart. — Nach R. Sa’adja in מ״ש meint die Mischna, dass er innerhalb der 24 Stunden. nachdem er noch als Nichtjude Samenerguss gehabt hatte, zweimal Samenfluss wahrnahm. Da der Samenerguss vor seinem Übertritt nicht gerechnet wird, gelten die Wahrnehmungen nicht als Folge des Samenergusses.",
+ "Bei. Wegen der Zeitspanne מעת לעת sind die folgenden Fälle angeführt, in denen sie auch von Bedeutung ist.",
+ "die Blut wahrnimmt. Und 24 Stunden rückwirkend als Menstruierende Heiliges verunreinigt. Vgl. Nid. I, 1.",
+ "und bei der die in Kindesnöten ist. Die innerhalb der 11 Tage nach der Menstruation während dreier Tage Blutungen hatte, dann aber 24 Stunden pausierte und dann gebar, dürfen wegen dieser Pause die Blutungen nicht als von den Wehen veranlasst betrachtet werden. Die Frau gilt deshalb als Gebärerin, die am Blutfluß leidet. Vgl. Nid. IV, 4. — Unsere Mischna hier folgt den dort von R. Elieser vertretenen Ansicht.",
+ "einen oder zwei Tage. Exod. 21, 21 אך אם יום או יומים יעמוד. S. Mechilta z. St. יום שהוא כיומים ויומים שהן כיום הא כיצד מעת לעת.",
+ "(lebt), gilt die Zeit von 24 Stunden. Wenn der Sklave noch 24 Stunden lebt, wird der Herr nicht getötet.",
+ "Wenn ein Hund Fleisch vom Leichnam gefressen, so gilt dieses während dreier Tage zu 24 Stunden wie in seinem ursprünglichen Zustand. Wenn das Fleisch innerhalb von 72 Stunden, nachdem es gefressen war, im Körper des Hundes gefunden wird, gilt es noch nicht als verdaut und verunreinigt als Fleisch eines Toten. S. a. Ohal. XI, 2. — Rasch u. Bart. lesen כברייתו (שיהא) והוא. Danach würde das Fleisch auch innerhalb der 72 Stunden nur dann verunreinigen, wenn es sich nicht verändert hat."
+ ],
+ [
+ "Der Samenflüssige verunreinigt das Lager. Levit. 15, 4. — Ebenso wie für den Samenflüssigen gilt diese Bestimmung für die am Blutfluß Leidende זבה (Levit. 15, 26), die Menstruierende נדה(15, 20,) die Gebärerin (vgl. 13, 2 u. 5). Betreffs des Aussätzigen מצורע od. מצורעת vgl. Sifra Mezora Par. 2 zu Levit. 14, 8 וכבס המטהר את בגדיו מלטמא משכב ומושב u. Tos. z. Jom. 6 b s. v. שמטמא. — Ebenso wie das Lager werden Sitz und Sattel verunreinigt; vgl. Levit. 15, 4 u. 9. Die gemeinsame Bezeichnung für Unreinheit des Lagers, Sitzes und Sattels ist die Unreinheit des Niederdrückens טומאת מדרס (vgl. Kel. XVIII, 6 f). Die Unreinheit wird vom unreinen Menschen auf das zum Lager, Sitz oder Sattel bestimmte Gerät auch ohne Berührung lediglich dadurch übertragen, dass der Unreine von ihm gehalten wird, mögen noch so viele Gegenstände zwischen dem Menschen und dem Gerät liegen. Vgl. hierzu Vorbemerkung zu Kelim, § 29 ff. — Über eine Besonderheit des Sattels s. das. § 33 und weiter Anm. 40.",
+ "dass es einen Menschen verunreinigt. Der durch es gehalten wird oder es berührt.",
+ "Kleider. Ebenso alle Geräte, mit Ausnahme der irdenen, die der durch das Lager oder den Sitz verunreinigte Mensch berührte, während er auf Lager und Sitz ruhte oder sie berührte. — Hinsichtlich des Sattels מרכב besteht die Erleichterung, dass der bisher Reine durch seine Berührung wohl selbst unrein wird, aber die Unreinheit nicht auf Geräte weiter überträgt. Trägt er aber den Sattel, so werden auch Kleider und während des Tragens berührte Geräte unrein, ebenso wie beim Tragen vom Lager und Sitz.",
+ "er steht. Auf ihm.",
+ "sitzt. Auf ihm.",
+ "liegt. Auf ihm.",
+ "hängt. Wenn der Samenflüssige in der einen Waagschale ist, Gegenstände, die als Lager, Sitz oder Sattel gelten können, in der anderen und sie heben durch ihr Übergewicht die Schale des Samenflüssigen. Dann ist es so, als ruhe er auf den Gegenständen, und er gibt ihnen den schweren Grad der Unreinheit. — Wenn aber der Samenflüssige durch seine Schwere die Gegenstände hochzieht, so trägt er sie, und sie haben nur den leichteren Grad der Unreinheit ראשון לטומאה, als hätte er sie berührt. Maim. הל׳ מטמאי משכב ומושב פ״ח הל׳ ו׳. S. a. weiter IV, 6 u. Sabb. 83 a Tos. s. v. הזב.",
+ "stützt sich. Auf ihm.",
+ "Und das Lager. Das durch den Samenflüssigen verunreinigt war. S. a. Anm. 38.",
+ "Kleider verunreinigt. Ebenso alle Geräte, mit Ausnahme der irdenen, die der durch das Lager oder den Sitz verunreinigte Mensch berührte, während er auf Lager und Sitz ruhte oder sie berührte. — Hinsichtlich des Sattels מרכב besteht die Erleichterung, dass der bisher Reine durch seine Berührung wohl selbst unrein wird, aber die Unreinheit nicht auf Geräte weiter überträgt. Trägt er aber den Sattel, so werden auch Kleider und während des Tragens berührte Geräte unrein, ebenso wie beim Tragen vom Lager und Sitz.",
+ "hängt. Wenn die zum Lager oder Sitz bestimmten Gegenstände, die durch den Samenflüssigen verunreinigt sind, in der einen Waagschale sind, ein bisher Reiner in der anderen, und die Waagschale mit den Gegenständen zieht den Menschen durch ihr Übergewicht in die Höhe. — Wenn der Mensch durch seine Schwere die Gegenstände hochzieht, erhält er ebenfalls den schweren Grad der Unreinheit, da er dann die Gegenstände trägt. Vgl. Anm. 45 und Maim. a. a. O.",
+ "stützt sich und durch Berührung und Tragen. Wenn er den zum Lager bestimmten Gegenstand trägt."
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+ "Wenn der Samenflüssige und der Reine auf einem Schiff. Auf einem kleinen Schiff, das durch die Bewegung eines Insassen ins Schaukeln kommt. Vgl. Mischna 3. Dasselbe gilt für das Floß und den Rücken des Tieres.",
+ "oder einem Flo. So Aruch. Nach Krauß, Lehnw. = esseda Wagen.",
+ "so sind sie. Die Kleider beider, auch des bisher Reinen; vgl. II, 4. Der bisher Reine selbst wird ebenfalls unrein, aber nicht מדרס, sondern היסט; s. v. Anm. 5.",
+ "midras. S. Abschnitt II, Anm. 38.",
+ "-unrein. Wenn der Reine vermittels des Schiffes, des Floßes oder des Tierrückens den Samenflüssigen bewegt, so ist es ebenso, als ob er ihn trägt. Er wird unrein schweren Grades אב הטומאה und durch ihn seine Kleider in leichterem Grade ראשון. Wenn der Samenflüssige den Reinen mit seinen Kleidern bewegt, so werden Mensch und Kleider unrein leichteren Grades. — Diese Verunreinigung durch Bewegung heißt טומאת היסט. Vgl. weiter V. 1 und Maim. הל׳ משכב ומושב פ״ח הל׳ ב׳]. — Hätte der Samenflüssige sich auf die Kleider des Reinen gesetzt, so würden sie als Sitz unrein schweren Grades טומאת מדרס Vgl. Ohal. I, 5. Aber auch wenn es nicht der Fall ist, aber die schweren Kleider des bisher Reinen hätten den Ausschlag gegeben, dass der Reine durch sein Übergewicht den Samenflüssigen bewegte, so ist es (nach Ansicht von Rosch zu IV, 1), als hätte der Samenflüssige auf ihnen geruht. Die Kleider wären dann unrein schweren Grades als Unterlage des Samenflüssigen מדרס הזב vgl. II, 4. — Maim. scheint dies mit Rücksicht auf IV, 7 nicht annehmen zu wollen. הל׳ משכב ומושב פ״ט הל׳ ד׳ sagt er nur שמא דרס weil vielleicht der Samenflüssige auf die Kleider getreten hat.",
+ "dem Querbalken. גשיש nach Maim. ein Holz, das man unter das Bett legt, wohl um es gegen die Feuchtigkeit des Erdbodens zu schützen. Nach dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar heißen die beiden Bretter, de das Brett zusammenhalten גשישים",
+ "auf einer Stange. אכלונס = כלונס (so in dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar) lange Stange. Vielleicht vom lat. columna.",
+ "wenn sie. Wenn die beiden Menschen",
+ "schaukelten. Hif. √חגר hin und her schaukeln, von חִגֵּר, wie ein Lahmer beim Gehen schwankt. Die Bedingung des Schaukelns bezieht sich auf alle in der Mischna angeführten Fälle.",
+ "waren sie auf einen schwachen Baum. Dessen Stamm nicht so dick ist, dass der Querschnitt die Grundfläche eines Viertel Kab umschreiben kann. Nach Bab. m. 105 b.",
+ "auf den schwachen Zweig. Der so dünn ist, dass man ihn mit der Hand umspannen kann; so Raschi Bab. m. 105b; s. a. Tos. das. s. v. כל Nach Maim. הל׳ משכב ומושב פ״ח הל׳ ז׳; den man mit der Hand herabbiegen kann.",
+ "auf eine ägyptische Leiter. Eine keine Leiter mit nur 4 Sprossen; s. Bab. b. 59 a.",
+ "wenn sie nicht mit einem Nagel festgeschlagen. An eine Wand.",
+ "auf das Brückenbrett. Nach dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar: Ein Brett, das man vom Festland auf das Schiff zum Ein- und Aussteigen legt, wie Sabb. VI, 8. Da sich die Bemerkung בזמן שאין עשוין בטיט wohl auch auf כבש bezieht, ist es wohl eine schräg aufsteigende Rampe, die zuweilen fest an ein Gebäude angebaut wird. S. Rosch.",
+ "auf die Tür. Nach א״ר: Falltür, die auf dem Boden, des oberen Stockwerkes liegt, durch die man in das untere hinabsteigt.",
+ "wenn sie nicht mit Lehm eingemauert. So dass sie sich unter der Last der Menschen bewegen.",
+ "so sind sie unrein. Vgl. Anm. 5. Nach der dort angeführten Ansicht, dass die Kleider des Reinen, die den Ausschlag geben, dass der Reine den Samenflüssigen bewegt, als dessen Unterlage gelten und midras-unrein sind, trifft dies auch in allen Fällen der Mischna zu. Das Wort מדרס wäre zu ergänzen. — Wenn aber der Midras-Charakter der Kleider des Reinen in den drei ersten Fällen der Mischna nur auf der Befürchtung beruht, bei dem längeren Nebeneinandersitzen könnte der Samenflüssige vielleicht doch einmal auf den Kleidern des Reinen gesessen oder auf sie getreten haben, dann ist in den übrigen Fällen der Mischna von Midras-Unreinheit keine Rede, weil hier die beiden Menschen nur kurz neben einander saßen oder standen. Es handelt sich hier nur um Übertragung der Unreinheit durch Bewegung טומאת היסט. Der Reine und seine Kleider werden also nur unrein leichteren Grades. S. מ״א.",
+ "für rein. Nach R. Elia aus Wilna (in seinen der Wilnaer Talmudausgabe beigedruckten Bemerkungen) erklärt R. Jehuda den bisher Reinen nur in den drei letzten Fällen für rein. R. Jehuda meint wohl, dass Brückenbrett, Balken und Tür durch das Betreten nicht wesentlich bewegt werden."
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+ "Wenn sie. Der Samenflüssige und der Reine.",
+ " So ist der bisher Reine unrein. Nach Rosch handelt es sich um טומאת מדרס; nach Maim. um טומאת היסט S. a. Anm. 5 und 17.",
+ "Aber die Weisen. Die vorher genannte Ansicht ist die eines einzelnen Tanna, wohl die des am Ende der vorigen Mischna erwähnten R. Jehuda. S. a. Anm, 25.",
+ "Nur wenn der eine schließt. Zu schließen, bezw. zu öffnen sucht. Nur dann setzen sie sich gegenseitig in Bewegung.",
+ "und der andere öffnet. Zu schließen, bezw. zu öffnen sucht. Nur dann setzen sie sich gegenseitig in Bewegung.",
+ " Vgl. Anm. 20. — Auch wenn der Unreine den Reinen hochzieht, betrachtet man es so, als ob er auf ihm ruhe, weil er oben, der Reine unten ist (Rosch).",
+ "Nur wenn der Reine den Unreinen hochzieht. Denn nur dann wird der Unreine wirklich durch den Reinen gehalten. — Aber auch, wenn der Unreine zieht, werden der Reine und seine Kleider als Last des Samenflüssigen unrein leichten Grades. (Rosch.)",
+ " Vgl. Anm. 20. — Auch wenn sie den Strick zur selben Seite ziehen, gilt der Reine als den Unreinen ziehend. — Der Autor dieses Satzes ist wohl der vorher genannte R. Jehuda. S. a. Anm. 21.",
+ "Simon erklärt in allen Fällen. Wohl beim Flechten, Weben und beim Mahlen in einer großen Mühle. In all diesen Fällen ist nach Ansicht R. Simons die körperliche Arbeit nicht so schwer, dass man fürchten müsste, bei der Anstrengung des Arbeitens hätte der eine den anderen gezogen.",
+ "wenn sie mit einer Handmühle. Nach Tosefta IV, 2 auch bei einer durch einen Esel getriebenen Mühle.",
+ "mahlen. Weil hier starke körperliche Anstrengung nötig ist. Vgl. Anm. 26.",
+ "falls die Last schwer. Auch wenn die Last schwer ist. So Raschi Nid. 7a, Rasch, Rosch. — Nach Tos. Nid. 7 a bezieht sich וכולן gerade auf die Fälle, dass die Last leicht ist.— Maim. bezieht es auf alle seit Beginn des Abschnittes angeführte Fälle; s. oben.",
+ "Sie alle. Auch wenn die Last schwer ist. So Raschi Nid. 7a, Rasch, Rosch. — Nach Tos. Nid. 7 a bezieht sich וכולן gerade auf die Fälle, dass die Last leicht ist.— Maim. bezieht es auf alle seit Beginn des Abschnittes angeführte Fälle; s. oben.",
+ "sind rein. Da es sich nicht um zweifellose Verunreinigungen handelt.",
+ "für die Gemeindemitglieder. Die darauf achten, auch die nicht heiligen Speisen im reinen Zustand zu genießen. Sie brauchen sich in den angeführten Fällen nicht als unrein zu betrachten; wer aber Priesterhebe oder Speisen noch höheren Heiligkeitsgrades genießt, ist hierzu verpflichtet. Zu בני הכנסת s. a. Bechor. V, 5 u. Tos. Nid. 7 a s. v. וכולן — Maim. liest בית הכנסת und erklärt: sie brauchen in der Synagoge nicht auf den für die Aussätzigen und Samenflüssigen bestimmten Plätzen zu stehen."
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+ "auf dem Querbalken. גשיש nach Maim. ein Holz, das man unter das Bett legt, wohl um es gegen die Feuchtigkeit des Erdbodens zu schützen. Nach dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar heißen die beiden Bretter, de das Brett zusammenhalten גשישים",
+ "auf einer Stange. אכלונס = כלונס (so in dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar) lange Stange. Vielleicht vom lat. columna.",
+ "wenn sie. Wenn die beiden Menschen",
+ "waren sie auf einen starken Baum. Dicker, als in Anm. 10 u. 11 angegeben ist.",
+ "gestiegen auf einen starken. Dicker, als in Anm. 10 u. 11 angegeben ist.",
+ "auf eine tyrische. Die mindestens 4 Sprossen hat und sich infolge ihres Eigengewichtes nicht unter der Last eines Menschen bewegt.",
+ "Leiter oder eine ägyptische. Eine keine Leiter mit nur 4 Sprossen; s. Bab. b. 59 a.",
+ "wenn sie mit einem Nagel festgeschlagen ist. Sich daher nicht unter der Last eines Menschen bewegt.",
+ "auf ein Brückenbrett. Nach dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar: Ein Brett, das man vom Festland auf das Schiff zum Ein- und Aussteigen legt, wie Sabb. VI, 8. Da sich die Bemerkung בזמן שאין עשוין בטיט wohl auch auf כבש bezieht, ist es wohl eine schräg aufsteigende Rampe, die zuweilen fest an ein Gebäude angebaut wird. S. Rosch.",
+ "auf einen Balken und auf eine Tür. Nach א״ר: Falltür, die auf dem Boden, des oberen Stockwerkes liegt, durch die man in das untere hinabsteigt.",
+ "wenn sie mit Lehm eingemauert sind. Sich daher nicht unter der Last eines Menschen bewegt.",
+ "so bleiben sie. Der Reine und seine Kleider.",
+ "Wenn der Reine den Unreinen. Samenflüssigen.",
+ "so bleibt er rein. Von der schweren Unreinheit wird aber mit seinen Kleidern unrein leichteren Grades ראשון לטומאה weil er und die Kleider als vom Samenflüssigen getragen gelten. S. Anm. 5.",
+ "so wird dieser unrein. Unrein schweren Grades.",
+ "so würde der Unreine fallen. Daher gilt er als Träger des Samenflüssigen, und seine Kleider wohl als dessen Unterlage. S. Anm. 5."
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+ "Wenn eine Menstruierende mit einer Reinen auf einem Sofa. Das unter der Last der auf ihm sitzenden Frauen nachgibt.",
+ "das Kopftuch. Auch nach Kel. XXVIII, 5 kann כפה midras-unrein werden. Es ist also wohl ein Tuch, das um den Kopf gebunden wird, das aber auch zum Daraufsitzen verwendet werden kann. — S. a. Ben Jeh., Thes. 2883.",
+ "auf ihrem. Der reinen Frau.",
+ "Kopfe midras-unrein. Vgl. III, 1 und Anm. 5. — Die Kleider der Reinen können durch ihr Übergewicht einmal den Ausschlag geben, dass die Menstruierende bewegt wird, dann werden sie wie das Lager der Menstruierenden betrachtet und werden sämtlich, also auch das Kopftuch, midras-unrein. Nach Maimonides streitet R. Josua gegen die Mischna III, 1. Nach Ansicht der dort nicht ausdrücklich genannten Weisen ist nur bei den eigentlichen Kleidern des reinen Menschen zu befürchten, dass der unreine sich auf sie setzt, nicht aber beim Kopftuch. Vielleicht ist auch nach Maimonides R. Josua der Meinung, dass die Kleider des reinen Menschen midras-unrein werden, wenn sie den Ausschlag für die Bewegung des unreinen geben. Vgl. מ״א.",
+ "die Geräte oben am Mastbaum midras-unrein. Weil sie einmal den Ausschlag für die Bewegung der Menstruierenden geben können. S. a. Anm. 4.",
+ "Nimmt sie. Die Menstruierende.",
+ "so sind sie unrein. Midras-unrein.",
+ "falls ihre Last schwer ist. Weil die Menstruierende dann von den schweren Kleidern nieder gezogen wird. Sie werden dann wie ihre Unterlage betrachtet.",
+ "sind sie rein. Nicht midras-unrein, aber unrein leichten Grades als Last der Menstruierenden.",
+ "Hat ein Samenflüssiger auf einen Balken. כצוצרא wie גזוזטרא.",
+ "so bleibt er rein. Da der Balken sich durch den Schlag nicht wirklich bewegt, ist der Laib nur ganz mittelbar durch den Samenflüssigen herabgeworfen, gilt deshalb nicht als vom Samenflüssigen bewegt."
+ ],
+ [
+ "Hat er auf den Balken. Dachbalken.",
+ "auf den Rahmen. Eines Fensters oder einer Tür.",
+ "mit Stricken befestigt. An der Wand Trotzdem es nur mit Stricken befestigt ist, ist es so fest, dass das herunterfallende Brot nur mittelbar durch den Samenflüssigen zum Fall gebracht wird.",
+ "auf den Ofen, den Kasten (der Mühle. Nach Maim.: Kasten zur Aufnahme des Mehles, der in den Erdboden gebaut ist; s. a. Krauß, Arch. I, 97. Nach Rasch und Rosch ist es der Behälter der Ölpresse. So a. Bab. b. IV, 5.",
+ "den Kegel. אצטרובלא = στρόβιλος. Der Kegel des unteren Mühlsteins (Krauß, Arch. I, 97. S. a. Bab. b. IV, 3.) Vielleicht dient er hier als Bezeichnung des ganzen unteren Mühlsteines. — Nach Rosch gehört איצטרובלא auch zur Handmühle. Er ruht auf dem חמור.",
+ "den Esel. Bezeichnung des hölzernen Untersatzes der Handmühle.",
+ "das Ma. Eigentlich das Hohlmaß „Seah“. Hier ist es der große, zum Teil in den Erdboden eingebaute Behälter, in den das ausgepresste Oel fließt.",
+ "der Oelmühle. Und ein darauf liegender Laib Brot fällt herunter, so bleibt er rein. Vgl. Anm. 11.",
+ "so ist er. Der Laib Brot.",
+ "rein. S. Anm. 11."
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+ [
+ "auf den Riegel. Der Pflock, der in die Schwelle geschoben wird.",
+ "auf das Schloss. Der Querbalken, der vor die Tür gelegt wird. (Krauß, Arch. I, 40.)",
+ "auf den Mühlenkorb. קלת vielleicht κάλαϑος Korb. Nach Maim. zu Bab. b. IV, 3 und Rosch ist קלת eine runde hölzerne Einfassung der Mühle.",
+ "auf einen schwachen Zweig an einem starken Baum. Vgl. III, 1.",
+ "auf eine ägyptische Leiter. Vgl. III, 1.",
+ "auf das Brückenbrett. Der Laib Brot.",
+ "auf den Balken und auf die Tür. הדלת ist hier überflüssig, da die Mischna damit beginnt. Die Wiederholung beruht darauf, dass in III, 1 auf die dort und hier angeführten Gegenstände הדלת folgt (Rosch).",
+ "so sind sie unrein. טמאים steht wohl statt טמא in Angleichung an III, 1. Die in der Mischna angeführten Gegenstände können nicht unrein werden (מ״א). Unrein wird aber das Brot, das auf ihnen lag und durch den Schlag des Samenflüssigen hinabfällt. Weil all die hier angeführten Gegenstände durch den Samenflüssigen wirklich bewegt werden, gilt auch das Brot als von ihm bewegt und wird unrein טומאת היסט. Vgl. hierzu Maim. הל׳ משכב ומושב פ״ט ה״א. — מ״א meint, die Mehrzahl טמאים wolle vielleicht andeuten, dass alle Brotlaibe, die auf den Gegenständen lagen, unrein werden, auch die, die nicht herabfielen.",
+ "den Kasten und den Schrank. Es handelt sich um שידה תיבה ומגדל, die mindestens 40 Sea umfassen, so dass sie selbst nach Kel. XV, 1 nicht unrein werden können. Bei kleinerem Umfang würden sie selbst auch nach R. Nechemjas und R. Simons Ansicht unrein. Der Streit geht auch hier darum, ob die Brote, die auf oder in ihnen lagen, unrein werden. — Diese drei Gegenstände werden deshalb gesondert behandelt, weil bei ihnen R. Nechemja und R. Simon eine andere Ansicht haben. Vgl. Rasch.",
+ "so sind sie unrein. Vgl. die vorige Anm. — טמאים steht hier wohl in Angleichung an die vorangehende Mehrzahl טמאים. S. Anm. 27.",
+ "Simon erklären in diesen Fällen. Bei שידה תיבה ומגדל. Wegen ihrer Größe ist nicht anzunehmen, dass sie durch den Schlag wirklich bewegt werden, so dass die herabfallenden Brote nicht als unmittelbar vom Samenflüssigen herabgeworfen gelten."
+ ],
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+ "Lag ein Samenflüssiger auf fünf Bänken oder auf fünf Säcken. פונדיוח pl. von פונדה = funda, eigentlich Geldbeutel; s. a. Raschi Sabb. 93 a.",
+ "ihrer Länge nach. Sie lagen in gleicher Richtung wie sein Körper.",
+ "so sind sie unrein. Da mit Sicherheit anzunehmen ist, dass der größte Teil seines Körpers auf jeder Bank oder jedem Sack einmal lag.",
+ "Ihrer Breite nach. Wenn der Unreine quer auf ihnen lag.",
+ "so sind sie rein. Sie werden nicht als Lager des Samenflüssigen unrein schweren Grades, da keine Bank oder kein Sack den größten Teil des Körpers trug; s. a. Sabb. 93a. Tos. s. v. לאורכן Doch werden sie unrein leichten Grades durch die Berührung des Samenflüssigen oder seiner Kleider die nach Ohal. I, 5 als sein Lager unrein wurden. מ״א.",
+ "Schlief er. Quer liegend.",
+ "so dass er sich vielleicht auf ihnen umgewendet hat. Und zeitweise mit dem Hauptteil seines Körpers längs auf einer Bank oder einem Sack lag.",
+ "so sind sie unrein. Da der Schlafende in der Regel seine Lage verändert, kann man hier nicht den Grundsatz (Toh. III, 5) anwenden, dass man bei Beurteilung von etwaiger Unreinheit sich nach dem jeweiligen Befund richtet. — Der Schlafende gilt als jemand, der ein Urteil hat, auf Anfrage zu antworten. (So nach der von Rasch zu Toh. III, 6 richtig zitierten Tosefta III, 11 הסומא והישן והמהלך בלילה ספקו טמא מפני שיש בו דעת להשאל). Daher gelten die Bänke oder Säcke, wenn sie sich im Privatbezirk רה״י befinden, als unrein. S. מ״א.",
+ "Lag er auf sechs Stühlen. Die meisten Erklärer lesen wie unsere Ausgaben כסיות, fassen den Ausdruck aber als pl. von כסא. Ed. Vened. hat כסאות, L. כיסאות. Maim. erklärt aber: lederne Geräte zum Sichhinlegen.",
+ "so ist nur der unter seinem Rumpfe unrein. Nur dieser Stuhl gilt als Lager des Samenflüssigen, da er das Hauptgewicht des Körpers trug. Doch auch die anderen werden unrein leichten Grades; vgl. Anm. 35.",
+ "wenn sie von einander entfernt. So dass er die Körperlast sich auf beide Stühle in gleicher Weise verteilen musste. Standen die Stühle dicht nebeneinander, so kann zeitweise die Hauptlast des Körpers auf einem Stuhl geruht haben. Rosch. — Aber nach Ansicht der anderen Weisen werden die Stühle auch dann unrein, wenn die Körperlast sich in gleicher Weise verteilte. Weil kein Stuhl die Hauptlast des Körpers allein tragen konnte, wird immer der andere so betrachtet, als hätte er sie getragen. Nach R. Simon gilt kein Stuhl als Träger, weil keiner allein den Samenflüssigen tragen kann. Wie Sabb. X, 5 streiten die Weisen und R. Simon über den Fall זה אינו יכול וזה אינר יכול. — Nach einer anderen Erklärung kann als Lager des Samenflüssigen nur der Gegenstand unrein werden, der seine Hauptlast trägt שיעור זיבה. S. Rasch u. Rosch zu Mischna 7.",
+ "so sind sie rein. Von der Lagerunreinheit; s. a. Anm. 35."
+ ],
+ [
+ "Lagen zehn. Oder auch mehr. Die Zahl zehn ist nur Beispiel für viel.",
+ "so sind sie alle unrein. Da sie alle Unterlagen des Samenflüssigen waren.",
+ "so sind sie rein. Von der schweren Lagerunreinheit, sind aber als Last des Samenflüssigen unrein leichten Grades טומאת היסט.",
+ "so sind sie unrein. Schweren Grades. Da sie den Samenflüssigen hinaufziehen, gelten sie als seine Unterlage. Vgl. II, 4.",
+ "War es ein einziger Gegenstand. Der durch sein Übergewicht den Samenflüssigen hinaufzog.",
+ "trug. Vgl. Anm. 41."
+ ],
+ [
+ "so sind sie unrein. Leichten Grades als Last des Samenflüssigen. Wenn die Speisen und Getränke das Übergewicht haben, erhalten sie zwar nicht die Lagerunreinheit, die nur auf Geräten ruhen kann, die zum Lager oder Sitz des Menschen geeignet sind, doch gelten sie immerhin als Last des Samenflüssigen, weil sie ohne sein Gegengewicht sofort zur Erde sinken würden. S. Rosch. — S. aber Sabb. 83 a/b, wo es heißt כרעו הן טהורין, was Raschi mit der Mischna V, 2 erklärt כל שהזב נישא עליו טהור (כצ״ל) חוץ מן הראוי למשכב ומושב והאדם, — א״ר korrigiert nach Sabb. 83.",
+ "Aber bei dem Toten. In der einen Waagschale, während in der anderen Lager- und Sitzgeräte oder Speisen und Getränke sind, gleichgültig, welche Waagschale das Übergewicht hat.",
+ "ausgenommen der Mensch. Er wird als Träger der Unreinheit unrein. Wenn er das Übergewicht gegenüber den Toten hat, gilt er als sein Träger. (Rasch, Rosch). — Nach der in Anm. 49 angeführten Erklärung von Rosch müsste der Lebende auch dann als Träger des Toten gelten, wenn dieser das Übergewicht hat, weil der Tote ohne das Gewicht des Lebenden sofort zur Erde sinken würde.",
+ "Dies ist eine Erschwerung bei dem Samenflüssigen gegenüber dem Toten. Die Übersetzung folgt dem Texte bei Maim. זה חומר בזב מבמת וחומר שוב בזב מבמת שהזב עושה כו׳ da unser Text nur durch den Zusatz ושוב חומר בזב מבמת verständlicher wird, ohne dass dann die bei Maim. fehlenden Worte חומר במת מבזב ihre Erklärung finden.",
+ "Außerdem. Außer den Fällen der beiden Waagschalen.",
+ "von Lager und Sitz. Auch wenn er mit Lager und Sitz nicht in Berührung kommt; vgl. die vorige Mischna.",
+ "so dass sie Mensch und Kleider verunreinigen. Lager und Sitz des Samenflüssigen verunreinigen den Menschen, der auf ihnen liegt, sitzt oder steht, auch ohne dass er sie berührt, oder der sie berührt, auch ohne auf ihnen zu sitzen. Mit den Menschen werden seine Kleider unrein oder auch andere Gegenstände, die er berührt, während er auf dem Lager und Sitz weilt oder es berührt. Vgl. Vorbemerkung zu Kelim § 32.",
+ "der Auflage. מדף nach Nid. 4b wie נדף עלה verwehtes Blatt Levit. 26, 36. Nach Raschi das. eine Unreinheit leichten Grades. — Maim. verwirft die Nid. 4b gegebene Ableitung, die er für einen saboräischen Zusatz hält. Er erklärt מדף nach ריחו נודף „sein Duft breitet sich aus“ in übertragenem Sinn: die Unreinheit wirkt weit trotz vieler Scheidewände. — Ben Jehuda, Thesaurus, sieht in מדף ursprünglich das Kel. XXIII, 5 angeführte Gerät des Vogelstellers. Nach geonäischer Erklärung ist es ein schrägstehendes Brett, unter dem Körner oder Brotkrumen zum Anlocken der Vögel liegen. Dieses den Körnern aufliegende Brett gab dann die Bezeichnung für die auf dem Samenflüssigen Gegenstände nach Analogie von משכב ומושב, die die zum Lager und Sitz geeigneten Gegenstände unter ihm bezeichnen. — Die Unreinheit der Auflage des Samenflüssigen טומאת מדף ist Unreinheit leichteren Grades ראשון לטומאה Sie trifft Geräte oder Speisen und Getränke, die unmittelbar oder mittelbar auf dem Samenflüssigen liegen. Sie können ihrerseits nur Speisen und Getränke verunreinigen, nicht Menschen oder Geräte. — Nach Maim. הל׳ משכב ומושב ו׳ ג׳ ist טומאת מדף nur rabbinisch; s. dagegen Rabed z. St. und Raschi zu Nid. 4b S. a. zu Para X, 1.",
+ "die der Tote nicht veranlasst. Abgesehen von der Zeltunreinheit wird Totenunreinheit nur durch Berührung übertragen. Vgl. Ohal. I. — Wenn unter oder über dem Toten ein Brett die Zeltunreinheit unterbricht, so wirkt die Totenunreinheit auch dann nicht auf die Gegenstände auf der anderen Seite des Brettes, wenn dieses so dünn ist, dass es unter der Last des Toten oder der Gegenstände nachgibt. — Auch wenn ein Gerät durch Zeltunreinheit unrein אב הטומאה wird, so werden die Kleider des Menschen, der auf ihm sitzt oder ihn berührt, nicht unrein, falls sie selbst das Gerät nicht berühren.",
+ "dass der Tote Zeltunreinheit. S. Vorbemerk, zu Kelim § 27."
+ ],
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+ "und vier Tücher lagen unter den vier Füßen. Unter jedem Fuße ein Tuch.",
+ "stehen kann. Die Last des Samenflüssigen muss sich also auf alle vier Füße verteilen. S. Anm. 35 u. 41.",
+ "Simon für rein. Wie in Mischna 4. — Doch werden die Tücher wohl unrein leichteren Grades durch die Berührung mit dem Sofa; vgl. Anm, 35.",
+ "Ritt. Gemeint ist: er saß auf dem stehenden Pferde; denn wenn das Pferd ging, so heb es doch einen Fuß, so dass es auf drei Füßen ruhte. Tosaf. zu Sabb. 93a s. v. חיה.",
+ "er auf einem Tiere und vier Tücher lagen unter den vier Füßen des Tieres. Unter jedem Fuße ein Tuch.",
+ "stehen kann. Jeder einzelne Fuß gilt nur als Unterstützung für die drei wirklich tragenden. — Obwohl es sicher ist, dass drei Füße tragen, lässt sich nicht entscheiden, welche drei als Träger zu gelten haben und welche nicht. Man kann daher keines der bis jetzt reinen Tücher für unrein erklären. S. Maim. הל׳ משכב ומושב פ׳ז הל׳ ו׳.",
+ "so ist es unrein. Dieses Tuch lag sicher unter einem tragenden Fuß.",
+ "da der Stützpunkt des Pferdes auf seinen Hinterfüßen und der Stützpunkt des Esels auf seinen Vorderfüßen ruht. Sabb. 93b hat: ר׳ יוסי אומר הסוס מטמא על ידיו החמור על רגליו שמשענת הסוס על ידיו וחמור על רגליו — Nach unserer Lesart sagt R. Jose: Auch wenn unter jedem Fuße ein besonderes Tuch lag, so sind die beiden Tücher unter den Hinterfüßen des Pferdes und den Vorderfüßen des Esels unrein. Rosch; s. a. Tosaf. zu Sabb. 93b s. v. שמשענת.",
+ "so sind die Geräte im Presskorb unrein. Auch wenn der Samenflüssige nicht auf dem Teil des Balkens sitzt, der auf die Geräten im Korbe drückt, sondern auf einem anderen Teil und nur mittelbar durch den ihnen aufliegenden Balkenteil auf die Geräte drückt א״ר. S. a. Toh. 79.",
+ "auf der Presse des Wäschers. Nach Tosefta IV, 9 liegen zwischen den beiden Holzbrettern der Presse Steinchen, so dass das obere Brett der Presse nicht fest auf die Wäsche drückt, die nicht fest gepresst, sondern nur gefaltet werden soll. (Vgl. כ״מ משכב ומושב ו׳ ז׳.) Daher meinen die Weisen, dass der Samenflüssige nicht als auf der Wäsche sitzend gilt. R. Nechemja betrachtet ihn trotz der Steinchen als auf der Wäsche sitzend."
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+ "verunreinigt Speisen und Getränke und tauchfähige Geräte. Der Ausdruck שטף bedeutet: Abspülen mit Wasser zwecks Reinigung; vgl. וכל כלי עץ ישטף במים Levit. 15, 12. Unter כלי שטף sind alle Geräte verstanden, die durch Untertauchen in ein Tauchbad oder eine Quelle gereinigt werden können. Das sind alle zur Verunreinigung befähigten Geräte mit Ausnahme der irdenen. Vgl. Raschi zu Chul. 25a s. v. כלי שטף.",
+ "durch Be-Berührung. Wenn der Mensch sie berührt, während er selbst mit dem Samenflüssigen in Verbindung stößt. Er selbst ist nur unrein leichten Grades ראשון לטומאה überträgt aber den gleichen Grad der Unreinheit auf die Gegenstände, die er z. Zt. der Verunreinigung berührt.",
+ "aber nicht durch Tragen. Wenn er sie beim Tragen nicht berührt, werden sie nicht unrein, auch wenn er sie während seiner Verbindung mit dem Samenflüssigen trägt.",
+ "der Kleider. Oder andere Geräte; s. Anm. 1.",
+ "während seiner Berührung. Während er den Samenflüssigen, die am Blutfluß Leidende, die Menstruierende, die Gebärerin, ihr Lager und ihren Sitz berührt S. a. II, 38. Wer aber ihr Reitzeug berührt, verunreinigt keine Geräte; vgl. Anm. 61. — S. a. Anm. 74.",
+ "und Hände. Eines andern Menschen; der übrige Körper bleibt rein.",
+ "ersten Grades werden. Da nach rabbinischer Vorschrift Flüssigkeiten immer unrein ersten Grades werden, sogar wenn sie durch Unreinheit zweiten Grades verunreinigt wurden.",
+ "verunreinigt aber nicht Kleider. Oder andere Geräte, da sie — mit Ausnahme des den Samenflüssigen usw. noch Berührenden — nur durch eine Unreinheit schweren Grades אב הטומאה verunreinigt werden können."
+ ],
+ [
+ "ist unrein. Auch ohne von ihm berührt zu werden, auch wenn noch soviel zwischen dem Samenflüssigen und dem getragenen Gegenstand liegt.",
+ "die zum Lager und Sitz. Und zum Reitzeug; vgl. Erubin 27a. Aber andere Gegenstände, die nicht zur Unterlage des Samenflüssigen bestimmt sind, bleiben rein. Selbst wenn er auf ihnen sitzt oder liegt, gelten sie nicht als sein Ruheplatz. Um sie zu ihrer wirklichen Bestimmung zu benutzen, würde man dem Samenflüssigen sagen, er soll aufstehen. עמוד ונעשה מלאכתנו. S. Sabb. 59 a.",
+ "geeignet sind und des Menschen. So die richtige Lesart והאדם. Der Mensch wird als Träger des Samenflüssigen unrein leichten ersten Grades ראשון לטומאה.",
+ "Wenn der Finger eines Samenflüssigen unter der Steinmauer liegt. Und die Mauer auf den Finger drückt. Würde der Finger in einem Hohlraum unter den Steinen liegen, so würde er das, was auf der Mauer ist, nicht verunreinigen. S. Tos. zu Nid. 55a s. v. אבן a. E.",
+ "untauglich. Solange der bisher reine Mensch über dem Finger des Samenflüssigen auf der Mauer ist, gilt er als unrein schweren Grades אב הטומאה, so dass das von ihm Berührte, mit Ausnahme des Menschen und des irdenen Gerätes (s. Mischna 1), unrein leichten ersten Grades ראשון wird und seinerseits Speisen unrein zweiten Grades שני macht. Durch Berührung mit solchen Speisen wird Priesterhebe untauglich zum Genuss.",
+ "Ist er getrennt. Ist der bisher Reine von der Mauer gestiegen, oder hat der Samenflüssige seinen Finger herausgezogen. — Unsere Mischna folgt der Ansicht des mit R. Simon streitenden Lehrers in Mischna 4.",
+ "so verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. Der bisher Reine ist dann nur noch unrein leichten ersten Grades, so dass die von ihm berührte Speise nur unrein zweiten Grades wird. Betreffs Getränke s. Anm. 7.",
+ "Ist der Unreine oben und der Reine unten. Auch wenn nur der Finger des Reinen unter der Mauer liegt, gilt der bisher Reine als Träger des Samenflüssigen. S. a. oben Anm. 13—16.",
+ "Ist er getrennt. Hat der Reine den Finger unter der Mauer hinweggezogen, oder ist der Samenflüssige herabgestiegen.",
+ "Auflage. Vgl. IV, Anm. 56. Alle weder zum Lager noch zum Sitz oder Reitzeug geeigneten Geräte, heißen: (nur) zur Auflage geeignet.",
+ "oben. Und der Finger des Samenflüssigen unten.",
+ "so verunreinigen sie zwei. So haben die meisten Ausgaben מטמאין שנים; so liest auch Maim. im Kommentar. Danach hätten auch Speisen Unreinheit schweren Grades, so dass sie den von ihnen berührten Gegenstand unrein leichten ersten Grades machen, während sonst Speisen nur unrein leichten ersten Grades sein können und andere Speisen nur unrein zweiten Grades machen. — S. aber תוי״ט, der mit Rasch und Rosch מטמאין אחד liest und darauf aufmerksam macht, dass Maim. in Mischne Tora הל׳ משכב ומושב ו׳ ה׳ ebenfalls so las. So hat auch משנה כסף z. St., während Rabed מטמאין שנים zu lesen scheint. — L. hat מטמאין אחד So liest auch R. Elijahu aus Wilna.",
+ "Sind sie getrennt. Dass sie oder der Samenflüssige von der Mauer entfernt sind.",
+ "so verunreinigen sie einen Grad und machen einen untauglich. Sie gelten selbst nur als unrein leichten ersten Grades, so dass die von ihnen berührte Speise nur unrein zweiten Grades werden.",
+ "so verunreinigen sie zwei Grade und machen einen untauglich. Solche Geräte gelten immer als Lager oder Sitz des Samenflüssigen, auch wenn zwischen ihnen und ihm schwere Steine (אבן מסמא) liegen. Vgl. Maim. הל׳ משכב ומושב ו׳ ה׳ und Tos. Nid. 55a .s v. אבן. — Das gleiche gilt im allgemeinen auch für Geräte, die als Reitzeug מרכב dienen können. Vgl. Kel. I, 3. Nur werden die Kleider des Menschen, der das unreine Reitzeug berührt, nicht unrein. Maim. Kel. I. 3 und הל׳ משכב ומושב ו׳ ב׳. S. a. II, 40.",
+ "Sind sie getrennt. In dieser Hinsicht ist die Unreinheit der zum Lager und Sitz (und Reitzeug) geeigneten Geräte schwerer als die des Menschen.",
+ "so verunreinigen sie zwei Grade und machen einen untauglich. Sie gelten selbst nur als unrein leichten ersten Grades, so dass die von ihnen berührte Speise nur unrein zweiten Grades werden.",
+ "Auflage. Vgl. IV, Anm. 56. Alle weder zum Lager noch zum Sitz oder Reitzeug geeigneten Geräte, heißen: (nur) zur Auflage geeignet.",
+ "so sind sie rein. Sie gelten weder als Lager noch als Träger des Samenflüssigen. Da sie auch nicht von ihm berührt werden, bleiben sie rein."
+ ],
+ [
+ "Weil. Speisen, Getränke und nicht zur Unterlage des Samenflüssigen geeignete Geräte, die unter ihm liegen, bleiben rein, weil die Weisen die allgemeine Regel angeben, dass Gegenstände, die irgend eine Unreinheit tragen, ohne sie zu berühren, rein bleiben. Als Beispiel hierfür werden das durch den Samenflüssigen verunreinigte Lager und das Aas angeführt. So wie Gegenstände die unter dem unreinen Lager oder dem Aas liegen, rein bleiben, so auch die unter dem Samenflüssigen liegenden Gegenstände, (sofern sie nicht als sein Lager, Sitz oder Reitzeug dienen können). א״ר.",
+ "was trägt. Den als Lager des Samenflüssigen verunreinigten Gegenstand trägt.",
+ "außer dem Menschen. Er wird unrein, wenn er den als Lager verunreinigten Gegenstand trägt, auch ohne ihn zu berühren, oder wenn er auch nur mittelbar auf dem Lager sitzt, wenn z. B. ein Stein auf dem Lager liegt und der Mensch auf ihm sitzt.",
+ "was trägt. Das Aas trägt.",
+ "bewegt. S. Kelim I, 2. — Nach Rasch und Rosch wird der Mensch durch bloßes Tragen des Aases nicht unrein, sondern nur wenn er sich oder das Aas bewegt. Nach Maim. wird man auch ohne Bewegung, durch bloßes Tragen des Aases unrein, aber wenn der Mensch auf dem Aas ist, wird er nur unrein, wenn er es bewegt. Nach הל׳ טומאת מת א׳ ז׳ wird man durch bloßes Bewegen des Aases unrein, ohne dass man auf ihm steht oder es berührt. Bewegen fällt unter den Begriff des Tragens. S. die folgende Anm.",
+ "auch wer trägt. Entsprechend Chul. 124 b verunreinigt nach dem ersten nicht genannten Lehrer das bloße Bewegen, während R. Elieser nur den Menschen für unrein erklärt, der es gleichzeitig trägt und bewegt. אף הנושא wird dort geändert oder erläutert: והוא דנישא, wenn es auch getragen wird. So nach Maim. u. Rasch; s. a. תוי״ט.",
+ "Alles was trägt. Den Toten.",
+ "ist rein, außer, wenn (es oder er. Der Gegenstand über dem Toten oder dieser über dem Gegenstand.",
+ "ein Zelt bildet. Das ist nicht der Fall, wenn ein Brett zwischen dem Gegenstand und dem Toten die Zeltunreinheit vom Gegenstand abhält. Vgl. IV, 6 und Anm. 57.",
+ "bewegt. Wenn der Mensch die Totenunreinheit auch nur mittelbar bewegt, auch ohne sie zu berühren, wird er unrein. Wenn er aber auf ihr ruht oder sie trägt, ohne sie zu bewegen, bleibt er rein, falls die Zeltunreinheit durch ein Brett abgehalten wird. So nach Rasch und Rosch. Aber nach Maim. wird der Mensch, der eine Totenunreinheit trägt, unrein, auch ohne sie zu bewegen. S. a. הל׳ טומאת מת א׳ ז׳."
+ ],
+ [
+ "Liegt ein Teil. Auch nur der kleine Finger.",
+ "des Unreinen. Des Samenflüssigen. Der Tote verunreinigt nach Rasch und Rosch nicht, ohne bewegt zu werden, nach Maim. wenigstens dann nicht, wenn er unter dem Reinen liegt. S. Anm. 36.",
+ "auf dem Reinen oder ein Teil des Reinen auf dem Unreinen. Des Samenflüssigen. Der Tote verunreinigt nach Rasch und Rosch nicht, ohne bewegt zu werden, nach Maim. wenigstens dann nicht, wenn er unter dem Reinen liegt. S. Anm. 36.",
+ "oder das dem Unreinen Anhaftende. Nicht eigentliche Körperteile: Zähne, Nägel und Haare. Vgl, Ohal. III, 3 und dort Anm, 50.",
+ "rein. Nach R. Simon wird der Reine nur dann unrein, wenn der größere Teil seines Körpers auf dem Unreinen ruht."
+ ],
+ [
+ "Befindet sich der Unreine. Oder zumindest der größere Teil seines Körpers.",
+ "auf einem Teil. Auch wenn es nur der kleinere Teil ist.",
+ "des Lagers und der Reine. Oder zumindest der größere Teil seines Körpers.",
+ "auf einem Teil. Auch wenn es nur der kleinere Teil ist.",
+ "unrein. Aus dem Verse Levit, 15, 23 ואם על המשכב הוא או על הכלי אשר היא יושבת עליו wird (Sifra, Sabim Par. 4, 14) gefolgert: Durch das Lager der Menstruierenden wird der bisher Reine verunreinigt, wenn er zumindest mit dem größten Teil seines Körpers auf dem Lager war, das seinerseits durch das Aufliegen des größten Teils der Unreinen unrein geworden war. Andererseits braucht der bisher Reine nur auf einem Bruchteile des Lagers gesessen zu haben,",
+ "Befindet sich ein Teil. Ein Bruchteil des Körpers.",
+ "des Unreinen auf dem Lager oder ein Teil. Ein Bruchteil des Körpers.",
+ "des Reinen auf dem Lager. Das durch den Samenflüssigen verunreinigt war.",
+ "rein. Aus dem Verse Levit, 15, 23 ואם על המשכב הוא או על הכלי אשר היא יושבת עליו wird (Sifra, Sabim Par. 4, 14) gefolgert: Durch das Lager der Menstruierenden wird der bisher Reine verunreinigt, wenn er zumindest mit dem größten Teil seines Körpers auf dem Lager war, das seinerseits durch das Aufliegen des größten Teils der Unreinen unrein geworden war. Andererseits braucht der bisher Reine nur auf einem Bruchteile des Lagers gesessen zu haben,",
+ "eintritt und herausgeht. Dadurch dass der Samenflüssige (oder ein mit gleich wirkender Unreinheit Behafteter, wie die Menstruierende) auch nur auf einem Teil des Lagers ruhte, wird es unrein, und wenn dann ein Reiner nur auf einem Teil dieses Lagers ruht, überträgt es die Unreinheit auch auf ihn.",
+ "So. וכן bezieht sich auf כל הנושא ונישא ע״ג משכב טהור in Mischna 3. — Wegen der dort erwähnten Ausnahme חוץ מן האדם sind andere Fälle mit Ausnahmen angeführt. Als Gegensatz dazu, dass der Mensch beim Tragen der Totenunreinheit sich nur durch ihr Bewegen verunreinigt (s a. Anm. 36), ist dann Mischna 4 angereiht, aus der zu ersehen ist, dass der Samenflüssige, der mit irgend einem Teil seines Körpers einen Menschen trägt, ihn verunreinigt, auch ohne ihn zu bewegen. Im Anschluss daran folgen dann die Fälle, in denen Unreinheit durch Teile von Gegenständen, aber nicht durch Bruchteile des menschlichen Körpers übertragen werden. Jetzt gibt der Tanna Fälle an, in denen Speisen, die auf oder unter einer Unreinheit ruhen, rein bleiben, sogar wenn es sich um Priesterhebe handelt.",
+ "der auf einem Lager. Des Samenflüssigen.",
+ "wenn ein Stück Papier. Obwohl es ganz dünn ist. Es genügt, um die Hebe vor der Berührung mit dem unreinen Lager zu schützen.",
+ "Und ebenso ist er. Der Brotlaib.",
+ "bei einem mit Hausaussatz behafteten Stein. Dieser Fall ist deshalb angeführt, weil er lehrt, dass solch Stein die Zeltunreinheit nicht dadurch überträgt, dass er über einem Gegenstand oder dieser über ihm ist. Er verunreinigt nur dann durch Zeltunreinheit, wenn er mit anderen Gegenständen oder mit Menschen in einem Zelt ist. S. א״ר und Maim. הל׳ טומאת צרעת ט״ז ג׳ ד׳.",
+ "bei diesem für unrein. R. Simon meint, der mit Aussatz behaftete Stein, verunreinige wie ein Toter durch Zeltunreinheit das über und unter ihm Befindliche, א״ר."
+ ],
+ [
+ "Sitz und Lager. So nach א״ר entsprechend der La. במשכב wie sie fast alle Ausgaben haben. L. hat ובמשכב; danach bezieht sich die Mischna auch auf die Berührung der Körper der fünf gen. Aussätzigen. So scheinen auch Maim., Rasch und Bart. gelesen zu haben, da sie von der Berührung der Aussätzigen sprechen; s. a. ומושב א׳ א׳ הל׳ משכב — Nach Maim. Kelim I, 4 und הל׳ טומאת צרעת י׳ י״א ist hier Sitz und Lager aller fünf genannten Unreinen verstanden, auch des Aussätzigen; s. a. כסף משנה a. a. O. und Tos. Joma 6b s. v. שמטמא. S. a. II, Anm. 38. — Aber nach unserer Lesart Pes. 67b שכן מטמא משכב ומושב ומטמא כלי חרס (ר״ל ממצורע) זב חמור würde Lager und Sitz des Aussätzigen einen Menschen nicht verunreinigen; s. d. Raschi s. v. ׳זב Tos. s. v. שכן und R. Chananel. Auch Rasch zu Kel. I, 3 meint, dass Sitz und Lager des Aussätzigen nur Speisen und Getränke verunreinigen.",
+ "untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "getrennt. Berührt er die Unreinen oder Sitz und Lager nicht mehr; s. Anm. 52.",
+ "verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "der bewegt. Auch ohne zu tragen. — Die Unreinheit durch Bewegen wirkt bei den 4 Ersten sowohl wenn der Reine den Unreinen oder dieser den Reinen bewegt (s. Mischna 1); aber der Aussätzige, Sitz und Lager verunreinigen nur den Reinen, der sie bewegt, nicht, den sie bewegen. — Vgl. Anm. 52.",
+ "der trägt. Auch ohne zu bewegen. — Hinsichtlich des Tragens des Aases s. Anm. 31."
+ ],
+ [
+ "verunreinigt zwei Grade und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "der bewegt. Nach Rasch zu Kel. I, 3 verunreinigen die hier genannten Ausflüsse der Unreinen nur, wenn der Reine sie bewegt, aber nicht, wenn sie mittelbar auf dem Reinen liegen. — Nach Maim. verunreinigen sie auch durch mittelbares Aufliegen, ohne bewegt zu werden. S. Kommentar z. St. und הל׳ משכב ומושב פ״א ח׳ י״ב Vgl. a. Anm. 31.",
+ "auch. Entsprechend Chul. 124b meint R. Elieser: wenn er auch trägt, d. h. durch Bewegen wird man nur unrein, wenn man auch trägt. Vgl. Anm. 31."
+ ],
+ [
+ "Wer das Reitzeug. Des Samenflüssigen und der drei nächsten in Mischna 6 Genannten.",
+ "trägt oder auf ihm getragen wird oder es bewegt. Aber nicht, wer es nur berührt. Wer das Reitzeug nur berührt, wird unrein leichten ersten Grades, kann also Geräte nicht verunreinigen, auch wenn er sie gleichzeitig mit dem Reitzeug berührt. S. Maim. und Rasch zu Kelim I, 3.",
+ "verunreinigt zwei Grade und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "so verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "Wer das Aas. S. Mischna 3 und Anm. 31.",
+ "dass man damit sprengen kann. S. Kel. I, 2 und Para XII, 5.",
+ "verunreinigt zwei Grade und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "so verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13."
+ ],
+ [
+ "Wer vom Aase eines reinen Vogels. So viel wie eine Olive; s. Toh. I, 1.",
+ "ist im Schlunde. Es ist bereits im Schlunde, aber noch nicht heruntergeschluckt.",
+ "verunreinigt zwei Grade und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "Hat er. Nach unserer Lesart, die auch Maim. hat, הכניס ראשו לאויר התנור טהור וטהור התנור ist zu erklären: Hat der Mensch, der das Vogelfleisch im Mund hat, es aber noch nicht in den Schlund geschlungen hat, den Kopf in den Ofen gesteckt, so ist er selbst und der Ofen rein, weil das Fleisch vom Aase des reinen Vogels nur im Schlund, nicht aber im Munde verunreinigt. — Rasch, Rosch, Bart. lesen הכניס ראשו לאויר התנור טהור התנור. Sie erklären: Hat er den Kopf in den irdenen Ofen gesteckt, während er das Vogelfleisch im Schlunde hat, so ist der Ofen rein, da der durch das Vogelfleisch Verunreinigte, solange das Fleisch im Schlunde ist, wohl andere Geräte durch Berührung verunreinigt, aber keine irdenen; vgl. Mischna 1. — Das Fleisch selbst verunreinigt den Ofen nicht, da es nur den Menschen verunreinigen kann, in dessen Schlund es sich befindet.",
+ "ausgespien oder hintergeschluckt. Nachdem er es bereits im Schlunde gehabt hatte und dadurch verunreinigt war. Er hat sich jetzt von der Unreinheit getrennt, wie in den früheren Mischnajot.",
+ "so verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. Berührt er die Unreinen oder Sitz und Lager nicht mehr; s. Anm. 52.",
+ "So lange es in seinem Munde ist. Da das Aas des reinen Vogels nur im Schlund verunreinigt. Da im Verse Levit. 22, 8, aus dem die Unreinheit des Aases des reinen Vogels abgeleitet wird (Chul. 100b), die Unreinheit vom Essen abhängig gemacht wird."
+ ],
+ [
+ "Kriechtier. Eins von den in Levit. 11, 31 erwähnten Kriechtieren. S. a. Kelim I, Anm. 2. Zu den hier angeführten Unreinheiten s. Kelim I, 1.",
+ "oder einen durch einen Toten Verunreinigten oder einen Aussätzigen in den Tagen seines Zählens. In den 7 Tagen nach der Heilung des Aussatzes. (Lev. 14, 8). S. a. Kel. I, Anm. 5.",
+ "die nicht zum Sprengen ausreicht. S. Mischna 8 u. Anm. 63.",
+ "oder ein Aas oder Reitzeug. Eines Samenflüssigen. Die Berührung des Reitzeuges macht nur unrein leichten ersten Grades. Das Tragen aber verursacht Unreinheit schweren Grades; s. Mischna 8, Anm. 61, während das Berühren von Lager und Sitz Unreinheit schweren Grades verursacht; s. Mischna 6.",
+ "verunreinigt einen Grad und macht einen untauglich. S. Anm. 16.",
+ "der einen von allen. Übrigen, in unserem Abschnitt noch nicht angeführten Unreinheitserzeugern Die Unreinheiten, die den Berührenden noch zwei weitere Grade verunreinigen lassen, sind bereits in Mischna 6 und 7 angeführt. Mit Ausnahme der dort angeführten Unreinheiten und des Menschen (s. weiter) machen Unreinheitserzeuger den sie Berührenden nur unrein leichten ersten Grades, so dass er nur einen Grad weiter verunreinigen kann. — Eine Sonderstellung nehmen die ein, die die rote Kuh und die Stiere verbrennen, und wer den Bock in die Wüste bringt (Para VIII, 3); sie verunreinigen zwar ihre Kleider, gelten aber sonst nur als unrein leichten ersten Grades, so dass sie Speisen nur unrein zweiten Grades machen. Dies widerspricht nicht der in Mischna 1 von R. Josua aufgestellten Regel, da sie ja die Kleider nicht durch Berührung mit den Tieren verunreinigen, sondern dadurch, dass sie sich mit ihnen beschäftigen. S. Maim. im Kommentar und הל׳ אבות הטומאות ו׳ ט״ו und תוי״ט s. v. כל.",
+ "verunreinigt einen Grad und macht einen untauglich. Vgl. Anm. 13.",
+ "mit Ausnahme des Menschen. Wer einen toten Menschen, der doch Unreinheitserzeuger im höchsten Maße אבי אבות הטומאה ist, berührt, wird unrein schweren Grades und bleibt es auch nach der Berührung, so dass er immer noch zwei weitere Grade verunreinigt.",
+ "Hat er. Wer einen der übrigen Unreinheitserzeuger berührt hatte. Bei ihm ist hinsichtlich der Weiterverunreinigung kein Unterschied zwischen der Zeit der Berührung mit dem Unreinheitserzeuger und nachher.",
+ "verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. Vgl. Anm. 13."
+ ],
+ [
+ "der ein Kriechtier berührte. Unrein leichten ersten Grades. Wer Samenerguss hatte, hat also keinen schwereren Grad von Unreinheit, als wer Samen berührte. Doch ist insofern ein Unterschied, als der Mann, der Samenerguss hatte, das levitische Lager (= Tempelberg) nicht betreten darf, während es dem nur durch Berührung, sogar durch die eines Toten, Verunreinigten gestattet ist (Rasch nach Pes. 67b).",
+ "ist wie ein durch einen Toten Verunreinigter. Er ist 7 Tage lang unrein schweren Grades, andererseits darf er wie der vom Toten Verunreinigte auch das levitische Lager betreten, was der Menstruierenden verboten ist (Rasch). S. a. Tos. Joma 6b s. v. אלא."
+ ],
+ [
+ "Folgende. Mit Ausnahme des Unreinen, der zwar schon sein Reinigungsbad nahm, aber noch den Sonnenuntergang abwarten muss, machen alle hier angeführten Fälle die Priesterhebe nur nach einer rabbinischen Anordnung untauglich, die zu den 18 Fällen gehört, in denen wie Bet Schammai entschieden wurde. Vgl. Sabb. 13 b ff.",
+ "Wer eine Speise ersten Grades. Eine Speise, die unrein ersten, bezw. zweiten Grades ist. Beides musste angeführt werden, dass man auch nach Genuss der Speise zweiten Grades die Hebe durch Berührung untauglich macht, dass man aber auch nach Genuss einer Speise ersten Grades nicht wirklich unrein wird, sondern nur die Hebe untauglich macht (Tos. Sabb. 13b s. v. אוכל). — Die Weisen wollten durch ihre Anordnung verhindern, dass ein Priester, der unreine Speise, durch die er nach Thoravorschrift nicht unrein wird, noch im Munde hat, Wein von Priesterhebe trinkt und ihn im Munde durch Berührung mit der Speise verunreinigt.",
+ "oder wer eine Speise zweiten Grades. Eine Speise, die unrein ersten, bezw. zweiten Grades ist. Beides musste angeführt werden, dass man auch nach Genuss der Speise zweiten Grades die Hebe durch Berührung untauglich macht, dass man aber auch nach Genuss einer Speise ersten Grades nicht wirklich unrein wird, sondern nur die Hebe untauglich macht (Tos. Sabb. 13b s. v. אוכל). — Die Weisen wollten durch ihre Anordnung verhindern, dass ein Priester, der unreine Speise, durch die er nach Thoravorschrift nicht unrein wird, noch im Munde hat, Wein von Priesterhebe trinkt und ihn im Munde durch Berührung mit der Speise verunreinigt.",
+ "oder wer unreine Getränke trinkt. Damit nicht ein Priester, der noch Speise von Priesterhebe im Mund hat, sie durch Trinken des unreinen Getränkes verunreinigt.",
+ "oder wer mit seinem Kopfe und dem größten Teile seines Körpers in geschöpftes Wasser taucht. Da das Regenwasser in den Tauchbädern im Laufe der Zeit oft unsauber wurde, war es üblich geworden, dass man nach dem eigentlichen Reinigungsbad nochmals in klarem, geschöpftem Wasser badete. Allmählich glaubten manche, es käme mehr auf das Bad im geschöpften Bad an. Daher fürchteten die Weisen, manche würden nur noch in solchem Bade baden. Um dem vorzubeugen, trafen sie die Anordnung, dass man nach solchem Bade Priesterhebe durch Berührung verunreinigt. Nach Auffassung von Raschi und Tos. (Sabb. 13b) nur wenn man vorher sich im richtigen Tauchbade von der Unreinheit befreit hatte, nach Maim. (Kommentar und הל׳ אבות טומאות ט׳ א׳) immer. Um die Anordnung zu stärken, bestimmte man weiter, dass dies auch für einen völlig Reinen gelten solle, über dessen Kopf und größten Teil des Körpers 3 Log geschöpften Wassers gegossen waren. — S. a. Mikw. III, 4.",
+ "oder ein Reiner auf dessen Kopf und den größten Teil seines Körpers drei Log geschöpftes Wasser fielen. Da das Regenwasser in den Tauchbädern im Laufe der Zeit oft unsauber wurde, war es üblich geworden, dass man nach dem eigentlichen Reinigungsbad nochmals in klarem, geschöpftem Wasser badete. Allmählich glaubten manche, es käme mehr auf das Bad im geschöpften Bad an. Daher fürchteten die Weisen, manche würden nur noch in solchem Bade baden. Um dem vorzubeugen, trafen sie die Anordnung, dass man nach solchem Bade Priesterhebe durch Berührung verunreinigt. Nach Auffassung von Raschi und Tos. (Sabb. 13b) nur wenn man vorher sich im richtigen Tauchbade von der Unreinheit befreit hatte, nach Maim. (Kommentar und הל׳ אבות טומאות ט׳ א׳) immer. Um die Anordnung zu stärken, bestimmte man weiter, dass dies auch für einen völlig Reinen gelten solle, über dessen Kopf und größten Teil des Körpers 3 Log geschöpften Wassers gegossen waren. — S. a. Mikw. III, 4.",
+ "das Buch. Eines der 24 Bücher der Bibel. — Mit Rücksicht auf den Heiligkeitscharakter der Priesterhebe bewahrte man sie oft im Schranke neben den biblischen Büchern. Es kam dann vor, dass Mäuse, die durch die Priesterhebe angezogen waren, die Bücher benagten. Um zu verhindern, dass auf diese Weise die heiligen Bücher zu Schaden kämen, wurde unsere Anordnung getroffen.",
+ "die Hände. Um zu verhindern, dass Priesterhebe durch Berührung mit unsauberen Händen unappetitlich würde, ordneten die Weisen an, dass man vor Berührung der Hebe die Hände mit Wasser zu übergießen habe. Sonst würde die Hebe untauglich (S. Raschi Sabb. 14a).",
+ "wer am heutigen Tage ein Tauchbad nahm. Ein bisher Unreiner, der bereits sein Tauchbad genommen hat, gilt nach Levit. 22, 7 erst nach Sonnenuntergang als völlig rein. Bis dahin ist er noch unrein leichten zweiten Grades. (Sabb. 14b.)",
+ "und Speisen. Speisen, die durch Getränke verunreinigt wurden, die ihrerseits nur durch nicht begossene Hände (oder die anderen in der Mischna erwähnten Dinge) verunreinigt waren. Wirklich unreine Getränke verunreinigen auch gewöhnliche Speisen, machen also nicht nur Hebe untauglich.",
+ "und Geräte. Geräte, die ihrerseits nur durch Getränke verunreinigt wurden. Nach Thoravorschrift können Geräte nur durch Unreinheitserzeuger verunreinigt werden. Da es aber Flüssigkeiten gibt, die Unreinheitserzeuger sind, wie der Ausfluss des Samenflüssigen, haben die Weisen angeordnet, dass auch andere Flüssigkeiten Geräte verunreinigen können. Dagegen bleiben Geräte bei Berührung mit unreinen Speisen rein."
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+ "\nEinleitung.\nTraktat Sabim behandelt die Bestimmungen über die Samenflüssigen. Seine Grundlage ist der Abschnitt Levit. 15, 1—15. — 1) Tosefta, Sabim II, 4 erklärt den Fluß זוב des Sab: Er kommt aus totem Fleisch, ist hell wie das Weiße eines bebrüteten Eies. Im Gegensatz hierzu wird der Samenguß (Sperma) שכבת זרע des Gesunden beschrieben: Er kommt aus lebendigem Fleische, ist gebunden wie das Weiße eines nicht bebrüteten Eies. Unter totem bezw. lebendem Fleische ist das schlaffe, bezw. gespannte Glied verstanden. Der Ausdruck „gebunden“ (קשורה) bedeutet nach Nidda 56a „zusammengeballt“, „tritt in größerer Masse aus“. (S. d. Raschi s. v. שמתעגל). — Unter Fluß des Sab ist danach Gonorrhoe zu verstehen.\nAls Sab, als wirklich am Samenfluß leidend, gilt der Mann nur, wenn er an einem oder an zwei aufeinander folgenden Tagen zweimal Samenfluß in noch so geringer Menge hatte, oder wenn ein einziger Ausfluß sich so lang hinzog, daß man zwischen Anfang und Ende ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen konnte. Dieser Zeitraum muß auch mindestens zwischen zwei aufeinander folgenden Wahrnehmungen des Ausflusses liegen, damit sie als zwei gelten können. (Vgl. hierzu Sabim I, 4, 5; Nid. V, 2 und Maim. י״א – הל׳ מחוסרי כפרה פ״ב ו׳). Ein einmaliger kurzer Samenfluß macht den Mann nicht zum Samenflüssigen, sondern gibt ihm nur die gleiche, leichtere Unreinheit wie nach Samenerguß (I, 1).\nNach zweimaligem Samenfluß gelten für den Sab alle in Levit. 15,4—13 angeführten Bestimmungen. Doch hat er die in Vs. 14—15 angeordneten Opfer nicht zu bringen. Zu ihnen ist nur der vollkommene Samenflüssige זב גמור verpflichtet, der drei oder auch eine oder zwei ihrer Länge wegen als drei geltende Wahrnehmungen von Samenfluß hatte. (Vgl. Megilla I, 7 und Sabim I, 3—4).\nHinsichtlich der Verbreitung der Unreinheit gelten für den Samenflüssigen זב, die am Blutfluß Leidende זבה, die Menstruierende נדה und die Gebärerin יולדת die gleichen Bestimmungen. Sie sind Unreinheitserzeuger אבות הטומאה, verunreinigen Geräte1) durch Berührung, Menschen durch Berührung und Tragen. Sie verunreinigen Lager משכב, Sitz מושב, Reitzeug מרכב, auf denen sie ruhen, auch ohne sie zu berühren und diese Gegenstände können wieder Menschen und Geräte verunreinigen. Ferner verunreinigen die vier genannten Unreinen das, was auf ihnen liegt, auch ohne es zu berühren מדף. Eine weitere Besonderheit dieser vier Unreinen ist es, daß sie Menschen und Geräte, verunreinigen, die von ihnen bewegt werden, während für andere Unreinheitserzeuger Bewegungsunreinheit טומאת היסט nur gilt, wenn sie bewegt werden. (Vgl. hierzu Levit. 15, 4—13; 20—23 (24); 26—27; 13, 2; Kelim I, 3; Sabim II, 4 und V, 1—8; Maim. הל׳ מטמאי משכב ומושב פ״א א׳; פ״ח ב׳). Näheres s. Vorbemerk, zu Kelim § 29—342).\nMit geringen Abschweifungen bespricht unser Traktat nur die Vorschriften für den Samenflüssigen und die drei anderen ihm gleichrangigen Unreinen.\nDer erste Perek behandelt die Zahl, Ausdehnung und Zeit der Wahrnehmungen von Samenfluß, durch die der Leidende den Charakter des Samenflüssigen erhält (1, 3—6). Dazwischen wird der Einfluß des Samenergusses während der sieben Reinheitstage nach Aufhören des Flusses erörtert (2). — Der zweite Perek lehrt, wer alles Samenflüssiger werden kann und in welchen Fällen der Ausfluß nicht als Samenfluß gilt (1—3). Im Anschluß an die Bestimmung, daß man nach einem Samenerguß 24 Stunden lang nicht Samenflüssiger werden kann, sind dann andere Fälle angeführt, bei welchen der Zeitraum von 24 Stunden von Bedeutung ist (3). In der letzten Mischna wird dann gelehrt, in welcher Weise der Samenflüssige auf Sitz, Lager und Menschen Unreinheit überträgt (4). Das Thema wird dann im dritten Perek genauer behandelt, insbesondere, wie ein bisher Reiner dadurch unrein wird, daß er gemeinsam mit einem Samenflüssigen auf einem leicht beweglichen Gegenstand, z. B. einem Boote, einem Baume, einem Brette, sich befindet, oder mit ihm gemeinsam einen Gegenstand bewegt. Auch die erste Mischna des vierten Perek setzt das Thema fort. Dann werden Fälle behandelt, in denen der Samenflüssige nur mittelbar Speisen bewegt (1—3). Die nächsten Mischnajot lehren, wann der Samenflüssige mehrere Gegenstände, auf denen er ruht, verunreinigt (4, 5, 7). Auch wird der Unterschied der Unreinheitsübertragung auf Geräte und auf Lebensmittel gelehrt (6). Nebenbei erfahren wir auch Unterschiede zwischen Samenflüssigen und Toten hinsichtlich der Uebertragung der Unreinheit (6).\nEine genauere Ausführung, wie die Unreinheit des Samenflüssigen auf Lebensmittel, die verschiedenen Arten von Geräten und Menschen übertragen wird, bietet der fünfte Perek (1—6, 8); er lehrt auch die Verbreitung der Unreinheit durch körperliche Ausscheidungen (7). — Im Anschluß an die Art der Unreinheitsübertragung beim Samenflüssigen wird gesagt, wie andere Unreinheiten weiter wirken (8—11). Die letzte Mischna zählt Menchen und Gegenstände auf, deren Berührung Priesterhebe zwar nicht unrein, aber untauglich macht.\n"
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+ "Hat jemand eine Wahrnehmung von Samenfluss. Tosefta Sab. II unterscheidet zwischen Samenfluss זוב und Samenerguss שכבת זרע (= קרי): Samenfluss kommt aus totem, schlaffem Glied und ist hell wie das Weiße eines bereits angebrüteten Eies; Samenerguss kommt aus lebendigem (erregtem) Glied und ist gebunden wie das Weiße eines noch nicht angebrüteten Eies. S. a. die Einleitung.",
+ "tag abwarten muss. Hatte eine Frau innerhalb der 11 Tage nach der Menstruationswoche (s. hierzu Einleitung zu Nidda) an einem Tage Blut wahrgenommen, so muss sie sich am nächsten Tag beobachten, ob sie nicht wieder Blut wahrnimmt. (Vgl. Nid. X, 8.) Auch wenn sie an diesem Tage keine Wahrnehmung macht, so verunreinigt sie doch nach rabbinischer Vorschrift an diesem Tage Lager und Sitz. — Nach Nid. 72 b gilt nach Bet Schammai für den Samenflüssigen bei einer Wahrnehmung nicht die Bestimmung dieser Frau selbst, sondern die des Mannes, der ihr an diesem Tage beiwohnte. Hinsichtlich seines Lagers und Sitzes muss man abwarten; findet im Laufe des Tages eine neue Wahrnehmung statt, so sind sie bereits unrein gewesen, sonst sind sie rein. Falls eine neue Wahrnehmung stattfindet, verunreinigt auch der erste Ausfluss den, der ihn trägt.",
+ "der am Samenerguss. Tosefta Sab. II unterscheidet zwischen Samenfluss זוב und Samenerguss שכבת זרע (= קרי): Samenfluss kommt aus totem, schlaffem Glied und ist hell wie das Weiße eines bereits angebrüteten Eies; Samenerguss kommt aus lebendigem (erregtem) Glied und ist gebunden wie das Weiße eines noch nicht angebrüteten Eies. S. a. die Einleitung.",
+ "leidet. Sein Sitz und Lager sind rein; der Ausfluss selbst verunreinigt nicht den Träger.",
+ "hatte er unterbrochen. Er hatte keine Wahrnehmung.",
+ "aber am dritten hatte er zwei Wahrnehmungen. Der Samenflüssige wird durch drei Wahrnehmungen unrein, auch wenn sie alle am selben Tage stattfanden.",
+ "oder eine in der Ausdehnung von zweien. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "er gilt als eigentlicher Samenflüssiger. Er hat auch das (Levit. 15, 14) vorgeschriebene Taubenopfer zu bringen, das nur nach dreimaliger Wahrnehmung des Flusses gebracht wird. — Nid. 43 b wird aus den drei Ausdrücken את זובו, רד בשרו׳ בזובו (Levit. 15, 3) abgeleitet, dass man durch drei Wahrnehmungen ein eigentlicher Samenflüssiger wird, der auch das Opfer zu bringen hat. Aus dem Ausdruck מזובו wird abgeleitet, dass man durch zwei Wahrnehmungen zum Teil als Flüssiger gilt und Lager und Sitz verunreinigt und erst nach 7 reinen Tagen im Quellbad rein wird.",
+ "ist jedoch vom Opfer befreit. Der Tag ohne Wahrnehmung lässt die eine des ersten Tages als erledigt gelten, so dass nur die beiden, bezw. die eine ausgedehnte, des dritten Tages rechnen. Nach nur zweimaliger Wahrnehmung des Flusses wird aber kein Opfer gebracht.",
+ "Elasar ben Jehuda. L. hat לעזר M. אלעזר, ebenso מ״ש, der noch den Zusatz איש ברתותא hat. In der Tosefta I, 5 wird die Ansicht von ל׳ שמען משם ר׳ אלעזר איש ברתותא angeführt. In der Tosefta wird bemerkt, dass die erste, in unserer Mischna anonym angeführte Ansicht über den Streit die R. Akibas ist.",
+ "dass er nicht als eigentlicher Samenflüssiger gilt. Also das Opfer nicht bringt.",
+ "er gilt als eigentlicher Samenflüssiger. Weil er in diesem Falle nach den zwei Wahrnehmungen, bezw. der einen ausgedehnten, sieben reine Tage zählen muss, bevor er sich im Quellbad reinigen kann, lässt der eine freie Tag die Wahrnehmungen nicht als erledigt gelten. Die Wahrnehmung am dritten Tage verbindet sich daher mit den vorhergegangenen. — Wären aber zwei Tage frei, so könnte sich eine Wahrnehmung am vierten Tag nicht mit den früheren verbinden. (So nach der Korrektur und Erklärung R. Elia’s, Wilna zu Tosefta I, 6—7.) S. a. מ״א",
+ "Aber Bet Hillel sagen. Auch in diesem Falle gilt der freie Tag als Unterbrechung."
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+ "Wenn jemand am dritten Tage der Zählung. Der Zählung der 7 reinen Tage nach Aufhören des Flusses.",
+ "seines Samenflusses. Tosefta Sab. II unterscheidet zwischen Samenfluss זוב und Samenerguss שכבת זרע (= קרי): Samenfluss kommt aus totem, schlaffem Glied und ist hell wie das Weiße eines bereits angebrüteten Eies; Samenerguss kommt aus lebendigem (erregtem) Glied und ist gebunden wie das Weiße eines noch nicht angebrüteten Eies. S. a. die Einleitung.",
+ "er hebt die beiden vorangegangenen Tage auf. Dass er seinen Tag aufhebt, d. h. dass der Tag des Samenergusses nicht mit zu den sieben reinen Tagen gerechnet werden darf, wird Nid. 22a aus dem Schriftverse abgeleitet. Bet Schammai fürchten bis zum dritten Tag der 7 reinen Tage, dass in dem Samenerguss auch Fluss sein könnte. (Rasch.) — Nach Bet Schammai muss man also nach Ablauf dieses dritten Tages noch 7 reine Tage zählen, um sich im Quellbad zu reinigen.",
+ "er hebt nur seinen. Nur dieser Tag wird abgerechnet; nach seinem Ablauf braucht man nur noch 5 reine Tage zu zählen.",
+ "R. Ismael sagt: Wer am zweiten (Tag. Der 7 reinen Tage Samenerguss wahrnimmt.",
+ "hebt den vorangegangenen. Den ersten der 7 reinen Tage. — Nach R. Ismaels Ansicht ist hierüber kein Streit zwischen Bet Schammai und Bet Hillel. (Rosch.) Am zweiten Tag befürchten auch Bet Hillel, es könnte im Samenerguss auch Fluss sein.",
+ "Akiba. R. Akiba und R. Ismael streiten wohl über die Auffassung des nicht genannten ersten Lehrers hinsichtlich des Samenergusses am zweiten der 7 reinen Tage. (תוספות חדשים).",
+ "und sie. Bet Schammai. Am vierten fürchten auch sie nicht, dass im Samenerguss noch Fluss sein könnte. — Dieser Satz ist vielleicht die Fortsetzung der Worte R. Akibas, der erklären will, weshalb der erste Lehrer gerade vom dritten Tag spricht. Der Grund ist nicht, weil Bet Hillel etwa am zweiten Tag nicht streiten, sondern weil Bet Schammai am vierten nicht streiten. (תוספות חדשים).",
+ "hat er die vorangegangenen aufgehoben. Denn die 7 reinen Tage dürfen nicht vom Samenfluss unterbrochen sein. Nid. 33 b. ביניהן לטהרתו… שלא תהא טומאת זיבה מפסקת"
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+ "so ist er ein eigentlicher Samenflüssiger. Er hat auch das Opfer zu bringen, das nach zwei einfachen Wahrnehmungen nicht gebracht wird. — Die Mischna lehrt, dass es gleich ist, ob die 3 Wahrnehmungen am selben Tage oder an zwei oder drei ununterbrochen aufeinander folgenden stattfanden. — Dass Wahrnehmungen in der Nacht die gleiche Bedeutung haben, wird hervorgehoben, weil der Schriftausdruck רבים ימים (Levit. 15, 25), der bei der am Blutfluß Leidenden steht, die irrtümliche Auffassung veranlassen könnte, dass ihre und des Samenflüssigen Wahrnehmungen nur am Tage Folge hätten. (S. Nid. 73a und Raschi das. und מ״א zu unserer Mischna.)"
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+ "Hatte er eine Wahrnehmung und unterbrach so lange wie ein Bad und Abtrocknen. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "und hatte dann. War die Unterbrechung kürzer, so gelten die Wahrnehmungen vor und nach ihr als eine, falls sie nicht zusammen so lang wie ein Bad und Abtrockenen (Dauer eines Weges von 50 Schritt) dauerten. — Als eine Wahrnehmung gilt auch die kürzeste.",
+ "zwei Wahrnehmungen oder eine in der Ausdehnung von zweien. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "oder er hatte zwei Wahrnehmungen oder eine in der Ausdehnung von zweien. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "und unterbrach so lange wie ein Bad und Abtrocknen. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "so ist er ein eigentlicher Samenflüssiger. Eine genügend ausgedehnte Wahrnehmung gilt als doppelt, ob ihr eine andere vorangegangen ist oder folgt. — Zwei ganz kurze Wahrnehmungen gelten nur dann als zwei, wenn man in der zwischen ihnen liegenden Zeit baden und sich abtrocknen könnte."
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+ "von Gad Jawan. Eine Oertlichkeit bei Jerusalem in der Nähe der Siloaquelle oder ihres Abflusses.",
+ "wie zweimal Baden und zweimal Abtrocknen. Das ist die Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 100 Ellen geht. Rosch. Vgl. Anm. 6. — Diese Mischna lehrt, dass alle 3 Wahrnehmungen ohne Unterbrechungen stattfinden können.",
+ "so ist er ein eigentlicher Samenflüssiger. Eine genügend ausgedehnte Wahrnehmung gilt als doppelt, ob ihr eine andere vorangegangen ist oder folgt. — Zwei ganz kurze Wahrnehmungen gelten nur dann als zwei, wenn man in der zwischen ihnen liegenden Zeit baden und sich abtrocknen könnte.",
+ "Hatte er eine Wahrnehmung in der Ausdehnung von zweien. So lange, dass man ein Tauchbad nehmen und sich abtrocknen kann. Vgl. Mischna 4. Nach Rosch (das.) entspricht dies der Zeit, in der man bei gewöhnlichem Schritt 50 Ellen geht.",
+ "wie von dreien ist. Im Gegensatz zum ungenannten ersten Lehrer meint R. Jose, dass eine Wahrnehmung in der Ausdehnung von dreien wohl als 3 Wahrnehmungen gilt, aber die in der Ausdehnung von zweien gilt nur als eine, wenn ihr keine andere vorangegangen ist oder folgt. (Maim.)."
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+ "Hatte er heute eine Wahrnehmung und eine. Auch wenn sie nicht die Ausdehnung von zweien hat.",
+ "wenn es sicher ist, dass ein Teil der Wahrnehmung (noch) von heute ist und ein Teil zu morgen (gehört. Tatsächlich kann es nie sicher sein, da der Augenblick nicht festzustellen ist. Die Mischna spricht nur theoretisch davon, dass es möglich wäre. Vgl. Rosch. — Wenn eine Wahrnehmung noch vor Beginn der Nacht und nachher wäre, also zwei Tagen angehörte, gilt sie immer wie zwei Wahrnehmungen. Maim. nach Tosefta I, 13. Dies gibt auch R. Jose zu.",
+ "so ist es sicher hinsichtlich des Opfers und der Unreinheit. Dass er als eigentlicher Samenflüssiger, der drei Wahrnehmungen hatte, das Opfer zu bringen hat, 7 reine Tage zählen muss und sich dann nur im Quellbad reinigen kann. S. o. Anm. 7",
+ "Wenn es ein Zweifel ist, ob ein Teil der Wahrnehmung (noch) von heute ist und ein Teil zu morgen (gehörte. So dass vielleicht nur zwei Wahrnehmungen gerechnet werden.",
+ "so ist es sicher hinsichtlich der Unreinheit. Da er zumindest zwei Wahrnehmungen hatte. S. o. Anm. 7.",
+ "und zweifelhaft hinsichtlich des Opfers. Da vielleicht 3 Wahrnehmungen zu rechnen sind, muss er die beiden Tauben als Sünd-, bezw. Emporopfer bringen. Da es aber vielleicht nur zwei Wahrnehmungen sind, darf auch das Sündopfer nicht gegessen werden.",
+ "so ist ein Zweifel hinsichtlich der Unreinheit und des Opfers. Vielleicht gehörte die erste Wahrnehmung zwei Tagen an und die zweite ganz oder zum Teil zum dritten, oder die erste noch ganz zum ersten Tage und die zweite zum zweiten und dritten Tage; dann hätte er an drei aufeinander folgenden Tagen Wahrnehmungen gehabt und müsste auch das Opfer bringen. Vielleicht gehörten aber beide Wahrnehmungen demselben Tage oder zwei aufeinander folgenden an; dann wäre er ein Samenflüssiger mit zwei Wahrnehmungen, würde also Lager und Sitz verunreinigen, aber nicht zum Opfer verpflichtet sein. Vielleicht gehört aber die erste Wahrnehmung noch ganz dem ersten Tage an, die zweite bereits ganz dem dritten, so dass ein Tag zwischen ihnen unterbrach; dann würde er (nach Bet Hillel) nur wie einer, der am Samenerguss leidet, verunreinigen. Vgl. Mischna 1 und Anm. 3.",
+ "so ist ein Zweifel hinsichtlich der Unreinheit. Ob eine oder zwei Wahrnehmungen zu rechnen sind, ob er also Lager und Bett verunreinigt oder nur so, wie jemand, der am Samenerguss leidet. S. Anm. 3."
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+ "auch Proselyten und Sklaven. Obwohl der Schriftvers (Lev. 15, 2) von בני ישראל spricht, gelten die Vorschriften auch für Proselyten und Sklaven. Vgl. Torat. Kohanim Mezora Sabim Par. 1 מנין לרבות את הגרים ואת העבדים ת״ל ואמרת אליהם.",
+ "ein Taubstummer. Die Mischna will betonen, dass auch bei ihnen die besondere Lager- und Sitzunreinheit gilt, obwohl sie nicht zur Einhaltung der Gesetze verpflichtet sind. Im Torat Kohanim a. a. O. wird die Fähigkeit des Unmündigen zur Unreinheit des Flusses aus dem Schriftverse abgeleitet: aus איש איש od. זכר בין גדול בן קטן.",
+ "ein Irrsinniger. Die Mischna will betonen, dass auch bei ihnen die besondere Lager- und Sitzunreinheit gilt, obwohl sie nicht zur Einhaltung der Gesetze verpflichtet sind. Im Torat Kohanim a. a. O. wird die Fähigkeit des Unmündigen zur Unreinheit des Flusses aus dem Schriftverse abgeleitet: aus איש איש od. זכר בין גדול בן קטן.",
+ "ein Unmündiger. Die Mischna will betonen, dass auch bei ihnen die besondere Lager- und Sitzunreinheit gilt, obwohl sie nicht zur Einhaltung der Gesetze verpflichtet sind. Im Torat Kohanim a. a. O. wird die Fähigkeit des Unmündigen zur Unreinheit des Flusses aus dem Schriftverse abgeleitet: aus איש איש od. זכר בין גדול בן קטן.",
+ "Verschnittener. Wörtlich: durch die Sonne, d. h. von Natur Verschnittener. Vgl. Jebam. VIII, 4. S. a. Preuß, Bibi. u. Talmud. Medizin, S. 259.",
+ "Einem Unbestimmten. Vgl. Nid. III, 5.",
+ "und einem Zwitter. Vgl. Nid. III, 5.",
+ "Sie werden unrein bei Blut wie eine Frau. Die am Blutfluß leidet. Nur 5 Blutarten verunreinigen sie. S. Nid. II, 6 f.",
+ "bei weißem Fluss. Samenfluss.",
+ "und ihre Unreinheit ist zweifelhafter. Bei nur weißem oder nur rotem Fluss ist zweifelhaft, ob das von ihnen Berührte unrein wird. Von ihnen berührte Priesterhebe darf nicht gegessen und nicht verbrannt werden. — Hatten sie weißen und roten Fluss, so wird die von ihnen berührte Hebe verbrannt."
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+ " Ein Teil der Mischna findet sich bereits Nasir IX, 3.",
+ "Nach sieben Hinsichten untersucht man den Samenflüssigen. Der Samenfluss gilt nur dann als eigentlicher Samenfluss, wenn er ohne erkennbaren äußeren Anlass sich einstellt; vgl. Torat Koh. a. a. O. מבשרו טמא ולא מחמת ד״א. — Wenn jemand eine Wahrnehmung hatte, untersucht man, ob ihr einer der sieben hier genannten Anlässe vorangegangen ist. In diesem Falle gilt der Betreffende nur als am Samenerguss Leidender בעל קרי, ist nur einen Tag unrein und verunreinigt nur durch Berührung. — Stellt sich aber heraus, dass der Mann die zweite Wahrnehmung ohne äußeren Anlass hatte, so gilt er als Samenflüssiger, trotzdem die erste Wahrnehmung möglicherweise durch einen äußeren Anlass sich einstellte.",
+ "des Samenflusses verpflichtet. So lange er noch nicht zwei Wahrnehmungen hatte, deren zweite zumindest keinen äußeren Anlass hatte. S. a. Anm. 25—28.",
+ "Anblick. Einer Frau oder Denken an sie.",
+ "Wenn. Bis hierher ist die Mischna in Nasir IX, 3 angeführt. Es ist wohl die alte Mischna. — Hier beginnt dann die Erklärung zur alten Mischna. Es ist auffällig, dass das später genannte הרהור vor den früheren מאכל ומשתה erklärt wird. Vielleicht ist der erste Zusatz älter als R. Akibas. Vielleicht sind מאכל ומשתה nur deswegen später behandelt, weil hier eine längere Diskussion wiedergegeben wird.",
+ "auch wenn er irgend. Auch wenn die Speisen oder die Getränke die Samenbildung nicht verstärken, während nach Ansicht der hier nicht genannten Weisen nur solche Speisen und Getränke zur Untersuchung verwendet werden können. — Tosefta II, 5 wird die Ansicht der Weisen von R. Elieser ben Pinchas im Namen des R. Jehuda ben Betera vertreten.",
+ "gute oder schlechte aß oder irgend. Auch wenn die Speisen oder die Getränke die Samenbildung nicht verstärken, während nach Ansicht der hier nicht genannten Weisen nur solche Speisen und Getränke zur Untersuchung verwendet werden können. — Tosefta II, 5 wird die Ansicht der Weisen von R. Elieser ben Pinchas im Namen des R. Jehuda ben Betera vertreten.",
+ "Da sagten sie. Die Weisen, die mit R. Akiba streiten; vgl. die vorige Anm.",
+ "Dann gäbe es keine Samenflüssige. Fast immer wird man vor dem Samenfluss irgend etwas gegessen oder getrunken haben, so dass man sagen kann, der Fluss sei hierdurch veranlasst.",
+ "Ihr seid nicht verantwortlich für Samenflüssige. Es schadet euch doch nicht, wenn man niemals Samenfluss feststellen kann.",
+ "Ist er. Hier beginnt wieder die Mischna, wie sie Nasir XI, 3 angeführt wird.",
+ "des Samenflusses verpflichtet. Hatte er bereits zwei Wahrnehmungen und zumindest die zweite ohne äußeren Anlass.",
+ "so untersucht man ihn nicht. Denn nach der dritten Wahrnehmung ist er dann zum Opfer verpflichtet, auch wenn sie die Folge eines äußeren Anlasses war.",
+ "Sein. Des Mannes, der bereits zwei Wahrnehmungen hatte.",
+ "sein Zweifel. Wenn es ein Zweifel ist, ob der Samenfluss, dessen Spur sich am Kleid findet, vielleicht nur Folge eines auch stattgefundenen Samenergusses war. Vgl. Nasir 66a und Tos. das. s. v. אמר רבא.",
+ "und Samenerguss. Der zweifellose Samenerguss. S .a. die nächste Anmerkung und תוי״ט zu Nasir IX, 4. Bart. erklärt ספקו ושכבת זרעו als ein Glied wie ספק שכבת זרעו. S. a. רש״ש zu Nasir 66 a.",
+ "sind unrein. D. h. verunreinigen nicht nur durch Berührung wie der Samenerguss eines bisher Reinen, sondern auch den, der sie trägt. Vgl. Nasir 66 a. — Dass der Samenerguss des Samenflüssigen sowie sein Auswurf den Träger verunreinigt, lehrt bereits Kelim I, 3 מעלה מהן זובו של … זב ושכבת זרעו ומימי רגליו שהן מטמאין במגע ובמשא. Unsere Mischna hebt es vielleicht deshalb hervor, weil manche Tannaim meinen, dass gerade der Samenerguss den Träger nicht verunreinigt. Vgl. Nasir 66 a. — Dort werden allerdings nur Ansichten angeführt, dass der Samenerguss am Tage der Wahrnehmung des Flusses oder bis 24 Stunden nachher den Träger verunreinigt, während er nach Kelim I, 3 auch später verunreinigt. S. a. מ״א. Maim. הל׳ משכב ומושב פ״א הל׳ י״ב unterscheidet nicht hinsichtlich des Zeitpunktes.",
+ "denn es liegt ein Anhalt. Dass Unreinheit des Samenflüssigen vorliegt, da bereits zwei Wahrnehmungen vorausgegangen sind. — Nach ר״ש bezieht sich diese Begründung nur auf ספקו und auch nicht hinsichtlich der Verunreinigung des Trägers durch den Fluss, sondern hinsichtlich der Folge der Wahrnehmung für den Samenflüssigen. Da der Samenerguss in den 7 reinen Tagen nach Aufhören des Flusses nur einen Tag, aber eine Wahrnehmung des Flusses alle bisher gezählten aufhebt (vgl. I, 2 u. Nid. 22 c), der Fluss infolge des Ergusses aber nicht als Fluss gilt, wird hervorgehoben, dass hier im Zweifelsfalle die Wahrnehmung als Fluss betrachtet wird. — Bis zu den Worten רגלים לדבר findet sich unsere Mischna auch in Nasir IX.",
+ "so untersucht man ihn. Um festzustellen, ob sie Folge eines äußeren Anlasses war. In diesem Falle würde sie nicht mit zwei ohne äußeren Anlass folgenden zusammengerechnet werden, um ihn zum Opfer zu verpflichten. Hinsichtlich der Unreinheit ist die Untersuchung nicht nötig. Denn auch die durch einen Anlass hervorgerufene erste Untersuchung vereinigt sich mit der ohne ihn eintretenden zweiten, um den Mann als Samenflüssigen unrein sein zu lassen. Rasch nach Nid. 35 a.",
+ "bei der zweiten untersucht man ihn. Um festzustellen, ob sie mit der ersten Wahrnehmung zusammen ihm die Unreinheit des Samenflüssigen gibt oder mit der dritten ihn zum Opfer verpflichtet.",
+ "bei der dritten untersucht man ihn nicht. Nachdem bereits die zweite Wahrnehmung ohne äußeren Anlass dem Mann die Unreinheit des Samenflüssigen gab, verpflichtet ihn die dritte in jedem Falle, auch wenn sie Folge eines Anlasses wäre, zum Opfer. Bei der dritten Wahrnehmung des Samenflüssigen wird ebenso wenig wie bei allen der Blutflüssigen zwischen veranlassten und nicht veranlassten unterschieden. Nid. 35 a. — Diese Ansicht des nicht genannten Lehrers entspricht den vorher gemachten Bemerkungen עד שלא נזקק לזיבה und משנזקק לזיבה",
+ "Auch bei der dritten untersucht man ihn wegen des Opfers. R. Elieser streitet gegen die bisherige Annahme, dass das Opfer auch bei der auf äußeren Anlass zurückgehenden dritten Wahrnehmungen zu bringen ist. Er meint deshalb, man muss auch bei der dritten Wahrnehmung nach etwaiger Veranlassung forschen. Der Vergleich mit dem Blutflusse der Frau, der auch bei äußerem Anlass verunreinigt, gilt nur für die vierte Wahrnehmung. Diese hat für das Opfer keine Bedeutung, da zu ihm die dritte schon verpflichtet hat. Es handelt sich um eine Wahrnehmung während der 7 reinen Tage. Sie hebt die bereits gezählten Tage in jedem Falle auf, auch wenn sie auf äußeren Anlass zurückgeht. Vgl. Nasir 65 b u. Nid. 35 a. — M. und andere La haben אלעזר."
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+ "Wer einen Samenerguss wahrnimmt, kann Samenflusses wegen 24 Stunden lang nicht. Es handelt sich um die zweite Wahrnehmung, die sonst die Unreinheit des Flusses veranlasst. — Hier ist aber anzunehmen, dass der Fluss nur infolge des Ergusses, also eines äußeren Anlasses, eintrat. — Nach Ansicht des ersten, nichtgenannten Lehrern ist das bis 24 Stunden nach dem Samenerguss anzunehmen.",
+ "am selben Tage. Nur bis zum Abend.",
+ "kann sofort Samenflusses wegen unrein werden. Obwohl er noch als Nichtjude innerhalb der 24 letzten Stunden, bezw. am selben Tage Samenerguss gehabt hatte; s. Rosch u. Bart. — Nach R. Sa’adja in מ״ש meint die Mischna, dass er innerhalb der 24 Stunden. nachdem er noch als Nichtjude Samenerguss gehabt hatte, zweimal Samenfluss wahrnahm. Da der Samenerguss vor seinem Übertritt nicht gerechnet wird, gelten die Wahrnehmungen nicht als Folge des Samenergusses.",
+ "Bei. Wegen der Zeitspanne מעת לעת sind die folgenden Fälle angeführt, in denen sie auch von Bedeutung ist.",
+ "die Blut wahrnimmt. Und 24 Stunden rückwirkend als Menstruierende Heiliges verunreinigt. Vgl. Nid. I, 1.",
+ "und bei der die in Kindesnöten ist. Die innerhalb der 11 Tage nach der Menstruation während dreier Tage Blutungen hatte, dann aber 24 Stunden pausierte und dann gebar, dürfen wegen dieser Pause die Blutungen nicht als von den Wehen veranlasst betrachtet werden. Die Frau gilt deshalb als Gebärerin, die am Blutfluß leidet. Vgl. Nid. IV, 4. — Unsere Mischna hier folgt den dort von R. Elieser vertretenen Ansicht.",
+ "einen oder zwei Tage. Exod. 21, 21 אך אם יום או יומים יעמוד. S. Mechilta z. St. יום שהוא כיומים ויומים שהן כיום הא כיצד מעת לעת.",
+ "(lebt), gilt die Zeit von 24 Stunden. Wenn der Sklave noch 24 Stunden lebt, wird der Herr nicht getötet.",
+ "Wenn ein Hund Fleisch vom Leichnam gefressen, so gilt dieses während dreier Tage zu 24 Stunden wie in seinem ursprünglichen Zustand. Wenn das Fleisch innerhalb von 72 Stunden, nachdem es gefressen war, im Körper des Hundes gefunden wird, gilt es noch nicht als verdaut und verunreinigt als Fleisch eines Toten. S. a. Ohal. XI, 2. — Rasch u. Bart. lesen כברייתו (שיהא) והוא. Danach würde das Fleisch auch innerhalb der 72 Stunden nur dann verunreinigen, wenn es sich nicht verändert hat."
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+ "Der Samenflüssige verunreinigt das Lager. Levit. 15, 4. — Ebenso wie für den Samenflüssigen gilt diese Bestimmung für die am Blutfluß Leidende זבה (Levit. 15, 26), die Menstruierende נדה(15, 20,) die Gebärerin (vgl. 13, 2 u. 5). Betreffs des Aussätzigen מצורע od. מצורעת vgl. Sifra Mezora Par. 2 zu Levit. 14, 8 וכבס המטהר את בגדיו מלטמא משכב ומושב u. Tos. z. Jom. 6 b s. v. שמטמא. — Ebenso wie das Lager werden Sitz und Sattel verunreinigt; vgl. Levit. 15, 4 u. 9. Die gemeinsame Bezeichnung für Unreinheit des Lagers, Sitzes und Sattels ist die Unreinheit des Niederdrückens טומאת מדרס (vgl. Kel. XVIII, 6 f). Die Unreinheit wird vom unreinen Menschen auf das zum Lager, Sitz oder Sattel bestimmte Gerät auch ohne Berührung lediglich dadurch übertragen, dass der Unreine von ihm gehalten wird, mögen noch so viele Gegenstände zwischen dem Menschen und dem Gerät liegen. Vgl. hierzu Vorbemerkung zu Kelim, § 29 ff. — Über eine Besonderheit des Sattels s. das. § 33 und weiter Anm. 40.",
+ "dass es einen Menschen verunreinigt. Der durch es gehalten wird oder es berührt.",
+ "Kleider. Ebenso alle Geräte, mit Ausnahme der irdenen, die der durch das Lager oder den Sitz verunreinigte Mensch berührte, während er auf Lager und Sitz ruhte oder sie berührte. — Hinsichtlich des Sattels מרכב besteht die Erleichterung, dass der bisher Reine durch seine Berührung wohl selbst unrein wird, aber die Unreinheit nicht auf Geräte weiter überträgt. Trägt er aber den Sattel, so werden auch Kleider und während des Tragens berührte Geräte unrein, ebenso wie beim Tragen vom Lager und Sitz.",
+ "er steht. Auf ihm.",
+ "sitzt. Auf ihm.",
+ "liegt. Auf ihm.",
+ "hängt. Wenn der Samenflüssige in der einen Waagschale ist, Gegenstände, die als Lager, Sitz oder Sattel gelten können, in der anderen und sie heben durch ihr Übergewicht die Schale des Samenflüssigen. Dann ist es so, als ruhe er auf den Gegenständen, und er gibt ihnen den schweren Grad der Unreinheit. — Wenn aber der Samenflüssige durch seine Schwere die Gegenstände hochzieht, so trägt er sie, und sie haben nur den leichteren Grad der Unreinheit ראשון לטומאה, als hätte er sie berührt. Maim. הל׳ מטמאי משכב ומושב פ״ח הל׳ ו׳. S. a. weiter IV, 6 u. Sabb. 83 a Tos. s. v. הזב.",
+ "stützt sich. Auf ihm.",
+ "Und das Lager. Das durch den Samenflüssigen verunreinigt war. S. a. Anm. 38.",
+ "Kleider verunreinigt. Ebenso alle Geräte, mit Ausnahme der irdenen, die der durch das Lager oder den Sitz verunreinigte Mensch berührte, während er auf Lager und Sitz ruhte oder sie berührte. — Hinsichtlich des Sattels מרכב besteht die Erleichterung, dass der bisher Reine durch seine Berührung wohl selbst unrein wird, aber die Unreinheit nicht auf Geräte weiter überträgt. Trägt er aber den Sattel, so werden auch Kleider und während des Tragens berührte Geräte unrein, ebenso wie beim Tragen vom Lager und Sitz.",
+ "hängt. Wenn die zum Lager oder Sitz bestimmten Gegenstände, die durch den Samenflüssigen verunreinigt sind, in der einen Waagschale sind, ein bisher Reiner in der anderen, und die Waagschale mit den Gegenständen zieht den Menschen durch ihr Übergewicht in die Höhe. — Wenn der Mensch durch seine Schwere die Gegenstände hochzieht, erhält er ebenfalls den schweren Grad der Unreinheit, da er dann die Gegenstände trägt. Vgl. Anm. 45 und Maim. a. a. O.",
+ "stützt sich und durch Berührung und Tragen. Wenn er den zum Lager bestimmten Gegenstand trägt."
+ ]
+ ],
+ [
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+ "Wenn der Samenflüssige und der Reine auf einem Schiff. Auf einem kleinen Schiff, das durch die Bewegung eines Insassen ins Schaukeln kommt. Vgl. Mischna 3. Dasselbe gilt für das Floß und den Rücken des Tieres.",
+ "oder einem Flo. So Aruch. Nach Krauß, Lehnw. = esseda Wagen.",
+ "so sind sie. Die Kleider beider, auch des bisher Reinen; vgl. II, 4. Der bisher Reine selbst wird ebenfalls unrein, aber nicht מדרס, sondern היסט; s. v. Anm. 5.",
+ "midras. S. Abschnitt II, Anm. 38.",
+ "-unrein. Wenn der Reine vermittels des Schiffes, des Floßes oder des Tierrückens den Samenflüssigen bewegt, so ist es ebenso, als ob er ihn trägt. Er wird unrein schweren Grades אב הטומאה und durch ihn seine Kleider in leichterem Grade ראשון. Wenn der Samenflüssige den Reinen mit seinen Kleidern bewegt, so werden Mensch und Kleider unrein leichteren Grades. — Diese Verunreinigung durch Bewegung heißt טומאת היסט. Vgl. weiter V. 1 und Maim. הל׳ משכב ומושב פ״ח הל׳ ב׳]. — Hätte der Samenflüssige sich auf die Kleider des Reinen gesetzt, so würden sie als Sitz unrein schweren Grades טומאת מדרס Vgl. Ohal. I, 5. Aber auch wenn es nicht der Fall ist, aber die schweren Kleider des bisher Reinen hätten den Ausschlag gegeben, dass der Reine durch sein Übergewicht den Samenflüssigen bewegte, so ist es (nach Ansicht von Rosch zu IV, 1), als hätte der Samenflüssige auf ihnen geruht. Die Kleider wären dann unrein schweren Grades als Unterlage des Samenflüssigen מדרס הזב vgl. II, 4. — Maim. scheint dies mit Rücksicht auf IV, 7 nicht annehmen zu wollen. הל׳ משכב ומושב פ״ט הל׳ ד׳ sagt er nur שמא דרס weil vielleicht der Samenflüssige auf die Kleider getreten hat.",
+ "dem Querbalken. גשיש nach Maim. ein Holz, das man unter das Bett legt, wohl um es gegen die Feuchtigkeit des Erdbodens zu schützen. Nach dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar heißen die beiden Bretter, de das Brett zusammenhalten גשישים",
+ "auf einer Stange. אכלונס = כלונס (so in dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar) lange Stange. Vielleicht vom lat. columna.",
+ "wenn sie. Wenn die beiden Menschen",
+ "schaukelten. Hif. √חגר hin und her schaukeln, von חִגֵּר, wie ein Lahmer beim Gehen schwankt. Die Bedingung des Schaukelns bezieht sich auf alle in der Mischna angeführten Fälle.",
+ "waren sie auf einen schwachen Baum. Dessen Stamm nicht so dick ist, dass der Querschnitt die Grundfläche eines Viertel Kab umschreiben kann. Nach Bab. m. 105 b.",
+ "auf den schwachen Zweig. Der so dünn ist, dass man ihn mit der Hand umspannen kann; so Raschi Bab. m. 105b; s. a. Tos. das. s. v. כל Nach Maim. הל׳ משכב ומושב פ״ח הל׳ ז׳; den man mit der Hand herabbiegen kann.",
+ "auf eine ägyptische Leiter. Eine keine Leiter mit nur 4 Sprossen; s. Bab. b. 59 a.",
+ "wenn sie nicht mit einem Nagel festgeschlagen. An eine Wand.",
+ "auf das Brückenbrett. Nach dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar: Ein Brett, das man vom Festland auf das Schiff zum Ein- und Aussteigen legt, wie Sabb. VI, 8. Da sich die Bemerkung בזמן שאין עשוין בטיט wohl auch auf כבש bezieht, ist es wohl eine schräg aufsteigende Rampe, die zuweilen fest an ein Gebäude angebaut wird. S. Rosch.",
+ "auf die Tür. Nach א״ר: Falltür, die auf dem Boden, des oberen Stockwerkes liegt, durch die man in das untere hinabsteigt.",
+ "wenn sie nicht mit Lehm eingemauert. So dass sie sich unter der Last der Menschen bewegen.",
+ "so sind sie unrein. Vgl. Anm. 5. Nach der dort angeführten Ansicht, dass die Kleider des Reinen, die den Ausschlag geben, dass der Reine den Samenflüssigen bewegt, als dessen Unterlage gelten und midras-unrein sind, trifft dies auch in allen Fällen der Mischna zu. Das Wort מדרס wäre zu ergänzen. — Wenn aber der Midras-Charakter der Kleider des Reinen in den drei ersten Fällen der Mischna nur auf der Befürchtung beruht, bei dem längeren Nebeneinandersitzen könnte der Samenflüssige vielleicht doch einmal auf den Kleidern des Reinen gesessen oder auf sie getreten haben, dann ist in den übrigen Fällen der Mischna von Midras-Unreinheit keine Rede, weil hier die beiden Menschen nur kurz neben einander saßen oder standen. Es handelt sich hier nur um Übertragung der Unreinheit durch Bewegung טומאת היסט. Der Reine und seine Kleider werden also nur unrein leichteren Grades. S. מ״א.",
+ "für rein. Nach R. Elia aus Wilna (in seinen der Wilnaer Talmudausgabe beigedruckten Bemerkungen) erklärt R. Jehuda den bisher Reinen nur in den drei letzten Fällen für rein. R. Jehuda meint wohl, dass Brückenbrett, Balken und Tür durch das Betreten nicht wesentlich bewegt werden."
+ ],
+ [
+ "Wenn sie. Der Samenflüssige und der Reine.",
+ " So ist der bisher Reine unrein. Nach Rosch handelt es sich um טומאת מדרס; nach Maim. um טומאת היסט S. a. Anm. 5 und 17.",
+ "Aber die Weisen. Die vorher genannte Ansicht ist die eines einzelnen Tanna, wohl die des am Ende der vorigen Mischna erwähnten R. Jehuda. S. a. Anm, 25.",
+ "Nur wenn der eine schließt. Zu schließen, bezw. zu öffnen sucht. Nur dann setzen sie sich gegenseitig in Bewegung.",
+ "und der andere öffnet. Zu schließen, bezw. zu öffnen sucht. Nur dann setzen sie sich gegenseitig in Bewegung.",
+ " Vgl. Anm. 20. — Auch wenn der Unreine den Reinen hochzieht, betrachtet man es so, als ob er auf ihm ruhe, weil er oben, der Reine unten ist (Rosch).",
+ "Nur wenn der Reine den Unreinen hochzieht. Denn nur dann wird der Unreine wirklich durch den Reinen gehalten. — Aber auch, wenn der Unreine zieht, werden der Reine und seine Kleider als Last des Samenflüssigen unrein leichten Grades. (Rosch.)",
+ " Vgl. Anm. 20. — Auch wenn sie den Strick zur selben Seite ziehen, gilt der Reine als den Unreinen ziehend. — Der Autor dieses Satzes ist wohl der vorher genannte R. Jehuda. S. a. Anm. 21.",
+ "Simon erklärt in allen Fällen. Wohl beim Flechten, Weben und beim Mahlen in einer großen Mühle. In all diesen Fällen ist nach Ansicht R. Simons die körperliche Arbeit nicht so schwer, dass man fürchten müsste, bei der Anstrengung des Arbeitens hätte der eine den anderen gezogen.",
+ "wenn sie mit einer Handmühle. Nach Tosefta IV, 2 auch bei einer durch einen Esel getriebenen Mühle.",
+ "mahlen. Weil hier starke körperliche Anstrengung nötig ist. Vgl. Anm. 26.",
+ "falls die Last schwer. Auch wenn die Last schwer ist. So Raschi Nid. 7a, Rasch, Rosch. — Nach Tos. Nid. 7 a bezieht sich וכולן gerade auf die Fälle, dass die Last leicht ist.— Maim. bezieht es auf alle seit Beginn des Abschnittes angeführte Fälle; s. oben.",
+ "Sie alle. Auch wenn die Last schwer ist. So Raschi Nid. 7a, Rasch, Rosch. — Nach Tos. Nid. 7 a bezieht sich וכולן gerade auf die Fälle, dass die Last leicht ist.— Maim. bezieht es auf alle seit Beginn des Abschnittes angeführte Fälle; s. oben.",
+ "sind rein. Da es sich nicht um zweifellose Verunreinigungen handelt.",
+ "für die Gemeindemitglieder. Die darauf achten, auch die nicht heiligen Speisen im reinen Zustand zu genießen. Sie brauchen sich in den angeführten Fällen nicht als unrein zu betrachten; wer aber Priesterhebe oder Speisen noch höheren Heiligkeitsgrades genießt, ist hierzu verpflichtet. Zu בני הכנסת s. a. Bechor. V, 5 u. Tos. Nid. 7 a s. v. וכולן — Maim. liest בית הכנסת und erklärt: sie brauchen in der Synagoge nicht auf den für die Aussätzigen und Samenflüssigen bestimmten Plätzen zu stehen."
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+ "auf dem Querbalken. גשיש nach Maim. ein Holz, das man unter das Bett legt, wohl um es gegen die Feuchtigkeit des Erdbodens zu schützen. Nach dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar heißen die beiden Bretter, de das Brett zusammenhalten גשישים",
+ "auf einer Stange. אכלונס = כלונס (so in dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar) lange Stange. Vielleicht vom lat. columna.",
+ "wenn sie. Wenn die beiden Menschen",
+ "waren sie auf einen starken Baum. Dicker, als in Anm. 10 u. 11 angegeben ist.",
+ "gestiegen auf einen starken. Dicker, als in Anm. 10 u. 11 angegeben ist.",
+ "auf eine tyrische. Die mindestens 4 Sprossen hat und sich infolge ihres Eigengewichtes nicht unter der Last eines Menschen bewegt.",
+ "Leiter oder eine ägyptische. Eine keine Leiter mit nur 4 Sprossen; s. Bab. b. 59 a.",
+ "wenn sie mit einem Nagel festgeschlagen ist. Sich daher nicht unter der Last eines Menschen bewegt.",
+ "auf ein Brückenbrett. Nach dem R. Hai zugeschriebenen Kommentar: Ein Brett, das man vom Festland auf das Schiff zum Ein- und Aussteigen legt, wie Sabb. VI, 8. Da sich die Bemerkung בזמן שאין עשוין בטיט wohl auch auf כבש bezieht, ist es wohl eine schräg aufsteigende Rampe, die zuweilen fest an ein Gebäude angebaut wird. S. Rosch.",
+ "auf einen Balken und auf eine Tür. Nach א״ר: Falltür, die auf dem Boden, des oberen Stockwerkes liegt, durch die man in das untere hinabsteigt.",
+ "wenn sie mit Lehm eingemauert sind. Sich daher nicht unter der Last eines Menschen bewegt.",
+ "so bleiben sie. Der Reine und seine Kleider.",
+ "Wenn der Reine den Unreinen. Samenflüssigen.",
+ "so bleibt er rein. Von der schweren Unreinheit wird aber mit seinen Kleidern unrein leichteren Grades ראשון לטומאה weil er und die Kleider als vom Samenflüssigen getragen gelten. S. Anm. 5.",
+ "so wird dieser unrein. Unrein schweren Grades.",
+ "so würde der Unreine fallen. Daher gilt er als Träger des Samenflüssigen, und seine Kleider wohl als dessen Unterlage. S. Anm. 5."
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+ "Wenn eine Menstruierende mit einer Reinen auf einem Sofa. Das unter der Last der auf ihm sitzenden Frauen nachgibt.",
+ "das Kopftuch. Auch nach Kel. XXVIII, 5 kann כפה midras-unrein werden. Es ist also wohl ein Tuch, das um den Kopf gebunden wird, das aber auch zum Daraufsitzen verwendet werden kann. — S. a. Ben Jeh., Thes. 2883.",
+ "auf ihrem. Der reinen Frau.",
+ "Kopfe midras-unrein. Vgl. III, 1 und Anm. 5. — Die Kleider der Reinen können durch ihr Übergewicht einmal den Ausschlag geben, dass die Menstruierende bewegt wird, dann werden sie wie das Lager der Menstruierenden betrachtet und werden sämtlich, also auch das Kopftuch, midras-unrein. Nach Maimonides streitet R. Josua gegen die Mischna III, 1. Nach Ansicht der dort nicht ausdrücklich genannten Weisen ist nur bei den eigentlichen Kleidern des reinen Menschen zu befürchten, dass der unreine sich auf sie setzt, nicht aber beim Kopftuch. Vielleicht ist auch nach Maimonides R. Josua der Meinung, dass die Kleider des reinen Menschen midras-unrein werden, wenn sie den Ausschlag für die Bewegung des unreinen geben. Vgl. מ״א.",
+ "die Geräte oben am Mastbaum midras-unrein. Weil sie einmal den Ausschlag für die Bewegung der Menstruierenden geben können. S. a. Anm. 4.",
+ "Nimmt sie. Die Menstruierende.",
+ "so sind sie unrein. Midras-unrein.",
+ "falls ihre Last schwer ist. Weil die Menstruierende dann von den schweren Kleidern nieder gezogen wird. Sie werden dann wie ihre Unterlage betrachtet.",
+ "sind sie rein. Nicht midras-unrein, aber unrein leichten Grades als Last der Menstruierenden.",
+ "Hat ein Samenflüssiger auf einen Balken. כצוצרא wie גזוזטרא.",
+ "so bleibt er rein. Da der Balken sich durch den Schlag nicht wirklich bewegt, ist der Laib nur ganz mittelbar durch den Samenflüssigen herabgeworfen, gilt deshalb nicht als vom Samenflüssigen bewegt."
+ ],
+ [
+ "Hat er auf den Balken. Dachbalken.",
+ "auf den Rahmen. Eines Fensters oder einer Tür.",
+ "mit Stricken befestigt. An der Wand Trotzdem es nur mit Stricken befestigt ist, ist es so fest, dass das herunterfallende Brot nur mittelbar durch den Samenflüssigen zum Fall gebracht wird.",
+ "auf den Ofen, den Kasten (der Mühle. Nach Maim.: Kasten zur Aufnahme des Mehles, der in den Erdboden gebaut ist; s. a. Krauß, Arch. I, 97. Nach Rasch und Rosch ist es der Behälter der Ölpresse. So a. Bab. b. IV, 5.",
+ "den Kegel. אצטרובלא = στρόβιλος. Der Kegel des unteren Mühlsteins (Krauß, Arch. I, 97. S. a. Bab. b. IV, 3.) Vielleicht dient er hier als Bezeichnung des ganzen unteren Mühlsteines. — Nach Rosch gehört איצטרובלא auch zur Handmühle. Er ruht auf dem חמור.",
+ "den Esel. Bezeichnung des hölzernen Untersatzes der Handmühle.",
+ "das Ma. Eigentlich das Hohlmaß „Seah“. Hier ist es der große, zum Teil in den Erdboden eingebaute Behälter, in den das ausgepresste Oel fließt.",
+ "der Oelmühle. Und ein darauf liegender Laib Brot fällt herunter, so bleibt er rein. Vgl. Anm. 11.",
+ "so ist er. Der Laib Brot.",
+ "rein. S. Anm. 11."
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+ [
+ "auf den Riegel. Der Pflock, der in die Schwelle geschoben wird.",
+ "auf das Schloss. Der Querbalken, der vor die Tür gelegt wird. (Krauß, Arch. I, 40.)",
+ "auf den Mühlenkorb. קלת vielleicht κάλαϑος Korb. Nach Maim. zu Bab. b. IV, 3 und Rosch ist קלת eine runde hölzerne Einfassung der Mühle.",
+ "auf einen schwachen Zweig an einem starken Baum. Vgl. III, 1.",
+ "auf eine ägyptische Leiter. Vgl. III, 1.",
+ "auf das Brückenbrett. Der Laib Brot.",
+ "auf den Balken und auf die Tür. הדלת ist hier überflüssig, da die Mischna damit beginnt. Die Wiederholung beruht darauf, dass in III, 1 auf die dort und hier angeführten Gegenstände הדלת folgt (Rosch).",
+ "so sind sie unrein. טמאים steht wohl statt טמא in Angleichung an III, 1. Die in der Mischna angeführten Gegenstände können nicht unrein werden (מ״א). Unrein wird aber das Brot, das auf ihnen lag und durch den Schlag des Samenflüssigen hinabfällt. Weil all die hier angeführten Gegenstände durch den Samenflüssigen wirklich bewegt werden, gilt auch das Brot als von ihm bewegt und wird unrein טומאת היסט. Vgl. hierzu Maim. הל׳ משכב ומושב פ״ט ה״א. — מ״א meint, die Mehrzahl טמאים wolle vielleicht andeuten, dass alle Brotlaibe, die auf den Gegenständen lagen, unrein werden, auch die, die nicht herabfielen.",
+ "den Kasten und den Schrank. Es handelt sich um שידה תיבה ומגדל, die mindestens 40 Sea umfassen, so dass sie selbst nach Kel. XV, 1 nicht unrein werden können. Bei kleinerem Umfang würden sie selbst auch nach R. Nechemjas und R. Simons Ansicht unrein. Der Streit geht auch hier darum, ob die Brote, die auf oder in ihnen lagen, unrein werden. — Diese drei Gegenstände werden deshalb gesondert behandelt, weil bei ihnen R. Nechemja und R. Simon eine andere Ansicht haben. Vgl. Rasch.",
+ "so sind sie unrein. Vgl. die vorige Anm. — טמאים steht hier wohl in Angleichung an die vorangehende Mehrzahl טמאים. S. Anm. 27.",
+ "Simon erklären in diesen Fällen. Bei שידה תיבה ומגדל. Wegen ihrer Größe ist nicht anzunehmen, dass sie durch den Schlag wirklich bewegt werden, so dass die herabfallenden Brote nicht als unmittelbar vom Samenflüssigen herabgeworfen gelten."
+ ],
+ [
+ "Lag ein Samenflüssiger auf fünf Bänken oder auf fünf Säcken. פונדיוח pl. von פונדה = funda, eigentlich Geldbeutel; s. a. Raschi Sabb. 93 a.",
+ "ihrer Länge nach. Sie lagen in gleicher Richtung wie sein Körper.",
+ "so sind sie unrein. Da mit Sicherheit anzunehmen ist, dass der größte Teil seines Körpers auf jeder Bank oder jedem Sack einmal lag.",
+ "Ihrer Breite nach. Wenn der Unreine quer auf ihnen lag.",
+ "so sind sie rein. Sie werden nicht als Lager des Samenflüssigen unrein schweren Grades, da keine Bank oder kein Sack den größten Teil des Körpers trug; s. a. Sabb. 93a. Tos. s. v. לאורכן Doch werden sie unrein leichten Grades durch die Berührung des Samenflüssigen oder seiner Kleider die nach Ohal. I, 5 als sein Lager unrein wurden. מ״א.",
+ "Schlief er. Quer liegend.",
+ "so dass er sich vielleicht auf ihnen umgewendet hat. Und zeitweise mit dem Hauptteil seines Körpers längs auf einer Bank oder einem Sack lag.",
+ "so sind sie unrein. Da der Schlafende in der Regel seine Lage verändert, kann man hier nicht den Grundsatz (Toh. III, 5) anwenden, dass man bei Beurteilung von etwaiger Unreinheit sich nach dem jeweiligen Befund richtet. — Der Schlafende gilt als jemand, der ein Urteil hat, auf Anfrage zu antworten. (So nach der von Rasch zu Toh. III, 6 richtig zitierten Tosefta III, 11 הסומא והישן והמהלך בלילה ספקו טמא מפני שיש בו דעת להשאל). Daher gelten die Bänke oder Säcke, wenn sie sich im Privatbezirk רה״י befinden, als unrein. S. מ״א.",
+ "Lag er auf sechs Stühlen. Die meisten Erklärer lesen wie unsere Ausgaben כסיות, fassen den Ausdruck aber als pl. von כסא. Ed. Vened. hat כסאות, L. כיסאות. Maim. erklärt aber: lederne Geräte zum Sichhinlegen.",
+ "so ist nur der unter seinem Rumpfe unrein. Nur dieser Stuhl gilt als Lager des Samenflüssigen, da er das Hauptgewicht des Körpers trug. Doch auch die anderen werden unrein leichten Grades; vgl. Anm. 35.",
+ "wenn sie von einander entfernt. So dass er die Körperlast sich auf beide Stühle in gleicher Weise verteilen musste. Standen die Stühle dicht nebeneinander, so kann zeitweise die Hauptlast des Körpers auf einem Stuhl geruht haben. Rosch. — Aber nach Ansicht der anderen Weisen werden die Stühle auch dann unrein, wenn die Körperlast sich in gleicher Weise verteilte. Weil kein Stuhl die Hauptlast des Körpers allein tragen konnte, wird immer der andere so betrachtet, als hätte er sie getragen. Nach R. Simon gilt kein Stuhl als Träger, weil keiner allein den Samenflüssigen tragen kann. Wie Sabb. X, 5 streiten die Weisen und R. Simon über den Fall זה אינו יכול וזה אינר יכול. — Nach einer anderen Erklärung kann als Lager des Samenflüssigen nur der Gegenstand unrein werden, der seine Hauptlast trägt שיעור זיבה. S. Rasch u. Rosch zu Mischna 7.",
+ "so sind sie rein. Von der Lagerunreinheit; s. a. Anm. 35."
+ ],
+ [
+ "Lagen zehn. Oder auch mehr. Die Zahl zehn ist nur Beispiel für viel.",
+ "so sind sie alle unrein. Da sie alle Unterlagen des Samenflüssigen waren.",
+ "so sind sie rein. Von der schweren Lagerunreinheit, sind aber als Last des Samenflüssigen unrein leichten Grades טומאת היסט.",
+ "so sind sie unrein. Schweren Grades. Da sie den Samenflüssigen hinaufziehen, gelten sie als seine Unterlage. Vgl. II, 4.",
+ "War es ein einziger Gegenstand. Der durch sein Übergewicht den Samenflüssigen hinaufzog.",
+ "trug. Vgl. Anm. 41."
+ ],
+ [
+ "so sind sie unrein. Leichten Grades als Last des Samenflüssigen. Wenn die Speisen und Getränke das Übergewicht haben, erhalten sie zwar nicht die Lagerunreinheit, die nur auf Geräten ruhen kann, die zum Lager oder Sitz des Menschen geeignet sind, doch gelten sie immerhin als Last des Samenflüssigen, weil sie ohne sein Gegengewicht sofort zur Erde sinken würden. S. Rosch. — S. aber Sabb. 83 a/b, wo es heißt כרעו הן טהורין, was Raschi mit der Mischna V, 2 erklärt כל שהזב נישא עליו טהור (כצ״ל) חוץ מן הראוי למשכב ומושב והאדם, — א״ר korrigiert nach Sabb. 83.",
+ "Aber bei dem Toten. In der einen Waagschale, während in der anderen Lager- und Sitzgeräte oder Speisen und Getränke sind, gleichgültig, welche Waagschale das Übergewicht hat.",
+ "ausgenommen der Mensch. Er wird als Träger der Unreinheit unrein. Wenn er das Übergewicht gegenüber den Toten hat, gilt er als sein Träger. (Rasch, Rosch). — Nach der in Anm. 49 angeführten Erklärung von Rosch müsste der Lebende auch dann als Träger des Toten gelten, wenn dieser das Übergewicht hat, weil der Tote ohne das Gewicht des Lebenden sofort zur Erde sinken würde.",
+ "Dies ist eine Erschwerung bei dem Samenflüssigen gegenüber dem Toten. Die Übersetzung folgt dem Texte bei Maim. זה חומר בזב מבמת וחומר שוב בזב מבמת שהזב עושה כו׳ da unser Text nur durch den Zusatz ושוב חומר בזב מבמת verständlicher wird, ohne dass dann die bei Maim. fehlenden Worte חומר במת מבזב ihre Erklärung finden.",
+ "Außerdem. Außer den Fällen der beiden Waagschalen.",
+ "von Lager und Sitz. Auch wenn er mit Lager und Sitz nicht in Berührung kommt; vgl. die vorige Mischna.",
+ "so dass sie Mensch und Kleider verunreinigen. Lager und Sitz des Samenflüssigen verunreinigen den Menschen, der auf ihnen liegt, sitzt oder steht, auch ohne dass er sie berührt, oder der sie berührt, auch ohne auf ihnen zu sitzen. Mit den Menschen werden seine Kleider unrein oder auch andere Gegenstände, die er berührt, während er auf dem Lager und Sitz weilt oder es berührt. Vgl. Vorbemerkung zu Kelim § 32.",
+ "der Auflage. מדף nach Nid. 4b wie נדף עלה verwehtes Blatt Levit. 26, 36. Nach Raschi das. eine Unreinheit leichten Grades. — Maim. verwirft die Nid. 4b gegebene Ableitung, die er für einen saboräischen Zusatz hält. Er erklärt מדף nach ריחו נודף „sein Duft breitet sich aus“ in übertragenem Sinn: die Unreinheit wirkt weit trotz vieler Scheidewände. — Ben Jehuda, Thesaurus, sieht in מדף ursprünglich das Kel. XXIII, 5 angeführte Gerät des Vogelstellers. Nach geonäischer Erklärung ist es ein schrägstehendes Brett, unter dem Körner oder Brotkrumen zum Anlocken der Vögel liegen. Dieses den Körnern aufliegende Brett gab dann die Bezeichnung für die auf dem Samenflüssigen Gegenstände nach Analogie von משכב ומושב, die die zum Lager und Sitz geeigneten Gegenstände unter ihm bezeichnen. — Die Unreinheit der Auflage des Samenflüssigen טומאת מדף ist Unreinheit leichteren Grades ראשון לטומאה Sie trifft Geräte oder Speisen und Getränke, die unmittelbar oder mittelbar auf dem Samenflüssigen liegen. Sie können ihrerseits nur Speisen und Getränke verunreinigen, nicht Menschen oder Geräte. — Nach Maim. הל׳ משכב ומושב ו׳ ג׳ ist טומאת מדף nur rabbinisch; s. dagegen Rabed z. St. und Raschi zu Nid. 4b S. a. zu Para X, 1.",
+ "die der Tote nicht veranlasst. Abgesehen von der Zeltunreinheit wird Totenunreinheit nur durch Berührung übertragen. Vgl. Ohal. I. — Wenn unter oder über dem Toten ein Brett die Zeltunreinheit unterbricht, so wirkt die Totenunreinheit auch dann nicht auf die Gegenstände auf der anderen Seite des Brettes, wenn dieses so dünn ist, dass es unter der Last des Toten oder der Gegenstände nachgibt. — Auch wenn ein Gerät durch Zeltunreinheit unrein אב הטומאה wird, so werden die Kleider des Menschen, der auf ihm sitzt oder ihn berührt, nicht unrein, falls sie selbst das Gerät nicht berühren.",
+ "dass der Tote Zeltunreinheit. S. Vorbemerk, zu Kelim § 27."
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+ "und vier Tücher lagen unter den vier Füßen. Unter jedem Fuße ein Tuch.",
+ "stehen kann. Die Last des Samenflüssigen muss sich also auf alle vier Füße verteilen. S. Anm. 35 u. 41.",
+ "Simon für rein. Wie in Mischna 4. — Doch werden die Tücher wohl unrein leichteren Grades durch die Berührung mit dem Sofa; vgl. Anm, 35.",
+ "Ritt. Gemeint ist: er saß auf dem stehenden Pferde; denn wenn das Pferd ging, so heb es doch einen Fuß, so dass es auf drei Füßen ruhte. Tosaf. zu Sabb. 93a s. v. חיה.",
+ "er auf einem Tiere und vier Tücher lagen unter den vier Füßen des Tieres. Unter jedem Fuße ein Tuch.",
+ "stehen kann. Jeder einzelne Fuß gilt nur als Unterstützung für die drei wirklich tragenden. — Obwohl es sicher ist, dass drei Füße tragen, lässt sich nicht entscheiden, welche drei als Träger zu gelten haben und welche nicht. Man kann daher keines der bis jetzt reinen Tücher für unrein erklären. S. Maim. הל׳ משכב ומושב פ׳ז הל׳ ו׳.",
+ "so ist es unrein. Dieses Tuch lag sicher unter einem tragenden Fuß.",
+ "da der Stützpunkt des Pferdes auf seinen Hinterfüßen und der Stützpunkt des Esels auf seinen Vorderfüßen ruht. Sabb. 93b hat: ר׳ יוסי אומר הסוס מטמא על ידיו החמור על רגליו שמשענת הסוס על ידיו וחמור על רגליו — Nach unserer Lesart sagt R. Jose: Auch wenn unter jedem Fuße ein besonderes Tuch lag, so sind die beiden Tücher unter den Hinterfüßen des Pferdes und den Vorderfüßen des Esels unrein. Rosch; s. a. Tosaf. zu Sabb. 93b s. v. שמשענת.",
+ "so sind die Geräte im Presskorb unrein. Auch wenn der Samenflüssige nicht auf dem Teil des Balkens sitzt, der auf die Geräten im Korbe drückt, sondern auf einem anderen Teil und nur mittelbar durch den ihnen aufliegenden Balkenteil auf die Geräte drückt א״ר. S. a. Toh. 79.",
+ "auf der Presse des Wäschers. Nach Tosefta IV, 9 liegen zwischen den beiden Holzbrettern der Presse Steinchen, so dass das obere Brett der Presse nicht fest auf die Wäsche drückt, die nicht fest gepresst, sondern nur gefaltet werden soll. (Vgl. כ״מ משכב ומושב ו׳ ז׳.) Daher meinen die Weisen, dass der Samenflüssige nicht als auf der Wäsche sitzend gilt. R. Nechemja betrachtet ihn trotz der Steinchen als auf der Wäsche sitzend."
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+ "verunreinigt Speisen und Getränke und tauchfähige Geräte. Der Ausdruck שטף bedeutet: Abspülen mit Wasser zwecks Reinigung; vgl. וכל כלי עץ ישטף במים Levit. 15, 12. Unter כלי שטף sind alle Geräte verstanden, die durch Untertauchen in ein Tauchbad oder eine Quelle gereinigt werden können. Das sind alle zur Verunreinigung befähigten Geräte mit Ausnahme der irdenen. Vgl. Raschi zu Chul. 25a s. v. כלי שטף.",
+ "durch Be-Berührung. Wenn der Mensch sie berührt, während er selbst mit dem Samenflüssigen in Verbindung stößt. Er selbst ist nur unrein leichten Grades ראשון לטומאה überträgt aber den gleichen Grad der Unreinheit auf die Gegenstände, die er z. Zt. der Verunreinigung berührt.",
+ "aber nicht durch Tragen. Wenn er sie beim Tragen nicht berührt, werden sie nicht unrein, auch wenn er sie während seiner Verbindung mit dem Samenflüssigen trägt.",
+ "der Kleider. Oder andere Geräte; s. Anm. 1.",
+ "während seiner Berührung. Während er den Samenflüssigen, die am Blutfluß Leidende, die Menstruierende, die Gebärerin, ihr Lager und ihren Sitz berührt S. a. II, 38. Wer aber ihr Reitzeug berührt, verunreinigt keine Geräte; vgl. Anm. 61. — S. a. Anm. 74.",
+ "und Hände. Eines andern Menschen; der übrige Körper bleibt rein.",
+ "ersten Grades werden. Da nach rabbinischer Vorschrift Flüssigkeiten immer unrein ersten Grades werden, sogar wenn sie durch Unreinheit zweiten Grades verunreinigt wurden.",
+ "verunreinigt aber nicht Kleider. Oder andere Geräte, da sie — mit Ausnahme des den Samenflüssigen usw. noch Berührenden — nur durch eine Unreinheit schweren Grades אב הטומאה verunreinigt werden können."
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+ "ist unrein. Auch ohne von ihm berührt zu werden, auch wenn noch soviel zwischen dem Samenflüssigen und dem getragenen Gegenstand liegt.",
+ "die zum Lager und Sitz. Und zum Reitzeug; vgl. Erubin 27a. Aber andere Gegenstände, die nicht zur Unterlage des Samenflüssigen bestimmt sind, bleiben rein. Selbst wenn er auf ihnen sitzt oder liegt, gelten sie nicht als sein Ruheplatz. Um sie zu ihrer wirklichen Bestimmung zu benutzen, würde man dem Samenflüssigen sagen, er soll aufstehen. עמוד ונעשה מלאכתנו. S. Sabb. 59 a.",
+ "geeignet sind und des Menschen. So die richtige Lesart והאדם. Der Mensch wird als Träger des Samenflüssigen unrein leichten ersten Grades ראשון לטומאה.",
+ "Wenn der Finger eines Samenflüssigen unter der Steinmauer liegt. Und die Mauer auf den Finger drückt. Würde der Finger in einem Hohlraum unter den Steinen liegen, so würde er das, was auf der Mauer ist, nicht verunreinigen. S. Tos. zu Nid. 55a s. v. אבן a. E.",
+ "untauglich. Solange der bisher reine Mensch über dem Finger des Samenflüssigen auf der Mauer ist, gilt er als unrein schweren Grades אב הטומאה, so dass das von ihm Berührte, mit Ausnahme des Menschen und des irdenen Gerätes (s. Mischna 1), unrein leichten ersten Grades ראשון wird und seinerseits Speisen unrein zweiten Grades שני macht. Durch Berührung mit solchen Speisen wird Priesterhebe untauglich zum Genuss.",
+ "Ist er getrennt. Ist der bisher Reine von der Mauer gestiegen, oder hat der Samenflüssige seinen Finger herausgezogen. — Unsere Mischna folgt der Ansicht des mit R. Simon streitenden Lehrers in Mischna 4.",
+ "so verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. Der bisher Reine ist dann nur noch unrein leichten ersten Grades, so dass die von ihm berührte Speise nur unrein zweiten Grades wird. Betreffs Getränke s. Anm. 7.",
+ "Ist der Unreine oben und der Reine unten. Auch wenn nur der Finger des Reinen unter der Mauer liegt, gilt der bisher Reine als Träger des Samenflüssigen. S. a. oben Anm. 13—16.",
+ "Ist er getrennt. Hat der Reine den Finger unter der Mauer hinweggezogen, oder ist der Samenflüssige herabgestiegen.",
+ "Auflage. Vgl. IV, Anm. 56. Alle weder zum Lager noch zum Sitz oder Reitzeug geeigneten Geräte, heißen: (nur) zur Auflage geeignet.",
+ "oben. Und der Finger des Samenflüssigen unten.",
+ "so verunreinigen sie zwei. So haben die meisten Ausgaben מטמאין שנים; so liest auch Maim. im Kommentar. Danach hätten auch Speisen Unreinheit schweren Grades, so dass sie den von ihnen berührten Gegenstand unrein leichten ersten Grades machen, während sonst Speisen nur unrein leichten ersten Grades sein können und andere Speisen nur unrein zweiten Grades machen. — S. aber תוי״ט, der mit Rasch und Rosch מטמאין אחד liest und darauf aufmerksam macht, dass Maim. in Mischne Tora הל׳ משכב ומושב ו׳ ה׳ ebenfalls so las. So hat auch משנה כסף z. St., während Rabed מטמאין שנים zu lesen scheint. — L. hat מטמאין אחד So liest auch R. Elijahu aus Wilna.",
+ "Sind sie getrennt. Dass sie oder der Samenflüssige von der Mauer entfernt sind.",
+ "so verunreinigen sie einen Grad und machen einen untauglich. Sie gelten selbst nur als unrein leichten ersten Grades, so dass die von ihnen berührte Speise nur unrein zweiten Grades werden.",
+ "so verunreinigen sie zwei Grade und machen einen untauglich. Solche Geräte gelten immer als Lager oder Sitz des Samenflüssigen, auch wenn zwischen ihnen und ihm schwere Steine (אבן מסמא) liegen. Vgl. Maim. הל׳ משכב ומושב ו׳ ה׳ und Tos. Nid. 55a .s v. אבן. — Das gleiche gilt im allgemeinen auch für Geräte, die als Reitzeug מרכב dienen können. Vgl. Kel. I, 3. Nur werden die Kleider des Menschen, der das unreine Reitzeug berührt, nicht unrein. Maim. Kel. I. 3 und הל׳ משכב ומושב ו׳ ב׳. S. a. II, 40.",
+ "Sind sie getrennt. In dieser Hinsicht ist die Unreinheit der zum Lager und Sitz (und Reitzeug) geeigneten Geräte schwerer als die des Menschen.",
+ "so verunreinigen sie zwei Grade und machen einen untauglich. Sie gelten selbst nur als unrein leichten ersten Grades, so dass die von ihnen berührte Speise nur unrein zweiten Grades werden.",
+ "Auflage. Vgl. IV, Anm. 56. Alle weder zum Lager noch zum Sitz oder Reitzeug geeigneten Geräte, heißen: (nur) zur Auflage geeignet.",
+ "so sind sie rein. Sie gelten weder als Lager noch als Träger des Samenflüssigen. Da sie auch nicht von ihm berührt werden, bleiben sie rein."
+ ],
+ [
+ "Weil. Speisen, Getränke und nicht zur Unterlage des Samenflüssigen geeignete Geräte, die unter ihm liegen, bleiben rein, weil die Weisen die allgemeine Regel angeben, dass Gegenstände, die irgend eine Unreinheit tragen, ohne sie zu berühren, rein bleiben. Als Beispiel hierfür werden das durch den Samenflüssigen verunreinigte Lager und das Aas angeführt. So wie Gegenstände die unter dem unreinen Lager oder dem Aas liegen, rein bleiben, so auch die unter dem Samenflüssigen liegenden Gegenstände, (sofern sie nicht als sein Lager, Sitz oder Reitzeug dienen können). א״ר.",
+ "was trägt. Den als Lager des Samenflüssigen verunreinigten Gegenstand trägt.",
+ "außer dem Menschen. Er wird unrein, wenn er den als Lager verunreinigten Gegenstand trägt, auch ohne ihn zu berühren, oder wenn er auch nur mittelbar auf dem Lager sitzt, wenn z. B. ein Stein auf dem Lager liegt und der Mensch auf ihm sitzt.",
+ "was trägt. Das Aas trägt.",
+ "bewegt. S. Kelim I, 2. — Nach Rasch und Rosch wird der Mensch durch bloßes Tragen des Aases nicht unrein, sondern nur wenn er sich oder das Aas bewegt. Nach Maim. wird man auch ohne Bewegung, durch bloßes Tragen des Aases unrein, aber wenn der Mensch auf dem Aas ist, wird er nur unrein, wenn er es bewegt. Nach הל׳ טומאת מת א׳ ז׳ wird man durch bloßes Bewegen des Aases unrein, ohne dass man auf ihm steht oder es berührt. Bewegen fällt unter den Begriff des Tragens. S. die folgende Anm.",
+ "auch wer trägt. Entsprechend Chul. 124 b verunreinigt nach dem ersten nicht genannten Lehrer das bloße Bewegen, während R. Elieser nur den Menschen für unrein erklärt, der es gleichzeitig trägt und bewegt. אף הנושא wird dort geändert oder erläutert: והוא דנישא, wenn es auch getragen wird. So nach Maim. u. Rasch; s. a. תוי״ט.",
+ "Alles was trägt. Den Toten.",
+ "ist rein, außer, wenn (es oder er. Der Gegenstand über dem Toten oder dieser über dem Gegenstand.",
+ "ein Zelt bildet. Das ist nicht der Fall, wenn ein Brett zwischen dem Gegenstand und dem Toten die Zeltunreinheit vom Gegenstand abhält. Vgl. IV, 6 und Anm. 57.",
+ "bewegt. Wenn der Mensch die Totenunreinheit auch nur mittelbar bewegt, auch ohne sie zu berühren, wird er unrein. Wenn er aber auf ihr ruht oder sie trägt, ohne sie zu bewegen, bleibt er rein, falls die Zeltunreinheit durch ein Brett abgehalten wird. So nach Rasch und Rosch. Aber nach Maim. wird der Mensch, der eine Totenunreinheit trägt, unrein, auch ohne sie zu bewegen. S. a. הל׳ טומאת מת א׳ ז׳."
+ ],
+ [
+ "Liegt ein Teil. Auch nur der kleine Finger.",
+ "des Unreinen. Des Samenflüssigen. Der Tote verunreinigt nach Rasch und Rosch nicht, ohne bewegt zu werden, nach Maim. wenigstens dann nicht, wenn er unter dem Reinen liegt. S. Anm. 36.",
+ "auf dem Reinen oder ein Teil des Reinen auf dem Unreinen. Des Samenflüssigen. Der Tote verunreinigt nach Rasch und Rosch nicht, ohne bewegt zu werden, nach Maim. wenigstens dann nicht, wenn er unter dem Reinen liegt. S. Anm. 36.",
+ "oder das dem Unreinen Anhaftende. Nicht eigentliche Körperteile: Zähne, Nägel und Haare. Vgl, Ohal. III, 3 und dort Anm, 50.",
+ "rein. Nach R. Simon wird der Reine nur dann unrein, wenn der größere Teil seines Körpers auf dem Unreinen ruht."
+ ],
+ [
+ "Befindet sich der Unreine. Oder zumindest der größere Teil seines Körpers.",
+ "auf einem Teil. Auch wenn es nur der kleinere Teil ist.",
+ "des Lagers und der Reine. Oder zumindest der größere Teil seines Körpers.",
+ "auf einem Teil. Auch wenn es nur der kleinere Teil ist.",
+ "unrein. Aus dem Verse Levit, 15, 23 ואם על המשכב הוא או על הכלי אשר היא יושבת עליו wird (Sifra, Sabim Par. 4, 14) gefolgert: Durch das Lager der Menstruierenden wird der bisher Reine verunreinigt, wenn er zumindest mit dem größten Teil seines Körpers auf dem Lager war, das seinerseits durch das Aufliegen des größten Teils der Unreinen unrein geworden war. Andererseits braucht der bisher Reine nur auf einem Bruchteile des Lagers gesessen zu haben,",
+ "Befindet sich ein Teil. Ein Bruchteil des Körpers.",
+ "des Unreinen auf dem Lager oder ein Teil. Ein Bruchteil des Körpers.",
+ "des Reinen auf dem Lager. Das durch den Samenflüssigen verunreinigt war.",
+ "rein. Aus dem Verse Levit, 15, 23 ואם על המשכב הוא או על הכלי אשר היא יושבת עליו wird (Sifra, Sabim Par. 4, 14) gefolgert: Durch das Lager der Menstruierenden wird der bisher Reine verunreinigt, wenn er zumindest mit dem größten Teil seines Körpers auf dem Lager war, das seinerseits durch das Aufliegen des größten Teils der Unreinen unrein geworden war. Andererseits braucht der bisher Reine nur auf einem Bruchteile des Lagers gesessen zu haben,",
+ "eintritt und herausgeht. Dadurch dass der Samenflüssige (oder ein mit gleich wirkender Unreinheit Behafteter, wie die Menstruierende) auch nur auf einem Teil des Lagers ruhte, wird es unrein, und wenn dann ein Reiner nur auf einem Teil dieses Lagers ruht, überträgt es die Unreinheit auch auf ihn.",
+ "So. וכן bezieht sich auf כל הנושא ונישא ע״ג משכב טהור in Mischna 3. — Wegen der dort erwähnten Ausnahme חוץ מן האדם sind andere Fälle mit Ausnahmen angeführt. Als Gegensatz dazu, dass der Mensch beim Tragen der Totenunreinheit sich nur durch ihr Bewegen verunreinigt (s a. Anm. 36), ist dann Mischna 4 angereiht, aus der zu ersehen ist, dass der Samenflüssige, der mit irgend einem Teil seines Körpers einen Menschen trägt, ihn verunreinigt, auch ohne ihn zu bewegen. Im Anschluss daran folgen dann die Fälle, in denen Unreinheit durch Teile von Gegenständen, aber nicht durch Bruchteile des menschlichen Körpers übertragen werden. Jetzt gibt der Tanna Fälle an, in denen Speisen, die auf oder unter einer Unreinheit ruhen, rein bleiben, sogar wenn es sich um Priesterhebe handelt.",
+ "der auf einem Lager. Des Samenflüssigen.",
+ "wenn ein Stück Papier. Obwohl es ganz dünn ist. Es genügt, um die Hebe vor der Berührung mit dem unreinen Lager zu schützen.",
+ "Und ebenso ist er. Der Brotlaib.",
+ "bei einem mit Hausaussatz behafteten Stein. Dieser Fall ist deshalb angeführt, weil er lehrt, dass solch Stein die Zeltunreinheit nicht dadurch überträgt, dass er über einem Gegenstand oder dieser über ihm ist. Er verunreinigt nur dann durch Zeltunreinheit, wenn er mit anderen Gegenständen oder mit Menschen in einem Zelt ist. S. א״ר und Maim. הל׳ טומאת צרעת ט״ז ג׳ ד׳.",
+ "bei diesem für unrein. R. Simon meint, der mit Aussatz behaftete Stein, verunreinige wie ein Toter durch Zeltunreinheit das über und unter ihm Befindliche, א״ר."
+ ],
+ [
+ "Sitz und Lager. So nach א״ר entsprechend der La. במשכב wie sie fast alle Ausgaben haben. L. hat ובמשכב; danach bezieht sich die Mischna auch auf die Berührung der Körper der fünf gen. Aussätzigen. So scheinen auch Maim., Rasch und Bart. gelesen zu haben, da sie von der Berührung der Aussätzigen sprechen; s. a. ומושב א׳ א׳ הל׳ משכב — Nach Maim. Kelim I, 4 und הל׳ טומאת צרעת י׳ י״א ist hier Sitz und Lager aller fünf genannten Unreinen verstanden, auch des Aussätzigen; s. a. כסף משנה a. a. O. und Tos. Joma 6b s. v. שמטמא. S. a. II, Anm. 38. — Aber nach unserer Lesart Pes. 67b שכן מטמא משכב ומושב ומטמא כלי חרס (ר״ל ממצורע) זב חמור würde Lager und Sitz des Aussätzigen einen Menschen nicht verunreinigen; s. d. Raschi s. v. ׳זב Tos. s. v. שכן und R. Chananel. Auch Rasch zu Kel. I, 3 meint, dass Sitz und Lager des Aussätzigen nur Speisen und Getränke verunreinigen.",
+ "untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "getrennt. Berührt er die Unreinen oder Sitz und Lager nicht mehr; s. Anm. 52.",
+ "verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "der bewegt. Auch ohne zu tragen. — Die Unreinheit durch Bewegen wirkt bei den 4 Ersten sowohl wenn der Reine den Unreinen oder dieser den Reinen bewegt (s. Mischna 1); aber der Aussätzige, Sitz und Lager verunreinigen nur den Reinen, der sie bewegt, nicht, den sie bewegen. — Vgl. Anm. 52.",
+ "der trägt. Auch ohne zu bewegen. — Hinsichtlich des Tragens des Aases s. Anm. 31."
+ ],
+ [
+ "verunreinigt zwei Grade und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "der bewegt. Nach Rasch zu Kel. I, 3 verunreinigen die hier genannten Ausflüsse der Unreinen nur, wenn der Reine sie bewegt, aber nicht, wenn sie mittelbar auf dem Reinen liegen. — Nach Maim. verunreinigen sie auch durch mittelbares Aufliegen, ohne bewegt zu werden. S. Kommentar z. St. und הל׳ משכב ומושב פ״א ח׳ י״ב Vgl. a. Anm. 31.",
+ "auch. Entsprechend Chul. 124b meint R. Elieser: wenn er auch trägt, d. h. durch Bewegen wird man nur unrein, wenn man auch trägt. Vgl. Anm. 31."
+ ],
+ [
+ "Wer das Reitzeug. Des Samenflüssigen und der drei nächsten in Mischna 6 Genannten.",
+ "trägt oder auf ihm getragen wird oder es bewegt. Aber nicht, wer es nur berührt. Wer das Reitzeug nur berührt, wird unrein leichten ersten Grades, kann also Geräte nicht verunreinigen, auch wenn er sie gleichzeitig mit dem Reitzeug berührt. S. Maim. und Rasch zu Kelim I, 3.",
+ "verunreinigt zwei Grade und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "so verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "Wer das Aas. S. Mischna 3 und Anm. 31.",
+ "dass man damit sprengen kann. S. Kel. I, 2 und Para XII, 5.",
+ "verunreinigt zwei Grade und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "so verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13."
+ ],
+ [
+ "Wer vom Aase eines reinen Vogels. So viel wie eine Olive; s. Toh. I, 1.",
+ "ist im Schlunde. Es ist bereits im Schlunde, aber noch nicht heruntergeschluckt.",
+ "verunreinigt zwei Grade und macht einen untauglich. S. Mischna 2, Anm. 13.",
+ "Hat er. Nach unserer Lesart, die auch Maim. hat, הכניס ראשו לאויר התנור טהור וטהור התנור ist zu erklären: Hat der Mensch, der das Vogelfleisch im Mund hat, es aber noch nicht in den Schlund geschlungen hat, den Kopf in den Ofen gesteckt, so ist er selbst und der Ofen rein, weil das Fleisch vom Aase des reinen Vogels nur im Schlund, nicht aber im Munde verunreinigt. — Rasch, Rosch, Bart. lesen הכניס ראשו לאויר התנור טהור התנור. Sie erklären: Hat er den Kopf in den irdenen Ofen gesteckt, während er das Vogelfleisch im Schlunde hat, so ist der Ofen rein, da der durch das Vogelfleisch Verunreinigte, solange das Fleisch im Schlunde ist, wohl andere Geräte durch Berührung verunreinigt, aber keine irdenen; vgl. Mischna 1. — Das Fleisch selbst verunreinigt den Ofen nicht, da es nur den Menschen verunreinigen kann, in dessen Schlund es sich befindet.",
+ "ausgespien oder hintergeschluckt. Nachdem er es bereits im Schlunde gehabt hatte und dadurch verunreinigt war. Er hat sich jetzt von der Unreinheit getrennt, wie in den früheren Mischnajot.",
+ "so verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. Berührt er die Unreinen oder Sitz und Lager nicht mehr; s. Anm. 52.",
+ "So lange es in seinem Munde ist. Da das Aas des reinen Vogels nur im Schlund verunreinigt. Da im Verse Levit. 22, 8, aus dem die Unreinheit des Aases des reinen Vogels abgeleitet wird (Chul. 100b), die Unreinheit vom Essen abhängig gemacht wird."
+ ],
+ [
+ "Kriechtier. Eins von den in Levit. 11, 31 erwähnten Kriechtieren. S. a. Kelim I, Anm. 2. Zu den hier angeführten Unreinheiten s. Kelim I, 1.",
+ "oder einen durch einen Toten Verunreinigten oder einen Aussätzigen in den Tagen seines Zählens. In den 7 Tagen nach der Heilung des Aussatzes. (Lev. 14, 8). S. a. Kel. I, Anm. 5.",
+ "die nicht zum Sprengen ausreicht. S. Mischna 8 u. Anm. 63.",
+ "oder ein Aas oder Reitzeug. Eines Samenflüssigen. Die Berührung des Reitzeuges macht nur unrein leichten ersten Grades. Das Tragen aber verursacht Unreinheit schweren Grades; s. Mischna 8, Anm. 61, während das Berühren von Lager und Sitz Unreinheit schweren Grades verursacht; s. Mischna 6.",
+ "verunreinigt einen Grad und macht einen untauglich. S. Anm. 16.",
+ "der einen von allen. Übrigen, in unserem Abschnitt noch nicht angeführten Unreinheitserzeugern Die Unreinheiten, die den Berührenden noch zwei weitere Grade verunreinigen lassen, sind bereits in Mischna 6 und 7 angeführt. Mit Ausnahme der dort angeführten Unreinheiten und des Menschen (s. weiter) machen Unreinheitserzeuger den sie Berührenden nur unrein leichten ersten Grades, so dass er nur einen Grad weiter verunreinigen kann. — Eine Sonderstellung nehmen die ein, die die rote Kuh und die Stiere verbrennen, und wer den Bock in die Wüste bringt (Para VIII, 3); sie verunreinigen zwar ihre Kleider, gelten aber sonst nur als unrein leichten ersten Grades, so dass sie Speisen nur unrein zweiten Grades machen. Dies widerspricht nicht der in Mischna 1 von R. Josua aufgestellten Regel, da sie ja die Kleider nicht durch Berührung mit den Tieren verunreinigen, sondern dadurch, dass sie sich mit ihnen beschäftigen. S. Maim. im Kommentar und הל׳ אבות הטומאות ו׳ ט״ו und תוי״ט s. v. כל.",
+ "verunreinigt einen Grad und macht einen untauglich. Vgl. Anm. 13.",
+ "mit Ausnahme des Menschen. Wer einen toten Menschen, der doch Unreinheitserzeuger im höchsten Maße אבי אבות הטומאה ist, berührt, wird unrein schweren Grades und bleibt es auch nach der Berührung, so dass er immer noch zwei weitere Grade verunreinigt.",
+ "Hat er. Wer einen der übrigen Unreinheitserzeuger berührt hatte. Bei ihm ist hinsichtlich der Weiterverunreinigung kein Unterschied zwischen der Zeit der Berührung mit dem Unreinheitserzeuger und nachher.",
+ "verunreinigt er einen Grad und macht einen untauglich. Vgl. Anm. 13."
+ ],
+ [
+ "der ein Kriechtier berührte. Unrein leichten ersten Grades. Wer Samenerguss hatte, hat also keinen schwereren Grad von Unreinheit, als wer Samen berührte. Doch ist insofern ein Unterschied, als der Mann, der Samenerguss hatte, das levitische Lager (= Tempelberg) nicht betreten darf, während es dem nur durch Berührung, sogar durch die eines Toten, Verunreinigten gestattet ist (Rasch nach Pes. 67b).",
+ "ist wie ein durch einen Toten Verunreinigter. Er ist 7 Tage lang unrein schweren Grades, andererseits darf er wie der vom Toten Verunreinigte auch das levitische Lager betreten, was der Menstruierenden verboten ist (Rasch). S. a. Tos. Joma 6b s. v. אלא."
+ ],
+ [
+ "Folgende. Mit Ausnahme des Unreinen, der zwar schon sein Reinigungsbad nahm, aber noch den Sonnenuntergang abwarten muss, machen alle hier angeführten Fälle die Priesterhebe nur nach einer rabbinischen Anordnung untauglich, die zu den 18 Fällen gehört, in denen wie Bet Schammai entschieden wurde. Vgl. Sabb. 13 b ff.",
+ "Wer eine Speise ersten Grades. Eine Speise, die unrein ersten, bezw. zweiten Grades ist. Beides musste angeführt werden, dass man auch nach Genuss der Speise zweiten Grades die Hebe durch Berührung untauglich macht, dass man aber auch nach Genuss einer Speise ersten Grades nicht wirklich unrein wird, sondern nur die Hebe untauglich macht (Tos. Sabb. 13b s. v. אוכל). — Die Weisen wollten durch ihre Anordnung verhindern, dass ein Priester, der unreine Speise, durch die er nach Thoravorschrift nicht unrein wird, noch im Munde hat, Wein von Priesterhebe trinkt und ihn im Munde durch Berührung mit der Speise verunreinigt.",
+ "oder wer eine Speise zweiten Grades. Eine Speise, die unrein ersten, bezw. zweiten Grades ist. Beides musste angeführt werden, dass man auch nach Genuss der Speise zweiten Grades die Hebe durch Berührung untauglich macht, dass man aber auch nach Genuss einer Speise ersten Grades nicht wirklich unrein wird, sondern nur die Hebe untauglich macht (Tos. Sabb. 13b s. v. אוכל). — Die Weisen wollten durch ihre Anordnung verhindern, dass ein Priester, der unreine Speise, durch die er nach Thoravorschrift nicht unrein wird, noch im Munde hat, Wein von Priesterhebe trinkt und ihn im Munde durch Berührung mit der Speise verunreinigt.",
+ "oder wer unreine Getränke trinkt. Damit nicht ein Priester, der noch Speise von Priesterhebe im Mund hat, sie durch Trinken des unreinen Getränkes verunreinigt.",
+ "oder wer mit seinem Kopfe und dem größten Teile seines Körpers in geschöpftes Wasser taucht. Da das Regenwasser in den Tauchbädern im Laufe der Zeit oft unsauber wurde, war es üblich geworden, dass man nach dem eigentlichen Reinigungsbad nochmals in klarem, geschöpftem Wasser badete. Allmählich glaubten manche, es käme mehr auf das Bad im geschöpften Bad an. Daher fürchteten die Weisen, manche würden nur noch in solchem Bade baden. Um dem vorzubeugen, trafen sie die Anordnung, dass man nach solchem Bade Priesterhebe durch Berührung verunreinigt. Nach Auffassung von Raschi und Tos. (Sabb. 13b) nur wenn man vorher sich im richtigen Tauchbade von der Unreinheit befreit hatte, nach Maim. (Kommentar und הל׳ אבות טומאות ט׳ א׳) immer. Um die Anordnung zu stärken, bestimmte man weiter, dass dies auch für einen völlig Reinen gelten solle, über dessen Kopf und größten Teil des Körpers 3 Log geschöpften Wassers gegossen waren. — S. a. Mikw. III, 4.",
+ "oder ein Reiner auf dessen Kopf und den größten Teil seines Körpers drei Log geschöpftes Wasser fielen. Da das Regenwasser in den Tauchbädern im Laufe der Zeit oft unsauber wurde, war es üblich geworden, dass man nach dem eigentlichen Reinigungsbad nochmals in klarem, geschöpftem Wasser badete. Allmählich glaubten manche, es käme mehr auf das Bad im geschöpften Bad an. Daher fürchteten die Weisen, manche würden nur noch in solchem Bade baden. Um dem vorzubeugen, trafen sie die Anordnung, dass man nach solchem Bade Priesterhebe durch Berührung verunreinigt. Nach Auffassung von Raschi und Tos. (Sabb. 13b) nur wenn man vorher sich im richtigen Tauchbade von der Unreinheit befreit hatte, nach Maim. (Kommentar und הל׳ אבות טומאות ט׳ א׳) immer. Um die Anordnung zu stärken, bestimmte man weiter, dass dies auch für einen völlig Reinen gelten solle, über dessen Kopf und größten Teil des Körpers 3 Log geschöpften Wassers gegossen waren. — S. a. Mikw. III, 4.",
+ "das Buch. Eines der 24 Bücher der Bibel. — Mit Rücksicht auf den Heiligkeitscharakter der Priesterhebe bewahrte man sie oft im Schranke neben den biblischen Büchern. Es kam dann vor, dass Mäuse, die durch die Priesterhebe angezogen waren, die Bücher benagten. Um zu verhindern, dass auf diese Weise die heiligen Bücher zu Schaden kämen, wurde unsere Anordnung getroffen.",
+ "die Hände. Um zu verhindern, dass Priesterhebe durch Berührung mit unsauberen Händen unappetitlich würde, ordneten die Weisen an, dass man vor Berührung der Hebe die Hände mit Wasser zu übergießen habe. Sonst würde die Hebe untauglich (S. Raschi Sabb. 14a).",
+ "wer am heutigen Tage ein Tauchbad nahm. Ein bisher Unreiner, der bereits sein Tauchbad genommen hat, gilt nach Levit. 22, 7 erst nach Sonnenuntergang als völlig rein. Bis dahin ist er noch unrein leichten zweiten Grades. (Sabb. 14b.)",
+ "und Speisen. Speisen, die durch Getränke verunreinigt wurden, die ihrerseits nur durch nicht begossene Hände (oder die anderen in der Mischna erwähnten Dinge) verunreinigt waren. Wirklich unreine Getränke verunreinigen auch gewöhnliche Speisen, machen also nicht nur Hebe untauglich.",
+ "und Geräte. Geräte, die ihrerseits nur durch Getränke verunreinigt wurden. Nach Thoravorschrift können Geräte nur durch Unreinheitserzeuger verunreinigt werden. Da es aber Flüssigkeiten gibt, die Unreinheitserzeuger sind, wie der Ausfluss des Samenflüssigen, haben die Weisen angeordnet, dass auch andere Flüssigkeiten Geräte verunreinigen können. Dagegen bleiben Geräte bei Berührung mit unreinen Speisen rein."
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